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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHSON.
inveubinüun(;mit
PROF. Dr. LEUCKART IN GIESSEN
HERAUSGEGEBEN
VON
Dr. f. H. TROSCHEZ.,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
FÜNF UND ZWANZIGSTER JAHRGANG,
Erster Band ,
mit dreizehn Kupfertafeln.
Berlin,
Nicolaische Verlagsbuchhandlung.
(G. Parthey,)
1859.
Inhalt des ersten Bandes.
Seite
Die Staphylinen -Fauna von Ostindien, insbesondere der Insel
Ceylan. Bearbeitet von Dr. A. Kra atz in Berlin. Hierzu
Taf. I— III 1
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. Von Franz
Leydig in Tübingen. Hierzu Taf. IV . . . 195
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. Ein weiterer Beitrag zur
Kenntniss der Parthenogenese. Von Rud. Leuckart in
Giessen. Hierzu Taf. V. 208
Carcinologisches. Von Rud. Leuckart in Giessen. Hierzu
Taf. VI und VII.
Einige Bemerkungen über Sacculina Thomps. . . 232
Notopterophorus Costa 241
Ueber die Gesichtswerkzeuge der Copepoden . . 247
Ueber das Vorkommen eines saugnapfartigen Haftap-
parates bei denDaphniaden und verwandten Krebsen 262
Ueber die Gehörorgane der Decapoden . . . 265
Die Begattung des Arion empiricorum. Von Emanuel Pur-
kyne, Gymnasiallehrer in Prag. Hierzu Taf. VIII . 267
Spix' Serpentes brasilienses, beurlheilt nach Autopsie der Ori-
ginalexemplare und auf die Nomenclatur von Dumeril
und Bibron zurückgeführt. Von Prof. Jan in Mailand 272
Systematischer Katalog aller Helminthen, die im Menschen ge-
funden worden. Von Dr. D.F.W ein 1 and in Esslingen a.N. 276
Ueber einen in derPennatula rubra lebenden Schmarotzer. Vom
Hrn. Docenten K. Bruzelius. Hierzu Taf. IX. Ueber-
setzt von Dr. Creplin 286
2^033
lY Inhalt.
Seite
Beitrag zur Kenntniss des inneren Baues der Amphipoden. Von
Ragnar Bruzelius. Uebersetzt von Dr. Creplin.
Hierzu Taf. X 291
Polypen und Quallen von Santa Catharina. Die Forniwandlun-
gen der Liriope catharinensis n. sp. Von Fritz Mül-
1 e r. Hierzu Taf. XI 310
Bemerkungen über Cypridina und eine neue Art dieser Gattung
(Cypridina oblonga). Von Dr. Ed. Grube. Hierzu
Taf. XII .322
Heber Haarsackmilben und Krätzmilben. Von Prof. Franz
Leydig in Tübingen. Hierzu Taf. XIII . . .338
Beobachtungen über den Cemenlapparat und die weiblichen
Zeugungsorgane einiger Cirripedien. Von Dr. A. Krohn 355
Die Stapliylineii-Fauiia von Ostindien, insbesondere
der Insel Ceylan.
Bearbeitet von
Dr. ix. Kraatz
in Berlin.
(Hierzu Taf. I— III.)
Nach der Zahl der bisher aufgestellten Arten zu schlies-
sen, sagt Lacordaire*) in seiner Einleitung zu den Sta-
phylinen, besitzt Europa mehr Arten aus dieser Familie als
alle übrigen Erdtheile zusammengenommen ; zieht man in-
dessen , fährt er etwa fort , die geringe Grösse , die Far-
benarmuth und die versteckte Lebensweise dieser Thiere in
Betracht, so erweist sich dieses Missverhältniss in der geo-
graphischen Verbreitung als ein scheinbares ; und obwohl
gegenwärtig nur etwa zweitausend Species bekannt sind, deu-
tet Alles darauf hin, dass die Gruppe eine der zahlreichsten
unter den Käfern ist. — In der That geben die im Erich-
son'schen Werke 2) enthaltenen Beschreibungen eher eine
Andeutung von der Farbenpracht und Körpergrösse , welche
einige Gattungen in den heissen Welttheilen von der Ar-
tenfülle und dem Formenreichthum , welche andere in der
gemässigten Zone ausserhalb Europa's zu entwickeln vermö-
gen, als ein nur annähernd vollständiges Bild von dem wirk-
lich existirenden Bestände. In diesem Bilde vermissen wir
selbst gegenwärtig, nach beinahe zwanzig Jahren, noch nicht
1) Genera des Coleopteres II. p. 24.
2) Genera et Species Staphylinorum. ßerolini 1840.
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. I. Bd. 1
2 Kiaatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
viele der ächten Staphylinus-Arien aus dem südlichen Ame-
rika , dagegen beginnt der Mangel einer erneuten Bearbei-
tung der Leptochirus- Arien sich bereits fühlbar zu machen,
und die Zahl der unbeschriebenen Taenodema-. , Lispinus-,
Isomalus - Arten etc. wächst in den Sammlungen bedeutend
an. Monographien über diese und einige andere Gattungen
schienen mir indessen der vorliegenden Arbeit für den Au-
genblick noch nachstehen zu müssen , welche bestimmt ist,
einen Einblick in die Staphylinen-Welt zu geben, mit wel-
cher Indien , vorzüglich auch die Insel Ceylan bevölkert ist.
Gerade von diesem Theile der Erde waren Erichs on nur
wenige Arien bekannt und sind auch nur wenige seit dem
Erscheinen seines Werkes aufgestellt; ihnen gegenüber ist
die Zahl der hier beschriebenen eine bedeutende zu nennen,
eine vielleicht nur kleine gegen die noch unbekannten.
Das hier bearbeitete Material, welches sich fast ohne Aus-
nahme in meinem Besitze befindet, ist mir hauptsächlich von
drei Seiten zugeflossen. Der grössere Theil desselben wurde mir
von Herrn John Nietner geliefert, welcher auf mein Ersuchen
dem Staphylinen-Sammeln auf der Insel Ceylan seine beson-
dere Aufmerksamkeit zuwandte und mir Alles überliess, was
er an Staphylinen in den letzten Jahren mit Glück und Eifer
zusammengetragen. Die Verlegung seines Wohnsitzes von
Colombo nach Rambodde trug dazu bei, die Mannigfaltigkeit
in seiner Beute zu vermehren. Während Colombo's Lage als
bekannt vorausgesetzt werden darf, sei bemerkt , dass von
Rambodde aus , der auf der südlichen Hälfte der Insel Cey-
lan gelegene , in botanischer und entomologischer Hinsicht
reichste Theil der Insel mit Leichtigkeit durchstreift werden
kann; derselbe wird von den feuchten Waldregionen der
Nura Ellia gebildet, welche sich in einer Höhe von 2000'—
5000' erstrecken; unterhalb 2000' sind die Wälder weniger
üppig, über 5000' ewig, mithin zu feucht um ein gedeih-
liches Insectenleben zu befördern. In dem erwähnten best-
gelegenen Theile des Gebirges sammelte Herr Nietner haupt-
sächlich in einer Höhe von etwa 4000'; gerade dort sind
zwar die Wälder häufig in Kaffeeplantagen umgewandelt, in-
dessen trägt dies nur dazu bei , das Insectenleben an den
Säumen und offenen Stellen der ersteren in günstigster Weise
insbesondere der Insel Ceylan. 3
ZU concentriren. Unter den besuchten Localitäten ist das
Thal des Pundhool-oya (Fhisses) namentlich hervorzuheben.
Die Gesammtzahl der von Herrn Nietner bis jetzt eingesand-
ten Species beträgt etwa 230, unter denen viele erst in ein-
zelnen Exemplaren.
Etwa 150 von den Staphylinen-Arten, welche von dem
verstorbenen Helfer 1836—1839 hauptsächlich in Hinterin-
dien gesammelt wurden, erhielt ich theils vom Prager Mu-
seum selbst, in welchem Helfer's Ausbeute sich aufbewahrt
befindet, theils von Herrn Prof. Schaum, dem sie durch
den verstorbenen D o r m i t z e r mitgetheilt waren. Da nähere
Angaben über die von Helfer explorirten Gegenden bereits
in dem Vorworte zu S chmidt-Göbel's Fauna Coleopte-
rorum Birmanae gegeben sind , so ist es kaum nöthig , hier
weiter auf dieselben einzugehen. Etwa 40 meist unbeschrie-
bene Species, welche Dr. Bacon im nördlichen Indien ge-
sammelt, gingen aus der Sammlung des Herrn Marquis de la
F e r t e- S e n e c t e r e in die meinige über. Bei der Vaterlands-
angabe derselben ist Dr. Bacon als Entdecker genannt, bei den
ceylanesischen ist überall Herr Nietner, bei den hinterindi-
schen überall Herr Helfer als solcher zu betrachten. Von den
letzteren sind nicht wenige mit Nietner'schen Arten iden-
tisch und einzelne auch in Vorderindien zu Hause.
Von denjenigen Arten , welche bereits durch Andere
bekannt geworden, sind in meiner Arbeit meist nur die Dia-
gnosen aufgenommen , von denen , welche ich selbst in dem
1 1. Bande der Linnaea Entomologica i) aufgestellt habe, nur
die Namen mit dem Citate der Beschreibung angeführt. Auf
eine kleine Anzahl beschriebener Species aus Java ist in
Noten aufmerksam gemacht, weil ihre Verbreitung bis nach
Indien nach Analogie einzelner angeführter Fälle sich viel-
leicht später nachweisen lässt.
1) Die meisten in den „Beiträgen zur Kenntniss der Termito-
philen" p.4:4 — 56; einzelne in den „Genera Aleocharinoruni illiistrata";
denjenigen, welche sich für den Gegenstand interessiren , bin ich
gern bereit Separata von beiden Aufsätzen mitzutheilen , die ich der
Liberalität des Herrn Verlegers der Linnaea verdanke.
4 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Eine Zusammenstellung der in Indien einheimischen Ar-
ten , welche eine weitere geographische Verbreitung haben,
sowie derjenigen Gattungen, welche bisher allein dort auf-
getreten sind, findet besser am Schlüsse der Arbeit ihren
Platz , da Stoff zu Nachträgen während des Druckes dersel-
ben fast zu vermuthen ist; ebenso bleibt eine vergleichende
üebersicht der Artenzahl , in der wir einzelne Gattungen in
Indien vertreten finden , mit der in anderen Ländern vor-
behalten.
Auf die beigegebenen Tafeln ist nicht im Texte verwie-
sen , sondern die Erklärung sämmtlicher Abbildungen am
Schlüsse gegeben.
1. Falagria Leach.
Mannerh. Brachelytr. p. 86. Erichs. Gen. et Spec. p.48.
1. Falagria op acicollis: Brunnea, abdominis
segmentis 4 — 6 nigro - piceis, basi elytrisque fnsco-tesiaceis,
capiie thoraceque opacis , hoc subcordato, dorso profunde
subtiliter canaliculato. Long, ly^ — ly* lin.
Sequente paulo maior, ceterum similiter colorata , ca-
pite thoraceque opacis facile distinguenda. Antennae graci-
les, fusco-testaceae, basi sordide testaceae, articulis Omni-
bus latitudine longioribus. Caput thoracis latitudine , fronte
maris depressiuscula. Thorax antice rotundato-ampliatus, ba-
sin versus angustatus, latitudine longior, dorso medio longi-
tudinaliter impressus , profunde subtiliter canaliculatus , opa-
cus. Scutellum confertim punctulatum, rufo-brunneum, linea
tenui longitudinali elevata notatum. Elytra thorace paulo lon-
giora, fusco- aut tota testacea, confertim subtiliter punctu-
lata, subtilissime pubescentia. Abdomen confertim subtiliter
punctatum, segmentis 1 — 3 rufo-testaceis, 4—6 nigro-piceis.
Pedes fusco-testacei , femorum tibiarumque basi larsisque
dilutioribus.
Habitat in insula Ceylan.
2. Falagria flavo cincta : Brunnea, elytris fu^
scis , basi apiceque abdominisque segmentis 2 et 3 flavis ,
4 — ß nigris, antennis pedibusque testaceis , thorace subcor-
dato, profunde canaliculato. Long, ly^ — IV2 Hn.
insbesondere der Insel Ceylan. 5
Statura graciliore et colore F. divisae Er. similis , ni-
tida , pube brevi subtilissima griseo-subsericans. Antennae
longiores , totae riifo-testaceae , articulis omnibus latitudine
longioribus. Caput laeve, vix piinctiilatiim. Thorax latitudine
summa longior, ante medium rotundato-ampliatus, rufo-brun-
neus, vix punctulatus, profunde canalicuiatus. Scutellum ob-
solete bicarinatum, punctulatum, rufo-testaceum. Elytra tho-
race paulo longiora, minus crebre subtilissime punctata, fusca,
margine apicali humerisque sordide teslaceis, pone scutellum
rotundato-subimpressis. Abdomen subtilissime punctatum, sub-
tiliter pubescens, segmentis 2 et 3 flavo-testaceis, 4 — 6 nigris,
septimo nigro-piceo. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
3. Falagria subrugosa: Rufo-hrunnea, antenna-
rum basi pedibusque testaceis, thorace subcordato , profunde
canaliculato , elytris circa scutellum creberrime distinctius
subruguloso-punctatis, ceterum vix punctulatis. Long. 1 lin.
Statura et magnitudine fere Fal. sulcatae Payk. , rufe-
brunnea , nitida, subtilissime pubescens. Antennae validius-
culae rufae, articulis 5 — 10 sensim vix latioribus, penultimis
subquadratis , ultimo majore. Caput thoracis latitudine , vix
punctulatum, nitidum, subtilissime pubescens. Thorax vix
punctulatus, nitidus, profunde canalicuiatus, forma eadem
quae in Fal. sulcata. Scutellum punctatum. Coleoptera tho-
race paulo longiora , subquadrata , subtilissime punctulata,
nitida, circa scutellum confertim profundius subruguloso-pun-
ctata , subopaca. Abdomen nitidum , vix punctulatum, ante
apicem saepius infuscatum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
4. Falagria obscMra Grav. (Micr. 74. 10. Aleo-
charaj.
Specimina a Dom. Helfer in India orientali lecta omnino
cum europaeis congruunt.
5. F alagr ia vilis: Nigro-picea, nitida, elytris fuscis,
thorace subcordato profimde canaliculato, scutello punctata,
antennis brunneis. Long. % lin.
Fal. longicorni similis et affinis, antennarum scutellique
structura facile distinguenda , nigro-picea, nitida. Antennae
6 Kraatz: die Stßphylinen-Fauna von Ostindien,
validiiisculae, brunneae, basi diliitiores, articulis 4 — 10 inier
se subaequalibus, longitudine paulo latioribus. Caput thorace
fere latius , nitidum, vix punctulatuiri , fronte inter antcnnas
impressionibus duabiis, lineam longitudinalem fere fornianti-
bus. Thorax coleopteris distincte angustior, latitudine summa
parum brevior, ante medium leviter rotundato-ampliatus, ba-
sin versus angustatus, dorso vix punctulatus, sulco profundo
canaliculatus. Scutellum confertim punctatum. Elytra thorace
paulo longiora, confertim subtiliter punctata et pubescentia,
fusca. Abdomen minus crebre subtiliter punctatum , basi
fusco-piceum. Pedes testaeei.
Habitat in India orientali.
6. Falagria longicornis: Nigro-picea , nitida,
elytris thoraceque subcordato fusco-piceis , hoc scutelloque
profunde caiialiculatis , antennis validiusculis rufo-testaceis
Long. 2/3 lin.
F. sulcatae Payk. similis, sed multo minor, minus con-
vexa etc., nigro-picea , nitida , subtilissime pubescens. An-
tennae longiusculae et crassiusculae , articulis omnibus lati-
tudine distincte longioribus. Caput thorace vix angustius,
nitidum^ glabrum, vix punctulatum, fronte inter antennas ob-
solete biimpressa. Thorax latitudine summa pauUo brevior,
ante medium rotundato-ampliatus, basin versus leviter angu-
status , dorso vix punctulatus , sulco profundo canaliculatus.
Scutellum subtiliter canaliculatum. Elytra thorace paulo lon-
giora, parce subtilissime punctulata. Abdomen confertim di-
stinctius punctatum. Pedes testaeei.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
7. Falagria parva: 'Nigra, nitida, elytris fuscis,
pedibus rufo-testaceis, thorace subgloboso, canaliculato. Long.
vix V2— Ya lin.
Statura et magnitudine fere F. nigrae Grav. , thorace
canaliculato autem facile distinguenda , nigra seu nigro-pi-
cea , elytris fuscis , pedibus rufo-testaceis. Antennae fusco-
piceae , breviusculae , apicem versus incrassatae , articulis
penultlmis fortiter transversis. Caput thoracis latitudine, sub-
orbiculalum , vix perspicue punctulatum. Thorax latitudine
brevior, basin versus angustatus, angulis rotundatis, dorso
insbesondere der Insel Ceylan. 7
subtiliter punctatus, canalicula sat profunda basi apiceque paullo
abbreviata impressus. Scutellum aequale , confertirn puncta-
tum. Elytra thorace parum longiora, crebre distinctius pun-
ctata, apice dilutiora. Abdomen seginentis anterioribus basi
profundius, posterioribus apice parce subtiliter punctatis.
Habitat in insula Ceylan.
8. Falagria pygmaea. Piceo-nigra , nitida, pube
suhtili subsericans, elytris thoraceque suborbicnlato fusco-
brunnds, hoc dorso canaliciilato. Long, vix \/2 lin.
Praecedente multo minor , pube subtili subsericans,
omnium confertirn subtiliter posterius distinctius punctata,
piceo-nigra, thorace elytrisque fusco - brunneis, antennarura
basi pedibusque rufo-testaceis. Antennae brunneae, apicem
versus leviter incrassatae, articulis 4 — 10 transversis. Ca-
put thoracis latitudine , suborbiculatum , confertirn subtiliter
punctatum, fronte leviter longitudinaiiter impressa. Thorax
coleopteris paulo angustior, basin versus angustatus, angulis
rotundatis, dorso canalicula basi apiceque abbreviata minus
profunde impressus. Scutellum confertirn punctatum. Elytra
thorace paulo longiora. Abdomen basi bninneum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
2. Bolitochara Mannerh.
Brachelytr. p.75. — Erichs. Gen. et Spec. p.57.
9. Bolitochara testacea: Rufo-testacea , nitida-i
capitis basi elytrorumque apice fuscescentibus, his thoraceque
foveolato confertissime subtilissimeque punctatis , abdomine
fere laevigato. Long. V/^ lin.
Statura fere B. variae Er. sed paulo minor, subtilissime
pubescens, colore et punctatura supra descripta. Antennae
fuscae, basi testaceae, articulis 5 — 10 sensim paulo latiori-
bus, penultimis fortiter transversis, ultimo maiusculo. Caput
thoracis latitudine, vix perspicue punctulatum, nitidum. Tho-
rax coleopteris dimidio angustior , latitudine plus dimidio
brevior , basin versus subangustatus , lateribus ante medium
leviter rotundatis , supra scutellum transversim impressus.
Elytra thorace sesqui fere longiora, subtilissime punctulata.
Abdomen sublaevigatum, basi punctatum. Pedes testacei.
8 Kraatz: die Staphylineii-Faiina von Ostindien,
Mas abdominis segmento sexto supero medio carinula
vix perspicua instructo.
Habitat in India orientali.
3. Eccoptogenia.
Maxillae mala interiore infus spinuUs ciliata, pone me-
dium spinula singula maiore munita.
Mentum apice profunde excisum.
Ligula brevis, apice bifida : paraglossae prominentes.
Palpi labiales biarticulati.
Tarsi antici 4-, postici 5 - articulati, articuUs 4 primis
aequalibus.
Labrum membranaceum , semicirculare , parce pilosum.
Mandibulae muticae, apice subuncinatae. Maxillae corneae,
mala exteriore apice pubescente , mala interiore apice obli-
que truncata, spinulis 6—7 ciliata, pone medium spinula ma-
iore munita. Palpi maxillares articulo tertio secundo paulo
longiore et magis incrassato, quarto minuto , subulato. La-
bium mento leviter transverso , antrorsum angustato , lateri-
bus subsinuato , apice profunde exciso , ligula brevi , apice
bifida , paraglossis prominentibus. Palpi labiales biarticulati,
articulo primo basi latiore, secundo hoc paulo breviore, basi
parum angustiore, apice truncato.
Corpus minutum, lineare, alatum. Antennae validiuscu-
lae , articulo secundo primo paulo breviore , tertio secundo
multo minore, subquadrato , 4 — 10 sensim vix latioribus,
transversis , ultimo duobus praecedentibus coniunctim paulo
breviore, acuminato.
Caput maiusculum, thoracis fere latitudine , exsertum,
porrectum, rotundatum, basi constrictum, oculis parvis, pa-
rum prominulis. Thorax coleopteris fere latior et vix lon-
gior, latitudine paulo brevior, apice truncatus, basi parum
lateribus leviter rotundatus , basin versus subangustatus , an-
gulis posterioribus obtusis , anterioribus subrectis, deflexis,
parum convexus, pone medium impressionibus duabus longi-
tudinalibus obsoletis impressus. Scutellum minutum. Coleop-
tera subquadrata, apice truncata. Abdomen elongatum , pa-
rallelum , segmentis singulis dorsalibus basi transversim
insbesondere der Insel Ceylan. 9
subimpressis. Pedes breves, tarsis anticis 4-, posterioribus
5-articulatis , bis articulis 4 primis longitudine inter se ae-
qualibus, singulis latitudine fere brevioribiis.
Mas elytris paulo brevioribus insignis videtur.
Genus, parlibus oris respectis, facillime mento apice pro-
funde exciso, labro senücirculari etc. cognoscendum, habitu
tarsorumque struclura Homalotis simile , paraglossis autem
prominentibus Bolitacharae generi magis affine.
10. Eccoptogenia rufa: Rufa, nitidula, subtiliter
pubescens, confertim distinctius punctata^ capite elytrisque brun-
neiSj antennis pedibusque testaceis , abdcmine nitido , parce
punctulato. Long. % lin.
Habitat in insula Ceylan.
4. Hoplandria ' ) K r a a t z.
Linnaea Entomolog. XI. p. 4.
11. Hoplandria fuscipennis : Rufa,nitida, capitCf
thorace elytrisque fuscis, antennis validis pedibusque testaceis^
thorace fortiter transversa, basi media lemter marginato, ab-
domine attenuato, parce punctata. Long. 1 lin.
Corpus rufum, nitidulum, parum dense pubescens. An-
tennae crassiusculae, capite thoraceque paulo longiores , ru-
fae , basi rufo - testaceae , articulo tertio secundo minore,
quarto minuto, 5 — 10 sensim latioribus , penultimis fortiter
transversis, ultimo praecedentibus duobus coniunctim longiore,
acuminato. Caput deflexum, thorace angustius, vix pimctu-
latum, nitidum, piceum , palpis piceis seil picco - testaceis.
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine plus duplo bre-
vior, lateribus leviter, basi fortius cum angulis posterioribus
rotundatus , anterioribus deflexis , obtusis , leviter convexus,
disco interdum longitudinaliter subdepresso, fuscus, interdum
rufus , parce subtiliter punctatus et pubescens, basi leviter
marginalus. Elytra thorace paulo longiora, nitidula, subtili-
1) Genus ligula lineari, valde elongata, summo apice bifida,
niaxillarum mala interiore supia medium spinis duabus longioribus
plerumque instructa insigne ; Habitus pedunique structuia feie Honia-
lotarum fusifoimium. 'tJ^:^,
10 Kraatz: die Slaphylinen-Fauna von Ostindien,
ter parum crebre punctata, fusca, humeris plerumcpie fusco-
testaceis. Abdomen rufum, leviter attenuatum, parce puncta-
tum , segmento quinto apice pliculis minutissimis exasperato,
sexto laevigato. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento sexto superiore ante apicem
pliculis 2 — 4 minutissimis parum elevatis notato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
5. Steiiusa Kraatz.
Insect.. Deutschi. II. p. 47.
12. Stenusa ceylanica Kraatz (Linnaea Entomol.
XI. p. 8).
Habitat in insula Ceylan sub fructibus putrescentibus.
6. Coenonica Kraatz.
Linnaea Entomol. XI. p. 45.
13. Coenonica puncticoUis Kraatz (Linnaea
Entomol. XI. p. 46).
Habitat in insula Ceylan et in India orientali in nidis
termitum.
7. Linoglossa.
MaxiUae elongatae , angustae ^ mala interiore Cornea^
intus apice suhserraia.
Ligula valde elongata , angusta , integra ; paraglossae
prominentes.
Mentum apice leviter emarginatum,
Palpi labiales biarticulati , valde elongati , articulo «e-
cundo prima breviore.
Tarsi antici 4- , postici 5 - articulati , omnes articulis
primis aequalibus.
Labrum, mandibulae et maxillae fere ut in generibus
Silusa et Stenusa constructa. Palpi maxillares elongati, arti-
culo tertio secundo paulo longiore et latiore, quarto minuto,
subulato , praecedente plus triplo breviore. Labium mento
leviter emarginato; paraglossae longe prominentes j ligula valde
elongata, ultra palporum labialium articuli primi apicem pro-
insbesondere der Insel Ceylan. 11
ducta , linearis, integra, medio haud dilatata , summo apice
vix perspicue bifida. Palpi labiales biarticulali, similiter ut in
generibus Silusa et Stenusae constructi, articulo primo autem
breviore, basi parum incurvato.
Corpus elongatum , lineare, supra leviter depressum,
alatiim. Antennae graciles, articulis seciindo quartoque sub-
aeqiialibus, terlio elongato , 5 10 sensim brevioribus , pen-
ultimis longitiidine vix latioribus, ultimo oblongo-ovato. Ca-
put exsertum , basi constrictum , leviter dellexum. Thorax .
latitudine haud multo brevior , lateribus ante medium rotun-
datus, pone medium leviter emarginatus, basin versus angu-
status , angulis posterioribus obtusis. Scutellum trianguläre.
Elytra apice truncata , confertim subtiliter parceque irregu-
lariter fortius punctata , ad angulum exteriorem vix excisa.
Abdomen parallelum. Pedes graciles, tarsi antici 4-, poste-
riores 5-articulati, articulis 4 primis aequalibus.
Mas abdominis segmento septimo supero medio apice
spina subtilissima armato.
De victu nihil mihi compertum.
Obs. Habitus peculiaris , Tachyusis nonnuUis et Fala-
griis quodammodo similis. Partes cibariae similiter ut in
genere Silusa constructae , sed ligula multo longior, palpo-
rum labialium articulus primus brevior , maxillarium ultimus
minutus etc.
14. L.bifoveolata: Ferruginea^ nitidula, thorace pone
medium foveolis duabus oblongis profundis , basi carinula se-
iunctis, elytris confertim subtiliter parceque profundius pun-
ctatis. Long. 1% Hn.
Linearis , subdepressa , ferruginea , nitidula , subtiliter
pubescens. Antennae graciles, ferugineae, iam supra descri-
ptae. Caput thoracis latitudine, retrorsum leviter angustatum,
confertim subtiliter distincte punctatum, fronte media foveo-
lata. Thorax coleopteris paulo angustior, ante medium ro-
tundatus, pone medium leviter emarginatus, basin versus an-
gustatus, angulis anterioribus subrectis, posterioribus obtusis,
supra confertim subtiliter punctatus, pone medium foveolis
duabus oblongis, profundis, basi carinula seiunctis impres-
sus. Scutellum punctulatum. Elytra thorace tertia fere parte
longiora , confertim subtiliter et praecipue lateribus parce
12 Kraatjz: die Staphylinen-Fauiia von Ostindien,
profundius punctata. Abdomen parallelum , basin versus sub-
angustatum, crebre punctatum, segmentis 2—4 basi longitu-
dinaliter impressis, margine rufo-testaceis. Pedes testacei.
ßlas abdominis segmento septimo supero medio apice
Spina subtilissima armato.
Habitat in India orientali.
8. Ocalea Erichs.
Gen. et Spec. p. 60.
15. 0 calea in die a: Picea, nitida , crebre distin-
ctius punctata, elytris castaneis^ thorace suborbiculato , basi
foveolato^ pedibus pallidis. Long. 2 lin.
Color et statura fere 0. castaneae Er. Corpus pi-
ceum, fulvo-pubescens. Antennae rufae, articulis penultimis
subquadratis. Caput thorace paulo angustius, parce obsoie-
teque punctatum, Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
tudine paulo brevior, suborbicularis, leviter convexus, crebre
distinctius punctatus, basi foveola levi impressus. Elytra tho-
race paulo longiora , vix crebrius et profundius punctata,
castanea. Abdomen nitidum, parce punctatum, pilosellum, sub-
tus brunneum. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
9. Leptusa Kr a atz.
Insect. Deutschi. II. p.50.
16. Leptusa annuliventris: Fusco-picea^ parum
nitida, antennarum articulo primo, pedibus abdomineque rufo-
testaceis, hoc segmento quinto piceo, thorace transverso, pro-
fundius bifoveolato. Long. 1 lin.
Fusco-picea, subtiliter pubescens. Antennae fuscae, ar-
ticulo primo rufo-testaceo, secundo tertio vix longiore, 4 — 10
sensim crassioribus , penultimis fortiter transversis. Caput
thorace paulo angustius , confertim profundius punctatum.
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine duplo fere
brevior , lateribus ante medium leviter rotundatis, basin ver-
sus leviter angustatus, angulis anterioribus rectis, posterio-
ribus obtusis , supra leviter convexus , confertim distinctius
punctatus, pone medium foveolis duabus profundis oblongis
insbesondere der Insel Ceylaii. 13
impressus. Elytra thorace paulo longiora , evidentius sub-
rugulose punctata. Abdomen fere parallelum, rufo-testaceum,
segmento quinto piceo-rufo, nitidum, basi parce punctalum,
apice siiblaevigatum. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
17. Leptusa varicornis: Picea, parum nitida, an-
tennarum articulo hasali apicalique, pedibus anoque riifo-testa-
ceis, thorace transverso, prof'undiiis bifoveolato. Long. V^ Hn.
Praecedenti valde affmis et forte varietas minor , an-
tennarum articulo ultimo rufö-testaceo, abdomine piceo, basi
interdum fusco, apice testaceo distincta.
Specimina nonnulla in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
10. Schistogenia Kr a atz.
Linnaea Entoniol. XI. p. 39.
18. Schistogenia crenicollis Kraatz. (;Linnaea
Entomol. XI. p. 39).
Habitat in insula Ceylan in arenis humidis sub quis-
quiliis putrescentibus rarius (Dom. Nietner).
Der Umstand, dass mir dieser ausgezeichnete Käfer zu-
gleich mit einer grösseren Anzahl Termitophilen zugesandt
wurde und seine grosse habituelle Aehnlichkeit mit der Gat-
tung Euryusa hatte mich in demselben mit Bestimmtheit eben-
falls einen Termitophilen vermuthen lassen. Neuerer brieflicher
Mittheilung von Herrn Nietner zufolge lebt der Käfer in-
dessen unter faulenden Pflanzenstoffen.
11. Aleochara Grav.
Mannerh. Brachelytr. p. 66. — Erichs. Gen. p.l58.
19. Aleochara nigra: Nigra, nitidula, antennis bre-
vibus, fusiformibus , basi interdum pedibusque piceis seu pi-
ceo-rußs , capite parce profunde punctata , elytris thorace
brecioribus, abdomine crebre punctato. Long. 2y2— 3 lin.
Habitu et statura fere omnino AI. fuscipedis eiusque
varietatis, AI. lataeGrav. simillima, tota nigra, nitidula, anten-
narum basi pedibusque piceis, seu piceo-rufis, pedibus inter-
dum totis rufis ; ab AI. lata distinguitur capite thoraceque
profundius punctatis, hoc basi minus angulis posterioribus
14 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
fortius rotundato, paulo magis depresso, elytris abdomineque
paulo crebrius punctatis, hoc subtiis apice saepius piceo-rufo.
Habitat in insula Ceylan.
20. Aleochar a tub eriventris : Nigra, nitida,
parce profundius putictata, antennarum basi pedibusque rufo-
testaceis, elytris thorace parum longioribus. Loiig.2V4 — 272 lin.
Mas abdominis segmento quarto medio tuberculo mi-
nuto transversim elevato , sexto leviter depresso , septimo
medio plicato, angulis posterioribus dentatis.
Statura fere AI. erythropterae Grav., nigra, nitida, parce
pubescens, elytris picescentibus, antennarum basi pedibusque
rufo-testaceis. Antennae capite thoraceque breviores, tenues,
piceae, articulis 4, 5, 6 distincte, penultimis vix transversis,
articulo ultimo acuminato, duobus praecedentibus coniunctim
longitudine aequali. Palpi rufi. Caput detlexum, parce obso-
leteque punctatum. Thorax latitudine plus dimidio brevior,
basi coleopterorum latitudine , antrorsum angustatus , basi
modice rotundatus , angulis anterioribus deflexis , obtusis,
posterioribus rotundätis , parce minus subtiliter punctatus,
lateribus picescentibus. Scutellum confertim punctatum. Ely-
tra thorace longiora, parce fortiter punctata. Abdomen ni-
grum, parum nitidum, parce punctatum, subtus piceum. Pectus
interdum brunneum. Pedes toti cum coxis rufo-testacei.
Habitat in India orientali.
21. Aleochara brunneiv entris : Nigra , nitida,
minus subtiliter punctata , abdominis segmentis 5 anteriori-
bus pedibusque brunneis aut brunneo-piceis. Long. 2y4lin.
Statura fere AI. moestae Grav. 5, nitida, subtiliter pu-
bescens, colore supra iudicata. Antennae capite thoraceque
breviores , nigro-piceae , articulis 4 primis rufis, 5 — 10 sen-
sim crassioribus , transversis. Caput thorace multo minus,
nitidum, vix punctulatum. Thorax latitudine vix dimidio bre-
vior, basi coleopterorum fere latitudine, antrorsum angusta-
tus, angulis posterioribus rotundätis , parce subtiliter puncta-
tus, dorso punctis quatuor perspicuis , quadratim positis im-
pressus. Scutellum punctatum. Elytra thorace paulo longiora,
crebre fortius punctata. Abdomen crebre fortiter punctatum,
segmentis singulis summo apice praecipue medio sublaevi-
gatis. Pedes brunnei seu piceo-brunnei.
insbesondere der Insel Ceylan. 15
Mas abdonünis segmento septimo supero apice denti-
culis 8 crenato.
Habitat in India orientali.
22. Aleochara haematopyga: Nigra, nitida, an-
tennarum hasi , pedibus , thoracis angulis antei-ioribus , pe^
ctore anoque rußs , elytris thorace magno fere brevioribus.
Long. 2 lin.
Statura breviuscula, convexiuscula , colore supra indi-
cata, nitida, subtiliter pubescens. Antennae capite thoraceque
breviores, crassae, nigro-piceae, articulis 1 et 2 rulis , 3 et
4 brunneis, art. quarto sequente angustiore et breviore, art.
5 — 10 fortiter transversis, ultimo ovato -acuminato. Caput
deflexum, parce punctatum; oculi maiusculi. Thorax magnus,
coleopteris fere latior, latitudine vix dimidio brevior, antror-
sum leviter angustatus, angulis rotundatis, anterioribus ru-
fescentibus, leviter convexus , crebre minus subtiliter subru-
gulose punctatus, basi utrinque iuxta medium leviter oblique
impressus. Scutellum punctatum. Elytra thorace fere bre-
viora, crebre fortiter punctata, nitidula. Abdomen brevius-
culum, apicem versus leviter angustatum, segmentis anterio-
bus basi sublaevigatis , segmentis posterioribus parce distin-
ctius punctatis, segmentorum marginibus subtus, segmento
septimo, pectore, ano pedibusque rufis. Sexus differentia latet.
Exemplar unicum ex insula Ceylan.
23. Aleochara asiatica: fiigra, fulvo-pubescens,
aniennarum basi, thoracis limbo tenui^ elytris (exceptis late^
ribus) pedibusque mfis , abdomine minus crebre et subtiliter
punctato, nitida, segmento septimo supero triangulariter ex-
ciso. Long. V/n — 2 lin.
Var. Elytris nigris , margine apicali tantum rufescente,
Statura fere AI. brevipennis Grav. sed paulo angustior, ple-
rumque minor. Nigra , parum nitida , pube longiore fulva
densius vestita. Antennae vix capitis thoracisque longitudine,
nigrae, articulis 2 vel 3 primis rufo-testaceis, 5 — 10 leviter
transversis , ultimo magno , acuminato. Caput subglobosum,
deflexum, crebre subtiliter punctatum. Thorax latitudine di-
midio brevior , basi coleopterorum latitudine , lateribus et
basi leviter rotundatus, antrorsum fortius angustatus, angulis
posterioribus subrotundatis , confertim subtiliter punctatus.
16 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
limbo omni obscure rufo. Elytra thorace distincte breviora,
confertim fortius punctata, subopaca, rufescentia, macula la-
terali media fusca. Abdomen apicem versus leviter angusta-
tum, parcius fortiler punctatum, nigrum, nitidum, segmento-
rum marginibus rufo-piceis. Pedes testacei.
Abdominis segmentum septimum superum maris apice
crenulatum , fortius triangulariter excisum , feminae leviter
triangulariter excisum.
In insula Ceylan haud infrequens.
Diese Art scheint eine weitere Verbreitung zu haben,
da sie mir auch aus Hongkong zugekommen ist; Exemplare
mit dunklen, nur an der Spitze röthlichen Flügeldecken bilden
eine seltene Ausnahme.
24. Aleochar a puherula: I^igra, fusco-pubescens,
antennis basi apiceque , thoracis limbo tenui^ eJytrorum vitta
obliqua pedibusque rufis, abdomine confertim fortius punctaio,
segmento septimo supero subiruncato. Long. IV2 — ^^(n lin.
Klug Coleopt. Madagasc. 51. 44.
Aleochara decorata Aube Annal. de la Soc. Ent. de France
1850. p.311. 16.
Aleochara Armitagei Wo 11 as ton Insecta Maderensia p. 559.
Statura et colore fere praecedentis , pube subtiliore,
elytris aliter coloratis , abdomine confertim punctato etc. fa-
cile distinguenda. Antennae paulo graciliores, art. 3 primis
rufo-testaceis, 5 — 10 longitudine vix latioribus, ultimo apice
testaceo. Capitis thoracisque forma fere eadem quae in AI.
asiatica , pubescentia autem subtilior. Elytra thorace parum
breviora, confertim fortius punctata, rufa, macula triangulari
communi circa scutellum et altera laterali nigris. Abdomen
confertim fortius punctatum , nigrum, nitidum , segmentorum
marginibus rufo-piceis. Pedes testacei.
Abdominis segmentum septimum superum maris vix,
feminae leviter emarginatum.
Habitat in insula Ceylan frequens.
Dieser Käfer ist durch seine weite Verbreitung merk-
würdig; er wurde zuerst von Klug a. a. 0. nach einem
Exemplare aus Madagascar beschrieben , mit welchem sich
die mir eingesandten Originalexemplare der französischen
AI. decorata Aube und der maderensischen AI. Armitagei
insbesondere der Insel Ceylan. 17
Woll. vollkommen identisch erwiesen. Ein italienisches Stück
theilte mir Herr Hofstaatssecretair Grimm mit.
25. Aleochar a rutilip ennis : I^igra, densius ful-
vopubescens^ antennarum 6ös^, pedibus elytrisque rußs , his
thoraceque confertim pnnctatis ^ suhopacis, abdomine parce
punclato, Mo nigro, nitido. Long. V/^ lin.
Statura praecedentis , colore supra indicata. Antennae
capite thoraceque paulo longiores, tenues, articulis 3 primis
rufo-testaceis , proxime sequentibus latitudine paulo longio-
ribus , penultimis vix transversis , ultimo duobus praeceden-
tibus coniunctim longltudine aequali , summo apice fusco-
testaceo. Capitis thoracisque forma fere eadem quae in duabus
praecedentibus, punctatura subtilis , confertissima. Scutellum
rufum aut fuscum, confertim punctatum. Elytra thoracis lon-
gitudine, confertim minus subtiliter punctata, tota rufa , fere
opaca. Abdomen totum nigrum, nitidum, basi minus crebre,
apice parce punctatum. Pedes rufi. Pectus rufum aut fuscum.
Abdominis segmentum septimum superum apice fere
truncatum.
Habitat in insula Ceylan; rarior.
26. Aleochar a sanguinipennis: Nigra^ nitida^
antennarum basi, pedibus elytrisque rufis, abdomine confertim
fortius aequaliter punctato. Long. 1% lin.
Statura et magnitudine AI. rufipennis Er., sed fere lalior,
nigra, nitida , subtiliter fulvo-pubescens. Antennae brevius-
culae, crassae, nigrae , articulis 3 primis rufo-testaceis, 4to
praecedente parum latiore, sequente multo angustiore, 5 — 10
forliter transversis, ultimo magno, acuminato , summo apice
fusco-testaceo. Capitis thoracisque forma fere eadem ut in
AI. rufipennis, hie tamen paulo longior, latitudine vix dimidio
brevior. Scutellum nigrum, punctatum. Elytra thorace di-
stincte breviora, tota rufa, crebre fortiter punctata ; thoracis
punctatura vix minus densa sed sublilior. Abdomen apicem
versus angustatum , nitidulum , confertim fortius aequaliter
punctatum. Pedes rufi.
Habitat in insula Ceylan sub quisquiliis et in nidis ter-
mitum.
27. A leochara maculipennis: "Nigra, nilida, an-
Archiv f. Natuigesch. XXV. .Ifthrg. 1. Bd. O
18 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
tennarum basi^ pedjbus elytrisque rufis, his macula laterali
rtigris, thorace parcius, abdomine apicem versus minus cre-
bre punctato. Long. 1 '/j— 1 y^ lin.
Praecedenti similis , sed pauIo angustior , elytrorum
macula laterali nigra, et punctatura facile distinguenda. An-
tennae breviiisculae, crassae, nigrae, articulis 4 primis rufo-
testaceis , 5—10 fortiter transversis , ultimo magno, acumi-
nato. Capitis thoracisque forma fere eadem ut in AI. ruli-
penni , sed angustior , punctatura utriusque parca , illius
obsoleta , huius distincta ; dorso thoracis puncta quattuor
maiora , quadratim posita semper perspicua. Scutellum ni-
grum, punctatum. Elytra thorace parum breviora, confertim
minus profunde punctata, rufa, macula laterali maiuscula ni-
gra. Abdomen apicem versus leviter angustatum , nigrum,
segmentis singulis fortiter, apicem versus minus crebre pun-
ctatis. Pedes rufi.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
28. Aleochara trivialis: Nigra, nitida, antenna^
rum basi tarsisque piceis, abdomine crebre, thorace parce
profunde punctato, elytris hoc paulo brevioribus, macula in-
determinata apicali rufa» Long. IV4 — IV2 lin.
Colore et statura fere AI. bisignatae Er. , sed paulo
latior, thorace fortius, abdomine crebrius punctato facile di-
stinguenda. Antennae nigrae, basi nigro-piceae , articulis 5
— 10 fortiter transversis. Caput parce obsoleteque pnnctatum.
Thorax coleopterorum latitudine, longitudine vix dimidio bre-
vior , parce haud subtiliter sed parum profunde punctatus,
nitidissimus. Scutellum laevigatum. Elytra thorace distincta
breviora , crebre fortiter punctata , macula triangulari apicali
indeterminata rufa. Abdomen subparallelum , confertim pro-
fundius aequaliter punctatum. Pedes nigri, geniculis tarsis-
que piceis.
Habitat in insula Ceylan.
29. Aleo chara punctiventris: Linearis, nigra,
nitida, antennarum basi, pedibus elytrisque rufis, his inter-
dum piceis , thorace parcius irregulariter , abdomine confer-
tissime punctato. Long. IV4 — V/2 lin.
Linearis , nigra , griseo-pubescens. Antennae graciles,
insbesondere der Insel Ceylan. "^19
nigrae , articulis 3 primis rufis seu rufo-piceis , proxime se-
quentibus subquadratis, penultimis subtransversis, ultimo ma-
gno, acuminato. Caput maiusculum, suborbiculare, lateribus
profundius punctatum, fronte media laevi. Thorax coleopte-
rorum latitudine, longitudine plus dimidio brevior, antrorsum
leviter angustatus, angulis anterioribus subrectis, parum con-
vexus, minus crebre profunde punctatus , medio linea longi-
tudinali parum profunda impressus. Scutellum laevigatum.
Elytra thoracis longitudine, crebre minus profunde punctata,
piceo-rufa, apice dilutiora , interdum rufa, basi fuscescentia.
Abdomen parallelum, conferiissime aequaliter punctatum, pu-
bescentia grisea parum nitidum. Pedes rufi , femoribus basi
tibiis medio interdum picescentibus.
Habitat in insula Ceylan.
30. Aleochara minutissima : Nigra, nitidula^
antennarum basi pedibusque rufis, elytris thorace fere bre-
vioribus, fortius rugulose punctatis , picescentibus^ abdomine
parce subtiliter punctato. Long. Vj lin.
Nigra, parce subtiliter griseo-pubescens. Antennae ca-
pite thoraceque paulo longiores , piceae , articulis 3 primis
sordide testaceis, 5 — 10 fortiter transversis, ultimo magno
acuminato. Caput parce subtiliter punctatum, nitidum. Tho-
rax coleopterorum fere latitudine, longitudine plus dimidio
brevior, parce subtilissime punctatus. Elytra thorace fere
breviora , minus crebre , fortiter rugulose punctata , piceo-
castanea. Abdomen apicem versus attenuatum, supra parce
subtiliter punctatum , segmentorum marginibus infra rufo-
piceis. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
12. Tetrasticta K r a a t z.
Linnaea Entomol. XL p. 55.
31. Tetrasticta polita Kr a atz (Linnaea Entomol.
XI. p. 55).
Habitat in insula Ceylan in nidis termilum.
20 Kraatz: die Staph ylineu-Fauna von Ostindien,
13. Poiiis H 0 p e.
Royle Himalaja Zool, t. 9. f. 10. — Kraatz Linnaea Entom. Xf.
p. 21. t. I. f. 19.
32. Porus ochraceus Hope loc. cit.
Mynnedonia ochracea Er. (Gen. et Spec. p. 43. 18).
Habitat in Nepalia , Mus» Dom. Hope ; in India boreali
etiam a Dom. Bacon lectiis. /
Die Eri chson'sche Beschreibung der Myrmedonia
ochracea trifft auf die beiden von Bacon im nördlichen In-
dien gesammelten Stücke meiner Sammlung recht wohl zu.
14. lyruiedouia Erichs.
den. et Spec. Staph. p. 35.
Meine Yermuthung , dass die aussereuropäischen Myr-
medonia in Termitennestern leben, fand ihre volle .Bestäti-
gung, als Herr ISietner dieselben auf meine Bitte genauer
durchforschte. Zehn der von ihm aufgefundenen Arten sind
bereits in der Linnaea Entomologica von mir beschrieben,
welchen sich hier drei hinterindische und fünf andere cey-
lanesische anschliessen, unter denen hirta, clavicornis und
procera , letztere durch ihre Grösse besonders bemerkens-
werth sind.
33. Myrmedonia serraticornis Kraatz (Linnaea
Entomol. XL p. 48). Ceylan ; in nidis termilum.
Zur Zeit als die Beschreibung in der Linnaea von dieser
Art entworfen wurde, hatte mir Herr Ni e tn er nur zwei Stücke
eingesandt, von denen das eine mit der M. hoplonota zusam-
men in Termitennestern aufgefunden, das zweite noch un-
ausgefärbte im Fliegen gefangen war. Nach Empfang meh-
rerer Exemplare lässt sich die Beschreibung folgendermassen
ergänzen :
Femina differt a mare antennis paulo brevioribus, ca-
pile thoraceque minus alutaceis opacisquc ideoque subnitidis,
äbdomine haud armato , segmento secundo tertioque basi
subtilius parce punctatis, septimo supero apice truncato , in-
lero leviter rotundalo.
34. Myrmedonia procera: Ficea, capite nigro,
insbesondere der Insel Ceylnn. 21
antennis tenuibus basi pedibusque ferrugineis ^ thorace rufo,
parce punciaio^ medio canaliculato, elytris fusco-piceis, cre-
bre punctatis, abdomine creberrime subtilissime punctulato,
apice sublaevigato. Long. 4 — 5 lin.
Mas: Antennis paulo gracilioribns, capite thoraceque
opacis , abdominis segmento tertio supero aut posterius late
laminato-prodiicto aut utrinque intra medium et marginem
latera%?m dente longiore acuminato munito; segmento sexto
supero apice medio tuberculato, septimo apice truncato, an-
gulis posterioribus subrectis. Femina capite thoraceque niti-
dulis, abdomine simplice.
Magnitudine excellens, picea, interdum tota rufo-brun-
nea. Antennae tenues , capite thoraceque paulo longiores,
brunneae, articuiis duobus primis rufo -teslaceis , secundo
minimo, tertio hoc plus duplo longiore, 4 — iO ob co7iicis, \on-
gitudine subaequalibus, iatitudine subdecrescentibus , ultimo
praecedente dimidio longiore, elongato-ovato, apice teslaceo.
Caput thoracis longitudine, fronte planiuscula, parce obsolete
punctata, piceo-nigrum, ore rufo. Thorax coleopteris angu-
stior, subquadratus, basin versus subangustatus, laleribus ante
medium leviter rolundatus , angulis subrectis , subdepressus,
parce irregulariter punctatus fulvoque pubescens , linea lon-
gitudinali media subtili , in maribus profundiore , impressus,
rufus. Scutellum vix punctulatum. Elytra thoracis longitudine,
in utroque sexu subtilissime alutacea , in maribus nitidula,
in feminis subopaca , crebre subtiliter punctata fulvoque pu-
bescenlia , fusco-picea, fusca , seu rufo-brunnea. Abdomen
subalutaceum, apicem versus fere laevigatum , piceum , seg-
mentorum marginibus posterioribus anoque piceo-rufis. Pe-
des rufi.
Habitat in insula Ceylan.
Die Männchen dieser Art unterscheiden sich durch den
matten Glanz der Oberfläche auffallend von den Weibchen ;
bei dem einen der beiden mir vorliegenden männlichen Stücke
trägt das dritte obere Segment nur zwei hervorspringende
Zähne am Hinterrand unw^eit des Seitenrandes , bei dem
andern ist der Hinterrand in eine in der Mitte leicht auf-
gewölbte Platte vorgezogen.
22 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
35. Myrmedonia nigriceps: Brunnea, niüdula,
capite nigrO'piceo , elytris disco abdominisque segmentis basi
fusciSj thorace basi medio linea longitudinali letiter impresso,
crebre subtiliter punctato. Long. SVa lin.
Statura omnino M. tricuspidatae m., sed paulo maior,
thorace minus parce et subtiliter punctato, basi media linea
obsoleta longitudinali foveolaque punctiformi impressus. An-
tennae capitis thoracisque longitudine , fuscae , basi rufo-
testaceae, articulis 4 — 10 latitudine subdecrescentibus, leviter
transversis, ultimo maiore acuminato. Caput basi constrictum,
thoracis latitudine, nigro-piceum, ore rufo-testaceo, nitidum,
parce punctatum, medio linea longitudinali vix perspicua im-
pressum. Thorax coleopteris parum angustior , simili modo
ut in M. hoplonota constructus, rufo-brunneus. Elytra tho-
race parum longiora, nitidula, crebre fortiter punctata, fusco-
brunnea, marginibus fusco - testaceis. Abdomen laevigatum,
segmentis anterioribus basi punctatis , omnibus basi fuscis,
apice rufo-testaceis. Pedes testacei.
Mas tatet.
Habitat in India orientali.
Von dieser Art liegt mir nur ein einzelnes weibliches
Exemplar vor , welches vielleicht nicht ganz ausgefärbt ist.
Die eingedrückte Linie auf der hinteren Hälfte des Halsschil-
des lässt den Käfer leicht von der ähnlich gebauten und
gefärbten M. hoplonota unterscheiden.
36. Myrmedonia hoplonota Kraatz (Linnaea En-
tomoL XL p. 49. 12).
In nidis termitum prope Colombo haud infrequens.
37. Myrmedonia obscura Fabr., tricuspidata
Kraatz 1. c. p. 49. 13.
In nidis termitum prope Colombo rarior.
Femina differt a mare antennis paulo brevioribus et
crassioribus , capite nitido , fortiter punctato , abdomine for-
lius punctato, inarmato.
Segmenti secundi spinulae laterales in maribus minori-
bus interdum fere nullae.
Erichson's ausführliche Beschreibuug der hinterin-
dischen Myrmedonia obscura Fabr. (Staphyl. obscurus Fabr.
insbesondere der Insel Ceylan. 23
Syst. Eleuth. II. 595. 92), welche im Nachtrage seiner Gen.
et Spec. Staphyl. p. 915 gegeben und von mir früher über-
sehen ist, lässt kaum in Zweifel, dass die von mir als Myrm.
tricuspidata a. a. 0. aufgestellte Species mit dieser Art iden-
tisch ist.
38. Myrmedonia affinis: Rufo.brunnea, nitidula,
thorace rufescente elytrisque fuscis crehre fortiter punctatis,
abdomine piceo , segmentis singulis dorsalibus apice piceo-
rußs , anterioribus parce fortiter punctatis , posterioribus
(5to Gtoque) laevigatis. Long. 3 lin.
Myrmedoniae excisae valde similis et aflinis, vix aliter
colorata, antennis autem gracilioribus abdomineque apice
laevigato facile distinguenda. Antennae capite thoraceque lon-
giores, rufo-brunneae, articulo secundo minimo, tertio elon-
gato , 4 — 10 latitudine subaequalibus , primis laiitudine fere
longioribuSy penultimis subquadratis , ultimo praecedentibus
duobus coniunctim paulo longiore , apice sensim acuminato.
Caput thoracis latitudine, subrotundatum, basi constrictum,
leviter convexum, brunneum, minus crebre et subtiliter pun-
ctatum, sericeo- pubescens. Thorax coleopteris angustior,
latitudine vix brevior, basin versus leviter angustatus, angu-
lis anterioribus rectis, subdepressis , posterioribus obtusis,
parum convexus , crebre fortiter punctatus, medio vix cana-
liculatus, rufus, rarius infuscatus. Scutellum vix punctulatum.
Elytra thorace paulo longiora, crebre fortiter punctata. Ab-
domen piceum, segmentis margine apicali piceo-rufis, ante-
rioribus (2do Stioque) parce fortiter punctatis, posterioribus
X5to ötoque) laevigatis. Pedes rufi.
Mas abdominis segmento septimo supero apice leviter
producto, medio profunde subtriangulariter exciso.
Habitat in insula Ceylan, in nidis termitum.
39. Myrmedonia excisa Kraatz (1. c. p.'ÖO. 14).
In insula Ceylan prope Negambo lecta.
Herr Nietner fand diese Art meist in Pärchen bei-
sammen.
40. Myrmedonia rw6rfco//esKraatz(l. c.p.51.15).
Prope Negambo, rarior.
41. Myrmedonia sordida: Fusco-picea^ parum
,24 Kraatz: die Staphylinen-Fauiia von Ostindien,
nitida, elytrorum angulo humerali segmentorumque abdomi-
nis marginibus fusco-testaceis, thorace elytrisque crebre for-
titer punctaüs , abdomine basi parce punctato , apice laevi-
gato. Long. 2^^ lin.
Myrmedoniae affinis similis sed paulo minor , aliter co-
lorata, fusco-picea, parum nitida. Antennae capite thorace-
qiie longiores, piceae, articulo seciindo tertioque riifis , hoc
praecedente sesqui longiore, 4 — 10 sensim vix latioribus sed
paulo brevioribus, priniis latitiidine siiblongioribus, penultiinis
ea subbrevioribus , ultimo duobus praecedentibus coniunctim
longitudine aequali. Palpi maxillares articulo tertio piceo.
Caput thoracis latitudine, brunneum, parum crebre haud sub-
tiliter sed parum profunde punctatum. Thorax coleopteris
angustior, latitudine fere longior, basin versus subangusta-
tus , angulis subrectis , parum convexus , crebre profunde
punctatus , postice leviter canaliculatus , fuscus, fulvo-pube-
seens. Scutellum punctulatum, fusco-testaceum. Elytra tho-
racis longitudine, crebre forliter punctata, fusco-picea, an-
gulo humerali fusco-testaceo. Abdomen piceum, segmentis
testaceo-marginalis , anterioribus (210- Stioque) parce pun-
ctatis , quinto sextoque fere laevigatis. Pectus brunneum
Pedes rufo-testacei.
Mas (?) abdominis segmento septimo supero apice
utrinque leviter emarginato ideoque medio paulo acumiuato.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
42. Myrm edonia clavicornis: Brunnea, niti-
dula, elytris aiitemiisque fuscis , his brembus, apicem versus
fortiter dilatatis , capite parce punctulafo, thorace confertim
granulato , medio profunde canaliculato , elytris confertim
punctatis. Long. 2V3 lin.
Species antennanim forma thoraceque granulato valde
distincta, brunnea, nilidula. Antennae capite thoraceque fere
breviores , fusco-piceae ," articulis 3 primis rufis , tertio se-
cundo paulo longiore et crassiore, 4 — 6 subacqualibus trans-
versis, 6—10 sensim latioribus, fortiter transversis , ultimo
magno, praecedentibus longitudine aeqirali, apice angustato.
Caput thorace angustius , transversum , rulum , ore tostaceo,
fronte parum depressa , parce punctulata, villoso-pubescens.
insbesondere der Insel Ceylan. 25
Thorax coleopteris vix angustior, latitudine dimidio brevior,
basin versus sensim angiistatus , apicc utrinque subsinuatiis,
angulis anterioTibus rectis, poslerioribus obtiisis, pariim con-
vexus, crebre fortiter extrorsum paiilo subtilius granulalus,
medio linea profunda canaliculatus , brunneo-rufus. Scutel-
luin parvuni, laevigatum. Elytra thoracis longitudine, piceo-
fusca, sutura ipsa rufescente, crebre parum fortiter punctata,
fulvo-pubescentia. Abdomen supra fere laevigatum, punctis
singulis exasperatum, subtus confertim punctatum. Pedes rufi.
Mas abdoniinis segmento secundo supero medio apice
denle parvo munito, sexto punctis pluribus elevatis exaspe-
rato, paulo ante medium canaliculato, septimo apice truncato.
Femina tatet.
Specimen singulum in insula Ceylan lectum.
43. Myrmedonia hirta: Tota brimnea^ pernitida^
fulvo-hirta^ thorace elytrisque parce subtilissime , abdominis
segmentis lateribus parce fortiter punctatis. Long. 2% lin.
Brunnea, nitida, pilis densis fulvis erectis hirta. Anten-
nae capite thoraceque vix longiores , basi rufae , medio in-
fuscatae, apice testaceae, articulo tertio secundo paulo Ion-
giore, 4 — 10 sensim latioribus, penultimis modice transversis,
ultimo parvo , praecedente parum longiore , conico. Caput
thorace multo minus et angustius , fronte ante antennarum
basin transversim subimpressa, parce punctata, vertice laevi-
gato. Thorax coleopteris nonnihil angustior, latitudine dimi-
dio brevior, basin versus subangustatus, angulis obtusis, an-
terioribus subrotundatis, leviter convexus, parce punctulatus,
ante scutellum puncto profundo maiore impressus. Scutellum
punctulatum. Elytra thoracis longitudine , parce punctulata.
Abdomen supra segmento secundo toto laevigato, sequenti-
bus lateribus parce profunde punctatis, infra crebre subtiliter
punctatum.
Specimen unicum in insula Ceylan lectum.
44. Myrmedonia punct atissima Kraatz (1. c.
p. 52. 17).
Prope Negambo ; specimina duo.
45. Myrmedonia planatic ollis Kraatz (I. c.
p. 51. 16).
Prope Negambo; rarissima.
26 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
46. Myrmedonia Nietneri Kraatz (1. c. p. 52. 18).
Prope Negambo; rarior.
47. Myrmedonia la evigata: Ferruginea, nitida,
laevigata , antennarum hast , ano pedibusque testaceis , co-
leopteris thorace dimidio latioribus , abdomine latiusculo.
Long-. V/n lin.
Habitu fere M. camurae Er., colore indicato, corpus
totum laevigatum , nitidissimum. Aiitennae rufo - testaceae,
breviusculae, crassae, articulo tertio secundo paulo longiore,
quarto sequente angustiore , 5 — 10 forliter transversis, ul-
timo praecedentibus angustiore, breviusculo. Caput thorace
paulo laüus, laevigatum. Thorax coleopteris dimidio angu-
stior, latitudine paulo brevior, lateribus subrectis, apice paulo
angustatus, angulis obtusis, supra leviter convexus, rufo-fer-
rugineus. Elytra thorace paulo longiora. Abdomen latiuscu-
lum, medio coleopteris fere latius, supra planum, subtus con-
vexiusculum , segmento quinto picescente , praecedentibus
rufo-ferrugineis, ano rufo-testaceo. Pedes testacei.
Sexus differentia tatet.
Habitat in India orientali.
48. Myrmedonia lineatocollis: Picea, nitida,
antennarum basi, humeris pedibusque testaceis, thorace sub-
quadrato coleopteris dimidio fere angustiore, linea media Ion-
gitudinali profunda punctoque basali impresso, abdomine lae-
vigato. Long. V/2 lin.
Habitu Falagriae haud dissimilis, colore supra iudicata,
nitida, pubescentia fere nulla. Antennae elongatae, graciles,
capite thoraceque multo longiores, brunneae , basi testaceae,
articulo tertio secundo paulo longiore , quarto sequentibus
paulo longiore , his latitudine paulo longioribus , art. ultimo
elongato, acuminato. Caput thorace fere latius, nigro-piceum,
laevigatum. Thorax coleopteris dimidio fere angustior, lati-
tudine parum brevior, subquadratus , basin versus vix angu-
status, angulis obtusis, supra leviter convexus, crebre subti-
lissime punctulatus, linea longitudinali profunda punctoque
basali impressus. Scutellum subtilissime punctulatum. Elytra
thorace tertia parte longiora, similiter punctata , humeris te-
staceis. Abdomen laevigatum , crassiusculum , apice attenua-
insbesondere der Insel Ceylan. 27
tum, subtus basi rufo-testaceum , segmcntorum margine elc-
vato basi testaceo. Pedes testacei, femoribus apice brunneis.
Sexus differentia latet.
Habilat in India orientali.
49. Myrmedonia impressico llis Kraatz (Lin-
naea Entomol. XI. p. 53. 19).
In nidis terniitum prope Colombo haud infrequens.
50. Myrmedonia gemina: Rufo-testacea , nitida,
capite , elytris anoque nigris , antennis basi femoribusque
apice picescentibus , thorace subquadrato , basi foveolato.
Long. 2 lin.
Statura, color et summa affinitas M. collaris Payk. Cor-
pus parce nigro - pilosum. Antennae pilosae , basi piceae,
apice flavescentes. Caput thoracis fere latitudine, nigrum,
nitidum, laevigatum. Thorax coleopteris dimidio fere angu-
stior , ceterum similiter ut in M. coUari constructus , parce
obsoleleque irregulariter punctatus. Eiytra thoracis longitu-
dine, parce obsoleteque punctata. Abdomen supra fere lae-
vigatum, segmentis 5 — 7 nigris. Pectus n\edio rufum, lateri-
bus piceum. Pedes flavi, femoribus apice piceis.
Habitat in insula Ceylan.
15. Oxypoda Mann er h.
Brachelyt. p. 69. — Erichs. Gen. et Spec. p. 141.
51. Oxypoda lineola: Linearis, subnitida, rufo-testa-
cea, capite elytrisque fuscis, thorace transversim subquadrato,
aequali, abdomine longiusculo. Long. -/^ lin.
Linearis, angusta, omnium subtilissime confertissimeque
punctulata , pube subtilissima adspersa, parum nitida, testa-
cea, capite nigro-fusco, elytris fuscis. Antennae validiuscu-
lae, articulo secundo tertio maiore, 4 — 10 sensimpaulo cras-
sioribus , fortiter transversis , ultimo maiusculo. Caput tho-
racis latitudine, medio linea longitudinali ieviter Impressum,
Thorax coleopteris angustior, transversim subquadratus, latitu-
dine coleopteris dimidio brevior, lateribus parum rotundatus,
supra parum convexus, aequalis. Eiytra thorace paulo lon-
giora. Abdomen longiusculum , fere parallelum , nitidulum.
Pedes testacei, femoribus crassiusculis.
28 Kiaatz: die Staphylincii-Fauna von Ostindien,
Specimen unicum in insulaCeylan a Dom. Nietner lectum
generis Oxypodae esse videtur.
52. Oxypoda vilis: higra, subtüissime sericeo-pube-
scens , elytris sordide testaceis , circa sciitellum infuscatis,
thorace transverso aequali, abdomine sensim attenuato, apice
fusco. Long. % lin.
Habitii fere Homalotae pyginaeae Grav. sed paulo mi-
nor , piibe siibtilissima griseo-sericea vestila , confertissime
siibtilissimeqiie punctata, nigra, elytris sordide testaceis, circa
scutellum fuscescentibus. Antennae tenues, fuscae, basi vix
dilutiores, articulo seciindo tertio pariim maiore , 4 — 10 sen-
sim paulo latioribus , penultimis leviter transversis , ultimo
duobus praecedentibus longitudine coniunctim aequali. Caput
thorace multo minus, hie coleopteris vix angustior, basi
latitudine duplo fere brevior., antrorsum anguslatus , angulis
obtusis, supra transversim convexos, aequalis. Elytra thorace
fere breviora. Abdomen sensim altenuatum conferlim subti-
liter punctatum, segmentorum marginibus anoque fusco-fer-
rugineis. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
16. Homalota Mannerh.
Biachelytr. p.7o. — Erichs. Gen. et Spec. p. 80.
53* Homalota acuticoUis: Linearis , nigerrima,
nitida^ antennarum basi elytrisque fuscis, pedibus testaceis,
thorace transversim snbquadrato , margine posteriore media
leviter subelevato-producto, abdomine parallelo, nitido, parce
punctata. Long. iy2 lin.
Linearis, nigerrima, nitida, thoracis forma, praecipue
marium, valde distincta. Antennae capite thoracoque paulo
longiores, nigrae, articulis primis fuscis, 5 — 10 subaequali-
bus, longitudine paulo latioribus, ultimo praecedentibus duo-
bus coniunctim paulo breviore. Palpi picei. Caput thoracis
latitudine , basi constrictum , fronte leviter convexa , lateri-
bus subtiliter punclulata, media laevi. Thorax coleopteris
paulo angustior, latitudine vix brevior, basin versus suban-
gustatus, basi medio in fcminis paulo, in maribus fortius
elevato-produclo, processu ipso apice truncato , lateribus pa-
insbesoiideie der Insel Ceylan. 29
rum rotimdatiis, angiilis anlerioribus subrectis , dcflexis, po-
slerioribus obliisis , parum convcxus , parce subtilissime
punctatus, linea media loiigiludinali subelevata laevi. Elytra
thoracc parum longiora, fiisca, nitida, siiblilitcr parum dense
punctata et griseo-pubesccntia. Abdomen parallelum, tolum
nigrum, parce punctulatum. Pedes testacei.
Mas praeter thoracis processum elytris pone basin
prope suturam plicato-elevatis, abdonünis segmento sexto su-
pero ante npicem bituberculato segmentoque septimo apice
truncato, carinulis 6 tongitudinalibus munito insignis.
Habitat in insula Ceylan.
Eine sehr ausgezeichnete und zierliche Art, als deren
nächste Verwandte von den europäischen Arten Hom. mon-
ticola Thomsson und excellens m. zu betrachten sind. Eine
ähnliche Halsschildbildung ist mir kaum bei einer anderen
Staphylinen-Species bekannt.
54. Homalota mucronata: Picea, nitidula, anten-
nariim basi elytrisque sordide testaceis , Ms circa scutellum
infuscatis , thorace transversa obsolete canaliculato , fusco^
limbo fusco-testaceo. Long. 1% lin.
Picea, nitidula, subtiliter pubescens. Antennae capitis
thoracisque longitudine, fuscae, basi testaceae, articulo 2do-
Stioque longitudine subaequalibus , quarto sequente angu-
stiore, leviter transverso , 5—10 fortiter transversis , sensim
paulo latioribus, ultimo maiusculo, acuminato. Caput thorace
haud multo angustius , rotundatum , nigrum, nitidum , crebre
subtiliter punctatum. Thorax coleopteris parum angustior, la-
liludine duplo brevior , lateribus et basi leviter rotundatus,
angulis anterioribus rotundatis ,, posterioribus obtusis , supra
leviter transversim convexus , confertim subtiliter punctatus,
medio obsolete canaliculatus , dorso liiscus; limbo omni la-
terali latius fusco-testaceo. Scutellum fuscuin aut fusco-
testaceum. Elytra thorace paulo longiora, confertim subtiliter
punctata, sordide testacea, circa scutellum lateribusque fuscis.
Abdomen piceum, apicem versus vix angustatum , Segmento-
rum marginibus subtus piceo-testaceis , segmentis 2 — 4 con-
fertim, 5to- minus crebre, 6to parce punctato. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo supero apice 4-den-
tato, infero mucronato.
30 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
In insula Ceylan sub fructibus pubescentibus haud in-
frequens.
55. Romaiota pelioptera: ?iigro-picea , nitidula^
antennarum basi, elytris pedibusque pallide testaceis, thorace
latitudine tertia parte bremore , basi obsolete foveolato.
Long-. IV3 lin.
Nigro-picea, nitidula, subtilissime pubescens. Antennae
capite thoraceque longiores, fuscae, basi testaceae, articulo
2do- 3tioque subaequalibus , 5—10 parum diversis, penulti-
mis leviter transvcrsis , ultimo maiusculo , acuminato. Caput
thorace angustius , rotundatum, nigrum, nitidum, vix punctu-
latum. Thorax coleopteris parum angustior, latitudine tertia
parte brevior , basi lateribusque leviter rotundatis , angulis
anterioribus subrectis , posterioribus obtusis , supra subtilis-
sime punctulatus et pubescens, basi obsolete foveolatus. Scu-
tellum fuscum. Elytra thorace paulo longiora, pallide testa-
cea, confertissime subtilissimeque punctata. Abdomen apicem
versus vix angustatum, parce subtiliter punctatum. Pedes flavi.
Mas abdominis segmento sexto supero pone medium
tuberculato, septimo apice triangulariter exciso.
Habitat in India orientali.
56. Romaiota xanthoptera: ISigro-picea, nitida,
elytris pedibusque testaceis , thorace transversa, basi foveo^
lato, abdomine vix punctulato , segmento sexto apice parce
subtilissime granulato. Long. 1^/^ lin.
Nigra, nitida, pubescentia fere nuUa. Antennae fuscae,
capitis thoracisque longitudine, articulo secundo tertioque sub-
aequalibus, 4 — ^10 sensim paulo crassioribus, penultimis mo-
dice transversis. Caput thorace paulo angustius , nitidum,
subglabrnm. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine
duplo fere brevior, lateribus parum rotundatus, angulis ob-
tusis , supra parum convexus , vix punctulatus , basi foveola
transversali, parum profunda. Elytra thorace parum longiora,
parce subtiliter punctulata, vix pubescentia , tota testacea.
Abdomen apice vix attenuatum, fere laevigatum, segmento
sexto apice parce subtilissime granulato. Pedes testacei.
Mas tatet.
Habitat in India orientali.
insbesondere der Insel Ceylan. 31
57. Homalota tridentata : Rufo - brunnea, niti-
dula , capite abdominisque cingulo piceis , thorace trans-
verso , medio subimpresso , abdomine apice parcius punctato.
Long. 1 lin.
Rufo-brimnea, nitidula, subtilissime piibescens. Anten-
nae fuscae, basi testaceae, articulo seciindo tertio paulo lon-
giore , hoc basin versus angustiore , qiiarto sequente paulo
angustiore , 4—10 fortiter transversis , articulo ultimo ma-
iusculo, acuminato. Caput thorace paulo angustius, nigro-
piceum, nitidum, vix perspicue punctulatum , fronte media
foveolata. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine du-
plo fere brevior, lateribus leviter rotundatus, angulis poste-
rioribus obtusis, anterioribus subrotundatis, supra parum con-
vexus, rufo-brunneus, confertissime subtilissimeque punctatus,
medio obsolete impressus. Elytra thorace paulo longiora,
paulo distinctius punctata, rufo-testacea. Abdomen fere pa-
rallelum, basi apiceque rufo-testaceum, pone medium piceum,
segmentis 5 anterioribus crebre subtiliter punctatis, 6to parce
obsolete punctato. Pedes pallide testacei.
Mas abdominis segmento septimo supero apice medio
tritendato, lateribus utrinque spina longiore acuta armato;
dentes apice truncati.
Habitat in insula Ceylan.
58. Homalota scrobicollis: Nigro- picea, nitida,
elytris pedibusque sordide testaceis , thorace fusco , trans-
verso , medio fovea magna impresso , confertim punctato.
Long. V4 ^in-
Statura fere H. analis Grav. , sed paulo minor , nigro-
picea , capite thoraceque nitidis , vix punctulatis , elytris ab-
domineque subtiliter pubescentibus. Antennae mediocres,
fuscae, basi fusco -testaceae, articulo secundo tertio paulo
maiore , 4 — 10 leviter transversis, ultimo praecedentibus
duobus coniunctim longitudine aequali , obtuse acuminato.
Caput thorace paulo angustius , rotundatum , fronte medio
perspicue foveolata. Thorax coleopteris parum angustior,
latitudine duplo fere brevior, lateribus leviter rotundatis, an-
gulis anterioribus obtusis , posterioribus rotundatis , supra
parum convexus , medio fovea magna oblonga impressus.
32 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Elytra thorace^paulo longiora, confertim subtiliter punctata,
sordide testacea. Abdomen fere parallelum", confertim sub-
tiliter punetatum, segmentorum marginibus rufo-piceis. Pe-
des testacei.
Habitat in India orientali.
59. Romaiota tuber culata: Nigro-picea, nitidula,
pedibus testaceis , elytris fuscis , thorace transverso , medio
obsolete impresso, abdomine basi parce punctato , apice fere
laevigato. Long. Vi» lin.
Statura fere H. analis Grav. , sed paiilo minor , nigro-
picea, nitidula, capile thoraceque vix punctulatis , elytris
fuscis, confertim subtiliter punctatis , subtilissime pubescen-
tibus. Antennae validiusculae, fuscae, basi vix dilutiores, ar-
ticulo secundo tertioque subaequalibus , quarto quinto paulo
angustiore, 5 — 10 fortiter transversis. Caput thorace parum
angustius, subrotundatum , nitidum, fronte medio linea lon-
gitudinali obsolete impressa. Thorax coleopteris paulo angu-
stior, latitudine plus dimidio brevior, lateribus parum rotun-
datis, angulis posterioribus rotundatis, supra parum convexus,
nitidus, medio obsolete longitudinaliter impressus. Elytra
thorace paulo longiora, nitidula. Abdomen fere parallelum,
basi apiceque fusco-piceum, basi parce punetatum, apice
sublaevigatum. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento sexto supero medio apice
tuberculo minuto, acuminato munito, septimo medio apice tu-
berculis duobus vix perspicuis, instructo.
Habitat in India orientali.
60. Homalota ex as perata: Linearis, nigra, ni~
tidula, subtiliter pubescens , pedibus fusco-testaceis , thorace
transversim subquadrato , elytris fuscis, distinctius punctula-
tis, ad angulum apicis interiorem exasperatis, abdomine pa-
rallelo, parce punctato. Long. 1 lin.
Corpus lineare, nigrum, nitidulum, subtiliter pubescens.
Antennae capitc thoraceque paulo longiores , validae , ni-
grae, articulis 5—10 subaequalibus, transversis, ultimo prae-
cedentibus duobus coniunctim longitudine fere aequali. Ca-
put thoracis fere latitudine , basi constrictum , vix perspicue
punctulatum. Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine
insbesondere der Insel Ceylan. 33
dimidio fere brevior, basin versus subangustatus, lateribus
ante medium cum ang-ulis anterioribus rotundatus, angulis
posterioribus obtusis, medio longitudinaliter subdepressus, vix
perspicue punctulatus et pubescens. Elytra thorace paulo
longiora, fusca, crebre distinctius punctata, ad augulum api-
cis interiorem elevata forliusque punctata, punctis exaspe-
ratis. Abdomen parallelum parce punctatum , totum nigrum.
Pedes fusco-testacei, tarsis pallidis.
Mas abdominis segmento sexto supero ante apicem me-
dio tuberculo elevato munito insignis.
Duo mares in insula Ceylan lecti.
61. Romaiota platy gaster: Linearis, deplanata^
nigra, subopaca, elytris pedibusque sordide iestaceis, thorace
subquadrato , medio late leviter impresso , abdomine apice
sublaemgato. Long. 1 lin.
Linearis , deplanata , nigra , thorace elytrisque confer-
tissime subtilissimeque punctatis, tenuissime pubescentibus,
fere opacis. Antennae capite thoraceque longiores , fuscae,
basi fusco-testaceae , articulo 2do- Stioque subaequalibus,
4to- 5to minore, 5 — 10 transversis , sensim vix latioribus,
ultimo maiusculo. Caput magnum, antice thorace vix angu-
stius, basin versus leviter angustatum, crebre subtiliter di-
stinctius punctatum , medio subtiliter canaliculatum. Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine tertia parte brevior,
lateribus ante medium leviter rotundatus, basin versus sub-
angustatus, depressus, medio late impressus. Elytra thorace
tertia parte longiora, sordide testacea, circa scutellum fusca.
Abdomen lineare , deplanalum , basi minus crebre subtiliter
punctatum, apicem versus sublaevigatum. Pedes testacei, fe-
moribus basi fuscescentibus.
Mas abdominis segmento septimo supero apice utrin-
que profundius exciso.
Habit at in insula Ceylan.
62. Homalota tuberc ulicollis: Nigro-picea, sub-
opaca , antennarum basi elytrisque fusco-testaceis , his circa
scutellum et in angulo apicali fuscis^ thorace subquadrato^ me~
dio obsolete canaliculato, abdomine confertim distinctius pun-
ctata. Long. Vö lin.
Archiv f. Naturgesch. XXV Jahrg. 1. Üd. 3
34 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
*
Nigra , parum nitida , subtilissime pubescens , thorace
elytrisque confertissime subtilissime punctatis. Antennae ca-
pitis thoracisque longitudine, fuscae, basi fusco-testaceae,
articulo 2do- 3tioque subaequalibus, 4to- 5to minore, 5—10
fortiter transversis, subaequalibus, ultinio maiusculo. Caput
thoracis fere latitudine , confertim subtiliter punctatum , pa-
rum convexum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitu-
dine vix dimidio brevior, lateribus ante medium parum ro-
tundatus , basin versus leviter angustatus , supra parum con-
vexus, medio canaliculatus ; in feminis thorax basi truncatus,
in maribus posterius leviter productus, parle producta utrin-
que tumidula. Elytra thorace paulo longiora, fusco-testacea,
circa scutellum et in angulo apicali externo fusca. Abdomen
parallelum confertim aequaliter distinctius punctatum. Pe-
des flavi.
Mas abdominis segmento sexto supero medio pliculis
duabus elevatis, approximatis, postice conniventibus instructo.
Habitat in insula Ceylan.
63. Homalota variventris: Rufo-brutinea ^ ni-
tidula, capite abdomineque ante apicem piceis ^ hoc basi api-
ceqiie rufo-testaceo , crebre subtiliter punctato , thorace sub-
quadrato, täte canaliculato. Long. ^^/^ lin.
Subtilissime pubescens , capite, thorace elytrisque con-
fertissime subtilissime pubescentibus , fere opacis. Antennae
capite thoraceque paulo longiores , rufae , articulo 3tio 2do
paulo longiore, 4to- 5to paulo angustiore, 5—10 subaequa-
libus, longitudine paulo latioribus , ultimo acuminato. Caput
thorace paulo angustius , subrotundatum , nigrum , ore rufo,
fronte media interdum leviter canaliculata. Thorax coleopte-
ris paulo angustior, latitudine dimidio brevior, lateribus ante
medium paulo rotundatus , basin versus leviter angustatus,
angulis anterioribus fere rectis, posterioribus obtusis, supra
depressiusculus , medio late canaliculatus , rufo - brunneus.
Elytra thorace paulo longiora , rufo-testacea , circa scutel-
lum et lateribus postice fuscescentia. Abdomen confertim
subtiliter punctatum , nitidulum , segmenlis 1—3 rufis , 4, 5
piceis, 6, 7 rufo-lestaceis.
Mas abdominis segmento septimo supero apice Iruncalo.
Habitat in insula Ceylan.
insbesondere der Insel Ceylan. 35
64. Homalota putridula: Testacea, nitidula, ca-
pite abdominisque cingulo piceis^ antennis validiusciilis fuscis,
thorace transverso , aequali , abdomine apice sublaevigato.
Long, % lin.
Testacea, nitidula, thorace eiytrisque confertissime sub-
tilissimeque punctiilatis. Antennae validiusciilae, capite Iho-
raceque paulo longiores , fuscae , basi testaceae , articulo
secundo tertio paulo longiore , sequentibus sensim paulo la-
tioribus , primis exceptis fortiter transversis. Caput thorace
paulo angustius, rotundatum , vix perspicue punctulatum , ni-
gro-piceum, nitidum. Thorax elytris paulo angustior, latitu-
dine duplo brevior , lateribus leviter rotundalus, parum con-
vexus, aequalis. Elytra thorace paulo longiora. Abdomen
apicem versus vix angustatum , antice parce subtiliter pun-
ctatum , postice sublaevigatum , segmentis 4 primis rufo-
testaceis, quinto sextoque nigro-piceis, hoc apice rufo-piceo,
septimo testaceo. Pedes flavi,
Mas abdominis segmento septimo supero apice truncato,
lateribus leviter exciso, subdentato.
Habitat in insula Ceylan.
65. Homalota inutilis: Brunnea, subnitida^ capite
abdominisque segmeiiiis 4 ultimis piceis, antennis VulidiuscuUs
basi pedibusque testaceis, thorace transverso^ obsolete cana-
liculato, abdomine apice sublaevigato. Long. '^ lin.
Brunnea, subtilissime pubescens, thorace eiytrisque con-
fertissime subtilissimeque his paulo disünctius punctatis. An-
tennae capite thoraceque paulo longiores, validiusculae, fus-
cae, basi testaceae, articulo secundo tertio fere duplo lon-
giore, 4 — 10 fortiter transversis, ultimo maiusculo, acuminato.
Caput thoracis latitudine, subquadratum , nigro-piceum , niti-
dum, vix punctulatum, fronte linea media longitudinali leviter
impressa. Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine plus
dimidio brevior, lateribus parum rotundatus, basin versus vix
angustatus , parum convexus , obsolete canaliculatus. Elytra
thorace paulo longiora, lateribus externe fuscescentibus. Ab-
domen apicem versus vix angustatum , basi crebre subtiliter
punctatum , apice sublaevigatum , segmentis 3 primis rufo-
brunneis, ceteris piceis. Pedes flavi.
36 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Mas abdominis segmento septimo supero apice truii-
cato, lateribus subdentato.
Habitat in insula Ceylan.
66. Homalota nana: Nigra, nitidula, elytris piceis,
pedihus piceo-testaceis, antennis tenuibus fusco -nigris , tho-
race subquadrato, medio obsolete canalirulato, abdomine paulo
angustato, apice sublaevigato. Long, vix V2 lin.
Nigra, subtilissime pubescens , capite, thorace elytris-
que confertim subtiiiter , bis paulo subtilius piinctatis. An-
tennae capite thoraceque paulo longiores , fusco- nigrae,
tenues, articulo secundo tertio dimidio longiore, 4 — 10 sub-
aequalibus , vix transversis , ultimo magno , praecedentibus
tribus coniunctim longitudine fere aequali. Caput maiusculum,
thorace vix angustius, totum nigrum, nitidum. Thorax cole-
opteris paulo angustior, latitudine dimidio brevior , lateribus
parum angustatus, medio obsolete canaliculatus. Elytra tho-
race vix longiora, picea seu fusco-brunnea. Abdomen basi
crebre distinctius punctatum, apicem versus sublaevigatum,
leviter angi*statum. Pedes testacei, femoribus piceo-testaceis.
Habitat in insula Ceylan.
Die wenig kräftigen Fühler mit dem sehr langen End-
gliede machen diese Art leicht kenntlich.
67. ü|o malota exigua: Depressiuscula, ruf'o-brun-
nea^ nitidula, capite elyirisque fuscis , his basi pedibvsque
testaceis , thorace subquadrato , aequali , abdomine confertim
punctata. Long, vix V2 lin.
Rufo-brunnea , nitidula, pube grisea subtilissima seri-
cans, confertissime subtilissimeque punctulata. Antennae va-
lidiusculae;, capitis thoracisque longitudine, fuscae, basi testa-
ceae, articulo secundo tertio multo maiore, 4 — 10 sensim
paulo latioribus, fortiler transversis, ultimo maiusculo, acu-
minato. Caput maiusculum thoracis latitudine, subquadratum.
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine dimidio brevior,
lateribus parum rotundatus, basin versus vix angustatus, an-
gulis posterioribus obtusis , anterioribus fere rectis , supra
parum convexum, medio vix Impressum. Elytra thorace paulo
longiora, fusca, basi testacea. Abdomen confertim subtili-
insbesondere der Insel Crylan. 37
ter piinctulatum , pone medium obscurius brunneum, apice
testaceum. Pedes pallide testacei.
Habitat in insula Ceylan.
68. Homal ota duh ia: Fusco - picea , pernitida,
elytris fusco^testaceis , pedihus pallidis, thorace leviter frans-
verso, capite vix, abdomine parce punctulato, hoc apicein ver-
sus parum angustato. Long. IVi» lin.
StaUira fere Hom. marcidae, sed paulo maior, pernitida,
elytris brevioribus. Antennae capite thoraccque longiores,
parum incrassalae, fuscae, articulo primo testaceo, secundo
tertioque subaequalibus, 4 — 10 sensim paulo latioribus, primis
eorum latitudine paulo longioribus, penultimis latitudine vix
brevioribus, ultimo acuminato. Caput thoracis latitudine,
rotundatum, nitidum, subtilissime mx perspicue punctulatum.
Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine tertia parte
brevior , basin versus subangustatus , lateribus ante medium
cum angulis anterioribus leviter rotundatus , angulis poste-
rioribus valde obtusis , parum convexus , subtilissime minus
crebre punctulatus , fulvo-pubescens , pernitidus , subaeneo-
micans. Elytra thorace vix longiora , fusco - testacea , con-
fertim subtiliter punctata, nitidula. Abdomen parce puncta-
tum pilosumque, piceum, segmentis singulis subtus testaceo-
marginatis. Pedes testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum huius generis
esse videtur.
69. Homalota marcida Er. ?
Exemplar minoribus huius speciei individuis simillimum
misit Dom. Lockey cum ceteris Staphylinis, a. Dom. Helfer in
India orientali lecti ".
70. Romalot a fungi Grav.
Exemplar Homalotae, quod fere omnino cum hac specie
congruit, misit Dom. Lockey cum ceteris Staphylinis aDom.
Helfer in India orientali lectis.
71. Homalota rhyssoptera: I\igra^ nitidula, an-
tennarum basl pedibusque testaceis , elytris rufo - brunneis,
thorace iransoerso^ aequali, abdomine sensim attenuato, basi
crebre, apice parcius puncfato. Long. 1 lin.
38 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Statura fere H. fungi sed paiilo minor, thorace breviore
elytrisque rufo-brimneis facile distinguenda , nigra, nitidula,
subtiliter pubescens, Antennae tenues , rufo-brimneae, basi
rufo-testaceae , articiilo seciindo terlio vix longiore , 5 — 10
subaequalibus , vix transversalibus. Caput thorace angustiiis,
vix punctulatum , nitidum. Thorax elytris paulo angiistior,
latitudine diiplo fere brevior, basi et lateribus rotundatus,
angulis posticis obtusis, subrotimdatis, supra leviter convexus,
confertim subtiliter punctatus, aequalis, rufo-piceus, lateribus
rufis. Elytra thorace paulo longiora , distinctius punctata.
Abdomen sensim atlenuatum, basi crebre, apice parcius pun-
ctatum , nigrum , segmentis primis margine posteriore rufo-
brunneis, ano piceo. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
72. Eomalot a splendida: Rufo-testacea, spien-
dida , capite abdominisque cingulo piceo^ thorace subquadrato,
aequaliy abdomine sensim attenuato. Long. 173 lin.
Rufo-testacea, splendida, subtiliter pubescens. Anten-
nae capite thoraceque longiores , validiusculae , fuscae, basi
rufo-testaceae, articulo secundo tertioque elongatis, hoc paulo
breviore, articulo quarto quinto multo breviore, fortiter trans-
versali, 5 — 10 subaequalibus, leviter transversis. Caput ro-
tundatuni, thorace paulo angustius, parce obsoleteque punctum
latum , nitidissimum. Thorax antice coleopterorum basi vix
angustior, latitudine dimidio brevior, lateribus ante medium
leviter rotundatus, basin versus subangustatus, angulis ante-
rioribus rotundatis , posterioribus obtusis, supra parum con-
vexus, aequalis, parce obsoloteque punctulatus. Scutellum
laevigatum. Elytra thoracis longitudine, paulo distinctius
punctata, picea, basi magis minusve testacea. Abdomen sen-
sim attenuatum, basi rufo-testaceum , parce punctatum, pone
medium piceum, laevigatum, apice pilosellum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
73. Homalota 'cicaria: Kigra^ subopaca , tenuiter
sericeo-pubescens , antennis nigris , pedibus tesiaceis , elytris
brunneis, thorace fortiter tratisverso , aequaü, abdomine at-
tenuato , confertim subtiliter punctata pilosoque. Long.
IV4 lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 39
Statura fere omnino Hom. aterrimae, nigra, subopaca,
creberrime subtiliter punctata, eiytris brunneis, circa scutel-
lum vix infiiscatis. Antennae paulo validiores quam in specie
allata, nigrae, articulo prinio piceo, tertio secundo vix longiore,
4 — 10 sensim paulo latioribus, penultimis vix transversis,
ultimo praecedenlibus duobus coniunctim longitudine aequali,
acuminato. Caput thorace paulo angustius, subrotundatum,
deflexum. Thorax coleopteris paulo angustior, antrorsum levi-
ter angustatus, latitudine summa fere dimidio brevior, basi
et lateribus rotundalus, angulis obtusis, subrotundatis, leviter
convexus, aequalis. Elylra thorace paulo longiora. Abdo-
men apicem versus sensim attenuatum, confertim subtiliter
punctatum, minus opacum, nigrum, apice vix infuscatum,
parce pilosellum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
74. Homalota inornat a: Nigra , subopaca, con-
fertissime punctata^ subtilissime pubescens, antennarum basi,
eiytris anoque fuscis , pedibus testaceis, thorace transverso^
aequali, abdomine attenuato, parum pilosello. Long. 1 lin.
Statura fere Hom. pygmaeae Grav. sed paulo angustior,
nigra , subopaca , confertissime subtilissimeque punctata et
pubescens , eiytris sordide testaceis. Antennae validiores
quam in specie allata, nigrae, articulo primo fusco-testaceo,
leviter incrassato , secundo tertio subaequali, 4 — 10 sensim
vix latioribus, 5—10 leviter transversis, ultimo magno, acu-
minato, duobus praecedentibus coniunctim longitudine aequali.
Caput thorace angustius, rotundatum, deflexum. Thoracis forma
fere eadem quae in Hom. vicaria et pygmaea. Elytra tho-
race paulo longiora, circa scutellum et ad angulum apicis
exteriorem interdum infuscata. Abdomen apicem versus at-
tenuatum , lateribus parce pilosellum, ano saepius infuscato,
segmentis singulis subtus plerumque testaceo-marginatis. Pe-
des testacei.
Habitat in insula Ceylan.
75. Homalota peregrina: Mgra, subopaca, con-
fertissime punctata, pedibus flavescentibus , eiytris fuscis,
thorace transverso, aequali, eiytris hoc fere brevioribus, ab-
40 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
domine sensim aitenuato , confertim punctulato, parce pilo-
sello. Long. V^ lin.
Habitu fere H. pygmaeae Grav. , sed multo minor, an-
tennis validioribus etc. distincta. Nigra, subopaca, pube subtili
griseo-sericea dense vestita, sublilissime confertissimeque
punctata. Antennae capite thoraceque longiores, nigro-fus-
cae, basi fuscae, arliculo secundo tertioque subaequalibus,
4 — 10 sensim paiilo latioribus, penultimis modice transversis,
ultimo praecedentibus duobus coniunctim longiore. Caput Iho-
race angustius, subrotundatum. Thorax coleopteris vix angu-
stior, latitudine plus dimidio brevior, antrorsum subangusta-
tus, lateribus leviter rotundatus, angulis omnibus obtusis,
supra leviter transversim convexus, aequalis. Elytra thorace
fere breviora^ fusca seu fusco-brunnea. Abdomen sensim
angustatum, minus opacum, confertim punctatum, longius pu-
bescens, apice piceum, parce pilosellum. Pedes flavi.
Habitat in insula Ceylan.
76. Bomalota anniiliv entris: Testacea^ nitidula,
thorace fortiter transversa , aequali , abdomine sensim angu-
stato, segmento quinto piceo. Long. 1 lin.
Breviuscula , testacea, confertim subtilissime punctata,
subtiliter pubescens. Antennae capite thoraceque breviores,
fuscae, articulis 4 primis testaceis, secundo tertio di^tincte
maiore, quarto qmnto minore, 5 — 10 sensim paulo maioribus,
penultimis fortiter transversis. Caput thorace angustius ,
leviter transversum, convexiusculum. Thorax coleopteris vix
angustior, latitudine duplo brevior, lateribus leviter rotunda-
tus , apicem versus subangustatus, angulis posterioribus ro-
lundatis, vix obtusis, supra transversim convexiusculus, aequa-
lis. Elytra thoracis longitudine. Abdomen sensim angusta-
tum, confertim punctatum, paulo longius pubescens, segmento
quinto piceo. Pedes testacei.
Habitat in india orientali.
77. Homalota rugatipennis: Rufo-testacea, niti-
dula , crebre minus subtiliter punctata , thorace transverso,
aequali, abdomine sensim subangustato , segmento quinto pi-
cescente. Long. -/^ lin.
Statura fere praecedentis, sed minor ^ fortius punctata.
insbesondere der Insel Ceylan. 41
Corpus testaceum, subtiliter pubescens. Antennae totae te-
staceae, similiter ut in praecedente conslructae. Caput tho-
race angustius, transversum , crebre distincte punctatum,
fronte depressa seu late leviter iinpressa. Thorax coleopte-
roruin latitudine, longitudine plus duplo latior , lateribus le-
viter rolundatus , angulis posterioribus obtusis , supra trans-
versim convexiusculus, aequalis , confertim distincte puncta-
tus. Elylra thoracis longitudine , crebre distinctius , subru-
gulüso-punctata. Abdomen sensim subangustatnm , crebre,
apice distinctius punctatum, segmento quinto picescente, quarto
interdum fuscescente , septimo testaceo. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
78. Homalota circelloris Grav.
Habitat in India orientali.
79. Homalota crassiuscula: Ferruginea, nitida,
griseo-pubescens, capite abdominisque cingulo piceis ^ thorace
brevi, convexo, obdomine crebre punctato. Long. 1 lin.
Statura H. nothae Er. Ferruginea seu rufo-testacea,
nitida, longius griseo-pubescens, lateribus pilosella. Antennae
tenues , fuscae, articulis 4 primis testaceis. Caput thorace
angustius, subdeflexum, rufo-piceum, interdum rufum, crebre
obsolete punctulatum. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine plus duplo brevior, valde convexus , minus crebre
subtilissime punctatus. Elytra thorace vix longiora , crebre
subtiliter punctata. Abdomen crebre punctatum, subtus con-
vexum , supra pilis erectis nigris vestitum , segmento quarto
quintoque piceis. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
17. Phloeopora Er.
Gen. et Spec. Staph. p. 76.
80. Phloeop ora ceylan ensis: Nigro-picea, anlen-
narum basi, pedibus elytrisque testaceis, his macula magna
scutellari triangulari indcterminata fuscis, thorace subqua-
drato^ angulis anterior ibus rotundafo. Long, i^/l^ lin.
Corpus lineare, parum convexum, subtiliter pubescens,
nigrum, nitidulum. Antennae fuscae, basi rufae, articulo
42 Kraatz: die Staphylineii-Fauna von Ostindien,
tertio secundo paulo breviore et angustiore, quarto praece-
dentis latitudine, 5 — -10 leviter transversis, ultimo obtiisius-
culo. Caput thoracis latitudine, transversim subquadratum,
ore rufo, subtilissime punctulatuin , fronte media subtiliter
obsolete canaliculata. Thorax coleopteris paulo ang-ustior,
latitudine vix brevior, basin versus subangustatus , lateribus
ante medium cum angulis anterioribus rolundatus , parum
convexus, basi fovea transversa impressus, subtilissime pun-
ctulatus. Elytra thorace sesqui fere longiora, rufo-lestacea,
macula magna triangulari circa scutellum fusca. Abdomen
parallelum , supra crebre obsoleteque apicem versus parcius
punctatum , nigro-piceum. Pedes testacei , femoribus, apice
excepto, infuscatis.
Specimen unicum in insula Ceylan lectum.
81. Phloeopora in die a: ISigro-picea, nitida, ely~
iris pedibusque rubro-testaceis, thorace transversim subqua-
drato, fusco, basi mx impresso. Long. 1 lin.
Linearis, nigra, nitida, subtilissime pubescens. Anten-
nae fuscae, basi fusco-testaceae , articulo secundo tertioque
subaequalibus, 4— 10 sensim paulo latioribus, penultimis mo-
dice transversis. Caput thorace paulo angustius, rotundatum,
nigrum, nitidum, vix perspicue punctulatum. Thorax coleo-
pteris vix angustior, latitudine plus dimidio brevior , lateri-
bus parum rotundatus , supra parum convexus , confertiiu
subtilissime punctulatus, medio vix impressus. Elytra thorace
paulo longiora , confertim subtiliter punctata, rubro-testacea,
basi fuscescentia. Abdomen lineare, crebre subtiliter puncta-
tum, apice rufo-piceum. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
18. Pelioptera Kraatz.
Linnaea Entoniol. XI. p. 55.
82. P eliopter a micans Kraatz (Linnaea entomol.
XL p. 56. 1).
Habitat in insula Ceylan et in India orientali in nidis
termitum et formicarum.
83. Pelioptera opaca Kraatz (1. c. XI. p. 56. 2.)
Habitat in insula Ceylan in nidis termitum et formica-
rum rarior.
insbesondere der Insel Ceylan. 43
19. Placusa Er.
(ien. et Spec. Staph. p. 104.
84. Placusa a cum in ata: Depressa, fusco -nigra,
subopaca , elytris fusco - testaceis , circa scutellum iateribus-
que infuscalis , antennarum basi pedibusque testaceis, tho-
race coleopterorum latitudine , anfrorsum angustato^ abdomine
apicem versus levifer attenuato. Lon^. 1 lin.
Corpus complanatum , subopacum, pube tenuissima ve-
stitum , abdomen confertissime subtilissimeque punctatum.
Antennae fusco -nigrae, basi fusco-testaceae, articulis 4 — 10
subaequalibus , parum transversis. Capitis thoracisque stru-
ctura fere eadeni, quae in PI. humiii; hie antrorsum distincte
angustatus. Elytra Ihorace parum longiora, paulo evidentius
punctata, fusco - testacea, circa scutellum lateribusque infus-
cata. Abdomen apicem versus attenuatum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
85. Placusa spiniger a: Depressa , nigro - fusca,
subopaca, elytris sordide fusco- testaceis , pedibus pallidis^
thorace antrorsum haud angustato, abdomine parallelo. Long.
•% lin.
Corpus complanatum , parallelum, subopacum, pube te-
nuissima vestitum, fuscum seu fusco-nigrum. Antennae ca-
pitis thoracisque fere longitudine, fuscae, articulo primo fusco-
testaceo , tertio secundo vix breviore sed tenuiore , quarto
minuto, 4 — 10 transversis , ultimo ovato , apice obtusiusculo.
Caput thorace angustius, densius subtiliter punctatum. Thorax
coleopteris paulo angustior , latitudine duplo fere brevior,
antrorsum haud angustatus, basi et laterihus leviter rotun-
datus , angulis omnibus obtusis , anterioribus subrotundatis,
paulo depressis, parum convexus, confertissime subtiliter pun-
ctatus. Elytra thorace sesqui longiora, apice truncata, fusco-
testacea, circa scutellum vix infuscata, subtilissime punctu-
lata. Abdomen parallelum, confertissime punctulatum, fusco-
nigrum, basi interdum fusco-piceum. Pedes pallide testacei.
Mas abdominis segmento septimo supero apice medio
trispinoso , lateribus utrinque spina tenui longiore incurvata
armato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
44 Kiaatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien.
86. Placusa pygmaea: Subdepressa , nigra, sub~
nitida, elytris apicem versus fnsco-testaceis, distinclius pun~
Cialis, pedibus pallidis, thorace antrorsum vix angustato, ab-
domine parallelo. Long. Vj lin.
Placusa spinigera minor, praecipue brevior, nigra, sub-
nitida, subtilissime pubescens. Antennae vix capitis thora-
cisque longitudine , piceae , articiilo primo sordide testaceo,
4—10 sensim latioribus, transversis, ultimo maiiisculo, apice
obtuso. Caput thorace paulo angustius , densius subtiliter
pimctatum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine
plus duplo brevior, antrorsum haud angustatus , angulis sub-
rotundatis, tranversim leviter convexus. Elytra thorace ses-
qui fere longiora, piceo-castanea, apicem versus magis mi-
nusve sordide testacea , confertim distinctius punctata. Ab-
domen nigrum, nitidiilum , conferlissime punctatum. Pedes
tostacei, femoribus posticis infuscatis.
Mas abdominis segmento septimo supero apice ulrinque
Spina tenui armato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
20. Oligota M a n n e r h.
IJrachelytr. p. 72. Erichs. Gen. p. 179.
87. Oligota indica: Linearis , nigra , nitida , an-
tennis , pedibus anoque rußs, antennarum articuUs ultimis
tribus paulo crassioribus. Long. Vj lin.
Ol. pusillimae Mannerh. simillima , antennis autem te-
nuioribus , articulis 3 ultimis minus abrupte crassioribus di-
stincta videtur; thorax praeterea paulo crebrius punctatus,
elytra thorace vix sesqui longiora, abdomen apice latius
rufescens.
Habitat in India orientali.
88. Oligota testacea: Rufo - testacea , antennis
apice abdominisque segmento quinto fuscis, antennis articulis
quatuor ultimis sensim crassioribus. Long. Vs lin»
Statura fere omnino Ol. pusillimae, sed paulo minor,
minus convexa, colore facile distinguenda, pube subtili de-
pressa densius vestita, confertim subtilissime punctata.
Specimina tria in insula Ceylan sub fructibus putrescen-
tibus legit Dom. Nietner.
insbesondere der Insel Ceylan. 45
89. Oligota semibrunnea: Linearis, brunnea^ ab-
domitie piceo, basi rufo-piceo^ ano fulvescente , antennis pe-
dibusque rufo-testaceis. Long*. '/, ^i"-
Ol. atoniariaeEr. (Gen. et Spec.Staphyl.180. 2.) affmis, sed
paulo latior, colore indicato. Antennae rufo-testaceae , apicem
versus incrassatae. Caput, thorax et elytra quem adnio dum in
specie allata constructa , sed distincte breviora. Abdomen
apicem versus subangustatum, subtilissime punctatum, piceum,
segmentis 2 et 3 brunneis seu piceo-rufis, 6 et 7 fulvescen-
tibus. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
90. Oligota chrysopyga: Ovata, nigro-picea, tho-
race elyirisque brunneis, ano, pedibus antennisque fulvis, his
articulis ultimis tribiis maioribus, fnscis. Long. ^2 ^i"«
Statura et colore fere omnino Ol. apicatae Erichs. (Gen.
et Spec. Staphyl. p. 182, 6.) sed paulo maior, antennarum
articulis 3 (haud 4, ut in specie allata) ultimis maioribus,
fuscis. Caput thorax et elytra similiter ut in Ol. apicata
constructa et punctata, brunnea. Abdomen apicem versus
leviter angustatum , nigro-piceum, segmentis ultimis (6 — 8)
laete fulvis. Pedes fulvi.
Habitat in insula Ceylan.
21. Gyrophaena M a n n e r h.
Brachelytr. p. 74. — Erichs. Gen. p. 162.
91. Gyrophaena laminata: Rufo-testacea, ca-
pite nigro, elytrls apice abdominisque segmento quinto piceis,
thorace marginato , disco quadripunctato , elytris aut parce
punctatis aut parce obsolete granulatis. Long. IV3 liu.
Species magna , parum convexa , abdomine maris sat
insignita. Antennae capitis thoracisque longitudine, testa-
ceae, articulo secundo elongato, tertio quartoque coniunctim
praecedente paulo longioribus , art. 5—10 sensim paullulum
brevioribus et latioribus, ultimo maiore. Caput depressum,
nigrum , fronte inter oculos punctis duobus maioribus im-
pressa, utrinque parce subtiliter punctata. Thorax coleopte-
ris paulo angustior, longitudine plus duplo latior, lateribus
leviter convexus, angulis posterioribus rolundatis, subdepres-
46 Kraatz: die Staphylineii-Fauna von Ostindien,
sus , disco punctis 4 paulo maioribus impressus , lateribus
punctis nonnullis sing-ulis, rufo-testaceus. Elytra thorace
paulo longiora, glaberrima, nitida, apice magis ininusve,
inlerdum tota fuscescentia, in altero sexu vage punctata , in
altero vage obsolete granulata. Abdomen rufo -testaceum,
segmento quinto et interdum segmenti praecedentis apice
sequentisque basi piceis , vix punctulatum , nitidulum. Pe-
des flavi.
Mas segmenti quarli lateribus ad scalpri formam dila-
tatis sat insignis; segmento quinto ante marginem apica-
lem punctis nonnullis exasperatis, sexlo medio pliculis circi-
ter sex minutis elevatis ornato, septimo supero apice tri-
dentato ; feminae abdomen simplex.
Habitat in India orientali.
92. Gyr ophaena humer alis: ISigra^ nitida, an-
tennarum basi pedibusque testaceis, thorace marginato, disco
4^punctato , elyiris aut laevibvs ant parce granulatis, callo
humeraii teslaceo^ abdomine segmentis dorsalibus anterioribus
3 vel 4 rußs. Long. 1 lin.
Var. abdomine concolore.
Var. elytris abdomineque nigris.
Magnitudine G. affmis, nigra , nitida. Antennae fusco-
nigrae, articulis 4 primis testaceis, 5 — 10 longitudine vix
latioribus, ultimo longiore. Caput thorace angustius, fronte
plana, aequali , utrinque punctis nonnullis singulis , ceterum
laevissimum, ore rufo-piceo. Thorax basi coleopteris angu-
stior, antrorsum vix angustatus, longitudine vix duplo latior,
tenuiter marginatus , disco punctis 4 quadratim dispositis
impressus , inter medium et marginem puncto uno alterove
notatus , ceterum laevissimus. Elytra thorace paullo longiora,
laevigata, in altero sexu laevissima in altero punctis elevatis
raris, glaberrima, nigra , callo humeraii testaceo. Abdomen
tenuiter pubescens, colore supra indicata. Pedes flavo-
testacei.
Mas coleopteris punctis elevatis exasperatis , praeterea
elytris ad suturam longitudinaliter subelevatis insignis ; ab-
dominis segmenlum sexlum dorsale maris tuberculo ante
marginis posterioris medium munitum, feminae aequale; septi-
insbesondere der Insel Ceylan. 47
mum maris apice subtrilobum, lobis lateralibus vix acutis, fe-
minae simplex.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Obs. Exemplaria duo, alterum abdomine loto nigro,
alterum elytris etiam totis nigris, ceterum similliina vix ad
aliam speciem perünent.
