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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON. '
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR- LEUCKART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEN
Dr. p. h. troschel,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
NEUN UND DREISSIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlagsbuchhandlung.
(Stricker.)
1873.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1872. Von August v. Pelzein in
Wien 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1872. Von Troschel. . . 81
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1872. Von Troschel 115
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1872. Von Troschel 138
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1872. Von Troschel. . . 168
Cephalopoda 186
Gasteropoda 186
Pteropoda 206
Lamellibranchiata . . . . % 206
Brachiopoda ; 212
Tunicata 214
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der In-
sekten während der Jahre 1871 und 1872 von Dr. Philipp
Bertkau in Bonn 220
Coleoptera 253
Hymenoptera 326
Neuroptera 339
Trichoptera. . 341
Orthoptera 343
IV Inhalt.
Seite
Lepidoptera 353
Diptera 391
Hemiptera 399
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre 1872
—1875. Von Dr. Rud. Leuckart 413
I. Vermes 435
Chaetopodes 446
Gephyrei 507
Chaetognathi 518
Nematodes 519
Acanthocephali 563
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1872.
Von
August von Pelzeln
in Wien.
Nachdem Herr Dr. G. Hartlaub, welcher die orni-
thologischen Berichte in diesem Archive während einer
Reihe von 25 Jahren in so trefflicher Weise bearbeitet
hat, erklärte, dass er dieselben fortzusetzen nicht mehr
gesonnen sei, ist mir von Seite des Herrn Professor Dr.
Troschel die ehrenvolle Aufforderung zugegangen, die
Ausarbeitung dieser Berichte zu übernehmen und ich
lege hiermit den ersten derselben den Fachgenossen vor,
mit der Versicherung, dass ich stets bestrebt sein werde,
denselben so weit es in meinen Kräften steht ein mög-
lichst vollständiges Bild der Leistungen auf dem Gebiete
der Ornithologie zu bieten. Ich habe mich hierbei so
genau als möglich an die von meinem hochgeehrten Vor-
gänger angewendeten Formen angeschlossen. Bezüglich
der systematischen Anordnung bin ich der von G. R.
Gray in der Handlist of Birds gegebenen gefolgt, ohne
jedoch wünschenswerth erscheinende kleinere Modifika-
tionen auszuschliessen.
Das Jahr 1872 hat sehr werthvolle Leistungen auf
ornithologischem Gebiete gebracht, aber auch manch
Archiv f. Naturgesch. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. £
2 Pelzeln: Bericht üb. die Leistuiigen in der Naturgeschichte
herben Verlust unter den Bearbeitern desselben haben
wir zu beklagen. So wurden der hochverdiente G. R.
Gray, dessen letztes Werk die treffliche Handlist bildet,
Sir A. Smith, der die Kenntniss der Zoologie Süd-
Africas in so hervorragender Weise gefördert, und die
eifrigen Durchforscher Indiens Th. C. Jerdon, Col.
Sykes und Col. Tytler durch den Tod der Wissen-
schaft entrissen.
Mehrere selbstständige Werke sind an die Oeffent-
lichkeit gelangt, wie Notes on the Birds of Damara Land
by the late Ch. J. Andersson, arranged and edited by
J. H. Gurney, Shelley: A Handbook to the Birds
of Egypt, Maynard: The Birds of Florida and Bull er:
a History of the Birds of the New-Zealand.
Andere bereits früher begonnene Werke sind weiter
fortgeschritten wieSharpe und Dresser: a History
of the Birds of Europe, Gould, Birds of Great Britain
und Birds of Asia, A. Newton: Yarells History of
British Birds 4. edit., Sundevall: Svenska Foglarna,
H e u g 1 i n : Ornithologie Nord-Ost- Afiicas, Giebels The-
saurus Ornithologiae.
Zum Abschlüsse gelangt sind im Laufe des Jahres
1872 oder zu Ende des vorhergehenden Jahres: Bet-
toni: Storia naturale degli uccelli che nidificano in Lom-
bardia, D. G. Elliot: a Monograph of the Phasianidae
or Pheasants und das wenn auch nicht eigentlich in den
Rahmen unserer Berichte gehörige, seiner Wichtigkeit
wegen aber zu erwähnende Werk von Alph. M. Ed-
wards: Recherches sur l'histoire naturelle des Oiseaux
fossiles de la France.
Von reichem Inhalte waren wieder die ornitholo-
gischen Zeitschriften, der Ibis, das Journal für Ornitho-
logie; für die Ornithologie Indiens wurde eine eigene
periodische Schrift Stray Feathers von M. Allan Hume
gegründet. Für Vogelzucht und Pflege und Vogelhandel
wirkt die von H. K. Russ redigirte Zeitschrift: Die ge-
fiederte WTelt. Höchst werthvolle ornithologische Bei-
träge lieferten die Proccedings of the Zoological Society
of London, die Transactions derselben Gesellschaft, das
der Vögel während des Jahres 1872. 3
Journal of the Asiatic Society of Bengal, und die Procee-
dings derselben, die Annais of natural history *), Nou-
velles Archives dn Musee d'histoire naturelle, Annales
des sciences naturelles, Guerin's Revue de Zoologie, von
welcher die Jahrgänge 1871 und 1872 unter Einem er-
schienen, die Verhandlungen der k. k. zoologisch-bota-
nischen Gesellschaft zu Wien, der in Frankfurt erschei-
nende „Zoologische Garten." Von der Nederl. Tijdschrift
voor de Dierkunde sind im Jahre 1872 Lieferung 9 — 12
des IV. Bandes erschienen, welche jedoch nichts Orni-
thologisches enthalten.
Von Schriften und Aufsätzen allgemeineren Inhalts
wären zu erwähnen:
Giebel: Thesaurus Ornithologiae. Zweiter Haib-
band. Schluss des ersten Bandes nebst Titel und Vor-
rede. Reicht bis zum Schlüsse des Buchstabens C.
C. Sundeva 11: Methodi naturalis avium disponen-
darum tentamen. Pars prior. Stockholm 1872 8. Enthält
viele allgemeine Bemerkungen. Vom eigentlichen Sy-
steme umfasst dieser Theil von Agmen I Psilopaedes (d.
i. Vögel deren Junge nackt sind) die erste Ordnung Osci-
nes und den Beginn des zweiten: Volucres; die übrigen
Ordnungen: Accipitres, Gallinae, Grallae, Palmatae et
Proceres (Struthiones) sind Ptilopaedes d. i. vom Ei an
mit dichten flockigen Dunen bekleidet und im Stande
zu gehen und Nahrung zu ergreifen. Es wird eine An-
zahl neuer Gattungen aufgestellt und meist characterisirt,
die hier bei den einzelnen Familien angeführt werden.
L. Olp he Galliard: Quelques remarques sur les
regles de la Nomenclature zoologique appliquees a toutes
les branches de l'Histoire Naturelle 1872. Zusammenstel-
lung der von mehreren Autoren und besonders von der
Commission der Brit. Assoc. 1842 aufgestellten Regeln
nebst eigenen Bemerkungen.
Brehm: Kritische Bemerkungen über die Bezeich-
nung „Klimatische Varietät", Journ. f. Ornith. 234.
1) Die Proceedings of the Academy of Natural Sciences of
Philadelphia für 1872 konnte ich nicht zur Einsicht erhalten.
4 Pelz ein: Berieht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Sclater: Revised List of Vertebrated Animals now
or lately living in the Gardens of the Zoological Society
of London 1872. Bereits im Jahresberichte für 1871
anticipirend erwähnt.
G. v. Koch: Die Stellungen der Vögel. Für Prä-
paratoren, Ausstopfer und Freunde der Vögel. II. Heft
mit 130 Figuren auf 10 Tafeln. Heidelberg.
F. W. Hutton: On the Flight of ßirds. Ibis 139.
Ueber den Mechanismus des Vogelfluges.
M. Mar ey : 2. Memoire sur le vol des Insectes et des
Oiseaux Ann. des sc. nat. 5. ser.XV. 33. (1. Mein. XII. 1869.)
C. Stölker: Beiträge zur Pathologie der Vögel.
Journ. f. Ornith. 1. Auch über krankhafte Eierbildungen
und Eierfärbungeu.
R. J. Lee: Remarks on the sense of Sight in Birds
accompained by a description of the Eye and particu-
lary of the Ciliary Muscle in three species of the Order
Rapaces — Supplement. Description of the Eye in Rhea
americana, Phoenicopterus antiquorum, and Aptenodytes
Humboldtii in Royal Soc. 16. May 1872. — Ann. nat.
bist. 4. ser. X. 142.
A. H. Garrod: On the Mechanism of the Gizzard
in Birds Proc. Zool. Soc. 525.
Dr. A. Reichenow: Die Fussbildungen der Vögel.
Journ. f. Orn. 1871. 401. t. 6. Eingehende Schilderung
der verschiedenen in der Classe der Vögel vorkommenden
Fussbildungen. Als Hauptgruppen werden der Schwimm-
fuss (pes natatilis), Wadfuss (p. vadans), Raubfuss (p.
raptorius), Spaltfuss (p. fissus), Baumfuss (p. arboreus)
und Hüpffuss (p. saliens) angenommen, die verschiedenen
Unterformen dargestellt und eine genaue Terminologie
gegeben. Wenn man auch mit einigen Aufstellungen
nicht einverstanden sein kann, so ist das Ganze doch
eine gründliche und wichtige Arbeit,
E. v. Martens: Ueber die Höcker am Schädel
einiger Vögel (die wichtigsten Resultate einer Abhandlung
von Will. Marshall im Niederl. Arch. f. Zool. Bd. I
Hft. 2. 1872) Zool. Garten 209 (Anas clangula, Oedemia
nigra, Somateria speetabilis, Anser cygnoides, verschie-
der Vögel während des Jahres 1872. 5
dene Tauben, Crax, Numida, Megacephalon, Casuarius,
Grus pavonina, Bucerosarten).
Dr. Wurm: Tethronerythrin (Wildhahnroth) ein
neuer organischer Farbstoff. Zeitschr. f. wissensch. Zool.
XXI. 1871 535. Der Stoff findet sich in der Rose d. i.
den rothen warzigen Flecken über den Augen des Auer-
und Birkhahnes, dann auch beim Haselhahn und Fasan-
hahn.
J. Vian: De la penne batarde dans les oiseaux Rev.
de Zool. 1871—72. 83.
A. E. Brehm: Gefangene Vögel. Erster Theil.
Die Stubenvögel. Leipzig und Heidelberg 1872. Liefg. 7
— 11. Schluss des ersten Bandes. Mit 4 Tafeln.
Ph. L. Martin: Chr. L. Br eh m's Vogelhaus und
seine Bewohner. 3. Auflage mit 2 lithogr. Tafeln. Wei-
mar 1872. 8.
Bechstein: Chamber and cage birds New ed. re-
vised and partly rewritten by George J. Banesby Lon-
don 12.
Champfleury: Les oiseaux chanteurs des bois et
des plaincs, imite de l'allemand, avec une introduction
ornee de vignettes 3 ed. 4. Paris.
Dr. E. Rey : Aus meinen Erfahrungen in der Vogel-
zucht 1. Fruchtbarkeit bei Vögeln. 2. Futter für Astril-
den u. s. w. Zool. Garten 87.
Rey stellt mehrere Notizen über den Parasitismus
bei Cuculiden und Molobrus zusammen ib. 241.
Ueber listiges Benehmen eines Kanarienvogels N.
Zool. Garten 59. Analoge Beobachtungen bei Sperlingen
J. v. Fischer ibid. 250.
Rey: Ueber die Abnahme der Vögel und ihre Ur-
sachen. Zool. Gart, 270.
v. Tschusi-Schmidhofcn: Schützet und heget
die Vögel. Mit 7 Holzschnitten. Wien 1872. Enthält
auch eine Zusammenstellung der bezüglichen Literatur.
Dr. Stoiker: Gutachten über Vogelschutz im wei-
testen Sinne.
v. Fr auenf eld: Die Frage des Vogelschutzes.
6 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Ein Vortrag gehalten im Verein zur Verbreitung natur-
wissensch. Kenntnisse in Wien am 28. Febr. 1872.
Dr. Karl Russ: Die notwendigsten Massnahmen
des Vogelschutzes. Gefiederte Welt I, 73, 81, 89, 97.
C. Preen: Ausrottung der Singvögel. Journ. f.
Orn. 209, 275. Plaidirt für das Halten der Singvögel.
ßaron F..D roste: Die Vogelschutzfrage. Ein Re-
ferat. Münster gr. 8.
M. F. Lescuyer: Les oiseaux dans lcs harmonies
de la nature Paris 1872. 8. (Betrifft nach der Besprechung
in Rev. de Zool. 83 die Vogelschutzfrage.)
Weiteres zum Vogelschutz Costenoble: Gefiederte
Welt I 137, Böcker ib. 147, Bock er über den Vogel-
fang in Italien und bei uns ibid. 153. 163.
Catalogus Oothecae Baedekerianae etc. Recognovit
Dr. Baldamus. Verzeichniss der naturwissenschaftlichen
Sammlungen von F. W.Baedeker in Witten, enthaltend
Eier und Vögel, exotische Vögel und naturwissenschaft-
liche Werke. Iserlohn 1871.
Dr. Oellacher: Die Veränderungen des unbefruch-
teten Keimes des Hühnereies im Eileiter und bei Bebrü-
tungsversuchen. Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXII, 181,
Taf. 13—15.
W. v. Nathusius: Ueber den inneren Bau einiger
Gänse-Eier mit doppeltem Dotter nebst einigen weiteren
Bemerkungen über Species-Unterschiede bei Eierschalen.
Journ. f. Orn. 321 t. 2. Verf. bemerkt, dass nach seinen
bereits früher (Journ. f. Orn. 1871 241) veröffentlichten
Untersuchungen die Eihüllen ein organisch aus der zona
pellucida des Eierstock-Eies erwachsener integrirender
Theil des Eies sind. Ist diess der Fall so können auch
Doppel-Eier nicht zufällig und mechanisch zusammenge-
fügt sein, sondern sie müssen als solche sich schon im
Eierstock gebildet haben. Derartige endogene Zeilen-
theilungen sind ja auch in der Zellenlehre etwas ganz
Bekanntes und Geläufiges, und auch wo Eierstöcke mi-
kroskopisch untersucht werden, haben sich solche kleine
Doppel-Eier in denselben gefunden. Auch ein in der
Zeitschr. f. wissensch. Zool. XIX 339 bereits beschriebenes
der Vögel während des Jahres 1872. 7
Spur-Ei eines Bantam-Huhnes mit mehreren Dotterrudi-
menten wird besprochen und sein Querschnitt hier Fig. 9
abgebildet. — Schliesslich berichtet Verf. über die Resul-
tate einiger weiterer Untersuchungen hinsichtlich der
aus dem Schalenbau zu entnehmenden Speciescharactere.
Die Eier von Gallns Bankiva und G. Sonnerati zeigen
keinen Unterschied im Schalenbau, von denen mehrerer
untersuchter domesticirter Racen, so dass wie Verf. meint,
in dieser Beziehung nicht entgegensteht, dass G. Bankiva
und G. Sonnerati nur Varietäten und die Stammeltern
des Haushuhnes seien *). Zwei neuerlich untersuchte
Haustaubenformen zeigen dieselbe Uebereinstimmung mit
Columba livia wie die früher in Betrachtung gezogenen.
Bei Perdix cinerea finden sich bedeutende Unterschiede
von P. petrosa und rubra, welche letztere zeigen, dass
verschiedene Species übereinstimmen können. Endlich
werden die Differenzen bei Phasianus colchicus, Ph. nyo-
themerus, Ph. pictus und Ph. torquatus aufgeführt.
Alph. M. Edwards: Resume des Recherches sur
les Oiseaux fossiles Annal. des sc. nat. 5. ser. XVI 29.
Während des Verf. epochemachendes Werk mit der 43.
Lieferung seinen Abschluss erhielt, gab derselbe in diesem
Aufsatze eine Uebersicht der Ergebnisse seiner Forschun-
gen. Er führt an, dass die Mascarenen-Inseln die Spitzen
eines allmälig versunkenen Continentes sind, der offenbar
mit Madagascar nicht in unmittelbarer Verbindung stand.
Dagegen dürfte (wie besonders der Hinblick auf die
Aepiornis- und Moa- Arten glaublich macht) zwischen
Madagascar und Neu-Seeland eine Verbindung bestanden
haben, vielleicht durch jetzt. versunkene Inselgruppen,
welche Zwischenstationen bildeten. Es folgt eine kurze
Schilderung der Höhlenfauna, in welcher auch die Schnee-
eule und merkwürdigerweise das Huhn anzutreffen sind,
dann der miocenen und eocenen Vogelfauna.
Europa.
Von R. B. Sharpe's und H. E. Dresser's wich-
1) G. Bankiva und G. Sonnerati sind jedoch sicher zwei gute
Arten. Ref.
8 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte '
tigern Werke: A History of the Birds of Europe er-
schienen P. X-XV.
Alph. Dubois: Conspectus systematicus et geo-
graphica Avium Europaearum. Bruxellis 1871 gr. 8.
Verzeichniss der Arten und Varietäten mit Angabe der
geographischen Verbreitung.
Dr. E. Rey: Synonymik der europäischen Brut-
vögel und Gäste. Systematisches Verzeichniss nebst An-
gabe über die geographische Verbreitung der Arten unter
besonderer Berücksichtigung der Brutverhältnisse. Halle
1872 8. Anleitung für Sammler.
A. Marc band: Notes sur les Poussins des Oiseaux
d'Europe. Rev. de Zool. 1871—72 (Fortsetz. v. 1870.
305) 91, 161, 193. Beschreibungen zu den früher publi-
cirten Tafeln 1869. t. 5—10, 14—17, 1870. t. 2-13.
Geschildert werden die Dunenkleider von Mergus ser-
rator, Totanus ochropus, Astur nisus, Buteo lagopus,
Falco tinnunculus, F. cenchris, Puffinus cinereus, Phaeton
aethereus, Strix bubo, St. Tengmalmi, Circus rufus, C.
cineraceus, Strix otus, Totanus macularius, Uria troile,
Anas strepera, Podiceps cristatus, P. cornutus, Vanellus
gregarius, Machetes pugnax, Podiceps auritus und P. ru-
bricollis. — Der gegenwärtige Jahrgang enthält noch die
Abbildungen der Dunenkleider von Sterna caspia t. 10
und Haliaetus albicilla t. 20.
J. Vi an: Causeries ornithologiques ebenda 33, 81,
321. Enthält mannichfache interessante Notizen über
Aquila leucorypha Pall., Emberiza cioides Brandt, Anthus
cervinus Pall., Parus lugubris, Alauda pispoletta Pall.,
A. sibirica Gmel., Falco peregrinoides Kaup, Lanius
phoenicurus Pall. und L. superciliosus Lath. Die beiden
letzten sind nach Ex. aus Turkestan und vom Baikalsee
beschrieben,
Elliot Coues: Ueber die Verwandtschaft mancher
europäischer Vögel mit solchen des westlichen Nordame-
rika. Ibis 52 (vgl. Amerika).
Taczanowski: Vergleichung der ostsibirischen
Ornis mit der europäischen. Journal für Ornithologie 342.
Gould's Birds of Great Britain ist mir nicht aus
der Vögel während des Jahres 1872. 9
eigener Anschauung bekannt. Ebenso History of British
Birds by the late William Yarrell. Forth edition revi-
sed by Alfred Newton. P. I (Juni 1871) II (Aug.
1871) III (Febr. 1872); die Namen der Verfasser bürgen
jedoch für treffliche Behandlung.
J. E. Harting: A Handbook of British Birds Lon-
don 8.
C. J. Sundevall: Svenska Foglarna Stockh. Quer-
folio. Es erschien Lief. XXII.
E. Bettoni: Storia naturale degli uccelli che nidi-
ficano in Lombardia ist nunmehr abgeschlossen.
v. Heuglin: Notes on the Birds of Nowaja Zemüa
and Waigats Island. Ibis 60. Enthält die ornithologischen
Resultate von des Verf. Reise im Jahre 1871 mit Hin-
weisung auf die früheren Forschungen v. Baer's, Gilletfc's
und Pachtussow's.
v. Heuglin: Die Rosenthal'sche Expedition nach
dem Nordpolarmeere. Ornithologie von Nowaja Semlja
und der Waigatsch-Insel. Journ. f. Orn. 113. — Nach-
trag hiezu 464.
R. Collett: Ornithoiogiske Bemaerkninger til Norges
Fauna. Indberetning til det academiske Collegium ved
det kongelige Frederiks Universitet. Christiania 1871.
R. Collct: Supplement til Norges Fugle og deres
Geographiske üdbredelse i Landet (1868—1870). Vidensk.
Selsk. Forhandl. for 1871.
W. Mewes: Ornithologiska iaktragdser, tili större
delen samlade unden en resa i Nordvestra Ryssland,
sommaren 1869. Oefvers. K. Vetensk. Akacl. Forhandl.
1871. N. 6 t. 14. 15.
Joh. v. Fischer: Verzeichniss der Vögel des St.
Petersburger Kreises. Journ. f. Orn. 385.
v. Loe wis-Kadling: Frühzeitiges Erscheinen der
Zugvögel in Livland im Frühjahr 1872. Zool. Garten 282.
G. Cavendish Taylor: Ornithological obser-
vations in the Crimea, Turkey, Sea of Azow and Crete,
during the years 1854 — 55: with Remarks on the Sivash
or Putrid Sea. Ibis 224.
Howard S au nders: Ueber ein in der Themse
10 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
erlegtes junges Ex. von Laras melanocephalus (Unter-
scheidung von gleichalterigen Individuen des L. ridibun-
dus). Ibis 79.
Robert Gray: Ueber die Erlegung eines Ex. von
Grus pavonina bei Dalry in Ayrshire am 17. Sept. 1871.
Ibis 201.
John F. Di Hon: Ueber einen vor etwa 18 Jahren
in England erlegten Elanus coeruleus (melanopterus).
Ibis 470.
Newton: Laras Rossi 1847 in Yorkshire erlegt.
Proceed. Zool. Soc. 1. Ein Ex. derselben Art im Derby
Museum zu Liverpool Gould ibid.
Howard Saun d er s: On the Introduction of Anser
albatus of Cassin into the British Avifauna Proc. Z. S. 519.
Dawson Rowley: Zonotrichia albicollis bei ßrigh-
ton lebend gefangen (ein früheres Vorkommen in Gross-
Britannien wurde P. Z. S. 1870. 5ß erwähnt). Proc. Z.
S. 681.
Sclater: Coccyzus erythrophthalmus in Irland er-
legt. Proc. Z. S. 681.
Vogelzug im Frühjahr 1872 (aus dem „Waidmann").
Gefiederte Welt I 106.
E. v. Homeyer: Ueber Baron Droste's Bericht
über die XVIII. Versammlung der deutschen Ornitho-
logen-Gesellschaft 1870. Journ. f. Orn. 305. Mit ver-
schiedenen speciellen Bemerkungen.
Cabanis bemerkt, dass Turdus auroreus Pall. als
Synonym der nordamerikanischen Hesperocichla naevia
(Gmel.) zu betrachten ist. Mit der europäischen Ornis
habe diese Art nichts zu schaffen. Gloger habe nur den
zuweilen in Deutschland angetroffenen jungen Turdus si-
biricus damit identisch gehalten. Journ. f. Orn. 157.
E. v. Homeyer: Bemerkungen über einige Vögel
Norddeutschlands mit besonderer Rücksicht auf die Vögel
Pommerns. Journ. f. Ornith. 332. Mancherlei Berich-
tigungen.
E. Rey: Fünf neue Bürger von Halle (Pernis api-
vorus, Turdus pilaris, Emberiza hortulana, Muscicapa atri-
capilla, M. albicollis). Zool. Gart. 270.
der Vögel während des Jahres 1872. 11
Jacob Schmidt: Ein altes M. von Oedemia ni-
gra bei Frankfurt a. M. geschossen. Zoo). Garten 253.
G. v. Koch: Briefliches von den Moorweihern bei
Erlangen. Journ. f. Orn. 138.
Pfarrer Jäckel: Ein Ausflug in den Stadtwald
Schossbach in Mittelfranken. Zool. Gart. 204.
v. Tschusi-Schmidhofen: Ornithologische Mit-
theilungen aus Oesterreich (1871). Journ. f. Orn. 131. Ver-
schiedene interessante Daten, worunter über Ulula ura-
lensis aus dem Böhmerwalde, Auffindung eines Nestes
von Nucifraga caryocatactes in Obersteyermark, Vorkom-
men von Merula rosea Briss, Cygnus musicus bei Salz-
burg u. s. w.
Dr. A. Fritsch: Die Vögel Böhmens Sehluss. Journ.
f. Orn. 366. Die letzte Abtheilung dieser ganz vortreff-
lichen Abhandlung enthält die Wasservögel und am
Schlüsse die Verzeichnisse der Standvögel, der Brut-
vögel, welche im Winter nach Süden ziehen, der Zug-
vögel, die aus dem Norden regelmässig nach Böhmen
kommen, der Durchzugsvogel nach dem Süden, der Gäste
aus dem Norden, dem Osten und Süden.
P. Blas i us Hanf: Ornithologische Beobachtungen
am Furtteiche zu Mariahof im Jahre 1871. Verh. zool.-
bot. Gesellsch. Wien XXII 399. Interessante Beobach-
tungen u. a. über Anthus Richardi, A. rufogularis, Hi-
mantopus rufipes, Colymbus areticus und C. septentrionalis,
Anas fusca.
L. Stejneger: Nachtrag zu den ornithologischen
Notizen aus Meran, Süd-Tirol. Journ. f. Orn. 1871. 462.
Dr. C. Stölker: Nachtrag zur Vogelfauna der
Kantone St. Gallen und Appenzell (Verh. St. Gallischen
naturwissensch. Gesellsch. 1870 — 1871). Separatabdruck
1872.
J. P. van Wickevoort Crommelin: Notes sur
quelques canards observes en Hollande. Arch. Neerlan-
daises T. VII. 1872.
Cabanis ist der Ansicht, dass eine nach H. Wicke-
voort Crommelin im Jahre 1869 mit der gewöhnlichen
Art gefangene Pyrrhula zu P. Cassini Bajrd gehört haben
12 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
dürfte und diese Art also auch nach Europa gelangt sei.
Journ. f. Orn. 315.
A. Pellicot: Des oiseaux voyageurs et de leurs
migrations sur les cotes de la Provence Toulon. 8.
Reinh. Brehm: Beobachtungen über Raubvögel
in Spanien. Journ. f. Orn. 395.
Howard Irby fügt zu M. H. Saunders Liste der
Vögel Südspaniens folgende Species: Cypselus pallidus
Shelley, Parus cristatus, Sylvia melanocephala, Philomela
luscinia, Anthus obscurus, A. cervinus, Passer cisalpinus.
Er gibt eine Bemerkung über Anthus aquaticus (spino-
letta) und ein Verzeichniss der in der Nähe Gibraltars
nistenden Sylviidae. Ibis 199.
Howard Saunders. Falco barbarus erlegt, im Ja-
nuar 1871 zu Granada und Cypselus pallidus Shelley er-
legt ebenda 28. Mai 1870. Proceed. Zool. Soc. 356.
Howard Saunders: Ueber eine neue Art Grün-
specht aus Süd-Spanien (Gecinus Sharpei) Proc. Z. S. 153.
E. Rey: Zur Ornis von Portugal. Journ. f. Orn. 140.
Howard Saunders: Ueber die Ausrottung des
Francolinus vulgaris in Sicilien» Ibis 80.
Finsch: Aquila Wahlbergii Sundev. (A. Brehmii
v. Müll.) am 6. Mai 1842 bei Florenz erlegt in Heuglin
Ornith. N.-O.-Afr. Nachtr. u. Berichtigungen XXI.
Th. Krüper: Ueber den Zwergadler Aquila pen-
nata, Brutvogel in Maceclonien. Journ. f. Orn. 59.
Th. Krüper: Ueber den kurzfüssigen Sperber
Nisus badius, Brutvogel in Macedonien. Journ. f. Orn. 129.
Asien.
Von Gould's Birds of Asia erschien P. XXIV ent-
haltend die Beschreibungen und Abbildungen von Strix
indica, St. Candida, Trochalopteron phoeniceum, T. for-
mosum, Pitta arquata, P. megarhyncha, Ithaginis Geof-
froyii, Ceriornis Blythi, Turdinus brevicaudatus, Yuhina
diademata, Pellorneum paiustre, Gallinula phoenicura,
Eurinorhynchus pygmaeus, Passer Ammodendri und Cy-
pselus infumatus.
Dr. E. Rey: Jugendkleider und Eier einiger Vögel
der Vögel während des Jahres 1872. 13
aus Klein-Asien (Sitta Krüperi Pelz., Picus syriacus Hempr.
et Ehrenb. Oxylophus glandarius, Garruins melanocepha-
lus, Gene, Sylvia Rueppellii Temra. und Emberiza cine-
rea StrickL). Journ. f. Ornith. 1871. 459.
H. B. Tristram führt einige Vögel aus Palästina
auf, die während der früheren Expeditionen nicht er-
halten wurden. Ibis 296.
L. Taczanowski: lieber die ornithologischen Un-
tersuchungen des Dr. Dybowski in Ost-Sibirien. Die
Vergleichung mit den indischen Arten wurde durch Dr.
Cabanis im Berliner Museum und mit chinesischen Arten
durch H. J. Verreaux zu London in der Sammlung des
M. Swinhoe vorgenommen. Wichtige Daten zur geo-
graphischen Verbreitung, Verhältniss zur europäischen
Fauna, Lebensweise, Brutgeschäft u. s. w. Journ. f. Orn.
1872. 340 et 433.
Taczanowski: Notiz über die ostsibirischen rauh-
füssigen Bussarde (Archibuteo strophiatus Gray »und A.
lagopus?). Journ. f. Orn. 189.
Taczanowski: Ueber Turdus Aliciae in Ost-Si-
birien. Journ. f. Orn. 440. Cabanis ebend. Note.
E. v. Homeyer: Die sibirischen Laubvögel. Eben-
da 201.
Cabanis: Ueber sibirische Kuckucke ebend. 235.
Cabanis: Ueber Pyrrhula Cassini und P. cineracea
aus Sibirien. Ebenda 315.
Briefliche Mittheilungen des Capitain Przewolski
aus Ostasien. Ebenda 137. Vögel auf einer Reise von
Kiachta nach Peking beobachtet.
R. Swinhoe: Descriptions^ of two new Pheasants
and a new Garrulax from Ningpo, China. Proceed. Z. S. 50.
Abbe A. David: Journal d'un voyage dans le centre
de la Chine et dans le Thibet oriental. Nouv. Arch.
Mus. Hist. nat. Paris VIII. Bullet. 3. Enthält verschie-
dene ornithologische Notizen.
J. Verreaux Additions au Journal du Voyage de
M. FAbbe A. David ibid. 137. Verzeichniss der in diesem
Bande nachgetragenen Abbildungen von im vorigen be-
schriebenen Vogelarten, t. 1 — 5.
14 Pelzeln: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
J. H. Gurncy: Ueber Aesalon lithofalco (Gmel.),
Scops japoniens Temm. u. Schi, und Brachyotus accipi-
trinus (Gmel.) von Formosa. Ibis 327.
Dr. 0. Finsch: Ueber eine Vögelsammlung aus
den Küstenländern der chinesisch-japanischen Meere. Verh.
k. k. zool.-bot. Geseilsch. Wien XXII. 252. Verf. be-
spricht eine Sendung von Capit. Paul Conrad aus Joko-
hama und aus der südchinesischen See, eine Partie von
Hakodadi, dann einige Arten von Corea und De Castries
Bai an der Südküste des Amurlandes gesammelt durch
Capitain Meyer. Werthvolle Bemerkungen, viele Mes-
sungen.
Jerdon: Supplementary Notes to „the Birds of
India" Ibis 1, 114, 297 t. 1 und 7. (Fortsetzung nach
Ibis 1871 356.) Enthält werthvolle Ergänzungen, Nach-
träge und Berichtigungen zu dem trefflichen Werke über
die Vögel Indiens. Als die letzte Abtheilung des Manu-
skriptes» übergeben wurde, lag Dr. Jerdon bereits an dem
Uebel darnieder, welches ihn dann der Wissenschaft
entriss. Einige Unvollständigkeiten sind durch Lord
Waiden ergänzt worden.
Stray Feather's A Journal of Ornithology for
India and its dependencies. Edited by Allan Hume. 8.
Unter diesem Titel werden jährlich ungefähr 6 Hefte er-
scheinen, deren hauptsächliche Bestimmung ist den in-
dischen Ornithologen Gelegenheit zu bieten, ihre Ent-
deckungen schnell zu publiciren. Das erste Heft erschien
im November 1872.
A. Hume beabsichtigt einen vollständigen Catalog
der Vögel Indiens unter dem Titel: First Draft of a con-
spectus of the Avifauna of India and its Dependencies
auszuarbeiten. Er wird alle bekannten Arten aus ganz
Indien mit Einschluss von Kaschmir, Nepal, Sikim und
der andern Bergstaaten, Ladak und Yarkand, Arracan,
Burmah und der Tenasserim-Provinzen, Assam undCachar,
Ceylon, der Andamanen und Nicobaren umfassen. Die
Zahl der Arten wird etwa 1500 betragen. Die näheren
Daten über dieses verdienstliche Unternehmen sind Stray
Feathers I 49 gegeben.
der Vögel während des Jahres 1872. 15
W. T. Blanford: Ueber Drymoica Adamsi (Jerdon)
ßuteo plumipcs Hodgs. und Pellorneum subochraceum
Swinhoe, welch letztern Vogel er für identisch mit P.
Tickelli hält. Ibis 84.
Allan Hume: Descriptions of Six new Species of
Indian Birds. Ibis 107.
W. E. Brooks: Bemerkungen hierüber ebenda 469.
Andrew Anderson: On the Nidification of certain
Indian Birds P. I Ibis 237 (Burnesia lepida).
A. Anderson: Notes on the Raptorial Birds of
India. P. I Proc. Z. S. 1871 675 P. II ebenda 1872. 68.
A. Anderson: Additional Notes on the Raptorial
Birds of N.-W.-India P. Z. S. 1872. 619.
W. E. Brooks: The Swans of India. Proceed.
As. Soc. Bengal April 1872. 63.
E. Blyth: Ueber indische Haliaetus- Arten, Huhua
nipalensis, H. orientalis, Ptcrocles guttatus, P. coronatus
und Yunx indica Gould. Letztere hält Verf. für auf ein
Ex. der südafricanischen Y. pectoralis Vig. gegründet.
Zugleich wird eine Liste von durch M. Samuel Griffith
gesammelten Arten gegeben, welche nicht aus Afghanistan
wie in Horsf. and Moore Catal. Hamm, and Birds con-
tained in the London East India Museum angenommen
wurde, sondern von den Khasia-Hügeln stammen dürften.
Ibis 87.
G. F. L. Marshall: Ueber Merops aegyptius ? und
Coracias garrula in Nord-Indien. Ibis 203.
W. E. Brooks: Notes on the Ornithology of Cash-
mir. Journ. A. S. B. XLL P. IL 73. Neue Species,
Nester und Eier, verschiedene Bemerkungen. Sehr inte-
ressant.
A. Hume: Ueber in Scinde erlegte Vögel. Ibis 468.
A. Hume: Contributions to the Ornithology of In-
dia.-Sindh N. I Stray Feathers I 44.
Dr. F. Stoliczka: Notice on the Mammals and
Birds inhabiting Kachh. Journ. A. S. B. XLL P. IL 211.
(Abstract Proc. A. S. B. Juli 1872.) Wichtiger Beitrag
zur indischen Fauna. Mannichfache Bemerkungen, Be-
schreibungen und Messungen.
IG Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
W. T. Blanford: Account of a visit to the Eastern
and Northern Frontiers of Independent Sikkim with Notes
on the Zoology of the x\lpine and Subalpine Regions
P. II Zoology Journ. A. S. B. XLI P. II 30. Sehr wich-
tige Abhandlung. Viele Bemerkungen auch über geo-
graphische Verbreitung.
W. T. Blanford: Notes on a Collection of Birds
from Sikkim. Journ. A. S. B. XLI P. II 152 t. 7. 8.
Bemerkungen über eine Sendung von H. Mandelli und
einige in geringer Höhe selbst gesammelte Arten.
H. Godwin-Austen: Third List of Birds obtained
in the Khosi and Gare Hill Ranges, with some corrections
and additions to the former lists. Journ. A. S. B. XLI
P. II 142.
W. T. Blanford: Note on Colonel M. Master's
List of Birds from Nagpore etc. Journ. A. S. B. XL.
P. II 1871 216.
A. Hume: Note on a few species of Barmese Birds
(from Thayet myo) Proceed. As. Soc. Beng. Mai 1872. 70.
E. W. H. Holdsworth: Catalogue of the Birds
found in Ceylon; with some Remarks on their Habits and
Local Distribution and Descriptions of two New-Species
peculiar to the Island. Froc. Z. S. 404 t. 17—20.
V. Ball: Notes on a collection of Birds made in
the Andaman Islands by G. E. Dobson Journ. A. S. B.
XLI P. II 1872. 273. Bis jetzt sind von den Andamanen
109 (105?) Arten bekannt, von welchen 13 eigentümlich
sind und 6 ausserdem nur noch auf den Nicobaren vor-
kommen. — Höchst interessant ist die Bemerkung, dass
mit Ausnahme der Zugvögel, besonders der Grallae, der
Grundstock der nicht localen Species der Andamanen
indisch, der Nicobaren malayisch ist. Als neu beschrieben
wird Graucalus Dobsoni. Ephialtes spilocephalus Blyth.?,
Palaeornis Alexandri, Brachypodius melanocephalus und
Ralius striatus zeigen einige Eigentümlichkeiten, welche
vielleicht später eine Abtrennung rechtfertigen werden,
18 der von Dobson gesammelten Arten sind neu für die
Fauna der Andamanen, meistens Grallae.
Lord Waiden: On a collection of Birds recently
der Vögel während des Jahres 1872. 17
made by M. A. H. Everett in Northern ßorneo Ibis 360.
t. 12. Die Ornis von Borneo zeigt nahe Verwandtschaft
mit der von Sumatra und Malacca, weniger mit jener
Javas und noch weniger mit jener der Philippinen.
Lord Waiden und E. L. Layard: On ßirds re-
cently observed or obtained in the Island of Negros,
Philippines. Ibis 93 t. 4 — 6. lieber eine von M. L. C.
Layard auf dieser Insel gemachte Sammlung von Vögeln
und Eiern.
Lord Waiden: On two new Species of Birds
from the Philippine Islands Ann. nat. hist. 4. ser. Xv 252.
Cabanis: Ueber einige neue Arten des Berliner
Museums, welche von H. Jagor auf Luzon gesammelt
wurden; sie wurden bereits früher in E. v. Martens Zu-
sammenstellung der philippinischen Vögel (Journ. f. Orn.
1866, 5) aufgeführt und sind hier beschrieben : Strix amau-
ronota, Gerygone simplex (G. modesta ante), Cisticola
semirufa, Dermophrys Jagori, Oxycerca (Uroloncha) Ja-
gori Journ. f. Orn. 315.
Lord Waiden: On some supposed new Species of
Birds from Celebes and the Togian Island (im Golf von
Gorontalo) Ann. nat. hist. 4. ser. IX 398.
Lord Waiden: A List of the Birds known to in-
habit the Island of Celebes Transact. Zool. Soc. VIII
P. II 23. t. 3 (Karte) 4—10. Eine treffliche Abhandlung.
193 Species, von welchen 65 der Insel eigenthümlich sind,
2 weitere finden sich auf den Sula- und Sanghir-Inseln.
Die Einleitung enthält "eine sehr interessante Behandlung
der zoogeographischen Beziehungen von Celebes. Meh-
rere neue Arten werden beschrieben und am Schlüsse
jene Arten angeführt, deren Vorkommen in Celebes nicht
genügend nachgewiesen ist.
Lord Waiden: Appendix to a List of Birds known
to inhabit the Island of Celebes ebenda 109 t. 11—13.
Während des Druckes der vorstehenden Abhandlung
konnte Verf. die von Dr. Bernhard Meyer auf Celebes
gemachte Ausbeute untersuchen, unter welcher sich 12
für die Insel neue und wenigstens 4 noch unbeschriebene
Archiv f. Naturgesch. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. \
18 Pelzeln: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Arten befanden, und war dadurch in der Lage den vor-
liegenden Anhang zu publiciren,
Afrika.
v. Heuglin: Ornithologie Nord-Ost-Africas. Von
diesem trefflichen Werke sind in diesem Jahre Lief. 24 —
31 erschienen. Von diesen enthalten Lief. 24 — 25 Nach-
träge und Berichtigungen zu den Vulturidae, Falconidae
und Strigidae, mit Beiträgen von Dr. Otto Finsch, 26 und
27 Hühnervögel und zwar Pteroclidae, Meleagridae, Te-
traonidae, 28 und 29 den Schluss der Tetraonidae, Be-
merkungen über das Haushuhn, Struthionidae, dann von
der Ordnung der Grallae, Otididae, Charadriadae, 30 und
31 den Schluss der Charadriadae, Dromadidae. Jedem
Doppelhefte sind 2 Tafeln von Vögeln oder Eiern bei-
gegeben, jedoch ohne systematische Reihenfolge. Die-
selben werden hier bei den einzelnen Familien citirt.
G. E. Shelley: A Handbook to the Birds of Egypt.
London 1872, 8. mit 14 Tafeln. Der Verf., bereits durch
frühere Beiträge zur Ornithologie Egyptens vorthcilhaft
bekannt, gibt in diesem sehr verdienstlichen Buche eine
vollständige Uebersicht der aus Egypten bekannt gewor-
denen Vögel, vorzüglich zu dem Zwecke, den vielen
Freunden der Vogelkunde bei Jagden in diesem Lande
einen verlässlichen Leitfaden zu bieten. Zuerst werden
in einer kurzen, anregend geschriebenen Reiseschilderung
die persönlichen Erlebnisse des Verfassers dargestellt und
Daten über die Geologie Egyptens geliefert. Hierauf
folgt dann die Uebersicht aller Vögel, welche mit Sicher-
heit in Egypten zwischen dem Mittelmeere und dem
zweiten Catarracte angetroffen wurden, zum grossen Theile
auf eigene Beobachtungen basirt. In den Beschreibungen
wurden hauptsächlich jene Momente hervorgehoben, welche
die Arten von nahe verwandten unterscheiden und nach
den Beschreibungen wurde stets auf eine gute Abbildung
der betreffenden Species hingewiesen. In den Schluss-
bemerkungen wird die egyptische Ornis kurz recapitulirt,
die Daten, auf welchen die Aufnahme der Arten beruht,
der Vögel während des Jahres 1872. 19
werden geprüft und manche kritische Bemerkungen ge-
geben. Die Tafeln sind vorzüglich schön ausgeführt.
R. Bowdler Sharpe: Contributions to the Orni-
thology of Madagascar P. III. Proc. Z. S. 866 t. 73. üeber
eine Sammlung von M. Crossley.
Du Cane Godman: Notes on the Resident and
Migratory Birds of Madeira and the Canaries. Ibis 158
et 209. Aufzählung aller Standvögel und regelmässigen
Wanderer auf den Canarien und Madeira.
G. E. Shelley and T. E. Buckley: Two Month's
Bird collecting in the Gold Coast. Ibis 281.
Dr. A. Reichenow: Briefliche Reiseberichte aus
West-Africa I. dd. Accra 7. Aug. 1872. Journ. f. Orn. 390.
R. B. Sharpe: On Recent Collections of Birds from
the Fantee Country, in Western- Africa. Ibis 66. Auf-
zählung der in den früheren Listen (Ibis 1869, 1870) nicht
enthaltenen Species, welche seither durch die Sendungen
des Gouverneur Ussher und Capitain Haynes aus jenem
Lande erhalten wurden.
R. B. Sharpe: On Three new Species of Birds
from the Fantee Country. Ibis 181.
Barboza du Bocage: Aves das possessoes portu-
guezas da Africa occidental Sexta Lista (Journ. de Sc.
math.-phys. e naturaes N. XIII Lisboa 1872), Sendung
des H. Anchieta vom Rio Coroca südlich von Mossame-
des. Neue Arten: Dryoscopus n. sp., Turtur sp. ; Spi-
zaetus spilogaster Dubus wurde von Huilla erhalten.
Notes on the Birds of Damara-Land and the adjacent
countries of South- West- Africa by the late Ch. J. An-
dersson, arranged and edited By J. H. Gurney with
some additional notes by the editor and an introductory
chapter containing a sketch of the Authors life abridged
from the original published in Sweden. London 1872. 8.
Mit einer Karte, 3 Tafeln und einer Darstellung des eng-
lischen Maasses. Ein sehr wichtiger Beitrag zur Kennt-
niss der Ornithologie S.-W.- Africas. Es ist in hohem
Grade erfreulich, dass die werthvollen Notizen und Stu-
dien Anderssons in einer so trefflichen Bearbeitung an
die Oeffentlichkeit gelangt sind. Auch jene Arten, welche
20 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Andersson nicht selbst angetroffen, deren Vorkommen
aber durch andere Autoren hinreichend festgestellt ist,
wurden aufgenommen um einen möglichst vollständigen
Catalog der Vögel, welche jene Gegenden bewohnen,
zu geben.
Rowland M. Sperling berichtet in einer brieflichen
Mittheilung über Vögel auf Tristan d'Acunha, insbeson-
dere über die Brutplätze der Albatrosse, und gibt Daten
über die geographische Verbreitung der Sturmvögel und
Diomedeen. Ibis 74.
America.
Dr. Cones beabsichtigt einen: Key to North- Ame-
rican Birds zu publiciren. Näheres hierüber Ibis 340.
Dr. O. Finsch: Zur Ornithologie Nordwest-Ame-
ricas (Abhandl. des naturwissenschaftlichen Vereins zu
Bremen Bd. III 1872). Mit gewohnter Gründlichkeit und
Meisterschaft durchgeführte Bearbeitung einer Sendung
aus dem vormals russischen America. Die in Kittlitz's
Denkwürdigkeiten zerstreuten und vielfach unbekannt
gebliebenen Notizen werden an den betreffenden Stellen
beigefügt und ein genaues Verzeichniss der seltenen un-
publicirten Kupfertafeln J. F. v. Brand t's gegeben,
welche von Bonaparte im Conspectus Avium unter dem
Titel: Brandt Orn. Ross. und Brandt Icon. Av. Ross. wie-
derholt, aber zum Theil unrichtig citirt werden.
Elliot Coues bespricht in seinem Aufsatze über
Picicorvus columbinus (Ibis 52) die Thatsache, dass eine
Anzahl europäischer Vögel ihre nächsten americanischen
Verwandten in den Species des westlichen N.-Americas,
statt in jenen des östlichen Theiles finden. Er erläutert
dies durch eine Aufzählung von x\rten, worunter sich
auch beiden Continenten gemeinsame wie z. B. Budytes
flava finden.
Elliot Coues: Notes on the Natural History of
Fort Macon N. C. and Vicinity N. 1. Proceed. Acad.
Nat. Hist. Philadelphia 1872. 2. May.
J. A. Allen: Notes of an ornithological Recon-
der Vögel während des Jahres 1872. 21
noissance of Portions of Kansas, Colorado, Wyoming and
Utah. Bullet. Mus. Comp. Zoology at Harvard College
Cambridge Vol. III N. 6. Juli 1872. Sehr interessante
Beobachtungen über geographische Racen, allgemeine
Aufzählung der gesammelten Vögel und Listen von den
einzelnen Localitäten.
Th. A. Brüh in in Neu-Cöln, Milwaukee: Unsere
gefiederten Wintergäste. Zool. Garten 157.
Th. A. Bruhin: Zur nordamericanischen Vogel-
sprache; ebenda 187 Verschiedene Vogelstimmen in Sylben
und Worten wiedergegeben.
Th. A. Bruhin: ebenda 221. Verschiedene ornitho-
logische Notizen, auch Znsätze zur Vogelsprache.
C. J. Maynard: The Birds of Florida, containing
Original Descriptlons of upwards of Two Hundert and
Fifty Species with notes upon their habits etc. With five
plates drawn and colored from nature by Helen S. Farley.
Salem. 4. Von dieser Localfauna erschien im Jahre 1872
P. I enthaltend : Turdidae, Motacillidae, Luscinidae und
Paridae. Bei jeder Art wird die Beschreibung, womög-
lich Schilderung von Nest und Ei, Lebensweise gegeben.
Dem ersten Theiie ist die Abbildung von Rostrhamus so-
ciabilis beigefügt.
Im Annual Report of the Trustees of the Museum
of Comparative Zoology at Harvard College for the year
1871 finden sich Ausführungen des Dr. G. A. Maack,
der die neuerliche U. S. Darien Expedition begleitete,
wornach in der Tertiärzeit eine Kette von Inseln statt
des jetzigen Isthmus von Panama bestanden hätte, was
für die geographische Verbreitung von Wichtigkeit ist.
Vergl. Ibis 339.
O. Salvin bemerkt, dass die Geothlypisart von
Chiriqui der brasilischen G. velata näher stehe als der
dazwischen vorkommenden G. aequinoctialis und dass
ähnliche andere Fälle sowohl bei Vögeln als anderen
Thieren vorkommen. Er gibt eine hypothetische Erklä-
rung dieser Erscheinungen durch geologische Verände-
rungen des aniericanischen Continentes. Ibis 148.
O. Salvin: Notes on the Birds of Nicaragua, based
22 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
upon a Collection made at Chontales by Mr. Thomas Belt.
Ibis 311. Die Verbindung der dortigen Vogelfauna mit
Costa-Rica und dem Süden ist weit näher als jene mit
Guatimala und dem Norden.
Dr. J. Gundlaeh: Neue Beiträge zur Ornithologie
Cubas. Nach eigenen 30jährigen Beobachtungen zusam-
mengestellt. Journ. f. 0. 401 (Fortsetz, nach J. f. O.
1871 353—378). Enthält die Familien: Laniidae, Turdidae,
Sylviidae, Sylvicolidae, Tanagridae, Tyrannidae, Musci-
capidae (Myiadestes, Ampelis), Hirundinidae. In be-
kannter vorzüglicher Weise behandelt.
D. G. Elliot: The Humming-birds of the West-
Indies. Ibis 345. Kritische Uebersicht nebst Tabelle der
Vertheilung über die verschiedenen Inseln.
J. E. Sem per: Observations on the Birds of St.
Lucia. With Notes by P. L. Sclater. Proc. Z. S. 647.
E. L. Layard: Einige Bemerkungen über Vogel
an der Mündung des Maranäo bei Parä und auf der Reise
dahin. Ibis 336.
Rowland M. Sperling gibt einige allgemeine Be-
merkungen über die Vögel in der Nähe der La Plata-
Mündung und manche Daten über die Verbreitung der
Sturmvögel und Albatrosse an der Ostküste Südamericas.
Ibis 74.
W. H. Hudson: On the Habits of the Swallows of
the Genus Progne met with in the Argentine Republic.
With Notes by P. L. Sclater Proc. Z. S. 605. Höchst
interessante Beobachtungen über die Lebensweise, das
Brutgeschäft und Eier.
H. Bur meist er: Synopsis of the Lamellirostres of
the Argentine Republic Proc. Z. S. 364.
W. IL Hudson: On the Birds of the Rio negro of
Patagonia. With Notes by P. L. Sclater Proc. Z. S.
534 t, 31. Interessante Daten über Lebensweise, Eier
u. s. w.
Australien.
Dr. Hart 1 au b und Dr. Finsch: On a fourth
Collection of Birds froni the Pelew and Mackenzie Is-
der Vögel während des Jahres 1872. 23
lands Proc. Z. S. 87. H. Kubary sammelte auf der
Insel Uap der Mackenzie-Gruppe und Capt. Heinsohn
und Peters auf derselben Insel, aber hauptsächlich auf
den Pelews. Eine Uebersicht aller von den West-Caro-
linen (Pelew und Mackenzie-Gruppe) bekannten Vogel-
arten ist beigegeben.
D. G. Elliot: Descriptions of Two Genera of Pa-
radiseidae with remarks on some of the Species Ibis 111
(Xanthomelus n. g. f. Sericulus aureus und Amblyornis
n. g. f. Ptilonorhynchus inornatus).
Pelzein: Uebev eine Sendung von Vögeln von
den Aru-Inseln und den Molukken. Verh. k. k. zool.-
bot. Gesellsch. Wien XXII. 425.
Dr. Cabanis: Ueber die neuholländischen Berg-
drosseln (Oreocincla) : 1. 0. lunulata (Lath.), 2. 0. Heinei
Cab., 3. O. macrorhyncha Gould. Journ. f. Orn. 236.
Finsch: Ueber die von Frau Amalie Dietrich in
Australien gesammelten Vögel. Verh. zool.-bot. Gesellsch.
Wien XXII. 315. Frau Dietrich hat in Queensland 190
Arten gesammelt. Ausserdem wurden 15 Species von
Adelaide in Süd-Australien, welche Dr. Finsch ohne
Angabe des Sammlers vom Museum GodefTroy erhielt,
angeführt. Verschiedene Bemerkungen, Messungen, Be-
schreibungen von Jugendkleidern.
Finsch: Revision der Vögel Neu-Seelands Journ.
f. Orn. 81, 161, 241. Mit umfassenden literarischen Nach-
weisungen, Kritik der Arten, Beschreibungen u. s. w.
Am Schlüsse Aufzählung der Arten, deren Vorkommen
unsicher ist (S. 272.)
W. L. Builer: A History of the Birds of New-
Zealand London 4. Ein Werk von grösster Wichtigkeit.
Der Verf. bemerkt im Prospecte sehr richtig, wie wichtig
es sei die so höchst interessante Vogelwelt Neu-See-
lands zu bearbeiten, ehe die fortschreitende Cultivirung
viele der eigenthümlichen Formen ausrottet und diese
Aufgabe hat er auf das treffliebste gelöst. Das Werk
wird in 5 Lieferungen erscheinen, von welchen jede we-
nigstens 7 Tafeln enthalten wird. Im Laufe des Jahres
1872 sind Lief. 1 — 4 publicirt worden. Von jeder Art
24 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
wird Diagnose, Beschreibung, Synonymie und so weit
möglich Schilderung der Lebensweise gegeben. Die
Abbildungen, welche die wichtigsten Arten darstellen,
sind von Keulemans mit bekannter Meisterhand ausge-
führt. — Ueber den von vielen Ornithologen geäusserten
Wunsch wird M. Buller eine Reihe von Supplementar-
Tafeln herausgeben, so dass alle Species der neuseelän-
dischen Ornis dargestellt werden.
Potts: Notes and Descriptions of some Birds lately
added to the Museum, Canterbury, New-Zealand. Ibis
35. Beschreibung von drei neuen Arten: Apteryx Haasti
welcher Charactere von A. australis und A. Oweni ver-
einigt, so dass, wie Verf. bemerkt, der Gedanke an eine
Bastardirung auftaucht, Rallus pictus und Larus Bulleri.
T. H. Potts: On the Birds of New-Zealand Part III
Transact. N.-Zeal. Instit. Vol. V. 1872 35 p. t. 17 et 18.
Enthält sehr interessante Beobachtungen über verschiedene
Arten, die an den betreffenden Orten speciell angeführt
werden.
F. W. Hutton: Ueber Procellaria tristis Forst, und
P. gavia Forst., beide aus Neuseeland. Ibis 83.
F. W. Hutton: Notes on some Birds from the Cha-
tham Islands collected by H. H. Travers with Descrip-
tions of two new Species (Petroica traversi und Rallus
modestus), Ibis 243. Vollständige Aufzählung der von
diesen Inseln bekannten Arten.
0. F in seh: Zur Ornithologie der Samoa-Inseln.
Journ. f. Orn. 30. Sehr wichtige Zusammenstellung aller
Untersuchungen und Notizen über die Vögel der Samoa-
Inseln seit dem Erscheinen der Ornithologie der Viti-,
Samoa- und Tonga-Inseln (1867). Es wurden sechs neue
Sendungen benützt, worunter eine von H. Kubary, die
übrigen von Dr. Gräffe. Früher nicht beobachtete Arten
sind: Sterna fuliginosa, Gygis alba, Phaeton candidus,
Lobiospiza notabilis Hartl. et Finsch und Pareudiastes pa-
eificus Hartl. et Finsch. Die Abhandlung enthält ein re-
vidirtes Verzeichniss der Vögel Samoas, Notizen über
Nester, Eier, Anatomie u. s. w.
der Vögel während des Jahres 1872, 25
Accipitres.
Vulturidae. Heuglin: Ornith. N.-O.-Africas Hft. 24-25.
Nachträge und Berichtigungen. Mit Beiträgen von Dr. 0. F in seh.
S. I— VII.
Ueber die Weise wie Geier durch Gesicht und Geruch ihre
Nahrung auffinden. Anderss. : Birds Damara-Land 3.
Reinh. Brehrn: Ueber Lebensweise des Gypaetus barbatus
in Spanien, er horstet auf Felsen und legt nur ein Ei. Vultur ci-
nereus stiess mehrmals auf junge Ziegen und horstet auf Bäumen.
V. fulvus horstet auf Felsen. Journ. f. Orn. 396-
Ueber Unterscheidung von Otogyps auricularis und 0. nubi-
cus. A. Brehm: Journ. f. Orn. 71.
Ueber Unterscheidung von Gyps Rueppellii und G. Kolbii.
Cabanis ib.
Abbild. Gypaetus barbatus Sharpe et Dress. B. Eur.
P. XV. — Vultur monachus ib. P. XIII. — Ei von Vultur fulvus oeeid.
Heuglin: O.-N.-O.-Afr. t, 37. f. 1.
Falconidae. Heuglin: Orn. N.-O.-Afr. Hft. 24— 25. Nachträge
und Berichtigungen. Mit Beiträgen von Dr. 0. Finsch. S. VII
— XLI.
0. Salvin: A further Revision of the Genus Leucopternis
with a Description of a new Species Ibis 239 t..8. Verf. nimmt
folgende Arten an: 1. L. Ghiesbregthi, 2. palliata, 3. scotoptera, 4.
albicollis, 5. melanops, 6. superciliaris, 7. semiplumbea, 8. prineeps,
9. schistacea (Asturina schistacea Sundev.), 10 plumbea n. sp.
L. Taczanowski: Notiz über die ostsibirischen rauhfüssigen
Bussarde. Dr. Dybowski sammelte daselbst zwei Formen: Archi-
buteo strophiatus Gray und A. lagopus? Journ. f. Orn. 189.
Buteo Japonicus Temm. in Ost-Sibirien. Taczanowski:
ibid. 347.
Synonymie von Buteo aneeps Brehm. Heuglin und Finsch.
Orn. N.-O.-Afr. XXXV.
Buteo plumipes Hodgs., Beschreibung. Blanford Journ. As.
Soc. Beng. XLI. P. II 41.
W. E. Brooks: On the Imperial Engles of India, Proceed.
As. S. B. April 1872. 64 und Proceed. Z. S. 502. Verf. hält den
europäischen Kaiseradler für verschieden von den indischen und
nimmt von letzteren zwei Species an: Aquila crassipes Hodgs. und
A. bifasciata Gray et Hardw, deren verschiedene Kleider er be-
schreibt.
Ob drei von Dr. Dybowski bei Kultuk in Ost-Sibirien erlegte
jüngere Kaiseradler mit der europ. A. imperialis Bochst. oder der
26 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
asiat. A. bifasciata Gray identisch seien, kann nicht genügend fest-
gestellt werden, es scheint jedoch, dass sie zur asiatischen von M.
Swinhoe in China angetroffenen Form gehören. Taczanowski
Journ. f. Orn. 345.
Cabanis hält Aquila Adalberti für den jüngeren Vogel von
A. imperialis Journ. f. Orn. 397.
H. E. Dresser: Ueber eine grosse Serie von Adlern, welche
von ihm, Lord Waiden, M. J. H. Gurney und M. Blanford unter-
sucht wurde. Die Resultate waren: Es gibt drei gute Arten von
Kaiseradlern, nämlich A. bifasciata Gray, A. mogilnik Gmel. (A.
crassipes Hodgs.) und A. Adalberti Br. (oder wenn dieser Name zu
A. naevioides gehören sollte, A. leucolena Dresser) ; von Schreiadlern
sind zwei Species in Europa d. i. A. naevia Gm. und A. orientalis
Cab. und zwei A. vittata Hodgs. und A. hastata Less. in Indien
und von Raubadlern zwei A. vindhiana Frankl. und A. naevioides
Cuv. dem Ost und West gemeinschaftlich sowohl in Indien als Africa
und der letztere einzeln in Europa (Spanien) Proc. Z. S. 863.
A. Anderson: Notes on the Raptorial Birds of India P. I
Proceed. Z. S. 1871 651; P. II ibid. 1872 68. Aquila fulvescens
Gray Lebensw. und Ei, Untersch. v. A. naevioides, Aquila hastata
Less., Unterscheidung derselben von A. fulvescens und A. naevia,
Beschreibung von Ex. verschiedenen Geschlechtes und Alters, Mauser,
Lebensw., A. pennata u. s. w.
A. Anderson: Additional Notes on the Raptorial Birds of
N.-W.-India. Proceed. Z. S. 619. Auch Verf. ist der Ansicht, dass
in Indien zwei von dem europ. verschiedene Kaiseradler vorkommen,
nämlich A. crassipes und A. bifasciata und beschreibt verschiedene
Kleider derselben, ferner über Aquila hastata juv., Eutolmaetus
Bonelli und Milvus sp.
J. H. Gurney bespricht den von A. Anderson betonten Un-
terschied in der Form der Nasenlöcher bei Aquila imperialis und
A. naevioides und erklärt einige früher zu A. naevioides gezogene
spanische Adler als zu A. imperialis gehörig. Ibis 472.
J. H. Gurney schlägt vor, für die gewöhnlich als Aquila
clanga Pall. bezeichnete grössere Rasse von A. naevia den Namen
A. orientalis Cab. anzuwenden. Ibis 328.
E. v. Homeyer: Ueber die von Naumann geschilderten
Ex. der Aquila clanga, von welchen eines im Anhaltschen erlegt
wurde. Journ. f. Orn. 306.
Reinh. Brehm: Ueber Horste von Aquila pennata, Circaetus
brachydactylus und Aquila Adalberti in Spanien, auch über A.
minuta und deren Lebenszähigkeit. Journ. f. Orn. 397.
Th. Krüper: Ueber Aquila pennata, Brutvogel in Macedonien.
Journ. f. Orn. 59.
der Vögel während des Jahres 1872. 27
L. Ho Hz: Ueber Aquila pennata Gmel. Journ. f. Orn. 286.
Genaue Beobachtungen über diesen Adler im Uman'schen Forste
bei Forstmeister H. Göbel, Beschreibuug der erhaltenen Vögel, der
Horste und Eier, Uebersicht der geographischen Verbreitung, Verf.
kommt zu dem Schlüsse, dass A. pennata in ihren Geschlechtern
eine sehr verschiedene Färbung zeige, welche sich auch auf die
Weibchen untereinander erstreckt und dass es eine A. minuta Brehm
als eigene Species nicht gebe, sondern das m. d. A. pennata bis
dahin zu dieser Annahme Anlass gegeben habe.
H. Goebel: Ueber Aquila pennata und minuta Journ. f. Orn.
454. Verf. spricht sich weder für noch gegen Annahme von zwei Arten
aus. Er meint, dass man annehmen müsse, entweder zwei Arten
mit ähnlich gefärbten W. und sehwarzen und weissen M., oder
eine Art die die Eigentümlichkeit hat schwarze oder weisse M. zu
besitzen, die Entscheidung wäre der Zukunft zu überlassen. Der
Aufsatz enthält sehr schätzenswerthe in Tabellen geordnete Beob-
achtungen und genaue Beschreibung der Eier.
Aquila pennata in Egypten Shelley B. Egypt. 207.
Aquila Wahlbergii Sundev. (A. Brehmii v. Müll. A. Demursii
J. Verr.) Heu gl in und Finsch. Ornith. N.-O.-Afr. Nachtr. u.
Bericht XIX. Beschbg. und Synon. Ist im Jahre 1842 bei Florenz
erlegt worden.
Spizaetus spilogaster (Dub.) und S. bellicosus (Daud.) werden
von Gurney zur Gattung Pseudaetus gezogen. Anders. B. Da-
mara-Land 8.
Spizaetus spilogaster Dub. von Huilla erhalten Bocage Av.
poss. port. Afr. occ. 6 lista 5.
Ueber das ausgefärbte W. von Spizaetus Gurneyi (Gray) und
über Sp. lanceolatus Temm. von den Aru-Inseln. Pelz ein: Verh.
z.-bot. Gesellsch. Wien XXII. 425. 426.
Keinh. Brehm: Horst v. Circaetus brachydactylus in Spanien.
Journ. f. Orn. 397.
Circaetus fasciolatus Gray Finsch inHeuglin Orn. N.-O.-
Afr. Nachtr. XXXII Beschreibung.
Blyth: Ueber indische Haliaetus-Arten. Ibis 87.
Ueber auffallend kleine Eier von Haliaetus albicilla aus Ost-
Sibirien. Taczanowski. J. f. 0. 346. 347.
Haliaetus leucocephalus (L.), Schilderung der verschiedenen
Kleider, Vergleichung mit H. pelagicus und H. albicilla. H. Washing-
toni Audub. dürfte aus der Liste der Arten zu entfernen sein.
Finsch: Abh. naturw. Ver. Bremen III 22.
J. Vi an: Ueber Aquila leucorypha Pall,; das von Pallas be-
schriebene Ex. war jung und der dreieckige Fleck auf dem Scheitel
ein zufälliges und individuelles Product der Mauser. Beschreibung
28 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
des erwachsenen m. und f. vom Ural. A. Macei ist synonym. Rev.
de Zool. 1871—72. 33.
Cabanis: Ueber Verschiedenheit von Helotarsus ecaudatus
und H. leuconotus. Journ. f. Orn. 72.
Finsch: Gegen Spaltung des Helotarsus ecaudatus in zwei
Arten oder Rassen. Heugl. O.-N.-O.-A. Nachtr. XXX.
Finsch: Beschreibung des Nestjungen von Haliastur sphe-
nurus (Vieill.) Verh. zool.-bot. Ges. Wien XXII 316.
Ueber die Verschiedenheit des >^alco atriceps Hume von F.
peregrinator (F. shaheen) Jerdon Ibis 1.
Falco peregrinus von Uap, Mackenzie Gruppe W.-Carolinen,
und von der De Castries Bai Amurland. Hartl. und Finsch. Proc.
Z. S. 90.
Falco peregrinus von der De Castries Bai Finsch V. z.-b.
Ges. Wien XXII 254.
Falco barbarus im Januar 1871 zu Granada erlegt. Howard
Saunders. Proc. Z. S. 356.
Falco barbarus L. (F. pelegrinoides Temm.) in Indien A.
Hume: Stray Feathers I 19 (m. von Cutch. f. von Nursingpoor).
Ueber das Vorkommen von Falco peregrinoides Kaup in
Frankreich Vi an. Rev. de Zool. 1871—72. 321.
Cabanis: Ueber die Würgfalken, für welche Gruppe er den
Namen Pnigohierax vorschlägt. Er rechnet zu denselben: P. lanarius
(Pall.), P. jugger (Gray) und P. mexicanus (Licht), mit welchem
Falco polyagrus Cassin zusammenfällt. Journ. f. Orn. 156.
Eier und Nest von Falco polyagrus (Cassin) Buckley. Proc.
Z. S. 626.
Nach E. v. Homeyer ist das Vorkommen von Falco lanarius
L. nirgends für Norddeutschland erwiesen. Journ. f. Orn. 333.
J. H. Gurney: Ueber Aesalon lithofalco (Gmel.) von For-
mosa: ein Ex. dieser Art im Norwicb-Museum ist von der Küste
des Ochotskischen Meeres. Ibis 327.
Statt Falco Eleonorae führt Shelley nunmehr F. concolor
Temm. an B. Egypt. 192.
Identität des Tinnunculus japonicus mit dem europ. F. tinnun-
culus Finsch. Verh. zool.-bot. Ges. Wien XXII. 254. 255.
W. H. Bull er hält die artliche Verschiedenheit von Hiera-
cidea Novae Zealandiae und H. brunnea aufrecht. Ibis 332.
Finsch: Ueber Falco Novae Zealandiae Gmel. Ausführliche
^Beschreibung der Geschlechter und Kleider. Verf. nimmt gegen
Gurney und Haast nur eine Art an. Journ. f. Orn. 87.
Bull er: Ueber Hieracidea Novae Zealandiae u. H. brunnea
(Gould) Birds of New-Zeal. 1 — 10 (auch Nest und Eier). — Ueber
Circus Gouldi Bp. (Nest, Ei, Albino Var.) ibid.
der Vögel während des Jahres 1872. 29
Andersson und Gurney: Ueber Machaerhamphus Anders-
soni (Gurney) B. Damaraland 23. Der Vogel nährt sich von Fleder-
mäusen.
Ueber Müvus major Hume. A. Anderson Proceed. Z.
S. 68.
Blanford zieht Milvus major Hume zu M. melanotis Temm.
u. Schi. J. A. S. B. XL P. II 153.
Milvus affinis Gould dürfte kaum von M. migrans (Bodd.) ver-
schieden sein. Finsch V. z.-b. Ges. Wien XXII 318.
Ueber Milvus sp. A. Anders. Proceed. Z. S. 619.
Taczanowski: Ueber Eier von Milvus govinda Sykes. Journ.
f. Orn. 347.
John F. Dillon: Ueber ein vor ungefähr 18 Jahren in Eng-
land erlegtes Ex. des Elanus coeruleus (melanopterus). Ibis 470.
A. Hume: Ueber das Brüten von Elanus melanopterus Stray
Feathers I 21 (Nest, Ei).
Shelley: Nest -und Ei von Elanus coeruleus B. Egypt. 198.
H. Buckley: Eier und Nester von Elanoides furcatus (L.)
und Ictinia mississippensis (Wils.) Proc. Z. S. 626.
Pelz ein: Jugendkleid und Uebergangs stufen von Astur io-
gaster S. Müller V. z.-b. Gesellsch. Wien XXII 426.
Finsch ib. 317 über Astur Novae-Hollandiae V. H. alter und
junger Vogel ; A. Rayi dürfte nur eine Färbungsstufe dieser Art
sein; Beschreibung des A. radiatus (Lath.).
Astur palumbarius bei Benisouef erlegt S helley B. Egypt. 185.
Th. Krüper: Ueber den kurzfüssigen Sperber Nisus badius,
Brutvogel in Macedonien. Journ. f. Orn. 129.
Unterscheidung von Accipiter polyzonoides Smith von A. ba-
dius Gmel. und A. sphenurus Rüpp. Anderss. und Gurney B.
Damara-Land 30.
Teraspiza rhodogastra Jugendkleider Waiden. Transact. Z.
s. vni p. n io9.
Circus cyaneus von der De Castriesbai. Finsch V. z.-b. Ges.
Wien XXII 254.
Sagittarius secretarius (Scop.) Lebensw. Anderss. u. Gur-
ney. B. Damara-Land 34.
Haast: Ueber mit Dinornis-Knochen gefundene Reste eines
grossen Raubvogels Harpagornis Moorei Trans. N.-Zeal. Inst. IV.
1871 192 t. 10. 11.
Neue Arten: Leucoptemis plumbea 0. Salvin Ibis 240 Ecua-
dor. — Aquila leucolena Dresser (A. Adalberti ?) Proc. Z. S. 864
Spanien. — Spüornis pallidus (wenn verschieden von Sp. bacha)
Waiden Ibis 363 Borneo. — Lithofalco Fieldeni A. Hume Proc.
30 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
A. S. Bengal Mai 1872. 70 Burmah; nach L. Waiden (Ibis 471) wohl
= Polihierax insignis Waiden. — Pernis celebensis Waiden Transact.
Z. S. VIII P. II 111 (P. ptilorhynchus ibid. 36) Celebes.
Abbildungen: Leucopternis plumbea Ibis t. 8. — Buteo
ferox Gm. Shelley B. Egypt. t. 9. — Haliaetus albicilla Dunenkleid
Marchand Rev. de Zool. t. 20. — Ei Heugl. O.-N.-O.-A. t. 37. —
Helotarsus ecaudatus m. ad, m. var. jun. Heuglin Orn. N.-O.-Afr. t. 2.
— Falco concolor Eier ibid. f. 2. 3. — Hieracidea Novae Zealandiae
Buller N. N. Zeal. t. — Machaerhamphus Anderssoni Anders. B.
Damara-Land t. 1. 2 (sternum) t. 3 (trachea, larynx, Zunge). —
Milvus Forskali Eier. Heugl. O.-N.-O.-A. t. 40 f. 1—3. — Rostrhamus
sociabilis Maynard B. Flor. P. I t. 1. — Teraspiza rhodogaster
(Selby) Waiden Trans. Z. S. t. 11 m. jun. — Circus Gouldi Bonap.
Buller B. N.-Zeal. t.
Strigidae. A. Anderson: Notes on the Raptorial Birds of
India P. II Proc. Z. S. 80.
Heuglin: Orn. N.-O.Afr. Nachtr. u. Bericht. Mit Beiträgen
von Dr. Finsch Lief. 24—25. XLI— XL VIII.
E. v. Horaeyer bemerkt, dass in 40 Jahren in Pommern
nur zwei Ex. von Surnia nisoria vorgekommen sind. Journ. f.
Orn. 307.
Taczanowski: Ueber Nyctea nivea in Ost-Sibirien. Journ.
f. Orn. 349.
Nach Potts Transact. N. Zeal. Inst. V. 2 sind Exemplare
von Athene parvissima Potts beobachtet worden.
Das für Athene Noctua gehalten Ex. von Poona ist A. brama
J. H. Gurney. Ibis 83.
Ueber die Artselbstständigkeit von Noctua spilogastra Finsch
in Heugl. O.-N.-O.-Afr. XLVI.
Spiloglaux Novae Zealandiae (Gm.) (Var. Ei?) Bull er B. N.-
Zeal. 17.
Bubo maculosus (Vieill.) verschieden von B. cinerascens Gue-
rin der zum Genus Huhua gehört Gurney Anderss. B. Damara-
Land 42.
Ob Bubo virginianus (Gm.) = B. magellanicus noch nicht
spruchreif Finsch Abh. naturw. Ver. Bremen III 26.
Huhua Verreauxii (Bonap.) verschieden von H. lacteus (Temm.)
Anderss. 1. c. 41.
E. W. H. Holdsworth: Huhua pectoralis Jerd. v. Ceylon.
Proc. Z. S. 416.
Nach Blyth ist das von Tickell Ptiioskelos Amherstii ge-
nannte Ex. aus Tenasserim ein junger Vogel von Huh. orientalis.
Ib. 89.
der Vögel während des Jahres 1872. 31
Huhua nipalensis Hodgs. Beschreibung. Blanford. Journ.
A. S. B. XLI 154.
Ephialtes spilocephalus Blyth ? von den Andaraanen. Ball. ib.
276. Beschr.
Ueber Scops capensis Smith (verschieden von S. senegalensis)
Gurney und Anderss. B. Damara-Land 38.
Scops leucotis (Tenim.) Eier ibid. 40.
Scops japonicus Temm. Schi, aus Formosa Gurney. Ibis 327.
H. Seidel: Ueber die Nistzeit von Strix aluco. Zool. Gart. 348.
E. Rey: Ueber Eier der Ulula lapponica aus Lappland. Journ.
f. Orn. 232.
Die kurzohrigen Eulen von den Sandwich-Inseln im Museum
des Jardin des Plantes schienen J. H. Gurney identisch mit Otus
brachyotus Ibis 83.
J. H. Gurn-ey: Ueber Brachyotus accipitrinus (Gmel.) von
Formosa. Ibis 327.
D. G. Elliot weist nach, dass die nordam. Nyctale Richard-
soni identisch mit der europ. N. Tengmalmi und das3 Strix albi-
frons Shaw. = N. Kirtlandi Hoy der junge Vogel derselben Art ist.
Beschreibung des alten M. u. W. und d. j. W. Ibis 48.
Pf. Jäckel: Inhalt von Gewöllen der Schleiereule. Zool.
Gart. 285.
Cabanis: Ueber Strix amaurosoma Cab. von Luzon durch H.
Jagor gesammelt. Journ. f. 0. 316.
Neue Arten: Noctua podargina Hartl. u. Finsch Proc. Z.
S. 90 Pelew-Ins. — Ninox obscurus A. Hume Stray Feathers I 11
Camorta, Nicobaren, Andamanen. — Huhua Shelleyi R. B. Sharpe
Ibis 182 Fantee-Land. — Ephialtes Brucei A. Hume Stray Feathers
I 8 Ostindien. — Strix insularis Pelzeln. Journ. f. Orn. 23. Insel
St. Vincent (Capverden ?).
Abbildungen: Surnia ulula Sharpe u. Dress. B. Eur. P. XII.
S. funerea ibid. — Strix spilogastra Heuglin Orn. N.-O.-Afr. t. 4. —
Spiloglaux Novae-Zealandiae (Gm.). Buller B. N. -Zeal. t. — Scelo-
glaux albifacies (Gray) ibid. — Bubo ascalaphus Ei Heugl. O.-N.-O.-
A. t. 40 f. 4 5. — Nyctala Tengmalmi Sharpe Dress. B. Eur. P. XIV.
— Strix indica Blyth. Gould B. Asia P. XXIV t. 1. — St. Candida
Tick. ibid. t. 2.
Passeres fissirostres.
Caprimulgidae. R. B. Sharpe: Ueber Caprimulgus enarratus
Gray Proc. Z. S. 867.
Taczanowski: Ueber Caprimulgus jotaca Temm. in Ost-Si-
birien, Beschreibung seiner Eier. Journ f. Orn. 351.
32 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Caprimulgus damarensis Strickl. et Sclater identisch mit C.
rufigena Smith. Gurney: Anderss. B. Damara-Land 44.
Shelley: Caprimulgus aegyptius Licht, (dunkle und blasse
Var.) B. Egypt. 175.
J. E. Semper: Antrostomus rutilus Burm. von St. Lucia,
auch über Lebensw. Proc. Z. S. 652.
#
Neue Arten: Caprimulgus phalaena Hartl. u. Finsch. Proc.
Z. S. 91. Pelew-Ins. — Caprimulgus sp. Waiden. Trans. Z. S. VIII
115, Celebes von Dr. Meyer.
Abbildungen: Caprimulgus aegyptius Licht. Shelley. B.
Egypt. t. 8. — Ei von Caprim. isabellinus Heuglin O.-N.-O.-A.
t. 43. f. 8.
Gypselidae. Ueber Ankunft und Abzug der Mauerschwalben,
im Jahre 1872. R. Meyer. Zool. Garten 337.
Cypselus pallidus Shelley Beschreibung, Unterscheidung von
C. apus Shelley. B. Egypt. 172. Diese Art wurde am 28. Mai
1870 zu Granada erhalten. Howard Saunders. Proc. Z. S. 356.
Dr. Dybowski beschrieb das Nest und die Eier von Cypselus
pacificus (Lath.) in Ost-Sibirien. Taczanowski Journ. f. Orn. 351.
Ueber von Dr. G raffe gesammelte Nester der Collocalia spo-
diopygia (Peale), von denen eines aus einer Höhle, ein anderes aus
einem Feigenbaume genommen wurde. Finsch Journ. f. Orn. 35.
H. Kubary beobachtete auf der Insel Uap, W.-Carolinen,
einen Vogel, den er für eine Collocalia hielt, aber nicht erhalten
konnte. Hartl. u. Finsch. Proc. Z. S. 93.
Abbildung: Cypselus infumatus Sclater. Gould B. Asia
XXIV t. 15.
Hirundinidae. Sundevall gibt eine Uebersicht der Unter-
abtheilungen der Hirundinidae, für welche er nur ein Genus Hi-
rundo annimmt. Method. nat. tent. 51.
Nach Anderss. B. Damara-Land 50 ist Hirundo rustica L.
häufig im Damara- und Great Namaqua-Land während der Regenzeit,
zahlreich an der Walfisch-Bai und anderen Küstenpuncten. In un-
civilisirten Theilen Africas heften diese Schwalben ihr Nest an Vor-
sprünge von Felsen oder Baumstämmen, oder benutzen Höhlungen
in Felsen u. s. w. Auch über Ei und Nest von H. dimidiata Sundev.
und das Nest von H. cucullata Bodd.
Ob Hirundo horreorum Bart, mit der europ. asiat. Rauch-
schwalbe zusammenfällt, kann noch nicht entschieden werden. Finsch
Abh. naturw. Ver. Bremen III 28.
Taczanowski: Beobachtungen Dr. Dybowski's in Ost-Si-
birien über Hirundo gutturalis Scop., Cecropis daurica (Pall.), Che-
lidon lagopoda (Pall.) und Cotyle riparia, auch über die Eier der
beiden ersten Arten. Bei H. gutturalis wurden in mehreren Nestern
der Vögel während des Jahres 1872. 33
Eier und Junge vertauscht, ein Tausch der von den alten Vögeln
durch Brüten und Füttern der Jungen acceptirt wurde. Journ. f.
Orn. 351.
L. Waiden und E. L. Layard: Ueber von L. C. Layard
auf Negros gesammelte Eier, welche wohl Hypurolepsis javanica
(Sparrm.) angehören dürften.
Hylochelidon nigricans (Vieill.) in N.-Seeland erlegt. Bull er
B. N.-Zeal. 141.
Gundlach : Ueber Progne cryptoleuca Baird. (Lebensw., Nest,
Ei), Hirundo horreorum Bart, und Petrochelidon fulva (Vieill.) (Le-
bensw.). Journ. f. Orn. 431.
W. H. Hudson: On the Habits of the Swallows ofthe Genus
Progne met with in the Argentine Republic. With Notes by Sclater
Proc. Z. S. 605. Sclater nimmt im Ganzen bloss vier Arten an,
1. P. purpurea (L.) (P. subis, P. elegans, P. cryptoleuca, P. furcata
Baird.), 2. P. chalybea (Gm.) (H. domestica Vieill.), 3. P. domini.
censis (Gm.), 4. P. tapera (L.) (Phaeoprogne fusca und Ph. tapera
Baird.). Hudson gibt sehr werth volle Daten über die Lebensweise.
Eier und Nester von P. chalybea werden beschrieben; P. purpurea
scheint nur in verlassenen Höhlen von Quadrupeden und Conurus
patachonicus zu brüten, P. tapera baut ihr grösstenteils aas grossen
Federn bestehendes Nest in die ofenförmigen Baue von Furnarius
und zwar entweder in verlassene oder wenn sie noch besetzt sind,
streben die Schwalben durch oft lang fortgesetzte Kämpfe die
Furnarii zu vertreiben, was auch in vielen Fällen gelingt. Die Eier
des P. tapera werden beschrieben.
W. H. Hudson: Further Observation on the Swallows of
Buenos-Ayres. Proc. Z. S. 844. Lebensw. und Nest von Atticora
cyanoleuca, die häufig in den Bauen der Viscacha brütet, über Hi-
rundo leucorrhoa, eine unbestimmte Art von Hirundo und über
Progne purpurea.
Neue Art: Ptionoprogne pallida A. Hume, Stray Feathers I
1. Ostindien.
Abbildungen: Ei von Psalidoprocne pristoptera Heugl. 0.-
N.-O.-A. t. 43 f. 1. — Ei von Hirundo aethiopica ibid. f. 2.
Goraciadae. Sclater: Ueber die systematische Stellung der
Genera Peltops, Eurylaimus und Todus. Peltops wird zu den Mus-
cicapiden gezogen, die Eurylaimidae gehören zu den Passeres, die
Todidae bilden eine Familie der Coccygomorphae in der unmittel-
baren Nachbarschaft der Momotidae. Ibis 177. Nach Giebel:
Zeitschr. f. d. gesammten Naturw. 481 würden bei Peltops die Feder-
fluren mehr für Verwandtschaft mit Todidae als Muscicapidae
sprechen.
Ueber Coracias garrula in Nord-Indien. G. F. L. Marshall.
Ibis 205.
Archiv f. Naturgesch. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. C
34 Pelz ein: Beriebt üb. die Leistungen in der Naturgeschiente
Coracias garrula in Ondonga und Damara-Land. Ander ss. B.
Damara-Land 56.
Eurylaimidae. Nacb Sclater würden insbesondere nach der
Form des Sternunis die Eurylaimidae zu den Passeres geboren und
vielleicht, wie Wallace meint, die altweltlichen Repräsentanten
der neotropischen Cotingidae bilden Ibis 177.
Todidae. Nach Sclater würden die Todidae eine Familie der
Coccygomorphae in unmittelbarer Nachbarschaft mit den Momotiden
bilden Ibis 177.
Dr. J. Murie: On the Skeleton of Todus with Remarks as
to its Allies. Proceed. Z. S. 664 t. 55. Verf. betrachtet Todus
als Coccygomorph und am nächsten verwandt mit den Motmots und
Eisvögeln; die Todidae würden aber eine eigene den Momotidae
aequivalente Abtheilung bilden, deren Charaktere angeführt werden.
Abbild. Osteologie von Todus viridis Murie P. Z. S. t. 55.
Momotidae. J. Murie: On the Motmots and their Affinities
Ibis 353 t. 13 — 15. Details über Momotus Lessoni, M. brasiliensis,
M. ruficapillus, Eumomota superciliaris. Innere Structur, Lebensw.,
geographische Verbreitung, Eintheilung in Gattungen, von welchen
Vf. nur Momqtus, Baryphthengus, Hylomanes und Eumomotus anzu-
nehmen geneigt ist. Die Motmots bilden eine Familie, welche mit
Todiden, Eisvögeln, Racken und Bienenfressern am meisten Aehn-
lichkeit zeigt. Sie wären als Gruppe von Huxley's Coccygomorphae
abzutrennen, indess beschränkt sich Verf. vorläufig darauf, zwei Fa-
milien zusammenzustellen. Die Serratirostres Blyth würden eine
Section der Syndactylen bilden mit 2 Familien, den Momotiden und
Todiden. Die Charactere werden gegeben.
Abbild. Schädelknochen und Schultergürtel von Momotus
Lessoni Murie Ibis t. 13. — Skelet von Eumomota superciliaris ibid.
t. 14. Füsse, Schnabel und Zungenbeine von Prionirhynchus cari-
natus, Mom. ruficapillus, Eumomota superciliaris, Mom. Lessoni und
Hylomanes momotula ibid. t. 15.
Trogonidae. Salvin hält den centralamerikanischen Trogon
tenellus Cab. für nicht verschieden von T. atricollis Vieill. Ibis 321.
Neue Art: Hapaloderma Constantia (Tr. narina Hartl.) R.
B. Sharpe. Ibis 181. Fantee-Land.
Alcedinidae. Tanysiptera Riedeli J. Verr. ist nicht von Celebes,
sondern von Kordo, einer Insel in der Geelvink-Bai F. G. F. Riedel.
Proc. Z. S. 1.
Beschreibung eines jungen M. v. Tanysiptera hydrocharis Gray.
Pelze In Verh. z.-b. Ges. Wien XXII 427.
Jerdon: Ueber Halcyon gurial Pears. aus Indien und seine
Verwandten. Ibis 3.
Halcyon chloris (Bodd.) auf den Pelew-Ins., Maasse dieser Art
der Vögel während des Jahres 1872. 35
von den verschiedensten Localitäten. Ferner über die Artselbst-
ständigkeit von H. Cassini. Hartl. und F ins eh. Proc. Z. S. 93.
Halcyon vagans Less. wahrscheinlich verschieden von H.
saneta F in seh. Journ. f. Ornith. 104. Ueber Lebensw., Ei und
Nest. Buller. ß. N.-Zeal. 69 und Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 2.
Jerdon: Unterscheidung zwischen Alcedo grandis Blyth. und
A. euryzona Ibis 4.
Meropidae. Merops aegyptius ? in N.-Indien G. F. L. Mars-
hall. Ibis 203.
Merops apiaster in S.-W.-Africa And er s s. B. Damara-Land 60.
Ei und Nest von Dicrocercus hirundinaceus (Vieill.) ib. 63.
Abbild. Merops aegyptius Forsk. Shelley. B. Egypt. t. 7.
f. 1. — M. viridis L. ibid. f. 2.
Passeres teuuirostres.
Upupidae. Upupa nigripennis wäre wohl als U. ceylonensis
Reichenb. zu bezeichnen. Jerdon Ibis 22. — Stoliczka bezweifelt,
dass die indische U. nigripennis Gould v. U. epops verschieden sei.
Journ. A. S. B. XL P. II 235.
Verschiedenheiten in Schnabelkrümmung und Schnabelfärbung
und Entwicklung des weissen Flügelneckes bei Irrisor erythrorbyn-
chus (Lath.) Anderss. B. Damara-Land 65.
Promeropidae. Ueber Nectarinia frenata S. Müller (N. australis
Gould) und den jungen Vogel von Dicaeum hirundinaceum (Shaw.)
F in seh Verh. z.-b. Gesellsch. Wien XX 324.
Nest von Cinnyris fusca (Vieill.) Anderss. B. Damara-Land 71.
Jerdon: Ueber Arachnechthra intermedia Hume. Ibis 18.
Neue Arten: Pholidornis rubrifrons R. B. Sharpe Ibis 182.
Fantee-Land. — PrionocMlus vincens Sclater. Proc. Z. S. 729 und
Holdsworth ibid. 483. Ceylon. — Dicaeum retrocinetum Gould. Ann.
nat. hist. 4. ser. X 114. Manila, Mindanao.
Abbild. Nectarinia metaliica Shelley. B. Egypt. t. 4. — Ei
von N. metaliica Heuglin O.-N.-O.-A. t. 44. f. 3.
Trochilidae. D. G. Elliot: The Humming-birds of the West-
Indies Ibis 345. Kritische Uebersicht nebst Tabelle über die Ver-
theilung auf den Inseln. Wenn Species sich über mehrere Inseln
ausdehnen, so ist nie eine andere Art derselben Gattung dazwischen
geschoben, wie diess öfter im indischen Archipel der Fall ist. Lam-
pornis virginalis Gould wird als Synonym von L. dominicus be-
trachtet. Der Name L. mango sollte der gewöhnlich als L. porphy-
rurus (Shaw.) bezeichneten Art angehören und die bisher mango
genannte Species L. violicauda (Bodd.) bezeichnet werden. Chry-
solampis chlorolaemus Elliot wird zu Lampornis gezogen und als
36 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
L. calosoma angeführt. Eulampis longirostris Gould wird mit E.
jugularis vereinigt.
Salvin bezweifelt die Verschiedenheit des Heliomaster palli-
diceps Gould vom südlichen H. longirostris Ibis 320.
D. G. Elliot: Aufzählung der Species des Genus Eriocnemis;
E. Isaacsoni wird zu Helianthea gezogen. Ibis 294.
Neue Arten: Jolaema Whitelyana Gould. Ann. nat. hist.
4. ser. X 452. Peruan. Anden. — Heliangelus micraster Gould ibid.
IX 195. St. Lucas, Ecuador. — Adelomyia chlorospila Gould ibid.
X 452. Peruan. Anden. — A. cervina Gould ibid. 453. Columbien. —
Chlorostübon pumilus Gould ibid. IX 195. Ecuador. — Eriocnemis
dyselius D. G. Elliot Ibis 293. Ecuador?
Meliphagidae. Ueber junge Vögel von Myzomela rubrata Less.
von der Insel Uap. Das alte W. gleicht wahrscheinlich dem M. ;
auch über ein wahrscheinlich hieher gehöriges Nest Hartl. u.
Finsch. Proc. Z. S. 94.
Nestkleid von Myzomela sanguinolenta (Lath.) Finsch. V. z.-
b. Ges. Wien XXII 323.
Ptilotis auriculata Müll, von den Aru-Inseln. Pelzeln ib. 428.
Nest und Ei von Ptilotis carunculata (Gm.) und Leptornis sa-
moensis (Homb. Jacq.) Finsch Journ. f. Orn. 36. 37.
Sundevall: Meth. natur. tentam. 50 characterisirt die neue
zwischen Anthochaera und Philedon zu stellende Gattung Melitograis.
Nest und Ei von Anthornis melanocephala Gray Potts. Trans.
N.-Zeal. Inst. V. 6.
Bull er: Ueber Prosthemadera Novae-Zealandiae (Gm.) (Variet.,
Lebensw., Ei, Nest), Anthornis melanura (Sparrm.) (A. ruficeps sy-
non.) (Ei, Nest), A. melanocephala Gray (A. auriocula Buller ante),
Pogonornis cincta (Nest, Ei), Zosterops lateralis (Gmel.) (Z. dorsalis
V. H. u. Z. caerulescens Gould sind Synonyme) Ei, Nest, B. N.-
Zeal. 80—100.
Nest von Zosterops lateralis mit 4 Eiern, worunter eines wahr-
scheinlich Chrysococcyx angehörend, Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 8.
Ei und Nest von Zosterops capensis Sundev. Ander ss. B.
Damara-L. 75.
Zosterops simplex Swinh. in Ost-Nipal. Blanford J. A. S.
B. XLI. P. II 157.
Tephras Finschi Hartl. wird von Hartl. u. Finsch zur Gat-
tung Zosterops gezogen. Proc. Z. S. 96.
Pelzeln: Ueber Geschlechtsdifferenzen bei den Meliphagiden
der Sandwich-Inseln. Journ. f. Orn. 24. In der Regel tragen die
alten Vögel beider Geschlechter dasselbe Kleid, nur bei Loxops ist
das M. roth, das W. grünlich. Ob die gelbe Farbe des Kopfes und
Halses auch den alten W. der Psittirostra fehle, ist nicht genügend
festgestellt. Dagegen bestehen bedeutende Grössendifferenzen zwischen
der Vögel während des Jahres 1872. 37
den Geschlechtern. Näher besprochen werden Arten der Gattungen
Mohoa, Drepanis, Himatione, Hemignathus, Loxops und Psittirostra.
Neue Arten: Myzomela chloroptera Waiden. Ann. nat. hist.
4. ser. IX 399. Celebes. Dr. Meyer. — Melitograls striata Sundev.
Meth. nat. tent. 50. N.-Guinea. — Zosterops hypolais Hartl. u.
Fi n seh. Proc. Z. S. 95, Ins. Uap, W.-Carolinen. — Z. oleaginea
Hartl. u. Finsch ibid. Ins. Uap. — Z. ceylonensis Holdsworth.
Pr. Z. S. 459. Ceylon.
Abbild. Prosthemadera Novae-Zealandiae Buller B. N.-Zeal.
t. ad. et j. — Pogonornis cineta ibid. m. et f. — Zosterops palpe-
brosus Temm. Proc. Z. S. t. 20 f. 1. — Z. ceylonensis ibid. f. 2. —
Zosterops intermedia Wall. Waiden. Trans. Z. S. VIII P. II t. 9 f. 2
— Z. atrifrons Wall. ibid. t. 9 f. 3.
Anabatidae. W. H. Hudson: Eier von Synallaxis sordida
Less. Proc. Z. S. 543. '
E. Rey: Ueber das Jugendkleid und die Eier von Sitta Krue-
peri nach einer Sendung von Dr. Krüper aus Smyrna. Im Hoch-
zeitkleide schneidet sich die schwarze Kopfplatte scharf gegen die
blaugraue Färbung des Hinterkopfes ab. Journ. f. Orn. 1871 459.
Ueber den Nestbau von Sitta caesia R. Meyer. Zool. Gart. 238.
Vgl. auch Beling ibid. 318.
Acanthisitta chloris (Sparrm.) Ei u. Nest, Xenicus longipes
(Gm.) m., f., j. beschr., H. gilviventris Pelz, m., f. beschr. Bull er.
B. N.-Zeal. 112—118.
Nest von Xenicus longipes Potts. Trans. N.-Zeal. Inst. V. 6.
Neue Arten: Sitta Cashmirensis Brooks. J. A. S. B. XLI
P. II 75. Kaschmir. — S. tephronota R. B. Sharpe. Ann. n. h. 4. ser.
X. 450. Kokand, Candahar.
Abbild. Sitta Krueperi Sharpe et Dress. B. Eur. P. XIII.
— S. Neumayeri ibid. XIV. — Xenicus longipes Buller B. N.-Zeal.
t. m. f. — X. gilviventris ibid. m. f.
Certhiidae. Finsch hält Certhia americanafür wohl identisch
mit C. familiaris L. Abh. naturw. Ver. Bremen III, 29.
Neue Art: Certhia Hodgsoni Brooks. Journ. A. S. B. XLI II.
74. Kaschmir (auch Ei).
Menuridae. Orthonyx albicilla (Less.) Ei, Nest Buller. B. N.-
Zeal. 101.
0. ochroeephala Ei Potts. Trans. N.-Zeal. Inst. V. 7.
Abbild. Orthonyx albicilla Buller. B. N.-Zeal. t. — 0. ochro-
eephala ibid.
Troglodytidac v, Gizycki: Ueber in der Gefangenschaft gelegte
abweichende Eier von Troglodytes parvulus. Journ. f. Orn. 317.
Troglodytes alascensis Baird. Beschreibung und Unterschei-
dung von den verwandten Arten Finsch. Abh. naturw. Ver. Bre-
men III 30.
38 Pelzeln: Bericht, üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Passeres dentirostres.
Luscinidae. L. Howard Irby: Verzeichniss der in der Nähe
Gibraltars nistenden Sylviidae Ibis 200.
Sundeva 11: Meth. natur. tent. 6. 7. stellt folgende neue
Gattungen von Malurinen auf: Cystodyta (Drymoica scotoptera Sund.,
Malurus ruüceps Ruepp. u. s. w.), Drymodyta (Malurus tinniens u. s. w.),
Spiloptera (Mal. clanians Ruepp.), Scotocerca (M. inquietus R.), Chlo-
rodyta (Drymoica flavida Strickl.), Herpystura (Dr. Bairdii Cass.)
Franklinia Buchanani V und Drymoipus Jerdoni Blyth. Beschr. Sto-
liczka J. A. S. B. XLI IL 241, 240.
W. T. Bla nford: Nähere Beschreibung der Drymoica Adamsi
(Jerd.) und ihres Nestes. Ibis 84.
Drymoica flavicans (Vieill.) Nest, Cisticola terrestris (Smith)
Ei, Nest, Drymoica subcinnamomea Smith u. Dr. fasciolata Smith
werden zum Genus Aedon gezogen. Anderss. B. Damara-L. 84,
88, 90.
Ueber Cisticola schoenicola Bp. von Ceylon Holdsworth.
Proc. Z. S. 455. lieber das Nest Shelley B. Egypt. 97.
Cabanis beschreibt Cisticola semirufa Cab. von H. Jagor
auf Luzon gesammelt. Journ. f. Orn. 316.
Cisticola ruficeps Gould v. Buru Pelz ein. Verh. z.-b. Ges.
XXII. 428.
A. Anderson: Ueber die Nistweise von Burnesia lepida
Blyth! Ibis 337. Verf. hält B. lepida gegen Blyth's Ansicht für
verschieden von Malurus gracilis Rüpp.
Sphenoeacus punctatus G. et G. Nest, Ei, Sph. fulvus Gray,
Untersch. d. Sp.. Sph. rufescens Bull er B. N.-Zeal.
Sphenoeacus punctatus, Nest. Potts Trans. N.-Zeal. Inst.
V. 7.
Die W. von Cinclorhamphus cantillans u. C. rufescens Vig.
sind auffallend kleiner als die Männchen Finsch V. z.-b. Ges.
Wien XXII. 330.
Taczanowski: Beobachtungen Dr. Dybowski's in Ost-Sibirien
über Nester und Eier von Arundinax aedon (Pall.) Dumeticola affinis
(Hodgs.), Locustella salicaria (Pall.), L. lanceolata Temm., Calamo-
dyta certhiola (Pall.) Notizen über Lebens w. von Calamoherpe fascio-
lata (Gray), Calamodyta rubescens (Blyth. ?). Journ. f. Orn. 353 sqq.
Ueber Artselbstständigkeit der Sylvia lanceolata E: v. Homeyer
ibid. 307.
Bau: Ueber zwei Gelege und das Nest der Locustella Rayi
aus der Mark ib. 394.
Calamodyta melanopogon (Temm.) häufig im Delta das ganze
Jahr. Shelley B. Egypt. 93.
der Vögel während des Jahres 1872. 39
Ueber Calamodyta arundinacea (L.) und Calamodus schoeno-
baenus (L.) Anders s. B. Damara-L. 99.
Acrocephalus brunnescens, A. agricolus (Nest) Brooks J. A.
S. B. XLI. II 77.
Taczanowski: Beobachtungen Dr. Dybowski's über Eier
und Nester von Phyllopneuste fuscata (Blyth.), Ph. borealis Blas.
(Nest mit Jungen), Ph. coronata Midd. nee Temm., Ph. supereiliosa
(Gm.) (Nest mit Jungen), Reguloides proregulus (Pall.), Lebensw.
von Phyllopneuste tristis (Blyth.), Ph. Schwarzii Radde, Curruca
garrula Journ. f. Orn. 1. c.
Brooks: Ueber das Nisten von Reguloides superciliosus, R.
proregulus, R. occipitalis und Phylloscopus Tytleri auch über Eier,
Ibis 24, vgl. auch Dresser. Proc. Z. S. 25.
H. E. Dresser: Ueber Phyllopneuste Brehmi E. v. Homeyer.
Brooks beabsichtigte denselben Vogel unter dem Namen Ph. Tristrami
zu beschreiben, ein Ex. dieser Art wurde von M. Robson bei Con-
stantinopel erhalten. Proc. Z. S. 25.
E. v. Homeyer: Die sibirischen Laubvögel Journ. f. Orn.
201 (Phyllopn. fuscata, Ph. Schwarzii, Ph. tristis, Ph. Eversmanni
Bp., Ph. plumbeitarsus (Swinh.), Ph. coronatus T. et S. Ph. pro-
regulus.
Nester und Eier von Reguloides occipitalis, R. superciliosus,
R. proregulus und Curruca affinis Brooks J. A. S. B. XLI. P.
II. 77.
Ueber Phyllopneuste magnirostris Blyth. Fi lisch Abh. naturw.
Ver. Bremen III 32. Ausführl. Synon. Ph. Eversmanni Midd. nee
Bp., Ph. borealis Blas., Phylloscopus sylvicultrix Swinh-, Sylvia fla-
vescens Gray von Batchian, Phyllopn. Kennicotti Baird. werden zu
dieser Art gezogen, welche Sibirien bis zum Ochotskischen Meere
bewohnt und und. während der Winterwandeiung. Indien, Südchina,
Formosa, die Philippinen, östlichen Molukken, Borneo und Java
besucht. Das Vorkommen in N.-W. -America (Ins. St. Michael im
Norton-Sund) dürfte zu den seltenen x\usnahmen gehören, wie jenes
auf Helgoland, wo Gaetke ein Ex. erhielt.
Phyllopneuste hypolais (L.), Ph. trochilus (L.), Sylvia hortensis
Gm. in S.-W.-Africa Anderss. B. Damara-L. 99.
Hypolais olivetorum (Strickl) bei Alexandrien, Sylvia conspi-
cillata Marm. soll nach Tristram in Egypten vorkommen Shelley.
B. Egypt. 99, 109.
Brehm beobachtete Sylvia melanocephala bei Pola in Istrien
Journ. f. Orn. 239.
Ueber Sylvia curruca Stoliczka. J. A. S. B. XLI 243.
Ueber das Jugendkleid von Sylvia Rueppellii Temm. von Dr.
Krüper bei Smyrna gesammelt. Rey Journ. f. Orn. 1871 462.
40 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Regulus satrapa und R. Calendula May nard B. Florida I 23.
F. W. Hutton Gerygone albofrontata Gray? Chatham Ins.
Beschreibung des Vogels und der Eier. Ibis 244.
Th. H. Potts beschreibt eine Art Gerygone von Neu-Seeland
die nach Buller wohl G. albofrontata sein dürfte. Ibis 326.
Cabanis schlägt für den im J. f. 0. 1866. 5 Gerygone modesta
genannten Vogel von Luzon den Namen G. simplex vor. Journ. f.
Orn. 316.
Gerygone flaviventris Gray (Ei, Nest), G. albofrontata Gray
(Beschr. v. m. und f.) Bull er B. N.-Zeal. 107.
Golz: Ueber Einführung und Einbürgerung von Nachtigallen
in der Gegend von Erkner. Journ. f. Orn. 237.
Nester und Eier von Ruticilla phoenicurus (L.), R. aurorea
(Pa)l.), R. erythronota (Eversm.), Nest, Larvivora cyane (Pall.), Ne-
mura cyanura (PalL), Cyanecula coerulecula (Pall.) Eier Lebensw.
von Ruticilla erythrogastra (Güld.), Luscinia major (Briss.), Calliope
camtschatkenses (Gm.). Nach Dybowski's Beobachtungen. Tacza-
nowski Journ. f. Orn. 353 et 433.
A. Newton: On the Specific Name of the Black Redstart
(soll titis heissen) Ann. nat. hist. 4. ser. X 227.
Für Ruticilla fuliginosa Vig. errichtet Blanford ein Sub-
genus Rhyacornis J. A. S. B. XLI II 50.
Ueber Myiomela leucura Hodgs. Blanford J. A. S. B.
XLI. II 161.
Eier von Janthia rufilata Brooks ib. 77.
Von Saxicolinen errichtet Sundev. Meth. nat. tent. 4. 5, die
neue Gattung Pinarochroa (Saxicola sordida Ruepp.) und ändert
Pentholaea Cab. in Penthodyta und Tharanolaea Cab. in Tham-
nocichla (Myiophoninae).
Saxicola familiaris Steph. (Ei, Nest), S. Stricklandii Bp., Be-
schreibung, S. Atmorii Tristr. Maasse, Anders s. B. Damara-L. 101.
Saxicola homochroa Tristr. Beschr., S. moesta (Licht.) = S.
erythropygia Taylor (Unterscheidung von S. philothamna Tristr.)
Shelley. B. Egypt. 75.
Ueber Saxicola deserti Rüpp. (atrogularis et montana Gould),
Identität der africanischen und indischen Vögel, S. Kingi Hume in
Kachh erlegt, dann über die wahrscheinliche Identität von Pratin-
cola indica mit P. rubicola Stoliczka J. A. S. B. XLI II 238.
Ueber das flügge Junge von Petroica cucullata Lath. — Fins ch
Verh. z.-b. Ges. Wien XXII 329.
Miro longipes (Garn.), Ei, Nest, M. albifrons (Gm.), Beschrb.,
M. Traversi n. sp., Beschr. m. f., Myiomoira toitoi (Garn.), Nest,
M. macrocephala (Gm.), Nest, Ei. Buller B. N.-Zeal. 119.
Nach F i n s c h sind Myiomoira macrocephala und M. toitoi nicht
zu Petroica, sondern zu den Muscicapinen gehörig. Journ. f. Orn. 164.
der Vögel während des Jahres 1872. 41
Ueber Sialia sialis (auch Ei und Nest) Maynard B. Florida
I, 23.
Accentor montanellus (fragliches Ei) Taczanowski. J. f.
0. 434.
Neue Arten: Orthotomus castaneiceps Waiden. Ann. nat.
hist. 4. ser. X 252, Ins. Gaimaras, Philippinen, Dr. Meyer. — Hor-
eites brunnescens A. Hume, Ibis 109 Darjeeling; sollte nach Brooks
ibid. 470 wohl eine neue Gattung bilden. — H. pallidus Brooks,
J. A. S. B. XLI II 77, Kaschmir. — Drymoipus rufescens A. Hume,
Ibis 110; Brooks ib. 470* — D. insignis A. Hume: Stray Feathers 2
Ostindien. — Cisticola Grayi Waiden, Ann. n. h. IX, 400, Celebes,
Dr. Meyer. — Dumeticola cyanocarpa A. Hume, Ibis 108, Sikkim ;
nach Brooks ibid. 469 wohl eher zu Brachypteryx. — D. major
Brooks (affinis ante?) J. A. S. B. XLI. 77. Kaschmir. — Sylvia
melanothorax Tristram, Ibis 296. Jordanthal. — Melizophüus striatus
Brooks, Proc. A. S. B. April 66 d. Iibs 180, Punjab. — Phylloscopus
Tytleri Brooks J. A. S. B. 79 et Ibis 22, Kaschmir. — Ph. pallidi-
ceps Blanford, J. A. S. B., 162, Sikkim. — Begaloides 2 sp. nov.
Blanford, ibid. 162, 163, Sikkim. — Horomis erytlirogenys A.
Hume, Ibis 108, Brooks ib. 469, Darjeeling. — Gerygone sylvestris
Potts, Trans. N.-Zeal. Inst. V. 7, N.-Seeland (nach Buller Ibis 326 ==
G. albofrontata, von Potts aber aufrecht gehalten). — G. simplex Gab.
(G. modesta J. f. O. 1866. 5) Journ. f. Orn. 316, Luzon, H. Jagor.
Saxicöla alboniger A. Hume, Stray Feath. 2. Ostindien. — Pratineola
macrorliyncha Stoliczka J. A. S. B. 238, Kachh. — Petroica Traversi
Hutton, Ibis 245, Mangare, Chatam-Inseln (== Miro Traversi Buller
B. N.-Zeal. 123, vgl. auch Petroica Finsch, Journ. f. Orn. 274).
Abbildungen: Sphenoeacus punctatus (Q. et G.). Buller, B.
N.-Zeal, t. — Sp. rufescens Buller, ibid. — Calamodyta melanopogon
(Temm.) Shelley, B. Egypt. t. 3 f. 1. — Locustella lanceolata Meves,
Öfv. k. Vetensk. Ak. Forh. 1871 t. 14. — Phyllopneuste Midden-
dorffii, Ph. borealis, ibid. t. 15. — Phylloscopus pallidipes Blanf.,
J. A. S, B. t. 7 f. 1. — Gerygone flaviventris Gray, Buller B. N.-
Zeal. t. (mit Eudynamys taitensis). — Saxicöla scotocerca Heugl. 0.-
N.-O.-A. t. 12 b. — S. monacha Ruepp., Shelley B. Egypt. t. 2 m.
f. — Eier von Cisticola cursitans f. 4—6. Drymoeca gracilis f. 7,
Saxicöla isabellina f. 12, Acrocephalus stentoreus f. 13 — 15, Aedon
galactodes f. 16. 17. Heuglin O.-N.-O.-A. t. 43.
Paridae. Beschreibung unvermauserter Jungen von Parus
lugubris aus Attika Vi an, Rev. de Zool. 471.
Parus nuchalis Beschr Stoliczka, J. A. S. B. XLI. 245.
Ueber ein Nest von Parus palustris in der Erde bei Berlin,
Bau. Journ. f. Orn. 157.
Cyanistes cyanus (Pall.), Ei, Nest, Nestkleid, Poecilia obtecta
Cab., P. Kamtschatkensis Bp., Nest, Ei, P. brevirostris n. sp. u. s. w.
42 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte.
Nach Dr. Dybowski's Beobachtungen Taczanowski Journ. f.
Orn. 442.
lieber Certhiparus Novae-Zealandiae (Gm.), Bull er, B. N.-
Zeal. 105. - Potts, Trans. N.-Zeal. Inst. V. 8. t.
Nest von Parisoma subcoeruleum (Vieill.) und Anthoscopus
minutus (Shaw.) Anderss. B. Damara-L. 77. 79.
Ueber Polioptila coerulea (auch Ei, Nest), Parus atricapillus
(Ei, Nest) und Lophophanes bicolor Bon. (Ei), Maynard. B. Flo-
rida I, 28.
Nest und Ei von Polioptila Lembeyei Gundlach, Journ. f.
Orn. 410.
Neue Art: PoeciUa brevirostris Dybowski u. Taczanowski,
Journ. f. 0, 444, Ost-Sibirien,
Abbildungen: Parus cyanus Sharpe et Dress. B. Eur. P. X.
— P. lugubris ib. — P. borealis ib. — P. Ledouci ib. XII. — P.
ater ibid. — P. britannicus ib. — P. Pekinensis J. Verr. N. Arch.
Mus. VIII, Bullet, t. 5 f. 1. — Acredula tephronota Sh. et Dr. 1. c.
XIV. — A. rosea ib. — A. caudata ib- — A. Irbyi ib. XV. — Me-
cistura vinacea J. Verr. N. Arch. Mus. VIII, Bullet, t. 2 f. 3. —
M. fuliginosa J. Verr., ibid. t. 5. 4. — Suthora gularis J. Verr., ib.
t. 3 f. 1. — S. Alphonsiana J. Verr., ib. t. 3 f. 2. — Certhiparus
Novae-Zealandiae Potts, Trans. N. Zeal. Inst. V. t. 17. Nest.
Mniotiltidae. T. M. Brewer: Ueber den Zug von Dendroeca
castanea. Ibis 334.
Gundlach Unterscheidung der Dendroeca Gundlachi Baird,
von D. aestiva, auch über Nest und Ei, Vorkommen von D. pityo-
phila Gundl. u. s. w. Journ. f. Orn. 414.
Beschreibung des M. im Frühlingskleide der Sylvicola Town-
sendii von Sitka; Sylvia melanocausta Licht. Brandt. Icon. t. I f. 5
bezieht sich auf das W. dieser Art. Finsch, Abh. naturw. Ver.
Bremen III 35.
0. Salvin: Remarks on the Mniotiltine Genus Geothlypis.
Ibis 147. Mit einer Uebersicht, welche die Verwandtschaft der ver-
schiedenen Arten zeigt und mit Bemerkungen über die geographi-
sche Verbreitung und den Zug der wandernden Arten, sowie auch
von Dendroeca castanea und D. coerulea.
Neue Art: Geothlypis chiriquensis Salvin. Ibis Chiriqui in
Veragua.
Motacillidae. A. Hume: Ueber die Bachstelzen Indiens N. 1.
Stray Feathers I 26, Motacilla Madaraspatana, M. Luzoniensis Scop.,
M. Hodgsoni Gray und M. Japonica Swinh. (lugens Schi.) dürften
nur verschiedene Stadien des Sommerkleides derselben Art sein,
für welche wohl der Name M. luzoniensis Scop. beizubehalten wäre.
Verf. beschreibt das vollkommene Sommerkleid derselben (wollte
man dieses als eigene Species betrachten, so müsste man dieselbe
der Vögei während des Jahres 1872. 43
M. superciliaris nennen). Ob auch M. lugubris Pall., wie Schlegel
meint, hiermit zu vereinigen wäre, kann Verf. nicht entscheiden ;
ob M. Dukhunensis Sykes von M. alba L. verschieden oder nur
Local-Race sei, bleibt eine offene Frage. Die Differenzen von M.
Dukhunensis und M. personata Gould werden genau angegeben.
Motacilla capensis L. (Ei, Nest) Budytes flava (L.) in S.- W.-
Africa, Ander ss. B. Dainara-L. 111, 112; Anthus campestris aus
Damara-Land, Gurney ibid. 114.
Ueber Budytes flava, B. ciuereocapilla (Savi) und B. melano-
cephala Savi: ein Ex. von Anthus Raalteni Temm. ? in Egypten er-
legt, Beschreibung, Shelley, Birds Egypt. 128, 129, 133.
Ueber Motocilla .flava L. in N.-W.-Anieriea. Fi n seh. Abh.
naturw. Ver. Bremen III 37.
Ei und Nest von Calobates melanope Brooks, J. A. S. B.
XLI, 82.
H. J. Elwes: A Revision of the Genus Henicurus. Ibis 250
t. 9. In dieser gründlichen Bearbeitung werden als Arten ange-
nommen: H. velatus, schistaceus, immaculatus, Scouleri, ruücapillus,
Leschenaulti, frontalis, maculatus, guttatus. Beschreibungen der
Arten, Synonymie, geographische Verbreitung.
Maynard: Seiurus aurocapillus und S. noveboracensis, Be-
schreibung, Ei und Nest. B. Florida I 12.
Nach F in seh fällt mit Anthus australis Vig. Horsf. der
africanische A. Raalteni Temm. zusammen, A. pallescens Vig. u.
Horsf, wird als eine eigene Art betrachtet. Verh.- z.-b. Ges. Wien
XXII, 330.
Artselbstständigkeit des Anthus cervinus Fall., auch Verglei-
chung der Eier, Vi an, Rev. de Zool. 1871—72. 44.
F in seh tritt der von Kittlitz geäusserten Ansicht bei, dass
Aoonalasha Trush Lath. = Turdus oonalaschkae Gmel. auf Anthus
ludovicianus (Gm.) sich beziehen dürfte. Abh. naturw. Ver. Bremen
III, 37.
Ueber Anthus Novae Zealandiae Gmel., dessen Ei und Nest,
Bull er, B. N.-Zeal. 134.
Neue Art: Motacilla Cashmirensis Brooks, J. A- S. B. XLI.
82, Kaschmir (auch Nest und Ei).
Abbild. Henicurus frontalis Blyth. Ibis t. 9.
Turdidae. Taczanowski nach Dr. Dybowski's Beobachtungen
über Turdus fuscatus Pall (wohl kaum von T. Naumanni Temm.
verschieden), T. ruficollis Pall. (Lebensw. Farbenvar., junge Vögel,
muthmassl. Bastarde) eine Varietät wird von Dr. Dybowski als
selbstständige Art oder Race unter dem Namen T. hyemalis be-
trachtet, T. atrogularis (verschiedene Kleider), T. obscurus Gm. (Nest
und Eier), T. pelios Bp., über Turdus Aliciae aus Ost-Sibirien u. s. w.
Journ. f. Orn. 437.
44 Pelzeln: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Turdus obscurus Gm. von den Pelew-Ins. Hartl. u. Finsch.
Proc. Z. S. 96.
Turdus pilaris L. im Winter in Egypten Shelley B. Egypt. 65.
Turdus letsitsirupa Smith (Nest) Ander bb- B. Damara-L. 114.
Turdus migratorius, T. Swainsoni, T. Pallasii Cab., T. fusce-
scens Steph., Mimus polyglottus, M. carolinensis, Harporhynchus
rufus, Beschreibungen, Eier und Nester Maynard, B. Florida I
2 et 16.
Nach Cabanis ist Turdus auroreus Pall. Synonym der nord-
amcricanischen Hesperocichla naevia (Gm.) und nie in Europa an-
getroffen worden. Gloger hat nur junge T. sibiricus, welche manch-
mal in Deutschland vorkommen mit T. auroreus irrig identificirt.
Journ. f. Orn. 157. Wird auch von E. v. Homeyer bestätigt.
Ib. 337.
Cabanis characterisirt die neuholländischen Bergdrosseln
(Oreocincla) und zwar 0. lunulata (Lath.) von N.-S. -Wales und S.-
Australien, 0. Heinei Cab. von N.-Austr., Queensland, und 0. macro-
rhyncha Gould von Tasmanien. Journ. f. 0. 236.
Turdus Whitei Eyton ist nach E. v. Homeyer mit Sicherheit
noch nie in Deutschland beobachtet, ib. 337.
J. H. Gurney bemerkt, dass Oreocincla Hancii Swinhoe von
Formosa nicht wie Dr. J erden (Ibis 139) vermuthete, zu Oreo-
cincla dauma gehöre, sondern von Swinhoe nunmehr als Synonym
von 0. varia (Pall.) betrachtet werde.
Ueber Nest und Eier von Merula vanicorensis Q. G. Finsch
Journ. f. 0. 38.
Ueber Ei und Nest von Margarops Herminieri J. E. Semper
Proc. Z. S. 647.
Jerdon: Beschreibung von Geocichla tricolor Hume. Ibis 137.
Holdsworth: Ueber Geocichla Layardi Waiden. Proc. Z.
S. 445.
R. B. Sharpe zeigt, dass auch die W. von Potrocossyphus
cyanus Europas endlich das blaue Gefieder anlegen; P. solitarius
aus China wird endlich völlig blau, P. affinis Blyth. ist nur ein
Mittelstadium. Proc. Z. S. 496.
W. H. Hudson: Eier von Mimus patachonicus Lafr. Orb.
Proc. Z. S. 538.
G und lach: Ueber Mimocichla rubripes (Temm.) und M.
schistacea Baird, ihre Nester und Eier, dann über Nest und Ei von
M. polyglottus; Baird hat nach Yergleichung des Original-Ex. ge-
funden, dass M. bahamensis Bryant und M. Hiilii March. sich nicht
von Mimus Gundlachi Cab. unterscheiden. Journ. f. Orn. 409.
Sundevall stellt für Mimus rufus die neue Gattung Anti-
mimus auf. Methodi nat. tent. 13.
der Vögel während des Jahres 1872. 45
Lord Waiden und E. L. Layard: lieber Copsychus min-
danensis (Gm.) mit schwarzen Unterflügeldecken und sämmtlichen (9)
am Ex. vorhandenen Schwanzfedern von schwarzer Farbe. Unter-
scheidung von C. musicus (Rafft.) und C. saularis. Ibis 102.
R. B. Sharp e: Ueber das Jugendkleid des Copsychus pica.
Proc. Z. S. 866.
Neue Arten: Turdus hyemälis Dybowski aus Ost-Sibirien
wird von diesem für eine selbstständige Art oder Race, von Tacza-
nowski für eine Var. von T. ruficollis Pall. gehalten. Journ. f. Orn.
439. — Oreocincla iodura Gould, Ann. nat. hist. IX 401, Queensland
und N.-Australien. — Arrenga Bliglü Holdsworth, Proc. Z. S. 444,
Ceylon.
Abbildungen: Turdus merula Sharpe et Dress. B. Eur.
P. X. — T. torquatus ib. — T. pilaris ibid. — T. iliacus ib. XIII.
— Petrocossyphus cyanus ib. X, Monticola saxatilis ib. — Cossypha
gutturalis ib. XIV. — Geocichla (Turdus) dissimilis Ibis t. 7. — G.
erythronota Sclater Waiden, Trans. Z. S. VIII P. II t. 6 f. 2. —
Arrenga Bligbi Proc. Z. S. t. 19. — Ei von Cercotrichas erythro-
pterus Heuglin, O.-N.-O.-A.. t. 43 f. 9. 10.
Hydrobatidae. Cinclus leucogaster Eversm., Lebensw., Variiren,
Taczanowski nach Dybowski's Beobachtungen. Journ. f. Orn. 435.
Pycnono tidae. J e r d o n : Beschreibung von Pomatorhinus Phayrii
Blyth., P. hypoleucus (Blyth.) und P. M. Clellandi Jerd., Garrulax
gularis (M. Clell.), G. merulinus Blyth., Trochalopteron erythroce-
phalon, T. Clusteni, T. variegatum, T. Fairbanki Blanford, Sibia gra-
cilis (M. Clell.). Ibis 301.
Pyenonotus xanthopygius (Licht.) wohl verschieden von P. ni-
gricans Vieill., Beschreibung eines ' von M. Tristram in Palästina
gesammelten Ex. Shelley B. Egypt. 68.
Brachypodius melanocephalus (Gm.) ? von den Andamanen.
Ball J. A. S. B. XLI 284.
J. Hayes Lloyd gibt die Beschreibung eines frischen Ex.
des Hypsipetes ganeesa zum Vergleich mit H. neilgherriensis. Ibis 202.
Lord Waiden: Ueber Setornis -> criniger Less. von Borneo,
Beschreibung, Messungen. Ist vielleicht = Trichophoropsis typus
Bp. Brachypus criniger A. Hoy aus Malacca ist ein völlig ver-
schiedener Vogel, wahrscheinlich Trichophoropsis viridis Bp. und
Trichophorus minutus Hartl. Ibis 377.
Ueber Pomatorhinus melanurus Blyth. Holdsworth. Proc.
Z. S. 447. Beschreibung.
Holdsworth: Ueber wahrscheinliche Identität des Malaco-
cercus striatus Cuv. von Ceylon mit M. malabaricus. Proc. Z. S. 449.
Nest von Crateropus Acaciae Licht. Shelley, B. Egypt. 69.
Ander ss. B. Damara-L. 121. über Crateropus bicolor Jard.
(Ei, Nest), Cr. melanops Hartl. (Nest.)
46 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
W. F. Blanford hält Pellorneum subochraceum Swinh. kaum
verschieden von P. Tickelli. Ibis 87.
Turnagra Hectori Buller, T. crassirostris (Gm.) Bull er, B.
N.-Zeal. 135.
Lebensweise, Ei und Nest von Keropia crassirostris Potts,
Trans. N.-Zeal. Inst. V. 9.
F in seh: Ueber Keropia tanagra (Schleg.) (Turnagra Hectori
Bull.), Journ. f. Orn. 166.
Neue Arten: Criniger aureus Waiden, Ann. n. h. IX 400,
Togian-Ins. bei Celebes, Dr. Meyer. — Pomatorhinus obscurus A.
Hume, Stray Feathers 17, Ostindien. — Garrulax picticoUis Swinh.,
Proc. Z. S. 554, Ningpo, China. — Pellorneum palustre Jerd., Birds
Asia XXIV t. 11, Assam, Cachar. vgl. noch Ibis 158 und 300, G.
Austen, J. A. S. B. XLI 142, A. Hume, Stray Feathers 1 4.
Diese Art wurde von Godwin Austen am Fusse der Khasia-Berge er-
legt und von Jerdon aus Assam erhalten. — P. Mandelin Blan-
ford, J. A. S. B. 165, Sikkim.
Abbild. Setornis criniger Less. Ibis t. 12. — Yuhtna dia-
demata J. Verr., Nouv. Arch. Mus. VIII. Bullet, t. 3 f. 3 ; Gould
B. As. XXIV t. 10, Moupin, P. A. David. — Crateropus Acaciae
(Licht.) Shelley, B. Egypt. t. 1. — Trochalopteron phoeniceum
Gould, B. As. t. 3. — T. formosum J. Verr., ibid. t. 4, Moupin, P.
David. — Pellorneum palustre Jerd., ibid. t. 11. — P. Mandelli
Blanf., J. A. S. B. XLI t. 7. f. 2. — Turnagra Hectori Buller,
B. N.-Zeal. t. — T. crassirostris (Gm.) ib. — Eier von Argya Aca-
ciae f. 11 und Pycnonotus Arsinoe f. 18, Heuglin, O.-N.-O.-A. t. 43.
Dicruridae. Jerdon bemerkt, dass der früher als Dicrurus
rnacrocercus bezeichnete indische Vogel Buchanga albirictus Hodgs.
und D. longus (Birds of India App. p. 871) Buchanga cathaecus
Swinhoe zu nennen wären. D. balicassius wäre auf den malayischen
Vogel zu beschränken und der entsprechende des Himalaya Buchanga
annectens Hodgs. zu nennen. Buchanga pyrrhops Hodgs. wird be-
schrieben. Gray's Edolius singularis scheint jüngerer Vogel von E.
malabaricus. Ibis 118.
Ueber Ei und Nest des Dicrurus musicus Vieill. auch Bemer-
kungen Lord Waldens über Synonymie Anderss. B. Damara-L. 125.
Sundevall schlägt für Chaptia Hodgs. den Namen Entomo-
letes vor. Meth. nat. tent. 22.
Neue Art: Dicrurus mirabilis Waiden und E. L. Layard,
Ibis 203, Ins. Negros, Philippinen.
Abbild.: Dicrurus mirabilis, Ibis t. 5.
Artamidae. Sundevall gebraucht statt Cyanolanius Bonsp.
den Namen Cyanolestes und setzt diese Gattung zu den Orioliden
Meth. nat. tent 21.
der Vögel während des Jahres 1872. 47
Abbild.: Artamus monachus Temm. Waiden, Trans. Z. S.
VIII t. 6 f. 1.
Oriolidae. Oriolus galbula im Damara-Land, Anderss., B.
Damara-L. 124.
Neue Arten: Oriolus formosus Cab. Journ. f. Orn. 392.
Von Dr. Meyer auf Siou, einer der Sangi-Inseln, entdeckt, — Bro-
deripus celebensis Waiden, Transact. Z. S. VIII 112 (B. coronatus
ibid. 60), Celebes.
D. G. Elliot characterisirt das Genus Xanthomelus Bp. mit
der gewöhnlich zu Sericulus gezogenen Art X. aureus (L,), zieht
Sericulus xanthogaster Schlegel zu Chlamydodera und begründet
für Ptilonorhynchus inornatus Schlegel die Gattung Amblyornis.
Ibis 111.
Pittidae. R. B. Sharpe: Ueber den Kleiderwechsel bei Phile-
pitta castanea (Müll.), Proc. Z. S. 867.
Sundevall schlägt den Namen Paictes (Paictinae) statt Phi-
lepitta vor. Meth. nat. tent 63.
Abbild.: Pitta (Phoenicocichla) arquata Gould. A. Asia XXIV
t. 5, Borneo, M. Cutter. — P. megarhyncha Schlegel ib. t. 6.
Formicariidae. Cabanis: Ueber die Thamnophilinen-Gattung
Diallactes mit Characterisirung der Species. Journ. f. Orn. 233. D.
major (Vieill.), semifasciatus n. sp., Borbae (Pelz.), melanurus (Gould),
melanocrissus Sclater, transandeanus Sclater, granadensis n. sp.
Neue Arten: Diallactes semifasciatus Cab., J. f. 0. 234,
Para, Guiana, Venezuela. — D. granadensis Cab., ib., Bogota.
Aegithinidae. Sundevall errichtet die neuen Gattungen Nan-
nothera (Brachypteryx sepiaria Horsf.) und Authorhynchus (Jora
Lafresnayi Hartl.) und gebraucht die Benennung Hadropezus für
Turdinus Blyth. (Malacopteron macrodactylum Strickl.), Meth. nat.
tent. 8 und 11.
Holdsworth: Ueber Brachypteryx (?) Palliseri Blyth., Be-
schreibung und Lebensw., Proc. Z. S. 443.
L. Waiden: Ueber die Arten der Gattung Mixornis (Syno-
nymie) Ibis 373.
Sundevall: Ueber Alcippe dumetoria Meth. nat. tent. 11.
R. B. Sharpe: Ueber Oxylabes madagascariensis Sharpe und
Mystacornis Crossleyi Sharpe, Proc. Z. S. 866.
Neue Arten: Timalia Jerdoni (T. pileata Jerd. nee Horsf.)
Waiden, Ann. n. h. X 61, Khasia Hills, Ostindien (Godwin Austen
schlägt für diesen Vogel den Namen T. bengalensis vor. J. A. S.
B. XLI 143). — Triclwstoma rufipennis R. B. Sharpe, Ann. n. h. X
451, Gaboon Du Chaillu.
Abbild. Brachypteryx (?) Palliseri Blyth., Proc. Z. S. t. 18.
— Minla (Milna) Jerdoni J. Verr., Nouv. Aren. Mus. VIII, Bullet.
48 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
t. 2. f. 1. — Proparus Swinhoei J. Verr., ib. f. 2. — Siva rufica-
pilla J. Verr., ib. t. 5. f. 2. — Alcippe poecilotus J. Verr. ib. t. 2.
f. 4. — A. cinereiceps J. Verr., ib. t. 5. f. 3. — Turdinus brevi-
caudatus Blyth. Gould, B. Asia XXIV, t. 9. — Oxylabes madagas-
cariensis Proc. Z. S. t. 73.
MüSCicapidae. Sunde vall stellt die neue Gattung Pachy-
prora (Muscicapa capensis) auf und schlägt Empidothera für Crypto-
lopha Blyth. (Platyrh. ceylonensis) und Hypsipus für Lanioturdus
Waterh. vor. Meth. nat. tent. 24. 25.
Nach Sclater gehört die Gattung Peltops zu den Muscica-
piden und ist mit Monarcha und Machaerirhynchus verwandt.
Ibis 177.
Giebel: Ueber die Gattung Peltops, Zeitschr. f. d. gesammt.
Naturwiss. 1872. 2. 481. Verf. bemerkt, dass die Federfluren mehr
für die Verwandtschaft mit den Todidae als mit den Muscicapidae
sprechen.
Hartlaub und Finsch: Ueber Monarches Godeffroyi Hartl.
Ins. Uap, W.-Carolinen. Ergänzende Beschreibung. Proc. Z. S- 97.
Taczanowski nach Dr. Dybowski's Beobachtungen über
Nester und Eier von Butalis grisola (L.), B. sibirica (Gm.), B. lati-
rostris (Raff.), Erythrosterna leucura (Gm.) und E. luteola (Pall.).
Von letzterer Art wird das Jugendkleid beschrieben und Muscicapa
mugimaki Temm. Schi, wird nur für eine Altersvarietät derselben
betrachtet. Journ. f. Orn 446.
Muscicapa griseola L. in Damara- und Gross Namaqua-Land,
And er ss. B. Damara-L. 129.
Die von Brooks als M. von Erythrosterna parva im Hoch-
zeitskleide (J. A. S. B. XLI 76) erwähnten Vögel sind nach Lord
Waiden zu Siphia hyperythra Cab. zu zählen. Ibis 472.
Brooks: Ueber Hemichelidon siberica und fuliginosa (auch
Eier), J. A. S. B. XLI, 75.
J. Hayes Lloyd ist nach seinen Beobachtungen überzeugt,
dass das W. von Cyornis banyumas entweder C. Tickelliae selbst
oder ein Vogel ist der Jerdons Beschreibung der C. Tickelliae voll-
kommen entspricht. Ibis 197. Lord Waiden ist dagegen der An-
sicht, dass C. Jerdoni (?) Gray (C. banyumas H. Lloyd) und C,
Tickelliae verschiedene Arten seien. Ibis 330.
Cyornis magnirostris Blyth., Beschreibung Blanford, J. A.
S. B. XLI, 158.
Siphia tricolor Brooks antea ist nach diesem Ornithologen
= S. leucomelanura m. jun. Ibis 470.
Ei von Siphia leucomelanura Brooks, J. A. S. B. XLI, 76.
Siphia strophiata Hodgs., Jugendkleid, Blanford ib. 47.
Finsch bemerkt, dass die bisher unter Petroica angeführten
Arten Myiomoira macrocephala (Gm,), mit welcher M. Dieffenbachi
der Vögel während des Jahres 1872. 49
Gray zusammenfällt und M. toitoi (Less.) zu den Muscicapinen ge-
hören. Journ. f. Orn. 164.
Rhipidura motacilloides Vig. Horsf. wahrscheinlich nicht ver-
schieden von Muscicapa tricolor Vieill. und den übrigen insularen
Arten, Rh. picata Gould kaum als Art haltbar, Myiagra plumbea V.
H. und M. concinna Gould dürften identisch sein, Beschreibung des
jungen Vogels von Monarcha leucotis Gould, Finsch, Verh. z.-b.
Ges. Wien XXII, 327, 328.
