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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. 'WZEGMANN.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR. GRISEBACH IN GÖTTINGEN, PROF. von SIE-
BOLD IN FREIBURG, DR. TROSCHEIi TN BERLIN, PROF.
A- IVAGNER IN MÜNCHEN UND PROF. RUD. VITAGNER
IN GÖTTINGEN
HERAUSGEGEBEN
VON
Dr. W. f. ERICHS ON,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH- WILHELWS-UNIVERSITÄT ZU BERLIIV,
EILFTER JAHRGANG,
£rstei* Band.
MIT EILF KUPFERTAFELN.
BERLIN 1845.
IN DER NICOLAI'SCHEN BUCHHANDLUNG.
Inhalt des ersten Bandes.
Seite.
Ueber einen Eingeweid e^vurm in einer Akalephe. VonM.Sars.
(Hierzu Taf.I.~Fior. 1-6.) 1
Zusätze zu der von mir gegebenen Darstellung der Entwirke-
lung der Nudibranchien. Von Demselben. (Hierzu Taf. I.
Fig.7-11.) 4
Zur Entwickelung der Anneliden. Von Demselben. (Hierzu
Taf. 1. Fig. 12 — 21.) 11
Ueber die Entwickelung der Jungen bei einer Annelide und über
die äussern Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern. V^on
Mag. Oersted. (Hierzu Taf. II.) 20
Zur Rothwürmer- Gattung Euaxes. Von A. Menge. (Hierzu
Taf. III.) 24
Beiträge zur genaueren Kenntniss der Mollusken. Von Dr. A.
Paasch. (Hierzu Taf IV. und V.) 34
Ueber einen neuen Ccphalopoden (Octopodoteuthis). Von Dr.
A. Krohn. (Hierzu Taf. V. Fig. A — F.) .... 47
Diagnosen einiger neuen Conchylien. \'on Dr. A. Philipp i . 50
Ueber die auf den Sunda-lnseln lebenden ungeschwänzten Affen-
Arten. Von Dr. Sal. Müller 72
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden, und über das
natürliche System der Fische. Von Joh. Müller . 91
Berichtigungen zu den Diagnosen neuer Conchylien (Seite 50).
Von Dr. A. Philip pi 142
Diagnosen einiger neuen Arten von Nagern und Handflüglern.
Von Andr. Wagner 145
Reptilium conspectus quae in Republica Peruana reperiuntur et
pleraquo observata vel collecta sunt in itinerc a Dr. J. J. de
Tschudi 150
Zoologische und anatomische Bemerkungen über die Alciopen.
Von Dr. A. Krohn. (Hierzu Taf. VI.) 171
Bemerkungen über einige Muschclgeschlechter, deren Thicre wenig
bekannt sind. Von Dr. R. A. Philippi. (Hierzu Taf. VII.) 185
Seite
Anatomie von Ampullaria urreus und über die Gattung Lanistes
Montf. Von Dr. F. H. Troschel. (Hierzu Taf. VIII.) . 197
Ueber die Entwickelung der Gehörwerkzeuge der Mollusken.
Von Dr. H. Frey. (Hierzu Taf. IX. Fig. 1 -10.) . . 217
Verzeichniss der Thiere, bei welchen Entozoen gefunden wor-
den sind. Von Gurlt 223
Nachträge zu Gurlt's Verzeichniss der Thiere, bei welchen En-
tozoen gefunden worden sind. Von Creplin . . . 325
Ueber den Cryptorhynchus Lapathi und seine Verwüstung des
Erlenholzes. Von Prof. Schwägrichen zu Leipzig. (Hierzu
Taf. X.) 337
Beschreibung einiger neuer Echinodermen nebst kritischen Be-
merkungen über einige weniger bekannte Arten. Von Dr.
Philippi. (Hierzu Taf. XI.) 344
Nachträgliche Bemerkungen zu meinem Conspectus avium etc.
Von J. J. von Tschudi 360
Briefliche Mittheilung. Von Demselben 366
Bemerkungen über das Thier von Argonauta Argo. Von Jean-
nette Power . . .369
Ueber einen Eingeweidewurm in einer Acaleplie,
Von
M. S a r s.
Hierzu Taf, 1. Fig. 1-6.
In diesem Archive Jahrg. 1841. 2. Bd. S. 322 wird berichtet,
dass ein parasitischer Wurm, einer Filaria ähnlich, von Edw.
Forbes in einer Cydippe gefunden worden sei, und später
1842. 2, Bd. S, 370, dass dieser Parasit, der sich mit 4 Saug-
näpfen an die Wände des Magens oder der Gefässe ansaugt,
von Forbes und Goodsir mit dem Namen Tetrastoma Play-
fairii bezeichnet worden sei. Der Referent setzt hinzu, dass nä-
here Beobachtung von Interesse sein würde, da man bisher
noch keine Eingeweidewürmer von den Medusen kenne.
Es ist dem Referenten entgangen, dass die Entdeckung
eines Eingeweidewurms in einer Acalephe schon im Jahre
1837 von mir angezeigt worden ist. Siehe die Annales des
Sciences nat. 1837. Vol. 7. p. 247 und den Jahresbericht die-
ses Archives 1838. 2. Bd. p. 304.
Es ist nicht um Prioritäts-Ansprüche auf diese Entdeckung
zu machen, welche der Wissenschaft ziemlich gleichgültig sein
können, dass ich nun auf diesen Gegenstand zurückkomme,
sondern nur um die nachfolgenden, im Jahre 1835 niederge-
schriebenen kurzen Notizen mitzutheilen, die ich ihrer Unvoll-
ständigkeit halber bisher zurückgehalten habe, in der leider
fehlgeschlagenen Hoffnung, sie durch neue Beobachtungen zu
vervollständigen.
A neinem riesenhaften Individuum meiner Mnemia norve-
gica von 5 Zoll Länge, das ich am 4. November 1835 an der
Archiv f. Naturgeschichte, XI. Jahrg. l, Bd. \
2 M. Sars: üeber einen Eingeweidewurm
Insel Floröe fing, bemerkte ich nämlich innen in dem durch-
sichtigen wasserhellen Leibe 10 — 12 längliche, opake, weiss-
liche Körperchen von der Länge einer Linie , vyelche sich bei
der näheren Untersuchung als Eingeweidewürmer erwiesen.
Sie Sassen an der Innern Wand des Magens der Acalephe
mit ihrem einen Ende fest, und bewegten nur wenig und sehr
langsam ihren übrigen Körper. Vorsichtig von ihrer Anhef-
tungsstelle losgemacht wurden sie lebhafter, und krochen auf
einer Glasplatte herum, indem sie sich abwechselnd verlän-
gerten und verkürzten (Fig. 1' in natürlicher Grösse). Die
Gestalt des Körpers ist also sehr veränderlich, bald sehr lang-
gestreckt oder bandförmig (Fig. 1 — 3), bald kürzer und vorn
oder in der Mitte breiter (Fig. 4), immer aber hinten (b)
spitzig; ferner etwas niedergedrückt, so dass die zwei Seiten
(Fig. 1) breiter als die beiden andern (Fig. 2) sind. Keine
Spur von Gliederung zeigt sich an dem glatten weichen Kör-
per, der auch in völlig contrahirtem Zustande, in welchem er
fast krugförmig wird, keine merkbaren Querrunzeln zeigt.
Das vordere Ende des Körpers (a) wird kreisförmig von
4 Saugnäpfen (cc) von ovaler Gestalt, deren Längenaxe in
die Axe des Thieres fällt, umgeben; jeder von ihnen ist innen
durch eine Querwand in 2 Räume, deren hinterer grösser
und der vordere ein wenig kleiner und schmäler ist, getheilt.
Vermittelst dieser Organe nun setzt sich der Wurm an die
Magenwände der Acalephe fest. Mitten zwischen den Saug-
näpfen ragt das conische V'orderende des Körpers hervor; an
der Spitze desselben bemerkt man eine kleine circuläre Oeff-
nung, vielleicht den Mund. Wenn der W^urm kriecht, wird
das V^orderende bald hervorgeschoben (Fig. 1, 4), bald zwi-
schen den Saugnäpfen zurückgezogen (Fig. 2, 3). Dies ge-
schieht inujier abwechselnd , indem der ganze Körper sich
ausdehnt und contrahirt, wobei das Thier jedesmal eine kleine
Strecke vorgeschoben wird.
Der von mir beobachtete Wurm mag vielleicht derselbe
sein, den die genannten britischen Naturforscher als ein neues
Genus mit dem Namen Tetrastoma bezeichnet haben. Ich
habe ihn einstweilen zu dem Genus Scolex, O. F. Müller,
hingestellt mit dem Artsnamen: Scolex Acalepharum.
in einer Acalephe. 3
Erklärung der Abbildungen (Taf. 1).
Fig. 1—6 stellen Scolex Acalepharum vor, Fig. V zwei Indivi-
duen in natürlicher Grösse, die übrigen Figuren sind alle mehr oder
weniger vergrössert. Fig. 1. Ein Individuum von einer der breiten
Seiten gesehen, mit hervorgeschobenem Vorderende; Fig. 2. dasselbe
von einer der schmalen Seiten gesehen, mit eingezogenem Vorder-
ende. Fig. 3. Dasselbe wenig und Fig. 4. mehr contrahirt. Fig. 5.
Der vorderste Theil des Körpers mit den Saugnäpfen, von vorne
gesehen, stärker vergrössert. Fig. 6. Ein Individuum unter dem
Compressorium flachgedrückt.
In allen diesen Figuren bezeichnet a das vordere Ende des Kör-
pers, b das hintere, cc die Saugnäpfe.
^*
Zusätze zu der von mir gegebenen Darstellung
der Entwickelung der Nudibranchien.
Von
M. S a r s.
Hierzu Taf. 1. Fig. 7-11.
Seit der Bekanntmachung meiner Entdeckung ^), dass die
Nudibranchien und Pomatobranchien mit einer äusseren ein-
gerollten Conchylie von nautilusartiger Gestalt bedeckt geboren
werden, und in der ersten Zeit sich nicht des Fusses (der,
noch nur wenig entwickelt, an seiner hinteren, oder später
oberen, Seite einen Deckel zur Vorschliessung der Schalen-
öffnung, wenn das Thier sich in die Conchylie hineinzieht,
trägt) als Bewegungsorganes, sondern zweier flügelähnlichen
um den Mund herum ausgebreiteten Organe, deren Ränder
mit starken vibrirenden Cilien besetzt sind, bedienen, habe
ich die Freude gehabt, meine Beobachtungen von zwei aus-
gezeichneten Naturforschern, nämlich Loven *) und Van Be-
neden ^) vollkommen bestätigt zu sehen.
Loven hat zur Ueberzeugung gezeigt, dass die flügelähn-
lichen Organe nichts anderes als das Mundsegel (Velum, le
volle, Cuv.) sind, der bei den verschiedenen Gattungen und
Arten später mehr oder weniger verschwindet. Es fehlt noch
darzulegen, wie die Schale verschwinde, und die gewiss sehr
merkwürdigen Veränderungen (Metamorphosen), die diese
Jungen in ihrer weiteren Entwickelung noch durchzugehen
') Im Auszuge in den Annales des Sciences naturelles 1837 T. 7
pag. 246, und in diesem Archive 1837. I. p. 402; vollständig ebend.
Jahrg. 1840. I. p. 196. Tab. 5—8.
^) Bidrag til Kännedomen af Molluskernas utweckling, in Stockh.
Vetensk. Acad. Handl. 1840. p. 1. Tab. 2.
3) Recherches sur le developpement des Aplysies, in den Anna-
les d. Scienc. nat. Febr. 1841. p. 123. Tab. 1.
M. Sars: Zur Entwickelung dffr Nudibranchien. 5
haben, kennen zu lehren. Dass die Kalknadeln in dem Man-
tel der Doris Rudimente der früheren Schale sein sollten,
wie Loven, allerdings zweifelhaft, vermuthet, scheint mir um
so unwahrscheinlicher, als der Mantel der Tritonia, Eolidia
und anderer nahe stehender Thiere, deren Jungen doch auch
in ihrem ersten Entwickelungszustande eine äussere Schale
haben, keine solche Kalknadeln enthält. Nur fortgesetzte Beob-
achtungen werden einmal dies Räthsel lösen. Für jetzt will
ich nur einige Zusätze zu meiner oben erwähnten Abhandlung
in diesem Archive, nach Beobachtungen mit einem besseren
Mikroskope angestellt als ich damals besass, mittheilen.
Bei den eben ausgeschlüpften Jungen der Tritonia Ascanii
(Fig. 7, 8) bemerkt man, dass die jetzt vordere, später untere,
Seite des Fusses (ee) mit überaus kleinen vibrirenden Cilien
besetzt ist, die von den vielmal grösseren starken Cilien an
den Rändern der Lappen des Mundsegels (dd) sehr verschie-
den scheinen. Jene sind als blosse Flimmerorgane ') zu be-
trachten, diese dagegen sind offenbar der Herrschaft des Wil-
lens unterworfen und scheinen von Muskeln, die in dem ver-
dickten Rande des Mundsegels gelagert sind, bewegt zu wer-
den. Wenn das Junge unter dem Compressorium gedrückt
wird, reissen sich häufig mehrere dieser Cilien los und fahren
so isolirt fort noch eine Weile zu schwingen ; man sieht dann,
dass jede von ihnen auf einer kugel- oder knopfförmigen Ba-
sis, wie einem Stecknadelköpfe, die von muskulöser Natur zu
sein scheint, festsitzt. Sie stinunen also mit ähnlichen Bewe-
gungsorganen bei den Rotatorien ganz überein , und müssen
mithin besser Schwimm- oder Wimperhaare heissen.
Auf dem vorderen Ende des Körpers mitten zwischen
den beiden Lappen des Mundsegels sieht man den Mund wie
eine rundliche Oeffnung von einem ringförmigen Wulste um-
geben.
Wie in meiner Abhandlung schon bemerkt, wird die
Schale (sss) innen von einer dünnen durchsichtigen Membran,
. ') Zu den Flimmerorganen sind ausser den durch Purkinje, Va-
lentin, Sharpey, Rud. Wagner u. A. schon bekannten auch noch die
die Bewegung vermittelnden Cilien an der Hautoberfläche der eben
ausgeschlüpften Jungen vieler Polypen, Acalephen und Seesterne zu
rechnen.
6 M. Safs: Zur Entwickelung
dem Mantel (o o o), bekleidet, deren Anwesenheit man daraus,
dass sie sich (wie in Fig. 7, 8) zuweilen an einzelnen Stellen
etwas von der Schale ablöst, erkennt. Auf dem Mantel be-
merkt man 4 — 5 (am häufigsten 5) von mir schon früher (1. c.
p. 204), nur weniger deutlich gesehene, überaus feine farbe-
lose Canäle (ppp), die quer und in gleicher Entfernung von
einander jenen umgeben, und an den Seiten des Rückens sich
etwas erweitern, welche Erweiterungen oder Anschwellungen
innen klare Kügelchen zeigen. Man möchte vielleicht diese
scheinbaren Kanäle für sich bildende Gefasse halten; allein es
war mir nicht möglich irgend eine Bewegung der in ihnen
enthaltenen klaren Kügelchen wahrzunehmen, daher sie wohl
wahrscheinlicher als die ersten im Mantel sich bildenden Mus-
kelfasern zu betrachten sein möchten.
Mit Ausnahme des allem Anscheine nach aus einer homo-
genen schleimigen Substanz bestehenden Mantels, wird das
Gewebe aller übrigen weichen Theile des Thieres aus runden
Körnchen gebildet. Zwischen dem Mantel und den Einge-
weiden sieht man noch immer freie Dotterkügelchen.
Das Verdauungssystem ist von mir (1. c. p. 204) richtig
beschrieben; nur finden sich nicht, wie angegeben, drei, son-
dern bloss zwei Leberlappen, beide wie runde Knoten, von
denen der grössere (k) vorn an der linken, und der kleinere
(1) hinten an der rechten Seite des Magens (g) sitzt. Innen
im Magen (g) bemerkt mau häufig eine ununterbrochene schnelle
Bewegung von Körnchen , welche wahrscheinlich durch Flim-
merorgane auf der innern Fläche desselben bewirkt wird. —
Der grosse von der Basis des Fusses abgehende und an der
linken Seite des Magens herabsteigende Anheftungsmuskel (m),
der das Thier an den Boden oder das hintere Ende der Schale
anheftet, ist der Länge nach fein gestreift, welche Streifen sich
häufig als Reihen klarer Kügelchen (Zellen?), die ersten An-
lagen der Muskelfasern, zeigen. Von dem Boden (Blindsacke)
des Magens entspringt ein sehr dünner Muskel (n), der sich
an den Boden der Schale anheftet, hier sich mit dem Ende
des Anheftungsmuskels vereinigend. Man kann ihn als ein
Ligamentum Suspensorium des Magens betrachten. — Der von
der unteren Seite des Magens abgehende sehr dünne und eine
kurze Schlinge bildende Darm (h) steigt an der rechten Seite
der Nudibranchien. 7
nach vorne gegen die Basis des Fusses herauf, wo er sich
mit einer runden Warze, auf welcher man die Analöffnung
(i) bemerkt, endigt. Dicht bei dem After findet sich das auch
von Loven beobachtete blasenförmige etwas ovale Organ (c),
das wahrscheinlich der Fortpflanzung angehört und daher noch
unentwickelt ist.
Sow^ohl Loven als ich haben vergebens das Herz , das
wahrscheinlich von der Leber verborgen wird, sowie auch
Tentakeln und andere Sinnesorgane gesucht. Doch habe ich
bei den ausschlüpfenden Jungen der Doris muricata die Augen
wie zwei am Nacken sitzende schwarze Punkte (Fig. 10b)
gefunden. — Oben an der Speiseröhre nahe am Munde habe
ich einige Male zwei kleine Knoten, die Nervenganglien sein
möchten, zu sehen geglaubt, allein die Beobachtung war nur
undeutlich. Dagegen beschreibt Van Beneden ^) zwei kugel-
förmige unter der Speiseröhre belegene Bläschen , die er für
Nervenganglien hält. Auch Loven ^) erwähnt dieser Organe
und bildet sie richtiger als Van Beneden ab. Ueber ihre Na-
tur oder Function spricht er sich nicht aus; er bemerkt nur,
dass man zuweilen dergleichen Bläschen auch in der Leber
beobachte, daher sie als dem Thiere nur wälirend seiner
Entwickelung angehörig und später verschwindend betrachtet
werden.
Auch ich habe häufig bei den Embryonen und eben aus-
geschlüpften Jungen der Tritonia Ascanii und T. arborescens ^),
bei welcher letzteren Art, deren Juugen durchsichtiger sind,
sie verhältnissmässig grösser und deutlicher erscheinen, die in
•) I. c. p. 127. Tab. 1. Fig. 13, 15, 17, d.
2) 1. 0. p. 4. Tab. 2. Fig. 1, 2, o.
^) Tritonia Ascanii, nob. (Amphitrite frondosa, Ascanius, Trondhj.
Vid. Selsk. Skr. 5. B. Tab. 5. Fig. 2) unterscheidet sich von der T.
arborescens, die immer viel kleiner ist und von einer gelbgrauen
oder blass fleischrothen Farbe mit zahlreichen unregelmässigen brau-
nen Flecken und weissen oder gelblichen Punkten, besonders durch
ihre milchweisse Farbe; auch die Kiemen sind weiss mit ebenso
gefärbten oder blassröthlichen Endspitzen der Zweige Der Rogen
oder die Eierschnur ist ebenfalls verschieden: bei T. arborescens
bilden die Eier nicht eine regelmässig schraubenförmig gedrehte
Schnur wie bei T. Ascanii , sondern sind ohne Ordnung auf einander
gehäuft innerhalb der drehrunden Schleimhülle wie bei Eolidia und Doris.
g M. Sars: Zur Entwickelung
Rede stehenden Organe (Fig. 7 — 10a a) beobachtet und halte
sie für Sinnesvverkzeuge. Sie sind symmetrisch gestellt, an
den Seiten des Halses unter der Speiseröhre dicht vor der
Basis des Fusses in den Körper eingesenkt, und bestehen jedes
aus einem kugelrunden wasserhellen Bläschen, das wieder einen
ebenso gestalteten graulichen (nicht opaken, sondern nur we-
niger durchsichtigen) Körper einschliesst, zwischen welchem
und der Haut des Bläschens ein mit wasserheller Feuchtigkeit
gefüllter Raum sich findet. Anfangs hielt ich diese sonder-
baren Organe für Augen; als ich sie aber genauer untersuchte
und bemerkte, dass der in ihnen eingeschlossene kugelige Kör-
per (Fig. IIa) von allen Seiten frei in der wasserhellen Feuch-
tigkeit des Bläschens (Fig. 11 b) schwamm, und als ich bei
den Jungen der Doris muricata (Fig. 10), die auch die Organe
(Fig. 10a), von denen wir sprechen, ausgezeichnet deutlich
zeigten, gleichzeitig zwei Augenpunkte (Fig. 10 b) mit schwarz-
violettem Pigment auf dem Nacken sitzend fand, so konnte
ich nicht umhin sie für Gehörorgane zu halten. Vergleicht
man sie mit v. Siebolds Beschreibung und Abbildungen des
Gehörorganes bei den Acephalen und Gasteropoden *), so fällt
die grosse Uebereinstimmung im Baue, z. B. mit demselben
der Cyclas Cornea -) sogleich in die Augen. Das äussere
helle Bläschen (Fig. IIb) ist Vestibulum membranaceum, das
mit einer klaren wässerigen Feuchtigkeit gefüllt ist, in welcher
der kugelförmige Otolith (Fig. 11 a) schwimmt. Diese An-
nahme wurde ferner durch nachfolgende Beobachtung bestätigt.
Bringt man nämlich einen Embryo unter das Compressorium,
so verlieren bei einem massig starken Drucke fast alle Kör-
pertheile ihre Form gänzlich, während die uns beschäftigenden
Organe unverändert mitten in der amorphen Masse verblei-
ben. Man sieht dann, und auch etwa eine halbe Stunde lang
nachdem das Thier ganz flachgedrückt ist und sein Leben
schon aufgehört hat, sehr deutlich, wie der Otolith sich un-
aufhörlich zitternd hin und her in der wässerigen Feuchtigkeit
bewegt, indem er sich bald der einen bald der anderen Wand
des Vestibulums nähert, doch ohne irgend eine zu berühren.
') In diesem Archive Jahrg. 1841. 1. p. 148. Tab. 6.
"") 1. c. Tab. 6. Fig. 1.
der Nudibranchien. 9
Ganz dieselbe höchst merkwürdige Bewegung des Otolithen,
die kaum, ohne Fiimmerorgane an der inneren Wand des Ve-
stibulums anzunehmen, erklärbar sein möchte, ist auch von
V. Siebold (1. c. p. 151) beobachtet worden. Bei stärkerem
Drucke berstet das Vestibulum, der Otolith aber nur bei sehr
starkem Fressen , wobei er, wie ich besonders an den Em-
bryonen der Doris muricata beobachtete, in radialer Richtung
in 2 — 6 pyramidenförmige Stücke, deren Spitzen im Centrum
zusammenstossen , zerspringt (Fig. 11 c d). Bei solcher star-
ken Compression wurden übrigens immer die oben erwähnten
beiden Augenpunkte bei den Jungen der Doris zerquetscht.
Indem ich so eine grosse Anzahl Embryonen und Jungen
nach und nach unter das Compressorium brachte, überzeugte
ich mich vollkommen, dass die Angabe Lovens, dass man zuweilen
auch in der Leber solche Bläschen wie die von mir als Ge-
hörwerkzeuge gedeuteten Organe antreffe, auf Täuschung be-
ruhen müsse.
Gehörorgane sind übrigens von Pouchet *) auch bei den
Embryonen von Limnaeus beobachtet worden; sie bestehen
hier aus einem ovalen Vestibulum, das 6 — 8 lebhaft sich be-
wegende Otolithen einschliesst. Und v. Siebold hat sie bei
vielen Pulmonaten (Lungengasteropoden), wo sie immer viele
Otolithen einschliessen, nachgewiesen. — Auch die Embryonen
und ausgeschlüpften Jungen der Aplysia, Rissoa und einiger
anderen Pectinibranchien haben mir diese Organe an derselben
Stelle und von ganz demselben Baue wie bei den Nudibran-
chien gezeigt. Diese Gasteropoden nähern sich also in dieser
Hinsicht den Acephalen mehr als den Pulmonaten. — Ueber-
haupt zeigt eine ganze grosse Reihe von Gasteropoden in jeder
Hinsicht dieselbe Entwickelungsweise wie die der Nudibran-
chien und Pomatobranchien, und zwar in dem Grade, dass es
oft sehr schwer hält die Embryonen und eben ausgeschlüpften
Jungen der letzteren von denen der Rissoa, Margarita, Lacuna
etc. zu unterscheiden.
') Ami'ales des Sciences naturelles 1838. Tom. 10. p. 64.
10 M. Sars: Zur Entwickelung der Nudibranchien.
Erklärung der Abbildungen (Taf. 1).
Fig. 7. stellt ein eben ausgeschlüpftes Junge von Tritonia
Ascanii, von der rechten Seite gesehen und stark vergrössert, vor. Die
natürliche Grösse ist etwa } Millimeter. — Fig. 8. Dasselbe von
der linken Seite gesehen, indem es sich in seine Schale hineinzieht,
etwas weniger stark vergrössert. — Fig. 9. Ein Embryo oder eben
ausgeschlüpftes Junge von Tritonia arborescens, von der Kücken-
seite gesehen, wie Fig. 7. vergrössert. — Fig. 10. Ein zum Heraus-
schlüpfen reifer Embryo von Doris muricata, von der linken Seite
gesehen.
In allen diesen Figuren bezeichnen: «die Gehörorgane, b (in
Fig. 10) Augen, c Generationsblase, dd Mundsegel mit den Wimper-
haaren desselben, ee Fuss, /Deckel zur Verschliessung der Schaa-
lenÖffnung, g Magen, h Darm, i After, k linker Leberlappen, / rech-
ter Leberlappen, m Anheftungsmuskel (Schalenmuskel)^ w Aufhäng-
band des Magens, ooo Mantel, der sich zuweilen an einzelnen Stel-
len (in Fig. 7, 8) etwas von der Schale ablöst, ppp auf dem Mantel
sich bildende Muskelfasern, sss Schale. — Fig. 11. Gehörorgan des
Embryo oder Jungen von Tritonia Ascanii, sehr stark vergrössert.
a Otolith, l> Vestibulum membranaceum. — Fig. 11 c und d. Z^ei
Otolithen von Embryonen der Doris muricata unter dem Compres-
sorium zersprengt.
11
Zur Eiitwickeluug der Anneliden.
Von
M. S a r s.
Hierzu Taf. 1. Fw. 12-21.
Was man bis vor Kurzem von der Entwickelung der An-
neliden kannte, war allein auf Beobachtungen über die Blut-
egel gegründet ; von diesen schloss man auf die anderen An-
neliden und stellte sich ihre Entwickelung als sehr einfach
vor, d. h. als kämen alle diese Thiere ganz so fertig gebildet
aus dem Ei, wie sie das ganze Leben hindurch erscheinen.
Wie gewaltig man oft auf diese Weise fehlschliesst, und wie
vorsichtig man mit dem Generalisiren sein müsse, darüber lie-
gen mehrere Beispiele vor. So, um anderer nicht zu erwäh-
nen, schloss man von der Kenntniss der Entwickelung des
Flusskrebses auf die aller übrigen Decapoden, und wurde da-
durch verleitet zum Nachtheil für die Wissenschaft lange Zeit
die schönen Entdeckungen von Thompson zu bezweifeln.
Im Monat Februar 1840 fand ich bei der Untersuchung
einer Polynoe cirrata, O. Fabr., dass die Jungen, wenn sie
aus dem Ei kommen, eine von der des erwachsenen Thieres
sehr abweichende Gestalt haben, und dass ihnen die meisten
äusseren Organe, die für diese Thiere so charakteristisch sind,
fehlen, mit anderen Worten also, dass diese Annelide einer
Metamorphose unterworfen ist. Es gelang mir nur das erste
Entwickelungsstadium zu sehen ; ich liess daher meine Bemer-
kungen hierüber unter zahlreichen andern unvollständigen No-
tizen liegen, um sie vielleicht mit der Zeit vervollständigen
zu können. Allein, obschon ich im Februar und März 1841
Gelegenheit hatte, die Beobachtung zu wiederholen, wollte es
vfi'ir doch nicht gelingen, die Entwickelung weiter zu verfolgen.
Es möchte vielleicht überflüssig scheinen jetzt diese Bemer-
12 M. Sars: Zur Entwickelung
kungen mitzutheilen, nachdem Loven *) seine weit vollständi-
geren Beobachtungen über Metamorphose bei einer Annelide
bekannt gemacht hat; ich thue es aber doch, theils um letz-
tere zu bestätigen, was noch von Keinem geschelien ist, theils
weil ich, was Loven nicht konnte, eine bestimmte Species,
bei welcher zu einer bestimmten Jahreszeit die Entwickelung
sich beobachten lässt, angeben kann. Wenn die näheren Um-
stände oder Verhältnisse bei der Fortpflanzung nur einmal
bekannt sind, wird es wohl Jemandem gelingen, das zu ergän-
zen, was uns noch in der Kenntniss der Entwickelung der
Anneliden fehlt.
P o 1 y n 0 e c i r r a t a ^ ) ist an der Norwegischen Küste gemein,
und kommt zwischen den Wurzeln der Laminarien , unter
Steinen, in leeren Molluskenschalen und allerlei Höhlungen,
wo sie sich verstecken kann, vor. Sie stimmt, wie ich mich
durch Vergleichung überzeugt habe, vollkommen mit der grön-
ländischen von Fabricius mit diesem Namen bezeichneten Art
überein, nur erreicht sie an unserer Küste nicht die bedeu-
tende Grösse wie an Grönland.
In den Monaten Februar und März geht die Fortpflan-
zung bei dieser Annelide vor sich. Zu dieser Zeit bemerkt
man nämlich bei einigen Individuen, dass ihr Körper, der sonst
hell braungrau oder weisslichgrau und glänzend mit Reflexen
von Blau ist, eine blass rosenrothe Farbe angenommen hat.
Diese rührt von einer zahllosen Menge Eier her, welche die
allgemeine Höhle des Körpers, mit Ausnahme etwa des vor-
dersten Viertels , sowie auch der Füsse erfüllen und überall
durch die Haut hindurch scheinen. Wenn man die Haut auf-
schneidet, sieht man die Eier in grossen Massen vermittelst
eines verbindenden zähen Schleimes zusammenhängend. Sie
sind kugelförmig, der Dotter feinkörnig, blass rosenroth und
undurchsichtig, von dem wasserhellen Chorion enge umgeben.
Wenn das Ei etwas comprimirt wird (Fig. 13), zeigt sich das
grosse Purkinjische Bläschen ohne sichtbaren Wagnerschen
Fleck.
*) In diesem Archive Jahrg. 1842. 1. p. 302. Tab. 7.
2) O. Fabricius, Fauna grönlandica No. 290. Fig. 7, die Figur
mittelmässig. Eine gute Abbildung dieses Thieres findet sich in
Oersteds Annulata dorsibranchiata von Grönland Tab. 1. Fig. 1.
der Anneliden. 13
Bei andern Individuen, häufig zu eben derselben Zeit,
sind die Eier schon hervorgetreten. Man findet sie nändich
oben auf dem Rücken der Mutter unter den Kiemen oder
sogenannten Rückenschuppen, in zahlloser Menge durch einen
zähen Schleim mit einander verbunden. Die Eierhaufen be-
decken die ganze hintere Hälfte des Rückens, weiter vorn
aber nur die Seiten über der Basis der Füsse. An den 7 — 8
vordersten Ringeln des Körpers finden sich gar keine Eier.
Es schien mir als kämen die Eier durch eine sehr kleine
Oefi'nung oben an den Füssen, wie Rathke es bei der Nereis
pulsatoria gefunden hat, hervor. Sie sind bei demselben In-
dividuum alle von einerlei Grösse, nämlich etwa ^'^^ Millimeter,
und meist gleich weit entwickelt, also alle von einer und der-
selben Brut. Ihre Farbe ist noch sehr blass rosenroth oder
fast röthlichweiss. Unter den Kiemen geschützt, verbleiben
nun die Eier hier bis die Jungen herausschlüpfen.
Inzwischen durchgeht der Dotter, zwischen welchem und
dem Chorion ein kleiner Raum mit wasserhellem Eiweiss ge-
füllt sich findet, den gewöhnlichen Theilungs- oder Durchfur-
chungsprozess. So bemerkte ich z. B. einmal, dass der Dot-
ter das Aussehen einer Brombeere hatte (Fig. 14), indem seine
Oberfläche mit Körnern von ungleicher Grösse besetzt war'
die, wie es sich bei der Compression (Fig. 15) erwies, jedes
einen hellen deutlich begrenzten rundlichen Flecken wie einen
Nucleus enthielten, und sich also als wirkliche Zellen zeigten.
Am folgenden Tage (den 4. März) war die Oberfläche des
Dotters schon mehr feinkörnig geworden und näherte sich
so wieder dem Glatten.
Später werden die Eier ein wenig oval, und der Dotter
oder Fötus, in welchen sich der ganze Dotter, ohne dass irgend
ein Theil abfällt, verwandelt, ist glatt, grauweiss, und wird
mehr oder minder eng von dem Chorion umschlossen (Fig.
16, 17). Merkwürdig war eine sonderbare Art von Bewegung,
die zu dieser Zeit sich an den von den Haufen losgetrennten
und unter das Mikroskop gebrachten Eiern zeigte, indem
letztere sich ruckweise hin und her drehten. Dies wurde
durch die sehr kurze aus feinen schleimigen Fäden bestehende
Schnur (Fig. 16, 17 a), die an dem einen Pole des Eies be-
festigt, und vielleicht das ganze Ei membranartig (wie eine
14 M. Sars: Zur Entwickeliing
sogenannte Membrana nidulnns Burdach) überziehend, alle
Eier wie in einen zähen Schleim verbindet, bewirkt. Man
sieht nämlich diese Schnur sich dann und wann langsam und
wurmförmig biegen und krümmen und so das Ei mit sich hin
und her ziehen. Die Ursache dieser Bewegung blieb mir
dunkel, wofern sie nicht in der Einwirkung des Wassers auf
die schleimige Substanz der Schnur liegen sollte. Der Fötus
selbst, der nach und nach eine hell graugrüne Farbe annimmt,
war noch bei den meisten Eiern ohne Bewegung; nur bei
wenigen wurde ein Kranz von äusserst kleinen hervorwach-
senden und schon vibrirenden Cilien, welcher die Mitte des
Körpers des Fötus in gleichem Abstände von den beiden Po-
len des Eies quer umgiebt, bemerkt.
Endlich ist der Fötus zur Reife gelangt, und die Mutter
trägt nun auf ihrem Rücken viele Tausende von Jungen (Fig.
12aaa), welche nach und nach aus dem die Eier verbinden-
den Schleime hervorkommen, ihre Mutter verlassen, und frei
im Wasser herumschwimmen, dem blossen Auge wie sehr
kleine lebhaft sich bewegende grünlich graue Punkte (~ Mil-
limeter gross) sichtbar.
Die herausgeschlüpften Jungen (Fig. 18, 19) sind der
Mutter höchst unähnlich sowohl in der Gestalt als im Baue.
Sie sind nämlich kurz-oval, drehrund, ungegliedert, und haben,
wie schon oben erwähnt, quer um die Mitte des Körpers
herum einen Kranz von ziemlich langen Cilien oder W'imper-
haaren (dd), übrigens aber ohne alle äussere Gliedmassen.
Der vor dem Cilienkranze sich befindende Theil des Körpers
ist etwas schmäler als der hintere, und trägt zwei Augen (ee),
daher er ohne Zweifel als Kopf zu betrachten ist, und zwar
um so mehr als das Junge immer mit diesem Ende nach vorne
schwimmt. Die Augen stehen weit von dem vorderen freien
Ende (b) des Kopfes nahe dem Cilienkranze, eines an jeder
Seite und ein wenig an der Rückenseite; sie sind im Verhält-
niss zum Körper sehr gross, schwarz, und ein wenig quer-
länglich oder fast nierenförmig mit der Convexität nach vorne
gekehrt. Es findet sich keine Spur von Tentakeln oder Fühl-
fäden am Kopfe.
Wir bezeichneten so eben die Seite, an welcher die Augen
einander ein wenig näher stehen, mit dem Namen der Rücken-
der Anneliden. t5
Seite, weil die entgegengesetzte, <]ie auch, wenn man das Junge
von dem vorderen Ende betrachtet, etwas mehr hervorragend
ist (Fig. 19a), sich als die Baiicliseite dadurch erweist, dass
sich an derselben dicht hinter dem Cilienkranze eine Oeffnung
(Fig. 18 a), die wir für den Mund halten, befindet. Diese
IMundöffnung ist eine Querspalte, deren Lippen mit vibriren-
den Cilien, die doch weit kleiner als die des Cilienkranzes
sind, besetzt sind. Auch an dem vordersten Ende des Kopfes
finden sich einige solche sehr kleine Cilien (Fig. 18 b). Vom
Munde aus scheint der Darm, so viel ich bei der geringen
Durchsichtigkeit des Körpers bemerken konnte, sogleich sich
stark zu erweitern und einen grossen Sack, den Magen, zu
bilden, und sonach sich verschmälernd nach dem Hinterende
des Körpers hin zu laufen, wo wahrscheinlich der After sich
findet. Letzteren konnte ich hier nicht mit Deutlichkeit er-
kennen, habe ihn aber bei ähnlichen Jungen einer anderen
Annelide, die weiter unten erwähnt werden sollen, an jener
Stelle sehr deutlich gesehen (Fig. 21 f). Die Farbe ist überall
schmutzig hellgrün und nur wenig durchsichtig. Der Körper
ist weich, zeigt aber doch selten Contractionen oder Form-
veränderungen; es ist meist nur wenn das Junge still liegt
oder wenig Wasser hat, dass man an seinem Körper (und
zuweilen auch an dem Darm) Contractionen, indem er breiter
oder schmäler wird und sich an einzelnen Stellen ein wenig
biegt, bemerken kann.
Die Bewegung geschieht nur durch das Schwingen der
Cilien und ist also ein Schwimmen. Es sind nur die grossen
Cilien des Kranzes, die die Ortsveränderung bewirken; die
kleinen am Munde und am vorderen Ende des Kopfes tragen
hierzu wenig oder gar nichts bei. Jene entsprechen daher
den kräftigen Wimperhaaren, die bei den Jungen der Nudi-
branchien und vieler anderen Gasteropoden das Schwimmen
bewirken und dem Willen des Thieres unterworfen sind, diese
dagegen den dem Willen desselben entzogenen (unwillkührlich
sich bewegenden) sogenannten Flimmerorganen.
Das Schwimmen, während welches das vordere Ende
(Fig. 18 b) des Kopfes immer nach vorne sieht, ist sehr rasch,
gleichmässig, und nach allen Richtungen. Häufig drehen sich
diese Jungen während des Schwimmens um ihre Längenaxe
16 M. Sars: Zur Entwickelung
herum. Der Gesichtssinn ist bei ihnen deutlich entwickelt,
man sieht sie mit Gewandtheit einander entgehen, und immer
schwimmen sie nach dem Lichte hin. Obgleich ich das Glas,
worin unzählige dieser Jungen sich befanden, auf mancherlei
Weise drehte, schwammen sie doch sogleich in grossen Schaa-
ren nach der gegen das Licht gekehrten Seite des Glases
wieder hin.
Die Zeit, die vom Legen der Eier bis zum Ausschlü-
pfen der Jungen hingeht, kann, wie ich glaube, etwa ein Paar
Wochen betragen; denn ich habe im Anfange Februars die
Körperhöhle unserer Polynoe mit Eiern angefüllt gefunden,
von der Mitte dieses Monats aber bis zur Mitte des März
bei einigen Individuen Eier auf dem Rücken, bei anderen in
dieser ganzen Zeit Jungen (Fig. 12 aa), die eben im Begriffe
waren, den Rücken der Mutter zu verlassen, angetroffen.
Die oben beschriebenen Jungen der Polynoe, die unter
meinen Augen ausschlüpften, erhielt ich in Gläsern mit
Seewasser angefüllt vier Wochen lang lebend, in welcher
Zeit sie allerdings etwas wuchsen, aber keine weitere Verän-
derungen zeigten, Loven war hierin glücklicher; denn die
Annelidenjungen, die er in der See frei schwimmend an-
traf, waren offenbar weiter gediehen, daher sie schon in
dem Zeiträume zweier Tage ihm die fernere Entwickelung
zeigten, indem unter seinen Augen die Tentakeln und die
Glieder des Körpers hervorwuchsen. Ich verweise also auf
die Beobachtungen Lovens, übereinstimmend mit welchen wahr-
scheinlich auch die weitere Entwickelung unserer Polynoen-
Jungen stattfindet.
Die Ergebnisse meiner oben erzählten Beobachtungen
sind also kurz folgende:
1) Die Polynoe cirrata pflanzt sich in den Monaten Fe-
bruar und März durch Eier fort, die aus besonderen Oeffnun-
gen an der Rückenseite, in Haufen vermittelst schleimiger Fä-
den zusammenhängend, hervortreten, und sich auf dem Rücken
der Mutter unter den Kiemen ansammeln, wo sie während
ihrer weiteren Entwickelung und bis zum Ausschlüpfen der
Jungen verbleiben. Die Kiemen spielen also hier eine ähn-
liche die Brat schützende Rolle wie bei den Flussmuscheln
(ünio, Anodonta).
' der Anneliden. 17
2) Die Jungeji haben, wenn sie hervorschliipfen, eine
von der der,. Mutter sehr abweichende Gestalt und einen sehr
nnvollkonimenen Bau. Sie sind kurz -oval, drehrund, unge-
gliedert, und so zu sagen, wenig mehr als blosser Kopf.
Dieser nimmt nämlich die Hälfte des ganzen Körpers ein, und
hat zwei sehr deutliche Augen (das erwachsene Thier hat,
wie bekannt, deren vier). Der Mund ist eine Querspalte an
der Bauchseite des Körpers, und der After findet sich am
hinteren Ende desselben. Mit Ausnahme eines Kranzes von
Wimperhaaren, die die Mitte des Körpers quer umgeben und
die Ortsveränderung bewirken, finden sich keine äussere Glied-
massen, keine Tentakeln oder Fühlfäden, keine Fiisse mit
ihren Anhängen von Cirren und Borsten, keine Kiemen. Alle
diese Organe müssen also erst später, wenn der eigentliche
Körper (Hinterkörper) herangewachsen und sich in Glieder
abgetheilt hat (wie die Beobachtungen Lovens lehren), nebst
den zwei noch fehlenden Augen nachwachsen , während die
Wimperhaare als transitorische verschwinden. Kurz, hier sind
alle Kriterien einer Metamorphose vorhanden , abweichende
äussere Gestalt, Theile die ganz verschwinden, und zahlreiche
neu hinzukommende Organe.
Es ist also gewiss, dass viele Anneliden einer bedeuten^
den Metamorphose unterworfen sind. Sie schliessen sich also
auch hierin an die anderen Gliederthiere, und zwar zunächst
an die Myriapoden an, deren Jungen, nach den Beobachtun-
gen von Waga und Newport, in einem sehr unvollkommenen
Zustande und ohne alle Gliedmassen aus dem Ei heraus-
sch lüpfen.
Als hierher gehörig muss ich noch der schleimigen Ku-
geln erwähnen, die man ebenfalls in den Monaten Februar
und März hie und da an unserer Küste einige Fuss tief an
der Zostera marina und dem Fucus vesiculosus festsitzend
antrifft. Diese Kugeln (Fig. 20) sind etwa 1 Zoll im Durch-
messer, von einer schön grasgrünen Farbe, und bestehen aus
einer ungeheuren Menge Eier (bb), welche in einem zähen
Schleime eingehüllt sind, der unregelmässig bandförmig wie
in ein Knäuel zusammengerollt ist, und das Ganze von
Archiv f. Naturgesch. XI. Jahrg. 1. Bd. 2
lg M. Sars: Zur Entwickelung
einer Schleimhiille (aa) umgeben. Die Eier sind kugoJlörmig,
mit wasserhellem Chorion, etwas Eiweiss und grasgrünem
Dotter, den ich in allen den verschiedenen Formen des Thei-
lungs- oder Durchfurchungsprozesses während seiner Verwan-
delung zum Fötus angetroffen habe. Die Jungen (Fig. 21)
sind, wenn sie aus dem Ei herausschlüpTen , kurz oval , dreh-
rund, von lebhaft grasgrüner F'arbe, die Mitte des Körpers
von einem Kranze von Wimperhaaren (dd) quer umgeben,
der Kopf (b) durch zwei nierenförmige Augen mit lebhaft
rothem Pigmente ausgezeichnet, welche an derselben Stelle
wie bei den Polynoenjungen sitzen , übrigens aber ohne alle
Gliedmassen. An dem hinteren Ende des Körpers bemerkt
man deutlicher als bei den Polynoenjungen den After (f) wie
eine kleine runde Oeffnung. Vermittelst der Wimperhaare
schwimmen diese Jungen sehr rasch im Wasser herum, und
zwar immer nach dem Lichte hui. — Kurz , sie gleichen so
vollkommen den Jungen der Polynoe, dass man wohl nicht
zweifeln kann, dass sie von einer Annelide herrühren.
Da es mir nicht gelingen wollte, weder die Species, der
diese Eier und Jungen angehören, noch die weitere Entwik-
kelung der letzteren kennen zu lernen, muss ich für jetzt
mich mit der Anzeige begnügen , dass einige Meer-Anneliden
ihre Eier in einer Schleimmasse von einer gewissen Gestalt
eingehüllt, wie es schon längst von den Blutegeln bekannt
ist, legen, andere ^) dagegen freie Eier gebären.
Erklärung der Abbildungen (Taf. 1).
Fig. 12. stellt eine Polynoe cirrata, von der Rückenseite ge-
sehen, in natürlicher Grösse vor. Die graiigelbe Masse aaa, die den
Rücken (mit Ausnahme etwa des vordersten Viertels) unter und
zwischen den Kiemen bedeckt, besteht aus Eiern, aus welchen die
Jungen anfangen hervorzuschlüpfen. — Fig. 13. Ein Ei aus der Kör-
perhöhle genommen, vergrössert und etwas comprimirt, um das Pur-
kinjische Bläschen zu zeigen. — Fig. 14. Ein Ei vom Rücken ge-
*) Z. B. die Nereiden, wie ich es bei Nereis pelagica und einer
Art der Gattung Heteronereis, Oersted, beobachtet habe. Von diesen
beiden Anneliden sah ich im Monat März eine ungeheuer grosse
Menge Eier, die sehr klein, kugelrund und von schöner himmelblauer
Farbe waren, einzeln abgehen.
der Anneliden. ^^
nommen, zeigt die Brombeerform des Dotters — Fig. 15. Dasselbe
Ei starlc romprimirt, wodurch ein heller Kern (mcleus) in jedem der
grossen Körner (Zellen) des Dotters erscheint. — Fig. 16 und 17.
sind weiter entwickelte Eier, deren Dotter oder FÖtus glatt und
weisslich geworden ist. a ist die bewegliche aus Schleimfäden be-
stehende Schnur, die die Eier verbindet. — Fig. 18. Ein ausge-
schlüpftes Junge, von der linken Seite gesehen, vergrössert. a Mund,
6 vorderes und c hinteres Ende des Körpers, dd Wimperkranz,
e linkes Auge. — Fig. 19. Dasselbe Junge, von vorne gesehen.
a Bauchseite, dd Wimperkranz, ee Augen. — Fig. 20. stellt den
kugeligen Eierklumpen einer ungekannten Annelide, in natürlicher
Grösse, an einem Stückchen Zostera marina cc festsitzend, dar.
aa die umgebende Schleimhülle, bb die Eier. — Fig. 21. Ein aus
diesem Eierklumpen herausgeschlüpftes Junge, von der Rückenseite
gesehen, vergrössert; b vorderes, c hinteres Ende des Körpers, dd
Wimperkranz, ee Augen, / After.
20
Lieber die Eiitwickeliiiig der Jungen bei einer An-
nelide wnd über die äusseren unterschiede zwi-
schen beiden Geschlechtern,
Von
Mag. O e r s t e d.
Hierzu Taf. 2.
Während in der letzteren Zeit unsere Kenntnisse von der
Entvvickelung der Eier und den Geschlechtsverliältnissen bei fast
allen niederen Thieren bedeutend vermehrt worden sind, ruht
beinahe noch eine vollkommene Dunkelheit in dieser Rücksicht
auf den Anneliden. Es war mir deshalb sehr lieb, in diesem
Frühjahre eine Annelide zu entdecken, bei der die Entvvicke-
lung der Eier mit Leichtigkeit beobachtet werden kann , und
welche ausserdem die Eigenthümlichkeit zeigt, dass Männchen
und Weibchen leicht durch äussere Kennzeichen zu initer-
scheiden sind. Diese Art muss , wie es scheint, eine eigene
Gattung begründen, ich habe sie Exogone ') genannt.
') Charact. gener. Corpus filiforme ex articulis numerosis con-
stans; Caput ex duobus articulis distinctis compositum; palpi indi-
stincti; tentacula tria ciavata in medio capite affixa; cirri tentaculares
nulli; oculi quatuor. Pinnae parvae papilliformes; cirrus inferior et
superior ferme aequales subclavati; branchiae nullae. Setaruni falcata-
rum fascicukis unicus in fem., in maris vero omnibus segmentis (an-
terioribus 8 exceptis ) et setae falcatae et setae capillares longis-
simae. Cirri caudales duo clavati.
Os et proventriculis et tubus cibarius ut in genere Syllidis, cui
omnino proximum est.
Exogone naidina. Flavescens subpellucida, 4^'" longa, seg-
mentis 30; capite conico, tentaculo medio paulo longiore quam duo-
bus lateralibus caput longitudine subaequante, oculis brunneo-nigre-
scentibus, anterioribus multo majoribus quam posterioribus; segmen-
tis anterioribus duplo latioribus quam longis, intermediis paullo longio-
ribus quam latis; setis capillaribus maris duplicem latitudinem cor-
poris longitudine superantibus, cirris paullo brevioribus quam pinnis.
In fundo argilloso-lapidoso freti Lille Baelt prope Striib.
; Oersted: Ueber d. Entwickel. d. Jungen b. e. Annelide etc. 21
U n t e r s c li i e (J der Geschlechter.
IMan darf wohl annehmen, dass sich in der Regel zwi-
schen Männchen und Weibchen bei den Anneliden kein an-
derer Unterschied findet, als der der Geschlechtsorgane. Da-
von macht diese Art eine ausgezeichnete Ausnahme, da beide
auf den ersten Blick von einander unterschieden werden können.
Während das Weibchen (Fig. 4) nämlich nur mit einem
Bündel kurzer Borsten (setae falcatae) versehen ist, hat das
Männchen (Fig. 1) an allen den Ringen, wo jenes Eier trägt,
d. i. vom 9ten Ringe an , noch ein Bündel sehr langer haar-
förmiger Borsten, wodurch es beim ersten Anblick viel Aehn-
lichkeit mit mehreren Arten der Familie der Naiden hat. Ob-
wohl ich sie nie unter der Paarung getroflfen habe, so nehme
ich doch keinen Anstand, sie als Individuen derselben Art zu
betrachten, indem sonst gar kein anderer Unterschied als die •
ser angeführte in den Borsten sich findet, und indem ich im-
mer in den Individuen mit den langen Borsten Spermatozoen
(Fig. 3), in den anderen dagegen Fier gefunden habe.
Der Jungen Entwickel ung (Fig. 6 — 14).
Der Eier erste Entwickelungszeit bin ich nicht so glück-
lich gewesen, beobachten zu können, denn bei allen Weib-
chen, die ich fand, waren dieselben schon in den Fötuszustand
übergegangen, doch noch vollkommen unter der Form von
Eiern (Fig. 6). Sehr bemerkenswerth ist es nun, dass sie
sich nicht wie sonst im Allgemeinen frei im Wasser schwim-
mend entwickeliij sondern fest auf der Bauchfläche der Mutter
sitzen, bis fast alle Organe ausgebildet sind, und sie Leben
äussern. Wie die Jungen aber dazu kommen, so an der
Bauchfläche zu sitzen, ob sie erst frei im Wasser schwimmen,
und darauf sich mit dem Hintertheile festsaugen , oder ob sie
schon als Eier durch Oefi'nungen auf der Bauchfläche hinaus-
treten, ist nicht beobachtet worden.
Die Entwickelung, welche die Jungen durchgehen, ist fol-
gende : Das im Anfange ovale und dunkelbraune Junge (F. 6)
verlängert sich nach und nach und wird heller, besonders an
der Stelle, wo später der Mund entsteht (Fig. 7), darauf tritt
mitten auf dem vordersten Ende eine kleine Papille hervor,
22 Üersted:
die erste Spur der Fühlhörner (Fig. 8). Während das Junge
noch länger und heller wird, kömmt noch eine Papille an der
Seite der ersten hervor (Fig. 9). Gleichzeitig mit der dritten
Papille zeigt sich der Rumpf deutlich in zwei Parthien getheilt,
nämlich eine vordere, breitere, welche zum Kopfe wird und
schon eine deutliche Mundöffnung am Grunde hat, und eine
hintere, aus der die übrigen Ringe des Rumpfes sich bilden
(Fig. 10). Zwei Tage später sitzen die Fühlhörner nicht mehr
am Ende des Kopfes, sondern auf der vorderen Fläche des-
selben, man sieht Spuren von 2 Augen und die beginnende
Bildung von 4 Ringen.
Den 12ten Tag, nachdem diese Beobachtungen begonnen
waren, zeigten sich 4 Augen und der Kopf war deutlich vom
Rumpfe durch einen Halsring getrennt, mit einer kleinen Pa-
pille an jeder Seite, demnächst 3 deutliche Ringe mit einem
Rudimente des Cirrus dorsalis und rudimentären Borsten. Nun
fand ich auch eine deutliche Mundröhre (Fig. 13).
Den 14ten Tag war die Entwickelung aller dieser Organe
etwas weiter vorgeschritten (Fig. 14) und nun verliessen die
Jungen das Mutterthier, um frei umher zu schwimmen. Das
erste Organ, das entwickelt wurde, war also die Mundöffnung,
demnächst der Kopf mit seinen Organen , und endlich die
Ringe des Rumpfes. Ungeachtet die Jungen nun im Wesent-
lichen mit dem Mutterthiere übereinstimmen , so ist doch be-
sonders in Rücksicht der Form des Kopfes ein grosser Unter-
schied zwischen beiden, doch nicht grösser als dass man ihn
sich nicht durch eine stufenweise Entwickelung umgebildet
denken könnte, so dass diese ganze Veränderung, welche die
Jungen durchmachen, eigentlich nicht den Namen einer Meta-
morphose verdient. Dass es dagegen andere Anneliden giebt,
die eine förmliche Metamorphose erleiden, ist höchst wahr-
scheinlich. (S. Loven Jagtagelse ofver metamorfos hos en An-
nelid in Vetenskaps- Academiens Handlingar und in Wiegm's.
Arch. 8. J. 1. H. und Oersted Conspect. Annulat. Dan. p. 39.
5. VI. Fig. 96).
Das eigenthümliche Verhältniss, in welchem die Jungen
bei dieser Art zum Mutterthiere stellen, ist nun keineswegs
eine einzeln stehende Erscheinung, es findet sich vielmehr
etwas dem Entsprechendes bei den meisten Thiergruppen. So
Ueber die Entw ickelung der Jungen bei einer Annelide etc. 23
kann es wohl bei den Saugethieren einigermassen mit dem Ver-
liältniss der Jungen bei den Beutelthieren verglichen werden,
während es bei den Vögeln dem Brüten entspricht. Unter den
Fischen zeigt sich hauptsächlich beim Syngnathus eine ähnliche
Erscheinung. Bei den Crustaceen ist dasselbe beinahe feststehend
geworden, indem die Eier sich an die falschen Füsse festheften.
Unter den Anneliden finden wir etwas dem Entsprechendes
bei einigen Egeln wieder, wie bei Clepsine bioculata, ja sogar
bei den Asterien hat Sars in der letzten Zeit ein ähnliches
Verhältniss beschrieben (S. Wiegmann's Arch. für Naturgesch.
Zehnter Jahrg. Zweites Heft).
Erklärung der Abbildungen Taf. 2.
Fig. 1. Exogonenaidina, Männchen, vergrössert.
2. Eine Hakenborste (seta falcata) von demselben.
3. Ein Samenthierchen , stark vergrössert.
4. Exogonenaidina, Weibchen vergrössert.
5. Der Kopf desselben, von unten gesehen.
6—14. Die Jungen in verschiedenen Entwickelungsstadien.
24
Zur R o t li w ü r m e r - G a 1 1 u n g' E u a x e s.
Von
A. Menge.
Oberlehrer in Danzig.
Hierzu Taf. 3.
Im 2ten Hefte des :|Oten Jahrganges dieses Archivs (1844)
hat Herr Prof. Grube eine Abhandlung über einen Rothwurm
veröflFentlicht, der dort mit dem Namen Euaxes filirostris be-
zeichnet ist, und den Herr Dr. HofFmeister im dritten Hefte
des 9ten Jahrganges (1843) als Rhynchelmis Limosella be-
schrieben hat. Ich habe mich ebenfalls seit drei Jahren mit
diesem Wurm beschäftigt, und ihn im Aug. 1842 iii lebenden
und todten Exemplaren Herrn Prof. Grube mitgetheilt, der mir
dann im Mai 1843 schrieb, dass dieser Wurm Herrn Dr. HofF-
meister in Berlin, der sich besonders mit Lumbricus beschäf-
tigt habe, noch unbekannt sei. Ich selbst hatte das Thier,
ehe ich es Herrn Prof. Grube zuschickte, gezeichnet und be-
schrieben, da meine Abhandlung aber nicht auf die von mir
beabsichtigte Weise zur Oeflfentlichkeit gekommen und inzwi-
schen der Hauptsache nach überflüssig geworden ist, habe ich
jetzt aus meiner älteren Abhandlung nur noch Einiges mitzu-
theilen, was zur vollständigeren Kenntniss jenes Wurmes die-
nen mag, und eine zweite, seitdem von mir entdeckte Art der-
selben Gattung zu beschreiben.
Euaxes filirostris Gr.
Lebensweise. Dieser Rüssel wurm lebt in dem schlam-
migen Boden der mit Wasserpflanzen erfüllten Gräben und
findet sich an einer Stelle ganz vereinzelt, an einer andern in
grosser Zahl , aber ist auch an dieser zu einer andern Zeit
wie ausgestorben. Wo er zahlreich vorkommt, ist der Boden
des Wassers von den ockerähnlichen Excrementen ganz gelb
gefärbt, so dass man vielleicht von dem Dasein des Ockers
Menge: Zur Rothwürmer -Gattung Euaxcs. 25
auf das der Tliiere schliessen kann. Die Excremente werden
durch Gerbestoflf-Auflösung anfangs grün, dann schwarz gefärbt
und enthalten ohne Zweifel Eisen. Der Wurm ist meistens
unter dem Schlamm des Bodens verborgen und nur das Kopf-
ende mit dem Rüssel sieht hervor und bewegt sich tastend
und wühlend beständig hin und her. Er verändert seinen Ort
durch Zusammenziehung und Ausdehnung des Leibes, windet
sich zwischen den Wasserpflanzen bis an die Oberfläche hin-
auf und kehrt wieder um, wenn der Kopf in die Luft dringt.
In reinem Wasser stirbt er sehr bald und eben so in faulen-
dem und stinkendem. Es scheint dies letztere sich nicht mit
seinem Aufenthaltsorte zu vertragen, aber das Wasser in Grä-
ben, in denen viele Pflanzen wachsen, bleibt immer ungetrübt und
geruchlos. Ich habe Wasser mit Conferven, Wasserlinsen und
Wassersternen Winter und Sommer über stehen gehabt, ohne je-
mals eine Spur von Faulniss zu bemerken ; nur wenn abge-
rissene Pflanzenstücke in dem Wasser liegen,' oder Licht und
Luft davon abgesperrt sind, tritt Zersetzung ein und dann
sterben darin auch die Rüsselwürmer. In reinem Wasser be-
wegen sie sich convulsivisch und sterben sehr bald. Ich that
einst 14 Stück in kleine mit Wasser gefüllte Reagentiengläser,
um den Blutumlauf besser sehen zu können und fand am
folgenden Morgen alle todt und nur ein Häufchen röthlichen
Schleims auf dem Boden des Glases. Dieses zeigte sich jedes-
mal, so oft ich den Versuch wiederholte. Licht und Wärme
können sie nur in geringem IMaasse ertragen und halten sich
in dem Kraute versteckt. Bei starker Hitze und der Sonne
ausgesetzt bewegten sie ihren Leib wie der Blutegel in wel-
lenförmigen Schwingungen hin und her und starben im Ver-
laufe weniger Tage. Als ich ein Cylinderglas in einen mit
Erde gefüllten Topf, den ich stets feucht erhielt, hineinstellte
und so den Aufenthaltsort der Thiere ihrem natürlichen ähn-
lich machte, blieben alle und selbst einzelne Stücke, welche
zum Theil ohne Kopf- und Schwanzende waren, über 5 Wo-
chen am Leben. Während eines Gewitters verhielten sich alle
Würmer in einem am Tageslichte stehenden Gefässe ganz
ruhig, obgleich sie kurz vorher sich lebhaft hin und her be-
wegt hatten. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Infuso-
rien und kleinen Confervengliedern, wenigstens zeigen ihre
26 Menge:
Excremente keine Spur von andern Pflanzentheilen und ist
auch ihr Mund zur Aufnahme von solchen nicht geeignet.
Nach der kurzen Zeit, in der diese Würmer ihre Excremente
von sich geben, scheinen sie sehr gefrässig zu seyn, aber auch
längere Zeit ohne Nahrung zubringen zu können. Ein Riis-
selwurm hat in reinem Wasser binnen 2 bis 3 Stunden seinen
Darmkanal entleert, lebt aber darin unter günstigen Bedingun-
gen mehrere Tage. — Mit dem Riisselwurm leben an dem-
selben Orte Aulacostoma nigrescens, Helluo vulgaris, Clepsine
complanata und bioculata, auch Planaria lactea und torva ; aber
nie ein Regenwurm. — Da mir die Thiere in Weingeist alle
zersprangen und in W'asser durch Sonnenlicht getödtet so
schnell sich auflösten, suchte ich durch andere Mittel sie zur
Untersuchung oder Aufbewahrung geeignet zu erhalten. Ein
Versuch mit Ammoniakflüssigkeit gab ähnlichen Erfolg wie der
Alkohol. Im Baumöle starb das Thier langsam und zerfiel
mit dem Tode zu einem zähen Schleime. Strychnin und Chi-
nin tödteten die Thiere bald, weniger schnell Morphin und
Narcotin, aber die getödteten zersprangen wie der in Alkohol.
Endlich gelang es mir sie durch Gerbsäure (Galläpfelaufguss)
schnell zu tödten und wenn die Lösung nicht zu stark war,
ganz zu erhalten, nur zog sich der Leib stark zusammen und
wurde fast cylindrisch, wie er im Leben nicht ist. Brachte
ich die eben gestorbenen Thiere gleich in Weingeist, so drang
aus der Mundöffnung eine grosse Masse weissen chylusartigen
Schleims, später hineingebracht blieben sie unverletzt. Auf
diese Weise gelang es mir auch die noch leichter zerfallenden
Planarien ganz zu behalten.
Bewegungssystem. Die Oberhaut erkennt man bei
den Rothwürmern am besten, wenn man sie in Ammoniakflüs-
sigkeit tödtet. Sie lässt sich alsdann beim Regenwurm als ein
geschlossener fester halbdurchsichtiger Sack abziehen, der bei
auffallendem Lichte in gelben, grünen und violetten Farben
lebhaft schillert. Bei dem Rüsselwurm ist sie viel zarter,
durchsichtig, schwach schillernd, und zeigt bei 220facher Ver-
grösserung kleine Erhabenheiten. Die eigentliche Haut besteht
aus zwei übereinanderliegenden Schichten sehniger Muskel-
fasern; die äussern laufen der Quere nach, die Innern der
Länge nach. Auf der Innern Seite bemerkt man 6 Längsfur-
Zur Rothwürmer- Gattung Euaxes. 27
clien, um welche stärkere Muskelstreifen liegen und die durch
linienförmige Querbänder verbunden sind. In ihnen befinden
sich die kegelförmig erhöhten Ansatzpunkte der Fussbor-
sten und die Anheftungsstellen sehniger Bänder, welche die
Leibesglieder von einander trennen. Die Fussborsten sind
S-förmig gekrümmt und bestehen aus zwei Gliedern (Fig. 7).
Das obere Ende ist kleiner und fast hakenförmig. Sie sind
halb durchsichtig und etwas spröde. Beim Regenwurm haben
sie eine gleiche Krümmung, bestehen aber nur aus einem Stück.
Der Rüsselwurm kann seinen Leib eben so wie der Regen-
wurm stark zusammenziehen und ausdehnen und bewegt sich
dadurch. Der Unterschied des zusammengezogenen und aus-
gedehnten Leibes beträgt wenigstens ein Drittheil der ganzen
Länge. Bei beiden Würmern ist das Vermögen, den Körper
breiter und flacher zu machen, in dem hintern Theile des
Leibes stärker als in dem vordem, und der Regenwurm hält
sich dadurch an den Wänden seiner Röhre fest, wenn man
ihn an dem vordem Ende fasst und hervorziehen will. Dem
Rüsselwurm scheint diese Ausdehnung weniger von Nutzen
zu seyn. Auch den Rüssel kann dieser Wurm bedeutend ver-
längern und verkürzen, ohne ihn jedoch ganz einziehen zu
können. Bei beiden Thieren ist der Leib sehr schleimig und
schlüpfrig und es scheint mir, dass der Schleim durch beson-
dere Drüsen , die bei dem Regenwurm auf der Rückenseite,
beim Rüsselwurm an der Bauchseite liegen, abgesondert werde.
Man bemerkt nämlich beim Regenwurm in der Mitte des Rük-
kens in jedem Gliede eine kreisrunde Oeffnung, bei dem Rüs-
selwurm aber an der Bauchseite zu beiden Seiten des Bauch-
gefasses an jedem Gliede zwei Oefi'nungen, die bei beiden
Thieren zu driisenartigen Organen führen. Die Drüsen sind
beim Rüsselwurm birnförmig von gelber Farbe, und sondern
beim Druck einen eben so gefärbten Stofl" aus. Der Ausson-
derungsstoff besteht bei beiden Würmern aus grössern und
kleinern durchsichtigen Kügelchen oder gewundenen Schläu-
chen, in denen sich kleinere fettartige Kügelchen befinden.
Verdauungsorgane. Der Darmkanal verläuft schwach
gewunden von dem vordem bis zu dem hintern Ende des
Körpers. Die MundöfTnung zeigt sich an der Basis des Rüs-
sels auf der untern Seite als eine elliptische Querspalte, ohne
28 Menge:
deutliche Lippenräniler. Den engern Theil des Speisekanals
in ausgewachsenen Thieren kann man als den Schlund
und den erweiterten mit Leberanhängen versehenen als den
Magen ansehen. Genauer genommen aber verdient dieser
Theil, der wohl die Hälfte der ganzen Körperlänge einnimmt,
diesen Namen nicht, da in ihm nicht allein das Verdauungs-
geschäft, sondern ohne Zweifel auch die Ausscheidung und
Aufsaugung des Milchsaftes vor sich geht. Ein Magen und
Vormagen , wie sie sich so deutlich beim Regenwurm zeigen,
fehlen dem Riisselwurm. Es ist aber der bezeichnete Theil
weiter als der übrige Darmkanal und von der Seite einge-
schnürt, wie sich besonders bei Jüngern Thieren deutlich er-
kennen lässt. Auf seiner obern Seite liegen in jedem Gliede
zur Rechten und zur Linken sackförmige erweiterte Organe
von rothbrauner Farbe, auf denen sich zahlreiche Blutgefässe
verbreiten, und die wohl nur die Funktion der Leber haben
können. Sie sind aus länglichen, halbdurchsichtigen Bläschen
(Fig. 14), mit körnigem Inhalt, zusammengesetzt. Losgelöst
ziehen sie sich kugelförmig zusammen. Auf der äussern Seite
des Magens sieht man Längsfasern und ein drüsig körniges
Gewebe von ockergelber Farbe Fig. 14 aa, auf der innern
Seite papillenartige Zellen, die mit Flimmerhärchen besetzt
sind, welche auch an abgetrennten Stücken noch lange Zeit
ihre eigenthümliche Bewegung beibehalten. Der übrige Theil
des Darrakanals ist etwas enger ohne Leberlappen und läuft
etwas gewunden gleichmässig bis zum After hin. Die After-
öffnung liegt schräg nach oben, ist dreieckig, und von den
gabelförmigen Aesten des Rückengefässes umgeben. Die Ex-
cremente des Rüsselwurms, die man unvermischt erhalten kann,
wenn man das Thier einige Stunden in einem mit reinem
Wasser angefüllten Gläschen aufbewahrt, bestehen aus einem
ockergelben Pulver, in dem sich unter dem Vergrösserungs-
glase ausser kleinen gelben Körnchen Confervenglieder, un-
verdaute Fussborsten und Infusorien nebst Infusorien-Schalen
erkennen lassen: Navicula amphisbaena, Nav. fulva, Astasia
flavicans? Vibrio subtilis, Diatoma intermedia. Bei Zergliede-
rung eines Wurms fand ich einmal in dem Darminhalte meh-
rere lebende gelblich gefärbte Infusorien, die mir am meisten
mit Nassula übereinzukommen scheinen.
Zur Rothwürmer- Gattung Euaxes. g9
Gefässe. Es sind nur zwei Ilauptgefässo vorhanden,
ein der Aorta entsprecliendes Rückengefäss (vas dorsale) und
ein venöses Bauchgefäss (vas ventrale). Beide sind von der
Länge des ganzen Leibes, wenn man den Rüssel nicht mit-
rechnet, und verläuft das erstere, den schwachen Windungen
des Darmkanals folgend, über die Mitte der Riickenseite, das
zweite über die Mitte der Bauchseite. Beide stehen durch
parallele Seitengefasse, die an jedem Gliede zur Rechten und
Linken einen geschlossenen Bogen bilden, mit einander in
Verbindung. Diese Seitengefasse sind an der hintern Leibes-
hälfte schwach gewunden und communiciren durch ein netz-
förmiges Geflecht von Längs- und Querästen ; an der vordem
Leibeshälfte laufen sie in mehrfachen Windungen um die Le-
berlappen. Das Rückengefäss selbst theilt sich am hintern
Ende in zwei den After umgebende Aeste, die in das Bauch-
gefäss übergehen; gegen das vordere Ende verfeinert es sich
allmählich, wendet sich unterhalb des Rüssels zur Linken,
und verläuft hier in mäandrinischen Schlingungen und Win-
dungen anfangs abwärts , kehrt dann zur rechten Seite
übergehend wieder um und geht auch hier in das Bauchge-
fäss über. Das Rückengefäss hat Längs- und Quermuskeln
und ist an den Verbindungsstellen der einzelnen Glieder etwas
eingeschnürt. Das Blut bewegt sich in einzelnen Strömchen,
die fast wie sich verfolgende Cylinderchen anzusehen sind,
in dem Riickengefässe , vom After nach dem vordem Ende
und geht gleichzeitig durch die Seitenäste, die jedoch nie ganz
leer sind, theilweise wieder in das Bauchgefäss über. Die
Seitengefasse und ihre Verbindungsäste zeigen unter dem Mi-
kroskope pulsirende Contractionen und Expansionen. Diese
von dem Regenwurm ganz abweichende Gefässvertheilung und
Art des Kreislaufes, kann Manchem unwahrscheinlich vorkom-
men, ich glaube aber, dass sie der Wahrheit gemäss ist und
habe mich durch wiederholte Beobachtung davon zu überzeu-
gen gesucht. Dieses ist aber hier leichter möglich, als bei
irgend einem Rothwurm, denn bei keinem ist der Leib durch-
sichtiger und das Blut durchscheinender. Nur die Bewegun-
gen des Thieres setzen der Beobachtung Schwierigkeit entge-
gen, sind aber bei Lumbricus oder Helluo wohl eben so gross.
Man überzeugt sich von dem Kreislaufe aufs gewisseste, wenn
2(j Menge:
man den Leib in einzelne Glieder zertheilt, wo dann in klei-
nen Gliedern die Leibesbewegung schwächer, die Blutbewegiing
aber meistens stärker wird. Da sieht man deutlich den Ueber-
gang des Bluts durch Vermittelung der Seitengefässe vorn in
das Banchgefäss, hinten in das Rückengefäss. Auch ist es
wohl nur durch diese Einrichtung möglich, dass abgetrennte
Stücke monatelang leben, wie ich es durch Erfahrung gefunden
habe, jedoch ohne zu vollkommenen Thieren zu werden.
Es ist sicher, dass aussQr den angegebenen Gefässen noch
andere vorhanden sind, welche den Chylus des Darmkanals in
die Bauchvene führen; ich habe sie jedoch nicht finden kön-
nen. Ein Banchgefäss unterhalb des Nervenstranges, wie es
bei Lumbricus vorkommt, ist nicht vorhanden, eben so wenig
Seitenstämme. Merkwürdig aber scheint es mir, dass die
jungen Thiere, sow^ohl dieser Gattung als des Regenwurms,
ohne alle Blutgefässe sind, und auch unter dem Mikroskop
ganz weiss oder gelblichweiss erscheinen.
Von Respirationsorganen habe ich bis jetzt keine Spur
auffinden können.
Nervensystem. Leicht erKennt man den Bauchnerven-
strang, ferner eine Schlinge, welche den Schlund umfasst und
einen wenig verdickten Gehirnknoten, sehr schwer aber die
davon ausgehenden Nervenfäden, die sich bei Lumbricus ohne
Mühe biosiegen lassen. Der Nervenstrang ist einfach, fast
cylindrisch, ohne merkliche Knoten. Zu jedem Gliede schei-
nen zwei Nervenpaare hinzugehen. Von dem Schlundringe
und dem Gehirnknoten habe ich keine Nerven entspringen
sehen, die jedoch wohl eben so gut wie bei Lumbricus vor-
handen seyn mögen.
EntWickelung. Ich sah die Eier des Rüssel wurms
erst dann, als sie schon gelegt waren. Es befinden sich, wie
bei dem Regenwurm, 5 bis 7 in einer ganz durchsichtigen
ellipsoidischen Hülse, die mittelst eines napfförmigen Grund-
theils an Wasserpflanzen, Hottonia palustris, Chara foetida
oder faulende Schilfstengel angeheftet ist (Fig. 15 u. 16). Die
Eihülse ist durch einen dünnen Stiel mit dem Basalnapf ver-
bunden und endet in einen cylindrischen, anfangs etwas zu-
sammengelegten später offenen Hals, durch den die entwickel-
ten Thiere ausschlüpfen. Die Eierhülse ist lederartig weich
Zur Rothwürmer -Gattung Euaxes. 31
und war in der Regel dicht mit Naviculis besetzt. Die Eier
hatten eine etwas längliche, unten fast flache, oben gewölbte
Schale. Aus ihnen kommen nach einigen ^Yochen länglich
spindelförmige Thiere, durch deren durchsichtige Haut der
gelbgefärbte Darmkanal durchscheint (Fig. 17). Sie bewohnen
noch einige Zeit die Eihiilse, bewegen sich darin hin und her
und machen sich zuletzt durch den geöffneten Hals ins Freie.
Die Thiere sind jetzt etwa eine Linie lang. Um diese Zeit
und noch später, wenn sie zwei und drei Linien lang gewor-
den sind, findet man noch keine Spur von Gefassen und die
Zahl der Leibesglieder beträgt etwa 50 bis 60. Später zeigt
sich zuerst das Rückengefäss als ein länglicher Kanal, der
noch nicht die Länge des Leibes hat, sondern an beiden En-
den erst durch unzusammenhängende, aber pulsirende Blut-
säckchen vorgebildet ist. Auch von den Lebersäckchen ist
jetzt noch keine Spur vorhanden und der Darmkanal überall
von ziemlich gleicher Weite. Später dehnt sich der Darm-
kanal in der vordem Leibeshälfte stark aus, bekommt zur Seite
Einschnürungen und die Lebersäckchen bilden sich. Das Rük-
kengefäss ist jetzt als ein über den ganzen Rücken verlaufen-
der geschlossener Kanal zu erkennen. Die Seitengefässe bil-
den sich später. Die Zahl der Leibesglieder nimmt zu. Eine
Häutung findet bei diesen Metamorphosen nicht statt.
Eiiax^es obtiisirostris n. sp.
Diese zweite Species des Rüsselwurms fand ich im Som-
mer 18431 in den Bergsümpfen bei Carthaus, 4 Meilen von
Danzig. Sie unterscheidet sich besonders durch einen stumpfen
Rüssel von der ersten Art, weshalb ich ihr den Namen E. obtu-
sirostris beilegen möchte. Dieser zweite Wurm wird gegen
2 Zoll lang und ^ Linie breit. Kopf und Schwanz enden
stumpf kegelförmig. Die Zahl der Leibesglieder ist verschie-
den, und beläuft sich gewöhnlich über 100. Die Hakenborsten
an jedem Gliede Fig. 7 sind wde bei der ersten Art. Der
Querdurchschnitt des Leibes Fig. 6 nähert sich mehr der Kreis-
form. Der Leib ist durchscheinend und die Vertheilung der
Blutgefässe übereinstimmend, nur fehlt bei dem stumpfschna-
beiigen Rüsselwurm die Verschlingung der Gefässe im Kopf-
theile. Hinter dem verschmälerten Kopftheile fand ich am
32 Menge:
loten Gliede 2 OefTnungen Fig. laa, welche zu zwei länglich
schlaiicharligen Hoden, Fig. 2aa führten. In dem Schlauche
befanden sich nur kleine Kiigelchen Fig. 3, die wieder mit
einer feinkörnigen Masse erfüllt waren. Hinter den Schläu-
chen hingen noch zwei kleinere kugelförmige mit gleicher
Masse angefüllte Säckchen Fig. 2b.b und Fig. 4 , die ebenfalls
durch eine feine etwas gekrümmte Ausführungsröhre nach
Aussen mündeten. Diese Organe entsprechen den Hoden bei
Lumbricus. Gleichzeitig mit ihnen fand ich in einigen Exem-
plaren in mehreren Leibesgliedern zwischen Haut und Darm-
kanal theils milchweisse Kapseln Fig. 8 m, theils lebendige
Junge nn, ebenfalls milchweiss, beide schon mit blossem Auge
bei der durchscheinenden Haut zu erkennen. Die Kapseln
waren wie aus zwei Kugelhälften zusammengesetzt Fig. 9 und
hatten in der Mitte eine schwache Einschnürung. Eine Oeff-
nung war daran nicht zu finden. Beim Zerdrücken zeigte
sich eine dünne durchsichtige Haut und viele ellipsoidische
Körperchen, die mit kleinen Kügelchen angefüllt waren. Die *
milch weissen Jungen waren halbmondförmig zusammengekrümmt,^^'^^
Fig. 12, bewegten sich ausserhalb des Leibes im Wasser, in-
dem sie den Leib bald stärker krümmten, bald gerade aus-
streckten und starben in kurzer Zeit. Der Leib war durch-
scheinend ohne Gliederung und angefüllt mit einer feinkörni-
gen Masse. In Rücksicht der Lebensweise stinunt dieser Wurm
mit dem vorigen überein. Er lebt nur im Wasser, aber nicht
wie jener im Bodenschlamm, sondern zwischen Moos und
Wasserpflanzen nahe der Oberfläche. Ich hielt an 20 Exem-
plare über 4 Monate in einem kleinen mit Wasser gefüllten
Glase, in dem zugleich Conferven und Moose wuchsen. Einige
Exemplare hatte ich beim Hineinthun in das Glas zerstückt, aber
auch diese lebten fort. Der untere Theil des Glases stand in der
Erde eines Blumentopfes, aber stets hielten sich die Thiere nahe
der Oberfläche und nur bei einer Erschütterung zogen sie
sich in die Tiefe zurück. Sie scheinen eine schwache Em-
pfindung des Lichts zu haben, denn als die Conferven eine
dichte Decke über die Oberfläche des Wassers gebildet hat-
ten, und ich frisches Wasser zugoss, durchbohrten die Thiere
die Decke und standen aufrecht wie kleine Stäbchen, den
Kopf nach oben gerichtet, und zwar gegen die vordere und
Zur Rothwürmer-Gattung Euaxes. 33
hintere Wand des Glases gedrängt, so dass das durchfallende
Licht sie treffen niusste. Bei Annäherung einer Lichtflamme
änderten sie jedoch ihre Stellung nicht. Bei jeder leisesten
Erschütterung zucken sie wie erschreckt zusammen und suchen
sich zu verbergen. Bei ihren Bewegungen schillert ihr Kör-
per, besonders vor einer dunkeln Fläche, mit gelblichweissem
und bläulichen Lichte. Beim Fressen bewegt sich der Schlund
ähnlich wie bei den Schnecken , einwärts und auswärts und
glänzt dabei durch die Haut hindurch wie ein kleiner Diamant,
was ich sonst noch bei keinem Thiere bemerkt habe. Ihre
Nahrung scheint nur aus Infusorien zu bestehen.
Erklärung der Abbildungen Taf. 3.
Fig. 1. Euaxes obtusirostriSy etwa 4mal vergrössert,
Fig. 2 Die Hoden.
Fig. 3. Der schlauchförmige Hodensack.
Fig. 4. Das kugelförmige Hodensäckchen.
Fig. 5. Ein Kügelchen aus dem letztern.
Fig. 6. Ein Querdurchschnitt des Leibes.
Fig. 7. Die Hakenborsten, deren an jedem Leibesringe 4 Paare
sitzen.
Fig. 8. Ein Theil des Leibes mit den Milchkapseln und den
Jungen.
Fig. 9. Eine vergrösserte Kapsel.
Fig. 10. a. Die zerdrückte Haut der Kapsel, b. deren Inhalt.
Fig. IL Ein ellipsoidisches Körperchen etwa 400 mal vergrÖssert
(Samenkörper mit Samenzellen).
Fig. 12. Ein Junges.
Fig. 13. Dasselbe stärker vergrössert.
Fig. 14. Ein Stück der Darmhaut der E. filirostris von aus-
sen gesehen mit einem daran hängenden Stücke eines Leberlappens.
Fig. 15. Eine Eierhülse desselben, in natürlicher Grösse.
Fig. 16. Dieselbe vergrÖssert: a. b. c. der napfförmige Theil,
mittelst dessen sie angeheftet ist; c. d. e. die Eierhülse selbst mit
Eiern, c. der Verbindungsstiel, f. der Hals.
Fig. 17. Eine Eihülse mit ausgeschlüpften und sich bewegenden
Embryonen, vergrössert.
ikrchiv f. Naturgeschirhte. XL.fahrg. 1, Bd.
34
Beiträge zur geiiavicreii Keniitniss der Mollusken.
Von
Dr. A. P a a s c h.
Hierzu Taf. 4 ii. 5.
Vor noch nicht gar langer Zeit standen Conchyliologie
und Mollüskologie als zwei ziemlich gesonderte Zweige der
Naturwissenschaft neben einander. Die Conchyliologie hatte
schon lange ihre Liebhaber gefunden, hatte schon eine nicht
unbedeutende Ausbildung gewonnen, ehe man die Bewohner
der bunten, schön geformten Gehäuse einer genaueren Unter-
suchung zu unterwerfen für werth geachtet hatte. Einzelne,
theils recht gute anatomische Arbeiten erhielten wir schon von
Severinus, Muralt, Härder, Rai, Redi, Lister, Swammerdamm,
allein sie wurden wohl nicht in der Absicht unternommen,
dem Systeme dadurch nützlich zu werden, und blieben ohne
weiteren Einfluss. Zu wiederholten Malen wurde indessen
die Nothwendigkeit empfunden, dem Thiere eine grössere
Aufmerksamkeit zu widmen; man vergleiche nur, was der
als Naturforscher so hoch stehende O. F. Müller in seiner
Historia naturalis vermium terrestrium et fluviatilium, in der
Einleitung zu den Mollusken sagt; er selbst stellte hierauf
eine Eintheilung der Mollusken auf, bei welcher er nur auf
den äusseren Bau des Thieres Rücksicht nahm. Allein hier-
mit kam man nicht aus; der äussere Bau des Thieres gewährt
zu wenig Anhaltspunkte, und man fand oft an demselben keine
Unterschiede, wo man sich doch generisch zu trennen genö-
thigt fühlte. Die Form des Gehäuses blieb auch nachher das
Maassgebende. Die Beobachtung des Thieres mit Berücksich-
tigung des Gehäuses führte ebenfalls nicht zu einer grösseren
Genauigkeit, wie sich nachher zeigen wird. Cuvier war es,
der diesen Gegenstand umfassender und mit grösserer Wissen-
schaftlichkeit auffasste , und von ihm an, vom Erscheinen sei-
Paasch: Beiträge zur genaueren Kenntniss der Mollusken, 35
ner Memöires poiir servir ä rauatomie et ä I'histoire naturelle
des moUusques können wir wohl erst mit Recht von einer
Mollnskologie sprechen. Aber selbst jetzt nocli übte diese
neue Wissenschaft wenig mehr Einfluss aus auf ihre ältere
Schwester, als den, welchen Müller ihr schon angewiesen hatte.
Nach Ciivier, wo die vergleichende Anatomie einen so gewal-
tigen Aufschwung bekam, fanden sich auch für die Klasse der
Mollusken zahlreiche und tüchtige Bearbeiter, und man er
kannte bald, wie schwach die Stützen seien, auf welclie die
Conchyliologie ihre Gattungen und Arten gegründet hatte; —
ich erinnere nur daran, wie man die verschiedenen Geschlech-
ter ein und derselben Art mancher Bivalven, z. B. der Ano-
donten, für verschiedene Arten erklärte. Nun sind aber einige
Bivalven Zwitter, andere getrennten Geschlechts; unter den
Letzteren drückt sich der Geschlechtsunterschied bei Einigen
in der Schaale aus (Anodonta), bei Andern nicht (Unio, Ticho-
gonia); — wie will man hier Arten aufstellen, ohne genaue
anatomische Kenntniss des Thieres! Gattungen, die in den
Augen des Molluskologen ziendich fern von einander stehen,
sind nach dem blossen Gehäuse oft kaum oder gar nicht zu
unterscheiden. Wenn für jetzt auch noch das Material zur
Gruppirung der Mollusken nach dem anatomischen Bau zu
gering ist, so glaube ich doch, dass die Zeit heranrücken wird,
wo man die Conchyliologie der Mollnskologie imterordnen,
und die Gattungen wenigstens nach dem anatomischen Bau
aufstellen wird, und dass man der blossen Hülle nicht eine
allzugrosse Bedeutsamkeit zuerkennen wird. Ein genaues Stu-
dium des Thieres wird uns dann gewiss auch das Gehäuse
mit andern Augen betrachten lassen, so, dass man diesem
dann die ihm gebührende Bedeutsamkeit anweisen kann. Wenn
man mir entgegnet, dass der Zoologe seine Charaktere nur
von aussen her entnehmen soll , so erwidere ich , dass ich
dies zugebe für alle Thierklassen, deren Aeusserlichkeit uns
genug Anhaltspunkte giebt, und wo wir, erfahrungsgemäss,
aus dem äusserlich erkennbaren Bau mit einiger Gewissheit
auf den innern Bau schliessen können; es weiter ausdehnen,
oder jenen Satz allgemein aufstellen zu wollen , würde mir
als Einseitigkeit erscheinen, die nicht zu rechtfertigen ist; —
auch hat man es in der That nicht gethan.
3*
30
Paasch
Ans diesem Grunde, abgesehen von dem Nutzen, der der
Physiologie darcaus erwachsen kann, scheint mir jeder Beitrag
zur genaueren Kenntniss des anatomischen Baues der Mollus-
ken eine anerkennenswerthe Arbeit.
Wenn wir die verschiedenen organischen Systeme betrach-
ten, so finden wir an allen recht interessante Verschiedenhei-
ten. Am Ern^ährungs- und Verdauungs- Apparat machten Eh-
renberg und Troschel auf die verschiedene Bildung der Mund-
theile aufmerksam , die man als Hiilfscharaktere oft wird be-
nutzen können; aber auch am Speisekanal, am Magen, am
Darm, der oft mit Blindsäcken versehen ist, oft nicht, linden
sich zahlreiche und constante Verschiedenheiten. Das Nerven-
system scheint ziemlich übereinstimmend gebaut zu sein; den
Hauptunterschied fand ich stets im Bau und in der Anordnung
der Knoten unterhalb des Oesophagus, die entweder einzeln
durch eine feste Hülle eingeschlossen und durch Commissu-
ren zu einem Ringe vereinigt sind (Lymnaeus, Planorbis ),
oder durch eine gemeinschaftliche Hülle zu einem verschieden
gestalteten Knoten umgewandelt erscheinen (Helices). Der
Athmungs- Apparat ist je nach den Gruppen sehr verschieden
gebaut, und hiernach richten sich die Verschiedenheiten im
Baue des Apparates für die Blutcirculation. Die bedeutend-
sten, am leichtesten in die Augen fallenden Verschiedenheiten
bietet uns aber der Bau der Geschlechtsorgane, und diese sind
es, die man am leichtesten zur Unterstützung der Bestimmung
der Mollusken wird benutzen können ; diese sind es daher
auch, welche ich vorzugsweise bis jetzt ins Auge gefasst habe,
und so werde ich denn hiermit wiederum den Geschlechts-
Apparat einiger Mollusken beschreiben, die ich zu beobachten
Gelegenheit hatte.
1. Hei ix adspersa, (Fig. 1). Der Bau des Geschlechts-
Apparats hat grosse Aehnlichkeit mit dem von H. pomatia;
der Pfeilsack (b) ist mehr keulenförmig, der Pfeil kaum ab-
weichend, eben so wenig wie die glandulae mucosae (cc);
der Stiel der Blase (ff), der sich dicht hinter den glandulis
mucosis in der vagina öffnet, theilt sich sehr bald (bei f) in
2 Aeste, der kürzere, ziemlich gerade verlaufende Zweig trägt
die länglich runde Blase (t), der andere umkreist in vielen
Windungen den Eileiter, und endet dicht vor dem Eierstock
Beiträge zur genaueren Kenntniss der Mollusken. 37
blind. Alles übrige ist wie bei H. poniatia. Die untersuchten
Exemplare sammelte ich im jardin des plantes in Paris.
2. liel ix austriaca. (Fig. 2). Diese Schnecke ist bei
Wien ausserordentlich häufig, und ich hielt sie im Anfang fiir
nichts anderes als für H. nemoralis; indessen fiel es mir auf,
dass ich gar keine Varietäten in der Zeichnung fand, die doch
bei H. nemoralis so gewöhnlich vorkommen, auch fand ich
bei genauerer Ansicht die Mundöffnung der Schaale mehr ge-
rundet. Die anatomische Untersuchung stellte sie nun zwar
auch in die Nähe von H. nemoralis, indessen waren die Ver-
schiedenheiten von dieser doch bemerkbar genug, um sie fiir
eine eigene Art anzuerkennen. Der Pfeilsack ist stets auffal-
lend klein ; die Stämme der sehr grossen glandulae mucosae
sind unten fast so d'ck , wie der Pfeilsack, sie theilen sich
dann in 2 oder 3 ziemlich starke Hauptäste, von denen sich
ein jeder wiedennn in 2, 3 auch wohl 4 Zweige spaltet. In
einer ziemlichen Entfernung hinter den glandulis mucosis geht
von der vagina der Stiel der Blase aus, welcher sich in eini-
ger Entfernung wiederum spaltet; auch hier trägt der kürzere,
wiewohl vielfach hin- und hergewundene Theil die Blase, der
andere umkreist den Eileiter, und endet blind.
3. Helix incarnata. (Fig. 3). Der gemeinschaftliche
Geschlechtssack ist sehr erweitert, ähnlich wie bei Arion, aber
es findet sich in demselben nicht jene Klappe; die Wände
sind dick und mit Wärzchen bedec'kt. Der Penis ist lang und
dünn, das Flagellum kurz, etwa halb so lang als der Penis:
der Pfeilsack schlank und schwach keulenförmig, die glandulae
mucosae bestehen aus 3 bis 4 Schläuchen, und münden in den
vordem Theil der Vagina, an der Stelle, wo der Stiel der
Blase sich von der Vagina trennt. Der Stiel der Blase ist
kürzer als der Eileiter, ohne Windungen, oluie blinden An-
hang; die Blase selbst aufgeschwollen, mit 2 warzenähnlicheii
Hervortreibungen, verhältnissmässig gross. Auffallend war es,
dass der Eileiter an der Stelle, wo die Blase sich anlegt, bei
allen untersuchten Exemplaren ein anderes Ansehen und eine
andere Consistenz hatte; in Spiritus erhärtete diese Stelle
schneller, sah dann weiss aus, während das Uebrige noch
durchscheinend erschien. Der Hode liegt in mehreren Abthei-
lungen in der Leber, und ich fand in demselben die bekann-
38
i' a a s c h ;
teil ciäluilichcn Kiigulchcii, jetlocli nur s])arsam. Die unter-
suchten Exemitlare verdankte ich der Güte des Herrn Prof.
liossinaessler, der sie bei Tharandt gesaniuielt hatte.
4. Ilelix uiiibrosa, (Fig. 4), hat Aehnlichkeit mit H.
incarnata. Die Erweiterung des genieinscliaftlichen Geschlechts-
sackes fehlt; der Penis ist sehr schlank und lang, das Flagel-
luni etwa so lang wie der Penis. Der Pfeilsack ebenfalls
schlank, lang und schwach keulenförmig; der Pfeil selbst
pfriemonförmig, sanft gebogen, hohl; die glandu)ae nuicosae
sitzen an der Vagina, und bestehen an jeder Seite aus 4 kur-
zen, dünnen Scliläuchen, die zusammen Eine Ausgangsöffnung
haben; gleich dahinter geht der Stiel der I^lase ab, der viel-
fach hin und hergevvunden ist, und keinen blinden Anhang hat;
die Blase selbst ist länglich. Der Eileiter windet sich nicht
so um die glandula prostatica , wie es gewöhnlich der Fall
ist. Auch hier war der dem Eierstock zunäclist gelegene
Theil des Eileiters weiss und undurchsichtig, während der
übrige durchscheinend war. Die Exemplare sammelte ich zwi-
schen Dorf Gastein und Hof Gastein, wo ich sie stets an Ur-
tica dioica sitzend fand.
5. Helix strigella. (Fig. 5). Diese weicht auf eigen-
thümliche Weise von allen bisher beobachteten ab. Der Penis
ist sehr dick, die innere Lamelle der äussern nur locker an-
liegend; das B'lagellum etwa f so lang als der Penis, dick.
Der Pfeilsack fehlt, statt dessen findet sich jederseits von der
Einmündungsstelle des Penis ein blind endender Schlauch (b'b'),
dicker wie Ein Schlauch der glandulae mucosae; diese sitzen
weiter hinauf, vor der Stelle, wo der Blasenstiel von der Va-
gina abgeht, und bestehen jederseits aus 4 Schläuchen. Der
Blasenstiel ohne blinden Anhang, etwas kürzer als der Eileiter,
und nicht gewunden; auch der Eileiter windet sich fast gar
nicht um die glandula prostatica. Ich sammelte meine Exem-
plare in der Umgegend von W'ien, bei Döbling und am Kah-
lenberge.
6. Helix ericetorum. (Fig. 6). Bei H. strigella fan-
den wir keinen Pfeilsack, statt dessen 2 Schläuche neben dem
Penis; hier finden wir nun statt jener zwei Schläuche zwei
Pfeilsäcke (bb), zwischen welchen die Vagina hervortritt;
jeder Pfeilsack ist eiförmig, das stumpfe Ende nach oben ge-
Beiträge zur genaueren Keiintniss der Mollusken. 39
richtet, und unten von einer schlaffen Haut umfasst; der Pfeil
ist ein stielrundes, zugespitztes Stiftchen. Die glandulae mu-
cosae bilden zwei djchte Büschel kurzer, dünner Blindsäck-
chen an der Stelle, wo sich der Stiel der Blase von der Va-
gina trennt. Der Stiel der Blase ist etwa nur halb so lang
wie der Eileiter, ist ohne blinden Anhang und ziemlich weit;
die Blase eiförmig, mit nach oben gerichtetem spitzeren Ende.
Der Penis ist lang und dünn, das Flagellum sehr kurz, kaum
i so lang, als der Penis, ich sammelte diese Schnecke in
grosser Menge bei Wien. — Bei Landeck im Innthale fand
ich eine bräunlich gelbe Varietät, mit sehr feinen, etwas dunk-
kren Binden, und etwas mehr hervortretendem Gewinde, H.
ericetorum var. pallida, die sich anatomisch durchaus nicht
von der gewöhnlichen unterscheidet.
7. Helix striata. (Fig. 7). Mit Ausnahme des Pfeil-
sackes und des gemeinschaftlichen Geschlechtssackes gleicht
diese sehr der vorigen. Auf einem verhältnissmässig sehr
grossen gemeinschaftlichen Geschlechtssacke sitzt ein kleiner,
runder Pfeilsack, tief eingesenkt, in welchem ein ziemlich lan-
ger, stielrunder Pfeil liegt. Im Geschlechtssacke liegt eine
Klappe, ganz ähnlich der bei Arion, doch ist sie mehr tuten-
förmig; ihre 3 Zipfel sind der Ausführungsöffnung zugewen-
det, und auf derselben liegt die Oeffnung der Vagina; etwas
höher, an der Basis der Klappe öffnet sich die Blase. Die
glandulae mucosae, jederseits 4 kurze Schläuche, sitzen zwi-
schen dem Pfeilsack und der Stelle, wo die Vagina und der
Stiel der Blase sich in den Geschlechtssack senken. Alles
Uebrige ist wie bei H. ericetorum. Ich fand diese Schnecke
in grosser Menge im jardin des plantes in Paris.
8. Helix fruticum. (Fig. 8). Der Pfeilsack besteht
aus 2 übereinander liegenden Blindsäcken, die nach unten mit
ihren Höhlungen zusammenlaufen (b'); der von der Vagina
abgekehrte ist der kleinere, etwa nur \ oder ^ so gross als
der andere, und in ihm fand ich stets den Pfeil. Die glandu-
lae mucosae bestehen aus 2 dichten Ballen feiner Kanälchen,
welche, jeder durch einen besonderen Stamm, an der Basis
des Pfeilsackes in die Vagina münden. Die Vagina ist jenseits
der Einfügung des Pfeilsackes sehr erweitert und dickwandig,
und verengt sich dann plötzlich dort, wo der Stiel der Blase
40 Paasch:
mit einem erweiterten Theile seinen Anfang nimmt; dieser ist
so lang wie der Kileiter, ist ohne blinden Anhang und nicht
gewunden. Der Penis ist dick und fest, und geht allmählig
in das vas deferens über. Das Flagellum fehlt und der Zu-
rückziehemuskel ist kurz und dick.
In „Moritz Wagner's Reisen in der Regentschaft Algier,
in den Jahren 1836, 37 und 38" theilt ErdI die Anatomie
mehrerer Heli^inen mit, und unter diesen auch von Helix fru-
ticum var. nigra. Ich bezweifelte früher schon die Richtigkeit
dieser Zeichnung, in welcher er an die Stelle des Pfeilsackes
und der glandulae mucosae ein einfaches Organ setzt, welches
aus 2 durcli einen engen Hals mit einander verbundenen run-
den Körpern besteht, denn ich glaube, dass die glandulae mu-
cosae, wenn sie überhaupt vorhanden sind, sich auch paarig
finden. Es war mir daher sehr angenehm, dass sich mir die
Gelegenheit darbot, meine Vermuthung zur Gewissheit erheben
zu können. Eben so vermuthe ich, dass Erdl's Zeichnung
von H. candidissima nicht naturgemäss sein wird, und die
Zeichnung von Bulimus radiatus ist mir nicht deutlich, ich
konnte sie mit dem, wie ich es fand, nicht vereinigen.
9. Helix verticillus, (Fig. 9), nähert sich in manchen
Stücken den Nacktschnecken. Der Pfeilsack und die glandu-
lae mucosae fehlen, statt dessen ist der gemeinschaftliche Ge-
schlechtssack sehr vergrössert durch Verdickung seiner Wände
(bc), diese sind dicht mit Wärzchen bedeckt. Sollte man in
dieser Beschaffenheit nicht eine blos veränderte Form der als
fehlend bezeichneten Organe erkennen müssen ? In diesen
Sack münden dicht neben einander die Blase, mit einer wei-
teren, die Vagina, mit einer engeren Oeffnung. Blasenstiel
und Blase sind wie bei Arion , d. h. der Stiel ist kurz und
aus dicken muskulösen Wänden gebildet, die Blase dünnhäu-
tig und gross, mehr oder weniger oval. Eileiter und glandula
prostatica halten das Mittel zwischen Arion empiricorum und
Helix pomatia, der Eierstock ist wie bei den andern Helices.
Der Penis ist dick und ohne Flagellum, die innere Lamelle
ist dick, innen dicht mit Wärzchen bedeckt, und liegt der
äusseren Lamelle nur sehr locker an; auf dem stumpfen Ende
sitzt ein kurzer, dicker Muskel auf, neben welchem das Vas
deferens hervortritt, dies ist durch Bindegewebe dicht an den
Beiträge zur genaueren Kenntniss der Mollusken. 41
Muskel geheftet, so dass man leicht verfuhrt werden kann zu
glauben, der Muskel gehöre mit zutn Penis, und das Vas
deferens trete erst an dessen anderem Ende hervor. Das Vas
deferens öffnet sich im Eileiter, wie bei Helix pomatia, unter
einer sehr breiten Falte. — Der Oberkiefer hat die grösste
Aehnlichkeit mit dem von Limax cinereus. Ich sammelte diese
Schnecke in der Gegend von Wien, bei Dornbach.
10. Helix cellaria, (Fig. 10), hat sehr grosse Aehn-
lichkeit mit der Vorigen. Pfeilsack und glandulae mucosae
fehlen ebenfalls; die Wände des gemeinschaftlichen Geschlechts-
sackes sind zwar nicht so verdickt wie dort, doch zeigt der
untere Theil des Stieles der Blase und der vordere Theil der
Vagina eine ähnliche Beschaffenheit. Die Blase ist kurz ge-
stielt, rund, dünnhäutig und verhältnissmässig gross. Der Pe-
nis ist sehr dick, und ähnlich beschaffen wie bei der vorigen,
das Flagellum fehlt, ein kurzer Zurückziehemuskel ist da, und
das Vas deferens tritt plötzlich aus dem stumpf endenden Pe-
nis hervor. Auch der" Oberkiefer ist wie bei H. verticillus,
mit einem in der Mitte vorspringenden Zahn, zart concentrisch
gestreift, mit leicht darüber hinlaufenden Radien. — Ich sam-
melte diese Schnecke unter Steinen zwischen Salzburg und
Gastein.
11. Clausilia ventricosa. (Fig. 11). Penis und Va-
gina münden in Einer Oeffnung dicht neben einander. Die
Vagina theilt sich sehr bald, und schickt die langgestielte Blase
ab, während sie selbst sich weiterhin zum Eileiter erweitert.
Glandula prostatica und Oviduct, welcher Letztere sich fast
gar nicht um Erstere windet, sind durch eine scharfe Grenze
von einander geschieden. Das Ovarium ist wie bei Helix.
Der Penis besteht aus einer blos häutigen Röhre, welche sich
ohne weiteren Anhang, wie ein Vas deferens einer Helix, in
den Eileiter senkt, dort, wo die glandula prostatica anfängt.
An dieser Stelle, etwas oberhalb (bei o), fand ich ein schein-
bar drüsiges Körperchen anliegend, welches sich in einen ge-
kräuselten Faden fortsetzte, der aber abgerissen war, und
dessen Anfangspunkt ich nicht mit Bestimmtheit angeben kann;
obgleich es nicht zu den Geschlechtsorganen zu gehören
scheint, so wollte ich es doch nicht unerwähnt lassen; weiter
nachforschen konnte ich leider nicht, da mir nur Ein leben-
42 Paasch:
des Exemplar, welches ich am Gollinger Wasserfoll sammelte,
zu Gebote stand.
12. Bulimus radiatus, (Fig. 12), hat eine höchst son-
derbare Bildung. Vagina und Penis haben einen gemeinscliaft-
lichen Eingang. Die Vagina theilt sich bald darauf in 2 etwa
gleich weite Kanäle; der Eine erweitert sich allmählig, und
geht in den Eileiter (h) über, an welchen sich eine breite
glandula prostatica (i) anlegt; der Andere (f) theilt sich dort,
wo der Eileiter anfängt, wieder; der eine Theil geht nach
sehr kurzem Verlauf in die Blase (t) über, der andere, eben
so weite (f)» l^gt sich an' die glandula prostatica an, und
begleitet diese bis dicht vor dem Eierstock (k), welcher von
rundlicher Form ist, und die gewöhnliche Consistenz hat. Der
Penis theilt sich ebenfalls bald in 2 etwa gleich weite häutige
Röhren (bei 1), von etwa 2 — 2^'" Länge, hier geht eine jede
plötzlich in einen engen Kanal über (bei 1' und m'), und hier
ist eine jede mit einem besonderen Muskel zum Zurückziehen
versehen ( q ). Die Fortsetzung der Einen Röhre (m') wird
allmählig sehr eng, wird dann wieder ein wenig weiter, und
endet blind; diesen Theil muss man wohl dem Flagellum ver-
gleichen. Die Fortsetzung der andern Röhre (T) erweitert
sich allmählig ein klein wenig bis zu einem Punkte, wo sie
2 ohrförmige Zipfel bildet (bei n'), zwischen denen das Vas
deferens in gewöhnlicher Form hervortritt, welches sich an
dem gewöhnlichen Orte in den Eileiter senkt. In diesem
letztbeschriebenen Theile, vor dem Vas deferens, zwischen 1'
und n', fand ich gewöhnlich einen elastPschen, knorpelähnlichen
Körper von -der Form des Kanales. Der Nebenhode tritt a«
derselben Stelle wie bei Helix hervor, und führt zu einem
Hoden, der aus mehreren rundlichen Abtheilungen besteht,
die in der Leber liegen. Beim Tödten der Schnecke mittelst
warmen luftleeren Wassers erreichte ich es sehr oft, dass der
Penis umgestülpt wurde; beide vorher genannten häutigen
Röhren treten dann hervor, und erscheinen als stielrunde
Stränge, die mit spitzigen Wärzchen bedeckt sind. Ob bei
der Copula auch beide Stränge in die Vagina eingeführt wer,-
den, und auf welche Weise, gelang mir nicht zu beobachten.