93. Gyr ophaena pallipcs: I^igra ^ nitida, anlen-
narum basi pedibvsque testaceis , thorace parce obsoleteque
irregulariter pmictato , elytris piceo-nigris , parce suhtiliter
pu?ictatis. Long. 1 lin.
Magnitudine fere G. affinis , nigra , nitida. Antennae
tenues, fuscae, articulis 3 primis testaceis, 4 — 6 latitudine fere
longioribus, 7 — 10 subquadratis , ultimo oblongo, abrupte
acuminato. Caput thorace paulo angustius , parce subtiliter
punctatum. Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine
duplo longior, antrorsum haud angustatus, angulis anteriori-
bus obtusis, posterioribus cum basi rotundatis, tenuiter mar-
ginatus, disco parce obsoleteque irregulariter punctatus. Elytra
thorace sesqui longiora, piceo-nigra, parce subtiliter punctata.
Abdomen nigrum, nitidum, basi lateribus subtilissime punctu-
latum. Pedes testacei.
Mas elytris pone medium prope suturam plicato-sub-
elevatis , abdominis segmento septimo supero medio apice
tuberculato, utrinque spinis duabus longioribus armato insi-
gnis. Femina tatet.
Habitat in insula Ceylan.
94. Gyrophaena immatura: busco^testacea, per-
nitida, antennarum basi pedibusque testaceis, thorace obsolete
biseriatim punctata, elytris vage subtilissime pimctutatis , ab-
domine basi rufo , pone medium fusco. Long. ^5 — 1 lin.
G. affini paulo minor et angustior, fusco-testacea , per-
nitida, subaeneo-micans. Antennae tenues, fuscae, basi te-
staceae , articulis 5—10 subquadratis. Caput thorace paulo
angustius , lateribus parce punctatum. Thorax coleopteris
angustior, latitudine duplo fere brevior, angulis anterioribus
subrectis, posterioribus valde obtusis , subrotundatus, leviter
convexus, seriebus duabus dorsalibus punctorum subtilium
48 Kiaatz: die SUiphylineii-Fauna von Ostindien,
obsoletorumque. Elytra thorace sesqui fere longiora, parce
subtiliter punctata, fusco -testacea, callo humerali testaceo,
angulis externis apicis saepius fuscis. Abdomen nitidum,
lateribus vix punctulatiun, basi rufum, pone medium fuscum,
interdum totum rufum. Pedes testacei, pectus fuscum.
Mas elytris interdum pone medium prope suturam pli-
cato-subelevatis , rarius segmento secundo supero in medio
margine posteriore tuberculo minuto, semper segmento sexto
supero medio ante apicem tuberculo validiusculo septimoque
dente apicali intermedio spinisque duabus parvis lateralibus
munitis distinctus,
Habitat in insula Ceylan.
95. Gyrophaenagranulifera: Nigro-picea , ni-
tida, antemiarum basi, pedibus elylrisque testaceis , his an-
gnlo exieriore apicis nigris , aut laevibus aiit fot^titer granu-
laus , thorace marginato, disco 4^punctalo , abdomine rufo-
testaceo , segmentis 4 et 5 plerumque fuscescentibus. Long.
2/, lin.
Habitu fere G. politae , magnitudine instabilis , nigro-
picea, nitida, colore supra indicato. Antennae capite thora-
ceque paulo longiores, fuscae, basi testaceae, articulo terlio
tenui , quarto hoc breviore et paulo latiore, art. 5 — 10 sub-
aequalibus , anterioribus leviter transversis , ultimo longiore,
acuminato. Caput thorace paulo angustius , fronte plana,
aequali , utrinque parce sparsim punctata , ore rufescente.
Thorax basi coleopteris distincte angustior, antrorsum suban-
gustatus, longitudine duplo latior, basi et lateribus rotunda-
tus, angulis anterioribus deflexis, subrectis, posterioribus ob-
tusis, supra transversim leviter convexus, tenuiter margina-
tus, disco punctis 4obsoletis, quadratim disposilis impressus,
inter medium et marginem puncto uno alterove notatus, ce-
terum laevis. Elytra thorace paulo longiora , laevigata, in
altero sexu laevissima , in altero tuberculis vel punctis ele-
vatis, medium versus profundioribus et crebrioribus. Abdomen
tenuiter pubescens, subtus piceum, basi dilutius, supra rufo-
testaceum, segmentis 4 et 5 infuscatis. Pedes flavo-testacei.
Mas elytris tuberculatis et abdominis segmento septimo
insbesondere der Insel Ceylan. 49
dorsali medio producto, utrinque spinulis duabus acutis, lo-
bum intermedium vix superantibus armato insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Obs. A Gyr. humerali statura minore , colore et ab-
dominis segmenti sexti maris haud armato facile distin-
giienda; differt a G. splendidula statura minore, capite paulo
maiore, elylris fere totis testaceis, crebrius haud seriatim
granulatis.
96. Gyrophaena nigra: higra^ nitida, anlennis pe-
dibusque testaceis, thorace laevi, elytris impunctatis. Long.
V2 - Va lin.
G. strictula minor, corpore toto nigro , nitidulo. An-
tennae laete flavo-testaceae. Caput thorace angustius, fronte
aequali, lateribus vix punctulatum. Thorax coleopteris angu-
stior, longitudine duplo fere latior, basi et lateribus rotun-
datus, laevis vel obsolete biseriatim impressus. Elytra tho-
race longiora , nitidula , impunctata. Abdomen parallelum,
nigrum , basi interdum piceum. Pedes flavi.
Mas abdominis segmento sexto supero utrinque pone me-
dium tuberculo minuto, acuminato munito distinctus; tubercula
marginibus lateralibus paulo magis quam inter se approximata.
Habitat in insula Ceylan.
97. Gyrophaena pygmaea: Fusco-testacea , tho-
race abdominisque basi pterumque rufis , antennis , pedibus
elytrorumque callo humerali testaceis, his parce obsoletissime
punctulatis. Long. '^2 ün.
Species minuta, fusco-testacea, nitida. Antennae cras-
siusculae, testaceae , apicem versus vix infuscatae , articulis
4 — 10 transversis. Caput thoracis latitudine, fronte depla-
nata, utrinque parce perspicue punctata. Thorax coleopteris
distincte angustior, latitudine duplo fere brevior, angulis an-
terioribus subrectis, posterioribus valde obtusis, subrotunda-
tis, subdepressus, dorso parce subtiliter punctatus. Elytra
thorace sesqui longiora , apicem versus saepius infuscata,
callo humerali dilutiore, parce subtiliter punctata. Abdomen
basi plerumque dilutius, pone medium infuscatum, nitidulum,
vix punctulatum. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento sexto supero ante apicem
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahr^'. 1. Bd. 4
50 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
tuberculis 4 minutis, valde obsoletis mimito, segrnento septimo
apice trispinoso distinctus.
Habitat in insula Ceylan.
23. Myllaeua Erichs.
Gen. et Spec. p. 209. — Centrogiossa Matth. Ent. Mag. V. p. 194.
98. Myllaena lateritia: Rufo^ opaca, einer eo-se-
ricea, capite fuscescente , thoracis angulis poslicis suhrecüs^
abdomine fusco , segmentorum ventralium^ marginibus anoque
rufo-testaceis. Long. 1 lin.
Slatura et magnitudine fere M. gracilis Heer (Faun. Col.
Helv. I. p. 303), colore indicato, omniiim subtilissime con-
fertissimeque punctata. Antennae rufo-testaceae, articulis
2 — ^5 sensim brevioribus, 5—10 inter se subaequalibus. Os
flavum. Thorax coleopterorum latitudine, longitudine dimidio
brevior, antrorsum leviter angustatus, basi truncatus , angu-
lis posterioribus subrectis. Elytra thoracis longitudine, rufo-
testacea, circa scutellum vix infuscata. Abdomen attenuatum,
parce longius pilosum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
99. Myllaena nitidula: Fusco-ferruginea, nitidula,
abdomine basi apiceque rnfo^ferrugineo, antennis basi apiceque
pedibusque flavis, thoracis angulis posticis obtusis. Long. 1 lin.
Statura elongata, apicem versus paruni attenuata , sub-
tilissime non confertissime pubescens, thorace vix punctulato,
abdomine perspicue punctato. Antennae validiusculae, rufo-
testaceae, articulis 3—5 plerumque fuscescentibus, art. se-
cundo primo breviore, tertio paulo longiore, 4—10 longitu-
dine subaequalibus , latitudine subcrescentibus , art. ultimo
maiore, apice acuminato. Caput nitidulum. Thorax coleopte-
ris sublatior et paulo longior, latitudine dimidio brevior, an-
trorsum leviter angustatus, angulis posterioribus oblusis, fere
rotundatis , supra convexiusculus, aut totus ferrugineus, aut
fuscus, marginibus riifis. Elytra colore thoracis, distinctius
punctata, margine summo apicali plerumque dilutiorc. Abdo-
men ante apicem fuscum , confertim distinctius punctatum,
minus subtiliter pubescens. Pedes flavi.
Habitat in insula Ceylan.
insbesondere der Insel Ceylan. - 51
100. Myllaena apicalis: Ferruginea, opaca, cine-
reo-sericea^' ab domine fuscescente^ hoc apice riifo-testaceo,
antennis pedibusque flacis , thoracis angulis poslicis recHs,
fere promitiulis. Long. '^ lin.
M. minuta Grav. vix brevior sed paulo latior , apicem
versus minus attenuata, confertissime subtilissimeque punctata
et pubescens. Antennae testaceae , basi dilutiores. Caput
thoracis colore. Thorax coleopterorum latitudine, longitudine
dimidio fere brevior, antrorsum angustatus, basi vix bisinuatus,
angulis posterioribus rectis , subprominulis. Elytra thoracis
longiludine. Abdominis segmentorum margines rufi, segmen-
tum sextum et septiinum rufo-testacea. Pedes flavi.
Habitat in insula Ceylan.
23. Diuopsis Matthews.
Entomol. Mag. V. p. 193. — Kraatz Ins. Deutschi. II. p. 374,
101. Dinopsis cinnamomea: Brunnea, tenuissime
sericeo-pabescens, antennis pedibusque testaceis. Long. 1 lin.
Habitu D. fuscati Matth. sed multo minor, depressius-
cula, tota confertissime subtilissimeque punctulata , brunnea,
subnitida, pube tenuissima sericea vestita. Antennae filifor-
mes, basi dilutiores, articulis 1 et 2 ceteris paulo maioribus,
art. tertio quarto paulo minore, 4 — 10 subaequalibus, ultimo
praecedenle dimidio longiore , subulato. Caput deflexum,
labrum fusco-testaceum. Thorax coleopteris fere latior, bre-
vis, longitudine duplo latior, antrorsum angustatus , basi bi-
sinuatus , angulis posterioribus rectis , retrorsum prominulis.
Elytra vix thoracis longitudine. Abdomen fortiter atlenua-
tum, apice magis minusve rufescens. Pedes sordide testacei.
Habitat in insula Ceylan.
24. Leucocraspedum.
Palpi maxillares subfiliformes.
Ligula integra, ante apicem coarctata.
Palpi labiales biarticulati.
Antennae filiformes, ariiculo ultimo sequentibus tribus
coniunctim fere longiore.
Tarsi 5-articulati , elongati , articulo primo sequentibus
tribus coniunctim fere longiore.
52 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Labrum transversum , membranaceum , parce pilosum,
apice leviter emarginatum. Mandibulae parvae, altera mutica,
altera medio bidenticulata. Maxillae malis modice elongatis,
membranaceis , mala interiore apice uncinata , intus spinulis
ciliata, exteriore apice barbatula, margine exteriore basi
denticulo munito. Palpi maxillares articulo tertio secundo
paulo longiore et angustiore, quarto praecedente dimidio fere
angustiore, apicem versus sensim angustato. Labium mento
transverso, ligula ante apicem coarctata, integra, paraglossis
ligulam haud superantibus. Palpi labiales biarticulati, arti-
culo secundo subulato, primo (duobus primis ordinariis re-
spondente) hoc duplo fere longiore.
Corpus parvum, oblongum , parum convexum , alatum.
Caput inflexum, occultatum, transversum, fronte parum con-
vexa, oculis maiusculis , rotundatis , prominulis, Antennae
filiformes , tenues , arliculis duobus primis maioribus, tertio
praecedente multo breviore et angustiore, 4 — 10 sensim pa-
rum latioribus , penultimis leviter transversis, ultimo praece-
dentibus tribus vel quatuor (in maribus) coniunctim fere lon-
giore. Thorax latus, coleopterorum latitudine plus duplo
brevior, basin amplectens, basi ulrinque subsinuatus, antrorsum
fortiter angustatus, lateribus cum apice semicirculatim rotun-
datus, angulis posterioribus acuminatis, retrorsum prominulis,
parum convexus , media basi levissime marginatus. Scutel-
lum transversum, thorace occultatum. Elytra thorace tertia
parte longiora , apice oblique truncata , ad angulum exterio-
rem excisa, subtiliter crebre punctata, subtilissime fulvo-pu-
bescentia. Abdomen apicem versus fortiter angustatum, la-
teribus nigro-pilosellum. Pedes longiusculi , intermedii basi
approximati, tibiis muticis, tarsis omnibus 5-articulatis, po-
sterioribus articulo primo tribus sequentibus coniunctim fere
longiore.
Mas abdominis segmento septimo supero apice emargi-
nato insignis.
Genus capite omnino sub thorace occultato insigni modo
distinctum, neque cum aliquo confundendum.
in der Geslalt der Zunge zeigt Leucocraspedon unver-
kennbare Verwandtschaft mit Trichophya Mannerh. und hat
seine Stellung unter den an der Spitze der Tachyporinen ste-
insbesondere der Insel Ceylan. 53
henden Gattungen zu suchen. Will man .einer gewissen ha-
bituellen Aehnlichkeit mit Dinopsis Rechnung tragen , so
könnte man die Gattung vor Hypocyptus stellen.
102. Leucocr aspedon piilchellum: Nigrum, ni-
tidum, subtilissime pubescens^ antennis, pedibus, thoracis late-
ribus lalins elytrorumque limbo apicali flavis. Long, vix 1 lin.
Antennae flavae. Caput nigrum, nitidum, parce punctu-
latum et pubescens, ore saepius rufo. Thorax llavus, macula
magna, rotundata, discoidali nigro-picea, parum convexus, sub-
tilissime punctulatus et convexus. Elytra thorace paulo lon-
giora, crebre subtiliter punctulata et pubescentia, apice flavo-
marginata. Abdomen parce punctatum, longius fulvo -pu-
bescens, lateribus nigro-pilosellum , segmento sexto apicem
versus fusco-testaceo, septimo nigro.
Habitat in insula Ceylan.
Variat thoracis tertia parte posteriore flava , abdominis
basi et latere inferiore rufis.
35. Hypocyptus M anner h.
Brachelytr. p. 58. — Erichs. Gen. Staph. p. 214.
103. Hyp ocyptus glaber: ISigerrimus, nitidus, gla-
ber, antennis pedibusque anterioribus rufo-testaceis, posticis
piceis, genicuHs tarsisque rufis, thorace angulis postetioribus
subrotundatis. Long, y^ lin.
Hyp. seminulo etiam minor , niger, nitidus, pubescentia
fere nulla. Antennae tenues , testaceae. Caput nigrum, ni-
tidum, laevigatum, oris partibus rufo-testaceis. Thorax basi
coleopteris paulo angustior, laevis, totus niger. Elytra tho-
race sesqui fere longiora , subglabra , subtilissime fulvo-pu-
bescentia. Abdomen nigrum, vix punctulatum, apice piceum.
Pedes rufo-testacei, posticis, femoribus tibiisque piceis.
Habitat in insula Ceylan.
26. Leucoparyphus Kraatz.
Insect. Deutschi. II. p. 393.
104. Leucop ary phus marginicollis : Niger,
nitidus, pedibus, ano^ thoracis lateribus elytrisque ßavis, his
macula ovali media nigra. Long, ly^ lin.
Kraatz IVaturgesch. d. Ins.Deutschl.il. p. 394.
54 Kraatz: die Staphyliaen-Fauna von Ostindien,
Leuc. silphoide paulo minor, thorace omnium flavomar-
ginato, elytrorum marginc exteriore inflexo pedibusque cum
coxis anterioribiis pallide testaceis facile distinguendus.
Mas abdominis segmento sexto inferiore apice haud
emarginato, ceterum quemadmodum in speciebus affmibiis con-
structo.
Habitat in insula Ceylan et in India boreali CDom. Bacon.)
27. Tachinomorphus.
Palpi utrique filiformes.
Ligula biloba.
Antennae i l-articulatae,apicem versusleviter incrassatae,
Elytra pectore longiora. Mesosternum carinatum. Ab-
dornen immarginatum.
Tarsi ö-arliculati, breves, articuUs 4 primis sensim bre-
moribus,
Labrum iransversum , apice medio emarginatum, dense
ciliatum. Mandibulae trigonae, obtusiusculae, intus membrana
tenui, subtiliter ciliata fimbriatac. Maxiilarum forma fere
eadem quae in generibus affmibus. Palpi maxillares filifor-
mes, articulo quarto tertio dimidio longiore, hoc secundo
paulo breviore. Labium mento transverso, ligula lala, me-
dio incisa , lobis oblique introrsum truncatis. Palpi labiales
filiformes, articulo primo secundo paulo longiore, tertio primo
longiore, secundo parum angustiore.
Habitus omnino fere Tachini, corpus autem latius, tho-
rax angulis posterioribus acuminatis , retrorsum leviter pro-
minulis , scutellum magnum , elytra apice truncata , angulo
apicali exteriore recto, abdomen immarginatum, mesosternum
carinatum. Pedes breves, tibiis omnibus spinulosis, tarsis
5-articulatis, arliculis 4 primis sensim brevioribus.
Mas abdominis segmento septimo supero apice , infero
profundius quadrifido , laciniis intermediis longioribus , seg-
mento sexto infero integro.
Femina segmento septimo supero profunde quadrifido,
laciniis iongitudine aequaÜbus, infero sexspinoso, spinis late-
ralibus intermediis quatuor brevioribus et angustioribus.
Tachinomorphus non minus generi Tachino quam Co-
insbesondere der Insel Ceylan. 55
proporo 0 affinis , quocuiu mesosterno carinato scutelloque
magno convenit, corpore aiitem maiore, abdomine immargi-
nato , elytrorum angiilo apicali recto tarsisqiie brevioribus
facile distinguitur.
105. Tachinomorphus vittatus ^): Niger, nitidus,
antennarum basi pedibiisque anterioribus rufis , elytris tho-
race paulo longioribus, vitta indeterminata obliqua sanguinea.
Long. 2% Hn.
Tachino rufipede paulo brevior et latior, depressiuscu-
lus, niger, nitidus, capite, thorace elytrisque omnium subtilis-
sime punctulatis. Antennae vix capitis thoracisque longitu-
dine, piceae, articulo primo rufo, ultimo testaceo, tertio se-
cundo paulo longiore, quarto minuto , 5 — 10 sensim paulo
brevioribus et crassioribus, peniiltimis leviter Iransversis. Palpi
picei. Caput fronte parum convexa. Thorax basi coleopte-
rorum latiludine, latitudine baseos duplo fere brevior, an-
trorsum sensim angustatus, basi late emarginatus, angulis
posterioribus retrorsum prominulis , acutis. Elytra thorace
terlia parte longiora, nigra , vitta indeterminata obliqua san-
guinea, posterius sensim latiore. Abdomen creberrime pun-
ctatum. Pedes anteriores rufi, posteriores picei, tarsis rufis.
Sexus differentia iam supra iudicata.
Habitat in India orientali.
38. Coproporus Kr a atz.
Insect. Deutschi. II. p. 399.
106. Coproporus sp ectabilis: Convexus, nitidus^
capite thoraceque laevibus, hoc lateribus subtilissime punctu-
1) Kraatz Naturgesch. d. Ins. Deutschi. II. S. 399.
2) Tachinomorphus fulvipes: Niger, nitithtlus, antennarum
basi pedibiisque testaceis , thorace angulis posterioribus acutninatis,
elytris hoc paulo longioribus , obscure brunneis, basi et sutura nigri-
cantibus, limbo laterali nigerrimo. Long. 2"^/^ lin.
Tachinus fulvipes Erichs. Gen. etSpec. Staphyl. 921. 23 — 24.
Habitat in Java, Mus. Dom. Westermann.
T. vittato siniillimus , antennis, pedibus elytrisque dilutioribus,
palpis testaceis et antennarum articulo tertio secundo paulo breviore
differre videtur, altamen fortasse non distinguendus.
56 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
lato, elytris crehre subtiliter punctatis , pedibus antennisque
rufo-piceis. Long. IV4 lin.
Statura omnino Tach. terminalis Erichs. (Gen. et Spec.
p. 250) sed maior, antennis pedibusque rufo-piceis, thorace
praecipue lateribus subtilissime perspicue punctato , elytris
crebre subtiliter, distinctius quam in specie allata punctatis.
Antemiae capitis thoracisque prope longitudine , apice paulo
crassiores, rufo-piceae, articulis 4 primis ferrugineis, articulo
quarto elongato tertio paulo breviore , quinto praecedente
paulo breviore et crassiore , sexto hoc etiam paulo bre-
viore, 6—10 inter se subaequalibus, ultimo longiore, apice
rufo-testaceo. Caput laevissimum, nigrum. Thorax coleopteris
fere latior, latitudine duplo fere brevior^ antrorsum fortiter an-
gustatus, basi utrinque sinuatus, angulis posterioribus retrorsum
leviter prominentibus, acutiusculis , externe rotundatis, con-
vexus , margine laterali piceo -translucido. Elytra thorace
vix tertia parte longiora, apicem versus sensim leviter angu-
stata, secundum marginem lateralem posterius late obsolete-
que impressa, convexa, nigra, margine apicali summo piceo,
pubescentia fere nulla. Abdomen parce punctatum, nigro-
piceum, apicem versus rufo-piceum.
Habitat in India orientali.
107. Coproporus flavicornis : Convexus, nigro-
piceus, nitidus, capite thoraceque vix, elytris subtiliter pun-
ctulatis, antennis flaüo-, pedibus rufo-testaceis. Long. IV2
— IV^ lin.
Statura fere omnino Copr. spectabilis, sed paulo minor, an-
tennarum colore et structura facile distinguendus, nigro-piceus,
thoracis elytrorumque marginibus piceo-ruüs. Antennae capite
thoraceque breviores, tenues, totae testaceae, articulo quarto
tertio distincte breviore, latitudine parum longiore, obconico,
articulo quinto praecedentis apice vix latiore, 5 — 10 inter se
subaequalibus, ultimo maiore. Capitis thoracisque forma fere
eadem quae in specie allata, thorax antrorsum paulo minus angu-
stalus, angulis posterioribus externe paulo magis rotundatis,
marginibus Omnibus rufo -piceis. Scutellum laeve. Elytra
thorace vix tertia parte longiora, apicem versus sensim le-
viter angustata, secundum marginem late obsoleteque im-
insbesondere der Insel Ceylan. 57
pressa, convexa , subtiliter punctulata, nigro-picea, margine
apicali rufo. Abdomen punctulatum, piceum, subtiis et ante
apicein rufo-testaceum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in India orientali.
108. Coprop orus punctip ennis: Convexus, pi^
ceus, nitidus, capite thoraceque saepius rufo-piceis, laevigatis,
hoc ante scutellum punctis duobus impresso , elytris crebre
minus subtiliter punctulatis. Long-. V/^ lin.
Praecedentibus statura valde affinis, sed minor, elytris
fortius punctulatis , thorace laevigato, ante scutellum punctis
2 impresso facile distinguendus. Antennae rufo-ferrugi-
neae, capite thoraceque paulo breviores, articulo tertio se-
cundo tenuiore et paulo longiore, articulis 4—10 inter se
subaequalibus, latitudine vix crescentibus, ultimo maiore, te-
staceo. Caput nigro -piceum, laevigatum. Thorax basi co-
leopterorum basi fere latior, antrorsum angustatus, angulis
posterioribus retrorsum prominentibus, subrectis, externe ro-
tundalis, convexiusculus, laevissimus , ante marginem poste-
riorem supra scutellum punctis duobus semper conspicuis im-
pressus , piceus seu nigro- piceus , marginibus rufo-piceis.
Scutellum laevigatum. Elylra thorace plus tertia parte lon-
giora, crebre distinctius punctulata, secundum marginem la-
teralem obsolete impressa, nigro-picea, marginibus rufo-pi-
ceis. Abdomen punctulatum, segmentorum marginibus anoque
magis minusve rufescentibus. Pedes rufo-testacei, femoribus
interdum rufo-piceis.
Habitat in India orientali.
109. Coproporus subdepr essus: Parum con-
vexus, niger, nitidus, antennarum basi pedibusque rufo-testa-
ceis, capite thoraceque subtilissime vix perspicue punctulatis,
elytris confertim subtilissime punctulatis, secundum marginem
lateralem subtiliter canaliculatis. Long. V/^ lin.
Tachino ventriculo Say vix brevior, sed paulo latior,
parum convexus, fere subdepressus, niger, nitidus. Antennae
capitis thoracisque prope longitudine, nigro -piceae, articulo
primo rufo-testaceo, articulis secundo tertioque piceis, subae-
qualibus, articulo quarto quinto paulo longiore, 5 — 10 inter
se subaequalibus, ultimo longiore, apice abrupte acuminato,
58 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
rufescente. Caput fcre laevigatum. Thorax basi coleopte-
rorum latitudinc, apice duplo angustior, lalitudine baseos duplo
brevior, lateribiis rotundatus , basi leviter bisinuatus, aiigulis
posterioribiis retrorsum leviter prominentibus, rectis, externe
rotundatis , supra leviter transversim convexus, subtilissime
piinctulatus. margine baseos siimmo piceo-translucido. Scu-
tellum vix punctulatum. Elytra Ihorace vix sesqui lon-
giora apicem versus subangustata , angulo apicali exteriore
oblique truncato, parum convexa , nigra, nitida, crebre sub-
tilissime punctata, secundum marginem lateralem canalicu-
lala, margine apicali summo piceo rufescente. Abdomen ni-
gro-piceum , apicem versus vix dilutius, basi subtiliter pun-
ctulatum, apice fere laevigatum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Differt a Tach. melanario Erichs. (Gen. et Spec.
p. 2523 statura maiore, punctis obsoletioribus, abdomine fere
toto nigro-piceo, pedibus rufo-testaceis.
110. Coproporus pygmaeus: Leviter convexus ^
niger , nitidus, antennarum basi pedibusque testaceis, capite
ihoraceque laevigatis , elytris subtilissime pu7ictulatis , secun-
dum marginem lateralem latius profunde impressis. Long.
y^— 1 lin.
Copr. subdepresso statura affinis, sed multo minor, mi-
nus depressus, niger, nitidus. Antennae tenues, fuscae, ar-
liculis 3 primis teslaceis, articulo tertio secundo tenuiore
et paulo breviore, quarto quinto paulo minore, 5—10 inter
se subaequalibus, ultimo maiore, apice testaceo. Caput lae-
vigatum, oris partibus rufo-testaceis. Thorax fere brevior
quam in specie allata, ceterum simili modo constructus. Ely-
tra thorace plus sesqui longiora, apicem versus leviter angu-
stata, subtilissime punctulata, secundum marginem lateralem
late profundeque impressa. Abdomen subtilissime punctulatum,
nigro - piceum, apicem versus magis minusve piceo-rufum.
Pedes laete rufo-testacei.
Mas latet.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
111. Coproporus atomus: PauUulum convexus^
nigro-piceuSy nitidus , antennarum basi pedibusque testaceis.
insbesondere der Insel Ceylan. 59
capite thoraceque laevigatis, elytris confertim sublilissime pun-
ctulaüs. Long. V2 lin.
Corpore miniito, depresso ab antecedentibus facile di-
stinguendus, nigro-piceus, nitidulus. Antennae minus graci-
les, articiilis 3 priniis testaceis, ceteris fuscis, tcrtio secundo
paulo breviore et angiistiore, quarto quinto paulo minore,
5 — 10 inter se subaequalibus, ultimo maiore, concolore. Ca-
put parum convexum, oris partibus rufis. Thorax latitudine
coleopteris acqualis, anlrorsum minus quam in speciebus
praecedentibus angustatus , fere depressus, ceterum similiter
constructus , nigro-piceus, vix punctulatus. Elytra thorace
dimidio longiora, depressiuscula, confertim subtilissime pun-
ctulata, nigro-picea, margine spicali summo rufo-piceo, circa
marginem suturalem subtiliter canaliculata. Abdomen subtilis-
sime punctalum, apice ferrugineum. Pedes testacei.
Habilat in insula Ceylan.
112. Coproporus rufus: Convexus , rufo-testa-
ceus, nitidus, capite, thorace elytrisque glabris , ahdomine
basi punctulato. Long IV4 lin.
Copr. rutilo Er. colore et statura similis, at paulo mi-
nor, corpore glabro et antennis tenuioribus certo distinctus.
Antennae capite thoraceque breviores, totae testaceae, apicem
versus vix crassiores, articulo terlio secundo fere longiore,
quarto praecedente paulo longiore, 5 — 10 inter se subaequa-
libus. Caput laevissimum. Thorax basi coleopterorum lati-
tudine, hac duplo fere brevior, antrorsum fortiter angusta-
tus, angulis posterioribus retrorsum leviter prominentibus,
rotundatis, satis convexus, laevissimus. Elytra thorace tertia
parte longiora, angulo apicali exteriore subrotundato, secun-
dum marginem lateralem impressa, laecissima. Abdomen
basi punctulalum, lateribus haud pilosellum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in India orientali.
113. Coproporus fasciipennis: Leviter con-
vexus, rufus , nitidus , capite , thorace elytrisque laemssimis,
his fascia basali, utrinque abbreviata, nigra. Long. ^/^ lin.
Colore sat insignis. Antennae apice paulo crassiores,
arliculis 3 primis elongatis , 5 primis rufo-teslaceis, 6 ulti-
mis fuscis. Caput totum rufum, laevissimum. Thorax basi
60 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
coleopterorum basi haud latior, latitudine baseos duplo bre-
vior, antrorsum angustatus , basi fere truncatus, angulis po-
sterioribus retrorsum vix prominulis, subrectis, externe ro-
tundalis. Elytra thorace sesqiü longiora, convexiuscula, rufa,
pone basin fascia basali indeterminata, utrinque abbreviata,
nigra, secundum rnarginem lateralem late obsolete impressa.
Abdomen rufum, vix punctulatum, lateribus apiceque nigro-
pilosum.
Habitat in insula Ceylan.
Variat elytris totis riifis.
114. Coproportis tachypor oides: Leviter con-
vexus, nitidus, piceo-rufus, antennarum basi, pedibus, thorace
elytrisque rufo-testaceis, illo discOy his basi saepius infuscatis,
taevissimis. Long. 1 lin.
Modice convexus, glaberrimus, nitidus, colore indicäto,
Tachyporo terso Er. similis, at brevior et latior. Antennae
capite thoraceque breviores , apicem versus crassiores, arti-
culis 1—3 elongatis, 4—10 sensim paulo crassioribus, 6—11
fuscis. Caput brunneum , rarius piceum. Thorax basi co-
leopterorum latitudine, longitudine baseos duplo brevior, an-
trorsum fortiter angustatus, angulis posterioribus retrorsum
parum prominentibus, rotundatis, rufo-testaceus , disco inter-
dum infuscato. Elytra thorace sesqui fere longiora, postice
subattenuata, angulo apicali externo subrotundato, late mar-
ginata , secundum marginem lateralem haud impressa , lae-
vissima, rufo -testacea, circa scutellum et angulo basali ex-
terne interdum infuscatis. Abdomen punctulatum, piceum,
lateribus apiceque longius nigro-pilosum segmentorum mar-
ginibus anoque magis minusve rufescentibus. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India oricntali.
115. C opr oporus castaneipennis: Leviter con-
vexus, nigro-piceus , nitidus, antennarum basi, pedibus tho-
racisque limbo rufis , elytris castaneo-rufis , vix punctulatis.
Long. Yö lin-
Statura minuta et colore indicato facile cognoscendus,
capite thoraceque glabris, elytris vix punctulatis. Antennae
minus tenues, piceae, articulis 3 primis rufis, articulo tertio
secundo paulo breviore, obconico, quarlo quinto paulo minore,
insbesondere der Insel Ceylan. 61
5-10 inter se subaequalibus, eiusdem laüludinis. Caput nigro-
piceum, partibus oris rufis. Thorax basi coleopterum latitu-
dine, longitudine duplo latior , antrorsum forliler angustatus,
angulis posterioribus retrorsiim leviter prominulis , obtuse
rotundatis, supra leviter convexus, nigro-piceus, limbo mar-
ginal! latiore , basali apicalique angustiore rufo. Scutellum
piceo-rufum. Elytra thorace tertia parte longiora, posterius
altenuata^ rufo-castanea , margine apicali summo rufo-testa-
ceo, lateribus neque late marginata, neque irnpressa. Ab-
domen confertim subtiliter punctulatum , piceum , apice ru-
fum, lateribus apiceque longius nigro-pilosum. Pedes rufo-
testacei.
Habitat in insula Ceylan.
28. Tachyporus Gravenh.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. p. 231.
116. Tachyporus brunneus ¥?ihY. Ent. Syst. I. II.
535. 19. — Erichs. Gen. et Spec. Staph. 241. 18.
Exemplar a Dom. Helfer in India orientali lectum a Ger-
maniae individuis nihil nisi statura paulo minore, praecipue
angustiore differre videtur, attamen forte species diversa.
29. Couosoma Kraatz.
Naturgesch. d. Ins. Deutsch). II. p. 431. — Conurus Steph. Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 218.
117. Conosoma di st ig via: Tenuiter pubescens, ni-
tidulmn, piceum, antennis , pedibns elytrorumque macula ba-
sali media minuta rufo-testaceis, thoracis margine laterali late
rufescente. Long. 2 lin.
Statura et magnitudine fere Con. pubescentis Grav. sed
paulo minus convexum, thorace maiore, coleopteris brevio-
ribus , bipunctatis. Antennae graciles , capite thoraceque
paulo longiores , apicem versus vix incrassatae , testaceae,
medio vix fuscescentes. Caput nigro -piceum, nitidum, ore
rufo-piceo. Thorax coleopteris latior, latitudine tertia parte
brevior, antrorsum forliter angustatus , angulis posterioribus
retrorsum sat fortiter prominulis, rotundatis, nigro- piceum,
nitidulum, dense subtilissime punctulatum et pubescens, mar-
62 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
gine omni laterali latius rufescente. Elytra thorace vix
tertia parte longiora, nigro-picea , macula basali media mi-
mita, rotundata, rufo-testacea ornata , confertissime subtilis-
sime punctulala et pubesceiitia. Abdomen fusco -piceum,
subtus sicuti pectus rufum. Pedes rufo-testacei.
31as abdominis segmento septimo infero apice late pro-
fundeque triangulariter exciso.
Habitat in India orientali.
118. Conosoma ceylanense: Fusco ^nigruin, gri-
seo-pubescens, elytris thorace patilo longioribus, pedibus an-
tennisque rnfo-testaceis, Jus filiformibus. Long, ly^ lin.
Con. pubescenti Grav. simillimum et afiine, statura paulo
minore, antennis filiformibus facile distinguendum, fusco-ni-
grum. Antennae capite thoracequc paulo breviores, apicem
versus vix incrassatae, articulls omnibus elongatis, penulti-
mis apicem versus interdum infuscaüs. Capitis thoracisque
forma fere eadem quae in specie allata. Elytra thorace paulo
longiora.
Habitat in insula Ceylan.
119. Conosoma gracile: Nigrum , sericeo-pubes-
cens , elytris thorace tertia parte longioribus , mtta obliqua
discoidali apiceque brunneis , antennis basi pedibusque testa-
ceis. Long. IV4 lin.
Con. pubescente paulo brevius sed multo angustius,
statura gracili, nigrum, confertissime subtilissimeque punctu-
latum et pubescens. Antennae capite thoraceque multo lon-
giores, apicem versus vix incrassatae , testaceae, basi paulo
dilutiores, articulls omnibus elongatis, apicem versus sensim
brevioribus. Caput convexiusculum, nigrum, nitidum, subti-
lissime punctulatum, vix pubescens. Thorax coleopteris vix
latior, latitudine fere longior, antrorsum ieviter angustatus,
basi utrinque subsinuatus, angulis posterioribus postice paulo
promlnulis, anterioribus reclis, Ieviter convexus, totus niger.
Elytra thorace tertia parte longiora, nigra, vitta obliqua dis-
coidali ad apicem descendente apiceque ipso brunneo-testa-
ceis. Abdomen totum nigrum, apice pilosellum. Pedes cum
coxis anterioribus testacei, tarsis posticis valde elongatis.
Habitat in insula Ceylan.
insbesondere der Insel Ceylan. 63
120. Gonosom a ruf um: Rufum^ nitidulum^ tenuiter
griseo-pubescens y elytris thorace paulo longioribus^ antennis
breviusculis. Long. 1 lin.
Con. bipunctato paulo malus, totum saturatius rufo-te-
staceuin, creberrime subtilissiineque punctulatum et pubescens.
Antennae capite thoraceque breviores , apicem versus vix
incrassatae, articulis penultiinis latitudine vix longioribus.
Caput vix punctulatum, nitidum. Thorax coleopteris vix la-
tior, anlrorsuni angustatus, basi truncatus , angulis posterio-
ribus obtusis, subrotundalis, retrorsum vix prominulis, leviter
convexus. Elytra thorace paulo longiora, apice oblique trun-
cata. Abdomen nigro-pilosellum.
Habitat in India boreali (Dom. ßacon).
121. Conosoma pictipentie : Brunneum, nitidu-
lum, antennarutn basi apiceque pedibusque testaceis , elytro-
rum macula basali transversa flava^ margine apicali, puncto
maiore medio lateralique minore co7itiguis niyris. Long. 1 lin.
Conos. bipunctato Grav. paulo minus , colore indicato
sat insigne, brunneum, nitidulum, pube grisea tenuiter vesti-
tum. Antennae apicem versus leviter incrassatae, flavae, ar-
ticulis 6 — 9 nigris, Caput brunneum. Thorax coleopterorum
basi paulo latior, antrorsum angustatus, basi fere truncatus,
angulis posterioribus vix prominulis , rectis , brunneus , ante
basin utrinque plerumque infuscatus. Elytra brunnea, basi
macula transversal! flava , apice , sutura fasciaque media in-
terrupta in maturis individuis , punctis duobus apiceque in
minus maturis nigris. Abdomen brunneum, supra medio ni-
grum, apice rufo-testaceum. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento inferiore scptimo apice trian-
gulariter exciso.
Habitat in insula Ceylan.
30. Boletobius L e a c h.
Mannerh. Brachelytr. p. 64. — Erichs. Gen. p.268,
122. Boletobius bimaculatus: Piceus , nitidus,
ihoracis margine laterali abdominisque basi apiceque brunneo-
testaceis , pectore elytrisque nigris, his lunula basali albidis.
Long. V/2 lin.
64 Kraatz: die Staphyliiien-Fauna von Ostindien,
Bol. pygmaeo Fabr. statura affmis , elytris quemadmo-
dum in Bol. atricapillo coloratis. Antennae capite thora-
ceque longiores , apicem versus parum incrassatae , articulo
secundo tertio vix longiore , articulis I — 4 rufo -testaceis,
5 — 10 fuscis , inter se subaequalibus , ultimo praecedentibus
duobus coniunctim longitudine aequali, flavo. Caput nigrum,
nitidum, ore flavo. Thorax basi vix coleopterorum latiludine,
antrorsum angustalus , latitudine baseos paulo brevior , an-
gulis posterioribus obtusis, disco piceo, lateribus brunneo-
testaceis. Scutellum piceum. Elytra thorace plus sesqui
lougiora, nigra, nitida, macula lunata humerali flava, Serie
dorsali ordinaria punctis sat distantibus, circiter 5—6 compo-
sita. Abdomen supra parce punctalum, rufo-testaceum, seg-
mento quarto medio baseos, duobus sequentibus basi magis
minusve fuscescentibus. Pectus nigrum. Pedes paflide testacei.
Sexus dilFerentia tatet.
Habitat in insula Ceylan.
31. Mycetoporus Mannerh.
Brachelytr. p.62. — Erichs. Gen. p. 281.
123. Mycetoporus testaceus: Elorigatus, testa^
ceus, vertice segmentorumque abdominis basi piceis, pectore
concolore, elytris serie punctormn dorsali simpUce. Long.lVa IJn.
Statura, magnitudine et colore fere omnino Myc. splen-
didi Grav. sed paulo gracilior, elytris pectoreque concolori-
bus, segmentorum abdominis dimidia parte posteriore rufa.
Mas abdominis segmento inferiore sexto margine dense
piloso, septimo profunde inciso.
Habitat in India orientali.
33. Tauyguathus Erichs.
Gen. et Spec. StJiph. p. 288. — Kraatz Ins. üeutschl. IJ. p. 477.
124. Tanygnathus ruficollis: BrunneuSy nitidus,
capite , thoracis apice elytrisque nigro - piceis , his margine
apicali thoraceque rufo-testaceis^ antennis apice flams, pedi-
bus rufo- testaceis. Long. 1% — 2 lin.
Tanygn. terminali vix brevior sed paulo angustior, co-
ore indicato. Antennae articulo primo rufo, articulis 2—6
insbesondere der Insel Ceylan. 65
saepius fuscescentibus, 7 — ^11 flavis. Caput nigrum seu ni-
gro-piceum , oris partibus testaceis. Thorax simili modo quo
in speciebus huic affinibus constructas et punctatus, rufus,
apicem versus magis minusve fuscescens. Scutellum confer-
tim subtilissime punctatum. Elytra Ihoracis longitudine, con-
fertim subtiliter punctata et pubescentia, nigra, nitiduia, mar-
gine apicali rufo. Abdomen creberrime subtilius punctatum,
fulvo-pubescens, nigro-pilosum, fusco-brunneum, subopacum,
segmentorum marginibus late rufis. Pectus brunneum. Pe-
des testacei, coxis anterioribus concoloribus.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Variat thorace toto rufo.
125. Tanygnathus fuscus: Fuscus, nitidus, an-
tennis pedibusque rufo - testaceis, capite fusco - piceo , elytris
concoloribus, abdomine brunneo-rufo. Long. V/^ lin.
Praecedenti statura simillimus, paulo angustior, colore
indicato, elytris paulo brevioribus, subtilius confertissime pun-
ctatis facile distinguendus. Antennae articulis 2 — 3 vix in-
fuscatis. Caput piceum. Thorax lateribus ferrugineo-trans-
lucidis. Scutellum rufescens. Elytra margine apicali summo
vix rufescentia. Abdomen totum brunneum.
Habitat in India orientali.
33. Acylophorus N o r d m a n.
Symbol, p. 127. t. 1. f. 19. — Erichs. Gen. p. 519.
1 26. Acylophorus ruficollis: Mger, nitidus, tho-
race pedibusque rufis, elytris confertim fortius punctatis. Long.
4 lin.
Ac. glabricolli Lac. sesqui fere maior, niger, nitidus,
thorace pedibusque rufis. Antennae elongatae, ferrugineae,
articulis 3 primis apicem versus piceis , articulo terlio se-
cundo vix breviore , quarto sequente paulo minore, 5 — 10
sensim paulo brevioribus, ultimo subgloboso, dilutiore, Palpi
rufi, maxillares articulo ultimo ovato, apice acuminato. Caput
ovatum, inter oculos puncto singulo utrinque Impressum. Tho-
rax basi coleopterorum basi latitudine aequalis, latitudine
baseos paulo brevior, antrorsum leviter angustatus, ce-
Archlv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. l.Bd. 6
66 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
terum ut in aliis hiiius generis speciebus constructus et
punctatus, rufus. Scutellum crebre punctatum. Elytra thorace
paiilo longiora , basin versus subattenuata , confertini forlius
punctata , longius fusco - pubescentia. Abdomen crebre mi-
nus fortiter punctatum , nigro - pubescens , apicem versus
subtusque coloribus laetis metallicis resplendens , segmenlo
sexto apicem versus rufo-piceo. Pedes rufi seu rufo-brunnei,
tarsis dilutioribus.
Habitat in insula Ceylan.
34. Quedius Leach.
Erichs, (ien. et Spec. Staph. p. 523.
127. Quedius spectabilis: Nigerrimus , nitidus^
tarsis piceis, elytris parce profunde, abdominis segmentis cre~
bre subtiliter punctatis. Long. 6 lin,
Quedio laterali maior , capite thoraceque paulo angu-
stioribus. Antennae capite paulo longiores, articulo tertio
secundo paulo longiore, 4 — 10 sensim paulo latioribus, pen-
ultimis leviter transversis, ultimo oblongo, apice acuminato.
Caput thorace angustius , subovatum, parce subtilissime pun-
ctulatrm , utrinque supra oculos punctis duobus maioribus,
in fronte utrinque ad oculi marginem puncto singulo impres-
sum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine fere
longior, antrorsum angustatus , angulis anterioribus fortiter
deflexis , basi cum angulis postcrioribus rotundatus, seriebus
punctis tribus aequaliter distantibus compositis , lateribus
utrinque ante medium punctis praeter marginalia 2 vel 3
profundis, approximatis impressus. Scutellum laeve. Elytra
thorace tertia fere parte longiora , parce profunde, lateribus
paulo crebrius sed minus profunde punctata , ,spatio angusto
inter punctos profundos disci lateralesque minus profundos
impunctato , hoc punctorumque interstitiis parce subtilis-
sime punctulalis. Abdomen apicem versus paullulum angu-
stafum, crebre subtiliter punctatum, tenuiter pigro-pubescens.
Pedes nigri , tarsis piceis.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
128. Quedius chlor ophanus: Viridi-metallicus,
insbesondere der Insel Ceylan. 67
nitidus, abdomine metalHco-versicolore, ano ferrugineo. Long.
4 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 532. 11.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Hope (Erichson).
129. Quedius fulgidus Fabr. Er.: ISiger , nitidus,
antennis pedibusque nigro-piceis, elytris rufis^ thorace lateri^
bus subdilatato. Long. 4 72 lin.
Specimina duo, in India boreali a Dom. Bacon lecta,
ab individuis germanicis distingui nequeunt.
130. Quedius cruentus Oliv. Er.: Niger, nitidus,
antennarum basi, palpis, pedibus anoque rußs, elytris parcius
punctatis, rufis. Long. 4 lin.
Exemplar, quod in India orientali a Dom. Helfer lectura
esse Dom. Lockey dicit, omnino cum germanicis Quedii cruenti
Oliv. Er. individuis congruit.
35. Creophilus Manne rh.
Brachelytr. p. 20. Kraatz Ins. Deutschi. II. p. 528.
131. Creophilus villipennis : Niger, nitidus, ely-
tris ferrugineis, basin versus fuscescentibiis , densius fulvo-
pubescentibus, subtus pectore abdomineque cinereo, segjnentis
5 — 7 lateribus fusco-pubesce?itibus. Long. 10—12 lin.
Creophilo maxilloso multo maior, oculis maioribus, tho-
race basin versus paulo magis angustato. Antennae nigrae,
articulis 7 — 10 abrupte crassioribus, Caput maris thorace
latius, feminae angustius , laevigatum, basi utrinque cinereo-
villosulum. Thoracis forma fere eadem quae in specie allata.
Scutellum creberrime punctulatum, fulvo-pubescens. Elytra
thorace sesqui longiora , confertissime subtiliter punctulata,
fulvo-villoso-pubescentia, ferruginea, basin versus infuscata,
humeris nigris. Abdomen confertissime subtilissimeque pun-
ctulatum, subtilissime fusco-pubescens, supra segmentis 2 — 5
margine apicali longius fulvo-pubescentibus^ infra tomento
spisso fulvo obductum. Pedes nigri, tarsis picescentibus.
Mas abdominis segmentis 5 — 7 inferis lateribus, femina
segmentis sexto septimoque totis nigro-pubescentibus insignis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon; in India australi
(Decan), Dom. Saunders.
68 KraHtJs: die Staphylineii-Fauna von Ostindien,
131. Creophilus maxillosus: Isiger, nitidus, tho-
racis angulis posterioribus rotundatis , elytris fascia cinerea,
abdomine subtiis segmentis 4 vel 5 einer eo-tomentosis, pectore
nigro^pubescente. Long. 6 — '10 lin.
Staphylinus maxillosus Linn. Faun. Suec. n. 981. —
Erichs, et Spec. 348. 2.
Exemplaria duo, a Dom. Bacon in India boreali lecla
ab indigenis dislinguere non possum.
36. Leistotrophus P e r t y .
Delect. aninial- articul. p. 30. — Kraatz Ins. Deutschi. II. p. 532.
132. Leistotrophus marmoratus: Niger, tomento
fusco-nebuloso vestitus^ antennarum basi pedibusqtie testaceis,
femoribus medio nigris. Long. 5 lin.
Staphylinus marmoratus Erichs. Gen. et Spec. Staphyl.
826. 20—23.
Exemplaria in insula Ceylan lecta omnino cum descri-
ptione javanici Staphylini marmorati congruunt.
133. Leistotrophus tenuicornis: Niger, tomento
fusco-nebuloso vestitus, antennis tenuibus, femoribus posterio-
ribus basi apiceque tarsisque ferrugineis. Long. 6 lin.
Praecedente paulo maior , antennis multo longioribus
facile distinguendus, niger, capite, thorace elytrisque tomento
brevissimo depresso cinereo-fuscoque nebuloso obductis. An-
tennae capitis thoracisque fere longitudine, ferrugineae, basi
rufo-testaceae, articulo tertio secundo sesqui longiore, quarto
secundo vix breviore, quinto hoc subaequali , 6 — 10 sensim
paulo brevioribus, penultimis latitudine sublongioribus, ultimo
apice acuminato. Caput thorace fere latius, subdepressum,
confertissime subtiliter punctatum. Thorax coleopteris angu-
stior, latitudine paulo longior, basin versus angustatus, angu-
lis anterioribus acutis. Scutellum atro-tomentosum. Elytra
thorace paulo longiora. Abdomen supra segmentis anterio-
ribus subtilissime fulvo-tomentosis, secundo quarloque medio
utrinque macula maiore, basin versus angustata, nigro-tomen-
tosa, quinto sextoque fere totis nigro-tomentosis, subtus con-
fertim subaequaliter punctatum, griseo-pubescens. Pedes fusco-
picei, femoribus posterioribus basi apiceque fusco- lestaceis,
tarsis piceo-rufis.
Uabitat in india boreali, Dom. Bacon.'
insbesondere der Insel Ceylan. 69
37. Trichocosmetes.
Antennae longiusculae, tenues, articulo ultimo apice sat
fortiter emarginato,
Palpi filiformes, maxiUares art, quarto tertio hremore,
Caput oculis minor ibus, subtus confertim punctatum.
Thorax coleopteris duplo angustior, basin versus angu-
status, angulis anterioribus rotundatis.
Pedes coxis intermediis modice distantibus , tibiis anticis
leviter dilatatis, posticis parce spinulosis, tarsis anti^
eis dilatatis, posterioribus articulo primo sequentibus
tribus couiunctim fere longiore.
Labri, mandibularum palporumque structura fere eadem
quae in genere Leistotropho. Antennae non in ipso fron-
tis margine anteriore sed paulo ante marginem insertae, ca-
pite plus sesqui longiores, articulis 3 primis elongatis, tertio
secundo sesqui longiore, 4—6 teretibus, modice elongatis,
7—10 obconicis , crassitie non brevioribus , ultimo apice sat
fortiter emarginato. Caput leviter deflexum , thorace paulo
latius, subquadratum, fronte leviter convexa, oculis minoribus^
subtus creberrime punctatum et pubescens. Thorax coleopte-
ris duplo fere angustior, basin versus subangustatus, angulis
Omnibus subrotundatis, fortiter transversim convexus, feubtus
lateribus processu medio membraneo nullo. Elytra thorace
sesqui fere longiora. Abdomen coleopteris angustius. Pedes
modice elongati, tibiis anticis dilatatis , posterioribus apice
densius pubescentibus, tarsis posterioribus articulo primo se-
quentibus tribus coniunctim fere longiore.
Der Käfer, auf welchen die Gattung gegründet ist, kann
meines Erachtens ebenso w^enig für einen Leistotrophus als
etwa für ein Bindeglied zwischen dieser Gattung und der
Gattung Staphylinus , in dem von mir Naturgesch. der Ins.
Deutschi. II. p. 537 aufgefassten Sinne angesprochen werden.
Dort ist er noch als Leistotrophus aufgeführt , weil er mir
damals unbekannt geblieben, indem ihn das Berliner Museum
nicht besitzt. Er unterscheidet sich von beiden Gattungen
durch die Einlenkung der Fühler, das schmale Halsschild
mit ganz abgerundeten Vorderecken, schmalen Hinterleib und
die schlanke Gestalt des ersten Gliedes an den Hinterfüssen;
70 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
von diesen Merkmalen scheint Erichson das erste und
letzte gänzlich übersehen zu haben, obwohl sie in Verbin-
dung- mit den anderen habituellen Eigenthümlichkeiten be-
sonders wichtig erscheinen ; derselbe lässt auch unerwähnt,
dass dem Käfer die grossen Augen der Leistotrophus-Arten
fehlen.
134. Trichocosmetes leucomus: ISigro-aeneus,
tomento brevi, oUvaceoobductus , albo-subnehulosus _, pectore
elytrisque albido - tomentosis , his basi olivaceo - nebulosis.
Long. 6 lin.
Staphylinus leucomus Erichs. Gen. et Spec. Staphyl.
362. 25.
Staph. cinctus Kollar et Redten b. in Hügel Kashmir
IV. 2. p. 504.
Habitat in Nepal, Mus. Dom. Hope.
Exemplar a Dom. Bacon in India boreali lectum a Ne-
palensi nihil nisi magnitudine (7 lin.) difFerre videtur.
38. Eucibdelus.
Antennae longiusculae, filiformes, te?iues, articulo ultimo
acuminato.
Palpi filiformes ymaxillar es articulo quarto tertio breviore.
Caput thorace plus sesqui latius, oculis minor ibns,
Thorax coleopteris plus duplo angustior , basin versus
subangustatus, angulis anterioribus rotundatis.
Pedes coxis intermediis vix distantibus , tibiis posteriori-
bus pubescentibuSy tarsis anticis dilatatis , posteriori-
bus longiusculis, articulis 4 primis sensim, brevioribus.
Labrum sat magnum, subtriangulare. Mandibulae lon-
giores. Palpi omnes filiformes , maxillares articulo ultimo
praecedente vix longiore. Antennae capite thoraceque plus
sesqui longiores, articulo primo tertio paulo longiore, quarto
secundo paulo breviore, 4 — 7 sensim paulo brevioribus, 8 — 10
vix obconicis, latitudine haud brevioribus, ultimo abrupte
acuminato. Caput suborbiculatum, thorace plus sesqui latius,
oculis minulis , ovatis , obliquis , minus prominulis. Thorax
coleopteris plus duplo fere anguslior, latitudine longior, ba-
sin versus subangustatus, basi fere truncatus, angulis poste-
rioribus obtusis , apice utrinque lateribus oblique truncatus,
insbesondere der Insel Ceylan, 71
angulis anterioribus obtusis , nuUo modo rotundatis. Elytra
thorace sesqui longiora. Abdomen coleopteris angiistius.
Pedes modice elongati , tibiis anticis siibtus , posterioribus
omnium dense subtiliter pubescentibus , tarsis anticis fortiter
dilatatis, posterioribus articulis 4 primis longitudine sensim
decrescentibus.
Genus capitis thoracisque forma non minus quam tibiis
pubescentibus insignitum, habitu praecedenti subsimile, multis
autem modis diversum.
1 35. Eucibdelus gracilis: Fusco-niger, sericeus,
capite thoraceque confertissime subtiliter punctalis , nigro-
aeneis, elytris ferritgineis^ nigro-maculafis^ abdomine olivaceo-
pubescente^ supra tomento atro bifariam submacidato. Long.
7 lin.
Antennae rufae, articulis penultimis fuscescentibus. La-
brum palpique rufi. Caput suborbiculatum , convexum , con-
fertissime subtiliter punctatum, pone oculos punctis duobus
maioribus notatum, pubescentia minus brevi, depressa vesti-
tum, subtus parce minus subtiliter punctatum, nitidum, fusco-
ferrugineum. Thorax capite paulo subtilius punctatus, cari-
nula longitudinali pone medium maculaque parva oblonga
discoidali ante medium utrinque laevibus. Scutellum oliva-
ceo-tomentosum. Elytra ferruginea , subtilissime punctata,
fulvo-pubescentia, circa scutellum infuscata , olivaceo-subto-
mentosa, maculis tribus , laterali parva ante, maiore pone
medium suturalique media nigro-fuscis , fusco-pubescentibus.
Abdomen (supra sublusque) segmentis duobus penultimis fere
totis, ceteris margine laterali apiceque rufis, supra pubescentia
depressa fulva sericans , segmentis 2 — 4 utrinque latius atro-
tomentosis, subtus confertissime punctulatum, griseo-pubescens.
Pectus fusco - nigrum , griseo-pubescens. Pedes cum coxis
anterioribus rufi.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
89. Palaestrinus ^) Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 343.
136. Palaestrinus Sykesii: ISig er, capite, thora-
■"■) Genus palporum articulo ultimo apice truncato pedibusque
anticis incrassatis insigne.
72 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
ceque ohscure aeneis, aureo^tomentosis , elytris punctato-ru-
gosis, rufo-aureo-pubescentibus, abdomine fasciis duabus au-
reo~tomentosis, pedibus rufo^piceis. Long. 7 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 344.
Habitat in India orientali, Mus. Dom. Hope.
Exemplar in insula Ceylan a Dom. Nietner lectum vix
ad aliam speciem pertinere videtur.
137. P alaestrinus mutillarius: }iiger, thoracis
apice, abdomine infra et fasciis duabus dorsalibus cinereo-
villosiSf elytris rufis, fuho-pubescentibus. Long. 5 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 924. 1—2.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Westermann.
40. Caranistes ^) Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 925.
138. Caranistes West ermann i: Niger, capite,
thorace elytrisque obscure coerulcis, abdomine macula magna
dorsali atro^tomentosa, apice ferrugineo , pedibus castaneis.
Long. 7% lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 925.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Westermann.
4L Staphyliniis L i n n e.
Kraatz Insect. Deutschi. II. p. 536.
139. Staphylinus Goryi: JSigro-subaeneus, pube-
scens, scutello atro -tomentoso , elytris viridi-pubescentibus,
macula gemina basali punctisque duobus marginalibus atro-
tomentosis. Long. 11 lin.
Laporte Etud. Ent. I. 113. 1. t. 3. f. 2. — Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. 395. 90.
Habitat in India orientali. (Decan).
140. Staphylinus auripennis: Niger ^ opacus,
*) Genus mihi invisum , palporum aiticulo ultimo apice trun-
cato , pedibus intermediis leviler distantibus tarsisque posterioribus
deplanatis insigne.
insbesondere der Insel Ceylan. 73
elytris aureo - villosis , humeris , macula iuxta scutellum et
duabus aliis marginis exterioris atro-tomentosis. Long. 1 2 lin.
Antennae capite breviores, articulo tertio secundo sesqui
fere longiore, quarto subquadrato, quinto leviter transverso,
6 — 10 fortius transversis, ultimo apice emarginato, inferne
acuminato. Caput thorace paulo angustius , subquadratum,
supra subdepressum, conlertim profunde punctatum, confertim
longius nigro-pubescens, pilis brevioribus griseis parce ve-
stituni. Thorax coleopteris paulo angustior, lalitudine bre-
vior, antrorsum subangustatus, lateribus subrectis, basi ro-
lundatus, angulis posterioribus obtusissimis , fere nullis, an-
terioribus acutis , parum convexus , confertissime punctatus,
nigro-pubescens, pilis brevioribus griseis parce vestitus.
Scutellum atro-tomentosum. Elytra thorace vix longiora,
laete viridia , subtiliter alutacea , auro-villosa, humeris, ma-
cula subrotundata iuxta scutellum duabusque lateralibus atro-
tomentosis. Abdomen supra confertissime punctulatum, nigro-
tomentosus et pubescens, subtus crebre minus subtiliter, parce
fortiter punctatum, nigro-pilosum , segmenti secundi tertia
parte posteriore, segmentorum 3 sequentium maculis 4, sexti-
que maculis 2 basalibus subtiliter cinereo-pubescentibus. Pe-
des nigri , tarsis anticis ferrugineis , tibiis anterioribus mar-
gine interiore fulvo-pubescentibus.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
141. Staphylinus s emipurpureus: Niger, ca-
pite thoraceque purpureis, elytris, humeris exceptis, aureo-
villosis , abdomine segmento tertio , macula media excepta,
sextoque basi aureo-tomentosis, antennis, tibiis tarsisque fer-
rugineis. Long. 9 lin. ^
Antennae rufo - testaceae, capite paulo longiores , arti-
culo tertio secundo sesqui longiore, quarto leviter, 5-10 for-
titer transversis, ultimo apice inferne acuminato. Caput tho-
race paulo angustius, subquadratum, fulvo- pubescens, pur-
pureum, confertissime punctatum, punctis umbilicatis. Tho-
rax coleopteris vix angustior, latitudine brevior, antrorsum
subangustatus , basi cum lateribus rotundatus, angulis po-
sterioribus fere nullis, supra confertissime punctatus, punctis
subumbilicatis, linea tenui longitudinali subelevata, pone me-
74 Kraatz: die Staphylinen-Faima von Ostindien,
dium fere evanescente, laevi , densius fulvo-pubescens. Scii-
tellum atro - tomentosum. Elytra thoracis longitudine, laete
virescentia , subtiliter alutacea, auro-villosa , hiimeris limbo-
que tenui basali atro-tomentosis. Abdomen supra atro-to-
inentosum, segrnento tertio, macula media excepta, fasciaque
basali sexti aureo-tomentosis, subtus totum nigrum, conler-
tim punctatum, nigro-pubescens. Pedes nigri, tibiis tarsis-
que ferrugineis.
Staph. semipurpureus "'"•} habitat in India boreali , Dom.
Bacon.
142. Staphylinus xanthocephalus: ISiger, ca~
pite testaceo , thorace elytrisque ferrugineis^ abdomine infra
argenteo-villoso, supra segmentis 2 — 4 tomento fusco-nebuloso,
5 et 6 tomento albido vestitis. Lono-, 7 lin.
Habitu et colore Staph. chrysocephalo Fourcr. proximus,
sed plerumque maior. Antennae capite paulo longioreS;, te-
staceae, articiilis ultimis 5 fiiscis , articulo tertio secimdo
paulo longiore, 4—10 sensim paulo brevioribus et fortius
transversis. Palpi fusci, mandibulae nigrae, basi testaceae.
Caput thorace paulo latius , subquadratum , testaceum , pube
densa flavescenti-grisea, albido-versicolore. Thorax coleo-
pteris dimidio angustior, latitudine antica paulo longior, late-
teribus ante medium subangulato-rotundatis , pone medium
sinuatis, basi leviter rotundatus, apice truncatus, angulis an-
terioribus subrectis, posterioribus valde obtusis, parum con-
vexus, nigro-subcyaneus, tomento aureo-ferrugineo subva-
riegatus. Scutellum tomento nigro densius vestitum. Elytra
thorace paulo longiora , ferruginea , aureo-tomentosa, fusco-
subcyaneo - variegata. Abdomen nigrum , supra segmentis
2 — 4 tomento nigro fulvoque variegatis, quinto tomento lon-
giore albido vestito, macula transversali basali utrinque api-
calique longitudinali media excepta, segrnento sexto basi la-
teribusque albido - , apice medioque nigro - tomentoso ; latus
inferius abdominis, quemadmodum in St. chryscocephalo, to-
mento spisso cinereo-albido vestitum. Pectus nigro-cyaneum,
^•) Obs. Staphylinus aureus Fabr. in Siam lectus, potius spe-
cies huic affinis esse quam ad Palaestrinum genus pectincre mihi vi-
detur, sicuti Erichson (Gen. et Spec. p. 344) opinatur.
insbesondere der Insel Ceylan. 75
cinereo - pubescens. Pedes rufo - ferruginei , femoribus pone
basin nigro-anniilalis, tarsis anticis fortiter dilatatis.
Habitat in India boreali, Dom. Schaum et Bacon.
1 43. St aphy linns indirus : Fusco-niger , opaciis^
capite thoraceque subaeneo-ferrngineoque variegatis , confer-
tim subtilius punctatis, elytris femigineis, tomento fusco suh~
strigosis, abdomine lateribus ferrugineo , femoribus fusco-ni-
gris, subtus tibiis tarsisqiie testaceis. Long. 5 — 6 lin.
Statiira fere Staph. cinnamopteri. Antennae capite paulo
longiores, ferrugineae, articulo tertio secundo longiore,
quarto leviter, 5 — lOfortius transversis, ultimo apice inferne
acuminato. Palpi rufi. Mandibulae nigrae. Caput thorace
vix angustius, subquadratum, lateribus rectis, parallelis, supra
paullulum convexum, fusco-ferrugineum, subaeneum, confer-
tim punctatum , fulvo - pubescens. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine paulo brevior, lateribus rectis, parallelis,
basi cum angulis posterioribus rotundatus, angulis anteriori-
bus rectis , supra parum convexus , ferrugineus , subaeneus,
lateribus infuscatis, fulvo -pubescens , conferlim punctatus,
carinula postica polita. Scutellum fusco-lomentosum. Elytra
thorace vix longiora , subtiliter alutacea , fulvo -pubescentia,
ferruginea, tomento fusco-subtrigosa. Abdomen vix punctu-
latum, fulvo-pubescens, subsericans, supra tomento tenuissimo
vestitum, fusco-nigrum, lateribus ferrugineum, subtus nigrum,
segmentis 5 primis confertissime, duobus penultimis crebre
subtiliter punctulatis, fulvo-pubescentibus. Pedes rufo-testa-
cei, femoribus fusco-nigris, subtus ferrugineis.
In insula Ceylan a Dom. Nietner, in India boreali a
Dom. ßacon lectus.
144. Staphylinus de cipiens: Ferrugineus, opa-
cus^ capite thoraceque confertim forliter punctatis, thorace
apicem versus subaeneo, elytris tomento brevi fusco -nebulo-
siSj abdo7ninh supra bifariam nigro-maculato. Long. 6 lin.
Individuis praecedentis minus maturis valde similis,
capite thoraceque fortius puntatis facile distinguendus. An-
tennae /wsco - nigrae , articulis 4 primis rufis , articulo tertio
secundo sesqui longiore, quarto subquadrato, 5 — ^10 modice
transversis, articulo ultimo inferne acuminato. Mandibulae
76 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
rufae, apice piceae. Caput thoface vix angustius, siibqua-
dratum, lateribus subrectis, supra paullulum convexum, con-
fertim fortiter punctatum, fulvo-pubescens , ferrugineum, an-
gulis posterioribus subinfuscatis. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine vix brevior, basi cum angulis posterio-
ribus fortius rotundatus , lateribus subparallelis , supra paul-
lulum convexus, fulvo-pubescens, ferrugineus, apicem versus
subaeneus, confertim fortiter punctatus , carinula postica aii-
gusta polita. Scutellum a^ro -tomentosum. Elytra thoracis
longitudine, subtilissime alutacea, tomento fusco subnebulosa,
fulvo-pubescentia. Abdomen ferrugineum, supra subtilissime
fulvo-tomentosum, e tomento atro bifariam maculatum, (seg-
mentis 2 — 4 distinctius, 5 et 6 obsolete maculatis) subtus
metallico-versicolor, segmentis 2 — 5 fusco - cingulatis , sexto
rufo. Pectus ferrugineum. Pedes coxis femorumque basi piceis.
Habitat in insula Ceylan.
145. Staphylinus brachypterus: Niger, nitidu-
lus, elytris brimneis thorace brevioribus , segmentis singulis
abdominis basi supra tomento falvo - nigroque siibmaculatis ,
subttis griseo-pubescentibus. Long. 6 lin.
Niger, capite thoraceque confertim profunde punctatis,
fusco - pubescentibus , parum nitidis. Antennae capite paulo
longiores, piceae, articulo primo nigro, tertio secundo paulo
longiore, quarto subquadrato, 4 — 10 sensim latioribus, pen-
ultimis fortiter transversis , ultimo inferne acuminato. Palpi
rufo-picei. Caput thorace paulo angustius, subquadratum,
antrorsum vix angustatum, basi subemarginatum. Thorax
coleopterorum latitudine, longitudine paulo brevior, lateri-
bus subrectis, basi cum angulis posterioribus rotundatis , apice
utrinque subsinuatis, angulis anterioribus acutiusculis, leviter
convexus, linea media longitudinali, valde angusta, basi paulo
latiore laevi. Scutellum atro-tomentosum. Elytra thorace
terlia parte breviora, brunnea , subtiliter alutacea, opaca,
fulvo-pubescentia. Abdomen supra segmentis singulis basi
tomento subtilissimo fulvo- nigroque variegatis , subtus seg-
mentis singulis minus crebre punctatis, nigro -pilosis, ipsa
basi confertim subtiliter punctatis, brevius griseo-pubescenti-
bus. Pedes nigri, tarsis fcrrugineis.
Habitat in India boreali Dom. Bacon.
insbesondere der Insel Ceylan. 77
146. Staphylinus tnaruli pennis: Mger, opacus^
capite thorace elytrisque fusco - pvbesceniibus ^ his macula
apicis aureo-iomentosa , abdomine supra tomento fenui nigro
vestito. Long-, 5 — ö'/j lin.
Niger, opaciis, Ihorace elytrisque parum purpurascen-
tibiis , fusco - pubescentibus , his subtiliter alutaceis , ma-
cula apicali aureo - villosa , illis confertim punctatis , pun-
ctis capitis paulo maioribus. Antennae capite paulo lon-
giores , piceo-nigrae , articulo tertio secundo paulo lon-
giore, quarto subquadrato, 5—10 modice transversis, ultimo
interdum ferrugineo, apice inferne acuminato. Caput thorace
paulo angustius, subquadratum , subtus parce fortiiis puncta-
tum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine vix bre-
vior, lateribus subrectis , basi cum angulis posterioribus ro-
tundatus , angulis anterioribus rectis, leviter convexus, po-
stica carinula minima laevi. Scutellum atro -tomentosum.
Elytra thorace fere breviora. Abdomen confertim subtiliter
punctatum , tomento brevissimo nigro vestitum, segmentis an-
terioribus supra maculis duabus basalibus e tomento nigro
densiore , segmentis ventralibus crebre punctatis , nigro-pu-
bescentibus. Pedes nigri, tibiis piceis, tarsis piceo-rufis.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
147. Staphylinus asemus: Niger, opacus, capite,
thorace elytrisque ubscure aeneis, illis confertim fortius pun-
ctatis, fulco-pubescentibus, his subtiliter alutaceis , abdomine
supra bifariam nigro-maculato, ano concolore. Long. 6 lin.
Statura fere Staphyl. antiqui, niger, parum nitidus. An-
tennae capite paulo longiores, piceae, articulis 3 primis ni-
gris , tertio^ secundo paulo longiore , 4 — 10 sensim paulo
latioribus, 6 — 10 transversis, ultimo apice inferne acuminato.
Caput thorace paulo angustius, subtriangulare, confertim for-
tius punctatum, fusco -pubescens, linea longiludinali media,
utrinque abbreviata, laevi. Thorax coleopteris paulo angu-
stior , latitudine vix brevior , lateribus subrectis , parallelis,
basi cum angulis posterioribus rotundatus, angulis anteriori-
bus rectis, paullulum convexus, confertim fortius punctatus,
nitidulus, fusco- pubescens , postice carinula oblonga laevi.
Scutellum atro -tomentosum. Elytra thoracis longitudine,
subtilissime ruguloso- punctata, nigro-aenea , opaca , pube
78 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
subtilissima fusco-grisea vestita, fulvo-pubescentia. Abdomen
apicem versus subangustatum, nigriim, supra opacum, tenui-
ter fiisco-pubescens, supra segmentis 2 — 4 apice rufo-margi-
nalis, 2 — 5 macula basali media triangulär! fulvo-pubescenti
maculisque duabus triangularibus approximatis, atro-tomen-
tosis ornatis , infra nitidum , metallico- subversicolor, crebre
punctatum, segmentis singulis basi densius fulvo-pubescen-
tibus. Pedes nigri, tarsis anterioribus et geniculis piceo-rufis.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
148. Staphylinus subirideus: JSiger, mtidulus ^
parcius püosus, capite triangulari thoraceque fortius, elytris
crebre minus forliter, segmentis abdominis inaequaliter pun^
ctatis, penultimis basi subtilissime griseo-pubescentibus. Long.
5 lin.
Habitu Staph. antiqui et affmium , capite autem paulo
maiore, thorace minore, niger, nitidulus. Antennae capite
paulo longiores, nigrae, articulo tertio praecedente longiore,
5 — 10 transversis, sensim paulo brevioribus , ultimo apice
ferrugineo. Caput thoracis latitudine, subtriangulare, subde-
pressum, supra aequaliter crebre fortius punctatum , nigrum,
nigro-pilosum. Thorax coleopteris paulo angustior , latitu-
dine non brevior, antrorsum vix, angustatus, lateribus vix
rotundatis, apice truncatus, angulis anterioribus rectis, po-
sterioribus subrotundatis , leviter convexus, confertim fortiter
punctatus, linea media longitudinali medio subinterrupta laevi,
fusco-pilosus, nigro-subcyaneus, nitidulus. Scutellum atro-
tomentosum. Elytra thorace paulo longiora , minus crebre
subliliter punctata , nigra , fulvo-pilosa. Abdomen nigrum,
metallico-subversicolor, segmentis singulis irregulariter mi-
nus crebre fortiter^ basi densius subtiiiter punctatis, supra
nigro-, subtus fulvo-pilosis, penultimis basi subtilissime griseo-
pubescentibus. Pedes nigri, tarsis anticis maris fortiter di-
latatis.
Habitat in india orientali.
41. Philoiithus Leach.
Curt. Brit. Eni. XIII. t. 610. — Erichs. Gen. p. 426.
Thorax seriebus dor salibus 3-punctalis.
149. Philonthus cinctulus: JSiger, capite thora-
insbesondere der Insel Ceylan. 79
ceque nigro-aeneis , elytris viridi-aeneis, capite subquadrafOy
thorace seriehus dorsalibus punctis 3, abdomine n^etaUico^
versicolore. Long. 5 — 6 lin.
Staphylinus cinctulus Grav. Micr. 167. 16. Mon. 89. 84.
— Erichs. Gen. et Spec. 332. 7.
Statura, colore et magnitudine fere omnino Phil, aenei
Rossi, thoracis seriebiis dorsalibus 3-punctatis abdomineque
versicolore facile distinguendus. Antennae fusco-nigrae, apice
saepius ferrugineae articulo priino subtus fusco-testaceo. Ca-
put in feminis etiam plerumque subquadratum.
Mares capite maiore, abdominis segmento septimo infero
medio leviter emarginato tarsisque anticis fortiter dilatatis
insignes.
In ßengalia a Dom. Daldorf (vide Erichson I. c), in
insula Ceylan a Dom. Nietner, in India boreali a Dom. Ba-
con lectus.
150. Philo nthtis not abilis: Nigro^piceus, nitidus,
antennarum basi , pedibus cum coxis , elytrorum Hmbo, seg-
mentorumque marginibus rnfo - testaceis, thorace piceo serie-
bus dorsalibus punctis 3, elytris alutaceis, punctorum (3 — 4)
Serie dar so impressis. Long. Sy. — 4 lin.
Quediis nonnullis haud dissimilis, Phil, laevicolli Erichs,
paulo latior, colore thora ceque 3-punctato facile distinguen-
dus, nigro-piceus, nitidus. Antennae capite thoraceque bre-
viores, fusco -ferrugineae, articulis 3 priniis rufo-testaceis,
tertio praecedente paulo breviore, 4 — 10 sensim paulo pre-
vioribus et fere angustioribus, intermediis subtransversis.
Palpi rufi. Caput thorace paulo angustius , suborbiculatum,
nigrum, puncto singido maiore ad oculi utriusque marginem
interiorem, puncto minore inter hunc et antennarum basin,
punctis 3 aut 4 supra oculos impressum; oculi magni. Tho-
rax coleopteris paulo angustior , latitudine paulo brevior,
lateribus leviter angustatus , antrorsum subangustatus, angu-
lis anterioribus subrotundatis, supra parum convexus, piceus,
seriebus dorsalibus punctis ternis, duobus prope apicem,
tertio paulo pone medium compositis , praeterea ad latera
praeter marginalia puncto singulo notatis , punctis omnibus
modice profundis. Scutelium crebre punctulatum. Elytra
80 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
thoracis longitudine, nigro-picea , margine laterali apicali et
siiturali, hoc latius rufo-piceo, subtilissime alutacea, minus
crebre subtilissime punctulata, parce subtiliter pubescentia,
biseriatim fortius punctata, serie altera dorsali plerumque
tripunctata, serie altera suturali plerumque bipunctata. Ab-
domen parce punctatum, tenuiter fulvo-pubescens, metallico-
versicolor , segmentis singulis testaceo -marginatis. Pedes
breviusculi, cum coxis rufo-testacei, tarsis spinulosis, anticis
in utroque sexu fortiter, licet in maribus fortius dilatatis.
Mas abdominis segmentis duobus penultimis ventralibus
apice leviter emarginatis insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Thorax seriebus dor s alibus 4-punctatis,
151. Philo nthus cyanelytrius: Mger , nitidus,
elylris cyaneis abdomineque parce profunde punctatis , tho-
race molaceo seriebus dorsalibus punctis 4, capite suborbi--
culato. Long. öVa lin-
Statura et magnitudine fere omnino Phil, cyanipennis,
thorace paulo angustiore, lateribus minus rotundato, supra
caeruleo elytrisque parce profunde punctatis facile distin-
guendus. Abdomen segmentis anterioribus basi profunde,
ceteris parce, apicem versus subtilius punctatis. Pedes gra-
ciliores tarsis nigro-piceis, anterioribus in utroque sexu sim-
plicibus.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
152. Philonthus proximus: ISiger , capite thora-
ceque nigro-aeneis, elytris nigro-aeneis , capite subquadrato,
thorace lateribus subsinuato^ utrinque leviter impresso^ abdo-
mine confertim subtiliter punctato, nigro -pubesventc. Long.
5 lin.
Philontho carbonario simillimus, differt autem elylris
paulo brevioribus, abdomine paulo crebrius punctato, minus
nitido , tarsis anticis maris fortiler dilatatis, abdominis seg-
mento sexto inferiore apice fortius emarginato.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
153. Philonthus concolor: Mgerrimus^ nitidissi-
insb esondeie dcM- Insel Ceylan. 81
WIM5, capite subocato, thorace seriehus dorsalibus 4-punctafis,
elytris abdomineque parce punctatis. Long. 4V2 Un.
Phil, atrato paulo maior , magis depressus, elytris lon-
gioribus, abdomine breviusculo , colore nigerrimo et splen-
dore insignis. Antennae capite sesqui longiores , articulo
tertio secundo vix longiore , 4 — .lOsensim latioribus et bre-
vioribiis, penultimis modice transversis, ultimo apice fusco,
inferne acuuünato. Caput thorace paulo angustius, breviter
subovalum, leviter convexum, inier oculos punctis 4 transver-
sim positis Impressum^ pone oculos parce punctatum. Thorax
coleopteris angustior , latitudine longior , antrorsum leviter
angustaius, lateribus leviter, basi pauUulum rotundatus, angulis
anterioribus deflexis, parum obtusis apice rotundatis, poste-
rioribus obtusis , leviter longitudinaliter convexus , seriebus
dorsalibus punctis 4 valde obsoletis compositis, lateribus
punctis praeter marginalia ulrinque 5 impressus. Scutellum
punctatum. Elytra thorace tertia parte longiora, parce subti-
liter punctata, nigro -pubescentia. Abdomen apicem versus
subangustatum, vage subtiliter punctatum etpubescens, niti-
dissimum. Pedes tibiis omnibus spinulosis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
154. Philonthus subiri deus: Niger ^ nitidus^ an-
tennarum basi^ pedibus cum coxis elytrorumque limbo rufis,
capite suborbiculato , thorace seriebus dorsalibus punctis 4,
abdominis segmentis inetallico - subversicoloribus, subtus late
testaceo-marginatis. Long. 3V2 ün.
Habitu fere Phil, varii Gyll. sed aliter coloratus, capite
paulo maiore, thorace minus convexo, antrorsum minus an-
guslato, subsericeo. Antennae capitis thoracisque longitu-
dine^ fuscae, articulo primo rufo-testaceo, articulo secundo
tertioque subaequalibus, 4 — 10 sensim paulo brevioribus, pri-
mis crassitie paulo longioribus, ultimis vix brevioribus. Ca-
put thorace angustius, feminae subovatum , maris suborbicu-
latum, punctis consuetis Impressum. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine vix brevior, antrorsum leviter angusta-
tus, lateribus subrectis , angulis anterioribus leviter deflexis,
supra parum convexus , seriebus dorsalibus punctis utrinque
4 subtilibus impressis , puncto antico paulo minus remoto.
Scutellum maiusculum, confertim punctatum. Klylra vix tho-
Archiv f. Naiurgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 5
82 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
racis longitudine , crebre subtiliter punctata, pubescentia,
nig-ro-picea, niargine, sutiirali seinper laterali plerumqiie, api-
cali rarius, hiiineris interduin rufescentibus. Abdomen con-
fertim subtiliter, apice minus crebre puntatum , segmentis
supra totis nigris, subversicoloribus, infra praesertim apicem
versus bte laeteque rufo-marginatis, metallico-versicoloribus.
Pedes cum coxis rufo - testacei , tibiis posterioribus saepius
picescentibus, tarsis anticis in utroque sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
155. Philonthus nitens: Elongatus ^ nigro-sub-
aeneus , nitidissimus , thorace seriehus dorsalibus punctis 4,
elytris abdomineque parce pmwtatis , pedibus piceis , cooois
nigro-piceis, femoribus testaceis. Long. 4 lin.
Niger, nitidissimus, thorace elytrisque nigro-subaeneis,
his parce subtiliter punctatis. Antennae capitis thoracisque
longitudine , totae nigrae , articulo tertio praecedente paulo
longiore, 4 — 10 longitudine rensim paulo brevioribus,
penultimis longitudine non crassioribus. Caput thorace vix
angustius , ovatum , supra oculos parce punctatum, punctis
binis utrinque inter oculos valde approximatis. Thorax co-
leopteris paulo angustior, latitudine paulo longior, antrorsum
jeviter angustatus, lateribus rectis, angulis posterioribus valde
obtusis etc., leviter convexus, seriebus dorsalibus punctis 4
profundioribus eompositis. Scutellum parce punctulatum.
Elytra thorace paulo longiora, parce pubescentia. Abdomen
nigerrimum , segmentis singulis basi parce punctatis, apice
fere laevigatis. Pedes cum coxis picei aut nigropicei, fe-
moribus testaceis aut fusco- testaceis, tarsis anticis feminae
simplicibus, maris modice dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
156. Philonthus peliomerus: Elongatus^ nigerri-
mus, nitidus^ thorace seriebus dorsalibus punctis 4, elytris
nigro-virescentibus, subtiliter minus crebre punctatis^ anfen-
varum articulis duobus ultimis femoribusque pallide testaceis,
coxis nigris, tibiis picescentibus, tarsis rufis. Long. SV, lin.
Species thorace angusto, antcnnarum pedumque colore
valde distincta, nigra, nitidissima^ elytris nigro-virescentibus.
Antennae graciles, capite thoraceque vix breviores, nigrae,
articulo primo piceo - testaceo , ultimis duobus flavis , tertio
insbesondere der Insel Ceylan. 83
praecedente diiplo fere longiore , 5— tO sensim paulo bre-
vioribiis, horiini primis latitiidine dislincte longioribus, ultimis
subobconicis. Palpi rufo - picei. Caput thoracis latitiidine,
suborbiciilatum , inter oculos punctis 4 transversim positis
notatum , siipra oculos utrinque puuctis paucis maioribus.
Thorax coleopteris duplo angustior, latitudine terlia parte
longior , lateribus parallelis , posterius subsinuatis , supra pa-
rum convexus, seriebus dorsalibus punctis 4 aequaliter di-
stantibus compositis , lateribus punctis praeter marginalia 5
impressus , punctis omnibus modice profundis. Scutelluin
crebre subtiliter punctatuni. Elytra thorace vix longiora,
minus dense profundeque punctata. Abdomen nigrum , seg-
mentis singulis basi fortius , apice parce subtilius punctatis.
Pedes colore supra indicato.
Sexus differentia latet.
Habitat in insula Ceylan.
157. Philonthus xanthomer us: Elongatus, nigei\
nitidus , thorace seriebus dorsalibus punctis 4, elytris viridi-
aeneis , parce subtiliter punctatis , pedibus flavis , femoribus
picescentibus. Long. 2% lin.
Habitu et colore Phil, fimetario valde affmis, sed paulo
brevior, elytris brevioribus, minus crebre subtilius punctatis,
magis nitidis. Antennarum structura, capitis thoracisque
forma et punctatura fere eadem quae in specie allata, caput
maris magis rotundatum , thorax in utroque sexu paulo bre-
vior et latior, seriebus dorsalibus punctis 4, posterioribus
tribus remotioribus. Scutellum punctatum. Elytra thorace
paulo latiora et longiora, subtiliter minus crebre punctata,
parcius pubescentia, laete aenea, nitida. Abdomen segmentis
singulis, basi excepto, parce punctatis, infra ferrugineo-mar-
ginatis. Pedes laete flavi, coxis tibiisque picescentibus^ tibiis
omnibus spinulosis, tarsis anticis maris fortiter dilatatis , fe-
minae simplicibus.
Habitat in India orientali.
Thorax seriebus dorsalibus 5-punctatis.
158. Philonthus bellus: Laete rufus , nitidus,
capite, ano, pectore pedibusque posterioribus nigris^ elytris
84 Kraatz: die Staphylinen-Fauiia aou Ostindien,
cyaneis, thorace seriebus dorsalibus punctis 5, abdomine ver-
sicolore. Long. 4 — 5 lin.
Statura fere Phil, marginati Fabr., sed plerumque minor,
colore indicato satdistinctus. Antennae capite thoraceque paulo
breviores, nigrae, articulis 3 primis nigro - piceis , articulis
2 et 3 subaequalibus, 4-10 sensim paulo brevioribus, omnibus
crassitie longioribiis. Palpi picei. Caput ovatum , thorace
angustius et minutius, punctis consuetis subtilibus, supra oculos
crebrioribus. Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine
longior, antrorsum leviter angustatus, lateribus parum rotun-
datus, angulis posterioribus obtusis etc., leviter convexus,
seriebus dorsalibus punctis 5 obsoletis compositis. Scutellum
nigrum, confertim punctulatum. Elytra thoracis longitudine,
crebre punctata, subtiliter griseo - pubescentia. Abdomen
crebre punctulatum et pubescens, laete metallico-versicolor,
rufum, segmentis 6 et 7 nigris. Pedes antici ruli, posteriores
nigricantes, coxae anteriores rufae, tarsi antici feminae mo-
dice, maris fortiter dilatati.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
159. Philo nth US tardus: Mger, nitidus ^ antenna-
rum arüculo primo pedibusque sordide fusco - testaceis , tho-
race seriebus dorsalibus 5 , elytrorum sutura apiceque, seg-
mentorum abdominis marginibus subtus ferrugineis , abdo-
mine metallico - versicolore , parce punctato , longius piloso.
Long. 4V2 lin.
Statura fere Phil, sanguiriolcnti sed paulo maior, capite
maiore, niger, nitidus. Antennae capite thoraceque brevio-
res, nigrae, articulo primo subtus fusco-testaceo, tertio prae-
cedente paulo longiore , 4 — ^10 sensim paulo brevioribus.
Caput maiusculum, in mare thorace paulo latius, subquadra-
tum, punctis consuetis modice profundis. Thorax prope co-
leopterorum latitudine , latitudine non brevior , lateribus pa-
rallelis , subrectis , angulis anterioribus leviter deflexis etc.,
supra modice convexus^ seriebus dorsalibus punctis utriv^que
5 , modice profunde compositis. Scutellum crebre puncta-
tum. Elytra thorace fere breviora , crebre punctata , nigro-
virescentia, longius minus subtiliter fulvo-pubescentia, mar-
gine tenui suturali apicalique obscure ferrugineo. Abdomen,
segmentorum anteriorum basi exoepta , parce subtiliter pun-
insbesondere der Insel Cey^an. 85
ctalum, longius pilosiirn, melallico -versicolor , segmentorum
ventralium marginibus segmentoque penultimo toto subtus
rufo - ferrugineis. Pedes sordide fiisco -testacei, coxis, tibiis
tarsisque posterioribus piceis , tarsis anticis maris modice
dilatatis.
Habitat in insiila Ceylan.
160. Fhilont lius idioc er us: Niger, nitidus, anten-
narum articulo primo pedibusque anticis cum coxis fusco-
testaceis, thorace seriebus dorsalibus punctis 5, elytris con-
fertim punctatis , abdomine confertissime stibtiliter punctulato,
opaco. Long. 4 lin.
Statura et magnitudine fere omnino Phil, sanguinolenti
Grav., at paulo magis convexus , elytris concoloribus anten-
narumque structiira fere nnice distincliis. Antennae capite
thoraceque paulo breviores, nigrae, articulo primo subtus
testaceo, tertio praecedente longiore, articulis 4 — 11 sensim
paulo brevioribus et angiistioribus, ultimo praecedente angu-
stiore et fere breviore. Capitis thoracisque forma omnino
eadem quae in specie allata, puncti thoracis utrinque 5 mo-
dice profundi. Elytra thorace vix lotigiora, nigro-subaenea,
confertim punctata, dense subtilius pubescentia. Abdomen
confertissime subtiliter punctulatum , pube subtili densiore
subtomentosa fusco-grisea ut in Phil, sanguinolento vestitum,
opacum. Pedes nigri , anteriores saepius fusci seu fusco-
testacei, tibiis spinulosis, tarsis anticis in utroque sexu, licei
in mare fortius dilitatis.
Habitat in insula Ceylan.
161. Fhilotithus variip ennis: Elongatus, niger,
nitidus^ antennarnm basi , pedibus elytrisque rufis, Ms basi
magis minusve nigricantibiis , thorace seriebus dorsalibus
punctis 5, abdomine metallico-subversicolore. Long. Sy^ lin.
Phil, rubido Er. (quisquiliarii Gyll. varietati) simillimus,
statura autem minore, elytris nusquam nigro-virescentibus,
abdomine crebrius punctato distinctus videtur. Antennae ca-
pite thoraceque paulo breviores, nigrae, articulo primo rufo-
testaceo , tertio praecedente paulo longiore, 4 — 10 sensim
paulo brevioribus , ultimis crassitie vix longioribus. Caput
thorace minus at fere latius , suborbiculatum , punctis con-
86 Kraatz : die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
suetis, modice profundis impressiim. Thorax coleopleris an-
gustior , latitudine haiid brevior , antrorsum vix angustatus,
lateribiis subrectis etc., paullulum convexus, seriebus dorsa-
libus piinctis 5, modice profundis compositis. Elytra thorace
paulo longiora, confertim distinctius punctata, subtiliter gri-
seo-pubescentia, rufa, basi magis mlnusve, rarius lateribus
nigricantia. Abdornen confertim subtiliter densius punctula-
tum, metallico-subversicolor. Pedes cum coxis rufi , femo-
ribus posticis rarius infuscatis, tarsis anticis feminae leviter,
maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientaü.
162. Philonthus asemu s: Niger , nitidus , coxis
anticis rufo piceis, capite subocato , thorace seriebus dorsa-
libns 5-punctalis^ abdomine confertim subtiliter punctata.
Long. 4 lin.
Sequenti valde similis et affmis , differt autem statura
maiore et paulo latiore, capite magis rotundato, coxis ante-
rioribus rufo-piceis.
Exemplar in India boreali a Dom. Bacon lectum.
163. Philonthus scybalarius: Niger, nitidus,
coxis femoribusque anticis testaceis , capite mimito^ ovato^
abdomine crebre subtilissime punctata , versicolore. Long.
3 72 lin.
Nordmann Symbol. 94. 70. Kraatz Naturg. d. Ins.
Deutschi. II. 601.
Philonthus varians var. b. Erichs. Gen. et Spec.
Staph. 470.
Specimina compluria in insula Ceylan lecta ab indige-
nis non discedunt, sicuti alia capensia et e variis Americae
meridionalis insulis allata.
164. Philonthus parviceps: Niger ^ nitidus, an-
tennarum basi, pedibus , elytrorum limbo suturali et apicali
angustiore, laterali latiore sordide testaceis, thorace seriebus
dorsalibus punvtis 5, capite ovato, minuto. Long. 2-27^ lin.
Habilu omnino Phil, variantis. Payk. , at minimis eins
individuis pleruuiquc minor, nigcr, nitidus. Antennae capite
thoraceque breviores, fuscae, articulo primo testaceo, sccundo
tertioquc aequalibus, 4 — 10 sensim paiilo brevioribus at vix
crassioribus, omnibus crassitie paulo longioribus. Caput tho-
insbesondere der Insel Ceylan. 87
race miilto niiniitis et angustiiis, oblonnrum, punctis consuelis
impressiiin. Thorax latitudine vix brevior, basi coleopteris
paulo angustior , antrorsiim angustatus, lateribus subrectis,
angulis posterioribus obtusis etc. , convexiusculiis , seriebus
dorsalibus punctis 5 obsoletis, antico et postico paulo remo-
tioribus, compositis. Scutellum punclulatuin. Elytra thorace
vix longiora , crcbre punctata, longius griseo -pubescenlia,
nigro- picea, niargine suturali et apicali angustiore , laterali
latiore rufo-seu sordide-testaceis. Abdomen crebre subtili-
ter punctulatum , longius pubescens , metallico - versicolor,
sublus segmentis singulis margine postico rufo -ferrugineis.
Pedes cum coxis anticis seu anterioribus sordide testacei,
tibiis tarsisque posterioribus interdum infuscatis, tarsis anticis
feminae leviter, maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan,
Obs. DifFerl a Phil, flavolimbato Er. elytrorum margine
suturali rufescente.
165. Philonthus g e minus : Niger ^ nitidus, an ten^
narnm basi, pedibus elytrorumque sutura rußs , capite sub-
ovato , thorace seriebus dorsalibus punctis 5, abdomine me-
tallico -subi: er sicolore , segmentorum ventralium marginibus
anoque ferrugineis. Long. SV^ lin.
Phil, subirideo slatura et colore simillimus , ad paulo
maior, thoracis seriebus dorsalibus 5-punctatis facile distin-
guendus, piceo-niger , nitidus. Antennae capitis thoracisque
fere longitudine, fuscae , articulo primo toto , sequente basi
rufo-testaceo, tertio praecedente paulo longiore, 4 — 10 sen-
sim vix brevioribus, ultimis crassitie vix brevioribus. Caput
thorace angustius, subovatum, punctis consuetis sat profun-
dis. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine vix bre-
vior , antrorsum vix angustatus , lateribus subrectis , angulis
anterioribus deflexis etc. , seriebus dorsalibus 5-punctatis.
Scutellum confertim punctatum. Elytra thorace fere bre-
viora, crebre distinctius punctata , nigro-picea , nitida, mar-
gine suturali latius, laterali anguste rufo-castaneo. Abdomen
confertim, apice parcius punctatum, metallico -subversicolor,
supra nigrum , segmentorum ventralium marginibus anoque
subtus ferrugineis. Pedes rufo - testacei , coxis piceis , tibiis
88 Kr a atz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
tarsisque posterioribus saepius piceis, tarsis anticis in utro-
que sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
166. Philonthus flavipes: Elongatus, niger, niti-
dus, ihorace seriebus dorsalibus punctis 5, elytris viridi-
aeneis ^ confertim subtilius punctatis , pcdibus flavis , capite
suborbiculato. Long. 3 lin.
Habitu et colore fere omnino Phil, fimetarii, differt au-
tem capite maris maiore;, thorace seriebus dorsalibus punctis 5,
elytris abdomineque densius (vix subtilius sed profundius)
punctatis. Antennae simili modo quo in specie allata con-
structae, basi pierumque fusco-teslaceae. Caput maris thorace
paulo latius, suborbiculatum, feminae subovatum, inter oculos
utrinque punctis duobus transversim positis etc. Thorax
paulo brevior quam in Phil, fimetario , summo apice subat-
tenuatus , lateribus fere parallelis , seriebus dorsalibus pun-
ctis 5, duobus posterioribus et anterioribus aequaliter distan-
tibus, lateribus punctis praeter marginalia utrinque 4 impres-
sus, punctis Omnibus sat magnis. Scutelium confertim sub-
tiliter punctatum. Elytra thorace paulo longiora, confertim
profundius subtiliter punctata , longius pubescentia, lucide
viridi-aenea. Abdomen crebre subtiliter punctatum , seg-
mentis singulis infra tenuiter ferrugineo -margin atis. Pedes
laele flavi, coxis picescentibus, tibiis omnibus spinulosis,
tarsis anticis in ulroque sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Colore et habitu Phil, xanlhomero (p. 83) valde
affinis, seriebus dorsalibus thoracis punctis 5 compositis ely-
trisque confertim punctatis facilc distinguendus.
167. Philonthus erythropus: JSiger, nitidus^ ca-
pite subovato , thorace piceo , seriebus dorsalibus punctis 5,
elytris aeneis, crebre minus subtiliter punctatis, antennis pe-
dibusque cum coxis rufo-brunneis. Long. ^% — 3% lin.
PhiL umbraliii haud dissimilis , at paulo maior, magis
elongatus, elytris minus obscure aeneis. Antennae rufo-brun-
neae , articulo primo rufo , terlio praecedente vix longiore,
4 — 10 sensim vix brevioribus et crassioribus , paulo longio-
ribus, ultimo oblongo. Palpi ruh. Caput in utroque sexu
thoracis crassitie vix angustius, subovatum, punctis solitis
insbesondere der Insel Ceylan. 89
intra et siipra oculos. Thorax coleopteris paulo angustior,
lalitudine paulo longior , lateribiis siibreclis , basi fortius ro-
tundatus , leviter convexus, piceiis, sericcus-subversicolor,
seriebiis dorsalibus piinctis 5 iiiodice profiindis aeqiialiler
distantibus. Scutellum confertim piinctatimi. Elytra vix tho-
racis longitudine, crebre minus subtiliter punctata, aenescen-
tia, sutura picea, pubescentia. Abdomen elongatum , seg-
mentis anterioribus confertim distinctius, posterioribus apicem
versus parcius subtiliter punctatis , ultimis margine apicali
rufo-piceis. Pectus saepius piceum. Pedes cum coxis brun-
neo-rufi, tarsis anticis feminae leviter, maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan, in India australi et in India
boreali (Dom. Bacon).
168. F hil onthus pr o ductu s : Niger ^ nitidus^ an-
tennis tenuibus basi, pedibiis elytrorumque limbo rufo-testa-
ceis, capite orbiculato, Ihorace seriebus puncHs 5, abdomine
parce punctato. Long. 3 lin.
Phil, discoideo Grav. colore aflinis, sed statura maiore,
niger, nitidus, capite thoraceque subsericeis. Antennae ca-
pite thoracecjue paulo breviores, tenuiores, fuscae, articulo
primo plerumque rufo - testaceo , tertio praecedente vix Ion-
giore , 4 — 10 sensim paulo brevioribus , non autem cras-
sioribus, penultimis crassitie paulo brevioribus. Caput tho-
racis latitudine , maris maiusculum , subquadratum, inter et
supra oculos punctis consuetis, modice profundis. Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine parum brevior, lateri-
bus parallelis , subrectis etc. , supra paulo convexus , niger,
seriebus dorsalibus punctis 5 modice profundis compositis,
puncto antico et praesertim postico remotioribus , lateribus
punctis 5 consuetis. Scutellum crebre punctatum. Elytra
thorace subbreviora, minus crebre et subtiliter punctata, pu-
bescentia, nigro-plcea, margine suturali et apicali rufo-testa-
ceis. Abdomen minus crebre subtiliter, apice vage punctatum,
segmentis supra rarius concoloribus , saepius piceo-, infra
semper rufo-marginatis. Pedes rufo-testacei, tibiis posteriori-
bus interduin infuscatis , anticis in utroque sexu simplicibus.
Mas abdominis segmento sexto infero apice triangulariter
producto insignis.
Habitat in insula Ceylan.
90 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
169. Philonthusrufo-marginatus: JSiger, ni-
tidus^ antennis crassinsculis basi , pedibus elytrorumque limbo
rufo-testaceis , capife orbiculato, thorace seriebus dorsalibus
punctis 5, abdomine conferlim punctato. Long. 2% — 2V2 lin.
Phil, discoideo Grav. colore et magnitiidine affinis, an-
tennarum forma et colore facile distinguendus , niger, capite
thoraceque pernitidis. Antennae capite thoraceque multo
breviores , crassiiisculae, fiiscae, articulis 3 primis rufo-te-
staceis, qiiarto sequente paulo angustiore, 5 — 10 inter se
subaequalibus , crassitie plus dimidio brevioribiis, Caput in
utroque sexu thoracis fere latitudine, orbiculatum , maris
rarius subquadratum , inter et supra oculos punctis consuetis
sat profundis. Thorax coleopterorum fere latitudine, longi-
tudine paulo latior, lateribus parallelis subrectis etc., supra
leviter convexus, nigro-piceus, seriebus dorsalibus punctis 5
profundis compositis, puncto postico plerumque paulo remo-
tiore , lateribus punctis praeter marginalia utrinque 5 im-
pressus. 'Scutellum crebre distinctius punctatum. Elytra
thorace vix longiora, crebre subtiliter punctata, pubescentia,
nigro-picea, margine suturali et apicali rufo-testaceis. Ab-
domen confertim subtiliter, apice parcius punctatum, griseo-
pubescens, segmentorum marginibus supra rufo-piceis, infra
rufo-testaceis. Pedes rufo-testacei, tarsis anticis feminae
leviter, maris fortiter dilatatis.
Mas abdominis segmento sexto infero apice medio Iri-
angulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
170. Philonthus leucopygus: Niger, nitidus, an-
tennis temdbus basi, pedibus, elytrorum limbo, abdominis
segmentorum marginibus anoque toto rufo-testaceo , capite
orbiculato , thorace sericeo , seriebus dorsalibus punctis 5.
Long. 2^/2— 2^/n lin.
Phil, producto habitu et colore simillimus, at paulo mi-
nor, ano testacco, capite abdomineque maris haud dubie distin-
ctus. Antennae capite thoraceque vix breviores , tenuiores,
fuscae, articulo primo rufo-testaceo, tertio praecedentc paulo
longiore, 4—10 inter se subaequalibus, ultimis crassitie vix
brevioribiis. Caput maris suborbiculalum , vix thoracis lati-
tudine, punctis consuetis modice profundis. Thorax coleo-
insbesondere der Insel Ceylan. 91
pteris paiilo angustior, latitudine paulo brevior, lateribiis
parallelis , subrectis etc. , supra pauUulum convexus , nigro-
piceus, sericeus, seriebus dorsalibiis piinctis iitrinque 5, mo-
dice profundis impressiis , puncto postico paulo remotiore.
Scutellum profunde punctulatum. Elytra thorace subbreviora,
crebre subtiliter punctata, pubescentia, nigro-picea, margine
suturali et lenui apicali rufis. Abdomen confertim subtiliter
punctatum , seginenlis anterioribus supra et infra rufo-inar-
ginatis , duobus penultimis fere totis rufo- testaceis. Pedes
rufo-testacei , tarsis anticis in utroque sexu simplicibus.
Mas abdominis segmento sexto infero apice medio le-
viter emarginato.
Habitat in India orienlali.
Obs. A Phil, rufo-marginato simillimo antennis tenuio-
ribus facile distinguendus.
171. Phil onthiis acroleuciis: Niger , nitidus, an-
tennarum articulo ultimo flavo , pedibus nigro - piceis , tarsis
rufis, capite suborbiculato , thorace seriebus dorsaUbus pun~
ctis 5, abdomine crebre subtiliter punctato , concolore. Long.
2— 2V,, lin.
Statura fere omnino praecedentis, sed paulo minor, an-
tennarum colore insignis , nigerrimus , nitidus. Antennae
capite thoraceque multo breviores, crassiusculae, nigrae, ar-
ticulo ultimo flavo, primo piceo, tertio praecedente subbre-
viore, 4 — 7 sensim paulo crassioribus , 7 — 10 fortiter trans-
versis. Caput thoracis latitudine , suborbiculalum , punctis
consuetis profundis. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine paulo brevior, lateribus parallelis, subrectis etc.,
supra leviter convexus, niger, seriebus dorsalibus punctis 5
profundis compositis, puncto postico paulo remotiore lateri-
bus punctis praeter marginalia utrinque 5 impressus. Scu-
tellum crebre punctatum. Elytra thorace vix longiora, crebre
subtiliter punctata, pubescentia, nigra. Abdomen tolum nigrum,
confertim subtiliter punctatum. Pedes nigro -picei, tarsis ru-
fescentibus, anticis feminae leviter, maris modice dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
172. Fhilonthus gemellus: Nigro-piceus , nitidus^
autennarum basi, pedibus abdoviinisque segmentormn ventra-
lium marginibus testaceis, capite orbiculato , thorace seriebus
92 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
dorsalibus pimciatis 5, abdomine confertim punctulato. Long,
Habitu et colore omnino Phil, ventralis Grav. sed paulo
minor, abdomine confertim punctulato facile distinguendus,
niger, thorace piceo. Antennarum, capitis thoracisque forma
omnino eadem quae in specie allata , puncti consueti capitis
thoracisque (5) sat magni profundique. Elytra thorace fere
breviora, sat crebre minus subtiliter punctata, griseo-pube-
scentia. Abdomen confertim subtiliter punctulatum , griseo-
pubescens, supra nigrum, subtus segmentis singulis margine
postico , duobus penultimis (6, 7) fere totis rufo-testaceis.
Pedes cum coxis anterioribus rufo-testacei, tarsis anticis ma-
ris leviter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
173. Philonthus angustatus: Elongatus, piceus,
nitidus^ antennarum basi , pedibus _, abdominis segmentorum
marginibus elytrisque teslaceis , his saepius infuscatis , parce
punctatis , thorace piceo , seriebus dorsalibus punctis 5.
Long. V/n lin.
Habitu fere omnino Phil, pygmaei, sed duplo maior,
dilutior, antennae similiter coloratae et constructae , articulis
penultimis autem vix transversis. Caput thorace paulo angu-
stius, piceum, punctis consuetis modice profundis impressum.
Thorax coleopteris angustior, latitudine plus terlia parte lon-
gior, antrorsum vix angustatus, lateribus fere rectis, angu-
lis posterioribus obtusis etc., parum convexus, piceo-subrufus,
seriebus dorsalibus punctis 5 modice profundis compositis.