Ueber das Nest von Rhipidura nebulosa Peale, Finsch, Jouru.
f. Orn. 39.
Rhipidura flabellifera (GmeL), Ei, Nest, Rh. fuliginosa (Sparrm.),
Ei, Nest, Bastardirung mit Rh. flabellifera, Bull er, B. N.-Zeal. 143.
Ueber Bastardirung von Rhipidura flabellifera und Rh. fuligi-
nosa Potts, Trans. N.-Zeal. Inst. II 64, V. 12.
Rhipidura nigritorques Vig.? Ei und Nest L. Waiden und
E. L. Layard, Ibis 105, Philippinen.
Ueber den Kleiderwechsel bei Terpsiphone mutata (L.) R. B.
Sharp e. Proc. Z. S. 867.
Jerdon hält Pericrocotus elegans M. Clell. für synonym mit
P. flammeus. Näheres über Graucalus Layardi Blyth. (olim G. pu-
sillus Bl.) von Süd-Indien und Ceylon, Ibis 117.
Graucalus Macei Less., Beschreibung verschiedener Kleider,
Blanford, J. A. S. B. XLI. 156.
Hut ton berichtigt, dass die von ihm beschriebene Colluri-
cincla concinna Graucalus melanops ist, Ibis 201.
Ein Ex. von Graucalus melanops (Colluricincla concinna) in
Neu-Seeland erlegt. Buller, B. N. Zeal. 148.
Finsch: Ueber das erste Jugendkleid von Lalage terat (Bodd.)
Journ. f. Orn. 41.
Neue Arten: Siphia minuta A. Hume, Ibis 109, Sikkim.
Ist nach Brooks ib. 470 = S. tricolor Hodgs. — Ehipidura ver-
sicolor Hartl. et Finsch, Proc. Z. S. 96, Ins.Uap, W.-Carolinen (auch
über Nest). — Diaphoropliyra Blissetti Sharpe, Ann. n. h. X, 451,
Goldküste. — Campephaga nesiotis Hartl. u. Finsch, Proc. Z. S. 8,
Ins. Uap. — C. monaalia Hartl. u. Finsch, ib. 99, Pelew-Ins. —
Graucalus Dobsoni Ball., J. A. S. B. XLI, 281, Andamanen. — La-
lage leucopygialis Waiden, Trans. Z. S. VIII, 69, Celebes.
Abbild. Erythrosterna hyperythra Cab., P. Z. S. t. 17.
Nach L. Waiden eine Siphia. — Myialestes helianthea (Wall.) Waiden,
Trans. Z. S. VIII. t. 7. f. 1. — Hypothymis puella (Wall.) ibid. f. 2.
— Cyornis rufigula Wall., ib. f. 3. — Volvocivora morio (S. Müll.),
ib. t. 8. f. 1. — Lalage leucopygialis Waiden, ib. f. 2. — Graucalus
Temminckii S. Müll., ib. t. 12.
Tyrannidae. Colorhamphus n. gen. (Myiobius parvirostris
Gould), Sundevall, Meth. nat. tent. 59.
Archiv f. Naturgesch. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. D
50 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Gundlach: Ueber Mclittarchus magnirostris (Orb.). M. griseus
(Vieill.), Lebensw., Nest, Ei, Tyrannus caudifasciatus Orb., Myiarchus
Sagrae Gundl., Beschreibung, Lebensw., Nest, Ei, Blacicus caribaeus
(Orb.), Beschreib., Lebensw., Nest, Ei, Aulanax Lembeyei Gundl.,
Beschreibung u. s. w., Journ. f. Orn. 421.
W. H. Hudson: Notes on the Habits of the Churinche (Py-
rocephalus rubineus), Proc. Z. S. 808, Wanderung, Nestbau, Eier
u. s. w.
S c 1 a t e r : Ueber ein Nest von Milvulus (welchen Verf. mit
M. violentus vereinigt), in welchem ein Ei dieses Vogels und 9 des
parasitischen Molothrus bonariensis sich befanden. Eine begleitende
Notiz M. Hudsons enthält interessante Details. Proc. Z. S. 862.
Neue Art: Gnipolegus Hudsoni Sclater, Proc. Z. S. 541,
Rio-Negro, Patagonien.
Abbild. Cnipolegus Hudsoni, Proc. Z. S. t. 31 (und Cha-
ractere in Holzschnitt).
Ampelidae. Ueber das Vorkommen von Ampelis cedrorum
(Vieill.) auf Cuba. Gundlach, Journ. f. Orn. 430.
Myiadestes Elisabeth (Lemb.), Beschreib., Lebensweise, Gund-
lach, ib. 428.
Cotingidaö. Sundevall schlägt die Benennung Hylocosmia statt
Cotinga vor. Meth. nat. tent. 62.
Vireonidae. Beschreibung, Ei und Nest von Phyllomanes bar-
batulus Cab. und Vireo Gundlachi Lemb. — Gundlach, Journ. f.
Orn. 401, 404.
Beschreibung und Eier von Teretistris Fernandinae (Lemb.)
und T. Fornsi Gundl. Gundlach, ib. 417.
Laniidae. Finsch: Ueber Pachycephala icteroides Peale; P.
flavifrons (Peale) ist das ausgefärbte M. derselben Art. Journ. f.
Orn. 39.
Hutton berichtigt, dass die Colluricincla concinna Graucalus
melanops ist. Ibis 201.
Taczanowski: Beobachtungen Dr. Dybowski's über Lanius
major Pall. und über L. phoenicurus Pall. (dessen Nest und Eier),
Journ. f. Orn. 445.
Lanius phoenicurus Pall., Finsch, V. z. -b. Ges. Wien
XXII, 255.
Lanius phoenicurus Pall., Beschreibung von M. und W. aus
Turkestan, L. superciliosus Lath. Beschreib, von Ex. vom Baikal,
Vi an, Rev. d. Zool. 1871—72, 324.
Lanius minor Gm., Enneoctonus collurio (L.) in S.-W.-Africa,
An der ss. B. Damara-L. 134.
J. Hocker: Ueber die verschiedene Färbung der Eier von
Lanius minor, Journ. f. Orn. 1871, 464. Verf. glaubt, dass bei allen
der Vögel während des Jahres 1872. 51
heiniischen Laniusarten Farbenverschiedenheiten zwischen den Eiern
junger und alter Weibchen bestehen.
R. B. Sharp e: Bestätigung, dass Xenopirostris (Vanga), Pol-
leni Schleg. eine gute Art ist. Proc. Z. S. 867.
Beschreibung von Prionops Retzii Wahlb., Eier und Nester
von Fiscus collaris (L.), Laniarius atrococcinens (Burch.) und Telo-
phonus gutturalis (Müll.), Anderss.. B. Damara-L. 143. 136,
144, 147.
Pomatorhynchus erythropterus (Shaw.) und P. trivirgatus
(Smith) (auch Nest), Untersuchungen über ihre Verschiedenheit
ibid. 149.
Neue Arten: Colluricincla parvissima Gould, Ann. n. h. X,
114, Rockingham Bai, 0. -Australien. — Hyloterpe sulphureiventris
Waiden, ib. IX, 399, N. Celebes, Dr. Meyer. — H. pliilippinensis
Waiden, ib. X, 252, Lugon, Dr. Meyer. — Pachycephala senex Pel-
zeln, V. z.-b. Ges. Wien XXII, 429, Aru-Ins. — Dryoscopus n. sp.,
Bocage, Aves das possess. portug. d. Afr. occ. 6. liste. 2. W.-
Africa.
Abbild. Lanius lahtora Sharpe et Dress. B. Eur. P. XII.
— Telephonus erythropterus ib. — Lanius minor ib. XIII.
Passeres conirostres.
Corvidae. Taczanowski: Beobachtungen ' Dr. Dybowski's
über Eier und Nester von Perisoreus infaustus (L.), Garrulus Brandtii
Eversm., Cyanopica cyana (Pall.), Pica leucoptera Gould, Lycos dau-
ricu3 (Pall.), dann über Nacifraga caryocatactes, Corvus corone, C.
cornix, C. corax und Fregilus graculus (L.) var. orientalis, Journ.
f\ Orn. 450.
Ueber Garrulus Lidthii Salvador i, Atti Acad. Torino VII
473; Senoner, Zool. Gart. 285.
Ueber Eier von Garrulus melanocephalus Gene von Dr. Krüper
bei Smyrna gesammelt. Rey, Journ. f." Orn. 1871. 461.
Glaucopis Wilsoni Bp. (C. olivascens Pelz. av. juv.) Nest ?,
G. cinerea (Gm.) part. Albinismus, Bull er, B. N.-Zeal. 152.
F in seh: Ueber Glaucopis Wilsoni Bp. ; G. olivascens scheint
sich auf das grössere W. zu beziehen. Journ. f. Orn. 167.
El Hott Coues: Bemerkungen über Picicorvus columbinus,
Synonymie, geograph. Verbreitung, Lebensw. Ibis 52.
Elliott Coues: Contributions to the History of the Blue
Crow of America, Gymnokitta eyanoeephala (Pr. Neuw.), Lebensw.,
ib. 152.
Rey: Lebensw., Nest und Ei von Cyanopica Cooki, Journ. f.
Orn. 144.
52 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Gazzola typica Bp. (Celebes) Synonymie, Streptocitta caledo-
nica (Lath.) (torquata Temm.) und St. Albertinae (Charitornis Schleg.)
Waiden, Trans. Z. S. VIII, 74, 76.
Sundevall proponirt den Namen Gymnocorax für Gymno-
corvus Less., Meth. nat. tent. 44.
Eier und Nester von Corvus scapulatus Daud. und C. capensis
Licht. Anderss., B. Damara-L. 154.
Abbild. Glaucopis Wilsoni. Buller, B. N.-Zeal. t. — Gl.
cinerea ib.
Paradiseidae. D. G. E 1 1 i o t charakterisirt das Genus Xantho-
melus Bp. mit der gewöhnlich zu Sericulus gezogenen Species X.
aureus (L.), zieht Sericulus xanthogaster Schlegel zu Chlamydodera
und begründet für Ptilonorhynchus inornatus Schlegel die Gattung
Amblyornis. Ibis 111.
An einem jungen M. der Paradisea apoda ist das beginnende
Auftreten des Goldgrün der Kehle an den Spitzentheilen der Federn
zu beobachten, so dass das Goldgrün durch Verfärbung zu ent-
stehen scheint. Pelz ein V. z.-b. Ges. Wien XXII, 430.
Sturnidae. L. Waiden und E. L. Layard: Ueber Gymnops
calvus (L.) Ibis 103. Die Verf. bemerken, dass Montbeillard unter
dem Namen Goulin zwei verschiedene Vögel vereinigte, von denen
der eine G. calvus ist, der andere PI. enb, 200 dargestellte seither
nicht aufgefunden worden ist.
Charitornis Albertinae Schlegel wird von L. Waiden zu Strep-
tocitta gezogen. Trans. Z. S. VIII, 76.
Ueber Sturnus vulgaris und Heterornis dauricus (Pall.) in
Ost-Sibirien. Taczanowski nach Dybowski's Beobacht. Journ.
f. Orn. 454.
Ueber Sturnus nitens Hume (Nest, Ei). Brooks J. A. S. B.
XLI, 84.
Sturnia ? pyrrhogenys (Schleg.) in Celebes. Wahrscheinlich
dürfte diese Art dominicana (Bodd.) zu nennen sein. Waiden
Trans. Z. S. VIII, 78.
Creadion carunculatum (Gm.), Nest, Ei, Bull er B. N.-Zeal.
149. — Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V- 13, Lebensw., Ei, Nest.
Heteralocha acutirostris (Gould). Interessante Notizen über
Nahrung und Lebensw. Bull er B. N.-Zeal. 63.
A. H. Garrod: Notes on the Anatomy of the Huia Bird
(Heteralocha Gouldi) Proceed. Z. S. 643 mit Holzschnitten. Nach
einem Ex., das im zoolog. Garten zu London gelebt hatte. Die
systematische Stellung bei den Sturniden wird bestätigt.
Cinnyricinclus Verreauxii (Bocage), Beschr. v. M. u. W., Lam-
procolius phoenicopterus (L.), Ei und Nest, Spreo bicolor (Gm.) Ei,
Nest, An der ss. B. Damara-L. 156, 160, 161.
der Vögel während des Jahres 1872. 53
Ueber das Ei von Aplonis brevirostris (Peale) und das Jugend-
kleid von Sturnoides atrifusca (Peale), Fi n seh Journ. f. Orn. 42.
Aufzählung der Arten von Calornis Waiden Trans. Z. S.
VIII, 79.
Waiden und E. L. Layard: Ueber von L. C. Layard auf
der Philippineninsel Negros gesammelte Eier von Calornis panayen-
sis? Ibis 97.
Sundevall schlägt den Namen Lophopsarus statt Fregilupus
Less. vor. Meth. nat. tent. 40.
Neue Art: Calornis neglecta Waiden (C. obscura var. Wall.),
Trans. Z. S. 79 et 113, Celebes, Sula-Ins.
Abbild. Acridotheres cinereus Müller- Waiden. Trans. Z. S.
VIII t. 10. f. 1. — Creadion carunculatum (Gm.) ad. et juv. Bull er
B. N.-Zeal. t.; Nest dieser Art Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. t. 17.
— Heteralocha acutirostris m. f. Buller B. N.-Zeal. t.
Icteridae. E. Linden: Ueber Icterus jamaicensis in der Ge-
fangenschaft. Gefiederte Welt I 145.
W. H. Hudson: Mittheilung an Dr. Sclater über die para-
sitischen Gewohnheiten von Molothrus bonariensis und M. badius,
sowie über die Eier des nicht in fremde Nester legenden M. rufo-
axillaris. Proc. Z. S. 862.
L. Holtz: Ueber Molobrus-Eier zu Cantagallo in Brasilien
von H. C. Euler gesammelt. Sehr interessant hinsichtlich der Va-
riation der Eier. Sie dürften wohl alle zu M. sericeus gehören.
Journ. f. Orn. 193 t. 1. f. 2.
J. E. Semper: Ueber das Nest von Quiscalus lugubris. Proc.
Z. S. 650.
Abbild. Molobrus-Eier. Journ. f. Orn. t. 1 f. 2.
PlOCeidae. Ueber Nester und Eier von Bubalornis erythro-
rhynchus (Smith), Philetaerus socius (Lath.), Hyphantornis velatus
(Vieill.), Euplectes taha (Smith), Pyromelaena oryx (L.), Sporopipes
squamifrons (Smith), Mariposa cyanogastra (Daud.) (dem südlichen
Vertreter von M. phoenicotis), Nest von Plocepasser mahali (Smith),
Euplectes capensis (L.), Amadina erythroeephala (L.), Ander ss.
B. Damara-L. 165.
Brehm: Ueber den Nestbau und die Aufzucht der Jungen
des Textor alecto im Berliner Aquarium. Während der Brutzeit
erhielten die M. eine kielartige Erhöhung auf dem Schnabelfirst, der
ausserdem schmutzig weiss wurde. Auch über Färbung der Jungen.
Journ. f. Orn. 238 et 393.
Ueber Ploceus baya Blyth. (P. megarhynchus Hunie), Blan-
ford. J. A. S. B, XLI, 167.
Ueber ein W. von Pytelia subflava, das in einem Jahre 121
Eier legte. Als Futter für die jungen Astrilden u. s. w. werden
54 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
die Larven der Fleisch- und Käse-Fliegen, auch Blattläuse empfohlen.
Rey Zool. Gart. 87.
Ei von Munia Jagori Cab. ? Waiden und E. L. Layard
Ibis 106, Philippinen.
Unterscheidung von Munia Kelaarti Blyth. und M. pectoralis
Jerd. Holdsworth Proc. Z. S. 464.
Munia flaviprymna Gould ist der junge Vogel oder das W.
von Spermestes castaneithorax (Gould). F in seh Verh. z.-b. Ges.
Wien XXII 331, Beschreibung.
Poophila cineta, Nestbau und Fortpflanzung in der Gefangen-
schaft. G. Scheneg Gefied. Welt 106.
C. Stoiker: Ueber Aufzucht des Reisfinken (Padda oryzivora)
in der Gefangenschaft. Journ. f. Orn. 19 (Fortsetz, von 1870 81).
Ueber Amadina striata var. (Japanesisches Mövchen), eine
künstliche, wohl constante Race, Gefiederte Welt 60.
Amadina optata Hartl. und Finsch, ob wirklich auf Upolu
freilebend, möglicherweise eine entkommene A. temporalis. Finsch
Journ. f. Orn. 44.
Cabanis beschreibt Oxycerca (Uroloncha) Jagori Cab. und
Dermophrys Jagori Cab. von Luzon, Journ. f. Orn. 317.
Lobiospiza notabilis Hartl. u. Finsch, ausführliche Beschrei-
bung. Finsch Journ. f. Orn. 43.
Neue Art: Munia brunneieeps Waiden, Trans. Z. S. VIII
73 (vgl. Blyth. Ibis 1870, 171), Celebes.
Abbildungen. Philagrus melanorhynchus Heugl. O.-N.-O.-A.
t. 21. — Munia brunneieeps Waiden, Trans. Z. S. VIII t. 19 f. 1.
— Eier von Textor alecto f. 1—3, Hyphantornis habessinica f. 4,
H. atrogularis f. 5, H, Guerini f. 6. 7, H. vitellina f. 8—12, H. Gal-
bula f. 13—17, Heuglin O.-N.-O.-A. t. 42.
Tanagridae. Beschreibung, Nest und Eier von Spindalis Pre-
trei (Less.), Zug und Lebensw. von Pyranga aestiva (Gm.) und P. ru-
bra (L.). Gundlach Journ. f. Orn. 419.
Neue Art: Nemosia Bourei Cab. (vgl. J. f. O. 1871. 459?)
Journ. f. Orn. t. 1. f. 1, Brasilien.
Fringillidae. Du Cane Godman berichtet, dass er Fringilla
teydea Webb. et Berth. auf Teneriffa erlegt habe und erklärt nach
Untersuchung einer grösseren Zahl von Ex. der Fr. tintillon W. u.
B., dass zwischen den Individuen von den Azoren, Madeira und den
Canarien kein speeifischer Unterschied obwalte. Ibis 210.
C. Jex : Ueber ein Distelfinken-Nest mit 5 Eiern am 1. August
gefunden. Zool. Gart. 319.
E. v. Homeyer bemerkt, dass Linaria borealis, keineswegs
aber L. canescens Holb in Norddeutschland vorkomme. Journ. f. Orn.
Sclater: Revision der Species der Gattung Sycalis Ibis 39
t. 2. 3. Verf. nimmt 10 Arten an : S. flaveola, S. Pelzeini (Chuy Azara,
der Vögel während des Jahres 1872. 55
S. brasiliensis Pelz.). S. columbiana, S. luteola, S. chrysops, S. lutea,
S. luteocephala, S. uropygialis, S. aureiventris, S. citrina, die er für
vielleicht identisch mit Fringilla xantorrhoa Bonap. hält. Zweifel-
haft bleiben S. plumbea und S. erythronota.
A. Hume: Unterscheidung von Fringilauda sordida Stoliczka
von F. nemoricola Hodgs. Die von Dr. Stoliczka letzterer zuge-
schriebenen Exemplare gehörten nach Verf. zu ersterer Stray Fea-
thers I 41.
Dr. L. Glaser: Zur Sperlingsfrage. Zool. Gart. 292. Verf.
hält den Sperling für schädlich.
Bolle: Ueber Passer cisalpinus. Journ. f. Orn. 235.
Passer motitensis Smith (Nest, Ei), Anderss. B. Damara-L. 182.
Ei von Hesperiphona icterioides, Brooks J. A. S. B. XLI 84.
Sundevall stellt als neue Gattung auf : Corydospiza (Fr. alau-
dinaKittl.) und rechnet dieselbe zu den Ernberizinen. Meth. nat. tent. 33.
Dawson Rowley : Ueber ein am 22. März 1872 bei Brighton
lebendig gefangenes Ex. d. Zonotrichia albicollis. (Ein früheres
Vorkommen in- Gross-Britannien war P. Z. S. 1870 52 erwähnt.)
Proc. Z. S. 681.
Zonotrichia leucophrys und Z. Gambeli scheinen nur geo-
graphische Racen zu sein; ferner über die Arten von Leucosticte
Allen Bull. Mus. Comp. Zool. Cambridge N. 6, 1872. 157. 162.
Beschreibungen von Melospiza cinerea (Gm.), M. guttata (Natt.),
M. insignis Baird, Zonotrichia coronata (Fall.), Z. arctica (Lath.J,
Z. savanna (Wils.), Z. alandina Bp. nebst Bemerkungen über einige
verwandte Arten. Finsch Abh. naturw. Ver. Bremen III 41.
Graf York: Ueber die Brut des Cubafinken Fringilla (Eue-
thia) canora in der Gefangenschaft. Gefied. Welt I 129.
Crithagra chrysopyga Swains., (Nest), Anderss. B. Damara-
L. 182.
G. Prütz: Ueber neuere Kanarienvögel-Racen. Gefied. Welt
I 36 et 44.
Beobachtungen an einem Kanarienvogel. N. Zool. Gart. 59.
Rey: Ueber ein Kanarienpärchen, das vom April 1871 bis
zum Januar 1872 neun Brüten von je 6'Eiern geliefert. Zool. Gart. 87.
Frau M. Weissbrod: Bastardzucht vom Gimpel und Kana-
rienvogel, Beschreibung von zwei Bastarden. Gefied. Welt I 194.
Propasser Thura fem. Moore, Proc. Z. S. 1855 215, gehört
nach A. Hume zu P. saturatus Stray Feathers I 15.
Finsch betrachtet den americanischen Hackengimpel (Pini-
cola canadensis) für wohl identisch mit dem europ. P. enucleator,
ferner über Loxia leucoptera, Aegiothus linarius (eine spezifische
Abtrennung des Aeg. Holbölli sei nicht durchführbar), Montifringilla
griseonucha (Brandt). M. littoralis (Baird.), M. tephrocotis ? (Sw.;
und Chrysomitris pinus (Wils.), Abh. naturw. Ver. Bremen III 54.
56 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Neue Arten: Procarduelis Mandelli A. Hume, Stray Feathers
1 14, Ostindien — Chrysomüris thibetana A. Hume, Ibis 107, Grenze
von Sikkim und Tibet. Nach Brooks ibid. 469 vielleicht nicht
verschieden von Ch. spinus f. — Montifringüla fußcollis Blanford,
J. A. S. B. XLI 66, Sikkim. — Pyrrhula cineracea Cab., Journ. f.
Orn. 316 (vgl. ibid. 1871 319.). — Propasser saturatus Blanford
(cf. P. thura Bl. nee Bp., m. j.? P. thura f. nee m. Moore, Proc. Z.
S. 1855 216 t. 114.) J. A. S. B. XLI 168, Sikkim. — Paradoxornis
Heudei P. A. David, Compt. rend. 3. Juni 1449, Shanghai.
Abbildungen. Sycalis chrysops Sclater, Ibis t. 2 f. 1. —
S. lutea (Lafr. Orb.) ib. t. 2 f. 2. — S. aureiventris Ph. et Landb.
ib. t. 3. — Passer Ammodendri Severzow Gould B. Asia XXIV t. 14,
Turkestan, Severzow. — Erythrospiza githaginea (Licht.) Shelley,
B. Egypt. t. 5. — Carpodacus Edwardsii J. Verr., N. Arch. Mus.
VIII, Bullet, t. 3 f. 4. — G. vinaceus J. Verr. ib. t. 4 f. 1. 2. m. f.
— C. trifasciatus J. Verr. ib. t. 4 f. 3. — Propasser saturatus Blan-
ford, J. A. S. B. XLI t. 8. — Loxia curvirostra Sharpe et Dress.
B. Eur. P. XIV. — L. pityopsittacus ib. XV.
Emberizidae. Holdsworth: Ueber ein, von M. S. Bligh in
der Provinz Canton erlegtes Ex. der Emberiza Huttoni Blyth.
Ibis 473.
Jugendkleid der Emberiza cinerea Strick, von Dr. Krüper bei
Smyrna gesammelt. Rey Journ. f. Orn. 1871. 462.
Von Emberiza intermedia Mich, ein Ex. bei Damiette ge-
schossen. Shelley B. Egypt. 147.
Vi an: Ueber Emberiza cioides Brandt, Rev. d. Zool. 1871 —
1872 38. Beschreibung und Unterscheidung der Art.
Allen: Ueber Plectrophanes ornatus, Ei, Nest, Variiren (P.
melanomus Baird ist synonym). Bullet. Mus. Comp. Zool. Cambr.
N. 6. 135.
Abbild. Emberiza hortulana Sharpe et Dress. B. Eur. X. —
E. caesia ib. — E. cirlus juv. ib. — E. cia ib. XI. — E. melano-
cephala ib. — E. intermedia Michah. Shelley Birds Egypt. t. 3 f. 2.
— Plectrophanes lapponicus Sh. et Dr. B. Eur. XV.
Alaudidae. A. Hume: Ueber Alauda arvensis L. und A. Ma-
labarica Scop. Stray Feathers I 38. A. arvensis aus Indien scheint
eine von den englischen Ex. etwas abweichende Race zu bilden.
Von A. Malabarica kommen 5 Racen vor: 1. gulgula, 2. die typische
Malabarica, 3. eine zwischen diesen stehende, 4. triborhyncha, 5.
leiopus.
Alauda pispoletta Pall. und A. sibirica Gm., Beschreibung unver-
mauserter Jungen aus Astrakan. Vian: Rev. d.Zool. 1871 — 1872. 81. 82.
Mit Alauda japonica Temm. Schleg. ist A. coelivox Swinh.
identisch. Fi n seh V. z.-b. Ges. Wien XXII 262.
der Vögel während des Jahres 1872. 57
Alauda couirostris Sundev. (Beschr., Nest), Megalophonus sa-
bota (Smith) Nest. Eier. Anderss. B. Damara-L. 189.
Sundev all errichtet die neue Gattung Spizocorys (AI. coni-
rostris Sundev.) Meth. nat. tent. 54.
lieber Ammomanes lusitana (Gm.) und A. fraterculus Tristram,
welche kaum verschieden sein dürften und beide in Ober-Egypten
und Nubien vorkommen; Alauda intermedia Swinh. (A. cantarella
Auct. nee Bp.), die auch in Egypten erlegt wurde, wird als Sub-
species von A. arvensis betrachtet. Shelley B. Egypt. 136. 137.
139. 140.
Corydalla malayana (Eyton) ? Ei, L. W a 1 d e n und E. L. L a y a r d
Ibis 106, Philippinen.
Ueber Pyrrhulauda modesta Finsch, Du Cane Godman Ibis
224 (Note).
Neue Arten: Otocoris Elwesi Blanford, J. A. S. B. XLI <i2.
Sikkim. Ist nach A. Hume (Stray Feath. I 36) synonym mit 0.
longirostris. — Alauda guttata Brooks, J. A. S, B. XLI 85, Kasch-
mir. — Mirafra Immaculata A. Hume. Stray Featbers, I 12, Ost-
indien.
Abbild. Alauda arborea Sharpe et Dress. B. Eur. XIII.
Colüdae. J. Murie: On the Genus Colius, its Structure and
Systematic Place Ibis 262 t. 10. Verf. begründet auf der Basis
osteologischer Forschungen eine von den Coccygomorphae zu tren-
nende eigene Gruppe Coliomorphae, deren Charactere er gibt. Der
Aufsatz enthält eine detaillirte Beschreibung des Skeletes von Colius
leueotis Rüpp.
Colius capensis Gmel. Ei und Nest. Anderss. B. Damara-
L. 202.
Abbild. Osteologie von Colius leueotis Rüpp. Ibis t. 10.
MllSOphagidae. Ei und Nest von Schizorhis concolor (Smith)
Anderss. B. Damara-L. 204.
Bucerotidae. L. Waiden: Ueber die Entwicklung des Schna-
belaufsatzes bei Cranorrhinus cassidix (Temm.) Trans. Z. S. VIII 47
mit Holzschnitten.
G. Gulliver: On the Oesophagus of the Pied Horubill (Toc-
cus melanoleucus): being an Appendix to a paper on the Toxonomic
Character of the Muscular Sheath of that Tabe as regards Sauro-
psida Proc. Z. S. 16.
Andersson bestätigt Livingstone's Bericht (Missionary Tra-
vels 613) über das Brutgeschäft von Tockus erythrorhynchus (Gm.)
B. Damara-L. 212.
Neue Art: Anorhinus Austern Jerdon (A. galeritus Austen
ante) Godwin Austen, J. A. S. B. XLI 143, Cachar.
58 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Abb. Buceros exaratus Rein w. -Waiden, Trans. Z. S. VIII
t. 5 f. 1 m. f. 2 f. — Cranorrhinus cassidix Waiden ibid. S. 48.
49. Holzschnitte des Kopfes f. 1. m. juv. f. 2. m. jun. f. 3 m. ad.
f. 4. f.
Scausores.
Psittacidae. Ueber einen dem Platycercus alpinus ähnlichen
Papagei. Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 15.
0. Wigand: Brut von Platycercus eximius in der Gefangen-
schaft. Gefiederte Welt I 185.
Rey: Ueber einen zum Ein- und Ausfliegen gewöhuten Co-
rurus carolinensis. Zool. Gart. 123.
Dr. Max Schmidt: Fortpflanzung von Bolborhynchus mo-
nachus in der Gefangenschaft ib. 257.
Finsch: Anatomische Notizen über Domicella fringillacea
(Gm.). Journ. f. Orn. 33.
A. Newton: Ueber von Leguat und Pingre und in neuerer
Zeit von Ed. Newton auf der Insel Rodriguez beobachtete Papageien
sowie über den in den Höhlen dieser Insel gefundenen Rest von
Eclectus ? rodericanus A. M. Edwards. Ibis 31.
Nestor notabilis wurde lebend in den zoologischen Garten zu
London gebracht. Sclater Proc. Z. S. 795.
Beschreibung eines W. von Nestor notabilis Gould. Finsch
J. f. 0. 101.
A. H. Gar r od glaubt nach Untersuchung der Zunge von
Nestor hypopolius, dass Nestor zu den typischen Papageien und
nicht zu den Trichoglossinae zu stellen sei. Er schildert vergleichs-
weise die Zunge von Lorius tibialis und Stringops habroptilus und
bildet selbe so wie die von Nestor hypopolius in Holzschnitt ab.
Ueber die Zunge von Nestor meridionalis Gm. vergl. auch Finsch
Journ. f. Orn. 98.
Nestor meridionalis (var. a. N. superbus Buller, var. ß. N.
Esslingii Souence, var. y. N. montanus Haast, var. d — /, Lebensw.,
Nest, Eier, N. occidentalis Buller, Beschreibung, N. notabilis Gould,
Platycercus Novae Zealandiae (Sparrm.) Ei, PI. auriceps Kühl. Variet.
Ei. Buller B. N. Zeal. 26. - Stringops habroptilus (St. Greyii
Gray ist nach Verf. eine Var.), Beschreibung eines im Museum zu
Canterbury befindlichen Eies dieser Art. Buller B. N.-Zeal.
26—62.
Hutton bemerkt, dass nach M. Travers Stringops habroptilus
einst auf den Chatam -Inseln existirt haben dürfte. Ibis 245.
Beschreibung beider Geschlechter von Stringops habroptilus
und Bemerkungen über das Skelet. Finsch Journ. f. Orn. 96.
der Vögel während des Jahres 1872. 59
Ueber Variation in der Kopffärbimg von Poiocephalus Meyeri
(Rüpp.), Variiren bei P. Rueppellii (Gray), über Eier von Psitta-
cula roseicollis (Vieill.). Die letztere baut selbst kein Nest, sondern
benutzt jene anderer Vögel, besonders von Philetaerus socius und
Plocepasser mahali. Anderss. B. Daraara.L. 216.
Sundevall schlägt für Plyctolophas Vieill. den Namen Oom-
ptolophuä und für Phigys Less. (solitarius Lath.) Calliptilus vor.
Meth. nat. teilt. 69.
Ueber Papagei-Nist-Kästchen. H. Fiedler Zool. Gart. 314.
Neue Arten: Palaeornis exsul A. Newton, Ibis 31, Ins. Ro-
driguez. Auch Knochenreste, welche zu dieser Art gehören dürften,
wurden in einer Höhle mit Resten von Pezophaps und anderen
Vögeln gefunden. — P. magnirostris Ball, (wenn verschieden von
P. Alexandri) J. A. S. B. XLI 278, Andamanen. — Loriculus quadri-
color Waiden, Ann. n. h. IX 398, Togian Ins. bei Celebes Dr. Meyer.
— L. clirysonotus Sclater, Ibis 323 et Proc. Z. S. 790, Ins. Zebu,
Philippinen.
Abbild. Platycercas Novae Zealandiae Buller B. N.-Zeal.
t. — P. auriceps ib. — Trichoglossus Meyeri Waiden, Trans. Z.
S. VIII. t. 4. — Loriculus chrysonotus Sclater Ibis t. 11. — Nestor
meridionalis Buller B. N.-Z. t. — N. notabilis ib. — Stringops ha-
broptilus ib. t. — Zunge von Lorius tibialis, Nestor hypopolius
und Stringops habroptilus, Proc. Z. S. p. 788, Holzschnitte.
Capitonidae. C. H. T. und G. F. L. Marshall's schönes
Werk: Monograph of the Capitonidae or Scansorial Barbets hat
noch im Jahre 1871 mit P. VIII und IX seinen Abschluss gefunden.
P. VIII enthält Megalaema armillaris, M. chrysopsis, M. cor-
vina, Pogonorhynchus Vieilloti, P. leucomelas, Capito Richardsoni,
C. niger und C. auratus.
Part IX: Pogonorhynchus melanopterus, P. undatus, Barba-
tula leucolaema, B. pusilla. B. subsulphurea, B. chrysocoma, B. uro-
pygialis, Capito glaucogularis, C. quinticolor, Megalaema Lagran-
dieri, M. Duvauceli und M. cyanotis.
C. H. T. und G. F. L. Marschall anerkennen die specifische
Selbstständigkeit von Megalaema Marshallorum; zu dieser Species ge-
hört auch die M. virens bezeichnete Tafel der Monographie der Ca-
pitoniden. Wie Lord Waiden richtig bemerkt, sollte statt Caloram-
phus Lathami der Name C. Hayi angewendet werden. Ibis 327.
Lebensweise von Pogonorhynchus leucomelas (Bodd.) Anderss.
B, Damara-L. 217.
Abbildungen. Die obigen bei Marshall's Monographie an-
geführten Arten.
Picidae. A. H. Gar r od: Note on some of the Cranial Pecu-
liarities of the Woodpeckers Ibis 357.
60 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Fi n seh: Unterscheidung des araericanischen Apternus hir-
sutus (Vieill.) vom europäischen A. tridaetylus, dagegen wären die
ostasiatischen Dreizehenspechte (A. camtschateensis Bp.) nicht abzu-
trennen. Abh. naturw. Ver. Bremen III 61.
Picus leueonotus Brutvogel in der Mark Brandenburg. A 1-
tum Zool. Garten 369.
Ueber die Eier des Picus syriacus Hempr. u. Ehrenb. von
Dr. Krüper in Smyrna gesammelt. Rey Journ. f. Orn. 1871. 460.
Picus pectoralis Blyth. von Thayetmyo, Burmah. A. Hume
Proceed. A. S. B. Mai 1872. 71.
Picus (Leiopicus) Mahrattensis var. aus Kachh. Stoliczka
Journ. A. S. B. XLI 232, Beschreibung.
Semialbinismus bei Picus Macei Vieill. Blanford ib. 155.
Ipagrus capricorni Strickl. Anderss. B. Damara-L. 221.
(Gurney: Beschreibung des Weibchens.)
Cenurus polygrammus Cab. Cabanis Journ. f. Orn. 157. Be-
schreibung des M.
Meiglyptes grammithorax Malh. dürfte wahrscheinlich der aus-
gefärbte M. tristis (Hersf.) sein. Waiden Ibis 366.
P. L. Leitgeb berichtet über eine Beobachtung der Zerstö-
rung eines Meisennestes durch Yunx torquilla. Sitzgsber. d. k. k.
zool. -bot. Ges. Wien XXII 51. v. Frauenfeld bestätigt die aus-
gesprochene Vermuthung, dass der Wendehals die Baumhöhlung für
sein eigenes Nest benutzen wollte ibid. 53.
Blyth glaubt, dass wie M. R. B. Sharpe andeutete, Yunx in-
dica Gould auf ein Ex. der südafricanischen Y. pectoralis Vig. be-
gründet sein dürfte. Ibis 90.
Neue Arten: Chrysocolaptes xanthoeephalus Waiden und E.
L. Layard. Ibis 99, Ins. Negros, Philippinen. — Gecinus Sharpei Ho-
ward Saunders, Proc. Z. S. 153, Süd-Spanien. — Micropternus Bar-
manicus n. sp. ? A. Hume, Proceed. A. S. B. Mai 1872. 71, Barmah.
Abbildung. Picoides tridaetylus Sharpe et Dress. B. Eur.
P. XI, — P. f unebris J. Verr. Nouv. Arch. Mus. H. N. VIII Bullet,
t. 1 f. 3. m. j. — Picus syriacus Sharpe et Dresser 1. c. X. — P.
Lilfordi ib. XI. — P. minor ib. — P. Mursi J. Verr. 1. c. t. 1. f. 1.
2. m. f. — Chrysocolaptes xanthoeephalus Ibis t. 4. — Gecinus
canus Sharpe et Dress. 1. c. XI, — G. Sharpei ib. XIII.
Cuculidae. Ueber die Bildung der Nasenlöcher bei den Phoe-
nicophaesarten L. Waiden Transact. Z. S. VIII 52 mit Holz-
schnitten.
Taccocua sirkee Stoliczka J. A. S. B. XLI 234, Beschrei-
bung.
Sclater: Ueber ein von M. Hudson zu Quilines, Buenos-
Ayres geschossenes Ex. des Coccyzus americanus; er glaubt, dass
der Vögel während des Jahres 1872. 61
auch der von Natterer in S. Paulo erhaltene vom Ref. als C. Bairdi
bezeichnete Vogel zu obiger Art gehören dürfte. Proc. Z. S. 496.
Sclater: Ueber einen in Irland erlegten Coccyzus erythroph-
thalmus ib. 681.
Shelley hält Centropus aegyptius (Gm.) für verschieden von
C. senegalensis (Briss.) B. Egypt. 164.
L. Waiden betrachtet Centropus borneensis Bp. als ein Sy-
nonym von Centrococcyx eurycercus (A. Hay) Ibis 366.
L. Waiden: Ueber die Arten von Centrococcyx mit einer
Synopsis der kleinen asiatischen Species: C. affinis Horsf., C. medius
(Bp.j javanensis (Dum.) viridis (Scop.), moluccensis Cab., bengalensis
(Gm.), dimidiatus (Blyth.) ; Cuculas tolu Gm. aus Madagascar scheint
zur asiatischen und nicht zur africanischen Section der Centropo-
dinae zu gehören. Trans. Z. S. VIII 56.
E. R e y : Zur Fortpflanzungsgeschichte unseres Kuckucks.
Zool. Gart. 185.
Ein Kuckuck legte in der Gefangenschaft ein Ei in ein Gras-
mückennest. A. Grunack Gefied. Welt I 59.
R. Meyer: Ueber zwei Kuckuckseier in einem Rothkehlchen-
neste. Zool. Gart. 185.
Beling: Zwei Kuckuckseier in einem Neste ib. 318.
Baron Freiberg: Beobachtungen über die Gefrässigkeit des
Kuckucks ib. 339.
R. B. Sharpe: Cnculus canorus zum ersten Male aus dem
Fautee-Lande erhalten. Ibis 67.
Cuculus canorus (C. telephonus Heine j. ?) von den Pelew-
Inseln Hartl. u. Finsch Proc. Z. S. 100.
Ein Ex. des Cuculus canorus von N.-Celebes durch Dr. A. B.
Meyer. Waiden Trans. Z. S. VIII 115.
Cabanis: Ueber Cuculus indicus und C. canorinus aus Si-
birien, dann über C. optatus und striatus Drap, (optatus Radde).
Die geographische Verbreitung des C. canorus sei eine viel be-
schränktere als man bisher angenommen hat. Das Berliner Museum
besitzt nur Ex. aus Syrien oder N.-O.-Africa aber nichts dem Aehn-
liches aus Südafrica oder überhaupt von jenseits des Aequators.
In Nubien trete ja schon die ersetzende Form C. leptodelus auf.
Journ. f. Orn. 236.
Coccystes glandarius und Cuculus canorus in S.-W.-Africa.
Anders 8. B. Damara-L. 225, 227. Unterscheidung des letzteren
von C. gularis Steph. Gurney ib. 228.
L. Waiden: Ueber die Cocomantisarten der indischen und
australischen Region. Trans. Z. S. VIII 53.
Ueber das Ei und den Parasitismus von Chrysococcyx lucidus
(Gm.). Bull er B. N.-Zeal. 77. Chrysococcyx plagosus (Lath.)
62 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
scheint in Australien und auf den Cbatham-lnseln, aber nicht in Neu-
seeland vorzukommen. Hut ton Ibis 246.
Hierococcyx strenuus (Gouldj bei Thayetmyo, Burmah. A.
Hume Proc. A. S. B. Mai 1872. 71.
A. Brehm bemerkt, dass nach Beobachtungen seines Bruders
Oxylophus glandarius in Spanien seine Eier nicht allein in die Nester
der gewöhnlichen Elster, sondern auch in die der Blauelster lege.
Journ. f. Orn. 398.
Rey: Ueber die Eier des oxylophus glandarius. Journ. f.
Orn. 1871. 460.
Eudynamys taitensis (Sparrm.) scheint sein Ei selbst auszu-
brüten, die Auffütterung des Jungen aber Gerygone flaviventris
zu überlassen. Bull er B. N.-Zeal. 73. Beschreibung des Eies.
Neue Art: Hierococcyx crassirostris Waiden. Ann. nat. bist.
IX 305. Celebes. Dr. Meyer.
Abbildungen. Phoenicophaes calorhynchus, Ph. curvi-
rostris, Ph. erythrognathus, Ph. pyrrhocephalus Holzschnitte der
Köpfe. L. Waiden Trans. Z. S. VIII pag. 53 f. 5—8. — Centropus
aegyptius (Gm.) Shelley B. Egypt. t. 6. — Hierococcyx crassirostris
Waiden Trans. Z. S. VIII t. 13. — Eudynamys taitensis (Sparrm.)
ad. et juv. (das Junge gefüttert durch Gerygone flaviventris) Buller
B. N.-Zeal. t.
Columbae.
GolumMdae. Nähere Beschreibungen von Ptilonopus Perousei
Peale, P. fasciatus Peale, Columba vitiensis Q. et G., C. castaneiceps
Peale, Carpophaga pacifica (Gm.) wovon eine Albino Var., Phle-
goenas ? Stairi (Gray). F in seh Journ. f. Orn. 44 — 50.
Gurney hält gegen Anderssons Ansicht die südliche Stic-
toenas phaeonotus Gray für verschieden von St. Guinea. Anders s.
B. Damara-L. 231. Ueber Streptopelia damarensis (Finsch et Hartl.)
(Ei und Nest), Oena capensis (Ei und Nest) Chalcopelia afra (Nest)
ib. 233. 235. 236.
Ueber Osmotreron pompadoura Gm. Holdsworth Proc.
Z. S. 465.
Ptilinopus pelevensis Hartl. und Finsch Proc. Z. S. 101.
Beschreibung des jungen Vogels.
Ueber Carpophaga oceanica (Less.) von den Pelew-Ins. (viel-
leicht verschieden von C. pacifica.) Hartl. und Finsch Proc.
Z. S. 101.
Carpophaga Novae-Zealandiae (Gm.) Varietäten, Nest, Ei Bul 1er
B. N.-Zeal. 157.
der Vögel während des Jahres 1872. 63
Ueber die Zahl der Schwanzfedern bei Myristicivora bicolor,
laetuosa und spilorrhoa Gray Waiden Trans. Z. S. VIII 84.
Du Cane G od man: Ueber Columba trocaz Heineken von
Madeira und C. laurivora Webb et Berth. von den Canarien, Rich-
tigstellung der Synonymie Ibis 214, 216.
Ueber Columba livia und C. Schimperi Bp., Turtur Sharpei
Shelley (Beschreibung, Ei, Unterscheidung von T. auritus), T. isa-
bellinus Bp. (ob gute Art und ob aus Egypten?) Shelley B.
Egypt. 211, 212, 215, 216.
W. v. Nathusius: Ueber Uebereinstimmung der Eierstructur
einiger zahmer Taubenformen mit Columba livia Journ. f. Orn. 330.
Ueber neue Tauben -Racen. G. Prütz Gefiederte Welt I 12.
A. Pro sehe: Die Bucharische Trommeltaube ibid. 132.
A. Prosche: Die Pfauentaube ib. 137.
L. Schneider: Ueber die Gimpeltaube (Vortrag im Verein
Cypria) ib. 166, 173.
Ein Ausflug des Vereines Cypria (über die Taubensammlung des
Geheimrathes Schneider zu Potsdam) ibid. 149, 158, 172. Nachtrag 176.
Nach einer Mittheilung Lord Walden's an M. Holdsworth
wurde Columba macroura Gm. (Macropygia macroura Bp.) auf einen
durch Adanson vom Senegal gesendeten Vogel gegründet. Proc.
Z. S. 466.
Neue Arten: Janthaenas griseogularis Waiden et E. L.
Layard Ibis 104, Ins. Gaimaras, Philippinen. — Columba Bollii (C.
Bouvryi Bp. Bolle J. f. 0. 1857 329 ?) Du Cane Godman Ibis 217,
Teneriffa. — Turtur sp. Bocage Aves das possess. portug. d. Afr.
occ. 6. liste 2. descr. W.-Africa. — PJilegoenas canifrons Hartl. u.
Finsch Proceed. Z. S. 101, Pelew-Ins. — Phl. yapensis Hartl. u.
Finsch ib. 102 Ins. Uap, W.-Carolinen.
Abbildungen. Carpophaga Novae-Zealandiae (Gm.) Buller
B. N.-Zeal. t. — Janthoenas griseogularis Ibis t. 6. — Turtur auritus
(L.) Shelley B. Egypt. t. 10 f. 1. — T. Sharpei Shelley ibid. f. 2.
Didunculidae. Finsch: Beschreibung alter und jüngerer M.
und jüngerer W. von Didunculus strigirostris. Diese Art kommt
ausser Upolu auch auf Savai und Tutuila vor. Journ. f. Orn. 50.
Dr. Dorn er: Ueber Didunculus strigirostris von dem ein
durch Dr. Graeffe eingesendetes Ex. im zoologischen Garten zu
Hamburg erhalten wurde. Begleitende Notizen Dr. GraenVs, Aus-
züge aus Schriften früherer Beobachter u. s. w. Zool. Garten 97
mit Holzschnitt.
Dr. G. Bennet : Ueber zwei lebend von Upolu nach Sydney ge-
brachte Ex. des Didunculus (Brief an Dr. Sclater) Proceed. Z. S. 639.
Nach dem Verfasser der »South Sea Bubbles« ist Didunculus
strigirostris nicht so selten in Samoa als gewöhnlich angenommen
wurde. Ibis '208.
64 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Abbildung. Didunculus strigirostris Zool. Garten 97.
Holzschnitt.
Dididae. Owen: On the Dodo (Part. II) Trans. Z. S. VII 513
t. 64 — 66; Ibis 448 auch über Pezophaps.
Ueber einige Knochen des Solitaire von Rodriguez A. New-
ton Ann. nat. hist. IX 168 et 321. — R. Owen ibid. 241.
Gallinae*
Pteroclidae. Heuglin: Orn. N.-O.-Afr. Lief. 26. 27. 853 —
871. Beschreibung von Pterocles decoratus Cab., Eier von Pt. Lich-
tensteinii u. s. w.
Pterocles bicinctus (Temm.) (Lebensw., Ei). — Pt. namaqua
(Gmel.) Ei, Lebensw. u. s. w. Anderss. B. Damara-L. 241, 242.
Blyth erwähnt als neu für die indische Avifauna Pterocles
guttatus aus Sindh und P. coronatus ohne Angabe der Localität,
beide durch M. Samuel Griffith erhalten Ibis 89.
Nach Joh. v. Fischer ist Syrrhaptes paradoxus Pall. im
St. Petersburger Bezirk nicht alljährlich in grossen Mengen. Journ.
f. Orn. 389.
Nach H. B. Tristram wurde eine kleine Schaar von Syr-
rhaptes paradoxus an der Küste von Nord-Northumberland von der
letzten Maiwoche bis zum 6. Juni beobachtet und ein Individuum
erlegt. Ibis 334.
Auch M. Robert Gray berichtet, dass eine Dame wenig-
stens 4 Ex. des Syrrhaptes paradoxus am 25. und 29. Juni in Ayr-
shire beobachtet habe. Ibis 335.
Gracidae. Ueber Fortpflanzung eines Paares von Crax carun-
culata in Sydney Dr. G. Bennett (Brief an Dr. Sclater) Proceed.
Z. S. 636.
Neue Art: Crax incommoda Sclater (f.) Proc. Z. S. 690,
Heimat ?.
MegapOdidae. Bodinus: Ueber das Fortpflanzungsgeschäft
von Catheturus Lathami im Berliner Zoologischen Garten. Journ.
f. Orn. 73.
Megacephalon maleo Temm., Beschreibung eines M. L. Waiden.
Trans. Z. S. VIII 88.
F in seh: Megapodius tumulus Gould, Beschreibung des jungen
Vogels, Unterscheidung der Art von M. Duperreyi Less. von N.
Guinea Verh. zool.-bot. Ges. Wien XXII 334.
Ueber Megapodius senex Hartl. von den Pelew-Inseln, auch
über den jungen Vogel und das Ei Hartl. u. F in seh. Proc. Z.
S. 103.
der Vögel während des Jahres 1872. 65
Phasianidae. A. Hume glaubt, dass der nach einigen Sehwanz-
federn von ihm als Polyplectron intermedius bekannt gemachte
Vogel der eigentliche P. chinquis Temm. sei, während die gewöhn-
lich so genannte Art als P. Thibetanus oder aber ocellatus Cuv.
zu bezeichnen wäre. Stray Feathers I 36.
Lord Waiden: Ueber Argusianus Grayi (Elliot) nach von
M. Everett eingesendeten Ex., Unterscheidung von A. argus (L.)
Ibis 381.
T. W. Wood: On the two (?) unknown Species of Argua
Pheasant Ann. nat. hist. X 67.
Brehm: Ueber die Fasane der zoologischen Gärten, insbe-
sondere über Bastarde zwischen denselben. Besonders prachtvoll
sind Hybriden zwischen Thaumalea picta und Th. Amherstiae Journ.
f. Orn. 77.
Finsch: Ueber Phasianus scintillans Gould von Jokohama,
Unterscheidung von Ph. Soemmeringii, Maasse, Verh. z.-b. Ges. Wien
XXII 265.
Dr. G. Bennet: (Brief an Dr. Sclater) Ueber einen Bastard
von Phasianus Reevesi m. und Ph. torquatus f. in Sydney. Proc.
Z. S. 636.
L. Waiden: Ueber die Henne von Euplocomus nobilis Sclater
Ibis 382.
Holdsworth: Gallus Stanleyi Gray, Lebensw. Proc. Z. S. 468.
Gallus Bankiva auf den Pelew-Inseln (ob wild?) und halb-
wild auf Uap. Hart!, u. Finsch. Proc. Z. S. 103.
Prof. Jeitteles gibt eine mit grosser Erudition auf Reste,
Darstellungen auf Monumenten und Münzen sowie auf alte Schrift-
denkmäler gegründete Abhandlung über die Geschichte des Haus-
huhnes und seine Einführung in Europa. Es geht hervor, dass des
Haushuhn zwar nicht vor dem 6. Jahrhundert vor Chr. nach Europa,
wenigstens Südeuropa kam, dass es sich aber dann sehr schnell
von Griechenland über Italien, Mittel- und West-Europa verbreitete
und jedenfalls schon in vorchristlicher, Zeit, wahrscheinlich aber
lange vor der römischen Kaiserzeit bei den Kelten und Germanen
als Hausthier sehr gut bekannt war. Es ist übrigens höchst wahr-
scheinlich, dass die letzteren und vielleicht sämmtliche keltische
Stämme das Haushuhn nicht über Italien, sondern unmittelbar aus
dem Osten erhielten oder gar schon mitgebracht hatten. Die vor-
geschichtlichen Alterthümer der Stadt Olmütz und ihrer Umgebung
2. Theil in Mittheil. d. anthropologischen Gesellschaft zu Wien
1872. 5—12.
Ueber das Haushuhn. Heuglin Orn. N.-O.-Africas. Lief. 28.
29. 921.
W. v. Nathusius: Ueber ein Spur-Ei eines Bantamhuhnes
Archiv f. Natiirgesch. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. E
66 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
mit mehreren Dotterrudimenten, dann über die Uebereinstimmung
der Eierstructur bei Gallus Bankiva und G. Sounerati mit jener
mehrerer domesticirter Racen, sowie die Structurunterschiede bei
Phasianus colchicus, Ph. torquatus, Ph. nycthemerus und Ph. pictus
Journ. f. Orn. 327.
J. Murie: On the Cranial Appendages and Wattles of the
Horned Tragopan. Proceed. Z. S. 730 t. 60. 61. Ueber die Auf-
richtung der Hörner und das Erscheinen des Hautlappens beim
Balzen. Genaue Schilderung der betreffenden Theile bei Ceriornis
satyra.
Bodinus: Ueber das Hervortreten des Lappens und der
Hörner an Trogopan Temminckii. Journ. f. Orn. 73.
Major Godwin Austen: Ueber ein von M. Roberts in den
Naga Hills ungefähr 7000' hoch erlegtes Ex. von Ceriornis Blythii
Proceed. Z. S. 496.
Ueber Numidinae. Heuglin: Orn. N.-O.-Afr. Lief. 26. 27.
878. (Ei von Numida ptilorhyncha.)
Ueber Numida cornuta Finsch et Hartl., Lebens w., Nest, Ei.
Anderss. B. Damara-L. 238.
Neue Arten: Polyplectron intermedius A. Hume n. sp. ? Stray
Feathers 135 (nach einigen Schwanzfedern aus der Looshaie-Gegend;
dürfte nach Yerf. wohl der eigentliche P. chinquis sei. — Phasianus
Ellioti Swinhoe Proceed. Z. S. 550 m. et f. Ningpo, China. — Pu-
crasia Darwini Swinhoe ib. 552 m. et f. Ningpo.
Abbildungen. Durchschnitt eines Spur-Eies mit mehreren
Dotterrudimenten vom Bantam-Huhne v. Nathusius Journ. f. Orn.
t. 2 f. 9. — Ceriornis Blythii Jerd. Gould B. Asia XXIV. t. 8. —
Cer. satyra Kopf mit den Anhängen. Murie Proc. Z. S. t. 60. 61.
Tetraonidae. Heuglin Orn. N.-O.-Afr. 870—921. Beschrei-
bung von Francolinus icteropus Heugl., F. icterorhynchus Heuglin,
F. Schlegelii Heugl., Coturnix Delegorguei, Eier von Ptilopachys
ventralis, Francolinus Erkelii, F. Clappertoni, Ammoperdix Hayi,
Caccabis sinaica.
Howard Saunders glaubt, dass Francolinus vulgaris in
Sicilien ausgerottet sein dürfte, ungeachtet Prof. Doederlein ein
noch im Jahre 1869 erlegtes Individuum erwähnt. Ibis 80.
Francolinus vulgaris wurde von Shelley nicht in Egypten ge--
funden und von ihm nur auf Rueppell's Autorität angeführt. B. of
Egypt. 222.
Francolinus vulgaris in Kachh erlegt. Stoliczka J. A. S.
B. XLI 249.
W. v. Nathusius: Ueber Eischalenstructur bei Perdix cinerea,
P. petrosa und P. rubra. Journ. f. Orn. 330.
Ueber Coturnix communis in Damara-Lond und C. Delegor-
guei. Anderss. B. Damara-L. 248, 249.
der Vögel während des Jahres 1872. 67
Coturnix Novae-Zealandiae Q. et G. Farbenvar., Eier. Bull er
B. N.-Zeal. 161. Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 15 Eier.
Excalfactoria chinensis (L.) ? Ei von den Philippinen. Waiden
und E. Layard Ibis 106.
Turnix ocellata (Scop.)? Ei von den Philippinen Waiden und
E. L. Layard ib. 107.
Bonasa Jobsii (Cornell Era 8. Dec. 1871) ist nach einer neuer-
lichen Mittheilung- (ib. IV 19) nach Prof. Baird's und Dr. Cones An-
sicht ein etwas anormales Ex. von Bonasa umbellus. Vgl. Ibis 191.
Dewalque: Sur l'epoque a laquelle Tetrao lagopus L. a dis-
paru de la Belgique Bullet, Acad. d. Belgique XXXII 1871—72.
Abbildungen, Ithaginis Geoffroyii J. Verr. Gould B. Asia
XXIV t. 7. — Coturnix Novae-Zealandiae Q. et G. Buller B. N.-
Zeal. t.
Struthiones.
Struthionidae. Heuglin: Ueber Struthio Camelus. Im süd-
lichsten Senar soll eine Straussart von der Grösse der Arabs -Trappe
vorkommen (? L'Autruchon, Struthio bidactylus Temm.) Orn. N.-O.-
Afr. 925—935.
A. H. Garrod und Frank Darwin: Anatomische Notizen
über einen im zoologischen Garten zu London verendeten Strauss
(Str. Camelus) Proc. Z. S. 356.
J. H. Gurney: Notiz über das Brüten der Strausse, welche
in der Cap-Colonie zum Gewinn der Federn in halb gezähmtem
Zustande gehalten werden. Ibis 329.
Ueber Struthio australis Gurney Anderss. B. Damara-L.
251. Nach Andersson kommen zwei Straussarten im Damara-Land
vor. Bei Str. australis ist das M. wie bei Str, Camelus, scheint
aber grösser, das W. schwarz wie das Mv der junge Vogel braun,
das Ei soll grösser sein als das der gewöhnlichen Art. Nach der
Aussage eingeborener Jäger soll noch eine Straussart vorkommen.
Beschreibung der Straussjagden wird gegeben. Gurney ib. 256
kann keine Meinung darüber äussern, ob mehr als eine Race des
Strausses in Süd-Africa vorkomme, hält aber den gewöhnlichen
südafricanischen Vogel (St. australis Ibis 1868 253) für verschieden
vom nördlichen St. Camelus.
W. H. Hudson: Ueber Lebensweise und Eier von Rhea Dar-
wini Proc. Z. S. 535.
Sclater: On Kaup's Cassowary (Casuarius Kaupi) and on the
other known Species of the Genus Proc. Z. S. 147 t. 9- Die von
Verf. angenommenen Arten sind: 1. Casuarius galeatus, Ceram, 2. C.
68 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
bicarunculatus, Aru-Ins., 3. C. australis N.-O.-Australien, 4. C. uni-
appendiculatus, Papua, 5. C. Kaupi, Papua, 6. C. Bennetti, Neu-Bri-
tannien und Salomon-Inseln.
Sclater: Ueber ein erwachsenes Ex. des Casuarius bicarun-
culatus im Zoologischen Garten in London. Proc. Z. S. 495.
Abbildungen. Casuarius Kaupi Proc. Z. S. t. 9. — C. bi-
carunculatus ibid. t. 26.
Dinornithidae 1). Owen: On Dinornis P. XV. Aptornis de-
fossor, A. otidiformis, Dinornis curtus Trans. Z. S. VII 353 t.
40—44. — P. XVI Internal Organs ibid. 381 t. 45—47 (auch über
Apteryx) P. XVII über Osteologie von Aptornis defossor. In P. XVIII
wird eine neue Species Dinornis gravis aufgestellt und ein Resume
der beschriebenen Species von Dinornis gegeben. Proc. Z. S. 605.
P. XIX wird die Beschreibung des femur eines neuen Dromaeus ver-
wandten Genus Dromornis australis enthalten. Der femur wurde in
einer posttertiären Ablagerung in Queensland entdeckt. Proc. Z. S.
J. Haast: Moas und Moa hunters Trans. N.-Zeal. Inst. 1871
66. Nach Verf. treten die Moas im Postpliocen auf, seien aber schon
lange ausgerottet, so dass keine verlässlichen Traditionen auf uns
gelangt wären. Die Autochthonen, welche die Moas ausrotteten,
seien wahrscheinlich von polynesischem Ursprung gewesen und
hätten nur rohe Steinwerkzeuge gehabt, während die Maoris, ihre
directen Nachkommen polirte Steinwerkzeuge bei der Ankunft der
Europäer besassen.
J. Hector: On recent Moa Remains in N.-Zeal. ibid. 116
t. 5—7. Verfasser meint, dass die Moas bis in sehr recente Zeit
gelebt hätten, er spricht auch über ein in einem Ei gefundenes Küch-
lein vgl. Proc. Z. S. 1867 99.
Hutton: Ueber einige Moa-Federn ibid. 172 t. 9.
Murison: Notes on Moa remains ibid. 120. Auch über die
wahrscheinliche Zeit der Ausrottung.
J. W. Stark: Ueber die Zeit der Vernichtung der Moas
ibid. 107.
Williams: On the Oecurrence of Footprints of a large
Bird found at Poverty Bai ibid. 124 t. 8.
Gillies: Ueber Moa-Fusspuren zu Poverty Bai ibid. 127.
Hutton: On the Microscopical 8tructure of the Egg shell
1) Da mir die Transactions of the New-Zealand Institute für
1871 und mehrere Hefte der Transactions of the Zool. Soc. of Lon-
don nicht zugänglich waren, so wurden die betreffenden Notizen
nach Anzeigen und besonders nach der Besprechung im Ibis 428
u. s. w. gegeben.
der Vögel während des Jahres 1872. 69
of the Moa ibid. 166 t. 9. Die Eischale von Dinornis gleicht jener
der straussartigen Vögel., jene des Apteryx entfernt sich weit davon.
J. Haast: (Brief an M. Owen) Ueber das Vorkommen von
Aptornis und Cnemiornis. Proc. Z. S. 24.
Devic: Sur quelques passages d'un ecrivain Arabe du 10.
siecle relatif aux oiseaux gigantesques de l'Afrique süd-orientale
Compt. rend. 1872. 1782.
AI. Brandt: Ueber ein grosses fossiles Vogelei aus der Ge-
gend von Cherson. Bullet. Acad. St. Petersb. 1872 VIII 736. Auszug
Giebel Zeitschr. f. d. gesammt. Naturw. Neue Folge VI 1872 479.
Das Ei ist viel grösser als das des Strausses, aber kleiner als das
des Aepiornis. Der Vogel wurde Struthiolithus chersonensis genannt.
Apterygidae, Buller: B. N.-Zeal. 358. Ueber Apteryx Man-
telli, australis Oweni, Haasti.
Th. H. Potts: Ueber Apteryx Haasti und theilweisen Albi-
nismus bei A. australis und A. Oweni. Die Untersuchung vieler
Ex. der verschiedenen Apteryxarten führte Verf. zu dem Schlüsse,
dass die geschilderte oder genetzte Bekleidung des Tarsus nicht als
psecifischer Character betrachtet werden könne. Ibis 36.
Finsch kann zwischen den Kiwis der Nordinsel (A. Mantelli)
und der Südinsel (A. australis) nur den Unterschied finden, dass
bei ersterem die Federn am Hinterkopfe und Hinterhalse mit län-
geren, härteren und steiferen Schäften versehen sind und betrachtet
vorläufig A. Mantellii als Varietät von A. australis Shaw., Verf. gibt
Beschreibungen von A. Owenii und dessen Ei und von A. Haasti
Potts. A. maxima Verr. wäre nach Verf. zu streichen, da das von
Hutton untersuchte auf diese Art bezogene Bein nur unbedeutend
grösser ist als das eines alten W. von A. australis. Journ. f. Orn. 263.
Potts: Ueber Apteryx australis Shaw. (Beschreibung, Lebens-
weise, Nest, Ei, deren gewöhnlich zwei gelegt werden), A. Oweni
Gould (Lebensw., Ei, Nest), A. Mantelli Bartl. (Unterscheidung von
A. australis), A. Haasti Potts. A. maxima Verr. wurde noch nicht
erhalten, aber manche Nachrichten sprechen für seine Existenz.
Es scheinen noch andere Arten zu existiren. Ein weisser Kiwi
(nicht Albino), von dem ein Ex. im Dunedin Museum sich befindet,
wird mit dem Namen A. mollis, ein dunkler von dem nur Aus-
sagen der Eingeborenen vorliegen, A. fusca genannt, beide gehören
der Süd-Insel an. Trans. N.-Zeal. Inst. V. 16.
Sclater: Ueber ein im zoologischen Garten zu London be-
findliches Ex. des Apteryx australis, der grösseren Art von der
Südinsel, welche er für in der That verschieden von A. Mantelli
hält. Proc. Z. S. 861.
Owen: Ueber Gehirn, Nerven und Muskeln des Kopfes von
Apteryx australis XVI Mem. on Dinornis Trans. Z. S. VII.
70 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Neue Arten: Apteryx Haasti Potts, Trans. N.-Zeal. Inst.
1871 204 et Ibis 35, Mittel-Insel N.-Seelands. Vereinigt Charactere
von A. australis und A. Oweni, so dass Potts den Gedanken einer
möglichen Hybridität ausspricht. Diese Vermuthung hält Finsch
(Journ. f. Orn. 271) schon durch die Grössen Verhältnisse für voll-
ständig widerlegt. — A. mollis Potts, Transact. N.-Zeal, Inst. V. 26
Martin Bay District. N. -Seeland. — A. fasca Potts, ib. S.-W.-Küste
der Süd-Insel N.-Seelands. Beruht bloss auf Angaben der Einge-
borenen.
Abbildungen. Apteryx australis Buller B. N.-Zeal. t. —
A. Oweni ib. t.
Tinamidae. W. H. Hudson: Ueber Lebensweise und Eier
von Eudromia elegans Orb. et Geoffr. und Nothura Darwini Gray.
Proceed. Z. S. 545.
Grallac.
Otididae. Heuglin: Orn. N.-O.-Afr. 937—964. Otis Denhami
Child. wird von 0. caffra getrennt, Beschreibung von 0. Heuglinii
Hartl.? 0. Buchellii Pr. Württ., 0. Hartlaubii Heuglin m. et f. u. s. w.
Eupodotis afra, E. afroides Eier Anderes. B. Damara-Land
260, 261.
Abbildung: Otis tetrax Sharpe et Dress. B. Eur. P. XIII.
Charadrüdae. Heuglin: Orn. N.-O.-Afr. 985—1037. Oedi-
cnemus inornatus Salvad. wird als gute Art betrachtet, über Hemi-
parra crassirostris, Eier von Hoplopterus spinosus u. s. w.
Bau: Ueber ein bei Berlin gefundenes Gelege von Oedicnemus
crepitans Journ. f. Orn. 394.
Für Chettusia leucura wäre ein noch älterer Name Ch. Villo-
taei Audouin, über Aegialitis Geoffroyi (Wagler) und A. intermedius
(Menetr.) in Egypten. Shelley B. Egypt. 233, 238, 242.
Chettusia ? gregaria Winterkleid. Stoliczka Journ. A. S.
B. XLI 250.
Ueber Hoplopterus speciosus Licht. Aegialites marginatus
(Vieill.) A. tricollaris (Vieill.) und deren Eier. Anderss. B. Damara-
L. 267, 272, 274.
Charadrius obscurus (Ei), Ch. bicinctus Jard. Selb. (Ei, Nest),
Ch. fulvus (geogr. Verbr.), Anarhynchus frontalis Q. et G. (Lebensw.,
Ei) Bull er B. N.-Zealand 208—220.
Charadrius obscurus, Ch. bicinctus, Anarhynchus frontalis.
Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 27.
Beschreibung des jüngeren Vogels von Charadrius bicinctus
Finsch Journ. f. Orn. 169.
der Vögel während des Jahres 1872. 71
Charadrius rufieapillus Temm. (junger Vogel), Finsch Verh.
z.-b. Ges. Wien XXII 336.
Charadrius longipes Temm., Aegialites Geoffroyi Wagler,
Eudromias veredus Gould von den Andamanen. Ball Journ. A.
S. B. XLI 258.
Finsch: Ueber Charadrius asiaticus Pall. und Ch. damarensis
Strickl. Die erstere Art wurde von M. Harting (Ibis 1870 201) als
Eudromias veredus Gould, die andere als E. asiaticus bezeichnet.
Berichtigung der Synonymie und Unterscheidung beider Arten.
Ibis 144.
Ueber Aegialites dubius (Scop.) und A. Peronii Temm., Wai-
den Trans. Z. S. VIII 89, Beschreibung.
Ueber Aegialites nivosa aus Peru. Cabanis Journ. f. Orn. 158.
Neue Arten: Aegialites occidentalis Cab. Journ. f. Orn.
158 ?. — A. gracilis Cab. ibid. 158, Tehuantepec. — Eudromias
tenuirostris A. Hume Stray Feathers I 17, Burmah ?
Abbildungen. Aegialites Peronii (Temm.) Waiden Trans.
Z. S. VIII t. 10 f. 2. — Thinornis Novae-Zealandiae (Gm.) Bull er
B. N.-Zeal. t.
Glareolidae. Heuglin: Ueber Glareolinae Orn. N.-O.-Afr.
980-985.
Glareola melanoptera Nordm., Gl. pratincola (L.) in Süd-Africa
Ander ss. B. Damara-L. 264.
Heuglin: Ueber Cursorinae Orn. N.-O.-Afr. 965—979, Be-
schreibung von Cursorius cinctus Heugl. ; Verf. gibt auch Mittheilungen
über das vom Wiener Museum durch General- Vicar P. Knoblecher
erhaltene Ex. dieser Art, C. bicinctus Temm. vom weissen Nil,
Eier von Pluvianus aegyptius.
Cursorius cinctus Heugl. in Damaraland. Anderss. B. Da-
mara-L. 262.
Jugendkleid von Cursorius Jamesoni Jerd. ? Stoliczka Journ.
A. S. B. XLI 250.
Haematopodidae. Heuglin: Ueber Cinclinae und Haemato-
podinae. Orn. N.-O.-Afr. 1037—1042.
Ueber Haematopus longirostris Vieill. Finsch Journ. f.
Orn. 170.
Eier von Haematopus Moquini Bp. Anderss. B. Damara-
L. 277.
Strepsilus interpres in Neu-Seeland erlegt, Haematopus longi-
rostris (Albino, Nest, Ei), H. unicolor Wagler (Hybriden?, Ei)
Bull er B. N.-Zeal. 221—225.
Cariamidae. A. Günther: Ona deformed Example of Ca-
riama cristata. Ann. nat. hist. X 67.
72 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Gruidae. Robert Gray: Ueber die Erlegung eines Ex. von
Grus pavonina bei Dalry in Ayrshire am 17. Sept. 1871. Ibis 201.
Ardeidae. Ardea cinerea (L.), A. purpurea (L.) (nistend), A.
comata (Pall.), Herodias alba (L.), H. garzetta (L.), Ardetta minuta
(L.) in S.-W.-Africa, Nycticorax aegyptius (Hasselq.), Nest von Ar-
deiralla Sturmii (Wagl.). Anderss. B. Damara-L. 284 — 293. Gurney
ib. 294 stellt für Scopus umbretta Gmel. die Familie Scopidae auf.
Ardea syrmatophora (Gould) Nisten, Ei, A. sacra Gm. (die
weisse A. Greyi Gray hält Verf. nicht für einen Albino, sondern für
eigene Art) Ei, A. Novae-Hollandiae Lath. Ei. — Nycticorax cale-
donicus (1 Ex. zufällig in Neu-Seeland), Ardetta maculata (Lath.)
Leben in Gefangenschaft, Botaurus poeciloptilus (Wagl.) Nest, Ei.
Buller B. N.-Zeal. 225-240.
Ardea alba L. Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 27 (Variet. ;
ein Ex. hatte einige schwarze Federn).
F in seh zeigt, dass der Silberreiher Neu-Seelands von der
americanischen Ardea egretta Gmel. nicht unterschieden werden
kann und hält es für wahrscheinlich, dass die grossen Silberreiher
der ganzen Welt zu einer einzigen untrennbaren Art (A. alba) ver-
einigt werden müssen. Journ. f. Orn. 171.
Ardea garzetta auf dem Dnest erlegt. E. v. Homeyer ib. 338
Ardea intermedia Hasselt aus Amboina. Pelz ein Verh. z.-b.
Ges. Wien XXII 430.
Beling: Beobachtungen, dass die sogenannte Sternschnuppen
Gallerte von Ardea cinerea und wohl auch anderen Vögeln z. B.
Krähen ausgespieener Froschlaich sei. Zool. Gart. 141.
K. MülLer bemerkt, dass der Iltis diese Gallerte in grossen
Klumpen ausbricht ib. 222.
Beling berichtet, auch gehört zuhaben, dass solche Gallert-
massen von Iltissen herrühren ib. 254.
Ueber Ardea sacra Gmel. von den Pelews und Uap. Dunkle
und weisse erwachsene Individuen. Hartl. u. Finsch Proc. Z.
S. 104.
Ueber Identität von Herodias concolor Blyth. und H. Anda-
manensis Tytler. Ball Journ. A. S. B. XLI 289.
Rey: Ueber Ardea Veranyi in Portugal. Journ. f. Orn. 155.
Ardeola leueoptera (Bodd.), A. Grayi Sykes, A. speciosa Horsf.
und A. prasinosceles Swinh. L. Waiden Trans. Z. S. VIII 98.
Brutgeschäft von Ardeola minuta bei Riddagshausen. N ehr-
kor n Journ. f. Orn. 1871. 458.
Beschreibung des jungen Vogels von Ardea poeciloptera Wagl.
Finsch Journ. f. Orn. 172.
Hartl. und Finsch: Nycticorax manillensis Vig. (N. cale-
donicus ante) Pelew-Ins. Proc. Z. S. 105.
der Vögel während des Jahres 1872. 73
Abbildungen. Ardea sacra Gm. Buller B. N.-Zeal. t. —
A. Novae-Hollandiae ib.
Ciconiidae. Ciconia alba in S.-W.-Africa. Anderss. R. Da-
mara-L. 280.
Gurney ib. 283 trennt die beiden Anastomus-Arten als eigene
Familie Anastomatidae von den Ciconiidae.
Tautalidae. Ibis aethiopica (Lath.) in S.-W.-Africa, Nest von
Hagedashia caffrensis (Licht.). Anderss. B. Damara-L. 297, 298.
M. E. Oustalet: Remarque sur l'lbis Sinensis de M. l'Abbe
A. David. Nouv. Arch. Mus. Hist. nat. Paris VIII Bullet. 129 t. 6.
Dürfte nach Verf. wohl eine locale Rasse von Ibis Nippon sein.
Diagnose des letztern, Synonymie, geogr. Verbreitung.
Neue Art : Ibis sinensis P. A. David Compt. rend. 8. Jaulet.
1872. Provinz Tehe-Kiang, China: nach Oustalet wohl locale Var.
von J. nippon.
Abbildung. Ibis sinensis A. David. Oustalet Nouv. Arch.
Mus. VIII Bullet, t. 6.
Dromadidae. Dromas ardeola Payk. Heu gl in Orn. N.-O.-
Afr. 1043.
Soolopacidae. Unterscheidung von Actitis macularia (L.) und
A. hypoleucus Finsch Abh. naturw. Ver. Bremen III 63.
Actitis glareola (Gm.), A. hypoleucus (Gm.) von den Anda-
manen. Ball Journ. A. S B. XLI 288.
Von Tringa Bairdii (Coues) wurde ein Ex. durch Andersson
in der Walvish-Bai S.-W.-Africa erhalten. Bemerkungen M. Har-
tings über diese Species und Vergleichung derselben mit Actodromus
(Tringa) Bonapartei Schleg., geogr. Verbreitung. Anderss. B. Da-
mara-L. 308.
Gurney nimmt eine eigene Familie Recurvirostridae an
ib. 314.
Tringa canutus L. in Neu-Seeland erlegt, Recurvirostra Novae-
Hollandiae Vieill. hie und da in Neu-Seeland, Himantopus leucoce-
phalus Gould, Ei, Nest, H. Novae-Zealandiae Gould, Ei. Bull er B.
N.-Zeal. 194—207.
Limnocinclus australis Gray in Neu-Seeland. Potts Trans.
N.-Zeal. Inst. V. 28 Beschreibung.
Gould: Ueber Eurinorhynchus pygmaeus (L.) Birds of Asia
XXIV t. 13. Erste Beschreibung des Sommerkleides des erwachsenen
Vogels, Aufzählung der bekannten Ex. u. s. w.
Telmatias gallinula nistend beobachtet. E. v. Homeyer
Journ. f. Orn. 306.
Cabanis schlägt für den (Journ. f. Orn. 1866 5?) als Galli-
nogo heterura bezeichneten Vogel aus Luzon den Namen G. hete-
roeaca vor. Journ. f. Orn. 317.
74 Pelzein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Scolopax stenura Kadde (nee Temm.) ist identisch mit Galli-
nogo megala Swinhoe und G. heterocerca Cab. Fi nach Verh. z.-b.
Ges. Wien XXII 267.
Finsch fand australische Exemplare der Rhynchaea (Rhyn-
chaea australis Gould) mit solchen aus Africa und Ostindien (Rh.
capensis L.) übereinstimmend ib. 337.
Neue Arten: Himantopus spicatus (handschriftlich verbessert
H. varius) Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 28. Neu-Seeland. — Galli-
nops heteroeaca Cab. (G. heterura Cab. nee Hodgs. ante) Journ. f.
Orn. 317, Luzon.
Abbildungen. Limosa lapponica Sharpe et Dress. B. Eur.
P. XV. — L. aegoeephala ib. — Tringa minutilla ib. XII. — Euri-
norhynchus pygmaeus (L.) Gould B. Asia XXIV t. 13. Sommer-
und Winterkleid. — Rhynchaea capensis L. Shelley B. Egypt. t. 11.
Rällidae. Ocydromus Earli Gray, Ei, Nest, 0. australis (Sparrm.)
Variet., Ei, Nest, 0. fuscus Du Bus, Beschreibung, Rallus philip-
pensis (L.) (R. pictus Potts), Variet., Eier, R. Dieffenbachii Gray
(R. modestus Hutton), Beschreibung, 0. affinis Gray, Ei. Buller B.
N.-Zeal. 165—184.
Finsch: Ueber Ocydromus troglodytes (Gmel.), 0. australis
(Sparrm.), 0. Earlii Gray und 0. fuscus (Du Bus) (= 0. nigricam
Buller), Unterscheidung derselben und genaue Beschreibung, über
Rallus pectoralis Less. (R. assimilis Gray, R. pictus Potts), Journ.
f. Orn. 174-181.
Ocydromus sp. Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 29.
Rallus striatus L.? (ob nicht neue Art) von den Andamanen.
Ball Journ. A. S. B. XLI 288.
Jugendkleid von Rallus pectoralis Less. und Beschreibung
von Pareudiastes paeificus Hart, und Finsch. — Finsch Journ. f.
Orn. 56.
Ortygometra pygmaea Naum. in S.-W.-Africa, Nest, Ei, 0.
marginalis (Hartl.) Nest, Eier, Anderss. B. Damara-Land 317, 318.
Neue Arten: Ballus pictus Potts, Trans. N.-Zeal. Inst. 1871
202 V. 29, Ibis 36, Neu-Seeland. Nach Finsch (Journ. f. Orn. 181)
= R. pectoralis Less., Potts hält aber die Verschiedenheit aufrecht.
— B. modestus Hutton, Ibis 247, Mangare, Chatham-Inseln (vgl.
auch Rallus n. sp. Finsch, Journ. f. Orn. 274). — Porzana bicolor
L. Waiden, Ann. nat. h,ist. 4. ser. IX 47, Darjeeling.
Abbildungen. Ocydromus Earli Gray, Buller B. N.-Zeal. t.
— 0. australis (Sparrm.) ib. — Rallus philippensis (L.) ib. — R.
Dieffenbachii Gray ib. — Ortygometra tabuensis (Gm.) ib. — 0.
affinis Gray ib. — Rallus pectoralis Less. und R. pictus Potts, Trans.
N.-Zeal. Inst. V. t. 18. Kopf.
Gallinulidae. Finsch: Beschreibung von Porphyrio samoensis
der Vögel während des Jahres 1872. 75
Peale, das Verf. für verschieden von P. indicus erklärt. Journ. f.
Orn. 56.
Porphyrie» indicus Horsf., Synonymie und geographische Ver-
breitung, L. Waiden Trans. Z. S. VIII 92.
Von Porphyrio Alleni wurde von M. Stafford Allen ein junges
Ex. bei Alexandria erhalten. Shelley B. Egypt. 279 (Beschr.).
Ueber Porphyrio melanonotus Temm. F i n s c h Journ. f.
Orn. 183.
Porphyrio melanotus Temm. (part. Albinismus, Ei, Nest),
Notornis Mantelli Owen, Bull er B. N.-Zeal. 185—193.
Owen: Ueber Notornis Mantelli Transact. Z. S. VII (Dinor-
nus P. XV) 353 ; Ibis 447.
Nach einem Briefe J. Haast's an M. Owen dürfte Notornis
auf einigen der grossen Inseln im S.-W.-Neu-Seelands noch verhält-
nissmässig häufig sein; es ist aber sehr schwierig dorthin zu ge-
langen. Proc. Z. S. 24.
Sclater: Ueber ein im zoologischen Garten zu London be-
findliches Ex. des Tribonyx Mortieri Du Bus aus Neu-Seeland. Es
scheint, dass Neu-Seeland die Heimat von T. Mortieri sei, während
Tr. Gouldi Sclater aus Tasmanien ist. P. Z. S. 861.
Gallinula angulata Sund, (verschiedene Kleider, Nest Eier),
G. chloropus (L.) (Nisten, Zahl der Eier), Fulica cristata Gmel. (Ei,
Nest), And er ss. B. Damara-L. 321—328.
Abbildungen. Notornis Mantelli Owen, Buller B. N.-Zeal.
t. — Gallinula phoenicura (Penn.) Gould B. Asia XXIV t. 12.
Heliornithidae. Gurney ist der Meinung, dass diese Familie
auf die Podicipidae folgen sollte, welche sie in mancher Hinsicht
mit dem Genus Plotus verbindet. Anderes. B. Damara-L. 345 Note.
Parridae. Hydralector gallinaceus (Temm.), Synonymie, L.
Waiden Trans. Z."s. VIII 92.
Aiisercs.
Phoenicopteridae. H. Burmeister: Ueber Ph. ignipalliatus
und Ph. andinus Synops. of the Lamellirostres of the Argentine Re-
public. Proc. Z. S. 364.
Ueber die Lebensweise von Phoenicopterus erythraeus Verr.,
auch über Ph. minor Geoffr. Anderss. B. Damara-L. 331—334.
Phoenicopterus rubidus Fielden ist das sommerliche W. des
Ph. minor Geoffr., der auch seither in Indien beobachtet wurde. A.
Hume Stray Feathers I 31.
Der von Gray als der indischen Varietät des Ph. Antiquorura
angehörig beobachtete Schnabel ist der eines W., während die
76 Pelze In: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
Schnäbel der M. die von Gray als Ph. Antiquorum dargestellte Form
zeigen. A. Hume ib. 35.
Anatidae. H. Burmeister: Synopsis of the Lamellirostres
of the Argentine Republic Proc. Z. S. 364 (Erismatura ferruginea
Eyton wird ausführlich beschrieben).
Cygnus musicus, C. olor ferus, Bernicla leucopsis, B. brenta,
Anser Bruchi Brehm, Tadorna vulpaser, Casarca rutila, Querque-
dula falcata (Pall.), Harelda glacialis, Somateria mollissima, Oedemia
nigra, 0. fusca u. s. w. in Böhmen. F r it s ch Journ. f. Orn. 366 u. s. w.
Ueber Anser segetum in Gefangenschaft. R. Meyer Zool.
Gart. 89.
Howard Saunders: On the Introduction of Anser albatus
of Cassin into the British Avifauna Proc. Z. S. 519. In Irland
wurden 3 Ex. erlegt; drei Individuen im Cambridge University Mu-
seum wurden ebenfalls als zu dieser Art gehörig erkannt.
W. v. Nathusius: Ueber den inneren Bau einiger Gänse-
Eier mit doppeltem Dotter. Journ. f. Orn. 321.
Nach E. v. Homeyer ist nicht Cygnus musicus, sondern nur
C. olor Brutvogel in Pommern ib. 307.
W. E. Brooks: The Swans of India (C. ferus und C. olor,),
Proc. As. S. B. April 1872 63.
J. P. van Wickevoort Crommelin: Notes sur quelques
canards observes en Hollande Arch. Neerlandaises VII 1872.
Casarca variegata Gm., Ei, Nest, Anas superciliosa Gm., Ei,
Nest, A. chlorotis Gray Ei, Nest, Variet., Querquedula gibberifrons
Müll., Vorkommen in Neu-Seeland und geographische Verbreitung,
Spatula variegata Gould, Ei, Nest, Nyroca australis Gould, Vorkom-
men in Neu-Seeland, Fuligula Novae-Zealandiae Gm., Nest, Ei, Hy-
menolaimus malacorhynchus (Gm.), Ei, Nest, Dendrocygna Eytoni
(Gould), Vorkommen in Neu-Seeland. Buller B. N.-Zeal. 241—266.
Casarca variegata (Nest auf einem Baume). Spatula variegata,
Nest. Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 29.
Dendrocygna Eytoni Gould wie es scheint nur zufälliger Be-
sucher Neu-Seelands, Daten über Casarca variegata, Anas super-
ciliosa, A. chlorotis, Hymenolaimus malacorhynchus u. s. w. Finsch
Journ. f. Orn. 184.
Nach einer Beobachtung von Bodinus an Dendrocygna arborea
Hessen sich die von den Alten gelockten jungen Entchen selbst vom
Nest herabfallen. Journ. f. Orn. 73.
Ueber eine Varietät von Dendrocygna viduata (L.) aus W.-
Africa, in welcher Rostroth an den gewöhnlich weissen Stellen des
Kopfes und Halses dominirt. Bocage: Aves das possess. portug.
de Africa occid. Sexta lista 4.
der Vögel während des Jahres 1872. 77
J. Hocker: Schwarze Eier von Hausenten (Anas boschas)
Journ. f. Orn. 232.
H. E. Dresser zeigte in der zoologischen Gesellschaft zu
London Eier der Querquedula marmorata, welche von Major Howard
Irby bei Sevilla erhalten wurden. Proc. Z. S. 605.
J. H. Gurney: Ueber das Vorkommen von Somateria Stellen
im Nord-Pacifischen Ocean (Flaxmann's Insel) Ibis 330.
Ueber in Bayern erlegte Ex. von Somateria niollissima, wo-
runter ein altes M. Ja ekel Zool. Gart. 123.
Somateria mollissima junges M. bei Assenheim in Oberhessen
erlegt. Dr. R. Meyer Zool. Garten 56.
Oedemia nigra, altes M. bei Frankfurt a. M. erlegt. Jakob
Schmidt Zool. Gart. 253.
Ueber Oedemia velvetina Cassin und Oedemia sp.? dann über
Mergus americanus Cassin. F in seh Abh. Naturwiss. Verein Bremen
III 68. 71.
Ueber Erismatura leueoeephala (Scop.) in Egypten. Shelley
B. Egypt. 291.
Neue Art: Oedemia sp. (noch unausgefärbt). Finsch Abh.
naturw. Ver. Bremen III 69 N.-W. -America.
Abbildungen. Anas angustirostris Sharpe und Dress. B. Eur.
XIII. — Nyroca ferruginea ib. XIV. — Casarca variegata m. f.
Bull er B. N. Zeal. t. — Spatula variegata m. f. ib. — Fuligula
Novae-Zealandiae ib. — Hymenolaimus malacorhynchus ib. — Eris-
matura leueoeephala Shelley B. Egypt. t. 12. — Gänse-Eier mit
doppeltem Dotter. W. v. Nathusius Journ. f. Orn. t. 2 f. 1 — 8.
(Structur.)
Colymbidae. Ueber Colymbus glacialis. C. areticus, C. septen-
trionalis u. s. w. F ritsch Journ. f. Orn. 377.
Ueber Colymbus Adamsi Gray (auch jüngeres M.) Finsch
Abh. naturw. Ver. Bremen III 72.
Podicipidae. Podiceps cristatus L., P. nigricollis Sund., P.
minor L. (Nest, Eier.) Anders s. B. Damara-L. 345—348.
Junger Vogel- von Podiceps gularis Gould. Finsch Verh.
z.-bot. Ges. Wien XXII 339.
Ueber Podiceps Cooperi Lawr. Finsch Abh. naturw. Ver.
Bremen III 75.
Spheniscidae. Ueber Eudyptes pachyrhynchus Gray? E. chry-
solophus Brandt und Eudyptula minor Forst. Finsch Journ. f.
Orn. 261-263.
Spheniscus demersa L. Lebensw., Ei. Anderss. B. Daraara-
L. 348.
Uriidae. Ueber Uria californica (Bryant), U. columba (Pall.)
(verschieden von U. grylle), Brachyrhamphus marmoratus (Gmel.)
78 Pelz ein: Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte
und andere Lummen N.-W.-Americas. F in seh Abh. naturw. Ver.
Bremen III 77.
Procellaridae. Rowland M. Sperling: Ueber die Verbrei-
tung von Sturmvögeln und Albatrossen im südlichen atlantischen
Ocean. Ibis 74.
Hartlaub und F in seh: Ueber Puffinus dichrous Hartl. u.
Finsch, P. obscurus (Gm.), P. assimilis Gould, A. Auduboni Finsch
(obscurus Audub.) und einen Puffinus von den Viti-Inseln. Proc. Z.
S. 108. Sehr wichtig zur Unterscheidung der Arten.
Finsch: Ueber Puffinus dichrous H. et F. Journ. f. Orn. 57.
Puffinus tristis Forst, juv. Potts Trans. N.-Zeal. Inst. V. 30.
Hutton: Ueber Procellaria tristis Forst. = P. grisea L. =
Puffinus amaurosoma Coues und Procellaria gavia Forst. = Puffinus
opisthomelas Coues. Ibis 83.
Ueber Puffinus gavia (Forst) und P. tristis (Forst). Finsch
Journ. f. Orn. 256.
Nectris cinerea wurde von Bock nicht von der Ostsee, son-
dern aus Südfrankreich erhalten und ist daher aus dem Verzeich-
nisse der Vögel Preussens zu streichen. E. v. Homeyer Journ.
f. Orn. 339.
Diomedra eulminata Gould aus der Molukken-See. Finsch
Verh. z.-b. Ges. Wien XXII 270.
Neue Arten: Puffmus persicus A. Hume. Stray Feathers I
5, Indus-Mündung. Kurrachee-Küste, Golf von Oman. — Prion australis
Potts, Trans. N.-Zeal. Inst. V. 30, Neu-Seeland (alter und junger
Vogel, Ei).
Laridae. Stercorarius antareticus (Less.) in Neu-Seeland er-
legt, St. parasiticus (L.) einmal in Neu-Seeland erlegt. Larus domi-
nicus Licht., Albino und andere Var., Ei, Nest, L. scopulinus Forst.,
Ei, L. Bulleri Hutton (von Buller nach Vergleichung d. Orig.-Ex.
für verschieden von L. pomare erklärt), Lebensw., Nähren von
Schmetterlingen nach M. Travers. Ei, Sterna cuspia Pall., Ei, St.
frontalis Gray, Ei, St. antaretica Wagler, Ei, St. nereis (Gould), Ei,
Hydrochelidon leueoptera (Meisner und Schinz.) einmal in Neu-See-
land vorgekommen, auch in Australien neuerlich aufgefunden. B u 1 1 e r
B. N.-Zeal. 267—288.
Ueber Lestrisarten, Larus dominicanus (auch Eier) ausführ-
liche Beschreibung und Synonymie von Larus Novae-Hollandiae
Steph. und L. Pomarae (Bruch) dann Arten von Sterna, Hydroche-
lidon und Gygis? aus Neu-Seeland. Finsch Journ. f. Orn.
241-254.
Larus marinus, L. argentatus. L. fuscus, L. canus, Lestris
pomarina (M. u. W.), L. parasitica (L.), L. cepphus K. et Bl., Ster-
corarius catarractes (111.) u.s.w. in Böhmen. F ritsch Journ. f.
Orn. 375 u. s. w.
der Vögel während des Jahres 1872. 79
Howard Saunders: Ueber ein auf der Themse erlegtes
junges Ex. von Larus melanocephalus Ibis 79.
Larus Rossi erlegt in Yorkshire 1847. Newton Proc. Z.
S. 1. Ueber ein Ex. dieser Art in der Derby-Sammlung zu Liver-
pool. Gould ib.
Larus brachyrrhynchus Gould (nee Rieh.) und Rissa brevi-
rostris Brandt. F in seh Abh. naturw. Ver. Bremen III 84, 85.
K. Möbius: Norderoog ein Brutplatz von Sterna cantiaca
im Schleswig' sehen Wattenmeere. Zool. Gart. 202.
Sterna nereis Gould, Eier in Neu-Seeland gefunden. Potts
Transact. N.-Zeal. Inst. V. 31.
Andr. Anderson: Beobachtungen über die von Sterna leuco-
pareia (Hydrochelidon indica Jerd.) in Ostindien gebauten auf dem
Wasser schwimmenden Nester. Ibis 81.
Hartlaub und Finsch: Ueber Anous stolidus (L.) und A.
tenuirostris (Temm.) von den Pelew-Inseln. Proc. Z. S. 113.
Neue Art: Larus Bulleri Hutton? Potts Trans. N.-Zeal. Inst.
1871 203 et Ibis 38 Neu-Seeland. Ist nach Finsch (Journ. f. Orn.
248) synonym mit L. Pomarae (Bruch), wogegen sich aber Buller
(B. N.-Zeal.) nach Vergl. d. Orig.-Ex. ausspricht.
Abbildungen. Larus dominicanus Licht. Buller B. N.-Zeal.
t. — L. Bulleri Hutton ib. — L. ichthyaetus Pall. Shelley B. Egypt.
t. 13. — L. marinus Sharpe u. Dress. B. Eur. XV. — Sterna hi-
rundo ib. XII. — St. caspia Dunenkleid Marchand. Rev. d. Zool.
1871—72. t. 10. — Rhynchops flavirostris Vieill. Shelley B. Egypt.
t. 14.
Phaetontidae. Earl of Pembroke Habits of Tropic Birds
(Ei, junger Vogel) South Sea Bubbles 143, Ann. nat. hist. IX 242.
Plotidae. Gurney betrachtet die Anhingas als Subfamilie
der Pelecanidae. Anders s. B. Damnra-L. 367 Note.
Pelecanidae. Sula capensis Licht., Lebensw., Ei, Graculus
carbo (L.), G. capensis Sparrm. Ei, Nest, Pelecanus minor (Rüpp.).
Lebensw., Ei, Nest. Anderss. B. Damara-L. 365—372.
Sula cyanops Sundev. von M. Taylor bei Suez gefunden, dann über
Phalacrocorax pygmaeus Temm. in Egypt. Shelley B. Egypt. 294, 295.
Dysporus sula (L.), Geschlechts- und Altersdifferenzen, S. sini-
codoena Swinhoe ist synonym. Finsch Verh. z.-b. Ges. Wien
XXII 271.
Carbo sinensis Bp. fällt mit unserem Cormoran (Graculus carbo)
zusammen. Finsch ib.
Graculus carboides Hutton ist mit G. carbo zu vereinigen, G.
brevirostris Gould fällt mit G. melanoleucus Vieill. zusammen.
Finsch Journ. f. Orn. 257, 259.
Hans mann: Unter den Cormoranen. Journ. f. Orn. 310,
80 P e 1 z e 1 n : Bericht üb. die Leistungen in der Naturgeschichte etc.
Ausflug in die Cormoranen-Colonie bei Stettin, Schilderung der vor-
kommenden theilweisen Albinismen.
Phalacrocorax punctatus Sparrm. Potts Trans. N.-Zeal. Inst.
V. 31. Verschiedene Kleider, Lebensw., Nest, Ei.
Ueber das Vorkommen von Pelekanen in Böhmen in früheren
Jahrhunderten. Fritsch Journ. f. Orn. 373.
Fortpflanzung von Pelecanus onocrotalus in Gefangenschaft
van Bemmelen. Zool. Gart. 264.
Pelecanus onocrotalus bei Danzig vorgekommen. E. v. Ho-
meyer Journ. f. Orn. 339.
Neue Art. Finsch: Ueber eine von Hutton auf den Cha*
tham-Inseln entdeckte Graculus-Art. Journ. f. Orn. 274.
Zusätze.
C. H. T. und G. F. L. MarshalPs Monograph of the Capito-
nidae ist den in den Jahren 1871 und 1872 beendeten Werken bei-
zufügen.
Zu den Proceedings of the Zool. Soc. of London ist im Jahre
1872 der Index für 1861 — 1870 erschienen.
Der Bericht über die XIX. Versammlung der deutschen Orni-
thologen-Gesellschaft zu Cassel 1872 von Baron D roste und Dr.
B. Borggreve wird im nächsten Jahresberichte seine Stelle finden.
T. Salvadori hat sein »Fauna d'Italia, Uccelli« betiteltes
Werk nunmehr vollendet.
Gypaettdae. P. J. van Beneden: Sur l'existence du Gy-
paete dans nos contres d'apres des ossements decouverts par Schmer-
ling dans les cavernes des environs de Liege. Bullet. Acad. de
Belgique XXXII 1871-72.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1872.
Von
T r o s c h e 1.
Lacaze Duthiers hat mit dem Jahr 1872 eine
neue Zeitschrift begonnen, der er den Titel „Archives de
zoologie experimentale et generale, histoire naturelle,
morphologie, histologie, evolution des animaux^ giebt.
Als Einleitung spricht sich der Herausgeber über Zweck
und Richtung der Zoologie aus, und wahrt sich gegen
den Ausspruch Bernard's, dass die Zoologie keine ex-
perimentale Wissenschaft sei, in sehr klarer und interes-
santer Darstellung. Er sagt am Schlüsse: La zoologie
descriptive a fait son temps: eile n'est plus que l'une des
parties, indispensables, il est vrai, mais insuffisantes de la
zoologie generale. Aussi pour avoir une valeur indiscu-
table, les resultats que celle-ci enregistre doivent etre:
appuyes sur les lois precises de la morphologie; deduits
des recherches les plus minutieuses d'histologie; demon-
tres par les etudes longues et continues de Tevolution;
soumis au contröle de l'experience, qui doit toujours pre-
parer, aider et conduire les etudes de morphologie et de
l'evolution. Ils doivent etre tels en un mot que la zoolo-
gie generale merite encore le nom de zoologie experi-
mentale.
Giebel sucht unter der Ueberschrift „die Zoologie*
den Werth dieser Wissenschaft als allgemeines Bildungs-
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. F
82 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
mittel und ihre Berechtigung auf Schulen besser gelehrt
zu werden nachzuweisen. Ein um so mehr zu beachtendes
Wort, als es gewiss zeitgemäss ist. Zeitschr. für die
ges. Naturwissenschaften 4. p. 437.
AI tum hat begonnen eine Forstzoologie herauszu-
geben. Das erste Heft, welches 1872 erschien, enthält
die Säugethiere. Die Lebensweise und die sonstigen
Eigenthümlichkeiten der einheimischen Thiere, soweit
sie den Forstmann interessiren, sind hier vorzugsweise
berücksichtigt.
Thome, Lehrbuch der Zoologie für Gymmasien,
Realschulen, forst- und landwirtschaftliche Lehranstalten,
pharmaceutische Institute ct. sowie zum Selbstunterrichte,
Braunschweig 1872. Ein Band von 416 Seiten, mit Holz-
schnitten.
In den Smithsonian Miscellaneous Collections No. 230
erschien von Gri 11 Arrangement of the Families of Mam-
mals, with analytical tables. Die Schrift beginnt mit einer
Aufzählung der 16 Ordnungen und 136 Familien. Dann
folgt ein Verzeichniss der citirten Schriften; dann eine
Charakteristik der drei Subclasses Monadelphia, Didelphia
und Ornithodelphia, so wie der Ordnungen Primates,
Ferae, Ungulata, Toxodonta, Hyracoidea, Proboscidea,
Sirenia, Cete; Chiroptera, Insectivora, Glires und Bruta
u. s. w.
In einer Brochüre : „Der Gedanke in der Gestalt des
Thierreiches; eine neue Substanz gegen den Darwinismus
und seine Herrschaft in Deutschland. Bonn 1872" bringt
Michelis manches über die Classification der Thiere
bei. Seine Ideen führen ihn öfters zu Resultaten, auf
die wir hier nicht weiter einzugehen vermögen. Zum
Schluss wendet er sich entschieden gegen die Abstam-
mung des Menschen von den Affen.
Gottstein, Ueber den feineren Bau und die Ent-
wickelung der Gehörschnecke der Säugethiere und des
Menschen. Max Schultze's Archiv für mikr. Anat. VIII.
p. 145-199, Taf. VI- VIII.
Nuel, Beitrag zur Kenntniss der Säugethierschnecke.
Ib. p. 200-215 Taf. IX, X.
der Säugethiere während des Jahres 1872. 83
Von Ajtai, Ein Beitrag zur Kenntniss der Ge-
schmacksorgane. Ib. p. 454 — 460.
Job er t lieferte in den Annales des sc. nat. 16. Ar-
ticle 5 eine ausgedehnte Arbeit über die Organe des
Tastsinnes bei verschiedenen Säugethieren, Vögeln, Fischen
und Insecktcn. Die Aufgabe, welche sich der Verf. ge-
stellt hat, ist um so wichtiger, als auffallenderweise die
Kenntniss des Baues der übrigen Sinnesorgane weiter
gefördert ist, als die des Tastsinnes. Er theilt die Arbeit
in zwei Abschnitte. In dem ersteren behandelt er die
Tastorgane in der Haut, im zweiten die der Epidermis.
Er beschreibt die Terminalkörperchen in den Fingern
des Menschen und der Affen und im Greifschwanze von
Ateles; die interepithelialen Nervenendigungen in dem
Rüssel des Maulwurf, des Igel, der Fledermäuse, des
Gürtelthiers, des Schnabelthiers und der Echidna. Die
Tasthaare theilt er in solche mit Blutsinus und solche
ohne Blutsinus. Von ersteren schildert er die vom Rüssel
des Schweines, von letzteren sehr ausführlich die von
den Fledermäusen. Verf. findet in diesen Organen eine
gewisse Uebereinstimmung, eine Gleichförmigkeit der
Endigungsweisen der Nerven. Terminalkörperchen, Haare,
interepitelialeNervenendigungenfindet man, nichts anderes.
Schöbl über die Nervenendigungen an den Tast-
haaren der Säugethiere, sowie über die feinere Structur
derselben. Eine vorläufige Mittheilung. Abhandl. der
böhm. Gesellsch. d. Wissensch. V. Die Arbeit schliesst
sich an die früheren des Verf. über die Tasthaare an der
Flughaut der Fledermäuse, am Ohr der Hausmaus und
am Ohre des Igels, und erstreckt sich dann auch auf
die Untersuchung der sogenannten Spürhaare an der
Schnauze. Auch hier fand Verf. einen nervösen End-
apparat, der bei den Tasthärchen der Flughaut in einem
Nervenring und in knäuelförmiger Umwickelung des
Zellkörpers besteht, im Ohre der Mäuse aus Nervenring
und Nervenknäuel, bei allen übrigen Tasthaaren aus dem
Nervenring, mit dem die modificirte Glashaut in Ver-
bindung tritt.
Stieda sprach sich in Max Schultze's Archiv
84 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
für mikr. Anatomie dahin aus, dass die eigentümlichen
Gebilde an den Haarwurzeln der Fledermäuse und Haus-
mäuse keine Terminalkörperchen seien, sondern sogenannte
Haarkeime, d. h. aus Zellen gebildete Fortsätze der Haar-
scheide, welche dazu bestimmt sind zu einem neuen Er-
satzhaar zu werden.
In derselben Zeitschrift. VIII. p. 295 erschien die
Abhandlung von Schöbl: das äussere Ohr des Igels als
Tastorgan, mit einer Tafel.
In einer grösseren Abhandlung „die Robbe und die
Otter (Phoca vitulina et Lutra vulgaris) in ihrem Knochen-
und Muskelskelet, eine anatomisch zoologische Studie,"
welche im 8. Bande der Abhandlungen der Senckenbergi-
schen Ges. erschien, hat Lucae zur Vergleichung auch
die Schädel und andere Skelettheile von Meles .Taxus, Re-
dunca ellipsipr ymna, Canis lupus, Otaria pusilla, Enhydris
lutris, sowie von Halicore cetacea, Trichechus rosmarus,
Felis leo auf 14 Tafeln abgebildet und beschrieben. Eine
gründliche, für die vergleichende Osteologie wichtige
Arbeit.
Ueber die Anordnung der Muskeln bei den Wirbel-
thieren schrieb Humphry einen längern Aufsatz, in
welchem seine früheren Bemerkungen zusammengestellt
sind. Journ. of anat. and phys. VI. p. 293 — 376.
Gillette untersuchte die Muskelhaut des Oesopha-
gus beim Menschen und bei den Thieren. Robin Jour-
nal de l'anat. et de phys. VIII. p. 617.
In einem Anhange p. 80 zu seinen Studien over de
verbeening en de beenderen van den Schedel der Teleo-
stei, Haarlem 1872, hat Vrolik die Verknöcherung des
Schläfenbeins der Säugethiere in Betracht gezogen. Er
berücksichtigt zuerst das Schläfenbein des Menschen,
dann das des Rindes, der Ziege, des Schafes, Schweines,
Kaninchens und Hundes.
Lucae hat in einer Schrift „Zur Morphologie des
Säugethiere-Schädels," die in dem 8. Bande der Abhand-
lungen der Senckenbergischen naturforschenden Gesell-
schaft p. 297 erschien, Messungen am Säugethier-Schädel
angestellt, wodurch er Verschiedenheiten der einzelnen
der Säugethiere während des Jahres 1872. 85
Arten, Gattungen und Ordnungen darlegt. Er wählte
zu seinen Messungen gewisse Punkte, besonders an dem
Längsdurchschnitt der Schädel aus, indem er die Median-
schnitte zur ßeurtheilung der Verhältnisse der verschie-
denen Genera für nöthig hält. Ohne sie sei durchaus
kein Aufschluss über die Architectur des Schädels zu er-
halten. Der Inhalt dieser Schrift ist zu reich, als dass er
sich in einem kurzen Auszuge wiedergeben liesse.
Hasse die Entwicklung des Atlas und Epistropheus
des Menschen und der Säugethiere in dessen „Anato-
mische Studien" Heft 3. 1872. mit einer Tafel.
Martins über die normale und orgininelle Lage
der Hand beim Menschen und in der Reihe der Wirbel-
thiere. Comptes rendus 74. p. 307.
Allen will in dem Schultergürtel der Wirbelthiere
eine strahlige Anordnung der Knochen gefunden haben.
Proc. Philadelphia p. 42.
Auf einen längeren Aufsatz in Proc. Boston soc.
XIV. p. 154—188 von Wilder „Intermembral Homolo-
gies" verweisen wir, da ein kurzer Auszug kaum ver-
ständlich sein würde.
Hyrtl, das Nierenbecken der Säugethiere und des
Menschen. Denkschriften der Wiener Akademie Bd. 31.
p. 107 mit 7 Tafeln.
Der 9. Band von Milne Edwards Lecons sur la
physiologie et l'anatomie comparee enthält p. 1 — 165 die
Generation der Säugethiere.
Hu ss, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der
Milchdrüsen beim Menschen und bei Wiederkäuern. Je-
naische Zeitschr. für Medic. und Naturwiss. VII. p. 176
mit Tafel 12 und 13.
Gegenbau r, Bemerkungen über die Milchdrüsen-
Papillen der Säugethiere. Ib. p. 204. Verf. erkennt
zwei Haupttypen an, eine bei der sich mehrere Milch-
gänge auf der Spitze der Papillen münden, so beim
Menschen, den Affen, Halbaffen, Carnivoren, Edentaten,
Nagern, Elephant, Rhinoceros und den Sirenen, die andere,
bei der sich die Milchgänge in einen die Zitze durch-
setzenden Kanal münden, wie bei den Cetaceen, Schwei-
86 Trosckel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
nen, Wiederkäuern und Einhufern. Bei den Känguruh' s
zeigt sich die Zitze verschieden; vor der Lactation ent-
spricht sie dem Typus der Wiederkäuer, später dem des
Menschen u. s. w. Indem Verf. auch die Monotremen in
die Betrachtung zieht, wird durch die Verschiedenheiten
der Bildung der Zitzen ein Gebiet betreten, welches
auch für die systematische Zoologie bedeutungsvoll zu
werden versprieht.
Die Erörterungen über Thiernamen, welche von
Martens im zool. Garten p. 40 fortsetzt, beziehen sich
auf Murmelthier, Siebenschläfer, Eichhorn.
Max Schmidt führte eine Reihe von Beispielen
an, dass Thiere, Affen, Raubthiere, Nagethiere, Wieder-
käuer und Dickhäuter ihre Kameraden tödteten, weil sie
sclvwach oder krank geworden waren. Zool. Garten p. 129.
Lomer lieferte im 11. Jahresbericht des Vereins
von Freunden der Erdkunde zu Leipzig, 1872, eine interes-
sante Uebersicht über die Verbreitung der Pelzthiere
auf unserer Erdoberfläche. Es handelt sich um grosse
Zahlen.
Die Zoological Society of London gab eine revidirte
Liste der Wirbelthiere heraus, welche gegenwärtig und
in den Jahren 1867 — 71 in ihrem Garten gelebt haben.
Das Buch ist mit 30 hübschen Holzschnitten seltener
Thiere geschmückt. Von Säugethieren sind darin ent-
halten: 93 Affen, 20 Halbaffen, 7 Fledermäuse, 2 Inse-
ctivoren, 113 Carnivoren, 7 Pinnipedien, 71 Nager, 7 Ein-
hufer, 22 Vielhufer, 102 Wiederkäuer, 1 Cetacee, 17 Eden-
taten, 39 Beutelthiere und 1 Monotrem, zusammen 498
Arten. Ein Beweis, mit welchem Aufwand von Mitteln
dieser Garten verwaltet wird.
In Neapel erschien ein erstes Supplement des Ver-
zeichnisses über die vergleichende Anatomie des dortigen
Museums ; Catalogo sistematico del Cabinetto nella Regia
Universitä degli studi di Napoli.
Die Accessions-Cataloge des Museums in Calcutta wur-
den fortgesetzt.
Fr i edel schilderte recht hübsch und wahr die
zoologischen Gärten von Hannover, Cöln> Amsterdam,
der Säugethiere während des Jahres 1872. 87
Haag, Scheveningen, Rotterdam, Sydenham, London.
Zool. Garten p. 225, 327, 353.
Senoner beklagt, dass es in Italien keinen öffent-
lichen zoologischen Garten giebt. Er erwähnt dabei, dass
es Comba gelungen ist, Antilope picta und Cervus Wa-
piti zu acclimatisiren. Zool. Garten p. 266.
Schlüter beschreibt den neu angelegten zoolo-
gischen Garten der Colonie Blumenau in der Provinz
Sta Catharina in Süd-Brasilien, und schildert das Betragen
des Cebus fatuellus. Zool. Garten p. 16.
Wir lassen nun die faunistischen Arbeiten folgen:
Europa. Tauber hat, Naturhistorisk Tidsskrift VIII.
p. 227 über das Gebiss und die Lebensweise der dä-
nischen Fledermäuse und Insectenfresser geschrieben.
Nach ihm kommen in Dänemark 11 Fledermäuse vor, 1 Ple-
cotus, 1 Synotus, 5 Vesperugo und 4 Vespertilio. Beschrieben und
abgebildet ist das bleibende und Milchzahngebiss von Yesperugo
Nathusii und pipistrellus. Von Insektenfressern sind Erinaceus
europaeus, Talpa europaea, Crossopus fodiens, Sorex vulgaris berück-
sichtigt. Verf. zieht aus seinen Untersuchungen folgende Schlüsse :
Die untersuchten Arten haben die für die placentalen Säugethiere
normale Zahl von Molaren, -§, und diese sind immer spitzhöckerig.
Die vordersten Schneidezähne sind häufig grösser als die folgenden
Vorderzähne. Der Eckzahn im Oberkiefer hat beim Maulwurf und
Igel zwei Wurzeln, und diese sitzen beim Igel scheinbar allein im
Oberkieferbein, sogar etwas hinter dem äusseren Rande der Naht ;
beim Maulwurf dagegen sitzt die vordere Wurzel scheinbar allein
im Zwischenkiefer und die hintere im Oberkiefer. Hinter den Eck-
zähnen stehn 1 bis 3 kleine, spitze falsche Backenzähne vor dem
hintersten hohen und spitzen Prämolaren. Der Zahnwechsel geht,
wie bei den Seehunden, in sehr zartem Alter vor sich; er ist bald
intrauterin, wie bei den Spitzmäusen utid zum Theil beim Igel, bald
extrauterin, wie beim Maulwurf, den Fledermäusen und zum Theil
beim Igel. Das Milchzahngebiss ist nicht mehr vollendet in Form
als seine Ersatzzähne. Die extrauterinen Milchzähne des Igels
gleichen ihren Ersatzzähnen in der Gestalt. Die Milchzähne der
Fledermäuse und des Maulwurfs sind sehr kleine, cylindrische, nach
innen gekrümmte, oft hakenförmige Zähne, die nicht in besondern
Zahnhöhlen sitzen, sondern nur aussen auf dem Gaumen befestigt sind
und gewöhnlich hinter den Keimen ihrer Ersatzzähne; sie werden
gewechselt, wenn die Jungen für sich selbst zu sorgen beginnen
und sind nur solange in Function, wie die Jungen saugen. Man
88 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
hat bei den Spitzmäusen keine andern Milchzähne gefunden als
Vorderzähne. Der Igel ist der einzige Insectenfresser, welcher einen
Winterschlaf hält, und sein Schlaf scheint nicht ununterbrochen
zu sein.
R. v. Willem oes-Suhm lieferte einen Beitrag zur
Zoologie der Faroe-Inseln. Nature Dec. 1872 p. 105.
Von Säugethieren findet sich Mus decumanus und Lepus
alpinus, welcher letztere vor 30 oder 40 Jahren einge-
führt wurde und gedeiht. Mus rattus ist fast ausgerottet.
Von Cetaceen werden erwähnt : Delphinus globiceps und
Urandodon rostratus.
Holland, die Wirbelthiere Pommerns. Stolp. 1871
ist mir nicht zu Gesicht gekommen. Darin werden 59
Säugethiere, 293 Vögel, 18 Amphibien und 92 Fische
aufgezählt.
Munter berichtet über sub fossile W irbelthierfrag-
mente von theils ausgerotteten, theils ausgestorbenen Thie-
ren Pommerns. Mitth. aus dem naturw. Vereine von Neu-
Vorpommern und Rügen IV. p. 1 — 44. Bos primigenius,
Bison europaeus sind in Knochenresten gefunden. Cer-
vus capreolus auf Rügen ausgestorben, Cervus elaphus
im Rosenthaler Torfmoor gefunden, Cervus alces durch
eine grössere Anzahl von Fragmenten nachgewiesen,
Cervus euryceros zur Zeit noch fraglich, Cervus tarandus
mehrere Geweihfragmente. Die einstige Existenz von
Felis catus, Felis lynx, Canis lupus und Ursus arctos in
Pommern kann Verf. durch keinerlei Beweisstücke unter-
stützen. Dagegen ist Castor fiber nachgewiesen und
Mus rattus kommt noch jetzt hier und da vor.
Nach Fric hat die Umgebung der Böhmerwald-
Seen Mangel an Wild; selbst Eichkätzchen scheinen
ganz zu fehlen; Marder sind zahlreich, Fledermäuse
kamen sparsam zum Vorschein. Sitzungsber. der böh-
mischen Ges. d. Wissensch. in Prag 1871 p. 4.
Fric hat unter dem Titel Arbeiten der zoologischen
Section der Landesdurchforschung von Böhmen (Archiv
der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen Bd. 2.
Abth. 4) ein Verzeichniss aller bisher in Böhmen beob-
achteten Wirbelthiere zusammengestellt. Von Säuge-
der Säugethiere während des Jahres 1872. 89
thieren sind 55 Arten verzeichnet, 15 Fledermäuse, 7 In-
sectenfresser, 13 Raubthiere, 16 Nagethiere, 3 Wieder-
käuer und 1 Vielhufer.
Jeitteles hat die vorgeschichtlichen x\lterthümer
der Stadt Olmütz und ihrer Umgebung in Mitth. der an-
thropologischen Ges. in Wien I. p. 127 und 238 nach
eigenen Forschungen geschildert. Er hai darin Reste
von Cervus elaphus, dama, Lepns cuniculns, Sus scrofa
ferus, S. scrofa palustris, S. scrofa domesticus Torfrace,
Equus caballus, Bos taurus, Ovis aries, Capra hircus, Ur-
sus arctos, vom Torfhund, vom Hunde der Bronze-Zeit
nachgewiesen.
Nach Doderlein, Alcune generalitä intorno la
fauna Sicula de Vertebrati, kommen von den 218 Arten
Säugethiere, welche ganz Europa bewohnen, und von den
92 italienischen Arten nur etwa 60 in Sicilien vor. Am
zahlreichsten sind die Chiropteren und Insectivoren. Etwa
20 Chiropteren , 4 Insectivoren, 10 Carnivoren, 15 Na-
ger, 1 Pachyderm, 2 Einhufer, 5 Wiederkäuer, 2 Pinnipe-
dien, 9 Walle. Annuario della Soc. dei Naturalisti in
Modena VI. p. 30.
In einem russisch geschriebenen Aufsatze, Katalog
der Säugethiere, Vögel, Amphibien und Fische des Ural
verzeichnet Leonidas Sabanejeff 69 Säugethiere. Bulle-
tin de Moscou 1871. No. 3, 4, p. 210. Es sind 5 Cervus,
1 Sus, 1 Lagomys, 2 Lepus, 1 Castor, 1 Ellobius, 1 Myo-
des, 6 Arvicola, 1 Cricetus, 7 Mus, 3 Dipus, 1 Myoxus,
1 Spermophilus, 1 Tamias, 1 Sciurus, 1 Pteromys, 5 Ves-
perugo, 5 Vespertilio, 1 Piecotus, 1 Talpa, 1 Myogale,
4 Sorex, 1 Erinaceus, 3 Felis, 3 .Canis, 1 Ursus, 1 Meles,
1 Gulo, 3 Mustela, 4 Foetorius und 1 Lutra.
Heuglin lieferte einen Bericht über die Land-
säugethiere von Novaja Semlja und der Weigatsch-Insel.
Folgende 8 Säugethiere werden erwähnt und ihre geo-
graphische Verbreitung besprochen: Myodes torquatus
Var. pallida Midd., Myodes obensis Brants, Arvicola
obscurus Eversm., Ursus marinus, Canis lagopus, Canis
vulpes, Canis lupus, Cervus tarandus. Petermann's Geo-
graphische Notizen 1872. p. 217.
90 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte .
Afrika. G r e e ff ist der Meinung, dass kein einziges
wildlebendes Säugethier ursprünglich auf Madeira ein-
heimisch ist. Ziegen, Katzen, Kaninchen, Ratten und
Mäuse seien durch Schiffe eingeschleppt. Auf den cana-
rischen Inseln leben viele Hunde vom Schakal-Typus,
die Verf. auch für eingeführt hält, ebenso wie die
wilden Kaninchen und die verwilderten Ziegen, so dass
nur einige Fledermäuse übrig bleiben, die er jedoch auch
nicht als Ureinwohner gelten lassen will, zumal die be-
kannten Arten, Vespertilio barbastellus und pipistrellus
auch in Europa und Africa sehr verbreitet sind. Ma-
deira und die Canarischen Inseln, Marburg 1872. Uni-
versitätsprogramm.
Peters bestimmte eine kleine Sammlung von Säuge-
thieren aus Benguela und Cambembe als Ptcrocyon stra-
mineus Geoffr., Epomophorus macrocephalus Og., und
gambianus Og., Phyllorhina Commersonii Geoffr., Nycti-
nomus limbatus Pet., Mus barbarus L., Mus musculus L.
und Georychus hottentottus Less.
Burton machte in seinem Buche „Zanzibar city,
island and eoast" 1872 I. p. 197 Bemerkungen über die
Fauna von Zanzibar. Daselbst kommen vor: Cercopithe-
cus griseo-viridis, Felis serval, Viverra civetta und ge-
netta, zahme Katzen in allen arabischen Städten, Arctomys
collaris dringt in die Gräber und frisst die Leichen, von
Nagern finden sich graue Eichhörnchen, kleine Kanin-
chen, grosse Ratten und Mäuse, Clioeropotamus. Die
Saltiana Antilope ist gemein.
Ueber die Fauna von Madagaskar sagt Grandidier
im Bulletin de la Soc. de Geographie Avril 1872 p. 373,
sie habe viele dieser Insel eigenthümliche Arten, und
diese geben dem Lande eine besondere Physiognomie.
Die zahlreichen Lemuriden, deren Foetus ergeben hat,
dass sie eine placenta diffusa besitzen, sehr verschieden
von der discoiden Placenta der übrigen Quadrumanen,
haben anatomische Charaktere , die sie von den Affen
trennen, um eine eigene Ordnung zu bilden. Er meint,
dass locale Rassen als Species beschrieben seien, von den
bisher unterschiedenen 22 Arten seien nur 6 oder 7 halt-
der Säugethiere während des Jahres 1872. 91
bar. Die Felinen erscheinen in Madagascar unter einer
plantigraden Form, die nirgend anderswo vorkommt; die
Insectivoren haben auch ein eigentümliches Ansehen.
Die Entdeckungen des Verf. haben erwiesen, dass auch
die Pachyderrnen und Nager auf Madagaskar vertreten
sind, und zwar durch Hippopotamus Lemerlei und Choe-
ropotamus Edwardsii die ersteren, durch Hypogeomys
die Nager.
Asien. Stoliczka kennt aus der Provinz Kachh
28 Säugethiere, unter denen zwei Fledermäuse als neue
Arten von Dobson beschrieben worden sind. Zwei neue
Erinaceus (s. unten) werden unterschieden; die einzige
Gazelle, welche in Kachh vorkommt, ist #G. Bennetti und
nicht Christii. Proc. Asiat. Soc. of Bengal p. 121.
Die ausführliche Abhandlung erschien dann in Journ.
Asiat. Soc. of Bengal 41. IL p. 211. Nach einer Schil-
derung der physikalischen Verhältnisse werden die ein-
zelnen Arten aufgezählt. Von Affen hat Verf. wenig be-
merkt. Die Fledermäuse sind von Dobson bearbeitet,
es sind 4 Arten. Von Insectivoren sind ausser Crocidura
murina die beiden neuen Erinaceus beobachtet; von Car-
nivoren Ursus labiatus, Felis leo und tigris sehr selten,
Felis pardus häufiger, Felis chaus überall, aber nicht
häufig, Felis caracai selten, Felis jubata sehr selten, Hy-
aena striata, Herpestes griseus, Canis pallipes und aureus,
Vulpes bengalensis und leucopus. Von Nagern sind er-
wähnt Sciurus palraarum , Gerbillus erythrourus sehr
gemein, Mus decnmanus und urbanus, Hystrix leucura
und Lepus ruficaudatus. Von Hufthieren kommen vor
Equus onager, Sus indicus, Antilope bezoartica und Ga-
zella Bennetti. — Ib. p. 257 wird den genannten Arten
noch Pteropus medius hinzugefügt.
Swinhoe machte Proc. zool. soc. p. 813 Bemer-
kungen über chinesische Säugethiere, welche er bei Ningpo
beobachtet hat. Er nennt Cervulus Reevesi Gray und
Sclateri n. sp., Hydropotes inermis Swinh., Felis tigris
und pardus, Viverricula malaccensis, Mustela sibirica,
Urva cancrivora, Viverra zibetha, Paguma larvata, Nycte-
reutes procyonoides, Lätra Swinhoii Gray, Meles lepto-
92 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
rhynchus, Sciurus griseipectus (oder chinensis?) Gray
und M'Clellandi, Mus decumanus und ningpoensis, Sorex
rnyosurus und Phyllorhina Swinhoii.
David gab in einem Berichte über die Ausbeute
auf seinen Reisen ein vollständiges Yerzeichniss aller
Säugethiere, die er selbst im nördlichen China, nördlich
von Yangtzekiang beobachtet hat, begleitet von Anmer-
kungen von A. Mi Ine Edwards. Es enthält 110 Arten
wovon mehr als 40 neu. Letztere sind in den Noten
von A. Milne Edwards kurz charakterisirt, und werden
unten namhaft gemacht.
Aus Mohnike's Schrift „die Japaner, ethnogra-
phische Monographie, Münster 1872", heben wir hervor,
p. 10, dass die geringe Anzahl der Haussäugethiere in
Japan bemerkenswerth ist. Zu den animalischen Nah-
rungsmitteln des Japanischen Volkes kann das Fleisch
der Hausthiere kaum gerechnet werden. Von nicht ge-
zähmten Thieren dienen nur die Hirsche, wilden Schweine
und Hasen den Bewohnern als Nahrungsmittel. .
Australien. Baden Powell New homes for the old
Country, a personal experience of the political and do-
mestic life, the industries, and the natural history of
Australia and New Zealand. London 1872. Verf. be-
merkt p. 257, dass die Beutelthiere vorherrschend sind.
Zwei Kapital p. 296 beschäftigen sich mit dem Ornitho-
rhynchus paradoxus, der Piatypus genannt wird und
mit der Echidna, die mit dem Namen Porcupine be-
zeichnet wird ; das folgende Kapitel mit dem Coala oder
Native Bear und mit dem Wombat oder Badger, dem
Opossum oder Possum und mit der Native Cat oder Da-
syurus. Ferner folgen zwei Kapitel über die Jagd der
Känguruh's und endlich wird p. 363 das Leben der Din-
go's und der fliegenden Füchse (Pteropus) geschildert.
Amerika. B ruhin verzeichnete die von ihm in und
um Neu-Cöln beobachteten Säugethiere. Es sind 3 Fleder-
mäuse, 2 Insectivoren, 7 Carnivoren, 1 Didelphys, 8 Nager
und 1 Wiederkäuer. Zool. Garten p. 251.
Coues beobachtete bei Fort Macon N. C. folgende
Säugethiere: Lynx rufus Raf., Vulpes virginianus Rieh.,
der Säugethiere während des Jahres 1872. 93
Putorius vison Gapp; Lutra canadensis Sab., Procyon
lotor Storr., Cariacus virginianus Gray, Balaena cisar-
ctica Cope, Delphinus sp., Lasiurus cinereus Allen, L, nove-
boracensis Gray, Scalops aquaticus Fischer, Sciurus
carolinensis Gm., Mus decumanus Pall., M. musculus L.,
Fiber zibethicus Cuv., Lepus sylvaticus und palustris
Bach., Didelphys virginiana Shaw. Proc. Acad. Philadel-
phia 1871 p. 12.
Hensel setze seine Beiträge zur Kenntniss der
Thierwelt Brasiliens im zool. Garten p. 1, 33, 76, 151
und 176 fort. Das Hundegeschlecht ist in den vom Verf.
bereisten Gegenden durch den Haushund, Canis jubatus
und Canis Azorae vertreten ; der Haushund mit seinen
Varietäten wird geschildert, und manche interessante Züge
werden beigebracht. — Von Nagethieren, die zahlreich
in Brasilien sind, verbergen sich die kleineren dem Rei-
senden leicht, die Hesperomys-Arten müssen in Fallen
gefangen werden; die kletternden, wie Sciurus aestuans,
Phyllomys n. sp., Dactylomys amblyonyx, können nur
geschossen werden. Sphiggurus villosus wird als den
Hunden sehr gefährlich geschildert, da seine Stacheln
bedenklich verwunden. Das Fleisch von Dasyprocta aguti
wird wenig geschätzt, dagegen liefert Coelogenys Paca
das vorzüglichste Wildpret. Von letzterem wird eine
eigenthümliche Behaarung am Innenrande der Hand er-
wähnt. Hydrochoerus capybara ist sehr fett, aber kaum
geniessbar, während seine weiche Haut sich gut zur Be-
reitung von Reitsätteln eignet. — Der äusserste Süden
Brasiliens besitzt von Edentaten nur einige Gürtelthiere,
Myrmecophaga jubata und tetradactyla ; Faulthiere fehlen
gänzlich.
Platzmann „Aus der Bai von Paranagua, Leipzig
1872/ schildert hier und da auch Thiere und Thierleben
mit einer Anschaulichkeit und Lebendigkeit, die der
Schiiderungen auch hier Erwähnung zu thun gebietet.
So ist p. 73 die Rede von Hydrochoerus Capybara, p. 89
vom Ameisenbären, p. 128 von einer Wildschweinsjagd,
Dicotyles torquatus.
94 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Quadrintiana.
Hamy hat die Entwickelung des Gehirns bei den Primates
untersucht. Ihm war eine Anzahl Gehirne junger Exemplare aus
verschiedenen Familien zugänglich. Er konnte zeigen, dass die ver-
hältnissmässige Entwickelung der verschiedenen Theile der Hemi-
sphären fast in gleicher Weise bei allen diesen Thieren erfolgt. Ar-
chives de Zoologie experimentale I. p. 429.
Dorner theilte Züge aus dem Leben einiger Affen des zoo-
logischen Gartens in Hamburg mit, namentlich von Pseudanthropus
troglodytes, Hylobates leuciscus, Cynocephalus hamadryas, Hapale
rosalia, Stenops tardigradus. Zool. Garten p. 49.
Gatarrhinae. Mohnike machte in den Sitzungsber. der nie-
derrhein. Ges. für Natur- und Heilk. p. 35 einige Mittheilungen
über die Affen des Indischen Archipels und deren Verbreitung. Es
kommen 21 Arten in 7 Gattungen vor, wozu noch drei Halbaffen
kommen. Der Orang-Utan bewohnt ausschliesslich Sumatra und
Borneo, die einzige Art von Siamanga nur Sumatra, Hylobates Su-
matra, Borneo und Java, auf jeder in einer besonderen Art; von
Semnopithecus leben drei Arten auf Java, 3 auf Sumatra, 5 auf
Borneo und 2 auf -beiden letzteren zugleich; Inuus nemestrinus
findet sich auf Sumatra und Borneo; am weitesten verbreitet ist
Cercopithecus cynomolgus; ausschliesslich auf Celebes und Batjan
kommt Cynocephalus nigrescens vor.
Hartmann liefert Beiträge zur zoologischen und zooto-
mischen Kenntniss der sogenannten anthropomorphen Affen in Rei-
chert und Dubois-Reymond's Archiv für Anat. und Phys. p. 107, 474.
Eine ausgedehnte Arbeit, deren Schlussresultat abzuwarten ist.
Peters legte den Schädel eines weiblichen Orang-Utang aus
Borneo vor, der oben beiderseits und unten rechts 6 Backenzähne
besitzt. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 76.
Pagenstecher machte einen Sectionsbericht über den im Ham-
burger zoologischen Garten gestorbenen weiblichen jungen Chim-
panse, Troglodytes niger, bekannt. Die Todesursache war Tuber-
culose. Zool. Garten p. 148.
Gentry erwähnte eines Bastardes von Macacus nemestrinus
Mas und Macacus cynomolgus femina. Proc. Philadelphia p. 122.
Murie beschreibt den Macacus maurus von Borneo, mit Holz-
schnitten des Schädels und einiger Skelettheile. Proc. zool. soc.
p. 721.
Anderson beschrieb den Macacus brunneus, und schilderte
seine Anatomie, liess auch das ganze Thier abbilden. Proc. zool.
soc. p. 203 pl. 12. — Sei at er liess den Macacus rufescens Anderson
der Säugethiere während des Jahres 1872. 95
ib. p. 495 pl. 24 abbilden, und pl. 25 eine neue Art, die er Maca-
cus rheso-similis nennt. — Anderson glaubte ferner eine neue
Art in Sunderbunds, östlich von Calcutta zu erkennen, und stellt
die Differenzen von Inuus rhesus fest, ohne ihr einen Namen zu
geben. Proc. zool. soc. p. 529. In einer Note p. 532 fügt Sclater
hinzu, er zweifle nicht, dass diese Art sein Macacus rheso-similis
sei, und Blyth vermuthe, dass dies Macacus assamensis M'Clell. sei,
was sehr wahrscheinlich.
Murie hält den Macacus brunneus Anderson für synonym
mit Macacus arctoides St. Hilaire. Proc. zool. soc. p. 770. —Der-
selbe findet ib. p. 771 Macacus cyclopis Swinhoe verschieden von
rhesus, wofür Gray ihn nahm, und beschreibt einige osteologische
Details dieses Affen. — Ferner beschreibt Murie ib. p. 780 den ja-
panesischen Macacus speciosus.
Macalist er beschrieb die Muskel-Anatomie eines männlichen
Cynocephalus hamadryas, Annais nat. hist. X. p. 62.
Platyrrhinae. Sclater, On the Quadrumana found in Ame-
rica north of Panama. Proc. zool. soc. p. 2. Es werden 11 Arten
verzeichnet, nämlich Saimiris entomophaga (Chrysothrix sciurea),
Nyctipithecus lemurinus, N. rufipes n. sp. pl. I, Cebus hypoleucus,
Ateles melanochir, A. vellerosus pl. II, A. ater, Mycetes villosus,
Kopf abgebildet nebst dem des Brasilianischen M. caraya zum Ver-
gleiche, M. palliatus und Midas Geoffroii.
Durch diese Abhandlung wurde Reinhardt Vidensk. Medde-
lelser naturh. Foren, i Kjöbenhavn 1872 p. 150. (vergl. auch Proc.
zool. soc. p. 797,) veranlasst, auch einen Beitrag zur Kenntniss der
Affen in Mexico und Centralamerica zu geben. Er nimmt an, dass
ein Affe, der im Kopenhagener Museum als Ateles neglectas steht,
ein grösseres Exemplar von A. vellerosus sei, und zweifelt, ob nicht
Ateles melanochir, den Deppe ins Berliner Museum lieferte, auch
ein Ateles vellerosus sei. Er schliesst, dass A. vellerosus sich von
Vera Paz in Guatemala durch das südöstliche Mexico mindestens bis
zur Breite von Vera Cruz und Orizaba ausbreite, und dass die Affen
längs der Westküste CentralamerikaV und Mexico's nicht soweit
nördlich gehen, wie längs der Ostküste, indem die Nordgrenze an
der Westküste bei Tehuantepec gesetzt werden kann, bis zum 16.