— Ich fand diese Schnecke in grosser Menge bei Wien.
13. Arion h orten sis. Sein Bau stimmt mit dem von
Beiträge zur genaueren Kenntniss der Mollusken. 43
A. empiricorum überein, doch liegt der Hode nicht so weit
nach hinten, und ist weiss. Die Blase ist sehr klein, nicht
so dünnhäutig, aber eben so geformt, auch ist sie, wie die
Vagina, durch musculöse Bänder an das Diaphragma geheftet.
14. Physa fontinalis. (Fig. 13). Die Bildung der
Theile weicht von Allen bisher von mir beschriebenen sehr
ab. Die Geschlechtsöffnungen liegen an der linken Seite, so,
wie bei Lymnaeus und Planorbis, d. h. die männliche (a) dicht
hinter und unter dem linken Fühlhorn, die weibliche (a') wei-
ter zurück. Die Vagina ist nur sehr kurz, in ihr mündet die
verhältnissmässig sehr grosse, auf einem sehr feinen Stiele
(f) sitzende Blase (t); da diese aus einer sehr zarten Haut
gebildet, aber von festeren Häuten umgeben ist, so gelingt es
selten, sie unversehrt heraus zu präpariren; man findet sie
aber leicht ^n der rechten Seite des Körpers; Stiel und Blase
haben dasselbe Ansehen, wie die entsprechenden Theile bei
Succinea. Die Vagina erweitert sich zum Eileiter (h), dessen
Windungen sich dicht aneinander legen, und an welchem sich
hinten das stumpf pyramida-le Ovarium (k) findet; auch diese
Theile ähneln denen von Succinea. — Der Penis mit seinem
Präputium (1) ist ähnlich wie bei Lymnaeus, es fehlen die
drüsigen Leisten in dem Präputium, statt dessen findet sich
an einer Seite ein rundliches, gelbes Körperchen (o). Die
Spitze des Penis verdickt sich ganz allmählig zu einem keu-
lenförmigen , die Länge des Präputium 4 bis 5 mal übertref-
fenden Organ (i), durch welches das Vas deferens (n) hin-
durchgeht, und welches aus dem dicken, stumpfen Ende dieses
Organs wieder hervortritt; ohne viel Windungen zu machen
geht das Vas deferens bis zur Basis des Präputium, tritt an
der Vagina wieder hervor, und legt sich an den Eileiter an;
von hier an hat es nach den Seiten hin kleine blindsackige
Ausstülpungen, und bildet dadurch ein schmales, granulirt er-
scheinendes Band (r), welches über die Windungen des Eilei-
ters hinläuft, diese gleichsam zusammenhaltend; dann senkt es
sich ein wenig in das Ovarium ein, tritt aber sogleich wieder
hervor (r), und läuft zur Leber, welcher es sich auf dieselbe
Weise anlegt, wie der Hoden bei Lymnaeus. — Hier hat nun
also das über die Windungen des Eileiters verlaufende Band
die Beschaffenheit und das Ansehen des Hoden selbst, denn
44 Paasch:
beide bestehen aus einem Kanälchen, welches nach den Seiten
hin Ausstülpunc^en macht. Das keulenförmige Organ zwischen
Penis und Vagina glaube ich für die glandula prostatica hal-
ten zu müssen; es hat einerseits Aehnlichkeit mit demselben
Theile bei Limax, in so fern auch hier das Vas deferens von
einer compacten Masse rings umgeben wird, andererseits könnte
nian es mit, dem fleischigen Cylinder bei Paludina (dem Sa-
menbehälter nach Treviranus) vergleichen, wodurch dann noch
wahrscheinlicher wird, dass in Letzterem die glandula prosta-
tica enthalten sei. Das Präputium ist aus einer feinen Mem-
bran gebildet, an welcher die beschriebene rundliche Drüse
sitzt; beim Ausstülpen desselben tritt der nach vorn gelegene,
spitzigere Theil des keulenförmigen Organs in dasselbe, und
giebt ihm einige P'estigkeit. Die Begattung geschieht gerade
so, wie bei Lymnaeus. Die Untersuchung der Contenta der
Theile hat nichts neues ergeben; die Spermatozoen haben die
Gestalt derer von Lymnaeus und Planorbis, sind aber viel
feiner.
Am 17. Juni 1843 fand ich im Park von Dornbach bei
Wien eine Helix pomatia beim Eierlegen; ich nahm sie mit,
nnd tödtete sie schnell durch Spiritus. Die anatomische Un-
tersuchung ergab Folgendes: am Ausführungsgange der Blase
fand ich jenen kurzen blinden Anhang, dessen ich im früheren
Aufsatze erwähnt habe, wobei ich bemerke, dass ich denselben
auch an allen übrigen Exemplaren beobachtete, die ich bei
Wien sammelte. Der Eierstock war klein und schlaff, der
Hoden ebenfalls sehr schlafiF, die Epididymis noch strotzend voll
von Samenfaden. Im Eileiter fand ich noch eine ganze Reihe
von Eiern, die zwar schon eine Schaale hatten, aber noch
keine kalkige. Die glandulae mucosae waren ebenfalls schlaff
und klein, die Stämme derselben jedoch sehr dick aufgetrie-
ben und strotzend voll von einer weissen Masse; ihren Aus-
führungsöffnungen gegenüber lag das erste Ei, so dass es
scheint, als empfingen die Eier hier ihren kalkigen Ueberzug.
An den frisch gelegten Eiern fand ich diesen Ueberzug noch
nicht fest zusammenhängend , sondern weich und fast breiig,
mit dem Mikroskop betrachtet, aus neben einander liegenden,
Beiträge zur genaueren Kenntniss der Mollusken. 45
kantigen, farblosen Stückchen, in welchen ich jedoch keine
regelmässige F'orm erkennen konnte, bestehend. Einen Dotter
bemerkt man nur bei grosser Aufmerksamkeit, als ein äusserst
kleines, trübes, etwas durchscheinendes Fleckchen, welches
aus einem Bläschen mit Kern besteht, um welches sich ein
körniges Wesen gelagert hat.
Wenn wir die Stellung des Pfeilsackes, der glandiilae
mucosae und der Blase zu einander betrachten, so finden
wir, dass die glandtilae mucosae immer zwischen dem Pfeil-
sack und der Blase stehen, und zwar bald dem Ersteren, bald
der Letzteren näher, und es scheint, als ob diese 3 Organe
gemeinschaftlich die Function hätten, die Eier mit einer Schaale
zu versehen. Die Blase findet sich bei allen bisher unter-
suchten eierlegenden Gasteropoden, der Pfeilsack und die glan-
dulae mucosae aber, so weit ich es bis jetzt habe beobachten
können, nur bei denen, deren Eier noch einen kalkigen Ueber-
zug haben. Werden die Secrete dieser Organe nicht benutzt,
also im Winter, so bildet sich durch Verhärtung derselben im
Pfeilsack der Pfeil, und im Ausführungsgange der Blase, wenn
die Ruhe des Thieres es erlaubt, jener eigenthümliche, elasti-
sche Körper, den man öfters im Frühjahre aus der Geschlechts-
öfi'nung mancher Helices herausschlüpfen sieht.
Berichtigung. In dem Aufsatze „Ueber das Geschlechts-
system und über die Harn bereitenden Organe einiger Zwit-
terschnecken" im Jahrgange 1843 dieses Archivs sprach ich
auch von Ly?iinaeus elongatus: dies war nicht dieser, sondern
Lynniaeus fusculus. Pf.
Erklärung der Abbildungen (Taf. 3 u. 4).
Fig. 1. Geschlechts -Apparat von Helix adspersa.
a. Gemeinschaftlicher Eingang zu den männlichen und weiblichen
Geschlechtsorganen. — b. Pfeilsack. — c. Glandulae mucosae, — ff.
Ausführungsgang der Blase , f f. blinder Anhang desselben. — h h.
Eileiter. — i i. Glandula prostatica. — k. Eierstock. — 1. Penis. —
m. Flagellum desselben. — n. Vas deferens, — p. Epididymis. — r.
Hoden. — q. Zurückziehemuskel des Penis. — t. Blase. —
In allen übrigen Figuren bedeuten diese Buchstaben dasselbe,
wenn es nicht besonders bemerkt ist.
Fig. 2. Geschlechts -Apparat von Helix austriaca.
Fig. 3. Geschlechts -Apparat von Helix incarnata.
Fig. 4. Geschlechts -Apparat von Helix umbrosa.
4fi Paasch: Beiträge zur genaueren Kennttiiss der Mollusken.
Fig. 5. Geschlechts -Apparat von Hclix strigella. b' b'. Die an
die Stelle des Pfeilsackes getretenen blinden Schläuche.
Fig. 6. Geschlechts-Apparat von Helix ericetorum.
Fig. 7. Geschlechts -Apparat von Helix striata.
Fig. 8. Geschlechts-.Apparat von Helix fruticuni. b'. Der längs
aufgeschnittene Pfeilsack, mit darin liegendem Pfeil.
Fig. 9. Geschlechts-Apparat von Helix verticiilus. b.c. Gemein-
schaftlicher Geschlechtssack.
Fig. 10. Geschlechts- Apparat von Helix cellaria, von welchem
der hinterste Theil, Eierstock, Epididymis und Hoden fehlen.
Fie. 11. Geschlechts- Apparat von Clausula ventricosa. c. Das
dem Geschlechts-Apparate anliegende drüsige Körpcrchen, dessen ich
im Texte erwähnt habe.
Fig. 12. Geschlechts-Apparat von Buliraus radiatus.
Fig. 13. Geschlechts -Apparat von Physa fontinalis, etwas ver-
grössert. a. Männliche Geschlechts- Oeffuung. — a'. Weibliche Ge-
schlechts-Oeffnung. 1. Präputium, o, das demselben anliegende drü-
sige Körperchen. — i. das keulenförmige Organ (Glandula prostatica).
k. Eierstock. — n. Vas deferens. — r. Hoden, r'. der über den
Eileiter, h, hinlaufende, bandartige Theil desselben, t. Blase.
47
Ucbei" einen neuen Cephalopoden (Octopodotenthis).
Von
D r. A. K r o h n.
Hierzu Taf. 5 Fiff. A — F.
Im Februar dieses Jahres erhielt ich in Messina einen
mit ansehnlichen FJossen ausgestatteten Kalniarartigen Cepha-
lopoden, der mir gleich anfangs dadurch auffiel, dass die Ge-
sammtzahl seiner Arme nur acht betrug, indem ihm die län-
gern Arme (bras tentaculaires) der sogenannten Decapoden
fehlten. Diese Eigenthümlichkeit, durch welche er auf den
ersten Blick an die Octopoden sich anzuschliessen scheint,
theilt er indessen, wie ich dies später erfuhr, mit drei andern
bereits bekannten Arten, die man der Gattung Loligopsis ein-
verleibt hat, und von welchen w^eiter unten.
Ich enthalte mich näherer Erörterungen über die Grös-
sen- und Formverhältnisse seiner einzelnen Leibesabschnitte,
und verweise den Leser in dieser Hinsicht lieber sogleich auf
die naturgetreuen Abbildungen (Fig. A und B), die Herr Ve-
rany in Genua die Gefälligkeit gehabt hat zu entwerfen. Nur
bemerke ich noch, dass Herr Dr. Riippeil, der mit mir zu
gleicher Zeit in Messina anwesend war, mir später einzelne
etwas grössere Individuen als das abgebildete vorwies. Bei
lebenskräftigen Thieren sind die Pigmentbeutel der Haut (Chro-
matophoren) so stark contrahirt, dass die Oberfläche des Kör-
pers weisslich halbdurchsichtig, etwa mattgeschliflfenem Glase
ähnlich, und nur ganz in der Nähe dunkel gefleckt erscheint.
Diese Flecken zeigen sich nach dem Tode erweitert und
röthlich gefärbt. Das hornige Schalenrudiment, das von der
Kragenspitze des Mantels sich weit nach hinten über den
Rücken erstreckt, gleicht sehr dem dos Loligo vulgaris. Unter
dem Auge ragen die dasselbe begränzenden Weichtheile des
Kopfes in Form eines Wulstes hervor. (S, Fig. C). Die Arme
48 K r o h n :
sind von ungleicher Länge, die mittlem Paare kürzer als die
seitlichen, und jeder an seinem äussern Rande mit einem vor-
stehenden, nach dem Tode einsinkenden Hautsaum versehen.
Der innere Rand ist mit zwei Reihen alternirender, gegen die
Spitze des Arms zu sich nach und nach verkleinernder Saug-
näpfe besetzt. Die saugnapflose Spitze zeigt sich nach dem
Tode dunkler gefärbt, wegen der hier dicliteren Anhäufung
der Chromatophoren.
Die Saugnäpfe sind von so ungewöhnlicher Bildung, dass
man sie kaum mehr als solche betrachten kann. Es sind wal-
zenförmige, der Gestalt nach mit Phalangenknochen zu ver-
gleichende Organe, deren breite Basis mittelst eines kurzen
feinen Stiels auf den Armen ruht, ihr oberer Theil ist abge-
rundet, hohl und birgt ein horniges Häckchen oder eine Kralle.
Häufig sieht man die Spitze der letztern aus der spaltförmigen
senkrechten Oeffnung des hohlen Theils hervorragen, welche
auf einer der Flächen des Saugnapfes angebracht ist und fast
bis zur Basis desselben reicht. Diese Fläche und somit auch
die Oeffnung ist gewöhnlich nach hinten und etwas nach aus-
sen gekehrt. Diese Bildung der Saugnäpfe, auf die ich erst
in Frankfurt durch H. Dr. Stiebel aufmerksam wurde, scheint
überhaupt allen denjenigen Cephalopoden zuzukommen, deren
sämmtliche Arme mit Krallen versehen sind, und die man von
den echten Onychoteuthis wohl unterscheiden muss. Man
vergleiche in dieser Hinsicht die in Ferussac's bekanntem
Werk abgebildeten Onychoteut. leptura (Fig. 11 und 12) und
O. Lesueurii (Fig. 4 und 5), um sich zu überzeugen, wie
nahe hier die Beschaffenheit der Saugnäpfe mit der geschil-
derten übereinstimmt.
Bei dem Mangel einer genauen Definition der zahlreichen
Arten, welche das eben citirte, bis auf den heutigen Tag noch
unvollendete Werk enthält, ist es nicht möglich, die Verwandt-
schaften des neuen Cephalopoden mit Sicherheit zu ermitteln.
Nur vermuthen lässt es sich , dass jene anfangs erwähnten
drei Arten, von denen zwei bei Ferussac abgebildet sind, das
dritte von H. Verany in einem eignen Memoire beschriebLcn
worden ist, ihm am nächsten stehen dürften. Es sind nämlich
die Loligopsis Tilesii^ LoUgopsis guttata (s. Ferussac) und
Loligdpsis Bonplandti Verany (s. dessen Mem. sur deux nou-
üeber einen neuen Cephalopoden. 49
velles especes de Cephalopodes in Mem. de l'acad. de Turin.
T. 1. 2de ser. *). Ob die Arme dieser Thiere Krallen tragen,
lässt sich aus den Abbildungen nicht ersehen. Auch findet
sich in Verany's Schrift keine Auskunft darüber. Jedenfalls
aber weicht der neue Cephalopode von ihnen durch seine
mehr gedrungene Gestalt und seine weit nach vorne reichen-
den Flossen ab. Wie sich auch in der Folge die Beziehun-
gen dieser vier Arten herausstellen mögen, augenscheinlich
ist es, dass die Zahl der Arme, bei der sonst ganz naturge-
mässen Zerfällung der zweikiemigen Cephalopoden (Dibran-
chiata) in zwei Hauptgruppen, gar nicht in Betracht kommen
darf, und dass folglich die für diese Gruppen üblichen Be-
nennungen (Decapoda und Octopoda) andern weichen müssen.
Nach Rüppell's Vorschlage nenne ich das Genus, wozu
die beschriebene Spezies gehört, Octopodoteuthis, wodurch
die Zahl der Arme und die Verwandtschaft mit den Loligineen
ganz zweckmässig bezeichnet scheint
Erklärung der Zeichnungen (Taf. 5).
Fig. Ä. Das Thier nach dem Tode, in natürlicher Grösse und
von der Rückenseite.
Fig. B. Dasselbe von der Bauchseite.
Fig. C. Dasselbe in schräg aufgerichteter Stellung, wobei die
Wülste unter den Augen am deutlichsten erscheinen.
Fig. D. Einer der grösseren Saugnäpfe im Profil, mit der hin-
durchschimmernden Kralle.
Fig. E. Ein kleineres Saugnapf mit der spaltförmigen Oeffnung.
Fig. F. Stark vergrösserte Kralle.
*) Da das wohlerhaltene Musterthier von Loligopsis (L. Veranii)
Tentakulararme besitzt, und gerade durch eine unverhältnissmässige
Länge derselben in die Augen fällt, wie Verany nachgewiesen hat,
so leuchtet es ein, wie wenig haltbar jene Zusammenstellung erschei-
uen muss. Doch weist schon Verany selbst auf die Nothwendigkeit
hin, aus dem von ihm entdeckten Thiere und der Loligops. guttata
eine eigene Gattung zu bilden.
Archiv r. Naturf^eschichlc. AI. Jahrg. l. Bd.
50
Diagnosen einiger neuen Conehjlien.
Von
Dr. A. Philipp i.
Die neuen Conchylien -Arten, deren Diagnosen ich hier
mittheile, da eine zu lange Zeit vergehen dürfte, bis ich im
Stande bin, sie mit Abbildungen und umständlichen Beschrei-
bungen bekannt zu machen, sind von meinem Bruder E. B.
Phiüppi theils in Peru, Chili, der Magellanstrasse u. s. w.
selbst gesammelt, theils von ihm von Schiffen erworben, die
sie in dem Stillen Meer gefunden hatten, oder von Herrn Kin-
dermann in Valparaiso mir zugeschickt.
1. Lutj^aria tenuis Ph.
L. testa lineari-oblonga, laevi, utrinque rotundata et hiante,
tenuissima, sub epidermide fuscescente alba; extremitate postica
breviore. Long. 23^'", alt. 11|"', crass. 5'".
Patria: Fretum Magellanicum. Gregory-Bay.
Die Diinnheit der Schale, die glatte, blassbräunliche Epi-
dermis erinnern zuerst an Solen costatus Say. Die Gestalt
ist fast genau wie bei der schmaleren Varietät von L. elliptica,
allein wenn bei dieser die hintere Extremität länger ist, so
ist umgekehrt bei L. tenuis die vordere Extremität die län-
gere. Das Schloss ist ähnlich; bei der Kürze der hinteren
Seite ist die Mantelbucht auch nur verhältnissmässig kurz.
Cyamium n. genus.
Testa transversa, subinaequilatera, aequivalvis, tenuis, vix
hians; dentes cardinales in utraque valva duo, dentes late-
rales nulli; ligamentum duplex, internum in foveola triangulär!
pone dentes cardinales; impressiones musculares duae; sinus
palliaris nullus.
Ich kann die hierher gehörige Muschel nur mit Erycina
Lamk. (ex emendatione Deshayesii) und Kellia Turton (Bor-
nia Ph.) vergleichen. Von Erycina ist sie verschieden 1) durch
Diagnosen einiger neuen Conchylicn, 51
den gänzlichen Mangel der Seitenzähne, 2) indem die Grube
für das innere Ligament hinter, nicht zwischen den Schlöss-
zähnen steht, 3) durch den Mangel der Mantelbucht, welcher
andeutet, dass das Thier keine Röhren besitzt. — Von Kellia
unterscheidet sich Cyamium hauptsächlich durch die deutliche,
in der Kardinalplatte liegende Grube des Ligamentes, welche
nicht zwischen, sondern hinter den Kardinalzähnen steht.
2. Cyamium antarcticum Ph.
C. testa minuta, oblonga, subtriangulari, utrinque rotun-
data, alba; epidermide tenuissima nitida. Long. 4'", alt. 2|^"',
crass. If".
Patria: Gregory-Bay in Patagonia, frequens.
3. Kellia hui lata Ph.
K. testa ovato-orbiculari, inflata, postice longiore, flave-
scente; deute laterali abbreviato. Long. 3|"', alt. 3'"^ crass. 2\"'.
Patria: Fretum Magellanicum ; Cobija.
Auffallend ähnlich der Kellia suborbicularis Mont. (=Bor-
nia inflata) Englands und des Mittelmeeres, jedoch vorn weit
länger als hinten , und durch die Kürze des hintern Lateral-
zahnes auch im Schloss verschieden. — Amphidesma physoi-
des Lamk. No. 16 von Neuholland muss auch sehr ähnlich sein.
4. Kellia miliaris Ph.
K. testa minima, ovata, inaequilatera, purpurea, postice
angustiore, apicibus prominentibus.
Patria: Fretum Magellanicum, Eagle-Bay, frequens.
Genau so gross und so gefärbt wie Kellia seminulum,
überhaupt kaum von dieser Mittelmeerischen Art dadurch zu
unterscheiden, dass sie dunkler gefärbt, hinten etwas länger
und schmaler ist, und stärker hervortretende Wirbel besitzt.
Wären die Fundorte beider nicht fast um den ganzen Durch-
messer unseres Erdballs von einander entfernt, so würde ich
beide als Varietäten vereinigen. — Lesaea minuta (Venus)
O. Fabr. Fauna groenlandica ist ebenfalls sehr ähnlich, so wie
Poronia rubra.
Osteodesma cuneatum {Armtina') Gray Spicil. zool. ist
auf Chiloe in einem Exemplar gefunden.
5. Saxicava antarctica Ph.
S. testa ovato- oblonga, rudi, transversim inaequaliter
4*
52 Philippi:
striata, utraque extremitate rotundata, anticc latiore et lae-
viore. Long. 21'", alt. 11'", crass. 10'".
Patria: Insulae Chonos infra Chiloe.
Die Saxicava- Arten sind überaus schwer zu bestimmen,
und noch schwieriger ist es, ihre Verschiedenheiten in Wor-
ten anzugeben. Merkwürdig ist es, dass man auf ganz jungen
Exemplaren ebenfalls die beiden gezähnelten Kiele wahrnimmt,
welche unserer S. arctica .zukommen, welche im nördlichen
Atlantischen Meer bis Grönland zu Hause ist. Ueberhaupt
dürfte es beinah unmöglich sein, junge Exemplare beider Ar-
ten zu unterscheiden. — Die Schlosszähne werden früh ab-
gerieben.
6. Saxicava conchotrypa Ph.
S. testa minuta, oblonga, valde inaequilatera , utrinque
subtruncata, irregulariter rugosa; cardine edentulo. Long. 3^",
alt. li'", crass. 1^".
Habitat in testa Haliotidis Iridis.
Ich habe sieben Exemplare gefunden. Die Gestalt ist
zwar unregelmässig, aber immer erscheint die vordere Seite
sehr kurz, Rückenrand und Bauchrand beinah geradlinigt, und
beide Extremitäten abgestutzt, mit abgerundeten Winkeln.
Die Oberfläche ist unregelmässig runzelig, und mit einer sehr
dicken, blassbraunen Epidermis bedeckt. Das Schloss ist
durchaus zahnlos, schwielig verdickt; das Ligament sehr deutlich.
Entodesma n. genus.
Testa bivalvis, transversa, inaequilatera, epidermide crassa
vestita, subhians ; cardo edentulus ; ligamentum (cartilagineum)
internum, in utraque valva prominentiae semilunari, longitudi-
nali insertum. Impressiones musculares . . .
Durch das zahnlose Schloss und das eigenthümliche, in-
nere Ligament ist dies Genus sehr ausgezeichnet. Ein beson-
deres, äusseres, faseriges Ligament scheint gänzlich zu fehlen,
und seine Stelle durch die Epidermis vertreten zu sein, welche
zu beiden Seiten der kleinen, spitzen Wirbel von einer Schale
zur andern übergeht. Wegen des perlmutterartigen Glanzes
der inneren Schalenseite sind die Muskel- und Manteleindrücke
nicht zu sehen; ich glaube aber, dass das Thier nicht viel
von Saxicava verschieden ist, und ebenfalls durch einen Byssus
sich festsetzt. Ich schliesse dies aus der Unregelmässigkeit
Diagnosen einiger neuen Conchylien. 53
der Schale, und aus dem Umstände, dass ich sie im Innern
eines Baianus gefunden habe.
7. Entodesma chilensis Ph.
E. testa oblonga , antice rotundata , postice angustiore,
irregulariter rugosa, tenuissima, alba, margaritacea; epidermide
crassa, flavescente. Long. 4^'", alt. 2'", crass. 1|"'.
Patria: Insula Chiloe.
8. Petricola chiloensis Ph.
P. testa parva, ovata, subtrapezoidea, tumida, longitudi-
naliter striata. Long. 4'", alt. 3'", crass. 2'".
Patria: Chiloe, ad radices Fucorum et in Balano acutis-
simo.
Eine kleine Art ohne hervorstehende Kennzeichen.
9. Donax securiformis Ph.
D. testa oblonga, fusco-purpurea , albido-radiata, laevis-
sima; latere postico rostrato, carinis acutis cincto, lineis ele-
vatis reticulato ; margine crenato. Long. 14^'", alt. 7|"', crass. 5'".
Patria: Nova Zeelandia?
Durch ihre scharfen Kiele und die Skulptur der hinteren
Seite ist diese Art sehr ausgezeichnet. Innen ist sie schön
violett.
10. Diplodonta inconspicua Ph.
D. testa subquadrato-orbiculari, solida, tumida, rudi,
albida; extremitate antica brevissima; ligamento fere totum
marginem dorsalem occupante. Long. 10^'", alt. Q\"', crass. 7'".
Patria: Chiloe.
Sehr ähnlich der D. rotundata aus dem Mittelmeer, aber
dickschaliger, rauher von den unregelmässigen Anwachsstrei-
fen; die Nymphen grösser, das Ligament länger, die Schloss-
zähne kräftiger.
11. Cytherea amoena Ph.
C. testa ovato- oblonga, subcordata, turgida, transversim
subsulcata, ad umbones fuscescente, caeterum lilacina, radiis
obscurioribus picta; lunula ovato -lanceolata violacea; area
nulla; margine integerrimo. Long. 20'", alt. 14^"', crass. 10'".
Patria : Oceanus Pacificus.
Die Figur der Venus nebulosa Zool. of Cap. Beechey's
Voyage tab. 43. f. 8 sieht aus, als ob sie nach unserer Art
gemacht wäre^ allein sie hat ein achtes Venusschloss, während
54 Philippi:
C. amoena in Beziehung auf Schloss, Muskel- und Mantel-
Eindrücke fast ganz mit Cytherea Chione übereinstimmt.
12. Cytherea livida Ph.
C. testa ovato-cordata, laevi, polita, livida; apicibus albo
fuscoque stellatis ; lunula cordato-Ianceolata, plana, parum cir-
cumscripta; area non distincta. Long. 32'", alt. 25'", crass. 16^"'.
Patria: Oceanus Pacificus.
Unserer Cytherea Chione überaus ähnlich, und vielleicht
nur Varietät. Die Farbe ist aus Gelb und Violettgrau ge-
mischt und in der Gegend der Wirbel sieht man sternförmige
Zeichnungen, nicht gegliederte Querbinden und unterbrochene
Strahlen, wie bei C. Chione.
13. Venus expallesc ens Ph.
V. testa ovata, utrinque rotundata, alba, opaca, radiis
violaceis duobus obsoletis ad apices picta; striis transversis
irregularibus ; lunula compressa, cordata; margine integre.
Long. 11'", alt. 8'", crass. 41'".
Patria: Chili pars borealis.
Eine sehr unscheinbare Art, an Gestalt, Schloss, Muskel-
und Mantel-Eindrücken sehr mit V. decussata übereinstimmend,
ohne Spur von Längsstreifen. Beide Extremitäten sind wohl
abgerundet; die Schlosszähne kräftig; die Mantelbucht spitz
und reicht bis zur Mitte der Schale.
14. Venus agrestis Ph.
V. testa cordato - orbiculari , tumida, solida, alba, sulcis
increnienti irregularibus subscalari, radiatim striata; lunula
late cordata; area nulla; margine crenulato. Long. 10^'",
alt. 11'", crass. 8^".
Patria: Fretum Magellanicum.
Wären die Wirbel nicht so stark hervortretend, so würde
die Schale fast vollkommen kreisförmig sein. Die Epidermis
sehr dünn und hinfällig. Schloss und Muskel -Eindrücke fast
genau, wie bei V. paphia L.
15. Cardita elongata Ph.
C. testa oblonga, transversa, antice abbreviata et angu-
stata, utrinque rotundata; costis latis, subsquamosis circa 7
in latere postico, reliquis obsoletis. Long. 21"', alt. 10'",
crass. 8V".
Patria: Oceanus Pacificus.
Diagnosen einiger neuen Conchylien. 55
Die hintere Extremität ist wohl doppelt so hoch, wie die
vordere ; die Wirbel liegen im fünften Theil der Länge. Ur-
sprünglich sind 18 Rippen da, von denen aber die vorderen
11 bald ganz undeutlich werden. Die Farbe ist weisslich,
hinten bräunlich, mit einigen rothbraunen Streifen.
16. Cardium distortum Ph.
C. testa minuta subcordata, valde obliqua, angulata, carl-
nata, albo-fulva; costis planis sublaevibus, sulcis angustis
divisis, in latere postico 6, in antico 18 — 20. Long. 5^"',
alt. 4^"', crass. 4.\"'.
Patria: Insulae Amicorum.
Ziemlich viele einzelne Schalen liegen vor; Gestalt, Fär-
bung und Grösse fast genau wie bei C. ob ovale Sowerby
Conch. JH. f. 4 (wozu ich keine Beschreibung, auch keine
Angabe des Vaterlandes kenne); die Sowerbysche Art scheint
aber weniger gewölbt zu sein, und hat stark gewölbte Rip-
pen, deren ich in der Figur nur etwa zwölf auf der vordem
Seite zähle.
17. Area Lamarckii Ph.
A. testa transversim ovata, postice oblique truncata, ven-
tricosa, aequivalvis; costis circa 40, laeviusculis, integris,
sulco angusto divisis. Long. 32'", alt. 23'", crass. 21'".
Patria: Mare Chinense.
Gewiss bisher mit Area Scapha Chemnitz VIL t. 55. f. 548
verwechselt. Ich glaube es ist die Varietät, deren Rippen
,, völlig glatt sind, und durch keine Linie in der Mitte getheilt
noch gespalten werden", deren Chemnitz p. 205 erwähnt,
allein sie soll kürzer sein und nur einige dreissig Rippen
haben. Wahrscheinlich ist es auch Lamarck's A. Scapha var. b
costis pluribus indivisis, natibus minus remotis. Bei gegen-
wärtiger Art stehen die Wirbel 2f " auseinander. Leider fehlt
mir eine ächte A. Scapha zur Vergleichung. Als Typus dieser
Art darf man aber nicht „le grand et bei individu de la Col-
lection du Museum" nehmen, wie Deshayes will. Denn Area
Scapha ist keine neue, von Lamarck erst aufgestellte Art,
sondern eine alte Chemnitzsche, und man hat kein Recht den
Chemnitzschen Namen auf eine andere Art zu übertragen.
19. Peetuneulus eoneinnus Ph.
P. testa magna, ponderosa, suborbiculari , aequilatera^
56 Philippi:
striis longitndinalibus confertissimis scabra et rugis incremeiiti
distantibus decussata, rufa, ad marginem cardinalem alba, stri-
gis angulatis, rufo-fuscis ornata; apicibus incurvis approxima-
tis. Long. 46'", alt. 44i'", crass, 32'".
Patria: Oceanus Pacificus.
Die Wirbel stehen nur |'" aus einander; die Area ist
vertieft, 26'" lang, 2^'" breit. Jede Seite des Schlosses hat
16 Zähne, der Rand 50 bis 54 Zähne.
20. Pectunculus miliaris Ph.
P. testa minima, ovata, valde inaequilatera , fusco-pur-
purea, concentrice regulariter striata; apicibus acutis, promi-
nulis; area nulla; margine crenato. Long. 2'", alt. 1|"V
crass. 1"'.
Patria: Fretum Magellanicum.
Eine höchst merkwürdige kleine Art, die ich auf den
ersten Blick fiir eine junge Modiola trapezina hielt. Sie ist
so schief, dass die Wirbel im vordem Fünftel der Länge lie-
gen. Dieselben sind spitz, hervorragend, und liegen dem
Rande auf, so dass keine Area übrig bleibt! Die Epidermis
ist nicht in Haare aufgelöst, sondern in Lamellen, die ^qü
Querlinien entsprechen. Das Schloss besteht jederseits aus
fünf Zähnen; der Rand ist verhältnissmässig grob gekerbt. —
Ich habe das Thier aufgeweicht, und den Fuss der Pektunkeln
mit seiner Grube für den Byssus deutlich erkannt. Die Kie-
men aber Hessen sich nicht erkennen.
21. Lima pygmaea Ph.
L. testa minuta, ovata, aequilatera, clausa, sulcis regula-
ribus, undatis, laevibus , in utroque latere obsoletis, sculpta.
Long. 2"', alt. 2i"', crass. 1|"'.
Patria: Fretum Magellanicum.
Der nächste Verwandte dieser Art ist die Grönländische
L. sulcata Leach.!
22. Pecten australis Ph.
P. testa subaequivalvi, subaequilatera, ovata; radiis 30 — 34
laevibus; interstitiis transverse lamellosis; valva superiore
rubra, subunicolore; inferiore pallida; auriculis inaequalibus
costatis. Alt. lOy, diam. 9"', crass. ^"\
Patria: Insulae Chonos.
Diagnosen einiger neuen Conchylien. 57
Diese Art hat fast ganz den Umriss, die Zahl der Rippen,
die Bildung der Ohren wie P. ornatus, unterscheidet sich
aber leicht durch folgende Kennzeichen: 1) der Bauchrand
ist weit stärker gebogen, und beschreibt mehr als einen halben
Kreis; 2) die Rippen sind alle gleich gross, nicht abwechselnd
kleiner; 3) dieselben sind vollkommen glatt, nicht schuppig.
23. Pecten natans Ph.
P testa subaequivalvi, subaequilatera, ovato-orbiculari;
costis planatis, in junioribus 25, in adultis circa 50, alternis
minoribus; costis interstitiisque laevibus.
var. a) minor, tenuissima pellucida, 15'" alta, 13.^'" lata,
^\"' crassa.
var. ß) major, solidior, costis 50; 25'" alta, 231'" lata,
8^"' crassa.
Patria: Fretum Magellanicum, Messier-Canal, Smith-Canal.
Diese Art ist dadurch merkwürdig, dass sie frei herum-
schwimmt, in den grossen Massen des Riesentanges. Mein
Bruder schreibt hierüber: „es ist dies vielleicht die einzige
Muschel, die willkiihrlich schwimmen kann, was mich nicht
wenig in Erstaunen setzte, und manche zu ergreifen verhin-
derte. Das Thier in dieser dünnen Schale ist sehr klein, und
bei der geringsten Bewegung, die man dem Fucus mittheilt,
auf welchem sie in grosser Tiefe sitzen, lassen sie los, öffnen
die Schalen, und schliessen sie mit grosser Gewalt. Hierdurch
schiessen sie dahin, indem das Wasser an der Stelle aus-
strömt, wo die Schale sonst für den Austritt des Byssus offen
ist und dadurch die Muschel in der entgegengesetzten Rich-
tung nach vorn treibt. Will man daher der Muschel habhaft
werden, so muss man ganze grosse Büsche schnell herauf-
holen; man findet dann immer eine Partie in denselben.
Uebrigens fand ich diese Muschel nur an zwei Stellen, wo
das Meer nie unruhig werden kann."
Die Färbung ist verschieden: einige sind fast ganz farb-
los, andere gelblich, selbst braun auf der obern Schale, andere
haben auf farblosem Grunde mehrere gelbe oder braune Rippen.
24. Terebratula eximia Ph.
T. testa maxima, subrhombeo-orbiculari, laevi; valva
utraque aequaliter gibba, dorsali medio demum elevata, eleva-
tione biangulata; margine frontali sinuato; sceleto interno
58 Philippi:
formato e lamellis diiabus, versus frontem arciiatini diductis,
deinde adscendentibiis et fere iisqiie ad apicem recurrentibus,
ibique conjuiictis. Alt. 30'", latit. 28"', crass. 15^".
Patria: Fretum Magellanicum, Port Famine in profundi-
tate circa 50 pedum.
Diese Art dürfte leicht die grösste lebende Terebratel
sein, und in dieser Beziehung selbst nur von wenigen fossilen
Arten iibertroffen werden. Die Ventralschale bildet am Schloss
einen sehr stumpfen Winkel, und ist ziemlich deutlich fiinf-
seitig; von den fünf Seiten ist die zwischen den Falten ein-
gefasste Basis die kleinste. Die Oeffnung ist verhältnissmäs-
sig gross, die Deltidien durch eine senkrechte Linie geschie-
den oder sektirend. Das innere Gerippe ist sehr entwickelt,
nach der Figur bei Chemnitz zu urtheilen, dem von T. dor-
sata ähnlich, aber ohne mittlere Scheidewand: jedoch verläuft
in der Mittellinie eine erhabene Leiste bis zur halben Länge.
— Die Farbe ist bräunlich gelb.
25. Terehratula lupinus Ph.
T. testa laevi, orbiculato-rhombea, marginibus cardinalibus
elongatis; valva utraque aequaliter gibba, dorsali obscure ca-
rinata; margine frontali vix flexuoso; sceleto interno e lamella
mediana adscendente, lamellisque horizontalibus a centrali ad
dentem cardinalem porrectis, formato. Alt. 6^"', latit. 6f'",
crass. 3'".
Patria: Insulae Chonos.
Die Gestalt ist bei dieser Art so verschieden, dass ich
sie kaum in die Diagnose aufnehmen konnte. Kleine Exem-
plare sind schmal, eiförmig, und zeigen keine Spur des Rük-
kenkieles; der Schnabelwinkel ist sehr spitz. Die grösseren
haben dagegen einen überaus stumpfen Schlosswinkel, und die
Seitenränder und der Stirnrand fliessen in eine einzige halb-
kreisförmige Linie zusammen. Die Oeflfnung des Schnabels
ist massig gross, noch im Alter sind die Deltidien vollständig
getrennt. Die mittlere Platte des inneren Gerippes steigt von
der Mitte an stark nach oben und nach vorn in die Höhe;
jederseits ist eine gebogene dünne Lamelle, welche diese Mit-
telplatte mit dem Schlosszahn verbindet, und bevor sie den-
selben erreicht, nach oben in eine Spitze ausgezogen ist. Die
Farbe ist ziemlich rein weiss.
Diagnosen einiger neuen Conchylien. 59
26. Terehratula rhombea Ph.
T. testa subrhoinbea plicata; valva dorsali convexiore,
iriedio in jugum satis angustum elevata, ventrali medio de-
pressa; plicis diehotoniis, demiim sex in jugo mediano, 15 — 16
in lateribus; sceleto interno e lamella mediana adscendente
et utrinque e lamella duplici, recurrente formato. Alt. 10|'",
latit. 10'", crass. 4|'".
Patria: Fretum Magellanicum ad Port Famine.
Die Gestalt stellt beinah vollkommen eine Raute vor,
deren einer spitzer Winkel vom Schnabel gebildet wird, wäh-
rend den andern der Stirnrand abschneidet. Die Deltidien
sind vollkommen getrennt. Das innere Geripp ist ähnlich,
wie bei T. lupinus, allein die Seitenlamelle ist doppelt, eine
über der andern, übrigens nicht wohl mit Worten kurz zu
beschreiben. Die Farbe ist schmutzig weiss.
27. Chiton argyrostictus Ph.
Ch, margine laevi, valvis laevibus, subcarinatis: areis la-
teralibus a mediana unice serie punctorum impressorum, ar-
genteorum distinctis. Long. 4^", latit. 3"'.
Patria: Fretum Magellanicum.
Durch die eigenthiimlichen eingestochenen , im Grunde
silberglänzenden Punkte, welche an die ähnliche Bildung bei
einigen Carabus erinnern, ist diese kleine Art hinlänglich zu
unterscheiden. An den beiden Endvalven stehen dieselben in
mehreren concentrischen Reihen. Die Färbung variirt, vor-
herrschend ist die braunrothe Farbe; bei einem Exemplar
sind weissliche Flecke und Querbinden, bei einem anderen
Längsbinden.
28. Patella hyalina Ph.
P. testa oblonga, parum convexa, tenuissima, pellucida,
extus flavescente, intus argentea, obsoletissime costata; apice
recurvo submarginali. Long. 16'", latit. 11^'", alt. 3i'".
Patria: Fretum Magellanicum, in fucis.
Die Spitze, welche fast unmittelbar dem Rande aufliegt,
zeichnet diese Art sehr aus, welche sonst der P. cymbularia
Lam. sehr nahe kommt. Sie hat ebenfalls ein paar schwach
erhabene Längslinien, welche den Rand schwach gekerbt
machen.
60 Philippi:
29. Patella Cymbium PIi.
P. testa ovato - oblonga , grisea, tenui, subcostata, apice
recurvo, niargini fere incumbente. Long. 12'", Jatit. 17'",
alt. 7^'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Diese Art ist der P. hyalina sehr ähnlich, aber weit dick-
schaliger und etwas deutlicher gerippt. Ich habe sie erst für
Lamarck's P. cymbularia gehalten, und es stimmen namentlich
die Worte Lamarck's testa — cinereo-coerulescente, intus
argentea sehr wohl, auch stimmt die Abbildung der P. cym-
bularia, welche Blainville Malac. t. 49. f. 6 giebt, sehr gut,
allein Herr Chenu hat in Delessert's Recueil tab. 2.3. f. 8 eine
sehr deutlich gerippte Art abgebildet, welche einen fast kupfer-
rothen Wirbel hat, und innen ebenfalls zum grössten Theil
metallisch rothgelb, aber nicht silberweiss ist. Hat H. Chenu
auch hier eine andere Art als die Lauiarcksche unter dem
Lamarckschen Namen abgebildet, wie er sich dies öfters hat
zu Schulden kommen lassen? und ist unsere Art die Lauiarck-
sche P. cymbularia?
30. Patella vitrea Ph.
P. testa ovato- oblonga, tenuissima, pellucida, grisea; um-
bonibus elevatis, compressis; apice cupreo, antice incurvo.
Long, plerumque 14'", lat. 9"', alt. 4^'".
Patria : Fretum Magellanicum in fucis, frequens.
Einzelne Exemplare sind um ein Drittheil grösser. Die
Farbe ist mehr oder weniger grau, ins Gelbe und Braune
fallend, die Wirbel innuer schön rostfarben, metallisch glän-
zend. Sie stehen weit nach vorn in der grössten Höhe der
Schale. Bei ganz alten Exemplaren sind aussen ein paar er-
habene Linien, denen innen vertiefte Linien entsprechen, wo-
durch der Rand schwach gekerbt wird , wie bei der vorigen
Art. Stellt man sie auf den Tisch, so berührt sie denselben
nur mit den Seiten. — Einzelne Individuen sind breiter und
flacher.
31. Fissurella nigra Ph.
F. testa ovato- oblonga, satis depressa, nigra, costulis fre-
quentissimis radiantibus, inaequalibus, striisque incrementi
elevatis sculpta; foramine oblougo, horizontali, submediano;
margine crenulato. Long. 20"', lat. 12'", alt. 5'".
Diagnosen einiger neuen Conchylien. Q\
Patria: Chili.
Durch ihre Färbung und den gekerbten Rand ist diese
Art sehr leicht von den ähnlichen chilesischen zu unterschei-
den. Die Rippen und ebenso die Anwachsstreifen treten bald
stärker bald schwächer hervor, so dass die Schale bald sehr
rauh, bald ziemlich glatt ist. Grösse, Umriss und Höhe sind
ähnlich wie bei F. oriens Sow.; das Loch aber kleiner, etwas
mehr nach hinten gestellt, und von einem horizontalen
weissen Rande umgeben.
32. Fissurella australis Ph.
F. testa oblonga, elliptica, depressa, laeviuscula, fusce-
scente, purpureo radiata, lineis radiantibus confertissimis striis-
que incrementi sculpta, lateribus incumbente; foramine oblongo,
majusculo, subcentrali; margine tenuissime crenulato. Long.
16'", latit. 9'", alt. 21'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Die Skulptur ist wie bei einer jungen F. oriens, mit der
sie auch die Färbung gemein hat, allein sie ist sehr leicht zu
unterscheiden. Sie ist nämlich viel dünnschaliger, an beiden
Extremitäten gleich breit, und etwas in die Höhe gebogen,
so dass die Schale, wenn man sie auf eine Tafel legt, dieselbe
nur mit den Seiten berührt, während bei F. oriens das Ge-
gentheil Statt findet. Wenn die hellen Zwischenräume zwi-
schen den purpurnen Strahlen verschwinden, entsteht eine
entfernte Aehnlichkeit mit F. nigra, die sich jedoch sogleich
durch die schmälere hintere Extremität, die weit gröbere
Skulptur, die groben Kerben des Randes etc. unterscheidet.
33. Fissurella alba Ph.
F. testa f)arva, ovato-oblonga, satis convexa, omnino alba,
sublaevi, lineis sc. impressis radiantibus confertis, striisque in-
crementi sculpta; foramine oblongo, subcentrali; extremitatibus
incumbentibus. Long. 10^", lat. 6^"', alt. 3\"'.
Patria: Fretum Magellanicum.
Sollte dies ein Blendling von F. oriens sein? Es liegen
zwei ganz gleiche Exemplare vor, die sich freilich fast allein
durch die rein weisse Färbung so wie durch etwas grössere
Höhe und Breite unterscheiden.
34. Calyptraea decipiens Ph.
C. testa parva, conica, pellucida, laevi, alba, epidermide
62 Fhilippi:
fuscescente; laminae intcrnae horizoiitalis inargine subrecto,
simplici. diam. 5'", alt. 2'".
Patria: Fretuni Magellanicum.
Von oben betrachtet nur durch die deutlichere, stärkere
Epidermis von C. sinensis L. (vulgaris Ph.) des Mittelmeeres
zu unterscheiden, so wie man sie aber umdreht, durbh die
abweichende Bildung der innern Lamelle sehr verscliieden.
35. Calyptraea costellata Ph.
C. testa conica, albida, costis radiantibus sculpta; epider-
mide caduca; vertice centrali; subtus concava; lamina arcuata
et margine columellari reflexa. Diam. 9^"', alt. 4|'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Es ist nicht unmöglich, dass diese Art eine blosse Varie-
tät von C. radians Desh. ist; sie unterscheidet sich hauptsäch-
lich durch den nach aussen umgeschlagenen Columellarrand
der innern Platte.
36. Helix {Nonind) Pfeifferi Ph.
H. testa orbiculato-convexa, subumbilicata, laevi, superne
tenuissime plicatula, nitidissima, cinnamomea, unicolore; an-
fractu ultimo tereti; spira obtusa, labro acuto. Diam. 15"',
alt. 84'", anfr. 6|.
Patria: China. ^
Gegenwärtige Art hält das Mittel zwischen H. citrina L.
und H. cinnamomea Val. Guerin Mag. Zool. t. 116. f. 1. Sie
hat ganz die schöne, zimmtbraune Färbung von dieser, die
nur unten blasser wird, allein sie ist um ein Drittel grösser
und hat ein weit stärker erhabenes Gewinde. Auch ist H.
cinnamomea, wie H. citrina, sehr fein und unregelmässig ge-
streift, während unsere Art ganz glatt, aber sehr fein, flach
und dicht gefaltet ist. H. citrina unterscheidet sich durch die
Färbung, die Skulptur, eine Andeutung von Kiel auf der letz-
ten Windung, eine Windung weniger etc.
37. Bulimus hivittatus P h.
B. testa oblonga subturrita, rufa, fasciis binis albis utrin-
que ad suturam ornata; apice obtuso; apertura ovata, dimi-
diam spiram aequante; columella recta, simplice; labro sub-
reflexo, roseo. Alt. 23'", diam. 11'".
Patria: Sylvae Peruanae.
Diagnosen einiger neuen Conchylien. ß3
Diese Art hat ziemlich die Gestalt von B. Taunaisii Per.,
auch die stumpfe Spitze mit kanalartigen Näthen, allein ein
längeres Gewinde, tiefere Näthe, und eine gerade, nicht ge-
drehte Columella, der Unterschiede in der Färbung nicht zu
gedenken.
38. Auricula ti'iticea Ph.
A. testa minuta, ovato-oblonga, laevi, castanea; spira ex-
serta acuta; columella biplicata, plicis parum eminentibus;
labro simplici, intus quinquedentato. Alt. 4"', diam. 2'".
Patria: China?
Die Gestalt ist genau wie bei A. nitens, ebenso die Fär-
bung, allein die Kennzeichen der Mündung unterscheiden sie
sehr leicht, abgesehen von der geringeren Grösse und vom
Vaterland.
39. Lirnnaeus sandivic ensis Ph.
L. testa parva, ovato-oblonga, imperforata, rufo-cornea;
spira acuta, plerumque truncata; anfractibus convexis; apertura
ovata, spiram integram superante. Alt. 4'", diam. ^\"'.
Patria: Insulae Sandwich, Oahu.
Dieser Lirnnaeus ist unter den Europäischen Arten allein
mit L. pereger var. minor zu vergleichen, aber weit schlan-
ker, fast von der Gestalt einer Succinea: die Eigenschaft der
Wirbel gern abzubrechen, so dass nur 2 Windungen biswei-
len übrig bleiben, kenne ich an keinem anderen Limnaeus.
40. Neritina aspera Ph.
N. testa semiglobosa, fusca, rugis longitudinalibus flexuo-
sis striisque tenuissimis longitudinalibus et transversis sculpta;
anfractu ultimo superne planiusculo, subangulato, ad angulum
subspinoso; spira erosa planiuscula; labio albo denticulato.
Alt. 1\"', latit. 91"'.
Patria: China?
Durch eine sehr merkwürdige Skulptur ist diese Art aus-
gezeichnet. Die Runzeln verlaufen nicht gerade, sondern hin
und her, oft regelmässig eine Zeit lang im Zickzack, und sind
unter der Lupe von feinen Längslinien und noch zarteren
Querlinien gegittert. Die Farbe ist braun, doch scheinen
helle, grünlich gelbe, schuppenförmige Flecke durch, und bei
einem Exemplar zwei helle Querbinden. Die Mündung ist
genau wie bei N. brevispina.
64 Philippi:
41. Neritina cirrata Ph.
N. testa transversim ovata, tenuiter striata, fusco-nigri-
cante; apertura auraiitiaca ; labio piano, denticulato; canali
labri producto, supra spiram reflexo, eamque omnino occul-
tante. Alt. lOi"', diam. i^"'.
Patria: China?
Diese Art verdient weit mehr den Namen N. canalis, als
jene, welche Sowerby so benannt hat, mit der sie sonst sehr
übereinstimmt. Der Kanal nämlich hört nicht in einiger Ent-
fernung von der Spira auf, einen erhöhten Rand um die Nath
bildend, sondern er bildet einen spiralförmig gedrehten Zipfel,
der die Spira völlig versteckt.
42. Neritina hi canalis Ph.
N. testa transversim ovata, tenuiter striata, fusco-nigri-
cante; apertura aurantiaca; labio piano, denticulato; canali
labri producto, auriculis duabus terminato; carina ab
auricula superiore ad apicem spiraliter ducta. Alt. 1\"',
diam. 9V".
Patria: Insulae 0-Taiti; misit cl. Largillier.
Auch diese Art ist der N. canalis Sow. äusserst ähnlich,
aber durch das zw ei zipfelige Ende des Kanals der Ober-
lippe sehr ausgezeichnet.
43. Rissoa bidentata Ph.
R. testa turrito-conica , obtusa, lactea, laevissima; anfra-
ctibus planiusculis, superioribus oblique plicatis; aper-
tura oblonga, subeffusa; labro incrassato, intus bidentato.
Alt. 2f'", diam. 1^"'
Patria: Insulae Amicorum.
Kann nur mit R. tridentata Mich, verglichen werden,
welche aber keine Falten auf den oberen Windungen hat.
44. JSatica atrocyanea Ph.
N. testa ovato-globosa, sub strato tenui albo-glaucescente
atrocyanea; anfractibus teretibus; spira elata; umbilico aperto;
faucibus atropurpureis. Alt. 17'", diam. 16'", alt. aperturae 12'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Die sehr stark gewölbten Windungen, die hohe Spira,
das dünne Oberkleid, welches auf den obern Windungen leicht
verloren geht, die dann dunkel blauschwarz erscheinen, die
dunkle Färbung des Schlundes zeichnen diese Art sehr aus*
Diagnosen einiger neuen Conchylien. ()5
45. Natica patagonica Ph.
N. testa ventricosa, globosa, laeviuscula, substriata, lactea;
anfractibus convexis, sutura profunda divisis; iimbilico aperto.
Alt. 151'", diam. 15^'^ apert. 11'" alt.
Patria: Fretum Magellaniciinfi.
Die Gestalt ist fast genau wie bei N. monilifera, nur ist
das Gewinde ein weniges höher, die Windungen stärker, die
Nath tiefer. Auch ist die Oberfläche durch die Anwachsstrei-
feii rauher.
46. Natica acuta Ph.
N. testa ovato-conica, acuta, lactea, nitida ; umbilico satis
magno, aperto; labio valde calloso. Alt. 8'", diam. 1\"',
alt. apert. 51'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Die Gestalt hält das Mittel zwischen N. mammilla und
conica; der Nabel ist aber weiter offen.
47. Natica impervia Ph.
N. testa ovato-globosa, laeviuscula, lactea; anfractibus pa-
rum convexis, umbilico a callo semicirculari labii omnino
clauso. Alt. 5"', diam. 4f"', alt. apert. ^"',
Patria: Fretum Magellanicum.
Die am nächsten verwandte Art ist N. consolidata Couth.
(die ich auch unter dem Namen N. clausa Brod. bekommen
habe); allein unsere Art ist nicht so breit, die letzte Windung
ist oben nicht flach, und setzt nicht so sehr ab; endlich ist
das Gehäuse milchweiss mit einer dünnen, hellgelblichen Epi-
dermis bedeckt.
48. Scalaria magellanica Ph.
Sc. testa turrita, imperforata anfractibus rotundatis; costis
circa 15 obliquis, basi carina junctis; lineis impressis 6 in in-
terstitiis. Alt. 9\"\ diam. 41'", diam. aperturae 21"'.
Patria: Fretum Magellanicum.
Scalaria australis Lamk. von Neuholland hat weit schwä-
cher gewölbte Windungen, nur etwa zehn gerade Rippen
und glatte Zwischenräume; Sc. groenlandica ist nicht so
schlank, hat unten keinen Kiel, und ebenfalls weit flachere
Windungen.
49. Trochus nudus P h.
Tr. testa conica, imperforata, tenuissima, laevissima, albida,
Archiv 1. Naturgesch. XI. Jahrg. I.Bd. 5
66 Philippi:
iridescente; anfractii ultimo aiigulato, angulo subtus marginato,
apertura rhombea. Alt. 6'", diam. 5J'", diani. apert. 3"'.
Patria: Fretuin Magellanicum.
Die acht Windungen sind schwach gewölbt, fast eben,
überhaupt der ganze Habitus fast genau wie bei Tr. conulus.
Die dünne, irisirende, weissliche, durchsichtige Schale ist wie
bei Margarita beschaffen, oder wie manche Trochus aussehen,
wenn ihnen das äussere Farbenkleid durch Säuren abge-
zogen ist.
50. Trochus (Margarita?) lineatus Ph.
Tr. testa imperforata, magna, solida, depresso - conica,
laevissima, cinerea, fasciis albis, lineisque fuscis frequentissimis
cincta; regione umbilici alba. Alt. 10'", diam. 10^"', alt.
obliqua apert. 5'", latit. 3'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Wegen ihrer grossen Analogie mit Margarita taeniata
Sow. Couch. Jll. muss man diese Art wohl auch in die Ab-
theilung Margarita bringen, ungeachtet sie weit dickschaliger ist.
5i. Monodonta lactea Ph.
M. testa minima, subglobosa, umbilicata, lactea; anfracti-
bus superioribus seriebus tribus, ultimo seriebus 9 — 10 gra-
norum cinctis; suturis profundis; margine umbilici integro;
margine columellari versus basin denticulo instructo, superne
haud soluto. Alt. \\"\ diam. i\"'.
Patria: Insulae Amicorum.
Die dicke Aussenlippe, der Zahn der Columella beweisen,
dass diese kleine, zierliche Art ausgewachsen ist.
52. Cerit hium pullum Ph.
C. testa minuta, subulato -turrita, rufescente; anfractibus
parum convexis, seriebus transversis nodulorum in anfractibus
Omnibus tribus, quibus accedunt in anfractu ultimo cingula
duo laevia; canali brevissimo, distincte exciso. Alt. 4'",
diam. i\"'.
Patria: Fretum xMagellanicum.
Grösse, Gestalt, Färbung hat diese Art mit C. Lima ge-
mein, unterscheidet sich aber leicht durch folgende Merkmale:
1) sind die Windungen im Verhältniss zur Höhe breiter;
2) haben sie nur drei Knotenreihen ; 3) ist der Kanal noch
kürzer und tief ausgeschnitten, während bei C. Lima
Diagnosen einiger neuen Conchylien. 67
gar kein Ausschnitt, sondern nnr eine schwache Ausbiegnng
vorhanden ist.
53. Cerithium exiguum Ph.
C. testa minuta, ovato-oblonga , alba vel rufo-nebulosa,
tenuissime transversim striata; anfractibus superne niarginatis,
medio serie tuberculorum miniitorum coronatis; ultimo serie-
bus tribus nodulorum obsoletis; cauda brevissima. Alt. 2^"',
lat. li'".
Patria: Insulae Amicorum.
Gestalt und Mündung sind wie bei C. litteratuni, Morus
etc., der Wulst der Nath ist auf der letzten Windung knotig,
wofür die drei andern Knotenreihen fast verloschen sind.
54. Cerithium diminutiv um Ph.
C. testa minuta, turrita, plerumque alba, rufo nebulosa;
anfractibus planiusculis , interdum medio tuberculatis ; lineis
elevatis confertis, transversis; canali brevissimo. Alt. 3^"',
diam. \Y',
Patria: Insulae Amicorum.
Diese kleine Art ist ziemlich veränderlich : bald hat sie
keine Spur von Knoten, bald eine Reihe deutlicher spitzer
Knötchen auf der Mitte jeder Windung, bald unregelmässige,
flache, Varix ähnliche Wülste. Die einzige ähnliche Art, C.
zebrum (sie!) Kiener t. 25. f. 4 hat Längslinien, welche die
Querlinien schneiden und Körner hervorbringen, von denen
unserer Art jede Andeutung fehlt.
55. Fusus cancellinus Ph.
F. testa fusiformi, albida; anfractibus convexis; costis
circa 16, sulcisque circa 12, in ultimo anfractu circa 24: cauda
producta; apertura ovato-oblonga, cum canali spiram aequente;
labro intus incrassato, dentato. Alt. 11'", lat. 9'", alt. apert. 9'".
Patria: Fretum Magelianicum.
An alten Exemplaren kann man zweifelhaft sein, ob man
die Schale gefurcht oder gereift nennen soll, indem die Zwi-
schenräume zwischen den Furchen stark gewölbt sind, an den
jüngeren Individuen , dass die Schale von vertieften Linien
durchzogen ist. Der Kanal ist fast so lang wie die Mündung
selbst, und durch eine hervorstehende Ecke des Columellar-
randes deutlich abgesetzt. Die Färbung ist innen violett.
5*
68 Philippi:
56. Fusus decolor Pli.
F. testa ovata, subfusiformi , albida, intus purpurea; an-
fractibus valde convexis ; costis 16 — 19, in anfractu ultimo
evanescentibus; lineis inipressis transversis circa 6 — 8, supre-
mis obsoletis, in anfractu ultimo demum 18; cauda brevissima;
apertura ovata, patula, spiram superante. Alt. 15"', diam. 11'",
alt. apert. 9'".
Patria: Fretum Magellanicum, insulae Chonos.
Alle Exemplare sind fast ganz der oberflächlichen Scha-
lenschicht, selbst noch bei Lebzeiten des Thieres beraubt, wie
dies in den dortigen Meeren vielen Conchylien : Natica atro-
cyanea, Murex lamellosus magellanicus, Buccinum paytense
etc. zu geschehen pflegt. Die Skulptur ist ähnlich wie bei
der vorhergehenden Art, allein die vertieften Linien sind ent-
fernter, die Zwischenräume stets eben, die Rippen auf der
letzten Windung verschwunden, das ganze Gehäuse sehr viel
breiter etc. Wegen des kurzen Kanals könnte man diese Art
mit demselben Recht zu Buccinum bringen.
57. Turbinella spinosa Ph.
T. testa parva, ovato-fusiformi, acuta, transversim striata;
anfractibus costulatis; superioribus medio serie unica nodorum
acutorum, ultimo seriebus duabus vel tribus nodorum armato;
apertura spiram aequante; plicis columellae obsoletis. Alt.
lli"', diam. 8'".
Patria: China.
Es sind auf jeder Windung etwa zehn Rippen, die in der
Mitte der obern Windungen eine Reihe zusammengedrückter,
durch Kiele verbundener, spitzer Knoten haben. Die letzte
Windung hat zwei solcher Knotenreihen, und unterhalb noch
mehrere erhabene Quergiirtel, die zum Theil auch knotig sind.
Die Farbe ist weiss mit drei braunen Querbinden, von denen
die oberste, auf den obern Windungen allein sichtbare, an die
Nath gränzt und oft verloschen ist; die zweite liegt unmittel-
bar unter der zweiten Knotenreihe. Die Mündung ist vio-
lett; die Aussenlippe ist innen gefurcht, die Innenlippe hat
drei schwache Fältchen.
58. Buccinum patagonicum Ph.
B. testa oblonga, fusiformi, laevissima, superne purpurea,
demum flava, liueis transversis rufis picta; anfractibus con-
Diagnosen einiger neuen Conchj'^lien. 69
vexiusculis, siipremis obsolete plicatis; apertura ovata, spiram
aequante; labro superne subsinuoso. Alt. 11"', diam. 6|'",
alt. apert. 6'".
Patria: Fretum Magellanicum.
Diese Art hat fast ganz genau Grösse und Bildung von
B. lineolatum Kien. Fig. 3 und unterscheidet sich fast allein
durch die Färbung. Die obern Windungen sind dunkel vio-
lett-braun , die letzte innen und aussen gelblich. Die braun-
rothen Querlinien sind etwa 12, unregelmässig, einzelne stel-
lenweise verloschen. — Auch mit Fusus plumbeus Phil. Ab-
bildungen Heft V. findet eine sehr grosse Verwandtschaft Statt,
nur ist unsere gegenwärtige Art breiter, die Falten der obern
Windungen sind kaum angedeutet, die Färbung ist anders.
59. Buccinum taeniolatum Ph.
B. testa oblongo-conica; anfractibus parum convexis, ad
suturam marginatis costis confertissimis obliquis sculptis, lineis-
que vix elevatis, (circa 6), rufo-fuscis in fundo pallido pictis;
apertura ovato - oblonga , spiram haud aequante; labro intus
sulcato. Alt. 1\'", diam. 4i'", alt. apert. 4'".
Patria: Insulae Chonos.
In Grösse, Gestalt, Bildung der Mündung stimmt diese
Art mit B. corniculum Olivi wohl überein , ist jedoch bauchi-
ger, die Mündung daher oben nicht so spitz, und durch die
Rippen und Färbung sehr ausgezeichnet. Die letzte Windung
hat 12 erhabene Querlinien.
60. Baianus acutissimus Ph.
B. tubo subcylindrico , pallide roseo, epidermide? flava
vestito, laevi; areis prominentibus tenuiter in longuni "striatis;
areis depressis latis nitidissimis, transverse tenuissime striatis;
operculi valvis posticis laevibus, longissime unguicnlatis,
anticis cingulis transversis striisque longitudinalibus confertis-
simis sculptis. Alt. 15'", diam. baseos 12"', apert. 7:^"'.
Patria: Insulae Chonos, ubi frequens.
In grossen Massen zusammengewachsen , doch trennen
sich die einzelnen Individuen leicht von einander. Der erha-
bene Theil der Klappen ist sehr scharf von dem vertieften
Theil abgesetzt, unregelmässig, sonst nur überaus fein gestreift.
Auffallend ist die Glätte und der Glanz des vertieften Theiles.
Das dünne gelbliche Häutchen, welches fast alle Individuen
70 Philippi:
überzieht, und leicht losgeht, scheint eine wahre Epidermis
zu sein. Am Deckel, der meinen Erfahrungen zufolge die
besten Merkmale zur Unterscheidung der Balaniden abgiebt,
sind die langen, dünnen, klauenförmigen Spitzen der hinteren
Klappen besonders auffallend, von denen ich den Namen her-
genommen.
61. Baianus sulcirostris Ph.
B. tubo conico, pallide roseo, laeviusculo; areis depres-
sis profundis, filiformibus ; apertura angusta; operculo py-
ramidali, obtuso, valvis anticis medio sulco lato, profundo
sculptis. Alt. 12'", diam. 12'", plerumque minor.
Patria: Chili, frequentior et major in Freto Magellanico.
Durch die Bildung des Deckels sehr leicht zu unter-
scheiden. Weit gemeiner ist im südlichen Chili eine Art,
welche ich für B. laevis Brg. halte (leider kann ich die Enc.
melh, nicht nachsehen), und dem B. sulcirostris sehr ähnlich
sieht, Sie wird grösser und dickschaliger, hat eine grössere
OefTnung, der Deckel ist etwas spitzer, und die vordem Klap-
pen desselben haben zwei schmale Längsfu rclien. Ran-
zaui nennt in seiner bekannten Abhandlung die Klappen des
Deckels: oblique striatas, was nicht passt, giebt aber als Va-
terland des B. laevis auch das Meer von Chili an. Hat die
Brasilische Art wirklich einen andern Deckel, als die Chile-
nische? Dann giebt es in den Süd- Amerikanischen Meeren
drei sehr ähnliche Arten, welche alle drei sehr schmale ver-
tiefte Räume zwischen den hervortretenden Feldern der Röh-
renklappen haben.
62. Chthamalus chilensis Ph.
Ch. tubo convexo - conico , pallide roseo, radiis elevatis
longitudinalibus confertissimis sculpto; areis depressis angu-
stissimis, filiformibus; apertura angustissima; operculo
pyramidali, valvis transverse striatis, lineis rectis divisis.
Patria: A Valparaiso usque ad Fretum Magellanicum.
Gewöhnlich nur 4'" im Durchmesser, und 1\"' hoch, kann
jedoch auch 7'" im Durchmesser und 5"' Höhe erreichen.
Auffallend ist die enge Mündung. Je älter das Individuum,
um so mehr treten die Strahlen hervor und zeigen nach unten
sägezahnartig hervorstehende Absätze in Folge des Wachs-
Diagnosen einiger neuen Conchylien. 71
thums. Am nächsten damit verwandt ist Chth. punctatus
(Baianus) Anglorum non Lamk. von Helgoland, England *) etc.
63. Chthamalus g labratus Ph.
Chth. tubo conoideo, tenui, laevi, griseo; areis depres-
sis latiusculis, pariim distinctis; suturis rectilineis; operculo
piano, laevi, valvis posticis minimis, ab anticis linea sinuata
divisis.
Patria: Chili. ' ;
Ich besitze ein grosses und ein kleines Exemplar; erste-
res ist fast 11"' im Durchmesser gross und &" hoch, unregel-
mässig. Auffallend ist die Dünne und Glätte der Schalen;
die einzelnen Valven der Röhre sind durch geradlinigte Näthe
getrennt.
64. Chthamalus australis Ph.
Chth. tubo depresso, conico , griseo, radiatim sulcato;
areis depressis satis angustis et profundis; suturis serratis;
operculo piano, valvis posticis minimis, ab anticis linea
bisinuata divisis. Diam. 6'", alt. i\"',
Patria: Fretum Magellanicum.
') Jede einzelne Valve der Röhre hat etwa 3 Furchen, und oft
sind parallele, erhabene, sehr zierliche Anwachsstreifen vorhanden.
Sehr ähnlich ist Chth. depressus (Balarius) Poli aus dem Mittelmeer.
72
Lieber die auf den Siinda - Inseln lebenden un-
geschwänzten Affen - Arten.
Von
Dr. S al. Müller.
I. Gatt. Pitlieciis,
Von dieser Gattung, welche die dem Menschen am näch-
sten stehenden Affen umfasst *), besitzt der indische Archipel
eine Art, von welcher Bontius um die Mitte des siebenzehn-
ten Jahrhunderts die ersten näheren Nachrichten in Europa
gegeben zu haben scheint. Es ist der
Orang-Utan, Pithecns satyrus^
über dessen Naturgeschichte, Literatur u. s. w. vornehmlich
nachzusehen sind: Geoffroy et Fr. Cuvier, Mammiferes,
Ed. in 4o. PI. 1 (junges Weibchen, etwas unnatürlich in der
Stellung, und nicht sehr treu rücksichtlich der Behaarung und
Färbung); Temminck, Monogr. de M ammal ogie, T. II.
(mit mehreren schwarzen Abbildungen, von welchen nament-
lich PI. 44 und PI. 70 sehr gute Figuren enthalten; Schre-
ber's Säugethiere nebst der F'ortsetzung von A. Wagner;
') Gewöhnlich werden sie mit dem hybriden Namen Orang-
Affen belegt. Lesson in seinen vor wenigen Jahren erschienenen
Schriften: Species des Mammiferes bimanes et quadruma-
nes, 1840; und Nouveau tableau du regne animal, 1842,
setzt dieselben als Unter -Abtheilung: Anthropomorpheae, mit
dem Menschen in eine Ordnung; eine Eintheilungsweise, welche zn
den wunderlichen Phantasiegebilden gehört, die aller Untersuchung
und wahrer Würdigung des Thatbeständlichen ermangeln. Bory de
Saint Vincent hat bekanntlich in einem Buche L'homme, diese und
mehrere andere, aller gesunden Vernunft Hohn sprechende Lächer-
lichkeiten zuerst in Anregung gebracht. Im Dictionnaire clas-
sique d'hist. nat. Art. Homme und Orang, bildet er aus den
Gattungen: Homo, Troglodytes, Pithecus und Hylobates, unter dem
Namen Bimanes, die erste Ordnung der Säugethiere.
üeber die ungeschwänzten Affen -Arten der Sunda-Ins. 73
und die Verbände!, over de natuurl. gesch. der Ned.
Overzee. bezitt. Mamm. Tab. 1 (altes Männchen).
Da dieser grosse Affe schon so oft und bis in alle Ein-
zelheiten beschrieben worden ist, und ich auch meine Beob-
achtungen über dessen Sitten schon in den erwähnten Ver-
handelingen ausführlich mitgetheilt habe, will ich ihn hier
nur kurz berühren.
Dass es nur eine Art von Orang-utan in Ostindien giebt,
halten wir heutigen Tags, trotz der neuerdings wieder von
James Brooke angeblich erwähnten vier Arten '), für eine
ebenso entschiedene Sache, als dass dieses Thier, nach sichern
Quellen, bis jetzt blos auf Borneo und Sumatra beobachtet
wurde. Das alte Männchen zeichnet sich wesentlich vom
Weibchen aus, und zwar: 1) durch beträchtlichere Grösse
und einen weit untersetztem, kräftigern Körperbau; 2) durch
etwas längeres und gröberes Haar, und zumal durch einen
dicken und ziemlich langen Bart unter dem Kinn; 3) endlich
durch einen grossen schwieligen Auswuchs, der senkrecht zur
Seite des Gesichts, zwischen den Augen und den Ohren steht,
eine halbmondförmige Gestalt hat und in der Mitte bisweilen
gegen 2" -) breit ist. Durch diese merkwürdige Schwiele,
die jedoch nicht bei allen Männchen sich gleich stark entwik-
kelt zeigt, dem AVeibchen aber immer gänzlich fehlt, so wie
dieses auch keinen eigentlichen Bart besitzt, erhält die Phy-
siognomie dieses Thiers ein höchst überraschendes, Wildheit
und Unbändigkeit beurkundendes Ansehen. Der Kopf des
Weibchens hat eine weit mehr abgerundete Form, und sein
Gesichtsausdruck ist viel milder.
Kopf, Rücken, Bauch und die Gliedmassen sind beim
Orang-utan ursprünglich dicht behaart; am längsten erscheint
das Haar an den Seiten des Leibes ^). Auf dem Rücken
•) Annais and Magaz. of nat. History, 1842, Vol.IX. p.54.
-- Auch Isid. Geoffroy beeilte sich, den von Temminck im IL Theil
von dessen Monogr. de Mammalogie ervrähnten Orang roux als
eigene Art unter dem Namen Pithecus hicolor aufzustellen (Archi-
ves du Museum d'hist. nat. T. II. p. 526.)
2) Pariser Maass, das in diesen Beiträgen überall zu Grunde liegt.
^) Bei sehr alten Männchen misst es hier gegen 10"; an der
Aussen- und Hinterseite der Schenkel ungefähr 9", an der Aussen-
seite des Oberarms 6", auf dem Scheitel %\*\ am Kinn 3 bis 4".
74 ^al. Müller:
nutzt es sich jedoch bei den alten Individuen durch das Lie-
gen allmählich derniassen ab, dass bisweilen die Haut daselbst
nur noch spärlich mit sehr kurzen Haaren bedeckt ist. Die
alten Weibchen haben gewöhnlich auch den Unterleib ziem-
lich kahl. Am dünnsten ist von Jugend auf die Behaarung
mit Ausnahme des Gesichts und der nackten Theile der Hände
und des Hintern, an Brust und Kehle. — Die Farbe des
Haares variirt vom hell Rostrothen und gelblich Rothen bis
zum dunkel oder schwarz Braunen. Die Haut des Leibes ist
im Leben von etwas rauhem Ansehen, unwillkührlich an jenen
durch Frösteln hervorgebrachten Zustand der menschlichen
Haut erinnernd, welche Gänsehaut genannt wird. Ihre Farbe
ist braunschwarz, hin und wieder mit bleifarbenem Anflug.
Die Ohren sind von Innen gelblichbraun. Das Gesicht ist
beim alten Orang-utan russschwarz, mit Ausnahme der Augen-
gegend , welche etwas heller ist. Seine verhältnissmässig
kleinen Augen liegen ziemlich tief im Kopfe ; sie sind auffal-
lend feurig; die Iris ist schön hellbraun, — Das grösste von
6 Männchen, welche ich auf Borneo erhielt, war gegen 4'
hoch, als es nach Art der in den V erhandelingen mitge-
theilten Abbildung, auf allen Vieren lief. Ganz ausgestreckt
mass es, vom Scheitel bis zu den Fingerspitzen der Hinter-
hände, beinahe 5'. Die Breite seiner beiden horizontal aus-
gespannten Arme betrug, von den Fingerspitzen der einen
Vorhand bis zu jenen der andern , 7' 4". Der Umfang am
Bauche erreichte 3'. Das Gesicht mass in der Länge, von
der Stirn bis zum Mund, kaum 8", und in der Breite, nahe
unter den Augen , mit Einschluss der schwieligen Auswüchse,
gegen 16". Das grösste von den fünf zur Fortpflanzung
fähigen W^eibchen war 3' 4" hoch, und die Breite seiner ge-
gen den Körper rechtwinklig ausgespannten Arme betrug 6'.
Wie der Orang-utan seinem ganzen äussern und innern
Weseri nach ein höchst merkwürdiges Geschöpf ist, ist er es
auch (iurch manchen Zug seiner Sitten. Träge und wenig
behende, dabei furchtsam von Art und die Einsamkeit liebend,
trifft man ihn entweder nur einzeln oder in kleinen Gesell-
schaften an; in letzterem Falle sind es gewöhnlich jüngere
Thiere und Weibchen. Während des Tages klettert er, Nah-
rung suchend, bedächtlich in den Kronen der Bäume umher;
üeber die ungesrhwänzten Affen -Arten der Sunda-Ins. 75
sobald er aber Gefahr ahnet, oder gar durch Verfolgung
sich bedroht sieht, sucht er in den höchsten Gipfeln Schutz,
wo er sich entweder hinter einem dicken Ast oder zwischen
dem dunklen Laubwerk versteckt, oder endlich bei Ermange-
lung dieses Rettungsmittels, in der Höhe von Baum zu Baum
weiter flüchtet. Doch selbst bei dieser Gelegenheit sind seine
Bewegungen keineswegs ungestüm rasch und eilig, sondern
werden sie vielmehr durch eine gewisse zögernde Ueberlegung
und geschlifi"ene Umsicht geleitet. Verwundet durch einen
Schuss oder mit einem vergifteten Pfeil, fangt der Orang-utan
sogleich an, alle Zweige in seiner Nähe abzureissen und von
der Höhe herabzuschleudern, vermuthlich in der Absicht, um
dadurch seinem Gegner Furcht einzujagen und ihn von fer-
nerer Verfolgung abzuhalten. Unter diesem verwüstlichen,
Wuth und Zorn verrathenden Treiben , stösst er auch von
Zeit zu Zeit ein tief brummendes, beinahe pantherähnliches
Gebriille aus. Da manclje Stämme der halbwilden Eingebor-
nen von Borneo, unter andern jener der Bejadju's, welcher
das ausgedehnte Stromgebiet des sogenannten Grossen - dajak-
Flusses oder Sungie Kahayan, mit dessen Nebenflüssen be-
wohnt, grosse Liebhaber vom Fleische des Orang-utan sind,
wird ihm häufig nachgestellt. Das Thier ist meist sehr fett,
und alte Männchen sollen bisweilen so schwer sein, dass drei
bis vier Menschen an einem zu tragen haben.
Die Nacht hindurch verweilt der Orang-utan am liebsten
in den weniger dem Winde und Regen unmittelbar ausge-
setzten Niederungen des Urwaldes in einer Höhe von 12 bis
20 oder 30 Fuss über dem Boden. Hier wählt er sich irgend
einen grossen Farnkraut- oder Orchideenbusch, der als Para-
sit auf einem dicken Stamme wuchert, als Ruhestelle; oder
auch, er schlägt sein Naclitlager auf dem Gipfel eines einzeln
stehenden kleinen Baumes auf. Zu diesem Zwecke biegt er
die dünnen Zweige kreuzweise zusammen, und legt alsdann,
um sein Lager weicher zu machen, noch eine Anzahl loser
Blätter von Orchideen, Farnkräutern, Pandanus fascicularis,
Nipa fruticans u. gl. darüber hin. Schon hierdurch also, dass
sich der Orarg-utan eine Art Bett bereitet, zeichnet er sich
von allen seinen Familiengenossen, mit Ausnahme vielleicht
allein des Chimpanse, augenfällig aus; und dadurch, dass er
76 Sal. Müller:
nicht, wie alle übrigen Affen, sitzend schläft, sondern sich
meist anf den Rücken oder eine der Seiten niederlegt, cha-
rakterisirt er sich noch greller. Bei unfreundlichem , kühlem
Wetter bedeckt er des Nachts gewöhnlich auch seinen Kör-
per mit ähnlichen Blättern und zumal legt er sich solche gern
in Menge auf den Kopf.
Unter den Sinnen scheint das Gehör am vollkommensten
bei ihm ausgebildet zu sein, und der Nutzen, den er für
seine Sicherheit daraus zieht, ist nicht gering. Gesicht und
Geruch stehen ohne Zweifel ersterem an Schärfe nach, wie
ich solches, nach Versuchen, an einem andern Orte weitläufig
erörtert habe. Der Tastsinn scheint bei ihm seine höchste
Entwicklung und Feinheit in den Lippen, vornehmlich in der
grossen fleischigen Unterlippe, zu erreichen, was dem Thiere
manchen Vortheil gewährt.
Die Nahrung des Orang-utan besteht in allerlei wilden
Früchten , Fruchtknospen , Blüthen und jungen Blättern. Am
meisten liebt er die Feigen ; unter denen , welche häufig von
ihm besucht werden, ist mir namentlich die Ficus infecto-
ria bekannt geworden. Ein altes Männchen hatte mehrere
1 — 2 Fuss lange Streifen Baumrinde, nebst einer Anzahl sil-
berweisser Saamen von Sandoricum indicum im Magen.
Bis jetzt ist der Orang-utan, nach zuverlässigen Quellen,
blos auf Borneo und Sumatra beobachtet worden. Auf Bor-
neo bewohnt er ausschliesslich die grossen sumpfigen Wälder
der Niederungen; in den Gebirgen sieht man ihn nie. An
der Süd- und Westseite dieser grossen Insel ist er im Gan-
zen gar nicht selten, obgleich er sich nirgends zahlreich vor-
findet; in sehr bevölkerten Strichen, wie unter andern in der
Umgegend von Banjermasing und von da landeinwärts längs
des Flusses Duton, ist er gegenwärtig ganz verschwunden.
Nicht vergebens sucht man ihn dagegen einige Tagereisen
westlich von da, längs der Ufer der Flüsse Kahayan, Sampit,
Mandawej, Kotaringin u. s.w.; während er an der Westküste,
im Innern von Pontianak und vielen andern Orten, vorkommt.
Auf Sumatra scheinen hauptsächlich die ebenen Waldstriche
im nordöstlichen Theil dieser Insel (in den Reichen Siak und
Atjien ) seine eigentliche Heimath zu bilden. Die Eingebor-
nen jener Gegend kennen ihn ziemlich allgemein unter dem
Ueber die ungeschwänzten AlTen- Arten der Sunda-Ins. 77
Namen Mawej. Bei den Dajako vom Bejadju- Stamme, auf
Borneo, heisst er Kahieo, während sie noch genauer, ge-
schlechtlich bestimmend, das alte Männchen Salamping, und
das Weibchen Buku nennen. Diejenigen Dajako, welche
die höhern Theile des Flusses Duson bewohnen, nennen ihn
Ke-u. Den Namen Orang-utan ') führt er allein bei der
Malaischen und überhaupt mohamedanischen Bevölkerung von
Banjermasing, ' uTid an andern, von Fremdlingen bewohnten
Küstenplätzen.
II. Gatt. Hylobates.
Die Hylobaten bilden, nächst dem Orang-utan, eine so
charakteristische und zumal von den zahlreichen geschwänzten
AflFen scharf getrennte Gattung, dass sie mit zu den merk-
würdigsten aller Thiere Indiens gehören. Ihre ungeheuren
Arme, die sich gleichsam auf Unkosten des ihnen mangelnden
Schwanzes entwickelt zu haben scheinen, und die Art und
Weise, wie sie klettern und laufen, verleihen ihrer Erschei-
nung ein eignes Interesse. Durch ihre Körpergestalt reihen
sie sich zunächst dem Orang-utan an, und diese Verwandt-
schaft spricht sich besonders augenfällig im Hylobates synda-
ctylus aus, der bekanntlich in anatomischer Hinsicht von sei-
') Orang = Mensch, utan oder hutan = Wald, Wildniss,
und figürlich: wild, ungezähmt, ungebildet. Irriger Weise
wird letzteres Wort, in obiger Zusammensetzung, gewöhnlich utang
geschrieben, was Schuld bedeutet, und somit dieser Affe wörtlich
als ein Schuldner bezeichnet. — Ich habe in den Verhandelingen
(Abth. Mammal. p. 11) die Vermuthung ausgesprochen, dass der
Name Orang-utan wahrscheinlich erst in den letztverflossenen Jahr-
hunderten durch die Europäer in Indien entstanden sein dürfte, in-
dem die Eingeborenen überall, wo dieser grosse Affe sich findet, an-
dere eigene Namen für ihn besitzen, und das Wort „Mensch" in den
Augen jener Völker von zu edler und erhabener Bedeutung ist, als
dass sie es einem Affen beilegen sollten. Nach Haugthon heisst die-
ser grosse Affe auch in der Bengali- Sprache VVana-manuscha,
d. i. Wald mensch; was gewiss eine durch die Engländer einge-
führte Uebersetzung von der Malaischen Benennung ist. Auffallend
erscheint es indessen, dass zugleich der Stenops tradigradus densel-
ben Namen daselbst trägt. Siehe Haugthon Dict. Bengali and
Sanskrit in voce.
78 Sah Müller:
nen übrigen Gattungsverwandten etwas abweicht. Genau ge-
noininen, stellt sowolil er, wie der Orang-iitan, etwas isolirt,
indem sich beide durch besondere organische Eigenthümlich-
keiten auszeichnen. Dem Totalhabitus nach aber, wie seinen
Sitten zufolge, gehört Hyl. syndactylus unverkennbar zur
Gruppe der mit wahren Gesässschwielen versehenen, schlank
gebauten Armaffen.
Der Gattungscharakter der Hylobaten ist bekannt *). hi
ihren Sitten gleichen die in der freien Natur mir bekannt ge-
wordenen Arten einander vollkommen. Es sind furchtsame,
scheue Thiere, die hauptsächlich die hohen Gebirgswälder be-
wohnen , paarweise oder in kleinen Familien , von 4 ~ 10,
höchstens 12 Individuen, zusammen leben, bisweilen jedoch
auch einzeln sich zeigen; in der Jugend sehr unruhig und
nuuiter sind, später aber phlegmatisch und träge werden. Ihr
eigentlicher Aufenthaltsort sind die Feigenwälder, deren Re-
gion, auf den indischen Inseln , bis zu einer Höhe von unge-
fähr 4500 Fuss über die Meeresfläche ansteigt. Man trifft
die Hylobaten gewöhnlich an den weniger steilen Abhängen
und längs der Kämme der Gebirgsjoche an; aber sobald sie
einen Menschen erblicken, flüchten sie stets eilig bergunter
und verlieren sich in wenig Augenblicken in den düstern
Niederungen der Thäler. Sie halten sich fast immer in den
Kronen hochstämmiger Bäume auf, und kommen fast nie auf
die Erde, sondern schwingen sich, gleichsam fliegend, von
Baum zu Baum. Ihre Gewandtheit ist eben so bewunderungs-
würdig als die Muskelkraft, die sie namentlich in den Vor-
*) Rücksichtlich der Anzahl Wirbel weichen die Auetoren in
ihren Angaben zum Theil sehr von einander ab. An mehr als einem
Dutzend Gerippen, beiderlei Geschlechts, die ich auf Java, Sumatra
und Borneo von Hyl. leuciscus, syndactylus, variegatus und concolor
anfertigen liess und an das Königliche Museum allhior einschickte,
ist die Wirbelzahl wie folgt: alle haben 7 Halswirbel, 13 Rücken-
wirbel, 5 Lendenwirbel, 4 Kreuzwirbel und 4 Steisswirbel. Bios ein
Gerippe, von einem alten Weibchen des Hyl. syndactylus, besitzt 14
Rückenwirbel mit einem halbentwickelten Rippenpaare am ersten,
und nur 4 Lendenwirbel; die Zahl der Hals-, Kreuz- und Steisswir-
bel ist übrigens dieselbe, so dass die normale Gesammtsumme (33)
ebenfalls vorhanden ist.
Ueber die ungoschwänzten Affen-Arten der Siinda-Ins. 71)
dergliedinassen besitzen: denn indem sie an diesen schwebend
hängen, springen sie oft 30 bis 50 Fiiss weit von der Höhe
abwärts und ergreifen fallend, blos mit den Vorderhänden,
irgend einen Zweig, der ihren von Natur hakenförmig gebil-
deten Fingern selten entgleitet. Durch rasche Bewegung der
Hinterglieder suchen sie anfangs die Schwungkraft zu ver-
stärken und nachher zu besänftigen ; umgekehrt spielen da-
gegen letztgenannte Glieder die Hauptrolle in der Fortbewe-
gung, wenn das Thier über einen dicken Ast, der Länge nach,
hineilen will, was immer laufend in aufgerichteter Körp^r-
stellung stattfindet. Der Gang ist alsdann wie von einem
Kinde, das noch nicht fest und sicher auf den Beinen steht,
wackelnd und eilfertig, wobei die Thiere krumme Knieen
machen und mit den langen Armen auf- und niederwärts ba-
lanciren '). Das laute Geschrei, das alle häufig erschallen
lassen, und bei den verschiedenen Arten nur geringe Abwei-
chungen darbietet, wird in den stillen Gebirgsgegenden oft
stundenweit gehört. — Die Gefangenschaft ertragen die Hylo-
baten im Ganzen schlecht. Alt eingefangen, nehmen sie nicht
leicht Nahrung zu sich, oder nur sehr wenig, trauern, magern
ab und sterben.
Man kennt auf den Sunda Inseln gegenwärtig vier Arten,
von denen sich drei sehr bestinnnt von einander unterschei-
den, während die vierte vielleicht nur als Lokalrasse von einer
jener drei zu betrachten sein dürfte. Die grösste oder viel-
mehr die schwerste ihrem Körper nach ist
1) Der Siamang, Hylohates syndactylus.
Die einzig gute Abbildung von diesem Afi'en haben Geof-
froy et Fr. Cuvier, Mammif. geliefert. Die in Horsfield's
*) Dass sie auf dem Boden überrascht, leicht ergriifen werden
können, wie diess namentlich von Hyl. syndactylus behauptet wird,
ist nach meiner Erfahrung falsch. Nie habe ich auf meinen unend-
lich vielen Jagdzügen einen Hylobaten auf der Erde angetroffen,
wohl aber den Hyl. syndactylus einige Mal von etwas isolirt stehen-
den, nicht sehr hohen Waldbaumen, auf denen er sich unsicher
glaubte, bei meiner Annäherung plötzlich halb verborgen, am hinte-
ren Theile des Stammes herabgleiten und nach einem andern nahe
stehenden grossen Baume zueilen sehen, ohne dass ich je im Stande
gewesen wäre, das Thier im Laufen einzuholen.
80 Sal. Müller:
Zool. Research es sich findende Fignr ist in Form und
Behaarung ganz und gar verzeichnet. Den Kopf eines alten
Weibchens, in natürlicher Grösse nach dem Leben gezeichnet,
habe ich früher nebst einigen Beobachtungen der Sitten dieses
Affen, in v. der Hoeven's Tydschrift, 1835, II, p. 324,
Taf. 5 mitgetheilt.
Der Siamang *), unter welchem Namen die Malaien in
den westlichen Küsten- und Gebirgsgegenden Sumatra's den
Hyl. syndactylus kennen, weicht, wie bereits erwähnt, in mehre-
ren Einzelnheiten seiner Körperbildung, von den übrigen Arm-
affen etwas ab. Er besitzt, dem Orang-utan ähnlich, einen
häutigen Kehlsack, der durch zwei ovale Oeffnungen in den
untern Theil des Kehlkopfs mündet, aber selbst auch in sei-
nem Innern ganz ungetheilt ist. Aufgeblasen ist er kugelför-
mig; bei vollwüchsigen Thieren beträgt sein grösster Durch-
messer 3'' 5 — 10'". Beim Schreien füllt er sich mit Luft und
dehnt sich aus, sobald aber das Thier wieder schweigt, sinkt
er augenblicklich zusammen. Beide Geschlechter haben ihn ^).
Ausser durch diesen Kehlsack, von welchem die andern Ar-
ten keine Spur besitzen, nähert sich der Siamang auch noch
dadurch dem Orang-utan, dass die Haare seines Vorderarms
aufwärts gerichtet sind, während sie bei allen übrigen Hylo-
') Amang heisst im Malaischen: drohen, Drohung, das
Wörtchen si, einem Zeit- oder Hauptworte vorgesetzt, drückt Verr
achtung aus. Si amang würde demnach soviel heissen wie: Schrei-
hals, Lärmer, Polterer, und somit seinen Ursprung dem lauten
lärmenden Geschrei dieses Affen verdanken. Jenes Wort erinnert
übrigens auch unwillkührlich an den Namen Samang, welcher einem
kleinen, schwarzfarbigen und krausköpfigen Menschenstamm, im In-
nern der Halbinsel Malacca, beigelegt wird. Ist vielleicht der Eine
dieser Namen aus dem Andern entstanden? Bei einer schnellen oder
ungenauen Aussprache verwandelt sich si amang leicht in s'amang^
wie sa orang in s'orang u. s. w.
-) Zeichnungen dieses Luftsacks nebst dem mit ihm verbundenen
Kehlkopfe habe ich auf Sumatra nach frischen Präparaten anfertigen
lassen, und sie sammt meinen Notizen darüber Herrn Prof. Sandifort,
bei Gelegenheit seiner interressanten anatomischen Arbeit des von
mir mitgebrachten grossen Orang-utan, zur gleichzeitigen Bekannt-
machung mitgetheilt. S. Verhandelingen, Mamm. Tab. 7, Fig. 1^3.
Ueber die ungeschwänzten Affen -Arten der Sunda-Ins. 8|
baten abwärts laufen ^), Zu diesen merkwürdigen Abwei-
chungen gesellt sich ferner, dass an den Hinterhänden beider
Geschlechter dieses Affen der Zeige- und Mittelfinger, bis
beinahe zur Hälfte der mittelsten Phalanx, mit einander ver-
bunden sind ^). Das dunkle Gesicht des Siamang ist auch
keineswegs von einer so dicken Bränie wollig aussehender
Haare umschlossen wie bei den andern Hylobaten; und end-
lich ist er bedeutend beleibter und von gedrängterer, robu-
sterer Gestalt als jene. Seine Behaarung, zumal auf Rücken
und den Seiten, ist dicht und ziendicl» lang; die Kehle jedoch
ist ganz nackt und von einer sehr zart und weich anzufüh-
lenden, äusserst elastischen und, itn gewöhnlichen Zustande,
runzelig erscheinenden Haut bekleidet, deren Farbe, unter
einem dünnen russschwarzen Ueberzug, fleischfarbig-braun ist.
Die alten Weibchen haben häufig auch Brust und Bauch nur
spärlich mit Haaren bedeckt, was von den Jungen herrührt,
die sie lange mit sich, am Vorderleibe hängend, herumtragen.
Das alte Männchen ist gewöhnlich schon in einiger Entfernung
zu erkennen an der 4 — 5" langen, dicken Haarquaste, welche
es am Hodensack trägt.
Die Farbe der Haare des Siamang ist, von der Geburt
an bis ins Alter, tief schwarz mit einigem Glanz. Die matt
russschwarze Haut des Gesichts ist an Mund-, Nasen- und
Stirngegend, mit kleinen gelblichgrauen oder röthlichgelben
Härchen mehr oder weniger dicht besetzt, je nach der Jah-
reszeit, dem Alter oder Geschlecht der Thiere; seitlich dem
^) An den beiden Bildern, welche Geoffroy et Fr. Cuvier (Mam-
mifr.) vom Aunko (Ungko =: Hyl. variegatus) geliefert haben, sind
die Haare am Vorderarm irrigerweise aufwärts gezeichnet. Eine
ähnliche Haarrichtung führt Harlan von seinem Hyl. hoolook an,
was indessen gewiss ebenfalls auf einem Irrthum beruht. Bei mehr
als 50 Individuen, die ich von Hyl. variegatus, leuciscus, concolor
und dem eigentlichen lar in Händen gehabt und in jeder Hinsicht
genau untersucht habe, liefen die Haare des Vorderarms durchgangig
abwärts mit etwas Neigung nach unten. Zufolge dieser Stellung, und
da die Haare ziemlich weich sind, lassen sie sich meist leicht mit
der Hand rückwärts streichen.
2) Unrichtig ist die Angabe mancher Zoologen, dass, in dieser
Hinsicht, zwischen Männchen und Weibchen einige Verschiedenheit
stattfinde.
.Archiv f. Naturgesch. XI. Jahrg. 1. Bd. 6
82 Sal. Müller:
Munde und am Kinn, wo die Haare etwas länger werden
und zugleich gedrängter stehen, bilden sie einen kleinen hell-
farbigen Bart. Iris hellbraun. Die nackten Theile der liände
schwarzbraun. — Der Gesichtsausdruck des Siamang ist im
Ganzen ältlich, trauernd und phlegmatisch.
Ein sehr grosses Männchen dieses Affen, wie man sie
nur selten im Walde sieht , mass vom Scheitel bis zum Anus
r 8" 6"', an der Brust hatte es einen Umfang von 1' 10";
jeder Arm, mit Einschluss der Hand, war 2' 5" 8'" lang, und
jedes Bein 1' 10" 8'". Die Breite des Kopfes betrug, bei den
Ohren, 3" T\ jene des Gesichts, bei den Augen 2" 6"', die
Augenöffnungen waren, quer gemessen, 8"' weit, die Oliren
1" 3'" hoch. Dieses Thier wog 15,12 Kilogrammen, das aus
dem Schädel genommene Hirn 0,142. Ein sehr altes Weib-
chen mass, vom Scheitel bis zum Anus 1' 7" 4'", jeder Arm
2' 3" 9'", und jedes Bein 1' 8'' 9'". Das Gewicht dieses
Thieres war 11,49 Kilogr.
Der Siamang ist in den hohen Gebirgswäldern Sumatra's
sehr gemein. Bisweilen begegnet man ihm auch in den wal-
digen Niederungen , besonders wo dieselben etwas hügelig
sind. Er lebt gewöhnlich in kleinen Gesellschaften von 2 — 5
oder 6 Individuen; selten in grössern Truppen. Am frühen
Morgen erblickt man ihn häufig auf irgend einem grossen
etwas frei stehenden Baume, in dessen Krone er munter herum
klettert und dabei von Zeit zu Zeit sein lautes Geschrei er-
schallen lässt. Dasselbe lautet ungefähr wie: guk-guk-guk-
guk-gukhahahahahaaaaa. Die Töne guk werden mit voller,
tiefer Stimme ziemlich lang gezogen: die drei ersten folgen
gewöhnlich einander regelmässig nach längerer oder kürzerer
Unterbrechung, das vierte und fünfte Mal aber, wiederholen
sie sich etwas schneller, sind weniger lang, und ihr Ton ist
höher, während endlich ein noch helleres, fast lachend lauten-
des hahahahahaaaaa, mit abnehmender Stärke folgt, und womit
das Geschrei endigt. — Im Klettern ist der Siamang weit
weniger flink als die andern Hylobaten; auch findet man ihn
öfterer, als jene, auf niedern Bäumen, aus welchen beiden
Ursachen er leichter zu erlegen ist. Zu Anfang des Monats
April 1836 tvaf ich, in den Küstenbergen südlich Padang,
einige Mal mehrere Weibchen dieses Affen bei einander an,
Ueber die ungeschwänzten Affen- Arten der Simda-Ins. §3
wovon jedes ein Junges am Vorderleibe hängen hatte, die
ungefähr einen Monat alt gewesen sein mochten. Die Mütter
waren sehr für ihre Sprösslinge besorgt. Ein altes Männchen
bemerkte ich nicht dabei.
Der Siamang ist bis jetzt ausser Sumatra noch nirgends
beobachtet worden. Seine Nahrung besteht in verschiedenen
Früchten, Fruchtknospen und jungen Blättern. Unter den
Feigen, die, wie bei den andern Arten, seine Hauptnahrung
ausmachen, scheint er vornehndich die Früchte der Ficiis
lucescens, depressa, heteropleura, nivea, callo-
phylla inid scaberrima zu lieben. Auch auf der Lang-
kappalme (Gumutus langkab) sah ich ihn zur Zeit der
Fruchtreife oft.
2) Der Oa, Hylohates leuciscus.
Audebert, Singe s, le Moloch (ziemlich gutes Bild, je-
doch die Gliedmassen etwas zu kräftig). Mehrere andere von
diesem Affen erschienene Figuren verdienen, ihrer Kleinheit
oder Ungenauigkeit wegen, weniger Beachtung.
Der zweisylbige Laut Oa, mit welchem die Sundanesen
oder westlichen Bewohner Java's diese Affenart bezeichnen *),
ahmt die erste charakteristische Hälfte ihres Geschreis auffal-
lend nach, wenn man jenen Laut vier bis sechsmal wiederholt.
Ganz aus der Nähe vernommen, lautet das Geschrei ungefähr
wie: uwa-uwa-uwa-uwa-uwa-uwahuihhuihhuihhuih. Die er-
stem Töne sind beinahe eine Octave höher, als die letzten.
Das uwa wird 4 — 5 oder auch bisweilen noch mehrmal hin-
tereinander mit starker weitdringender Stimme, gleichsam ge-
rufen, anfangs nach etwas längerer Unterbrechung, später sich
schneller folgend und allmählig in die geschleiften und immer
tiefer und schwächer werdenden Laute huih übergehend.
Der Oa gehört allein Java an, wenn man den auf Borneo
einheimischen Hyl. concolor als selbstständige Art annimmt.
Er ist ein längst bekanntes und oft beschriebenes Thier, dem
ich deshalb nur wenige Zeilen zu widmen brauche. Die
grössten Individuen, welche ich von ihm sah, massen vom
') Gewöhnlich sagen sie: Oa-oa.
6*
84 Sal. Müller:
Scheitel bis zum Anus 1' 5 — 6", ilire Vorderglieder waren
von der Achsel bis zu den Fingerspitzen 2' 5" lang, und ihre
Hinterglieder 1' 6". Gesicht, Ohren und die nackten, innern
Flächen der Hände sind bei ihm russschwarz; seine Iris ist
lebhaft hellbraun. Seine Physiognomie im Ganzen eigenthüm-
lich ältlich und melancholisch scheu. In der Jugend ist der
Oa fast einfarbig hell asciigrau ; vollwüchsig zeigt er auf Riik-
ken und den Gliedmassen bald ein etwas helleres Grau, das
bisweilen ins Gelblichgraue übergeht, bald aber auch eine
dunklere bräunlichgraue Farbe. In dieser Lebensperiode sind
ferner Vorderkopf und Brust bei ihm braunschwarz, und zu-
weilen hat auch der Bauch einen ähnlichen Anflug. Die Haare
des Kinns, der Wangen und vornehmlich deutlich ein Streifen
über den Augen sind weisslich.
Der Oa ist in den hohen Urwäldern der Gebirge, vom
Fusse derselben bis zur Höhe von ungefähr 4O0O Fuss über
dem Meeresspiegel, nicht selten. Man trifft ihn häufig ganz
allein an, oft jedoch auch paarweise, oder in kleinen Gesell-
schaften von 3 — 4 Stück. Er ist argwöhnisch und umsichtig,
und dabei sehr gewandt und schnell, wenn er Gefahr ahnet
und die Flucht ergreift. Sonst klettert er meist bedächtlich
in den grossen Baumkronen herum, sucht Nahrung, schreit,
oder sitzt ruhig und still mit niederhängendem Kopfe. Auf
grossen Feigenbäumen mit reifen Früchten sieht man ihn am
öftesten. An solchen Orten wird er am leichtesten beschli-
chen und mit grobem Schrot erlegt. Unter den verschiedenen
Feigenarten, deren Früchte ihm liauptsächlich zur Nahrung
dienen, fülire ich hier nur die Fi cus nivea, depressa, co-
nica, fistulosa und scaberrima an. Auch ist er Lieb-
haber von den Früchten der Flacoiirtia cataphracta,
einer Art Sideroxylon, von Guetum guonam u. m. a.
Jung eingefangen und etwas an die Menschen gewöhnt, ist
er ein artiges, munteres und harmloses Thier, das sich die
Zeit mit Schaukeln und Klettern verkürzt. Man giebt ihm
Pisange, Ananasse und dergl. Gartenfriichte; allmählig ge-
wöhnt er sich auch an gekochten Reiss, Bataten u. s. w.
Ueber die ungeschwänzten Affen -Arten der Sunda-Tns. 85
3) Der Kalawet, Hylobates co ncolor.
Von diesem ausschliesslich Bonieo angehörenden Arm-
affen, wo er die vorhergehende Art in jeder Beziehung re-
präsentirt, giebt es noch keine Abbildung. Er ist dem Hyl.
leuciscus so nahe verwandt, dass er leicht damit verwechselt
werden kaini, wenn man von letzterem nicht schon viele In-
dividuen von verschiedenem Lebensalter gesehen und genau
untersucht hat. Seine Grösse ist dieselbe. Bei zwei ziemlich
alten Männchen mass der Körper, vom Scheitel bis zum Anus
1' 4", die Vorderglieder waren 2' 2", und die Hinterglieder
1' 5" lang. Die Hauptverschiedenheiten, wodurch der Kala-
wet sich von seinem javanischen Gattungsverwandten unter-
scheidet, bestehen nach meinen Untersuchungen darin, dass
1) die Behaarung bei ihm nicht so dick wollicht und rauh,
wie beim Oa, sondern im Ganzen, vornehmlich aber auf dem
Rücken, etwas dünner stehend und kürzer erscheint, und aus-
serdem eine schlichtere und feinere, gleichsam seidenartige
Beschaffenheit zeigt; 2) dass bei ihm durchaus eine ins Gelb-
liche ziehende Farbenmischung vorherrscht, während beim Oa
der Grundton mehr hellgrau ist; 3) endlich, scheint die Fär-
bung des Kalawet überhaupt grössern Abstufungen und Ver-
änderungen unterworfen zu sein '), die in ihren äussersten
Abweichungen dem Thiere ein sehr eigenthümliches Ansehen
verleihen. Bei einigen männlichen Individuen , aus den süd-
östlichen Theilen Borneo's, ist der Kopf, der ganze Unterleib
und die Innenseite der Gliedmassen, zumal an Oberarm und
Oberschenkel, dunkel schwarzbraun; ebenso die Hände, vor-
nehmlich die der Vorderglieder. Auf dem Rücken und an
der Aussenseite der Gliedmassen ist der Pelz gelblichbraun;
am Hinterkopf und auf dem Kreuz etwas heller. Eine ähn-
liche Färbung, doch um etwas weniger kräftig, zeigt auch
schon ein junges Thier, dessen Körpergrösse, vom Scheitel
bis zum .-^nus, nur 10" beträgt. Den Uebergang gleichsam
') Zu bemerken ist jedoch, dass dieses eigentlich nur von den
Individuen aus verschiedenen Gegenden Borneo's gesagt werden kann,
nämlich von jenen, welche ich im südlichen Theil, und Herr Diard
im M'estlichen der Insel sammelten.