Scutellum parce punctulatum. Elytra thorace paulo longiora^
testacea, basin versus interdum fuscescentia, parce punctata,
fulvo-pubescentia. Abdomen crebre subtiliter punctulatum,
segmentis singulis supra subtusque testaceo-marginatis, pen-
ultimo toto testaceo. Pedes cum coxis laete testacei, tarsis
maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
174. Philonthus pulchellus : Elongatus , piceo-
rufaSy nitidus, thorace elytrorumque apice rups, antennarum
basi, pedibus et abdominis segmentorum marginibus testaccis,
thorace seriebus dorsalibus punctis 5. Long. 1 ^2 ^^"*
Habitu fere Phil, pygmaei sed paulo maior, aliter colo-
insbesondere der Insel Ceylan. 93
ratus. Antennae fuscae, articiilis 3 primis testaceis, tertio
secundo paulo longiore, 4 — 10 inter se subacqualibus, cras-
sitie vix brevioribus. Caput thorace angustius, oblongo-
ovatiim, piceo-rufum, punctis consuetis profundis. Thorax
coleopteris angustior , latiludine longior , antrorsuni leviter
angustatus , lateribus subrectis , angulis posterioribus obtu-
sis etc., paiilliiliim convexus, rufus, seriebus dorsalibus pun-
ctis 5 modice profundis compositis. Scutellum vix punctu-
latuni. Elytra thorace paulo longiora, rufa, basi fuscescen-
tia , apice testacea , parce minus subtiliter punctata , fulvo-
pubescentia. Abdomen crebre punctulatum , piceum , subtus
rufescens , segmentorum marginibus supra subtusque rufo-
testaceis. Pedes testacei, tarsis anticis maris simplicibus.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan.
175. Philonthus pygmaeus: Eloiigatus, nigro^pi"
ceus, nitidus^ antennis crassiusculis basi pedibusque testaceiSy
thorace seriebus dorsalibus punctis 5, elylris fusco-castaneis ,
parce punctatis. Long. IV^ — IY2 lin.
Phil, thermarum Aube simillimus , sed paulo minor,
antennis validioribus facile distinguendus, nigro-piceus, nitidus.
Antennae capite thoraceque breviores, fuscae, articulis duobus
primis testaceis, tertio praecedente paulo longiore, 5 — 10 inter
se subacqualibus, crassitie distincte brevioribus. Caput thorace
vix angustius, oblongum^ punctis consuetis modice profundis
Impressum. Thorax coleopteris angustior, latitudine longior,
antrorsum haud angustatus, lateribus subrectis etc. , parum
convexus, seriebus dorsalibus punctis 5, modice profundis
compositis. Scutellum medio punctulatum. Elytra thorace
vix longiora, fusco-castanea, parce minus subtiliter punctata,
fulvo- pubescentia. Abdomen subtiliter minus crebre pun-
tulatum, subtus segmentis duobus penultimis (6, 7) testaceis.
Pedes cum coxis testacei, tarsis anticis maris leviter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Thorax seriebus dorsalibus 6-punctatus.
176. Philonthus acuminatus *): Nigerrimus^
■•■) Dubia in hoc genere est species javanensis
94 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
nitidus^ capite ovato, thorace anlrorsum angustato, seriehns
dorsalibus piinctis 6, elytris mmus crehre^ abdominis segmen-
tis parce punctaüs. Long, ^^/t^ lin.
Habitii fere Phil, fulvipedis Fabr., sed paiilo maior, tho-
race longiore, aritrorsum angustato, totns niger, nitidus. An-
tennae capitis thoracisque longitudine, tenues , totae nigrae,
articulo tertio secundo paulo longiore, 4 — 10 sensim bre-
vioribus et paulo crassioribus , penultinüs crassitie paulo
longioribus. Palpi nigro-picei, mandibulae rufae. Caput tho-
race minus et angustius , ovatum , punctis consuetis modice
profundis. Thorax coleopteris angustior, latitudine baseos
longior, antrorsuni angustatus, lateribus levissime, basi for-
tius rotundatus, angulis posterioribus subrotundatis etc., le-
viter convexus , seriebus dorsalibus punctis 6 modice pro-
fundis compositis. Scutellum parce punctulatum. Elytra
thorace vix longiora, minus crebre punctata, tenuiter griseo-
pubescentia. Abdomen parce punctatum, nitidissimum, tenuiter
pubescens, segmento septimo inferiore apice interdum piceo.
Pedes nigri, tarsis anticis maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Capite minuto, ovato thoraceque angustato corpus
antrorsum quasi acuminatum videtur.
177. Philonthus >erythrostictus: Rufo-brun-
neuSf antennarum basi pedibusque rufo-testaceis^ capite ovato,
piceo , thorace rufo , seriebus dorsalibus punctis 6, abdomine
confertitn punctato, opaco. Long. ^Vj — 2^/n lin.
Species colore sat distincta , subopaca, capite thorace-
que solis nitidis. Antennae capitis thoracisque longitudine,
fuscae , articulis 3 primis rufo-testaceis , tertio praecedente
paulo longiore, 4—10 sensim vix brevioribus et latioribus,
penultimis crassitie haud brevioribus. Caput thorace minus
et angustius, piceum, ore rufo, punctis consuetis modice pro-
fundis. Thorax coleopteris angustior , latitudine baseos vix
longior , antrorsum leviter angustatus , lateribus levissime.
S t a p hylinns stenoides: Nitidus, oculis magnis. prosilieti-
tibus. Long, fere 6 lin,
Urav. mon. Col. Mirr. 90. 86. — Eiiehs. Gen, et Spec.
493. 11.
insbesondere der Insel Ceylan. 95
basi modice rotundalus , ang-ulis posterioribus subrodimta-
tis etc., leviter convexus, seriebus dorsalibus piinctis 6 sub-
tilioribus impressus. Scutellum parce piinctulatum. Elylra
thorace vix longiora , confertim subtilissime punctata, pube
subtili densa vestita , brunnea , margine apicali rufescentia.
Abdomon confertim siibtilissime piinctatiini , dense subtiliter
cinereo-pubescens, opaciiin, supra fusco-brunneuni, segmento-
rum marginibus anoque rufis. Pedes rufi, tarsis anticis femi-
nae simplicibiis, maris leviter dilatatis.
Habitat in India orientali.
178. Philonthus fuscatiis: Fusciis , antennarum
basi pedibusque testaceis, capite ovato , piceo^ thorace rufo-
piceo , seriebus dorsalibus punctis 6, abdomine confertim pun^
ctato, subopaco. Long. 2V_, lin.
Praecedenti valde affinis , at minor et aliter coloratus,
antennis similiter constructis, articulo primo solo testaceo,
secundo tertioque apicem versus infuscatis. Caput minutum,
ovatum, nigro-piceum, ore piceo. Thoracis rufo-picei forma
fere eadem quae in Phil, erythrosticto , elytra distinctius,
paulo minus confertim punctata , magis nitida , fusca , apice
summo rufa. Abdomen confertissime punctulatum et pube-
scens, opacum, supra fuscum, segmentis singulis summo apice
rufis. Pedes rufi, tarsis anticis feminae simplicibus, maris
modice dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
Thorax seriebus dorsalibus multipunctatis.
179. Philonthus grandiceps: Elongatus^ depres-
sus y ferrugineus , capite abdomineque nigris, capite magno,
subquadrato, thorace seriebus dorsalibus 7'punctatis. Long.
4—6 lin.
Statura depressa omnino specierum generis Belonuchi,
magnitudine variabilis. Antennae capite vix sesqui longio-
res, nigrae , articulis 3 primis nigris ^ tertio secundo paulo
longiore, 4 — 10 sensim paulo brevioribus et latioribus, 6 — 10
leviter transversis, ultimo ovato, apice oblique subemarginato
et inferne acuminato , testaceo. Mandibulae longiores, fal-
catae, acutae. Caput thorace latius , subquadratum , fronte
96 Kraatz: die Staphylineii-Fauna von Ostindien,
depressa, lateribus fortius parce punclatis. Thorax coleopte-
ris angustior, basin versus angustatus, latitudine anüca pauIo
longior, lateribus subrectis, basi rotundatus, apice utrinque
oblique truncatus , angulis anterioribus acutiusculis , promi-
nulis , posterioribus obtusis, depressus, seriebus dorsalibus
7-punctatis, puncto basali marginali minore et paulo remo-
tiore , lateribus parce punctatus , oblique inspectus subseri-
cans. Scutellum magnum, crebre fortiter punctatum , ferru-
gineum. Elytra thorace paulo longiora , depressa , subtiliter
miuns crebre punctata, fulvo-pubescentia. Abdomen apicem
versus subangustatum, crebre, lateribus fortius punctatum,
nigro-pubescens pilosumque , totum nigrum. Pectus ferru-
gineum. Pedes ferruginei, coxis intermediis modice distan-
tibus, tibiis omnibus spinulosis.
Marcs statura et capite maiore insignes.
Habitat in insula Ceylan.
180. Fhilonthus ferrugatus: Elongatus^ depres-
sus^ ferrttgineus , fronte nigra , abdomine piceo , capite sub-
quadrato. Long. 4'/^ lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. 931. 124—125.
Habitat in Java , Mus. Dom. Westermann.
A praecedente etiam seriebus dorsalibus thoracis 8 — 10-
punctatis , elytris densius punctatis pectoreque piceo differe
videtur.
181. Fhilonthus quadratus: Elongalus, depres-
sus, niger, elytiHs rnfis, tarsis rufo-piceis, capite subquadratOy
thorace seriebus dorsalibus 7—8 punctatis. Long. 5 lin.
DifFert a Phil, grandicipite statura minore , colore, ely-
tris crebrius , abdominis segmentis minus fortiter punctatis,
ceterum ei simillimus.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
182. P h i lonthus castaneip ennis: Nigro-piceus^
nitidus^ antennaruni basi pedibnsque testaceis , abdomine
brunneo , elytris castaneis , thorace seriebus dorsalibus pun-
ctis circiter 7, capite svbquadrato. Long. IV^ lin.
Nigro-piceus, nitidus, parum depressus. Antennae ca-
pite thoraceque breviores, fusco -testaceae, articulo primo
rufo-testaceo , proxime sequentibus saepius fuscis , secundo
lumidulo, lertio praecedente angustiore et paulo breviore,
insbesondere der Insel Ceylan. 97
4 — 10 inier se subaequalibus^ sensim vix crassioribus, cras-
sitie pauIo longioribus, articulo ultimo inaiusculo, praeceden-
libus duobus coniiinctim longitudine fere aequali. Caput
Ihoracis latitudine, subquadratuni, utrinque parce profunde
punctatuni, spatio medio longitudinali lato laevi. Thorax co-
leopteris paulo ang-ustior, latitudine paulo longior, basin ver-
sus subangustatus, lateribus ante medium leviter rotundatus,
pone medium subsinuatus, basi rotundatus, apice truncatus,
ang-ulis anterioribus deflexis, rotundatis, posterioribus obtusis,
parum convexus, seriebus dorsalibus minus regularibus, cir-
citer 7-punctatis , lateribus punctis praeter marginalia circi-
ter 14 utrinque impressus, Scutellum parce punctulatum.
Elytra thorace tertia parte longiora, parce punctata et pu-
bescentia, castanea , basi saepius dilutiora. Abdomen con-
fertim subtiliter punctatum, minus subtiliter pubescens, fusco-
seu rufo-brunneum, segmentorum marginibus rufis. Pedes
rufo-testacei, tibiis posterioribus plerumque infuscatis, tarsis
anticis feminae simplicibus, maris modice dilatatis.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan.
Thorax crebre punctatus , linea media longi-
tudinali laevi,
183. Philonthus amabiiis : IS ig er, nitidus, thorace
abdominisque basi riifis, elytris fusco-aeneis, angulo humerali
et margine apicali rufo - testaceis , antennis articulis duobus
ultimis flavis , thorace utrinque crebre fortiter punctato.
Long. 5 lin.
Stalura gracili fere Phil, laeti Er. , sed multo maior.
Antennae capite thoraceque paulo breviores, nigrae, articulis
duobus ultimis flavis , tertio secundo paulo longiore , 4 — -10
sensim paulo latioribus et brevioribus , penultimis latitudine
haud brevioribus, ultinio paulo maiore, inferne acuminato.
Palpi rufi. Mandibulae tenues, falcatae. Caput thorace paulo
latius , subrolundatum , leviter convexum, nigrum , nitidum,
utrinque parce fortiter punctatum. Thorax coleopteris angu-
stior, latitudine sesqui fere longior, basin versus subangusta-
tus, ante medium leviter rotundatus, apice truncatus, angulis
anterioribus subrectis, apice rotundatis, posterioribus obtusis,
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 7
98 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
convexus , rufus , utrinque crebre fortiter punctatus , linea
longitudinali media laevi. Scutellum confertim subtiliter pun-
clatum, fuscum. Elytra thorace vix longiora, crebre fortiter,
introrsum minus crebre , extrorsum densius et minus fortiter
punctata, fulvo - pubescentia, viridi- fusco-aenea, angulis hu-
meraiibus margineque tenui apicali rufo-testaceis, sutura ru-
fescente. Abdomen apicem versus paullulum anguslatum,
segmentis singulis subtiliter, basin versus crebrius fortiusque
punctatis, 1—4 rufis , 5—7 nigris, sexto margine apicali
tenui flavo. Pedes fusco-picei , tibiarum basi tarsisque (ar-
ticulo primo excepto) rufo-testaceis, anticis modice dilatatis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
184. Philonthus leucotus: Niger, capite thora-
ceque nigro - subaeneis , nitiduäs , pedibus elytrisque rubro-
testaceis , Ms fascia subfusca instruvtis , abdominis segmentis
inferioribus 3 primis rufis, antennis articulis ultimis 5 albi-
dis. Long. 5 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 507. 137.
Habitat in Nepal, Mus. Dom. Hope. (Er.).
185. Philonthus eustilbus: Nigro - piceus , niti-
dus , antennarum basi pedibusque cum coxis anterioribus
rufo - testaceis , thorace utrinque crebre punctata , abdomine
parce punctata , laete metallico - versicolore, segmentis apicc
rufo-marginatis. Long. S'/j lin.
Nigro-piceus , nitidus, abdomine laete metallico- versi-
colore insignis. Antennae capitis thoracisque longitudine,
fuscae , articulo primo toto , secundo basi plerumque rufo-
testaceo, tertio secundo paulo longiore , 4 — 10 sensini paulo
brevioribus et fere angustioribus , omnibus crassitie longio-
ribus, ultimis fusco-testaceis. Caput thorace minutius, paulo
angustius, rotundatum, nigrum, ore testaceo , utrinque parce
punctatum , ad oculi margincm interiorem puncto singulo
inaiore Impressum. Thorax coleopteris angustior , longitu-
dine haud latior, antrorsum vix angustalus, lateribus sub-
rectis , basi fortius rolundatus, angulis posterioribus obtusis,
subrotundatis, anterioribus leviter deflexis, rotundatis, leviter
convexus, utrinque aequaliter subtiliterque minus crebre pun-
ctatus. Scutellum crebre punctulalum. Elytra thorace paulo
longiora, confertim subtiliter punctata et pubescentia, nigro-
insbesondere der Insel Ceylan. 99
picea, subnitida, apice siimmo rufescentia, Abdomen supra
parce punctatum, laete metallico- versicolor, segnientis sin-
gulis rufo-marginatis , iiltimis infra totis testaceis. Pedes
cum coxis anterioribus rufo-testacei, tibiis posterioribus sae-
pius infuscatis, tarsis anticis in utroque sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
186. Philo nthus p ar allein s: Elongaius , fnsco-
niger, opacus , pedibus piceis^ capite thoraceque confertissime
profunde punctatis^ hoc linea longitudlnali, subelevala, media
laevi^ elytris abdomineque confertissime subtiliter punctatis et
pubescentibus. Long. SVj lin.
Habitu prope Phil, xantholomatis sed paulo angustior
magisque depressus. Antennae capitis Ihoracisque fere lon-
gitudine , apicem versus haud incrassatae , articulo tertio
secundo sesqui fere longiore, 4 — 10 sensim brevioribus, pri-^
mis eorum elongalis , penultimis latitudine vix brevioribus,
ultimo subovato , apice inferne acuminato. Caput thorace
fere latius, subquadratum, basi truncatum, angulis posteriori-
bus subrectis, paululum rotundatis, supra parum convexum,
confertim profunde punctatum, plaga parva media laevi. Tho-
rax apice coleopteris paulo angustior, latitudine sesqui longior,
basin versus angustatus, lateribus subrectis, apice truncatus,
angulis anterioribus subrectis, subdepressus, confertim pro-
funde subtiliterque punctatus, linea longitudinali media an-
gusta, subelevata laevissima, nitida. Elytra thorace sesqui
fere longiora , pube brevi, depressa, griseo-sericante , sicuti
abdomen densius vestita. Pedes picei , tarsis piceo-rufis.
Habitat in insula Ceylan.
187. Philonthii s longulus: Elongatus, nigro - pl-
cetis, antennarum basi pedibusque rufo - testaceis, capite tho-
raceque ntrinque crebre punctatis , elytris parcius subtiliter
punctatis, margine suturali apicalique rufis. Long, vix 2 lin.
PhiL elongatulo Er. paulo minor et angustior, elonga-
ius, linearis, parum depressus, nigro-piceus, nitidus, thorace
saepius rufo-pLceo, interdum rufo. Antennae capite thora-
ceque paulo breviores , ferrugineae , articulis 3 primis rufo-
testaceis, articulo secundo tertioque subaequalibus, 4—10
sensim latioribus, penultimis fortiter transversis. Caput tho-
race paulo latius, subquadratum, lateribus minus dense pun-
100 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
ctalum, spatio medio longitudinali laevi. Thorax coleopteris
diniidio angustior, latitudine plus tertia parte longior, basin
versus subangustatus, lateribus subrectis, basi cum angulis po-
sterioribus rotundatus etc. , leviter convexus , minus dense et
subtiliter punctatus/ spatio medio longitudinali angustiore laevi.
Scutellum parce punctulatum. Elytra thorace paulo longiora,
minus crebre distincte punctata, minus subtiliter griseo-pu-
bescentia , piceo- nigra, (interdum picea) margine suturali
apicali lateralique inflexo rufo. Abdomen crebrius distinctius
punctatum, minus subtiliter pubescens, nigrum, basi interdum
piceum, segmentis singulis infra tenuiter ferrugineo-margi-
natis, anterioribus basi supra transversim impressis, penultimo
subtus ferrugineo. Pedes cum coxis anterioribus laete te-
stacei, tarsis anticis feminae leviter, maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
42. Holisomorphus.
Antennae geniculatae.
Labrum medio profundo sinuatum.
Liyula medio triangulariler producta, integra.
Palpi maxülares articulo tertio elongato, quarto minufo,
subulato.
Elytra sutura mx imbricata.
Coxae intermediae distantes,
Tarsi bremusculi , ontici simplices , postici articulis 4
primis coniunctim quinlo cix longiore.
Labrum transversum, medio profunde sinuatum, basin
versus limbo laterali membranaceo , apice setosum. Mandi-
bulae validiusculae, altera ante medium deute minuto, altera
dente maiore. Maxillae mala interiore membranacea, interne
longius barbata, exteriore cornea, apice membranacea, bar-
bataque. Palpi maxillares articulo primo parvo , secundo
tertio paulo laliore et distincte breviore, quarto valde minuto,
subulato. Labium mento transverso , ligula media subtrian-
gulariter producta, integra, membranea, paraglossis ligulam
superanlibus. Palpi labiales articulo secundo primo duplo
fcre longiore, tertio secundo paulo breviore, subulato.
Habitus fere omnino generis Holisi Er. Corpus elon-
insbesondere der Insel Ceylan. 101
gatum, lineare, valde depressum, alatum. Caput thorace la-
tius, subquadratum, angulis rotundatis, basi profunde constri-
ctum, exsertum, porrectum, oculis parvis, rotundatis, apicem
versus positis , vix prominulis , [supra planum , sulcis duobus
intermediis profundis , parallelis , ad mediam frontem fere
adscendentibus, lateralibus nuUis. Antennae geniculatae, ocu-
lis fere paulo magis quam inter se approximatae, breviuscu-
lae , arliculo primo elongato , secundo tertio vix longiore,
hoc breviter obconico, fere suborbiculato, 4 — 10 transversis,
subaequalibus. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine
longior, basin versus subangustatus, basi leviter rotundatus,
apice utrinque oblique truncatus , angulis anticis valde obtu-
sis, subrotundatis, supra vage punctatus. Scutellum triangu-
läre. Elytra apice truncata, sutura subimpressa, haud im-
bricata. Abdomen lineare. Pedes breves, coxis intermediis
distantibus, tibiis anterioribus extus spinulosis, anticis externe
subincrassatis , spina apicali longiore armatis , poslicis pilis
nonnullis longioribus munitis, tarsis perbrevibus, anticis sim-
plicibus, posticis tibia multo brevioribus, articulis 4 primis
soniunctim ultimo vix longioribus. Sexus differentia tatet.
Species unica facile pro Holiso haberi potest, at huic
generi sulculi capitis desunt, qui summam affinitatem cum
Leptacinis produnt; corpore deplanato, ligula integra, sutura
haud imbricata, tibiis posticis haud spinulosis etc. Holiso-
morphus a Leptacino genere distiguitur.
188. Holisomorphus ceylanensis: Niger ^ niti-
dus, elytrorum dimidia parte posteriore pallide testacea, an-
tennis ferrugineis, capite parce profunde punctato , thorace
seriebus dorsalibus binis obliquis , 7 — 8-punctatis. Long.
2V2 lin.
Corpus lineare, deplanatum, nigrum, nitidum, elytrorum
dimidia parte posteriore pallide testacea. Antennae ferrugi-
neae , articulis 3 primis rufis , 4 — 10 sensim vix latioribus,
transversis , ultimo duobus praecedentibus coniunctim paulo
breviore , apice testaceo. Caput thorace paulo latius latitu-
dineque paulo longius, angulis posterioribus fere rectis, sub-
rotundatis, depressum, parce fortiter punctatum , linea longi-
tudinali media angusta laevi, sulcis anticis duobus profun-
dis, puncto maiore ad oculorum marginem interiorem linea-
102 Kr a atz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien.
que marginali inipressum , subtus parce punctulatum , lateri-
bus tenuiter marginatuni. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine sesqui longior, basin versus subangustatus, depres-
sits, Seriebus dorsalibus binis obliquis 7— Spunctatis et Serie
laterali inflexa circiter 8 -punctata, punctis omnibus parurn
profundis. Scutellum laevigatum. Elytra thoracis longitudine,
crebre haud subtiliter sed minus profunde punctata. Abdomen
nigrum, parce punctatum pilosumque , subtus basi piceum,
segmentis ventralibus apice piceo-rufis. Pedes rufi. Mares
capite maiore^ medio antrorsum leviter impresso insignes.
Habitat in insula Ceylan.
43. Xantholiuiis Dahl.
Encycl. Meth. X. p. 475- Er. Gen. et Spec. p. 306.
Thorax punctoriim seriebus do rsalibus latera-
libusque iiullis.
189. Xantholinus laticeps: Depressus , niger,
nitidus , pedibns , piceis , elytris suhseriatim punctafis, capite
lato, suborbiculato, subtiliter punctulato. Long. 5 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 308. 4.
Habitat in Java.
189. Xantholinus anachoreta: JSigerrimus, ni-
tidus, ano rufo - tesfaceo ^ tarsis piceis, elytris piceo-nigris,
apice lutescentibus biseriatim pariim profunde punctatis, ca-
pite oblongiusculo , lateribus supra oculos crebre subtiliter
punctata. Long. 5 lin.
Xantholinus anachoreta Erichs. Gen. et Spec. Staph.
316. 22.
Var. : ano concolore.
Var. : elytris apice latius testaceis.
Var. : elytris totis pallide testaceis.
Corpus nigrum, pernitidum, abdominis segmentis 6 et 7
totis rufo-testaceis. Antennae capite paulo longiores , piceae
seu nigro-piceae, articulo tertio secundo sesqui fere longiorc,
4—10 transversis, latitudine aequalibus. Palpi ferruginei.
Caput thoracis fere longitudine eodemque in feminis vix in
maribus paulo laliore, antrorsum leviter angustatum, angulis
poslerioribus rotundatis, lateribus subrectis, supra leviter
insbesondere der Insel Ceylan. 103
convexum , puncto utrinque sing-ulo maiusculo ad marginem
interiorern, binis approximatis, deinceps positis, ad superiorem
ociili marginem et quatuor transversim positis in vertice im-
presj-um , supra ociilos crebre subtiliter punclatum , ceterum
praeter sulcos anticos ordinarios laevissimum. Thorax apice
coleopteris haud angustior , latitiidinc apicis longior , basin
versus modice angustatus , lateribus medio leviter sinuatis,
apice utrinque oblique truncatus, angulis obtusis, supra le-
viter convexus, intra angulum anteriorem utrinque puncto
magno profundo et in margine anteriore punctis utrinque
nonnullis impressus. Scutellum punctalum. Elytra thoracis
longitudine, piceo- nigra, punctorum seriebus duabus notata,
altera suturali , altera (punctis 4—6 composita) in medio
dorso , ceterum subglabra , secundum marginem lateralem
subtiliter punclulata, nigra, apice indeterminate lutescentia.
Abdomen parallelum , lateribus minus crebre subtiliter pun-
ctulatum, nigrum, pernitidum, segmentis 6 et 7 rufo-testaceis.
Pedes nigri, tarsis piceis. Alae fusco-hyalinae.
Mas capite paulo maiore, supra oculos crebrius et di-
stinctius punctato insignis.
In insula Ceylan haud infrequens occurrere videtur.
Exemplaris bengalensis a cel. Erichsonio descripti ab-
domen concolor fuisse videtur.
Specimina duo , in India boreali a Dom. Bacon lecta,
statura paulo maiore elytrisque totis pallide testaceis , subti-
lissime punctulatis ab individuis ceylanensibus differunt, cete-
rum vero nullo modo distincta sunt.
Specimen elytris piceo -testaceis, in insulis Neelgheriis
lectum, Dom. Schaum mecum communicavit.
190. Xantholiniis nigerrimus: JSigerrimuSj niti-
dus, elytris biseriatim parum profunde punctatis, capite ob-
longo, lateribus supra oculos parce subtiliter punctato. Long.
6 lin.
Var. : Elytris pallide testaceis. Xantholinus pallidipennis
M urray in litteris.
Praecedenti valde similis et affinis , statura maiore et
corpore concolore facile distinguendus. Caput antrorsum
paulo magis angustatum quam in specie allata ideoque in
maribus maximis subtriangulare , puncto utrinque singulo
104 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
inaiusculo rolundato ad marginem interiorem , oblongo ad
superiorem oculi marginem et nonnullis transversim posilis
verticis Impressum, siipra oculos parce subtiliter punctatum,
ceterum laevigatum. Thoracis elylrorumque strucJura fere
eadem quae in X. anachoreta, abdomen totum nigerrimum.
Pedes nigri, unguiculis piceis.
Mas capite maiore insignis.
Habitat in India orientali.
Specimina duo, in Hongkong lecta, a Dom. Schaum et
Murray communicata, aX. nigerrimo nihil nisi elytris pailide
testaceis et capite ad oculi marginem superiorem utrinque
punctis binis notato differunt et certe huic speciei siibiun-
genda sunt.
Es wäre sehr wohl denkbar, dass auch X. nigerrimus
nur als eine Abart des anachorata betrachtet werden müsste,
insofern der Unterschied in der Färbung der Hinterleibsspitze
nicht unbedingt als ein specifischer aufzufassen ist; indessen
scheinen mir die Differenzen in der Körpergrössc wie in
der Punktirung des Kopfes zwischen beiden Formen beträcht-
lich genug, um sie vorläufig als verschiedene Species ge-
genüber zu stellen.
191. Xanth'olinus dispilus: Niger, nitidus, an-
tennis pedibusque riifo-piceis, elytris margine inflexo macula^
que discoidali testaceis, capite triaiigulari , fronte punctata,
lateribus sulcata. Long. SVs hn.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 317. 23.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Hope.
Thorax pun ctorum seriebus dorsalibus rectis
lateralibusque lituis impressus.
192. Xantholinus punctulatus: Niger, nitidus,
elytris nigra - mrescenlibus , capite crebre fortiter punctato,
i'uguloso , fronte media lacviore , thorace parce subtilissime
punctulato , seriebus plerumque ö~, lateralibus 7 -punctatis.
Long. 3 72 lin.
Kraatz Naturg. d. Ins. Deulschl. IL 635. 3.
Staphylinus punctulatus PaykullMon. Staphyl. 30.22.
Specimen in India orientali leclum fere onmino cum
individuis Germaniae congruit.
insbesondere der Insel Ceylan. 105
Thorax punctorum seriebus dor salihus nullis,
lateralibus distinclis.
193. Xantholinus fulgidus: JSiger , nitidus, ely^
tris riifis, capite profunde punctato, thorace lateribus unisul-
oato. Long. 4 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 319. 28.
Staphylinus fulgidus Fabr. Mant. Ins. 1. 220. 14.
Specimina duo in insula Ceylan lecta Xanthol. fulgido
simillima vidcntur, differuut tantuin statura paulo graciliore,
capite paulo minore , subtus parcius punctato , elylris paulo
brevioribus , abdominis lateribus supra crebrius punctatis,
altamen forte speciei singulari adscribenda.
44. nitomorphus.
Antennae geniculatae, apicem versus incrassatae.
Labrum medio sinuatum.
Palpi maxillares filiformes^ articulo ultimo praecedente
dimidio fcre longiore, labiales articulo ultimo subulato,
Ligula emarginata,
Elytra sutura imbricata,
Coxae intermediae distantes.
Tarsi antici simplices , postici articulo secundo primo
subaequali.
Labruni transversum , medio sinuatum , apice setosum.
Mandibulae mediocres , altera mutica , altera media dente
munita. Maxillae malis densissime barbatis. Palpi maxillares
filiformes, articulo secundo tertioque subaequalibus , quarto
praecedente dimidio fere longiore , apicem versus, sensim
attenuato. Labium mento transverso , ligula medio sinuata,
membranea, paraglossis ligulam paululum superantibus. Palpi
labiales articulis longitudine subaequalibus, tertio subulato.
Corpus valde elongatum, lineare, paululum depressum, ala-
tum. Caput oblongum, basi profunde constrictum, collo quasi
brevi cylindrico thoraci affixum, exsertum, porrectum, oculis
parvis rotundatis, apicem versus positis, vix prominulis, su-
pra leviter convexus, sulcis duobus anticis intermediis sat
profundis, parallelis, lateralibus fere nullis. Antennae geni-
culatae, inter se non minus quam oculis approximatae, bre-
106 Kiaatz: die Staphylincn-Fauna von Ostindien.
viusculae , geniciilatae, artietüo prinio elong-ato, secundo
tertioque obconicis, illo paulo longiore, 4-iO sensim cras-
sioribns. Thorax oblongus, basin versus subangustatus, basi
leviter rotiindatus, apice utrinque oblique truncatus, angulis
obtusis. Scutellum trianguläre. Elytra apice truncata, su-
tura imbricata. Abdomen lineare. Pedes minus elongali,
coxis intermediis distantibus, tibiis spinulosis, tarsis anticis
simplicibus , posticis articulis duobus primis subaequalibus,*
sequentibus paulo longioribus.
Species huius generis a Leptacinis genuinis, quibus-
cum nonnullae a cel. Erichsonio confusae sunt, palpis ma-
xillaribus filiformibus antennisque subclavatis facillime distin-
guuntur; habitant in India et in America meridionali *).
194. Mitomorphus nigro-aeneus : ISigro-aenens,
nitidus, antennis rufis, pedibns pallide testaceis^ capite pnn~
ctis swgulis nofato , thorace seriehns dorsalibus lateralibus-
que parallelis, his 5-, Ulis 7 - punctatis. Long. 3 y^ lin.
Nigro-aeneus, nitidus, capite thorace elytrisque sub-
aeneis. Antennae rufae, articulis secundo tertioque obconi-
cis^ hoc paulo breviore, 4— 10 sensim paulo latioribus, trans-
versis. Palpi testacei. Caput thorace paulo latius, oblongo-
ovatum, antrorsum paullulum angustatum , basi cum angulis
posterioribus rotundatum , leviter convexum, sulcis anticis
intermediis brevibus obsoletisque , lateralibus nullis , pone
illos punctis binis notatum, lateribus parce punctatum. Tho-
rax coleopteris paulo angustior, latitudine duplo longior,
basin versus subangustatus, apice utrinque oblique truncatus,
angulis anterioribus obtusis , leviter convexus, seriebus dor-
salibus 7-punctatis lateralibusque 5-punctatis parallelis , his
puncto primo basali, ad ipsum marginem anteriorem sito,
paulo maiore; intra seriem lateralem marginemque ipsum
paulo ante apicem punctus singulus profundus, alter obsole-
tus intra hunc et proximum seriei lateralis punctum perspi-
^0 Ad hoc genus pertinent :
Leplacinus debilis Erichs. Gen. et Spec. Stsph. 336. 6. c\ valle Ara-
guensi Colunibiac.
Leplacinus clavicornis Erichs, loc. cit. 337. 8. ex ipso loco.
Leptacinus subtilis Erichs, loc. cit. 337. 7. ex Columbia.
insbesondere der Insel Ceylan, 107
citur. Sculellum bipunclatum. Elytra thoracis longitudine,
vage subseriaüm punclata. Abdomen parce sublililer pun-
ctatum, fulvo-pilosum , totum nigruin. Pedes testacei , coxis
fusco-piceis.
Specimen iinicum in insula Ceylan lectum.
1 95. Mitomorphus indicus : Fusco-piceus , niti-
dns, thorace, elytris abdominisque basi fusco - testaceis , ae-
neo-micantibus, antennis pedibusque testaceis , capite punctis
singulis notato^ thorace seriebus dorsalibus 7-punctatis, late-
ralibus (ituis circiter A-punctatis. Long. V/^ lin.
Staliira fere Leptacini clavicornis Er., sed pauIo minor,
piceus, seu piceo- fuscus. Antennac capite paulo longiores,
rufae, articiilis 3 primis testaceis, 2-do 3-tioqiie obconicis,
4-10 sensim latioribus, penultimis fortiter transversis, ultimo
conico. Palpi testacei , articulo ultimo praecedente dimidio
longiore. Caput thoracis latiludine, oblongo-ovatum basi
rotundatum, parum convexum , piceum , punctis singulis im-
pressuiti, sulcis anticis intermediis brevibus, modice profundis,
lateralibus obliquis ante oculos omnino obsoletis, vix conspi-
cuis. Thorax coleopteris angustior, latitudine duplo longior,
basin versus vix angustatus, angulis anterioribus rotundatis,
omnino nullis, posterioribus obtusis, leviter convexus, fuscus,
seriebus dorsalibus sat regulariter 7-punctatis , serie laterali
inflexa circiter 4-punclata. Sculellum laeve, fuscum. Elytra
thoracis longitudine, lüsca, aeneo-micantia, angulo humerali
fusco-testacea, fere glabra, punctorum paucorum serie dorsali
obsoleta. Abdomen parce subtiliter punctulatum , segmentis
5 primis basi fuscis, apice late testaceis, sexto toto septimo-
que basi piceis. Pedes testacei. ^
Habitat in India orientali.
45. fletopoucus '^') Kr a atz.
Natiirgesch. d. Ins. Deutschi. II. 651.
196. Metoponcus leucocnemis : Niger ^ nitidus^
") Genus habitu Leptacinis maxiiiie affine, corpore lineari, ca-
pitis sulculis intermediis brevissimis , lateralibus obliquis ante oculos
sat distinctis, coxis intermediis approximatis et palporum maxillariuni
articulo ultimo valde minuto distinctum.
108 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
antennis fnscis, tarsis anticis tibiisque tarsisqiie posterioribus
pallide testaceis, capite thoraceque lateribus parce punctatis^
elytris vix perspicue punctulatis. Long. 2% lin.
Corpus elongatum, teniie, nigrum , pernitidum. Anten-
nae capite vix longiores , densius subtiliter pubescentes , fu-
sco-rufae, articulo seciindo obconico, tertio transverso, 4 — 10
sensim latioribus , ultimo praecedente duplo fere longiore,
ovato , apice testaceo. Palpi testacei , articulo ultimo valde
minuto. Caput thoracis latitudine eodemque paulo brevior,
basi truncatum, angulis anterioribus rotundatis, lateribus re-
ctis , antrorsum vix angustatum, latitudine paulo longius
ideoque subquadratum, parum convexum, sulculis anticis inter
antennas profundis sed brevissimis, spatio interiacente piano,
sulcis lateralibus iuxta oculos profundis, modice elongatis,
subincurvatis, parce profunde et subtiliter punctatum, punctis
duobus in vertiee maioribus, linea longitudinali media laevi,
subtus parce fortiter punctatum, lateribus haud marginatum.
Thorax coleopterorum latitudine, longitudine sesqui brevior,
basin versus subangustatus, apice utrinque oblique truncatus,
angulis anterioribus obtusis, parum convexus , parce puncta-
tus, punctis utrinque lineas duas subrectas duasque obliquas,
quarum exterior multo brevior, formantibus. Scutellum non
punctatum , subtilissime longitudinaliter striolatum. Elytra
thoracis longitudine, subtilissime vix perspicue parce pun-
ctulata, parce longius, margine apicali densius griseo-pilosa.
Abdomen nigerrimum, parce punctulatum pilosumque. Pedes
nigri, tarsis anticis tibiisque tarsisque posterioribus pallide
tastaceis.
Specimen unicum in insula Ceylan lectum.
197. Metoponcus exiguus: ISig er, nitidus, anten-
nis rufis , tibiarum apice, tarsis segmentorumque ventralium
marginibus rufo - testaceis , capite parce punctato, tliorace
Seriebus dorsalibus obsoletis 5-punctatis, lateribus punctis
paucis impressis, elytris vix punctulatis. Long. ^\/^ lin.
Corpus elongatum, lineare, nigrum, nitidum. Antennae
rufo-testaceae, articulo secundo obconico, tertio transverso,
4 — 10 sensim crassioribus , ultimo maiore, ovato. Caput
thorace fere latius , paulo brevius quam in specic praece-
dente, sulculis anticis intermediis lateralibusque simili modo
insbesottdeie der Insel Ceylan. 109
constructis, parum convexum, punctis singulis obsoletis, quo-
rum quatuor in vertice quadratiin positis, notatum. Thorax
coleopteris pauIo angustior, latitudine sesqui longior , basin
versus vix angustatus, apice utrinque oblique truncatus, an-
gulis anlerioribus obtusis, subdepressus, seriebus dorsalibus
5-, lateribus parum-punctatis, punctis valde obsoletis. Scutel-
lum bipunctatum. Elytra thoracis longitudine, vix perpicue
punctulata. Abdomen parce punctulatum, segmentis dorsali-
bus anterioribus ventralibusque omnibus apice tenuiter testa-
ceo - marginatis. Pedes picei, tibiis anterioribus, geniculis
tarsisque rufo-testaceis.
Uabitat in India orientali.
46. Leptacinus Erichs., Kraatz *"').
Natuigesch. d. Ins. Deutschi. II. p. 645.
198. Leptacinus trigonoc ephalus : Niger, ni-
tidus, elytris piceo -testaceis , apicem versus pedibusque pal-
lidis, capite (maris multo maiore, triangulari) utrinque for-
titer punctato, thorace seriebus dorsalibus 9-punctatis, Long.
2V, lin.
Leptacino batychro Gyll. paulo lalior et magis depres-
sus, similiter coloratus , mares capitis forma valde insignes.
Antennae capite paulo longiores , fusco -piceae, articulis 3
primis rufis, secundo tertio paulo longiore, quarto subtrans-
verso, 5 — 10 sensim paulo latioribus. Palpi testacei. Caput
in feminis thorace vix dimidio , in maribus maioribus hoc
duplo fere latius , basi truncatum , apicem versus in feminis
■-■) Es braucht kaum bemerkt zu werden, dass die Gattung Lep-
tacinus hier nicht im Erichson'schen Sinne aufgefasst , sondern auf
die Arten mit fadenförmigen Fühlern, länglichem, pfriemenförmigen
Endgliede der Maxillartaster , ausgerandeter Zunge, aiiseinanderste-
henden Hüften der Mittelbeine und einfachen Vordertarsen beschränkt
ist, welche in die zweite Erichson'sche Familie seiner Gattung Lep-
tacinus gehören. Eine genauere Untersuchung der exotischen Arten
dieser zweiten Familie zeigt, dass sie fadenförmige Maxillartaster be-
sitzen, mithin einer eigenen Gattung fMifomorphvs) angehören, von
welcher auch einige Arten in Indien vorkommen , deren Füller, wie
bei den amerikanisdien, nach der Spitze zu verdickt sind.
110 Kiaatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
paululum, in maribus fortiter aiigustatum ideoque forma trian-
gulari, angulis posterioribiis in maribus oblique truncatis,
paullulum convexum, lateribus parce fortiter punctatum, sulcis
anticis intermediis profundis , lateralibus obliquis ante oculos
sat distinctis, licet minus fortibus. Thorax latitudine sesqui
longior, apice coleopteris haud angustior, basin versus angusta-
tus, lateribus pone medium distinctius sinuatus, ante medium
leviter basi parum rotundatus, apice utrinque oblique trunca-
tus, angulis anterioribus omnino nullis , paullulum convexus,
Seriebus dorsalibus sat regularibus, circiter 9-punctatis, serie
laterali inflexa 5-punctata, punctis omnibus profundis. Scutel-
lum laevigatum. Elytra thorace paulo longiora, piceo-testa-
cea, basi obscuriora , subseriatim subtiliter punctata. Ab-
domen nigerrimum , parce punctatum pilosumque , segmen-
tis ventralibus apice piceo-testaceis. Pedes testaceii , co-
xis picei.
Habitat in insula Ceylan.
199. Lep t acinus tricolor: iSiger, nitidus^ anten-
nis, pedibus thoraceque rußs piceisve , hoc seriebus dorsali-
bus 5 — 6 punctatis , elytris paUide testaceis , basi et sutura
piceis, capite utrinque fortiter punctata. Long. 2V3 ün.
Magnitudo et sutura fere omnino Leptacini parumpun-
ctati Gyll. , colore indicato sat distinctus. Antennae capite
paulo longiores , rufae seil rufo-piceae, articulo tertio se-
cundo paulo breviore, 4-10 transversis, inter se subaeqiialibus.
Palpi rufi. Caput thoracis fere longitudine eodemque basi
fere latior, antrorsum paululum angustatum, in media basi
leviter emarginatum, angulis posterioribus rotundatis, paullu-
lum convexum, utrinque punctis magnis oblongis minus cre-
bre Impressum, spatio lato medio longitudinali interstitiisque
laevissimis, sulcis anticis intermediis et lateralibus ante ocu-
los longitudine aequalibus et aequaliter fortibus profundis-
que. Thorax basi coleopteris paulo angustior, latitudine
longior, basin versus subangustatus, lateribus pone medium
subsinualis, apice utrinque oblique truncatus , angulis ante-
rioribus oblusis, parum convexus , seriebus dorsalibus forti-
ter 5 — 6 punctatis, serie laterali litua 5-punctata. Elytra
thoracis longitudine , pallide testacea , basi et sutura magis
minusve piceis , lateribus subtilissime punctulata , ad margi-
insbesondere der Insel Ceylan. 111
nem interiorem fortius subseriatim punctata, punctorum serie
obJiqua dorsi apicem versus evanesccnte. Abdomen parce
subtiliter punctatum, tenuiter griseo-pubescens pilosellumque,
subtus segmentis ultimis apice piceo -testaceis. Pedes rufi,
rarius piceo-rufi.
Mas abdominis segniento septimo infero medio emar-
ginato insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Specimina in India orientali lecta paulo minora sunt,
thorace piceo-rufo.
200. Leptaciuu s flavipennis: Pioeus , nitidus,
antennis rufis , elytris pedibusque pallide testaceis , thorace
rufo, seriebus dorsalibiis 6 -punctatis, capite nigro, utrinque
for titer punctato. Long. 2% lin»
Leptacino tricolore paulo brevior et multo angustior,
piceus, nitidus. Antennae capite paulo longiores, rufae, ar-
ticulis 4—10 leviter transversis. Capitis thoracisque stru-
ctura et punctatura fere eadem quae in specie allata. Scu-
tellum fere laevigatum. Elytra thoracis longitudine, pallide
testacea , basi et sutura saepius infuscata , extrorsum subti-
lissime , introrsum distinctius , lateribus inflexis subseriatim
punctata, punctorum serie obliqua dorsi 8—10 punctata. Ab-
domen subtiliter parce punctatum, parce tenuiter griseo-pu-
bescens pilosellumque, segmentis duobus ultimis apice piceo-
testaceis. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento infero septimo medio leviter
emarginato insignis.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens.
201. Lep tacinus filum: Piceus, nitidus, antennis
rufis, elytris pedibusque pallide testaceis y his basi latius in-
fuscatis , thorace rufo seu rufo - piceo , seriebus dorsalibus
circiter i2-punctatis capite nigro, parce subtiliter punctato,
linea longiiudinali laevi. Long. 2V3 lin.
Leptacino flavipenni paulo brevior et multo angustior,
piceus, nitidus. Antennae capite longiores, rufo- testaceae,
articulis 4 — 10 leviter transversis. Caput thorace latius, la-
titudine fere duplo longius, basi leviter rotundatum, antror-
sum vix angustatum, parum convexum, parce subtiliter pun-
ctatum , linea longiiudinali media laevi , sulcis anticis inter-
liö Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
mediis lateralibus multo longioribus, bis brevissimis. Thorax
coleopteris angustior, latitudine fere duplo longior, basin
versus subangustatus, laleribiis pone medium subsinuatis, an-
gulis anterioribus valde obtusis, paullulum convexus, seriebus
dorsalibus et lateralibus subtililer circiter 12-punctatis. Ely-
tra thoracis longitudine, pallide testacea, dlmidia parte an-
teriore plerumque infuscata^, extrorsum subtilissime, introrsum
distinctius, dorso biseriatim punctata. Abdomen subtilissime
parcius punctulatum, supra piceum , segmento sexto apico
septimoque toto pallide testaceis , infra rufo-piceum seu ru-
fo-testaceum , segmentorum marginibus dilutioribus. Pedes
pallide testacei.
Habitat in insula Ceylan.
202. Leptacinus pusillimus: Fusco - testaceus,
thorace elytrisque dilutioribus , capite thoraceque lateribus
crebre punctatis, hoc seriebus dorsalibus circiter i2-puncta-
tis. Long. 172 lin.
Species valde minuta , colore pallido et punctatura fa-
cile cognoscenda. Antennae capite longiores, longiusculae
et validiusculae, testaceae^ articulo secundo duobus sequen-
tibus coniunctim fere longiore, tertio fere transverso, 4 — 10
sensim latioribus, penultimis fortiter transversis, ultimo duo-
bus praecedentibus coniunctim maiore , ovato -acuminato.
Caput thoracis latitudine et fere longitudine, basi truncatum,
angulis posterioribus leviter rotundatis , parum convexum ,
sulculis anticis intermediis parum, lateralibus iuxta oculos
valde profundis, lateribus crebre perspicue punctatum, linea
longitudinali media brevi. Thorax coleopteris paulo angu-
stior , latitudine plus sesqui longior , basin versus subangu-
status, apice utrinque oblique truncatus, basi vix rotundatus,
angulis anterioribus obtusis, posterioribus fere rectis, subde-
pressus, lateribus crebre perspicue punctatus , seriebus dor-
salibus circiter 12-punctatis. Scutellum laeve. Elytra thoracis
longitudine, crebre introrsum distinctius punctata, tenuiter
pubescenlia. Abdomen crebre subtililer punctulatum et pu-
bescens, segmentis anterioribus basi infuscalis. Pedes pallide
testacei.
Speoimen unicum in insula Ceylan lectum.
insbesondere der Insel Ceylan. 113
47. Diochus Erichs.
Gen. et Spec. Stapliyl. p. 300.
203. Diochus major: JSigro-piceus, nitidus, an-»
ieiinis , pedibus , segmenlorum abdominis marginibus anoque
rufis , capile m'muto thoraceque polito , hoc anfrorsum fortius
angustato , seriebus dorsalibus duabus thoracis posterius ap~
proximatis 4~punctatis, elytris triseriatim jpunclatis. howg,
2% lin.
jXigro-piceus, capite, Ihorace elylrisqiie nilidis. Anten-
nae filiforines, tenues, capite Ihoraceque paiilo breviores, rii-
fae , articulo terlio secundo sesqiii longiore , 4 — 10 sensim
paulo brevioribus , penultiinis latitudine sesqiii longioribus,
ultimo abrupte acuminato. Caput oblongum , thorace nuilto
minutius et angustius, basi subtruncatum, angulis posterioribus
subrotundatis, lateribus parce subseriatim punctalum. Thorax
basi coleopteris paulo angustior, latitudine plus sesqui lon-
gior , antrorsum fortiter angustatus , apice utrinque oblique
truncatus, angulis anterioribus rotundatis, leviter transversim
convexus, seriebus dorsalibus posterius approximatis punctis4
obsoletis compositis, ceterum punctis, praeter marginalia, duo-
bus anterioribus, intra marginem seriesque dorsales utrinque
nolatus. Scutellum laevigatum. Elytra thorace paulo longiora,
triseriatim parce obsoleteque punctata, nigro-picea, apice in-
terdum piceo-rufa. Abdomen sensim angustatum, omnium
confertissime subtilissimeque punclulatum et pubescens, s^g-
mentis singulis margine apicali anoque rufis. Pedes rufi.
Mas abdominis segmento septimo subtus triangulariter
exciso insignis.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan rarius.
204. Diochus indicus : Kigro-piceus, nitidus, an-
tennis, pedibus, segmentorum marginibus anoque rufis, capite
minuto thoraceque politis^ hoc antrorsum leviter angustato,
seriebus dorsalibus duabus posterius approxi7natis A^puncta-
tiSy elytris triseriatim punctatis. Long. IV4 lin.
Praecedenti similis et affinis , statura minore , Ihorace
antrorsum minus angustato abdomineque minus dense pun-
ctato facile dislinguendus.
Habitat in India orientali.
Archiv r Natureescb. XXV. Jahrg. 1. Od. g
114 Kr a atz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
48. Platyprosopus Mannerh.
Brachelytr. p. 35.
205. Platyprosopus indicus: Niger, fusco-pu-
bescens^ capite thoraceque confertissime punctatis , antennis
pedibusque rvfis. Long. 7^2 — 3 lin.
Plat. beduino minor et paulo angiistior, niger, fere opa-
ciis, piibe depressa fusca densius aequaliter vestitus. Anten-
nae capite thoraceque paulo breviores, rufae, articulo tertio
secundo sesqui longiore, basi subinfuscato, 4 — 10 longitudine
vix decrescentibus, penultimis latitudine duplo longioribus.
Palpi rufi. Caput thoracis prope latitudine, oblongo-ovalum,
confertissime subtiliter punctalum et pubescens. Thorax co-
leopterorum latitudine, latitudine paulo brevior, confertissime
subtiliter punctatus et pubescens, linea longitudinali media
angusta, vix elevata laevi. Elytra Ihorace paulo longiora,
confertissime subtiliter punctata, nigro-fusca, opaca. Abdo-
men apicem versus angustatum , nigrum , segmento septimo
infero apice rufo-piceo. Pedes cum coxis anterioribus rufi.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
206. Platyprosopus laevicollis: Niger , fusco-
pubescenSy antennis apice, pedibus anoque rufis, thorace lae-
mgato. Long. 8 lin.
Plat. beduino angustior, niger, fusco-pubescen§, sub-
opacus, capite thoraceque nitidis. Antennae capite vix ses-
qui longiores, rufae, basin versus subinfuscatae , articulo
primo rufo , tertio secundo sesqui longiore, 4 — 10 sensim
paulo angustioribus et vix brevioribus , penultimis latitudine
sesqui longioribus. Caput thorace fere lalius , subovatum,
versus latera dense minus subtiliter punctatum, medio par-
cius subtilissime punctulatum , glabrum , lateribus et infra
fusco- pubescens. Thorax coleopterorum latitudine, longitu-
dine vix brevior, basin versus subangustatus , glaberrimus.
Elytra thorace fere breviora , cenfertissime subtiliter pun-
ctata , fusco -pubescentia. Abdomen apicem versus attenua-
tum , confertissime subtiliter punctalum, fusco-pubescens, la-
teribus parce pilosellum , segmento sexto margine apicali,
septimo et octavo totis obscure rufis. Pedes rufi.
In India boreali a Dom. Bacon leclus. '^
insbesondere der Insel Ceylan. 115
207. Platyprosopus tamulus: Niger, totus gri-
seo-pubescens, pube thoracis parciore, elytris, ano, antennis
pedibusque rußs. Long*. 672 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 923. 3.
Habitat inBengalia; Mus. Dom. Westermann.
Exemplaria in Inclia orientali a Dom. Helfer , in parte
boreali a Dom. ßacon lecta fere omnino cum cel. Erichsonii
descriptione conveniunt.
208. Platyprosopus fuliginosus: ISiger, fusco-
pubescens, elylris fuscis, pedibus rvfis. Long. 6 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 923. 4.
Habitat in Bengalia , Mus. Dom. Westermann.
Species mihi invisa , P. elongato crassior, capite tho-
raceque confertissime punctatis etc. insignis.
209. Platyprosopus linearis: Brunnens, fuho^
pubescens, capite infuscato , confertissime punctato , thorace
rufo , lateribus crebre punctato , medio laevigato, punotorum
seriebus duabus notato. Long. 47^ lin.
Species minuta, angusta, apicem versus leviter attenuata.
Antennae capite plus sesqui longiores , rufae , articulo tertio
secundo plus sesqui longiore, 4—10 sensim vix angustiori-
bus et brevioribus. Caput thoracis latitudine, oblongum, late-
ribus subrectum, confertissime punctatum et pubescens, linea
tenui media longitudinali in fronte anteriore laeviore. Thorax
coleopterorum latitudine , longitudine sesqui brevior, lateribus
subrectis , angulis posterioribus subrotundatis , anterioribus
rectis , parum convexus, lateribus crebre introrsum parcius
punctatus , medio laevigatus , punctorum multorum seriebus
dorsalibus duabus notatus, rufus, nitidus. Elytra thoracis
longitudine, rufo-brunnea, confertissime subtiliter punctata,
subtilissime fulvo - pubescentia. Abdomen elongatum , con-
fertissime punctatum et pubescens, rufum, segmentis singulis
basi subinfuscatis. Pedes cum coxis anterioribus rufi.
Habitat in India orientali.
49. Lathrobium Grav.
•^ ' -' Mannerh. ßiachalytr. p. 37.
210. Lathrobium gracilentum: Mgrum, nitidum^
116 Kraatz: die Staphylinen-Faiina von Ostindien,
elytroriim macula apicaU , antennariim hast pedibusque po^
sterioribus rufo-testaceis, thorace elongato. Long. 3 lin.
Lalhrob. terminato magnitudine et colore simile , sed
graciliiis , nigrum, nilidum , abdomine opaco. Antennae ca-
pite thoraceque fere longiores, fuscae, apice testaceae, arti-
culo primo rufo, tertio secundo paulo longiore, 4—10 sub-
aeqiialibiis, elongato-subobconicis. Palpi picei. Caput tho-
race vix angustius, suborbiculatiim, confertim, lateribus siib-
tiliter, fronte media fortius pimclatum, subtiliter griseo-pu-
bescens, lateribus nigro-pilosellum. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine sesqui fere longior, apice ulrinque obli-
que truncatus , angulis omnibus leviter rotundatis , paruin
convexus, confertim lateribus subtiliter, dorso fortius pun-
ctatus , linea longitudinali media laevi parum distincta , sub-
tiliter pubescens. Scutellum subtiliter punctatum. Elytra
thorace paulo longiora, crebre punctata et pubescentia, nigra,
macula apicali exteriore rufo-testacea. Abdomen coleopteris
paulo angustius, apice attenuatum, omnium confertissime sub-
tilissimeque punctulatum, pube tenuissima grisea sericeum.
Pedes femoribus anticis crassiusculis , infuscatis , posteriores
rufi seu rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
211. Lathrobium pulcheUum: Subdepresstim,
rufum, capiie elytrisque nigris, Jus seriatim punctatis. Long.
3 lin.
Lathrob. filiforme paulo latius , colore sat insignilum.
Antennae capite thoraceque paulo breviores , rufae. Palpi
rufi. Caput thorace vix angustius , subquadratum , angulis
posterioribus subrotundatis, leviter convexum, lateribus parce
forliter punctatum, frontis parte anteriore media laevi. Tho-
rax coleopteris paulo angustior, latitudine longior, lateribus
rectis, parallelis, angulis leviter rotundatis, subdepressus,
dorso irrogulariter biseriatim , lateribus parcius punctalus,
glaber. Scutellum piceo-rufum, obsolete punctatum. Elytra
thoracis longitudine, nigra, seriatim, apice crebre punctata,
griseo-pubescentia. Abdomen omnium crebre subtiliter pun-
ctatum et pubescens, rufum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
Variat capite piceo-rufo elytrisque rufis.
insbesondere der Insel Ceylan. 117
212. Lathrobium unicolor: Subdepressum, rufo-
testaceum, elytris seriatim punctatis. Long-, 3 lin.
Praecedenli afline sed paiilo minutius et praecipue angu-
stius, corpore concolore et frontis parte anteriore parce
fortiter punctato facile dislinguendum, ceterum siinillimum.
Habilat in India orientali, praecipue boreali (Dom.Bacon).
Variat elytris angulo apicali externo infuscatis.
213. Lathrobium seminigriim: Elongatum^ lern-
ter convexum, rufum, abdomine nigro, thorace oblongo, dorso
biseriatim punctato, elytris striato-puhctatis. Long. V/^ lin.
Elongatum, anguslum, convexiusculum, rufum, nitidum,
abdomine parce subtiliter punctato, longius fulvo-pubescente,
capite thoraceque pube brevi , erecta , fulva vestitis. An-
tennae capitis thoracisque fere longitudine, rufae, basi rufo-
testaceae, articulo tertio secundo vix longiore, 4 — 10 sensim
paulo brevioribus. Caput thorace paulo latius, latitudine sesqui
longius, parce subtiliter punctatum et pubescens , iinea lon-
gitudinali media laevi. Thorax coleopteris duplo fere angu-
stior, latitudine duplo longior, lateribus subparallelis, angulis
Omnibus rotundatis , convexiusculus , lateribus minus crebre,
dorso biseriatim per totam longitudinem punctatus, seriebus
sat regularibus, crebre punctatis, interstitio inter series dor-
sales laevissimo. Elytra thorace paulo longiora, striis crebre
fortiterque punctatis, extrorsum subtilioribus, apice evanc-
scentibus, confertis obsita. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice pro-
funde triangulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
50. Bolicaon Laporte.
Etud. Entoniol. I. p.ll9.
214. Dolicaon robustum: Brunneum, nitidum, an-
tennis pedibusque rufis , thorace coleopterorum longitudine,
parum crebre minus subtiliter punctato, abdomine dense sub~
tiliter punctato. Long. 4V2 Hn.
Habitu fere omnino sequentis, sed malus et paulo ro-
buslius , capite thoraceque fortius punctatis, abdomine dense
punctato.
Habitat in Tranquebar , Dom. Westermann.
il8 Kraatz : die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
215. Dolicaon in die um: Rufo^brunneum^ nitidum,
antennis pedibusque rufo^testaceis, thorace coleopteris paulo
breviore, subtiliter paru7n crebre^ abdomine minus crebre
punctato. Long-. S'/z lii^«
Corpus nitidum , tenuiter fulvo-pubescens. Antennae
capite paulo longiores , articulo tertio secundo duplo fcre
longiore, 4—10 sensim brevioribus, penultimis suborbicu-
laribus. Caput thoracis lalitudine eodemque paulo brevius,
leviter convexum, parum crebre subtiliter profundius puncta-
tum. Thorax coleopteris paulo brevior et angustior, latitu-
dine tertia parte longior, basi apiceque truncatus, lateribus
subrectis, angulis subrotundatis, leviter convexus, minus cre-
bre, subtiliter, profunde punctatus, linea latiore longitudinali
media laevi. Sculellum parce punctatum. Elytra thorace
paulo crebrius et subtilius punctata. Abdomen coleopteris
vix crebrius sed subtilius, punctatum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India boreali, Dom. Bacon.
216. Dolicaon vicinum: Brunneum, nitidum, an^
tennis pedibusque rufis , thorace coleopteris paulo breviore,
profundius minus subtiliter, abdomine confertim punctata.
Long. 2^/n lin.
Habitu fere omnino praecedentis sed minutius, capite tho-
raceque fortiter, elytris profundius, abdominis segraentis con-
fertim punctatis.
Habitat in India orientali.
5L Cryptobium Mann er h.
Brachelytr. p.38. '"^
217. Cryptobium sp ectabile; Nigrum , subopa-
cum, antennis pedibusque i^ufis, capite elytrisque creberrime,
his rugulose punctatis ^ thorace utrinque confertim punctato.
Long. 6 lin.
Corpus fusco-pubescens, lateribus pilosellum. Antennae
capite thoraceque paulo breviores, rufae, arliculo tertio se-
cundo plus sesqui longiore , 4 — 10 sensim vix brevioribus,
elongato*-subobconicis. Palpi rnfi, apice tcstacei. Caput tho-
race paulo latius, ovatum , opacum, creberrime subtiliter
subruguloso-punctatum, fronte media ante apicem paulo for-
insbesondere der Insel Ceylan. 119
tius punctata. Thorax coleopteris paulo angustior, latitiidine
duplo fere longior , subcylindricus, parum convcxus, dorso
nitidulus, lateribus confertim piinctatus, punctis introrsum,
praecipue basin versus forlioribus et minus dense positis,
linea longitudinali media, posterius paulo latiore, laevissinia.
Sculellum laeve. Elytra thorace paulo longiora , confertis-
sime ruguloso-punctata, opaca. Abdomen confertissime pun-
ctatum, nigro-pubescens. Pedes ruü.
Mas abdominis segmenlo septimo inferiore medio valde
profunde inciso , sexto medio leviter impresso, apice circu-
lalim exciso.
In India boreali a Dom. Bacon lectum.
218. Cryptobium ceylanense: Nigrum, nitidum^
antennis breviusculis, rnfis , pedibus testaceis, elylrorum ter-
tia parte posteriore sanguinea , thorace utrinque crebrius
vage punctato. Long. 5 lin.
Corpus parce nigro-pubescens, lateribus longius nigro-
pilosellum. Antennae breviusculae , rufae , apice testaceae,
articulo tertio secundo plus sesqui longiore, 4—10 sensim
paulo brevioribus, penullimis latitudine vix longioribus. Ca-
put thorace tertia fere parte latius eodemque paulo brevius,
antrorsum subangustatum , crebre fortiter et vage subtiliter,
inter oculos parcius punctatum. Thorax coleopteris tertia
parte angustior, latitudine plus sesqui longior, subcylindri-
cus, crebrius vage, passim subseriatim punctatus, plaga me-
dia longitudinali laevi. Scutellum laeve. Elytra thorace paulo
longiora, crebre fortiter punctata. Abdomen crebre minus
subtiliter punctatum, nitidum , segmenti sexti margine poste-
riore septimique apice piceo-rufis. Pedes testacei, coxis pi-
ceo-rufis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
219. Cryptobium filum: Lineare^ fusco -nigrum,
subopacum, antennis pedibusque rußs, capite confertissime
ruguloso - , thorace utrinque confertim profundius punctata*
Long. S'/j lin.
Corpus habitu peculiari , sublineare , fusco - pubescens.
Antennae rufae, crassiusculae , articulo tertio secundo paulo
longiore et crassiore, quarto latitudine paulo longiore, 5-10
sensim subbrevioribus, 7—10 leviter transversis, ultimo sub-
120 Kraatz: die Staphylinen-Fauna Aon Ostindien,
orbiculato. Caput latitudine sesqui longius , thorace paulo
latius , laleribus subparallelis , subdepressum, oculis mimitis,
creberrime rug-uloso -punctatum. Thorax coleopleris paulo
angustior, latitudine plus sesqui longior, subcylindricus, con-
fertim profundius punctatus, subnitidus, linea media longitu-
dinali angusta subelevata. Scutellum punctatum. Elytra tho-
race paulo longiora, crebre minus subtiliter punctata, sutura
picescente. Abdomen oblongum, parallelum, confertim minus
subtiliter, apicem versus fortius substrigoso-punctatum. Pe-
des breves^ ruft. Caput et thorax subtus brunnea.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apicc pro-
funde triangulariter exciso, tertio medio ante apicem impres-
sione minuta utrinque munito insignis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum..
220. Cryptobium testaceum: Lineare^ testaceutn^
subopaciiTriy capite confertissime subriiguloso-, thorace confer^
Um minus subtiliter punctato , linea media angusla basali
subelevata laevi. Long. 374 — 3V2 lin.
Statura fere omnino praecedentis, sed paulo magis de-
pressum, tolum testaceum, fulvo-pubescens, punctatura paulo
densiore et subtiliore , antennis pedibusque paulo graci-
lioribus.
Sexus differentia eadem quae in Crypt. filo.
In India orientali haud infrequens esse videtur.
221. Cryptobium fossig erum: Nigrum^ subopa-
cum, antennarum apice pedibusque pallide tesiaceis , capite
thorace paulo latiore, hoc utrinque dense fortiter punctato.
Long. 272 lin.
Nigrum, tenuiter griseo - pubescens, capite elytrisque
opacis , thorace abdomineque nitidulis , bis laleribus parce
fusco-piloseilis. Antennae capite Ihoraceque paulo breviores,
articuio primo rufo, apice piceo , sequentibus 5 apicem ver-
sus magis minusve infuscatis, secundo tertioque subaequali-
bus, 5—10 sensim paulo brevioribus, penultimis latitudine
vix longioribus, testaceis. Palpi testacei. Caput thorace
vix brevius et paulo latius, oblongum , confertim profundius
punctatum. Thorax coleopteris dimidio angustior, latitudine
jdus sesqui longior , subcylindricus, laleribus ante medium
leviler rolundalis , laleribus confertim profundius punctatus.
insbesondere der Insel Ceylan. 121
linea longitudinali media angusta, subelevata laevissima. Scu-
telliim punclulatiiin. Elytra thorace paulo longiora , confer-
tim profundius, paulo crebrius quam in Ihoracc, punctalis.
Abdomen crebre subtiliter, basi confertius punclalum et pu-
bescens, sublus segmento sexto apice seplimoque piceo-rufis.
Pedes pallide testacei.
Mas abdominis segmenlo septimo inferiore apice Irian-
gulariter exciso, sexto apice medio siibemarginato, basi pro-
fundius excavato , in excavalione densius pubescente, quarto
tertioque medio ante apicem laevigatis^ fasciculo e pilis lon-
gioribus erectis munitis insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India oricntali.
222. Cryptobium limbatum: ^igrum ^ subopa^
cum , anfennis apice pedibusque pallide teslaceis , elytrorum
limbo apicali segmentorumque abdominis margimbus rufo-te-
slaceis , thorace utrinquc crebre fortiier punctata. Long.
2V3 lin.
Statura fere omnino praecedentis, differt thorace paulo
latiore, minus crebre, capite contra elytrisque paulo crebrius,
subruguloso-punctatis, illo apicem versus longitudinaliter sub-
strigoso, bis margine apicali rufo-testaceis. Abdomen crebre
subtiliter punctatum, subtus piceum.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice medio
triangulariter exciso, quarto medio transversim subcarinu-
lato, carinula longius pubescente.
Habitat in India orientali.
223. Cryptobium in die um: Nigrum , subopacum,
antennis apice pedibusque testaceis , capite elytrisque rußs,
thorace utrinque crebre fortiter punctato. Long. 2% lin.
Statura fere omnino Crypt. fossigeri, sed paulo maius,
fortius minus crebre punctatum, colore sat insignitum.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice fortius
triangulariter exciso, sexto leviler emarginato, longitudinaliter
modice impresso insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali, praecipue
in parte boreali (üom. Bacon).
224. Cryptobium pygiale: Nigrum, subopacum,
antennis apice pedibusque testaceis, elytrorum dimidia parte
122 Kr a atz: die Staphylineii-Fauna von Ostindien,
posteriore et abdominis segmento sexto rufis, thorace titrin"
que confertim fortiter punctato. Long. 1^/n lin.
Statura praecedentium, colore sat insignitum, capite in-
terdum, abdomine saepius sublus brunneo.
Sexus difFerentia fere eadem quae in CrypI. fossigero,
mares autem segmento sexlo inferiore sublus basi minus
profunde impresso insignes.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
5!2. Cephalochetus.
Labrum medio excisum.
Palpi maxillares articulo ultimo valde'obtuso , vix di-
stincto.
Ligula truncata, paraglossis brevior.
Tarsi articulo quarto simplice^ quinto et unguiculis cras-
siusculis, posteriores articulo primo leviter elongato.
Labrum fortiter transversum , apice truncatum , medio
triangulariter excisum, totum corneum, parce setosum. Man-
dibulae leviter falcatae , acutae , medio fortiter bidentatae.
Maxillae malis coriaceis, interiore interne, exteriore apice
barbatis. Palpi maxillares elongati, articulo secundo tertio-
que aequalibus, hoc apicem versus leviter incrassato, quarto
minimo, valde obtüso, vix perspicuo. Labium mento trans-
verso, ligula membranea, apice leviter emarginata, paraglos-
sis hac paulo longioribus, apice liberis. Palpi labiales arti-
ticulo secundo primo paulo latiore et duplo longiore, tertio
minuto, tenui.
Corpus elongatum , paulo deplanalum, lineare, alatum.
Antennae filiformes, tenues, fraclae, articulo primo elongato,
2—5 latitudine plus duplo longioribus, 7—9 suborbiculari-
bus, penultimo leviter transverso , subobconico, ultimo paulo
maiore, apice acuminato. Caput oblongum, basi fortiter con-
strictum/pedunculo tenui thoraci afüxum, exsertum, porrectum,
pone oculos leviter rolundatum, ante oculos coarctatum, la-
teribus ad antennarum funiculum recipiendum oblique Impres-
sum, oculis modice prominulis, rolundatis, capitis basin versus
posilis, fronte media linea , verlice fovea maiore profunde
impressis. Thorax elongalus , basi coleoptcris duplo fere
insbesondere der Insel Ceylan. 123
ang-ustior, anterius utrinque truncatus ante medium utrinque
subangulatus , subdepressus. Sciitellum trianguläre. Elytra
apice subemarginata. Abdomen lineare, late marginatum,
apice paulo attenuatum, stylis analibus magis minusve exser-
tis. Pedes elongati , graciles , anlici haud incrassali, libiis
Omnibus pubescentibus, vix pilosis, tarsis crassiusculis, arti-
culis 4 primis decrescentibus, primo paulo longiore, ultimo
praecedente paulo longiore et crassiore, unguiculis brevibus,
crassis.
Mares abdominis segmento septimo inferiore profundius
inciso a feminibus distinguuntur. «
Genus omnimodo insigne habitu antennarumque structura
maxime ad Cryptobium accedit.
225. Cephalochetus e leg ans: Nigro-fuscus^ tho-
race toto elylrisque opacis, antennis piceis , apice flavis, scu-
tello , abdominis basi pedibusque ryfis , capite subopaco^ po-
sterius fovea oblonga impresso. Long. 2 lin.
f-.i! Antennae articulo primo capitis longitudine , reliquis
cunctis paulo breviore , arliculis 2 — 5 sensim paulo bre-
vioribus , piceis, elongatis, tenuibus , 6—10 flavis, sexto
obconico, septimo oblongo-ovato, octavo nonoque suborbi-
cularibus, penultimo praecedente paulo longiore , ultimo ob-
longo, apice leviter acuminato. Caput basi thoracis latitu-
dine, ante oculos longitudine duplo angustius , basi Irunca-
tum, angulis posterioribus fortiter rotundatis, subtus opacum,
supramodice convexum, subtilissime punctulatum^ parce fusco-
pubescens et nigro-pilosellum, fronte linea antrorsum abbre-
viata, vertice fovea laevigata, subovoidea profundius impres-
sis. Thorax basi coleopteris duplo ,fere angustior, basin
versus modice angustalus , latitudine summa sesqui longior,
apice utrinque oblique truncatus , angulis anlerioribus valde
obtusis , subrotundatis , posterioribus parum obtusis , subde-
pressus, subtilissime alutaceus, opacus, niger, margine summo
rufo , dorso utrinque linea subelevata, medio evanescente,
pone medium carinula magis minusve elevata inslruclus, li~
neis carinulaque haud nitidulis, Scutellum rufum , nitidum,
vix punctulatum. Elytra thorace paulo longiora, subtilissime
alutacea, opaca, fusco-nigra, summa basi rufescentia, lateri-
bus parce pilosella. Abdomen dense subliliter punctatum et
124 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
pubescens, nigro-fuscum, basi et lateribus ferrugineis, subtus
ferrugineum, ante apicein fiiscuni. Styli anales vix ad me-
dium usque exserti, recli, Peclus piceum. Pedes cum coxis
rufo-testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice pro-
fundius inciso, sexto medio subtriangulariter emarginato, ante
apicem laevigato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
226. Cephalo chetiis indicus: Nigro-piceus , tho-
race elytrisque opacis, antennis piceis, apice flavis, ahdomi»
nis basi ferruginea, pedibiis rufo-testaceis, capite nitido, po-
sterius fovea i'homboide impresso, thorace dorso utrinque
linea longiludinali , pone medium carinulis duabus laevigatis
elevato. Long. 2'/^ lin.
Praecedenti valde affinis, paulo maior, caput nitidum,
supra fovea rhomboide impressum, subtus nitidulum, parce
profundius punctatum. Thoracis lineae dorsales magis di-
stinctae, apice inter se, basi, inter se et cum carinula duplici
(fere ad thoracis medium usque producta) coniunctae, laevi-
gatae. Abdomen basi fortius apicem versus minus crebre
punctatum. Pedes coxis plerumque piceis. Styli anales fere
toti exserti, sursum incurvati.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice pro-
fundius inciso, sexto integro insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
53. Psilotracheliis.
Labnim amplum, apice denticulis circiter 6 instructum,
Palpi maxillares articulo quarto teniii , acuta , parum
distincto,
Tarsi arliculo quarto bilobo.
Habitus omnino generis Stilici, tarsi autem articulo
quarto bilobo , clytra specierum duarum adhuc cognitarum
fortiter subseriatim punctata, breviuscula. Antennae paulo
longiores et validiores quam in genere Stilico , capitis thon
racisque forma fere eadem, abdomen crassiiisculum.
227. F silotr achelus crassus: Mger , capite
transversa crebre minus subtilUer punctata , nilidulo^ thorace
insbesondere der Insel Ceylon. 125
conferüm granulato, carinula laevi, ante medium evanescente
elevaio, elyiris suhtililer granuJatis, punctis maiorihtis iniror-
sum seriatim posilis impressis. Long-. 2V2 lin.
Stilico simili fere brevior at sesqui latior , parum ni-
tidus, thorace fere opaco. Antennae briinneo-rufae, arli-
culo lertio secundo paiilo longiore, qiiarto latitudine longiore,
quinto sexloque subquadratis , 7 — 10 modice transversis, ul-
timo longiore, sensim acuminato. Caput coleopterorum lati-
tudine, transversum , basi truncatuni , angulis posterioribus
leviter rotundatis, subtus minus crebre et profunde punetatum.
Thorax coleopleris tertia parte angustior, latitudine paulo
longior, basin versus leviter angustatus, angulis anterioribus
dente minuto prominulo instructis , leviter convexus , basi
«trinque oblique impressus , lateribus lineis duabus incurva-
tis elevatus. Elytra thorace fere breviora , subtilissime pu-
bescentia. Abdomen confertissime punctulatum et pubescens.
Pedes cum coxis rufi.
Mas abdominis segmento septimo infero apice leviter
emarginato insignis.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
228. Psilofrachelussculptipenriis: Mger, ca~
pite orbiculato crebre minus subtiliter punctato , nitidulo,
thorace conferüm granulato , carinato , elyttHs thorace tertia
parte brevioribus, grosse inaequaliter punctatis. Long. 2 72 ün.
Praecedenli angustior et paulo longior, niger , parum
nitidus. Antennae rufo - brunneae, articulo tertio longiore,
A — 10 sensim brevioribus, primis eorum latitudine fere duplo,
penultimis hac vix longioribus. Caput orbiculatum , subtus
crebre profunde punetatum. Thorax coleopteris dimidio an-
gustior , oblongus , lateribus fortiter depressis , basin versus
parum angustatus, ante basin utrinque oblique impressus, basi
ipsa media laevi, punctis nonnullis maioribus impressa, late-
ribus carinuis duabus obliquis elevatis. Elytra crebre in-
aequaliter grosse, introrsum subruguloso-, extrorsum lineatim
punctata. Abdomen confertissime punctulatum et pubescens.
Pedes cum coxis rufo-testacei.
.' Habitat in India orientali.
.in! . .„,,.. ... . , „.,.,. .r.,
126 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
54. Stilicus Latr.
Kegn. Aniinal. IV. p. 436.
229. Stilicus luteipennis: Brunneus , abdomine
supra fusco , elytris sordide luleis , capite thoraceque rufo-
brunneis, haud carinatis. Long. 2% lin.
Statura robustiore, capite thoraceque confertissime sub-
ruguloso-punctalis , opacis. Antennae crassiusculae , rufae,
articulo tertio secundo vix longiore, 5 — 10 sensim paiilo la-
tioribus, transversis. Caput coleopterorum latitudine, sub-
orbiculatuin. Thorax coleopteris dimidio angustior, latitudine
longior, basi ante scutellum carinula brevissima sublaevi ele-
vatus. Elytra thorace paulo longiora , subtilissime minus
crebre punctata, nitidula, tenuissiine fulvo-pubescentia. Ab-
domen supra fuscum , subtus rufulum , ante apicem infusca-
tum, confertissime punctulatum et pubescens. Pedes cum
coxis rufi.
Habitat in insula Ceylan.
230. Stilicus ceylanensis: Niger, capite tJwra-
ceque opacis, haud carinatis, elytris piceo-subaenescentibus^
apice flavis pedibusque testaceis. Long. 2 lin.
Statura fere Stilico affinis, capite thoraceque confertis-
sime subtiliter ruguloso-punctatis , opacis. Antennae rufae,
articulo tertio secundo paulo longiore, quarto latitudine paulo
longiore, quinto subquadrato, 6 — 9 leviter transversis, pen-
ultimo subquadrato. Caput coleopterorum latitudine, sub-
orbiculatum, subtus confertissime obsolete punctatum. Tho-
rax coleopteris dimidio angustior. Scutellum piceo-rufum.
Elytra thorace paulo longiora , confertim subtilissime pun-
ctulata, margine apicali pallido. Abdomen confertissime pun-
ctatum et pubescens , nigro - subaeneum. Pedes cum co-
xis rufi.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice sub-
triangulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
Variat capite, thorace elytrisque basi rufis.
231. Stilicus pygmaeus: Fusco - niger , thorace
rufo, subcarinato, coleopteris hoc sesqui fere longioribus, ni-
tiduliSj ochraceis, dorso magis minusve infuscatis. Long. 1 lin,
Antennae rufae, arliculis duobus primis maiusculis, ter-
insbesondere der Insel Ceylan. 127
tio secunclo miilto minore, latitudine paulo longiore, 3—10
sensim vix latioribus, penultiniis subtransversis, ultimo maiore,
acuminato. Caput subquadratiim , coleopteronim latitudine,
basi truncatum , angulis posterioribus rotundatis , supra con-
fertim obsoletius subruguloso - , subtus crebre fortius pun-
ctatum. Thorax coleopleris dimidio fere angustior, latitudine
summa paulo longior, basin versus fortiter angustatus, late-
ribus angulatis, supra capitis modo punctatus, opacus, linea
longitudinali media parum nitidula subelevatus. Elytra crebre
distinctius punctata. Abdomen confertissime punctulatum et
pubescens, sublus ferrugineum. Pedes cum coxis testacei.
Mas abdominis se'gmento septimo inferiore apice leviter
emarginato.
Habitat in insula Ceylan.
55. Scopaeus Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 604.
232. Scopaeus procerus: Fuscus, subnitidus^ sub~
tilissime pubescens, antennis rufis, jpedibus rufo-testaceis, ca-
pite subquadratOy thorace aequali, elytris hoc paulo longiori-
bus. Long. 2V.^ lin.
Magniludine excellens , fuscus , abdomine dilutiore,
omnium aequaliter confertissime subtilissimeque punctatus,
pube sublilissima subsericans. Antennae capite sesqui lon-
giores , articulo tertio secundo tenuiore et sesqui fere Ion-
giore , 4^10 sensim brevioribus , primis eorum latitudine
duplo, penultimis hac vix longioribus. Palpi rufi. Caput tho-
race paulo latius, basi truncatum, subquadratum, ante oculos
attenuatum, leviter convexum. Thorax coleopteris tertia parte
angustior, latitudine longior, basin versus subangustatus, apice
utrinque oblique truncatus, basi vix rotundatus, angulis ro-
tundatis, leviter convexus, aequalis, posterius interdiim medio
longitudinaliter suLimpressus. Elylra thorace paulo longiora
eodemque vix distinctius punctulala. Abdomen basin versus
leviter angustatum, subtus rufum^ segmentis dorsalibus saepius
ruüs, basi tantum subinfuscatis. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore late profun-
deque exciso insignis.
Habitat in India orientali.
128 K raatz: .i^ie St.iphylinen-Fauna von Ostindien,
2^3. Scopaeus pub crulus: Rufo - testaceus^ opa^
cus, minus subtUiter griseo-pubescens, capite thoraceque rufis,
elylris apice dilutioribus, capite subquadrato, thorace aequali,
elytris hoc tertia parle longioribus. Long". 2^/^ lin.
Praecedenli valde affinis , statura paulo minore, prae-
cipue angustiore, colore , pube minus siibtili grisea antenna-
rumque slructura facile distinguendiis. Antennae capite plus
sesqui longiores, articulo terlio secundo vix angustiore et
paulo breviore, 4 — 10 sensim paulo brevioribus , penultimis
lalitudine longioribus. Elylra thorace tertia parte longiora.
Abdomen rufo-testaceum.
Jilas abdominis segmento seplimo subtus apice late pro-
fundeque exciso insignis.
Habilal in India orientali.
234. Scopaeus semifusc us: Parum nitidus, su b~
tilissime pubescens , capite, thorace aequali elytrisque fuscis^
his apice antennisque rufis, pedibus testaceis, abdomine brun-
neo. Long. 2 lin.
Praecedente paulo minor et angustior , colore et pube
subtiliore facile distinguendus , omnium confertissime subti-
tilissimeque punctatus. Antennae capite plus sesqui longio-
res, articulo tertio secundo paulo longiore , 4—10 sensim
brevioribus, penultimis latitudine vix longioribus. Caput tho-
race paulo latius , oblongum, basi truncatum. Thorax basi
coleopteris tertia parte angustior, latitudine sesqui fere longior,
basin versus subangustatus, parum convexus, aequalis. Ely-
tra thorace tertia parte longiora, thorace paulo distinctius
punctata , fusca , apice late sinuatim rufa. Abdomen brun-
neum, ante apicem subinfuscatum, apice subtusque teslaceuni.
Pedes testacei.
Sexus differentia latet.
Habitat in insula Ceylan.
235. Scopaeus rubra ^testaceus: üpacus, mi»
nus subtUiter pubescens, depressiusculus, rubro-testaceus,
capite paulo obscuriore, elytris paulo dilutioribus, capite iho^
raceque oblongis, hoc linea longiludinali media, vix perspicua
sublaevi. Long. 2 lin.
Praecedente vix brevior , paullulum depressus , opacus,
praecedentibus minus subtiliter punctatus , pube minus subtil!,
insbesondere der Insel Ceylan. 129
subvillosula (praecipue abdominis) vestitus. Antennae articulo
tertio secundo paulo longiore, 4—10 sensiin brevioribus, 3
penultimis latitudine haud longioribus. Caput thorace paulo
latius, oblongum, sublus paulo distinctius quam in speciebus
praecedentibus subruguloso - punctatum. Thorax eodem fere
more quo in praecedente conslructus sed minus convexus,
linea subtilissima, vix perspicua media sublaevi. Elytra tho-
race tertia parte longiora, dikitius rubro-testacea , pone scu-
tellum vix infuscata. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore late profun-
deque exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
236 Scopaeus bicuspis : Suhtilissime puhescens,
parum nitidus, capite thoraceque fusco - ferrugineis , elytris
fuscis, surnrno apice testaceis, abdomine brunneo, antennis pe~
dibusque testaceis. Long. V/^ lin.
Corpus modice convexum, omnium conferlissime sub-
tilissimeque punctulatum et pubescens. Antennae capite tho-
raceque paulo breviores^ articulo tertio secundo vix longiore,
4 — 10 sensim paulo brevioribus , penultimis latitudine paulo
longioribus. Caput thorace vix latius, angulis posterioribus
fortius rotundatis. Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
tudine longior, basin versus subangustatus, leviter convexus,
linea media longitudinali subtilissima sublaevi, basi carinula-
tus, utrinque obsolete impressus. Elytra thorace tertia fere
parte longiora, fusca, apice summo testacea. Abdomen brun-
neum , ano et segmentis singulis apice subtusque testaceis.
Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
bicuspidi, utrinque emarginato insignis.
Habitat in India orientali.
237. Scopaeus subfasciatus: ISitidus , laevissi^
mus, lateribus piloseUus, rufus, subtus testaceus, coleoptero-
rum fascia lata, medio interriipta picea. Long. 1^/^ lin.
Nitidus, capite , thorace elytrisque fere laevigatis, late-
ribus parce pilosellis. Antennae capite thoraceque breviores,
articulo secundo tertioque subaequalibus, 4—10 sensim bre-
vioribus et sublatioribus, penultimis fere transversis. Caput
thorace paulo latius, subquadratum, basin versus fere laevi-
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. l.Bd. 9
130 Kraatz: die Staphylineu-Fauna von Ostindien,
gatum., apicem versus distinetius punctulatum, fulvo-pube-
scens. Thorax coleopteris angustior, latitudine sesqui fere
longior, oblongo-ovatus , bäsi media plicatus et utrinque pro-
fundius impressus. Elytra Ihorace paiilo longiora, rufa, fa-
scia intermedia lala introrsum angustata et minus determinata
piceo- nigra. Abdomen subtilissime vix perspicue punctula-
tum, fulvo-pubescens, rufo-brunneum, segmentis penultimis
supra interdum infuscatis. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
fere semicirculatim exciso, sexto apice late emarginato,
quarto tertioque medio longitudinaliter subimpressis insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
238. Scopaeus suturalis: Subtilissime griseo-pU"
hescens , parum nitidus, vertice thoraceque riifis, eJytris di-
stinetius punctulatis fuscis, basi , sutura apiceque rufis , ab-
domine brunneo. Long. IV2 lin.
Corpus convexiusculum, pube brevissima grisea seri-
cans. Antennae rufae, medio interdum brunneae, arliculo
secundo tertioque subaequalibus, 4 — 10 sensim brevioribus,
penultimis latitudine paulo longioribus. Caput thorace paulo
latius, oblongum, basi truncatum, conferlissime subtilissime-
que punctatum, rufuni, lateribus plerumque infuscatum. Tho-
rax coleopteris paulo angustior , latitudine tertia parte lon-
gior, oblongo-ovatus, leviler convexus, confertissime subtilis-
simeque punctatus, basi distinetius carinulatus, utrinque fo-
veolatus. Elytra thorace sesqui fere longiora , confertis-
sime distinetius punctata. Abdomen brunneum, subtus rufum.
Pedes testacei.
Mas abdominis segmento inferiore septimo apice medio
cii'cuJatim exciso, sexto apice leviter emarginato.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Variat corpore loto rufo, elytris vix infuscatis.
239. Scopaeus limbaius : Nitidulus , subtilissime
pubeseens eapite abdomineque rufo-brunneis , thorace elylro-
rumque limbo apieali rußs, his nigricantibus , antennis pedi-
busque testaceis. Long. V/^ lin.
Corpus modice convexum, omnium confertissime subti-
lissimeque punctulatum et pubeseens, nitidulum. Antennae te-
staceae, articulo secundo tertio paulo maiore, 4—7 sensim
insbesondere der Insel Ceylan. 131
paulo brevioribus, 7 — 10 subaequalibus, subquadratis. Caput
thorace vix latius, basi triincatum , oblongum. Thorax ob-
longus, pauUulum convexus, coleopteris paulo angustior, basi
carinula brevi, minuta elevatus. Scutellum rufum. Elytra
thorace tertia parte longiora, capite thoraceque vix forlius
punctata ideoque vix minus nitida, fusco-nigra, limbo apicali
rufo, interdum fusca, sutura apiceque fusco-testaceis. Ab-
domen dilute brunneum, subrufum.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice late
angulatim emarginato, quarto tertioque pone medium linea
transversali impressis insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Variaf interdum capite thoraceque rufis, rarius ca-
pite fusco.
240. Scopaeus decipiens: Subopacus, subtilissime
pubescens, capite abdomineque rufo - brunneis, thorace rufo,
elytris fuscis, eorum limbo apicali, antennis pedibusque testa^
ceis. Long, vix V/^ lin.
Praecedenti simillimus, sed magis depressus^ subopacus,
plerumque paulo minor, elytris paulo distinctius punctatis.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice emar-
ginato, sexto late profundeque subtriangulariter exciso, an-
gulis apicis excisionis paulo productis, lateribus subtilissime
nigro-setosis.
Habitat in insula Ceylan.
241. Scopaeus pallidulus: Parum nitidus, sub-
tilissime pubescens, testaceus, abdomine fusco-testaceo. Long.
1 lin.
Statura minuta, paulo depressa, omnium subtilissime con-
fertissimeque punctulatus et pubescens. Antennae capite thora-
ceque breviores, testaceae, articulo tertio secundo paulo bre-
viore, quarto quintoque subaequalibus subquadratis, 7 — 10
leviter transversis. Caput thorace paulo latius, oblongum, basi
truncalum , angulis posterioribus parum rotundatis. Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine sesqui longior, lateribus
subparallelis , apice parum oblique truncatus , subdepressus,
aequalis. Elytra thorace tertia parte longiora, pallide testa-
cea. Abdomen subfuscum, subtus testaceum. Pedes testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
132 Kraatz: die Staphylinen-Faiina von Ostindien,
242. Scopaeus planiusculus: Svbdepressus^ sub~
tilissime punclulatus et pubescens, fere opacus, ochraceo-ru-
fus, apice rufO'testaceus, Long. 1% lin.
Statura miniita, subdepressa , omnium siibtilissime pun-'
ctulatus et pubescens, opacus. Antennae rufae, capile thorace-
que breviores, arliciilo tertio seciindo yix breviore sed pauIo
angnstiore, peniiltiniis leviter transversis. Caput thoracis la-'
litudine, oblongo -ovatum , anguUs posterioribus rotundatis.
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine vix sesqui lon-
gior, apicem versus vix angustatus , apicc ulrinque oblique
Iruncatus , angulis anterioribus obtusis , posterioribus rotun-
datis, paullulunj convexus , linea longitudinali media parum
perspicua subelevatus. Elytra thorace tertia fere parle lon-
giora, dorso interdum paullulum fuscescentia, apicem versus
rufo-testacea. Abdomen elongatum , apicem versus fortius
attenuatum, apice rufum, segmentis anterioribus basi mfusca-^
tis. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
243. Scopaeus puncticeps: Confertissime subtil
lissimeque pmictulatus et pubescens , rufus, nitidulus, coleo-
pterorum fascia media indeterminata abdominisqne segmento-
rum basi brunneis , capile subtus minus crebre profundius
punctata. Long, vix 1 lin.
Leviter convexus, capite subtus profunde punctalo sat
insignitus. Antennae capite thoraceque breviores , articulo
tertio secundo angustiore et sesqui fere breviore^ 3 — 10 sen-
sim paulo latioribus, primis eorum subquadratis , penultimis
modice transversis. Caput thorace paulo lalius, oblongum,
basi Iruncatum, angulis posterioribus leviter rotundatis. Tho-
rax coleopteris paulo angustior, latitudine longior, basin ver-
sus vix angustatus, apice utrinque oblique truncatus, angulis
anterioribus valde obtusis , posterioribus rotundatis , parum
convexus. Elytra thorace vix tertia parte longiora , apice
rufo-testacea. Abdominis segmenlorum dimidia pars ante-
rior brunnea, posterior rufa. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
244. Scopaeus micros: Confertissime subtilissime"
que punclulatus et pubescens, niiidulus, rufus, elylris dorso
insbesondere der Insel Ceylan. 133
magis minusve infuscatis , apice testaceo^rufis, capite subtus
crehre subtUiter punctato. Long. ^/^ lin.
Praecedenli similis et affinis, capite subtus crebre subtl-
liter punctato , clytris paulo longioribus , distinctius punctu-
lalis late infuscatis, abdomine contra toto rulo sat distinclus.
Habitat in insula Ceylan.
56. Sclerochiton.
Labrum ampltim^ medio incisum.
Palpi maxillares articulo tertio incrassafo, quarlo mi~
nimOy suhulato.
Falpi labiales permagni, subßliformes.
Antennae rectae.
Tarsi articulo quarto simplice.
Labrum amplum , latitudine duplo brevius , apice trun-
catuui, medio profunde incisum, totum corneum. Mandibulae
leviter falcalae, acutae, inaequales, altera medio fortius tri-,
altera bidentata. Maxillae malis coriaceis, breviusculis, mem-
branaceis , interiore interne, exteriore apice barbata. Palpi
maxillares articulo tertio incrassato. Labium *"') mento trans-
verso , fulcro triangulariter producto , apice setis 4 — 6 in-
struclo, paraglossis talis, fulcrum haud siiperantibus, longius
ciliatis. Palpi labiales ad ligulae basin (?) inserti , per-
magni, triarliculali, articulo primo ligula fere longiore, se-
cundo brevissimo, tertio primo paulo breviore, sensim atte-
nuato, introrsum leviter incurvato.
Corpus elongatum^ subdepressum, alatum. Antennae bre-
ves, capite paullo longiores, articulis duobus primis validius-
culis, 3 — 10 sensim paulo crassioribus, ultimo subovato, apice
acuminato. Caput exsertum, pedunculo tenui brevissimo tho-
raci affixum, porrectum, transversim orbiculatum, oculis ma-
gnis, prominulis. Thorax ante medium coleopteris paulo
angustior, basin versus modice angustatus. Scutellum trian-
guläre. Elytra depressa. Abdomen apicem versus sensim
""■) Bei dem mir vorliegenden Präparate ist die Oberlippe sehr
wohl erhalten, dagegen bin ich über die Form des Kinns so wie
darüber im Zweifel, ob die Lippentaster , deren Gestalt eine so höchst
abweichende ist, wirklich unweit der Zungenbasis eingelenkt sind.
Der Bau der Zunge hat eine deutliche Analogie mit dem von Echiaster.
134 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
attenuatum, slylis analibus haud exsertis. Pedes graciliores
breviusculi, tarsi articulis 4 prlmis longitudine decrescenli-
bus, anticis siinplicibus.
Mares abdominis segmento septimo inferiore apice tri-
angulariter exciso a feminis distinguuntur.
Genus labro amplo, apice truncato, et oculis magnis non
minus insigne quam habitu, quo maxime ad genus Echiaster
Er. accedit; corpus etiam punclura conferla scabriusculum.
245. S clerochiton ochraceus : Ochraceus, opa-
ciis , punctato - scabriusculus , abdomine nigro -fusco, elytris
dorso magis minusve infuscatis. Long. 1^/n lin.
Caput, thorax et elytra parcius tenuiter, abdominis seg-
menta densius et paulo longius fulvo-pubescentia. Antennae
basi testaceae, apice subinfuscatae , articulis penultimis mo-
dice transversis. Caput elytris paulo , thorace tertia parte
latius, basi truncatum^ subdepressum. Thorax latitudine summa
paulo longior, basi coleopteris dimidio angustior, basin ver-
sus leviter angustatus, anterius utrinque oblique truncatus,
angulis anterioribus rotundatis, subdepressus. Elytra thorace
tertia parle longiora. Abdomen segmentis 2--5 superioribus
fortius ruguloso-, sequentibus subtiliter punctatis, inferio-
ribus apice rufo-marginatis. Pectus piceum. Pedes cum
coxis testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice trian-
gulariter exciso, septimo subemarginato, ante apicem longi-
tudinaliter subimpresso insignis.
Habitat in India orientali.
57. Lithocharis ßoisd.
Boisd. et Lacord. Faun. Ent. Paris I. p. 431.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. p. 610.
246. Lithochari s staphylinoides: Confertis-
sime subliJissimeque punctulafa , opaca, fusca^ capite frans-
Dersim subquadrato , basi emarginato , thorace subquadrato,
elytris angulo humerali apicalique externe pedibusque sordide
testaceis. Long. SV^ lin.
Corpus latiusculum , subdepressum , fuscum , pube sub-
tilissima, depressa, grisea densius vestilum, lateribus tenuiter
pilosellum. Antennae capitis thoracisque longitu4ine, rufae,
insbesondere der Insel Ceylan. 135
apicem versus fere teniüores , articulo tertio secimdo sesqui
longiore, 4—10 sensim paiilo brevioribiis , pcnultimis latitu-
dine sesqui longioribus, ultimo apice acuminato. Caput Iho-
race sublatius, transversim subquadratuni, basi profundius
emarg-inatum , parum convexum. Thorax coleopleris paulo
angustior, latitudine vix brevior, basin versus leviter angu-
status, latcribus rectis, apice utrinque oblique truucatus, an-
gulis anterioribus modice prominulis , obtusis , posterioribus
leviter rotundatis , parum convexus, linea tenuissima longi-
tudinaii media sublaevi. Elytra thorace tertia parte longiora,
summo apice plerumque, interdum limbo toto laterali sordide
testaceo. Abdomen ano vix dilutiore, segmentonim margi-
nibus rufescentibus. Pedes sordide testacei , tarsis anticis
leviter dilatatis.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
subtriangulariter exciso, sexto apice parum profunde emargi-
nato, pilis brevissimis nigris instructo.
Habitat in insula Ceylan.
247. Lithocharis spectabilis: Confertissime sm&-
ülissimeqne punctulata, opaca, nigro-fusca, capite thoraceque
subquadratis , elytrorum dimidia parte posteriore , antennis
pedibusque rufis. Long. V'J^ lin.
Corpus elongatum , pube tenuissima grisea obductum,
subopacum, lateribus nigro-pilosellum. Antennae capite tho-
raceque vix longiores, filiformes, articulo tertio secundo ses-
qui fere longiore, 4 — 10 sensim brevioribus, penultimis sub-
quadratis. Caput thoracis latitudine, subquadratum, basi Irun-
catum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine vix
brevior, basin versus subangustatus, angulis anterioribus ob-
tusis , parum convexus , linea longitudinali media laevi sat
distincta obsolete carinatus. Elytra thorace sesqui fere lon-
giora, saturatius rufo - ferruginea , plerumque dimidia parte
anteriore exteriore tertiaque interiore fuscis. Abdomen fu-
scum , segmentis penultimis apice rufo-testaceis. Pedes rufi
seu rufo-testacei.
Mas abdominis segmento inferiore septimo apice lae-
vissime subtriangulariter, sexto medio apice emarginato, pilis
brevissimis, nigris instructo insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orienlali.
136 Kraatz: die Staphylinen-Faiina von Ostindien,
248. Lithocharis curia: Subdepressa, nigro- pi-
cea, subopaca, capife transDersim siibquadrato confertim di-
stinctius punctato, elytris thorace paulo latioribus, limbo la~
terali brunneo, pedibus brunneo-rups. Long. 2 '4 ^n.
Praecedentibus brevior , sequentibus multo latior , sub-
depressa , capite excepto confertissime subtiliter punctata et
pubescens , capite thoraceqiie nitidulis. Antennae capite
thoraccque breviores , articulis duobus primis rufis , snb-
sequentibus infuscatis , tertio secundo paulo longiore, 4 — 10
sensim paulo brevioribus, penultiniis 4 subaequalibus , latitu-
dine paulo brevioribus, rufo -testaceis. Caput transversim
subquadratum, Ihorace fere latius, basi truncatum, confertim
distinctius punctatum. Thorax coleopteris paulo angustior,
latiludine paulo brevior, basin versus subangustatus, lateribus
rectis, angulis anterioribus obtusis, modice prominuiis, sub-
depressus, linea longitudinali media laevi. Elytra thorace
paulo longiora, limbo laterali apicem versus plerumque eva-
nescente brunneo. Abdomen subtus apicem versus minus
confertim punctatum, segmentis penultimis apice piceis. Pedes
brunnei , femoribus apicem versus infuscatis , tarsis anticis
modice dilatatis.
Sexus dlfFerentia tatet.
Habitat in insula Ceylan.
249. Litho charis plana : Deplanata, nitidula, con-
fertissime subtiliter punctata, capite, thorace elytrisque nigris,
basi brunneis, abdomine supra fusco, pube subtilissima vestito.
Long. 2y3 lin.
Parallela, depressa, confertissime subtiliter punctata te-
nuissime fulvo-pubescens. Antennae capitis thoracisque lon-
gitudine, filiformes, rufae, articulo tertio secundo paulo lon-
giore , 4 — 10 sensim paulo brevioribus, penultimis subqua-
dratis , ultimo maiusculo , apice acuminato. Caput thorace
paulo latius, subquadratum, basi truncatum, angulis posterio-
ribus fortius rotundatis , planum , anterius magis depressum
subtus confertim paulo profundius minus siibliliter punctatum.
Thorax coleopteris tertia fere parte angustior, latitudine bre-
vior , basin versus vix angustatus , lateribus subrectis, apice
ulrinque oblique truncntus, angulis anterioribus obtusis, pa-
rum prominuiis, posterioribus rotundatis, depressus, in media
insbesondere der Insel Ceylan. 137
basi carinula subelevatus , cariniila ipsa lineola impressa.
Scutellum punctatum. Elytra thorace terlia parte longiora,
basi latiiis briinneo-rufa. Abdomen parallelum, fuscum, den-
sius fulvo-pubescens , segmentis dorsalibus pcniiltimis apice
ventralibusque fere totis ruüs. Pedes rufi, tibiis tarsisque
testaceis.
Sexus differentia latet.
Habilat in India orientali.
250. Li t ho Charts vicina: Deplanata ^ niHdida,
conferlissime snhtililer piinctala, capile ihoraceque nigro-
piceis , hoc paulo distictius piinctato, linea laeci media cari-
nato^ elytris casianeis, abdomine ferrugineo. Long. 2% lin.
Statura fere omnino praecedentis, colore, thorace distin-
ctius punctato , linea longitudinali media laevi subcarinato
elytrisque paulo longioribus facile distinguenda.
Habitat in India orientali.
251. Lithocharis breviiiscula: Ferruginea, ca~
pite suhtransverso ihoraceque subquadrato confertissime mx
perspicue pimciidatis, opacis, elytris nilidulis , minus subtili-
ter subruguloso - pimctafis , abdomine snpra fusco. Long,
i'% lin.
Capite thoraceque vix perspicue punctulatis, opacis, ely-
tris contra distinctius subruguloso - punctatis facile cogno-
scenda, bis abdomineque fulvo-pubescentibus, illis pube vix
visibili vestitis. Antennae capite thoraceque breviores, rufae,
arliculo tertio secundo sesqui fere longiore , 4 — 10 sensim
brevioribus, penultimis subquadratis. Caput thorace fere la-
tius, transversum , basi emarginatum , angulis posterioribus
rotundalis, parum convexum. Thorax coleopteris angustior,
latitudine .paulo brevior , lateribus parallelis, basi leviter ro-
tundatus, apice utrinque oblique truncatus et paulo emargi-
nalus, angulis anterioribus prominulis, parum obtusis, poste-
rioribus obtusis , subrotundatis , parum convexus, linea lon-
gitudinali angusta media subelevata carinatus. Scutellum pun-
ctatum. Coleoptera thorace sesqui fere longiora , sordide
testacea, dorso magis minusve infuscata. Abdomen confer-
tissime subtiliter punctatum et pubescens, supra fuscum, seg-
mentis penultimis rufo-seu testaceo-marginatis, subtus rufum,
segmentis singulis basi infuscatis. Pedes testacei.
138 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice levi-
ter emarginato insignis.
Habitat in insiila Ceylan.
252. Lithocharis uvida: Confej'tissime subtilisslme
punctulata, opaca, ferrnginea, capite subquadrato nigro, tlio-
race quadrato, obsolete carinato, abdomine fusco, segmento-
rum marginibus anoque rufo-ferrugi?ieis. Long. 2'/^ lin.
Corpus pube siibtilissima griseo-sericea densius vesti-
lum. Antennae capitis thoracisque longitudine , filiformes,
rufae, arliculo tertio secundo sesqiii fere longiore, 4 — 10
sensim brevioribiis, peniiltimis latitudine paulo longioribus.
Caput vix thoracis latitudine, basi truncatum, subquadratum,
leviter convexum , nigrum. Thorax coleopleris paulo angu-
stior, latitudine vix brevior, basin versus haud angustatus,
laeribus rectis, apice utrinque oblique truncatus, angulis an-
terioribus obtusis, posterioribus subrotundatis, parum conve-
xus, linea tenui subelevata obsoletissime carinatus. Elytra
thorace tertia parte longiora, ferruginea, lateribus interdum
paulo dilutioribus. Abdomen fuscuin seu fusco-ferrugineum,
segmentorum marginibus anoque rufo - ferrugineis. Pedes
testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice leviter
triangulariter exciso, sexto apice subemarginato pilisque bre-
vissimis nigris instructo insignis.
Habitat in insula Ceylan.
253. Lithocharis fuscip ennis : Confertissime sub-
tiliter punctata, ferruginea, capite nigro thoraceque rufo
paulo nitiduUs, hoc subquadrato, linea tenui sublaevi obsolete
carinato, elytris ante apicem magis minusve infuscatis. Long.
2 lin.
Lith. ochracea paulo maior et latior, subtilissime pun-
ctata et pubescens , capite thoraceque nitidulis. Anten-
nae capite thoraceque longiores , rufae, articulo tertio se-
cundo paulo longiore, 4—10 sensim paulo brevioribus, peti-
ultimis latitudine paulo longioribus. Caput thoracis latitudine,
subquadratum, angulis posterioribus forlius rotundatis, parum
convexum. Thorax subquadratus , linea media longiludinali
sat perspicua sublaevi obsolete carinatus. Elytra thorace
plus lerlia parle longiora, ferruginea, basi saepius dilutiora,
insbesondere der Insel Ceylan. 139
ante apicem siibinfiiscata. Abdomen supra infuscalum, seg-
mentorum marginibus rufis. Pedes testacei.
Mas abdominis segmenlo seplimo inferiore medio apice
profundius exciso, angiilis excisionis longius fiilvo-pubescen-
tibus, segmento septimo utrinque leviter emarginato, medio
apice leviter producto piiisque brevissimis nigris in^triiclo
insignis.
Habitat in insula Ceylan.
254. Lithocharis vilis: Confertissime subtlliter
punctata, ferntgifiea , capite fnsco-nign) thoraceque idüdnlis,
elyfris hoc mx tertia parte longioribus , sordide testaceis^
introrsum suhinfuscatis. Long. 2 lin.
Praecedenti simillima, paulo brevior, elytris paulo bre-
vioribus, paulo distinctins punclatis , minus infuscatis anten-
narumque structura distinctn. Antennae capite thoraceque
paulo hreriores , articulo tertio secundo paulo longiore,
4 — 10 sensim paulo brevioribus , penultimis latitiidine haud
longioribus. Pedes validiusculi.
Mas abdominis segmento inferiore apice late niodice
profunde, sexto apice leviter emarginato, pilis brevissimis
nigris instructo insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
255. Lithocharis nigriceps: Confertissime sub-
tilissimeque punctata^ capite nigro thoraceque rufo fere opa-
cts, elytris hoc longioribus^ sordide rufo-tesfaceis, abdomine
fusco, segmentorum marginibus rufis. Long. V/t^ lin.
Praecedentibus duobus paulo minor, confertim punctata,
thorace saturatius rufo, elytris vix unquam infuscatis distincta.
Antennae capitis thoracisque longitudine, articulis penulti-
mis latiludine paulo longioribus. Caput thorace fere angu-
stius, vix minus confertim quam in Lith. ochracea punctatum.