Grade, während sie an der Ostküste den 23. Grad erreicht. Dann
beschreibt Verf. eine neue Art Chrysothrix Oerstedii mit schöner
Abbildung, und vermuthet, .dass der von Sclater als Chr. entomo-
phaga bestimmte Affe derselben Art angehören möge.
Sclater Hess Proc zool. soc. p. 663. pl. 54 den Ateles fusci-
ceps Gray abbilden. Es ist der einzige Affe, den Buckley in dem
Transandischen Ecuador gefunden hat.
Sclater erkannte in der Art, welche er früher für Ateles
96 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
vellerosus hielt, eine neue Art Ateles rufiventris, Columbia. Proc.
zool. soc. p. 688. pl. 57.
Sclater berichtet ib. p. 798, dass Peters auf seine Anfrage
den von Deppe gesammelten Ateles auch als Ateles vellerosus aner-
kenne.
Cope schildert die Intelligenz eines Cebus capucinus. Proc.
Acad. Philadelphia 1872 p. 40; Dana and Silliman Amer. Journ. IV.
p. 147 ; Annais nat. hist. X. p. 22.
Sclater erkannte Geoffroy's Saimaris usta als selbstständige
Art, verschieden von S. sciurea durch die nackten Ohren. Der
Kopf ist im Holzschnitt abgebildet. Proc. zool. soc. p. 688.
FrosimÜ. Gervais hat bereits 1870 (Dict. encycl. des sc.
medic. IV. p. 474) angedeutet, dass die Lemuriden als besondere
Ordnung von den Quadrumanen zu trennen seien. Er hat nun in
seiner neuen Zeitschrift Journal de Zoologie I. p. 5 durch Unter-
suchungen über das Gehirn derselben diese Ansicht bestätigt ge-
funden. Seine Eintheilung der Ordnung der Lemuren in Familien
ist die folgende:
I. Lemuridae mit drei Tribus, 1. Indrisini, Gatt. Lichanotus,
Propithecus, Microrhynchus, 2. Lemurini, Gatt. Lemur, Hapalemur,
Lepilemur, Cheirogaleus, Microcebus, 3. Nycticebini Gatt. Nyctice-
bus, Stenops, Perodicticus, Arctocebus, Otolemur, Otogalagos, Otolich-
nus, Hemigalagos. — IL Tarsidae, Gatt. Tarsius. — III. Che iro my-
dae, Gatt. Cheiromys. Verf. geht dann die anatomischen und. mor-
phologischen Eigenthümlichkeiten des Gehirns der Lemuren durch
und bildet es von 15 Arten ab. — Die Galeopithecus stellt er zu
den Insectivoren.
Gray wurde durch eine Reihe von Exemplaren von Lemuri-
den aus Madagaskar in seiner Ansicht bestärkt, dass diese Thiere
sehr variabel sind, und dass die Arten der Genera Indris und Pro-
pithecus Farben Varietäten sind. Er nennt eine Varietät Indris va-
riegatus, und erwähnt einer Farbenabweichung von Propithecus dia-
dema. Annais nat. hist. X. p. 474.
J. E. Gray ist Proc. zool. soc. p. 846 in der Meinung be-
stärkt worden, dass die verschiedenen Farben- Veränderungen von
Propithecus einer einzigen Species angehören, nämlich Pr. diadema.
Er führt die sechs Varietäten auf: 1. Edwardsii Grandidier, bicolor
Gray, 2. diadema Benn., 3. damonis Pollen, coquerellii Edw., 4. Ver-
reauxii Grandidier, 5, coronatus, 6, Deckenii Perters. Auch Indris
scheint sehr zu variiren. Verf. wiederholt nun die Uebersicht der
Gattungen der Lemuriden mit sechs unteren Schneidezähnen und
sechs Backenzähnen jederseits oben und unten, wie er sie in dem
Catalogue of Monkeys and Lemurs in the British Museum gegeben
der Säugethiere während des Jahres 1872. 97
hatte. Da. dieser Catalogue für unsere Berichte noch nicht benutzt
werden konnte, so geben wir hier eine Aufzählung der zahlreichen.
Genera.
I. Lepidolemu r i n a. Zwischenkiefer sehr klein . vorn abge-
stutzt , Schneidezähne keiner, oder zwei, einer hinter dem andern,
am Grunde der Eckzähne; Ohren massig, behaart. Gatt. Lepilemur,
Hapalemur und Prolemur.
II. Zwischenkiefer vorspringend und vorn gewölbt: obere
Schneidezähne in einer gekrümmter Reihe, die zwei mittleren meist
länger und grösser und gegen die Mittellinie convergirend. A.
Lemurina. Ohren massig, aussen mit Pelz bedeckt, Schwanz lang;
Hirnschale oval, Nase etwas vorstehend, anderthalb mal so lang
wie der Durchmesser der massigen Augenhöhlen; obere Schneide-
zähne am Aussentheile der Seiten der vorstehenden Zwischenkiefer,
Gatt. Lemur, Prosimia, Varecia. — B. Gheirogaleina. Ohren
kurz, rund, aussen mit dicht anliegendem Haar und nackt am Rande,
Schwanz cylindrisch oder conisch; Schneidezähne an der Mitte der
Seiten der vorstehenden Zwischenkiefer, mit massigem Zwischen-
raum, die mittleren meist die grössten. a. Hirnschale oval, 'Nase
vor der Augenhöhle zusammengezogen , vorn kaum schmaler. Gatt.
Opolemur. b. Hirnschale fast kugelig, Nase breit, nach vorn ver-
schmälert, etwas länger als der Durchmesser der Augenhöhlen, Gatt.
Phaner und CUeirogaleus. c. Hirnschale fast kugelig, Nase breit,
vorn verschmälert, kürzer als der Durchmesser der grossen Augenhöh-
len, Gatt. Mirza, Azema, Murilemur. — C. Galagonina. Ohren
sehr gross, nackt, gefaltet; Schwanz haarig, oft buschig: Hirnschale
kugelig, dünn; Nase vorn verschmälert; obere Schneidezähne gleich,
cylindrisch. a. Obere Schneidezähne stark, in gebogener Linie, ge-
neigt und vorn nahe bei einander, Gatt. Sciurocheirus. b. Obere
Schneidezähne sehr schlank, in einer fast geraden Linie, dicht bei
den Eckzähnen, aufrecht, mit grossem Zwischenraum, Gatt. Hemi-
galago und Otolicnus. c. Hirnschale eiförmig, fest, Nase vorn nicht
verschmälert, obere Schneidezähne ganz dicht an der Innenseite der
Eckzähne, mit breitem Zwischenraum, .aufrecht, gleich; Zwischen-
kieferknochen einfach, dünn, Gatt. Enoticus und Otogale. — Schliess-
lich sind dann die Arten dieser 17 Genera aufgezählt. Prosimia
rufipes Gray. Opolemur Milii Geoffr. und Cheirogaleus typicus Gray
sind auf drei Tafeln in beiden Geschlechtern abgebildet.
Propithecus sericeus Milne Edwards und Grandidier Revue
de zool. p. 273 von Madagascar. — P. bicolor Gray Annais nat.
hist. X. p. 206 von Madagascar; ist nach Sclater ib. p. 298 identisch
mit P. Edwardsi Grandidier.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd.
98 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Volitaiitia.
Van Beneden fand bei genauer Vergleichung, dass die
Fledermäuse aus der Epoche des Mammuth mit denen, welche
heute noch in denselben Höhlen leben , vollkommen überein-
stimmen. Weder an Zahl noch an Grösse sind Veränderungen
bemerkbar. Er schliesst daraus, indem er auch andere Beobach-
tungen heranzieht, dass die natürliche Zuchtwahl keine Verände-
rung der Arten, sondern im Gegentheil die Erhaltung derselben
in ihrer ganzen Reinheit zur Folge hat. Wo dagegen die vom Men-
schen beeinflusste künstliche Zuchtwahl zur Geltung kommt, zeigen
sich die mannichfaltigsten Veränderungen. Report of the british
association held at Edinburgh p. 135. — Vergl. auch Bull, de l'Acad.
royale de Belgique 33. p. 207, woselbst ein kurzes Resume über
eine Abhandlung gegeben wird, die in den Memoiren der Academie
erscheinen soll. Verf. hat hier besondere Rücksicht auf die Para-
siten der Fledermäuse genommen.
Macalister untersuchte die Myologie von 19 Fledermäusen,
und fügte zur Vergleichung die von Pteromys und Galeopithecus
hinzu. Proc. Royal Soc. January 1872; Annais nat. hist. IX. p. 402.
Die vollständige Abhandlung erschien unter dem Titel The Myology
of the Chiroptera in Philos. Transact. of the Royal Soc. of London
162. p. 125—171 pl. 13—16.
Hutton beschrieb die Fledermäuse des Nordwestlichen Hima-
laya. Es sind 25 Arten, worunter einige neue: 1 Pteropus, 1 Cyno-
pterus, 7 Rhinolophus, 3 Phyllorhina, 1 Barbastellus, 1 Plecotus, ein
Nycticejus, 3 Vesperugo, 1 Miniopterus, 2 Vespertilio, 1 Kerivoula,
1 Harpyiocephalus, 1 Murina und 1 Megaderma. Proc. zool. soc.
p. 690.
Istiophora. Bhinolophus larvatus A. Milne Edwards Nouvelles
Archives du Museum VII. Bull. p. 91 von Moupin.
Peters erörterte Berliner Monat sber. p. 192 die Arten der
Gattung Megaderma. Er theilt sie in drei Subgenera : 1) Mega-
derma s. str. Vorderer Rand des Hufeisens wulstig, verwachsen oder
wenig frei, Sattel herzförmig, am oberen Rande jederseits einge-
buchtet und mit dem schmalen allenthalben gleich breiten Längs-
kiel der Lanzette verwachsen, Lanzette der Länge nach gefaltet,
so dass vorn ein mittlerer Längskiel, hinten eine Längsfurche er-
scheint; Schädel mit schmaler Stirngrube, indem die Stirnbeine
über der Orbita flach blasenförmig aufgetrieben sind; Backzähne
3 2 2 3
— : ' — Dahin M. spasma L. und M. cor n. sp. aus Abys-
o . 2i — & . o
sinien. 2) Lyro derma. Vorderer Rand des Hufeisens dünnhäutig
frei, schmal und ungefaltet, mittlerer Theil des oberen Randes des
der Säugethiere während des Jahres 1872. 99
scheibenförmigen Sattels mit dem an der Basis breiteren Längskiel
der Lanzette verschmolzen ; Stirngrube des Schädels sehr flach,
hinterer Seitenwinkel wenig vorspringend ; Backzähne — :
3.2 — 2.3
Dahin M. lyra Geoffr. 3) Lavia Gray. Vorderer verlängerter Rand
des Hufeisens frei, zurückgeschlagen und längs der Mitte gefaltet,
so dass auf seiner unteren Seite eine Längsrinne gebildet wird;
der Sattel an der Basis am breitesten, und jederseits gelappt, nach
oben allmählich sich verschmälert d und so unbemerkt in den vor-
deren Längskiel der Lanzette übergehend; Stirngrube des Schädels
flach, sonst von ganz ähnlicher Form wie Nycteris, mit deutlich
o -i 1 o
vortretenden Postorbitalecken. Backzähne ' ___. Dahin
3.2 — 2 . 3
M. frons Geoffr.
Pyllorhina micropus Hutton Berliner Monatsber. p.256; Proc.
zool. soc. p. 703 vom Himalaya.
Peters zählt zu der Gruppe der Mormopes, die er als eine
Unterfamilie der Vampyri betrachtet, die Gattungen Mormops Leach
mit 2 Arten, Chilonycteris Gray mit 4 Arten und Pteronotus Gray
mit 1 Art. Berliner Monatsber. p. 361.
Gymnorhina. Taphozous Kachhensis Dobson Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 41. p. 221 aus der Provinz Kachh.
Vesperugo micropus Hutton Berliner Monatsber. p. 259; Proc.
zool. soc. p. 708 vom Himalaya.
Vesperus (Marsipolaemus) albigularis nov. subgenus Peters
Berliner Monatsber. p. 260 aus Mexico.
Vesperus propinqiius aus Guatemala und tenuipinnis aus Gui-
nea Peters Berliner Monatsber. p. 263.
Vespertüio Moupinensis A. Milne Edwards Nouvelles Archives
du Museum VII. Bull. p. 91. von Moupin.
Von Vespertüio calcaratus Wied konnte Peters ein wohler-
haltenes Exemplar von den Hochebenen Peru's untersuchen. Es er-
gab sich, dass das Prinz Wied'sche Exemplar durch Eintrocknen
sehr verändert war, dass namentlich eine Zerreissung an der Schen-
kelflughaut statt gefunden hatte, und dass die. Spornen gar nicht
so auffallend lang sind. Obgleich von den von Gray für die Gat-
tung Centronycteris aufgestellten Merkmalen kein einziges bestehen
bleibt, so behält Verf. doch den Namen bei. Die Gattung schliesst
sich zunächst an Saccopteryx an. Berliner Monatsber. p. 699.
Auf Vespertüio pachypus Temmink gründet Peters ib. p. 703
eine neue Gatt. Tylony cteri s, die sich durch die grosse glatte
Schwiele unter der Fusssohle und eine ähnliche kleinere unter der
Basis des Daumens, sowie <Jurch die Kürze des Daumens und die
Kleinheit der Daumenkralle von Vesperus auszeichnet. Auch der
100 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Schädel ist wegen seiner abgeplatteten Form auffallend von dem der
anderen Vespertilionen verschieden; die Ohren sind mittellang, drei-
eckig und haben eine kurze, fast beilförmige Ohrklappe. Dazu kommt
eine neue Art T. Meyeri von Luzon.
Pipistrellus leucotis Dobson Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41
p. 222 aus der Provinz Kachh.
Harpyiocephalus Huttonii Peters Berliner Monatsber. p. 257
Proc. zool. soc. p. 711 vom Himalaya.
Murina grisea Hutton Berliner Monatsber. p. 258; Proc. zool.
soc. p. 712 vom Himalaya. — M. aurata und leucogaster A. Milne
Edwards Nouvelles Archives du Museum VII. Bull. p. 91 von Moupin.
Insectivora.
Erinaceus (Hemiecliinus) pictus aus Kachh und albulus aus In-
dien, jedoch ohne nähere Angabe des Fundortes, Stoliczka Journ.
Asiat. Soc. of. Bengal 41 p. 223 und p. 257.
Joh. v. Fischer hielt einen Erinaceus lybicus in Gefangen-
schaft. Zool. Garten p. 289.
Anderson erkannte aus der Osteologie und aus dem Gebiss,
dass Hylomys näher mit Gymuura und Erinaceus verwandt ist. als
mit Tnpaia. Die vollständige Abhandlung soll in den Transactions
of the zoological society of London publicirt werden. Proc. zool.
soc. p. 683.
Crocidura attenuata A. Milne Edwards Nouvelles Archives du
Museum VII, Bull. p. 92 aus China.
Sorex cylindricauda und quadraticauda A. Milne Edwards
Nouvelles Archives du Museum VII. Bull. p. 92 aus China.
Uropsilus n. gen. A. Milne Edwards Nouvelles Archives du
Museum VII. Bull. p. 92 zwischen Urotrichus und Sorex mit dem
Rüssel der ersteren und den Füssen der letzteren. U. soricipes von
Moupin.
Scaptonyx n. gen. A. Milne Edwards Nouvelles Archives du
Museum VII. Bull. p. 92 zwischen Talpa und Urotrichus mit kurzer
Schnauze, kräftigen Vorderfüssen und langem Schwänze. Sc. fusicauda
aus China.
Carnivora.
Ursina. Payer schilderte das Leben des Eisbären, und die
Gefahren von ihm überfallen und angegriffen zu werden. Peter-
mann's Geographische Mittheilungen 1871 p. 413.
Mustelina. Putorius Moupinensis , astutus , Davidianus A.
Milne Edwards Nouvelles Archives du Museum VII. Bull. p. 92,
erstere beiden von Moupin, letzterer von Kiang-si.
der Säugethiere während des Jahres 1872. 101
Viverrina. Gray beschrieb wieder seine Fossa Daubentonii
von Madagascar, die er für identisch hält mit Buffon's Fossane und
Schreber's Viverra fossa. Annais nat. hist. X. p. 206. Dieselbe ist
Proc. zool. soc. p. 869 p. 74 abgebildet.
Flow er berichtete, dass Nandinia binotata Gray keinen Blind-
darm hat. während derselbe bei Paradoxurus noch mehr entwickelt
ist als bei Viverra. Proc. zool. soc. p. 683.
Ganina. Kraus s berichtete über zwei weissliche Füchse, die
kleiner waren als gewöhnliche Füchse. Er verglich die Maasse von
Schädeln und Skeleten mit den gewöhnlichen Füchsen und mit Canis
lagopus. Württembergische Jahreshefte 28 p. 39.
Payer behauptet, dass der Polarfuchs weiss, blau oder grau
gefärbt sei, unabhängig von der Jahreszeit, und schildert ihn als
gar nicht scheu, vielmehr zudringlich. Petermann's Geographische
Mittheilungen 1871. p. 418.
Dönitz berichtete über eine Abweichung im Gebisse von
Canis mesomelas. Sitzungsber. Ges. naturforschender Freunde zu
Berlin p. 54.
M urie beschrieb den indischen wilden Hund nach zwei Exem-
plaren des zoologischen Gartens in London. Er glaubt, dass das
Genus Cuon nur eine Species besitze mit vier geographischen Varie-
täten, die als Arten aufgefasst worden sind. Er giebt dem Hodgson'-
schen Namen Cuon primaevus den Vorzug. Proc. zool. soc. p. 715.
Feiina. Dorn er beschrieb junge Tiger, die im Hamburger
zoologischen Garten geboren waren. Zool. Garten p. 72.
Elliot überzeugte sich von der Identität der Felis pardi-
noides Gray mit Felis Geoffroyi d'Orb., von der auch Leopardus hi-
malayanus Gray und Pardalina Warwicki Gray Synonyme sind. Sie
stammt übrigens nicht aus Indien, sondern aus Patagonien. Proc.
zool. soc. p. 203. — Vergl. dazu eine Notiz von Gray. Annais
nat. hist, IX. p, 325.
Felis scripta A. Milne p]d\vards Nouvelles Archives du Mu-
seum VII. Bull. p. 92 von Moupin.
Pinnipedia.
Phocina. Nach Gray kommt Halichoerus gryphus an der
Küste von Süd-Wales vor, und er vermuthet, dass er auch in der
Irischen See und im St. Georgs-Kanal lebe, und südlich bis Lands-
end und Scilly-Inseln. Annais nat. hist. IX. p. 322.
Van Beneden beschrieb das Milchzahngebiss von Phoca
vitulina und Otaria pusilla. Erstere hat oben 3 Vorderzähne, einen
sehr kleinen Eckzahn und drei Backzähne, von denen der erste
102 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
einwurzelig, die beiden hinteren zweiwurzelig; unten drei Vorder-
zähne, von denen der letzte wohl als Eckzahn zu deuten, und drei
zweiwurzelige Backzähne. Die Ohrrobbe hat oben 3 Vorderzähne,
einen ziemlich starken Eckzahn, und 3 Backzähne, von denen die
beiden ersten einwurzelig, der letzte zweiwurzelig; unten einen
Vorderzahn, einen Eckzahn, und drei Backzähne; die alle einwurzelig
sind. Bull, de l'Acad. royale de Belgique 31 p. 61.
Gray zweifelt an der Brauchbarkeit der Ohrlänge zur Unter-
scheidung der Ohrrobben, wie sie Peters anwendet, weil die Erhal-
tung der Bälge darauf grossen Einfluss übt. Er findet jedoch an
lebenden Otaria jubata und Arctoccphalus antarctica diesen Cha-
rakter bestätigt. Annais nat. hist. IX. p. 483.
Sclater theilte briefliche Bemerkungen des Capt. Pain über
Otaria jubata und falklandica mit. Proc. zool. soc. p. 681.
J. E. Gray beschrieb Proc. zool. soc. p. 737 den sehr jungen
Schädel von Eumetopias Stelleri und verglich ihn mit dem halber-
wachsenen. Nach dem Zahnwechsel, der bald nach der Geburt er-
folgt, behalten die Zähne ihre relative Lage während des ganzen
Lebens.
Malm schrieb über das Milchzahngebiss von Arctocephalus
nigrescens Gray. Öfversigt kongl. Vetensk. Akad. Förhandlingar
1872. 7. p. 63.
Die Bemerkungen von B ur meist er, Annales del Museo publico
de Buenos Ayres 1870, welche dem Referenten nicht zugänglich
sind, und in denen Verf. den Arctocephalus Hookeri Gray, gegen
die Meinung mehrerer Autoren, für eine eigene Art erklärt, sind in
Annais nat. hist. IX. p. 89 in der Uebersetzung mitgetheilt worden.
Gray stellte Proc. zool. soc. p. 653 Untersuchungen über
den Seebär von Neu-Seeland, Arctocephalus cinereus und den Nord-
australischen Seebär, Gypsophoca tropicalis, an. Er unterscheidet
drei Arten Arctocephalus, nämlich antareticus, nigrescens und cine-
reus, und stellt die Synonymie der letzteren Art zusammen. Der
Arctocephalus cinereus Hector von Neu-Seeland, dessen Schädel
Verf. vergleichen konnte, gehört in seine Gattung Gypsophoca. Für
die Unterscheidung der Gattungen der Seebären verwendet er folgende
Charaktere : a. Callorhinus, Phocarctos und Gypsophoca haben oben
6 Backenzähne, die beiden letzten stehen hinter dem Hinterrande
des Jochbogens, b. Arctocephalus hat oben 6 Backenzähne, von
denen nur einer hinter dem Hinterraude des Jochbogens steht,
c. Eumetopias hat oben 5 Backenzähne, der fünfte ist von den
übrigen entfernt und hinter dem Hinterrande des Jochbogens,
d. Zalophina und Neophoca haben oben 5 Backenzähne, deren letzter
unter der Mitte des Vorderendes des Jochbogens steht. Gypsophoca
tropicalis wird dann näher in Betracht gezogen; zu seinen Syno-
nymen gehört Otaria Stelleri Schlegel Fauna jap.
der Säugethiere während des Jahres 1872. 103
J. E. Gray bemerkt, dass die Schädel, welche Hector auf
Taf. 12 des vierten Bandes der Transactions of the New-Zealand
Institute als Arctocephalus cinereus abbildet, verschiedenen Species
angehören. Der ältere von Milford Sound gehört dem Arctoce-
phalus cinereus an, der jüngere von Auckland-Insel ist eine Gypso-
phoca. Proc. zool. soc. p. 743.
Trichechina. Payer beschrieb das Betragen der Wallrosse,
wonach diese Thiere dem Menschen sehr gefährlich werden können.
Petermann's Geographische Mittheilungen 1871 p. 420.
Rodeutia.
Schacht schilderte das Lebender einheimischen Nager nach
eigenen Beobachtungen und Erfahrungen. Es kommen zur Erwäh-
nung: Sciurus vulgaris, Myoxus glis und avellanarius, Mus decu-
manus, musculus (wobei auch eine Singmaus beobachtet wurde, die
männlichen Geschlechts war), silvaticus und minutus, Hypudaeus
amphibius. glareolus und arvalis, Lepus timidus. Zool. Garten
p. 161.
Sciurina. Gray erwähnt eine Varietät von Macroxus tephro-
gaster unter dem Namen M medülinensis. Annais nat. hist. X.
p. 408.
Pteromys magnificus Hodgson ist Proc. zool. soc. p. 635 pl. 50
nach einem Prachtexemplar abgebildet.
Arctomys robustus A. Milne Edwards Nouvelles archives du
Museum VII. Bull. p. 92 von Moupin.
Myoxilia. Nauck gab eine Notiz über Myoxus Nitela, na-
mentlich über dessen Schlaf. Correspondenzbl. des Vereins zu
Riga 19 p. 190.
Palmipedia. Shelton berichtet, dass die Biber sich seit
1850 in Mississippi stark vermehren. Dana and Silliman Amer.
Journ. IV. 422.
Murina. Joh. v. Fischer hat Beobachtungen über die un-
geheure Fruchtbarkeit der Wanderratte angestellt. Sie leben 8—
10 Jahre, werfen 5 bis 6mal im Jahre, die Jungen sind nach 21/2
bis 3 Monaten fortpflanzungsfähig. Er berechnet danach, dass aus
einem Paar Ratten in 10 Jahren 48319 Milliarden Ratten entstehen
würden, wenn nicht diesem Fortschreiten Schranken durch die
Vertilgung gesetzt wären. Zool. Garten p. 125.
Joh. v. Fischer beobachtete, dass eine junge Ratte ihren
eigenen Schwanz abnagte. Zool. Garten p. 218.
Passow lieferte Beiträge zur Verbreitung der Hausratte, die
sich hauptsächlich auf des Verhalten von Mus rattus und decu-
104 Trosehel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
rnanus in Stralsund beziehen. Mitth. naturw. Ver. von Neu-Vor-
pommern und Rügen IV. p. 44.
St Öhr brachte Einiges über Mus rattus und decumanus bei.
Correspondenzbl. des zool. -miner. Vereines in Regensburg 26. p. 179.
Nickel hob eine Notiz aus Burkhard Stikels Tagebuch
seiner Kriegs- und anderen Verrichtungen hervor, wonach schon
1573 die Wanderratte bei Neapel beobachtet wäre. Württembergische
Jahreshefte 28. p. 123.
Joh. v. Fischer hat eine eigentümlich gefärbte Varietät
von Mus musculus als Var. flavescens beschrieben und dabei er-
wähnt, dass er seine Mus cellarius, die er früher für eine Varietät
von Mus sylvaticus genommen hatte, nunmehr als eine selbststän-
dige Art erkannt hat. Zool. Garten p. 223.
Mus flavipectus, griseipectus, Ouang-Thomae, confucianus A.
Milne Edwards Nouvelles Archives du Museum VII. Bull. p. 93
aus China.
Armcola melanogaster A. Milne Edwards Nouvelles Archives
du Museum VII. Bull. p. 93 von Moupin.
Sädbom fand zahlreiche Myodes schisticolor Lillj. bei Svartä
im Bezirk Orebro.' Er fand Morgens viele todte und schliesst
daraus, dass sie Nachts wandern. Öfversigt kongl. Vetens. Akad.
Forhandlingar 1872. 4. p. 31: 8. p. 41.
Georhychi. Bhizomys vestitus A. Milne Edwards Nouvelles
Archives du Museum VII. Bull. p. 92 von Moupin.,
Macropoda. Peters hat Transact. zool. soc. of London VII.
p. 307. pl. 48—50 den Pectiuator Spekii Blyth mit Skelet und Ein-
geweiden beschrieben und hat ihn nebst Ctenodactylus in die Nähe
von Eriomys und Octodon gesetzt. Er hat vier Backenzähne oben
und unten und ein grosses Suborbitalloch. — Gervais wendet bei
einer Anzeige dieser Abhandlung im Journal de Zoologie I. p. 63
dagegen ein, dass der Unterkiefer eine ganz andere Form habe,
und dass er mit den Gerboises, Helamys und Pteromys näher ver-
wandt sei.
LagOStomi. Pagen Stecher gab eine Notiz über das Vis-
kacha, Lagostomus trichodactylus. Die Zergliederuug hat zwei starke
Kehlblasen nachgewiesen. Verh. naturh.-mediz. Vereins zn Heidel-
berg VI. p. 99. — Hudson schilderte Proc. zool. soc. p. 822 die
Lebensweise dieses Thieres. Sie leben in Höhlungen, die sie sich
in der Erde graben und die dann auch von anderen Thieren. na-
mentlich Geositta cunicularia und Atticora cyanoleuca benutzt wer-
den, ebenso vom Fuchs und Wiesel und einigen Insecten. Sie leben
in Gesellschaften beisammen und sind über ganz Argentine ver-
breitet, namentlich häufig in der Nähe menschlicher Wohnungen,
weil sie hier wenig von Raubthieren verfolgt werden. Sie werfen
der Säugethiere während des Jahre« 1872. 105
zwei, selten drei oder vier Junge; sie wachsen zwei Jahre. Die
Männchen werden 22 Zoll lang und bis 15 Pfund schwer, die Weib-
chen neun Pfund bei einer Länge von 19 Zoll. Durch das Durch-
wühlen des Bodens werden sie dem Ackerbau sehr schädlich. Auch
schleppen sie allerhand in ihre Höhlen. Sie sind wenig scheu vor
dem Menschen. Gegessen werden sie nicht, doch sollen die Weib-
chen gut schmecken.
Subungulata. Kolazy schilderte die Lebensweise des Meer-
schweinchens (Cavia cobaya). Ueber die Abstammung und das Va-
terland ist nichts Neues beigebracht. Verh. der zool.-bot. Ges. in
Wien 22. p. 225.
Leporina. Lagomys thtbetanus A. Milne Edwards Nouvelles
Archives du Museum VII. Bull. p. dS von Moupin.
Sanson schrieb über die Bastarde von Hasen und Kaninchen,
welche man Leporiden nennt, und die fruchtbar sind. Sie bilden
nach den Untersuchungen des Verfassers keine neue Species, son-
dern die aus der Kreuzung hervorgegangenen Individuen sind ein-
fach Bastarde, welche während einer gewissen Zeit zwischen ihren
Eltern schwanken, und schliesslich in die eine oder die andere Art
zurückkehren. Annales des sc. nat. 1872: Robin Journal de l'anat.
et de phys. VIII. p. 428.
Nach Peters unterscheidet sich Lepus glacialis Leach im
Zahn- und Schädelbau wesentlich von L. variabilis und timidus.
Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 59.
Edentata.
Bradypoda. Sclater liess Choloepus Hoffmanni und Gh. di-
daetylus Proc zool. soc. p. 861 pl. 72 abbilden.
Cingulata. A. Milne Edwards bildete Nouvelles Archives
du Museum d'hist. nat. de Paris VII. p. 177. pl. 12 den Panzer
eines Gürtelthieres ab, den er für eine neue Gattung erklärt und
Scelopleur a Bruneti nennt. Das Thier ist in der brasilianischen
Provinz Ceara erlegt. Vergl. auch Annales des sc. nat. 16. Article 3.
Vermilinguia. Pouchet untersuchte die Wirbelsäule von
Myrmecophaga jubata. Dieses Thier hat bald 16, bald 15 Rücken-
wirbel. Verf. sagt, man könne darin zwei Rassen sehen, die danach
streben, zwei Species zu werden, oder man müsse sie als organische
Abweichungen betrachten, die in einer und derselben Species mög-
lich sind. Robin Journal de l'Anat. et de phys. VIII, p. 539.
Zeitz schilderte die Sitten des Ameisenbären. Myrmecophaga
tetradactyla, und sprach sich gegen Hensel aus, welcher behauptet
hatte, die Termiten haben vom Ameisenbären nichts zu fürchten.
Zool. Garten p. 301.
106 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Paehydermata.
Proboscidea. Pagenstecher beschrieb einen Elephanten und
dessen Aufstellung im Heidelberger Museum. Verh. naturh.-mediz.
Vereins zu Heidelberg, VI. p. 96.
Ueber die Nieren des africanischen Elephanten (vergl. vorj.
Bericht p. 69) schrieb Dönitz in Reichert und Dubois Reymond
Archiv für Anat. und Phys. p. 85.
Obesa. Bei der Geburt eines jungen Hippopotamus arnphibius
im zoologischen Garten zu London ergab sich die Tragezeit auf
acht Monate weniger vier Tage. Proc. zool. soc. p. 795.
Von einer ferneren Geburt am 5. November 1872 nahm
Bartlett Gelegenheit, die Vorgänge nach der Geburt näher zu
schildern. Zu verwundern ist es, dass das Junge etwa 15 Minuten
unter Wasser bleiben konnte, ohne zu athmen. Proc. zool. soc.
p. 819, — Garrod beschrieb die Placenta von Hippopotamus arn-
phibius, welche nach dieser Geburt erhalten wurden. Ib. p. 821.
Burton beschreibt in seinem Werke »Zanzibar city, island
and coast II. p. 242 eine Jagd auf Nilpferde.
AI ix hat den Nerven, welchen Ludwig und Cyon »Nerf de-
presseur« genannt haben, auch beim Hippopotamus gefunden. Journal
de Zoologie I. p. 279.
Anisodactyla. Anderson schilderte ein junges Rhinoceros
sumatrensis, welches er lebend in Calcutta zu beobachten Gelegen-
heit hatte. Proc. zool. soc. p. 129.
Die zoologische Gesellschaft in London erhielt zwei zweihör -
nige Rhinoceros aus Asien (Ceratorhinus), welche so verschieden
sind, dass sie Gray für zwei Species hält. Die eine von Chittagong
soll den Namen C, sumatrensis behalten, die andere von Malacca
wird C. Crossei genannt. Annais nat. hist. X p. 207. — Sclater
bemerkt ib. p. 298 dazu, dass er zu dem umgekehrten Resultat
gekommen ist, indem die letztere Art die echte sumatrensis, die
von Chittagong eine neue Art sei, die er kurz vorher Bhinoceros
lasiotis genannt hatte (vgl. Times of August 19. p. 5; Athenaeum
of August 24. p. 243). — Auch Blyth sprach sich ib. p. 399 über
die beiden in Rede stehenden Rhinoceros-Arten zu Gunsten Scla-
ter's aus, und erwähnte zwei einhörnige indische Rhinoceros, die
er aus Abbildungen kennen gelernt hat. Eines derselben war ein
sehr junges Individuum von Rh. sondaicus, das andere scheint ihm
eine neue Art zu sein. — In den Proc. zool. soc. p. 494 pl. 23 hat
Sclater ein Weibchen des Rh. lasiotis abbilden lassen. Ib. p. 791
ist das Ohr von derselben Art, sowie die Köpfe von Rh. lasiotis und
sumatrensis zur Vergleichung in Holzschnitt abgebildet, und auf
pl. 67 Rh. sumatrensis.
der Säugethiere während des Jahres 1872. 107
Gray machte eine kurze Bemerkung über Tapirus villosus.
Annais nat. hist. IX. p. 169.
« Gray beschrieb als neu einen Tapir aus der Schnee-Region der
Cordillerer. von Ecuador, Tapirus leucogenys. Er bildete ihn, sowie
die jungen Tapiere des tropischen Amerika, auf zwei Tafeln ab.
Die engere Gattung Tapirus theilt er nach der Form des Schädels
in zwei Sectionen. I. Die Hirndecke des Schädels flach, mit geradem
Scheitel und allmählich über der Nasenfläche erhoben. 1. T. pin-
cliacus schwärzlich; die jungen mit vielen Flecken und gestreift,
Wangen braun. 2. T. leucagenys Wangen und Unterseite des Kopfes
aschfarbig weiss; die jungen mit drei oder vier unterbrochenen
Streifen an den Seiten. II. Die Hirndecke des Schädels convex,
gerundet, die obere Linie gebogen und plötzlich über der Nasen-
fläche erhoben, Wangen braun. 3. T. terrestris. Nach den Jungen
scheinen hier mehrere Arten confundirt zu sein, und Verf. trennt
T. ecuadorensis danach als eigene Art. Proc. zool. soc. p. 483.
Gray bildete ferner ib. p. 624. pl. 45 wieder einen jungen
Tapir ab vom Peruanischen Amazonas, und unterscheidet nun in
einer Synopsis T. terrestris von Westindien, peruvianus aus dem
peruanischen Amazon, aenigmaticus und ecuadorensis aus Ecuador.
Sclater liess Proc. zool. soc. p. 635 pl. 51 und 52 von Ta-
pirus Bairdi ein junges Weibchen abbilden, das die Flecke bereits
verloren hat, und von Tapirus terrestris ein altes Weibchen.
Sclater verglich die Schädel von Tapirus terrestris und Ta-
pirus Roulinii, mit Abbildung der Nasenbeine. Proc. zool. soc.
p. 604.
Setigera. Eine kurze Notiz des Earl ofPembroke über
Schweine der Societäts-Inseln ist aus »South-Sea Bubbles» in Annais
nat. hist. IX. p. 326 abgedruckt.
Sus Moupinensis A. Milne Edwards Nouvelles Archivea du
Museum VII. Bull. p. 93 von Moupin.
Ruminantia.
Devexa. Murie schrieb über die Hörner, Eingeweide und
Muskeln der Giraffe, nebst einem Bericht über die Untersuchung
zweier Exemplare, welche durch einen Brand im zoologischen Garten
zu London getödet waren. Sowohl die beiden Knochenfortsätze auf
dem Gipfel des Sehädels, wie die Nasofrontal-Hervorragung sind
ursprünglich Epiphysen, demnach ist die Giraffe dreihörnig. Er
fragt, ob nicht die Hornbildungen bei den Bovidae, Antilocapri-
dae, Giraffidae und Cervidae organisch homolog seien? Rosenstock,
Stirnzapfen und knöcherne Epiphyse würden dann in Einklang
stehen, und Geweih und Hörn, knöchern, hornig oder haarig, gleich-
108 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
bedeutend sein. Bei allen Wiederkäuern würde dann, mehr oder
weniger entwickelt, die knöcherne Basis nothwendig gleich persistent
sein, der oberflächliche Anhang in engeren oder weiteren Grenzen
hinfällig. Annais nat. hist. IX. p. 177 mit Taf. 7 und 8.
Cervina. Payer meint, das grönländische Rennthier sei von
dem Lappländischen und Spitzbergischen völlig verschieden. Peter-
mann s Geographische Mittheilungen 1871 p. 418.
Swinhoe beschrieb Cervus (Rurervus) Schomburgki Blyth,
und sieht iu ihm eine Panolia mit dem Geweih eines Rucervus, so
dass er vermuthet, diese Gattungen gehören in dieselbe subgenerische
Gruppe. Proc. zool. soc. p. 798.
Hyatt kommt auf die Annahme Hays zurück, dass in den
südlichen Adirondacs alte Hirsche Spiessergeweihe bekommen hätten,
woraus dann eine neue Species geworden wäre, weil diese Spiess-
böcke den anderen überlegen gewesen wären. Er glaubt dafür,
selbst wenn die Behauptung richtig wäre, in der natürlichen Zucht-
wahl keine Erklärung zu finden. Proc. Boston Soc. p. 146.
Auch Cope legte ein" Spiessi>eweih von 3 Fuss Länge von C.
macrotis vor. Proc. Philadelphia p. 124.
Cope machte auf die vordere Krümmung des Geweihes von
Cariacus virginianus aufmerksam. Sie ist die Folge der Entwicke-
lung des grossen vorderen Höckers und der theilweisen Unterdrü-
ckung der eigentlichen Stange. Proc. Philadelphia p. 124.
Dönitz beschrieb eine Abweichung im Gebisse an einem
Schädel von Cervus axis. Sitzungsber. Ges. naturforschender Freunde
zu Berlin p. 54.
Max Schmidt beobachtete den Geweih- Wechsel von Cervus
(Prox) Muntjac im Frankfurter zoologischen Garten. Zool. Garten
p. 22.
Gray hat Männchen und Weibchen eines Hirsches erhalten,
die er für den Guemul Molina's hält, und nun die Art Huamela leu-
eotis nennt. Den Xenelaphus leueotis, den er früher für den Gue-
mul hielt, nennt er nun Xenelaphus anomalocera. Die südamerika-
nischen Hirsche, Guazus genannt, sind : Blastocerus paludosus aus
Brasilien und Paraguay. Furcifer antisiensis und Xenelaphus ano-
malocera aus Bolivia und den Peruanischen Alpen, Blastocerus cam-
pestris und Huamela leueotis aus Patagonien. Der Arbeit von
Philippi über den Guemul im Archiv für Naturgesch. 1857 p. 135
wird nicht Erwähnung gethan. Annais nat. hist. X. p. 445.
Sclater Hess den Cervus savannorum Cabanis Proc. zool.
soc. 690 pl. 59 abbilden.
Dorn er beschrieb einen jungen männlichen Spiesshirsch,
Coassus supereiiiaris Gray. Zool. Garten p. 74.
ElaphodUS n. gen. A. Milne Edwards Nouvelles Archives du
der Säugethiere während des Jahres 1872. 109
Museum VII. Bull. p. 93 zwischen den Muntjacs und Cervus. Die
oberen Eckzähne der Männchen sehr gross, schneidend und die
Lippen weit überragend, Geweihstiele weniger entwickelt als bei
den Muntjacs, Geweih einen Zoll lang unter einem Büschel Stirnhaare
verborgen. E. cephalophus von Moupin.
Bonizzi giebt an; dass Cervus dama in Modena in der Epoche
der Terrainare existirt habe. Annuario della Soc. dei Natura-
listi VII.
Jäckel, das Reh, Cervus capreolus L., ein Beitrag zur baye-
rischen Fauna und Jagdgeschichte. Correspondenzpl. des zool.
miner. Vereines in Regensburg 26 p. 146. Verf. stellte Historisches über
den Rehstand zusammen, sprach ferner über die Farben Varietäten,
namentlich weisse, über Abnormitäten der Geweihe und gehörnte
Rehgaisen, sowie über die Brunstzeit und die Kämpfe während der-
selben.
Von Schröckinger-Neudenberg legte ein monströses
Rehgeweih vor, bei dem sich die Rosen hypertrophisch entwickelt
haben, wogegen die Zapfen ganz in die Brüche gegangen sind.
Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien 22.* p. 223 Taf. VII.
Brooke beschrieb den Schädel von Hydropotes inermis und
verglich ihn mit Moschus moschiferus. Proc. zool. soc. p. 522.
Cavicornia. Brooke bildete Proc. zool. soc. p. 637 pl. 53 den klein-
sten aller Wiederkäuer, Nanotragus pygmaeus ab. Er vereinigt die
Gattungen Nanotragus Sundevall, Calotragus Sund.. Scopophorus Gray,
Nesotragus v. Düben und Oreotragus Gray zu einer Gattung, der er
den ältesten Namen Nanotragus lässt. In derselben unterscheidet
er dann drei Gruppen: a) Nanotragus, keine Afterhufe, keine Knie-
bürsten, dahin N. pygmaeus L. aus Guinea, moschatus v. Düb. aus
Zanzibar und tragulus Lichtst. aus Süd- und Ostafrika, b) Scopo-
phorus, Afterhufe und Kniebürsten vorhanden, dahin N. scoparia
Schreb. aus Südafrika, montanus Rüpp. aus Nordostafrika und ha-
status Pet. aus Mozambique. c) Oreotragus, Afterhufe vorhanden,
Kniebürsten fehlen. Dahin N. melanotis Thunb. aus Südafrika und
oreotragus Schreb. aus Nord- und Südafrika.
Brooke unterschied ferner ib. p. 874 pl. 75 eine neue Art
Nanotragus nigricaudatus vom Gambia und charakterisirte sie nebst
den nächstverwandten N. tragulus und montanus.
Nemorhedus griseus A. Milne Edwards Nouvelles Archives du
Museum VII. Bull. p. 93 aus China.
Cervulus Sclaieri Swinhoe Proc. zool. soc. p. 814 von Ningpo.
Nach Dorn er ist der junge Blässbock, Antilope albifrons von
dem alten in der Färbung auffallend verschieden. Zool. Garten p. 76.
Gazella Granti Brooke Proc. zool. soc. p. 601 pl. 41. aus Ugogo
in Afrika.
110 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Sclater kennt aus der Gruppe Oryx vier Arten: Oryx bea-
trix aus Arabien, 0. beisa von der Ostküste des Rothen Meeres,
0. leucoryx aus Ost- und Westafrika, 0. gazella aus Südafrika. Proc.
zool. soc. p. 603.
Tiemann erzählt, dass eine Ziege drei Junge gebar, deren
eines völlig nakt war. Zool. Garten p. 186.
Capra picta (Aegoceras pictus Erhardt) ist von Sclater Proc.
zool. soc. p. 689 pl. 5 abgebildet.
Payer schildert den Moschus-Ochsen als ein harmloses Thier,
welches noch unter dem 77. Breitegrad gefunden wurde. Sein
Fleisch ist trotz des Moschusgeruches essbar. Peter man ns geo-
graphische Mittheilungen 1871 p. 418.
Pagenstecher erwähnt eines Exemplares vom Moschus-
ochsen aus Grönland im Heidelberger Museum. Verhandl. des nat.-
med. Vereines zu Heidelberg VI. p. 98.
Noll schilderte sehr anschaulich ein Stiergefecht in Lissabon.
Zoologischer Garten p. 7.
Pagenstecher beschrieb einen Fall von Mangel der Lunge
beim Kalbe. Verf. naturh.-mediz. Vereines zu Heidelberg VI. p. 91.
Eine Notitz von Bruhin über den amerikanischen Bison findet
sich Zool. Garten p. 126. Er bezieht sich auf die Zähmbarkeit des-
selben.
Natantia.
Die Abhandlung von Turner über die Placenta der Cetaceen
im Vergleich zu der der übrigen Säugethiere, deren schon im vorj.
Bericht p. 74 Erwähnung gethan ist, erschien in Transact. roy. Soc. of
Edinburgh 26. p. 467 mit zwei Tafeln. Ein Auszug derselben findet
sich im Journ. de Zoologie I p. 304. pl. 16. In Beziehung auf die
Plancenta nähert sich die Gattung Orca, an der die Untersuchungen
angestellt worden sind, der Stute mehr als den übrigen Säugethieren.
Beide sind unipar und besitzen ein verlängertes Chorion, dessen
ganze Oberfläche mit Ausnahme der beiden Pole und der Mitte *mit
charakteristischen Zotten besetzt ist; bei beiden ist das Amnios
mit kleinen Körperchen bedeckt und die Nabelblase schwindet vor
der Geburt; bei beiden persistirt die Allantois als ein grosser Sack,
hat aber bei den Cetaceen eine viel geringere Oberfläche: bei beiden
hat die gefässreiche Oberfläche der Uterinschleimhaut Crypten zur
Aufnahme der Zotten des Chorion, und bei beiden sind die Drüsen
gleich sehr entwickelt, sie steigen jedoch bei der Stute fast grad-
linig gegen die Lage der Crypten, während sie bei den Cetaceen so
gewunden sind, dass man sie schwer bis zum Ende verfolgen kann.
Gervais fügte eine Abbildung eines Foetus von Delphinus
delphis ib. pl. 17 hinzu.
der Säugethiere während des Jahres 1872. 111
Sirenia. Murie berichtete über die Haut von Rhytina nach
den neueren Schriften, namentlich A. Brandt's, in den Memoiren
der Petersburger Academie 17. No. 7. 1871. Annais nat. bist. IX.
p. 306.
Im Journ. de Zoologie I. p. 332 ist ein Bericht über die neueren
Arbeiten über die lebenden und fossilen Sirenen gegeben, worin die
Arbeiten von Van Beneden, Lartet, Defortrie, Capellini ct.
besprochen werden. Dazu pl. 18 und 19.
Kr au ss vervollständigte seine früher gegebene Osteologie
des surinamischen Manatus durch die Beschreibung und Abbildung
der Beckenknochen der beiden Geschlechter. Reichert und Dubois-
Reymond Archiv für Anat. und Phys. p. 257—292, Taf. 9 und 10.
Delphinoidea. Giglioli berichtete über einige interessante
Zähne von Cetodonten aus dem Museum zu Florenz. Einen grossen
Zahn von 0,162 Meter Länge und 0,078 Meter Durchmesser glaubt
er einem Physeter angehörig; einen anderen von 0,168 Meter Länge
und 0,044 Meter Breite konnte er nicht mit Sicherheit bestimmen;
ein dritter von 0,068 Meter Länge und 0,059 Meter Durchmesser ge-
hört einem Ziphoiden an, vielleicht Dioplodon densirostris. Reale
Istituto Lombardo, Rendiconti V. p. 638.
Gray machte Bemerkungnn über die Synonymie von Delphinus
Desmarestii Risso und verwandte Arten. Annais nat. hist. X. p. 468.
Lagenorhynchus clanculus Gray, welche Art nach einem blos-
sen Schädel aufgestellt war, und von der Hector im vorigen Jahr
das Skelet beschrieb, ist von demselben nun auch als ganzes
Thier im Fleisch beobachtet worden. Annais nat. hist. IX. p. 436.
Ein Holzschnitt ist beigegeben.
Paul Fischer spricht sein Bedenken aus, alle Globiocephalus
der Südsee unter einem Namen zu vereinigen. Vom Globiocephalus
macrorhynchus Gray von Neu-Seeland sagt er, dass er keine Aehn-
lichkeit mit denen des atlantischen Oceans habe, namentlich mit dem
Gl. meias und affinis von Nordeuropa, Edwardsij Smith von Cap
und intermedius Harlan von Nordamerika, die nahe verwandt sind,
und meint bei näherer Besprechung, dass Edwardsii nur eine Rasse
des melas sei. Journal de Zoologie I. p. 273.
Burmeister erkannte an, Annais nat. hist. X. p. 51, dass
sein Globiocephalus Grayi in die Gattung Pseudorca gehöre, er ist
aber nicht der Meinung von Gervais, dass seine Art identisch
mit Pseudorca crassidens Reinhardt sei, sondern erhält sie als Pseu-
dorca Grayi aufrecht, indem er acht Gründe dafür anführt. — Rein-
hardt geht, Vidensk. Meddelelser nat. Foren. Kjöbenhavn 1872 p. 95
näher auf dieselben ein. Er giebt zu, dass Burmeister's Art von
P. meridionalis verschieden sei, findet aber keinen schlagenden Unter-
schied zwischen P. Grayi und crassidens, und hält sich daher nicht
für berechtigt sie für verschieden zu halten.
112 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte.
VonF riesen beschrieb eine Orca, welche an den Bohuslänschen
Küsten im Dezember 1871 angetroffen ist. Das Thier ist im Reichs-
museum zu Stockholm aufgestellt und dort als Orca stenorhynchus
Gray bestimmt. Öfversigt Kongl. Veteusk. Akad. Förhandlingar
1872 No. 10 p. 3 und Taf. 12-15.
Ziphiidae. Gray zeigte an, dass an der Irischen Küste wieder
ein Ziphius Sowerbiensis gefangen sei, dessen Skelett in das Du-
bliner Museum gekommen ist. Annais nat. hist. X. p. 151.
Flow er erwähnt wieder die subfossilen Knochen von Esch-
richtius robustus, die sich im Museum zu Penzance befinden, und
bereits vor 40 Jahren von Colenso beschrieben worden sind. Annais
nat. hist. IX. p. 440.
Physeteridae Ueber das Sternum von Physeter macrocephalus
schrieb Turner. Journ. of anat. and phys. VI. p. 377.
Fischer stellte die Nachrichten über die Cachelots zusammen,
welche an den oceanischen Küsten Frankreichs getödtet worden
sind. Er schliesst daraus, dass die Grösse derselben sehr ver-
schieden ist, entscheidet sich jedoch nicht, ob man mehrere Species
annehmen müsse. Journal de Zoologie I. p. 236.
Balaenoidea. Gervais machte Studien über die Anatomie
der Cetaceen aus der Abtheilung der Balaeniden, Nouvelles Archives
du Museum d'hist. nat. de Paris. VII. p. 65—146 mit 10 Tafeln.
Verf. handelt von einigen Theilen des Schädels, Vomer, Gaumen-
beine, Gehörkapsel, ferner vom Brustbein der verschiedenen Arten,
dann von den Formen des Gehirns. Er schliesst mit Bemerkungen
über die Classification der Balaeniden, und meint, die Balaeniden
stehen den Cetodonten und Sirenen durch den Bau des Schädels,
die Beschaffenheit des Brustbeins, die Verkümmerung des Gebisses
so schroff gegenüber, dass sie verschiedene Ordnungen darstellen.
Diese Auffassung wird noch durch die Betrachtung des Gehirns ge-
stützt.
Die Bemerkungen von Struthers über Balaenoptera Musculus
(vergl. vorj. Ber. p. 77) finden sich auch im Report of de british
association held at Edinburgh p. 142.
Derselbe machte ebenda einige Bemerkungen über die
Halswirbel der Cetaceen.
Turner theilte Bemerkungen über die Halswirbel von Balae-
noptera Sibbaldii mit. Ib. p. 144.
Derselbe hat in den Transact. of the R. Soc. of Edinburgh
26. p. 197 pl. 5 — 8 ein Exemplar von Balaenoptera Sibbaldii be-
schrieben, welches bei Longniddry in Schottland gestrandet war.
Gervais gab in seinem Journal de Zoologie I. p. 70 pl. 4
eine Abbildung dieses Thieres.
Burmeister beschrieb ein Skelet von Balaenoptera patacho-
der Säugethiere während des Jahres 1872. 113
nica, und gab an, dass an der Küste des Atlantischen Oceans von
Buenos Ayres drei Arten vorkommen, die charakterisirt werden :
Balenoptera intermedia, patachonica, und banaerensis. Boletin [del
Museo publieo de Buenos Aires 1871; Annais nat. hist. X. p. 413.
Balaenoptcra Davidsoni Scammon Proc. California Acad. Oc-
tob. 1872; Annais nat. hist. X p. 473 von der Westküste Amerikas,
von Mexico bis zur Behringsstrasse.
Holdsworth beobachtetean an der Westküste von Ceylon
einen kleinen Wallfisch bei Windstille während 4 Minuten. Er hatte
eine hohe Rückenflosse, Verf. ist aber nicht im Stande die Gruppe
zu bestimmen, zu welcher das Thier gehörte. Proc. zool. soc. p. 583.
Harsupialia.
Pedimana. Coues hat die Osteologie und Myologie von
Didelphys virginiana beschrieben. Memoirs of the Boston society
of natural history. Vol. II. Part. I. p. 41—149. In einem An-
hange ib. p. 151 — 154 beschrieb Wyman das Gehirn dieses Thieres.
Dasyurina. Scott hat den sogenannten Tiger von Queensland
nicht gesehen, aber seine Spuren beobachtet und gezeichnet. Er
vermuthet danach, dass es Thylacinus cynocephalus sei. Proc. zool.
soc. p. 355. Vergl. auch ib. p. 796.
Macalister konnte nun auch die Myologie an einem er-
wachsenen Männchen von Sarcophilus ursinus nachsehen, und seine
früheren Angaben (vergl. Bericht ü. d. J. 1870 p. 69) vervollstän-
digen. Annais nat. hist. IX. p. 17.
Scandentia. Tauber hat den Zahn Wechsel von Phalangista
vulpina Shaw beobachtet. Er ist der Meinung, dass die vielen schein-
baren Anomalien im Zahnwechsel der Säugethiere ihre Erklärung
durch die Untersuchung des uterinen Gebisses finden würden. Bei
Phalangista vulpina fand er an einem jungen Weibchen von 27 Cm.
Länge von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzspitze die beiden
vordersten Vorderzähne jederseits oben, und den ersten unten im
Begriff durch die Gaumenhaut hervorzubrechen; der dritte Lücken-
zahn war noch ganz klein, und dicht hinter ihm oben und unten
ein ausserordentlich kleiner 0,4 Mm. langer Zahn, der im Begriff
war zu schichten. Er sass in einem kleinen, von der Gaumenhaut
gebildeten Sack, so dass er für die Staarnadel den Eindruck einer
kleinen gestielten Blase machte, welche einen harten Körper ein-
schloss. Demnach hat Phalangista vulpina in allen Fällen ~ *
3-3
Molaren. Naturhistorisk Tidskrift VIII. p. 161.
Macalister heschrieb die Muskel-Anatomie von Phascolarc-
tos cinereus. Annais nat. hist. X. p. 127.
Archv für Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. H
114 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte ct.
Macropoda. Zaddach sprach über Dendrolagus ursinus, und
bezeichnete ihn als ein Thier, dessen Organisation seiner Lebensweise
nur unvollkommen angepasst sei. Schriften der phys. ökon. Gesell-
schaft zu Königsberg. XIII, 1. Sitzungsber. p. 7.
Glirina. Macalister beschrieb den Schädel von Phascolomys
latifrons mit Abbildung in Holzschnitt. Proc. zool. soc. p. 497. —
Krefft unterschied in einer brieflichen Mittheilung mit Uebersen-
dung von Photographien verschiedene Wombats, nämlich Phascolo-
mys latifrons von der nordwestlichen Krümmung des Murray River,
Ph. lasiorhinus, Ph. lasiorhinus var. niger von Port Lincoln, Ph.
platyrhinus von der Südküste Neu Süd Wales, Ph. assimilis Krefft,
Ph. wombat von Tasmania, Proc. zool soc. p. 795.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1872.
Von
Troschel.
Ein Aufsatz vonSeeley „The Origin of the Verte-
brate Skeleton", welcher die Einleitung zu dessen Ms.
Osteology of the Reptilia bildet, ist Annais nat. hist. IX
p. 265 und X p. 21 abgedruckt.
Leydig beschrieb in Max Schultze's Archiv für
mikr. Anat. VIII. p. 318 ein Organ der Schlangen, wel-
ches in einer Vertiefung der Concha und des Vomer
liegt und welches dem Jacobson'schen Organe der Säuger
gleichwertig ist. Nach der histologischen Natur des
Nerven und semer Endigung liegt es auf der Hand, dass
der Theil dem Gerüche dient. .Die Lichtung des Organs
ist nur mit der Mundhöhle in offener Verbindung; somit
kann die Thätigkeit der Nerven nur dahin gehen, die in
die Mundhöhle bereits aufgenommene Nahrung zu be-
riechen. Somit nennt Verf. dieses Sinneswerkzeug ein
zweites Geruchsorgan, oder Nebengeruchsorgan. — Der-
selbe entdeckte ferner ib. p. 329 die becherförmigen
Sinnesorgane auch im Munde der Schlangen, bei der
Blindschleiche und beim Scheltopusick. — Endlich hat
er auch Hautpapillen mit Tastkörperchen bei den ein-
116 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Leimischen Nattern gefunden und zwar an den Lippen-
rändern. Ib. p. 349.
Eimer hielt einen Vortrag über das Ei der Repti-
lien. Er untersuchte das Ei von Schildkröten, der Ei-
dechse und der Natter und kommt zu dem Resultate,
dass das ganze Reptilienei saramt der Schale mit Aus-
nahme des wenigen vom Eileiter gelieferten Kalkes eine
Zelle sei. Tageblatt der Rostocker Versammlung der
Naturforscher p. 55; Zeitschr. für die ges. Naturwissen-
schaften 4. p. 284. — Untersuchungen über die Eier der
Reptilien von Eimer in Max Schultze's Archiv für mikr.
Anat. VIII. p. 216-243. Taf. XI, XII und p. 397-434.
Taf. XVIII.
Die Revised List of the Vertebrated Animals now
or lately living in the Gardens of the Zoological Society
of London 1872 weist 55 Schildkröten, 8 Krokodile, 43 Ei-
dechsen, 75 Schlangen und 35 Batrachier nach.
Reichlicher sind die Arbeiten geflossen, welche sich
mit der Erforschung der Faunen und der Beschreibung
neuer Gattungen und Arten beschäftigen.
Europa. In Böhmen kommen nach Fric's Aufzäh-
lung im Archiv der naturw. Landesdurchforschung von
Böhmen IL 4 p. 105 im Ganzen 22 Amphibien vor, näm-
lich 6 Eidechsen, 4 Schlangen, 8 ungeschwänzte und 4
geschwänzte Batrachier.
In der Umgebung der Böhmerwald-Seen fand Fric
Zootoca vivipara, Vipera berus und die Var. prester;
ferner die Kröte und den Grasfrosch, sowie Triton alpestris.
Sitzungsber. der böhmischen Ges. d. Wissensch. 1871. p. 5.
Von Fatio, Faune des Vertebres de la Suisse er-
schien der dritte Band, welcher die Reptilien und Am-
phibien behandelt. Die Beschreibungen sind sehr aus-
führlich und Vieles ist über Lebensweise, geographische
Verbreitung u. s. w. beigebracht. Aus der Abtheilung
der Schildkröten kommt nur Cistudo europaea vor, je-
doch sehr selten, so dass Verf. zweifelt, dass sie wirklich
in der Schweiz einheimisch sei. Von Eidechsen werden
beschrieben Lacerta viridis, stirpium, vivipara, Podarcis
muralia und Anguis fragilis ; von Schlangen Elaphis
während des Jahres 1872. 117
aesculapii im Rhonethal, Tropidonotus natrix überall,
selbst bis zur Höhe von 1650 Meter, fallax n. sp., vipe-
rinus in den westliehen und südlichen Cantonen, beson-
ders an der Rhone, tessellatus südlich von den Alpen,
Coronella laevis weit verbreitet und bis zur Höhe von
1900 Meter, Zamenis viridiflavus nur im Süden und selten
über 1200 Meter hoch, Pelias berus selten unter 800 Meter,
am häufigsten im Ober - Engadin, Vipera aspis in den
westlichen und südlichen Cantonen. — Die Batrachier,
p. 231 bis 581 nehmen den grössten Theil des Bandes
ein. In der Einleitung ist die Rede von der Gefährlich-
keit der Kröten, von Froschregen, von eingemauerten
Kröten, dann wird die Entwickelung geschildert, sowie
die Variabilität und der Farbenwechsel, Alles mit Sach-
kenntniss und mit verständigem Urtheil. Im Einzelnen
sind dann beschrieben Rana esculenta, temporaria, agilis
(gracilis Fatio), oxyrhina wird als Species anerkannt,
kommt aber nicht in der Schweiz vor, ebenso fehlt Pe-
lodytes punctatus, Alytes obstetricans und Bombinator
igneus sind weit verbreitet, Pelobates fuscus ist vom
Verf. nicht in der Schweiz gefunden, Rufo vulgaris weit
verbreitet, erhebt sich bis 2100 Meter, calamita und vi-
ridis, die zu einer Untergattung Rubeta vereinigt werden.
Ferner werden die Urodelen sehr umfangreich abgehandelt.
In der Schweiz finden sich Salamandra maculosa fast
überall, aber nirgends häufig, bis 1250 Meter, atra weit
verbreitet, bis 3000 Meter, selten unter 880 Meter. Die
Tritonen werden in drei Subgenera getheilt, Alethotriton
(= Hemisalamandra Dujes), Henntriton und Lissotriton.
In der Schweiz kommen vor aus dem Subgenus Aletho-
triton Tr. cristatus häufig, aber nicht über 1200 Meter,
marmoratus vom Verf. nie selbst gefunden, aus dem Sub-
genus Hemitriton Tr. alpestris hübsch abgebildet in ver-
schiedenen Trachten überall bis 2500 Meter ; aus dem
Subgenus Lissotriton Tr. lobatus (taeniatus) abgebildet,
an mehreren Punkten in der Ebene, palmatus selten höher
als 850 Meter.
D od er lein giebt Annuarro della Soc. dei Natura-
listi in Modena VI. p. 200 an, dass von den 92 Arten
118 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Reptilien und Batrachier Europa's, und von den 60 Arten
Italiens, in Sicilien nur 33 bis 34 Arten bleibend vor-
kommen, wozu noch 2 bis 3 zufällige sich gesellen. Er
findet dies auffallend für eine Gegend von so warmem
Klima, welche schon dadurch reicher an Reptilien be-
völkert sein müsste, als das continentale Italien, und ver-
muthet, dass noch weitere Arten aufgefunden werden
möchten. Es werden genannt 6 Schildkröten, 10 Ei-
dechsen (das Krokodil soll früher zuweilen in Sicilien
gefunden worden sein), 11 Schlangen, 10 Batrachier.
Von Amphibien finden sich nach Sabanejeff im
Ural Lacerta vivipara, stirpium, muralis, Anguis fragilis,
Tropidonotus natrix, Coluber trabalis, Viperaberus; Hyla
arborea, Rana esculenta, platyrhincha, oxyrhineha, Pelo-
bates fuscus, Bufo vulgaris, Triton cristatus, taeniatus und
Isodactylium sp.? (Schrenkii Strauch). Bulletin de Moscou
1871. No. 3, 4, p. 274.
Becker fand an der Spitze des Bogdo Berges bei
dem Baskuntschatskoje-Salzsee eine kleine Eidechse, Gym-
nodactylus pipiens, und nahe dem Eingang in die Gyps-
höhlen Phrynoccphaius helioscopius (Helioscopus uralensis
Grnel.). Bulletin de Moscou 1872. 3. p. 104.
Africa. Die Amphibienfauna ist nach Greeff auf
Madeira und den canarischen Inseln arm. Schlangen
fehlen ganz, von Eidechsen lebt auf Madeira nur Lacerta
Dujesii, auf den Cauaren Lacerta Galotti und Platydactylus
Delalandii. Gongylus ocellatus hat Verf. nicht gefunden.
Von Schildkröten kommt Caouana caretta vor, von Bätra-
chiern ist Rana esculenta durch einen Portugiesen in Ma-
deira eingeführt und hat sich dort ausgebreitet; er findet sich
auch auf den Canaren. Auf Tenerife fand Verf. eine Hyla,
grün und meist gelb punctirt, über die er zweifelhaft ist,
ob sie eine von H. arborea verschiedene Art sei. Madeira
und die Canarischen Inseln, Marburg 1872, Programm.
Nach Burton in seinem Werke Zanzibar city, island
and coast p. 200 macht einige Bemerkungen über die
dortige Amphibienfauna. Als noch weniger Schiffe den
Hafen besuchten, waren die Sandbänke, welche von
Frenchmans Island vorspringen, mit Chelone esculenta
während des Jahres 1872. 119
oder midas bedeckt. Iguanen sind noch nicht von Zan-
zibar vertilgt, es giebt einige Arten. Krokodile sind
südlich von der Stadt in einem Flusse gefunden. Schlan-
gen sind weder zahlreich noch gefährlich.
Asien. Anderson beschrieb eine Anzahl per-
sischer, Himalayischer und anderer Reptilien, unter denen
auch mehrere neue Arten, die meist in Holzschnitt ab-
gebildet sind. Proc. zool. soc. p. 371—404.
Günther beschrieb einige neue Eidechsen und Bo-
fcraehier von Ceylon. Annais nat. bist. IX. p. 85.
Stoliczka machte Bemerkungen über die Amphi-
bienfauna von Kachh. Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1872
p. 71. Die Provinz Kachh liegt südöstlich von Sind,
zwischen den östlichen Armen des Indus und Kathiwar,
und ist von den benachbarten Gebieten durch den Run
getrennt, früher ein Meeresarm, aber jetzt meist von einer
Salzeffiorescenz bedeckt und nur local während der Re-
genzeit überschwemmt. Die Fauna ist eine Wüstenfauna
und enthält daher Formen von rein africanischem Cha-
rakter. Die Sammlung wurde im Winter gemacht, was
die geringe Zahl der Arten erklären mag. Verf. meint,
die Thiere seien von Westen nach Osten gewandert,
aber sie wandern nur so lange in dieser Richtung, wie
sie günstige physikalische Bedingungen und ein günstiges
Klima finden. Es werden 18 Eidechsen, mit einer neuen
Scincoiden- Gattung und einem neuen Gymnodactylus,
8 Schlangen und 4 ßatrachier besprochen.
Stoliczka bearbeitete ib. p. 85 eine Reptilien-
Sammlung aus Sind, welche ihm Day mitgetheilt hatte.
Das von Day besuchte Gebiet liegt hauptsächlich längs
dem rechten Ufer des Indus, zwischen Karacbi und
Sakkar. Unter den 9 Eidechsen und 11 Schlangen ist
eine neue Eremias und eine neue Hydrophis.
Stoliczka stellte einige neue Reptilien auf, welche
Waagen im nordwestlichen Panjab, am Indus bei Ka-
labagh, im Agror-Thale, und bei Marri gesammelt hatte.
Die Sammlung enthielt 14 Eidechsen, 3 Schlangen und
3 Batrachier. Proc. Asiat. Soc. of Bengal p. 124.
Stoliczka fand in einer Sendung von Reptilien
120 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
und Amphibien aus verschiedenen Theilen von Pegu und
aus der Nähe von Moulmein in Tenasserim eine neue
Art Typhlops und gründete zwei neue Gattungen von
Fröschen. Note on a few Barmese species of Sauria,
Ophidia and ßatrachia. Proc. Asiat. Soc. of Bengal
1872. p. 143.
David sagt in seinem Reisebericht, dass er in Moupin
nur 10 Ophidier, 2 kleine Saurier, 2 geschwänzte und 5
ungeschwänzte Batrachier gefunden habe. Nouvelles Ar-
chives de Museum VII. Bull. p. 94. Einige neue Arten
s. unten.
Günther hat bei Gelegenheit der Bestimmung
einer Reptiliensammlung, die Everett für das britische
Museum zusammengebracht hat, eine Zusammenstellung
aller von Borneo bekannten Amphibien gemacht. Danach
sind von dieser Insel 10 Schildkröten, 3. Krokodile, 41 Ei-
dechsen, 78 Schlangen und 25 Batrachier bekannt. Verf.
beschreibt dann 18 neue Arten, die meist abgebildet sind.
Unten werden sie namhaft gemacht. Proc. zool. soc.
p. 586 mit 6 Tafeln.
Peters verzeichnete die durch A. B. Meyer bei
Gorontaio auf Celebes und auf den Togian-Inseln ge-
sammelten Amphibien. Die Sammlung besteht aus 1 Cro-
codil, 1 Schildkröte, 8 Eidechsen, 9 Schlangen und 5 Ba-
trachiern, zusammen 24 Arten, darunter 3 neue. Berliner
Monatsber. p. 581.
Stoliczka setzte seine Bemerkungen über ver-
schiedene neue oder wenig bekannte Indische Eidechsen
fort. Er bebandelt Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41. II
p. 86 die Familie der Lacertidae, 4 Arten, Geckotidae
mit 15 Hemidactylus, wovon eine neu, 1 Peripia, die er
auch als Subgenus von Hemidactylus anspricht, 1 Nycte-
ridium und einem neuen Gymnodactylus, und der Aga-
midae mit 9 Arten. Abgebildet sind Hemidactylus sub-
triedrus, Berdmorei, giganteus, Mandellianus, Gymnodac-
tylus Lowderanus, Stellio tuberculatus, Dayanus und Cha-
rasia Blanfordana. — In einer weiteren Fortsetzung ib.
p. 117 ist die Familie der Scincoiden enthalten. Ab-
gebildet sind Hinulia indica, maculata und Dussuraieri,
während des Jahres 1872. 121
Mocoa sacra und Ristella Travancerica. Die neuen Arten
sind unten namhaft gemacht.
Stoliczka theilte einige Beobachtungen an 25 in-
dischen Batrachiern mit, die er meist lebend beobachten
und ihre Färbung anzeichnen konnte. Einige von ihnen
waren früher" nicht aus Indien bekannt, und von anderen
konnte er die geographische Verbreitung ermitteln; auch
wird die Identität einiger Gattungen und Arten discutirt.
Eine neue Callula wird beschrieben.
Australien. Baden-Powell giebt in New homes
for the oid country, a personel experience of the poli-
tical and domestic life, the industries and the natural
history of Australia and New-Zealand, London 1872
p. 275 an, dass in den nördlichen Flüssen Alligatoren
vorkommen. Zahlreiche Eidechsen finden sich überall.
Schlangen sind gemein, und manche giftig. Verf. lässt
sich dann weiter über Schlangenbiss und dessen Hei-
lung aus.
Amerika. Coues fand bei Fort Macon N. C. fol-
gende Reptilien: Cnemidophorus sexlineatus, Alligator
mississippiensis, Ophisaurus ventralis, Caudisona horrida,
Ancistrodon contortrix, Nerodia sipedon, Ophibolus ge-
tulus, Bascanion constrictor, Lepotophis aestivus, Malaco-
clemys palustris, Chelonia rnidas. Kein Batrachier wurde
auf der Insel gefunden. Proc. Philadelphia 1871. p. 47.
Cope berichtete in Hayden's Preliminary Report of
the United States geological Survey of Montana and
portions of adjacent territories, Washington 1872 p. 467
über die lebenden Reptilien, gesammelt von Campbell,
Carrington und Dawes. Es sind 5 Schlangen, 4 Eidechsen,
1 Schildkröte und 6 Batrachier.
Cope lieferte einen neunten Beitrag zur Herpetologie
des tropischen America, wozu ihm sechs Sammlungen das
Material lieferten, nämlich 1) von der Expedition zur Er-
forschung eines Kanals durch den Isthmus von Darien,
2) ebenso durch den Isthmus von Tehuantepec, 3) von
John Hauxwell zu Pebas im westlichen Ecuador, 4) von
Gabb im südöstlichen Theil von Hayti, 5) von Rygersma
auf der Insel St. Eustalia, 6) von John Hauxwell vom
122 Troschei: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Ambyiacu R. Die zahlreichen neuen Gattungen und
Arten werden unten angezeigt. Proc. Philadelphia 1871
p. 200—224.
Peters hat die von Spix in Brasilien gesammelten
Batrachier des k. Naturalien!* abinets zu München unter-
sucht und neu bestimmt. Die Gesammtzahl der von Spix
in Brasilien gesammelten Batrachierarten, einschliesslich
zweier von ihm nicht unterschiedener Arten, vermindert
sich von 53 auf 31, von denen nur 13 als neu von ihm
entdeckt zu betrachten sind. Berliner Monatsber. p. 196.
Peters machte ferner eine Mittheilung über eine
Sammlung von Batrachiern aus Neu-Freiburg in Brasilien.
Dieselbe enthält 10 Arten, unter denen drei neue. Ber-
liner Monatsber. p. 680. — Ebenso ib. p. 768 über eine
Sammlung des Herrn Dr. Wucherer aus Bahia. Es sind
15 Arten, zwei merkwürdige neue Gattungen einschliessend.
Cunn ingham gab ein Verzeichniss der von ihm
während seiner Reise auf dem Schiff Nassau, meist in Süd-
amerika gesammelten Reptilien und Amphibien. Es sind
27 Arten. Transactions of the Linnean Soc, 27 p. 465.
Chelonü.
Tortoises, Terrapins, and Turtles drawn from life by So-
werby and Lear, London 1872. Ein prächtig ausgestattetes Werk
mit 16 Seiten Text und 60 Tafeln, auf denen 36 Arten abgebildet
sind. Es ist mit einer Vorrede von Gray versehen, in der derselbe
Aeusserungen über den Verbleib der Bell'schen Sammlung thut.
Durch einen Widerspruch von Westwood, Annais nat. hist. X.
p. 407, angeregt, wurde die Sache durch Clark, ib. p. 461, dahin
erläutert, dass' sich die Sammlung in dein Anatomischen Museum
zu Cambridge befindet. — Endlich erklärt Thomas Bell selbst, ib.
p. 462, dass seine Sammlung dem Museum zu Oxford einverleibt
.ist, und dass nur einige Dubletten nach Cambridge gekommen sind.
Joh. v. Fischer theilte seine Behandlung der Schildkröten
in der Gefangenschaft mit, die von gutem Erfolge gekrönt zu sein
scheint. Namentlich sorgt er für hinreichende Wärme und lau-
warme Bäder. Er besitzt 38 verschiedene Arten. Zool. Garten
p. 65, 116, 137. — Derselbe schrieb ib. p. 193 über Krankheiten
der Schildkröten, deren Pflege und Verhütung. Er giebt zunächst
während des Jahres 1872. 123
die für Schildkröten nach der Jahreszeit passendste Nahrung an,
und geht dann auf die von ihm beobachteten Krankheiten über. —
Dann fügte derselbe ib. p. 321 und 364 wieder Bemerkungen über
einige Schildkrötenarten in der Gefangenschaft und über Chelonier
im Allgemeinen hinzu.
K night machte Bemerkungen über die Lebensweise einiger
Schildkröten Florida's. Testudo polyphemus gräbt lange und tiefe
Gänge; Trionyx ferox hat sehr verlängerte Naslöcher und schwimmt so,
dass nur das Ende derselben über Wasser bleibt; Emys serrata
sammelt sich zu Tausenden an den seichten Stellen gewisser Seen;
Emys floridana scheint die beiden langen Krallen der Vorderfüsse
zu brauchen, um Würmer aus den Löchern im Grunde zu holen;
Chelonia midas rollt Massen von Seegras zusammen und folgt den-
selben, wenn die Ebbe sie ins Meer führt, um sich davon zu nähren.
Proceed. Boston Soc. XIV. p. 16.
Ohersinae. Gray Hess Proc. zool. soc. p. 615. pl. 43 Pel-
tastes Forstenii Schleg. abbilden. Er giebt hierbei eine Uebersicht
der Arten von Peltastes und Cher3inella :
Peltastes. Oberkiefer mit drei Zähnen am Vorderrande (Asien).
a. Kiefer vorn scharf gekielt. P. elongatus mit deutlichem Nacken-
schilde, P. platynotus und stellatus ohne Nackenschild, b. Ober-
kiefer stumpf gekielt, kein Nackenschild P. Forstenii.
Chersinella. Kiefer zahnlos, vorn abgerundet (Africa). C. geo-
metricus, tentorius, Verrouxii, semisulcatus, marginatus, Leithii und
graecus mit Nacken schilde, sulcatus ohne Nacken schild.
Anderson hält Manouria emys und Testudo phayrei für
identisch, indem erstere Art wahrscheinlich das männliche, die zweite
das weibliche Geschlecht darstellt. Die Differenz des Brustbeins ist
bildlich dargestellt. Er nennt die Art Testudo emys, wozu als Sy-
nonymie gehören Manouria fusca Gray, Geoemyda spinosa Gray,
Testudo phayrei Blyth, Teleopus luxatus Leconte, Testudo indica
Theobald und Scapia Falconeri Gray. Proc. zool. soc. p. 132. —
Gray äussert sich dagegen und hält die Gattungen Manouria und
Scapia aufrecht. Annais nat. hist. X. p "218.
Emydae Sclater erklärt Emys flavipes Gray' für synonym
mit Clemmys leprosa. Proc zool. soc. p. 603.
Gray hat Lord's Actinemys marmorata zu untersuchen Ge-
legenheit gehabt, die derselbe in seinem Buche Naturalist in Bri-
tish Columbia beschrieben hat. Sie ist nicht identisch mit Acti-
nemys marmorata Agassiz, sondern ist Chrysemys Bellii Gray juv.
Sie wird beschrieben. Proc. zool. soc. p. 872.
Gray vermuthet, dass Hallowell's Emys nigra von Ober-Caii-
fornien mit seiner Redamia olivacea identisch sei. Annais nat. hist.
X. p. 54.
124 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Cope hat eine Synopsis der Arten der Chelydrinae Proc.
Philadelphia p. 22 zusammengestellt. Diese Gruppe von Schildkröten
ist auf das nördliche und tropische America beschränkt. Er giebt
folgende Charakteristik der Gattungen: 1. Schwanz lang, 5 Paar
Schilder des Plastron. a. Zwei Reihen Seitenschilder, Inguinalia
von den Ventralia durch ein langes Schild getrennt, Gatt. Macro-
chelys Gray mit 1 Art. b. Eine Reihe Seitenschilder, Inguinalia
wie bei der vorigen, Gatt. Chelydra Schw. mit 2 Arten. 2. Schwanz
kurz, vier Paar Schilder des Plastron oder weniger, a. Vorder-
Lappen des Plastron unbeweglich, Gatt. Claudius Cope mit 4 Arten,
wovon Gl. pictus von Vera Paz und Gl. severus von Santa Efigenia
neu. b. Vorderer Lappen des Plastron beweglich, Gatt. Stauremys
Gray mit 1 Art.
Staurotypus marmoratus v. Fischer, Archiv für Naturgesch.
p. 265 Taf. X.
Chelydae. Gray gab eine Uebersicht der australischen Che-
lymys, die mit den Platemys des tropischen Amerika eine eigen-
thümliche Gruppe von Schildkröten bilden. Er unterscheidet drei
Gattungen: I. Kopf mit einer Haut bedeckt, welche über den Schläfen
reticulirt ist, Nackenplatte deutlich, Nacken glatt, reticulirt. 1. Chc-
lymys Kinn ohne Bartfaden, Nackenplatte meist breit, Occiput wie
der Scheitel, 3 Arten, 2. Euchelymys Kinn mit zwei Bartfäden,
Nackenplatte schmaler, Seiten des Occiput mit zwei länglichen, fast
dreieckigen, di vergütenden, harten Platten, 1 Art. II. Kopf- und
Schläfenmuskeln mit einer harten Knochenscheide bedeckt, Nacken
dornig, Kinn mit zwei Bartfäden, keine Nackenplatte. 3. Elseya mit
4 Arten. Proc. zool. soc. p. 504. Chelymys Victoriae und Krefftii,
sowie Elseya latisternum sind abgebildet.
Spatulemys n. gen. Gray Annais nat. hist. X p. 463. Un-
terscheidet sich von Hydraspis in der Form des Kopfes und des
Thorax, und dass der Kopf ganz mit kleinen Schildern bedeckt ist ;
ist auch ähnlich Hydromedusa, namentlich dass der Thorax wenig-
stens des einen Geschlechtes concav ist, aber hat eine regelmässige
kleine Nackenplatte. jSjp. Lasalae vom Rio Parana, Corrientes.
Gray erhielt eine junge Schildkröte vom Cap York in Nord-
australien mit vier Bartfäden, welche vielleicht eine neue Gattung
bildet, möglicherweise aber auch eine zufällige Varietät vom Elseya
latisternum ist. Annais nat. hist. IX. p. 303.
Chilotae. Gray gab eine Uebersicht über die Flussschild-
kröten Indiens (Trionyx Geoffr.). Annais nat. hist. X. p. 326. Er
unterscheidet zwei Familien: 1) Ghitradae mit der Gatt. Chitra
4 Art. 2) Trionychidae, die in zwei Gruppen zerfallen: a) mit
vier Sternalschwielen, seitlich und hinten, mit den Gattungen Nils-
sonia 1 Art (Trionyx formosus Gray), Trionyx 7 Arten, wovon Lei-
thii von Poonah, sewaare aus Bengalen, Bellii aus Asien neu, Lan-
während des Jahres 1872. 125
demannia 1 Art, Dogania 1 Art (Trionyx subplanus Geoffr.), b. mit
zwei Sternalschwielen, seitlich, mit den Gattungen Rafetus 1 Art
und Aspilus 3 Arten.
Anderson zeigt, dass Trionyx javanicus Schw. identisch ist
mit Tr. gangeticus Cuv., wogegen Trionyx hurum Hamilt. specifisch
verschieden ist. Annais nat. hist. IX. p. 382. — Vergleiche dazu
J. E. Gray ib. p. 473, und wieder Anderson ib. X. p. 219.
Saurii.
Leydig veröffentlichte eine grössere Arbeit über »Die in
Deutschland lebenden Arten der Saurier. Tübingen 1S72. 4.« Der
erste Abschnitt p. 4—154 enthält eine ausführliche Darstellung der
anatomischen Verhältnisse; der zweite p. 155 — 180 zur Kenntniss
der Lebenserscheinungen ; im dritten Abschnitt werden die einzelnen
Arten unterschieden und beschrieben. Es werden fünf Arten unter-
schieden, nämlich Lacerta viridis, agilis, vivipara, muralis, und An-
guis fragilis. 12 Tafeln schmücken das Buch und erläutern den Text.
Crocodilini. Brandt wies einen Ductus caroticus, der bei
den Schlangen und bei Eidechsen vorkommt, auch bei Alligator
lucius nach. Bull. St. Petersbourg 17. p. 307.
Mettenheimer giebt an, dass das Krokodil in Palästina
vorkomme, aber nicht im Flusse Kischon. Zool. Garten p. 237.
Monitores. Günther unterschied eine neue, nahe mit Hy-
drosaurus Cumingi verwandte Art von den Philippinen, die er H.
nuchalis nennt. Von beiden Arten sind die Köpfe abgebildet. Proc.
zool. soc. p. 145 pl. 7 und 8. Monitor (Hydrosaurus) togianus
Peters Berliner Monatsber. p. 582 von den Togian-Inseln,
Ameivae. Ameiva vittipunctata Cope Proc. Philadelphia 1871
p. 220 von St. Domingo. — A. erythrops Rijgersma ib. p. 221 von
der Insel St. Eustatia.
Lacertae. Eimer fand auf einem Felsplateau dicht bei Capri
eine blaue Varietät von Lacerta muralis, und will diese Erscheinung
durch natürliche Zuchtwahl erklären. Verhandl. phys.- medic. Ges.
in Würzburg, Juni 1872.
Gymnops meizolepis Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal
p. 124 von Kalabagh am Indus.
Eremias (Mesdlina) Watsonana Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of
Bengal p. 86 aus Sind. — E. nitida von Westafrica, Spekii von
Unyamuezi und Fordii vom Cap Günther Annais nat. hist. IX. p. 381.
— E. Brenchleyi aus Mongolien, multiocellata aus der Wüste Gobi
Günther ib. X. p. 419.
Agamae. Stellio agrorensis Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of
126 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Bengal p. 128 aus dem Sussel-Pass am Eingange in das Agror-Thal,
in einer Höhe von 6000'. — St. Dayanus Stoliczka Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 41. II. p. 113. pl. 3, fig. 4 von Hardwar am Ganges.
St. persicus Anderson Proc. zool. Soc. p. 382 von Teheran.
Sanders beschrieb die Myologie von Liolepis Belli, erläutert
durch Holzschnitte. Proc. zool. soc. p. 154—183.
Phrynocephdlus maculatus von Awada in Persien und For-
sythii von Yarkand Anderson Proc. zool. soc. p. 389.
Iguanae. Cälotes liocephalus Günther Ann als nat. hist. IX.
p. 86 von Ceylon.
Lophocalotes n. gen. Günther Proc. zool. soc. p. 593. Von
Calotes durch den Bau des Rückenkammes verschieden, welcher am
Nacken unterbrochen ist, und durch getrennte Dornen am Rücken
gebildet wird. L. interruptus pl. 37 fig. A von Borneo.
Tiaris liogaster, miotympanum und tubercülatus Günther Proc.
zool. soc. p. 592 pl. 37, 38 von Borneo.
Charasia Blanfordana Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Bengal
41. II. p. 110 aus West-Bengalen.
Draco cristatellus und spilopterus Günther Proc. zool. soc.
p. 592 von Borneo.
Lophura celebensis Peters Berliner Monatsber. p. 581 vom
südlichen Celebes.
Hypsilurus macrolepis Peters ib. p. 775 von den Salomons-
Inseln.
Anolis rubiginosus und metdllicus Bocourt Annales des sc.
nat. 17. p. 36 aus Mexico. A. insignis, microtus und trochüus
Cope Proc. Philadelphia 1871. p. 213 von Costa Rica.
Cope erwähnte, dass Phrynosoma ornatissima Gir. bei der
Verteidigung Blut aus den Augen spritzt. Proc. Philadelphia
1871 p. 305.
Ascalobatae. Cartier hat, Verb, der Würzburger phys. med.
Gesellsch. III. p. 235 und 287, Studien über den feineren Bau
der Epidermis bei den Geckotiden als Inaugural-Abhandlung ver-
öffentlicht. Er wies Cuticularbildungen in Form von Haaren an
verschiedenen Körperstellen nach, und fand Sinnesorgane der Haut,
die jedesmal durch eine Cuticularbildung markirt sind. Diese finden
sich in der Haut der Kieferregionen über die ganze Fläche der
Schuppen zerstreut, an den Schuppen der übrigen Körpertheile
stehen sie immer am freien Rande. Die Haare lassen den Verf. als
muthmassliche Function auf das Tastgefühl und verwandte Empfin-
dungen schliessen.
Gecko trachylaemus Peters Berliner Monatsber. p. 774 aus
Nordaustralien.
Hemidactylus giganteus Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Bengal
während des Jahres 1872. 127
41. II. p. 99 pl, 2 fig. 2 vom Godavari River bei Badrachalam. —
H. (Boryura) Mandellianus Stoliczka ib. p. 101 pl. 3 fig. 1, 2 von
Pancabari und aus dem Rungnu- und Tista-Thal. — H. persicus
Anderson Proc. zool. soc. p. 378 aus Persien.
Günther erklärt seine Peripia cantoris (1864) für identisch
mit Hemidactylus Meyeri ßleeker (1859). Proc. zool. soc. p. 594.
Peripia cychira Günther Annais nat. hist. X. p. 422 aus Neu-
Caledonien.
Spathodactylus n. gen. Günther Proc. zool. soc. p. 594.
Nur das Ende des vorletzten Gliedes der Zehen ist erweitert, schau-
feiförmig, und unten mit zwei divergirenden Reihen einiger Quer-
platten versehen; das letzte Glied ist kurz, aber frei und mit einer
Kralle bewaffnet. Der Daumen und die fünfte Zehe sind zu einem
krallenlosen Rudiment reducirt. Keine Augenlieder, Haut gleich-
massig granulirt; eine winklige Reihe grösserer Schuppen in der
Präanalgegend setzt sich auf die Lende fort. Sp. mutillatus vom
ostindischen Archipel.
Gymnodactylus Kachhensis Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal
p. 79 aus der Provinz Kachh. — G. Lawderanus Stoliczka Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 41. IL p. 105 pl. 2 fig. 4 von Almorah. — G. multicari-
natus Günther Annais nat. hist. X. p, 421 von den Neuen Hebriden.
Cyrtodactylus yarkandensis Anderson Proc. zool. soc. p. 381
von Yarkand.
Ptychopleurae. Bocourt beschrieb als neu : Gerrhonotus
Moreleti von Vera-Paz, fulvus aus Guatemala, lemniscatus von Vera-
Cruz, Vasconcelosii aus Guatemala. Nouvelles Archives du Museum
VII. Bull. p. 101. — G. viridiflavus Bocourt Annales des sc. nat.
17 p. 36 aus Mexico.
Humphry machte Bemerkungen über die Muskeln von Pseu-
dopus Pallasii. Journ. of anat. and phys. VI. p. 287.
Chalcides trilineatus Peters Berliner Monatsber. p. 775 aus
Südamerica.
Scinci. Lissolepis n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 776.
Gegründet auf Cyclodus luctuosus Peters.
Eumeces älbofasciolatus Günther Annais nat. hist. X. p. 370
von Nordaustralien.
Euprepes haplorhinus Günther Annais nat. hist. X. p. 419 von
den Fidschi-Inseln.
Riopa cyanella Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41. IL
p. 130 aus Pegu.
Mocoa sacra Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41. II.
p. 128 aus West-Bengalen. — M. micropus Günther Annais nat.
hist. X. p. 420 von den Fidschi-Inseln.
Hinulia tetragonurus Günther Annais nat. hist. X. p. 420 von
128 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in der Herpetologie
den Fidschi-Inseln. — H. leucospüos Peters Berliner Monatsber.
p. 684 von Luzon.
Hinulia tetragonurus Günther Annais nat. bist. X. p. 420 von
den Fidschi-Inseln. — H. leucospüos Peters Berliner Monatsber.
p. 684 von Luzon.
Nannoscincus n. gen. Günther Annais nat. hist. X. p. 421.
Verwandt mit Cophoscincus Pet., unterschieden durch gekielte
Schuppen. Beine schwach, fünfzehig; Augenlied schmal, schuppig
kein Supranasale; Ohröffnung äusserlich nicht sichtbar, ganz von
Schuppen bedeckt. N. fuscus von den Fidschi-Inseln.
Blepharosteres n. gen. Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal
p. 74 aus der Gruppe der Gymnophthalmen in der Scincoiden-Fa-
milie. Körper dünn, mit glatten Schuppen, Kopfschilder regelmässig
wie bei Mocoa ; Nasloch in einem Schilde, seitlich ; ohne Spur von
Augenlied und ohne äusseres Ohr ; keine Gaumenzähne, und der
Gaumeneinschnitt hinter den Augen ; Füsse kurz, fünfzehig, unten
gezähnelt, Krallen klein. B. Grayanus aus der Provinz Kachh.
Später stellte Stoliczka ib. p. 126 eine zweite Art B. agilis
von Kalabagh am Indus auf, die eine kleine äussere Ohröffnung be-
sitzt, wonach der Gattungscharakter zu modificiren ist.
Nessia Thwa'itesii Günther Annais nat. hist. IX. p. 86 von
Ceylon.
Anguis orientalis Anderson Proc, zool. soc. p. 376 von Rehst
am Caspischan Meere.
Serpentes.
Günther lieferte ein Verzeichniss von Schlangen, welche
seit 1866 dem britischen Museum zugekommen sind, wodurch die
Zahl der Arten auf 920 gesteigert ist. Von einer grossen Zahl der-
selben giebt er Beschreibungen oder sonstige Bemerkungen. Unter
ihnen befinden sich viele neue Arten und einige neue Gattungen.
Annais nat. hist. IX. p. 13—37.
Co b bin will wieder eine grosse Seeschlange von mindestens
1000 Ellen Länge in 35° S. Br. und 33V2° O. L. beobachtet haben.
Annais nat. hist. IX. p. 484.
Typhlophidae. Typhlops barmanus Stoliczka Proc. Asiat. Soc.
of Bengal 1872. p. 144 von Moulmain.
Calamaridae. Cälamaria gracillima Günther Proc. zool. soc.
p. 594. pl. 39. fig. A. von Borneo. — C. bitorques Peters Berliner
Manatsber. p. 585 von den Philippinen.
Colobognathus dolichoeephalus und brachycephälus Cope Proc.
Philadelphia 1871. p. 211 von Costa Rica.
während des Jahres 1872. 129
Geophis moestus Günther Annais nat. hist. IX. p. 15 von
Costa Rica.
Stenognathus brevirostris Peters Berliner Monatsber. p. 586.
von den Philippinen.
Opisthotropis n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 16.
pl. 3. fig. B. Körper und Schwanz massig- schlank, hinten etwas
comprimirt ; Kopf ziemlich schmal, nicht vom Nacken abgesetzt; ein
Paar vordere Frontalia , ein einzelnes sehr breites PostfVontale ;
Schnauze rund; Naslöcher zwischen zwei Nasalia, nach ohen gerich-
tet; ein Zügelschild; ein Anteoculare und zwei Postocularia ; Au-
gen klein; Schuppen vorn glatt, mit schwachen Kielen gegen die
Mitte des Körpers, und stark gekielt hinten und am Schwänze, in
17 Reihen; Anale und Subcaudalia doppelt; Kieferzähne gleich lang,
dicht gestellt und ohne Furchen. 0. ater aus Westafrika.
Leptocalamus n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 16.
pl. 3. fig. A. Körper und Schwanz dünn, subcylindrisch; Kopf
schmal, nicht vom Nacken abgesetzt; zwei Paar Frontalia; Schnauze
rund; Naslöcher klein, zwischen zwei Nasalia; Zügelschild mit dem
Praeoculare verwachsen, zwei Postocularia; Augen klein; Schuppen
glatt, in 17 Reihen; Anale und Subcaudalia doppelt; der hintere
Kieferzahn gross, schneidend, nicht gefurcht, von den übrigen durch
einen kleinen Zwischenraum getrennt. L. torquatus aus Süd-
Amerika.
Microdromus n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 17
pl. 4 Fig. B. Ansehen von Elapomorphus und Homalocranium.
Kopf klein, deprimirt, nicht vom Nacken abgesetzt; Augen ziemlich
klein; obere Kopfschilder normal; kein Zügelschild, ersetzt durch
die Verbindung des Nasale, hintern Frontale und Praeoculare;
Nasale einfach; Schuppen glatt ohne Apical-Grube, in 15 Reihen;
Anale und Subcaudalia doppelt; der letzte Kieferzahn der grösste,
von den übrigen durch einen Zwischenraum getrennt und glatt.
M. virgatus von Costa Rica.
Nothopidae. Cope beschreibt Proc. Philadelphia 1871 p. 201
eine neue Schlange als neue Familie Nothopidae, und vermuthet,
dass vielleicht auch Xenodermus Reinh. in dieselbe Familie gehören
möchte. Die Charaktere der neuen Gattung Notho psis sind:
Zähne an allen Knochen des Mundes, keine am Zwischenkiefer;
Oberkieferzähue gleich lang, derb ; Kopf flach oval , massig ab-
gesetzt; Körper und Schwanz comprimirt; Schwanzschilder zwei-
reihig, Analschild ganz, Bauchschilder schmal, winklig, die Enden
mit einer Längsgrube; Pupille rund; Kopf oben mit kleinen Schup-
pen bedeckt, ausser einem Paar Internasalia, die an die Nasalia
und das Rostrale stossen; ein isolirtes mittleres Frontale, und ein
Paar kleiner ovaler Occipitalia, auch ganz von kleinen Schuppen
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. I
130 Troschel: Bericht üb. d. Lei st. in d. Herpetologie
umgeben; die Nasenlöcher durchbohren ein Nasale; Zügelschilder
wie die übrigen Kopfschuppen, die Augen von Schuppen umgeben,
Labialia ohne Gruben; die Körperschuppen gekielt ohne Apicalpo-
ren. N. rugosus vom lsthums von Darien. — Verf. findet in dieser
Schlange einen Fall von Mimicry mit Trigonocephalus atrox und
neovidii, und verbindet damit eine Reclamation gegen Wallace.
Ooronellidae. Simotes formosanus Günther Annais nat. hist.
IX. p. 20 von Formosa. — S. subcarinatus Günther Proc. zool. soc.
p. 595 pl. 39 Fig. B. von Borneo.
Ablabes gracüis Günther Annais nat. hist. IX. p. 18 pl. 3
Fig. D von Costa Rica. — A. periops Günther Proc. zool. soc. p. 595
von Borneo.
Tachymenis büorquata Günther Annais nat. hist. IX. p. 19
aus Peru.
Coronella poecilolaemus Günther Annais nat. hist. IX. p. 19
vom oberen Amazonenstrom.
Günther hält die schwarze Schlange von Robben Island in
der Tafelbay für eine eigene Species und nennt sie Coronella pho-
carum. Proc. zool. soc. p. 836.
Bhadinaea serperaster Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 212
von Costa Rica.
Natricidae. Tropidonotus fallax Fatio Faune des Vertebres
de la Suisse III. p. 153 aus der Schweiz, ist die neue Art von
Studer Ber. 1869 p. 460. — T. sarawacensis (maculatus Peters) und
conspicillatus Günther Proc. zool. soc. p. 596 von Borneo.
Contia pygmaea Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 223 von Vo-
lusia in Florida.
Hydraethiops n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 28.
Körper kräftig, cylindrisch; Kopfform wie bei Homalopsis; ein vor-
deres und zwei hintere Frontalia; Naslöcher an der oberen Fläche
der Schnauze, schmale Schlitze zwischen zwei Nasalia; Schuppen ge-
kielt, kurz, in 23 Reihen; Anale und Subcaudalia getheilt; Zügel-
schild vorhanden; Kieferzähne in einer ununterbrochenen Reihe
wenig an Länge nach hinten zunehmend, zahlreich und dicht ge-
stellt, keiner gefurcht. H. melanogaster pl. 3. Fig. G von Gaboon.
Colubridae. Peters trennte von Elaphis ein Subgenus Allo-
phis ab. Oberkieferzähne gleich lang oder die hintersten ein
wenig kürzer als die mittleren, Gaumen- und Vomerzähne nach
hinten und unten gerichtet; obere Kopfschilder in normaler Zahl,
aber nur ein einfaches Praefrontale ; Schuppen glatt, Anale und Sub-
caudalia doppelt. A. nigricaudus von Nordcelebes.
Zamensis ater Günther Annais nat. hist. IX. p. 22 von Algerien.
Zamenophis n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 21.
Körper ziemlich langstreckig, mit winkeligem Bauche; Rücken
während des Jahres 1872. 131
flach: Schwanz massig lang; Bauchschilder 200 oder mehr, an den
Seiten stumpf gekielt ; Kopf flach ; Augen massig mit runder Pu-
pille; Kopfschilder normal; zwei Praeocularia; Schuppen glatt, in
17 Reihen, ohne Poren; Anale ganz; Subcaudalia zweireihig; der
letzte Kieferzahn grösser als die übrigen und durch einen, sehr
kurzen Zwischenraum getrennt. Z. australis von Cap York.
Dryadidae. Herpetodryas tetrataenia Günther Annais nat. hist,
IX. p. 23 von Bogota.
Cope erzählt, dass Cyclophis aestivus nicht auf Pflanzen
klettert, sondern unter der Erde lebt. Die Schlange streckt den
Kopf auf 2 oder 3 Zoll aus dem Boden hervor, und hält ihn Stun-
den lang starr in derselben Lage. So gleicht er einer grünen saf-
tigen Pflanze und mag von kleinen Thieren dafür gehalten werden.
Proc. Acad. Philadelphia 1872 p. 40: Annais nat. hist. X. p. 230.
Cyclophis persicus Anderson Proc. zool. soc. p. 392 von Bushire.
Gonyosoma dorsale Anderson Proc. zool. soc. p. 395 von Shi-
raz in Persien.
Philodryas psammoplüdeus Günther Annais nat. hist. IX. p. 23
von Tucuman.
Dromicus madagascariensis Günther Annais nat. hist. IX.
p. 22 von Madagascar. — Dr. ignitus Cope Proc. Philadelphia 1871
p. 201 vom Isthmus von Darien. — D. flavilatus Cope ib. p. 222
von Fort Macon an der Küste von Nord Carolina.
Diplotropis n. gen. Günther Ann. nat. hist. IX. p. 24 pl. 6
Fig. B. Körper und Schwanz dünn; Rumpf mit etwa 150 Bauch-
schildern, die nur sehrcschwache Seitenkiele zeigen; Kopf etwas ver-
längert, vorn rund, oben flach; Augen ziemlich gross, mit runder
Pupille; Naslöcher zwischen zwei Schildern; Kopfschilder regel-
mässig, Zügelschild vorhanden, ein vorderes und zwei hintere Ocu-
laria; Schuppen in 15 Reihen, an der vorderen Hälfte des Rückens
länglich, lanzettförmig, an der hintern rhombisch, viele mit einem
Apicalporus; sie sind glatt mit Ausnahme der Reihe neben der
Wirbelreihe, diese sind mit einem starken Kiele versehen ; die Kiele
bilden ein Paar erhabene Linien längs der Mitte des Rückens ;
Annale zweitheilig ; Kieferzähne nach hinten allmählich stärker,
keiner gefurcht. D. oilineata von Costa Rica.
Dendrophidae. Hapsidropliys niger Günther Annais nat. hist.
IX. p. 25 von Gaboon.
Chrysopelea vicina Günther Annais nat. hist. IX. p. 27 von
der Insel Misol.
Dendrophis Sälomonis Günther Annais nat. hist. IX. p. 25 von
den Salomonsinseln.
Dendrophis terrificus Peters Berliner Monatsber. p. 583 von
Gorontalo, Celebes.
132 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Ahaetulla diplotropis, modesta und lagoensis Günther Annais
nat. hist. IX. p. 25 pl. 6 Fig. A. und C von Tehuantepec, von Bi-
bulco und von Lagos.
HomalOpsidae. Hydrops lübricus Cope Proc. Philadelphia
1871 p. 217 aus Mexico.
Dipsadidae. Leptodira semiannulata von Loanda und rhom-
bifera von Cubulco Günther Annais nat. hist. IX. p. 31.
Dipsas approximans Günther Ann als nat. hist. IX. p. 32 vom
oberen Amazon.
Leptognathus annulatus von Costa Rica, Copei von Surinam
und dimidiatus von Mexico Günther Annais nat. hist. IX. p. 30.
Elapidae. Sceva stellte Versuche über das Gift der Brillen-
schlange (Naja tripudians) an. Das Gift wird weder durch Frost,
noch durch Sieden, noch durch Fäulniss zerstört; die Gegengifte
fand Yerf. werthlos; die zahlreichen Todesfälle in Folge des Bisses,
über tausend jährlich in Indien, erfolgten fast immer, wenn die
Leute auf die Schlange getreten hatten. Proc. Boston Soc. XIV.
p. 87.
Derselbe spricht sich ib. p. 132 gegen die verbreitete Mei-
nung aus, als seien die Mangusten gegen den Schlangenbiss unem
pfindlich; dasselbe gelte von den Schweinen. Er erzählte ferner,
dass eine kleine Menge Blut von einem vergifteten Vogel in das
Fleisch eines anderen injicirt wurde, und von dem zweiten in einen
dritten, wonach in jedem Fall der Tod eintrat.
Fayrer's »Thanatophidia of India London 1872« ist mir
nicht bekannt geworden. Nach einem Bericht in der Wochenschrift
Nature Dec. 1872 p. 140 ist der wissenschaftliche Abschnitt über
die Giftschlangen Indiens ganz aus Günther's Reptiles of British
India entnommen. Verf. glaubt, dass mehr als 20000 Menschen
jährlich an Schlangenbiss sterben, bei einer Bevölkerung von 120
Millionen. Seine Experimente ergaben, dass kaltblütige Thiere
weniger empfindlich gegen den Schlangenbiss sind, als warmblütige.
Pseudonaja affinis Günther Annais nat. hist. IX. p. 35 pl- 4
Fig. C von Australien?
Cacophis modesta Günther ib. p. 35 pl. 3 Fig. C von West-
Australien.
Diemen ia Schlegelii Günther ib. p. 35 von der Insel Misol.
Hemibungarus gemianulis Peters Berliner Monatsber. p. 587
von den Philippinen.
Rhinelaps n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 33.
Körper kräftig, cylindrisch, mit kurzen, glänzenden Schuppen in
17 Reihen; Schwanz kurz ; Kopf nicht vom Nacken abgesetzt, mit
flacher schneidender Schnauze; Auge klein, mit runder Pupille; das
während des Jahres 1872 133
hintere Frontale ersetzt das Zügelschild, in Berührung mit zwei
Labialia; ein vorderes, zwei hintere Ocularia; Nasale fast getheilt
durch das Nasloch ; Anale zweitheilig ; Subcaudalia zweireihig ; der
Giftzahn etwas nach hinten gestellt, kein anderer Zahn hinter ihm
Rh. fasciolatus pl. 5 Fig. B. aus West-Australien.
Atractäspididae. Atractaspis micropholis Günther Annais nat.
hist. IX. p. 36 pl. 3 Fig. E aus Africa (A. corpulentus Gthr. olim).
Hydrini. Ilydrophis Dayanus Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of
Bengal p. 89 aus Sind. — H. Holdsworthii Günther Annais uat. hist.
IX. p. 33. — H. nigra und Stewartü Anderson Proc. zool. soc. p. 399
von Puri an der Küste Cuttack in Indien. — H. Brookii Günther
Proc. zool. soc. p. 597 von Borneo.
Peters beschrieb die Originalexemplare des Hydrophis fas-
ciatus aus der Bloch'schen Sammlung mit Abbildung des Kopfes,
ferner Varietäten von H. cyanocinctus Günther, und fügte als neue
Arten hinzu H. tenuicollis, ohne Vaterlandsangabe, bituberculatus
von Ceylon, Godeffroyi von der Kings-Mills Insel. Berliner Monats-
ber. p. 348. Schliesslich thut Verf. der Beobachtung Ja gor's Er-
wähnung, dass die Gattung Platurus auch ausser dem Wasser lebt.
Crotalini. Cope vereinigt in der Gruppe Teleuraspides
der Familie der Klapperschlangen die Arten mit ungetheilten
Schwanzschildern und ohne Klapper. Er zieht dahin die Gattungen
Teleuraspis Cope, Botbriechis Peters, Porthidium Cope n. gen.
mit cylindrischem Körper und einem Nasalschilde, Bothriopsis Pe-
ters und Ancistrodon Beauvais. Proc. Philadelphia 1871 p. 205.
Batrachia.
Koch hielt einen Vortrag über die im Rheinland beobachteten
17 Species Batrachier in ihren verschiedenen Entwickelungsstadien.
Triton palmatus ist .auf der linken Rheinseite nicht selten, auf der
rechten Rheinseite nur ganz vereinzelt beobachtet. Von Triton tae-
niatus nimmt er einen constanten Dimorphismus an, indem eine Ge-
birgsform viel grösser wird und selbst während der Paarung im
Frühjahre nur mit rudimentärem Rückenkamm vorkommt. Er er-
klärt dies dadurch, dass die aus den später abgelegten Eiern kom-
menden Larven sich vor dem Winter nicht mehr verwandeln können
und ein Jahr länger den Zustand des Landthieres beibehalten.
Auch bei Rana esculenta kommen zwei Formen vor, die schon als
Larven verschieden sind. Aus den kleineren Larven werden Frösche,
die nachher rasch wachsen und später grösser erscheinen; aus den
grösseren Larven werden Frösche, die in der späteren Entwicklung
mehr zurückbleiben. Von Rana oxyrrhinus und platyrrhinus sagt Verf.,
134 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d, Herpetologie
diese Typen seien in vielen Gegenden gut auseinander zu halten,
in andern Gegenden jedoch nicht, wenn man die Zwisehenformen
nicht als Hybride ansehen will. Verhdl. des naturh. Vereins für
Rheinland und Westphalen, Correspondenzblatt p. 101.
Ecaudata.
Koch hat eine lehrreiche Schrift verfasst: Formen und
Wandlungen der Ecaudaten Batrachier des Unter-Main und Lahn-
Gebietes. Bericht über die Senckenbergische naturf. Ges. 1871—72.
Frankfurt a. M. 1872. Zunächst werden die zur Bestimmung der
Arten wesentlichsten Merkmale hervorgehoben, dann beschreibt er
die einzelnen Arten, mit Berücksichtigung der Laichzeit, des Lai-
ches, der Entwicklung und der Lebensweise. Die beschriebenen
Arten sind: Hyla arborea, Rana temporaria mit den Var. typus,
montanus, maximus, verrucosus, cinereus und gracilis, Rana oxy-
rhinus mit Var. typus und striatus, Rana exculenta mit Var. typus
und sylvaticus, Pelobates fuscus mit Var. typus und lividus, Alytes
obstetricans, Bombinator igneus mit Var. typus und brevipes, Bufo
calamita mit Var. typus und alpestris, Bufo viridis, Bufo cinereus
mit Var. typus, minor, medius und hybridus.
De l'Isle hat Versuche über Hybridation bei den Amphibien
angestellt, und darüber eine erste Abhandlung in den Annales des
sciences naturelles 17. No. 1 veröffentlicht. Von Rana kommen
in der Bretagne drei Arten vor , nämlich R. fusca Roesel, R.
agilis Thomas und R. viridis Roesel. Sie haben ihre Fortpflan-
zungsperiode zu verschiedenen Jahreszeiten, leben auch nicht an
denselben Orten und laichen selten in denselben Gewässern. Da-
durch hat die Natur der Bastarderzeugung ein Hinderniss ent-
gegen gesetzt. Es sind auch dem Verf. alle Versuche, die Eier
dieser Arten mit dem Samen der andern zu befruchten, misslun-
gen. Die Frösche aus der Gruppe temporaria sind sehr ähnlich, ha-
ben aber sehr verschiedene Geschlechtsorgane. Dagegen gehören Bufo
vulgaris und calamita zu verschiedenen Sectionen, sind also we-
niger verwandt. Dessen ungeachtet gelang es dem Verf. sowohl nach
einer Begattung, sowie nach künstlicher Befruchtung Bestarde
zwischen diesen beiden Arten zu erlangen, die freilich nicht lange
lebten. Er bemerkt, dass trotz der Verschiedenheit der beiden
Arten die Geschlechtsorgane sehr ähnlich gebildet sind.
Jourdain Batraciens anoures ä petits et ä gros tetards.
Comptes rendus 74 p. 1417.
Kirschbaum erkannte in den sogenannten Sternschnuppen-
Gallerten die geschwollenen Eileiter von Fröschen. Jahrbücher des
Nassauischen Vereins für Naturkunde XXVI. p. 441.
Beling schreibt den Fischreihern das Auswerfen von Frosch-
während des Jahres 1872. 135
Eingeweiden zu, die unter dem Namen von Sternschnuppen-Gallerten
bekannt sind, und hält sie für die vorzüglichen Urheber. Auch
Krähen möchten zuweilen, wenn auch kleinere Stücke verbreiten.
Zool. Garten p. 141. — K. Müller sah den litis diese Gallerte in
grossen Klumpen ausbrechen. Ib. p. 222, was Beling ib. p. 284
bestätigt.
Rande. Bana vicina Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal
p. 130 von Marri im westlichen Himalaya, 6000' hoch. — B. conspi-
cillata Günther Proc. zool. soc. p. 597 pl. 40 Fig. A. von Borneo.
David charakterisirt zwei Batrachier von China: Bana la-
trans und Ranina symetrica. Nouvelles Archives du Museum VII.
Bulletin p. 76.
Leptobrachium gracile Günther Proc. zool. soc. p. 598 von
Borneo.
Hylae, Hylorana jerboa Günther Proc. zool. soc. p. 599 pl. 40
Fig. B von Borneo.
Ixalus fimbriatus, adspersus, oxyrhynchus und pulchellus Gün-
ther Annais nat. hist. IX. p. 87 von Ceylon.
Polypedates signatus Günther Proc. zool. soc. p. 600 pl. 40
Fig. C von Borneo. — P. Mantzorum und Dugritei David Nouvelles
Archives du Museum VII. Bull. p. 95 aus China.
Ein Laubfrosch, Phyllobates chocoensis, der' 1869 von Posada
Arango beschrieben sein soll, ist in Revue et mag. de Zoologie
p. 465 pl. 27 abgebildet. Die Indianer von Choco sollen damit ihre
Pfeilspitzen vergiften.
Ampho du s n. gen, Peters Berliner Monatsber. p. 768. Ha-
bitus von Hylodes ; Zunge herzförmig, hinten ohne Ausschnitt, rings-
um bis auf einen schmalen freien Rand angewachsen; Zähne im
Zwischen-, Ober- und Unterkiefer, an den Gaumenknochen und am
Kielbeine; Choanen und Tubae Eustachii eng; Trommelfell deutlich ;
keine Parotoiden; Finger frei, der erste kürzer als der zweite, mit
wohl entwickelten Mattscheiben ; Zehen mit sehr kurzen Bindehäuten
und wohl entwickelten Haftscheiben ; Sternum mit Manubrium ; Quer-
fortsätze des Os sacrum nicht verbreitert. Schliesst sich an Hemi-
phractus, hat aber den Kopf mit weicher Haut bedeckt. A. Wuche-
ren Fig. 1 von Bahia.
Ein eingefrorener Laubfrosch war nach dem Aufthauen des
Eises sehr munter. Zool. Garten p. 94.
Hyla vasta Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 219 von St. Do-
mingo. — H. minuta, striata und microps Peters Berliner Monatsber.
p. 680 aus Brasilien.
Günther hält Hyla rhodoporus für dieselbe Species wie
Hyla punctata, und vermuthet auch, dass Hyla papillaris Spix dahin
zu ziehen sei. Proc. zool. soc p. 662.
136 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Hylomantis n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 772.
Phylloniedusa verschieden durch den Mangel von Parotoiden und
das Verhältniss der zweiten Zehe, welche länger als die erste ist,
sowie durch einen ganz anderen Habitus; in dem Mangel der
Schwimmhäute und den breiten platten Sacralwiibelfortsätzen mit
ihr übereinstimmend. H. aspera von Bahia.
Callula variegata Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal p. 111
von Ellore.
Calluella n. gen. Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1872
p. 146, Körperbau kräftig, Kopf und Mundspalte kurz, Kiefer- und
Vomerzähne vorhanden, Choanen und Oeffnungen der eustachischen
Röhren klein, Zunge ganz, hinten frei; Finger frei, Zehen mit
Schwimmhäuten, beide mit abgestutzten aber nicht erweiterten
Spitzen ; Metatarsus mit einem innern schaufelförmigeu Vorsprunge,
Sacralfort sätze verbreitert; Trommelfell verborgen. Gegründet auf
Callula guttulata Günther. Gehört in die Familie Dicroglossidae.
Bufones. Fatio unterscheidet in der Gattung Bufo zwei
Untergattungen: 1) Phryne Fitz, ohne Hautfalte innen am Tarsus,
der vierte Finger grösser als der zweite, der Daumen höchstens
gleich dem Index. Füsse mit halben Schwimmhäuten, Bedeckung
runzlig, kein Stimmsack. B. vulgaris. 2) Bub et a Fatio mit Haut-
falte innen am Tarsus, der vierte Finger kürzer als der zweite, der
Daumen gleich dem Index oder grösser, Füsse mit drittel Schwimm-
häuten, Bedeckung drüsig, Männchen mit Stimmsack unter der
Kehle. B. calamita und viridis.
Bufo kcmdianus Günther Annais nat. hist. IX. p. 87 von Cey-
lon — B. leptopus Günther Proc. zool. soc. p. 598 von Borneo.
Atelopus spumarius Cope Proc. Philadelphia vom Ambyiacu R.
Berdmorea Stoliczka Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1872. p. 146.
Von krötenförmigem Ansehen mit verhältnissmässig kurzen Hinter-
beinen; Kopf massig, dreieckig; Finger frei, Zehen mit Schwimm-
häuten, am Ende schwach angeschwollen, abgestutzt, Ferse mit
zwei kleinen Höckern : Haut granulirt ; Trommelfell deutlich ; eu-
stachische Röhren ziemlich gross, Zunge ganz; Kiefer scharf, zahn-
los. Zwischenkiefer nicht verknöchert; eine unterbrochene Haut-
falte hinter den Choanen, und zwei andere am Gaumen, beide pa-
pillös aber die hintere mehr als die vordere, Sacralfortsätze er-
weitert. Gegründet auf Engystoma interlineata Blyth. Scheint in
die Nähe von Diplopelma zu gehören.
Caudata.
Salamandrina. Jäckel erklärt den Namen Tattermarin oder
Tottermann, wie man in Oesterreich Salamandre atra nennt, für
während des Jahres 1872. 137
abstammend von todter Mann, mit welchem Namen man auch die
Vogelscheuchen belegt. Zool. Garten p. 188.
Bertkau entdeckte auf dem Venusberge bei Bonn den Triton
helveticus. Sitzungsber. der niederrheinischen Gesellschaft zu Bonn
p. 132.
Dermodactylus Pinchonii David ist von dem Verf. in China
gefunden, soll aber einer amerikanischen Gattung angehören. Nou-
velles Archives du Museum VII. Bull. p. 95.
Ichthyodea. Malbranc untersuchte das Sperma von Siredon,
und fand viel Aehnlichkeit mit den Spermatozoiden der Tritonen.
Verhandl. der phys. medic. Gesellsch. in Würzburg III. p. 136 mit
einer Tafel.
Henri Gervais beschrieb einen hydropischen Zustand^ den
er bei zwei Exemplaren des Axelotl beobachtete. Journal de Zoo-
logie I. p. 53.
Nachzutragen ist, dassDuges eine neue Art Axelotl, Siredon
Dumerilii aus der Laguna de Patzcuaro in La Naturaleza Entrega
12, May 1870, aufgestellt hat.
Ehrenberg stellte wieder seinen Proteus anguineus, den er
seit 1859 lebend besitzt, vor; ebenso einen seit 1860 in Gefangen-
schaft gehaltenen Triton lacustris. Sitzungsber. Ges. naturforschen-
der Freunde p. 17.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1872.
Von
T r o s c h e 1.
Gilt veröffentlichte ein Arrangement of the families
of Fishes, or Classes Pisces, Marsipobranchii and Lepto-
cardii. Washington 1872. Es soll die Grundlage für
die Anordnung der Fischsammlung der Smithsonian In-
stitution bilden. Die drei Classen werden folgender-
massen charaterisirt: 1) Fi sc es mit wohl entwickeltem
Schädel und mit Unterkiefer, meist paarige Flossen, mit
Schultergürtel und mit Beckenelementen, Kiemen nicht
beuteiförmig; 2) Mar sipobranchii Schädel unvollkom-
men entwickelt und ohne Unterkiefer, paarige Flossen un-
entwickelt, ohne Schultergürtel und ohne Beckenelemente,
Kiemen beuteiförmig; 3) Le ptocardii Schädel unent-
wickelt mit bleibender Rückensaite, die sieh bis zum vorde-
ren Ende des Kopfes ausdehnt, Hirn nicht deutlich diffe-
rencirt, kein Herz. — Nach einer längeren Einleitung, in
welcher Verf. seine Anschauungen darlegt, und in der
sich Excurse über den Schultergürtel und die Brust-
flossen finden, folgt dann die Aufzählung von 244 Fami-
lien, die sich also gliedern: I. Pisces. A. Teleostei.
1. Plectognathi mit 6 Familien, 2. Lophobranchu 3 Farn.
3. Pediculati 4 Farn. 4. Teleocephali (Heterosomata 2 Farn.
Anacanthini 15 Farn., Acanthopteri 99 Farn., Pcrcesoces
3 Farn., Hemibranchi 6 Farn., Synentognathi 2 Farn., Ha-
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie ct. 139
plomi 4 Farn., Isospondyli 29 Farn., Eventognathi 5 Farn.,
Gymnonoti 2jFam.). 5. Scyphophori 2 Farn. 6. Nemato-
gnathi 11 Farn. 7. Apodes 12 Farn. 8. Opisthomi 2 Farn.
B. Ganoidei. 1. Hyoganoidei 2 Farn. 2. Brachioga-
noidei 1 Fam. 3. Dipnoi 2 Fam. 4. Chondroganoidei
2 Fam. C. E lasmohranchii. 1. Holocephali 1 Fam.
2. Piagiostomi 25 Fam. IT. flarsipobranchii 3 Fam. III.
Leptocardii 1 Fam.
Pouch et's Aufsatz über die Rolle der Nerven bei
den Farbenveränderungen der Fische (vorgl. vorj. Ber.
p. 101) erschien in Robin's Journal de l'anat. et de
phys. VIII. p. 71. — Derselbe schrieb ib. p. 404 über
die blaue Farbe bei den Fischen, namentlich Trachinus
draco, Labrus bergylta, Cottus bubalis, Callionymus lyra.
Unter der Haut liegt eine Schicht kleiner eiförmiger
Körper, die bei durchscheinendem Licht gelb sind und
die die blaue Farbe erzeugen. Er nennt diese Körper
corps irisants.
In dem dritten Heft von Hasse's „Anatomischen
Studien, Leipzig 1872" findet sich p. 417—488 eine Ab-
handlung von Hasse über das Gehörorgan der Fische
mit 4 Tafeln, und eine andere von Ketel über das Ge-
hörorgan der Cyclostomen p. 489 — 541 mit zwei Tafeln.
Jobert hat in seinen Studien über die Tastorgane
Annales des sciences naturelles XVI mit Vorliebe auch
die Fische in Betrachtung gezogen (p. 29 — 110), weil die
Tastorgane derselben noch sehr wenig untersucht sind.
Er folgert aus den Beobachtungen lebender Fische im
Aquarium, dass sie wirklich Tastorgane besitzen, welche
zuweilen eine hohe Ausbildung erlangen können, die dem
Willen unterworfen sind, und in denen die Nervenendigung
zeigt, dass die Körper direct auf sie wirken, wie in der
Hand der höheren Thiere. Verf. bringt die Tastorgane
in zwei Kategorien, nämlich 1. die Lippen mit ihren An-
hängen und die Bartfäden, 2. die modificirten Glied-
massen. Die Bartfäden nennt er weich, wenn sie keine
Knochen- oder Knorpelstütze haben, andernfalls hart.
Was die histologische Beschreibung der verschiedenen
Organe betrifft, die Verf. als dem Tastsinne dienend er-
140 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
kannt bat, so müssen wir auf die Abhandlung selbst ver-
weisen.
Vrolik machte Studien über die Verknöcherung
und die Knochen des Schädels der Tcleostier. (Studien
over de verbeening en de beenderen van den schedel
der Telcostei. Haarlem 1872. Verf. vergleicht zunächst
den ausgewachsenen und unausgewachsenen Schädel des
Hechtes (Snoek) und Salm, und zieht daraus seine allge-
meinen Folgerungen. Dann wird der Schädel des Snoek,
Karpfen, Salm, Häring, Aulopus fikmentosus, Aal, Quappe
beschrieben.
Gegenbaur kommt nochmals auf sein Archiptery-
gium (vergl. Ber. ü. d. J. 1870 p. 88) zurück. Jenaische
Zeitschr. für Medic. u. Naturwiss. VII. p. 131 mit Taf. X.
Gulliver hat die rothen Blutkörperehen der Sal-
moniden und einiger anderen Fische gemessen. Proc.
zool. soc. p. 833.
Friedrich Schult, ze hat die Luft der Schwimm-
blase der Schleihe und der Barbe untersucht. Danach
enthält sie solche Gase, wie sie in der Expirationsluft
der Lungen oder der Kiemen, oder des Darmes bei Co-
bitis fossilis gefunden werden. Pflügers Archiv für Phy-
siologie V. p. 48.
Robin erstattete Bericht über eine iKbhandlung
Dufosse's über das Geräusch und die Tone, welche
die Süsswasser- und marinen Fische Europa's hervor-
bringen. Er hebt namentlich die Untersuchungen her-
vor, welche Dufosse über die Töne angestellt hat,
welche vermittels der Schwimmblase erzeugt werden.
Comptes rendus 75 p. 1074; Annais nat. bist. X. p. 470.
Harting beschreibt ein neues Instrument zur Be-
stimmung verschiedener Volumina Luft oder anderer
Körper, namentlich der Schwimmblase der Fische,
welches er Physometer nennt. Archives Neerlandaises
VII ; Verslagen en Mededeelingen koninkl. Akad. van
Wetenschapen. Deel. VI. In einem anderen Aufsätze
in Album der Natur 1872: „Hydrostatische toestellen
in het Dierenrijk" spricht Harting auch über die
Schwimmblase der Fische. Eine Uebersetzung der Ab-
während des Jahres 1872. 141
handlung über das Physometer ist in Poggendorff's An-
nalen der Physik und Chemie p. 126 und 244 erschienen.
Waalewyn schrieb eine Dissertation „Bydrage tot
de Histologie van den Vischdarm", Leiden 1872, mit
einer Tafel Abbildungen. In der Einleitung spricht er von
den Theilen des Darmes im allgemeinen. Die Appen-
dices pyloricae dienen nach seiner Ansicht für nichts
anderes, als zur Vergrößerung der Oberfläche des Darm-
kanals. Dann behandelt er die Histologie von Raja cla-
vata, Cyprinus tinca, carpio und rutilus, Salmo salar,
Alausa vulgaris, Esox lucius, Anguilla vulgaris, Gadus
morrhua und aeglefinus, Pleuronectes platessa, Rhombus
laevis, Solea vulgaris und Cyclo pterus lumpus. Die Re-
sultate sind in einer Tabelle zusammengestellt.
v. Martens sprach in Sitzungsber. Ges. naturf.
Freunde über den Nestbau der Fische. Er berichtet über
den von L. Agassiz beschriebenen Nestbau eines Fisches,
den er für Chironectes pictus hält, im schwimmenden
Tang des atlandischen Oceans (New York weekly Tri-
büne Januar 1872), und führt dann die anderen bekannten
Beispiele vom Nestbau der Fische an.
Oellacher lieferte Beiträge zur Entwicklungsge-
schichte der Knochenfische nach Beobachtungen am Bach-
forelleneie, indem er das unbefruchtete reife und das be-
fruchtete Forellenei vor der Furchung, und die Furchung
im Forellenkeim studirte. Zeitschr. wissensch. Zoologie
22 p. 373 mit zwei Tafeln.
Van ßambeke Premiers effets de la fecondation
sur les oeufs de poissons; sur Torigine et la signification
du feuillet muqueux ou glandulaire chez les poissons os-
seux. Comptes rendus 74 p. 1056.
Bliss machte Proc. Boston soc. XIV darauf auf-
merksam, dass junge Fische sich zuweilen von den Alten
unterscheiden. So fand er, dass zwei Seitenbinden bei
den Erwachsenen verschmelzen können, oder dass von
einer Binde nur ein Fleck am Kopf und einer am
Schwanz übrig bleiben, oder dass eine Binde sich später
in Querbinden auflöst. Er hält es daher für nöthig, die
142 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Fische in ihren verschiedenen Wachsthumsstadien -zu
studiren. Proc. Boston Soc. XIV. p. 92.
Bert forschte nach den Ursachen des Todes von
Süsswasserthieren im Seewasser, und fand sie bei den
Fischen in den exosmotischen Eigenschaften des Kiemen-
Epitheliums. Archives generales de Med^cine Oct. 1871;
Zool. Garten p. 127.
Von Frauenfeld erörterte die Veranlassung des
sogenannten „Fischaufstandes", womit ein vorzeitiges
Verlassen der Winterruhe verstanden wird. Die Fische
kommen dann an die Oberfläche des Wassers, und gehen
in der Regel zu Grunde. Die Teiche müssen ausgefischt
werden, wenn man die Fische retten will. Zu einem
sicheren Resultate kommt Verf. nicht; er empfiehlt die
mikroskopische Untersuchung des Wassers. Verh. der
zool.-bot. Ges. zu Wien 22. p. 389.
Referent vertheidigte nochmals den Fang der soge-
nannten Rümpchen in den Rheinischen Gebirgsbächen
als unschädlich für die grosse Fischerei. Sitzungsber.
der niederrheinischen Gesellsch. p. 208.
In dem zoologischen Garten in London sind seit
1862 68 Arten Fische lebend gezeigt werden. Revised
List of Vertebrated Animals now or latety in the gardens
of the zoological society, 1872.
Das Verzeichniss der von Cunningham auf seiner
Reise gesammelten Fische enthält 39 Arten, worunter
eine neue Gattung der Lycodidae. Transact. Linnean soc.
27. p.468.
Europa. R. v. Wille moes-Su hm giebt an, dass der
Gadus-Fang an den Faroe-Inseln bedeutend ist; auch
wurde ein Lampris guttatus von 76 Pfund gefangen.
Nature Dec. 1872. p. 106.
Bergh zählte die Fische des Kattegat und Skag-
gerak auf. Es sind 19 Arten. Acta universitatis Lun-
densis 1870 p. 11.
Fr i edel beschrieb das Aquarium zu Kopenhagen
und führte dabei eine Anzahl dänischer Fische, auch
eine Reihe Cepbalopoden von den dänischen Küsten an.
Zool. Garten p. 304.
während des Jahres 1872. HS
Lun^e berichtete über eine Schleppnetzfischerei an
der Ostküste von Jütland. Tidsskrift for Fiskeri VIL p. 91.
Die Zahl der Fische, welche im Ural vorkommen,
beträgt nach Sabanejeff 26. Bulletin de Moscou 1871.
No. 3, 4. p. 275.
In dem Circulare des Deutschen Fischerei-Vereins
in den Jahrg. 1870 und 1871, Berlin 1872 ist p. 29 ein
Aufsatz von Metzger abgedruckt: Die maritime Pro-
duction der Ostfriesischen Wattküste. Darin wird ge-
handelt von dem Fischfang auf dem Dollartgebiete der
Ems, am Norddeich, u. s. w. Der jährliche Ertrag wird
auf 12900 Thlr. angegeben.
Ebeling verglich die Fischfauna Magdeburgs mit
der Böhmens nach dem von F ritsch gelieferten Ver-
zeichnisse. Die dort angeführten 37 Arten finden sich
auch bei Magdeburg, wenn man den Harz in das Gebiet
der Fauna einschliesst. Dazu kommen noch vier Arten,
die in Böhmen fehlen, nämlich Gasterosteus aculeatus,
Osmerus eperlanus, Pleuronectes platessa undSalmo trutta.
Sie beschränken sich also auf die untere und mittlere
Elbe. Zweiter Jahresbericht des naturw. Vereins zu
Magdeburg. Juni 1871.
Waltl verzeichnete die Fische um Passau, nämlich
40 Arten. Correspondenzbl. des zool. mineral. Vereines
in Regensburg 26. p. 74.
Fric schrieb über die Fische Böhmens im Archiv
der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen II. 4.
Verf. unterscheidet für die Fische Böhmens 5 Regionen:
1. die Region der Forellen an den Quellen der Gebirgs-
wässer. 2. die Region der Barbe oder Weissfischregion,
wo das Wasser der Flüsse und Bäche weich wird.
3. Die Region des Welses, an der Elbe von Elbeteinitz
stromabwärts bis Herrnkretschen und an der Moldau von
Prag bis Melnik. 4. Die Region der Schleihe erstreckt
sich auf die stehenden Gewässer. 5. zur Region der
Bartgrundel gehören alle kleinen Bäche des Flachlandes,
die sich wegen der Weichheit des Wassers und wegen
des Mangels an Schatten nicht für die Forelle eignen.
Es werden dann 38 Arten aufgeführt und eine Ueber-
114 Troschel: Bericht üb. die Leist. in d. Ichthyologie
sieht der Verbreitung und der Laichzeit der böhmischen
Fische in einer Tabelle angehängt.
Fric stiess bei der Untersuchung der Fischfauna der
Böhmerwald-Seen auf grosse Schwierigkeiten, weil dort
keine Fischerei getrieben wird. Nur die Forelle ist als
sicherer Bewohner dieser Seen nachgewiesen. Verf. hält
jedoch eine gute Bewirthschaftung derselben für möglich.
Sitzungsber. d. böhmischen Ges. der Wissensch. 1871 p. 6.
Ninni giebt an, dass von den 50 Arten Fische,
welche in der Lagune von Venedig beobachtet sind, nur
12 daselbst sich fortpflanzen; die übrigen begeben sich
zum Laichen ins offene Meer. Gobius ophieephalus Fall.,
parvus Nardo, Panizzae Verga, jozo L. und Gasterosteus
aculeatus bauen ein Nest; Cyprinodon calaritanus Cuv.,
Atherina mochon C. V., Syngnathus brevirostris Hempr.
Ehrbg. pflanzen sich auch im Salzwasser fort; Blennius
palmicornis C. V., pavo Risso, Hippocampus guttulatus Cuv.
und Siphonostomus typhle L. lieben allein das Salzwasser.
Es wird dann der Nestbau der genannten Gobius-Arten
beschrieben, und angegeben, dass Syngnathus brevirostris
auch in einem Süsswrassergraben des Thaies Serraglia
vorkomme und sich daselbst fortpflanze. Atti della Soc.
Veneto-Trentina I. p. 92.