8ß Sal. Müller:
von Jiesem jungen Individuum macht ein beinahe ausgewach-
senes Weibchen von Pontianak, zu einigen viel heller gefärb-
ten Männclien und Weibchen aus letztgenanntem Inseltheil.
Diese nämlich haben den ganzen Kopf, Rücken und die Aus-
senseite der Gliedmassen bräunlich gelb; das Kreuz, die
Brust und der Bauch blass gelb. — Die Farbe des Gesichts,
der Augen, Ohren und der innern , nackten Handflächen war
bei den von mir im frischen Zustande gesehenen Individuen
des Kalawet ganz wie bei jenen des Oa von Java.
Ich fand den Hyl. concolor nur in den hohen Wäldern
der Berge Sakumbang, Kamokuo, Balaran und Pamatton, die
mit dem ausgedehnten Ratus- Gebirge, im südöstlichen Theile
Borneo's, eine bis jetzt noch grösstentheils unerforscht ge-
bliebene Waldgegend bilden. In seinem Betragen, Geschrei
und jeder andern Beziehung seiner Lebensweise stimmt er
mit Hyl. leuciscus ganz und gar iiberein. Die Malaische Be-
völkerung von Banjermassing und in den sogenannten Lawut-
Ländern, nennen ihn auch fast ganz, wie jenen die Sunda-
nesen, Uwa-Uwa. Bei den Dajaks vom Bejadju-Stamme heisst
er Kalawet.
4) Der Ungko, Hylohates variegatus.
Unter den zwei, theils fehlerhaft geschriebenen, theils
verwerflichen Namen: Ounko und Wouwou, haben Geoffroy
und Fr. Cuvier, Mam m iferes, vier Bilder von diesem Affen
geliefert (im Ganzen gut, jedoch das im Profil gezeichnete
Gesicht des männlichen Wouwou zu pavianähnlich; viel rich-
tiger ist in dieser Hinsicht der männliche Ounko dargestellt).
S. Müller in v. der Hoeven's Tijdschrift, 1835, H, p. 326,
Taf. 6 (Kopf eines alten russschwarzen Männchen, in natür-
licher Grösse, nach dem Leben gezeichnet). Dass der schwarz-
gefärbte Ungko (Hyl. Rafflesii, Geoffr.) mit dem gelbbraunen
und hellgelben (Hyl. variegatus und agilis) identisch sei, ist
von mir schon damals berichtet worden.
Ungko, nennen die Malaien auf Sumatra diesen Affen, in
Nachahmung seines Geschreis. Da er sehr in der Färbung
variirt, fügen sie häufig diesem allgemeinen specifischen Namen
lieber die uiigeschwänzten Affen -Arten der Sunda-Ins. 37
die Beiwörter putih und itani (= weiss und scIiWcarz)
hinzu, je nachdem das Thier hell oder dunkel von Farbe ist^).
Der Ungko nähert sich rücksichtlich seiner äussern und
innern Körperbildung und Grösse dem Hyl. leuciseus und
concolor. Ein altes russschwarzes Männchen mass, vom Schei-
tel bis zum Anus, 1' 4'' 6'", seine Arme hatten, von der Ach-
sel bis zu den Fingerspitzen 2' 1" Länge, und seine Beine
1'7"2"'. Das Gesicht war, bei den Augen, 2" 4"' breit,
die Augenspalte mass quer 6''^, die Ohren waren 1" hoch
und 1^' V" breit. Dieses Thier wog 6,65 Kilogrammen; also
kaum die Hälfte von einem ausgewachsenen Hyl. syndactylus.
Man findet den Ungko, in beiden Geschlechtern und so-
wohl jung als alt, von heller und dunkler Färbung; die dun-
kelfarbigen Individuen sind aber die seltenern. Im Monat
April 1836 schoss einer meiner Jäger ein schwarzes Weib-
chen, das ein ebenso gefärbtes Junge am Vorderleibe hängen
hatte. Bei andern hellfarbigen Weibchen bemerkte ich immer
nur gelbe Jungen. Mehrmalen traf ich aber ein dunkelfar-
biges Männchen und ein hellfarbiges Weibchen bei einander
auf demselben Baume an. Kein Thier variirt fast mehr als
dieser Armaffe: und diese Erscheinung stellt sich daher auf-
fallend dem allgemeinen Satz entgegen, der den Affen nur
wenig Abweichungen in der Haarfärbung zuerkennt. Ich habe
gegen vierzig Individuen vom Ungko auf Sumatra gesammelt,
von denen ich die meisten selbst geschossen. Unter dieser
bedeutenden Anzahl befand sich nur ein einziges halb ausge-
wachsenes Weibchen von sehr heller, weissgelber Färbung;
die meisten übrigen waren bräunlichgelb, gelbbraun und russ-
schwarz, und zeigten mannichfache Schattirungen und allmäh-
') Wauwau (Holländisch geschrieben w ouwou) ist der unter
den Europäern auf den ostindischen Inseln gebräuchliche allgemeine
Name für die Hylobaten. Ob derselbe eine schlechte Nachahmung
ist von den vStimmlauten uwa dieser Thiere, oder vielmehr ursprüng-
lich aus Scherz und Spott diesen sonderbaren, langarmigen und gänz-
lich sch-vvanzlosen Affen beigelegt wurde, wage ich nicht zu entschei-
den. Jedenfalls irrte sich Duvaucel sehr, wenn er das holländische
Wort wouwou (was jedoch nach französischer Aussprache wuwu
würde heissen), als den genauesten Ausdruck des Geschreis von Hyl.
variegcitus, erklärt (S. Fr. Cuvier Mammiferes, Le Wouwou).
gg Sal. Müller:
lige Uebergänge; zwei oder drei jedoch waren beinahe tief
schwarz, mit Ausnahme derjenigen Theile, welche stets eine
hellere Färbung belialten. Beide Geschlechter haben nämlich
immer einen weisslichen Streifen über den Augen, und die
Männchen besitzen ausserdem auch mehr oder weniger breite
weisse oder weissgelbe Backenbärte, die bis zum Kinn ab-
wärts sich ziehen und dadurch einen hellen Kranz um das
dunkle Gesicht bilden. Bei den schwarzen Individuen ist fer-
ner die Kreuzgegend rothbraun oder auch schmutzig gelblich-
braun. Bei den hellfarbigen sind Kehle, Brust und Bauch
etwas dunkler als die übrigen Körpertheile, gewöhnlich ins
Braune ziehend, welche Farbe auch den Händen eigen ist.
Das Kreuz ist bei ihnen meist blassgelb oder weisslichgelb ^).
Gesicht und die nackten, iunern Handflächen sind bei jeder
Farbenmischung des Pelzes , stets russschwarz ; die Ohren
ziehen gewöhnlich ein wenig melir ins Braune; die Iris ist
schön hellbraun oder gelblichbraun.
Der Ungko bewohnt von den Sunda-In.^eln nur Sumatra.
Ob er sicli vielleicht auch auf der Malaischen Halbinsel vor-
finde, ist zur Zeit noch unermittelt. Auf Sumatra dienen
ilim , wie dem Hyl. syndactylus, hauptsächlich die hohen Ge-
birgswälder zur Wohnstätte. Indessen sind es, wie bei jenem,
nicht blos die entlegnem einsamen Waldgebiete, die er zum
*) Der Ungko ist übrigens nicht die einzige Art seiner Gattung,
bei welcher die Färbung so auffallend wechselt; denn beim Hyl. lar
oder albimauus vom Hinterindischen Festlande finden fast dieselben
Erscheinungen statt-, doch sind bei diesem die vielfachen Uebergänge
in der Farbe noch nicht beobachtet worden. Das hiesige Königliche
Museum besitzt von diesem langst bekannten Affen mehrere Exem-
plare, die angeblich aus Siam und Malakka stammen. Bei zwei alten
Männchen ist der Pelz dunkel schwarzbraun, mit Ausnahme eines
blassgelben Haarkreises um das Gesicht, und der eben so gefärbten
vier Hände. Ein altes Weibchen besitzt dieselbe Zeichnung, aber
seine Körperfarbe ist schmutzig gelblich braun, statt, wie bei den
Männchen, sehr dunkel zu sein. Ein anderes jüngeres Weibchen ist
dagegen durchaus einfarbig weisslichgelb; und ein ganz junges Thier
dieser Affenart ist gelblich grauweiss. Auf derartigen hellfarbigen
Individuen scheint mir der von Isid. Geoffroy (Archives du Mu-
seum d'hist. nat. T. 11, p. 532, Tab. 29) beschriebene und abgebil-
dete Hylobates entelloül^s, zu beruhen.
Ueber die ungeschwänzten Affen- Arten der Sunda-Ins. 89
Aufenthalte wählt, sondern auch die nahen und oft von Men-
schen besuchten Kiistenberge. Obgleich im Ganzen weniger
häufig, als der Siamang, ist jedocli auch der Ungko keines-
wegs selten. Man findet ihn zuweilen paarweise ; öfterer aber
in kleinen Gesellschaften von 4 — 6 oder 8 Individuen. Er
ist sehr aufmerksam, scheu und ungemein behende im Klet-
tern. Wie alle Hylobaten, bei der Flucht fast immer an den
Armen hängend, wirft der Ungko sich von den äussersten
dünnen Zweigen des Gipfels eines grossen Baums, in schiefer
Richtung abwärts nach der Krone eines andern, ergreift da-
selbst im Fallen ein Aestchen, eilt durch die Krone hindurch
und im Nu ist er schon auf dem dritten und vierten Baume,
in der Tiefe eines Thaies. Die Männchen lassen ihr weit
schallendes Geschrei, vornehmlich des Morgens mit Sonnen-
aufgang und gegen Abend mit Sonnenuntergang, fleissig hören.
Dasselbe ähnelt im allgemeinen dem des Hyl. leuciscus, ist
aber in seinen Tönen um etwas höher; einzelne starke, gleich-
sam rufende Laute, womit es gewöhnlich beginnt, haben die-
sem Affen seinen einheimischen Namen ungko verliehen.
Die Nahrung des Hyl. variegatus besteht in denselben Frucht-
arten, Knospen, Bliithen und Blättern, von welchen die an-
dern Hylobaten und namentlich der Siamang, leben. In dem
Urwalde der östlich hinter Padang gelegenen Gebirgskette,
sah ich den Ungko oft die reifen Früchte einer Bassia ver-
zehren, welche Baumart daselbst häufig sich findet, und deren
Früchte überhaupt viele Thiere sehr zu lieben scheinen (unter
andern: Ursus Malayanus, Buceros rhinoceros und galeritus,
Columba lacernulata u. s. w.).
Aus obigen Mittheilungen geht hervor, dass nur die drei
grossen Inseln: Boriieo, Sumatra und Java, ungeschwänzte
Affen besitzen; dass der Orang-utan über Borneo und Suma-
tra verbreitet ist; dass dagegen keiner von den vier, dem in-
dischen Archipel angehörigen Armaffen, auf mehr als einer
Insel sich findet; dass Sumatra zwei, durch verschiedene
Eigeuthümlichkeiten ausgezeichnete Arten dieser Affen ernährt;
während Java und die grosse Insel Borneo, jede nur eine
90 Sal. Müller: üebcr die ungeschwänzten Affen- Arten etc.
besitzen, und die ausserdem, in allen wesentlichen Punkten
grosse llebereinstimniung mit einander zeigen. Mehr als diese
vier Arten von Ilylobates kounnen auf den ostindischen In-
seln nicht vor, welclie Mühe auch manche gelehrte Naturfor-
scher sich geben mögen, um deren Anzahl, durch kleinliche
Unterscheidungen und durch Aufstellung von uidialtbaren Kenn-
zeichen, zu yergrössern.
Leyden, den 15. September 1844.
91
lieber den Bau und die Grenzen der Ganoiden^
und über das natürliche Sjstein der Fische.
Von
J o li. IM ü 1 1 e r.
(Gelesen in der Akad. der Wissensch. zu Berlin am 12. Dec. 1844).
Wie wichtig die Kenntniss der untergegangenen fossilen
Thiergeschlechter für die natürliche Classification der Thiere
überhaupt und insbesondere auch der lebenden Welt gewor-
den, davon liefert kein Zweig der Naturgeschichte einen augen-
fälligem Beweis als die Ichthyologie. Die Paläontologie hat
diesen Theil des Systems in den Grundlagen verändert. Die
grosse Verschiedenheit in den fossilen Resten der Fische hat
die Aufstellung ganzer Ordnungen und Familien nöthig ge-
macht, von welchen sich in der lebenden Welt nur sparsame
oder gar keine Repräsentanten finden, und einzelne bis auf
uns ausdauernde Formen haben den Platz verlassen müssen,
den Fnan ihnen im System angewiesen, um sich den herrschen-
den Gruppen der Vorvvelt an ganz verschiedenen Stellen und
in andern Ordnungen anzuschliessen. Die Sicherheit in die-
sen Operationen hängt grossentheils von der Richtigkeit der
Voraussetzung ab, dass mit den fundamentalen Verschieden-
heiten in den erhaltenen Resten des Skelets und der Haut-
bedeckungen eben so grosse, durchgreifende Unterschiede der
gesammten Organisation verbunden gewesen. Wie weit aber
dieser Zusammenhang reicht, das lässt sich nur aus der Un-
tersuchung der lebenden Welt ableiten. So gross und wich-
tig die systematischen Resultate aus der Untersuchung der
fossilen Fische geworden sind, so lasst sich gleichwohl nicht
verkennen, dass die Anatomie der lebenden Fische noch lange
nicht genug ausgebildet und zu Rathe gezogen ist, um die
aufgestellten Versuche, die fossilen und lebenden Fische in
ein Systeni einzuordnen, hinlänglich zu sichern.
92 Job. Müller:
Die auffallendsten und am Iei<ditesten erkennbaren Unter-
schiede der fossilen Fische unter einander liegen in ihren
Hantbedeckungen. Hr. Agassiz hat sie als Principien der Clas-
sification der Fische überhaupt benutzt, und hiernach seine
Abtheilungen der Cycloiden, Ctenoiden, Ganoiden, Placoiden
aufgestellt. Die Schuppen der lebenden Knochenfische sind
meist dachziegelförmig, mehr oder weniger abgerundet und
dem feinern Bau nach, mit Ausnahme der Knochenschilder, den
eigentlichen Knochen meist fremd; sie enthalten in der Regel
nicht die strahligen Körperchen der Knochen, ihre Oberfläche
zeigt feine meist concentrische, seltener unregelmässige erha-
bene Linien.
Der Unterschied der ganzrandigen oder Cycloid- und
gewimperten oder Otenoidschuppen ist gering, seine systema-
tische Anwendung ist in enge Grenzen eingeschlossen. Ich
beziehe mich auf die frühere Abhandlung über die natürlichen
Familien der Fische in diesem Archiv.
Ganz anders verhält es sich mit den Schuppen der Ga-
noiden Ag. Diese sind knöchern, meist rhombisch oder vier-
eckig, selten rund und dachziegelförmig, ihre Oberfläche ist
immer mit einer Schmelzlage überzogen und glatt, sie stehen
meist in schiefen Binden und diejenigen einer Binde sind in
der Regel durch einen Gelenkfortsatz mit einander verbunden.
Solche ganz eigenthümliche Schuppen finden sich in der le-
benden Welt nur bei 2 Fischgattungen, welche Cuvier unter
seine Clupeen gebracht hat, bei den Gattungen Lepisosteus
aus dem Missisippi und Polypterus aus dem Nil und Senegal.
Cuvier war der erste, der die Uebereinstimmung der
Schuppen der Palaeoniscus des Zechsteins mit den Schuppen
der Lepisosteus und Polypterus bemerkte, auf die Aehnlich-
keit des langen obern Schwanzlappens bei Palaeoniscus und
den Stören, auf die Randbesetzung dieses Lappens mit drei-
eckigen Schindeln bei beiden und auf die Besetzung des vor-
dem Randes der Rückenflosse mit gleichen Schindeln bei Pa-
laeoniscus und Lepisosteus aufmerksam machte. Er schloss
aus dieser Uebereinstimmung, dass die Palaeoniscus ent-
weder in die Nähe der Störe oder der Lepisosteus gehören.
Oss. foss. nouv. ed. T. V. 2. 1824. p. 307. 308.
Die Idee diese Alternative aufzugeben und jene 2 Katego-
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 93
rieii von Fischen zu vereinigen, kommt in Cuvier's Schriften
nicht vor. Er spricht sich bei der Untersuchung der Fische,
welche zur Gattung Dipterus gehören, bestimmter dahin aus,
dass diese mit den Fischen des Kupferschiefers im Bau der
Schwanzflosse und in der Insertion aller Strahlen an ihrer
untern Seite übereinkommen, dass unter den lebenden nur
Lepisosteus und in minderem Grade der Stör diesen Charak-
ter besitzen, dass er die fossilen lieber mit den Lepisosteus
zusammenstelle, dass sie mit diesem zu den malacopterygii
abdominales gehören. Geol. Transact. 2. ser. Vol. 3. p. 125.
Valenciennes und Pentland sprechen ebendaselbst aus, dass
Dipterus und Osteolepis neue Gattungen in der Ordnung der
malacopterygii abdominales bilden.
Agassiz hat sich das grosse Verdienst erworben, die
Uebereinstimmung im Schuppenbau mit den Lepisosteus und
Polypterus in allen Knochenfischen der älteren Formationen
bis zur Kreide erkannt, die Ganoiden als eigene Ordnung-
aufgestellt, ihre zahlreichen Gattungen entdeckt und sicher
unterschieden und ihre Arten bestimmt zu haben. Mit Recht
sagt er ini 2. Bd. der poissons fossiles: L'etablissement de
Fordre des ganoides est a mes yeux le progres lo plus impor-
tant que j'ai fait faire a Tichthyologie. Ebenso wichtig ist die
Folgerung aus diesen Untersuchungen, dass die Typen, welche
in der Jetztwelt die ungeheure Mehrzahl der Fische bilden,
erst mit der Kreide beginnen.
Die Ganoidschuppen sind übrigens, wie auch Agassiz be-
merkt, ganz wie die gewöhnlichen Schuppen in Capseln der
Haut eingebettet. Die Capselhaut ist an der freien Ober-
fläche äusserst fein und angewachsen und scheint selbst ver-
loren gehen zu können, wie bei Polypterus, aber beim Lepi-
sosteus sieht man das Email der Scliuppe sehr deutlich von
einem äusserst feinen Häutchen bedeckt, in welchem etwas
von Silberglanz und selbst Pigment zu erkennen ist und wel-
ches sich leicht durch Abreiben entfernen lässt.
Im Bau des Skelets sind die Ganoiden unter einander
selbst wieder sehr abweichend, denn viele haben ein ganz
knöchernes Skelet, wie auch die lebeiulen Lepisosteus und
Polypterus, bei anderen fossilen hingegen ist die Wirbelsäule
theüweise auf dem foetalen Zustande stehen geblieben und es
94 Joh. Müller:
ist eine weiche Chorda dorsalis mit aufgereihten knöchernen
Apophysen vorhanden, gleichwie unter den lebenden Fischen
bei den Stören. Auch in den Formen des Körpers zeigen
sich die grössten Abweichungen, so wie schon die beiden
lebenden Gattungen gänzlich von einander verschieden sind.
Bei mehreren Gattungen verlängert sich die Wirbelsäule
bis ans Ende des obern Schwanzlappens, wie unter den le-
benden Fischen bei den Stören, und bei den Haifischen und
Rochen. Hr. Agassiz bezeichnet die so gebildeten als Hete-
rocerci. Bei vielen Ganoiden reiclit das Ende der Wirbel-
säule nur in den Anfang des obern Schwanzlappens, der
dann auch obere Flossenstrahlen hat, wie auch bei mehreren
lebenden Knochenfischen aus den Familien der Salmonen,
Clupeen u. a. Bei noch anderen Ganoiden theilt die Wirbel-
säule die Schwanzflosse in 2 gleiche Theile wie bei den mehr-
sten Knochenfischen, es sind die Homocerci.
Bei einer ganzen Zahl von Gattungen der Ganoiden
zeichnen sich die Flossen dadurch aus, dass ihr vorderer
Rand oder erster Strahl mit stachelartigen Schindeln, Fulcra
besetzt ist, andere zeigen nichts davon. Dieser Unterschied
findet sich auch bei den beiden lebenden Gattungen ausge-
prägt; denn die Lepisosteus haben diesen Bau, die Polypterus
nicht. Die Fulcra bekleiden zwar hauptsächlich den freilie-
genden vordem Strahl der Flosse, wo aber die Strahlen an
Länge zunehmen und hinter einander am vordem Rande zum
Vorschein kommen, gehen die Fulcra von den kurzem über
ihre Enden zu den langem über. Im Uebrigen verhalten sich
die Ganoiden in der Beschafi'enheit der Flossen und in der
Stellung der Bauchflossen als Malacopterygii abdominales.
Die Ordnungscharaktere sind von Agassiz in die meist
winkligen, rhomboidalen oder polygonalen mit Email bedeck-
ten Schuppen gelegt. Er zählt in seinem grossen Werk Re-
cherches sur les poissons fossiles dahin die Familien Lepi-
doiden Ag. , Sauroiden Ag. , Pycnodonten Ag,, Coelacanthen
Ag., Sclerodermen Cuv., Gymnodonten Cuv. , Lophobranchier
Cuv. und bemerkt, dass man ans Ende dieser Familien in der
Ordnung der Ganoiden noch einige Ordnungen lebender Fische
setzen müsse, wie die Goniodonten, Siluroiden und Acipen-
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden 95
senden. Neuerlich zieht Agassiz auch den Lepidosiren zu
den Ganoiden.
Man darf bei den geringen Hülfsmitteln, welche die Fos-
silien darbieten, nicht verlangen, dass die Familien auf so
wesentliche Unterschiede gegründet seien, wie bei den leben-
den Thieren. Die Unterschiede der Lepidoiden und Sauroi-
den sind in der That gering. Die Lepidoiden nämlich haben
hecheiförmige Zähne in mehreren Reihen oder stumpfe Zähne,
die Sauroiden, wohin auch Lepisosteus und Polypterus gerech-
net werden, haben conische spitze Zähne, die mit feineren
Zähnen vermischt sein können. Auch ist der Unterschied in
der Gestalt, die bei den Sauroiden zum Theil mehr verlängert
ist, nach allem, was in den natürlichen Familien der Jetztwelt,
wie z. B. bei den Characinen und Scomberoiden geschieht,
nicht wesentlich. Obgleich die Unterscheidung dieser beiden
Familien nur künstlich ist, so lässt sie sich doch, insofern sie
die Bestimmung erleichtert, mit Vortheil benutzen. Dagegen
wird uns eine künstliche Trennung bedenklich, wenn daraus
Folgerungen in Beziehung auf das Alter und die Entwickelung
der Familien gezogen werden, wie z. B. dass kein Fisch aus
der Familie der Lepidoiden bis in die actuelle Epoche reiche.
Die Lepidoiden werden auch durch die Gattung Lepidotus
gestört, deren Zähne von den aufgestellten Familiencharakteren
sehr sich entfernen. Sie ist unter den andern Lepidoiden
auch durch den Besitz vollkommen ossificirter Wirbel fremd-
artig, aber sie scheint auch nicht unter die Pycnodonten von
ähnlichen Zähnen zu gehören. Sie ist den Lepisosteus der
lebenden Welt verwandt, sowohl durch die doppelten Reihen
der Fulcra an den Flossen, als durch die ossificirten Wirbel.
Die Unterschiede der lebenden Ganoiden sind uns alkin
ganz zugänglich. Um so wichtiger ist es, dass gerade die
beiden noch lebenden Lepisosteus und Polypterus, welche
unter den Sauroiden aufgeführt sind, durch ihren äussern und
innern Bau so gänzlich von einander abweichen, dass sie
mehr als eine der fossilen Gattungen der Ganoiden verdienen
als Typen besonderer Familien aufgefasst zu werden, wie sich
aus der Anatomie dieser Thiere ergeben wird. Allerdings hat
auch Hr. Agassiz bei der osteologisclicu Analyse jener Fische
diese Verschiedenheit wohl gefühlt, und er bemerkt selbst,
96 Joh. Müller:
dass er geneigt war, sie in verschiedene Familien zu bringen.
Ich glaube bei der Vollständigkeit der Untersuchung, welche
diese beiden Fische erlauben und bei der extremen Verschie-
denheit, die sie darbieten, giebt es mit ihnen verglichen, keine
2 Ganoideu von ihrem Schuppenbau, welche sicherer von
einander entfernt sind.
Beim Schluss seines grössern Werkes und in der neuen
Monographie dos poissons fossiles du vieux gres ronge hat
Agassiz vorzüglich aus den Lepidoiden eine Anzahl Gattungen
ausgeschieden und besondere Familien daraus gebildet, so
dass daraus die Familien Cephalaspides , Acanthodiens, die
eigentlichen Lepidoides und die Sauroides dipteriens geworden
sind, was mir ein wesentlicher Fortschritt zu sein scheint.
Bei der grossen Mehrzahl der von Agassiz beschrie-
benen und abgebildeten fossilen zu den Ganoiden ge-
rechneten Fische, scheint mir kein Zweifel obwalten zu
können, dass sie wirklich mit Lepisosteus und Polypterus in
eine eigene grosse Ordnung gehören, die den übrigen Kno-
chenfischen, den Selachiern und den Cyclostomen coordinirt
ist; aber ich habe mich nie überzeugen können, dass die
übrigen zu den Ganoiden gezählten Familien der lebenden
Fische, die Loricarinen, Siluroiden, Lophobranchier, Sclero-
dermen und Gymnodonten unter die Ganoiden gehören.
Agassiz hat den Abstand dieser Fische von den Ganoiden
der alten Formationen und der Polypterus und Lepisosteus
einigermassen selbst gefühlt. Denn er sagt: poiss. foss. II.
p. XI. Les rapports d'organisation qui lient les Lepidoides, les
Sauroides et les Pycnodontes, sont plus etroits que les rela-
tions qui existent entre ces memes familles et les Scleroder-'
mes, les Gymnodontes et les Lophobranches.
Die Siluroiden stimmen in ihrer Anatomie so völlig mit
den Malacopterygii abdominales überein, dass sie sich von
ihnen nicht trennen lassen, sie haben mit den lebenden Ga-
noiden nur den Luftgang der Schwinmiblase und die abdo-
minale Stellung der Bauchflossen gemein, aber auch mit
einer grossen Abtheilung von Knochenfischen, die ich wegen
ihres Luftganges Physostomi neiuien will, wie den Cyprinoi-
den, Esoces, Clnpeen, Cyprinodouten, Mormyren, Characinen,
Salmonen, Anguillares u. a. Den Sclerodermen und Gymno-
Uebor den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 97
donten fehlt dagegen dieser Liiftgang gleichwie mehreren Ord-
nungen von Knochenfischen, auch sind ihre Bauchflossen wo
sie vorhanden wie bei Triacanthus, nicht abdominal, in beiden
Punkten weichen sie von den lebenden Ganoiden und durch
den letzten Charakter von allen sichern Ganoiden ab. Der
Begriff der Ganoiden lässt sich aus den bisher bekannten
Hulfsmitteln nur so lange scharf begrenzen, als man dahin
nur die Fische rechnet, welche mit Lepisosteus und Polypte-
rus m den mit Schmelz bedeckten Schuppen Übereinkommen.
Rechnet man die Knochenschilder der Loricarinen, Lophobran-
chier, Ostracion, einiger Siluroiden, wie Callichthys, Dora.
die Stacheln der Diodon zu den Ganoidschuppen, so hört alle'
scharfe Begrenzung auf. Denn erstens ist man genöthigt die
nackten Sduroiden und nackten Gymnodonten mit hiniibJrzu-
iiehmen, bloss weil einige Gattungen derselben mit Schildern
oder stacheln versehen sind und es ist dann die Möglichkeit
zugestanden, dass es Familien von Ganoiden geben könne
m denen alle Gattungen nackt sind; was, so lange keine we'
senthchen Merkmale der Ganoiden bekannt sind, alle Unter-
scheidung und Erkennung unmöglich machen würde. Eine
weitere Verwirrung entsteht durch die Fische mit Knochen-
panzern aus Familien anderer Ordnungen, wie der Peristedion
Agonus und anderer mit Knochenschildern gepanzerter Cata-
phracten, deren unmittelbare nächste Verwandten wie die
Triglen mit Schuppen versehen sind, die jedenfalls keine Ga-
noidschuppen sind. Endlich hat die Beschuppung mehrerer
Sclerodermen, wie der Monacanthes, Aluteres mit derjenigen
der Ganoiden wenig Aehnlichkeit.
Wenn man alle diese Thiere bei den eigentlichen Ganoi-
den lassen wollte, so würde der Begriff derselben so verwirrt
vverden, dass es völlig unmöglich wäre zu sagen, was denn
eigent ich ein Ganoid sei und man müsste bekennen, dass die
Charaktere dieser Ordnung völlig unbekannt seien, die Auf-
nahme mancher Familien unter sie daher auch mehr oder we-
niger willknhrlich sei.
Die Hauptresultate von Agassiz Werk, unstreitig der wich-
tigsten ichthyologischen Arbeit neuerer Zeit, liegen seit yielen
Jahren vor uns. Sie sind bis jetzt noch von keinem Forscher
aut eine dem Gegenstande angemessene Weise entwickelt
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. i. ß,|. «
QQ Joh. Müller:
lind analysirt worden. Wiegmann sagte darüber in seinem
Bericht von 1835 (Archiv f. Natnrgesch. 1. Jahrg. 2. p.258):
das System flösse, sofern es sich nur auf eine Besonderheit
des Organismus gründet, die Besorgniss ein, das's es mehr
den Charakter eines künstlichen als natürlichen Systems an
sich trage und man möchte bezweifeln, dass die vergleichende
Anatomie in den einzelnen Ordnungen eine grosse Ueberein-
stimmung des darin Begriffenen finden möchte, wie sie es von
den Ordnungen eines natürlichen Systems erfordere. Aber
es werden uns keine Thatsachen an die Hand gegeben, welche
zur Beurtheilung desselben dienen können. Und man muss
gestehen, dass es an den Mitteln zu einer solchen analytischen
Entvvickelung des so reichen neuen Zuwachses ichthyologischer
Materie bisher gefehlt hat.
Seit lange mit der Anatomie des Polypterus und in neue-
er Zeit auch mit derjenigen des Lepisosteus beschäftigt, habe
oh mir die Aufgabe gestellt, die wahren Charaktere der Ord-
uing, zn der sie gehören, zu finden. Dieses ist mir gelun-
;en, und ich glaube nun sicher beweisen zu können,
1) dass die Ganoiden eine scharf geschiedene Ordnung
zwischen den eigentlichen Knochenfischen und den Selachiern
bilden.
2) Dass Agassiz's Ansicht über die Stellung der Störe
unter den Ganoiden richtig ist.
3) Dass dagegen die Sclerodermen , Gymnodonten, Lori-
carinen, Siluroiden, Lophobranchier, den Ganoiden fremd sind
und zu den übrigen Knochenfischen gehören.
4) Dass es nackte und beschuppte Ganoiden giebt, deren
Familien successiv in einander übergehen, ohne die eigent-
lichen Charaktere der Ganoiden zu verlieren.
Die Anatomie des Polypterus und Lepisosteus wird hier
nicht zum erstenmal behandelt. Geoffroy St. Hilaire hat die
Eingeweide des von ihm entdeckten Polypterus bichir be-
schrieben, von demselben und noch ausführlicher von Agassiz
haben wnr Mittheilungen über seine Osteologie erhalten. Agas-
siz hat die osteologischen Eigenthümlichkeiten des Lepisosteus
kennen gelehrt, Cuvier, Valentin, vanderHoeven haben seine
Eingeweide untersucht. Obgleich diese Mittheilungen schätz-
bare Beiträge zur anatomischen Kenntniss jener Thiere liefern
Uebor den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 99
und sie wesentlich anfklären, so enthalten sie doch nicht ge-
wisse Thatsachen , welche mit der Frage von der Natur der
Ganoiden, von ihren Verwandtschaften und ihren Grenzen im
direkten Zusammenhange stehen, und welche aufzuschliessen
der Gegenstand dieser Abhandlung ist. Auch bezieht sich
Alles, was man bisher von dem innern Bau dieser beiden
Fische erfahren hat, auf Gattungs-Eigenthümlichkeiten, die je
einem derselben zukommen und gerade in dem andern ver-
misst werden.
Die anatomischen Charaktere der Ganoiden liegen in dem
Bau des Herzens, der Blutgefässe, der Athinungsorgane, der
Geschlechtstheile des Gehirns und der Sinneswerkzeuge.
Der erste Punkt, auf den ich die Aufmerksamkeit lenke,
ist der Bau des Herzens oder vielmehr des Bulbus arterrosus.
Schon seit lange bin ich auf die systematische Wichtig-
keit in dem innern Bau des aus dem Herzen hervortretenden
Arterienstiels aufmerksam gewesen. Man weiss, dass bei den-
jenigen Knochenfischen, die darauf untersucht worden, am
Ursprung 'des musculösen Bulbus, zwischen ihm und der Kam-
mer immer nur 2 gegenüberliegende Klappen oder Ventile
liegen, dass dagegen die höhern Knorpelfische, die Störe, Pla-
giostomen (Haifische und Rochen) und die Chimaeren innerhalb
des musculösen Bulbus 3 oder noch mehrere Längsreihen von
Klappen besitzen, deren Zahl in jeder Reihe nach den Gat-
tungen von 2 — 5 variirt. An der Stelle, wo sich die 2 Klap-
pen der Knochenfische befinden, haben jene Fische gar keine
Klappen.
Die Cyclostomen unterscheiden sich in dieser Hinsicht
wesentlich sowohl von den höhern Knorpelfischen als von den
Knochenfischen. Sie gleichen den Knochenfischen, dass sie
nur 2 gegenüberliegende Klappen am Ursprung des Arterien-
stiels aus der Kammer besitzen, von beiden Ordnungen aber
unterscheiden sie sich wesentlich dadurch, dass ihnen der
musculöse Bulbus arteriosus, dieses accessorische Arterienherz
gänzlich fehlt. Ihr Truncus arteriosus besteht bloss aus den
einfachen Häuten der Arterien. So fand ich es bei den Pe-
tromyzon sowohl als Myxinoiden. Siehe vergl. Anatom, der
Myxinoiden , 3. Forts. Abhandl. d. Akad. d. Wissenschaften a. d.
J. 1839 p. 284. Man sehe ferner über die Verschiedenheiten
7*
IQO <*oli. Müller.
der KlajDpen in den Ordnungen, Familien, Gattungen die Note
im Archiv f. Anat. u. Physiol. 1842. p. 477. Diese Unter-
schiede zeigten sich so constant bei allen von mir untersuch-
ten Knochen- und Knorpelfischen, dass sie auf eine fundamen-
tal verschiedene Anlage der Ordnungen hindeuten. Ich kenne
keinen weder anatomischen noch zoologischen Charakter, der
in dieser absoluten Bestimmtheit dem gegenwärtigen gleich
käme. Sind die Ganoiden in der That wesentlich von andern
Knochenfischen als Ordnung verschieden , so muss sich an
dieser Stelle jedenfalls eine entschiedene Difi'erenz zeigen.
Als ich den Polypterus bichir zuerst hierauf untersuchte,
war ich sehr erstaunt zu finden, dass dieser sogenannte Kno-
chenfisch von allen Knochenfischen durch seine Klappen ab-
weicht und dass er darin ganz mit den höhern Knorpelfischen,
den Stören, Haien, Rochen, Chimaeren übereinkommt und sie
durch Zahl der Klappen noch weit übertrifi't. Polypterus be-
sitzt am Ursprung des musculösen sehr langen Bulbus gar
keine Klappen, im Innern desselben aber 3 Längsreilien von
Klappen, in deren jeder 9 Ventile stehen, welche wie bei
den Stören und Plagiostomen durch Fäden untereinander
zusammenhängen. Die obersten sind wie auch sonst die
grössten. Zwischen den 3 vollständigen Reilien grosser Klap-
pen befinden sich noch 3 andere Längsreihen, deren Klappen
sowohl an Zahl als Grösse weniger ausgebildet sind, so dass
die vollständigen Längsreihen mit den unvollständigen abwech-
seln. Also im Ganzen 6 Längsreihen. Wären die unvoll-
ständigen Reihen so ausgebildet wie die vollständigen, so
würde Polypterus bichir 54 Klappen im musculösen Arterien-
stiel besitzen, in der That sind aber nur gegen 45 vorhanden.
Es Hess sich erwarten, dass diese Eigenthümlichkeit sich
auch beim Lepisosteus wieder finden würde, den ich aber erst
nicht zur Hand hatte. Ich untersuchte ihn neulich im Pflan-
zengarten zu Paris. Lepisosteus osseus hat im Arterienstiel
5 gleich ausgebildete Klappenreihen, in jeder Längsreihe 8
vollkommene Taschenventile, die durch Fäden zusammenhän-
gen. Die der obersten Querreihe sind grösser. Die Reihen
gewähren ein Bild wie die Becher eines Schöpfrades oder
einer Baggermaschine.
So viele Klappen als die genannten Ganoiden, besitzt
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. JQ^
kein Knorpelfiscl). Bei den Stören sind nur 12 und bei den-
jenigen Rochen und Haien , wo ihre Zahl das Maximum er-
reicht, sind nicht mehr als 15 vorhanden, Raja, Myliobatis,
Pteroplatea, Scymnus, Squatina.
Wir haben nun einen Charakter gefiuiden, welcher die
Sclerodermen, Gymnodonten, Siluroiden , Goniodonten und
Lophobranchier entschieden von den Ganoiden entfernt und
den eigentlichen Gräthenfischen zuführt. Alle diese Fische
stimmen nach meinen Untersuchungen in ihrer Organisation
mit den übrigen Knochenfischen iiberein; insbesondere, wor-
auf es mir für diesen Augenblick ankommt, gleichen sie allen
eigentlichen Knochenfischen durch die fundamentale Eigen-
thümlichkeit des Arterienstiels mit 2 Klappen am Urspruno-
desselben. Ich habe untersuclit für die Sclerodermen die Gat-
tungen Balistes und Ostracion, für die Gymnodonten die Gat-
tung Tetrodon, für die Siluroiden die Gattung Calophysus
IM. T. , für die Goniodonten die Gattungen Ilypostoma und
Loricaria, für die Lophobranchier die Gattung Syngnathus.
Die Beständigkeit in dem Klappenbau bei allen eigentlichen
Gräthenfischen ausser Zweifel zu setzen, mag es hinreichen,
dass Typen aus 35 Familien von Knochenfischen darauf unter-
sucht sind und dass sich nie eine Abweichung gefunden hat.
Ich liefere hier eine Zusammenstellung meiner Beobachtungen
mit den vorhandenen übrigen in einer Tabelle.
Untersuchte Knochenfische mit 2 Klappen ^).
') Einzelne zerstreute Beobachtungen finden sich bei den altern
Beobachtern, z R. vom Lachs bei Collins, vom Schwertfisch bei
Bartholin, Walbaum u. s w. Die Gattung Gadus ist von Cuvier, Ura-
noscopus, Scorpaena, Umbrina, Chaetodon, Scomber, Zeus, Mugil,
Fistularia, Belone, Esox, Muraena, Gobius, Hypostoma, Pleuronectes,
Salmo, Cyprinus von Tiedemann (Anatomie des Fischherzens), Lo-
phius von Meckel, untersucht. Die von mir untersuchten Gattungen
sind mit einem * bezeichnet. In Hinsicht der Ordnungen, in welchen
die Familien aufgestellt sind, verweise ich auf die Entwickelung des
natürlichen Systemes der Fische am Ende dieser Abhandlung.
102
Joh. Müller:
Ordnung.
Familie.
Gattung.
Acanthopteri
Anacanthini
Pharyngognathi
Physostomi
Plecto gnatlii
Lophobranchi
Sparoidei . .
Sciaenoidei . .
Squamipennes .
Scomberoidei .
Taenioidei . .
Theutyes . .
Labyrinthici
Mugiloidei . .
Gobioidei . .
Blennioidei . .
Pediculati . .
Fistulares . .
Gadoidei . .
Ophidini . . .
Pleuronectides
Labroidei cycloidei
Labroidei ctenoidei
Chromides . .
Scomberesoces
Siluroidei . .
Cyprinoidei
Characini . .
Cyprinodontes
Esoces . . .
Mormyri . .
Salmones . .
Scopelini . .
Clupeidae . .
Muraenoidei .
Baiistini . . .
Ostraciones
Gymnodontes .
Lophobranchi ,
Dentex *
Umbrina
Chaetodon
Scomber, Zeus, Xiphias*
Trachypterus *
Naseus *
Ophicephalus *
Mugil
Gobiesox* Cyclopterus* Eche-
neis*, Gobius
Zoarces *
Lophius
Fistularia
Gadus, Macrurus*
Ophidium *
Pleuronectes
Scarus *
Pomacentrus *
Chromis *
Belone
Calophysus * Loricaria *, Hypo-
stoma
Cyprinus
Erythrinus *
Anableps *
Esox
Mormyrops*
Salmo
Saurus *
Arapaima*
Muraena
Balistes *
Ostracion *
Tetrodon *
Syngnathus *
Die Gründe, die uns bestimmen müssen, jene Familien
als den Ganoiden fremd abzusondern, gelten auch für den
mit den Ganoiden vereinigten Lepidosiren, dessen bekannte
Klappen des Bulbus arteriosus nichts weniger als denen der
Ganoiden gleichen, von denen er auch durch seine Schuppen
abweicht. Es wird zwar diesen Schuppen von Agassiz eine
Schmelzlage zugeschrieben; aber seine Schuppen schliessen
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 103
sich durch ihre mosaikartige Zusammensetzung an die zusam-
mengesetzten Schuppen der Sudis und Osteoglossum an. Die
concentrischen erhabenen Linien fehlen daran und sie sind
auf der Oberfläche nur reticulirt und granulirt, aber diese er-
habenen Linien gehen an den Schuppen der Knochenfische
unmerklich in Reticulation und Granulation über, wie man am
freien Theil der Schuppen der Sudis und Osteoglossum sehen
kann. Schmelz habe ich an den Schuppen des Lepidosiren
nicht wahrnehmen können.
Ich wende mich jetzt zu einem andern wichtigen Punkt
in der Organisation der Ganoiden und dieser betrifi"t die
Athemorgane.
In meiner Abhandlung über die Nebenkiemen und Pseudo-
branciiien habe ich bewiesen, dass die falschen Nebenkiemen
oder Pseudobranchien mit der Bedeutung der Wundernetze,
bei den Plagiostomen und Sturionen sowohl als bei den Kno-
chenfischen vorkommen, dass dagegen eine wahre accessorische
Kieme vor dem ersten Kiemenbogen am Kiemendeckel bei
keinem Knochenfisch erscheint und die Sturionen auszeichnet,
welche sie mit den Plagiostomen gemein haben, obgleich die
Plagiostomen den Kiemendeckel entbehren. Ebendaselbst
wurde bewiesen, dass die Störe beides, die accessorische wahre
Kiemendeckelkieme und die Pseudobranchie, letztere im Spritz-
loch besitzen. Diese Eigenschaft, eine respiratorische Kiemen-
deckelkieme besitzen zu können, ist den Stören nicht eigen,
inwiefern sie Störe, sondern, wie jetzt gezeigt werden soll,
inwiefern sie Ganoiden sind, denn die Ganoiden weichen
durch diesen Charakter von den Knochenfischen ab und nä-
hern sich wieder, Avie im Klappenbau, den Plagiostomen.
Die Einheit der Störe mit den Ganoiden ist mir lange
verborgen geblieben und ich hatte sie noch nicht eingesehen,
selbst als ich die zahlreichen Klappen des Polypterus kennen
gelernt hatte, wie aus meinem Bericht über Agassiz Poissons
fossiles im letzten Jahresbericht hervorgeht, wo ich bereits
die Mittel besass, die Sclerodermen, Gymnodonten, Siluroiden,
Goniodonten und Lophobranchier von den Ganoiden zu tren-
nen; aber auch die Sturionen schienen mir damals noch den
Ganoiden fremd zu sein. Dies war nothwendig in der gan-
zen Entwickelung meiner ichthyologischen Untersuchungen be-
104 Job. Müller:
gründet. Es hatte sich nämlich bei den Beobachtungen über
die Nebenkiemen als Eigenthümlichkeit der Störe vor den an-
dern Fischen mit Kiemendeckel und freien Kiemen herausge-
stellt, eine respiratorische Kiemendeckelkieme zu besitzen,
welche bis dahin von keinem andern Fisch mit Kiemendeckel
und freien Kiemen, auch von keinem Ganoiden bekannt war.
Sie fehlt auch den Polypterus und ich hatte daher bis dahin
keinen hinreichenden Grund die Störe und die Ganoiden zu-
sammenzubringen. Dazu kommt, dass die von den Stören
untrennbaren Spatularien durch ihre Nacktheit mit den so stark
beschuppten Ganoiden keine Vergleichungspunkte darboten.
Nachdem ich aber Gelegenheit erhalten, Lepisosteus zu unter-
suchen und jetzt bei Lepisosteus gerade diese Eigenthümlich-
keit einer respiratorischen Kiemendeckelkieme wiedergefunden,
so war die Stellung der Störe unter den Ganoiden auf der
Stelle klar und entschieden, und die früher nur von den Stö-
ren von mir nachgewiesene Eigenheit, eine respiratorische
Kiemendeckelkieme zu besitzen, wurde jetzt zu einer den
Ganoiden überhaupt von der Natur zugestandenen, den eigent-
lichen Knochenfischen aber versagten Eigenschaft.
Bei Lepisosteus is4 die respiratorische Kiemendeckelkieme
neben einer Pseudobranchie vorhanden. Was Hr. Valentin ')
bei seiner Relation von meinen Untersuchungen über die fal-
schen Nebenkiemen oder Pseudobranchien vom Lepisosteus
anführte und als äussere und innere Nebenkieme desselben
bezeichnete, klärt sich nämlicli als eine respiratorische Ne-
benkieme neben einer Pseudobranchie auf. Beide Organe
verhalten sich wie bei den Stören. Ich habe ihre wahre Be-
deutung durch Untersuchung der Blutgefässe festgestellt.
Die Kiemendeckelkieme des Lepisosteus ist sehr ansehn-
lich und stösst mit ihrem obern Ende unter einem spitzen
Winkel auf die viel kleinere Pseudobranchie. Beide Organe,
wie bei den Stören im äussern Bau einander ähnlich, berüh-
ren sich hier mit ihren Enden, ohne sich zu vermischen. Die
Direction der Blätter ist an der Berührungsstelle verschieden
und entgegengesetzt. Der musculöse Bulbus arteriosus bildet
wie bei den Stören und Polypterus einen sehr langen Stiel,
') Valentin Repert. 1841. 137.
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. IQ5
dessen Muskelfleisch kurz vor der Stelle, wo die Arterie sich
zu vertheileii beginnt, plötzlich aufhört. Die Arterie theilt
sich dann in eine vordere und hintere Portion. Aus dem
hintern Theil entspringen auf jeder Seite 2 Stämme, wovon
der vordere die Arterie der Kieme des zweiten Kiemenbogens
ist, der hintere sich wieder in die Arterien des dritten und
vierten Bogens theilt. Die vordere Portion des Truncus arte-
riosus geht weiter nach vorn, giebt dann jederseits die Kie-
menarterie des ersten Bogens und setzt sich dann nochmals
dünn in der Mittellinie fort. Dieser unpaare EiTdast der Kie-
menarterie geht über die Region der Kiemen der Kiemenbogen
hinaus und ist der Stamm der Arterien der Kiemendeckelkie-
men rechter und linker Seite. Er theilt sich nach einem
Verlauf von einem halben Zoll in einen rechten und linken
Zweig, welche sich an die innere Fläche der Kiemenhaut
schlagen und zwischen Schleimhaut und Muskelschicht der
Kiemenhaut zum Kiemendeckel und zur Kiemendeckelkieme
gelangen. Die Kiemenhaut des Lepisosteus geht ununterbro-
chen mantelartig von einer zur andern Seite breit hinüber
und hat eine eben so breite Lage von queren Muskelfasern.
Bei den Stören giebt der Ast der Kiemenarterie zum
ersten Kiemenbogen auch die Arterie der Kiemendeckelkieme.
Vergl. Anatomie der Myxinoiden. 3. Fortsetzung.
Demnach erhält die Kiemendeckelkieme der Ganoiden
gleich wie die wahren Kiemen dunkelrothes Blut aus der ge-
meinschaftlichen Kiemenarterie.
Die Arterie der Pseudobranchie bietet das gerade Gegen-
theil dar, sie entspringt nicht aus der Kiemenarterie, sie ge-
hört dem Körperarteriensystem an, und führt also, ganz ver-
schieden von einem Athemorgan, der Pseudobranchie hellrothes
Blut zu, wie die Arterien allen Körpertheilen. Sie ist bei Lepi-
sosteus gleichwie bei andern Fischen, eine Fortsetzung der
Arterie, welche die Knochen und Muskeln des Kiemendeckels
versorgt, ramus opercularis. Sie kommt beim Lepisosteus an
derselben Stelle des Kiemendeckels durch eine Oeffnung innen
zum Vorschein, wie bei den Knochenfischen. Ich habe ihren
Ursprung aus der ersten Kiemenvene, den ich bei andern Fischen
nachgewiesen, wegen Mangels an Materialien, hier nicht verfolgt,
aber es ist kein Zweifel gestattet, dass sie sich eben so verhalte.
IQQ Joh. Muller:
Die Störe entfernen sich von allen Knochenfischen da-
durch, dass ihre Pseiidobranchie, wie bei den Plagiostonien
ein rete niirabile caroticum für Auge und Gehirn ist, während
sie bei' allen Knochenfischen bloss ein rete mirabile ophthal-
micum ist. Aus Gründen, die im Vorhergehenden liegen, ist
zu vermuthen, dass es ebenso bei Lepisosteus sein w^erde.
Ich muss dies bis zur Ankunft neuer Materialien ungewiss
lassen.
Die Existenz einer accessorischen Kiemendeckelkieme ist
eine Erscheinung, welche sich bei keinem Knochenfisch er-
eignen kann; sie gehört zu den Charakteren der Ganoiden;
aber sie ist ihnen nicht nothwendig eigen. Ich finde bei den
den Stören nächst verwandten nackten Spatularien, nämlich
bei Planirostra edentula Raffinesque keine Kiemendeckelkieme,
sondern nur eine in ihrem Spritzloch verborgene Pseudobran-
chie, welche dieselbe Lage hat wie die Pseudobranchie der
Störe. So wie die Planirostra zu den Stören, so verhalten
sich die Polypterus zu den Lepisosteus. Die Polypterus ha-
ben gleich den Planirostra keine Kiemendeckelkieme, aber
auch die Pseudobranchie selbst ist hier eingegangen und es
ist nur das Spritzloch übrig geblieben, in dem ich keine Spur
dieses Organes wieder finden kann. Das Vorkommen der
Pseudobranchie ist auch bei den Plagiostomen gleichen Varia-
tionen unterworfen. Denn ich habe sie bei mehreren Gattun-
gen nicht darin gefunden, w^ie z. B. bei den Scymnus, bei
denen ich sie jedoch im frühen Fötusalter an dieser Stelle
gesehen habe. Vergl. Anat. der Myxinoiden 3. Fortsetzung.
Abhandl. d. Akademie d. Wissensch. a. d. J. 1840. 252. Ebenso
ist es mit dem Spritzloch selbst. Es ist den meisten Pla-
giostomen und nach den mitgetheilten Beobachtungen, im Fö-
tuszustaud vielleicht allen ohne Ausnahme eigen, aber im er-
wachsenen Zustande fehlt es den Gattungen Carcharias und
Sphyrna. Dieselben Verhältnisse wiederholen sich bei den
Ganoiden. Die Störe haben Spritzlöcher, die den Acipenser
nächst verwandte Gattung Scaphirhynchus Heck, hat das Spritz-
loch verloren. Dagegen ist es bei den Spatularien vorhanden,
es ist bei Planirostra edentula eine kleine Oefi"nung, eben so
weit entfernt vom Auge als vom Mundwinkel. Auch die Po-
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 107
lypterus besitzen bekanntlieh Spritzlöcher, aber sie fehlenden
Lepisosteus.
In Hinsicht der Kiemendeckelkieme, der Pseudobranchie
und des Spritzloches kommen demnach bei den Ganoiden fast
alle Combinationen vor, welche logisch möglich sind:
1) Kiemendeckelkieme, Pseudobranchie imd Spritzloch.
Acipense?\
2) Kiemendeckelkieme und Pseudobranchie ohne Spritzloch.
Lepisosteus.
3) Kiemendeckelkieme ohne Pseudobranchie und ohne Spritz-
loch. Scaphirhynchus.
4) Pseudobranchie ohne Kiemendeckelkieme mit Spritzloch.
Planirostra.
5) Spritzloch ohne Kiemendeckelkieme und ohne Pseudo-
branchie. Pohjpterus.
Die Gegenwart der Spritzlöcher ist für die Ganoiden kein
absoluter Charakter, denn die Lepisosteus bieten schon unter
den lebenden eine Ausnahme, aber die Negation dieses Cha-
rakters ist bei den eigentlichen Knochenfischen absolut. Die
Existenz der Spritzlöcher bei Polypterus war, so lange der-
selbe als Knochenfisch aufgefasst wurde, ein unbegreifliches
Factum. Jetzt, nachdem die Störe und Spatularien seine er-
wiesenen nächsten Verwandten sind, ist es umgekehrt, es er-
fordert vielmehr unsere Erklärung, warum diese Oeffnungen,
welche so sehr in der Natur der Ganoiden zu liegen schei-
nen, dem Lepisosteus fehlen können. Ich vermuthe, dass sie
bei ihm im Fötuszustande gefunden werden, gleichwie ich sie
bei dem Fötus derjenigen Haifisch-Gattungen gefunden, denen
sie im erwachsenen Alter fehlen (Carcharias).
Die Schwimmblase ist bei allen lebenden Ganoiden, auch
den Acipenser und Polyodon vorhanden, sie ist ohne Wun-
dernetze und mit einem Luftgang versehen, wie bei den Ma-
lacopterygii abdominales oder bestimmter den Physostomi un-
ter den Knochenfischen.
Die Geschlechtsorgane verhalten sich bei den Ganoiden
sehr eigenthümlich. Was in der Description de l'Egypte von
den Geschlechtsorganen des Polypterus gesagt ist, ist unvoll-
ständig, zum Theil unrichtig; in der Abbildung pl. 3. Fig. 7 tt.
108 JoJ'- Müller:
sind die Fettlappen an den cliylopoetischen Eingeweiden für
die Hoden genommen.
Die Eierstöcke des Polypterus liegen vor den Nieren als
eine lange Platte, jeder an einem Gekröse befestigt. Sie sind
ohne innere Höhle und es giebt von ihnen keinen Ausgang als
in die Bauchhöhle, wie bei den Plagiostomen, Sturionen, Cy-
clostomen und wenigen Knochenfischen, neuerlich den Aalen
und Salmonen. Die Eier werden aus der Bauchhöhle durch
wahre Eileiter ausgeführt, dadurch entfernt sich Polypterus
schon ganz von den Knochenfischen, auch von den letztge-
nannten, bei welchen nur eine Bauchöfi'nung ausführt, vielmehr
schliesst er sich an die Fische mit besondern Eileitern, wel-
ches die Plagiostomen, Sturionen und Lepidosiren sind. Die
Form der Eileiter gleicht aber zunächst am meisten derjeni-
gen der Störe.
Die Eileiter des Polypterus liegen gerade vor den langen
und weiten Harnleitern und sind an ihnen durch Bindegewebe
angewachsen; einige Zoll von dem After entfernt, öfi'nen sie
sich mit einem weiten queren Schlitz in die Bauchhöhle. Diese
Mündung liegt dicht beim Eierstockgekröse, nach aussen von
dem untern Theil desselben. Eileiter und Harnleiter verfolgen
ihren Weg, getrennt bis nahe vor dem gemeinschaftlichen
Ausgang im Porus urogenitalis hinter dem After. Bläst man
in letztern, so füllen sich meist die Harnleiter mit Luft, zu-
w^eilen auch die Eileiter. Bläst man in die Abdominalöfi'nung
des Eileiters, so tritt die Luft aus dem Porus urogenitalis
heraus.
Bei den Stören ist Lage und Gestalt des Orificium ab-
dominale tubae genau ganz dieselbe. Aber diese Röhre ist
dort nur kurz selbstständig, sie soll nämlich bald in den wei-
ten Harnleiter einmünden , der dadurch zugleich zum Eileiter
wird. Bei männlichen Stören führen dieselben Trichter aus
der Bauchhöhle in den Harnleiter. Hr. v. Baer hat diese in-
teressante Thatsache aus der Anatomie der Störe zuerst von
den männlichen Geschlechtsorganen angegeben ^), Hr. Rathke^)
') Berichte der K. anatom. Anstalt zu Königsberg II. Leipzig,
1819. 40.
^) Ueber den Darmkanal und die Zeugungsorgane der Fische.
Halle 1824. p. 124.
Ueber den Bau und dio Grenzen der Ganoiden. 109
hat sie bei weibliehen bestiätigt. Bei eigener Untersuchung
dieses Gegenstandes stosse ich auf einen von beiden Forschern
nicht angegebenen Umstand. Der aus der Bauchhöhle in den
Harnleiter führende Trichter erscheint im Harnleiter wie ein
Blindsack; bei mehreren grossen sowohl weiblichen als männ-
lichen Stören w^aren diese weiten Blindsäcke völlig verschlos-
sen, so dass Quecksilber und Luft nicht durchdrangen. Da es
sich hier um gar grosse Gegenstände, um einen Blindsack
von dem Durchmesser eines kleinen Fingers handelt, so ist
keine Täuschung möglich. In einem Fall unter mehreren
waren die Trichter keine Blindsäcke mehr, sondern in den
Harnleiter geöffnet. Es waren die herausgenommenen und
vor längerer Zeit präparirten männlichen Geschlechtsorgane
eines sehr grossen Störs und offen fand ich die Trichter im
Harnleiter eines weiblichen Scaphirhynchus Raffinescii Heck.,
in beiden Fällen waren sie auf beiden Seiten geöffnet. Hier-
aus scheint hervorzugehen, dass die Abdominaltrichter nur zu
gewissen Zeiten dehisciren , zu andern aber geschlossen blei-
ben. Ein grosses Weibchen mit geschlossenem Blindsack des
Trichters war im Sommer in der Oder gefangen und hatte im
Eierstock nur ganz unreife mit der Loupe zu sehende
Eierchen ^).
Die Störe haben auch jederseits vom After eine Bauch-
höhlenmiindung, diese fehlt den Polypterus, so wie auch die
Communication zwischen Bauchhöhle und Herzbeutel, der
Herzbeutel zeigt hier bloss eine tiefe Bucht nach rückwärts.
Uebrigens ist die Ausmündung des Afters und des Porus uro-
genitalis hinter einander bei beiden Thieren wie bei den Kno-
chenfischen und verschieden von der Cloake der Plagiostomen.
In der Bildung des Darmkanals nähern sich die Ganoiden
den Plagiostomen, denn die Acipenser, Polydon haben eine
Spiralklappe im Darm, wie die Haifische und Rochen, und
bei Polypterus ist sie schon von seinem Entdecker angegeben,
') Wie der Samen der Störe ausgeführt wird, ist noch unbekannt.
Rathke glaubt beim Hausen Quergefässe zwischen dem Hoden und
dem Harnleiter gesehen zu haben. Der Hoden besteht jedenfalls
aus reiserförmigen Samenkanälchen, die man mit der Loupe sieht,
und nicht aus Bläschen, aber sie sind sehr verwirrt imd ihre Anord-
nung und Ende ist mir unbekannt geblieben.
110 Joh. Müller:
aber kein Knochenfisch besitzt diesen Bau. Die Spiralklappe
ist indess unter den Ganoiden nicht allgemein, denn bei Le-
pisosteus ist sie von Niemand angezeigt. Der Darm der Pla-
giostomen und des Polypterus ist nach demselben Plan gebil-
det. Das vom sackförmigen Magen aufsteigende oder hier
seitlich abgehende Rohr reicht bis zum Klappendarm. Hier
erst befindet sich der Pylorus. Dies Rohr ist daher nicht
Darm, wie es von Geoflfroy St. Hilaire genannt wird, sondern
der gewöhnliche pylorische Gang, brauche montante, des Ma-
gens. Am obern abgerundeten Ende des Klappendarms der
Plagiostomen befindet sich ein klappenloser Raum zwischen
dem Anfang der Klappe und dem Pylorus. Dies ist die Bursa
Entiana, sie nimmt den Gallengang und pancreatischen Gang
auf, beim Fötus auch den Ductus vitello intestinalis, sie ist
ohne Zweifel einem Theil des Dünndarms, am meisten dem
Duodenum zu vergleichen. Wollte man den Klappendarm als
Dickdarm ansehen, so hätten sie vom ganzen Dünndarm nichts
als die Bursa Entiana. Das ist widersinnig, vielmehr ist der
ganze Klappendarm mit der Bursa als Dünndarm zu betrach-
ten und das klappenlose Ende, der Mastdarm ist allein dem
Dickdarm analog. Auch bei den Knochenfischen ist der Darm
nicht in Dünndarm und Dickdarm, sondern in Dünndarm und
Mastdarm geschieden. Die Erklärung des Darmkanals des
Polypterus muss von diesem Gesichtspunkt ausgehen, oder
vielmehr der Darm dieses Ganoiden ist selbst eine Bestätigung
jener Ansicht. Beim Polypterus giebt es kaum mehr eine
Bursa und die Klappe des Klappendarms entspringt vom Rand
des Pylorustrichters. Ueber dieser Stelle erweitert sich der
Darm in den blindsackförmigen Anhang, die Appendix py-
lorica, und in der Nähe des Pylorus mündet auch der Gallen-
gang ein. Hätte Geoffroy St. Hilaire diese Einmündung ge-
sucht oder gekannt, so hätte er den pylorischen Gang des
Magens nicht für den Dünndarm halten können.
Die Störe unterscheiden sich von den Polypterus nur
durch die Form des Magens und durch die Ausbildung der
Stelle zwischen Klappe und Pylorus oder der Bursa der Pla-
giostomen zu einer ganzen Darmschlinge, also Duodenaldarm-
schlinge. Der Magen ist hier ohne Blindsack und biegt ohne
Grenze in den pylorischen Theil um, der nach einer muscu-
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. \\\
laren Anschwellung den Pylorus bildet. Darauf folgt die
Duodenaldarmschlinge, welche hinter dem Pylorus die Ausmiin-
dung der Appendices, den Gallengang und den Gang des von
Alessandrini entdeckten drüsigen Pancreas aufnimmt, deren
unteres Ende aber noch einmal eine Klappe bildet, von deren
Rande die Spiralklappe des Klappendarms entspringt. Den
U^bergang vom Polypterus zu den Stören bilden die Rochen,
deren Bursa Entiana nach dem Pylorus hin in einen retorten-
ähnlichen Kanal ausgezogen ist, so dass der Pylorus nicht
mehr in den Raum der Bursa sich öffnet, sondern an den
Hals der Retorte stösst.
Das Gehirn der Ganoiden ist eigenthümlich und unterschei-
det sich von dem der Knochenfische und Plagiostomen. Das
des Störs ist bekannt; ich verweise auf Stannius Abhandlung.
Hier folgt die gedrängte Beschreibung des Gehirns des Po-
lypterus bichir. Es gleiclit dem Hirn des Störs und besteht
in seinem hintern Theil aus einem sehr langen verlängerten
JVIark mit dem langen Sinus rhorab., aus dem kleinen Gehirn,
den verhältnissmässig kleinen Lobi optici, die in den Lobus
ventriculi tertii mit oberer Oeffnung auslaufen. Darauf fol-
gen die sehr grossen tief getheiltcn Hemisphären, denn das
sind sie wahrscheinlicher als Lobi olfactorii, wie ich sie im
Jahresbericht nannte. Unter ihnen setzt sich das Gehirn in
die Lobi olfactorii und die Geruchsnerven fort. Den Sehner-
ven fehlt die Kreuzung der Knochenfische, sie gehen nicht
frei übereinander weg, sondern sind zu einem Chiasma ver-
bunden, wie beim Stör. Der Schädel der Polypterus besteht
unter der Knochenbedeckung noch aus sehr starker Knorpel-
masse, welche auch an den Seiten das Gehörorgan zum
Theil einschliesst, so dass dasselbe etwas mehr als bei den
Knochenfischen bedeckt wird, was auch an die Störe er-
innert.
In den Sinnesorganen schliessen sich die Ganoiden zum
Theil den Knochenfischen, zum Theil den Plagiostomen an.
Sie haben, auch die Störe, doppelte Naslöcher, wie sie
bei Plagiostomen nicht vorkommen. Der Processus falcifor-
mis und die Choroidaldriise scheinen den Polypterus zu fehlen.
Die Haut der Ganoiden kann mit emaillirten rhomboida-
len oder auch runden Schuppen getäfelt sein, sie kann Schil-
|j2 Jo^- Mi*>ll<?i'-
der tragen , sie kann völlig nackt sein. Die Spatularien sind
nackte Sturionen, ihre Eingeweide, ihre Wirbelsäule sind die-
selben, von den Sturionen aber lasst sich selbst in der Haut-
bedeckung der unmerkliche Uebergang in die übrigen Ganoi-
den nachweisen. Bei den eigentlichen Stören stehen die gros-
sen Knochenschilder in weit von einander abgesonderten Längs- .
reihen, bei Scaphirhynchus wird der hintere Theil des Körpers
iHiiform mit Ganoid- Tafeln besetzt. Aber auch die gewöhn-
lichen Störe besitzen an den Seiten des Schwanzes vollkom-
mene Ganoid- Tafeln. Dazu kommen die Fulcra der Firste
des obern verlängerten Lappens der Schwanzflosse wie bei
Palaeoniscus, Acrolepis u. a. Niemand, der den Schwanz
eines Störs allein sähe, würde anstehen, ihn für den Schwanz
eines heterocerken Ganoiden zu erklären.
Fassen wir alles zusammen, so sind die einzigen wahren
Ganoiden der lebenden Welt die Gattungen Polypterus, Lepi-
sosteus, Acipenser, Scaphirhynchus und Spatularia, Dieses Re-
sultat ist ausser seinem unmittelbaren Interesse auch dadurch
merkwürdig, weil es auf die Fische zurückführt, mit welchen
Cuvier 1824 die Palaeoniscus verglich. Freilich hatte dieser
grosse Naturforscher nicht die Absicht, die Störe, Polypterus,
Lepisosteus mit den Palaeoniscus des Zechsteins in eine Ab-
theilung zusammenzubringen, vielmehr lässt sich beweisen,
dass diese Idee gerade seinem Gesichtskreis gänzlich entrückt
war. Er hat im Jahre 1828 in der neuen Ausgabe des regne
animal die Störe noch unter der Abtheilung der Knorpel-
fische, die Lepisosteus und Polypterus unter den Knochen-
fischen, Malacopterygii abdominales, Familie Clupeae aufge-
führt. Vielmehr war seine Ansicht, die er auch in bestimm-
ten Warten ausdrückte nur, dass die Palaeoniscus entweder
mit den Lepisosteus und Polypterus, oder mit den Stören
zu vereinigen seien, dass die Entscheidung darüber von eini-
gen Fragen abhänge, und er neigte sich zu der Ansicht, die
von Valenciennes noch bestimmter ausgesprochen ist, dass
die Palaeoniscus und Dipterus mit den Lepisosteus zu den
Malacopterygii abdominales gehören.
Die Charaktere der Ganoiden sind kurz zusammengefasst
folgende. Diese Fische sind entweder mit tafelartigen eckigen
oder runden schmelzbedeckten Schuppen versehen oder sie
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 113
tragen Knochenschilder, oder sie sind ganz nackt. Ihre Flos -
sen sind oft, aber nicht immer, am vordem Rande mit einer
einfachen oder doppelten Reihe von stachelartigen Tafeln oder
Schindeln besetzt. Ihre Schwanzflosse nimmt zuweilen in den
obern Lappen das Ende der Wirbelsäule auf, welche sich bis
an die Spitze des obern Lappens fortsetzen kann. Ihre dop-
pelten Naslöcher gleichen denen der Knochenfische. Ihre
Kiemen sind frei und liegen in einer Kiemenhöhle unter einem
Kiemendeckel wie bei den Knochenfischen. Mehrere Iiaben
ein accessorisches Athemorgan in einer Kiemendeckelkieme,
was von der Pseudobranchie zu unterscheiden ist und mit
dieser zugleich vorhanden sein kann, mehrere haben auch
Spritzlöcher gleich den Plagiostomen. Sie haben viele Klap-
pen im Arterienstiel wie die letzteren. Ihre Eier werden
durch Tuben aus der Bauchhöhle ausgeführt. Ihre Sehner-
ven gehen nicht kreuzweise über einander. Ihr Darm enthält
oft die Spiralklappe der Plagiostomen. Sie haben eine Schwimm-
blase mit einem Ausfiihrungsgang wie viele Knochenfische.
Ihr Skelet ist entweder knöchern oder theilweise knorpelig.
Ihre Bauchflossen sind abdominal.
Wenn wir aber nur diejenigen Charaktere, welche nie-
mals fehlen und absolut sind, in eine Definition zusammen-
fassen, so sind die Ganoiden kurz die Fische mit vielfachen
Klappen des Arterie nstiels, ohne Kreuzung der
Sehnerven, mit freien Kiemen und Kiemendeckel
und mit abdominalen Bauch flössen, in diese Defini-
tion können Haut und Schuppen, wovon die Untersuchung
ausging, nicht aufgenommen werden. Den Charakter von den
abdominalen Bauchflossen halte ich bloss zeitweilig für bindend.
Unter den von Agassiz zu den Ganoiden gerechneten
Fischen sind glücklicherweise nur wenige aus Familien, von
denen es jetzt gewiss ist, dass sie gemeine Knochenfische
sind. Die Acanthoderma und Pleuracanthus, Diodon, Ostra-
cion, Calamostoma gehören jedenfalls zu den eigentlichen
Knochenfischen und zwar die letztere Gattung als Lophobran-
chier, die anderen als Plectognathen.
Da die fossilen Gattungen Blochius, Dercetis und Rhi-
nellus wenig oder gar keine Uebereinstimmung mit den Scle-
rodermen, denen sie in den Poissons fossiles zugewiesen sind,
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. Bd, §
114 Jo*^- Müller:
haben, so fragt sich, ob sie nicht den Ganoiden erhalten wer-
den müssen. Die Blochiiis haben nach Agassiz emaillirte
rhomboidale Schuppen, aber bedenklich für die Ganoidennatur
ist der muthmassliche Stand der Bauchflossen bei den Brust-
flossen. Rhomboidale Schuppen allein sind nicht sicher, denn
die Balistes haben solche ohne Ganoiden zu sein. Was den
Schmelz betrifi"t, so halte ich die Annahme desselben bei klei-
nen Schuppen nur dann für sicher, wenn keine andern Cha-
raktere der Ganoidnatur widersprechen , denn den Balistes
wurde auch Schmelz zugeschrieben, was ich aber nicht zu-
geben kann. Es wird daher sehr viel darauf ankommen, die
Stellung der Bauchflossen bei Blochius sicherer kennen zu
lernen. Die Knochenschilder der Dercetis und Rhinellus wür-
den nicht hinreichen, sie als Ganoiden zu erweisen. Denn
solche Schilder finden sich bei vielen Knochenfischen, und bei
anderen, die keine solche besitzen, finden sie sich zuweilen
im jugendlichen Alter, wie bei den Schwertfischen.
Indess das mag sich verhalten, wie es will, mögen die
Blochius, Dercetis, Rhinellus Ganoiden sein oder nicht, diese
Frage hat auf die geognostischen Folgerungen ebenso wenig
Einfluss als die Ausscheidung der falschen Ganoiden, nämlich
der Plectognathen und Lophobrancliier. Denn bei allen die-
sen handelt es sich um Fische, welche jünger als die Jura-
formation sind; die bisher angenommenen Verhältnisse der
Fische zu den Altern der Formationen werden dadurch nicht
verändert. Agassiz hat nämlich den Satz aufgestellt, dass die
Ganoiden in den altern Formationen herrschend sind, dass
abgesehen von den Placoiden, die übrigen Fische vor der
Kreideformation sämmtlich Ganoiden sind und dass die eigent-
lichen Knochenfische erst mit der Kreide beginnen. Dieser
Satz ist nicht im mindesten erschüttert und approximativ als
erwiesen zu betrachten. Aber der Zustand der Erhaltung der
Fossilien lässt uns im Einzelnen zu einem sichern Beweis
noch manches vermissen. Die Folgerungen über das Verhält-
niss der Ganoiden zu den Formationen werden durch unsere
Untersuchungen nur in Beziehung auf die Bildungen von der
Kreide an verändert, und wird die Entwickelung der Ganoiden
in allen neueren Formationen gleichwie in der lebenden Welt
selbst durch die Ausscheidung der fremdartigen Familien be-
deutend reducirt.
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. {\^
Bei den lebenden Fischen können wir uns mit absoluter
Gewissheit aus der Anatomie versichern, ob sie Ganoiden sind
oder nicht. Welche Charaktere werden uns aber bestimmen
bei den fossilen Frischen? In erster Instanz sind es emaillirte,
rhomboidale, durch Fortsätze mit einander articulirte Schup-
pen in schiefen Reihen, stachelartige Schindeln (Fulcra Agass.)
am vordem Rand einer oder mehrerer Flossen, Heterocercie
bei einem Fisch mit Kiemendeckel und abdominaler Stellung
der Bauchflossen und weichen articulirten Flossenstrahlen.
Wo die Schindeln am Rand der Flossen vorhanden sind, halte
ich die Ganoidnatur eines Fossils für entschieden, die Schup-
pen mögen eine Form haben, welche sie wollen, denn dieser
Charakter findet sich bei keinen andern Fischen. Ebenso
entscheidend ist die vollständige Heterocercie bei einem Fisch
mit Kiemendeckel und Kopfknochen, denn sie kommt sonst
nur bei den Plagiostomen vor. Die Besetzung des Flossen-
randes mit Fulcra ist sehr verbreitet und kann zuweilen ver-
misst werden , wo sie doch vorhanden ist. So finde ich sie
unter mehreren Exemplaren des grossen Pachycormus macro-
pterus des Liasschiefers einmal ganz evident sowohl an der
Rückenflosse als Afterflosse sichtbar, während sie an der
Schwanzflosse durchgängig fehlt. In manchen Gattungen aber
scheinen die Fulcra ganz zu fehlen und dass dies möglich
und wirklich ist, davon haben wir in den lebenden einen ent-
scheidenden Beweis an den Polypterus und Polyodon. Ob-
gleich die Wirbelsäule der Ganoiden oft knöchern ist, so ist
doch der unverknöcherte Zustand des centralen Theils bei
bloss verknöcherten Apophysen ein wichtiges Kennzeichen, wo
ein Theil jener wichtigsten Merkmale fehlt. Die blosse rhomboi-
dale Gestalt der Schuppen ohne eigentlichen Schmelz, ohne Arti-
culation derselben, ohne Fulcra der Flossenränder, ohne He-
terocercie, bei verknöcherter Wirbelsäule, und gar bei fehlen-
den Bauchflossen oder nicht abdominaler Stellung derselben
würde misslich sein, wie wir bei Balistes sehen. Fehlen aber
noch so viele Charaktere, sind aber die Schuppen articulirt,
wie bei den Gyrodus, so scheint kein Zweifel obwalten zu
können. Agassiz führt zwar von manchen Ganoiden nicht
ausdrücklich die vollen Beweise an, warum sie Ganoiden sind.
Der lange Umgang mit seinem Werk erregt aber ein grosses
8*
ilß Joh. Müller:
Vertrauen in seine Erfahrung über diesen Punkt. Wir be-
ruhigen uns bei den Coelacanthen, wenn wir sie bei runden
dachziegelförmigen Schuppen unter den Ganoiden figuriren
sehen , sobald wir bemerken , dass nur die Apophysen ihrer
Wirbel, nicht der Centraltheil derselben verknöchert ist, wie
es bei Undina so deutlich ist. Das Alter der Formation kann
dermalen auch noch benutzt werden , um einen Fisch zu den
Ganoiden zu rechnen. Aber hier bewegt man sich freilich
schon in einer Petitio principii.
Die Knochensubstanz der Schuppen der Lepisosteus und
Polypterus zeigt bei mikroskopischer Untersuchung die radiir-
ten Knochenkörperchen, wie sie auch in den Knochenschil-
dern von andern nicht dahin gehörigen Fischen , aber in der
Regel nicht in den gewöhnlichen Schuppen der Knochenfische
vorkommen. Bei sehr grossen Schuppen findet sich jedoch
zuweilen auch bei den Knochenfischen eine unterste Schichte
mit Knochenkörperchen, so finde ich sie in den Schuppen der
Sudis, welche sonst von denen anderer Knochenfische nicht ab-
v^eichen. Bei den Gattungen Megalurus und Leptolepis aus dem
obersten Juragliede, dem lithographischen Schiefer, sind wir in
der Bestimmung darauf reduzirt, dass ihre runden dachziegel-
förmigen Schuppen, ohne Knochenkörperchen, welche den
Schuppen der Knochenfische ähnlich ausseben, mit Email be-
deckt sind und dass sie der Juraformation angehören. Ich
finde bei mikroskopischer Untersuchung dieser Schuppen so-
gar die concentrischen Linien wie an den Schuppen der Kno-
chenfische, aber freilich sind diese Linien hier noch mit einer
dünnen glasartigen Schichte von Email bedeckt', so dass sie
meist auch keinen Abdruck dieser Linien auf dem Steine zu-
rücklassen. Ich bin über die Stellung dieser Fische ungewiss.
Da es unter den lebenden Ganoiden nackte giebt, so
kommen solche ohne Zweifel auch unter den fossilen vor,
diese würden aus der Beschafi'enheit der Körperoberfläche gar
nicht und nur aus ihren Affinitäten zu andern Gattungen, theil-
weise aus dem Zustande der Wirbelsäule zu erkennen sein.
Die knorpelige Beschaffenheit des centralen Theils der
Wirbelsäule allein wird aber auch bei einem beschuppten
Fisch nicht völlig sicher für einen Ganoiden entscheiden, da
wir in den Lepidosiren ein Beispiel einer von den Ganoiden
ücber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 117
noch zu unterscheidenden Categorie beschuppter Fische mit
knorpeligem Centraltheil der Wirbelsäule kennen.
Ich komme jetzt zur systematischen Aufstellung der Ganoi-
den. Hier ist zuvörderst anzuerkennen, dass sie eine der grös-
sern Abtheilungen der Fischwelt bilden, mag man sie Ord-
nung oder Unterklasse nennen, und dass sie nicht bloss eine
Familie ausmachen. So lange die eigenthiimlichen Abweichun-
gen der Ganoiden von der Anatomie der Knochenfische, näm-
lich im Bau der Klappen, Sehnerven, Athemorgane, Geschlechts-
Iheile unbekannt waren, konnte man über die Stellung der
mit Lepisosteus und Polypterus im Schuppenbau übereinstim-
menden Fische zweifelhaft sein, ob man es mit einer Ordnung
der Fische oder einer Familie der Malacopterygii abdominales
zu thun habe. Schloss man nämlich die Lophobranchier,
Gymnodonten, Sclerodermen, von den Ganoiden aus, so stim-
men die Ganoiden mit den Malacopterygii abdominales durch
den Besitz des Luftganges der Schwimmblase, durch die
Stellung der Bauchflossen und die weiche BeschaJOfenheit der
Flossenstrahlen iiberein. Daher Hess ich in meiner Abhand-
lung über die natürlichen Familien der Knochenfische Lepi-
sosteus und Polypterus in der Ordnung, wohin sie Cuvier
gebracht hat, d. h. unter den Malacopterygii abdominales,
aber als eigene Familie. Bei dem jetzigen Zustande meiner
Kenntnisse ist dies unstatthaft. Es ist augenscheinlich bewie-
sen, dass diese Fische von den Knochenfischen fundamental
abweichen. Sie können ebenso wenig mit den Selachiern
vereinigt werden; indem sie mit einem Theil der ehemaligen
Knorpelfische zusammenfliessen, bilden sie eine eigene Abthei-
lung. Die Stelle dieser Abtheilung im System fallt, wie ich
bewiesen zu haben glaube, mitten zwischen die Knochenfische
und Plagiostomen oder Selachier, indem sie Charaktere aus
den Knochenfischen und Selachiern combinirt. Sie hat von
den ersten die Kiemen, den Kiemendeckel, die Nase, von den
letztern die accessorische Kieme vor der ersten Kieme, die
Spritzlöcher, die Klappen, die Gefässvertheilung der Pseudo-
branchie, die Eileiter, das Verhalten der Sehnerven.
Dass einzelne Thiere dieser Abtheilung sich den Repti-
lien in einem und anderm Punkte der Organisation nähern,
kann zugegeben werden; dass sie sich überhaupt mehr als
irgend andere Fische an sie anschliessen und den IJebergang
11§ Joh. Müller:
ZU; den Sauriern bilden, davon habe ich mich nie überzeugen
können. Icli finde eben nur Combinationen von Eigenschaf-
ten der Knochenfische und der Plagiostomen in einer dritten
eigenthümlichen Form benutzt. Die Duplicität des Vomer bei
Lepisosteus (Agassiz) und die Verbindung der Wirbel dessel-
ben Fisches durch Gelenkköpfe und Pfannen (Blainville) sind
allerdings unter den Fischen einzig, und das ist jedenfalls
eine Aufnahme von Bildungen, die am nächsten bei den Rep-
tilien gefunden werden. Diese bieten nicht weniger auch
oft die gewöhnliche Fischbildung der Wirbel dar mit dop-
pelten ausgehöhlten Facetten, wie die Ichthyosauren , Ple-
siosauren u. a. und die fischartigen Amphibien Proteiden,
Derotreten und Coecilien. Die Zusammensetzung des Unter-
kiefers aus so vielen Stücken als bei den Reptilien bei Lepi-
sosteus (Geoffroy St. Hilaire), welche sich bei Polypterus
nicht wiederholt, finde ich bei einem entschiedenen Knochen-
fisch, Osteoglossum. Die Aufnahme der Apophysen der Wir-
bel in Gruben derselben bei Lepidotus hält Hr. Agassiz für
eigenthümlich und sonst nur den Placoiden eigen, und dies
erinnere an die Ichthyosauren. Es sei überflüssig diese Bil-
dung mit derjenigen der Wirbel der Cycloiden und Ctenoiden
zu vergleichen, da diese Insertion sich nie bei letzteren ereigne.
Hier muss ich bemerken, dass sie gerade bei mehreren Fami-
lien von Knochenfischen erscheint, nämlich bei den Cyprinoi-
den, Salmones, Esox, Elops. Die einzigen Fische, welche
sich den Reptilien entschieden annähern , sind diejenigen,
welche zugleich Lungen und Kiemen und durchbohrende Nas-
löcher besitzen, die Lepidosiren, sie sind das unter den Fi-
schen, was die fischartigen Proteiden unter den Amphibien.
Einzelne Affinitäten finden immer statt, aber diese finden sich auch
in andern Ordnungen; in den Geschlechtsorganen stimmen die
Plagiostomen am meisten mit den übrigen Wirbelthieren, also
zunächst den Reptilien und entfernen sich durch ihre Eileiter,
und Nebenhoden ganz von dem Typus der gemeinen Kno-
chenfische.
Durch Ausscheidung der Lophobranchier;, Gymnodonten,
Sclerodermen, Goniodonten und Siluroiden wird die bisherige
Abtheilung der Ganoiden um einen grossen Theil, vielleicht
um die Hälfte ihres Bestandes reduzirt, gleichwohl muss der
lieber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 119
Namen Ganoiden für den als Unterklasse oder Ordnung der
Fische bleibenden Rest beibehalten werden, nicht bloss weil
dieser Rest den bisherigen Bestand der fossilen Ganoiden
noch grösstentheils enthält und die ausgeschiedenen Familien
in den Formationen der Vorwelt nur wenig, zum Theil gar
nicht repräsentirt sind, sondern noch mehr wegen der grossen
Verdienste, welche sich Agassiz durch die Gründung der Ga-
noiden und Beschreibung ihrer fossilen Formen erworben hat,
und welche von der Art sind, dass der Name dieses Forschers
für immer mit der Geschichte der Ganoiden verbunden ist.
Was die Eintheilung der lebenden Ganoiden betrifft, so zer-
fallen sie am natürlichsten also:
I. Hplostei
Familie 1. Lepidosteini. Gattungen: Lepisosteus.
2. Polypterini. - Polypterus.
II. Chondrostei
Familie 3. Acipenserini. Gatt. : Acipenser, Scaphirhynchus.
4. Spatulariae. - Polyodon Lacep., Plani-
rostra Raff.
Die erstem haben eine knöcherne Wirbelsäule, bei den
letztern ist das Skelet zum Theil knorpelig und die Wirbel-
säule enthält statt der Wirbelkörper eine weiche Chorda.
Beide verhalten sich zu einander wie die Plagiostomen und
die Chimaeren unter den Selachiern.
Lepisosteus und Polypterus zeigen so viele sowohl äus-
sere als innere Unterschiede, dass sie in derselben Familie
nicht vereinigt bleiben können.
Lepisosteus. Ihr Oberkiefer ist aus vielen Stücken
zusammengesetzt. Ihr Vomer ist doppelt. Ihr Unterkiefer
enthält so viele Stücke als bei den Reptilien, ihre Wirbel ar-
ticuliren durch Gelenkköpfe und Pfannen ^). Ihre Nase liegt
') Die Osteologie der Lepisosteus ist von Agassiz Poissons fos-
siles T. IL trefflich abgehandelt. In dem Bericht, den ich darüber
im letzten Jahresbericht, Archiv f. Anat. u. Physiol. 1843. CCXXXVIII.
abgestattet habe, ist ein Fehler stehen geblieben, den ich erst nach
der Publication bemerkt habe. Mit Unrecht schreibe ich in diesem
Bericht Herrn Agassiz die Meinung zu, den Lepisosteus und Poly-
pterus in Hinsicht der Wirbelgelenke zu identificiren , da an der ci-
tirten Stelle I. p. 101 das Gegentheil ausdrücklich angegeben ist.
120 Joh. Müller:
am Ende der sehr langen Kiefer und enthält die gewöhnlichen
einfach angeordneten Nasenfalten. Sie haben eine respirato-
rische Kiemendeckelkieme und zugleich eine Pseudobranchie,
aber kein Spritzloch. Die Kiemen an den 4 Kiemenbogen
sind vollständig d. h. doppeltblätterig, und hinter dem letzten
Bogen und dem Schlundknochen befindet sich wie gewöhnlich
noch eine Spalte. Ihre Kiemenhaut geht mantelartig und
selbst ohne Einschnitt von einer zur andern Seite und enthält
3 Strahlen. Der vordere Rand aller Flossen ist mit 2 Reihen
stachelartiger Schuppen besetzt. Die Flossenstrahlen sind
sämmtlich articulirt. Die Schwanzflosse ist schief abgeschnit-
ten, ihre Strahlen sind theils am hintern Ende der Wirbel-
säule, theils unter ihr inserirt. Magen ohne Blindsack. Am
Pylorus viele kurze Blinddärme*), keine Spiralklappe im Darm.
Die Schwimmblase ist zellig und enthält Trabeculae carneae
zwischen den Zellenabtheilungen ^), sie öffnet sich durch einen
länglichen Schlitz in die obere Wand des Schlundes. Die
Trabeculae carneae sind nicht die Ursache des zelligen Baues,
wie behauptet ist, vielmehr finde ich die Anordnung der
Fleischbalken durch die zellige Beschaffenheit der Wände
bedingt. Denn die musculöse Bes(;haffenheit der Balken zwi-
schen den Zellenfeldern hört bei einer gewissen Grenze völlig
auf, die dazwischen liegenden Areae besitzen dann nichts mehr
von Muskelbeleg auf ihren Theilungslinien ^). Auch ist die
Endigung des Muskelbelegs auf den Balken, die solchen be-
sitzen, sehr deutlich wahrzunehmen. Jener Ansicht stand
schon die zellige Beschaffenheit der Schwimmblase in andern
Fischen entgegen, bei denen gar keine Trabeculae carneae
vorkommen. So an der bei einer andern Gelegenheit be-
schriebenen Schwimmblase der Erythrinus, einiger Siluroiden.
') Valentin sagt: am Uebergange des Zwölffingerdarms in den
Dünndarm sitzen die Pförtner-Anhänge. Repert. 1840. 397. Hier ist
das pylorische Rohr des Magens Duodenum genannt.
2) S. Valentin a. a. O. 392, v. d. Hoeven in Müll.JArch. 1841. 221.
3) An dem von mir untersuchten Exemplare der Pariser Samm-
lung waren die Baueheingeweide ausgenommen, aber es war ein klei-
ner Theil der Schwimmblase bei der Entfernung derselben zurück-
geblieben, welcher hinreichte die Zellen zu untersuchen.
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 121
Hielier ist auch die Amia calva zu rechnen, die ich noch kürz-
lich hierauf untersucht habe.
Polypterus. Ihre Oberkiefer sind nicht in Stücke ge-
theilt, ihr Vomer ist einfach, ihr Unterkiefer hat die gewöhn-
liche Anzahl der Knochenstücke bei den Fischen und über-
haupt weicht der ganze Schädel wenig von dem anderer Fische
ab, am Mundwinkel besitzen sie einen die Ober- und Unter-
lippe tragenden Lippenknorpel. Ihre Wirbel besitzen auf bei-
den Seiten ausgehöhlte Facetten , keine Gelenkköpfe und
Pfannen ^). Die Kiemendeckelkieme fehlt, sie haben nicht
einmal eine Pseudobranchie , dagegen besitzen sie ein von
einer knöchernen Klappe bedecktes Spritzloch auf jeder Seite.
Ihre vierte Kieme ist einblätterig und die Spalte hinter ihr
fehlt, auch fehlen die Ossa pharyngea inferiora. Die Kiemen-
haut ist in der Mitte gespalten, statt der Kiemenhautstrahlen
ist nur eine einzige grosse Knochenplatte auf jeder Seite vor-
handen. Längs des Rückens steht eine ganze Reihe getrenn-
ter Flossen, deren jede aus einem Stachel und einer an des-
sen hinterer Seite befestigten Flossfeder von articulirten Strah-
len besteht, eine Bildung, wovon unter den Ganoiden kein
anderes Beispiel besteht. Die abgerundete Schwanzflosse und
die Afterflosse bestehen aus articulirten Strahlen. Diejenigen der
Schwanzflosse stehen sowohl über als unter der Wirbelsäule.
Die Belegung der vorderen Ränder der Flossen mit stachel-
artigen Plättchen fehlt. Von den Flossen zeichnen sich noch
die Brustflossen und Bauchflossen aus, erstere durch einen
schuppigen etwas verlängerten Arm und ihre hintere Fläche,
welche abweichend von allen übrigen Flossen zwischen den
Flossenstrahlen mit sehr kleinen Schuppen besetzt ist; die
Bauchfiossen durch die ihnen eigene Abweichung, dass sie
ausser den Flossenstrahlen auch noch die Knochen eines Mit-
telfusses enthalten. Das Zungenbein hat 3 Glieder, der Kör-
per desselben, welcher zugleich die Kiemenbogen aufnimmt,
ist sehr gross und einfach. Unter dem Zungenbein, wo bei
andern Fischen der unpaare Knochen, Zungenbeinkiel, gegen
') Ueber die Osteologie der Polypterus, siehe Geoffroy St. Hi-
laire Description de TEgypte. Agassiz a. a. O. II. 2. 32. und Müller
im Jahresbericht Archiv 1843. p. CCXL.
122 Jo^»- MüHer:
den Scluiltergürtel reicht uud ihm mittelbar verbunden ist,
liegen bei Polypterus 2 Knochen, einer auf jeder Seite, sie
sind zwischen dem mittlem und untersten Stück des Zungen-
beinhorns befestigt. Diese Knochen hängen durch Bänder mit
einem dritten unpaaren Stück zusammen, welches sie mit dem
Schultergürtel in Verbindung setzt. Die Nase hat einen zu-
sammengesetztem Bau als bei irgend einem Fische. In der
grossen oben von den wahren Nasenbeinen gedeckten Höhle
liegt ein Labyrinth von 5 häutigen Nasengängen, w^elche parallel
lim eine Achse stehen, also einen prismatisch ausgezogenen
Stern bilden. Jeder dieser Kanäle enthält in seinem Innern
die kiemenartige Faltenbildung, die man bei andern Fischen
nur einmal antrifft. Die vordere Nasenöffnung ist in eine
häutige Röhre ausgezogen, die hintere ist eine kleine Spalte
in häutiger Decke vor dem Auge. Der Magen bildet einen
Blindsack, am Pylorus ein Blinddarm, vom Pylorus an
enthält der Darm die Spiralklappe. Die Schwimmblase ist
doppelt und besteht aus 2 ungleich langen Säcken, welche
vorn zu einer kurzen gemeinsamen Höhle zusammenfliessen,
und diese Höhle öffnet sich abweichend von allen Fischen,
wie ich an einem andern Orte gezeigt Imbe, nicht in die obere,
sondern wie eine Lunge in die ventrale Wand des Schlundes
durch einen langen Schlitz. Gleichwohl sind diese Organe
keine Lungen, denn sie erhalten hellrothes Blut wie alle übri-
gen Körpertheile durch ihre Arterie, welche ein Ast von der
letzten Kiemenvene und von der Mitte dieser Vene zu dem
Schwimmblasensack ihrer Seite abgeht. Die Venen der
Schwimmblase vereinigen sich mit den Körpervenen, nämlich
mit den Lebervenen. Diese Säcke sind ohne Zellen und in
ihrem ganzen Umfang von einer Muskelhaut belegt.
Die zweite Abtheilung der Ganoiden enthält die Sturio-
nen mit nur theilweise knöcherner Wirbelsäule. Sie wurden
von Artedi, Gronov und Cuvier mit den Cyclostomen und
Plagiostomen zu einer grossen Abtheilung der Chondroptery-
gier, Knorpelfische vereinigt.
Auf den Unterschied des linöchernen oder theilweise
knorpeligen Skelets kommt wenig an, sobald es sich um die
Abtheilung der Ganoiden überhaupt handelt, wie aus Agassiz
fossilen Ganoiden hervorgeht. Aber bei der Eintheilung der
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 123
Gaiioiden selbst scheint er mir sehr wichtig 2u sein. So ist
es wenigstens auch bei den Selachiern. Denn die Haien und
Rochen, bei denen die Wirbel vollständig abgetheilt sind und
die Chimären, wo eine Chorda vorhanden ist, bilden Zweige,
die sich auch sonst auffallend unterscheiden, obgleich sie als
Selachier untrennbar sind. Ich habe in einer Abhandlung
über die Wirbelsäule der Plagiostomen, welche für die Pois-
sons fossiles von Agassiz unternommen wurde und im II. Bande
derselben gedruckt ist, neben den Haien mit knöcherner Wir-
belsäule andere mit weicher knorpeliger W^irbelsäule ange-
zeigt. Bei diesen sind noch die knorpeligen Wirbelkörper als
Wirbel gesondert und die Chorda fehlt, aber die Chimaeren
bieten diesen gegenüber ein Beispiel von einer wirklichen
Chorda.
Die Acipenserinen und Spatularien unterscheiden sich haupt-
sächlich durch die Haut, die bei den letztern nackt ist, und
durch die Bildung des Mauls, der Kiefer und Kiemendeckel.
S. vergl. Osteologie d. Myxinoiden. Auch fehlt den Spatula-
rien (Planirostra) die Kiemendeckelkieme. Ihre Eingeweide
sind dieselben.
Die fossilen Ganoiden haben in der Beschuppung mehr
Aehnlichkeit mit den lebenden Holostei als mit den Sturiones;
dagegen sich in der Beschaffenheit der knöchernen oder theil-
weis knorpeligen Wirbelsäule die einen und andern Formen
wiederfinden ; sie zugleich mit den lebenden zu ordnen , ist
schwierig, indem man genöthigt ist, die sichern Thatsachen
aus der Anatomie der lebenden mit den zum Theil muthmass-
lichen der fossilen zu vermischen. Zu Lepisosteus finden
sich unter Agassiz Lepidoiden und Sauroiden Formen genug,
die ihm in der Struktur der Flossen mit 2 Reihen der Fulcra
und auch in der ganz verknöcherten Wirbelsäule gleichen wie
Lepidotus u. a. Aber für Polypterus kenne ich unter allen
fossilen Ganoiden keine Analogie, so dass er auch unter ihnen
der Typus einer eigenen Familie zu sein scheint. Die Coel-
acanthen, Pycnodonten und die in neuester Zeit von Agassiz
aufgestellten Familien der Cephalaspides , Acanthoidei, Dipteri
halte ich, abgerechnet vielleicht die Aufnahme der Cheirolepis
unter die Acanthoiden, von denen sie sowohl durch den Man-
124 *^öh- Müller:
gel der Stacheln als durch den Besitz der Fulcra abzuwei-
chen scheint, für sehr gute Familien.
Die Trennung der Lepidoidei und Sauroidei halte ich
für künstlich. Unter der Menge der dahin gezählten Gattun-
gen giebt es aber manche, welche nachweisbare Affinitäten zu
einander haben und Grund zu Absonderungen geben können.
Agassiz hat selbst neuerlich dazu die Initiative ergriffen, indem
die Acanthoiden, Cephalaspides und Dipteri hauptsächlich aus
den Lepidoiden entnommen sind. Aber die noch übrig blei-
benden Lepidoiden wüsste ich nicht durch wesentliche Merk-
male von den Sauroiden zu unterscheiden. Es scheint mir,
dass die Ganoiden, die zu einer Familie gebracht werden, in
dem Zustand der Wirbelsäule übereinstimmen müssen, ob sie
verknöchert oder ihr centraler Theil knorpelig ist. Dann
scheinen mir diejenigen fossilen Ganoiden zusammenzugehören,
welche nachweislich immer ohne Fulcra der Flossen sind,
und wieder diejenigen, bei denen sie constant vorhanden sind.
Unter den Ganoiden mit Fulcra an dem vordem Rand einiger
oder aller Flossen giebt es wieder wesentliche und wie mir
scheint, für die Systematik wichtige Unterschiede in der Be-
schaffenheit der Fulcra. Was ich davon durch Untersuchung
wohl erhaltener Exemplare erfahren, besteht in Folgendem.
Wenn die Firste des verlängerten obern Schwanzlappens
mit Fulcra besetzt ist, so scheinen diese immer eine unpaare
Reihe bis ans Ende zu bilden, so ist es schon bei den Stu-
rionen, so auch bei den Palaeoniscus, Acrolepis. Die Er-
scheinung der Fulcra an der Firste der Schwanzflosse eines
heterocerken Ganoiden schliesst nicht die Nothwendigkeit in
sich, dass der vordere Rand des untern Lappens und anderer
Flossen Fulcra besitze, denn sie fehlen hier bei den Sturio-
nen. Die Fulcra auf der ganzen Schwanzfirste, wo keine Strah-
len stehen, sind nur als Schuppenbedeckung im Allgemeinen,
nicht aber als Fulcra der Flossenstrahlen zu betrachten, da-
her kann ein heterocerker Ganoid, der an der Firste des ver-
längerten obern Schwanzlappens einfache Fulcra besitzt, am
vordem Rande des untern Lappens eine doppelte Reihe von
Fulcra besitzen, wie ich es bei Palaeoniscus und Acrolepis
(A. asper) zu sehen glaube.
Es giebt Gattungen fossiler Ganoiden, deren vordere
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 125
Flossenränder mit einer einfachen Reihe von Fnlcra bis ans
Ende besetzt sind, es sind dann zweischenkliche Fulcra mit
einfacher stachelartiger Spitze. Dapedius wird nach dem, was
Agassiz bei Dapedius piinctatus p. 194 von einer Reihe spitzer
Stücke entlang dem obern und untern Rand der Schwanz-
flosse sagt, hierher gehören. Ich sehe eine unpaare Reihe von
Fulcra am obern und untern Rand der Schwanzflosse der
Tetragonolepis und Ptycholepis bis ans Ende. Sie scheinen
auch nach der Abbildung von Tetragonopterus confluens Ag.
II. tab. 23 a. Fig. 1 bei dieser Gattung an der Brustflosse ein-
fach zu sein. Auch Pholidophorus scheint nach den Fulcra
am obern und untern Rand der Schwanzflosse hierher zu gehören.
Bei andern Gattungen der Ganoiden sind die vordem Rän-
der der Flossen mit einer doppelten Reihe von Fulcra besetzt,
ganz so wie wir es unter den lebenden Ganoiden bei Lepi-
sosteus sehen, es ist durchaus ebenso an allen Flossen der Le-
pidotus und Caturus. Dass es sich so an der Brustflosse der
Lepidotus verhält, geht schon aus der Abbildung des Lepido-
tus Mantellii Ag. bei Agassiz T. II. tab. 30 c. hervor, ich sehe
die doppelten Reihen an dieser und an allen andern Flossen,
auch an beiden Rändern der Schwanzflosse. Bei einer gros-
sen Art von Caturus aus dem Lias von Boll, welche wahr-
scheinlich Caturus Meyeri v. Miinst. ist, sehe ich am Anfang
der Schwanzflosse einige starke ungetheilte Fulcra. Aber so-
gleich gehen diese in doppelte Reihen von Fulcra über, welche
die ganze Länge des vordem Randes bekleiden. Diese dop-
pelten Reihen von Fulcra bemerke ich ferner an den Flossen
des Pachycormus macropterus Ag., wo Fulcra vorhanden sind,
d. h. an Rücken und Afterflosse. Auch Semionotus hat doppelte
Reihen der Fulcra (Brustflosse). Diese Unterschiede deuten auf
tiefere Verschiedenheiten, denn man kann in der That keinen
aufi'allendern Unterschied sehen, als die Schwanzflosse der
Ptycholepis und Tetragonolepis mit einfacher Reihe stachel-
artiger Fulcra, und des Lepidotus und Lepisosteus mit dop-
pelten Reihen. Bei Pachycormus finden sich die doppelten
Reihen mit einem nicht verknöcherten Zustande des Kerns
der Wirbelsäule zusammen, bei Lepisosteus dagegen mit ver-
knöcherter Wirbelsäule und wie es scheint auch bei Lepido-
tus. Die Gattung hat nämlich nach Agassiz ad Tab. 29 c.
126 Joh- Müller:
Fig, 12 vollständig verknöcherte Wirbel nnd macht also eine
Ausnahme von den andern Lepidoiden, bei denen nach Agas-
siz a. a. O. 182, so weit ihm Reste des Skelets bekannt ge-
worden, die Wirbelkörper fehlen.
Obgleich die heterocerken Ganoiden viel zahlreicher in
den altern Formationen sind, so sind doch nicht alle Fische
derselben he^erocerke. Allerdings ist es auffallend, dass die
aus den Familien Lepidoidei und Sauroidei Ag. vor der Jura-
formation vorkommenden Formen heterocerke sind, wie Agas-
siz zeigt; dies ist aber mehr eine Folge des Systems als der
natürlichen Verhältnisse; das Resultat ist sogleich gestört,
sobald man die Coelacanthns und Undina, die jetzt ausser die-
sen Familien stehen, in Betracht zieht. Uebrigens geht die
Heterocerkie anatomisch unmerklich in Homocerkie über. Wenn
viele Ganoiden das eine Extrem bildend gar keine Flossen-
strahlen über dem Ende der Wirbelsäule tragen, so kommen
diese dagegen beim Stör vor, denn ehe der verlängerte obere
Lappen der Schwanzflosse sein Ende erreicht, schliessen sich
an die letzten unarticulirten schindelartigen Stacheln, welche
die Firste dieses Schwanzlappens bilden, ohne weiteres arti-
culirte Flossenstrahlen an , welche über der Chorda sitzen,
von gleicher Beschaffenheit, wie die untern Strahlen dieses
Lappens. Von dieser Formation ist keine scharfe Grenze
mehr zu ziehen und indem sich der obere Schwanzlappen
successiv verkürzt, geht er in einen homocerken Schwanz
über. Eben so unmerklich geht die Heterocerkie der Pla-
giostomen verloren. Untersucht man einen heterocerken Hai-
fisch, so findet man unter der Haut oberhalb der Wirbelsäule
einen eben solchen Flossenbart von haarförmigen Knorpel-
fäden, wie unter der Wirbelsäule, nur kürzer.
Beim Schluss dieser Bemerkungen über die Ganoiden
erhebt sich die Frage, welche Abtheilungen, Unterklassen oder
Ordnungen mit den Ganoiden zu coordiniren sind.
Cuvier kommt in seinen Bemerkungen über die methodi-
sche Vertheilung der Fische am Schlüsse des L Bandes seiner
Hist. nat. d. poissons zu dem Schlüsse, dass die Aufstellung
der Familien der Fische dermalen geringere Schwierigkeiten
mehr darbiete, dass es aber noch an wichtigen Charakteren
fehle, die Familien genügend in grössere Abtheilungen zu
Uebor den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 127
ordnen. Mais pour disposer ces genres et ces familles avec
quelqiie ordre, il aiirait ete necessaire de saisir iin petit noni-
bre de caracteres iiiiportans d'ou il resiiltat quelques grandcs
divisions qui saus roiupre les rapports naturels, fussent assez
precises pour ne laisser aucun doute sur la place de cliaque
poisson ; et c'est a quoi Ton n'est point encore parvenu d'une
nianiere suffisamment detaillee. Ich glaube, dass wir jetzt zu
diesem Grad unserer Kenntnisse gekommen sind und ich will
es zuletzt versuchen , die grossen Abtheilungen der Fische
nach ihren innern und äussern Charakteren zu entwickeln und
in scharfe Definitionen zu fassen.
Die Abtheilung der Chondropterygier, zuerst von Artedi
aufgestellt, von Gronov bestätigt und von Cuvier angenom-
men, zeigt sich zuvörderst als eine unnatürliche Vereinigung
der verschiedensten Familien, da finden sich die Sturionen,
die Chimaeren , die Plagiostomen und Cyclostomen vereinigt.