Thorax subquadratus , linea longitudinali media sublaevi ob-
solete carinatus. Elytra thorace paulo longiora , rufo-testa-
cea, opaca. Abdomen dense pubescens, supra fuscum, seg-
mentorum marginibus rufft, subtus rufulum. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore apice lato
profundeque, sexto parum emarginato, pilis brevissimis nigris
instructo insignis.
Habitat in insula Ceylan.
140 Kr a atz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
256 . Lithocharis ochracea: Subtilissime confer-
tissimeqiie punctata, opaca, ferruginea, capite subtriangulari
nigro, thorace quaclrato, obsolete carinato. Long. P/:, liii.
ßoisd. etLacord. Faun. Ent. Paris I. 432. 1. —
Erichs. Gen. et Spec. 623. 23.
Exemplar ex India orientali coinmimicatum omnino cum
indigenis congruit.
257. Lithocharis sororcula: Confertissitne stih-
iilissimeque punctata, capite tiigro thoraceqve rufo nitidii-
Us, elytris hoc longioribus , sor diele rufo-tesfaceis ^ apicem
versus saepiiis subinfuscatis , abdomine ferriigineo, segmentis
singulis in basi snpra subinfuscatis. Long, l^^ lin.
Lithoch. nigricipiti similiiina , slatura minore, corpore
paulo minus confertim punctata abdomineque plerumque di-
luliore distincta.
Mas abdominis segmento septimo inferiore rnedio apice
triangulariter exciso, sexto abrupte emarginato , pilis brevis-
simis nigris instructo insignis.
Habitat in insula Ceyian.
258. Lithocharis rufula: Confertissitne punctata,
opaca , rufa , capite subquadralo , basi emarginato , thorace
oblongo , elyfris hoc tertia parte longioribus , apicem versus
extrorsum subinfuscatis. Long, l'/^ !'"•
A praecedentibus statura paulo magis convexa praeser-
tim autem capite basi emarginato facile distinguenda. Corpus
confertissime sublilissimeque punctatum, tenuissime fulvo-pu-
bescens. Antennae capite thoraceque paulo breviorcs, rufae,
articulo terlio secundo paulo breviore et angustiore, 4 — 10
sensim paulo brevioribus, penultimis longitudine paulo latio-
ribus. Caput thorace paulo latius, subquadratum, basi leviter
emargiiiatuniy convexiusculum. Thorax coleopteris paulo an-
gustior, latitudine terlia parte longior, basin versus suban-
gustatus, lateribus subreclis , apice utrinque oblique trunca-
tus , angulis anterioribus paulo prominulis, obtusis, postcrio-
ribus rotundatis, leviter convexus , aequalis. Elylra thorace
tertia parte longiora, paulo distinclius punctata, ad angulum
externum apicis subinfuscala. Abdomen snpra l)runneuni,
ante apicem subinfuscalum, ano tcstacco, subtus rufum. Pe-
des testacei.
insbesondere der Insel Ceylan. 141
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice trian-
gulariter exciso, sexto leviter emarginato, pilis nigris non
instructo insignis.
Habitat in India orientali.
259. Lithocharis citmamoptera: Cinnamom ea,
capitc thoraceque confcrüm distincHus suhrnguloso^punctatis,
opacls, hoc transversim suhquadrato, elytris iertia parte bre-
viore. Long. IV, lin.
Praecedenlibus latior , subdepressa , subtilissime piibe-
scens, abdominis segmentis confertissime subtilissimeque,
capite, thorace elytrisque distinctiiis , illis subruguloso-pun-
ctalis. Antennae capite longiores, rufae, articulo tertio se-
cundo vix longiore et paulo angustiore , 4 — 10 sensim bre-
vioribus, primis eorum latitudine fere diiplo longioribus, pen-
iiltiniis subquadratis. Caput thoracis latitudine, subtriangu-
lare, basi subemarginatum. Thorax apice coleopteris vix
angustior, basin versus pariim angustatus, apice fere trunca-
tus, angulis anterioribus siibrectis, prominulis, posterioribus
obtusis , subdeprcssus , iinea longitudinali media subtilissima
siiblaevl canaliciilatus. Elytra riibro-cinnamomea, nitidula,
summo apice interdum nigricantia. Abdomen segmentis sin-
giilis siibtus riifo-marginatis. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
260. Lithocharis nig errima: Nigerrima^ nitida^
parce nigro-pubescens^ capite suborbiciilato , anterius parce
fortiter , thorace rage punctato , plaga media lata longitudi-
nali laevi Long, ly^— ly. lin.
Corpus nigerrimum, parce pubescens , lateribus pilo-
selliim. Antennae capile thoraceque breviores , piceo-rufae,
articulo primo piceo , tertio secundo paulo longiore et te-
nuiore , 4 — 10 sensim paulo brevioribus , penultimis latitu-
dine vix brevioribus. Caput thorace latius, suborbiculatum,
parum convexum, oculis sat magnis^ fronte media laevi, an-
teriore parce fortiter punctata. Thorax coleopteris vix an-
gustior, subquadratus, angulis rotundatis, anterioribus fere
obtusis , parum convexus , vage fortiter punctatus , plaga
lata media longitudinali laevi. Elytra thorace paulo lon-
giora , parce minus subtiliter parum profunde punctata.
Abdomen nitidum , praecipue apicem versus parce subtiliter
142 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
punctatum , aiio subtus piceo-rufo. Pedes femoribus piceo-
tibiis larsisque sordide testaceis.
Mas abdominis segmento septiino inferiore medio apice
profunde subtriangulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
261. Lithocharis affinis: Mgro- picea, nitida,
capite nigro tlioraceque rufo parce punctatis, hoc Hnea lon-
gitudinali media laevi, elytris fusco-piceis, limho omni rufulo.
Long. 1 % li"'
Lilli. melanocephalae valde affinis, capite thoraceque
paulo brevioribus, elylrisque dilutioribiis distincta videtur.
Anlennae rufae, articulo tertio secundo vix longiore, penul-
timis subquadralis. Abdomen segmentorum marginibus rufo-
testaceis, segmentis duobus penultimis (6, 7) subtus fere totis
ferrugineis.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
triangulariter exciso, sexto longitudinaliter subimpresso in-
signis.
Habitat in India orientali.
58. Thinocharis.
Labrum hilobum.
Palpi maxillares articulo quarto distincto , acuta,
Ligula biloba, laciniis membraneis ^ fulcro interjacente
haud setoso.
Antennae tenues, articulis duobus primis incrassatis.
Tarsi articulo quarto simplice.
Labrum amplum, transversum, bilobum, membranaceum,
apice nulJo modo denticulatum. Mandibulae falcatae, acutae,
inaequales, altera fortius4-, altera 3-dentata. Maxillae
breviusculae, membranaceae, maus coriaceis, interiore interne,
exteriore aprce barbatis. Palpi maxillares articulo tertio se-
cundo paulo longiore et crassiore, quarto tenui, nünuto. La-
bium mento transverso , ligula biloba , fulcro haud setoso,
paraglossis ligulae lacinias vix superantibus, Palpi labiales
articulo secundo primo muKo longiore , tertio minuto , te-
nui, acuto.
Habitus fere omnino minutae Lithocharidis, corpus pube
insbesondere der Insel Ceylan. 143
tenuissima vestitum, antennae tenues, articulis duobiis primis
incrassalis, 3—10 sensim vix brevioribus fere angustioribus.
Pedes tarsis breviusculis , anticis siniplicibus , posterioribus
articulis 4 primis longiludine sensim decrescentibus.
Genus antennarum structura, labro bilobo labiisque ful-
cro apice haud setoso facile a Lithocharide genere distin-
guendum, quod cum alio vix confundas.
262. Thinocharis carini colli s: Confertissime
subHlissimeqiie punctulata^ opaca , fusco-ferriiginea , capite
subquadrato fusco , antennis pedibusqiie testaceis , thorace
linea longitudinali media laevi sat dislincta elevato. Long.
IVö Hn.
Corpus subtilissime punctulalum, pube tenuissima sub-
sericans. Antennae capite sesqui longiores, testaceae, arti-
culis duobus primis incrassatis, 3 — 10 pilosellis, sensim vix
brevioribus, ultimo maiore , oblongo-ovalo. Caput thorace
paulo latius , transversim subquadratum , basi truncatum, le-
viter convexum. Thorax coleopteris terlia parte angustior,
latitudine vix brevior, basin versus vix angustatus , basi pa-
rum apice utrinque oblique truncatus, angulis Omnibus leviter
rotundatis , anterioribus obtusis, pauUulum convexus, medio
subcarinatus. Elytra thorace tertia parle longiora , paulo
distinctius punctulata. Abdomen pube subtilissima vestitum,
apice longius nigro-pilosum, ano subtus rufescente.
Habitat in insula Ceylan.
263. Thinocharis pygmaea: Confertissime sub^
ülissimeque punctulata^ opaca, fusco --ferriigineay capite sub-
ovato fusco, antennis pedibusque rufo-testaceis, thorace linea
longitudinali media parum distincia subelecato. Long. V^ lin.
Corpus pube tenuissima densius vestitum, opacum. An-
tennarum structura fere cadem quae in praecedente. Caput
thorace vix latius, subovatum. Thorax coleopteris tertia- parte
angustior, latitudiiie vix brevior, lateribus parallelis subrectis,
basi parum rotundatus, apice utrinque oblique truncatus, an-
gulis Omnibus obtusis, subrolundatis , parum convexus, linea
longitudinali tenuissima media subelevatus. Elytra thorace
tertia parte longiora. Abdomen lateribus subtiliter, apice
longius nigro-pilosellum, ano subtus ferrugineo.
Habitat in insula Ceylan.
144 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
59. Acantlioglossa.
Lahrum apice subbidenticulatum,
Falpi maxillares arliculo quarto ienui, acuto,
Ligula Cornea, fiUcro actmiinato, spinis circiter 4 armato.
Tarsi ariiculo quarto biloho, primo leviter elongato,
Labriim latum, transversum, lateribus leviter explanatis
rotundatisque , apice medio subbidenticulatum, inter dentes
levissime emarginalum. Mandibulae breviusculae, falcatae,
medio iridentatae , inaequales , altera deute medio duobus
aliis breviore, altera Ins lougiore. Maxillae maus coriaceis,
interiore interne, exteriore apice barbatis. Palpi maxillares
articulo tertio secundo paulo longiore et crassiore , quarto
minuto , acuto. Labiuni niento transverso , ligula fere tota
Cornea, fulcro maiore, apice acuminato, spinis circiter 4 le-
viter introrsum incurvatis munito, paraglossis fulcrum paulo
superantibus. Palpi labiales articulo secundo primo plus duplo
longiore, tertio minuto, tenui.
Habitus fere omnino Lithocharidis, corpus autem paulo
latius, antennae breviores, apicem versus incrassatae, abdo-
men parallelum , segmento sexto maiusculo. Pedes breves,
tarsis brevibus , articulo quarto bilobo , anticis simplicibus,
posticis articulo primo leviter elongato.
264. Acanthoglossa hirta: Rufo - brunnea ^ pube
erecfa fulva hirta, aniennis crassinscidis , capite thoraceque
brevi confertim minus subtiliter pimctatis, opacis, elytris mi-
nus crebre punctatis abdomineque niiidulis. Long, ly^ lin.
Corpus latum, convexiusculum , pube erecta dense ve-
stitum. Antennae capite paulo longiores , crassiusculae, ru-
fi\e, articulo tertio secundo fere breviore sed non angusliore,
4 — 10 sensim latioribus, primis eorum latitudine vix longiori-
bus , penultimis fortiter transversis, ultimo apice attenuato.
Caput thoracis latitudine, transversim subquadratum , basi
truncatum , confertim acqualiler minus subtiliter sed parum
profunde , subtus crebre profunde punctatum. Thorax co-
leopteris paulo angustior, longitudine duplo fere latior, basin
versus leviter angustatus, apice utrinque oblique truncatus,
angulis anterioribus subreclis, posterioribus rotundatis, levi-
ter convexus, capite paulo crebrius punclatus, linea longitu-
insbesondere der Insel Ceylan. 145
dinali media subelevata, apice evanescente, laevi. Elylra
thorace tertia parte longiora. Abdomen confertim distinctius
punctatum, apice rufiim.
265. Acanthog lossa brachycera: Ferruginea,
parum nitida, capite thoraceque confertim distinctius subru-
guloso-punctatis , opacis , hoc transversim subquadrato , ely-
tris dimidio fere bremore, his rufo-ferrugineis. Long. l'/2lin.
Corpus latiusculum, subdepressum, tcnuiter fiilvo-pube-
scens. Antennae capite paiilo longiores , rufae , articulo se-
cundo teriio vix longiore^ 3 — 5 subaequalibus, 5 — 10 sensim
latioribus, penultimis longitudine duplo fere latioribus. Ca-
put thorace pauio latius , transversim subquadratum , basi
truncatum , angulis posterioribus modice rotundatis , parum
convexum , punclura haud subtili sed parum profunda , sub-
tus profundiore. Thorax apice coleopteris vix angustior,
longitudine sesqui latior , basin versus leviter angustatus,
apice utrinque oblique truncatus, angulis anterioribus sub-
rectis, subprominulis, posterioribus rotundatis, parum conve-
xus, linea longitudinali media tenuissima sublaevi, apice eva-
nescente subelevatus. Elytra thorace sesqui fere longiora
eodemque dilutiora, crebre subruguloso-punctata. Abdomen
brunneum, apice rufescens. Pedes rufi.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
leviter emarginato insignis.
266. Acanthoglossa testaceip ennis: Rufa,
nitidula, capite confertim profundius punctata^ thorace trans^
versim subquadrato^ elytris hoc tertia parte lo7igioribuSy te~
staceis, pedibus flavis. Long. 1'/^ lin.
Praecedente paulo brevior, praecipue angustior, minus
depressa, fulvo-pubescens. Antennae capite paulo longiores,
testaceae, articulo tertio secundo vix breviore sed paulo
angustiore, 4 — 6 subquadratis, 6 — 10 sensim latioribus trans-
versis. Caput thorace malus et paulo latius, transversim
subquadratum, basi truncatum, angulis posterioribus parum
rotundatis , leviter convexum , confertim distinctius subtus
profundius punctalum. Thorax coleopteris paulo angustior,
longitudine sesqui latior , basin versus leviter angustatus,
apice utrinque oblique truncatus, angulis anterioribus subre-
ctis, posterioribus rotundatis, leviter convexus, pone medium
Archiv f. Natufgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. \Q
146 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
linea sublaevi media leviter elevalus, confertim minus subtiliter
piinctatus. Elytra thorace tertia parte longiora, rufo-testa-
cea, minus dense subtiliter punctata, nitidula. Abdomen con-
fertissime subtiliter punctatum , pube fulva minus subtili ve-
stitum, rufum. Pedes flavi.
Habitat in India orientali.
267. Acanthoglo ssa rufa:,Rufa, opaca ^ capite
thoraceque confertim distinctius piincfatis, thorace transver-
sitn subquadrato, elytris hoc mx tertia parte tongioribiis.
Long. 1 lin.
Habitu fere praecedentis, sed minor, tota saturatius
rufa. Antennae rufo-testaceae, arliculo secundo tertioque
subaequalibus , quarto latitudine sublongiorc , 5-to , 6-toque
subquadratis, 6—10 sensim paulo latioribus, penullimis mo-
dice transversis. Caput thorace paulo latius, subquadratum,
basi truncatum, angulis posterioribus leviter rotundalis, sub-
depressum, supra confertim distinctius subruguloso-punctatum,
subtus crebre profunde punctatum. Thorax coleopteris an-
gustior, latitudine paulo brevior, basin versus vix angustatus,
lateribus rectis, apice truncatus, angulis anterioribus subre-
ctis, posterioribus rotundatis, parum convexus, confertim di-
stinctius punctalus. Elytra thorace minus confertim, abdomi-
nis segmenta crebre punctata, longius fulvo-pubescentia.
Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
60. Suuius Leach.
Erichs, Gen. et Spec. Staphyl. p. 637.
1. Species gemiinae, corpore vatde elongato,
capite oblong 0.
268. Sunius maior: Elongatus, linearis, nig er ^ an-
tennis pedibnsque testaceis, capite thorace sesqui fere tatiore,
elytris thorace paulo longioribus , crebre fortiter punctatis.
Long. 2V2 lin.
Parum nitidus, capite thoraceque opacis , fulvo-pube-
scens. Antennae capite thoraceque breviores. Caput thorace
sesqui fere latius, oblongum, pone oculos leviter angustatum,
angulis posterioribus rotundalis , supra confertim fortiter
"'•'^""'"insbesondere der Insel Ceylan. 147
pifTiclatd-Viigölsifm (punctis leviter sat perspicue urnbilicatis),
subtus minus crebre fortiter punctatum. Thorax coleopteris
dimidio angustior iisdemque paulo brevior, apice cum an-
gnWs anterioribus rotundatus, basin versus parum angustatus,
parum convexus , punctis magnis, urnbilicatis. Elylra minus
crebre fortiter punctata, punctis exasperatis. Abdomen parce
punctatum, longius fulvo-pubescens. Pedes cum coxis rufo-
testacei.
Habitat in insula Ceylan.
269. Sunius pulchelliis: Elongatus, linearis, ca^
pife thoraceque piceo - rufis, opacis , ehjtris lügris , nitichdis,
apice flaco-testaceis, abdominis segmentis anterioribus (2 — 4)
apice late festaceis, antennis pedibusque fiavis^ femoribiis apice
tiigris. Long. 1% lin.
^'''' Corpus convexiusculum , parce tenuiter pubescens. An-
tennae capitis thoracisque fere longitudine, filiformes, flavae.
Caput thorace paulo latius, oblongum, angulis posterioribus
cum basi rotundatls, siipra confertissime subtilitcr punctato-
rugulosum, subtus confertissime rugiiloso-punctatum. Thorax
lateribus ante medium angulatis , basin versus fortiter angu-
status, in ipsa basi coleopteris plus duplo angustior, confertis-
sime subtiliter ruguloso-punctatus. Scutellum rufulum. Ely-
tra thorace paulo longiora, nitidula, crebre forlius punctata.
Abdominis segmenta anteriora basi distinctius punctulata, po-
steriora (6, 7) subtilissime punctulata , scxtum totuni piceo-
nigrum, quintum margine tenui rufe. Pedes cum coxis flavi,
femoribus apice nigris. 'n-^^vu^o..* ixuii
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
exciso, sexto longitudinaliter posterius profundius impresso,
impressione laevigata.
• Habitat in insula Ceylan.
-'- 270. Sunius gracilis: Elongatus , linearis , testa-
ceus, capite subtus minus crebre fortius punctata, elytris
confertim fortius punctatis, his macula media oblonga, abdo-
minisque segmenti sexti basi piceis. Long. 2 lin.
*'** Sequentibus paulo longior et gracilior , cinereo-pube-
scens, nitidulus. Antennae capitis thoracisque fere longitu-
dine, apice vix crassiores, flavae. Caput thorace paulo la-
lius, oblongum, confertim punctato-rugulosum, subtus minus
148 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
crebre forlius punctatuin. Thorax coleopleris duplo fere an-
gustior, latitudine sesqui longior, confertim punctato-rugo-
sus. Elytra thorace vix tertia parte longiora, crebre forti-
ter punctata. Abdomen minus crebre et subtiliter punctatuin,
segmenti superioris sexli dimidia parte anteriore picea. Pe-
des flavi.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
profunde triangulariter exciso, sexto apice emarginato, dense
nigro-seloso sat insignis.
JHabit^t in India orientali.
271. Sunius maculip enfiis : Elongatus , linearis^
testaceus^ elytrormn macula media oblonga abdominisque seg^
meutis duobus penultimis nigris. Long. P/^ ün,
Sunio longiusculo vix longior sed paulo latior. Anten-
nae tenues, flavae. Caput thorace paulo latius, oblongum,
supra (sicuti thorax) confertissime subtiliter punctato-rugo-
sum, subtus minus crebre profundius punctatum. Thorax
basi coleopleris duplo fere angustior, latitudine plus tertia
parte longior. Elytra thorace sesqui fere longiora, crebre
fortius punctata. Abdomen minus crebre et subtiliter pun-
ctatum, segmentis duobus penultimis (6, 7) supra tolis nigris,
septimo subtus piceo.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice trian-
gulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
272. Sunius indicus: Elongatus^ linearis, testace us
ab domine confertim subtiliter punctata, segmento sexto nigro,
septimo rufo. Long. V/2 li"^*
Statura minore , elytris immaculatis , abdomine confer-
tim subtiliter punctalo a praecedente facile distinguendus.
Antennae flavae. Caput thorace paulo latius , confertissime
subtiliter punctato-rugosum , subtus minus crebre dislinctius
punctatum. Thorax basi coleopleris duplo fere angustior;
elytra hoc sesqui fere longiora , confertim dislinctius pun-
ctata. Abdomen subtus confertim subtiliter punctatum, seg-
mento sexto superne sublusque lolo nigro , septimo rufo.
Pedes flavi.
Mas abdominis segmento septimo apice triangulariter^
exciso insignis.
" /""' insbesondere der Insel Ceylan. 149
'" tn friäiä Orientali haud infrequens, in insula Ceylan ra-
rius occurrit.
Variat interdum segmento sexto inferiore, rarius supe-
riore basi rufulo.
273. Sunius concolor: Elongatus, linearis, testa-
ceus , capite subtus elytrisque crehre fortius punctatis, Ms
thorace iertia parte longioribus. Long, l'/j lin.
Statura fere praecedentis, totus testaceus, capite subtus
crebrius elytrisque distinctius punctatis , brevioribus facile
dislinguendus. Abdomen crebre subtililer punctatum.
Habitat in India orientali.
274. Sunius flatus: Elongatus^ linearis, flatus, ca--
pite subhis et elytris crebre fortius punctatis , his thorace
sesqui longioribus, abdomine minus crebre et subtiliter pun--
dato. Long. V/x li"»
Statura fere praecedentium sed maior, corpore distin-
ctius, capite subtus crebre punctato, hoc thoraceque testa-
ceis, elytris flavis, thorace sesqui longioribus. Caput thorace
latius, oblongiusculum, basi cum lateribus fortiter rotundatum.
2. Species spuriae, capite suborbiculato.
275. Sunius trinotatus: Testaceus, nitidulus, ca-
pite thoraceque rufis , opacis , elytrorum macula media late-
rali obliqua, puncto communi ad angulum apicis interiorem
abdominisque segmento qiiinto supero fuscis. Long. 1 '/j ^'i^«
Corpus fulvo-pubescens , lateribus longius nigro-pilo-
sellum. Antennae capitis thoracisque longitudine, testaceae,
articulo tertio secundo paulo longiore , 4 — 10 sensim paulo
brevioribus , penultimo leviter transverso , ultimo maiusculo.
Caput thorace vix latius , suborbiculatum , convexiusculum,
supra confertim punctato - rugosum, subtus minus crebre pa-
rum profunde punctatum. Thorax coleopteris fere dimidio
angustior, latitudine summa vix longior, apice cum angulis
anterioribus rotundatus, angulis posterioribus rotundatis, mo-
dice convexus, confertim punctato -rugosus. Elytra thorace
tertiaparte longiora, minus crebre et subtiliter minus pro-
funde punctata, vitta media laterali obliqua parum determi-
nata, inlrorsum sensim angustiore et macula communi anguli
150 Kr a atz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,'
apicalis intcrni fusco -piceis. Abdomen supra subtilissime
minus crebre punctulatum, subtus basin versus minus subtili-
ter punctatum, tenuiter fulvo-pubescens^l rufo-testaceum,
seffmento quinto superiore fusco. Pedes pallidß testacei. .
Habitat m insula Ceylan. ^ „^
61. Paederus Gravenh. '•'^''^'^
Erichs. Gen. et Spec. Stapli. p. 649. ^»»^"^^^ n-»t>tt>M
276. Paederus amplicollis: Rufus , elytrts bre-
vibus cyaneis, abdominis segmentis duobus penultimis nigri'$.
Long. 0 Im.
Statura ferc P. conspicui sed paulo maior, thorace la-
tiore , rufus , nitidus. Palpi rufo-testacei. Antennae capite
Ihoraceque breviores , tenues, rufo-testaceae, articulo tertio
secundo plus duplo longiore, 3 — 10 sensim paulo brevioribus
sed non crassioribus. Caput thoracis latitudine , suborbicu-
latum, depressiusculuin, parce punctatum , nigro - pilosellum,
fronte media laevi. Thorax coleopteris ferc latior, latitudine
sesqui fere longior, basin versus parum angustätus, disperse
dorso biseriatim punctatus, nigro-pilosellus. Scutellum rufum.
Elytra thorace breviora , crebre fortiter punctata, cyanea,
fulvo -pubescentia. Abdomen parce punctatum, fusco-pube-
scens , parce pilosellum. Pectus cyaneum , niesosterncj rufo.
Pedes cum coxis rufo-testacei. n ?ii«»«i'»n'«vÄ\ «Vf(\
Habitat in insula Ceylan. ?
277. P aederus lavanus: Niger, elytris cyaneis^^
thorace, abdominis segmentis 2 — 5 mesosternoque rufis^ pedi-
bus antennisque testaceis^ Ms medio fiiscis , femoribus poste^
rioribus, tibiis tarsisque omnibus nigris. Long. 4 lin. , ,,
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 654. 9. , ^ w.wVno'if'vul
Habitat in Java, Collect. Dom. Chevrolat.
Species mihi invisa , quacum exemplaria in insula Cey-
lan lecta, slaturam paulo maiorem thoracemque basin versus
magis angustatum si excipias, omnino convcnire videntur.
278. Paederus fulvioornis: Apterus^ niger^ ely-
tris brevibus, nigro-cyaneis, tibiis piceis apice, tarsis, anten^
nis palpisque testaceis. Long. 4 lin. i-inq ultiMi
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 665. 34. ,.,, ..h.rrA
Habitat in Java, Dom. Dr. de Haen.
' ' insbesondere der Insel Ceylan. 151
279. Paeder US peregrinus: Alatits, niger , ely-
tris crebre profundeque punctatis coe?'uleis, thorace abdomi^
nis segmentis 2 — 5, mesoslerno pedumque basi rußs^ antennis
nigris, basi testaceis. Long-. 3 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 656. 12.
Exemplaria in Java, in Bengalia et in ins. St. Mauritii
lecta a Dom. Erichson descripta, alia ex India boreali si-
cuti ex insula Ceylan mecum communicata sunt; specimina
in Hongkong lecta dederunt Dom. Murray et Dohrn sub no-
mine P. intricati Dohrn in litt.
280. Paeder 21 s dubius: Niger, nitidus, capite ely^
trisque coeruleis^ thorace abdominisque segmentis 2—5 rußs,
palpis pedibusque nigris. Long. 2y4 lin.
Statura P. ruficoUis sed plus dimidio minor. Antennae
capitis thoracisque longitudine, nigrae , articulis duobus pri-
mis subtus rufis , tertio secundo duplo longiore, 4 — 10 sen-'
sim brevioribus et paulo crassioribus. Palpi articulo se-
cundo piceo , tertio nigro. Caput thorace paulo latius,
suborbiculatum , coeruleum , nitidum, parce subtiliter, poste-
rius crebrius punctatum. Thorax elytris tertia fere parte
angustior, latitudine summa sesqui fere longior, lateribus ante
medium leviter rotundalis, basin versus angustatus, ovatus,
convexus, vage subliliter punctatus, linea longitudinali media
laevi. Scutellum nigrum. Elytra thorace tertia parte lon-
giora , crebre minus subtiliter punctata , tenuiter griseo-pu-
bescentia. Abdomen dense subtiliter punctatum et pubescens.
Pectus nigrum. Pedes nigri.
Habitat in insula Ceylan.
Obs, A praecedentibus statura minore, capite paulo
latiore, a P. tamulo punctatura minus densa differre videtur.
28 1. Paederus ruficoxis : Niger , nitidus , elytris
coeruleis, thorace, scutello media abdominisque segmentis 2-5
rufis, pedibus nigris, coxis rufis. Long. 2^/n lin.
Magnitudine et statura fere omnino praecedentis, minus
dense punctatus, capite nigro coxisque rufis facile distinguen-
dus. Palpi articulo secundo rufo , tertio piceo. Antennae
capitis thoracisque longitudine, nigro-piceae, articulis 3 pri-
152 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
mis totis aut subtus fusco-lestaceis. Pedes femoribus basi
piceis interdum rufis.
Habitat in insula Ceylan.
282. Paedem s extraneus *): J^iger^ elytris cya-
neis , thorace abdominisque segmentis 2 — 5 rußs^ antennis
palpisqiie basi piceis. Long. SVs lin«
Wie dem. Zool. Mag. II. 1. 133. 200. — Erichs.
Gen. et Spec. 661. 23.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Westermann.
Species milii invisa, Paedero ripario paulo maior.
i283. Paederus variceps: JSiger , nitidus, elytris
capiteque nigro-coeruleis, hoc saepius ruf'escente, palporum
basi, thorace abdominisque segmentis 4 primis rufis , pedibus
nigris. Long. 3y3 lin.
Paedero ruficolli paulo maior, statura graciliore, ha-
bitu fere omnino praecedentis. Antennae capite thorace-
que paulo longiores, nigrae, articulis duobus primis basi
rufis, tertio secundo plus duplo longiore, 4— lOsensim paulo
brevioribus sed vix crassioribus. Palpi articulo secundo ru-
fescente, apicem versus piceo , tertio nigro. Caput thorace
latius, basin versus fortius angustatum, coUo angustiore tho-
raci affixum , disperse minus subtiliter , vertice crebrius et
subtilius punctatum rarius totum cyaneum, saepius basi fron-
teque, interdum totum rufum. Thorax coleopteris duplo prope
angustior , latitudine duplo longior , lateribus leviter rotun-
datus , basin versus angustatus, oblongo- ovatus , disperse
subtiliter punctatus. Scutellum medio plerumque rufum. Ely-
Ira thorace terlia parte longiora , minus crebre et subtiliter
punctata, albido-pubescentia, obscure cyanea. Abdomen sub-
tiliter punctatum, longius albido-pubescens , segmentis 2 — 5
rufis, reliquis nigro-cyaneis , sexto basi interdum rufescente.
Pectus nigrum, mesosterno nigro-piceo. Pedes densius albido-
pubescentes, toti nigri,
Habitat in insula Ceylan.
284. Paederus cyanoc ephalus: ISiger , capite
^•) Die bciricu auf der Berliner König^l. Sammlung unter die-
sem IVameii belindlictien Exemplare stimmen nieht ganz initderErich-
son'sehen Beschreibung überein.
insbesondere der Insel Ceylan. 153
elytrisque cyaneis^ thorace abdominisque segmentis 2 — 5 rufis,
palpis pedibiisque nigris , basi testaceis , mesosterno piceo.
Long. 3'/^ lin. (sec. Erichs. 3 lin.)-
Erichs. Gen. et Spec. Slaphyl. 662. 25.
Habitat in Siam, Dom. Kaden (Mus. Berol.).
Specimina in India orientali lecta fere omnino cum ty-
pico P. cyanocephali exemplari congruunt; a praecedente
statura pauIo minore pedumque colore facile distinguuntur.
285. Paeder HS tamuliis: Alatiis , niger , capite
elytrisque chalybeis. thorace abdominisque segmentis 2 — 5 rups.
Long. 3 lin,
Erichs. Gen. et Spec. Staph. 661. 24.
Habitat Leontopoli (Singhapur) in India orientali, Mus.
Dom. Hope (Er.).
286. Paederus melamp us: A latus , niger , elytris
coeruleis , thorace abdominisque segmentis 2 — 5 rußs , palpis
pedibusque nigris, basi mesosternoqne piceis. Long. 3 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl 660. 22.
Habitat in India orientali, Mus. Dom. Hope (Er.).
63. Palaminus Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 681.
287. Palaminus ceylanensis: Testaceus, parcius
lange pubescens , abdomine brnnneo , thorace fortiter trans-
verso, basin versus leviter angusfato , elytris hoc duplo Ion-
gioribus. Long. 1 '/j — ly^ lin.
Corpus nitidum, albido-pubescens pilosumque, antennis
pedibusque pallide flavis. Antennue capite thoraceque paulo
hreviores , tenues. Caput thorace vix latius, leviter fransver-
sum, fortiter punctatum. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine antica dimidio fere brevior, basin versus angustatus,
angulis omnibus apice rotundatis, anterioribus subrectis, po-
steriori bus obtusis, paullulum convexus, parcius fortiter pun-
ctatus. Elytra thorace duplo longiora , crebre fortiter pun-
ctata. Abdomen segmentis 2—5 confertim fortiter imbricato-
granulatis, 6—7 parcius punctatis.
Habitat in insula Ceylan.
288. Palaminus Indiens: Rufo-testaceus, parcius
lange pubescens, abdomine fusco , thorace leviter transverso,
154: Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
basin versus angustato , elytris hoc duplo fere longiorihus.
Long» 2 lin.
Praecedente affinis sed maior, fortius punctatus, thora-
cis forma facile distinguendus. Thorax tatitudine antica pauIo
brevior, basin versus modice angustatus, angulis anteriori-
bus acutiiisculis, posterioribus oblusis, minus convexus, fortiter
punctatus, pone medium plicato-elevatus.
Habitat in.India orientali.
63. Oedichirus Erichs.
üen. et Spec. Staphyl. p. 684.
289. 0 edichirus longipennis: Alatiis ^ rufo-te-
staceus, nitiduSj capite, ano elytrisque nigris, his thorace Ion-
gioribus, pedibus festaceis , femoribiis apice tibiisque basi pi-
ceis. Long. 3 lin.
Antennae capitis thoracisque fere longitudine, basi api-
ceque testaceae^, articulis 3 — 8 medio subinfuscatis, sensim
paulo brevioribus , ultimo praecedente breviore, apice trun-
cato. Palpi testacei, mandibulae rufae. Caput thoracis lati-
tudine, orbiculalum, vertice et inter oculos parce sat forti-
ter punctatum. Thorax ante medium coleopteris dimidio,
basi Ulis duplo angustior, latitudine antica sesqui fere lon-
gior, basin versus angustatus, angulis anterioribus rotunda-
tis, pariim convexus, parce fulvo-pilosellus , seriebus dorsa-
libus duabus circiter 7-punctatis, basin et apicem versus
approximatis, lateribus punctis dispersis maioribus impressus,
serierum interstitio pone m.edium plicato-elevato. Scutellum
rufum. Elytra thorace terlia fere parte longiora, lateribus
leviter rotundata, fortiter minus crebre punctata, griseo-pu-
bescentia. Abdomen segmentis 2 — 4 punctorum seriebus
tribus transversalibus , regularibus cinctis, punctis ipsis nu-
merosioribus et minus profundis quam in Ocd. Paederino.
Pedes pallide testacei, femorum apice tibiarumquc terlia parle
basali piceis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
290. 0 edichirus alatus: Alatus, setosus, nitidus^
rufo-testaceus, thorace dilutiorey capite, elytris obdominisque
segmentis 3 ultimis nigris } elytris apice 2'Viaculatis, maculis
... ■; insbesondere der Insel Ceylan. 155
rufO'testaceis ; pedihus flavis , femoribus apice tibiisque basi
nigrescentibiis , antennis palpisque basi obscuris , apice te-
staceis, reliquis oris partibus rufo-piceis. Long. S'/ö li"«
Nietner Entomological Papers p. 11.' 7.
Antennae articulo ultimo penultimo aequali si non paulo
minore, apice truncato leviterque excavato (Nietner).
Species mihi invisa elytris 2-maculatis, antennarum pal-
porumque colore a praecedente satis differc videtur.
• 291. 0 edichiru s ruficeps: Apterus , rufo-brun-
wcMS, abdominis segmento secundo anoque nigris , antennis
pedibusque testaceis , tJiorace seriebus duabns dorsalibus
6-punctatis, basi apiceque approximatis. Long-. 3*/^ lin.
Statura omnino Oed. Paederini, colore, capitis thoracis-
que punctatura facile distinguendus. Caput anterius parce
fortiter punctatum. Thorax lateribus punctis utrinque prae-
ter marginalia nonnulla subtiüa quattuor maioribus , ante
apicem punctis 3 — 5, dorso seriebus duabus 6-punctatis im-
pressus. Elytra brevia forlius quadriseriatim punctata, serie-
bus circiler 5-punctatis , serie laterali arcuata , dorsali obli-
qua, duabus aliis subrectis. Abdomen fortius quam in Oed.
Paederino punctatum, segmentis singulis basi carinulis eleva-
Hs instructis.
Habitat in India orientali.
64. Piuophilus G r a v e n h.
■'Microptera p. 201. — Pityophilus Bnille Ilist. nat. Ins. III. p. 75.
292. Finophilus complanatus: Niger, antennis
rußs pedibus piceis, capile parce disperseque minus fortiter,
thorace dense subtiliter piincfato. Long. 7 — 7V2 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 672. 5.
Pinoph. Morio M 0 1 s c h. Bull, de Mose. 1857. IV. 517. 59. '
Descriptioni a cel. Erichsonio datae addendum est :
Antennae tenues, capite thoraceque fere longiores, rufae,
articulo tertio secundo sesqui fere longiore.
Habitat in India orientali.
293. Finophilus ruficeps: Niger, fusco-pubescens,
antennis pedibusque rufis , capite postice confertim , utrinque
156 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
ante oculos minus crebre profunde, thorace dense suhtiHter
punctato. Long-. 7V2 lin.
Statura fere omnino praecedentis, paulo minus depres-
sus, fusco-pubescens. Antennac capitis thoracisque longitu-
dine, rufae, articulo tertio secundo sesqui longiore. Caput
thorace vix angustius , omni parte parce subtiliter punctalum,
fronte anteriore sublaevi, nitida, utrinque ante ocuios pro-
funde minus crebre punctata. Thorax coleopteris vix angu-
tior, basin versus subangustatus, latiludine haud brevior,
lateribus subrectis, apice utrinque subsinuatus, angulis ante-
rioribus acutiusculis, posterioribus leviter rotundatis , subde-
pressus , dense subtiliter punctatus. Elylra thorace paulo
longiora eodemque etiam densius ruguloso-punctata. Abdo-
men dense punctatum, apice interdum rufescens. Pedes rufi.
Habitat in boreali Indiae or. parte, Dom. Bacon.
294. Pinophilus Javanus: Niger, griseo - pube-
scens, pedibus flavo-tsstaceis , capite postice creberrime ru-
goso -punctato , fronte anterius fere laevigata, ante oculos
utrinque tage fortiter punctata, thorace subquadrato, aequa-
liter dense punctato. Long. 6 lin.
Erichs. Gen. et Spec. StaphyL 672. 7.
Exemplaria in insula Ceylan lecta a Javano typico abdo-
minis apice supernc saepius, subtus plerumque rufo discedunt.
295. Pinophilus pallipes: Fusco - niger , fusco-
pubescens, pedibus flacis, capite postice conferfim subtiliter,
utrinque ante oculos parce fortiter, thorace dense profundius
punctato, hoc siibquadrato. Long. 5 lin.
Fusco -niger, nitidulus, parum convexus, fusco-pube-
scens , subtus fuscus. Antennae capite thoraceque brevio-
res, flavo-testaceae, articulo tertio secundo sesqui fere Ion-
giore, 4 — 10 sensim brevioribus, apice subinfuscatis. Caput
thorace paulo angustius, omni parte disperse subtiliter punctu-
latum, fronte anteriore sublaevi, utrinque ante oculos parce
fortiter punctata. Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
ludine paulo longior , basin versus vix angustatus, lateribus
subrectis, basi apiceque truncatus, angulis antcrioribus acu-
tiusculis, parum convexus, dense subtiliter sed profunde pun-
ctatus. Elylra thorace paulo longiora , paulo fortius subru-
guloso- punctata. Abdomen basi conferiim, apiccm versus
insbesondere der Insel Ceylan. 157
crebre punctatuin, long-ius fulvo-pubescens, ano rufescente,
subtus subirideum. Pedes flavo-testacei, coxis rufo-piceis.
Habilat in insula Ceylan.
296. Pinophilus planus: Deplanatus ^ niger, an-
tennis pedibusque rufis , capite minuto breviter triangulari,
sublaevigato , fronte anteriore utrinque punctis 4 profundus
seriatim positis impressa, thorace dense obsoletissime punctato.
Long. 5 lin.
Statuia depressa, capite pariim punctato, minuto etc. fa-
cile cognoscendus, tenuiter fulvo-pubescens. Antennae ru-
fae, articulo tertio secundo paulo longiore , 4 — 8 apice sub-
infuscatis. Caput minutum, breve, thorace angustius, depla-
natum , laevigatuni, summa basi conferlim punctulatum, po-
sterius utrinque parce fortius punctatum , fronte anteriore
utrinque punctis 4 profundis , subseriatim positis impressa.
Thorax latitudine summa fere longior, apice coleopterorum
latitudine , basin versus leviter angustatus; apice utrinque
subsinuatus , angulis anterioribus acutiusculis , posterioribus
rolundatis, depressus, dense obsoletissime punctatus. Elylra
thorace paulo longiora , creberrime distinctius subruguloso-
punctata. Abdomen confertim punctatum , segmento ultimo
toto , septimo sextoque apice rufis. Pedes cum coxis rufo-
brunnei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
triangulariter exciso insignis.
Habitat in India orientali.
297. Finophilus depr essus: Deplanatus, subni-
tidus, brunneus, pedibus anoque rußs , capite piceo , densius
subtilissime mx perspicue punciulato et utrinque disperse
fortius punctato , thorace rnfo - brunneo^ confertissime subti-
lissime et crebre subtiliter punctato, elytris fuscis. Long. 4 lin.
Corpus deplanatum, fulvo-pubescens. Antennae capite
thoraceque fere longiores, articulis basalibus rufis, apicalibus
testaceis, intermediis apice vix infuscalis, secundo tertioque
subaequalibus , quarto praecedente paulo longiore. Caput
thorace paulo anguslius, subtriangulare, depressum, piceum,
nitidum, postice parce, utrinque ante oculos circiter 5 -pun-
ctatum, fronte media anteriore sublaevigata. Thorax coleopte-
ris paulo angustior, latitudine paulo longior, basin versus
IW Kraatz: die Slaphylinen-Fauna von Ostindien,
leviter angustatus, apice subemarginatus, angulis anterioribus
subreclis , posterioribus rotundatis, depressiis, basi carinula
minuta subelevatus , tenuiter pubescens , lateribus pilosellus.
Scutellum rufum , pimctulatum. Elytra thorace paulo lon-
giora, confertim minus subtiliter subruguloso-punctata. Ab-
domen crebre distincliiis punctatum, fusco-brunneum, metal-'-
lico-subversicolor, segmentis singulis marginc apicali ruüs,
subtus brunneum, apice rufum. Pectus brunneo-rufum.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore medio apice
triangulariter exciso insignis.
Habitat in Indiae parte boreali, Dom. Bacon.
298. Pin oph Ulis leucopus: Niger, griseo ^pube-
scens, pedibus flavo-testaceis , capite postice creberrime ru-
goso-punctaio^ fronte anterhis snbkievigata, ante oculos utrin-
que parce fortiter punctata, thorace subqiiadrato, aequaliter
dense punctato. Long. 4Vj lin»
?Pinophilus pilicollis Motsch. Bull, de Mose. 1857. IV.
516. 57.
Pin. Javano simiilimus et alfinis, statura minore, fronte
ante oculos minus vage punctata, punctis thoracis obsole-
tioribus abdomineque haud metallico- versicolore fere unice
dislinctus. Abdomen supra segmentis singulis apice summo
piceo-rufis, segmenti sexti dimidia parte posteriore septimo-
que toto rufis.
Habitat in Tranquebar, Dom. Westermann.
299. Pinophilus p icticornis: Niger ^ griseo-pu-
bescens, opacus, capite jiitidiilo, omnium confertim subtilissime,
posterius parce obsolete, anterius parce fortiter punctato, tho-
race subquadrato , opaco^ minus crebre valde obsolete, ely-
tris profundiu's confertim punctatis , his brunneo-rußs , basi
nigris. Long. 3% ün.
Griseo-pubescens, thorace elytrisque opacis. Antennae
capite thoraceque breviores, arliculis duobus primis testaceis,
3—7 apice, 8—11 fere totis fuscis, quarto terlioque subae-
qualibus , hoc secundo sublongiore. Caput thorace paulo
angustius, fronte anteriore tota parce fortiter punctata. Tho-
rax coleopleris vix anguslior, subquadratus , omnium con-
ferlissime subtilissime et minus crebre valde obsolete pun-
etatus , basin versus linea longitudinali media tenui , parum
! ''Mti insbesondere der Insel Ceylan. 159
perspicua subelevatus. Elytra thorace paulo longiora, con-
fertim dislinctiiis punctata. Abdomen apicem versus paulo
minus crebre punctalum, nitidulum , metallico-subversicolor,
nigrum , segmenti sexti tertia parte posteriore septimoque
toto rufis. Pedes testacei, coxis brunneis.
Habitat in iusula Ceylan.
300. Pinophilus melano cephalus: Niger, niti-
dus, griseo-piibesceus, thorace elytrisqiie sangnineis, his basi
nigris, aniennis pedibusqiie rußs, posterioribus, femoribus apice
tibiisque nigris. Long. 4^/^ lin.
Motsch. Bullet, de Mose. 1857. IV. 516. 58.
Corpus convexiusculum , nigrum , nitidum , griseo -pu-
bescens. Antennae rufae. Caput thorace paulo angustius,
crebre fortiter punctatum, fronte media laevi. Thorax co-
leopteris paulo latior , latitudine tertia parte brevior, basin
versus leviter angustatus , apice utrinque Icviter emargina-
tus, angulis anterioribus acutiusculis, posterioribus rotunda-
tis , leviter convexus , crebre profundius minus aequaliter
punctatus, dorso utrinque longitudinaliter subimpressus, linea
angusta longitudinali media apicem versus evanescente, basi
subelevata laevi. Scutellum punctatum, rufum. Elytra tho-
racis longitudine, minus crebre sed fortiter punctata, pone
scutellum subimpressa , sanguinea , basi et margine laterali
ultra medium nigris. Abdomen totum nigerrimum, segmentis
anterioribus basi et lateribus crebrius distinctius, ultimis
subtiliter punctatis. Pedes antici cum coxis toti rufi^ poste-
riores femoribus apice tibiisque totis nigris.
Habitat in India orientali.
301. Pinophilus brevis: Rufo^testaceus, nitidu-
lus, fulvO'pubescens , abdomine brunneo , elytris thorace ccu
piteque crebre profunde punctatis , hoc fronte media ante
oculos sublaevi. Long. 3 lin.
Rufo-testacius (an immaturus?), caput, thorax et ely-'
tra pube densa fulva erecta vestita. Antennae breves , ca-
pite vix sesqui longiores, rufo-testaceae, articulo terlio paulo *
breviore, 4—9 sensim paulo brevioribus, subobconicis, 6 — 9
subtransversis , decimo paulo longiore, ultimo subaequali.
Mandibulae apice subtruncatae. Caput thorace angustius,
crebre fortiter punctatum, plaga parva verticis et maiore me-
160 Kr a atz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
(lia ante oculos sublaevibus, Thorax coleopteris ferc latior,
latitudine dimidio fere brevior, basin versus subangustatus,
apice utrinque subsinuatus, ang-ulis anterioribus apice subro-
tundatis , deflexis , posterioribus obtusis, leviter convexus,
crebre profunde minus subtiliter punctalus, basi carinula
brevi subelevatus. Elytra thorace paulo longiora eodemque
fortius punctata. Abdomen conferlim distinctius punctatum,
brunneum, apice et infra dilutius. Pedes rufo-testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
302. Pinophilus rotundicollis: Niger ^ nitidus,
ienuiier pubescens, femorihns piceis^ capite^ plaga apicali
triangulari excepta^ parce fortilei\ thorace minvs crebre pro-
funde punctato, basi cum lateribus rotundato. Long. SVj Hn.
Thoracis forma insignitus, nigerrimus, nitidus. Anten-
nae capite thoraceque breviores, tenues, fusco-testaceae, ar-
ticulis 2 primis maiusculis, piceis, tertio secundo breviore
et multo angustiore, quarlo praecedente fere longiore, 5 — 10
sensim paulo brevioribus, ultimis lestaceis. Caput thorace an-
gustius, nilidunr. Thorax coleopterorum latitudine, longitudine
antica terlia parte brevior, apice truncatus, basi cum lateribus
rotundatus , angulis anterioribus rectis, subdepressus, fortiler
minus crebre punctatus. Elytra thorace paulo longiora, cre-
brius fortiusque subanguloso-punctata. Abdomen distinctius
minus crebre punctatum, segmentis ultimis apice vix pice-
scentibus. Pedes femoribus piceis, tibiis rufis, tarsis testaceis.
Mas abdominis segmenlo septimo inferiore medio apice
triangulariter exciso insignis.
Habitat in India orientali.
303. Pinophilus melanomer us: Niger, nitidus,
tenuiter pubescens, femoribus nigro-piceis, capite inaequaliter
crebre, thorace minus crebre fortiter punctato. Long. 3 lin.
Praecedente paulo minor, capite crebrius punctato, tho-
racisque forma facile distinguendus. Antennae capite thora-
ceque breviores, simili modo constructae. Caput thorace
anguslius, medio apice sublaeve. Thorax coleopterorum lati-
tudine, longitudine terlia parle brevior, lateribus subreclis,
pone medium angustatus, apice truncatus, angulis anteriori-
bus rotundatis, posterioribus valde obtusis, subrotundatis, pa-
rum convexus , crebre inaequaliter fortiler punctatus , apice
insbesondere der Insel Ceylan. , 161
ulrinque plaga parva laevigata, basi plicula minuta eleva-
tus, utrinqiie inodice impressus. Elytra thoracis longitu-
dine eodemque crebrius fortiusque punctata, apice picescen-
tia. Abdomen crebre minus subtiliter punctatum, subtus apice
piceo-rufum, segmentis singulis summo apice piceo-rufis.
Pedes femoribus omnibus nigro-piceis , apice tibiisque ante-
rioribus piceo-rufis, tibiis posticis tarsisque rufis.
Mas abdominis segmenlo septimo inferiore apice leviter
emarginato insignis.
Habitat in India orientali.
304. Pinophilus (?) brachypteru s: Niger, ni-
tidus, pedibus rufis, thorace parce minus subtiliter punctata,
elytris hoc duplo brevioribus, crebre fortiter punctatis. Long.
2V* lin.
Habitus peculiaris, statura angusta, corpus griseo-pu-
bescens. Antennae capite duplo longiores , testaceae, arti-
culis duobus primis maiusculis, infuscatis, tertio secundo duplo
fere breviore et angustiore , quarto praecedente paulo lon-
giore , 5 — 10 sensim paulo brevioribus. Mandibulae rufae,
edentatae, Caput thorace paulo angustius, nitidum, vage in-
aequaliter subtilissime punctulatum , utrinque punctis circiter
6 impressum, duobus iuxta oculos, singulo ad antennae basin,
tribus aliis subseriatim positis. Thorax coleopteris paulo
latior, latitudine plus sesqui longior, basin versus vix angu-
status , lateribus subrectis, basi apiceque truncatus, angulis
anterioribus rectis, posterioribus parum oblusis, subrolunda-
tis, leviter convexus, minus crebre modice profunde puncta-
tus, dorso basin versus ulrinque longitudinaliter subimpres-
sus, linea longitudinali basali media sublaevi parum elevata.
Scutellum punctatum. Elytra Ihorace duplo breviora eodem-
que crebrius forliusque punctata, apice coniunctim leviter
emarginala. Abdomen elongatum , subcylindricum , apice
acuminatum, crebre distinctius punctatum , longius fulvo-pu-
bescens. Pedes rufi , posteriores femoribus tibiisque subfu-
scis, antici femoribus valde incrassalis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
Die Gestalt der einfach sichelförmigen Mandibeln, wel-
che in der Mitte nicht mit einem starken Zahne bewaffnet
sind, lässt darauf schliessen, dass die weitere Untersuchung
Archiv f Naturgesch. XXV Jahrg. 1 B<1. H
162 Kraatz: die Stapliylinen-Fauna von Ostindien,
der Mundtheile, welche bei dem einzigen vorhandenen Exem-
plare nicht wohl vorgenommen werden konnte , die Abson-
derung des Käfers von dieser Gattung rechtfertigen wird,
zu der er einstweilen gestellt ist.
65. Stenus Latreille.
Precis des caract. p. 77.
I. Species iarsorum articulo quarto simplice ,
abdomine marginato.
305. Stenus rugicollis: JSiger ^ nitidus^ palpis
totis pallidis, antennis medio ferrugineis basi apiceque fuscis,
pedibus rufo-testaceis , geniculis et unguicnlis fuscis, ihorace
oblongo transversim punctata -rugulo so. Long. 2 lin.
Steno sylvestri vix brevior sed angustior et multo gra-
cilior, niger, nitidus , parce subtiliter pubescens , palpis totis
pallidis sat excellens. Antennae modice elongatae, articulo
tertio quarto paulo longiore, 4 — 6 sensim brevioribus. Caput
coleopteris fere latius , crebre ruguloso - punctatum , fronte
utrinque profunde impressa, inlerstitio elevalo, basi interdum
laeviusculo. Thorax basi coleopteris plus dimidio angustior
iisdemque paulo longior, ante medium modice rotundalus,
leviler convexus, transversim (punctato-) rugulosus. Coleo-
ptera subquadrata , fortiter rugoso-punctata , sutura anguste
impressa. Abdomen apicem versus fortiter angustatum, niti-
dum, segmenlis 2—5 in media basi plicula elevatis, apice
sublaevigatis, segm. sexto parce obsolete punctato. Pedes
graciles, tarsi postici articulo primo sequenlibus 3 coniunctim
longiludine aequali.
Habitat in India orientali.
306. Stenus cariniger: Mo t seh. Bull, de Mos-
cou 1857. IV. 513. 50.
flabilat in India orientali.
307. Stenus vilis: Niger , subnitidus ^ griseo -pu-
bescens, palpis fuscis , articulo primo testaceo , pedibus fer-
rugineis, fronte planiuscula , thorace oblongo, aequali^ coleo-
pteris paulo longiore. Long. V/^ — 1% lin.
Steno fuscipedi valde similis et affinis , thorace basin
versus paulo minus angustato, elytris paulo brevioribus ab-
insbesondere der Insel Ceylan. 163
domineque minus crebre et subtiliter punctato fere unice
distinctus.
Habitat in India orientali.
IL Species tarsorum articulp quarto bilobo,
abdomine immarginato,
308. Stenus bivulneratus: Motsch. Bull, de
Mose. 1857. IV. 514. 51.
Habitat in India orientali.
309. Stenus barbatus: Elongatus , aeneo-niger,
nitidus, punctaius, sparsim pubescens , pedibus palpisque al-
bidis, ore coxisque testaceis, antennis brunnescentibus. Long,
2% lin.
Nietner Entomol. Papers 20. 15.
Caput thorace tertia parte latius, fronte costis 3 abbre-
vialis , antice albido-pubescens. Antennae art. 3-o sequen-
tium 2 fere longitudine, 3 ultimis elongatis , ellipticis. Palpi
max. elongati apice densius pubescentes. Thorax cylindri-
cus medio leviter incrassatus , basi subquadratus. Elytra
thorace paulo longiora , sed fere duplo latiora , convexa,
ovata. Abdomen immarginatum. Pedes elongati tenues,
libiis apice larsisque fortiter setosis , bis art. 4to profunde
bilobo.
In lacus Colomb. ripis specimina nonnulla legi (Nietner).
Species mihi invisa.
310. Stenus piliferus: Motsch. Bull. d. Mose.
1857. IV. 514. 52.
311. Stenus basicornis: JSigro-subaeneus, nitidus,
omnium minus crebre punctatus, palpis , pedibus antennisque
palUde testaceiSf Ms articulis duobus primis leviter infuscatis.
Long. 27, lin.
Steno oculato vix longior sed multo gracilior, St. bar-
balo attamen brevior atque robustior, punctis paree posilis
facile cognoscendus. Antennae graciles, vix elavatae. Ca-
put coleopteris vix angustius , parce fortiter punetatum, fronte
iuxta oculos longitudinaliter subimpressa, interstitio piano.
Thorax coleopteris duplo fere angustior , latitudine dimidio
longior, lateribus ante medium levissime rotundatus, mi-
164 Kraatz: die Staphyliiien-Faiina von Ostindien,
nns crebre profunde punctatus, interslitiis laevigatis. Coleo-
ptera subquadrala, convexiuscula. Abdomen coleopteris paulo
angustius, omnium parce , basi pariim profunde, apice sub-
tilissirne punctatum.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
312. Stenus bispinus Motsch. Bull. d. Moscou
1857. IV. 514. 43.
Statura fere St. cicindeloidis sed paulo angustior, ab-
domine spinis duabus leviter deorsum incurvalis armato
insignis.
Habitat in India orientali.
313. Stenus cribellatus Motsch. Bull. d. Mose.
1857. IV. 515. 54.
Habitat in India orientali.
314. Stenus hr achypterus: Nigro - subaeneus^
fere cylindricus, nitidus, antennarum basi, palpis pedibvsque
tesiaceis, elytris thorace dimidio fere bremoribus^ crebre for-
titer subrugulose punctatis. Long. 2 lin.
St. impresso vix longior sed mullo angustior, pube sub-
tilisslma albida parcius adspersus. Anlennae graciliores,
basi testaceae, apicem versus ferrugineae, clava fuscescente.
Caput thorace duplo latius , crebre fortiter sed parum pro-,
funde punctatum , fronte leviter excavata media subelevata.
Thorax basi coleopterorum basi vix angustior, latitudine ba-
seos duplo fere longior, posterius magis angustatus , crebre
fortiter, subrugulose punctatus. Coleoptera thorace dimidio
fere breviora , posterius sensim latiora , apice forlius emar-
ginata. Abdomen elongatum, lateribus subtilissime margina-
tum (quare potius immarginatum nominandum) segmentis an-
terioribus minus crebre et subtiliter, posterioribus parce
subtilissime punctatis. Pedes flavo-testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
315. Stenus tricarinatus: JSiger , nitidus, pedi-
bus antennisque tesfaceis , his claca Ulis genubus fuscescenti-
bus , fronte carinuUs 3 laevigatis, thoraceque carinula media
utrinque abbreviata laevi elevatis, crebre fortiter punctatis,
inlerstitiis planis. Long. 1'/^ lin.
Habilu Steno contracto subsimilis, sed duplo fere maior,
thorace latiore, pube brevi albida parcius vestitus. Anten-
, insbesondere der Insel Ceylan. 165
nae modice elong-atae , testaceae , articulis ultimis 5 fiisces-
centibus, tertio qiiarto paulo longiore. Caput thorace paulo
latius , fronte utri?ique profundius impressa , interstitio lato,
elevato, laevi, antrorsum angiistato, lateribus iuxta marg-inem
oculorum interiorem vix minus quam interstitio elevatis, lae-
vigatis. Thorax basi coleopteris vix duplo angustior, lon-
gitudine fere latior, lateribus parum rotundatis, leviter con-
vexus, crebre minus subtiliter punctatus, carinula media sub-
elevata plagisque duabus longitudinalibus irregularibus lae-
vigatis. Coleoptera sat ampla, subquadrata. Abdomen basi
coleopteris haud multo angustius , apicem versus modice
attenuatum, segmentis anterioribus (2, 3) fortiter, posterioribus
(4 — 6) subtilissime punctatis. Pedes albo-testacei, geniculis
fuscescentibus, tibiis apice tarsisque rufo-testaceis.
Mas abdominis segmento septimo infero apice medio
subtiliter triangulariter exciso, sexto apice subemarginato.
Habitat in India orientali.
316. St enus lacertoides: Robiistus, nigro-aeneus,
dense profundeque punctatus suhtus sparsissime pubescens,
pedibus palpisque testaceis , femoribus apice nigrescenlibus,
antennis oreque castaneis. Long, ly, lin.
Nietner Entomological Papers p. 21, 16.
Caput thorace quarta parte latius, fronte 2-costata.
Antennae robuslae articulo tertio quarto paulo longiore, 9 — 10
globosis, ultimo conico. Thorax cylindricus, medio fortius
incrassatus, latitudine quarta parte longior, margine anteriore
elevato, basi subquadratus. Elytra thorace longiora, convexa,
humeris prominentibus. Abdomen immarginatum. Tarsi art.
quarto profunde bilobo.
In.prov. occid. stagnorum ripis rarius occurrit. (Nietner).
317. St enus acuminatus: Mgro-aeneus, nitidulus,
omnium covfertim minus subtiliter subrugulose punctatus, an-
tennis pedibusque saturate rufo- testaceis, Ulis clava his ge-
niculis tarsisque fuscescentibus , thorace abdomineque angu-
stiSj coleopteris latis. Long. iVj lin.
Corpus pube brevi albida vestitum. Antennae modice
elongatae, basi concolores, articulo tertio duobus sequenti-
bus coniunctim paulo breviore. Caput thorace duplo fere,
coleopteris paulo angustius, fronte media vix elevata. Thorax
166 Kraatz: die Staphylinen-Fauna Ton Ostindien,
latitudine dimidio fere longior, lateribus ante medium leviter
rotundatus, leviter convexus, linea longitudinali media vix
impressus. Coleoptera thorace duplo latiora, convexiuscula,
sutura magis miniisve impressa, thorace paulo fortius et mi-
nus crebre punctata, interstitiis subrugulosis. Abdomen an-
gustum, apicem versus sensim atlenuatum, segmento ootavo
saepius conspicuo, apice emarginato.
Mas abdominis segmento septimo infero apice leviter
triangulariter exciso, sextosubtuslongitudinalitersubimpresso,
medio apice tuberculis duobus minimis subelevato.
Habitat in insula Ceylan.
318. Stenus fulv esc ens Mo ts eh. Bull, de Mose.
1857. IV, 515. 55 et
319. Stenus pictus Motsch. Bull, de Mose. 1857.
IV. 515. 56. habitant in India orienlali.
66. Osorius Leach.
Latr. Regn. Anini. IV. p. 438.
320. Osorius rugiceps: Niger ^ nitidus^ fronte
hasi excepta crebre longitudinaliter rugosa, thorace elytrisque
parum crebre et subtiliter ptmctatis. Long. 5 lin.
Antennae capite vix longiores, piceae. Caput thoracis
latitudine, antrorsum leviter angustatum, margine apicali vix
emarginato, medio subtiliter crenulato , supra omnium densc
longitudinaliter strigosum, basi tantum laevigatum. Thorax
latitudine antica brevior, basin versis sensim angustatus, basi
coleopteris angustior, minus crebre et subtiliter punctatus,
linea longitudinali media laevi. Elytra thorace longiora.
Abdomen parce punctatum, punctis exasperatis, lateribus parce
transversim strigosum. Pedes picei.
Habitat in India orientaii.
Huic valde affinis videlur species javanica:
321. 0 sorius rugifrons: Nigro-piceus, nitidus, fronte
dense longitudinaliler rugosa, thorace elytrisque crebrius sub-
tiliter que, abdominis segmentis crebre ptmctatis. Long. 4V3 lin.
Erichs. Gen. et Speo. Stapbyl. 756« 6.
insbesondere der Insel Ceylan. 167
322. 0 sorius rugicollis: Mgro - piceus, nitidus^
capite hasi excepta thoraceque linea longitudinali media ex-
cepta crebre longitudinaliter rugosis, elytris parce ii^regulari^
ter punctatis, abdomine crebre punctato, punciis exasperatis.
Long. 4 lin.
Antennae capite paulo longiores, teriues. Caput thorace
paulo angustius, apice utrinque in spinam longiorem, porre-
ctam productum. Thorax latitudine antica brevior , basin
versus angustatus, capite paulo minus crebre rugosus, lateri-
bus pone medium oblique impressus. Elytra thorace paulo
longiora, humeris basique ad suturam subelevatis. Abdomen
fulvo-pilosum. Pedes rufi.
Habital in insula Ceylan.
Descriptionem larvae, a Dom. Nietner benevole cora-
municatae, huc addo :
Corpus elongatum, subcylindricum, anterius paulo angu-
stius. Caput prothorace paulo latius, subrotundatum, parum
convexum. Antennae supra mandibularum basin insertae,
4-articulati, articulo primo brevissimo , tertio secundo dimi-
dio fere longiore, apice interne processu minuto aucto , ar-
ticulo quarto hoc latiore et plus duplo longiore. Clypeus
fere truncatus. Labrum medio apice leviter productum, an-
gulis anterioribus acutis. Ocellus utrinque unicus. Mandi-
bulae breviusculae, falcatae , apice acuminatae , ante apicem
leviter emarginatae, intus fortitis setosae, Maxillae oblon-
gae, fere liberae, palpis 4-articulatis, articulo primo brevis-
simo, secundo tertio plus dimidio breviore, quarto praece-
dcnte paulo longiore, sensim acuminato. Labium mento apice
truncato, ligula leviter producta , palpis biarticulatis, articulo
primo crassiusculo, secundo minuto, brevi , subulato. Pro-
thorax segmentis duobus sequentibus paulo longior et latior,
latitudine plus duplo brevior. Abdomen segmentis apicem
versus paulo latioribus, caudis analibus biarticuiatis, articulo
primo elongato, secundo minuto duplo fere angustiore. Victus
in arboribus pulrescentibus.
Die wenigen Angaben, welche Co querel über die von
ihm beobachtete und (Annal. de France 1848. pl. 7. fig. 3 a-e)
abgebildete Larve des Osorius incisicrurus macht , stimmen
im Wesentlichen mit den meinigen überein ; die Mandibel in
168 Kraatz; die Staphylinen-Fauna von Ostindien, -
der Zeichnung ist etwas vorgezogen, die Borsten an dersel-
ben sind wahrsclieinlich zu lang angegeben; das von Co-
querel dargestellte dritte Glied der Abdominalanhänge ist
v^ohl eher als die abgesetzte Spitze des zweiten Gliedes zu
betrachten.
323. Osorius puncticollis ^^): Piceus ^ antennis
pedibusque rufis, capite basi excepta (lateribus longitväina-
liter) rugoso, thorace confertim fortiter punctato , Unea Ion-
gitudinali media, angusta, subelevata laevi. Long. 3' /^ — 4 lin.
Antennae capite paulo longiores, tenues. Caput thorace
vix angustius, apice leviter emarginatum, margine medio cre-
nulato, intra oculos longitudinaliter rugosum, fronte anteriore
confertim rugulosa, vertice medio puncto profundo impresso.
Thorax pone medium confertim punctatus, punctis plerisque
exasperatis. Elytra crebre modice profunde punctata. Ab-
domen fulvo-pilosum crebre punctalum, punctis exasperatis.
Habitat in Indiae orientalis parte boreali, Dom. Bacon.
324. Osorius rußpes M o t s c h. Bullet, de Moscou 1857.
IV. 508. 38. et
325. Osorius puncfulatus Mo t seh. loc. cit. 508.39.
326. Osorius rufipennis Motsch. loc. cit. 508. 40.
habitant in India orientali.
67. Bledius Leach.
Manneih. Brachelytr. p. 44.
327. Ble dius tubercnlatus: ^iger, oparus, an-
tennarum basi, pedibus elylrisque pallide testaceis^ his basi
sutiiraque infuscatis , thorace subtilissime alutaceo, crebre
subtiliter punctato , canaliculato , fronte apice bidejiticulata,
antennarum basi maris elevata. Long. 274 lin.
Staphylinns tubercnlatus Fabr. Ent. Syst. Siippl. 181. 49—50.
Syst. El. II. 601. 62.?
Bl. verri valde aflinis, paulo maior, magis opacus, tho-
'■^) Ad iudividuum minus niatnnim forsitan referendus :
Staphylitius hrunnipennis: ISiger , obscurus , elytris pedi-
busque brumieis,
Fabr. Syst. El. II. 596. 31.
Bledius brunnipcnnis Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 779. 38.
insbesondere der Insel Ceylan. ' 169
race crebre elytris creberrime distinctius punctatis, ceterum
huic speciei stafura et colore simillimus.
Mas antennarum articulis tribiis primis elongatis et ab-
dominis seg-mento septimo infero medio apice leviter pro-
ducto , octavo profundius triangidariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
328. Bledius gracilicornis: JSiger, nitidulus^ an^
tennarum basi , pedibiis elytrisque pallide testaceis, his basi
suturaque infuscatis , thorace vix alutaceo , crebre punctato,
canaliculalo , fronte apice bidenticulata , antennarum basi
maris elevata. Long-. V/-^ lin.
Statura minore thoraceque nitidulo facile a praecedente
distinguendus, ceterum ei simillimus.
Habitat in insula Ceylan.
329. ßledius bispinns: Mgro-piceus , antennis^
ore pedibusque rufis , thorace opaco , obsolete minus crebre
pufictato , canaliculato , elytris crebre modice profunde pun-
ctatis. Long. 2 lin.
Colore fere Bl. femoralis sed paulo maior et robustior.
Corpus subtiliter griseo-pubescens. Antennae braeviusculae
tenues, totae rufae, articulo secundo tertioque subaequalibus,
5 — 10 sensim latioribus. Caput thorace angustius , opacum,
mandibulis ferrugineis , fronte apice utrinque deute subtilis-
simo armata. Thorax pone medium coleopteris sublatior,
apicem versus leviter angustatus , convexus , alutaceus, sub-
tiliter canaliculatus, parum profunde punctatus. Elytra tho-
race paulo longiora, picea, nitidula. Abdomen nitidum, vix
alutaceum, subtus apicem versus piceo-rufum. Pedes cum
coxis rufi.
Mas abdominis segmento sexto infero medio apice sub-
emarginaio, utrinque spina valida armato , septimo medio
apice leviter producto, octavo profunde triangulariter inciso.
Habitat in India orientali.
330. Bledius pulchellus: Piceus, nitidus, antennis,
pedibus elytrisque apice täte pallide testaceis, thorace piceo^
rufo^ crebre subtiliter punctato, canaliculato. Long. V/2 lin.
Corpus subtiliter griseo - pubescens. Antennae graci-
liores, rufo-testaceae, articulo tertio quarloque coniunctim
secundo paulo longiore. Caput thoracis latitudine, crebre
17D Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
rugfuloso-pimctatum , nigro-piceum , antennarum basi elevata
et mandibulis ferrugineis. Thorax coleopteris vix angustior,
lateribus ante medium paYallelis , angiilis anterioribus rectis.
Elytra thorace terlia parte longiora, picescentia, mimis cre-
bre subtiliter punctata , apice latc albo- emarginata. Abdo-
men nitidum, piceum, basin versus piceo-rufum. Pedes cum
coxis pallide testacei.
Mas (?3 abdominis segmento septimo medio apice levi-
ter producto.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
331. Bledius dilutipennis: Piceus, atilennis, pe-
dihus elytrisque pallide testaceis, his ipsa basi suturaque in-
fuscatis, thorace crebre punctato, parum nitido^ canaliculato.
Long. 1 lin.
^ Mo t seh. Bull, de Mose. 1857. IV. 507. 57.
Habitat in India orientali.
68. Phatysthetus Mannerh.
Brachelytr. p. 46.
332. Plaiysthetus sp ectabilis: Piceus, nitidus,
ore, antennis elytrisque rufis, pedibus pallide testaceis, fronte
maris apice longius bispinosa, capite thoraceque crebre sub-
tiliter pu7ictatis, hoc canaliculato. Long. 2 lin.
PI. spinoso paulo longior, praesertim angustior, colore
sat distinctus. Antennae capite thoraceque longiores, arli-
culo secundo lertioque subaequalibus , 5 — 10 sensim paulo
lalioribus, vix transversis, ultimo praecedentibus duobus con-
iunctim longitudine aequali. Caput (maris) thorace latius,
piceum, palpis, spinis frontalibus et mandibulis rufis, his apice
fuscis, vertice medio obsolete foveolato , linea collari semi-
circulari impresso. Thorax coleopterorum latitudine, basin
versus sensim modice angustatus , canalicula media modice
profunda, lateribus ante medium leviter impressus. Elytra
thorace haud longiora, parce subtiliter irregulariter punctata.
Abdomen nitidum, griseo-pilosellum, basin versus magis mi-
nusve rufo-piceum.
lilas abdominis segmento sexto infero media basi tu-
berculo elevato.
Habitat in Indiae orientalis parte borcali, Dom. Bacon.
insbesondere der Insel Ceylan. 171
333. Ftatysthetus crassicornis Motsch. Bull,
d. Mose. 1857. IV. 506. 32.
S^A. Platysthetus lest accus Motsch. loc. cit.
506. 33.
Habitant in India orientali.
69. öxytelus Grav.
Mannerh. Brachelytr. p. 47.
335. Öxytelus lividus: Ochraceus, fere opacus^
fronte nigro -picea impunctata ^ media plana, postice lineola
impressa, tliorace obsolete trisukato. Long-. 2^/^ ün.
Motsch. Bullet, de Mose. 1857. IV. 503. 25.
Oxytelo nigricipiti eolore et habitu valde affinis sed
multo maior, fere opaeus.
Habitat in india orientali (see. Motsehulsky); in insula
Ceylan haud infrequens.
336. Öxytelus Bengalensis: Testaceus , parum
nitidus^ fronte nigro- picea, leviter trisulcata , postice sulco
transverso profundiore notata , thorace rufo-testaceo , dorso
trisulcato. Long. 27^ lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 789. 6.
Ab Ox. nigrieipite fronte postice transversim suleata
distinetus videtur.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Hope.
337. Öxytelus nigriceps : Testaceus , nitidulus,
capite fere ioto nigro -piceo , fronte media basi subelevata
lineolaque impressa, thorace rufo-testaceo, elytris sutura in-
fuscaia. Long-, ly^ lin.
Satura fere Ox. sculpturati. Antennae rufescentes, basi
lestaceae, art. 5 penultimis niodice transversis. Palpi testaeei.
Caput thorace \ix angustius, fronte depressa, postice obso-
lete punctata, basi media leviter eievata et foveolata, mar-
gine anteriore testaceo. Thorax coleopteris vix angustior,
Ifltitudine plus dimidio brevior, obsoletius longitudinaliler
strigosus, dorso trisuleatus, sulcis exterioribus leviter flexuo-
sis, latioribus, intermedio angustiore sed profundiore, rufo-
testaceus, nitidulus, margine summo laterali et basali nigri-
cante. Elytra thorace pauIo longiora, subtiliter longitudina-
172 Kiaatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
liter strigosa, siibliliter interpunctata, testacea, circa suturam
semper , prope angulum apicaleiu exteriorem plerumque in-
fuscata. Abdomen impunctatum, nitidulum. Pectiis rufo-te-
staceum. Pedes testacei.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan.
338. 0 xytelus varip ennis : Niger , nitidus , an-
tennarum basi, pedibus elytrisque pallide testaceis, his disco
magis minusve infuscatis, fronte aequali, minus crebre obso-
lete punctata , thorace trisulcato , sulcis angustis. Long.
IVa Hn.
Oxytelo piceo minor et angustior. Antennae graciles,
articulis 4 primis leslaceis, 5 penultimis fuscis leviter Irans-
versis. Caput Ihoracis latitiidine , fronte posterius aequali,
media basi maris obsolete feminae nullo modo foveolata.
Thorax coleopterorum latitudine, longitudine plus dimidio
brevior, basin versus leviter angustatus, angulis posteriori-
bus obtusis, lateribus confertim striolatus, dorso parcius pa-
rum profunde punctatus, 3-sulcatus, sulcis angustis, latitu-
dine subacqualibus , exterioribus modice arcuatis. Elytra
thorace paulo longiora, confertim basin versus obsoletius
strigosa, subtiliter punctata. Abdomen piceo -nigrum, im-
punctatum. Pedes cum coxis pallide testacei.
Mas abdominis segmento sexto infero medio apice in
spinam apice truncatam producto.
Habitat in insula Ceylan.
339. 0 xytelus flavip ennis: Piceus, nitidus, ab-
domine saepius fusco, antennarum basi, pedibus elytrisque te-
staceis ^ fronte sparsim punctata, anlice sublaevi, utrinque
longitudina liter impresso , media basi leviter elevata, distin-
ctius foveolata, thorace profundius trisulcato, interstitiis sub~
laevibus , lateribus minus crebre fortiter punctatis. Long.
IV, lin.
Oxytelus incisus Motsch. Bullet, de Mose. 1857. IV.
504. 27.?
Colore fere Ox. picei, sed multo minor, statura angu-
sta. Antennae longiusculae et validiusculae, articulo terlio
quarto duplo fere longiore, 4 — 10 rufis, sensim paulo lalio-
ribus , modice transversis. Palpi testacei. Caput thorace
vix anguslius. Thorax lateribus subtilissirae vix perspicue
insbesondere der Insel Ceylan. 173
crenulatiis , apice coleopteris vix angiistior, latitiidine dimi-
dio brevior, basin versus leviter angustatus, angulis posle-
rioribus obtiisis, subrotundatis, pariim convexus , profunde
trisulcatus, sulcis subaequalibus , exterioribus perparum ro-
tundatis. Elytra thorace vix longiora, minus crebre et sub-
tiliter punctata, parce longitudinaliter rugosa. Abdomen sub-
tilissime coriaceum, nitidulum, subtus ferc totum rufum. Pe-
ctus piceum. Pedes cum coxis testacei.
Mas latet. Fem. abdominis segmento sexto supero septi-
moque infero apice leviter emarginatis , hoc triangulariter
illo rotundatim,
Habilat in India orientali.
340. Oxytelus ferrugineus: Ferrugineus, nitidus,
antennarum basi pedibusqne pallide testaceis^ fronte plaiiius-
cula, minus crebre punctata, antice sublaevi, media basi li-
neola parvm profunda impressa, thorace profunde trisulcato,
interstitiis parce lateribus minus crebre distinctius punctatis.
Long. IV2— 1% Hn.
Colore et slatura angusliore facile cognoscendus. An-
tennae articulis 6 penullimis infuscatis , leviter transversis.
Caput thoracis latitudine aut (feminae) eodem paulo angu-
slius , fronte planiuscula , media basi haud elevata. Thorax
apice coleoplerorum basi fere latior, latitudine dimidio bre-
vior, basin versus angustatus, lateribus ante medium rotun-
datus, angulis anterioribus fere rotundatis, posterioribus ob-
tusis, parum convexus, nifo - ferrugineus , margine summo
laterali apicalique nigricante, utrinque intra sulcum exterio-
rem et marginem linea obliqua inaequali impressus. Elytra
crebre, versus latera obsoletius longitudinaliter rugosa et in-
terpunctata , ferruginea, margine antico, humeris et margine
laterali magis minusve rufo-lestaceis. Abdomen laevigatum,
segmentis singulis rufo-testaceis, basi infuscatis.
Mas abdominis segmento sexto infero medio apice ob-
solete bituberculato, septimo subemarginato, lateribus in spi-
nam subtilissimam productis.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens ; in India
orientali.
341. Oxytelus pul eher: Testaceus, nitidus, fronte
planiuscula, subtilissime alutacea, opaca, plaga semicirculari
174 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
apicali laevigata, media basi Hneola impressa, ihorace fortu.
ter transverso , crebre fortiter punclato , trisulcato , sulcis
lateralibus parum arcuatis , utrinque abbremaiis, interstitiis
angustis. Long. IV2 ^in.
Species breviiiscula fronte plana, opaca, antice laevigata
sat distincta. Antennae tenues , graciles, riifae, basi testa-
ceae, articulis 5 penultimis vix transversis. Caput thorace
paulo latiiis. Thorax latiludine fere duplo brevior, basin
versus leviter angustalus , angulis anterioribus acutiusculis^
posterioribus obtusis. Elytra thorace paulo longiora, crebre
minus subtiliter longiludinaliter rugosa et interpunctata. Ab-
domen laevigatum,
Habitat in India orientali.
342. Oxy telus rufus: Rufulus , subnitidus, fronte
conferüm subtiliter striolata^ antice laevi^ intra oculos Ion-
gitudinaliter impressa^ media basi parum elevata , obsolete
foveolata , thorace fortiter transverso , minus profunde tri-
sulcato , crebre striolato punctatoque. Long, fem.: 1, mas
1% lin.
Statura breviuscula , colore sat insignis, ex affmitate
Ox. complanati. Antennae brevlusculae, rufae, articulo tertio
secundo breviore, 4—6 subaequalibus, 7—10 forliter trans-
versis , sensim paulo latioribus. Caput maris thorace haud
latius attamen malus , feminae paulo angustius , rufum, basi
interdum praesertim in feminis infuscatum. Thorax apice
coleoplerorum basi latiludine subaequalis , longitudineque
duplo lalior, basin versus leviter angustatus, angulis poste-
rioribus parum obtusis, nullo modo rotundatis, sulcis parum
profundis, utrinque intra sulcum exteriorem et marginem la-
teralem anterius profunde impressus, rufo-testaceus, confer-
lim slriolatus, nilidulus. Elytra Ihorace paulo longiora, cre-
bre minus subtiliter striolata et interpunctata, apicem versus
saepius subinfuscata. Abdomen laevigatum, testaceum, seg-
mentis singulis sunmia media basi picescentibus.
Mas abdominis segmento seplimo infero apice leviter
emarginato.
Habilat in insula Ceylan haud infrequens.
343. 0 xy telus thoracicus: Rufo-teslaceus ^ niti-
dus, fronte subaequali, ihoracis parce subtiliter punctata,
insbesondere der Insel Ceylan. 175
medio late lemter excavato lineaque media longitudinali sm6-
tilissima impresso. Long. V/2 Un.
Motsch. Bull, de Mose. 1857. IV. 504. 28.
Habitat in India boreali.
344, Oxytelus exasperatus: Niger , subnitidus,
pedibus testaceis, fronte confertim striolata, anteriore laeti,
media basi in maribus lineola impressa, thorace crebre mi-
nus subtiliter striolato , dorso trisulcato ^ sulcis exlerioribus
medio subangidatis, elytris fiisco - testaceis , circa sciiteUum
fuscis. Long. l'A— lY, lin.
Ox. complanato vix brevior sed angustior. Antennae
longiusculae basi fuscae, articulo tertio inciudentibus lon-
giore , 4—10 fusco-nigris, 5—10 sensim paulo latioribus,
leviter transversis. Caput maris thorace maior, feminae
niinutius, mandibulis fuscis, fronte posterius confertim striolata,
parce paruni distincte punctata. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine plus dimidio brevior, basin versus levi-
ter angiistatus, lateribus vix rolundatis, angulis poslerioribus
parum obtusis , subdepressus , sulcis obsoletis exterioribus,
posterius sensim evanescentibus, sulco intermedio anteriiis
latiore, lateribus medio transversim impressis. Elylra tho-
race paulo longiora , crebre fortiter punctata , punctis exa-
speratis. Abdomen nigrum, nitidum.
Habitat in insula Ceylan rarior.
345. Oxytelus micans : Niger , nitidus , antenna-
rum basi, pedibus elytrisque paUide testaceis, his parce sub-
tiliter punclaiis , fronte minus depressa , parce subtilissime
punctata, thorace dorso trisulcato, sulcis angustis, profundis,
exterioribus leviter arcuatis , utrinque abbreviatis. Long.
Slatura angustiore et splendore Platysthetis minoribus
subsimilis. Antenr.ae articulis 4 primis rufo-testaceis, 5 — 10
fuscis , sensim latioribus , penultimis fortiter transversis.
Palpi ferruginei. Caput thorace paulo angustius, nigrum,
partibus oris rufis , mandibulis longioribus, porrectis, fronte
intra insertionem antennarum sola transversim impressa.
Thorax coleoplerorum latitudine et hac dimidio brevior, ba-
sin versus leviter angustatus, dorso parcius subtilissime^ ver-
176 Kraatz: die Staphyliiien-Fauna von Ostindien,
sus latera distinctius pimctalus, sulcis angustioribus, modice
profundis. Elytra Ihorace pauIo longiora. Abdomen nigrum,
nitidum.
Habilal in insiila Ceylan rarissimus.
346. ü xyt eins puncticeps: Niger ^ nitidus, pedi-
bus testaceis , his crebre disiincHus punctatis^ vix striolatis,
fronte minus crebre et subtilitcr punctata, iilrinqne longitudi-
naliter subimpressa, media basi linea longitudinali subnotata,
thorace irisulcato^ sulcis nnllo modo abbreviatis. Long. 1 lin.
Ox. nitidulo paulo robustior. Antennae breviusculae,
arliculo primo fusco-piceo, secundo tertioque fusco-ferrugi-
neis, hoc dnplo breviore, minimo, 4 — 10 sensim paulo latio-
ribus, nigro-piceis, ultimo maiusculo. Palpi nigro-picei. Ca-
put Ihorace paulo anguslius. Thorax coleopterorum latitu-
dine et hac dimidio brevior, basin versus leviter angustatus
lateribus leviter rotundatis, angulis posterioribus obtusis, le-
viter convexus, sulcis profundis, subaequalibus, interstitiis
angustis, laevibus, lateribus profunde punctatis, linea obliqua
media sat profunda impressis. Elytra thoracis longitudine,
margine ad angulum apicis exteriorem fuscescente. Abdomen
nigrum nitidum.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
347. Oxytelus pygmaeus: Niger, fere opacus,
sordide testaceus , capite thoraceque confertissime , elytris
minus crebre longiludinaliter strigosis, saepius infuscatiSj tho-
race costulis 4 sublaevigatis elevato. Long. V4 — 1 lin.
Ox. depresso haud brevior sed angustior. Antennae
apicem versus sensim crassiores, totae nigrae. Caput maris
thoracis fere magnitudine , feminae eodem paulo minus, con-
fertissime subtilissimeque strigosum , fronte media paullulum
elevata, posterius minus opaca, vix foveolata. Thorax coleo-
pteris paulo angustior, lalitudine dimidio brevior, opacus, co-
stulis 4 sublaevibus parum elevalus, exterioribus fere paral-
lelis, vix arcuatis, interioribus posterius approximatis. Elytra
minus crebre et subliliter longitudinaliter strigosa, subtilis-
sime interpunctala. Abdomen fere laevigatum, nitidum.
Habilat in insula Ceylan haud infrequens.
348. Oxytelus latiusculus: Niger, opacus, ely-
tris fusco - testaceis , rarius fusco - nigris , pedibus sordide
insbesondere der Insel Ceylan. 177
testaceis , capite oblongo ntrinque longiludinaliter profiindius
impresso et thorace trisidcato elytrisque confertissime subtil
lissiineque longiliidiiiaUter strigosis , his parce siibtiiUer pun-
ctatis. Long, y^ lin.
Ox. depresso brevior sed vix angustior , fronte ntrin-
que longiludinaliter distinotius , media obsolete impressa in-
signis. Anlennae apicem versus sensim incrassatae, nigrae,
basi interduin fuscae. Caput thorace paulo anguslius, pla-
niusculum, lateribus tenuiter inarginatum, oculis parum pro-
min ulis. Thoracis forma et sculptura fere eadem quae in
Ox. depresso; latera ante medium minus rotundata, quare tho-
rax basin versus paulo minus angustatus. Elytra thorace tertia
fere parte longiora , fusco-testacea , circa scutellum magis
minus ve fusca seu fusco-nigra. Abdomen breve, crebre sub-
tiliter punctatum. Pedes sordide testacei, femoribus rarius
fusculis.
Mas abdominis segmento quinto infero medio apice pli-
cato-elevato, sexto transversim impresso, impressionis lateri-
bus plicato-subelevatis.
Habitat in insula Ceylan rarius.
349 . üxyt eltis pusillimus: Nigro-piceus, nitidiilus,
pedibus sordide testaceis, antennarum basi elytrisque piceo-
riifis, his capite thoraceque minus confertim et paulo distinctius
tongitudinaliter striolatis, thorace trisulcato, sulcis latiusctilis,
interstitiis sublacvibus. Long, vix ultra '4 lin.
Antennae capite sesqui longiores, articulo tertio quarto-
que minimis, 5 — 10 sensim latioribus , modice Iransversis,
nigris. Caput thoracis latitudine, fronte ntrinque leviter lon-
gitudinaliter impressa, media subelevata, basi obsolete foveo-
lata, partibus elevatis nitidulis, impressis , opacis. Thorax co-
leopteris vix angustior, latitudine plus dimidio brevior, basin
versus leviter angustatus, opacus, sulcorum marginibus niti-
dulis , exterioribus vix, interioribus leviter incurvatis , sulco
intermedio angusto, exterioribus latiusculis. Elytra thorace
paulo longiora, striolata, vix interpunctata, piceo-rufa, apicem
versus dilutiora. Abdomen nigrum, nitidum. Pedes sordide
testacei, femoribus posticis interdum obscuris.
Habitat in India orienlali.
Archiv r Naturcesch. XXV. Jabrf. 1. Bd. 12
it8 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
70. Thiuodromus Kraatz.
Naturgesch. d. Ins. Deutschi. II. p. 866.
Trogophloeus Fam. I. Erichs. Col. Alarch. I. p. 599.
350. Thinodromus (Trogophloeus) hmatus
Motsch. Bull. d. Mose. 1857. IV. 504. 29.
Habitat in India orientali.
71. Xerophygus.
Mandibulae prominentes, tenues, apice bidentatae.
Palpi articulo ultimo minuto, labiales hoc praecedente
plus duplo breviore.
Ligula apice emarginata, longius ciliata , paraglossis
apice haud liberis.
Scutellum occultum.
Pedes intermedii basi approximativ tibiae omnes muti-
cae, tarsi brevissimi.
Labrum transversum , medio leviter sinuatum, laciniis
membraneis longioribus, triangularibus, spatio interieclo me-
dio setulis rigidis, lateribus ciliis longioribus inslructis. Man-
dibulae prominentes, apice longius bidentatae, basi membrana
limbriatae. Maxiilarum structura fere eadem quae in Tro-
gophloeis , palpi magis elongati, articulo quarto minulo.
Labium mento Irans verso, apice fere truncato, angulis ante-
rioribus leviter rotundatis, ligula membranea , apice emar-
ginata , utrinque oblique truncata , margine anteriore ciliis
longioribus deplanatis instructo, medio bispinoso, fulcro mem-
branaceo subquadrangulo parum distincto, paraglossis longius
ciliatis, apice haud liberis. Palpi labiales ligula multo lon-
giores, articulo secundo primo paulo angustiore et duplo fere
longiore, tertio praecedente angustiore et plus duplo breviore.
Habitus huius generis fere omnino Trogophloei, statura
autem maiore et mandibulis tenuibus, prominentibus unica
species adhuc cognita satis distincla est. Labii palporumque
labialium structura longe alia quam in genere Trogophloeo.
251. Xerophygus pallipes: Elongatus^ niger , opa^
cuSy subtiliter einer eo-pub es cens, antennarum basi pedibusque
rußs, thorace parum transverso, dorso basi subcarinato, vix
foveolatOf ano ferrugineo. Long. 2 lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 179
Trogophloeus pallipes Motsch. Bull, de Moscou 1857.
IV. 505.
Habitat in India orientaii.
72. Trogophloeus M a n n e r h.
Kraatz Naturgesch. d. Ins. Deutsch!. II. p. 8G8.
Trogophloeus Fani. II. Erichs. Col. March. I. p.600.
Trogophloeus Fani. II. (pro parte) Erichs. Gen. et Spec. p. 802.
352. Trogophloeus indicus: Elongatns , niger,
densius cinereo-pubescens , antennarum articulo primo pedi^
busque rufis, tliorace transcerso, subdepresso, dorso 4~füve0'
lato, elytris hoc terlia parte longioribus. Long. S'/^ lin.
Trofic. bilineato vix longior sed paulo latlor, densius
griseo -pubescens, elytris brevioribus facile distinguendus.
Antennae apicem versus perparum incrassatae, fuscae, arti-
culo primo rufo, apice interdum infuscato, tertio secundo vix
breviore , penultiinis latitudine fere longioribus. Palpi rufi,
articulo tertio saepius fuscescente. Caput thorace anguslius,
fronte media basi obsoletissime foveolata. Thorax ante me-
dium coleopterorum latitudine, basin versus fortius angusta-
tus, lateribus fortiter rotundatus, angulis posterioribus obtu-
sissimis, confertissime subtilissimeque punctatus, dorso foveo-
lis 4 simili modo quo in Tr. bilineato impressus. Elytra cre-
berrime thorace distinctius punctata. Abdomen subtilissime
punctulatum.
Habitat in India orientaii et in insula Ceylan haud in-
frequens.
353. Trogophloeus scabrosus: Niger, capite,
thorace elytrisque confertim fortiter subruguloso ^ punctatis,
opacis, abdojniiie crebre subtiliter punctato, Jiitidulo, Long. 1 lin.
Corporis pars anterior subtilissime griseo-, abdomen
fulvo-pubescens. Antennae totae nigrae, articulo tertio se-
cundo paulo breviore et angustiore, art. duobus penultimis
fortiter transversis, praecedentibus paulo latioribus. Caput
thorace paulo angustius, suborbiculatum. Thorax ante me-
dium coleopteris paulo, basi iisdem duplo angustior, lati-
tudine summa dimidio brcvior, lateribus ad medium usque
fere parallelis, parum convexus, impressionibus dorsalibus
180 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
nullis. Elytra thorace tertia parte longiora, thorace pauIo
fortius punctata. Abdomen segmentorum marginibus apica-
libus pilis fulvis paulo longioribus et vaUdioribus ciliatis, seg-
mento sexto parce subtilissime punctato, leviler altenuato.
Pedes nigri, tibiis apice fiiscis,
Habitat in insula Ceylan rarior.
354. Trogophlo eiis sijnp lex: Elongaliis, siibde-
pressus, piceus, subtditer griseo^pubescens, anteunarum basi
pedibusque luteis , thorace opaco , dorso obsolete mit nullo
modo foveolato, hoc elytrisque f'uscis^ saepius fiisco-testacels.
Long. Völin.
Motsch. Bull, de Moscou 1857. IV. 505. 31.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan infrequens.
355. Tr ogophloeus fov eic Ollis: Elongatus, sub-
depressus , nitidulus , piceus, anteimariini basi, pedibus ely-
trisque ferrugineis, thorace fusco-ferrugineo, dorso distinctius
4-foveolato, confertim distinctius punctato. Long. % lin.
Corpus subtilissime griseo-pubescens. Antennae fuscae,
articulo primo rufo, tertio secundo paulo breviore et angu-
stiore, art. 3 ultimis praecedentibus paulo latioribus. Caput
thorace paulo anguslius, fronte inter oculos ulrinque profun-
dius impressa, opaca, media basi subelevata, subnitida. Tho-
rax apice coleopterorum basi paulo angustior, basin versus
lortiter angustatus, lateribus ante medium rotundatis , distin-
ctius punctatus , nitidulus, dorso foveolis 4 ordinariis, lateri-
bus utrinque et puncto medio ante apicem impressus. Elytra
thorace dimidio fere longiora, confertim distinctius punctata,
circa scutellum vix infuscata. Abdomen nigrum , nitidum,
apice ferrugineum.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan haud in-
frequens.
A praecedente statura paulo minore, thorace foveolalo,
distinctius punctato facillime distinguendus.
356. Trogophloeus minimus: Elongatus, subcy^
UndricuSj parum nitidus , subtilissime pubescens , f'errugineus,
capite et abdo7uine ante apicem infuscatis j thorace oblonge,
convexiusculo, dorso vix foveolato. Long. Yj lin.
Ex affinilale Tr. exigui sed dimidio minor. Antennae
apice modice incrassatae , fuscae, basi fusco - fenugineae.
insbesondere der Insel Ceylan. 181
Caput lliorace fere latiiis. Thorax latitudine paulo brevior,
basin versus leviter an^ustatus, lateribus perparum rotunda-
tis, salis convexus, confertissime sublilissimeque punctatus.
Elytra thorace tertia parte longiora, vix distinctius punctata.
Abdomen confertim subtilissinie punctulatum, segmento sexto
leviter infuscato. Pedes testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
73. Omaliuui Grav.
Erichs. Col. March. I. p.628. Gen. et Spec. p.874.
357. Om aliutn singular e: üblongo-ovalum^ fer-
rugineum , nitidulum , antennarum articulis 6 ultimis , capite,
elytris apice abdomineque apice infuscatis, thorace obsolete^
elytris minus crebre snbtilissime punctatis. Long. 1 lin.
Corpus parce subtilissime pubescens. Antennae capite
Ihoraceque breviores, articulis 5 primis rufis, tertio secundo
dimidio angustiore et longiore, quarto minuto , quinto hoc
vix loijgiore, sexto quinto mullo latiore, 5 penultimis forliter
transversis. Caput thoracis apice latitudine aequale, nitidu-
lum, vix punctulatum, fronte inter antennas leviter bifoveo-
lata, media basi profunde bipunctata. Thorax latitudine plus
duplo brevior, coleopteris paulo angustior , lateribus rotun-
datis, apicem versus paulo magis angustatis, angulis poste-
rioribus obtusis , leviter convexus , vix punctulatus. Scutel-
lum laeviusculum. Elytra thorace duplo longiora, subtilis-
sime alutacea, minus crebre subtililer punctata. Abdomen
apice altenuatum, nitidulum, vix punctulatum, ano rufo-testa-
ceo. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan rarius.
358. 0 m all um ob scur n m : Depressuin , nigrum,
opacvm, pedibus sordide testaceis, elytris fiiscis , confertim
distinctius punctatis, thorace 4-foveolato, lateribus leviter an-
gulato. Long. % — -/^ lin.
Om. exiguo simile et affine et paulo minutius, thoracis
lateribus subangulatis, elytris paulo brevioribus. Antennae ar-
ticulis duobus primis crassiusculis, 3 sequentibus minutis, 5
penultimis latioribus, fortiter transversis. Caput trianguläre,
impunctatum. Thorax coleopteris paulo angustior et duplo
182 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
brevior, angulis posterioribus leviler obtusis , nullo modo
rotundatis, foveis quatuor oblongis magnis profundisque , ad
apicem fere adscendentibus impressus. Abdomen conferlim
subtiliter punctatum, apice saepius fusco-testaceum.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens.
74. Arpeflium Erichs.
Co]. March. I. p.618. G'en. et Spec. Staphyl. p. 858.
359. Arpedium (?) pallens Motsch. Bull, de
Mose. 1857. IV. 493. 8.
Bombay.
75. Eupiestns.
Mandibulae muticae.
Palpi maxillares articulo ultimo penultimo duplo longiore,
Ligula fulcro corneo^ triloho*
Scutellum occultum.
Tibiae externe stihtilissime setuJosae,
Abdomen marginatnm.
Labrum Iransversum, apice forliter emarginalum, den-
sius subtilissime ciliatum , parcius spinis validis (circiler 10)
armatum. Mandibulae validiusculae, muticae. Maxillae maus
membranaceis apice densius barbatis, exleriore rotundato-
subdilatala. Palpi maxillares articulo quarto secundo paulo,
tertio duplo longiore. Labium mento antice leviter rotun-
dato, utrinque emarginato, ligula membranea, barbata, apice
emarginata, fulcro corneo, trilobo, lobo intermedio spinulis
2 subtilibus armato, paraglossis ligulae longitudine subaequa-
libus, apice liberis. Palpi labiales articulis sensim angustio-
ribus, tertio primo paulo longiore, duplo angustiore.
Habilus huius generis fere omnino minuti Piesti, anten-
nis autem brevioribus, thorace foveolato carinatoque, scutello
occullo Eupiestus sculpticollis ab omnibus Piestis facile di-
stinguitur. Abdomen marginatum. Pedes breviusculi, femo-
ribus parum incrassatis, tibiis exlus subtilissime setulosis.
360. Eupiestus sculpticollis: JSigro-piceus, ni-
tidus , fere glaber, anlennarum basi pedibusque rußs, elytris
piceo-rups, supra coslis 3 elecaUs, thorace sexcostafo. Long.
l'/ä lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 183
Antennae capite thoraceque vix dimidio longiores, vix
pilosellae, fusco-piceae, articirlis 3 primis ruGs, primo cras-
siusculo, secundo tertioque longioribus, subaequalibus, 4 — 10
leviler transversis, penultimis praecedentibus fere angustio-
ribus. Caput thoracis latitudine, fronte utrinque intra an-
tennarum insertionem profiindius, media basi fovea oblonga
profunda impressa. Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
tudine paulo brevior, lateribus subrectis , ad angulos poste-
riores oblique emarginatus, planiusculus , costis 6 elevatus,
binis interioribus paulo ante medium, binis exterioribus paulo
ante angulum apicis exteriorem coniunctis. Elytra thorace
paulo longiora, supra costis 3 suturaque , lateribus intra co-
stam exteriorem et marginem costa subtiliore elevata; co-
starum interslitiis punctorum serie impressis. Abdomen cre-
bre subtiliter punctatum.
Habitat in insula Ceylan.
76. Isomalus Er.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 838.
36 1 . Iso malus indicus: Niger, nitidus, laevis, ore,
antennis, tibiis tarsisque rufis , elytris pallide testaceis^ mar^
gine apicali nigris. Long, ly, lin.
Antennae capite thoraceque vix breviores. Caput tho-
race lalius, laeve, Stria marginali profundius impressum. Tho-
rax antice coleopteris vix angustior, basin versus angustatus,
lateribus leviter rotundatis, pone medium obsoletius denticu-
latis, laevissimus. Elytra thorace dimidio longiora, parce ob-
solete punctulata. Abdomen laeve, subtus piceo-rufum,
segmentorum marginibus magis minusve rufis. Pedes femo-
ribus piceis.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan rarior.
362 . Is omaliis apicipennis: Testaceus , nitidus,
laevis, elytris apice picescentibus , abdomitiis segmenti sexti
dimidia parte anteriore fuscescente. Long. 1^2 lin-
Praecedente paulo brevior et latior. Caput thorace paulo
latius, laeve, slria marginali profundius impressum. Thorax
antice coleopteris vix angustior , basin versus fortius angu-
stalus, kteribus pone medium vix denticulatis , laevissi-
184 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
mus. Elytra thorace dimidio longiora , laevissima. Abdo-
men laeve.
Habitat in insula Ceylan.
363. Isomalus fus cic ep s: RKfo-tesfoccits^ nitidus,
laevis, antennis apicem versus, capite elytrorumquc margine
laterali medio infuscalis. Long. V, lin.
Habitu praecedentium, sed mullo minor. Antennae mi-
nus graciles, basi rufae , articulo secundo subgloboso, terlio
tenuiore, latitudine vix longiore, 4—10 inter se subaequali-
bus, leviter transversis. Caput thorace paulo latius, laeve,
Stria marginali haud impressum, fronte anteriore utrinque le-
viter impressa. Thorax apice coleoptcrorum basi paulo an-
gustior, basin versus angustatus, lateribus modice rotundatus,
pone medium nullo modo denticulatus, rufulus, laevis. Ely-
tra thorace dimidio fere longiora, laevia. Abdomen laeve.
Specimina nonnulla in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
77. Holosiis M 0 1 s c h u 1 s k y.
Bullet, de Moscon 1857. II. p. 496.
Mandibulae muticae, haud prominentes.
Ligula fulcj'o spinis duabus validis armato,
Tibiae anticae integerrimac.
Abdomen immarginatum , supra subtusque oblique strio-
latum,
Labrum, mandibulae maxillarumque mala exterior eodem
fere modo quo in genere Lispino constructa. Maxiliarum
mala interior extus cornea , apice uncinata et denticulis 3
brevibus, introrsum curvatis armata, margine interiore mem-
braneo, apicem versus spinulis ciliato. Palpi maxillares ar-
ticulo quarlo praecedente quadruplo longiore. Labium menlo
antrorsum angustato, utrinque bisinualo, apice leviter rotun-
dato, ligula sat ampla, lobis lateralibus latis, membraneis, in-
terne pubescentibus, lobo intermedio (fulcro) lato membra-
naceo, medio spinis duabus validis armato. Palpi labiales li-
gula paulo longiores , articulo primo tcriioque longitudine
subaequalibus, secundo breviore.
Genus ligula bispinosa " ) (a Dom. M o t s c h u 1 s k y
*) In genere Lispino ligulae fulcrum ncque bispinosum ut in
insbesondere der Insel Ceylan. 185
nullo modo respecta) non minus quam abdomine oblique sub-
liliter striolato insigne.
364. Holosus tacbyporiformis Mols eh. Bull, de Mose.
1857. IV. 498. 16.
365. Holosus taehiniformis Mols eh. Bull. d. Mose.
1857. IV. 498. 17.
366. 'Holosus conuriformis Mols eh. Bull. d. Mose.
1857. IV. 499. 18.
367. Holosus mycetoporiformis Mols eh. Bull. d. Mose.
1857. IV. 500. 19.
368. Holosus olislhaeriformis Mol seh. Bull. d. Mose.
1857. IV. 500. 20.
369. Holosus (Holotrochus?j fossulatus Mols eh. Bull,
d. Mose. 1857. IV. 495. 14.
370. Holosus cHolotrochus?) foveolalus Molseh. Bull,
d. Mose. 1857. IV. 496. 15.
Omnes hae spec. habitanl in Indiae orienlalis terra con-
tinente; in insula Ceylan nondum ulla observala.
78. Lispimis Er i chs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 828.
37 1 . Lispinus laevip cnnis: JSigro-piceus^ pedi-
bus rvfis , thorace minus crebre punctalo, basi lUrinque sul-
ctilo longifiidinaliter lemter impresso , elylris f'ere laevigatis.
Long. 2y^ lin.
Gracills, linearis, subdeprcssus, nitidus. Antennae ea-
pite Ihoraeeque vix breviores , piccac, apicem versus parum
inerassatae, arliculo terlio secundo paulo longiore. Caput
minus crebre subtilissime punetalum. Thorax eoleopteris paulo
anguslior, latiludine paulo brevior, basin versus leviler angu-
stalus, laleribus fere parallelis, perparum convexus, minus
crebre subtililer punctatus, linea longitudinali media subtilis-
Ilolosis, neque setis diiabus arniatum (vide Ericlis. Gen. et Spec. Sta-
phyl. tab. V. fig. 8 a.) sed spinulis tribus instructuni e.st, quas in Om-
nibus huius generis speciebus a nie perscrutatis reperi. In pleris-
que speciebus abdomen apicem versus niagis minusve attenuatum, in
nonnullis etiani parallelum est, quas Dom, M o ts c h u 1 s ky generi Ho~
lotrocho forte adscribendas esse censuit.
186 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
sima et utrinque suiculo angusto, parum profundo et distin-
clo impressus. Elytra thorace paulo longiora, fere impun-
clata, disco punctis nonnullis subtilissime aciculatis. Abdo-
men parallelum , parce obsolete punctatum, lateribus punctis
nonnullis majoribus obsoletis impressis.
Habitat in insula Ceylan rarissime.
372. Li spinus strigiventris: ISigro-piceus , pe-
dibus rufis^ capite thoraceque minus crehre et subüiiler pun^
ctatis^ hoc basi utrinque suiculo latiusculo profundiore im-
presso^ elylris disco subtiliter punclalis ^ abdomine lateribus
obsojete irregulariter strigato. Long. 2% lin.
Statura fere omnino praecedentis, paulo angustior. An-
tennae piceae, articulo tertio secundo distincte longiore. Tho-
rax sulculis lateralibus profundioribus sat dislinctus. Abdo-
men disco vix punctato, lateribus obsolete strigosis. Pedes
rufescentes.
Habitat in India orientali.
373. Lispinus coarcticollis: Nigro-piceus , pe^
dibus rußs^ minus crebre piinctatus, thorace pone medium fere
subito angustato, basi utrinque linea subtili, leviter intror^
sum incurvata impresso. Long. 2 lin.
Praecedenlibus brevior et paulo angustior, linearis, sub-
depressus , nitidus. Antennae capite thoraceque breviores,
rufae, articulo tertio includentibus paulo longiore, art. 4 pe-
nultimis modice transversis. Caput thorace angustius, parcc
subtiliter punctatum. Thorax longitudine tertia parte latior,
ante medium coleoplerorum latiludine, lateribus vix ullo modo
rotundalis, depressiusculus, minus crebre, disco utrinque di-
stinctius punctatus, utrinque linea subtili leviter arcuata, me-
dium vix attingente impressus. Coleoptera thorace paulo lon-
giora, minus crebre subtiliter punctata. Abdomen parallelum,
segmento septimo attenuato, apice rufescente. Pedes rufi.