D oderlein sagt im Eingange seiner allgemeinen
Schilderung der Fischfauna Siciliens, Annuario della Soc.
dei Naturalisti in Modena VI. p. 266 : Von den Natur-
produeten Siciliens zu sprechen, ohne die Fische zu erwäh-
nen, würde so viel sein, wie einen Frühling zu beschreiben,
und von den Blüthen zu schweigen. Drei Thatsachen
charakterisiren die ichthyologische Fauna Siciliens, 1. grös-
serer Ueberfluss und Manchfaltigkeit der Arten im Ver-
gleich zu vielen anderen Meeren Europa's; 2. wieder-
kehrende Erscheinung einiger seltenen und exceptionel-
len Arten, sowohl des Mittelmeers als der Afrikanischen
und Atlandischen Zone ; 3. das nicht seltene Vorkommen
von Individuen von ausserordentlichen Dimensionen, die
das Doppelte und Dreifache der normalen Individuen er-
reichen. Die Zahl der marinen Arten giebt Verf. auf
390 an. Weiter werden Angaben über die einzelnen
während des Jahres 1872. 145
Ordnungen und Familien der Fische, und über die indu-
strielle Verwendung gegeben.
Afrika. Den völligen Mangel der Süsswasserfische
auf den Canaren erklärt Greeff durch das Fehlen
ruhig fliessender Gewässer. Nur Anguilla canariensis
kommt vor, der zeitweise im Meere lebt. Die marine
Fischfauna schliesst sich eng an die des Mittelmeers an,
es finden sich aber auch viele eigenthümliche Formen,
und manche, die den Küsten des tropischen Afrika ange-
hören. Auf den Fischmärkten sind die Selachier stark
vertreten, auch kommen häufig vor Percoiden, Labroiden,
Sparoiden, Scomberoiden, Cataphracten, Muraenoiden,
Malloiden ct. Gadoiden, Pleuronectiden, Salmoniden und
Clupeoiden fehlen fast ganz. Madeira und die canarischen
Inseln, Marburg 1872 p. 24, Programm.
v. Martens konnte nach Zeichnungen, welche
Schweinfurth in Central- Africa an den Flüssen Djur
und Tondj entworfen hatte, ziemlich sicher die dort vor-
kommenden Fische bestimmen. Unter 19 Fischzeich-
nungen befinden sich 6 Characinen, 3 Siluroiden, 2 Laby-
rinthfische, 2 Chromiden, 2 Ganoiden und je ein Percoid,
Cyprinoid, Mormyrus und Osteoglosside. Von zwei Po-
lypterus hat der grössere 15, der kleinere 18 freie Flos-
senstrahlen, die Verf. doch für P. bichir hält. Ferner
kommen dort vor Ophicephalus obscurus Gthr., von Si-
luroiden sind vertreten die Gattungen Ciarias, Schübe und
Bagrus, von Characinen Hydrocyon Forskalii, Distichodus
rostratus?, Ichthyborus microlepis, ferner Heterotis nilo-
tica, Mormyrus cyprinoides, Ctenopoma Petherici, Chro-
mis nilotica?, Lates niloticus und ein Barbus. Die Namen
der Einwohner sind beigefügt. Sitzungsber. Ges. naturf.
Fr/ in Berlin p. 100.
Nach Burton, Zanzibar city, island and coast 1872,
sind die dortigen Fische zuweilen vortrefflich, zu anderen
Zeiten will sie selbst der Aermste nicht essen. Viele
werden für giftig gehalten.
Asien. Dybowski hatte bereits 1870 in einem Auf-
satze „Grundzüge der Ichthyographie des Amurflusses"
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2.3d. K
146 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie
in russischer Sprache die ichthyologische Fauna des
Amur, des Ussuri und Sungatschi und des Chankasee's
bearbeitet. Er veröffentlicht nun in deutscher Sprache
die Diagnosen der neuen oder wenig bekannten Arten.
Es sind • 23 Arten, darunter 7 neue Gattungen, wovon
eine aus der Percoidenfamilie und sechs aus der Cyprinoi-
denfamilie. S. unten. Verhandl. der zool. bot. Gesell-
schaft in Wien 22 p. 209.
Bleeker hatte Gelegenheit die Abbildungen chi-
nesischer Fische des Senn van Basel aus dem Uni-
versitäts-Museum zu Groningen zu vergleichen, und nahm
daraus Veranlassung, ein Verzeichniss sämmtlicher von
China bekannten Fische zusammenzustellen. Neder-
landsch Tijdschrift voor de Dierkunde IV. p. 113—154.
Die Zahl der Arten beläuft sich im Ganzen auf 872.
Schliesslich werden 25 neue Arten charakterisirt, wo-
runter eine neue Gattung Odontolabrax, s. unten. Ein
Nachtrag ib. p. 233 steigert die Zahl auf 889.
Von Bleeker's Atlas ichthyologique des Indes
orientales brachte das Jahr 1872 zwei Lieferungen, die
25. und 26. In ihnen beendigt der Text die Scombere-
soces mit 5 Arten Zenarchopterus Grill, 3 Dermogenys
Van Hass., 2 Hemirhamphodon Blkv., 16 Exocoetus, 1 Pa-
rexocoetus. Dann beginnt die Gruppe der Clupeen,
welche in zwei Familien getheilt wird. Die eine, Pseu-
doclupeoidei zerfällt wieder in drei Gruppen: Lutodei-
riformes mit 2 Chanos Lac. (Lutodeira Kühl), Conorhyn-
chiformes mit 1 Conorhynchus Nozemau (Albula Gron.,
Batyrinus Lac, Glossodus Agass.) und Elopiformes mit
1 Elops und 4 Megalops. Die andere, C lup eoidei ist
durch mehr als 70 Arten im Indischen Archipel vertreten.
Mehrere Arten spielen eine wichtige Rolle für die Oeco-
nomie der dortigen Bevölkerung. Sie hat ihre Häringe,
Anjovis, Alsen, die freilich nicht so ungeheure Resultate
liefern wie in den nördlichen Meeren, weil sich die
Fischerei noch in primitivem Zustande befindet. Diese
zweite Familie enthält die Gruppen Chirocentriformes mit
2 Chirocentrus, Dusswmieriaeformes mit 2 Dussumieria
und 2 Spratelloides, Clupeaeformes mit 2 Corica, 21 Clu-
während des Jahres 1872. 147
pea, 6 Alosa, 10 Ilisha, 2 Opisthopterus, 1 Raconda,
Stolephoriformes mit 1 Lycothrissa, 5 Stolephorus, 9 En-
graulis, 3 Setipinna, 6 Coilia und Dorosomatiformes mit
2 Dorosoma. Die letzte Gruppe steht noch für die
nächste Lieferung in Aussicht.
Australien. Klunzinger hat im Archiv für Natur-
gesetz p. 17 eine Sammlung australischer Fische bearbei-
tet, die dem Stuttgarter Naturalienkabinet aus Melbourne
zugekommen war. Es sind 96 Arten verzeichnet, unter
denen verhältnissmässig viele neue Arten, auch einige
neue Gattungen, deren Namen unten am entsprechenden
Orte angegeben werden.
In Baden Powell's Buch New homes for the old
Country, a personal experience of the political and do-
niestie iife, the industries and the natural history of
Australia and New Zealand London 1872 p. 288 werden
die Fische mit englischen Namen belegt, nach der Aehn-
lichkeit mit den europäischen. Besonders gerühmt wird
der Murray Cod, wenn er jung ist, bis zum Gewichte von
5 Pfund, und sein Fang beschrieben. Die seit einigen Jahren
eingeführten Salmen scheinen zu gedeihen, haben aber
zahlreiche Feinde und bedürfen daher guten Schutzes.
Amerika. C o p e hat die Fische, welche von Camp-
bell, Carrington und Dawes gesammelt wurden, in
Hayden's Report of the United States geological Sur-
vey of Montana, Washington 1872 p. 469 bearbeitet. Er
zählt 1 Coregonus, 1 Thymallus, 3 Salmo (alle neu),
14 Cyprinoiden, wovon 11 neu mit drei neuen Gattungen,
1 Muraena, 1 Poecilophis, 1 Uranidea, 1 Cottopsis auf.
Die neuen Gattung und Arten saunten.
Cope beschrieb Proc. Philadelphia p. 250 — 294 die
Fische des Ambyiacu-River, einem kleinen Nebenfluss
des Amazonenstromes bei Pebas. Die Arten gehören
meist zu den Chromiden, Characinen und Siluren. Die
Sammlung, auf welche sich diese Arbeit gründet, war
von Hauxwell zusammengebracht, und enthält 74 Arten,
von denen 45 als neu beschrieben werden. Viele sind
auf 13 Tafeln abgebildet. Die neuen Arten sind unten
angegeben.
148 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie
Nicholson erwähnt, dass er beim Schleppnetz-
fange im Ontario-See von Fischen Pimelodus catus, Po-
motis vulgaris, Perca flavescens und einen kleinen Leu-
ciscus erlangt habe. Annais nat. hist. X. p. 283.
Atwood zeigte an, dass Temnodon saltator bis zum
Jahr 1847 nicht nördlich vom Cap Cod gefunden sei.
Seitdem ist er in den östlichen Gewässern häufig' gewe-
sen, und jährlich um den fünften Juni erschienen. Er
meint aber, er verschwinde jetzt allmählich. Von Otoli-
thus regalis Cuv., Scomber Decayi Storer und Haliglossus
vulgaris Cuv. sagt er, dass sie sich allmählich zu höheren
Breiten ausdehnen. Proc. zool. soc. XIV. p. 92.
Whiteaves fing mit dem Schleppnetz je ein junges
ExempLar von Sebastes norvegicus, Anarrhichas lupus und
Agonus hexagonus im Busen von St. Lawrence. Annais
nat. hist. X. p. 351.
Lütken schrieb über die Erschöpfung der Meeres-
fischereien in Tidsskrift for Fiskeri VII. p. 41 — 72 nach
amerikanischen Fischerei-Berichten, namentlich nach den
Fischereiberichten von Massachusetts.
In PI atz in an n's Buch „Aus der Bai von Parana-
gua, Leipzig 1872" ist p. 173 — 185 ein Abschnitt der
Fischerei gewidmet, namentlich des Pogonias fasciatus
Cuv., der wie das ganze Buch äusserst lebensfrisch ge-
schrieben ist, und von den Ichthyologen gelesen zu
werden verdient.
Acanthopteri.
Percoidei. Poey hat die Gattungen der Familie Percidae,
welche bei Cuba vorkommen, neu charakterisirt. Er giebt bei jeder
das Historische, die. Etymologie, die Gattungscharaktere, und bei
mehreren Angaben über die Zähne, Flossen, Schuppen, Skelet, Einge-
weide u. s. w. Verf. nimmt drei SubfamilieD an, und macht in
jeder derselben auch die Arten der Gattungen namhaft, wodurch
diese Arbeit einen Beitrag zur Cubanischen Fauna bildet. Wir
geben die Zahl der Arten bei den Gattungen an. 1. Serranini
mit 15 Trisotropis Gill, 7 Epinephelus Bloch, 1 Lioperca Gill, 1 Pro-
microps Gill, 1 Schistorus Gill, 2 Prospinus Poey; 1 Brachyrhinus
Gill; 2 Petrometopon Gill, 2 Enneacentrus Gill, 2 Menephorus n.gen.
während des Jahres 1872. 149
von voriger durch die mondförmige Caudale und das Fehlen schwarzer
Flecke auf Schwanz und Kinn unterschieden; 1 Centropristis Cuv.
Val. ; 5 Haliperca Gill, 1 Diplectruui Holbrook, 1 Mentiperca Gill;
12 Hypoplectrus Gill, 1 Gonioplectrus Gill. 2. Lutjanini mit
4 Ocyurus Gill, 1 Rhomboplites Gill, 11 Lutjanus Bloch (Mesoprion
Cuv.), 1 Tropidinius Gill, 1 Platyinius Gill, 1 Etelis Cuv. Val.,
1 Verilus Poey. 3. Per ein ae mit 1 Chorististium Gill und 1 Lio-
propoma Gill. — Demnach kommen bei Cuba 77 Percoiden vor. —
In einem Anhange wird des Verfassers Gramma loreto beschrieben
und abgebildet, ferner werden zwei neue Arten Lutjanus Cubera
und Hypoplectrus maculiferus beschrieben. Annais of the Lyceum
of New-York X. p. 27—79 nebst PI. I.
Rougemont beobachtete die Eier des Barsches. Sie schlüpfen
nach sechs Wochen aus. Bulletin de Neufchatel IX. p. 216.
Paralabrax fasciatus und gutiatus Bleeker Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 150 aus China.
Günther erklärt die Gattungen Psammoperca Richardson
(1846) und Cnidon Müll. Trosch. (1849) für identisch, und hält auch
die Arten Psammoperca waigiensis und Cnidon chinensis für über-
einstimmend, obgleich die ihm vorliegenden Exemplare einige Ab-
weichungen zeigen. Annais nat. hist. X. p. 426.
In einer Revision der indischen Arten aus der Gruppe Anthia-
nini charakterisirt Bleeker, Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde
IV. p. 155, zunächst die von ihm dahin gezählten Gattungen An-
thias, Callanthias, Elastoma, Caprodon, Brachyrhinus, Holanthias
und Glaucosoma, denen er zwei neue Gattungen Pseudanthias und
Dactylanthias hinzufügt, und denen die vom Verf. als Anthias be-
schriebenen Arten des Indischen Archipels angehören:
Pseudanthias. Squamae medioeres vel magnae; maxillae
dentibus caninis; dentes vomerini etpalatini; lingua edentula; rostrum
maxillaque inferior squamatae; praeoperculum serratum; pinnae,
dorsalis non vel vix emarginata spinis 10, pectorales radiis fissis,
caudaiis plus minusve emarginata vel incisa. B. 7. Dahin A. pleu-
rotaenia, Huchtii, ehiropsilus, lepidolepis, manadensis und cichlops.
Dactylanthias. Squamae magnae; maxillae dentibus ca-
ninis; dentes vomerini et palatini; lingua edentula; rostrum squa-
mosum ; maxilla inferior alepidota ; praeoperculum serratum ; pinnae,
dorsalis non vel vix emarginata spinis 10 validis spina producta
nulla, pectorales radiis omnibus simplieibus, caudaiis emarginata
lobis produetis. B. 7. Dahin D. aplodactylus.
Weiter gründet Bleeker ' ib. p. 235 auf Günther's Anthias
rhodopeplus und chrysostictus eine neue Gattung Odonth anthias,
die durch Zungenzähne und eine gabelige Schwanzflosse charakteri-
sirt wird. — Von Günther's Plectropoma anthioides glaubt er, dass
diese Art eine eigene neue Gattung Plectr anthias bilde.
150 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie
Actenolepis n. gen. Dybowski Verh. zool.-bot. Ges. in
Wien 22 p. 210. Beide Rückenflossen mit einander vereinigt; Bür-
stenzähne an beiden Kinnladen, am Pflugscharbeine und an den
Gaumenknochen ; Zunge glatt ohne Zähne ; Vorderdeckel am Hinter-
rande gezähnelt; unterer Kiemendeckelwinkel abgerundet; Seiten-
flächen des Hinterhauptes, Kiemendeckels, Unterdeckels und der
Wangen beschuppt; alle Schuppen cycloid; beiderseits 7 Kiemen-
strahlen; Stachelstrahlen der Rücken- und Afterflosse heteracanth.
A. Ditmarii aus dem Amur.
Odontolabrax n. gen. Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de
Dierkunde IV. p. 149. Corpus oblongum ; pinna dorsalis unica pro-
funde incisa parte spinosa spinis 9 ; maxillae antice dentibus caninis ;
praeoperculum angulo spina postrorsum directa; pinna caudalis
emarginata, biloba; squamae magnae. 0. typus aus China.
Lutjanus paraemulon und dubius Bleeker ib. p. 1 50 aus China.
Paradules n. gen. Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 20,
von Dules durch den ganzrandigen Vordeckel unterschieden: P.
obscurus vom Yarra Sagoon und laetus aus dem Murray-River.
Bleeker beschreibt in einer Revision der Arten des In-
dischen Archipel aus der Gruppe Priacanthini drei Arten, Pr.
tayenus, carolinus und hamrur. Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde
IV. p. 170.
Ebenda p. 230 erklärte Bleeker den Priacanthus Meyeri
Günther für identisch mit seinem Pseudopriacanthus niphonius.
Amia (Apogon) trivittata Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de
Dierkunde IX. p. 150 aus China.
Apogon conspersus Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 18
von Australien.
Lanioperca n. gen. Günther Annais nat. hist. X. p. 183.
Gehört in die Percoiden-Gruppe Apogonina in die Nähe von Scom-
brops. Körper comprimirt, etwas langstreckig, mit dünnen hin-
fälligen Schuppen von massiger Grösse ; Kopf mit vorstehender,
spitzer Schnauze, ganz mit kleinen Schuppen bedeckt; Mundspalte
weit, mit vorstehendem Unterkiefer; Kiefer, Vomer und Gaumen
mit schmalen Binden hecheiförmiger Zähne, und mit einer äusseren
Reihe grösserer Zähne; ein Paar sehr starke Hundszähne im Ober-
kiefer, Zunge glatt; Auge massig; 7 Kiemenhautstrahlen, Pseudo-
branchien ; 2 Dorsalen, die erste mit wenigen schwachen Stacheln,
die zweite und die Anale mit ziemlich zahlreichen Strahlen; Anale
mit zwei Stacheln; keine Zähnelungen an den Schädelknochen,
Deckelstücke sehr dünn und häutig. L. mordax von Tasmania.
Berycidae. In einer Revision der Arten der Gattung Myri-
pristis aus dem Indischen Archipel unterscheidet Bleeker 12 Arten,
die sämmtlich beschrieben werden. Die Art, welche Günther M.
pralinius nennt, wird inM. indicus umgetauft, da sie nicht mit der
während des Jahres 1872. 151
Cuvier'schen Art gleichen Namens identisch ist. Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 178.
B 1 e e k e r revidirte die Arten der Gattung Holocentrum aus
dem Indischen Archipel. Er findet ausgezeichnete Charaktere in
der Zahl der Schuppenreihen des Praeoperculum, in der verhältniss-
mässigen Länge der beiden letzten Stacheln der Rückenflosse und
in der Anwesenheit oder dem Fehlen von Dornen am Rande der
Naslöcher und der Schnauzenspitze. Er giebt neue Beschreibungen
von 16 Arten und einem Rhynehichthys. Nederl. Tijdschr. voor de
Dierkunde IV. p. 198.
Trachinidae. Vereis alboguttata Günther Annais nat. hist. X.
p. 424 von der Insel Misol.
Sphyraenidae. Dinolestes n. gen. Klunzinger Archiv für
Naturgesch. p. 29 verwandt mit Sphyraena. D. Miilleri von Hob-
son-Bay.
Cataphracti. Scorpaena ambigua Klunzinger Archiv für Na-
tirgesch. p. 27 von Hobson-Bay.
Sau vage schlägt für Sebastes minutus %Cuv. eine neue Gat-
tung Sebastopsis vor, weil die Gaumenzähne und die Schuppen
an der Basis der Ventralen fehlen. Dahin auch Scorpaena banda-
nensis Bleeker (nicht = haplodactylus Gthr.) und Scorpaena la-
niaria Cuv.-Val. Scorpaena polylepis Blkr. ist = Sebastoides mi-
nutus. Annales des sc. nat. 17 Article 5.
Prosopodasys (Centropogon) urostigma und P. sinensis Bleeker
Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde IV. p. 151 aus China.
Dufosse sagte, die Töne, welche Cottus scorpius und bubalus
hervorbringen, sowohl in der Luft wie unter Wasser, seien will-
kürlich und würden durch Muskelschwingungen hervorgebracht.
Comptes rendus; Revue de zool. p. 360.
Gill fand, dass die beiden Varietäten von Cottus groenlan-
dicus die beiden Geschlechter dieser Art sind. Die Männchen sind
am Bauche weiss gefleckt, haben weisse Bauchflossen mit schwarzen
Binden, zahlreichere Dornhöcker an den Seiten, eine höhere stachlige
Rückenflosse und der 6. bis 11. Strahl der Brustflossen sind mit
kleinen Tuberkeln besetzt. Die Weibchen dagegen sind gelblich am
Bauche, haben gelbe schwarz gebänderte Bauchflossen u. s. w. Proc.
Philadelphia p. 213.
Cottopsis semiseäber Cope Report geol. surv. of Montana
p. 476 von Idaho.
Scombrocottus n. gen. Peters Berliner Sitzungsber. p. 568.
Kopf und Körper verlängert, etwas zusammengedrückt, mit kleinen
Ctenoidschuppen bedeckt und mit einer ununterbrochenen Seiten-
linie; Kopf- und Kiemendeckelstücke unbewaffnet, ein Fortsatz von
dem Infraorbitalbogen an den Vordeckel gehend ; zwei von einander
entfernt stehende Rückenflossen; Bauchflossen an der Brust; kleine
152 Troschel: Bericht üb. die Lei st. in der Ichthyologie
conische Zähne in den Kiefern, dem Vomer und den Gaumenbeinen ;
sechs Kiemenstrahlen; vier Kiemen und fünf Kiemenspalten, freie
kammförmige Pseudobranchien; Pförtneranhänge in geringer Zahl
(3): eine sehr dünnhäutige Schwimmblase. Sc. salmoneus von Van-
couvers-Insel.
Platycephalns fasciatus Günther Annais nat. hist. X. p. 397
von den Philippinen. — PI. speculator Klwnzinger Archiv f. JJatur-
gesch. p. 28 von Hobson-Bay.
Gasterostei. Lecoq nimmt die Priorität der Entdeckung des
Nestbau's der Stichlinge für sich in Anspruch. Lettre ä M. de
Lablanchere, Versailles 1872; Revue de zoolog. p. 320.
Sciaenoidei. Otolithus leuciscus Günther Annais nat. hist. X.
p. 398 von den Philippinen.
Pristipomatidae. In einer Revision der Therapon-Arten des
indischen Archipels vereinigt Bleeker die Gattungen Datnia, PeJ
lates, Helotes und Pteragon C. V., so wie Mesopristes Blkr. Er
unterscheidet nur als Subgenera nach dem Zahnbau : Datnia mit
conischen Kieferzähnen in mehreren Reihen, Pelates mit conischen
Kieferzähnen, oben dreireihig, unten zweireihig, Helotes mit drei-
spitzigen Kieferzähnen in mehreren Reihen. In dem Subgen. Datnia
hat er 7 Arten, in den beiden anderen je eine. Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV p. 372.
Bleeker revidirte die Arten des indischen Archipels aus den
Gattungen Plectorhynchus Lac. (Diagramma Cuv.) und Pristipoma
Cuv. Nederl. Tijdschtift voor de Dierkunde IV. p. 273. In ersterer
Gattung hält Verf. die Farben, und selbst das System der Färbung
für sehr veränderlich mit dem Alter der Fische ; dagegen findet er
gute Charaktere in der Gestalt der Dorsale, der Stärke und der re-
lativen Länge der Stacheln, und der Gestalt der Caudale und in
der Formel der Schuppen. Letztere zählt er in den Querreihen
über und unter der Seitenlinie. Er unterscheidet 12 Arten, die aus-
führlich beschrieben werden, deren Synonymie zusammengestellt, und
deren geographische Verbreitung angegeben wird. Neu ist PI. ce-
lebicus von Celebes. — Aehnlich behandelt Verf. von der Gattung
Pristipoma sieben Arten.
Bleeker schrieb über die Arten der Gattung Scolopsis C.
V. aus dem indischen Archipel in Nederl. Tijdschr. vor de Dier-
kunde IV. p. 345. Er findet vortreffliche Charaktere in der Zahl
der Schuppen in der Seitenlinie und über derselben, in der Beschup-
pung der Stirn, der Schnauze und des Vordeckels, in der Stärke
und Länge der Analstacheln, und im Allgemeinen auch in dem
System 'der Färbung. Er besitzt 14 Arten.
Scolopsis xenochrous Günther Annais nat. hist. X. p. 423 von
der Insel Misol.
Cirrhitidae. Chilodactylus Allporti Günther Annais nat. hist.
während des Jahres 1872. 153
X. p. 184 von Tasmania. — Ch. asper und nebulosus Klunzinger
Archiv für Naturgesch. p. 24 aus Australien.
Sparoidei. Die indo-archipelischen Arten der Gattung Le-
thrinus hat Bleeker einer Revision unterworfen. Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 318. Er verwirft die Schnauzenlänge,
die Höhe des Suborbitale, die Form der hinteren Kieferzähne als
Species-Charaktere, da sie nach dem Alter veränderlich seien; ebenso
die Farben. Dagegen benutzt er die Zahl der Schuppenreihen über
der Seitenlinie, die Form des Profils, die relative Höhe des Körpers
und Kopfes, die Stärke und Länge der Dorsalstrahlen und die Höhe
der Anale, um 15 Arten zu unterscheiden, worunter neu L. hypse-
lopterus und insulindicus.
Poey behandelte die Subfamilie Sparini, soweit dieselben bei
Cuba leben, monographisch. Die dort vorkommenden Arten ge-
hören in die Gattung Calamus Swains. und Grammateus n. gen.
Zu Calamus werden gezählt Sparsus Bajonado Bloch, megacephalus
Sw., orbitarius Poey, macrops n. sp. und eine mit letzterer ver-
wandte Art, der Verf. noch keinen Namen gegeben hat. Die Gat-
tung Grammateus ist auf Pagellus raicrops Guich. gegründet = hu-
milus Poey und unterscheidet sich von Calamus durch das Fehlen
der inneren Reihe der Kauzähne und durch die kürzeren Brust-
flossen, die den After nicht erreichen. Dazu eine neue Art Gram-
mateus medius. C. Bajonado. orbitarius, microps und Gr. medius
sind abgebildet. Annais Lyceum of New-York X. p. 170.
Symphorus n. gen. Günther Annais nat. hist. IX. p. 438.
Verwandt mit Dentex, aber mit fein gesägtem Vordeckel; Körper
länglich, comprimirt, Auge massig, Mundspalte massig weit, etwas
schief, mit fast gleichen Kiefern : eine Dorsale mit 10 . 12 •+• x
Strahlen, Anale 3 . 9, Caudale ausgerandet; Hundszähne in beiden
Kiefern; Praeorbitale ganzrandig, breit, Entfernung des Auges vom
Mundwinkel gross, Vordeckel fein gesägt, mit mehr als drei Schup-
penreihen; 7 Kiemenhautstrahlen; Schuppen massig, ctenoid; Pseu-
dobranchien wohl entwickelt. S. taeniolatus von Macassar.
Klunzinger errichtete auf Girella zebra Steindachner eine
Untergattung Girellichthys in der Gattung Girella. Archiv für
Naturgesch. p. 22.
Labyrinthici. Pouch et beschrieb Revue de zool. p. 369 die
Entwicklung eines Fisches aus der Gattung Macropodus. Dazu
pl. 22 und 23. Auf pl. 25 ist Macropodus viridi-auratus abgebildet.
Auch Joly beobachtete die Entwicklung eines Macropodus,
dessen Eier sich in 60 bis 65 Stunden bis zum Ausschlüpfen ent-
wickelten. Die Larve hat zuerst keinen Mund, Darm und After,
der Kopf hat zwei grosse Augen ohne Pigment. Das Herz ist be-
reits in Bewegung. Die Kiemen fehlen noch, die Respiration wird
154 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie
durch die Haut und die Nabelblase vermittelt. Eigentliche Flossen
fehlen noch. Comptes rendus p. 766; Annais nat. hist. X. p. 463.
Endlich schrieb auch Boulart über den chinesischen Macro-
podus, der in Frankreich acclimatisirt ist. Sein Nestbau und seine
Begattung, sowie seine Anatomie und Lebensweise werden geschil-
dert. Journal de Zoologie I. p. 243.
Mugiloidei. Mugil Meyeri Günther Annais nat. hist. IX. p. 439
von Macassar. — M. gelatinosus Klunzinger Archiv für Naturgesch.
p. 35 aus dem Murray-River.
Atherina lineata Günther Annais nat. hist. X. p. 398 von
Cebu, Philippinen.
Atlierinichthys esox Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 34
von Port Philip.
Scomberoidei. Cubiceps pauciradiatus Günther Annais nat.
hist. X. p. 423 von der Insel Misol.
Der Earl of Pembroke sagt, der Sonnenfisch (Sunfish,
Zeus faber?) sei lebendig gebärend. South-Sea Bubbles p. 130; Annais
nat. hist. IX. p. 328.
Garangidae. Decapterus fasciatus Bleeker Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 151 aus China.
TricMuridae. Histiophorus dubius Bleeker Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 151 aus China.
Labridae. Choerops Brenchleyi Günther Annais nat. hist. X.
p. 424 von der Insel Misol.
Pomacentridae. Glyphidodon sinensis Bleeker Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 149 aus China.
Heliastes lividus Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 36
von Port Philip.
Chromides. Acara syspilus, freniferus und compressus Cope
Proc Philadelphia 1871 p. 255 aus dem Ambyiacu.
Uarus centrarchoides Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 253
aus dem Ambyiacu.
Crenicichla anthurus und proteus Cope Proc. Philadelphia
1871 p. 252 aus dem Ambyiacu.
Geophagus amoenus und badiipinnis Cope Proc. Philadelphia
1871 p. 250 aus dem Ambyiacu.
Haplopteri.
Taenioidei. J o u r d a i n beschrieb einen Gymnetrus gladius
C. V., den er todt am Strande fand; er war 3,4 Meter lang. Cornptes
rendus 74 p. 58.
während des Jahres 1872. 155
Gobioidei. Paragobius sinensis Bleeker Nederl. Tijdschr. voor
de Dierkunde IV. p. 152 aus China. Die Gattung bezeichnet Verf.
ib. p. 128 in der Note als Gobii dentibus pluriseriatis, squamis
parvis.
Valenciennesia elegans, sinensis, notophthalmus, macropterus
Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde IV. p. 152 aus China.
Eleotris brachysoma Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de Dier-
kunde IV. p. 152 aus China.
Platyptera sinensis Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de Dier-
kunde IV. p. 152 aus China.
Blennioidei. Anarrichas fasciatus Bleeker Nederl. Tijdschr.
voor de Dierkunde IV. p. 151 aus China.
Salarias holomelas Günther Annais nat. hist. X. p. 399 von
Cebu. Philippinen. — S. coronatus ib. p. 424 von den Salomons-
Inseln.
Clinus marmoratus Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 33
von Port Philip.
Cristiceps tristis Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 31 aus
dem Murray -River.
PediCUläti. Favre theilte einen Brief von L. Agassiz mit,
in welchem derselbe von dem Nest und den eben ausgeschlüpften
Jungen des Chironectes pictus spricht. Bulletin de Neufchatel IX.
p. 163; Silliman Amer. Journ. Febr. 1872; Annais nat. hist. IX.
p. 243. — E. v. Martens nahm aus diesem Briefe Veranlassung,
die ihm bekannten nestbauenden Fische zusammenzustellen. Zool.
Garten p. 107.
Anacanthini.
Gadoidei. G-adus pseudomorrhua Bleeker Nederl. Tijdschr. voor
de Dierkunde IV. p. 152 aus China.
Physiculus palmatus Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 38
von Port Philip.
Ophidini. Genypterus tigerinns Klunzinger Archiv für Natur-
gesch. p. 39 von Australien.
Maynea n. gen. Cunningham Transact. Linnean Soc. 27
p. 471. Körper langstreckig, comprimirt: Haut mit kleinen sphä-
rischen eingesenkten Schuppen, mit Zwischenräumen zwischen ihnen ;
Dorsale, Caudale und Anale vereinigt; keine Ventralen; Kiefer vorn
mit kleinen entfernten Zähnen; einige kleine Zähne vorn am Vomer
und vorn an den Gaumenbeinen; eine Reihe grosser offener Poren
längs dem Ober- und Unterkiefer und einige etwas kleinere an den
Wangen; sechs Kiemenhautstrahlen ; Kiemenspalte schmal, Kiemen-
häute am Isthmus befestigt; Pseudobranckien vorhanden; keine
1F6 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie
Appendices pyloricae. M. patagonica von der Otterinsel in der
Smythe-Strasse.
Macruridae. Lütken zeigte an, dass Malacocephalus laevis
Lowe an der Dänischen Küste vorgekommen ist. Er fügt eine
Synopsis Macruridarum bei. Sie enthält 2 Arten Macrurus Subgen.
Lepidoleprus, 4 Macrurus Subgen. Macrurus, 3 Coryphaenoides und
1 Malacocephalus. Vidensk. Meddelelser naturh. Foren, i Kjöben-
havn 1872 p. 1.
Pleuronectae. Psetidorhombus Mütteri Klunzinger Archiv für
Naturgesch. p. 40 von Hobson-Bay.
Atwood erwähnte, dass die Weibchen von Haliglossus vulgaris
viel grösser sind als die Männchen. Sie werden bis 150 Pfund
schwer, während letztere nur 60 erreichen. Proc. Boston Soc.
XIV. p. 135.
Ammopleurops brachysoma Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de
Dierkunde IV. p. 153 aus China.
Scomberesoces.
Scomberesoces. Mastacembelus fasciatus Bleeker Nederl. Tijd-
schr. voor de Dierkunde IV. p. 154 aus China.
Earl ofPembroke beschrieb den Flug der fliegenden Fische.
South-Sea Bubbles p. 62 ; Annais nat. hist. IX. p. 327.
Kneeland sah auf der Reise von San Francisco nach Pa-
nama fliegende Fische. Sie erhoben sich aus völlig ruhiger See,
wechselten ihre Richtung, erhoben und senkten sich, nicht selten
mit der Schwanzflosse die Meeresfläche berührend. Es schien ihm,
dass die Bauchflossen hauptsächlich als Fallschirm dienten, während
die Pectoralen durch ihre Schwingungen den eigentlichen Flug be-
dingten. Am Ende ihres Fluges fallen sie mit Geplätsch ins Wasser,
nicht allmählich und leise, wie Säugethiere mit Fallschirmen. Das
Trocknen der Flughaut in der Luft verhindert die Schwingungen
und das Thier fällt plötzlich hinab. Proc. Boston Soc. XIV. p. 138.
Physostomi.
Siluroidei. Munter sagt, Silurus glanis sei in Pommern
heute eine grosse Rarität, und stehe auf dem Aussterbe-Etat.
Mittheil, aus dem naturw. Vereine für Neu-Vorpommern und Rügen
IV. p. 43.
Cope demonstrirte einige für die Classification wichtige ana-
tomische Punkte von einigen Siluroiden des Amazon. 1) Otocinclus
ohne Schwimmblase, das Post-Temporale siebartig durchbrochen.
► während des Jahres 1872. 157
kleine Tympana bildend. 2) Zathorax mit sehr grosser kanonen-
bootförmiger Schwimmblase, ohne Fettflosse, Kücken nackt. 3) Phy-
sopyxis lyra, Körper oben mit Knochenschildern, keine Fettflosse,
Schultergürtel dermoossificirt und unten leyerförmig. 4) Gorydoras
an den Seiten ganz beschildet mit nach hinten gerichteter Unter-
lippe. 5) Brochis mit getrennter Unterlippe an den Enden Fransen
bildend. 6) Di an ema, Lippen von den Bartfäden getrennt. Proc.
Philadelphia 1871 p. 112.
Bagrus ussuriensis Dybowski Verh. zool.-bot. Ges. in Wien 22
p. 210 aus dem Ussuri, Sungatschi und Chankasee.
Macrones sinensis Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de Dier-
kunde IV. p. 153 aus China.
Platystoma gigas Günther Annais nat. hist. X. p. 449 vom
obern Amazonas. Das Exemplar war 6' t>" lang.
B 1 i s s beschrieb die Osteologie der vorderen Wirbel bei Doras
niger, von denen die ersten vier verwachsen sind. Diese Neigung
der vorderen Wirbel zu verschmelzen, wie sie bei den Stören und
Plagiostomen so eigenthümlich ist, kommt auch bei einigen Knochen-
fischen vor, wie bei Fistularia, Dactylopterus, vielen Cyprinoiden,
den Siluroiden und verwandten Familien. Er verglich dann weiter
den Bau der Rückenflosse von Doras und Balistes. Bei beiden ist
das Princip der Einrichtung dasselbe, obgleich die Mittel etwas
verschieden sind. Bei Doras ist der dritte Dorn vergrössert um
als Waffe zu dienen, bei Balistes der erste: bei Doras erhält der
grosse Dorn seine aufrechte Stellung durch Ziehen des kleinen Dorns
vor ihm gegen seine Leiste. Bei Doras bilden nur zwei Dornen
diese Waffe, von denen der erste bewegt werden muss, bevor der
zweite es kann; bei Balistes gehören drei Dornen zu der Vorrichtung,
der dritte muss bewegt werden, bevor die Lage der beiden anderen
verändert werden kann. Eine gleiche Stütze wird bei beiden er-
reicht, aber in einem Fall resultirt der Widerstand aus einer ziehen-
den Bewegung von hinten, in dem anderen aus einer stossenden
Bewegung von vorn. Proceed. Boston Soc, XIV p. 3.
Plecostomus scopularius Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 55
aus dem Amazon oberhalb der Mündung des Rio Negro.
Neue Arten aus der Welsfamilie von Cope Proc. Philadelphia
1871 p. 270 aus dem Ambyiacu sind: Doras grypus und brachiatus,
Zathorax monitor, Physopyxis lyra, Callichthys melanopterus, Dia-
stema n. gen. longibarbis, Brochis n. gen. coeruleus und dipterus,
Gorydoras semiscutatus, ambiacus, trilineatus, acutus, amphibelus,
Otocinclus vestitus, Liposarcus varius, Plecostomus biseriatus, sco-
pularius, Ghaetostomus dlga, malacops, variolus, tectirostris, sericeus,
Pariolius n. gen. armillatus. Die neuen Gattungen sind folgen-
dermassen charakterisirt :
D ianem a. Verwandt mit Callichthys ; ein Bartfaden am
158 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie *
Ende jedes Oberkiefers, zwei Bartfäden an der Symphyse des Unter-
kiefers; Zähne klein, bürstenförmig; Körperschilder in zwei Reihen,
wie bei Callichthys ; Postcaracoidea zu zwei Schildern erweitert, die
sich in der Mittellinie treffen wie bei Hoplosternum ; Seiten des Ge-
sichts nicht beschildet, das Parietale erreicht die Basis der Rücken-
flosse nicht, sondern ist durch zwei Querschilder der Seiten ge-
trennt; Dorsale und Pectoralen mit kräftigen Dornen, Caudale fast
gabiig; Fettflosse vorhanden, stechend.
Brochis. Verwandt der vorigen Gattung; zwei Bartfäden
am Ende der Oberkiefer, durch ein Seil mit der Symphyse des Un-
terkiefers verbunden; Zähne rudimentär oder fehlend; Körper mit
zwei Längsreihen von Schildern, die Postcoracoidea ausgedehnt und
sich in der Mittellinie treffend ; Kopf comprimirt, die Parietalschilder
vom Dorn der Dorsale nur durch das Basalschild der letzteren ge-
trennt; Seiten des Kopfes bis zu den Mandibeln beschildet; Dorsale
und Pectoralen mit starken Dornen, Fettflosse vorhanden, stechend;
Caudale ausgerandet.
Pariolius. Verwandt mit Trichomycterus. Ventralen vor-
handen, vor der kurzen Rückenflosse ; Anale kurz, After unter der
Dorsale; keine Fettflosse; kein nasaler Bartfaden, einer am Ober-
kiefer und zwei seitliche am Kinn; keine Bewaffnung der Kiemen-
deckel; Zähne in bürstenförmigen Reihen.
Gyprinoidei. Beavan beschrieb Labeo diplostomus Heckel
und Crossochilus barbatulus Heckel von Pundjab und bildete beide
in Holzschnitt ab. Proc. zool. soc. p. 150.
Günther brachte eine Zeichnung von Buchanan's Cyprinus
chagunio bei, und weist nach, dass sie mit seinem Barbus Beavani
übereinstimmt. Proc. zool. Soc. p. 875.
Apocope n. gen. Cope Report geol. surv. of Montana p. 472.
Raubzähne 4.1 — 1.4, ohne Kaufläche; Bartfaden; obere Lippe von
der Schnauze durch eine Falte getrennt, nur der vordere Theil der
Seitenlinie vorhanden. A. Carringtonii und vülnerata.
Barbodon n. gen. Dybowski Verh. zool.-bot. Ges. in Wien
22 p. 216. Schlundzähne cylindrisch, mit seitlich schwach compri-
mirten, in Haken auslaufenden Kronen, deren hintere Fläche schwach
grubenartig vertieft ist; Zähne in einer Reihe, 5 — 5, seltener in
zwei Reihen auf dem rechten Schlundknochen 5 — 5 . 1; Mund unter-
ständig; Mundspalte horizontal; Oberlippe weich, mit abgerundeten,
einem Ohrläppchen ähnlichen Eckbarteln; Unterkiefer zugeschärft,
Epithelialbeleg ob vorhanden? Rücken- und Afterflosse kurz, ohne
Knochenstrahl. B. lacustris aus den Seen des untern Amurlaufes.
Gobiosoma n. gen. Dybowski Verh. zool.-bot. Ges. in Wien
22 p. 211. Schlundzähne (dentes raptatorii) beiderseits 5 in einer
Reihe; Mund unterständig, mit 2 Eckbärteln; Rücken- und After-
während des Jahres 1872. 159
flösse kurz, beide mit biegsamen Stützstrahlen; Schuppen dünn,
massig gross. G. amurensis aus dem Amur.
Squalidus n. gen. Dybowski Verh. zool. bot. Ges. in Wien
22 p. 215. Schlundzähne (dentes raptatorii) links 7, rechts 8 in
zwei Reihen geordnet,, 2 . 5 — 5, 3; Mund vorderständig oder halb
unterständig, ohne Barteln; Rücken- und Afterflosse kurz, ohne
Knochenstrahl, erstere vor oder hinter den Bauchflossen beginnend;
Bauch abgerundet; Schuppen massig gross, festsitzend. Sq. chan-
Jcaensis aus dem Chankasee.
Telestes Brandtii Dybowski Verh. zool. bot. Ges. in Wien 22
p. 215 aus dem Chankasee.
Hybopsis bivittatus Cope Report geol. surv. of Montana p. 474
von Utah.
Tigoma rhinichthyoides Cope Report geol. surv. of Montana
p. 473.
Protoporus n. gen. Cope Report geol. surv. of Montana
p. 473. Raubzähne 4—4; keine Kaufläche, keine Bartfäden, obere
Lippe durch eine Falte getrennt; Seitenlinie nur durch eine kurze
vordere Porenreihe angedeutet. Verhält sich zu Tigoma wie Apo-
cope zu Ceratichthys. P. domnicus von Fort Hall, Idaho.
Myloleucus nov. gen. Cope Report geol. surv. of Montana
p. 475, Raubzähne, aber mit wohl entwickelter Kaufläche, 5 — 4 in
der äusseren Reihe; keine Bartfäden, Seitenlinie wohl entwickelt;
Dorsale über oder vor den Ventralen. Diese Gattung ist Siboma
mit entwickelten Kauflächen der Schlundzähne. M. pulverulentus
von Utah.
Clinostomus pandora von Sangre de Christo Pass aus einem
Nebenfluss des Rio Grande, hydrophlox und montanus von Idaho
Cope ib. p. 475.
Canestrini beschreibt aufs Neue die seeundären Geschlechts-
differenzen des Männchen von Tinea. Der zweite Strahl der Bauch-
flossen ist bekanntlich sehr breit, die Brustflossen sind etwas länger,
über den Bauchflossen ist eine fleischige Hervorragung, die Baueh-
flossen haben eine starke Tendenz sich in die Höhe und nach innen
zu krümmen, und die Backenknochen weichen sehr ab. Atti della
Soc. Veneto-Trentia I. p. 127.
Devario Asmussii und eharikaensis Dybowski Verhandl. zool.
bot. Ges. in Wien 22 p. 212 aus dem Chankasee.
Oeychodon n. gen. Dybowski Verh. zool. bot. Ges. in Wien
22 p. 211. Zwei Kiemenhautstrahlen auf jeder Seite. Starke
kuppennagelförmige Zähne, jederseits 4 in einer lockern Reihe;
Mund klein, oberständig, ohne Barteln; Rückenflosse kurz, After-
flosse verlängert, beide ohne knochenartige Stützstrahlen; Kiemen-
bogen gleichmässig geschwungen, nicht winkelig gebrochen ; Rechen-
160 Troschel: Bericht üb. die Leist. in der Ichthyologie
zahne auf jedem der vier Kiemenbogen in 2 longitudinale Lamellen
verwachsen, zwischen welchen ein Hohlraum; Schuppen klein, fest-
sitzend, ohne Fächerstrahlen; Bauch von der Kehle aus schneidend
mit einer medianen Hautkante. Auf Cephalus •mantschuricus Basi-
lewsky gegründet.
Megalobrama n. gen. Dybowski Verh. zool. bot. Ges. in
Wien 22 p. 212. Schlundzähne cylindrisch, mit schwach seitlich
compressen, schräg abgeschliffenen und in schwache Haken auslau-
fenden Kronen, sie stehen in drei lockern Reihen geordnet, 2 . 4.5 —
5.4. 2, oder 2.4. 4 — 5 .4.2. Vorderrücken ohne Hautraphe; Bauch
abgerundet oder schneidend mit einer Hautkante; Rückenflosse
kurz, mit einem glatten, dicken Knochenstrahl; Afterflosse verlän-
gert, ohne Knochenstrahl; Mund vorder- oder halbunterständig. M.
Skolkovii und carinatus aus dem Amur, Ussuri, Sungari und Chanka.
Plagio gnathus n. gen. Dybowski Verh. zool. bot. Ges. in
Wien 22 p. 216. Schlundzähne (dentes cultriformes) in dreifacher
Reihe, 2.4. 6— 7 . 4 . 2, oder 2.3.6-7.4.2; Mund unterständig,
quer, Mundspalte horizontal; Oberlippe weich, ohne Barteln; Unter-
kiefer zugeschärft; Epithelialbeleg ob vorhanden? Rückenflosse kurz,
mit einem glatten Knochenstrahl; Afterflosse verlängert, ohne Kno-
chenstrahl. P. lelskii aus dem Chankasee,
Deyrolle beschrieb Revue de zool. p. 401 den Albumus Ta-
richi (Cyprinus Tarichi Pallas, Aspinus Tarichi Nordm.). Dies ist
der einzige Fisch, welcher im See Van an der Persischen Grenze
vorkommt. Er wird massenhaft gefangen, wenn er zum Laichen in
die Flüsse geht, und bildet ein wichtiges Nahrungsmittel der Ar-
menier während des Winters, für welchen Zweck er eingesal-
zen wird.
Culter dbramoides, Sieboldii, rutilus und lucidus Dybowski
Verh. zool. bot. Ges. in Wien 22. p. 213 aus dem Chankasee.
Characini. Aus der Familie der Characinen beschrieb Cope
Proc. Philadelphia 1871 p. 257 folgende neue Arten aus dem Am-
byiacu: Holotaxis laetus, Laemolyta n. gen. , Characidium etheo-
stoma, Iguanodectes tenius n. gen. Tetragonopterus phoenicopterus,
Stephaprion chryseum, Brycon capito, Megalobrycon melanopterum
und erythropterum, Triportheus n. gen. albus und flavus, Chal-
cinus culter, Roeboides rubrivertex, Anacyrtus sanguineus, Xiphostoma
taedo, Myletes albiscopus, oculus, hemiarius, Serrasalmo iridopsis
und aesopus. Die drei neuen Gattungen haben folgende Charaktere:
Laemolyta unterscheidet sich von Schizodon (Anostomus)
durch die vom Isthmus ganz freien Kiemenhäute, die sich nur mit
einander verbinden, und deren verbindende Membran Gebrückt den
Isthmus in ganzer Länge. Die unteren Zähne sind abgestutzt und
ganzrandig, die oberen gekerbt. Dahin Schizodon taeniatus Kner.
während des Jahres 1872. 161
Iguanodectes. Die Dorsale beginnt vor den Ventralen, Anale
lang; Kiemenhäute vereinigt, aber nicht mit dem Isthmus; Zähne
in zwei Reihen im Zwischenkiefer, keine im Kiefer, und eine Reihe
im Unterkiefer; sie sind fest, aber haben contrahirte Hauer und
breite flache gleichmässig gezähnelte Kronen, und die des Unter-
kiefers stehen aussen am Zahnbein rundum ; Zähne der Aussenreihe
sehr wenige, klein; Caudale gabiig.
Triportheus. Dorsale kurz, Anale lang; Zähne dreireihig,
gezähnelt im Zwischenkiefer, zweireihig im Unterkiefer, die hintere
Reihe aus zwei convexen mittleren Zähnen bestehend; Brustregion
comprimirt und gekielt in Folge der Entwickelung der Coracoid-
beine; Bauch comprimirt; Dorsale hinter den Ventralen.
Tetragonopterus Streetsn Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 217
aus dem Quellgebiet des Coatzacoalcos in den Cordilleren.
Nannostomus n. gen. Günther Proc. zool, soc. p. 146.
Dorsale fast in der Mitte der Körperlänge, keine Fettflosse, Anale
kurz, Ventralen unter der Dorsale, Caudale tief gabiig; Körper läng-
lich, mit grossen Schuppen, keine Seitenlinie; Kopf massig, Schnauze
conisch, Mund sehr klein, ganz vorn; Wangen schmal, von den In-
fraorbitalknochen bedeckt; Zähne in beiden Kiefern einreihig, dicht
gestellt, comprimirt, crenulirt. N. Beckfordi von Demerara.
Salmones. Parker studirte Bau und Entwickelung des
Schädels von Salmo salar. Er sieht in der zweiten Entwicklungs-
stufe Aehnlichkeit mit den Plagiostomen, von wo durch einen Ga-
noiden- Zustand der Uebergang zu dem der Teleostier gebildet
werde. Proc. Royal Soc. May 1872; Annais nat. hist. X. p. 222.
De Bont beschrieb in einer Abhandlung »La culture prati-
que du Saumon et de ses congeneres, et la pisciculture du jardin
zoologique d' Amsterdam« die auf diejikünstliche Befruchtung und den
Transport der befruchteten Eier bezüglichen Handgriffe und Instru-
mente. Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde IV. p. 239—269 mit
Holzschnitten.
Norris hat den Versuch gemacht, den Delaware mit dem
Salmo salar zu bevölkern, indem er die Brut aus 12000 Eiern in
seine Zuflüsse einsetzte. Er hofft auf günstigen Erfolg, obgleich
dieser Fluss südlich von der Verbreitungsgrenze des Salm liegt.
Er führt an, dass die Hälfte der jungen Salmen im Alter von einem
Jahr ins Meer zieht, und meint, dass dies die Männchen seien, die
ein Jahr früher reif sind als die Weibchen. Proc. Philadelphia
p. 163.
Salmo spilurus, pleurüicus und carinatus Cope Report geol.
surv. of Montana p. 470.
Dybowski versah die Pallas'schen Arten aus dem Amur,
Salmo leucomaensis und collaris, sowie Trutta lagocephalus und
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. L
J 62 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
proteus mit neuen Diagnosen. Verh. zool. bot. Ges. in Wien 22
p. 216.
Weil untersuchte künstlich befruchtete Forelleneier, nament-
lich den Bau der Keimscheibe. Wiener Sitzungsber. Bd. 65. Dritte
Abth. p. 171.
More erinnerte daran, dass Günther angezeigt habe, Salmo
fario ginge häufig ins Meer und nehme dort eine belle Silberfärbung
an mit zahlreichen X-förmigen Flecken. Mr. Peach hatte in Schott-
land nur einmal eine Forelle in dem Magen eines Caboljau gefunden:
aber im westlichen Irland kommen Forellen häufig im Salzwasser an
den Flussmündungen vor. Report of the British Association held
at Edinburgh p. 133.
Traquair beschrieb die sogenannte schwanzlose Forelle von
Islay, the tailless trout of Islay, und bildete sie ab. Die Missbildung
der Schwanzflosse kommt allen Forellen dieses kleinen Sees zu, so
dass diese Fische gewissermassen zu einer Localvarietät werden.
Journ. of anatomy and phys. VI. p. 411. pl. 19.
Auch Peach berichtete über die sogenannte schwanzlose
Forelle von Islay aus Loch Namaorachin, etwa 1000 Fuss ü. M.
Die Verkümmerung der Schwanzflosse ist hier ganz allgemein, so
dass ein Fischer in 30 Jahren keine andere als »schwanzlose« Forelle
hier gefangen hat, während dieselben in andern Lochs nicht vor-
kommen. Report of the British Association held at Edinburgh p. 133.
Atwood gab eine Notiz über die Lebensweise und den Ge-
schlechtsunterschied von Mallotus villosus. Die Männchen sind
dicker, und haben einen Streifen haariger Schuppen jederseits in
ganzer Körperlänge. Proc. Boston Soc. XIV. p. 134.
Galaxidae. Galaxias obtusus und rostratus Klunzinger Archiv
für Naturgesch. p. 41 aus Australien.
Clupeacea. Feddersen gab in Tidsskrift for Fiskeri VII p.
1 — 40 eine Abhandlung über den norwegischen Häring, nach Be-
richten von A. Boeck's Vortrag in Bergen.
Clupea pinguis Günther Annais nat. hist. X. p. 425 von der
Insel Misol.
Pellona altamasonica Cope Proc. Philadelphia 1871 p. 256.
Heteropygii. Cope hat über die Wyandotte-Höhle in Südwest-
Indiana, die sich unterirdisch zwanzig Meilen ausdehnen soll, einen
Bericht erstattet, und namentlich ihre Fauna mit der der Mammuth-
höhle in Kentucky verglichen. Von Fischen kommt in ihr Ambly-
opsis spelaeus vor (vergl. vorj. Ber. p. 120). Verf. erörtert hier
wiederholt die Frage über den Ursprung der blinden Fische, und
spricht sich für die Ansicht aus, dass Fische von aussen einge-
drungen seien, und dort die Augen eingebüsst haben. Er hebt zu
Gunsten dieser Ansicht hervor: 1) dass es Fische mit Augen giebt,
während des Jahres 1872. 163
die im übrigen mit den blinden Fischen übereinstimmen ; Typhlich-
thys der Mammuthhöhle ist bis auf die Augen identisch mit Cholo-
gaster, 2) dass das Gesichtsorgan bei einigen Höhlenthieren varia-
bel ist, und 3) dass einige Arten in der Jugend Augen besitzen, die
später verschwinden. Nature, a weekly illustr. Journal of science
November 1872, abgedruckt aus dem American Naturalist. Yergl.
auch Proc. Philadelphia 1871 p. 297.
Gymnotidae. Cope giebt an, dass sich die Familie Sterno-
pygidae von den Gymnotidae wesentlich durch den Bau des Schul-
tergürtels unterscheidet. Das Coracoidbein ist wohl entwickelt und
durch die Quersäule mit der Clavicula verbunden, während letztere
bei den Gymnotidae fehlt und das Coracoideum rudimentär ist.
Proc. Philadelphia p. 257.
Maraenoidei. Die Beobachtungen von Crivelli und Maggi
über die Fortpflanzungsorgane der Aale (Rendiconti del R. Istituto
Lombardo V und vollständi Memorie d. R. J. Lombardo XII. p. 229)
haben wir in der Uebersetzung in unserem Archiv 38 p. 59 mitge-
theilt. Daraus ist auch eine Uebersetzung in Tidsskrift for Fiskeri VII
p. 74 übergegangen. Unsern Lesern ist bekannt, dass diese Verff.
die Aale für zwitterig erklären, und dass sie zwei Species je nach
der Länge des Darmkanals unterscheiden.
Ercolani hat auch Aale untersucht, und ist zu demselben
Resultate gekommen , wir Crivelli und Maggi, nämlich dass sie
zwittrig sind. Annuario della Soc. dei Naturalisti in Modena VI.
p. 234.
Canestrini verglich die Angaben Ercolani's mit denen von
Crivelli und Maggi über den Hermaphroditismus der Aale, Er
konnte die als Hoden in Anspruch genommenen Organe nicht als
solche erkennen und hält den Hermaphroditismus noch nicht für er-
wiesen. Er hofft, dass die männlichen Individuen noch entdeckt
werden. Auch die beiden von Crivelli und Maggi unterschiedenen
Arten A. orthoentera und anacamptoentera erklärt er für nicht
haltbar. Atti della Soc. Veneto-Trentina di sc. naturali residente
in Padova. I. p. 70.
Auch Nardo verglich die Beobachtungen von Ercolani, Cri-
velli und Maggi und Costa über die Fortpflanzung der Aale, und
verlangt weitere Untersuchungen über diesen Gegenstand auch an
anderen Gattungen der aalartigen Fische. Atti del R. Istituto Ve-
neto I. p. 658.
Nach Putnam hatte ein Aal von der Ostküste Africa's einen
Chaetodon verschluckt, der dreimal seinen eignen Durchmesser über-
traf. Proc. Boston Soc. XIV. p. 135.
Ophichthys pinguis von den Salomonsinseln, filaria und misolen-
sis von der Insel Misol Günther Annais nat. hist. X. p. 425.
164 Troschel: Bericht, üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Muraena aquäedulcis Cope Report geol. surv. of Montana p. 474
aus dem Rio Grande.
Poecilophis nocturnus Cope Report geol. surv. of Montana
p. 474 aus dem Rio Grande.
Gymnothorax macrosiphon Bleeker Nederl. Tijdschr. voor de
Dierkunde IV. p. 154 aus China.
Plectognathi.
Cope sprach sich über die Ordnungen Plectognathi und Lo-
phobranchii Cuvier's aus. Proc. Philadelphia 1871 p. 157. Er be-
trachtet sie nicht als gleichwerthige Abtheilungen mit den Physo-
stomi und Physoclysti. Er sagt, die Plectognathen sind Physoclysti
in jeder Hinsicht, nämlich in den Beziehungen des Supra-occipitale
zu den übrigen Schädelknochen, des Baues des Schultergürtels, Zun-
genbeins und Kiemenbogen, der Dorsale und Ventrale, der Structur
der Schwanzflossen-Basis, der Schwimmblase u. s. w. Die Familie
der Teuthyer nähert sich ihnen am meisten, und die Verschmelzung
der Maxillar- und Mandibular-Bogen ist dem Verf. nicht wichtiger
als viele anderen Einrichtungen, die in derselben Subclassis vorkom-
men. — Die Lophobranchier sieht er als eine Gruppe an, die die-
selbe allgemeine Verwandtschaft zu den Physoclysti hat, aber mit
einigen anderen Gruppen durch den Besitz abdominaler Bauchflossen
abweicht. Sie ist nahe verwandt mit einer anderen Abtheilung der
Physoclysti, welche er Hemibranchii nannte, die Bauchflossen hat
und der eine oder mehrere der äusseren Reihen der oberen Schlund-
knochen fehlen ausser anderen Charakteren. Diese Ordnung um-
fasst die Fistulariidae, Centriscidae und Gasterostidae, und sollte
vielleicht auch die Lophobranchier einschliessen.
Dareste sucht zu erweisen, dass die Plectognathen eine aus
sehr verschiedenen Elementen zusammengesetzte Gruppe von Fischen
seien, und namentlich, dass die Balistiden zu den Acanthuri gehören,
d. h. zu den Teuthyern nach Ausschluss der Gattung Amphacanthus.
Comptes rendus Juny 1872 p. 1527; Journal de Zoologie I. p. 268;
Annais nat. hist. X. p. 68.
Gymnodontes. Peters über Tetrodon punctatus Bl. Sehn.
Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 47.
Sclerodermi. Klein lieferte Beiträge zur Osteologie des Ge-
nus Balistes Cuv., indem er die Knochen von Balistes fuscus und
erythrodon, stellatus und undulatus beschrieb. Württembergische
Jahreshefte 28. p. 262 Taf. IL
Lophobranchii.
Syngnathoidei. Marcusen theilte die Resultate der Unter-
während des Jahres 1872. 165
suchungen seines Schülers Passi utewitsch über die Geschlechts-
verhältnisse der Syngnathen mit. Bei S. argentatus und tenui-
rostris bilden sich Bruttaschen bei Männchen und Weibchen, doch
fanden sich nie Eier in den Bruttaschen beim Weibchen, auch kom-
men Weibchen ohne Bruttaschen vor. Bei S. bucculentus zeigen
sich Bruttaschen nur beim Männchen. Bei Scyphicus teres finden
sich Eier am Bauche angeklebt nur beim Männchen. Verf. konnte
nicht ermitteln, wie die Eier in die Bruttasche der Männchen ge-
langen. Sitzungsber. der Ges. Isis in Dresden. 1872 p. 12.
Gastrotokeus gracilis Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 44
von Port Philip.
Dipnoi.
In einer Nachschrift zu seiner Abhandlung über die Begrenzung
und Eintheilung der Ganoiden, die für die Palaeontographica be-
stimmt, auch in Vidensk. Meddelelser nat. foren. i Kjöbenhavn 1872
p.'79 erschienen ist, setzt Lütken seine durch die Entdeckung
des Ceratodus veranlasste Aenderung der Eintheilung der Ganoiden
auseinander.
Humphry beschrieb die Muskulatur und die Hirnnerven
von Lepidosiren anuectens. Journal of Anatomy and physiology
VI. 1872 p. 253-270 pl. XII.
Traquair sprach über die Ergänzung des abgebrochenen
Schwanzes bei Protopterus annectens. Bei einem Exemplar von
81/* Zoll Länge war der Körper 36/8 Zoll hinter der Anheftung der
Bauchflossen abgestutzt, und die Section zeigte den Anfang einer
Wiedererzeug-ung des abgebrochenen Schwanzes. Bei einem anderen
Exemplar war die Reproduction weiter vorgeschritten. Report of
the british association held at Edinburgh p. 143.
Im Journal de Zoologie von Gervais I. pl. 8 ist Ceratodus
miolepis und das Skelet von C. Forsteri abgebildet.
Humphry hat die Muskeln von Ceratodus beschrieben und
abgebildet. Journal of Anat. and phys. VI. p. 279—287.
Gaiioidei.
Lepidosteini. Lepidosteus sinensis Bleeker Nederl. Tydschr.
voor de Dierkunde IV. p. 154 aus China.
Acipenserini. Knoch spricht in einem Nachtrag zu der Be-
schreibung der Reise zur Wolga behufs der Sterlettbefruchtung
(vergl. vorj. Ber. p. 124), ausser einigen berichtigenden Angaben,
über die zwischen den- Sterletteiern vorkommenden Parasiten. Bull,
de Moscou 1872. II. p. 351.
166 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Dybowski beschrieb Huso orientalis Pall. und Sturio
Schrenckii Brandt aus dem Amur auf's Neue. Verh. zool. bot. Ges.
in Wien 22 p. 218.
Max Schultze untersuchte das Auge des Störes, und fand
in der Netzhaut Eigenthümlichkeiten, die siph nicht bei Knochen-
fischen', sondern bei Amphibien und Reptilien wieder finden, wo-
raus ihm hervorzugehen scheint, dass der Stör kein Vorläufer oder
Stammvater der Knochenfische ist, sondern viel näher den Amphi-
bien und Reptilien steht. Sitzungsber. der niederrheinischen Ge-
sellsch. in Bonn 1872. p. 193.
Selachii.
Gegenbaur's Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie
der Wirbelthiere, deren beiden ersten Hefte 1864 und 1865 er-
schienen waren, sind 1872. Leipzig, durch ein drittes Heft ver-
mehrt worden, das sich mit dem Kopfskelet der Selachier, als
Grundlage zur Beurtheiiung der Genese des Kopfskeletes der Wir-
belthiere beschäftigt. Es ist nicht thunlich auf den Inhalt des um-
fangreichen Heftes, 316 Seiten und 21 Tafeln, hier näher einzu-
gehen; nur soviel sei hervorgehoben, dass Verf. sich dahin aus-
spricht und an der Organisation zeigt, dass Ganoiden und Teleostier
weiter differenzirte Formen sind, indess an den Selachiern sich
noch am meisten von der Stammform erhalten hat. Im Uebrigen
sei auf das Werk selbst verwiesen.
Squali. Hyrtl beschrieb die Kopfarterien der Haifische.
Denkschriften der Wiener Akad. Bd. 32 p. 263 mit 3 Tafeln.
Humphry beschrieb die Muskeln von Mustelus laevis, Jour-
nal of Anatomy and physiology VI. p. 271. und bildete sie pl. 13.
Fig. 28—33 ab.
Meyer berichtete über die Fortpflanzung des Scyllium catu-
lus im Aquarium zu Hamburg. Zool. Garten p. 371.
Z ad dach nannte Cestracion Philippi ein uraltmodisches
Thier, das sich aus früheren Schöpfungsperioden bis jetzt erhalten
habe. Sein Zahnbau weise es auf die Nahrung von Seeigeln hin.
Schriften der phys. ökon. Gesellsch. zu Königsberg XIII. 1. Sit-
zungsber. p. 6.
Rajae. Recherches sur la segmentation de la cicatrice et la
formation des produits adventifs de l'oeuf des Plagiostomes et par-
ticulierement des Raies par Gerbe. Robin Journal de l'anat. e
de phys. VIII. p. 609 pl. 20—22. Vergl. auch Journal de Zoologie
I. p. 366.
Die Abhandlung von De Sanctis über die Entwickelung
der electrischen Organe von Torpedo, deren vorläufige Mittheilung
wir im vorj. Berichte p. 125 erwähnt haben, ist nun in Atti dolla
während des Jahres 1872. 167
R. Accademia delle sc. fisiche e matem . di Napoli vollständig er-
schienen und von 4 Tafeln begleitet. Es möge hier genügen auf
die interessante Arbeit hinzuweisen, indem wir den Schlusssatz in
der Uebersetzung mittheilen: »Aus dem Studium der Embryogenie
geht hervor, dass sowohl die electrischen Organe, wie die pseudo-
electrischen dem mittleren Blatt oder dem Motorium germinativnm
angehören. Die electrischen Organe entwickeln sich aus dem sub-
cutanen Bindegewebe, wie die pseudoelectrischen aus der Sehne
des Musculus sacro-lumbaris, welche unmittelbar unter der Haut
liegt. Das mittlere Blatt selbst versieht das reichliche Nervenge-
webe der peripherischen Nerven, welche den wesentlichen Theil des
Organs bilden, und das Bindegewebe dient dazu, die unzähligen
Fasern in regelmässiger Ordnung und Lage zu halten, welche so ge-
ordnet die Charaktere eines besonderen, peripherischen Nervenor-
ganes annehmen«.
Marey machte Experimente über die electrischen Erschei-
nungen an Torpedo. Annales scientifiques de l'ecole normale supe-
rieure 1871 ; Robin Journal de l'anat. et de phys. VIII. p. 468.
Baja dentata Klunzinger Archiv für Naturgesch. p. 46 von
Port Philip.
Dicerobatis draco Günther Annais nat. hist. X. p. 422 von
der Insel Misol.
Cyclostomi.
Petromyzon Ernstii Dybowski Verh. zool. bot. Ges. in Wien
22 p. 220 aus der Mündung des Amurflusses.
Leptocardii.
More fand Amphioxus lanceolatus beim Schleppnetzfange in
Kenmare Bay. Report of the British association held at Edinburgh
p. 133.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der IHollusken während des Jahres 1872.
Von
Troschel.
Die vier Lieferungen von Pfeiffer's Novitates con-
chologicae, Abbildung und Beschreibung neuer Conchy-
lien, welche das Jahr 1872 brachte, enthalten folgende
Arten: Helix squamulosa Mouss., gyroides Parr., verti-
cillata Parr., turritella Parr., mamillata Martens, Edwardsi
Cox, Jannellii Le Guill., Möllendorfi Kobclt; Nanina
Jacquemonti und plicatula Martens ; Buliminus Braunsii
und conulinus Martens, Cyclotus campanulatus Martens,
Parmacella auriculata Mouss. ; Vitrina latebasis, canariensis
und reticulata Mouss., Blauneri Shuttleworth; Hyalina
Canariae, lenis, festinans und Clymene Shuttl., vermicu-
lum Lowe, Leucochroa ultima, pressa und accola Mouss. ;
Patula textilis und engonata Shuttl., concinna und pu-
trescens Lowe ; Helix retexta Shuttl. ; Patula placida, ser-
vilis, circumcessa Shuttl., spinifera Mouss., torrefacta Lowe,
— Patula Pompylia Shuttl. ; Helix Grasseti Tarnier, im-
pugnata, adoptata, inops, moderata, nodoso-striata, grano-
striata, multipunctata, multigranosa, lanosa, digna, harmo-
nica, semitecta Mouss., herbicola, caementitia, oleacea,
eutropis, leprosa, discobolus, cuticula Shuttleworth, Wood-
Troschel : Bericht üb. d. Leistungen in di Naturgeschichte etc. 169
wardia Tarnier, Thomsoni, indusiata, Tukanensis, physalis,
Kobeltiana Pfeiffer, Mirandae, pulverulenta, nubigena,
Berkeleii, Plutonia Lowe, gomerensis Morelet und Cylin-
drella Dohrniana Pfeiffer. Sämrntliche Arten sind in den
letzten Jahren in den Malacologischen Blättern, in Mous-
son's faune malacologique des iles Canaries oder in an-
deren Zeitschriften zuerst charakterisirt.
Küster's Systematisches Conchylien-Cabinet scheint
wieder einen lebendigeren Fortschritt nehmen zu sollen.
Im Jahr 1872 erschienen die Lieferungen 208 bis 213,
deren Inhalt den Gattungen Tellina, spec. 105 — 160, Ve-
nus spec. 79 — 95, woran sich Saxidomus mit 2, Vene-
rupis mit 4, dementia mit 3 Arten schliessen, denen als
Anhang dann noch die Gattungen Lucina mit 16, Fim-
bria mit 1, Galatea mit 2 Arten folgen und Triton spec.
32 — 47, gewidmet ist. Ferner ist die Gattung Avicula
von Dunker bearbeitet, mit vielen neuen Arten, s. unten.
Von Lovell Reeve's Conchologia iconica, or Illu-
stration of the Shells of Molluscous animals erschien der
18. Band 1873. Das Werk wird nach dem Tode Reeve's
von G. B. Sowerby fortgesetzt. Dieser Band bringt die
Monographien der Gattungen Philine 13 Arten, Bullina
5 A., Nucula 39 A., Utriculus 6 A., Ostrea (Verf. schreibt
fälschlich Ostraea) 87 Arten auf 33 Tafeln, vergl. vorj.
Ber. p. 128 und 181, Linteria 6 A., Scaphander 8 A.,
Pholas 51 Arten auf 12 Tafein, Yoldia 28 A. auf 5 Ta-
feln, Leda (Verf. schreibt Laeda) 62 A. auf 9 Tafeln,
Placuna 5 Arten, Etheria 2 A., Bartelettia 1 A., Mülleria
1 A., Solenella 3 A., Neiio 1 A., Pholodomya 1 Av Suc-
cinea 89 A. auf 12 Tafeln, Magilus 16 A. auf 4 Tafeln,
Ciavagella 8 A., Limnaea 107 A. auf 15 Tafeln, Lima
27 Ä. auf 5 Tafeln, Dentalium 55 A. auf 7 Tafeln, Cor-
bis 2 A. Wir erwähnen diesen Band hier, da sämmt-
liche Tafeln von 1870 bis 1872 datirt sind. Von Aufzäh-
lung der neuen Arten nehmen wir Abstand.
Von Harting's Leerboek van de Grondbeginselen
der Dierkunde in hären geheelen omvang erschien das
zweite Stück der zweiten Abtheilung des dritten Theils,
welches sich mit dem Verdauungsapparat der wirbellosen
170 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Thiere beschäftigt. Der den Mollusken gewidmete Ab-
schnitt nimmt p. 248 — 350 ein. Es ist eine lehrreiche
Zusammenstellung des Bekannten über Gebiss, Nahrungs-
schlauch, Drüsen, Gefässsystem , Athmungsorgane und
Excretionsorgane.
Von Figuier's „La vie et les moeurs des animaux,
Zoophytes et Mollusques" welches Buch 1866 erschienen
war, ist eine italienische Uebersetzung herausgekommen,
Milano 1872, mit Holzschnitten.
Clessin schilderte das Leben der Mollusken im
Winter. Die Landschnecken verkriechen sich an ver-
steckte Orte oder schliesscn ihr Gehäuse durch Winter-
deckcl. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen die Kälte ist
verschieden. Die Wassermollusken sind weniger ab-
hängig von der Jahreszeit, am wenigsten die Muscheln;
sie beginnen auch ihre Thätigkeit wieder viel früher als
die Landmollusken. Correspondenzbl. des zool.-miner.
Vereines in Regensburg 26 p. 114, 130.
Anlehnend an die Wallace'schen Ideen über Mimi-
cry führt Morse einige Beispiele aus der Klasse der
Mollusken an, wo Schnecken und Muscheln durch ihre
Farbe ihren Umgebungen ähnlich sind. Bicknell be-
merkte darauf, dass die Schnecken mehr durch den Ge-
ruch als durch das Gesicht auf ihre Beute geleitet würden,
und Joy hält es für wahrscheinlich, dass Thiere, welche
von solchen leben, die durch ihre Farbe geschützt sind,
wohl keine Farbenempfindung haben möchten. Hyatt
will in der Färbung der Unionen und Melanien einen
Schutz für dieselben sehen. Proc. Boston Soc. XIV.
p. 141.
Die Abhandlung von Lacaze Duthiers über das
Nervensystem der Süsswasser-Pulmonaten, von der schon
früher ein Auszug gegeben war (vergl. vorj. Ber. p. 151),
ist nun in Archives de zool. exper. et generale I. p. 437
— 560 vollständig erschienen und von vier schönen Ta-
feln begleitet. Verf. behandelt die rechtsgewundenen,
Limnaeus, und die linksgewundenen, Physa und Planorbis,
besonders. Die genaue und feine Beschreibung des Ner-
vensystems dieser verschiedenen Gattungen kann ich
der Mollusken während des Jahres 1872. 171
hier nicht wiedergeben; ebenso wenig wiederhole ich
die in der Abhandlung ausführlicher ausgesprochenen
Resultate, sondern beschränke mich darauf anzuführen,
was von dem neuen Organe gesagt wird. Es steht mit
dem Mantelnerv hinter dem Athemloch in Verbindung
und besteht durch eine Einstülpung in der Mitte eines
Nervenganglions aus einem Diverticulum der Haut und
des Cylinder-Epithels, dessen Zellen sich mehr entwickeln.
Der eingestülpte Blindsack ist bei den links gewundenen
Pulmonaten einfach, bei den rechts gewundenen doppelt,
soweit die Species untersucht sind. Der nervöse Theil
dieses Organs enthält Ganglienkörperchen wie die der
übrigen Ganglien des Centrums. Die Functionen dieses
Organs haben offenbar die Schätzung einiger besonderen
Eigenschaften der umgebenden Welt zum Zweck, und
diese Eigenschaften stehen wahrscheinlich mit der Re-
spiration im Zusammenhange. Diese Schätzung wird durch
die Vibrationen des Epitheliums und durch die innere
Secretion des Blindsackes begünstigt.
Solbrig untersuchte die feinere Structur der Ner-
venelemente bei den Gasteropoden, Sitzungsber. der
Akad. München 1872 p. 3.
Sicard stellte Untersuchungen über die Beziehun-
gen zwischen Nervensystem und Muskelsystem bei den
Helices an, über deren Resultat er kurze Andeutungen
giebt. Comptes rendus 1872. Sept. p. 769; Annais nat.
hist. X. p. 466.
Panceri hat seine Untersuchungen über das Leuch-
ten einiger Seethiere fortgesetzt. Darüber berichtet er
im Rendiconto della R. Accad. delle science fisiche e
matematiche 1872. fasc. 4; Annales des sc. nat. 16. ar-
ticle 8. Zunächst handelt er über Pholas daetylus, und
kommt zu folgenden Resultaten: 1) Es sind besondere
Organe, welche unter besonderen Umständen leuchten
und eine leuchtende Materie absondern. 2) Diese Organe
bestehen besonders aus Flimmerepithel, welches in seinen
Zellen die körnige Substanz enthält, die das Wasser leuch-
ten macht und sich mit dem Schleim der Oberfläche des
Thieres mischt; sie ist löslich in Alkohol und Aether.
172 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
3) Dieses Epithel findet sich in einer Scheibe am oberen
Rande des Mantels und in den Organen, welche Verf.
trianguläre und schnurförmige Organe nennt. 4) Die
leuchtende Materie des phosphorescirenden Epithels ent-
springt aus den genannten Organen, wenn das Thier
verschiedenen Beizen unterworfen wird ; aber auch aus
dem Thiere ausgezogen leuchtet sie von neuem in Folge
von Reizen durch süsses Wasser, Electricität und Wärme,
wie bei anderen Seethieren. 5) Dieselbe Materie leuchtet
getrocknet wieder, wenn sie angefeuchtet und gereizt
wird. 6) An todten Pholaden dauert das Leuchten bis
zur Fäulniss fort. 7) Das Licht der Pholaden ist mono-
chromatisch und seine Linie hat eine bestimmte Stelle
in Beziehung auf die Linien des Sonnenspectrums. Die
vollständige Abhandlung über das Leuchten von Pyro-
soma und den Pholaden erschien mit drei Tafeln in Atti
della R. Accad. di scienze fisiche e matematiche Vol. V.
— Ferner beobachtete Verf. das Leuchten von Phyllirhoe
bucephala und resumirt darüber folgendes: 1) In Gan-
glienzellen von Phyllirhoe existirt eine Materie, welche
leuchten kann. 2) Diese Materie findet sich in den pe-
ripherischen Ganglienzellen der gewöhnlichen Form, und
in denen der centralen Ganglien, wie auch in den sphä-
rischen Zellen, welche eine gelbe lichtbrechende Materie
enthalten, die in Alkohol und Aether löslich ist. 3) Das
Licht der peripherischen Ganglienzellen manifestirt sich
während des Reizes der Nerven, aber es erlischt um
nach der Ruhe sich zu wiederholen. 4) Während die
Electricität offenbar auf diese Materie keinen Einfluss
hat, veranlasst sie süsses Wasser, Ammoniac, Pottasche,
Alkohol, Aether, Wärme zu leuchten, wie bei anderen
phosphorescirenden Seethieren." 5) Am todten und ge-
trockneten Thiere, wieder angefeuchtet, kann diese Ma-
terie durch die Anwendung von süssem Wasser und Am-
moniac wieder leuchten. Die vollständige Abhandlung
erschien ebenfalls im 5. Bande der Atti derselben Aca-
demie mit einer Tafel.
Francesco Lo Forte: Della Fosforescenza ma-
rina e di alcune fosforescenze organico-animali. Rivista
der Mollusken während des Jahres 1872. 173
sicula di scienze, letteratura ed arti VII. p. 491. 1872.
Darin werden von Mollusken die Salpen, Pholaden, Cleo-
doren als leuchtende Thiere aufgeführt. Er schreibt die
Phosphoreszenz der thierischen Materie zu.
Der 9. Band von Milne Edwards Lecon sur la
physiologie et l'anatomie comparee behandelt p. 327 — 394
die Reproductionsorgane der Mollusken mit Einschluss
der Bryozoen.
In einer Abhandlung der Naturk. Verh. der k-o
ninkl. Akademie XIV, Recherches de Morphologie syn-
thetique sur la productien artificielle de quelques forma-
tions calcaires organique hat Harting eine Reihe von
Producten auf anorganischem Wege erhalten, welche er
gewissen organischen Körpern vergleicht, z. B. den Perlen,
den Otolithen der Mollusken, der Schale der Mollusken
und anderen.
Ed. v. Martens bringt zwei Prioritätsfragen zur
Sprache und entscheidet sich grundsätzlich dahin, dass
1) auch solche Gattungsnamen Gültigkeit haben, die auf
bekannte Typen gegründet sind, auch ohne nähere Cha-
rakterisiru ng; also z. B. Buccinopsis Jeffreys (Buccinum
Dalei) 1863 = Liomesus Stimpson 1865. 2) eine Publi-
cation von dem Tage der Vorlegung in einer wissen-
schaftlichen Gesellschaft datire, nicht erst von der Pu-
blication. Für den ersten Fall verdient er wohl die Zu-
stimmung; der Letztere erscheint jedoch sehr bedenklich,
zumal wenn man bedenkt, wie oft der spätere Druck sich
von dem früheren Vortrage wesentlich unterscheidet. Malak.
Bl. 19 p. 139.
Stearns klagt über Ungenauigkeiten und Irrthümer
betreffs der Verbreitung der Arten in den Schriften von
Reeve, Sowerby und Kiener, und bedauert, dass dieselben
in Robert's Catalog der Porcellanidae und Amphiperasidae
in Amer. Journal of Conchology übergegangen seien. Er
macht Proc. California IV. p. 186 Bemerkungen in diesem
Sinne über einige Arten.
Bevor wir zu der Besprechung der faunistischen
Schriften übergehen, haben wir noch einige Arbeiten zu
erwähnen, die sich auf verschiedene Welttheile beziehen.
174 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gwyn Jeffreys verglich die Mollusken Europa1 s
mit denen von Massachusetts, wobei er den Gould'schen
Report zu Grunde legte. Er schätzt die Europäischen
Arten auf ungefähr 1000, nämlich 200 Land- und Süss-
wasser- Arten und 800 marine, die Nordost-Amerikanischen
auf 400, nämlich 110 Land^ und Süsswasser- Arten und
290 marine. Er identih'cirte 173 Arten von Massachusetts
als Europäisch, nämlich 39 Land- und Süsswasser-Arten
und 134 marine, was für die ersteren 28°/0, für die letz-
teren fast 54% ergiebt. Er ist der Ansicht, diese Ver-
breitung so erklären zu können, dass die Land- und Süss-
wasser-Arten muthmasslicb von Europa durch Nordasien
nach Canada gewandert seien, und dass die meisten der
marinen Formen von den arktischen Meeren durch den
Davisstrassen-Strom südwärts nach Cap Cod, und die
übrigen von dem Mittelmeer und den Westküsten des
Atlantischen Oceans durch den Golfstrom in nördlicher
Richtung fortgeführt sein müssen. Annais nat. hist. X.
p. 237.
Ed. v. Martens hat Ermittelungen über die Con-
chylien von Cook's Reisen gemacht, und die Arten, so-
weit sie sich bestimmen lassen, in der Reihenfolge der
von Cook besuchten Orte angegeben. Diese Orte sind
Brasilien mit 1 Art, Feuerland mit 13 Arten, niedrige
Inseln 1 Art, Gesellschaftsinseln 8 Arten, Neuseeland
43 Arten, Neuholland 12 Arten, Ncu-Guinea 2 Arten,
Freundschaftsinseln 19 Arten, Palmerston- Insel 1 Art,
Neu-Caledonien 8 Arten, Ascension 3 Arten, Sandwich -
Inseln 6 Arten, Nordwestküste Amerika's 14 Arten, China,
1 Art, Pulo Condore 14 Arten. Malak. Bl. 19 p. 1—48.
Aehnlich hat, daran anschliessend ib. p. 49 — 65
derselbe Verf. Nachforschungen über die Conchylien
von Bougainville's Reise angestellt, indem er namentlich
die Werke von Davila und Favanne zu Rathe zog. Er
behandelt die Arten der Malwinen und Magellanstrasse,
dann von Taiti. Zwei für die Geschichte der Conchylio-
logie sehr verdienstliche Arbeiten.
Cunningham hat 6 Cephalopoden, 95 Gastero-
poden, 3 Pteropoden, 29 Lameüibranchiaten, 3 Brachio-
der Mollusken während des Jahres 1872. 175
poden und 10 Tunicaten verzeichnet, die er auf seiner Reise
mit dem Schiff Nassau gesammelt hat. Zuweilen ist nur
die Gattung genannt, wo'ihm die Bestimmung der Species
zweifelhaft geblieben war. So ist eine Peronia abgebildet,
ohne dass ihr ein specifischer Name gegeben wäre. Einige
neue Arten sind beschrieben und abgebildet. Transac-
tions of the Linnean Society 27 p. 474.
Europa. Verkrüzen verzeichnete 83 Mollusken,
welche er auf einer Schleppnetz-Excursion in der Bucht
von Reykiavik erlangt hatte. Annais nat. hist. X. p. 371.
Uebersetzt im Nachrichtsblatt p. 90.
Verkrüzen hat in seinem Buche „Norwegen, seine
Fjorde und Naturwunder , eine naturwissenschaftliche
Reise, unternommen im Sommer 1871. Cassei 1872" die
marine Mollusken-Fauna Norwegens, mit Berücksichti-
gung West-Schwedens und der in den Britischen Meeren
davon vorkommenden Arten aufgezeichnet, p. 171 — 188.
Dieses Verzeichniss unterscheidet fünf Hauptrubriken:
1) Nordnorwegen, mit den Unter-Rubriken a. Varanger-
fjord — Nordcap, b. Nordcap — Tromsoe, c. Nordland,
Lofoden. 2) Mittelnorwegen, a. Drontheim — Aalesund,
b. Amt Bergen — Stavanger. 3) Süd- und Ost-Norwegen,
a. Stavanger — Christiansand, b. Christiariia Fjord. 4)
West-Schweden, a. Gothenburg, b. Kullen. 5) England.
Danach sind für jede Art die Fundorte bezeichnet. Es
sind hiernach 8 Cephalopodfcn, 5 Pteropoden, 5 Brachio-
poden, 149 Conchifera, 8 Solenoconchia, 229 Gasteropoda,
41 Nudibranchiata, zusammen 443 Arten.
George Ossi an Sars gab eine Schrift, zum Theil
nach den hinterlassenen Schriften seines Vaters Mi chael
Sars, „On sorae remarkable forms of animal life from
the great deeps off the Norwegian coast* Christiania
1872 mit sechs Tafeln heraus. Er fand in den Tiefen
von mehr als 300 Faden bei den Lofoten die Fauna kei-
nesweges so arm, wie man früher annahm. Von Mollusken
beschrieb Verf. zwei neue Muscheln, und drei neue
Schnecken, unter denen gleichfalls eine neue Gattung.
Diese sämmtlich neuen Arten werden unten namhaft ge-
macht.
176 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Br^gger, ßidrag til Kristianiafjordens Mollusk-
fauna. Christiania 1872. Dieser Bericht über eine im
Sommer 1870 unternommene Reise zählt aus der Tiefsee-
zone (120-80 Faden) 23 Muscheln, 4 Solenoconchia und
15 Gasteropoda auf, zusammen 42 Arten, wovon 34 als
arctische und 8 als boreale angesprochen werden. Aus der
Zone von 80 bis 40 Faden werden 2 Brachiopoden, 49 La-
mellibranchiaten, 5 Solenoconchia und 75 Gasteropoden
genannt, zusammen 131 Arten, wovon 64 der arctischen,
34 der borealen und 23 der lusitanischen Fauna ange-
hören. Die koralline Zone (40 bis 10 Faden) enthält
3 Brachiopoden, 63 Lamellibranchiaten, 1 Solenoconchia,
60 Gasteropoden, zusammen 127 Arten, nämlich 47 arc-
tische, 48 boreale und 32 lusitanische. In der Laminarien-
zone (10 — 5 Faden) finden sich 2 Brachiopoden, 18 La-
mellibranchiaten, 18 Gasteropoden, also 38 Arten, nämlich
16 arctische, 9 boreale und 13 lusitanische. Darauf folgen
Bemerkungen über einige Arten. Pecten septemradiatus
Müll. Var. crebricostatus ist abgebildet.
Jensen erstattete Bericht über eine im Sommer
1870 unternommene Reise in Kristiania und Kristianssands
Stift zur Untersuchung der Land- und Süss wasser- Mol-
lusken, Zusammen gedruckt mit Br^oggers Bidrag til
Kristianiafjordens Molluskfauna. Er fand bei Laurvik
3 Arion, 5 Limax, 1 Succinea, 4 Zonites, 4 Helix, 2 Clau-
silia, 1 Carychium, 3 Limnaea, 2 Planorbis, 1 Sphaerium,
3 Pisidium, 1 Margaritana, also 30 Arten. Von Lange-
sund werden verzeichnet 1 Arion, 1 Limax, 1 Vitrina,
2 Succinea, 7 Zonites, 7 Helix, 1 Ena, 1 Zua, 1 Pupa,
4 Vertigo, 1 Balea, 3 Clausilia, 1 Carychium, 1 Limnaea,
also 32 Arten. Brevik bot 3 Arion, 3 Limax, 1 Vitrina,
2 Succinea, 7 Zonites, 11 Helix, 1 Ena, 1 Zua, 1 Pupa,
3 Vertigo, 1 Balea, 5 Clausilia, 1 Carychium, 2 Limnaea,
1 Sphaerium, 2 Pisidium, also 45 Arten. Bei Skien er-
gaben sich 3 Arion, 3 Limax, 1 Vitrina, 2 Succinea, 7 Zo-
nites, 10 Helix, 1 Zua, 1 Pupa, 7 Vertigo (eine neu),
1 Balea, 4 Clausilia, 1 Carychium, 3 Limnaea, 1 Physa,
4 Planorbis, 1 Acroloxus, 1 Ancylus, 1 Valvata, 2 Sphae-
rium, 4 Pisidium, 1 Margaritana, 1 Anodonta, also 60 Arten.
der Mollusken während des Jahres 1872. 177
Das Verzeichniss von Arendal und Christianssand, 1 Arion,
4 Limax, 1 Zonites, 1 Succinea, 1 Planorbis, 1 Acroloxus,
5 Pisidium, also 16 Arten.
Kobelt verzeichnete 31 Arten Mollusken, welche
von der Berna'schen Expedition bei Helgoland mit dem
Schleppnetz erlangt wurden. Nachrichtsblatt p. 56.
Bergh verzeichnete in einer Abhandlung in Acta
universitatis Lundensis 1870, Jakttagelser öfver Djurlifvet
i Kattegat og Skagerack p. 13 die Mollusken, welche
dort gefunden sind. Es sind 29 Musehein, 33 Schnecken,
die folgenden Gattungen angehören : 1 Saxicava, 2 Cor-
bula, 1 Ncaera, 2 Solen. 1 Syndosmya, 2 Mactra, 2 Ve-
nus, 1 Artemis, 1 Cyprina, 1 Astarte, 5 Cardium, 2 Mon-
tacuta, 1 Crenella, 4 Nucula, 1 Leda, 1 Pecten, 1 Ostrea;
4 Chiton, 1 Patella, 1 Dentalium, 1 Emarginula, 1 Tro-
chus, 3 Rissoa, 1 Turritella, 1 Aporrhais , 1 Cerithium,
2 Scalaria, 1 Eulima, 1 Chemnitzia, 2 Natica, 2 Nassa,
1 Fusus, 4 Mangelia, 3 Cylichna, 1 Tornatella, 1 Bulla,
1 Philine. Verf. bespricht dann auch die bathymetrische
Verbreitung dieser Arten. Die boreale Fauna wird hier
von 16 Acephalen und 14 Gasteropoden vertreten; von der
arktischen Fauna finden sich 8 Acephalen und 5 Gastero-
poden, zu der Lusitanisch-Mittelmeerischen Fauna gehö-
ren 13 Gasteropoden und 5 Acephalen. Von Jütlands
Westküste verzeichnet Verf. 9 Acephalen und 4 Gaste-
ropoden.
Von Meyer und Möbius Fauna der Kieler Bucht
erschien Leipzig 1872 der zweite Band, welcher die Pro-
sobranchia und Lamellibranchia nebst einem Supplement
zu den Opistobranchia enthält und von 24 Tafeln be-
gleitet ist. Die Ausstattung ist vortrefflich. Im Allge-
meinen sind die Prosobranehier und Muscheln der Ost-
see kleiner, als dieselben Arten in der Nordsee, wovon
nur Mytilus edulis, Rissoa inconspicua und Rissoa octona
eine Ausnahme machen. In der Kieler Bucht sind bis
jetzt 23 Lamellibranchiaten, 19 Prosobranchiaten und 21
Opisthobranchiaten gefunden worden. Die schalentragen-
den Mollusken der Kieler Bucht haben eine sehr weite
Verbreitung, da die meisten sowohl im Norden wie im
Archiv f. Natur?. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. M
178 T rose hei: Bericht üb. d. Lerst. in d. Naturgeschichte
Süden leben, woraus sich ergiebt, dass sie in sehr ver-
schiedenen Temperaturen leben können. Die Verff. nen-
nen sie deshalb eury therm. Die Tafeln sind leider nicht
numerirt, was für das Citiren einige Schwierigkeit bieten
wird; sie sind vortrefflieh ausgeführt, und stellen nicht
allein die Schalen dar, sondern auch die Thiere, Deckel,
Radula, Eihaufen u. s. w.
Fack sammelte die Binnenmollusken der Umgegend
von Kiel. Er constatirte das Vorkommen von Helix
lamellata Jeffr., Hyalina alliaria Mill. und Pupa nmbi-
licata.
Metzger machte im Circulare des Deutschen Fi-
scherei-Vereins 1870 und 1871. Berlin 1872. p. 34 Mit-
theilungen über den Schillfang, Muschelschalen, deren
Kalk in Ostfriesland zum Bau verwendet wird, über die
Nutzung der Miessmuschel, und über die Austernbänke.
Letztere haben seit 1867 zur maritimen Production nichts
mehr bei getragen.
Wie ch mann berichtete im Archiv des Vereins in
Meklenburg 25. p. 129 über Conchyliologisches. Arnold
fand an der Küste von Travemünde Rissoa parva da Costa
nebst der var. interrupta Jeffr. und Rissoa octona Nilsson;
ferner Littorina obtusata L. x\starte aretica Gray und My-
tilus edulis wurden bei Scharbeutz gesammelt. Schulze
fing Mya truncata bei Warnemünde. Dann folgen kriti-
sche Bemerkuugen über einige Clausilien. Arnold fand
Balea perversa L. in Menge zu Roggenhorst bei Lübeck.
Verf. fand auch Limnaea glabra in Menge bei Kadow.
II a g e n m ü 1 1 e r verfasste einen Catalog der Land-
und Süsswassermollusken des Elsass. Der allgemeine
Charakter der Elsassischen Malacologie ist fast derselbe
wie der Lothringens, jedoch sind die Albino-Varietäten
noch gemeiner, besonders in den feuchten Thälern in mitt-
leren Höhen von 600 bis 700 Meter. Ausserdem hat Verf.
nur einen Füll hervorzuheben, wo locale Ursachen eine
Abänderung der speeifischen Charaktere herbeigeführt ha-
ben, nämlich in der Quelle am Gipfel des Champ-du-Feu
leben zahlreiche iVncylus und Limnaeen, welche alle die
ersten Windungen zerfressen und missbildet haben. Diese
der Mollusken während des Jahres 1872. 179
Fauna enthält 9 Arion, 1 Krynickia, 3 Limax, 3 Vitrina,
4 Succinea, 8 Zonites, 26 Helix, 5 Bulimus, 1 Achatina
(acicula), 1 Ferussacia, 11 Clausilia, 11 Pupa, 7 Vertigo,
1 Carychium, 12 Planorbis, 3 Physa, 7 Limnaeus, 2 An-
cylus, 1 Cyclostoma, 1 Pomatias, 1 Acme, 3 Bythinia, 2
Pakulina, 3 Valvata, 1 Nerita , 5 Anodonta, 8 Unio, 6
Pisidium, 2 Cyclas, 1 Dreissena. Bull, de la Soc. d'histoire
naturelle de Colmar 12 et 13. p. 239.
Ed. v. Härtens bespricht die Elsassiscben Mollus-
ken, wobei er sich namentlich auf die Arbeit von Mo riet
(1871) bezieht. Er vergleicht sie mit den Badischen Mol-
lusken. Mehr als zwei Drittel der Gcsammtzahl ist ge-
meinsam im Elsass und in Baden ; voraus hat das Elsass
vor Baden 12 Arten. Fünf der letzteren Arten scheinen
auf den schon zum Flussgebiete der Saone gehörigen
französisch gebliebenen Theil des früheren Departements
Haut-Rhin beschränkt, also Vorposten der südfranzösi-
schen Fauna zu sein, während zu beiden Seiten des Rheins
zwischen Vogesen und Schwarzwald, von Basel und Mühl-
hausen bis Hagenau und Karlsruhe, abgesehen von Helix
plebeja nur eine Molluskenfauna herrscht. Malak. Bl. 19.
p. 160.
F. Meyer fand bei Weissenburg Amalia marginata
Dr., Limax cinereus Lister, Lehmannia marginata Müll.,
Hyalina subterranea Bonrg. und Helix hispida L., Nach-
richtsblatt p. 73.
Cl essin, der die Moiluskenfauna des Starnberger
See's studirte, führt aus demselben 4 Limnaea, 4 Planor-
bis, 1 Paludina, 1 Bythinia, 1 Valvata, 1 Anodonta, 1
Unio und 2 Pisidium an. Er nennt die Fauna des Starn-
berges See's nicht reich. Nur Limnaeus stagnalis, auri-
cularia, tumida, palustris, Valvata piscinalis, Anodonta pis-
cinalis und Unio pictorum sind durch zahlreiche Indivi-
duen vertreten ; alle übrigen sind selten und nur auf we-
nige Uferstellen beschränkt. Malak. Bl. 19. p. 109.
Colbeau verzeichnete 28 Mollusken, die er bei
Virton sammelte. Proces-verbal de la soc. malacologique
de Belgique 6. Oct. 1872. p. C.
Fiseher brachte Journ. de Conchyl. 20. p. 1 — 26
180 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ein zweites Supplement des Katalogs der Nacktkiemer
und Cephalopoden der oceanisclien Küsten Frankreichs.
Namentlich soll die Bretagne reich an Nacktkiemern sein.
Den früheren Verzeichnissen werden hier 7 Doris, 2 Go-
niodoris, 1 Dendronotus, 1 Tritonia, 1 Triopa, 1 Crimora,
1 Polycera, 1 Ancula, 1 Idalia, 6 Eolis, 1 Hermaea, 1
Embletonia, 1 Doto, 1 Liinapontia, 2 Actaeonia hinzuge-
fügt; ferner von Cephalopoden 2 Sepia, 8 Loligo, 1 Om-
mastrephes.
Fischer undFolin berichteten über den Schlepp-
netzfang beim Cap-Breton. Die wichtigsten Mollusken
werden aus Tiefen von 24—35 Faden, 40 — 90 Faden,
120 Faden und 220 Faden (brasses) angegeben. Die
Verff. unterscheiden drei Tiefenregionen: 1) von 24—40
Faden, Corallinenzone, Mollusken sehr häufig; 2) von
40 — 100 Faden, Corallenzone, Brachiopoden; 3) von
100 — 250 Faden, Brissopsiszonc , hier Dentalium gracile,
Nassa semistriata, Lucina flexuosa. Comptes rendus 74.
p. 750.
Aus einer Anzeige im Journal de Conchyliologie 20.
p. 256 ersehe ich, dass Lafont in Actes de la Soc.
Linneenne de Bordeaux 28. 1871, die mir noch nicht zu-
gänglich geworden sind, ein Aufsatz erschien: Note pour
servir ä la Faune de la Gironde , contenant la liste des
animaux marins dont la presence a ete constatee a Ar-
cachon. Daselbst sind mehrere neue Arten beschrieben,
die wrir unten namhaft machen.
G redler machte Nachrichtsblatt p. G6 eine zweite
Nachlese zu Tirol's Land- und Süsswasser-Conehylien
bekannt, in derer einige Bestimmungen berücksichtigt, und
sämmtliche ihm von dort bekannten Arten aufzählt. Es
sind 1 Daudebardia, 3 Zonites, 9 Hei ix, 2 Achatina, 5 Clau-
sula, 1 Balea, 15 Pupa, 1 Carychium, 1 Pomatias, 1 Aci-
cula, 4 Planorbis, 1 Ancylus, 1 Bythinia, 1 Pisidium, 1
Anodonta.
Poulsen zählte die bei der Villa Serbelloni bei
Bellaggio am Corner See gesammelten Mollusken auf.
Es sind 41 Arten. Nachrichtsblatt p. 22.
Kobalt erstattete einen kurzen brieflichen Bericht
der Mollusken während des Jahres 1872. 181
über seine conchyliologische Ausbeute am Lago di Garda.
Nachrichtsblatt p. 81.
Noll nannte einige Landschnecken, welehe er auf
dem Montserrat sammelte. Bericht über die Senckenber-
gische naturforschende Gesellschaft 1871 — 72. p. 116.
Aradas e Benoifc Conchologia vivcnte marina
dclla Sicilia e delle isole che la circondano erschien in
Atti dell' Accad. Gioenia di scienze naturali Serie 111.
Vol. VI. Diese erste Abtheilung enthält nur die Acephala
mit 245 Arten, Brachiopoda mit 14 Arten und Pteropoda
mit 15 Arten. Dem Namen der einzelnen x\rten ist meist
nur einige Synonymie und die Angabe der Fundorte
hinzugefügt. Als neu sind nur zwei Arten der Gattung
Mactra beschrieben.
E.v. Martens stellte ein Verzeichniss sämmtlicher
aus dem Peloponnes bekannten Land- und Süsswasser-
Conchylien zusammen, wozu ihm einige von Raymond
gesammelte Conchylien die Veranlassung gaben. Es sind
1 Glandina, 1 Limax, 2 Zonites, 3 Hyalina, 25 Helix,
7 Buliminus, 1 Stenogyra, 2 Caecilianella, 12 Clausilia,
6 Pupa, 1 Succinca, 2 Planorbis, 4 Limnaea, 1 Physa
2 Ancylus, 1 Cyclostoma, 1 Valvata, 1 Paludina, 1 Bi-
thynia, 4 Hydrobia, 1 Melanopsis, 2 Neritina. Die neuen
Arten, worunter Pupa aemula Parreyss, sind unten nam-
haft gemacht. Malak. Bl. 20 p. 31.
Afrika. Mousson, Pvevision de la Faune nialacolo-
gique des Canaries ist mir noch nicht zugänglich ge-
worden. Das Werk erschien in 4. mit ö Tafeln und
enthält 183 Arten, unter denen viele neue.
Ueber die Molluskenfauna Madeira's und der cana-
rischen Inseln machte Greef efnige allgemeine Bemer-
kungen. Madeira und die canarischen Inseln. Marburg
1872 p. 26.
Gwyn Jeffreys verzeichnete die Mollusken von
8t. Helena, welche Melliss dort gesammelt hat. Einige
marine Arten sind mittel meeriseh, während der grössere
Theil im Indischen Ocean und Westindien vorkommt.
Verf. möchte diese Vertheilung der marinen Fauna von
8t. Helena nicht einer früheren Landverbindung mit
182 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Afrika und Südamerika zuschieben , da Meere von
12000 Fuss diese Länder trennen, sondern vielmehr dem
grossen Agulhas-Strom, der vom Indischen Ocean aus-
geht, das Vorgebirge der guten Hoffnung urnfliesst, nord-
wärts gegen St. Helena sich wendet und dann an As-
cension vorbei nach Westindien. Die theilweise Bezie-
hung zwischen den Mollusken des Indischen Oceans und
des Mittelmeers möchte dem Guinea-Strom verdankt
werden, und einem Durchgang, der früher quer durch
Afrika in der Linie der Sahara ging. Das, Verzeichniss
enthält 9 Muscheln, 11 Pectinibranchier, 16 Siphono-
branchier und 15 Pulmonaten. Annais nat. hist. IX. p.
262. Vergl. hierzu die Bemerkungen von Kobelt im
Nachrichtsblatt p. 58.
Jickeli erstattete Malak. Bl. 20 p. 1 und p. 109
einen Theil seines Reiseberichtes in Aegypten, der vieles
Conehyliologisehe enthält, und der in lebendiger Weise
die Annehmlichkeiten und Schwierigkeiten seiner Reise
schildert.
Derselbe giebt ib. p. 99 von den neuen Mollusken
seiner Reiseausbeute in Aegypten und Abyssinien die
vorläufigen Diagnosen.
Weinkauff warf ein Streiflicht auf unsere Kennt-
niss der geographischen Verbreitung der Meeresmollus-
ken, indem er an die Mollusken des Rothen Meeres an-
knüpfte. Nachrichtsblatt p. 33.
Henry Adams beschrieb 16 neue Conchylien aus
dem Rothen Meere, gesammelt durch M'Andrew, sämmt-
lich abgebildet. Annais nat. hist. JX. p. 9.
Asien. E, v. Martens gab einen Auszug der von
Schmidt an der Jenisei-Mündung gesammelten Mollus-
ken aus den Memoiren der Petersburger Academie Bd.
18. Nachrichtsblatt, p. 71.
Blanford berichtet aus Beloudchistan in Persien
an der südlichen Grenze der grossen Wüste Seistan, dass
die malacologische Fauna sehr arm ist. Er hat nur eine
Landschnecke gesammelt, Pupa insularis Ehrbg. (Pupa
pulla Gray, Pupa Adenensis Pfr.). Von Süsswasser-
mollusken fand er Melania tuberculata, eine Limnaea
der Mollusken während des Jahres 1872. 183
und einen kleinen Planorbis. Journal de Conchyl. 20
p. 286.
Mörch hat die Mollusken bestimmt, welche Rein-
hardt auf der Weltumsegelung mit dem Schiff Galathca
zusammen gebracht hatte. Abgesehen von 8 Arten von
Madeira wurden au der Küste von Coromandel 23 Ar-
ten, bei Barren Island 17, auf den Nicobarischen Inseln
22 Landschnecken und 22 Süsswasser-Mollusken gesam-
melt. Die neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
Vidensk. Meddelelser nat, Foren, i Kjöbenhavn. 1872. p. 9.
Einige neue Arten veranlassten Theobald und
Stoliczka zu einer kleinen Abhandlung über die Land-
schnecken von Barma und Arakan. Es werden sechs neue
Cyclostomaceen und 2 neue Helicaceeu beschrieben und
abgebildet. Journ. Asiat. Soc. of Bengal.
Stoliczka bearbeitete die Cyclostomaceen der
Insel Fenang mit Beschreibung der Thiere und anatomi-
schen Noten. Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41 p. 251.
Die Insel Penang oder Prinz Wales-Insel hat bisher eine
geringe Anzahl von Landschnecken dargeboten, er konnte
jedoch eine gute Zahl aus dem nordwestlichen Theile,
der waldiger ist, hinzufügen. Es werden 9 Arten be-
schrieben und abgebildet, unter denen sechs neue.
Ed. v. Mar tens schrieb über die Landschnecken
von Celebes, angeregt durch eine Sammlung von A. B.
Meyer. Die Aufzählung enthält 50 Arten, wovon 27
näher besprochen werden und 3 neu sind. 56% sind der
Insel eigentümlich, 24% kommen auch noch in einem
der nächsten Nachbargebiete, Borneo, Philippinen oder
eigentlichen Molukken vor, und nur etwa 22% haben eine
weitere Verbreitung durch den Indischen Archipel, einige
wenige noch wreiter. Die Fauna von Nord- und Süd-Ce-
lebes scheint ganz verschieden, Verf. kennt nur eine ge-
meinsame Art, Trochomorpha planorbis. Malak. Bl. 20
p. 155.
Lischke stellte wieder eine Reihe neuer japanischer
Meeres-Conchylien auf. Malak. Bl. 19 p. 100.
Bland und Binney machten nachträgliche Be-
merkungen zu ihrem Werke über die .Land-Mollusken
184 Troschel: Bericht üb. d. Leist. io d. Naturgeschichte
Nordamerika^ (vergl. den Bericht 1869 p. 539), die sich
besonders auf Verbesserungen und Berichtigungen der
systematischen Anordnung beziehen, wie sie sie aus der
Untersuchung der Thiere und der ZungenbewafTnung ge-
wonnen haben. Sie erklären die Gray'sche Eintei-
lung, je nachdem die Fühler retractil sind oder nicht,
so wie seine Abtheilungen Vermivora und Phyllivora für
unhaltbar. Es folgen dann die Aenderungen für einzelne
Familien und Gattungen in Bezug auf das oben erwähnte
Werk. Annais Lyccum of New York X. p. 158.
Ed. v. Martens beschrieb eine kleine Sammlung vou
Conchylien aus Alaschka. Er zählt drei Land- und Süss-
wasser-Conchylien und 25 See-Mollusken auf, worunter
eine Margarita neu. Malak. Bl. 19 p. 78—99.
Cooper gab als Ergänzung zu seinem früheren
Aufsatze (vergl. vorj. Beivp. 147) über Mollusken vom
Westabhange Nordamerika' s ein Verzeichniss von 34 Ar-
ten von Nevada, Utah, Idaho, Oregon und Washington
Territory. Darunter ist eine Alexia neu beschrieben,
und zwei Leptolininea sind als fraglich neu bezeichnet,
ohne dass ihnen Namen gegeben wären. Proc. California
IV. p. 171.
Cooper beschrieb ferner einige neue Californische
Landschnecken mit Abbildungen. Proc. Philadelphia
p. 143.
Nicholson berichtete über seine Schleppnetz-Un-
tersuchungen im Ontario-See. Von Mollusken verzeichnet
er 2 Planorbis, 1 Valvata, 2 Paludina, 2 Limnaea, 2 Physa,
1 Melania, 1 Cyclas, 1 Pisidium und 2 Unio. Die Spe-
cies sind zum Theil noch nicht bestimmt. Annais nat.
hist. X. p. 276.
Whiteaves giebt in Folge seiner Schleppnetz-
Expedition um die Insel Anticosti im Busen von St. Law-
rence die Zahl der dort lebenden Mollusken auf 150
Arten an, und verzeichnet die interessanteren Arten.
Annais nat. hist. X. p. 348.
Verrill gab eine Reihe von Mollusken an, welche
an den Küsten von New-England leben, aber in der
neuen Ausgsbe von Gould's Invertebrata of Massachu-
der Mollusken während des Jahres 1872. 185
setts fehlen. Dem folgen einige Berichtigungen in der
Nomenclatur der Arten. Dana and Silliman Amer. Jour*
nal II T. p. 209 und 281. Darin werden einige neue
Arten beschrieben und zwei neue Gattungen aufgestellt.
James Lewis lieferte ein Verzeichniss der Con-
chylien von Hertimer und den benachbarten Gegenden
im Staate New- York, im Anschlüsse an frühere Verzeich-
nisse (vergl. Ber. über d. J. 1860 p. 173) und in alphabe-
tischer Anordnung. Es sind 3 Ainnicola, 3 Ancylus,
7 Anodonta, 1 Bythinella, 1 Carvchium, 2 Goniobasis,
25 Helix, 9 Limnaeus, 3 Margaritana, 3 Melantho, 2 Physa,
8 Planorbis, 5 Pisidiuin, 2 Pupa, 1 Somatogyrus, 8 Sphae-
riuin, 5 Succinea, 1 Trypanostoma, 5 Unio, 1 Valvata,
4 Vertigo, 1 Vitrina, 1 Vivipara und 1 Zua. Proc. Phi-
ladelphia p. 97.
Lewis brachte ferner ib. p. 108 ein Verzeichniss
von Conchyiien von Tennessee, bestehend aus 8 Unio,
1 Margaritana, l Anodonta, 2 Sphaerium, 2 Pisidium, 3
Limnaeus, 2 Physa, 2 Planorbis, 1 Ancylus, 12 Helix,
1 Helicina, 1 Succinea, 10 Trypanostoma, 5 Goniobasis,
2 Melantho und 1 Pomatiopsis.
Coues verzeichnete von Fort Macon N. C. von
Mollusken 1 Brachiopoden (Lingula pyramidata), den er
zu den Annulaten rechnet, 2 Cephalopoden, 84 Lamelli-
branchiaten und 70 Gasteropoden, einschliesslich 7 Pul-
monaten. Proc. Philadelphia 1871 p. 125.
Gloyne machte Bemerkungen über Vorkommen
und Lebensweise der Laudmollusken Jamaica's. Sie be-
ziehen sich auf 105 Species. Journ. de Conchyl. 20 p. 26.
Purves machte Bemerkungen über die Land- und
Süsswassermollusken von Antigoa. Er fand daselbst 38
Arten, rroces verbal de la Soc. malacologique de Bel-
gique 6, Oct. 1872 p. CIV.
Higgins beschrieb einige neue Arten, welche
Buckley in Ecuador gesammelt hatte. Das Verzeich-
niss der ausserdem dort gesammelten Arten enthält 1 Me-
lania, 1 Paludoraus, 2 Glandina, 33 Bulimus, 1 Orthalicus,
9 Helix, 5 Cyclotus, 2 Bourciera, 1 Proserpina, 1 Ano-
186 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
don, 2 Mycetopus, 1 Leila und 1 Castalia. Proc. zool.
soc. p. 685,
Cephalopoda.
Hoff mann über die Stäbchen in der Retina des
Nautilus. Niederländ. Archiv für Zoologie I. p. 180 Taf. 13.
Derselbe über die Pars ciliaris Retinae und das
Corpus epitheliale Lentis des Cephalopodenauges. Ib.
p. 187 Taf. 15.
Argonauta expansa Dali Proc. California Dec. 1872
aus dem Californischen Meerbusen.
Lafont stellte in Actes de la soc. Linneenne de Bordeaux
28 folgende neue Cephalopoden von Arcachon auf: Sepia Fischeri,
Loligo affinis, microcephala, Moulinsi, macrophthalma und Omma-
strephus crassus.
Gasteropoda.
Bereits im Jahre 1868 hat Lacaze Duthiers an-
gegeben (vergl. den entsprechenden Bericht p. 60), dass
das Gehörbläschen der Mollusken durch einen Nerv mit
dem oberen Schlundganglion zusammenhänge. Verf. hat
nun in seiner neuen Zeitschrift Archives de zoologie ex-
perimentale p. 97 — 169, in ausführlicher Abhandlung diesen
Gegenstand erledigt und ausser Zweifel gesetzt: Otocy-
stes ou capsules auditives des Mollusques (Gasteropodes),
mit 4 Tafeln. Der von Adolph Schmidt angegebene
Ausführungsgang des Gehörorganes ist nichts anderes
als der Gehörnerv, in dessen Kanal die Otolithen ein-
treten. Verf. unterscheidet zwei Typen, 1. wo die Oto-
cysten von den Fussganglien entfernt sind, wie Cyclo-
stoma elegans, Pileopsis hungaricus, Natica monilifera,
Calyptraea sinensis, Paludina vivipara, Purpura lapillus,
2. wo die Otocysten den Fussganglien anliegen, aber von
ihnen getrennt sind, wie Neritina fluviatilis, Patella vul-
gata, Haliotis tuberculata, 3. wo die Otocysten am Fuss-
ganglion liegen, wie Bullaea aperta, Succinea putris, Li-
max agrestis, Helix aspersa, Zonites cellarius, Testacella,
Maugei und haliotidea, Limnaeus stagnalis und auricula-
der Mollusken wahrend des Jahres 1872. 187
rius, Planorbis corneus, Ancylus fluviatilis und Clausula
nigricans, 4. wo die Otocysten an den Supraoesöpha-
geal-Ganglien liegen, wie bei den Aeolidiern und Hete-
ropoden,
Selenka untersuchte von Neuem die Entwicklung
von Purpura lapillus, und wies namentlich die Keimblätter
nach. Aus seiner Darstellung geht endgültig hervor,
dass nicht, wie Koren und Danielsse n vermutheten,
auch die sterilen Eier am ersten Aufbau des Embryo sich
betheiligen, sondern erst, nachdem die Keimblätter an-
gelegt sind, den Embryonen zu Gute kommen, indem
sie von diesen gefressen werden. Niederländ. Archiv
für Zoologie I. p. 211 Taf. 17.
Nachträglich muss hier eine Arbeit erwähnt werden,
welche bereits 1867 in Actes de la Soc. Linneenne de
Bordeaux 26. p. 273 von Des Moulins erschienen ist:
De la Classification de certains opercules de Gasteropodes,
und die mir erst jetzt durch die Güte des Verf. bekannt
geworden ist. Er theilt die Deckel 1) in spirale, die
wieder in multispiralia, paucispiralia und cryptospiralia
oder concentrische zerfallen, 2) in nicht spirale, die in
imbricata seu lamellosa, unguiculata und radiata zerfallen.
Clessin beobachtete, dass die angenagten Gehäuse
der Schnecken dadurch entstehen, dass die Thiere der-
selben Gegend sich gegenseitig benagen, wo der Boden
kalkarm ist, also namentlich in Wäldern, wo der Boden
mit Blättern bedeckt ist. Er beleuchtet überhaupt den
Einflnss kalkarmen Bodens auf die Gehäusschnecken.
Correspondenzblatt des zool. rnineral. Vereines in Regens-
burg 26. p. 50.
Taenioglossa.
Cyclotacea. Higgins bildete aus Aperostoma Montezumi
Hidalgo ein eigenes Subgenus Buckle yia: Testa discoidea, tenui-
ter utrinque excavata, omnes anfractus exhibens, carinis quatuor
circumdata, epidermide decidua induta; apertura verticalis, circula-
ris, continua, ad anfractum penultiraum adnata; peristomate tenui,
recto, acuto. Die Art ist pl. 56 Fig. 7 abgebildet. Proc. zool. soc.
p. 686.
188 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Opisthoporus penangensis und solutus Stoliczka Journ. Asiat.
Soc. 41 p. 265 pl. 7—10 von Penang.
Alycaeus gibbosulus Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Ben-
gal 41 p. 268 pl. 10 Fig. 14 von Penang. — A. Kurzianus Theobald
und Stoliczka ib. p. 330 pl. 11 Fig. 2 aus der Provinz Barma. — A.
(Charax) Reinhardtii Mörch Vidensk. Meddelelser 1872 p. 22 von den
Nicobaren.
Cyclophorus bellus v. Martens Malak. Bl. 20 p. 159 von Nord-
celebes. — C. (Craspedotropis) Galatheae Mörch Vidensk. Medde-
lelser p. 22 von den Nicobaren.
Heterocyclus n. gen. Crosse Journ. de Conchyl. 20p. 156.
Testa perforata, scalariformiturrita, tenuiuscula; anfr. pauci, ultimus
deseendens, solutus über; peristoma simplex, subirregulariter circulare,
marginibus leviter incrassatis. Operculum subcirculare, tenue, car-
tilagineo-corneum, inf'ra planiusculum, supra arctispirum, medio con-
caviusculum; nucleo centrali; margiue externo anfractuum promi-
nulo, libero, ad terminum anfr. ultimi attenuato. Von Cyclophorus
durch die thurinförinige Schale unterschieden, der Deckel hält die
Mitte zwischen Cyclophorus und Pterocyclus. H. Perroquini aus
Neu-Caledonien.
Lagoeheilus trocJwides und striolatus Stoliczka Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 41. p. 270 pl. 10 Fig. 15, 16 von Penang. Verf.
bildet aus dieser Gattung nebst Dermatocera eine eigne Familie
Lagocheilidae und meint, sie nehme unter den Cyclostomacea die-
selbe systematische Stelle ein, wie die Zonitidae unter den Helicacea.
Tomoeyclus n. gen. Crosse et Fischer Journ. de Conchyl.
20 p. 76. Testa perforata, turrita, truncata; apertura subcircularis,
parvula; peristoma duplex, internum breviter porrectum, externum
late expansura, foliaceum, margiue supero interrupto, peculiariter
exciso et cavato. Operculum circulare, corneum sed crassiusculum,
arctispirum, antice planiusculum, postice medio processu obtuse ro-
tundato munitum, margine anfractuum sublamelloso. T. Gealei aus
Mexico. Verf. trennt die Gattung von Megalomastoma, und zieht
ausser der neuen Art Cyclostoma simuacrum und Cyclostoma Gua-
temalense hierher.
Mapliaulus pachysiphon Theobald und Stoliczka Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 41 p. 329 pl. 11 Fig. 1 von Moulmain.
Diplommatina angulata und JRichtlwfeni Theobald und Sto-
liczka Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41. p. 331. pl. 11. Fig. 3, 4 von
Mousmain. — D. concinna Adams Proc. zool. soc. p. 13. pl. 3. Fig. 22
von Borneo.
Pupina aureola Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41
p. 267 pl. 10 Fig. 11. 12 von Penang.
der Mollusken während des Jahres 1872. 189
Pupina Adamsiana Crosse (1871) ist Journ. de Conchyl. 20
p. 60 pl. 2 Fig. 6 abgebildet.
Pupinopsis Morrisonia Adams Proc. zool. soc. p. 13 pl. 3
Fig. 21 von Formosa.
Cyclostomacea Cistula Baveni Crosse Journ. de Conchyl.
20. p. 159 von Cura§ao.
Georissa fraterna Theobald et Stoliczka Journ. Asiat. Soc. 41
p. 332 pl. 11 Fig. 5, 6 von Moulmain.
Acmella hyälina Theobald und Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 41 p. 333 pl. 11 Fig. 7 von Moulmain.
Ampullariacea. Ampullaria Crosseana Hidalgo (1871) ist Journ.
de Conchyl. 20 p. 142 pl. 7 Fig. 1 abgebildet.
Valvatacea. Valvata Petiti Crosse Journ. de Conchyl. 20
p. 157 aus Neu-Caledonieu.
Potamophila. Mabille hat Vivipara Eriesii und Fischeriana
in Revue de zool. p. 50 pl. 5 Fig. 1 — 5 abbilden lassen.
Paluäina madagascariensis Crosse et Fischer Journ. de Con-
chyl. p. 210 von Madagaskar.
Assiminea cdlifornica Cooper Proc. Philadelphia p. 153 pl. 3
Fig. H. aus brakischen Bächen bei St. Francisco unter Steinen.
Paludomus Grandidieri Crosse et Fischer Journ. de Conchyl.
20 p. 209 von Madagascar.
Brot hat einen neuen Beitrag zur Kenntniss der Melanien
geliefert, indem er die Original-Exemplare der Lamarck'schen Samm-
lung, die an das Museum in Genf gekommen sind, einer Revision
unterwarf und abbildete. Notice sur les Melanies de Lamarck con-
servees dans le Musee Delessert, et sur quelques especes nouvelles
ou peu connues.
Melanoides spinata aus dem Kopili River, Nebenfluss des
Brahmaputra und M. Hanleyi aus dem Diyung River Godwin-Austen
Proc. zool. soc. p. 514 pl. 30 Fig. 1, 2,
Melanopsis Lamberti Souverbie Journ, de Conchyl. 20 p. 148
aus Neu-Caledonien.
Littorinacea. Littorina aleutica Dali Proc. California Acad.
Oct. 1872 von den Aleuten.
Bissoina fimbriata und incerta Souverbie Journ. de Conchyl.
p. 51 pl. 1 Fig. 3, 4 von der Insel Art.
Hemistomia n. gen. Crosse Journ. de Conchyl. 20 p. 72.
Testa subimperforata, elongata, tenuis ; spira elongata, apice obtuso ;
sutura impressa; anfr. convexiusculi, mediocriter numerosi, ultimus
spiram vix subaequans; apertura oblique lunaris ; peristoma simplex,
integrum, continuum, subsolutum, margine columellari valde obliqno,
incrassato, basali et externo late rotundatis. Operculum? H. cale-
190 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
donica von Neu-Caledonien. Verf. giebt keinerlei Andeutung, in
welche Familie die Gattung zu stellen sei, die Art ist 2,5 Mm. lang.
Turritellacea. Turritella alba Adams Proc. zool. soc. p. 9 pl.
8 Fig. 3 aus dem Rothen Meere.
Pyramidellacea. Obeliscus tenuisculptus Lischke Malak. Bl. 19
p. 102 von Japan.
Turbonilla elegans Verrill Dana and Silliman. Amer. Journ.
III. p. 282 pl. 6 Fig. 4 von Vineyard Sound.
Actis polita Verrill, Dana and Silliman Amer. Journ. III.
p. 282 pl. 6 Fig. 5 von Eastport Harbor.
Monoptygma eximium Lischke Malak. Bl. 19 p. 103 von Japan.
Elllimacea. Eulima porcellana Adams Proc. zool. soc. p. 15
pl. 3 Fig. 29 von den Neuen Hebriden.
Niso trilineata Mörch Journ. de Conchyl. 20 p. 129 von
Guinea?
Stiliferidae. Stilifer Stimpsonii Verrill Dana and Silliman
Amer. Journ. III. p. 283.
Cerithiacea. Edgar Smith stellte Annais nat. hist. IX. p. 37
ein Verzeichniss der Arten der Gattung Planaxis zusammen. Er
unterscheidet 44 Arten, zu denen noch die Subgenera Holcostoma
mit einer Art und Quoyia mit einer Art kommen. Als neu werden
beschrieben: PI. encausticus von Aracan, crassispira unbekannten
Fundortes, castaneus ebenso, Hanleyi und similis von den Sandwich-
inseln, eboreus von Westindien, suturälis von China, virgatus und
variabilis von den Fidschi-Inseln, longispira von China, tenuis ohne
Vaterlands-Angabe.
Planaxis puncto-striatus Edgar Smith ib. p. 355 von Suez.
Tublllibranchia. Leon Vaillanthat die Original-Exemplare
Lamarckcs untersucht, die er als Vermetus, Serpula und Vermilia
beschrieben hat, soweit sie in die Familie:Vermetidae oder Tubispi-
rata gehören. Verf. erkennt nur drei Genera an, je nachdem sie
keinen oder einen rudimentären Deckel haben (Serpulorbis Sassi)
oder einen vollständigen Deckel und deren Schale dann innen glatt
(Siphonium Gray), oder gefaltet (Vermetus Adans.) ist. Serpulorbis
zerfällt in zwei Subgenera : Thyacodes ohne Deckel und Bivonia mit
rudimentärem Deckel. Siphonium enthält vier Subgenera: Siphonium
mit concavem ganzrandtgen Deckel, Stephopoma mit concavem strah-
ligen Deckel, Vermiculus mit blättrigem Deckel, Spiroglyphus ebenso
aber die Körper, an denen sie haftet, erodirend. Vermetus zerfällt
in zwei Subgenera, nämlich Vermetus mit einer einzigen Columel-
larfalte, Petaloconchus mit parietalen Lamellen. — Was die Species
betrifft, so gehört Vermetus lumbricalis Lam. zu Vermiculus, Serpula
plicaria Lam. zu Siphonium, Serpula glomerata in mehreren Exem-
plaren vorhanden, die in verschiedene Subgenera gehören, Serpula
der Mollusken während des Jahres 1872 191
annulata zu Spiroglyphus, Serpula pellncida zu Serpulorbis, Serpula
intorta zu Petaloconchus, Serpula cristata zu Serpulorbis, Serpula
sulcata zu Serpulorbis, Serpula costalis zu Verniiculus, Serpula den-
tifera confundirt verschiedene Species, Serpula sipho zu Serpulorbis,
Serpula arenaria confundirt mehrere Arten, Vermilia eruca zu Ser-
pulorbis. Ueberdies beschreibt Verf. zwei neue Arten : Vermetus
Roussaei und Serpulorbis Lamarckn, beide von Neuholland. Nou-
velles Archives du Museum d'hist. nat. de Paris VII. p. 181.
Caecacea. Gaecum costatum Verill Dana and Silliman Amer.
Journ. III. p. 283 pl. 6 Fig. 6 (Coecum Cooperi Smith, non Carpenter.
— C. vitiense und costulatum Garrett Proc. zool. soc. p. 879 von
den Viti-Inseln.
Capuloidea. S al e n s k i beobachtete die Entwickelungsgeschichte
der Calyptraea sinensis. Er erwähnt dabei einer in russischer
Sprache geschriebenen Dissertation von Stepanoff, 1868, die die
Entwicklung derselben Schnecke behandelt, und zur Zeit in unseren
Jahresberichten nicht erwähnt worden ist. Zeitschr. wissensch.
Zoologie 22 p. 430 Taf. 35, 36.
Caditlus minutus Adams Proc. zool. soc. p. 10 pl. 3 Fig. 9 aus
dem Rothen Meere.
Xenophorea. Xenophora Lamberti Souverbie (1871) ist Journ.
de Conchyl. 20 p. 54 pl. 1 Fig. 5 abgebildet.
Alata. Pterocera (Heptadactylus) Soioerbyi Mörch Journ. de
Conchyl. 20 p. 131 von Taiti.
Amphiperasidae. Amphiperas ovoideus Adams Proc. zool. soc.
p. 10 pl. 3 Fig. 4 aus dem Rothen Meere.
Ovula caledonica Crosse (1871) ist Journ. de Conchyl. 20 p. 62.
pl. 2 Fig. 1 abgebildet.
Sigaretina. Sigaretus itndulatus uud japonicus Lischke Malak.
BI. 19 p. 103 von Japan.
Marseniadae. Oxynoe Hargravesi Adams Proc. zool. soc. p.
15 pl. 3 Fig. 30 von den neuen Hebriden.
Cypraeacea. Brazier zählte 39 Arten der Familie Cypraeidae
auf, die er selbst an der Küste von Neu Süd-Wales gesammelt hatte,
nämlich 10 Cypraea, 4 Aricia, 18 Luponia, 1 Cypraeovula, 4 Trivia
und 2 Pustularia. Proc. zool. soc. p. 81.
Cypraea Coxi Brazier Proc. zool. soc. p. 617 von der Nord-
westküste Australiens. — C. Petitiana Crosse et Fischer (nebulosa
Sow. nee Kiener) Journ. de Conchyl. 20 p. 213 von West-Africa.
Gassidea. Brazier stellte Proc. zool. soc. p. 827 eine Liste
der Cassididae zusammen, die an der Küste von Neu-Süd- Wales ge-
funden worden sind, nebst Bemerkungen über ihr Vorkommen und
ihre Verbreitung. Es sind 8 Arten der Gattung Semicassis.
192 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Cassis nivea von Tasmania und sophia von Neu-Süd-Wales
Brazier Proc. zool. soc. p. 616 pl. 44 Fig. 1, 2.
Cassis Pfeifferi Hidalgo (1871) ist Journ. de Conchyl. 20 p. 143
pl. 7 Fig. 2 abgebildet.
Doliacea. Eingicula minuta Adams Proceed. zool. soc. p. 11
pl. 3 Fig. 14 aus dem Rothen Meere.
Tritonüdae. Triton (Epidromus) Coxi Brazier Proc. zool. soc.
p. 22 pl. 4 Fig. 9 aus Neu-Süd-Wales.
Toxoglossa.
Oonoidea. E. v. Martens machte auf die Verschiedenheit
der Epidermis bei den Conus-Arten aufmerksam. Nachrichtsblatt
p. 62.
Conus Vayssetianus Crosse Journ. de Conchyl. 20 p. 154 von
Neu-Caledonien. — C. fulvocinctus Crosse ib. p. 214 von West-Africa.
Leptoconus (Phasmoconus) Dusaveli Adams Proc. zool. soc.
p. 12 pl. 3 Fig. 17 von Mauritius.
Pleurotomacea. Pleurotoma Lühdorfi und Kaderlyi Lischke
Malak. Bl. 19 p. 100 von Japan.
Glathurella rubro-guttata und pulcherrima Adams Proc. zool.
soc. p. 14 pl. 3 Fig. 25, 26 von den Neuen Hebriden.
Zafra pupoidea Adams Proc. zool. soc. p. 14 pl. 3 Fig. 27 von
den Neuen Hebriden.
Cithara Richardi und Delacouriana Crosse (1869) sind Journ.
de Conchyl. 20. p. 65 pl. 2 Fig, 3, 4 abgebildet. — Ebenso Pleuro-
toma Mariei Crosse ib. p. 67 pl. 2 Fig. 5.
Rhachiglossa.
Volutacea. Voluta (Aulica) Hargreavesi Angas Proc. zool.
soc. p. 613 pl. 42 Fig. 13 unbekannten Vaterlands. — V. (Scaphella)
Stearnsii Dali Proc. California Acad. Oct. 1872 von Unalashka.
Marginellacea. Marginella Lifouana Crosse (1871) ist Journ.
de Conchyl. 20 p. 63 pl. 2 Fig. 2 abgebildet.
Crosse erwähnte einige Marginellen von der atlantischen
Küste der Sahara: M. glabella L., irrorata Mke., amygdala Kien.,
persicula L. und limbata Lam. Journ. de Conchyl. 20 p. 215.
Mitracea. Garrett verzeichnete die Arten der Familie Mitri-
dae, welche bei Rarotonga, Cook's Inseln, gesammelt wurden, mit
Bemerkungen und Beschreibung neuer Arten. Es sind 33 Mitra,
1 Cylindra. 1 Dibaphus und 3 Imbricaria. Als neu werden be-
schrieben: Mitra assimilis, fratercida, luteofusca, exquisita und
cebrina.
der Mollusken während des Jahres 1872. 193
Mitra carinilirata Souverbie ist Journ. de Conchyl. 20. p. 49.
pl. 1 Fig. f abgebildet.
Fusacea. Fusus Benzoni Mörch Journ. de Conchyl. 20 p. 130
pl. 5 Fig. 3 aus Brasilien.
Buccinacea. Buccinum leucostoma Lischke Malak. Bl. 19 p. 101
von Japan.
Cantharus filaris Garritt Proc. California IV. p. 202 von den
Samoa und Viti-Inseln.
Tritonidea Peterdi Brazier Proc. zool. soc. p. 22 aus Tasmania.
Turbinellacea. Turbinella subnassatula Souverbie Journ. de
Conchyl. 20 p. 50 pl. 1 Fig. 2 von der Insel Art.
Nassacea. Nassa eximia Adams. Proc. zool. soc. p. 14 pl. 3
Fig. 28 von den Neuen Hebriden.
Columbellacea. Engina alternata, gibbosa und bella Garritt
Proc. California IV. p. 203 von den Viti- und Samoa-Inseln.
Strigalellacea. Costellaria crispa Garritt Proc. California IV.
p. 201 von den Samoa und Viti-Inseln. C. Pharaonis Adams. Proc.
zool. soc. p. 9 pl. 3 Fig. 1 aus dem Rothen Meere.
Thala exquisita von den Paumotu-Inseln, und violacea von
den Samoa- und Viti-Inseln, Garritt Proc. California IV. p. 202. —
Th. casta Adams. Proc. zool. soc. p. 9 pl. 3 Fig. 2 aus dem Rothen
Meere.
Muricea. Murex Bossiteri Crosse Journ. de Conchyl. 20. p.
74, 218 pl. 13 Fig. 2 von Neu-Caledonien. — M. Thomasi Crosse
ib. p. 212 von den Marquesas.
Purpuracea. Coralliophila turris Mörch Journ. de Conchyl. 20
p. 129 pl. 5 Fig, 4 von Südamerika?
Separatista quadricarinata von den Paumotu-Inseln und stel-
laris von den Samoa- und Viti-Inseln Garrett Proc. zool. soc. p. 878.
Ptenoglossa.
JantMnacea. Becluzia Montrouzieri Souverbie Journ. de
Conchyl. 20 p. 57 pl. 1 Fig. 8 von der InSel Art.
Rhipidoglossa.
Helicinacea. Helicina bicincta Gloyne Journ. de Conchyl. 20
p. 47 vom oberen Amazon. — H. Schrammi Crosse ib. p. 212 von
Guadeloupe. — H. Kühni Pfeiffer Malak. Bl. 19 p. 76.— H. Gloynei
Bland Annais Lyceum of New York X. p. 186 von Jamaica.