Niemand kann daran z\veifeln, dass in dieser Abtheilung die
vollkommenst organisirten Fische, die den Reptilien also
näher stehen, und die unvollkommensten die Cyclostomen,
nämlich die Petromyzon und Myxinoiden vereinigt sind, wäh-
rend die grosse Abtheilung der Knochenfische nur Fische von
verhältnissmässig geringen Verschiedenheiten umfasst.
Zwar haben Pallas und Agassi/ einen Theil dieser Fische,
die Sturionen, von den übrigen abgelöst. Der erstere (zoo-
graph. Ross. asiat.) versetzte die Störe unter die Fische mit
Kiemendeckel und freien Kiemen, die er Branchiata nennt, und
stellte dieser die Ordnung der Spiraculata entgegen, welche
den Rest der Knorpelfische, unsere heutigen Plagiostomen,
Chimaeren und Cyclostomen umfasst. Agassiz, der die Fische
in 4 Ordnungen, Ctenoidei, Cycloidei, Ganoidei, Placoidei
theilt, rechnete die Störe sehr richtig zu den Ganoiden und
es blieben ihm in gleicher Weise die Haien, Rochen, Chimae-
ren und Cyclostomen übrig, so dass seine Placoiden dasselbe
was die Spiraculata Pallas zum Inhalt haben. Wenn sich die
Cycloiden und Ctenoiden als Ordnungen nicht beibehalten
lassen, so enthält diese Eintheilung andererseits neue und
wichtige Elemente in der Entwickelung des natürlichen Sy-
stems. Die Ganoiden bewähren sich als sichere Ordnung in
veränderter Form und geben einen Theil ihres bisherigen Be-
128 ^^^' Müller:
Standes an die Gräthenfisclie ab. Aber die Spiraculaten von
Pallas oder Placoiden von Agassiz leiden immer noch an der
Verbindung der vollkommensten und unvollkommensten Fische,
welche in ihrer Anatomie die grössten Verschiedenheiten dar-
bieten.
Die Plagiostomen oder Selachier des Aristoteles, nämlich
die Haifische und Rochen, sind eine in ihrer ganzen Organi-
sation eigenthiimliche Abtheilung von Fischen, von allen ver-
schieden durch ihre Schädel ohne Abtheilungen, aber mit Kie-
fern und durch die Bedeckung aller Knorpel mit jener cha-
rakteristischen feinen Mosaik von pflasterartigen Knochenstück-
chen, welche im ganzen System der Fische nicht wiederkehrt,
durch ihre angewachsenen Kiemen mit Spiracula der Kiemen-
höhlen, bei der Gegenwart der Kiemenbogen, durch den Man-
gel des Kiemendeckels, durch ihre Geschlechtsorgane, da die
Männchen die eigenthümlichen äussern Organe und die Neben-
hoden, die Weibchen aber eine Verbindung der Tuben über
der Leber zu einem einzigen orific. abd. und die charakteristi-
schen Eileiterdrüsen besitzen. Die einzigen ihnen verwandten
Fische sind nur die Chimaeren durch eine andere Art feiner
Knochenrinde der Knorpel, durch die Uebereinstimmung in
den Eingeweiden, die gleiche Beschaffenheit der äussern und
innern männlichen Geschlechtsorgane, die Nebenhoden, die
äussern Anhänge, durch die Eileiterdrüsen und selbst die gleiche
Beschaffenheit der Eischale.
Die Cyclostomen dagegen gleichen den Plagiostomen bloss
durch die ungetheilten Kopfknorpel und die Spiracula, in allen
übrigen Beziehungen aber entfernen sie sich von ihnen, ins-
besondere durch den völligen Mangel der Kiemenbogen, der
Kiefer, durch ihre Geschlechtsorgane ohne Eileiter und ohne
Sainengänge, durch den ganz einzigen Mangel des Muskel-
belegs am Arterienstiel oder Bulbus aortae, durch ihre 2 Ar-
terienklappen.
Der Prinz von Canino (Selachorum tab, analytica 1838)
hat die Eigenthümlichkeit der Haien, Rochen und Chimaeren
als Unterklasse richtig aufgefasst, für welche er den Namen Elas-
mobranchii aufgestellt, während er die Cyclostomen auch als eine
seiner 4 Unterklassen unter dem Namen Marsipobranchii auffasst.
Ich niuss diese Anordnung gutheissen, dagegen die andern Unter-
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 129
klassen Lophobranchii, Foiuatobranchii (letztere einschliessend
die Ordnungen Sclerodermi, Gymnodontes, Stiiriones, Ganoidei,
Ctenoidei, Cycloidei) durch den jetzigen Stand unserer Kennt-
nisse über die Anatomie der Knochenfische und Ganoiden
nicht bestätigt werden.
Indem ich die Unterklasse der Marsipobrancliii oder der
Cyclostomen annehme, so rechne ich zu ihr nicht den Am-
phioxus, aus den der Akademie vorgelegten Untersuchungen
ziehe ich den Schluss, dass er in keiner bekannten Fischordnung
oder Unterklasse aufgenommen werden könne, obgleich er den
Cyclostomen am nächsten steht, durch den Mangel der Kiefer
und den Bau des Skelets. Die Gründe, die dies verbieten,
sind die Muscularität des ganzen Gefässsystems ohne beson-
deres Herz, ein unter den Fischen und selbst unter den Wir-
belthieren einziger Charakter, die Lage der Kiemen in der
Bauchhöhle, mit einem Porus resp. der Bauchhöhle, der Man-
gel einer Unterscheidung zwischen Gehirn und Rückenmark,
die Reduction der Leber auf einen Blindsack des Darms und
die auf allen Schleimhäuten verbreitete Wimperbewegung. Er
ist der Typus einer besondern Unterklasse, die ich Lepto-
cardii nenne.
Eine besondere Unterklasse der Fische bilden auch die
beschuppten Fische mit Lungen und Kiemen zugleich und
mit durchbohrten Naslöchern, Dipnoi Nob. Wohin Lepido-
siren. Die Klappen liegen im musculösen Bulbus aortae
longitudinal und spiral. Der Darm mit Spiralklappe, wie bei
den Plagiostomen, Ganoiden und einigen Cyclostomen. Eilei-
ter in die Bauchhöhle geöffnet. Ihre Wirbelsäule besitzt eine
Chorda mit aufgesetzten Apophysen.
Ziehen wir diese 4 Abtheilungen der Fische ab, so blei-
ben noch 2 Abtheilungen mit Kiemendeckel und freien Kie-
men, die Ganoiden und die eigentlichen Gräthenfische, welche
sich abgesehen von allen andern Unterschieden sogleich durch
ihre Herzklappen theilen. Alle eigentlichen Gräthenfische
mit 2 Arterienklappen nenne ich Teleostei, d. h. vollkommene
Knochenfische. Wir erhalten also 6 Unterklassen mit festen
und sichern Charakteren, wie sie Cuvier verlangte und vermisste.
1. Teleostei Müll. 2. Dipnoi Müll. 3. Ganoidei
Agass. Müll. 4. Elasmobranchii Bonap. seu Sei ach ii.
Archiv f. Waturgeschiclite. AI. .lahrg. l. Bd. 9
130 Joh. Müller:
6. Marsipobranohi i Bonap. s. (Jyclostomi. 6. Lepto-
cardii Müll.
Ich Stolle die Ganoiden und Selachier in die Mitte, nach
der einen Seite bilden die Ganoiden den Uebergang zu den
Teleostei und Dipnoi, nach der andern die Selachier zu den
Cyclostomi und Leptocardii.
Die Teleostier oder eigentlichen Gräthenfische zerfalle
ich in 6 Ordnungen:
1) Acanthopteri Müll.
2) Anacanthini Müll.
3) Pharyngognathi Müll.
4) Physostomi Müll.
5) Plectognathi Cuv.
6) Lop hobra nchii Cuv.
Unter Acanthopteri verstehe ich nur diejenigen unter
Cnvier's Stachelflossern , welche doppelte Schlundknochen
haben, indem ich die Labroiden und verwandten entferne. Bei
den mehrsten sind die Bauchflossen bei den Brustflossen. Ihre
Schwimmblase ist, wenn vorhanden, immer ohne Luftgang.
Hieher folgende F'amilien:
Percoidei Cuv. Cataph racti Cuv. Sparoidei (incl.
Maenides). Sciaenoidei Cuv. Labyrinthici Cuv. Mu-
giloidei Cuv. Notacanthini Müll. (Notacanthus, Rhyn-
chobdella, iVIastacemblus ). Scomberoidei Cuv. Squa-
niip en nes Cuv. Taen ioidei Cuv. Gobioidei Müll. (incl.
Cyclopteri ') ). Blennioidei. Pediculati Cuv. Theu-
tjes Cuv. Fistulares Cuv.
Die Familie der Notacanthini umfasst Stachelflosser mit
abdominalen oder fehlenden Bauchflossen , vielen von einer
Rückenflosse unabhängigen Rückenstacheln, und deren Schul-
tergürtel statt am Kopfe weiter zurück an der Wirbelsäule
aufgehängt ist wie bei den Aalen. So ist es bei Notacanthus
sowohl als Mastacemblus. Ob Tetragonurus dahin gehört,
ist noch zu untersuchen.
Die Anacanthini sind Fische, welche im innern Bau
mit den Acanthoptern übereinstimmen, deren Schwimmblase,
') Siehe die Abhandlung über die natürlichen Familien der Fische
in diesem Archiv IX. 1. p, 295.
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 131
wenn vorhanden, auch ohne Luftgang ist, die aber nur weiche
Strahlen haben. Ihre Bauchflossen, wenn vorhanden, stehen
an der Brust oder Kelile. Cuvier's Malacopterygü subbra-
chii zum Tbeil und !\JaIacopterygü apodes zum Theil.
Familien Gadoidei. Opliidini, PI eu ronectides.
Die Pharyngognathi '; sind Stachelflosser und Weich-
Üosser mit vereinigten untern Schlundkuochen. llire Bauch
flössen stehen theiis an der Brust, theils am Bauch. Ihre
Schwimmblase ist immer verschlossen, ohne Luftgang.
Familien Labroidei c vcloidei Müll. Labroideicte-
noidei Müll. Chromides Müll. Scomberesoces Müll.
Die Phy so Storni sind Weichflosser, deren Bauchflossen,
wenn vorhanden, intmer abdominal sind, die einzigen in dieser
Unterklasse, deren Schwimmblase immer einen Luftgang besitzt.
Man kann sie in 2 Unterordnungen bringen, die den Mala-
copterygii abdominales und Malacopterygii apodes Cuvier's
grösstentheils entsprechen.
Zu den Physostomi abdominales gehören:
Familien Siluroidei Cuv. C yprinoidei Ag. Cha-
racini Müll. -) Cypr inodon tes Ag. Mormyri Cuv.
Esoces MüJl. Galaxiae Müll. Salmones Müll. '^) Sco-
pelini Müll. 4) Clupeidae Cuv. Heteropygii ^) Tellk.
(Amblyopsis).
Zu den Physostomi apodes s. anguillares gehören
die Familien: Muraenoidei Müll. Symbranchii Müll.
Gymnotini Müll.
In der Familie der Siluroiden Cuv. unterscheide ich als
Gruppen die eigentlichen Siluroiden oder Siluri und die Go-
niodontes Agass. oder Loricarinen. Die Familie der Cypri-
nodontes Ag. oder Poeciliae Val., welche ich an einem andern
Orte charakterisirt habe, enthält nur Fische mit vorstreckbarem
Maul, bei denen der Zwischenkiefer allein das Maul begrenzt.
') Ebend. p. 305.
2) Ebend. p. 313.
3) Ebend. p. 323.
*) Ebend. p. 321.
5) Müll. Arch. 1844. p. 392.
132 Joh. Müller:
Die Gattung Umbra Cramer (Cyprinodon unibra Ciiv. Umbra
Crameri Nob.) gehört nicht in die Poecilien- Gattung Cypri-
nodon Val., sie hat ausser den Zvvischenkieferzähnen Zähne
im Vonier und Gaumenbeinen , ihr Maul wird vorn vom Os
intermaxillare, aussen vom Oberkiefer begrenzt, wie bei Esox,
mit welchen auch der Magen ohne Blindsack und der Darm
und ihre bedeckten Pseudobranchien übereinstimmen. Zu den
Esoces gehören mit Sicherheit jetzt nur Esox und Cyprinodon.
Durch Herrn Valenciennes Güte konnte ich meine Studien
über die Esoces Cuv. fortsetzen. Heber Saianx bin ich ungewiss,
da das von mir untersuchte schlecht erhaltene Originalexemplar
des Pariser Museums nicht ausreicht. Microstoma des Pariser
Museums hat das Maul vorn von den Zwischenkiefern begrenzt,
hinter diesen treten die Oberkiefer hervor, welche den äussern
Theil des Mauls begrenzen. Eine Fettflosse ist an diesem
Exemplar, das auch in dem Kupferwerk regne animal abge-
bildet ist, sicher nicht vorhanden, kammartige Pseudobranchien.
Die Microstomen von Risso und Reinhardt sind wegen der
Fettflosse, die sie besitzen, eine davon verschiedene nahe-
stehende Gattung, beide stimmen unter sich und mit Argen-
tina, dass die Zähne nicht im Zwischenkiefer, sondern nur im
Vomer stehen. Aber Argentina hat nicht 3 sondern 6 Kie-
menstrahlen. Man muss noch die Eierstöcke der Microstomen
untersuchen, um zu wissen, wohin diese Fische und ob sie
zu den Salmonen gehören.
Die Galaxias (Mesites Jenyns), von Cuvier auch zu den
Esoces gerechnet, habe ich kürzlich auch untersucht. Das
Pariser Exemplar des Galaxias alepidotus hat 7 Kiemenstrah-
len, eine andere wahrscheinlich neue sehr kleine Art, die wir
von Herrn Poeppig erhalten, hat 6 Kiemenstrahlen. Das nicht
vorstreckbare Maul dieser Thiere wird vom Zwischenkiefer
begrenzt, hinter diesem tritt der Oberkiefer hervor, ganz wie
bei Microstoma und begrenzt den äussern Theil des Mauls.
Ich finde, dass die Eier dieser Thiere in die Bauchhöhle fal-
len und durch Abdominalöfi'nungen ausgeführt werden, wie
bei den Salmones Müll., von denen sie durch den Bau der
Kiefer und den Mangel der Fettflosse abweichen. Die Ga-
laxias sind jedenfalls von den Esoces auszuscheiden, ich stelle
sie vorläufig als eigene Familie auf und behalte mir vor, sie
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden, 133
mit den Salniones zu vereinigen, wenn neue Gattungen aus
dieser Gruppe bekannt werden und es nöthig machen ^).
Die Clupesoces, die ich in der Abhandlung über die na-
türlichen Familien der Fische von den Clupeen trennte, un-
terscheide ich nicht ferner. Ihr Unterschied beruhte auf dem
Mangel der Pseudobranchien bei den erstem. Arten der Gat-
tung Megalops, durch Rieh. Schomburgk und Peters erhalten,
lehrten mich, dass in dieser Gattung die Pseudobranchien bis
zum Verschwinden klein sind und erregten mir Zweifel über
die Clupesoces , daher ich schon im vorigen Sonnner dem
Prinzen von Canino mein Bedenken aussprach, dass diese
Familie vielleiclit nicht gut sein möchte. Seither erhielt ich
auch Gnathobolus und nuisste sehen, dass diese den Notopte-
rus so durchaus verwandte Gattung von jener sich durch den
Besitz kammartiger Pseudobranchien unterscheidet. Es ist
also gewiss, dass die Clupesoces aufzugeben sind, zu den
Clupeidae gehören und nicht einnial eine besondere Gruppe
darunter bilden. Zu den Clupeidae gehören Clupea, Pristi-
gaster, Alepocephalus, Gnathobolus, Notopterus, Engraulis
Thryssa, Amia, Megalops, Elops, F^utodeira, Hyodon, Butirinus,
Chirocentrus, Stoinias, Chauliodus, Heterotis, Arapaima, Osteo-
glossum. Seit der letzten Mittheilung habe ich in Paris Amia
und Chauliodus untersucht. Beide sind ohne Pseudobranchien.
Zu den Anguillares sind bloss eigentliche Aale mit Luft-
') Das Verhalten der Eierstöcke, ob die Eier in die Bauchhöhle
fallen oder durch einen Ausführungsgang des sackförmigen Eierstocks
ausgeführt werden, ist ein wichtiger Charakter, der keine Ausnahmen
zulässt. Nach Rathke soll zwar Cobitis taenia sich dadurch aus-
zeichnen, dass seine Eier in die Bauchhöhle fallen und durch Bauch-
öffnungen ausgeführt werden, was, wenn es richtig wäre, eine uner-
klärliche Abweichung von den übrigen Cobitis und von allen übrigen
Cyprinoiden wäre. Nach meinen Beobachtungen an Acanthopsis
taenia und indischen Acanthopsis-Arten, ist es nur ein Anschein,
welcher Täuschung verursacht. Der hinter dem Darm und Eierstock
liegende Bauchhöhlenraum ist nämlich nichts als der Eierstocksack,
der an die Bauchwände angewachsen ist und zu dessen vorderer
Wand hinter dem Darm die Eierstocksplatte gehört. Die Verglei-
chung mit Cobitis fossilis, wo die Eiersäcke doppelt, aber auch schon
grossentheils an die Bauchwände angewachsen sin-d, setzt die Sache
vollends ausser Zweifel.
134 Joh. Müller:
gang der Schwimmblase zu rechnen. Dagegen die Ophidien
in die Ordnung Anacanthini auszuscheiden. Aber man inuss
noch unter den aalartigen Thieren in die Muraenoidei, Sym-
branchii, Gymnotini unterscheiden. Bei den erstem gehen
Eier und Samen bekanntlich in die Bauchhöhle und durcli
Abdominalöffnungen ab, wie bei den Cyclostomen und nie
die Eier der Salmonen. Ich finde da'^^egen bei den Sym-
branchii (Symbranchus, Monopterus) und bei den Gynjnotini
(Gynuiotus, Carapus, Sternarchus) schlauchartige Eierstöcke,
selbst ausführend wie bei den mehrsten Knochenfischen und
Samengänge. Die Familien der aalartigen Physostomi lassen
sich übrigens leicht an den Kiefern unterscheiden. Bei den
M uraenoi d en ist das Maul in ganzer Länge nur vom Zwi-
schenkiefer begrenzt und der Oberkiefer liegt abortiv klein
im Fleisch. Diese Fische haben keine Blinddärme, aber einen
Blindsack des Magens. Bei den Symbranchii (Monopterus,
Symbranchus, Amphipnous) reicht der Zwischenkiefer auch bis
zum Mundwinkel, aber der Oberkiefer begleitet ihn, eben so
lang. Sie sind ohne Blindsack des Magens und ohne Blind-
därme. Der Darm ist ganz gerade luid wird von der äusserst
langen Leber bis ans Ende begleitet. Bei den Gymnotini
(Gyranotus, Carapus, Sternarchus u. a.) wird das Maul vorn
vom Zwischenkiefer, an den Seiten vom Oberkiefer begrenzt.
Sie haben Blinddärme und ihr After liegt an der Kehle.
Die Classification der Physostomi ruht nun auf festen
Grundlagen, aber wir dürfen uns nicht verschweigen, dass die
Familien der Acanthopteri, in welchen die Unterscheidungen
von Cuvier grösstentheils geblieben sind, noch viel von künst-
lichen Absonderungen darbieten.
Plectognathi Cuv. Obgleich die unbewegliche Verbin-
dung des Oberkiefers und Zwischenkiefers bei dieser Ordnung
nicht constant ist und auch bei andern Fischen diese Ver-
wachsung zuweilen vorkonuut, wie bei mehreren Characinen
(Serrasalmo u. a.), so haben die Plectognathen Cuvier's doch
sehr viel verwandtes in ihrer Hautbedeckung, deren Schuppen,
Rauhigkeiten, Stacheln, Schilder von den gewöhnlichen Fisch-
schuppen abweichen. Hieher gehören die Familien.-
Baiistini, Ostraciones, Gymnodontes.
Die letzte Ordnung der Teleostier bilden die Loplio-
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. |35
hranchiev, welche in nichts wesentlichem von den übrigen
Gräthenfischen abweichen.
Die Selachier zerfallen in 2 Ordnungen, die Plagiosto-
me?i und Holocephalen. Die Plagiostomen müssen aber
wieder in Unterordnungen, die Haifische und Rochen gebracht
werden, denn die Rochen untersclieiden sich von den Haien
durch den vollständigen ringförmigen bis unter die Haut des
Rückens tretenden Scliultergiirtel, durch die nach unten ge-
schlitzten Kiemenlöcher, Verlust oder Anwachsen der Augen-
lieder, Verbindung der Brustflosse mit dem Kopf durch
Schädelflossenknorpel und die bei allen Rochen vorkommende
Verschmelzung des vordem Theils des Rückgrats zu einem
einzigen grossen Knorpel ohne Wirbelabtheilung, was auch
noch die Pristis zeigen , während die Sägefische unter den
Haien Pristiophorus sich auch darin wie in allen Beziehungen
als Haien verhalten.
Die Familien der Haien sind:
Scyllia, Nyctitantes, Lamnoidei, Alopeciae,
Cestraciones, Rhinodontes, Notida ni, Spinaces,
S c y m n o i d e i , S q u a t i n a e.
Bei den Familien der Rochen, wie sie im System der
Plagiostomen aufgestellt sind, ist nichts weiter zu bemer-
ken, als dass die Gattung Platyrhina zu den eierlegenden
Rochen, also zur Familie der Rajae gehört ').
Classis, Pisces.
SubclassBS I. Dipnoi.
Ordo I. Sirenoidei.
Familia: 1. Sirenoidei.
I§iibclassis II. Teleostei»
Ordo I. Acanthopteri.
Familiae: 1. Percoidei.
2. Cataphracti.
3. Sparoidei.
4. Sciaenoidei.
5. Labyrinthiformes.
') Siehe Abh. d. Akad. d. Wissensch. a. d. J. 1840. p. 246. Von
der Gattmig Trygonorhina, deren Eier ich nicht kenne, ist zu ver-
muthen, dass sie sich wie bei Platyrhina verhalten.
136 Joh- Müller:
Familiae: 6. Mugiloidei.
7. Notacanthiiii.
8. Scomberoidei.
9. Squamipennes.
10. Taenioidei.
11. Gobioidei.
12. Blennioidei.
13. Pediculati.
14. Theutyes.
15. Fistulares.
Ordo II. Anacanthini.
Familiae: 1. Gadoidei.
2. Ophidini.
3. Pleuronectides.
Ordo 111. Pharyng ognathi.
Subordo I. Pharyngognathi acanthopterygir.
Familiae: 1. Labroidei cycloidei.
2. Labroidei ctenoidei.
3. Chromides.
Subordo II. Pharyngognathi malacopterygii,
Familiae: 4. Scomberesoces.
Ordo IV. Physo Storni.
Subordo I. Physostomi abdominales.
Familiae: 1. Siluroidei.
2. Cyprinoidei.
3. Characini.
4. Cyprinodontes.
5. Mormyri.
6. Esocep.
7. Galaxiae.
8. Salmones.
9. Scopelini.
10. Clupeidae.
11. Heteropygii.
Subordo II. Physostomi apodes.
Familiae: 12. Muraenoidei.
13. Gymnotini.
14. Symbranchii»
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 137
Ordo V. Plec tognathi.
F'amiliae: 1. ßalistini.
2. Ostraciones.
'S. Gyninodontes.
Ordo VI. Lophobranchii.
Familiae: 1. Lophobraiichi.
SSubclassis III. Gaiioiclei.
Ordo 1. Holostei.
Familiae: 1. Lepidosteini.
2. Poiypterini.
Ordo II. Chondrostei.
Familiae: 1, Acipenserini.
2. Spatulariae.
SStibdassIs IV. £lasiiiobraiicliii s. I§elaeliii.
Ordo 1. Plagiostomi.
Subordo I. Squalidae.
Familiae; 1. Scyllia.
2. Nyctitantes.
3. Lamiioidei.
4. Alopeciae.
5. Cestraciones.
6. Rhinodontes.
7. Notidani.
8. Spinaces.
9. Scymnoidei.
10. Squatinae.
Subordo II. Rajidae.
Familiae: 11. Squatinorajae.
12. Torpedines.
13. Rajae.
14. Trygones.
15. Myliobatides.
16. Cephalopterae.
Ordo II. Holocephali.
Familiae: 1. Chimaerae.
fiiibelassi» T. jflarsipobraiicliii », Cyclostoiui.
Ordo I Hyperoartii.
Familiae: 1. Petromyzonini.
138 *^^''- Müller
Ordo 11. Hyperotreti.
Faniiliae: 1. Myxinoidei.
Subclassis VI. lieptocardii.
Ordo I. Aiupli i oxini.
F'amiliae: 1. Aniphioxiiii.
Nachtrag.
Ich füge dieser Abhandlung einige neuere physiologi-
sche Bemerkungen über die virtuelle Verschieden-
heit des Bulbus am Truncus arteriosus einerseits der
Plagiostomen und Ganoiden , andererseits der Knochenfische
bei. Dieser Gegenstand ist nändich noch einer fruchtbaren
physiologischen Entvvickelung fähig.
In der vorbergehenden Abhandlung ist die mu«rkelartige
Anschwellung am Truncus arteriosus der Selachier, Ganoiden
und der Knochenfische für gleichbedeutend genommen worden
und habe ich mich nur an die Klappenverschiedenheiten im
Innern dieser Anschwellung gehalten, was für den zoologi-
schen Gesichtspunkt auch hinreichend ist. Bei einer feinern
anatomischen und physiologischen Untersuchung über die Be-
deutung dieser Anschwellung ergiebt sich aber das ganz uner-
wartete Resultat, dass sie bei den Knochenfischen von einer
ganz eigenthümlichen Beschaffenheit ist, welche mit derjenigen
der Ganoiden und Selachier nicht die geringste Aehnlichkeit
hat. Die Sache lässt sich kurz so bezeichnen, der musculöse
JBeleg am Arterienstiel der Selachier und Ganoiden ist ein
wahres Herz, zum Schlagen bestimmt, wie die Vorkammer
und Kammer und stimmt mit diesen auch im feinern Bau
überein. Der Bulbus am Arterienstiel der Knochenfische da-
gegen ist keine Herzabtheilung, keine Abtheilung des activen
Centralorganes, schlagt auch nicht wie das Herz, sondern ist
nichts anders als der sehr verdickte Anfang der Arterie, in
welchem eine eigenthümliche Schicht der Arterien zu einer
enormen Dicke anschwillt.
Es war die allgemeine Ansicht der Anatomen, dass die
muskelartige Substanz des Arterienstiels bei Knochenfischen
und Selachiern gleichbedeutend sei. Tiedemann behauptet auch,
dass sie sich bei Knorpel- und Knochenfischen zusammenziehe
Ueber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 139
und dass ihre Zusammenzleluing- auf die der Kammer folge.
Ich habe selbst lang-e jenen Theil bei den einen und andern
für identisch gehalten. Denkt man aber über den Zweck und
die Wirkung- der Klappen bei den einen und andern nach,
so wird man von selbst auf Bedenken geführt. Bei denjeni-
gen Piscinen , bei denen mehrere Reihen Klappen innerhalb
des musculösen Arterienstiels stehen, hat der Muskelbeleg des
Stiels offenbar ganz die Bedeutung eines accessorischen Her-
zens oder einer verlängerten Kammer. Indem er sich zusam-
uienzieht, entleert er sein Blut in die eigentliche Arterie, wie
<ier herzartige Bulbus eines Froschherzens es thut. Die Klap-
j)en werden sich darauf durch den Druck des Blutes von der
Arterie her ausbreiten, die obersten reichen mit ihren Rän-
dern gerade bis dahin, wo der Muskelbeleg der Arterie auf-
hört, über ihnen wird die Arterie voll bleiben, der musculöse
Arterienstiel aber wird zur Zeit der Pause des Herzschlags
dem Druck des Blutes von den Arterien entzogen sein. Bei
den Knochenfischen ist es gerade umgekehrt. Hier liegen die
Klappen zwischen Herzkammer und Bulbus der Arterie. In-
dem sich die Kammer zusannnenzieht, wird der Bulbus und
die Arterien erweitert. Könnte sich der Bulbus schlagartig
wie beim Frosch contrahiren, so würde das Blut noch aus
dem Bulbus in den nächsten Theil der Arterie getrieben wer-
den; unmittelbar auf den Schlag des Bulbus aber würde das
Blut aus der Arterie, wo es unter dem Druck des ganzen
Arteriensystems steht, zurückgehen, den Bulbus wieder bis zu
den Klappen an der Herzkammer ausfüllen, kurzum der mus-
culöse Bulbus als schlagende Herzabtheilung wäre hier völlig
zwecklos. Hat man so weit nachgedacht, so ist man für die
Anschauung des lebendigen hinreichend interessirt, man will
das Herz an dem ersten besten Knochenfisch in lebender
Thätigkeit untersuchen. Hier musste ich denn sogleich sehen,
dass der sogenannt musculöse Arterienbulbus der Knochenfische
gar keinen Schlag ausführt und dass er sich dadurch völlig
von dem höchst activen Bulbus aortae der Batrachier unter-
scheidet. Das Herz eines (Jyprinen, Salmonen , Hechtes,
verhält sich nämlich also: sowie der Schlag der Kammer
auf den der Vorkammer erfolgt, wird der Bulbus und die
daraus fortgesetzte Arterie, von dem eingetriebenen Blute
140 Joh. Müller:
strotzend ausgedehnt, von da an bis zum näciisten Schlag
der Kammer verengt sich Bulbus und Arterie allmählig wieder
luid diese Verengerung geschieht am Bulbus ganz in derselben
Weise wie an dun Arterien, nur stärker. Auch ist es nicht
möglich, weder den vollen noch den entleerten oder aufge-
schnittenen Bulbus durch mechanische oder electrische oder
chemische Reizung zu einem Schlag oderContraction zu bringen.
Der nächste Schritt wird sein, dass man die feinere
Struktur der Muskulatur am Bulbus bei den Plagiostomen,
Ganoiden einerseits und den Knochenfischen anderseits ver-
gleicht. Da findet sich, dass der Muskel des Arterienstiels
der Plagiostomen und Ganoiden aus quergestreiften Muskel-
bündeln besteht von gleicher Beschafi'enheit, wie an der Herz-
kammer und Vorkammer. Die Substanz des Bulbus der Kno-
chenfische dagegen zeigt keine Spur von den quergestreiften
Bündeln des Herzens, sondern besteht aus blassen Bündeln
von zarten Fasern, welche nicht die entfernteste Aehn-
lichkeit mit jenen Muskelfasern haben. Die Substanz setzt
sich allmählig verdünnt in eine gleichartige Schicht der Arterie
fort, welche an der ganzen Verzweigung der Kiemenarterie
fortgeht und an den Kiemenvenen wieder erscheint. Man
kann die Bündel dieser Schichte und des Bulbus denjenigen
vergleichen, welche Heule in der Ringfaserschichte der Arte-
rien entdeckt hat und worin er den Sitz der organischen Con-
tractilität der Arterien legt. Der Bulbus, dessen Wände beim
Salm gegen 8 mal so dick sind als die Wände der Kiemen-
arterie, wäre dann eine herzförmige Anschwellung einer toni-
schen Schichte. Aber unsere Bündel sind sehr elastisch; und
ob der Bulbus organische Contractilität besitzt, ist bis jetzt
noch problematisch. Bei den Haifischen, Rochen, Stören oder
Ganoiden, welche eine wahre Verlängerung des Herzens auf
den Arterienstiel besitzen, hört das Muskelfleisch, welches aus-
wendig um die Arterie liegt, mit einer scharfen Grenze auf,
und die Arterie geht mit ihren Häuten innerhalb des muscu-
lösen Ringes hervor. Umgekehrt geht der scheinbare Muskel
des Bulbus der Knochenfische nach oben ohne alle Unterbrechung
fort, indem er nur dünner wird. Die Masse des Bulbus be-
steht ganz aus diesen grauen Bündeln, welche nach innen
unregelmässige Trabeculae carneae bilden, theils schief, tlieils
üeber den Bau und die Grenzen der Ganoiden. 141
der Länge nach verlaufend, nach aussen aber eine sehr dicke
Querlage bilden. Die innere Schicht verliert sich allmählig
aufwärts, die Querbiindel sind als ganze zusammenhängende
Schichte an allen Stellen der Arterie nachzuweisen und auch
bei grossen Fischen, z. B. Sahnen, an denen diese Unter-
suchungen anzustellen sind, zu präpariren. Die graue Schicht
ist inwendig von einer dtinnen Haut bedeckt, welche grossen-
theils aus zickzackförmig gewellten Fräsern besteht, ebenso ist
auch die dickere weisse elastische Schichte gebildet, welche
nach aussen von der grauen Schicht gelegen ist. Dies sind
die unverzweigten elastischen Fasern, die ich in der vergl.
Angiologie der Myxinoiden beschrieben. Die graue Schichte
der Knochenfische besteht ganz für sich und ihre Bündel sind
niclit mit den weissen elastischen Fasern verstrickt.
Der Bulbus der Knochenfische kann daher nur in ver-
stärktem Masse so wirken, wüe dieselbe Schicht am ganzen
Arteriensystem wirkt. Die Cyclostomen entbehren die An-
schwellung der Wände zu einem Bulbus. Auf diese Weise
erklärt sich ihre Abweichung von den Knochenfischen , mit
denen sie durch die Lage und Zahl der Klappen am Ostium
arteriosum der Kammer übereinstimmen. Aber auch in den
Knochenfischen ist die Ausbildung des Bulbus sehr ungleich.
Ich habe die physiologische Entwickelung dieses Gegenstandes
hier nur in den allgemeinen Resultaten angedeutet. Aus-
führliches werde ich darüber später mittheilen, wenn ich ver-
schiedene Versuche, über die vitalen Eigenschaften der frag-
lichen Schichte, die ich noch vorhabe, inid eine chemische
Prüfung ihrer Natur ausgeführt. Daraus muss sich ergeben,
ob die Substanz des Bulbus und ihre Fortsetzung bloss ela-
stisch ist oder ob sie auch einen gewissen Grad von organi-
scher Contractilität besitzt, den ich darin vermuthe, den ich
aber bis jetzt vergeblich dariii gesucht habe. Dann werde
ich auch die quastartigen Gefässglomeruli beschreiben, welche
das Herz des Störs bedecken und mit den Kranzgefässen zu-
sammenhangend im Innern von Lymphräumen eingebettet sind.
P. 94. Z. 8 u. 9 statt Haifischen und Rochen lies Haifischen.
P. 108. Z. 7 statt neuerlich lies nämlich.
P. 125. Z. 9 statt Tetragonopterus lies Tetragonolepis.
142
Berichtigung zu den Diagnosen neuer Conchjlien.
Von
A. P h i 1 i p p i.
(Siehe S. 50).
Durch die Anwesenheit des Herrn Ciiming in Cassel und
durch den Empfang von Reeve's Conchologia iconica> bin ich
belehrt worden, dass mehrere der a. a. O. als neu beschriebene
Arten nicht neu sind :
Ai'ca Lamarckii dürfte, wenngleich die Rippen nicht zwei-
spaltig sind, wohl nur die ächte A. scapha Chemnitz sein.
Pectunculus concinnus ist von Reeve in den Zool. Procee-
dings von 1813 p. 33 beschrieben, und in der Conch.
iconica t. I. f. 3 abgebildet unter dem Namen P. gigan-
teus Reeve; er stammt von Californien.
Fissmella australis ist nach der mündlichen Versicherung
von Herrn Cuming die F. fulvescens Sow. ; ich mussv
bekennen, dass icli dies weder aus der von Sowerby ge-
gebenen Beschreibung, noch der Abbildung in den Con-
chological Illustrations gefunden hätte.
Mitra aet/dops ist nur ein besonders schönes noch mit der
Epidermis versehenes Exemplar von M. scutulata Lamk.
Ich bitte daher diese Arten auszustreichen. Folgende
kann ich aber hinzufügen:
Fissur ella solida Ph.
F\ testa ovato-oblonga, depressa, crassa, rugis radian-
tibus et transversis sculpta, demum laeviuscula , albida, radiis
purpureis picta, foramine magno, ovato-oblongo ; margine la-
tissimo, piano, integro, adscendente. Long. 26'"; lat. 18'";
alt. 6'"; foramen 3'" longum.
Patria : Chili.
Die Färbung und die Sculptur sind bei dieser Art so
ziemlich wie bei einer jungen F. picta, oder wie bei der F.
affinis Gray ; von welchen beiden Arten sie sich sogleich durch
Philippi: Berichtigung zu den Diagnosen neuer Conchyüen. 143
das grosso, länglich eiförmige I.och iintorscheidet. Von der
F. picta ist sie ausserdem durch die niedergedrückte Gestalt,
lind von allen mir bekannten Arten durch die Bildung des
Randes verscliieden, Herselbe ist uäiulif-li flach, von der In-
nenseite durcl» eine abgerundete Kante deutlich geschieden,
und da die Schale an 2" dick ist, fast 2:}'" breit; aber nicht
horizontal, wie bei F. lateniarginata, sondern aufsteigend, von
Farbe schmutzig grau, und lässt in dem äusseren, nicht scharf
abgesetzten Theil die purpurnen Streifen der Aussenseite
durchschimmern. Legt man die Schale auf eiie Tafel, so be-
rührt sie dieselbe mit den beiden Extremitäten und erscheinen
die Seitenränder ziemlich stark erhaben. — Obgleich ich keine
jungen E\empiare von F. maxima besitze, so müssen doch
die Bildung des Randes und das länglich -eiförmige, weit
schmalere Loch unsere Art mit der grössten Leichtigkeit un-
terscheiden lassen.
Fissur e IIa co7icinna Ph.
F. testa oblonga, antice angustiore, crassa, radiis ele-
vatis crassiusculis, alter natim majoribus minoribus-
que, nee non rugis incrementi sculpta; albida, purpureo ra-
diata; foramine magno, oblonge, utrinque subbidentato ;
margine rotundato, extus crenato. Long. 21'", lat. 12'", alt.
5'"; foramen 3'" longum.
Patria: Chili.
Die Gestalt ist sehr schmal , noch schmaler als bei F.
oriens, hinten viel breiter als vorn, und ziemlich erhaben.
Die Skulptur ist sehr ausgezeichnet. Ich zähle 28 ziemlich
breite, runde Rippen, die mit ebenso viel ganz schmalen Rip-
pen abwechseln, und von den Runzeln des Wachsthums durch-
kreuzt werden; die Zwischenräume zwischen den Rippen sind
ganz schmal. Die Farbe ist weisslich, mit etwa 14 regelmäs-
sigen , purpurrothen Strahlen. Das Loch liegt beinah in der
Mitte, und ist verhältnissiriässig gross. Der Rand ist ziemlich
dick, aber gerundet, nicht flach wie in ¥. lateniarginata, so-
lida etc. ^ Er hat dagegen Aehnlichkeit mit F. crassa, indem
der äussere, schmale, bräunliche Saum wellenförmig gekerbt
ist. — Durch Oeff'nung, Skulptur und Rand ist diese Art sehr
ausgezeichnet, und nicht wohl mit einer andern zu ver-
wechseln.
144 Philippi: Berichtigung zu den Diagnosen neuer Conchylien.
Fissur ella elongata Ph.
F. testa angiiste ob longa, depressa, parva, teiiiii, al-
bida, lineis radiantibus paiicis interruptis, angustis, ferrugineis
piota, costisqiio angustis, radiantibus, granulatis soulpta;
foraniine valde excentrico, ovato, magno; margine cre-
nulato. Long. 6f"', lat. 3'", alt. 1'", foranien 1^'" long.
Patria ....
Von allen mir bekannten Fissurellen ist diese die
schmälste, und dadurch sehr in der Gestalt ausgezeichnet, dass
beide Seitenränder geradlinigt und parallel sind, beide Extre-
mitäten daher gleich breit erscheinen. Hierdurch allein ist
diese Art schon hinreichend ausgezeichnet. Die Skulptur zeigt
etwa 40 ungleiche, schmale Rippchen, welche von den erha-
benen, aber viel weniger hervortretenden, Anwachsstreifen
durchschnitten werden , und körnig erscheinen. Die Farbe
ist schmutzig weiss, mit 7 — 8 schmalen, rostbraunen, aber
weit unterbrochenen Linien verziert. Das Loch liegt im drit-
ten Theil der Länge, ist im Verhältniss sehr gross, läng-
lich, horizontal. Der Rand ist schmal, gekerbt, was beson-
ders an den Extremitäten auffällt.
Fissurella adspersa Ph.
F. testa oblonga, elliptica, parva, albida, rufo adspersa,
costis radiantibus, fr equentibu s, inaequalibus, lineisque
elevatis incrementi cancellata; foramine horizontal i, satis
magno, jovato-oblongo; margine crenulato. Long. 7^'".
lat. 4'", alt. 1^'", foramen 1'" long.
Patria
Diese Art lässt sich allenfalls mit F. graeca (Ph. non
Sow.) vergleichen, sie ist aber flacher, an beiden Extremitäten
gleich breit, die Skulptur sehr viel feiner, das Loch weit
grösser, namentlich weit breiter, nicht geneigt, sondern ho-
rizontal. Auch der Rand ist beinahe horizontal und hat viel
zahlreichere und viel schwächere Kerben. Von F. elongata
unterscheidet sich F. adspersa leicht durch ein kleineres Loch,
welches nicht so stark excentrisch liegt, durch die breitere
Gestalt und die gröbere Skulptur.
145
Diagnosen einiger neuen Arien von IVagern nnd
Handflüglern.
Von
A n d r. Wagner.
Unter den von Joh. Natterer aus Brasilien mitgebrachten
Nager -Arten habe ich seitdem 2 Gattungen unterschieden,
welche mit Loncheres und Echinomys zwar verwandt sind,
doch weder der einen, noch der andern dieser Gattungen zu-
getheilt werden dürfen, wenn nicht deren Umgrenzungen ver-
rückt werden sollen. Die eine habe ich Mesomys, die andere
Isothrix benannt.
Iflesoitiys Wagn.
Habitus Loncherium, dentes Echinomyum, spinae validae,
cauda nulla.
Während die Form des Kopfes, der Ohren und der Fiisse
ganz wie bei Lonpheres beschaffen ist, kommt dagegen uner-
warteter Weise das Gebiss völlig mit dem von Echinomys
fuliginosus überein. Dieses Thier ist daher eine Mittelgattung
zwischen beiden, von welchen es durch den Mangel des
Schwanzes, der nach Natterer's Mittheilung ein ursprünglicher
ist, sich unterscheidet. Die einzige mir bekannte Art ist:
Mesomys ecaudatus Natt.
M. supra fulvidus, nigro-adspersus, subtus ochraceus.
Körper 6" 8'".
Von Borba in Brasilien.
Isotlirix Wagn.
Habitus Loncherium, dentes Nelomyos picti; vellus molle.
Ebenfalls eine Mittelgattung zwischen Loncheres und Echi-
nomys, indem der Habitus mit ersterer Gattung übereinkommt,
w^ährend das Gebiss sich dem der letzteren annähert, doch
mit wesentlichen Modificationen, in welcher Beziehung es ganz
mit dem Gebiss von Nelomys pictus Pict. übereinstimmt. Der
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. Bd. jlO
146 Andr. Wagner:
Pelz ist weich, ohne Stacheln, hat auch keine flach gedrückten
Ilaare eingemengt. Natterer hat 3 Arten von dieser Gattnng
mitgebracht.
Isothrix bistriata Natt.
I. supra luteo nigroque variegata, subtus lutescens; ca-
pite fasciis 2 nigris; cauda longa villosa nigra, basi flava.
Körper 11", Schwanz 10" 3"'.
Vom Rio Guapore.
Isothrix pachyura Natt.
I. supra sordide flavido nigroque variegata, subtus pallide
lutescens; cauda dense pilosa, supra fusca, subtus luteo-albida.
Körper 10" 2"', Schwanz (ob vollständig?) 6" 8"'.
Von dieser Art ist mir der Schädel nicht bekannt; ich
stelle sie hieher der Analogie wegen und weil ich sie für
identisch mit Lund's Nelomys antricola halte, dessen Gebiss
im Wesentlichen das von Isothrix ist.
Isothrix P a g u r u s Natt.
I. antice e stramineo nigroque, postice e rubiginoso ni-
groque variegata, subtus lutescens; rostro supra fulvo.
Körper 8" 10"', Schwanz fehlt, wahrscheinlich nur verloren
gegangen.
Von Borba. Schädel und Gebiss wie bei I. bistriata.
Neue Arten von bereits festgestellten Gattungen sind
folgende :
Loncheres grandis Natt.
L. supra aureo-fulva, nigro - irrorata , subtus lutescens;
capite nigro, paululum fulvo adsperso; pedibus fuscis, spinis
mollibus.
Körper 11".
Natterer hat vom Amazonenstrom nur ein einziges Exem-
plar mitgebracht, dessen Schädel und Gebiss ich nicht kenne,
daher ich allerdings der generischen Einreihung nicht sicher
bin, doch halte ich es, wegen seiner Verwandtschaft mit Lon-
cheres cristata, der Gattung Loncheres zuständig.
Dactylomys amblyonyx Natt.
D. supra flavus, nigro -adspersus, subtus pulchre ochra-
ceus; unguibus dilatatis; cauda tota pilis vestita.
Diagnosen einiger neuer Arten von Nagern und Handflüglern. 147
Körper 9" 6'", Schwanz 12".
Von Ypanema.
Hesperomys leucodactylus Natt.
H. supra fulvidus, nigro-adspersiis, subtiis albus ; pedibus
saturate rufo-fuscis, lateraliter una cum digitis albidis; cauda
corpore paululum longiore, fusco-pilosa,
Körper 5" 1'", Schwanz 5" 11"'.
Vom Rio Parana.
Hesperomys concolor Wagn.
H. supra fulvus, subtus abrupte albus ; pedibus fuscescen-
tibus; cauda longitudine corporis, nudiuscula; pilis gastraei
unicoloribus.
Körper 4" 10"', Schwanz 4" 9"'.
Aus Brasilien.
Hesperomys leucogaster Natt.
H. supra fulvus, nigro-adspersus, subtus cano-lutescens;
auriculis majusculis, pedibus fuscentibus; cauda corpore lon-
giore, nuda; statura grandiore.
Körper 6" 10"', Schwanz 7" 9"'.
Aus Brasilien.
Hesperomys eliurus Natt.
H. supra fulvescens, nigro-adspersus, subtus albidus;
auriculis majusculis; cauda corpore multum longiore, nudiu-
scula; statura parva.
Körper 3" 10'", Schwanz 5".
Vom Ytarare. Verschieden von Mus longicaudus Wat.
Hesperomys pygmaeus Natt.
H. minimus, supra rufescens, subtus albidus; auriculis
majusculis, dense pilosis; cauda pallida, corpore multum
longiore.
Körper 2" 2"', Schwanz 3".
Von Ypanema. Ist von allen Arten Waterhouse's und
Lund's verschieden.
Hesperomys brach yurus Natt.
H. supra bruneo-flavidus, nigro-adspersus, subtus sordide
lutescens ; pedibus brunescentibus ; cauda longitudine dimidii
corporis, dense pilosa, bicolore.
Körper 5" 1'", Schwanz 2" 5'".
10*
^48 Andr. Wagner:
Von Ytarare. Wahrscheinlich mit Liind's Mus lasiunis
einerlei.
Hesperomys fiiliginosus Natt.
H. supra saturate rubiginoso-fusciis, nigro-adspersus, sub-
liis sordide flavescens; auriculis pedibiisqiie brevibus, fusco-
pilosis, cauda longitudine diniidii corporis.
. Körper 4'' S'", Schwanz 1" T\
Von Ypanema.
Hesperomys caniventris Wagn.
H. supra e sordide lutescente nigroque variegatus, sub-
tus canescens, paululum luteo-tinctus; pedibus bruneo-alben-
tibus; cauda vix longitudine dimidii corporis, brevipilosa.
Körper 4" 2'", Schwanz 1" 9"\
Aus Brasilien.
Die nachfolgende Art gehört nicht mehr Brasilien an.
Hesperomys m a n i c u 1 a t u s Wagn.
H. supra fuliginoso-bruneus, subtus abrupte albus; auri-
culis elongatis; pedibus albentibus; cauda supra nigra, infra
abrupte albida.
Körper 3" 2'", Schwanz 2" 5'".
Aus Labrador.
Sciurus gilvigularis Natt.
Sc. aestuanti simillimus, at saturatius coloratus, gula
ochracea, abdomine concolore, cauda angustiore.
Ist im nördlichen Brasilien der Repräsentant des Sc.
aestuans, der den südlichen Theilen angehört.
Vespertilio splendidus W'agn.
V. supra subtusque aureo-ferrugineus; auriculis medio-
cribus, trago extus convexo; alis obscuris, nudis, ad digito-
rum basin fere porrectis.
Körper 1" 11"', Schwanz 1" li'". — Gebiss ~? Schneide-
zähne, -Y Eckz., -TT- Backenz.
Von der Insel St. Thomas. Vielleicht mit Bachman's V.
monticola identisch.
Rhinolophus Gigas Wagn.
Rh. maximus, fuliginosus ; capite, dorsi lateribus gastraeo-
que albidis; auriculis elongatis angustis; cauda brevi.
Körper 4" 11'", Schwanz 1" 1"'.
Diagnosen einiger neuer Arten von Nagern und Handflügiern. I49
Aus Benguela in Afrika. Gehört zu meiner ersten Ab-
theilung.
Mus limbatus Wagn.
M. supra bruneo-grisescens, subtus abrupte albidus; limi-
tibus utriusque coloris flavicantibus ; cauda fusca, subtus pau-
lulum pallidiore.
Körper 5" T', Schwanz 4".
Von Kotschy im Sennaar entdeckt. Unterscheidet sich
von Mus leucosternum durch Mangel von Roth in der Fär-
bung; kürzere Schnurren und die gelbe Binde zwischen den
beiden Hauptfarben.
Mus fuscirostris Wagn.
M. supra bruneo-flavescens, nigro-adspersus, subtus
abrupte albus; apice nasi dorso concolore; auriculis majuscu-
lis denudatis; cauda corpore breviore. nudiuscula.
Körper &', Schwanz 4" 7",
Ebendaselbst von Kotschy entdeckt. Von Mus albipes
verschieden durch weit kürzeren Schwanz und d^n Mangel
der weissen Nasenspitze.
Myoxus orobinus Wagn.
M. supra bruneo-lutescens, subtus flavido- albidus; pilis
Omnibus bicoloribus; macula alba intra oculos; cauda undique
villosa, rotundata, griseo - fuscescente.
Körper 4" 2'".
Von Kotschy im Sennaar gefunden. Gehört zur Unter-
abtheilung Eliomys, obwohl die Backenzähne einige Modifica-
tionen darzubieten scheinen.
Meriones myosurus Wagn.
M. supra fulvidus, paululum nigro-adspersus, subtus al-
bido-lutescens; cauda corpore breviore, nuda, squamata; den-
tibus primoribus haud sulcatis.
Körper 8" 6'", Schwanz 4" 9'".
In Syrien von Kotschy entdeckt. Nach den Backenzäh-
nen zu Meriones gehörig, doch hat der hintere Zahn zwei La-
mellen. Durch dieses Merkmal, sowie durch die ungefurchten
Schneidezähne und den Rattenschwanz unterscheidet sich diese
Art von den eigentlichen Meriones, daher man aus ihr eine
besondere Untergattung oder vielleicht selbst Gattung bilden kann.
;150 ör. J. J. de Tschud
Reptilium conspectiis
quae in Republica Peruaiia reperiuntiir et pleraque observata
vel collecta sunt in itinere
a
Dr. J. J. de Tschudi.
Series I. TESTUDINATA Oppel.
Chelonii Auetor.
Ordo I. Tylopoda Wagl. 1830.
Testudinata hedraeglossa tylopoda Wagl.
Farn. 1. Testudines Fitz. 1840.
Gen. Testudo Lin. 1746.
1. Subgen. Chelonoidis Fitz. Ann. Wien. Mus. 1836.
Testudo Wagl. part. Geochelone Fitz. part. Chelonoidis
Fitz. part.
1 T. Boiei Fitz. An. Wien. Mus. Tom. I. p. 122.
Testudo carbonaria Spix Rept. Bras. Tab. XVI.
Testudo cagado Spix 1. c. Tab. XVII.
Testudo Boiei Wagl. Syst. Amph. p. 138. Tab. VI. Fig.
7. 8. IcoD. fascic. II. Tab. XIII.
Testudo truncata Bell. var. B. Monogr. Test. 1834.
Testudo hercules ^3 Gray Syn. Rept. part. I. p. 9, 2. ß.
Testudo pardalis Gray 1. c. p. 12. 8. part.
Testudo carbonaria Dum. Bibr. Erpet. gen. Tom. II,
p. 99. 11.
2. Subgen. Geochelone Fitz. An. Wien. Mus. 1836.
2. T. Schweiggeri Gray Syn. Rept. Part. I. p. 10. 4.
Testudo indica Daud. Hist. nat. Rept. II. p. 284. part.
Testudo nigra Quoy et Gaim. Voy. autour du Monde
(Cpt. Freycinet) Zool. p. 172. Tab. XL.
Testudo nigra Cuvier Regn. anim. 2eme edit. II. p. 10.
et Dum. Bibr. 1. c. T. IL p. 115.
Testudo indica var. Gray 1. c. Part. I. p. 9.
Testudo hercules Gray I. c. p. 9 et p. 68. 2. part.
Testudo elephantopus Harlan Journ. Acad. Nat. Phil ad.
111. p. 284. Tab. IX.
Reptiliiim conspectus. 15J
Pull. Testudo notunda Schweig. Königsberg. Archiv F.
p. 324 et 361 et 453. 12.
Ordo II. S$eegaiiopoda Wagl. 1830.
Testudinata hedraeglossa stegatiopoda Wagl.
Sect. 1. Rostrata Fitz. 1836.
Fluvtales et Elodites Dum. Bibr. part.
Farn. 1. Hydraspides Fitz. 1836.'
1. Gen. MEydraspis Bell. Moiiog. Testud.
1. Subgen. Podocnemis Wagl. Syst. Amph. 1830.
3. 1. H. tracaxa Fitz. Syst. Rept. 1843.
Emys tracaxa Spix Rept. Bras. p. 6, Tab. V.
Emys tridenticulata Cuv. Regn. anim. 2eme ed. II. p. 11.
Nota. mas.
Hydraspis bidenticulata Gray Syn. Rept. Part. 1. p. 42.
Hydraspis barhatula Gray 1. c. p. 43.
Podocnemis Dumeriliana Dum. Bibr. 1. c. II. p. 387 ex-
clus. Synon.
Podocnemis tracaxa Fitz, An. Wien. Mus. 1. p. 126. 8.
4. 2. H. expansa Fitz. Syst. Rept. 184.3.
Emys expansa Schweig. 1. c. I. p. 299 et 343. 8.
Emys ama%onica Spix 1. c. p. 2. Tab. II. Fig. 1. 2.
Podocnemis expansa Dum er. Bibr. 1. c. II. p. 383. 1,
Tab. XIX. Fig. 1. exclus. Varietatem.
Hydraspis lata Gray 1. c. p. 77. foem.
Podocnemis expansa Fitz. An. Wien. Mus. p. 126. 10.
3. Subgen. Rhinemys Wagl. Syst. Amph. 1830.
5. 3. /T. Spixii Fitz. MSS.
Emys depressa Spix 1. c. p. 4. Tab. 111. Fig. 1. 2.
Emys adspersa Cuv. MSS.
Emys carunciilata Cuv. Regn. Anim. 2eme edit. 11. p. 11.
Nota.
Platemys Spixii Dum. Bibr. 1. c. II. p. 409.2.
Ordo III. Oicopoda Wagl. 1830.
Testudinata hedraeglossa oicopoda Wagl. Chehnae
Wie gm. Marins sive Thalassites Dum. Bibr.
Fani. 1. Cheloniae Wiegni. 1834.
1. Gen= Chelonia Fitz, 1836. (Brogn.).
152 Dr J J- ^^ Tschudi:
1. Subgen. Eretmochelys Fitz. An. Wien. Mus. 1836.
6. 1. Ch.imhricata Schweig. Königsb. Archiv I. p. 291
et 408. 5.
Ch. pseudocaretta Less. Voy. Bellang. Zool. p. 302.
Ch. caretta Temm. Schlegel Fauna japon. Chelon. p. 15.
Tab. V. Fig. 1. 2.
Ch. imbricata Dum. Bibr. I. c. II. p. 548. Tab. XXllI.
Fig. 2.
exclusiv. Synon. Catesby Nat. bist, of Carol. II. p. 39.
Tab. XXXIX.
Testudo rugosa Van Ernst MSS. Daud. Hist. nat. Rept.
II. p.37. pull.
Caretta nasicornis Merr. Tentara. Syst. Amph. p. 18. 5
part.
Chelonia multiscutata Kühl Beitr. p. 78. Monstr.
2. Subgen. Chelonia Fitz. An. Wien. Mus. 1836.
7. 2. Ch. mitlas Schweig. 1. c. p. 291 et 412. 4.
Testudo viridis Schneid. Schildkröten p.809. Tab. 11.
Caretta esculenla Merr. 1. c. p. 18.
Chelonia viridis Temm. Schlegel Fauna japon. Chelon,
p. 18. Tab. IV. Fig. 4. 5. 6. et Tab. VI. Fig. 1. 2.
Series II. RHIZODONTÄ Fitz.
Crocodili Auetor. Loricata Merr. Crocodili et Gryphi
Wagl. part.
Ordo I. lioricata Merr. 1823.
Cr. Heiraeglossi Wagl. Sauri Loricati Wie gm. Le-
%ards crocodiliens. Sanriens aspidiotes Dum. Bibr.
Farn. 1. Crocodili Wagl. 1830.
1. ^en. Champsii Wagl. Syst. Amph. 1830.
Alligator Cuv. 1799. part.
8. 1. Ch. sclerops Wagl. Syst. Amph. p. 140.
Crocodilus Caiman Daud. Hist. Nat. Rept. II. p. 399.
Crocodilus sclerops Schneid. Hist. Amph. fasc. II. p. 162.
Alligator sclerops Cuv. Ossem. foss. I. V. part. II. p. 35.
Alligator sclerops var. «. Gray Syn. Rept. Part. I. p. 62. 2.
Alligator Sclerops D u m. B i b r. Erpet. gen. Tom. III. p. 80.
Alligator cynocephalus Dum. Bibr. Erpet. gen. Tom. III.
pag. 86.
Champsa sclerops Natterer Fitz. Anal. Wien. Mus. II.
pag. 321. Tab. XXIII.
Reptilium conspectus. I53
9. 2. eil. fissipes Wagl. I.e. p. 140.
Crocodilus latirostris Daud. 1. c. IL p. 417.
Alligator sclerops Neuwied Beitr. Naturg. Bras. T. I.
pag. 69.
Caiman fissipes Spix Rept. Bras, p. 4. Tab. III.
Alligator sclerops Gray 1. c. var. « part.
Alligator cyiiocephalus Dum. Bibr. 1. c. part.
Champsa fissipes Natt. Fitz. 1. c. p. 321. Tab. XXII.
10. 3. Ch. nigra Wagl. 1. c. p. 140.
Crocodilus yacare Daud. 1. c. II. p. 407.
Alligator sclerops Cuv. 1. c. part. var. nigra.
Caivian niger Spix 1. c. Tab. V.
Alligator scleroys Gray 1. c. var. «.
Alligator sclerops Dum. Bibr. 1. c. part.
Champsa nigra Natt. Fitz. 1. c. p. 320. Tab. XXL
Lacertae thecoglossae acrodontes pachyglossae et platy-
glossae WagL Sauri squamati Rhiptoglossi et pa-
chyglossi Wiegm. Saurietis Dum. et Bibr.
Ordo I. Uendrobatae Wiegm. 1830.
Thecoglossae acrodo7ites et pachyglossae steriiocormae
Wagl. Rhiptoglossi vermilingues et pachyglossi
crassilingues dendrobatae Wie gm. Chelopodes et
Eimotes Dum. Bibr.
I. Sectio. Pleurodontes Wagl. 1830.
Stenocormae pleurodontes Wagl. Pachyglossi Crassilin-
gues dendrobatae prosphyodontes Wiegm. Igua-
niens ou Eunotes pleurodontes Dum. Bibr.
1. Tribus. Gastropleurae Fitz. 1843.
Fam. 1. Dactyloae Fitz. Syst. Rept. 1843.
1. Gen. IMactyloa Wagl. Syst. Amph. 1830. p. 148.
Lacerta Lin. Gmel. Iguana Latr. Anolis Daud. et
plurim. Äuct. Xiphosurus Fitz. A?iolius Gold f.
Kaup. Dactyloa WagL Fitz. Wiegm.
1. Siibgen. Tropidopilus Fitz. Syst. Rept. p. 66.
11. 1. D. fusco-aurata Fitz. 1. c. p. 67.
Anolis fusco-axiratus D'Orb. Voy. Am. merid. Rept.
Tab. IL Fig. 2. Dum. Bibr. Erp. gen. Tom. IV. p. HO.
1^^ Dr. J. .). ile Tschudi
Ordo II. Ilumlvagae Wiegm. 1830.
Pachyglossae platycormae Wagl. Ignam'ens o\i Etmot es
Dum. Bibr.
I« Sectio. Prosphyodontes Wiegm. 1830.
Platycormae pleurodontes Wagl. Iguaniens ou Eunotes
pleurodontes Dum. Bibr.
Fam. 1. - Heterotropides Fitz. Syst. Rept. 1843.
1. Gen. ^teironottis Fitz. Syst. Rept. 1843.
Jgama Daud. part. Calotes Merr. part. Tropidurus
Boje part. Leiocephalus Gray Philos. Mag. I. II.
p. 208. Hypsibatus Y^ Q.g\. \ihxi. Hoplurus Y^ie gm.
Strobilu7'us ^iegm.? Holot?'opis Dum. B ihr. iS37.
Stejiocercus Dum. Bibr. 1837. Pristinotus Gra-
venh. Nov. Act. ac. Caes. Leop. XXII. II. 1838.
1. Subgen. Eulophus Tsch.
Caput breviusculum , crassum; scutello occipitali magno.
Nares subverticales, tubulosae. Dentes palatini distincti. Gula
cute laxa, plica transversa. Jugulum transversim plicatum,
plica continua. Crista dorsi humilis. Digiti plantarum sini-
plices, Sqiianiae abdominales laeves. Scutella pilei laevia.
12. i. St. arefiaritis Tsch.
St. supra oliVaceus, nigro-guttatus ; subtus e fusco cine-
rascens ^).
Long. tot. i' 2".
2. Gen. Ä<?elo#rentf* Tsch.
Dorsum subcristatum. Fori femorales et anales nuUi.
Rima profunda inter femora et caudae basin. Plica axillaris
nulla.
Aures apertae. Plica lateralis nulla. Truncus sublongus.
Labia ad oris angulum lobo valvato destituta. Cauda continua.
Caput breviusculum, scutello occipitali minimo. Orbitae
inermes. Porcae superciliares arcuatae. Nares subverticales,
tubulosae, magnae. Dentes palatini nulli. Gula cute adstricta.
Jugulum non plicatum. Collum ad latera oblique plicatum;
') Altera hujus subgeneris spccies a dilig. Natterer in Brasilia
collecta in Museo Vindob. hospitatur.
Reptilium conspectus. J55
plicis tenuibus duabus. Crista dorsali exigua. Cauda teretiu-
scula, laxa, cristata, crista minima. Palmae plantaeque penta-
dactylae. Digiti plantarum simplices. Squamae notaei vix
carinatae ; abdominales laeves. Scutella pilei laevia.
13. i. Sc. formosum Tsch.
Sc. supra ex fusco cinammomeum, ocellis lateralibus ni-
gris stramineo - cinctis signatum; subtus ex violaceo viride.
Long. tot. 4" T".
14. 2. Sc. crassicaudatum Tsch.
Sc. supra schistosum ; subtus coerulescens ; cauda crassa.
Long. tot. 4" 6'".
Farn. 2. Steirolepides Fitz. 1843.
2. Gen. Steirolepis Fitz. Syst. Rept. p. 72.
Agama Spix, Platynotus Wagl. Wie gm. Petroplanis
Wagl. StelUo Less. Garn. Lophyrus Less. Garn.
Tropiduriis Wiegm. Fitz. Tschudi. Microlophus
Dum. Bibr.
15. 1. St. microlophus Fitz. Syst. Rept. p. 72. 1.
Tropidurus microlophus Wiegm. Nov. Act. Acad. Caes.
Leop. Tom. XVII. II. p. 232. Tab. XVI.
Microlophus Lessoni Dum. Bibr. 1. c. Tom. IV. p. 336.
var. A.
16. 2. St. heterolepis Fitz. 1. c. p. 72. 2.
Lophyrus Araucanus Less. Garn. Voy. de la Coq.ZooI.
Rept. Fig. 1. Taf. I.
Tropidurus heterolepis Wiegm. 1. c. p. 325. Tab XVII
Fig. 1.
Microlophus Lessoni Dum. Bibr. 1. c. p. 340. var. B.
17. 3. St.peruana Fitz. 1. c. p. 73. 3.
Stellio peruvianus Less. Garn. Zool. de la Coq. Kept.
Tab. II. Fig. 1.
Microlophus Lessoni Dum. Bibr. 1. c. p. 341. var. C et
var. D.
Nota. Steirolepis carinicauda Fitz. Syst. Rept. p. 72. 4. ad genus
„Tropidurus" spectat.
18. i. St. xanthostig77ia Tsch.
St. supra ex coeruleo olivacea; subtus albicans; gula
viridi-coerulea, hypochondriis Stria longitudinali lata, lutea.
Long. tot. ,9".
156 I>r- J- J- <l<^ Tschudi:
19. 5, St. tigris Tsch.
St. siipra olivasceiis, lineis interruptis nigris longitudinali-
biis ab oculis et occipite ad hypochondria porrigeiitibus; sub-
tus flavescens, gula punctis nigris per series transversales dis-
positas; torque nigra; pectore nigro-maculato.
Long. tot. 7".
20. 6. St. thoracica Tsch.
St. supra olivaceo-brunea, lineis inagis minusve interruptis
transversalibus nigris vel spadiceis; subtus albescens; pectore
nigro, nitido.
Varietas St. striis duabus longitiidinalibus nigris in
iitroque latere; dorso albo-punctulato.
Long. tot. 6" 6'".
21. 7. St. quadrivittata Tsch.
St. supra viridi-olivacea, quatuor vittis nigris longitudina-
libus; subtus viridi-coerulea; nitida; pectore nigro.
Long. tot. 8",
3. Gen. Vtychotleira Fitz. (Dum. Bibr.).
Tropidurus Wiegm. pari. Liolaemus Wiegm. Fitz.
Gravenh. Froctotrelns Dum. Bibr. part. Ptygo-
dera Dum. Bibr.
22. 1. Pt. signifera Fitz. Syst. Rept. p. 73. 2.
Proctotretus sig7iifer Dum. Bibr. 1. c. I. IV. p. 288. 8.
Liolaemus hieroglyphicus Gravenh. Nov. Act. Acad.
Cae.s. Leop. Tom. XXII. ^I. p. 732. cum varietate.
23. 2. Pt. 7iigromaculata Fitz. 1. c. p. 73. 1.
Tropidurus nigromacidatus Wiegm. 1. c. p. 229.
Liolaemus nigromaculatus Wiegm. Herp. mexic. et
Gravenh. 1. c.
4. Gen. Idiolaenius Wiegm. 1834.
Agama Lichten st. Tropidurus Fitz. Wagl. Wiegm,
Liolaemus Wiegm. Fitz. Gravenh. Tschudi.
Calotes Less. Garn. Steirolepis Fitz. Proctotretus
Dum. Bibr. Ptygodera Dum. Bibr. Liodera
D um. Bibr.
1. Subgen. Sauridis Tsch.
Dentes palatini nuUi.
Collum ad latera longitudinaliter plicatum. Scutella pilei
laevia. Truncus sublongus. Cauda longa, teres.
Reptilium coiisppctus ^57
24. 1. L. 7710 de st 7/ s Tscli.
L. supra grisciis, iniicolor; siibtiis albescens; gula cine-
reo - niaculata.
Long. tot. 10".
An hujus Species Synonyma?:
Tropidtirus oxycephahis Wiegm. Nov. Act. I.e. p. 232.
Uolaemus oxycephahis Wiegm. et Gravenh. Nov.
Act. Tom. XXII. IL p. 735. Tab. LIV. Fig. 13.
Proctotretus oxycephahis Dum. Bibr. 1. c.
Nota. Nescimus an Tropidurus oxycephalus dentibus palatinis
praeditus sit.
2. Subgen. Proctotretus Dum. Bibr.
25. 2. L. pecti7iatus Fitz. 1. c. p. 74. 3.
Proctotretus pectmatus Dum. Bibr. 1. c. p. 292.
Ptygodera pectmata Dum. Bibr. J. c.
2G. 3. L. TTiarmoratus Gravenh. Nov. Act. 1. c. p. 729.
3. Subgen. Liodeira Dum, Bibr.
27. 4. L. Tnultimaculatus Fitz. 1. c. p. 74. 8.
Proctotretus multimaculatiis Dum. Bibr. I. c. p, 290.
Ptygodera multimaciilata Dum. Bibr. I.e.
4. Subgen. Liolaemus Wiegm.
28. 5. L. oliv accus Wiegm. Nov. Act. 1. c. p. 268.
Proctotretus chilensis Dum. Bibr. I. c. p. 269. var. B.
Liodera chilensis Dum. Bibr. 1. c.
Liolaemus lineatus Gravenhorstl. c. p. 723. Tab. LIV.
Fig. 1-5.
Tropidurus nitidus Wipgm. nov. Act. 1. c. p. 234. Tab.
XVIL Fig. 2. pulL
29. 6. L. clegans Tsch.
L. supra fuscus, vittis duabus nigris, maculis bruneis in-
terruptis, in iitroque corporis latere lineis duabus aeneo-niti-
dis; subtus argenteo-resplendens, gula et corporis lateribus in
junioribus nigro maculatis.
Long. tot. 4".
Farn. 3. Doryphori Fitz. 1843.
5. Gen. JTrocentron Kaup Isis 1837. p. 612.
Lacerta Linne. Molina. Cordylus Laur. StellioLsitr-
Cuv. Calotes Merr. TJranocentron Gray. Dory-
phoriis Cuv. Gray. Dum. Bibr. Uromastix Gra-
venh. Phymaturus Gravenh. 1838.
1 . Siibgen. P h y m a t ii r u s Gravenli.
30. 1. U Palluma Tsch.
Lacerta Palluma Molina Naturg. von Chile p. 196.
Stellio Pelluma Daud. Hist. Nat. Rept. IV. p. 46 et So-
nini et Latr. Hist. nat. Rept. 11. p. 38.
neque autem Urocentron Daudini Fitz. Syst. Rept.
p. 77 cujus Synonyma sunt:
Uromastix coeruleus Merr. Tent. Syst. Amph. p. 56.
Doryphorus a%ureus Gray Syn. Rept. in Griffith Anim.
Kingd. IX. p. 42.
Fani. 4. Ctenoblepharae Tsch.
Sqiiamae notaei per series transversales dispositae. Pho-
lidosis notaei homogenea, appressa. Plica lateralis distincta.
Palpebrae ciliatae. Truncus teres, siiblongus. Cauda longiu-
sciila.
6. Gen. Ctenohlepharys Tsch.
Dorsum integrum.
Aures apertae. Pori femorales nulli; anales distincti.
Plica axillaris subdistincta. Cauda corporis longitudine.
Caput breve, crassum, trigonum; scutello occipitali mi-
nimo distincto. Orbitae inermes. Porcae superciliares sim-
plices. Pholidosis palpebrarum granulata. Nares apertae, tu-
bulosae. Dentes palatini distincti. Gula cute laxa, plica
transversa, simplici. Jugulum transversim plicatum, plica in-
terrupta. Collum ad latera longitudinaliter plicatum. Cervix
integra. Cauda laxa, simplex. Palmae plantaeque pentada-
ctylae. Digiti plantarum simplices. Squamae notaei laeves,
abdominales laeves. Scutella pilei subtuberculosae.
31. 1. Ct. adspersa Tsch.
Ct. supra grisea, spadiceo-maculata; subtus albida.
Long. tot. 5" 6'".
Ordo 111. Ascalabotes Wiegm. (Schneid.).
Platyglossae Wagl. Pachyglossi latilingues ascalabotae
Wiegm. Gelcotiens et Ascalabotes Dum. Bibr.
Fam. 1. Ptyodactyli Fitz. 1843.
Ptyodactyles et Sphaeriodactyles Co ct. Tiers -Gecho
Blainv.
Reptilium conspectus. I^C)
1. Gen. mplodaetylus Gray 1832.
Phyltodactylus Dum. Bibr. Pachyurus Fitz.
32. 1. D. gerrhopi/gus Wiegm. Nov. Act. I.e. p. 243.
Phyllodactylus gerrhoj,ygus Dum. Bibr. 1. c. Tom. 111.
pag. 399.
33. 2. D. lepidopygus Tsch.
D. siipra griseus, punctis nigris adspersus; siibtus al-
bescens.
Long, tot 2" 6'".
2. Gen. J^Ucodactylus Fitz. Syst. Rept. 1843.
Phyllodactyliis Gray, Dum. Bibr. Sphaerodactylus
Wagl. part.
1. Subgen. D iscodactyliis Fitz.
34. i. D. p/iacop/iorus Tsch.
D. supra griseus, nonnullis vittis transversalibus inter-
riiptis nigris, vitta latiuscula ab oculi angnlo postice ad sca-
piilam porrigente; siibtus albescens.
Long. tot. 3" 6'".
Series IV. IiEPTOCrliOSSAE Fitz. (Wiegm.).
Lacertae autavchoglossae acrodontes et pleurodontes
Wagl. Sauri squamati leptoglossi 'Sy'ie gm, Lacer-
tiens Dum. Bibr. part. Sauri, Serpentes et Ophi-
dia Auetor.
Ordo L ISauri Fitz. (Brogn.).
^öwn' Wagl. Sauri leptoglossi ßssilingues et brevüin-
gues Wiegm. part. Autosaures Dum. Bibr.
L Sectio. Pleodontes Dum. Bibr.
Lacertae autarchoglossae acrodontes Wagl. Autosau-
res pleodontes Dum, Bibr.
L Tribus. Autarchoglossae Fitz. (Wagl.).
Autarchoglossae acrodontes Wagl. Lacertiens cathetu-
res et strongylures Dum. Bibr. part.
Farn. 1. Callopistae Fitz. 1843.
1. Gen. CallopUte« Gravenh. Nov. Act. 1. c. 1838.
Aporomera Dum. Bibr. Ameiva D ' O r b i g n y.
160 Dr. J. J. de Tsrhudi:
-35. 1. C. maculatus Gra venh. 1. c. Tom. XXII. II. p. 744.
Tab. LV. Fig. 1.
Jporomera ornata Dum. Bibr. 1. c, Tom, V. p. 76.
Ameiva coelestis d'Orbig. Voy. Am. merid. Rept. Tab.
V. Fig. 6.
Callopistes ornatus Fitz, in litt.
36. 2. C. flavipunctatus Fitz. Syst. Rept. p. 20.
Aporomera flavipunctata Dum. Bibr. 1. c. Tab. V. p. 72.
Lacerta americana singularis mas. et foem. Seba I.
p. 174. Tab. CX. Fig. 4 et 5. Fide Dum. et Bibr. —
Valde dubiosum.
Farn. 2. Crocodiluri Fitz. 1843.
1. Gen. Cnemidophorus Wagl. Syst. Amph. 1830.
1. Subgen. Aspidoscelis Fitz.
37. 1. C. heterolepis Tsch.
Supra viridi-coeriileus, pholidosi uropygii majori, siibtus
coerulescens, nitidus, gula albescente, pectore nigro.
Individua juniora quatuor vel sex vittis spadiceis aut
nigris.
Long. tot. 12".
Ordo II. Hemisaiiri Fitz. 1843.
Lacertae autarchoglossae a€rodo7itesW a gl. ^art Säurt
brevillngues Wiegm. part. Saurieiis^ Cy ciosaures
et Smiriens lepidosaures Dum. Bibr.
I. Sectio. Cyclosa uri Fitz. Syst. Rept. 1843.
Säur 16718 cyclo säur es Dum. Bibr.
I. Tribus. Chamaesauri Wiegm. 1834.
Sauriern ptychopleures Dum. Bibr. part.
Farn. 1. Ecpleopoda Fitz. 1843.
1. Gen. JEu9pondylus Tseh.
Pholidosis homogenea. Dentes maxillares tricuspides Na-
res in scutis nasalibus sitae in medio scuti.
Pori femorales distincti.
Caput trigonum, longiusculum, depressum, scutis regula-
ribus tectum; scutellis occipitalibus duobus; fronte plana.
Orbitae inermes. Porcae superciliares planae. Nares latera-
les, planae. Gula plicata; plica continua. Jugukun collari
Reptilium conspectus. |g|
distincto. Collum ad latera longitudinaliter plicatum. Cervix
integra. Dorsum integrum. Cauda longiuscula, laxa, suhcom-
prossa. Palrnae plantaeque pentadactylae. Digiti plantarum
simplices. Squamae iiotaei et gastraei per fascias transver-
sales, reguläres, continuas dispositae, laeves, subquadrangu-
lares, vix imbricatae; caudales minores.
38. i. E. maculattis Tsch.
E. supra fuscus, maculis regularibus quadrangulis; subtus
sordide flavescens, scutis gularibus maculis nigris semilunari-
bus; extremitatibus infra nigro-adspersis.
Long. tot. 4" 6"'.
2. Gen. JProctoporus Tsch.
Pholidosis notaei honiogenea. Dentes maxillares obtusi,
partim subtricuspidati.
Nares in scuto rostrali, in parte antica scuti. Pori fe-
morales distincti. Pori anales per seriem semilunarem in
ani margine posteriore dispositi.
Caput trigonum, depressum, acutum, scutis regularibus
tectum, scutello occipitali pentagono. Nares laterales, planae.
Palpebrae inferiores laeves, serie squamarum granulosarum
linibatae. Gula collari distincto. Jugulum altero collari di-
stincto. Collum ad latera longitudinaliter plicatum. Cervix
integra ; dorsum integrum. Cauda rotunda, crassa, laxa, longa.
Palrnae plantaeque pentadactylae. Digiti plantarum simplices.
Squamae notaei et gastraei per series transversales reguläres
dispositae, laeves, quadrangulae; adpositae; nucliales rotundae,
parvae, convexae; caudales dorsalibus minores, quadrangulares.
39. i. P. pac/ii/urus Tsch.
P. supra fuscus, subtus ex cinereo bruneus; punctulis
saturatioribus sparsus.
Long. tot. 4" 9'".
II. Sectio. Lepidosomata Fitz. 1843.
Scmci et GymnopJithalmi Wie gm. Sann'efis lepidosau-
7'es Dum. Bibr.
L Tribus. Sauroph thalmi Coct.
Scinci YJ'iegm. Saun'eti& Saurophthalmes Dum. B\hi\
Archiv f. Natiirgescli. XI. .lalirg. 1. Bd. 11
162 I>r- •*• •'• ^^ Tschudi:
Fam. 1. Eutropides Fitz. 1843.
4. Gen. Vrachylepi* Fitz. Syst. Rept. 1843.
4. Subgen. Xystrolepis Tsch.
Sciita supranasalia distincta. Falpebrae perspicillatae.
Nares in scutis nasalibus sitae in angulo postico scuti.
Aiires apertae. Falpebrae superiores distinctae. Digiti simplices.
Dentes palatini nulli. Aures lobulatae. Palinae plantae-
que pentadactylae.
40. 1. Tr. punctata Tsch.
Tr. supra brunea, albo punctata; vittis duabus dilutiori-
bus utroque latere nigro maculatis; subtus argenteo nitidus.
Long. tot. 3".
Fam. 2. Eumecae Fitz. 1843.
2. Gen. Copeoglossum Tsch.
Scuta supranasalia distincta. Falpebrae perspicillatae. Lin-
gua truncata. Pedes distincti, quatuor, remoti.
Nares in scutis nasalibus sitae, in medio scuti. Aures
apertae. Falpebrae superiores distinctae. Pedes breves. Di-
giti simplices. Dentes palatini nulli. Aures simplices. Pal-
mae plantaeque pentadactylae.
41. 1. C, cinctum Tsch.
C. supra bruneum vittis duabus dilutioribus , in utroque
latere vitta spadicea linea alba terminata ; subtus glaucescens.
Long. tot. 10".
Ordo m. Ophidla Fitz. (Brogn.)
Serpentes et Ophidia Auetor.
L Sectio. Saurophidia Fitz. 1843.
Fam. 1. Typhlophes Fitz. 1843.
1. Gen. Typhlop* Schneid. Hist. Amph. fasc. II. 1801.
Anguis auctor. part.
1. Subgen. Stenostoma Wagl.
Typhlops Schlag. Dum. Bibr. part.
42. 1. T. tesselaturn Tsch.
T. ^upra squamis saturate fuscis, albescente limbatis;
Replilium conspectus. |g3
subtiis albidinn maculis rhoniboidalibiis, parvis, fuscis; caudae
apice candido.
Long. tot. 9".
Stenostomati Goudoti Dum. et Bibr. affine, a quo differt
cauda multo longiore.
Farn. 2. Centrophes Fitz. 1843. (Hempricli).
2. Gen. moa Lin. Syst. Nat. 1748.
1. Subgen. Eunectes Wagl.
43. 1. B. murina Lin. Syst. Nat. L p. 215. 319.
Boa scytale Lin. Syst. Nat. X. L p. 214. 323. part.
Boa aqiiatica Prinz Max. Abbild. Naturgesch. Bras,
Boa scytale Fitz. Neue Classif. Rept. p. 54.
Boa murina Schlegel Essay Physiog. Serp. p. 380. pl.
XIV. Fig. 1-2.
Eunectes murinus Wagl. Syst. Ampli. p. 167 et Dum.
Bibr. Erp. Gener. Tom. VI. p. 529.
IL Sectio. Teleophidia Fitz. 1843.
Fam. 1. Lamprophes Fitz. 1843.
1. Gen. ^phenocephalujf Fitz. Syst. Amph. 1843.
1. Subgen. Sphenocephalu s Wiegm.
44. 1. Sp/i. melanogenys Tsch.
Sph. supra miniatus fasciis transversalibus ternatis, nigris,
versus corporis finem evanescentibus ; infra miniatus in parte
abdominis postica maculis nigris adspersus.
Sc. 206 4- 79. Long tot. 2' 6" 6'".
Fam. 2. Alsophes Fitz. 1843.
2. Gen. Xacholus Wag). Syst. Amph. 1830.
Natrix Wagl. part. Coronella Schlegel part.
1. Subgen. Opheomorphus Fitz.
45. 1. Z. miliaris Fitz. I. c. p. 25.
Coluber fm'lmri's L i n. Syst. Nat. I. p. 380.
Coluber meleagrts, amolates et per latus Shaw Gen.
Zool. III. p. 479.
Coluber dictyodes Prinz Max. Reise in Bras. et
Coluber Merremi Prinz Max. Beschreib, u. Abbildung
etc. Liv. VIII. Tab. I. Fig. 1.
Natrix chiamella Wagl. apud Spixi Serp. Bras. Tab.
XXVI. Fig. 2.
11*
Ißß Dr. J. J. de Tschiidi;
Coronella Merremi Schlegel I. r, p. 58. Tab. II, Fig, 6.
7. 8. part.
3. Gen. Itiophis Wagl. Syst. Amph. 1830.
1. Subgen. Liophis Fitz.
46. 1. L. reginae Wagl. 1. c. p. 188.
Coluher Reginae Lin. Mus. Ad. Fred. 1. p. 24. Tab. XIII
Fig. 3. Syst. Nat. I. p. 378.
Coluber violaceus Lacep. Quadr. Ovip, II. p. 172. Tab.
VIll. Fig. 1.
Coluber cancellatus et sticticns Gravenh. Mus. Vra-
tislav.
Natrix semilhieata Wagl. apud Spix. Serp. Bras. Tab
XI. Fig. 2.
Coronella reginae Schlegel 1. c. p. 61. part.
47. 2. L. taeniuriis Tsch.
L. supra cinereo-fuscescens, niaciilis magnis subrotundis
saturate fuscis versus corporis finem in fasciam longitudinalem
iitrinque vitta flava niarginata, confluentibus; labiis flavescen-
tibus. Cauda vittis duabus latis nigris et alteris duabiis an-
gustis flavis longitudinalibus. Siibtus flavescens, fasciis alter-
nantibns nigris transversalibus. Cauda nigrescente.
Sc. 182 + 37. Long. tot. 2' 5" (cauda mutilata).
4. Gen. Psatnniophis Boje Isis 1827.
1. Subgen. OrophisFitz.
48. 1. Ps. Chamissoni Fitz. 1. c. p. 24.
Coluber Chamissoni Hempr. Mus. Carol. MSS.
Coronella Chamissoni Wie gm. Nov. Act. Acad. Caes.
Leop. Tom. XVII. I. p. 252. Tab. XX. Fig. 1.
Psammophis Temminckii S c hl e g el 1. c. p, 218. Tab. VIII
Fig. 14 et 15. part.
Farn. 3. Dendrophes Fitz. 1843.
5. Gen. Itygophia Fitz. Syst. Rept. 1843.
1. Subgen. Lygophis Fitz.
49. 1. Z/. ^/^gö^.y Tsch.
L. supra lurida, maculis subrotundis, irregularibus, con-
fluentibus, alternatini di.spositis in dorsi parte postica, vittam
longitudinalem ad caudae finem porrigentem forniantibus, in
utroque corporis latere duabus lineis macularuni nigrarum.
Reptilium conspectus. 165
Vitta saturate fiisca a rostri apice ad iiuohaiii, subtus albe-
sceiis, conc'olor, gula nigro-adspersa.
Sc. 214 + 113. Long-, tot. 1' 2".
Farn. 4. Cephaloplies Fitz. 1843.
6. Gen. JLycoilou Boje Isis 1827.
1. Subgen. Oxyrrliopus Wagl,
50. 1. L. semifasciatus Tscli.
L. siipra iiigresceiis, in antica corporis parte unicolor, a
diniidio corporis ad caiidam fineni fasciis angustissimis albe-
scentibus transversalibus. Subtus fulvescens.
Sc. 208 + 108. Long. tot. 2' 8" 2'".
7. Gen. mpsatloniorpJius Fitz. 1843.
1. Subgen. Trypanurgos Fitz.
51. 1. D. compressus Fitz, in litt.
Coluber compressus Daud. Hist. Nat. Rept. Tom. VI.
pag. 247.
Coluber graciUs Gravenh. Mus. Vratis.
Dipsas leucocephalus Schlegel 1. c. p. 288. pari.
8. Gen. ^Iphlophis Fitz. Syst. Rept. 1843.
1. Subgen. Siphlophis Fitz,
52. 1. S. Fit%ingeri Tsch.
S. supra flavescens fusco irrorata; geiiis flavescentibus;
nuclia nigricante, subtus flavescens, unicolor.
Sc. 236 + 77. Long. tot. 2' 7".
9. Gen. Jiipsas Laur. Rept. 1768.
1. Subgen. Dipsas Fitz.
53. 1. />. C«^^^^y/ Schlegel I. c. p. 279. 12. Tab. XI. Fig.
21. 22. 23.
Coluber Catesheii Weigel in Meyer Zool. Arch. 11.
p. 55 et 66 (Scheuchzer Physic. Sacra Tab. 739
Fig. 8).
Coluber Catesbeii Merr. Tent. Syst. Amph. p. 128. 139.
Farn. 5. Dermatophes Fitz. 1843.
10. Gen. Ophis Fitz. Syst. Rept. 1843.
1. Subgen. Tachymenis Wiegm.
54.. L 0. peruana Fitz. 1. c. p. 28.
Tachymenis peruviana Wiegm, Nov. Act. 1 c. p, 252.
Tab. XX. Fig. 1.
166 Dr. J. J. de Tschudi:
111. Sectio. Chalinophidia Fitz. 1843.
Farn. 1. Geophes Fitz. 1843.
1. Gen. miaps Schneid. Hist. Aniph. Fas. 11. 1801.
1. Subgen. Elaps Fitz.
65. 1. E. affinis Fitz. Mus. Vindob.
E. supra nigra, fasciis transversalibus corallinis, angustis
et latis alternantibus, genis corallinis; subtus dorso similis
Gulla corallina.
Sc. 170 + 21. Long. tot. 11" 5'".
Fam. 2. Chersophes Fitz. 1843.
2. Gen. McHidna Merr. Tent. Syst. Amph. 1820.
1. Subgen. Echidna Wagl.
56. 1. E, ocellata Tsch.
E. supra fusca seriebus duabus longitudinalibus ocellorum
nigrorum centro dilutiore. Subtus ex bruneo cinerasceus.
Sc. 139 + 22. Long. tot. 10".
Fam. 3. Bothrophes Fitz. 1843.
3. Gen. JLachesli Daud. Hist. nat. Rept. V.
57. 1. L.picta Tsch.
L. supra ex griseo brunea maculis subrotundis, irregula-
ribus, in dorsi parte posteriore confluentibus, nigro-violaceis,
in utroque corporis latere serie e maculis parvis composita.
Subtus albescens.
Sc. 172 + 74. Long. tot. M 11" — 2' 7".
4. Gen. Crotalus Lin. Syst. Nat. I. 1746.
1. Subgen. Crotalus Fitz.
58. 4. C. horridus Daud. Rept. V. p. 311. Tab. 69. Fig. 1.
C. horridus Prinz Max. Abbild, n. Beschreib. Livr. XI.
Tab. 3.
C. cascavella Wagl. apud Spix Serp. Bras. Tab. XXIV.
pag. 60.
C. horridus Schlegel 1. c. p. 561. Tab. XX. Fig. 12. 13.14.
Reptilium conspectus. 167
Series V. DIPNOA Leuck.
Batrachia Tsch. Batraciens Dum. Bibr.
Ordo I. Batpaclila Kaup (Brogn.)
Batrachia s. */. T s c h. Batraciens anoures D u m. B i b r.
1. Sectio. Hydronectae Fitz. 1843.
Ranae^ Cystignathi et Ceratophrydes Tsch. Batra-
ciens atioures phaneroglosses raniformes D u m. B i b r.
Fam. 1. Ranae Tsch. 1838.
1. Gen. nana Lin. Syst. Nat. 1. 1746.
59. i. H.juninensis Tsch.
R. supra e cinereo olivascens maciilis saturatioribus, vitta
spadicea angusta a rostri apice ad tympanum porrigente, ex-
tremitatibus fasciis saturatis transversal ibus; subtus flavescens.
Long. tot. 1" 7'".
2. Gen. Cystignathus Wagl. Syst. Amph. 1830.
60. 1. Cr OS BUS Dum. Bibr. Erpet. gen. Tom. VIII. p. 414.
61. 2. C. nodosus Dum. Bibr. 1. c. p. 413.
62. 3. C. sylvestris Tsch.
C. supra violaceus maculis nigricantibus , extremitatum
latere postico roseo, fasciato; subtus flavescens maculis vio-
laceis, pectore guttureque roseis bruneo maculatis.
Long. tot. 1" 4'".
3. Gen. Cycloramphu* Tsch. Classif. Batrach. 1838.
63. 1. C. marmoratus Dum. Bibr. 1. c. p. 455.
Fam. 2. Telmatobii Fitz. 1843.
4. Gen. Telmatobius Wie gm. Nov. Act. 1. c. Tom. XVII.
II. 1834.
64. 1. T.peruanus Wiegm. L c. p. 263. Tab. XX. Fig. 2.
Fam. 3. Colodactyli Tsch.
Digiti palmarum interni duo dilatati, subtus granulosi.
5. Gen. Colodactylu* Tsch.
Caput trigonum, subacutum, truncatum. Nares infra can-
thum rostralem, rotundae. Frons convexa. Palpebrae supe-
riores parvae. Lingua parva, ovata, tota affixa. Dentes pa-
168 Dr. J. J. de Tschudi.
latini numerosi per series duas transversas post narium aper-
turas interiias dispositi. Tynipanum siib cute latens, Anti-
pedes, breves, fortes pentadactyli. Palmariim digiti diio iiiteriii
breves, dilatati, subtus permultis glandulis parvis adspersi,
margine externo serie glaiidularum majoruin limbati ; digiti
reliqui subteretes membrana basi vix connexi. Calli duo in
metacarpo. Scelides pentadactyli. PJantarum digiti depressi,
toti palmati. Epidermis numerosis glandulis minimis obtecta.
65. 1. C. coerulescens Tsch.
C. supra e cinereo coerulescens; vitta oculari et tympa-
nica saturatiore; extremitatibus fasciatis; subtus sordide al-
bescens.
Long. tot. 1" 9'.
II. Sectio. Chersobatae Fitz. 1843.
Bombi?iatores et Bufones Tsch. Batraciens anoures
phaneroglosses bufonfformes Dum. Bibr. part.
Farn. 1. Alytae Fitz. 1843.
I.Gen. Mjeiuperus Dum. Bibr. I.e. 1840.
Chimiopelas Tsch. MSS. 1839.
^Q» 1. L.7narmoratus Dum. Bibr. I.e. p. 420. d'Orbign.
Voy. dans PAm. mer. Herpet.
Chiaiiopelas maculatus Tsch. Reisetagebuch II. p. 35.
MSS.
67. 2. L. viridis Tsch.
Chianopelas viridis Tsch. Reisetagebuch III. p. 118.
MSS.
L. supra viridis, capitis parte antica fusca, vitta sulphurea
punctis nigris adspersa ab oris apice ad anum continua. Sub-
tus coeruleo-albida, gula pectoreque nigrescentibus.
Long. tot. 1" 2'".
Farn. 2. Bufones Tsch. 1838.
2. Gen. Mufo Laur. 1768.
Docidophryne Fitz. part.
68. 1. ß. spinulosus Wie gm. Nov. Act. I. c. p. 265. Tab.
XX. Fig. 3. a. b. c. d. e.
Bufo chilensis Dum. Bibr, l c. p. 679. part.
Reptilium conspectiis. \Qi)
69. 2. B. chileiisis Dum. Bibr. I.e. Tsch. CJassif. Batr.
pag. 88.
70. S.U.thaul Less. Garn. Voy. aiitour du Mond. (Cpt.
Duperrey) 1. II. 1. p. 64. Tab. VII. Fig. 6.
(nee Rana thaul Mol. bist. nat. Chile p. 194.)
Bufo chilensis Dum. Bibr. 1. c. part.
71. 4. B. Poeppigii Tscb.
B. supra ex rufo fuscus, nigro maculatus; capite satura-
tiore, vitta transversali ab oculi angulo antico ad maxillam
superiorem continua; extremitatibus fasciatis ; subtus albescens.
Long. tot. 2".
72. b. B.trlfolium 'Ysc\\.
B. supra ex bruneo rufescens, maculis nigricantibus, vitta
dorsali grisea longitudinali, in fronte in trifolii formam dilatata;
extremitatibus nigro maculatis. Subtus flavescens lateribus
violaceis.
Long. tot. 2" 7'".
73. 6. B. molitor Tsch.
Mas, B. supra olivaceus maculis saturatioribus. Subtus
griseus unicolor.
Foem. B. ex rufo fuscus, nigro maculatus. Subtus sor-
dide albescens, gula pectoreque bruneis.
Long. tot. maris 3" 10'".
Long. tot. foem. 4" 9"'.
Fam. 4. Cephalophrynae Tsch.
4. Gen. TriicTiycara Tsch.
Caput magnum, trianguläre, rugosum, concavum, porcis
elevatis cinctum. Rostrum subacutum. Nares in cantho ro-
strali. Oculi magni. Lingua cordiformis, magna, pone libera.
Dentes palatini et maxillares nulii. Tympanum conspicuum.
Parotides magnae. Palmae plantaeque pentadactylae. Digiti
depressi, palmarum semipalmati; primus et secundus ejusdem
longitudinis, plantae palmatae. Os sacrum dilatatum.
74. 1. T.fusca Tsch.
T. supra fusca, regione anali saturatiore; extremitatibus
dilutioribus. Subtus albida, abdomine diffuse nigro-maculato.
Long. tot. 2" 3'".
170 I^r« J- ^- ^e Tschudi: Reptilium conspectus.
Farn. 5. Bombinatores Tsch. 1838.
5. Gen. Phryni«cu» Wie gm. Nov. Act. I. c. 1834.
75. 1. Ph. nigricans Wiegm. 1. c. p. 264.
Bufo formosus Mus. Lugd. Batav.
Chaunus formoms Tsch. Class. Batr. p. 87.
IV. Sectio. Geodytae Fitz. 1843.
Fam. 1. Gastrophrynae Fitz. 1843.
1. Gen. JLnaacyru* Tsch.
Caput breve, latum, rostro truncato. Nares superae se-
micirculares.
Frons convexa. Palpebrae magnae. Lingua longa, sub-
angusta, integra, pone libera. Dentes palatini et maxillares
nulli. Tympanum magnum, conspicuum. Parotides magnae.
Palmarum digiti liberi; plantarum depressi, basi membrana
connexi. Os cuneifome primum magnum, compressum. Cal-
lus in metacarpo. Corpus globulosum; iucrassatum Os
sacrum dilatatum. Vesica vocalis subgularis.
76. 1. A, melancholicus Tsch.
A. supra ex violaceo fuscus nonnulis maculis nigricantibus
parvis; extremitatibus dilutioribus. Subtus sordide flavescens.
Long. tot. 2" 9'".
Vindobonae Mens. Januar. 1845.
171
Zoologisclie und anatomische Bemerkungen über
die Aleiopen.
Von
Dr. A. K r o h n.
(Hierzu Taf. VI.)
Die den Phyllodocen am nächsten stehende Gattung AI-
ciopa wurde von Audouin und M. Edwards nach einem von
Dr. Reynoud im Atlantischen Ocean entdeckten Gliederwurme
gegründet, den sie Letzterem zu Ehren Ale. Reynoudii nann-
ten. (Annal. d. scienc. natur. T. 29. p. 235). Eine zweite
Spezies, Ale. Candida, ist seitdem durch delle Chiaje bekannt
geworden. (Animali invertebrati della Sicilia citeriore. T. 3,
p. 98). Eine dritte von jenen beiden sehr abweichende Art,
welche ich Ale. lepidota nenne, kam mir im vorigen Jahre in
Sicilien zu Gesicht. Sie bildet den Uebergang zu den Phyl-
lodocen , indem sie die Charaktere beider Gattungen in sich
vereinigt.
Der Körper der Aleiopen ist glashell, aus einer bald
grössern, bald geringern Menge von Segmenten zusammenge-
setzt, welche vom Mittelleibe aus gegen das Hinterende und
den Kopf sich verschmächtigen, was in Bezug auf den Vor-
derleib in geringerm Grade Statt hat. Der Kopf trägt zwei
sehr entwickelte, seitliche und nach aussen vorragende Augen
von rothgelber Farbe. Auf der obern und vordem Fläche
des Kopfes finden sich fünf Fühler, zwei Paare hinter einan-
der gelagert und hinter ihnen ein unpaarer, mitten auf dem
Scheitelpunkte des Kopfes ruhender. An den vordersten Lei-
bessegmenten gleich hinter dem Kopfe, nimmt man jederseits
vier Fühlergliedfäden (cirrhes tentaculaires) wahr. Es existirt
nur eine Reihe Fussstummeln jederseits, deren Borstenbiindel
fächerartig ausgebreitet sind und aus zahlreichen Pfriemen-
borsten (festucae) und nur einer Slachelborste (acicula) be-
stehen. An jedem Fussstunuuel sind zwei blattförmige Girren
172 ^i- '^- Krohn;
angebracht, von denen der obere grösser ist, mit schmaler
Basis dem Stummel anhängt, sonst aber frei vorragt. Der
untere ist mit seinem obern Rande an den Fusshöcker ange-
heftet und nur sein unterer Rand und seine Spitze sind frei.
Zwischen je zwei Fussstummeln. und zwar dicht hinter jedem,
bemerkt man eine warzenförmige rundliche Erhebung der Kör-
peroberfläche, von meistens dunkel- oder braunschwarzer
Farbe, welche auf einem sehr kurzen Stiele ruht. Die Farbe
zeigt sich oft braunroth oder schwefelgelb. Diese Anschwel-
lungen enthalten einen Driisenapparat, der einen braungelben,
dickflüssigen, im Wasser sich bald zertheilenden und dasselbe
färbenden Saft secernirt *). Der Mund liegt unterwärts am
Kopfe. Der Schlund ist in Form eines vorne etwas keulen-
förmig erweiterten Rüssels vorstreckbar, kieferlos und an
seiner Mündung mit zapfenförmig vorragenden Papillen versehen.
Stellt man diese Gattungscharaktere denen der Phyllodo-
cen gegenüber, so ergeben sich für die Alciopen als Krite-
rien: die weit stärkere Ausbildung der Augen, ihre seitliche
Stellung, die schwarzen Hautdrüsen und zuletzt vielleicht noch
die glashelle Durchsichtigkeit der Leibessubstanz ^).
Jtlc, MeynaMdii Aud. et M. Edw.
Sie unterscheidet sich durch ihre mehr gedrungene Ge-
stalt. Die Segmente sind viel breiter als lang. Das Hinter-
stück des Leibes endet mit etwas abgestumpfter Spitze. Die
Augen sind massig entwickelt und messen etwa \ Millim., so
dass die Breite des ganzen Kopfes zu der der mittleren Seg-
mente, wie 1 zu 21 sich verhalten dürfte. Der Kopf springt
vorne zwischen den Augen und über dem Munde etwas rund-
i) Die Ansicht von Aud. und M. Edw., welche diese Organe für
Kiemen (appendice branchial, vesical) hielten, erweist sich demnach
als irrig.
^) Einstweilen und bis auf nähere Bestätigung mögen die schwar-
zen Drüsen als ausschliessliches Eigenthum der Alciopen gelttn, da
kein Schriftsteller ihrer bei den Phyllodocen erwähnt. Doch soll
die Phyll. Paretti Blainv. , die, falls delle Chiaje die Spez. richtig
bestimmt hat, mir identisch scheint mit Grube's Phyll. Rathkii (s.
dessen Actinien, Echinodermen etc. p. 78), ebenfalls einen saffrangel-
ben Saft ausschwitzen (d. Chiaje 1. c. p. 98).
Zoologische und aiiatomischo Bemprkiingen über die Alriopen, 173
lieh vor. Auf der vordem Fläche dieses Vorspriiiigs sind
die kurzen paarigen Fühler angebracht und an der Mittellinie
ziemlich weit seitlich, gegen das respective Auge hingeriickt.
Der eben so schwach ausgebildete unpaare Fühler, den Aud.
und M. Edw. übersehen haben, ruht mitten auf der obern
Fläclie des Vorsprungs. Dem grössern Abstände der Augen
zufolge, ist der Raum, den der Mund einnimmt, breiter als
bei den folgenden Arten. Was die Fühlergliedfäden betrifft,
die etwas stärker als die Fühler sich zeigen, so ist es bei
ihrer Kleinheit und der schwierigen Unterscheidung der vor-
dersten Segmente, nicht leicht zu bestimmen, in welchem Ver-
hältniss sie zu diesen letztern stehen; ob nändich jedem ein-
zelnen Segmente ein Gliedfaden angehört, in welchem Fall
die Zahl jener Segmente auf vier zu veranschlagen wäre,
oder ob jedem Segmente 2 Paar Gliedfäden ansitzen. In die-
sem Fall müsste man die Zahl dieser vordersten, der Borsten-
füsse ermangelnden Segmente, auf zwei heruntersetzen. Wie
dem sei, das vorderste Paar der Fühlergliedfäden ist etwas
stärker als die übrigen, und ragt über die untere Fläche der
Augen etwas nach aussen vor. An der Bauchfläche jener
vordersten Segmente nimmt man bei lebenden Thieren einen
Saum lebhaft schwingender Cilien wahr. Die Fusshöcker und
ihre Blattcirren sind nur massig entwickelt , und stehen der
Bauchseite des Leibes, die etwas verflacht ist, näher. Der
obere Cirrus hat eine lanzettähnliche Form und ist mit seiner
Spitze nach oben gerichtet. Die Spitze des untern, fast ähn-
lich gestalteten, überragt kaum das Ende des Fussstummels.
Der Schlund oder Rüssel ist sehr kurz, etwa 2"' lang. Zwei
seiner Papillen zeichnen sich durch grössere Länge und Stärke
aus. Sie stehen einander seitlich gegenüber, beginnen mit
dicker Basis und spitzen sich zuletzt pfriemenförmig zu. Sie
dienen wahrscheinlich zum Ergreifen und Festhalten der Beute.
Diese Spezies ist in der Meerenge von Sicilien sehr gemein,
und wird gegen 4 — 5 Zoll lang *).
*) In dem Atlas zu dem citirten Werke d. Chiaje's wird man
auf Tab. 155. Fig. 14, 18 und 21, drei Anneliden abgebildet finden, von
denen es in der Erklärung der Tafel blos heisst, dass der Verfasser
sie von Herrn Cantraine erhalten habe. Ich erkenne in diesen Fi-
guren die Ale. Reynaudii wieder.
J74 Dr. A. Krohn:
Ale» Candida d. Chiaje.
Sie fällt durch ihre zahlreichern und schmächtigem Seg-
mente und die dadurch bedingte grössere Länge und Schlank-
heit in die Augen. Die Segmente sind fast eben so lang als
breit. Das stumpfspitze Endsegment läuft häufig in einen
fadigen schwärzlichen Anhang (Analcirrus) aus, der bei man-
clien Individuen durch zwei kürzere vertreten scheint. Die
Augen sind viel grösser, etwa \ Millim. messend, einander
stärker genähert. Daher der gesammte Kopf eben so breit,
ungefähr wie die Segmente der Leibesmitte erscheint. Auch
hier fehlen den vordersten fusslosen und mit Fiihlergliedfäden
versehenen Segmenten, die Wimperstreifen nicht. Lage, Grösse
und Form der Fühler und Fühlergliedfaden, wie bei Ale. Rey-
naudii. Die Fusshöcker, die Blattcirren und die schwarzen
Drüsen verhalten sich ähnlich, nur zeigen sie sich im Verhält-
niss zu den schmälern Segmenten , stärker ausgewirkt. Der
Mund bildet einen Längenspalt. Der vorgestreckte Rüssel ist
viel länger, von ^ — 1 Zoll Länge. Demzufolge sind auch
die pfriemenförmigen Fangorgane länger und stärker. Oft
findet man Individuen, wo jede schwarze Drüse mit der der an-
deren Seite, mittelst einer queer über dem Rücken der Segmente
verlaufenden Verbindungsbrücke zusammenhängt, wodurch
solche Thiere ein sehr regelmässig schwarzgeringeltes Ansehen
erhalten. Diese Art ist nicht weniger gemein als die vorige.