Habitat in India orientali.
374. Lispinus impr es si colli s: Piceus , pedibus
rufiSy thorace pone medium atigustato, basi ad latera et disco
utrinque longitudinaUter leviter impresso, crebre punctato,
disco pone medium punctis duobus, angulis anterio7'ibus pun-
ctis 3 profundioribus oblique positis impressis. Long, ly^ lin.
Motsch. Bullet, de Mosp. 1857. IV. 495. 13.
insbesondere der Insel Ceylan. 187
Habitat in India orientali et in insnia Ceylan haud in-
frcquens.
375. Lispinus fuicus motsch, 1857. IV. 495. 12.
Habitat in India orientali.
376. Lispi7ius tenuioornis: Piceus seu piceo^rii-
fus, nitidus, antcnnis tetimbus ^ thorace subtiliter, elytris ob-
solctissitnc punclatis, illo basi utrinque parum profumiß 9Ubr.
orbiculatim impresso Long. P/ö ün. Viiffin f^H
L. impressicolli paulo maior. Antennae capitis thora-
cisque longiludine, basi tenuiores, rufae, arliculo secundo in-
cludentibus vix longiore, art. 4 penultiniis parum transversis,
iihiino praecedentibus duobus longitudine fere aequali. Ca-
put thorace angustius, obsolete punctatum. Thorax longitu-
dine fatior, basin versus leviter anguslatus, parce subtilissime
punctatus, basi utrinque obsolete suborbiculatim foveolatus.
Elytra thorace tertia parte longiora. Abdomen subtilissime
coriaceum, praeter puncta maiora ordinaria vix punctatum.
Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
377. Lispinus brevicornis: Brunneo-rufus, ab--
domine picescente, antennis breviuscuHs rußs , pedibus rufo-
testaceis, thorace basi utrinque late obsolete impresso. Long.
1% lin.
Praecedenti statura simillimus , caput, Ihorax et elytra
distinctius punctata. Antennae capite thoraccque breviores,
rufescentes, apicem versus vix incrassatae, arliculis 2 — 4 in-
ter se subaequalibus, duobus penultiniis vix transversis, ul-
timo his coniunctim paulo breviore. testaceo. Caput thorace
angustius. Thorax leviter transverus, basin versus paulo an-
gustatus, lateribus ante medium parum roluudatis, basi utrin-
que vix impressus. Elyira thorace tertia fere parte longiora.
Abdomen segmentorum marginibus anoque rufescentibus.
Habitat in India orientali.
378. Lispinus subopacus: Piceus, parum nitidus,
antennis tenuibus pedibusque rups, elytris rtifo-ferrugineis^ tho-
race rufobrunneOy parce punctato , basi utrinque^ lateribus
distinctius, disco obsolete lougitudirialit er impresso. Long, l^^lin.
Elongalus, linearis, depressiusculus, parum nitidus.
Antennae capitis thoracisque longitudine, rufae, art. secundo
J88 Kraatz: die Staphyünen-Fauna von Ostindien,
terlioque siibaequalibus, 5 penultimis leviler transversis. Ca-
put Ihorace paulo angustius , parce obsolete punctulatum.
Thorax leviler transversiis, basin versus angustatus, lateribus
ante medium levitcr rotundatus , parce obsolete punctatus,
disco ante apicem punctis duobus minulis profundioribus no-
tato, impressionibus lateralibus haud profundis sed ultra me-
dium productis. Elytra thorace paulo longiora, parce obso-
lete punctulata. Abdomen segmento septimo rufescente. Pe-
des rufo-testacei.
Habitat in Insula Ceylan.
379. Li spinn s testaceus: Tesfaceus, nitidus, ca-
pite maiuscnio , thorace basi et disco utrinqne leviter longi-
tudinatiter impresso, impressionibus discoidatibus paulo pone
medium thoracis puncto singulo , lateralibus punctis duobus
paulo profundioribus impressis. Long, l'/^ lin.
Linearis, totus testaceus, valde nitidus. Antennae api-
cem versus incrassatae, articulis penultimis fortiter transver-
sis. Caput thorace vix angustius, vix punctulatum. Thorax
leviter tranversus, basin versus angustatus, lateribus ante me-
dium leviter rotundatus , sparsim obsolete punctulatus, fere
laevigatus. Elytra thorace tertia parte longiora , fere laevi-
gata. Abdomen parallelum.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
380. Lispinus laevigatus: Rufo-testaceus, laevi-
gatus, capite maiusculo , thorace basi utrinqne puncto pro-
funda impresso, media lineola longiludinati subtUissima utrin-
qne abbremata impresso. Long. 1 lin.
Praecedentibus paulo minus depressus. Antennae api-
cem versus fortius incrassatae , articulis duobus penultimis
fortiter transversis. Caput thoracis latitudine, oculis nigris.
Thorax leviter transversiis , basin versus sensim angustatus,
lateribus vix angustatus , angulis anterioribus acutiusculis.
Elytra thorace terlia parte longiora, Stria suturali basi pro-
funde, apicem versus vix impressa.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
381. Lispinus sculptus: ?iceus,7iitidulus, anten-
narum basi pedibusquc rufo-tcstaceis, thorace basi transver-
sim, disco fovcis duabus obliquis postice criiniventibus, media
ante apicem fovea oblonga , utrinqne ad latera ante medium
insbesondere der Insel Ceylan. 189
longitudinaliter, pone medium puncto valde profunda impresso^
elytris costaiis. Loiig^. l'A lin.
Lisp'mo iiniücssicolli paulo luinor, lalior et niagis de-
planalus , sculptura thoracis sat insignitiis. Antennae capite
thoraceque fere breviores, articulis 6 primis tenuioribus,
3 — 6 fere aequaliniis, 4 periultimis fortiter transversis. Caput
convexiusculurii, fronte antica iitrinqiie longitudinaler leviter,
vertice medio fovea oblonga paulo profundius impresso, fronte
media inlra oculos punctis duobus profuiidioribus notata.
Thorax coleopteris angustior, longitudine dunidio latior, ba-
sin versus angustatus, lateribus ante medium rotundatus, lae-
vigatus, impressionibus opacis. Scutellum iaevigatum. Ely-
tra thorace dimidio longiora, costis4: suturali, duabus discoi-
dalibus et lalerali elevatis, costis internis obsoletis , sutu-
ralibus postice coniunctis ; iuterstilio intra costas duas latera-
les latiore, opaco. Abdomen fere Iaevigatum.
Exemplar unicum in insula Ceylan a Dom. Nietner
leclum.
Not. Species ab omnibus ceteris thoracis elylrorumque
sculptura diversa at vix alius generis.
79. Leptochirus Germ.
Spec. Insect. nov. p. 35.
382 . Leptochirus mandibular is '"" j : Niger ^ niti-
*) Species ja\anicae a cel. Erichsonio (Gen. et Spec. p. 826)
descriptae sunt: L. laticeps, unicolor (coronatus Sachse Stett. Ent.
Zeit. 1857. 146), bievicornis, bispinus. Javanicus; addenda est nova
mihi a niuseo Viennensi communicata.
Leptochirus Idae: Niger, nitidus, fronte mutica, haud ca-
naliculala , antice utrinqtie foreolata, apice leviter producta, subqua-
driloba. Long, b^^ lin.
Habitu fere omnino Lept. quadridentis Motsch. , paulo maior,
paruni convexus. Antennae capite thoraceque paulo breviores, nigro-
pilosellae. Caput thorace paulo angustius, fronte plana. Thorax la-
titudine tertia parte brevior (brevior quam in specie allata), lateribus
rectis, canaliculatus. Coleoptera thorace vix longiora et fere angu-
stiora, margine inflexo punctalo. Abdomen parce pilosellum, segmen-
lis singulis utrinque parumpunctatis. Tarsi picei.
In Java ab Ida Pfeiffer collectus.
190 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
dus, fronte utrinque fortius elevato-producta, postice canali-
cidata^ mandibulis elengatis^ erectis. Long. 7y^ lin.
Lept. brevicorni alfmis, sed diruidio maior, nigerrimus.
Anleniiae praecipue inaris dense longius flavescenti-pilosae,
arliculo terlio duobus sequentibus coiiiimctirn longitudine ae-
qiiali. Mandibulae basi laliores, apice (dextera fortius) elon-
galae, ereclae. Caput Ihorace anguslius^ laleribus sat eleva-
tis, anlice minus, postioe niagis productis quam in L. brevi-
corni , clypei spalio linea semicirculari vix circumscripto.
Thorax coleoptcris fcre lalior , basin versus subangustatus,
latitudine duplo brevior, dorso profunde canaliculatus, medio
utrinque puncto singulo saepius notalus, lateribus parce pun-
ctatis. Elytra thorace longiora, laevissima, versus latera po-
sterius longitudinaliter subimprcssa. Abdomen parce flave-
scenti-pilosellum. Tarsi rufi.
Habitat in insula Ceylan in arboribus putrescentibus.
Descriptionem larvae, a Dom. Nietner benevole com-
municat^e hie addo :
Corpus elongatum, lineare, subcylindricum, glabrum, vi-
ridi-brunneum. Caput prothorace paulo angustius, subrolun-
datum, leviter convexum. Anlennae supra mandibularum ba-
sin inserlae, 4-arliculati, articulo primo brevissimo, secundo
tertioque elongatis , hoc praecedente paulo longiore , minus
crebre piloso, apice interne processu minuto aucto, articulo
quarto hoc duplo longiore, subulato, pilis nonnullis longiori-
bus instructo. Clypeus apice utrinque oblique truncatus.
Ocelli nuUi. Mandibulae validiusculae, falcatae, apice acu-
minatae, niargine interiore pilis parcis instructo. Labrum
transversuni, apice truncatum, angulis rectis. Maxillae libe-
rae, parte cardinali oblique interne vergente, parte basilari
subcylindrica , margine interiore setis nonnullis longioribus
instructo; palpi maxillares ad maxillarum marginem apicalem
exteriorem inserti, triarliculali, arliculo primo secundo paulo
crassiore et plus duplo breviore, tertio praecedente paulo
longiore , apicem versus acuminato. Labium mento apice
truncato, ligula producta, apice rolundata, palpis biarliculatis,
articulo primo latitudine duplo longiore, secundo minuto, subu-
lato. Prothorax segmentis sequentibus duobus paulo longior
et lalior, latitudine duplo fere brevior. Pedes longiusculi,
insbesondere der Insel Ceylan. 191
tibiis spinulosis. Abdomen segmentis apicem versus vix la-
tioribus , ano tubiiloso, descendente. Caudae anales modice
distantes, segmentis diiobus ultimis longitudiiie fere aequa-
les, biarticiilatae, articulo primo longo, secundo brevissimo,
illo apicem versus, hoc toto subtilissime longius piloso.
Die Larven leben nicht etwa unter Baumrinden , wie
Erichson's Angabe vermuthen lässt, sondern hauptsächlich
in solchen Bäumen, welche durch Fäulniss und Feuchtigkeit
bereits fast gänzlich in eine pilzbreiartige Masse umgewan-
delt sind. Die Käfer findet man in ihren Gängen und Löchern
gesellschaftlich zu 6—8 Stück beisammen; bricht man die-
selben auf, so bleiben die überhaupt in ihren Bewegungen
trägen Thiere ruhig beisammen.
383. Leptochirus brachycerus: Niger, nitidus,
fronte excavata^ postice ranaliculata, antice utritique eleva-
to-producta, clypeo medio iransversim elevato , anterius de-
clici, linea basali semicircula7'i haud impresso. Long. 4V2 —
4V3 lin.
L. brevicorni simillimus, paulo minor, capitis, praeci-
pue clypei slructura thoraceque antrorsum vix angustato di-
stinguendus.
Habitat in insula Ceylan rarior.
384. Leptochirus quadridens Motsch. Bullet,
de Mose. 1857. IV. 501. 21,
385. Lept, sawgfiu'wosws Mo tsch. loc. cit. 501. 22,
386. Lept. tridens Motsch. loc. cit. 502. 23 et
387. Lept. excavatus Motsch. loc. cit. 502. 24.
habitant in India orientali.
388. Lepto chirus pygmaeus: Niger, nitidus, fronte
antice in laminas duas sat validas, apice subhidentatas, por-
rectas producta. Long. 2^/!^ lin.
Antennae fusco-pilosellae. Mandibulae modice porreetae.
Caput Ihorace angustius, fronte inter laminas excavata, la-
minarum dente inleriore exteriore paulo longiore. Thorax
latitudine brevior, lateribus parallelis, canaliculatus. Elytra
thorace fere angustiora, paulo longiora. Abdomen ano pi-
ceo-rufo, segmentis singulis basi et lateribus parce obsolete
punclatis. Pedes geniculis libiisque piceo-rufis, tarsis rutis.
Habitat in india orientali.
192 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien, etc.
Nachdem die Beschreibungen der einzelnen Arten hier-
mit abgeschlossen *"*), wäre noch auf ihre geographische Ver-
breilung und die übrigen im Eingange (S. 4) angedeuteten
Punkte einzugehen; der wesentliche Gewinn indessen, wel-
cher sich lür eine solche Betrachtung durch das Bekannt-
werden der Fauna von Borneo herausstellen muss, lässt es
zweckmässiger erscheinen , dieselbe noch so lange zu ver-
schieben, bis die Staphylinen -Fauna der genannten umfang-
reichen Insel von mir veröffentlicht ist; dass dies nicht eben-
falls in diesem Archive geschieht, lässt eine Berücksichtigung
der Arbeit in demselben gewiss nicht unnütz erscheinen.
Eine grössere Anzahl von Staphylinen aus Borneo liegt mir
bereits vor; die Durchsicht sämmtiicher Arten, welche sich
in Wallace's neuerdings veranstalteten reichen Sammlungen
befinden, zu vermitteln hat sich Herr Stephens in London
zuvorkommend erboten.
■'^) Auf die von Flenn v. M o t s c h u I s ky in» Bulletin de la
societe imperiale des naturalistes de Moscou 1857 aufgestellten indi-
schen Staphylinen ist im Texte Bezug genommen; die später beschrie-
benen konnten bei der Anfertigung des Manuscripts noch nicht be-
nutzt werden.
Explicatio tabularum.
Tabula I.
Aleocharini.
Fig. 1. Eccoptogeniae rufae labiuni; a. maxilla ; b. labrum ; c. man-
dibula.
„ 2. Linoglossae bifoveolatae ligula.
„ 3. Coenonicae puticticollis labium.
„ 4. Pelioplerae micantis ligula, a. palp. maxillaris.
„ 5. Schistogenia crenicollis: a. labium ligula libera; b. labium
ligula sub mento occulta.
insbesondere der Insel Ceylan. 193
Fig. 6. Tetrasticta polita: a. ligula ; b. palp. maxillaris.
„ 7. Myrmedonia clavicornis.
„ 8. Myrmedonia hirta.
„ 9. Myrmedonia laevigata.
„ 10. Homalota acuticollis (corporis pars anterior).
„ 11. Gyrophaena laminata (abdomen).
„ 12. Leucocraspedum pulcheUum : a. latus inferius; b. palp. n^a-
xillaris; c. labrum ; d. niandibula; e labiuni.
Tabula II.
Staphylinini, Xanlholinini, Paederini.
Fig. 1. Palaeslrinus Sykesii: a. palp. maxillaris ; b. libia et tarsus
pedis anterioris.
„ 2. Trichocosmetes lertcomns : a. palp. maxillaris ; b. tarsus pe-
dis postici.
,, 3. Evcibdehis gracilis: palp. maxillaris; b. tarsus pedis postici.
„ 4. Leptacinus trigonocephalus (corporis pars 'dnieriov) : a. ligula;
b palp. maxillaris.
5, 5. Mitomorphus indicus (coiporis pars anterior): a. ligula;
b. palp. maxillaris.
„ 6. Holisomorphus ceylanensis: a. labrum; b. ligula; c. palpus
maxillaris.
„ 7. Cephalochelus elegans: a. labrum; b. niandibula; c. ligula.
d. palpus maxillaris.
„ 8. Sclerochiton ochraceus : a. labrum; b. ligula; c. mandibulae.
„ 9. Thinocharidis pygmaeae di\\iGnn?i: ^.\?\ir\im\ b, c. mandibulae.
„ 10. Acanthoglossae brachycerae labrum: a. ligula; b, c. mandi-
bulae.
Tabula III.
Oxytelini, Piestini.
Fig. 1. Xerophygi pallipedis niandibula; a. labrum; b. labium.
„ 2. Osorii rvgicollis larva : a. caput.
„ 3. Leptochirus niandibularis (corporis pars anterior) : a. larva ;
b. Caput.
„ 4. Evpiestns scuIpticoUis : a. labrum; b. labium; c. palpus
maxillaris.
„ 5. Holosus tachiniformis: a. maxilla; b. labium,
„ 6. Lispini coarclicollis labium.
Archiv f Naturgesch. XXV. Jahrg. 1, Bd. X3
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden.
Von
Franz Leydig
in Tübingen.
(Hierzu Taf. IV.)
In einer demnächst erscheinenden „Naturg-eschichte der
Daphniden« habe ich auch mehrere die Anatomie der ge-
nannten Thiergruppe betreffende Puncte mitgetheilt. Ich er-
laube mir darauf hier noch einmal zurückzukommen^ theils
um Gelegenheit zu finden , einige den Bau von Cyclopsine
erläuternde Figuren veröffentlichen zu können , namentlich
aber, um auf eine unterdessen publicirte werlhvolle Abhand-
lung von Claus: zur Anatomie und Entwickelungsgeschichle
der Copepoden ^) Bezug zu nehmen, da solches in der ange-
führten Arbeit nicht mehr möglich war.
Ich durchgehe in hergebrachter VV^eise einige der or-
ganischen Systeme.
Was die allgemeine Bedeckung unserer Thiere
betrifft, so hat bereits Zenker 2) das Nähere über Form
und physicalische Eigenschaften hervorgehoben und Claus
verbreitet sich ausserdem über die histologischen Verhältnisse,
wobei ich denn im Anschlüsse hieran bezüglich der bei vie-
len Krebsen die Cuticula durchsetzenden Haulkanäle bemer-
ken möchte , dass derlei Bildungen doch nicht allen Cope-
poden mangeln. Bei Cyclopsine castor vermisse ich zwar
ebenso wie der letztgenannte Autor die fraglichen Poren-
1) Archiv f. Katurgeschichte 1858. Heft 1.
2) Anatonüsch-syslematische Studien über die Krcbsthiere, ibid.
1854. S. 89.
Leydig: Bemerk, üb. d. Bau d- Cyclopiden. 195
räume, aber bei einem männlidien grossen Cyclops quadri-
cornis von blauer Farbe ') sehe ich sie deutlich. Es ste-
hen die Kanäle der Cuticula nicht dicht beisammen, sind aber
beträchtlich weit , am umfänglichsten erscheinen sie an der
Bauchseite des Postabdomens. Von der Fläche angeschen
zeigen sie zwei Ringe , von denen der innere viel enger
ist als der äussere, was ich auf eine trichterförmige Gestalt
des einzelnen Porenkanales auslege. Zwischen diesen Ka-
nälen macht sich noch eine so feine Punktirung bemerklich,
dass sich von ihr kaum bestimmen lässt, ob sie von Höcker-
chen oder von sehr zarten Kanälen herrührt, lieber die
Matrix der Cuticula führt auch Claus an, dass sie aus Ker-
nen bestehe, welche in molekularer Zwischenmasse zerstreut
liegen, und dass diese Schicht die Bedeutung undeutlich ge-
schiedener Zellen habe, welche durch Ausscheidung die ho-
mogene Cuticula bilden. Die Matrix enthält ferner die körni-
gen Hautpigmente, doch ist auch die Cuticula öfters von diffu-
sem, röthlichen, gelben oder blauen FarbestofF durchdrungen.
(Cuticula und Matrix von Cyclopsine castor siehe an Fig. 1
bei a und vielen anderen Stellen.) Nach Zenker sollen die
Muskeln , indem sie sich an die Chitinhaut ansetzen , dieser
„ein zelliges Ansehen geben," was ich nicht zu bestätigen
wüsste.
Im Hinblick auf das Musk eis yste m zeichnen sich die
Cyclopiden von den verwandten Familien, wie z. B. den Daph-
niden durch die Raschheit und Kraft ihrer Bewegungen aus,
womit wohl im Zusammenhange steht, dass die contractilen
Elemente , die „sarcous elements" grösser und schärfer ge-
randet sind, als bei den übrigen Entoniostraca und unter
allen Muskeln ist wieder, worauf auch Claus hinweist, der
im mittleren Abschnitte der männlichen Antenne gelegene
ani schärfsten conturirt. Das Lückensystem in den Miiskel-
1) Es waren mir dazumal die Aufsätze des erstgenannten For-
schers „Das Genus Cyclops und seine einheimischen Arten" und „^^ ei-
tere Mittheilnngen über die einheimischen Cyclopiden" ibid. 1857,
in welchen Cyclops quadricornis in eine Anzahl neuer Arten aufgelöst
wurde, noch nicht bekannt, so dass ich mich an die ältere Bezeich-
nung halten muss.
196 L e y d i g :
bündeln zeigt sich ebenfalls ganz klar und ich will auch bei
dieser Gelegenheit auszusprechen nicht unterlassen, dass ich
die Angaben, welche ich über dies von mir aufgefundene
Lückensystem in Müller's Arch. 1856, dann im Canstatt'schen
Jahresberichte für 1856 und in dem Lehrbuch d. Histologie
veröfTentlicht habe, noch durchaus vertrete.
Kaum zu beseitigende Hindernisse stellen sich in den
Weg, wenn man das Nervensystem nach seiner vollen
Verbreitung erforschen will. Z e n k er, welcher diese
Schwierigkeit auch gefühlt hat, beschreibt indessen nicht
bloss einen grossen, breiten Gehirnknoten, sondern auch
fünf denFusspaaren entsprechende Bauchganglien, die durch
dicht anliegende Stränge miteinander verbunden sind. Wei-
ter nach rückwärts folgen noch einige kleinere Schwanz-
ganglien, welche die Fortsetzung des Bauchstranges sind.
Das Gehirn entsende kurze Augennerven , der Bauchstrang
zarte Nerven zu den Füssen. Das letzte ßauchganglion gebe
zarte Nerven ab , welche das Abdomen versorgen , endlich
soll noch nahe dem After, oberhalb des Darmes ein eigenes
Ganglion liegen. Der Nervenstrang der C. castor sei gelb,
der von C. quadricornis glashell, in beiden Fällen so durch-
sichtig , dass er sehr wenig kenntlich sei. Mir ist es bis
jetzt nicht gelungen , das Nervensystem so ausführlich zu
ermitteln , als genannter Autor es schildert. Mit Sicherheit
erblicke ich, zumal an durchsichtigen, auf dem Rücken lie-
genden Exemplaren von Cyclopsine castor das Gehirn (vergl.
Figr 3). Die Hauptmasse desselben nimmt den Raum vor dem
Schlünde ein und dieser (a) wird zu beiden Seiten eng von
kurzen, dicken Commissuren umgeben, ohne dass ihre Ver-
einigung zu einem hinleren Ganglion mit gehöriger Schärfe
zu sehen war. Nach vorn verlängert sich das Gehirn in
einen unpaaren starken Schenkel (c), dem am Ende das
Sehorgan (d) aufsitzt (Augennerv); weitere Augennerven,
welche vielleicht „ausserordentlich zart und kurz^' wären und
etwa eine Analogie mit den Verhältnissen am zusammenge-
setzten Auge der Daphniden darböten, sind nicht vorhan-
den. Von der Reihe der Ganglien, welche naöh Zenker
am Bauche herablaufen, sehe ich nichts und nur an sehr
durchsichtigen Thieren zeigte sich vom Segment des verletz-
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 197
ten Beinpaares an ein median verlaufender starker Nerv , der
nach rechts und links einen Ast in das Segment des letzten
Beinpaares, dann an das erste des Schwanzes abgab, wo-
rauf er sich gabiig theilte. Dieser Nerv konnte allerdings in
Anbetracht seiner Stärke und seines Verlaufes die Rolle eines
Bauchstranges spielen , aber von Ganglien war keine Spur
zugegen. Der Nerv hatte ein blasses Ansehen und besass
in grossen Abständen einige eigenthümliche stark entwic-
kelte und in die Länge gezogene Kerne, von denen mir
zweifelhaft blieb, ob sie der Nervensubstanz oder dem Neu-
rilem angehörten.
Hören wir nun Claus über das Nervensystem der Co-
pepoden, so erfahren wir, dass auch er in der Erkenntniss
nicht weiter gekommen ist , als Schreiber dieses , ja be-
züglich des Gehirns scheint er die Umrisse und Gliederung
desselben noch etwas weniger genau bestimmt zu haben,
denn er spricht von dem Vorhandensein eines paarigen
„oder" unpaarigen Ganglions unterhalb der Augen. Auch
scheint er den vom Gehirn zum Auge aufsteigenden Schen-
kel nicht bemerkt zu haben. Ich verweise anstatt weiterer
Erörterungen auf die beigegebene Abbildung des Gehirns
Fig. 3, und füge nur erklärend bei, dass der das Sehorgan
tragende Fortsalz des Gehirns, welchen ich oben Sehnerven
genannt habe^ von derselben Structur wie das Gehien selber
ist, sich demnach hierin analog den paarigen Schenkeln ver-
hält , welche bei den Daphniden sich vom Gehirn weg zur
Bildung des Augenganglions erheben. Die von mir vielfach
aber immer vergeblich aufgesuchten Bauchganglien anlangend,
so muss auch Claus gestehen, dass es ihm unmöglich ge-
wesen sei »selbst nach Einwirkung erhärtenden Reagentien
eine Anschauung davon zu gewinnen.« (Zenker versichert
das Nervensystem an einem grossen Cyclops quadricornis
förmlich „präparirl« zu haben.) Alles was Claus sah, be-
schränkte sich auf den auch von mir beobachteten Nerven,
„der innerhalb des letzten Thoracalringes und des ersten Ab-
dominalsegmentes genau in der Mittellinie verläuft. An sei-
nem oberen Ende zeigte er deutlich eine Verdickung und
gab an die rudimentären Füsse seitlich zwei Zweige ab,
nach dem Abdomen zu sich mehr und mehr verjüngend.«
1^8 Leydig:
lieber das Sehorgan der Cyclopen heo^t Claus die
Vorstellung, dass dasselbe dem zusammengesetzten Auge der
Daphniden entspreche , letzteres sei nur „eine höhere Ent-
wickelung des Cyclopenauges." Ich kann diesen Vergleich
nicht billigen, halte ihn vielmehr für unrichtig , da sich mit
gutem Grund behaupten lässt, dass die Cyclopiden kein Ana-
logon des zusammengesetzten Daphnidenauges besitzen, son-
dern dass ihr Sehorgan einem weiter entwickelten Neben-
auge der Daphniden gleichwerthig sei. Die nämliche Auf-
fassung spricht auch Gegenbau r aus, wie aus dessen
Mittheilungen über die Organisation von Sapphirina hervor-
geht i>. Das Sehorgan der Cyclopen sei nur das entwickelte
„Larvenauge" (so nennt er das Nebenauge) der Daphniden,
Phyllopoden, Argulinen, Sapphirinen. — - Die früheren Beob-
achter hatten, wohl in Folge der angewandten geringen Ver-
grösserung, gemeint, das Auge sei ein unpaares Organ, wäh-
rend die Späteren richtig sahen , dass es einen paarigen
Charakter habe und ich will beisetzen , dass der paarige,
braunröthliche Pigmenlbecher eine dreilappige, nervöse, aus
Ganglienmasse bestehende Grundlage habe , worüber man
Fig. 2 ansehen möge. Der lichtbrechende Körper, dem Zen-
ker, gewiss mit Unrecht, eine zellige Structur zuschreibt,
ist in Uebereinstimmung mit den von mir wahrgenommenen
Krystallkörpern im Nebenauge der Daphniden von zartem
Habitus und steht an Glanz den Krystallkörpern des zusam-
mengesetzten Auges entschieden nach.
Am Auge von Cyclopsine castor bemerkt man zweierlei
Bewegungen , einmal ein fortwährendes leises Zittern , so
lange das Thier unbehelligt ist, welche Bewegung ich von
der Wirkung des ßlutstromes ableite und sie demnach für
eine passive halle , um so mehr als gerade um das Auge
herum sich ein grösserer Blutraum befindet. Dann aber sieht
man noch eine andere krampfhaft starke Seitwärtsbewegung
des Sehorgans, wenn man z. B. einen Tropfen Branntwein
dem Wasser zusetzt und diese Bewegung geschieht durch
die Conlraction zweier Muskeln (h), welche von seitwärts
sihräof zum Auoe treten. Auch Claus kennt diese Muskeln.
1) MuUer's Archiv f. Anat, u. Pliys. 1858. S. 74.
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 199
Der Nahrungskanal von Cyclopsine castor zerfällt
wie jener der Daphniden in drei Abtheilungen, in den Schlund,
Magen und Darm. Der von der Mundöffnung aufwärts stei-
gende Schlund springt, was bisher nicht beachtet worden zu
sein scheint, deutlich mit einer zapfenartigen Verlängerung
in den Magen vor (vergl. Fig. 1) , also ähnlich wie bei den
Daphniden , und z^gt eine scharfe Intima , von der ich an-
nehmen würde, dass sie im gefalteten Zustande Zenker
veranlasst habe , dem Innern des Oesophagus „Chitinslück-
chen" zuzuschreiben, wenn nicht die hierauf bezügliche Ab-
bildung bei diesem Autor (a. a. 0. Fig. 10, b. auf Taf. VI
„Zahngerüst im Schlünde") eine solche Vermulhung zurück-
weisen würde. Ich habe indessen nie etwas, das einer der-
artigen Schlundbewaffnung ähnlich gesehen hätte, wahrge-
nommen.
Der Magen, welcher bei den Schriftstellern verschie-
den genannt wurde („Magen« bei Jurine, „Darm" bei
Zenker, „Chylusdarm" bei Claus) ist die längste Partie
des Tractus und hat, was Aufmerksamkeit verdient, nach der
Beschaffenheit seiner Zellenlage mehrere von einander un-
terschiedene Regionen. Am vordersten oder ersten Dritt-
theil sind die Zellen von klarem Aussehen, ihr Inhalt ist eine
farblose, feinkörnige Masse; über die Zellen zieht eine deut-
liche Intima weg. Das zweite Drittel des Magens sticht da-
von erheblich, ab : hier ist die Intima so zart und weich
geworden, dass sie fast als geschwunden zu betrachten wäre,
die Zellen hingegen haben an Umfang gewonnen und sind mit
gelblich gefärbten Fettkügelchen (Fig. 1, d) angefüllt, re-
präsentiren mit anderen Worten die Leber, allein bei vielen
Thieren hat ein Theil dieser Zellen, anstatt der Fettkügel-
chen einen ganz anderen Inhalt, kleine Concremente nämlich
( Fig. 1 , e ) , die bei auffallendem Lichte schmutzig gelb
und schwärzlich bei durchfallendem sind. Theihveise er-
scheinen sie zu grösseren Klümpchen zusammengebacken. In
concentirter Essigsäure vergingen sie nach einigen Minuten.
Bei Jüngern Thieren, die zwar ihrer äusseren Gestalt nach
vollkommen ausgebildet, aber noch ohne Genitalentwicke-
lung waren, sah man alle „Leberzellen« mit solchen Con-
cremenlen angefüllt.
200 Leydig:
Diese Beobaolitungen, welche ich wörtlich meiner „Na-
turgeschichte der Daphniden" entnehme, wurden im Früh-
jahre 1857 gewonnen und vervollständigen die Angaben,
welche ich früher 0 über das Vorkommen von Harnconcre-
menten in Zellen des Nahrungskanales von Cyclopslarven ge-
macht habe. Es freut mich, dass Claus diese Harnabschei-
dungen nicht bloss für die Larven bestätigt, sondern auch
bezüglich des ausgewachsenen Thieres von Cyclopsine castor
ausreichend dcirthut. So unterscheidet auch er zwischen Le-
berzellen und Harnzellen , wovon die ersten mit (gelblichen)
Fetttropfen gefüllt sind, während die anderen eigenthümliche
Concremente in sich bergen , „die in ihren physikalischen
und chemischen Eigenschaften durchaus mit Harnconcre-
menten übereinstimmen" und was ich ebenfalls sah, sehr
häufig sind die Harnconcremente im Rectum angeschoppt, um
mit dem Kothe nach aussen entfernt zu werden ^). Zu der
Zeit , als ich die Cyclopslarven untersuchte , hatte ich nichts
davon gewusst, dass auch beim ausgewachsenen Thier sol-
che Harnzellen zugegen seien , und desshalb die Bildung
„Primordialniere" genannt; jetzt hat sich gezeigt, dass die
fraglichen Zellen mit ihren Harnanhäufungen als Niere über-
haupt aufzufassen seien.
Ich kann nicht umhin, auch an diesem Orte darauf hin-
zuweisen, dass die bei Cyclopsine castor erkannten Verhält-
nisse wichtig sind bezüglich der verschiedenen Secrete, wel-
che die Maipighischen Gefässe der Insecten abscheiden.
Auch in diesen Organen liefern die Epilhelzellen sehr all-
gemein einen doppelten Stoff: Galle und Harn. Der Vor-
gang, welcher bei den Insecten in die Epithelzellen von An-
hängsein des Darmrohres gelegt ist , erfolgt bei Cyclopsine
1) Ueber d. Bau u. d. System. Stellung d. Räderth. , Zeitsehr.
f. wiss. Zoologie 1854:.
2) Derlei Beobachtungen werden nicht vereinzelt bleiben und
schon jetzt zeigt Claus in seiner neusten Schrift: über den Bau und
die Enlvvicl.elung parasitischer Crustaceen, iMarburg lb58 an, dass er
auch bei Chondracanthns gibbosus einen gleichen Zelleninhalt ge-
funden habe. Viele Zellen des Darmepithels waren mit krümlichen
Concretionen gefüllt , die „wegen der Kesistenz gegen Alkalien und
Säuren als Harnconcremente" zu betrachten seien.
Bemerki:ngen über den Bau der Cyclopiden. 201
und Cyclops bei Mangel von derlei Ausstülpungen in den Zel-
len des Darmkanales selber, so dass sich in ungezwungener
Weise beide Organisationen miteinander vergleichen und auf-
einander zurücklühren lassen. Nicht alle Thiere einer In-
sectenspecies zeigen in den Malpighischen Gefässen immer
die ganz gleichen Stellen mit Galle oder Harn gefüllt, son-
dern es wechselt nach den Individuen und auch darin nähern
sich dieCopepoden den Insecten, denn man stösst auf Exem-
plare von Cyclopsine castor, deren Magenzellen in der be-
zeichneten Gegend, anstatt mit Harnconcrementen gefüllt zu
sein, nur bräunliche Gallenkörnchen zum Inhalte haben.
Am letzten Drittiheil des Magens haben die Epithelzel-
len wieder einen farblosen, feinkörnigen Inhalt und sind da-
her ebenso heil wie am Magenanfang.
Der Magen schliesst sich durch eine Art Klappe (Claus
sagt, durch eine sphincterähnliche Einschnürung) vom (Mast)-
Darm ab. Letzterer mahnt in seiner Structur an den Schlund
und öffnet sich auf der Rückentläche des letzten Bauchseg-
mentes (Fig. 1, f.).
Dem ganzen Tractus kommt auch noch eine Muskel-
haut zu und eine Art Serosa. Letztere enthält gerne blaues
Pigment und steht in Verbindung mit einem netzförmigen
„Fettkörper," dessen zum Thcil veräsligte Zellen besser
an ausgehungerten Thieren nach dem Schwunde der Fettku-
geln zu sehen sind. Auch die verschiedenen übrigen Ein-
geweide werden durch Ausläufer des Fettkörpers in ihrer
Lage erhalten. Das Verhältniss der in den Körperräumen
der Cyclopiden befindlichen Fetttropfen zu den Gewebsthei-
len hat Zenker verkannt, indem er annimmt, dass das in
kleinen Körnchen (aus dem Darme) abgeschiedene Fett durch
den ganzen Körper umhergeschüttelt werde , bis es endlich
zu grösseren Tropfen zusammenfliesst und wo Platz ist, meist
im vorderen Theile des Körpers , liegen bleibt. Ich nehme
vielmehr mit Bestimmtheit wahr, dass die Beziehungen, wel-
che die Fettkugeln zu einem verästigten, den Leib durch-
setzenden Zellenwerk einhalten, dieselben sind, wie bei an-
deren Arthropoden, insofern Zellen, zum Theil untereinander
verschmolzen und ästig ausgezogen das Aequivaienl des Fett-
körpers bilden und die Fetlkugeln im Innern haben. Letztere
202 ^ Leydig:
sind an frisch eingefangenen Thieren am grössten, verklei-
nern sich nach mehrtägiger Gefangenschaft, um dann ganz
resorbirt zu werden. Ferner lässt sich , wenn man eine
grössere Anzahl von Cyclopsinen auf das Verhalten der Fett-
tropfen betrachtet hat, gewahren, dass dieselben nach einer
gewissen symmetrischen Verlheilung im Körper sich absetzen.
Man besehe sich Thiere, welche auf dem Bauche liegen und
man wird finden, dass zuvörderst über dem Magenanfang in
der Längslinie des Körpers eine grosse unpaare Feltkugel
aus dem mit der Serosa des Darmes conlinuiriich zusammen-
hängenden Zellennetz hervorleuchtet, darauf folgen nach hin-
ten in regelmässiger Anordnung zu beiden Seiten des Nah-
rungskanales 4 — 6 Paar Fellkugeln, welche sehr allgemein
der unpaarigen an Grösse nachstehen. Dass die Fettkugeln
regelmässig gruppirt sind, hat auch Claus angedeutet, aber
dass sie in Zellen eingeschlossen liegen, scheint ihm nicht
minder entgangen zu sein.
Der eben genannte Autor gedenkt auch des eigenthüm-
lichen von Zenker zuerst erwähnten Organes, welches aus
einem gewundenen Kanäle bestehend seitlich und unter der
Kopfschale steckt, ohne jedoch etwas über die morphologi-
sche und physiologische Bedeutung desselben zu äussern.
Ich habe mich über diese „Drüse" in der „Naturgeschichte
der Daphriideu" näher ausgesprochen und möchte darauf ver-
wiesen haben. Hier nur noch die Bemerkung, dass die
Worte von Claus, „möglich, dass diese Drüse morpholo-
gisch einer einzelnen Zelle entspricht" kaum im Ernste ge-
meint sein können, da man sich bei den nahe verwandten
Daphniden leicht überzeugen kann, dass der Kanal aus Tu-
nica propria und zelligem Wandbeleg besteht. Das Organ
(Fig. 1, g) ist nicht bloss bei Cyclops und Cyclopsine, son-
dern auch bei Harpaclicus deutlich wahrzunehmen und überall
ist die Lichtung des Kanals einfach, nie areolär. Ob und wo
die „Drüse" ausmündet, ist mir unbekannt geblieben. Zen-
ker sagt, es scheine der Kanal in der Nähe des Mundes
nach aussen sich zu öffnen, setzt indessen bei; „der Ort lässt
sich jedoch nicht genau dafür angeben."
Wendet man den Blick auf die Blutbewegung, so
ist es merkwürdig genug, dass während Cyclopsine ein deul-
BemerliiiRgen über den Bau der Cyclopiden. 203
liches Centralorgan des Kreislaufes besitzt, Cyclops und Har-
pacticus eines Herzens entbehren. Das Herz bei Cyclopsine
liegt am Rücken (Fig. 1, i) des vierten Körpersegmentes
(nach Claus „halb im ersten, halb im zweiten Thoracalseg-
ment") und wird gewöhnlich einfach als ein sackförmiger,
musculöscr Schlauch bezeichnet, doch bietet es näher und
von der Seite besehen, eine birnförmige Gestalt dar, den
Stiel nach vorn gekehrt. Eine hintere Spaltöffnung ist mit
Leichtigkeit zu erblicken, die vordere direct zu sehen, wollte
mir nicht gelingen , doch stellt ohne Zweifel der Stiel das
Ostium arteriosum vor. Dieses Herz pulsirt äussert rasch,
es ist wie in einem fortwährenden schnellen Zittern begriffen
und da es (beim Weibchen) durch feine Fäden an den Eier-
stock geheftet ist, so zittert auch dieses Organ mit. Ne-
benbei sei bemerkt, dass man auch noch Fäden unterschei-
det, durch welche das Herz mit der Serosa des Darmes und
dem Fettkörper in Verbindung steht.
Nie traf ich ein Thier, in dessen Blutflüssigkeit zellige
Elemente suspendirt gewesen wären und ebenso erging es
dem jüngsten Beo'rachter , der daher auch den Copepoden
Blulkügelchen geradezu abspricht. Nur Zenker erwähnt
einen Fall, wo bei einer Cyclopsine Blutkörperchen in Menge
zugegen waren, doch lässt diese Claus nicht als Blutkör-
perchen gelten, sondern erklärt sie für pflanzliche Gebilde
„höchst wahrscheinlich einzellige Pilze," die er sehr oft im
Innern der Cyclopen vorfand.
Die Blulflüssi^keit erscheint zwar gewöhnlich ganz klar
und farblos , aber bei eben eingefangenen , gut genährten
Thieren hat sie einen unverkennbaren Stich in Gelbe. Mit
Recht heben beide mehrmals genannten Autoren hervor, dass
bei Mangel eines Herzens im Körper von Cyclops und Har-
pacticus die lebhaften, ziemlich regelmässig wiederkehrenden
Verschiebungen des Darmes auf die Bewegung der Blulflüs-
sigkeit einen grossen Einfluss ausüben müssen.
Bezüglich der Athmung werden wohl alle neueren
Beobachter die Ansicht theilen, dass besondere Respirations-
organe mangeln und der Verkehr zwischen Blut und Wasser
durch die ganze Körperoberfläche geschehe.
Am weiblichen Geschlechtsapparat unter-
204 L e y d i g :
scheidet Claus bei Cyclopsine eine „Keimdrüse" und „Eier-
scliläuche," dem ersteren Organ falle die Bereitung der Ei-
keime zu, in den letzteren komme die Bildung des Dotters
und die weitere Enfvvickelung des Eies zu Stande. Bei
Cyclopsine mehr als bei Cyclops sei demnach eine scharfe
Trennung zwischen Keim- und Dolterstock zu linden. Ob-
schon ich nun durchaus das Thalsächliche dieser Darstellung
zu bestätigen habe, so möchte ich doch bezüglich der Deu-
tung etwas abweichen. Ich sehe bei Cyclopsine castor am
Rücken ein unpaares , birnförmiges, mit der Spitze durch
Fäden an die Serosa des Darmes befestigtes Organ (Fig. 1, k),
welches die Eikeime oder helle runde Zellen mit ebenso
beschaffeneni Nucleus enthält; der Gang, welcher jederseits
von diesem „Keimstock« bis zur äusseren Geschlechtsöffnung
führt, enthält weiter entwickelte Eier, wobei aber der kör-
nige Dotter nur als umgewandelter und mit dem Wachsen der
Eizelle fortgebildeter Inhalt der Zelle sich kund giebt, daher
keineswegs von aussen um den primären Eikeim sich her-
umlegt. Somit wäre nach meinem Dafürhalten die Existenz
eines besonderen Dotterstockes, in welchem die Dotterele-
mente bereitet und dem Eikeiine zugeführt werden, kaum
anzunehmen, während bei den Daphniden eine solche Tren-
nung- in Keimstock und Dolterstock scharf ausgesprochen ist;
bei letzleren entsteht auch, wie ich beobachtet habe, die Dot-
terhaut erst im Brutrauine, bei den Cyclopiden hingegen nach
Claus im unteren Theile des Eierschlauches.
Der Hoden (Fig. 4, a), ebenfalls ein unpaarer Körper
von birnförmiger Gestalt, liegt am Bücken, vor dem Herzen.
Den Inhalt desselben bilden helle , rundliche Zellen und da
nach dem vorderen Theile des Hodens zu^, wo der Ausfüh-
rungsgang abgeht, die Zellen dichter angehäuft sind, so sieht
hier das samenbereitende Organ dunkler aus. Der Ausfüh-
rungsgang, von dem ich eigentlich nie die Art und Weise, wie
er am Hoden beginnt, mit wünschcnswerlher Klarheit gese-
hen habe (nach Zenker entspringt er mit einer Art Ven-
til), vollführt, indem er zuerst nach hinten, dann wieder nach
vorne sich wendet, um schliesslich doch wieder die Rich-
tung nach rückwärts zu nehmen, einige Biegungen. Anfäng-
lich ist er ein dünner, mit zarler Wand ausgestalteter und
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 205
noch unreife Zoospermien einschliessender Kanal, dann er-
hält er plötzlich dicke Wandungen, was davon herrührt, dass
eine drüsige Lage denselben ringsum einhüllt. Der Drüsen-
besatz hat im Beginne buchtige, man kann sagen, folliculäre
Conturen (Fig. 4, c), weiter unten verschmelzen die Drüsen-
elemente zu einer gleichmässigen Schicht. Die Drüsen
(„Schleimdrüsen" bei Zenker) betheiligen sich wesentlich
an der Bildung der durch v. Siebold berühmt gewordenen
Spermatophoren ; sie liefern eine aus lauter gleichgrossen
Körnchen bestehende Masse , die in Verbindung mit einer
Partie von Samenelementen einen wurst- oder flaschenför-
migen Körper erzeugt. Dergleichen unreife Spermatophoren
erlangen ihre letzte Ausbildung in dem durch die drüsigen
Wandungen sehr verdickten Endtheil des Samenausführungs-
ganges. Hier scheiden sich neue feingranuläre Kugeln rings
um die Spermatophoren ab und endlich als letzte Umhüllung
kommt eine feste, homogene Haut hinzu, die bei guter Ver-
grösserung zarte Längslinien oder Andeutungen von Schich-
ten zeigt. Die Kugeln , welche zunächst unter dieser Haut
liegen, quellen nicht bloss, sobald W' asser auf die Spermato-
phore wirkt, zu klaren Blasen auf und nehmen einzelliges
Aussehen an , sondern ich sah auch mehrmals , dass jede
dieser Blasen einen scharfglänzenden nucleusartigen Körper
enthielt , sie sich daher wie echte Zellen darstellen , wie ein
Epithel, dass die Haut der Spermatophore innen auskleidet
und auch zurückbleibt, nachdem der übrige Inhalt ausgetrie-
ben ist. Zwischen diesem Epithel und der Körnermasse ist
noch eine helle, lichte Zone, wohl herrührend von einer
structurlosen gallertartigen Substanz. Die frischen fertigen
Zoospermien sind klare , leicht spindelförmige Körper mit
einem gewissen Fettglanze.
Die ausführlichen Mittheihingen von Claus über den
männlichen Apparat und die Entstehung der Spermatophoren
bei Cyclopsine castor stimmen in der Hauptsache mit meinen
Wahrnehmungen überein, nur vermisse ich z, B. auf Fig. 55,
die männliche Cyclopsine castor in seitlicher Lage versinn-
lichend, die gelappten drüsigen Anhänge in der Gegend, wo
der Ausführungsgang des Hodens aufhört schmächtig zu sein.
Auch kann ich es nicht gelten lassen, wenn er die reifen Zoo-
206 L e y d i g :
Spermien „graniilirte Körperchen« nennt und in dieser Art
(a. a. 0. Fig. 54) abbildet, denn nach meiner Erfahrung sind sie
zwar in ihren Ju^endzuständen von körniger Beschaffenheit
und können es auch später nach Einwirkung von Wasser etc.
wieder werden, aber das reife, frische, nicht durch äussere
Einflüsse veränderte Zoosperm ist , wie schon angegeben,
ein helles, schwach spindelförmiges, glänzendes Gebilde.
Was die Zoospermien von Cyclops betrifft, über dessen männ-
liche Geschlechtsorgane unser Autor ebenfalls nähere Aus-
kunft giebt, so beschreibt er sie in ähnlicher Weise , als es
früher (Lehrbuch der Histologie) von mir geschehen ist. —
Die Spermatophoren von Cyclops, welche ich aus dem männ-
lichen Körper zur Ansicht hatte , waren etwas einfacher als
bei Cyclopsine, sie hatten die Gestalt rundlich ovaler Beutel
mit kurzem Stiel , zeigten eine helle , drcke Hülle , dann im
Grunde des Beutels eine wasserklare vacuoläre Substanz
(Austreibestoff) und nach vorne die Masse der Zoospermien.
Zum Schlüsse sei auch noch vorgebracht, dass die Gy-
^ clopiden mitunter zu mehreren Exemplaren (bis zu 4) sich
zusammenketten und so mit einander herumschwimmen.
Nicht bloss Individuen einer und derselben Art , sondern
selbst verschiedener Species gehen diese Verbindung unter-
einander ein , ich sah Cyclops quadricornis und Cyclopsine
castor zusammenhängend umhertreiben. Es erinnert dies
Betragen an gewisse Räderlhierarten , von denen dasselbe
kekannt ist und wohl irrthümlich auch schon für Paarung ge-
halten wurde.
Erklärung der Abbildungeu.
Taf. IV.
Fig. 1. Cyclopsine castor, Weibchen, im Uniiisse und von der Seite
gesehen.
a. Matrix der Cuticula.
b. Stammniuskeln.
c. Auge.
d. (jallenzellen der Magenwand.
e. IlarnzcUen der Magenwand.
f. After.
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 207
g. Schalendrüse.
h. Augenmuskel.
i. Herz.
k. Eierstock.
Fig. 2. Das Auge isolirt und etwas stärker vergrössert als auf der
vorigen Figur.
Fig. 3. Der Kopf von Cyclopsine castor von unten gesehen.
a. Schlund im Querschnitt.
b. Oberhalb des Schlunds gelegene Partie des Gehirns.
c. Unpaarer Fortsatz, welcher das Auge trägt (Au-
gennerv).
d. Auge.
Fig. 4. Zum männlichen Geschlechlsapparat desselben Thieres.
a. Hode.
b. Samengang.
c. Drüsige Anhänge.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse.
Ein weiterer Beitrag zur Kenntniss der Parthenogenese.
Von
Rud. Leuckart.
(Hierzu Taf. V.)
In meiner kleinen Schrift' über den Generationswechsel
und die Parthenogenese der Insekten (Frankfurt 1858) habe
ich den Nachweis geliefert, dass auch bei den Coccinen und
verwandten Thieren eine spontane Enlwickelung der Eier
vorkomme. Unter letzteren führte ich namentlich das Gen.
Chermes an, das gewöhnlich von den Entomologen den Aphi-
den zugerechnet wird und diesen Thieren im Ganzen auch
wohl am nächsten stehen dürfte, obwohl es in mancher Be-
ziehung den Uebergang zu den Coccinen vermittelt.
Was ich damals über Chermes mittheilen konnte, be-
zog sich übrigens ausschliesslich auf die eine flügellose Ge-
neration dieser sog. Rindenläuse. Ich hatte mich davon
überzeugt, dass alle Individuen dieser Generation weiblichen
Geschlechts waren und ohne männliche Beihülfe entwicklungs-
fähige Eier legten. Die geflügelten Individuen waren bis auf
einige wenige Exemplare von Ch. laricis, die gleichfalls als
jungfräuliche Weibchen erkannt wurden , in jener Zeit noch
nicht zur Untersuchung gekommen.
In der Hoffnung , meine Beobachtungen auch auf die
letzteren ausdehnen zu können, und damit eine Einsicht in
die ganze Forlpflanzungsgeschichte dieser merkwürdigen
Thiere zu gewinnen, blieben meine Mitlheilungen über Cher-
mes überhaupt etwas kurz und aphoristisch, gewissermassen
nur ein Anhang zu den Beobachtungen über die Coccinen und
die Aphiden mit viviparen Generalionen.
Leuckart: Die Foilpflanziing der Rindenläiise. 209
Nachdem ich nun im Laufe des vergangenen Sommers
den betreffenden Thieren vielfache Aufmerksamkeit geschenkt
habe und, meiner Meinung nach, so ziemlich zu einem Ab-
schhisse über dieselben gekommen bin , glaube ich meine
Beobachtungen um so weniger zurückhalten zu dürfen , als
sie uns nicht bloss einen neuen , interessanten Beitrag zur
Kenntniss der Parthenogonese liefern, sondern auch auf man-
che andere längst bekannte Eigenthümlichkeilen aus dem
Fortpflanzungsleben der Insekten einiges Licht werfen.
Bevor ich jedoch mit der speciellen Darlegung meiner
Untersuchungen beginne, dürften ein Paar Worte über die
Lebensgeschichte unserer Thiere am Platz sein , so weit
diese sich bei einer bloss äusserlichcn Beobachtung fest-
stellen lässl und namentlich auch in den AYcrken von de
Geer (Abhandl. zur Gesch. der Insekten Bd. IIL 1780. S. 6ö
— 84. Tab. VIII), Kaltenbach (3Ionographie der Familien
der Pflanzenläuse 1843. S. 123 — 206) und Ratzeburg
(Forstinsekten, IIL Theil, 1844. S. 195— 205. Tab XII u. Xlli)
ausführlich nach eigenen Beobachtungen geschildert wurde '"*).
Wir handeln dabei zunächst von der gemeinen Tannen-
laus, Ch. abietis L. , die von den beiden letztgenannten For-
schern in zwei Arten getrennt ist, Ch. abietis Kallenb. = Ch.
viridis R. , und Ch. strobilobius Kaltenb. = Ch, cocci-
neus R. Für uns hat die Unterscheidung dieser zwei Arten,
die nach der Grösse und dem Sitze ihrer Gallen immerhin
berechtigt sein mag, keine Bedeutung, denn beide auch
äusserlich sehr nahe verwandte Formen verhalten sich in
biologischer und anatomischer Beziehung so übereinstimmend,
dass ich mich vergebens nach einem Unterschiede zwischen
ihnen umgesehen habe. (Ich will dabei jedoch die beiläu-
fige Bemerkung nicht unterlassen, dass meine Untersuchungen
vorzugsweise an der ersteren dieser beiden Arten oder Ab-
arten angestellt sind.)
Durch die Untersuchungen der genannten Entomologen
'•) Die Abhandlung von Hartig (Germar's Zeitschrift für En-
tomol. III. S. 366 ff.) habe ich im Aiigenbliclte nicht zur Hand ge-
habt und um so eher übergehen können, als deren Angaben vielfach
— wenigstens für Ch. abietis — ungenau und irrthümlich sind.
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahr«. 1. Bd. 14
'210 L e u c k a r t :
ist es zur Genüge festgestellt , dass die Tannenlaus im flü-
gellosen Zustande , als ein nur sandkorngrosses plumpes In-
sekt, unter der wärmeschützenden Decke eines weisslichen
Wollkleides an der Basis der beschuppten jungen Tannen-
knospen überwintert. Erst im nächsten Frühjahre (April)
beginnt unser Thierchen zu wachsen. Man findet dasselbe
dann immer noch an der alten Stelle, unbeweglich, und
überzeugt sich bei näherer Untersuchung , dass der Rüssel
desselben tief in die Achse der erwachenden Tannenknospe
eingesenkt ist, Dass unser Insekt die einzelnen Nadeln an-
stäche, wie Kaltenbach und auch de Geer behaupten,
ist unrichtig; ich habe dasselbe nie anders als in der ange-
gebenen Situation gesehen und möchte auch glauben, dass
es in dieser bis zu seinem Tode beharrt, ohne jemals die
Insertionsstelle seines Rüssels auffallend zu verändern. Dicht
über dem Bohrloche beginnt schon um diese Zeit, noch vor
Enthüllung der Knospe, die Achse des jungen Triebes mit den
hier befestigten Nadeln zu schwellen; es beginnt damit die
erste Anlage jener merkwürdigen ananasartigen Gallen, die,
wie wir uns später überzeugen werden, der zweiten Genera-
tion unserer Thiere zum Wohnorte dienen.
Nachdem sich die Tannenlaus in den nächsten drei
Wochen unter beständiger Grössenzunahme mehrmals ge-
häutet und dabei eben so oft ihr bekanntlich in einzelnen Fä-
den sich nach und nach als Sekret (Wachs?) aus der Kör-
perhaut hervorschiebendes Wollkleid erneuert hat (Kalten-
bach), beginnt, immer noch vor Enthüllung des jungen
Triebes, die Eierlage. Die Eier werden mittelst eines kur-
zen Stieles hinter der Mutter an der Knospe befestigt, meist
auch zugleich in abgestossene Wollfäden eingehüllt, und
häufen sich hier allmählich in einer solchen Menge an, dass
man gegen Ende der Eierlage, die freilich erst mit dem Tode
der Mutter , wenn die ältesten Eier bereits ausgeschloffen
sind, eintritt, nicht selten deren bis an 200 zählen kann *}.
Das Ausschlüpfen der Jungen fällt in die zweite Hälfte
des Mai , nachdem kurz vorher der junge Trieb mit der
"••■) Kaltenbach greift viel zu niedrig, wenn er die Zahl der
von einer Mutter gelegten Eier „auf dreissig und mehr" schätzt.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 211
am unteren Ende verkürzten und verdickten Achse durch
die umhüllenden Schuppen nach Aussen hervorgebrochen ist.
Die junge Brut verlässt alsbald die Stätte ihrer Geburt und
begiebt sich in Masse nach vorn , um zwischen den dicht
zusammengedrängten, geschwollenen Nadeln des verkürzten
Triebes ein neues Unterkommen zu finden. Hier vollendet
die junge Brut, was die Mutter begonnen hatte. Hunderte
von Rüsseln senken sich in die saftigen Nadeln und unter
der Einwirkung dieses fortwährenden Reizes schliessen sich
die Nadeln zu jenem kugligen oder ovalen Köpfchen ""'j,
dessen wir oben als Aufenthaltsort der zweiten Generation
gedacht haben. Eine Verwachsung der Nadeln, wie man sie
wohl angenommen hat, findet nicht statt, obwohl die äusse-
ren Ränder derselben dicht an einander schliessen. Auch
im Innern bleiben zwischen den Nadeln zellenartige, ziem-
lich geräumige Höhlungen, die fast beständig von mehreren,
mitunter einem Dutzend junger Läuse bewohnt werden.
Diese Thiere der zweiten Generation sind schlanker
und beweglicher, als die überwinternden Individuen, von de-
nen wir bei unserer Betrachtung ausgingen, scheinen auch
keineswegs so continuirlich mittelst ihres Rüssels befestigt
zu sein. Wenigstens sieht man bei Eröffnung einer Zelle
fast in allen Fällen eine Anzahl frei im Innern befindlicher
Thiere, während die übrigen an den Wänden der Zellen
festhängen. Uebrigens bedecken sich diese Thierchen gleich-
falls, wie die frei lebenden Mutterthiere, mit einem Woll-
flaume, nur dass derselbe sehr viel kürzer bleibt. Gleich den
Mutterthieren unterliegen sie auch bei Zunahme ihres Kör-
pervolumens einer mehrfachen Häutung, ohne dabei jedoch
ihr früheres Aussehen merklich zu verändern. Gegen Ende
Juli verwandeln sich die früheren Larven in Puppen; sie
zeigen jetzt Flügelscheiden und sind alle, fast unbeweglich,
mit angezogenen Beinen an der Wand ihrer Zellen durch Hülfe
des Rüssels befestigt. Nach etwa 14 Tagen ist die Meta-
*) Sehr häufig sind diese Gallen übrigens excentrisch an dem
Triebe befestigt und dann natürlich weniger regelmässig gerundet.
Vielleicht ist die Tannenlaus in solchen Fällen mit ihrem Rüssel nicht
bis zur Mitte der verkürzten Achse vorgedrungen.
212 Leuckart:
morphose vollendet; die Zellen der Galle öffnen sich, in-
dem die einzelnen, allmählich immer mehr austrocknenden
Nadeln von einander weichen^ und aus den klaffenden Spalten
hervor schlüpft, meist bei Sonnenschein, die Schaar der wie-
der beweglich gewordenen Puppen. Dieselben besteigen die
benachbarten Nadeln, klammern sich mit den Beinen fest und
verwandeln sich nach wenigen Minuten durch nochmalige Häu-
tung in beflügelte blattlausartige Geschöpfe , die noch eine
Zeit lang dicht gedrängt an den Nadeln sitzen bleiben, sich
aber dann nach allen Richtungen hin verbreiten.
Nach einigen Tagen lindet man einzelne dieser Blatt-
läuse mit dachartig ausgebreiteten Flügeln abgestorben hin
und wieder an den Nadeln , unter ihnen ein kleines Häuf-
chen gestielter Eier, eingehüllt zum Theil in die dem Abdomen
der Mutter anhängenden Wollhaare. Die Jungen , die nach
einigen Wochen aus diesen Eiern ausschlüpfen, zerstreuen
sich und suchen einzeln, selten zu zweien oder mehrern, die
benachbarten, ausgebildeten Knospen, um an diesen, wie
oben dargestellt ist, zu überwintern und im nächsten Jahre,
bei reichlicherer Ernährung , eine neue Nachkommenschaft
zu erzeugen.
Was wir über die Tannenläuse bis jetzt wissen, be-
schränkt sich auf die voranstehenden Bemerkungen. Noch
Niemand hat , trotz allen Beobachtungen, die Begattung un-
serer Thiere gesehen , noch Niemand mit Bestimmtheit ein
Männchen nachgewiesen. Eine blosse Yermuthung ist es,
wenn man dem Eierlegen der beflügelten Thiere eine Be-
gattung vorhergehen lässt; nicht mehr, als eine Vermuthung,
wenn Ratzeburg (a. a. 0. S. 201) die kleineren Indivi-
duen dieser beflügelten Generation als Männchen betrachtet
und die gestreckte Form des Hinterleibs, so wie die Anwe-
senheit einer beim Drücken zwischen dem Pressschieber vor-
tretenden stumpfen Ruthe als charakteristische Attribute ihres
Geschlechts ansieht. Noch heute sind über die Fortpflanzung
der Tannenläuse dieselben Fragen zu beantworten, die d e
Gee ram Ende seiner Darstellung von der Naturgeschichte
dieser Thiere aufwirft.
Es freuet mich , dass meine Untersuchungen mich in
den Stand setzen, über die fraglichen Verhältnisse eine be-
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 213
stimmtere Auskunft zu geben. Allerdings fällt dieselbe nicht
zu Gunsten einer Annahme aus, die noch vor kurzer Zeit als
unumstössliches Gesetz galt und auch die früheren Beobach-
ter unserer Thiere bei ihren Vermuthungen influenzirte.
Ich habe mich davon überzeugt, dass die
Fortpflanzung unserer Tannenläuse in beiden
Generationen auf parthenogenetischem Wege,
durch spontane Entwickelung der Eier, vor
sich geht.
Obwohl ich reichlich ein Paar Hundert unserer Thiere
untersuchte , ist mir niemals bei denselben ein Männchen
aufgestossen. Alle Individuen, ungeflügelte und geflügelte,
grosse und kleine waren Weibchen und zwar jungfräuliche
Weibchen. So verhielten sich nicht bloss die vor dem Eier-
legen eingefangenen Thiere, sondern auch die Eierlegerin-
nen, selbst diejenigen, deren Eier schon deutlich Spuren der
beginnenden Entwickelung, ja selbst schon ausgebildete Em-
bryonen in sich einschlössen. Mehr als einmal habe ich
die Eier solcher jungfräulichen Thiere isolirt und dann spä-
ter ausschlüpfen sehen.
Nach solchen Beobachtungen kann kein Zweifel sein,
dass sich die Tannenläuse in der Regel ohne Männchen fort-
pflanzen. Ob aber die Männchen überhaupt fehlen, ob sie bloss
von Zeit zu Zeit , unter gewissen günstigen Verhältnissen,
zum Vorschein kommen und dann die Weibchen befruchten,
muss ich unentschieden lassen, doch will es mir fast schei-
nen, als wenn gewisse anatomische Verhältnisse , über die
ich später zu berichten habe , bis zu gewissem Grade die
erstere Vermuthung glaublich machten.
Es ist jedoch nicht bloss die gemeine Tannenlaus, Ch.
abielis, die sich in dieser Weise verhält.
An den jungen Trieben der Föhre beobachtete ich ge-
gen Ende April einige Male eine flügellose Tannenlaus (Ch.
piceae Ratzeb. ?), die den Individuen der ersten Generation
von Ch. abietis ausserordentlich ähnlich war, sich aber theils
durch eine dunklere , fast schwarze Färbung , theils auch
durch eine viel unbedeutendere Grösse von derselben unter-
schied, lieber die Lebensgeschichte dieser Art kann ich
nichts angeben ; ich habe später vergebens an den inficirten
214 Leuckart:
Bäumen nach Gallen gegucht und muss es unentschieden las-
sen, ob unser Thier, was allerdings sehr wahrscheinlich ist,
wie Ch. abietis, später eine zweite geflügelte Generation pro-
ducirt. Aber das weiss ich, dass alle untersuchten Indivi-
duen, unter denen mehrere mit bereits abgelegten, übrigens
nur wenig zahlreichen Eiern , sich als unbefruchtete Weib-
chen erwiesen, ganz wie die entsprechenden Zustände von
Ch. abietis.
Ein Gleiches kann ich von der nahe verwandten Phyl-
loxera coccinea Heyden behaupten, von der ich Anfangs Juli
zahlreiche ungeflügelte Weibchen mit ringförmig abgelegten
Eiern an der Unterfläche der Eichenblätter antraf. Auch
hier enthielten die älteren Eier (etwa (30 — 40 Stück) einen
zum Theil schon weit entwickelten Embryo , obwohl keine
Spur von Sperma bei den Müttern zu finden war. Frühere
Beobachter haben die Existenz dieser ersten Generation von
flügellosen Weibchen übersehen ; sie sprechen von geflügel-
ten Thieren , die im August und September zum Vorschein
kämen und ihre Eier ganz in derselben W^eise, wie die flü-
gellosen Weibchen, an den Eichenblättern befestigten. Leider
ist es mir nicht geglückt, diese geflügelten Phylloxeren auf-
zufinden ; ich habe jedoch kaum einen Zweifel , dass diesel-
ben sich gleichfalls ausnahmslos als weibliche Thiere wür-
den erwiesen haben. Nach aller Analogie sind diese beflü-
gelten Individuen die Nachkömmlinge der von mir beobach-
teten flügellosen Formen, die ihrerseits der ersten Generation
von Chermes entsprechen und entweder als junge Thiere
oder, wie die spätere Zeit ihres Auftretens fast glaublich
macht, als Eier werden überwintert haben.
Ist letztere Vermuthung gegründet, dann würde sich
unsere Phylloxera hierin übrigens nicht bloss von Chermes
abietis, sondern auch von Ch. laricis unterscheiden'*^*)? (^er
sie sonst , durch Form und Lebensweise (Aufenthalt an der
Oberfläche der Blätter und Unfähigkeit der GaÜenbildung)
am nächsten steht.
*) Es war ein Inthuni, wenn ich in meiner Abhandlung über
Generationswechsel und rarthenogenesc der Insekten von Ch. abie-
tis die Eier überwintern Hess.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 215
Für letzlere gilt übrig-ens, in Betreff der Fortpflanzungs-
verhältnisse, dasselbe, wie für die übrigen vorher betrach-
teten Arten. Auch die Lärchenlaus zeigt in beiderlei , un-
geflügelten und geflügelten Individuen immer nur das eine
weibliche Geschlecht; sie besteht, so weit ich sie kenne,
beständig nur aus parthenogisirenden Jungfrauen.
Was jedoch das Verhältniss betrifft, in dem diese bei-
derlei Individuenformen zu einander stehen , so ist mir sol-
ches nicht so klar geworden, als bei Ch. abietis. Doch scheint
es fast, als wenn sich Ch. laricis in dieser Beziehung etwas
abweichend verhält. Nach den Angaben Kai tenbach's und
Ratzeburg's unterliegt es freilich keinem Zweifel, dass
die an den noch unentwickelten Knospen überwinternden
winzigen Thierchen sich zunächst nur zu ungeflügelten In-
dividuen entwickeln , allein eben so gewiss ist es , dass die
beflügelten Individuen hier schon sehr frühe auftreten und
eine längere Zeit hindurch zusammen mit unbeflügelten Weib-
chen vorkommen. Ich fand solche geflügelte Individuen be-
reits Ende Mai, nachdem einige Wochen vorher die ersten,
hier aber immer nur in geringer Menge abgelegten Eier an-
getroffen waren. Ueberdiess entstehen nach den Beobach-
tungen Ratzeburg's aus den Eiern der ersten Generation
hier nicht ausschliesslich geflügelte Individuen, wie bei Ch.
abietis, sondern auch zugleich ungeflügelte , die sich jedoch
äusserlich von den ungeflügelten Stammthieren etwas unter-
scheiden und in demselben Jahre noch eine dritte Genera-
tion produciren sollen. Dass die beflügelten Individuen Eier
legen, wie die unbeflügelten, ist R atz e bürg unbekannt
geblieben ; ich habe mich davon indessen auf das Bestimm-
teste überzeugt , muss aber bemerken , dass die Zahl die-
ser Eier noch hinter der der unbeflügelten Weibchen zu-
rückbleibt.
Durch die grössere Menge der aufeinander folgenden
Generationen, so wie dadurch, dass diese Generationen, we-
nigstens theilweise, durch beflügelte und unbeflügelte In-
dividuen zugleich repräsentirt werden , nähert sich Chermes
abietis in augenscheinlicher Weise den Fortpflanzungsver-
hältnissen der gewöhnlichen Aphiden, nur dass die viviparen
Individuen, wie auch bei Chermes, von eierlegenden Weib-
216 Leuckart:
eben vertreten sind und männliche Individuen ganz (oder
doch wenigstens in der Regel ganz) ausfallen.
Bevor wir jedoch diese Unterschiede und Analogieen
weiter verfolgen, ist es nöthig, einen Blick auf die anato-
mische Anordnung des Generationsapparates
bei unseren Rindenläusen zu werfen (Fig. 1).
Bei den von mir untersuchten vier oder fünf Species
(3 oder — wenn wir Ch. abietis für zwei Arten rechnen — .
4 Chermes, 1 Phylloxera) findet sich in der Bildung der
weiblichen Theile eine ganz unverkennbare Analogie , die
um so auffallender ist , als dadurch zugleich ein merklicher
Unterschied von den weiblichen Organen der eigentlichen,
mit Oviparen und viviparcn Generationen zugleich sich fort-
pllanzenden Aphiden "") gegeben ist. Im Ganzen aber ist der
Typus der betreffenden Organe derselbe , den wir bei den
letztern antreffen.
In Betreff der Ovarien ist zunächst hervorzuheben, dass
die Eiröhren unserer Thiere in allen Fällen (Fig. 1) zwei-
oder (Phylloxera) selbst dreikammrig sind. Nach den bis-
herigen Mitlheikingen über den Bau der Eiröhren bei den
gewöhnlichen Aphiden könnte man vermnlhen , dass hierin
ein durchgreifender Unterschied zwischen diesen beiderlei
Gruppen sich ausspreche, allein ich habe mich durch meine
diesjährigen Untersuchungen davon überzeugt, dass es auch
unter den letztern Arten mit mehrkammrigen Eiröhren giebt,
obwohl die grössere Anzahl allerdings nur einkammrige hat,
wie die Coccinen. Zu diesen Arten mit mehrkammrigen
Eiröhren gehört z. B, Aphis quercus und Aph. platanoides *'0v
■■■) Chermes und I*hylIdxeVa;sirrd, 'so vifel bekannt, -die einzigen
Aphiden mit bloss ovipaicn Clenerationen. (Dass es auch Allen nnl
bloss viviparen Generationen gebe, wie lialtenbach annimmt, ist
mir sehr zweirdhad. Für Sihizoneura, deren Formen n- a. dahin
gehören sollten , habe ich die Existenz einer Oviparen llerbstgenera-
tion in dem schon mehrfach erwähnten kleinen Schriftchen nachge-
wiesen.)
'■■'") Herr Dr. Clans machte mich darauf aufmerksam , dass die
Ammen dieser Art nicht selten im abgestorbenen Zustande mittelst
einer ziemlich grossen biconvexen Scheibe auf der Oberfläche der
Die Fortpflanzung der Rindenläiise. 217
deren unbeflügelte Weibchen drei (Aph. platanoides sogar
vier) Eianlagen, resp. Eier in den einzelnen Röhren erken-
nen lassen. (Herr Dr. Claus in Marburg hat auch bei
zweien, wie es scheint, noch unbenannten Aphisarten von
Betula alba flügellose Weibchen mit mehrkammrigen Eiröh-
ren angetroff*enO
Wenn diese letztere Beobachtung nicht schon an sich
genügte, den Unterschied, der sich in Betreff" der Eiröhren-
bildung zwischen unseren Rindenläusen und den übrigen ech-
ten Aphiden scheinbar kundgiebt, zu verwischen, so würde
ich noch weiter hervorheben müssen , dass sich der zweite
obere Keim bei Chermes nicht selten (besonders bei Ch.
laricis, Fig. 1) erst in späterer Zeit bildet, erst dann, wenn
sich das vorhergehende Ei seiner völligen Reife nähert;
dass unter solchen Umständen also dieselbe Eiröhre, je nach
dem Alter und dem Entv/ickelungszustande ihres Inhaltes,
bald einkammrig, bald auch mehrkammrig sein kann*'*'}.
Ueberdiess reifen die Eier der verschiedenen Röhren zu un-
gleicher Zeit, so dass nicht selten ein- und zweikammrige
Röhren neben einander in demselben Ovarium angetroffen
werden. Ebenso sind die Röhren von Phylloxera zu gewis-
sen Zeiten nur zweikammrig *''**"'3 , die von Aphis platanoi-
des nur dreikammrig u. s. w. i
Wenn somit nun auch der Unterschied zwischen den
ein- und mehrkammrigen Eiröhren nicht eben allzu gross
zu sein scheint, so ist derselbe andererseits doch nicht völlig
von ihnen bewohnten Blätter befestigt seien. Bei näherer Untersu-
chung erkannte ich in dieser Scheibe den Cocon einer Larve, die nach
ihrem Aussehen wohl eine Ichneumoniden - Larve sein dürfte. Diese
Larve lebt bis zur Verpuppung, und zwar immer einzeln, als Schma-
rotzer in den Aphiden, blicht aber später an der Bauchfläche durch
und spinnt dann zwischen dem früheren Wiithe und der Biattfläche
ihren Cocon.
") Damit stimmt es auch, dass sich dieEiiöhren unserer Cher-
mesarten (Ch. abietis) ursprünglich als einfache entwickeln, ganz auf
dieselbe Weise, wie ich das für die Eiröhren von Aphis und Coccus
angegeben habe (a. a. 0.).
^•■"") Einzelne Eiröhren von Ch. abietis lassen hier und da gleich-
falls eine dritte Eianlage erkennen.
216 L e u c k 9 rt ;
hinwegzuläugnen. Am deutlichsten spricht sich dieses in
den Schicksalen des obern kolbig angeschwollenen Eiröhren-
endes ans , das man mit seinen eigenthümlichen Zellenkör-
pern mitunter als eine eigene obere Kammer angesehen hat.
Bei den Pflanzenläusen mit einkammrigen Eiröhren geht die-
ses Endstück mit seinem Inhalte während der Entwickelung
der Eianlage allmählich verloren; bei den Arten mit mehr-
kammrigen Röhren bleibt dasselbe jedoch unverändert, wie
es bei der ersten Eianlage war, ohne jemals merklich an
Grösse abzunehmen oder gar zu verkümmern.
In der schon mehrfach citirten kleinen Abhandlung über
die Parthenogenese habe ich dieses obere Endstück der ein-
kammrigen Eiröhren bei den Aphiden als „Dotterfach« in
Anspruch genommen, und in der That ist auch die Aehn-
lichkeit desselben mit den Stein'schen Dotterfächern der
mehrkammrigen Eiröhren ganz unverkennbar. Die Richtig-
keit dieser Deutung vorausgesetzt, sollte man nun nach aller
Analogie erwarten, dass sich ein solches Dotterfach bei den
mehrkammrigen Eiröhren unserer Blattläuse zwischen je
zwei Eianlag-en wiederhole. Aber dem ist nicht so. Die
Aphiden mit mehrkammrigen Eiröhren besitzen ebenfalls nur
ein einziges Dotterfach, und dieses nur am oberen Ende der
Eiröhren (Fig. 1).
Dieser Umstand muss es trotz aller Aehnlichkeit zwei-
felhaft machen , ob die Deutung des betreffenden Endstückes
als „Dotterfach« die richtige ist. Man könnte in dem be-
treffenden Gebilde jetzt mit scheinbar grösserem Rechte,
als früher, ein sog. Keimfach vermuthen und die einzelnen
Zellenkörper im Innern als Eianlagen in Anspruch neh-
men ; man könnte dasselbe vielleicht um so eher , als das
betreffende Fach durch Bildung und Aussehen seines Inhal-
tes auch an das Endstück des sog. Keimstockes bei den
viviparen Aphiden erinnert, dessen einzelne Zellenkörper ja
nach Leydig sich direkt in die späteren Keime verwandeln
sollen. Auf solche Weise Hesse sich dann zwischen den
Genitalien der viviparen und Oviparen Blattläusen eine Ana-
logie herstellen, die vielleicht auch in anderer Beziehung, für
die Auffassung des ganzen gegenseitigen Verhältnisses die-
ser beiderlei Individuenformen maassgebend sein möchte.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse, 219
Ich gestehe, dass ich die Entscheidung dieser Frage
noch nicht für spruchreif halte. Allerdings hat die Auffas-
sung dieses Endstückes als Keimfach nach unseren jetzigen
Erfahrungen etwas Verführerisches, aber einmal ist das Aus-
sehen und die Beschaffenheit der Zellenkörper im Innern doch
anders, als sonst gewöhnlich im Keimfache der Insekten und
sodann hat es mir bis jetzt noch nicht gelingen wollen —
ebensowenig auch bei den viviparen Aphiden — mich durch
direkte Beobachtung von der Umwandlung dieser Zellen in
Eikeime zu überzeugen. Im Gegentheile lassen sich zwischen
den Keimbläschen der jüngsten Eianlagen und den Kernen
jener Zellenkörper, die doch identisch sein müssten , falls
letztere als Eikeime zu betrachten wären, gewisse Unterschiede
in Grösse , Verhalten gegen Reagentien u. s. w. auffinden,
die solcher Annahme kaum das Wort reden. So fand ich
z. B. bei Lecanium hesperidum das Keimbläschen der jüngsten
Eianlagen 0,02 Mm. gross, während die Kerne der im End-
fach vorhandenen Zellenkörper 0,037 Mm. maassen. Bei Goc-
cus hesperidum war das Keimbläschen auf einer noch frü-
heren Entwickelungsstufe 0,009 Mm., ebenfalls kleiner, als
die 0,013 Mm. messenden Kerne. Aehnlich verhält es sich
auch bei den Aphiden. Dazu kommt weiter noch das Schick-
sal dieser Zellenkörper in den einkammrigen Eiröhren der
Aphiden und Coccinen, das der Ansicht einer Umwandlung
in Eikeime doch kaum günstig ist, wenn auch sonst dio
Fälle von abortiv zu Grunde gehenden Eikeimen nicht eben
allzu selten sind.
Andererseits scheint auch die Auffassung des betreffen-
den Faches als „Dotterfach« durch die Einfachheit desselben
in den mehrkammrigen Eiröhren unserer Aphiden noch kei-
neswegs widerlegt zu sein. Allerdings darf man nicht, wie
Stein es that, annehmen, dass der körnige Dotter betref-
fenden Falles ausschliesslich von den Zollen des Dotter-
faches geliefert Averde. Doch diese einseitige Auffassung
möchte heute auch wohl nur noch wenige Vertreter finden;
man ist, glaube ich, ziemlich allgemein zu der Ansicht ge-
kommen, dass ausser den Zellenkörpern des Dotterfachs auch
noch die gewöhnlichen Epithelialzellen der Eiröhren an der
Abscheidung des Dotters Antheil nehmen. Dieser Antheil
220 L e u c k a r t :
ist vielleicht freilich nur ein untergeordneter; bei unseren
Aphiden dürfte er zur Vollendung der Eireife jedoch um
so eher genügen, als der Contakt mit dem Endfache erst
in ziemlich späterer Zeit unterbrochen wird, erst dann, wenn
der Dotter bereits zu einer sehr ansehnlichen Masse heran-
gewachsen ist.
lieber die histologische Struktur der Eiröhren ist nichts
Besonderes zu erwähnen , es müsste denn der Umstand sein,
dass sich unsere Rindenläuse durch die grosse Zahl der
im Endfache befindlichen Zellenkörper an die übrigen Aphi-
den anschlicssen. Zwischen diesen und der struckturlosen
Membrana propria sieht man nicht selten eine zarte Epithe-
lialschicht, die an derselben Stelle übrigens auch bei den
verwandten Thieren vorkommt und sogar den viviparen Aphi-
den keineswegs zu fehlen scheint. Der Process der Eibil-
dung ist genau derselbe, wie ich ihn für Aphis und Coccus
beschrieben habe. Auch die bei Chermes an dem unteren
Pole der Eischale anhängenden kurzen und soliden Stiele
bilden keine characleristische Auszeichnung unserer Thiere,
seitdem ich an den Eiern von Aphis quercus und platanoi-
des *"") dieselbe Bildung aufgefunden habe.
Was die Zahl der Eiröhren in den Ovarien unserer
Rindenläuse betrifft, so zeigt diese sehr bedeutende Differen-
zen, nicht bloss in einzelnen Arten, sondern auch in den
verschiedenen geflügelten und ungeflügelten Individuen der-
selben Art. In letzlerer Besiehung gilt es — nach Ch. abie-
tis und Ch. laricis zu schliessen — als Gesetz, dass die ge-
flügelten Individuen, wie sie überhaupt leichter gebaut sind,
so auch eine geringere Anzahl von Eiröhren besitzen '^''^^^,
■•) Beiläufig mag liier auch erwähnt sein, dass die kleinen ge-
flügelten Männchen von Aphis platanoides jederseits drei vollständig
getrennte birnförniige Hodenschläuche besitzen.
■■""■) Aehnliches scheint auch für die geflügelten und ungeflügel-
ten viviparen Individuen der Aphiden zu gelten. Ich habe bis jetzt
wenigstens die von mir zuerst beschriebenen (a. a. 0.) einkamniri-
gen Keimröhren untej' diesen Thieren nur bei geflügelten Individuen
angetroflen. Doch soll damit keineswegs gesagt sein, dass alle ge-
flügelten BlaMlausammen einkammrige Keimröhren besässen. Ich kenne
auch Arten, deren geflügelte Ammen mit mehr- und vielkammrigen
Keimröhren versehen sind.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 221
Die grosseste Menge von Eiröhren findet sich bei den
imgellü gellen Weibchen von Chermes abietis, weitaus auch
der fruchtbarsten aller Rindenläuse. Ich zähle hier jeder-
seits 20 — 24 Eiröhren, eine Zahl, die fast an die Eierstoctis-
bildung derCoccinen ■»*} erinnert, denen unsere plumpen Thiere
(wie die übrigen flügellosen Rindenläuse) auch äusserlich
ähnlich sehen. Bei den geflügelten Individuen schwankt die
Zahl der Eiröhren zwischen viel grösseren Extremen; ich
habe Exemplare mit 24 und 30 Eiröhren im Ganzen getrof-
fen und andere, die deren nur 10 hatten. Die letztern Exem-
plare waren dabei auffallend kleiner , als die übrigen; sie
sind die Ratzeburg'schen sog. Männchen. Auf Chermes
abietis folgt nach der Zahl der Eiröhren zunächst das Gen.
Phylloxera, dessen flügellose Weibchen jederseits meist fünf
Eiröhren erkennen lassen. Chermes piceae besitzt im unge-
flügelten Zustande 3 oder 4 Eiröhren jederseits (mitunter
auch 9 im Ganzen). Am tiefsten sinkt die Zahl bei Ch. la-
ricis, deren flügellose Individuen sehr constant 6 Eiröhren
besitzen, wähend die geflügelten — • Fig. 1 — gewöhnlich
nur 4 (mitunter auch 5) im Ganzen aufweisen.
Die Eileiter, denen die Röhren aufsitzen, haben, wie
bei den Aphiden , eine nur unbedeutende Länge und eine
deutliche Muskellage, mit Fasern, die vorzugsweise der Quere
nach verlaufen und vielfach verzweigt sind. Eine ganz ähn-
liche, nur noch stärker entwickelte Muskulatur besitzt auch
der unpaare Eiergang.
Bei den ovipuren Aphiden und den Coccinen findet man
an diesem Eiergang bekanntlich zweierlei verschiedene An-
hangsgebilde, ein paariges sack- oder schlauchartiges Or-
gan mit fettigem Inhalte, das wir als Schmierdrüse bezeich-
nen wollen , und in grösserer oder geringerer Entfernung
darüber einen rundlichen oder birnförmigen Beutel, das Re-
ceptaculum seminis. Unsere Rindenläuse verhalten sich (Fig. 1)
in dieser Beziehung sehr abweichend. Bei flüchtiger Be-
trachtung findet man überhaupt nur ein einziges paariges An-
hangsorgan , das ungefähr auf der Grenze des hinteren Dritt-
*) Bei den echten Aphiden habe ich nie mehr, als vier Ei-
röhren jederseits angetroffen.
222 L e u c k a r t :
Iheils angebracht ist und durch Bau, so wie durch Beschaf-
fenheit seines Inhaltes trotz mancherlei Eigenthümlichkeiten
als Schmierdrüse sich zu erkennen giebt. Oberhalb dieser
Drüse sucht man vergebens nach einem weiteren Anhange,
dagegen sieht man tief unten, dicht über dem stumpfen und
conischen Legapparate — unstreitig demselben Gebilde, das
Ratzeburg als Penis deutete, das aber in genau über-
einstimmender Weise bei allen Individuen vorkommt — noch
einen gestielten sehr unbedeutenden Beutel an den Geschlechts-
wegen anhängen. Der Stiel dieses Gebildes ist von einer
ziemlich derben Chitinlamelle ausgekleidet, nach oben zu
verliert sich diese Auskleidung aber allmählich so vollstän-
dig, dass es einer grossen Aufmerksamkeit und eines be-
sonders günstigen Präparates bedarf, um sich überhaupt nur
von der Anwesenheit einer Höhlung im Innern zu überzeu-
gen. Die Wand des Beutels besteht aus zarten und hellen,
bläschenartigen Zellen.
Es wäre natürlich von höchstem Interesse, die physio-
logische Bedeutung dieses Organes festzustellen , indem da-
durch zugleich die Frage entschieden würde, ob unsere Rin-
denläuse mit einem Receptaculum seminis versehen wären
oder nicht. Leider fehlen mir hierbei alle Anhaltspunkte. Ich
habe niemals irgend einen besonderen Inhalt in den betref-
fenden Bläschen bemerkt, es auch niemals bei anderen Pflan-
zenläusen aufgefunden. Ist nun unter solchen Umständen
auch iirunerhin die Möglichkeit vorhanden, dass dasselbe ein
Receptaculum seminis darstelle, so ist doch andererseits des-
sen Lage und Aussehen dieser Annahme so wenig günstig,
dass ich weit mehr geneigt bin, für unsere Rindenläuse eine
vollständige Abwesenheit einer Samentasche zu behaupten.
Wir kennen zahlreiche Insekten, bei denen die secretorischen
Anhangsorgane am Eiergange sich vermehren (schon bei
den unseren Pflanzenläusen verwandten Cicaden finden wir
mehrfache derartige Gebilde); wohl möglich, dass auch die
Rindenläuse denselben zugehören.
Die Schmierdrüsen, die sonst bei denAphiden gewöhn-
lich als rundliche Beutel, selten (z. B. Aph. platanoides) als
weite und lange Schläuche erscheinen, sind bei den Rinden-
läusen gleichfalls von abweichender Organisation. Phylloxera
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 223
besitzt jederseits (Fig. 4) einoMi cylindrischen, mehrfach ge-
kerbten Anhang , dessen kurze und stunimelförmige Aeste
alle in derselben Ebene liegen. Die zelligen Wände sind
von beträchtlicher Dicke und umschliessen eine dünne Chi-
linröhre, die sich am unteren Ende, dicht vor der Insertion
in den Eiergang zu einer flaschenförmigen Höhle erweitert.
Der Inhalt dieser Röhren besieht aus demselben gelblichen
Oele, das man auch sonst in der Schmierdrüse antrifft. Man
kann dasselbe durch Druck aus der Röhre in den flaschen-
förmigen , meist gleichfalls damit angefüllten Hohlraum und
von da in den Eiergang austreiben. Wo die beiden An-
hangsdrüsen in den Eiergang einmünden, hat dieser eine ziem-
lich bedeutende Weite. Ebendaselbst bemerkt man (Ibid.)
im Innern eine eigenthümliche schleifenförmige Bildung, die
sich bei näherer Untersuchung als ein schmales, vielfach ge-
kräuseltes Chitinband ergiebt , das , genau in der Höhe der
Anhangsdrüse, den Eiergang ringförmig auskleidet und je-
derseits mit der Chitinwand der flaschenförmigen Oelblase
zusammenfliesst. Uebrigens liegt dieses Band nicht etwa
lose in dem Eiergange; es ist dasselbe vielmehr nur eine
ringförmige Verdickung in der den ganzen Eiergang aus-
kleidenden zarten Chitinhülle.
Bei Chermes findet sich (Fig. 1 — 3) dasselbe Chitin-
band, wie bei Phylloxera, auch eine deutliche, nur weit we-
niger abgesetzte, trichter- oder taschenförmige Oelblase,
aber die Drüse ist sehr auffallend verschieden. Sie er-
scheint jederseits als ein abgeplatteter, ohrartiger Anhang
von ovaler Form , mit einem ähnlich gestalteten Hohlräume
im Innern und einer zarten, stark gekörnellen Chitinausklei-
dung. Die nach Aussen gekehrte Fläche dieser Chitinwand
zieht sich in zahlreiche Falten aus , die sich zwischen die
anliegenden Drüsenzellen hinein fortsetzen und hier allmäh-
lich verloren gehen. An der Insertionsstelle der Drüsen bil-
det der Eiergfing (Fig. 2) eine ziemlich ansehnliche, aber
muskelarme Auftreibung, die in der Mitte durch das in ela-
stischer Verkürzung befindliche Chitinband eingeschnürt wird.
Sobald ein Ei diese Stelle passirt, verstreicht diese Einschnü-
rung, während das Chitinband gleichzeitig sich dehnt (Fig. 3)
und ein ziemlich glattes Aussehen annimmt, üeber den me-
224 Leuckart:
chanischen Werth dieser bis jetzt nur bei den Rindenläusen
vorgefundenen Einrichtung will ich mich hier nicht weiter
auslassen ; es ist jedoch offenbar, dass die Elasticität des Chi-
tinbandes dabei in erster Reihe zur Erwägung- kommt.
So Vieles über den Bau der Geschlechtsorgane bei den
Rindenläusen und deren merkwürdige Fortpflangsweise. Mag
es erlaubt sein, der voranslehenden Darstellung noch einige
weitere Bemerkungen anzuknüpfen.
Die erste gilt dem Vorkommen der von uns her-
vorgehobenen zweierlei verscliie denen Formen
unter den parlhenogenetisch sich fortpflanzenden Weibchen
unserer Thiere.
Wir haben diese zweierlei Formen als ungeflügelt und
geflügelt bezeiclinet. Man darf aber desshalb nicht glauben,
dass deren Unterschiede sich einfach auf die Anwesenheit
oder Abwesenheit von Flugapparaten beschränken, dass die hier
vorkommenden Differenzen etwa jenen sich vergleichen lies-
len, die wir bei manchen Arten von Orthopteren (vergl. Fi-
scher, entomol. Zeitung 1852. S. 15) und Hemipteren in
Betreff der Flügelbildung antreffen. Die Unterschiede dieser
zweierlei Formen sind bei Weitem bedeutender, sie erstrek-
ken sich auf die gesammte äussere Organisation der betref-
fenden Individuen, auf Grösse und Gestalt, Bildung der Körper-
ringe, und berühren selbst den inneren Bau in merklicher
Weise. Ohne Kenntniss der genetischen Beziehungen würde
man beide Formen nolhwendiger Weise nicht bloss für Re-
präsentanten verschiedener Arten, sondern auch verschiede-
ner Genera halten. Der Unterschied derselben ist kaum ge-
ringer, als bei den verschiedenen Geschlechtern der Cocci-
nen. Es ist, mit anderen Worten, ein vollständiger Dimor-
phismus, der uns hier entgegentritt.
Dass diese Unterschiede auch in der Lebensweise sich
aussprechen, ist schon von vorn herein zu vermuthen, und
wirklich erscheint die Rolle , die beiderlei Individuen in der
Geschichte unserer Rindenläuse zu spielen haben, schon bei
oberflächlichster Betrachtung als eine verschiedene. Die flü-
gellosen Weibchen dienen vorzugsweise zur Erhaltung, die
geflügelten dagegen vorzugsweise zur Verbreitung der Art.
Die ersteren sind eine längere Zeit hindurch in hohem Grade
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 225
fruchtbar, dabei aber (wohl in innigem Zusammenhange mit
dieser Eigenschaft, vergl. Leuckart Art. Zeugung in Wag-
ner's H. W. B. lY. S. 719} kaum im Stande, iliren Wohnsitz
zu verlassen. Die Existenz der Art würde vielleicht in mehr-
facher Beziehung gefälirdet sein , wenn das zeitweilige Auf-
treten geflügelter Weibchen nicht die Mittel böte, neue Wohn-
und Nahrungsplätzc zu finden. Mit der üebertragung der
Eier ist nun aber die Aufgabe dieser geflügelten Weibchen
erfüllt. Dieselben gehen nach dem Ablegen der Eier, we-
nige Tage nach ihrer Geburt, zu Grunde.
Einen sehr ähnlichen Dimorphismus finden wir bekannt-
lich auch bei den sog. Amm<3n der gewöhnlichen Blattläuse,
die in den ersten Generationen gleichfalls flügellos, in den
späteren aber fast beständig mit Fügein versehen sind.
Es sind das Verhältnisse, die bisher noch gar wenig
berücksichtigt wurden. Wir pflegen sonst bloss von den Un-
terschieden beiderlei Geschlechter zu sprechen und still-
schweigend dabei eine vollständige Uebereinstimmung zwi-
schen den einzelnen Individuen dieser Geschlechter zu sup-
poniren. Bei solcher Auff*assung erscheint es denn aller-
dings im höchsten Grade fremdartig, wenn wir nun in den
Staaten der gesellig lebenden Insekten plötzlich neben den
unverkennbaren Männchen und Weibchen noch anderwei-
tige Individuenformen antreffen und diese als eine besondere,
auff'allende Modifikation jener Geschlechtsthiere erkennen.
Unsere Blattläuse zeigen uns , dass ein ähnlicher Polymor-
phismus auch sonst unter den Insekten vorkommt, dass na-
mentlich die weiblichen Individuen dieser Thiere , je nach
den Besonderheiten ihrer Aufgaben, gar oftmals auch durch
Besonderheiten ihres Baues von einander verschieden sind.
Eine zweite Bemerkung betrifft das Verhält niss
der bei unsern Rindenläusen (und gewissen Coc-
cinen) vorkommenden Parthenogenese zu dem
sog. Generationswechsel der Aphiden.
Pass diese beiden Fortpflanzungsarten in mehrfacher
Beziehung verwandt und ähnlich sind, ist schon an einem
anderen Orte (Generationswechsel und Parthenogenese u. s. w.
S. 44) von mir hervorgehoben. Noch vor Kurzem glaubte
man sich freilich berechtigt von einer „himmelweiten Ver-
Archiv f. \aturgescb. XXV. Jahrg. 1. Hd. X5
226 L e u c k a r t :
schiedenheit" der Blattlausammen und Weibchen zu sprechen;
eine solche Auffassung erscheint jedoch heute als verfehlt.
Es handelt sich vielmehr darum , den Umfang- und Werlh
jener Analogieen zu prüfen , zu prüfen namentlich , ob die
immer wieder auftauchende und neuerlich besonders von
Claus (Generationswechsel und Parthenogenesis im Thier-
reiche 1858. S. 22) vertretene Behauptung richtig sei , dass
die sog. Ammen der Blattläuse eigentlich doch nichts An-
deres, als parthenogenesirende Weibchen seien.
Die Entscheidung der hier vorliegenden Frage ist an
unser Urtheil über die Natur der den sog. Ammen zukom-
menden Fortpflanzung gebunden; ist davon abhängig, ob
wir dieselbe als eine ungeschlechtliche Fortpflanzung ansehen
dürfen, oder nicht.
Natürlicher Weise kommt dabei zunächst die Vorfrage
in Betracht, wo denn überhaupt die unterscheidenden Cha-
raktere einer geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Fort-
pflanzung zu suchen seien. Wenn wir bloss jene Fortpflan-
zung als geschlechtliche bezeichnen, bei der ein Zusammen-
wirken von zweierlei Zeugungsstoffen, mit anderen Worten
eine Befruchtung stattfindet, dann ist natürlich kein Grund
vorhanden , den Generationswechsel bei den Blattläusen in
Frage zu stellen. Aber dann müssen wir consequenter Weise
auch die Parthenogenese — wie das in der That vonRadl-
kofer geschieht (lieber das Verhältniss der Parthenogenesis
zu den anderen Fortpflanzungsarten 1858) — der unge-
schlechtlichen Vermehrung zurechnen. Ob diese Auffassung
jemals eine allgemeinere Anerkennung finden wird, weiss ich
nicht; mir scheint es jedoch etwas gewagt, dasselbe Sub-
strat, ein Ei, bald als geschlechtliches, bald auch, je nach den
Umständen, als ungeschlechtliches Zeugungsmaterial zu be-
trachten *"*). Das Ei bleibt meiner Meinung nach beständig
*) Das von Radlkofer (S. 19) aufgestellte Criterium der
geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Zeugung, die idiotypische
oder zelotypische ßeschaffenheil des Produkts dürfte hier (wie auch
in anderen Fällen, hei dem Generationswechsel mit larvenartigen
Ammen) nicht ausreichend sein, denn das Produkt der i*arlhenogenese
liefert hei Chermes ahielis z. B. keine (zelotypischen) Copien der
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 227
dasselbe, bleibt stets das Produkt derselben (geschlechtli-
chen) Thätigkeit, mag der Kreis der Bedingungen , unter
welchen es sich zu einem neuen Geschöpfe entwickelt, durch
den Zutritt von Sperma, oder auch ohne denselben geschlos-
sen werden. Wo wir es mit einem Eie zu Ihun haben , da
findet auch, meiner Ansicht nach, beständig eine geschlecht-
liche Fortpflanzung statt.
Es scheint mir demnach weniger das Stattfinden einer
Befruchtung, als vielmehr die Natur des sich entwickelnden
Substrates für die Annahme einer geschlechtlichen oder un-
geschlechtlichen Zeugung maassgebend zu sein.
In dem speciell vorliegenden Falle würde es sich also
weiter darum handeln , ob die Keimkörper der viviparen
Aphiden als Eier betrachtet werden können oder nicht.
Dass diese Keimkörner Zellen sind, wie die Eier, und
zwar Zellen, die sich auf eine den Eiern analoge Weise in
den Embryo verwandeln, darüber kann wohl nach den neue-
ren Untersuchungen ebenso wenig ein Zweifel sein, wie über
die morphologischen Beziehungen der Keimröhren und Eier-
stöcke, in denen die betreffenden Zeugungsstoffe ihren Ursprung
nehmen. Es ist sogar möglich, dass spätere Untersuchungen
auch eine wesentliche Uebereinstimmung- in der Entstehunors-
art jener beiderlei Gebilde nachweisen. Das Alles muss uns
in der That bis zu einem bestimmten Grade geneigt machen,
die Keimzellen und Eier der Aphiden für morphologisch
identische Bildungen zu halten.
Freilich ist andererseits nicht zu verkennen, dass dieser
Annahme von der Einatur der beiderlei bei den Aphiden
vorkommenden Fortpflanzungskörper noch manche Bedenken
im Wege stehen.
Dass die Aphiden bei solcher Annahme zweierlei Eier
produciren würden, will ich nicht allzu hoch veranschlagen.
Aehnliches kennen wir ja auch von anderen Thieren, be-
sonders den Daphnien und Rotiferen *"}, deren Fortpflanzungs-
Eltern, sondern Individuen von anderer und selbstständiger, origina-
ler Entwickelung (Idiolypen).
"") Die Süsswasserbryozoen sind hier kaum anzuziehen, denn
die sog. Wintereier dieser Thiere sind nach All mann (monogr.
228 L e u c k a r t :
Verhältnisse möglicher Weise auch in sofern zu Gunsten
jener Auffassung geltend gemacht werden könnten, als die
betrefFenden Thiere nach den Untersuchungen von Lu b b o c k
(Transact. roy. Soc. 1857. I. p. 98} und Cohn cZeitschrift
für wiss. Zoologie 1858. S. 284) ja gleichfalls die Fähigkeit
der Parthenogenese besitzen. Allerdings sind die beiderlei
Eier der genannten Thiere lange nicht so auffallend ver-
schieden, wie die Eier und Keimzellen der Aphiden, indessen
müssen wir doch zugeben, dass die Eigenlhümlichkeiten der
letzten — nach meinen Beobachtungen über die Eier der
Blasenbandwürmer und deren Enlwickelung — keineswegs
über die Grenzen der empirisch festgestellten Modalitäten
der Eibildung hinausgehen, so auffallend diese Eigenthüm-
lichkeiten andererseits auch an die Beschaffenheit und die
Schicksale unverkennbarer Keimzellen sich anschliessen (vgl.
Generationswechsel und Parthenogenese bei den Insekten
S. 20).
Was mir weit wichtiger erscheint, ist der Umstand, dass
die Keimkörner der Aphiden in augenscheinlicher Weise über-
haupt auf keine Befruchtung berechnet sind. Ich habe schon bei
einer früheren Gelegenheit diesen Unterschied hervorgehoben
(Generationswechel und Parthenogenese S. 110). Derselbe
schien mir damals gross genug, um, trotz aller Aehnlichkeit
mit der Parthenogenese, die Fortpflanzung der Aphiden als
Generationswechsel in Anspruch zu nehmen. Noch heute
scheint mir ein Ei, das eine Befruchtung überhaupt aus-
schliesst , ein etwas problematisches Gebilde zu sein , allein
daraus erwächst noch kein hinreichender Grund, die Mög-
lichkeit solcher Eier zu läugnen. Schon CI aus erinnert
hier an die Eier der Arbeitsbienen, die ja niemals befruchtet
würden ; man könnte auch noch andere Fälle anführen,
könnte namentlich auf unsere Rindenläuse verweisen , bei
denen sogar die Organisation der Geschlechtswege in ähn-
licher Weise , wie bei den viviparen Aphiden , den Mangel
eines geschlechtlichen Verkehres zur Schau zu tragen scheint.
fresh- water Polyzoa p. 37) überhaupt keine Eier, sondern Gebilde
von sehr abweichender Organisation und l-nlwickeliing, die Verf. als
ungeschlechtliche Forlpflanzungskörper (statoblasts) ansieht.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 229
Aber alle diese Fälle bieten nur beschränkte Analogieen,
insofern die Hindernisse der Befruchtung hier , wie auch
Claus anerkennt, nur in äusseren, mehr oder minder zu-
fälligen Momenten gelegen sind und keineswegs, wie bei den
Aphiden , durch die Beschaffenheit des Keimproduktes be-
dingt werden.
Ein zweiter, bei der Frage nach der Natur der Aphi-
denfortpflanzung schwer in's Gewicht fallender Umstand be-
steht darin, dass die Keimkörner dieser Thiere immer nur
in gewissen Individuen zur Entwickelung kommen, während
andere unter bestimmten Verhältnissen auftretende Individuen
unverkennbare Eier legen und diese auch in gewöhnlicher
Weise befruchten.
Vom Gesichtspunkte des Generationswechsels aus er-
scheint ein solcher regelmässiger Wechsel befruchteter und
unbefruchteter Individuen als natürlich und selbst als noth-
wendig — aber auf dem Gebiete der Parthenogenese suchen
wir mit unseren dermaligen Kenntnissen vergebens nach
einem analogen Falle. Wenn auch vielleicht bei den Rin-
denläusen, bei Lecanium hesperidum, Solenobia lichenella und
anderen in der Regel ausschliesslich parthenogenesirenden
Thieren von Zeit zu Zeit eine Befruchtung (durch die uns
noch gänzlich unbekannten Männchen) erfolgen sollte^ so
spricht doch bis jetzt noch nicht das Geringste für eine re-
gelmässige, unter bestimmten Verhältnissen sogar nothw^endige
Wiederholung dieses Vorganges. Die Möglichkeit einer Be-
fruchtung müssen wir in allen diesen Fällen für jedes ein-
zelne Individuen in Anspruch nehmen ; eine Befruchtung,
die nur von Zeit zu Zeit, und dann nothwendiger Weise, bei
bestimmten Individuen erfolgt, aber in den Zwischenzeiten,
bei anderen Individuen, eben so regelmässig unterbleibt und
unterbleiben muss, eine solche Befruchtung kannten wir bis-
her nur bei den auf dem Wege des Generationswechsels
sich entwickelnden Individuen.
Will man trotz allen Bedenken die Fortpflanzung der
Aphiden immer noch der Parthenogenese unterordnen "*»*j, so
■") Beiläufig mag hier erwähnt sein, dass man dann auch, nach
Analogie der Aphiden, die Fortpflanzung von Gyrodactylus elegaus als
230 L e u c k a r t :
ist man — wie auch schon Claus ganz richtig gefühlt hat
— gezwungen, dafür eine besondere Form derselben aufzu-
stellen. Diese würde sich dann zu der gewöhnlichen Par-
thenogenese, bei der beliebig ein jedes Individuum spontan
sich entwickelnde Eier hervorbringt, genau in derselben
Weise verhalten , wie der Generationswechsel zu der ge-
wöhnlichen ungeschlechtlichen Vermehrung, die bei den Thie-
ren mit Generationswechsel bekanntlich gleichfalls nur auf
bestimmte, eigens dafür organisirte Individuen übertragen ist.
Die Parlhenogenese der Aphiden würde auf diese Weise
noch immer bis zu einem gewissen Grade dem Generations-
wechsel verwandt bleiben , wenn sie auch nicht geradezu
damit zusammenfiele.
Ein entscheidendes Urtheil über die Berechtigung der
einen oder anderen Auffassung müssen wir einstweilen noch
der Zukunft überlassen. Unsere Erfahrungen über Partheno-
genese sind bis jetzt noch so jung, die Möglichkeiten der
hier etwaf vorkommenden Differenzen und Combinationen
noch so wenig bekannt und erwogen, dass es kaum möglich
erscheint, hier schon jetzt nach der einen oder anderen
Richtung hin in bestimmter Weise formuliren zu wollen. Auch
fehlen uns noch immer manche wichtige, für die Beurthei-
lung der vorliegenden Verhältnisse nothwendige , vielleicht
entscheidende Momente. Wir können unter solchen Umstän-
den das fortgesetzte, sorgfältige Studium der Blattläuse nicht
dringend genug empfehlen. Noch heute gilt es als Wahr-
heit, was der scharfsinnige de Geer als Schlusssatz seinen
Abhandlungen über die Blattläuse hinzufügte: „Die Blattläuse
sind Insekten, welche im Stande sind, das ganze vermeinte
Generationssystem zu zerrütten und diejenigen zu verwirren,
welche sich bemühen, dies Geheimniss der Natur zu er-
forschen."
Paittienogenese in Anspruch nelimen niüsste. Auch hier dieselbe
Analogie zwischen Ammen und GeschlechIsthier^n , zwischen ßrul-
stäUe und heimslock, zwischen Keimzelle und Ei (Keimbläschen}.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 231
Erkläruug der Abbildungen.
Taf. V.
Fig. 1. Geschleehtsapparat der beflügelten Weibchen von Chermes
laricis.