Neritacea. Morelet zieht zu Neritina violacea Gmel. folgende
Citate: N. crepidularia Lam., intermedia Desh., pileolus Recl., mitrula
Beck, depressa Bens., exaltata Recl.,— und zu Neritina comucopiae
Archiv f. Naturgesch. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. N
194 Troschel: Bericht üb. d. Leist in d. Naturgeschichte
Bens: N. melanostoma Trosch.. touranensis Soul. Journ. de Conchyl.
20 p. 133.
Trochoidea. Salenski verfolgte die Entwickelung des Trochus
cinereus durch die beiden ersten Perioden. Die erste uinfasst die
Entwickelung des Embryo vom Beginn der Dotterfurchung bis zur
ersten Anlage des Velums, und dauert 9 Stunden; die zweite um-
fasst die übrige Zeit der embryonalen Entwickelung bis zum Aus-
schlüpfen der Larve und dauert zwei Tage. Zeitschr. für wissen-
schaftliche Zoologie 22 p. 445 Taf. 37.
Trochus argenteo-nitens, consors und pauperculus Lischke Ma-
laie. Bl. 19 p. 104 von Japan.
Jousseaume setzt auseinander, dass die Gattung Adeorbis
von Cyclostrema nicht verschieden sei, ebenso sei Spira = Skenea und
Pseudorotella = Teinostoma. Unter den kleinen Schalen, die man
neuerlich im Sande der Küsten gefunden hat, will Verf. nur obige
drei Gattungen anerkennen, die er folgendermassen charakterisirt :
Teinostoma mit verdicktem Spiundelrande, der über dem Nabel eine
Schwiele bildet; Cyclostrema mit weit offenem Nabel, weit umfas-
senden Windungen und mit oben und innen etwas winkligem Peri-
stom, dessen oberer Rand den unteren weit überragt; Skenea mit
weit offenem Nabel, runden sich kaum berührenden und oft an der
Mündung getrennten Windungen, und mit einem kreisrunden Peri-
stom, dessen oberer Rand den unteren wenig überragt. Verf.
stellt diese Gattungen in eine und dieselbe Familie neben Euom-
phalus und Discohelix. (Ref. kann den Verdacht nicht unterdrücken,
dass sie jugendliche Schalen, Larvenformen, verschiedener bekannter
Schnecken seien!). Dann wird Teinostoma Morlierei pl. 18 Fig. 4
von Martinique und T. punetatum Fig. 5 von der Prinzeninsel be-
schrieben. Revue de Zoologie p. 331.
In einer Fortsetzung ib. p. 388 pl. 19 werden ferner beschrie-
ben und abgebildet: Cyclostrema lacteum ohne Angabe des Fundortes,
Virginiae von Madagaskar, Marchei von Poulo Pinang, alveolatum un-
bekannten Vaterlandes, Calameli von der Prinzeninsel, militare eben-
daher.
Cyclostrema duplicatum Lischke Malak. Bl. 19 p. 101 von Japan.
Thalotia Woodsiana Angas Proc. zool. soc. p. 611 pl. 42 Fig.
4, 5 aus Australien.
Gibbula affinis, filosa striata und prasina Garritt Proc. Cali-
fornia IV. p. 201 von den Viti- und Samoa-Inseln.
Margarita Beecheyana v. Martens Malak. Bl. 19 p. 89.
Stomatella scitula Adams. Proc. zool. soc. p. 10 pl. 3 Fig. 5
aus dem Rothen Meere.
Stomatella Mariei und Gena caledonica Crosse (1871) sind
Journ. de Conchyl. 20. p. 220 pl. 13 Fig. 3, 4 abgebildet.
der Mollusken während des Jahres 1872 195
ScissureUa paumotuensis Garrett Proc. zool. soc. p. 878 von
den Paumotu Inseln.
L. Agassiz hat bei Barbados eine lebende Pleurotomaria ge-
funden, aus einer Tiefe von 120 Toisen. New York Tribüne 14.
Febr. 1872; Bulletin de Neufchatel IX. p. 200.
Fissurellacea. Fissurella foveolata und fenestrata Garritt Proc.
California IV. p. 203 von den Viti- und Samoa-Inseln.
Cemoria nana Adams. Proc. zool. soc. p. 10 pl. 3 Fig. 6 aus
dem Rothen Meere.
Rimula Verrieri Crosse (1871) ist Journ. de Conchyl. 20 p. 68
pl. 2 Fig. 8 abgebildet.
Emarginula rugosa und modesta Adams Proc. zool. soc. p. 10
pl. 3 Fig. 7, 8 aus dem Rothen Meere. — E. maculata Montrouzieri
Souverbie Journ. de Conchyl. 20 p. 55 pl. 1 Fig. 6, 7 von der Insel
Art.
Docoglossa.
Ein Auszug aus der Abhandlung von Dali über die natür-
liche Eintheilung der Docoglossa (vergl. vorj. Ber. p. 164) findet sich
auch in Proc. Boston Soc. XIV. p. 49.
Patellacea. Nacella rosea Dali Proc. California Acad. Oct.
1872 von der Simeonoff-Insel.
Acmaeacea. Acmaea Hamillei Fischer (1857) ist Jonrn. de
Conchyl. 20 p. 145 pl. 5 Fig. 6 abgebildet.
Acmaea (Collisella) peramabüis Dali Proc. California Dec.
1872 von Alaska.
Cirrobranchiata. Dentalium agile Sars Remarkable animals
p. 31 pl. 3 Fig. 4 — 15 aus grossen Tiefen bei den Lofoten.
Fischer berichtigt die Synonymie von Dentalium gracile Jef-
freys. Journ. de Conchyl. 20 p. 140 pl. 5 Fig. 5.
Pulmonata.
Döring, Bemerkungen über die Bedeutung, und Untersu-
chungen über die chemische Zusammensetzung der Pulmonaten-
Schale, Diss. Göttingen 1872, ist mir nicht zugänglich geworden.
Semper machte Malak. Bl. 19 p. 177 einige kritische Bemer-
kungen zu Stolizka's Untersuchungen indischer Landschnecken, wo-
bei es ihm hauptsächlich darauf ankommt verschiedene Bezeichnung
für denselben Körpertheil, oder Anwendung des gleichen Namens auf
morphologisch ganz verschiedene Organe zu vermeiden.
Helicea. Huguenin untersuchte das Auge von Helix poma-
tia und beschrieb seinen histologischen Bau. Zeitschr. wissensch.
196 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Zoologie 22 p. 126. Taf. X. Diese Arbeit veranlasste Flemming,
sich ib. p. 365 p. 31 ebenfalls über den Landschneckenfühler zu
äussern, und über Huguenins Arbeit eine nicht ganz günstige Kri-
tik zu üben. Verf. schliesst daran eine Bemerkung über die Tast-
nerven des Fühlers wie der übrigen Haut der Landschnecken. Er
fand bei Trochus cinereus Epithelwarzen, welche ganz der Ge-
schmacksknospe eines Säugethiers ähnetn.
Von Sivers beobachtete Helix pomatia, und ermittelte die
Gewichtsabnahme während ihres Winterschlafes. Correspondenzblatt
des Vereins zu Riga 19 p. 112.
Bland und Binney haben wieder eine Anzahl Landschnecken
von Nordamerika auf die Kiefer und Zungenbewaffnung untersucht,
nämlich Zonites laevigatus, intertextus, demissus, lasmodon, inter-
nus, Patula strigosa, Cooperi, idahoensis perspectiva, Helix polygy-
rella, palliata, obstricta, devia, fidelis und Pallifera dorsalis. Proc.
Philadelphia p. 135. — Ferner von Helix (Sagda) Jayana, Leucochroa
Boissieri, Helix circumfirmata, Helix Bermudensis, Helix (Dentella-
ria) perplexa, Pupa (Gonidomus) sulcata, Bulimus (Eurytus) aulaco-
stylus, Bulimus (Pelecychilus) auris-Sileni. Annais Lyceum New-
York X. p. 219. — Desgleichen von Helix turbiniformis Pfr., Buli-
mulus laticinctus Guppy uud Bulimulus bahamensis Pfr. Annais
Lyceum of New York X. p. 79 pl. II.
Schacko beschreibt Kiefer und Zunge von Helix pygmaea.
Malak. Bl. 20 p. 178.
Clessin beobachtete das Gebären der Clausilia biplicata Mont.
Correspondenzblatt des zoolog. -miner. Vereines in Regensburg 26
p. 171.
v. Martens zeigte Stücke von Cochlostyla monozona Reeve
vor, welche mit grossen runden weissen Flecken gezeichnet waren.
Er hält dies für künstlich, etwa durch eine Kerzenflamme hervorge-
bracht. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 103.
Ed. v. Martens zweifelt, dass einige neubeschriebene ostasia-
tische Arten von Landschnecken vielmehr nur Varietäten seien, so
Helix nimbosa und eoa Crosse, Helix collis und Embrechtiana Mous-
son, Bulimus Heerianus und Teysmanni Mousson. Malak. Bl. 20 p. 152.
E. v. Martens berichtigt die Synonymie einiger von Parreyss
versandten Arten Helix, Bulimus und Clausilia. Nachrichtsblatt p. 8.
Brazier berichtigt die Synonymie von 13 Australischen
Landschnecken. Proc. zool. soc. p. 805. Helix biochena Crosse =
hermione Angas, H, metula Crosse = adonis Angas, H. boydi Angas
= villandrei Gassies, H. bellengerensis Cox gehört in die Untergat-
tung Videna, H. dupuyana Pfeiffer = Novae Hollandiae Gray, H.
cerata Cox = coxi Crosse = cerea Cox = Forbesi Cox, H. Wilcoxi
der Mollusken während des Jahres 1872. 197
Cox =^ ambraculorum Cox, H. Atkinsoni Cox wird in Midsoni um-
getauft, H. scrupulus Cox = Milligani Brazier, H. clarencensis Cox
= graftonensis Cox = subrugata Pfeiffer, Achatinella jacksonensis
gehört zu Tornatellina, Pupa Ramsayi Cox = Bulimus Adelaidae
Adams, von Bulimus Brazieri wird der Fundort als Stirling ränge,
King George's Sound berichtigt.
Helix (Helicostyla) Croftoni. H. (Haclra) Parsoni, H. (Trachia)
dry ander ensis Cox Proc. zool. soc. p. 18 pl. 4 Fig. 1, 2 aus Queens-
land. — H. (Geotrochus) leucophaea Cox ib. p. 20 pl. 4 Fig. 5 von
den Salomonsinseln. — H. {Geotrochus) Brodiei choiseulensis und
Mendoza Brazier ib. p. 20 pl. 4 Fig. 6, 7, 8 von den Salomonsinseln.
H. (Camaena) mulgravensis Brazier ib. p. 21 von Mulgrave-Insel in
der Torresstrasse. — H. (Xanthomelon) Lyndi von Port Essington
und H. (Geotrochus) philomela von den Salomonsinseln Angas Proc.
zool. soc p. 610 pl. 42 Fig. 1, 2, 3. - H. (Microcystis) Catletti,
H. (Connlus) Liardeti und H. (Galaxias) Liverpoolensis Brazier ib.
p. 617 von Neu Süd-Wales. — H. (Aglaja) Macasi Higgins ib. p. 686
pl. 56 Fig. 6 aus Ecuador. — H. Coguensis Crosse Journ. de Conchyl.
20 p. 69, 148 pl. 7 Fig. 3 von Neu-Caledonien. — H. Sargi und Su-
michrasti Crosse et Fischer ib, p. 146 aus Mexiko, — H. guatema-
lensis Crosse et Fischer ib. p. 222 von Guatemala. — H. Kühni
und Surinamensis Pfeiffer Malak. Bl. 19 p. 74 von Surinam. — H. Ar-
gentellei Kobelt Nachrichtsbl. p. 49 ; Malak. Bl. 20 p. 34 Taf. 2 Fig. 1
von S. Elias auf dem Taygetos. — H. desertella Jickeli Nachrichtsbl.
p. 62 am Ufer des Rothen Meeres bei Habab. - H. (Kaliella) Pelio-
santhi Mörch Vidensk. Meddelelser 1872 p. 13 von Calcutta. — H.
(Sagdinella) Didrichsonii Mörch ib. p. 20 von den Nicobaren.
Mabille erklärt die Helix pyrrhozona Philippi für identisch
mit Helix fasciola Drap. Revue de zool. p. 49.
Helix Vendryesiana Gloyne (1871) ist Journ. de Conchyl. 20
p. 31 pl. II. Fig. 7 abgebildet.
Acanthinula memhranacea Jickeli Malak. Bl. 20 p. 102 aus der
abyssiniscben Provinz Hamaszen.
E. v. Martens machte wieder Bemerkungen über Bänderva-
rietäten von Helix nemoralis und hortensis. Nachrichtsblatt p. 17.
De Nansouty hat Helix Quimperiana bei Hendaye (Basses -
Pyrenees) gefunden. Journ. de Conchyl. 20 p. 123.
Kleciach berichtigt den Fundort von Helix crinita Sandri.
Er fand sie in Dalraatien zu Verlicca. Nachrichtsblatt p. 61.
Lisinoe diabloensis Cooper Proc. Philadelphia p. 150 pl. 3
Fig. G von San Francisco.
Kobelt beschrieb Malak. Bl. 19 p. 125 Taf. 4 neue oder
wenig bekannte Campylaeen und bildete sie ab, nämlich ausser Helix
198 Troschcl: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
confusa Benoit drei neue: Campylaea benedicta Kobelt aus Sicilien,
Helix serbica Möllendorf in litt, und Pandel Möllendorf in litt, aus
Serbien.
Labyrinthus Manuell Higgins Proc. zool. soc. p. 686 aus
Ecuador.
Stylodonta (Ereptä) Bewsheri Adams Proc. zool. soc. p. 12
pl. 3. Fig. 18 von Isle de Bourbon.
Geotrochus Fergusoni Henry Adams. Proc. zool. soc. p. 614
pl. 42 Fig. 14 von der Insel Neu-Britanien.
Crosse gründete auf Helix Powisiana Pfr. eine eigene Gat-
tung Guestieria Journ. de Conchyl. 20 p. 197. Testa imperforata,
depressa, vitrinaeformis, tenuissima, nitidissima, coruea; spira omnino
celata; anfr. plane involuti, ultimus tantum conspicuus, antice obli-
que depressus, basi planiusculus : apertura depressa, lunatooblonga;
peristoma simplex, acutum, marginibus utrinque centro testae inser-
tis, columellari fere nullo, intus vix subincrassato, externo antrorsum
arcuato. Animal ignotum. Die Art ist pl. 13 Fig. 1 abgebildet.
Bulimus (Placostylus) cuniculinsulae von der Kaninchen-Insel
nahe Lord Howe's Insel, B. (Charis) Krefftü von den Salomonsinseln
Cox Proc. zool. soc. p. 19 pl. 4 Fig. 3, 4. — B. (Harpalus) Khasia-
nus und munipurensis Godwin-Austen Proc. zool. soc. p. 516 pl. 30
Fig. 7 vom Khasi-Gebirge. — B. Hauxwelli Crosse Journ. de Conchyl.
20 p. 211 aus Peru.
Orthalicus (Porphyr obaplia) BucMeyi Higgins Proc. zool. soc.
p. 685 pl. 56 Fig. 3 aus Ecuador.
Buliminu8 graecus Beck hat v. Martens Malak. Bl. 20 p. 38
Taf. 2 Fig. 2 abbilden lassen.
Bulimulus Gabbi Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. 20
p. 223 aus Californien.
Otostomus loxanus Higgins Proc. zool. soc. p. 685 pl. 56 Fig. 2
aus Ecuador.
Ferussacia unidentata Jickeli Malak. Bl. 20 p. 103 von Ale-
xandrien.
Blauneria Leonardi Crosse Journ. de Conchyl. 20 p. 71 von
Neu-Caledonien.
Tornatellina inconspicua Brazier Proc. zool. soc. p. 619 von
Lord Howe's Insel.
Stenogyra Munzingerii, vemicosa, suaveolata, subulata, angu-
staia und variabüis Jickeli Malak. Bl. 20 p. 103 aus Abyssinien.
Bumina (Stenogyra) pairensis Higgins Proc. zool. soc. p. 685
pl. 56 Fig. 1 aus Ecuador.
Cylindrella (Holospira) Gealei und G. (Urocoptis) decurtata
Adams. Proc. zool. soc. p. 12 pl. 3 Fig. 19, 20 aus Mexico. — C. Ra-
der Mollusken während des Jahres 1872. 199
veni und Tatei Bland Journ. de Conchyl. 20 p. 157 von den Antillen,
erstere von Curacao, letztere von St. Lucia.
Eucalodium Walpoleanum Crosse et Fischer Journ. de Conchyl.
20. p. 75 (Cylindrella decollata Pfr. nee Nyst) aus Mexico. — E. Des-
hayesiamim, Edwardsianum und Moussonianum Crosse et Fischer
ib. p. 223 aus Mexico.
Cl essin machte Bemerkungen über die Clausilien Südbayerns
und fügte dieser Fauna Clausilia filograna hinzu, welche er am Cal-
varienberge bei Wettenhausen an der Kammlach fand. Nachrichts-
blatt p. 50. Er beschrieb sie als Var. saneta.
Blanford lieferte eine Monographie der im Himalaya, Assam,
Barma und Ceylon lebenden Clausilien. Er unterscheidet 18 Arten,
die in fünf Sectionen gebracht werden: 1. Cl. cylindrica Gray, 2. Me-
dora Ad. mit vier Arten, wovon Cl. Theobaldi aus Barma neu,
3. Phaedusa Ad. mit 8 Arten, unter denen neu Cl. ferruginea aus
Assam, asaluensis aus Nord Cachar, monticöla aus Assam, k.Oospira
sect. nov. mit wenigen, meist 5 oder 6 Windungen und eigentüm-
lich ovaler Form mit stumpfem Apex, ohne Lunula, Gaumenfalten
wie bei Phaedusa, mit 4 Arten, deren Typus Cl. Philippiana, und
ovata aus Barma neu, 5. Nenia Ad. mit 1 Art. — In einem Post-
script zu dieser" Arbeit fügte Stoliczka Bemerkungen über einige
Arten, und zwei neue Cl. Waageni aus dem westlichen Himalaya
und ardkana aus Arakan hinzu. Alle zwanzig Arten sind auf einer
Tafel abgebildet. Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41. II. p. 199.
Clausilia (Nenia) Buckleyi Higgins Proc. zool. soc. p. 686 aus
Ecuador. — Cl. Menelaus und Agesüaos v. Martens Malak. Bl. 20
p. 41 Taf. 2 Flg. 3, 4 vom Taygetos.
Clessin beschrieb eine Missbildung von Clausilia biplicata.
Malak. Bl. 20 p. 58 Taf. 4. Fig. 1—3.
Pupa fäosa Theobald und Stoliczka Journ. Asiat. Soc. of Ben-
gal 41 p. 333 pl. 11 Fig. 8 von Arakan. — P.longurio Crosse Journ.
de Conchyl. 20 p. 158 von Curacao. — P. paitensis Crosse ib. p. 227
aus Neu - Caledonien. — P. aemula Parreyss Malak. Bl. 20. p. 49.
Taf. 3. Fig. 6 von Athen. — P. Klunzingerii, Pleimesü, bisulcata
und imbricata Jickeli ib. p. 106 aus Abyssinien. — P. calpica We-
sterlund Nachrichtsblatt p. 27 von Madrid.
Clessin untersuchte aus der Gruppe der langgewundenen
zahnlosen Gruppe der Pupa die P. edentula Drap., inornata Mich,
und columella Benz. Er bildete sie ab, und fügte ihnen eine neue
P. Gredleri von Botzen, 6000' ü. M. bei Malak. Bl. 20. p. 50. Taf. 8.
Vertigo paehygaster Jensen 1. c. p. 69 von Skien.
Ennea Cälameli und Chaperi Jousseaume Revue de zool. p. 12.
pl. 2. Fig. 3, 4 und 1, 2 von Novo-Redondo bei Benguela. — E.
200 Troschcl: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Blanfordiana Godwin-Austen Proc. zool. soc- p. 515 pl. 30 Fig. 4 vom
Cachar-Gebirge. — E. papülifera Jickeli Malak. Bl. 20 p. 108 aus
Abyssinien.
Vitrina helicoidea, semirugata, devexa, Martensii und planu-
lata Jickeli Malak. Bl. 20. p. 99 aus der abyssinischen Provinz Ha-
maszen.
Daudebardia Heldii Clessin Malak. Bl. 19. j>- 72 von Gross-
hesselohe und Schönebach in Bayern.
Helicarion (Hoplites?) croceus, Theobaldi, solidus Godwin-
Austen Proc. zool. soc. p. 517. pl. 30. Fig. 9, 10 aus Ostindien.
Nanina limbifera und semiscalpta v. Märten s Malak. Bl. 20
p. 165 von Nord-Celebes. — N. (JRotularia) Beinhardi, N. (Videna)
sulcipes, Billeana, N. (Thalessa) Kjellerupii, N. (Microcystina) Birikii,
N. (Liocystis) Brunii Mörch Vidensk. Meddelelser 1872 p. 17 von
den Nicobaren.
Bland und Binney fanden durch Untersuchung der Thiere,
dass Helix inversicolor Fer., leucostyla Pfr., rufozonata Adams und
militaris Pfr. zur Gattung Nanina gehören. Annais Lyceum of New-
York. X. p. 169.
Macrochlamys {Burgella) Jcumahensis Theobald und Stoliczka
Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41 p. 334 pl. 11 Fig. 9, 10 ausArakan.
Zonites Gawleri Brazier Proc. zool. soc. p. 618 von Süd-Au-
stralien. — Z. Desmazuresi Crosse Journ. de Conchyl. 20 p. 225 aus
Neu-Caledonien.
Pitys maupiensis und Taneae Garritt Proc. California IV.
p. 204 von Maupiti und den Societäts-Inseln.
Ryälina äbyssinica und Vestii Jickeli Malak. Bl. 20 p. 101
aus der abyssinischen Provinz Hamaszen.
Bland und Binney besprachen, Annais of the Lyceum New
York Oct. 1872 p. 198, die Beziehungen einiger zur Subfamilie Snc-
cininae gehörenden Gattungen von Landconchylien, nebst Bemer-
kungen über das Gebiss von Succinea appendiculata Pfr. Er kommt
zu der Ansicht, dass Xauthonyx und Simpulopsis zu den Helicinae
gehören, nicht zu den Succininae; von Amphibulima vermuthet er
dasselbe; Omalonyx und Pellicula sind verschieden, und letztere ge-
hört zu den Helicinae.
Dieselben Verf. erkannten auch Amphibulima als zu den He-
licinae gehörig, ib. p. 223.
Simpidopsis Mastersi Brazior Proc. zool. soc. p. 619 von Lord
Howe's Insel.
Fischer erklärte die Gattung Parmacella für sehr natürlich.
Er kennt von ihr 7 Arten, und verwirft die Gray'schen Gattungen
Cryptella, Drusia und Girasia, weil sie auf irrthümlichen Charakte-
ren beruhen. Journal de Conchyl. 20. p. 206.
der Mollusken während des Jahres 1872. 201
Hemphillia n. gen. Bland und Binney, Annais Lyceum New-
York 1872 p. 208. Animal limaciforme, parvum, antice obtusum, po-
stice attenuatum; pallium subcentrale, magnum, ovatum, antice valde
productum, marginibus liberis; discus gressorius distinctus nullus;
porus mucosus transversus in apice pedis, processu coniforme valido
protectus; apectura respiratoria ad dextram, in medio marginis inferio-
ris pallii, genitalis ad basin tentaculi dextri oculigeri. Testa externa,
unguiformis. subquadrata, replicatura pallii marginorum breviter
inclusa. Maxilla et lamina lingualis ut in Arione constituta, dentes
centrales tricuspidatae, laterales bicuspidatae, marginales quadratae,
bicuspidatae, papillis internis valde productis, externis subobsoletis.
H. glandulosa aus Oregon pl. 9 flg. 1, 15, 16, 17.
Limacea. Limax cobanensis Crosse et Fischer Journ. de Con-
chyl. 20 p. 59 aus Mexiko.
Heynemann gab eine Abbildung und Beschreibung von
Limax brunneus Drap. Malak. Bl. 19 p. 148.
Limax (Amalia) Heiostoni Cooper Proc. Philadelphia p. 145
pl. 3 fig. B von San Francisco; dabei ist Fig. C Limax (Eulimax)
campestris Binney Var. occidentalis gleichfalls abgebildet.
Ariolimax californicus und niger Cooper Proc. Philadelphia
p. 146 pl. 3 fig. D, E aus Californien.
Arion Andersonii Cooper ib. Fig. F von San Francisco.
Hycüimax Reinhardt Mörch Vidensk. Meddelelser 1872 p. 21
von den Nicobaren.
Fischer erkannte Parmacella Mauritius Rang nach Unter-
suchung des Thieres als in die Gattung Hyalimax gehörig, bei der
die Schale innerlich wird und sich dadurch von Succinea und Ho-
malonyx unterscheidet. Er kennt aus der Gattung Hyalimax drei
Arten : H. perlucidus Gray, Mauritianus Rang und Maillardi Fi-
scher. Journ. de Conchyl. 20 p. 202.
Seibert fand bei der Züchtung von Nacktschnecken, dass
Arion melanocephalus Faure-Biguet ein junger Arion empiricorum
Fer. sei, und er erkennt nnr drei Arten in der deutschen Fauna
an: Arion empiricorum Fer., fuscus Müll, und hortensis Fer. Nach-
richtsblatt p. 83.
Veronicellidae. Fischer revidirte in Nouvelles Archives du
Museum d'hist. nat. de Paris VII p. 147 die Arten der Gattung Vaginula
Fer. Er unterscheidet 8 afrikanische, 15 asiatische, 1 australische
und 11 amerikanische Arten. Europa, das nördliche Asien, Nord-
afrika und Nordamerika besitzen keine Repräsentanten dieser Gat-
tung. Als neu werden beschrieben : V. brevis von Zanzibar, Mail-
lardi von Isle de Bourbon, Seychellensis von Mähe, Gayi von Chile.
Abgebildet sind : V. Sloanei, occidentalis, Moreleti, Seychellensis und
plebeia, letztere mit Kiefer- und Zungenbewaffnung.
202 Tr o s c h e 1 : Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Vaginula Moreleti Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. 20
p. 59 aus Mexiko. — V. brevis von Zanzibar, Maillardi Isle de
Bourbon, Seychellensis von Mähe und Gayi aus Valdivia. Fischer
ib. p. 144.
Auricillacea. Jickely fand, dass bei mehreren Arten der
Gattung Melampus die Falten der Mündungswand variiren. und dass
sich daher ihr Werth zur Artunterscheidung vermindert. Nach-
richtsblatt p. 87.
Pythia n. sp. ? Mörch Vidensk. Meddelelser p. 25 von den
Nicobaren.
Alexia setifer Cooper Proc. California IV. p. 172 vom Mission
Creek, San Franzisco ; Proc. Philadelphia p. 143 pl. 3 fig. A.
Jickely erklärt Pedipes octanfracta Jonas und Plecotrema
clausa Adams für identisch, die Art wird also Plecotrema octanfracta
heissen müssen. Nachrichtsblatt p. 65.
Limnaeacea. Clessin gab einige Notizen über die Lebens-
weise der Physa hypnorum L. Correspondenzbl. des zool. -miner.
Vereins in Regensburg 26 p. 170.
Physa Petiti Crosse Journ. de Couchyl. 20 p. 71 von Neu-Ca-
ledonien. — Auf diese Art gründet Crosse ib. p. 151 eine neue
Gattung Glyptophys a. Testa sinistrorsa, physaeformis, tenuis,
Cornea, parum nitens, carinata, costis prominulis, validis transver-
sim cincta ; spira parum elevata, gradata, apice obtuso ; anfr. pauci,
ultimus magnus, spira multo maior; apertura irregulariter oblongo-
ovata ; peristoma simplex, margine columellari vix incrassato, externo
acuto. Die Schale ist pl. 7 fig. 4 abgebildet.
Clessin zählte die Arten der Gattung Planorbis auf, welche
ihm aus Baiern südlich der Douau bekannt geworden sind. Es sind
13 Arten, nämlich 4 aus der Gruppe Gyraulus, 2 Tropodiscus, 4 Gy-
rorbis, 1 Bathyomphalus, 1 Segmentina und 1 Hippeutis. PI. cor-
neus kömmt nicht vor. Correspondenzbl. des zool.-mineral. Vereins
in Regensburg 26 p. 58.
Clessin hat Betrachtungen über Gehäusemissbildungen bei
Planorben angestellt Er unterscheidet Abnormitäten als solche
von Varietäten, wo eine äussere Gehäuseverletzung die Veranlassung
der Missbildung ist. Er zählt dann die bereits früher beschriebenen
Fälle von Abnormitäten bei Planorbis auf, die besonders häufig den-
selben ausgesetzt sind. Malak. Bl. 20 p. 68.
Pire fand in einer Pfütze bei Ma'gnee nicht weit von Chaud-
fontaine in grosser Menge scalare Formen von Planorbis complana-
tus nebst anderen Missbildungen dieser Species. Dieselben sind auf
zwei Tafeln abgebildet. Annales de la soc. malacologique de Belgi-
que VI p. 23 pl. 2 u. 3.
Van den Broeck stellte ib. VII über diesen Fund seine Be-
der Mollusken während des Jahres 1872. 203
trachtungen an. Er unterscheidet solche Formen, die von Anfang an
scalar gebildet sind, und diese müssen seiner Meinung nach vom
Thiere aus. durch Erbschaft, entstanden sein, während andere in
den ersten Windungen normal sind, und erst später Abnormitäten
zeigen. Letztere gehören einer früheren Generation an und Verf.
meint, sie müssen durch äussere Einflüsse hervorgebracht sein. Er
glaubt nun, dass die grosse Schicht von Lemna in jener Pfütze das
Emporklimmen der Planorbis an die Luft erschwert habe, dass nun
zweckmässig einige scalare Formen sich gebildet und dann durch
Erbschaft sich erhalten hätten. Andere wären erst später durch
äusseren Einfluss modificirt, und der Kampf ums Dasein spiele dann
auch eine Rolle. So hätten Erblichkeit, directer Einfluss und Zucht-
wahl zusammengewirkt, um die Planorben von Magnee zu modifi-
ciren, und würden weiter dahin führen, die Form gänzlich zu einer
anderen Rasse und schliesslich zu einer anderen Species umzuge-
stalten.
Semper hat die Frage erörtert, und durch Experimente zu
beantworten gesucht, weshalb Limnaeus stagnalis in Bezug auf sein
Körperwachsthum direct abhängig ist von dem Volumen des Was-
sers, in welchem er vorkommt. Er weist mehrere Erklärungswei-
sen ab, wie geringere Nahruug, die Wärme, die dem Wasser beige-
mengte Luft, und setzt ein anderes Moment voraus, das zu finden
ihm freilich noch nicht gelungen ist. Interessant ist das Resultat
seiner Experimente, die er in successiver Isolirung und gleichzeiti-
ger Isolirung angestellt hat, wonach die isolirten Thiere je nach dem
Alter eine verschiedene Länge erhielten. In successiver Isolirung hatten
Individuen der ersten Isolation nach 88 Tagen 21 Mm. Länge, die
der zweiten nach 66 Tagen 18 Mm., die der dritten nach 50 Tagen
16 Mm. erreicht, die gesellig erzogenen in 96 Tagen (eigentlich auch
das Alter der anderen Individuen) nur 6,5 Mm. Verhandl. der
phys.-med. Ges. in Würzburg III. p. 271.
Limnaea lagotis var. solidissima Kobelt Malak. Bl. 19 p. 76
aus dem Himalaya.
Eine neue Gattung Lantzia gründete Jousseaume Revue
de zool. 1872 p. 5, auf eine Landschnecke, deren Thier wie ein Lim-
naeus gebaut ist, und deren Schale nur zwei Windungen hat und
auf dem Spindelrande eine Lamalle, die sich horizontal in' die
Mündung erstreckt. L. carinata von Bourbon.
Notobranchiata.
Doridea. Doris Biscayensis, seposita, eubalia Fischer Journ. de
Cohchyl. 20 p. 6 von Arcachon. — D. magellanica Cunningham
Transact. Linnean Soc. 27 p. 484 pl. 58 fig. 6 aus der Magellan-
strasse.
204 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Goniodoris Mariei Crosse Journ. de Conchyl. 20 p. 73, 153
pl. 7 fig. 5 von Neu-Caledonien.
Triopa incisa Sars Remarkable animals p. 35 pl. 3 fig. 1 — 3
von den Lofoten.
Tritoniadae. Dendronotus luteolus Lafont Actes soc. Linneenne
de Bordeaux 28 von Arcachon.
Eolidiae. Edlis pallidula Lafont Actes soc. Linneenne de Bor-
deaux 28 von Arcachon. — E. Campbellii Cunningham Transact. Linnean
Soc. 27 p. 484 pl. 58 fig. 5.
Gonio'eolis n. gen. Sars Remarkable animals p. 37 pl. 4
fig. 1 — 11. Corpus oblongum, quadrilaterum, subpalliatum, pallio
pede angustiore absque spiculis; caput latiusculum, tentaculis 4
simplicibus, conico acaminatis, non retractilibus, quorum 2 maxima
dorsalia et 2 multo minora labialia ad margines laterales veli lati
antici truncati posita. Maxillae corneae in proboscide conica exserta
valvulas Limae referentes, antice superne auricula triangulari orna-
tae, processu infero nullo; lingua subcuneiformis radula seriebus
transversus dentium circiter 20 laevium dente medio conico retro-
flexo utrinque laterali recto acuminato; papillae dorsales simplices,
conicae, breves, utrinque ad latera dorsi et ad marginem pallialem
dispersae; pes ovato-elongatus, latiusculus, angulis anterioribus ro-
tundatis, pallio maior; orificia generationis et ani ad latus dextrum.
G. typica von der Norwegisehen Küste. Verf. stellt die Gattung in
die Nähe der Gattung Eolis.
Trinchese beschrieb in Annali del Museo civico di storia nat.
diGenovaVol.il. p. 86— 132, begleitet von 10 Tafeln eine neue Gat-
tung der Aeolidier, Ercolania, mit folgenden Charakteren : Corpus
subcylindricum ; caput parvum, velo destitutum; podarium angustum,
angulis anterioribus rotundatis; brancbiae quainplurimae, inflatae,
globulis niveis conspersae, caeco hepatico ramoso instructae, serie-
bus longitudinalibus ad latera dorsi dispositae ; rhinophoria longiora,
graciliora, extra leviter canaiiculata ; anus in medio dorso ante cor
situs; foramina generationis ad dextrum latus: penis fistula rigida
oblique praecisa armatus; hydrocardium longissimum, foramine hy-
droforo ad laevum ani latus; maxillae corneae desunt; dentes radu-
lae validi, non denticulati, apice rotundato. Drei neue Arten: E.
Pancerii, Uziellii, Siottii. (Die pantoffelförmigen Zähne der Radula
haben grosse Aehnlichkeit mit Pontolimax. Ref.).
Elsyiadae. Auf Placobranchus catulus Agass., Gould gründete
Verrill eine neue Gattung Elysiella. Kopf gerundet mit zwei
kurzen stumpfen Tentakeln, Augen sitzend an deren hinterer Basis
am Nacken; Seitenlappen hinten vereinigt, vorn rund und getrennt,
und vom Rücken erhoben um darunter eine Athemhöhle zu lassen ;
Blutgefässe erstrecken sich gabiig vom vorderen Theil des Rückens
der Mollusken während des Jabres 1872. 205
in die Fläche zwischen den Seitenlappen. Unterscheidet sich von
Placobranchus und Elysia durch die vereinigten Seitenlappen. Dana
and Silliman Amer. Journal III. p. 284 pl. 7 fig. 5.
DiplopelyciaMörch n. gen. aus der Familie der Elysiaceen.
Aniraal cultriforme, compressum, gelatinosum, lacteum, pelluciduin;
orificium orale Y-forme sat amplum, utrinque labris carnosis ; tenta-
cala validissima, flabelliformia, margine externo laciniato-plicato,
superne ter inaequaliter fissa, inferne fissura brevissima; lobi dorsa-
les breviusculi, antice altiores, disiuncti, postice approximati, margo
utrinque laminis carnosis abruptis 7 — 8, laciniatis; carina ventralis
compressissima (solea destituta) , utrinque laciniato-plicata, eodem
modo uti lobi dorsales, antice producta usque ad os, fissa ; cauda
nuda angusta, pars posterior brevior, incisura disiuncta, triquetra,
lateribus concavis, apice trifissa, expansilis, sed in contractione acuta.
D. trigonura von Nizza. Verf. vergleicht das Thier einer riesigen
Scyllaea; der Mangel der Kiefer, die Lage der Fühler neben dem
Munde, das Fehlen der Rhinophoren weisen es in die Familie der
Elysien, in die Nähe der Gattung Tridachia Desh. Journ. de Con-
chyl.20 p. 125 pl. 5 et 6 fig. 1, 2.
Phyllirhoidea. In einer Abhandlung über das Leuchten und
die Nervenzellen von Phyllirhoe bucephala hat Panceri (Alli della
R. Accad. delle sc. fisiche e matem. V folgende Resultate gewon-
nen: 1) In den Ganglienzellen existirt ein Stoff, welcher sowohl im
lebenden und unverletzten Thier leuchten kann, wie auch wenn er
durch Druck ausgezogen ist. 2) Solcher Stoff kommt, wie in den
peripherischen Ganglienzellen von gewöhnlicher Form und in denen
der centralen Ganglien, auch in den eigenthümlichen sphärischen
Zellen vor, die eine gelbe lichtbrechende, grossentheils in Alkohol
und Aether lösliche Substanz enthalten. 3) Das Licht in den peri-
pherischen Ganglienzellen und in den Müller'schen Zellen zeigt sich
während der Erregung der Nerven, erlischt aber allmählich und
erneuert sich nach der Ruhe. 4) Während die Electricität keinen
deutlichen Einfluss auf diesen Stoff übt, machen süsses Wasser,
Ammoniak, Pottasche. Alkohol, Aether, Wärme ihn leuchten, wie
bei anderen phosphorescirenden Seethieren. 5) Nach dem Tode und
getrocknet, oder in Fäulniss kann dieser Stoff durch süsses Wasser
und Ammoniak von Neuem leuchten.
Aplysiacea. Bölabrifera Hollbölli Bergh Verh. d. zool.-bot.
Ges. in Wien 22. p. 437. Taf. 5 fig. 1—24 von Grönland. Zum
Vergleiche sind auch Dolabrifera aseifera Rang und Aplysia punctata
Cuv. beschrieben und abgebildet.
Acera. Edgar Smith machte Bemerkungen über einige Ar-
ten der Familie Bullidae mit Beschreibung einiger neuen Arten.
Annais nat. hist. IX p. 344. Verf. berichtigt einige lrrthümer der
206 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Conchologia iconica Vol. 16 und 17 nach Vergleichung der Exem-
plare der Caming'schen Sammlung, die sich jetzt im britischen Mu-
seum befindet. Die neuen Arten sind folgende: Atys canariensis
von den Canarischen Inseln, M'Andrewii von Lancerote, angustata
von Suez, miranda von Suez; Haminea serica, malleata. perplexa
ohne Angabe des Fundortes, cuticulifera von Neu-Seeland, aequi-
striata und rugosa von Suez, Cylichna nitens von den Fidschi-Inseln,
propinqua von Vancouvers - Insel, fljiensis von den Fidschi - Inselu,
lacteocincta ohne Vaterlandsangabe, pumilissima aus dem Persischen
Meerbusen, consanguinea und perpusilla ebendaher, punctosulcata
von Tunis, dlboguttuta von Westindien, Pellyi aus dem Persischen
Meerbusen ; Tomatina Uratispira von Rio- Janeiro, persiana aus dem
Persischen Meerbusen.
Cylichna minuta Adams Proc. zool. soc. p. 11 pl. 3 fig. 10
aus dem Rothen Meere.
Tornatina inconspicua Adams Proc. zool. soc. p. 11 pl. 3 fig. 12.
Atys (Alicula) Isseli Adams Proc. zool. soc. p. 11 pl. 3 fig. 13
aus dem rothen Meere.
Phyline erythraea Adams Proc. zool. soc. p. 11 pl. 3 fig. 11
ans dem Rothen Meere. — Ph. japonica Lischke Malak. Bl. 19 p. 105
von Japan.
Pteropoda.
Hyalaeacea. Styliola vitrea Verrill Dana and Silliman Amer.
Journ. III. p. 284 pl. 6 fig. 7 von Neu-England.
Lamellibranchiata.
Pectiniformia.
Ostreacea. Dali macht Proc. California IV. p. 182 darauf
aufmerksam, dass die Austern, welche von Ostamerika nach Califor-
nien übersiedelt wurden, sich dort fortpflanzten, aber die Charaktere
der dort einheimischen Species annahmen. Dasselbe soll für die
Austern gelten, die von England in das Mittelmeer versetzt wurden.
Meyer stellte in Aquarien Versuche über die Lebensfähigkeit
der Auster (Ostrea edulis) in dem Wasser der Kieler Bucht an.
Eine lebte bei einem Salzgehalt von durchschnittlich l,5°/0 199 Tage,
erschien aber dann sehr abgemagert. Nachrichtsblatt p. 3.
Crosse erklärt Ostrea palmipes Sow. in Reeve's Conchologia
iconica für identisch mit seiner Ostrea Paulucciae (1869) Journ. de
ConchyL 20 p. 123.
Morse beobachtete das Wachsthum der Schale von Anomia.
der Mollusken während des Jahres 1872. 207
Die kleine Schale, wenn das Thier noch frei ist und schwärmt, zeigt
sich später als Nucleus. Sie ist in beiden Schalen gleichmässig convex,
ohne Spur von Sinus oder Durchbohrung. An der rechten Schale
zeigt sich ein deutlicher Einschnitt am Rande, gerade unter dem
Wirbel. Bald wächst die Schale durch Absonderung einer weissen
Schalen Substanz, und zwar von hinten und unten. Von vorn und
oben wächst die Schale ein wenig entgegen, bis sich endlich die
zwischenliegende Bucht umschliesst, wie es durch Abbildungen an-
schaulieh gemacht ist. Proc. Boston Soc. XIV. p. 150.
Pectinea. Verkrüzen beschrieb fünf Arten Lima der nor-
wegischen Küste. Malak. Bl. 19 p. 133.
Arcacea. Anomälocardia transversalis Adams. Proc. zool. soc.
p. 11 pl. 3 Fig. 16 aus dem Rothen Meere.
Scapharca pygmaea Adams Proc. zool. soc. p. 11 pl. 3 Fig. 15
aus dem Rothen Meere.
Scaphula Bensoni Adams Proc. zool. soc. p. 14 pl. 3 Fig. 24
von den Neuen Hebriden.
Pectunculus Montrouzieri Angas Proc. zool. soc. p. 613 pl. 42
Fig. 11 von Neu - Caledonien. — P. älbolineatus Lischke Malak.
Bl. 19 p. 109 von Japan.
Axinaea fringilla Angas Proc. zool. soc, p. 612 pl. 42 Fig. 10
von Queensland.
Nuculacea. Yoldia obtusa Sars Remarcable forms ct. p. 23
pl. 3 Fig. 16 — 20 von den Norwegischen Küsten in grossen Tiefen.
Luciniformia.
Aviculacea. Dun k er hat in Küster's Systematischem Conchy-
lien-Cabinet Lief. 210-215 die Gattung Avicula zu bearbeiten be-
gonnen. Er beschreibt darin als neue Arten: A. Beentsii und va-
ria aus dem Rothen Meere, cypsellus und brevialata aus dem In-
dischen Archipel, Cochenhauseni aus China, Reeveana (fimbriata olim)
von Australien, horrida und venezuelensis von Venezuela, longisqua-
mosa von Porto Cabello, echinus von der Havana, olivacea von den
Antillen, und ferner Scheepmakeri, grisea, nigrofusca, tristis, pallida,
Gruneri, coneinna, prasina, atrata unbekannten Fundortes.
Chester berichtete über die nicht unbedeutende Pcrlmutter-
fischerei bei der Iusel Tud in der Torres-Strasse. Queensland Ex-
press 1871 und daraus in Petermann's Geographischen Mittheilungen
1872 p. 254.
Najades. Kobelt führte aus, dass die nordschleswigsche Per-
lenmuschel, die Rossmaessler für Unio litoralis erklärt hatte, viel-
mehr eine riesenhafte Form aus der Sippschaft des Unio batavus
sei, die man wohl am besten als Varietät zu crassus Retz. stelle
Malak. Bl. 19 p. 142.
208 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Strobel suchte in einer Abhandlung »Le valve degli Unio
nelle Mariere dell' |Emilia e nei Paraderos della Patagonia« die Er-
klärung für das Vorkommen der Unionen zu finden. Er zählt zu-
erst die Verwendung der Conchylien und deren Thiere auf, als Nah-
rung, zu technischem Gebrauche, als Schmuck, als Geld, als Gegen-
stand des Cultus, zum Spiel, zum Zeichnen von Hieroglyphen ; giebt
dann die Lagerung in den Phahlbauten, in den Terremaren und in
den Paroderos an; erörtert die Hypothesen von Coppi, der sie für
Reste der Scheiterhaufen oder Opfer, und von Boni, der sie für
Ueberbleibsel der menschlichen Wohnorte in künstlichen Wasser-
becken hält. Verf. neigt zu der Ansicht, dass sie Ueberbleibsel der
Wohnorte eines alten Jäger-, Hirten- und Ackervolkes seien. Ar-
chivio dell'Antropologia e la etnologia II. Agosto 1872.
v. Martens sprach über das Vorkommen des Unio sinuatus
Lara, im mittleren Rheingebiet mit Römischen Alterthümern, ob-
gleich diese Art im Rhein, Neckar und Main nicht vorkommt. Sit-
zungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 101.
Nach Sandberger Malak. Bl. 20 p. 95 spielt Unio sinuatus
Lam., der jetzt auf Südfrankreich beschränkt ist, eine archäologische
Rolle, indem er in vorhistorischer Zeit, und vielleicht auch noch in
römischer Zeit auch in Deutschland existirt hat, und also hier erst
seit etwa 2000 Jahren erloschen ist. Verf. fordert zu Nachfor-
schungen über die Conchylien auf, welche bei archäologischen Ar-
beiten zu Tage gefördert werden.
Unio Jeffreysianus von Australien und Stevensii aus Guiana
Lea Proc. Philadelphia p. 188. — Lea beschreibt ib. p. 189 folgende
20 neue Arten: U. Laiuii Tennessee River, appressus Alabama,
validus Duck River, litus Cahaba River, simulans und cahabensis
eben daher, acuens Holston River, crudus French Broad River, tus-
cumbiensis Alabama, dispansus Tennessee, Pealei Kansas, globatus
Holston River, subglobatus Alabama, recurvatus Tennessee River,
obuncus Alabama, radiosus Holston River, cireumactus Alabama,
radiolus Ogeechee River, pattinoides Clinch River, und Santeensis
Santee Kanal. — Ferner stellte Lea 29 neue Arten aus den vereinig-
ten Staaten auf. Proc. Philadelphia 1872 p. 155, welche heissen: U.
tellicoensis, canasaugaensis, lenticularis, Ander sonensis, flavidus, pau-
ciplicatus, vesicularis, conspicuus, yadkinensis, brevis, amplus, liga-
tus, attenuatus, differtus, strumosus, subparallelus, [oblongus, Irwinensis
curvatus, insolidus, cuspidatus, exacutus, subsquamosus, rostellwn,
infuscus, ratus, dissimilis, bellulus, basalis.
Monocondyla tumida ist von Mabille Revue de zool. p. 51
pl. 5 Fig. 6, 7 abgebildet.
Gl es sin ist durch seine Studien über die deutschen Species
des Genus Anodonta Cuv. zu der Ansicht gekommen, dass A. ana-
der Mollusken während des Jahres 1872. 209
tina, cellensis, rostrata und cygnea aus einander hervorgehen, also
nicht mehr als selbständige Species betrachtet werden können, und
er nimmt überhaupt in Deutschland nur eine Species an, unter-
scheidet jedoch 7 Hauptformen: A. cygnea L., cellensis Schrot., ro-
strata Kok., piscinalis Nils., ponderosa Pfr., anatina L. und lacu-
stris Held, mit Angabe der Beschaffenheit ihres Aufenthaltsortes.
Correspondenzbl. des zool. mineral. Vereines in Regensburg 26.
p. 82, 97.
Godet hob die Schwierigkeit der specifischen Unterscheidung
der Anodonten hervor und glaubt im Canton Neufschatel A. cellen-
sis, anatina, Pictetiana und Charpentieri unterscheiden zu können.
Bulletin de Neufschatel IX. p. 145.
Anodonta exilior Lea Proc. Philadelphia 1871 p. 188 aus
Mexico.
Astartidae. Tryon stellte einen Catalog und die Synonymie
der Familie Astartidae zusammen. Er wird gebildet durch 17
Astarte (14 Astarte, 1 Gonilia, 2 Goodallia), 12 Gouldia, 1 Miodon,
38 Crassatella, 49 Actinobolus, 3 Cyclocardia, 1 Pleuromeris, 24 My-
tilicardia (17 Mytilicardia, 3 Beguina, 2 Glans, 2 Thecalia). 6 Car-
ditamera. Proc. Philadelphia p. 245.
Cardita Maouli Angas Proc. zool, soc. p. 613 pl. 42 Fig. 12
von Süd-Tasmania.
Solemyidae Der Catalog der Familie Solemyidae von Tryon
umfasst 6 Arten der Gattung Solemya. Proc. Philadelphia p. 258.
Galeommidae. Tryon's Catalog der Familie Galeommidae
euthält 12 Arten Galeomma, 1 Libratula, 1 Thyreopsis, 53 Scintilla.
Proc. Philadelphia p. 222.
Leptonidae. Der Catalog der Familie Leptonidae, wie er von
Tryon Proc. Philadelphia p. 227 zusammengestellt ist, besteht aus
19 Lepton und 7 Tellimya.
Laseidae. Der Tryon'sche Catalog der Familie Laseidae führt
9 Lasea, 1 Thecodonta, 34 Kellia, 1 Cycladella, 13 Pythina, 12 Mon-
tacuta und 2 Cyamium auf. Proc. Philadelphia p. 229.
Turtonia nitida Verrill Dana et Silliman Amer. Journ. III.
p. 286 pl. 7 Fig. 4 (T. minuta Gould non autorum europ.)
Lucinidae. Tryon fertigte einen Catalog mit der Synonymie
der lebenden Arten der Familie Lucinidae. Derselbe enthält 57
Arten Lucina (34 Lucina s. str., 2 Here, 1 Woodia, 3 Cyclas, 16
Codakia, 1 Miltha), 16 Myrtea, 1 Philis, 22 Loripes, 16 Cryptodon,
5 Gafrarium, 2 Ungulina, 2 Scacchia und 49 Mysia (39 Mysia s. str.,
10 Felania) Proc. Philadelphia p. 82.
Cryptodon obesus Verrill Dana and Silliman Amer. Journ. III.
p. 287 pl. 7 Fig. 2 von Nomans-Land und Labrador.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. Q
210 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Veneriformia.
Chamidae. Der Catalog der Familie Chamidae von Tryon
Proc. Philadelphia p. 116 enthält 56 Arten der Gattung Chama.
Chametrachaeidae. Darauf folgt ib. p. 120 von demselben
Verf. der Catalog der Familie Chametrachaeidae mit 2 Chametrachaea
und 1 Hippopus.
Cardiacea. Cardium (Ctenocardia) victor Angas Proc. zool.
soc. p. 612 pl. 42 Fig. 9 von Mauritius.
Cyrenidae. Clessin sieht in dem Schloss der Cycladeen ein der
Veränderung diirch äussere Einflüsse viel weniger unterworfenes Organ
als die Schalenform, und ist der Ansicht, dass es sehr gute Art-
merkmale abgiebt. Er beschreibt den Schliessaparat sehr genau.
Er gründet bei dieser Gelegenheit für Sphaerium calyculatum Drap,
ein neues Genus Calyculina, und für die beiden brasilianischen
Species Sphaerium bahiense Spix und Sphaerium modioliforme Anton
ein neues Genus Limosina. Somit gehören in die Familie der
Cycladeen acht Genera: Corbicula Meg., Batissa Gray, Velorita Gray,
Cyrena Lam., Limosina Clessin, Sphaerium Scop., Calyculina Clessin
und Pisidium Pfr. Die ersten fünf sind Bewohner tropischer Gegen-
den, die drei letzten gehören den gemässigten und kalten Zonen
an. Malak. Bl. 19 p. 150.
Clessin setzte seine Beiträge zur Kenntniss unserer Pisidien
fort, indem er Pisidium Henslovianum Jenyns beschrieb und ab-
bildete. Malak. Bl. 19 p. 66 Taf. I. Fig. 4 Die von Moquin Tandon
angeführten 7 Varietäten erkennt er nicht als zu P. Henslovianum
gehörig an, will vielmehr dieselben zu P. dupuyanum ziehen, die er
von P. Henslovianum als selbstständige Species trennt. Verf. kennt
nur eine Varietät von Henslovianum, die er Var. pulchrum nennt.
In einem weiteren Beitrage zur Kenntniss unserer Pisidien
ib. 20 p. 21 gesteht Clessin, dass das französische Pisidium, welches
von Baudon unter dem Namen P. henslovianum beschrieben ist,
eine selbständige Art sei, die er später beschreiben will. Er be-
schreibt dann weiter P. Schöltzii von Breslau, roseum Scholtz, ca-
sertanum Poli, ibericum von Barcelona.
Ferner beschreibt derselbe ib. p. 83 das oben erwähnte Pisi-
dium Henslovianum Baudon als P. Baudonii, nebst P. intermedium
Gass., subtruncatum Malm, amnicum Müll.
C ollin über einige Varietäten von Pisidium amnicum Müll.
Proces-verbal de la soc. malacologique de Belgique 6. Oct. 1872.
p. XCVII.
Prime bemerkte bei Untersuchung im Jardin des plantes zu
Paris, dass Cyrena orientalis Lam. mit seiner Corbicula japonica
der Mollusken während des Jahres 1872. 211
übereinstimmte, dass Cyrena truncata Lam. die Mitte hält zwischen
antiqua und cuneiformis, dass Cyrena oblonga Quoy eine Glauco-
nome ist. Annala of the Lyceum of New York.
Veneracea. Des Moulins machte auf eine gestreckte Form
von Venus aurea Gm. aufmerksam, die bei Arcachon vorkommt.
Actes de la Soc. Linneenne de Bordeaux. 1868. 4. Livr.
Venus Gladstonensis Angas Proc. zool. soc. p. 612 pl. 42
Fig. 8 von Queensland.
Cytherea (Gomphina) Moerchi Angas Proc. zool. soc. p. 611
pl. 42 Fig. 7 unbekannten Vaterlandes.
Sunetta aarora Jousseaume Revue de zool. p. 9 pl. 2 Fig. 7 —
9 aus China.
Tellinacea. Tellina jedoensis und minuta Lischke Malak.
Bl. 19 p. 106 von Japan. — T. tricostata Römer in Künster's Con-
chylien-Cabinet, unbekannten Fundortes.
Soletellina moesta Lischke Malak. Bl. 19 p. 107 von Japan.
Gastranella n. gen. Verrill Dana and Silliman Amer. Journ.
III. p. 286 verwandt mit Gastrana. Schale länglich, unregelmässig,
zuweilen mit eingebogenem Bauchrande, Mantelbucht gross, Liga-
ment äusserlich, lang; rechte Schale mit zwei kleinen Schlosszähnen,
der hintere dünn, schief nach hinten gerichtet; linke Schale mit
zwei Schlosszähnen, der hintere stark, zweilappig, der vordere
kleiner; kein deutlicher Seitenzahn ; Thier mit langen dünnen, ge-
trennten Röhren, mit einem einfachen Kreise von Papillen an ihrem
Ende; Mantel vorn offen, Fuss zungenförmig. G.. tumida pl. 6
Fig. 3 von Neu-England.
Lucinopsis divaricata Lischke Malak. Bl. 19 p. 108 von Japan.
Angulus modestus Verrill Dana and Silliman Amer. Journ.
III. p. 285 pl. 6 Fig. 2 von Neu-England.
Mactracea. Mactra Targioni und Paulucci Aradas e Benoit
Conchologia della Sicilia p. 28 von Sicilien.
Baeta Grayi Adams. Proc. zool. soc. p. 13 pl. 3 Fig. 23 von
Borneo.
Pholadiformia.
Anatinacea. Anatina japonica Lischke Malak. Bl. 19 p. 107
von Japan.
Pecchiolia abyssicola Sars Remarcable animals p. 25 pl. 3
Fig. 21 — 43 von den Lofoten. Das Thier wird beschrieben, und
der Gattung ihre Stelle bei Lyonsia angewiesen.
Thracia Alciope Angas Proc. zool. soc. p. 611 pl. 42 Fig. 6
von Westaustralien.
Saxicavacea. Glycimeris bitruncata Conrad Proc. Philadel-
phia p. 216 von Fort Macon, Nord-Carolina.
212 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Solenacea. E. v. Martens nimmt für Solen legumen L den
Gattungsnamen Pharus in Anspruch. Nachrichtsblatt p. 74.
Des Mo u lins erklärt die Gattung Ceratisolen Forb. Hanl.
1848 für identisch mit Polia d*Orb. 1843; er unterscheidet die
lebende Art P. legumen von der fossilen, die er P. Saucatensis
nennt. Actes de la Soc. Linneennc de Bordeaux 28. livr. 3, 1872.
Gastrochaenidae. Humphreyia Coxi Brazier Proc. zool. soc.
p. 22 pl. 4 Fig. 10 von Neu-Süd- Wales.
Pholadacea. In der Abhandlung über die Leuchtorgane und
das Licht der Pholaden schliesst Panceri (Atti della R. Accad.
delle sc. fisiche e Matern. V.) mit folgenden Sätzen: 1. bei Pholas
dactylus L. finden sich besondere Organe, welche unter gewissen
Umständen leuchten, und durch Secretion eine leuchtende Substanz
hervorbringen. 2. Diese Organe bestehen wesentlich aus Ciliar-Epi-
thelium, weiches in seinen Zellen die eigenthümliche körnige Sub-
stanz enthält, die das Wasser leuchtend macht, und sich unter den
Schleim an der Oberfläche des Thieres mischt; sie ist löslich in Al-
kohol und in Aether. 3. Dieses Epithelium findet sich in einer
Falte am oberen Mantelrande und in den Organen, die wir Organa
triangularia und cordona genannt haben. 4. Der Leuchtstoff quillt
aus den genanten Organen auf verschiedene Reize hervor; er kann
auch ausser dem Thiere von Neuem leuchten nach Einwirkung von
süssem Wasser, Electricität, Wärme, wie bei Pennatula, Medusen,
Pyrosomen und andern marinen Leuchtthieren. 5. Dieser Stoff leuch-
tet nach dem Trocknen wieder, wenn er angefeuchtet und gereizt wird.
6. Luft und Sauerstoff wecken das Licht der Pholaden und er-
halten es lange während der Fäulniss; Kohlensäure dagegen löscht
es, aber Luft kann es von Neuem anfachen; man kann annehmen,
dass das Leuchten ein Phänomen sei, welches die Oxydation der
Leuchtmaterie begleitet. 7. Beim Leuchten der Pholaden zeigt sich
keine merkliche Wärme. 8. Das Licht der Pholaden ist einfarbig
(hellblau) wie bei Beroe. Alcinoe, Hippopus, Pelagia und Eledone
(im Tode) und seine Linie hat eine bestimmte Lage zu den Linien
des Sonnenspectrums.
Brachiopoda.
Im American Journal of Conchologie VII. p. 39 stellte Dali
in einem Supplement to the Revision of the Terebratulidae with
addition,s corrections and a revision of the Craniidae aud Discini-
dae seine Ansichteu über die Stellung der Brachiopoden ausführ-
licher zusammen. — In den Nachträgen wird als neue Art be-
schrieben : Magasella Gouldii pl. 1 1 Fig. 1 1 von Japan.
Dali machte seine Einwendungen gegen Morse in Betreff
der Mollusken während des Jahres 1S72. 213
der Stellung der Brachiopoden zu den Anneliden (vergl. vorj. Ber.
p. 185) in Proceed. Boston Soc. p. 123. Dieselben waren mir bei
Erstattung jenes Berichtes noch nicht zugänglich. Dali sieht die
von Morse hervorgehobenen Charaktere an als hervorgegangen
aus einer Reihe mangelhafter und unbewiesener Homologien. Dass
dorsale und ventrale Platten, reihenweise Anordnung von Borsten
und Kiemen, und segmentirte Organe bei den Brachiopoden existiren,
bleibe zu beweisen. Solcher Ausspruch, wie »ein Paar Segmental-
organe* bei dem Mangel anderer Segmente mit ähnlichen Organen,
sei ein Widerspruch; gestreifte Muskeln seien ferner nicht charak-
teristisch für' irgend eine Gruppe zur Unterscheidung von einer
anderen, vielmehr in allen Klassen der Mollusken mit Ausnahme der
Cephalopoden vorkommend. Vergl. ferner ib. p. 136 die Bemer-
kungen von Morse und Hyatt.
Auch in Archives de zool. exper. I. p. LXVIII spricht sich
E. P. über die Stellung der Brachiopoden auf Grund der Unter-
suchungen des Nervensystems dahin aus, dass sie bei den Mollusken
bleiben und daselbst neben die Acephalen, unmittelbar vor die Tu-
nicaten gestellt werden müssen.
Morse sah die Eier von Terebratulina aus den Sinus in die
Mantel membran treten, und später frei in der Leibeshöhle schwim-
men; sie sammelten sich darauf ander trompetenförmigen Mündung
des Oviducts, und Verf. beobachtete dann, wie sie langsam durch den
Tubus gingen und wie sie aus der äusseren Mündung traten. Er
verfolgte dann die Entwicklung dieser Eier, bis sie die Form eines
tief geringelten Embryo annahmen, der aus vier deutlichen "Ringen
zusammengesetzt, welche wurmartige Contractionen machten. In
diesem Stadium schienen sie sich mit devn Caudal-Segment anzuhef-
ten. Dann gingen sie zu Grunde. Zwölf Stadien der Embryonen
sind abgebildet. Er entdeckte auch vorragende Drüsen an den
äusseren Oeffnungen der Oviducte von Terebratulina , die er für
Hoden hält, da sie mit Spermatozoon erfüllt waren. Ferner sah Verf.,
dass Pihynchonella die Arme in ganzer Länge aus der Schale her-
vorstreckte. Dana and Silliman Amer. Journ. IV. p. 262.
In einem zweiten Supplement zu seinen Brachiopoden der
oceanischen Küsten Frankreichs fügt Fi scher Journ. de Conchyl, 20
p. 160 den sechs früher erwähnten Arten noch die Platidea Da-
vidsoni Deslongchamps hinzu. Dieselbe ist pl. 6 fig. 3 — 9 abge-
bildet.
Gray theilte mit. dass Atherstone an der Südostküste
des Vorgebirges der guten Hoffnung Terebratula truncata gefunden
habe, welche in Gruppen an den grösseren Algen und an grösseren
Ascidien sitzt. Annais nat. hist. X. p. 152. — Derselbe sagte ib.
p. 465, dass seine Terebratula truncata == Kraussia rubra sei.
214 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Terebratella occidentalis I)all Proc. California IV. p. 182 von
Californien.
Magasella aleutica Dali Proc. California Dec. 1872 von den
Ale uten.
Tuiiicata.
Ascidiae simplices. Metschnikoff machte aufs Neue Be-
merkungen zur Entwicklungsgeschichte der einfachen Ascidien. Zeit-
schr. f. wissensch. Zoologie 22 p. 339.
Kupffer lieferte in M. Schnitze's Archiv für mikroskopische
Anat. VIII. p. 358—396 einen Beitrag zur Entwickelung der einfa-
chen Ascidien, in welchem er vorzüglich die Gattung Molgula be-
rücksichtigt. Er kennt aus der Kieler Bucht jetzt 13 Arten einfa-
cher Ascidien, nämlich 7 Ascidia, 3 Cynthia und 3 Molgula. Bei
Ascidia haben die reifen Eier einen matt gefärbten, durchscheinenden
Dotter, bei den Cynthia ist der Dotter intensiv roth und undurch-
sichtig, bei Molgula farblos und undurchsichtig. Bei Ascidia er-
folgt die Befruchtung aussen und es entwickelt sich die geschwänzte
Larve, bei Cynthia erfolgt die Befruchtung und Entwicklung im
Innern und die Larve gelangt als geschwänztes Geschöpf ins Freie,
bei den Molgula wird das Ei noch vor der Furchung ausgeworfen
und entwickelt sich im Freien, eine Larvenentwickelung findet aber
nicht statt, der Embryo erlangt noch innerhalb der Eihaut die
sämmtlichen Charaktere des geschlechtsreifen Thieres. Die beiden
Arten von Molgula, deren Entwickelung Kupffer beobachtet hat,
sind M. macrosiphonica n. sp. und M. simplex Alder Hancock. Verf.
schildert dann die Entwickelung von M. macrosiphonica. Er fasst
die hier vorliegende continuirliche, progressive Entwickelung als die
typisch ursprüngliche der Ascidiengruppe auf. An diese schliesse
sich die Entwickelungsweise der Ascidien mit geschwänzten Lar-
ven, die nach dem Typus der Molgula beginne, worauf die Complica-
tion eintrete, durch welche der Anschluss an den Stamm der Ver-
tebraten erreicht werde ; über diese Erweiterung des zu Grunde liegen-
den Planes breche dann plötzlich ab, um unter regressiver Meta-
morphose derjenigen Organe, durch deren Bildung der Entwicke-
lungsgang der Molgula bereits überschritten war, wieder in diesen
einzulenken und nun beizubehalten. Eine Zwischenstufe sieht er iir
Van Beneden's Ascidia ampulloides. — In einem zweiten Abschnitte
wird das Nervensystem der Larve von Ascidia mentula beschrieben
und abgebildet, nebst Hör- und Seh- Organ. Es sind auch Spinalner-
ven beobachtet.
In Gervais Journal de Zoologie I. p. 187 wird die Kowalewsky'-
sche Auflassung von der Entwicklung der Ascidien, als einen Ue*
der Mollusken während des Jahres 1872. 215
bergang zu den Wirbelthieren andeutend, besprochen, indem die
Abbildungen von Ascidia canina nach Kupffer auf pl. 12 beigege-
ben sind. Es wird hervorgehoben, dass die sogenannte Chorda dorsa-
lis der Ascidien-Larven bei der Metamorphose verschwindet, und
dass sie in keiner Epoche Spuren von Gliederung zeigt, wie das
z. B. bei Amphioxus der Fall ist.
Ausführlicher und eingehender noch behandelt Giard dieselbe
Frage inLacaze Duthiers Archives de Zoologie experimentalel. p. 233 —
288. Er schildert unter Benutzung und Wiederholung derKowalewsky'-
schen und Kupffer'sehen Abbildungen die Entwickelung der Asci-
dien. und stellt dann die Resultate zusammen, die er durch seine
Studien erlangt hat. Danach unterscheidet sich der Embryo der
Ascidien von dem der übrigen Mollusken und bietet unleugbare Be-
ziehungen sowohl mit dem der Wirbelthiere. wie mit dem der Würmer
und Arthropoden ; aber diese Beziehungen bestätigen nur das, was
man schon von der ursprünglichen Verwandtschaft der verschiedenen
Gruppen des Thierreiches weiss. Einen vollkommenen Parallelismus
zwischen dem embryonalen Prozess des Eies und der. Larve der
Ascidie und den entsprechenden Phasen der Entwickelung der
Wirbelthiere finden wollen, wie Kupffer und Kowalewsky es thun,
heisst in eine offenbare üebertreibung verfallen , und niemals
wird ein ernster Transformist diese Idee der unmittelbaren Ver-
wandtschaft der Ascidie mit dem Amphioxus annehmen können.
Dass eine wirkliche Homologie zwischen der Chorda dorsalis
der Ascidie und der des Embryo der unteren Wirbelthiere bestehe,
das kann nicht zweifelhaft sein; aber man vergisst, dass nicht jede
Homologie unmittelbaren gemeinschaftlichen Ursprung und nahe
Verwandtschaft bedeutet. Es giebt gewiss augeerbte Homologien
von hoher Bedeutung, wie die Bildung einer Rusconischen Höhle
bei den Ascidien und niederen Wirbelthieren, aber es giebt auch
Homologien der Anpassung wie die Häute zwischen den Zehen der
Vögel, der Frösche und der Wassersäugethiere. Ebenso ist die
Homologie zwischen dem Schwänze der Ascidienlarve und des Am-
phioxus oder der jungen Batrachier. Die Ascidienlarve bedarf bei
dem Mangel von Wimpern zur Bewegung der Insertion von Mus-
keln, eine centrale und biegsame Axe, eine Chorda dorsalis analog
der der Wirbelthiere; die Ausnahme bei Molgula, die eine andere
Lebensweise hat, bestätigt diese Anschauungsweise. Verf. warnt
ferner vor der Entstellung der Bedeutung der Worte in der Wissen-
schaft, oder ihnen eine Ausdehnung zu geben, die ihnen die Be-
stimmtheit nimmt; niemand würde in dem Organ eine Chorda dor-
salis erkennen. Dabei sieht Verf. in diesen embryonalen Vorgängen
Argumente zu Gunsten der Darwinschen Ideen. Die Ascidien-Larve
kann durch Anpassung die Anlage des Wirbelthiertypus hervor-
216 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
bringen, und diese Möglichkeit gleicht die Kluft zwischen beiden
Natur-Reichen aus; denn wenn bei den Ascidien auf diese Anlage
eine rückschreitende Metamorphose zu den Mollusken hin folgen
kann, dann begreift es sich, dass andere Thiere, die wegen derselben
Umstände eine homologe Bildung erlangt haben, auch eine fortschrei-
tende Metamorphose ihrer Nachkommenschaft hinterlassen können.
Die ursprünglichen Homologien, so schliesst Verf., welche das Ei der
Ascidien mit einer Menge verschiedener Thiere hat (Bildung einer
Rusconischen Höhle und einer Furche) kommen der Idee einer Ur-
verwandtschaft aller Thierklassen zu Gunsten. Das Ziel der Unter-
suchungen in der Embryogenie bestehe jetzt darin, den Punkt ge-
nau festzustellen, wo die embryonalen Vorgänge von den verwand-
ten Gruppen abweichen ; je länger die Uebereinstimmung dauert,
um so näher sind die Thiere mit einander verwandt. Bei den Asci-
dien hört die wirkliche Homologie mit den Wirbelthieren nach
der Bildung der Rusconischen Höhle und der Rückenfurche auf;
die Homologien, welche Kowalewski und Kupffer aufgestellt haben,
sind nur Homologien der Anpassung. In einem Nachtrage bespricht
Verf. die Arbeit von Dönitz.
In einem zweiten;Aufsatze ib. p. 397 — 428 beleuchtetG iard die
neuere Arbeit von Kupffer »Zur Entwickelung der einfachen As-
cidien« in Max Schultze's Archiv für mikr. Anat. Giard erörtert
zuerst die Classification der Familie der Molgulideen. Er beschreibt
in der Gattung Molgula, die auf die Arten mit schwanzlosen Larven
beschränkt wird, 3 Arten: M. macrosiphonica Kupffer, M. simplex
Alder und Hancock und M. adhaerens n. sp. von Roseoff; er gründet
auf M. complanata Aid. Hanc. und deeipiens^n. sp. eine neue Gat-
tung Lithonephrya, deren Larven mit kürzerem Schwänze ver-
sehen sind und deren Niere von einer röthlichen Concretion er-
füllt ist; ferner auf Ascidia ampulloides die Gattung Gymnocystis,
deren Larven lang geschwänzt sind, und fügt dieser eine neue Art
G. comosa von Roseoff hinzu. — Verf. bekämpft dann einige x\uf-
fassungen von Kupffer. Er nimmt für die typische Form des Em-
bryo der Ascidien die geschwänzte Larve, der ungeschwänzte Em-
bryo der Molgula ist nur eine Episode, hervorgerufen durch die
Adaptation des erwachsenen Thieres an gewisse Existenzbedingungen.
Die Embryogenie der Synascidien im Vergleich mit der der ein-
fachen Ascidien zeigt uns, dass wenn man die verschiedenen Sta-
dien der Entwicklung der Chorda dorsalis nimmt, es keinen Syn-
chronismus zwischen den entsprechenden Stadien in den beiden
Gruppen für die Entwicklung des Nahrungsschlauches und der
übrigen Organe der Ascidie giebt; beim Ausschlüpfen der zusammen-
gesetzten Ascidien darf der Schwanz nur als das Vehikel des schon
gebildeten erwachsenen Thieres angesehen werden. Die Chorda
der Mollusken während des Jahres 1872. 217
und der Schwanzanhang sind bei der Ascidienlarve trotz ihrer All-
gemeinheit Bewegungsorgane von ziemlich secundärer Wichtigkeit,
da man sie fast ganz bei Molgula schwinden sieht; die Homologie
zwischen dieser Chorda dorsalis und der der Wirbelthiere ist also
nur eine Homologie der Anpassung und zeigt keine Beziehungen
der unmittelbaren Verwandtschaft zwischen den "Wirbelthieren und
den Tunicaten an. — Auch die Beobachtungen Kupffer's über
das Nervensystem und der Sinnesorgane bespricht Verf. sehr
zweifelnd.
Tellkampf erkannte in De Kay's Ascidia Manhattensis eine
Molgula und nennt sie 3Iolgula manhattensis. Er schliesst daran
Bemerkungen über Mammaria Manhattensis, die er beobachtet hat.
Er hat sich überzeugt, dass die Mammaria eine Amme ist; sie hat
keine Geschlechtsorgane. Es ergab sich ihm dann weiter, dass diese
Mammaria sich aus den Eiern der Molgula manhattensis entwickelte,
wonach also Molgula einen Generationswechsel hat. Annais Lyceum
of New York X. p. 83 p III.
Glandula arenicola, Molgula pellucida, Eugyra glutinans, sind
neue Arten von Verrill, und auf Ascidia complanata gründete
derselbe eine neue Gattung Ascidi opsis wegen der eigentüm-
lichen Structur der Kiemen. Dana and Silliman Amer. Journ. III.
p. 291.
Cyntliia magellanica und gigantea Cunningham Transactions
Linnean Soc. 27 p. 488 pl. 58 fig. 2.
Ascidiao compositae- Giard lieferte eine werthvolle Arbeit
»Recherches sur les Ascidies composees ou Synascidies« in Lacaze-
Duthiers Archives de Zoologie experimentale et generale 1872 p.501
— 704. Er behandelt das Historische, die Anatomie und Physio-
logie, die Biologie mit einem ausführlicheren Abschnitt über den
Mimetismus (Mimicry der Engländer), Morphologie, Systematik und
die Entwickelungsgeschichte. Die Beobachtungen sind zu Roscoff
in der Bretagne angestellt worden. Im systematischen Theile un-
terscheidet er -drei Gruppen: 1) Catenatae mit den Familien Cla-
velinidae, Gatt. Clavelina, Perophoridae, Gatt. Perophora, Chondro-
stachys, Botryllidae, Gatt. Botryllus (neu B. Calendula, pruinosus,
aurolineatus, morio, Marionis, rubigo), Botrylloides (neu B. pro-
stratum, clavelina, insigne; 2) Glomeratae mit den Familien Po-
lyclinidae, Gatt. Aplidium (die in 6 Subgenera zerfällt : Aplidium Sav.,
A. zostericola neu, Amaroücium Edw., A. Nordmanni, densum neu,
Fr agarium n. gen., F. elegans neu, Circinalium n. gen., C. con-
crescens neu. Morchellium n. gen., M. argus M. Edw., Sidnyum),
Polyclinum Sav., P. sabulosum neu, Distomidae, Gatt. Distoma, Diazona,
Sigillina : 3)Beticulatae mit den Familien Didemnidae, Gatt. Didem-
num (D. niveum, cereum, sargassicola neu), Eucoelium {E. parasiticum
0*
218 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
neu), Leptoclinum (L. perforatum, Lacazii neu), und Diplosomidae,
Gatt. Diplosoma, Ps eudodidemnum n. gen. (Ps. cristallinum neu),
Ast elli um n. gen. (A. spongiforme neu). — In Betreff der Stel-
lung der Synascidien im System, und namentlich hinsichtlich der
Frage, ob sie die Stammeltern der Wirbethiere seien, mahnt Verf.
zur Vorsicht und zur Geduld! Auf die Frage, ob diese Idee hin-
reichend erwiesen sei, antwortet er : nous ne le pensons pas et nous
croyons meme, qu'elle doit etre desormais rejetee par tout parti-
san serieux de la theorie de l'evolution. Avec ceux qui l'ont mise
en avant, je crois ä l'existance du passage entre les dcux sous regnes,
avec eux et apres eux je le chercherai comme Linne cherchait la
methode naturelle, dum vixero, mais en suivant autant qu'il me sera
possible le conseil de Lamarck et de Savigny: Patientia.
Goodsiria n. gen. Cunningham Transact. Linnean Soc. 27
p. 489. Der Stock ist verlängert, lappig, am Grunde wurzelnd, aus
sehr vielen kleinen flaschenförmigen Thieren zusammengesetzt, die
in Zellen im Umfange einer fibrösen gelatinösen Matrix eingebettet
sind. Die beiden Oeffnungen der Individuen meist deutlich, liegen
an deutlichen Papillen. Cr. coccinea aus der Magellanstrasse.
Aplidium fuegiense Cunningham Transact. Linnean Soc. 27
p. 490 aus der Magellanstrasse.
Luciae. Panceri hat in seiner Abhandlung über das Leuch-
ten der Pyro somen (Atti della R. Accad. delle scienze fisiche e ma
tem. V.) die von ihm gewonnenen Resultate in folgenden Sätzen
zusammengefasst : 1) Bei den Pyrosomen kommt das Licht aus be-
sonderen Organen, zwei in jeder Ascidie. 2) Diese Organe scheinen
sowohl bei den zusammengesetzten Embryonen als bei den Embryo-
nen di gemma aus der äusseren Zellenlage des Blastoderm zu ent-
springen, von der sie einen Theil bilden. 3. Beim Erwachsenen
liegen sie an den Seiten des Halses, über den Kiemen, zwischen
der inneren und äussern Haut des Tegumentes, hängen an diesem
letzteren an und werden durch das Blut erregt, welches in dem
lacunären Raum zwischen den beiden Häuten circulirt. 4. Diese
Organe bestehen beim Embryo und beim Erwachsenen ausschliess-
lich aus sphärischen kernlosen Zellen, welche eine in Aether lös-
liche und eine eiweissartige Substanz enthalten. 5. Das Licht be-
ginnt bei den Pyrosomen sich schon in den Embryonen der jungen
Colonien, die nahe der Geburt sind , zu zeigen und ist von zwei-
erlei Art, entweder bläulich bei P. giganteum, oder vielfarbig bei
P. atlanticum. 6. Der in den Zellen des Leuchtorgans einer
der Ascidien enthaltene Stoff wird nicht allein durch Reize auf
diese Ascidie selbst zum Leuchten gebracht, sondern auch durch
Reize auf eine andere Ascidie dieser Colonie. 7. Zwischen den
Ascidien der Colonie existirt ein sociales Muskelsystem , wo-
der Mollusken während des Jahres 1872. 219
nach man annehmen kann, dass die Nerven dieses Systems der-
art sind, dass sie von einer Ascidie zur andern gehen und den
Reiz übertragen, der das allgemeine Leuchten der Colonie hervor-
ruft. 8. Nach dem Tode des Pyrosoma kann das Licht nicht durch
Zersetzung erregt werden, wie bei Pennatula und Pholas; aber der
Leuchtstoff, wenn er durch Druck aus dem lebenden Thiere gezogen
und in Seewasser gelassen ist, behält eine Zeit lang die Fähigkeit
wieder leuchtend zu werden, und kann durch mechanischen Reiz
und durch süsses Wasser zum Leuchten gebracht werden, sogar
nach dem Eintrocknen. 9. Der Leuchtstoff des Pyrosoma ist aller
Wahrscheinlichkeit nach fettiger Natur ; jedenfalls zeigt er dieselben
Erscheinungen wie bei Pennatularien, Medusen, Pholaden, Chaeto-
pterus und bei den Beroiden und reagirt wie bei den Noctilucen
und Talassicollen.
Pavesi hat die Circulaiton des Blutes bei Pyrosoma, nament-
lich in den Embryonen beobachtet. Bei den alten ist die Circula-
tion lacunär und unabhängig , bei den Embryonen vasculär und
der jungen Colonie gemeinsam. Das Herz der verschwindenden
Amme dient der Circulation der zusammengesetzten Embryonen
welche mittels eines doppelten Fadens bewerkstelligt wird, der
durch die Entwickelung einer Gefässschlinge entsteht, deren Kreis
geschlossen ist, einerseits in der Amme, anderseits in den Embryo-
nen. Das Herz der Amme wird durch die Herzen der Embryonen
ersetzt, die für kurze Zeit neben dem ersteren, aber unabhängig von
ihm, existiren. Die Circulation in den durch Sprossung entstehen-
den Embryonen ist wie die der zusammengesetzten Embryonen und
hängt von der Mutter-Ascidie ab. Ein lacunäres Circulationssystem
beginnt zu derselben Zeit, wo das vasculäre System anfängt zu
atrophiren. Die Herzschläge sind von verschiedener Dauer. Rendic.
della R. Accad. delle Sc. fis. e matem. XL 3. Feb. 1872; Quarterly
Journal of microscopical science, 1872. p. 275 ; Archives des sciences
de la Bibl. universelle Mai 1872.
Thaliadae. Pavesi beschäftigte sich mit dem Rhythmus der
Herzschläge bei den Salpen und zählte die Arten auf, welche im
Golf von Neapel vorkommen. Es sind deren neun. Bullettino dell'
Associazione dei Naturalisti e Medici III. Agosto 1872.
Fol veröffentlichte eine Abhandlung über die Appendicularien
der Strasse von Messina in den Memoires de la Societe de physi-
que et d'histoire naturelle de Geneve XXI. p. 445— 499 mit 11 Taf.
Nach einer anatomisch-physiologischen Einleitung beschreibt Verf.
die Gattungen und Species ausführlich. Es werden zwei Tribus
unterschieden: I. Endostyles ein Herz, ein Endostyl mit Wimper-
linien, ein mehr oder weniger langer Darm. 1. Oikopleura Mer-
tens Körper kräftig, Endostyl gerade, Schwanz 3 bis 4% mal länger
220 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte ct.
als der Körper, keine Kappe. Dahin Append. cophocerca Gegenb.
und vier neue Arten 0. spissa, rufescens, dioicä und fusiformis.
2. Fritülaria Körper laugstreckig, Endostyl gekrümmt, Schwanz la/2
mal länger als der Körper, eine Hautfalte in Form einer Kappe.
Dahin Append. furcata Vogt Gegenb. und 4 neue Arten Fr. mega-
chile, aplostoma, formica und urticans. II. AnendostyWs kein
Herz, kein Endostyl, Pharynx mit vier Zahnreihen besetzt, kein
Darm. Gatt. KowaleiosJcaia mit einer neuen Art K. tenuis.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872.
Von
Dr. Philipp Bertkau
in Bonn.
Nachdem durch Verzögerung der früheren Berichte
über die Entomologie die letzten Jahrgänge des Archiv
für Naturgeschichte ins Stocken gerathen sind, habe ich
die Nachlieferung dieser Berichte übernommen. Mit dem
Wunsche der Redaction, die Lücke möglichst bald auszu-
füllen, Hess es sich nicht verbinden, die Berichte in der ge-
wohnten Weise und Vollständigkeit auszuarbeiten. Das
entomologische Publicum wird es mir also wohl nicht ver-
argen, wenn ich, namentlich für diesen ersten von mir ver-
fassten Bericht, um Nachsicht bitte.
Entomologie für Gärtner und Gartenfreunde etc. nebst
Angabe der anzuwendenden Schutzmittel, von E.L. Taschen-
berg. Leipzig 1871. E. Kummer. Neben der allgemeinen
Entomologie, die hier recht gründlich abgehandelt wird,
sind zumeist die den Landwirth besonders interessirenden
Insekten, d. h. die nützlichen und schädlichen, berücksich-
tigt, p. 6—15 werden die künstlichen Gegenmittel im All-
gemeinen; p. 16—513 die schädlichen Insekten (nebst
Schnecken, Regenwürmern) mit den jedesmaligen geeignet-
sten Vertilgungsmitteln; p. 513—522 die als natürliche
Feinde der schädlichen Insekten zu schonenden nützlichen,
p. 523—574 die Culturpflanzen mit ihren hervorragenden
Feinden behandelt. Zur Erleichterung namentlich für den
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. P
222 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Anfänger und Ungeübteren dienen 1 23 meist sehr gut aus-
gefallene Holzschnitte. (Das Buch ist ausführlicher be-
sprochen in der Stett. Eni Zeit. 1871. p. 166 ff., wo auch
Zusätze zu dem über die Ordnung der Lepidopteren han-
delnden Abschnitt gemacht sind.)
G. Künstler. Die unseren Culturpflanzen schäd-
lichen Insekten. Selbstverlag der Zool. Bot. Ges. Wien 1871.
Dieses Werk verfolgt denselben Zweck wie das Taschen-
berg'sche, ist aber mehr für den nicht entomologisch ge-
bildeten Landwirth bestimmt. Die „Schädlinge" sind da-
her nach den Pflanzen, resp. Pflanzentheilen zusammenge-
stellt, die ihren Angriffen ausgesetzt sind. Neben den Auf-
schlüssen, die diese Schrift den Landwirthen gewährt, ent-
hält dieselbe auch schätzenswerthe Beiträge zur Biologie
der Insekten und wird daher auch von Entomologen nicht
ohne Nutzen studiert werden.
Die dem Wein- und Obstbau schädlichen Insekten,
von E. L. Taschenberg. Verhandl. des Naturh. Vereins
d. preuss. Rheinlande u. Westphalens. XXIX. p. 147 ff.
Diese Arbeit schliesst sich an desselben Verfassers „Natur-
geschichte der der Landwirtschaft schädlichen wirbellosen
Thiere" an und bedarf daher hier keiner besonderen Bespre-
chung.
Derselbe. Ueber einige im Laufe des Jahres 1871
besonders zahlreiche schädliche Insekten. Zeitschr. ges.
Naturw. XXXVIII. p. 371.
P. A. M. de la Turtaudiere. Faune des Invertebr6s
de Maine-et-Loire. Angers, 1870. I, 1872 IL Referenten
unbekannt geblieben.
A. E. V|erril. The External and Internal Parasites
of Man and Domestic Animals. Hartford U. S. 1870. Von
Insekten sind die parasitischen Eemiptera und Diptera
(ziemlich kurz) behandelt.
J. G. Wood. Insects at Home; being a Populär
Account of British Insects, their Structures, Habits and
Transformations. London 1872. Ist Refer. nicht zugekommen.
T. Glover zählt im Report of the Commission. of
Agricult. for 1870, Washington 1871, p. 65 ff. schädliche
Insekten Nordamerikas auf.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 223
E. F. Staveley: British Insects. A familiär de-
scription of the form, structure, habits and transformations
of Insects. London 1871. 8°. 392 S. 16 kolorirte Taf.,
71 Holzsch. Ist Refer. nicht zugänglich gewesen.
S a 1 b i o n i : Uccelli ed insetto in rapporto coli' agri-
coltura. (s. Bull, della Soc. Ent. Ital. III. p. 111). Ist dem
Refer. nicht zugänglich geworden.
J. Lichtenstein: Manuel d'Entomologie, ä l'usage
des horticulteurs du midi de la France. Montpellier 1872. 8°.
Ist dem Refer. nicht zugekommen.
F. A. Zürn: Die Schmarotzer auf und in dem Kör-
per unserer Haussäugethiere. 1 . Theil. Die thierischen
Parasiten. Weimar 1872. B. F. Voigt. 8°. 236 S. 4 Taf.
„Ist ein für Landwirthe und Thierzüchter wichtiges Werk,
welches in gedrängter Kürze unter der Benutzung der zu-
verlässigsten Quellen das zum Wissen und Verständniss
Nöthige beibringt." (Zool. Garten.)
G. Dimmock: Catalogue of Coleoptera and Lepi-
doptera. Springfield, Mass. 1851. Hat dem Ref. nicht vor-
gelegen.
Bethune, C.J.S., Saunders William andReedetc:
First Annual Report on the Noxious Insects of the province
of Ontario etc., on behalf of the Entomological Society of
Canada. Toronto 1871. Separatabdr. aus dem Report of
the Fruit grower's Association of Ontario. 1870.
Enthält Angaben über die den Obstbäumen schäd-
lichen Insekten aus den verschiedenen Ordnungen, mit Holz-
schnitten die zumeist dem „Canada Farmer" und „American
Entomologist" entlehnt sind.
Injurious Insects, new and little known. By
A. S. Packard. Enthält manche neue Beobachtungen
über die den Kulturpflanzen Nordamerikas schädlichen In-
sekten, sowie die Beschreibung neuer Arten. Eine kurze
Besprechung des Buches nebst Holzschnittproben findet sich
im American Naturalist. IV. p. 684 ff.
Von desselben Autors „Guide to the Study of In-
sects" ist die 3. Auflage (Salem 1872) erschienen (vgl. den
vorigen Bericht p. 161).
224 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Die 2. Auflage dieses Werkes ist besprochen von A.
Dohrn in der Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 141.
Auf Veranlassung des Obst- und Weinbau-Vereins zu
Darmstadt hat Dr. Glaser ein Werkchen: Die schäd-
lichen Obst- und Weinstockinsekten und die zu
deren Vertilgung dienenden Mittel. 8° 48 S. nebst
4 kolorirten Tat' erscheinen lassen (1871 Darmstadt, J. C.
Herb er t'sche Hofbuchdruckerei), das die sämmtlichen hier-
hergehörenden Thiere nach ihren Kennzeichen und ihrem
Vorkommen behandelt, und zugleich die Mittel zu ihrer
Vertilgung an die Hand giebt. (Zool. Garten 1871. p. 224.)
. Von Riley's „Annual report on the noxious etc.
Insects etc." Missouri ist der 2., 3. u. 4. Band erschienen
(Jefferson city 1870, 1871, 1872).
C. Darwin's „Descent ofMan", London 1871 enthält
in den Cap. X und XI p 341—423 die Ansichten des
Autors über die sekundären Geschlechtscharaktere bei den
Insekten. Als solche sekundäre Geschlechtscharaktere be-
handelt Darwin die verschiedene Grösse beider Ge-
schlechter bei den Thysanura, Diptera, Hemiptera ; die Ton-
apparate der Homoptera und Orthoptera] die verschiedene
Färbung bei den Nenroptera, Hymenoptera ; die Hörner und
sonstigen Körperauswüchse bei den J der Coleopterct] end-
lich die sehr weit gehenden geschlechtlichen Unterschiede
bei den Lepidoptera. Bei den Käfern werden ausserdem
die Tonapparate an beiden Geschlechtern besprochen.
Auch sind Bemerkungen über das Zahlenverhältniss beider
Geschlechter bei den Insekten und die Parthenogenesis der-
selben eingeschlossen. Ein näheres Eingehen auf diesen
Gegenstand muss sich Ref. versagen.
C. Dietze führt in der Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 279
einige Beispiele von Miihikry der Lepidoptera an. Die
Fälle, in denen eine solche Mimikry besteht, ohne dass
aber immer zu entscheiden wäre, welches das nachahmende
und welches das nachgeahmte Insekt sei, sind folgende:
Ploseria diversata und Brephos parthenias; Syrichthus
Malvae und Euclidia Mi; Hesperia Sylvanus, Comma und
Eucl. glyphica; Scoria dealbata undPieris Napi, Leucophasia
Sinapis (?); Thyris fenestrella und Anthrax sp. Syntomis
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 225
Phegea und Scolia sp. ; Sesia sp., Macroglossa sp. und gewisse
Hymenopteren ; Pterophoriden, Hepialus hectus, und gewisse
Schnacken ; die flügellosen Spannerweibchen sollen Spinnen
(?) nachahmen. Adela Degeerella und Calocoris striatellus;
Callimorpha Hera und Oedipoda germanica; Adela viri-
della und Mystacides-arten; Chimab. Phryganella; Tortri-
cella, Scardia Boleti ; Ino Statices und Lytta vesicatoria (?).
Ueber schützende Aehnl ich keiten bei Thieren.
Zool. Garten 1871.
Enthält keine Original beobachtungen, sondern ist ein
Auszug aus „Beiträge zur Theorie der natürlichen Zucht-
wahl'' von A. R Wallace, deutsch von A. B. Meyer.
Die Insekten kommen p. 300 ff., 334 ff. zur Sprache. A.
Glaser nimmt für die dort vorgetragenen Thatsachen die
Priorität für sich in Anspruch ohne jedoch die Deutung
zuzulassen; ebenda p. 362, und Erwiderung hierauf ebenda
1872, p. 120.
M.Wagner: Zur Morphologie der Organismen. Sitzb.
der k. b. Akad. der Wissensch. München 1870. 2. p. 154 ff.
Der Verfasser begründet und erläutert sein Migra-
tionsgesetz näher: Die Natur züchtet nur periodisch neue
Formen ausserhalb des Wohngebietes der Stammart durch
geographische Isolierung und Kolonieenbildung, ohne welche
bei allen höheren Thieren getrennten Geschlechts keine
konstante Varietät oder Art entstehen kann. Der Gestal-
tungsprocess einer neuen Form kann nicht von langer Dauer
sein. — Die Beobachtungen, durch die Wagner seine
Theorie zu stützen sucht, sind hauptsächlich der Insekten-
welt entlehnt und enthalten manche interessante Einzelheiten.
G. Joseph (49. Jahresbericht der Schles. Ges. für
vaterländische Cultur p. 167) führt Fortpflanzungserschei-
nungen von Varietäten einiger Lepidopteren an, die im
Widerspruch zu Wagner 's Separationsgesetz stehen. Ein
Päärchen der Varietät von Acherontia Atropos mit nur einer
schwarzen Binde auf den Unterflügeln lieferte aus 60 Eiern
11 Puppen, von denen 4 vertrockneten. Von den ausge-
schlüpften waren 5 als der durch 2 Binden charakterisirten
Grundart, 1 als der Varietät angehörig zu erkennen, wäh-
rend bei dem Rest die Flügel so verkrüppelt waren, dass
226 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
es nicht zu unterscheiden war, ob Grundart oder Varietät.
Ebenso zeigten sich unter den Nachkommen eines in gleicher
Weise variirenden Päärchens von Smerinthus populi nur 3
mit der elterlichen Form tibereinstimmend; die 23 übrigen
variirten nach anderen Richtungen.
In der Versammlung der Linn. Soc. London (Proc.
Linn. Soc. XL p. 422 ff.) am 2. Nov. 1871 erörterte J. Lub-
bock die Frage, welche Formen als der Ausgangspunkt
der Insekten anzusehen seien und stimmt Brauer's An-
sicht zu, nach der eine Campodea-ähnliche Form nicht nur
den Poduren und Thysanuren (Collembola Lubb.), sondern
auch den übrigen Insekten ihren Ursprung gegeben habe,
indem die Mundwerkzeuge der Campodea sich am ehesten
in der einen Reihe zu ausschliesslich saugenden, in der
anderen zu ausschliesslich beissenden umgestalten konnten
(vgl. auch Am. Natur. 1872. p. 174).
Application of the Darwinian Theory to
Flowers and the insects wich visit them. Amer.
Natural. 1871. p. 271 ff. Ist eine Uebersetzung des von
H. Müller auf der 26. Jahresversammlung des Naturh.
Ver. der preuss. Rheinlande und Westphalens gehaltenen
und in diesem Bericht (1870 p. 79) besprochenen Vortrages.
Th. Meehan versucht, mehr auf dem Wege des Rä-
sonnements als auf dem der Beobachtung den Nachweis zu
liefern, dass die Insekten, weit entfernt davon, durch ihre
Uebertragung des Pollens von einer zur andern Blüthe das
Entstehen einer neuen Form zu begünstigen, dasselbe viel-
mehr erschweren. Proc. Acad. Nat. Soc. Philadelphia. 1872.
p. 235.
H. Hagen: Mimicry in the colors of Insects. Amer.
Natur. 1872. p. 388.
Der Verfasser macht zunächst darauf aufmerksam, dass
bei der Mimikry 2 Sachen auseinandergehalten werden
müssen: Die Farbe und die Zeichnung (?, pattern im Engl.).
Die Farben können einen dreifachen Ursprung haben: es
sind entweder Interferenzerscheinungen, oder sie haben in
Pigment, dass in der Epidermis oder in der Hypodermis
lagert, ihren Grund. Die hypodermalen Farben sollen durch
eine Art photographischen Vorganges, die epidermalen durch
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 227
Oxydation entstehen ; wie dies genauer zugehen solle, lässt
der Verf. unklar. — Die Zeichnung wird auf innere Vor-
gänge, namentlich starken Blutzufluss zurückgeführt. —
Wie man sieht, ist von Mimikry eigentlich keine Rede;
selbst die „Abphotographirung der Aussenwelt" durch die
hypodermalen Farben würden die Erscheinungen der Mi-
mikry in ganz anderer Weise erklären, als die Darwin-
sche Lehre es verlangt.
F. Th. Koppen veröffentlicht in den „Mittheilungen
aus Just us Perthe's Geographischer Anstalt" (1871 p.
361 ff.) einen interessanten Aufsatz über die geographische
Verbreitung der Wanderheuschrecke, Pachytylus migratorius
L. nebst einer Karte zur Erläuterung und Veranschaulichung
des Details.
Koppen unterscheidet 3 Gebiete des Vorkommens
dieses Insekts: 1. Dasjenige, in welchem die Temperatur-
verhältnisse demselben alljährlich gestatten, sich fortzu-
pflanzen. Dieses Gebiet ist nördlich durch eine Linie
begrenzt, die an der Westküste Portugals unter 40° n. Br.
beginnend sich zur Bidassoamündung und von da nach
dem Genfer See hinzieht, dem Südfuss der Alpen mit Ein-
schluss des Canton Wallis entlang geht, Kärnthen und Un-
garn einschliesst, und in Russland bis zu 50° n. Br. an-
steigt und diese Nordgrenze in Sibirien sogar überschreitet,
sich dann aber nach Süden wendet, um in Japan etwas
südlicher als der westliche Ausgangspunkt war, zu enden.
Diese Linie stimmt ungefähr mit der Isotherme von 16° R.
für den Monat Juni überein.
2. Dasjenige, in welchem die Art unter günstigen
Temperaturverhältnissen zeitweilig in allen Entwickelungs-
stadien gedeihen und je nachdem mehrere Jahre sich hal-
ten kann; nördlich von der oben beschriebenen Linie.
3. endlich solche Lokalitäten, an denen das vollkom-
mene Insekt in Schaaren aufgetreten ist, ohne sich hier je-
mals fortpflanzen zu können. Dieses Gebiet reicht weit
nach Norden, indem es Edinburgh, Ostgothland, die
Gegend von Dünaburg und Polosk umfasst. Der Ver-
fasser tritt der Ansicht einer einseitigen Verbreitung die-
ses Insekts aus seinem ersten Bezirke entgegen, indem er
228 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
vielmehr eine radienförmige Ausstrahlung nach allen Rich-
tungen nachweist, die allerdings durch natürliche Schranken
(hohe Gebirge, Meer) auf einige vorherrschende Richtun-
gen beschränkt werden können. — Ausserdem finden sich
manche Angaben über die Entwickelung und Lebensweise
dieses Thieres eingeflochten (vgl. auch Compt. Rend. Soc.
Ent. Belg. XV. p. XVIII. ff.).
M. de Selys-Longchamps zieht die Richtigkeit ein-
zelner Angaben Köppen's über das nördliche Vorkommen der
Wanderheuschrecke in Zweifel, indem er auf die Möglich-
keit einer Verwechselung des P. migratorius mit P. cineras-
cens F. in den älteren Berichten hinweist. Compt. Rend.
Soc. Ent. Belg. XV. p. XXIII.
R. Trimen: Notes on the geogr. distrib. etc. of In-
sects. Journ. Linn. Soc. XL p. 276 ff.
Wendet sich hauptsächlich gegen Murray's Schluss-
folgerungen (s. den vorigen Bericht p. 198), dass das Vor-
kommen gleicher oder ähnlicher Formen auf Inseln und
in jetzt durch das Meer getrennten Ländern auf eine frü-
here Landverbindung hindeute, indem er auf die Leichtig-
keit der Uebertragung einzelner Formen hinweist und dies
durch einzelne Beispiele zu erhärten sucht.
Dr. F. C. Noll: Mittel und Wege zur Ausbreitung
der Thiere. Zool. Garten. 1871. p. 170 ff. 204 ff., 237 ff.,
269 ff.
In diesem allgemeinen zoologischen Aufsatze finden
sich auch manche Angaben über Wanderungen etc. von In-
sekten, die hin und wieder auch Originalbeobachtungen
wiedergeben.
v. Kiesenwetter leitet (Sitzber. naturw. Ges. Isis,
Dresden, 1871. p. 171) die beiden Faunengebiete der ge-
mässigten Zone des Westcontinents (Centraleuropa und
Mittelmeerländer) von der zur Tertiärzeit über Europa
hereingebrochenen Eiszeit her, die den centraleuropäischen
Arten den Untergang gebracht, die mediterranen dagegen
erhalten habe; durch Einwanderung von Osten her sei dann
Mitteleuropa neu bevölkert worden. Die Deduktion stützt
sich auf die Thatsache, dass nach 0. v. Heer 's Dar-
stellung die Tertiärfauna von Oeningen mehr Ueber-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 229
einstimmung mit der mittelmeerischen als der heutigen
centraleuropäischen aufweise.
Derselbe handelt (ebenda 1872 p. 10 ff.) von den
Modifikationen thierischer Organisationstypen, besonders in
der Käferwelt, in Folge der Anpassung an veränderte Ver-
hältnisse, v. K. sucht, von den Carabiäen ausgehend, zu
zeigen, wie durch die Haliplinen die Dytiscinen mit den
ersteren verwandt seien; die Haliplinen haben sich noch
nicht so vollkommen an das Leben im Wasser angepasst
wie die Dytiscinen; am vollständigsten ist dies bei den
Gyriniden der Fall.
A. Müller theilt seine Ansichten über die Verbrei-
tung nicht wandernder Insekten durch atmosphärische
Einflüsse mit. Trans. Ent. Soc. Lond. 1871. p. 175 ff.
F. B. White zählt im Entomologist's Monthly Maga-
zine VIII. p. 97 ff. eine grosse Anzahl Insekten auf, die,
sonst der Ebene angehörig, von ihm auf den Schneefeldern
eines Schottischen Berges gefunden wurden.
F. Plateau: Qu' est ce que l'aile d'un insecte? Stett.
Ent. Zeit. 1871. p. 33.
Der Verf. weist zunächst die von früheren Forschern
versuchte Homologisierung des Flügels der Insekten mit
denen der Wirbelthiere zurück und prüft dann die von
manchen älteren Gelehrten und auch von M. E. Blanchard
gegebene Deutung, nach welcher die Insektenflügel nach
aussen hervorgestülpte und zwischen 2 Blätter des Integu-
ments gepresste Tracheen seien. Dem gegenüber meint P.
beweisen zu können, die Flügel seien blosse Stigmen (des
stigmates prefondement modifies; wie dies zu denken sei,
lässt P. mehr vermuthen, als er es ausspricht; er scheint
den Hornring des Stigmas mit dem Flügelrande zu ver-
gleichen). und unterzieht sich der überflüssigen Mühe, die
Schwingkölbchen der Diptera als Homologa der Hinter-
flügel der übrigen Insekten darzustellen. Die Ansicht, dass
Kiementracheen den gemeinsamen Ursprung sowohl der
heutigen Insektenflügel wie auch der Tracheen abgegeben
habe, scheint P. ganz unbekannt geblieben oder nicht der
Beachtung werth gewesen zu sein. (Vgl. auch unten, Hymeno-
ptera, Art. Lindemann.)
230 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
EL Landois: Beiträge zur Entwicklungsgeschichte
der Schmetterlingsflügel in der Raupe und Puppe. Zeitschr.
für wissensch. Zool. XXI. p. 305 ff.
Landois liefert den Nachweis, dass die Fitigelkeime
schon sehr früh an dem etwas verjüngten Tracheenlängs-
stamm im 2ten und 3ten Thorakalsegment entstehen und
anfänglich nur Zellen einerlei Art, übereinstimmend mit
den Peritonealzellen junger Tracheen, besitzen. Später
differenzieren sich zweierlei Zellen, von denen eine Gruppe
keulenförmiger Zellen am Grunde der Flügelkeime knäuel-
förmige Tracheenfäden entwickeln, die mit dem Haupt-
stamm kommunicieren. Die ersteren werden im weiteren
Verlauf der Entwickelung durch grössere Tracheenstämme
ersetzt, die durch die späteren Flügelrippen gestützt sind.
Die Entstehung der Schuppen geht auch nach Landois in
der schon von Seraper geschilderten Weise vor sich.
0. Bütschli: Entwickelung und Bau der Samen-
fäden bei Insekten und Crustaceen. Zeitschr. f. wissensch.
Zool. XXI. p. 402 ff., 506 ff.
Gegenüber der Angabe Kölliker's, nach der bei
den Wirbelthieren die Samenfäden innerhalb einer Zelle
durch Auswachsen des Kernes entstehen, bestätigt Bütschli
für Coleopteren, Orthopteren (und einige Crustaceen) die
Ansicht Schweigger-Seidel's, dass der Samenfaden
eine ganze Zelle sei. Der Kopf des Samenfadens ist der
modificirte Zellkern, der sich gestreckt und zuletzt eine
cylindrische Gestalt angenommen hat, während der Proto-
plasmainhalt der Zelle sich zum Schwanzfaden umgestaltet
und nebst dem Kopfe noch von einer zarten protoplasma-
tischen Hülle überzogen ist. Dieser Entwickelungsgeschichte
der Samenfäden sind auch histologische Bemerkungen über
den gesammten männlichen Geschlechtsapparat beigefügt.
M. Job er t: fitudes sur les Organes du toucher etc.
Ann. Scienc. Nat. (5). XVI. Nr. 1—3, Art. 5.
Von p. 140 an bespricht Jobert die Tasthaare der
Insekten, namentlich bei Dipteren (Musca domestica, vomi-
toria, Sarcophaga, Teichomyza obscura; Lucilia caesar,
Syrphus, Eristalis, Tabanus bovinus), Orthopteren (Locusta,
Gryllotalpa) und Hymenopteren. Der Text sowohl wie die
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 231
Abbildungen bieten nichts Neues; die letzteren scheinen
sich zumeist Leydig'sche Zeichnungen zum Vorbild ge-
nommen zu haben.
V. Grab er: Die Blutkörperchen der Insekten. Sitzber.
math.-naturw. Kl. k. k. Ak. Wissensch. Wien 1871. LXIV. 1.
p. 9 ff.
Die Zahl der Insektenblutkörperchen ist verhältniss-
mässig geringer als die der Wirbelthiere, schwankt übrigens
auch bei verschiedenen Individuen derselben Art. Ebenso
veränderlich ist ihre Gestalt und Grösse, nicht nur bei ver-
schiedenen Species, sondern auch bei Individuen derselben
Species.
Gegentiber H. Landois, Gerstäcker, Haeckel
leugnet Grab er die Zellennatur der Blutkörperchen, inso-
fern ihnen eine Membran und Kern fehlt; die gelbe Farbe
mancher rührt nach ihm von kleinen auf der Oberfläche
zerstreuten Fettkügelchen her und veranlasst Verf., die
Frage aufzuwerfen, ob nicht die herkömmlich als Blut-
körperchen beschriebenen Formelemente serumreiche oder
fettarme Fettzellen seien.
Derselbe: Vorläufiger Bericht über den propulsa-
torischen Apparat der Insekten. Ebenda LXV. 1. p. 189 ff.
Der „vorläufige Bericht" über eine angekündigte
grössere Publikation ist reich an interessanten Angaben,
deren nähere Prüfung oder Detaillirung wohl am Platze
wäre. Nach einer anatomisch-physiologischen Skizze des
in Rede stehenden Apparates, die uns in dem dorsalen
Blutraum einen eigentlichen Respirationsheerd ; den Mangel
von Ostienklappen und das Herz als den Blutgefässen
der Wirbelthiere ähnlich gebaut kennen lehrt, folgen hi-
stiologische Bemerkungen, namentlich über die Bindesub-
stanzen des propulsatorischen Apparates.
A. Targioni-Tozzetti hat den Fettkörper verschie-
dener Insektenlarven einer sehr eingehenden Untersuchung
unterworfen. Bullet, della Soc. Ent. Ital. III. p. 386 ff.
Zur Untersuchung dienten die Larven von Lampyris
noctiluca, Oryctes grypus, Cetonia sp., Cerambyx cerdo,
Tenebrio molitor, Gryllotalpa vulgaris, Bombyx rubi und
mori, Cossus und Chelonia.
232 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
E. Burgess entdeckte Hautmuskeln, die dasNerven-
centrum der Larve von Darapsa myron durchsetzen und
eine Erweiterung der Commissur verursachen. Proceed.
Bost. Soc. XIV. p. 75.
Hagen kritisirt Packard 's Vereinigung der Pseu-
doneuroptera mit den Neuroptera. Proceed. Bost. Soc. Nat.
Hist. XIII. p. 255.
V. Graber veröffentlicht Anatomisch-physiologische
Studien über PMhirius inguindlis Leach. Z. w. Z. 22. p. 137 ff.
T. XL
Die Mundwerkzeuge beschreibt G r a b e r im Anschluss an
Burmeister als aus Oberlippe, der den Rüssel vorstellen-
den Unterlippe und dem „Stechapparat" bestehend. Am Mund-
darm unterscheidet der Verfasser drei Gewebslagen, indem
eine Muskelhaut fehlt ; dieselbe ist aber am Mitteldarm vor-
handen; die zelligen Elemente des Mitteldarms bezeichnet
Gr. nach Swammerdam als Fettzellen und hält sie für
Resorptionszellen. Am Enddarm sind endlich 5 Bestand-
teile zu unterscheiden: eine chitinige Intima, die dieselbe
erzeugende zellige Hypodermis, die membrana propria, die
Muskelschicht und endlich die sog. Peritonealhülle, von der
Stränge ausgehen, die G. für (Chylus-) Gefässe anspricht.
Am Munddarm finden sich als Drüsenorgane Speicheldrüsen
in dreierlei Form: bohnen-, hufeisenförmige und einzellige;
ob die letzteren wirklich Speicheldrüsen sind, ist nach G.
zweifelhaft. Am Mitteldarm findet sich die Leber und am
Enddarm die Malpighischen Gefässe, über die G. keine
erweiternden Beobachtungen mittheilt. An den 5 Eirohren
mit je einem Ei jederseits will G. 3 Endfäden aufgefunden
haben, die sich aber weder unter einander noch mit dem
Herzen vereinigen. Den eigenthümlichen, von Leuckart
mit einem Compositen-antholium verglichenen Apparat hält
der Verf. für ein Stigma, dazu bestimmt, den Gasaus-
tausch zu vermitteln. Ein Eingeweidenervensystem
wurde entdeckt, jedoch nicht in vollständiger Klarheit er-
kannt.
H. Landois hat bei den einheimischen Gryllen ein
dem sog. Tonapparat der Cicaden analoges Organ entdeckt.
Z. w. Z. 22. p. 348 ff. T. XXVIII.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 233
Nachdem L. den sog. Tonapparat bei Cicaden ge-
schildert hat, geht er dazu über das analoge Organ bei
Gryllotalpa vulgaris, Gryllus campestris, Acheta äomestica
zu beschreiben, das zwischen dem 4. und 5. Stigma liegt,
und abgesehen von der geringeren Entwickelung einen
mit dem der Cicaden ganz übereinstimmenden Bau zeigt.
Am umfangreichsten ist es bei Gryllotalpa, am schwächsten
bei Acheta, und der Grad der Verkümmerung des bezüg-
lichen Organs ist proportional1) der Stärke der Laut-
äusserung dieser Thiere, so dass L. zu dem Schlüsse
kommt, dass, je mehr der Tonapparat (in den Flügeln)
bei den Gryllen sich entwickelte, die stimmverstärken-
den Organe um so mehr verkümmerten, da sie als zweck-
und nutzlos von den Individuen nicht gebraucht worden
sind.
S. J. M'Intire beschreibt und bildet ab (z. Th. in
starker Vergrößerung) die Schuppen von Salticus scenicus
(einer Spinne); Hypomeces squamosus, Polyxenus lagurus,
Procris statices, Urania leilus, Culex pipiens, Attagenus
pellio, Cyphus Germari, Pieris epicharis und agathina,
Macrotoma maior, Polyommatus sp. und Patrobius sp.,
hauptsächlich in Hinsicht ihres Werthes als Testobjekte.
Monthl. Microscop. Journ. V. p. 3 ff.
A. Kowalewsky hat einen 2. Theil „Embryologische
Studien an Würmern und Arthropoden" in den Mem. de
l'Ac. imp. de St. Petersb. XVI. 12 veröffentlicht. Von In-
sekten wird die Embryologie des Hydrophilus piceus, der
Apis mellifica, und eine mehr skizzenhafte verschiedener
Lepidopteren gegeben.
A. S. Packard hat in ölen Mem. Peabod. Acad.
Vol. I. Nr. 2 und 3 embryologische Studien an Diplax,
Perithemis, Isotoma, Nematus, Pulex. Attelabus, Telephorus,
Chrysomela und Chrysopa veröffentlicht.
Nur von Diplax ist die Embryologie etwas ausführ-
licher behandelt, wenn auch hier bei weitem nicht alle
Fragen berührt sind. Der Verf. erhielt und untersuchte
nur solche Eier, die bereits die ersten Entwickelungsstadien
1) Im Text heisst es fälschlich »umgekehrt proportional«
234 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
hinter sich hatten; die meisten Angaben beziehen sich
daher auch nur darauf, wann die ersten Spuren der Ex-
tremitäten sichtbar werden, welche Aenderungen mit ihnen
vorgehen u. s. w. Von den ersten Blättern, und wie sich
die Zellen derselben an dem zu bildenden Embryoleib be-
theiligen, ist nicht die Rede. Aus der Aehnlichkeit des
zum Ausschlüpfen reifen Embryos von Biplax mit den
Lepismiden schliesst Packard, dass die letzteren degene-
rierte Neuroptera (wohl bestimmter Libelluliden) seien,
ein Schluss, den man nicht wird gelten lassen, da dann
umgekehrt die Lepisma-embryonen die höhere Organi-
sation der Neuroptera (Libellulidae) zeigen müssten.
Derselbe: Embryology of Isotoma. Proceed. Boston
soc. XIV. p. 13.
Der Verf. beschreibt, ohne die Dotterfurchung und
Blastodermbildung beobachtet zu haben, die weiteren Vor-
gänge, die mit den von Z ad dach bei Phryganiden geschil-
derten fast vollständig übereinstimmen. Bald nachdem
der Primitivstreifen gebildet, treten an letzterem Furchen
als Andeutung der Segmente auf. Dann schliesst sich die
Bauchrinne und die Segmental anhänge werden grösser.
Darauf wird der Darmkanal angelegt, die Gliedmassen be-
kommen ihre Gliederung und endlich setzt sich der Kopf
deutlicher ab. — Die Art, von der die Eier stammten,
soll eine neue gewesen sein, J. Walk er i.
The embryology of Chrysopa etc. Amer. Natur.
V. p. 564 ff. Handelt in kurzen Zügen von der Embryologie
der Chrysopa, die Pac kard als mit der von Calopteryx ziem-
lich übereinstimmend darstellt. Daran sind Betrachtungen
über die Klassifikation der Neuroptera geknüpft.
J. Walker: The Early Stages of Ichneumon Para-
sites. Am. Natur. V. p. 43 ff.
Enthält ein Referat über Ganin's entwickelungsge-
schichtliche Untersuchungen an Procto trupiern (s. den Ber.
1870. p. 58).
On the Agamic Reproduction of a Species of Chiro-
nomus, and its Development from the Unfecundated Egg.
By Oscar von Grimm. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
VIII. p. 31 ff., 106 ff. Ist eine Uebersetzung der schon im
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 235
vorigen Bericht p. 171 besprochenen Beobachtung Grimm 's
über eine Art von Pädogenesis bei Chironomus.
Balbiani setzt seine Entwickelungsgeschichte des
Eies undEmbryos der eierlegenden Aphiden fort. Ann.
Scienc. Natur. (5). XV. Nr. 1. Art. I. Nr. 2 u. 3. Art. 4.
Das aus dem Keim- in das Eifach übergetretene Ei hängt mit
dem ersteren noch durch einen Stiel zusammen, in dem Huxley
einen Kanal für die in das Ei hineinwandernden Dottermolekeln
sah. Balbiani hält denselben hingegen für einen soliden Strang,
der nichts weiter als der Stiel ist, durch den die Eizelle wie die
im Keimfach befindlichen Zellen von der Centralzelle abgeschnürt
wurden. Derselbe persistirt lange Zeit hindurch, und erst wenn
das Ei nahezu seine Reife erlangt hat, zerfällt er, an der Central-
zelle anfangend, während am vorderen Eiende Reste manchmal noch
längere Zeit erhalten bleiben. In dem Ei treten nun Dottermolekeln
zweierlei Art auf: gröbere, Nahrungsdotter, und feinere, mehr an
der Oberfläche gelagerte, Bildungsdotter (couche germinative, c. em-
bryogene). Das Keimbläschen schwindet, nachdem der Keimfleck
schon vorher unsichtbar geworden ist. Am hinteren Ende des Eies
hat sich die gegenständige Zelle zunächst in eine fein granulierte
Masse (masse polaire) umgewandelt, in der (wahrscheinlich als Ab-
kömmlinge der gegenständigen Zelle) nach nnd nach mit einer
Membran versehene Kugeln auftreten, die zuletzt auch einen deut-
lichen Kern erkennen lassen und demzufolge als Zellen angesprochen
werden. Diese Zellen bilden einen kugeligen Haufen, der in einer
mit Bildungsdotter überzogenen Einstülpung des hinteren Eipols
gelagert ist. Huxley, Mecznikoff und Claparede gegenüber,
die diese Masse wesentlich auch als Nahrungsdotter ansahen, hält
Balbiani an seiner früheren Deutung derselben als männlicher
Geschlechtsorgane fest, wofür er später Stützen beibringen will.
Das reife Ei ist von einer Dotterhaut und einem Chorion umhüllt;
eine Mikropyle in den meisten Fällen sehr deutlich wahrzunehmen.
Der Beginn der Embryonalentwickelung wird angezeigt durch das
Auftreten heller Kugeln, die nach Balbiani nicht vom Keimbläs-
chen abstammen, sondern durch endogene Bildung entstanden sind.
Dieselben verbreiten sich vom hinteren Pol her über die ganze
Oberfläche aus und bilden zuletzt eine einfache Zellschieht, das
Blastoderm; ein inneres Keimhautblastem, wie Weis mann es bei
Dipteren, Bütschli beider Biene wahrgenommen, stellt Balbiani
für die Aphiden in Abrede. Gleichzeitig mit der Bildung des Blasto-
derms senkt sich die Polmasse allmählich in das Innere des Eies
hinein, und die Blastodermzellen, die bei diesem Vorgange anfäng-
lich zurückgewichen waren , rücken nun auch über dem hinteren
Eipol zusammen und bilden so eine den sich entwickelnden Embryo
236 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
vollständig umschliessende Haut. Jetzt tritt auch eine Zerklüftung
des sog. Nahrungsdotters ein, die sich aber wegen immer mehr zu-
nehmender Trübung nicht weiter verfolgen Hess. Aus der weiteren Dar-
stellung Balbiani's hebe ich nur noch hervor, dass die Darmanlage
unabhängig vom Nahrungsdotter geschieht und keine Reste desselben
in den ersteren aufgenommen werden. Die Polmasse, die sich nun
ungefähr in der Mitte des Eies befindet, soll sich zu dem männ-
lichen Geschlechtsapparat der hermaphroditischen (!) Aphiden um-
gestalten, während die weiblichen Geschlechtsorgane in einer sich
allmählich vergrössernden und bisquitförmig einschnürenden Zellen-
masse, die unter der Polmasse gelagert ist, ihren Ursprung nehmen.
Die beiden Enden treiben mehrere Sprossen, die mehr und mehr
auswachsen und sich in die späteren Eiröhren umwandeln. Dem
Ref. will es scheinen, als ob sich Balbiani selbst über die Bedeu-
tung der cellule antipode und ihrer Abkömmlinge, die masse po-
laire, nicht recht klar geworden sei.
Eigentümliche Insektengespinnste (im weiteren
Sinne) bespricht Taschenberg in Zeitschr. ges. Naturw.
XXXVII. p. 97. Denselben Gegenstand behandelt ders.:
Ueber Spinner und Weber unter den Gliederthieren; ebenda
XL. p. 500.
F. Plateau: Recherches physico-chimiques sur les
articules aquatiques. Bull. Ac. R. Belg. XXXIV. p. 274 ff.
Der Verfasser sucht auf 3 Fragen Antwort zu geben:
1. Wie lange kann ein Luft athmendes Wasserinsekt unterge-
taucht bleiben, ohne zu ersticken? 2. Welches ist die
niederste, und 3. welches die höchste Temperatur, welche
die Wasserinsekten ertragen können?
Ad I. Zum Vergleich untersuchte Plateau auch
die Landinsekten und fand, dass z. B. von Aphodius inqui-
natus ein 50 h. 30' untergetauchtes Exemplar sich nach
10 Stunden erholte, während ein anderes, ebenso lange der
Luft entzogenes, dagegen starb ; dass 72 h. untergetauchte
Agelastka alni sich nach 17 Stunden erholten, eine Unter-
tauchung von 79V2 h. Dauer dagegen nicht ertragen konn-
ten. Im Gegensatze hierzu zeigte sich im Allgemeinen,
dass die Wasserinsekten (Käfer und Wanzen) innerhalb
viel kürzerer Zeit erstickten; Acüius sulcatus war z. B.
nach 24 Stunden, Agabus bipustiäatus nach 6 Stunden 10
Minuten, Gyrinus natator und Notonecta glauca nach drei
Stunden todt. Dazu bemerkt Plateau noch, dass bei den
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 237
Wasserinsekten nach längerem Untertauchen die Hinter-
leibsringe ausgezogen und bei den Bytisciden die Copu-
lationsorgane theilweise hervorgestülpt waren.
Ad II zeigte sich, dass ein kurzer Aufenthalt in Eis
von 0° die Insekten tödtete; keines lebte nach 1/2 Stunde
noch, die meisten waren schon nach 20 Minuten todt. Da
Plateau beobachtet hatte, dass dieselben Wasserinsekten
in Wasser von 0° ungeschädigt leben konnten, so schloss
er, dass die Bewegungslosigkeit, zu der die Fesseln des
Eises diese Thiere verdammten, die Ursache an ihrem
raschen Ende sei und prüfte diese Annahme in der Weise,
dass er durch längeres Verweilen unter Wasser erstarrte
Insekten in Wasser von 0° brachte, in dem dieselben eben-
falls rasch starben.
Ad III. Die höchste Temperatur, welche die einzel-
nen Insekten ertragen konnten, schwankte zwischen 33
und 46°; wurde das Maximum um nur ein wenig über-
schritten, so trat fast augenblicklich der Tod ein.
Derselbe veröffentlicht in den Mem. Acad. R. Bclg.
1870 Untersuchungen über den Schwerpunkt der In-
sekten, sowie über die Frage, wie sich im süssen Wasser
lebende Arthropoden gegen Salz(See-)wasser verhalten
und umgekehrt. Der Seh wer paukt liegt in der Symmetrie-
ebene ; bei derselben Species und demselben Geschlecht an
derselben Stelle; bei beiden Geschlechtern derselben
Species oft verschieden. Beim Fliegen macht der Schwer-
punkt oscillierende Bewegungen, ebenso beim Schwimmen.
Die Wasserinsekten haben ihren Schwerpunkt näher der
unteren als der oberen Körperseite.
Salzwasser übt auf Coleopteren und Hemipteren
keinen oder fast keinen schädlichen Einfluss aus; die
Larven derselben leiden etwas mehr im Seewasser. Im
Allgemeinen sind die Larven um so emp findlich er,
je zarter ihre Haut ist, und wenn sie durch Kiemen
(-Tracheen) athmen. Die schädlichen Salze des Seewassers
sind Chlornatrium und C hlormagn esium, während
die Sulphate keine Wirkung äussern sollen. (Vergl.
auch Amer. Natur. 1872. p. 366 und Ann. Nat. Hist. (4) X.
p. 55 ff.).
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. Bd. 2 Q
238 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
M. Marey setzt seine Untersuchungen über den Flug
der Insekten und Vögel fort. Ann. Scienc. Natur. (5)
XV. Art. 13; vgl. d. Bericht in diesem Archiv XXXVI. 2.
p. 45.
In dieser Abhandlung ist der grösste Theil der Dar-
stellung dem Flug der Vögel gewidmet; nur das 1. Cap.
p. 1 — 11 stellt einen Vergleich zwischen den Insekten und
Vögeln hinsichtlich ihres Fluges an, aus dem folgendes
hervorzuheben ist. Das Insekt (Fliege als dasjenige
Beispiel, das sich am weitesten von den Vögeln entfernt)
bewegt seine Flügel fast in einer Horizo ntal ebene und
beschreibt mit der Flügelspitze eine einer liegenden oo
ähnliche Figur. Der Flügel des Vogels bewegt sich in
einer Vertikalebene und die Spitze beschreibt eine Figur
gleich einer Ellipse mit senkrecht stehender grosser
Achse, die oben etwas verschmälert ist. Der Flügel des
Vogels ist für die Fortbewegung eigentlich nur beim Senken
in aktiver Weise wirksam; beim Erheben des Flügels wird
der mit einer gewissen horizontalen Geschwindigkeit sich
bewegende Vogel durch den auf die genannte Flügelfläche
wirkenden Luftdruck in passiver Weise gehoben, ähnlich
wie der Drache steigt. Beim Insekt hingegen ist Auf- und
Niederbewegung des Flügels in gleicher Weise für die
Lokomotion von Bedeutung, aber auch nur die B e wegung.
Deshalb, und weil an dem A n lief tun gs punkte des Flü-
gels die Geschwindigkeit eine sehr geringe ist, hat
der Insektenflügel an dieser Stelle eine geringe Breite, der
Vogelflügel eine beträchtliche.
J. B. Pettigrew: On the Physiology of wings,
being an Analysis of the movements, by wich Flight is
produced in the Insect, Bat and Bird. Transactious Boy.
Soc. Edinburgh XXVI. p. 321 ff., im Auszuge mitgetheilt
Proceed. Boy. Soc. Edinburgh. 1870/71. p. 336 ff.
Wird im nächsten Bericht besprochen werden.
C. Th. E. v. Siebold: Ueber Parthenogenesis.
Sitzber. Ak. Wissensch. München 1871. p. 232 ff.
Derselbe: Beiträge zur Parthenogenesis der
Arthropoden. Leipzig, W. Engehnann, 1871.
Da das letztere Werk auch von den in der Akademie
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 239
zu München vorgetragenen Erscheinungen handelt, so ge-
nügt es, dasselbe allein zu besprechen, wenn ich mir auch
die Ausführlichkeit versagen muss, die der Gegenstand
wegen seiner Wichtigkeit wohl verdiente. Das 238 S.
starke Buch mit 2 Tafeln behandelt auf p. 1 — 101 die bei
Polistes gallica wahrzunehmende Parthenogenesis ; p. 102
— 105 Parthenogenesis bei Vespa Jwlsatica; p. 106—130
Parthenogenesis bei Nematus ventricosus] p. 131 — 144 liefern
Beiträge zur Parthenogenesis bei Psyche Helix, p. 144— 159
solche zur Parthenogenesis bei Solenobia Triquetrella und
Lichenetta; p. 160—222 weist eine parthenogenetische Fort-
pflanzung bei Apus und verwandten Crustaceen nach; der
Rest endlich enthält Schlussbemerkungen über Thiere (zu-
meist ebenfalls Arthropoden), bei denen man eine Parthe-
nogenesis mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen kann.
Da über die Parthenogenesis bei Polistes gallica
schon im vorigen Bericht (p. 170) referirt worden ist, so
kann ich sofort zu Vespa Jwlsatica übergehen. Bei dieser
gesellig lebenden Wespe ist die Parthenogenesis allerdings
nicht mit der Evidenz nachgewiesen wie bei P. gallica;
die Erscheinung, die auf Parthenogenesis schliessen lässt,
ist folgende, v. Siebold nahm am 20. Sept. 1866 ein
Nest von V. holsatica an einer Stelle ab, wo schon einige
Wochen vorher ein Bau derselben Art zerstört worden war.
Die trübe Witterung Hess vermuthen, dass das gesammte
Volk eingefangen war; es waren aber nur kleinere Ar-
beiterinnen, kein grösseres begattungsfähiges $ in dem
Stock. Die Arbeiterinnen hatten aber mehr oder weniger
entwickelte Eier in ihren Eiröhren, deren Beschaffenheit
zudem nach den Erfahrungen bei P. gallica mit Gewiss-
heit darauf schliessen Hess, dass sie auch schon Eier ab-
gelegt hatten; das receptaculum seminis zeigte sich bei
allen ohne eine Spur von Samen. Die zahlreichen Zellen
der grossen Wabe enthielten zum Theil Larven in verschie-
denen Entwickelungszuständen, die sich aber alle als <?
erkennen Hessen, v. Siebold nimmt an, dass bei der ersten
Zerstörung des Nestes die „Königin" ihren Tod gefunden;
dass die unbefruchteten Arbeiterinnen allein das zweite
Nest angelegt haben, und dass demnach hier „Drohnen-
240 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
brütigkeit" oder Parthenogenesis mit Arrhenotokie vor-
liege. — Die Erscheinungen bei Nematus ventricosus Kl.
(=Tenthredo Ribesii Scopoli) waren zuerst von Kessler in
weiterem Umfange bekannt gemacht worden; v. Siebold
theilt nun die mit den Kessler'schen Angaben harmonie-
renden Resultate einer ausgedehnten Reihe von (18) Züch-
tungsversuchen mit, welche ergeben, dass bei dieser Blatt-
wespe die Parthenogenesis eine regelmässige Erscheinung
und auch hier mit Arrhenotokie verknüpft ist. Während
10 Zuchtversuche mit von befruchteten $ herrührenden
Eiern annähernd dasselbe Zahlenverhältniss beider Ge-
schlechter ergaben, lieferten 8 aus unbefruchtet gebliebenen
Eiern, mit deren Ablegen die $ bald nach dem Aus-
schlüpfen begannen, entwickelte Generationen entweder
nur cf , oder (in 4 Fällen) $ in so geringer Zahl (das
ungünstigste Verhältniss war 8 $ auf 374 </*), dass man
wohl mit v. Siebold annehmen kann, diese $ rührten
von Raupen her, die trotz der angewendeten Sorgfalt mit
dem Futter von aussen hereingebracht worden waren; also
auch hier Parthenogenesis mit Arrhenotokie, befruch-
tete Fortpflanzung dagegen mit gemischtem Ge-
schlecht. Der Abschnitt über Cochlophora (n. g. statt
Psyche) Helix ergibt, nachdem Claus schon vorher das cf
dieses Sackträgers entdeckt hatte, für die Parthenogenesis
nichts Neues. Aus dem Abschnitt über Solenobia Trique-
trella und Lichenella ist hervorzuheben, dass S. Lichenella L.
die männerlose Generation von S. Pineti Zell, ist ; dass diese
letztere nur an wenigen Fundorten bisher sich gezeigt,
dass ihre $ , wenn sie unbefruchtet bleiben, eher ver-
trocknen, als Eier legen, befruchtet aber einer Generation
das Leben geben, die <f und $ in ziemlich gleicher Zahl
enthält. S. Lichenella hingegen hat eine ganze Reihe von
Generationen hindurch sich parthenogenetisch fortgepflanzt
und bisher dabei noch niemals <? geliefert; die Begattung
eines solchen $ mit einem ^ von S. Pineti konnte noch
nicht versucht werden, weil beide Geschlechter nicht gleich-
zeitig zu haben waren. Hier also regelmässige Partheno-
genesis mit Thelytokie; normale Fortpflanzung mit
gemischtem Geschlecht.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 241
G. Seidlitz: Die Parthenogenesis und ihr Ver-
hältniss zu den übrigen Zeugungs arten im Thierreieh.
Leipzig 1872.
C. A. Do hm referirt in der Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 28 ff. über den im T. V der Archives Neerlandaises
unter dem Titel : Quelques observations de Parthenogenese
chez les Lepidopteres, von H. Weyenbergh jr. erschie-
nenen Artikel, der die Parthenogenesis von Liparis dispar
in 2 Generationen nachweist. Die von der 3. Generation ab-
gelegten Eier vertrockneten, ohne sich zu entwickeln; in
den beiden früheren Fällen waren g und $ in annähernd
gleicher Zahl zum Vorschein gekommen — also Partheno-
genesis mit gemischtem Geschlecht. Ferner zählt noch
Weyenbergh diejenigen Lepidopteren auf, von denen
ihm Fälle von Parthenogenesis bekannt geworden sind
und theilt weitere Beobachtungen über Solenobia Trique-
trella mit. (Vgl. den vorigen Bericht p. 172.) Denselben Ge-
genstand behandeln : Zeitschrift ges. Naturw. XXXVII.
p. 99 ; Americ. Natur. 1872. p. 308.
Gerstäcker bringt einen interessanten Fall von
Androgynie (Hermaphroditismus) einer Blattwespe (Abia
sericea) zur Kenntniss. Sitzber. Ges. naturf. Freunde.
Berlin 1872. p. 33.
Aeusserlich trug das Insekt das Gepräge eines </,
nur an den letzten Ringen des Hinterleibes zeigten sich
männliche mit weiblichen Charakteren gemischt ; die Bauch-
seite mit der zwei klappigen Legescheide ist sogar ganz
weiblich. Dem entsprechend zeigten sich auch die inneren
Geschlechtstheile als weiblich; in den Eiröhren waren un-
gefähr 48 legereife Eier und an dem Ovidukt ein aller-
dings leeres receptaculum seminis. — Wenn man bedenkt,
wie zahlreich die Angaben über äusserliche Zwitter, diese
Curiositäten in den Sammlungen, sind, ist ein solcher Bei-
trag zur Kenntniss der inneren Theile doppelt schätzenswerth.