Ehe ich diese Spezies verlasse, muss ich noch bemerken,
dass ich in seltenen Fällen Alciopen sah, die im Ganzen mit
der Ale. Candida übereinstimmten, aber durch ihre weit be-
trächtlichere Länge, die wohl über 8 Zoll betragen mochte,
während die Augen ^'" massen, und durch ein anderes Ver-
hältniss in den Dimensionen ihrer Segmente sich von ihr un-
terschieden. So namentlich zeigte sich jenes Verhältniss an
der vordem Leibeshälfte fast wie bei der Ale. Reynaudii; da-
her diese Thiere minder schlank erschienen. An der hintern
Leibeshälfte wurden die Segmente schmächtiger, und so ging
dies bis nahe vor dem Hinterende fort, wo die Dimensionen
der Breite und Lange sich mehr ins Gleichgewicht, wie bei
der Ale. Candida, stellten. Auch die ßorstenfüsse und die
schwarzen Drüsen, zeigten sich wie bei Ale. Reynaudii, der
Bauchfläche genähert. Ob diese Thiere für eine besondere
Zoologische und anatomische Bemerkungen über die Alciopen. ;[75
Spezies, für eine blosse Abart, oder was wahrscheinlicher ist,
für ganz ausgewachsene Individuen der Alciopa Candida anzu-
sehen sind, die somit je älter sie wird, einige Veränderungen
in ihrer Gestalt erfahren würde, muss unentschieden bleiben.
Sollte sich die letztere Annahme bestätigen, so müsste Einiges
in der obigen Beschreibung demgemäss modifizirt werden.
Ale» lepidota»
Körper drehrund, lang (etwa 4 Zoll), aus zahlreichen
Segmenten bestehend, deren Dimensionsverhältnisse denen der
vorigen Art fast gleichkommen. Der Kopf sammt den Augen,
ist verhältnissmässig noch stärker als bei dieser entwickelt.
Vorzüglich aber zeichnet sich diese Spezies von den beiden an-
dern durch die viel stärkere Ausbildung der Fühler, Fühler-
gliedfäden, der Borstenfüsse und ihrer Blattcirren aus. Die
Lage der paarigen Fühler weicht insofern bedeutend ab, als
sie ganz in die Mittellinie gerückt sind, und dicht bei einan-
der von einem Längenwulste sich erheben, der nahe über dem
Munde liegt. Der unpaare Fühler nimmt die gewöhnliche
Stelle ein. Die sehr starken Fühlergliedfäden stehen hier ent-
schieden über einander, und zwar jederseits in einer, von
oben nach unten gegen den Mund gerichteten Bogenlinie, der
obere und zugleich hintere zeichnet sich durch grössere Länge
und Stärke aus, und misst etwa i\'", die übrigen 3 Paare
sind ungefähr von gleicher Ausbildung. Die obern Blattcirren
fallen sogleich durch ihren grossen Umfang auf. Sie stellen
sich als scheibenförmige, mit schmalerer Basis auf den Fuss-
höckern ruhende Platten dar, die horizontal nach hinten gerich-
tet, schuppenförmig über einander greifen, und den Rücken
bis auf einen engen Theil seiner Mitte bedecken. Sie lösen
sich leicht ab. Die untern Blattcirren sind zwar kleiner als
die obern, und von ähnlicher Gestalt wie die Fusscirren der
andern Arten, aber ihre Spitzen ragen um Vieles stärker über
die Enden der Fusshöcker nach aussen. An sämmtlichen
Blattcirren nimmt man eine dendritische, nach der Peripherie
gerichtete, an den Girren der vorigen Spezies nur schwach
ausgeprägte Verästelung wahr. Die schwarzen Drüsen weichen
auch etwas ab. Sie haben die Form von Querwülsten, die
von der Rücken- zur Bauchfläche sich erstrecken, und an
17G I^r- ^ Krohn.
ilu'on beiden Enden nindlich angeschwollen sind. Der Rüssel
ist kürzer als bei Ale. Candida. Die Fangorgane habe ich
verniisst, sie müssten denn weniger ausgebildet sein als bei
Ale. Reynandii. Diese Art ist nicht mehr so durchscheinend,
lind überall fein schwarzbraun gesprenkelt. Sie scheint sel-
ten zu sein, da ich während eines sechsmonatlichen Aufent-
haltes in Messina nur drei Individuen beobachtete.
Nach der eben gegebenen Beschreibung wird der Kundige
die grosse Aehnlichkeit dieser Annelide mit den Phyllodoceji
nicht verkennen. Denkt man sich die Augen verkümmert und
mehr auf die obere Fläche des KojDfes gerückt, so erhält man
das Bild einer Phyllodoce. Erwägt man ferner die nicht un-
bedeutenden Abweichungen derselben von den beiden vorigen
Arten, so wäre es vielleicht gerathener, sie von dieser als
eine besondere Untergattung zu trennen.
Um unsere Kenntniss des Genus zu completiren, werde
ich die wichtigsten anatomischen Fakta hervorheben und des
Zusammenhanges halber, noch einmal auf die in zwei frühern
Notizen ( s. Froriep's Not. Bd. 14. p. 288 und Bd. 25. p. 41)
erörtete Structur der Augen zu sprechen kommen.
Haut und schwarze Drüsen.
Ausser dem bräunlichen Safte, dessen sie sich vielleicht
als Schutzmittel gegen ihre Feinde bedienen , umgeben sich
die Alciopen häufig mit einem glashellen Schleim, der aus der
gesammten Haut hervorschwitzt. Die Quellen dieses Schlei-
mes scheinen in der letztern verstreute Crypten zu sein. Der
braune Saft wird dagegen, wie angeführt, an den schwarzen
Anschwellungen oder Wülsten hinter den Fusshöckern gelie-
fert. Der Drüsenapparat, der diese Ausscheidung übernimmt,
muss entweder in oder unter der Haut dieser Anschwellungen
liegen. Ich habe mich überzeugt, dass letztere sich sichtlich
entfärben, je reichlicher der Saft austritt. Auch lassen sich
die oben erwähnten Farbennüanzen derselben, aus der stär-
keren und minderen Ansammlung und Verdichtung ihres In-
halts leicht erklären.
Faserhülle und Muskelapparat der Borstenfüsse.
Sämmtliche Alciopen schwimmen ziemlich rasch , indem
sie ihren Leib schlängeln , und mit ihren Fussstummeln leb-
Zoologische und anatomische Bemerkungen über die Alciopen. I77
haft rudern. Für letztern Zweck sind die senkrecht entfal-
teten Borstenbündel ganz geeignet. Die Blattcirren mögen
dabei die Fussruder unterstützen *). Eine äussere gleich un-
ter der Haut ausgebreitete Ringfaserschicht umgiebt den gan-
zen Leib ohne Unterbrechung. An der auf diese folgenden
stärkern Längsfaserschicht unterscheidet man dagegen, wie bei
den meisten Anneliden, mehrere Lücken. Sie besteht nämlich
aus drei Portionen, von denen die ansehnlichste über den
ganzen Rücken sich erstreckt, und seitwärts bis an die Fuss-
höcker herabreicht. Die beiden schmälern Portionen verlau-
fen längs der Bauchfläche und sind nur durch einen engen
Zwischenraum, den der Ganglienstrang ausfüllt, von einander
getrennt. — Der Muskelapparat für die Bewegung der Fuss-
höcker und ihrer Borstenbündel nimmt wie bei andern Anne-
liden, auch hier die grosse jederseitige Lücke zwischen den
Rücken- und den Bauchmuskelbinden ein, und ist, der gerin-
gern Entwickelung jener Theile bei den beiden ersten Arten
entsprechend, weniger ansehnlich als bei Ale. lepidota, wo er
selbst zusammengesetzter erscheint.
Schlund und Nabrungsschlauch.
Ist der Schlund in den Leib eingezogen, so findet man
bei Ale. Candida , gleich hinter dem Munde und vor dem
Schlünde, eine Art Vorraum, wie ein solcher auch bei an-
dern mit einem vorstreckbaren Rüssel versehenen Anneliden
existirt. Dieser Vorraum hat eine dünnere Wandung als der
Schlund, welche, wie es scheint, aus einer doppelten Faser-
schicht, einer Orbikular- und einer Longitudinalfaserlage be-
steht. Die innere Haut oder das Epithelium desselben ist in
sehr zierliche parallele Querfältchen zusammengelegt. Der
Vorraum dient zur Beherbergung der beiden Fangorgane.
i) Ueber die Bestimmung der Blattcirren der Phyllodocen sind
die Schriftsteller unter sich nicht ganz einig, da Einige, wie Sars,
Johnston, sie nach Fabricius Vorgange für Schwimmplatten, Andere
wie Lamarck, Oersted, d. Chiaje für Kiemen halten. Obgleich die
letztere Ansicht Vieles für sich hat, so scheinen doch die Verzwei-
gungen in ihrem Innern nicht von Gefässen herzurühren. An den
obern Blattcirren der Ale. lepidota überzeugte ich mich, dass es zer-
ästelte Faserbündel sind.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. Btl. ^2
178 Dr. A. Krohn:
Tritt der Scliliintl hervor, so stülpt er die Wand des Vor
raiims über sich um, so dass ihre innere Fläche nach aussen
gekehrt wird und ihre Querfaltchen sich verwischen. Der
Schlund selbst ist ein sehr dickwandiges Rohr, das mittelst
einer Portion, deren Wandung zarter ist, in den Nahrungs-
schlauch übergeht. Seine vorderste Portion hat eine sehr
derbe Muskelschicht. Namentlich ist die äussere, aus Ring-
fasern bestehende Lage von mächtiger Dicke, die innere Längs-
faserlage viel schwächer. Die Innenwand dieser Portion ist
mit wulstigen Längsfalten versehen und von einem derben
Epithelium überwogen. Diese Falten bilden, indem sie an der
Schlundöffnung zapfenförmig vorspringen, die öfter erwähnten
Papillen des Rüssels. Es finden sich keine eigenen Muskeln
zum Vorstrecken und Einziehen des Schlundes, und wird
solches allein durch die Fleischfasern seiner W^andung be-
werkstelligt.
, Mit dem 13ten bis 15ten Leibesringe ungefähr beginnt
der Nahrungsschlauch, der einige interessante Abweichungen
von dem Verhalten desselben bei andern Anneliden darbietet.
Er füllt den Leibesraum so aus, dass seine Aussenwand dicht
an die Muskelhülle des Körpers zu liegen kommt, und ist
durch vertikal in seine Höhle vorspringende Scheidew^ände
in eben so viele Kammern als es Segmente giebt, abgetheilt.
Diese Septa entsprechen ihrer Lage nach genau den Grenzen
der Segmente und sind in ihrer Mitte von einer elliptischen
Oeflfnung, deren längerer Durchmesser senkrecht steht, durch-
brochen. Durch diese Oeflfnungen communiciren sämmtliche
Kammern mit einander. Die Septa enthalten eine Menge bo-
genförmig gekrümmter Fasern, welche um ihre Oeffnungen
herum dichter angehäuft, wahre Sphincteren darstellen, durch
deren Contraction die Kammern zu Zeiten vielleicht ganz von
einander abgeschlossen werden. Ausserdem ist der Nahrungs-
schlauch innerhalb jedes Segments, mit einem Paar sehr kur-
zer enger Aussackungen versehen, die in die hohlen Stiele
der schwarzen Drüsen reichen. Seine innere Wand ist über-
all von einem zarten Epithelium, das aus polygonalen Schüpp-
chen besteht, bedeckt.
Da der Abstand zwischen dem Munde und dem Anhang
des Nahrungsschlauchs kürzer ist, als die Länge des Schlundes
Zoologische und anatomische Bemerkungen über die Alciopen. 179
beträgt, so kann dieser, wenn er eingezogen werden soll,
nicht anders Raum in der Leibeshöhle finden, als indem er
sich in seine hintere Portion einstülpt und grösstentheils durch
die Oeffnungen der Septa, in die vordersten Kammern des
Nahriingsschlauchs tritt. Bei der Kürze des Schlundes der
Ale. Reynaudii und lepidota geschieht dies nicht. Auch ist
der V'orraum bei ihnen kürzer. Sonst aber verhält sich ihr
Nahrungsschlauch wie eben geschildert; nur ist er bei Ale.
Reynaudii, wegen der stärkern Dimensionen der Segmente
geräumiger und seine Septa ansehnlicher, während die Oeff-
nungen der letztem bei Ale. lepidota kreisrund erscheinen.
Gefäss- und Nervensystem.
Vom Gefässsystem habe ich nur zwei Hauptstämme, ein
Dorsal- und ein Abdominalgefass aufgefunden. Dieses ist
etwas weiter als jenes und an der untern Wand des Nah-
rungsschlauches verlaufend. Das Blut ist farblos, transparent.
Der Kopfknoten besteht aus zwei, durch eine starke
Querbrücke mit einander verbundenen Anschwellungen. Letz-
tere sind bei Ale. Reynaudii, der geringern Grösse ihrer
Augen entsprechend, kleiner, und da die Augen hier zugleich
weiter von einander abstehen, so ist auch die Querbrücke
etwas länger als bei den beiden andern Arten. Ganz in der
Nähe des Auges entspringt die jederseitige Schlundcommissur,
an der untern Fläche der respectiven Anschwellung. Sie
erstreckt sich um den Vorraum des Schlundes nach unten,
und senkt sich in das vorderste und grösste Ganglion des
Bauchstranges ein. Die Nerven der Fühler scheinen von
Kopfknoten , die der Fühlergliedfäden von dem eben erwähn-
ten Ganglion abzugehen. Bei Ale. lepidota scheinen aber die
Fühlergliedfäden ihre Nerven aus einer gangliösen Anschwel-
lung, welche jede Schlundcommissur in der Mitte ihres Ver-
laufes bildet, zu erhalten. Was übrigens die sämmtlich durch
doppelte Verbindungsstränge vereinigten Knoten der Ganglien-
kette anlangt, so scheint ihre Zahl, vom dritten an, mit der
der Segmente übereinzukommen.
Auge n.
Ehe J. Müller die Resultate seiner Untersuchungen an
den Augen der Nereiden bekannt machte, hatte man zwar
12*
IgQ Dr. A. Krohn:
längst um die wahre Bedeutung dieser, bei den meisten An-
neliden oft so winzigen Organe gewusst; aber diese Erkennt-
niss gründete sich mehr auf Analogien als auf anatomischen
Thatsachen. Müller's Untersuchungen schienen zu erweisen,
dass die Augen der Nereiden und mithin wahrscheinlich die
anderer Anneliden, sehr niedrig organisirt seien. Es sollten
ihnen die brechenden Medien fehlen, und der von allen Sei-
ten vom Pigment umhüllte Kern in ihrem Innern, nur eine
Anschwellung des Sehnerven sein. Müller sah sich dadurch
zu der scharfsinnigen Annahme veranlasst, dass so gebaute
Organe wohl empfänglich für Lichteindrücke im Allgemeinen
seien, aber unfähig Objecte wahrzunehmen. Diese Ergebnisse
des berühmten Physiologen wurden indess später durch die
mit einander übereinstimmenden Beobachtungen von Rathke
und R. Wagner dahin vervollständigt und berichtigt, als sich
herausstellte, dass der Kern wirklich durchsichtig sei, das
Auge aus zwei Schichten bestehe, von welchen die Pigment-
hülle die äussere, eine Retina die innere bilde, dass ferner
jene für das Licht pupillenartig durchbrochen, und vor dieser
Pupille eine die Cornea vertretende Stelle der das Auge über-
ziehenden Haut vorhanden sei. Ein so einfacher und unvoll-
ständiger lichtbrechender Apparat lässt nur eine schwache
Wahrnehmung der Objecte voraussetzen. Bei den Alciopeu
dagegen sind die Augen so vollkommen dioptrisch eingerich-
tet, dass diese Anneliden schon dieses Umstandes wegen zu
den merkwürdigsten gehören *).
Was die gegenseitige Stellung der Augen betrifft, so di-
vergiren ihre Achsen nach vorne bedeutend, neigen sich aber
dabei etwas nach unten, so dass vor und unter ihnen in
grösserer Entfernung befindliche Gegenstände wahrscheinlich
noch von beiden zugleich gesehen werden können. Jedes
Auge ist sphärisch, nur an seiner Aussen- oder Vorderfläche
etwas flacher und mit einer convexen Cornea versehen. Mit
dem Centrum seines Hintergrundes berührt es die respective
Anschwellung des Kopfknotens, und ist überall von der Haut
•) Vielleicht dürfe sich ihnen in dieser Beziehung die Joida
macrophthalma Johnst. (s. dies. Archiv 1841. Bd. 2. p.283) zur Seite
stellen.
Zoologische und anatomische Bemerkungen über die Alciopen. 1S|
überzogen. Es besteht aus zwei Schichten. Die äussere,
eine feine Membran, schliesst dasselbe als selbstständiges Ge-
bilde ab und kann als Analogen der Sclerotica gelten. Die
innere ist die Retina mit dem in ihr enthaltenen rothgelben
Pigmente. Die äussere Augenmembran verdickt sich etwas
an der Vorderfläche des Bulbus und geht in die Cornea über.
Sie ist in' dieser Gegend von einem dicht unter dem Haut-
überzuge des Auges befindlichen Pigmente von Silberglanz
bedeckt, das in Form eines Ringes die Cornea umgiebt, und
aus mikroskopisch kleinen, länglichen Blättchen, wie das ana-
loge Pigment der Fischschuppen, zusammengesetzt wird. Die
Retina erstreckt sich vom Kopfknoten bis an die Grenze der
Vorderfläche des Auges. An senkrecht auf ihre Fläche ge-
machten Durchschnitten zeigt sie sich hinten viel dicker, und
gegen ihren Endrand hin immer dünner. Die wesentlichen
Elemente ihrer Structur sind Fasern, die von der Anschwel-
lung des Kopfknotens entspringen und auf ihrer äussern
Fläche als parallel nach vorne streichend sehr leicht wahr-
zunehmen sind. An sehr dünnen senkrechten Ausschnitten
erblickt man dagegen, bei einer gehörigen Vergrösserung und
Compression derselben, eine Menge dicht an einander ge-
drängter Fasern, gleichsam eine Mosaik von Stiftchen. Man
überzeugt sich, dass diese Fasern senkrecht auf den in der
Fläche der Retina sich erstreckenden stehen, und ihre freien
Enden dem Glaskörper zukehren. Der stärkern Dicke der
Retina entsprechend, sind sie im Hintergrunde des Bulbus
höher, und verkürzen sich in dem Grade, als die Retina nach
vorne hin schmächtiger wird. Ausserdem beobachtet man,
dass das rothgelbe Pigment zum grössten Theil mitten in der
Retina zwischen den aufrecht stehenden Fasern vertheilt ist.
Es umfasst nämlich den Mitteltheil jeder Faser scheidenartig,
und stellt mithin nur eine dünne, netzartig durchbrochene
Schicht dar. lieber die Retina hinaus erstreckt es sich, die
verdickte Portion der äussern Augenmembran von innen über-
ziehend, bis an die Cornea, bildet aber hier, wie es sich von
selbst versteht, keine Maschen mehr. Nicht mit Unrecht
glaube ich annehmen zu dürfen, dass die aufgerichteten Fa-
sern die umgebogenen Fortsetzungen der in der Fläche ver-
laufenden sind, obgleich es mir nicht gelungen ist, den un-
jg2 ^^- '^- Krohn:
mittelbaren Uebergang beider nachzuweisen '). Die Linse
ist vollkommen sphärisch und zeigt die bekannte concentri-
sche Schichtung mit zunehmender Condensation des Kerns.
Ihre Durchmesser sind kleiner als die Sehne der Cornea, der
sie dicht anliegt, während ihre hintere Hälfte in den ansehn-
lichen Glaskörper eingesenkt ist.
Geschlechtsverhältnisse und Zeugungsstoffe.
Unter den Alciopen giebt es entschieden Männchen und
Weibchen. Eier und Samen entwickeln sich frei in der Lei-
beshöhle , ohne dass es dazu besonderer Organe bedürfte.
Die Stellen, wo dies geschieht, entsprechen den Grenzen der
Kammern des Nahrungsschlauchs, wo der durch den letztern
ohnehin beengte Leibesraum etwas weiter scheint. Die Eier
findet man innerhalb der einzelnen Segmente zu Haufen grup-
pirt. Bei den Männchen entwickeln sich die Spermatozoiden
aus den bekannten Bläschen- oder Zellenaggregationen, welche
ziemlich regelmässig rund und von verschiedener Grösse sind.
Man findet diese und jene zugleich in jedem Segmente, und
häufig füllen sie die hohlen Fussstummel und das Innere der
Stiele der schwarzen Drüsen aus. Die Spermatozoiden be-
sitzen Leib und Schwänzchen. Jener ist bei Ale. Candida
länglich, bei Ale. Reynaudii runder. Sehr walirscheinlich
finden sich die Oefi"nungen, durch welche Eier und Samen
austreten, in der Nähe der Fusshöcker.
Am Schlüsse muss ich noch besonderer Drüsen erwäh-
nen, die ich bei den Männchen der beideji ersten Arten, un-
mittelbar unter der Haut und jederseits an der Bauchfläche
^) Der angegebene Bau erinnert an eine analoge Structur der
Retina bei den Cephalopoden und Heteropoden, wie ich dies in
meiner zweiten Notiz anzeigte, wo ich zugleich andeutete, dass er
für die Augen sämmtlicher wirbellosen Thiere, vielleicht als typisch
zu betrachten sei. Auch an den von Brants genauer untersuchten
Augen der Arachniden scheint sich diese Vermuthung zu bestätigen.
Es ist nämlich, wie schon J. Müller (in seinem Archiv f. Anatomie
1839. Jahresber. p. 139) bemerkt, sehr wahrscheinlich, dass die von
Brants beobachteten, durch die Pigmentschicht des Auges hindurch
tretenden aufrecht gestellten Gebilde,- die dieser Forscher für Ana-
loga der Glaskegel in den zusammengesetzten Augen hielt, nur Ele-
mente der Retina selbst seien.
Zoologische und anatomische Bemerkungen über die AIciopen. 183
antraf. Jedes Segment ist, ausgenommen vielleicht die hin-
tersten, mit einem Paar solcher einander gegenüber liegender
und gleich unter den Fusshöckern wahrzunehmender Drüsen
versehen. An den mittlem Segmenten sind sie stärker, neh-
men aber, je weiter man sie von diesem aus nach entgegen-
gesetzten Richtungen untersucht, an Umfang ab. Jede Drüse
scheint aus cylindrischen Blindbeutelchen zu bestehen, die in
einen Ausfiihrungsgang münden. Der Gang begiebt sich zu
dem nächstliegenden vordem Segment, erhebt sich gegen die
schwarze Drüse desselben, und öffnet sich wahrscheinlich
neben ihr nach aussen. Ueber den Nutzen des Sekrets lässt
sich kaum etwas Befriedigendes angeben.
Erklärung der Abbildungen Taf. VI.
Die Figuren 3, 6, 10, 11, 12 und 13 stellen den Gegenstand 12mal,
die Figuren 4, 5 und 8 sechsmal vergrössert dar.
Fig. 1. Ale. Reynaudii in natürlicher Grösse, a Kopf mit
den Augen, bb die schwarzen Drüsen.
Fig. 2. Vordere Leibeshälfte derselben, von der Rückenfläche.
a und bb wie F. 1.
Fig. 3. Kopf derselben von unten, a Mund, b ünpaarer Füh-
ler, c Paarige Fühler, d Vorderste Fühlergliedfäden.
Fig. 4. Ein Leibessegment im Querdurchschnitt, um die Sepia
des Nahrungsschlauches zu zeigen, a Borstenfüsse mit ihren Girren.
b Septum. c Oeffnung desselben.
Fig. 5. Einzelne vordere Segmente desselben Thiers, von der
Seite, a schwarze Drüsen, b Borstenfüsse mit ihren Girren.
Fig. 6. Kopfknoten mit dem vordersten Theil des Ganglien-
stranges der Ale. Reynaudii, . von unten, um den Ursprung der
Schlundcommissuren zu zeigen, a Kopfknoten mit seinen beiden
Anschwellungen, b Schlundcommissuren. cccc die 4 vordersten
Bauchknoten, d die Augen.
Fig. 7. Ale. Candida in natürlicher Grösse, a, bb wie F. 1.
Fig. 8 Vorderstes Stück des Schlundes derselben, aufgeschnit-
ten und ausgebreitet, um die pfriemenförmigen Fangorgane a und
die kleinern Papillen bb der Schlundmündung zu zeigen.
Fig. 9. Skizze des Auges derselben, um die Verhältnisse der
Medien zu veranschaulichen, a Anschwellung des Kopfknotens, b
Cornea, c Linse, d Glaskörper, e Aeussere Augenmembran sammt
der Retina.
Fig. 10. Leibesstück der Ale. lepidota von oben. Man sieht
die schuppenförmige Uebereinanderlagc der obern Blattcirren aa,
Borstenfüsse 6.
184 Dr. A. Krohn: Zool. u. anatom. Bemerk, ü. d. Alciopen.
Fig. 11. Segmente aus dem Hinterleibsstücke derselben, von
unten, aa Borstenfüsse mit den untern Blattcirren bb. cc die un-
tern angeschwollenen Enden der den braunen ^aft secernirenden
Querwülste.
Fig. 12. Querdurchschnitt eines Leibessegments derselben, a
Borstenfüsse. b obere Blattcirren. c untere Blattcirren. d Septum
des Nahrungsschlauchs. e Oeffnung desselben.
Fig. 13. Kopf derselben von unten. «, 6 u. c wie Fig. 3. d die
3 Paare der kürzern Fühlergliedfäden, e das Paar der grossen.
185
Bemerkungen über einige Muscbelgeselilechter,
deren Thiere wenig bekannt sind.
Von
Dr. R. A. P h i 1 i p p i.
(Hierzu Taf. VII.).
1. Gastrochaena Speiigl. S. Tab. VII. Fig. 1—10.
Bekanntlich hat Spengler sein Genus Gastrochae?ia früher
aufgestellt, als Bruguiere sein Genus Fistulana; da nun aber
bewiesen ist, dass beide Gattungen identisch sind, so gebührt
dem Spenglerschen Namen der Vorzug. Nicht so leicht ist
die Frage zu entscheiden, welchen Namen die von Poli abge-
bildete Art führen müsse, deren Thier ich Gelegenheit hatte
im Januar 1840 lebend zu beobachten, glücklich in Spiritus
aufbewahrt nach Kassel zu bringen, und hier näher zu unter-
suchen. Ich habe früher geglaubt, sie sei identisch mit der
Gastrochaena cuneiformis , seitdem ich aber durch Herrn Dr.
Hornbeck von der Dänischen Insel St. Croix die ächte Speng-
lersche Art bekommen habe, musste ich wohl die grosse Ver-
schiedenheit beider Arten sogleich erkennen, die in der That
beim ersten Blick in die Augen fällt. Man vergleiche nur
Tafel VI. Fig. 2, die G. cunei/ormis, mit Fig. 3, welches die
Polische Art ist. Ich habe daher im zweiten Theil meiner
Enumeratio Molluscorum Siciliae die Italische Art G. Poliana
genannt. Nun habe ich aber von Herrn Sylvanus Hanley die
Gastrochaena modiolina Lamk. {Mya duhia Pennant, müsste
die Art also nicht G. duhia genannt werden?) erhalten, und
bin nun sehr zweifelhaft, ob nicht die Italische Art damit
identisch ist. Die einzigen Unterschiede, die ich finde — dass
bei der G, modiolina die vordere Extremität ein wenig weiter
vorsteht als bei der Polischen Art, dass die hintere Extremi-
tät etwas niedriger und mehr geschnäbelt ist; siehe G, modio-
lina Tab. VI. Fig. 1 — sind in der That nicht sehr erheblich.
Wenn über die Verschiedenheit dieser Arten starke Zweifel
erhoben werden können, so ist dies aber nicht der Fall mit
Igß A. Philippi:
einer westindischen , von Chemnitz sehr gut abgebildeten und
beschriebenen Art, welche Lamarck, Deshayes und Pfeiflfer
ohne Weiteres damit zusammenwerfen; es ist die vol. 10. tab.
172. f. 1680 u. 81 abgebildete Art. Ich nenne sie G. callosa
und unterscheide sie durch folgende Kennzeichen: G. testa
ovato-oblonga, cuneiformi, carina elevata in partes duas di-
visa; area postica callosa, exquisite rugosa; cardine calloso.
Aus der kurzen Diagnose der G. mytiloides des Lamarck
möchte man schliessen, dass diese Art auch eine solche wul-
stige Area besitze, sie wird aber ovata genannt, und soll
von Isle de France sein. Wenn Chemnitzen's Figur 1681
richtig ist, so lägen die Wirbel beinah in der Mitte der Länge,
was bei diesem Genus sehr auffallend wäre, und schlecht zu
Fig. 1681 stimmt. Leider habe ich vergessen, auf diesen Um-
stand zu achten, als ich die G, callosa bei Herrn Dr. Horn-
beck sah, es ist mir aber damals eine solche Stellung der
Wirbel nicht aufgefallen. Die Diagnosen der drei andern be-
sprochenen Arten dürften also lauten :
Gastrochaena cuneiformis Spengler (nicht Lamarck hat
den Trivialnamen zuerst gegeben, wie Deshayes schreibt)
testa ovato-oblonga cuneiformi, postice subtruncata,
tenui, pellucida; apicibus minime prominulis. Chemn.
X. Tab. 172. f. 1678. 1679. (non 1680. 81).
Gastrochaena Foliana Ph. testa ob longa, cuneiformi,
tenui, pellucida, postice rotundata; apicibus parum pro^
minulis. Pholus pusilla Poli tab. 7. f. 12. 13. (da der Poli-
sche Namen ein offenbar falscher ist, so habe ich mich
für berechtigt gehalten, ihn zu ändern).
Gastrochaena dubia (Mya) Pennant testa oblonga, cu-
neiformi, tenui, pellucida, postice angusta, subrostrata;
apicibus prominulis. Mya dubia Pennant. Gastro-
chaena modiolina Lamk. etc.
Von dieser Digression, die Feststellung der Arten betref-
fend, kehre ich zum eigentlichen Gegenstand dieser Abhand-
lung, zur Beschreibung des Thieres zurück. Ich fand dasselbe
in denselben Massen von Baianus perforatus Brg., in denen
die Clavagella balanorum Scacchi lebt, es ist jedoch sehr sel-
ten; ich erhielt nur 2 Exemplare, von denen das eine ver-
loren ging. Die Gastrochaena sitzt in einer keulenförmigen
Bemerkungen über einige Muschelgeschlechter. j[g7
Kammer, deren Wände von ilir abgesondert sind und sich
über die Balanenmasse in eine kurze Rölire verlängert, ganz
wie bei Ciavagella balanorum. Doch unterscheidet man diese
Röhre sogleich dadurch, dass sie in ihrem Innern durch zwei
Vorsprünge, die einander beinahe berühren, fast in zwei Ab-
theilungen getheilt ist. S. Fig. 10. — Im contrahirten Zu-
stand reicht das Thier nicht ganz bis an das hintere Ende
der Schale, während der Bauch doppelt so hoch über die-
selbe hervorragt. S. Fig. 4. Derselbe zeigt alsdann im vor-
dem Viertheil eine kleine Spalte zum Heraustritt des Fusses,
hinten die Oeffnung der zusammen- und zurückgezogenen Si-
phonen. Streckt sich das Thier aus, so vermindert sich seine
Höhe, der Körper ragt aber immer noch ziemlich bedeutend
über die Schale hervor, und verlängert sich in zwei verwach-
sene Siphonen, welche bei der stärksten von mir wahrge-
nommenen Expansion drei Viertel der Körperlänge erreichten,
und wenigstens halb so hoch waren. Der obere oder Anal-
Sipho ist ein kleines Weniges länger als der untere, welcher
schräg abgestutzt ist. Beide sind am Ende mit einem Kranz
von kurzen, rothen Girren besetzt, die beim untern Sipho
auf dem Rand der Oeffnung selbst, beim obern dagegen etwas
vom Rande entfernt zu stehen scheinen. Der Fuss wird
wohl eine Linie weit hervorgestreckt, und endet spitz; er ist
schwach zusammengedrückt, und trägt einen schwachen Bys-
sus, der leicht verloren geht. Siehe Fig. 6 das Thier auf
der Seite, Fig. 7 auf dem Rücken liegend. — Als ich das im
Spiritus aufbewahrte Thier herausnahm, zeigte es sich in der
Gestalt, welche Fig. 5 darstellt: der Fuss war herausgestreckt,
die Siphonen gänzlich zurückgezogen. Es erschien nur der
hintere Schliessmuskel der Schale deutlich (in «), der vordere
Schliessmuskel, welcher unstreitig sehr klein ist, schien mir
in b zu liegen. Beim Aufschneiden des Mantels zeigte sich,
dass derselbe sehr dick war, und namentlich erschien eine
dicke Muskelschicht an der Stelle, wo der Mantel an der
Schale festgewachsen war. (S. c in Fig. 9). Die Kiemen
waren sehr dick, ganz wie bei Clavagella, ohne deutliche
Streifung, und es ist die äussere ebenfalls weit schmaler und
kürzer als die innere. Die innere Kieme läuft nach hinten
spitz zu, und ist mit der innern Kieme der andern Seite ver-
Igg A. Philippi:
wachsen In Fig. 8 und 9 treten die Kiemen auch ohne be-
sondere Bezeichnung deutlich genug liervor. Es sind jeder-
seits zwei sichelförmige Appendices buccales vorhanden,
die etwas breiter sind als bei Ciavagella, s. Fig. 9. — Die
überaus grosse Uebereinstimmung des Thieres mit Clavagella
ist so augenfällig, dass ich nicht dabei verweilen will, sie
specieller nachzuweisen; Aspergülum, Clavagella, Gastrochaena
bilden eine sehr natürliche Familie, während Septaria^ Tere-
dina, Teredo^ Xylopliaga und Pholas eine andere, ebenso na-
türliche bilden, wie schon Deshayes ganz richtig bemerkt hat.
2. JPetricola Lamarck. S. Tab. VII. Fig. 11— 14.
In Palermo habe ich das Thier von Petricola litho-
phaga (^J^enus) Retz. lebend beobachtet, und jetzt kürzlich
ein in Spiritus mitgebrachtes Exemplar geöffnet. Bevor ich
das Thier beschreibe, muss ich jedoch erst die Synonymie der
Art kurz beleuchten. Dieselbe ist zuerst von Retz in den
Abhandlungen der Turiner Akademie vom Jahre 1786 unter
dem Namen Venus lühophaga add. p. 11 — 14 beschrieben,
und F. 1 et 2 gut abgebildet ; bei Poli kommt sie Tab. 7. F.
14. 15 ohne Namen vor. Wie alle im Innern von Steinen
etc. lebenden Arten ist sie sehr veränderlich, und ich muss
die Petricola striata Lamk., die PetiicoUi costellata Lamarck,
und die P. roccellaria Lamk. für blosse Varietäten dieser Art
erklären, selbst nach der Ansicht der von Delessert gegebe-
nen Abbildungen. — Das Thier hat einen Mantel, welcher bis
auf eine kleine Oeffnung vorn für den Durchtritt des Fusses
ganz geschlossen ist, und sich hinten in zwei, bis zur Hälfte
verwachsene Siphonen ausdehnt. Aus der Schale ragten, als
ich das Thier lebend beobachtete, nur die freien Theile her-
vor, und erreichten kaum den dritten Theil der Länge der
Schale. S. Fig. 11. Sie waren nach der Oeffnung hin braun,
inid diese letztere mit überaus zierlichen Girren besetzt. Der
Rand der Oeffnung nämlich trägt nur ganz kurze, warzenför-
mige Cirren, zwischen denen er gestreift oder gefältelt ist;
etwas tiefer innen sitzen aber längere, auf der einen Seite
kammförmig gewimperte Cirren. S. Fig. 14. Der Fuss wurde
wohl zwei Linien lang herausgestreckt, ist dünn und spitz.
Ich glaube, dass er einen Byssus trägt, und will bei dieser
Bemerkungen über einige Muschelgeschlechter. 1S9
Gelegenheit bemerken, dass man den Byssus leicht übersehen
kann, und dass er bei einer weit grössern Anzahl von Mu-
scheln vorkommt, als man gemeinhin glaubt. Es scheint, dass
alle Muscheln, welche für gewöhnlich ihren Ort nicht verän-
dern, einen aus weichen, schleimigen Fäden bestehenden Bys-
sus spinnen können, vermittelst dessen sie sogar an einem
Glase senkrecht in die Höhe kriechen, wie ich dies bei Ga-
leomma und besonders schön bei Modiola discrepans Lamck.
gesehen habe. Diese Art, welche ich fast nie anders als im
äussern Sack von Ascidien eingebettet gefunden habe, kann,
wenn man sie herausschneidet, mit der grössten Leichtigkeit
an den Wänden eines Glases in die Höhe kriechen, und ich
habe ganz deutlich gesehen, dass sie zu dem Ende zarte
weisse Fäden spinnt, glaube auch beobachtet zu haben, dass
sie dieselben freiwillig ablöset. Aber auch wo der Byssus
fester ist, reisst er sehr leicht vom Thier ab, und man be-
kommt von den Fischern lebende, unversehrte Thiere ohne
Byssus, die doch eigentlich damit versehen sind. Eine andere
gefärbte, etwas wulstige, drüsenartig aussehende Stelle zeigt
in den meisten Fällen die Fähigkeit, einen Byssus zu produ-
ciren, an. — Als ich das in Spiritus aufbewahrte Thier her-
ausnahm, zeigte es die Gestalt von Fig. 12. An den Rändern
der beiden Mantellappen, welche hinten die zurückgezogenen
Siphonen bedecken, konnte ich keine Girren entdecken, will
aber damit nicht behaupten, dass im Leben keine vorhanden
sind. Diese Organe ziehen sich im Spiritus oft so zusammen,
dass sie ganz verschwunden zu sein scheinen. Nachdem ich
den Mantel in der Bauchlinie aufgeschnitten, den einen Lap-
pen auch noch durch einen von der \Yirbelgegend senkrecht
herabgeführten Schnitt getheilt, und beide Lappen zurückge-
schlagen hatte, kamen die Hauptorgane des Thieres deutlich
zum Vorschein, wie sie Fig. 13 zeigt. Der Körper hat bei-
nah die Gestalt eines Quadrates, dessen obere Seite der Rük-
ken ist, und dessen unterer vorderer Winkel in eine Spitze,
den Fuss, verlängert ist, während der untere und hintere
Winkel eine bedeutende Abrundung zeigt. Beinahe in der
Mitte der untern Seite liegt die Byssusgrube. Die Ovarien
reichen beinahe bis an den Rand. Die Kiemen sind dünn,
blattartig, mit wenigen, entfernten Längsstreifen versehen, und
190 A. PhiJippi:
selir ungleich. Die innere ist wenigstens dreimal so gross
wie ilie äussere, fast quadratisch, mit abgerundeten Ecken,
besonders vorn; die vordere Seite jedoch ist oben etwas aus-
geschnitten. Sie ist vollkommen frei, nicht mit der Kieme
der andern Seite verwachsen, die äussere Kieme hat die Ge-
stalt eines Kreissegmentes. Es sind jederseits zwei appen-
dices buccales vorhanden, die eine verlängert dreieckige
Gestalt haben und quergestreift sind, wie bei Venerupis, von
welcher Gattung sich Petricola kaum durch ein anderes Merk-
mal zu unterscheiden scheint, als dass bei Venerupis die bei-
den Siphonen fast bis zur Spitze verwachsen sind, und dass
der Mantel weiter gespalten ist.
Petricola ochroleuca Lamk., welche identisch mit der
Tcllma fragilis (L.) Chemnitz ist, ist, wie ich bereits im ersten
Band der Enumeratio Molluscorum Siciliae bemerkt habe, keine
Petricola, sondern eine ächte Tellma. Da einige Conchylio-
logen diese Behauptung zu bezweifeln scheinen, so gebe ich
Fig. i9 und 20 Abbildungen des Thieres derselben. Die grosse
Länge der Siphonen zeigt schon in Fig. 19, dass das Thier
keine Petricola ist. Fig. 20 stellt ein aus dem Spiritus ge-
nommenes Exemplar vor, dessen Mantel in der Seite einge-
schnitten und der obere Theil zurückgeschlagen ist. Derselbe
ist in der Bauchlinie fast ganz offen, nur eine, kaum 1'"
breite Brücke verbindet vor den Siphonen beide Hälften. Der
freie Rand des Mantels zeigt kleine Wärzchen, die im leben-
den Zustand unstreitig längere Girren (wie sie Fig. 22 zeigt)
waren. Die beiden Mantellappen, welche die Basis der Si-
phonen bedecken, sind kurz, und dem Anschein nach ohne
Girren, so wie ich deren auch nicht an der Mündung der Si-
phonen bemerkt habe. Diese sind vollkommen frei,
dünn; der untere so lang wie die Schale, der obere nur den
dritten Theil so lang. Der Fuss ist ziemlich gross, zungen-
förmig, ohne Spur von Byssus. Die beiden Kiemen sind
gleich gross, hinten spitz, und mit ihren Spitzen sind alle
vier Kiemen verwachsen. Die appendices buccales sind
ziemlich gross.
3. VenerupU Lamarck. Siehe Tab. VII. Fig. 15— 18.
Ich habe im Jahr 1835 Venerupis perf er ans {Venus)
Montagu in Helgoland lebend gesehen und etwas näher un-
Bemerkungen über einige Muschelgeschlechtcr. |91
tersucht. Ich habe damals Folgendes darüber notirt. Der
Mantelraiid ragt etwas über das Gehäuse hervor: er ist
bis zu den S i p h o n e n gespalten, einfach , ohne Girren.
Beide Siphon en sind sehr dick, fast bis zur Spitze verwach-
sen, der untere ist ungefähr so lang, wie der vierte Theil der
Schale, der obere etwas kürzer. Gegen die Mündung hin
verengern sich beide, und sind mit braunen Punkten besetzt,
während sonst die Farbe derselben, wie die des ganzen Man-
tels, weisslich ist. Die beiden Oeffnungen haben ziemlich
lange Girren, die bei der obern in einer Reihe stehen, und
einfach sind. Bei der untern stehen sie in zwei Reihen; die
der äussern sind einfach und sehr zahlreich, die der innern
etwa zwölf an der Zahl, stärker, länger und am Ende vier-
spaltig. Die Kiemen sind der ganzen Länge nach ange-
wachsen, halbrund, stark gefaltet, die obere nur halb so breit.
Die appendices buccales sind wie gewöhnlich vorhanden,
und quergestreift, die innere wohl dreimal so breit, wie die
äussere. S. Fig. 18. Der Fuss ist klein, spitz, mit einem
Byssus-Organ.
4. JErycina Lamarck. S. Fig. 21. 22. 23.
Das Thier von Ertjcina Renieri habe ich im Novem-
ber 1838 in Neapel untersucht. Es unterscheidet sich in
nichts Wesentlichem von Tellina. Wie dieses Geschlecht be-
sitzt es zwei dünne Sip honen, von denen der untere an-
derthalbmal so lang wie die Schale, der obere nur halb so
lang wie die Schale ist. Girren habe ich an ihrer Oeffnung
nicht beobachtet, doch mögen sie vielleicht vorhanden sein.
Der Fuss ist zusammengedrückt, ziemlich verlängert und
spitz, wenn er ausgestreckt wird. Nach der Contraction des
Thieres im Spiritus zeigt sich derselbe breit, unten schräg
abgeschnitten mit einer schmalen, lanzettlichen Fläche. Der
Mantel ist in seiner ganzen Länge bis fast zu den Siphonen
gespalten, und mit ziemlich entfernten, sehr feinen Girren ge-
wimpert. Es sind jederseits zwei Kiemen vorhanden, die
mit ihrer Spitze bis zum Anfang der Siphonen reichen, und
dicht gestreift sind. Ebenso befinden sich jederseits zwei
schmale spitze, wie die Kiemen, gestreifter Appendices buc-
cales S. Fig. 23. Da unmittelbar darüber das Thier von Tel-
lina fragilis in Fig. 20 zu sehen ist, so halte ich es für über-
192 A. Philippi:
flüssig-, die Uebereinstimmiing beider Thiere besonders hervor-
zuliebeii; sie ergiebt sich auf den ersten Blick.
5. JVucula Lam. Siehe Tab. VII. Fig. 24— 28.
Ich habe ein im Spiritus aufbewahrtes Exemplar von JVu-
cula sulcata Bronn 1831 (== iV. Polii Ph. •=. N. rugulosa
Sovv. Conch. JH.) in Kassel untersucht, ein Exemplar von N.
emarginata Lamk. in Neapel lebend gehabt.
Die Nucula sulcata erschien, nachdem die eine Schale
abgenommen war, so wie sie Fig. 24 zeigt. Alle Organe des
Thieres schimmerten deutlich durch den dünnen, durchsich-
tigen Mantel durch. Dieser ist ganz offen, anscheinend
ohne Girren, mit verdickten Längsstreifen, welche den Fur-
chen entsprechen, die in der Schale zu den Zähnen des Ran-
des laufen. Ich brauchte blos den Mantel nach oben zurück-
zuschlagen, um alle äussern Organe deutlich zu erkennen.
In Fig. 25 sind dieselben , zweimal vergrössert, dargestellt.
Der Fuss ist sehr sonderbar, stark zusammengedrückt, beii-
förmig, vorn abgerundet, in der Bauchseite zusammenge-
faltet, und am Rande fast kammförmig gezähnt; ich zähle
etwa 40 Zähne, die vordersten sind wohl dreimal so breit,
wie die hintersten; die äussersten zu beiden Seiten sind all-
mählich kürzer. Die beiden Kiemen jederseits sind, wie
gewöhnlich, lamellenartig, fein und dicht gestreift, bilden aber
eine zusammenhängende Membran, und sind nicht, wie bei
Area, Pectunculus, in lauter Fäden aufgelöst. Beide sind
gleich gross, haben die Gestalt eines Rechteckes mit abgerun-
deten Winkeln, und sind mit dem hintern Rande zusammen
verwachsen; aber sie sind nicht mit den Kiemen der entge-
gengesetzten Seite verwachsen. Vor ihnen hängt eine sehr
grosse appendix buccalis, fast S förmig gekrümmt, mit
einem hintern verdickten Rande, vorn dünn, etwas kraus, am
obern Theil hängt vorn noch ein beinahe kreisförmiger An-
hang, den man für das Analogon der zweiten appendix buc-
calis halten kann. Sehr auffallend ist es, dass dieses Organ
so weit nach hinten sitzt. In der Mittellinie des Thieres dicht
hinter dem vordem Schliessmuskel der Schale finde ich vier
kleine pfriemenförmige Anhängsel (mit x bezeichnet) aus denen
ich nichts zu machen weiss.
Nucula emarginata Lamk. In Beziehung auf die
Bemerkungen über einige Muschelgeschlechter. 193
Synonymie dieser Art niuss icli bemerken, dass ich sie für
die Jrca pella Liiiiie's halte. Die Beschreibung- dieser Art
ist zwar ( Linne syst. nat. ed. XII. p. 1141) unvollständig,
allein die Worte: testa oblique striata bezeichnen doch die
Art hinlänglich, welche Linne aus dem Mittelländischen Meere
von F. Logie erhalten hatte. — Gmelin hat in der dreizehn-
ten Ausgabe den Linne verfälscht, indem er schreibt: striis
transversis. Darauf beschrieb Poli diese Art unter dem
Namen Area interrupta, Lamarck gab ihr den dritten Namen
Nucula emarginafa, und Herr Sowerby in seinen Concholo-
gical Illustrations einen vierten, Nucula fabula! — Ich habe
das Thier im November 1S38 lebend in Neapel gehabt. Es
streckte hinten zwei getrennte Siphonen heraus, einen obern,
dünnern, höchstens \ — f" langen, und einen untern, etwas
dickern, kaum ^"' langen; vorn tritt ein ziemlich spitzer, am
Bauchrand gekerbter Fuss hervor. S. F'ig. 26. Diese Theile
sind von gelblicher Farbe. Bisweilen streckt aber das Thier
den Fuss sehr weit hervor, und schleudert sich ziemliche
Strecken fort, indem es denselben rasch hin und her wirft.
Alsdann hat der Fuss die Gestalt, welche Fig. 28 zeigt, und
lässt unten eine schmale, lanzettförmige, von scharfen, gekerb-
ten Rändern begrenzte Vertiefung sehen. — Als ich die Schale
öffnete, fand ich einen sehr dicken, ganzrandigen Mantel,
und zu jeder Seite des Fusses zwei cylindrische, aber gegen
die Spitze allmählig verschmälerte und auf der untern Seite
mit einer kurzen, gefalteten Membran verseliene Organe, die
ich damals für die Kiemeji hielt, die aber offenbar nach der
Analogie von Nucula sulcata die appendices buccales sind.
Die Kiemen habe ich unstreitig damals übersehn. An dem
in Spiritus aufbewahrten Exemplar kann ich jetzt die Kiemen
auch nicht finden , doch ist dasselbe schlecht erhalten und
daher leider nichts entscheidend.
Bisher ist nur das Thier von JSuctda australis abgebildet
Voyage de l'Astrolabe Tab. 78. Fig. 5. 10 und leider nicht
besonders. Nach der Beschreibung Vol. III. p. 472 hat das
Thier wahrscheinlich ebenfalls zwei kurze Siphonen gehabt,
von denen in der Figur auch keine Andeutung zu finden ist.
Der Fuss ist wie bei unsern Arten beschaffen. Von den Kie-
men heisst es: „sie erstrecken sich der Länge nach, sind
Archiv f. Naturgeschichte. XI, Jahrg. 1. Bd. 13
194 A. Philippi:
schmal, etwas cylindrisch und bestehen aus zwei Blättern,
die in ihrer ganzen Ausdehnung auf einer gemeinschaftlichen
Lamelle vereinigt sind." Mit diesen ausdrücklichen Worten
steht Deshayes im Widerspruch, wenn er, auf die sehr rohe
Figur sich stützend, bei Lamarck ed. 2. Vol. VI. p. 503 sagt:
die Kiemen scheinen aus freien, nicht verbundenen Faden zu
bestehen, wie bei Area und Pectunculus. Dies ist nach den
Beobachtungen von Quoy und nach meinen eigenen entschie-
den nicht der Fall. Die appendices buccales sind nach Quoy
sehr lang, etwas steif, gefaltet, liegen an den Seiten des Fus-
ses und bestehen aus zwei Blättern, welche in ihrer ganzen
Länge mit einander verwachsen und quergestreift sind. Ist
letzteres riclitig? Bei Nucula sulcata ist die vordere appen-
dix buccalis, wie ich oben bemerkt habe, nur ein Anhängsel
der hintern, und beide sind sicherlich nicht quergestreift. Ist
etwa in Fig. 27 die hintere appendix buccalis als Kieme zu
betrachten? Ich glaube nicht, sondern glaube eher, dass bei
N. pellaVi. zwei vollkommen getrennte appendices buccales
anzunehmen sind. Die Verschiedenheiten zwischen den Thie-
ren sind allerdings erheblich genug, um eine Theilung der
Nucula- Arten in mehrere Gattuugen zu rechtfertigen, wie sie
früher von Schumacher und Risso, und kürzlich von Möller
versucht ist. Letzterer unterscheidet (Index Molluscorum
Groenlandiae p. 18, möchte doch bald die verheissene, aus-
führlichere Arbeit erscheinen!) Nucula^ Leda Schum. (= Lem-
bulus Risso) und Yoldia Möller, nach folgenden Kennzeichen
des Thieres :
Nucula Animal sine tubis exsertilibus; pede brevi, crasso ;
pallii parte solum inferiore aperta.
heda Animal tubis brevibus, tenuibus, rectis praeditum; pede
longo, tenui, flexili; pallio toto aperto; marginibus simplicibus.
Yoldia Animal tubis longis curvatis instructum; pede magno
valido; pallio toto aperto, marginibus postice ciliatis.
Die von mir untersuchte Nucula sulcata gehört zu Nu-
cula im engern Sinne; N. emarginata (rectius pella) zu
Leda. Bei der ersten ist ganz unstreitig nicht ein pallium
parte solummodo inferiore apertum, sondern ein pallium totum
apertum. Das von Möller angegebene Kennzeichen passt daher
nicht auf alle Arten. Dennoch glaube ich, dass man Nu-
Bemerkungen über einige Muschelgeschlechter. 195
ciila im eiig-ern Sinne abtrennen muss; das Thier ist jeden-
falls durch den Mangel der Siphonen, die Schale durch den
gekerbten, geschlossenen Rand sehr ausgezeichnet. Vielleicht
findet sich auch bei allen Arten die sonderbare Eigenthiimlich-
keit der zwei höchst ungleichen appendices buccales, und die
kurzen, verhältnissmässig breiten Kiemen. — Von geringerer
Bedeutung scheinen mir die Unterscliiede zwischen Yoldia und
Leda und glaube ich, dass es genug Zwischenformen giebt,
welche die angegebenen Unterschiede verwischen werden. So
giebt es höchst wahrscheinlich Nucula-Arten, deren Siphonen
weder so kurz und so gerade sind, wie sie Möller bei Leda
angiebt, noch so lang und so gekrümmt sind, wie sie von
Yoldia verlangt werden, und was gar die Differenzen der
Schale anbetrifft, so kenne ich eine Menge Arten, welche
weder zu Leda noch zu Yoldia gebracht werden können, nach
den von Möller für beide gegebenen Definitionen. — Vielleicht
ist indessen meine Meinung irrig, und wir erhalten von Möl-
ler noch eine genauere Angabe, und Unterschiede, die nicht
von einzelnen Arten, sondern von der ganzen Reihe dersel-
ben geschöpft sind.
6. JLrca tliluvii Lamk.
Meines Wissens hat noch Niemand eine Area aus der
Abtheilung mit vollkommen geschlossenen, stark gerippten
Schalen untersucht. Ich war daher um so mehr erfreut, als
ich im December 1838 zu Neapel eine Area diluvii Lamk.
{antiquuta Poli et Brocchi) mit dem Thier bekam, als diese
Art im Mittelmeer recht selten ist. Ich konnte es leider nicht
auf der Stelle untersuchen, sondern erst nachdem es bereits
ein paar Tage im Spiritus gelegen hatte. Es zeigt die grösste
Uebereinstimmung mit A. barbata etc. Der ganz gespaltene
Mantel ist am Rande schwach gekerbt, blass orangegelb und
etwas marmorirt, hinten dunkler. Der Fuss ist etwas länger
als bei A. barbata, der vordere spitze Theil dagegen etwas
kürzer, lebhaft orangegelb. Ein Byssus sass nicht daran, allein
ich vermuthe, dass ein solcher vorhanden gewesen ist. Die
vordere Hälfte des untern Randes des Fusses zeigt nämlich
eine lanzettförmige Vertiefung oder Faltung (wie bei Pectun-
culus und Nucula), dann wird der Unterrand eine Linie lang
13*
196 ^- Philipp! •• Bemerkungen über einige Muschelgeschlechter.
etwa schneidern], und nun folgt eine Furche in demselben,
die etwa den dritten Theil der übrigen Länge des Randes
eiiniimnit, nnd in welcher wahrscheinlich ein Byssus gesessen
hat. Die beiden appendices buccales jederseits sind wie
bei Area barbata, nicht bloss untereinander verwachsen, son-
dern auch mit ihrem innern Rande ganz an den Körper des
Thieres angewachsen, und mit denen der gegenüberstehenden
Seite vereinigt. Die Kiemen bestehen ebenfalls ans einzel-
nen Fäden, und es findet nur der Unterschied statt, dass der
fleischige Theil, welcher die Fäden trägt, weit nach hinten in
eine Spitze verlängert ist, oberhalb welcher eine scharfkantige,
am Rande etwas gekerbte Verbindung horizontal von einer
Kieme zur andern verläuft, die sich bis hinter den hintern
Schliessmuskel der Schale erstreckt. — Es scheinen also die
gerippten Area -Arten in der Mitte zwischen den ungerippten
Arten und Pectunculus zu stehen, namentlich durch die Bil-
dung des Fusses. Indessen dürfte es doch rathsam sein, noch
mehr Beobachtungen abzuwarten, ehe man die gerippten Arca-
Arten von den ungerippten, klaffenden generisch trennt. Viel-
leicht zeigen sich noch mehr Verschiedenheiten unter den bis-
her zu Area gerechneten Thieren , so dass in Zukunft mehr
als zwei Abtheilungen gemacht werden müssen. Area tor-
tuosa {Trisis Oken) und Area pectunculoides Scacchi sind
namentlich zwei sehr abweichende Formen. Indessen halte
ich es für wahrhaft unerquicklich, wenn jemand, wie es leider
dann und wann geschieht, eine einzelne, auffallend gebildete
Spezies herausgreift, ihr einen generischen Namen giebt, und
sagt ,,ich betrachte sie als den Typus eines neuen Geschlechts",
und damit Punctum. Die Hauptaufgabe ist gar nicht möglichst
viele Genera und mihi's aufzustellen, sondern die Kennzeichen
auszumitteln, woran ein Genus sich unterscheiden lässt. Ich
weiss kein Kennzeichen, um Pyrula, Fusus, Murex in allen
Fällen zu unterscheiden, und wenn nun z. B. von einem Fu-
sus gesagt wird , ich betrachte diese Art als den Typus eines
neuen Geschlechts, welches ich Atractus nenne, so beneide
ich die Zuversicht, mit der so etwas gesagt werden kann.
197
Anatomie von Ampullaria urceus nnd über die
Gattung Lanistes Montf.
Von
Dr. F. U. T rose hei.
(Hierzu Taf. VIII).
Einige Arten der Gattung Ampullaria erreichen eine sehr
bedeutende Grösse, nanientlicli die Ampullaria iirceus Fer.,
dieselbe welche zuerst IMiiller als Nerita urceus beschrieb,
und welche Laniarck Ampullaria ?^ugosa nannte. Sie hat
die Grösse einer menschlichen Faust. Diese Art ist dem
zoologischen Museum in mehreren schönen Exemplaren aus
Guiana durch Herrn Richard Schomburgk zugekommen,
und ich nahm daher Gelegenheit, das Thier einer genaueren
anatomischen Untersuchung zu unterwerfen. Die nächste Ver-
anlassung dazu war der Wunsch, einen Zweifel zu lösen, der
mir vom höchsten Interesse schien.
Es ist eine bekannte Thatsache, dass die Ampullarien in
den Flüssen heisser Länder leben, und dass sie während der
trocknen Jahreszeit, in welcher diese Flüsse ganz austrock-
nen, Monate lang im festgevvordenen Schlamme eingeschlossen
liegen, ohne auch nur einen Tropfen Wasser zu haben. Den-
noch leben sie in ihrem mit einem Deckel verschlossenen
Hause fort.
Deshayes erzählt in der zweiten Ausgabe der Lamarck-
schen Histoire naturelle des animaux sans vertebres, dass
Calliaud nach der Rückkehr von seiner Reise in das nord-
östliche Afrika Süsswassermollusken aus dem obern Nil nach
Paris geschickt erhielt, welche lebendig in eine Kiste gewor-
fen waren, in der Meinung, sie würden daselbst wohl wäh-
rend der Reise sterben. Man hatte sich die Mühe ersparen
wollen, die Schalen erst von ihren Bewohnern zu reinigen.
Die Kiste blieb länger als vier Monate unterwegs, und Cal-
liaud warf den ganzen stinkenden Inhalt in Wasser. Er er-
198 Troschel: Anatomie von AmpuUaria urceus
staunte nicht wenig, als er sah, dass nach einigen Stunden
alle Ampullarien, welche sich unter den Mollusken befanden,
munter auf dem Boden der Wanne umherkrochen.
Wären es Landschnecken gewesen, welche so lange Zeit
eng verpackt ihr Leben erhielten, so hätte das nicht auffallen
können. Es sind Fälle genug bekannt, in denen solche Thiere
Monate lang ohne Nahrung und ohne Feuchtigkeit zugebracht
haben, ohne zu sterben. Ich selbst habe unter eingesandten
Naturalien Helix-Arten lebendig in Berlin erhalten, die in Grie-
chenland und auf Cuba verpackt waren. Es wäre daher auch
leicht, derartige Thiere hier einheimisch zu machen, wenn
nicht unser unglückliches Winterklima es verhinderte. — Ein
Exemplar unserer einheimischen Helix nemoralis lebte in mei-
nem Zimmer unterhalb des Fensterbrettes anhängend, natür-
lich ganz in ihr Haus zurückgezogen, von Pfingsten bis in
den Herbst, ohne sich vom Flecke zu bewegen. Als ich ihr
dann einige Tropfen Wasser gab, fing sie an, unverfallen und
gesund umherzukriechen. Eine aufi"allende Erscheinung ist
es, dass die Limnaeen und die übrigen im Wasser lebenden
Lungenschnecken während des Winters gar nicht zu athmen
scheinen, da sie doch im Sommer kaum 24 Stunden leben
können, ohne Luft zu schöpfen. Im Winter werden sie oft
durch Eis verhindert, an die Oberfläche des Wassers zu kom-
men, aber selbst bei ofi'enem Wasser sieht man diese Thiere
im Winter nie zum Vorschein kommen. Sie sitzen stumpf-
sinnig an Steinen, Balken, Wasserpflanzen, festgesogen mit
der Fusssohle, und bewegen sich nicht vom Fleck. Man hat
ihnen deshalb eine Athmung mittelst Kiemen neben der durch
Lungen zuschreiben wollen, es sind indess keine Kiemen vor-
handen. Man muss diesen Zustand als eine Herabstimmung
der ganzen Lebensthätigkeit, als einen wirklichen Winterschlaf
ansehen. Fröschen, w^elche den Winter hindurch, unter Was-
ser liegend, in der Erstarrung zubringen, wird man doch des-
halb nicht Kiemen zuschreiben wollen!
Anders ist das Verhalten bei den Ampullarien, denn sie
sind nicht nur in Kisten, des Wassers völlig beraubt, leben-
dig geblieben, sondern sie leben auch während der heissen
Monate, wie ich bereits vorhin bemerkt habe, in dem hart
gewordenen Schlamm der ausgetrockneten Flüsse eingeschlos-
und über die Gattung Lanistes Montf. 199
seil. Diese Erscheinung hat natürlich die Aufmerksamkeit der
Naturforscher auf sich gezogen, und es sind mehrere Erklä-
rungen dafür gegeben worden, welche sich jedoch in der
Weise widersprechen, dass nur die eine richtig sein kann.
Deshayes stellt die Meinung auf, dass in einer über
der Kiemenhöhle liegenden grossen Tasche, welche durch eine
Verdoppelung der obern Wandung derselben entsteht, und
zu der ein Loch über der Kieme fiihrt, stets Wasser vorhan-
den sei, wenn das Thier im Wasser sich befinde, und dass
diese Tasche mit Wasser erfüllt bleibe, wenn das Thier sich
in sein Gehäuse zurückzieht, und dieses mittelst seines Dek-
kels verschliesst. Dadurch meint er, sei eine hinreichende
Menge Wasser vorhanden, um dem Athmungsgeschäfte wäh-
rend der Zeit der Trockenheit zu genügen.
Guilding sagt im dritten Bande des Zoological Journal
bei Gelegenheit der Beschreibung mehrerer Mollusken von
den Caraiben- Inseln über die Ampullarien Folgendes: Die
Ampullarien bewegen sich langsam; um zu athmen kommen
sie an die Oberfläche und halten den linken Flügel des Nak-
kens in eine steife Röhre zusammen; während sie athmen,
beugen sie die Fühler und ziehen den Kopf langsam zurück,
indem sie mit der Spitze der Röhre Luft aufnehmen.
D'Orbigny erzählt in seiner Voyage dans l'Amerique
meridionale, dass er bei seiner Abreise von Buenos Ayres im
Februar 1827 lebende Ampullarien in eine Kiste packte, um
zu sehen, ob sie bei seiner Rückkehr noch am Leben sein
würden. Er nahm auch einige mit auf die Reise. Die letz-
teren lebten nur acht Monate; die zurückgelassenen lebten
jedoch noch nach 13 Monaten in ihrer Kiste, und krochen
umher, sobald sie in Wasser gesetzt wurden. Bei der Erklä-
rung dieser Thatsache stimmt aber d'Orbigny weder mit Des-
hayes, noch mit Guilding überein, sondern er hält die Am-
pullarien einer doppelten Athmung für fähig, erstens durch
Kiemen und zweitens durch Lungen. Deshalb setzt er auch
die Gattung in die Abtheilung der Lungenschnecken neben
Cyclostoma.
Eine Anatomie einer mit Kalkdeckel versehenen Art, Am-
pullaria celebensis Q. et G. findet sich in der Voyage de
l'Astrolabe von Dumont d'Urville Zoologie III. p. 163 bear-
200 Troschel: Anatomie von AmpuUaria urceus
beitet von Qiioy und Gaimard, worin ebenfalls gesagt wird,
dass über der Kieinenhöhle eine Lungenhöhle vorhanden sei,
welche theils neben der Kieme zum Athmen diene, theils zur
Erleichterung der Ortsbewegung beitrage, indem dadurch die
ziemlich plumpe Masse specifisch leichter werde.
Diese entgegengesetzten Ansichten verschiedener so sehr
anerkannter Naturforscher veranlassten mich zu dem Versuche,
auf anatomischen Wege die Wahrheit in Betreff der Respira-
tion dieser Thiere zu ermitteln. Es ergab sich, dass die
d'Orbignysche und Quoysche Ansicht die richtige, dass das
Thier wirklich einer doppelten Athmung fähig sei, und dass
es daher gewiss zu den merkwürdigsten und interessantesten
Mollusken gehöre. Bei dieser Gelegenheit kam ich denn auf
mehrere interessante Punkte in der Organisation dieser Thiere,
durch deren Bekanntmachung ich eine genauere Keuntniss
derselben zu verbreiten glauhe, als man sie bisher besass.
Ueber dem Fusse, welcher in Fig. 1 im contrahirten Zu-
stande, wie er sich an dem benutzten W^eingeist- Exemplare
zeigte, abgebildet ist, und welcher auf seiner hintern Ober-
fläche den hornigen Deckel (g) trägt, liegt zunächst derjenige
Theil des Thiers , welchen man gewöhnlich als Kopf bezeich-
net. Dicht über dem Kopfe liegt querüber der Rand des
Mantels, welcher zugleich dem Rande der Schale entspricht,
und die breite Oeffnung zwischen Kopf und Mantel bildet den
Eingang in die Kiemenhölile. In der Figur ist die Kiemen-
höhle durch zwei Längsschnitte in der obern Wand geöffnet,
um das Innere der Kiemenhöhle sehen zu lassen. Der Lap-
pen, welcher in der Mitte durch die beiden Längsschnitte be-
weglich wurde, ist in die Höhe geklappt; die zusammengehö-
rigen Stellen des Randes sind mit den Buchstaben .r, x' und
1/ tj bezeichnet.
Am Kopfe findet man ganz vorn in der Mitte eine flei-
schige Masse a, in deren Mitte der Eingang in den Mund
liegt. Nach beiden Seiten dehnt sich dieser Theil des Kopfes
m eine spitze conische Verlängerung aus, deren Spitze gleich-
sam abgesetzt und etwas beweglich zu sein scheint; manche
Naturforscher sehen diese Spitzen als ein Fühlerpaar an; jede
erhalt diren besondern Nerv aus dem oberen Ganglion des
Schlundringes. - Hinter diesen liegen die eigentlichen Füh-
und über die Gattung Lanistes Montf. 201
1er h, die ebenfalls ihre Nerven vom oberen Ganglion des
Sehlundringcs ihrer Seite empfangen. Sie sind kegelförmig
und spitz lind können sich nicht einstülpen, sondern nnr
durch Contraction verkürzen. Am Grunde eines jeden hin-
tern Fühlers findet sich ein rundlicher starker Höcker c, der
unten mit dorn Fühler verschmolzen ist, und der das schwarze
Auge trägt, welches von der Haut überzogen ist.
Neben dem linken Fühler, nach aussen, liegt ein Fleiscli-
lappen, dessen flache Rander nach oben umgefaltet sind, so
dass sie sich fast berühren. Dies ist die Athemröhre im stark
Contrahirten Zustande. Nach d'Orbigny ist dieselbe einer be-
deutenden Ausdehnung fähig. Einigen wenigen südamerikani-
schen Gattungen fehlt diese Athemröhre durchaus, und das
hat d'Orbigny veranlasst die Gattung in zwei zu trennen;
denen mit langer Athemröhre lässt er den Namen Ampullaria,
die ohne Athemröhre nannte er zuerst Asolene, änderte aber
später den Namen in Ampulloida um. Diese Athemröhre ist
es,^ welcher Guilding das Geschäft zuschreibt, Luft einzu-
nehmen.
An der rechten Seite neben und hinter dem Fühler findet
sich keine Athemröhre, sondern nur eine breite seichte Aus-
bucht, welche als eine Andeutung zu einer Athemröhre be-
trachtet werden muss. Guilding giebt an, durch diese rechte
Athemröhre trete das Wasser in die Kiemenhöhle; ihr legt
er auch die Function des Auswerfens der Excremente bei,
was ohne Zweifel richtig ist, da gerade über ihr der After
sich öffnet.
An der rechten Seite des Thiers, oberhalb in der Kie-
nienhöhle nahe dem vorderen Rande, springt ein muskulöser,
dicker Lappen h vor, der mit seiner Spitze in das Innere der
Kiemenhöhle ragt. Seine Ränder sind so umgefaltet, dass sie
zwischen sich eine gekrümmte tiefe Rinne lassen ; in ihr liegt
ein langer weisser Faden, der Penis. — Es sind die inne-
ren Theile der Geschlechtsorgane wenig entwickelt, was mich
auf die Vermuthung bringt, die Thiere seien in einer Jahres-
zeit gesammelt, welche nicht für die Fortpflanzung bestimmt
ist. Dadurch bleibt freilich eine Lücke in meinen Unter-
suchungen.
Vom Grunde des Penis aus zieht sich die Reihe der blatt-
202 Troschel: Anatomie von Ampullaria iirceus
förmigen Kiemen quer über das ganze Thier im hintern Grunde
der Kiemenhöhle hin.
An der Decke der Kiemenhöhle, nahe der linken Seite
des Thieres und über der linken Athemröhre gelegen, fidirt
eine mit häutigem Wulst umgebene grosse Oefifnung in eine
weite Hölilung, welche sich in der Kiemenhöhlendecke be-
findet. Vor dieser Oeffnung liegt eine dicke muskulöse Klappe
von fast viereckiger Gestalt, welche oflFenbar dazu dient, die
Oeffnung zu verschliessen. Ihr freier Rand ist eigenthiindich
gebildet; er ist mit vielen feinen Blättchen eingefasst, die ein
kiemenartiges Ansehen geben. Nach oben und unten sind sie
frei, in der Mitte sind sie verwachsen, so dass sich auf ihren
Gipfeln gleichsam ein sie verbindender Faden hinzieht. Die
zweite rudimentäre Kieme an der linken Seite des Thiers,
von der Quoy und Gaimard am angeführten Orte sprechen,
ist wohl ohne Zweifel nichts anderes, als diese Klappe, und
die Verf. wurden wohl durch die blättrige Beschaffenheit des
Randes bewogen, sie für eine Kieme zu halten. Die Höhle
selbst, in welche dieser Eingang führt, ist flach aber fast so
lang und so breit wie die Kiemenhöhle. Auf ihrer oberen
und unteren Wandung verlaufen Gefässe wie in der Lungen-
höhle der Limnaeen; sie ist Lungenhöhle.
An zerbrochenen Stücken der Schale bemerkt man immer
zwei Schichten von Kalkmassen, von denen die äussere un-
mittelbar unter der Epidermis liegt; die innere berührt dann
die Oberfläche des Tl.iers. Beide bestehen aus äusserst feinen
Lamellen , welche nicht mit der Oberfläche der Schale paral-
lel laufen, wie es bei vielen Muscheln, z. B. den Austern ge-
funden wird, sondern senkrecht auf dieselbe stehen. Die La-
mellen der beiden Schichten haben auch nicht untereinander
dieselbe Richtung, denn die der äussern Schicht laufen paral-
lel mit dem Aussenrande der Mündung, entsprechen also den
sogenannten Anwachsstreifen; die der innern Schicht verlaufen
gerade senkrecht auf den Aussenrand der Mündung, kreuzen
sich also mit den Anwachsstreifen, und folgen der Längsrich-
tung des Thiers. Aus der verschiedenen Lage der Lamellen
in beiden Schichten glaube ich den Schluss ziehen zu können,
dass die beiden Schichten von verschiedenen Häuten gebildet
und über die Gattung Lanistes Montf. 203
werden. So viel mir bekannt ist, hat man eine ähnliclie
Struktur noch bei keiner Schnecke beobaclitet.
Das sehr entwickelte Nervensystem der Ampnllarien ist
in Fig. 3 abgebildet. Ganz vorn an der IVJnndmasse liegt
jederseits ein Knoten a, der nach vorn drei Nerven entsen-
det. Der innerste derselben b bildet ein breites Band, wel-
ches sich in den vordem Fühler verzweigt; der mittlere c
geht in den hinteren Fühler, in welchem er vielfache Aeste
an die innern Wände desselben abgiebt; der äussere cl geht
ins Auge.
Diese beiden Hauptganglien a sind ausserdem über der
Mundmasse durch ein breites Band e verbunden. In einiger
Entfernung hinter dem ersten Schlundringe liegt quer über
der Mundmasse, etwa da, wo sich die Speicheldrüsen an den
weiten Schlund legen, ein zweites Band, welches unter dem
Schlünde mit Nerven in Verbindung steht, die wieder mit
dem vordem Schlundringe Zusammenhang haben.
Die beiden Knoten a stehen nach unten durch zwei
grosse und viele kleine Fäden mit den unter dem Schlund
ziemlich nahe aneinander liegenden grossen Ganglien in Ver-
bindung, welche unter einander durch so viele Fäden zusam-
menhängen , dass sie gleichsam durch eine Nervenhaut ver-
wachsen sind. Von ihnen geht nach hinten jederseits ein
Nervenfaden, der sich bald in den Muskeln verbirgt, aber
deshalb ausserordentlich leicht und klar verfolgt werden kann,
weil er in einer Höhlung zwischen den Muskeln sich hinzieht,
welche sich mit dem Messer leicht der Länge nach aufschnei-
den lässt, wodurch dann der ganze Nerv als ein starker weis-
ser Faden sichtbar wird. Beide Fäden, der rechte wie der
linke, gehen ziendich dicht unter der Muskelschicht, welche
von unten her die Leibeshöhle begrenzt, nach hinten und ver-
einigen sich später zu einem Ganglion i, welches in der Nähe
des Herzens liegt. Beide Fäden entsenden Nerven zu den
einzelnen Organen. Der linke schickt einen Nerv zu der
Athemröhre bei k, einen / zu der Klappe, welche bestimmt
ist die Lungenhöhle zu verschliessen und einige kleinere, die
sich nicht weiter verfolgen lassen. Der rechts verlaufende
Nervenfaden giebt nur kleine Nerven ab, die sich nicht ver-
folgen lassen. Der von dem Ganglion i nach hinten abgehende
204 Troschel: Anatomie von AmpuUaria urceus
Nerv theilt sich bald in zwei Aeste, die mit dem Herzen und
den Kiemen in Verbindung zu stehen scheinen.
Endlich ist noch eines grossen Nerven r Erwähnung zu
thun, welcher aus dem untern rechten Ganglion des Schlund-
ringes entspringt. Kurz vor seinem Ende gabelt er sich, der
eine Zweig s geht an das Organ, in dessen Furche sich der
Penis legt, der andere t geht an den Grund des Penis selbst.
Schon aus dem vorhin Gesagten über die seltsame Le-
bensweise dieser Thiere und die Eigenthiimlichkeit der dop-
pelten Athmung geht hervor, dass die Organe der Circulation
und Respiration eine besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Fig. 2 ist dazu bestimmt, die Lage der Organe zu veran-
schaulichen, welche diese Functionen verrichten. An der lin-
ken Seite des Thiers, dicht hinter und neben der Kiemenhöhle
liegt über dem weiten Oesophagus der Herzbeutel. In ihm
zeigt sich auf der Abbildung das Herz «, welches völlig frei
liegt, so dass es nur an zwei Punkten befestigt ist, einmal
durch einen schmalen, sehr kurzen Kanal an den Vorhof &,
zweitens an seiner Spitze, wo es in die Arterie mündet. In
den Verhof ergiessen sich zwei Hauptvenenstämme. Der eine
c zieht sich fast um den ganzen Rand der Kiemenhöhle herum ;
er ist ein sehr weites Gefäss, welches aus der obern und
untern Wand der Lungenhöhle, die in der Abbildung durch
einen zurückgeschlagenen Lappen h geöffnet ist, Gefässe
empfängt. Innerhalb der Kiemenhöhle zieht sich unmittelbar
unter diesem Gefäss c die Reihe der Kiemenblättchen hin,
deren Adern alle in den Gefässstamm c münden. Es ist dies
also die Kiemenvene.
Die untere Wandung der Lungenhöhle ist mit weiten Ge-
fässen durchzogen. Diese vereinigen sich von zwei Seiten
her in einen Stamm f/, der sich dicht neben der Kiemenvene
in den Vorhof mündet. Er ist die Lungenvene. Es ist dies
ein gewiss seltenes Beispiel davon, dass bei einem Thier
eine Kiemenvene und eine Lungenvene sich nebeneinander in
den Vorhof münden.
Die Adern, welche sich in die Lungenvene münden,
stehen auch mit der Kiemenvene in unmittelbarem Zusammen-
hange, so dass sich von der Lungenvene aus auch die Kie-
meiivene mit Luft aufblasen lässt.
und über die Gattung Lanistes Montf. 205
Aus der Vorkammer führf, wie bei allen Schnecken eine
Spalte in die Herzkammer. Am Eintritt in die Herzkammer
befinden sich zwei Klappen, welche in die Herzkammer hin-
einragen. Diese Klappen weichen dem aus der Vorkammer
in die Herzkammer tretenden Blut ans, umgekehrt aber wer-
den sie d[irch das zuriickgepresste [>lut bei der Contraction
der Herzkammer so aneinander gedrückt, dass sie den Rück-
tritt des Blutes vollständig verhindern. Man kann nicht ein-
mal von der Herzkammer aus Luft in die Vorkammer blasen.
Beim Ausgange des Herzens in die Arterie findet sich eben-
falls eine Klappe, welche den Rücktritt des Blutes verhindert.
Das Herz steht durch einen äusserst kurzen Kanal mit
einem weiten quervorliegenden Gefässe e, der Arterie in Ver-
bindung. Die Arterie geht nach vorn in ein kugliges Organ
f über, welches noch im Herzbeutel liegt. Es bildet eine
Blase von ziemlich fester Beschaffenheit, deren innere Wand
im Grunde glatt, nach oben mit grösseren und kleineren po-
lygonalen niedrigen Wärzchen dicht besetzt ist. Die Deutung
dieses Organs, das sich bei keiner anderen Schnecke wieder-
findet, ist mir räthselhaft. Es möchte ein Reservoir für eben
aus dem Herzen kommendes arterielles Blut sein. Nach vorn
tritt wieder ein Gefäss aus, welches sich nicht weit verfolgen
lässt. Nach hinten setzt sich die Arterie vom Herzen aus
ebenfalls fort und schlägt sich um die Leber. Sie giebt an
verschiedenen Punkten feine Arterien ab.
Ich will hier gleich noch eines Organs erwähnen, welches
mit der Circulation in sofern innigst zusammenhängt, als es
innerhalb der Kiemenhöhle ganz nahe dem Herzen und neben
der Kiemenvene so liegt, dass es unmittelbar aus ihr «ine
Menge kleiner Gefässe empfängt, welche sich im Innern der
Kiemenvene als eine Reihe von Löchern zeigen. In Fig. 4
ist die Kiemenvene durch einen Längsschnitt geöfi'net darge-
stellt. Daneben liegt wie ein Polster das Organ, von dem
eben die Rede ist, und von dessen Decke ein Theil durch
einen Schnitt entfernt ist, um das Innere zu zeigen. In der
Mitte verläuft ein Gang in der Längsrichtung des Organs,
und um denselben herum liegen viele regelmässige Lamellen,
welche mit ihren Rändern an die obere und untere Wand
des Organs und an die Wände des mittleren Ganges fest-
206 Troschel: Anatomie von AmpuUaria urceus
gewachsen sind. Dies Organ findet sich bei allen Schnecken,
nur meist weniger deutlich wegen der Kleinheit des Thieres.
Cuvier sieht dieses Organ als Schleimorgan an, weil Schleim
aus ihm hervortritt, wenn man an dasselbe drückt. Neuer-
lich hat man Harnsäure in demselben nachgewiesen, und das
Organ muss daher als Niere angesprochen werden. Bei der
Grösse der AmpuUaria ist es auch sehr leicht, den Ausfiih-
rungsgang dieses Organs zu verfolgen, er zieht sich längs
dem weiten Rectum hin und öffnet sich neben dem After.
Es ist mir übrigens gar nicht unwahrscheinlich , dass das Or-
gan, wie es Cuvier deutet, den Schleim absondere, mit wel-
chem alle Schnecken in so reichem Maasse ihren Körper über-
ziehen, um ihn schlüpfrig zu erhalten; dieser Schleim wäre
dann dem Urin der höheren Thiere identisch, und es spräche
sich darin eine schöne Oeconomie der Natur aus, welche
hier selbst diejenigen Stoffe zum Nutzen des Organismus ver-
wendet, welche bei den höheren Thieren als nutzlos entfernt
werden.
Bei den Planorben habe ich es häufig gesehen, wie sie
eine grosse Menge rothen Schleims ausleeren, wenn man sie
reizt, besonders wenn man sie in Weingeist legt, um sie zu
tödten. Dieser Schleim fliesst in der Nähe des Afters aus,
wie aus einer engen Oeffnung, also wahrscheinlich aus der
Oeffnung des Ausführungsganges der Niere; man kann sagen:
das Thier lässt vor Angst Urin beim Todeskampfe.
Hinter dem äusseren Eingange in den Mund liegt die
fleischige Mundmasse (la masse charnue Cuv.), welche die
Kauwerkzeuge enthält. Fig. 5 stellt dieses Organ von oben
durch einen Längsschnitt geöfi'net, dar. Vorn und oben liegt
in derselben ein horniger Kiefer von beträchtlicher Grösse,
der aus einem mittleren verdickten vorn abgerundeten, und
zwei flachen seitlichen nach aussen und unten sich abwärts
senkenden Theilen besteht, so dass das Ganze dadurch eine
sattelförmige Gestalt erhält. Dieser Kiefer liegt ziemlich lose
in der Mundmasse über dem vordem Theil der sogenannten
Zunge, so dass man, nachdem die Mundmasse von oben durch
einen Längsschnitt geöfi'net ist, den ganzen Kiefer mittelst
einer Pincette leicht herausheben kann. Die Form des Kie-
fers weicht völlig von dem meist vorhandenen Oberkiefer der
und über die Gattung Lanistes Montf. 207
Lungenschnecken ab, und erinnert am meisten an den der
Kreiselsclinecken (Trochoiden), wo bei diesen ein Kiefer vor-
handen ist. Von den Paludinen und Valvaten entfernen sich
die Ampullarien sehr durch den Besitz dieses Kiefers, denn
bei ihnen finden sich nur zwei seitliche microscopische aus
Schüppchen zusammengesetzte Kieferrudimente. Rang giebt
in seinem Manuel de Malacologie an, die Ampullarien seien
ganz kieferlos, was jedoch durch vorliegende Thatsache hin-
reichend widerlegt wird. Freilich erfährt man nicht, auf wel-
cher Species seine Behauptung sich gründet. Auch von Quoy
und Gaymard 1. c. wird keines Kiefers Erwähnung gethan, so
dass es wahrscheinlich ist, es finde in dieser Beziehung eine
Verschiedenheit statt, was dann die Absonderung einer Gat-
tung begründen würde.
Unter diesem Kiefer liegt der vordere Theil der soge-
nannten Zunge, einer Membran, welche bei allen Cephalopo-
den, Pteropoden, Gasteropoden, kurz bei allen denjenigen
Mollusken vorhanden ist, welche einen Kopf besitzen. Sie
fehlt bei allen sogenannten Kopflosen, den Bivalven oder
Muscheln, und bei den Tunikaten oder Mantelthieren. Sie
ruht wie überall, wo sie vorhanden ist, auf zwei nebeneinan-
der gelegenen durch Haut verbundenen und durch viele Mus-
keln beweglichen Knorpelstücken von weisser Farbe, welche
gemeinschaftlich eine umgekehrte Rinne bilden, und die ich
Zungenknorpel nenne. Die Zunge ist bei den Ampullarien
sehr gross und nähert sich in ihrer Gestalt und ihrer Bewaff-
nung der der Paludinen , wogegen sie von der Zunge der
Pulmonaten sehr abweicht. Auf ihrer Oberfläche ist sie mit
plattenartigen Zähnen besetzt, welche in regelmässigen Quer-
reihen und Längsreihen liegen. Die einzelnen Querreihen
stimmen mit einander völlig überein, so dass die Kenntniss
einer einzigen Querreihe genügt, um eine Vorstellung von
der ganzen Zunge zu haben; man hat sich dann nur viele
solche Querreihen hinter einander zu denken. Ich habe es
für hinreichend gehalten, in Fig. 6 ein Stück dieser Zunge
abbilden zu lassen, etwa das, welches man in der ersten Fi-
gur frei liegen sieht, und welches aus fünf Querreihen von
Platten besteht. Jede Querreihe besteht aus 7 Zahnplatten,
so dass sich demnach 7 Lärigsreihen von Zahnplatten auf der
208 Trosrhel: Anatomie von Ampiillaria urceus
Zunge bilden. Die mittelste von diesen 7 Zahnplatten (die
Mittelplatte) ist die breiteste, sie liegt mit ihrem hintern Ende
der Zungenmembran auf, und ist so umgebogen, dass ihr obe-
rer freier Rand nach hinten gerichtet ist. Hier unterscheidet
man, natürlich bei starker Vergrösserung, einen mittlem gros-
sen und jederseits zwei kleinere Vorsprünge, welche sämmt-
lich abgerundet sind, so dass man diesen Rand crenulirt nen-
nen kann. Die zunächst dieser mittlem liegenden Platten,
eine rechts, die andere links (die Zwischenplatten), sind
schmaler, krümmen sich ebenfalls nach hinten, aber zugleich
auch nach innen^ und haben auch an ihrem freien Rande drei
abgerundete Vorsprünge, von denen der mittlere der grosseste,
der äussere der kleinste ist. Die beiden äussersten Reihen
jederseits (die Seitenplatten) werden schon stachelartig, haben
eine stumpfe nach hinten gebogene Spitze und liegen nach
innen gerichtet, so dass die äussere Seitenplatte die ihr be-
nachbarte innere Seitenplatte grossentheils, und diese die ihr
benachbarte Zwischenplatte zum Theil bedeckt.
Hinter der Mundmasse, welche die eben besprochenen
Kauwerkzeuge enthält, entspringt der weite Oesophagus, wel-
cher vorn enger ist, und dann zwei Anschwellungen macht,
bevor er in den Magen übergeht. Neben dem vordem ver-
engerten Theile des Schlundes liegen die beiden Speicheldrü-
sen, welche dicht hinter der Mundmasse in den Oesophagus
einmünden ; längere Ausführungsgänge der Speicheldrüsen, wie
sie oft bei den Schnecken vorkommen, sind hier nicht vor-
handen. Der Magen hat eine kuglige Gestalt und besteht aus
dünner aber fester Haut. Dicht neben dem Eintritt des Oeso-
phagus in den Magen entspringt der Darm aus demselben,
schlingt sich mit unregelmässigen Krümmungen durch die Le-
ber und erweitert sich zum Rectum, welches die ganze Kie-
menreihe begleitend sich neben dem Penis in den After öffnet.
Die Leber ist überall so fest mit Magen und Darmkanal ver-
wachsen, und giebt in beide so viele grosse und kleine Gal-
lengänge ab, dass es sehr schwer hält, diese Organe deutlich
von einander zu trennen.
Nachdem ich so den anatomischen Theil der Natiu'ge-
schichte der Ampullarien bis auf die Geschlechtsorgane abge-
handelt habe, und dadurch eine hinreichend genaue Kenntuiss
und über die Gattung Lanistes Montf. 209
von der Organisation des Thieres vorliegt, wende ich mich
zu der Frage, welche Stellung wohl die AmpiiIIarien im Sy-
stem einnehmen möchten.
Cuvier hat als erstes Eintheilungsprincip in der Ord-
nung der Gasteropoden die Beschaffenheit der Athemorgane
benutzt, und danach muss man die Ampullarien als ein Ueber-
gangsglied zwischen den Lungenschnecken und den Kammkie-
mern betrachten; sie athmen ja durch Lungen und durch
Kiemen. Jedenfalls stehen sie aber den Karamkiemern doch
näher in der Organisation der übrigen Organe. Sie haben
einen Deckel, sind getrennten Geschlechts, und ihre Mund-
theile weichen ganz von dem Typus der Lungenschnecken ab,
indem sie sich sehr dem der Paludinen nähern.
Unter den Lungenschnecken giebt es auch eine Ueber-
gangsform , nändich die Cyclostomen. Sie athmen zwar nur
Luft, und gar nicht durch Kiemen, indessen sie haben auch
einen Deckel, sind getrennten Geschlechts und ihre Mund-
theile ähneln denen der Kammkiemer.
Rang sonderte in seinem Manuel die Helicinen und Cy-
clostomen von den Pulmonaten als besondere Ordnung Pul-
mones-opercules Fer. ab, und d'Orbigny erkannte die nahe
Verwandtschaft der Ampullarien zu den Cyclostomen, weshalb
er auch die Ampullarien zu den Pulmonaten stellte.
Nach meiner Ansicht muss ein System möglichst klar und
von bestimmten Charakteren abhängig sein, so dass gar kein
Zweifel bei der Bestimmung der Thiere übrig bleibt, ohne
jedoch zu einem rein künstlichen System herabzusinken. Es
muss daher das Bestreben der Naturforscher sein, den natür-
lichen Gruppen ihre beständigen Charaktere abzulauschen.
Diese Charaktere werden aber um so sicherer, je genauer
man unterscheidet und je mehr man abtheilt. Natürlich immer
mit Maass. Je mehr verschiedene Formen man vereinigt lässt,
um so schwieriger wird ihre gemeinsame Charakteristik; das
gilt von Ordnungen, Unterordnungen, Gruppen, Familien, bis
hinab auf die Gattungen. Bis auf die Arten (Species) mag
ich diesen Ausspruch nicht ausdehnen, weil er den sogenann-
ten Speciesmachern zu sehr das Wort reden würde. Es ver-
steht sich auch von selbst, dass überall, wo man eintheilt,
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. Bd. j[4
210 Troschol Aiiatomit! von Ampullaria urceus
wirkliclu! wahrnehmbare Verscliiedeiiheiteii, die nicht in lieber-
gangen mit einander verschmelzen, vorhanden sein müssen.
Die Gattung- Cyclostoma mit ihren Verwandten stört die
Sicherheit des Begriffs der Pulmonaten, die Ampullarien stö-
ren wegen ihrer Lungen die Trennung der Kammkiemer von
den Pulmonaten ^). Deshalb scheint es mir nicht nur zweck-
mässig, sondern in der Natur begründet, und daher nothwen-
dig, die Cyclostomen und Ampullarien herauszunehmen und
zu einer eigenen Unterordnung zwischen Pulmonaten und Pe-
ctinibranchien zu vereinigen, und dieselbe, um nicht immer-
fort neue Namen zu erfinden, mit der Ferussacschen Benen-
nung zu bezeichnen :
Pulmonata operculata.
Alle athmen Luft in besonderen Lungenhöhlen, alle liaben
ein gewundenes Gehäuse und einen Deckel, ihre Mundtheile
sind nach dem Typus der Kammkiemer gebildet.
Hierher gehören folgende Familien:
1. Cyclo stomidae.
Sie leben auf dem Lande, athmen nur Luft, sind getrenn-
ten Geschlechts und besitzen zwei Tentakeln, an deren äus-
serem Grunde sich die Augen befinden.
Dahin die Gattungen Cyclostoma Lam. , Steganotoma
T r o s c h. , Pupma V i g n. , Helicina Lam.
2. Ampullaceridae.
Sie leben im Wasser, athmen nur Luft, sind Zwitter, be-
sitzen keine Tentakeln, die Augen sind nicht gestielt.
Dahin nur die Gattung Ämpullacera Quoy. Diese Fa-
milie sehe ich nur als muthmasslich hierher gehörig an. Die
Zwitternatur scheint sie aus dieser Ordnung zu entfernen, der
Deckel stellt sie hierher. Ueber die Mundtheile findet sich
bei Quoy und Gaimard keine Angabe.
') Die Gattung Onchidium athmet auch durch Kiemen und durch
Lungen, gehört aber leider nicht hierher. Ihre Mundtheile weisen
diesen Thieren ihre Stellung unter den Pulmonaten an, sie sind Zwit-
ter und haben keine Schale, daher auch keinen Deckel. Die Gefässe
in der Lungenhöhle ähneln sehr denen der Landschnecken. Sie müs-
sen daher eine eigene Familie in der Nähe von Limax bilden.
und über die Gattung Lanistes Montf. 211
3. Ampullariaclae.
Sie leben im Wasser, atliiiien durch Kiemen und durch
Lungen, sind getrennten Geschlechts und besitzen vier Ten-
takeln, die Augen befinden sich am äusseren Grunde der hin-
tern Tentakeln.
Guilding stellte in einem Aufsatze über die Mollusken
der Caraiben -Inseln (Zoological Journal im dritten Bande
p. 436) eine Familie Ampullariadae auf, in welcher er die
Gattung Paludina mit der Lamarckschen Gattung Ampullaria
vereinigt, liier trennt er jedoch die Ampullarien in drei Gat-
tungen, Pachy Stoma mit verdicktem Mundrande und kalkigem
Deckel, Ampullana mit einfachem, dünnen Mundrande und
hornigem Deckel und Ceratodes mit einfachem Mundrande und
hornigem Deckel, und mit scheibenförmiger Schale. Zur letz-
tern gehört nur Planorbis cornu arietis Lam. Die ebenfalls
fast scheibenförmige Ampullaria effusa bildet einen solchen
Uebergang, dass man nicht recht einsieht, warum Guilding
dieselbe nicht ebenfalls in die Gattung Ceratodes bringt. Ob
eine Trennung in diese drei Gattungen wirklich in der Natur
begründet ist, muss eine anatomische Untersuchung der Thiere
ergeben. Die verschiedene Beschaffenheit des Deckels lässt
eine Abweichung in anderen Organen vermuthen, jedoch
scheint mir dieser Punkt allein für generische Trennung nicht
hinreichend, da auch zwischen sogenannten kalkigem Deckel
und hornigem Deckel keine feste Grenze gestellt werden kann.
In der Gattung Paludina hat man auch beiderlei Deckel, selbst
bei unseren einheimischen. Paludina vivipara besitzt einen
hornigen, impura einen kalkigen Deckel. Freilich hat man
auch hier zwei Gattungen unterschieden. Die mit hornigem
Deckel (die eigentlichen Paludinen) haben den Penis in dem
rechten Fühler, der deshalb bei den männlichen Exemplaren
verdickt ist, und sie gebären lebendige Junge. Bei denen
mit kalkigem Deckel, für welche Gray den Namen Bithynia
vorgeschlagen hat, tritt der Penis aus einer Oeffnung am
Grunde des rechten Fühlers hervor, so dass also auch bei
den männlichen Exemplaren beide Fühler schlank und faden-
förmig sind; sie legen Eier. Bei ihnen vermisse ich auch die
seitlichen Kieferrudimente der eigentlichen Paludinen. Wenn-
gleich diese beiden Abtheilungen der Paludinen in allen übri-
14*
212 Tr ose hei. Anatomie von Ampullaria iirreus
gen Punkten übereinstimmen ^ so scheinen doch wohl diese
Abweichungen eine Trennung in zwei Gattungen zu recht-
fertigen.
Leider fehlt mir das Material, um die Abtheilungen Guil-
dings anatomisch zu prüfen. Da Rang den Ampullarien den
Kiefer abspricht, und da bei der Anatomie von Quoy, der
eine Art mit kalkigem Deckel benutzte, ebenfalls von keinem
Kiefer gesprochen wird, so ist es mir wahrscheinlich, dass
den Pachystomen Guilding's der Kiefer fehlt; dann würden
die eigentlichen Ampullarien den eigentlichen Paludinen ent-
sprechen, und die Pachystomen den Bithynien. Hierzu tritt
noch eine Verschiedenheit in der Lage der Kiemen bei der
Amp. celebensis Quoy. Diese verläuft nämlich mehr in der
Längsrichtung des Thiers und liegt an der rechten Seite der
Lungenhöhle. Es fragt sich nur, ob darin alle Arten mit
Kalkdeckel übereinstimmen. Die Zunge scheint keine wesent-
lichen Verschiedenheiten darzubieten.
d'Orbigny unterscheidet in seiner Voyage dans TAme-
rique meridionale zwei Untergattungen nach dem Vorhanden-
sein oder Fehlen eines langen Sipho an der linken Seite des
Thiers. Die meisten Arten haben einen solchen Sipho , nur
wenigen fehlt derselbe. Ersteren lässt d'Orbigny den Namen
Ampullaria, letztere nennt er Ampulloidea. Es wäre sehr
hübsch, wenn diese Abtheilungen den von Guilding angegebe-
nen entsprächen, das thun sie aber nicht, denn alle d'Orbig-
nyschen Arten gehören zu den Ampullarien mit hornigem
Deckel und nicht verdicktem Mundrande.
Denis de Mo nt fort gab bekanntlich fast jeder Art einen
eigenen Gattungsnamen und hat daher die Ehre, dass bei den
Spaltungen der Gattungen, wie sie in neuerer Zeit in Folge
gründlicherer Untersuchungen so oft nothwendig werden, seine
Namen, die meist halb vergessen sind, wieder hervorgesucht
werden, und neue Geltung erlangen. Derselbe hat auch eine
Art der Gattung Ampullaria abgetrennt und ihr den Namen
Lanistes beigelegt. Es ist dies die Ampullaria carinata, welche
im Nil lebt.
Indem ich nun die Gattungen Ampullaria Lam. Guild. ,
Ampulloidea d'Orb. , Pachystoma Guild., Gerat ödes Guild.
auf sich beruhen lasse, da ich wegen fehlenden Materials mir
' und über die Gattung Lanistes Montf. 213
kein Urtheil darüber erlaube, will ich nur näher auf die Gat-
tung Liwistes Montf. eingehen.
Unter den Materialien, welche durch Peters von Mozam-
bique eingesendet wurden, befindet sich eine neue links ge-
wundene Ampullarie {Lanistes ovivm Peters) in Weingeist,
deren anatomische Untersuchung des Herrn Peters allerdings
eine generische Verschiedenheit des Thieres von Ampullaria
nachweist. Es zeigt sich zwar eine grosse Uebereinstinimung
in der ganzen Organisation, Lunge und Kiemen sind vorhan-
den, und nach demselben Typus gebildet, indessen hat die
Kiemenreihe eine andere Lage. Anstatt wie bei Ampullaria
im Grunde der Kiemenhöhle quer zu verlaufen, zieht sie sich
in der Mitte der obern Wand der Kiemenhöhle von vorn
nach hinten. Der Eingang in die Lungenhöhle liegt links,
wie bei Ampullaria, obgleich man bei dem Linksgewundensein
der Schale denselben rechts vermuthen sollte. Der Kiefer
besteht aus zwei Platten, welche lose neben einander liegen,
so dass das verbindende Mittelstiick, wie wir es oben von
Ampullaria urceus kennen gelernt haben, fehlt.
Die Zunge besteht aus 7 Längsreihen von Zahnplatten,
deren mittlere und die Zwischenplatten crenulirt sind, obgleich
etwas anders als bei Ampullaria, jede der vier Seitenplatten
endet aber in zwei Spitzen, von denen die innere kleiner ist,
als die äussere. Diese Angaben mögen hier geniigen, um die
Nothwendigkeit generischer Trennung zu erweisen.
Diese neue Peters'sche Art ist links gewunden und hat
einen hornigen Deckel, und die ebenfalls links gewundene
Ampullaria gui?iaica Lam. wird durch ihre weniger ausge-
zogene Spira der Ampullaria carinata Lam. (Lanistes carinata
Montf.) sehr ähnlich, so dass offenbar diese drei Arten zu
einer Gattung gehören müssen. Ihr gebührt natürlich der
Name Lanistes , und ich glaube dahin alle links gewundenen
Ampullarien ziehen zu müssen, so dass sich die Gattung La-
nistes zu Ampullaria verhält, wie Physa zu Limnaeus. Bei
dieser Vergleichung drängt sich die Analogie von Ceratodes
und Planorbis auf, und wenn man das Spiel weiter treiben
wollte, könnte man vielleicht auch Ampulloidea mit Amphipe-
plea und Pachystoma mit Chilina parallel stellen.
214 Troschcl: Anatomie von Ampullaria urceus
Zur Gattung Laiiistes gehören folgende Arten:
1. Lanistes carinata Montf.
Ampullaria carinata Lani. Desh. Toni. V^lll. p, 536
cum Syn.
Labilstes carinata Montf. Conchyl. II.
Diese Art ist allgemein bekannt. Sie zeichnet sich durch
drei Kiele aus; einer verläuft dicht um den weiten und tiefen
Nabel, der zweite auf der Mitte der Windungen, verschwindet
aber auf der letzten fast ganz, der dritte ist nur auf den
Windungen der Spira bemerklich und verläuft nahe der Nath.
Diese Art hat von allen die am wenigsten ausgezogene Spira,
und den weitesten Nabel; ihr Querdurchmesser übertrifft
daher bei weitem ihren Längsdurchmesser.
Vaterland: Aegypten, im Nil.
2. La}iistes nilotica Nob.
Ampullaria nilotica Swainson Zool. JH. See. ser.
Vol. I. pl. 38. f. 2.
Sie steht der vorigen zunächst, wegen des offenen, jedoch
etwas engeren Nabels, dessen Rand stumpf gekielt sein soll;
ausserdem ist kein Kiel angegeben. Der Querdurchmesser
übertrifft den Längsdurchmesser nach der Abbildung nicht be-
deutend. Die Mündung bildet an der Basis einen vorgezoge-
nen Winkel und nimmt reichlich drei Viertel der Länge der
Schale ein. Sie ist einfarbig olivengrün. Die Abbildung
stimmt gar nicht mit der folgenden L. guinaica überein, mit
welcher Swainson eine Uebereinstimmung für möglich hält.
Vaterland:^ Nil.
3. Lanistes guinaica Nob.
Ampullaria guinaica Lam. Desh. Tom VIII. p. 535
cum Syn.
Von dieser seltenen Art befindet sich ein Exemplar mit
Deckel in der reichen Sammlung des Herrn Thiermann , der
es mir gütigst zur Benutzung anvertraute. Sie hat keine Spur
von Kiel; ihr Nabel ist etwas enger als bei der vorigen Art,
wenngleich er immer noch weit genannt werden kann, und
die Spira ist mehr ausgezogen, so dass die Mündung zwei
Drittel der Länge der Schale einnimmt. Der Längsdurchmes-
und über die Gattung Lanistes Montf. 215
ser der Scliale erreicht beinahe den Querdurchmesser. Die
Mündung ist an der Basis breit gerundet. Die bei Laniarck
citirte Abbildung von Chemnit-z ist keineswegs schlecht, so
dass es keinem Zweifel unterliegt, dass wir es hier mit der-
selben Art zu thini haben, welche Chemnitz benutzte. Die
Zahl der vorhandenen \\indungen ist vier, die Spitze ist de-
collirt, kann jedoch höchstens eine oder zwei Windungen
mehr gehabt haben. Der Deckel ist wie bei den übrigen Ar-
ten genau von Gestalt der Mündung, birnformig geschweift,
mit concentrischeii Ansatzstreifen , deren Centrum nahe der
Spindel liegt. Er ist dünn horiifarbig, durchsichtig.
Die Farbe ist grünlich, mit einer breiten undeutlichen
braunen Binde auf der Mitte der Windungen. Mit bewaffne-
tem Auge bemerkt man, dass die ganze Schale mit kleinen
erliabenen Pünktchen besäet ist.
Grösse: 1^ Zoll.
Vaterland: Nach CJiemnitz und Lamarck Guinea.
4. Lanistes suhcarinata Nob.
Ampullaria suhcarinata Swaiiison Zool. Jll. See. ser.
I. pl. 38. f. 1.
Sie scheint von den übrigen verschieden wegen ihrer
kugligen Gestalt, weniger geschweiften an der Basis gerunde-
ten Mündung, die mehr als drei Viertel der Länge der Schale
einnimmt, einen engereu faltigen Nabel, und mehrere schmale
braune Linien auf der Mitte der Windungen, Ich habe sie
nicht gesehen.
Vaterland: Congo.
5. Lanistes ovum Peters nov. sp.
Diese Art hat eine viel mehr ausgezogene Spira, so dass
ihr Querdurchmesser nur -f des Längsdurchmessers beträgt,
und die Gestalt eiförmig wird. Der Nabel ist enger als bei
voriger Art, jedoch immer noch offen. Uebrigens ist die
Schale ganz ohne Kiel, bis auf die Anwachsstreifen glatt und
glänzend , enthält vier Windungen und hat wie guinaica eine
decollirte Spitze. Deckel etwas schmaler als bei guinaica.
Die Farbe ist olivengrün ohne Binden.
Grösse: Ij] Zoll.