Fig. 2 u, 3. Unterer Theil des unpaaren Geschlechtsganges von Cher-
mes abietis mit den beiden Schmierdrüsen.
Fig. 4. Derselbe von Phylloxera quercus.
Giessen, September 1858.
Nachschrift.
Im Laufe des geg^enwärtig-en Sommers ist es mir eben
so wenig, wie im vergangenen Jahre gelungen, männliche
Rindenläuse aufzAilinden oder sonst eine Spur von deren Exi-
stenz zu entdeclicn. Das einzige, was ich den voranstehen-
den Angaben hinzufügen kann, besteht darin, dass die Zeit-
verhältnisse der Entwiclielung nach den äusseren Umständen
beträchtlich schwanlien. Während im vergangenen Jahre
die zweite beflügelte Generation erst im August zum Vor-
schein kam, gelang es heuer dieselbe schon gegen Ende Juni
zu beobachten.
Giessen, 12. Juli 1859.
Carcinologisclies.
Von
Rud. Leuckart.
(Hierzu Taf. VI u. VII.)
Einige Bemerkuugen über Saeculiiia Thomps.
(Pachybdella Dies., Peltogaster Rathke p.p.).
Bekanntlich liat Ratlike in den Reisebemerkungen aus
Skandinavien (neueste Schriften der naturf. Gesellsch. inDan-
zig 1842. Bd. III. Heit 4. S. 105} und den Beiträgen zur
Fauna Norwegens (Verh. der K. L. C. Akad. Bd. XX. Ablh. 1.
S. 245) unter dem neuen Genusnamen Peltogaster zwei Arten
eines sehr eigenthümlichen platten und sackförmigen Schma-
rotzers beschrieben, der mittelst eines ..saugnapfartigen Ge-
bildes" an dem Hinterleibe der Paguren und gewisser kurz-
schwänziger Krebse befestigt ist. Rathke hielt dieses son-
derbare Thicr für einen W^irm, hob aber dabei, wenigstens
in der — am erstcitirten Orte enthaltenen — anatomischen
Darstellung, an verschiedenen Stellen einzelne Analogieen
mit Cyclopen und Lernäen hervor. Auch wird ausdrücklich
bemerkt, dass Peltogaster wohl schwerlich mit den eigent-
lichen Saugwürmern und Trcmatoden, denen er sich hin-
sichtlich des Haltorganes anschliesse , in dieselbe Gruppe
gestellt werden könne. Trotzdem aber und obgleich inzwi-
schen auch von mir (Morpholog. der wirbellosen Thiere
1848. S.72. Anm. 2) auf die Aehnlichkeit des Peltogaster mit
„den parasitischen Weibchen gewisser niederen Cruslaceen"
hingewiesen war , finden wir unsere Thiere in dem einige
Jahre später (1850) vonDiesing herausgegebenen Systema
hclminthum unter den egelarligcn Schmarotzerwürmern (1.
p. 434), und zwar jetzt über zwei Genera vertheilt, indem
Leuckart: Carcinologisches. 233
die eine, von Rathke unter dem Hinterleibe von Carcinus
Maenas aufgefundene Art mit terminalem Saugnapfe zum
Typus eines neuen Gen. Pachybdella Dies, gemacht wurde
(P. Rathkei Dies., Pellogaster Carcini Rathke).
Dass dieser Versuch einer systematischen Einreihung
ein verfehlter ist, darüber kann nach den kritischen und hi-
storischen Erörterungen von Steenstrup (dieses Archiv
1855. I. S. 15) Niemand mehr in Zweifel sein. Steen-
strup weist hier nach, dass die betreffenden Thiere nicht
bloss gleichzeitig mit Rathke von K r ö y e r an Pagurus und
Hippolyte aufgefunden (Monographie der nordischen Hippo-
lyte-Arlen in den Vid. Selsk. naturv. og malh. Afh. IX. D.
p. 56) , sondern auch bereits im vergangenen Jahrhundert
durch Cavolini (Abh. über die Erzeugung der Fische und
Krebse S. 161. Taf. 2) in unverkennbarer Weise beschrieben
und abgebildet seien. Cavolini beobachtete auch die Jun-
gen unserer Thiere , die zu gewissen Zeiten in Menge aus
der von Rathke für den Mund gehaltenen freien Körper-
öffnung hervorkamen. Er erkennt sogar eine unverkennbare
Aehnlichkeit derselben mit den Larvenformen der Cyclopen.
Dass aber die Säcke, aus denen diese Larven hervorkamen,
Thiere und zwar die Mutterthiere der Larven seien, blieb dem
italienischen Forscher unbekannt; er hielt dieselben für blosse
Eiersäcke , die hier abweichender Weise an ein fremdes
Thier (Taschenkrebse) befestigt würden. Von K r ö y e r
wurde allerdings, wie von Rathke, die thierische Natur
der betreffenden Säcke erkannt, aber die Verwandtschaften
dieser Thiere blieben dem dänischen Zoologen fast eben so
unsicher. Nach den Ansichten desselben bilden die betref-
fenden Schmarotzer eine neue Gattung mit mehreren Arten
— Kr. kennt deren drei, von Pagurus pubescens, P. Bern-
hardus und Hippolyte pusiola — , die auf der einen Seite
einige Analogie mit den Lernäen zu haben scheint, auf der
andern aber auch eine gewisse Affinität mit den Hirudineen
und verwandten Eingeweidewürmern besitzt.
Einige Jahre nach Rathke und Kröyer wurden
dieselben Geschöpfe, wie Steenstrup weiter bemerkt, auch
von Bell (bist. Br. Crustacea 1845. P. III. p. 108) am Hin-
terleibe von Carcinus maenas und Porlunus marmoreus aus
234 L e u c k a r t :
dem Canale beobachtet und beiläufig beschrieben. Bell weiss
Nichts von seinen Vorgängern; derselbe lässt sich auch in
keine Erörterung über die systematische Natur der beobach-
teten Schmarotzer ein , bemerkt aber , dass die Grube, mit
welcher dieselben angeheftet seien, wohl als Mund und die
zweite freie OefFnung (Mund nach Rathke} als After zu
betrachten sei.
Ich freue mich, den voranslehenden, durch S t e e n s t r u p
bekannt gewordenen Beobachtungen noch eine andere aus
dem Jahre 183Ö hinzufügen zu können, die um so wichtiger
ist, als sie auf einer völlig nalurgemässen Auffassung unserer
Thiere beruht und diese auch bereits damals unter dem Ge-
nusnamen Sacculina in das System einführt. Die Beob-
achtung ist von Thompson, dessen zahlreiche, wichtige
Entdeckungen sonderbarer Weise fast alle das Schicksal ge-
habt haben , lange Zeit hindurch unbeachtet zu bleiben und
in eine fast völlige Vergessenheit zu gerathen. Leider kenne
ich die in dem Entomol. Magaz. XV. p. 452 publicirte Ab-
handlung unseres Verf. nur aus dem Wiegmann'schen Jah-
resberichte (dieses Arch. 1837. S. 248), wo dieselbe noch
dazu mit einem gewissen Misstrauen behandelt wird. Thomp-
son beobachtete, wie ich daraus ersehe, am Hinterleibe von
Carcinus Maenas einen „zu den Lernäaden gehörenden," neuen
Schmarotzerkrebs, der „wie ein zweilappiger Ledersack" mit-
telst eines halsförmigen Vorsprunges zwischen den häutigen
Interstitien des Krabbenschwanzes herabhing. Aus der wei-
ten Oeffnung wurde eine körnige Substanz hervorgedrückt,
die sich unter dem Mikroskope als eine Masse von Larven,
,jähnlich denen der Lernaeocera," auswies.
So weit der Bericht. Es ist unverkennbar, dass es der
Peltogaster Carcini ist , der hier beschrieben wird , unver-
kennbar, dass dieses Thier nach der Form seiner Larven,
nach Lebensweise und Habitus den Lernäaden zugehört, ob-
wohl der Umstand , dass die Larven bereits im Mutterleibe
ausschlüpfen, immerhin als eine auffallende Abweichung von
den übrigen Thieren dieser Gruppe betrachtet werden muss.
Wenjji wir demnach den Namen Sacculina entweder für Pel-
togaster im Sinne Rathke's oder dorh wenigstens für
die von Die sing als Pachybdella bezeichnete Form wieder
Carcinologisches. 235
restituiren, so tragen wir damit nur eine alte, fast verjährte
Schuld ab.
Dass die Auffassung von Thompson vollkommen die
richtige gewesen, davon haben wir auch späterhin durch die
Untersuchungen von 0. Schmidt (Zeitschrift für die ges.
Naturwissenschaften Halle 1853. S. 101, Handatlas der vergl.
Anat. Taf. X. Fig. 7 — eine dritte Älittheilung in der Zeitschrift
Weltall 1854. S. 19 ist mir unbekannt geblieben — ) eine Be-
stätigung erhalten. Auch 0. S chm i dt beobachtete die Larven
von Peltogaster (Sacculina Carcini) und gewann dadurch,
selbstständig — ohne andere Untersuchungen, als ^die von
R a th k e zu kennen — die sichere Ueberzeugung, dass es sich
hier um einen Krebs aus der Gruppe der Parasiten handele.
Auch Steenstrup konnte die Aehnlichkeit unserer
Thiere mit den Lernäaden nicht entgehen, aber, unbekannt
mit den Untersuchungen von Thompson und Schmidt,
wie er war, Hess er sich durch die Zusammenstellung von
Peltogaster mit einem von Cavolini gleichfalls in Krab-
ben beobachteten Schmarotzer mit asselartiger Brut und die
scheinbar damit übereinstimmenden Angaben von Rathke.
dass in der Bruthöhle (Magen Rathke) von Peltogaster
bisweilen eine kleinere, als Liriope pygmaea Rathke be-
schriebene Assel vorkäme, verleiten, unseren Schmarotzer
der Isopoden-Gattung Bopyrus anzureihen.
Es ist übrigens kaum zu bezweifeln, dass Ste e nstrup
jetzt von seiner Ansicht zurückgekommen ist, namentlich seit
auch Kröyer (Öfvers. Kongl. Dansk. Yid. Selsk. Förhandl.
1855. p. 127 übers, in Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. Vill.
S. 4l9j und Lindström (Öfvers. Kongl. Vetensk. Akad.
Förhandl. 1856. XII. p. 361} ihre mit den früheren Angaben
ganz conformen Beobachtungen über die Larvenzustände der
Peltogasterarten veröffentlicht haben '"'j. Uebrigens scheint
nach den Untersuchungen des Erstgenannten , als wenn die
Jugendzustände der einzelnen Arten manchfache Verschie-
denheiten darböten, wenigstens giebt derselbe an, dass die
"''3 Kröyer's oben erwähnte Miltheilung ist übrigens nur als
eine vorläufige anzuseilen. Ob seitdem vielleicht eine ausführlichere
Abhandlung unseres Verf. erschienen ist, weiss ich nicht.
236 L e u c k a r t :
Larve der einen Peltos^asterart und der bei Hippolyte schma-
rotzenden kleinen und kugligen Form (Sylonn. gen.) einer wei-
ter vorgeschrittenen Entwickelungsperiode angehörten, als die
einer zweiten Art des Gen. Peltogaster , welche letztere —
wie man auch von denen des Gen. Sacculina (nach Schmidt)
behaupten darf — mit den Zeichnungen von Cavolini nahe
übereinstimmen , d. h. eine sog. Naupiiusform darbieten. Die
anatomischen Untersuchungen lieferten kein entscheidendes
Resultat und Hessen Verf. selbst über die Existenz eines Mun-
des in Zweifel.
Ich habe nur einige wenige Male Gelegenheit gehabt,
unsere merkwürdigen Thiere zu beobachten, zuerst im Jahre
1846 auf Helgoland, später in Nizza und vor einigen Wochen,
in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Pagenstecher aus Hei-
delberg , wiederum in Helgoland. Das erste Mal kam an
letzterem Orte Peltogaster Paguri Rathke, das zweite Mal
eine Sacculina vor, beide nur in einem einzigen Exemplare.
Die Sacculina sass, wie gewöhnlich, an dem Schwänze einer
Krabbe und zwar einer Hyas aranea , bei der sie meines
Wissens noch nicht beobachtet ist. Sie war von ziemlicher
Grösse, 6"' lang und ebenso breit, und durch ihre Form von
der gewöhnlichen Sacculina so abweichend, dass ich mich
berechtigt glaube, sie als eigene Art {Sacculina inßata n. sp.)
aufzuführen. Rücken- und Bauchfläche waren ziemlich stark-
gewölbt, die hintere, ausserordentlich dehnbare Oeffnung in
einiger Entfernung vom Körperrande auf der einen Fläche
angebracht (Tab. VI. Fig. 1. a).
Obwohl ich durch die anatomische Untersuchung dieses
einen Exemplares keinesweges eine auch nur annäherungs-
weise vollständige Einsicht in den Bau unseres Thieres ge-
wonnen habe, mögen doch bei der völligen Unsicherheit
unserer dermaligen Kenntnisse einige Bemerkungen darüber
hier am Platze sein.
Zunächst ist mir kaum ein Zweifel daran geblieben,
dass die sog. Sauggrube unserer Thiere v.irklich der Mund
ist. Dafür spricht namentlich der Umstand, dass diese sog.
Sauggrube nicht etwa, wie man nach den früheren Darstel-
lungen vermuthen sollte, bloss äusscrlicli dem Körper der
Krabbe anhängt, sondern vielmehr mit ihren trichterförmig
Carcinologisches, 237
vorspringenden Rändern die Bedeckungen in den dünnhäu-
tigen Interstilien zwischen zweien Segmenten vollständig
durchbohrt , so dass die von diesen Rändern umgebene,
ziemlich weite und klaffende Oeffiuing direkt mit der Lei-
beshöhle des Wirthes in Communication steht. Kieferartige
Gebilde oder Vorsprünge Hessen sich an diesen Rändern
übrigens nicht nachweisen. Dass die Flüssigkeiten der Lei-
beibeshöhle durch diese Mandöffnung in das Innere unserer
Sacculina hineintreten, ist bei einem solchen Verhalten na-
türlich selbstverständlich *"•). Auch sah man dicht hinter dem
Mundtrichter, wie im hinteren Körperende unseres Schma-
rotzers einen durch die Bedeckungen durchscheinenden wei-
ten und> hellen d. h. mit farbloser Flüssigkeit gefüllten
Raum, der kaum etwas anderes, als der mit Krabbenblut er-
füllte Darmkanal gewesen sein kann. Die grösste Entwik-
kelung erreichte dieser Raum im hinteren Körperende , wo
er an der (der hintern Oeffnung abgewandten) Rückentläche
bis über die Mitte empor sich ausdehnt. Allerdings liess
sich nach dem Oeffnen der Sacculina , wobei die eben er-
wähnte Flüssigkeil ausströmte, unter dem Gewirre der im
Innern flottirenden Massen kein Gebilde auffinden, das sich mit
Bestimmtheit als Darm oder auch nur als Reservoir jener
Flüssigkeit zu erkennen gab, allein wenn man bedenkt, dass
die der Muskelhaut entbehrende Darmwand auch schon bei
Lernaea nur wenig Auszeichnendes besitzt, so dürfte dieser
negative Befund — unter Berücksichtigung der hier vorlie-
genden anderweitigen Verhältnisse — wohl nicht allzu hoch
veranschlagt werden dürfen.
Die äusseren Bedeckungen bestehen aus einer dicken
und resistenten , gelblichen Chitinlage, die mit den Körper-
hüllen der Würmer nicht die geringste Aehnlichkeit hat,
sich dafür aber durch Aussehen und physikalisches Verhalten
genau an den Chitinpanzer der Arthropoden anschliesst. Nach
■"■) ]\ach neuen Beobaclitungen von Wright und Anderson
(New Edinb. phil. Journ. YII. p. 312) soll aus dieser Mundöffnung
bei Peltogaster Paguii ein Kanal sich erheben, der nach seinem Ein-
tritt in den Körper des Wirthes sich vielfach verästelt und denselben
nach allen Richtungen hin durchzieht (?).
238 L e u c k a r t :
dem mikroskopischen Aussehen möchte man fast vermuthen,
dass dieselben aus zahh'eichen, unter sich verklebten, dünnen
und vielfach gefalteten Membranen zusammeng-eselzt werden,
eine Vermulhung, die auch dadurch an Wahrscheinlichkeit
gewinnt, dass ähnliche dünne und gefaltete Chilinlameilen
auch im Innern unserer Thiere, besonders in den Rathke'schen
Eierstöcken, in Menge anzutreffen sind.
Eine Segmenlirung fehlt bekanntlich den Sacculinen;
die Chitinhaut ist in ganzer Ausdehnung von derselben Dicke
und Beschaffenheit. Unter der Chitindecke liegt ausser der
gewöhnlichen epidermoidalen Zellenschicht eine ziemlich
dicke , weissliche Lage , die sich leicht von den äusseren
Bedeckungen abtrennt und eine Art Fetlkörper oder ein mit
Fett durchwirkter Hautmuskelschlauch zu sein scheint. Man
findet in ihr ausser zahlreichen zelligen Körpern und Kör-
nern die oben erwähnten Chitinblättchen und einzelne breite
Muskelfasern mit schönster Querstreifung. Im Umkreise
der hinleren Oeffnung erreichen diese Muskelfasern ihre
stärkste Enlwickelung; sie entwickeln sich hier zu einem
förmlichen Spincter, der so kräftig ist, dass er im contra-
hirten Zustande eine deutliche warzenförmige Erhebung bil-
det (Fig. 1). Während des Lebens sieht man den Körper
des Thieres sehr häufig in einer trägen wellenförmigen Be-
wegung, die offenbar das Resultat von der Zusammenwirkung
der Hautmuskeln ist.
Die hintere Oeffnung (die bei Peltogaster mit ventra-
lem Munde nach vorn, d. h. dem Kopfe des Wirthes und der
Oeffnung der Schneckenschale zugekehrt ist) ist keineswegs
Mund, wie Rathke wollte, sondern vielmehr Cloak-Oeff-
nung. Sie führt nicht in das Verdauungsorgan, sondern in
die Bruthöhle unserer Sacculinen. Diese Höhle nimmt bei
Weitem den grössten Theil des gesammten Leibes in An-
spruch und hat ihre besonderen Chitinwände, die an dem
Rande der Oeffnung in die äussere Bedeckung übergehen und
während der Contraction des Spincters hier eine Menge ra-
diärer Falten bilden. Die Dicke dieser Chitinwand ist frei-
lich bedeutend geringer, als die der äusseren Bedeckungen,
aber immer noch ganz ansehnlich.
Der Inhalt dieser Bruthöhle besteht aus einer grossen
Carcinologisches. 239
Menge platter Bänder von durchschnittlich etwa 1'" Breite,
die in unregelmässiger dichotomischer Verästelung aus ein-
ander horvorkomnien (Fig. 16) und vielfach geknickt und ver-
knäuelt den ganzen Raum der Höhle ausfüllen , ohne jedoch
mit den Wandungen derselben irgend wie in festem Zusam-
menhange zu stehen. Nach der Entfaltung schien es , als
wenn alle diese Bänder nur einen einzigen vielfach, wie eine
Flustra, verästelten Körper zusammensetzten.
Schon mit blossem Auge erkennt man diese Bänder
als ein Agglomerat kleiner Kügelchen ; die Kügelchen erga-
ben sich bei mikroskopischer Untersuchung als Eier, die
durch eine gemeinschaftliche , helle und strukturlose Zwi-
schenmasse mit einander verkittet waren. Die Zwischen-
masse bildete gewissermassen ein Fachwerk, dessen Räume
je ein Ei enthielten , ganz wie es auch in den Eiersäcken
der Cyclopen der Fall ist. Ueberhaupt konnte nicht der ge-
ringste Zweifel darüber obwalten , dass der betreffende Kör-
per einen bandartigen und verästelten Eierschlauch dar-
stellte, der hier, statt, wie sonst bei den verwandten Thie-
ren, frei am Körper herabzuhängen, in eine eigene Bruthöhle
eingeschlossen war.
Die Eier standen so ziemlich alle auf derselben Ent-
wickelungsstufe. Sie enthielten einen naupliusartigen Embryo
mit Cyclopenauge und drei Paar langen Schwimmfüssen.
Ihre völlige Reife schien noch nicht erreicht zu sein , wie
auch daraus hervorging , dass kein einziger freier Embryo
in der Bruthöhle zd finden war. Da auch der Versuch, die
Embryonen durch Druck unter dem Deckgläschen von ihren
EihüUen zu befreien, misslang, so bin ich leider nicht im
Stande, über die Form und Bildung derselben ein Genaueres
mitzutheilen.
Die nach der Entfernung dieses (schon von Ca voll ni
und Rathke gesehenen) Eierschlauches im Innern unserer
Sacculina noch zurückbleibenden Eingeweide bestanden aus-
ser dem oben erwähnten Fettkörper und den Häuten des
Brutsackes aus einem grossen und herzförmigen Körper von
compakter Beschaffenheit, der auf der (mit der Cloaköffnung
versehenen) Ventralfläche auflag und mit seinem hinteren zu-
gespitzten Ende dicht vor der Cloaköffnung endigte. Es
240 L e u c k a rt :
schien, als wenn dieser Körper gewissermassen in die Chi-
tinwände des Brulsaclies eingelagert wäre. Jedenfalls hing
er mit diesen Membranen zusammen , wie er denn anderer-
seits auch zu dem oben erwähnten Fetlkörper ähnliche Be-
ziehungen darbot.
Die Organisation dieses Körpers ist eine sehr compli-
cirte und wurde nur unvollsländig aufgeschlossen. Er be-
steht aus einem Gerüste von dünnen Chitinlamellen, die den-
selben nach verschiedener Richtung durchsetzen und eine
Art Fachwerk bilden, wie das auch vonRathke abgebildet,
aber viel zu sehr schematisirt ist. In den Zwischenräumen
dieses Gerüstes liegt eine schwer zu analysirende Masse, in
der sich aber zweierlei Gebilde mit Bestimmtheit erkennen
Hessen. Das eine dieser Gebilde war das Ovarium, das an-
dere ohne Zweifel die Kittdrüse.
Das Ovarium besteht aus einem Gewirre von vielfach
blind geendigten Röhren , ist also wahrscheinlicher Weise
ähnlich , wie bei den übrigen Schmarotzerkrebsen gebaut.
Hier und da wurden auch geschlossene Schläuche mit zak-
kigen Ausläufern gefunden ;, ganz wie sie neuerdings von
Claus bei Chondracan(hus beschrieben sind (über den Bau
und die Entwickelung parasitischer Crustaceen, Cassel 1858.
S. 13). Die Eierstockseier waren meist kleiner, als die Eier
der Eierschläuche, zum Theil auch noch ohne Membran.
Das Keimbläschen war unter den zahlreichen grösseren und
kleineren Fetttropfen des zähen Dotters nur schwer deutlich
zu machen. (Bei der Beziehung, die in verwandten For-
men zwischen Ovarium und Darmhaut statlfindet, dürfte der
Nucleus unserer Thiere auch einen Theil des Darmes in sich
einschüessen.)
Die Kittdrüse, die die Schläuche des Eierstockes fast
allenthalben begleitet, erscheint in ihren peripherischen Thei-
len als ein hirschgeweih artig verästelter Cylinder von 0,21 Mm.
im Durchmesser. Die dicken Wandungen desselben werden
von dicht -stehenden Cylinderzellen gebildet, die bei einem
Querdurchmesser von 0,01 Mm. eine Länge von 0,035 be-
sitzen und an ihrem centralen Ende noch in ziemlich lange
schwanzartige Ausläufer sich fortsetzen. Der Inhalt dieser
Zellen besteht aus einer stark lichtbrechenden Substanz. Eine
Carcinologisches. 241
äussere Hölle wurde an diesen Wänden nicht wahrgenom-
men ; es schien , als wenn dieselben nur durch die Agglo-
meration der Zellen zusammengehalten würden.
Ueber die Ausführungsenden und Oeffnungen dieser
Drüsen konnte Nichts mit Sicherheit constatirt werden, doch
dürften spätere Beobachter wohl durch die von Rathke
aufgefundenen zwei Paar seitlichen Oeffnungen in ihren Un-
tersuchungen auf die rechte Spur geleitet werden. Schon
Rathke nahm das eine Paar dieser Oeffnungen als Eier-
stocksöffnung in Anspruch. In Betreff der zweiten Oeffnung
schwankte er zwischen der Annahme, dass sie Ausmündung
von Kiltdrüsen oder von männlichen Organen darstellten, ent-
schied sich aber schliesslich für Letzleres, obwohl er dafür
keinen bestimmten Anhaltspunkt hatte.
Für den von Rathke vermulheten Hermaphroditismus
dürfte heute wohl kaum noch ein Grund geltend gemacht wer-
den können, zumal sich auch bei meinen Untersuchungen nir-
gends eine Spur von Samenfäden entdecken Hess. Viel wahr-
scheinlicher ist die Existenz von Zwergmännchen in der
Bruthöhle, doch sind meine darauf bezüglichen Untersuchun-
gen ohne Folge geblieben.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VI. Fig. l,a. Sacculina inflata, auf der Rückenfläche liegend,
nat. Gr.
Fig. l,b. Ein Theil des verästelten Eiersackes in nat. Gr.
Notopterophorus Costa.
Während meines Aufenthaltes in Nizza fand ich (1853)
in dem Kloakraume und der Athemhöhle von Phallusia ma-
millaris unter anderen Parasiten *"'3 einige Male auch einen
*) Besonders Amphipoden und Nemertinen. Einmal wurde auch
ein kleiner (^4'") Cecrops- artiger Parasit mit langen Borstenbü-
Archiv f. Naturgescli. XXV. .lahrir. 1. Bd. Jß
242 L e 11 c k a r t :
Schmarotzerkrebs von sehr eigenthümlichem Aussehen, wie
mir bisher noch kein zweiter vorgekommen war. Ich hielt
denselben für neu und nannte ihn wegen der korbförmigen
Bildung der dem Rücken der Thoracalsegmente anhängenden
flügelartigen Fortsätze Calathopterus und zu Ehren meines
verehrten Freundes V e r a n y , der sich für unsern Krebs in
hohem Grade interessirfe, C. Veranyi.
Auf meiner Rückreise fand ich in Turin durch die
Freundlichkeit des Herrn Prof.de Filippi Gelegenheit, das
in Deutschland nur wenig bekannte Werk von Costa, Fauna
di regno di Napoli einzusehen, und hier fiel mir gleich unter
den ersten Blättern die Tab. II der Entomostraca mit einer
Abbildung meines Parasiten oder doch einer sehr ähnlichen
Form in die Augen. Text und Kupfererklärung fehlten, wenig-
stens zu der betrefTenden Tafel; ich blieb also über den
Namen meines Thieres im Ungewissen.
Später ist diese üngewissheit nur zum Theil gehoben
worden. Es gelang mir allerdings in der Bibliothek des Herrn
Senator v. Heyden in Frankfurt ein zweites Exemplar von
Costa's Entomostraceen ausfindig zu machen, allein Text und
Kupfererklärung fehlten auch hier. Dagegen fand sich in dem
dazu gehörenden Cataloge unter der Ordnung Poecilopodi
als beschrieben verzeichnet: Edwardsia fulgens Costa (Sapphi-
rina Auct.), Cecrops Lalreillei, Gunenotophorus globularis n.,
Notopterophorus elongatus n., N. elatus n. Unser Thier ge-
hörte demnach zu einem der beiden letztgenannten Genera,
und zwar der Etymologie nach — von Gunenotophorus ist mir
freilich die Ableitung völlig unklar — zu Notopterophorus.
Da jedoch Costa zwei Arten dieses Genus aufzählt, so
bleibt es zweifelhaft, welcher Name der bezüglichen Abbil-
dung zukommt. Die Tab. VII enthält ausser dem fraglichen
Thiere i¥\g, 4) in Fig. 1 und 2 noch zwei andere verwandte
Krebse, die — möglicher Weise jedoch beide nur verschie-
dene Zustände derselben Art — statt der Flügel oberhalb
schein zwischen den einzelnen Beinen aufgefunden. Die Künder der
Thoracalsegmente waren verlängert, namentlich aber die des letzten
Segments, die ein förmliches zur Aufnahme des cylindrischen Abdo-
mens und der beiden rosarothen Eiersäcke bestimmtes Dach bildeten.
Carcinologisches. 243
des Thorax eine, wie es scheint mit Brut erfüllte buckelför-
mige Auftreibung besitzen. Der Namen Notopterophorus würde
für diese wohl kaum passen, weshalb beide Figuren vielleicht
auf den problematischen Gunenotophorus zu beziehen sind.
^Die Tab. III, die hierüber möglicher Weise Auskunft geben
könnte, ist mir nicht vor Augen gekommen oder mir doch
nicht mehr im Gedächtniss.)
Da überdiess, wie schon bemerkt, die Abbildung von
Costa sich mehrfach, namentlich in Betreff der Rücken-
flügci , von meinem Schmarotzer unterscheidet, so mag es
wohl erlaubt sein, denselben hier als JSotopterophorus Ve-
ranyi n. sp. zu beschreiben*
Der fragliche Krebs ist übrigens nicht bloss von mir
allein beobachtet. Als ich zur Zeit der Bonner Naturfor-
scherversammlung gelegentlich gegen Herrn Dr. Krohn
meines Parasiten Erwähnung that, erfuhr ich, dass dieser
ausgezeichnete Kenner unserer Küstenfauna denselben gleich-
falls und zwar gar nicht selten in verschiedenen Phallusien-
arten (Neapel) angetroffen habe. Herr Krohn war so
freundlich, mir die von ihm angefertigte Zeichnung mitsammt
den dazu gehörenden Notizen zur Disposition zu stellen* Die
Abbildung habe ich in Fig. 3 wiedergeben lassen und die bei-
gefügten Notizen, so weit sie von den meinigen abweichen
oder dieselben erganzen, mit dem Namen des Beobachters
meiner Darstellung eingeflochten.
Unser Krebs (Fig. 2) hat eine Länge von 2'", und, wenn
wir einstweilen von den Flügelfortsätzen des Thorax abse-
hen, einen cylindrischen, nach hinten zu allmählich verjüng-
ten Körper mit Kopf, Thorax und Abdomen. Am Thorax
zählt man vier, am Abdomen fünf Segmente, die alle deut-
lich gegen einfJnder abgesetzt sind, so dass unser Thier eine
gewisse Aehnlichkeit mit einer Assel hat, zumal auch die
Grenzen des Kopfes gegen den ersten Thoracalring sich mit
gleicher Bestimmtheit markiren. Die Anhänge beschrän-
ken sich , wie gewöhnlich bei den Parasiten , auf Kopf und
Thorax. An ersterem finden wir zwei Antennenpaare und
eine Reihe von Mundlheilen, die bei der fast kugligen Bildung
des Kopfes in kurzer Entfernung auf einander folgen, an den
Segmenten des Thorax je ein Paar gespaltener, ziemlich
244 L e u c k a r t :
kurzer Bauchfüsse. (Krohn glaubt 5 Fusspaare zählen zu
können, hat dabei aber wahrscheinlicher Weise die sonst
übersehenen Mundlheile als vorderstes Fusspaar genommen.
Die Abbildung zeigt in derThat auch nur vier Füsse.) Eine
besondere Auszeichnung bilden die flügelarligen Blatlforl-
sätze der Rückensegmente, die sich von den auch sonst
wohl bei gewissen Parasiten vorkommenden analogen Bil-
dungen dadurch unterscheiden, dass sie ziemlich senkrecht
stehen und durch das Uebergreifen ihrer Seitenränder einen
korbartig geschlossenen, länglichen Raum umgrenzen.
In der Mittellinie des Kopfes sieht man in geringer Ent-
fernung vor den Antennen ein unpaares rothes Auge, „wie
bei Cyclops aus zwei verschmolzenen Ocellen zusammenge-
setzt« (Krohn).
Die beiden Antennen (Fig. 4 u. 5) sind kurz und nur
von wenigen Gliedern gebildet, die hintern (Fig. 5) ha-
kenförmig gekrümmt und mit klauenförmigem spitzen End-
gliede. Man sieht unser Thier mit diesem Apparate nicht
selten an den Wandungen der Athemhöhle festgeheftet. De-
brigens scheint es, als wenn auch die ersten Antennen gele-
gentlich die Dienste eines Klammerapparats verrichteten, ob-
wohl der Mangel einer Endklaue und die gleichzeitige An-
wesenheit von kurzen Fühlborsten wohl zunächst eine an-
dere Bestimmung anzeigt. An den vordem Antennen zählte
ich 7 , an den hintern dagegen nur 4 Glieder , die beide
Male nach der Spitze zu an Länge und Querschnitt allmäh-
lich abnehmen.
Die Mundtheile sind zum Beissen organisirt und nicht
zum Stechen. Sie bestehen zunächst (Fig. 6) aus einem ge-
zähnelten, kräftigen Oberkiefer , an den sich nach hinten in
enger Berührung ein dreigliedriger plumper Anhang an-
schliesst , der entweder als Palpus oder, was mir nach den
architektonischen Verhältnissen der Parasiten natürlicher
erscheint, als zweiter Kiefer aufgefassl werden muss. Das
Endglied dieses Anhanges trägt eine Reihe von vier langen
und stark gebogenen Stacheln. Als drittes, resp. zweites und
letztes Kieferpaar fungirt (Fig. 7) ein bogenförmig gekrümm-
ter conischer Zapfen , der durch drei aufeinander folgende
immer kleiner werdende Glieder gebildet wird und auf
Carcinologisches. 245
seiner concaven , der MundöfFniing zugewandten Fläche eine
Längsreihe steifer Borsten oder Stacheln trägt. Die Stacheln
der beiden Endglieder sind bedeutend grösser, zugleich aber
auch weniger zahlreich, als die des vorhergehenden Basal-
gliedes.
Die Beine unseres Flügelkrebses haben an allen vier
Thoracalsegmenten einen wesentlich gleichen Bau. Sie be-
stehen (Fig. 8) aus einem Basalgliede, dem zwei mehrglie-
drlgc, sonst aber verschieden entwickelte und für verschie-
dene Leistungen bestimmte Aeste aufsitzen. Der eine dieser
Aesle, der nach innen gekehrt ist, erscheint als Schwimm-
fuss. Er besteht aus nur zwei abgeplatteten Gliedern , von
denen das letzte etwas grösser und an seinem scharfen Rande
mit einer Anzahl langer Schwimmborsten versehen ist. Der
andere längere Ast wird von vier cylindrischen Gliedern ge-
bildet, die nach dem Ende zu an Grösse allmählich abneh-
men. Statt der langen Schwimmborsten finden sich hier
kürzere und auch steifere Stacheln, besonders am Endgliede,
wo dieselben zugleich ihre grösste Entwickelung erreichen.
Augenscheinlicher Weise dienen diese Gebilde mehr zum
Anstemmen ; sie mögen bei der Kriechbewegung gute Dienste
leisten.
Was die Flügelfortsätze der Thoracalglieder betrifft, so
erscheinen diese (Fig. 2, 3) als Falten und nicht als abge-
setzte, selbstständige Anhänge. Sie lassen sich also weni-
ger den Flügeln der Insekten , als vielmehr den so oft bei
den Parasiten vorkommenden Blattfortsätzen vergleichen, ob-
wohl sie , wie schon oben bemerkt wurde, durch ihre Stel-
lung von letzteren verschieden sind. Die beiden mittleren
Thoracalsegmente tragen zwei solcher Blätter , ein rechtes
und ein linkes, während das vordere und hintere Segment
dagegen nur mit einem einzigen rinnenförmig gekrümmten
Blatte versehen ist, als wenn hier die beiden Seitenblätter,
winkelständig an einander gefügt, mit den Innern Rändern
verwachsen wären. Die Concavität des vordersten Blattes
ist nach hinten , die des hintersten dagegen nach vorn ge-
kehrt. Gleichzeitig werden die Blätter mit ihrer Entfernung
von der Basis immer breiter , so dass die Ränder sich über
einander legen und der von ihnen umschlossene Raum nach
246 L e n c k a r t :
allen Seiten seine Begrenzung bekommt. Das vordere Blatt
steht am steilsten, während das hintere am meisten geneigt,
dafür aber auch zugleich am längsten ist. Die freien Rän-
der der Blätter sind meist (am constanlesten die hinteren
Ecken des dritten Blattes) mit einer oder einigen kleinen
Spitzchen versehen, aber niemals mit so langen und schna-
belförmigen Zacken, wie sie auf der Abbildung von Costa
zu sehen sind.
Von den 5 Segmenten des Abdomen nehmen die drei
vordersten allmählich an Länge zu, während die zwei letz-
ten wieder kürzer werden. Die Gesammllänge derselben
kommt der Länge des Thorax ziemlich nahe, der Querschnitt
bleibt aber schon im ersten Segmente (das übrigens von
Krohn nicht als Segment gezählt wird) hinter dem des
Thorax zurück und wird von da bis zur Spitze immer klei-
ner. Anhänge fehlen bis auf die beiden, derFurca entspre-
chenden Griffel, die den After zwischen sich nehmen und am
Ende mit drei winzigen Höckerchen versehen sind.
Bei dem von Krohn gezeichneten Exemplare (Fig. 3)
beobachtet man im letzten Thoracalsegmente dicht unterhalb
des hier befesligten Blattes eine starke Anhäufung von Eiern,
die sich durch eine grasgrüne (bei Costa bräunliche) Fär-
bung auszeichnen und durch die äusseren Bedeckungen hin-
durchschimmern. Nach Krohn sind diese Eier in dem hier
(oberhalb des Abdomens) geöffneten Eileiter enthalten. Die
Ovarien liegen mit ihren sehr viel kleinern Eiern als ein oder
zwei Paar Säcke in den Seitentheilen des Körpers , ;W0 sie
sich, theils neben, theils auch über dem Darme fast bis zum
Kopfe hin verfolgen lassen. Der Nahrungsschlauch ist ein
braungefärbtes Rohr, im Thorax etwas weiter als im Abdo-
men , und ohne Anhänge. Das centrale Nervensystem be-
steht, wie Krohn angiebt, aus einer länglichen,, in der vor-
dersten Partie des Thorax gelegenen Ganglienmasse, aus der
eine Anzahl Nerven hervorkommen , von denen sich zwei
durch Stärke und Länge ausgezeichnete Stämme bis in das
Abdomen hinein verfolgen lassen.
Die Embryonen haben nach der Abbildung von Costa
die gewöhnhche Monoculusform; sie sind von mir nicht be-
obachtet. Dagegen aber fand ich neben den erwachsenen
Carcinologisches. 247
Thieren zwei Male ein um die Hälfte kleineres , flügelloses
Individuum. Ob dasselbe vielleicht die männliche Form re-
präsentirt oder bloss einen früheren Entwickelungszustand
darstellt, muss ich unentschieden lassen.
Was die Verwandtschaften unseres Krebses anbetrifft, so
dürften diese wohl insoweit ausser Zweifel sein , als der-
selbe offenbar der Gruppe der Schmarotzerkrebse zugehört.
Doch glaube ich kaum, dass man denselben einer der bisher
hier aufgestellten Familien einreihen könnte. Die einzige
Form, die unserem Thiere nahe steht, ist die von All-
m a n n als Lophyropode beschriebene Notodelphys (Ann. and
Mag. nat. hist. 1848. Vol. XX. p. 1). Nach dem mir jetzt
allein vorliegenden Berichte von Peters (dieses Arch. 1849
II. S. 328) unterscheidet sich Notodelphys *) aber —- abge-
sehen von den auf die Bildung der Mundtheile bezüglichen
Angaben — vorzugsweise durch die Abwesenseit der Rücken-
flügel. Des Thorax scheint auch sonst abweichend gebaut
und vielleicht in ähnlicher Weise wie bei den (mit Noto-
delphys identischen?) Costa'schen Arten auf Tab. VII. Fig. 1
und 2 durch die mächtige Grösse des Brutsackes in seiner
normalen Entwickelung gestört zu sein.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VI. Fig. 2. Notopterophorus Veranyi.
„ 3. Derselbe (nach der Zeichnung von Krohn).
„ 4. Vordere Antenne desselben.
„ 5. Hintere Antenne.
„ 6. Oberkiefer mit anhängendem Palpus (?).
„ 7. Letzter Kiefer.
„ 8. Beine.
lieber die Ciesichtswerkzeuge der Copepoden.
Dana hat uns durch eine kurze Notiz, in the American
*■) Der Genusname Notodelphys ist seitdem zum zweiten Male
vergeben und zwar an den von Weinland und Lichtenstein
entdeckten amerikanischen Beutelfrosch (N. Lichtensteinil).
MS L e u c k a r t :
Joiirn. of Arts and science 1850. Vol. IX. p. 133 mit einer
merkwürdigen, bisher übersehenen Bildung der Gesichtswerk-
zeuge bei den Corycaeiden und einigen andern Copepoden
bekannt gemacht. Die Eigenthündichkeiten dieser Bildung
beruhen theils in der Grösse der immer nur in einfacher
Anzahl rechts und links vorhandenen linsenförmigen Cornea,
theils auch in dem weiten Abslande dieser Cornea von der
dahinter liegenden stark gewölbten Linse. Dana vergleicht
die Cornea mit einer Brille (conspicilla) und glaubt, dass
dieselbe einen Correctionsapparat für die zu starke Convexität
der Linse abgebe.
Seitdem ist diese Bildung auch von Gegenbau r be-
obachtet und (Archiv für Anat. und Physiol. 1858. S. 50)
bei Sapphirina in detaillirter Weise beschrieben worden. Die
Auffassung, die wir hier vertreten finden, weicht jedoch sehr
bedeutend von der früheren ab. Die Cornea Dana's ist für
Gegen baur die wahre und einzige Linse im Auge unse-
rer Thiere, denn der in grösserm Abstände dahinter liegende
durchsichtige Körper erscheint nach diesen erneuten Unter-
suchungen nur als das vordere gewölbte Ende eines sonst
von dunklem Pigmente scheidenförmig umhüllten Krystall-
kegels. Nach der Ansicht Gegenbaur's fungirt dieser
Krystallkegel als percipirendes Element , ganz wie das auch
Leydig für die Krystallkegel des facetlirten Arthropoden-
auges behauptet hat; es herrscht überhaupt im Wesentli-
chen zwischen dem Auge unserer Krebse und dem einer
einzelnen Facette zugehörenden Bruchstück eines gewöhnli-
chen Insektenauges eine unverkennbare Uebereinstimmung.
Der von einer eigenen zarten Scheide umgebene, kegelförmige
Zwischenraum zwischen dem Krystallkörper und der Linse
enthält einen gallertartigen Glaskörper, wie solcher auch,
wenngleich immer nur in geringerer Entwickelung, an glei-
cher Stelle bei anderen Arthropoden vorkommt. Einige
zarte Muskelfasern, die in dieser Scheide verlaufen, können
durch ihre Thätigkeit den Krystallkegel der lichtbrechenden
Cornea annähern; „es wird dadurch eine Accommodation
im eigentlichsten Sinne ausgeübt."
Ich selbst habe zu zweien verschiedenen Zeiten Gele-
genheit gehabt , die hier in Frage stehenden Gesichlswerk-
Carcinologisches. 249
zeuge zu beobachten, das eine Mal schon vor mehreren
Jahren in Nizza, das zweite Mal, gemeinschaftlich mit Dr.
Pagenstecher, erst vor wenigen Wochen , auF Helgo-
land. In Nizza untersuchte ich dieselben bei Sapphirina ful-
gens Gegenb. (die übrigens wohl schwerlich die echte, im
Atlantischen Oceane und am Cap d. g. H. gefundene S. ful-
gens Auct. sein dürfte), und einer dem Gen. Copilia Dana
(Proc. Amer. Acad. of Arts and Sc. II. p. 48) zugehörenden
Art, C. nicaeensis n. sp. (Tab. VII. Fig. 1), in Helgoland bei
einem in Menge dort lebenden Corycaeus, der sich von dem
sonst nahe verwandten G. anglicus Lubb. (Ann. and Mag.
nat. bist. 1857. XX. p. 408) durch die gedrungene Bildung
seiner vorderen Antennen und die starke trommeiförmige
Auftreibung seines ersten Abdominalsegments unterscheidet *).
Ich nenne diese Art (Tab. VI. Fig. 9) Corycaeus germanus.
Die beiden letztgenannten Copepoden haben Augen, die nach
hinten (vergl. die Zeichnungen) bis weil über das centrale
Nervensystem hinausragen und bei Corycaeus erst in der
zweiten Hälfte des Körpers ihr Ende finden, Augen also, die
sich vor denen der Sapphirina durch eine sehr viel mächti-
gere Entwickelung auszeichnen. Um den überraschenden und
fremdartigen Eindruck, den diese Gesichtswerkzeuge auf den
Beobachter machen , in seiner ganzen Grösse kennen zu
lernen, bedarf es in der That der Untersuchung eines der-
artigen Thieres.
Im Ganzen stimmen die Resultate meiner Untersuchun-
gen mit den Angaben Gegenbaur's so vollkommen über-
cin **), dass ich es überhaupt für überflüssig halten würde,
■"■) Interessanter Weise finden sich hier sehr auffallende Ge-
schlechtsunterschiede. IJei den Weibchen ist das klauenförmige End-
glied der in (jreifwerkzeugc nnigcnandelten hinteren Antennen um
zwei Dritttheile kürzer, das Abdomen nur zweigliedrig, die Furca da-
gegen um die Hälfte verlängert mit drei gleich kurzen Endborsten.
""*) Gleiches gilt auch für die übrigen, auf den anatomischen
Bau von Sapphirina bezüglichen Angaben. In BetrelT des Nervensy-
stems will ich hier nur bemerken, dass die zwei hintern Längsstämme
sich nach meinen Untersuchungen schon im ersten Segmente in fünf
Stämme (für die vier Extremitätenpaare und das Abdomen) auflösen.
250 L e u c k a r l :
auf diese Gesichtswerkzeuge hier zurückzukommen , wenn
ich nicht in einem , für die Deutung des gesummten Appa-
rates sehr wichtigen Punkte von meinem Vorgänger abweichen
müsste. Diese Abweichung betrifft den der Pigmentmasse nach
vorn anliegenden durchsichtigen Körper, den Gegenbaur
für den vorderen Theil des Krystallkegels erklärt, während
er nach meinen, hier mit Dana übereinstimmenden Unter-
suchungen, einen linsenartigen, selbstständigen Körper dar-
stelll. > 5
Bevor ich aber auf diesen Differenzpunkt näher ein-
gehe, dürften einige Worte zur weiteren Charakteristik der
betreffenden Organe wohl am Platze sein.
Die vorderen , in die äusseren Chitindecken unserer
Thiere eingesetzten Linsen liegen bei Copilia und Corycaeus
beständig an dem Vorderrande des Cephalothorax, an der-
selben Stelle also, wo sie auch bei den weiblichen Sapphi-
rinen angetroffen werden. Sie nehmen die seitlichen Ecken
des genannten Körpertheils ein, besitzen aber dabei eine so
beträchtliche Grösse, dass sie, wenigstens bei Corycaeus,
besonders den männlichen Individuen, nur einen sehr unbe-
deutenden Zwischenraum (0,028 Mm.) zwischen sich lassen,
obwohl die Breite des Cephalothorax fast 0,2 Mm. beträgt*).
Bei der vielleicht 6 Mal so grossen Copilia ist der Durch-
messer der Cornea keineswegs in gleichem Verhältnisse ge-
wachsen; er misst nur 0,2Mm., so dass hier (Tab.VII. Fig.l)
zwischen beiden Augen ein sehr viel bedeutenderer Abstand
ist c0,7 Mm.).
Bei Calanus sind die Stämme dieser fünf Nerven sehr viel länger
(Tab.VII. Fig. 11) , während dieselben dagegen bei Sapphirina styli-
fera (Taf.VII. Fig. 2) und Copilia nicaeensis (Fig. 1) vollkommen feh-
len, indem hier die betreffenden Nerven gleich vom Ursprünge an
isolirt sind. Das centrale Nervensystem stellt überall eine vom Oe-
sophagus durchbohrte kurze und zusammenhängende Masse dar, zeigt
aber in Forn> und Umrissen manche Verschiedenheiten. (In der ersten
anatomischen Beschreibung von Sapphirina — Carcinium opalinum —
sind die Ausführnngsgänge der Genitalien als Nervensystem beschrieben.
Vergl. Meyen Nov. Act. Acad. C. L. Vol. XVI. 1. Supplem. S. 150.)
^) Die Linsen der weiblichen Individuen sind etwas kleiner,
als die der Männchen.
Caicinologisches. 251
Gegenbau r bemerkt, dass die Wölbung der Linse
bei Sapphirina in der hinteren Hälfte grösser sei, als in der
vordem. Ich habe in allen meinen Fällen dieselbe Beob-
achtung gemacht, bei Corycaeus aber auch zugleich die Ue-
berzeugung gewonnen, dass diese Linse aus zweien ver-
schiedenen Theilen zusammengesetzt ist, die ganz, wie die aus
Korn- und Flintglas besiehenden achromatischen Linsen zu-
sammengefügt sind. Schon bei Untersuchung der in Hel-
goland frisch eingefangenen Individuen sah ich in der Pro-
fillage cTab. VL Fig. 9) eine Contour durch die Linse hin-
ziehen , wie wenn dieselbe aus einer vordem biconvexen
und einer hintern concav-convexen Hälfte bestände , allein
damals hielt ich diese Contour für eine Projection des Aequa-
torialrandes. Seitdem ich mich aber weiter überzeugt habe,
dass bei Aufbewahrung in Glycerin die ganze hintere Hälfte
der Linse (wie auch die hintere Linse Dan a's) verloren geht
und nur noch der vordere mit den äusseren Bedeckungen
zusammenhängende Theil zurückbleibt, glaube ich diese
frühere Ansicht aufgeben zu müssen und jene Contour in der
That für die Grenze zweier in physikalischer und wahrschein-
lich auch optischer Beziehung verschiedener Linsenhälften
halten zu dürfen. Die vordere , auf beiden Seiten ziemlich
gleichmässig — hinten etwas weniger stark — gewölbte
Hälfte hat eine Achse von 0,03 Mm., während die Achse der
hinteren Hälfte 0,04 beträgt '"*).
Das kegelförmige Rohr, das zwischen dieser Linse und
dem Pigmentkörper ausgespannt ist und eine wasserhelle
Flüssigkeit (Glaskörper G.) einschliesst, hat bei der grossen
Entfernung dieser zwei Gebilde in Copilia (Tab. VH. Fig. 1)
und Corycaeus (Tab. VL Fig. 9) eine sehr beträchtliche Länge.
Beiletzterm beträgt dieselbe 0.15, bei ersterer sogar 0,64 Mm.,
das Vier- (</) und respective Zweifache ($) der gleichen
*) Dieselbe ziisammeDgesetzte Bildung scheint auch der Cornea
gegen Sapphirina und Copilia zuzukommen, davon dürfte hier der
hintere weichere Theil eine noch ansehnlichere Enlwi( kelung besitzen.
Bei den in Glycerin aufbewahrten Exemplaren dieser Thiere finde ich
statt der früher linsenartigen Cornea nur eine dünne gewölbte Chi-
tinplatte, kaum dicker, als die übrigen Decken des Chitinpanzers.
252 L e u c k a r t :
Länge vonSapphirina, die ihrer Grösse nach so ziemlich mit
Copilia übereinstimmt.
Was nun den Pigmentkörper anbetrifft, so erscheint
dieser überall als eine cylindrische , ziemlich dicke und
lange Masse, die (Tab. VII. Fig. 3) einen hellen und slab-
förmigen, auch wohl am vordem Ende etwas verdickten
Krystallstil in sich einschliesst. Bei Corycaeus tritt das
vordere Ende dieses Kryslallkörpers (Fig. 9) über die Pig-
mentmasse hervor, um hier sodann einen stark brechen-
den sphärischen Körper von 0,04 Mm. Durchmesser becher-
förmig zu umfassen. Ich nehme keinen Anstand , diese
Krystallkugel mit Dana als Linse zu bezeichnen, zumal auch
ihr Brechungsvermögen annäherungsweise das der vorderen
Linse ist. Von einer Identificirung mit dem vorderen Ende
des Krystallstils kann bei Corycaeus keine Rede sein. Ein
ganz ähnlicher Körper findet sich nun aber auch bei Copilia
und Sapphirina (Tab. VII. Fig. 3), nur dass die Form dessel-
ben hier mehr elliptisch oder birnförmig ist (längster Durch-
messer = 0,05 Mm.) und das hintere Ende desselben nicht
frei liegt , sondern von den letzten Ausläufern des Pig-
mentkörpers umfasst wird. Natürlich ist die Entscheidung
über die Frage nach der Selbstständigkeit des betreffenden
Körpers weniger bestimmt und leicht; ich glaube jedoch die
hintere Grenze auch hier ganz deutlich beobachtet zu ha-
ben und trage kein Bedenken, die abweichende Angabe Ge-
gen baur's, nach der das fragliche Gebilde nur das vordere
verdickte Ende des Krystallkegels sein soll, als irrig zu be-
zeichnen.
Der Pigmentkörper von Sapphirina stösst mit seinem
hintern Ende bekanntlich unmittelbar auf den vordem Rand
der Kopf-Ganglienmasse. Nicht so aber bei Corycaeus und
Copilia. Bei ersterem (Fig. 9) liegt das vordere Ende des
Pigmentkörpers etwa in gleicher Höhe mit dem centralen
Nervensystem , aber von da erstreckt sich dasselbe noch
0,17 Mm. rückwärts bis über den zweiten Schwimm fuss und
zwar der Art geschweift , dass die hinteren Enden in der
Mittellinie des Körpers fast aufeinander stossen. Copilia hat
(Tab. VII. Fig. 1) Pigmentkörper, die erst in beträchtlicher
Entfernung hinter dem centralen Nervensystem gelegen sind
Carcinologisches. 253
und sich etwa in der Mitte unter einem fast rechten Win-
kel nach innen umknicken, immer aber noch durch eine sehr
bedeutende Entfernung von einander getrennt bleiben. Der
Nervus opticus hat unter solchen Verhältnissen in beiden
Arten natürlich eine beträchtliche Länge , während er bei
Sapphirina last Null ist. Ich konnte denselben übrigens nur
bei Copilia nachweisen. Hier (Fig. 1) ist derselbe der zweite
in der Reihe der 7 Hauptnerven , von denen der erste für
die Antennen , die fünf letzten für die vier Beinpaare und
das Abdomen bestimmt sind. Er verläuft in diagonaler
Richtung nach hinten und aussen , tritt aber nicht etwa an
das Ende des Pigmentkörpers, sondern ungefähr an die Mitte
des hintern , quer stehenden Schenkels, an eine Stelle, die
durch eine Aufwulstung der Pigmentmasse noch besonders
ausgezeichnet ist.
So viel über die Anatomie dieser Organe. Was deren
optischen Werth betrifft, so dürfte dieser nach unsern der-
maligen Kenntnissen sich kaum mit Bestimmtheit feststellen
lassen. Dazu bedarf es einer genaueren Erforschung der phy-
sikalischen Natur aller hier in Frage kommenden linsenar-
tigen Gebilde , ihrer gegenseitigen Beziehungen und zahl-
reicher anderer Momente. Wenn ich aber nach dem Ein-
drucke urtheilen soll, den diese Bildungen bei oberflächlicher
Abschätzung ihrer optischen Eigenschaften machen , so
möchte ich dieselben nicht einer Camera obscura, wie es
unsere Augen sind , vergleichen , sondern vielmehr einem
Fernrohre mit einfachem Objectiv (Cornea , vordere Linse)
und Ocular (hintere Linse). Dieser Vergleich drängt sich
um so bestimmter auf, sobald man die auch von Ge gen-
bau r beschriebenen Bewegungen der hinteren Linse beob-
achtet, durch die der Apparat in derselben Weise , wie un-
sere Fernröhre, für verschiedene Entfernungen passend ein-
gestellt wird.
Diese Accommodationsfähigkeit scheint mir übrigens,
beiläufig bemerkt, ein weiterer Grund gegen die Richtigkeit
der Gegen ba ur'schen Auffassung. Denn wozu eine sol-
che Einrichtung bei Augen, die nach der supponirten Ein-
fachheit des percipirenden Elements doch immer nur einen
Punkt und kein Bild zu erkennen im Stande sind. Man
254 L e u c k a r t :
könnte freilich auch dieselbe Thatsache vielleicht gegen
meine Auffassung geltend machen, allein ich muss mit Rück-
sicht darauf besonders hervorheben, dass die oben von mir
gebrauchte Bezeichnung „Crystallstil" keineswegs etwa die
Annahme in sich einschliesst , als sei dieser Crystallstil nun
auch wirklich nach Analogie der Leydig'schen Interpre-
tation des facettirtcn Arlhropodenauges nur ein einfaches
percipirendes Element. Ueber die letzten Endigungen der
Opticusfasern weiss ich Nichts — es dürfte hier auch für
die übrigen Arthropoden überhaupt noch lange nicht das
letzte Wort gesprochen sein, aber so viel ist gewiss, dass
die Dicke und die anscheinend fasrige Natur des Opticus
von vorn herein der Vermuthung widerspricht , als handle
es sich im Auge unserer Thiere überhaupt nur um die Endi-
gung einer einzigen Faser.
Wenn Dana die vordere Linse der betreffenden Augen
als ein Correctiv bezeichnet und sie mit einer Brille für
Kurzsichtige vergleicht, so kann ich dem unmöglich beistim-
men. Ein solches Correctiv würde nur eine Zerstreuungs-
linse und niemals eine Sammellinse sein können, wie wir sie
hier vor uns haben.
Gegenbau r beschreibt bei Sapphirina fulgens ausser
den beiden eben betrachteten Augen noch ein mittleres un-
paares Gesichtsorgan, das mittelst eines kurzen (von G. viel
zu lang gezeichneten) Stielchens dem vordem Hirnrande
aufsitze. Ich fand dasselbe (Tab. VII. Fig. 4) meist als ein
kleines (0,04 Mm. grosses) Bläschen von umgekehrt birn-
förmiger Gestalt, das im Innern zwei hinter einander liegende
gphaeroidale Linsen einschloss, deren vordere vielleicht nur
ein Yierlheil vom Durchmesser der hintern misst. Beide
Linsen sind theilweise von Pigment umhüllt , besonders die
hintere, bei der nur das vorderste Segment frei bleibt. Bei
der vordem Linse beschränkt sich dieses Pigment auf ein
kleines Fleckchen am Scheitel.
Dass die hellen Kugeln im Innern dieses Gebildes als
Linsen zu betrachten sind, dafür liefert eine zweite Art des Gen.
Sapphirina, die ich früher einmal als S. uncinala n. be-
zeichnete (dies. Arch. 1853. 1. S. 265), die aber, wie ich jetzt
^i^he, \yohl mitLubbock's S. slylifera identisch sein dürfte
Carcinologisches. 255
(Transact. ent. Soc. Vol. IV. P. 2. , on some Entomoslraca
p. 28), einen, wie mir scheint, sicheren Anhaltspunkt. Es ist
dies ein Species (wahrscheinlich dieselbe, dieGegenbaur
im Auge hat, wenn er von einer Sapphirina spricht, der die
entwickeitern Sehorgane abgehen) , die bei dem ersten An-
blick der oben beschriebenen zwei Augen vollständig zu
entbehren scheint , bei näherer Betrachtung aber (Tab. VII.
Fig. 2) rechts und links neben dem unpaaren, hier vollkom-
men sessilen Auge einen kurzen bräunlich pigmenlirten Za-
pfen erkennen lässt, der an seinem Ende einen kleinen durch-
sichtigen Körper von ovaler Form (längster Durchmesser
= 0,028 Mm.) trägt. Offenbar ist dieser Apparat der Ue-
berrest der Seitenaugen, ohne Conspicillen und Accommoda-
tionsapparat. Der bräunliche, dem Hirn aufsitzende Zapfen
erscheint als Pigmentkörper und die durchsichtige Kugel als
Linse, die trotz der Abwesenheit der Conspicillen, nach
Analogie der gewöhnlichen sog. einfachen Augen (bei Wür-
mern, Schnecken u. s. w.) zur Perception von Lichteindrücken
fähig sein wird. In dieser Form gleichen die Seitenaugen
dem unpaaren pigmenlirten Hirnanhange unserer Sapphirinen
so sehr, dass die Deutung als Auge auch hier vollständig
gerechtfertigt erscheint.
Bei Copilia (Tab. VI. Fig. 1) ist dieses Auge gleichfalls
sessil, aber kleiner, als bei Sapphirina, und mit weniger be-
stimmt erkennbarer Linse, eine einfache runde Pigmentkugel
mit hellem Kerne. Corycaeus germanus scheint dessen völ-
lig zu entbehren.
Dass diese zweierlei Augen in ihrer Function von ein-
ander verschieden sind, dürfte bei den Differenzen ihrer Or-
ganisation keinem Zweifel unterliegen. Sie mögen sich viel-
leicht durch ihre Leistungen in ähnlicher Weise einander er-
gänzen, wie die sog. Stemmata und die facettirten Augen
Hexapoden, doch soll mit diesem Vergleiche keineswegs etwa
eine vollständige Parallele dieser Gesichtswerkzeuge behauptet
werden. ' ,
Eine Gleichstellung der unpaaren Augen der Copepo-
den mit den Nebenaugen der Insekten dürfte auch um so
weniger zulässig sein , als dieselben mitunter eine ganz ge-
waltige Entwickelung erreichen und dann die seitlichen Augen,
256 L e u c k a r t :
die doch bei letztem Thieren beständig die ansehnlichsten
Gesichtswerkzeuge sind, weit hinler sich lassen.
Eine solche Bildung beobachtete ich besonders bei einer
in Helgoland (mit Dr. P a g e n s t e c h e r) aufgefundenen grossen
und schönen Pontella D. , mit blauen Flecken auf meergrü-
nem Grunde, die ich für neu halte und zur Erinnerung an
eine liebenswürdige, für unsere Wissenschaft sich eifrigst
interessircnde Dame hier unter dem Namen P, Eugeniae auf-
führe*). Dieses Thier trägt (Tab. VI. Fig. 10) unterhalb
des Cephalothorax zwischen den vordem und hintern An-
tennen einen dunkelblau, fast schwarz gefärbten, kurzen und
dicken (0,22 Mm. langen, 0,16 Mm. breiten) cylindrischen Za-
pfen, der mit seinem abgerundeten freien Ende, fast parallel
mit der Längsachse des Körpers, oder doch nur wenig ge-
neigt, nach vorn sieht und einer, wenngleich nur beschränkten
Bewegung fähig ist. Rechts und links neben diesem Vor-
derende greift ein starker hakenförmiger Forlsatz des Ce-
phalothorax nach unten , so dass dadurch namentlich grös-
sere Excursionen nach den Seiten hin verhindert werden.
Dieser merkwürdige Zapfen ist nichts Anderes, als ein
Sehwerkzeug und, wie ich glaube, einAnalogon des oben in
geringerer Entwickelung beschriebenen unpaaren Auges.
Allerdings ist es mir nicht gelungen, dieses Organ voll-
ständig zu analysiren und namentlich das Verhalten der Nerven-
ausbreitung im Innern festzustellen, allein die Bedeutung als
Gesichlswerkzeug wird durch meine Untersuchungen zwei-
fellos nachgewiesen.
ich habe bemerkt, dass der betreffende Zapfen stark
pigmentirt sei. Dieses Pigment inhärirt demselben jedoch
keineswegs in ganzer Ausdehnung. Das vordere ziemlich
*) Auffallender Weise kamen während unseres Helgolander
Aufenthaltes blosse Männchen dieser Art zur Untersuchung. (Ich
bemerke dies hauptsächlich desshalb, weil einige unvollständig ge-
bliebene, ältere Beobachtungen mich vermuthcn lassen, dass in der
Bildung der hier in Frage kommenden Augen mancherlei Geschlechts-
unterschiede vorkommen. Möglicherweise ist sogar die ganze mäch-
tige Entwickelung des unteren Auges ausschliesslich auf das männ-
liche Thier beschränkt.)
Carcinologisches. 257
Stark und schön gewölbte Segment des Zapfens, das sich
meist auch deutlich gegen den übrigen etwas breiteren Kör-
per absetzt, bleibt beständig hell und durchsichtig, eine
homogene, das Licht stark brechende Chitinmasse. Nur ein
schmaler^ meist auch hellerer Pigmentstreifen greift über die
Ränder der vordem Wölbung hinüber, wie die Iris über die
Seitenränder der Linse.
Eine weitere Erkenntniss der Organisation ist bei der
ersten Untersuchung des Zapfens unmöglich, denn das dunkle,
theils den äussern Chitinwänden inhärirende, theils aber auch
unter denselben abgelagerte Pigment verhindert jeden tie-
fen Einblick. Ebenso erschwert die Festigkeit der Wandun-
gen eine mechanische Behandlung. Setzt man das betreffende
Gebilde einem Drucke aus , so reisst das vordere gewölbte
Segment desselben ; aber so weit diese Spalte sich auch nach
hinten herabersfreckte, ich habe sie niemals bis in den In-
nenraum des Zapfens eindringen sehen. Man könnte fast
vermuthen, dass der ganze Zapfen aus einer compacten festen
Chilinsubstanz bestehe. Nach einigen vergeblichen Versuchen
habe ich es leider unterlassen, fragliche Organisation an
Ort und Stelle einer näheren Prüfung zu unterwerfen, finde
aber jetzt, bei Untersuchung derinGlycerin conservirten Exem-
plare die schon damals gefasste Vermuthung, dass unser Ge-
bilde ein Auge sei , vollkommen gerechtfertigt. Durch die
Einwirkung des Glycerins hat sich bei diesen Thieren der
weiche und nachgiebige Inhalt des Zapfens von den umge-
benden Wandungen zurückgezogen. Man sieht nun, dass
diese letztern (Fig 10) aus einer ziemlich dicken Chitin-
schicht bestehen und erkennt in der vordem Wölbung des
Zapfens das freie Segment einer mächtigen Linse, die nach
hinten bis in die Mitte des Zapfens hineinragt und, wie die
Linse der bei den Arachniden vorkommenden einfachen Au-
gen , durch eine locale Verdickung des Chitinpanzers selbst
ihren Ursprung genommen hat. Die Achse dieser Linse be-
trägt nicht weniger als 0,17 Mm., während ihr Querdurch-
messer sich auf 0,14 Mm. beläuft. Das nach aussen vor-
springende Segment derselben bildet ungefähr ein Dritttheil
von der Gesammtmasse ; der hintere Abschnitt ist also viel
stärker gewölbt, als der vordere. Was ausser dieser ge-
Archiv f. Naturgesch.XXIV. Jahrg. l.Bd, j[7
258 L e u c k a r t :
waltigen Linse den Innenraum des Zapfens ausfüllt, erscheint
als eine sulzige Masse , deren Oberfläche von Pigment be-
deckt ist. Wir dürfen dieselbe wohl nach Analogie mit den
Augen der Arachniden, als eine Art Glaskörper mit den
Nervenendigungen ansehen.
Dieses eben beschriebene Gebilde ist aber nicht das
einzige Gesichtswerkzeug unserer Poutella Eugeniae. Auch
die Rückenfläche des Cephalolhorax ist mit derartigen Ge-
bilden versehen. In geringer Entfernung vom Seitenrande
bemerkt man hier (Ibid.) dicht vor der Insertionsstelle des
unteren Auges jederseits zwei biconvexe Linsen von 0,07 Mm.
im Durchmesser, eine vordere und eine hintere, die beide
nur durch einen unbedeutenden Zwischenraum von einander
getrennt werden. Dieselben sind, wie gewöhnlich, scharf
gegen die umgebenden Chitindecken abgesetzt und erinnern
in einem hohen Grade an die Linse in den Seitenaugen der
Corycaeiden.
Die Aehnlichkeit ist um so grösser, als in einer hier
freilich nur unbedeutenden Entfernung hinter jeder Linse ein
theilweis von Pigment umhüUter linsenartiger Körper von
ellipsoidischer Gestalt liegt. Der Pigmenlkörper ist jederseits
einfach, wie denn auch die beiden hintern Linsen einander mehr
angenähert sind , als die dazu gehörenden Corneen, ein Um-
stand, de/ durch die nach entgegenstehenden Richtungen ge-
neigte , dachförmige Stellung der letztem bedingt zu sein
scheint. Das centrale Nervensystem war wenig deutlich,
doch schien es , als wenn die Augen , oberes wie unteres,
nur in äusserst geringer Entfernung vor dem Hirne angebracht
wären.
Solche zweierlei, obern und untern Augen werden von
Dana *"*) als charakteristisch für das Gen. Pontella (und
Acartia) angegeben, doch scheint es , dass letztere nur sel-
ten eine so gewallige Entwickelung erreichten, wie bei unse-
rer P. Eugeniae. (Nur bei drei Arten — unter 27 — heisst
es: oculi inferiores elongati, grandes oder maximi, während
*■) Ausser Stande, das grosse Krebswerli von Dana verglei-
chen zu können, tiabe ich hier, wie auch früher, nur den Conspectus
Crustaceoruni etc. in den Proc. Anier. Altad. Vol. IL im Auge.
Carcinologisches. 25Ö
dieselben sonst meist als parvi oder mediocres bezeichnet
werden.) AiifFallender Weise spricht Dana übrigens be-
ständig von zwei — wohl geminirten — unteren Augen,
während die von mir beobachtete Art hier ganz bestimmt
nur ein einziges Auge trägt ^') , ohne sonst aber von den
Merkmalen des Gen. Pontia irgend Etwas eingebüsst zu haben.
Dürfte nun auch nach den voranstehenden Bemerkungen
kaum noch länger an der optischen Natur dieses untern Au-
ges gezweifelt werden , so könnte man doch andererseits
vielleicht die Behauptung beanstanden, dass dieses untere
Auge dem kümmerlichen mittlem Auge der Sapphirinen u. s. w.
entspreche. In der That scheint es bei erster Vergleichung
der Unterschiede zwischen diesen beiderlei Gebilden weit meh-
rere und grössere zu geben, als Analogieen, so dass Dana
dieselben denn auch ohne Bedenken für verschiedene Bil-
dungen hallen konnte, wie u. a. daraus hervorgeht, dass er
z. B. in der Charakteristik von Cyclopsine bemerkt: „Oculi
inferiores nulli," während es bei Gatopia D. umgekehrt heisst:
„oculi superiores nulli; oculus inferior unicus." (Aehnliches
erwähnt L üb bock für sein Genus Monops , Ann. nat. hist.
Vol. XII. p. 122.)
Ich glaube übrigens, dass ein grosser Theil der schein-
baren Unterschiede zwischen dem untern Auge unserer Pon-
teila und dem gewöhnlichen einfachen Auge der Copepoden
auf Rechnung der gewaltigen Grössendifferenzen zu schie-
ben ist und hinwegfallen wird, sobald man Gelegenheit hat,
die sonder Zweifel auch einfacher gebauten, kleinern Augen
anderer Pontellinen zu untersuchen. Namentlich scheint mir
die Anwesenheit einer vordem Chitinlinse, die doch zu den
auffallendsten — und auch physiologisch wichtigsten — Cha-
rakteren unseres Auges gehören dürfte, kein absolutes Hin-
derniss einer Zusammenstellung mit den früher beobachteten
unpaaren Augen abzugeben , denn oben haben wir ja (und
dass bei ganz nahe stehenden Arten, Sapphirina fulgens und
S. stylifera) für die Seitenaugen dieselben Verschiedenheiten
kennen gelernt.
■"■) Gleiches gilt von Fontella Bairdii Lubbock (Ann. and Mag.
nat. hist. Yol. XII. p. 117) , deren unteres Auge sich auch zugleich
durch seine Grösse auszeichnet.
260 Leuckart:
Denken wir uns das Auge unserer Ponteila verkleinert
und ohne Chitinlinse, so wird es als ein unpaarer Pigment-
körper mit einem hellen, wahrscheinlich lichtbrechenden Kör-
per erscheinen , über den die gewöhnlichen Körperhüllen
ohne Auszeichnung hinweggehen — und in der That tritt
uns das unpaare Auge der Copepoden meist in dieser Form
entgegen. Selbst eine Duplicität des untern Auges würde
nicht ohne Analogie sein, denn jenes unpaare Auge enthält
bekanntlich oftmals (Cyclops, Cyclopsine) zwei seitlich neben
einander gestellte Glaskörper. Dazu kommt noch weiter,
dass dieses unpaare Auge selbst hierund da, wie es Claus
z. B. für Cyclopsine hervorhebt (dieses Arch. 1858. I. S. 17),
durch Entwickelung besonderer an dem Pigmentkörper be-
festigter Muskeln die Fähigkeit einer selbstständigen Bewe-
gung gewinnt.
Um die Analogie des untern Pontellenauges mit dem
gewöhnlichen unpaaren Auge der Copepoden ausser Zweifel
zu stellen , muss der Nachweis geführt werden , dass letz-
teres gelegentlich auch eine entschieden ventrale Stellung
einnimmt. In der That habe ich auch eine solche Lage des
unpaaren Auges beobachtet und zwar bei einem grossen
prachtvollen Nizzaer Calanus , den ich wegen eines rothen
Querstreifens in der Unterlippe C. erythrochihis n. sp. be-
nennen will. (Derselbe gehört zu D ana's ersten Gruppe I. A.)
Bei diesem Thiere findet man (Tab. VI. Fig. 11) im
vorderen Ende des Cephalothorax und zwar, wie bei Pon-
teila , zwischen zweien abwärts gekrümmten Haken , einen
unpaaren Pigmentkörper, in den jederseits (Fig. 12) eine
ziemlich grosse lichtbrechende Kugel eingesenkt ist, so dass
nur das äussere Segment derselben frei bleibt. Die ganze
Bildung erinnert so auffallend an das geminirte Auge von
Cyclopsine, dass die Analogie ausser Zweifel scheint. Trolz-
dem aber liegt unser Auge an der Yeniralfläche des Leibes.
Bei der Untersuchung von oben ist solches allerdings nicht
zu erkennen; aber sobald man unsern Calanus in eine Pro-
fillage bringt, überzeugt man sich davon mit aller Bestimmt-
heit. Das unpaare Auge (das einzige, was hier vorkommt)
liegt dicht auf den Chitinhüllen des Bauches und ist von der
Rückenfläche durch einen sehr bedeutenden Zwischenraum
Carcinologisches. 261
geschieden*). Bemerkenswerth scheint dabei noch weiter
der Umstand, dass das betreffende Auge nicht sessil ist, son-
dern einem sehr langen, genau am vordem Ende des Hirns
entspringenden Nervus opticus aufsitzt.
Uebrigens bin ich weit davon entfernt, nach dieser
einen Erfahrung nun etwa für alle unpaaren Augen der Co-
pepoden eine ventrale Lage in Anspruch zu nehmen. Ich
glaube vielmehr , das dieses unpaare Auge , dass wohl be-
ständig dem vordem Rande des Hirns verbunden sein dürfte,
für gewöhnlich eine indifferente mittlere Stellung einnimmt,
von da aber, je nach Umständen, gelegenlich nach unten,
vielleicht auch gelegentlich nach oben emporrückt. Bisher
waren diese sog. unteren Augen für die betreffenden Arten
eine ebenso auffallende wie paradoxe Eigenthümlichkeit; es
soll mich freuen, wenn es mir gelungen ist, denselben eine
Stellung unter dentypischen Gesichtswerkzeugen der Copepo-
den anzuweisen und sie dadurch ihrer früheren Isolation zu
entreissen.
Zum Schlüsse mag noch bemerkt sein, dass dieses un-
paare Auge , wie auch schon von anderer Seite hervorge-
hoben wurde , — nach Beobachtungen an Cyclops — durch
Persistenz und Weiterbildung des ursprünglichen Larvenauges
seinen Ursprung nimmt, woraus dann weiter folgt, dass es
nicht etwa ausschliesslich auf unsere Copepoden beschränkt
zu sein braucht. In der That finden wir ein solches unpaa-
res Auge auch bei zahlreichen andern Entomostracen, wenn
gleich oftmals nur in sehr rudimentärem Zustand. Am un-
vollkommensten ist dasselbe vielleicht bei den üaphniaden,
bei denen es — wohl im Zusammenhange mit der Abwesen-
heit eines freien Larvenlebens — auf einen einfachen (ven-
tralen) Pigmentfleck vor den hier zu einer gemeinschaftlichen
Masse verschmolzenen Seilenaugen reducirt ist.
■"■) Üesshalb ist es denn auch unrichtig, wenn Dana in der
Charakteristik von Calanus sagt : Oculi inferiores nulli und das sonst
so nahe verwandte Gen. Catopia wegen der Anwesenheit eines un-
paaren (und grossen) unteren Auges weit davon abtrennt.
262 Leiickart:
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VI. Fig. 9. Corycaeus germanus n. sp. (^.
„ 10. Vorderende von Pontella Eugeniae n. sp. mit den
Gesichts Werkzeugen.
„ 11. Kopfende \on Calanus ery t kr ochil us ii.s[). mit Ner-
vensystem und Sinnesorganen. Die eigentlichen Kie-
fer sind hinweggeblieben.
„ 12. Unpaares (geminirtes) Auge dieser Art,
Tab. VII. Fig. 1. Copilia nicaeensis n. sp. (Mundtheile und vordere
Beine sind weggelassen.)
„ 2. Vorderes Körperende von Sapphirina stylifera Lubb.
„ 3. Hintere Linse mit Pigmentkörper von Sapphirina
fulgens Gegenb.
„ 4. Unpaares Auge derselben Art.
lieber das Vorkommen eines saugnapfartigen Haftapparates bei
den Daphniaden und verwandten Krebsen.
Im Frühjahre 1853 beobachtete ich während meines
Aufenthaltes in Nizza ein kleines zur Gruppe der Daphniaden
gehörendes Entomostracon, das, trotz aller Aehnlichkeit mit
Polyphemus Müll., nach der Bildung seiner grossen Antennen
und des Abdomen dem Gen. Evadne Lov. zugehörte. Ich
hielt dasselbe für neu und benannte es Evadne poiyphemoides.
(Aehnliche, durch die Gliederzahl der grossen Antennen
jedoch abweichende Arten sind von Dana als Polyphemus
brevicaudis, so wie von Liljeborg als Podon intermedius
Kröy. beschrieben worden.) Dasselbe Thier ist seitdem auch
in Helgoland von Pagen stech er und mir gesehen und
von Neuem untersucht worden. (Zur näheren Charakteristik
meiner Art sei hier noch Folgendes angeführt. Die Beine
werden nach hinten immer kürzer und gedrungener. Die
beiden mittleren tragen statt der langen und schlanken End-
borsten zwei kürzere und dickere Haken mit gefiedertem In-
nenrande. Der Nebenanhang des letzten Beinpaares ist ver-
schwindend klein. Die unteren Glaskegel des colossalen
Auffes sind durch einen Zwischenraum von den übrioren ab-
gelrennt und bedeutend kürzer, als die vorhergehenden, die
allerletzten auch von abweichender birnförmiger Gestalt.)
Was meine Aufmerksamkeit am meisten auf unser Thier-
Carcinoloafisches. 263
eben hinlenkte , war (Tab. VII. Fig. 5) ein unverkennbarer,
grosser und runder Saugnapf, den dasselbe in einiger Ent-
fernung vor dem vordem Ende der Schale auf dem Rücken
trug. Derselbe erschien als eine tellerförmige Grube mit auf-
gewulstetem Rande und einer deutlichen Muskulatur, Ring-
fasern in der Peripherie und radiär verlaufenden Fasern in
der Mitte. Wenn der Bau des Gebildes noch Zweifel über
die Function gelassen hätte, so mussten diese schwinden, als
ich unser Thierchen mit Hülfe des betreffenden Apparats sich
an der Wand des Glases befestigen sah.
Das Gebilde , um das es sich hier handelt , ist be-
reits mehrfach von frühern Beobachtern gesehen und dürfte
bei den verwandten Thieren , wenngleich vielleicht nur sel-
ten in so voUkommner Entwickelung , ziemlich häufig vor-
kommen. Trotzdem aber ist dasselbe kaum jemals seiner
Bedeutung nach bisher erkannt worden; ein Umstand, dessen
Grund theilweise wohl darin gesucht werden darf, dass saug-
napfartige Haftapparate sonst meist nur bei Parasiten gefun-
den werden und den Arthropoden fast vollkommen abgehen.
Unter denjenigen Forschern , die unser Gebilde schon
vor mir beobachteten, erwähne ich namentlich Loven, der
dasselbe bei Evadne Nordmanni (dies. Arch. 1836. I. S. 147)
als „cirkelrunden Muskel" beschreibt, der an einem Eindrucke
in der Schale befestigt sei und aus strahlenförmig verlau-
fenden Fasern bestehe. Loven betrachtet diesen ,jMuskeI^
als einen Theil der gewöhnlichen Hautmuskelschicht , ohne
seine Eigenthümlichkeiten weiter zu berücksichtigen und seine
Function zu erörtern. Liljeborg kennt denselben Saug-
napf bei Polyphemus (de Crustaceis ex ordin. trib. 1853.
Tab. V. Fig. 3) , hält ihn aber auffallender Weise für ein Se-
cretionsorgan.
Der einzige, meines Wissens, welcher über das betref-
fende Gebilde eine richtige Ansicht hatte, ist Strauss-
Dürkheim, der (Museum Senkenberg. 1837. II. S. 126j bei
Limnadia als ein charakteristisches, bisher freilich übersehe-
nes Organ einen „Kopfznpfen'' beschreibt „mit welchem diese
Thiere sich anhängen könnten".
Die Fähigkeit, gelegentlich sich mit dem Nacken an
fremden Gegensländen zu befestigen, ist übrigens auch noch
264 L e u c k a r t :
von andern verwandten Enlomostracen bekannt. Schon 0.
Fr. Müller erwähnt in seinem Werlie über Entoinoslraca
1785. p. 96), dass er die Sida crystallina oftmals in dieser
Situation mit herabhängendem Kopfe gesehen habe, und Glei-
ches geben auch spätere Beobachter an, obwohl noch Zad-
dach (Synops. Prussic. Crustac. Prodrom. 1844. p. 26) ge-
steht , dass er nicht wisse , durch welches Organ eine der-
artige bei gewissen Arten von Lynceus und Daphnia gleich-
falls von ihm beobachtete Befestigung geschehe.
Hat man sich ein Mal mit dem Saugnapfe von Evadne
bekannt gemacht, dann hält es nicht eben schwer, auch bei
den übrigen Thieren und namentlich bei Sida in der Nacken-
gegend einen abgeplatteten mehr oder weniger vorsprin-
genden Höcker aufzufinden , und diesen als Haftapparat zu
erkennen, obwohl die Muskulatur hier viel weniger deutlich
ist und sich vielleicht auch in ihrer Anordnung von der frü-
her beschriebenen unterscheidet.
Die Anwesenheit dieses Rückensaugnapfes ist übrigens
nicht bloss an sich, als eigenthümliche Ausstattung der Daph-
niaden, interessant, sondern namentlich auch desshalb, weil
dadurch eine neue Beziehung dieser Thiere zu den Cirripedien
gegeben wird^-'}. Schon S trauss-Dürkh e im bemerkt bei
Gelegenheit des von ihm beschriebenen Kopfzapfens (a. a. 0.
Anm.), dass derselbe dem Lepadenstiele zu vergleichen sei,
und in der That brauchen wir ihn nur stärker entwickelt
und in bleibender Anheftung zu denken , um das eben er-
wähnte Gebilde daraus zu entwickeln und damit unsere Scha-
lenkrebse den Cirripedien um ein sehr Bedeutendes anzunähern.
Die Aehnlichkeit würde eine vollständige Analogie sein,
wenn sich die Angabe von Thompson (Zoolog, researches
Vol. I. Part 1), des ersten Entdeckers der Metamorphose bei
den Cirripedien '"■^'•), bestätigen sollte, dass sich die zwei-
■"■) Möglicher Weise dürfte auch der fadenförmige Haftapparat
an der Stirn von Chalimns und gewissen Arten von Caligus als Ana-
logen des llückensauguapfes bei den Daphniadcn betrachtet werden
können. (IVeuere Untersuchungen von Hesse, Conipt. rend. P. 44.
p. 1254 , liefern den PSachweis , dass auch die jungen Lernäen sich
eine Zeitlang mit einem solchen Stirnfaden befestigen.)
■"''•) Uebrigens hat schon Slabbe r die Larven einer Lepade ge-
Carcinologisches. 265
schaligen Larven dieser Tliiere mit dem Rücken anheften,
und dass man hier, in der Nath zwischen den Schalen, bei
den noch umherschwimmenden Individuen bereits die spätere
Befestigungsslelle unterscheiden könne.
Freilich darf, diesen Angaben gegenüber, nicht ver-
schwiegen werden, dass andere Beobachter die Befestigung
der Cirripedien nicht mit dem Rücken, sondern mittelst der
Antennen vor sich gehen lassen, die an ihrem Ende gleich-
falls eine kleine Saugscheibe tragen. So namentlich der
neueste und gründlichste Untersucher der Cirripedien, Dar-
win (a monogr. of Ihe subclass Cirripedia, 2 Bände 1851 — •
1854) , der den Lepadenstiel dabei als Vorderkopf in An-
spruch nimmt und bei einigen Formen auch am Ende des-
selben zwei beständig persistirende Antennen nachweist.
Es ist natürlich misslich, so bestimmten Angaben blosse
Gründe der Analogie entgegen zu setzen, allein die Bemer-
kung können wir nicht unterdrücken , dass die Morphologie
der Cirripedien auch nach den ausführlichen Erörterungen
von Darwin noch immer nicht ganz vollständig aufgehellt
ist. Auch die Beobachtungen lassen noch Lücken und das
gerade an den wichtigsten, für die Entscheidung der vor-
liegenden Frage maassgebenden Stellen.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. YII. Fig. 5. Evadne polyphemoides n. sp.
lieber die Gehörorgane der Decapoden.
Wenn ich nach der bereits vor mehreren Jahren in
diesem Archive erfolgten Publication meiner Beobachtungen
(1853. 1. S. 255) hier nochmals auf die Gehörorgane der
Decapoden zurückkomme, so geschieht das nur in der Ab-
sicht, nachträglich noch ein Paar darauf bezügliche Ab-
bildungen bekannt zu machen. Was ich etwa an neuen
sehen und abgebildet (Waturk. Verlust. PI. YIII. fig. 3) , jedoch nicht
als solche erkannt. Er sah diese Thierchen in Unzahl aus den ge-
öffneten Schalen hervorkommen und hielt sie desshalb für Parasiten.
266 Leuckart: Carcinologisches.
Beobachtungen hinzufügen könnte, ist durch die seither er-
schienene ausführliche Abhandlung von Kröyer (Forsög til
en monograph. of Sergestes, med Bemaerk. om Dekapod, Hö-
reredskaber in den K. Dansk. Vidensk. Skrift. IV. 1856), die
eine vollständige Bestätigung meiner Angaben enthält , mir
vorvv'eggenommen. Die Veröffentlichung einiger Zeichnungen
scheint mir aber um so nöthiger, als auch in neueren Wer-
ken, v^^ie z. B. in V. Carus Icon. Zootom. (1858), immer
noch die ältere irrthümliche Ansicht über die Gehörorgane
der betreffenden Thiere wiederholt wird.
Was den bei Gelegenheit dieser Apparate (a. a. 0.
S. 157. Anm.3 von mir kurz charakterisirten Mastigopus be-
trifft, dessen innere Antenne mit dem Gehörorgane hier Tab.Vll.
Fig. 6 abgebildet ist, so dürfte derselbe, wie ich jetzt sehe,
wohl dem Gen. Sergestes nahe verwandt sein. Besonders
auffallend ist die Aehnlichkeit mit dem von Kröyer abge-
bildeten, aber nur unvollkommen untersuchten, kleinen S.
brachyorrhos.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VII. Fig. 6. Inneie Antenne mit Geliöiliapsel von Mastigopus
(Sergestes ?) spinosus Lt.
„ 7. Geliöiorgan von Palaenion squilta.
„ 8. Basaiende der innesn Füliler von Palinurus qua-
dricornis in nat. Grösse, a nacli Wegnahme der
dorsalen Wand, um das den Ctiitinhüllen angelief-
tele Gehörbläschen zu zeigen; b Ansicht von un-
ten, mit dem den Eingang in die Gehöiblase ver-
schliessenden lippenföimigen Wulste.
„ 9. Innere Antenne von Hippolyte viridis mit Gehör-
organ.
Gi essen, October 1858.
Die Begattung des Arion eiiipiricorum,
Von
Emauuel Purkyue^
Gymnasiallehrer in Prag.
(Hierzu Taf. VIII).
Werlich hat in der Isis vom Jahre 1819 unter dem
Titel „Begattung der schwarzen Schnecken (p. 1115 — 1117}
den Act der Begattung bei Arion beschrieben, wobei er aber
nur berichtete , was er von Anfang bis zu Ende des Coitus
äussertich an den Thieren beobachtete, ihre Bewegungen,
das Vorstrecken und Umwinden und endlich die Trennung
der Penis (welche er Hörnchen nennt), ohne über die in-
neren Vorgänge, vor Allem über den V^^eg , welchen das
Sperma ^ur Vagina nimmt, Untersuchungen anzustellen. Die
Begattung der Schnecken musste daher ein Räthsel bleiben,
weil durchaus nicht einzusehen ist, wie aus zwei spiralig
umeinander gewundenen Penis, die fast ebenso lang wie die
Thiere sind, von diesen gerade herabhängen und während
des ganzen Aktes nur Contraktionen zeigen , sich aber mit
ihren Enden nie den GeschlechtsöfFnungen nähern, das Sperma
zur Vagina gelangen soll. Die Abbildungen Swammer-
d a m m s von der Begattung der Helix pomatia tragen gleich-
falls nicht dazu bei, das Dunkel aufzuhellen und ebensowe-
nig die in Brandt und Ratzeburg's medicinischer Zoo-
logie, wo zwei Arion im ersten Stadium der Hervorstülpung
der Penis dargesiellt sind. Da ich mich seit mehreren Jah-
ren mit der Anatomie und Physiologie der Pulmonaten be«
schäftige und besonders die Funktion der einzelnen Organe
des Geschlechtsapparates zu erforschen mir zur Aufgabe ge-
stellt habe , so war es mir sehr erwünscht , als ich im Juni
des Jahres 1857 in einem Walde bei Prag ein Paar von Arion
268 P u r k y n e :
empiricorum antraf, welches sich eben zur Begattung an-
schickte und ich so Gelegenheit fand alles noch Unerklärte
zu uniersuchen.
Da ich glaube , dass der oben erwähnte Jahrgang der
Isis nicht in Jedermanns Händen ist , so wiederhole ich hier
das schon von-Werlich beobachtete äussere Verhalten der
Thicre, welches ich mir sogleich in allen Phasen des Aktes
aufzeichnete.
Die Thiere sassen auf dem Zweige eines Ahornbusches,
sie umschlangen sich mit den Leibern , betasteten einander
mit den Fühlern (^Werlich giebt an, dass sie an einander
lecken und nagen , ich habe dies vergessen aufzuzeichnen)
und dabei begann sich der Penis hervorzustülpen (Fig. 1 p)-
Endlich nahmen sie bei ihren Umschlingungen eine Stellung
ein , in welcher sich die beiden Geschlechtsöffnungen be-
rührten, nachdem sie sich vorher mit den hinteren Leibes-
enden am Zweige so festgehalten hatten , dass der übrige
Körper perpendikulär herabhing (siehe die Thiere in Fig. 2 — 5)
und nun schössen plötzlich die Penis der beiden Thiere gleich-
zeitig als lange Beutel hervor, gefüllt mit dem bläulichen
Blute (Fig. 2 p^ p^). Da die Thicre perpendikulär herab-
hingen, so kamen dieser plötzlichen Erektion, bei, welcher
wohl, nach der Grösse der Schläuche, der grösste Theil
des im Körper frei circulirenden Blutes in den herausge-
slülpten Penis getrieben wurde, die Gesetze der Schwere zu
Hülfe, wenn auch die starken Contraktionen der Leibeswan-
dungen den Hauptimpuls geben mochten. Dieses Hervor-
schiessen dauerte nur einen Moment, im nächsten Augen-
blicke schlangen sich die Penis spiralförmig umeinander
(Fig. 3 p* p^). Es erfolgten nun Contraktionen der Penis,
wodurch ihre Windungen fester aneinander schlössen und
das Blut zum Theil wieder zurück in den Körper getrieben
wurde, so dass sie platt, und umeinander geschlungenen Bän-
dern ähnlich wurden (Fig. 4 p' p^). Zugleich trat das krei-
deweisse Sperma in die Vasa deferentia (Fig. 4 vd' vdO und
glitt in grosser Menge herab gegen die Spilzen der Penis,
wo man deutlich sehen konnte , wie es sich zwischen die
festaneinander schliessenden Windungen der umschlungenen
Schläuche ergoss (Fig. 4sp). Nun begannen Contraktionen,
Die Begattung des Aiion empiriconim. 269
in Folge welcher das Sperma zwischen den Windungen der
beiden Penis nach aufwärts , gegen die Geschlechlsöffnung
gedrängt wurde und man konnte deutlich das Sperma durch
die durchscheinenden Wände der Penis, welche jetzt ganz
bandartig und weisslich (blutleer und contrahirter) geworden
waren, in unregelmässigen Klumpen sich hinaufschieben sehen
und zwar ziemlich in der Axe der Windungen, so dass nichts
zwischen diesen herausquoll (Fig. 5 sp). (Ich habe in Fig.
8 und 9 die idealen Durchschnitte dieses Vorganges so wie
der kurz vorhergehenden Phase dargestellt, in Fig. 8 zei-
gen sich die etwas flachgewordenen schon eng aneinander
schliessenden Penis im Querschnitte (Fig. 8 p' p^j und in
ihrem noch zum Theil mit Blut erfüllten Lumen die Quer-
schnitte der Retractores penis m'undm^ und der mit Sperma
erfüllten Vasa deferentia (Fig. 8 vd^ vd^). In Fig. 9 ist die
in Fig. 5 dargestellte Phase im Querschnitte gezeichnet. Die
Penis (Fig. 9 p' p^ ) sind schon ganz platt und blutleer und
noch fester mit ihren Windungen umeinander gezogen , die
Vasa deferentia sind leer (Fig. 9 vd' vd^) dagegen der von
den Peniswindungen gebildete Kanal mit Sperma gefüllt
(Fig. 9 sp).
In diesem Stadium unterband ich die Penis der beiden
Thiere dicht an der Geschlechtsöffnung und verglich zu Hause
die Anatomie ihrer Genitalien mit der eines jungfräulichen
Thieres. Es ergab sich Folgendes:
Der Penis, welcher sonst neben dem Eileiter in der Lei-
beshöhle liegt (Fig. 7 p) war gänzlich umgestülpt (Fig. 6 p),
in ähnlicher W^eise, wie dies mit den Fühlern geschieht, und
es war, so wie dort der Retractor oculi, der Nerv, der zum
Tastganglion geht, und der ihm parallele Opticus in den um-
gestülpten Fühler hineingezogen werden , das Vas deferens
und der Retractor penis, welche sich an der Spitze des Pe-
nis inseriren (Fig. 7 vd und m), in den Penis hineingezogen
(Fig. 6 vd und m), so dass nun die Insertionsstelle des Vas
deferens äusserlich geworden war (Fig. 6 f). Das Vas de-
ferens enthielt wenig Sperma mehr , hingegen lag dieses in
Klumpen auf der Aussenfläche des Penis, welche bei den
Umschlingungen mit dem des anderen Thieres, die innere
Wand der Spirale gebildet hatte (Fig. 6 sp). lieber die wei-
370 P n ]■ k y 11 e :
teren Wege des Sperma in die Genitalien konnte ich nichts
beobachten, da die Unterbindung zu zeitig geschah, als noch
kein Sperma bis zur Geschlechtsöffnung gelangt war. Wahr-
scheinlich gelangt es in das Receptaculum (Fig. 6 rs). Eben-
sowenig weiss ich über die Beendung des Aktes. Wahr-
scheinlich werden die Penis , nachdem ihre Fasern relaxirt
sind, so dass die Windungen nachlassen, von dem Retraclor
penis wieder eingezogen, wie die Fühler von ihren Retracto-
ren. (Werlich beschreibt nur, dass er die Thiere sich
mit Mühe trennen und die schlaffen Penis nachschleppen sah.)
Der beobachtete Begattungsakt so wie die Section zeigen,
dass bei Arion empiricorum der Penis nicht unmittelbar in
die Geschlechtsöffnung eingebracht wird, um das Sperma ein-
zuspritzen , sondern dass die Penis zweier Individuen um-
einandergewunden, eine Art von Canal bilden, in den sich
das Sperma ergiesst und durch dessen Contractionen es zur
Geschlechtsöffnung geleitet wird. Aehnlich muss es sich bei
allen Pulmonaten verhalten. W^ahrscheinlich geschieht bei
Arion die Begattung immer in der beschriebenen Weise (auch
Werlich beobachtete sie so), indem die Thiere perpendi-
culär von Zweigen herabhängen, da ihr dünnwandiger, dabei
sehr weiter und mit einer bedeutenden Blutmenge erfüllter
Penis nicht die Kraft hat in horizontaler Lage oder aufge-
richtet , sein Eigengewicht zu tragen und die Umschlingun-
gen zu vollführen. Bei Helix pomatia L. ist , so weit ich
den Begattungsakt beobachtete, der Penis wenig mit Blut
angefüllt, daher leichter und ausserdem weit muskulöser. Es
geschieht daher bei diesem Thiere die Begattung in jeder
beliebigen Lage des Körpers und die umschlungenen Penis
sind nach aufwärts gerichtet. Die Art aber, wie das Sperma
zur Geschlechtsöffnung geleitet wird , muss dieselbe sein,
nämlich in dem Canale , welchen die Windungen des Penis
bilden.
Prag, den 30. December 1858.
Die Begattung des Arion enipiricoiiim. 271
Erklärung der Alibililungen.
In allen Figuren bedeutet p den Tenis , vd das Vas deferens,
sp das Sperma, m den Retractor penis, kl die Geschlechtsöflnung,
rs das Receptaculnm seininis , od den Eileiter, o die Zwitlcrdiüse
und f die Einniündungsslelle des Vas deferens in den Penis.
Fig. 1. Die Penis der Thiere beginnen sich herauszuslülpen (p^ p').
„ 2. Die Penis sind als blutgefüllte Säcke aus der Geschlechts-
ölTnung hervorgeschossen.
„ 3. Sie haben sich spiralig umschlungen,
„ 4. Das Sperma tritt durch das Yas deferens herab (vd* vd^)
und ergiesst sich an der Spitze der Penis zwischen die Win-
dungen (sp).
„ 5. Das Sperma wird durch die Contractionen des Penis nach
oben gegen die Geschlechtsöflnung gedrängt (sp).
„ 6. Anatomie eines Thieres mit umgestülptem Penis p , in wel-
chen das Vas deferens vd und der Hetractor penis m hin-
eingezogen sind , wobei die Einmündungsstelle des Yas de-
ferens nach Aussen kommt f. Auf der Aussenfläche des
Penis klebt Sperma (sp).
„ 7. Anatomie der Genitalien eines Thieres vor der Begattung.
„ 8. Die in Fig. 4 dargestellte Phase der Begattung im idealen
Querschnitte, das Yas deferens (vd* vd^) ist mit Sperma (sp)
erfüllt.
„ 9. Die in Fig. 5 dargestellte Phase der Begattung im idealen
Querschnitte. Die Vasa deferentia sind leer und das Sperma
befindet sich in dem von den Peniswindungen gebildeten
Canale (sp).
Spix' Serpentes brasilienses
beurtheilt nach Autopsie der Origiiialexemplare und auf die
Nomenclatur von D u m e r i 1 und B i b r o n zurückoreführt.
Von
Professor Jao
in Mailand.
Da ich die Original-Exemplare von den Spix'schen Ab-
bildungen zur Ansicht erhalten habe , welche noch mit den
Etiquetten von Wagler's Hand versehen sind, so scheint
CS mir für diejenigen, welche das Spix'sche Werk benutzen,
von Interesse zu sein, wenn ich Ihnen mittheile, wohin die
Wagler'schen Namen nach Dumeril und Bibron als Syn-
onyme zu setzen wären. Vielleicht können Sie in Ihrem
Archiv für Naturgeschichte davon Gebrauch machen; um so
mehr, da in Schlegel's Essai sur la physiognomie des ser-
pens diese Abbildungen oft unrichtig citirt sind. Hiervon
trägt nicht Schlegel die Schuld, sondern die schlechten
Abbildungen und die weitschweifigen Beschreibungen Wag-
ler's , durch welche man keinen deutlichen Begriff von der
Art erhallen kann.
Um ein Beispiel anzuführen, so citirt Dumeril, wel-
cher Schlegel oft nachschrieb, Elaps Schrankii zu Elaps
Aesculapii VII. p. 847 , und Coronella venusta Schi. Essai I.
p. 135 und Coluber agilis von Surinam als Coronella vcnu-
stissima var. surinamensis. Schlegel sagt dort: „wenn
man eine eigene Art daraus machen wollte," was er aber
nicht zu thun im Sinne hatte, denn II. p. 53 findet sich bloss
Coronella vcnustissima. — Schlegel citirt II. p. 55: Serp.
bras. Elaps venusllssimus pl IL A. fig. 2. p. 6 und das ist
richtig. — Bei Dumeril ist als synonym mit Elaps Schrankii
Erylhrolamprus Aesculapii Wagl. angeführt. Dieser Nalürl.
Jan: Spix Serpenles brasilienses. ^7^
Syst, p. 187 citirt aber keineswegs diese erste Tafel, hinge-
gen p. 193 citirt er zur Marcgravii die Tafel 18, welche, wie
schon Schlegel richtig bemerkt, zu Elaps corallinus ge-
hört , die er jedoch unrichtig als synonyui mit Marcgravii
annimmt. Wagler citirt ganz richtig Elaps corallinus Neuw.
als gute Art, hat dieselbe aber selbst unter dem Namen Spixii
abgebildet, wie ich mich augenscheinlich überzeugt habe.
Welche Confusion in diesen Synonymen!! — Schlegel
citirt dann noch) zu Elaps corallinus Essai IL p. 440 Elaps
Langsdorffii Wagl. Spix pl. 2. fig. 1, welches aber eine sehr
gute, ausgezeichnete, von Dumeril ganz übergangene Art
ist. Da ich Hunderte von Elaps-Arten zu Gesichte bekam,
so habe ich zwar die grösste Uebereinstimmung in der Be-
schildung, aber eben so constante Zeichnungen in den Rin-
gen des Körpers wahrgenommen, und wenn man nicht Alles
zusammenwerfen will , und bloss lauter Varietäten, die man
dann constant nennen müsste, annehmen wollte, so muss man
hierauf bei Arlunterscheidung Rücksicht nehmen. Im näch-
sten Hefte von Guerin's Revue ct. werden Sie meine Ein-
theilung der Elaps-Arten linden.
I. Elaps Schrankii = Xenodon bicinctus Schleg.
Liophis bicinctus Dum. Bibr.
II. flg. 1. Elaps Langsdorffii ist bei Dum. Bibr. vergessen,
gute Art.
IL flg. 2. Elaps Martii = Hydrops Martii.
IIa. flg. 1. Elaps venustissimus = Erythrolamprus venu-
stissimus.
II«. flg. 2. Elaps triangularis = Hydrops Martii.
W^, flg. 1. Elaps melanocephalus == Homalocranion me-
lanocephalum.
IIb. flg. 2. Natrix chiametla = Liophis Merremii.
III. Dryinus aeneus = Oxybelis aeneus.
IV. flg. 1. Natrix Forsteri = Liophis cobella.
V. lig. 1. Natrix lacertina = Coelopeltis insignitus.
VI. üg.l. Natrix cinnamomea =:Leptophis cinnamomeam.,
eine gute neue Art.
VI. flg. 2. Natrix occipitalis = Brachyryton Clelia.
VII. Natrix bicarinata = Herpetodryas carinatus.
VIII. Natrix scurrula =:: Herpetodryas carinatus.
Archiv f. Naturgcsch. XXV. Jahrg. 1, Bd. 18
M Jan:
Nach Autopsie. Schlegel cilirt diese Abbildung irrig
zu Col. pantherinus.
IX. Natrix sculphurea = Spilotes poecilostoma.
X. flg. 1. Natrix chersoides = Tropidonotus viperinusLatr.
Im Pariser Museum habe ich mich überzeugt, dass das-
selbe den Tropidonotus tessellatus Laur. gar nicht besitze,
und dass das, was bei Dumeril Bibron als Tropidonotus
viperinus, welches der älteste Name, beschrieben, ganz das-
selbe mit Tropidonotus chersoides und Tropidonotus ocella-
tus ist. In der Pariser Sammlung steht unter diesem Namen
die Varietät mit weissen Längsstreifen, und so ist solche auch
beschrieben. Die beiden Arten tessellatus und viperinus bie-
ten andere wesentliche Unterschiede, die hier beiläufig an-
gedeutet werden mögen :
Tropidonotus tessellatus hat 8 Labial-, 2 Praeocular -
und 3 Postocularschilder , constant 19 Schuppenreihen. Nie
sah ich eine Varietät mit zwei weissen Streifen.
Tropidonotus viperinus = chersoides = ocellatus hat
7 Labial-, 1 Praeocular- und 2 Postocularschilder, 21 Schup-
penreihen, immer Ocellen an den Seiten. — Die Varietät hat
zwei weisse Streifen.
X. fig. 2. Natrix bahiensis == Periops hippocrepis juv.
X. fig. 3. Natrix almadensis = Liophis Wagleri m.
Es ist eine gute Art, aber bei Spix zweimal abgebil-
det; hier jung als almadensis, und auf der folgenden Tafel
erwachsen als N. semilineata. Ich habe beide Typen, nach
welchen die Abbildungen angefertigt sind, mit Wagler's
Etiquetten von München erhalten.
XI. fig.l. Natrix ocellata = Tropidonotus viperinus s. oben.
XI. fig. 2. Natrix semilineata == Liophis Wagleri m. s. oben.
XII. fig. 1. Natrix sexcarinata = Herpetodryas carinatus.
XIII. Natrix aspera = Helicops angulata.
XIV. fig. 1. Natrix punctatissima = Dipsas punctatissima.
XIV. fig. 2. Xiphosoma ornatum = Xiphosoma hortulanum.
XV. Xiphosoma dorsuale = Xiphosoma hortulanum,
XVI. Xiphosoma Araramboya = Xiphosoma caninum.
XVIL Ophis Merrcmii. Diese Art erhielt ich nicht von
München, — vielleicht eine Varietät von Xenodon severus??;
doch wer kann das bestimmt wissen?
Spix Serpentes brasilienses. 275
XVIII. Micrurus Spixii = Elaps corallinus.
XIX. Bothrops Megaera = Trigonocephalus Jararaca.
XX. Bothrops Furia. Sah ich nicht; wahrscheinlich die
Vorige.
XXI. flg. 1. Bothrops leucostigma = Bothrops atrox juv.
XXI. fig. 2. Bothrops tessellatus — Bothrops atrox juv.
XXI. flg. 3. Bothrops taeniatus = Bothrops atrox juv.
XXII. flg. 1. Bothrops Neuwiedi. Halte ich für gute Art.
XXIi. flg. 2. Bothrops leucurus = Bothrops Neuwiedi juv.
XXIII. Bothrops Surucucu = Lachesis muta.
XXIV. Crotalus cascavella = Crotalus horridus.
XXV. fig. 3. Stenostoma albifrons.
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:m
Systematischer Katalog aller Helminthen^ die im
Menschen gefunden worden.
Von
Dr. D. F. Weinland
in Esslingen a. N.