Schenck beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 335 Bienenhermaphroditen.
Andrena fasciata Wesrn. Hinterleib ganz $; Kopf und Thorax
links J, rechts $. A. helvola L. Grösstenteils $, Schenkel-
Schienen- und Tarsenhildung und -Behaarung wie beim <?. A. con-
242 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in' der Naturgeschichte
vexiuscula K. Hinterleib $, alles übrige <£. A. angustipes Schck. $
ein Zwitter, wahrscheinlich von A. albicrus K. ; Nomada fucata Pz.
Hinterleib $, Kopf^; rechte Hälfte des Thorax, Flügel und Beine $,
linke Hälfte nebst Flügeln und Beinen J.
Dr. 0. Nickerl: Beschreibung* einiger Zwitterbil-
dungen bei Lepidopteren. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXII.
p. 737 ff.
Der Verf. giebt hier die äusserliche Beschreibung von zwitter-
artigen Lycaena Argus L., Satyrus Semele L., Smerinthus Populi L.,
Ocneria dispar L., Gastropacha Crataegi L., G. Quercus L.
C. Dietze beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. 1872.
p. 331 f. einen Zwitter von Aglia tau L., der an jedem
Gliede die männlichen und weiblichen Kennzeichen ge-
mischt trägt.
Die im vorigen Bericht (p. 177) angezeigte Arbeit
von Dr. 0. Brefeld über Empusa radicans ist im Sepa-
ratabdruck erschienen. Halle 1871. 4°. 50 S. mit 4 Taf.
Dr. W. G. Schneider: Ueber die in und an In-
sekten schmarotzenden Pilze. 50. Jahresber. Schles. Ges.
vaterl. Cultur. p. 176 ff.
Der Verf. giebt nach den Originalarbeiten von de
Bary, Brefeld, Peyritsch, eine kurze Schilderung der
Entwickelungsformen folgender Pilzgattungen: Botrytis,
Cordyceps, Isaria, Melanospora, Corda, Empusa, Tarrichium,
Laboulbenia, die entweder auf oder in Insekten schmarotzen.
G. L o h d e : Ueber Insektenepidemieen durch Pilze.
Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 17 ff.
Behandelt die Entwicklungsgeschichte von die In-
sekten befallenden Pilzen in für Nicht-Mykologen ver-
ständlicher Weise. Die Pilze sind: Botrytis Bassiana;
Isaria farinosa; Cordyceps militaris, Empusa muscae (die
nach Loh de auch Raupen befällt), E. radicans. 3 beige-
fügte Tafeln dienen zur Erläuterung des Textes.
Peyritsch: Einige Pilze aus der Familie der La-
boulbenien. Sitzber. math.-naturw. Kl. Akad. Wiss. Wien
1871. Bd. LXIV. 1. p. 441 ff. mit Taf.
Es sind die Entwickelungsstufen dreier Laboulbenien
dargestellt, die auf Dipteren und Coleopteren leben.
A. Dei giebt im Bull, della Soc. Ent. Ital. III.
p. 67 ff. allgemeine Bemerkungen über parasitische In-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 243
sekten, und (ebenda p. 361 ff.) solche über den von In-
sekten bei Siena verursachten Schaden.
H. Moncreaff theilt einige Notizen über Gall-
i n s e k t e n und ihre Parasiten mit. The Entomologist. V.
p. 239 f., 450 f.
J. W. H. Traill beschreibt im Scottish Naturalist I.
p. 123 ff., 156 ff., 192 ff., 234 f. Pflanzengallen, meist ohne
Berücksichtigung der dieselben verursachenden Insekten.
0. Rondani: Degli Insetti parassiti e delle loro
vittime. Bull, della Soc. Ent. Ital. III. p. 121 ff., 217 ff.;
IV. p. 41 ff, 229 ff., 321 ff.
Der Verf. beabsichtigt, ein Verzeichniss sämmtlicher
schmarotzenden Insekten zu geben. Zuerst werden die
Hymenoptera, dann Diptera, Coleoptera etc. behandelt und
kurze Bemerkungen über die von ihnen heimgesuchten
Thiere gegeben ; auch werden einige neue Arten angezeigt.
Derselbe: Degli Insetti nocivi e dei loro Parassiti.
ebenda IV. p. 137 ff.
Enthält, mit den Lepidopteren beginnend, ein alpha-
betisches Verzeichniss der schädlichen Insekten und ihrer
Schmarotzer, reicht bis zu Leucoma.
A. Gerstäcker theilt das Resultat einer Zucht einer
Wurzelgalle von Cynips quercus radicis Fabr. mit (Sitzber.
Ges. naturf. Freunde. Berlin 1872. p. 43), die 75 weib-
liche Wespen lieferte. Gerstäcker bekämpft die von
Hart ig gegebene Erklärung der Galle, nach der in dem
Stich der Antrieb zur Gallenbildung zu suchen wäre; da
diese sich(z. B. bei C. quercus folii, wo die Blattknospen
angestochen werden) erst längere Zeit nach dem Stich
entwickeln, so ist dieselbe vielmehr auf Rechnung der sich
aus dem Ei entwickelnden Larve zu setzen. — Auch
Gerstäcker hält manche Cynipiden für agam, da, wenn
die cT sich in anders aussehenden oder gar ausserhalb
Gallen entwickeln würden, wie v. Osten -Sacken annahm,
man doch wenigstens ein $ gefunden haben würde, dessen
receptaculum seminis Sperma enthielte, was aber bis jetzt
nicht der Fall gewesen ist.
F. Th. Koppen stellt in der Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 185 ff. die ihm bekannt gewordenen Fälle des massen-
244 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
hatten Erscheinens von Libellen zusammen und fügt
dieser Aufzählung die ähnlichen Erscheinungen verschie-
dener Schmetterlinge sowie des Heerwurms hinzu.
Bur meiste r führt ebenda 1872. p. 227 ein Beispiel
von dem massenhaften Erscheinen eines Rüsselkäfers,
Listroderes costirostris an, der nachher von Carabiden,
namentlich Harpalus cupripennis abgelöst wurde, und führt
diese Erscheinung auf die herrschende Windrichtung zurück.
Forstmeister Beding zählt ebenda p. 322 Heer-
wurmserscheinungen auf.
K. Letz n er: Ueber Schwärme von Chlorops ornata
Meig. 50. Jahresbericht Schles. Gesellsch. vaterl. Cultur.
p. 193.
Nachdem eine Uebersicht die vom Jahre 1825 an in
Schlesien beobachteten Fliegenschwärme aufgezählt, werden
vom Jahre 1872 solche von 7 Arten Ober-, Mittel- und
Niederschlesiens gemeldet, die alle von derselben Art
Chlorops ornata Meig. herrührten. Aus dem Umstände,
dass alle diese Schwärme in der Nähe von Gebäuden aul-
traten, schliesst Letzner, dass die Thiere hier Schutz
gegen Regen oder Kälte gesucht hätten.
Rogen hofer: Ueber massenhaftes Auftreten von
Insekten. 1871. Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien XXI. p. 65.
H. Weyenbergh: Ueber Fliegenschwärme. Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXI. p. 1201.
Der Verfasser macht einen Unterschied zwischen
Zügen, die eine massenhafte Wanderung, und Schwärmen,
die eine massenhafte Ansammlung von Insekten bedeuten,
und stellt dann die ihm bekannt gewordenen Fälle von
Fliegen seh wärmen zusammen.
G. R. v. Frauen feld: Die Pflege der Jungen bei
den Thieren. Schriften Ver. z. Verbr. naturw. Kenntnisse.
Wien 1871. XL p. 223 ff.
Auf S. 255— 277 wird die Brutpflege der Insekten in
anziehender Weise geschildert, ohne dass neue Entdeckun-
gen vorgebracht werden.
F. Brauer: Insektenleben im Winter. Ebenda
p. 367 ff.
Zunächst werden eigentliche Winterinsekten, d. h.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 245
solche, die im Winter ihr rechtes Leben entfalten, von über-
winternden, d. h. solchen, die den Winter in einem Zustand der
Erstarrung überdaueren, unterschieden. Sodann werden die
einzelnen Ordnungen durchgegangen und die Winterformen
derselben an einzelnen Beispielen geschildert.
•Krause beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 135 einige Monstrositäten an Schmetterlingen und Käfern
(Epinephele Janira L. <? ; Acronycta auricoma S. V. J ;
Eugonia erosaria S.V. $ ; Khagium mordax F. ; Lina Lap-
ponica L., Chrysomela fucata F.).
B. T. Lowne beobachtete die Copulation einiger
Orthopterenlarven und will darin einen beginnenden Rück-
schritt von geflügelten zu ungeflügelten Formen angedeutet
finden. Trans. Ent. Soc. London 1871. p. 193 ff.
Nach Monnier, Compt. Rend. 22. Januar 1872,
dienen die Tracheen den in Wasser lebenden Insekten-
larven nicht nur zum Athmen, sondern schützen, indem sie
unter der Puppenhülle eine Luftschicht herstellen, die
spätere Puppe vor Verletzungen. Die Puppe sammelt fer-
ner im Oesophagus eine Menge Luft an und entlässt die-
selbe plötzlich durch den After, wodurch ihr das Aus-
schlüpfen erleichtert wird.
Herr P. Schreiner hat einen neuen Stickstoff- und
schwefelhaltigen krystallisierbaren Bestandtheil niederer
Organismen nachgewiesen. Sitzber. phys.-medic. Societät.
Erlangen 1871. 3. Heft.
Der fragliche Körper, das Melolonthin, wurde in
minimalen Mengen im Maikäfer aufgefunden (30 Pfd. der-
selben lieferten 1,5 Grm.) und krystallisiert in rhombischen
Tafeln von weisser, seidenglänzender Farbe. Seine ver-
muthete Formel ist C5H12N0SO3.
A. J. v. Rossum: Sur le liquide des larves de Cini-
bex. Archives Neerlandaises VII. 1872. p. 381 ff.
Den Saft, den wie die meisten Blattwespenlarven die
von Cimbex connata und C. silvarum bis auf 2 Fuss weit
fortspritzen, hat v. Rossum untersucht und ihn als schwach
alkalisch reagirende, dem Albumin nahestehende Protein-
verbindung erkannt, die bei 50 ° und ebenso bei Einwirkung
von Salpeter-, Chlorwasserstoff-, Schwefelsäure gerinnt,
246 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
während die dreibasische Phosphorsäure und Essigsäure
sie nicht koagulirt. Der Verfasser, der in diesem Saft ein
Schutzmittel sieht, lässt die frühere Meinung, dass die
kaustische Wirkung die Feinde (Vögel, Schlupfwespen)
abhalten sollten, fallen und meint vielmehr, das uner-
wartete Bespritzen mit einer Flüssigkeit erschrecke
die Feinde und erschwere ferner, indem sie die Haut der
Cimbexlarven schlüpfrig mache, den Schlupfwespen das
Anheften ihrer Eier.
M. C. Cooke behandelt im Pharmaceut. Journ. and
Transact. 3. Ser. (p. 101, 141, 181, 261, 321, 383, 428,503,
521 ff.) die blasenziehenden Käfer aus den Gruppen der
Mylabrini, Cantharini, Meloini, von denen eine Beschrei-
bung und Abbildung im Holzschnitt gegeben wird. Der
blasenziehende Stoff ist seiner chemischen Natur nach nicht
behandelt.
H. v. Zouteveen wendet in der Tijdschr. v. Ento-
mol. 1871. p. 20 ff., 143 die von Harting vorgeschlagene
Methode zur Bestimmung des „Flügelcoefficienten" auf
verschiedene Insekten (Gryllotalpa vulgaris, Hydrophilus
piceus $, Melolontha vulgaris, Triphaena pronuba, Sme-
rinthus tiliae </, Calliphora vomitoria, Gymnopternus nobili-
tatus cT) an und legt demselben eine hohe (wie Ref. scheint,
zu hohe) Wichtigkeit bei.
Wird die Länge des Flügels mit 1, der Flächeninhalt des-
selben mit a, das Gewicht des ganzen Insekts mit p bezeichnet, so
|/"ä 1
sind n = — — , r = die beiden Flügelcoefficienten , während
3 3
Vi Vi
m = — — eine Grösse ist, die von der Gestalt der Flügel abhängt.
1/a
v. Vollen ho ven macht auf den Einfluss aufmerksam, den
das Geschlecht auf den Werth dieser Coefficienten ausübt; ferner
der Umstand, ob ein £ vor oder nach dem Eierlegen gewogen wird.
Dr. Breyer theilt seine Ansichten über die geeig-
netsten Methoden der Zerstörung schädlicher Raupennester
mit (Porthesia chrysorrhoea, Bombyx neustria, Cnetho-
campa processionea, Ocneria dispar, Leucoma Salicis).
Compt. rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. 121 ff.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 247
Dr. Schmidt empfiehlt das von G u y o t gegen die
Phylloxera angewandte Schwefelkalium gegen Raupen.
Zeitschr. landw. Ver. f. Rheinpreussen. 1872. p. 91. Mit
einer Lösung (1 Th. Schwefelkalium, 500 Th. Wasser)
werden die Bäume besprengt, die alsbald von den Raupen
verlassen werden.
W. Saunders giebt im Canad. Entomol. III. p. 12 ff.,
25 ff., 66 ff., 149 ff. Fingerzeige zur Vertilgung schädlicher
Insekten.
The toad as an entomologist. Americ. Natural.
1871. p. 329 ff.
Aus dem Mageninhalt einer Kröte (Bufo Americanus),
der aus 8 Käferspecies in 13 Exemplaren bestand, wird
auf den Nutzen dieser Thiere geschlossen.
A. Laboulbene theilt seine Beobachtungen über
wurmstichige Samen und speciell über zwei Veranlasser
derselben, die Siphonella nucis (Dipteron) und Carpocapsa
pomonana (Lepidopteron) mit. Ann. Soc. Ent. Franc.
(5) I. p. 295.
C. G. H. Brischke: Die Rapsfeinde und ihre
Parasiten. Neueste Schriften der Danziger Gesellsch.
1871. p. 15.
Es werden als dem Raps schädlich aufgeführt: Meli-
gethes aeneus; Psylliodes chrysocephala; Baridius chloris;
Ceutorhynchus sulcicollis, Napi, assimilis, die schon Ta-
schenberg in seiner „Naturgesch. der wirbell. Thiere etc."
angegeben hatte. Hierzu fügt Brischke noch: Agro-
tis segetum; Anthomyia Brassicae, canicularis; Cyrtoneura
stabulans, caesia; mehrere Sciara-arten; Limosina limosa;
Ceutorhynchus cyanipennis, quadridens. Die letzteren wur-
den von P o r i z o n (Thersilochus Holmgr.) morionellus (?) H.
verfolgt.
The Mammoth cave and its inhabitants.
Amer. Natur. V. p. 739 ff.
Die Aufzeichnung der Insekten p. 744 ff. ist von A. S.
Packard. Hymenopteren und Lepidopteren fehlen; Dipteren
sind mit 2 Species vertreten, die den Gattungen Anthomyia
und Phora angehören ; ebenso 2 Coleopteren, nämlich Anoph-
thalmus Tellkampfii und Adelops hirtus ; Hemipteren fehlen;
248 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Orthoptera genuina sind 2 vorhanden: Rhaptidophora sub-
terranea und R. stygia; 2 Thysanura : Machilis variabilis
und Campodea staphylinus. Die Arten sind meistens im
Holzschnitt dargestellt.
On theWyandotte cave and its fauna. Amer.
Natur. VI. p. 416 ff.
Verglichen mit der Mammuthhöhle zeigt diese z.
Th. dieselben Insektengenera, aber durchweg andere Arten.
Adelops fehlt; dagegen sind die Gattungen Quedius und
Lesteva, die in der Mammuthhöhle nicht vorkommen, mit
je einer Art vertreten. Die Zahl der gesammten Insekten-
species beträgt 10.
A. S. Packard: On Insects inhabiting salt water.
Amer. journ. Sc. and Arts. New Haven. (3). I. p. 100 ff.
Packard führt die von Prof. Torrey imClearLake
in Californien gesammelteu Insekten vor. Es sind dies:
Laccophilus decipiens Lee; Berosus punetatissimus Lee;
Salda interstitialis Say; Hygrotrechus robustus n. sp. ;
Corixa decolor n. sp.; Larven und Puppen von einer Ta-
nypus- und solche von einer Stratiomys(!)art; Ephydra
califomica n. sp. ; E. gracilis n. sp. S. auch Ann. Natur.
Hist. (4) VII. p. 230 ff.
Von FlaminioBaudiaSelve,, Coleopterorum messis
in insula Cypro et Asia minore etc." ist der 4. Theil er-
schienen (Berl. Ent. Zeit. XV. p. 49) und enthält die Ela-
teriden, Dascilliden, Malacodermata , Drilini, Melyrini.
Es sind wieder viele neue Arten benannt und kritische Be-
merkungen gemacht.
Bar. v. Rottenberg: Beiträge zur Coleopterenfauna
von Sicilien. Berl. Ent. Zeit. XV. p. 225 ff. Enthält die
Fortsetzung der im vorigen Bericht p. 199 besprochenen
Aufzählung der Curculioniden und Chrysomeliden. Es wer-
den mehrere neue Arten beschrieben und abgebildet.
L. Lethierry giebt eine Ergänzung zum Coleopteren-
Katalog Belgiens. Compt. rend. Soc. Ent. Belg. XV. p.
LH! ff.
Die von Dr. Anderson auf seiner Expedition nach
Yunan gesammelten neuen Insekten sind in den Proc.
Zool. Soc. London 1871. p. 244 z. Th. beschrieben und ab-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 249
gebildet. Die Schmetterlinge hat F. Moore bearbeitet (5
neue Syntomis-arten); die Hymenopteren F. Smith, die
Orthopteren F. Walker (6 neue Acridier). Wegen des
einzelnen s. den speciellen Theii.
A. Gerstäcker: Beitrag zur Insektenfauna von
Zanzibar. Dieses Archiv 1871. 1. p. 42 ff., 345 ff.
Auf S. 42—86 u. 345—349 werden die Coleopteren;
S. 349—357 die Hymenopteren; S. 357—361 die Lepido-
pteren; S. 362— 363 die Dipteren aufgezählt. Die Zahl der
neuen Gattungen und Arten ist beträchtlich; Coleopteren
214; Hymenopteren 27 ; Lepidopteren 11; Dipteren 6. S. unten.
Derselbe berichtet über diese Bearbeitung der auf
der v. d. Decken 'sehen Expedition von Dr. K ersten
gesammelten Gliederthiere des Zanzibargebietes. Sitzber.
Ges. naturf. Freunde. Berlin 1872. p. 35.
Die Gesammtzahl der Insekten beläuft sich auf 736,
nämlich 88 Orthoptera, 2 Neuroptera, 458 Coleoptera, 62
Hymenoptera, 40 Lepidoptera, 12 Diptera, 74 Hemiptera.
Interessant ist das Vorkommen des Carabus Deckeni n. sp.
Gerst. als erste tropische Art dieser ausserhalb der Wende-
kreise so reich vertretenen Gattung und Sphenarium pul-
chripes n. sp. Gerst. als der erste Afrikanische Repräsen-
tant einer sonst nur Mexikanische Arten enthaltenden
Gattung (beide vom Kilimandscharo, 8000').
A. E. Holmgren zählt auf und beschreibt die von
Prof. Nordens ki öl d 1870 in Nordgrönland gesammelten
Insekten. Oefv. K. Vetensk. Akad. Förh. 1872. No. 6. p.
97 ff. 4 Coleopteren (p. 97), 15 Hymenopteren (p. 97—100),
51 Dipteren (p. 100— 105), 2 Lepidopteren (p. 105), 1 Hemi-
pteron (p. 105). Aus der Ordnung der Hymenopteren und
Dipteren sind mehrere neue Arten beschrieben, s. unten;
die Bestimmung einiger „Nachtfalter" in der Sammlung
wollte Holmgren einem Specialisten überlassen.
E. Blanchard zählt in den Cornpt. Rend. de l'Acad.
des Scienc. LXXIL p. 807—813 die von A. David in Ti-
bet gesammelten Insekten auf. Einige vermuthlich neue
Arten sind kurz diagnosticirt (Lepidoptera und Coleoptera).
Das 14. Heft der Opusc. Entomol. von F. Mulsant
250 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
(Paris 1870) enthält Beschreibungen neuer Gattungen und
Arten von Insekten und 3 Kolibris (!).
Die an 2 Tagen bei Cainel's Hump (Vermont)
gesammelten Insekten sind aufgezählt (z. Th. nicht benannt)
in den Archives of sciences, Orleans county. I. No. 2 p. 85 ff.
A. Becker hat in seiner „Reise nach den Salzseeen
Baskuntschatskoje in E 1 1 o n etc." auch ein Verzeichniss
der in der dortigen Gegend gesammelten Insekten, nament-
lich Fliegen, Schmetterlinge und Käfer, aufgenommen. Bull.
soc. imp. nat. Mose. 1872. 3, p. 102 ff.
L. v. Hey den: Bericht über die von den Herren Dr.
Noll und Dr. Grenacher auf Tenerifa gesammelten
Insekten. Bericht Senkenb. Naturf. Ges. 1872. p. 74 ff.
Die nicht zahlreichen Arten bieten kein besonderes
Interesse ; hervorzuheben ist die Beobachtung, dass Ditylus
concolor Brülle in 62 Exemplaren im grossen Drachenbaum
gefunden wurde ; ferner das Auffinden eines Raupensackes,
der einer Psychide oder einem Sackträger unter den Tine-
'iden angehört.
Dr. F. Leydig: Beiträge und Bemerkungen zur
württembergischen Fauna. Jahreshefte des Vereins f. vaterl.
Naturk. 27. Bd. p. 199 ff.
Der Verfasser giebt kein vollständiges Verzeichniss
der von ihm beobachteten oder als Angehörige der würt-
tembergischen Fauna bekannt gewordenen Insekten, son-
dern hebt meist nur einzelnes der Mittheilung werthes her-
aus. Besondere Beachtung verdient die Angabe, dass Fha-
neroptera fdlcata und Orphania denticauda Charp. im Main-
und Neckarthaie vorkommen, während die früher an eini-
gen Orten Süddeutschlands gefundene Mantis religiosa L.
neuerdings nicht wieder beobachtet worden ist.
Sammelberichte aus verschiedenen Gegenden des deut-
schen Vaterlandes finden sich in der Berl. Ent. Zeit. XVI.
p. 153 ff.
C. G. Thomson :Opusc. Entomologie a. Fase. IV.
Lund. 1871. Giebt den Nachweis von Novitäten für die
schwedische Fauna, so wie die Beschreibung einiger neuer
Arten aus den Ordnungen der Coleoptera und Hemiptera.
Dr. R. A. Philippi beschreibt und bildet z. Th. ab
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 251
neue chilenische Insekten ; Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 285
(Hymenoptera , Lepidoptera , Diptera, Coleoptera); der
Schmetterling (Erebus sp.) wird ebenda XXXIII. p. 363 als
E. Odora L. erkannt.
S. H. Scud d er macht im Amer. Natural. 1872. p. 665 ff.
Mittheilungen über fossile Insekten von den Rocky
Mountains. Es sind ungefähr 30 Arten angedeutet, die sich
in folgender Weise auf die einzelnen Ordnungen vertheilen :
12 Coleoptera, 3 Hymenoptera, 2 Neuroptera, 2 Orthoptera,
13 Diptera, 2 Hemiptera. Eine Artbestimmung derselben
ist nicht versucht.
E. Oustalet: Recherches sur les Insectes fos-
siles des terrains tertiaires de la France. — Pt.
I. Insectes fossiles de l'Auvergne. A.nnal. d. Scienc. Geolog.
1872. IL No. 2. p. 1 ff.
Nach einer literarischen Einleitung bespricht der Ver-
fasser die tertiären Ablagerungen der Auvergne, in denen
sich folgende Insekten gefunden haben:
Coleoptera. Eunectes antiquus. Laccobius priscus;
Brachycerus Lecoquii; Cleonus arvernensis, Fouilhouxi;
Hylobius deletus; Anisorhynchus effossus; Plinthus redivi-
vus; Bagous atavus, Curculionites ovatus;
von Orthoptera eine nicht näher zu bestimmende Art;
Neuroptera : Libellula minuscula ; Ascalaphus Edwardsii ;
Hymenoptera. Anthophorites Gaudrii;
Diptera. Pentethria Vaillartii ; Plecia major, nigrescens,
pallida; Bibio gigas, Ungeri, macer, alacer, robustus, Ed-
wardsii, cylindratus, gracilis, obsoletus, Larteti ; Protomyia
longa, longipennis, inflata, lugens, Joannisi, fusca, adusta,
Sauvagii, globularis, Blanchardi, rubescens, formicoides, in-
certa; Stratiomys Heberti;
Lepidoptera. Noctuites incertissima.
Fast alle diese Arten sind neu.
N. und E. Joly: fitudes sur le pretendu Crustacee
etc. Prosopistoma qui n'est autre chose qu'un veritable In-
secte Hexapode. Ann. Sc. Natur. (5) XVI. Art. No. 7.
Der in Rede stehende Arthropode, von seinem Ent-
decker Geoffroy unter dem Namen Binocle ä queue en
plumet bekannt gemacht, wurde vonLatreille unter dem
252 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gattungsnamen Prosopistoma zu den Branchiopoden
gerechnet, wohin ihn auch Milne-Edwards mit vorsich-
tiger Zurückhaltung stellte. Eine Untersuchung von meh-
reren in der Garonne bei der Insel Grands-Ramins auf-
gefundenen Exemplaren belehrten die genannten Forscher,
dass der vermeintliche ßranchiopode ein Insekt und zwar
eine Ephemeriden-larve sei. Nach ihrer Beschreibung ist
Prosopistoma punctifrons folgendermassen beschaffen:
Der Körper ist länglich-eiförmig, mit 3 deutlich abgesetzten
Regionen, von denen die mittlere den grössten Umfang hat. Die
erste Region ist der Kopf, der 2 Ögliederige Antennen und dahin-
ter 2 einfache Augen (nicht Netzaugen, wie Latreille in der
ersten Beschreibung angab), ausserdem 3 kleinere Nebenaugen trägt.
Die schwer zu erkennenden Mundwerkzeuge Hessen sich als Ober-
lippe, 1 Paar Oberkiefer, 1 Paar Unterkiefer, Unterlippe mit 2glie-
derigen Tastern entziffern. Der mittlere Abschnitt trägt in seinem
vorderen Theile auf der Unterseite 3 Beinpaare mit 2gliederigen Tar-
sen; die Oberseite wird von 2 grossen, der Länge nach verwachsenen
Schildern bedeckt, die sich auch über die ersten 5 Hinterleibsringe
fortsetzen. Die 4 letzten Hinterleibssegmente sind frei;, das letzte
trägt oben die Afteröffnung und an seinem Ende 3 gegliederte Bor-
stenanhänge. An dem gerade verlaufenden Darm fanden sich 2
Malpighi'sche Gefässe jederseits, und unter dem Rückenschild, über
den 5 ersten Hinterleibssegmenten gelagert, 5 Paar Kiemen -
tracheen, ähnlich denen von Ephemeriden-larven, namentlich aus der
Gattung Coenis; Stigmen Hessen sich nicht auffinden. Ausser P puncti-
frons, die an einzelnen Punkten Frankreichs, aber überall sehr selten
beobachtet ist, hatte Latreille eine zweite Art (P. variegatum) von
Madagaskar beschrieben.
Die Verf. halten diesen Arthropoden für ein Insekt,
namentlich wegen seiner Tracheenathmung und seiner 3
Beinpaare; dagegen lässt sich wohl nichts einwenden.
Doch ist die Vermuthung, es mit einem Larvenzustande
und gar mit einer Ephemer idenlarve zu thun zu haben,
durch nichts weiter als durch die Kiementracheen gestützt.
Die Abbildung lässt durchaus keine Larve in dem Thier
vermuthen, und, natürlich die Bichtigkeit der Angaben vor-
ausgesetzt, es scheint hier eher ein Vertreter der Hexa-
poden vorzuliegen, der dieselben mit den Crusta-
ceen verbindet.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 253
. Coleoptera.
Mattb. Rupertsberger: Beiträge zur Lebensge-
schichte der Käfer. Verb. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 7 ff.
Der Verfasser liefert eine schätzenswerthe Erweiterung
unserer Kenntnisse der Eier, Larven, Puppen und Lebens-
weise von Käfern verschiedener Familien, nämlich: Ptero-
sticbus cupreus L. ; Cercus Sambuci Er.; Sarrotrium clavi-
corne L. ; Phytonomus Polygoni F.; Cleonus sulcirostris L.;
Lema puncticollis Gurt. ; Longitarsus luridus Scop. ; Gassida
equestris F., nobilis L., margaritacea Schall.
Larven von Anthonomus cinctus, Gonioctena pallida,
Clytus mysticus; Verhandl. Zool. Bot. Ges. Wien XXII.
p. 393 ff. beschrieben.
Zwei Carabiden-larven, ebenda p. 373 ff.
E. Mulsant und V. May et geben die Beschreibung
der Larven verschiedener Coleopteren. Mem. Ac. d. Sc. de
Lyon. XIX. p. 314 ff.
Die sehr ausführlich beschriebenen Larven gehören
folgenden Familien an: Cicindelidae (Tetracha euphratica
Dej.; Cicindela maura L.); Carabidae (Nebria rubicunda
Quensel. ; Scarites arenarius Bonelli ; Licinus silphoides F.) ;
Buprestidae (Coraebus); Melyridae (Dasytes nobilis Illig.);
Tenebrionidae (Blaps gigas L. ; Phylax litoralis Muls.) ;
Cerambycidae (Stromatium unicolor Gliv. ; Agapanthia As-
phodeli Latr.j. Da unsere Kenntniss von den Larvenzustän-
den der meisten Insektenordnungen mit Ausnahme der
Schmetterlinge noch so sehr lückenhaft ist, so ist dieser
Beitrag sehr zu schätzen.
Unter der Ueberschrift: The Bo^ders of certain shade
trees beschreibt A. S. Packard im Amer. Natur. IV. p. 589 ff.
die Larven, Puppen und vollkommenen Zustände verschiedener Ce-
rambyciden. (Compsidea tridentata; Saperda vestita, calcarata; Prio-
nus brevicornis; Monohammus titillator; Chion cinctus).
Burmeister beschreibt und bildet ab eine leuchtende, in mo-
derndem Holze lebende Käferlarve von Paranä, wahrscheinlich zur
Elateridengattung Pyrophorus gehörend. Proceed. Linn. Societ. XI.
p. 416 ff.
lieber Phosphorescenz der Eier von Lampyris. Compt.
Rend. 4. Sept. 1871. p. 629.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. ß
254 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
F. Plateau beschreibt in den Ann. Soc. Ent. Belg.
XV. p. 205 ff. den Haftapparat an den Vorderfüssen der
männlichen Dytisciden und bespricht den Mechanismus des-
selben.
Der Haftapparat besteht aus 2 Arten von Bechern: grösseren,
sitzenden, mit blossem Auge erkennbaren (cupules sessiles) und
zahlreichen kleineren gestielten (c. pediculees), die der Sohle das
schwammige Aussehen verleihen. Die Wirkung dieser Haftorgane ist
nicht wie'die von Saugnäpfen, derHirudineen z.B., sondern unabhängig
von der Muskelthätigkeit der Thiere und hört auch im Tode nicht
auf. Um einen solchen Acilius, Dytiscus etc. abzulösen, ist eine
(senkrecht auf die Haftscheibe wirkende) Kraft von 2,4—28,8 Grammen
nöthig je nach der Grösse. Die hergebrachte Meinung, die gefurch-
ten Flügeldecken der $ erleichtern den ^ das Haften auf denselben,
bekämpft Plateau, da die J auch an ganz glattem Glase haften
und bei der Copula ihre Saugscheiben ebenfalls an glatte Körper-
stellen anlegen.
Beispiele von dem Wiederaufleben von Wasserkäfern
nach langer Trockenheit finden sich Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXII.
p. 75 aufgezählt.
v. Frauenfeld macht darauf aufmerksam, dass Dytiscus latis-
simus und marginalis die Vorboten der als „Fi seh aufstand" be-
kannten Erscheinung sind. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 390.
Von Gemminger und Harold's Catalogus etc. ist
Bd. VIII und IX erschienen, die Curculioniden, Scolytiden,
Brenthiden und Anthribiden umfassend.
E. Ballion hat eine 2. Reihe von Zusätzen und Be-
richtigungen zu den früheren Bänden folgen lassen. Bullet,
soc. imp. nat. Moscou XLIV. p. 148 ff.; ebenso M. de Chau-
doir zu Bd. I., ebenda p. 279 ff.
Fauna Baltica. Die Käfer der Ostseeprovinzen
Russlands. Von Dr. G. S eidlitz. Dorpat 1872 bei Lack-
mann.
Das Buch hat den Zweck, dem nordischen Entomologen
ein ähnliches Hülfsmittel zu sein, wie die Fauna Austriaca
Redtenbacher's für Mitteleuropa, den Umfang der in-
ländischen Fauna festzustellen und zugleich den Anfänger
in das Studium einzuführen, zu welchem Zweck die 3. (letzte)
Lieferung die äusseren Körpertheile des Käfers auseinan-
dersetzt und abbildet.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 255
E. Abeille de Perrin: £tudes sur les Coleopteres
cavernicoles etc. Marseille 1872.
Auf eine allgemeine Einleitung, die von den Höhlen-
bewohnern unter den Insekten im Allgemeinen und denen
von Ari£ge im Besonderen handelt, folgt die Beschreibung
der Arten, von denen mehrere ueu sind; ausserdem eine
Synopsis der Gattung Adelops, soweit dieselbe in den
Pyrenäen vertreten ist, mit neuen Arten, der französischen
Arten von Anophthalmus, sowie andere neue Coleopteren
Frankreichs.
Dr. G. J os ep h : Beobachtungen über Lebensweise und
Vorkommen der in den Kramer Gebirgsgrotten einheimi-
schen Arten der blinden Gattungen Machaerites, Leptodirus,
Oryotus, Adelops und Troglorrhynchus. 49. Jahresber. Schles.
Ges. vaterl. Cultur. p. 171.
Der Verf. gelangte zu der Ueberzeugung, dass Machaerites
subterraneus Motsch. und M. Argus Kraatz, von denen letzterer das
cj* M. subterraneus sein sollte, verschiedene Arten sind, da er un-
zweifelhafte $ von M. Argus fand. Letzterem reiht er die Gattung
Bythinus an.
Ein Verzeichniss der Käfer Schlesiens lieferte
K. Letzner in dem 2. Heft der Zeitschrift für Entomologie,
herausgeg. vom Verein für Schles. Insektenkunde. Breslau,
1871, p. 1 ff.
Dieses Verzeichniss weist in Schlesien (im weiteren Sinne) die
immerhin achtungswerthe Zahl von 4028 Arten nach, die nach der
Sorgfalt, womit der Verf. in zweifelhaften Fällen verfahren, wohl eher
zu niedrig als zu hoch sein dürfte. Die meisten sind von Letzner
selbst, manche von ihm zuerst und allein aufgefunden. Die Einleitung
giebt einen Ueberblick über die Literatur der Insektenkunde Schle-
siens. Nachträge dazu in dem 49. Jahresber. Schles. Ges. vaterl.
Cultur p. 186 und 50. J. p. 187 bringen neue Arten hinzu, so dass
nach Abzug von Dyschirius rotundipennis Chaud., für welchen man
helle Exemplare von D. globosus angesehen hatte, 4096 Arten von
Coleopteren in Schlesien aufgefunden sind.
M. T äschler: Beitrag zur Coleopterenfauna der Kan-
tone St. Gallen und Appenzell. Bericht der St. Gallen.
Naturw. Gesellsch. 1870—72. p. 41 ff.
Dem eigentlichen Verzeichniss, das gegen 1000 Arten enthält,
schickt der Verf. allgemeine Bemerkungen über Verbreitung, Vor-
25G Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
kommen und Lebensweise voraus, die namentlich für den in der-
selben Gegend Sammelnden von Nutzen sein werden.
L. v. Hey den hat ein Supplement (Jahresb. Naturf.
Ges. Graubündens. XVI. p. 37 ff.) zum „Beitrag* der Coleop-
terenfauna des Ober- Engadin" gegeben, wonach sich die
Zahl der von dort bekannten Arten auf ungefähr 500 be-
läuft.
Der Verfasser macht auf die Uebereinstimmung dieser mit der
Fauna Lapplands aufmerksam, die sich in den beiden Gebieten ge-
meinsamen Gattungen, weniger in den Arten zeigt. Eine beigefügte
Tabelle gestattet einen übersichtlichen Vergleich der den beiden
Faunen gemeinsamen Arten.
H. Leder: Erster Nachtrag zu E. Reitter's Ueber-
sicht der Käferfauna von Mähren und Schlesien. Verhandl.
Naturf. Ver. Brunn. X p. 86.
Zu den (VIII. 3. Heft) von Reitter aufgeführten Arten fügt
Leder neue hinzu oder giebt neue Fundorte an; auch sind die in
den benachbarten Gebieten aufgefundenen Arten berücksichtigt.
C. Fuss: Beiträge zum Verzeichniss der Siebenbür-
gischen Käferfauna. Verhdl. Siebenb. Vereins 1871, p. 18.
— Es werden dem früheren Verzeichniss 61 weitere Arten
hinzugefügt.
J. Sauveur giebt in den Ann. Soc. Ent. Belg. XIV.
p. 74 ff. eine Zusammenfassung der in den Bden. I — XIII
zu der Coleopterenfauna Belgiens gemachten Nachträge.
Von G. Stierlin's und V. v. G a u ta r d 's „Käferfauna
der Schweiz'' ist der 2. Theil erschienen. Neue Denkschr.
allg. Schweiz. Gesellsch. ges. Naturw. Zürich 1871. XXIV.
p. 219 ff. S. diesen Bericht 1870 p. 114.
Dieser Theil führt nach dem Lacordaire'schen System die
Familie der Teuebrioniden und die darauf folgenden Familien vor,
indem ebenso wie in dem vorhergehenden Theile der Fundort (und
Namen der Finder) angegeben ist. Die Arten, welche in Bremi's
Katalog als in der Schweiz einheimisch angegeben sind, von denen
die Verfasser aber keinen sicheren Fundort kennen, sind als zweifel-
hafte Schweizerbürger behandelt. Zusätze und Nachträge geben auf
p. 355—364 inzwischen neu aufgefundene oder neue Fundorte sel-
tener Arten. Ein beigefügtes Gattungsverzeichniss, welches 953
Gattungen enthält, erleichtert den Gebrauch des Werkes.
D.Sharp. Catalogue of British Coleoptera. London 1871.
Enthält 3198 Arten.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 257
Derselbe. The Coleoptera of Scotland. The Scottish
Naturalist I. p. 202 ff., 242 ff, 271 ff.
Enthält eine Aufzählung der in Schottland aufgefundenen
Käfer mit ihren Fundstätten; reicht bis zu Pogonius.
J. Th. Bold: A Catalogue of the Insects ofNorthum-
berland and Durliam (Revision of the Coleoptera). New-
castle on Tyne 1871 (aus Nat. Hist. Trans, of North, and
Durham. IV). Refer. nicht zugekommen.
S. de Bertolini: Catalogo sinonimieo e topografico
dei Coleotteri d'Italia. Firenze 1872.
Reicht bis zu den Philhydrinen einschliesslich.
A. Fauvel: Faune Gallo-Rhenane, ou Species des In-
seetes qui habitent la France, la Belgique, la Hollande, le
Luxembourg, la Prusse Rhenane, la Nassau et le Valais.
Coleopteres. III. (3. livr.), Caen, Mai 1872 (s. d. vorj. Ber.
p. 197).
Diese 3. Lieferung behandelt einen Theil der Staphyliniden.
L. Reiche: Catalogue des Coleopteres de l'Algerie
et contrees voisines avec description d'especes nouvelles.
Mem. de la Societ. Linneenne de Normandie. 2. ser. XV.
Die neuen Arten sind in der systematischen Reihe aufgeführt
und in Anmerkungen diagnosticirt.
Neue Käferarten von 0 r a n, beschrieben von E. R e i 1 1 e r.
Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 167.
Gehören den Gattungen Xantholinus, Ontophilus, Diochares
n. g. Cucujid.. Derotoma n. g. Lathridiid., Paramecosoma, Oraophlus,
Chrysomela, Meloe, Broscus, Tachys, Laccobius, Ochthebius, Hetaerius,
Lobonyx, Trogops, Henicopus, Chrysanthia, Nephodcs, Strophosomus,
Larinus, Gymnetron an; dazu einige Berichtigungen von G. Kraatz,
ebenda p. 186.
H. Leder beschreibt ebenda p. 137 drei neue Käferarten von
Oran, den Gattungen Dichirotrichus, Reitieria n. g. Lathridiid.,
Holoparam ecus angehörig.
Bargagli setzt das Verzeichniss der Coleopteren
Sardiniens fort. Bullet, della Societ. Entom. Ital. III. p.
47 ff., 189 ff., 352 ff., IV. p. 97 ff., 279 ff.
Das Verzeichniss reicht von der Gattung Cybister bis zu den
Nitidulidae.
F. Piccioli bringt (ebenda IV. p. 259 ff.) die Auf-
zählung der Carabiden Toscana's zu Ende (s. den
vorj. Ber. p. 199).
258 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Desbrochers des Log- es beschreibt neue Coleo-
pteren Europas und der angrenzenden Länder aus verschie-
denen Familien. Mitth. Schweiz, ent, Ges. III. p. 337 ff.
S. Solsky: Pr6mices d'une faune entomologique de
la vallee de Zaravschan, dans l'Asie centrale. Horae Entom.
Ross. VIII. p. 133 ff.
Führt neben bekannten Formen auch, eine neue Gattung- und
8 neue Arten auf.
Derselbe vervollständigt das Verzeichniss der Käfer
Ostsibiriens, ebenda p. 232 und zählt die am Bai-
kalsee in Ameisennestern lebenden Arten auf, die
mit den europäischen identisch sind, p. 236.
Derselbe erörtert die Synonymie und giebt die Be-
schreibung neuer russischer Käfer, ebenda p. 177 ff.
In der Aufzählung und Beschreibung der von V. Mot-
schoulsky auf seinen Reisen gesammelten neuen Arten
wird fortgefahren. Bull. soc. imp. nat. Moscou. 1872. 3.
p. 23 ff.
Enthält die Familien der Tenebrioniden, Calcariden. Melan-
dryiden, Mordelliden. Melo'iden, Sitariden, Stenelytra. Bei den Melan-
dryiden wird Daemon n. g. Motsch. diagnosticirt u. v. n. A.
F. Walker: List of Coleoptera collected by J. K.
Lord, Esq., in Egypt, Arabia, and near the African shore
of the Red Sea. London 1871.
Enthält auch die etwas kurze Beschreibung zweier neuer
Gattungen und 50 neuer Arten.
Dr. 0. Schneider. Die Käferfauna von Ramleh bei
Alexandrien. Sitzb. naturw. Ges. Isis. Dresden 1871. p. 355 ff.
Der Verfasser zählt die 175 von ihm während eines 1 ^jähri-
gen Aufenthalts auf einem 1/2 Quadratstunde messenden Flächen-
raum gesammelten Käfer auf, die 28 Familien und 111 Gattungen
angehören (darunter eine, Rembus nahe stehende, neue). Von den
Arten sollen ungefähr 40 neu sein ; beschrieben sind dieselben nicht,
nur einzelne von Desbrochers und Kirsch vorläufig benannt;
s. unten.
Derselbe zählt (ebenda p. 49) die 31 von ihm in
Innerägypten gesammelten Käfer auf.
Die Käferarmuth des Nilthaies hat nach Schneider ihren
Grund einmal in den jährlichen Ueberschwemmungen des Nils und
dann in dem feinen Staube, der hernach die Blätter und Zweige
bedeckt.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 259
Derselbe verzeichnet (ebenda p. 52) 19 von ihm in
Palästina gesammelte Käfer.
Coleoptera Caffrariae annis 1838—1845 ab J. A.
Wahlberg collecta descripsit 0. J. Fähraeus. Ofvers.
K. Vetensk. Akad. Förh. 1871.
Enthält eine systematische Aufzählung der von Wahlberg
im Kafferlande gesammelten Curculioniden (p, 3 ff., 319 ff.), Bren-
thiden (p. 433 ff.). Anthribiden (p. 436 ff), Bruchiden (p. 443 ff.),
Scolytiden (p. 661 ff.), Paussiden (p. 661 ff.), Bostrychiden (p. 663 ff.),
Cioiden (p. 670 ff), Cerambyciden (1872. 1. p. 45 ff., 2. p. 29 ff.)!
mit kurzer lateinischer Diagnose und einer ausführlicheren Beschrei-
bung. Gattungsdiagnosen sind nur bei den neu aufgestellten Gat-
tungen angegeben.
F. P. Pas co e: Notes on Coleoptera with Descriptions
ol new Genera and Species. Part, II. Ann. Natur. Hist. (4).
X. p. 317 ff., pl. XV.
Enthält Bemerkungen über das Vaterland und die Beschrei-
bung weniger gekannter sowie neuer Arten von Käfern aus verschie-
denen Welttheilen. Die Arten gehören folgenden Familien resp.
Unterfamilien an: Trogositidae (Neaspis n. g.). Cupesidae, Taphro-
derinae, Ephebocerinae, Trachelizinae. Arrhenodinae (Stratiorrhina
n. g.)5 Belophorinae (Blusmia n. g.); Ceocephalinae, Ithysteninae
(Phocylides, Achrionota n. g.).
L. Fairmaire. Notes sur les Coleopteres recueillis
par Charles Cocquerel ä Madagascar et sur les cötes
d'Afrique. Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 29 ff.
Ist eine Fortsetzung des in diesem Bericht für 1869 p. 111
besprochenen Gegenstandes.
T. V. Wollaston fügt 32 Species (16 neue) dem
Faunengebiet der Westafrikanischen Inseln (Madeira, Sal-
vages, Canaren) hinzu, so dass sich die Zahl der bekannten
Arten jetzt auf 1480 beläuft. Trans. Ent. Societ. Lond.
1871. p. 203 ff.
Derselbe ergänzt den im Jahre 1869 erschienenen
Katalog der Käfer von St. Helena durch Hinzufügung
neuer, die ihm von Mellis zugeschickt worden waren.
Ann. Natur. Hist. (4). VIII. p. 396 ff.
Die Gesammtzahl der übersandten Species war 39, von denen
21 im Katalog nicht vertreten waren. Von diesen sind 10 augen-
scheinlich durch den Verkehr importiert worden, so dass nur 11
neue als der Insel eigenthümlich zu betrachten sind. Unter den 10
260 Bort kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
ersten findet sich Cryptopha gus gracilipes n. sp. Woll.; unter
den 11 letzteren sind 10 neu, nämlich Microxylobius dimi-
diatus, angustus, cossono'ides ; Neriotes horridus; No-
tioxenus ferrugineus ; Homoeodera coriacea; Longitarsus
Mellisii; Xantholinus morio; Oxytelus alutaceifrons,
nitidifrons. Die 11. ist Thea variegata Muls. Hierdurch-ist
die Zahl der auf St. Helena einheimischen Käferarten auf 59, die
Gesammtzahl der dort überhaupt vorkommenden auf 95 gestiegen.
Derselbe (ebenda IX. p. 113) theilt mit, class auch die auf
der Westküste Afrikas weit verbreitete Coccinellide (Cj'donia vicina
Muls.) auf St. Helena gefunden sei, so dass die letzte Zahl sich auf
96 beläuft.
A. Murray setzt die Aufzählung und Beschreibung
der Käfer von Alt-Calabar an der Westküste Afrikas mit
den Cerambyciden fort (s. den Bericht 1871. p. 199). Ann.
Nat. Hist. (4) VII. p. 38 ff.
Eine neue Gattung (Tragon) p. 49.
G. Horn: Contributions to the Coleopterology of
the United States. Trans. Anier. Ent. Societ. (June) 1870.
p. 69 ff.
Enthält die Beschreibung Amerikanischer Käfer von Cicindela
bis zu Engis.
Derselbe giebt ebenda Novemb. 1871. p. 325 ff. Bemer-
kungen über bekannte und die Beschreibung weiterer neuer Ame-
rikanischer Arten.
M. Macleay macht die von Masters in der Um-
gegend Gayndah's am Burnett-Fluss in Queensland ge-
sammelten Käfer bekannt. Transact. Ent. Soc. New South
Wales. IL p. 79 ff.; 159 ff.; 239 ff.
Geht von den Cicindeliden bis zu den Oedcmeriden einschl.
und enthält eine sehr grosse Zahl neuer Gattungen und Arten;
s. unten. Bei letzteren hätte der Verf. wohl besser die so häufige
Benennung »Mastersi« etwas beschränkt. Er hat vorläufig die Ab-
sicht, das Verzeichniss nicht weiter zu führen.
G. Masters. Catalogue of the described Coleoptera
of Australia. Sydney 1871. 1872. — Zählt nach dem Gem-
minger-Harold'schen Katalog die Australischen Käfer bis
zu den Curculioniden einschliesslich auf.
E. Suff ri an setzt die begonnene (s. den vor. Ber.
p. 201) Aufzählung der von Dr. Gundlach auf der Insel
Cuba gesammelten Rüsselkäfer mit den eigentlichen Cur-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 261
culioniden fort. Dieses Archiv 1871. 1. p. 122 ff.; 1872. 1.
p. 156 ff.
Auch in dieser Fortsetzung werden berichtigende und ergän-
zende Zusätze zu bekannten, sowie die Beschreibung neuer Arten
gegeben (s. den spec. Theil).
Dr. 0. Moknike: Uebersicht der Cetoniden der
Sunda- Inseln und Molukken, nebst der Beschreibung 22
neuer Arten. Dieses Archiv 1871. 1. p. 223 ff. T. V-VII.
Der Verfasser zählt nicht nur die ihm bekannt gewordenen
174 Arten auf, die er meist selbst besitzt, sondern giebt auch zu
den meisten derselben ergänzende Zusätze, resp. die Beschreibung
des bis dahin fehlenden Geschlechtes. Die 22 neuen Arten sind
sorgfältig beschrieben und getreu koloriert abgebildet ; s. den spe-
ciellen Theil.
S. C. Sn eilen v. Vollenhoven weist auch eine Rhom-
borrhina (resplendens?) von Sumatra nach, die Mohnike als eine
den Sunda-Inseln zweifelhafte, mit Sicherheit nur für Japan nach-
gewiesene Gattung bezeichnet hatte. Demnach würden 175 Cetoniiden
für das angegebene Faunengebiet gesichert sein. Tljdschr. v. Entom.
1872. p. 125 ff.
Dr. 0. Mohnike: Ueber die Cetoniden der Philippinen und
Molukken; Sitzber. Niederr. Ges. Natur- und Heilkunde. Bonn
1871. p. 102.
Derselbe: Ueber die Cetoniden der Philippinen und Sulu-
Inseln, ebenda 1872. p. 196.
F. P. Pascoe giebt in den Ann. Nat. Hist. (4). VII.
p. 198 ff., 258 ff. Tai'. XV und XVI eine Aufzählung und
Beschreibung der von Wallace auf den Inseln des In-
dischen Archipels gesammelten Zygopinen (s. diese).
Dieselben werden in 2 Gruppen gebracht, von denen die ei-
gentlichen Zygopinen grosse, die Hinterhüften von den Flügeldecken
trennende Episternen des Metathorax und grosse Augen besitzen,
während die unechten Zygopinen kleine, oft undeutliche Episterna
und Augen aufweisen.
Das Verzeichniss zählt 23 Gattungen mit 55 Arten auf. Neue
Gattungen sind: Thalantia, G angopis, Baedania, Peripheres,
Phyla'itis, Emexaure, Brimoda, Osphilia, Metialma, Heu-
rippa, Nauphaeus, Telaugia, Idotasia, Semiate.Xychusa,
Elichora, Nyphaeba.
Derselbe. A dditions to the Australian Curculionidae ;
ebenda VIII. p. 89 ff.; IX. p. 132 ff.; X. p. 84 ff.
Zu den bis dahin bekannten (ungefähr 730) Arten von Au-
stralischen Rüsselkäfern fügt der Verfasser die ihm zugekommenen
262 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
neuen Arten mit einer genauen lateinischen Diagnose und einer
ausführlicheren Beschreibung in englischer Sprache hinzu. Die Zahl
derselben beläuft sich auf 82. so dass die Zahl der von Australien
(nebst den benachbarten Inseln) bekannt gewordenen Rüsselkäfer
800 bereits übersteigt. Die beschriebenen Arten gehören an:
Den Otiorhynchinae, Leptopinae, Cylindrorhinae {Catastygnus,
Enchymus, Centyres n. G.), Goniopterinae, Erirrhininae, Belinae im
Bd. VIIJ.; Otiorhynchinae, Leptopodinae, Diabathrariinae, Aterpinae,
Hylobiinae (Demyrsus n. G.), Erirrhininae (Cydmaea n. G.), Belinae.
Balaninae, Derolominae (Öchrophoebe n. G.), Laemosaccinae, Cry-
ptorhyuchinae im Bd. IX. Amycterinae (Aedriodes, Acherres, En-
nothus, Oditesus. Sosytelus n. G.), Cylindrorrhininae, Erirrhininae
(Oenochroma, Misophrice, Phrenozemia n. G.), Belinae, Cylinae, Cry-
ptorrhynchinae (Moechius, Agriocliaeta, Drassicus, Agenopus n. G.),
Zygopinae im Bd. X.
Derselbe. Description of new Genera and Species
of Longicornia, including three new Subfamilies. Ann. Nat.
Hist. (4). VIII. p. 268 ff., pl. XIII.
Pascoe giebt hier die Beschreibung von 29 neuen Arten aus
22 Gattungen von Südasien, Australien und Natal. Die 3 neuen
Unterfamilien sind: Teledapinae (Teledapus n. g. PrioDidarum
vom Himalaya), Ochyrinae (Ochyra n. g. Cerambycidarum von
Tasmanien), Aegoprepinae (Ae goprepes n. g. von Malacca).
Die übrigen Arten gehören folgenden Unterfamilien an: Rempha-
ninae (Brephilydia n. g.), Hesperephaninae, Neosteninae (Mal-
theba n. g.), Stenoderinae (Simocrysa n. g.), Macroninae, Mytho-
dinae (Phy odexia n. g.). Necydalinae, Disteniinae, Tmesisterninae,
Ancylonotinae, Disterninae, Hebesecinae (Scotinaug es n. g.),
Hippopsinae, Phytoeciinae. Auf der beigefügten Tafel sind die Ver-
treter der 3 neuen Unterfamilien sowie dreier anderer Gattungen
abgebildet.
Die Arten der Malacodermen und Dascilliden
des o. Dejean'schen Katalogs werden von F. Baudi a Selve
mit der heutigen Benennung verglichen. Berl. Ent. Zeit.
XV. p. 89.
G. R. Crotch hat (Cambridge 1871) unter dem Titel
„List of all the Coleoptera described A. D. 1758 — 1821,
referred to their modern Genera" ein Verzeichniss der seit
1758 — 1821 beschriebenen Käferarten (zunächst der Fa-
milien der Cicindelidae, Carabidae, Dytiscidae) veröffentlicht.
Derselbe. Synopsis Celeopterorum Europae et con-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 263
finium anno 1868 descriptorum. London 1871. (Referenten
nicht zugek.)
S. A. de Marseul hat in L'Abeille VIII. p. 1-412
ein ßepertorium der seit 1864 einzeln beschriebenen euro-
päischen Coleopteren begonnen und dasselbe bis zu den
Staphyliniden (einschl.) fortgeführt.
Entomologis ka anteckningar af C. Ceder-
ström. Oefvers. K. Vetensk. Akad. Förh. 1872. Nr. 10.
p. 17 ff.
Enthält faunistische Bemerkungen über Coleopteren Skandi-
naviens, zumeist mit Bezug auf Gyllenhal's ,,Insecta suecica*'
und Thomson's ,,Skandin a viens Coleoptera''.
8. C. Snellen v. Vollenhoven beschreibt neue
Arten von Curculioniden und Cerambyciden. Tijdschr.
v. Entom. 1871. p. 101 ff. Tai IV, V.
Chambers führt im Canad. Entomol. IV. p. 123 die
Blattminierer unter den Canadischen Käfern auf.
Notizen über Feinde und Lebensweise der Biabrothica
vittata F., Striped Squash beetle der Amerikaner,
finden sich im Amer. Natur. 1871. p. 217 f., wo der Käfer
nebst Larve und Puppe abgebildet ist.
Ebenda 1872 p. 234 wird das Verschwinden des Co-
lorado-Käfers (Leptinotarsa decemlineatq) aus Niles, Mi-
chigan gemeldet, das von Riley (ebenda p. 364) dem
Einfluss des Parasiten derselben, der Lydella Boryphorae
Ril. zugeschrieben wird.
J. H. Hochhuth zählt die in den Gouvernements
Kiew und Volhynien bisher gefundenen Käfer auf. Bull.
soc. imp. nat. Moscou. XLIV. 1 und 2. p. 180 ff., 3 u. 4.
p. 85 ff., XLV. 2 pari p. 283 ff., XLVI. p. 195 ff. Schliesst
mit den Lucaniden ab.
Synonymische und systematische Bemerkungen von
Herrn F. W. Mäklin. Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 242.
Enthält Berichtigungen zu der bisherigen Deutung einiger
von Sahlberg in seinen »Insecta Fennicaa als neu beschriebenen
Arten.
Anteckningar tili Lapplands Coleopter - Fauna af
John Sahlberg. Helsingfors 1870. Enthält eine Auf-
264 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Zählung Lappländischer Käfer mit der Beschreibung vieler
neuer Arten in lateinischer Sprache.
J. L. Le Conte: On Platypsyllidae, a new Family
of Coleopter. Proceed. Zool. Societ. Lond. 1872. p. 799 ff.
PI. LXVIII.
v Diese neue Familie ist auf ein merkwürdiges Insekt
gegründet, welches von Bibern (Castor canadensis) im
Zoologischen Garten zu Amsterdam gesammelt und von
Kitsema (Petites Nouvelles entomologiques , 15. Sept.
1869; Tijdschr. v. Entomol. p. 185) unter dem Namen
Flatypsilla Castoris als neue Gattung und Art der Aplxa-
niptera angesehen wurde.
Die ausführliche Beschreibung und Abbildung Le
Conte's lässt wenig Zweifel an der Käfernatur dieses In-
sekts übrig, das sein sonderbares Aussehen wohl vorzüg-
lich in Uebereinstimmung mit seiner schmarotzenden Le-
bensweise trägt. Da bis jetzt nur eine Art bekannt ist,
so lässt sich noch nicht sagen, wie viel von der Diagnose
als Familiencharakter bleiben wird, und wie viel dieser
Gattung angehört. Le Conte stellt dieselbe zwischen die
Hydrophiliden und Leptiniden, oder auch wohl
zwischen Trichoptery giden und Corylophiden.
Die wichtigsten Charaktere der Gattung sind folgende: Kinn
gross, vorn ausgerandet, hinten dreilappig, mit sehr grossen Seiten-
lappen ; Unterlippe breit, hornig, die Ausrandung des Kinnes aus-
füllend; Lippentaster klein, dreigliederig. Maxillen gross, Maxillar-
taster viergliederig; Mandibeln klein und schwach, denen von Cory-
lophus ähnlich. Fühler neun(?)gliederig, mit einer sieben(?)gliederi-
gen Keule, die z. Th. in dem becherförmigen zweiten Gliede ver-
borgen ist. Das erste Glied lang, Kopf fast halbkreisförmig (!),
Prothorax viereckig, hinten breiter ; Meso- und Metathorax kurz ;
Schildchen dreieckig, gross. Flügeldecken von der Länge des Pro-
thorax, am Ende breit zugerundet, die 5 letzten der sechs (?) Hin-
terleibsringe frei lassend. Flügel fehlen. Tarsen ögliederig, die
des ^ unterseits mit 2 Reihen keulenförmiger, häutiger Anhänge
versehen; Klaue mit zwei Krallen.
Einzige Art: Platypsyllus castoris Rits. ; P. castorinus Westw.
(Ent. Monthl. Magaz. VI. p. 118); von dem Habitus einer Blatta,
4 Mm. lang. Vgl. Proceed. Ent. Societ. 1872. p. XXVIII, wo auch
Westwood seine Einwände gegen die Käfernatur dieses Insekts
erhebt; ferner diesen Bericht 1870. p. 191, 1871. p. 272.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 265
Cicindelidae. Die systematische Stellung von Oxygonia er-
örtert H. W. Bates in Trans. Ent. Soc. 1871. p. 377 ff. und be-
schreibt die n. A.: 0. albitaenia und cyanopis aus Neu-Granada;
Cicindela Orespignii (ßorneo) und im Ent. Monthl. Magaz. VIII.
p. 237 ff., wo fernerhin beschrieben werden Oxygonia gloriola,
floridula, Buckleyi, moronensis, carissima, annulipes; Oxychila ni-
groa'enea, gracillima (alle von Ecuador), Chestertoni (Neu-Granada),
petita (Nicaragua), Pentacomia (n. g.) chrysamma (Ecuador); Odon-
tochila vermicidata (Ecuador), idopleura (Nicaragua), Cicindela his-
pidida (Brasil.), chalceola (Peru), microtheres (Ecuador); Therates
cäligatus, bellulus (Philippinen); Dromica polyhirmo'ides, Mauchi
(S.-O.-Africa).
Ctenostoma eburatum (S. -Brasil.) ; Cicind. ditissima (Hong-Kong),
velata (N.-Borneo), ders. ebenda IX. p. 49 f. C. Gormazi (S.-Chili),
Beed ebenda VIII. p. 76. C. thibetana, Blanchard, Compt. Bend.
LXXII. p. 811, C. twrkestanica, Juliae, Ghaudoiri (Tnrkestan), Ballion,
Bull. Mose. XLIII. p 322, C. lagunensis des Cottes, Pet. Nouv. Ent.
Nr. 56 p. 223; C. puritana (New-Hampshire), Hörn, Trans. Ann.
Ent. Soc. 1871. p. 325; C. aberrans, frontalis (Madag.), semipieta
(Nossi-Be) Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 29 f. n. A.
Megalomma uniguttatum, rugicolle. marginatum (Madagasc.)
n. A. Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 30 ff.
Distypsidera Meisterst (Gayndah) u. A., Macleay a. a. 0. p. 80.
Carabidae. H. W. Bates. „Notes on Carabidae";
Ent. Monthl. Mag. VII. u. VIII. Der Verfasser macht zahl-
reiche synonymische Bemerkungen und liefert die Beschrei-
bung vieler neuer Arten.
Chaudoir weist weitere Unrichtigkeiten resp. Un-
vollständigkeiten in Gemminger und von Harold's Catalog
nach. Bull. Mose. XLIV. 2. p. 279 f.
Gilnicki verzeichnet die von T. Deyrolle in Klein-
asien aufgefundenen Carabiden; Rev. et Mag. Zool. (2).
XXIII. p. 366 ff.
Omophronini. Hörn beschreibt die Amerikanischen
Arten von Omophron, unter denen robustum (Neu-Schottl.),
obliteratum (Arizona), ovale (Calif.) neu sind. Tr. Am.
Ent. Soc. 1870. p. 70 ff.
Carabini. Derselbe giebt ebenda p. 97 ff. einen
„Deseriptive Catalogue of the species ot Nebria and Pe-
lophila of the United States", in welchem als neu die
Arten beschrieben werden:
266 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
N. ingens (Calif.), virescens (Vancouver J.), viridis (Alaska);
Pelophila Ulkii (Huds. Bay); Calosoma Haydeni (Colorado); Cal-
ilsthenes latipennis (Calif.).
C. KuschaTcew Uschi, Manderstjemae, Szeioertzoioi, n. A., Ballion
a. a. 0. p. 323.
Suffrian besehreibt in der Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 191
zwei Farbenvarietäten sowie eine Missbildung von Calosoma syco-
phanta L. und versucht die Synonymie des kritischen Carabus viri-
dis L. (Fauna Suec. ed. I. Nr. 517) zu entwirren.
Carabus Hungaricus F. in Mähren; Sitzber. naturf. Ver. Brunn.
XI. p. 29. C. Deckeni (Kilimandscharo) Gerstäcker a.a.O. p. 42.
Carabus descensus (Estrella), Schaufuss, N. 0. I. p. 195; C.
riffensis, Fairmaire, Rev. et Mag. Zool. (2)„ XXIII. p. 60; C. elephas
(Riff), Olcesii (Riff, Tanger); auriculatus (Astur.) n. A., Putzeys,
Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. LH u. IC.
Leistus angulatus (Spanien) n. A., La Brülerie, Pet. Nouv.
Ent. Nr. 45 p. 179.
Nebria mandibularis (Persien), chinensis (China) n. A., Bates,
a. a. 0. IX. p. 51 f.
Cychrini. Cychrus cylindricollis (Ital.), Plini, Att. Soc. Ital. XIV.
p. 224. C. Costae (Neapel), Emery, Bull, della Soc. Ent. Ital. IV.
p. 166 n. A.
Damaster Letvisi (Japan) n. A., Rye, Ent. Monthl. Mag. IX.
p. 131.
Pamborini. Tefflus HamiUoni f Angola), Bates a. a. 0. VII.
p. 244. T. juvenilis (Zanzibar), Gerstäcker, d. Arch. XXXII. 1.
p. 42 n. A.
Odacanthini. M. de Chaudoir beschreibt in den Bull,
soc. imp. Mose. 1872. 2. p. 389 ff. die n. A.: Homothes emarginatus
(Melbourne); Casnonia aenescens, umbrigera (Cantagallo), liodiscus,
lignata (Rio)) rudis (Ega), punetato-striata (Cayenne), santarema
(Santarem), bivittis (Mexico), virgulifera (Siam), latifascia (Ost-Indien);
Odacantha fulvipennis (Celebes), apicalis (Bangkok); Stenidia quadri-
collis (Ngami).
Anchonoderini. Bates (a. a. 0. VIII. p. 29 ff.)
setzt seine Ansichten über die systematische Stellung dieser
Unterfainilie auseinander, die er für nahe verwandt mit
den Odacanthiden und Anchomeniden hält, von welch
letzteren überhaupt mehrere Aeste der Truncatipennes
sich nach Bates abgelöst haben. Als typische Gattung
derselben sieht er Lachnophorus an. Als neu werden be-
schrieben :
Amphithasus (n. g.) truncatus (Ega); Eudalia Macleayi
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 267
(Neu-Süd-Wales); Anchonoderus subtilis (Guatemala), scabricollis
(Rio); Lachnophorus laetus (Tapajos), aenicollis, foveatus, tibidlis,
ochropus, macrospilus, ornatus, submaculatus (Amazon.), quadrinus,
quadrinotatus (Rio Jan.), pictipennis (Mexico); Encaerus sulcatus,
striatus, geminatus, lebio'ides, pulchripennis (Tapajos), sericeus (Ega),
liilaris (St. Paulo); Chalybe basalis, leucopa (R. Tapajos), tumidula
(Ega); Ega nudicollis (Amaz.), biloba (R. Tapajos); Aporvethus
(n. g.), anomalas (R. Jan).
Chaudoir (Bull. soc. imp. nat. Mose. 1872. 2. p. 382) stellt
auf Callistomimus n. g. für C. guttatus n. sp. von Natal und
mehrere Callistus-Arten.
Cten odaetylini Derselbe gründet ebenda p. 410 Am-
blycoleus n. g. für Leptotrachelus platyderus Chaud. u. A. Douaei
(Cayenne) n. sp., und beschreibt die n. A.: Leptotrachelus nigrieeps,
pallidipennis (Para), punetatieeps (Ega), debüis, striatopunetatus
(Rio Jan.).
L. cruciatus (Ega), bifasciatus (Peru) n. A., Bates, a. a. 0.
VII. p. 232.
Galer itini. Chaudoir stellt in Rev. et Mag. Zool. (2).
XXIII. p. 139 die neue Gattung Dicrodontus für Polystichus
brunneus Dej. auf und beschreibt p. 101 ff. die n. A. : Calophaena
Bonvouloiri (Guiana); Dendrocellus parallelus (Sumatra), ternatensis
(Ternate); Drypta Mouhoti (Laos); Zuphium brastliense, columbianum
(Neu-Granada), siamense; Diaphorus intermedius (Neu-Granada), gra-
niäosus (Brasil.), tenuicomis (Mexico), Homi (Californien); Poly-
stichus intermedius.
Drypta Mastersi; Polystichus australis n. A., Macleay a. a. 0.
Calophaena viridipennis (Pebas), foveata, depressa (Ega), glabrata
(R. ücaljali) n. A., Bates, a. a. 0. VII. p. 221 ff.
Helluonini. Chaudoir (Rev. etc. Zool. (2). XXIII. p. 140 ff.
beschreibt die n. A.: Omphra rotundicollis (Ind.); Helluomorpha
Squiresi (R. Jan,), gagatina (Cayenne), mexicana (Yucatan); Pleu-
racanthus luctuosus, cribricollis (Brasil.); Acanthogenius anthio'ides
(Benguela), trimacidatus (Deccan); Simoglossus (n. g.) niger; und
richtet für Helluodema resplendens Gast, die n. G. Dicrano-
glossus ein.
Helluomorpha glabrata, Janus, oculea, subrostrata, linearis;
Pleuracanthus ebeninus (Ega) n. A . Bates, a. a. 0. p. 223 f.
Gigadema politulum; Helluosoma Mastersi (Gayndah) n. A.,
Macleay, a. a. 0. p. 83,
Brachinini. Brachinus Lethierrii (Atlas) n. A., Reiche, Cat.Col.
Alg. p. 5; B. dubius, atripennis (Russl.) n.A., Ballion, a. a. 0. p. 324.
Pheropsophushispanicus Dej . einer Schlange (Tropidonotus
viperinus) zur Nahrung dienend. Zool. Garten. Frankfurt. 1871. p. 252.
268 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Lebiini. Chaudoir giebt in Bull. soc. imp. nat.
Mose. XLIII. p. 111 ff., XLIV. Nr. 1. p. 1 ff., eine Mono-
graphie dieser Unterfamilie. Als neu werden beschrieben:
Camaroptera, Orthobasis, Dictya, Lionedya, Loxo-
peza, Liopeza, Nematopeza, Grammiea, Promecochila,
Metabola (Bull. Mose. XLIII.); Aphelogenia, Dianchomena,
Stephana, Scythropa, Ectomomesa, Astata, Cymatographa.
Poecilostola (Bull. Mose. XLIV.) n. G., u. 74 Arten der Gattung
Jjebia, 7 von Lia, ebenda.
Derselbe giebt Ann. Soc. Ent. Belg. XV. p. 97 eine
Monographie der Callididen Chaud. (statt Calleididae,
vergl. Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. LXIIL), die er
in 2 Sektionen eintheilt, je nachdem die Oberseiten der
Tarsen nackt oder behaart sind. Chaudoir rechnet hierzu
die Gattungen Glycia Chaud., Callida De)., Stenonotum Lac,
Plochionus Dej., Bothynoptera Schaum, Euproctus Sah,
Xanthophaea Chaud. , ferner die n. G. : Merizomenia ,
Lipostratia, Spongoloba, 'Euplatia, Phoea, Otoglossa, Hy-
boptera, Onota, Phacocerus, Amelus, Metallica, Crossoglossa,
Endynomena. Der grösste Theil der beschriebenen (165)
Arten kommt auf die Gattung Callida Dej. (96); neu
sind 71.
Macleay hat die n. A.: Xanthophaea Ohaudoiri ; Cymindis
crassieeps; Phloeocarabus (n. g.) Mastersi; Phloeodromius (n. g.)
piceus; F/ulebia (n. g.) plagiata, pieipennis; Sarotlirocrepis Mastersi,
palliäa, fasciata; Dromius Immer alis; Homotlies velutinus, margini-
pennis von Gayndah, a. a. 0. p. 84 ff.
Cymindis translucida ; Lebia violacea, Manderstjernae, d-imi-
diata, quadrimaciüata, albomaculata, (Russl.) n. A., Ballion a. a. 0.
p. 324 f.
Agra nobilis, quadrispinosa (Cayenne), plebeja (Brasil.); Inna
costulata (Neu-Granada), granulata (Brasil.), breviformis (Ega) n. A.,
Chaudoir, Rev. et Mag. Zool. (2). XXIII. p. 217 ff., 242 ff.
Cymindis Ehlersi (Astur.), Putzeys, Stett. Ent. Zeit. 1872.
p. 168; C. maroccana (Tanger), Reiche, Cat. Col. Alg. p. 5 n. A.
Metabletus obliquesignatus (Astrachan). Solsky, Hör. Ent.
Ross. VIII. p. 178.
Gallerucidia (n. g., Typus einer neuen Unterfamilie Chau-
doirs) octonotata (R. Jan.), basinotata (Ega), dimidiata (Cuba); Lebia
nigripieta, n. A.; Chaudoir, Bull. etc. Mose. XLIV. 2. p. 314 ff.
Panagaeini. Eine Varietät von Panagaeus crux major L.
beschrieben in den Compt. rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. XIV.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 269
Pericalini. Macleay beschreibt a. a. 0. p. 89 ff. die n. A.:
Phüophloeus mactilatus, brunnipennis, dubius, vittatus; Euca-
lyptocöla Meisterst; Agonochila suturalis; Scopodes a'eneus, laevis,
angulicolUs, auratus, sericeus von Gayndal
Catascopus diffinis (Celebes), agnatus (Molucceu), Goebeli
(Malacca), basalis (Cambodja), virens (Celebes), simplex (Mindanao),
cayennensis, Vollenhoveni (Sumatra). Rev. et Mag. Zool. (2). XXIII.
p. 244 ff.; Scopodes aterrimus (Austr.) Bull. Mose. XLV. 1. p. 381;
Chaudoir.
Pseudomorphini. Hörn beschreibt in den Trans. Am.
Ent. Soc. 1870. p. 76 Pseudomorpha Behrensi, eine n. A. aus CaÜ-
fornien.
Silphomorpha polita, rufomarginata; Adelotopus Mastersi,
subopacus, analis, maculipennis n. A., Macleay a. a. 0. p. 93 ff.
Ditomini. Apotomus Mastersi n. A., ders. ebenda p. 95.
Fairmaire giebt im Bull. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. LXXII. die
Diagnose einer neuen Art von Sardinien (Ditomus rubens).
D. chodshenticus (E"hokhand) n. A., Ballion a. a. 0. p. 326.
Morionini. Chaudoir diagnosticirt (Ann. Soc. Ent. Belg.
XV. p. 21 f.) eine neue Morionidengattung, Stereoderma, die sich
von Stereostoma Murray durch das Fehlen des Zähnchens an den
Kinnladen und durch die dreieckige Form der schlankeren Tarsen-
glieder unterscheidet. Die Art ist St. corpulentum n. sp. aus Süd-
Afrika (Zulu).
Morio longieollis, seticollis (Gayndah) n. A., Macleay a. a. 0.
p. 95.
Scaritini. Macleay stellt die n. G. Fsiloscaphus auf, für
Carenum tuberculatum und carinatum Mach und P. Mastersi n. sp.,
beschreibt ferner die n. A. : Carenum salebrosum, oecultum, viri-
d"'marginatum, politulum, ovipenne, submetallicum , angustipenne :
a. a. 0. p. 96 ff.
Scarites Chaudoiri (Russl.) n. A., Ballion a. a. 0. p. 326.
Dyschirius longieollis (Marocco) n. A., Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. Fr. (4) X. p. 371.
Cratocerini. Chaudoir veröffentlicht (Ann. Soc.
Ent. Belg. XV. p. 16 ff.) eine Monographie dieser Unter-
familie, zu welcher er nach Ausschluss der Gattungen Cy-
closomus, Pachytrachelus, Microderus, Geopinus, Daptus,
Agonoderus, Somoplatus, Macracantbus, Melanotus nur
Cratocerus Dej. mit 2, Brachidius (mit corpulentus n. sp.)
Basolia Westw. mit 5 A. rechnet.
Zu letzter Gattung berichtigt Chaudoir einige Irrthümer
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg Bd. 2. S
270 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
des G.-H. Catal., nämlich B. attenuata Chaud. (non Reiche!); B.
nitida Sol. = lucano'ides Mannerh ; brasiliensis Gray = elongata
Chaud. (non = nitida Sol.).
Phorticosomus rugiceps (Gayndah) n. A., Macleay a. a. 0.
p. 100.
Chlaeniini: Chlaenius viduus (Miss.), orbus (Texas), alternatus
(Saskatchewan) Hörn, Trans. Ann. Ent. Soc. 1871. p. 325 ff., C.
gonospilus (Hör Tamanib) Walker, List of Coleopt. etc. p. 10; C.
tenuelimbatus, pdllidicornis (Chodshent) B allion a. a. 0. p. 326 f. n. A.
Licinini. Badister jn'cews (Chodshent) B allion, a. a. 0. p. 327.
B. anchomeno'ides ; Physolaesthus grandipalpis (Gayndah) n. A..
Macleay a. a. 0. p. 120 f.
Gnemacanthini. Broscus asiaticus, limbatus (Russl.), n. A.
Ballion a. a. 0. p. 227.
Promecoderus viridis; Meonis ovicollis (Gayndah) n. A., Mac-
leay.
Anisodactylini. Chaudoir liefert eine Monographie der
Gattung Orthogonius und ihrer Verwandten, in der er die 3 n. Gat-
tungen Hexachaetus (für 0. lateralis Guer.), Actenonats (für Actena
atrata Dej.) und Anoncopeucus (für Orthogonius curvipes Dej.) auf-
stellt und ausserdem 25 n. A. der Gattung Orthogonius beschreibt.
Amarotypus (n. g.) Edwardsi (Neu-Seeland) n. A., Bat es.
Ent. Monthl. Mag. IX. p. 50 f.
Orthogonius Doriae (Born eo), cruralis (Bogos) n. A., Putzeys,
Ann. Soc. Ent. Belg. XIV. p. 104, 120 (Anmerk.).
Anisodactylus orientalis (Constantinopel) n. A., des Cottes,
Pet. Nouv. Ent. Nr. 56. p. 223. A. propinquus (Tschemkent),
Ballion a. a. 0. p. 328.
Lecanomerus ruficeps, aberrans (Gayndah) n. A., Macleay
a. a. 0.
Harpalini. Bat es a. a. 0. VIII. p. 199 ff. beschreibt Mi-
zotrechus (n. g.) novemstriatus , laevilateris , osaenöides, praecisus
(Amaz.), laevigatus (Vera Cruz), vixstriatus (Rio Jan.); Lachnaces
(n. g.), sericeus, olistopoides, badistrinus (Ega); Eucaerus opacicollis
(Ega), n. A.
Harpalus planipennis, gaynddhensis , angustatus, connexius-
culus, aeneonitens, atroviridis; Stenolophus politus; Acupalpus Ma-
stersi, angulatus • Cyclothorax (n. g.) punctipennis (Gayndah) n. A.,
Macleay, a. a. 0. p. 102 ff.
Ophonus Olcesii (Tanger), Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (4)
X. p. 369.
0. promissus (Algier), Acinopus medius; Pangus laticollis (Con-
stantine), Reiche, Cat. Col. Alg. p. 12 ff. Anm.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 271
Dichirotrochus barbarus (Oran), Leder, Berl. Ent. Zeit. XVI.
p. 137.
Harpalus janthinus (Taurus), Des Cottes, Pet. Nouv. Ent.
Nr. 56. p. 233; H. arenicola (Belgien), Sauveur, Ann. Soc. Ent.
Belg., XV. p. 226. H. cardiaderus (Astur.), Putzeys, Compt. Rend.
Soc. Ent. Belg. XV. p. LXXI. n. A.
Trigonotomini. Bates a. a. 0. VII. p. 219 ff. beschreibt
5 neue Abarisarten vom Amazonenstrom. Macleay a.a.O. p. 105 ff.
solche aus den Gattungen Abacetus, Amblytelus, Tibarisus, von
Gayndah; Chaudoir, Monographie der Drimostomiden (Ann. Soc.
Ent. Belg. XV. p. 5 ff.) stellt die 3 neuen G auf: Strigomerus (für
Drimostorna Schönherri Dej.), Hoplizomenus (Art carinatus n. sp.
von Guinea); Diceromerus (für Stomonaxus orientalis Motsch.) und
beschreibt n. A. in den Gattungen Drimostorna, Stomonaxus; die
5 genannten Gattungen bilden bei Chaudoir die Unterfamilie der
Drimostomidae.
Feroniini. Rupertsberger beschreibt Larve und Puppe
von Pterostichus cupreus u. P. vulgaris. Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXII. p. 7 f. u. p. 573 ff.
Putzeys liefert in L'Abeille 1871. p. 100 ff. eine Monographie
der 114 Europäischen Arten der Gattung Amara Bon., mit den
4 n. A. A. Solieri (Schweiz), Palaestinae (Beyrut), dichroa (Griechen!),
tingitana (Tanger); beschreibt (Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. XIV.
p. VIII. u. Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 137) A. indivisa; (ebenda XV.
p. XCIX.) A. (Liocnemis) atrivirescens (Carthagena) ; A. africana
(Auseba).
Feronia insidiatrix (Spanien) Pet. Nouv. Ent. Nr. 45. p. 179.
Feronia süesiaca, Des Cottes, Pet. Nouv. Ent. Nr. 56. p. 223;
F. aereipennis (Vladivostok), Solsky, Hör. Ent. Ross. VIII. p. 234
n. A. Zabrus Brondeli (Blidah) n. A., Reiche, Cat. Col. Alg.
p. 17. Anm.
Bates (a. a. 0. VII. p. 105) beschreibt n. A. in den Gattun-
gen Loxandrus, Stolonis, Metoneidus (n. g.).
Derselbe beschreibt eine neue Gattung Adrimus mit vier
n. A., und Loxandrus viridescens Bates. a. a. 0. VIII. p. 176.
Macle ay a. a. 0. p. 109 beschreibt n. A. in den G. Chlaenioi-
deus, Notonomus, Omaseus, A.rgutor.
Lagarus distinguendus (Kiew); Amara noctivaga (Kiew) n. A.,
Hochhuth, Bull. Mose. XLIV. p. 207 ff.
Orthomus minutus (Griechenl.), Reiche, Mitth. Schweiz, ent.
Ges. III. p. 427.
Argutor boreella (Lappl.), Sahlberg, Not. Faun. Flor. Fenn.
XI. p. 403. A. planidorsis (Pyren.), Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
272 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Fr. (5). 1. p. 420. Steropus sycophanta (Marocco), derselbe ebenda
(4). X. p. 370.
Ancliomenini. Macleay beschreibt n. A. in der Gattung
Platynus und Siagonyx (n. g.) Mastersi, n. Av a. a. 0. p. 111.
Sphodrus juvencus, substriatus, occultus (Russl.) ; Anchomenus
turkestanicus (Turkestan), Ballion, a. a. 0. p. 328.
Sphodrus parumstriatus (Mittelmeerl. ?) , Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). II. p. 47.
Vier neue Diploharpus -Arten vom Amazonenstrom, Bates,
a. a. 0. VIII. p. 178.
Pogonini. Chaudoir zerfällt in seinem Essai
monographique sur leGroupe des Pogonides (Ann.
Soc. Ent. Beige XIV. p. 21 ff.) diese Gruppe in die Pogo-
nidae s. str. (Zunge abgestutzt, vorletztes Glied der Kiefer-
taster an der Spitze behaart, letztes an der Basis etwas
verdickt, Kinnzahn stark) und Patrobidae (Zunge abgerun-
det, vorletztes Glied der Kiefertaster glatt, letztes fast cy-
lindrisch, Zinnzahn kurz).
Zu den ersteren gehören die Gattungen Cardiaderus, Pogonus,
Pogonistes (n. g.), Syrdenus (n. g.), Diplocliaetus (n. g.), Ochthosetus
(n. g.); zu den letzteren werden Patrobus, Diplous, Platidius (n. g.),
die die Patrobidae s. str. ausmachen, und Penetretus, Deltomerus, die
die Deltomeriden bilden, gezählt. 9 neue Arten werden beschrieben.
Trechini. Abeille (Etud. Col. cavern. p. 9—12)
giebt eine Eintheilung der französischen Anophthalmus-
arten und beschreibt A. Trophonius, Ehlersi n. A.
A. tenuis eremita (Wyandotte Cave) n. A., Hörn, Transact.
Ann. Ent. Soc. 1871. p. 327 f. u. Am. Nat. 1872. p. 420 f.
A. Tiresias (Ariege) n. A., La Brülerie, Pet. Nouv. Ent.
Nr. 68. p. 259 u. Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. p. 443.
Trechus complanatus (Sierra Nevada), artemisiae (Piemont) n.
A. Putze ys, Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 167 f. T. deUlis (Madeira),
Wo Hast on, Trans. Ent. Soc. 1871 p. 217; T. atrieeps, rußlabris, con-
color, ater (Gayndah), Macleay, a. a. 0. p. 113; T. Abeillii, Pan-
delle, in Abeille's „Etudes sur les Coleopt. cavernic." etc. p. 13. n. A.
Oopterus Macleyi (Falkland L), laevicollis (Neu-Seeland); n. A.
Bates, a. a. 0. VIII. p. 13 f.
Bembidiini. Bates (a. a. 0. VIII. p. 267) gründet die
n. G. Liotachys für die n. A. antennatus von Santarem, und be-
schreibt n. A. in den Gattungen Pericompus, Xystosomus, Tachys,
Tachyta, ebenda p. 245 ff. u. VIII. p. 11 ff.
Macleay a. a. 0. p. 115 ff. beschreibt 17 neue Bembidium-
Arten von Gayndah.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 273
Peryphus megaspilus (Wädy Genneb) n. A., Walker a. a. 0.
p. 10.
Tachys quadrinaeva (Oran) n. A., Reitter, Berl. Ent. Zeit.
XVI. p. 177.
Bembidium serotinum (Kiew), Hochhuth a. a. 0. p. 228; B.
crassicome (Astur.), Putzeys, Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. XV.
p. LXXI. n. A.
Baudi beschreibt im Bull, della Soc. Ent. Ital. III. p. 25 ff.
die Italiänischen Arten von Scotodipnus, darunter S. subalpinus
(Val Sesia), affinis (Mte. Lesiraa), alpinus (Pinerolo), taurinensis
(Turin) n. A.
Dytiscidae. Amphizoini. A. Matthews beschreibt zwei neue
Arten (Amphizoa Josephi und Lecontii) von der Vancouver I.; Cist.
Ent V. p. 119.
Haliplini. Wehncke beschreibt Haliplus andälusicus
n. sp. aus Andalusien. Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 135.
Hydroporini. R. Lawson theilt eine Monstrosität an den
Fühlern von Hydroporus obsoletus Aube mit. Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 288.
Wehncke versucht die Synonymie von Hydroporusarten in
nicht allzuglücklicher Weise aufzuklären und beschreibt die neuen
Arten: corsicus (Corsica), opacus (Lappl.), pyrenaeus (Pyrenaeen);
Berl. Ent. Zeit. XV. p. 183 ff.; H. gracilis (Malaga) ebenda XVI. p. 136.
Macleay a. a. 0. p. 121 ff. beschreibt 9 neue Hydroporus-
Arten, sowie 2 n. A. in Necterosoma n. g., das ausserdem die
H. penicillatus, Wollastoni, dispar Clark enthält.
Hydroporus Bonnairii, avunculus, nigricollis (Corsica), Fair-
maire, Bull. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. LXXH; H. subalpinus, in-
crassatus (Schweden), Thomson, Opusc. Ent. IV. p. 365 f.; H.
distinguendus, saucius , nigricollis (Corsica), des Loges, -Mitth.
schw. ent. Ges. III. p. 337 ff.
H. borysthenicus (Dniepr), Hochhuth, Bull. Mose. XLIV.
p. 233; 3 Arten von Wady Ferran, Walker, a. a. 0. p. 10 f., H.
Crotchi; Hyphydrus lugubris (Sinai), d^ Borre, Compt. Rend. Soc.
Ent. Belg. XIV. p. X, XIII. n. A.
Colymbetini. Laccophilus deeipiens Lee. in einem Salzsee
(Clear Lake) Californiens ; Am. Journ. Sc. a. Arts. (3). 1. p. 100.
Hörn beschreibt in den Transactions Am. Ent. Soc. 1871.
p. 229 ff. die n. A.: Suphis lineatus (Calif.); Laccophilus quadrili-
neatus (Texas), Colymbetes inaequälis (Oregon); Macleay a. a. 0.
p. 126 ff. desgl. von Gayndah: Agabus Mastersi; Copelatus irregu-
lär'is: elongatulus.
Agabus parallelipennis (Corsica), des Loges Mitth. schw. ent.
Ges. III. p. 337; A. abfiormicollis (Turkestan), Ballion, Bull. Moscou
274 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
XLIII. p. 329 ; A. Kessleri, Ilybius ovatus (Kiew) Hochhuth, a. a. 0.
p. 237 f.; Ilybius Badeni (Hamburg); Wehncke Berl. Ent. Zeit.
XV. p. 164; J. Kiesenwetteri (Harburg); Agabus Heydeni (Sierra Ne-
vada), rotundatus (Sardinien), derselbe ebenda XVI. p. 134 ff.
n. A.
Scutopterus imbricatus (Madeira), Wollaston, Trans. Ent.
Soc. 1871. p. 221.
Gaurodytes Thomsoni, angusticollis, boreellus (Finnland) n. A.
J. Sahlberg, Not. Flor. Faun. Fenn. XI. p. 407 ff.
Dytiscini. Dytiscus raarginalis u. latissimus, als Vorboten
des „Fischaufstand"; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 330.
Ueber die Struktur der verbreiterten Tarsenglieder bei J
dieser Gruppen machen F. Plateau (Ann. Soc. Ent. Belg. XV. p.
205 ff.) u. Lowne (Monthl. Micr. Journ. V. p. 267 ff.) einige An-
gaben (s. oben p. 254).
Suffrian setzt in der Stett. Ent. Zeit. XXXII p. 131 ff. die
Unterschiede zwischen dem Nordamerikanischen Hydaticus fascicollis
Harris und dem Nordeuropäischen H. zonatus Pz., der im M e l s-
heim er 'sehen Katalog mit dem ersteren vereinigt worden war,
auseinander und schliesst daran noch einige Bemerkungen über die
Selbständigkeit von H. cinereus L. und H. verrueifer Sahlb.
Cybister auritus (Zanzibar) n. A., Gerstäeker, d. Arch.
XXXVII. 1. p. 43.
C.gayndähensis, Eunectes punetipennis n. A., Macleay a. a. 0.
p. 127.
Gyrinidae. Gyrinus convexiusculus (Gayndah) n. A., Macleay
a. a. 0. p. 128.
Dineutes Caledonicus (Neu Caled.) n. A., Fauvel. Bull. Soc.
Linn. Norm. 2. ser. I. p. 177.
Hydrophilidae. Baudi bespricht im Bull. Soc. Ent. Ital. IV.
p. 35 ff. die italienischen Arten der Gattung Limnebius und beschreibt
als n. A.: L. nitidulo'ides, furcatus, similis, mucronatus.
Die (7) Schlesischen Philhydrus- arten sind im 50. Jahresber
Schles. Ges. Vaterl. Cultur p. 183 aufgeführt.
E. Schwarz. Zur Kenntniss der europäischen Philhydrus-
arten. Zeitschr. f. Entom. Breslau 1872. 3. Heft. p. 15 ff. Giebt eine
analytische Tabelle von 8 bekannten europäischen Arten (testaceus
F., maritimus Thoms., frontalis Er., melanocephalus F., nigricans
Zett., politus Küst., marginatus Duftsch., marginellus F.), nebst syno-
nymischen und kritischen Bemerkungen. — Die südeuropäischen, von
denen mehrere unbeschriebene gemeldet werden, sind nicht berück-
sichtigt.
Gerhardt beschreibt ebenda p. 1 Hydrobius Rottenbergii n.
sp., eine bisher mit H. fuseipes L. verwechselte Art, deren unter-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 275
scheidende Kennzeichen dem H. fuscipes gegenüber ausführlich aus-
einandergesetzt werden.
Sharp stellt auf Cyloma n. g., Mittelglied zwischen Hydro-
philinen u. Sphaeridiinen ; die Art ist C. Lawsonus (!) n. sp., von
Neuseeland, Auckland; u. beschreibt Philhydrus suturalis (Engl.) n.
sp. Ent. Monthl. Mag. IX. p. 152 ff.
Macleay a. a. 0. p. 129 beschreibt n. A. in den Gattungen:
Hydrophilus, Hydatotrepliis (n. g.) ; Sternolophus, Philhydrus; Hydro-
baticus (n. g.); Hygrotrophus (n. g.); Hydrochus, Hydraena, Cy-
clonotum.
Hydrophilus quadristriatus (New Jersey) n. A., Hörn, Trans.
Am. Ent. Soc. 1871. p. 331.
Reitter beschreibt in der Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 178 f.
die n. A. : Laccobius atriceplialus , Kiesemuetteri ; Ochthebius numi-
dicus (Oran).
0. maculatus (Oran, Sicil.), Reiche Cat. Col. Alg. p. 27 An-
merk.
0. algicola (Madeira) n. A., Wo 1 las ton, a. a. 0. p. 223.
Chaetarthria picea) Hydrochus octocarinatus (Kiew) n. A.,
Hochhuth, Bull. Mose, XLIV. p, 246 ff.
Helophorus elegans (Turkestan) n. A., Ballion, ebenda XLIII.
p. 329.
Staphylinidae. Solsky beschreibt in den Hör. Ent.
Ross. VIII. p. 289 ff. die von ihm und Baron von Nolcken
in Südamerika gesammelten Staphyliniden.
Aleocharini. Eine monographische Bearbeitung der
Brevipennes beginnen Mul sant u. Rey mit der Familie (!)
der Aleocharini. Mem. Acad. Sc. de Lyon XIX. p. 74 ff.
Bei der Eintheilung dieser „Familie" gehen die Verf. z. Th.
auf Jacqu. Du Val zurück, da sie die Verwendung der Gestalt der
Hinterwinkel des Prothorax oder der Mundtheile in systematischer
Hinsicht für unvortheilhaft halten. Mit Berücksichtigung der Zahl
der Tarsen- und Fühlerglieder gelangen dieselben zu den 8 Unter-
abtheilungen (branches) :
8. Dinardarii (Flügeldecken mit Randleiste, Tarsen heteromer).
7. Gymnusarii (Tibien, wenigstens des hintersten Paares, oben
mit einem oder mehreren kleinen Dornen);
6. Diglossarii (Tarsen 4-, Antennen llgliederig; Vorderschienen
mit einem Zahn).
5. Hygronomarii (Tarsen 4-, Antennen llgliederig, Vorder-
schienen ohne Zahn).
4. Oligotarü (Tarsen 4-, Antennen lOgliederig).
3. Äleochararii (Tarsen 5gliederig; Hinterschienen ohne Dorn).
276 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
2. Myrmedoniarii (Vorderbeine mit 4-, übrigen mit 5 Tarsen-
gliedern, Hinterschienen ohne Dorn);
1. Bolitochararii (2 vorderen Beinpaare mit 4-, das hintere
mit Ögliederigen Tarsen; Hinterschienen ohne Dorn.
Dieselben beschreiben (ebenda XVIII, p.' 153 ff.) die n. A. :
Homalota /£Zwm; Gyrophaena diversa, punctulata, despecta, brevicomis;
Myllaena rubescens, valida; Phytosus semüunaris ; Diglossa sinuati-
collis, crassa; Tachyusa objecto,; Aleochara fuliginosa; Diestota (n. g.)
Mayeti.
M a c 1 e a y beschreibt 7 neue Arten aus den Gattungen My rme-
cocephalus (n. g.), Aleochara, Myrmedonia, Tachyusa, Oxypoda,
Homalota; a. a. 0. p. 134 ff.
Falagria longipes, Homalota Sharpiana, Wollaston zwei n. A.
von Madeira: Trans. Ent. Soc. 1871. p 284, 288.
Hochhuth (Bull. Moscou XLIV. 2. p. 86 ff.) beschreibt neue
(meist russische) Arten aus den Gattungen Falagria, Tliiasophila,
Aleochara, Myrmedonia, Oxypoda, Homalota, Encephalus, Gyrophaena.
Calodera lapponica, laticollis ; Homalota nivicola (Lappl.)n. A.,
Sahlberg, Not. Flor. Faun. Fenn. XI. p. 345, 416, 419.
Myrmedonia drusilloides ; Tachyusa cavicollis (Samarkand) n. A.,
Solsky Hör. Ent. Ross. VIII. p. 153 f.
Apteranillus Baffrayi (Boghari) n. A., Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Fr. (4) X. p. 371.
Phytosus litoralis (New Jersey) n. A , Hörn, Transact. Am.
Ent. Soc. 1871. p. 331.
Atemeies excisus (W-Gothland), Homalota rivulorum, sex notata,
nigricans n. A., Thomson, Opusc. Ent. IV. p. 371 ff.
Fauvel merkt in Reiche's Cat. Col. Alg. p. 28 ff. die n.
A. Crataraea riibripennis (Biskra); Oxypoda luctifera, ambigena (Bona):
Notothecta inflata (Bona) an.
Derselbe beschreibt die n. A. H. platycephala von der I.
Reunion; Bull. Soc. Linn. Norm (2). I. p. 68; ändert diesen Namen
in megacephala um ebenda II. p. 379.
Tachyporini. Macleay (a. a. 0. p. 136 ff.) beschreibt die
n. A. Tachyporus tristis, rubricollis; Conurus ruftpalpis, atriceps,
elongatulus.
Solsky (Horae Ent. Ross. VIII. p. 156 u. 236 ff.) beschreibt
die n. A. : Boletobius pullus (Samark.) ; B. Maacki, arcuatus, (O-Sibir.).
Conosoma erythrinum (Kiew) n. A., Hochhuth, Bull. Moscou
XLIV. 2. p 126.
Tachyporus signifer (Bona), n. A., Pandelle, Reiche's
Cat. Col. Alg. p. 32 Anmerk.
Qaed i i n i. Heterothops melanocerus (Samarkand) n. A., S o 1 sk y,
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 277
Hör. Ent. Ross. VIII. p. 154. H. distinguendus (Kiew) n. A., Hoch-
huth a. a. 0. p. 130.
Quedius Ernestini (Alg.) n. A., Fauvel in Reiche's Cat.
Col. Alg. p. 35 Anmerk. Q. spelaens, Höhlenbewohner der Wyandotte
Cave, n. A., Hörn, Tr. Am. Ent. Soc. 1871 p. 332 u. Am. Natura-
list. VI. p. 421.
Staphylinini. Die Unterschiede zwischen den 3 nahe verwand-
ten Arten: Philonthus aeneus Rossi, succicola Thoms. und carbonarius
Gyllh. auseinandergesetzt. 49. Jahresb. Schles. Ges. Vaterl. Cultur
p. 188.
Fauvel (Bull. Soc. Linn. Norm, (2) I. p. 69 f.) beschreibt
Philonthus peregrinus, colubrinus; Staphylinus Coquereli als n. A. von
der Insel Reunion.
Derselbe merkt zwei n. Philonthus-arten (crythropterus, fe-
nestrus) aus Algier an; Reiche's Cat. Col. Alg. p. 35.
Macleay a. a. 0. p. 139 ff. beschreibt folgende n. A. von
Gayndah : Philonthus australis, haemorrhoidalis, pilipennis, politulus,
subcingulatus, chalybeipennis, xantholinoides ; Spaphylinus luridipcnnis,
anälis.
Solsky beschreibt Hör. Ent. Ross. VIII. p. 158 die n. A.
Ocypus fusco-äeneus von Samarkand, u. p. 291 ff. Glenus Jelskii (Peru);
Staphylinus notatus (Lima); Philonthus Jelskii (Lima), braehypterus,
chlorocephalus (Cayenne), trocliüus (Venezuela), limensis (Lima) ; Belon-
uchus Taczanovskii (Peru); Trigonopselaphus Nolckenii (Neu Granada);
Xanthopygius peruvianus (Monte Rico), Plociopterus Jelskii (Monte
Rico); Brachydirus picticomis.
Philonthus coxalis (Kiew), n. A. Hochhut h, a. a. 0. p. 142.
Xantholinini. Xantholinus melanarius (= morio ! Reitter), n.
A. von Frendah, Oran; Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 167.
X. morio! (St. Helena) n. A., Wollaston, Ann. Nat. Hist.
(4). V11I. p. 410.
Macleay beschreibt 5 neue Xantholinus-, 2 Leptacinus-^rian
von Gayndah, a. a. 0. p. 137 ff.
Leptolinus versicolor (Astrachan) n. A., Solsky, a. a. 0. p. 181.
Othius longicomis (Schweden) n. A. (Thomson, Opusc. Ent.
IV. p. 369.
Vaederini. Von Macleay werden n. A. beschrieben in den
Gattungen: Cryptobium, Dolicaon, Lathrobium, Lithocharis, Stilicus,
Scopaeus, Sunius, Paederus; a. a 0. p. 142.
Lathrobium Lethierrii ; Dolicaon cribricollis; Lithocharis
africana, n. A. aus Algier, s. Reiche's Cat. Col. Alg. p. 37 ff. Anm.
Gnathymenus obesus (Chillan) ; Paederus chilensis (Valparaiso) ;
Sunius diversicollis (Sicil.) n. A., Fauvel, Bull. Soc. Linn. Norm.
(2). I. p. 18 ff.
278 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Scopaeus Ryii (Engl.) n. A., Wollaston, Entom. Monthl.
Mag. IX. p. 34.
Achenium nigriventre (Tauger) n. A., Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Fr. (4). X. p. 372.
Dolic&on pullus ; Paederus albipilis (Samarkand) n. A., Solsky,
a. a. 0. p. 161 ff.
Lithocharis gracilis (Lozere) n. A., Mulsant u. Rey, a.a.O.
p. 83.
Pinophilini. Neue Arten in den Gattungen Pinophilus,
Oedichirus u. Pinobius n. g., Macleay, a. a. 0. p. 146 ff.
Taenodema elegans (Süd-Am.) n. A., Solsky, Hör. Ent. Ross.
VIII. p. 310.
Stenini. 7 neue Stenus-&rten von Gayndah ; M a c 1 e ay a. a. 0.
St. aereus (Samarkand) n. A., Solsky, a. a. 0. p. 163.
St. sulcatulus, cavifrons (Beaujolais), Mulsant u. Rey a. a. 0.
p. 84 ff.
St. cordicollis (Algier), Fauvel, Reiche's Cat. Col. Alg. p.
40 Anmerk.
St. scaber (Corsica), derselbe. Bull. Soc. Linn. Norm. (2). V.
p. 20.
Oxytelini. Neue Arten dieser Gruppe werden be-
schrieben von Fauvel (Bull. Soc. Linn. Norm. (2). I. u. V.);
Reiche, Cat. Col. Alg. p. 42 ff.; Hochhuth a. a. 0.
p. 158 ff.; Sharp (Ent. Monthl. Mag. VII. p. 217. Sartallus
n. g.) Mulsant u. Rey, a. a. 0. p. 87 ff; Wollaston
(Ann. Nat. Hist. (4). p. 410 f. Oxytelus dlutaceifrons, niti-
difrons von St. Helena); Macleay a. a. 0. p. 150.
Homaliini. Fauvel (Bull. Soc. Linn. Norm. (2) V. p. 18 ff.)
beschreibt die n. A.: Lesteva Pandellii (Pyrenäen); Anthobium Oc-
tavii, foveicolle (Alpen), pruinosum (Corsica), rectangulum (Frankr.,
ItaL, Deutschi.)
Lesteva maior (Mt. Pilat.) n. A., Mulsant u. Rey, a. a. 0.
p. 93.
Anthobium granulipenne; Omalium lagopinum (Lappland), 2
n. A., J. Sahlberg, a. a. 0. p. 424 ff.
0. morinum (Palermo), Ragusa, Bull, della Soc. Ent. Ital. III.
p. 196. 0. gayndahense Macleay a. a. 0. p. 151 n. A.
Sharp beschreibt im Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 83 Eudectus
Whitii, eine n. A. aus Schottland, und meldet das Vorkommen von
Lesteva muscosum Duv. u. Olophrum consimile Gyll. in England,
ebenda u. p. 83.
Protinus nigriceps (Kiew) n. A., Hochhuth a. a. 0. p. 174.
Piestini Hörn setzt in den Trans. Am. Ent. Soc.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 279
1871. p. 297 ff. die Unterschiede der Nordamerikanischen
Isomalus-arten auseinander und beschreibt J. canadensis
(Ontario) n. sp., (ebenda p. 332) Glyptoma brevicristatum
(Arizona) n. sp.
Glyptoma punctiplicatum Solsky ist ein Thoracophorus, und
Piestus laevis (Monte Rico) eine n. A. aus Peru, Solsky, a. a. p. 311.
Paussidae, Macleay beschreibt die n. A. Arthropterus West-
woodi, Master si, angusticornis, Kingi, elongatulus, a. a. 0. p. 153 f.
Sn. v. Vollenhoven in der Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 82
Paussus LudeTcingi (eine n. A. aus Indien).
Pselaphidae. Hutchinson erwähnt das Vorkommen von
Trichonyx sulcicollis im nördlichen England; Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 135; Rye desgl. von Trimium brevipenne Chaud., ebenda
VII. p. 207.
Macleay a. a. 0. p. 151 f. beschreibt die n. A. von Gayn-
dah: Tmesiphorus Kingi; Tyrus Mastersi; Bryaxis hirtus, atriceps.
Machaerites cristatus (Ariege) n. A., Saulcy, in Abeille's Etud.
Col. cavernic. p. 16.
Raffrey (Pet. Nouv. 56. p. 160 ff.) beschreibt folgende n. A.
aus Algier: Ctenistes Desbrochersi ; Bryaxis tuberiventris, Oliveri;
Bythinus algiricus.
Claviger Nebrodensis (Sicil.)n. A. Ragusa, Bull. Soc. Ent. It.
III. p. 195.
Scydmaenidae. Scydmaenus rufus, Müll. u. K. u. S. carinatus in
England; Ent. Monthl. Mag. VII. p. 273. u. VIII. p. 83.
S. praeteritus Rye, eine n. A. ans England, ebenda IX. p. 6.
S. Kingi (Gayndah), Macleay a. a. 0. p. 155; S. pinguiculus
(Zanzibar) Gerstäcker a. a. 0. p. 43. n. A.
Cephennium mycetaeoides (Madeira) n. A. Wollaston a. a. 0.
p. 281.
Silphidae. Abeille giebtin seinen fitud. Col. cavernic.
p. 17—23 eine Synopsis der in den Pyrenäen vorkommen-
den Adelops- arten, von denen A. Ehler si, Sauicii, Diecki, Dis-
contigniijBamevillii, longicornis, Abeülii, clavatus, zophosinus,
subasperatus, lapidicola, Grenieri neu sind.
La Brülerie meint (Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. p. 444), dass
nur in benachbarten Höhlen dieselben Arten vorkommen, und dass
unter dem gleichen Namen vielfach verschiedene Arten verwechselt
sind. Er beschreibt die n. A.: A. curvipes, novemfontium, Perieri,
crassicornis, oviformis, Vasconicus, Crotchi.
A. cisnerosi (Spanien) n. A., Peres Areas, An. Soc. Esp. I.
p. 127.
280 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
A. Kerimi (Mte. Rosa), Gestroi (Sardin.), Doriae (Mte. Ceppo),
n. A., Fairmaire, Ann. del. Mus. St. Nat. Genov. III. p. 54.
Necrophorus chilensis (Chili) n. A., Philip pi, Stett. Ent. Zeit.
1871. p. 293.
Silpha fluctuosa (Spanien) n. A., Schaufuss, N. 0. I. p. 204.
S. turJcestanica (Turkestan) n. A. Bai Hon, Bull. Mose. XLIII.
p. 329.
Choleva Barnevillii (Blidah); Catops Bugnioni (Tour d'Ai), n. A.
Tournier, Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 436 f.
C. obscums (Gayndah) n. A., Macleay, a a. 0. p. 155.
Rye setzt die Unterschiede zwischen Anisotoma gran-
dis Fairm., oblongata u. scita Erichs, auseinander, und mel-
det deren Vorkommen in England. Ent. Monthl. Mag. VII.
p. 180; VIII. p. 159.
Eine Monographie derselben Gaftung ist in den Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). IL p. 169 ff. von Ch. Brisout de Barne-
ville erschienen, in der die n. A. beschrieben sind: A. al-
giricum, Leprieuri, nigrieeps (Bona), Escoraliense (Escurial),
siculum (Sicil.), pisanum (Pisa).
A. Wancowiczi (Kiew) eine n. A., Hochhuth, a. a. 0. XLV.
No. 2. p. 312.
Rye beschreibt ein neues Anistoma (lunicollis) aus England.
Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 203.
Trichopterygidae. A. Matthews: Trichopterygia illu-
strata et descripta. London 1872. Der Verfasser stellt diese
Familie zwischen die Philhydridae und die Staphylinidae
und theilt die 24 hierhergehörigen Gattungen mit ihren
149 Arten in 2 Familien: Ptiliadae mit nicht abgestutzten,
Trichopterygidae mit abgestutzten Flügeldecken.
Die neuen Gattungen und Arten sind: Euryptilium n. g., ge-
gründet auf Trichopteryx Saxonica Gillm. ; Throscidium (n. g.) Ger-
maini, Fairmairii; MotschülsMum (n. g.) sinuaticolle; Microptilium
n. g., gegründet auf Trichopteryx pulchella ; Actinopteryx n. g., ein-
gerichtet für Tr. fucicula; Ptinellodes n. g. für Ptilium testaceum
Lee; Pteridium Kraatzi, Mannerheimi ; Ptilium croaticum, Sharpi,
Forsteri; Nephanes meridionalis ; Trichopteryx Aubei, Motschulskii,
Reichii, Wenckeri, diffinis, Josephi, Henrici, Marseuli, Alliberti, Sallaei,
Horni; Pteryx Duvali.
Derselbe beschreibt Trichopteryx fuscula, longula, edithia,
cantiana, n. A., aus England; Ent. Monthl. Magaz. VIII. p. 152 f.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872 281
Ptenidiam laticoUe; Nossidium scaphidiiforme; n. A., Hoch-
huth a. a. 0. p. 214 f.
Ptilium Caledonicum n. A., Sharp, Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 73.
Scaphidiidae. Macleay a. a. 0. p. 156 beschreibt die n. A.:
Scaphidium punctipenne, Mastersi; Scaphisoma politum. puncti-
penne (Gayndah).
Histeridae. Hörn beschreibt in den Trans. Am. Ent Soc. 1870.
p. 134 ff. n. A. in den Gattungen Hister, Hetaerius, Tribalus, Sapri-
nus, Plegaderus, Onthophilus; Macleay a. a. 0. p. 157. desgl. in
den Gattungen Hololepta, Platysoma, Saprinus, Abraeus.
Hister Marseuli, Berardi, compressus (Algier) n. A., desLoges,
Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 339 ff.
Epierus Beccarii; Tribalus Doriae, bomba (Sarawak) n. A.,
Marseul. Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 80 ff.
Saprinus aequalis, rubripes (Arabien), Walker, a. a. 0.
p. 11; S. biplagiatus (Asiat. Russl.), Ballion. Bull. Mose. XLIII.
p. 330; S. Perrisi (Corsica) Marseul, L'Abeille, VIII. p. 415 n. A.
Platysoma betulinum; Saprinus asphaltinus (Kiew), n. A.,
Hochhuth, a. a. 0. XLV. Nr. 2. p. 219ff.
Onthophilus interruptus ; Hetaerius setulosus, 2 neue Arten
von Oran; Reitter, Berl. Ent. Zeit. 1872. p. 168, 179.
Phalacridae. Olistherus n. g. Seidlitz, Fauna Baltica p. 157
für Olibrus geminus Illig., piceus Steph., oblongus Erichs.
Phalacrus Brisouti, eine n. A., Rye, Ent. Monthl. Mag. IX.
p. 8. wo auch (p. 38) das Vorkommen von Olibrus partieeps ge-
meldet ist.
P. aethiops (Zanzibar), n. A., Gerstäcker a. a. 0. p. 44.
P. intermedius ; Olibrus pumilus (Kiew) n. A., Hochhuth,
,a. a. 0. XLV. Nr. 2. p. 231, 234.
Nitidulidae. Reitter hat der in den Verh. Ver.
Brunn IX erschienenen Revision mehrere Nachträge folgen
lassen: ebenda XI. p. 49; p. 53 u. Berl. Ent. Zeit. 1872
p. 125 ff., 265 ff., wo im Ganzen 43 n. A. beschrieben sind.
Derselbe: Revision der europäischen Epuraea-
Arten. Verh. Ver. Brtinn XI. p. 3 ff.
Von den europäischen Arten sind 3 dem Verf. unbekannt ge-
blieben ; E. diffusa Bris, zieht er als Varietät zu decemguttata Fabr.
Die (mit den Addenda auf p. 211) beschriebenen 30 Arten, von
denen 7 neu sind, sind nach der analytischen Methode bestimmt.
Derselbe: Die Rhizophaginen, monographisch be-
arbeitet; ebenda p. 27 ff.
Reitter theilt die Nitidulidae, deren Oberlippe von dem er-
weiterten Vorderrande des Kopfschildes verdeckt wird, in die beiden
282 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Gruppen Ipinae (Fühler llgliedrig; Fühlerkeule aus 3 Gliedern be-
stehend, Endglied derselben nicht geringelt) mit den Gattungen
Cryptarchus, Lioschema, Ips, Aparomia, Paromia und Rhizophaginae
(Fühler lOgliedrig, Keule aus 1 — 2 Gliedern bestehend, letztes an
der Spitze deutlich geringelt), hierzu Rhizophagus, Europs u. Ixion
n. g. Ob auch das dem Verf. unbekannt gebliebene Gen. Mimema
Woll. hierhin gehört, ist zweifelhaft. Beschrieben sind 34 Arten,
darunter 12 neue; die neue Gattung ist auf eine vom Cap d. g. H.
stammende Art gegründet, die auf Taf. I. Fig. 28, 29 abgebildet ist.
Macleay a. a. 0. p. 159 ff. beschreibt n. A. aus den Gattun-
gen Brachypeplus, Carpophilus, Nitidula, Soronia, Pria, Pocadius,
Cychramus, Ips.
Aethina combusta; Meligethes heteropus, Lordites claudus
(Zanzibar) n. A., Gerstäcker, a. a. 0. p. 44 f.
Epuraea thoracica (Wallis), Rhizophagus Hannenfeldi (Russl.)
n. A., Tournier, Rev. et Mag. Zool. (2) XXIII. p. 250 f.
Epuraea Heeri (Blidah); Ips grandis (Caucasus) n. A., ders.
Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 439 f.
Meligethes Crotchi, Grenieri, gracilis, Bonvouloiri, anthracinus,
Marmottani, syriacus, confusus Ch. Bris out, L'Abeille VIII. p. 1 ff. ;
M. Byii (Canaren) Wol laston, Trans. Ent. Soc. 1871. p. 238; M.
pictus (Nordostküste Englands), Rye, Ent. Monthl. Mag. VIII.
p. 75 n. A.
Pityophagus laevior (Südfrankr.) n. A., E'Abeille, Etud.
Col. cav. p. 29.
TrOgOSitidae. Cymba n. g., gegründet auf Peltis procera Kraatz;
Seidlitz, Fauna Baltica p. 34.
Trogosita mauritanica Oliv, als Zerstörer von Mehlvorräthen.
Corresp.-bl. Naturf. Ver. Riga XIX. p. 84.
Melambia Goetardi (Oberägypt.) n. A. , Tornier, Mitth.
schw. entom. Ges. III. p. 441.
M. subcyanea (Aruscha) n. A., Gerstäcker, a. a. 0. p. 349.
Pascoe stellt in den Ann. Nat. Hist. (4). X. p 317 die neue
Gattung Neaspis auf, die er als Vertreter einer neuen Unterfämilie,
Neaspidinae ansieht (Antennen lOgliederig mit 3gliederiger Keule;
Tarsen 4gliederig; Innenrand der Maxillen unbewaffnet), und be-
schreibt die n. A. : N. vülosa und Peltis moniliata (Austral.).
Trogosita turkestanica, Ballion, a. a. 0. XLIII. p. 330.
Macleay a. a. 0. p. 163 f. beschreibt die n. A.: Leperina
Mastersi, gayndahensis, burnettensis.
Colydiidae. Wol las ton (Trans. Ent. Soc. 1871. p. 240) be-
schreibt Tarphius lutulentus n. sp. von Madeira.
Macleay führt die neuen Arten Ditoma costata; Deretiaphrus
Pascoei; Bothrideres Mastersi, Pascoei, Kreffti, suturalis auf.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 283
Cerylon forticorne, eine neue Art von Gde. Chartreuse;
Mulsant und Rey, Ann. Soc. Linn. Lyons XVIII. p. 95. C. pyg-
maeunij desgl. von Zanzibar; Gerstäcker a. a. 0. p. 45.
Cossyphodes Beccarii (Bogos) n. sp., Oestro, Ann. Mus.
Stör. Nat. Genov. III. p. 49.
Cucujidae. Macleay a. a. 0. p. 167 ff beschreibt die neuen
Australischen Arten Prostomis laticeps; Ipsaphes nitidülus: Pla-
conotus (n. g.) longicomis; Silvanus castaneas; Omma Mastersi.
Laemotmetus (n. g) ferrugineus (Zanzibar) n. A., Ger-
stäcker, a. a. 0. p. 45.
Laemophloeus suffusus (Madeira), n. A., Wol laston a. a- 0.
p. 244.
Reitter stellt in der Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 168 die n. G.
Diochares auf mit der Art depressus n. sp. von Frendah,
Oran, die nach Kraatz (ebenda p. 186) = Pediacus costipennis
Fairm. ist.
Otbniidae. Pascoe bespricht die systematische Stel-
lung der von ihm geschaffenen Gattung Elacatis, die er an-
fänglich zu den Melandryidae gestellt hatte. Leconte hatte
aus derselben unter dem Namen Othnius zum Vertreter
einer besonderen Familie gemacht, die in naher Ver-
wandtschaft mit den Cryptophagidae steht.
Als neu beschreibt derselbe Elacatis lyncea (Ceylon) und E.
laticollis (Batchian); Ann. Nat. Hist. (4) VIII. p. 347.
E. longicomis (Californ.), n. A., Hörn, Trans. Am. Ent. Soc.
1871. p. 334.
Cryptophagidae. Das Vorkommen von Atomaria fimetarii in
einem Pilze (Coprinus comatus) erwähnt H. Hutchinson, Ent.
Monthl. Mag. VIII. p. 160 u. 205. Neue Arten sind:
Cryptophagus parallelus (Schweden), Thomson, Opusc. Ent.
IV. p. 387. C. gracilipes (St. Helena), Wollaston, Ann. Nat. Hist.
(4). VIII. p. 400. C. impressicollis, helveticus (Wallis), Tournier,
Rev. et Mag. Zool. (2). XXIII. p. 253 f.; C. dilaticollis (Genua),
hexagonalis (Minsk), Barnevillii (Sicil.); Atomaria Abeillii (Algier),
delicatula (Jura), minutissima (Genua), derselbe Mitth. schw. ent.
Ges. III. p. 443 ff.
Paramecosoma oculare (Oran), Reitter, ßerl. Ent. Zeit. XVI.
p. 172.
Episthemus lepidus (Kiew), Hoch hu th, a. a. 0. XLV. Nr. 2.
p. 305.
Lathridiidae. Leder beschreibt in der Berl. Ent. Zeit. XVI.
p. 137 ff. die n. A.: Reitteria (n. g.) lucifuga und Holopara-
mecus occultus (Frendah). Reitter (ebenda p. 170) Derotoma
284 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
(n. g.), Lederi (Oran); v. Kiesen wetter (ebenda p. 163) Merophysia
cretica, lata (Athen), oblonga (Zante), sicula (Sicil.).
Thomson (Opusc. Ent. IV. p. 383 ff.) Corticaria flavescens,
spinulosa.
Nach Wollaston findet sich eine n. A. Lathridius Watsoni
Woll. in Chili und auf Madeira; am letzten Ort also wahrscheinlich
eingeführt. Trans. Ent. Soc. 1871. p. 253.
Mycetophagidae. Grouvelle meldet das Vorkommen von
Litargus coloratus Rosenh. in Frankreich» Bull. Soc. Ent. Fr. (5).
II. p. XIV.
Macleay a. a. 0. p. 170 beschreibt die Arten Triphyllus
fasciatus und Diplocoelus ovatus aus Gayndah.
Mycetaea Goquereli (Mers-el-Kebir), n. A., Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. Fr. (4). X. p. 372.
Thorictidae. Thorictus seriesetosus (Tanger) n. A., derselbe
ebenda p. 373.
T. Ehlersi, eine neue Art von Mazarron, Perez Areas,
Ann. Soc. Esp. I. p. 95.
Dermestidae. Ueber die Lebensweise der Larven von Der-
mestes lardarius macht Giraud einige Mittheilungen (Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). II. p. 305) s. p.
E. Abeille (Etud. Col. cavernic. p. 30) beschreibt Trogoderma
hieroglyphicum n. sp. von Marseille.
Gerstäcker a. a. 0. p. 45 beschreibt die n. A.: Trogoderma
haemorrhoa (Endara, Zanzibar); Hypoceuthes (n. g., von Anthre-
nus verschieden durch die nackte, dicht punktierte Oberfläche, klei-
neren Augen und den spitzeren Scutellarfortsatz des Pronotums) ater-
rimus (Kisuani, Zanzibar).
Attagenus pictus, angustatus (Turkestan), n. A., Ballion,
a. a. 0. XLIII. p. 330.
Anthrenus novicus (Algier); n. A., Mulsant und Godart; Ann.
Soc. Linn. Lyon. XVIII. p. 212.
Macleay a. a. 0. p. 170 f. beschreibt 5 neue Arten von
Gayndah in den Gattungen Megatoma, Anthrenus, Cryptorhopalum,
Trinodes.
Byrrhidac Megatoma undata L. verfolgt Tenthredo-Larven,
A. Kuwert, Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 305.
Syncalypta hirsuta (Engl.) n. A., Sharp, Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 151. Byrrhus tuscanus (Toscana), C. A. Dohrn, Stett.
Ent. Zeit. 1872. p. 485; B. Pettiti (Canada), Hörn, Trans. Am.
Ent. Soc. 1870. p. 76, n. A.
Macleay a. a. 0. p. 171 f. beschreibt die n. A.: Microchaetes
fascicularis, costatus; Limnichus frontalis (Gayndah).
Georyssus Kingi (Gayndah) n. sp., ders. ebenda p. 172.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 285
Parnidae. Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soe. 1870.
p. 29 ff. eine Synopsis der Parnidae der Vereinigten Staaten, und
führt als n. A. auf: Psephenus Haldemanni (Calif.); Elmis quaäri-
maculatus (Calif.), glaber, maestus , abnormis, similis (Arizona),
ferrugineus (Texas); Stenelmis quadrimaculatus (Vermont); Macrony-
ches parvulus (Californ.).
Elmis filum (Algier), Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X.
p. 373. Parnus pubescens (Arabien), Walker a. a. 0. p. 11.
Heteroceridae. Hochhuth beschreibt a. a. 0. p. 319 eine neue
Varietät (quadrimaculatus Hochh.) von Heterocerus obsoletus Curt.
Heterocerus Mastersi (Gayndah) n. A., M a cl e a y a. a. 0. p. 173.
Lucanidae. Lamprima Kreffti (Gayndah), n. A., derselbe
ebenda.
Apterocyclus (n. g., Metasternum ausserordentlich kurz;
nur die Mittelschienen beim J bedornt) lionolululensis n. A. von
Honolulu; Waterhouse, Trans, Ent. Soc. Lond. 1871. p. 315.
Bhaetulus (n. g., Rhaetus nahe stehend) crenatus von For-
mosa; Doreus ratiocinativus, suturalis (Himalaya), glabripennis (In-
dien); Lissotes furcicornis (Victoria); latidens, Launcestoni, forcipula,
subcrenatus (Tasmanien), n. A.. Westwood, ebenda p. 353 ff.
Ceratognathus rufipennis (King George's Sound) n. A., ders.
ebenda 1872. p. 82.
Sphenognathus armatus (Columb.) Parry ebenda p. 73,
Prosopocoelus Rosenbergi (Java); Cantharolethrus BucMeyi
(Ecuador); Leptinopterus afßnis, Paranensis (Parana) n. A., Sn.
v. Vollenhoven, ebenda p. 77 ff.
Neolucanus marginatus (Indien), Waterhouse, Ent. Monthl.
Magaz. IX. p. 53. n. A.
Passalini. Riley beschreibt und bildet ab in seinem IV.
Rep. Ins. Miss. p. 139 ff. die Larve und Puppe von Passalus cornutus
Fabr. und giebt Details über ihre Lebensweise.
J. J. Kaup liefert in der ßerl. Ent. Zeit. XV. Heft IV.
eine Monographie dieser Gruppe. Abgesehen von dem ei-
gentümlichen Versuche, alle weiteren systematischen Ka-
tegorien innerhalb dieser Familie (nach Kaup) nach der
Fünfzahl aufzustellen, ist die Arbeit sehr anerkennenswerth.
Auf 5 beigefügten Tafeln finden sich neue oder kritische
Arten ganz oder in ihren charakteristischen Theilen ab-
gebildet. Beschrieben sind 171 Arten, so dass nach der
Zahlenmystik Kaup's noch 154 an der vollen Zahl 325
fehlen. Die Zahl der neuen Arten ist beträchtlich (18).
Die neuen Gattungen sind: Ceracupes, Comacupes,
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. Bd. 2. T
286 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Caulifer, PI euro Stylus, Semicyclus, Ciceronius,
Didymus, TricJiostigmus, Vellejus, Pelops, La-
bienus, Plesthenus, Macrolinus, Episphenus, La-
ckes, Gonatas, Cetejus, Basilianus, Ogyges, Pu-
blius, Spurius, Popilius, Vindex, Mitrorhinus,
Ninus, Bhodocanthopus, Rhagonocerus, Epiphanus,
Eumelus, Soranus, Veturius, Sertorius, Verres,
Rimor.
Macleay a. a. 0. p. 173 f. beschreibt als n. A. von Gayndah:
Aulacacyclus Kaupi ; Taeniocerus Mastersi; Mastachilus nitidulus,
puncticollis.
Scarabaeidae. Mulsant beginnt in den Ann. de la
Soc. d'Agric. etc. de Lyon 4e ser. IL p. 241 ff. („Tribu des
Lamellicornes") eine Revision der französischen Arten, zu-
nächst der Goprini und Aphodiini. Es werden auch neue
Arten beschrieben.
Candeze berichtet in den Compt. Rend. Soc. Ent.
Belg. XIV. p. XXIII. über 42 ausländische Arten, die in
zahlreichen Exemplaren mit Wolle von Buenos-Ayres
nach Verviers gekommen waren; 6 derselben werden als
neu angezeigt.
Goprini. Macleay beschreibt die neuen Arten von Gayndah
(a. a. 0. p. 175 ff.), C anthonosoma (n. g.) Mastersi; Cephalodes-
raius quadridens, Temnoplectron tibiale; Merodontus (n. g.) calca-
ratus-, Onthophagus divaricatus,rubicundulus, perpilosus, incornutus,
Mastersi, desectus, quinque-tuberculatiis, inermis.
Harold (Col. Hefte VIII. p. 1 ff.) beschreibt die n. A.: Ateu-
chus venerabilis (Abessinien) ; Stiptopodius (n. g., sehr nahe mit
Onthocharis verwandt, Oberseite behaart, Antennen achtgliedrig), Do-
riae; Heliocopris Beccarii ; Canthidium magmim; 9 Onthophagusar-
ten; und VII. p. 112 Coptorrhina granulifera von Natal.
Weitere Beiträge zur Kenntniss einiger koprophagen La-
raellicornier liefert E. v. Harold, Berl. Ent. Zeit. XV. p. 249 ff.
Nach einigen ergänzenden und berichtigenden Zusätzen zu den frü-
heren Veröffentlichungen werden die den Gruppen J u. K der
E richson'schen Eintheilung angehörigen Arten in derselben Weise
wie die früheren behandelt.
Gerstäcker a. a. 0. p. 48 ff. beschreibt von Zanzibar etc.
die n. A.: Ateuchus Aegyptiorum Latr. var. puryurascens; A. aeratus
(u. var. minor), pustulosus; Actinophorus catenatus; Sisyphus no-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 287
difer, seminulum; Anachalceos procerus; Gymnopleurus umbrinus;
10 Onthophagus Arten; Oniticellus humilis, caelatus.
Homalocopris n. g. Solsky, gegründet auf Copris tmolus
Fischer = Synaspis (Bates) brahmina Hope, Hör. Ent. Ross. VIII.
p. 130.
Gymnopleurus violaceus ; Onitis sterculius, Haroldi; Ontho-
phagus saiga, Haroldi (Turkestan) n. A., Ballion, Bull. Mose.
XLIII. p. 331 f.
Gymnopleurus obtusus n. A., Mulsant, a. a. 0. p. 298.
Onthophagus crocatus (Alg.) n. A., derselbe, Ann. Soc.
Linn. Lyon. XVIII. p. 315.
J e c k e 1 erörtert in Rev. et Mag. Zool. (2) XXIII. p. 405 ff.
die Charaktere der Gattung Caccobius Thoms. und findet eine Spal-
tung derselben nothwendig. nach welcher nur noch Schreberi L.,
mundus, histero'ides Menetr., denticollis, jessensis Har. in ihr ver-
bleiben, während die übrigen Arten die n. G. C aecophilus mit
der n. Untergattung Cacconemus bilden.
Aphodiini. Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc.
1870. p. 110 ff. die Besehreibung der Nordamerikanischen
Aphodius- und Dialytes-arten, und ebenda 1871. p. 284 von
Oxygonius, Ataenius, Euparia, Rhyssemus, Pleurophorus,
Psammodius, Aegialia mit manchen neuen Arten.
Neue Arten in der Gattung Aphodius beschreiben ausserdem :
Mulsant und Rey in den Ann. Soc. Linn. Lyon. XVIIL p. 171 ff.;
Mulsant in Ann. Soc. Agric. Lyon. (4). II. p, 449; Harold, Berl.
Ent. Zeitschr. XV. p. 251 ff; ders. Coleopt. Hefte VII. p. 112 u.
VIII. p. 17 ff.; Gerstäcker a. a. 0. p. 47; Fairmai re, Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 420; Leconte, Col. Hefte X. p. 193; Wal-
ker a. a. 0. p. 11; Ballion, a. a. 0. XLIIT. p. 332; Macleay
a. a. 0. p. 183.
Aphodius atramentarius Er. in Belgien aufgefunden. Compt.
rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. XXX.
Harold (Col. Hefte VIII) beschreibt die n. A. Simogonius
(n. g.) Beccarii p. 22; Euparia spinicollis p. 23; ovalipennis p. 116;
ebenda VII. p. 19 Ammoecius bidentulus vom Cap d. g. II.
Hexalus (n. g.) simplieipes n. A., Mulsant und Rey,
Ann. Soc. Linn. Lyon XVIII. p. 168; Olopcrus (n. g.) für nauus
Fairm.; Psammobius basalis n. A.; Dimalia n. g., gegründet auf
Aegialia sabuleti; dies. Ann. Soc. Agric, Lyon. (4). II. p. 610,636,
647. 4 neue Ammoecius- Arten von Gayndah beschreibt Macleay,
a. a. 0. p. 184 f.
Aegialia Marmottam (Biskra) ; Psammodius poricoUis (Boussada)
288 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X. p. 374. P. latieeps (Ma-
dagascar), ders. ebenda (5). I. p. 34. P. foveicollis (Turkestan),
Ballion, Bull. Mose. XLIII. p. 333; P '. sedbrifrons (Cairo), Walker,
List. Col. Lord. p. 11.
Orphnini. Hybalus subcornutus (Tanger), n. A.. Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X. p. 375, wo auch synonymische
Bemerkungen über andere Hybalusarten sich finden.
Phaeochrous Beccarii (Abessinen) n. A., Harold a. a. 0.
VIII. p. 26.
Geotr up ini. Hörn stellt für die 3 Amerikanischen Athyreus-
arten, die ein breit dreieckiges Schildchen mit gerundeten Seiten
haben (ferrugineus Beauv., fossatus Hald., serratus Lee.) die n. G.
Amechanus auf. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 48; ändert den-
selben, als schon bei den Cerambyciden vergeben, in Br adycine-
tus um; ebenda 1871. p. 334.
Ballion a. a. 0. p. 334 ff. beschreibt eine neue Geotrupes
(Murrayi) und 10 n. Lethrus-Arten aus Russland.
Geotrupes caucasicus n. A, Sharp, Ent. Monthl. Mag. VIII.
p. 10.
Bolboceras gayndahense n. A., Macleay a. a. 0. p. 185.
Athyreus flavohirtus (Arabien) n. A., Walker a. a. 0.
Trogini. Harold liefert in den Col. Heft IX.
p. 1 ff. eine Monographie der Gattung Trox, in der viele
wichtige, kritische und synonymische Bemerkungen ge-
macht sind. Im Ganzen sind 93 Arten beschrieben, darunter
31 neue.
3 neue Irox- Arten beschreibt Macleay a. a. 0. p. 186.
T. madagascariensis n. A., Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
Fr. (5). I. p. 34.
T. quadrimaculatus (Turkestan), Ballion, a. a. 0. p. 338.
Glaphyrini. Amphicoma KuschaJcewitschi (Turkestan) n. A.,
derselbe ebenda p. 339.
Hörn beschreibt Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 77 eine neue
Art, Lichnanthe Edivardsi von Oregon.
Melolonthini. Macleay a. a. 0. p. 187 ff. beschreibt n. A.
in den Gattungen: Phyllotocus, Moechidius, Liparetus, Scrtala, Ha-
plotiycha, Homalotropus (n. g.), Heteronyx, Odontonyx (n, g.).
Die Arten stammen alle von Gayndah.