Vaterland : Mozambique. Durch Hrn. Dr. Peters gesammelt.
216 Tiüsclu'l: Anatoinif von Ampullaria iirceus otr.
ti. La /it st es intot tu Nob.
Ampullaria intorta Lam. Dcsh. VIII. j). 541.
Die Gestalt der Sclialc, wie sie in der Ency(^loj)ädie ab-
gebildet ist, älinelt sehr der vorigen Art, doch scheint sie
verschieden wegen der deutlichen Hindon und der bedeuten-
deren Kleinheit, sie ist nur 9 Linien gross bei derselben An-
zahl von Windungen. Ich keime die Art nicht aus eigener
Ansicht. Ihr Vaterland ist unbekannt. Sie wird aber wohl
wie alle übrigen Arten afrikanisci» sein.
7. L anist es puriuirca Nob.
Ampullaria purpurea Jonas Wiegm. Arcliiv. 1839.
p. 342. Tab. X. Fig. J.
Bulimus tristis Jay Catalogue ct. New -York. 1839.
pl. VII. Fig. 1. p. 121.
Sie hat die am weitesten ausgezogene Spira, so dass sich
die Breite zur Länge verhält wie 2 : 3. Die Gestalt wird
allerdings einem Hulimus äluilich. Der Nabel wird sehr un-
bedeutend und beschränkt sich auf einen engen Schlitz. INIcist
sind vier Windungen vorhanden, die andern sind decollirt,
an einem Exemplar sind jedoch deutlich noch sechs Windun-
gen sichtbar. Auch sie ist ganz ohne Kiel. Der Deckel ist
verhältnissmässig noch schmaler als bei L. ovum.
Die Farbe ist braun , im Innern der Mündung zieht sie
sich ins Purpurfarbige.
Grösse: Sie ist über zwei Zoll lang.
Vaterland: Madagascar. Jay giebt Zanzibar an. Die
Angabe, dass sie von Neuholland stannne , beruht nach brief-
licher Mittheilung des Herrn Dr. Jonas in Hamburg auf einem
Irrthum. Das zoologische IMuseum zu IJerlin besitzt zwei
Exemj)lare. Das eine ist von Herrn Tile, das an«lere mit
Deckel von Herrn Dr. Jonas freundlichst überl.i^'-cn.
217
lieber die riiiiwiekhiii^' der CiJeliör\verlizeiii»'e der
iMolluslieii.
Von
Dr. II. V V V y ').
(Hierzu Taf. IX. Fig. 1-10.).
In v'wwiu friilicrcn Jahrgang dieser Zeitschrift '^) veröfVent
lichte Trof. von Siebold eine Reihe von Beobachtungen über
ein eiiijenlhiiniliehes Organ der IMolInsken, welches er als Ge-
h(ir\verk/.eiig deutete. Seine Untersu«'huugen erstrecken sich
über eine bedeutende Anzahl dieser Thiere , nehmen jedoch
nur Rücksicht auf das Verhältniss, welches sich im erwach-
senen /ustaiule darbietet, mit Ausnahme einer Angabe, welche
wir p. 158 vorfinden: ,,Bei den Embryonen dieses Lynniaeus
(stagnalis), welche ziendich ausgebildet waren, aber ihre Kihül-
len noch nicht verlassen hatten, sah ich die Otolithen deutlich
in den (iehörkapseln oscilliren, es waren ihrer jedoch nur
10 bis 20 in den einzelnen Kapseln vorhanden, woraus her-
vorgeht, dass die Anzahl der Otolithen mit dem Alter der
Gastcropoden zunimmt." Schon früher hatte es Pouchet ^)
ebenf:\lls bei Embryonen von Lynniaeus gesehen und eiiu'ge
vereinzelte Angaben mitgetheilt. IJei Limax sah van Heneden^)
wahrscheinlich etwas Aehnliches.
Ich hatte nun die (telegenheit, im verflossenen Sommer
auf dem j)hysiologischen Institute zu (Jötlingen eine Reihe
von Untersuchungen über die Embryologie unserer IMolIusken
anzustellen. Hierbei gelang es mir, die Entwickelung jenes
merkwürdigen Organes zu verfolgen.
') Doi- K. Sozietät der NVisscnsehaft zu (iöttinpcn vorfiologt von
K. Wagner am 27. Januar ltil5 und im Auszug abgedruckt in den
gelehrten Anzeigen No. 30.
-) Siebenter Jahrgang, Ister Band, p. 148.
•') Annales des seienees naturelles. Tom X. (1838).
') Etudes embryogeniqucs. Bruxelics> 1841.
218 Dr. H. Frey:
Da icli meine Untersuchungen vorzugsweise an dem Ge-
nus Lymnaeus und zwar hauptsächlich, als dem Repräsentan-
ten derselben, an Lymn. stagnalis angestellt habe, so will ich
zuerst dasjenige mittheilen, was ich bei diesem Thiere gefun-
den habe, um alsdann dasjenige folgen zu lassen, was mir
Beobachtungen an anderen Gasteropoden und Bivalven, wie
Physa, Helix, Limax und Cyclas, ergeben haben.
Die Zeitbestimmung derjenigen Phase der Entwicklung,
wo sich jene Organe zu bilden anfangen, lässt sich durchaus
nicht, wie bei der Evolution der warmblütigen Thiere nach
Tagen oder Wochen bestimmen. Sie wird vielmehr im höch-
sten Grade von den äusseren Temperaturverhältnissen bedingt,
in der Art, dass das Thier zu seiner Ausbildung in deji war-
men Sommermonaten oft nur die Hälfte der Zeit nöthig hat,
deren es in den kühleren Monaten des Vorfrühlings bedarf!
Ich darf mich hierbei wohl auf einen Jeden berufen, der einige
hierher bezügliche Untersuchungen angestellt hat; ich brauche
ferner nur an die Angaben von Stiebel 0, Carus ^), Dumor-
tier «) und Anderen erinnern. Man muss daher zur Bestim-
mung jener Periode sich einer andern Auskunft bedienen,
nämlich sich an Dasjenige halten, was das Thier in seinen
verschiedenen Entwickelungsstufen Charakteristisches darbietet.
Bekanntlich hören nach einiger Zeit die merkwürdigen
Rotationsbewegungen des Embryo der Mollusken auf, um
mehr selbstständigen Platz zu machen, wo sich alsdann das
Thier an der Wand der Eihaut kriechend hin und her bewegt.
Dann bemerkt man an ihm Folgendes: In seiner Form nähert
es sich schon dem erwachsenen Thiere, nur sind alle Körper-
theile weniger scharf ausgesprochen und von einander abge-
gränzt. Man unterscheidet ohne Mühe den Kopftheil, den
Fuss und dann noch eine grosse runde Masse, welche später
vom Gehäuse umschlossen wird und jetzt neben dem deutlich
pulsirenden Herzen hauptsächlich die Leber in ihrer ersten
ina«;.^ löltlsil"''' ""'• ""' ' """ ' - '"''' '"'^^^" ^'^■'
wei^S' T W Ts^"""" Lebensbedingungen der kalt- und
') Dumortier. Annalcs des Sciences natur. Tom. VIII.
lieber die Entwickelung der Gehörwerkzeuge der Mollusken. 219
Anlage •) enthält. Am Kopftheil sieht man die Fühler als
zwei rundliche Hervorragungen, darunter die grossen, durch
ihr Pigment sehr deutlichen Augen. Zwischen beiden Augen
fällt augenblicklich die Zunge auf, sehr kenntlich durch ihre
eigenthümlich geformte Epithelialbildung. Dicht an der Basis
der Zunge, etwas nach hinten und aussen liegen nun die hier
in Betracht kommenden Gehörbläschen, häufig von einer zwei-
ten Contour umgeben, welche vielleicht Ausdruck der Dicke
der sie umkleidenden Membran ist. Doch scheint gerade in
dieser frühesten Periode häufig jene zweite Contour zu man
geln. (Fig. 10).
In einzelnen seltenen Fällen gelingt es nun das Bläschen
noch in dem Zustande anzutrefi'en, dass es ausser seinem
wasserhellen Inhalte noch nichts weiter wahrnehmen lässt.
Seine Grösse beträgt alsdann -^ — ^L einer Pariser Linie.
(Fig. 1). Zu dieser Zeit lässt sich sonderbarerweise von einer
Anlage des Ganglienrings noch durchaus nichts entdecken, so
dass es scheint, als ob sich hier die beiden Sinnesorgane,
Auge und Ohr vor den Centraltheilen des Nervensystems ent-
wickelten, während sie bei Wirbelthieren Ausstülpungen des
Gehirns ausmachen.
Dann wird bei andern Exemplaren in dem hellen Inhalt
des Bläschens ein kleines Körperchen wahrgenommen, an
Grösse und Form ganz ähnlich den Otolithen des erwach-
senen Thieres (Fig. 2) und dieselbe merkwürdige oscillirende
Bewegung zeigend. Beim Zusatz von Essigsäure hielt sie
noch einige Augenblicke an und erlosch dann für immer;
beim Sprengen der Kapsel stand der Otolith augenblicklich
still, alles Verhältnisse vollkommen denjenigen gleich, welche
wir beim erwachsenen Thiere vorfinden und wozu Siebold's
Aufsatz zu vergleichen ist. In dieser Zeit hat das Organ
grosse Aehnlichkeit mit dem gleichen der Cephalopoden.
•) Ich erlaube mir hierbei die Bemerkung, dass ich über die
Entstehung dieses Organes, über seine Histogenese, sowie über die
des ganzen Embryonalkörpers der Mollusken und über die ersten
Zellenbildungen des Dotters (die sogenannten Embryonalzellen) später
ein Weiteres mitzutheilen gedenke, und will hier nur einstweilen er-
wähnen, dass sich die Köllikerschen Angaben über endogene Zellen-
bildung für die Gasteropoden nicht zu bestätigen scheinen.
220 ^r H. Frey:
In anderen Fällen zeigen sich statt des einen Gehörstei-
nes deren mehrere in dem Bläschen, so zwei oder drei (Fig.
3 und 4) und mehr (Fig. 4 — 8). IVlit dem Fortschreiten der
Entwickelung des Thieres nimmt ihre Zahl zu und erreicht
bald ein Dutzend und darüber. Die Grösse der Otolithen
beträgt j~ bis -^-q einer Linie.
Hierbei ^ind einige Punkte ins Auge zu fassen, nämlich:
1) Findet die Vermehrung der Otolithen nicht in gleichem
Verhältniss mit dem Wachsthum des Körpers statt, wie man
deutlich bemerkt, wenn man sich an die Grösse des Körpers
und die ziemlich regelmässig wachsende Zunge hält. Oft ist
diese in ihrer Bildung weit vorgeschritten und der Gehörsteine
sind wenige, oft umgekehrt.
2) Lassen sich in der Anzahl der Steine alle Zwischen-
stufen bis etwa zu 20 genau nachweisen. Ist die Menge eine
noch bedeutendere geworden, so sind exacte Zählungen nicht
mehr wohl möglich.
3) Tritt der merkwürdige Umstand ein, dass die Zahl der
Otolithen auf beiden Seiten des Körpers gar nicht selten eine
ungleiche ist, so dass ich z B. links deren nur einen, rechts
dagegen zwei sah (Fig. 10). Ja ich habe diese Verschieden-
heit selbst in einem hohen Grade gefunden, so dass einmal
in der Blase der einen Seite 9, in der der anderen 19 Oto-
lithen, lebhaft oscillirend, vorhanden waren. Diese Differen-
zen sind allzu bedeutend, um sie einem Beobachtungsfehler
zuzuschreiben.
4) Sind, was auch schon von Siebold bemerkte, die Oto-
lithen nicht alle gleich gross. Ihre Grösse schwankt, wie
oben bemerkt, einmal zwischen ~-q und g^J^ Linie. Dann
aber kommen einzelne noch bei weitem kleinere vor, bis herab
zu ganz kleinen Körnchen, welche yöVö" ^"^ vveniger mes-
sen, immer aber dieselbe auffallende Bewegung zeigen. Diese
kleinsten Otolithen kommen zu allen Zeiten neben den grös-
seren vor und durch ihre Vergrösserung scheinen sich die
letzteren zu bilden. Die grösseren gewähren bisweilen einen
Anblick, als ob sie aus 2 oder 4 kleineren zusammengesetzt
oder im Begriff wären, in diese zu zerfallen, was ebenfalls
von Siebold schon beobachtet hat.
Ich möchte nach Allem diesem schliessen, dass die Bil-
üeber die Entwickelung der Gehörwerkzeiige der Mollusken. 221
dnng der Otolitlien wohl auf einem Heraiiskrjstallisiren aus
dem flüssigen Inhalt des Gehörbläschens beruhe, woraus sich
dann die unter 1 und 3 bemerkten , scheinbaren Anomalien
der Entwickelung erklären liessen.
Kurze Zeit, nachdem der Lymnaeus die Eihaut verlassen,
untersucht, zeigen die Gehörblasen gegen 20 Otolithen (Fig. 9),
deren Grösse dieselbe geblieben, während das Bläschen ^^"'
erreicht hat.
Diese Vermehrung der Anzahl der Otolithen mit der Ver-
grösserung der Blase nimmt mit dem weiteren Heranwachsen
gleichmässig zu. Bei Thieren, welche im verflossenen Herbst
das Ei verlassen hatten, fand ich im Januar die Zahl der Ge-
hörsteinchen zwischen 40 und 50, und die Grösse der Blase
um ein Bedeutendes vermehrt, obwohl immer noch eine grosse
Difi'erenz mit den 1 — 200 Otolithen und der jö — tV" gros-
sen Blase des erwachsenen Lymn. stagn. verglichen, existirt.
Soweit meine Beobachtungen an Lymnaeen. Dasselbe
habe ich bei einer nicht unbedeutenden Anzahl von Embryo-
nen der Physa und bei einigen der Paludina (P. impura) ge-
sehen, nur dass hier Grössenverschiedenheiten nothwendig
existiren müssen.
Die Landschnecken zeigen das nämliche Verhältniss und
man kann es nirgends schöner als bei Embryonen von Helix
oder Limax wahrnehmen. Ueber letztere findet sich wie oben
erwähnt, bei van Beneden eine vereinzelte Angabe.
Bei den Bivalven kommt bekanntlich in einer ähnlichen
Blase nur ein einziger, aber viel grösserer runder Otolith
vor, welcher fast die ganze Kapsel ausfüllt und die nämliche
Bewegung zeigt. So lässt es sich am leichtesten an Cyclas
wahrnehmen. Ich fand im verflossenen August einige dieser
Thiere (Cycl. Cornea), welche in den Kiemen Embryonen mit
schon vollkommen ausgebildeter Schaale enthielten. Nach
Wegnahme derselben zeigten sich unter dem Microscop die
Gehörorgane vollkommen entwickelt, jede Blase einen lebhaft
bewegten Otolithen eng umschliessend, ganz wie beim ausge-
bildeten Thiere, nur alles um die Hälfte kleiner.
222 l^*"- H. Frey: lieber d. Entwickl. d. Gehörwerkz. d Mollusken.
Erklärung <lor Abbildungen Taf. IX.
(sämmtlich von Lymnaeus stagnalis entnommen).
Fig. 1. Die Gehörblase in noch leerem Zustande.
Fig. 2. Dieselbe mit einem Otolithen.
Fig. 3. Mit 2 Otolithen.
Fig. 4. Mit 3 -
Fig. 5. Mit 4 -
Fig. 6. Mit 6
Fig. 7. Hier sind 6 ausgebildete und ein kleiner, unentwickelter
Gehörstein vorhanden.
Fig. 8. Die Blase mit 8 Otolithen.
Fig. 9. Gehörblase von einem Thier, welches 4—5 Monate das
Ei verlassen haben mag. Die Anzahl der Steine ist schon bedeutend.
Fig. 10. Kopftheil von einem Embyo des Lymnaeus. a. Augen,
h. Die Zunge, c. Die Gehörkapseln, links einen, rechts zwei Oto-
lithen enthaltend.
223
Verzeicliiiiss der Tbiere, bei welchen Entozoen
gefunden worden sind.
Von
G u r 1 t.
I MAMMAIiIA.
1. Biiiiaiia.
1. Homo.
Filaria medinensis Gmelin. Tela celliilosa subcutanea.
— {bronchialis) Rudolph!. Gland. bronchiales (Treutier).
Trichocephaltis dispar R. Int. crassum,
Spiroptera (?) R. Vesica uriuaria (Barnett).
Strongylus Gigas R. Ren es.
Ascaris lumhricoides L. Intest, tenuia.
— alata Bellingham. Int. ten.
— vermicularis R. {Oxyuris vermicularis Bremser), Int.
rectum.
Trichina spiraUs Owen '). Musculi.
Distoma hepaticum Abilgaard. Vesica fellea. Vena portae
(Duval).
Distoma lanceolatum Mehlis. (2.) Ductus hepaticus.
Polystoma Pinguicola Zeder. Tuberc. ovarii (Treutier).
— Venarum (?) Zeder. Vena tibialis antica (Treutier).
Bothriocephalus latus Bremser. Intestina.
Taenia Solium L. Intest, ten.
Cysticercus cellulosae R. Tela cellulosa. Tunicae serosae.
— visceralis (?) R.
Echinococcus (veterinorumP) R. Hepar. Vesica urinaria.
9. Qiiadruitiana«
2. Cercopithecus Cephus (Simia Cephus L.).
Cysticercus cellulosae R. Membr. serosae. Musculi.
) Die Literatur s. am Ende (1).
224 Gurlt: Verzeichniss der Tliiere,
3. Cercopitheciis monoides.
Trichocep/talus palaeformis R. Int. crass. (Gervais).
4. Cercopitheciis ruber (S. rubra L.).
Trichocephalus palaeformis R. Int. crass.
Cysticermis cellulosae R. Membr. serosae. Muse.
5. Cercopithecus Sabaeus (S. Sabaea L.).
Trichocephalus palaeformis R. Int. crass.
Ascaris distans R. Int. crass.
6. Macacus Cynomolgus (S. Cynomolgus et Ay
gula L.).
Cysticercus tenuicollis R. Mesenterium.
Echinococcus (veterinorum F) R. Periton. Pleura.
7. Macacus ecaudatus (S. Inuus et Sylvanus L.),
Trichocephalus palaeformis R. Int. crass.
Cysticercus cellulosae R. Membr. serosae. Musculi.
Echinococcus {veterinorum?) R. Hydatides liepatis.
8. Cynocephalus Mormon (S. Maimon ?t Mor-
mon L.).
Spiroptera alata R. Inter tunicas ventriculi.
Distoma laciniatum BlainvilJe. (3) Pancreas (Brogniart).
Cysticercus tenuicollis R. Mesenterium.
9. Cynocephalus Sphinx.
Filaria gracilis R. Cavum abdominis.
Trichocephalus palaeformis R. Int. crass.
10. Cynocephalus ursinus (S. ursina Penn).
Trichocephalus palaefoDfu's R. Int. crass.
11. Ateles Belzebuth.
Ascaris elongata R. Intest. (Olfers).
12. Ateles Paniscus.
Filaria gracilis R. Cavum abdominis.
Ascaris vermicularis R. {Oxyuris vermic. Brems.) Int. crass
13. Cebus Apella.
Filaria gracilis R. Cav. abdom.
Echinorhynchus Spirula Olfers. Int. crass. (Natterer)
14. Cebus capucinus.
Filaria gracilis R. Cav. abdom.
15. Gallith rix noctivaga.
Amphistoina emarginatum Diesing. (4) Intest. (Natterer).
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 225
16. Hapalc chrysopyga.
Pentastoma stihcylindricum Dies. (4) Hepar, Piilmones. (Nat-
terer).
17. Hapale Midas.
Filaria gracilis R. Cav. abdom.
18. Hapale Rosalia.
Phi/saloptera dilatata R. {Spiroptera dilat, Diijardin). Ventri-
ciilus. (Natterer).
19. Lemur Mongoz.
Trichocephalus {Lemuris) R. Int. coec.
Cysticercus crispus (?) R. Pleura,
— sphaerocephalus R. Peritoneimi.
3. diiroiitera.
20. Vespertilio aiiritus.
Ophiostoma mucro?iatum R. Intest.
Distoma ckilostomum Mehlis. (5) Intest. (Gurlt).
— Lima R. Intest.
Taenia. Intest.
Cysticercus fasciolaris R. Hepar.
21. Vespertilio Daubentonii.
Distx)ma ckilostomum Mehlis. (5) Intest.
22. Vespertilio discolor.
Filaria. Cav. abdom.
Distoma ckilostomum Mehlis. Intest.
— Lima R. Intest.
{Trickosoma?) Int. crassum.
23. Vespertilio Leisleri.
Distoma ckilostomum Mehlis. Intest.
24. Vespertilio muri nus.
Ophiostoma mucronatum R. Intest.
Distoma ckilostomum Mehlis. Intest.
— Ldma R. Intest.
Taenia ohtusa R. Intest.
25. Vespertilio mystacinus.
Distoma ckilostomum Mehlis. Intest.
26. Vespertilio Natterer i.
Distoma ckilostomum Mehlis. (5). Intest.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. ßd, 15
226 Gnrlt: Verzeichniss der Tliiere,
27. Vespertilio Noctula (et lasiopteriis),
Trichosoma. Intest.
OpJdostoma mucronahim R. Intest.
Mofiostoma. Intest.
Di Stoma icliüostomum?^ Mehlis. Intest,
— Lima R. Intest.
Taenia acuta R. Intest.
28. Vespertilio Pipistrellus,
Distoma chilostomum Mehlis. Intest.
— Lima R. Intest.
— heterourum Dujardin. (6). Intest.
29. Vespertilio serotinus.
Distoma chilostomum Mehlis. (5). Intest.
— Lima R. Intest. (Creplin).
30. Rhinolophus Ferrum equinum.
Distoma Lima R. Intest.
31. Phyllosto ma discolor.
Pentastoma subcylindricum Dies. (4). Cav. abdom. (Natterer).
4. Rapacia.
32. C an is aureus.
Ascaris, Intest.
33. C a n i s f a m i 1 i a r i s.
Filaria. Vasa sanguifera. (Gruby et Delafond).
— Oculi. (Dujardin).
Trichosoma Plica R. (jCalodium Plica Duj.) Ves. urinar. (Bei-
lingham).
Trichocephalus depressiusculus R. Int. crass.
Spiroptera sanguinolenta R. Tubercula ventriculi. (Gurlt, Du-
jardin).
Strongylus Gigas R. Renes.
— trigonocephalus R. {Dochmius trigon. Dujard.) (6).
Ventriculus. Tuberc. ventriculi et intestinorum. Cor.
Ascaris marginata R. Int. ten.
Distoma alatum R. {Holostomum alat. Nitzsch). (7). Int. duo-
denum (Creplin , Gurlt).
Pentastoma iaenioides R. Sinus frontales. Larynx.
Taenia serrata Goeze. Int. ten.
— cucumerina Bloch. Int, ten.
bei welchen Eiitozoen gefunden worden sind. 227
Cysticercus cellulosae R. Menibr. serosae. Muse. (Gurlt).
34. Canis jubatiis.
Stroiigiflus Gigas R. Ren es.
35. Canis Lagopiis.
Ascaris. Intest.
Taenia. Intest.
36. Canis Lupus.
Trichosoma Plica R. {Calodium Plica Duj.) (6). Vesica urinaria.
Sphoptera sanguinolenta R. Tuberc. ventriculi. Ventriculus.
Int. duodenum.
Strongi/lt/s Gigas R. Ren es.
— ? Intest.
Ascaris microptera R. {Asc. marginata Duj.) Oesophag. In-
test, ten.
Distoma alatum R. {Holost, alat. Nitzsch.) Int. duoden.
Pentastoma taenioides R. Sinus front. Larynx.
Taenia opuntioides R. Int. ten.
— marginata Batsch. Int. ten.
37. Canis Vulpes.
Trichosoma Plica R. {Calodium Plica Duj.) Pelvis renalis,
Vesica urinaria. (Dujardin, Rayer).
Trichosoma aerophilmn Creplin (8). {Eucoleus Aerophilum Duj.)
(6). Trachea.
Trichocephalus depressiusculus R. Int. crass.
Strongylus Gigas R. Ren es.
— tetragonocephalus R. (^Dochmius tetragonoceph. Duj.)
Intest.
Strongylus {glandularis?^ R. Glandulae mesenterii.
— {oesophageus ?') R. Oesophagus.
Ascaris triquetra R. Int. ten.
Liorhynchus Vulpis Duj. Pulmones.
Distoma alatum R. {Holost. alat. Nitsch.) Int. duoden.
Amphistoma truncatum R. {Distoma Conus Creplin) (8). Duct.
hepat. Vesica fellea. Int. rectum.
Taenia litter ata Batsch. Int. ten.
— crassiceps R. Int. ten.
38. Felis Catus domesticus.
Strongylus tuhaeformis Zeder. {Dochmins tuhaeform. Duj.)
Int. duodenum.
15*
228 Gurltj Verzeirhniss der Thicre,
Ascaris Mystax Zeder. Int. ten.
Trichina sjmalis Owen. Musculi oculor. (Gurlt).
Distoma Conus Crepl. Duot. hepat. Vesicca fellcca. (Creplin),
— lanceolatum Melius. Duct. hep. Ves. fellea.
Peiitastoma Fera {denliculatum?) Cropl. (8). Tubercul. bepatis,
Bothriocephalus Felis Crepl. (9). Int. ten.
Taenia elliptica Batsch. Int. ten.
— crassicollis R. Int. ten.
39. Felis Catiis feriis.
Ascaris Mystax Zeder. Int. ten.
CheiracantJms robustus Diesing (4). Inter. tunicas ventriculi.
Taenia crassicollis R. Int. ten.
— lineata Goeze. Intest.
40. Felis concolor.
Strongylus tubaeformis Zeder. {DocJmmis tnhaejorm. Dujardin)
(6). Intest. (Gervais).
Cheiracanthus rohustiis Dies. Ventric. (Natterer).
41. Felis Leo.
Filaria. Sub pelle.
Spiroptera. Tuberc. oesophagi.
Ascaris leptoptera R. (^A. Mystax? Duj.). Oesophagus. Ventri-
culus.
42. Felis Lynx.
Ascaris Mystax Zeder. Int. ten,
Taenia laticollis R. Intest.
43. Felis malivora,
Bothriocephalus. Int. (Natterer).
44. Felis Pardus.
Taenia, Intest.
45. Felis Tigris.
Spiroptera. Oesophag. Ventriculus.
Ascaris. Intest.
Cheiraca77thus robustus ? Dies. Ventric. (Owen).
46. Felis viverrina.
Strongylus tubaeformis Zeder. {Dochmius tubaeform, Dujard.)
Intest. (Gervais).
47. Viverra Genetta,
Ascaris brachyoptera R, Intest.
Dochmus crassus Duj. Intest. (Gervais).
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 229
48. Nasiia socialis (Viverra Nasiia L.).
Ascaris alienata R. Intest.
\^. Nasua solitaris (Viverra narica L.).
EchinorhyncJms Spirula Olfers. Intest.
Taenia crassipora R. Intest.
50. Lutra vulgaris (Mustela Liitra L,).
Strongrjlus Gigas R. Ren es.
51. Mustela Erni in ea.
Stro7igyhis patens Dujardin. Int. duodenum.
Tae?iia hrevicoUis R. Intest.
52. Mustela Foina.
Filaria. R. Sub cute.
— R. Pulmones.
Trichosoma entomelas Dujardin. Intest.
Spiroptera? nasicola Leuckart (10). Siuus frontales et cthmoi-
dales.
Ascaris. Intestina.
Distoma trigonocephalum R. Intest.
53. Mustela Martes.
Filaria. R. Sub cute.
— R. Pulmones.
Strongylus Gigas R. Renes.
Ascaris {major) P Intest.
— {parva)? Intest.
Distoma trigonocephalum R. Intest.
Taenia intermedia R. Int. ten.
54. Mustela Putorius.
Filaria. R. Sub cute.
— R. Pulmones.
Trichosoma {entomelas Duj.?) Intest.
Spiroptera? nasicola Leuck. Sin. front., ethmoidal.
EcJdnorhynchus moniliformis (parasit.) Bremser. Intest,
— ventricosus R. Int. ten.
Distoma acutum Leuck. Cellulae ethmoidal.
— Squamula R. Intest.
— trig07iocephalum R. Intest.
Taenia tenuicollis R. Intest.
Cysticercus. Hydatid. hepatis..
230 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
55. Mustela vulgaris.
Strongt/lus patens Dujard. Int. duoden.
Ascaris ohvelata (parasit.) R. Intest. (Dujardin).
Echinorhynchus. Mesenterium .
Distoma trigonocephalum R. Intest.
Taenia tenuicollis R. Intest.
56. Ursus Arctos.
Spiroptera, Oesophagus.
Ascaris transfuga R. Intest.
57. Ursus maritimus.
Strongylus, (JDocJtmius. Duj.) Intest.
Ascaris transfuga R. Intest.
Taenia. Intest.
58. Gulo borealis.
Strongt/lus Gigas R. Omentum.
Ascaris. Intest.
59. Meles Taxus.
Oxyuris alata R. Intest, crassum.
Strongi/lus criniformis R. (JDoclmiius crinif. Duj.). Intest, ten.
Liorkynchus truncatiis R. Intest, ten.
Distoma trigonocepJialum R. Intest.
Taenia angustata R. Intest.
60. Procyon cancrivorus.
Pentastoma suhcylindricum Diesing. Hepar.
61. Procyon Lotor.
Bothriocephalus. (Natterer).
62. Erinaceus europaeus.
Filaria. Pulmones.
Trichosoma exiguum Dujard. Intest.
Eiicoleus tenuis Dujard. Pulmones.
Physaloptera clausa R. (^Spiroptera clausa Duj,). Ventricuiu^.
StrongyhM Mfiatus Zeder. Pulmones.
Ascaris pusilla R. Hydatid. periton.
Echinorhynchus 7iapiformis R. Int. coIon.
— :' Sub pelle.
— .' Mesenterium.
Distoma pusillum Zeder. Sub cute.
— trigonocephalmn R. Intest.
Taenia tripunctata Braun. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 231
Taenia compacta R. Intest.
(Cysticercus? Hydatid. pleurae.
63. Talpa europaea.
Spiroptera strumosa R. Ventriculus.
Ascaris mcisa R. Vesiculae peritonei.
Monostoma ocreatum Zeder {Dlstoma loiimi Dujard.) lutest.
Distoma flexiioswn R. Ventric. Intest,
Taenia bacillaris Goeze. Intest, ten,
Cysticercus. Hepar.
64. Chry sochloris capensis=
Taenia sphaerocephala R. Intest.
65. Myogale mo seh ata.
Dub. Cestoidetmi. Siib pelle.
QQ. S o r e X a r a n e u s.
Calodium splenaecum Dujard. Intest.
Spiroptera. Dujard. Cystid. peritonei.
Ascaris. Dujard. Cystid. peritonei.
Echifiorhynchus. R. Intest.
Distoma migrans Dujard. Intest.
Taenia Pistillum Dujard. Intest, ten.
— scalaris Dujard. Intest, ten.
— Tiara Dujard. Intest, ten.
67. Sorex Eremita (S. tetragonurus s. vul-
garis).
Uniscus exilis Dujard. Velamenta testiculor.
Spiroptera. Dujard. Cystid. peritonei.
Strongylus depressus Dujard. Intest, ten.
Distoma exasperatum R. Intest.
— rubens Dujard. Intest.
— corrugatum Dujard. Intest.
Taenia scutigera Dujard. Intest.
68. Sorex fodiens.
Spiroptera. Dujard. Cystid. peritonei.
Ascaris. Dujard. Cystid. peritonei.
Distoma exasperatum R. Intest.
— rubens Dujard. Intest.
— instabile Dujard. Intest.
— truncatum Leuck. Renes.
232 Giirlt: Verzeichniss der Thicrc%
69. Sorex Leucodoii.
Dist07tia migrans Diijard, Intest.
5. ]TIarsii|iialia.
70. Didelphis murina.
Ascaris, Intest.
Pentastoma subcijlindricum Dies. Cavum thoracis et abdominis,
(Natterer).
Taenia. Intest.
71. Didelphis Philander (D. Cayopollin).
Trichocephalus minutus R. Int. coecum.
Physaloptera turgida R. {Spiroptera turg. Duj.). Ventriculus.
Ascaris tentaculata R. Int. coec.
Eckinorhynchus microcephalus R. Intest.
Pentastoma subcylindricum Diesing. Cystid. hepatis et intestin,
(Natterer).
72. Didelphis virginiana.
Distoma coronatum R. Intest, ten.
73. Halmaturus giganteus.
Distoma hepaticum Abilgaard. Hepar.
Taenia festiva R. Duct. hepat. Vesica fellea,
e. €ilii*e$i$.
74. Myoxus Dryas.
Ophiostoma cristatum R. (^Rictularia crist. Frölich. Diijard.)
Intest, ten.
Taenia. Intest.
75. Myoxus Glis.
Strongylus gracilis Leiick. (10). Int. ten.
Ophiostoma cristatum R. {Rictularia crist. Frölich. Dujardin).
Intest, ten.
Taenia. Intest.
76. Myoxus muscardinus.
Ophiostoma cristatum R. (^Rictidaria crist. Frölich. Dujardin).
Intest, ten.
77. Myoxus Nitela.
Trichosoma. Dujard. Intest.
Strongylus laevis Dnjard. Intest,
Distoma migrans Dujard. Intest,
bei welchen Entozocn gefunden worden sind 233
Taenia 7mirma Dujard. Intest,
78. Sciurus cinereus.
Cysticercus tenuicollis R. Hydatid. Iiepatis.
79. Sciurus vulgaris.
Ascaris acutissima Zeder. Int. coec.
Distorna hepaticum Abiig. Hepar.
Tae7iia dendritica Goeze. Intest.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
80. Spermophilus Citillus.
Trichocephalus unguiculatus R. Intest, coec.
Spiroptera. Ventriculus.
Ascaris ohvelata R. {Asc. Oxyuris Nitzscli. Oxyuris ohvel. Du-
jard.). Int. crass.
81. Arctomys Marmota.
Taenia pectinata Goeze. Intest, ten.
82. Cricetus vulgaris.
Echinorhynchus moniliformis Brems. Intest.
Taenia straminea Goeze. Intest.
83. Mus decumanus.
Trichosoma Crassicauda Bellingham (11). Ves. urin.
— ? Dujard. Intest.
Ccdodium annulosum Dujard. Intest,
Distoma migrans Dujard. Intest.
— Spiculator Yixx^d^x^. (^Dist. trigonocephalum'^ R, ) In-
test, ten.
Taenia murina Dujard. Intest.
— leptocephala Creplin (9). Intest.
Cysticercus fasciolaris R. Hydat. hepatis.
84. Mus fuligiiiosus Natterer.
Pentastoma subcylindricuin Dies. Cavuiii thoracis et abdominis
(Natterer).
85. Mus minutus.
Ascaris ohvelata R. (^Asc. Oxyuris Nitzscli. (7), Oxyuris ohvcL
Dujard.) Int. crass.
86. Mus Musculus.
Filaria. Cavuni abdoiii.
Trichocephalus nodosus R. Int. coecinii.
Spir opfern ohfusa R. Ventriculus.
234 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Ascaris ohvelata R. (Asc. Oxyurh Nitzsch. Oxyuris obvelata
Dujard.) Intest, crass. ' .
— tetraptera Nitzscli. Intest crass,
Echinorhynchus. Ven tr iculus.
Distoma. Intest.
Tae?iia pusilla Goeze. Intest, ten.
— Microstoma Dujard. Intest.
Cysticercus fasciolaris R. Hydat. Iiepatis,
— pisiformis Zeder. Hydat. Iiepatis.
87. Mus puniilus.
Taenia murina Dujard. Intest.
88. Mus pyrrhorlunus Neuwied.
Pentastoma subcylimlricum Dies. Hepar. (Natterei)
89. Mus Rattus.
Trichosoma Crassicauda Bellingham. Vesica urin,
Calodium annulosum Dujard. Intest.
Trichocephalus nodosus R. Int. Goecum.
Ascaris ohvelata R. {Asc. Oxyuris Nitzsch. Oxyuris obvelata
Dujard.) Int, crass.
Distoma migrans {parasit.'^) Dujard. Intest.
Tae?iia diminuta R. Intest.
— leptocephala Creplin. Intest.
Cysticercus fasciolaris R. Hydat. liepat.
— cellulosae'^. R. Periton.
90. Mus sylvaticus.
Trichoso7na. Dujard. Intest. (Dujardin).
Trichocephalus nodosus R. Int. coecum.
Strongylus polygyrus Dujard. Intest.
— laevis Dujard. Intest.
— minutus Dujard. Intest.
Ascaris ohvelata R. {Asc. Oxyuris Nitzsch. Oxyuris ohvelata
Dujard.) Intest. (Dujard.).
Distoma recurvum Dujard. Intest.
— Vitta{'^) Dujard. Intest.
Taenia leptocephala Creplin. Intest,
— pusilla Goeze. Int. teu. (Dujard,),
91. Lemmus iiorvegicus.
Taenia. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind 235
92. Hypudaeus (JlHg.) (Arvicola Laccp.) am-
phibius.
Trichocephalus nodosus R. Int. coecum.
Ascaris ohvelata R. {Asc. Oxijuris Nitzsch. Oxyuris obveluta
Dujard.) Intest,
Taenia omphalodes Hermann. Intest.
Cysticercus fasciolaris R. Hydat. hepatis.
93. Hypudaeus arvalis.
Trichocephahis nodosus R. Int. coec.
Strongißus costellatus Dujard. Intest.
— polygyrus Dujard. Intest.
— minutus Dujard. Intest.
Ascaris ohvelata R. (^Asc. Oxyuris Nitzsch, Oxyuris obvelata
Dujard.) Intest.
Echinorkynchus moniliformis Brems. Intest.
Taenia omphalodes Hermann. Intest.
Cysticercus fasciolaris R. Hydat. hepatis.
— longicollis R. Thorax.
94. Hypudaeus rubidus.
Ascaris ohvelata R. {Asc, Oxyuris Nitzsch. Oxyuris ohvelata
Dujard.) Intest. (Dujardin).
95. Hypudaeus subterraneus.
Strongißus laevis Dujard. Intest,
minutus Dujard. Intest.
Ascaris ohvelata R. {Asc. Oxyuris Nitzsch. Oxijuris ohvelata
Dujard.) Intest. (Dujardin).
^Q. Dipus Sagitta.
Ascaris. Intest.
97. Georhychus capensis.
Trichocephalus contortus R. Int. coecum.
Taenia. Intest.
98. Castor Fiber.
Trichocephalus. Intest, crass.
Ascaris. Intest.
Amphistoma suhtriquetrum R. Intest.
99. Lepus brasiliensis.
Ascaris veligera R. Int. coec.
100. Lepus Cuniculus domesticus.
Oxijuris amhigua R. {Passalurus amhiguus Dujard.) Int. crass,
23() Gurlt: Verzcichniss der Thiere,
Taenia pectinata Goeze. Iiit. ten.
Cysticercus jiisi/ormis Zeder. Hydat. hepat.
101. Lepiis Cuniculus ferus.
Oxyuris amUgua R. {Passalurus amhiguus Dujard.) liit. crass.
Trichocephalus unguiculatus R. Int. crass.
Stro7igijlus retortae/ormis Zeder. Intest.
— . strigosus Dujard. Intest.
Dlstoma hepaticum Abilgaard. Hepar.
— lanceolatum Melius. Hepar.
Taenia pectinata Goeze. Int. ten.
Cysticercus pisiformis Zeder. Hydat. hepatis.
102. Lepiis timidiis.
Filaria. Sub cute.
— Bronchi.
Oxyuris ambigua R. {Passalurus ambiguus Dnjard.) Int. crass.
Trichocephalus unguiculatus R. Int. crass.
Strongijlus retortaefonnis Zeder. Int. Rroncli.
Distoma hepaticum Abilgaard. Hepar.
lanceolatum Mehlis. Hepar.
Pentastoma serratum R. Pulmones.
Taenia pectinata Goeze. Int. ten.
Cysticercus pisiformis Zeder. Hydat. hepat. Perit.
103. Lepiis variabilis.
Trichocephalus imgiiiculatus R, Int. crass.
Cysticercus, Mesenterium.
104. Hystrix cristata.
Spiroptera. Tuberc. oesophagi.
Pentastojna denticulatum R. Pulmones. (Otto),
105. Dasyprocta Aguti.
Trichocephalus gracilis R. Intest, coecum.
106. Coelogenys Paca.
Ascaris U7icinata R. Intest.
107. Cavia Aperea.
Ascaris uncinata R. Intest.
108. Ca\ia Cobaya.
Pentastoma emarginatum R. {Pe?it. denticulatum Diesing)
Pulmones.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind 237
9. llfleiitata.
109. Bradypiis tridactylus.
Spiroptera gracilis R. Intest. (Nattorer).
Strongylus leptocephaliis R. Intest. (Olfers).
110. M yrmecophaga didactyla.
Duh. Nematoideimi Intest. ^
111. üasypiis iiiger.
Pentastojna snhcylindricum Dies. Caviim abdominis, (Natterer).
112. Dasypiis no v e meine tu s.
Äscnris rctusa R. Int. crass. (Natterer).
8. Pacliycleriiiata.
113. Hyrax oapensis.
Crossophorus collaris Ehrenberg (12). Int. coeciim.
— tentaculatus Ehrenb. Int. coeciim.
Taenia. Int. crass.
114. Siis Scrofa.
Trichocephalus crenatus R. Int. crass.
Spiroptera strongylina R. Ventriculus.
Strongylus dentatus R, Int. crass.
— paradoxus Mehlis. {ßtr, elongatusl Duj.) Bronchi.
Stephanurus dentatus Diesing. Cyst. mesenterii. (Natterer).
Ascaris lumbricoides Lin. {Äse. suilla Dujard.) Intest, ten.
Distoma hepaticum Abi lg. Hepar.
Cysticercus tenuicollis R. Periton. Pleura.
— cellulosae R. Membr. serosae. Musculi.
Echinococcus Veterinorum R. Visc. abdom. et thoracis.
115. Dicotyles labiatus s. albirostris.
Amphistoma giganteum Dies. (4.) Int. coec. (Natterer).
116. Dicotyles torquatus.
Amphistoma gigantewn Dies. Int. coec. (Natterer).
117. Tapirus americanus.
Amphistoma asperum Dies. Int. coec. (Natterer).
— pyriforme Dies. Int. coec. (Natterer),
118. Elephas indicus.
Strongtjlus. Hepar.
9« Solidiiit ^Mla.
119. Equus Cabalhis.
Filaria lacrymalis Gurit. Giand. lacrym. Ocnli,
238 Gurlt. Verzeiclmiss der Thiere,
Filaria painllosa R. Caviim abdoni., pector. Ociili.
Oxyuris mirvida R. Iiit. crass.
Sinro'pteia megmtoma R. Tuberc. ventric. Ventric.
Strongylus Gigas R. Renes.
— armatus R. {Sclerostoma equinum Dujardin). Int.
crass. Art. mesenter. aneurysm.
— tetracanthus Melius. {Sclerostorna quadridentatum
Dujard.) Int. crass.
— micrurus Mehlis Bronchi. (Eichler).
Ascaris megalocephala Cloquet (13). {Asc. lumbricoides L.)
Intest, ten.
Onchocerca reticulata Dies. (14). Art. radialis. Mnsc. inteross.
(Hönnann. Gurlt.)
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
Pentastoma taenioides R. Sinus frontales.
Taenia mamillana Mehlis. Int. X^w,
— plicata R. Int. ten.
— perfoliata Goeze. Int. crass.
Cysticercus fistularis R. Periton.
Coenurus cerehralis'^, R. Cerebr. Medulla spin.
120. Equus A sin US.
Filaria papillosa R. Cavum abd. , pectoris.
Oxyuris curvula R. Int. crass.
Strongylus armatus R. {Sclerost077ia equinum. Dujardin). Int.
crass. Art. mesent. aneurysm.
— tetracanthus Mehlis. {Sclerostoma quadridentatum
Dujard.) Int. crass. (Gurlt).
— micrurus Mehlis. Bronchi.
Ascaris megalocephala Cloquet. {Asc. lumbricoides L.) Int. ten.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
121. 'Equus Mulus.
Strongylus armatus R. {ßclerostoma equimim Duj.) Int. crass.
Pentastoma taenioides R. Sinus frontales.
122. Equus Zebra.
Taenia. Intest,
lO. Rumiiiaiitla*
123. Camelus bactrianus.
Trichocephalus. Int. crass.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 239
Strongylus, Pulmones.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
Cysticercus tenuicollis'^. R. Periton.
Echinococcus Veterinormn R. Visc. thorac. et abdom.
124. C am eins Dromedar ins.
Trichocephalus. Int. crass.
Strongylus Filaria R. Bronchi.
Echinococcus Veterinorum R. Visc. abdom. et thoracis.
125. Camelopardalis Giraffa.
Echinococcus Veterinorum R. Pulmones. (Gnrlt):
126. Cervus Ale es.
Amphistoma conicum R. Rumen. (Creplin)
127. Cervus Axis.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
128. Cervus campestris.
Amphistoma conicum R. Rumen. (Natter er).
129. Cervus Capreolus.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus hypostomus R. (Sclerostoma hypostomum Dujardin).
Int. coec.
— filicollis R. Intest, ten.
— ? Tuberc. renum.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
Taenia expansa R. Intest, ten.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
130. Cervus Dama.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus ventricosus R. Intest.
Amphistoma conicum R. Rumen.
Distojna hepaticum Abiig. Hepar.
— lanceolatum Mehlis. Hepar.
131. Cervus dichotomus.
Amphistoma conicum R. Ventric. tertius. (Natterer).
Thysanosoma actinoides Dies. (15.) Intest. (Natterer).
132. Cervus Elaphus.
Filaria. Cavum abdom.
Trichocephalus affinis R. Int. coec.
Sti^ongylus ventricosus R. Intest.
Amphistoma conicum R. Ventric. 1 — 3.
240 Gurlt: Verzoichniss der Thiere,
Distoma hepaticum. Abiig. Hepar.
— lanceolatmn Mehlis. Hepar.
Cysticeixus tenuicoUis R. Periton,
133. Cerviis Namby Natterer.
Amphistoma conicum R. Ventric. tertius. (Natterer).
134. Cervus riifus.
Amphistoma conicum R. Ventric. 1 — 3. (Natterer).
135. Cervus simplicicornis.
Amphistoma conicum R. Ventric» tert. (Natterer).
136. Cervus Tarandus.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
137. Antilope Corinna.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
138. Antilop e D orcas.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus. Pulmones.
Taenia expansa R. Int. ten.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
139. Antilope Kevella.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
Cysticercus tenuicollis Periton.
140. Antilope Rupicapra.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus hypostomus R. {ßclerostoma hypost. Dujard.) Intest.
Taenia expansa R. Intest, ten.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
141. Antilope Saiga.
Cysticercus te7iuicollis R. Periton.
142. Antilope africana (spec. incerta).
Duh. Nematoideum Intest.
Coenurus cerehralis R. Cerebrum.
143. Capra Hircus.
Trichocephalus affinis R. Int. crass. (Gurlt).
Strongylus Filarial R. Bronchi.
— venulosus R. Intest, ten.
— hypostomus R. {Sclerostoma hypostom, Dujard.) Int.
crassum. (Gurlt).
ceriiuus Creplin. Int. tenue. (Gurlt).
Distoma hepaticum Abiig. Hepar.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 24 t
Distoma lanceolatum Mehlis. Hepar.
Pentastoma de?iticulatum R. Hepar. Pulmon. Gland, mesenterii.
Taenia expa7isa^'R. Intest, ten.
Cysticercus tenuicolUs R. Periton.
144. Ovis Ammon.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus Filaria R. Bronchi.
Cysticercus tenuicolUs R. Periton.
Echinococcus veterinorum R. Hepar. Pulniones.
145. Ovis Ar i es.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus contortus R. Ventric. quart. Intest.
— filicollis R. Int. ten.
— Filaria R. Bronchi.
— hypostomus R. Int. crass.
— cernims Creplin. Int. ten.
Ascaris, Intest.
Amphistoma conicum R, Rumen.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar. Ves. feil.
— lanceolatum Mehlis. Hepar.
Taenia expansa R. Int. ten.
Cysticercus tenuicolUs R. Periton.
Coenurus cereJjralis R. Cerebr. Medulla spin.
Echinococcus Veterinorum R. Hepar. Pulmon.
146. Bos Bubaliis.
Filaria, Cavum ab dorn.
147. Bos Taurus (ferus?).
Distoma hepaticum AhWg. Hepar.
Echinococcus Veterinorum R. Hydat. hepat.
148. Bos Taurus domesticus.
Filaria lacrymalis Gurlt. Gland. lacrymal.
Trichocephalus affinis R. Int. crass.
Strongylus Gigas R. Renes.
— radiatus R. Int. ten.
— micrurus Mehlis. Bronchi Vitulorum.
Ascaris lumbricoidcs ? L. Int. ten.
Amphistoma conicum R. Ventric. 1 et 2.
Distoma hepaticum Abiig. Hepar. Ves. fellea.
— lanceolatum Mehlis. Hepar.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. Bd. 16
242 Gurlt: Verzeicbniss der Thiere,
Taenia denticulata R. Intest.
Cysticercus tenuicollis R. Periton.
Coenurus cerehralis R. Cerebrum.
Echinococcus Veterinorum R. Pulmones. Hepar,
il. Pliinl|iedla.
149. Phoca barbata.
Liorhynchus gracilescens R. Ventric.
Distoma tenuicolle R. Hepar.
Taenial anthocephala R. Int. rect.
150. Phoca foetida.
Ophiostoma dispar R. Intest.
Bothriocephalus solidus R. (ßchistocephalus dimorphus Creplin).
Intest. (Schilling).
151. Phoca groenlandica.
Ophiostoma dispar R. Intest.
Ascaris osculata R. Intest.
152. Phoca Mo nach US.
Bothriocephalus, Intest. (Fischer).
153. Phoca vitulina.
Strongylus Gigas R. Pulmon. Hepar. Intest.
Ascaris osculata R. Intest.
Echinorhynchus strumosus R. Int. ten.
Amphistoma truncatum R. Hepar. Ventric. Intest.
Distoma acanthoides R. Int. ten.
Ligula crispa R. Intest, ten.
Bothriocephalus solidus R. (ßchistocephalus dimorphus Creplin).
Int. rectum.
1!9. Cetacea.
154. Manatus ex unguis.
Heretocheilus tunicatus Diesing. Ventric. Intest. (Natterer).
Amphistoma /ahaceum Dies. Int. tenue et crassum. (Natterer).
155. Balaena rostrata.
Filaria crassicauda Creplin (16). Corpor. cavernosa penis.
(Rosenthal).
Echinorhynchus porrigens R. Int. ten.
Monostoma plicatum Creplin. Oesoph. Int. ten.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 243
156. Delphin US Delphis.
Ci/sticef^cus. A d ep s .
Duh, Nematoideum Viscera.
157. Delphinus gaiigeticus.
Ascaris. Veiitriculus.
158. Delphinus Phocaena.
Pseudalius Filum Dujard. {Strongylus inflexus R. (partim).
Bronchi.
Ste7iurus inflexus Dujard. {ßtrongylus inßexus R. Sinus venosi.
Ascaris simplex R. Ventric. primus.
II. ÄVES.
t. Raptatores.
159. Cathartes Urubu.
Tropisurus paradoxus Diesing (15). Tunic. ventric.
160. Vultur cinereus.
Ascaris depressa Zeder {Asc, gijpina Dujard.) Intest.
161. Vultur fulvus.
Ascaris de^wessa. Zeder {Asc. gypina Dujard.) Intest.
162. Falco Albicilla.
Ascaris depressa Zeder. {Asc. gypina Dujard.) Intest.
Eckinorhynchus striatus Goeze. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostomum macrocephalum
Creplin). Intest.
Ligula miiserialis R. Intest.
163. Falco albicollis.
Eckinorhynchus tumidulus R. Intest.
Duh. Nematoideum Intest.
164. Falco apivorus.
Ascaris depressa Zeder. {Asc. gypina Dujard.) Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostomum macroceph. Cre-
plin). Intest.
165. Falco ater.
Taenia glohifera Batsch. Litest.
166. Falco Buteo.
Trichosoma contortum Creplin. Oesophagus.
Spiroptera leptoptera R. Tunic. Ventric.
16*
244 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Spiroptera. Dujard. Intest.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus inaequalis R. Ventric.
— caudatus Zeder. Intest.
Holostomum Spatula Creplin. (^Amphistoma macrocephalum R.
(partim). Intest.
Distoma. Intest.
Taenia globifera Batscli. Intest, ten.
— perlata Goeze. Int. ten.
Dnh. JSematoideum. Intest.
167. Falco Chrysaetos.
Ascaris depi^essa Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. (Holost. macroc. Creplin). Int.
Distoma. Vesic. fellea.
Taenia. Intest.
168. Falco cineraceus.
Spiroptera leptoptera R. Tunic. ventric.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest.
— moniliformis (paras.) Bremser. Int.
Amphistoma macrocephalum R, {Holostomum macroc. Creplin).
Intest.
169. Falco cyaneus.
Filaria attenuata R. Cavum abdom.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom, macroc. Creplin).
Intest,
Taenia glolifera Batsch. Intest.
— perlata Goeze. Intest. (Schilling).
170. Falco fulvus.
Ligula uniserialis R. Intest.
Duh. Nematoideu7n. Cavum thoracis.
171. Falco fusco-ater.
Spiroptera intermedia Creplin. Ventric.
Echinorhynchus polyacanthus Creplin. Int. (Schilling).
Taenia perlata Goeze. Intest. (Schilling).
172. Falco gallicus.
Physaloptera alata R. {Spiroptera Physalura Dujard.) Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 245
Amyhistoma inacrocephalum R. {Holost om, macroceph. Creplin).
Intest.
Tnevia glohi/era Batsch. Intest.
173. Falco gentilis.
Filaria attenuata R. Abdom. Thorax.
174. Falco Haliaetos.
Phijsaloptera tenuicollis R. {Spiroptera temdcollis Dujardin).
Intest.
Ascans depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus, Intest.
Monostoma expansum Creplin (17). Int. ten.
Ämplustorna serpens R. {Holostomum serpens Nitzsch.) Intest.
— macrocephalum R. {Holost. macroceph. Creplin).
Intest.
Holostomum podomorphum Nitzsch.
175. Falco lagopns.
Spiroptera laticeps R. { Dispharagus laticeps Dnjardin). Oeso-
phagus.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest.
Holoüomum Spatula Crepl. {Amphistoma macrocephalum R.
(partim). Intest.
Taenia glohifera Batsch. Intest.
176. Falco lanarius.
Filaria attenuata R. Abdom. Thorax.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. (Jiolostom, macroceph. Crepl.).
Intest.
Taenia glohifera Batsch. Intest.
177. Falco Leucosoma.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom. macroceph. Crepl.).
Intest.
Taenia glohifera Batsch. Intest.
178. Falco Lithofalco.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Amphistoma macrocephalum R. (Holosi. macroc. Ct^lO Intest.
179. Falco magnirostris. / /if
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest. \^.
246 Gwrit: Verzeichniss der Thiere,
180. Faico Melanaetos.
Distoma crassiusculwn R. Vesic. fellea.
181. Falco Milvus.
Trichoso7na. Int. crass.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. lutest.
~ glohocaudatiis Zeder. Intest. (Creplin).
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom. macroceph. Crepl).
Intest.
Distoma echinocephalum R. Int. rectum.
Taenia Flagellum Goeze. Intest.
182. Falco na eviiis.
Filaria ahbreviata R. (?) Circa oculum. Aiires.
Spiroptera stereura R. Circa ociilmn. Aures.
Ascaris depressa Zeder. Jntest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom. macroceph. Crenl )
Intest.
183. Falco nisus.
Trichosoma. Dujard. Intest.
Dispharagus. Dujard. Proventriculus.
Spiroptera leptoptera R. Ventric.
Phijsaloptera alata R. {Spiroptera Physalura Dujard.) Ventric.
Intest.
Physaloptera megalostoma Crepl. {Spiropt. megal. Dujardin).
Proventriculus.
Holostomum Spatula Crepl. {Amphistoma macrocephalum R.
(partim). Intest.
184. Falco palumbarius.
Physaloptera alata R. {Spiroptera Physalura Dujard.) Oeso-
phagus, (Dujardin).
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Holostomum Spatula Creplin. {Amphistoma macrocephalum R.
(partim). Intest.
185. Falco pennatus.
Physaloptera alata R. {Spiroptera Physalura Duj.) VentriculuK.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holost, macroc. Crepl.) Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 247
Distoma albicolle R. Hepar. Vesic. fellea.
Taenia globifera Batscli. Intest.
186. Falco peregrinus.
Filaria aitenuata R. Abdomen.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom. macroceph. Crepl.)-
Intest.
Amphistoma ? Intest, ten.
Taenia glohi/er-a Batsch. Intest.
187. Falco pygargus.
Trichosoma. Dujard. Intest.
Physaloptera alata R. {Sjnroptera Physalura Dujard.) Oeso-
phagus. (Dujardin).
Taenia crenulata Schnitze (18.) Intest.
— glohifera Batsch. Intest. (Dujardin).
188. Falco rufipes.
Spiroptera. Pedes.
Amphistoma macrocephalum R. (Jlolostom, ma^roceph, Crepl.).
Intest.
189. Falco rufus.
Physaloptera alata R. (^Spiroptera Physalura Dujard.) Oeso-
phagus. (Dujardin).
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus caudatus Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostmn. macroceph. Crepl.).
Intest.
LHstoma. Intest.
Taenia glohifera Batsch. Intest.
190. Falco Subbuteo.
Filaria attenuata R. Thorax.
Trichosoma dispar Dujard. Oesophagus.
Dispharagus. Dujard. Oesophagus.
Spiroptera leptoptera R. Tunicae ventric.
Physaloptera alata R. {Spiroptera Physalura Dujard.) Tunic.
Ventriculi.
Amphistoma macrocephalmn R. {Holostom, macroceph. Crepl).
Intest.
Taenia glohifera Batsch. Intest.
— tenuis Creplin. Intest,
248 Gurlt: Verzeichn-iss der Thiere,
191. Faico Tinnunculus.
Spiroptera leptoptera R. Ventric.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhijnchus caudatus Zeder. Intest.
^'^^'^'h!iZ'' '^'"''''""^^'^^^^ ^' ^Holostom. macroceph. Crepl.).
Taenia gloUfera Batsch. Intest.
192. Falconis species brasiliensis.
spiroptera acutissima R. Ventric.
Physaloptera alata R. {SpiropU Physalura Dujard.) Tunicae
ventric. ^ ^uinode
Echinorhynchus tumidulus R. Intest.
193. Strix accipitrina.
Duh. Cestoideum. Pellis.
194. Strix aluco (et stridula L.).
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhi/nchus Tuha R. Intest.
- ^•/ö^ö^ör^.^f^/z^, Zeder. Intest. (CrepJin. Dnfard )
Xr:,tr "^'"- '""'"^'-- ----- «
Distoma apiculatum R. Intest, crass.
— .'* Intest.
-- ? Thorax.
T«m2« candelabraria Goeze. Intest.
^^^- Strix Brachyotus (et Ulula GmeJ).
/'2/.^r2« attenuata R. Pellis. Anres.
^'''^ittlT "'"''""'''^^'''^'''^ ^- (^ö/ö^^ö;;,. ;^«.rör./;^ Crepl.)
Taenia candelabraria Goeze. Intest.
196. Strix Bnbo.
Trichosoma ohtusum R. Intest, coec.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhtjnchus Tuha R. Intest.
^'''^liT'' '^'^'''""'^^'^^^^^ ^- (^«^^^^^''^. //m.rö..M. Crepl.).
Taenia candelalraria Goeze. Intest.
197. Strix dasypus.
Trichosoma ohtusum R. Intest, coec
Amphisto7na macrocephalum R. ^Holost. macroc. Crepl.) Intest.
bei welchen Entözoen gefunden worden sind. 249
198. Strix flammea.
Trichosoma ohtusum R. Int. coec. (Dujardiii).
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus Tuba R. Intest.
— glohocaudatus Zeder. Intest. (Dujardin).
Ampldstoma macrocephalum R. {Holostom, macroceph. Crepl.).
Intest.
Holostomum auritum Dujard. Intest.
Distoma apiculatum R. Intest, crass.
— aequale Dnjard. Intest.
199. Strix Otiis.
Trichosoma ohtusum R. Intest, coec.
Ascaris depressa Zeder. Intest.
Echinorhynchus aequalis R. Intest, crass.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom, macroceph. Crepl.).
Intest.
Taenia candelabraria Goeze. Intest.
200. Strix passe ri na.
Trichosoma ohtusum R. Intest, coec.
Echinorhi/fichus glohocaudatus Zeder. Intest.
Amphistoma macrocephalum R. {Holostom. macroceph, Crepl.).
Intest.
201. Strix Scops.
Spiroptera. Tunicae ventric.
Taenia candelabraria Goeze. Intest.
202. Strigis species brasil.
Physaloptera saginata R. {Spiroptera sagin. Dujard.) Intest.
Taenia. Intest.
Bub. Nematoideum. Intest.
^, l§ c a 11 s o 1* e ^o
20.3. Psittacus aestivus.
Ascaris truncata Zeder. Intest.
204. Psittacus dominicensis.
Ascaris truncata Zeder. Intest.
205. Psittacus Erithacus.
Taenia fiUformis R. Intest, ten.
206*. Psittacus leucocephalus.
Ascaris truncata Zeder. Intest.
250 Gurltj Verzeichniss der Thiere,
207. Psittaci spec, brasil.
Ascaris truncata Zeder. Intest.
208. Picus caniis.
Trichosoma. Intest.
Taenia crateriformis Goeze. Intest.
209. Picus lineatus.
Filaria ohtusocaudata R. Thorax.
Taenia cruciata R. Intest.
210. Picus major.
Trichosoina. Intest.
Echinorhynchus cylindraceus Schrank. Intest.
Taenia crenata Goeze. Intest.
— crateriformis Goeze. Intest.
211. Picus m artius.
Taenia crateiifoi^mis Goeze. Intest.
212. Picus med ins.
Taenia crenata Goeze. Intest.
— crateriformis Goeze. Intest.
— Malleus Goeze. Intest.
213. Picus tridactylus.
Distoma ringens R. Intest.
214. Picus viridis.
Trichosoma, Intest.
Spiroptera quadriloba R. (^Dispharagus quadrilob. Dujardin).
Oesophagus.
Syngamus trachealis Siebold (19.) Trachea.
Echinorhynchus cylindraceus Schrank. Intest.
Taenia crateriformis Goeze. Intest.
— frontina Dujard. Intest.
215. Jynx Torquilla.
Taenia crateriformis Goeze. Intest.
216. Crotophaga Ani (minor).
Echinorhynchus tumidulus R. Intest.
Taenia mutahilis R. Intest.
217. Cro tophaga maj or.
Ascaris reclinata R. Intest.
218. Bucco brasil.
Ascaris forcipata R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 251
219. Cuculiis caiiorns.
Taenia difformis R. Intest.
220. Cuciilus na e vi US.
Ascaris forcipata R. Intest.
221. Cuculus seniculus.
Physaloptera strongylina R. {Spiroptera afß?üs Diijard.) Tunic
ventric. Intest.
Ascaris forcipata R. Intest.
222. Cuculus Tingazu.
Ascaris forcipata R. Intest.
223. Cuculi spec. brasil.
Echinorhi/nchus tumidulus R. Intest.
3. Aiiibulatores s* Insessores s. Passeres«
224. Alcedo Ispida.
Dispharagus decorus Dujard. Tunic. ventric.
Amphistoma denticulatum R. {Holostom. dentic. Duj.) Intest.
225. Alcedinis spec. brasil.
Filaria. Abdomen.
226. Merops Apiaster.
Filaria. Mesenterium.
Spiroj)tera bidens R. {Dispharagus hidens Dujardin). Tunicae
ventric.
Distoma. Intest.
Taenia. Intest.
227. Upupa Epops.
Spiroptera truncata Creplin. {Dispharagus trunc. Duj.) Tunic.
ventric.
Ascaris pellucida R. Hepar.
Echi?iorhi/7ichus ricinoides R. Mesenter. Intest.
Taenia craterifoi^mis Goeze. Intest.
228. Sitta europ aea.
Taeiiia Naja Dujard. Intest.
229. Dendrocolaptes?
Taenia, Intest.
230. Certhia familiaris.
Echinorhynchus ohliquus Dujard, Intest.
Taenia Naja Dujard. Intest.
252 Gurlt: Verzeichniss der Thicre,
231. La n ins Collurio.
Filaria. Sub pelle.
— Pleura. Piihiiones.
Spiroptera eurijoptera R. Tiiiiic. ventric.
Ascaris. Intest.
Echinorhijnchus. Intest.
Distoma. Intest.
Taenia parallelipipeda R. Intest.
232. Lanius Exciibitor.
Spiroptera euryoptera R. Tunie. ventric.
233. Lanius minor.
Filaria, Sub pelle.
Spiroptera euryoptera R. Tunic. ventric.
Fhysaloptera hilabiata Crepl. (^Spiroptera bilabiata Dujardin).
Intest. (Schilling).
Asca7is. Intest.
Taenia parallelipipeda R. Intest.
234. Lanius ruficeps s. ponimeranus.
Filaria. Sub pelle.
Taenia parallelipipeda R. Intest.
Diih. Cestoideum. Abdomen.
235. Corvus Caryocatactes.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Ti'ichosorna. Intest.
Spiroptera Änthuris R. {Dispharagus Anthur. Dujard.). Tun.
ventric.
Stro/igylus papillosus R. Oesophagus.
Amphistoma microstomurn R. {Holostommn microst.oinum Duj.)
Intest.
Distoma caudale R. Intest, rect.
Taenia. Intest.
236. Corvus Corax.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Spiroptera Anthiiris R. {Dispharagus Änthuris Dujard.) Tunic.
ventric.
Schistocephalus dimorphus Creplin. {Botriocephalus nodosus R.)
Intest. Bursa Fabricii. (Schilling).
Taenia undulata R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 253
237. C orviis Cornix.
Filaria attenuata R. Abdom. Thorax.
Trichosoma contortum Crepl. Tiinc. oesophagi.
Spi7optera A?ithuns R. {Dispharagus Anthur. Dujard.) Tiinic.
ventric.
Ascaris. Ventric. Intest.
EchinQrhynchus. Intest.
Amphistoma Sphaerula R. {Holostom, Sphaerula Duj.) Intest.
Distoma macrounim R. ( Bist, attenuatum? Dujard. ) V'esic.
fellea.
— ovatum R. Bursa Fabricii.
— glohocaudatum Crepl. (Z>. elegmis et cirratum R.?)
Intest.
Taenia undulata R. Intest.
— Serpefitulus Schrank. Intest.
238. Corvus Corone.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Spiroptera Anthuris R. {Dispharagus Anthuris Dujard.) Tunic.
ventric.
Taenia undulata R. Intest.
239. Corvus frugilegus.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Trichosoma resectum Dujard. Intest.
Spiroptera Anthuris R. {Dispharagus Anthuris Dujard.) Tunic.
ventric.
Ascaris. Intest.
Monostoma prismaticum Zeder. Abdomen.
Amphistoma Sphaerula R. {Holostom. Sphaerula Duj.) Intest.
(Bellingham).
Distoma ovatum R. Bursa Fabricii.
Taenia stylosa R. Intest. (Dujardin).
240. Corvus glandarius.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Trichosoma resectum Dujard. Intest.
Spiroptera Anthuris R. {Dispharagus Anthuris Dujard.) Tunic.
ventric.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus compressusF R, Intest.
Distoma arcuatum Dujard. Intest.
254 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Di Stoma caudale R. Int. rect.
Taenia stylosa R. Intest.
— Serpentulus Schrank. Intest.
— tmdulata R. Intest. (Dujardin).
241. CorvusMonedula.
Filaria atteniiata R. Abdomen.
Trichosoma resectum Dujardin. Intest.
Ecldnorhynchus compressus R. Intest.
— teres Westrumb (20.). Intest.
Distoma cirratmn R. Intest, crass.
Taenia. Intest.
242. Corvus Pica.
Filaria atte^mata R. Abdomen.
Trichosoma. Intest.
Spiroptera Anthuris R. (^Dispharagus Anthuris Dujard.) Tnnic.
ventric.
Syngamus trachealis Siebold (19.). Trachea.
Ascai'is. Intest.
Echinorhynchus. Intest.
Distoma ovatum R. Bursa Fabricii.
— cirratum R. Intest, crass.
Taenia Serpentulus Schrank. Intest.
243. Corvus Pyrrho corax.
Filaria attenuata R. Abdomen.
Spiroptera Anthuris R. {Dispharagus Anthur. Dujard.) Tunic.
ventric.
Distoma caudale R. Intest.
244. CoraciasGarrula.
Filaria coronata R. Sub cute.
Spiroptera Anthuris R. {Dispharagus Anthur. Dujard.) Tunic.
ventric.
Echinorhynchus gracilis R. Intest.
— ricinoides R. Mesenter. (Westrumb.)
Taenia. Intest.
245. Oriolus Galbula.
Spiroptera Anthuris R. {Dispharagus Anthur. Dujard.) Tunic.
ventric.
Echinorhy7ichus sigmoideus Westrumb. Intest.
Taenia Serpentulus Sclirank. Intest.
bei welchen Entozoen gefundefn worden sind. 255
246. Oriolus cristatus.
Echinorhynchus. Intest.
Taenia longiceps R. Intest.
247. Accentormodularis.
Trichosoma rigidulum Dujard. Intest.
Calodium lo7igifilum Dujard. Intest.
Distoma Spatula Dujard. Intest.
248. Anthusaquaticus.
Distoma maculosum R. Intest. (Dujardin).
249. Anthus arboreus.
Echinorhynchus. Intest.
250. Anthus campestris.
Taenia 'platycephala R. Intest.
251. Anthus pratensis.
Calodium ornatum Dujard. Intest.
Taenia attenuata Dujard. Intest.
252. Anthus trivialis.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus, Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
253. Alaudaarvensis.
Filaria unguiculata R. Abdomen.
Trichosoma. Int. crass.
Echinorhynchus micracanthus R. Intest.
Taeiiia platycephala R. Intest.
254. Alauda cristata.
Taenia platycephala R. Intest.
255. Cinclus aquaticus.
Spiroptera. Tunic. ventric.
256. Sturnus vulgaris.
Filaria. Thorax. Pulmones.
Syngamus trachealis Siebold. Trachea.
Ascaris crenata Zeder. Intest.
Echinorhynchtis transversus R. Intest.
Taenia farciminalis Batsch. Intest.
257. Turdus albicollis.
Echinorhynchus inscriptus Westrumb. Intest.
258. Turdus arundinaceus.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intost.
256 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
259. Tu r «Jus cyaneus.
FiUiria, Intest. Mus. Vienn.
Trichosoma inßexmn R. Intest.
Echinorhynchus transversus R. Intest.
260. Turdusflavipes.
Echinorhynchus inscjiptus Westr. Intest.
261. Turdus galactotus.
Echinorhynchus transversus R. Intest.
262. Turdus iliacus.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Distoma mesostomum R. Int. rect.
Taenia angulata R. Intest.
263. Turdus leucurus.
Echinorhynchus transversus R. Intest.
264. Turdus Merula.
Trichosoma exile Dujard. Intest.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Evhinorkynchus transversus R. Intest.
— Pyri/ormis Bremser. Intest.
Distoma attenuatum Dujard. Vesic. fellea.
Taenia angulata R. Intest.
265. Turdus musicus.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Distoma migrans Dujard. (parasit. ?) Intest.
Taenia angulata R. Intest.
266. Turdus pilaris.
Filaria. Abdomen.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Taenia angulata R. Intest, ten.
267. Turdus saxatilis.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Echinorhynchus transversus R. Intest.
Distoma. Intest.
Taenia angulata R. Intest.
268. Turdus torquatus.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Taenia angulata R. Intest.
269. Turdus viscivorus.
Filaria. Abdomen.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 257
Trichosoma. Intest.
Ascaris ensicaudata Zeder. Intest.
Taenia angulata R. Intest.
270. Turdi species brasilienses.
EcJdnorhjnchus transversus R. Intest.
Taenia pyramidata R. Intest.
— ? Intest.
Duh. Nematoideum. Intest.
271. Tanagra Tatoa.
Arnphistoma, Bursa Fabricii.
272. Tanagrae spec. brasiliens.
Sjnroptera denudata R. Intest.
Echinorhynchus. Intest.
273. Emberiza Citrinella.
Echinorhynchus sigmoideus Westrumb. Intest.
Taenia. Intest.
274. Emberiza hortulana.
Ascaris, Intest.
Taenia. Intest.
275. Emberiza melano cephala.
Taenia platycephala R. Intest.
276. Emberiza Q 11 elea.
Taenia. Intest.
277. Emberiza brasil.
Echinorhynchus. Intest.
278. Fringilla canaria.
Monostoma Faha Bremser. {Monost. hijugum Miescher (21.)
Tubercul. cutis. (Miescher).
279. Fringilla cannabina.
Taenia. Intest.
280. Fringilla carduelis.
Filaria, Coxa.
281. Fringilla Chloris.
Distoma. Intest.
282. Fringilla Coccothraustes.
Echinorhynchus micracanthus R. Intest.
Distoma. Intest.
Taenia. Intest.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. ßd. 17
258 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
283. Fringilla coelebs.
Trichosoma angustum Dujard. Intest.
Thominx manica Dujard. Intest.
Echinorhynchus rmcracanthus R. Intest.
IHstoma elegans R. Intest.
Taenia. Intest.
284. Fringilla domestica.
Spiroptera nasuta R. {Dispharagus nasuttis Dujard.) Ventric.
Monostoma Faha Bremser. {Monost. hijugum Miescher). Tii-
berc. cutis. (Miescher).
Distoma elegans R. Intest.
— Filum Dujard. Intest.
— maculosum R. Intest. (Mus. Vienn.).
Taenia. Intest.
285. Fringilla Linaria.
Distoma. Intest.
Taenia. Intest.
286. Fringilla montana.
Distoma elegans R. Intest.
Taenia. Intest.
287. Fringilla montifringilla.
Taenia. Intest.
288. Fringilla Pyrrhula.
Distoma. Intest.
289. Fringilla Spinus.
Monostoma Faha Bremser. (^Monost. hijugum Miescher). Tu-
berc. cutis. (Miescher).
Taenia. Intest.
290. Fringillae spec. hispan.
Filaria affinis R. Abdomen.
291. Loxia curvirostra.
Taenia. Intest.
292. Muscicapa atricapilla.
Distoma clathratum Deslongchamps (22.) {Dist. attenuatum
var. Dujard.) Vesic. fellea.
Taenia quadiata R. Intest.
293. Muscicapa audax.
Taenia campanulata R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 259
294. Muscicapa collaris. ,
Echinorhynchus dimorphocephalus Westrumb. Intest.
Taetda quadrata R. Intest.
295. Muscicapa grisola.
Taenia quadrata R. Intest.
296. Muscicapa olivaris.
Echinorhynchus dimorphocephalus Westr. Intest.
297. Muscicapa brasiJ.
Filaria, Abdomen.
Taenia campanulata R. Intest.
298. Motacilla alba.
Distoma. Intest.
299. Motacilla flava.
Distoma macrostomum R. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
300. Motacilla sulphurea (boarula).
Monostoma /«^«Bremser. (^Monost. bijugum Miescher). Tu-
bercul. cutis. (Fischer).
301. Saxicola Oenanthe.
Filaria. Thorax.
Echinorhynchus micracanthus R. Intest.
302. Saxicola Rubetra.
Dispharagus tenuis Dujard. Tunic. ventric.
^Echinorhynchus fasciatus Westr. Intest.
303. Saxicola Rubicola.
Echinorhynchus fasciatus Westr. Inte.st.
304. Saxicola stapazina.
Filaria dbhreviata R. Circa oculuni.
Echinorhynchus transversus R. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
305. Sylvia atricapilla.
Echinorhynchus areolatus R. Intest.
— fasciatus Westr, Intest.
306. Sylvia cinerea.
Distoma macrostomum R. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
— purpurata Dujard. Intest.
307. Sylvia Curruca.
Taenia platycephala R. Intest.
17*
2ßO Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
308. Sylvia cyanea.
Amp/dstoma. Intest.
Taenia. Intest.
309. Sylvia flu viatiirs.
Distoma macrostomum R. Intest.
310. Sylvia hortensis.
Tctenia platycephala R. Intest.
311. Sylvia Luscinia.
Thominx tridens Dujard. Intest.
Echinorhynchus faseiatus Westr. Intest.
— transversus R. Intest. (Dujardin)„
Monostoma ventricosum R. Abdomen.
Distoma macrostomum R. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
312. Sylvia nisoria.
Echinorhynchus mieracanthus R. Intest»
Distoma macrostomum R. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
313. Sylvia Philomela.
Filaria. Circa coli um et aures.
EcMnorltynchus faseiatus Westrumb. Intest,
Distoma. Intest.
314. Sylvia Phoenieurus.
Spiroptera. Dujard. Proveniric.
Echinorhynchus faseiatus Westr. Intest.
Monostoma crenulatum R. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
315. Sylvia provincialis.
Taenia. Intest.
316. Sylvia rubecula.
Filaria. Abdomen. Thorax.
Dispharagus Sabula Dujard. Tunic. oesophagi.
Echinorhynchus transversus R. Intest. (Bellingham).
— faseiatus Westr. Intest.
Taenia platycephala R. Intest.
317. Sylvia sibilatrix.
Monostoma Faba Brems. {Monost. bijugum Miescher). Tuberc,
crurum. (Bremser).
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 261
318. Sylvia Trocliilus.
Echinorhijnclius fasciatus Westr. Intest.
Monostoma Faha Brems. Tuberc. cruruui. (Creplin).
319. Sylvia Troglodytes.
Echinorhynchus decipiens Dujard. Intest, crass.
Taenia exigua Dujard. Intest.
320. Sylviae spec. italica.
Echinorhynchus micracanthus R. Intest.
321. Sylviae spec. brasil.
Distoma deßectens R. Intest.
Taenia. Intest.
322. Parus ater.
Taenia nasuta R. Intest.
323. Parus caeruleus.
Distoma. Intest.
Taenia 7iasuta R. Intest.
324. Parus caudatus.
Distoma maculosum R. Intest. (Dujariiin).
325. Parus cristatus.
Taenia nasuta R. Intest.
326. Parus major.
Echinorhynchus, Intest.
Monostoma Faha Brems. Tuberc. crurum.
Distoma. Intest.
Taenia nasuta R. Intest.
327. Parus palustris.
Distoma. Intest.
Taenia nasuta R. Intest.
328. Parus penduliu US.
Distoma. Intest.
329. Cypselus Apus.
Trichosoma Curvicauda Dujard. Intest.
Syngamus trachealis Siebold. Trachea.
Echinorhynchus. Intest.
Distoma maculosum R. Int. rect.
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
330. Cypselus Melba.
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
jO|jg2 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
331. Hirundo riparia.
Filaria ohtusa R. Cavum ab dorn.
Spiroptera atte?iuata R. {Dispharagus attenuatus Diijard.) Tu-
iiic. ventriciili.
Distoma maculosum R. Intest.
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
332. Hirundo rupestris (montana).
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
333. Hirundo rustica.
Filaria ohtusa R. Cavum abdom.
Trichosoma. Intest.
Spiroptera attenuata R. {Disphar. atten. Dujard.) Tunicae
ventric.
Echinorhynchus. Intest.
Distoma maculosum R. Intest.
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
334. Hirundo urbica.
Filaria ohtusa R. Cavum abdom.
Spiroptera attenuata R. (^Disphar. atten, Dujard.). Tunicae
ventric.
Distoma maculosum R. Intest, rect.
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
335. Hirundinis spec. brasil.
Taenia cyathiformis Froelich. Intest.
336. Caprimulgus Bacaurau.
Ascaris forcipata R. Intest.
337. Caprimulgus europaeus.
Trichosoma, Intest.
Eucamptus ohtusus Dujard. Tela cellul. oesoph.
Strongyliis capitellatus R. Intest, ten.
Ascaris reßeoca Nitzsch. Intest.
Distoma maculosum R. Intest.
Taenia megacantha R. Intest.
338. Caprimulgus ruficollis.
Ascaris suhulata R. Intest.
339. Caprimulgus Uru tau.
Ascaris forcipata R. Intest.
Taenia megacantha R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 263
340. Capriniulgi spec. brasil.
Ascaris forcipata R. Intest.
Taenia megacanfJta R. Intest.
4. Ciallliiaceae.
341. Columba domestica.
Calodium tenue Dujard. Int. crass.
Ascaris maculosa R. Int. ten.
Taenia crassula R. Intest.
342. C o I u ra b a I i v i a.
Taenia sphenocephala R. Intest.
343. Columba risoria,
Ascaris maculosa R. Intest.
344. Columba Turtur.
Taenia sphenocephala R. Intest.
345. TetraoBonasia.
Filaria. Oculi. (Nordmann).
Ascaris vesicularis Froelich. Intest, crass.
Taenia, Intest.
346. Tetrao Lagopus.
Ascaris compar Schrank. Intest, crass.
347. Tetrao Tetrix.
Trichosoma longicolle R. Intest.
348. Tetrao Urogallus.
Trichosoma longicolle R. Int. coec.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest, crass.
Taenia. Intest.
349. Tetrao Uru. .
Ascaris strongylina R. Intest.
350. Perdix cinerea.
Trichosoma longicolle R. Intest.
Syngamus trachealis Siebold. Trachea.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest.
Distoma lineare R. Trachea.
Taenia Linea Goeze. Intest.
351. Perdix saxatilis.
Taenia Linea Goeze. Intest.
352. Coturnix dactylisonans.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest.
264 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Distoma fuscatum K. Intest.
Tae/nia Linea Goeze. Intest.
353. Crypturus?
Trichosoma. Intest.
Ascaris sfrongylina R. Intest.
354. Phasianus colchicus.
Trichosoma lo77gicolle R. Intest.
Ascaris vesicularis Froelich. Int. crass.
Distoma lineare R. Trachea.
Taenia. Intest.
355 Phasianus Gallus.
Trichosoma longicolle R. Intest.
Sijngamus trachealis Siebold. Trachea,
Ascaris vesicularis Froelich. Intest.
— inßexa Zeder. Int. ten..
— gihhosa R. Intest.
Monostoma verrucosum R. Intest. (Siebold).
Distoma lineare R. Trachea. Int. crass.
Taenia in/undihiliformis Goeze. Intest.
— Malleus Goeze. Intest.
— exilis? Dujardin. Intest.
356. Phasianus nycthemerus.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest.
357. Phasianus pictus.
Ascaris vesicularis Froelich. Int. crass.
358. Numida Meleagris.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest.
359. Meleagris Gallopavo.
Ascaris Perspicillum R. Intest.
360. Pavo cristatus.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest.
361. Otis houbara.
EchinorhyncJms. Miescher (23.)
362. Otis tarda.
fStrongylus. Abdomen.
Ascaris vesicularis Froelich. Intest,
Echinorhi/nchus. Intest.
Distoma cuneatum R. Intest.
Taenia infundihuliformis Goeze. Intest.
— villosa Bloch. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 265
363. Otis Tetrax.
Spiroptera laticaudata R. {Dispharagus laticaudat. Dujardin).
Tunic. ventric.
364. Struthio Camelus.
Taenia. Intest.
5. Orallae s. Orallatores.
365. Ph oenicopterus ruber.
Taenia lamelliger a Owen. Intest.
366. Platalea Ajaia.
EchinorhyncJms mutabilis R. {E. sfriatus Goeze?) Intest.
Distoma gründe R. Intest.
Taenia Capito R. Intest.
367. Platalea leucorodia.
Taenia Capito R. Intest. (Dujardin).
368. Ardea alba.
Echinorhy7ichus. Intest. Bursa Fabricii.
Ämphistoma longicolle R. {Holost. longic, Dujard.) Intest.
369. Ardea caerulea.
Taenia aurita R. Intest.
Dub. Cestoideum. Sub pelle.
370. Ardea cinerea.
Filaria. Muse. Sub pelle.
Äscaris Seipeiitulus R. Intest.
Echinorhynchus striatus Goeze. Intest.
Monostoma Cornu R. Intest.
Ämphistoma Cornu Nitzsch. {Holostomum Corwin Nitzsch.) \\\i.
Distoma compla7iatum R. Oesophagus.
Bothriocephalus nodosus R. {ßckistocephalus dimorphus Crepl.)
Intest.
Taenia Unguicula Braun. Intest.
371. Ardea comata.
Filaria. Sub pelle.
Ascaris microcephala R. Cavum abdomiu.
Distoma echinatum Zeder. Intest.
372. Ardea Egretta.
EcJmiorhijnchus mutahilis R. {E. striatus Goeze?) Intest.
Ämphistoma Cornu Nitzsch. {Holostomum Cornu Nitzsch.) In-
test. (Mus. Vienn.).
266 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Ligula sparsa R. Intest.
Taenia unilateralis R. Intest.
373. Ardea Garzetta.
Amphistoma Cornu Nitzsch. {Holostomum Cornu Nitzsch.) Int.
374. Ardea minuta.
Echinorhynchus spiralis R. Intest.
Distoma spatulatitm R. (^Holostomum spatulat. Dujard.) Intest.
375. Ardea Nycticorax.
Ascaris microcephala R. Intest.
Echinorhynchus mutahilis R. {E. striatus Goeze?) Intest.
Monostoma Cornu R. Intest.
Distoma excavatum R. {Holostomum excavat. Nitzsch.) Intest.
Ligula sparsa R. Intest.
Taenia Unguicula Braun. Intest.
376. Ardea purpurea.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus macrourus Westr. Intest. (Bremser).
Distoma heterostomtim R. Oesophagus.
Taenia Unguicula Braun. Intest.
377. Ardea scapularis.
Ascaris Serpentulus R. Intest.
378. Ardea stellaris.
Strongylus. {Dispharagus hrevicaudatus Duj.) Tunic. ventric.
Amphistoma longicolle R. {Holostomum longicolle Duj.) Intest.
Distoma {?ferox R.) Intest.
379. Ardea virescens.
Echinorhynchus mutahilis R. {Ech. striatus Goeze?) Intest.
Taenia unilateralis R. Intest,
380. Ardea species brasiJienses.
Filaria. Abdomen.
Ascaris Serpentulus R. Intest.
Echinorhynchus mutahilis R. {Ech. striatus Goeze?) Intest.
Distoma marginatum R. Fauces.
Taenia aurita R. Intest.
381. Grus cinerea.
Trichosoma ohtusiusculum R. Tunic. ventric.
Ascaris Serpentulus R. Intest, (Creplin).
Echinorhynchus. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 267
Mofiostoma mutabile Zeder. (^Monostoimim microstomum Cre-
plin). Abdomen. (Creplin).
Distoma eckinatum Zeder. Intest.
382. Ciconia alba.
Filaria, Sub pelle.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus macrourus Westr. Intest. (Dujardin).
Amphistoma Cornu R. {Holostomum Cornu Nitzscli.) Intest.
(Mus. Vienn.).
Distoma excavatum R. {Holostomum excav. Nitzsch.) Intest.
— ferox R. Intest.
— hians R. Oesophagus. (Gurlt).
Ligula sparsa R. Intest.
Taenia Unguicula Braun. Intest.
— multi/ormis Creplin. Intest.
383. Ciconia nigra.
Filaria labiata Creplin. Abdomen.
Spiroptera alata R. Tunic. ventric. Intest,
8yngamus trachealis Siebold. Trachea.
Ascaris, Ventriculus.
Distoma hians R. Oesophagus.
— ferox R. Intest.
Bothrlocephalus nodosus R. (ßchistocephahis dimorphus Crepl.)
Intest. (Schilling).
384. Palamedea cornuta.
Amphistoma Hirudo Diesing. Int. coec. (Natterer).
385. Tantalus falcinellus.
Spiroptera, Tunic. ventriculi.
Distoma hilohum R. Intest.
Taenia microcephala R. Intest.
386. Limosa aegocephala.
Taenia, Intest.
387. Limosa rufa (Scolopax lapponica).
Taenia, Intest.
388. S colopax Gallinago.
Monostoma attenuatum R. Int. coec.
Amphistoma erraticiim R. (Holostomum erratic, t)uj.) Intest.
Distoma militare R. Intest, coec.
268 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Taenia. Intest.
— varidbilis R. Intest.
389. Scolopax Gallinula.
Spiroptera, Oesophagus.
Distoma nanum R. Intest, crass.
— müitare R. Int. crass.
Taenia Filum Goeze. Intest.
— interrupta R. Intest.
— vaiiabilis R. (Dujardin).
390. Scolopax Rusticola.
Amphistoma erraticmn R. {Holostom. e/ratic, Dujard.) Intest.
Taenia Filum R. Intest.
— interrupta R. Intest. (Creplin).
— paradoxa R. Intest.
391. Scolopax Totanus?
Taenia Silicnla Schrank. Intest.
392. Scolopacis spec. brasil.
Taenia. Intest.
393. Numenius Arquata.
Distoma militare R. Int. crass.
Taenia sphaerophora R. Intest.
394. Numenius Phaeopus.
Taenia Nymphaea Schrank. Intest.
395. Numenius Subarquata.
Tae7iia variabilis R. Intest.
396. Totanus Calidris?
Distotna. Intest.
Taenia variahilis R. Intest.
397. Totanus fuscus.
Spiroptera ohvelata Creplin. Oesophagus.
Taenia, Intest.
398. Totanus glottis.
Taenia. Intest.
399. Totanus stagnatilis.
Taenia. Intest.
400. Tringa alpina (variabilis).
Filaria. Sub pelle.
Spiroptera aculeata Creplin. Ventric.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 269
Distoma leptosomum Creplin. Intest.
Taenid amphitricha R. Intest.
401. Tringa Glareola.
Taenia variabilis R. Intest.
402. Tringa helvetica.
Spiroptera bicuspis R. (J^ispharagus hicuspis Dujard.) Tunicae
ventric.
Distoma. Intest.
Taenia variabilis R. Intest.
403. Tringa hypoleuca.
Taenia variabilis R. Intest.
404. Tringa interpres.
Taenia. Intest.
405. Tringa O ehr opus.
Taenia Filum Goeze. Intest.
406. Tringa pugnax.
Trichosoma contortum Creplin. Oesophagus.
Taenia Filum Goeze. Intest.
— brachycephala Creplin. Intest.
407. Tringae spec. brasil.
Taenia vaginata R. Intest.
408. Vanellus cristatus.
Filaria truncato-caudata Deslongcharaps. Abdomen.
Trichosoma contortum Creplin. Oesophagus.
— protractum Dujard. Intest.
Spiroptera. Tunicae ventric.
Äscaris semiteres Zeder. Intest.
Echinorkynchus Lancea Westrumb. Intest.
Monostoma lineare R. Intest.
— Thorax.
Amphistoma erraticum R. {Holostom. erratic. Dujard.) Intest.
(Creplin).
Distoma cinctum R. Intest.
Taenia variabilis R. Intest.
409. Charadrius cantianus.
Taenia laevigata R. Intest.
.410. Charadrius collaris.
Taenia. Intest.
270 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
411. Charadriu s Hiaticula.
Ascaris heteroura? Creplin. Jntest. (Belliiigliani).
Echinorhynchus inßatus Creplin. Intest. (Laurer).
Taenia laevigata R. Intestr
412. Charadrius minor (fluviatilis).
Filaria. Sub pelle narium.
Trichowma. Tunicae ventric.
Taenia laevigata R. Intest.
413. Charadrius Morin eil US.
Ascaris heteroura Creplin. Intest.
EchinorhyncJius Lancea Westrumb. Intest.
414. Charadrius pluvialis.
Ascaris heteroura Creplin. Intest.
Echifiorhynchus macracanthus Bremser. Intest.
Amphistoma cornutum R. (^Holostom. cornutum Duj.) Int. ten.
Taenia laevigata R. Intest.
415. Oedicnemus crepitans.
Ascaris heteroura Creplin. Intest.
Echinorhynchus Lancea Westrumb. Intest.
Taenia coronata Creplin. Intest.
416. Himantopus melanopterus s. rufipes.
Trichosoma. Tunicae ventric.
Spiroptera revoluta R. Tunicae ventric.
Ascaris heteroura Creplin. Intest.
Monostoma. Intest.
Taenia vaginata R. Intest.
417. Himantopus Wilsonii.
Amphistoma lunatum Diesing. Int. coec. (Natterer).
418. Recurv irostra Avocetta.
Trichosoma contortum Creplin. Oesophagus.
Bothriocephalus nodosus R. {ßchistocephalus dimorphus Crepl.)
Intest. (Schilling).
Taenia polymorpha R. Intest.
419. HaematopusOstralegus.
Echinorhynchus inßatus Creplin. Intest.
— sphaerocephalus Bremser. Intest.
Monostoma petasatum Deslongchamps. Int. coec.
Distoma hrevicolle Creplin. Intest, ten.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 271
420. Glareola austriaca.
Ascaris. Intest, coec.
Distoma micrococcum R. Intest.
Taenia longirostris R. Intest, ten.
421. Fulica atra (et fusca).
Spiroptera. Tunicae ventric.
Eckinorhynchus filicollts R.l . ^ , . , 7 ^
. j ^ j (Fc/im. pol^?no?p/ius üremser). Ini.
Monostoma mutahüe Zeder. Abdomen. (Creplin).
— verrucosum Zeder. Int. coec. (Siebold).
Distoma Arenula Creplin. Intest.
— ovatum R. Bursa Fabricii.
Taenia inflata R. Intest.
422. Fulica chlor opus.
Eckinorhynchus versicolor R. {Echin, polymorphus Bremser).
Abdomen.
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec. (Bellingham).
— mutabile Zeder. Abdomen.
Distoma uncinatum Zeder. Intest, crass.
Ligula sparsa R. Intest.
423. Fulica fuliginosa.
Eckinorhynchus polymorphus Bremser. Intest.
424. Rallus aquaticus.
Monostoma mutabile Zeder. Cellae infra ocul. (Siebold).
— verrucosum Zeder. Int. coec. (Siebold).
Distoma holostomum R. Intest.
425. Rallus Porzana (Gallinula porz.).
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec. (Siebold).
Distoma militare R. Intest, rect.
426. Rallus nigricans.
Echinorhynchus reticulatus Westrumb. Intest. (Natterer).
427. Ralli spec. brasil.
Spiroptera. Tunicae ventriculi.
428. Cr ex pratensis.
Ascaris. Intest.
Taenia paradoxa R. Intest. (Dujardin).
272 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
e. ^atatores s. Paliiiipedes.
429. Sterna cantiaca.
Echinorhynchus linearis Westrumb. Intest.
Amphistoma pileatum R. {Holostonmm pileatum Dujard.) Int.
Distoma denticulatum R. Intest.
— cochleariforme R. Intest.
430. Sterna fissipes (nigra).
Spiroptera elongata R. Tunicae ventric.
Ascaris, Hydatides intestinorum.
Distoma denticulatum R. Intest.
— cochleariforme R. Intest.
Ldgula sparsa R. Intest.
Taenia inversa R. Intest.
— oligotoma Nitzsch. Intest.
Both'iocephalus nodosus R. {ßchistoceph. dimorph. Crepl.). In-
test. (Schilling).
431. Sterna Hirundo.
Spiroptera. Oesophagus.
Amphistoma pileatum R. {Holostomum pileatum Dujard.) Int.
Distoma denticulatum R. Intest.
Bothriocephalus nodosus R. {Schistocephalus dimorphus Crepl.).
Intest.
— fissiceps Creplin. Intest.
Taenia. Intest.
432. Sterna Leuc opareia.-
Filaria. Abdomen.
433. Sterna macroura.
Bothriocephalus nodosus R. {Schistocephalus dimorphus Crepl.).
Intest. (Schilling),
434. Sterna minuta.
Echinorhynchus mutabilis R. {Ech. striatus Goeze?) Intest.
Distoma cochleariforme R. Intest.
435. Sternae spec. brasiliens.
Distoma canaliculatum R. Intest.
— cochleariforme R. Intest.
Taenia. Intest.
436. Colymbus arcticus et Immer.
Strongylus tuhifex Nitzsch. Oesophagus.
Amphistoma erratictim R. {Holostomum errat, Dujard.) Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 273
Ligula sparsa R. Intest.
Bothriocephcdus nodosus R. {ßchistocephcdus dimorphus Crepl.)
Intest.
— 7nacrocephalus R. Intest.
Taenia capitellata R. Intest.
437. Colymbus auritus.
Äscaris praelonga Dujard. Intest.
Ligula interrupta R. Intest.
Taenia capillaris R. Intest.
438. Colymbus balticus.
Amphistoma erraticum R. (^Holostomum errat. Dujard.) Intest.
(Creplin).
Bothriocephalus nodosus R. (Schistocephalus dimorphus Crepl.)
Intest. (Creplin).
— macrocephalus R. Intest.
439. Colymbus cornutus.
Ascaris. Intest.
Taenia. Intest.
440. Colymbus cristatus.
Filaria suhulata Deslongchamps. Abdomen.
Strongylus tuhifex Nitzsch. Oesophagus.
Ascaris. Intest.
Distoma gihhosum (parasitice) R. Ventriculus.
— spinulosum R. Intest.
Ligula sparsa R. Intest.
Bothriocephalus nodosus R. {Schistocephalus dimorphus Crepl.)
Intest.
Taenia. Intest.
441. Colymbus minor.
Strongylus tuhifex Nitzsch. Oesophagus.
Ascaris. Intest.
Distoma echinatum Zeder. Intest,
Taenia macrorhyncha R. Intest.
— multistriata R. Intest.
442. Colymbus septemtrionalis (rufogularis).
Spiroptera crassicauda Crepl. Tunicae ventrie.
Strongylus tuhifex Nitzsch. Oesophagus.
Ascaris variegata R. Oesophagus.
Amphistoma erraticum R. {Holost. erratic. Dujard.) Intest.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. IJtl. 18
274 Giirlt: Verzeicbniss der Thiere,
Holostomum plati/cephalum, Crepl. Bursa Fabricii. (Schilling).
Distoma s'pinulosum R. Intest.
concavum Creplin. Intest, rectum.
Ligula sparsa R. Intest.
Bothriocephalus macrocephalus R. Intest.
— ditremus Creplin. Intest.
— nodosus R. {Schistoceph. dimorphus Creplin).
Intest.
443. Colymbus subcristatus.
Echinorhynchus Hystrix Brems. Intest. (Bellingham).
Ligula sparsa R. Intest.
Bothriocephalus nodosus R. {ßchistoc. dimorph. Crepl.) Intest.
Taenia lanceolata Goeze. Intest.
— capillaris R. Intest.
444. Colymbi spec. brasil.
Ascaris. Intest.
445. Larus Atricilla.
Ämphistoma longicolle R. {Holostomum longicolle Dujard.) Int.
Bothriocephalus cylindraceus R. Intest.
446. Larus canus.
Ligula alternans R. Intest.
Bothriocephalus ditremus Creplin. Intest.
Taenia. Intest.
447. Larus capistratus.
Bothriocephalus nodosus R. {ßchistoc. dimorph, Crepl.) Intest.
448. Larus cinerarius.
Ascaris. Intest.
Monostoma macrostomum R. Intest.
Distoma spinulosum R. Intest.
Taenia porosa R. Intest.
449. Larus fuscus.
Ämphistoma longicolle R. {Holost. longic. Dujard.) Intest.
Distoma lucipetum R. Membrana nictitans.
Taenia porosa R. Intest.
450. Larus glaucus et argentatus.
Spiroptera obvelata Creplin. Oesophagus.
Ämphistoma longicolle R. {Holost. longicolle Dujardin). Intest.
(Bellingham).
Distoma spathaceum R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 275
Distoma lucipetum R. Membrana nictitans,
Ligula alternans R. Intest.
Bothriocephalus cylindraceus R. Intest.
451. Larus marinus.
Ecldnorhynchus gloUcollis Crepl. Intest. (Schilling),
Distoma Lingua Crepl. Intest.
452. Larus maximus.
Spiroptera obvelata Crepl in. Oesophag.
Holostomum variegatum Crepl. Intest. (Schilling).
Distoma Lingua Crepl. Intest.
453. Larus medius.
Spii'optera obvelata Creplin. Ventriculus.
454. Larus minutus.
Filaria. Sub pelle colli.
Taenia porosa R. Intest.
455. Larus naevius.
Distoma spinulosum R. Intest.
456. Larus ridibundus.
Amphistoma longicolle R. (Jlolost. longicolle Dujard.) Intest,
Ligula alternans R. Intest.
Taenia porosa R. Intest.
457. Larus tridactylus.
Ligula alternans R. Intest.
Bothriocephalus dendriticus Nitzsch. Intest.
458. Lari spec. brasil.
Echinorhynchus sphaerocephalus Bremser. Intest.
459. Lestris parasitica.
Ligula alternans R. Intest.
460. Procellaria Anglorum.
Spiroptera. Ventric. (Bellingham).
461. Halieus Aquilus.
Ascaris spicuUgera R. Oesophag. Ventriculus,
Distoma cochleariforme R. Intest.
Taenia, Intest.
462. Halieus Carbo.
Trichosoma. Intest.
8tron%ylus tuhifex Nitzsch. Oesophag.
Ascaris spicuUgera R. Oesoph. Ventric.
Echinorhynchus Hystrix Bremser. Intest.
18*
276 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Distoma trilohum R. Int^t.
— echinatum Zeder. Intest.
— radiatum Dujardin. Intest.
Ldgula interrupta R. Intest.
Taenia scolecina R. Intest.
463. Halieus cristatus.
Ascaris spicuUgera R. Oesoph. Ventric.
Echinorhynchus Hijürix Bremser. Intest. (Bellingham).
464. Halieus pygmaeus.
Strongylus tubifex Nitzsch. Oesophagus.
Ascaris spicuUgera R. Oesophag. Ventric.
Distoma echinatum Zeder. Intest.
Ligula interrupta R. Intest.
465. Haliei spec. brasil.
Ascaris spicuUgera R. Oesophag. Ventric.
466. Pelecanus Onocrotalus.
Ascaris spicuUgera R. Oesophag. Ventric.
467. Sula alba.
Distoma pkmicoUe R. Intest.
468. Anas acuta.
Ascaris infexa Zeder. Intest.
Taenia sinuosa R Intest.
— triUneata Batsch. Intest.
— megalops Nitzsch. Intest.
469. Anas Boschas domestica.
Filaria. Thorax.
Ascaris inflexa Zeder. Intest.
— crassa Deslongchamps. Intest.
Strongylus tubifex Nitzsch. Oesophagus.
Hystrichis tricolor Dujard. Tunicae proventriculi.
Echinorhynchus versicolor R. {^Ech. polymorphus Brems.) Intest.
Monostoma verrucosum Zeder. {Notocotylus triseriaUs Diesing).
Intest.
Distoma ovatum R. Bursa Fabricii.
— Uneare R. Intest, crass. Trachea.
— echinatum Zeder. Intest.
Ligula sparsa R. Intest.
Taenia infundihuliformis Goeze. Intest.
— Malleus Goeze. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 277
Taenia sintiosa R. Intest.
— Coronula Dujard. Intest.
— megalops Nitzsch. Intest.
470. Anas Boschas fera.
Ascaris inßexa Zeder. Intest.
— crassa Deslongch. Intest.
Hystrichis tricolor Dujard. Tunicae proventriculi.
Echinorhynchus ülicollis R. ),„. , ,x, ^r..
• / R / \^^'^' polymorphus Brenas.) Intest.
Monostoma verrucosum Zeder. (JSotocotylus trisericdis Diesing).
Intest.
Amphistoma erraticum R. {Holostom. erraticum Dujard.) Int.
(Creplin).
Distoma oxycephalum R. Intest.
— echinatum Zeder. Intest.
Ligula sparsa R. Intest.
Taenia sinuosa R. Intest.
— Malleus Goeze. Intest.
— iriliTieata Batsch. Intest.
— gracilis R. Intest.
— rhomhoidea Dujard. Intest.
471. Anascanadensis.
Ascaris dispar Schrank. Intest.
Taenia laevis Bloch. Intest.
472. AnasClahgula.
Spiroptera crassicauda Crepl. Tunic. ventric. (Rosenthal).
Echinorhynchus polymorphus Brems. Intest.
Amphistoma erraticum R. {Holostom. erratic. Dujard.) Intest.
(Creplin).
Taenia laevis Bloch. Intest.
473. Anas clypeata.
Echinorhynchus polymorphus Bremser. Intest. (Bellingham).
Monostoma attenuatum R. Intest, coec. ,
— verrucosum Zeder. {Notocotylus triserialis Diesing).
Intest. (Bellingham)
Distoma ovatum R. Bursa Fabricii.
— oxycephalum R. Intest.
— echinatum Zeder, Intest.
Taenia laevis Bloch. Intest.
278 Gurlt: Verzeichniss der Thicre, ,
Taenia trilineata Batsch. Intest.
474. Anas Crecca.
Strongylus tuhifex Nitzsch. Oesophagus.
Echinorhynchus polymorphus Brems. Intest.
Taenia laevis Bloch. Intest.
475. Anas ferina.
M.onostoma verrucosum Zeder. Intest, coeca.
Distoma echinatum Zeder. Intest.
Taenia lanceolata Goeze. Intest.
476. Anas fuligula.
Äscaris. Intest.
Echinorhynchus filicollis R.l,^, , , _, xTi^i.
^ . , x> \{Ech. polymorphus Brems.) Intest.
— versicolor R.J r j r
Monostmna flavum Mehlis. Trachea. Oesophag.
Distoma Glohulus Intest.
477. Anas fusca.
Echinorhynchus versicolor R. {Ech. polymorphus Bremser). In-
test, crass.
Monostoma flavum Mehlis. Trachea. Oesophag.
Distoma. Intest.
Taenia sinuosa R. Intest.
478. Anas glacialis.
Trichosoma brevicolle R. Int. coec. (Mehlis).
Spiroptera crassicauda Crepl. Tunicae ventric.
Monostoma verrucosum Zeder. Intest, coeca.
Amphistoma erraticum R. {Holostom. erratic* Dujard.) Intest.
Abdomen.
Bothriocephalus nodosus R. (^ Schistoceph. dimorphus Creplin).
Intest. (Schilling).