Der folgende Katalog ist wesentlich in derselben Fas-
sung schon in meiner Schrift : Essay on the tapeworms of
man , Cambridge 1858, erschienen. Ich glaube, dass er in-
sofern auch für den deutschen Leser von Interesse sein dürfte,
als derselbe neben zwei neuen Arten manche neue Notiz in
Beziehung auf das Vorkommen der Helminthen in verschie-
denen Menschen -Ragen enthält. Meine dreijährigen Unter-
suchungen in Nord - Amerika und West - Indien haben zwar
nicht so bedeutende Resultate zu Tage gefördert , wie die
von Dr. Bilharz in Egypten. Meine Stellung als Mitarbei-
ter an dem Werke von L. A g a s s i z über die Nord-Amerikani-
schen Schildkröten band mich an die Universität Cambridge,
wo die Gelegenheit zu Sektionen von Thieren grossarlig, zu
solchen von Menschen aber gleich Null war. Dagegen er-
hielt ich nicht nur frische Exemplare menschlicher Helmin-
then von verschiedenen Seiten zugeschickt, sondern es standen
mir vor Allem die seit einer Reihe von Jahren gesammel-
ten helminthologischen Schätze der verschiedenen zoologi-
schen, anatomischen und pathologischen Sammlungen Nord-
Amerika's zu Gebote und ich erwähne gerne vor meinen
deutschen Landsleuten insbesondere die Namen von Prof. L.
Agassiz und Jeffries Wyman von Cambridge, von
Prof. J. B. S. Jackson und Dr. A. A. Gould von Boston
und von Prof. Jos. Leidy von Philadelphia, die mir, ob-
gleich zum Theil selbst mit helminthologischen Arbeiten be-
schäftigt, freundlichst die gewünschten Materialien, darunter
auch Zeichnungen und werlhvoUe Notizen, zu beliebiger Ver-
fügung stellten.
Weinland: System. Katalog aller Helminthen u. s. w. 277
(NB. Alle zweifelhaften Arten sind mit einem Fragezeichen
und alle nur unvollständig bekannten mit einem Sternchen versehen.)
Klasse Helmintha Hermann.
Ordnung Cestoidea Rudolphi.
Familie Dibothria Diesing.
1. Bothriocephalus latus Bremser.
Schweizer Bandwurm. — Wegen weiterer Na-
men siehe unten Taenia solium L.
Im Dünndarme des Menschen. Häufig in der Schweiz,
in Russland , hin und wieder in Frankreich ; fast nie in
Deutschland, England, Holland oder den Vereinigten Staaten
von Amerika.
Familie Taenioidea Diesing.
Unter familie Sderolepidota N. *)
2. Taenia solium Linne.
Bandwurm, Nestelwurm,- Taivia bei Aristoteles;
"El^ivq nAuTsta bei Hippocrates; Lumbricus latus
bei Plinius; Tapeworm im Englischen ; Ver plat, Soii-
taire im Französischen; Lindworm im Holländischen;
Baandorm, Baendelorm im Dänischen; ßinnike
Mask im Schwedischen; Vermo solitarioim Italieni-
schen; Ling Ditg in Tumale in Afrika; Kosso in Abyssi-
nien. Alle diese Namen werden von den betrefFenden Völ-
kern für alle grossen menschlichen Bandwürmer ohne Un-
terschied gebraucht.
Im Dünndarme des Menschen, nicht selten in Deutsch-
land, England, Holland und den Vereinigten Staaten; auch
in Italien (Delle Chiaje und von Martens); und in Frank-
reich. Einmal in einem Neger in Pennsylvanien von Prof.
Leidy gefunden. Die Identität des letzteren Exemplars mit
Taenia solium L. kann ich nach eigener Untersuchung be-
stätigen.
*) Sderolepidota, von axXtjgdg und ksnts, mit harter äusserer
Eischale. Die Embryonen dieser Gruppe scheinen nur im Magen von
warmblütigen Wirbelthieren ausschlüpfen zu können. Die reifen
Bandw^ürmer leben, wie es scheint, ausschliesslich im Darmkanale
fleischfressender Säugethiere und des Menschen.
278 Weinland:
2. a. Cysticercus cellulosae Rudolphi.
* " **' Blasenwurin, Finne. Im Englischen Hydatid wenn beim
Menschen, Measles wenn im Schweine gefunden. Cysticerque
im Französischen. Hier und da in den Muskeln , im Unter-
hautzellgewebe, im Gehirne und den Augen des Menschen;
häufig in den Muskeln des Schweins , wo man den Wurm
„Finne« nennt.
NB. Dieser Wurm ist die Larve von Taenia solium L.
* 2. b. Taenia solium L. Varietas abietina Weinland
(Tapeworms of man p. 43).
Ein Exemplar dieser Varietät wurde von Prof. L. Agas-
siz von einem Nord- Amerikanischen (Chippewa)- Indianer
vom Oberen See erhalten und mir gütigst zur Beschreibung
mitgetheilt. Siehe Essay on tapeworms of man p. 43. Das
Exemplar befindet sich in dem zoologischen Museum in Cam-
bridge, Massachusets.
? 3. Taenia, vom Cap der guten Hoff'nung.
Zum ersten Male beschrieben von Dr. Küchenmeister
nach einem Exemplare, das von einem Hottentotten vom Cap
der guten Hoffnung herrührte. Es ist wohl auch eine Varietät
oder Monstrosität von Taenia solium L. oder T. mediocanel-
lata Küchenmeister.
4. Taenia mediocaneltata Küchenmeister.
Von Dr. Küchenmeister neuerdings öfters in Deutsch-
land beobachtet. Ich sah mehrere Würmer in Amerikani-
schen Sammlungen, die halb, Einen der, so weit erhalten,
ganz zu der Beschreibung von Küchenmeister stimmte.
Der letztere kam von einem Mulatten.
5. Cysticercus tenuicollis Rudolphi.
Hin und wieder am Netze und an der Leber des Men-
schen gefunden. Häufig in denselben Organen bei Ochsen,
Pferden, Schweinen, Affen u. s. w.
NB. Es ist die Larve der Taenia e Cysticerco tenui-
coUi Küchenm. ''O, welche im Dünndarme des Hundes lebt.
*) Ich behalte diesen allerdings etwas schwerfälligen Namen
bei. Mein Freund A. (] ünthe r hat in seinem Handbuche der Medici-
nischen Zoologie (Stuttgart 1858 p. 218) den Namen Taenia tenui-
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 279
6. Echinococcus hominis Rudolph!.
Blasenwurm. Hydatid im Englichen; Echinococque im
Französischen. In verschiedenen Organen des Menschen, na-
mentlich in Leber und Milz. Sehr gemein in Island. Auch
in Nord-Amerika nicht selten.
NB. Enthält die Larven einer unbekannten Taenia.
7. Echinococcus Veterinorum Rudolph!.
Blasenwurm. Hydatid im Englischen; Echinococque im
Französischen. Sehr selten im Menschen. Ziemlich gemein
in der Leber , Lungen und anderen Organen von Ochsen,
Schafen, Ziegen, Schweinen und Affen. Enthält die Larven
von Taenia echinococcus Siebold, der in seinem reifen Zu-
stande im Darme des Hundes lebt. Auch in Nord-Amerika
in jenen Thieren häufig.
8. Cysticercus acanthotrias Weinland (Tapeworms of
man p. 64— 67).
Einmal von Prof. Jeffries Wyman in den Muskeln
einer Frau in Richmond (Virginien) gefunden. Ich fand ihn
unter dem Namen Cysticercus cellulosae in der Sammlung
der Gesellschaft für Verbesserung der Arzneikunde in Boston.
NB. Ist die Larve eines noch unbekannten Bandwurms,
der — bis jetzt der einzige unter allen Taenioiden — drei
Reihen Haken hat.
9. Taenia nana v. Siebold.
Einmal in grosser Zahl in einem Egyptier von Dr.
Bilharz gefunden und von Prof. v. Siebold beschrieben.
Unterfamilie Malacolepidota N. *).
10. Hymenolepis flavopunctata Weinland (Tapeworms
of man p. 49—57}.
collis vorgeschlagen, aber dieser Name ist schon von Riidolphi
auf die Taenia des Wiesels angewandt.
■*) Von fxalay.os und Xentg^ Bandwürmer mit weicher, äusserer
Eischale, deren Embryonen sei es als solche von aussen, oder, wenn
noch im Ei, mit der Nahrung in Weich- und (jlieder-Thieie gelan-
gen. Die reifen Bandwürmer dieser Gruppe leben in Wirbelthieren,
die von jenen Mollusken oder Artikulaten leben oder dieselben zu-
fällig verschlucken. Zu dieser Gruppe gehören weit die meisten der
bekannten Taeuien.
280 W e i n 1 a n d :
Kam einmal, in ziemlicher Anzahl, von einem Kinde
in Massachusetts, und wurde von dem behandelnden Arzte Dr.
Ezra Palmer jr., dem die geringe Grösse dieses Wurms
auffallen mochte, an die Sammlung der Gesellschaft für Ver-
besserung der Arzneikunde in Boston (eine der reichsten
und best verwalteten Sammlungen für pathologische Anato-
mie, die ich gesehen habe) abgegeben und wohl wegen der
Form der Glieder im Allgemeinen als Bothriocephalus latus
aufgestellt. Es ist übrigens ein echter Taenioid, der aber
die Geschlechtsöffnungen alle auf einer Seile und eine mem-
branöse äussere Eischale hat, überhaupt in jeder Beziehung
an die Taenien der Spitzmäuse (.Taenia scalaris , scutigera,
tiara etc.) erinnerte , die ich deshalb auch mit ihm in eine
Gattung gebracht habe, mit dem Namen Hymenolepis^, um den
häutigen Charakter der Eischale zu bezeichnen. Vgl. mein
Essay on the tapeworms of man p. 52 ff. , wo ich eine neue
systematische Eintheilung des alten Genus Taenia zu begrün-
den versucht habe.
Ordnung Trematoda Rudolph!.
Familie Monocotylea Diesing.
? 11. Monostoma lentis von Nordmann.
Einmal von Dr. Juengken in Berlin in einer mensch-
lichen Linse gefunden. W^ar vielleicht Dicrocoelium oculi hu-
mani. Siehe No. 15.
Familie Distomacea Weinland.
12. Distoma hepaticum Abilgaard.
Leberegel, Schafegel, Egelschnecke. Flukeworm im
Englischen; Douve im Französischen; Leverworm, Botton im
Holländischen; Taareflynder , Souaegler im Dänischen; Le-
vermask im Schwedischen ; Bisciuola im Italienischen; Seril-
las, Pajarillos im Spanischen.
Ist hin und wieder in der Gallenblase und den Gallen-
gängen der Menschen gefunden worden. Ziemlich häufig bei
Schafen, Ochsen und Schweinen in denselben Organen. Ein
junger Wurm dieser Art (?) wurde einmal von Giecker in
der Fusssohle einer Frau in Zürich gefunden.
13. Dicrocoelium lanceolatum Duj ardin.
(Distoma lanceolatum Mehlis.)
Vorkommen wie bei Distoma hepaticum Ab.
System. Katalojr aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 281
14. Dicrocoelium ^•) heteropliyes N.
(Distoma heterophyes v. Siebold.)
Zweimal in grosser Menge im Darmkanale von Egyp-
tiern von Dr. Bilharz gefunden,
* 15. Dicrocoelium oculi humani N.
(Distoma oculi humani Gescheidt.)
Einmal, aber in vier Exemplaren, von Dr. Gescheidt
im Auge eines Kindes zwischen der Linse und deren Kapsel
gefunden.
'•^ 16. Dicrocoelium Buskii N.
(Distoma Buskii Lankester.)
Busk fand vierzehn Exemplare dieses Wurmes in dem
Duodenum eines Laskars, der im Matrosen-Hospital zu Lon-
don starb. Einziger Fall.
Familie Gynaecophora N. ■•'""*).
17. Schistosoina **"**) haematohium N.
(Distoma haematobium Bilharz.)
Sehr häufig in Egypten in den Venen der Leber und
des Netzes der Menschen. Entdeckt von Bilharz.
Familie f).
? 18. Hexathyridium pinguicola Treutier.
Einmal in Deutschland in dem Ovarial-Tuberkel einer
Frau von Dr. Treutier gefunden.
? 19. Hexathyridium venarum Treutier.
Einmal in Deutschland von Dr. Treutier in dem ve-
nösen Blute der Schenkelwunde eines Knaben, nachher von
Delle Chiaje in Sicilien zweimal in dem ausgespieenen
Blute Lungensüchtiger gefunden.
■") Die Trematoden von 14 — 16 gehören zu dei* Gattung Dicro-
coelium Diijardin, da ihr Nahrungskanal gegabelt ist.
■" ••) Von yvv^ , Weibchen und (f^Qco], tragen, da das Männchen
das Weibchen in einer Scheide mit sich tragt.
'"""■■) Von axtOTOs, getrennt und adi/xa, Körper, weil der bei allen
anderen Trematoden hermaphroditische Leib bei dieser Gattung in
einen männlichen und weiblichen getheilt ist,
i) Weder diese noch die folgende Familie kann bis jetzt cha-
rakterisirt werden , sie braucht daher noch keinen Kamen. Wir
müssen mehrere Fälle abwarten.
282 Weinland:
Familie
* 20. Tetrastomum renale Delle Chiaje.
Zuerst von Lucarelli in Sicilien in dem Menstrual-
blute einer Frau und nachher von Delle Chiaje in den
Nieren derselben gefunden.
Ordnung Nematoidea Rudolphi.
Familie Euascaridea Diesing.
21. Ascaris lumbricoides Linne.
Spulwurm. Mawworm im Englischen ; Lombric im Fran-
zösischen; Rondc Worm , Kinderenworm im Holländischen;
Spolorm, Menneske Orm im Dänischen ; Mennisko-Mask, Spol-
mask im Schwedischen; Verme tondo, lumbrico im Italieni-
schen; Lombric im Spanischen.
Gemein im Dünndarme des Menschen in allen Europäi-
schen Nationen (Diesing); in den Vereinigten Staaten von
Nord-Amerika; in Mulatten in Haiti (Weinland); in Egyptiern,
Aethiopiern (Bilharz). — Gemein auch im Darme des Schweins
in Europa und in Nord-Amerika.
■"* 22. Ascaris alata Bellingham.
Einmal im menschlichen Dünndärme in Irland von Bel-
lingham gefunden.
Familie Oxyuridea N.
23. Oxyuris vermicularis Zeder.
Springwurm, Darmschabe. Pinworm im Englischen;
LesAscarides im Französischen ; Aarsmade im Holländischen;
Sma Spolorme, Börneorm im Dänischen ; Barnmask im Schwe-
dischen.
Gemein im Rectum des Menschen, namentlich bei Kin-
dern. Findet sich bei allen Europäischen Nationen , Nord-
Amerikanern *); Egyptiern.
Familie Strongy loidea N.
24. Strongylos gigas Rudolphi.
Palisadenwurm.
Ist hin und wieder in den menschlichen Nieren gefun-
den worden. Findet sich in den Nieren der Musteloiden
•■■) Unter „Nord- Amerikaner" verstehe ich natürlich nicht die
Indianer, sondern die jetzigen weissen ßewohner Nord-Amerikas.
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 283
(Marder etc.) ; ist gemein in denen des Nord-Amerikanischen
Mink (Mustela vison Ciiv.) , wo ich ihn öfters bis zu sechs
in Einer Niere fand, so dass von der letzteren nichts mehr
übrig war als die verdickte äussere Haut ; und in der letz-
teren hatte sich in allen Fällen , wo die innere Niere ganz
zerstört war, ein dünner Knochen gebildet. Ich habe eine
solche Niere — einen wahren Wurmsack — in meiner
Sammlung.
* 25. Strongylus longevaginatus Diesing.
Einmal in Siebenbürgen von Dr. Fortsits in beträcht-
licher Anzahl in den Lungen eines Knaben gefunden; ge-
hört wahrscheinlich zu einer anderen Gattung als Strongy-
lus gigas Linne. Der Gattungs-Name „Strongylus" sollte in
diesem Falle für den längstbekannten und charakteristischen
Strongylus gigas und seine nächsten Verwandten erhalten
bleiben. Diesing nennt die letzteren Eustrongylus.
26. Ancylostoma duodenale Dubini.
Im Zwölffingerdarme des Menschen. Nicht selten in
Ober - Italien , wo es von Dubini zuerst gefunden und be-
schrieben wurde; gemein in Egypten , nach Pruner, Bil-
harz und Griesinger.
Familie Tric hotrachelidea Diesing.
27. Trichocephalus dispar Rudolphi.
Im Blinddarme und im Kolon des Menschen. Gemein
in Deutschland, Ethiopien, Egypten. In den Vereinigten Staa-
ten kommt dieser Wurm in Neu-England selten, in den süd-
licheren Staaten (Pennsylvanien Leidy) in Kindern von Weis-
sen sowohl als Schwarzen ziemlich häufig vor.
■'^* 28. Trichina spiralis Owen.
In Cysten in den willkührlichen Muskeln des mensch-
lichen Körpers. Entdeckt von Owen in England , seitdem
gefunden in Schottland, Dänemark, Deutschland (Luschka).
In den Vereinigten Staaten ist dieser Wurm in Massachusetts
periodisch häufig gewesen, während meines dortigen 2y2 jäh-
rigen Aufenthalts kam kein Fall zu meiner Kenntniss. Auch
in Virginien beobachtet. Leidy fand ihn in Philadelphia
in den Muskeln des Schweins. Küchenmeister stellte
die Hypothese auf , dass dieser Wurm der junge Trichoce-
284 Weinland:
phalus dispar (27) sei, die von dem berühmten Forscher an-
geführten Gründe aber leuchten nicht recht ein.
Familie Acuaria *"*).
? 29. Spiroptera hominis Rudolph!.
Einmal in England von Burnet in der Harnblase einer
jungen Frau; nachher von Brighton in Nord-Amerika auch
in einer Frau. Ist eine äusserst zweifelhafte Art. Siehe
darüber Owen, in Cyclopaedia of Anatomy and Physiology ;
Artikel: En tozoa.
Familie Filarioidea N.
*'^ 30. Filaria medinensis Gmelin,
Medinawurm, Haarwurm. Guineaworm im Englischen ;
Dragonneau, Ver de Guinee im Französischen; Huidworm,
Beenworm, Guineeische Draakje im Holländischen, Culebrilla
im Spanischen.
Im Unterhautzellgewebe des Menschen. Ziemlich ge-
mein in den Tropenländern, namentlich in Afrika. Nicht
seilen bei Matrosen gefunden, die dort sich aufgehalten.
* 31. Filaria oculi hiimani v. Nord mann.
Einigemale in Deutschland im menschlichen Auge ge-
funden, zuerst von Ammon, dann von Juengken jedes-
mal in kataraktalischen Linsen.
*'*■ 32. Filaria hominis bronchialis Rudolphi.
Einmal in Deutschland von T rentier in beträchtlicher
Anzahl in Bronchialtuberkeln eines Mannes gefunden. Vgl.
Strongylus longevaginatus!
Anmerkungen.
1) Pentastomum denticulatum Zenker , bis jetzt nur in
Deutschland in Leber - Cysten gefunden und Pentastomum
constrictum v. Siebold, in demselben Organe bei Negern in
Egypten vonPruner undBilharz gefunden, sind bekannt-
lich nicht Helminthen, sondern Crustaceen.
2) Dactylius aculeatus Curling, in grosser Anzahl im
*■) Dies war früher der Name von Spiroptera im Wiener Mu-
seum. Er möchte nun für die Familie gelten.
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 285
Urine eines jungen Mädchens vonDrake gefunden und von
Curling beschrieben (Medico Chirurg. Transact. 22. vol.) ist
wohl nicht ein Nematode, wie Curling denkt, sondern eher
ein wahrer Annelid, neben Nais oder Chaetogaster, denen es
durch „die entschiedene Ringelung des Körpers, das Rücken-
gefäss, die peristaltische Bewegung des Nahrungskanals und
die chemische Beschaffenheit der äusseren Haut, die in Alko-
hol sich auflöste, (decomposed)« sehr nahe kommt. Möchte
man nicht bezweifeln , ob diese Würmer überhaupt aus der
Urethra kamen.
3) Die in diesem Kataloge leicht zu machende Bemer-
kung, dass in Deutschland verhältnissmässig die meisten Ar-
ten Helminthen bis jetzt gefunden worden , ist offenbar nur
der Genauigkeit und Intelligenz seiner Aerzte zuzuschreiben,
die jeden irgendwie interessanten Fall registriren; und es ist
der Mangel an aufmerksamen Beobachtern, namentlich an un-
terrichteten Aerzten auf dem Lande , dem die Nord-Ameri-
kaner und wohl auch die Franzosen und Engländer das schein-
bare Glück verdanken^ dass bei ihnen weniger Schmarotzer
sich finden, als bei uns. Vor einigen Jahren stellte ein sehr
gelehrter und verdienter Nord -Amerikaner in einer sonst
ausgezeichneten helminthologischen Monographie , die das
Smithsonian Institut publicirte, die Behauptung auf, dass der
Mangel an guter Fleischnahrung besonders zu Eingeweide-
würmern disponire, und dass dies die Ursache sei, warum
die meist auf vegetabilische Kost angewiesenen Europäischen
Völker (der Nord-Amerikaner denkt hier an den ihm so wohl
bekannten Irländer und seine Kartoffeln) viel mehr von den-
selben heimgesucht seien , als die mehr von Fleisch sich
nährenden Nord- Amerikaner. (Man denke an die Stadt Cin-
cinnati in) Staate Ohio, wo oft 1000 Schweine an einem
Tage geschlachtet werden.) Aber heute, nachdem unser Dr.
Küchenmeister den so viel angefochtenen, aber dennoch
triumphirenden sogenannten „Menschen- und Schweine-Cy-
klus" beim Bandwurme nachgewiesen, möchten wir Europäer
von den Amerikanern wohl weniger wegen unserer vegeta-
bilischen Nahrung bemitleidet werden.
lieber eiuen in der Pennatula rubra lebenden
Schmarotzer.
Vom
Hrn. Docenten R. Bruzelius.
(Hierzu Taf. IX.)
(A. d. Öfversigt af K. Vet.-Ak.'s Förhandl., ar 1858.
No. 3. p. 181. übers, von Dr. Creplin.)
Im vergangenen Sommer beobachtete ich in den bohus-
länischen Scheeren eine bisher unbekannte , in der Körper-
höhle der rothen Seefeder lebende Thierarl, über welche
ich Folgendes mir mitzutheilen erlaube :
L antippe rubra n. g. et n. sp.
Der Körper (Fig. 1) ist weich , ohne eine Spur von
Segmenten oder Gliedern , und hat gewöhnlich eine cylin-
drische , in der Mitte dickere und nach beiden Enden ver-
schmälerte Form , welche das Thier jedoch bedeutend ver-
ändern kann, so dass man es bald zusammengezogen, von
völlig kugelrunder Form , bald mehr oder weniger ausge-
streckt, wo es dann schmal und ganz cylindrisch ist, an-
trifft. Man kann zwei ungleiche Theile des Körpers unter-
scheiden, einen vordem schmälern, etwas abgeplatteten und
hervorgezogenen , welcher einem Thorax zu entsprechen
scheint , und einen hintern, dickern, cylindrischen oder spin-
delförmigen, als Abdomen. Am Thoraxtheile sitzen zwei
Paar Anhänge, Antennen entsprechend, der Mundapparat und
zwei Paar Beine. Augen fehlen ganz.
Die Antennen des ersten Paars stehen an der Spitze
des vordem Thoraxendes , nach vorn und aussen gerichtet,
und scheinen aus drei Gliedern zu bestehen , deren erstes
oder das Basalglied das grösste ist; die anderen beiden sind
viel kleiner, nach aussen verschmälert und in eine feine
Bruzelius: üeb. einen in Pennatula rubra lebend. Schmarotzer. 287
Spitze ausgehend. Sie sind mit Haaren und Borsten be-
waffnet, ij
Die Antennen des zweiten Paars (Fig. 2) sind bedeu-
tend länger, als die des ersten , schmal und in einiger Ent-
fernung hinter diesen angebracht, aus drei, gleichmässig von
innen nach aussen sich verschmälernden Gliedern bestehend.
Das letzte Glied ist mit einer ziemlich starken, etwas gebo-
genen Klaue versehen. Oberhalb der Antennen liegen in
der Körperbedeckung mehrere, ungleich geformte Stücke oder
Rippen von einem festern , hornartigen Stoffe (Chitin), wel-
che den Muskeln der Antennen zum Ansätze zu dienen schei-
nen. An der Basis der hinteren Antennen liegen zwei klei-
nere schmale Rippen (Fig. 3), und oberhalb dieser gehen
zwei andere , längere hervor^ von denen die eine nach oben
und hinten verläuft. Von deren oberem Ende geht eine an-
dere Rippe nach vorn , welche mit ihrer etwas breiteren
Spitze an der grössern , auf der obern Körperseite liegen-
den Scheibe grenzt. Die vordere Rippe ist nach vorn und
oben gerichtet, am vordem Ende gabelig getheilt, mit dem
einen Aste nach der auf der obern Körperseite liegenden
Scheibe gehend , mit dem anderen oberhalb der Basis der
vorderen Antennen sich endigend.
Die etwas hinter dem zweiten Antennenpaare stehende
Mundöffnung wird von einem sehr einfachen Apparat (Fig. 4)
umgeben, welcher aus einer Oberlippe (Labrum), zwei Man-
dibeln und einer Unterlippe (Labium) besteht. Die Oberlippe
ist am grössten , springt ein Ende weit über die Mandibeln
vor und bildet über ihnen gleichsam ein Gewölbe. Die Man-
dibel besteht aus einem grösseren, fast eirunden Theil und
einer starken , gebogenen , an ihrer vorderen , inneren Ecke
befestigten Klaue. Diese scheint sehr fein gezahnt zu sein
und reicht nur mit der Spitze bis vor die Unterlippe. Diese
ist fast viereckig mit vorderen abgerundeten Winkeln und
einer Einbiegung an der vorderen Kante.
Die Beine , von denen das vordere Paar etwas hinter
dem Munde , das hintere an der Uebergangsstelle zwischen
Thorax und Abdomen, angebracht ist, sind sehr kurz und
dick, auch nicht sonderlich beweglich. Sie werden von
einem sehr zusammengesetzten Apparate von derselben Be-
288 B r u z e 1 i u s :
schafFenheit , wie der bei den Antennen beschriebene, ge-
tragen. Zwischen jedem Paar Beine, welche sehr nahe bei
einander stehen , liegt ein kurzes , vorn gespaltenes, hinter-
wärts breiteres Stück (Fig. 5 a) und vor diesem ein anderes,
etwas schmäleres (Fig. 5 b). An der Hinterseite des Beins
liegt am weitesten nach hinten eine grosse breite Scheibe (c)
von unregelmässiger Form, von deren hinterem, Innern Winkel
ein kleiner Fortsatz ausläuft, welcher an den Seitenfortsalz am
Mittelstücke hinangrenzt. Ihr äusserer Winkel stösst an eine
lange, schmale Rippe, welche an der Aussenseite des Beines
liegt. Vor dieser grossen Scheibe gehen schräge nach aus-
sen aus dem Mittelstücke zwei etwas gebogene Rippen (eu. f)
hervor , von denen sich die äussere um die äussere Seite
des Beins erhebt und an eine kleinere, dort liegende
Scheibe grenzt. An der äusseren Seite des Beines geht eine
lange, schmale Rippe hervor (d) , deren vorderes Ende an
die eben genannte Scheibe grenzt. Vom vorderen Aste
des Mittelstücks geht eine krumme Rippe (g) aus, welche
sich um die Vorderseite des Beines schlägt und in eine an-
dere ähnliche verläuft, welche theils mit der grossen, klauen-
tragenden Scheibe , theils mit der an ihrer Basis liegenden
kleineren Scheibe zusammentrifft. Die klauentragende Scheibe
(h) ist gross, fast dreieckig, liegt an der vorderen, äusseren
Seite des Beins , ist mit 4 bis 5 starken Zacken bewaffnet
und läuft in eine spitzige, etwas krumme Klaue aus. Diese
Stücke variiren zwar etwas in der Form ; aber man findet
sie immer in derselben Anzahl wieder. Deutlicher hervor
treten sie erst, wenn man das Thier einige Zeit in Natron
liegen gelassen hat, wonach die übrige Körperbedeckung
durchsichtig wird, jene aber eine gelbliche Farbe annehmen.
Das Abdomen ist mehr oder weniger dick und zeigt
an der unteren Seite zwei kleine Erhöhungen , welche ein
Rahmen von ähnlichem härteren Stoffe , wie der des vorbe-
schriebenen Beinapparals, umgiebt, in welchem eine dünnere
Membran befestigt ist. Am hinteren und unteren Theile steht
ein dreispaltiger Zacken. Das Abdomen verschmälert sich
hastig nach hinten und bildet somit gleichsam einen beson-
dern, blasenförmigen Theil (Fig. 6j , dessen hinterer Rand
durch einen Einschnitt getheilt ist. An seinen hinteren Ecken
Ueber einen in Pennatula rubra lebenden Schmarotzer. 289
silzen zwei cylindrische Anhänge, deren jeder vier starke
Zacken trägt. Diesen blasenförmigen Thcil kann das Thier
mehr oder weniger hervorschieben.
Die Farbe ist röthlich ; die Grösse variirt bedeutend ;
ich habe Individuen von nur 0,91 Mm. Länge angetroffen,
wogegen andere eine Grösse von 1,825 Mm. oder beinahe
2 Mm. besassen.
Als ich im vorigen Sommer die Enlwickelung von Pen-
natuliden zu verfolgen suchte und zu dem Zwecke einige
Individuen der Pennatula rubra lebend in einem grösseren
Glasgefässe hielt , bemerkte ich eines Morgens , nachdem in
der Nacht eine oder die andere Pennatula gestorben war,
auf dem Boden des Gefässes ein Paar Exemplare der Lamippe.
Solcherweise zuerst auf diese Thierform aufmerksam gewor-
den, vermuthete ich, dass sie möglicherweise ein Schmarot-
zer der Pennatula wäre, wiewohl ich bei genauem Nachsu-
chen nach Eiern der Pennatula am Tage vorher keine Lamippe
bemerkt hatte, wesshalb es schien, dass jene aus der todlen
Pennatula hervorgekrochen sein möchten. Beim Untersuchen
einer Menge Pennatulae fand ich auch in jeder eine oder
mehrere, bis acht, in der Körperhöhle zwischen den Ovarien
lebende Exemplare. Aus der Pennatula herausgenommen
und in frisches Wasser gelegt leben sie nur 1 — 2 Tage.
Sie liegen mehrentheils unbeweglig am Boden und verrathen
ihr Leben nur dann und wann durch schwache Bewegungen.
Bisweilen jedoch habe ich sie langsam umherkriechen ge-
sehen, wobei sie auch die Abdominalanhänge als Bewegungs-
oder Stützorgane gebrauchten ; und als ich einmal einige in
einem Gefässe nebst einigen zarten Individuen der rothen
Seefeder aufbewahrte, fand ich, dass sie sich an diesen be-
festigt hatten und zu versuchen schienen, sich in sie hinein-
zuarbeiten.
In grösseren Individuen der Lamippe rubra habe ich
oft eine grössere Partie, dunkler als die übrige Körperfarbe,
beobachtet, welche sich, beim Zertheilen als aus einer Menge
von Zellen mit grossen Kernen bestehend und völlig wie Eier
aussehend, zeigte. Bei einem Exemplare von 1,6425 Mm.
Länge maass ich diese Eier; sie hatten eine Grösse von
0,0156 Mm.
Archiv f. Nalur{;esch. XXV. Jahr;. 1. Bd. XQ
290 Bruzelius: Ueb. einen in Pennatula rubra lebend. Schmarotzer.
Der übrig-e Inhalt des Thieres bestand aus einer un-
zählbaren Menge von Körnchen, gemengt mit grösseren und
kernlosen Zellen. Bei einem Individuum beobachtete ich
einen kleinern (0,234 Mm. langen) cylindrischen Körper
(Fig. 7) , befestigt mittels eines langen , schmalen Stiels an
einer der Erhöhungen auf der Unterseite des Thiers. Dieser
Körper mochte wohl eine Spermatophore sein, da er nicht gut
aus irgend einem Innern Theile des Thiers hervorgestülpt
sein konnte. Hierüber durch mikroskopische Untersuchung
nähere Erläuterung zubekommen, war jedoch nicht möglich,
weil das Thier eine Zeit lang in Weingeist aufbewahrt ge-
wesen war.
Was die Stelle der Lamippe im Systeme betrifft , so
bleibt es vielleicht schwer, sie für jetzt mit Sicherheit zu be-
stimmen. Auf der einen Seite erinnert dies Thier durch den
äusserst einfachen Mundapparat an einige Akariden, welche
jedoch niemals Antennen besitzen, und auf der andern Seite
zeigt es eine gewisse Aehnlichkeit mit einigen der niederen
Crustaceen; doch ist seine Organisation nicht von der Art,
dass man wagen könnte , es zu einer der jetzt bestehenden
Ordnungen hinzubringen. Es bleibt daher vielleicht das Beste,
seinen Platz noch nicht zu bestimmen und die Lösung die-
ser Frage genaueren Untersuchungen und dem Studium sei-
ner Entwickelung zu überlassen.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Lamippe rubra von der Unterseite.
„ 2. Eine Antenne des hintern Paars.
„ 3. Der vordere Theil des Thorax von der Seite.
„ 4. Der Mundapparat.
„ 5. Eines der Beine von der hintern Seite.
„ 6. Der hintere Theil des Abdomens mit den Anhängen.
„ 7. Der hintere Theil des Abdomens mit einer Spermatophore.
Beitrag zur Kenntniss des inneren Baues der
Amphipoden.
Von
Ragnar Bruzelius.
(Aus der Öfversigt af Kgl. Velenskaps - Akademiens Förhand-
lingar, 1859. No. 1. p. 1 — 18, übersetzt von Dr. Creplin.)
(Hierzu Taf. X.)
Ungeachtet der grossen Fortschritte, welche die Zooto-
mie während der letzteren Decennien gemacht hat, ist unsere
Kenntniss vorn inneren Baue der Amphipoden noch seh;- un-
vollständig, und geringe ist die Anzahl der Schriftsteller,
welche sich einigermassen bemüht haben, ihn zu erforschen,
oder Mittheilungen gemacht haben , welche dazu hätten bei-
lragen können , Licht über ihn zu verbreiten. Die Ursache
hiervon dürfte zunächst in den Schwierigkeiten zu suchen
sein, welchen die Untersuchungen über die anatomischen
Verhältnisse dieser Thiere unterworfen sind. Ihre harte und
oft undurchsichtige Schalenbedeckung, ihre so zu sagen un-
passende Grösse, indem sie bald zu gross, um in ihrer gan-
zen Gestalt der mikroskopischen Betrachtung unterzogen, bald
— im Aligemeinen — zu klein sind , um mit Vortheil dis-
secirt werden zu können, ferner die Feinheit, Brüchigkeit
und der complicirte Bau der inneren Organe, verursachen
eine Menge von Schwierigkeiten, an denen unser Bemühen,
einige Kenntniss von jenen zu erhalten , oft scheitert. Für
die wenigen Nachrichten , welche wir von der Organisation
der Amphipoden besitzen, haben wir hauptsächlich Milne
Edwards, Audouin, Zenker, v. Siebold, Spence
Bäte und de la Valette zu danken. Die beiden erslge-
292 Bruzelius:
nannten Schriftsteller ^^ haben gemeinschaftlich Untersuchun-
gen über das Nervensystem der Crustaceen angestellt und
dasselbe von Talitrus unter den Amphipoden beschrieben,
über deren Organisation wir auch einige wenige Bemerkun-
gen in der Hist. nat. des Crustaces von Milne Edwards
finden. Von Zenker**"') besitzen wir eine Abhandlung über
den Gammarus Pulex, mit besonderer Rücksicht auf den
Blutumhuf, und von v. Siebold, in dessen Lehrbuch der
vergleichenden Anatomie der wirbellosen Thiere, einige zer-
streute Angaben über verschiedene Arten. In einem Auf-
satze, betitelt: „On the British Edriophlhalmata« im Report
of the 25. meeting of the British Association for the advan-
cement of science, at Glasgow 1855, theilt SpenceBate
seine Untersuchungen über den äusseren und inneren Bau
einiger an den englischen Küsten vorkommenden Amphipo-
den mit, und in einer Abhandlung über den Gammarus pu^
teamis von de la Valette ***) erhielten wir eine kurze
Beschreibung von der Organisation dieser Art.
Während eines Aufenthalts im Scheerenrevier von Bohus-
län im vorigen Sommer hatte ich Gelegenheit ein Paar Am-
phipodenarten, nämlich Gammarus Locusta L. und Amphithoe
podoceroides Rathke zu untersuchen , welche dort sehr ge-
mein sind und, da sie von den mir dort vorgekommenen Ar-
ten dieser Thiergruppe im Allgemeinen die stärkste Grösse
erreichen, vorzugsweise sich mir zu einer anatomischen Un-
tersuchung zu eignen schienen. Da die Beobachtungen,
welche ich hierbei machen konnte, in verschiedener Hinsicht
von Dem , was über dieselben oder andere ihnen nahe ste-
hende Arten bekannt gemacht worden ist, abweichen, so habe
ich es nicht für unnützlich gehalten, sie mitzutheilen, hof-
fend, dass sie, obgleich sie keine Ansprüche auf Vollsländig-
keit machen können, doch nicht alles Interesses ermangeln
werden.
^^) Recherches anatomiques siir le Systeme iierveux des crustaces,
par V. Aiidouin et M i 1 n e Edwards: Annal. d. sc. nat. XIV. 1828.
"'"') Jon. Car. Zenker, de Ganmiari l'ulicis hist. nat. atque
sang^. circuitu connn. Jenae 1832.
-:hj:;-^ Dc iJammaro puteano. Diss. inaug. auct. I.ib. Bai., d^f ^1 a.
Valette St. George. B.mo]. 1857. ,^ , ,<;
Beitrag zur Kennfniss vorn Innern Baue der Amphipoden. 293
Die Muskulatur ist bei diesen beiden Arten stark
entwickelt, besonders die der beiden ersten Beinpaare und
des Abdomens, und scheint aus quergestreiften Fibrillen zu
bestehen, welche eine Breite von 0,0041 Mm. besitzen.
Der Verdauungsapparat besteht aus drei verschie-
denen Theilen, der Speiseröhre, dem Magen und dem Darme,
und ist versehen mit sechs Anhängen, von denen vier, wel-
che, wie man annimmt, als Leber fungiren, der Uebergangs-
stelle zwischen Magen und Darm angeheftet, und zwei, w^el-
che als Harnorgane betrachtet werden, am hinteren Theile des
Darmkanales, in einiger Entfernung vom After, sitzen. Von
der ziemlich grossen MundöfFnung geht die Speiseröhre (Oe-
sophagus) schräg nach oben und etwas nach hinten zum
Magen, ist kurz und sehr weit und besieht aus zwei Schich-
ten, von denen die innere aus einer homogenen Chitinmem-
bran ohne Epithelialzellen, und die äussere aus starken, cir-
culären, mit quergestreiften Fibrillen versehenen Muskeln
besteht. Der Magen (Ventriculus), welcher im Cephalo - und
ersten Thorax -Segment liegt, wird aus einer ziemlich gros-
sen, länglichen, cylindrischen , in der Mitte am breitesten
und nach beiden Enden hin etwas verschmälerten Erweite-
rung des Darmkanales gebildet. Bei den beiden hier in Rede
stehenden Arten scheint er von etwas ungleicher Beschaf-
fenheit zu sein. Bei Gammarus Locusta ist (Taf. X. Fig. 1)
sein vorderer Theil fast ganz cylindrisch, doch nach hinten
etwas an Dicke abnehmend, der hinlere Theil aber, dessen
obere Seite etwas abgeplattet ist, hat an der unteren Seite
einen grossen, gerundeten Höcker oder Anschwellung. Zwi-
schen seinem vorderen und hinteren Theile besteht also eine
sehr merkliche Grenze. An der äusseren Seite ist er von
dünnen, schräg von oben nach unten und hinten gehenden,
quergestreiften Muskeln umgeben, und an der unteren Seite,
vor der knotigen Anschwellung, welche auch von besonders
starken Muskeln bedeckt ist, heften sich zwei dergleichen
lange und schmale, welche nach vorn und unten zu den
Seilen des Kopfsegmenls gehen. An den Seiten des hinteren
und oberen Theils gewahrt man auch zwei kleine knopfför-
mige Fortsätze (Fig. 2). Die innere Fläche des Magens ist,
wie die der Speiseröhre, mit einer Chitinmembran bekleidet,
294 B r u z e 1 i u s :
welche keine Epithelialzellen besitzt, aber mit verschiedenen
Borsten und Stacheln versehen ist. Solcherweise befinden
sich am Eingange von der Speiseröhre zum Magen zwei
längliche , erhabene, mit Stacheln und Borsten besetzte Or-
gane (Fig. 3 a). Zuvörderst auf ihnen steht eine Reihe lan-
ger und sehr grober Stacheln, welche nach innen und etwas
nach hinten gerichtet sind, und hinter diesen finden sich meh-
rere dichtstehende Reihen von Borsten, welche nach hinten
an Länge zu-, aber an Dicke abnehmen. Durch diese zwei
Organe, welche in einem gewissen Grade nach vorn und
hinten beweglich zu sein scheinen, so dass die Richtung der
Stacheln etwas verändert werden kann, wird der Eingang
zum Magen gesperrt, so dass die Nahrungsstoffe verhindert
werden , in die Speiseröhre zurückzugelangen , wogegen sie
mit Leichtigkeit aus ihr in den Magen eingehen können.
Hinter diesen beiden Erhabenheiten befinden sich zu jeder
Seite des Magens drei mit einer Reihe Borsten besetzte,
etwas erhöhte Kanten oder Rippen, welche zugleich mit den
zwei eben genannten Erhabenheiten zwei grosse Felder von
unregelmässiger Form begrenzen. Die beiden oberen Bor-
stenreihen, welche beim Ausgangspunkte vorn nahe an einan-
der liegen, entfernen sich nach hinten etwas von einander
und bilden zwei abgerundete spitzige Winkel mit den hinte-
ren Reihen, welche davon etwas nach vorn und unten gehen
und sich unter einem stumpfen Winkel mit den unteren ver-
einigen, welche von den stachelbesetzten Erhabenheiten aus-
gehen und sich nicht so weit nach hinten, wie die oberen,
erstrecken. Die Borsten sind lang, ziemlich dichtstehend
und einwärts gerichtet. Zwischen den beiden unteren Rei-
hen, welche nicht zusammenstossen, findet sich am unteren
Theile des Magens eine kleine , längliche, mit sehr kurzen
Borsten dicht besetzte Erhöhung (Fig. 3, b). Im oberen
Theile des Magens hinter den eben erwähnten oberen Bor-
stenreihen beginnen zwei andere ähnliche, welche nach hin-
ten und unten gehen, machen im hinteren und unteren Theile
des Magens eine gleichmässige Biegung nach vorn und ver-
laufen sich danach in zwei , mit kurzen Borsten dicht be-
setzte Kanten, welche sich in einem kleinen Abstände von den
unteren Borstenreihen im vorderen Theile des Magens endigen.
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 295
Die knotenartige Anschwellung- am unteren und hinte-
ren Theile des Mag-ens hat inwendig zwei taschenähnliche
Vertiefungen, von einander getrennt durch einen Zwischenbal-
ken (Fig. 3, c), welcher schmal und mit kurzen Borsten dicht
besetzt ist; dieser erweitert sich nach hinten zu einer brei-
ten, fast viereckigen Scheibe, welche in der Mitte der hin-
teren Kante mit einem kleinen , spitzigen Fortsalze versehen
und auf der oberen Seite mit kurzen Borsten besetzt ist.
Die inneren Wände der taschenähnlichen Vertiefungen werden
von zwei länglichen, gerundeten Oberflächen (Fig. 4) gebildet,
welche dicht gestreift zu sein scheinen und bei schwacher
Vergrösserung eine blaue, etwas schillernde Farbe zeigen.
Die äusseren Wände der eben erwähnten Vertiefungen sind
mit kurzen und feinen Borsten sehr dicht besetzt und haben
keine solche Streifung wie die innere Fläche. Was für eine
Funktion diese Vertiefungen haben, ist mir nicht gelungen zu
erforschen. Beim Betrachten ihrer Bewaffnung und starken
Muskelbelegung auf der äusseren Seite möchte man verleitet
werden, sie für eine Art von Zermalmungsapparat zu halten,
welcher Meinung jedoch entgegen zu stehen scheint, dass
man in ihnen niemals Nahrungsstoffe findet, auch dann nicht,
wenn der übrige Magen ganz voll von diesen ist. Vom Ma-
gen sind sie dadurch geschieden, dass ihre Kanten dicht an
den Zwischenbalken schliessen ; wenn man aber die obere
Seite des Magens öffnet und die Seitentheile nach aussen
zieht, lassen sie sich leicht ausbreiten. Der breitere Theil
des Zwischenbalkens bildet einen nach hinten vorspringen-
den Fortsatz und ist auch auf der unteren Seite mit kurzen
Borsten dicht besetzt. An seine hinteren Kanten grenzen
zwei kleine, borstenbesetzte Erhabenheiten (Fig. 3, d). Am
Uebergange des Magens in die Darmröhre befindet sich an
der oberen Seite eine ziemlich grosse blindsackähnliche Er-
weiterung (Fig. 1, b) , welche vom Darme ausgeht und mit
ihrem vorderen abgerundeten Ende mittels eines feinen Li-
gaments dem oberen Theile des Magens angeheftet zu sein
scheint. Dass diese Erweiterung keinen Theil der Darmröhre
ausmache , scheint daraus hervorzugehen , dass sie niemals
Nahrungsstoffe , wie der Darm selbst , enthält. Möglicher-
weise ist sie ein Secretionsorgan. Inwendig ist sie mit Schei-
296 B r u z e 1 i u s :
benepithelium belegt, bestehend aus pentagonalen, 0,009 Mm.
grossen Zellen, welche deutliche Kerne enthalten.
Vom Magen erstreckt sich die Darmröhre ohne irgend
eine Biegung zu machen, bis zum hinteren Ende des letzten
Bauchsegments, wo der After liegt. Sie behält auf das ge-
naueste denselben Durchmesser in ihrer ganzen Länge und
bildet vom vierten Abdominalsegmente an das Rectum. Was
ihre Struktur betrifft, so scheint sie nicht überall völlig gleich
zu sein. So scheint der dem Magen zunächst gelegene
Theil aus drei ungleichen Schichten zu bestehen , nämhch
einer inneren, homogenen, dünnen Chitinmembran (Cuticula),
welche eine Fortsetzung der inneren Magenbekleidung ist,
einer Schicht von 0,01ö Mm. grossen , runden oder sechs-
eckigen , mit Kernen versehenen Epithelialzellen , und einer
starken, homogenen Membran (Tunica propria) , auf welcher
zerstreute , longitudinale und circuläre Muskelfäden liegen.
Im mittleren Theile der Darmröhre konnte ich keine innere
Membran (Cuticula) , als das Epithelium bedeckend , gewahr
werden; übrigens aber stimmt er in seinem Baue mit dem
vorderen Theile überein. Im Rectum bemerkt man dagegen
deutlich vier verschiedene Schichten, welche von innen nach
aussen so auf einander folgen : zuerst eine dünne, fein gra-
nulirte Membran , auf diese eine Schicht von sechseckigen
oder runden, 0,009 Mm. grossen, mit Kernen versehenen
Epithelialzellen (Fig. 5), dann eine strukturlose Membran und
auf diese eine dicke Schicht von longitudinalen und circu-
lären Muskelbändern, im lebenden Thiere sieht man den
Darmkanal beständig starken Contractionen und Relaxationen,
die mit einander an verschiedenen Stellen abwechseln, un-
terworfen.
Recht an der Grenze zwischen Magen und Darmröhre
sitzen vier lange , cylindrische , blindsackähnliche Organe
(Fig. 1, c), welche sich ungefähr bis zum Anfange des drit-
ten Abdominalsegments erstrecken , nahe an der Darmröhre
liegen, zwei jederseits, und, wie man annimmt, als Leber
fungiren. Ihr Durchmesser ist etwas geringer, als der der
Darmröhre, mit deren mittlerem Theile sie in der Struktur
übereinstimmen und sonach der Tunica intima oder Cuticula
zu ermangeln scheinen. Leydig scheint inzwischen anzu-
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 297
nehmen, dass sich eine Tunica intima in den Lebersäcken
bei Gammariis finde , da er , im „Lehrbuche der Histologie
des Menschen und der Thiere" S. 362, eine Zeichnung- von
diesem Organe mittheilt , auf welcher eine solche Membran
deutlich abgebildet ist. Frey und Leuckar t *) behaupten
jedoch, bei der Beschreibung der Lebersäcke der Lämodi-
poden , dass sie so wenig bei diesen, wie bei irgend
einem anderen Crustaceum, eine solche innere Membran
gefunden haben, wesshalb sie deren Dasein auch in der Leber
bei Astacus stark bezweifeln. Die beiden Lebersäcke verei-
nigen sich jederseits mit einander zu einem gemeinschaft-
lichen kurzen Ausführungsgange. Es ist mir nicht gelungen,
mit Sicherheit zu bestimmen, an welchem Funkle sie in den
Magen einmünden ; aber es hat mir gedäucht , als ob es
unter dem hinteren erweiterten Theile des Zwischenbalkens
geschehe, welcher die beiden taschenähnlichen Vertiefungen
im hinteren und unteren Theile des Magens scheidet. Die
Lebersäcke sind inwendig mit einer Menge grosser Zellen
angefüllt. In einem Theile derselben kann man leicht Kerne
entdecken ; aber der grösste Theil scheint keine zu besitzen
und einen gelben oder gelbbraunen , fettartigen Stoff zu
enthalten.
An der oberen Seite des hinteren Darmtheils sitzen zwei,
am vorderen Ende geschlossene Anhänge (Fig. 6), welche
an der Stelle in den Darm einmünden, an welcher das Re-
ctum beginnt, und von da sich nach vorn zum zweiten oder
ersten Abdominalsegmente hin erstrecken. Diese Anhänge,
welche als Harnorgane betrachtet worden und bei jüngeren
Individuen kürzer, als bei älteren sind, werden an der äus-
seren Seite von einer strukturlosen Membran umgeben und
haben übrigens auf das Genaueste dieselbe Struktur wie die
Lebersäcke.
Bei Amphithoe podoceroides ist der Digestionsapparat
von einer etwas verschiedenen Beschaffenheit. Der Magen
ist schmäler als bei Gammarus Loaista, und hat eine etwas
verschiedene Bewaffnung. Beim Eingange der Speiseröhre in
^") Beiträge zur Kenntniss wirbell. Thiere mit besond. Berück-
sichtigung d. Fauna d. norddeutschen Meeres. Braunschw. 1847 S. 104:.
298 B r II z e 1 i u s :
den Mögen befinden sich zwei solche, mit Stacheln und Bor-
sten besetzte Erhabenheiten , wie bei jener Art , von deren
oberem Ende (Fig. 7) zwei Reihen langer Borsten nach hin-
ten gehen. Diese Reihen entfernen sich nach hinten von
einander und biegen sich im hinteren Theile des Magens
nach unten und dann nach vorn , und endigen sich in eine
mit kurzen Borsten di( ht besetzte Kante. Vom unteren Ende
der slachelbesetzten Erhabenheiten gehen auch zwei Borsten-
reihen nach hinten , welche sich in einer kleinen Entfer-
nung von den eben erwähnten borslenbesetzten Kanten en-
digen. Die Theile der Magenwände , welche von den jetzt
erwähnten Borstenreihen eingeschlossen werden, sind überall
mit sehr kurzen und feinen Borsten besetzt. Im hinteren und
unteren Theile des Magens linden sich zwei solche taschenähn-
liche Vertiefungen , wie bei Gammarus Locusta , welche von
einander durch einen schmalen Zwischenbalken (Fig. 8) ge-
schieden sind , der sich nach hinten zu einem breiteren
Theile erweitert, dessen hintere Kante fast gleichmässig
abgerundet und nur in der Mitte mit einem schwachen Win-
kel versehen ist. An der oberen Seite der Darmröhre zu-
nächst dem Magen befindet sich ein blindsackähnliches Or-
gan, welches viel kleiner ist, als dasselbe bei Gammarus Lo-
custa, und in der Mitte des Vorderendes eine tiefe Bucht
hat. Die Darmröhre ist auf das Genaueste wie bei Gamma-
rus Locusta beschalFen, auch was die Struktur betrifft. Auch
die Lebersäcke stimmen in Form und Grösse mit denen der
eben genannten Art überein. Die beiden an jeder Seite
vereinigen sich mit einander zu einem kurzen Aus führungs-
gange , welcher am Uebergange des Magens in die Darm-
röhre einmündet. In der Struktur zeigen sie das Eigene,
dass die sechseckigen und 0,023 Mm. grossen Epithelialzel-
len (Fig. 9) zwei mit Nucleolis versehene Kerne enthalten,
welche besonders hübsch und deutlich durch Behandlung
mit Essigsäure werden. Gegen das hintere Ende der An-
hänge werden die Zellen kleiner , nähern sich der runden
Form und haben undeutliche Kerne. Die sog. Harnorgane
sind bei dieser Art viel kleiner, als bei G. Locusta.
Nach dieser Beschreibung ist der Verdauungsapparat
bei diesen beiden Arten in mehrfacher Hinsicht denselben
Beitrag zur Kenntniss vom Innern Baue der Aniphipoden. 299
Organen bei anderen Arten, so weit sie bisher bekannt ge-
worden sind, unähnlich, Spence Bäte beschreibt (a. a. 0.
S. 48) ihn von zwei an den englischen Küsten vorkommen-
den Arten der Gattungen Talifrus und Sulcator , bei denen
der Magen an der oberen Seite eine „gizzardlike^< (kropfähn-
liche) Erweiterung haben soll , welche vermulhlich den ta-
schenähnlichen Vertiefungen an der unteren Seite bei Garn-
marus Locusta und AmphUhoe podoceroides entsprechen.
Hinter diesem „gizzardlike organ" soll sich ausserdem bei
einigen — er weiss nicht gewiss, in wiefern bei allen —
Arten ein langer Blindsack an jeder Seite der hinteren Ma-
genöffnung befinden. Bei den beiden hier in Rode stehen-
den Arten habe ich keine Spur von dergl. Coecis entdecken
können. Spence Bäte hat stets vier lange Lebersäcke
gefunden, behauptet aber, dass sie sich sämmtlich zu einem
einzigen Ansführungsgange vereinigen, ehe sie in den
Darm, gerade da, wo er aus dem Magen abgeht, einmünden.
Die Kreislaufs Organe bestehen hauptsächlich aus
dem Herzen oder Rückengefässe , welches lang und cylin-
drisch ist, oben über dem Darmkanale liegt und sich vom
ersten bis zum siebenten Thoraxsegmente hinzuziehen scheint.
Seine obere Wand hängt mittels eines kurzen Fortsatzes an
jedem Segmente, wodurch die obere Contour des Herzens
ein buchtiges Ansehen bekommt. Die Systole und Diastole
folgen schnell auf einander, so dass das Herz im lebenden
Thiere beständig in einer fast vibrirenden Bewegung zu sein
scheint. Es scheint aus einer inneren granulirten Membran
und einer Schicht schräglaufender und circulärer Muskeln
mit quergestreiften Fibrillen zusammengesetzt zu sein. Vom
vorderen Ende des Rückengefässes geht ein kurzer Aorta-
Stamm ab, aus welchem man das Blut hervorstürzen und sich
in drei Ströme theilen sieht, von denen zwei zu den Anten-
nen gehen, der grösste und unterste aber sich nach unten
vor den Oesophagus hin biegt. Ausser dem Herzen und die-
sem kurzen Aortastamme habe ich keine mit bestimmten
Wänden versehene Blutgefässe entdecken können. Die Blul-
ströme laufen übrigens in Zwischenräumen oder Lacunen, wel-
che bestimmt keine umschliessende Membranen besitzen. Ich
habe somit oft beobachtet, dass ein oder das andere Blut^
300 B r u z e 1 i u s :
körperchen von einem arteriellen zu einem venösen Strome
hinüberhüpfte. Die Blutkörperchen, welche nicht besonders
zahlreich sind, variiren sehr in der Form und sind bald oval,
bald Spindel- oder fast halbmondförmig gebogen, und haben
meistens eine Grösse von 0,016 Mm.
Die Athmungsorgane sind aus dünnen , blattähn-
lichen, Zirkel- oder eirunden Anhängen gebildet , welche
mittels eines kleinen Stieles der Basis aller Beine am Thorax
angeheftet sind, mit Ausnahme des ersten Paares bei Gam-
marus Locusta und des ersten und letzten bei Amphithoe
podoceroides. Die Wände dieser Organe bestehen aus einer
dünnen Membran. In ihnen findet sich ein Netz von Ganä-
len, welche dadurch gebildet werden, dass die beiden Wände
mit einander an vielen Stellen vereinigt und verwachsen sind,
so dass eine Menge von Zwischenbalken dadurch entsteht.
Die Geschlechtsorgane, welche man in innere
und äussere Iheilen kann , liegen im Thorax. OefFnet man
ein Männchen von einer der beiden hier in Rede stehenden
Arten längs der Rückenseite , biegt die Schale nieder und
löst sie vorsichtig von den Epimeren und dem Arcus ventra-
lis, so gewahrt man einen feinen, weissen Streifen längs der
Seite des Darmkanales; dies sind die Hoden. Bei G. Locusta
bestehen dieselben aus zwei cylindrischen , langen Organen
(Fig. 10) , welche parallel mit der Darmröhre , aber etwas
höher, als diese, liegen und von der hinteren Kante des
ersten Thoraxsegmentes bis zum Ende des siebenten laufen.
Ihr Durchmesser ist nicht überall gleich, und der Form
nach weichen sie von denen der Amphithoe podoceroides
etwas ab. Vom Anfange bis zur Mitte des fünften Seg-
ments bilden die Hoden bei G. Locusta einen gleichmässigen
Cylinder ; dort aber verschmälern sie sich und setzen sich
nur mit einem schmalen Canale fort , welcher sich jedoch
bald im sechsten Segmente erweitert und auf das Genaueste
dieselbe Grösse annimmt, wie der vordere Theil. Im sie-
benten Segmente verschmälern sie sich von neuem und bil-
den ein schmales Vas deferens, welches sich nach unten und
etwas nach hinten biegt und sich schliesslich in der Spitze
der äusseren Geschlechtsorgane öffnet, welche an der unte-
ren Seite des siebenten Segments hervortreten. Die Hoden
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden
301
bestehen aus einer homogenen Membran, welche ganz und
gar ohne Muskelfäden zu sein scheint und haben einen ver-
schiedenen Inhalt in den verschiedenen Theilen, welches man
schon nach der Verschiedenheit ihrer Farbe und ihres An-
sehens vermuthen kann, indem der vordere Theil viel bleicher
als der hintere ist.
Den vorderen, cylindrischen Theil findet man ganz voll
von Zellen , welche von etwas verschiedener Beschaffenheit
sind. Die meisten von ihnen sind rund , 0,012 Mm. gross
und scheinen meistens mit Kernen versehen zu sein; in eini-
gen habe ich sie indessen nicht entdecken können. Neben
diesen runden Zellen finden sich andere von einer höchst
eigenthümlichen Form (Fig. 11). Sie bestehen nämlich aus
drei Theilen, einem kugelrunden, einem längeren , schmäle-
ren und hervorgezogenen , endlich einem kleineren , knopf-
ähnlichen , welcher mittels eines sehr feinen Stiels mit dem
hervorgezogenen und schmalen Theile verbunden ist. Bei
einigen ist dieser letztere Theil viel schmäler, als bei anderen;
ihre Grösse variirt zwischen 0,0096 und 0,012 Mm. Ausser-
dem trifft man oft andere Zellen an, welche den eben be-
schriebenen gleichen, indem sie einen dickeren, runden Theil
und einen schmäleren besitzen, aber ganz und gar nicht den
knopfähnlichen. Dass diese drei verschiedenen Zellenarten un-
gleiche Entwickelungsstadien von Spermatozoiden-Zellen seien,
ist wohl mehr als wahrscheinlich; es ist mir aber nicht ge-
glückt , andere Formen von ihnen anzutreffen , welche sich
mehr den ausgebildeten Spermatozoiden genähert und somit
diesen Entwickelungsprocess näher erklären oder aufhellen
gekonnt hätten. Soviel ich weiss, hat früher noch Niemand
etwas ähnliches bei irgend einer Amphipodenart beobachtet;
dagegen aber finden wir eine gewisse Uebereinstimmung
zwischen diesen Zellenformen und den verschiedenen Ent-
wickelungsstadien der Spermatozoiden, welche Frey und
Leuckart (a. a. 0. S. 124) in den Hoden der Mysis flexuosa
entdeckt haben. Der ganze vordere Theil der Hoden ist
bloss mit diesen drei Arten von Zellen angefüllt, und ich
habe niemals in demselben Spermatozoiden angetroffen. Von
diesen ist dagegen der ganze hintere, spindelförmige Theil
(Fig. 10, b) voll, welcher von ihnen seine weisse Farbe und
302 B r II z e 1 i w s :
ein streifiges Ansehen bekommt. Die Spermatozoiden sind
sehr lang und dünn (¥ig, 12) , zeigen keine Spur von Be-
wegung , und die meisten von ihnen scheinen aus drei un-
gleichen Theilen zu bestehen. Der längste Theil ist faden-
förmig, erreicht eine Länge von 0,24 Mm. und darüber, und
läuft an einem Ende in eine sehr feine Spitze aus, deren
Ende man nur niit vieler Schwierigkeit gewahr werden kann.
Am anderen Ende haben sie eine kleine punktgleiche An-
schwellung, auf welche ein dünner , fadengleicher Theil von
nur 0,026 Mm. Länge folgt. Dieser kleinere Theil bildet
allemal einen Winkel mit dem längeren Theile. Die meisten
Spermatozoiden sind so beschaffen; doch trifft man auch an-
dere an, welche völlig fadengleich sind und sowohl der An-
schwellung, als auch des Anhangs ermangeln, welche in-
dessen möglicherweise während des Herausnehmens der Ho-
den abgerissen sind.
Auch diese Spermatozoidenformen haben eine gewisse
Aehnlichkeit mit denen der Mysis ßexuosa, welche von den
obengenanten Schriftstellern beschrieben worden sind. Diese
haben nämlich beobachlet, dass die Spermatozoiden in einem
gewissen Entwickelungsstadium aus einem sog. „Stabe" oder
einem gröberen und kürzeren Theile, und aus einem „Faden"
oder längeren , fadengleichen Theile bestehen. Der Stab
trennt sich schliesslich von dem fadenartigen Theile, welcher
danach das völlig entwickelte Spermatozoid bildet. Es mag
sich eben so auch bei unserer Art verhalten.
Im siebenten Segmente verschmälern sich die Hoden
und bilden das Vas deferens, welches eine Breite von 0,038 Mm.
hat , und sich nach unten und hinten , auch nachher etwas
nach innen biegt. Es besteht aus einer ziemlich starken
strukturlosen Membran und einem Scheibenepithelium von
kleinen, runden Zellen. Die äusseren Geschlechtsorgane be-
stehen beim Männchen aus zwei ziemlich grossen, zapfen-
ähnlichen Theilen (Fig. 13), welche an der unteren Seite
des Arcus ventralis des siebenten Segments sitzen. Sie sind
nach innen und etwas nach unten gebogen und haben im
unleren Ende und fast auf der oberen Seite eine feine OefT-
nung für das Vas deferens. Sie sind aus einer homogenen
Chitinmembran gebildet.
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Aniphipoden. 303
Bei Amphithoe podoceroides weichen die Hoden in der
Form , wie schon oben bemerkt wurde , etwas von denen
bei G. Locusta ab. So wie bei diesem erstrecken sie sich
von der hinteren Kante des ersten Thoraxsegments bis zum
Ende des siebenten und liegen parallel mit der Darmröhre,
aber etwas höher, als diese. Man kann an ihnen fünf ver-
schiedene Partien oder Abtheilungen von ungleichem Durch-
messer (Fig. 14) unterscheiden. Im zweiten und dritten Seg-
mente bestehen nämlich die Hoden aus einem schmalen
Strange, erweitern sich im vierten zu einem ziemlich dicken,
spindelförmigen Theile, verschmälern sich wieder bedeutend im
fünften und erweitern sich am Ende des sechsten zu einer spin-
delförmigen Abtheilung, welche jedoch viel schmäler ist, als
der vordere spindelförmige Theil im vierten Segmente, und
setzen sich im siebenten mit einem schmalen Vas deferens
fort, welches sich nach hinten und unten biegt und sich in
der Spitze der äusseren Geschlechtsorgane öffnet , welche
zapfenförmig und an der unteren Seite des Arcus ventralis
vom siebenten Segmente sitzen. Die drei ersten Abtheilun-
gen oder der garze Theil der Hoden, welcher im zweiten
bis fünften Segmente liegt, enthalten nur Zellen, aber keine
Spermatozoiden, von denen dagegen der schmälere spindel-
förmige Theil, welcher in einem Theile des fünften und
sechsten Segments liegt, ganz und gar voll ist, wovon er
auch ein streifiges Ansehen und weisse Farbe hat.
Die Angaben von den männlichen Geschlechtsorganen
bei den Amphipodcn, welche Sp en ce Ba te (a. a. 0. S. 52)
und de la Valette (a. a. 0. S. 10) mittheilen (die übri-
gen Schriftsteller haben bloss die Spermatozoiden und die
äusseren Geschlechtsorgane beschrieben), weichen in mehr-
facher Hinsicht von den Beobachtungen an G. Locusta und
A, podoceroides ab, welche ich oben mitgetheilt habe. Dpr
erstere Schriftsteller hat seine Untersuchungen in dieser Be-
ziehung hauptsächlich an Sulcator arenarius gemacht, wegen
der Durchsichtigkeit dieser Art, und theilt Beschreibung und
Zeichnung ihrer Hoden mit. Ausserdem findet sich bei ihm
auch die Zeichnung dieser Organe von einem Gammarus,
vermuthlich G. Locusta. Er beschreibt die Hoden als »large,
opake, oblong organs, being in breadlh about equal to half
304 B r u z e 1 i u s :
their length, situated , on the dorsal aspect, immediately
beneath the dermal tissues, occupying a position under the
sixlh and seventh Segments of thorax," und mit dieser Be-
schreibung stimmt die Figur überein, welche sich von diesen
Organen bei Gammarus in seinem Werke findet. Es scheint
danach, als beständen die Hoden bei den von ihm unter-
suchten Arten nur aus einem kürzeren, der hinteren Erwei-
terung dieser Organe bei den beiden, von mir beschriebenen
Arten entsprechenden Theile. Dass dies sich so bei Sulca-
tor verhalte, wage ich nicht zu bezweifeln, halte es aber
dagegen nicht für unwahrscheinlich, dass Sp ence Bäte den
vorderen Theil der Hoden bei der Gammarus-Art übersehen
habe, ein Fehlgriff, dessen man sich leicht schuldig machen
kann, indem es sich oft ereignet, dass jener bei der Dis-
section vom hinteren Theile abgerissen wird , der durch
seine weisse Farbe und Streifung sogleich aulfällt. Ich habe
ohnedies die Hoden bei mehreren Arten der Gattung Gam-
marus untersucht und gefunden , dass sie bei allen eine
weit grössere Länge, als die von Spence Bäte angege-
bene, besitzen. De la Valette's Beschreibung der Hoden
von Gammarus puteanus ist zu kurz , um aus ihr eine Vor-
stellung der wirklichen Beschaffenheit zu erhalten. Die Sper-
matozoiden bei Sulcator und Gammarus beschreibt Spence
Bäte als haarähnliche Körper, ohne irgend eine bedeutende
Erweiterung eines Theiles. Solche kleine Anhänge, wie ich
sie an den Spermalozoiden von G. Locusta und Amph. po-
doceroides beobachtet habe, erwähnt er nicht. De la Va-
lette hat gefunden, dass die Spermalozoiden bei Gamm.
puteanus haarförmig und nach beiden Enden zugespitzt sind.
^u\ i,D[e inneren Geschlechtsorgane beim Weibchen der hier
in Rede stehenden Arten bestehen aus zwei , von einander
völlig gelrennten , ziemlich dicken , cylindrischen Ovarien
(Fig. 15) , welche sich vom ersten Thoraxsegmente bis zum
Ende des siebenten hinziehen. Sie haben ungefähr dieselbe
Lage, wie die Hoden beim Männchen oder zu beiden Seiten
der Darmröhre, ihre Farbe ist mehr oder weniger dunkel,
daher man sie schon leicht durch die äussere Schalenbe-
deckung hindurch entdecken kann. Von ihrem mittleren und
unleren Theile geht im fünften Segmente ein ziemlich weiter
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 305
Ovidukt aus, welcher sich an der Basis der Eierbedeckungs-
scheiben , die am fünften Segmente befestigt sind , öffnet.
Die Wände der Ovarien scheinen von einer sehr dünnen,
homogenen Membran gebildet zu vt^erden , w^elche an der
inneren Seite mit kleinen runden Zellen belegt ist. Bei den
von mir untersuchten Individuen sind sie immer voll von
Eiern in verschiedenen Entwickelungsstadien , in der Grösse
vonM)^03 bis 0,24 Mm. variirend, gewesen. Die Vulvae tre-
ten als zwei kleine, runde Oeffnungen an der Basis der Eier-
bedeckungsscheiben auf (Fig. 16) und scheinen von einer
erhöhten , mit feinen Borsten besetzten Kante umgeben zu
sein (P'ig, 17). Die Eierbedeckungsscheiben sind vier Paar
dünne, längliche Lamellen, welche den Epimeren des zweiten
bis fünften Thoraxsegments an deren innerer Seite, innen vor
den Branchialanhängen , angeheftet sind. Die Lamellen des
letzten Paares (Fig. 16, c) sind kleiner, als die vorhergehen-
den. Sie sind einwärts unter die Brust gebogen, in den Rän-
dern mit langen und groben Borsten besetzt und bilden zusam-
men einen Behälter, in welchem die Eier und selbst die Jun-
gen eine Zeit lang nachdem sie ausgebrütet sind, getragen
werden.
SpenceBate's Beschreibung der Ovarien von Gammarus
(die Art giebt er nicht an), weicht wesentlich von meinen hier
gegebenen Beobachtungen ab. Nach ihm besteht jedes Ovarium
aus vier oder fünf sackähnlichen Organen , welche gegen
ihre Anheftungsstelle hin sich zu einem gemeinschaftlichen
Canale verschmälern, in welchem sie ausmünden. Von die-
sen Säcken ist derjenige der weiteste, welcher am entfern-
testen von der Vulva ist. Er glaubt ausserdem gefunden zu
haben, dass sie von einem gemeinschaftlichen Sacke umge-
ben werden, hat aber durch die Dissection keine Gewissheit
darüber erhalten können. Die Vulvae hat weder er, noch
einer der vorherigen Schriftsteller entdecken können; er
glaubt aber , dass sie wahrscheinlich an den Epimeren des
fünften Segments liegen. Von solchen Lobi in den Ovarien
habe ich bei G. Locusta und Amph, podoceroides keine Spur
gesehen. De la Valette erwähnt auch nicht dergl. vom
G. puteanus, bei welchem er die Ovarien aus einfachen cylin-
drischen Organen bestehend fand.
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 2Q
306 B i- u z e 1 i u s :
Das Nervensystem besteht aus einer gewissen Anzahl
von mit einander mittelst zweier längslaiifenden Nervencommis-
suren vereinigten und theils im Kopfe, theils in den übrigen
Körpersegmenten auf dem Arcus ventralis liegenden Ganglien.
Aus diesen Ganglien und Längscommissuren entspringen eine
Menge von Nerven, welche sich in den verschiedenen Thei-
len des Körpers verzweigen. Der centrale Theil des Ner-
vensystems *'*■) im Kopfe besteht aus zwei Ganglienmassen,
von denen die vordere (das Gehirn, Ganglium supraoesopha-
geum) vor und über dem Oesophagus am vorderen Rande des
Kopfes , und die hintere (G. infraoesophageum) hinter und
etwas unter dem Oesophagus liegt. Das Gehirn (Fig. 18, a),
welches nicht bedeutend grösser ist, als die im Thorax lie-
genden Ganglien , scheint gleichsam aus drei Paar mit ein-
ander vereinigter Ganglien zusammengesetzt zu sein. Das
vorderste (G. ophthalmicum) ist das grösste , nimmt den
oberen Theil des Gehirns ein und hat eine längliche Form.
Im vorderen Ende wird die Scheidung zwischen beiden
Ganglien durch eine tiefe Bucht angedeutet, und vom vorde-
ren Theile deren äusserer Seiten geht ein starker und kur-
zer Nervenstamm zu jedem Auge ab. An der unteren Seite
des Gehirns bemerkt man vier zapfenähnliche oder konische
Anschwellungen, zwei, von denen zwei starke Nerven zu den
obern Antennen ausgehen, etwas vor den zwei andern, welche
Nerven zu den unteren Antennen aussenden. Vom hinteren
Theile des Gehirns gehen zwei grobe Nervenstämme aus ,
welche, einer zu jeder Seite vom Oesophagus laufen und
das Halsband (Fig. 18, b) bilden. Hinter dem Oesophagus
vereinigen sie sich bei Amph. podoceroides sogleich mit ein-
ander mittelst einer dicken Quercommissur, welche nur durch
ein kleines rundes Loch von dem länglichen, ziemlich gros-
sen Ganglium infraoesophageum (Fig. 18 , c) getrennt ist,
"' ) Es unterliegt nicht geringen Schwierigkeiten, die Ganglien
des Kopfes von den nahe liegenden Organen zu isoliren. Die Ar-
beit wird indessen erleichtert, wenn man das Thicr eine Zeit lang
vor der Untersuchung in verdünnter Essigsäure liegen lässt. Reim
frischen Thiere ist es mir nie gelungen , diesen Theil des Nervensy-
stems unbeschädigt herauszubekommen.
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 307
von dessen unterer Seite Nerven zu den Mundtheilen aus-
gehen. Bei G. Locusta findet sich die vordere Quercom-
missur nicht , sondern das G. infraoesophageum wird gleich
hinter dem Oesophagus gebildet. Durch zwei kurze und
starke Längscommissuren, welche jederseits einen Nervenstamm
von der äusseren Seite her abgeben, ist dies Ganglium mit
dem ersten Ganglium thoracicum vereinigt, welches auf dem
Arcus ventralis unter dem Magen im ersten Segmente liegt.
Dies G. thoracicum, welches wohl eigentlich aus zweien zu-
sammengesetzt ist, ist breiter als lang, sehr gross, nach den
Seiten verschmälert, und sendet von jeder Seite zwei Ner-
venstämme (Fig. 18, d) aus, von denen der eine zu den Ex-
tremitäten des Segments geht, der andere aber sich in die
Seitenmuskulatur verzweigt. Von diesem Ganglium laufen
zwei Längscommissuren aus, welche an Länge das Ganglium
weit übertreffen, zu dem Ganglium des zweiten Segments
und senden, ungefähr von der Mitte der äusseren Seite, einen
starken Nervenstamm aus , welcher sich bald in zwei Aeste
theilt. Nach diesem Plane ist die ganze Nervenkette im Thorax
gebildet, so dass in jedem seiner Segmente ein Ganglium
liegt, welches vier Nervenstämme, vereinigt mit dem voran-
gehenden und nachfolgenden durch zwei Längscommissuren,
aussendet, aus deren mittlerem Theile ein Nervenstamm nach
den Seiten hin aussprosst.
Im ersten Segmente des Abdomens beobachtet man auch
ein mit dem letzten G. thoracicum durch zwei ähnliche, ner-
venaussendende Längscommissuren , wie sie sich im Thorax
finden, vereinigtes Ganglium. Dieses ist kleiner, als die G.
thoracica, hat eine länglich gerundete Form und sendet nach
jeder Seite zwei Nervenstämme aus. Auf dieses folgen drei
Abdominalganglien, von welchen die zwei zunächstfolgenden
dieselbe Form und Beschaffenheit wie das erste haben, und
nur etwas kleiner, als dieses sind. Sie sind sämmtlich mit
einander mittelst nervenaussendender Längscommissuren ver-
einigt , welche indessen an Länge die Verbindungsstämme
im Thorax sehr übertreffen. Das letzte oder vierte G. ab-
dominale (Fig. 19) weicht etwas von den vorhergehenden
darin ab, dass es schmäler ist und von dem hinteren Ende
drei Paar starke Nervenstämme aussendet, welche sich in
308 B r u z e 1 i u s :
den Muskeln der drei letzten Segmente und den übrigen
Theilen verzweigen. Von jeder Seite desselben Gangliums
gehen zwei Nerven aus, welche am Anfange zu einem kur-
zen , gemeinschaftlichen Stamme vereinigt sind. Die ganze
Nervenkette besteht sonach bei G. Locusta und Amph. podo-
ceroides aus dreizehn Ganglienmassen, von denen, das G.
supra- und infraoesophageum zum Cephalsegmente, die sie-
ben folgenden zum Thorax und die vier letzten zum Abdo-
men gehören. Durch vielfältig wiederholte Untersuchungen
habe ich mich von diesem Verhalten zu vergewissern ge-
sucht und bin immer zu demselben Resultate gelangt , wel-
ches inzwischen nicht völlig mit Demjenigen übereinstimmt,
was andere Schriftsteller angegeben haben.
Nach der Beschreibung des Nervensystems von TalUrus,
welche in der von Mi Ine Edwards und Audouin ver-
fassten Abhandhing (a. a. 0. S. 79) über das Nervensystem
bei den Crustaceen mitgetheilt wird, scheint es, als ob jene
Schriftsteller annehmen, dass jedes Segment des Körpers
sein Ganglium besässe, in welchem Falle der Thorax sieben
und das Abdomen sechs haben würde; sie geben aber die
Anzahl nicht bestimmt an. Milne Edwards' Beschreibung
des Nervensystems der Crustaceen in seiner Hist. nat. des
Crust. enthält wortgetreu dasselbe, wie die erwähnte Ab-
handlung, aufweiche auch Sp. Bäte hinweist (a. a. 0. S. 56).
Der Letztere hat jedoch eine Zeichnung vom Nervensysteme
bei Talitrus Locusta mitgetheilt , aus welcher sich deutlich
ergiebt, dass er zwei Ganglien im Kopfe, sieben im Thorax
und sechs im Abdomen gefunden zu haben glaubl. Mit dem
Resultate, zu welchem meine Untersuchungen an G. Locusta
und Amph. podoceroides mich geführt haben , stimmen da-
gegen mehr mit De la Valette's Angaben (a. a. 0. S. 8)
über das Nervensystem von G. puteanus überein. Er sagt
nämlich , er habe ausser dem Gehirne zwölf Ganglien ge-
zählt, welche Anzahl, wenn man das G. infraoesophageum
mit den übrigen Ganglien zusammenrechnet, ich bei den von
mir untersuchten Arten herrschend gefunden habe.
Beitrag zur Kenntniss vorn Innern Baue der Amphipoden. 309
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Der Magen nebst einem Theile der Darmröhre und der Le-
bersäcke bei Gamviarus Loctista , von der Seite gesehen :
a der Oesophagus, b ein blindsackähnliches Organ, der Darni-
röhre d ansitzend , cc die Lebersäcke, ee zwei Muskeln.
„ 2. Der Magen von G. Locnsta von der oberen Seite.
„ 3. Innere und untere Oberfläche desselben Magens: a die sta-
chelbcsetzten Erhabenheiten, b eine kleine mit Borsten be-
setzte Erhabenheit , c der Zvvischenbalken , d zwei kleine
Erhabenheiten.
5, 4. Die innere Wand der einen taschenähnlichen Vertiefung des
Magens.
„ 5. Epithelialzellen vom hinteren Theile der Darniröhre bei G.
Loctista.
„ 6. Ein Theil der Darmröhre bei derselben Art nebst einem der
llarnorgane a. b das Rectum.
„ 7. Der Magen von Amphithoe podocei'oides , von der Seite.
„ 8. Der Zwischenbalken in demselben.
„ 9. Epithelialzellen aus den Lebersäcken derselben Art.
„ 10. Ein Hode \on G- Locusta: a der mit Zellen versehene Theil,
♦ b die mit Spermatozoiden angefüllte Abtheilung.
„ 11. Spermatozoidenzellen derselben Art.
„ 12. Spermatozoiden.
„ 13. Durchschnitt des siebenten Thoraxsegments von Amph. po-
doceroides : a der Arcus dorsualis , b der Penis, c das erste
Glied der Extremitäten.
5, 14. Hode von Amph. podoceroides.
„ 15. Das Ovarium von G. Locusta: a der Ovidukt.
„ 16. Ein Theil des fünften Thoraxsegments von einem Weibchen
derselben Art: a das erste Extremitätenglied, b der Bran-
chialanhang, c die Eibedeckungsscheibe, d die Vulva, e die
Epimere.
„ 17. Die Vulva mehr vergrössert, von derselben Art.
„ 18. Der vordere Theil der Ganglienkette von Amph. podoceroi-
des: a das G. supraoesophageum, b das Halsband, c das G.
• infraoesophageum, d das erste Ganglium im Thorax, e zwei
Lüngscommissuren.
„ 19. Das letzte Ganglium im Abdomen von G. Locusta.
Polypen und Quallen von Santa Catharina.
Die Formwandlungeii der Liriope catharinensis n. sp. *'0
Von
Fritz Müller.
(Hierzu Taf. XL)
Liriope catharinensis ist — und ich gab ihr deshalb diesen
Namen — , die häufigste Schirmqualle im Meere von Santa
Catharina. Sie schliesst sich eng an die Liriope mucronata
Gegenb. an , besitzt , wie diese , vier längere und vier be-
deutend kürzere Randfäden, ganzrandigen Mund, farbloses
Gastrovasculärsystem, so Vk^ie die frei in den Magen ragende
konische Spitze des Magenstiels, unterscheidet sich aber durch
geringere Grösse, da sie kaum je 6 Mm. im Durchmesser über-
schreiten dürfte, durch 20 bis 30 röthlich gefärbte rundliche
Nesselknöpfe am Mundsaume und durch röthliche Färbung des
Stromas, in das die in ringförmige Wülste geordneten Nessel-
zellen der Fangfäden eingebettet sind. Diese Hinweisung
auf L. mucronata genügt, ein vorläufiges allgemeines Bild
■'•■) Der IVame Liriope ist zwei Mal veigeben, ein Mal an die
in' Rede stehende Meduse von Lesson (tJistoire nat. des zoopliytes.
Acalephes p, 331) zum anderen an einen Krebs von Rathlie (Bei-
träge zur Fauna Norwegens p. 60). Es könnte zvveifelliaft erscliei-
nen, welcliem dei beiden Thiere als dem frülier getauften der Warne
verbleiben soll, da die beiden angeführten Werke in ein und demsel-
ben Jahre (1843) erschienen sind. Doch stammt Lesson s Name
olFenbar aus früherer Zeit, da er, wie aus Agassiz Nomcnclator
zoologicus zu schliessen , schon in dem freilich nicht im Buchhandel
erschienenen Prodrome d'une Monographie des Meduses von Les-
son, Rochefort 1837 enthalten ist. Somit würde der Krebs zurück-
stehen, und schlage ich vor, dessen Kamen m Liviupsis umzuwandeln.
Max Schultz e.
Müller; Polypen und Quallen vonSanta C atharina. 311
des Thieres zu geben ; ich wende mich daher sofort zu nä-
herer Betrachtung der einzelnen Theile.
Der Schirm, vollkommen farblos und glashell, bildet
eine Glocke von etwa 5 Mm. Durchmesser mit kuglig ge-
wölbtem Scheitel ; die Höhe, nicht unbedeutenden individuel-
len Schwankungen unterworfen, mag durchschnittlich y^ des
Durchmessers betragen. Die Gallertsubstanz ist ansehnlich
dick und nimmt meist die reichliche Hälfte der Höhe ein.
Aus der Mitte der hohlen Fläche entspringt als solider
Fortsatz des Schirms ein etwa 2 Mm. langer, 0,4 Mm.
dicker, in eine konische Spitze auslaufender Zapfen (ßig. 2),
an den, etwa 0,5 Mm. von der Spitze, sich der Magen inse-
rirt. Die verästelten Fasern, die Max Schultz e aus der
Gallertsubstanz der höheren Medusen beschrieben hat und
die ich höchst entwickelt schon im frischen Zustande und
bei schwacher Vergrösserung leicht bemerklich bei mehre-
ren niederen Quallen (Aeginiden, Aequorea etc.) wiederfand,
sind bei unserer Liriope sehr zart und wurden mir erst durch
Behandlung mit Chromsäurelösung sichtbar. Sie verästeln
sich unter sehr spitzen Winkeln, deren Schenkel vorherr-
schend eine radiäre Richtung zu haben scheinen. Ich be-
merke ausdrücklich, dass ich diese Fasern auch in dem von
Gegenbaur bei L. mucronata für hohl erklärten Magenstiel
verfolgt habe.
Der Magen hängt, wenn das Thier ruhig im Wasser
schwebt, als cylindrisches Rohr (von 1,5 Mm. Länge und
0,15 Mm. Durchmesser) von seinem Stiele nieder, schon für
das blosse Auge durch seine geringere Durchsichtigkeit
scharf gegen den glashellen Stiel sich absetzend. Er besitzt
dieselbe Beweglichkeit und zeigt deshalb dieselbe wunder-
bare Vielgestaltigkeit, die man an dem Magenrohre anderer
Quallen beobachtet. Nicht selten verkürzt er sich so , dass
die Spitze des Magenstiels mehr oder weniger vorsieht, eine
vollständige ümstülpung, wie sie Gegenbaur von L. mu-
cronata beschreibt und abbildet, sah ich nur bei absterben-
den Thieren. Der Rand zeigt keine Spur von Lappenbildung,
ist dagegen geziert mit einer Reihe von etwa 25 rundlichen
blassröthlichen Knöpfchen (Fig. 2 u. 3) von 0,03 bis 0,04 Mm.
Durchmesser , in welche reichliche Nesselzellen teingelagert
312 Müller:
sind. Vereinzelte Nesselzellen finden sich auch sonst in der
Nähe des Mundsaums.
Das ganz farblose und sehr zartwandigc Gas tr o vas-
cularsystem ist bei hungernden Thieren schwer zu er-
kennen; die rnattweisse Trübung, die auch bei diesen im
Absterben sich zeigt, ist mehr geeignet zu verwirren, als ein
klares Bild zu geben. Dagegen ist es auf das Prächtigste
bei recht lebenskräftigen eine tüchtige Mahlzeit verdauenden
Thieren zu sehen. Hier strotzt es von durchscheinenden,
lebhaft umherströmenden Kügelchen von 0,01 bis 0,015 Mm.
Durchmesser, die theils durch Fiimmercilien, theils durch die
Contractionen des Magens in Bewegung gesetzt werden. Vom
Magen steigen vier Gefässe am Magenstiele in die Höhe, und
nachdem sie (etwa 0,16 Mm. breit) aus dem Grunde der
Glocke sich abwärts auf die innere Seitenfläche gewendet,
erweitern sie sich zu breiten , flachen, ovalen Taschen von
wechselnder Ausdehnung (etwa 1,3 Mm. lang und 0,9 bis IMm.
breit), die fast bis zu dem Ringgefässe niederreichen, mit
dem sie durch einen kurzen, weilen , nach dem Ringgefässe
zu verbreiterten Kanal in Verbindung stehen. In der Mitte
zwischen den Einmündungen der Radiärgefässe zeigt das
weite Ringgefäss eine ansehnliche Bucht (Fig. 23} , indem
sein innerer Rand einen nach innen convexen Bogen be-
schreibt , — eine Andeutung der contripetalen Gefässe der
Geryonia proboscidalis. — Die festen Elemente der ernäh-
renden Flüssigkeit sieht man besonders gegen Ende der Ver-
dauung aus dem Magen in die Gefässe , aus diesen in jenen
strömen und hier ebenfalls durch Flimmern umhergetrieben.
Einen komischen Anblick gewährte bei einem solchen in der
Verdauung beobachteten Thiere ein Stück seines Fangfadens,
was mit einer Anzahl Cyclopiden verschluckt worden war,
und während diese verdaut wieder ausgestossen wurden,
noch ganz unversehrt wurmartig im Magen herum und
schliesslich zum Munde hinauskroch. — Man bewundert die
Geschicklichkeit, mit der durch stellenweise Contractionen
und Erweiterungen des Magenrohrs die ausgesogenen Chi-
tinhüllen der meist aus kleinen Krustern (Cyclopiden, My-
sis etc.) bestehenden Nahrung von den assimilirlen Stoff'en
gesondert und endlich entfernt werden, ohne dass dabei ein
Polypen und Quallen von Santa Catharina. 313
Körnchen der ernährenden Flüssigkeit mit verloren ginge.
Zu anderen Zeiten ist der Magen gegen die Gefässe abge-
schlossen; durch Druck des Deckgläschens sieht man letztere
oft unmittelbar über dem Magen durch hineingepresste Er-
nährungsflüssigkeit ansehnlich aufgetrieben, ohne dass diese
in den Magen entweicht (Fig. 2).
Der Einmündung der Radiärgefässe gegenüber setzt
sich das Gaslrovascularsystem fort in die hier entspringen-
den Fangtäden, in deren Basis man bisweilen die im
Ringkanale umhertreibenden Körperchen eintreten und flim-
mernd bewegt sieht. Wenn diese Fäden in voHer Ausdeh-
nung vom ruhenden Thiere niederhangen, übertreff'en sie es
vielmals an Länge und erscheinen dem blossen Auge als
zarte Perlenschnüre ; während jetzt die Perlen etwa um ihren
vierfachen Durchmesser von einander entfernt sind, verflies-
sen sie vollkommen bei starker Contraction der Fangfäden,
die sich dann als röthliche den Durchmesser des Thieres
kaum übertrefTende Würstchen darstellen. Jene Perlen sind
ringförmige Wülste, die in einem röthlichen Stroma zahlrei-
che längliche Nesselzellen eingebettet enthalten.
Zwischen den Fangfäden finden sich im Umkreise des
Schirmrandes vier kurze Tentakel, von etwa 0,8 Mm.
Länge und 0,05 Mm. Dicke; in jeder Beziehung so verschie-
den von jenen , dass ich sie nicht mit gleichem Namen be-
zeichnen mag; — sie entspringen nicht vom Ringgefässe,
sondern über demselben von der Aussenfläche des Schirms,
sind solid mit grosszelliger Achse, wenig beweglich und na-
mentlich nicht contractu in der Richtung ihrer Länge. Beim
ruhenden Thiere sind sie starr nach aussen und etwas nach
oben gerichtet; sie sind leicht gebogen, nach der Spitze
schwach verjüngt und tragen an der oberen Hälfte der con-
vexen in der gewöhnlichen Lage aus- und abwärts gerich-
teten Seite etwa 8 halbkuglige Nesselballen, (von Esch-
scholtz bei Eurybia als Saugwarzen bezeichnet).
Die Nesselzellen (Fig. 8) sind von gewöhlicher
Form und der durch verdünnte Säuren leicht zum Vorschnel-
len zu bringende Nesselfaden erschien einfach, ohne weitere
Bewaff'nung erkennen zu lassen.
Um das Ringgefäss zieht sich ein ziemlich undurch-
314 Müller:
sichtiger gelblicher Saum, der namenllich nach aussen scharf
contourirte rundliche Zellen von 0,005 bis 0,008 Mm. Durch-
messer zeigt und auf dem mehr oder weniger reichliche
Nesselzellen liegen. An der Basis der Tentakel und in der
Mitte zwischen diesen Stellen zeiort er ländliche Anschwel-
hingen, denen die sogenannten „Randbläschen" aufsitzen.
Mit aller Wahrscheinlichkeit ist er als Nerv en ring zu deu-
ten ; dafür spricht ausser den Randbläschen tragenden An-
schwellungen , dass sich von jeder dieser Anschwellungen
ein zarter , aber scharf begrenzter Strang nach oben ver-
folgen lässt, vier zur Basis der Tentakel, vier zu Punkten,
an denen das jüngere Thier dem erwachsenen meist voll-
ständig fehlende Tentakel getragen hat (Fig. 6 u. 7).
Unter dem Ursprünge der Tentakel, den Raum zwischen
diesem und dem entsprechenden Ganglion des Nervenrings
ziemlich vollständig füllend, so wie schief nach oben, ne-
ben dem Ursprünge der Fangfäden, die aus dem Ringge-
fässe hervorgehend dicht über dem Nervenring nach aussen
treten, — sitzt auf der Aussenfläche des Schirms je ein so-
genanntes „R a n d b 1 ä s c h e n." Die rundlichen Blasen haben
etwa 0,03 Mm. Durchmesser und zeigen eine doppelte Con-
tour; am oberen Rande entfernt sich die innere von der
äusseren, eine Art breiten , kurzen Stiel bildend , auf dem
eine gelbliche Kugel von 0,02 Mm. Durchmesser aufsitzt.
Diese, dßm Stiele gegenüber leicht ausgehöhlt , umfasst hier
eine kleinere, stark lichtbrechende Kugel (Fig. 9). — Häu-
figer bietet sich das Randbläschen dem Auge so dar (Fig. 10),
dass man die orrössere Kugel als Halbmond der kleineren
sich anschliessend sieht, seltener so, dass sie als concentri-
sche Hülle derselben erscheint.
Diese Struktur der Randbläschen mag, wenn auch bei
anderen Arten weniger leicht erkennbar, ziemlich häufig vor-
kommen; den Halbmond neben der lichtbrechenden Kugel
sehe ich in meinen älteren Zeichnungen von Plindias n. gen.
und linde ihn auch in den 5 bis 7 solcher Kugeln enthalten-
den Randbläschen einer Eucope, und das Randbläschen „mit
einer nochmals besonders umhüllten Concretion ," das Ge-
genbaur von Geryonia proboscidalis erwähnt, scheint auf
etwas Aehnliches hinzuweisen. — Wie man sonst mit Eh-
Polypen und Quallen von Santa Catharina. 315
renberg jeden Pigmentfleck als Auge anzusprechen pflegte,
BO ist man seit der Entdeckung der Gehörbläschen der Mol-
lusken sehr freigebig mit dem Namen Gehörorgan gewe-
sen und auch die Randbläschen der Quallen erhalten jetzt
allgemein diese Deutung. Nach der gegebenen Beschreibung
muss ich mich gegen diese Ansicht und für die Auff'assang
von Agassiz erklären, der in ihnen Augen sieht (pigment-
lose Augen kommen, beiläufig bemerkt, auch bei den Cyclo-
piden vor), und werde daher weiterhin das „Randbläschen^*
als Auge, die „kuglige Concretion« als Linse, die grös-
sere Kugel, in welche diese eingebettet ist, als Sehner-
ven bezeichnen. Wenn ich von Auge und Sehnerven spre-
che , will ich indess damit keinesweo-s behaupten , dass in
diesen Organen das Licht als Licht empfunden werde. Im
Gegentheil scheint es mir kaum statthaft, eine Differenzirung
in specifische Sinnesnerven anzunehmen , wo sich oft nur
mit Mühe Spuren eines Nervensystems nachweisen lassen.
Wie wir mit der Hand die tropische Mittagssonne leicht vom
Schatten unterscheiden , wie wir diese Unterscheidung er-
leichtern können durch schwarze Bemalung oder eine pas-
send angebrachte Linse, — so mögen auch viele niedere
Thiere im Lichte nur die begleitenden Wärmestrahlen em-
pfinden. Ja, eine mit dunkelem Pigment überlagerte Nerven-
anschwellung , wie es üblich ist , als Auge zu bezeichnen,
erscheint geradezu widersinnig, wenn man darunter nicht
ein solches Wärmeauge verstehen will ; denn wie sollte die
Empfindung des Lichtes dadurch vermittelt werden, dass man
den Nerven durch eine undurchsichtige Hülle gegen das
Licht schützt ?
Das Velum ist von massiger Breite, quergespannt und
wie gewöhnlich , der Sitz reichlicher Ringmuskelfasern. An
der Unterfläche des Schirms sind die Ringmusk ein schwä-
cher entwickelt, als man sie son:t bei Schirmquallen zu se-
hen gewohnt ist , sie finden sich auch am Magenstiel. Von
den Einmündungssteilen der Radiärgefässe in das Ringgefäss
entspringen vier radiäre Faserzüge in einer Breite von
etwa 0,16 Mm., verschmälern sich rasch bis auf ein Drittel
dieser Breite und lassen sich so auf der Mitte der Radiär-
gefässe bis in die Nähe des Magenstiels verfolgen. Acht
316 M ü 1 1 e r :
breitere Faserzüg-e begleiten seitlich die Radiärgefässe vom
oberen Rande der taschenförmigen Erweiterungen an, tre-
ten mit ihnen auf den Magensliel und füllen hier den gan-
zen Raum zwischen den Gefässen. Die Muskeln scheinen
aus spindelförmigen Fasern zusammengesetzt, oder um lieber
•das Beobachtete statt das Erschlossenen anzuführen , man
sieht eine feine parallele Strichelung , ohne die einzelnen
Striche auf eine grössere Länge verfolgen zu können.
Die Geschlechtsstoffe entwickeln sich in der der
Schirmhöhle zugekehrten Wand der taschenförmigen Erwei-
teruno-en der Radiärffefässe. Die Ovarien erscheinen fast
durchsichtig, die Hoden stärker weisslich getrübt, so dass
sich schon mit blossem Auge Männchen und Weibchen ziem-
lich sicher unterscheiden lassen. Die Eier bilden eine ein-
zige Schicht und finden sich nebeneinander in der verschie-
densten Grösse bis zu 0,13 Mm. Durchmesser, mit deutlichem
Keimbläschen von 0,03 Mm. Durchmesser und Keimfleck;
sie erhalten durch gegenseitigen Druck meist unregelmässige
Formen; die reiferen springen hüglig in die Schirmhöhle
vor. Die Samenfäden sind stecknadelförmig mit ellipsoi-
dischem Knopf und zartem langen Faden. Die Geschlechts-
producte werden nicht, wie Gegenbaur anzunehmen
scheint , nach innen ins Gastrovascularsystem, sondern nach
aussen entleert. Für die Männchen konnte ich dies durch
direkte Beobachtung constaliren und für die Weibchen wird
es mehr als wahrscheinlich durch die Analogie mit den Männ-
chen, mit anderen Quallen und durch das Hervorragen der
Eier in die Schirmhöhle.
Indem ich von der Beschreibung des geschlechtsreifen
Thieres übergehe zur Schilderung der Formwandlungen , die
es während des Heranwachsens erleidet , bedauere ich mit
Bezeichnung einer empfindlichen Lücke beginnen zu müssen.
Versuche , in der Gefangenschaft junge Brut zu erhalten,
blieben bis jetzt ohne Erfolg ; das dem Folgenden zu Grunde
liegende Material wurde aus dem Meere gefischt; ich muss
daher den Beweis schuldig bleiben, dass die jüngsten aller-
dings höchst einfachen Formen direkt aus dem Eie der Li-
Polypen und Quallen von Santa Catharina. 317
riope hervorgegangen sind , — ein Beweis, der um so wün-
schenswerlher wäre, da ich bei denselben das sonst derglei-
chen Embryonen charakterisirende Flimmerkleid vermisse,
und da wir wissen, dass die in der Verdauungshöhle derAe-
giniden sprossenden Jungen in gleich unvollkommenem Zu-
stande sich von der Mutler lösen, wenn auch nicht sie
verlassen.
Die jüngsten mir zur Beobachtung gekommenen Em-
bryonen (Fig. 13) sind kuglig von 0,2 bis 0,3 Mm. Durch-
messer, durchsichtig, von kleinzelligem Gefüge und zeigen
eine geschlossene Höhle, die etwa y^ des Durchmessers ein-
nimmt und excentrisch dicht unter der Oberfläche der Kugel
gelagert isl. An dieser Stelle zeigt letztere eine die innere
Höhle etwas überragende und über das Niveau der Kugel
unbedeutend sich erhebende minder durchsichtige Platte.
Der nächste Fortschritt (Fig. 14) ist die Eröffnung der inne-
ren Höhle durch Bildung eines Lochs in dieser Platte, die
sich bald durch ihre Contractionen als Velum zu erkennen
giebt. Im Umkreise derselben erscheinen (Fig. 15) vier war-
zenförmige Hervorragungen , um sich zu kurzen Tentakeln
zu entwickeln (Fig. 16), die ein endständiges Nesselknöpf-
chen und über diesem ein kurzes Fädchen tragen. Zwischen
ihnen in einem dem Mittelpunkte näheren Kreise sprossen
paarweis, je zwei einander gegenüberstehende zu gleicher
Zeit, vier andere Tentakel hervor (Fig. 17), die bald die
älteren an Länge übertreffen. Jetzt beginnt auch das Gastro-
vascularsystem deutlicher hervorzutreten; man unterscheidet
das malte Ringgefäss, an dessen Rand die jüngeren Tentakel
entspringen, so wie bei günstig geöffnetem Velum den Magen
und vier nach den älteren Tentakeln gerichtete Radiärge-
fässe. Der Durchmesser des Thieres ist auf etwa 0,35 Mm.
gestiegen. — Bei einem Durchmesser von etwa 0,4 Mm.
(Fig. 18) haben die jüngeren Tentakel die Länge des Halb-
messers erreicht, und an der Basis des älteren Paares, das
sich durch zwei Nesselballen von dem jüngeren mit einem
einzigen endständigen Nesselknopfe versehenen unterscheidet,
beginnen die ersten Augen sich zu entwickeln. Im Umkreise
des Ringgefässes treten Nesselzellen auf. — Ohne weitere
wesentliche Veränderung, als das Auftreten neuer Nesselballen
318 M ü 1 1 e r :
an den vier jüngeren Tentakeln und die Entwickelung von
vier vollständigen Augen an deren Basis, erreicht das Thier
die Grösse von 0,8 Mm. (Fig. 193. Wollte man es jetzt klas-
sificiren , so würden es seine starren Tentakel zu Ge gen-
bau r's Trachynemiden verweisen; ihre unbedeutenden Krüm-
mungen sind weniger erheblich , als ich sie bei einer mit
acht Tentakeln versehenen Trachynemidenlarve beobachtete.
— Man sieht um diese Zeit häufig eine eigenthümliche Be-
wegung des Thieres (Fig. 19, B). Das Velum wird fast bis
zu völligem Verschlusse contrahirt , und gleichzeitig die die
Radiärgefässe begleitenden Muskeln , wodurch die Schirm-
höhle eine vierlappige Gestalt annimmt; die Tentakel werden
durch diese Contractionen nach innen geschlagen und schnel-
len dann plötzlich wieder nach aussen. . — In dieser Periode
scheinen die Jungen von Liriope oder verwandten Gattungen
schon verschiedentlich beobachtet worden zu sein. So von
Eschscholtz, dessen Eurybia exigua nur durch den Man-
gel der auch bei unserer Liriope später fehlenden älteren
Tentakel sich unterscheidet; (die angeblichen Magentaschen
ünden ihre Erklärung im Hinblicke auf unsere Fig. 19, B
oder 23). So auch von Gegenbaur, dessen Eurybiopsis
anisostyla noch vollständiger unserem Thiere gleicht, freilich
aber sehr wesentlich durch vier , nicht den kleineren, son-
dern den grösseren Tentakeln entsprechende Radiärgefässe
sich unterscheiden würde, wenn diese Angabe nicht vielleicht
auf einem Irrthume beruht. — Es werden also die
Gattungen E urybia und Eurybiopsis, als blosse
Jugendzustände von Rüsselquallen eingehen
müssen.
Bis zu dieser Zeit haben die Thiere so ziemlich ihre
ursprüngliche Kugelform bewahrt ; (man sehe die auch für
unser Thier passende Seitenansicht, die Gegenbaur von
Eurybiopsis giebt). Jetzt beginnt eine Verdünnung der Schirm-
masse, und eine Ausdehnung der Glockenöffnung, wodurch die
auf der Unterfläche liegenden Tentakel nach de?n Rande und end-
lich nach dem Rücken geschoben werden. Das Thier erscheint
dadurch sehr verflacht, oft nicht einmal halbkuglig und
beginnt erst mit Ausbildung der vollständigen Liriopeform
sich wieder zu mästen. Zu mästen ; denn die auch bei er-
Polypen und Quallen von Santa Catharina. 319
wachsenen Thieren erheblich schwankende Dicke des Schirms
scheint haiiplsächlich von dem sparsameren oder reichliche-
ren Futter abzuhängen, das die Thiere finden. Eine Anzahl
Liriope , die über eine Woche in reinem Seevvasser gehun-
gert halten, zeigten alle auffallend flache Schirme.
Um nun von der Eurybiaform zu der der ausgebilde-
ten Liriope zu gelangen , müssen noch die Fangfäden und
vier Augen auftreten, und muss der Magenstiei und die Be-
w^affnung des Mundsaumes sich ausbilden.
Das erste Auftreten der Fangfäden sah ich bei einem
Thiere von 1 Mm. Durchmesser (Fig. 20), w^o zwei gegen-
überstehende als kurze zapfenförmige Ausstülpungen des
Ringgefässes sich zeigten und zwar dicht neben dem durch
zwei ältere Tentakel gezogenen Durchmesser. Die nervöse
Natur des das Ringgefäss umgebenden Saumes und der von
ihm zu den Tentakeln gehenden zarten Stränge zugegeben,
so begreift sich, dass die Fangfäden nicht in, sondern ne-
ben diesem Durchmesser auftreten, da sie sonst den Tenta-
kelnerven durchbrechen müssten , und ebenso ersieht man,
weshalb die Augen in ihrer Lage den Tentakeln und nicht
den Fangfäden entsprechen. — Die Fangfäden entwickeln
sich also ebenfalls paarweise, je zwei gegenüberliegende zu
gleicher Zeit, und dasselbe gilt von den vier noch fehlenden
Augen. Zuerst erscheint von diesen der Sehnerv (¥ig. 12)
als gelbliches Kügelchen , das ohne scharfe Grenze auf dem
Nervenring aufsitzt, genau in dem durch zwei ältere Ten-
takel gezogenen Durchmesser. Von diesem hebt sich dann,
wenn er ziemlich seine definitive Grösse erreicht hat , die
anfangs querelliptische Blase ab (Fig. 11, C) , und endlich
tritt auf ihm die anfangs fast punktförmige aber schon jetzt
stark lichtbrechende Linse auf (Fig. 11, B).
Etwa gleichzeitig mit dem Auftreten der Augen er-
scheint die erste Spur des Stiels in dem breiten Grunde des
noch kurzen Magens, an dessen Rand schon früher (Fig. 21)
die Nessel knöpfchen sichtbar geworden sind. Der
Stiel bildet anfangs einen ganz frei in die Magenhöhle ra-
genden Kegel , dessen Basis bei weiterem Wachsthiime den
ganzen Grund des Magens füllt (Fig. 22). Indem jetzt die
Magenwand mit dem Umfange der Kegelbasis verwächst, wird
320 Müller:
der Magen natürlich bei weiterer Verlängerung- des kegel-
förmigen Zapfens von dem Schirme abgehoben (¥\g. 23, B)
und endlich aus der Glocke hinausgeschoben, und so ist
denn, bei einem Durchmesser von 3 bis 4 Mm. die vollkom-
mene Liriope/orm hergestellt. Mit der Verlängerung des
Stiels hält die Verlängerung des Magenrohrs gleichen Schritt,
so dass die ältesten Thiere sich ebenso durch einen beson-
ders langen Magen, wie durch einen besonders langen Stiel
auszeichnen.
Thiere, die vollständig und wohl entwickelt alle zwölf
Randanhänge tragen , sind nicht eben selten ; auffallender
Weise steht dann hier deren Länge im umgekehrten Ver-
hältnisse zu ihrem Alter; indess pflegen früher oder später
die ältesten für das erwachsene Thier äusserst winzigen
Tentakelchen sich zu verlieren und selten nur sieht man
eins oder das andere bei geschlechtsreifen Thieren erhalten.