Gerstäcker (a. a. 0. p. 47) beschreibt Empyactes (n. g.,
von Psilonychus unterschieden durch die schwächere Fühlerkeule,
den tief 3fach gebuchteten, 4zähnigen Clypeus; das herzförmige
Scutellum) coronatus n. sp. von Zanzibar.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 289
Ballion a. a. 0. XLIII. p. 339 ff. beschreibt die n. A.: Serica
fusca, Renardi (Russl.); Pectinichelus (n. g., Antennen 10-,
Keule 3gliedrig; Klauen an der Basis gekämmt, am Ende mit einem
spitzen Zähnchen), rhizotrogo'ides ; Tanyproctus opacus; Rhizotrogus
(4 Arten); Ancyionycha dilaticollis ; Polyphylla pulverea; Melolontha
afflicta, spatulata.
Des Cottes gründet auf Adoretus nitidulus Des Cottes die
n. G. Schis mat oc er a.
Serica Ariasi (Escurial) n. A., Mulsant und Hey, Ann. Soc.
Linn. Lyon. XVIII. p. 317. S. elongatula (Californ), Hörn, Tr.
Am. Ent. Soc. 1870. p. 70.
Pleophylla flavicomis und hirta, 2 n. A. aus dem Kafferlande;
Schaufuss, N. 0. I. p. 232.
Pachydema pilosum (Arab.) n. A., Walker, a. a. 0. p. 12.
Amphimallus Lögest (Südit.), Mulsant und Godart, Ann.
Soc. Linn. Lyon. XVIII. p. 214.
Melolontha cuprescens, gracilicornis (Tibet), wahrscheinlich
neue Arten, Blanchard. Compt. Rend. LXXI1. p. 811.
Rhizotrogus Tornosi (Cuenca), Perez Areas, An. Soc. Esp. I.
p. 98; sordescens, stigmaticollis , castanopterus, brunneus (Algier;,
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X. p. 375 ff.; Rh. inundationis,
eburneicollis (Bona), atlanticus (Medeah); Ephocera Aristidis (The-
man); Raffray, Pet. Nouv. Ent. p. 160. n. A.
Mutelini. Ballion, a. a. 0. p. 343 ff. beschreibt die n. A. :
Phyllopertha asiatica, variabiUs; Anomala sublucida (Turkestan),
dubia, subaurata; Popilia Bogdanowi (Amur) ; Adoretus pruinosus
(Turkestan).
Rhinhyptia plana (Arabien); Adoretus senescens (Tajura) n. A.,
W alker, a. a. 0. p. 12.
Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X. p. 378 f.) führt die
Algierischen Arten von Phyllopertha und Anisoplia auf und be-
schreibt Ph. Oberthurii n. sp. von Constantine.
Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc. 1871. p. 337 f. ein
Verzeichniss der Cotalpa- Arten der Vereinigten Staaten, und die
Beschreibung von C. consobrina n. sp. von Arizona.
Repsimus purpureieeps, n. A. oder Varietät von aeneus; Mac-
leay, a. a. 0. p. 197.
Dynastini. Hörn zählt die Amerikanischen Cyclocephala-
Arten auf, darunter C. elegans (Calif.), n. sp. Tr. Am. Ent. Soc.
1871. p. 334.
Heteronychus rugifrons (Madagascar, Zanzibar); Anodon (n. g.)
290 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Coquereli (Madag.) n. A., Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I.
p 36 f.
Macleay a. a. 0. p. 198 ff. beschreibt neue Arten von Gayn-
dah aus den Gattungen Heteronychus, Isodon, Basygnathus, Oryctes,
Semcmopterus, Cryptodus.
Pectodon dubius, affinis, liumüis, n. A. aus Turkestan, Bal-
lion, Bull. Mose. XL1II. p. 345 f.
Rhizoplatys anibiguus (Zanzibar) n. A., Gerstäcker, a. a. 0.
p. 46.
Cetoniini. Mohnike a. a. 0. beschreibt die neuen Arten:
Pri genta (n. g.) Vollenhoveni (Java"! ; Coryphocera imperatrix,
flavomarginata Wiedem.; Clinteria viridissima (Java); Agestrata
augusta (Celebes); Lomaptera Doreica (Neu-Guinea), Ulricae (Gilolo),
anomala (Gilolo): Glycyphana palliata (Java), puella (Bourou),
inusta (Borneo), pieta (Java); albomaculata (Java), flavopunetata
(Borneo), pygmaea (Java, Sumatra, Banka); Protaetia Ternatana
(Ternate, Tidor, Batjan, Gilolo), acutissima (Java), lyrata (Java),
pectoralis (Celebes); Macroma trigutüdata, gloriosa (Sumatra), Cho-
lerastoma (n. g.) spondylidea (Java).
Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc. 1871 p. 338 ff. eine
Uebersicht der Amerikanischen Cremastochilus- Arten und beschreibt
C depressus, pilosieollis (Calif.); Osmoderma socialis, n. A.
Macleay a a. 0. p. 202 ff. beschreibt die n. A. : Schizorhina
Mastersi, hirtieeps, nigrans, pulchra, viridicuprea; Valgus nigrinus,
castaneipennis.
Reiche giebt in den Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 82 ff. eine
Revision der Europäischen Arten und beschreibt die n. A.: Tropi-
nota Lethierri (Algier); Cetonia Doriae (Teheran. Damascus); Atlia-
lia (Syrien, Anatolien); Judith (Syrien).
Cetonia longula (Sarepta), des Loges, Mitth. schw. ent. Ges.
III. p. 358; C. marginicollis, conspersa, aemula, interrupto-costata,
magnißea (Russl.), Ballion, a. a. 0. p. 346 f. C. (Protaetia) seepsia
(Manila), C. A. Do hm, Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 157. n. A.
Allorhina Hueti (Guatemala) n. A., Chevrolat Ann. Soc.
Ent, Belg. XIV. p. 6,
Pachnoda euparypha (Mozambique, Zanzibar) n. A., Ger-
stäcker, a a. 0. p. 46.
Valgus californicus n. A., Hörn, Tr. Am. Ent. Soc. 1870. p. 78.
Buprestidae. E. Saunders: Catalogus Buprestidarum
synonymicus et systematicus. London 1871 im September.
Ref. nicht zugek.
Derselbe beschreibt in den Tr. Ent. Soc. Lond. 1872.
p. 238 ff. die n. A. : Amblysterna subvittata (Zambesi); Chrysochroa
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 291
Broivni (Ceylon), punctatissima (Indien); Phüocteanus igneiceps
(Birma); Chrysaspis auricauda (C. Palmas); Steraspis Welwitschi
(Loando); Cyria elateroides (Schwanenfi.) : Chdlcotaenia Ajax, qiia-
drisignata (Queensl.), superba, Martini, Australasiae (Australien);
Conognatha Badeni, Bogersi, paranensis (Parana); Stigmodera rubri-
cauda, unicincta, Duboulayi (Austral.).
Derselbe beschreibt die von G. Lewis in Japan
gesammelten Buprestiden. Proceed. Linn. Soc. XI.
p. 509 ff.
Im Ganzen sind 40 Arten aufgezählt, darunter 34 neue: Chol-
cophora qiierceti; Clirysodema Leivisii; Buprestis Japanensis; An-
thaxia Proteus; Choroebus ignotus; Sambus quadricolor; Cryptodactylus
auriceps; Agrilus maculifer, cyaneoniger, viridi-obscurus, margini-
collis, auriventris, moerens, rotundicollis ; Aphanisticus collaris, con-
gener; Cylindromorphus Japanensis ; Trachys Leivisii, griseo-nigra,
elegantula, auricollis, griseofasciata, robusta, cupricolor, variolaris,
inedita, inconspicua. Als neue Gattung ist Paratrachys aufge-
stellt, die sich von Trachys unterscheidet durch die ovale Form, die
nicht erhabenen Schultern, die gerade Basis des Thorax, den ebenen
Kopf, die kürzeren Antennen, deren 6 Endglieder gezähnt sind; die
Fühlergruben sind klein. Die Art ist P. Hederae n. sp.
Burmeister giebt in der Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 367 ff.
eine Revision der Buprestiden des La Plata-Gebietes, und beschreibt
die n. A.: Psiloptera viridiaenea; Anthaxia orientalis; Conognatha
propinqua; (Tylauchenia n. g. für Buprestis spliaericollis Bestn.,
crassicollis Gory), Chrysobothris maxima, laticollis, holochalcea,
auricincta, polyspilota; Agrilus nobilis, sulphurifer, perplexus, de-
cipiens; Brachys undidaria.
Macleay a. a. 0. II. pt. IV. p. 239 ff. beschreibt n. A. in den
Gattungen: Nascio, Astraeus, Melobasis, Anthaxia, Neocuris, Noto-
graptus (n. g.), Curis, Polycesta. Stigmodera, Chrysobothris, Ethon,
Cisseis, Choraebus, Agrilus.
Walker a. a. 0. p. 13 beschreibt die n. A. : Chrysochroa
Lordi; Sphenoptera purpurifera; Genecerus (n. g. , Plastocerus
nahe stehend) cervinus.
Ballion führt aus Turkestan etc. die neuen Arten auf (a. a.
0. p. 348 ff.): Julodis Kaufmanni; Capnodis metallica, parumstriata,
sexmaculata; Anthaxia Apollonii, auriventris; Acmaeodera dubia;
Coroebus cyaneus.
Gerstäcker hat die n. A.: (a. a. 0. p. 52 f.) Steraspis
fastuosa (Kiriami); Sphenoptera quadraticollis (Mombas); Chrysobo-
thris empyrea (Zanzibar); Aphanisticus nodosus (Mombas).
Anthaxia ditescens (Toulon) n. A., A beule, Etud. Col. cavern.
p. 31.
292 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Janthe Beccarii (Bogos) n. A.. Gestro, Ann. Mus. civ. Stör,
nat. Genova III. p. 47.
Acmaeodera quadrivittata (Utah); Hörn, Trans. Am. Ent.
Soc. 1870. p. 79.
Trachys quercicola (Savoyen) n. A., de Marseul, Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). I. p. 80.
Melanophila Legrandi (Algier); n. A., Mulsant u. Pellet,
Ann. Soc. Linn. Lyon. XVIII. p. 201.
Throscidae. Die Schlesischen Th roscus- Arten sind im
50. Jahresbericht Scbles. Ges. Vaterl. Cultur p. 182 aufgezählt-
Von den 6 deutschen Arten fehlt 1h. Duvalii Bonv.
G. Kraatz macht in der Berl. Ent. Zeit. XV. p. 141 An-
gaben über das specielle Vaterland der europäischen Throscus-
Arten.
Th. carinifrons Bonv. in England aufgefunden; Ent. Monthl.
Magaz. VIII. p. 135.
Eucnemidae. De Bonvouloir hat in den Ann. Soc.
Ent. Franc. (4) X. suppl. 1. Heft, Juli 1872 2. Heft, Dec.
1872 3. Heft eine Monographie der Eucnemidae (einschliess-
lich Cerophytum) veröffentlicht. Für die Gattung Perothops
will er eine mit dieser und den verwandten Buprestiden,
Throsciden gleichwerthige 4. Familie aufstellen. Von Far-
sus unicolor Latr., Eucnemis capucinus Ahr., Xylobius hu-
meralis Duf. ist die Entwickelungsgeschichte gegeben.
Im 1. Hefte sind folgende neue Arten beschrieben: Potergus
(n. g.) filiformes (Neu-Guinea); Diomus (n. g.), singularis (Brasilien);
Lamprotrichus (n. g.); Euryostus (n. g.), Beichii (Java), hy-
pocrita (Malacca), inopinatus (Singapore); Arisus (n. g.), carinula-
tus, adunctus (Java), Castelnaui (Malacca), Wicardi, orientalis, de-
presset, (Melbourne); Idiotarsus (n. g.), vestitus, sulcicollis, muticus,
concretus, tricarinatus (Brasilien); Cerophytum fascicorne, Cayennense ;
Tharops Marmottani, obscuricornis, Picteti, nubila; Poecilochrus
(n. g.), vittatas, grossicollis, piceus, exiguus; Arganus (n. g.), distin-
ctiis; Thambus (n. g.), agilis, inexpectus, Frivcddzlcii. Deyrollii,
diver sus; Detomaopus (n. g.), fallax, similis, indocüis, Stall, fuseip es,
alacer constrictus, ereptas; Diacerus antennatus. grisescens; Dro-
maeolus fuliginosus , murinus, dilittipes, ferruginipes, dignoscendus,
punetipennis, congener, tibialis, litigiosus, bellus, insignis, Sallei, va-
riegatus. tristis, cinerascens, ignotus, fastidiosus, opacus, amicus, In-
diens, Australasiae, angustas, Pradieri, modestus, Funckii, semigriseus,
frater, propinquus, lugubris, elongatus, maronita, exilis, brevicornis,
Javeti, exul, Batest, transfuga, fornax(?c)o'ides, Schaumi, sejunetusi
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 293
Marseuli, salsus, novitius, ambiguus, crassicornis; Phanerochroeus
(n. g.), dimidiatipennis ; Anabolus (n. g.) mirus; Entotnosatopus
(n. g.), curtus; Diaeretus (n. g.) parallelocollis; Bermillus (n. g.)
dispar; Phaenocerus (n. g.) subclavatus; Lacus (n. g.) laticornis.
— In dem 2. und 3. Hefte sind 15 weitere neue Gattungen und
121 neue Arten beschrieben.
Xylobius cylindriformis n. sp., Hörn, Trans. Am. Ent. Soc.
1871. p. 341, aus Californien.
Elateridae. Gerstäcker a. a. 0. p. 53 f. beschreibt die n. A.:
Agrypnus maculicollis (Zanzibar), Alaus atropos, Ischiodontus pe-
destris; Monocrepidius advena (Aruscha); Heteroderes acutangulus
(Albarama , Zanzibar) ; Ludius penicillatus (Albarama).
Melanotus sublucens (Ste. Baume) n. A., Abeille, a. a. 0. p. 32.
Baudi beschreibt (Berl. Ent. Zeit. XV. p. 49 ff.) die n. A.
von Cypern etc : Lacon pygmaeus; Tetrigus cyprius; Elater pulcher;
Melanotus pulcher; Athous cyprius; A griotes italicus (Anmerk. p. 55).
Agriotes liispanicus (Algeciras); Athous brevicornis (Corsica),
oblongicollis (Seealpen), rubrotest accus (Andalus.), obtusifrons (Nord-
italien) n. A., des Log es, Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 369 ff.
Hörn beschreibt und bildet z Th. ab in den Trans. A m. Ent.
Soc. 1871. p. 299 ff. folgende n. A.: Meristhus cristatus, texanus ;
Cardiopliorus togatus, Edwardsi, acneus; Horistonotus definitiis, Uhleri;
Coptostethus (?) americanus; Cryptohypnus Samborni, aestivus, per-
plcxus, diibius, colon; Elater atripennis, Behrensi, cordatus] Ela,'
trinus (n. g.) anthrax; Drasterius grandicollis, marginicollis ; Me-
gapenthes aterrimus, elegans, Mogersii ; Anchastes desertus, sericeus;
Monocrepidius robustus, matmts; Ludius Lecontii; Simonius quadri-
maculatus, Ulkii, cribricollis, nitidulus; Athous axillaris, flavangularis ;
Agriotes protractus; Oxygonus ater; Corymbites longicomis, xantlio-
mus, monticola, Copii, limoniiformis , pruininus, Brewcri, praeses,
obversus.
Fairmaire in den Ann. Soc. Ent. Franc. (4) X. p. 380 be-
schreibt die n. A. Atlious corticeus aus Algier und ebenda (5) I.
p. 3 ff. Tylotarsus squalescens ; Megapenthes Coqiiereli] Cardiophorus
fuscovittatus ; Elastrus submurinus, ampedoides; Cardiotar3us gri-
sescens von Madagascar.
Macleay a. a. 0. p. 249 f. beschreibt 40 n. A. aus dieser
Familie und stellt Hemiopsida n. g. auf.
Oebrionidae. Fairmaire beschreibt in den Ann. Soc. Ent.
Franc. (4) X. p. 380 ff. die n. A. Ceörio spurcaticollis, dubitabilis,
grandipennis, falsicolor, crassus.
Chevrolat desgl. ebenda (5) II. p. 409 C. Getschmanni aus
der Sierra Morena.
Rhipidoceridae. Philippi stellt in der Stett. Ent. Zeit. XXXII.
294 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
p. 293 die neue Gattung Pölymerius für eine neue Art (marmo-
ratus) von Santiago auf.
Macleay a. a. 0. p. 313 beschreibt die neue Art Psacus
Meisterst von Gayndah.
Dascillidae. Dascillus paralMus (Vallombrosa, Tose), C. A.
Dohrn Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 482; D. brevicornis (Gayndah),
Macleay a. a 0. p. 313. Helodes chrysocomes, Abeille Etud. Col,
cavernic. p. 34. Helodes Tournieri; Cyphon impressus (Sardinien),
v. Kiesen wetter Berl. Ent. Zeit. XV. p. 88, 78; G. punetipennis
(Schottl.), Sharp, Ent. Monthl. Mag. IX. p. 155: Hydrocyphon
pdlliclicollis (Alg.) Raffray, Pet. Nouv. Ent. No. 56 p. 160 n. A.
Telephoridae. H. v. Kiesenwetter unterzieht die europäi-
schen Arten von Malthodes einer Revision, indem er das Haupt-
gewicht auf die Copulationsorgane legt, die in 64 Fig. abge-
bildet sind. Von einzelnen ist die Vermuthung einer parthenogene-
tischen Fortpflanzung ausgesprochen. Berl. Ent. Zeitschr. XVI. p.
369 ff. Im Ganzen sind 41 Arten beschrieben.
Jousset (Compt. rend. LXXIII p. 629) berichtet über das
von ihm beobachtete Leuchten der Eier von Lampyrus noetüuea.
Lucas beschreibt in den Ann. Soc. Ent. Franc. 5. ser. I.
p. 19 ff. das ungeflügelte $ einer Art von Malacogaster Buss., und
beschreibt Malacogaster Bussii n. sp. in beiden Geschlechtern.
Telephorus distinguendus n. A. des Cottes., Pet. Nouv.
Ent. No. 56. p. 324.
Hörn beschreibt und bildet ab den gegliederten Fühleran-
hang der c? von Collops, Trans. Am. Ent. soc. 1870 p. 79 ff. und
beschreibt C. vdlidils, pulchellus, laticöllis u. Tr ophimus (n. g.)
aeneipennis als n. A.
Bedel erwähnt das häufige Vorkommen von Ebaeas thora-
cicus in den Nestern von Chcdicodoma muraria, in denen derselbe
also wahrscheinlich schmarotzt. Bull, de la Soc. Ent. Franc.
5. ser. II. p. LI.
Hapalochrus flavicollis n. A. aus Taurien ; Axinotorsus Ragusae
Palermo (= Attalus Pranormitanus, Ragusa, in Bull, della Soc. Ent.
Ital. III. p. 282) Schaufuss, Nunq. Ot. I. p. 157.
Dasytes occiduns n. A. von La Rochelle, Muls. Rey. Ann.
Soc. Linn. Lyon XVIII. p. 96.
Macleay a. a. 0. p. 262 ff. beschreibt n. A. in den Gattungeu :
Metriorrhynchus, Calochromns, Luciola Telephorus, Ichthyurus, La-
sius, Malachius, Carphurus, Balanophorus (n. g. Malachiid.).
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. p. 55 ff. die n. A. : Lyons
congener, favidulus; Eros favosus; Lampyris amplieoUis, vidua ; Lu-
ciolalinearis, laeta; Melyris nobilis, parvula; Prionocerus dimidiatus :
(Idgia) apicalis, alle von Zanzibar.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 295
v. Kiesenwetter beschreibt in der Berl. Ent. Zeit. XV. p.
76 ff. die n. A. Malthinus armipes (Sard.), sordidus (Toscana), laesus
(Algier) sicanus (Sicilien); 14 n. (meist italienische) Malthodes-arten,
ferner Malachius brevispina: Dasytes Grenieri; Haplocnemus xan-
tJwpus, Dasytiscus pexus, obesas, Beckeri, squamatus; Danacaea Cor-
sica, imperidlis, sardoa; ebenda XVI. p. 369 ff. Malthodes simplex,
tristis, graecus, turcicus, Volgensis.
Derselbe giebt in der Berl. Ent, Zeitschr. XVI. p. 314 ff.
eine Revision der Gattung Cerallus, in der 7 Arten in lateinischer
Sprache diagnosticirt und mit einer ausführlichen deutschen Be-
schreibung, Vaterlandsangabe, Entdecker, Synonymie versehen sind.
Die Arten sind: C. brevicollis (Sarepta), luteus (Türkei?), concolor
(Asiat. Türkei), rabidus (Ungarn), varians (Sarepta), hispanicus
(Spanien), bicolor (Begdo, östlich von Sarepta).
Baudi (a. a. 0. p. 63 ff.) führt die n. A. auf: Eros erythro-
pterus, Malachius fallaciosus, cyprius, assimilis; Anthocomus crassi-
cornis) Hypebaeus cyanipennis, mylabrinus ; Colotes anthicinus: Ho-
malisus taurinensis] Tilmanus fuscus; Lampyris syriacus ; Lamprorhiza
foliacea-, Drilus fidvitarsis ; Malacogaster Truqiäi, nifipes; Telephorus
versicolor, anguiculatus, edentulus; Malthodes setifer recurmis; Cha-
ropus varipes.
Aus Türke stan etc. führt Ballion a. a. 0. die n. A. auf:
Telephorus biplagiatus, submarginalis, raptor, tenuelimbatus ; Mala-
chius serricornis; Ebaeus tricolor.
Unter E. Reitters: „Neue Käferarten von Oran" (Berl. Ent.
Zeit, XVI. p. 180 f.) finden sich folgende zu den Telephoriden ge-
hörige: Lobonyx gracilis; Troglops angustatus; Henicopus Kiesen-
ivetteri.
Haplocnemus trinaerknsis (Ital.) n. A., Ragusa, Bull, della
Soc, Ent. Ital. IV. p. 82.
Prionocerus hirtus (Tajura) n. A., Walker List of Col. coli,
b. Lord etc. p. 14.
Gleridae. Macleay a. a. 0- p. 268 ff. beschreibt neue Arten
in den Gattungen Cylidrus, Opilus, Natalis, Stigmatium, Thanasimus,
Clerus, Aulicus, Tarsostenus, Eleale, Tenerus, Pylus, von Gayndah.
Thonasimus repandus (Nord-Calif., Sonora), Hydrocera albocineta
(Texas); Hörn, Transact. Am. Ent. Soc. 1871. p. 342; Chariesoa
elegans (Californ.); ders. ebenda 1870. p. 87. n. A.
Unter den neuen, von Gerstäcker a. a. 0. beschriebenen
Insekten von Zanzibar findet sich folgender Cleride: Phloeocopus
vinetus (See- Jipe) p. 57.
Corynetes rugipennis (Turkestan) n. A., Ballion, a. a. 0. p. 353-
296 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Cupesidae. Pascoe beschreibt in den Ann. Nat. Hist. (4). X.
p. 319 Cupes ocularis, eine neue Art aus Japan.
Ptinidae. Mulsant und Rey geben in den Ann. d. 1. Soc.
d'Agr. etc. de Lyon 4. ser. I. p. 179 eine Monographie der Europäi-
schen Glieder ihrer „Tribu des Gibicolles'' mit 14 Tafeln. Die
Gattung Hedobia beschränken sie auf pubescens, indem sie für die
übrigen (regalis, imperialis, angustatus) die Gattung Ptinomorphus
n. g. einrichten; ebenso werden Ptinus submetallicus Fairm. u. fri-
gidus Boield. zu Eurostus n. g. gezogen. Die alte Gattung Ptinus
ist in 5 Untergattungen (Eutaphrus, Gynoptcrns, Heterophus, Ptinus
s. str. Cyphoderes) gespalten. Pt. perplexus n. A.
Anobium paniceum in spanischem Pfeffer lebend; Troschel
in den Sitzber. Niederrh. Ges. Bonn 1871. p. 52.
K. Letzner. Lasioderma serricorne F., testaceum Duft. 49.
Jahresber. Schles, Ges. vaterl. Cultur. p. 182. Von diesem Käfer, der
zuerst als in Amerika einheimisch und auf Nicotiana lebend bekannt
wurde, erhielt Letz n er eine grosse Zahl von Exemplaren, die
mit Rhabarber aus China gekommen waren, und beschreibt ihre
Larve u. Puppe.
Ptinus affinis, insularis, brevicrinitus n. A. desLoges. Mitth.
schw. ent. Ges. III. p. 841 ff.; albimacidatus (Gayudah). Macleay a.
a. 0. p. 276.
Dorcatoma pubescens (Peru) n. A. Schaufusa, Nunq. ot. I.
p. 159.
Ernobius canediculatus n. A. Schweden: Thomson, Opusc.
ent. IV. p. 380.
Dryopbilus densipilis (Marseille) n. A., Abeille; Et. Col. cav.
p. 34.
Anobium nitidulum (Madeira) n. A., W o 1 1 a st o n, Tr. Ent. Soc.
1871. p. 262.
Bostrychidae. Bostrychus typographus in verheerender Menge
auf Tannen in Graubünden. Jahresber. naturf. Ges. Graub.XVI. p. 117.
Fähraeus (Oefv. K. Vet. Ak. Förh. XVIII. p. 663 ff", be-
schreibt die n. A. aus dem Kafferlande: Apate dispar, aneeps, fron-
talis, femoralis,bicolor, Sinoxy] on rnßcorne; Xylopertha castaneipennis
plagiata, adusta, pusilla, sellata; Bostrychus cylindricus, pieipennis,
tristis, fascicularis.
Macleay lehrt von der vielgenannten Lokalität die n. A.
Rhizopertha clongatula, gibbicollis; Bostrychus bispinosus, cylindricus
(schon von Fähraeus vergeben) kennen ; a. a. 0. p. 276 f.
Xylopertha barbifrons (Arabien) n. A., Walker, a. a. 0. p. 14.
Cioidae. C. Linde mann beschreibt in den Seances (p. 12)
Bull. Soc. imp. nat. Mose. XLIV. die Fühler der Larve von Cis Jac-
quemarti.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 297
Xylographus perforatus (Zanzibar) n. A., Gerstäcker a. a. 0.
p. 57.
X. tarsalis; Cis caffer, testaceus, afer (Caffrar.) n. A., Fähr aeus
a. a. 0. p. 670 f.
Tenebrionidae. Hörn giebt in den Transaet. Am. Phil. soc.
XIV. n. s. II. 1870 p. 253 ff. eine Revision der Nordamerikanischen
Tenebrioniden, die er in etwas engerem Umfange als bisher üblich
nimmt, indem er Cossyphus, Boros, Pytho u. Verwandte aus der
Familie entfernt. Auf Cnemodus (n. g.) wird eine 4. Tribus der
Tentyriiden gegründet; die Art ist C. testaceus. Ausserdem sind
zahlreiche andere neue Arten beschrieben, die den Gattungen Trio-
rophus, Stibia (n. g. Tentyriid.), Trimytis, Eurymetopon, Emmenastus,
Epitragus, Zopherus, Araeoschizus, Centrioptera, Astrotus, Eusattus,
Coniontis, Argoporis (n. g. Scaurid.), Cerenopus, Eleodes, Embaphion,
Opatrinus, Coniobius, Blapstinus, Notibius, Mecyomus (n. g. Pedinid.),
Ulus (id.), Cnemeplatia, Alandes (n. g. Opatrid.), Anaemia, Heledona,
Diaperis, Platydema; Pentaphyllus, Echocerus (n. g. Ulomid.), Mero-
temnus (id.), Mycotrogus (id.), Metaclisa, Alophus (n. g. Coelometo-
pid.), Eupsophus (id.), Cratidus, Amphidora, Apocrypha, Helops an-
gehören.
Haag-Rutenberg setzt seine ..Beiträge zur Familie
der Tenebrioniden'1 fort und beginnt eine Revision der Molyriden.
Coleopt. Hefte VII. p. 21 ff.; p. 29 ff.). Als neue Arten werden
beschrieben : Himatismus Kraatzi, asperifrons, raucus (vom Cap d. g.
EL); Oncosoma cordofanum (Cordofan), guineense (Guinea) ; (Dichtha,
n. g. für Phrynocolus inflatus Gerst. u. Molyris cubica Guer.), Dis-
tretus (n. g.) Fahraei; Molyris Chevrolati, rustica, Ferrarii, Bedten-
bacheri; Psammodes (101 Arten, die meisten von S.Africa); Oxyara
pitnctipennis, femoralis (Capd. g. H.); Phrynocolus nüoticus (W.Nil),
abyssinicus (Abessini en); Phligra crueifera (Cap d. g. H.).
Derselbe giebt in der Berl. Ent. Zeit. XVI p. 273 ff. eine
Monographie der Cryptochiliden, die mit den 3 n. G. (Saccophorus,
Horatomodes, Epipagus) 6 Gatt, und 31 Arten zählt. Die n. A. sind:
Cryptochüe tessulata, granulata, bipunetata, curta, undata, denticollis,
consita, puneticosta, affinis, circulum; Saccophorus (n. g.) crenu-
latus (Cap. d. g. FL); Horatomodes (n. g.) Batesi (Damara-Land);
Pachynotelus albostriatus, albonotatus (Kuisip, Südafrika); Horatoma
(?) tuberculata (Cap d. g. H.); Epipagus (n. g.) benguelensis (Ben-
guela).
Fahr aeus a. a. 0. p. 244 ff. beschreibt neue Arten aus dem
Kafferlande aus folgenden Gattungen : Zophosis, Adesmia; Eurychora,
Aspila (n. g. Adelostomid ), Psaryphis, Herpiscius, Machla, Machleida
(n. g. Asidid.), Asida; Aptila (n. g. Molyrid.) Ametrocera (id.), Molyris,
Psammodes, Ocnodes (n.g. Molyr.), Hypomelus, Trachynotus, Amian-
298 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
tus (n. g. Molyrid.), Epeirops (id.), Trigonopus, Melanopterus, Oxy-
thorax (n. g. Pedinid.), Eurynotus, Gonopus, Anomalipus, Zopliodes
(n. g. Opatrid.) Ennychius (id.), Stomylus (n. g. Diaperid.), Ceropria,
Periclytus (n. g Ulomid.), Peltoides, Eutelus, Taxonema (n. g. Helopid),
Emyon, Solenomerus (n. g. Helopinid.), Anaxius (id.). Psorodes, Oplo-
chirus, Eupezus, Praygena.
Gerstäcker (a. a. 0. p. 57) führt von Zanzibar n. A. aus
den Gattungen auf: Zophosis, Diodontes, Rhytidonota, Himatismus,
Pogonobasis, Machla, Phrynocolus, Sepidium, Opatrinus, Änchophthal-
mns; Anomalipus, Cyptus (n. g. Opatrid.), Opatrum, Uloma, Platyotus
(n. g. Ulomid.), Alphitobius, Hypophloeus, Cossyphus, Nyctobates,
Lyprops, Dichastops (n. g. Heterotarsid.), Micrantherus, Gonocnemis,
Eupezus, Dysgena, Aspidosternum, Miltoprepes (n. g. Strongyliid.).
Macleay führt unter den von Masters in der Umgegend von
Gayndah (Queensl.) gesammelten Käfern neue Arten aus den Gat-
tungen Opatrum, Apatelus, Cestriuus. Hyocis, Mychestes, Taxicum,
Pterochelaeus, Saragus, Hypaulax, Promethis, Menephilus, Micropliyes
(n. g. Tenebrionid.), Cyphaleus, Prophanes, Chartopteryx, Atryphodes,
Adelium, Seirotrana, Coripera, Licinomma, Brycopia, Leptogastrus
(n. g. Holopid.), Omolipus, Amarygmus, Strongilium auf, a. a. 0.
p. 277 ff.
Bates beschreibt in dem Ent. Monthl. Mag. IX. p. 97 ff. zahl-
reiche neue Arten dieser Familie, die den Gattungen Epiphysa,
Aryenis, Polpogenia Diphyrrhynchus, Mesotretis (n. g. Ulomid.) an-
gehören.
Derselbe desgl. in Trans. Ent. Soc. 1872 p. 269 ff. in Aphthora
(n. g. Ulomid.), Saragdonius (n. g. Helae'id.), Nyctozoilus, Hypocüibe
(n. g. Helae'id.), Onosterrhus, Ephidonius.
Pediris longipes (Sumatra), Asiris angulicollis (Neu Holland),
natalemis (Natal), Nuptis tenuis (Nicaragua), Notiolesthus natcdcnsis
(Natal), Augolesthus purpureifasciatus (O.-Indien), Australasiae (Austr.),
Ilhophobas asperatus (O.-Indien), Biomorphus tuberculatus (Calif),
Megliphus laenoides (Cap d. g. H.) n. A., Motschulsky, Bull. Mose.
XLV. No. 2. p. 23 ff.
F. P. Pascoe beschreibt in den Ann. Nat. Hist. (4). VIII. p.
348 ff. dien. A.: AtasthaUis (n. g.) spectrum (Malacca); Dysantes
(n. g.) taurus (Java); Calymmus (n. g.?) cucidlatus (Rio de Janeiro),
aspendus (Columbien); Bolitoxenus bifurcus (Penang) ; Heledona nasa-
ks (Penang) aus den Bolitophaginae; AUophasia (n. g.) Fryi (Espi-
ritu Santo, Brasil.) aus den Diaperinae; Toxicum grande (Borneo)
aus den Ulominae; Bhypasma querulum, nanum (Ega); Exeniotis
(n. g.) collaris (St. Paulo) aus den Zopherinae ; Ancylopoma (n. g,:
Prothorax subobeonicus, apice truncatus, angulis anticis utrinque in
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 299
spinam recurvam productus, Elytra oblonga, paulo depressa, protho-
race basi duplo latiora etc.) punctigera (Santarem), Vertreter einer
neuen Unteriamilie Ancy lop o m in a e ; Oedemetus pretiosus, purpuratus
(Philippinen), aus den Helopinae; Odontopus physodes (Natal), aspe-
ratus (Goid-K.), speciosus Dej. (von diesem zu Pezodontus gestellt,
Guinea) aus den Pycnecerinae; Cyriogeton (n. g.) insignis (Sylhet)
aus den Amarygminae u. Cyphaleus Mastersii (Queens!.) aus den Cy-
phaleinae.
Erodius granipennis ; Arthrodeis gJomeratus; Tlialpobia (n. g.
Tentyriid.) laevipennis (Marocco), Tentyria subelegans (Mogador), Mi-
cipsa Gastonis (Algier); Tagenia Olcesii (Tanger); Pimelia mogadora
(Mogador); Sepidium bicaudatum (Mogador); Crypticus corticeus, ne-
bulosus (Tanger); maculosus (Syrien"); Opatrum granatum (Constantine);
Melambius breviusculus (Algier), asp er ico Status (Botna); Phylax ovi-
pennis (Constantine), Olcesii (Marocco); Philhammus (n. g. Trachy-
scelid.), sericans (Marocco), n. A., Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr.
(4). X. p. 384 ff.
Holaniara (n. g. für Aniara Dej.; vgl. Bates, Ent. Monthl.
IX. p. 98) vidua, eine neue Art von Madagascar, derselbe ebenda
(5). I. p. 43.
Opatrum opaeum, pubiferum, tomentosum ; Phaleria mimda;
Amenia (? Anaemia ?) apliodioides n. A. Walker, a. a. 0. p. 15 ff.
Asida Zapateri (Arragon.) n. A., Schaufuss N. 0. I. p. 103.
Micrositus nitidicollis (Mallorca) n. A., Perez Areas. Ann. Soc.
Esp. I. p. 107.
Hoplocephala iris (Lifu) n. A., Fauvel, Bull. Soc. Linn.
Norm. (2). I. p. 189.
Melasia brasiliana n. A., Chevrolat, Compt. Kend. Soc. Ent.
Belg. XV. p. XL VII.
Nephodes barbarus (Oran), eine neue Art, Reitt er, Berl. Ent.
Zeitschr. XVI. p. 182.
Tribolium ferrugineum F. in Mehlvorräthen schädlich ; Sitzber.
Naturw. Vereins Magdeburg. Sitz, vom 7. Febr. 1871.
Cistelidae. Macleay a. a. 0. p. 298 ff. beschreibt n. A. aus
den Gattungen: Apellatus, Metistete, Atractus, Chromomaea, Homo-
trysis, Allecula, Cistela von Gayndah.
Fahraeus a. a. 0. p. 317 ff. beschreibt aus dieser Familie
die n. Arten: Ectenostoma (n. g.) nigriventris (!) ; Alogista (n. g.)
abnormis; Dietopsis Mrta; Omolepta (n. g.) elegans ; Amorpho-
poda (n. g.) elatero'ides ; Psilonycha (n. g.) campestris; Cistela
caffra, vittata, affinis. adusta, funesta, aus Kaffrarien.
Omophlus menticornis, Oranensis, Kirschii, n. A. von Oran,
Reitter a. a. 0. p. 172 ff.
300 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Heliotaurus gracüior, dasytoides, n. A., Fairmaire, Ann-
Soc. Ent. Fr. (4). X. p. 394 f.
Aethyssius eros, eine neue Art von N.-S.-Wales, Pascoe, Ann.
Nat. Eist. (4). VIII. p. 357.
Monommatidae. Gestro verzeichnet in Ann. Mus. civ. Stör.
nat. Genova III. p. 50 ff. die 21 bekannten Arten der Gattung Mo-
nomma und beschreibt die neuen Arten M abyssinicum, Antinorii
(Bogos). Doriae (Sarawak).
Monomma triplacinum, n. A. von Zanzibar; Gerstäcker
a. a. 0. p. 65.
Melandryidae. Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc.
1870. p. 88 die Diagnose von Anelpistus (n. g.) americanus (n. sp.)
aus den White Mountains, erkennt (ebenda 1871. p. 343) die Gat-
tung als identisch mit Scotodes.
J. Erne beschreibt in den Mitth. Schweiz, entom. Ges.
III. p. 525 ff. die Lebensweise der als »schwarzer Wurm« in
Mühlhausen bekannten Larve von Serropalpus striatus.
Motschuisky in Bull. Mose. XLV. 2. p. 42 ff. beschreibt
folgende n. A.: Eustrophus ochraceus (Brasil.); Orchesia gravida;
Hallomenus variegatus (Caucasus), reticulatus; Xylita umbrata
(Pennsilv.), röbusta (0. Sibir.); Dircaea fusca (Californ.); Daemon
(n. g.) testaceus, suturalis (Cap d. g. H.); Emmesa californica, Me-
landrya altemans (0. Sibir.); Scotodes uniformis (Kamtschatka).
Orchesia elongata (Gayndah); n. A.. Macleay, a. a. 0. p 304.
Lagriidae. Fähraeus a. a. 0. p. 325 ff. beschreibt folgende
n. A. aus dem Kafferlande: Lagria distineta, fuseipennis, guttata,
vulnerata, flavipennis, aeneipennis, propinqua, segnis, amoena;
Syggona (n. g.) concinnus; Adynata (n. g.) tricolor, brevicollis;
Eutrapela pallida, macidicoUis, bivittata, trilineata, ruficollis, cyanea.
Gerstäcker desgl. d. Arch. XXXVII. 1. p. 65: Lagria mollis,
semieyanea, plebeia, pulverulenta; Eutypodera (n. g.) anthico'ides
von Zanzibar.
Lagria cyanea', Ommatophorus (n. g.)Mastersi; n. A. von
Gayndah; Macleay a a. 0. p. 304 f.
Pedüidae. Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc. 1871.
p. 278 ff. eine Uebersicht der Amerikanischen Corphara-Arten und
beschreibt 3 n. A.: C. vittata (Calif), funebris (S. Francisco), Leioisi
(Colorado).
Egestria (n. g.) taeniata (Queensl.), suturalis (N.-Austr.),
n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). VIII. p. 358 f.
Xylophilus patricius n. A., Abeille, Etud. Col. cavern.
p. 37.
Anthicidae. Anthicus sinuatus, flavitarsis, caffer, fragilis, n. A.
aus dem Kafferlande; Fähraeus, a. a. 0. p. 335. A. scoticus
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 301
(Schottl.), Rye, Ent. Moni Mag. IX. p. 10. A. (unbenannte neue
Art angezeigt von Ch. Bris out, Bull. Soc. Ent. Fr. (5). IL
p. XXV.) A. Kingi, propinquus, laticöllis, Meisterst, constrictus, palli-
dus, aberrans; Formicomus Kingi, Immer alis (Gayndah), n. A., Mac-
leay, a. a. 0. p. 306 ff.
Pyrochroidae. Macleay beschreibt eine neue Art, Lemodes
Master si, aus Gayndah; Trans. Ent, Soc. N.-S.-Wales IL p. 308.
Mordellidae. Derselbe ebenda Mordella octomacidata,
quattuordeeimmaculata . aterrima. brunneipennis , cuspidata; desgl.
M. quadriguttata, aus dem südlichen Daurien, Motschulsky, Bull.
Mose. XLV. p. 46; M. hieroglyphica , lugubris, caffra, propinqua,
pidla; Mordellistena cinnamomea, inconstans, moerens (Caffrarien),
Fähraeus, a. a. O. p. 336 ff.
Rhipidophoridae. Rhipidius quadrieeps (Isere, auf einer Blatta ?
lebend), n. A. E. Abeille a. a. 0. p. 36.
Trigonodera Gerstäckeri, Mastersi; Ptilophorus Gerstäckeri,
Rhipidophorus luteipennis (Gayndah) n. A., Macleay a. a. 0.
p. 309 ff.
Emenadia caffra, n. A., Fähraeus, a. a. 0. p. 340.
Eine neue, auf Eumenes esuriens F. im nordöstlichen Indien
schmarotzende Emenadia-Art ist von Hörn bekannt gemacht und
in den Trans. Zool. Soc. VII. pl. XXIL Fig. 1 abgebildet worden.
Stylopidae Die in den Proceed. Ent. Soc. Lond.
1871. p. XXXII. kurz ausgezogene Monographie dieser
Familie von S. Saun d er s liegt nun vor: Stylopidarum,
ordinem Strejtsipterormn Kirbii constituentium, mihi tarnen
potius Coleopterorum Famüiae, ffliipiphoridis Melöidisque
propinquae, Monographia. Trans. Ent. Soc. Lond. 1872.
p. 1 ff., mit Zusätzen auf Seite 287.
Vseudoxenos n. g. ; Antennen und Tarsen 4gliederig. P.
Schaumi, auf Corfu, in Nestern von Odynerus parietum; Heydeni,
Klugii. Paraxenos n. g. Erberi, auf Larra peregrina; P. cor-
cyraicus auf Odynerus spinipes; ausserdem sind Xenos sp heci da-
rum Duf. und X. Westwoodi Templet. zu diesem Genus gezogen.
Cantharidae. Waterhouse giebt im Ent. Monthl. Mag. IX.
p. 31 die Diagnose des augenlosen Meloetyphlus n. g. ; die Art ist
M. fuscatus n. sp. von Peru.
Motschulsky beschreibt a. a. 0. p. 46 ff. die n. A.: Meloe
pimcticoUis , granulifera (Sibir.); strigosa (Kamtschatka), proliferi-
cornis (Georgien), sculpticomis, opaca (S. -America) ; Mylabris axil-
laris, flavipennis, brevicornis ; Deratus tibialis (Daurien).
De Marseul giebt in L' Abeille VII. part 2e eine Ergän-
zung zu seiner Monographie der Mylabriden, in der als n. A, be-
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jalirg. 2, Bd. U
302 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
schrieben sind: Mylabris octodecimmaculata (N.-Africa), myrmidon
(Biskra), Doriae (Teheran), coronota (O.-Aegypten), concinna (Palä-
stina); Coryna birecurva (Syrien), Allardi (Biskra); C. Beccarii
(Abyssinien), derselbe Bull. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. LXVI.
Rhampkolyssa Batesi (Arab.), Mylabris sanguinosa (Persien); Coryna
dolens (Syrien), denticulata (Arabien), Lydus stigmatifrons (Syrien)
n. A., derselbe L'Abeül. VIII. p. 416 ff.
M. hottentotta, myops, flavicomis, Stäli, spuria. villosa, Bolie-
manni; Coryna lugens, pilosa; Actenodia curtula, Walübergi (Caffrar.)
n. A., Fähraeus a. a. 0. p. 341 ff.
Mylabris praestans, amplectens, callicera; M. (Dices) Kersteni,
Deckeni, dorsalis,ambigua, parenthesis (Zanzibar) n. A., Gerstäcker
a. a. 0. p. 67.
Hörn meldet das Auffinden neuer Arten von Upicmita und
Lytta auf Astragalus, von denen jede verschiedene Art ihre beson-
dere Art der Canthariden hatte; Hayden's Geological survey
of Montana 1872. pt. IV. p. 384.
Fähraeus beschreibt aus dem Kafferlande die n. A.: Eletica
luteosignata, WaMbergi, verticalis; Lytta signifrons, bicolor, fulvi-
collis, rufifrons; Zonitis eborina, sellata, collaris.
Hörn in den Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 90 ff. beschreibt
dien. A.: Lytta magister, deserticola.refulgens, auriculata, compressi-
cornis (Calif.); Calospasta nemognatho'ides, perpulchra (Calif.), mira-
bilis (Arizona); Zonitis longicomis (Illinois); Gnathium texanum
(Texas), nitidum (Californ.).
5 neue Zonitis- Arten von Gayndah beschreibt Macleay,
a. a. 0. p. 310.
Cantharis rußventris; Epicauta fusciceps, bicolor; n. A.,
Walker a. a. 0. p. 16 f.
C. 0. Waterhouse beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond.
1871. p. 405 ff. Farbenvarietäten von Cantharis nepalensis Hope
und raficeps Illv und die 3 n. A. : 0. hirtipes (Allahabad), tibialis
(China), assamensis (Assam).
Alosimus opacipennis (Algier) n. A.; Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Fr. (4). X. p. 395.
Sitaris tanrica; Nemognatha asiatica (Teheran), n. A., Mot-
schulsky, Bull. Mose. XLV. Nr. 2. p. 54.
Oedemeridae. Derselbe stellt ebenda die n. G. Oedechira
auf (verwandt mit Lethonymus; von Oedemera unterschieden durch
die verdickten Vorder- und einfachen Hinterschenkel) für Oedemera
paradoxa Fald. und eine n. A. flavipennis Motsch. aus dem Cau-
casus.
Macleay a. a. 0. p. 311 ff. beschreibt die n. A.: Selenopalpus
fuscus, Mastersi; Anonca vitticollis, ruficollis ; Pseudolophus apicalis.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 303
Ditylus vittaticollis (Zanzibar), Gerstäcker, a. a. 0. p. 68;
D. cyanipennis (Oregon); Oxacis sericea (Nevada) n. A. , Hörn,
Trans. Am. Eut. Soc. 1870. p. 89.
Chrysanthia superba (Sa'ida, Oran) n. A., Reitter, Berl. Ent.
Zeit. XVI. p. 182 (nach Kraatz auch in der Sierra de Jaen, Anda-
lusien, ebenda Anm.).
Probosca marginata (Cairo) n. A., Walker a. a. 0. p. 17.
Curculionidae. Pascoe setzt seine „Contribu tions towards
a knowledge of the Curculionidae" in Proc. Linn. Soc. XI. p.
154 ff. fort.
Microcerini. Epirus tuber osus (Uru) n. A. Gerstäcker
a. a. 0. p. 68.
E. hieroglyphicus, dorsalis, angusticollis, cognatus, contrarius;
Microcerus latipennis, costalis, fallax n. A. aus dem Kafferlande;
Fähraeus Oefv. Vet. Akad. XXVIII. p. 3 ff.
Brachyderini. Schelopius n. g. des Loges, Ann. Soc.
Ent. Franc. (5). I. p. 243, gegründet auf Tanymecus planifrons Schh.
Leptolepurus (n. g.) Olivieri n. A. Bona, derselbe
ebenda II. p. 425.
Synaptoplus (n g.) cervinus n. A., Mombas, Gerstäcker
a. a. 0. p. 69.
Ottistira (n. g.) bispinosa, bicornis, planidorsis, ocalaris,
pulchella, leucogenys, gibbosa, naso, punctata; n. A. Pascoe, Journ.
of the Linnean Society XI p. 440 ff.
Cneorrhinus caesicollis (Algier), Hispanicus (Sevilla), rugosi-
collis (Sibir.), des Loges Mitth. schw. Ent. Gesellsch. III. p.
348. C. siculus, Rottenberg B. E. Z. XV. 228. C spinipes (Salamanka)
Perez-Arcas Anal. Soc. Esp. I. p. 112.
Blosyrus globulipennis n. A. von den Comoren; Fairmaire
Ann. Soc. Ent. Franc. (5). I. p. 45. B. angulatus (Wanga) Ger-
stäcker a. a. 0. p. 68.
B. bufo; Ectatops cinerosus; Mimaulus testudo, papaiüosus; Aos-
seterus argentatus, strigirostris, cinerascens, melancholicus (Kafferl.).
Fähraeus a. a. 0. p. 8 ff.
Liophloeus atricornis (Clermont) n. A. des Loges a. a. 0. p.
353. — Chevrolat Bull. Soc. Ent. Franc. (5). I, p. XLIII. sieht
diese Form als eine Varietät seines opacus an, was des Loges
nicht gelten lassen will (ebenda LXXIV).
Aedophronus setosus (Kafferl.) n. A. Fähraeus a. a. 0. p. 13.
Strophosomus palearius (Arragonien) n. A., Perez-Arcasa
a. a. 0. p. 182.
S. puberukis, aureolus, canus (Spanien) n. A. Chevrolat, Ann.
Soc. Ent. France (5) II. p. 409 f. S. Seidlitzi (Frendah) Reitter B.
E. Z. XVI. p. 183.
304 Bertkau: Bericht ob. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
S. variabilis, lineatus, aspericollis, amplicollis, convexicollis,
sparsus, barbifrons, "setifer, ambiguus, brevicollis, strigifrons, plum-
beus; Sciaphilus variegatus (Kafferl.) Fähraeus a. a. 0. p. 13 ff.
S. procerus (Palermo) Rottenberg Berl. Ent. Zeit. XV. 230.
Chiioneus algericus, carinidorsum (Algier) des Loges a.a.O.
p. 349. 354.
Eusomus armeniacus (Transkaukasien) Kirsch Berl. Ent. Zeit.
XV. p. 44.
Mitophorus aeneipennis, inflatus (Endara) G e r s t ä c k e r a. a. 0.
p. 69.
M. vittatus, Pascoe Proc. Linn. Soc. XI. p. 154.
Brachyderes Gougeleti (Tanger), angustus (Bona), Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X. 395 f. B. quadr (punctata, laesicollis (Portu-
gal) Bull. Soc. Ent. Fr. (5). I. LXXI1I.
Caulostrophus Javeti (Taurus) des Loges, Mitth. schw.
Ent. Ges, III. 353. C. aberrans (Marocco) ; Sitones giganteus (Tanger),
Fairmaire Ann. Soc. Ent. Franc. (4). X. 397 ff. S. guttulatus
(= ononidis Sharp.), Chevrolat Bull. Soc. Ent. Franc. (5). I. p.XLII.
Sitones lineatus als Erbsenzerstörer. Neueste Schriften Danziger
Gesellschaft 1871. p. 22.
Podinops Walilbergi, Fähraeus, a. a. 0. p. 20.
Metallites Javeti (Nimes) des Loges, Ann. Soc. Ent. Fr. (5).
I. p. 236.
Polydrosus Hispanicus, Caucasicus, cephalotes, Maffrayi, fusco-
roseus, pallidivestis, brevicollis, convexifrons, JSfeapolitanus, Emerii,
abbreviatus, cinctus, leucomarmoratus, convexior, subcyaneus, des
Loges, Ann, Soc. Ent. Fr. (5) I. p. 230 ff. V.juniperi ders. ebenda
II. p. 421.
Polydrosus frater Rottenberg B. E. Z. XV. 231. P. Ballioni
Lindemann Bull. Mose. XLIV. p. 174.
Thylacites emarginatus ; Amomphus dissimilis; Tanymecns Zu-
beri; Chlorophanus Crotchi, nitidulus, separandus, Desbrochers,
Ann. Soc. Ent. Franc. (5). II. p. 422 ff.
Thylacites Crotchi, asperulus, persulcatus, Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. Fr. (4) X. 398 f. T. candidulus, marmoratus, tigratus,
serripes, congener, cribricollis, oblong iusculus, angustus, Punicus,
TJhagoni, hirtellus, auricollis, latitkorax, araneiformis, Schöriherri,
tomentosus, siculus. dubius, Beloni, submetallicus, des Loges Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 236 ff.
T. elongatus (Cordova). Perez-Arcas, An. Soc Esp. I. p. 117.
Piazomias viridanus, palliatus; Cimbus signatus; Polycleis cine-
reus, longicornis, vestiUis; Misetes tubercxüosus, amplicollis; Fäh-
raeus a. a. 0. p. 21 ff.
Phaenognathus Reichii; Tanymecus Sareptanus, Nevadensis,
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 305
arcuatipennis, femoralis, einer eus, subvelutinus, Letlüerri, desLoges
Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 240 ff.
T. griseus Rotten b er g, Berl. Ent. Zeit, XV. 233.
Siderodactylus faltiger (Endara) Gerstäcker a. a. 0. p. 69.
Macropterus Verloreni; Eupholus Bandanns, Sn. v. Vollen-
hoven; Tijdschr. Entora. (2). VI. 101.
Fachyrhynehus argus, congestus, cingulatus, inclitus, pinorum;
Apocyrtus erosus, Wallacii, satelles, nitidulus, P a s c o e , Proc. Linn.
Soc. XL p. 154 ff.
Otiorhynchini. DeMarseul wendet auf diese Abtheilung die
von ihm bei den Histeriden befolgte Methode an, in derselben Tri-
bus denselben Speciesnamen nicht zwei Mal zu verwenden und schlägt
demnach für 62 Arten neue Namen vor. Ann. Soc. Ent. Franc. (5).
I. 247 ff.
Derselbe beginnt in L'Abeille VIII. p. 1 — 104 (bes. Pagi-
nierung) eine auf die Arbeiten Seidlitz' u. Stierlins gegründete
Monographie dieser Abtheilung.
Stierlin veröffentlicht in der Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 321 ff.
ein otes Supplement zu seiner Revision der europäischen Arten der Gat-
tung Otiorhynchus mit meist synonymischen Berichtigungen u. n. A.
Neue Gattungen u. Arten.
Demenica (n. g.) compressa; Bryochaeta (n. g.) safflata,
viridis, pasilla ; Eupiona (n. g.)attalica-, Antinia (n. g.) eupleura ;
Cychrotonus (n. g.) viduatus , Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. p. 159 ff.
C y r t o m ezi a (n . g.) d ispar ; Psidiopsis (n . g.) filicornis ;
Telenica sublimbata, nebulosa; Oxychopoma parda; Timareta figurata,
satellina, Pascoe, Journ. Linn. Soc. XL p. 443 ff.
Diatmetus (n. g.) praemorsus; Chaunoderus (n. g.) stupi-
dus; Sphrigodes (n. g.) margaritaceus ; Systates (n. g.) pollinosus,
seminudus, amplicollis, hystrix, amoenulus, hirtus ; P eribrotus (n. g.)
pustulosus, Gerstäcker, a. a. 0. p. 69 ff.
Siteytes glabratus, Proc. Linn. Soc. XL p. 157.
Otiorhynchus plasma, heteromorphus, Rottenberg, Berl. Ent.
Zeit. XV. p. 225 f.
0. griseus Kirsch, ebenda p. 43; 0. amputatas, Nouv. et
Faits divers C. XXXII; gossypiipes Chevrolat, Ann. Soc. Ent. F.
(5). IL 410. 0. caucasicus, spoliatas, subdepressus, coronatus, cribrato-
striatus, seriehispidus, Diehi, irregidaris, longipes, angustatus, villosus,
hcllenicus, gravidus, messenicus, Anniboli, ponticus, Allardi, paradoxus,
Marseuli, caunicus. delicatulus, Stierlin a, a. 0. p. 321 ff.
Sciobius granosus, marginatus, dealbatus, pöllinosus, brevicollis,
latipemiis; Lalagetes pusio, seminidum, virididus, pallipes ; Ellimenistes
dorsatus, laesicöllis, albidus, viridanus, setulosus, constrictus (Kafferl.),
Fahraeus a. a. 0. p. 27 ff.
306 B ertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Pyctoderes plicatus (Moschi): Embrithes muscosus (See Jipe),
Gerstäcker a. a. 0. p. 71.
Episomus jimbriatus (Sarawak); turritus, iconicus (Kambodja);
Platyomicus peclestris (W.-Africa), cordipennis (Ngaini), Pascoe,
Proc. Linn. Soc. XI. p. 162 ff.
Isomerinthus Jansoni (Lizard-I.), derselbe Ann Nat. Hist. (4).
VIII. 90.
Holcorhinus conglobatus (Algier), Marseul a. a. 0. 14.
Peritelus globidicoUis, liybridus (Spanien), curticollis, hamatus,
(Corsica), derselbe ebenda p. 61. 86, 91. P. insularis, latiscrobs,
Corsicus, muscorum (Corsica), des Loges, Mitth. schw. Ent. Ges.
III. p. 346 ff. Barypeithes maurulus (Palermo), Rottenberga. a. 0. 328.
B. rhytidieeps (Spanien), Chevrolat Ann.Soc.Ent.Fr.(5).II.411.
Trachyphloeus aureocruciatus (Corsica), desLoges, a. a. 0. 342.
T. setiger, nanus] Glyptosomus costipennis (Kafferl.), Fahraeus
a. a. 0. 36.
Cathormiocerus gracüior, Fairmaire Ann. Soc. Ent. Fr. (4),
X, 400.
C. grandini (Mostaganein), des Loges a. a. 0. 343.
Phyilobius Lindemanni (Moscau), Linde mann Bull. Mose.
XLIV. 171.
P. delicatulus: Myllocerus aurieeps (Kafferl.), Fahraeus 37.
Platytarsus ebeninus (Spanien), Chevrolat a. a. 0. 411.
Titinia marmorata (N. S. Wales), Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4).
IX, 132.
Atmesia glaucina (W.-Austr.) ders., Journ, Linn. Soc, XI. 446.
Er emnini. Acanthotrachelus albus (Malabar) n. A.; Pascoe
ebenda 447,
Eremnusacuminatus,alternans, viridanus, suturalis, subßssuratus.
humeralis; Brachytrachelus opatrinus, porosus (Kafferl.) n. A., Fah-
raeus a. a. 0. p. 38 ff.
Leptopini. Dystirus (n. g.) strumosus n. sp. (Mexico), Pascoe,
Journ. Linn. Soc. XI. 447.
Tropiphorus tricristatus (Auvergne) n. A., des Loges, Mitth.
Schweiz. Ent. Ges. III. 348.
Leptops iliacus (C. York), cicatricosus (Queensl.), ovalipennis
(Lizard-I.) hypoerita (S.-Austr.), tetraphysodes (Queensl.) n. A., Pasco e,
Ann. Nat, Hist. (4). VIII. 90 ff.
Cherrus aureolus (King George's Sound), derselbe ebenda
IX. 133.
C. silaceus (K. G. S.), punetipennis (Schwanenfl.), Mastersi (K.
G. S.) n. A. derselbe Proc. Linn. Soc. XI. 157.
Stenocorynus vittatus (Night- Isl.), aridus (Lizard-I.) n. A.
derselbe Ann. Nat. Hist. (4), IX. 134.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 307
Entimus arrogans (Panama) n. A., derselbe Journ. Linn.
Soc. XL 448.
Brachycerini. Bedel beschränkt in Nouv. et Faits div.
CXVIII. die Arten der Alten Welt der Gattung Brachycerus auf 21
und giebt synonymische Bemerkungen.
Theates (n. g.) petiolatus, spectator und sehr zahlreiche neue
Arten aus der Gattung Brachycerus bei Fähraeus a. a. 0. 43 ff.,
B. subvariolatus, sericeus, nubilus, lüspidus, clathratiis, rectecostatus,
velutinus, Baffrayi, curtulus (Algier), cornifrons, semiameus, scuti-
pennis, pärens (Span.), vespertilio, fimbriatus, ventralis (Oesterr.),
Kabylianus, incertus, Olivieri (Aegypt.), insularis (Sicil.), tauricus
(Krim) n. A., des Loges, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. 360 ff.
B. atrox (Zanzibar) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 72.
Tainophthalmidae, eine neue Tribus, von Desbrochers,
Ann. Soc. Ent. Franc. (5). II. 426 auf Taenophthalma (u. g.)
Crotehi (Astrabad) n. sp. gegründet.
Byrsopsini. Ixodicus (n. g.) occlusus, sordidus (C. d. g. H.)
n. A., Pascoe, Journ. Linn. Soc. XL 448.
Byrsops bisignatus (C. d. g. H.) n. sp., Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). IL 47.
Hoplitotrachelus spinifer, callosicollis\ Synthocus dorsalis;
Spartocerus rudis, hypocrita, umbrinus, brevipennis, depressus; Ry-
tirrhinus lituratus , Immer osus , angulicollis . costatus, sulcirostris ;
Terapopus tuberculatus, n. A. aus dem Lande der Kaffern, Fah-
r aeus a. a. 0. 197 ff.
Amycterini. Dohrn veröffentlicht inderStett. Ent. Z. XXXII.
396 ff. XXXIII. 143 ff. eine Revision dieser Abtheilung und be-
schreibt Phalidura decipiens (O.-Austr.) n. sp. ; a. a. 0. XXXIII.
143 ff.
Aedri ödes (n. g.) nodipennis Bohem. (=Euomus nodip.);
Ae. fastigiatus, mendosus (King George' s S ), inuus (W.-Austr.);
Acher res (n. g.) mamillatus (W.-Austr.); Ennothus (n. g.) fallax;
(W.-Austr.); Oditesus (n. g.) indutus, 4ycosariiis, incoenis, perdüus,
sulcirostris, bucerus (K. G. S.); Sosytelus (n. g.) lobatus; Mythites
asperatus (Sydney), pithecius (N.-S. -Wales), degener (S.-Austr.) n. A.,
Pascoe Ann. Nat. Hist. (4). X. p. 84 ff.
Euomus retusus; Dialeptopus serricollis, granidatus, plantaris
(W.-Austr.) n. A. , derselbe Journ. Linn. soc. XL 449.
Hipporhinini. Fähraeus macht (a. a. 0. 205 ff.) 23 neue
Arten der Gattung Hipporhinus aus dem Kafferlande bekannt.
Bhyparosomini. Geobyrsa (n. g.) nodifera (Nicaragua);
Ophryota (n. g.) sqiiamibunda (S.-Austr.) n. A., Pascoe, Journ.
Linn. Soc. XL 450.
308 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Eupao-es baccatus; Paracaerius verrucatus^ costatus (Kafferl.)
n. A, Fähraeus, a. a. 0. 218 f.
Dichotrachelus Manuell (Mt.Cenis) n. A., Marseul a. a. 0. 71.
Cylindrorhinini. Catastygmus (n. g.) scutellaris, stigma
(Queensl.), limbahis (Pt. Deimison), rivulosiis (Moreton B.), textüis
(Lizard. I.)j Enchymus (n. g.) punctatonotatus (S.-Austr.); Cen-
tyres fn. g.) turgidus (Queensl.) n. A,, Pascoe, Ann. Nat. Hist (4).
VIII. 93 ff.
Centyres ovis (Pt. Dennison); Enchymus humeralis (W.-Austr.),
derselbe ebenda (4). X. 91 f.
Lithinini. Rhytidophloeus nodosus (Madagascar) n, A.,
Fairmaire Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. 47.
Mölytini, Liihocryptus (n. g.) arvcrnicus (Auvergne), n. sp,,
des Loges, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. III. 344.
Tiphaura (n. g.) funerea (Para), n. sp.. Pascoe, Proc. Linn.
soc. XI. 164.
Liosomus scrobifer (Palermo) n. A., Rotten berg Berl. Ent.
Zeit. XV. 232.
Anchonus incrassatus, aspericollis , rusticus, bicornis (Cuba)
n. A., Suffrian a. a. 0. 175 ff.
Cycloteres bipartitus (Madag.) n. A. , Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). I. 47.
Elassonyx angulicollis (Caffrarien) n. A., F ähraeu s, a.a. 0. 220.
Bemerkungen zu Schlesi sehen Hypera- Arten macht G.
Kr a atz in der Berl. Ent. Zeitschr. XV. p. 170 ff; eine (Jebersicht
der deutschen Arten mit ausführlicherer Beschreibung giebt
Kirsch, ebenda p. 173.
Hypera Pölygoni F. auf Roggen schädlich; Correbl. Na-
turf. Vereins Riga. XIX. p. 93.
Phytonomus meles und nigrirostris auf der Luzerne, Neueste
Schriften der Danziger Gesellsch. 1871. p. 23.
TanyrhyncJiini. Stereorhynchus setipennis; Myorhinus globn-
losus, setipennis, crenulosus n. A.. Caffrarien; Fähraeus a. a. 0.,
220 ff.
Scytliropini. Cecractes viridanus, canus (Kafferl.) n. A.,
Fähraeus p. 223.
Scythrops Javeti (Mallorca) n. A., des Loges, Ann. Soc.
Ent. Fra. (5). I. 236.
Gonypterini. Styanax (n. g.) carbonariiis (n. sp.) Sumatra.
Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. 164 f.
Pantorites vittatus (Austr.) n. A., derselbe Journ. Linn.
Soc. XI. 451.
Oxyops farinosus (Albany); Gonypterus hypero'ides (Queensl.)
turbidus (Tasman.) n. A., derselbe Ann. Nat. Hist. (4). Vi II. 96 f.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 309
Hypcrini. Saginesis (n. g.) latipennis (Am), n. sp., Pascoe,
Journ. Linn. Sog. XI. 452.
Diabathrariini. Atelicus miniatus (Moreton B.), n. A., Pascoe,
Ann. Nat. Hist, (4). IX. 134.
Aterpini. Äparete (n. g.) palpebrosa (S.-Austr.); Dexagia
(n. g.) superciliaris (Batchian); Eypermetra (n. g.) analis (Mysol)
n. A., Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. 165 ff.
Aterpus griseaUis (Queensl); Rhinaria foveipennis, caliginosa
(N.-S. -Wales), myrrhata (S.-Austr.) n. A., derselbe Ann. Nat. Hist.
(4). IX. 134 f.
Cleonini. Chevrolat liefert einen Katalog dieser Abtheilung.
Rev. et Mag. Zool. p. et appl. (2) XXIII. p. 16 ff., 107 ff.
Kraatz giebt in der Berl. Ent. Zeitschr. XVI. p. 140 ff.
eine Aufzählung der Andalusischen (19) Lixus- und (19) Larinus-
Arten, und ebenda p. 143 kritische Bemerkungen über die deutschen
Arten beider Gattungen. Als neu für Deutschland werden angeführt:
Lixus puncti-ventris Boh., L. subtilis Boh., L. cylindricus F.;
Larinus cinerascens Sturm. L. crinitus Boh.
Larinus Kirschi (Frendah) n. A., Reitter, Berl. Ent. Zeit.
XVI. 184.
L. Sanctaebalmae (!) (Ste-Baume) n. A., E. Abeille, a. a. 0.38.
L. hirtellus (Caffrar) n. sp., Fähraeus, a. a. 0. 225.
Lixus carinicollis, areicottis, subsignatus, plagiatus, aJbocinctus,
nebulosics, trivialis, hypocrita, ßum, cuneiforme, pudens, figuratus
(Kafferl.) n. A., Fähraeus, 226 ff. L. sulcirostris, pinguis, baculus
(Zanzibar) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 75.
L. tardus, merüla (Cuba) n. A., Suffrian a. a. 0. 166, 168.
Hylobiini. Jekel bespricht in den Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II.
433 ff. die systematische Stelle der Gattungen Peribleptus und
Paepalosomus Schönh. und beschreibt Paip alephorus (n. g.)
mucoreus (Moluccen) n. A. p. 439.
Pascoe beschreibt Proc. Linn. Soc. XL 170 folgende neue
Gattungen und Arten: Ectinura (n. g.) brentliöides (Indien?),
Scolithus (n. g.) acuminatas (Sarawak), Seleuca (n. g.) amicta,
Uucospüa (Singapore), Niphodes (n. g.), pardalotus (Sarawak),
costatus (Am); Ozoctenus (n. g.), jubatus (Amaz.), Paepalosomus
zonatus (Batchian), Hylobius fasciatus (Morty), notatus, papulosus
(Java), scrofa, rubidus (Sarawak), apliya (Indien), Aclees porosus,
GijUerüiali (Mal. Arch.). Derselbe im Journ. Linn. Soc. XI.
453 ff: Cechides (n. g.) amoenus (W.-Austr.), Cycotida (n. g.)
lineata (Champion-Bay, West-Austr.). Dcrs. Ann. Nat. Hist. (4). IX.
136: Demyrius (n. g.) meloe'ides.
Sternuchus pectoralis (Cuba) n. A., Suffrian a. a. 0. 156.
Erirhinini. Oenochroma (n. g.) rubeta n. sp. von Sydney,
310 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Phrenozemia (n. g.) lyproides (K. George's S.), Misophrice
(n. g.) hispida (S.-Austr.) n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). X.
92 ff.
Nemestra (n. g.) incerta (W.-Austr.); Nedyleda (n. g)
semiusta (W.-Austr.); Nychiomma (n. g.) testacea (Sarawak); Pe-
liobia (n. g.) geniculata (Ecuador) n. A., Pascoe, Journ. Lin. Soc.
XI. 454 ff.
Cydmaea (n. g.) bimaculata, luctuosa, pusüla (S.-Austr.),
viridula (W.-Austr.) n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). IX. 137 ff.
Anoplocnemis lineata (N.-Austr.); Orpha persimilis (Sydney)
n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). X. 92, 94.
Meriphus longirostris (Alban.), Myossita täbida (S.-Austr.)
n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist. 4. VIII. 97 f.
Letzner beschreibt (Zeitschr. Entora. Verein Schles. In-
sektenk. Breslau 1872. 3. Heft. p. 8 ff.) Erirrhinus Gerhardti n. sp.
und hebt namentlich dessen Unterschiede dem E. MaerJcelii Schh.
gegenüber, als dessen alpine Varietät derselbe bisher angesehen
wurde, hervor. '
Erirhinus amplithorax (Nordfrankr.), auripennis (Corsica), me-
ridionalis (Südspan.) n. A., des Log es, Mitth. schw. Ent. Gesellsch.
III. 351 f.
E. signatipennis ; Eutecheus bituberculatus ; Ctenomerus varie-
gatus; Amphibolocorynus varius (Caffrarien) n. A., Fahraeus a.a.O.
234 ff.
Hydronomus peregrinus, brevirostris, argülaceus, tessulatus;
Phyllotrox Uturellus, variegatus (Cuba) n. A., Suffrian a. a. 0.
156 ff.
Ambatini. Phacemastix baridioides (Caffrarien) n. A., Fah-
raeus p. 236.
Beiini. Dicor dylus pupülatus, luctuosus, amoenus (Chili) n. A.,
Pascoe, Proc. Lin. Soc. 175 ff. Belus anguineus, farinarins, aci-
cularis, parallelus (W.-Austr.), aplitliosus (S.-Austr.), derselbe
Journ. Lin. Soc. XI. 457.
B. centralis (S.-Austr.) n. A., Ann. Nat. Hist. (4). X. 95.
Rhinotia elytrura^ venusta (Queensl.), ders. Ann. Nat. Hist. (4).
IX. 138.
R. pruinosa (S.-Austr.), Isacantha congesta (Wide Bay), bima-
culata (Tasmanien), Pachyura papulosa (N.-S.- Wales) n. A.. ders.
ebenda VIII. 98 f.
Cyladini. Myrmacicelus exsertus (W.-Austr.) n. A., ders.
ebenda X. 95.
Cylus semipunetatus, laevigatus (Kafferl.) n. A., Fahraeus
a. a 0. 237.
Apimini. Apion rubidum, considerandum, triviale; Piezo-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 311
trachelus gibbipennis,tubulatus (Caffrarien) n. A., Fahraeus a. a. 0.,
238 ff.
Apion nasua, gallinula (Mombas) n. A., Ger stäcker a. a. 0. 74.
A. costipenne (Neu-Caled.) n. A., Fauvel Bull. Soc. Linn.
Norm. (2). I. 193.
Tanaonini. Aplemonus gibbipennis ; Tanaos interstitialis ; Me-
colenus Walübergi (Caffrarien) n. A., Fahraeus, a. a. 0. p. 241 f.
Attelabini. Larven von Apoderus coryli und Attelabus cur-
culionöides, Taschenberg in Giebel's Zeitschr. ges. Na-
tur w. XXXVIII. p. 383. C. D rech sei beschreibt in der Stett.
Ent. Zeit. 1871. p. 205 einen Attelabus curculiono'ides mit mon-
strösem Prothorax.
Apoderus spinifer; Attelabus costipennis, tuberculosus, humero-
sus (Caffrarien) n. A., Fahraeus a. a. 0. 243 f.
A. Coquereli (Madag.) n. A., Fairinaire, Ann. Soc. Ent. Fr.
(5). I. 44.
Bhinomacerini. Agil aus (n. g.) pedestris (Sarawak) n. sp.
Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. p. 176.
Rhynchites vulpes (Caffrar.) n. A., Fahraeus, a. a. 0. 245.
R. caligatus (Lucca) n. A., Haliday, Ann. Soc. Linn. Lyon.
XVIII. 125.
R. princeps (0. Sibir.) n. A., Solsky, Hör. Ent. Ross. VIII. 284.
Magdalinini. Heft 5 und 6 der Abeille VII. enthalten eine
Monographie der europäischen Magdalmus- Arten von Des b rochers
des Loges. Nach derselben ist M. heros Küst. = memnonius
Gyll-, frontalis Gyll. = violaceus L., punctipennis Küst. = duplicatus
Germ., asphaltinus Germ. = aterrimus L. (stygius Gyll.); M. atro-
cyanens Boh. = carbonarius L. var. Da 5 neue Arten (M. Heydeni,
coeruleipennis, striatulus, mixtus, Turcicus) beschrieben werden, so
bleibt die Zahl der Arten dieselbe (22). Diese Monographie ist
ausführlicher besprochen von Weise in der Berl. Ent. Zeitschr.
XVI. p. 145 ff, wo auch p. 149 eine neue Art (M. Kraatzii) diag-
nosticirt ist
M. caucasicus (Caucasus) n. A., Rev. et Mag. Zool. p. et appl.
(2). XXIII. 255.
Erodiscini. Toxeutes morio (Cuba) n. A., Suffrian a. a. 0. 151.
Otidocephalini. Otidocephalus simplex (Cuba), derselbe
ebenda 150.
Balanini. Desbrochers hat in den Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II.
413 ff. ein erstes Supplement zu seiner Monographie dieser Abthei-
lung gegeben, in dem zumeist neue Fundstätten einzelner Arten
mitgetheilt worden.
Balaninus Mastersi (Queensl.) n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist.
(4). IX. 139.
B. notatus (Caffrar.) n. A.5 Fahraeus, a. a. 0. 246.
312 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Antlionomini. Anthonomus verrucosus, morbillosus , luteus,
tigrinus, costulatus, pulchellus, variegatus, rhampho'ides (Cuba) n. A.,
Suffrian, a. a. 0. 126 ff.
A. gracilipes (Nordfrankr.); Aubeus (n. g.) Bruleriei (Jericho)
n. A., Desbrochers, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. 413 ff.
Minyrus Mrtus ; Phacellopterus rufulus; Orchestes variegatus,
pumilus (Caffrarien) n. A., Fahraeus, a. a. 0. p. 247 ff.
Haplonychini. Zeopus (n. g.) storeo'ides (S.-Austr.) n. A.,
Pas co e, Journ. Linn. Soc. XI. 460.
Goryssomerini. Lamyrus Bohemanni (Caffr.) n. A., Fahraeus
a. a. 0. 249.
Prionomerini. Entyrsus (n. g.) villosus (Rio); Omphalus
(n. g.) aeratus (Sarawak); Zeiona (n. g.) pulchella (Sarawak) n. A.,
Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. 177 ff.
Tyehiini. Tychius ephippiatus, pachyderus, subasper n. A.,
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (4). X. 401. T. crassirostris
(Schlesien), Kirsch, B. E. Z. XV. 48.
T. gentüis (Sicil.), Rottenberg, ebenda 234. T. albosparsus,
discolor (Caffr.), Fahraeus, a. a. 0. 249 f.; T. discoloma, aurica-
pillus (Cuba), Suffrian, a. a. 0. 122.
Cionini. Cionus nigropunctatus, pustulatus, ingratus (Caffr.)
n. A, Fahraeus, a. a. 0. 250 f.
Nanophyet. Kraatz theilt in Berl. Ent. Zeitschr. XVI. 47 f.
einige Bemerkungen über diese Gattung mit und hält H. Bris out
gegenüber N. Uliputanus als eigene Art aufrecht. N. tristigma
(Sicil.) n. A., Rotten berg, a. a. 0. 235.
Gymnetrini. Letzner beschreibt (Zeitschr. Entoni. herausg.
v. Ver. Schles. Insektenk. Breslau 1872. 3. Heft. p. 4) nebst Larve
und Puppe Gymnetron Schiuarzii, eine auf Plantago arenaria sehr
häufig lebende neue Art, die mit G. Virazzolii Rosenhauer identisch
sein soll.
Gymnetron melinum, bellum (Oran) neue Art, Reitter,
Berl. Ent. Zeitschr. XVI. 185. G. depressum (Sicil.) n. A.,
Rottenberg a. a. 0. 236; G. biarcuatum (Corsica) n. A., des
Log es, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. III. 350; G. castaneam, ci-
nerarium ; Miarus arrogans, curtus (Caffr.) n. A-, Fahraeus a. a. 0.
252 ff.
Derelomini. 0 chrophoebe (u. g.) uniformis (Champion Bay)
n. A, Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). IX. 139.
Derelomus albidus; Euerges dimidiatus (Cuba) n. A., Suffrian
a. a, 0. 159.
Laemosaccini. Laemosaccus dapsilis (S.-Austr.), longimanus
(Queens!.), narinus (Pt. Lincoln), cryptonyx (K. George's S.) n. A.,
Pascoe, a. a. 0. 140.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 313
L. notatus, electüis, catenatus, pecuarius, ustulus n. A. aus
Australien; Poscoe, Proc. Linn. Soc. XI. 180 ff.
Alcidwi. Aleides magist er (Aru), fastuosus (Sarawak), auritus
(Cochin-China), erro (China), micronychus (Cochin-China), frontalis
(Morty) n. A., Pascoe, ebenda 181 ff. A. subviMosus, subtilis,
affinis, simplex (Caffr.) n. A., Fahraeus a. a. 0. 254 ff. A. ob-
soletus (Mombas) n. A., Gers tack er, a. a. 0. 74.
Mnemachini. Mnemachus moestificus , trist is ; Hoplitopales
ambiguus (Caffrarien) n. A., Fahraeus a. a. 0. p. 258.
Acicnemis pardalis (Java), subsignata (Madras), peduneularis
(Singapore), frenata (Sarawak), Meriones (Batchian), palliata (Japan),
pacliymcra (Laos), brevipennis (Amboina); Beretliia (n. g.) medi-
notata, sannio (Cerara); Semilima (n. g.) triangulum (Sarawak)
n. Av Pascoe, Journ. Linn. Soc. XI. 460 ff.
Cholini. Cholas pulcJiellus (C¥ne), aemulus, uniformis, bro-
minus, atomarius, delumbis, bufonius, calamita, mimetes, curidlis, vi-
duatus, nitidicollis, haematostictus, notabilis, praetorius; Erethistes
(n. g.) lateralis, tetricus, silaeeiguttatus, leueospilus (Cayenne), liche-
neus (Ecuador), ochriventris, congestus (Venezuela); Anaenonumus
(n. g.) riibiginosus (Brasil.); Astyage (n. g.) lineiger a (Brasilien);
Ozopherus (n. g.) muricatus (Cayenne); Neaedus (n. g.) bivittatus
(Amazonas.); Cryptaspis (n. g.) amplicollis (N.-Granada) n. A.,
Pascoe, ebenda p. 465 ff.
Crgptorhynchmi. Psilotiurus (n. g.) maculipes (Caffr.) n. A.,
Fahraeus. a. a. 0. 267. Der Gattungsname in Meropsilus umge-
ändert von Gemminger, Coleopt. Hefte VIII. 123.
Glechinus (n. g.) talpa (N.-Caled.); Deretiosus (n. g,)
aridus (N.-Guin.); Perichius (n. g.) verrucosus (Waigiou); Ere-
baces (n. g.) angulatus (Batchian), pleuricausta (Morty); Hexymus
(n. g.) tuberosus (Queensl.); Diatass a (n. g.) phalerata (Mysol);
Perissops (n. g.) mueidus (Queensl.), iliacus (Gilolo); Orochlesis
(n. g.) annularis (Dorey), solea (Batchian), flesina (Aru); Apries
(n. g.) eremita (Batchian), paüiatus (Sayllee), Zeugenia (n. g.)
histrio, figurata (Sarawak), histrionica (Penang) ; Omydaus (n. g.)
plintlioides (N.-S.-Wales); Endymia (n. g.) vipio (Batchian); Pano-
pides (n. g.) anticus (Tondano); Glyphagia (n. g.) insculpta
(Batchian); Sybulus (n. g.) pecuarius (Batchian), incensus (Singap.),
Beb ins (n. g.) latefasciatus (Tondano); Nechyrus (n. g.) lemur,
paniscus, puncticollis, ruidus, funebris, geniculatus, notatus, porcatus,
satyrus; Syrichius (n. g.) roridus (Kaioa), dissipatus (Morty),
frontalis (Bouru), proletarius (Matabello), servulus (Dorey); Nedy-
mora (n. g.) ventricosa (Aru); Aesychora (n. g.) notaticollis (Sa-
rawak); Amalthus (n. g.) insignis (Morty); Doetes (n. g.) alho-
314 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
pictus (Goram); Amydala (n. g.) abdominalis (Queensl.). Mitre-
phorus capucinus, albifrons (Brasil.); Poropterus exitiosus, Water-
housii, hariolus, sphacelatus, Verres (Queensl.), ellipticus (N.-S.-
Wales), morbillosus (Tasman.), flexuosus, mastoideus, approximatus ;
Blepiarda voluta, vitiata, neophyta (Dorey), n. A., Pascoe, Proc.
Linn. Soc. XI. 184 ff.
Inozetes (n. g.) Petechialis (Batchian); Ossete ris (n. g.)
scutellaris (Dorey); Therebus (n. g.) cepuroides (W.-Austral.); Me-
trania (n. g.) palliata (Cayenne); Metyrus (n. g.) collaris (W.-
Austr.); Moechius (n. g.) anaglyptus (Wide Bay); Agriochaeta
(n. g.) crinita (Queensl.); Drassi cus (n. g.) nigricomis, illotus
(Queensl.); Agenopus (n. g.) agricola; Tragopus plagiatus (Queensl.),
Imaliodes nodulosus, Nechyrus incomptus n. A., Pascoe, Ann. Nat.
Hist. (4). X. 96 ff.
Melanterius vinosus, cinnamomeus , servulus (Austr.) n. A.,
Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). IX. 141 f.
Guioperus eques (Nicaragua); Eutyrhinus pictus (Singap.),
iconicus (Mysol): Aonychus luctuosus (W.-Austr.); Ectatorhinus
Adamsi (Japan), femoratus (Saräwak) ; Poropterus porrigineus, mus-
culus, bisignatus, foveipennis; Petosiris cordipennis ; Hexymus mona-
chus, Colobodes nodulosus, fasciculatus n. A., Pascoe, Journ.
Linn. Soc. XI. 476 ff.
Ityophorus fallax, signatus ; Aulorhinus inaequalis) Ocladius
variabilis, subundulatus, obliquesetosus, castaneipennis, interstitialis,
coccosus, basdlis, sulcicollis ; Cryptorhynchus arcaatus, nubüosus (Caffr.)
n. A. Fahraeus a. a. 0. 260 ff.
Ocladius Coqaereli (Madag.); Camptorhinus dorsiger (Nossi-Be)
n. A. Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Frc. (5). I. 53.
Acalles setulipennis (Corsica), Raffrayi (Algier) n. A. des
Loges, Mitth. Schweiz. En tom. Ges. III. 350. 355.
Acalles terrosus, stipulosus, lateritius, miserabilis, plebeius, pto-
choides, sulcifrons, interruptus, brunneus, frontalis, squamiger ; Pseu-
domus rugifer, maximus, bimaculatus; Ulosomus furo, laticaudis; Anal-
cis fulvicornis (Cuba), n. A. Suffrian, a. a. 0. 175 ff.
A. fragariae (Illin.); n. A., Riley, III. Rep. Ins. Miss. p. 42.
Nesiotes liorridus (St. Helena) n. A.. Wo 1 las ton, Ann. Nat.
Hist. (4). VIII. 404.
Rhinochenus Mougieri, Hercules, x-rubrum, Lucasi, striatus, fim-
briatus, trilineatus, cinereopunctatus, stenaspis, brevicollis, transver-
salis, innotatus, Bdhiensis n. A., Chevrolat a. a. 0.
Crypharis Bosaliae (Sicil.) n. A. RottenbergB.E. Z. XV. 240.
Conotrachelus presbyta, lineola, albicans; Cleogonus grossulus-,
Rhyssomatus pupülatus (Cuba), n. A. Suffrian, a. a. 0. 162 ff.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 315
Zygopini. Pascoe führt in den Ann. Nat. Hist. (4). VII.
198 ff., 258 ff. die von Wallace in dem Indischen Archipel
gefundenen Arten vor und stellt folgende neue Gattungen auf: Ta-
lanthi a (phalangium), G a n yopis (leucura), Daedania (mesoleuca
u. Meleagris), Phylaitis (v-alba, pusio, lineata, cyclops), Peri-
pheres (trilineata, habena), Emexaure (gällinula), Heurippa (!)
(amoena), Metialma (scenica, signifera, naevia, novata), Brimoda
(pagana), OspliiJia (flavirostris, onca, apicalis, andata), Nauphaeus
(miliaris), Telaugia (coccosa), Idotasia (nasuta, ebriosa, scaphio-
ides, elliptica), Semiate (rufipen/nis, ophthalmica), Xychusa (lar-
vata), Elichora (corruscans), Nyphaeba (monommoides) ; ausser-
dem neue Arten: Mecopus cuneiformis, spinicollis, pulvereus, tenui-
pes, collaris, serrirostris, litiiratus ; Agametis agrestis, deleta, morata,
ortyx; Odoacis pedestris ; Chirozetes sectator, junix, augiiralis, ner-
vosus, grammicus; Sphadasmus brahminus; Arachnopus binotatus,
sannio, Wallacii, plialeratus, simius.
Latychus (n. g.) rividosus (Brasil.) n. A., Pascoe, Journ.
Linn Soc. XI. 486.
Psalistus (n. g.) sordidus ; Sphadasmus ftguratus (See Jipe)
n. A., Gerstäcker a. a. 0. p. 74 f. S. albosignatus ; Mecopus caffer
(Caffrarien) n. A., Fahraeus a. a. 0. 268 f.
Idotasia (s. oben) aeqiialis (C. York), evanida (Queensl.) n. A.,
Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). X. 100.
Tachygonini. Ixalma (n. g) rufescens (Singap.) n. A.,
Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. 214.
Isorhynchini. Rhadinocerus afflictus , moerens , suturalis,
lineatus, flaviconiis, signifer; Ellatocerus (?) subfasciatus (Caffr.) n. A.,
Fahraeus a. a. 0. p. 271 ff.
Ceuto r hync h i n i. Mononychus quadrifossulatns (Algier) tan-
gerianus (Tanger) n. A., Chevrolat Ann. Soc. Ent. Fr. (5).
II. 412.
Coeliodes setosus, Stigma, glabrirostris ; Ceutorhynchus arcua-
tus, profanus ; Ceutorhynchideus porcellus (Caffr.) n. A.. Fahraeus
a. a. 0. 274 ff.
Coeliodes pudicus (Sicil.); Ceutorhynchus vocifer (Sicil.) n. A.,
Rotten b er g, Berl. Ent. Zeitschr. XV. 237 ff.
Baridiini. Pascoe beschreibt in den Jour. Linn. Soc.
XI. 487 ff. folgende neue Gattungen: Metyorhina (Mspida, Bras.),
Pithecomus (ursidus, Bogota). Bebelatus (aranea, Amaz.), Eu-
rypages (pennatus, Bras).
Corynemerus (n. g.) femoralis; Baridius ambiguus, caligino-
sus, picipes. parapleurus (Caffr.) n. A., Fahraeus, a. a. 0. 278 ff.
B. speciosus, sculptilis (Zanzibar), Gerstäcker, a. a. 0. 75;
316 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
B. pertusicollis (Comoren), Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I.
54; n. A.
Calandrini. Aphyoda (n. g.) diura (Dorey), brenthoides
(Waigiou); Ithaura (n. g.) strangulata (Columb.); Prolocerius fer-
vidus (Kumaon) n. A., Pascoe, Proc. Linn. Soc. XI. 214 ff.
Cyrtorhinus caffer; Sphenophorus gigas (Caffr.) n. A., Fah-
raeus, a. a. 0. 282.
Cossonini. Mimus (n. g.) Natälensis; Cossonus carinicollis, in-
civilis, immeritus (Caffr.) n. A., Fahraeus a. a. 0. p. 283 ff. C.
procerus (Endara), Gerstäcker, a. a. 0. 75. C. fasciolatus (J. Ma-
yotte), Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. 55.
Phaenomerus leucogrammus (See Jipe), Gerstäcker a. a. 0.
p. 74. Ph. notatus (Neu-Guinea), exüis (Queensl.), Pascoe, Journ.
Linn. Soc. XI. 496.
Raymondia Sicula (Palermo), Rottenberg, Berl. Ent.
Zeitschr. XV. 240.
R. curvinasus (Marseille), E. Abeille, a. a. 0. 39.
T. V. Wollaston giebt in den Ann. Nat. Hist. (4). IX p. 112
nach Einsicht des Originalexemplars, das eben Chevrolat bei
seiner Beschreibung vorlag, eine ausführliche Charakteristik von Mi-
croxylobius Westwoodii Chevr., der in einem einzigen Exemplar auf-
gefunden ist.
Microxylobius dimidiatus, angustus, cossono'ides (St. Helena),
n. A., Wollaston, Ann. Nat. Hist. (4). VIII. p. 402.
Caulotrypis pyricollis (Madeira) n. A. Wollaston, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1871. p. 265.
Scolytidae Eichhoff diagnosticirt in der Berl. Ent. Zeit. XV.
p. 131 ff. 22 neue Arten von Tomiciden, stellt 4 neue Gattungen der-
selben auf und erklärt Xyloterus bivittatus Kirby und X. cavifrons
Mann, für identisch mit X. lineatus Gyllh.
Stephanoderes (n. g.) setosus, elephas (I. de France), Cha-
puisii (Nord- Am.), opacus (Neu-Gran.), asperulus, pulverulentus (Mexico),
seriatus (Neu-Orl.), obscurus (Antillen); Hylocurus (n. g.) elegans
(Teapa); Xyloctonus (n. g.) scolytoldes (Natal); Araptus (n. g.)
rufopalliatus (Neu-Gran.); Crypturgus mediterraneus (Hyeres), dubius
(Pyrenäen); Xyloterus unicolor (Wisc): Chryphalus Wapleri (Austr.),
inops (Guadeloupe), pallidus (Madag), robustus (N.-Amer.), Xy-
locleptes uncinatus (Bogota); Pityophthorus infam (Ver.-St.), corti-
calis (Chili), lautus (N.-Am.), alienus (Brasil.), xylotrupes (Bahia);
Dryocetes melaenus (Bras.); Tomicus amitinus, omissus (Deutschi.),
n. A., Eichhoff, Berl. Ent. Zeit. XV. 131 ff.
Diamerus pulverulentus (Zanzibar), n. A., Gerstäcker,
a. a. 0. 76.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 317
Dryophthorus crenatus (Madagascar) n. A., Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). I. 55.
Hylastes Lifuanus (Lifu) n. A., Fauvel, Bull. Soc. Linn.
Norm. (2). I. 199.
Polygraphus subopacus (Schweden) n. A. , Thomson, Opusc.
Ent. IV. 393.
Brenthidae. Pascoe stellt in den Ann. Nat. Hist. (4). X.
320 ff. folgende neue Gattungen und Arten auf: Stratiorrhinan. g.
(gegr. auf Arrhenodes xiphias. Westw.), Blysmia (n. g.) ruficollis
(ßatchian); Phocylides (n. g.) collaris (Batchian). ebeninus (Am-
boina); Achrionota (n. g.) bilineata (Sarawak); Taphroderes fili-
formis, obtusus (Amaz.); Jonthocerus ophthalmicus (Queeusl.); Tra-
chelizus Howitti (Melbourne) ; Cordus semipunctatus (Natal) ; Amor-
phocephalus sulcicollis (W.-Austr.), Prophthalmus sanguinalis (Ind.),
planipennis (Celehes); Eupsalis promissus (Batchian); Ceocephalus
internatus (Queensl.), tenuitarsis (Sydney).
Calodromus Wahlbergi; Amorphocephalus Imitator ; Symmorpho-
cerus mo nticola; Brenthus vittipennis (Caffr.) n. A. , Fahraeus
a, a. 0. 433.
B. Coquereli (Nossi-Be) n. A., Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
Fr. (5). I. 43.
Anthribidae. Phides (n. g.) xanthodactylus (Fidschi-I.) ;
Nessiara histrio (Philippinen), Habrissus heros (Labuan); Phaulimia
Schaumi (Ceylon) n. A., Pascoe, Ann- Nat, Hist. (4). VIII. 359 f.
Anthribidus (n. g) Natalensis, caffer; Paramesus (n. g.)
lituratus; Phloeotragus viator, varicomis; Exechesops quadritaber-
culatus; Xylinades rugicollis ; Chirotenon longimanus; Cratoparis
fasciculosus (Caffr.) n. A., Fahraeus, Oefv. Sv. Ak. XXVIII. 439 ff.
Phloeobius pustulosus (See Jipe) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 76.
Araeocerus seminarius n. A., Chevrolat, Ann. Ent. Belg.
XIV. 7.
Notioxenus ferrugineus; Homocodera coriacea, n. A. von St.
Helena, Wollaston Ann. Nat. Hist. (4). VIII. 405 f.
Bruchidae. Chevrolat verzeichnetem den Ann. Soc. Ent.
Belg. XIV. p. 6 eine kurze Liste ausländischer Bruchiden, die aus
fremden Samen in Europa sich entwickelt hatten, und führt als neue
Arten auf: Spermophagus interstitialis (Bras.), gossypii (Natal);
Pachymerus lineola (Brasil.).
Spermophagus lugubris, tristis, diver gens, natalensis, maurus;
Bruchus innocuus, altemans, hinnulus, caffer, decoratus, quadrisigna-
tus, interstinctus, conformis (Caffr.) n. A., Fahraeus a. a. 0. 444.
B. fabae (Ver. Staat.) n. A., Riley, III. Rep. Ins. Missour.
52 ff.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. V
318 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Cerambycidae. Pettitt zählt im Canad. Entom. III.
10 verschiedene Arten vom Ontario auf.
Bat es beschreibt in den Trans. Eni Soc. Lond.
1872. 163 ff. die vonBelt auf St. Domingo, Chontales,
Nicaragua gefundenen Arten (gegen 280).
Blessig und Solsky beginnen eine Beschreibung
der in Ostsibirien, zumeist dem Amurlande, vorkommenden
Arten; Hör. Ent. Ross. IX. 113 ff.
Tournier zählt in Rev. et Mag. Zool. p. et
appl. XXIII. 257 ff., 276 ff., 338 ff. die vonDeyrolle
in Georgien aufgefundenen Arten auf.
Prionides. Teledapus (n. g.) dorcadio'ides (Himalaya);
Brephilydia (n. g.) jejunum n. A., Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4).
VIII. 268.
Ortheostethus (n. g.) melanwus (Chontales) n. A., Bates
a. a. 0. 169.
Cantharoctenus insignis (Endara) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 76.
Mallaspis praecellens (Chiriqui) n. Av Bates, ebenda 1871.
p. 376.
Prionocalus Buckleyi (Ecuad.) n. A., Waterhouse, Entom.
Monthl. Mag. VIII. 261.
Ergates grandiceps (Bagdad) n. A., Tournier, a. a. 0. 257.
Macrotoma fuliginosa (Caffr.) n. A., Fahraeus, a. a. 0. XXIX.
1. p. 47.
Braderochus longicornis (Nicaragua), inaequälis (Guatemala) ;
Strongylaspis bullatus (Chontales) n. A., Bates, a. a. 0. 1872.
p. 166 f.
Archetypus Deplanchii (Lifu) n. A., J. Thomson, Bull.
Soc. Linn. Norm. (2). I. p. 205.
C. A. Dohrn erwähnt das massenhafte Vorkommen des
Gamasus giganteus Dug. auf einer Parandra $, wahrscheinlich
P. glabra Degeer; Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 24 f.
Cerambycides. Bolbotritus (n. g.) Bainesi (S.-O.-Afr.) n.
A., Bates, a. a. 0., 1871. p. 375.
Maltheba (n. g.) flexilis (W.-Austr.); Simocrysa (n. g.)
discolor (K. George's S.); Phyodexia (n. g.) concinna (Himalaya);
Ochyra (n. g.) coarctata (Tasmanien): Phacodes tenuitarsis, longi-
collis; Syllitus terminatus, täbidus ; Aphiorhynchus divisus; Macrones
subclavatus; Earinis picta; Distenia fastuosa n. A., Pascoe, Ann.
Nat. Hist. (4). VIII. 270.
Aporus (n. g., schon bei Hymenopteren vergeben) cylindri-
cus; Adiaphorus n. g. (= Acathartus, Col. Heft X. 194) crinitus;
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 319
Zoolygrus (n. g.) apicalis; Zoocosmius (n. g.) vittatus; Eu-
t actus (=Agnoristus) (n. g.) lineatus; Eugoa Dalmani; Hypo-
crites mendax, ambiguus; Eugenius plumatus n. A., Fähraeus,
a. a. 0. 1872. Nr. 1. p. 54 ff.
Criocephalus ferus Kraatz = C. epibata Schiödte; Berl. Ent.
Zeitschr. XVI. p. 319.
Tristachycera (n. g.) viridis (Chontales); Miltesthus (n.g.)
marginatus; Ironeus (n.g.) duplex; Chontalia (n.g.) cyanicollis;
Tethlimmena (n. g.) aliena; Diphyrama (n. g.) singularis;
Metaleptus (n. g.) marginellus, coccinatus, binoculus; Pleurome-
nus (n. g.) baccifer, semicostatus, n. A., Bates, a. a. 0. 1872.
p. 170 ff.
Anomoderus (n. g.) Coquereli (Madag.); TJiaumasocerus
(n. g.) platycerus n. A., Fairmaire, Ann. Soc Ent. Fr. (5). I.
59 f.
G. Kraatz unterzieht in der Berl. Ent. Zeit. XV. die deut-
schen Dorcadion-Arten und ihre Namen einer kritischen Revision.
Neomarius (n. g.) Gandölphii n. A., Fairmaire, Eev. etMag
Zool. (2). XXIII. p. 60.
Apheles (n. g.) gracilis (Ostsibirien) n. A., Blessig, Hora.
Ent. Ross. IX. 165.
Asemum punctulatum ; Neocerambyx Raddii; Callidium cinna-
barinum; Clytus pulcher; Anoplites sanguineipennis, n. A., Blessig,
a. a. 0.
Zamium triviale, quadrisignatum; Xystrocera semilunaris ; Coe-
lodon rusticum; Plocoederus pronus, frenatus; Tapinolachnus Gyllen-
hali, furvus; Cordylomera Schönherri; Psebiura Linnaei) Hypatium
Friesi; Callichroma cuprea (!); Rhopalizus cinctus; Litopus caffer; Pro-
meces velox, fulvipes, pauper\ Closteroraerus gracilis; Hylemaeus
glabripennis, rufipes; Clytanthus Westringi; Xylothrecus caffer \ Phil-
agathes Wdhlbergi, n. A., Fähraeus, a. a. 0. 1872. Nr. 1. p. 48 ff.
Stromatium inermis (!); Obrium caucasicum; Toxotus biforme (!);
Strangalia mingrelica; Leptura pallidipennis, distincta; Anoplodera
rufiventris; Clytus Stierlini, Deyrollii, n. A., Tournier a. a. 0.
Sphallenum röbustum; Xestia pilosivittata, nitida, sagittaria;
Pantomallus fuligineus, meridianus; Eburodacrys callixantha; Hyper-
mallus scabricollis ; Periboeum villosulum, bimaculatum ; Niphalius
xestio'ides, rutilus; Mallocera spinicollis ; Hexoplon albipenne; Octo-
plon glabriolum ; Ibidion carinicolle, griseicolle; Heterachthes ditelus,
nigricinctus ; Obrium albifasciatum) Ophistomis Belti, pallidus, rufi-
ventris, nigellus, rostratus, fulvicornis ; Ommata Beltiana, cyaneipennis,
atrata, asperiventris ; Odontocera aegrota; Callichroma holochlorum,
melancholicum; Mecometopus macilentus ; Rhopalophora serripes, Di-
hammophora chontalensis ; Ozodes xanthophasma ; Chrysoprasis Belti,
320 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
atrata; Stenosphenus ochraceus, ebeninus, hirsutipennis, trispinosus,
rufipes, suturalis; Evander nubilis; Eriphus prolixus; Distenia ge-
niculata, chrysostigma; Cometes pulcherrimus n. A., zumeist von
Chontales; Bat es. a. a. 0.
Phacodes tenuitarsis, longicollis; Syllitus terminatus, tabidus;
Aphiorhynchusdmsws; Macrones subclavatus ; Earinis picta; Distenia
fastuosa; Melegena cyanea n. A. aus Australien und dem südlichen
Asien; Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). VIII. 270 ff.
Pachydissus sartus n. A., Solsky, Hör. Ent. Ross. VIII. 150.
Rhopalopus signaticollis (S.-O.-Sibir.), ders. ebenda IX. 177.
Tachyta tuberculicollis (Tibet), Blanchard, Compt. Rend.
LXXII. 812.
Compsomera fenestrata (Endara). Rhopalizus sansibaricus (Zan-
zibar), Gerstäcker a. a. 0. 77.
Callidium subcostatum (Madag.); Xylotrechus Coquereli, prolixus,
Fairmaire; Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. 57 ff.
Epipedocera perelegans (Timor); Euryphagus Wienecki (Timor);
Tragocerus heräldicus (Neu-Guinea) n. A., v. Vollenhoven, Tijdschr.
v. Entom. (2). VI. p. 104 ff.
Purpuricenus Fettingi (Portugal), nicocles, bilunatus (Cypern),
brasiliensis (Bras.), Schaufuss, Nunq. otiosus I. 209 f. P. Hauss-
knechti (Kurdistan) u. Var. Äleppensis (Aleppo), Witte, Berl. Ent.
Zeit. XV. 207.
Hylotrupes Koziorowiczi (Ajaccio); Clytus Auboueri (Allier),
n. A., Desbrochers, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. 429.
Lamiides. Von Lacordaire's „Genera des Co-
leopteres", 9. Bde. ist der 2. Theil nach dem Tode des
Verfassers erschienen, und enthält die „Lamiides vraies"
Lacordaire's. Neue Gattungen sind:
JPhrynesthis, Temnoscelis, Stenobia, Zygocera,
Eumimetes, Solymus, Retilla, Hylobrotus, JDiatylus,
Vocula, Sulenus, Styne, Soluta, Periergates, Perma,
Smermus, Symperga, Omoderisus, Singalia, Malloderrna.
Madecops (n. g.) pruinosus (Comoren) n. A., Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. 70.
Scotinauges (n. g.), diphysis (Japan); Aegoprepes (n. g.
und Vertreter einer neuen Subf. zwischen den Hippopsiden
und Ectatosiiden) antennator (Malacaa) n. A., Pascoe, Ann.
Nat. Hist. (4). VIII. 277 f.
Phoryctus(n. g.) mucoreus (Mombas), Gerstäcker a. a. 0. 78.
Phygas (=Herpetophygas, Col. Heft X. 194) fasciatus, Ar-
rhostus (n. g.) pauper; Zalatida (n. g.) PayTculli n. A., Fah-
raeus, a. a. 0. 1872. Nr. 3. p. 31 ff.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 321
Athenes(=Molyctypusn.g.) caudatus; Chalanus (=Ano-
mamomus n. g.) leucaspis; Acartus (n. g.) hirtus; Amblesthi-
dus (n. g.) simplex, n. A. aus dem Kafferlande, Fähraeus a. a. 0.
1872. Nr. 3. p. 36 ff.
Olenisus (n. g.) scrrimanus; Mecotetartus (n. g.) anten-
natus; Garphina (n. g.) arcifera; Eulachnesia (n. g.) smarag-
dina n. A., Bat es a. a. 0.
Neue Arten:
Traesisternus Isabellae (Malacca) 107; Leprodera Felden (Su-
matra) 109; Batocera obliqua (Bourou) 215; irregularis (Celebes)
216; Megariodes guttat us (Sumatra), Protemnemus Bosenbergi
(Dorey) 108; v. Vollenhoven, Tijdschr. v. Entom. (2). VI.
Temnosternus vitulus (Queensl.) 275; Ancylonotus nasicornis
(Sierra Leone) 275; Distema Mastersi (Queensl.) 276; Pothyne sila-
cea (Nagasaki) 278; Euthyorus protensus (Mex.) 278; Blepsianis
porosa, fervida 280. Pascoe, Ann. Nat. Hist. (4). VIII.
Mesosa stictica (Tibet), Blanchard, Comp! Rend.
LXXII. 812.
Coptops chloroticus (Madagascar), nigropunctatus (Comoren)
68; liumerosus (Sechellen) 69; Praonetha obsoleta (Comoren) 67;
Oopsis ephippiata, nervosa (Comoren) ; guttulatu (Mad.) 73 ; Hippopsis
quadricollis (Sechellen). (4). IX., Conizonia elegantula, heterogyna
(Lambessa) (4). X. p. 402; Fairmaire a. a. 0.
Frea marmorata (Mbaramu); Crossotus barbarus; Niphona
appendiculata (SeeJipe)78; Praonetha scripta (Endara); Hippopsicon
virgatwm, rusticum (See Jipe); Tetraglenes phantoma (Zanzibar) 79;
Gerstäcker a. a. 0.
Prosopocera Frii (Calabar), Murray, Ann. Nat. Hist. (4).
VII. p. 42.
Dorcadion immer sum 281, impressicorne 282, Abeillii, nodi-
corne 287, Gandolphii, auratum 291, modestum 338, obesum 340,
Tour nie r, Rev. et Mag. Zool. (2). XXIII.
Phantasis carinata; Monohammus Degeeri; Pycnopsis obsoleta;
Ceroplesis marginalis, Thunbergi; Tragjscoschema Wahlbergi; Rha-
pidopsis vittata; Eutaenia picta; Baraeus Sundevalli; Coptops qua-
dristigma-, Alphitopola rugosipennis ; Dichostates stigmaticus, caffer,
lacunosus ; Hecyrida sordida, tenebrio'ides ; Cloniocerus constrictus,
Amblesthis nemorensis, Hippopsicon debile; Hyllisia vittata, gracilis;
Eunidia puncticollis, senilis, rustica, strigata, pygmaea, caffra, lu-
rida; Saperda Haroldi; Nitocris necydaloides, funesta, lugens, nigri-
cornis, varicomis, pectoralis, pusilla; Dylamonus apicalis, analis
(Caffrarien), Fähraeus a. a. 0. p. 29 ff.
Ptychoderes cretatus, niveisparsus 197, Taeniotes praeclarus,
BucHeyi, naevius 198; Hammoderus elatus, rubef actus 199; Tauto-
322 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
clines griseicauda, Adetus costicollis 199; Esthlogena porosa; Estola
perforata, ignobilis 200; Tybalmia caeca; Ischiocentra heraldica 201;
Oncideres fulvistillata; Amphicnaea brevivittis 202 , crustululata ;
Gymnocerus Belti; Oreodora canitogata 203, 0. verrucosa, granu-
lifera, c-album 204, 0. scripta 205 ; Alphus cavifrons 206 ; Stirastoraa
albiceps; Acanthoderes inguinatus 207, Lagochirus cristulatus, prae-
cellens 209; simplicicornis , Leptostylus viriditinctus 210; hilaris,
triangulifer 211; macrostigma, pygiälis, leucopygus 212; cristulatus
213; Alcidion brachiale; Lophopoeum barbiscapum 314; scopiferum,
saronoto ; Ozineus arietinus 215; Anisopodus argus 216, haematicollis,
scriptipennis 236; Lepturges infllatus, limpidus 216, calligramma,
navicularis, laetabilis 217, festivus 236, unilineatus, laetificus 237;
Baryssinus bicirrifer 218; Trypanidius rubripes; Nyssodrys puncta-
tella 219, polygramma 220, roseicollis, leucopygus ; Aatynomus mw-
coreus 221, vexillaris, stetiger 222; Synchyzopus geometricus 224;
Colobothea chontalensis, ramosa, unilineata 225, dispersa, bitincta
226; Carneades glaucothea 227; princeps 238; Phoea scuticollis 227,
lineola, rufiventris, vitticollis, tenuata, semirufa; Lycidola J3eZfo' 228;
Hemilophus prolixus; Isomerida picticornis, subdilätata 229; Ara-
phionycha princeps, albaria 230; Antodice cretata 232; Callia *m-
wwta 238; Bates a. a. 0.
Callia Fauveli (Lifu), Thomson, Bull. Soc. Linn. Norm.
(2). I. p. 203.
Nemaschema Thomsoni (Lifu), Fauvel, ebenda p. 201.
Chrysomelidae. Sagrini. Duboulaia (n. g.) fulvipennis;
Carpophagus excavatus (W.-Austr.) n. A., Baly, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1871. 381 f.
Donaeiini. Suffrian recognoscirt in der Stett. Ent. Zeit.
1872. p. 11 die verloren gegangene Donacia nitida Germ, und giebt
weitere synonymische Bemerkungen zu Nordamerikanischen Donacien.
Donacia pubicollis (Illin.), Suffrian, St. Ent. Zeit. XXXI11. p. 21.
D. glabrata, sibirica (O.-Sibir.), Solsky, Horae Ent. Ross. VIII.
245; D. viridula (Lapland), J. Sahlberg, Notis. ur Sällsk.Faun.
et Flor. Fenn. XI. 438.
Criocerini. Zeugophora rufotestacea (O.-Preussen), n. A.,
Kraatz, Berl. Ent. Zeit, XV. 162.
Lema foveicollis, morosa, nigriventris (Zanzibar) n. A., Ger-
s tack er a. a. 0. 79.
Clythrini. Kraatz unterzieht in der Berl. Ent. Zeit.
XVI. 193 ff. die Europäischen Arten dieser Gruppe einer Revision.
Lefevre liefert in den Ann. Soc. Ent. Fr. (5). IL 49 ff.,
313 ff. eine Monographie dieser Gruppe, soweit sie in Europa und
den Mittelmeerländern vertreten ist, und unterzieht einzelne der
von Kraatz (s. vorh.) ausgesprochenen Ansichten einer Kritik.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 323
Als n. A. werden von ihm aufgestellt : Labidostomis cavifrons
(Tanger) 80; metallica (S.-Kussl.) 83; rugicollis (S.-Russl.) 86; di-
versifrons (Beirut) 90; lepida, maroccana, lucaniformis 380; Tituboea
nigriventris (Russl.) 136; Calyptorhina biornata (Biarbekr) 322;
Gynandrophthalma scutellaris (Syrien) 335; manicata (Spanien) 341;
judaica (Beirut), graeca 346; djebellina (Syrien) 349; brevicomis
(Oran.) 351; Coptocephala quinquenotata (Corsica) 364; fossulata
(Sicil.) 372, n. A., Lefevre a. a. 0.
Labidostomis speculifrons (Kleinas.) 200; Kindermanni (Syr.)
201 ; Pelissieri (Algier) 205 ; Gynandrophthalma graeca 217, n. A.,
Kraatz a. a. O.
Diapromorpha haemorrhagica ; Gynandrophthalma asphdltina,
amoenula ; Damia confu^a n. A. von Zanzibar, Gerstäcker,
a. a. O. 80.
Somoplatus fulvus, n. A., Mulsant und Rey, Ann. Soc.
Linn. Lyon. XVIII. p. 104.
G. Kraatz macht Bemerkungen über einzelne Arten der Gat-
tung Pseudocolaspis Lap.. namentlich mit Rücksicht auf Angaben
von Schaufuss, Berl. Ent. Zeitschr. XVI. p. 187 ff.
Eumolpini. Gerstäcker a- a. 0. p. 81 f. führt folgende
n. A. auf; Pachnephorus conspersus (Wanga) ; Scelodonta sansibarica ;
Rhyparida collaris, micans, cyanipennis, trivialis, obscurella; Co-
laspidosoma subcostatum (Zanzibar), compactum (Mombas); Pseudo-
colaspis chrysites.
Pachnephorus hipponensis (Bona), Colaspidea abbreviata (Span.)
n. A., des Loges, Mitth. schw. Ent. Ges. III. p. 358.
Pseudocolaspis bipilosa, obscura, tibialis, cribrata, diversicolor,
variabilis, servula, humeralis, violacicöllis n. A., Schaufuss, Nunq.
otios. I. 200 ff.
Gryptoc ephalini. Tapp es liefert die Fortsetzung seiner:
„Cryptocephalides d'Europe et des pays limitrophes", Ann. Soc. Ent.
Fr. (5). I. 253 ff.
Suffrian weist in der Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 21 ff. nach,
dass unter Cryptocephalus cribratus Suffr. zwei Arten verwechselt
seien; die neue Art nennt er C. bidens Suffr., diagnosticirt ferner
beide Arten und versieht sie mit Angaben über ihr Vaterland.
Hierzu macht Kraatz (ebenda p. 268) die Bemerkung, dass
auch C. interruptus mit C. bidens vielfach in Sammlungen verwech-
selt sei, und dass C. bidens Suffr. schon früher von de Marseul
als C. Tappesi und zwar in beiden Geschlechtern beschrieben sei.
C. opacus, trapezensis; Pachybrachus israelita n. A., Tapp es
a. a. O.
Cryptocephalus princeps (Neapel), Rottenberg, Berl. Ent.
Zeit. XV. 248.
324 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
C. tabidus, Kersteni, apertus (Zanzibar) n. A., Gerstäcker,
a. a. 0.
Elaphodes albohirsutus ; Ditropidus carbonarius, hirticollis;
Duboulayi, strigosus, rufocupreus , tarsatus, fulvus, fasciatus, (W.-
Austr.), Odeivahni (S.-Austr.), dimidiatus, biplagiatus (N.-Austr.);
Lachnobothra Breweri (K. George's S.), integra, Wilsoni, Water-
housii, Saundersi, distincta, Duboidayi (Austr.) n. A., Baly, Trans.
Ent. Soc. 1871. 383 ff.
Cryptocephalus tetrathyrus, liothorax, peliopterus ; Pachybrachus
ochropygus (O.-Sibir.) n. A., Solsky, Ho r ae E nt Ro ss. VIII. 248 ff.
Ghrysomelini. Vogel vervollständigt in Nunqu. otios. I.
81 ff. seine Revision der Mittel- und Südafrikanischen Arten, und
beschreibt 45 neue Arten und 2 neue Qattungen: Xipho mela,
Centroscelis.
Strumatophyma, n. G. gegründet auf Chalcolampra ver-
rucosa und undidatipennis Clk. ; Sphaerolina n. G., gegr. auf
Lina rajah Guer. und Templetoni Baly.; Baly, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1871. 400.
Cyrtonus denticulatus (Span.) n. A., Chevrolat, Nouv. et
Faits. div. CXXXIL; C. cupreivirens ; Timarcha splendida; Chry-
somela Graellsi (Spanien) n. A., Perez Areas, An. Soc. Esp. I.
121 ff.
C. nigripunetata (Oran.), n. A., Reitter, Berl. Ent. Zeit.
XVI. 175.
Plagiodera impolita (See Jipe) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 82.
Chrysomela dicrythoa (Sicil.), n. A. , Rottenberg, Berl.
Ent. Zeit. XV. 243.
Galerucini. Shimer theilt im Am. Nat. V. 317 einige
weitere Beobachtungen über Diabrotica vittata F. und seine Para-
siten mit.
Adorium palliatum; Anopliylia nobilitata, murina; Monolepta
rubricosa, didyma, vineta, vinosa, ephippiata; Xenarthra calcarata\
Malacosoma pusilla, litura; Oedionychis rubiginosa, vernicata ; Dia-
cantha duplicata, n. A., grösstentheils von Zanzibar; Gerstäcker,
a. a. 0. p. 83 ff.
Adimonia cicatricosa (Span.), n. A., Chevrolat, Nouv. et
Faits div. CXXXI. A. vicina; Galerucida flavipennis (O.-Sibir.),
n. A., Solsky, Hör. Ent. Ross. VIII. 255 ff.
Lyperus aetnensis n. A., Rottenberg, Berl. Ent. Zeit.
XV. 244.
Halticini. Crepidodera testa; ApMlionaCoökii; Argopus pu-
sillus, n. A., Gerstäcker, a. a. 0. 85.
Longitarsus Melissi (St. Helena) n. A., Wollaston, Ann.
Nat. Hist. (4). VIII. 407.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 325
Thyamis distinguenda (Engl.) n. A. , Rye, Ent. Mon.thl.
Mag. IX. 157.
Psylliodes Catinensis (Cataniensis?), ventricosus (Sicil.) n. A.,
Rottenberg, Berl. Ent. Zeit. XV. 245.
Hispini. Hispa quadrifida, pachycera (Zanzibar) n. A., Ger-
stäcker, a. a. 0. 85. H. angulosa (Baikal-S.) n. A., Solsky,
Horae Ent. Ross. VIII. 263.
Cassidini. Cassida concha (O.-Sibir.) n. A.. Solsky, ebenda
p. 264.
Dolichotoma instabilis. sericea; Calaspidea contacta] Mesom-
phalia deliciosa, pauperula, BucJcleyi, pectinata, Pascoei, interjecta,
perjucunda, emorsitans, latissima, poecilaspoides, consociata; Oma-
spides bivittata, abbreviata: Batonota distincta, Jansoni n. A.,
meist aus Ecuador, Baly, Trans. Ent. Soc. Lond. 1872. p. 59 ff.
Erotylidae. Kraatz zählt in der Berl. Ent. Zeit. XVI.
144 f. die deutschen Arten der Gattung Triplax auf und beschreibt
Triplax pyymaea, n. A. aus Steiermark.
T. aulica (Missour.) n. A., Hörn, Trans. Am. Ent. Soc.
1871. 343.
T. amoena, gracilenta; Dacne Moravitzi n. A. aus Sibir.,
Solsky, Hör. Ent. Ross. VIIL 266 ff.
Episcapha scenica (Mombas) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 86.
Engis californica, n. A., Hörn, a. a. 0. 1870. 97.
Aulacochilus Doriae, maximus, tetraphacus, birmanicus, micans,
sericeus , mediocoenileus, n. A., von Indien und den benachbarten
Inseln; Bedel, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 271 ff.
A. brevis, niger, tetradyma, oceanicus n. A. , ders. ebenda
II. 403 ff.
Coccinellidae. Crotch hat (Cambridge, April
1871) ein Verzeickniss aller ihm bekannten Arten dieser
Familie mit ihren Synonymen veröffentlicht und giebt eine
grosse Zahl neuer Gattungen und Arten.
Microrhynchus (n. g.) ricßpennis; Alesia aurora, amoenula;
Thea imbecilla; Chilomenes pardalina; Exochomus pulchelliis, ven-
tralis; Brumus nigrifrons; Epilachna tetracycla, Proserpina, calli-
pepla, macropis, Scolaris, Proteus n. A., Gerstäcker a. a. 0. 345 ff.
Cleothera BrucJci, pretiosa, ponderosa, venalis, Proserpinae,
pedicata, flavata, gemellata, septenaria, vaticina, circaea, laqueata,
Maisoni, subparallela ; Hyperaspis puella; Epilachna novenaria (Co-
lumb.), n. A., Mulsant, Ann. Soc. Linn. Lyon. XVIII. 321 ff.
Hyperaspis Teinturieri; Pharus bardus (Bona); Scymnus bi-
cinctus (Bona), n. A., Mulsant und Godart, Ann. Soc. Linn.
Lyon XVUL 102; 198 f.
326 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Hyperaspis guttulata (Alg.) n. A., Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Fr. (4). X. 404.
Ithone n. g., gegründet aufLeis mirabilis Motschulsk.;
Calvia deflorarata (Vladivostok), n. A., Solsky, Hör. Ent. Ross.
VIII. 272 ff.
Chilomenes 12-notata (Lifu), n. A., Fauvel, Bull. Soc.
Linn. Norm. (2). I. 209.
Rhizobius subdepressus, n. A., Seidlitz, Faun. Balt. 193.
Endomychidae. Mycetina pallida (Colorado), limbata (Calif.);
Epipocus unicolor (Arizona), n. A., Hörn, Trans. Am. Ent. Soc.
1870. p. 96.
Hymenoptera.
H. Müller. Anwendung der Darwinschen Lehre auf
Bienen. Verhandl. des Naturw. Ver. d. preuss. Rheinl. und
Westph. XXIX. p. 1 ff. Der Verfasser weist nach, dass
sich die Bienen von den Grabwespen (Fossores Latr.) nur
durch solche Eigenthümlichkeiten unterscheiden, welche sie
zur Gewinnung von Blüthenstaub und Honig befähigen.
In dieser Hinsicht existirt aber eine fast ununterbrochene
Reihe von solchen Formen, die sich in nichts von den
Grabwespen unterscheiden bis zu den für ihren Zweck am
vollkommensten eingerichteten Arten. Müller nimmt dem-
nach an, dass sich die Bienen von den Grabwespen da-
durch abgezweigt haben, dass einzelne der letzteren sich
bei Versorgung ihrer Brut auf Blüthenstaub und Honig be-
schränkt haben, wodurch sich der Differenzierung ihrer
Nachkommen ein weiter Spielraum zu Anpassungen nach
verschiedenen Richtungen hin bot. — Die nächste Ursache
der Abänderung der Bienen ist also in den Weibchen zu
suchen, und ein grosser Theil der Familienunterschiede
auf diese überhaupt beschränkt, während am männlichen
Geschlechte sich sekundäre Geschlechtscharaktere ent-
wickelt haben, welche theils das Aufsuchen zur, theils das
Festhalten der Weibchen während der Begattung er-
leichtern. Bei einigen Arten überwiegt das männliche, bei
anderen das weibliche Geschlecht; in anderen sind beide
Geschlechter in annäherend gleicher Zahl vorhanden. —
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 327
Auf 2 Tafeln sind einzelne Körpertheile, namentlich solche
mit sekundären Geschlechtscharakteren abgebildet und dem
Text ein alphabetisches Namen- und Sachregister bei-
gefügt.
C. Lindemann hat seinen im Bullet, soc. imp.
nat. Moscou 1865 veröffentlichten Untersuchungen über das
Hautskelet der Coleopteren solche, die das Hautskelet
der Hymenopteren zum Gegenstand haben, folgen lassen
(ebenda 1871. Nr. 1 u. 2. p. 306 ff.). Das Pronotum ist
ziemlich allgemein nach hinten und unten in scharfe Ecken
vorgezogen, die auf der Bauchseite mit einander ver-
wachsen und sich an der Bildung der Hüftpfannen bethei-
ligen. Das Prosternum ist gross, das Episternum klein,
und bei Sirex und einigen Tenthrediniden fehlt das Epi-
meron ganz. Wie bei den Käfern im Metathorax, ist bei
den Hymenopteren im Prothorax ein starker Entothorax
entwickelt, der bei Sirex aus einem Körpertheil und zwei
schräg aufsteigenden Hörnern besteht." Der stets sehr
mächtig ausgebildete Mesothorax lässt keine besonderen
Eigenthümlichkeiteu erkennen, doch deuten nach Linde-
mann zwei ziemlich konstant auftretende Längsfurchen
des Mesonotum auf die bei manchen Archipteren bestehende
Zusammensetzung dieses Stückes aus drei Theilen. Der
Bau des Metathorax ist normal und rechtfertigt keineswegs
die gewöhnliehe Anschauung, dass mit ihm auch das Ter-
gum des ersten Abdominalsegments verschmolzen sei. Die-
ses vermeintliche Tergum deutet Lindemann vielmehr
als verwachsene Epimeren, die nur das Auffallende haben,
dass sie einen Theil der oberen Thoraxwand bilden und
ein Stigma tragen. Eine bei Vespiden aufgefundene be-
wimperte Platte an dem stets kleinen Metanotum sieht
Lindemann als Homologon der Flügelschuppe und der
Deckschuppe am Stigma des Pronotum an. Der Verfasser
spricht sich mit Entschiedenheit gegen die Homologisirung
der Insektenflügel mit den Tracheenkiemen der Ephemeri-
denlarven aus; er sieht vielmehr in den Flügelschuppen
und dem Stigmadeckel Homologa der Tracheenkiemen und
in den Flügeln Neubildungen, womit allerdings nicht
viel gewonnen und viel verloren ist.
328 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
J. Giraud. Miscellanees Hymenopterologiques. Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 375.
Enthält Angaben über die Lebensweise der verschiedenen
Familien und die Beschreibung einiger neuer Arten.
C. Hörne. Notes on the Habits of some Hymeno-
pterous Insects from the North west Provinces of India
etc. Transact. Zool. Soc. Lond. VII. p. 161 ff. pl. 19—22.
Giebt ausser dem im Titel angezeigten Inhalte auch die Be-
schreibung neuer Arten aus den Familien Apidae, Vespidae, Pom-
pilidae, Sphegidae, Larridae, Crabronidae, Eumenidae.
Taschenberg. Biologische Notizen über einige
z. Th. neue Hymenopteren aus Port Natal Giebel's Zeit,
ges. Naturw. XXXIX. p. 1 ff.
Enthält anziehende Schilderungen der Lebensweise, des Nest-
baues von Grab-, Falten- und Blumenwespen, sowie die Beschrei-
bung einiger neuer Arten.
T. A. Marshai. A. Catalogue of British Hymenoptera;
Chrysididae, Ichneumonidae, Braconidae, Evaniidae.
London 1872. %
Das Verzeichniss, durch die Ent. Soc. London veröffentlicht,
weist für Grossbritannien 271 Gattungen mit 1654 Arten aus den
genannten Familien nach und zwar Chrysididae mit 6 Gattungen»
22 Arten; Ichneumonidae mit 136 Gattungen 1186 Arten, Braconidae
125 Gattungen, 439 Arten, Evaniidae 4 Gattungen, 7 Arten.
F. Walker. A List of Hymenoptera collected by
J. K. Lord, Esq. in Egypt. in the Neighbourhood of the
Red Sea, and in Arabia with Descriptions of the New
Species. London 1871.
Zählt 293 Arten auf; die neuen sind sehr unvollständig cha-
rakterisiert.
0. de B. Radaszkowsky. Hymenopteres de l'Asie.
Description et enumeration de quelques especes re-
c,ues de Samarkand, Astrabad, Himalaya et Ning-Po en
Chine. Hör. Ent. Ross. VIII. p. 187 ff.
Führt von den im Titel genannten Lokalitäten 86 Arten auf,
von denen einige neu sind.
F. Smith. A. Catalogue of the Aculeate Hymeno-
ptera and Ichneumonidae of India and the Eastern Ar-
chipel ago. Proc. Linn. Soc. XI. p. 285—415.
Zählt 1597 Arten in 162 Gattungen auf und giebt Tabellen
über die Verbreitung in den einzelnen Gattungen in den verschie-
denen Gebieten.
Derselbe. Notes on the Aculeate Hymenoptera of
South-Devon. The Entomol. Annual. 1872. p. 93 ff.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 329
Derselbe. A. Catalogue of British Hymenoptera;
Aculeata. London 1871. Durch die Entom. Soc. London ver-
öffentlicht.
Enthält im Ganzen 378 Arten, nämlich 204 Anthophila, 20
Diploptera, 119 Fossore3, 35 Heterogyna.
S. C. Snellen van Vollenhoven. Schetsen ten Ge-
bruike bij de Studie der Hymenoptera. I. Ichneumoniden.
Taf. I— III. (18G8); II. Braconiden. Taf. IV- VII. (1869); III.
Pteromalinen. Taf. VII— X. (1871). 'S Gravenb age.
Die Tafeln enthalten meisterhaft ausgeführte Abbildungen
der bemerkenswerthesten und charakteristischsten Gattungen.
C. G. Thomson. Hymenoptera Scandinaviae. Lund. I.
1871. II. 1872.
Bd. I enthält die Gattungen Tenthredo und Sirex L., Bd. II.
Apis L. Die Klassifikation Thomson's weicht mannichfach von der
üblichen ab ; bei den Tenthradiniden hat er sich und dem Werthe
seiner Arbeit durch Vernachlässignng der Larvenzustände nur ge-
schadet.
Apidae. Die Blumenwespen des Unterharzes werden
von Rudow in der Stett, Ent. Zeit. XXXIII. p. 414 ff. aufge-
zählt. Seltsamer Weise nennt der Verfssser die Arbeiter von Ap.
mellifica Zwitter.
Thomson (a. a. 0. IL) nimmt die beiden Unterabtheilungen
Sociales (Apina, Bombina) und Solitariae (Megülina, Andrenina,
Halictina, Nomadina, Melectina) an.
Andrenides. Förster hat in den Verh. Zool. bot.
Ges. Wien. XXL 873 ff. eine Monographie der Gattung Hylaens
(= Prosopis aut.) veröffentlicht. Nach einer Uebersicht über die
(brauchbare) Literatur dieses Genus giebt der Verfasser eine Diag-
nose und ausführliche Beschreibung desselben, in der namentlich
auf den Unterschied von den näheren Verwandten Rücksicht ge-
nommen ist. Die zahlreichen Arten werden in 11 nach dem jedes-
maligen Hauptvertreter benannten Gruppen vertheilt. Im Ganzen
sind 94 Arten, darunter sehr viele neue beschrieben.
Morawitz (ebenda XXII. 355 ff/) führt in seinem: »Bei-
trag zur Bienenfauna Deutschlands« 62 Arten auf, theils
unbeschriebene , theils solche, deren Vorkommen in Deutschland
noch nicht oder nur sehr lokal nachgewiesen war. Wichtig sind des
Verf. Zusätze resp. Verbesserungen zu Förster' s Monographie
der Gattung Hylaeus (s. vorh.).
Dours (Rev. et Mag. Zool. (2). XXII. 293; 349; 396;
419 ff.) beschreibt Hymenopteres nouveaux du bassin me-
diterran een, die dieser Unterfamilie angehören: Lucasius (n.
subg. Halictus) clavipes, cochleitarsis ; Colletes niveifasciatus. collaris,
330 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
lacunatus, dentiventris, acanthopygus; Prosopis luteibalteata, nivei-
fasciata, Halictus formosus, ferrugineizonatus. albizonatus, Soreli,
ochraceivittatus, sexcinctellus, platycestus, griseizonatus, semipubescens,
gemmeus, carneiventris , bimaculatus, aureipes; Andrena mesopyrrlia,
basalis, Picciolii, Fonscolombii, atrirubricata, arietina, melanaria,
nigrisericea, soror, heteroxantha, insolita, chrysopyga, succinea,
nigritincta, planiventris, griseibalteata, bogerella, gravida, Poupillieri,
ferrugineicrus (!), ustulata, rußhispida, piceicornis, trachyderma, stri-
gosa; Dasypoda rußpes.
Nomia amoenula (Mombas), n. A., Gerstäcker, d. Arch.
XXXVII. 1. p. 350.
N. volga, equestris, n. A., derselbe Stett. Eni Zeit.
XXXIII. 302.
Halictus determinatus, distinctus , tibialis, nigrinus, decorus;
Andrena partita, turbida, disparilis, munda, venusta, brevipennis;
Nomia zonaria, vespo'ides, bicoloripes, rußventris, femoralis, ampla,
scriptifrons, eburneifrons, pallicornis, n. A., Walker, a. a. 0. 41 ff.
Andrena distinguenda Schenck, eine n. A. aus Deutschland,
Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 356.
Dasypoda rußpes (Dalmat.) n. A., Morawitz, Hör. Ent.
Ross. VIII. 216.
Apides. Die »Faulbrütigkeit« der Bienen wird nach
Fischer durch den schlechten Ernährungszustand der »Bienen-
ammen « (Arbeiterinnen) hervorgerufen. Das Bienenbrod soll näm-
lich nicht aus dem Magen ausgestossen werden, sondern das Sekret
der Speicheldrüsen sein (?), durch dessen Hergeben schlecht ge-
nährte Arbeitsbienen zuletzt so entkräftet werden, dass die den
jungen Larven dargereichte Nahrung nicht mehr genügt und letztere
verkommen. Corresp. Näturf. Vereins Riga. 1872. p. 183.
Gerstäcker beschreibt kurz die Brutstätten einiger Bienen-
arten: Megachile maritima Kirb., Osmia caementaria Gerst., Xylo-
sopa bombylans ¥., einer Chalicodoma- und Heriades- Art vom Cap,
Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin, 1872. p. 45.
Kirschbaum beschreibt in den Jahrb. Nass. Ver., 25. u.
26. Jahrg. 446 das Nest von Anthidium strigatum, dessen an Steine
angeklebten Zellen aus harziger Substanz, wahrscheinlich Kiefern-
harz bestehende Wände haben, so dass der Name »Wollbiene«
als Gattungsname nicht glücklich gewählt wäre.
Hermaphroditen von Anthoplwra acervorum. Apis mellißca,
Nomada baccata, Proc. Ent. Soc. 1871. p. XIV.; N. fucata,
Stett. Ent. Zeit. XXXIII. 335; Xylocopa violacea, Tagebl. XLV.
Vers. Naturf. 137.
Gyrodroma n. G., gegründet auf Heriades nigricornis Nyl.,
florisomnis L., Thomson a. a. 0. II. 259.
Epeolus nigriventris; Allodape syrpliöides; Coelioxys autica,
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 331
rufispina; Stelis dimidiatus; Osmia contraria; Megachile fulvescens,
inornata, inßcita (!), despecta, adusta, conficita (!); Anthidium sub-
ochraceum; Eucera fidvescens, ampla, pilosa, einer asecns ; Tetralonia
blanda, vetusta, amoena, decora, invaria, spoliata; Anthophora an-
nulifera, lutescens, pauperata, illepida, superans, senilis, melaleuca,
bimacidifera (2), cana, punetifrons, pulverea, inelyta n. Av Walker
a. a. 0. p. 47 ff.