479. Anas Hör nschuchii.
Distoma concavum Creplin. Intest, ten. et coec.
480. Anas Ipecutiri.
Amphistoma lunaUim Diesing. Intest, coec. (Natterer).
481. Anas leucocephala.
Taenia laevis Bloch. Intest.
482. Anas Marila.
Echinorhynchus polymorphus Brems. Intest.
Monostoma flavum Mehlis. Trachea. Oesophag.
Amphistoma erraticum R. {HÖlost, erratic. Duj.) Int. (Creplin).
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 279
Distorna oxyurwn Creplin. Intest.
483. Anas Melanotiis.
Ampldstoma lunatum Dies. Int. coec. (Natterer).
484. Anas mollissima.
Ecldnorhijnchus filicoUis R. {Ech. polymorphus Bremser). Int.
Monostoma flavum Melius. Trachea. Oesophag.
Amphistoma erraticum R. {Holostom. erratic. Dujard.) Intest.
(Creplin).
485. Anas moschata.
Ascaris iiißexa Zeder. Intest.
— crassa Deslongchamps. Intest.
Taenia lanceolata Goeze. Intest. (Dujardin).
— Malleus Goeze. Intest. (Dujardin).
486. Anas Nyraca.
Echlnorhynchus polymorphus Brems. Intest.
Distorna echinatum Zeder. Intest.
Taenia lanceolata Goeze. Intest.
487. Anas Penelope.
Echinorkynchus pobjmorphus Brems. Intest. (Mus. Vienn.)
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec.
Distorna echinatum Zeder. Intest.
Taenia gracilis R. Intest.
— Malleus Goeze. Intest.
488. AnasQuerquedula.
Trichosoma brevicolle R. Intest, eoeea.
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec. et rectum.
Amphistoma. Intest.
Taenia Malleus Goeze. Intest.
— trilineata Batsch. Intest.
489. Anas rufina.
Echinorhynchus polymorphus Brems. Intest.
490. Anas sponsa.
Echinorhynchus filicoUis R. {Ech. pohjmorph. Bremser). Intest
Distoma delicatulum R. Vesicula fellea.
491. Anas strepera.
Strongylus nodularis R. Intest. (Mus. Vienn.).
Distoma echinatum Zeder. Intest.
492. Anas Tadorna.
Hystrichis tricolor? Dujard. Tuberc. oesophago (Bellingham).
280 - Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Monostoma verrucosum Zeder. Intest. (Creplin).
AmpJdstoma isostomum R. {Holostom. isost. Dujard.) Intest.
— erraticum R. (^Ifolost. erratic, Dujardin). Intest.
(Creplin).
Taenia. Intest.
493. Anatis spec. brasil.
Taenia sinuosa R. Intest.
494. Ans er albifrons.
Monostoma verrucosum Zeder. Intest. (Natterer).
495. Anser cinereus.
Trichosoma hrevicolle R. Intest, coec.
Spiroptera uncinata R. Tubercula oesophagi.
Strongylus nodularis R. Oesophagus. Ventriculus.
Ascaris dispar Schrank. Intest, coec.
Echinorhynchus versicolor R. {Eck. pohjmorpJi, Brems.) Intest.
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec. et rectum.
— mutaUle Zeder. Cella infraorbitalis (Siebold).
Distoma lineare R. Nares.
— echinatum Zeder. Intest.
Taenia lanceolata Goeze. Intest.
— sinuosa R. Intest.
— infundihuliformis Goeze. Intest.
— Setigera Froelich. Intest.
— fasciata R. Intest.
— Malleus Goeze. Intest.
496. Anser cygnoides.
Taenia laevis Bloch. Intest. -
497. Anser leucopsis.
Monostoma verrucosum Zeder. Intest, crass. (Creplin).
498. Anser Segetum.
Strongylus nodularis R. hitest.
Monostoma verrucosum. Zeder. Intest, coec.
499. Cygnus Be wickii.
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec. (Natterer).
500. Cygnus musicus.
Filaria. Abdomen. Intest.
Echinorhynchus polymorphus Brems. Intest.
Monostoma verrucosum Zeder. Int. coec. (Creplin).
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 281
Jmphistoma erraticum R. {Holostomum erratic, Duj.)- Intest.
(Creplin).
Taenia aequabilis R. Intest.
501. CygnusOlor.
Echinorhynchus striatus Goeze. Intest.
polymorphus Brems. Intest. (Bellingham).
Taenia aequabilis R. Intest.
502. Mergus albellus (et minutus).
Strongylus tubifex Nitzsch. Oesophag.
Echinorkißichus hacillaris Zeder. Intest. ■
Monostoma flavum Mehlis. Bronchi. Cella infraorbital. (Siebold).
Amphistoma gracile R. {Holost. gradle Diijard.) Intest.
— erraticum R. {Holost. errat. Duj.) Int. (Creplin).
Distoma. Intest.
Ligula interrupta R. Intest.
JBothriocephalus nodosus R. {Schistocephalus dimorphus Crepl.).
Intest.
Taenia tenuirostris R. Intest.
503. Mergus Merganser (et Castor).
Strongylus tubifex Nitzsch. Oesophagus.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus Hystrix Bremser. Intest. (Drummond).
Amphistoma gracile R. {Holost. gracile Dujard.) Intest.
Ligula interrupta R. Intest.
Bothriocephalus nodosus R. {Schistoc. dimorph. Crepl.) Intest.
Taenia Malleus Goeze. Intest.
— tenuirostris R. Intest.
Duh. Cestoideum. Oesoph.
504. Mergus Serrator.
Trichosoma bvevicolle R. Int. coec. (Mehlis).
Spiroptera crassicauda Creplin. Tunicae ventric. (Rosenthal).
Strongylus tubifex Nitzsch. Oesoph.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus Hystrix Brems. Intest. (Bellingham).
Ligula interrupta R. Intest.
Bothriocephalus nodosus R. {Schistoc. dimorph. Crepl.) Intest.
— ditremus Creplin. Intest.
Taenia tenuirostris R. Intest.
282 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
505. Alca Torda et Pica.
Ampkistoma erraticum R. {Holost. erratic, Dujardin). Intest.
(Creplin).
Bothriocephalus iiodosus R. {Schistoc. dimorph, Crepl.) Intest.
(Creplin).
Taenia armillaris R. Intest.
— Infest.
506. Uria Grylle.
Trichosoma contortum Crepl. Tunicae oesophagi.
507. Uria Troile.
Bothriocephalus nodosus R. {Schistocephalus dimorphus Crepl.)
Intest.
III, AMPHIBIA.
1. eiieloiiii.
508. Chelonia Mydas.
Ascaris leptura R. Intest.
— sulcata R. Intest.
Monostoma trigonocephalum R. Ventric. Intest.
Distoma cymbiforme R. Vesica urinaria.
— gelatinosum R. Intest.
— irroratum R. Ventriculus.
Teirarhynchus macrobothrius R. Tunicae ventriculi.
509. Emys europaea (orbicularis).
Spiroptera contorta R. Ventric. Tubercula ventric.
Cucullanus microcephalus Dujard. Intest.
Distoma. Intest.
Pohjstoma ocellatum R. Fauces.
510. Testudo graeca.
Ascaris dactyluris R. {Atractis Dujard.) Intest, crass.
— holoptera R. Intest.
511. Testudo in dica.
Ascaris sulcata R. Intest.
512. Testudo tabulata.
Ascaris gulosa R. Intest, crass.
— sulcata R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 283
513. Chelys fimbriata.
Ämyhistoma gründe Diesing. Intest. (Natterer).
514. Phrynops Ge offro an iis Wagler.
Amphistoma grande Dies. Int. crass. (Natterer).
515. Phrynops Schöpfii Fitz.
Amphistoma grande Dies. Intest. (Natterer).
516. Peltocephalus Dumerilianus Fitz.
Amphistoma grande Dies. Int. crass. (Natterer),
517. Podocnemis expansa Wagl.
A7icyracanthus pinnatifidus Dies. Int. tenue. (Natterer).
Amphistoma grande Dies. Ventric. Int. crass. (Natterer).
518. Podocnemis Tracaxa Wagl.
Ancyracanthus pinnatifidus Dies. Int. 4en. (Natterer).
Amphistoma grande Dies. Ventric. (Natterer).
519. Rhinemys gibba Wagl.
Amphistoma grande Dies. Int. rect. (Natterer).
520. Rhinemys nasuta Wagl.
Amphistoma grande Dies. Int. crass. (Natterer).
;?. Saiii*ii.
521. Crocodilus acutus.
Pentastoma oxycephalum Dies. {Peniast. prohoscideum {Croco-
dili Scleropis'] R.) Pulmones.
522. Alligator Lucius.
Ascaris tenuicollis R. Ventriculus.
523. Alligator Sclerops.
Distoma pyxidatum Brems. Intest.
Pe7itastoma oxycephalam Dies. (Pe?it. prohoscideum R.) Pulmon.
— subtriquetrum Dies. Ventric.
524. Monitor (Podinema) Teguixin.
Physaloptera retusa R. {Spiroptera retusa Dujard.) Intest.
Strongylus galeatus R. {ßclerostoma galeatum Dujard.) Intest.
Ascaris spinicauda Olfers. Intest.
Pentastoma prohoscideum R. Abdomen. (Natterer).
— gracile Dies. Hydatid. pulmon., ventric. Abdomen.
525. Lacerta agilis.
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
Distoma mentulatum R. Intest.
Duh, Nematoideum. Ventric. Intest.
284 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
526. Lacertacaeriilescens.
Distoma. Intest.
527. Lacerta ery t hronotus.
Strongylus auricularis Zeder. Intest. (Mus. Vienn.).
528. Lacerta maculata.
Distoma mentulatum R. Intest.
529. Lacerta niargaritacea.
Physaloptera abhreviata R. {Spiropt. abbrev, Diijard.) Ventric.
Intest.
Ascaris extenuata R. Intest, rectum.
530. Lacerta muralis.
Strongylus auricularis Zeder. Intest. (Dujardin).
Oxyuris spinicauda Dujard. Intest.
Dub. Cestoideum. Tubercula hepatis.
531. Lacerta (Cordylus) orbicularis.
Taenia. Intest.
532. Lacerta viridis.
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris fallax R. Ventric. Intest.
Distoma arrectum Dujard. Intest.
Dub, Cestoideum. Tubercula hepatis. *
533. Lacertae spec. hispanica.
Taenia tuberculata R. Intest.
534. Iguana tuberculata.
Ascaris megatyphlon R. {0%olaimus megatyphl. Duj.) Int. coec.
535. Platydactylus (Gecko) fascicularis.
Oxyuris brevicaudata Dujard. Intest.
Ascaris echinata R. Intest.
Taenia dispar Goeze. Intest.
536*. Stellionis spec. brasil.
Physaloptera retusa R. {Spiroptera retusa Dujard.) Intest.
537. Scinci spec. brasil.
Ascaris spinicauda Olfers. Palpebrae.
538. Pseudopus serpentinus (Lac. apus).
Trichocephalus echinatus R. (^Sclerotrichum echin. Dujardin).
Ventriculus.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 285
3. Opiildil«
539. Anguis fragilis.
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
— dispar Dujard. Intest.
Angiostoma entomelas Dujard. Intest.
Ascaris nigrovenosa Zeder. Puluiones.
— Irevicaudata Zeder. Int. crass.
Distoma crassicolle R. Intest. (Dujardin). ,
540. Amphisbaena alba.
Taenia. Intest.
541. Amphisbaena flavescens.
Pentastoma furcocercum Dies. Puhnones. (Natterer).
542. Amphisboenae spec. brasil.
Ascaris unguiculata R. Intest.
Distoma Monas R. Intest.
543. Boa canina.
Dub. Nematoideum. Intest.
544. BoaConstrictor.
Pentastoma proloscideum R. Pulmon. (Natterer).
545. Boa Scytale (Eunectes Scytale Wagl.).
Pentastoma proloscideum R. Pulmon es. (Natterer).
— gracile Dies. Hydat. ventric. mesenterii. (Natterer).
Solenophorus megalocephalus Creplin. (17^.) {Bothridium me-
galoc. Blainvilie). Intest.
546. Boa, spec. incert.
Ascaris Filaria Dujard. Tumor ventriculi. (Perrottet).
547. Python bivittatus.
Ascaris anoura Dujard. Intest.
Solenophorus megalocephalus Creplin. (17^.) (^Bothridium me-
galoceph, Blainv.) Intest.
548. Python Tigris.
Pentastoma 7noniliforme Dies. Pulmon. (Natterer).
Solenophorus megalocephalus Creplin. {Bothrid. megaf. Blainv.)
Intest.
549. Python, spec. nova.
Solenophorus megalocephalus Creplin. {Bothrid. megaloc. Blainv.)
Intest.
550. Coluber atrovirens.
Echinorhynchus cinctus R. Mesenterium.
286 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
551. Coluber austriacus.
Filaria. Oesophagus.
Distoma. Intest.
552. Coluber Lichtensteinii.
Pentastoma für cocer cum Dies. Abdomen. (Natterer).
553. Coluber maculatus.
Echinorhynchus megacephalus Westrunib. Mesenter. (Natterer).
554. Coluber muroruni.
Distoma. Intest.
555. Coluber Natrix.
Ascaris hrevicaudata R. {HeteraJcis hrevicaudata Duj.) Intest.
Distoma Naja R. Pulmones.
— mentulatum R. Intest.
— Assiila Dujard. Intest.
— sig9iatum Dujard. Oesophagus.
Dub. Nematoidea. Abdom. Intest.
556. Colub er olivaceus.
Strongylus. Ventriculus.
Echinorhynchus oligacanthoides R. Tunicae intestin.
557. Coluber quadrilinea tus.
Ascaris cephaloptera R. Ventric. Intest.
Echinorhynchus oligacanthus R. Tunic. intest.
558. Coluber tesselatus.
Strongylus denudatus R. Pulmones.
Distoma. Intest.
559. Colubri spec. brasil.
Strongylus costatus R. Intest.
Ascaris mascula R. Intest.
— auriculata R. Intest.
Echinorhynchus oligacanthoides R. Tunic. intest.
Taenia racemosa R. Intest.
— Intest.
Duh, Nematoideum. Intest.
560. Colubri spec. caroliniana.
Filaria. Intest.
Distoma. Fauces.
561. Colubri spec. nova.
Pentastoma gracile Dies. Hydatid. ventriculi.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 987
662. Vipera Ammodytes.
Ascaris. Intest.
563. Vipera Berus.
Distoma crystallinum R. Hydatid. cordis.
564. V ipera Redii.
Strongylus. Intest.
Ascaris cephaloptera R. Intest.
Echinorhynchus cinctus R. Per i ton.
565. Elaps, spec. nov.
Pentastoma gracile Dies. Capsulae periton. (Natterer).
566. Spilotes pullatus.
Pentastoma prohoscideum R. Thorax. (Natt.).
567. Spilotes, nov. spec.
Pentastoma furcocercum Dies. Mesenter. (N.)
568. Ophis Merremii.
Pentastoma prohoscideum R. Trachea. (N.)
569. Bothrops Jararaca.
Pentastoma prohoscideum R. Pulmon. Abdomen. (N.)
— gracile Dies. Hydat. intest. (N.)
570. Pseuderys, n. spec.
Pentastoma gracile Dies. Hydat. periton. (N.)
571. Tropidonotus, n. spec.
Pentastoma gracile Dies. Mesenter. (N.)
572. Crotalus Durissus.
Trichosoma. Intest.
Pentastoma prohoscideum R. Pulm. Abdomen.
573. Crotalus horridus.
Pentastoma prohoscideum R. Pulm. Abdom. (Natterer),
574. Hydrus caspius.
Cucullanus. Intest.
4. BatracHii.
575. Proteus anguinus.
Ascaris leptocephala R. Ventric.
Duh. Nematoideum. Intest. Hydat. perit.
576. Triton abdominalis.
Ascaris. Dujard. Hydat. periton.
577. Triton cristatus (lacustris).
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
288 Giirlt: Verzeichniss der Thicro,
Echinorhynchus Anthnris Diijard. Intest.
— Haeruca R. Intest. (Creplin).
578. Triton taen latus (punctatus?).
Trichosoma. Dujard. Intest.
Ascaris leptocephala R. Ventric.
Hedruris androphora Nitzsch. Ventric.
Echinorhynchus Anthuris Dujard. Intest.
— Haeruca R. Intest.
Amphistoma unguiculatum R. {Diplodiscus ungiiiculatus Dies.)
Intest.
579. Salamandra atra.
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris hrevicaudata Zeder. {Heterakis brevic, Dujard.) Intest,
Echinorhynchus falcatus Froelich. Intest.
Distoma crassicolle R. Int. crass.
Taenia dispar Goeze. Intest.
580. Salamandra maculata.
Ascaris hrevicaudata Zeder. {Heterakis hrevic. Dujardin). In-
test, rect.
Distoma crassicolle R. Intest.
— endolobium Dujard. Intest.
Taenia dispar Goeze. Intest.
581. Bufo cruciatus.
Ascaris leptocephala R. Hydatid. lienis.
582. Bufo fuscus.
Strongxjlus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris nigrovenosa Zeder. Pulmones.
— hrevicaudata Zeder. Int. rect.
Taenia dispar Goeze. Intest.
583. Bufo igneus.
Strongylus auricularis Zerier. Intest.
Ascaris nigrovenosa Zeder. Pulmones.
— leptocephala R. Intest.
— hrevicaudata Zeder. Int. crass.
Hedruris androphora Nitzsch. Ventric.
Echinorhynchus Haeruca R. Intest.
Monostoma ellipticum R. Pulmones.
Amphistoma suhclavatum R. {Diplodiscus suhclav. Diesing). Int,
rect. Vesica urin.
bei wolchen Entozoen gefunden Morden sind. 289
JHstoma cygnoiihs Zeder. Vesica iirinar.
— crystalliimm R. Hydat. niesent.
584. Bufo viridis ( variabil is).
8tro7igylus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris' nigrovenosa Zeder. Pulniones.
— hrevicaudata Zeder. Hydat. oesoph.
Echinorhynchus Haeruca R. Intest. (Creplin).
Distoma crystalli?iu?n R. Hydat. niesent.
— clavigermn R. Intest.
Poly Stoma iiitegerrinimn R. Vesica iirinar.
Taenia dispar Goeze. Intest.
585. Bufo vulgaris (cinereus).
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris nigrovenosa Zeder. Pulniones.
— hrevicaudata Zeder. Int. crass.
Echinorhynchus Haeruca R. Intest.
Monostoma ellipticum R. Pulmones.
Amphistoma suhclavatum R. {Diplodiscus suhclavatus Diesing).
Int. crass.
Distoma clavigermn R, Intest.
Taenia dispar Goeze. Intest.
586. Leptodactylus Sibilatrix Fitzinger.
Amphistoma suhclavatum R. {Diplodiscus suhclavatus Diesing).
Int. crass. (Natterer).
587. Rana cornuta.
Ascaris foecunda R. Intest.
588. Rana esculenta.
Filaria ruhella R. Hydat. periton.
— Sub pelle.
Oxyuris ornata Dujard. Intest.
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris nigrovenosa Zeder. Pulmones
— acuminata Schrank. {Heterakis aciwi. Dujard.) Intest.
— Oculi (Nordmann).
Echinorhynchus Haeruca R. Intest.
Amphistoma urnigerum R. {Holostonu urniger. Dujard.) Intest,
rect. Hydatid.
— suhclavatum R. {Diplodiscus suhclavat. Diesing).
Int. crass.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1. Bd. /i{\
290 Gurlt. Verzeichniss der Tiiiorc,
Distoma cygnoides Zeder. Vesica uriiiar.
— variegatum R. Piiltiiones.
— crystallinum R. Vesica fellea. Ilydat. perit.
— endolohium Dujard. Intest.
— clavigerum. R. Intest. (Dujardin).
Diplostomum rhachiaeum Henle. Canalis spinalis.
Poly Stoma integet^rimum R. Vesica nrinar.
589. Rana temporaria.
Filaria ruhella R. Hydatid. periton.
Oxyuris ornata Dujard. Intest.
Strongylus auricularis Zeder. Intest.
Ascaris nigrovenosa Zeder. Pulmones.
— acuminata Schrank. {Heterakis acum. Dujard.) Intest.
— hrevicaudata R. {Heterakis hrevic. Dujard.) Intest.
(Dujardin. Bellingham).
Echinorhynchus Haeruca R. Intest.
Amphistoma subclavattim R. {^DiiUodiscus subclavatus Diesing),
Intest, crass.
Distoma crystallinum R. Vesica feil. Hydat. perit,
— clavigerum R. Intest.
— cylindraceum Zeder. Pulmones.
— endolohium Dujard. Intest.
— crassicolle R. Intest. (Dujardin).
— retusum Dujard. Intest, tenue.
— migrans l^ Dujard. Intest.
Diplostomum rhachiaeum Henle. Canalis spin.
Polystoma integerrimum R. Vesica urinaria.
Dub. Nematoideum. Dujard. Cystid. pulmon. et intestin.
590. Rana musica brasil.
Strongylus subauricularis R. Intest.
Distoma Linguatula R. Intest.
Duh. Nematoideum. Intest.
591. Ranae spec. brasil.
Distoma Ldnguatula R. Intest.
— repandum R. Intest.
Duh. Nematoideum. Intest.
592. Pipa verrucosa.
Mmiostoma sulcatum R. Intest..
Duh. Nematoideum. Hydat. niosent.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 291
593. Plyla arborea.
8trongijlus amncularis Zeder. Intest.
Ascaris acuminata Sclirank. {Heterakis iicumin. Duj.) Intest.
Amphistoma subclavatum R. {Diplodiscus subclavat. Diesing).
Intest, crass.
Distoma clavigermn R. Intest.
— Vesica urinaria.
Taenia dispar Goeze. Intest.
594. Hylae spec. brasil.
Ascaris foecunda R. Intest, crass.
IV, PISCES.
a. Citondropterygii.
1. Cyclostoiiit.
595. Fetromyzon branchialis.
Ligula simplicissima R. Abdomen,
%* Plagiostoinl.
596. Torpedo marmorata et Galvanii.
Ascaris. Ventriculus.
Distoma appendiculatum R. Ventriculus.
Scolex polymorphus R. Intest.
Bothriocephalus auriculatus R. Intest.
— coronatus R. Intest.
597. Torpedo vulgaris et unimacula ta.
Bothriocephalus punctatus (parasit.) R. Ventric.
— coronatus R. Intest.
598. Torpedo (persica).
Duh. iCestoideum?).
599. Raja Aquila.
Dub. JSematoideum. Ventric.
600. Raja Batis.
Spiroptera. Ventric. Intest. (Bellingham).
Ascaris rotwidata R. Ventric. Intest. (Bellingham).
— Intest. (Bellingham).
Leptodera. Dujard. Intest.
19*
292 Gurlt: Verzoirluiiss der Thiore,
Bothriocephalus coronatus R. Intest.
— corollotus R. {Rhynchohofhius roroll, niijar«il.)
Int. crass.
601. Raja clavata.
Spiroptera. Tunicae ventric. (Dujardin).
Proleptus acutus Diijard. Intest, crass.
Ascaris succisa R, Intest.
Distoma appendiculatum R. Corpus extern.
Bothriocephalus corollatus R. {Rhyncliohothrius coroll, Dnjard.)
Int. crass. (Dujardin).
— atiriculatus R. Intest. (Dnjard.)
— coronatus R. Intest. (Dnjard.)
— uncinatus R. Intest. (Dnjard.)
602. Raja fullonica.
Duh. Nematoideum. Ventriculus.
603. Raja Miraletus.
Ascaris succisa R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.'
604. R a j a O x y r h y n c h n s.
Tetrarhynchus scolecinus ^. Pinnae pectorales.
605. Raja Pastinaca.
Ascaris. Intest.
Bothriocephalus tumidulus R. Intest.
— coronatus R. Intest.
606. Raja Rnb US.
Bothriocephalus coronatus R. Intest.
— corollatus R. {Rhynchohothrius corollat. \)\\-
jard.) Intest.
607. Squalus Acanthias.
Scolex polymorphus R. Intest.
Bothriocephalus paleaceus R. {Rhynchohothrius paleac. Dujard.)
Intest, crass.
608. Squalus Catulus (Scyllium Catulus).
Proleptus obtusus Dujard. Intest.
Distoma megastomum R. Ventric. (Kuhn).
Polystoma appendiculatum Kuhn. (25.) Branchiae.
Duh. Nematoideum. Intest.
609. Squalu s Centrina.
Tetrarhynchus srolecinus R. Musculi.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 293
610. S q iial US Galeus.
Üactiitis Squali Dujard. {Cucullanus Squali Mus. VieniL) Int.
Ascaris rotundata R. Veutric. Intest.
Distoma megastomum R. Ventric.
Bothriocephalus auriculatus R. Intest, crass.
— verticiUatus R. Intest, crass.
— uncinatus R. Intest, crass.
— coroUatus R. {Rhi/nchobothnus corollat. Duj.)
Intest. (Dujardin).
611. Squal US glaucus.
Ascaris rotundata R. Ventric.
Bothriocephalus auriculatus R. Int. crass. (Dujardin).
612. Squalus griseus.
Distoma veliporum Crepl. Intest. (Otto).
Duh. Cestoideum? Hepar.
613. Squalus Mustelus.
Dub. Cestoideum?- Hepar.
614. Squalus Spinax.
Bothriocephalus coroUatus R. {Rhynchohothrius corolL Dujard.)
Intest, crass.
615. Squalus Squatina.
Bothriocephalus auriculatus R. Int. crass. (Dujardin).
— coronatus R. Intest.
— coroUatus R. {Rhynchob. coroll. Dujard.) In-
test, crass.
616. Squalus stellaris.
Tetrarhy7ichus megacephalus R. (JBothrioceph. claviger Leuck.)
Abdomen.
— scolecinus R. Musculi.
Bothriocephalus coronatus R. Intest.
617. Squali spec. incertae.
Ascaris. Intest.
Tetrarhynchus grossus R. ?
— Hepar. Ventriculus.
Dub. Cestoideum r Cor.
3. Cletiterobraiftclii.
618. (Jhiinaera monstrosa.
Oclobothrium leptogaster Leuck. Branchiae (Rapp.)
294 Gm lt. Verzeichniss der Thiere,
619. Accipenser Helops.
Ascaris, Intest, rectum.
620. Accipenser Huso.
Cucullanus. Intest.
Ecldnorhynchus tei^eticolhs R. {Echin. Proteus Westrumb. )
Intest.
— plagicep/ialus Westr. Intest.
621. Accipenser microcephalus.
Ophiostoma sphaerocephalum R. {Dacnitis sphaerocephala Duj.)
Intest.
622. Accipenser oxyrhynchus.
Bothrimonus, Duvernoy (26.) Intest. (Lesueur).
623. Accipenser Ruthenus.
Echinoi'hynchus plagicephalus Westr. Intest.
624. Accipenser stellatiis.
Polystorna armatum Dujard. ^Diplohothrium armat. Leiick.)
Branchiae. (Kollar. Leiick.).
625. Accipenser Stiirio.
Cucullanus. Intest.
Ophiostoma sphaerocephalum R. {Dacnitis sphaerocephala Duj.)
Int. crass,
Ecldnorhynchus tereticollis R. {Ech, Proteus Westr.) Intest.
— Intest.
Monostoma foliaceum R. Abdomen.
Üisfojna appendiculatum R. Ventric.
— hispidum Abilgard. Intest.
^^- dimidiatmn Creplin. Oesoph. Ventric.
Tristoma elongatum Nitzsch. Branchiae.
b. Ostaca7ithi.
4. liopliobrancltii.
626. Hippocampus brev irostris.
Ascaris. Intest.
IHstoma tumidulum R. Intest.
Triaenophorus nodulosus R. Intest.
627. Syngnathus Acus.
Scolex polyinorphus R. Intest.
bei weichen Entozoen gefunden worden sind 295
628. Sy ngnatlnis pelagiciis.
Üistoma labiatum R. Hepar.
Duh. Nematoiihum. Mesenterium.
5. Plectog'iiatlii s. Teleolifaiiclili.
629. Ortliragoriscus Mola.
Ascaris. Intest.
Monostoma {filicolle?) R. Musculi.
Distoma contortum R. Brauch iae.
— 7iigroßavum R. Ventric. Intest.
Tristoma coccineum Cuvier. Branchiae.
Bothriocephalus microcephalus R. Branchiae, Ventricul. Intest.
Anthocephalus elongatus R. Hepar, Mesenter.
630. Diodon?
Tristoma macidatum R. Corpus externuin.
6. Jflalacopterygii.
a. Apodes.
631. M uraena Anguilla.
CucuUanus elegans Zeder. Intest.
Ascaris lahiata R. Intest.
Liorhynchus denticulatus R. Ventriculus.
Echinorhynchus globulosus R. Intest.
— angustatus R. Intest. (Bellingham).
— tereticollis R. {Eclu Proteus Westr.) Intest.
Distoma polymorphum R. Intest.
— appendiculatum R. Intest. (Creplin).
— angulatum Dujard. Intest.
Bothriocephalus claviceps R. Intest.
Taenia macrocephala Creplin. Intest.
Duh. Trematodum (P) Intest.
632. Muraena Cassini (myroides).
CucuUanus foveolatus R. Intest.
Mo7iostoma Crucihulum R. Intest.
Bothriocephalus claviceps R. Intest.
633. Muraena Conger.
Filaria Piscium Dujard. {Filaria Piscium et F. capsularia R.)
Cystid. peritonei.
Dacnitis Maus Duj. {CucuUanus foveolatus [partim] R.) Int.
296 G II r 1 1 : Vorzeichniss der Thierc,
Ascaris lahiata R. Intest.
— ecaudata Dujard. Peritoneum.
Stelmius praecinctus Dujard. Intest.
Echinorhynchus Jeus R. Intest. (Bellinghain).
Monostoma Crucibulum R. Intest.
Distoma rufo-viride R. Ventriculus.
634. Muraena Helena.
Cucullcmus foveolatus R. Peritoneum.
Distoma grandiporum R. {Distoma rufo-viride R.) VentricuL
Duh. ? Peritoneum.
635. Muraena Myrus.
Ascaris lahiata R. Intest.
636. Muraena serpens.
Duh. ? Tuberc. periton.
637. Muraenae spec. brasiL
Distoma tuhulatum R. Intest.
638. Synb ranchus laticaudis.
Filaria cystica R. Abdom. Hydatid.
639. Ammodytes Cieerelus,
Tetrarhynchus graeilis R. Intest.
640. Ophidium barbatunu
Ascaris. Mesenterium.
Distoma appendiculatum R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
641. Ophidium imberbe.
Ascaris. Mesenterium.
Distoma shiuatum R. Intest.
642. Ophidium Vassalli.
Distoma appendiculatum R. Intest.
b. Malacopterygii jugulares.
643. Gadus Aeglefinus.
Filaria Piscium Dujard. {Filaria Piscium et F. capsularia R.)
Periton.
— crassiuscula Nordmann (27.) Oculi.
Ascaris clavata R. Ventriculus.
Echinorhynchus Acus R. Intest.
Distoma simplex R. Intest.
Duh. P Hydat. nervorum et cerebri.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 297
644. Gadus barbatus.
Filaria Piscium R. Abdomen.
Jscaris clavata R. Ventriculus.
Echi7iorhynchus Acus R. Intest.
— Pumilio R. Intest. (Westrnmb.)
Distoma scahrwn Zeder. Ventricnhis.
Bothriocephalus rugosus R. Appendices pyloricae (Dujardin).
645. Ga dus Brosme.
Filaria Piscium R. Hydat., Sub pelle.
646. Gadus Callarias.
Filaria Piscium R. Abdornen.
Cucullanus foveolatus R. Intest.
Echinorhynchus Acus R. Intest.
— tereticollis R. {Eck. Proteus Westr.) Intest.
Distoma appendiculatum R. Intest. (Creplin).
Bothriocephalus. Intest.
647. Gadns Carbonarius.
Echinorhynchus Acus R. Intest. (Bellingham).
648. Gadus Chalcogramm US.
Dub. Hepar., Ventric, Appeud. pyloricae.
649. Gadus islandicus.
Filaria Piscium R. Abdomen.
650. Gadus Lota.
Cucullanus elegans Zeder. Intest.
Ascaris tenuissima Zeder. Intest.
— mucronata Schrank. Ventriculus.
Echinorhynchus tereticollis R. "J
— nodulosus R. l {Ech. Proteus Westr.) Intest.
— ovatus R. j
— angustatus R. Intest.
— glohulosus R. Intest. (Creplin).
Distoma appendiculatum R. Intest. (Creplin).
Distomum rosaceum Nordmann. {Dist. tereticolle? R.) Ventric.
Bothriocephalus rugosus R. Appendic. pyloricae.
651. Gadusluscüs.
Ecldnorhynchus Acus R. Intest.
652. Gadus mediterraneus.
Echinorhynchus Pumilio R. Intest. (Westrumb).
Distoma fulvimi R. Intest.
298 Gurlt: Verzeichniss der Tluere,
653. Gadiis Merlangus.
Filurki Piscium R. Abdomen.
Ascaris capsularia R. Tunic. hepatis. (Bellingham).
EchinorInjncJius Äcus R. Intest.
— tereticollis R. {Ech. Proteus Westr.) Intest.
IHstoma Pristis Deslongch. Intest.
Octohothrium Mer langt Nordm. {Octostoma Mer langt Kulm.)
Branchiae. (Kuhn.)
Bothriocephalus rugosus R. Appendic. pyloricae. (Dujardin).
654. Gadus Merluccius.
Filaria Piscmm R. Periton.
Trichosoma gracile Bellingli. Intest.
Ascaris capsularia R. Periton. (Bellingham).
Echinorhynchus Acus R. Intest.
— Puinilio R. Intest. (Westrumb).
Scolex polymorplms R. Intest.
Bothriocephalus crassiceps R. Intest.
— rugostis R. (Appendic. pyloricae. (Dujardin).
655. Gadus minutus.
Ascaris. Peritoneum.
Bothriocephalus punctatus R. Intest.
656. Gadus Mo Iva.
Filaria Piscium R. Tuberc. ventric.
Echinorhynchus Acus R. Intest.
Distoma fulvum R. Intest.
furcatum Brems. Intest.
— scahrum Zeder. Intest.
Octolothrium palmatum Leuck. Branchiae. (Rapp.)
657. Gadus Morhua.
Filaria Piscium R. Periton.
Cucullanus foveolatus R. Intest.
Strongylus. Intest. (Dujardin).
Echinorhynchus Acus R. Intest. (Bellingham).
Bothriocephalus. Intest.
Duh. Hydat. cerebri et nervorum.
658. Gadus Mustela.
Bothriocephalus rugosus R. Append. pyloricae.
659. Gadus Pollachius.
Filaria Pisciu/in R. Periton.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 299
Echinorliynchus Jeus R. Intest. (Beliingham).
Bothriocephalus rugosus R. Append. pyloricae. (Dujardin).
660. Gadiis virens.
Echinorhynchus Jeus R. Intest.
Dub. Hydatid. cerebri.
661. Gadiis Wachnia.
Eehinorhijnehus. Intest.
662. Pleuronectes Boscii.
Bothriocephalus punctatus R. Ventric.
Dub, Nematoideum. Periton.
663. Pleuronectes Flesus.
Jscaris coUaris R. Intest.
CueuUanus heteroehrous R. {Daenitis esuriens Dujard.) Intest.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
_ teretieollis R. {Eck. Proteus Westr.) Intest.
Distoma Atomon R. Ventriculus.
664. Pleuronectes Hippoglossus.
Asenris collaris R. Intest. (Beliingham).
665. Pleuronectes latus.
CueuUanus heteroehrous R. {Dacnitis esuriens Dujard.) Intest.
^^^. Pleuronectes Limanda.
Echinorhynchus Proteus Westrumb. Intest.
667. Pleuronectes Linguatula.
Ascaris. Peritoneum.
Echinorhynchus propinquus Dujard. {Eck. globulosus [partim]
R.) Intest.
Distoma appendiculatum R. Ventric.
Scolex polymorphus R. Intest.
668. Pleuronectes mancus.
Filariafusca R. Abdomen.
Ascaris collaris R. Peritoneum.
Distoma areolatum R. Intest.
669. Pleuronectes maximus.
Filaria Piseium R. Abdomen.
CueuUanus alatus R. Intest.
Ascaris collaris R. Intest.
Echinorhynchus nodulosus R. {Eeh. Proteus Westr.) Intest
(Gurlt).
Distoma appendiculatum R. Intest.
300 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Distoma Hystrix Dujard. Cystid. oris et brauch.
Scolex pohjmorphus R. Mesenter.
Tetrarhynchus Hngualis Cuvier. Cystides oris. (Diijardiii).
Bothriocephalus punctatus R. Ventric. Intest.
670. PJeuronectes Passer.
Cuculla7ius minutus R. Intest.
Echinorhynchus angustatus R. Intest. (Mus. Vienn.)
Distoma appendiculatuni R. Intest.
671. PleuronectesPegosa.
Tetrarliyndius tenuicollis R. Ventric.
Bothriocephalus punctatus R. Intest.
672. PI eiironectes Platessa.
Heligmus longicirrus Dujard. Intest.
Cucullanus. Intest.
Echinorliynchus. Intest.
Distoma areolatum R. Intest.
— Hystrix Dujard. Cyst. oris et branchiarum.
Scolex polymorphus R. Intest.
673. Pleuronectes Platessoides.
Filaria Piscium R. Abdom. Musculi.
Echinorhynchus. Ventric.
674. Pleuronectes Solea.
Cucullanus heterochrous R. {Dacnitis esuriens Dujard.) Intest.
(Dujardin).
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
— urniger Dujard. Intest.
Distoma microstomum R. Intest.
— appendiculatum R. Intest.
— Soleae Dujard. Intest.
Bothriocephalus punctatus R. Intest.
Duh. Cestoideum. Intest.
675. Pleuronectis spec. italica (Sanchetto).
Bothriocephalus punctatus R. Intest.
676. Lepadogaster Gouani.
Scolex polymorphus R. Intest.
677. Cyclopterus Lumpus.
Ascaris succisa R. Intest. (Beliinghani).
Echinorhynchus gibhosus R. Mesenter,
' bei welrhon Entozoeii gefiiiulon woiflou siiui ijOJ
Distoma reßexum Crepliii. Intest.
Scolcx polytnorphus R. Intest.
678. Cyclopterus rufiis.
Ascaris capsularia R. Intest. (Bellinghani).
c. Malacopterygii abdominales.
679. Cobitis Barbatiila.
Ascaris dentata Zeder. Intest. (Bellingham). ^
— Peritoneum. (Bellingham).
Echi?iorhy?ichus clavaeceps Zeder. Intest.
Caryophyllaeus mutahilis R. Intest.
Bothrioceplialus. Intest.
680. Cobitis fossilis.
Distoma ti^ansversale R. Intest.
681. Cobitis Taenia.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
Distoma transversale R. Intest.
Caryophyllaeus nmtabilis R. Intest.
JJgula simplicissima R. Abdomen.
682. Silurus Glanis.
Cucullanus truncatus R. Intest.
Prionoderma ascaroides R. Ventric.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
tereticollis R. {Ech. Proteus Westrb.) Intest.
Distoma torulosum R. Intest.
Taenia osculata Goeze. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
Dub. Nematoideum. Ventric.
683. Silnrus megacep halus.
Amphistoma oxycephalum Dies. Intest. (Natterer).
684. Silurns Palmito.
Amphistoma megacotyle Dies. Intest. (Natterer).
685. Siluri spec. brasil.
Anthocephalus elongatus R. Tnnicae intest.
686. Cataphractus Corome Natterer.
Amphistoma ferrum equinum Dies. Int. (Natterer).
687. Cataphractus Murica Natt.
Amphistoma ci/lindricum Dies. Intest. (Natterer).
OQ2 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Amphistoma ferrum equinum Dies. Intest. (Natterer).
688. Cataphractiis Vacu Natt.
Amphistoma Cor?m Dies. Intest. (Natterer).
689. Cataphracti n. spec.
Aspidocotylus mutahilis Dies. Intest. (Natterer).
690. Salmo Albula.
Ascaris. Tuberc. ventric. et branchiar.
691. Salmo alpinns.
Distoma seriale R. Ren es.
— laureatum Zeder. Intest.
Bothriocephalus infundibuliformis R. Intest.
Taenia longicollis R. Intest. Hepar.
692. Salmo arcticiis.
Filaria Piscium R. Ventric. Perit.
693. Salmo auratns.
Amphistoma oxycephalurn Dies. Intest. (Natterer).
694. Salmo Carpio.
Bothriocephalus. Intest.
695. Salmo (Osmerus) Eperlanus.
Echinorhtjnchus. Abdomen. Intest.
Monostoma gracile R. Abdoni.
Taenia longicollis R. Intest.
— Abdomen.
Dub. Nematoideum. Ab dorn.
696. Salmo Eriox.
Distoma hyalinum R. Intest.
Bothriocephalus. Intest.
697. Salmo Fario.
Cucullanus globosus R. (JJacnitis glohosa Dujard.) Intest.
Spiroptera Cystidicola R, (^Dispharagus Cystid. Dujard.) Vesica
natatoria.
Ascaris obtusocaudata Zeder. Ventric. Intest.
Echinorhynchus fusiformis Zeder. Intest*
— Proteus Westrb. Intest.
— angustatus R. Intest. (Bellingham).
— globulosus R. Intest. (Creplin).
Distoma laureatum Zeder. Intest.
— tereticolle R. Ventric.
Octobothrium sagütatum Leuck. ßranchiae.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind 3();^,
Triaenophorus noduloms R. Hepar. Append. pylor.
Taenia longicollis R. Hepar.
698. Salmo Hucho.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
Proteus Westrb. Intest.
Disioma tereticolle R. Ventric.
Triaenophorus iiodulosus R. Hepar.
Bothriocephalus prohoscideus R. Append. pylor.
699. Salmo Lavaretns (C or r egonii s oxy-
rhynchus).
Echinorhjnchus Proteus Westr. Intest.
Octohothrium hirudinaceum Bartels. Branchiae.
Taenia longicolUs R Intest.
Duh. Abdomen.
700. Salmo (Oorregonus) Maraonula.
' Monostoma. Cyst. ventriculi.
Taenia longicolUs R. Intest.
701. Salmo Omul.
Ascaris. Ventric.
Taenia. Ventric. Append. pyloricae.
702. Salmo Pacu.
Amphistoma oxycephalum Dies. Intest. (Natterer).
— attenuatum Dies. Intest. (Natterer).
703. Salm o Paciipeba.
Amphistoma oxyceplialum Dies. Intest. (Natterer).
704. Salmo Salar.
Ascaris Qapsularia R. Intest. Abdomen.
Echinorhynchus fusiformis Zeder. Intest.
— pachysomus Creplin. Intest.
— Proteus Westrb. Intest.
Distoma varicum Zeder. Intest.
— appendiculatum R. Intest.
Tetrarhynchus appendiculatus R. Hepar. Muscnli.
Bothriocephalus prohoscideus R. Append. pylor.
— solidus R. {Schistocephalus dimorphus Crepl.)
Intest.
705. Salmo Salvelinus.
Echinorhynchus Proteus Westrb. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
304 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Bothriocephalus infundihulifoi^mis R. Intest.
706. Salnio (Osinerus) Saurus.
Ascaris. Peritoii.
Distoina appendiculatum R. Ventric.
707. Salmo Spirincluis.
Duh, Vesica iiatator.
708. Salmo T li y m a 1 1 u s.
Echinorhynchus Jusiformis Zeder, Intest.
— Proteus Westrb. Intest.
Distoma varicum Zeder. Ventric.
— laureatum Zeder. Intest.
Triaenophorus nodulosus R. Hepar. Append. pylor.
Taenia longicollis R. Intest.
709. Salmo Thymallus latus.
Spiroptera Cystidicola R. { Disjiharagus Ci/stidicola Dw^SixAm).
Vesica natat. Oesophagus.
710. Salmo Trutta.
Cucullanus globosus R. {Dacnitis glohosa Dujardin). Append.
pylor. Intest.
Ascaris ohtusoccmdata Zeder. Ventric. Intest.
Echinorhyndius fusiformis Zeder. Intest.
— ovatus Zeder. {Eck, Proteus Westr.) Mesenter.
Distoma laureatum Zeder. Intest..
— tereticolle R. Ventric.
Ligula nodosa R. Abdomen.
Triaenophorus nodulosus R. Perit. App. pylor.
Taenia longicollis R. Intest.
711. Salmo (Corregonus) Wartmanni.
Ligula simjdicissima R. Abdomen.
Taenia longicollis R. Intest.
711^^. Esox Belone.
Ascaris Acus Bloch. Abdomen.
Echinorhynchus angustatus R. Intest
— Pristis R. Intest.
Heteracanthus pedatus et sagittatus Dies. {Axine Abilgard.)
Branchiae.
Distoma gihbosum R. Ventric.
Scolex polymorphus R. Intest.
Bothriocephalus Belones Dujard. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 395
Taenia. Intest.
711*^. Esox L ucius.
Cucullanus elegans Zeder. Intest.
Ascaris Jeus Bloch. Intest.
— adiposa Schrank. Abdomen.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
— ovatus Zeder. {Eck. Proteus Westrb.) Intest.
Distoma Folium Olfers. Vesica urinaria.
— tereticolle R. Ventric.
— appendiculatum R. Ventric. (Creplin).
— Campanula Dujard. Intest,
Diplostomum clavatum Nordm. Oculi. (Dujardin).
Triaenophorus nodulosus R. Int. Hydat. liepat.
Dub. Cestoid. Ventric.
712. Argentina Sphyraena.
Ascaris. Abdomen.
Echinorhynchus. Abdomen.
Tetrar hynchus. Abdomen.
Dub. Nematoideum. Abdomen.
713. Sudis Gigas.
Cheiracanthus gracilis Dies. Intest. (Natterer).
Lecanocephalus spinulosus Dies. Ventric. (Natterer).
714. Clupea Alosa.
Ascaris adunca R. Ventric. Intest.
Echinorhynchus subulatus Zeder. Intest.
Distoma ventricosum R. Intest.
— appendiculatum R. Ventric.
Octobothrium lanceolatum Leuck. Branchiae.
Bothriocephalus fragilis R. Append. pyloricae.
715. Clupea (Engraulis) Encrasicholus.
Ascaris gracilescens R. Periton. intestinor.
Scolex polymorphus R. Intest.
716. Clupea Harengus.
Filaria Capsularia {Fil. Piscium) R. Periton.
Ascaris. Periton.
Distoma ocreatum R. Intest.
— appetidiculattmi'R. Ventric. (Creplin)!
717. Clupea Sprattus.
Ascaris gracilescens R. Periton. intestinor.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. 1, Bd, 20
306 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
718. Clupeae n. spec. italica.
Scolex polymorphus R. Intest.
719. Cyprinus Albiirnus.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
720. Cyp rinus amarus.
(Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
721. Cyprinus Aspius.
Filaria ovata Zeder. Abdomen. Hepar.
Cucullanus elegans Zeder. Intest. Abdom.
Duh. Nematoideum, Periton.
722. Cyprinus auratus.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
723. Cyprinus balerus.
Diplo%oon paradoxum Nordm. Branchiae. (Creplin).
724. Cyprinus Barbus.
Ascaris dentata Zeder. Ventric. Intest.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
— globulosus R. Intest. (Creplin).
— angustatus R. Intest. (Dujardin).
— nodulosus Sehr. {^Ech. Proteus Westrb.) Intest.
Monostoma cochleariforme R. Intest.
Distoma punctum Zeder. Intest, rect.
— nodulosum Zeder. Intest. (Dujardin).
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Bothriocephalns Rectangulum R. Intest.
725. Cyprinus Blicca.
Holostomum Cuticola Nordm. Oculi. Sub cute.
Caryophyllaeus mutabilis R, Ventric.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
726. Cyprinus Brama.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
— globulosus R. Intest. (Creplin).
— Clavula Dujard. Intest.
— nodulosus Sehr. {Ech. Proteus Westrb.) Intest.
Monostoma praemorsum Nordmann. Branchiae.
Holostomum Cuticola Nordm. Oculi. Sub cute.
Distoma globiporum R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 3Q7
Diplo%oon paradoxmn Nordm. Branchiae.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
727. Cyprinus Carassiiis.
Echinorhynchus. Intest.
Caryophijllaeus mutahilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
728. Cyprinus Carpio.
Dorylaimus stagnalis (parasit.) Dujard. Intest.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
Holostomum Cuticola Nordm. Oculi. Sub cute.
Distoma glohiporum R. Intest.
Diplozoon paradoxum Nordm. Branchiae. (Dujardin).
Diporpa. Dujard. Branchiae.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
729. Cyprinus cultratus.
Ascaris cuneiformis Zeder. Intest.
730. Cyprinus Dobula.
Echinorhynchus nodulosus Schrank. {Ech, Proteus Westrumb).
Intest.
— globulosus R. Intest. (Creplin).
Aspidogaster Umacoides Dies. Intest.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
731. Cyprinus ery throphthalmus.
Trichosoma tomentosum Dujard. Intest.
Dispharagus denudatus Dujard. Intest.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
— angustatus R. Intest. (Bellingh.)
— nodulosus Sehr. {Ech, Proteus Westrb.) Intest.
Holostomum Cuticola Nordm. Oculi. Sub cute.
Distoma glohiporum R. Intest.
Diporpa. Dujard. Branchiae.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
732. Cyprinus Gibelio.
Filaria sanguinea R, Cutis pinnae caudalis.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest
20*
308 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Ligula simplicissima R. Abdom.
733. Cyprinus Gobio.
Filaria ovata Zeder. Abdomen.
Ascaris cuneiformis Zeder. Intest. (Bellingh.)
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
— angustatus R. Intest. (Bellingh.)
— nodulosus Schrank. {Ech, Proteus Westrb.) Int.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
734. Cyprinus Idbarus.
Echifiorhynchus Proteus Westrb. Intest.
735. Cyprinus Idus.
Trichosoma tomentosum Dujard. Intest.
Ascaris cuneiformis Zeder. Intest.
Echinorhynchus nodulosus Schrank. {Ech, Proteus Westrb.) Int.
MonoStoma. Intest.
Holostomum Cuticola Nordm. Oculi. Sub oute.
Aspidogaster limacoides Dies. Intest.
Diplozoon paradoxum Nordm, Branchiae. (Dujardin).
Taenia. Intest.
736. Cyprinus Jeses.
Trichosoma tomentosum? Dujard. Int. (Creplin).
Echinorhynchus globulosus R. Intest. (Creplin).
— nodulosus Schrank. {Ech, Proteus Westrb.) Int.
Distoma inflexum R. Intest.
Diplo%oon paradoxum Nordm. Branchiae. (Creplin).
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Taenia torulosa Batsch. Intest.
737. Cyprinus Leuciscus.
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
Taenia torulosa Batsch. Intest.
738. Cyprinus Nasus.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
Distoma globiporum R. Intest.
Diplo%oon paradoxum Nordm. Branchiae. (Kollar.)
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
739. Cyprinus Orfus.
Taenia torulosa Batsch. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 309
740. C yprinus Phoxiiius.
Filaria ovata Zeder. Abdomen.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
— nodulosus Schrk. {Eck. Proteus Westrb.) Int.
Caryophyllaeus mutalilis R. Intest.
Bothriocephalus gr anularis R. Intest.
741. Cyprinus rutilus.
Filaria ovata Zeder. Abdom. (Mus. Vienn.)
Echinorhynchus tuberosus Zeder. Mesent.
— clavaeceps Zeder. Intest.
— Proteus Westrb. Intest.
— glohulosus R. Intest (Creplin).
Holostomum Cuticola Nordm. Ociili. Sub. cute.
Diplo%oon paradoxum Nordm. Branch. (Creplin).
Caryophyllaeus mutabilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
Duh, Nematoid. Abdom.
742. Cyprinus Tinea.
(Jucullanus. Intest.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
— glohulosus R. Int. (Creplin.)
— nodulosus Schrk. {Eck, Proteus Westrb.) Int.
Distoma globiporum R. Intest.
— jjerlatum Nordm. Intest.
Caryophyllaeus mutalilis R. Intest.
Ligula simplicissima R. Intest.
Gryporhynchus pusillus Nordm. Intest.
743. Cyprinus Vimba.
Echinorhynchtis glohulosus R. Int. (Creplin.)
— nodulosus Schrk. {Ech. Proteus Westrb.) Int.
Diplozoon paradoxum Nordm. Brancli. (Creplin.)
744. Cyprini spec. Barbo affiuis.
Ligula simplicissima R. Abdom.
745. Pisces haud determinati.
Distoma hinode Zeder. Intest.
— distichum Zeder. Intest.
310 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
9. Acautlioiiteryi^ii.
746. Trichiurus lepturus.
Anthocephalus interruptus R.
747. Lepidopus argyreus.
Dibothriorhynchus Lepidopteri Blainville. Intest,
748. Lepidopus Peronii.
Tetrarhynchus grossus R. Muse. (Otto.)
749. Cepola riibescens.
Distorna filiforme R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
Bothriocephalus. Intest.
Dub. Nematoideum. Peritc^n.
750. Blennius corniitus.
Distojna diver gens R. Intest.
751. Blennius Gattorugine.
Dist07na diver gens R. Intest.
752. Blennius ocellaris.
Scolex polymorphus R. Intest.
753. Blennius Phycis.
Filaria glohiceps R. Ovaria.
Ascaris. Periton.
Cucullanus foveolatus R. Mesenter.
754. Blennius raninus.
Ecldnorhynchus tereticollis R. {Eck. Proteus Westrb.) Intest.
755. Blennius tentacu latus.
Distoma divergens R. Intest.
756. Blennius viviparus.
Ascaris acuta R. Intest. Perit. Branchiae.
Echinorhynchus tereticollis R. {Ech, Proteus Westrb.) Intest.
Distoma Granulum R. Intest.
— divergens R. Intest.
757. Anarrhichas Lupus.
Distoma iricisum R. Ventriculus.
— Intest.
758. Gobius Aphya.
Echinorhynchus glohulosus R. (^Ech. propinquus Duj.) Intest.
759. Gobius Jozo.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus glohulosus R. {Ech. propinquus Duj.) Intest,
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 311
Scolex polymorphus R. Intest.
760. Gobiusminutus.
Scolex polymorphus R. Intest.
761. Gobius niger.
Echinorhynchus globulosus R. (^Ech. propinquus Duj.) Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
762. Lophius piscatorius.
Filaria Piscium R. Periton.
Ascaris rigida R. Intest.
Echinorhynchus Pumüio R. Intest.
— Intest.
Distoma gracilescens R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
Tetrarhynchus tenuicollis R. Periton.
Bothriocephalus. Intest.
763. Cottus Gobio.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
— tereticollis R. (^Ech. Proteus Westrb.) Intest.
— Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
Triaenophorus nodulosus R. Intest.
764. Cottus S corpius.
Ascaris angulata R. Mesent.
Echinorhynchus Acus R. Intest.
— tereticollis R.i
— sphaericus
Distoma divergens R. Intest.
— Granulum R. Intest.
— appendiculatum R. Int. (Creplin.)
Bothriocephalus punctatus R. Intest.
— solidus R. (ßchistoceph. dimorphus Crepl.) Int.
765. Scorpaena massiliensis.
Dub. {Acanthoceph. ?) Intest.
766. Scorpaena Porciis.
Scolex polymorphus R. Intest.
767. Scorpaena Scrofa.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus propinquus Dujard. Intest.
Distoma. Intest.
R 'i
'[ {Ech. Proteus Westrb.) Intest.
312 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Bothriocephalus migustatus R. Inte:st.
768. Trigl a adriatica.
Echinorhynchus simplex R. Intest.
— Intest.
Distoma appendiculatum R. Intest.
Bothriocephalus punctatus R. Intest.
Duh. Nematoideum. Periton.
769. Trigia Cuculus.
Distoma. Intest.
770. Trigia fasciata.
Anthocephalus macrourus R. Abdomen.
771. Trigia Gnrnardus.
Filaria Piscium R. Abdomen.
Mchinorhynchus simplex R. Intest.
Distoma soleae/orme R. Ventric.
Tetrarhynchus lingualis Cuvier. Lingua. (Creplin.)
772. Trigia Hirundo.
Distoma appendiculatum R. Ventric.
Tristoma tuhiporum Dies. (28.) Branchiae. (Kollar.)
Duh. Nematoideum. Periton.
773. Trigia Lyra.
Ascaris. Periton.
774. Triglae spec. brasil.
Anthocephalus. Abdomen.
775. Gasterosteiis aculeatus.
Ascaris. Intest.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
Monostoma caryophyllinum R. Intest.
Distoma appendiculatum R. Ventric.
Triaenophorus nodulosus R. Hydat. hepatis.
Bothriocephalus solidus R. {Schistoceph. dimorphus Creplin.)
Abdomen.
Taenia filicollis R. Intest.
Duh. Abdomen.
776. Gaster Ostens laevis.
Echinorhynchus clavaeceps Zeder. Intest.
Taenia amhigua Dujard. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 313
777. Gaste rosteus pungitius.
Botliriocephalus solidus R. {Schisioceph. dimorphus Crepl.) Ab-
domen. (Creplin.)
Triaenophorus nodulosus R. Intest. (Creplin.)
778. SparusAlcedo.
Anthocephalus Granulum R. Periton.
Düb. Nematoid. Periton.
779. Sparus Aurata.
Filaria. Ovaria.
Distoma pallens R. Intest.
780. Sparus Boops.
Ascaris. Periton.
Distoma Ascidia R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
781. Sparus Dentex.
Echinorhjnchus glohulosus R. {Ech. propinquus Dujard.) Intest.
Distoma carnosum R. Intest.
fuscescens R. Intest.
Dub. Tuberc.
782. Sparus erythrinus.
Distoma, Intest.
783. Sparus Maena.
Cucullanus. Intest.
Ascaris, Intest.
784. Sparus Melanurus.
Dub. Periton.
785. Sparus Mormyrus.
Dub. Periton.
786. Sparus Pagrus.
Distoma Ascidia R. Intest.
787. Sparus (Brania) Raji.
Echinorhynchus vasculoms R. Abdom. Intest.
Monostoma filicolle R. Processus spinosi.
Scolex polymorphus R. Intest.
Gymnorhynchus reptans R. Musculi.
Tetrarkynchus discophorus R. Brauch. Tunicae ventriculi.
Anthocephalus gracilis R. Periton.
788. Sparus Salpa.
Monostoma orbiculare R. Intest.
314 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Monostoma capitellatum R. Intest.
Distoma fr actum R. Intest.
789. Spar US Scaris.
Ascaris. Intest.
Distoma, Intest.
790. Spari nov. spec. ital.
Scolex polymorphus R. Intest.
791. Spari n. spec. ital.
Ascaris, Periton.
792. Spari spec. brasil.
Anthocephalus macrourus R. Hydat. perit.
793. Labrus Cynaedus.
Ascaris, Periton.
Distoma pulchellum R. Intest.
794. Labrus Julis.
Ascaris, Intest. (Mus. Vienn.)
795. Labrus luscus.
Ascaris. Periton.
Distoma Genu R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest. Periton.
796. Labrus Melope.
Distoma fasciatum R. Intest.
797. Labrus niloticus.
Dub. Nematoideum. Ventriculus.
798. Labrus olivaceus.
Ascaris, Intest. (Mus. Vienn.)
799. Labrus rupestris.
Ascaris. Intest. (Mus. Vienn.)
Distoma. Intest.
800. Labrus Tinea.
Ascaris crassicauda R. Intest.
Echinorhynchus. Intest.
Distoma fasciatum R. Intest.
801. Xirich thys Novacula.
Ascaris. Periton.
802. Sciaena Aquila.
Echinorhynchus. Periton.
Anthocephalus elongatus R, Periton.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 3|5
803. Sciaena nigra.
Ascaris. Periton. (Mus. Vienn.
804. Sciaena Umbra.
Ascaris. Periton.
Echinorhynchus globulosus R. {Ech. propinquus Dujard.) Intest.
Distoma tuharium R. Intest.
Duh. Tuberc. periton.
805. Uranoscopus scaber.
Filaria glohiceps R. Abdom. Genitalia.
Ascaris. Periton.
Distoma capitellalum R. Vesica fellea.
— fallax R. Ventric.
Scolex polijrnorphus R, Intest.
806. T rachin US Draco.
Filaria Viscium R. Abdom.
Ascaris constricta R. Tunicae intest.
Echinorhynchus gibhosus R. Periton.
807. Trachinus lineatus.
Ascaris constricta R. Tunicae intest.
808. Perca Asper (Aspro vulgaris).
Distoma nodulosum Zeder. Intest.
809. Perca cernua (Acerina cernua).
Cucullanus elegans Zeder. Intest,
Echinorhy7ichus angustatus R. Intest.
— tereticollis R. {Ech. Proteus Westrb.) Intest.
Distoma nodulosum Zeder. Intest.
— longicolle Crepl. Cyst. periton.
Diplostomum volvens Nordm. Oculi.
— clavatum Nordm. Oculi.
Triaenophorus nodulosus R. Intest. (Crepl in.)
Taenia oceUata R. Intest.
810. Perca cirrosa.
Cucullanus ahbreviatus R. {Dacnitis abbreviata Dujard.) Intest.
Distoma affine R. {Dist. appendiculatum? R.) Intest.
Dub, Periton.
811. Perca fluviatilis.
Oxyuris velocissima Nordmann. Oculi.
Cucullanus elegans Zeder. Ventr. Append. pylor.
Ascaris truncatula R, Intest. Hyd. hepatis. Musculi,
3j[g Gurltt Verzeichniss der Thiere,
Echinorhi/nc/ms angustatus R. Intest.
— tereticollis R. {Ech. Proteus Westrb.) Intest.
Holostofnum Cuticola Nordm. Oculi.
— hrevicaudatum Nordm. Oculi.
Distoma nodulosum Zeder. Intest.
— glohiporum R. Intest.
— appendiculatum R. Ventric. (Creplin.)
— annuligerum Nordm. Oculi.
Diplostomum volvens Nordm. Oculi.
— clavatum Nordm. Ocnli.
Scolex polymorphus R. Intest.
Ligula simplicissima R. Abdomen.
Triaenophorus nodulosus R. Int. Hydat. hepat.
Tcienia ocellata R. Intest.
812. Perca Labrax (Labrax Lupus).
Distoma appendiculatum R. Ventric. (Dujard.)
— Lahracis Dujard. Intest.
Bothriocephalus Lahracis Dujard. Intest.
813. Perca Lucioperca (Luciop. Sandra).
Cucullanus elegans Zeder. Ventric. App. pylor.
Ascaris truncaiula R. Periton.
Echinorhynchus angustatus R. Intest.
— Proteus Westrb. Intest.
Distoma tereticolle R. Ventric.
— nodulosum Zeder. Intest.
— truncatum Abilgaard. Ventric.
Diplostomum volvens Nordm. Oculi.
— clavatum Nordm. Oculi.
Ligula simplicissima R. Intest.
Triaenophorus nodulosus R. Intest.
814. Perca marina (Serranus Scriba).
Distoma fasciatum R. Intest.
— microsoma R. Intest.
Duh. Periton.
815. Perca norvegica,
Filaria Piscium R. Abdomen.
Cucullanus. Intest.
Taenia ocellata R. Intest.
•^ octolohata R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 317
816. Perca Zingel (Aspro Zingel).
Cucullanus elegaiu Zeder. Intest.
Distoma nodulosum Zeder. Intest.
817. Mullus rubescens.
Ascaris. Intest.
Distoma furcatum Bremser. Intest.
818. Mullus Surmuletus.
Filaria extenuata Deslongchamps. Abdomen.
Distoma furcatum. Brems. Intest.
819. Apogon rex Mullorum (Mullus im-
berbis).
Distoma aper tum R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
820. Sphyraena Spet.
Echinorhynchus globulosus R. {Eck. propinquus Dujard.) Intest.
Duh. Nematoideum, Periton.
821. Zeus Aper.
Distoma appendiculatum R. Intest.
Duh. Nematoid. Periton.
822. Zeus Faber.
Filaria Piscium R. Abdomen.
Ascaris. Ventric.
Echinorhynchus glohulosus R. {Ech. propinquus Dujard.) Intest.
(Mus. Vienn.)
Distoma caudiporum R. Intest.
Scolex polymorphus R. Intest.
Duh, Nematoid, Mesent.
823. Lampris guttatus. ^
Monostoma tetiuicolle R. Musculi.
824. Stromateus Fiatola.
Ascaris. Periton,
Distoma cristatum R. Ventric.
Scolex polymorphus R. Intest.
825. Coryphaena Equiselis.
Distoma tornatum R. Ventric.
Tetrarhynchus macrobothrius R. Abdom. Hydat. periton.
826. Coryphaena Hippuris.
Ophiostoma lepturum R. Intest.
Echinorhynchus Frist is R. Intest.
31g Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Distoma fm^catum Brems. Intest.
— tornatum R. Ventric.
— Branchiae. Intest.
Tetrarhynchus macrohothrius R. Muse. Fauces. Branchiae.
— discophorus R. Abdomen. Hepar.
— megacephahis R. {Bothrioceph, claviger Leuck.)
Hepar. Cyst. perit.
827. Caranx imperialis.
Duh. Nematoid. Mesent.
828. Caranx trachurus.
Distoma laticolle R. Intest.
Anthocephalus Granulum R. Periton.
Dub. Nematoid. Mesent.
829. Centronotus glaiicus.
Monoitoma galeatum R. Intest.
Anthocephalus elongatus R. Mesenter.
Duh, Nematoid. Periton.
830. Xiphias Gladius.
Ascaris incurva R. Tuberc. intest.
Distoma dendriticum R. Intest.
Tristoma coccineum Cuvier. Branchiae.
— papillosum Dies. Branchiae.
Tetrarhynchus attenuatus R. Branchiae.
— megacephalus R. Branchiae. (Leuckart.)
Bothriocephalus plicatus R. Intest, rect.
831. Scomber Colias.
Cucullanus melanocephalus R. Intest.
Echinorhynchtf^ Pristis R. Intest.
Distoma excisum R. Ventric.
Anthocephalus Granulum R. Hyd. periton.
Dub. Nematoid. Perit.
832. Scomber Pelamis.
Echinorhynchus Ter ehr a R. Ventric.
Distoma clavatuin R. Ventric.
Tetrarhynchus macrohothrius R. Musculi.
Bothriocephalus bicolor Bartels. {Rhynchobothrium hicolor Du-
jard.) Intest.
833. Scomber Roch ei.
Cucullanus melanocephalus R. Intest.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 319
Anthocephalus gracilis R. Periton.
834. Scomber Sarda.
Cucullanus melanocephalus R. Intest.
Tetrarhynchus megabothrius R. Tunic. ventric.
Duh. Nematoideum. Periton.
835. Scomber Scomber.
Filaria Piscium R. Abdomen.
Ascaris Pedum Deslongch. Intest.
Echinorhynchus Pristis R. Intest.
Monostoma Filum Dujard. Intest.
Distoma excisum R. Ventric.
— appendiculatum R. Ventric. (Dujardin.)
Octobothrium Scombri Nordm. Branchiae.
Dub. Nematoid. Periton.
836. Scomber Thynnus.
Trichocephalus gibbosus R. Vesica fellea.
Cucullanus melanocephalus R. Intest.
Distoma clavatum R. Ventric.
PolyStoma duplicatum R. Branchiae.
Anthocephalus elo7igatus R. Hyd. hepat
837. Chaetodontis spec. brasil.
Distoma incomtum R. Intest.
838. Mugil Cephalus.
Echinorhynchus ugilis R. Intest.
839. Mugil Labeo.
Echinorhynchus agilis R. Intest.
— exacanthus Dujard. Intest.
840. Centriscus Scolopax.
Ascaris, Periton.
841. Atherina Hepsetus.
Ascaris. Periton.
Echinorhynchus. Intest.
Distoma baccigerum R. Intest.
V. CRUSTACEA.
842. Plagusia depressa.
Dub, Appendices ventriculi.
320 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
843. Pagurus Bernhardus.
Duh. Vesicula ovariorum.
Peltogaster Paguri? Ratlike (29.)
844. Palinuriis quadricornis (Cancer Locusta).
Dub. Vesicula ovariorum.
845. Astacus fluviatilis.
Echinorhynchus miliarius Zenker. Intest. (Siebold.)
Distoma isostomum R. Ductus biliferi (Otto. Baer). Ganglia
(Carus). Ductus seminiferi (Creplin).
— citrigerum Baer (30.) Cystid. musc. et tunic. ventric.
846. Gammarus Pulex.
Echinorhynchus miliarius Zenker (31.)
847. Apus productus (Monoculus Apus).
Filaria. Abdomen?
VI. ARACHNIDA.
848. Drassus lucifugus.
Filaria. (Mus. Vienn.)
849. Miranda cero pegia.
Filaria. (Duval.)
850. Araneae species incerta.
Filaria. (Latreille.)
851. Phalangium cornutum.
Filaria. (Latreille.)
852. Phalangium Opilio.
Filaria truncata R. Abdomen. (Baer.)
VII. INSSCTA.
1, Coleoptera.
852*. Lucanus Capreolus.
Ascaris. Intest.
852'^. Geotrupes nasicornis.
Ascaris cuspidata R. Intest, crass.
Filaria s. Gordius. (32.)
853. Cychrus rostratus.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 321
21
322 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
892. Galleruca Tanaceti C.
9. Hyiiieiioptera.
Filaria s. Gordius.
893. Tenthredinis larva.
894. Sphecodes gibbus Jll.
895. Formicae spec. ine.
896. Bombus terrestris.
897. — spec. ine.
3. Ortlioiitera.
Filaria s. Gordius.
898. Forficula aurieularia L.
899. Blatta orientalis L.
900. Decticus verrucivorus L.
901. — pedestris F.
902. Locusta viridissima L.
903. — Hemitogia.
904. Bradyporus Laxmanni Pal.
905. Gryllus bordigalensis Lat.
906. — migratorius.
907. Barbitistes serrieauda F.
908. Ephippigera perforata Burm.
909. Calopterus italicus Burm.
910. Gomphocerus parallelus Charp.
911. — biguttulus Charp.
912. Oedipoda coeruleseens.
4. ]¥europtera.
Filaria s. Gordius.
913. Phyganea grisea.
^14. Phryganeae larva.
5. Hemipteva*
Filaria.
915. Ptyela spumaria.
916. Coccus spec. iucert.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 323
O. lieiiidoptera.
Filaria.
917. Vaiiessae Aiitiopae larva.
918. — Polychlori larva.
919. — Urticae larva.
920. Vanessa Jo.
921« Lycaenae Quercus larva.
922. — Betulae larva.
923. Papilioiiis spec. incert.
924. Smerinthus Tiliae.
925. Sphingis Ligustri larva.
926. — ocellatae larva.
927. — Euphorbiae larva.
928. Sphinx Euphorbiae.
929 Notodontae Camelinae larva.
930. — ziczac larva.
931. Saturniae Pyri larva.
932. Liparis Monacha.
933. — dispar.
934. Liparidis disparis larva.
935.' — Salicis larva.
936. — Chrysorrhoeae larva.
937. Gastropacha Quercifolia.
938. Gastropachae Trifolii larva.
939. — Quercus larva.
940. Euprepiae Cajae larva.
941. Euprepia Jacobaeae.
942. Hepiolus Humuli.
943. Noctua Typica.
944. Catocala Fraxini.
945. Catocalae Nuptae larva.
946. Ennomos cratagata.
947. Platyptericis Falculae larva.
948. Tortrix pomonana.
949. Tortricis pomonanae larva.
950. Tineae Padellae larva.
951. Tinea Evonymella.
952. Elachista cygnipenella.
953. Erucarum spec. incert.
21*
524 Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
9. Diptcra.
954. Chironomus plumosus.
955. Cordylura pubera.
VIII. MOIalaUSCA.
1. CepHalopoda«
956. Sepia officinalis.
Tetrarhfjnchus macrohothrius R. Tunicae ventric.
957. Loligo vulgaris.
Tetrarhynchus macrohothrius? R. Intest. (Martini.)
958. Octopus vulgaris.
Scolex polymorphus R. Intest.
Duh, Tuberc. ventric.
9, Oasteropoda.
959. Limax agrestis.
Distoma, Dujard. Hepar. Intest.
960. Limax cinereus.
Lepiodera ßexilis Dujard. Duct. deferens.
Distoma. Dujard. Intest.
961. Limax rufus.
Angiostoma Limacis Dujard. Intest.
Distoma. Dujard. Hepar. Intest.
962. Succinea ampliibia.
JLeuchochloridium paradoxum Carus (33.)
963. Hei ix aspersa.
Distoma. Dujard. Hepar.
964. Helix putris.
Duh. Tentacul.
965. Planorbis corneus.
Cercariae spec. (Baer, Siebold, Steenstnip.)
9GQ. Lymnaeus palustris.
Cercariae spec. (Baer, Siebold, Steenstrup.)
Distoma Radula Dujard. Cyst. cavit. pulmon.
— Dnj. Hepar.
967. Lymnaeus stagnalis.
Cercariae spec. (Baer, Siebold, Steenstrup.)
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 325
968. Paludina vivipara.
Distoma luteum Baer. Testic. Hepar.
3. Coiicliifera.
9Q^. Anodonta cygnea.
Jspklogaste?' Conchicola Baer. Pericardiiim.
Bucephalus polymorphus Baer. Viscera.
970. Anodonta ven tri cosa.
Distoma duplicatum Baer. Cyst. renunj.
971. Unio littoralis.
Aspidogaster Conchicola Baer. Pericard.
IX, ANIVUI.ATA.
972. Lumbricus terra stris.
Dicelis Filaria Dujardin. Testicul.
Creplin: Nachträge zu Gurlt's Verzeichniss der
Thiere, bei welchen Entozoen gefunden
worden sind.
ad. 1. Homo.
^Filaria Oculi humani Nordm. , Gescheidt. Lens cryst.
(S. V. Nordmann, Mikrograph. Beitr., H. 1, S. 7. —
V. Ammon, Zeitschr. f. d. Ophthalmol., Bd. 3, H. 3, 4.
— Abb. in des Letztern Klin. Darst. der Krankh. des
menschl. Auges).
Ancylostoma {pessime scr. Jgchijlostoma) duode?iale Dubini,
qui id rep. in Duod. ac Jejuno. "^
(S. Schmidt's Jahrb. d. in- u. ausl. Med., Bd. 41, H. 2,
aus Omodei, Ann. univers. d. Med., Apr., 1843).
Monostoma Lentis Gescheidt. Lens cryst. Nordmann detexit.
(S. Nordm. a. a. O., H. 2, S. LX).
Distoma Oculi humani Gesch., qui id detexit. Inter lentem
cryst. ejusque capsulam.
(S. Ammon a. a. O. (Zeitschr.) S. 434. — Abb. in dess.
Klin. Darst.).
326 Crcplin: Nachträge zu Gurlt's Verzeichniss der Thiere,
Trematodi (?) sp. Cavitas glenoid. genu carie correpti.
Hanipeis.
(S. Neue med.-chir. Z. , 1845, No. 22, S. 268—69, aus
der Oesterr. med. Wochenschr., 1824, No. 27).
ad 5. Cercopithecus Sabaeus.
Cysticercus tenuicollis R. Periton. (Creplin).
Acephalocystis. Hepar. Mus. zool. Gryph.
ad. 6. Macacus Cyiiomolgus.
Cysticercus. Hepar. Leuckarfc.
(S. Leuck., Zool. Bruchst., lll , S. 3).
6^. Macacus Rhesus.
Trichocephalus paliformis Rud. Int. er. (Creplin).
ad. 7. Macacus ecaudatus.
Echinorhynchus Spirula Olfers. Int. ten. (Creplin).
Cysticercus teiiuicollis R. Mesent. (Creplin).
7^. S i m i a e m a g n a e p e r u v i a n a e.
Filaria. Sub cute. Pöppig.
(S. Froriep's Not. B. 33, N. 7).
ad 21. Vespertilio Daubentonii.
Trichosomum. Int. (Mehlis).
Distomum Lima R. Int. (Idem.)
ad. 23. Vespertilio Leisleri.
Filariae sp. n. Abdom. (Mehlis).
ad. 24. Vespertilio murinus. (Vesp. murinus L.
ist, Nilsson zufolge, der Vesp, discolor der Neuerenjj
Trichosomum. Int. (IMehlis).
Ascaris. Int. \.„ .
_, ,. , , _ ^ f (Rousseau.)
Echinorhynchus. Int.J ,
(S. Isis, 1844, S. 409, aus Guerin, Mag. de Zool.).
ad. 25. Vespertilio mystacinus.
Distomum Lima R. Int.%(Mehlis.)
ad. 26. Vespertilio Nattereri.
Distomum Lima R. Int. (Mehlis.)
— sp. d. n. Int. ten. (Idem.)
ad. 28. Vespertilio Pipistrellus.
Ophiostomum mucronatum R. Int. (Creplin.)
ad 29. Vespertilio serotinus.
Nematoideum dub. $ . Sub cute. Creplin.
(S. Dies Archiv, 1844, Bd. 1,,S. 117).
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 327
29^ Vespertilio.
Nematoideum. Sub ciite. (Redi.)
29 *^. R h i II o I o p h u s b i h a s t a t u s.
Distomwn Lima R. Int. (Mehlis.)
ad 33. Canis fa miliaris.
Bothriocephalus latus Brems. (Siebold, erhielt in Ostpreussen
einen Wurm dieser Art, welcher nach seiner Versicherung
einem Spitzhund in Braunsberg abgegangen war.)
(S. Dies Archiv, 1838, Bd. 2, S. 305).
ad 37. Canis Vulp es.
Distomum trigonocephalum R. Int. ten. (Creplin.)
Taeniae sp, n. annata, Int. ten. (Mehlis.)
ad 40. Felis concolor.
Echinorhynchus. Int. (Olfers.) (In Rudolph i's Samml.).
49'^. Lutra Lutreola.
Distomum trigonocephalum R. Int. (Otto.)
ad 54. Mustela Putorius.
Strongijli sp, n. Int. ten. (Mehlis.)
Cysticercus cordatus Tschudi. Oment. (Leuckart).
(S. Tschudi, Die Blasenw., S. 59, m. Abb.).
ad 63. Talpa europaea.
Trichosomum. Int. (Creplin.)
Cysticerci sp. n. Tel. cellulos. (Mehlis.)
ad 68. Sorex fodiens.
Taenia saccifera Mehl. Int. ten. (Mehlis.)
ad 73. Halmaturus giganteus.
Filaria. In saccis ad genu. (Webster.)
(S. Froriep's Not., Bd. 42, No. 21).
ad 77. Myoxus Nitela.
Nematoideum (^Ascaridi pusillae R. simile). Hydat. omenti.
(Mehlis.)
ad 82. Cricetus vulgaris.
Ascaris tetraptera Nitzsch. Int. col. et rect. (Mehlis).
ad 86. Mus Musculus.
Acephalocystis. Hepar. (Creplin.)
ad 92. Hypudaeus amphibius.
Trichosomum. $ Ventric. (Retzius.)
(S. Müll er' s Archiv, 1841, S. 419).
328 Creplin: Nachträge zn Gurlt's Verzeichniss der Thiere,
Strongylus. (Siebold).
(Burdach's Physiol. , 2te Ausg. , Bd. 2, S. 209).
ad 93. Hypudaeus arvalis.
Taeniae sp, duh, rostellata. Int. teil. (Melius).
93^*. Hypudaeus liercy iiicus.
Strongyll sp. n. Int. ten. (Mehlis).
Taenia omplmlodes Herni. Int. (Idein.)
— sp, duh, Int. ten. (Ideni.)
95'\ Hypudaeus terrester,
Trichocephalus nodosus R. $ Int. coec. (Mehlis).
Taenia omphalodes Herrn. Int. (Idem.)
Cysticercus fasciolaris R. Hepar. (Idem.)
— longicollis R. Sacc. axill. (Idem.)
Q&\ Dipus tetradactylus.
Nematoidea duh, Cav. abdom. , ventric, , int. coec, inter pa-
rietes ventric. (Otto).
(Creplin, in diesem Archiv, 1844, Bd. 1, S. 116).
ad ^9. Lepus brasiliensis.
Cysticercus {elongatus Leuck. ?) (Natterer).
(Leuckart, Zool. Bruchst., III, S. 3).
ad 100. Lepus Cuniculus domesticus.
Cysticercus elongatus Leuck. Periton. (Leuckart).
(Leuckart a. a. O. S. 1).
ad 101. Lepus Cuniculus ferus.
Coenurus cerehralis R. Canal. medull. spin. (Rousseau).
(Leb Ion d, Atlas zum Traite zoolog. et physiol. sur
les Vers intest, de l'homme p. Bremser, trad. de
TAUem. p. Grandler, revii et augm. de notes p.
Blainville, p. 15).
ad 109. Bradypus tridactylus.
Nematoideum. Inter tun. ventric. (Otto).
— {ßtrongylus leptocephalus R. $ ?). Int. ten. (Otto),
(lieber beide Nem. s. Creplin a. a. O., S. 115).
112^^. Manis pentadactyla.
Ascaris (.^). Ventric. (Whitefield).
(Isis, 1832, S. 824, aus Jameson's Edinb. Journ.
Vgl. Isis, 1845, S. 585. Anm.).
bei Melchen Entozoen gefunden >vorden sind. 329
112^. Manis sp.
„VentricuJus (formicis plenus) cum bursa verniiculis mille-
iiis vivis repleta." Gouye.
(S. Hist. de l'Acad. d. sciences, p. 39, nach SundevalJ,
Koiigl. Vet.-Acad. Handl. för är 1842, p. 264),
ad 114. Sus Scrofa.
Distomum lanceolatum Mehl. Hepar. (Goeze.) (?)
114^. Phacochoerus africaiius.
Nematoideum. Int. ten. (Otto.)
(S. Creplin, a. a. O. , S. 117).
ad 119. Equus Caballus.
Vei^miculi Trichinae similes. Inter tun. int er. (Dick.)
(S. Miiller's Arch., 1838, S. LXXIV, aus dem Edinb.
med. and. surg. Journ.).
Mo7iostomum {?) Sette?m Nu man.
(S. Siebold in diesem Archiv, 1838, Bd. 2, S. 299).
ad 125. Camelopardalis Giraffa.
Trichocephalus. Int. ten. (Clot Bey).
(S. Isis, 1839, S. 663, aus dem Bulletin scientif. de
l'Acad. imp. de St. Petersb.).
ad 126. Cervus Alces.
Ampldstomum conicnm R. v. Baer. (In Rudolph i 's Samml.)
Cysticercus. Idem. (In derselben Sammlung).
ad 130. Cervus Dama.
Strongylus micrurus Mehl. Bronch. (Mehlis).
— muticiis Mehl. Int. (Idem).
— filicollis R. Int. (Idem).
ad 132. Cervus Elaph US.
Strongylus müticus Mehl. (?) Int. coec. (Mehlis).
143^. Capra Hircus var. reversa.^
Ampldstomum conicum R. Rumen. (Creplin).
ad 148. Bos Taurus domesticus.
Distomum hepaticuin Abildg. repertum in saccis pulmonalibus
Vitulorum a IMehlisio.
Taenia expansa R. Int.
149^. Phoca cucullata.
Filaria. Cor. (In Rudolph i's Samml.)
ad 150. Phoca foetida.
Ascaris osculata R. (In Mus. zool. Gryph.)
330 Creplini Nachträge zu Gurlt's Verzeichniss der Thiere,
Echinorhynchus strumosus R. Int. (In Mus. zool. Grypli.)
Distomum Conus Cr. Hep. (Creplin.)
Bothriocephalus, Int. .(Schilling.)
(S. Creplin, Obss, de Entoz,, p. 68).
151^ Phoca Grypus.
Äscaris osculata R. Oesoph., Ventric. (Int.) (Creplin.)
ad 156. Delphinus Delphis.
Echinorhynchus pellucidus Leuck. Int.
(S. Leuckart, Brev. animal. quorundam niaxima ex
parte marin, descr. , p. 23, Fig. 6, a, b).
ad 158. Delphinus Phocaena.
Filaria inßexo - caudata Sieb. In cystidib. pulm. (Eschricht,
Quekett, Siebold.)
(S. Siebold in diesem Arch., 1842, Bd. 2, S. 348).
Echinorhynchus. Int. (Mehlis.)
Distomum philocholum Cr. Sp. n. Hepar.
158^ Delphinus.
Filaria (F). Orbita. (Chamisso.)
(S. Nordmann, Mikr. Beitr., H. 2, S. X.).
Index generiim.
Abax 878.
Accentor 247.
Accipenser 619 — 25.
Acclius 874 — 75.
Alauda 253 — 54.
Alca 505.
Alcedo 224 — 25.
Alligator 522 — 23.
Ammodytes 639.
Amphisbaena 540 — 42.
Anarrhichas 757.
Anas 468 — 493.
Anguis 539.
Anodonta 969 — 70.
Anser 494 — 98.
Anthus 248 — 52.
Antilope 137 — 42.
Apogon 819.
Apus 847.
Aranea 850.
Arctomys 81.
Ardea 368 — 80.
Argentina 712.
Arvicola 92 — 95.
Astacus 845.
Ateles 11 — 12.
Atherina 841.
Balaena 155.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind.
331
Barbitistes 907.
Blaps 882 — 83.
Blatta 899.
Blennius 750 — 56.
Boa 543 — 46.
Bos 146 — 48. p. 329.
Botlirops 569.
Brachycerus 885.
Bradyporus 904.
Bradypus 109. p. 328.
Bucco 218.
Biifo 581 — 85.
Buprestis 881.
Calathus 855.
Callithrix 15.
Camelopardalis 125. p. 329.
Camelus 123 — 24.
Canis 32 — 37. p. 327.
Capra 143. p. 329.
Caprimulgus 336 — 40.
Carabus 858 — 65.
Caranx 827 — 28.
Castor 98.
Cataphractus 686 — 89.
Cathartes 159.
Catocala 944 — 45.
Catopterus 909.
Cavia 107 — 108.
Cebus 13 — 14.
Centriscus 840.
Centronotus 829.
Cepola 749.
Cercopithecus 2 — 5. p. 326.
Certhia 230.
Cervus 126 — 36. p. 329.
Chaetodon 837.
Charadrius 409 — 14.
Chelonia 508.
Clielys 513.
Clümaera 618.
Clüronomus 954.
Chrysochloris 64.
Ciconia 382 — 83.
Cinclus 255.
Clupea 714 — 17.
Cobitis 679 — 81
Coccus 916.
Coelogenys 106.
Coluber 550 — 61.
Columba 341—44.
Colymbetes 876 — 77.
Colymbus 436 — 44.
Coracias 244.
Cordylura 955.
Cordylus 531.
Corvus 235—43.
Coryphaena 825 — 26.
Cottus 763 — 64.
Coturnix 352.
Crex 428.
Cricetus 82. p. 327.
Crocodilus 521.
Crotalus 572 — 73.
Crotophaga 216 — 17.
Crypturus 353.
Cuculus 219 — 23.
Cychrus 853.
Cyclopterus 677 — 78.
Cygnus 499 — 501.
Cyraiiidis 884.
Cynocephalus 8 — 10.
Cyprinus 718 — 44.
Cypselus 329 — 30.
Dasyprocta 105.
Dasypus 111—112.
Decticus 900 — 901.
332
Gurlt: Verzeichniss der Thicre,
Delphinus 156 — 58. p. 330.
Dendrocolaptes 229.
Dicotyles 115 — 116.
Didelphis 70 — 72.
Diodon 630.
Dipiis 96. p. 328.
Drassus 848.
Dytisciis 888.
Elachista 952.
Elaps 565.
Elephas 118.
Emberiza 273 — 77.
Emys 509.
Ennomos 946.
Ephippigera 908.
Equus 119 — 122. p. 329.
Erinaceus 62.
Erucae 953.
Esox 711^^
Euprepia 940.
Falco 162 — 92.
Felis 38 — 46. p. 327.
Feronia 853*.
Forficula 898.
Formica 895.
Fringilla 278 — 90.
Fulica 421 — 23.
Gadns 643 — 61.
Galleruca 891 — 92.
Gammarus 846.
Gasteropocha 937—39.
Gasterosteiis 775 — 77.
Gecko 535.
Georhychiis 97.
Geotrupes 852'\
Glareola 420.
Gobius 758 — 61.
Gomphocerus 910 — 11.
Grus 381.
Gryllns 905 — 906.
Giilo 58.
Haematopus 419.
Halieus 461—65.
Halmaturus 73. p. 327,
Hapale 16 — 18.
Harpalus 869 — 72.
Helix 963 — 64.
Hepiolus 942.
Himantopus 416 — 17.
Hippocampus 626.
Hirundo 331 — 35.
Homo 1. p. 325.
Hydrus 574.
Hyla 593 — 94.
Hylotrupes 887.
Hypudaeus 92-95. p. 327-28.
Hyrax 113.
Hystrix 104.
Igiiana 534.
Jynx 215.
Labrus 793—800.
Lacerta 525 — 33.
Lampris 823.
Laniiis 231 — 34.
Larus 445 — 58.
Lemmus 91.
Lemur 19.
Lepadogaster 676.
Lepidopiis 747 — 48.
Leptodactyliis 586.
Lepiis 99—103. p. 328.
Lestris 459.
Limax 959 — 61.
Limosa 386 — 87.
Liparis 932 — 36.
Lociista 902 — 903.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind.
333
Loligo 957.
Lophius 762.
Loxia 291.
Lucanns 852^.
Lumbricus 972.
Lntra 50. p. 327.
Lycaena 921 — 22.
Lymnaeus 966 — 61.
Macacus 6 — 7. p. 326.
Manatus 154.
Manis p. 328—29.
Meleagris 359.
Meles 59.
Meloe 889.
Melolontha 890.
Mergus 502 — 504.
Merops 226.
Miranda 849.
Monitor 524.
Motacilla 298 — 300.
Mugil 838 — 39.
Mullus 817—818.
Muraena 631—37.
Mus 83 — 90. p. 327.
Muscicapa 292 — 97.
Mustela 50—55. p. 327.
Myogale 65.
Myoxus 74—77. p. 327.
Myrmecophaga 110.
Nasua 48 — 49.
Noctua 943.
Notodonta 929 — 30.
Numenius 393 — 95.
Numida 358.
Octopus 958.
Oedicnenius 415.
Oedipoda 912.
Ophidium 640 — 42.
Ophis 568.
Oriolus 245 — 46.
Orthragoriscus 629.
Otis 361 — 63.
Otiorrhyncluis 886.
Ovis 144 — 45.
Pagurus 843.
Palamedea 384.
Palinurus 844.
Paludina 968.
Papilio 923.
Parus 322 — 28.
Pavo 360.
Pelecanus 466.
Pelor 857.
Peltocephalus 516.
Perca 808 — 16.
Perdix 350 — 51.
Petromyzon 595.
Phacochoerus p. 329.
Phalangium 851 — 52.
Phasianus 354 — 57.
Phoca 149—53. p. 329—30.
Phoenicopterus 365.
Phryganea 913 — 14.
Phrynops 514 — 15.
Phyllostoma 31.
Picus 208 — 14.
Pipa 592.
Pisces haud determin. 745.
Plagusia 842.
Planorbis 965.
Platalea 366 — 67.
Platydactylus 535.
Platypterix 947.
Pleuronectes 662 — 75.
Po diu eil) a 524.
Podocneiiiis 517 — 18.
Poecilius 868.
Pristonychus 879.
334
Gurlt: Verzeichniss der Thiere,
Procellaria 460.
Procrustes 866.
Procyon 60 — 61.
Proteus 575.
Pseuderys 570.
Pseudopus 538.
Psittacus 203 — 207.
Pterostichus 873.
Ptyela 915.
Python 547—49.
Raja 599 — 606.
Rallus 424—27.
Raiia 587 — 91.
Recurvirostra 418.
Rhinemys 519 — 20.
Rhinolophus 30. p. 327.
Salamandra 579 — 80.
Salmo 690 — 711»
Saturnia 931.
Saxicola 301 — 304.
Sciaena 802 — 804.
Scincus 537.
Sciurus 78 — 79.
Scolopax 388 — 92.
Scomber 831 — 36.
Scorpaena 765 — 67.
Sepia 956.
Silpha 880.
Silurus 682 — 85.
Simia peruv. p. 326.
Sitta 228.
Smerinthiis 924.
Sorex 66 — 69. p. 327.
Sparus 778 — 92.
Spermophilus 80.
Sphecodes 894.
Sphinx 925 — 28.
Sphodrus 867.
Sphyraena 820.
Spilotus 566 — 67.
Squalus 607 — 17.
Stellio 536.
Sterna 429 — 35.
Strix 193 — 202.
Stromateus 824.
Struthio 364.
Sturnus 256.
Succinea 962.
Sudis 713.
Sula 467.
Sus 114. p. 329.
Sylvia 305 — 21.
Synbranchus 638.
Syngnathus 627 — 28.
Talpa 63. p. 327.
Tanagra 271 — 72.
Tantalus 385.
Tapirus 117.
Tenthredo 893.
Testudo 510 — 12.
Tetrao 345 — 49.
Tinea 950 — 51.
Torpedo 596—98.
Tortrix 948 — 49.
Totanus 396 — 99.
Trachinus 806 — 807.
Trichiurus 746.
Trigla 768 — 74.
Tringa 400 — 407.
Triton '576—78.
Tropidonotus 571.
Turdus 257 — 70.
Unio 971.
Upupa 227.
Uranoscopus 805.
Uria 506 — 507.
bei welchen Entozoen gefunden worden sind. 335
ürsus 56—57. Viverra 47.
Vanellus 408. Vultur 160 — 61.
Vanessa 917 — 20. Xiphias 830.
Vespertilio 20 — 29, p. 326. Xirichthys 801.
Vipera 562 — 64. Zeus 821 — 22.
Literatur, welche in Rudolphi's Synopsis entozoorum noch
nicht enthalten ist:
1. Owen, in Transact. of the zoolog. Society. 1835. I.
2. Mehlis, observat. de Distomate hepatico et lanceolato. 1825.
3. Blainville, Appendice au traite de yers intestin. de Bremser,
4. Die sing, in Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte.
I. II. 1836. 1840.
5. Mehlis, in Oken's Isis. 1831.
6. Dujardin, histoire naturelle des Helminthes ou vers intesti-
naux. Paris, 1845.
7. Nitzsch, in Ersch und Gruber's Encyclopädie.
8. Creplin, novae observat. de entozois. 1829.
9- — observat. de entozois. 1825.
10. Leuckart, zoologische Bruchstücke. Helminthologische Bei-
träge.
11. Bellingham, magaz. of nat. history 1840. IV.
12. Ehrenberg, symbolae phjsicae. Art. Hyrax.
13. Cloquet, anatomie des vers intest. 1824.
14. v. Siebold, in Gurlt und Hertwig Magazin für die gesammte
Thierheilkunde. VIII.
15. Diesing, in Medic. Jahrbücher des K. K. österr. Staats.
16. Creplin, in Nova Acta acad. C. C. Lign. XIV.
17. _ in Wiegmann's Archiv. 1842.
17i>. — in Aligem. Encyclopädie. XXXII.
18. Schnitze, in Hecker's Annalen für die gesammte Heilkunde.
1825.
19. V. Siebold, in Wiegmann's Archiv. 1835.
20. Westrumb, de helminth. acanthoceph. Hannover, 1821
21. Miescher, Beschreibung und Untersuchung des Monostoma
bijugum. Basel, 1838.
22. Deslongchamps, in Encycl. methodique. (Artic. Vers.).
23. Miescher in Verhandl. der Schweiz. Naturforschenden Gesell-
Schaft. 1841.
24. Henle, in Froriep's Notizen. B. 38.
25. Kuhn, in Annal. des Scienc. d'obs H. 1829.
336 Gurlt: Verzeichniss d. Thiere, b. w. Entoz. gef. word. sind.
26. Duvernoy, in Annal. des Sc. natiir. 1842.
27. Nordmann, micrographische Beiträge zur Naturgeschichte der
M'irbellosen Thiere. I. 1832.
28. Diesing, in Nova Acta Acad. C. C. Leop. XVllI.
29. Rathke, in Neue Danziger Schrift. III.
30. V. Baer, in Nova Acta Acad. C. C. Leop. XIII.
31. Zenker, commentat. de Gammari pulicis histor. natur. 1832.
32. V. Siehold, in Entomolog. Zeitung. Stettin. 1842. 1843.
33. Carus, in Nova Act. Ac. C. C. L. XVII.
NB. Von den hier citirten Schriften habe ich einige nicht nachsehen
können, sie sind aus Dujardin (N. 6) entlehnt.
337
lieber den Crjptorhjnchiis Lapathi und seine Ver-
wüshing des Erlenholzes.
Von
Prof. Schvvägrichen
zu Leipzig.
(Hierzu Taf. X).
Unter den Waldbäumen von Norddeutschland galt die
Erle lange Zeit für einen von denen, dessen Stämme am we-
nigsten von Insekten beschädigt werden, denn ausser Se^^ia
sphegiforrais (nicht spheciformis), einem eben nicht häufigen
Abendschmetterling, ist kaum ein Insekt bekannt worden, des-
sen Larven das lebende Erlenholz angreifen. Erst in neuern
Zeiten im Jahr 1824 fand man in der Nähe von Liegnitz in
der Sächsischen Ober- Lausitz (s. Allg. Forstzeitung 1825.
N. 63): „einen halben oder dreiviertheil Zoll lange Larven,
die im Erlenholz Schaden anrichteten und einem Rüsselkäfer
anzugehören schienen". Diese Vermuthung bestätigte sich
und ward auch erwähnt sowohl in Cotta's Werken über Forst-
wissenschaft als auch bei der Versammlung der Deutschen
Forst- und Landwirthe zu Dresden im Jahr 1843. Hier wurde
es besprochen, dass seit 1832 die Larve von den Cryptorhyn-
chus Lapathi Jll.( Curculio Lapathi L. ) im Erlenholze sich
zeigte. Früherhin hatte sowohl Linne, als Paykull, Gyllenhal
lind noch 1840 in der Fauna Lapponica Zetterstedt gesagt,
das Thier lebe auf niedrigen Pflanzen, Weiden, Erlen. Die
in Dresden gegebene Notiz wurde aber erst 1844 in den
Protokollen jener Versammlung durch den Druck bekannt
gemacht.
Mittlerweile erhielt ich von einem ausgezeichneten Beob-
achter und Freunde der Natur aus der Sächsischen Oberlau-
sitz zugleich mit ausgesuchten Stammstücken, in denen noch
Puppen und ein Paar völlig entwickelter Käfer waren, voll-
Archiv f. Naturgesch. XI. Jahrg. i. Bd. 22
338 Schwägrichen: üeber den Cryptorhynchus Lapathi
ständigere Nachrichten über das Leben des Thieres. Es fehlte
jedoch wegen der vorgerückten Jahreszeit schon an Larven,
und es gelang dem Herrn Einsender nur nach erneuerten
Nachforschungen noch eine vollständige Larve und zwei an-
dere Larven, die eben zur Puppe werden und ihre Larven-
haut abstreifen wollten, aufzufinden.
Die mit den Käfern mir mitgetheilten Beobachtungen sind
folgende.
„Die Larve dieses kleinen Rüsselkäfers verwüstet im Som-
mer des jetzt laufenden Jahres (1844) die jungen Erlenhol-
zungen in der Königl. Sachs. Oberlausitz. Folgende hierauf
bezügliche Beobachtungen sind auf dem Rittergute Döbra mit
Tradow bei Camenz gemacht worden :
„Kleine weisse Maden, von der Länge eines halben Zol-
les mit einem kastanienbraunen Kopfe, gewöhnlich 10, 15 bis
20 in einem Stamme, sitzen in der Mitte des Stammes im
Holze, schroten das Holz zu Sägespänen, wühlen darin lange
Gänge, verpuppen sich und aus ihnen kriecht dann ein klei-
ner bräunlicher Käfer aus, der denn die Maden fortpflanzt.
Auf stärkerem und älterem Holze zeigt sich die Made nur
wenig und nur in den schwächeren Aesten. Die jungen Bäume
von 1 bis 3 und 4 Zoll Stärke unten im Durchschnitt unter-
liegen der Verwüstung fast durchgängig, so dass von dieser
Stärke auf dem bedeutenden Reviere nicht der vierte Theii
der Erlen verschont geblieben ist. Die Maden , die sich un-
streitig aus den in die Rinde gelegten Eiern hineinbohren,
fangen im Stamme ganz unten über der Erde an zu fressen
und gehen dann im Stamme hinauf, welcher in dessen Folge
abstirbt und abbricht, wenn er vom Winde bewegt wird."
Aus der Betrachtung der Holzstücken und der Larven
Hess sich noch ferner über die Lebensart des Thieres Einiges
bemerken und vermuthen.
Der Kanal, den eine solche Larve sich gräbt, ist etwas
über drei Zoll lang. Meistentheils nagt die Larve erst in auf-
steigender oder horizontaler Richtung auf der Rinde hin, bohrt
dann durch dieselbe durch und arbeitet in schiefer Richtung
durch den Splint, und endlich im Holze aufwärts, indem sie
die losgetrennten Spähnchen hinter sich zusammengedrängt
zurücklässt. Will sie sich verpuppen: so kehrt sie sich um,
und seine Verwüstung des Erlenholzes. 339
dass der Kopf nach der Oeffnung des Kanales hin, also nach
dem Erdboden zu gerichtet ist und verwandelt sich nach un-
gefähr 14 Tagen in den Käfer. Dieser bleibt, auch ausge-
wachsen, in dein Kanäle sitzen, wenn er nicht gestört wird.
Wie lange er aber hier bleibe, und ob er den ganzen Winter
hier zubringe, lässt sich schwer sagen : es wäre nicht unmög-
lich, dass das Letztere geschähe, denn es überwintern viele
Insekten, selbst Tagschmetterlinge, Hemerobien etc. und leben
während der kalten Monate in Ruhe, selbst ohne Nahrung zu
sich zu nehmen. Unsere Käfer selbst blieben ganz ruhig in
ihrem Kanäle, obgleich die letzten Tage des August noch
mildes Wetter eintrat und eben so verhielten sich die Käfer
in Dobra, nur ein Paar, die zum Behufe des Zeichnen mehr
bewegt worden waren, krochen eine kurze Zeit im Zimmer
herum.
Die Larve selbst ist ausgestreckt höchstens einen halben
Zoll lang, hat einen länglich cylindrisclien , am Rücken ge-
wölbten, am Bauche etwas platteren Körper, der überall mit
kleinen, meist in die Quere gestellten Wülsten besetzt ist.
Einzeln stehende kurze steife Haare sind ohne erkennbare
Ordnung über den ganzen Körper und Kopf verstreut. Die
Farbe ist gelblich weiss, der rundliche, glänzende Kopf gelb-
lich braun; die Fresswerkzeuge erscheinen, wenn sie im Zu-
stande der Ruhe zusammengedrückt liegen, schwarz; eine
dünne mehr oder weniger deutliche schwärzliche Rückenlinio
geht der Larve vom After bis über den vierten Bauchring
hinauf. Die Bauchfüsse, so wie die Hakenfüsse fehlen; an
deren letzteren Stelle sind Querwülste, nämlich an jedem der
drei ersten Bauchringe eine mittlere längere, und neben dieser
eine mehr halbrundliche auf jeder Seite; die letztern vertreten
die Stelle der Füsse und tragen auf ihrer Mitte eine Borste.
An der einen Larve waren auf der Bauchseite des ersten Rin-
ges drei plattenartige dunklere Stellen, die den beiden andern
Raupen fehlten, vielleicht geben sie ein Kennzeichen des
männlichen oder weiblichen Geschlechtes ab.
Die Fresswerkzeuge der Larven bestehen aus einer ova-
len, an der Basis durchscheinenden, gelblichen, am vordem
Theile schwarzbraun gefärbten Oberlippe; (labrum) zwei horn-
artigen aber ausnehmend harten dreikantigen Kinnladen (man-
22*
340 Schwägrichen: Ueber den Cryptorhynchus Lapathi
dibula); von vorn angesehen bildet sie ein Dreieck, die
Schneide oder der innere Rand derselben ist gerade hernn-
ter laufend und hat unterhalb der Mitte zwei vorstellende ab-
gerundete Zähne ; der äussere Rand ist dick. Die Kinnbacken
(maxilla) sind gelbbraun, keulförmig und gebogen; auch am
äussern Rande verdickt, das obere Ende ist dunkler, geht in
einen breitern Theil aus, an dem eine Reihe kurzer, durch-
sichtiger, steifer Borsten steht, am äussern Rande sieht man
eine oder ein Paar längere Borsten und oben einen noch un-
entwickelten Taster (palpus oder Fressspitze), der aus einem
cylindrischen, untern und einem obern ovalen Gliede besteht.
Die Unterlippe (Labium inferius) ist hellbräunlichgelb, herz-
förmig dreieckig, convex und trägt unter dem abgerundeten
Ende zwei schwarze kegelförmige Taster (palpus, Lippen-
taster). Unter der Spitze der Lippe sieht man einen dunkler
braunen halbovalen Fleck. Die Zunge (ligula) liess sich nicht
vollständig erkennen, schien aber dünn und spitzig zu sein.
Es konnte nur an der einen Larve das Fresswerkzeug unter-
sucht werden. Mit diesem Fresswerkzeug zerbeisst die Larve
das Holz in kurze, dünne Spähne, die den Kanal locker aus-
füllen, nachdem sie ausgesogen und zurückgeschoben worden
sind, um der Larve zum Vorwärtskriechen Platz zu lassen.
Sehr auffallend sind die Veränderungen, die an diesen
Fresswerkzeugen vorgehen, während sich unter allmähligem
Lockerwerden der Oberhaut die Puppengestalt vorbereitet und
während der Vordertheil des Kopfes oder Gesichtes sich in
einen langen Schnabel verwandelt, der nachher die Fresswerk-
zeuge, nebst ihren Sehnen und Muskeln einschliesst. Der
Schnabel, der fast zweimal so lang als der Kopf des Käfers
im ausgebildeten Zustande ist, stellt einen kurzen, oben con-
yexen, auf der Unterseite etwas flachen Cylinder dar. Diesen
Schnabel sieht man an der Puppe schon ganz ausgebildet, so
wie auch die Füsse und Flügelscheiden. Der hintere beweg-
liche Theil des Puppenkörpers hat an den Leibringen feine,
aber steife Dornen, in die sich vielleicht die Haare der Larve
verwandelt haben. Sie sind so gestellt, dass sie, wie bei an-
dern im Holz lebenden Puppen z. B. deren des Weidenboh-
rers, Cossus, zu Stützen dienen, mit denen die Puppe sich
und seine Verwüstung des Erlenholzes. 341
in ihrem Kanäle vorwärts schieben kann. Die Farbe der Puppe
ist schmutzig gelb.