Desterro, April 1859.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 5 bis 7u. 13—20 sind öOmal, 9 u. 10 sind 175maL 11 u. 12
sind 350mal vergrössei t. In allen bedeutel: F. Fangfaden, G. Ra-
diärgefäss , M. Magen, N. Nervenring, R. Ringgefäss, S. äussere
Grenze der Schirmhöhle, t. ölteie, T. jüngere Tentakel, V. Velum.
Fig. 1. Liriope calharinensis (6mal vergr.) , von den Fangfäden ist
kaum Vs der Länge gezeichnet.
„ 2. Magenstiel und Magen, unterm Druck des Deckgläs-
chens (30m al).
„ 3. Nesselknopf vom Mundrand (löOmal).
„ 4. Stück des Fangfadens in massiger Contraction (lOOmal).
„ 5. Tentakel von aussen.
„ 6. Ursprung desselben von innen.
„ 7. Ursprung des Fangfadens von aussen.
„ 8. Nesselzelle aus dem Endballen der Tentakel (öOOnial).
„ 9 u. 10. Augen neben der Basis der Fangfäden,
„ 11. Augen eines Thiers von 2,5 Mm. Durchmesser. A. von der
Basis der Tentakel. B. u. C. von der Basis der Fangfäden.
„ 12. Auge von der Basis des Fangfadeus eines Thieres von 2,2 Mm.
Durchmesser.
Polypen und Ouallen von St Cathaiina. 321
Fig. 13 — 20. Jugendzustände der Liiiope catharinensis von 0,25 bis
1 Mm. Durchmesser. — In Fig. 18 sind Magen und Ring-
gefässe wegen stark contrahirten Velums nicht sichtbar;
Fig. 19, ß zeigt die Tentakel eingeschlagen. Alle Ansich-
ten sind von unten, mit Ausnahme von Fig. 13, B und
Fig. 15. ^-vH^"?'?
„ 21. Magern eines Thieres von 2 Mm. Durchmesser (30mal), von
unten.
„ 22. Magen eines Thieres von 2,2 Mm. Durchmesser, mit etwas
umgebogenem Mundrande.
„ 23. A. Thier von 2,5 31m. Durchmesser, in der Verdauung be-
griffen, mit strotzend gefüllten Gefässen (IGmal).
B. Magenstiel desselben (40mal).
„ 24. Schematischer Längsschnitt durch den Ursprung der Tentakel,
n. Tentakelnerv? S. Schirm.
„ 25. Schematischer Längsschnitt durch den Ursprung der Fang-
fäden.
Archiv f. Naturgesch.XXV. Jftlirf. l.Bd. 21
Bemerknngen über Cypridina und eine nene Art
dieser Gattung (Cypridina oblonga).
Von
Dr. Ed. Grube.
(Hierzu Taf. XII).
Seitdem Milne Edwards die Gattung Cypridina auf-
gestellt hat, sind nicht weniger als 9 oder 10 Arten dersel-
ben aus europäischen und aussereuropäischen Meeren be-
schrieben worden, nämlich:
Cypridina Reynaudii Milne Edwards Hist. nat. des Crust. 111,
p. 409. pl. 36. fig. 5.
Asferope eUipüca Philippi Arch. f. Naturgesch. VI. 1. 1840.
p. 186. t. III. flg. 9— 11.
C. mediterranea Costa Fauna del regno di Napoli 1845.
Crostac.
C. Mac Andrei ßaird Ann. of nat. hist. 1848. Second ser. I.
p.21. pl. VI.
C. Adamsi ßaird 1. c. p. 22. pl. Vll.
C. zelandica Baird Ann. of nat. hist. 1851. Second. ser. VII.
p. 430. 1852. VIII. p. 58.
C. interpuncta Baird Ann. of nat hist. 1852. VIII. p. 58.
C. Mariae Baird I. c. p. 59.
C. globosa Liljeborg Cladocera, Ostracod. Copepod. 1853.
p. 171. tab. XVII. flg. 2—10, XVIII. fig. 1, 2, 3, 7.
C. excisa Slimpson Smiths, contrib. to knowledge 1854. VI.
Marine Invertebr. of grand Manan p. 39. pl. II. flg. 28.
Ausserdem führt noch Dana*) 5 Arten auf: C, lu^
teola, punctata, olivacea, gibbosa , formosa, ohne zunächst
*) Silliman American Journal of science and ai is. Second series
VIII. 1849. p. 282.
Grube: Bemerkungen über Cypridina. 323
eine Beschreibung hinzuzufügen. Doch kennt man von den
wenigsten alle äusseren Körperlheile , von mehreren bloss
die Schale, deren Form sich vielleicht, wie dies Zenker
von der nahe verwandten Gattung Cypris nachweist, mit dem
Alter verändert, von einigen die Beschaffenheit mindestens
eines Theils der Extremitäten, und nur von einer haben wir
die ausführliche Darlegung aller Einzelnheiten des äusseren
Baues: wir verdanken sie Liljeborg. Auch über die Be-
deutung und Zahl gewisser Extremitäten weichen die An-
sichten auseinander. Ich werde daher sowohl bei der Be-
sprechung dieser Frage , als bei der Vergleichung mit der
hier neu zu beschreibenden Species Liljeborg's Darstel-
lung der Cypridina globosa vorzugsweise zu Grunde legen,
und auf seine Hauptfigur (tab. XVII. fig. 1) verweisen, die
ich der Bequemlichkeit wegen auf meiner Tafel copirt habe.
Von der neuen Art stand mir nur ein Weingeistexemplar zu
Gebote, und an diesem zerriss der Körper durch eine un-
glückliche Wendung beim Herausnehmen aus der Schale so,
dass auch ich nicht im Stande bin , über alle Extremitäten
und über deren gegenseitige Lage befriedigend zu berichten.
Liljeborg charakterisirt die Galtung Cypridina fol-
gendermassen:
Testae valvulae antice infra profunde sinuatae. Oculi
2 composili. Mandibulae nullae, maxillarum vero 2dum par
appendice mandibuliformi instructum. Maxillarum 3 paria ;
par 2dum appendicem branchialem gerens. Pedum tantum-
modo 1 par, natatorium. Appendix cylindrica, elongata arcuala
et annulata, apicem versus selifera, Ihoraci posteriori utrinque,
pedum 2de paris gen. Cypridis loco, ovario adiacens, adfixa.
Abdomen posticum in 2 laminas latas , postice aculeatas,
divisum.
Milne Edwards erwähnt bei seiner Art, auf der die
Gattung beruht, keines Schaleneinschnittes, der doch für den
Gebrauch der sogenannten Schwimmfüsse von grosser Be-
deutung scheint, und man könnte bei wirklicher Abwesen-
heit desselben mit Recht zweifeln, ob die C. Reynaudii noch
zur Gattung Cypridina in dem obigen Sinne gezählt werden
dürfe, um so mehr, da auch noch andere wichtige Abwei-
chungen vorzukommen scheinen; indess macht es L i Ij eb o rg
324 Grube:
wahrscheinlich, dass Milne Edwards diesen Einschnitt,
der auch bei einer anderen ebenfalls indischen Art nur sehr
schmal aber tief sei , wohl übersehen habe. Die übri-
gen Abweichungen werde ich in Einklang zu bringen ver-
suchen.
Weiler erscheint fraglich, ob Philippi's Asterope
elliptica der Gattung Cypridina unterzuordnen sei. In der
Beschreibung dieser Art finden wir mancherlei Lücken, so
dass, ganz abgesehen von der entschiedenen Existenz eines
Schaleneinschnittes, diese Frage jetzt nicht gut entschieden
werden kann. Doch sagt Philippi ausdrücklich, dass er
Cypridina aus eigener Anschauung kennen gelernt, und seine
neue Gattung mit dieser nicht vereinigen könne: beide seien
zu bedeutend verschieden. Jedenfalls werde ich sie in den
Kreis dieser Betrachtung ziehen.
Neben Cypridina stellt Lil jeborg eine zweite Gattung
Philomedes auf, die sich dadurch unterscheiden soll, dass
dem 2ten Maxillarpaare der mandibelförmige Anhang fehle,
und zwei unter den Endborsten der sog. oberen Antennen
auffallend lang seien, lieber den ersteren Charakter bin ich
bei dem zu beschreibenden neuen Crustaceum im Unklaren,
der andere ist aber gewiss nicht vorhanden , ich kann sie
daher nicht zur Gattung Philomedes rechnen , deren einzige
Art Ph. longiconüs (.1. c. tab. XXYl, fig. 4) überdies nicht
sowohl einen Schaleneinschnitt als einen seichten Ausschnitt
zeigt, sondern beschreibe sie vorläufig als Cypridina, wobei
ich freilich darauf hinweisen muss , dass die Extremitäten
der Cypridinaarten in ihrer Form beträchtliche Abweichungen
zeigen; vielleicht Veranlassung genug zu weiterer Spaltung der
Gattung.
Unsere Cypridina oblonga entfernt sich durch ihre ge-
strecktere Schale (tab. XII. fig. 2, 3) von den kurzen und ho-
hen Formen, zu denen C. globosa^ Mac Andrei und Adamsi
gehören, und schliesst sich den mittelmeerischen Arten an,
die wir durch Philippi und Costa kennen. Bei diesen
beiden ist die Schale im verlikalen Durchschnitte länglich
rund und an beiden Enden ziemlich gleich gerundet. Wenn
die Zeichnungen vollkommen zuverlässig sind , verhält sich
bei Asterope elUplica Phil, wie bei Cypridina mediterranea Co3t.
Bemerkungen über Cypridina. 325
die Höhe zur Länge etwa wie 2:3, bei oblonga wie 1 : 2'/^,
jene beträgt nämlich 0,27 Lin. rh., diese 0,69 Lin., und der
Querdurchmesser der zusammengeklappten Schale ist etwas
kleiner als 0,24 Lin., die Wölbung von rechts nach links also
sehr beträchtlich. Ihre Farbe ist wie bei C. mediterranea
weisslich, und ihre Wandung undurchsichtig, nur die Augen
schimmern bei unserer Art durch. Costa's Figur zeigt,
obwohl dies in der Beschreibung nicht hervorgehoben wird,
eine dicht punktirte Oberfläche: eine solche finden wir bei
fast allen Arten und die Punkte scheinen überall nichts an-
deres als Insertionsstellen von Härchen, wie dies besonders
deutlich Liljeborg dargestellt hat. Philippi erwähnt
nichts ähnliches und auch ich kann bei C. oblonga bei kei-
ner Lage der Schale Punkte oder Härchen entdecken, einige
wenige Randhärchen ausgenommen. Ober- und Unterrand
der Schale sind fast ganz gerade und parallel, Vorder- und
Hinterrand ganz stumpf und ziemlich flach gerundet. Was
den für Cypridina charakteristischen Schaleneinschnitt unten
am Vorderrande betriff"! , aus welchem das langborstige seit-
liche Extremilätenpaar recht wie ein Paar Ruder hervor-
tritt, so liegt er sowohl bei C. mediterranea als bei A, elli-
ptica eigentlich am vorderen Theile des Unterrandes, und
seine Richtung geht von unten nach oben, wogegen er sich
bei C. oblonga am Vorderrande selbst, und zwar fast in der
Mitte seiner Höhe befindet, und eine beinahe horizontale Rich-
tung zeigt, wobei er nur etwas von vorn nach hinten in die
Höhe steigt. Die Ränder des Einschnittes sind bei A. ellU
ptica auff'allend verdickt und er selbst nur kurz und schmal,
die Ränder bei C, mediterranea erscheinen ebensowenig
verdickt als bei unserer Art, der Einschnitt selbst aber bei
C. mediterranea ziemlich tief und breit gerundet, bei unserer
Art schmal , linear und im Verhältnisse viel tiefer : er be-
trägt etw^a Vö der Tolallänge oder mehr, und kommt dem
halben Abstände des Auges vom Vorderrande gleich. Bei
C. Mariae Baird von der Insel Skye, der einzigen, der noch
eine testa elongato-ovalis zukommt, soll der Einschnitt nicht
lief, die Oberfläche der Schale punktirt sein. Die Consistenz
der Schalenwand anlangend, so fand ich sie biegsam: sie
nimmt leicht Eindrücke an, Costa dagegen nennt sie bei
326 Grube:
C. mediterranea ausdrücklich sehr fest und hart (valvole assai
spesse, dure).
Gehen wir nun zu dem Körper der Cypridinen selbst
über, so ähnelt dieser bekanntlich am meisten den Cypris
und Cylheren, weicht aber darin von beiden ab, dass er gar
keine in Klauen endende Beine besitzt, während bei Cypris 2,
bei Cylhere 3 solcher an der hinleren Hälfte desselben in-
serirter Beinpaare vorkommen. In dieser Beziehung wieder-
holt Cypridina gewisscrmassen die Cladocera, denen sich die
Galtung auch rücksichllich der zusammengesetzten Augen
anschliesst, die hei Cypris und Cylhere fehlen. Sie stehen
bei unserer, wie bei allen Arten weit auseinander, hängen
mit der Schalenwand gar nicht zusammen , und lassen in
ihrem Umfange etwa 8 Linsen zählen. Dass ausser ihnen
noch einfache Augen vorkämen, giebt kein Beschreiber an;
doch habe ich an der Slirn , die in Gestalt eines kurzen
stumpfen brcilbasigen Kegels vorlrilt , zwei deutlich rolhe,
ziemlich scharf umschriebene Punkte neben einander be-
merkt, die auch dem Zeichner, Herrn Assmann, auffielen
(lab. XII. fig. 5, o')« Diese Punkte, auf deren nähere Un-
tersuchung ich nicht eingehen konnte, dürften leicht die Be-
deutung von Sehorganen haben oder vielleicht Ueberresle
von solchen sein.
Von den Extremilälen des in keiner Weise abgegrenz-
ten Kopflheils machen sich zwei Paare sogleich bemerkbar,
beide mit Borsten besetzt und sehr ansehnlich. Das eine,
dessen wir schon erwähnten , ragt seillich aus dem Ein-»
schnitte der Schale hervor, dient augenscheinlich zum Budcrn
und heisst bei Milne Edwards ( pl. 3ö. fig. 5» c, üg. 5c),
Baird (1. c. pl. VJ. fig. 4. pl. VII. fig. 3) und Liljeborg
(tab. XVII. fig. 4, e, auf unserer Tafel fig. 1, e) die S c h w i m m-
füss e, bei Costa (1. c. fig. 8) die Kiem en, bei Phi lippi
(1. c. tab. IH. fig. 11) die Antennen , bei Da na antenriae
posticae; von dem anderen zunächst der vertikalen Mittel-
ebene und vorn liegenden Paare gucken bei unserer Art
meist nur die Borsten der Endglieder am vorderen Rücken-
rande der Schale und zwar aus der Spalte zwischen ihren
Hälften hervor, die beim OefFnen vor dem Rückencharniere
klafft Ctaf. XU. fig. 2). Baird (1. c. tab. VI. fig. 3) und Lil-
Bemerkungen über Cypridina. 327
j eb 0 rg (tab. XV. fig. 4, a, b. auf unserer Tafel flg. 1, a, b)
nennen sie die oberen Antennen, Milne Edwards
(1. c. pl. 36. flg. 5» a) die antennes superieures pediformes^
Dana die antennae anticae, und das Paar, das bei Costa
(1. c. flg. 6) schlechtweg Antennen heisst, ist offenbar eben
dasselbe. Philip pi erwähnt ihrer gar nicht. Die Form
und Behaarung dieser Gliedmassen muss in den verschiede-
nen Species bedeutender variiren, als das ersterwähnte Paar:
namentlich sind bald die Borsten des oberen (vorderen) Ran-
des, bald die an der Spitze mehr entwickelt. Da diese An-
tennen ein starkes Knie bilden, so müssen im ersteren Falle,
wenn das Knie nach hinten, der Endschenkel desselben ho-
rizontal gerichtet ist, die Borsten gerade aus der Rücken-
spalte zwischen den Schalen, im anderen Falle , wie bei C.
globosa über dem Vorderrande der Schale hervorragen. C
mediterranea übertrifft in der Länge der Endborsten noch
die C. globosa , indem hier der Abbildung nach dieselben
sehr viel länger sind als alle Endglieder der Antennen zu-
sammengenommen, und würde sich an Philomedes anschliessen.
Die Lage dieser Kopfexlremilät (von unserer Art tab. XII.
fig. 4, A. und flg. A abgebildet), ihr Ursprung unterhalb und
vor den zusammengesetzten Augen und die Vergleichung
mit Cypris *) und Cylhere**) sprechen dafür, dass sie in
der That für die inneren oder vorderen Antennen
zu halten ist, die Lage der sogenannten Schwimmfüsse (von
unserer Art tab. Xll. fig. 4, B und fig. B dargestellt), ihr
Ursprung nach aussen und hinten von jenen und die Ver-
gleichung mit den Daphnien, Lynceus u. s. w. und den Lim-
netis und ihren Verwandten weisen darauf hin, dass sie die
äusseren Antennen darsteilen, die so häutig zu Ruder-
organen umgewandelt werden; an Kiemenfunktion ist gar nicht
zu denken. Die nährere Beschreibung dieser Theile von C\
oblonga werde ich weiter unten hinzufügen.
Ein drittes Paar Kopfextrenutäten ebenfalls nach vorn
gerichtet (L i 1 j e b o r g tab. XVIL fig. 4, c, d, copirt fig. 1, c, d)
*) Zenker im Archiv für Naturgeschichte 1854. tab. I. fig. 1.
1. fig. 2.
'*) Zenker i. c. tab. IV. fig. 1, a.
328 Grube:
liegt nach innen von den Ruderantennen und unter den
oberen Antennen, und entspringt weiter nach hinten rechts
und links von der Oberlippe (lab. XII. fig. 4, c. fig. C). Es
wird von Milne Edwards (1. c. pl. 36. fig. 5» dj als An-
tejines pediformes de la seconde paire bezeichnet, von Baird
und Liljeborg als untere Antennen, von Costa
(1. c. fiof. 7) als Palpenfüsse oder Antennen des
zwei tcn Pa a res, von Dana »\s Pedes mandibulares, Phi-
lippi hat es bei Asterope ellipHca weder abgebildet noch
beschrieben. Sie ähneln den oberen Antennen, sind eben-
falls knieförmig gebogen, aber so, dass der Endschenkel des
Knies immer nach unten und etwas nach hinten gerichtet
isl, geben jenen auch an Grösse nichts nach und kommen
erst recht zum Vorschein, wenn man die äusseren Antennen
fortgenommen hat. Trotz seiner eigenlhümlichen Gestalt
kann man es wohl keinem anderen Theile als den Mandibeln
parallelisiren. Dafür spricht vor allen die Lage (Liljeborg
lab, XVII. flg. 10); was die Gestalt betrifft, so weicht diese
allerdings auf den ersten Anblick selbst von Cypris und Cy-
there bedeutend ab, lässt sich aber doch auf das gleichna-
mige Organ derselben leicht zurückführen. Bei beiden ha^
ben die Mandibeln Palpen, und noch am Grunde derselben
einen Anhang *), doch die Lade ist kräftig ausgebildet, die
Palpe nur kurz aber doch 5-gliedrig; bei Cypridina dagegen
sind vorzugsweise die Palpen entwickelt, indem sie durch
Streckung der unleren Glieder sich fussförmig verlängern,
der Anhang fehlt nicht und ist bei unserer Art sogar sehr
ansehnlich, die Lade selbst scheint verschieden gestaltet.
Liljeborg sagt, die Mandibeln fehlten gänzlich, giebt aber
wie Dana, drei Paar Maxillen an, von denen das erste
Paar in mehrere an den Enden mit Borsten versehene Lap-
pen zerschlitzt ist, und keine Palpen führen soll: ich glaube,
dass dieser Theil mit Liljeborg's unteren Antennen zu-
sammengehört und nur den Grund- oder Ladenlheil dersel-
ben, d. h. unserer Mandibelpalpen darstellt.
Milne Edwards führt ein Paar Mandibeln (1. c. pl. 36.
flg. 5«) und zwei Paar Maxillen auf: auch ^eine Mandibeln,
*) Zenker 1. c. tab. I. fig. 4. tab. IV. fig. 4.
Bemerkungen über Cypridina. 329
die übrigens einfacher aussehen , führen keine Palpen und
ich vcrmulhe hier in gleicher Weise, dass sie nur von sei-
nen Antennes pediformes de la seconde paire, (unseren Man-
dibe]|)alpen) abgelöst sind. Auch bei C\ oblonga habe ich
dies Extremilatenpaar nicht befriedigend herauspräpariren
können, es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass das auf-
fallend geslaltelo biatt E (lab. XII. fig. 4) der Lade der Man-
dibelpalpen entspricht, und dass Baird's fig. 8 auf seiner
VII. Tafel (von ihm fraglich als Mandibel bezeichnet) , den-
selben Theil darstellt. Ist dies nicht der Fall, so müsste das
Blatt E zum ersten Maxillenpaare gehören.
Bestätigt sich meine Hypothese , so sind die Angaben
der verschiedenen Beschreiber über die übrigen Mundtheile
sowohl unier sich als gegenüber der Darstellung der ent-
sprechenden von Cypris , zum Theil auch Cylhere, in Ein-
klang; dann ist es überall das erste Maxillenpaar , welches
sich durch einen grossen mit langen Randhaaren besetzten
blallförmigen Anhang auszeichnet: Lei Cypris nach Zenker
1. c. lab. I. fig. 1. II. fig. 5 , bei Cythere nach demselben
tab. IV. fig. 5, bei Cypridina globosa nach Liljeborg I. c.
lab. XVII. fig. 4, g, h, (in Copie auf unserer Tafel fig. 1. g, h),
bei C. mediterranea nach Costa, der in demselben eine
Wiederholung des Respiralionsorgans sieht 1. c. fig. 11;
Milne Edwards (pl. 36. fig. 50 und Ba i rd (pl. VII. fig. 6)
stellen, wie Philippi (tab. III. fig. 11, C) bei Aslerope bloss
den beireffenden Anhang dar, den auch ich nur gesehen
habe (tab. 1. fig- g). Der eigentliche Stamm dieses Extremi-
tälenpaars trägt bei Cypris wie bei Cypridina nach Zenker
und Liljeborg am unleren Rande noch eine ganze Reihe
sehr schmaler am Ende mit Haaren besetzter Läppchen, ganz
ähnlich wie bei meinen präsumirlen Mandibeln von Cypri-
dina globosa.
Auf dieses erste Maxillenpaar (bei Liljeborg das 2te
genannt), folgt bei Cypridina ein kleineres blatlarliges Ex-
tremilatenpaar, Milne Edwards 2tes Maxillenpaar (pl. 36.
fig. 5«), Liljeborg's 3les Maxillenpaar tab. XVU. fig. 4, i,
(Copie tab. XU. flg. 1, i) , tab. XVIII. fig. 1, das dem vor-
hergehenden ziemlich ähnlich , bei Cypris etwas abweichend
ist (Zenker 1. c. tab. I. fig. 6) , bei meiner Cypridina ob-
330 Grube:
longa habe ich von ihm , wie ich glaube , nichts als das
schmale Blatt lab. I. fig-. g zu sehen bekommen, das an den
Theil 2 — 5 in Zenker's Figur 6 erinnert, bei Baird vcr-
mulhlich dem oberen Blatte in pl. VII. fig. 6 entspricht. Bei
Cylhere soll dies Paar gänzlich fehlen oder vielmehr durch
ein eigentliches slielförmiges Fusspaar mit Endklaue ersetzt
werden, bei Philomedes kommen beide Paare vor, haben aber
ein ziemlich verändertes Aussehen , namentlich ist nirgends
von dem grossen am convexen Rande mit Borsten versehe-
nen blatiförmigen Anhang die Rede Die dann noch folgen-
den eigentlichen Fusspaare von Cypris und Cythere fehlen
merkwürdiger Weise Cypridina gänzlich; so dass sich am
Abdomen bloss ein Schwanzauhang entwickelt. Die Gattung
bildet in dieser Hinsicht ein wahres Extrem in der Reihe der
Crustaceen, den Gegensatz zu Apus und Estheria.
Zur Charakteristik der Cypridina oblo7iga wird es er-
forderlich sein noch näher auf die Gestalt der bisher allge-
meiner besprochenen Theile einzugehen ;
Die oberen Antennen (tab. XII. lig. A) lassen mit
Sicherheit nur fünf Glieder unterscheiden, ein langes bildet
den angehefteten, die andern vier den freien oder Endschen-
kel des Knies, das 2te ist doppelt so lang wie jedes der bei-
den folgenden, und trägt auf dem Rückenrande nur 1 starke,
am Endlheile lang behaarte Borste, nahe dem Ende, das 3te
quadratische, dagegen 7, von denen die hinteren jener ähn-
lich, die 3 anderen glatt sind, und am Bauchrande nahe dem
Ende eine einfache, sehr viel kürzere und zarte Borste. Am
4ten und zwar an dessen Bauchseite kommt nur eine aber
sehr ansehnliche, an der Spitze in einen Fächer von Strah-
len auslaufende schräg nach vorn gerichtete Borste vor,
während das fünfte oder Endglied, welches sehr kurz ist
und sich nach dem fast abgestutzten Ende, etwas verschmä-
lert, in 8 dicht an einander gedrängle, ziemlich starke, theils
spärlich gefiederte Borsten ausläuft. Ansehnliche verhältniss-
mässig zum Theil noch längere Endborsten zeichnen dies
Antennenpaar auch bei anderen Arten aus. Die Reihe von
Rückenborsten aber ist, so weit die >Yergleichung reicht, für
C. oblonga charakteristisch. Das lange Basalglied trägt gar
keine : die Muskeln sind in allen Gliedern stark entwickelt.
Bemerkungen über Cypridina. 331
Die äusseren Antennen (tab. XII. fig. B) bestehen
bei allen Cypridinen aus einem überaus dicken birnförmigen
Grundgliede , an welches knieartig eine mehrgliedrige , an
der Endhälfte mit sehr langen Borsten besetzte Geissei ge-
fügt ist. Die Antennen müssen ein ausnehmend kräftiges
Bewegungsorgan abgeben, wenn sie auch nicht, wie bei den
Limnetis , Estherien und Cladoceren, die zweiästige Gabel-
form besitzen. Die Geissei, etwa um y^, länger als das dicke
Grundglied, besteht aus neun Gliedern, von denen das erste
das längste und wenig kürzer als alle andere zusammen ist:
diese von ziemlich quadratischer Form, sich aber allmählich
verschmälernd, tragen die langen Borsten, welche an den
Seilen der Schale hervorragen und zuerst in's Auge fallen,
und zwar jedes eine Borste an seiner Aussen- und Vorder-
seile , das letzte aber vier Endborsten. Die Seilenborsten
sind fast um die Hälfte länger als die Geissei selbst, unter
sich ziemlich gleich lang und in ihrer ganzen Länge dicht
und zierlich gefiedert, die Endborsten bedeutend kürzer und
zwei davon nicht gefiedert. Am ähnlichsten sieht dies An-
tennenpaar bei C. mediterranea aus ; die in der Abbildung
mit 1 — 5 bezeichneten birnförmigen neben einander liegen-
den Parlieen des Grundgliedes , welche durch dessen Wand
durchschimmern und sacchi, di cui si compone tutta la ca-
vita respirante bezeichnet werden, sind wohl nichts anderes
als die überaus stark entwickelten Muskelmassen. Bei C.
globosa nehmen die Borsten gegen die Spitze der Geissei
allmählich an Länge ab, und die längste kommt höchstens der
Geissei gleich, die Zahl der Glieder ist auch hier 9, bei C\
Aiac Andrei und Adamsi nur 7.
An dem dicken Grundgliede und zwar an der unteren
Seite desselben, nicht weit von der Einlenkung der Geissei,
beschreiben sowohl Li ij eb o rg bei C globosa als Baird bei
C. Adamsi und Mac Andrei einen griffeiförmigen 2-gliedrigen,
nur kurz und späiiich behaar[en Anhang, der bei C globosa
und Adamsi an Länge weit hinter der Geissei zurücksteht, bei
C. Mac Andrei nur wenig kürzer aber dünner und wohl
jedenfalls als Analogon ^ies zweiten Astes der gabiigen Ru-
derantennen von Limnelis , Daphnia u. a. zu betrachten ist.
Milne Edwards, Philipp! und Costa gedenken eines
332 Grube:
solchen Anhanges nicht, bei C. oblonga ist er, wie Figur B
zeigt, sehr unbedeutend, dünn und kurz, ohne Andeutung
von Gliederung und nur wie eiue starke leicht gekrümmte
Borste gestaltet.
Die Mandibelpalpcn (tab. XII. fig. C), Lilj eb org's
sogenannte untere Antennen, sind von mir nicht mit allen, wie
ich glaube, dazu gehörigen Theilen der Basalpartie im voll-
ständigen Zusammenhange beobachtet worden: ich sehe an
ihnen 5 Glieder, von denen das 2te und 3te ein Knie bilden,
das längste das Grundglied , etwa 3mal so lang wie hoch,
an seiner Unterseite einen ansehnlichen scharf gekrümmten
nach hinten gestreckten Haken trägt; die anderen Glieder
sind nur mit Borsten versehen , und zwar das zweite bloss
mit zwei kurzen, etwas spindeiförmigen am Unter- und eine
am Oberrande, jene ganz hinten, diese ganz vorn gelegen,
das 3te, welches weit in das 2te zurücktreten kann, auch nur
mit einer oberen, aber drei unteren, sehr langen durchweg
geliederlen Borsten, welche dicht hinter einander und unmit-
telbar hinter dem Knie sitzen; das 4te Glied, länger und
etwas schmäler als das 3te , kürzer als das 2te und etwa
2mal so lang wie breit, besitzt vier stärkere sanft gekrümmte,
gegliederte aber nicht gefiederte Borsten am Rücken- und
eine am Bauchrande, letztere am Ende des Gliedes, erstere
in gleichen Abständen verlheilt, und ein kurzes dreieckiges
Endglied , dessen Unterseite 7 von der Spitze anfangende
Borsten einnehmen , kürzer als die ebenbeschriebenen aber
sonst ihnen ähnlich. Wie sehr die Gestalt und Behaarung
dieser Gliedmaasen bei C. globosa, Mac Andrei, Adamsi und
andern Arten abweicht, zeigen auf den ersten Blick die be-
treffenden Abbildungen.
Am Ursprünge dieser Mandibelpalpcn und zwar an ihrer
Aussenseite sass das sichelförmige , durch die Länge, Fein-
heit und grosse Zahl der gefiederten Haare auffallende Blatt,
mit welchem sein concavcr Rand besetzt ist (tab. XII. lig. D,
fig. 4, D); am Grunde desselben Hessen sich noch zwei Lap-
pen unterscheiden , ein grösserer schief lanzettförmiger von
etwa halber Länge ganz haarlos (d'^ und ein viel kleinerer,
schief herzförmiger, wenig abgelöster Cd")> dessen Unterrand
vier sehr weilläufig stehende zart gefiederte Haare trägt.
Bemerkungen über Cypridina. 333
Wenn ich mich recht erinnere, lag der haarlose Lappen nach
innen von dem sichelförmigen Blatt. Ganz ebenso gestaltete
Anhänge finde ich bei keinem Beschreiber einer anderen Art
abgebildet: nur der von Baird bei C. Adamsi dargestellte
Theil pl. Yll. fig. 7 , den er als 2tes Kieferpaar bezeichnet,
erinnert lebhaft daran durch die zarte und lange Behaarung
seines Innenrandes und auch seine Gestalt nähert sich der
Sichelform. Dass jedoch dieses Blatt als 2tes Kieferpaar
hinter dem grossen am Aussenrande mit Borsten besetzten
(Baird's erstem Kieferpaar) gelegen haben soll, widerspricht
meiner Beobachtung.
Im Ungewissen bin ich über die Bedeutung eines dün-
nen, griffeiförmigen, aus zwei gestreckten Gliedern bestehen-
den Anhangs, den ich an der Oberlippe nach aussen von dem
einen der rolhen auorenförmio-en Punkte hervortreten sah
(tab. XII. fig. A, a) : ich habe ihn nur einmal, und nur auf
der rechten Seite bemerkt: sollte er zum inneren Antennen-
paare gehören? Er scheint mir von seinem Grunde herzu-
kommen.
Weiter muss eines von allen Beschreibern erwähnten
und für Cypridina und Philomedes charakteristischen Organs
gedacht werden : ich meine den langen, biegsamen nach hin-
ten gekrümmten Griffel (tab. XU, fig.W, fig. 4, w. Liljeborg
tab. XVII. fig. 4, k. Copie fig. 1, k) , der jederseits etwa in
der Mitte der Körperlänge von der Flanke emporsteigt, und
über den Rücken hinausragt. Philippi's Figur stellt durch
ein Versehen beide auf derselben Seite des Körpers dar.
Dieser Griffel erscheint bei allen Arten dichtgeringelt, gegen
das Ende mehr oder minder verdickt und hier mit Haaren
besetzt; an unserem Thiere standen die Haare, wie hei Aste-
rope und C, Mac Andrei zerstreut und spärlich , während
sie bei C. Adamsi jederseits eine längere Reihe bilden , das
Ende selbst fand ich stumpf und mitten eingekerbt, wie auch
Liljeborg abbildet, und beide Ränder der Kerbe kurz be-
haart. Ueber die Ansatzstelle dieses Organs bin ich nicht
vollkommen sicher : es scheint mir von der Flanke des Lei-
bes selbst, oberhalb und hinter der Insertion des ersten Ma-
xillenpaars abzugehen , von dessen grosser Anhangsplatte
sein unterer Theil etwas verdeckt wird. Liljeborg giebt
334 Grube:
ausdrücklich an, dass es hinter dem 2ten (seinem 3ten) Ma-
xillenpaare entspringe, während es Costa vor der Mitte der
grossen Anhangsphitte des Isten Maxillenpaars ansitzen lässt.
Alle, ausser Philipp! und Liljeborg, die sich über die
Funktion dieses Organs nicht entschieden , und es nur als
„geringelte Fäden" und appendix annulata beschreiben,
stinunen darin überein , dass es zum Halten der Eier diene
und so dem 2ten nach oben gerichteten Fusspaare von Cypris
entspreche, von dem Zenker freilich sagt, dass die Eier keines
solchen Halts bedürften. Mich errinnerte dieser biegsame
Griffel sogleich an das ganz ähnlich gebildete Organ, wel-
ches bei dem Weibchen von Limnetis brachyurus als Rückenast
des 9ten und lOten Fiisspaars auftritt, und hier, wieLievin
und ich beobachtet, nicht zum Halten, sondern zum Tragen
der Eier dient, indem sie sich um dasselbe zu einem Klum-
pen backen. Dies wiederholt sich bei Estheria und Limnadia.
Bei Cypridina scheint es nun gar nicht mehr zur Bildung
einer freien Fussplatte zu kommen und bloss dieser Anhang
ausgebildet zu sein ^ den Baird geradezu oviferous feel
nennt, und Dana als Pes ad ova pertinens bezeichnet. Was
die vier wurstförmigen hinter demselben am Rücken empor-
stehenden Körper bedeuten, diePhilippi an seiner Asterope
abbildet, ist nicht näher angegeben, sind es vielleicht abge-
löste und dort angebackene Eierklumpen? Bei den Limne-
tis führen nur die Weibchen dergleichen Griffel , ebenso bei
den Limnadien und Estherien , von welchen letzteren man
dagegen die Männchen an der Greifklaue des Isten und 2ten
Fusspaars erkennt : auffallend ist es nun, dass eine ähnliche
Greifklaue nach Costa auch an dem ersten Maxillenpaare
seiner C, elliptica vorkommt, während gleichzeitig jene grif-
felarligen Organe auftreten.
Hinten läuft der Körper der Cypridinen in zwei dicht
neben einander liegende Blätter aus: sie sind von rechts
nach links zusammengedrückt, und am Hinter- oder Unter-
rande mit einer Reihe starker rückwärts gekrümmter an Länge
abnehmender Dornen besetzt. Bei unserer Art sind diese
Blätter sehr fest und minder gross als bei C. globosa^ Mac
Andrei und Asterope eUiptica, nicht sowohl dreieckig oder
sichelförmig wie bei C. Adamsi als abgestutzt trapczoidal,
Bemerkungen über Cypridina. 335
der Rand, der die Dornen trägt, ist die kurze freie hintere
Seite des Trapezes, die Dornen selbst, wie bei den anderen
Arten, an dem concaven Rande mit kleinen , ziemlich weit-
läufig stehenden Zähnchen besetzt, die Zahl der Dornen aber
nur 8.
Demnach würde die Charakteristik unserer Cypridina
oblonga sich folgendermassen herausstellen :
Cypridina oblonga : Testa albida, ex ovali oblonga, ventri-
cosa, glabra, margine dorsuali et ventrali paene rectis, incisura
marginis anterioris profunda, lineari, paene horizontnli, anten-
nis anlerioribus supra serie setarum fortium pinnatarum, apice
similibus et 1 inferiore crassiore, extremitate radiata, armatis,
flagello antennarum exteriorum 9-arliculo, selis aeque longis,
flagello paene dimidio longioribus', palpis mandibularibus
crassis, articulo antepenultimo selis ventralibus 3 longis pin-
natis, a. penultimo setis dorsualibus 4 et ventrali 1, a. ultimo
setis 7 brevioribus munito, appendice basilari falciformi, selis
longissimis , densis peclinato, spinis laminarum caudalium 8.
Long. 0,69 unc.
Gefunden wurde diese Art an der Küste der Insel Cherso,
unweit der Stadt gleiches Namens.
Erklärung der Abbildungen. Aw / *
Tab. Xll.
Fig. 1. Copie von Cypridina (jlobosa Liljeb. nach Liljeborg Clado-
cera etc. (lab. XVII. fig. 4). Ansicht eines Weibchens nach
Ablösung der linlien Schalenklappe.
a.b. Obere Antennen Liljeb. (Innere oder vordere Antennen Grube.)
c. d. Untere Antennen Liljeb. (Mandibelpalpen Grube.)
e. Der linke Schwimnifuss Liljeb. (Die linke der äusseren Anten-
nen Grube.)
f. Die linke Maxille des Isten l'aares Liljeb. (Die linke Mandi-
bellade Grube.)
g. Die linke JVlaxille des 2ten Paares Liljeb. (Die linke Maxille
des Isten Paares Grube.)
h. Kiemenanhang derselben Liljeb.
i. Die linke Maxille des Isten Paares Liljeb. (Des 2ten Paa-
res Grube.)
336 Grube:
k. Der linke orerinf^elte Anhang.
1. Linker Eieistock.
m. I^inker Ramus abdominalis.
n. Die zusammengesetzten Augen.
Alle übiigen Figuren beziehen sich auf Cypridina ublonga.
Fig. 2. Cypriditia oblonga in ihrer Schale , von der rechten Seite
gesehen , etwa 13mal vergrössert : zwischen den Klappen
der Schsiie ragen vorn nach oben die Borsten der vorderen
Antennen , aus dem Einschnitte des vorderen Schalenrandes
die Geissel der äusseren Antennen der rechten Seite, am
Vorderrande hinter der Mitte das rechte der beiden Blätter
oder Platten vor, in welche das Abdonien ausläuft.
„ 3. Die Schale desselben Thieres vom Rücken gesehen, bei glei-
cher Vergrösserung.
„ 4. Ansicht der vorderen Körperhälfte mit ihren Anhängen, so
v^eit sie im Zusammenhange klai' gemacht werden konnten,
von der linken Seite gesehen, noch stärker vergrössert.
A. Innere oder vordere Antenne.
B. Aeussere Antenne.
C. Mandibelpalpe.
D. Sichelförmiger Anhang am Grunde derselben.
E. Ladenlheil der Mandibeln : den Stummel , der unmittelbar dar-
über erscheint, halte ich für die Oberlippe.
F. Grosser blattförmiger Anhang des Isten Maxillenpaares.
G. Anhang des 2ten Maxillenpaares.
0. Zusammengesetztes Auge.
W. Griffeiförmiger Anhang an den sich wahrscheinlich die Eier
nach ihrem Austritte heften.
Fig. 5. Ansicht des vordersten Körpertheils von oben. Die Theile
sind nicht alle ausgezeichnet. a zweigliedriger Griffel
an der Innenseite der inneren Antennen. o' zwei scharf
umschriebene rothe Punkte an der Stirn, vielleicht einfache
Augen. Die Bedeutung der übiigen Buchstaben wie in
Figur. 4.
„ A, B, C U.S.W. Die einzelnen Extremitäten (i. w. S.) noch
stärker vergrössert, von ihrer Aussenseite.
„ A. Innere Antenne mit dem zweigliedrigen Griffel a, der an
ihrem Grundgliede zu sitzen scheint. Man sieht deutlich
die Muskeln, die zu jeder einzelnen Borste gehen.
„ B. Aeussere Antenne, b die stark gekrümmte Borste an ihrem
Grundgliede.
„ C. Mandibelpalpe. Das 3le Glied (III) erscheint hier grossen-
theils in das '2tc zurückgezogen, c dci hakenartige Fortsatz
an der Unterseite des Grundgliedes.
Kemerkungen über Cypiidina. 337
Fig. D. Der sichelförmige zarte Wulst, welcher aussen am Rande
der Mandibelpalpe zum Vorschein kommt, wenn man die
äusseren Antennen aufhebt oder fortpräparirt. Die einfie-
drigen Borsten, die kammarlig seinen concaven Rnnd beset-
zen, sind die zarlesten unter allen sonst bei dieser Art
vorkommenden; d', d" zwei sehr zarte Lappen dieses Blat-
tes , von denen jener vier Borsten trägt , dieser ganz glatt
ist, aufgehoben dargestellt.
„ E. Das Blatt, das nach meiner Untersuchung der Mandibellade
entspricht; m ein Muskelstrang, der in senkrechter Rich-
tung aufwärts steigt und, sich neben der Oberlippe inseriren
niuss; e* der freie nach vorn voriagende vordere Theil
der Lade.
„ F. Der grosse blattförmige Anhang des Isten Maxillenpaares.
„ G. Der schmale blattförmige Anhang , der mir zum 2ten Ma-
xillenpaar zu gehören scheint.
„ \V. Wie oben.
„ T. Die beiden, dicht an einander liegenden Biälter, in welche
das Abdomen hinten ausläuft; t das rechte, t' ein Stückchen
mit der vordersten Borste des linken Blattes.
ArcLiv l Naturgesch. XXV. Jahrg. l.Bd. 22
lieber Ilaarsackmilben uud Krätzmilben,
Von
Franz Leydig
in Tübingen.
(Hierzu Taf. XIII}.
Henle ') und Gustav Simon 2) entdeckten bekannt-
lich in den Hanrbälgen der menschlichen Haut ein eigen-
thümliches milbcnarliges Geschöpf, das bald die Aufmerk-
samkeit der Zoologen und Dermatopalhologen auf sich lenkte
und, was gewiss weniger zu billigen ist, in kürzester Zeit die
verschiedensten Benennungen trug. Der um die systematische
Stellung des aufgefundenen Thicrchens um Rath gefragte
Erichs 011 hatte für die Sim on'sche Abhandlung den Namen
Acarus folliculorum vorgeschlagen. Der nächste Beobachter
Mies eher ^) nannte das Thier Macrognster platypus. Darauf
fand man auch in England die Hauirnilbe; Wilson^) ge-
braucht die Bezeichnung Entozoon folliculorum, Owen führte
den Gattungsnamen Demodex ein. Endlich belegte Ger-
vais '') die Gattung mit dem Namen Simonea. Inzwischen
1) OeHentlichei Beobachter. Zijiicli, Dezember 1841. Doch macht
auch Berger (Froriep's n. Koliz. Bd. S5) Ansprüche auf die Priorität
der Enideckung dieses Schmarotzers geltend.
2) Froriep's neue Notizen Bd. 21. S. 218 und Müller's Ar-
chiv f. Anat. u. Physiol. 1842. S. 218.
3) Bericht über d. Veihandhmgen d. natnrforsch, Gesellsch. in
Basel vom August 1840 bis Juli 184-^. Basel 1843.
4) Ann. nat. bist. XII und Phil. Transact. Boy. Soc. 1844. Drei
Jahre spater in der zweiten Ausgabe seiner Ilautkiankhciten (on dis-
eases of ihe skin. London 1847) hat er wieder einen neuen Kamen
angewandt: Stealozoon.
5) Hist. nat. d. Apleres.
]. eydig: Ucber Ilaarsack- und Krätzmilben. 339
hatte man auch schon gefunden, dass ein ähnliches oder das
gleiche Thier bei manchen Säugethieren in der Haut lebte.
So zeigte Tulk der Microscop society im Dez. 1843 eine
solche Milbe aus Haulpusteln eines Hundes vor. Ebenfalls
beim Hunde beobachtete G r u b y 0 den Acarus in gros-
ser Menge.
Ich selbst bin zu den nachfolgenden Untersuchungen
dadurch veranlasst worden, dass ich bei einer wohlerhalte-
nen surinamischen Fledermaus (Phyllostoina hastatum) am
Bauche eine kleine, etwa erbsengrosse Geschwulst antraf,
gefüllt mit einer weisslichen, anscheinend käsigen Masse, die
aber mikroskopisch aus Hauttalg und zahllosen Haarsackmil-
ben bestand. Eine feine Messerspitze voll solcher Masse
unter das Mikroskop gelegt, brachte immer gleich Hunderle
der Thierchen zur Ansicht. Zu eben dieser Zeit mit Studien
über die Haut der Säugethiere beschäftigt , erhielt ich die
Schnauze eines »räudigen« Hundes, bei welchem die Haar-
sackmilbe durch übergrosse Menge die Hautkrankheit er-
zeugt hatte. Später traf ich auch an einer wirklich räudigen
Katze zugleich mit der Krätzmilbe den Acarus folliculorum
an und da denn doch die Nalurgeschichte dieses Parasiten
noch viel Rälhselhafles hat und es bis jetzt noch nicht einmal
gelungen ist , bestimmte innere Organe nachzuweisen , so
niögen vielleicht einige Mittheilungen über Organisation und
Speciesverschiedenheiten nicht unwillkommen sein ^).
Am besten beschrieben und gezeichnet ist unser Thier-
chen bei Simon; einen nur geringen Werth möchte ich
den zahlreichen Figuren zugestehen (es sind deren 42 auf
drei Quarttafeln) , welche Wilson seiner Abhandlung bei-
giebt, trotzdem, dass sie zum Theil mit einer kolossalen Ver-
grösserung (z. B. Fig. 9. u. 10) gezeichnet sind. Ich will
mich nicht auf eine abermalige vollständige Beschreibung der
1) Conipt. rend. XX p. 569.
2) Auf die vielen Beobachtungen, welche Dr. Gros über Mil-
ben mitgetheilt hat (Bull. d. 1. soc. imp. d. Moscou 1845) kann ich
nicht wohl Rücksicht nehmen , da mir die Originalabhandlung nicht
zu Gebote steht und was in Auszügen darüber zu lesen ist, mir kein
rechtes Vertrauen zu den Angaben dieses Autors erweckt.
340 Leydig:
äussern Gestallverhältnisse einlassen, sondern nur einiger
Theile gedenken. Besonders schwierig ist die Mundge-
gend zu erforschen und ich habe in Fig. 10 die Mundlheile
der von Phyilostoma gewonnenen Thiere und Fig. 4 die der
Hundsuiilbe genau abzubilden gesucht , ohne dass ich mir
getraute, die Bedeutung jeder Linie zu eniziffern , obschon
ich mich im Ganzen der S im on'schen Erklärung anschliesse
und den Mund aus zwei seillichen Körpern oder „Palpen*
und einem zwischen diesen befindlichen „Rüssel-^ bestehen
lasse. Die Palpen haben vorn niehrere nach unten vorsprin-
gende Höcker, welche man ebendeshalb bei der Bauch- oder
Rückenlage des Thieres nur in Form kleiner Ringe sieht.
Im Rüssel unterscheidet man eine Art Stilef. Weiter ins
Einzelne beschreibt Mies eher (a. a. 0.) die Mundlheile.
Bei Wilson ist dann die Mundgegend noch viel detaillirter
dargestellt und es werden da unter Anderem vier Labral-
und drei Labialpalpen, worüber indessen schon Erichson
in dem betreffenden Jahresberichte den Kopf schüttelt, be-
schrieben; auch könnte allerdings die riesige Vergrösserung,
die ich mit -meinem Mikroskope nicht zu Wege bringen kann,
Respect einflössen , allein es liegen zu offenbare Irrthümer
vor , als dass man nicht auch an den anderen Angaben
zweifeln sollte. So , um nur eins anzuführen , entdeckte
Wilson am Kopfe des Schmarotzers Augen, indem er zweien
Verdickungen der Cuticula diese Bedeutung beilegt. Der
Acarus folliculorum hat keine Spur von Augen, was auch
bereits Mies eher hervorhebt.
Auch bezüglich der Fuss krallen kann ich mich
nicht so bestimmt ausdrücken , wie dies Andere thun. Ich
sehe zwar, dass das Endglied der Beine dreispilzig ist, und
dass diese Spitzen oder Krallen am vordersten Fusspaare
am stärksten sind, auth nach hinten etwas an Länge abneh-
men, aber bei hoher Vergrösserung will es mich bedünken,
dass jedes Bein eigentlich nur zwei Krallen habe, eine grös-
sere und eine kleinere, und dass die dritte Spitze nur ein
im Durchschnitte gesehener End- oder Hafllappen wäie. Die
Kleinheit des Gegenstandes ist Schuld, dass man über solche
Dinge schwer ins Reine kommt.
Die zierliche feine Quer rie feiung der Cuticula, wie
lieber Haarsack- und Krätzmilben. 341
sie zunächst am Hinlcrleibe auffällt, und welche man nach
allen bisherigen Beschreibungen auf das Abdomen beschränkt
sein lässt, erstreckt sich nach meiner Beobachtung auch noch
über das Bruststück weg. Wilson wollte in dem feinge-
ringelten Ansehen des Abdomens eine wahre Gliederung des
Hinterleibes erblicken, obschon es sich nur um eine Art
Hautsculptur handelt , wie sie eben in dieser Form bei den
Arachniden sehr gewöhnlich ist. Noch besitzt aber ausser-
dem die Haut des Bruststückes einige andere Relieflinien,
nämlich einen mittleren Längskamm und zwei seitliche nach
den Arten entweder mehr gerade verlaufende oder gebogene
Leisten (vergl. Fig. 6 u. 8).
Was die inneren Organsysteme betrifft, so habe ich
weder vom Nerven- noch vom Muskelsysteme etwas wahr-
nehmen können, zweifle indessen nicht im mindesten daran,
dass beide da sind, denn die am lebenden Thier zu beob-
achtenden Bewegungen der Beine, der Palpen u. s. w. spre-
chen, da sie in gleicher Weise, wie bei den übrigen Ar-
thropoden geschehen , für das Dasein von Muskeln und der
in der äusseren Gestalt bestimmt ausgeprägte Arthropoden-
typus wird wohl nicht ohne die Existenz eines Nervensystems
gedacht werden können. Der winzige Umfang des Thieres
und der gegenwärtige Zustand unserer Mikroskope sind nach
meiner Ueberzeugung die Ursache, dass wir weder der Mus-
keln noch der Nerven ansichtig werden können. Etwas mehr
gelang es mir, namentlich an der Milbe des Phyllostoma, den
Nahrungskanal kennen zu lernen. Zunächst spreche ich
einen hinter dem Rüssel sich bemerklich machenden Ring
(auf Fig. 4 und Fig. 10 sichtbar) als den scheinbaren Quer-
schnitt des beginnenden Schlundes an. Bei der Seilenlage
des Thieres oder auch bei solchen, welche den Rücken dem
Beschauer zukehren, unterscheidet mart ferner im Bruststücke
ein zwar sehr zart gerandetes , aber doch unverkennbar
längsslreifiges Organ, welches ich für die Fortsetzung des
gefalteten Schlundes halte. Die Conturen lassen sich unter
günstigen Umständen in den zarlhäutigen, fast den ganzen
Hinterleib einnehmenden Sack verfolgen (vgl. Fig. 9), wel-
cher einen meist fettigen oder grümlich körnigen Inhalt be-
sitzt und den ich für das Analogon des Magendarmes halte.
342 L e y d i g ;
Ob eine Afteröffniing zugegen , weiss ich nicht; sie scheint
eher zu fehlen. Bei der Haarsackmilbe des Menschen ist
der Mageninhalt sehr gewöhnlich eine gelbbraune Masse, wie
sie von ganz gleicher Natur sich auch bei manchen Krätz-
milben im Magen findet. Simon erwähnt bereits dieser
„bei durchfallendem Lichte braun oder schwärzlich aussehen-
den Masse,« sie fülle den Hinterleib ziemlich gleichmässig
aus; häufig befinden sich dazwischen helle, durchscheinende
Stellen, wohl Tropfen einer weichen Substanz, öfter traf ich
aufThiere, bei denen die braune Masse sich bis zur Schlund-
gegend hinzog. Da Simon, wie es scheint, „durch Pressen"
des Thieres „Organe von bestimmter Construction" zu präpari-
ren suchte, aber nur negative Erfolge erzielte, so bemerke
ich, dass man jeglichen Druck zu vermeiden habe und nur mit
und ohne Reagentien durch verschiedene Einstellung des Mi-
kroskopes und Lagewechselung den» Innern des Schmarotzers
etwas abofewinnen kann. Ausser der Nahrungshöhle exisli-
ren noch zweierlei bestimmt zu unterscheidende Organe im
Hinferleibe. Das erste ist ein unterhalb, also an der Bauch-
seite gelagerter, scharf abgegrenzter Körper von hellem Aus-
sehen, der bei dem Acarus des Phyllostoma durch eine Längs-
linie wie paarig zerfiel und im Momente der einwirkenden
Kalilauge ein kleinzelliges Aussehen annahm, ich halte den
Körper für einen Keimstock (Fig. 7, a) und glaube auch
dessen Mündungsstelle zu kennen. Man sieht nämlich in
der unteren Fläche der Wurzel des Hinterleibes, hinter und
noch etwas zwischen dem letzten Beinpaare in der Mittel-
linie eine kleine OefTnung (Fig. 7, b), die namentlich an
Thieren, welche einige Tage in Kalilauge gelegen hatten,
sehr markirt war. Es ist wohl dieselbe kurze Längsspalte,
welche bereits Mi esc her „an der Bauchseite, didit hinter
dem letzten Fusspaar" bemerkt hatte und die nach ihm „viel-
leicht After- oder GeschlechtsöfTnung sein möchte."
Das zweite der neben dem Tractus und dem Keimstocke
im Hinterleibe wahrzunehmenden Organe ist eine Anhäufung
scharfgerandeter Körner , welche bei auffallendem Lichte
weiss und bei durchgehendem schwarz aussehen. In ihren
physicalischen Eigenschaften so wie in ihrem Verhalten gegen
Reagentien, stimmen sie ganz mit den Harnconer einen-
Ueber Haarsack - und Krätzmilben. 343
ten der Cyclopiden, Rotatorien u. s. w. überein und haben
wohl auch keine andere Bedeutung. Mit dieser Auffassung
verträgt es sich denn auch ganz gut, dass der Körnerhaufen
durchaus nicht bei allen Individuen in gleicher Grösse getroffen
wird. Am schönsten sah ich die Anhäufungen bei der Milbe
des Hundes, wo es gewöhnlich zwei dicht beisammenliegende
Gruppen von Körnern waren ^Fig 4, a). Ein andermal vermisste
ich die Concremente bei jüngeren erst sechs Beine besitzenden
Thieren , fand sie dann wieder bei ganz jungen Milben. An
frischen lebenden Haarsackmilben des Menschen (Fig. 6, a)
hält es etwas schwer, sich vom Dasein der Harnconcremente
zu überzeugen , da die gewöhnlich so zahlreich vorhandenen
Fellkugeln des Tractus die schwarzen Körner verdecken.
Doch lernt man sie auch hier bei einiger Uebung bald un-
terscheiden und möchte nur noch bezüglich der erst drei
Beinpaare aufweisenden, mit sehr langem, schmächtigem Hin-
terleibe versehenen Thiere bemerken, dass dort mitunter die
Concremente sehr weit nach vorne gelegen sind, ungefähr
im ersten Dritlheile des Abdomens. Natürlich wird man
wissen wollen, welches die jene Concremente abscheidenden
Gebilde sind. Darauf kann ich freilich nicht mit einer di-
recten Beobachtung antworten, sondern nur auf eine Ana-
logie hinweisen. Ich vermuthe, dass nach Ansichten, welche
ich von der Milbe des Phyliostoma hatte (Fig. 9, bj , die
Concremente in ähnlicher Weise in eigenen Zellen des Darmes
sitzen, wie solches bei den Cyclopiden der Fall ist, während
bei anderen Acarinen , wovon nachher die Sprache sein
wird , die Abscheidung der Harnkörner wahrscheinlich in
eigenen ßlindsäcken, welche sich vom Darme abgehoben ha-
ben, geschieht.
Von etwa kreisenden Blutkügelchen ist keine Spur vor-
handen. Ich habe umsonst isolirte lebende Thiere, die ihre
Beine langsam aus- und einzogen, dabei aber eigcnllich nicht
von der Stelle kamen, ihre Mundlheile bewegten und auch
schwache, schwerfällige Drehungen des ganzen Leibes aus-
führten , mit der stärksten Vergrösserung und aller Auf-
merksamkeit betrachtet , ohne auch nur einmal etwas, was
sich auf eine circulirende Blulfliissigkeit und auf die Anwe-
senheit von Blulkörnern deuten Hesse, gesehen. Es scheint
344 L e y d i g :
somit nur eine einfache Nahrungsflüssigkeit die Interstilien
dos Körpers zu erfüllen, die durch die i3e\vcgung der Kör-
perlhcile im Ganzen, hier ausweicht und dort sich sammelt.
Auch nach besonderen Respirationsorganen wird man wohl
vergeblich suchen.
Bezüglich der Frage, ob der Acarus folliculorum in der
achtbeinigen Form das ausgebildete Thier sei oder noch
weitere Metamorphosen einzugehen habe, bekenne ich mich
zu der Ansicht, dass die bezeichnete Form das fertige Thier
vorstelle. Den von Simon abgebildeten „herzförmigen Kör-
per, welcher in den Haarsäcken immer dicht neben einem
Thier lag," und in welchem genannter Forscher eine „Ei-
schale" vermulhet, halte ich ebenfalls für das Ei und im Falle
man sich wegen der Grösse desselben an dieser Auffassung
stossen sollte, erinnere ich daran, dass auch bei den Krätz-
milben die Eier ganz unverhältnissmässig grosse Körper sind.
Indessen bleibt es ein noch der Aufklärung bedürftiger Punkt,
warum man niemals ein solches „Ei" im Innern eines Thieres
zur Ansicht erhält, sondern immer nur in der Umgebung
der Milben. Bei dem Acarus folliculorum des Hundes hat
fraglicher Körper eine andere Gestalt (Fig. 5) , als bei dem
des Menschen. Er ist spindelförmig mit abgerundeten Enden
und enthält im Innern eine körnige Masse (Dotter). Die
jüngsten Thiere hatten auch nur die Länge der Eischale und
die drei Paar Fussstummeln waren noch ganz kleine Knospen.
Auch zwischen den Milben von Phyllostoma war der eiähn-
liche Körper gar nicht selten und hier einfach oval mit kör-
nigem Inhalte.
Man scheint bisher allgemein anzunehmen, dass die beim
Menschen und beim Hunde gefundenen Haarsackmilben eine
und dieselbe Species seien. Gruby z.B. erklärt rundweg:
„les animacules parasites du chien sont identiques ä ceux
de l'homme.« Ich glaube hingegen , dass später besser, als
es mir jetzt möglich ist, nachgewiesen wird, dass, gleich-
wie die Krätzmilben mancher Säuger zweifellos verschie-
dene Species sind, so auch der Acarus folliculorum nach den
verschiedenen Wohnthieren in gute Arten zerfällt. Nur,
worauf ich leider immer wieder zurück deuten muss , die
Kleinheit des Parasiten ist ein Hinderniss, so dass die unter-
lieber Haarsack- und Krätzmilben 345
scheidenden Merkmale zum Theil nur mit Schwierigkeit ge-
sehen werden können. Indessen getraue ich mir schon jetzt
für die Milbe von Phyllostoma , vom Hunde und Menschen
folgende Kennzeichen aufzustellen :
Haarsackmilbe von Phyllostoma.
(Demodex phyllostomatis.)
Habitus kurz und dicklich. Hinterleib nicht läno-er als
der Vorderleib; Ringelung der Culicula dick und scharf. Un-
terseite des Kopfes mit deulichor Qw^rleiste. Auf dem Rücken
des Bruststückes (Yorderleib) zwei dicht nebeneinander her-
laufende Medianlcisten und weiter nach vorne zwei paarige
Bogenslreifen. An der Unterseite des Vorderlcibs zwischen
den zwei hinteren Beinpaaren zwei Querleisten. Die freien
Eier ovale Körper.
Haarsack milbe des Hundes.
(Demodex canis.)
Habitus länglich und schlank. Hinterleib um vieles län-
ger als der Vorderleib. Ringelung der Cuticula zart und
schwach. Unterseite des Kopfes ohne Querleiste. Rücken
des Vorderleibes ohne eigenthümliche Zeichnung, so wie die
Unterseite des Vorderleibs ohne die zwei Querleisten, Die
freien Eier spindellörmige Körper.
Haarsack milbe des Menschen.
(Demodex hominis.)
Habitus länglich. Hinterleib länger als das Bruststück.
Querstrichelung der Cuticula um vieles breiter und stärker
als bei der vorhergehenden Art. Auf dem Rücken des Brust-
slückes ein Längskamm, zur Seite zwischen diesem und den
Beinen eine Eintiefung mit schräger Leiste. Die freien Eier
herzförmig. (Auch die jungen erst sechsbeinigen Milben sind
bei beiden verschieden. An denen des Menschen sind die
^Beinpaare gleich stark mit jenen der achtbeinigen, bei denen
des Hundes sind sie viel schwächer und haben nur die Form
kleiner Knospen; dann besitzt die sechsbeinige Form bei der
Hundsmilbe nie die Länge und Dünne des Abdomens, wie
wir es an der sechsbeinigen Form des menschlichen Acarus
wahrnehmen.)
346 L e y (I i g :
Ich habe schon erwähnt, dass ich auch bei einer räu-
digen Katze zugleich mit den zahllosen Krätzmilben den
Acariis folliculorum angetroffen habe und zwar in den Haar-
bälgen der Nasengegend, Andere Hautstellen habe ich ver-
geblich durchsucht. Doch war die Milbe ungefähr nur in
der Menge zugegen, wie sie sich im normalen Zustande an
der menschlichen Nase iindet. Die Milbe der Katze ähnelt
sehr jener des Hundes, aber dennoch halte ich sie für eine
andere Art, namentlich scheint mir die Bildung des Kopfes
Besonderheiten darzubieten. Doch habe ich sie nicht unter
so günstigen Umständen vor mir gehabt, und auch die mir
jetzt noch in Glycerin vorliegenden Exemplare sind nicht so
gelagert, um die Einzelnheiten der Abweichung genauer zu
bezeichnen.
Die Haarsackmilben scheinen bei Säugelhieren im Ganzen
selten zu sein, wenigstens habe ich während längerer Stu-
dien über die Haut dieser Thiergruppe, bis auf die wenigen
namhaft gemachten Fälle, immer umsonst mich nebenbei nach
dem Acarus umgesehen. Anders verhält es sich bekanntlich
mit dem Menschen, wo fast jedes Individuum damit behaftet
ist und der Lieblingssitz der Milbe die Haut der Nase zu sein
scheint.
Beim Hunde hatte die Milbe durch ihre fabelhafte Menge
eine Hautkrankheit erzeugt, ganz so, wie es zuerst ^von
Gruby beschrieben wurde ; die Haare waren theilweise aus-
gefallen , die Haut bedeckte sich mit Krusten und eiteriger
Materie. Aber ich theile nicht, wie aus Obigem her-vorgeht,
die Ansicht dieses Forschers, dass die Milbe des Hundes auf
den Menschen überwandern könne. Wäre dies nämlich der
Fall, so müssten bei dem freundschaftlichen Verkehre, den der
Hund mit dem Menschen hat und bei der Menge von Milben,
welche nicht bloss in den Haarbälgen, sondern in dem die
kahlen Haulstellen bedeckenden klebrigen Secrete sich finden
und also bei jeder Berührung in Masse übertragbar wären,«
viele Menschen angesteckt werden und einen ähnlichen Aus-
schlag erhallen, was doch bis jetzt , meines Wissens, nicht
beobachtet wurde. Die Haarsackmilbe des Hundes ist von
der des Menschen specifisch verschieden und wird demnach
schwerlich ihren Wohnort leicht wechseln und unter ganz
Ueber|Haarsack - und Krätzmilben. 347
anderen Verhältnissen eben so gut gedeihen, als auf dem
heimischen Boden.
Das Auffinden der Harnconcremente bei dem Acarus
folliculorum bestimmte mich Nachforschungen zu halten, ob
nicht auch die Krätzmilbe (Sarcoptes} dergleichen Ab-
scheidungen besässe und da mir gerade die mehrfach er-
wähnte räudige Katze, also überreiches Material, zur Hand
war, so dehnte ich, frühere Studien (Isis 1848) wieder auf-
nehmend , meine Untersuchungen auch auf andere Organ-
systeme dieses Thieres aus.
Die Krätzmilbe der Katze (Sarcoptes cati) wurde von
Hering ^) zuerst beschrieben und abgebildet. Sie gehört
zu den kleineren der bekannten Krätzmilben und zeigt, von
der Haut der noch lebenden Katze genommen , eine ziem-
liche Lebhaftigkeit der Bewegung. An Hautslücken, welche
abgeschnitten einige Tage im Trocknen gelegen hatten, wa-
ren die Milben scheinbar alle lodt , aber bei zugesetztem
Wasser lebten sie nach und nach wieder auf.
Die Milbe hat im Allgemeinen eine rundliche Gestalt,
ihr Rücken ist stark gewölbt, schildkrötenähnlich , hingegen
die Bauchseite ist flach, ja eher concav. Wenn das gleich-
falls kuglige, auf dem Rücken liegende Männchen sich um-
wendet, so sieht man, dass dessen Hinterleibsende sich plötz-
lich abdacht. Hering nennt das Thierchen „unbehaart,"
indessen sitzt am Kopfe unten jederseits ein Haar , so wie
an der oberen Fläche an correspondirender Stelle zu beiden
Seiten eines ; in dem Felde zwischen dem ersten und zweiten
Fusspaare steht ein kurzes Haar , oder vielmehr Borste, ein
eben solches sitzt jederseits im Felde vor dem dritten Bein-
paare. Auf dem Rücken, ungefähr in der Höhe des zweiten
Beinpaars, stehen drei starke Dornen, dann weiter nach hin-
ten jederseits zwei und endlich um -die Afteröffnung herum
zähle ich bei achlfüssigen Milben zwölf stumpfspilzige Dor-
nen und nur zehn bei den jungen sechsfüssigen Individuen.
1) Ueber die Krätzmilben der Thiere, in den Verhandlungen d.
Kais. Leopold. Akad. d. Katurf. 1836.
348 L e y d i g :
Hering erklärt, dass zwischen dem Männchen und dem
Weibchen in der Körperform kein Unterschied sei und be-
schreibt darnach die Beine folgendermassen : „Füsse acht,
undeutlich gegliedert; die drei vordersten Paare gleich lang;
die vier vorderen Füsse am Rande des Körpers eingefügt,
mit Haftscheiben versehen ; das dritte Paar unter dem Bauche
entspringend, in eine lange Borste und zwei ^iurze, dornar-
tige Fortsätze ausgehend; das vierte Paar ebenfalls am Bauche
inserirt, mit einer Haftscheibe am Ende." Damit stimmt nun
das , was ich sehe, zum Theil so wenig überein, dass man
die Richtigkeit der Hering'schen Mittheilungen annehmend,
zum Glauben geneigt sein könnte, es handele sich um ver-
schiedene Species ; möchte indessen beisetzen, dass die Krätz-
milben der Katze, wie ich sie vor länger als zehn Jahren in
Würzburg untersuchte und a. a. 0. im Umrisse abbildete,
sich bezüglich der Beine genau so verhielten , wie die, wel-
che der jetzigen Darstellung zu Grunde liegen.
Männchen und Weibchen sind bezüglich ihrer Beine
sehr verschieden gebildet (vergi. Fig. 2 u. 3). Die zwei
vorderen Paare haben bei beiden Geschlechtern die gleiche
Beschaffenheit und bestehen aus einem dreigliedrigen, mit
mehreren längeren Borsten versehenen , kegelförmigen Wur-
zellheile und einem schmalen, hellen , mit einem Saugnapfe
aufhörenden Endtheile. Dass der dicke , kegelförmige Ab-
schnitt der Beine wirklich aus drei Gliedern bestehe (He-
ring nennt die Gliederung „undeutlich") sieht man klar an
Thieren, welche eine besonders stark chitinisirte Haut haben,
wobei dann die Gelenkabschnitte als braune Ringe gut ab-
stechen. Individuen, auf welche Kalilauge einige Tage ein-
gewirkt hat , sind namentlich hierzu zu empfehlen. In den
Saugnäpfen unterscheidet man bei sehr starker Vergrösserung
noch etwas von einer inneren dreilappigen Carunkel. Die
zwei hinteren Beinpaare gehen beim Weibchen sämmtlich
in lange Borsten aus, beim Männchen hingegen ist dies letz-
tere nur mit dem dritten Beinpaare der Fall, denn die zwei
hintersten Beine haben wieder, entsprechend den vier Vor-
derbeinen Stiele mit Saiignäpfen , die aber etwas kürzer sind,
als jene der zwei vordersten Beinpaare. An frischen, leben-
den Thieren sieht man öfters die langen Endborslen der Hin-
Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 349
terbeine von unregelmässig knotiger Gestalt, allein in Kalilauge
oder Glycerin schwinden die Anschwellungen und die Bor-
sten erhalten gerade Linien. Es ist mir darnach wahrschein-
lich, dass etwa anhängender Hauttalg den Borsten die unge-
gewöhnliche Form giebt und ich habe besonders deshalb
auf diesen Punkt aufmerksam machen wollen, weil bei He-
ring auch die gleichen Borsten der Krätzmilbe des Schafes
(Sarcoptes ovis) mit solchen Knoten gezeichnet sind, die
demnach nicht als typische Bildung, sondern als etwas zu-
fälliges zu betrachten wären.
Von der Wurzel jedes Beinpaares erstrecken sich stark
chitinisirle, braune Leisten, gleichsam festere Stützen der Ex-
tremilälen über die Brust - Bauchfläche herüber. Die auf
diese Weise entstandene „häftelähnliche Zeichnung^' ist bei
beiden Geschlechtern etwas verschieden, doch verweise ich
bezüglich des Näheren auf die beigegebenen Figuren 2 u. 3.
Ausser den bereits erwähnten Haaren, Borsten und
Leisten zeigt die Cuticula der äusseren Bedeckung noch eine
aus Kreislinien bestehende Sculptur , die sich vor dem After
in Schuppen auflöst.
Was die inneren Theile anlangt, so habe ich zunächst
mit Sicherheit ein Nerve nganglion oder Gehirn bemerkt,
doch keineswegs da, wo nach Bourguignon^ ein sol-
ches in der Krätzmilbe des Menschen liegen soll. Er sagt:
^Ein Nervensystem hat Acarus jedenfalls, wenn ich auch nur
eine Art von Nervenganglion und zwar im Centrum des
Bauches wahrnehmen konnte." Das Gehirnganlion (Fig.3,a),
welches ich an Sarcoptes cati sehe, liegt in gleicher Linie
mit dem Schlund, ob über oder ufiter ihm ist schwer zu be-
stimmen ; es erscheint rundlich, am Hinterrande etwas einge-
schnitten, hell und von kleinzelliger Structur. Man über-
zeugt sich von seiner Gegenwart dadurch am besten , dass
man auf das lebende Thier einen leichten , wohl zu bemes-
senden Druck wirken lässt. Vom Gehirne abgehende Ner-
ven habe ich so wenig erblicken können, als Muskelstränge
1) Entomologische und pathologische Untersuchungen über die
Krätze des Menschen von Dr. B o urgu i gn o n. üebersetzt von Hen--
noch 1848.
350 L e y d i g :
und zweifellos aus dem schon oben bei der Haarsackmilbe
angegebenen Grunde. Dujardin^) vermochte an grösse-
seren Milbenarten auch nur einen einzigen Nervenknoten zu
entdecken, und es ist ihm bei wiederholten Untersuchungen
nicht gelungen , weder ein anderes Ganglion , noch einen
Schlundring zu sehen.
Der eben genannte Forscher ist nicht im Stande ge-.
wesen, einen Nahrungskanal darzustellen und nimmt
daher an, dass die organischen Säfte, von denen die Milben
sich nähren „in die Lücken des Gewebes, welches die Ver-
richtung einer Leber habe, eindringen"; bei den Bdella, Ga-
masus, Dermanyssus u. a. , welche sich vom Blute nähren,
sehe man zwar einen inneren, symmetrisch gelappten Raum,
welchen das Blut erfülle, es liesse sich aber auch hier keine
Wandung nachweisen und es scheine , „dass es nur in die
Lücken zwischen den Muskeln der Beine sich verbreite" ^).
Aehnlich spricht sich auch Bourguignon bezüglich der
Krätzmilbe des Menschen aus, auch nach ihm ist „das Innere
des Bauches und der Füsse mit einer Art von cellulösem
Parenchym ausgefüllt, in welchem die durch den Oesopha-
gus aufgenommenen Flüssigkeiten circuliren." Allen diesen
Angaben gegenüber muss ich bemerken , dass man einen
deutlichen , mit gesonderter Wand versehenen Tractus an
Sarcoptes cati verfolgen kann, der sich in Schlund, Magen
und Mastdarm gliedert. Der Schlund ist ein zartgefalteter
Schlauch, genau in der Mitte liegend und zwar in der Rich-
tung der chitinisirten Längsleiste des Bruslskeletes (an der
Fig. 3 wurde er absichtlich etwas zur Seite geschoben). Er
setzt sich in einen geräumigen Magen fort, der hauptsäch-
lich aus zwei rückwärtsgerichteten Blindsäcken besteht und
gewöhnlich in grösserem oder geringerem Grade mit Fett-
kügelchen , auch hier und da mit einer gelbbraunen Masse,
erfüllt sich zeigt. Die Wand des Magens muss auch con-
Iractile Elemente enthalten, da man am lebenden Thier deut-
lich beobachten kann, wie der Mageninhalt durch peristalli-
1) Compt. rend. XIX. 1844 und Annal. d. scienc. nat. 3- ser.
III. 1845. Erichs on's Jahresberichte für 1844 u. 1845-
2) A. a. 0.
lieber Haarsack- und Krätzmilben. 351
sehe Bewegungen hin und her getrieben wird. An der
menschlichen Krätzmilbe hat auch E i t h s t e d t ^) den Schkind,
Magen und die Bewegungen desselben wahrgenommen. Die
Umrisse des Mastdarmes sind am schwierigsten zur An-
schauung zu bringen , wobei man sich folgendermassen
orienliren mag. Genau in der Bliltellinie und zwar hinter
dem Magen macht sich bei den meisten Thieren ein dunkler
Körper bemerklich , der bei jungen mehr horngelb ist , und
bei ganz Jungen farblos aussieht, dann auch noch einen ge-
wissen fettigen Glanz hat. Fragliche Körper sind Kothballen
und am frischen lebenden Thiere liegen sie in einem hellen
Räume. Nun vergleiche man damit Individuen, welche einen
Tag in 'schwacher Kalilauge gelegen halten und es wird sich
jetzt zeigen, dass der Ballen einem, freilich sehr zarten, fein-
slreifigcn liurzen Schlauche angehört, welcher zwischen den
beiden Blindsäcken des Magens entspringend, gradenwegs
als Mastdarm zur Afleröffnung geht. Letzlere (¥\g, 1, b)
ist mühelos am Rücken der Milbe aufzufinden , da es eine
scharfmarkirte Hautstelle ist, in Mitten der dort befindlichen
Dornen.
Auch die Harnconcremente fehlen nicht, ja sind
an vielen in ganz besonderer Menge zugegen, sowohl bei
jungen sechsfüssigen als auch bei ausgewachsenen Thieren,
ebenso bei männlichen wie weiblichen Milben. Fig. 1 stellt
z. B. ein Individuum vor mit reichlicher Ansammlung dieser
Substanz (a), welche dem ersten Blick kenntlich ist und hier
fleckig über den Hinterleib sich ausbreitet. Die Substanz
ist intensiv weiss bei auffallendem Lichte und tief dunkel bei
durchgehendem ; ihre Elemente entweder ein feines Pulver
oder grössere Körner, aber durchaus wohl unterscheidbar
von Fetikügelchen. Bei Thiere«, welche in Glycerin aufbe-
wahrt werden, erblassen letztere, erstere behalten ihr dunkles
Aussehen und scharfe Conturen. In solchen Milben, welche
an abgeschnittenen , feucht erhaltenen Hautslücken einige
Tage lebten, waren die Harnconcremente bei keinem Exem-
plare mehr in derartiger Menge vorhanden, wie bei frischen
unter normalen Verhältnissen sich befindenden Thieren und
1) Froriep's neue Notiz. 1846. S. 267.
352 Leydig:
es mag nebenbei gesagt sein , dass sich eine Störung ihres
ganzen Organismus auch darin kund gab , dass ihr Inneres
nicht mehr hell , sondern durchweg feinkörnig getrübt er-
schien. In welcher morphologischen Beziehung die Anhäu-
fungen der Harnconcremente zum Traclus stehen, ist mir
mit Sicherheit zu bestimmen nicht mösrlich. Bei einem auf
Scarabaeus stercorarius schmarotzenden Gamasus habe ich
vor längerer Zeit beobachtet, dass zwei ansehnliche Schläu-
che , gefüllt mit Harnconcrementen , in den Mastdarm ein-
mündeten. Das vordere oder blinde Ende der Schläuche
lag im Basalgliede des ersten Fusspaares. Nach der Analogie
mit dieser Käfermilbe und den Verhältnissen der höheren
Arachniden ist es daher im hohen Grade wahrscheinlich, dass
auch bei Sarcoples die Harnanhäufungen in buchligen Bllnd-
säcken, welche in den Darm münden, abgelagert sein mö-
gen, wofür auch, man betrachte die Figur 1, spricht, dass
alle Concrementhaufen immer dem Rücken näher als der
Bauchfläche liegen und eine gewisse Richtung zur Afteröff-
nung nehmen. Doch will ich nicht unterlassen, darauf hin-
zuweisen, dass bei Insecten und Myriapoden (Locusta viri-
dissima, Declicus verrueivorus, Menopon pallidum, Lampyris
spendidula, lulus terrestris) auch im Fettkörper solche Con-
cremente abgelagert erscheinen ^), und man daher auch be-
züglich anderer Arthropoden dergleichen Möglichkeiten im
Auge behalten muss.
Die Krätzmilben sind getrennten Geschlechtes, die Männ-
chen jedoch viel seltener als die Weibchen , ich habe viel-
leicht auf 100 Weibchen nur zwei Männchen bemerkt und
diese leider nicht mehr im lebenden Zustande, sondern an
Glycerinpräparaten, so dass ich weder über die Umrisse des
Hodens noch über die Form der Zoospermien irgend etwas
in Erfahrung gebracht hätte. Die äussere Geschlechtsöffnung
liegt am Bauche zwischen dem hintersten , mit Saugstielen
versehenen Beinpaare und ist von mehreren Chilinstäben
oder verdickten Culicularslücken umgeben, die ich zwar in
Fig. 2, a getreu nachzuzeichnen suchte, ohne sie im Einzel-
nen deuten und mit den „Horngräten« und „Hornblättern^*
1) Mein Lehrbuch d. Ilistol. d. Menschen u. d. Thiere.
üebcr Haaisack- und Krätzmilben. 353
an Begattungsorg-arien höherer Arthropoden vergleichen zu
können.
Etwas mehr unterrichtet bin ich über die inneren Forl-
pflanzungsorgane der Weib ch en. Man unterscheidet einen
kleinen hellen Keimstock (Fig. 3, c) und einen dunkelkörni-
gen Dotterstock (Fig. 3, d) ; auf genannter Figur sind sie
nur auf einer Seite eingezeichnet, sie scheinen aber, wenn
ich recht gesehen habe, paarig, also auf beiden Seiten vor-
handen zu sein. Das einzelne Ei ist ungewöhnlich gross
und macht noch innerhalb des Mutterthieres eine vollständige
Furchung durch, wie ich das bereits in der Zeitschrift: Isis
1848, Taf. 1. Fig. 19—23 von Sarcoptes hominis und Sarc.
cati abgebildet habe. Die äussere Geschlechtsöffnung (Fig. 3, e)
liegt weiter nach vorne als jene der Männchen , nämlich in
der Mitte des Bauches, oder genauer bestimmt, zwischen den
zwei braunen Leisten , welche an der Basis des zweiten
ßeinpaars nach innen und hinten liegen. Die Eier waren
aach bei Sarcoptes cati immer in Häufchen in die Epidermis
abgesetzt, was man leicht an Hautstücken sieht, die einen
Tag lang in sehr verdünnter Kalilauge erweicht wurden : die
Epidermis hebt sich jetzt ab und ist hell geworden, so dass
die Eiergruppen gut ins Auge fallen.
Die Krätzmilbe des Menschen wird wohl im
Wesentlichen der inneren Organisation mit jener der Katze
übereinstimmen. Leider standen mir diesmal keine lebenden
Thiere zu Gebote, sondern nur getrocknete Epidermisstücke
von Scabies norwegica, welche schon längere Zeit aufbewahrt
wurden und in denen die Milben zahlreich zugegen waren.
Ich konnte mich wenigstens davon überzeugen , dass auch
hier die Harnconcremente nicht mangeln; dann, dass das
Männchen, wie bei S. cati, am hintersten Beinpaare Saug-
füsschen hat, ferner an der Geschlechtsöffnung ein analoges
Gerüst von „Hornlheilen« wie die Krätzmilbe der Katze, und
aus der Figur 7 beiEichstedt (a« a« 0.) geht hervor, dass
auch beim Weibchen die Geschlechtsöffnung die gleiche Lage
und einen ähnlichen Hornvorsprung besitzt, wie solches vor-
hin von Sarcoptes cati erwähnt wurde.
Tübingen im Juni 1859.
Archiv f. Naturgesch XXV. Jjihrp, 1. Bd. 23
354 Leydig: lieber Haarsack - und Kriitzmilbi
Erklärung der Abbilduugeu.
Sämnitliche Figuren ungefähr 600nial vergrössert.
g. 1. Sarcoptes cati, Weibchen vom Rücken gesehen.
a. Harnconcremente.
b. Afteröffnung.
„ 2. Sarcoptes cati, Männchen, von der Bauchseite gesehen. (Ist
etwas zu länglich geworden, sollte rundlicher sein.)
a. Die Genital Öffnung.
„ 3. Saicoptes cati, Weibchen, von der Bauchseite.
a. Gehirnganglion.
b. Magen.
c. Keinistock.
d. Dotterstock.
e. Geschlechtsöffnung.
„ 4. Demodex canis , von der Bauchseite und in Glycerin auf-
bewahrt.
a. Harnconcremente.
„ 5. Ei des vorhergehenden Thieres.
„ 6. Demodex hominis, von der Seite.
„ 7. Demodex phyllostomatis von der Bauchseite.
a. Keimstock.
b. Aeussere Geschlechtsöffnung.
„ 8. Dasselbe Thier von der Rückenseite.
„ 9. Dasselbe Thier von der Seite.
a. Der Nahrungskanal.
b. Das Organ der Harnconcremente.
c Der Keimstock.
„ .10. Der Kopf desselben Thieres von oben.
Beobachtungen über den Cementapparat und die
weiblichen Zeugungsorgane einiger Cirripedien.
Von
Dr. August Hrohn.
1) Cementapparat von Lepas anatifera und
Conchoderma virgata.
Nach den schönen Untersuchungen von Ch. Darwin
sind die Cirripedien den fremden Körpern nicht unmittelbar,
sondern vermittelst einer kittartigen Substanz (Cement) an-
geheftet, deren Bereitung und Fortleitung in einem eigenen
von dem hochverdienten Forscher in seinem classischen
Werke (A Monograph on the sub - cJass Cirripedia , 2 Vol.
1851 et 1854) sehr ausführlich beschriebenen Apparate vor
sich geht. Dieser bei den Balaniden ebenso complicirte als
zierlich gebaute Apparat, zeigt bei den gestielten Cirri-
pedien eine viel einfachere Anordnung. Nach Darwin be-
steht er hier aus zwei hoch oben im Stiele gelegenen Er-
weiterungen, den Cementdrüsen (cement-glands), von wel-
chen jede in einen durch die ganze Länge des Stiels sich
erstreckenden Ausführungsgang übergeht. Beide Gänge
(cement -ducts) dringen zuletzt in das untere Stielende und
ergiessen das ihnen von den Drüsen überlieferte Secret durch
mehrere OefTnungen nach aussen.
Ich beschreibe zunächst den Cementapparat von Lepas
anatifera, wie er sich nach meinen eigenen Untersuchungen
herausgestellt hat.
Im obersten Theile des Stiels^ in dem den Eierstock
umgebenden Bindegewebe , finden sich in überaus grosser
Anzahl länglich - runde , bläschenförmige Körperchen , die
gleich wie die Beeren an ihren Stielen, an den Endzweigen
356 K r 0 h n :
feiner, reichlich verästelter Kanäle sitzen. Diese Kanäle mün-
den noch vor dem unteren Ende des Eierstockes , mittelst
einzelner , bal d stärkerer , bald dünnerer Stäinmchen in die
ampullenartig angeschwollenen Anfänge der beiden von Dar-
win erwähnten Cementgänge. Beide Gänge ziehen sich in
weitem Abstände von einander, der eine rechts, der andere
links , den Stiel entlang herab , indem sie während dieses
Verlaufes dicht an der innersten aus Längsfaserbündeln be-
stehenden Fleischschicht sich halten. Sie senken sich zuletzt
in die lederartig derbe Aussen- oder Chitinhülle des ange-
hefteten Stielendes ein , durchziehen dieselbe , immer enger
werdend , in mannichfaltigen Krümmungen und Windungen,
und entziehen sich zuletzt dem Blicke. Mir wenigstens ist es
nicht geglückt, sie bis an ihre äussersten Enden zu verfolgen.
Bemerkenswerth sind noch mehrere runde Anschwel-
lungen von verschiedener Grösse, die in die tieferen Schichten,
der Chitinhülle eingesenkt, den beiden Gängen während ihres
gewundenen Verlaufes stellenweise ansitzen. Sie sind hohl
und stehen ohne Zweifel mit den Gängen in Communication.
Die der Einsenkungsstelle der Gänge zunächst gelegenen sind
die grössten , auf sie folgen dann in geradem Verhältniss
mit der zunehmenden Entfernung immer kleinere. Bei in
Weingeist aufbewahrten Exemplaren fand ich sie mit einer
weissen bröckligen Materie angefüllt , die ich für erhärtetes
Cement zu halten geneigt bin '"').
Zufolge der eben beschriebenen Anordnung des Ce-
mentapparates nehme ich keinen Anstand , die bläschenför-
migen Körperchen um den Eierstock herum, für die eigent-
lichen das Cement ausscheidenden Drüsen anzusehen. Die
von Darwin dafür gehaltenen Erweiterungen sind dagegen,
wie schon angedeutet, nichts anderes als die oberen ampul-
lenarlig angeschwollenen Enden der beiden Cementgänge, in
welche die sämmtlichen Drüsenkanäle einmünden. Ihre Wan-
dung hat denselben gelblichen Teint wie die der Gänge, und
■"") Nach Darwin's Beobachtungen, sind bei I'ollicipes die
beiden in dem unteren Stielende, wie bei Lepas, in den nianniohfal-
tigsten Richtungen sich windenden Gänge, mit iihnliclien hohlen An-
schwellungen besetzt (s. Vol. I. p. 37, PI. IX. fig. 2).
lieber d. Cement- und Zeugiingsapparat d. Cirripedien. 357
stimmt auch in Bezug- auf die Textur mit der der Gänge
über ein '''}. In Betreff der hohlen Erweiterungen innerhalb
des unteren Stielendes , bin ich der Meinung, dass sie gleich-
sam Reservoirs sind, in denen das noch flüssige Cement vor
seiner Entleerung nach aussen, sich ansammelt, und wenn
ich nicht irre, ist auch Darwin dieser Ansicht.
Der Cementapparat von Conchoderma virgata weicht in
seiner Anordnung nicht unerheblich ab. Eigenthümlich ist
zunächst, dass die killabsondernden Drüschen zum grössten
Theile in dem Parenchym des Mantelsackes verlheilt liegen
und nur auf eine ganz geringe Strecke in den Anfang des
Stiels sich herabziehen. Demzufolge reichen auch die bei-
den Cementgänge mit ihren oberen Entlen höher hinauf,
ungefähr bis in die Gegend , wo der Stiel ins Capilulum
übergeht. Eine zweite minder bemerkenswerthe Abweichung
liegt darin, dass die Gänge durch einen quer von der einen
Ampulle zur anderen hinüberlaufenden, bogenförmig ge-
krümmten Kanal, mit einander in Communication stehen. Was
die in dem Gewebe des Mantelsackes reichlich verzweig-ten
Drüsenkanäle betrifft, so gehen sie, wie bei Lepas, zuletzt
in mehrere bald weitere, bald engere Stämmchen über, die
Iheils in die Ampullen , theils in den schon gedachten Ver-
bindungskanal münden.
Nach Darwin soll der Eierstock bei Alepas und Con-
choderma aurita nicht nur den Stiel ausfüllen, sondern zu
einem guten Theil auch in den Mantel reichen (s. Vol. 1.
p. 56, 139, 140). Die Bildung der Eier gehe in diesem
Theile des Eierstockes nach einem abweichenden Modus vor
sich. Aus den verzweigten Eierstocksröhren (ovarian tubes)
sprosse nämlich ein winziges Gebilde in Form einer Knospe her-
vor, das sich vergrössere , sphärisch werde , und durch immer
*) Die zahlreichen, gliederartig an einander gereihten Erwei-
terungen an den beiden Cementgängen der Balaniden , die Darwin
für Cementdrüsen anspricht, scheinen mir, nach meinen an Baianus
tintinnabulum angestellten Untersuchungen, ebenso wenig die ihnen
zugeschriebene Bedeutung zu haben. Ich verniuthe vielmehr, dass die
wahren kittabsondernden Drüsen auch hier theils in der Nähe der
Eierstöcke, theils in dem Bindegewebe um den Mantelsack herum, an-
ÄUtrefFen sein dürften.
358 K r 0 h n :
tiefer gehende Theilung zuletzt in drei, vier bis fünf eiförmige
Ballen zerfalle , welche endlich als Eier sich von einander
trennen. Die Eierstocksröhren sollen ferner mittelst einzelner
Stämmchen in die Cementdrüsen (d. h. in die ampullenartigen
Anschwellungen der Cementgänge) sich einsenken und auf
diese Weise ein unmittelbarer Zusammenhang des Cementap-
parates mit dem Eierstocke zu Stande kommen. Dies Ver-
hältniss wird durch eine Abbildung (s. Vol. I. PI. IX. Fig. 3)
veranschaulicht. Auf diese Thatsachen sich stützend, fol-
gert nun Darwin, dass die angeblichen Cementdrüsen als
eigens modifizirte Fortsetzungen (modified portions) der Eier-
stocksröhren zu betrachten sein, ferner, dass dieselbe zellige
Substanz (cellular matter) die in den Eierstocksröhren zur
Bildung der Eier verwendet wird, in den Drüsen durch eine
spezifische Thätigkeit ihrer Wandungen in Cement sich um-
wandle (Vergl. namentlich Vol. IL p. 151).
Es dürfte nach dem Vorausgeschickten nicht schwer
sein, diese Beobachtungen Darwin's auf eine befriedigernde
Weise zu deuten , und so stehe ich denn nicht an, die im
Mantel von Conchoderma aurita vertheilten , von Darwin
für Eierstocksröhren angesehenen Kanäle für die verzweig-
ten Cementkanäle, die angeblich in Form von Knospen aus
ihnen hervorsprossenden Gebilde für die Cementdrüsen an-
zusprechen , womit denn auch die Annahme einer unmittel-
baren Verbindung des Cementapparates mit dem Eierstocke
und die darauf gegründete Hypothese ihren Halt verlieren.
2) Weibliche Zeugungsorgane von Lepas ana-
tifera und Baianus tintinnabulum.
a) Lepas anatifera,
H. Mertens hat zuerst nachgewiesen, dass der Eier-
stock der Lepadiden, der bekanntlich in Form einer einigen
compacten Masse den obersten Theil des Stiels einnimmt,
aus zwei gesonderten, jede mit einem eigenen Eierleiter ver-
sehenen Hälften besteht. C^ergl. Brandt's Mittheilungen
aus den nachgelassenen Notizen von H. Mertens in MüUer's
Arch. f. Anatom, u. Physiolog. 1835. p. 503.) Jede Hälfte,
lieber d. Cemenl- iincl Zciigiinjr.sapparat d. Cinipedien. 359
oder entschiedener ausgedrückt, jeder Eierstock, ist nach
meinen Untersuchungen zusammengesetzt: einestheils aus zahl-
reichen Büscheln von verästelten , mehr oder minder lang-
ausgezogenen, mannichfach verknäuelten Blindschläuchen, in
welchen, wie seit R. Wagner's Beobachtungen bekannt, die
Eier entstehen und reifen , anderntheils aus Ramificationen
des zugehörigen Oviducts, an deren Endzweigen die Büschel
sitzen, und deren Hauptäste abs tandsweise vom Oviduct ent-
springen. Ein zähes , halbdurchsichtiges Bindegewebe , das
den ganzen Stiel ausfüllt, umgiebt die Eierstöcke, zieht sich
durch die Lücken zwischen den Ovarialschläuchen und den
Verästelungen der Eierleiter hindurch und verbindet so sämmt-
iiche Theile zu einer compacten Masse.
Die beiden Eierleiter liegen dicht neben einander an
der Unterseite der Ovarien, die, um mich der Bezeichnungen
Darwin's zu bedienen, der Rostralseite des Stiels zugekehrt
ist. Von den Ovarien aus dringen sie in das Capitulum,
verlaufen hier dicht neben den in den Stiel sich begeben-
den Nerven längs jenem Theile des Mantelsackes , der in
Form einer Brücke zwischen den grösseren Schalenstücken
(Scuta Darw.) sich bis zum Mantelschlitze hinzieht, und er-
reichen so die vordere vor dem Thorax oder richtiger dem
Abdomen gelegene Leibesabtheilung (Prosoma Darw.), in
welche sie sich einsenken. Sie steigen nun , von einander
divergirend , bis dicht an jene Organe heran, die seit Cu-
vier für die Speicheldrüsen gelten. Von dieser Stelle aus
beschreibt jeder Eierleiter einen Bogen, indem er zunächst
längs den Aussackungen des Magens gegen das vordere Ende
der sogenannten Samenblase sich erhebt, dann nach hinten
sich wendend, zum Basalgliede des vordersten Rankenfusses
sich erstreckt, in welchen er sich einsenkt. In der Tiefe
dieses Gliedes, theils zwischen Muskeln , theils zwischen Ho-
denfoUikeln sich hindurchziehend, dringt er zuletzt in einen
ziemlich deutlich abgesetzten abgerundeten Vorsprung des
genannten Gliedes , erweitert sich innerhalb desselben und
mündet endlich mittelst einer verhältnissmässig kleinen Oeff-
nung nach aussen *"*).
*) Ganz abgeselien von den Chilognathen unter den Myriapo-
360 K r o h n :
Der gedachte Vorsprung bildet den obersten Theil des
Basalgliedes, und ist schon von Cuvier gesehen und be-
sonders erwähnt worden. (Memoire sur les animaux des Ana-
tifes et des Balanes p. 8. fig. 2 , 5 et 7.) Die Erweiterung
des Eierleiters liegt nun mit ihrer Wandung den Hautdecken
des Vorsprungs dicht an, und hat die Gestalt eines Sackes,
indem ihr vorderes (dem Prosoma zugewendetes) Ende blind
endigt. Die OefFnung , durch welche die Erweiterung nach
aussen führt , findet sich in geringer Entfernung hinter die-
sem blinden Ende , etwas unter dem Scheitel und auf der
dem Körper zugekehrten Innenseite des Vorsprungs. Sie hat
die Form einer halbmondförmigen Querspalte mit etwas ge-
wulsteten, hellroth-braun gefärbten Lippen. Es sei noch
bemerkt , dass die Erweiterung durch die mattweisse Farbe
und die grössere Dicke ihrer VTände von dem übrigen durch-
sichtigen Theile des Eierleiters sich unterscheidet, was ohne
Zweifel auf eigenthümlichen Structurverhältnissen beruht, über
die ich leider nicht zur gewünschten Klarheit gekommen bin.
Innerhalb des erweiterten Endes der Oviducte findet
sich , bei der Mehrzahl der zu untersuchenden Individuen,
ein eigenthümliches, höchst räthselhaftes Gebilde. Es ist ein
verhältnissmässig ansehnlicher, von den Seiten mehr oder
minder stark comprimirter Sack, der mit einem sehr kurzen
hohlen Stiele oder Halse, dem Grunde der Erweiterung gerade
in der Gegend ansitzt, wo der Eierleiter in sie übergeht.
Durch den Stiel, dessen Lumen auf diese Weise gegen das
des Eierleiters offen steht , communicirt demnach der Sack
mit dem letzteren. Im frischen Zustande ist der Sack trans-
parent, im Weingeiste trübt er sich milchig. Seine Wan-
dung ist derb und elastisch , so dass Fragmente derselben
sich stark in die Länge dehnen lassen, und beim Nachlassen
des Zuges wieder zurückschnellen. Frisch untersucht besteht
der Inhalt des Sackes aus einer transparenten , gallertartig
weichen Substanz, in der viele rundliche Körnchen eingebettet
sind. Bei Exemplaren, die in Weingeist gelegen haben, findet
den, die nach dem Vorgänge Erichson's, von nianclien Zoologen
zu den Criislaceeii gestellt werden, sind hiernach die weiblichen Ge-
schlechtsmündungen der Cirripedien am weitesten nach vorne gerückt.
lieber d. Cement- und Zeiigungsapparat d. Cirripedien. 361
sich die nämliche Substanz zu einem Gerinsel von zäher,
kittarliger Consistenz erhärtet. Ich werde weiter unten
meine Ansicht über die muthmassliche Bestimmung der beiden
Säcke mittheilen.
b) Baianus tintinnabulum.
Während die beiden Ovarien bei Lepas zu einer einigen
Masse verbunden sind , sind sie dagegen bei Baianus tintin-
nabulum bis auf eine geringe , der Rostralseite der Schale
zugewendete Partie, ganz von einander getrennt. Bekannt-
lich liegen sie im untersten Räume der Schale, in welchem
sie, dicht an den Seitenwänden der Schale sich haltend, von
der Carinal - zur Rostralseite sich erstrecken. Die grosse
breite Lücke zwischen den Ovarien ist von Bindegewebe
ausgefüllt. Je näher nun die Eierstöcke der Rostralseite
rücken, desto mehr nehmen sie an Masse zu, schicken bei-
derseits in das Interstitium zwischen den seitlichen und vor-
dem Muskeln des Deckels einen Lobus ab , und treffen end-
lich an der Rostralseite zusammen. So mit einander in dich-
ter Berührung, steigen sie zuletzt in Form eines einigen,
allmählich sich verjüngenden und abgerundet endigenden Lap-
pens , noch eine Strecke weit in dem Interstitium zwischen
den beiden vorderen Muskeln des Deckels hinauf.
Jeder Eierstock besteht aus einer Menge kleiner, durch
Bindegewebe und die Verästelungen des zugehörigen Oviducts
mit einander zusammenhängender Läppchen, jedes Läppchen
aus einem Convolut von verzweigten Ovarialschläuchen. Im
Bindegewebe zwischen den Läppchen finden sich zahlreiche
Lücken von kleinen Muskelbündeln ausgefüllt, die von der Basis
der Schale bald in senkrechter, bald in mehr schräger Rich-
tung gegen den Boden der Mantelhöhle ansteigen , wo sie
sich festsetzen. Ganz ähnliche Muskelbündel durchziehen
auch das Bindegewebe, das den Raum zwischen den beiden
Ovarien einnimmt.
Die beiden Eierleiter, welche in der Tiefe zwischen den
Läppchen eingesenkt, die respectiven Ovarien der Länge nach
durchziehen, treten, sobald sie die Rostralseite erreicht, frei
zu Tage. Längs dem schon gedachten Lappen der verei-
23*
362 K r o h n :
nigten Eierstöcke hinaufsteigend, krümmeH sie sich in einem
sichtlichen Bogen einander entgegen, und erstrecken sich nun
dicht neben einander , von reichlichem Bindegewebe umge-
ben, mitten durch das Interstitium zwischen den beiden vor-
dem Muskeln des Deckels nach oben, erreichen die diaphrag-
maartige Haut ( opercular membrane Darw. ) , welche den
Deckel mit der Schale verbindet, ziehen sich unter derselben
weg, und gelangen so endlich ans Prosoma. In Bezug auf
den weiteren Verlauf der Eierleiter, ihre Endigung und Aus-
mündung, kann ich füglich auf das bei Lepas Angeführte ver-
weisen, und bemerke noch , dass man auch bei Baianus in
den erweiterten Enden der Eierleiter jene räthselhaften Säcke
antrifft , von denen oben die Rede war. Nur eine geringe
Abweichung , die den Vorsprung am Grundgliede der vor-
dersten Rankenfüsse betrifft , bedarf noch einer besonderen
Erwähnung. Statt wie bei Lepas einen abgerundeten Scheitel
zu besitzen, ist nämlich dieser Vorsprung bei Baianus in einen
kurzen kegelförmigen Zipfel ausgezogen. In diesen Zipfel
verlängert sich nun die Enderweiterung des Eierleiters , um
auf der Spitze desselben mit einer ähnlichen Querspalle, wie
bei Lepas , auszumünden.
Um ein möglichst zusammenhängendes Bild von der
Anordnung des weiblichen Geschlechtsapparates zu entwer-
fen, habe ich es geflissentlich vermieden^ an den geeigneten
Stellen aufDarwin's Beobachtungen über denselben Gegen-
stand zu verweisen. Es liegt mir nun ob dies nachzuholen.
Darwin hat bereits den Verlauf der Eierleiter von den
Ovarien an bis zu den Speicheldrüsen beschrieben, und sind
seine Angaben, namentlich insoweit es sich um die Eierlei-
ter der Lepadiden handelt, schon sehr genau. Den weiteren
Verlauf der Oviducte hat er übersehen, kennt dagegen recht
wohl den Vorsprung am Basalgliede des ersten Rankenfusses,
die in ihm liegende Enderweilerung des Eierlciters, ihre
Aussenmündung und den problematischen Sack. Von allen
diesen Theilcn giebt er eine ausführliche, über mehrere Ar-
ten ausgedehnte Beschreibung. Das Ganze deutet er auf ein
Gehörorgan, indem er die Erweiterung für einen Gehörgang
Uebeer d. Cenient- und Zeiignngsapparat der Cirripedien. 363
(ineatus), den problematischen Sack für das Hörsäckchen
ansieht ^).
Es fragt sich schliesslich, welche Bedeutung kommt den
problematischen Säcken zu? Berücksichtigt man die oben
näher erörterte Communication der Säcke mit den Eierlei-
tern, so drängt sich wohl zunächst der Gedanke auf, dass sie
zur Aufnahme der ihnen von den Oviducten zugeführten Eier
bestimmt sein könnten. So liegt denn ferner die Vermulhung
nahe, dass die Säcke allmählich zu den Brustsäcken oder den
sogenannten Eierplalten (ovigerous lamellae Darw.), die man
bei trächtigen Thieren bekanntlich zu zweien an der Wand
des Mantelsackes angeheftet findet , sich umbilden dürften.
Den näheren Hergang bei dieser Umbildung stelle ich mir,
wie folgt, vor. Zunächst tritt der Sack, durch das erste
Quantum der in ihn herabsteigenden Eier ausgedehnt , aus
der Mündung der Enderweilerung des Eierlciters, mit dem
er durch seinen Hals in Verbindung bleibt, frei in die Mantel-
höhle vor. Durch die nachrückenden Eier dehnt er sich,
stets auf Kosten seiner Wandung, immer mehr und mehr aus,
bis er endlich, nachdem die ganze Eierbrut sich in ihn ent-
leert hat , von seiner Verbindung mit dem Eierleiter sich
loslöst ^"^), Er wird dann, vielleicht nicht ohne Beihülfe des
vordersten Rankenfusses , an die zu seiner Anheftung be-
stimmte Stelle des Mantelsackes gebracht.
Anhang über das elastische Gewebe der
Cirripedien.
Dieses die Bewegungen der verschiedenen Körpertheile
so wirksam unterstützende und regulirende Gewebe ist, mei-
nes Wissens, bei den Cirripedien noch nicht nachgewiesen,
weswegen ich nicht anstehe meine Beobachtungen darüber,
so unvollständig sie auch sind, hier mitzutheilen.
■■'■) Der starke Nerv, den Darwin bei einem grossen Exemplare
von Coronula diadema bis an den Hals des Hörsäcltchens reichen sah
(s. Vol. II. p. 96), entspricht seinem Verlaufe nach so ganz dem Eier-
leiter, dass ich ihn für nichts anderes halten möchte.
■"■"■) Es ist schon oben (S.360) angedeutet, dass man die pro-
blematischen Säclie bei einzelnen Individuen vermisst.
364 Kroll n: Ueb. d. Cenient- u. Zeiigungsapparat d. Cirripedien.
Bei Lepas findet sich das elastische Gewebe im ober-
sten Theile des Stieles , im Prosoma , dicht unter dem brei-
ten hinteren Muskelpaar, das bei der Hervorstreckung des
Thieres aus seiner Behausung , die Hauptrolle zu spielen
scheint, ferner dicht unter der Haut, in der nächsten Um-
gebung des Rüssels.
Im Stiele kommt das elastische Gewebe in gesonderten
Zügen vor, die von den inneren Kanten der Längsmuskel-
bündel abgehend, zum Grunde oder Boden des Mantelsackes
sich erstrecken, wo sie endigen. Von je einem Muskelbün-
del gehen immer mehrere, etagenartig über einander gereihte
Züge ab, wodurch eine sehr regelmässige Verlheilung der
Züge in eben so viele Gruppen, wie die Zahl der Muskelbün-
del beträgt, zu Stande kommt.
Das im Prosoma anzutreffende elastische Gewebe ist
viel stärker entwickelt als im Stiel und bildet eine zusam-
menhängende Schicht, deren Hauptstränge einen mit der Fa-
serung der oben gedachten Muskeln parallelen Verlauf haben.
Bei Baianus findet sich das elastische Gewebe unter der
Verbindungshaut zwischen Schale und Deckel, und zwar in
reichlicher Menge zwischen den sehnigen Enden sämmtlicher
Deckelmuskeln. Im Prosoma scheint es wie bei Lepas sich
zu verhalten.
Es sei mir erlaubt, zum Schlüsse noch eines bei Lepas
sich vorfindenden Kanals zu erwähnen, dem man leicht eine
wichtigere Bedeutung zuschreiben könnte, als er wirklich
hat. Es besteht dieser Kanal aus einer röhrenförmigen Aus-
sackung der Chitinhülle des Mantelsackes, die mehr oder we-
niger tief in den Anfang des Stiels herabreicht, und mitten
auf dem Boden des Mantelsackes mit einer trichterförmig sich
erweiternden Oeffnung in die Mantelhöhle mündet. Dieser
Blindsack ist zuweilen in scharfem Zickzack geschlängelt,
oft aber auch gerade gestreckt. Er enthält Ihcils Sandkörn-
chen, tlieils andere von aussen in ihn eingedrungene fremde
Theilchen.
Bonn, den 3. August 1859.
Bonn, Druck von Carl Gcorgi.
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