Die Fresswerkzeuge des Käfers unterscheiden sich ganz
ausserordentlich von denen der Larve, nur die Kinnladen
bleiben sich ähnlich, nur verkleinert, schienen mir aber so
wie auch alle andern Theile des Gebisses sehr klein. Die
Kinnladen (mandibulae) sind dreikantig, ihre vordere Fläche
dreieckig, der Innenrand zeigt zwei oder drei stumpfe Her-
vorragungen, man könnte ihn tricrenatus nennen, und ist
eben; die Substanz sehr hart und die Farbe schwarz. Die
Kinnbacken (maxillae) sind länglich, von der Spitze bis fast
zur Basis herunter mit vielen querliegenden, steifen Haaren
oder Borsten bedeckt, licht gelblichbraun. Der Taster ragt
etwas über die Kinnbacke hinaus, ist mehr cylindrisch als
konisch und besteht aus vier Gliedern, die eben so lang als
breit sind. Die Glieder tragen einzelne gerade stehende Bor-
sten und haben an ihrer Basis eine dunklere braune, an der
Spitze eine hellere Farbe. Die Unterlippe, so gut sie sich
am trocknen Käfer erkennen liess, ist gleich breit, etwas dick
längs ihrer Axe, mit zwei keglichen Tastern besetzt, an denen
ebenfalls einzelne steife Haare bemerkt werden und gelblich-
braun. Am Ende stehen zwei dreigliedrige Taster.
In der Larve sah man nur an den Kinnbacken -Tastern
eine Anlage von zwei Gliedern, einem unteren dickeren und
einem oberen dünneren; an den Lippentastern nicht die min«
deste Spur von Theilung oder Anlage zu Gliedern, da doch
bei dem vollkommnen Insekt die Gliederung aller Taster voll-
kommen deutlich und entschieden vorliegt.
Der Käfer selbst ist oft beschrieben und sehr kenntlich
an dem etwas gebogenen Rüssel, der den kleinen Kopf an
Länge zweimal übertrifift, gebrochenen etwas keul form igen
Fühlern, starken Beinen, davon nur am Männchen die vor-
dersten einen Schenkeldorn tragen. Das Thier ist bald drei,
bald x'ter Linien lang, länglich oval, convex, von gedrungener
Statur, schwarz, am Körper mit einigen Zeichnungen, am
Ende der Deckschilde durchaus hell gefärbt. Die Farbe an
alten Exemplaren meiner Sammlung, licht grau, an den fri-
schen eben ausgekrochenen aber ins pfirsichbluthrothe ziehend;
diese Zeichnungen lassen sich abschaben und reiben sich von
342 Schwägrichen: Ueber den Cryptorhynchus Lapathi
selbst theilweise ab, wenn das Thier lange leben bleibt.
Ausserdem sieht man auf dem ganzen Rücken und den Flü-
geldecken Reihen eingedrückter Punkte und hier und da, am
dichtesten an dem hellgefärbten Ende der Flügeldecken kleine
Büschel schwarzer Schüppchen, die dem blossen Auge wie
Borsten erscheinen.
Nachschrift. Nachdem ich meinen Aufsatz über Cry-
ptorhynchus Lapathi an Herrn Professor Erichson gesandt hatte,
benachrichtigte mich derselbe, wofür ich ihm verbindlichsten
Dank sage, dass über dieses Thier schon im ersten Bande
der Schriften der Londoner Linneischen Gesellschaft pag. 86.
1791 eine Nachricht sich befinde. Diese ist nicht nur mir,
sondern wie es scheint, auch manchen andern Freunden der
Entomologie entgangen.
Der Verfasser jener Abhandlung, der als Entomolog und
Zeichner anerkannte William Curtis bemerkte zu Anfang des
Juni 1780 an einem, 2 Jahre vorher gepflanzten 6 Zoll im
Durchmesser starken Stamm von Salix viminalis Haufen fei-
ner Holzspähnchen, die von Bienen, Schmetterlingen und an-
dern Insekten, welche durch einen dem gährenden Biere ähn-
lichen Gerüche des Stammes angelockt herzuflogen, um die
Feuchtigkeit der Spähnchen einzusaugen, besucht wurden und
hier und da Larven der Silpha grisea L. enthielten, und fand
bei näherer Untersuchung, dass dieses Holzmehl aus auf- und
iiiedersteigenden Kanälen im Holze des Stammes kam, in wel-
chen Larven von Cryptorhynchus Lapathi lebten, die er wenig
vergrössert und unzergliedert, dennoch aber kenntlich abbildete.
Um den Käfer abzuhalten , dass er seine Eier nicht an
einem Baumstamm anlegen könne, empfiehlt Herr Curtis ein
Stück Segeltuch, das mit einer klebrigen harzigen Substanz
bestrichen ist, um den Stamm zu schlagen, Matten um den-
selben zu binden oder auch in der Zeit, da die Käfer aus-
kriechen, den Stamm mit Steinkohlentheer zu bestreichen. In
wiefern diese Mittel hülfreich und auch im Grossen anwend-
bar sein mögen, muss die Erfahrung lehren.
Da die Käfer, wie wir oben gesehen haben, am untern
Theil des Stammes ihre Eier anlegen, so würde man eben so
verfahren können, wie bei dem Anbinden oder Anstreichen
von Theerringen, die man im Spätherbst an Obstbäumen an-
und seine Verwüstung des Erlenholzes. 343
bringt, um die ungefliigelten Weibchen von Geometra brumata,
defoliaria u. a. aufzufangen. Nur miisste zu diesem Behufe
die Zeit der Erscheinung der Käfer noch genauer bestimmt
werden, welche bei den genannten Schmetterlingen durch die
meist mehrere Tage vor den Weibchen auskriechenden und
herumflatternden Männchen angezeigt wird.
Erklärung der Tafel X.
Fig. 1. Ein Stück von dem untern Theil eines jungen Erlenstam-
mes von der Rindenseite; Fig. 2. 3. dasselbe Stammstück gespalten
und von ^er innern Seite angesehen. Bei a Fig. 1 ist neben einer
angenagten Querlinie in der Oberhaut die Stelle, wo eine Larve ein-
gebohrt und von unten nach oben fortgearbeitet, in Fig. 3 bei a
durchgebrochen und bis c fortgefressen, dann aber sich umgekehrt
und zur Puppe verwandelt hat; bei d Fig. 1 die Stelle, wo eine an-
dere Larve die Epidermis zerstört, durch das Loch b Fig. 2 hervor-
gearbeitet und unter dem Kanal einer dritten Larve Fig. 2 c ihren
eigenen Kanal angelegt hat, der nicht ganz geöffnet ist, dessen Rich-
tung aber schwarze Spalten bezeichnen. Fig. 4. Die am Besten er-
haltene Larve, 5. eine noch weiter veränderte Larve, die letzte von
der Bauchseite, an der die Kopfschaale sich löste und an der man
die braunen Stellen am ersten Bauchringe sieht. Fig. 6. Eine Puppe
vom Rücken, 7. eine andere von der Bauchseite. Fig. 8. Die Stirn
mit Oberlippe und Kinnladen der Larve. 9. Dieselbe etwas vorge-
neigt und von den Kinnladen getrennt, so wie die folgenden Figuren
bis 13 zwanzig mal vergrössert. Fig. 10. Eine Maxille mit der Un-
terlippe aufrecht gestellt und von vorn gesehen. Fig. 11. Eine Ma-
xille von der innern, 12. eine andere von der äussern Seite etwas
stärker vergrössert. Fig. 13. Das obere Ende einer Maxille mit der
Anlage zum Palpus a 40 mal vergrössert.
344 Philippi: Beschreibung einiger neuer Echinodermen
Beschreibung einiger neuer Echinodermen nebst
kritischen Bemerkungen über einige weniger be-
kannte Arten.
Von
Dr. Philippi.
(Hierzu Tafel XL)
1. Spatangus {Tripylus) excavatus Ph. (Fig. 1).
Sp. testa cordata, suborbiculari, basi plana; ambu-
lacris paribus profundissime excavatis, oblongo-lineari-
bus, anticis divaricatis; siilco a vertice ad os decurrente pa-
rum profundo; semita *) ambulacra una cum regione ani in-
cludente; poris genitalibus tribus, non symmetricis. Long. 19'";
lat. 18"', alt. 11"'.
Habitat ad extremitatem aiistralem Americae.
Die grösste Breite erreicht diese Art ein klein wenig
vor der Mitte, nach hinten ist sie etwas verschmälert, am hin-
tern Ende abgestutzt, vorn schwach ausgerandet, im Ganzen
nähert sich aber der Umfang der Kreisgestalt bedeutend. Die
Basis ist sehr flach, und bildet mit den Seiten eine zwar
abgerundete und stumpfe aber doch deutliche Kante; sonst
zeigt sie nichts Auffallendes. Der Mund befindet sich zwi-
schen dem dritten und vierten Theil der Länge. Der Wirbel
liegt fast genau in der Mitte. Von vorn bis zu demselben
steigt das Gehäuse gleichmässig gewölbt aufwärts; unmittelbar
hinter ihm erhebt es sich ein klein wenig, senkt sich darauf
unbedeutend bis zum After, und fällt dann senkrecht ab. Die
Furche, welche vom Wirbel bis zum Munde verläuft, ist nur
*) Nach der Analogie von Ambulacrum* mögen so die glatteren,
mit mikroskopisch kleinen Höckerchen besetzten, auffallenden Be-
grenzungen besonderer Felder heissen.
nebst kritischen Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 345
schwach vertieft, etwa wie Sp. cor angiiinum, und hat jeder-
seits eine Reihe dicht gedrängter Porenpaare, welche, wie
gewöhnlich, weit kleiner sind als die Poren der paarigen Am-
bulakra, und sich nach unten zu in eine Reihe einfacher Po-
ren verwandeln, die sich zum Munde fortsetzt. Die vordem
paarigen Ambulakra gehen unter einem sehr stumpfen Winkel
aus einander; sie sind 7^"' lang, etwas über 2'" breit, und
haben die bedeutende Tiefe von 3'", die hintern sind 5.}'" lang,
2"' breit, 2~" tief. In der Tiefe werden sie sogar noch etwas
breiter. Diese tiefen Aushöhlungen lassen im Centrum einen
breiten Zwischenraum zwischen sich, und es reichen die Po-
renpaare der Ambulakra mit einem spitzen Winkel über die
Aushöhlung noch eine Strecke in diesen Raum hinein. Ein
einziges Feld umschliesst sämmtliche Ambulakra und zugleich
die Aftergegend, und reicht unterhalb des Afters beinahe bis
zur Bauchseite. Eine sehr auffallende, meist aus fünf, stellen-
weise jedoch auch aus neun mikroskopischen Wärzchen be-
stehende semita trennt dieses Feld von dem übrigen Theil
des Gehäuses. Eine zweite semita fängt, von der ersten aus-
gehend, unmittelbar hinter den vordem paarigen Ambulakren
an, verläuft mit einem tief einspringenden Winkel bis zum
Ende der hintern Ambulakra und verbindet diese letztern mit
einander. Sehr auffallend sind die Genitalporen : es sind deren
nur drei vorhanden, von unverhältnissmässiger Grösse, und
durchaus unsymmetrisch gestellt. Einer liegt nämlich auf
der rechten Seite zwischen dem vordem und hintern paarigen
Ambulakrum, und zwei liegen auf der linken Seite vor dem
vordem Ambulakrum. Die poröse Platte zwischen ihnen ist
sehr auffallend. — Die Farbe ist weisslich.
2. Spatangus {Tripylus) cavernosus Ph. (Fig. 2).
Sp. testa cordato-ovata, basi convexa; ambulacris pari-
bus profundissime excavatis, ovato- oblong is, anticis diva-
ricatis, sulco a vertice ad os decurrente profundiore; semita
ambulacra una cum ano includente nulla; poris genitalibus
tribus, non symmetricis. Long. 12'"; lat. 11'"; alt. 8"'.
Habitat ad extremitatem australem Americae.
Der Sp. cavernosus ist der vorhergehenden Art sehr
ähnlich , so dass ich ihn anfangs auch damit zusammengewor-
fen hatte, bei einer aufmerksamen Betrachtung unterscheidet
346 Philip pi: Beschreibung einiger neuer Echinodermen
er sich .jedoch leicht durcli folgende Merkmale: der Umfang
ist weniger kreisförmig, mehr sechseckig, die grösste Breite
liegt in der Mitte, nicht davor. Die Basis ist gewölbt, die
Seiten wohl gerundet, ohne alle Kante, und der Theil vom
After bis zu den Wirbeln stärker gewölbt und höher. Die
vordere Furche ist breiter und tiefer; die Ambulakra sind
breiter, namentlich die vordem, diese sind 4^"' lang, 2'" breit,
2'" tief; die hintern sind 3^'" lang, 1^'" breit, If" tief. Die
semita, welche bei der vorigen Art von den vordem Ambu-
lakren anfangend horizontal nach hinten verläuft, sich dann
senkt und die Aftergegend umfasst, fehlt hier gänzlich, und
es ist nur diejenige vorhanden, welche unmittelbar die Ambu-
lakra mit einander verbindet. Die Höcker für die Stacheln
stehen sehr viel weitläuftiger, und sind nicht nur relativ, son-
dern auch absolut, weit grösser als bei der vorigen Art, was
besonders auf der obern Seite auffallend ist. Die Stacheln,
welche am obern Rande der paarigen Ambulakra stehen, wa-
ren noch erhalten, und sind 1^"' lang, schwach gekrümmt, an
der Spitze etwas zusammengedrückt. — Die Genitalporen
sind noch grösser, sonst genau wie bei der vorigen Art. Die
Farbe ist ebenfalls weiss. In jedem der hintern Ambulakra
versteckt fand ich einen jungen Echiniden, der sehr sonderbar
ist. Er ist 1^'" lang, 1-^-'" breit, |-"' hoch, eiförmig, etwas
flach gedrückt. Der Mund liegt auf der Unterseite im Drittel
der Länge und ist kreisförmig. Eine vordere Furche ist
kaum angedeutet. Der After liegt oben im hintern Drittheil,
und wird von einer mit Schuppen bedeckten weichen Haut
umgeben. Genitalporen kann ich nicht erkennen, auch sind
oben keine Ambulakra deutlich, wohl aber unten, wo, ganz
wie bei Spatangus, fünf vom Munde ausstrahlen; das längste
derselben, das hinterste, hat jederseits neun Poren, die zum
Theil doppelt sind. Die Anzahl der Höcker ist sehr gering,
und beträgt etwa sechs in der Meridianreihe, doch liegen zahl-
reiche kleinere in der Wirbelgegend. Die einzelnen Höcker
sind im Verhältniss sehr gross, von einem deutlichen flachen
Ring umgeben, und in der Mitte mit einem Grübchen ver-
sehen , genau wie bei Spatangus. - Auch die Stacheln , welche
unverhältnissmässig — f '" — lang und schwach gebogen sind,
stimmen genau mit denen von Sp. cavernosus überein. — Sind
nebst kritischen Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 347
dies Junge des Sp. cavernosus? und erleidet dieser eine Me-
tamorphose? dies ist mir in hohem Grade wahrscheinlich.
Möchte uns doch bald ein tüchtiger Beobachter, etwa Sars,
eine Nachricht über die Entwickelung der Seeigel geben !
3. Spatangus ( Tripi/lus) australis Ph. (Fig. 3).
Sp. testa ovato-cordata, basi convexiuscula, lateribus ro-
tundata; sulco antico parum profunde; ambulacris paribus
parum profundatis, oblongis, anticis divaricatis ; semita
lata ambulacra cingen(e antice producta; poris genitalibus
tribus, non synnnetricis. Long. 9^'"; lat. 9"'; alt. 6"i'".
Habitat extremitatem australem Americae.
Diese Art hat ganz genau den Umriss und die Gestalt
von Sp. cavernosus, dieselbe vordere Furche, dieselbe semita,
nur ist diese weiter nach vorn vorgezogen, allein die Ambu-
lakra sind sehr schwach vertieft, wie bei Micraster Ag. Die
Genitalporen sind bei dem einen Exemplar nicht grösser als
sie gewöhnlich bei Spatangus sind, bei einem zweiten wohl
ein wenig grösser, jedoch lange nicht so unverhältnissmässig,
wie bei Sp. cavernosus und excavatus.
Diese drei Arten zeichnen sich gemeinschaftlich durch
die ungewöhnliche Dreizahl der Genitalporen und
deren unsymmetrische Stellung aus, welche wohl mit
Sicherheit auf das Vorhandensein von nur drei Eierstöcken
schliessen lässt. Dieses von einem physiologisch sehr wich-
tigen Organ hergenommene Kennzeichen reicht unstreitig hin,
die Aufstellung einer besondern L^nterabtheilung von Spatan-
gus zu rechtfertigen, welche ichTripylus nenne, von T^ü(i,
XQia drei und nhXri das Thor. Den Sp. australis würde man
sonst wohl unbedenklich zu Micraster k^, rechnen können,
wenn man das wichtige Kennzeichen der Genitalporen unbe-
rücksichtigt lassen wollte ; die beiden andern Arten wüsste
ich aber nicht wohl in eine der Agassiz'schen Unterabtheilun-
gen von Spatangus unterzubringen.
4. Spatangus {Brissus) pulvinatus Ph.
Sp. testa cinerea, ovata, antice canali parum profundo
sulcata; vertice centrali; ambulacris quatuor paribus parum
profundatis; semitis ventralibus latissimis postice adscen-
dentibus et cum area ambulacrali conjunctis. Long. 32'":
lat. 28'", alt. 19"'.
348 Philippi: Beschreibung einiger neuer Echinodernaen
Habitat in M. Mediterraiieo ad Neapolin rarus.
Die grösste Breite Jiegt ein wenig vor der Mitte, die
grösste Hölie ganz hinten dicht vor dem After. Der Wirbel
liegt genau in der Mitte der Länge; ein flacher Kanal, fast
3'" breit, läuft von demselben 7Aim Munde, und bewirkt, dass
die vordere Extremität eine herzförmige Einbiegung erhält.
Die vorderen paarigen Ambulakra divergiren ziemlich stark ;
sie sind bis zum Genitalporus fast 9'" lang und 2^'" breit;
die hinteren Ambulakra dagegen sind nur 6^'" lang und 2'"
breit, beide sind nicht stärker vertieft als der vordere Kanal.
Die vier Genitalporen stehen nahe bei einander, unmittelbar
hinter ihnen ist eine kleine eiförmige, kissenartige Erhaben-
heit, die poröse Platte, hinter welcher eine schmale Furche
anfängt, die bis zum After verläuft und in ihrer hintern Hälfte
besonders auffällt, indem sie der grösseren Stachelhöcker ent-
behrt. Die Area ambulacralis, (welche die ambulacra ein-
schliesst), ist sehr winklig und ragt fast bis zum vorderen
Rande. Der After kann von oben gesehen werden, indem die
Aftergegend von oben nach unten und aussen abfällt; sie ist
an den Seiten durch eine ziemlich scharfe Kante begränzt,
allein nicht in einer besondern area eingeschlossen. Dagegen
ist eine breite, oben herzförmige area infraanalis vorhanden,
welche bereits auf der untern Seite liegt, und jederseits drei
Porenpaare hat. Der Mund liegt im vierten Theil der Länge.
Die vordem paarigen Bauch-Ambulakra, welche von ihm aus-
gehen, bilden fast eine continuirliche gerade Linie, die hin-
tern liegen in einem auffallend breiten (5'") plattern Raum,
welcher nur mit entfernten kleinen Höckerchen besetzt, scharf
begränzt, hinten nur durch einen schmalen Zwischenraum von
der area infraanalis getrennt ist, und sich schmaler werdend
nach oben und dann nach vorn bis zu dem Ende der hintern
Ambulakra begiebt. Auch die semitae, in welchen die vor-
dem Bauchambulakra liegen, erstrecken sich nach oben, bis
sie das Ambulakralfeld und die entsprechenden Ambulakra
erreichen; die Poren finden sich aber nur auf der Bauchseite.
Das Ventralfeld ist hinten nicht geschlossen, stark gewölbt,
in der Mitte fast gekielt.
Diese ausgezeichnete Art muss wohl in die Abtheilung
Brissus gebracht werden, ungeachtet diese durch den Mangel
nebst kritischen Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 349
der vorn Rücken nacli dem Mund verlaufenden Furche cha-
rakterisirt wird, während eine solche Furche hier sehr deut-
lich vorhanden ist.
5. Spatangus (Brissus) placenta Ph.
Sp. testa cinerea, late-ovata, depressa, antice rotundata,
postice latiore, dorso planiuscula, venire medio convexa,
obsolete assulata, vertice ori opposito, ad \ longitudinis sito;
ambulacris paribus parum profnndatis, anticis brevioribus;
tuberculis niajoribus in area ambulacrali in ziczac dispositis.
Long. 57'", lat. 50'"; alt. 25"'.
Habitat in M. Mediterraneo ad Panormum rarus.
Der Umriss ist breit eiförmig, hinten ein weniges abge-
stutzt, vorn nicht im mindesten ausgeschnitten. Die grösste
Breite findet im hintern Drittheil Statt; die Unterseite ist ge-
wölbt, in der Mitte etwas gekielt, namentlich ist der Kiel im
hintern Theil des Bauchfeldes sehr deutlich ; die Oberseite ist
ziemlich flach, steigt jedoch bis kurz vor das Afterende all-
mählig in die Höhe, und zeigt zwischen den beiden hinteren
Ambulakren eine auffallende, riickenartige Erhöhung. Der
Wirbel liegt genau über dem Mund, im vordem Drittheil der
Höhe, in einer ziemlich auffallenden Vertiefung. Das vordere
unpaare Ambulakrum besteht aus zwei Furchen, welche eine
kaum 1^'" breite Erhöhung einfassen und sich verlieren, ehe
sie das vordere Ende der Area ambulacralis erreichen. Die
vordem paarigen Ambulakra sind 15'" lang, die hintern 21'"
lang, beide sind schwach vertieft and etwa 3^'" breit; bei den
vordem Ambulakren ist die vordere Reihe Doppelporen aus
auffallend kleineren und mehr genäherten Poren zusammen-
gesetzt, als die hintere Reihe; bei den hintern Ambulakren
ist der Unterschied zwischen beiden Reihen weniger auffallend,
und sind die Doppelporeu der innern Reihe etwas kleiner.
Die poröse Platte ist breit eiförmig, und enthält in ihrem
vordem Theil die vier Genitalporen. Das Afterfeld, beinahe
kreisrund, ist oben nicht geschlossen und nur in der grössern
untern Hälfte von einer schmalen semita begränzt. Das Infra-
analfeld ist desto deutlicher, quer, breit herzförmig nach vorn
spitz und hat jederseits vier Poren. Das Ventralfeld ist
etwas schmaler als das Afterfeld. Die Bauchambulakra sind
ganz im Gegensatz zu Sp. pulviscus sehr kurz, indessen findet
350 Philippi: Beschreibung einiger neuer Echinodermen
man bei aufmerksamer Untersuchung an den Seiten einzelne
entfernte Poren mitten zwischen den Höckern der Stacheln.
Auffallend ist, dass, wie bei Spatangus im engern Sinn, im
Ambulakralfeld grössere Höcker im Zickzack stehen. Diese
sind besonders deutlich zwischen den vordem und hintern
paarigen Ambulakren; im Raum zwischen den zwei vordem
paarigen, und zwischen den zwei hintern paarigen Ambulakren
sind die grössern Höcker nicht so regelmässig im Zickzack
gestellt, auch etwas kleiner. — Die Farbe des Gehäuses ist
ziemlich dunkel braungrau, auf der Bauchseite heller
Wenn Herr P. Dujardin in der zweiten Ausgabe von
Lamarck's hist. nat. des animaux sans vertebres vol. HJ. p. 324
angiebt, der Sp. ventricosus komme im Mittelmeer vor, so
hat er wohl diese Art gemeint. Die Worte in Lamarck's
Diagnose Sp. ovatus, inf latus schliessen aber unsere Art
aus, auch ist der Brissus ventricosus Leske apud Klein p. 29
t. 2f). f. A., wenn anders die Abbildung im mindesten getreu
ist, verschieden, indem sie hinten schmaler als vom ist, die
Eierstocksöffnungen weit näher am vordem Ende liegen hat,
etc. Die Figur von Rumph. Mus. t. XIV. f. 1 ist gar abwei-
chend, nur 15'" breit, bei 35" Länge, nach hinten ebenfalls
stark verschmälert. Lamarck citirt ausserdem Encycl. t. 158.
f. 11 mit? Dieselbe Figur wird aber zu Sp. carinatus citirt
(durch einen Druckfehler steht bei dieser Art t. 148).
6. Spatangus purpureus (Echinus) L.
Herr F. Dujardin citirt als Synonyme zu dieser Art den
Sp. meridionalis Risso Eur. merid. vol. V. p. 280 als variete,
und den fossilen Sp. Desmaresti v. Münst. bei Goldf. Petref.
p. 153. t. 47. f. 4 als identisch. Beides ist meiner Meinung
nach irrig. Den Sp. purpureus besitze ich aus Norwegen
durch die Güte von Sars; der Sp. meridionalis unterscheidet
sich davon durch folgende Merkmale: 1) seine grösste Breite
fällt in die Mitte, nicht in das vordere Drittheil; 2) die vor-
dere Furche ist weit tiefer, 3) das Gehäuse ist in der Rich-
tung vom Wirbel bis zum After dachförmig zusammengedrückt,
fast gekielt; 4) die Ambulakra sind weit breiter, die Furchen,
in denen die Porenpaare liegen, sind weit tiefer. 5) Die im
Zickzack gestellten Höcker sind auffallend grösser, weit zahl-
reicher, und von sehr viel tieferen Furchen eingefasst. Der
nebst kritischen Bemerk, über einige Weniger bekannte Arten. 35 j[
Sp. Desmaresti hat mit dem nordischen Sp. piirpiireiis eine
geringere Aehnlichkeit, als mit dem Sp. meridionalis, mit wel-
chem er in der Gestalt, in der tieferen vorderen Furche, in
der dachartigen Bildung des hinteren Theiles übereinstimmt,
von dem er sicii aber auf den ersten Blick sehr auffallend
durch die geringere Zahl und die sehr geringe Grösse der
grösseren im Zickzack gestellten Höcker unterscheidet, die
noch kleiner als bei Sp. purpureus sind.
Der Sp. meridionalis kommt fossil bei Palermo vor, und
muss ich seine vollkommene Identität mit der lebenden Art
behaupten, trotz dem, dass Agassiz ausspricht: qu'il n'existe
point d'identites entre les especes fossiles et les Vivantes, et
que toutes celles que Ton admet encore de nos jours, re-
posent sur des fausses determinations, eine Ansicht, der we-
nige Naturforscher beitreten werden.
7. Spatangus (^Micraster) canaliferus.
Bei dieser Art will ich nur bemerken, dass man die beste
Figur dieser Art unter den Citaten der neuen Ausgabe von
Lamarck vergeblich sucht, dies ist Gualt. tab. 109. f. C. D.
„vulgatissimus, albidus". Die Fig. von Rumph. Mus. 1. 14. f. 2
hat den Wirbel in der Mitte der Länge, und ist entweder eine
ganz andere Art, oder eine ganz fehlerhafte Figur, die nicht
citirt werden darf.
Wenn übrigens zwischen Micraster und Schizaster Ag.
kein anderer Unterschied besteht, als dass bei Schizaster die
Furchen, in denen die Poren der Ambulakra liegen, tiefer und
schmaler sind als bei Micraster, so dürfte dies eine Trennung
in zwei Sektionen oder gar Genera schwerlich rechtfertigen.
Wenn wir aber Sp. cor anguinum und die Verwandten als
typus von Micraster betrachten, so ergiebt sich der wesent-
liche physiologische Unterschied, da'Ss Micraster vier Genital-
poren besitzt, Schizaster aber nur zwei Genitalporen. Sp.
canaliferus ist aber dann ein Schizaster und kein Micraster.
8. Cidaris affinis Ph.
C. testa subglobosa, utrinque depressa, cum spinis rubra;
tuberculis majoribus sulco profundo circumdatis et margine
lato, multituberculato cinctis; spinis majoribus diametrum
testae vix sesquies aequantibus, cylindrico-subulatis,
352 Philipp! : Beschreibung einiger neuer Echinodermen
spinis per series 18 longitudinales dispositis asperrimis.
Diain. testae 20"'; alt. 12|'"; long, spinariim 30'", crass. 1^'".
Habitat in Mari Mediterraneo ad Neapolin haud rara.
Es ist mir unbegreiflich, dass man nicht schon längst die
C. affinis von der C. hystrix unterschieden hat, da sie sich
auf den ersten Blick durch dunkler rothe Färbung und kür-
zere, spitzere und rauhere Stacheln auszeichnet, und bei Nea-
pel gar nicht so sehr selten ist. Ich zähle auf jeder Meri-
dianreihe sieben grössere Tuberkeln; dieselben sind, wie bei
C. papillosa und hystrix, von einer tiefen Furche umgeben,
welche aber noch einen ly " breiten seitlichen Rand übrig
lässt, auf welchem 3 bis 4 kleine Höcker in der Querlinie
Platz haben. (Bei C. hystrix ist dieser Rand kaum 1'" breit
und trägt nur 2 Höcker in der Querlinie; ebenso ist es bei
C. papillata, während C. imperialis zwar einen breiten mit
mehreren Höckern besetzten Rand hat, aber gänzlich der ver-
tieften Furche um die grösseren Höcker ermangelt). Die Am-
bulakra, schmal und wellenförmig wie gewöhnlich, tragen vier
'Längsreihen kleiner Höcker, und sind die Höcker der Aussen-
reihe etwas grösser, als die der Innenreihe. Dieselbe Bildung
ist bei C. hystrix und C. papillata, bei C. imperialis sind 6
Reihen, die Höcker der innersten Reihe sind aber erstaunlich
klein. Die grössern Stacheln sind verhältnissmässig kurz,
werden über dem Hals merklich dicker, und sind sehr rauh,
indem kurze, nach vorn gerichtete, am Grunde durch keine
Leiste verbundene Dornen in etwa 18 Längsreihen stehen.
Sie verjüngen sich gegen die Spitze stärker als dies bei den
verwandten Arten der Fall ist, und zeigen dann durch Zu-
sammenfliessen der Stacheln Längslinien ; sie sind roth , ganz
undeutlich geringelt. Die kleineren Stacheln, welche die Ba-
sis der grösseren umgeben, und die Ambulakra einfassen, sind
fast vollkommen linealisch, platt und abgestutzt, während sie
bei C. hystrix mehr in eine Spitze auslaufen. Die Diagnosen,
welche Lamarck von C. imperialis, C. hystrix etc. giebt, sind
durchaus ungenügend, und ebenso seine Synonymie. Nach
seiner Angabe kommt C. imperialis im Mittelmeer vor.
Derselbe wird charakterisirt durch spinis majoribus cylindra-
ceis subventricosis apice striatis, albo-annulatis; eine solche
Art kenne ich nicht aus dem Mittelmeer. Nach T. Dujardin
nebst kritischen Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 353
hat man mit diesem C. imperialis die Cidaris papilJata FJeming
verwechselt, welche Leske tab. VII. %. B. und Encycl. meth.
t. 136. f. 6. 7 abgebildet sei (siehe dessen Note zu C. impe-
rialis Lamk. ed. 2. vol. III. p. 378). Aber gerade diese Figu-
ren werden zu C. hystrix citirt! Also entweder steUen sie
nicht die C. papillata vor, oder die C. papillata ist von La-
marck mit C. hystrix und nicht mit C. imperialis ver-
wechselt! Wer kann daraus klug werden! Im Allgemeinen
sind die altern Figuren nicht ausreichend, um die Arten zu
unterscheiden. Ich gebe hier die Diagnosen von C. papillata
nach Norwegischen Exemplaren, von C. hystrix und von C.
imperialis? unbekannten Fundortes, von dem ich keine Stacheln
besitze.
9. Cidaris papillata Fleming.
C. testa subglobosa, depressa; tuberculis majoribus suico
profundo circumdatis et margine angusto, paucituber-
culato cinctis; spinis majoribus diametrum testae fere bis
aequantibus, crassiusculis cylindricis, vix apicem
versus attenuatis, lineis elevatis 16 — 18 argute serratis
asperis. Diam. testae 23'"; alt. 15i"'; long. spin. 43'"; crass. 2'".
10. Cidaris hystrix Lamk.
C. testa subglobosa, utrinque depressa, pallide rubra; tu-
berculis majoribus sulco profundo circumdatis, et margine
angusto, paucituberculato cinctis; spinis majoribus dia-
metrum testae bis aequantibus, gracilibus, cylindri-
cis, apicem versus parum attenuatis; lineis elevatis circa
12 subserratis asperis. Diam. testae 17'"; alt. 12i'"; long,
spinarum 34"'; crass. If". (Fast nur durch schlankere, we-
niger rauhe Stacheln von C. papillata verschieden).
11. Cidaris imperialis Lamk.?
C. testa subglobosa, utrinque depressa; tuberculis majo-
ribus sulco profundo circumvallante nullo, margine lato
multituberculato cinctis; tuberculis ambulacrorum pallide
violaceorum sexserialibu s minimis; spinis majoribus...
(ex Lamarckio cylindraceis , subventricosis (laevibus?) apice
striatis, albo annulatis). Diam. testae 23'"; alt. 16'"; long,
spinarum . . .
Nach diesen Diagnosen lassen sich hoffentlich die vier
erwähnten Arten unterscheiden.
Archiv f. Naturgeschichte. XI. Jahrg. I.Bd. 2.3
354 Philippi: Beschreibung einiger neuer Echinodermen
12. Cidaris Diaderria tenuisjrina Ph.
C. testa nigricante, orbiculari, utriiique valde depressa^
ambulacris serie diiplici tiiberculorum niunitis ; areis interam-
bulacralibus serie duplici tuberculorum iiiajorum, serieque
tuberculorum mediae magn itii dinis utriiique inter
tubercula majora et ambulacra iiiiinitis; aculeis longis
(diametriim testae aequantibus) articiilatis, striatis, verticillato-
aculeatis; tessulis ad aperturam analem longespino-
sis. Diam. 27'"; alt. 13^'"; long, spinarum 27'"; lat. earum
Habitat in Mari MediteiTaneo ad Panormum rara.
Ein Exemplar von Herrn Dr. Schultz in Palermo erhalten
und in Spiritus aufbewahrt, welches jetzt im Königlichen Mu-
seum zu Berlin befindlich ist, habe ich früher einmal unter-
sucht, und darüber Folgendes notirt. Die Farbe der Haut
ist schwarz. Die Ambulakra sind zwei Fünftel so breit wie
die Interambulakralfelder, die Porenreihen, welche sie einfas-
sen, wellenförmig und jede Welle oder jeder Zahn der Po-
renreihe besteht aus drei bis vier Porenpaaren. In den Am-
bulakren finden sich zwei Reihen grösserer Höcker, etwa 16
Höcker in jeder Reihe, um eine doppelte Reihe ganz kleiner
Höcker in der Mittellinie. — Die Interambulakralfelder haben
ebenfalls zwei Längsreihen grösserer Höcker, welche den
Höckern der Ambulakra ganz gleich sind, aber nur 12 Höcker
in jeder Reihe; ausserdem haben sie aber noch eine Reihe
Höcker von mittlerer Grösse zwischen der Reihe grosser
Höcker und den Ambulakren; in der Mitte jedes Ambulakral-
feldes stehen endlich auch 2 Reihen Höcker, die aber kleiner
sind. Die ganz kleinen Höcker sind im Umfang eines jedes
Täfelchens. Die Stacheln sind weisslich und dunkel violett
gegliedert, und die grössern haben etwa 24 — 30 erhabene
Längslinien, welche langspitzig gesägt sind, so dass die Spitzen
Quirle bilden. (Auf einer Zeichnung, w^elche ich davon ge-
nommen habe, beträgt die Höhe der Quirle nicht die Hälfte
ihrer Breite, ein Umstand, welchen ich für ein wichtiges dia-
gnostisches Merkmal halte).
13. Cidaris {Diadema) longispina Ph.
C. testa pallide isabellina, orbiculari, utrinque valde
depressa, ambulacris serie duplici tuberculorum munitis; areis
nebst kritischen Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 355
interambulacralibiis serie dujDÜci tuberculorum majonim, serie-
que tuberculorum uiediae magnitudinis utrinque inter tu ber-
eu la majora et anibulacra niuuitis; aculeis loiigissiiiiis,
(diametruiii testae sesquies aequantibus) violaceo et albido ar-
ticulatis, longitudinaliter striatis et verticillato-aculeatis, ver-
ticillis fere aeque altis ac latis: assulis supreinis a cu-
leis majoribiis destitutis. Diam. 27'"; alt. 13'"; long,
niaxima aculeoruni 42'"; diam. i"'.
Habitat in Mari Mediterraneo ad Panormum rarissima.
Eiu prachtvolles, getrocknetes Exemplar verdanke ich
Herrn Domenico Testa in Palermo. Leider kann ich es nicht
mit dem so eben beschriebenen Exemplar vergleichen. Es
fällt sogleich durch die helle Isabellfarbe des Gehäuses auf,
die Stacheln sind gelblich und blass rothviolett gegliedert;
ferner ist sehr auffallend , dass die obersten , d. h. dem After
zunächst gelegenen, Täfelchen der Ambulakra anstatt der lan-
gen Stacheln ganz kleine, kurze, höchstens f" lange, keulen-
förmige, rothe Stacheln tragen, während das dritte Täfelchen
gleich einen 24 oder 30'" langen Stachel trägt. Die Ambu-
lakra haben erst etwas tiefer ihre langen Stacheln, die höher
gelegenen Täfelchen, (deren ich wohl zwölf zähle, während
ihnen nur drei in den Jnterambulakralfeldern entsprechen),
zeigen auch etwa zwei solcher keulenförmiger Zw^ergstacheln,
und sind im übrigen vollkommen unbewaffnet. Die Höcker,
welche diese keulenförmigen Stacheln tragen, sind beinah noch
kleiner als diejenigen, welche auf andern Täfelchen die klei-
nen borstenförmigen Stacheln tragen, die mindestens 3 — 4'"
lang 7.U sein pflegen. — Die Breite der Ambulakra im Ver-
hältniss zu den luterambulakralfeldern ist dieselbe, wie bei C.
longispina, die Zahl der grossen Dornen und Höcker beträgt
in jeder Reihe der Ambulakra 14, in jeder Reihe des Inter-
ambulakralfeldes 12. Die Stacheln haben etwa zwanzig erha-
bene Längsreihen, und die Quirle, welche die Sägezähne der-
selben bilden, sind fast so hoch wie breit.
Zur Vergleichung möge hier die Beschreibung einer Cu-
banischen Art folgen.
14. Cidaris {Diadem a) Antillaruni Ph.
C. testa nigricante, orbiculari, utrinque valde depressa;
ambulacris Serie duplici tuberculorum mediaie magnitudinis
23*
35G Pliilippi: Beschreibung einiger neuer Ecliinodermen
munitis ; areis iuteranibulacralibus serie duplici tuberculorurn
majorum, serieque tuberculorurn mediae inagiütudinis duplici
iiiter tubercula niajora iriunitis; aculeis longissimis, dia-
metrum testae sesquies aequantibus, albido et nigro articulatis,
longitudinaliter striatis et verticillato-aculeatis, verticillis alti-
tudine latitudinem di midi am vix aequantibus; assu-
lis supremis -loiige spinosis. Diam. 15'"; alt. 6'"; long, maxima
aculeorum 21'"; crassities eorum ~".
Habitat ad Matanzas, insulae Cubae.
Die Anzahl der Höcker in jeder Ambulakralreihe beträgt
16; dieselben sind nur von der Grösse der Höcker, welche
in der zweiten innern Reihe der Interambulakralfelder stehen ;
die grössern Höcker betragen in jeder Reihe der Ambulakra
12. Die Breite der Ambulakra beträgt kaum etwas über den
dritten Theil der Interambulakralfelder. Von beiden Sicilischen
Arten unterscheidet sich gegenwärtige Art durch die schmale-
ren Ambulakra, und dadurch, dass auf den Interambulakralfel-
dern die Reihen der Stachelhöcker mittlerer Grösse innen,
zwischen den Reihen der grössern Höcker, nicht
aussen zwischen der Reihe der grössern Höcker und den Am-
bulakren stehen. (7. longispina unterscheidet sich ausserdem
durch die blasse gelbliche Färbung , die stachellosen obersten
Täfelchen und die hohen Quirle der Stacheln.
C. Diadema Lamarck unterscheidet sich, wenn anders
die Abbildung von Blainville Manuel d'Actinologie tab. XX.
bis, irgend genau ist, durch noch schmalere Ambulakra, die
den vierten Theil der Breite der Interambulakralfelder haben,
und dadurch , dass die Ambulakralfelder zweimal drei Reihen
gleich grosser Stachelhöcker haben, welche, wie bei Arbacia,
dem' Ambulakralrande parallel laufen.
15. Ueber die Veränderlichkeit von EcJihiocyarnus
pusillus.
Agassiz unterscheidet in den Monographies d'Echinoder-
mes vol. II. p. 128 sq. folgende Arten : E. jmsülus von Eng-
land und Schottland; E. suffolciensis au? dem crag, E. angu-
losus aus Irland, E. pyriformis von Grignon , E. altaviUe7isis
fossil von Hauteville, E. obtusus fossil ebendaher, E. siculus
fossil von Sicilien. Bei dem Versuch, meine Echinocyamus
nach diesem Werke zu bestinmien , bin ich zu der Ueberzeu-
nebst kritischen Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 357
giing golangf, dass die Anzahl der Arten zu sehr vervielfältigt
ist, und in den meisten Fällen individuelle Verschiedenheiten
für constante, specifische Charaktere gehalten sind. Ich be-
sitze 6 lebende Echinocyanuis von Norwegen, 61 lebende von
Neapel und Sicilien, 20 fossile von verschiedenen Punkten
Siciliens, 1 von Vicenza, 2 von Tarent, 2 von Pozzuoli, 2
von Ischia, zusammen 94 Exemplare, ^velche ich alle zu
einer Art rechne.
In der Grösse variiren meine lebenden Sicilischen Exem-
plare von 1~" bis zu 4^'", meine fossilen von 1'" bis 6'";
die lebenden Norwegischen Exemplare von 4^'" bis 6". Die
Norwegischen Exemplare haben theils die Gestalt von E. py-
riformis Ag. f. 19—^24, theils von siculus Ag. f. 33 — 36, indem
nämlich die grösste Breite bald vor, bald hinter der Mitte
liegt; bisweilen ist die Gestalt ausgezeichnet fünfeckig,
und hinten tiefer ausgerandet, als bei irgend einer der Agas-
sizschen Figuren, es ist nicht ein Exemplar dem andern voll-
konunen gleich. Namentlich ist auch die Wölbung sehr
veränderlich: das flachste Exemplar misst 6^'" in der
Länge, 5V" in der Breite, nicht volle 2'" in der Höhe, das
gewölbteste misst 5^"' in der Länge, 5'" in der Breite und
doch 2\'" in der Höhe, die Verhältnisse sind also im ersten
Fall 100 : 8S : 32 und im zweiten Fall 100 : 91 : 45. Nach
den Grundsätzen, die Agassiz bei Aufstellung seiner Echino-
cyamus- Arten befolgt hat, müsste man aus den sechs Norwe-
gischen Exemplaren nicht weniger als sechs Arten machen.
Noch grösser sind die Verschiedenheiten in der Gestalt,
welche bei den Exemplaren aus dem Mittelmeer angetroffen
werden. Im Allgemeinen finde ich (doch giebt es auch viele
Ausnahmen), dass die jüngsten Exemplare fast vollkommen
elliptisch sind, mit dem Vorrücken im Alter werden sie hinten
breiter, also eiförmig, und zuletzt erscheinen sie meist so
breit, birnförmig und beinahe fünfeckig, wie die Norwegischen
Exemplare. Sehr auffallend sind auf den ersten Blick die
eckigen Formen mit einspringenden Winkeln. Sie
entstehen, indem sich in der Verlängerung der Ambulakren
Einbiegungen zeigen, bald seichter, bald tiefer. Im letzteren
Fall bekommt das Gehäuse eine sehr eigenthümliche Gestalt,
358 Philip pi: Beschreibung einiger neuer Echinodermen
allein eine vollkoinmcne Reihe von Uebergängen verbietet
diese auffallenden Fonnen abzutrennen.
Was die Ambulakren anbetrifft, so zeigen alle meine
Exemplare die grösste Uebereinstimniung , und bin ich auch
iVicht im Stande in den von Agassiz abgebildeten vermeint-
lichen Arten einen Unterschied in dieser Beziehung zu finden.
Dasselbe gilt von der Lage des Afters. Agassiz legt einiges
Gewicht auf die Grösse und Hervorragung der Höcker, welche
die Stacheln tragen. Ich finde aber, dass dieses Kennzeichen
deshalb ein höchst trügerisches ist, weil die Schale im Leben
wie bei fossilen Exemplaren überaus leicht abgerieben wird,
und alle Uebergänge zwischen höchst rauhen und höckerigen
und ganz glatten Oberflächen vorkommen.
Sehr erschwert wird das Urtheil über die Haltbarkeit der
Agassizschen Arten dadurch, dass er nicht selten in der Be-
schreibung ganz andere Unterschiede angiebt, als in der Dia-
gnose. So sagt er z. B. in der Beschreibung von E. suffol-
ciensis , er unterscheide sich vom E. pusillus „par sa forme
plus deprimee et plus elargie, qui le rend a-peu-pres circu-
laire" und dann: „les tnbercnles sont tres-developpes, sans
cependant etre aussi gros que ceux de FE. pusillus. In der
Diagnose dagegen hat Agassiz die Form (und das wohlweis-
lich) wegfallen lassen, ertheilt dem E. pusillus einen discus
inflatus, dem E. suffoiciensis einen discus depressus, und einen
anum inter os et marginem posticum medium. Ware wirklich
eine erhebliche Verschiedenheit in der Lage des Afters, so
würde dieser Umstand die Trennung in zwei Arten rechtfer-
tigen, nicht die grössere oder geringere Wölbung, die mehr
kreisförmige oder mehr elliptische Gestalt, oder das grössere
oder schwächere Hervorragen der Höcker. E. pusillus, der
offenbar ein Junges, noch nicht ausgewachsenes Individuum
ist, hat deshalb verhältnissmässig sehr grosse Höcker; s. di6
I^emerkung zu Spatangus cavernosus. — Von E. angulosus
heisst es im Gegensatz zu E. pusillus (welcher einen discus
inflatus haben soll) disco subinflato, petalis angustis apertis,
wie aber die petala bei E. pusillus seien, ist nicht gesagt ! und
. in der Abbildung ist kein Unterschied zu finden. Von E. an-
gulosus unterscheidet sich aber E. pyriformis in nichts, als in
der Gestalt, welche antice subacuta und postice dilatata ist,
nebst kritischon Bemerk, über einige weniger bekannte Arten. 359
so wie durch eine testa orassiore. Ersterer Unterschied ist
bei Echinocyanius von gar keiner Bedeutung, und der letztere,
die dickere Schale, bei einem grösseren, fossilen Exemplar,
verglichen mit einem kleinern lebenden, wohl ohne allen Wertli.
So lange bis Agassiz keine bessern Unterscheidungsmerkmale
angiebt, muss ich auch den E. pyriformis so gut wie den an-
gulosus für einerlei mit dem pusillus halten. Dasselbe gilt
von E. siculus. Der einzige Unterschied von pyriformis, der
der in der Diagnose angegeben ist, ist folgender: E. siculus:
petalis apertis rectis und E. pyriformis petalis angustis apertis.
Es bedarf keines Beweises, dass dies eine sehr schlechte Dia-
gnose ist, da sie gar keinen Unterschied angiebt, oder ist
etwa rectus der Gegensatz von angustus? soll es heissen cur-
vatis für angustis, oder dilatatis für rectis? E. altavillensis und
E. obtusus scheinen allerdings verschiedene Arten zu sein.
Dasselbe kann ich nicht von Echinoneus placenta Goldf. aus
der Kreide sagen, nach Abbildung und Beschreibung kann ich
keinen Unterschied zwischen ihm und zwischen der lebenden
Art finden; vielleicht finden sich aber Verschiedenheiten bei
sorgfältiger und vorurtheilsfreier Vergleichung von Exemplaren.
In Beziehung auf die Veränderlichkeit der Gestalt bei den
Seeigeln sei <?s mir vergönnt, folgende Zeilen aus einem Brief
von Sars hierherzusetzen: ,,Die Bemerkung, w^elche Sie über
die Veränderlichkeit der Gestalt des Echinus melo machen,
gilt ganz und gar auch für E. sphaera, und gewiss auch für
die Mehrzahl der Echiniden. Als ich im Frühling des vorigen
Jahres den E. sphaera wegen der Fortpflanzung untersuchte,
fielen mir zufällig drei bis vier hochgevvölbte Exemplare in
die Hände, welche alle Männchen waren. Ich war schon vol-
ler Freude über die vermeintliche Entdeckung, dass das Ge-
schlecht schon an der äussern Gestalt zu erkennen sei , aber
die fernere Untersuchung mehrerer Individuen vernichtete also-
bald diese Freude: sowohl Männchen als Weibchen
derselben Grösse sind bald hoch kegelförmig, bald
mehr flach gedrückt. Uebrigens habe ich ganz neulich
hier einen neuen Araphidetus gefunden, welcher mit dem Alter
ganz ausserordentliche Formveränderungen erleidet, so dass
Einer, der die ganze Entwickelungsreihe nicht gesehen hätte,
gewiss zwei oder drei Arten daraus machen würde."
360 ^- J* ^o" Tschudi: Nachträgliche Bemerkungen
Nachträgliche Bemerkungen zu meinem Conspectus
avium etc.
Von
J. J. von Tschudi.
Da ich seit der Publication meines Conspectus avium etc.
in diesem Archive im Januar 1844, Gelegenheit hatte mehrere
bedeutende ornithologische Sammlungen, besonders das an
brasilianischen Vögeln so reiche Museum in Wien zu verglei-
chen und einige naturhistorische Werke, die ich früher nicht
erhalten konnte, zu benutzen, so sehe ich mich veranlasst, zu
jener Arbeit einige Nachträge und Berichtigungen beizufügen.
ad 9. Fast gleichzeitig mit Herrn Cabanis haben Kaup
und de Lafresnaye jeder für den Falco uruhitinga ein neues
Genus aufgestellt. Kaup nannte das seinige Sjn%oge7'anus ; de
Lafresnaye (Revue Cuverienne 1844) seines Uruhitinga. Die-
ser letztere Gattungsname muss als Vox barbara unterdrückt
werden; der von Cabanis hat über den Kaup'schen das
Alterrecht.
ad 13. Ich hatte Falco pterocles Tem., und Buteo trico-
lor d'Orb. de Lafr. als Synonym zusammengestellt, sie kön-
nen aber getrennt werden. Die Färbungsverhältnisse bei die-
sen beiden Species sind folgende: F. pterocles ist dunkler
mit tief schwarzbraunem Kopfe, Hals und Kehle besonders bei
den ausgewachsenen Individuen. Diese Theile sind bei Buteo
tricolor grau, die Kehle gewöhnlich weiss. Das Männchen
von F. pterocles hat immer rostbraune Scluilterdecken , das
von B. tricolor nicht. Die rothbraune Färbung der Weibchen
herrscht bei ß. tricolor immer weit mehr vor, als bei F, pte-
rocles. F. pterocles kommt nur im Flachlande vom östlichen
Südamerika vor, während B. tricolor das Hochland vom mitt-
lem und westlichen Südamerika bewohnt. Beide Species gehen
aber vollkommen in einander über, wie ich es bei einer gros-
zu meinem Conspectus avium etc. 3(31
seil Menge von Exemplaren zu beobachten Gelegenheit hatte.
Es befinden sich in der ornithologischen Sammlung in Wien
20 Exemplare von F. pterocles und 6 Exemplare von B. tri-
color von verschiedenen Lokalitäten. Hr. Joh. Natterer schoss
im Innern von Brasilien bei Itarare ein Exemplar, von dem
es schwierig zu entscheiden ist, ob es F. pterocles oder B.
tricolor sei, indem dieses ausgewachsene Individuum durch
die Vertheilung und das Vorherrschen der rostbraunen Farbe
zur erstem, durch den grauen Kopf und Hals zu letzterer
Species gestellt werden kann. Bei Matogrosso, welches noch
weiter im Innern ist, fand Herr Natterer den F. tricolor. Bei
noch grössern Suiten und von mehr Lokalitäten werden sich
wahrscheinlich beide Species als klimatische Verschiedenheiten
ausweisen; bis wir aber diese Gewissheit haben, soll in der
peruanischen Fauna statt F. pterocles der B. tricolor aufge-
nommen werden.
Synonym mit B. tricolor de Lafr. ist B. eryihronotus
King. Eine dritte bis jetzt noch nicht beschriebene sehr ähn-
liche Species kommt in Chile vor. Sie zeichnet sich durch
die, fast den ganzen Rücken einnehmende rostrothe Färbung
und durch die bedeutende Grösse von den beiden andern Ar-
ten aus. Das Wiener Museum besitzt ein altes und ein jun-
ges Exemplar davon. Lietzteres ist fast \ grösser als die
ausgewachsenen von ß. tricolor. Ich würde für diese Species
den von King dem B. tricolor beigelegten Namen E. erythro^
notus vorschlagen.
ad 24. In der von Herrn Dr. Hartlaub vortreflflich ge-
ordneten ornithologischen Sammlung der Gesellschaft Museum
in Bremen sah ich den F. histrionicus Quoy et Gaimard, der
meinem F. poliopterus am innigsten verwandt ist, sich von
demselben aber durch die Grösse und durch die Färbung des
Rückens und Schwanzes unterscheidet.
ad 25. Strix hylophilus Tem. ist nicht das Junge von
Noctua melanota Tsch.
ad 35. Im Mus. Vindob. ist Caprirriulgus ocellatus in
zwei Exemplaren unter dem nicht publizirten Namen C. lu-
nulattis Natterer.
ad 38. Von Capr. climacocercus befinden sich ebenda-
selbst zwei sehr schöne Exemplare ohne Namen.
362 ^' ^' ^^" Tschudi: Nachträgliche Bemerkungen
ad 88. Die Untersuchung einer bedeutenden Anzahl von
der sogenannten Cyclarhis gumjanensis hat mir ergeben, dass
unter dieser Benennung zwei, zuweilen auch drei ganz ver-
schiedene Species von Vögeln zusammengeworfen werden, die
sich zwar auf den ersten Anblick sehr gleichen und wenn
nur einzelne Individuen zur Vergleichung zu Gebote stehen,
leicht verwecliselt werden können , bei genauer Untersuchung
aber sehr konstante Verschiedenheiten darbieten und auch in
ganz verschiedenen Lokalitäten leben. Ich werde hier die Dia-
gnosen der drei Species angeben:
1. Cyclarhis ochrocephala Tsch.
C. pileo ochraceo-fusco; fronte et linea a rostri basi ad
angulum oculi posticum ex fusco rufescentibus; nucha, genis
gulaque cinereis; dorso uropygioque viridibus; pectore hypo-
chondriisque viridi-flavescentibus. Rostro rufo-fusco.
Juniores pileo rufescente.
Patria: Brasilia meridionalis — Bonae Acres — Bolivia
^- Peru.
Synon. Cyclarhis guayanensis Sw^ains. Zool. Journ. p. 30.
Thanmophilüs guayanensis Prinz Max Beitr. II. p. 1018
partim.
Laniagra guayanensis d'Orb. de La fr. Syn. Avium
etc. Guer. Mag. Zool. 1837 et Voy. Am. merid. Ois.
p. 160 p artim.
Habia verde Azara Apunt. No. 89.
Diese Species diente Swainson zur Feststellung des Ge-
nus Cyclarhis und nicht die wahre von Vaillant Oiseaux
d'Afrique pl. 76 als Sourciroux abgebildete Tanagra guaya-
nensis Auetor. In den Ornithological Drawings Part. V. Tab.
58 ist eine gute Abbildung dieses Vogels (das Cyclarius ist
wohl nur Druckfehler). Als Varietät dieser Species findet
man im südöstlichen Brasilien Exemplare, bei denen der
braune Augenstreifen etwas weiter nach dem Hinterkopfe, als
in der Diagnose angegeben ist, reicht. Die übrigen Verhält-
nisse bleiben sich aber gleich.
2. C. poliocephala Tsch.
C. pileo, nucha genisque cinereis; fronte superciliisque
a rostri basi ad occiput porrigentibus ex fusco rufescentibus:
zu meinem Conspectus aviftm etc. 3g3
gulä albido-grisea, torqiie et hypochondriis viridiflavis; notaeo
ut in specie praecedente; pectore abdomineqiie dilute griseis,
crisso albido. Rostro breviore ut in C. ochrocephalo.
Patria: Brasilia septentrionalis; Guyana Surinam.
Synon. Sourciroux Vaill. Oiseaux d'Afrique Tom. IL p. 111.
tab. 76. Fig. 2.
Verderoux Seconde espece moyenne de Tanagra. Buf-
fon Edit. 1798. Tom. V. p. 27 (Edit. in 12. Tom. VII.
p. 385).
Thamnophilus guayanensis Tem. Tabl. method. p. 18.
Thamnophilus guayanensis Prinz Max Beitr. III. 1. c.
partim.
Laniagra guayanensis d'Orb. 1. c. partim.
Le Vaillant 1. c. beschreibt ganz genau diese grauköpfige
Species und giebt eine gute Abbildung davon. Er hatte seine
Exemplare aus Cayenne erhalten, auch einige, wie es scheint,
über Guadeloupe. Buffon handelt I. c. ebenfalls von dieser
Species, wie aus der Beschreibung und Abbildung hervorgeht.
Der Prinz Maximilian zu Neuwied hatte beide Species und
bildete aus denselben eine ziemlich unklare Diagnose. Das
nämliche ist bei D'Orbigny der Fall, der in Brasilien den C,
poliocephalus, in Buenos Ayres aber den C. ochrocephalus
traf und daher seiner Laniagra guayanensis einen so weiten
Verbreitungsbezirk gab.
Ich habe den Speciesnamen guayanensis, um wo möglich
fernem Verirrungen vorzubeugen, ganz weggelassen und nuii
die beiden Species nach den auffallendsten Unterscheidungs-r
merkmalen, nämlich nach der Färbung des Kopfes, benannt,
3. C. /laviventris De Lafresn.
C. pileo ex cinereo fusco, fronte superciliisque ad occi-
put porrigentibus e fusco rufescentibus, genis nuchaque cine-
reis; notaeo ut in praecedentibus ; gastraeo citrino. Mandi^
bula cinereo-coerulea, apice et maxilla albicante,
Patria: Mexiko (Xalapa. Santa Cruz),
Synon. Lantus amauraphrys Lichtenst.
Cyclarhis flaviventris de Lafres. Revue zoologique
1842. p. 133.
An dem eben angeführten Orte beschreibt de Lafresnaye
noch eine vierte Species dieser Gattung als:
364 ^- ^- ^^" Tschudi: Nachträgliche Bemerkungen
Cyclarhis nigrii^ostiHs , die icli niclit zu selien
Gelegenheit hatte, die aber in Giierin Mag. de Zool. 1843.
4ieme livr. abgebildet ist.
ad geniis Cijphoi^Jiiiius Gab. In def Diagnosis die-
ser Gattung soll es statt podotheca non squamata heissen
plantatheca non squamata.
ad 113 et 114. Diese beiden SjDecies gehören nicht zum
Genus Pteroptochus, dessen Typus Troglodytes megapodius ist,
sondern zu der von Gould 1S36 aufgestellten Gattung Scijto-
lopus (Typus Sc. fuscus. Nueva Granada).
ad 138. Aus Versehen ist Tanagra episcopus Lin. als
Synonym zu T. Sayaca gezogen worden. Beide bilden sehr
bestimmt geschiedene Species.
a d 145. Flioenisoma arde7is Tsch. ist gleich Pyranga
Uvittata de Lafresn. Revue Zool. 1842. p. 70 {P. leucoptera
Trudeau vide Hartlaub System. Verzeichniss der ornitholog.
Sammlung der Gesellschaft Museum in Bremen p. 73. 6), da
diese Species entschieden zum Genus Phoenisoma in der Be-
schränkung, vvie es Swainson Nat. hist, of Birds aufstellte,
o-ehört, so kann sie als Phoenisoma bivittata aufgeführt werden.
ad 150. Saltator elega?is Tsch. Diese Species wurde
in der Revue Zoologique p. 4 von Boissoneau als Pithylus
Riefferi beschrieben. Gray bildete ihn in Part III. seiner Ge-
nera of Jjirds als Saltator Riefferi ab. Die Abbildung ist
nicht ganz gelungen , die Färbung des Schnabels falsch an-
gegeben. Es soll ein rostrum aurantio- rubrum sein. Der
Name S. elegans muss demnach eingezogen werden.
ad gen US 58. In der Diagnose dieses Genus soll es
heissen statt: differt ab illis statura graciliore ,,differt ab his
statura graciliore", statt: ab his vero „ab illis vero" und end-
lich statt: rectricibus emarginatis ,,rectricibus rotundatis".
ad genus 73. Dendroma darf nicht als Synonym zu
Diglossa gezogen werden, da Dr. Hartlaub ganz richtig nach-
gewiesen hat, dass Dendroma caniceps Swains. gleich Sphen-
ura poliocephala Licht. Doubl. Verzeich, p. 41. Der Prinz
von Canino bemerkte mir bei seiner Durchreise durch Berlin,
dass er diese Gattung Anckylorhinus benannt habe, dass aber
durch einen Druckfehler Agrilorhinus entstanden sei, welcher
dann in viele ornithologische Werke übergegangen sei. D Or-
zu meinem Conspectus avium etc. 3ß5
bigny und de Lafresnaye machten ihm mit dem Genus UticI-
rostrum das Alterreclit streitig, ein Zwist, welcher durch den
von Wagler fünf Jahre früher publizirten Namen Digiossa ge-
hoben ist. Die Exemplare, die Wagler zur Beschreibung
dienten, sind in der zoologischen Sammlung der Universität
Würzburg.
Certhiola Spiza Tsch.
Certhia Spiza Lin. Lath. PI. enl. 578. Fig. 2. p. 189.
Coereba atricapilla (nee mela?iocephala) Vieill. Ois.
dores II. p. 77. pl. 47. 48. 49. Nouv. Dict. Hist. nat.
XIV. p. 50. Tabl. encycl. et method. II. p. 612.
Certhia Spiza Prinz Max Beitr. III. p. 771. 3.
ad 1.90. Der Name Digiossa inelanopis Tsch. muss cas-
sirt werden, da Fräser diesen Vogel in den Proceed. Zool.
Soc. 1840. p. 23 als Digiossa personata und de Lafresnaye
später in der Revue zoologique als Uncirostrum cyaneum be-
schrieben hat.
ad 269. Nach Ch. Bonaparte's Angaben soll Columha
aurita von Ze?iaida amahilis verschieden sein (?).
ad 302. Statt Ärdea alba: Ärdea Candida Brisson,
welche der Garza blanca mediana Azara Apuntamientos N. 351
entspricht.
ad 330. Das Synonym Phoenicopterus ruber Wils. Amer.
Ornithol. VIII. p. 360. Tab. 60 ist zu streichen.
ad 342. A?iser Anticola Tsch. ist von Eyton Mongr.
Anat. p. 93 früher als Änser melanopterus beschrieben und in
der Zoolog, of the Beagle Ornith. tab. 50 abgebildet worden.
ad 348 (Gen. 8). Die in diesem Archive von mir als
Alias leucogenys beschriebene Species, welche ich im Con-
spectus avium irrigerweise zum Genus Erismatura gezogen
habe, gehört zu der von Gould in den Proceed. Zool. Soc.
1841. p. 95 aufgestellten Gattung Merganetta und bildet die
zweite Species dieses so ausgezeichneten Genus, von der bis
jetzt erst zwei Exemplare in den europäischen Museen aufbe-
wahrt werden. Von der ersten Species, die Gould als Typus
dieser Gattung diente, der Merganetta armata aus Chile giebt
Gray in den Genera of ßirds Part V eine ausgezeichnete Ab-
bildung; von der Merganetta leucogenys, die viel kleiner und
366 J. J. von Tschudi:
ganz verschieden gefärbt ist, werde ich eine Abbildung in dem
ornithologischen Theile meiner Fauna peruana liefern.
Ueber fernere Abänderungen im Conspectus verweise ich
auf die Fauna.
München, i. März 1845.
Briefliclie Mittheilung.
Von
Dr. J. J. V. Tschudi.
— Gegen die Ansicht von Spalanzani, Rusconi und der mei-
sten Physiologen, dass die Begattung der Tritonen vermittelst
des durch den männlichen Saamen befruchteten Wassers und
ohne eine Annäherung der Genitalien beider Geschlechter
geschehe, sucht Duvernoy, Comptes rendus Tom. XIX. 20. 11.
Nov. 1844. p. 953 zu beweisen, dass bei diesen Thieren Be-
hufs der Befruchtung sich beide Geschlechter nähern und dass
der Penis des Männchens in das Vestibüle genito-excre-
mential des Weibchens eingebracht werde. Er sagt unter
Anderem: Mr. de Schreibers avait eu la rare occasion d'ob-
server un veritable accouplement, c'est a dire, un rapproche-
ment intime des vestibules des deux individus de Tun et de
l'autre sexe appartenant a la Salamandre noire. Cette Obser-
vation positive detruit a mon avis toutes les observations
negatives concernant les deux especes de Salamandres qui
ont ete le plus etudies dans leurs moeurs, la commune et
la noire. Elle fait comprendre l'usage de ces prostates si
developpees etc. etc.
Wenn Mr. Duvernoy aus den Beobachtungen von Herrn
Briefliche Mittheilung. 3ß7
V. Schreibers einen Haltpunkt oder einen Beweis für seine
Ansichten über die Befruchtung der Tritonen abnehmen will,
so begeht er einen grossen Irrthum, denn sowohl er als Mr.
Dumeril haben Herrn v. Schreibers missverstanden. So wenig
dieser als irgend ein anderer Naturforscher hat je eine innige
Annäherung der Geschlechtstheile des schwarzen Salamanders
gesehen, auch sagt Herr v. Schreibers nirgends, dass er
eine solche Annäherung gesehen habe.
In der Erpetologie generale von Dumeril und Bibron
steht Tom. VHI. p. 212, wo von der Beobachtung v. Schrei-
bers gesprochen wird :
II a observe que le male saisit la femelle sur la terre au
bord des ruisseanx, qu'il se place sous eile, ventre a venire,
qu'il l'entoure avec ses pattes et qu'ainsi enlaces, celle ci l'en-
traine dans l'eau etc. etc.
Diese Angabe, wie eine frühere noch confusere, die Du-
meril der französischen Akademie vortrug, sind gerade das
Gegentheil von dem, was v. Schreibers über die Begattung
des schwarzen Salamanders sagt, wie sich jeder leicht über-
zeugen kann, der die Isis von Oken aufschlägt und das, was
im Jahrgang 1833, p. 532 über diesen Gegenstand angeführt
wird.
Wer während der Sommermonate die Begattung der
schwarzen Salamander beobachtet, ,wird immer finden, dass
sie auf folgende \V^eise vor sich geht:
Das Männchen steigt auf den Rücken des Weibchens
(legt sich aber nicht, wie Dumeril angiebt, unter den Bauch
desselben) und umschlingt mit seinen vordem Extremitäten
die Seiten von dessen Brust. Das Weibchen seinerseits
schlingt seine vorderen Füsse um die Vorderfüsse des Männ-
chens von hinten nach vorn, doch oberhalb der Ellenbogen,
so dass die Bewegung derselben zwar etwas gehemmt, aber
doch nicht aufgehoben ist. Auf diese Weise ist der vordere
Theil des Körpers des Weibchens gewissermassen unter dem
des Männchens aufgehängt, so dass aber der Bauch des letz-
teren auf dem Rücken des ersteren ruht. Das Männchen
geht, das Weibchen lässt sich schleppen. Die hintern Theile
des Körpers beider Individuen berühren sich nicht, und es
findet weder am Lande noch im Wasser eine Begattung durch
368 J. J- von T«chu(li: Briefliche Mittheilung.
innige Annäherung der Geschlechtstheile statt. Diese Annähe-
rung ist aucli bei der oben angegebenen Stellung beinahe
unmöglich. Diese sehr merkwürdige Umarmung ist ohne bild-
liche Darstellung schwer zu begreifen und es ist mir daher
angenehm, sagen zu können, dass Herr v. Schreibers näch-
stens eine sehr gelungene Abbildung davon veröffentlichen
wird.
369
Bemerkungen über das Tliier von Argonaiifa Argo,
Von
J e a n n e 1 1 e P o w e r.
(November 1836).
Nach dem in der Isis vom Jahre 1845, S. 606 — 613, gegebenen Ab
drucke des Aufsatzes in den Atti dell' Accademia gioenia di Scienzc
naturali di Catania, Tomo XU, Messina 1839, übers, vom Dr. Creplin.
Indem ich seit vieJeii Jahren die wenigen von meinen
häuslichen Geschäften mir übrig gebliebenen Stunden auf die
Naturwissenschaften verwandt habe, ist beim Zubereiten ver-
schiedener Meergegenstände für mein kleines Kabinet durch
keinen derselben meine Aufmerksamkeit so sehr gefesselt wor-
den, als durch das Thier des Argonauten, weil ich wusste,
wie wenig noch über dieses MoUusk von den Naturforschern
gesagt worden war. Ich fand mich seitdem im Stande, eine
Reihe von Beobachtungen über dasselbe zu verfolgen, welche
Andere, aus Mangel an der Gelegenheit und den Mitteln, mit
denen ich mich hinlänglich versehen erblickte, vielleicht niemals
hätten anstellen können. Ich fühlte mich dazu verpflichtet,
aufmerksame Nachforschungen vornehndich über jene streitigsten
Punkte anzustellen, welche die physiologischen Beziehungen
dieses Cephalopoden betreffen. Ich verfolgte deshalb einige
Jahre hindurch eine ununterbrochene Reihe von diesen, inid
nach wiederholten und neuen Untersuchungen glückte es mir,
durch Combination und Erneuerung der gewonnenen Erfah-
rungen, endlich mit Ergebnissen auftreten zu können, welche
zu den nützlichsten Kenntnissen führen, sei es, um sich zu
überzeugen, ob dies Weiehthier der Verfertiger seiner Con-
chylie, sei es, Zweifel über die erste Entwickhing seiner Eier
aufzuhellen, sei es endlich, viele neue Thatsachen im Betrefl'e
Archiv f. Naturgesch. XI. Jahrg. 1. Bd. 24
370 Jeannette Power:
seiner Sitten bekannt zu machen. Ich werde Ihnen daher,
meine Herren, in diesem kurzen Aufsatze, nach einer gedräng-
ten Uebersicht des Zustandes der zoologischen Kenntnisse,
welche man vom Argonauta Argo besass, als ich meine Un-
tersuchungen begann, die bei diesen von mir befolgte Methode
und die aus denselben abgeleiteten physiologischen Folgesätze
vor Augen legen.
Es ist ein Gegenstand grosser Streitigkeiten für die Na-
turforscher gewesen, auf eine sichere Weise zu bestimmen,
ob das Thier des Argonauten der Verfertiger der Conchylie
sei, in welcher es sich gewöhnlich findet, oder ob es, den
Paguren ähnlich, in sie hineinkrieche, nachdem der wahre
Bewohner derselben entweder aus ihr verjagt, verzehrt wor-
den, oder natürlich gestorben sei. Während in der That auf
der einen Seite [^amarck ^), Montfort, Ranzani u. A. die er-
stere Meinung hegen, hält sich Blainville nebst Anderen noch
an die letztere, ja, dieser gelehrte Malakologe behauptet sogar,
dass das Thier des Argonauten noch ganz unbekannt
sei '), indem er auch noch Oken's Beobachtungen verwirft,
welche ihn, wenn auch nicht durchaus, doch zum Theile hät-
ten überzeugen können, dass unser Cephalopode, wenn gleich
gewöhnlich in der Conchylie gefunden, doch nicht immer ihr
Bewohner war. Eher, als alle Diese, hatte der sehr berühmte
Abbate Olivi ^) erklärt, wie er, obgleich ihm die Gelegenheit
gefehlt hätte, einen lebenden Argonauten zu sehen, doch zu
glauben geneigt wäre, dass ein Cephalopode sich wohl eine
kalkige Schale, wie die des Argonauten, bilden könnte, wenn
ein anderer Cephalopode, nach Martini's Beobachtungen, der
Verfertiger der schweren und fächrigen Schale des Nautilus
wäre.
') Neanmoins plusieurs observations recentes outre Celles des
anciennes, attestent qiie l'argonautier est le veritable auteur de la
coquille, qu'il habite ; on reconnait meme sur cette coquille les im-
pressions formees par les bras et les ventouses de ce niollusque en
raison de la maniere dont ces parties sont rangees, lorsqu'elles sont
retirees dans l'interieur avec ranimal. (Bist. nat. des anim. sans ver-
tebres, T. 7. p. 65).
^) „Animal tout ä fait inconnu". (Manuel de Malacologie, p. 494).
3) Zoolog, adriat. p. 129.
Bemerkungen über das Thier von Argonauta Ar^o. 37 j
Die Gründe, welche die Gegner dieser Meinung bewogen,
die Schale nicht für das Werk des Cephalopoden zn halten,
waren, dass der Körper des Weichthiers nichts von einer
Spiralforni zeigte, dass derselbe der Conchylie nicht anhing
nnd diese keine Aehnlichkeit mit den unterliegenden Theilen
des in ihr wohnenden Thiers besass, indem die Conchylie
regelmässig nnd an den Seiten gefurcht ist und nach der Art
eines Ammoniten eine Spiralwindung nach innen macht, wäh-
rend sich nichts Aehnliches in der Bildung des Bewohners
findet, dessen Falten, wenn sie sich der Conchylie anschmie-
gen, alles Andere eher, als regelmässige Furchen, darbieten.
Eben auf diese Gründe werde ich jetzt antworten, da ich
mich nunmehr darauf beziehen darf, dass Poli, nach aufmerk-
samer Betrachtung der Eier des Argonauten mit bewaffnetem
Auge, die kleine Conchylie mit dem Weichthiere verwachsen
gesehen zu haben versichert und den Schluss macht, dass
nun kein Grund mehr vorhanden sei daran zu zweifeln, dass
die Conchylie des Argonauten, in welcher wir jenes erblicken.
in dem Eie mit demselben VVeichthier erzeugt worden sei
und nicht bloss, wie Viele glauben, von ihm nur bewohnt
werde ^). Bei allem dem schienen Poli's Beobachtungen nicht
hinzureichen, um dem berühmten Baron Cuvier völlig alle
Zweifel zu benehmen, weshalb er denn die Meinung Blain-
villes nicht für irrig erklären wollte, sondern sie nur als äus-
serst problematisch hinstellte ^).
Dies war der Zustand der Dinge hinsichtlich des Argo-
nauten, als ich gewahr ward, dass allein der Mangel an Un-
') „Dum eo res erat, in singulis ovis microscopio contemplatis
conchulae speciem (Fig. 10) ibi conclusam luculenter observavimus
haud secus ac in pinnae ceterisque testaceis obtinere hisce oculis
evidentissime conspeximus. Equidem in Ulis ab ovorum receptaculo
per cultrum sauciato conchae exilissimae erumpebant, quae super
vitrea lamina receptae et microscopio subjectae non modo hiare et
claudi, sed circa se ipsas quoque revolvi jucundissimo spcctaculo
videbantur. Ideoque non est dubitandi locus, quod concha argonau-
tae una cum mollusco, quod ipsam incolere cernimus, in ovo gene-
rentur; et exinde manifeste patet, non esse adscititiam, veluti pleri-
que contendunt." (Test. utr. Sicil.; T.III, p. 10).
2) Cuvier, Regne animal, T.III, fol. 13. (Deutsche Uebersetzung
Bd. III, S. II).
24*
372 Jean nette Power:
tersucluingen die Ursache solcher MeimingsverschieJenlieiten
wäre und dass Alles ins Klare konrnjen würde, wenn über
einen so wichtigen Gegenstand aufmerksame Nachforschimgen
angestellt würden.
Entschlossen zu diesem Unternehmen stellte ich mir den
Zweck meiner Beobachtungen vor Augen, den nändich, mich
der Thatsache zu versichern, dass der Verfertiger der Argo-
iiauten-Conchylie der sie bewohnende ('ephalopode sei. Für
diesen Fall musste sich die erste meiner Nachforschungen
darauf beziehen, die Struktur dieses Weichthiers kennen zu
lernen; die zweite bestand in der Untersuchung des Verhält-
nisses des Weichthiers zu seiner Schale, und dasselbe in sei-
ner Entwicklung vom Ei an bis zu seinem vollendeten Wachs-
thume zu verfolgen, war die dritte. Wie aber eine so
schwierige Reihe von Beobachtungen durcliführen? Der von
mir zum Aufsuchen von IVleerorganismen täglich besuchte
Hafen von Messina verschaffte mir Gelegenheit zu Mitteln,
welche vielleicht keine andere Gegend sonst irgendwo hätte
darbieten können. Ich erfand mir zu solchem Zwecke Reusen,
welche acht Spannen lang und vier breit waren, und die ich
nach meiner Einsicht so anfertigen Hess, dass zwischen ihren
Querhölzerchen ein hinlänglicher Zwischenraum zum freien
Ein- und Austreten des Wassers blieb, ohne dass dabei, wenn
ich die Reuse mit dem Thier in das Meer gebracht hatte,
dasselbe hätte hinausschlüpfen können. Ich stellte die Reusen
auf einen tiefen Bodengrund des Meeres bei unserer Cita-
delle, und zwar an einer Stelle, an welcher ich meine Beob-
achtungen ohne Störung verfolgen konnte, ich schloss dort
eine Menge von lebendigen Argonauten ein und sorgte dafür,
ihnen alle zwei oder drei Tage die nöthige Nahrung durch
nackte oder beschalte Weichthiere, schalentragende Acephalen,
Venusmuscheln u. s. w. , welche ich fleissig einsammelte, zu
reichen. Mit unbesiegbarer Geduld ausgerüstet, dachte ich
auch nicht einmal daran, von meinem Vorhaben abzustehen,
obgleich ich zu wiederholten Malen kein glückliches Resultat
aus meinen wiederholten Foi^chungen gewonnen hatte. Nach
vielen Monaten erst gelangte ich dazu, meine Zweifel aufklä-
ren zu können und meine Forschungen von glücklichem Er-
folge gekrönt zu sehen.
Bemerkungen über das Thicr von Argonauta Argo. 373
Was nun die Struktur des Weichtliiers der Argonauten-
schale betrifft, so wird es, wenn gleich Jedermann dasjenige
von ihr weiss, was die Auetoren über sie dargelegt haben,
nicht zwecklos sein, das von mir beobachtete Besondere oder
von Anderen nicht Erwähnte mitzutheilen, indem ich besorge,
dass eine oder die andere wesentliche Eigenthiimlichkeit in
der Geschichte dieses Thiers vielen Naturforschern unbekannt
geblieben sein möge.
Der mit acht Armen versehene Cephalopode des Argo-
nauten besitzt an jedem derselben zwei Reihen von Saug-
näpfen. Die ersten beiden Arme aber sind stärker als die
anderen, und mussten es sein, weil sie gleich Alastbäumen
dienen, die Segel zu halten, welche — dicht von Gefiige —
nothwendig dem Winde widersteiien müssen; an der Basis
tragen sie unterwärts die doppelte Reihe von Sauguäpfen, wie
die anderen sechs, aber von der untern Reihe, auf einen Zoll
etwa von der Basis, fängt bei den erwachsenen Individuen
eine halb gefurchte Membran sich zu entwickeln an , welche
sich bis zur Spitze des Arms ausdehnt und diesen, indem sie
ihn krümmt, nicht mehr das Geschäft eines Ruderarms aus-
üben, sondern das Thier ihn zum Segeln wie Jedermann
weiss, brauchen lässt. Hierbei aber ist zu bemerken, dass
diese Segel, (wie wir sie nennen wollen) an die segeltragen-
den Arme geheftet, so gross sind, dass sie, zurückgeschlagen
und über die Conchylie gebreitet, diese ganz bedecken und
beschützen können. So viel ich habe schliessen können, ist
sogar das wahre Geschäft dieser Segel eben jenes, bis zu dem
Augenblick auf der Conchylie liegen zu bleiben, in welchem
das Thier, an die Wasserfläche kommend, sie erhebt und als
Segel ausbreitend aufrichtet. In der That liegt die Reihe der
vSaugnäpfe an den segeltragenden Armen, wenn die Segelmem-
bran sich an die Conchylie legt, genau auf deren Kiele, und
zwar jeder vSaugnapf auf einer bestimmten Spitze, in deren-
gleichen sich die Rippen des Argonauten an zwei Rändern
der Schale verlaufen.
Ich habe nach so vielen Beobachtungen die Segel des
Argonauten mit den beiden Mantelflügein der ('ypräen ver-
glichen, nicht allein wegen der Art und Weise, auf welche
sie die Conchylie bedecken , sondern auch, weil ich Ursache
374 Jeannette Power.
habe zu glauben, dass von der Durchschvvitznng der Segel-
häiite die Bildung der Conchylie selbst abhänge, und dass ihr
Zusamuienrunzeln beim Absondern der Kalkuiaterie die Ur-
sache der gerippten Gestaltung der Conchylie sei; diese aber
dient ihr auch zum sichern Anheftepunkte bei den Bewegun-
gen des Weichthiers, welches ohne alle jene Furchungen von
einer Rippe zur andern leicht hinausgleiten würde.
Diese Betrachtung ist im Stande, das Bedenken derjeni-
gen zu heben, welche sich keine Vorstellung davon zu machen
vermögen, wie es eine einen Cephalopoden einschliessende
Conchylie geben könne, welche nichts Aehnliches mit der Kriim-
n)ung des Thiers zeige, das sich in ihr befinde. Denn wenn
sie in Betrachtung zögen, dass jene von einer aus. der Segel-
haut durchgeschwitzten kalkichten Ablagerung entsteht, so
würden sie darin nicht allein die Reihe der kleinen, den Saug-
näpfen, welche sich an den Kiel der Schale legen, entspre-
chenden Spitzen finden, sondern auch daraus leicht die An^
Ordnung der Rippen und die flache und papierartige Struktur
der ganzen Conchylie erklären. Nicht Alle, dies glaube ich
ofi'enherzig versichern zu können, haben es gesehen, wie der
Argonaute erscheint, wenn er seine Segel über die Conchylie
ausgebreitet hat; eine Zeichnung allein Avürde es zeigen kön-
nen , und ich habe deshalb eine sehr ähnliche hier beigefügt
CTaf.I, Fig.7 ').
Das wohl ausgespannte Segel zeigt eine Silberfarbe,
mit kreisrunden concentrischen , mit einem schwarzen Punkt
in der Mitte versehenen und von einer schönen Goldfarbe
eingefassten Flecken, welche nebst der Gegend in der Nähe
der Saugnäpfe längs des Kiels und der Windung eine so leb-
jiaftePurpurfarbe annehmen, dass diese sich der der Janthina nähert.
Der Mund, der Kopf, der Sack (Mantel) und die Kiemen
haben mir nichts Eigenthümliches dargeboten , welches nicht
schon von den Naturforschern beschrieben worden wäre,
welche sowohl Sepien, als Kalmare, zur Untersuchung gehabt
haben, die sich in diesen Theilen wenig von meinem Argo-
nauten unterscheiden. Was aber den Trichter betrifl"t, mit
') Die Tafel fehlte denn für die Isis benutzten Exemplare. Cr.
(Auch dem in der hiesigen K. Bibliothek aufgestellten. Herausgeb.).
Bemerkungen über das Thier von Argonauta Argo. 375
welchem diese Cephalopoden versehen sind, so glaube ich
zwei neue Beobachtungen darbieten zu können. Die eine
derselben ist, dass derselbe viehnehr das Geschäft eines Rüs-
sels, als das eines Trichters verrichtet, wie ich gleich zeigen
werde, und dass das Thier (wenn es sich mit ausgebreiteten
segeltragenden Armen am Wasserspiegel befindet) sich seiner
als eines Steuerruders bedient, indem es ihn aus dem weite-
sten Theile der Conchylie, während ihm deren Windung als
Prora dient, hinausstreckt. Betrachtet man die Zartheit und
Zerbrechlichkeit der Conchylie, mit welcher wir es hier zu
thun haben , so sciieint es sonderbar zu sein , dass man sehr
selten zerbrochene Stellen an ihr findet; ich wollte mir die
Ursache davon klar machen und hob deshalb eine Conchylie
heraus, während das Thier in ihr steckte, und drückte sie auf
eine geschickte Weise zwischen den Fingern, damit ich sähe,
bis zu welchem Grade sie biegsam wäre, wo ich dann ent-
deckte, dass sie äusserst, und zw^ar bis zu dem Grade nach-
giebig ist, dass man die beiden Enden der grossen Windung,
ohne sie zu zerbrechen, zusammenbringen kann. In der That
mussten auch so zerbrechliche Conchylien eine solche Bieg-
samkeit besitzen, um nicht durch die unruhige und nie unter-
brochene Bewegung ihrer Thiere eben so, wie durch die
Stösse, welche sie von Zeit zu Zeit in der Tiefe bei stürmi-
schem Meer erleiden könnten, zertrümmert zu w^erden. In
diesem Falle würde es ihnen allzu unglücklich ergehen, weil,
wenn sie die Conchylie eingebüsst hätten, sie nicht im Stande
sein würden, eine neue zu bilden, wie wir dies nachher sehen
werden.
Nachdem ich mich von der Biegsamkeit der genannten
Conchylien, während das Thier in ihnen lebte, versichert hatte,
versuchte ich mich ebenfalls zu versichern, ob sie dieselbe
auch ohne das letztere besässen , und tauchte, nachdem ich
einige der Luft eine Zeit lang ausgesetzt hatte, dieselben zu
dem Zweck in süsses Wasser, wo ich sie dann nach Verlauf
von drei Tagen nachgiebig und biegsam fand, wie die erstem.
Was den Zusammenhang betrifi't, in welchem das Thier
mit der Conchylie steht, in der es wohnt, so habe ich keine
ligamentösen oder musculösen Anhänge gefunden, welche diese
mit jenem verbänden, während der Sack einfach durch die
376 J e a n n e 1 1 e P o \v e r :
Krümmung der letzten Windung, von welcher er Jeicht ge
trennt werden kann, gehalten wird; es scheint, dass das enge
Anhangen des Sackes an der innern Fläche der Furchungen
der Conchylie hinreiche, sie an ihm fest zu halten, da zudem
a ich noch das äussere Hinüberlegen der segeltragenden Arme
Statt findet, welches die Schale auf dem Thiere fest hält.
Indem ich nun berichten will, was mir über die Sitten
dieses Weichthiers zu beobachten gelungen ist, erwähne ich
fiirs erste, dass man die Argonauten in völliger Freiheit in
den Umgebungen von Messina und selbst in dessen Hafen das
ganze Jahr hindurch, obzwar in grösserer oder kleinerer
Menge antrifft; aber als die rechte Jahreszeit ihres Vorkom-
mens ist doch der Herbst oder sind die Monate September,
Oktober und November, zu nennen, sei es nun, dass das
Meer sie dann mit dem Strome vom Leuchtthurme her mit
hereinspüiilt, oder sei es, weil ihnen dann die Jahreszeit wegen
mancher Meerorganismen, die sie verzehren, günstiger wird,
oder sei es endlich, weil jene die Zeit ihrer Befruchtung ist.
Reichlicher sieht man sie jedoch in den schlammigen Stellen
des Hafens und da, wo die vor Anker liegenden Fahrzeuge
entfernter von ihnen sind.
Nähert sich ihnen Jemand, wenn sie sich an der Wasser-
fläche befinden, so falten sie die segeltragenden Arme über
die Conchylie zurück und in diese die Ruderarme hinein und
sinken zu Boden.
Wenn sie unter Wasser sind, so ergiessen sie durch den
Rüssel, in welchen sich der grösste Theil der Ausführungs-
gänge des dintenabsondernden Organs endigt, die Dinte, gleich
den übrigen Cephalopoden, wodurch sie das Wasser trüben
und den Feind täuschen, indem sie auf solciie Weise Zeit be-
kommen, sich im Schlanniie zu verbergen. Wollte ich sie
aber verfolgen, während sie sich in der Reuse befanden, so
bedienten sie sich ausser diesem ersten Rettungsmittel noch
einer andern Kriegslist ; sie spritzten näudich mit Heftigkeit
eine Menge Wassers durch den Rüssel aus, schlössen sich
dann ermattet in die Conchylie ein, mit Ausnahme der Segel,
welche sie allemal über diese zurücklegten, und sie so aus-
breiteten, dass sie dieselbe ganz bedeckten, wonach sie, wie
ich oben erwähnt habe, gleichsam übersilbert erschien; aber
Bemerkungen über das Thier von Argonauta Argo. 377
einen Augenblick später verbreitete sich längs der Saugnäpfe
über den ganzen Kiel und die Windung eine Purpurfarbe,
und die concentrisclien Kreisflecken erschienen auf den beiden
Oberflächen zerstreut.
Bei heiterer Luft und ruhigem Meere oder unbeobachtet
legen sie ihre so grossen Schönheiten zu Tage, indem sie
bei vollen Segeln rudern (Fig. 6) und diese, wenn sie die
Conchylie mit ihnen umfassen, mit schönen Farben schmücken.
Dann ist es auch der Fall, dass man sie in ihren verschie-
denen Bewegungen und in ihren Gewohnheiten beobachten
kann ; aber ich musste äusserst behutsam sein, wenn ich diese
Schauspiele geniessen wollte, da diese Thiere sehr argwöh-
nisch sind, und kaum gewahr werdend, dass man sie beob-
achtet, sich auf den Boden der Reuse hinabsinken lassen und
erst nach vielen Stunden von Neuem heraufkommen; auch
verstehe ich es nicht, wie Andere, ohne die von mir getrofi'e-
nen Vorsichtsmassregeln , die Sitten dieser Weichthiere im
ofi'enen Meer und durch zufällige Beobachtungen haben ken-
nen lernen können.
So oft sie aber vom Hunger geplagt wurden, kamen sie
fast an die Oberfläche des Wassers, wenn ich ihnen Nahrung
reichte, und rissen mir diese aus den Händen, indem sie eine
ausserordentliche Gefrässigkeit bezeigten.
So sehr ich mich auch bemüht habe zu erforschen, ob
diese Thiere getrennten und deutlichen Geschlechts seien, so
habe ich doch nichts Anderes ermitteln können, als dass alle
von mir untersuchten, welche sich wohl auf mehrere Hunderte
beliefen, mit Eiern versehen waren. Ich habe daraus schlies-
sen müssen, dass sie Zwitter seien. Aber ich behalte es mir
vor, über diesen Gegenstand andere anatomische Untersuchun-
gen anzustellen, welches ich bisher aus Mangel an Gelegen-
heit nicht gekonnt habe.
indem ich nun zu dem wesentlichsten Punkte meiner
Nachforschungen komme, den nämlich, durch unzweideutige
Beweise es zu bewahrheiten, dass das Weichthier der Verfer-r
tiger der Argonauten-Conchylie sei, kann ich versichern, dass
es mein erstes Vornehmen gewesen ist, die Beobachtungen
des berühmten Poli über die Eier dieses Cephalopoden, in
<Jeueu er die Larve der (.'ouchylie fand, zu wiederhole^.
378 Jeannette Power:
Ich inuss aber bekennen, dass ich liierin nicht glücklich
gewesen bin, indem ich dergleichen nie zu entdecken vermocht
habe; ich habe im Gegentheil von jenen sehr verschiedene
Resultate durch meine Forschungen gewonnen.
Indem ich die Untersuchungen des berühmten neapolita-
nischen Naturforschers in Gesellschaft meines gelehrten und
durch seina ichthyologischen Arbeiten bekannten Doktors Ana-
stasio Cocco von Messina und anderer Personen wiederholte,
konnte ich nichts Anderes zu Tage fördern , als aus jedem
Individuum eine Traube von Eiern, welche den Hirsensamen
glichen, völlig weiss und durchsichtig und durch Faden von
einem glänzenden Leime an einen Stiel von derselben Sub-
stanz geheftet waren. In einem drei Tage nach der ersten
Beobachtung untersuchten Argonauten fanden sich die kleinen
Weichthiere schon entwickelt, aber ohne Conchylie und klei-
nen Würmchen (F'ig. 1, 2, 3) gleichend, an deren unterm Ende
ein Flecken von brauner Farbe nebst verschiedenen anderen
seitlichen, kleineren zu sehen war; diese mit dem Mikroskope
betrachtet, brachten uns zu dem Schlüsse, dass sie die Ein-
geweide des Thierchens wären. In dieser Form zeigen sie
sich drei Tage nach ihrer Geburt (aus dem Ei); von da an
aber sieht man an ihnen allmählich Vorragungen, wie Knospen,
mit einer doppelten Reihe dunkler Punkte (Fig. 4), welches
die Anfänge der Arme und der Saugnäpfe sind. Die Arme
beginnen sich als solche an jedem Tage hinter jenen segel-
tragenden erkennen zu lassen, und am sechsten Tage haben
sie schon das erste Plättchen der Conchylie, welches dem ge-
ringsten Drucke der Finger aufs äusserste nachgiebt, gebildet.
Die Eier sind an das Innere des Schalengewindes gehef-
tet, und wenn die oben erwähnten Thierchen ausschlüpfen, so
bleiben sie in dem leeren Zwischenräume zwischen dem Ge-
winde und dem Sacke der Mutter. Aus diesen Beobachtun-
gen ergiebt es sich, dass das kleine, kaum geborne, weiche
Thier keine Conchylie besitzt, und ich möchte schliessen, dass
sie dieselbe im Ei nicht besitzen. Poli's Beobachtung stimmt
nicht mit so vielen von mir geflissentlich wiederholten über-
ein, und wenn hier nicht die Rede von einem so berühmten
Manne wäre, so würde ich zu sagen wagen, dass die innere
Eihülle vielleicht mit der vermeinten ersten Anlage der Con-
Bemerkungen über das Thfer von Argonauta Argo. 379
chylie (von ihm) verwechselt worden sei. Es war meine Ab-
sicht zu entdecken, ob das kleine weiclie Thier für sich allein,
ohne irgend ein äusseres Dazukommen, sich zur Verfertigung
der Conchylie anschickte, oder ob die Mutter Antheil an
deren erstem Hervorbringen hätte, während in jenem die der
Kalkabsonderung vorstehenden Organe noch nicht entwickelt
wären. Zu diesem Zwecke nahm ich verschiedene Argonauten
zur Zeit ihrer Befruchtung, durchschnitt mit Vorsicht das Ge-
winde nach der Richtung seiner Achse und fand in einem
derselben in der Nähe des Gewindes ein in sich selbst zu-
sammengewickeltes Thierchen; aufmerksam dasselbe betrach-
tend wurde ich gewahr, dass zwischen ihm und dem Grunde
des Gewindes der Mutterconchylie sich schon ein dünnes,
nach der Form der Krümmung des Gewindes selbst ge-
krümmtes Häutchen befand und sich dem kleinen zusammen-
gewickelten weichen Thierchen anschmiegte, gleichsam als
wenn der Leim, inmitten dessen sich das ganze weiche Thier
befand, zwischen diesem und dem Ende des Gewindes zusam-
mengedrängt, sich zu einer Membran in der Form des Ge-
windes selbst verdichtete und das neue kleine weiche Thier
umfasste.
Am 10. September des verflossenen Jahres (1835) sperrte
ich, um meine Untersuchungen fortzusetzen, einige Argonauten
zur Zeit ihrer Befruchtung in die Reuse ein, beobachtete sie
von vier zu vier Tagen und befliss mich der gewöhnlichen
Vorsicht bei ihrer Behandlung, weil sie sehr reizbar sind und
eine Belästigung so schwer ertragen, dass man sie kurze Zeit
nach einer solchen sterben sieht. Ich brachte sie daher in
ein Becken, welches ich unter ihnen ins Wasser senkte, hob
sie in diesem heraus und setzte mich verborgen hin, um sie
in allen ihren Bewegungen zu beobachten.
Am 14. September fand ich in einer dieser Conchylien
ein kleines, vier Linien langes Thierchen ; ich untersuchte an-
dere und fand in einigen die kleinen Thiere, in andern nicht.
Am 18ten, wie gewöhnlich nachforschend, fand ich zwei
Mütter todt; in derjenigen, in welcher ich zuerst das kleine
Thierchen gesehen hatte, fand ich dasselbe schon in das Ge-
winde getreten.
Am 24sten sah ich dieselbe Conchylie nach und fand in
380 Jean nette Power:
ihr das kleine Weichtliier schon von seiner zarten Hülle be-
tleckt, welche viertehalb Linien lang war (F^i?. 5). Es war
ganz ansgebildet, und seine Conchylie hatte die Form der
Windung, in welcher es sein Dasein empfangen batte.
Alle zu diesem Zwecke von mir angestellten Unter-
suchiHigen haben mir stets dieselben Ergebnisse geliefert, aus
denen ich entnonnnen habe, dass das aus dem Ei gekrochene
junge Weichthier nackt und in dem Augenblick, in welchem
es sich aus demselben frei macht, luivollkommen ist, dass es
seine fortschreitende Entwicklung im leeren Räume des Ge-
windes des Mutterargonauten bekommt und dass es sich nach
einer gewissen Zeit seine Hülle bildet.
Mehr als zwei oder drei Eier entwickeln sich, so viel
ich habe gewahr werden können, nicht auf einmal; haben die
Jiuigen allmählich die Länge von neiui Linien erreicht, so
schliessen sie sich in das Gewinde der mütterlichen Conchylie
ein, innerhalb dessen sie die übrigen sechs ') Arme als Knos-
pen hervortreiben. Das Junge braucht drei Tage, um die
Länge von neun Linien zu erreichen, und vier, um sich in
dem Gewinde zu entwickeln und sich seine Conchylie zu
bilden. Die Mutter behält es noch drei Tage lang unter ihrer
Schale und stösst es dann hinaus.
Ich habe auch versucht, die Eier sich bis zum Aus-
schlüpfen des weichen Jungen ohne Hülfe der Mutter entwik-
keln zu lassen, indem ich sie in einem Säckchen aus feiner
Leinwand in einem Fläschchen voll Seewasser hielt, welches
ich dreimal täglich erneute; aber dieser Versuch gelang nicht
und hatte keinen andern Erfolg, als eine Anschwellung der
Eier, den Anfang ihrer Fäulniss.
Aus dieser Thatsache habe ich auch schliessen müssen,
dass der leimichte Stoff, in welchem sie in dem Gewinde der
lebenden Mutter eingehüllt liegen, ihre Entwicklung bewirke,
und da dieser Stoff offenbar eine Absonderung der Mutter
ist, so kann man sagen, dass ohne ihr Dazuthun die Eier
sich nicht entwickeln und die kleine Hülle selbst im Grunde
des Gewindes nicht würde entstehen können.
Ungeachtet aller dieser glücklichen Erfahrungen zu Gun-
') Im Originale steht — wohl unrichtig — sieben (Sette). Cr.
Bemerkungen über das Thier von Argonauta Argo. 3gl
sten der Meinung, dass dem Argonautentliiere seine Conehy-
lie zu eigen angeliöre, wollte ich mich davon noch auf eine
von Anderen niemals zuvor versuclite Weise überzeugen.
Wenn der Argonaute, sagte ich, der V^erfertiger seiner Hülle
ist, so muss er deren Beschädigungen, im Falle, dass sie
Brüche erleidet, ausheilen. Obgleich Ranzani ') gesagt hat,
es sei nicht zu glauben, dass diese Argonautenthiere so wenig
mit Mitteln versehen seien, sich ihr eigenes Daseyn zu sichern,
dass sie, wenn ihr erstes Gehäuse zerbrochen oder verloren
gegangen wäre, sich nicht sollten ein neues erbauen können,
so scheint er mir doch durch die Art seines Ausdrucks offen-
bar zu erkennen zu geben, dass er niemals direkte Versuche
zu dem Zweck angestellt habe; denn ich, die ich Hunderte
dieser Weichthiere behandelt, habe gefunden, dass, wenn sie
ihre Conchylie verloren haben, sie nicht im Stande sind, sie
zu ersetzen und dass sie dann sterben. Versichert also, dass
der Versuch, welchen ich zu machen beabsichtigte, neu wäre,
zerbrach ich die Schale woiil bei sechsundzwanzig Individuen
und fand zu meiner grossen Freude nach dreizehn Tagen bei
allen denen , welche das Expedment überlebt hatten , deren
nicht mehr als drei waren, die Bruchstellen wiederum ge
schlössen ^).
Die zugeheilte Stelle ist stärker als die Conchylie selbst,
aber nicht so weiss, erscheint ein wenig höckerig und uneben,
besitzt nicht die gewöhnliche Glätte und zeigt anstatt der
Rippchen einige Längsfurchen.
Begierig zu erfahren, durch welche Verfahrungsart das
Thier den Bruch seiner Schale wieder ausbesserte, fing ich
eines, einen Tag nach dem ersten Versuche, und fand, dass
die Bruchstelle von einer zarten Platte aus einer Leimsubstanz
bedeckt war, welche einem Spinnengewebe gleich die beiden
Ränder des Bruchs der Conchylie vereinigte. Am Tage dar-
*) Ranzani, Mem. di Stör. Nat. Vol. I, p.85.
^) Dass der Argonaute Spalten und Brüche seiner Schale aus-
zubessern vermöge, wusste schon Montfort; er hatte, unter anderen,
Schalen gesehen, an denen 6" lange Spalten wieder ausgefüllt waren.
S. seine Naturgesch der Weic hwüruier, aus dem Franz. etc., Bd 111.
S. 127. Cr.
302 Jeannette Power:
auf nahm die Platte eine gewisse Verdoppelung und Undurcli-
sichtigkeit an, und nach zehn oder zwölf Tagen war die ganze
ausgebesserte Stelle kalkig geworden. Beim Ausbesseru der
Schäden seiner Schale habe ich mich versichert, dass der Ar-
gonaute die Segel an die Conchylie und über dieser in Falten
legt, durch welche Bewegung, wie ich vernnithet habe, die
Absonderung des Leimes, welcher endlich zu kalkichter Sub-
stanz wird, bethätigt erscheint.
Bis hierher zeigt sich der Argonaute ausser als bestimm-
ter Verfertiger seiner Schale, weil er sie ausbessern kann,
auch den anderen Schalthieren ähnlich, welche im unzubemer-
kenden Ausbessern nicht geschickter sind als er; ein Um-
stand aber hat sich mir als neu bei meinem Weichthier er-
geben, und ich weiss nicht, ob er jemals bei einem andern
Schalthiere beobachtet worden sein möge. Er besteht darin,
dass, so oft das Thier Stücke von anderen Argonautenschalen
aus der Gegend findet, in welcher es den Bruch seiner eige-
nen zuheilen will, es mittelst des segeltragenden Armes das
Stück des zerbrochenen Argonauten an seine Schale heran-
zieht, welches es für tauglich zum Verscliliessen des Bruch-
raumes erachtet, und es so lange an der Stelle festhält, bis
es den zum dauerhaften Anheften hinreichenden Leim darüber
ergossen hat, auf welche Weise es sich die Mühe erspart,
durch eigene Absonderung eine weite Bruchstelle zu ver-
schliessen.
Durch eine solche Reihe von Erfahrungen habe ich, wie
mich dünkt, hinreichend bewiesen, dass das Argonautenthier
der Verfertiger der Conchylie ist, die es bewohnt und ausser-
halb welcher es nicht lange leben kann.
Indem ich Ihnen, meine Herren, in der Kürze die Resul-
tate meiner Beobachtungen mitgetheilt, habe ich mir nur Ihre
Nachsicht verdienen wollen und die Hoffnung genährt, sie,
wenn auch nichts Anderes, für meine gute Absicht zu erlangen.
Die berühmten Mitglieder und Professoren Carmelo Ma-
ravigna, Anastasio Cocco und Carlo Gemmellaro haben mich
angetrieben, meine Nachforschungen fortzusetzen, und ich habe
mich, von dieser berühmten Akademie mit dem Titel eines
correspondirenden Mitgliedes beehrt, fernerhin ermuthigt, da-
hin zu wirken, dass meine Forschungen Nutzen bringen mögen.
Bemerkungen über das Thier von Argonauta Argo. 383
Mein Hauptzweck, zu bewalirheiten nänilicli, dass das Tliier
des Argonauten, wie die andern Schaltliiere, sich seine Con-
chylie verfertigen könne, ist durch glückliche Versuche völlig
erreicht worden, deren Resultate ich nicht verfehlt habe, Ihnen,
sei es in zerbrochenen und von den Thieren selbst ausgebes-
serten Schalen, sei es in Conchylien und den in Alkohol ge-
legten Weichthieren, und in den verschiedenen Entwicklungs-
stufen der Eier und der kleinen Thierchen, sei es endlich in
colorirten Zeichnungen, niitgetheilt habe, auf diese Weise
Ihnen das, was ich habe darthun wollen, bekräftigend.
Auch andere, die Physiologie und Geschichte dieses Weich-
thiers betreffende Bemerkungen habe ich ihnen mitgetheilt,
indem ich geglaubt habe , dass sie Ihrer Aufmerksamkeit und
Ihres Studiums werth seien , und wenn sie die Billigung in
der Wissenschaft so berühmter Männer, als Sie sind, erlangen,
so beabsichtige ich noch andere Nachforschungen, nicht allein
über die Argonauten, sondern auch über andere Weichthiere
anzustellen, über welche ich schon Untersuchungen angefangen
habe, um es darzulegen, ob sich in ihnen einige Körpertheile
wiedererzeugen können, und die ich nach nicht langer Zeit
die Ehre haben werde, Ihrer Prüfung zu unterwerfen.
Gedruckt bei den Gebr. Unger in Berlin.
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