Megilla caligata; Allodape trochanterata, flavitarsis ; Tetralonia
macrognatha n. A., Gerstäcker, d. Arch. XXXVII. 1. 349 ff.
Coelioxys angulata; Megachile proxima, Bonibus atrocinetas,
terminalis, Trigona ruficornis , Smith. Tr. Zool. Soc. VII.
192 ff. n. A.
Bombus impetuosus; Apis laboriosa n. A , von W.-Yunan,
derselbe Proc. Zool. Soc. 1871. 249.
Panurgus Siculus; Samarcandus ; Osmia melanura (Calabr.),
elypearis (Corfu), curvipes (Syr.), tigrina (Epir.), dalmatica, crenulata
(Corsica) ; Heriades appendiculata (Calabr.) ; Ceratina tarsata (Greta) ;
Nomada Manni, chrysopyga (Tinus), 3 -punctata, Calabr a; Ammobates
carinatus (Calabr.); Stelis ruficornis (Rhodus); Anthophora Bogen-
hoferi, n. A., Morawitz. Hör. Ent. Ross. VIII. 202 ff.
Panurginus sculpturatus ; Osmia grandis, prineeps; Anthidium
pubescens; Dufourea cueruleocephala ; Tetralonia RadoszJcowskii, n. A.,
derselbe ebenda IX. 53 ff.
Anthidium decoratum, albidulum, 6-lineatum, 6-maculatum ; He-
riades casularum, angustata, intermedia, paxillorum \; Ceratina caerulea,
chalybea; Coelioxys mandibularis, n A., Chevrier;Mitth. schw»
Ent. Ges. III. 487 ff.
Megachile arundinacea (Natal) n. A., Taschenberg, Zeitschr.
ges. Naturw. XXXIX. 10).
Osmia truncatula, latieeps ; Megachile lapporäca. Nomada bi-
fida n. A. aus Schweden; Thomson a. a. 0. II.
Xylocopa valga; Bombus vorticosus n. A., Gerstäcker, Stett.
Ent. Zeit. XXVIII. 276, 290.
Vespidae. In v. Siebold's oben (p. 238) angeführten Werke:
Beiträge zur Part h. etc. werden auf p. 1 — 101 zahlreiche in-
teressante Mittheilungen über die Lebensweise von Polistes gallica
gemacht.
J. Jäckel (Corresp. Zool. Min. Ver. Regensb. XXV. p. 107)
erwähnt, dass Vespa crabra von Syringa die Rinde abschäle, um den
ausfliessenden Saft zu lecken.
Zethus favillaceus; Eumenes bisignatus, leptogaster, dilectula,
signicomis ; Rhynchium ardens, fervens, zonatum; Odynerus flavus,
torridus, tinetus, selectus, privatus, diversus, dotatus, cognatus, exustus,
alienus, stipatus, albifer, inornatus, rotundatus, fumipennis, disjunetus,
332 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
guttulosus, cingulifer, concinnulus, notabilis, n. A., Walker, a. a. 0.
p. 28 ff.
Synagris tarsalis; Odynerus jocosus; Polistes badia, plebeja,
defectiva, n. A., von Mombas;, Uru etc.: Gerstäcker, d. Arch.
XXXVII. 1. 350 ff.
Eumenes mainpuriensis ; Pterochilus pulchellus; Vespa viva,
flaviceps, structor, n. A., Smith, Trans. Ent. Soc. VII. p. 189 f.;
V. bellona, serselbe Proc. Zool. Soc. 1871. p. 248.
Grabronidae. F. Karsch. Beitrag zur Naturgeschichte
der Mordwespengattung Pompilus Schiödte', G iebel's Zeit,
ges. Naturw. XXXIX. 441 ff. Nachdem der Verf. das ihm in der
Literatur über das Eintragen von Spinnen in die Nester der Pompi-
liden bekannt gewordene angeführt, berichtet er von seiner Beob-
achtung. An dem Hinterleibe einer Tarentula inquilina (?) Clerck fand
er eine Made schmarotzend, die von der Spinne nicht behelligt wurde.
Letztere legte sich in einem Gefässe mit Erde eine Höhle an, in
der sie starb, während die Made nach einiger Zeit einen Pomp, fu-
scustf) Fabr. lieferte.
Ueber die Pompiliden und Sphegiden des La Plata-
Gebietes, von H. Burmeister; Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 230
ff. Enthält im Anschluss an die von Burmeister gesammelten und
von Taschenberg in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. XXXIV.
p. 25 ff. bekannt gemachten Hymenopteren Angaben über die
Lebensweise dieser interessanten Thiere; es wird der Kampf einer
Pepsis Reaumurii Dahlb. mit einer grossen Mygale beschrieben,
worin letztere unterlag.
Cerceris alboatra, contigua; Crabro granulatus, confinis, per-
pusillus n. A., Walker, a. a. 0. p. 26 f.
Trypoxylon intrudens, rejector n. A., Smith, Trans. Zool.
Soc. VII. p. 188 f.
Cemonus dentatus (Vogesen) n. A., Puton, Ann. Soc. Ent. Fr.
(5). I. 94.
Larra vespoides, latifascia, subapicalis, annulata, n. A., Wal-
ker, a. a. 0. p. 25 f.
Piagetia (n. g.) Woerdeni (Congo), Bitsemae (Ost-Java), n. A.,
Ritsema, Entom. Monthl. Mag. IX. 121 f.
Larrada nigricans, siibfasciata, diversa, conjungens ; Tachytes
plagiatus, contrarius, cephalotes, albonotatus, mutillo'ides, lugubris,
brevis, decoratus, n. A., Walker, a. a. A. 21 ff.
T.#?*awdis(Nyon)n.A.,Chevrier,Mitth.schw.ent.Ges.III. 508.
Parapison rufipes, n. A. Smith. Trans. Zool. Soc. VII. 188.
Ammophila strenua, filata, nigritaria, areolata; Sphex argen-
tifer; Chlorion bicolor, n. A., Walker, a. a. 0. 18 ff.
Ammophila fuscipennis; Pelopoeus curvatus, n. A. Smith,
a. a. 0. 187.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 333
Ammophila^oM^erosa(Endara); Sphex incomptus (Wanga) n. A.,
Gerstäcker, d. Arch. XXXVII. 1. 352.
Sphex Haterhaueri (Astrabad) n. A., Radoszkowsky, Hör.
Ent. Ross. VIII. 190. Pepsis chrysoptera, auriguttata, n. A. Bur-
meister, St. Ent. Zeit. XXXIII. p. 233 f.
Pompilus innitens, melanophüus ; Agenia bizonata, terminalis,
tristis, decora; Euagethus bicolorifer; Ferreola divisa, carbonaria,
n. A., Walker, a. a. 0. p. 15 ff.
Pompilus maculipes; Agenia domestica (Natal) n. A., Taschen-
berg a. a. 0. p. 13.
Hemipepsis prodigiosa (Maschi), contumax (Mombas); Myzine
xanthocera (See Jipe) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 352.
M..flavicoMis,punctifascia; Discolia luteicomis, atratiila; Dielis
longispina, n. A., Walker, a. a. 0. p. 11 ff.
Elis hymenaea, soleata (Wanga) n. A., Gerstäcker a. a. 0. 353.
Dichthadia furcata (Zanzib.) n.A., Gerstäcker, Stett. Ent.
Zeit. XXXIII. 267.
Mutillidae. Mutilla straba (See Jipe), pygidialis (Moschi), sua-
vis (Mombas); n. A., Gerstäcker, d. Arch. XXXVII. I. 253 f.
M. aureiventris, Walker a. a. 0. 11.
Formicidae. G. Mayr. „Formicidae Borneenses". Ann.
d. Mus. civ. di Stör. nat. d. Genova, II. 133 ff. Enthält die
Beschreibung von 64 von Doria u. Beccari in Sarawak gesam-
melten Arten. Als neu sind aufgestellt: Technomyrmex (n. g.)
strenua; Camponotus inconspieuus, contractus, Doriae; Polyrhachis
JBeccarii, nigripilosa, pruinosa ; Monomorium latinode; Crematogaster
coriaria.
Formica aeqiialis; Camponotus phaeogaster; Cataglyphis bi-
coloripes; Aphaenogaster debilis, pallescens, n. A., Walker, a. a. 0. 9.
Camponotus Kersteni, chrysurus, erinaceus (Zanzibar); Crema-
togaster cephalotes (Mombas); Phidole tälpa (Mbaramu), scäbriuscula
(Endara), n. A., Gerstäcker, d. Arch. XXXVII. 1. 355 f.
Chrysididae. Hedychrum stübo'ides; Chrysis sinai(ti)ca, semi-
nigra, multicolor, electa, communis; Parnopes apicails; Euchroeus
pellispinosus, n. A., Walker, a. a. 0. p. ü ff.
Chrysis minutula (Dortmund) n. A. ; Schenck, Stett. Ent.
Zeit. XXXII. 254.
Ichneumonidae. Tischbein verzeichnet in der Stett. Ent.
Zeit. XXXII. p. 155 ff. die (37) Ichneumon-arten, die er seit un-
gefähr 30 Jahren in ihren Winterquartieren aufgefunden und beob-
achtet hat. Das Fehlen der J in den Winterquartieren giebt ihm
Veranlassung zu mannichfachen Betrachtungen.
W. Mink theilt eine Beobachtung über das Springen von
Hymenopteren- (Ichneumoniden-)puppen mit. Tydschr. v. Entom.
1872. p. 285.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. Bd. 2. W
334 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Der Cocon der Puppen war braun mit weissem Gürtel, und die
Puppe schnellte sich mit demselben bei Störungen in die Höhe. Da
die Puppen keine vollkommenen Insekten lieferten, so kann nur an-
gegeben werden, dass sie einer Cryptus-axi angehörten.
C. Tchek. Ichneumonologische Fragmente. Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXI, p. 37 ff.
Der Verfasser liefert die Beschreibung von über 20 neuen oder
wenig bekannten Arten, zunächst von Ophioniden u. Pimplarien,
sowie eine Aufzählung der von ihm in Niederösterreich aufgefundenen
Arten der Gattungen Sagaritis, Casinaria, Pyracmon Holmgr. —
S. 95 ist die bedeutende Farbenvariabilität gezüchteter Exemplare
hervorgehoben.
Brise hke. Die Hymenopteren der Provinz Preusseu, 4. Thl.
Schriften der k. ph. ö. Ges. in Königsb. XI. p. 64 ff. Handelt von
den Tryphoniden, über deren Lebensweise, Wirthe etc. eine
grosse Zahl von Originalbeobachtungen beigebracht werden. Die
Zahl der als neu beschriebenen Arten ist beträchtlich.
Diplomorphus (n. g.) tlwracicus (in Hylotoma, Wallis); Agly-
phus (n. g.) nigripennis (Bologna); Ischnus tineidarum (Bologna),
nigrinus (Isere), n. A., Giraud, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I 395 ff.
Cephus Helleri, tabidus; Ichneumon opulentus, Kastneri; Ho-
plomenus 7-guttatus n. A., Taschenberg. Zeit. ges. Naturw.
XXXVIII, 307 ff.
lehn, alpicola, capito n. A., Kriechbaumer, Mitth. schw.
Ent. Ges. III. 483, 484.
Nach Kriechbaumer (Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 10) ist
Sphaetes crassicrus Bremi eine dunkele Varietät von Echthrus relu-
etator L.
Listrognathus tricolor; Cryptus murorum, lutescens, divisorius,
pseudonymus, gendlis, mediterraneus, conicus, buccatus, bipunetatus,
collaris n. A., Tschek, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien, XXII 231 ff.
C. Erberi (Corfu), derselbe ebenda XXI. p. 43.
C. longiseta (Chili), n. A., Taschenberg, Zeit. ges. Naturw.
XXXVIII. 42.
C. leueopygus, n. A. Walker, a. a. 0. p. 1.
Cresson, Canad. Entom. IV. p. 61 ff. beschreibt folgende
neue Pez omachus-arten von Nordamerika: P. Pettiti, canadensis,
tantülus, meabüis, compactus, alternatus, gentilis, gracilis, macer, ob-
scurus, dimidiatus, unicolor, texanus.
Campoplex tenthredinum ; Sagaritis cognata, maciäipes, Hdlm-
greni, crassicornis; Casinaria stygia, varians, affinis, dubia, scutellaris;
Limneria Foersteri, oculata, vulgaris, nematorum; Pyracmon austii-
acus; Eugnomus Manni; n. A., Tschek, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. XXI. p. 37 ff.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 335
Atractodes Guienzii (Natal) n. A., Taschenberg Zeit. ges.
Naturw. XXXIX. p. 7
Campoplex tarsalis, posticus n. A., Walker a. a. 0. p. 2.
Plectiscus tenthredinarum (!) (Vincennes) n. A., mit ihrer Lebens-
weise beschrieben von Giraud, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 387,
396.
' A. Förster. Uebersicht der Gattungen u. Arten der
Familie der Plectiscoiden. Verhdl. Naturh. Ver. preuss.
Rh. u. Westph. 1871. p. 71 ff.
Die Graven hörst 'sehe Gattung Plectiscus ist hier zu einer
Familie erhoben und erscheint allerdings in einem viel bedeutenderen
Umfange als bei Gravenhorst. Förster unterscheidet 24 Gat-
tungen in der Familie, die natürlich fast alle neu sind. Die Gat-
tungsnamen lauten: Catastenus (1 A.), Aperileptus (1-57 A.), Holomeristus
(1 A.), Entydoma (1 A.), Blapticus (1 A.), Dialipsis (7 A.), Plectiscus
(82 A.), Miomeris (1 A.), Aniseres (2 A.), Idioxenus (12 A.), Dicolus (4 A.),
Apoclima (1 A.), Ateleute (1 A.), Polyaulon (12 A.), Hemiphanes
(2 A.), Myriarthrus (5 A.), Megastylus Schioedte (10 A.), Symphylus
(2 A.), Eusterinx (19 A.), Pantisarthrus (3 A.), Eutelechia (1 A.),
Gnathochorisis (2 A.), Proclüus (55 A.), Symplecis (3 A-). Im Gan-
zen 24 Gattungen, darunter 22 neue, mit 275 Arten, darunter 264
neue; dieselben aufzuzählen werde ich mir erlassen.
Porizon Conotracheli (New-Jersey), aus Gonotrachelus nenuphar,
n. A., Riley III. Rep. Ins. Miss. p. 28.
Mesochorus atriventris, luteipes, basalis, americanus, totonaeus,
scitulus, obliquus, melleus. Nordamerikanische A., Cresson, Canad.
Entomol. IV. p. 21 ff.
Atractogaster (n. g.) semisculptus (Chur), n. A., Kriech-
baum er, Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 6 f.
Oedemopsis Hogenhoferi Tschek, von Holmgren in West-
gothland gefangen. Oefvers. K. Vetensk. Akad. 1872. 1. p. 143.
Pimpla oculatoria F. aus Eiern von Epeira diadema erzogen;
Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. 444.
Ephialtes haemorrhoidalis ; Pimpla ventricosa; Lissonota Arte-
misiae, n. A., Tschek a. a. 0. p. 37 ff.
Xorides aegyptius, n. A. Walker a. a. 0. p. 3.
Echthrus popidneus (Isere, aus Saperda populnea), n. A., Gi-
raud, Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. 407.
Mesoleptus coxalis ; Catoglyptus sedber; Euryproctus sinister;
Perilissus verticalis, longicornis, sericeus; Mesolius troehanteratus,
maculatus, marginatus, Brischkii, ablreviatus, latipes, brevis, anmdatus,
abdominalis, bipunetatus, pictus, cognatus, cingulatus, elongatus,
agilis, lunaris, pectoralis, nigropdlpis, flavipes, impressus, exculptus;
Trematopygus facialis; Tryphon incertus, nigrinus; Grypocentrus
336 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
anomalus; Monoblastus spinosus; Polyblastus ruficornis, validicornis,
aberrans, Hölmgreni, grossus ; Errhomenus anälis, exareolatus, fuma-
tus ; Exochus maculatus; Orthocentrus rufescens, lineatus, frontalis,
rufipes, setiger, curvicaudatus ; Bassus suspiciosus (Preussen) n. A.,
Brischke a. a. 0.
Pimpla NordensJciöldii ; Bassus groenlandicus p. 97 ; melanogaster
p. 98 (Grönl.) n. A., Holmgreen, Öfv. K. Vet. Akad. Förh., 1872, Nr. 6.
Perilissus luteocephalus (Grenoble, in Seiandria micans); Tre-
matopygus selandrivorus, aprilinus; Tryphon lateralis [in S. melano-
cephala, pubescens]; Polyblastus annulicornis (Vienne); n. A., Giraud,
Ann. Soc. Ent. Fr. (5). 1.401 ff.
Braconidae. Theracmion (n. g.) arcticus (Grönl.) n. A.,
Holmgren, Oefv. K. Vet. Akad. Förh., 1872, No. 6 p. 100.
Elasmosoma viennense (Vienne) n. A., Giraud, Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). 301.
Microgaster Limenitidis (in Limenitis disippus u. Gelechia
gallaesölidaginis) n. A., Kiley, III. Rep. Ins. Miss. p. 158.
Perilitus indagator (aus Acrobasis Juglandis), ders. ebenda.
IV. 43.
Perilitus niveitarsis, intermedius, pallitarsis, dimidiatus, com-
munis, proximus, vulgaris, humilis; Microctonus agilis; Euphorus
sculptus, mellipes, scitulus; Liophron laeve; Calyptus maior, rotundi-
ceps, mexicanus, tibiator; Eubadizon laterale, pleurale, americanum;
Ichneutes bicolor, fulvipes, n. A., Cresson, Canad- Entom. IV.
p. 81 ff., p. 226 ff.
Wesmaelia cremasta n. A., Marshall, Ent. Monthl. Mag.
VIII. 257.
Aphidius gregarius n. A., derselbe ebenda. IX. 123. Die
Lebensweise dieses in Aphiden lebenden Schmarotzers beschreibt
R. M'Lachlan in den Proc. Ent. Soc. Lond. 1872. p. II.
Bracon Kersteni (Mombas) n. A., Gerstäcker, d. Arch.
XXXVII. 1. p. 356.
B. sculpturatus, melanarius, ardens, concolor, determinatus, si-
gnifer, congruus,indesisus, xanthomelas, spilogaster; Phylax nigricornis,
n. A., Walker a. a. 0. p. 3 ff.
B. letifer (Brasil.) n. A.; Mann, Am. Natur. 1872. p. 598. (in
Cemiostoma coffeellum).
Ghalcididae. Walker. „Notes on Chalcidiae" London 1871
1872.
Part I. Eurytomidae (pag. 1—18); Part II. Eurytomi-
dae and Torymidae (p. 19—36); Part III. Torymidae and
Chalcididae (p. 37— 54); Part IV. Chalcididae, Leucaspidae, .
Agaonidae, Eucharidae, Perilampidae, Ormyridae and En-
cyrtidae (p. 55—70) ; Part V. Encyrtidae, Myinidae, Eupel-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 337
midae, Cleonymidae, Spalangidae, Pirenidae (p. 71—88);
Part VI. Hormoceridae, Sphegigasteridae, Pteromalidae ,
Elasmidae, Elackistidae, Eulopkidae, Entedonidae, Tetrasti-
chidae and Trichogrammidae (p. 89 — 105) ; Part VII. Notice
of Species found in Madeira (p. 106 — 129).
In dem angeführten Titel ist schon ein Theil des Inhaltes an-
gegeben ; näher auf denselben einzugehen, muss ich mir versagen.
Als n. G. werden aufgestellt: Phüachyra, Aiolomorplms, Odopoia,
Torygmo'ides, Sycobia, Sycophila, Cleptimorpha ; 164 n. A. werden
beschrieben, darunter 35 von Madeira.
Eulophus Cemiostomatis Mann, n. A. aus dem in Brasil, in
Kaffeeblättern minirendenCemiostomacoffeellum, Am.Nat. 1872. p. 598.
Proglochin (n. g.) maculipennis (Valdivia); Brachygaster val-
diviana n. A., Philippi, Stett. Ent. Zeit. XXXU. 288 f.
Tineomyza (n. g.) pistacina; Spart iophilus (n. g.)
bruchicida (Italien in Bruchus Spartii)', Encyrtus CeutorhyncM (in
C. assimilis), n. A., Rondani, Bull, della Soc. Ent. Ital. IV.
p. 205.
Allocera unicolor (Oran, in Psyche) n. A., Lucas, Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). I. p. 12 ff.
Isosoma vitis, n. A., Saunders, I. Rep. Ins. Ont. p. 109 ff.
Trichogramma minnta (Mississipi, in Eiern von Limenitis da-
sippus, n. A., Riley, III. Rep. Ins. Miss. p. 157 ff.
Eupelmus Cicadae, splendens, bifasciatus n. A., Giraud, Ann.
Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 413 ff.
Proctotrypidae. T. A. Marshall berichtet im Ent om. Monthl.
Mag. IX. p. 124, dass Ceraphron Oarpenteri in die Larven des in
Aphiden schmarotzenden Aphidius seine Eier lege.
Cynipidae. Dr. G. Mayr. „Die mitteleuropäischen Eichen-
gallen in Wort und Bild.'' Wien 1871. p. 35—70. T. V— VII.
Dieser zweite Theil der trefflichen Arbeit giebt die Beschrei-
bung und Abbildung der Gallen von Biorrhiza renum, synaspis;
Bryophanta scutellaris, OL, folii L., longiventris, divisa, agama,
disticha carnifex Htg. ; Andricus nrniformis, curvator, testa-
ceipes, lineatus Htg.; multiplicatus , " Cydoniae, nitidus, aestivalis,
Grossulariae, amenti, glandium Gir., ramuli L., crispator, occultus
Tschek, pedunculi, flavicornis, ambiguus, glabriusculus, verrucosus
Schenck; Neuroterus numismatis, lenticularis OL, fumipennis,
ostreusRtg., laevi usculus Schenck, lanuginosus, minutidus Gir., saliens
Koll.; Spathogaster baccarum L., tricolor Htg., albipes Schenck, ver-
rucosa, vesicatrix, Tasclienbergi Schlecht., vervosa, glandiformis Gir.,
Cynips caput Medusae Htg., calicis Burgsd., marginalis, ramicola
Schlecht., seminationis Gir., Aphilothrix albopunctata Schlecht.
Derselbe. Die Einmiethler der mitteleur opäi-
338 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
sehen Eichengallen. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p.
669 ff.
Der Verf. kritisirt in der Einleitung die Werke seiner Vor-
gänger und kommt zu dem Schlüsse, dass zur sicheren speeifischen
Bestimmung der Arten die Gallen, aus denen dieselben stammen, ge-
kannt sein müssen. Um sicher zu gehen, muss man die Gallen iso-
lieren, und doch fanden sich verschiedene Arten in derselben Galle.
Nach dem speciellen Wohnsitz in der Galle unterscheidet M. 4 (nicht
systematische) Gruppen, und macht die interessante Bemerkung, dass
von einigen Arten nur $, von anderen auch J, aber in bedeutender
Minderzahl auftreten, so dass er bei den ersteren Parthenogenesis
mit Thelytokie, bei den letzteren Parthenogenesis mit gemischtem
Geschlecht anzunehmen geneigt ist. — Die Arten gehören den 3
Gattungen Synergus, Ceroptres Htg., Sapholytus Forst, an, von denen
die erste 22 (darunter 8 n.), Sapholytus 3 (2 n.) u. Ceroptres 2 (1 n.)
Arten enthält.
A. Müller macht in den Proc. Linn. Soc. XI. 428 auf eine
chinesische Eichengalle aufmerksam, die mit der durch Aphüothrix
gemmae L. (Cyn. feeundatrix Htg.) erzeugten sog. „Artichoke gall"
grosse Aehnlichkeit hat.
Andricus oecultus (in den männlichen Blüthenkätzchen von
Quercus sessiliflora) u. A. crispator (auf Q. cerris), n. A., Tschek,
Verh. Zool. Ges. XXI. p. 797 f.
A. singularis n. A., Mayr, Die mitteleur. etc. p. 68.
Synergus Beinhardi (aus Gallen von Cynips argentea); evane-
scens(G. Apliilotlirix g.); pallidipennis (G. C. conifica); varibilis (G.
C. cerricola); rotundiventris (G. Dryophanta macroptera); Tscheki (G.
D. scutellaris) ; tristis (Andr. urniformis) ; radiatus (G. A. albipun-
etata); Sapholytus Haimi (Andr. nitidus); undulatus (Cyn. cerricola);
Ceroptres cerri (G. von C. cerricola) n. A., Mayr, die Einmieth-
ler etc. p. 698 ff.
Uroceridae. Brachyxiphus (n. g.) grandis, flavipes (Valdivia)
n. A., Philippi, Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 285 ff.
Tenthredinidae. Thomson giebt eine Synopsis der schwe-
dischen Blattwespen in seinen Hymenopt. Scandin. I. p. 13 — 323
und beschreibt zahlreiche n. A.
S. C. Sn. van Vollenhoven setzt seine „Inlandsch e Blad-
wespen etc." mit der Beschreibung und meisterhaft kolorirten Ab-
bildung von Nematus consobrinus Voll.; Lugdunensis Voll.; Crypto-
campus angustus Htg.; mucronatus Klug fort. Tijdschr. Entom.
1871. p. 237 ff.
A. Traut bespricht die Lebensweise der Stachel beer-
blattwespe (Eniphytus grossulariae) und die Mittel zu ihrer Ver-
tilgung, als deren wirksamstes er das Umgraben der Erde im Früh-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 339
jähr um die Sträucher und Vermischen derselben mit Ofenruss em-
pfiehlt. Zeitschr. landw. Ver. Rheinpr eussen 1872. p. 237 ff.
F. Rudow zählt die Tenthrediniden des Unterharzes auf
u. beschreibt 16 n. A., Stett. Ent. Zeit. XXXII. 381 ff.
Derselbe giebt eine Revision der Gattung Allantus im Sinne
Hartig's, ebenda XXXIII. p. 83 ff. 137 ff.
Cephus Helleri (Innsbruck), n. A., Taschenberg, Zeit. ges.
Natur w. XXXVIII. p. 305.
Nematus consobrinus, lugdunensis n. A., v. Vollenhoven a.
a. 0. Hylotoma claripennis, saliceti, similis ; Tenthredo melas, fasciata,
chloros, explanata, seesana, leueostoma, Benthini, gynandromorpha ;
Perineura cylindrica; Macrophya melanosoma; Pachyprotasis tenuis;
Seiandria virescens, albomarginata XXXII. p. 381 ff. Allantus Hera-
clei, multifasciatus (— cinetus?), melanotus XXXIII. p. 90, 91 u. 140;
Emphytus fidvocinetus, unieolor XXXIII p. 217 f.5 n. A., Rudow,
a. a. 0.
Allantus himalayensis, Felden, n. A. , Radoszkowsky, Hör.
Ent. Ross. VIII. p. 195 f.
Cimbex violascens, brevispina; Abia bifida, mutica; Schizocera
cylindricomis, geniculata, fusicornis; Lophyrus eremita; Monoctenus
subconstrictus ; Cladius Dreivseni; Leptocercus nigrieeps; Nematus
dochmocerus, alpinus, lativetüris, erythrogaster, subbifidus, bistriatus,
retusus, punetifrons, fumipennis, olivaceus, Wahlbergi, hyperboreus,
scabrivalvis, DaKlbomi, acuminatus, inflatus, umbratus, Bohemani, ju-
gicola, monticola, brevivalvis, microcercus, curtispina, lacteus, pnella,
crassipes, crassispina: Fenusa intermedia; Emphytus Klugi; Hoplo-
campa pectoralis; Blennocampa reeta, emarginata, mentiens; Poecilo-
soma guttatum, longicome, submutieum, excisum; Taxonus albipes;
Seiandria interstitialis,temporalis, analis; StrongylogAster geniculata;
Pachyprotasis laevieollis; Perineura alpina; Tenthredo aretica; Dole-
rus annulipes, areticus, aerieeps, puncticollis, Mogaster, brevicornis,
elongatus; Lyda scutellaris, albipieta; Xyela piliserra ; Cephus braehy-
cercus, pilosiüus n. A. in Schweden; Thomson a. a 0.
Ein J von Nematus ventralis Pz. mit monströsemGeäder
des Vorderflügels; Tischbein, Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 353.
Nenroptera.
Brauer. Beiträge zur Kenntniss der Lebensweise und
Verwandlungsweise der Neuropteren. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. XXI. p. 107.
Es werden die Larven der Gattung Micromus Rbr. und die des
Bittacus italicus und B. Hageini nebst ihrer Verwandelung beshrieben.
340 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Zur Lebensweise der Panorpa-ls,r\en führt Brauer an, dass er die-
selben in grosser Anzahl unter der Moosdecke ganz vermoderter
Baumstümpfe bei Ameisen gefunden habe, die mit ihnen in Frieden
gelebt hätten.
R. M'Lachlan schickt im XI. Bd. des Journ. Linn. soc.
p. 98 ff. seiner Beschreibung neuer Trichoptera einige Betrachtungen
über die Systematik der Neuroptera im Allgemeinen und der Tri-
choptera insbesondere voraus. Er ist geneigt, die letzteren zu einer
neben die Schmetterlinge zu stellenden Ordnung zu erheben, was er
durch Hinweis auf die mannichfachen Aehnlichkeiten zu begründen
sucht. Von Bedeutung zur Unterscheidung beider Ordnungen scheint
ihm besonders die Anwesenheit eines „dornartigen Fortsatzes nahe
der Basis der Randader an den Hinterflügeln" der meisten Schmet-
terlinge (Halter?) zu sein, der den Trichoptera fehlt.
Planipennia. Walleng ren veröffentlicht in den K.
Svensk. Vetensk. Handl. IX. No. 8. p. 1 ff. eine Mo-
nographie der schwedischen Planipennia, die 52 Arten zählt
(Myrmeleontidae 1, Hemerobiidae 39, Coniopterygidae 2,
Sialidae 6, Panorpidae 4); 6 Arten sind neu.
Ascalaphidae. R. M'Lachlan liefert im Journ. Linn.
Soc. XI. p. 219 einen wichtigen Beitrag zur Kenntniss der Asca-
laphiden. Nachdem der Verfasser einen geschichtlichen Ueberblick
gegeben, bespricht er die geographische Verbreitung und Lebens-
weise dieser Insekten, die sich nie, wie die verwandten Ameisenlöwen
vielfach, eine Fallgrube anlegen. Die Gattungen werden in die bei-
den Gruppen Höloplithalmi (Augen ganz) mit den Gattungen: Ha-
ploglenius, Ptynx, Melambrotus Tmesibasis, Cormodes, Idricerus (die 4
letzten neu) u. Schizoplithalmi (Augen getheilt) mit 21 Gattungen
gebracht. Die Zahl der Arten ist 193, darunter natürlich viele neue.
Neue Gattungen und Arten sind Melambrotus simia (p. 241), Damara
Land. Acmonotus (n. g.) incudifer, p. 273 W. Austr. Siphlocerus
n. g., gegründet auf Ascalaphus minimus Walk. Helicomitus n. g.,
gegründet auf A. insimulans Walk. Encyoposis n. g., E. flavilinea
Walk. Glyptobasis n. g. ; G. dentifer Westw. Nephoneura n. g. ; N.
capensis, F. Uelcopteryx n. g.; H. (Bubo) rhodiogrammus Ramb.
Ascalaphodes n. g. ; A. canifrons Westw. Haploglenius flavicornis
(Mexico); terminalis (Tapajos) p. 235. Ptynx juvenilis (Texas) p. 239 ;
Ulula mexicana p. 248; ampla (St. Domingo), aurifera (Santarem) p.
249; Colobopterus delicatulus (Santarem) p. 250: integer (?) p. 251; dissi-
milis (Amazon.) p. 252 ; Suphalasca Wilsoni p. 255 ; difformis p. 257
(S. Australien); inconspicua u. 6 andere, ohne sichere Vaterlandsan-
gabe; Encyoposis amicus (Natal) p. 263; longistigma (Weisser Nil);
Nephoneura collusor (Cap) p. 269; Ascalaphus syriacus p. 274.
Myrmeleontidae. Derselbe bespricht in den Transact. Ent.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 341
Soc. 1871. p 441 ff. u. Proc. Ent Soc. p. XL VII die Synonymie von
Myrmeleon formicarius, formicaleo, formicälynx. M. formicalynx der
neueren Autoren = formicarius L.; formicarius = formicaleo L.;
formicalynx L. soll nur Afrikanische, nicht näher zu entwirrende
Formen umfassen.
J. H. Emerton beschreibt im Am. Natur. IV. p. 705 ff.
die Lebensweise des Myrmeleon immaculatus de Geer (Ant Lion der
Amerikaner), die mit der unseres M. formicaleo übereinstimmt.
Hemerobiidae. Wallengren beschreibt a.a.O. p. 14 He-
merobius orotypus n. sp. aus Schweden und Lappland.
M'Lachlan meldet das Vorkommen von H. inconspicuus in
Schotland. Ent. Monthl. Mag. IX. p. 88.
Chrysopidae. A. Müller beschreibt im Ent. Monthl. Mag.
IX. p. 60 u. p. 88 das Eierlegen u. die frisch ausgeschlüpfte Larve
von Chrysopa septempunctata.
Ch. dasyptera (Samarkand) n. sp.. M'Lachlan, Bull. soc.
imp. nat. Mose. 1872. pt. III. p. 193.
Goniopterygidae. Couiopteryx lutea (Schweden), n. A., Wal-
lengren a. a. 0. p. 55.
Panorpidae. M'Lachlan beschreibt Ann. Soc. Ent. Belg.
XV. p. 59 Panorpa amurensis n. sp. (Amurland) und im Ent. Monthl.
Magaz. VIII. p. 100. Bittacus apterus (Californien) n. sp.
Boreus califomicus n. sp. Packard, Proceed. Bost. Soc.
XIII. p. 407 f.; die Art ist mit dem europäischen B. hiemalis L.
sehr nahe verwandt.
Sialidae. Sialis sibirica n. sp., M'Lachlan, Ann. Soc. Ent.
XV. p. 53.
Trichoptera.
Preudhomme de Borre. Catalogue synonymique et de-
scriptif d'une petite collection de fourreaux de larves
de Phryganides de Baviere. Ann. Soc.Ent. Belg. XIV. p. 62 ff.
Der Verfasser rekapitulirt die Eintheilung Walser's, der die
Larvengehäuse zunächst in die der Rhyacophilae (in fliessenden) und
Limnophilae (in stehenden Gewässern) eingetheilt hatte. Beide Gruppen
zerfallen in 3 Unterabtheilungen, je nachdem zum Gehäuse thierisches,
pflanzliches oder mineralisches Material verwandt ist. Für die Syste-
matik ist natürlich diese Eintheilung von keinem Werth. Es folgt
sodann eine Aufzählung der Gehäuse in der systematischen Reihen-
folge der Bewohner.
M'Lachlan berichtigt ebenda Compt. rend. XV. p. 34
342 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
einen Irrthum "Walser 's, der das Gehäuse des Glyphotaelius pellu-
cidus für das von Halesus digitatus ausgegeben hatte. Derselbe
giebt im Ent. Monthl. Mag. IX. p. 99 ff.; 168 ff. Anleitung zum
Fang und zur Conservirung der in Rede stehenden Insekten.
Derselbe beschreibt im Journ. Linn. XI. (Zool.) p. 106 ff.
folgende n. A. : Phryganidae. Phrygania sordida; Holostomis mela-
leuca (Japan).
Limnophilidae. Grammataulius brevilinea (Japan); Stenophylax
gentilis (Nordam. ) ; limbatus (Terra nova) ; Platyphylax (n. g.) lanu-
ginosa (Shangai); die G. unterscheidet sich von Stenophylax durch
die 1, 2, 2 Sporen); Neophylax (n. g. 1, 2. 4 Sporen, Hinterflügel
mit 5 Apicalzellen, Abdomen des J am Ende mit 2 Zangen unter-
seits) concinnus (Nordam.).
Sericostomatidae. Notidobia griseola (Calif.); Nosopus (n. g.,
ausgezeichnet durch enorme Lippentaster) Podager (Calif.).
Dinarthrum (n. g. 2, 4, 4 Sporen; Basalglieder der Antennen
von Körperlänge, behaart und mit einem Dorn versehen; Vorderflügel
mit Schuppen bekleidet), ferox (N. Indien).
Leptoceridae. Perissoneura (n. g. ; 2, 4, 4 Sporen; Hinter-
leib stark, Flügel gross) paradoxa (Japan); Heteroplectron (n. g.
2, 4, 2 Sporen beim <~f, 2, 4, 4 $) Californicum; Ganonema molli-
culum (Venezuela); Setodes argentifera (Indien).
Hydropsychidae. Macronema polygrammatum (Nordam.); di-
gramma (Brasil.) ; Hydropsyche colonica (Neu-Seeland) ; mauritiana
(Mauritius); modica (Austr.); Smicridea (n. g. 1,4, 4 Sporen; keine
Nebenaugen; Fühler kurz und schwach) fasciatella (Texas), saucia
(Peru) ; murina (Chili) ; Tinodes consueta (Californ.).
Bhyacophilidae. Agapetus celatus (Calif.).
Derselbe beschreibt im Bull. Soc. Ent. B el g. XV. p. 60 ff.
Taf. I u. II als n. A. aus Sibirien: Glyphotaelius mutatus', Limno-
philus abstrusus; Stenophylax palatus; Platyphylax nigrovittatus-, Apa-
tania maiuscula; Macronema radiatum; Hydropsyche albifasciata ;
Amphipsyche (n. g., 1,4. 4 Sporen, ohne Diskoidalzelle; Palpen
deutlich gegliedert) proluta.
Derselbe. Molanna submarginalis (Wologda) ; Molannodes
Steinii (Schlesien u. Finnland); Compt. rend. Soc. imp. am,
nat. Mose. X. u. übersetzt im Bull. soc. imp. nat. Moscou.
1872 pt. III. p. 188 ff.
Xiphocentron (n. g. der Nesopsyche nahe stehend; Fühler
kürzer als der Leib; keine Ocellen; 2, 4, 3 Sporen; Hinterflügel nur
mit 5ter Gabel) Bilimekii (Mexico), n. A., Brauer, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXI p. 104 f.).
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 343
Orthoptera.
Thysanura. J. Lubbock macht in den Trans. Linn. Soc.
XXVII. p. 277 ff. wichtige Mittheilungen über die Systematik und
Anatomie der Britischen Thysanuren.
Der Darmkanal, an dem Lubbock die 3 Theile Oesophagus,
Magen und Enddarm unterscheidet, ist ein gerader Schlauch, ohne
jede Windung; Malpighi'sche Gefässe, deren Zahl Nicolet mit
einigem Zweifelauf 6, von Ol fers auf 4 angiebt, hat Lubbock bei
Tomoceros, Orchesella, Smynthurus, die ihm zur Untersuchung dienten,
nicht gefunden. Die Respirationsorgane sind Bündel feiner Tra-
cheen, die am Kopf oder Thorax in 2 Stigmen ihren Ursprung
nehmen. Die Geschlechtsorgane werden durch 2 Röhren darge-
stellt, die am Anfang des Hinterleibes beginnen, und auf der Unter-
seite des letzten Segmentes, hinter der Basis des Springschwanzes,
ausmünden. Das Nervensystem hat 2 Ganglien im Kopf (Supra-
und Infraösophagealg.) und 3 des Bauchstranges, von denen 2 im
Thorax liegen; das 3te, an der Basis des Abdomens gelegen, ist das
grösste und scheint aus 2 verschmolzen zu sein. Der Springschwanz
von Smynthurus hat 9 Muskeln, und das eigenthümliche Haftor-
gan (ventral tube) 2 Retraktoren. Letzteres sieht L. als eigenthüm-
liches Charakteristikum der Thysanuren an, und ist geneigt, sie als
eigene Klasse (!) der Coli embola neben die bisherigen 4 der Arthro-
poden zu stellen. Diese Klasse (und Ordnung zugleich) würde nach
Lubbock die 5 Familien Smynthuridae, Papiriidae, Poduridae, Li-
puridae, Anuridae mit einer verhältnissmässig geringen Anzahl von
Gattungen und Arten enthalten (vgl. oben p. 226).
Für Degeeria domestica führt Lubbock die neue Gattung
Seira ein, charaktcrisirt durch den frei vortretenden Kopf, der bei
Degeeria mehr oder weniger vom Prothorax bedeckt ist. Als neue
Arten werden beschrieben: Isotoma grisea; BecJcia (n. g., Körper
mit Schuppen bedeckt, 4gliederige Fühler) argentea; Seira Buskii
aus England.
A.S. Packard jr. Bristle-tails and Spring-täils. The
Am er. Natur. V. p. 91 ff. Der Verfasser setzt zunächst den äusseren
Bau der Lepismidae, (Bristle-t.) und Poduridae (Spring-t.) auseinander.
Dann werden die Gattungen und Arten beider Familien aufgezählt; aus-
ser Lepisma saccharina L. finden sich im Museum der Peabody Acad.
noch 3 unbeschriebene Lepismidae (zwei Machilis, ein Japyx). Bei
Achorutes wird ein von den früheren Beobachtern übersehenes
(? vergl. Burmeister), hinter der Springgabel gelegenes Organ
beschrieben und auf seine Aehnlichkeit mit dem Legestachel der
344 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Blattwespcn hingewiesen, weshalb Packard es auch als Legeröhre
ansieht. Nach einigen weiteren anatomischen Bemerkungen (im An-
schluss an Lubbock) werden die Gattungen und Arten behan-
delt: Smynthurus Latr., Dicyrtoma Bourl., Papirius Lubb., Isotoma
Bourl., Tomocerus Nicol., Lepidocyrtus Bourl., Podura L., Achorutes
Templet., Lipura Burm., Anura Gerv.
Massenhaftes Auftreten des Schnee flohs (»Schmer floh«)
bei Sondershausen; Zeitschr. ges. Naturw. XXXVII. p. 339.
Ebensolches von Podura similata Nicol., Mitth. naturf.
Ges. Bern. 1871. Sitzber. p. XVII.
T. Tullberg. Förteckning öfver Svenska Poduri-
der. Öfvers. K. Vetensk. Akad. Förh. 1871. p. 143 ff.
Dieses Verzeichniss weist 66 in Schweden einheimische Po-
duriden nach, eine Zahl, die natürlich nur dadurch erreicht ist, dass
eine Menge Arten als neu beschrieben sind. Es sind dies:
Subf. Sminthurini. Sm. novem-lineatus, flavipes, pruinosus,
albifrons, bimaculatus, cinctus, quadrilineatus, caecus; Papirius sil~
vaticus, flavosignatus.
Subf. Templetoniinae. Orchesella spectabilis; Degeeria margi-
nata, arborea, cyanea; Macrotoma vulgaris, flavescens, rufescens;
Lepidocyrtus cyaneus; Isotoma olivacea, maritima, crassicaada,
sexocidata, quadrioculata, quadridenticulata, minuta, alba.
Subf. Lipurinae. Achorutes inermis, Xenylia nitida; Triaena
(n. g.: 16 Ocellen, keine postantennalen Organe; Gabel klein, drei
Afterdorne) mirabilis; Pseudachorutes (n. g., Triaena naheste-
hend, aber ohne Afterdorne) subcrassus.
Campodea americana n. sp. Packard, Proc. Bost. Soc.
XIII. p. 409. Die Art ist mit der europäischen C. succinea Nicol.
sehr nahe verwandt und der erste Vertreter der Campodeae (Mei-
nert) in Nordamerika.
Isotoma Walkerii n. sp. derselbe ebenda XIV. p. 14.
Japyx solifugus Ilalid. in Burg und vorkommend. Bull.
Soc. Ent. Fr. (5). II. p. LXXI.
Troglopedetes albus und Troglodromicus cavicola, 2 neue augen-
lose Thysanuren aus Grotten von Krain. 49. Jahresbericht
der Sc hl es. Ges. für vaterl. Cultur. p. 180.
Genuina. V. Graber. Ueber Polygamie und ander-
weitige G eschl echt s Verhältnisse bei Orthopteren.
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXI. p. 109.
Grab er hielt mehrere Päärchen von Gryllus campestris in
einem Schaukasten und beobachtete eine achtmalige Begattung des-
selben $ durch dasselbe J. Die 7te und 8te fand Statt, nachdem
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 345
das Eierlegen schon begonnen hatte, und die 7te angeheftete Sper-
matophore wurde vom $ abgestreift und verzehrt. (Ebenso ent-
ledigte sich das cf , wenn kein £ zu Gebote stand, der Sperma-
tophore durch Wegnahme mittelst der Palpen.) Dieses selbe $>
liess sich aber noch von mehreren anderen J Spermatophoren an-
hängen, während es seinen alten Gatten und ein kleines schwaches tf
verschmähte. Ebenso wählerisch zeigte sich ein $ von Pezotettix
pedestris L.
Derselbe theilt ebenda p. 1097 einige Bemerkungen über
den Ursprung und den Bau der Tonapparate bei den
Akridiern mit.
Diese Angaben sind weiter ausgeführt in der Zeit sehr,
wiss. Zoologie. XXII. p. 100 ff., 120ff., wo die Tonapparate eini-
ger Locustiden und Acridier geschildert sind, von denen Spuren
auch bei den £ aufgefunden wurden. Die Frage nach dem Ur-
sprünge dieser Tonapparate sucht der Verf. vom Standpunkte der
Descendenztheorie in der Weise zu beantworten, dass er die her-
vorragenden Zacken der » Schrillader « für gehäufte Haare erklärt.
In der Aderbezeichnung der Flügel sind einige Neuerungen einge-
führt.
H. Landois. Ein dem sog. Tonapparat der Cicaden
analoges Organ bei einheimischen Gryllen s. oben p. 232.
J. Chadima. Ueber die Homologie zwischen den
männlichen und weiblichen äusseren Geschlechtsorga-
nen der Orthoptera Saltatoria Latr. Mitth. naturw. Ver. für
Steiermark. 1872. p. 25 ff.
Der Verf. nimmt mit Lacaze-Duthiers an, der Hinterleib der
Saltatoria bestehe aus 11 Ringen, an deren letztem (<-f ) oder letztem
und vorletztem ($) allerdings der Sternaltheil fehle. Penis und
Legeröhre sollen nun das lOte Sternum sein, während die Scheiden-
klappen bald dem 8ten. bald dem 9ten Segment angehören.
H. de Saussure. Memoires pour servir ä l'Histoire
Naturelle de Mexique, des Antillen, et des Etats-Unis.
Synopsis des Mantides Americains. Geneve, 1871. 4°.
Diese Synopsis, 184 Seiten stark mit 2 Tafeln, bildet den lten
Theil des 2ten Bandes des gesammten Werkes.
Derselbe. Mission scientifique au Mexique
et dans l'Amerique Centrale. Ouvrage publik par
l'ordre de l'Empereur et par les soins du Ministre de
Instruction publique. Recherches Zoologiques. 6e partie.
fitudes sur les Insectes Orthopteres. lre livr. 1870. p. 1 —
132. 4 tabl. 2e livr. 1872. p. 133—292. 2 pl.
346 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Derselbe. Melanges Orthopterologiques. Fase.
IV. Mantides et Blattides. Geneve et Bäle 1872. 4°.
Orthoptera quaedam Africana descripsit C. Stäl.
Öfvers. K. Vetensk. Akad. Förh. 1871. p. 375 ff.
Stäl beschreibt hier in systematischer Reihenfolge 23 Blat-
tiden (p. 375—381) und 31 Mantiden (p. 382—401), die theils aus
dem Kafferlande, theils von Sierra Leone stammen.
L. H. Fischer. Ueber Vitus Graber's Mittheilungen
derAehnlichkeit der Geschlechtsorgane beiOrthopteren.
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 77 f.
Der Verfasser vertheidigt sich gegen ungerechte Vorwürfe
mangelnder Literaturkenntniss und ungenauer Darstellung, die
Graber demselben gemacht hatte.
Townsend Glover. Illustrations of North-American
Entomology: Orthoptera. Washington, 1872. 4°.
Ein mehr populäres Werk, das durch (vielfach vergrösserte)
Abbildungen aber recht geeignet ist, den Anfänger in das Studium
einzuführen.
C. Thomas. Notes on the Saltatorial Orthoptera
of the Rocky Mountain region. Hayden's Preliminary
Report ont the U. S. Geological Survey of Montana;
p. 423 ff.
In der Einleitung setzt der Verfasser seine Ansicht über die
verschiedenen Systeme dieser Gruppe auseinander und entscheidet sich
für das Fiebers. Es sind westlich von Jowa, Missouri, Arkansas
101 Arten, darunter manche neue, nachgewiesen.
F. Walker. Catalogue of the Specimens of Derma-
ptera saltatoria in the Collection of the British Mu-
seum. P. IV. Pt. V, Supplement.
Pt. IV enthält die Acridiidae im Sinne Walker's, P. V die
Tettigidae; das Supplement giebt Nachträge zu den Blattidae und
Saltatoria.
Derselbe giebt im Canad. Ent. IV. p. 32 ein Verzeichniss
von 26 in Canada gefundenen Arten dieser Ordnung.
C. Wanckel. 0 rth opterolog ische Studien, mitge-
theilt von Prof. Dr. Taschenberg; Zeitsch. ges. Naturw.
XXXVIII. p. 1 ff.
Taschenberg stellt aus den hinterlassenen Papieren des
Oberlehrers Wanckel in Dresden dasjenige zusammen, was ihm
der Mittheilung werth erscheint. Es wird zunächst ein Verzeichniss
der in Sachsen gefundenen Orthopteren mit genauer Angabe der
Fundstätte geliefert, und dann werden einzelne interessante Notizen
mitgetheilt.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 347
C. 0. Herman. Die Dermapteren und Orthopteren
Siebenbürgens. Verh. des Siebenb. Vereins 1871. p. 30 ff.
Das Verzeichniss enthält von Dermapteren, die hier als eigene
Ordnung aufgestellt sind, 6, von den übrigen Orthopteren (s. str.)
87 Arten in 36 Gattungen.
Oursoria. 0. Bütschli behandelt die Anatomie der beiden
in Periplaneta orientalis lebenden Nematoden (Oxyuris Die-
singi und 0. Blattete orientalis Hammer schm.) und erwähnt dabei
auch die übrigen von ihm in diesem Insekt aufgefundenen Schma-
rotzer. Zeitschr. f. wissen seh. Zool. XXI. p. 252 ff. T. 21. 22.
Blattidae. Walker beschreibt in seinem Supplement
(s. oben) n. A.: Polyphaga aequalis (Mexico); Panchlora occipitalis,
submarginata (Bombay); Signatur a (St. Helena); Zetobora patula,
phoraspoides ; Epilampra blaberöides (Nicaragua); Blatta (22 Arten);
Ischnoptera undulifera (Nicaragua); terranea, subcolorata (Bombay);
Polyzosteria coxalis, heterospila, sexpustulata, circumcincta (Bombay) ;
subornata; Periplaneta emittens (St. Helena); monochroma, ruficornis,
hirta (Bombay).
Saussure beschreibt ebenfalls in seinen »Mel. Orth.a IV.
p. 91 ff. zahlreiche n. A. in den Gattungen: Temnopteryx, Blatta,
Pseudophyllodromia, Ischnoptera, Nyctobora, Platyzosteria, Peripla-
neta, Deropeltis, Archiblatta, Glyptopeltis, Thorax, Epilampra, Cho-
risoneura, Panchlora, Nauphoeta, Perisphaeria, Derocalymma, Pa-
raphormetica, Panesthia, Paranauphoeta.
Gressoriä. Mantidae. Derselbe hat seinen früheren sy-
stematischen Versuchen eine Klassifikation der Fangheuschrecken
folgen lassen als Fase. III. der Mel. Orthopt. (Mem. soc. phys. et
d'hist. nat. Geneve. XXI. p. 1 ff. Taf. 46 und p. 239 ff. Taf. 7).
Die Burmeister'sche Eintheilung ist hier ganz verlassen
und die Familie in 4 Tribus eingetheilt. die zu je 2 zwei Unterfa-
milien bilden. Diese Unterfamilien sind:
I. Nudipedes. Körper und Füsse ohne blattförmige Anhänge.
a. Orthoderii (Prothorax mit parallelen Seitenrändern);
b. Mantii (Prothorax elliptisch).
II. Lobipedes (Füsse oder Körper mit Blattanhängen).
a. Harpagii (Antennen in beiden Geschlechtern borsten-
förmig);
b. Empusii (Antennen beim J gesägt oder gekämmt).
Jeder Tribus ist eine synoptische Gattungstabelle beigefügt;
bei der analytischen Behandlung sind die Genera vielfach durch die
Beschaffenheit der Körperanhänge, das Flügelgeäder etc. charak-
terisiert, wobei S. indessen hervorhebt, dass diese Unterschiede nur
als bequemer Ausdruck einer tiefer greifenden Organisationsverschie-
denheit zu betrachten sind.
348 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Als neue Arten werden beschrieben: Eremiaphila arabica;
brevipennis, nilotica (Aegypt.), sabulosa (Suez); Chiropacha sancta
(Natal); Pyrgomantis nasuta (S.-Africa); Humbertiella consobrina
(Ind.); Archimantis Brunneriana (N.-Austr.); Gonypeta nitens (Cam-
bodscha); Hierodula deflexa (Banca), maior (Ternate), ovata (Am-
boina); Polyspilota Brunneriana (Neu-Caledonien) ; Mantis manda-
rinea (Ningpo), apicalis (Sydney); Tenodera brevipennis (Africa?);
Ameles meridionalis, natalensis (S.-Africa), pygmaea (N.-Austral.) ;
Iris Brunneri (Himalaya); Miomantis caffra (Natal); Nanomantis
alaris, Snelleni (Moluccen); Harpax amoena (Natal); Dystacta
(n. g.) paradoxa (Cap); Acromantis australis (Waigiou); Hestiasula
(n. g.) Brunneriana (Sylhet).
ImTasc. IV sind ebenfalls zahlreiche (29) n. A. und Hetero-
vates n. g. beschrieben.
Derselbe beschreibt Thespis vicina (Columb.) undEpaphro-
dita dentifrons (Antillen) n. A., Miss. sc. au Mex., 2e livr.
Derselbe beschreibt im Mem. p. s. ä l'Hist. Nat. de
Mexique etc. folgende n. A. : Chaeteessa caudata, Brunneriana
(Brasil.); Angela miranda (Mexico); Miopteryx Brunneri (Neu-Frei-
burg); Oligonyx Brunneri (Porto Cabello); Acanthops Brunneri
(Surinam) ; Vates pectinata (Mexico) , paraensis (Para), und stellt für
Mantis ovalifolia Stoll und M. hyalina de Geer die n. G. Macro-
mantis auf (a. a. 0. p. 77).
Stäl beschreibt a. a. 0. p. 385 ff. als n. A.: Sibylla fusco-
sparsa; Pseudocreobatra Wahlbergi (Caffr.) ; Chiropacha Afzeli (Sierra
Leone), obtusiceps (Nubien); Eremophila Hedenbor gi (Nubien); Go-
nypeta punctigera (Caffr.) und stellt für Mantis macra die n. G.
Hoplocorypha; für M. orba St. Hapalomantis, und für M.
vidua St. Chroecoptera auf, sowie die neue Untergattung Spho-
dromantis (Hierodula).
An das frühere Vorkommen von Mantis religiosa L. in Wür-
temberg erinnert Leydig, Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Wür-
temb. XXII. p. 263.
E. Perrier beschreibt das Eierlegen von M. religiosa. Ann.
Sc. Nat. (5). XIV. art. 10 (im Auszug in Ann. Nat. Hist. (4). VIII.
p. 294).
Lucas beschreibt das bisher unbekannte $ von Clioeradodis
squilla Sauss. (Madras); Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. p. 31.
Phasmidae. Derselbe beschreibt und bildet ab (ebenda
p. 19 ff.) Euryacantha calcarata in beiden Geschlechtern und Larven-
zuständen. Seine E. insularis zieht er ein, da sie nur das $ oder
nicht ausgewachsene <f von E. calcarata ist.
N. Joly stellt in den Mem. Soc. Toul. (7). III. p. 1 ff . die
I
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 349
Lebensweise, Larvenzustände und Anatomie des vollkommenen In-
sekts von Phyllium crurifolium dar.
Kaup beschreibt und bildet ab in derBerl. Ent. Zeit.
XV. p. 17 ff. die Eier von 26 Phasmiden und hebt die Wichtigkeit
der Kenntniss derselben für die Systematik hervor. Derselbe be-
schreibt p. 25 ff. als n. A. : Pachymorpha Novae-Guineae ; Diaphe-
roma Beclceri, strigiceps, bidens; Bacteria cacica, sartoriana (Mexico),
arampes (Brasilien) ; Lonchodes Buivenbodei (Menado); Acanthoderus
occipitalis (Celebes, Neu-Guinea), scops (Brasil.), hystrix (Aru);
Ceroys capreolus (Mexico); Eurycantha Hosenbergi (Neu-Guinea);
Heteropteryx Hosenbergi (Java); Haplopus Grayi (Moluccen); Cia-
doxerus insignis (Austr.); Necroscia vipera (Celebes); Bosenbergi
(Moluccen), pallescens (Ceylon); Dinelytron Neptunus (Brasil.).
Saltatoria. Acridiidae. Walker a. a. 0. IV u. V be-
schreibt als neue Gattungen: Eunisacris, Calacris, Apalacris, Abra-
cris, Eupropacris, Chromacris, Agriacris, Opiptacris, Syntomacris,
Stenacris, Glaphyraeris, Chariacris, Heteracris, Leptacris, Plata-
cantlius, Jlemiacris, Morphacris, Ceracris, Ophiostettix, Bufonacris
und eine sehr grosse Zahl (336) n. A.
Derselbe beschreibt von West Yunan folgende n. A. : Opo-
mala tenebrosa $; Cyrtacanthacris punctipennis J ; Mastax inno-
tata (f; Oxya diminuta (f; Caloptenus incomptus J und 0. ina-
moemis ^. Proc. Zool. Soc. Lond. 1871. p. 246 ff.
Thomas, Geol. Survey of Wyoming p. 278 ff., beschreibt
folgende n. A.: Stenobothrus obionus, brunneus, quadrimaculatus
(Colorado) und gründet Acrolophitus n. g. für Gryllus hirtipes Say.
Acridium ambiguum, frontale, derselbe, Surv. Montana
p. 447 f.
Caloptenus Dodgii, derselbe Canad. Ent. III. p. 168. C.
viridis, Turnbulli, occidentalis, griseiis; Pezottix obesa, nebrascensis ;
Oedipoda unftulata, Haydeni, Kioiua, gracilis, Wyomingana, Montana,
longipennis; Stenobothrus bicolor; Oxycoryphus obscurus, derselbe
Surv. Mont, p. 450 ff
Caloptenus differentialis Thom., Opomala brachyptera Scudd.;
Mesops Wyomingensis (Wyoming) n. A., derselbe Proc. Acad.
Phil. ad. 1871. p. 149 ff.
Acridium tartaricum in Graubünden; Jahresber. naturf.
Ges. Graub. XVI. p. 118.
Ueber Pachytylus migratorius L. s. oben p. 227.
Locustidae. Walker a. a. 0. Suppl. V. p. 19 stellt die
neuen Gattungen Phaeophilacris, Callimenellus, Meiholce, Aganacris,
Aperisis, Anonistus, Clisis, Acanthodiphrus auf und beschreibt
34 n. A.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. X
350 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Copriophora mucronata (Washingt.) n. A., Thomas, Canad.
Ent. IV. p. 17.
Stenopelmatus fasciatus (Utah etc.); Ceutophilus pallidus (Co-
lorado, Wyoming), castaneus, pacificus, bilobatus (Calif.); Anabrus
coloradus (!) (0. -Colorado); Thamnotrizon scabricollis (Montana);
Decticus pallidipdlpis (Utah, Jdaho); Locusta fuliginosa (Arizona),
occidentalis (Calif.) n, A., derselbe Surv. Montana, p. 434 ff.
Gryllidae. H. Landois: lieber die Nahrung der Gryllo-
talpa vulgaris, Corr.-Bl. Naturh. Ver. pr. Rheinl. u. Westf.
1871. p. 58.
Landois bestätigt die Angaben älterer Forscher, dass G. v.
ein schädliches, von pflanzlicher Nahrung lebendes Insekt sei, das
nur gelegentlich Regenwurm er frisst.
Dagegen kommt J. Kolazy zu dem Resultat, es lebe von
thierischer Nahrung und sei daher zu den nützlichen Thieren zu
rechnen. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXI. p. 104.
Lucas beobachtete, wie Oecanthus pellucens seine Eier in Zweige
von Calluna vulgaris ablegte; Bull. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. XXVI.
Walker a. a. 0. V. p. 1 ff. beschreibt folgende n. A.:
Tridactylus nigro-aeneus, opacus (Ceylon) ; Brachytrypes signa-
tipes (Bombay); Hemimerus (n. g.) talpoides (W.-Afric); Gryllus
debilis (Nicaragua), facialis, humeralis, transversalis, guttiventris,
ferricollis, angustatus, lineiceps, configuratus, parviceps, signipes;
Nemobius vagus; Eneoptera concolor, lateralis, alboatra (Bombay),
oedemero'ides (Ceylon); Platydactylus notatipes (Ceram), diversus, li-
turatus (Nicaragua), pacificus (Vavou), Nisetra maculosa (Ceram) ;
Oecanthus Miger (Natai), necydalo'ides (Ceylon); Phalangopsis limosa
(Sierra Leone); Microgryllacris (n. g.) australis (Austral.),
sinensis (Hong-Kong).
Pseudoneuroptera. Physopoda. T. Beling beschreibt nebst
den Larvenzuständen Thrips frumentarius n. sp., eine dem Ge-
treide sehr schädliche Art. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII.
p. 651 ff.
Gorrodentia. A. S. Packard beschreibt Amphientomum
Hagenii n. sp. Proc. Bost. Soc. XIII. p. 405 f.
Die Gattung Amphientomum wurde von Pictet nach 2 man-
gelhaften Bernstein exemplaren aufgestellt; H. Hagen, dem das
reiche Material der B er endt 'sehen Sammlung zu Gebote stand,
fand, dass die Flügel dieser Gattung mit Schuppen besetzt seien.
Ausser dem fossilen A. paradoxum Hag. und Berendt sind eine
zweite Art aus dem Bernstein, 2 von Zanzibar in Copal, und 3 le-
bende von Ceylon bekannt, zu denen jetzt die nordamerikanische
Art kommt, die unter der losen Rinde eines Baumstumpfes gefun-
den wurde.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 351
M\ Lac hl an meldet Ent. Monthl. Mag. IX. p. 63 das
Vorkommen von Stenopsocus stigmatieus in England, und beschreibt
ebenda p. 75 fi. Psocus quinquepunctatus, clarus (Ceylon), malayanus
(Sula); Amphipsocus (n. g., Caecilius nahestehend), pilosus (N.-
Indien) n. A.
Selys -Longchamps stellt auf: Psyllipsocus n. g., von
Caecilius durch die Nervatur der Flügel unterschieden, für Psocus
pedicularis Rambur, den er nun P. Ramburi Sel-Longch. nennt, da
Ps. pedicularis L. eine andere Art bezeichnet; Hemipsocus n. g.,
von Psocus durch den Besitz weniger Zellen am Innenrande unter-
schieden für P. chloroticus Hag. .
Der merkwürdige Bau eines Termes (striatus oder similis?)
ist beschrieben in den Proc. Boston Soc. XIII. p. 205.
Nach A. Zietz (Zool. Garten 1872. p. 301) sind Termiten
die Hauptnahrung des kleinen Ameisenbären (Myrmecophaga tetra-
dactyla L.).
Perlidae. In den Materiaux pour une Faune Neuropt. etc. be-
schreibt M' Lac hl an p. 52 ff. Dictyopteryx dichroa, compacta;
Perla flavo-tincta, exilis n. A. aus Sibirien.
Ephemeridae. E. Joly. Sur le premier age de la Pa-
lingenia Roeselii Joly. Mein. Soc. Nat. Cherbourg. XVI. p. 67 ff.
Die vorliegende Art unterscheidet sich im vollkommenen In-
sekt durch die vollständig transparenten Flügel von P. longicauda
Oliv, mit halb durchscheinenden Flügeln; ausserdem bietet die Me-
tamorphose Verschiedenheiten. Die jugendlichen Larven werden be-
schrieben und abgebildet; als Respirationsorgane lehrt Joly ausser
den 7 Paaren Kiementracheen auch einfache Tracheenschläuche an
der Basis des ersten Beinpaares kennen.
N. Joly. Sur l'hypermetamorphose de la Palingenia
virgo ä l'etat de larve etc., Mem. Soc. Toulouse (7). III. p. 379 ff.
An der eben ausgeschlüpften Larve ist kein Nervensystem,
Gefäss- und Respirationssystem wahrzunehmen; die Gliederzahl der
Antennen und Schwanzborsten ist geringer als bei älteren Larven.
J. wendet ungerechtfertigter "Weise auf diese Verhältnisse die Be-
zeichnung »Hypermetamorphose« an, und will Analogieen mit der
Entwickelung gewisser Crustaceen darin erblicken.
N. u. E. Joly. Etudes sur le pretendu Crustace etc. Pros-
opistoma etc. s. oben p. 251 f.
Eaton. A Monography on the Ephemeridae. Trans.
Ent. Soc. Lond. 1871. p. 1 ff.
Eine ausgezeichnete Arbeit, die nach allgemeinen Bemerkun-
gen, Anleitung zur Conservierung und Beobachtung dieser Insekten
die dem Verf. bekannt gewordenen lebenden und fossilen Arten ent-
hält. Es sind 178 wohlbestimmte Arten in 26 Gattungen.
352 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
N. A. sind : Campsurus cuspidatus (Guatemala), quadridentatus ;
Asthenopus (n. g.) curtus (Para); Polymitarcys Savignii (Nil);
Ephemera Immaculata (Ind.), serica (China); Leptophlebia furcifera
(Melbourne), inconspicua (Adelaide), dentata (Neu-Seeland), strigata
(N.-Austr.), nodularis (Neu-Seel.), auriculata (Graham's Town), möl-
lis (New -York); Centroptilum stenopteryx (Kärnthen); Baetis finitimus
(Montjoie), annicus (Berberei ?), pictus (Texas) ; Siphlurus Linnaeanus{?) ;
Coloburus haleuticus (Melbourne); Is Onychia (n. g.) manca (Texas).
Heptagenia nivata (Berberei?), borealis (Finnl.), cupulata (N.-China),
alpicola (Kärnthen). Ausserdem sind die neuen Gattungen Eu-
thyplocia für Palingenia Hecuba Hag. und Cronicus für die
im Bernstein vorkommende Baetis anomala Pict. aufgestellt.
Palingenia sibirica n. A., M'Lachlan, Ann. Soc. Ent. Belg.
XV. p. 50.
Libellulidae. L. Cabot. The immature state of the Odo-
nata. P. I. Subfamily Gomphina. lllust. Cat. Harward College,
No. 5. Ref. unbekannt.
Müller beschreibt im Ent. Month. Mag. VIII. p. 127 das
Eierlegen von Libellula flaveola in Uebereinstimmung mit der Dar-
stellung, die v. Siebold über diesen Vorgang bei L. scotica gege-
ben hatte.
De Sely s-Longchamps. Apergu statistique sur les Odo-
nates. Tr. Ent. Soc. Lond. 1871. p. 409 ff. Der Verf. schätzt die
Gesammtzahl der bekannten Arten auf 1357, die sich auf 190 Gat-
tungen, resp. Untergattungen vertheilen; 461 Libellulina, 83 Cordu-
liina, 172 Gomphina, 108 Aeschnina, 160 Calopterygina, 373 Agri-
onina. Podopteryx (n. g. Agrionin.), roseonotata (Aru-I.) n. sp.
p. 415,
Derselbe. Synopsis des Cordulines, Bull. Ac. Belg.
1871; p. 238 ff., 519 ff. (auch als separates Werk, Bruxelles 1871.
p. 1—128).
Der Verf. hat das Burraeister'sche Genus Epophthalmia zu
seiner Unterfamilie der Cordulina erhoben. Zur Burmeister'schen
Gattungsdiagnose, die im Allgemeinen für die Unterfamilie ange-
nommen wird, giebt der Verf. einige ergänzende Zusätze und bringt
dann seine 6 Gattungen in die beiden Legionen Cordulina (hyper-
trigonale Raum frei) und Macromia (h. R. von Adern durchzogen).
Nach der ferneren Beschaffenheit der Flügel werden dann die Gat-
tungen noch in Untergattungen zerlegt, deren 11 angenommen sind;
4 derselben sind neu: Hemicordulia, Oxygastra, Idionyx, Synthemis.
Die Zahl der beschriebenen Arten aus den verschiedensten Gegenden
beträgt 83, von denen der Autor allerdings selbst 3 oder 4 für
zweifelhaft hält; die als neu beschriebener
liehen Bruchtheil der Gesammtzahl aus (36).
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 353
Derselbe. Nouvelle revision des Odonates de l'Al-
gerie. Ann. Soc. Ent. Belg. XIV. p. 9 ff. weist 47 Arten in 14
Untergattungen nach, beschreibt das bisher unbekannte J von Ony-
chogomplius Genei de Sel-Longch., und Agrion deserti n. sp.
Derselbe. Note sur plusieurs Odonates de Mada-
gascar et des iles Mascareignes. Rev. et Mag. Zool. 1872. p. 175 ff.
Es werden als n. A. beschrieben: Libellula lycoris, assignata;
Anax Goliath; Agrion insulare, Mauritianum; Agriocnemis solitaria,
exilis.
Derselbe. Mat. faun. neuropt. etc. beschreibt als n. A.
aus Sibirien: Gomphus epophtlialmus, Maacki; Aeschna arundinacea;
Agrion glaciale, lanceolatum, ecornutum und erwähnt eine mit ecor-
nutuni sehr ähnliche n. A. aus Algier, die er A. hermeticum nennt.
Psilocnemis alatipes (Madagascar) n. A., M 'Lac hl an, Ent.
Monthl. Mag. IX. p. 1.
Paraphlebia hyalina (Mexico) n. A., Brauer, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXI. p. 105.
Lepidoptera.
Von G. Bernhardt 's: „Die Schmetterlinge, Anlei-
tung zur Kenntniss der Schmetterlinge und Raupen, nebst
Anweisung, Schmetterlings- und Raupensammlungen zweck-
mässig anzulegen" ist die 5te Auflage, Halle 1870, er-
schienen.
G. Ramann. Die Schmetterlinge Deutschlands und
der angrenzenden Länder; gross 4. Arnstadt.
Von den beabsichtigten 25 — 30 Lieferungen, die je zwei Ta-
feln kolorierter Abbildungen und zwei Bogen Text enthalten und
die Grossschmetterlinge darstellen und beschreiben sollen, sind die
ersten erschienen. Die Abbildungen sind durchweg sehr naturgetreu.
Der Text giebt zunächst die Etymologie des Namens, dann die Be-
schreibung des Schmetterlings, der Raupe und deren Futterpflanze.
W. F. Kirby bespricht die geographische Verbrei-
tung der Tagschmetterlinge und vergleicht dieselbe mit der
der Vögel. Proceed. Linn. Soc. XL p. 431 ff.
Nach Sclater's Schätzung beträgt die Zahl der Vogelspecies
7500, die von den Tagschmetterlingen nur um wenig übertroffen
wird. In Uebereinstimmung mit Sclater nimmt Kirby 6 Fau-
nengebiete an, deren jedes durch besondere Formen charakterisiert
ist, obwohl er I und V wegen der identischen Gattungen vereinigen
möchte. Diese 6 Faunengebiete sind:
354 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
1. Die Paläarktische Region, Afrika nördlich des Altas,
Europa, Kleinasien, Persien, Asien nördlich des Himalaya, Nord-
china, Japan und die Aleuten umfassend. Dieses Gebiet zählt 650
Vögel, 630 Tagschmetterlinge. Einzelne charakteristische Gattungen
sind : Erebia, Oeneis (circumpolar), Satyrus, Vanessa, Mesapia, Thais,
Charther oeephalus.
2. Die Aethiopische Region umfasst Afrika südlich des
Atlas, Madagaskar und die kleineren Inseln, und wahrscheinlich auch
Arabien. In diesem Gebiet sind 1250 Vögel und 733 Tagschmetter-
linge nachgewiesen. Charakteristische Gattungen der letzteren sind:
Amauris, Ueteropsis, Cymothoe, Leucochitonea.
3. Die Indische Region umfasst Indien, Ceylon, Birmah,
Malacca, Südchina, die Philippinen, grossen und kleinen Sundainseln;
zählt 1500 Vögel- und 1250 Schmetterlingsarten; charakteristische
Formen derselben sind: Zophoessa, Amathusia, Iunonia, Ilerda,
Tachyris, Tagiades.
4. Die Australische Region (Neu-Guinea, Neu-Holland,
Vandiemensland, Neu-Seeland und die Inseln des stillen Oceans) mit
1000 Vögeln und 750 Tagschmetterlingen (Hestia, Argyrophena,
Apaturina, Trapesites).
5. Die nearktische Region, Grönland und Nordamerika
bis Mexiko umfassend, zählt 660 Vögel- und 480 Tagschmetterlinge.
Die Gattungen sind vielfach dieselben wie in der paliarktischen Re-
gion. Charakteristische Formen: Oeneis, Grapta, Midea.
6. Die neotropische Region, Westindien, Südmexiko,
Mittel- und Südamerika, Galapagos und Falklandsinseln umfassend,
mit 2250 Vögeln- und 4200 Tagschmetterlingen. Einzelne charak-
teristische Formen sind: Ithomia, Elina, Caliste, Ageronia, Taxila
Helias.
R. C. R. Jordan leitet im Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 42 ff.
den Ursprung der jetzt in Grossbritannien lebenden Schmetterlingen
ab von 1. Einwanderern während der Eiszeit, 2. Einwan-
derern einer auf die Eiszeit folgenden wärmeren
Epoche; 3. direkten Einwanderern; 4. westlichen Ein-
wanderern; 5. Einheimischen; 6. Akklimatisirten Arten.
A.Kuwert entdeckte im Hinterleibe einer eben ausgeschlüpften
Deilephila Elpenor mit noch nicht entfalteten Flügeln 2 mit Luft
angefüllte Blasen, die er mit der Entfaltung der Flügel in Zusam-
menhang bringen möchte. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 306 und
XXXIII. p. 412.
Scudder ,,On the embryonic larva of Butterflies", Entom.
Monthl. Magaz. VIII. p. 122 ff. macht darauf aufmerksam, dass die
Raupen von Tagschmetterlingen vor ihrer ersten Häutung von den
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 855
erwachsenen mehr verschieden sind, als erwachsene Raupen, die ver-
wandten Gattungen angehören, unter sich.
A. Targioni-Tozzetti giebt im Boll. della Soc. Ent. Ital.
III. p. 392 ff. die Anatomie von Schmetterlings- (meist Spinner-)
Raupen.
W. v. Nathusius deutet gelegentlich eine andere Entwicke-
lungsgeschichte der Schale der Schmetterlingseier an als Wal-
deyer in seinem bekannten: Eierstock und Nebeneierstock. Nach
v. Nathusius wandelt sich die zellige tunica propria der Eiröhren
in die Eischale um. Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXI. p. 130 und
325 ff.
P. C. T. Snellen giebt einen wichtigen Beitrag zur
Lepidopterenfauna von Mederguinea. Tijdschr. v. Entom.
1872. p. 1 ff. Taf. I-VIII.
Die Snellen zugekommenen Arten waren von M. G. van
Wo erden an der Mündung des Congo gesammelt worden, in einer
Gegend, die sich im allgemeinen als arm an Lepidopteren auswies.
Die ganze Sammlung weist 113 (95 bestimmbare) Arten nach, von
denen die 53 neuen sorgfältig beschrieben und mit bekannter
Meisterschaft koloriert abgebildet sind. Von Interesse ist, dass von
den 24 Pyralidinen 10 aus Ostindien, und 3 aus Amerika bekannt
sind. Mit Europa hat die Sammlung 9 Arten gemeinsam.
A. G. Butler. On a small Collection of Butterflies
from Angola. Proceed. Zool. Soc. London. 1871. p. 721 ff.
Diese Sammlung war bei Loanda, zwischen 8° und 9° s. Br.
gemacht und weist 24 Arten auf, von denen 3 neu sind.
H. D. F. Wallengren. Bidrag tili Södra-Afrikas
Fjärilfauna. Öfvers. K. Vetensk. Ak. Förh. 1872. Nr. 3.
p. 41 ff.
Walleng ren zählt auf und beschreibt z. Th. die
vom Consul Akerberg dem Reichsmuseum übersandten
Schmetterlinge, die in der Kapcolonie gesammelt worden
waren. Einen Theil neuer Arten, die Wahlberg in Süd-
afrika gesammelt hatte, hat Walleng ren schon früher
(1860, Wien. Ent. Monatsschr.) beschrieben; auch hier sind
mehrere neue Arten aufgestellt.
0. Schneider liefert ein Verzeichniss der (19) von
ihm in der Umgegend von Ramleh bei Alexandrien beob-
achteten Schmetterlinge. Sitzber. naturw. Ges. Isis. Dres-
den 1871. p. 54 f.
356 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Von A. G. Butler's „Lepidoptera Exotica" liegen
jetzt auch Parts. 7—14, 1871, 1872 vor.
W. F. Kirby. A Synonymic Catalogue of Diurnal
Lepidoptera. London 1871. 8°.
Auf 690 Seiten giebt der Verfasser unter Berücksichtigung
aller ihm bekannten Literatur ein synonymisches Verzeichniss der
Tagschmetterlinge. Ein alphabetisches Register erleichtert die Be-
nutzung des Werkes ungemein.
Von W. C. Hewitson's „Exotic Butterflies" sind
Parts 77—84. London 1871, 1872, erschienen.
Unter dem Titel: „Bidrag tili kännedom af Fjärilfauna
pä. St. Barthelemy" hat H. D. J. Wallengren die (35)
von v. Gaes auf St. Barthelemy gesammelten Schmetter-
linge aufgezählt, unter denen sich 2 neue Species befinden.
Ofvers. K. Vetensk. Akad. Förh. 1871. p. 909.
M. Täschler. Grundlage zur Lepidopterenfauna der
Cantone St. Gallen und Appenzell. Berichte der St. Gallen.
Gesellsch. 1869-76. p. 51 ff.
Das Verzeichniss weist von Grossschmetterlingen 580 Arten
nach, von denen auf die Tagfalter 110, auf den Schwärmer 34,
Spinner 80, Eulen 206 und Spanner 150 Arten fallen.
0. Salvin setzt in Bd. VII. p. 412 der Ann. Nat.
Hist. die in Bd. IV. begonnene (s. Bericht 1870. p. 164)
Beschreibung neuer südamerikanischer Schmetterlinge fort ;
s. unten.
H. B. Möscher diagnosticirt und benennt 30 neue
exotische Schmetterlinge in der Stett. Ent. Zeit. XXXIII.
p. 336. Für 2 Arten wird die Aufstellung neuer Gattun-
gen, Desmidocnemis und Lomatosticha, nöthig.
Die „Beiträge zur Lepidopternfauna Sici-
liens" von A. v. Kalchberg enthalten eine Aufzählung der
auf mehreren Ausflügen in Sicilien erbeuteten Schmetter-
linge. Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 312 ff, 403 ff.
J. Mann liefert ein systematisches Verzeichniss der
Lepidopteren des Gross-Glockner-Gebietes nebst Beschrei-
bung 4 neuer Arten aus den Gattungen Pterophorus, Con-
chylis, Adeela, Butalis. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXI.
p. 69.'
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 357
Von Staudinge r-Wocke's „Lepidopteren - Catalog
des europäischen Faunengebietes" ist die 2te Auflage er-
schienen.
In Folge des im Vergleich zur ersten Auflage beträchtlich er-
weiterten Gebietes beträgt der Zuwachs an Macrolepidopteren 254
Arten, wovon auf die Spanner 80, auf die Schwärmer 14 Arten
kommen. Die Mikrolepidopteren sind um 494 Arten vermehrt, so
dass die neue Auflage 748 Arten mehr enthält als die frühern.
Auf Grund einer kritischen Benutzung der Berichte
des schlesischen Tauschvereins, der in der Zeitschrift für
schlesische Insektenkunde und den Arbeiten der entomol.
Sektion der Schles. Gesellsch. für vaterl. Cultur niederge-
legten Beobachtungen liefert M. F. Wocke in dem 3ten
Heft der Zeitschr. f. Entomologie, Breslau 1872. p. 1 ff.
ein Verzeichniss der Schlesischen (Macro-) Le-
pidopteren nach Staudinger's Katalog, das bei jeder der
969 Arten ihr Verbreitungsgebiet und Flugzeit, sowie Futter-
pflanze, Winterform etc. angiebt.
Von Nolcken's „Fauna lepidopterologica" ist das
2te Heft erschienen (s. Corresp.-bl. Naturf. Vereins. Riga
XIX. p. 24. Ist dem Refer. nicht zugänglich gewesen.
F. J. M. Heylaerts jr. liefert ein 1. und 2. Supplement zu
seinen »Macrolepidopteres de Breda etc.«, wodurch die Zahl der
dort vorkommenden Arten auf 572 steigt. Tijdschr. v. Entomolog.
1871. p. 99 ff. und 1872. p. 118 f.
F. Moore beschreibt und bildet z. Th. ab eine beträchtliche
Anzahl neuer Arten von Indischen Schmetterlingen. Proceed. Zool.
Soc. London 1872. p. 555 ff. pl. XXXII— XXXIV., s. unten.
H. D. J. Walle ngren. Skandinaviens Heterocerfjä-
rilar. Deel II. Spinnarne. Haft IL p. 137. 256. Lund.
Enthält die Platypterygidae, Notodontidae, Cymatophoridae,
Arctio'idae. Nycteolidae, Cymbidae, Nolidae.
Derselbe. Skandinaviens Pyralider och Choreutider
beskrifne af H. D. J. Wallengren. Öfvers. K. Vetensk.
Akad. Förh. 1871. p. 961 ff.
Neue Arten werden zwar nicht beschrieben, dafür aber die
in Schweden vorkommenden Pyralidinen (p. 961 — 1056) und Cho-
reutiden (p. 1056 — 1060), ihre Synonymie, Larvenzustände, Futter-
pflanzen, Erscheinungszeit, bei weniger verbreiteten Arten auch ihre
Fundstellen sehr genau angegeben.
358 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
H. de Peyerimhoff hat in den Bull. Soc. bist,
natur. de Colmar 1872. p. 53 ff. den 3ten (letzten)
Theil seines Lepidopterenkatalogs des Elsass erscheinen
lassen. Derselbe enthält ausser Zusätzen und Nachträgen
zu den früheren Veröffentlichungen die Kleinschmetterlinge
(Pyralidina p. 111 ff, Tortricina p. 12 3ff., Tineina p. 139 ff.,
Pterophorina p. 195 ff., Alucitina p. 198 f.
Derselbe macht in den Mitth. Schweiz. Entom.
Gesellsch. III. p. 409 ff neue oder seltene Mikrolepi-
dopteren bekannt.
A. G. Butler beschreibt 22 neue Arten von Macro-
lepidopteren. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4). VIII. p. 282 ff.
Die Arten gehören den Familien der Nymphalidae,
Erycinidae, Papilionidae, Hesperidae, Arctiidae an.
Derselbe beschreibt in den Proceed. Zool. Soc.
London 1871. p. 79 ff. neue Arten exotischer Schmetter-
linge aus verschiedenen Welttheilen, die folgenden Gattun-
gen angehören : Amauris Hübn., Danais Latr., Romaleosoma
Blanch., Harma Westw., Aterica Boisd., Deilephila Ochs.,
Sphinx L., Pericopis Hübn., Eucyane Walk., Phaegorista,
Dirphia.
S. Mi not giebt die Beschreibung neuer amerikani-
scher Schmetterlinge. Proceed. Bost. Societ. XIII.
p. 83 ff., 169 ff. Die neu beschriebenen Arten gehören
den Gattungen Fidonia, Anisopteryx, Tephrosia, Cabenodes,
Cleora an.
Herrich-Schäffer. Schmetterlinge der Insel Cuba.
Correspondenzblatt des Zoolog.-mineral. Vereins. Regens-
burg. XXV. p. 15 ff.
Diese Fortsetzung enthält die Pyralidinen, von denen
Herrich-Schäffer 96 wohl bestimmte Arten aufführt.
Derselbe. Prodromus Systematis Lepidopterorum,
ebenda p. 103.
Enthält die Fortsetzung der im vorigen Jahrg. dieses Archivs
(p. 238) angeführten Kritik von Butler's Hesperiidae.
P. C.Zell er. Bemerkungen über einige Graubündner
Lepidopteren. Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 27 ff., 97 ff.
Zell er giebt hauptsächlich die genaueren Fundstellen, Plug-
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 359
zeit, lokalen Nährpflanzen der im Thal von Bergün vorkommenden
Schmetterlinge an und beschreibt 3 neue Gelechien (s. unten).
0. v. Prittwitz. Lepidopterologisches. Stett. Ent.
Zeit. XXII. p. 237 ff.
Im Anschluss an frühere Aufsätze macht 0. v. Prittwitz Be-
merkungen über Synonymie, Vaterland etc. einiger exotischer
Schmetterlinge (Lichnoptera gulo H.-S., L. moesta Moritz; Glaucopis
formosa = G. Folletii ; Chaerocampa Erotus ; Pieris teutonia ; Leptalis
hyposticta; Pieris Periclea; Arhopala sp., Danis sp. etc.).
v. Nolcken theilt seine Erlebnisse und die lepidopterologi-
sche Ausbeute seines bisherigen Aufenthaltes auf St. Thomas, Ja-
maica, in Südamerica mit. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 309, 371,
XXXIII. p. 123 ff. — Die Arten, den Gattungen Chilo, Crambus und
Scoparia angehörig, sind z. Th. beschrieben XXXIII. p. 463 ff.
9 neue Arten.
A. Fuchs. Beobachtungen über einige Lepidopteren.
Jahrb. des Nassauischen Vereins. Jahrg. XXV u. XXVI.
p. 433 ff.
Besprochen werden Pararga Adrasta H. und var. Maia; Bapta
pictaria Gurt., Macaria signaria H., Eupithecia pusillata S, V.
Krause. Ueber einige Schmetterlinge der Umgegend von Al-
tenburg. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 296 ff
Krause konstatirt das Vorkommen seltener Arten und Ab-
arten (Polyommatus Phlaeas L. ab. Schmidtii Gerh. ; Limenitis Po-
puli L., L. Sibylla L.; Vanessa ab. F-album Esp.; Satyrus Phaedra
L.; Pararga Dejanira L.; Trochilium bembeciforme Hb.; Nola con-
fusalis H. S. ; Arctia aulica L. ; Limacodes Asella S.-V.; Bombyx
rimicola S. V.; Aglia tau L.; Platypteryx Sicula S. V.; Lophopteryx
carmelita Esp. ; Acronycta leporina L.; A. alni L.; A. Ligustri S.V.;
Hadena scolopacina Esp., H. connexa Bkh. ; Brotolomia meticulosa L. ;
Hydroecia micacia Esp. ; Taeniocampa populeti F. ; Pachnobia leuco-
grapha, rubricosa S. V.; Dyschorista suspecta Hb.; Xanthia citrago
L. ; Asteroscopus nubeculosa Esp. ; Rivula sericealis Scop. ; Zerene
silvata Scop. ; Terpnomicta cararia Hb.; Lobophora halterata Hufn.,
L. carpinata Borkh. ; ferner ein sog. halbierter Zwitter von Limenitis
Populi L. und mehrere Microlepidopteren mit ihren speciellen
Fundstellen).
A. Speyer. Lepidopterologische Notizen. Stett. Ent. Zeit.
XXXIII. p. 169 ff. Handelt von Smerinthus ocellatus L. ; Platypteryx
cultraria F. ; Boarmia ilicaria H. ; Larentia literata Don. ; Eupithecia
actaeata; Depressaria liturella W. V.
P. C. Zell er. Beiträge zur Kenntniss der Nord-
360 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
amerikanischen Nachtfalter, insbesondere der Microlepi-
dopteren. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXII. p. 447 ff.
Es werden zahlreiche neue Arten beschrieben; s. unten.
A. Ke ferst ein. Lepidopterologische Plaudereien.
Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 326 ff.
Handelt von Cidaria Blomeri Curt.; Bapta tibialata; Partheno-
genesis bei Gastropacha Pini; Colaenis Alcionea und C. Cillene
Cramer; Noctua serici Fabr.
A. Hartmann. Die Kleinschmetterlinge der Um-
gegend Münchens und eines Theiles der baierischen Alpen.
München 1871. 8°. 96 Seiten.
Der Verfasser zählt 728 Arten (die Varietäten mit
inbegriffen) in dem angegebenen Theile Oberbaierns auf.
Bei jeder Art wird Nahrungspflanze, Flugort und Zeit des
Vorkommens angegeben. Ein einleitendes Capitel ist der
Tödtung und Behandlung der Mikrolepidopteren und ein
anderes der Zucht der Psychiden gewidmet, welches in-
teressante Beobachtungen über die Fortpflanzung der So-
lenobia triquetrella uud S. lichenella enthält (vgl. oben
p. 240). Ausführlicher ist das Buch besprochen in der
Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 164 ff.
N. Erschoff macht in einem Beitrag zur Lepido-
pterenlauna Russlands die Arten namhaft, die von ihm und
Anderen aufgefunden sind und bisher für Central-Russland
noch nicht nachgewiesen waren. Bull. soc. imp nat. Moscou.
XLIV. p. 303 f.
Eine Statistik der Schmetterlinge mit beson-
derer Berücksichtigung Esth-, Liv- und Kurlands
giebt C. Berg im Correspondenzbl. , Naturh. Vereins.
Riga XIX. p. 107.
Lepidopteren Ostsibiriens besonders der Amurländer, bearbeitet
von Otto Bremer. Petersburg 1864. Kl. Fol. 103 Seiten. Mit 8
illumin. Tafeln : besprochen in der Stett. Ent Zeit. XXXII. p. 162 ff.
In dem »Beriebt über meine persische Reise 1871«
von H. T. Christoph (Stett. Entom. Zeit. XXXIII. p. 204) wird
hauptsächlich die lepidopterologische Ausbeute aufgezählt.
Aus A. S. Packard's Catalogue of the Phalaenidae of Cali-
fornia sind die (34) neuen Arten in den Proceed, Bost. societ. XIII.
p. 381 ff. beschrieben.
Mittheilungen über das Vorkommen einiger Spanner und
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 361
Kleinschmetterlinge in Schlesien finden sich im Jahresber.
Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur; 49. p. 182; 50. p. 186.
Wocke. Albinismus bei Schmetterlingen. 50ter Jahresber.
Schles. Gesellsch. vaterl. Cultur p. 185. Mit diesem Namen bezeich-
net Wocke die ganze oder theilweise Entfärbung oder Abblassung
der Schmetterlingsflügel, für die man bisher keinen stichhaltigen
Grund hat ausfindig machen können.
Hestia Belia mit abnormer Nervatur der Hinterflügel; An-
nales Societ. Entom. Belg. XIV. p. LXXII f.
Unter dem Titel: »Notes on the flight of New -Eng-
land butter flies« giebt C. S. Minot in den Proceed. Bost. societ.
XIV. p. 55 einige Bemerkungen über den verschiedenen Bau der
Flügel und dessen Einfluss auf den Flug der Schmetterlinge.
S. H. Scudder beschreibt im American. Naturalist 1872.
p. 513 ff. die Lebensweise von Brenthis Bellona, die zwar nur eine
Generation in jedem Jahr hat, aber doch zwei-, oder gar dreimal
jährlich erscheint. Die Sommerform legt im September Eier, aus
denen die Räupchen ausschlüpfen und in dieser Gestalt über-
wintern. Ende Juni verpuppen sie sich und liefern im Juli den
Schmetterling, dessen Eier sich allmählich entwickeln, so dass sie
erst im September zum Legen reif sind. (Sommerform). Die an-
dere Form überwintert als halberwachsene Raupe und liefert
schon im Mai den Schmetterling, der Ende Juli und Anfang August
seine Eier legt (Frühlingsform). Einzelne Raupen dieser letzteren
Form geben noch im September desselben Jahres den Schmetter-
ling, der ohne Eier zu legen umkommt, so dass der Schmetterling
eigentlich dreimal im Jahr frisch erscheint, und doch sind die ein-
zelnen Generationen unabhängig von einander.
S. H. Scudder und E. Burgess weisen eine auf-
fallende Asymmetrie in den männlichen Genitalanhängen
von Schmetterlingen nach. Proceed. Bost. societ. XIII.
p. 282.
Alle nordamerikanischen Arten der Gattung Nisoniades, deren
die Verfasser habhaft werden konnten, sind untersucht und die
Afterklappen der Männchen beschrieben und abgebildet; bei allen
zeigte sich die linke Klappe weit stärker entwickelt als die rechte.
— Ausserdem sind 9 neue Arten beschrieben.
H. Hagen. Schmetterlinge mit Raupenkopf und
ähnlichen Missbildungen. Stett. Ent. Zeit. XXIII. p. 388.
Der Verfasser stellt aus der Literatur zusammen, was ihm
über diesen Gegenstand bekannt geworden ist. — Referent besitzt
eine Orgyia antiqua $ mit dieser Missbildung, zu deren Entstehung
362 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
er auch einige Aufklärung geben kann. Bei der Verpuppung war
die Raupenhaut unvollkommen abgestreift worden, indem der Raupen-
kopf noch völlig festhaftete. Mit diesem Kopf blieb auch der ab-
gestreifte Theil der Raupenhaut in Verbindung, so dass der Schmet-
terling, an dem nur die beiden letzten Beinpaare sichtbar sind, die
Raupenhülle wie eine Maske vor sich trägt.
0. Nickerl. Beschreibung einiger Zwitterbildungen
bei Lepidopteren. Verhandl. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII.
p. 727 ff.
Nickerl giebt die äusserliche Beschreibung von zwitterartigen
Lycaena argus L., Satyrus Semele L., Smerinthus Populi L., Ocneria
dispar L., Gastropacha Crataegi L., G. Quercus L. Wenn solche
Stücke auch als Curiositäten für den Sammler grossen Werth haben,
so ist doch zu bedauern, dass noch keiner derselben einen solchen
Zwitter unter das anatomische Messer geliefert hat, indem mit
der Kenntniss des Geschlechtsapparates dieser Hermaphroditen der
Wissenschaft mehr gedient wäre, als mit ihrer bloss äusserlichen
Beschreibung und der Notiz, in welcher Sammlung sich dieses und
jenes Stück findet.
M. A. Guenee beschreibt in Mem. soc. phys. et hist. nat.
Geneve XXI. p. 418 ff. einen sogen, gemischten Zwitter von Gastro-
pacha Quercus L., von dem einzelne Theile (Fühler, letztes Hinter-
leibssegment) vergrössert ahgebildet sind. Auffallend ist, dass Guenee
zur Erklärung der sog. halbierten Zwitter auf die alte Fabel der
Zwitterphaläne (Scopoli, Introductio ad histor. natural. Prag 1777.
p. 416) zurückgeht.
E. Delessert. Cas d'autophagie et de campephagie
observes chez des chenilles carnassieres. Bullet. Societ.
Vaud. sc. nat. XI. p. 366. Es wird die von den beiden ersten
Arten bekannte Beobachtung mitgetheilt, dass die Raupen von
Scopelosoma satellitiaL., Cosmia trapezina L., Crocallis elinguaria L.
von anderen Raupen, im Nothfalle auch von denen ihrer eigenen
Art leben.
Beiträge zur Kenntniss der Raupen der Kleinschmetter-
linge liefert Eppelsheim in der Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 315.
Kleine Lepid opter ologische Opmerkingen van
F. J. M. Heylaerts. Tijdschr. v. Entom. 1871. p. 182 und
1872. p. 120.
1. Der Verfasser erklärt das scheinbar häufig von Auftreten
von weiblichen Schmetterlingen bei der Zucht solcher Arten, von
denen man im Freien weit mehr <f als $ findet, dadurch, dass von
den männlichen Raupen, die schwächer seien als die weiblichen, bei
der Zucht eine grössere Zahl zu Grunde ginge; daher der stärkere
Procentsatz an Weibchen.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 363
2. Um Insektenblut zu mikroskopischen Beobachtungen etc.
zu erhalten, empfiehlt Heylaerts ein Capillargefäss und beschreibt
dessen Anwendung.
3. Handelt von dem angeblich flügellosen $ von Phigalia
pilosaria Hübn. (1871).
1. Denjenigen, die nicht viel Zeit zu häufigeren Sammelaus-
flügen haben, empfiehlt er die Versetzung von Pflanzen ins Zimmer.
Auf diese Weise erhielt er unter anderen die für die Fauna neue
Cochylis rutilana Hübn. von Juniperus communis. Der übrige Text
handelt von Nudaria senex, das $ von Hibernia aurantiaria Hübn.;
dem Unterschied der Raupen von Platypteryx falcataria L. und P.
curvatula Bkh. und dem zwischen den Raupen von Selenia lunaria
S. V. und S. tetralunaria Hufn., die Sepp mit einander verwechselt
hatte. (1872).
Breyer theilt einige Beobachtungen über die Hybridation
von Schmetterlingen mit. Compt. rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. XLIII.
Einige bei Zara als schädlich aufgetretene Raupen; Sitzber.
Zool. Bot. Gesellsch. Wien XXI. p. 13.
Ratzeburg führt aus, dass das Anlegen der Theer-
ringe zur Vertilgung der Raupen des Kiefernspinners dann indi-
cirt sei, wenn das Wintersammeln wegen hohen Schnees oder auf
mit Vaccinium, Erica etc., die die Raupen verbergen, bewachsenem
Boden, unmöglich ist. Sind 40 — 50 °/0 der Raupen mit Ichneumonen
behaftet, so unterbleiben am besten alle Mittel zur Vertilgung.
Sitzber. Ges. naturf. Freunde. Berlin 1871. p. 1.
Derselbe theilt das Resultat der angelegten Theerringe mit,
ebenda p. 29 und empfiehlt das von Oberförster Götze zu Klutz
angewandte Mittel (Bestreichen der Eiernester mit Oel) gegen den
Buchenspinner (Dasychira pudibunda), p. 22.
Mr. Sauborn beschreibt seine Methode der Herrichtung von
Raupenbälgen für eine Sammlung. Proceed. Bost. Societ. XIV. p. 260.
A. S. Packard. A fewwords about moths. Amer. natur.
IV. p. 225 ff. Packard weist die Sammler von Schmetterlingen
auf die Wichtigkeit hin, welche die Beobachtung ihrer Lebensweise
und ihre Zucht hat.
P. Maassen zählt in der Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 26 die
1870 von ihm nach seiner Methode neu geköderten Noctuen auf
(s. den vorigen Bericht p. 246).
Kuwert theilt ebenda p. 212 seine Erfahrungen über die
naen* derselben Methode in Ostpreussen gefangenen Nachtfalter mit.
Anleitung zum Fang etc. der Kleinschmetterlinge
giebt Walsing harn im Amer. Natur. 1872. p. 275 ff., 432 ff.
364 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Macrolepidoptera.
Rhopalocera. Papilio nid es. M. A. Guenee beschreibt und bil-
det ab einige ausländische Arten der Gattung Papüio. Mem. soc. phys.
et d'hist. nat. Geneve. XXI. p. 369 ff. fol. I. Eine besonders eingehende
Beschreibung widmet er den Anhängen, welche sich am 7. Abdominal-
segment der $ von P. Corethrus Boisd. und P. Duponchelii Lucas
finden, und vergleicht dieselben mit den ähnlichen Bildungen, die
sich bei Doritis (Parnassius), und Eurycus am 8. finden. Als Bedeu-
tung dieser Anhänge giebt er vermuthungsweise: Hülfsmittel bei der
Copulation oder Unterstützung der Eierablage an; die Mittheilungen
von Siebold 's über das „Begattungszeichen" des D. Apollo scheint
Guenee nicht bekannt gewesen zu sein.
Die Raupe und Puppe von Pap. Butulus Boisd. ist beschrie-
ben und in den Proceed. Boston Societ. XIII. p. 221.
Armandia (n. g., zwischen Thais u. Papilio sec. David. Nouv.
Arch. du Mus. d'Hist. Natur. VII. p. 96) tha'idina (Tibet), vikarirende
Art von Sericinus in Tibet; Blanchard, Compt. Nat. LXX1I.
p. 809.
Papilio Hercules, Horatius (Tibet), ders. ebenda P. Cres-
phontinus (O.-Afr.), Andronicus, Ward, Ent. Monthl. Mag. VIII.
p. 34, 121; P. ehlorodamas (Peru); Hypodama (Hayti) ; Damocrates
(Buenos-Ayres) ; Thetis, Hermolaus ; Guenee, Mem. Soc. Phys. Geneve.
XXI. p. 369 ff. ; P. Buddha, noctula, strix (Borneo); papone (O-lnd.)
ramaceus (Borneo), odenatus (W. -Afrika); Parsedon (!); Burchellanus
(Bras.); chinsiades (Ecuad.); JRecoii (Buenos-Ayr.), Westwood,
Transact. Ent. Soc. 1872. p. 86 ff.
P. Kirbii (Lagos), Hewitson. Ent. Monthl. Mag. IX. 146. P.
horribiUs (Cap); Butler, Lep. Exot. 88; orabilis, lattitia, vulneratus,
clusocülis (Costa-Rica), derselbe Cist. Entom. p. 84 f.
Pierides. A. G. Butler. A Revision of the Species former-
ly included in the Genus Therias, Proc. Zool. Soc. Lond. 1871. p.
526 ff.
Der Verfasser spricht die lobenswerthe Absicht aus, nicht
durch Beschreibung neuer Formen die ohnehin schon schwierige Be-
stimmung der zahlreichen, sehr nahe verwandten Arten noch mehr
zu erschweren, sondern durch Aufklärung der etwas verworrenen
Synonymie zu erleichtern. Zur Sprache kommen die Gattungen :
Elodina Felder (5 A.), Sphaenogona Butler (16 A., 2 zweifeln.); Leu-
cidia Doubled. (3 A.); Terias Swains. (94 A., darunter doch reti-
culata Butl. n. sp. aus Quito); Pyrisitia (3 A.).
Derselbe giebt (ebenda 1872 p. 26 ff.) eine synonymische
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 365
Tabelle der zur Gattung Pieris (im Sinne Doubleday's, Westwoo d's)
gehörigen 341 Arten, die auf 15 Gattungen vertheilt sind.
Scalidoneura (n. g.) Hermina (Peru); Terias memulus (Hayti);
Ixias undatus, latifasciatus (Labuan); n. A, Butler, Proc. Zool-
Soc. 1871. p. 260 ff.
Larinopoda (n. g.) lycaenoides (W.-Afr.); Callidryas fornax
(Chili), faresia (Peru); Ixias vejiatus; Euchloe Umonea (Mexico) n. A.
Butler Trans. Ent. Soe. 1871. p. 169 ff.
Hesperocharis fulvinota (Rio), derselbe Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) VIII. 284. Teracolus loandicus, interruptits ; Beleno'is Mel-
dolae (Loanda); n. A. derselbe Proc. Zool. Soc. Lond. 1871. p.
721 ff.
Leptalis cinerascens (Costa Rica), oreas (Calobre) n. A., Salvin,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. VII. p. 415 f.
Pieris rlwdanus, cebron, capricomus (!), Ward, Ent. M. M.
VIII. 58; P. Beckeri (Calif.) Edwards, Buttern, of N.-Am. p. VIII.
Taf. I. Fig. 4—7; P. calyce (Nevada), derselbe Trans. Am. Ent.
Soc. III. 189.
P. notistriga, noctipennis (Costa-Rica); Butler u. Druce,
Cist. Ent. V. p.lll. P. vipasa (Penjab), taprobana (Ceylon), Moore,
Proc. Zool. Soc. 1872. p. 565 n. A.
Euterpe dismorpliites; Dismorpha sororna, hagaresa, hibina,
viridifascia (Costa Rica); Butler, Cist. Ent. p. 80, 82,83; D.lumina
Butler u. Druce, a. a. 0. 111.
Terias persistans, calceolaria (Costa Rica), dieselben p. 111;
T. rama (Ceylon) Moore, Proc. Zool. Soc. 1872. p. 566.
Delias inferna (p. 63); Leptophobia temticornis (Costa Rica),
Butler, Lepid. Exot.; E ronia verulanus (Camaroons), Ward, Ent.
Monthl. Mag. VIII. p. 59.
E. pingasa (Ind.), Thyca devaca (Birmah), Dorinäa (Khasia
Hills); Metaporia caphusa, ariaca (Himalaya) Moore, Proc. Zool.
Soc. 1872. p. 564 ff.
Catastictis actinotis; Mylothris dlethina (Costa Rica), Butler,
Cist. Entom. p. 80, 81.
Rhodocera Amintha, Alvinda (Tibet), Blanchard, Compt.
vend. LXXII. p. 810.
Colias Astraea, Edwards, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 61.
C. Meadi, Derselbe ebenda III. p. 267.
Callosune casta, hetaera (Zanzibar), Gerstäcker, d. Arch.
XXXVII. 1. p. 357.
Anthocharis byantis (Californien); Olympia (Texas), Edwards
Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 205, 266; Julia, IV. p. 61. n. A.
Danaides, Danais Ino (Sula); Amauris inferna (W. Afr.)
n. A., Butler, Proc. Zool, Soc. Lond. 1871. p. 79.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg Bd. 2. Y
366 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Helieoniides. Pteronymia (n. g.), gegr. auflthoniia aletta
Hew., Olyras translucens (Ecuador), He witson; Ent. Monthl. Mag.
IX. 83.
Dircenna lonera, relata; Ithomia plaginota (Costa Rica), But-
ler u. Druce, Cist. Entom. I. p. 95.
I. dlbida (Neu Granad.). Tcusa, seba, egla, Icena, Iota, theuda
(Ecuador;, He witson, Exot. Butterfl.
Pteronymia olyrilla, notilla, fulvimargo; Leucothyris rubescens:
Euides vulgiformis (Costa Rica); Butler u. Druce, Cist. Ent. I.
p. 96 ff.
Melinaea scylax (Chiriqui), Orestes, Cydippe (Peru); Heliconius
Sisyphus (Peru), venustus (Apolobainba), etylus (Ecuador), montanus
(Costa Rica), pochinus (Chiriqui), sotericus (Ecuador); Salvin, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4). VII. p. 412 ff.
Heliconia Fritschi (Peru ?), M ö s c h 1 e r, Stett. Ent. Zeit. XXXIII.
p. 336; charina (Ecuador), Hewitson, Ent. Monthl. Mag. IX. 83;
Chestertoni (Columb.), derselbe Exot. Butterfl.
Acraeides. Acraea piva, G-uenee, Mem. Soc. Phys. Geneve.
XXI. p. 403 ; A. satis (O.-Africa), Pentapolis, Peneleos, Polydectes,
Pharsalns, (Camaroons); Ward, Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 35:
60, 81; A. maransetra, masamba, masanola, manandaza (Madag.),
derselbe ebenda IX. p. 2, 3. 147.
Nymphalides. G. Künow beschreibt und bildet ab die
Raupe und Puppe von Argyr^nis Laodice Pall. und bespricht die
geographische Verbreitung dieses Schmetterlings. Schriften der
Königl. Phys. Oekonom. Gesellsch. Koenigsberg. XIII. 1872. p. 147 ff.
Scudder im Rep. Peab. Acad. IV. p. 44 ff. stellt folg. n. G. auf:
Speyeria, Typus Pap. idalia Drury; Charidryas, T. Melitaea
nycteis Doubl; Limnoecia, T. M. Harrisi Scudd.; Euphydryas,
T. Pap. phaeton Drury.
Colaenis Tithraustes (Ecuador), Salvin Ann. Nat. Hist. (4).
VII. p. 405.
Atella manoro (Madagascar), Ward Ent. Monthl. Mag, VIII.
p. 121.
Cethosia mahratta (Malabar); Cirrochroa larika (Ceylon); mi-
thüa (Bengalen); Cynthia asela (Ceylon) Moore, Proc. Zool. Soc.
1872. p. 556 ff.
Argynnis Bischofß (Alaska); Helena (Colorado), Edwards,
Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 189, 268; A. Brennen (S. Juan), inor-
nata (Californ.); Eurynome, Meadi (Colorado), derselbe ebenda IV.
p. 64 ff. A. vorax (Shanghai), Butler, Trans. Ent. Soc. 1871. p. 403.
Melitaea sterope (Oreg.), thecla (Calif.), Edwards a. a. 0. III.
p. 190.
M. crithena (Chiriqui); Salvin, Ann. Nat. Hist. (4). VII. 415.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 367
Phyctodes fulviplaga (Costa Rica); Butler, Cist. Ent. IV.
p. 77; niveinotus, Butler u. Druce ebenda V. p. 100. Ph. orseis,
canace (Californ.); Camülus, emissa (Colorado) ; Eresia punctata (Ari-
zona); Edwards, Tr. Am. Ent. Soc. III. p. 206, 268 f. u. 191.
Eresia dismorphina (Costa Rica) Butler, a. a. 0. IV. p, 78;
E. margaretha (Neu Gran.), levina (Columb.), quintilla (Ecuador),
Hewitson, Ex. Butter.
Symbrenthia brabira, niphanda (Himal.); Grapta agnicola (Ne-
pal), Moore, a. a. 0. p.558f.; G. Hylas (Colorado), Edwards
a. a. 0. IV. p. 68.
Vanessa prorsöides nebst var. levanoides (Tibet); Blanchard,
Compt. Rend. LXXII. p. 810. V. rizana, Moore a. a. 0. p. 559;
V. aequatoridlis (Chimborasso), M. Wagner, Sitz.-Ber. Bayr. Ak.
1870. II. p. 171.
Vanessa Antiopa in Acapulco, 2000' hoch; Proceed. Calif.
Acad. IV. p. 56.
Godartia Crosslegi, Trojanus (Camar.); Junovia roiuara (Camar.),
Ward, Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 36, 82.
Eurema Arcaei (Chiriqui) Ann. Nat, Hist. (4). p. 415.
Faunia dolores, Prittwitz, Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 244.
Heterochroa makkeda (Para); zalmona (N. Granad.), Hewits.
Trans. Ent. Soc. Lond. 1871. p. 165. H. demialba, lucina, tracta
(Costa Rica), Cist, Entom, IV; 77 Lep. Exot. p. 102 f.
Presis Hopfferi, Mose hier, St. Ent. Zeit. XXXIII. p. 337.
Epiphile grandis (Costa Rica), Butler, Cist. IV. 76.
Myscelia pattenia (Costa Rica), Butler u. Druce, ebenda V.
p. 101.
Crenis Benguelae (S.-W.-Afr.), Chapman, Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 175.
M. A. Guenee beschreibt neue Arten der Catagramrniden
und giebt zugleich eine Uebersicht derselben. Mein. soc. phys. et
d'hist. nat. Geneve. XXI. p. 381 ff. Von der Gattung Callicore sind
52 Arten aufgeführt, darunter 17 neue, von Catagramma 41, worun-
ter 4 neue; nämlich: Callicore JElinda, Aurelia, Bourcieri (Peru),
scrofa (Para), Dodone (Columbien), granatensis (Neu-Granada), nysto-
graplia (Quito), pavira (Peru), coelinula (Brasilien), brevipalpis (Vene-
zuela), carmen (Brasilien), amatorialis (Quito), Picteti, Jurinii (Peru),
Saussurii (Brasilien), laxis, tringa(Fer\i); Catagramma Dulima, Cajetani,
Melii (Peru), oculata.
Megalura Valetta (Costa Rica), Butler u. Druce a. a. 0. p. 101.
Diaclema ruhama (Angola), Hewitson, Ent. Monthl. Mag. IX.
p. 84. D. usambara, (O.-Afric), Ward, a. a. 0. p. 148.
Lebadoa austenia (Khasia H.), Moore, a. a. 0. p. 560.
Jaera duodeeimpunetata (Nieder-Guin.), Snellen, Tijdschr. v.
Ent. 1872. p. 15.
368 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Neptis Pryeri (Shanghai). Butler, Trans. Ent. Soc. 1871, p. 463;
biafra (Caraar.), Ward, a. a. 0. p. 121; N. astöla, mcliandra, var-
mona, emodes, surakarta (Java), ophiana (Sikkim), khasiana (Khasia H.),
cartica (Nepal), clinia (Bengal), adipala (Khasia H.), sussruta (N. -In-
dien); viraja (Bengal.); Athyma zerosa (Khasia H.), Moore, a. a. 0.
p. 560 ff.
Euryphene ribensis (Ribe), camarensis, cercestis, comus, nivaria,
porphyrion (Camar.), Ward a. a. 0. p. 35 f., 82 u. 118; E. amicia,
carstena (A.-Calabar), elabontas (Creek T.), Hewitson , Exot. Butterfl.
p. 77.
Rhomaleosoma sarcoptera (Goldk.), viridinotäta (Gaboon), ve-
tusta (W.-Afr.), janetta (Capk.), Butler, Lepid. Exot. p. 81 ff.,
letztere auch Proc. Zool. Soc. 1871. 78.
Aterica felicia, zonara; HarmaZwüZa (Fantee), Butler, a. a. 0.
p. 72 f.; 80.
H. cyclades, capella, Ciceronis, cyriades; Charaxes Hadrianus,
paphianus (Camar.), Ward, Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 119 f.
Apatura plesaurina (Costa-Rica), Butler u. Druce, Cist. Ent.
V. p. 102.
Charaxes Antamboulon, Anthanala, Betsimisaraka, Betunimena
(Madagasc), Lucas, Ann. d. Sc. Nat. (5). XV. No. 22. p. 1 ff. Ch.
khimalara (Himal.), kJiasianus (Khasia IL), jcdinder, hindia, lunawara
(N-Bcngal.), Wäüacii (Menado), aruanus (Aru), Butler, Lepid. Exot,
p. 97 ff.
Philognoma falcata (Goldk.), Butler, Lep. Exot. p. 101.
Paphia herbacea (Costa Rica), Butler u. Druce, Cist. Ent.
V. p. 100.
P. Jansoni (Ctontales), Salvin, Ann. Mag. Nat. Hist. (4). VII.
p. 165 n. A.
Morphides. Bar macht in den Pet. Nouv. III. p. 156. Be-
merkungen über die Morphiden u. Pavoniden von Guiana.
Aemona lena (Yunan) n. A., Atkinson, Proc. Zool. Soc. 1871.
p. 215.
Morpho limpida, aquarius, marinita, hydorina (Costo Rica) n. A.,
Butler, Cist. Ent. V. p. 74 f. Lep. Exot. p. 113.
Brassolides. Pavonia Oberthuri, suzanna (Bogota) n. A.,
Dey rolle, Rev. et Mag. Zool. XXIII. p. 20 u. 275.
Dynastor stygialis; Caligo bubocula (Costa Rica) n. A., Butler,
Cist. Ent. IV. p. 73 f.
Satyrides. Zeller macht in der Stett. Ent. Zeit. XXXIII.
p. 42 f. Mittheilungen über die Puppe von Erebia Melampus.
Krause beschreibt ebenda XXXII. p. 135 ein abweichend ge-
färbtes <-f von Epinephela Janira.
Drucina (n. g.) leonata n. sp. von Costa Rica, Butler, Cist.
Ent IV. p. 72.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 369
Palaeonympha (n. g.) oralina n. sp. (Shanghai), der-
selbe Trans. Ent. Soc. 1871. p. 401.
Periplysia (n. g.) Leda, n. sp. (Zanzibar), Gerstäcker,
a. a. 0. p. 358.
Zophoessa Andersoni (Yunan) n. A., Atkinson, Proc. Zool.
Soc. 1871. p. 215.
Lethe satyrina (Shangai), B u tle r ,- Trans. Ent. Soc. 1871. p. 402 ;
L. alberta (Benares), derselbe Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4). VIII.
p. 283. L. sihala (Ceylon), Moore, Proc. Zool. Soc. 1872. p. 555.
Euptychia argentella, insolata (Costa Rica), Butler u. Druce,
Cist. Ent. V. p. 98 f. E. languida (Bogota), cyanites (Bras.), Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4). VIII. p. 282; E. rubricata (Texas), Ed-
wards, Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 212. n. A.
Debis deliades, dolopes (Darjeeling), Hewitson, Ent. Monthl.
Mag. IX. p. 84 f. u. A.
Erebia passandava; Mycalesis anganava (Madagasc); Ward,
Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 122; M. antähäla (Madag.), derselbe
ebenda. IX. p. 148. n. A.
Callerebia orixa (Khasia H.) Moore, a. a. 0. p. 555. n. A.
Lasiommata lybnessa (Neu Caled.), Hewitson, Ent. Monthl.
Mag. IX. p. 85.
Satyrus Charon (Colorado); Edwards, Trans. Am. Ent. Soc.
IV. p. 89 ; S. gabbi (Oregon) ; Qhionobas StretcM (Nevada) ; Coenonympha
ampelus (Oregon), derselbe ebenda VII. p. 192 f. 213. n. A.
Iphthima zodia (Shangai), J3utler, Trans. Ent. Soc. 1871. p.
402. I. Vinsoni (Madag.), Guenee: Vinson's „Voyage" etc., Anh.
F. p. 39. n. A.
Pedaliodes hulda, litliochdleis (Costa Rica) Butler u. Druce,
Cist. Ent. V. p. 99 f.
Oxeoschistus euriphyle (Costa Rica), Butler, ebenda IV. p. 73.
0. cothon; Pronophila Timanthes (Veragua, Chiriqui), Salvin, Ann.
Nat. Hist. (4). VII. p. 412.
P. Palades, Persepolis, Parthyene, Pasicles, Pheretias, Parrhae-
bia, Philonis (Ecuador), Hewitson, Exot. Buttern1, n. A.
Taygetis umbracea, incerta (Costa Rica), Butler u. Druce
a. a. 0. V. p. 98.
Eury tili des. A. G. Butler giebt in den Proc. Zool. Soc.
Lond. 1871. p. 518 ff. T. XLII. eine Uebersicht der bisher bekannten
Arten der Gattungen Elymnias Hübn. u. Dyctis Boisd. Nach der
Färbung werden die Arten des erstgenannten Genu3, welches andere
Arten, namentlich aus den Gattungen Danais u. Euploea mimikrirt,
in die Gruppen Undularis, Panthera, Penanga, La'is, Leucocyma ge-
bracht und im Ganzen deren 16 aufgeführt, von denen 4 n. A. aus
der ersten Gruppe beschrieben und abgebildet sind (E. nigresecns,
370 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
von Sarawak; Hecate von Labuan; fraterna von Ceylon; caudata
von Canara). Von der 2. Gattung, die Arten der Gattungen Drusilla,
Euploea, Delias und Planema nachahmt, werden 18 Arten aufgezählt.
Eurytela narinda (Madagasc.) n. A., Ward, Ent. Monthl. Mag.
IX. p. 148.
Libytheides. Mesosemia Veneris (Mm&,s Geraes), Butler, Lep.
Exot. M. frequens; Eurygona regipennis, aurantia, (Costa Rica), But-
ler u. Druce, Cist. Ent. V. p. 108 f.
Eurygona Eurysthenes (Ecuad.), eucerus (Brasil.), Eucrates,
Eurymachus (Ecuad.); Hewitson, Ex. Butt.
E. argentea (Chontales), derselbe Trans. Ent. Soc. 1871- p. 166.
Lepricornis atricolor (Brasil.), Butler, Ann. Nat. Hist. (4).
VIII. p. 284.
Methonella clirysomela (Costa Rica), derselbe Cist. IV. p. 78.
Necyria ingaretha (Nicaragua), vetidonia (Ecuad.) ; Chaemaelim-
nus cercides, Hewitson, Exot. Butt.
Emesis neemias, zelotes (Brasil.), derselbe ebenda; E. Olivae,
furor, (Costa Rica), Butler u. Druce, a. a. 0. p. 103; E. clearista
(Honduras), Butler, Ann. Nat. Hist, (4). VIII. p. 283.
Charis cdlagatis, caciparis (Neu Gr an.), Hewitson, Exot. Butt.
C. nemis (Arizona); Lemonias Pcdmeri (Utah), Edwards, Trans. Am.
Ent. Soc. III. p. 212, 195. L. byzeres, zerna (Bras.), Hewitson,
Exot. Butt.
L. adelina; Pandemos nymphidioides (Costa Rica), Butler, Cist.
Ent. IV. p. 79,
Nymphidium nealces (Cayenne), Hewitson, Exot. Butt. 79.
Lycaenides. Scudder stellt im Rep. Peab. Acad. IV.
p. 51 f. folgende neue Gattungen auf: Callipareus (auf Strymon
melinus Hübn.) ; Mitoura (auf Thecla smilacis): Insisalia (auf
Licus niphon, Hübn.); Er.o sa (auf Thecla laeta Edw.), Glaucopsyche
(auf Lycaena lygdanus Doubl, gegründet) auf.
Mimacrea (n. g.) Darwinia (W.-Afr.) n. A., Butler, Lep.
Exot. p. 104.
Arrugia n. g. gegr. auf Pap. protumuus L., Wallengren,
Oefvers. Vet. Ak. Förh. 1872. No. 3 p. 46.
Synonymische und kritische Bemerkungen über Thecla Cälanus
(Hübn.) Westw. finden sich Proceed. Bost. Soc. XIII. p. 272 ff.
Thecla betuloides, saphir (Tibet), Blanchard, Compt. Rend.
LXXII. p. 810 f. n. A. T. cygnus (Nevada) castalis, Autolycus, Al-
cestis (Texas), Ninns (Colorado); Chrysophanus Sirius (Colorado), Janthe
(Nevada) n. A., Edwards, Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 207, 216,
270 f.
Butler u. Druce beschreiben in Cist. Ent. V. p. 104 ff. fol-
gende n.A.: Lampides zachaeina: Strymon pastor, agricolor, coelicolor;
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 371
Mithras augustinus; Bithys azurinus, hesperitis; Tmolus crolinus, in-
visus, halciones, isobeon, Vespasianus, charichlorus, denarius, sämmt-
lich von Costa Rica.
Lucia Emperanus ; Lycaena aniibis (Nieder Guinea), n. A.,
Snellen van Vollenhoven, Tijdschr. v. Entora. 1872. p. 21, 25.
Lycaena fulla (Calif.), mintha (Nevada) p. 194; helius (Calif.)
208; arclea, viata (Nevada) 209; glauca (Nevada), gyas (Arizona) 210;
fea (Texas) 211; daunia, alce (Colorado) 272, n. A., Edwards, Trans.
Am. Soc. III.
L, Kersteni (Zanzibar), Gerstäcker a. a. 0. p. 359.
Hesperiidae. Scudder macht in dem Rep. Peab. Acad. IV.
p. 68 ff. eine Menge synonymischer Bemerkungen, stellt mehrere neue
Gattungen (auf bekannte Species gegründet) auf, und beschreibt als
n. A. Pyrrhopyga Veneziielae, chalybea (Mexico); Dysenius cruentus
(Guatemala); Erycides texana, sangainea (Texas); Thymele vitreus
(Venezuela); sumichrasti, domingo, Montezuma; Epargyreus orizaba
(Guatemala); Thorybes Nevadae (Calif.); Pholisora azteca (Tehuante-
pec) ; Leucoscirtes nivea\ Hesperia tesselata; Callimormus Juventus
(Panama), Ancyloxypha brunnea (Guatemala); Potanthus califomicum ;
Amblyscirtes tolteca (Tehuantepec) ; Ocytes seminolae (Florida); Pam-
phila columbia (Calif.); Ochnodes sonora (Calif.); Hedone praeceps
(Tehuantepec), orona; Lerodea inca (Peru); Prenes hecebolus (Tehu-
antepec) ; Perichares marmorata (Venezuela) ; Lerema Patteni (Guate-
mala).
Pardaleodes, auf Pap. edipus Cr. gegr. n. G. Herrich-
Schäfer, Corr. Bl. Zool. Min. Ver. Regensb. XXV. p. 103.
Arteurotia (n. g.) tractipennis (Costa Rica) n. A., Butler
u. Druce a. a. 0. p. 112.
Pyrrhopyga crida (Chontales), eximia (Venezuela) ; zimra, amra
(Mexico) n. A., Hewitson Exot. Buttern. 80.
Telegonus Ompliale (Venezuela) n. A., Butler, Ann. Nat. Hist.
(4). VIII. p. 284.
Hesperia minima, Tamenund, eos, horus (Texas) ; ophis (Florida) ;
Bacotah (Colorado) : Pamphila Draco, IÄcinus , Attalus ; Thymelicus %-
lax; Cyclopides skada; Syrichthus petraeus (Nevada); oceanus (Ari-
zona) n. A., Edwards, Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 196; 214; 274.
Plesioneura liliana (Yunan) n. A , Atkinson, Proc. Zool. Soc.
1871. p. 216.
Ismene Anchises (Zanzibar) n. A.. Gerstäcker a.a.O. p. 359.
Erycides viola IV. p. 86; E. socius V. p. 112; Carystus gcm-
matus IV. p. 86 ; deceptus, epicincea V. p. 1 12, 113, B u 1 1 e r u. Druce,
Cist. Ent.
Goniurus zilpa (Guatemala): Telegonus imalena; Eudamus vecti-
lucis (Costa Rica), Butler, Lep. Exot.
372 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Goniloba cretacea; Pamphilia incerta ; Cyclopides objecto (Nieder-
Guinea) Snellen v. Volle nhoven, Tijdschr. v. Ent. (2). VII.
p. 27 ff.
Aethilla lavochreo; Spathilepia terranea (Costa Rica), Butler,
Lepid. Exot.
Achlyodes sempiternus, viridiceps; Helias luctifera; Thanaos in-
visus; Pamphila uniformis, inimica; Yhlebod.es justino'ides (Costa Rica)
Butler u. Druce, Cist. V. p. 113 ff.
Nisoniades ausonius, Lintner, Ann. Rep. New York State
Cab. Nat. Hist. XXIII, p. 166.
Hesperia mongo (Madag.) Guenee, Vinsons „Voyage" etc.
Anh. F. p. 40.
H. Illinois (111.), Dodge, Canad. Ent. IV. p. 217.
Syrichthus communis, Grote ebenda p. 69 n. A.
Sphingidae. Langia (n. g.) zeuzeröides u. Khasiana n. A., Moore
Proc. Zool. Soc. 1872. p. 567 f.
Macroglossa hirundo (Zanzibar) n. A., Gerstäcker, a. a. 0.
p. 360.
Aellopus Bioini (Cuba) n. A., Grote, Trans. Am. Ent. Soc. III.
p. 184.
Chaerocampa Schencki (Natal) n. A., Möschler, Stett. Ent. Z.
XXXIII. p. 339.
Pergea olivacea (Simla), costanea (Bombay), Smerinthus deco-
ratus (Sikkim) n. A., Moore a. a. 0. p. 567.
Deilephila semifascia; Sphinx diffisso (Buenos Ayres) n. A.,
Butler, Proc. Zool. Soc. 1871. p. 81 f.
Ellema pineum (Canada) n. A., Lintner, Ann. Rep. New York
State Cab. Nat. Hist. XXXIII. p. 169.
Stygüdae. Sty gia Ledereri (Cilic.) n. A., Staudinger, Cat.
Lepid. Eur. p. 61.
Sesüdae. Riley beschreibt und bildet die Verwandlungszu-
stände von Aegeria polistiformis ab. III Rep. Ins. Miss. p. 75 ff.
W. Sa under s ebenso von A. exitiosa, Canad. Entom. III.
p. 22 f.; das vollständige Insekt ebenda IV. p. 133.
G. H. Rayor berichtet, dass die Larve von Sesia apiformis
sich mit Kork auffüttern lasse, ebenda IV. p. 79.
Sesia guriensis (Transcaucas.) n. A., Emich, Hör. Ent. Ross.
IX. p. 41. Taf. 26 u. Rev. et Mag. Zool. XXIII. p 63 ; S. pimpli-
formis (Kleinasien) n. A., Oberthur, Rev. Zool. XXIII. p. 486 Taf .
21 fig. 3.
Uranüdae. Ueber die Wanderungen von Urania leilus finden
sich Mittheilungen in Nature, IV. p. 12 f. u. 494.
Thaliura Croesus (Zanzibar) n. A., Gerstäcker a. a. 0.
p. 361.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 373
CäStniidae. Die Lebensweise und Verwandlung von Alypia
octomaculata beschreibt Riley im IL Rep. Ins. Miss. p. 80 ff.
Stretch zählt in Illustrations of the Zygaenidae and Bom-
bycidae of North America I. Pts. 1—7. Jan.— Dec. 1872. San Fran-
cisco auf p. 5 ff. die 15 in Nordamerika vorkommenden Arten von
Alypia auf, von denen 3 neu sind: A. Braunani, similis, lunata aus
California.
Eudryas brcvipennis (Calif.) n. A.. derselbe ebenda p. 151.
Zygaenidae. Mi liiere beschreibt und bildet ab mit den
verschiedenen Entwickelungszuständen Z. stoechadis, erythrus, fausta,
Minos, Ann. Soc. Linn. Lyon. XVIII. p. 60 ff.
Ctenuchidia n. g., gegr. auf Ctenucha virgo Herrich-Schäfter,
Grote, Proc. Ent. Soc. Phil. V. p. 227.
Desmidocnemis (n. g.) Prittwitzi (Cayenne) n. A., Möschler,
Stett. Ent. Zeit. XVXIII. p. 346 ff.
Chrysostola albifrons, splendens ; Aclytia obscura (Cayenne) ;
A. flaviventris (Bras.) ; Phalauna amoena (Silhet) ; Charidea rufigülaris
(Brasil.); n. A., ders. ebda. p. 344 ff.
Euchromia scintillans (Costa Rica), Butler, Cist. Ent. IV. p. 87.
Gymnelia Jansonis (Costa Rica) Butler u. Druce, ebenda V.
p. 116.
Syntomidae. Syntomis Andersoni, Sladeni, Grotii, Atkinsoni,
Fitchii (Yunan) n. A., Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1871. p. 244 ff.
Nycteolidae. Zell er meldet in der Stett. Ent. Zeit, XXXII.
p. 53 f. das Vorkommen von Earias vernana bei Stettin, die wohl
meist mit E. chlorana verwechselt sei, und beschreibt deren Ver-
wandlung.
Earias fuscociliana u. macidana (Nieder-Guinea) n. A., Sn eilen
van Vollenhoven, Tijdschr. v, Ent. 1872. p. 36.
LithOSÜdae. Calpenia (n. g.) Saundersi (Ind.) n. A., Moore,
Proc. Zool. Soc. 1871 p. 57 f.
Asymbata (n. g.) roseiventris (Zanzibar) n. A.. Gerstäcker,
a. a. 0. p. 360.
Stretch in seinen „Illustrations'" etc. beschreibt folgende
n. A.: Ctenucha brunnea (Californ.) p. 3D; Harrisina texana p. 181.
Lysomorpha miniata (Calif.); Palmeri (Arizona) n. A., Packard,
Rep. Peab. Ac. IV. p. 84.
Euagra qaadrimaculata (Cayenne) n. A., Möschler, Stett.
Ent. Z. 1872. p. 34 ff.
Dioptis Ithomcina, noctilucens . (Costa Rica); Butler, Cist. Ent.
IV. p. 87. Esthema confluens (Villa Nova) n. A., derselbe Trans.
Ent. Soc. 1872. p. 49.
Esthema Herrona (Bogota), euploeodes (Coluinb.), uraniides
(Cayenne); Hyalurga Uria (Ucayale), derselbe Ann. Nat. Hist. (4).
VIII. p. 285 f.
374 B ortkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Pericopis Hydra (Ecuad.), Ithrana (Amaz.), Kenara (Sta. Marta),
fulgurata (Para), hazara (Ecuad.), formosissima (Columb.), lunifera
(Bahia), thyridina (Ecuad.), vestalis (Brasil.), Holofernes (Minas Geraes),
derselbe ebenda 286 f.; P. rosina (Ega); Proc. Zool. Soc. Lond.
1871. p. 82; P. noctuites (Minas Geraes); rubripicta (Bogota), fenestrata
(Vera Paz); Trans. Ent. Soc. 1872 p. 50; P. irenides, leonina (Costa
Rica); derselbe Cist. IV. p. 88 f.
Phaloesia Olympia (Brasil.), Ann. Hist. (4). VIII. 290; Eucyane
Hystaspes (Venezuela) Proc. Zool. Soc. Lond. 1871. p. 82, Butler, n. A.
Nycthemera hymenaea (Zanzibar) n. A.. Gerstäcker, a. a. 0.
p. 360.
Milionia zonea (Bengal.), lathritta (Sikkim); Chelura glaeialis
(Darjeeling); Neochera tortuosa (Ind.), n. A., Moore, a. a. 0. p. 569 f.
Chrysauge lutescens, IV. p.88 ; Nelo chrysomela\ Eniplocia^nmw-
Mna, V. p. 117 f. n. A. von CostaRica; Butler u. Druce, Cist. Ent.
Bizone Hora (Madag.), n. A., Guenee, Vinson's „Voyage" etc.
Anh. F. p. 42. B. gazella (Masuri) n. A., Moore, a. a. 0. p. 572.
Heterusia fasciata, signata, trimacula, flavimamlata, octo-
punctata; Gnophria quadrimaculata ; Oenistis strigata; Lithosia
cohn (alle von Silhet); L. Natalica (Natal) n. A., Mö seh ler, Stett.
Ent. Zeit. XXXIII. p. 340 ff., L. cephalina (Texas), n. A., Grote,
Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 176.
L. distorta (Sikkim), nigrifrons (Ind.) n. A., Moore, a. a. 0.
p. 572.
Cisthene grisea-, Cleinensia umbrata (Calif.), A. S. Packard,
Rep. Peab. Acad. IV. p. 84 f.
Nola nigrifasciata (Massach.), minuscula, melanopa strictalis
(Texas) n. A., Zeller, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 454 ff.
Arctiidae. Von Callimorpha Hera u. dominula werden in den
Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. XV. p. V. Varietäten mit gelber
Grundfarbe der Unterflügel erwähnt.
Stretch stellt in seinen „Illustrations" etc. folgende n. G. u.
A. auf: Leptarctica (n. g.) dimidiata (Calif.), Codiosoma (n. g.)
fulva, nigra (!); Arctia Behri, Bolandri, Edwardsi; Halesidota so-
brina; Spilosoma latipenne (meist von Californ.).
Vanessodes (n. g.) clarus (Texas) n. A., Grote, Trans Am.
Ent. Soc. III. p. 176.
Pygarctia (n. g.) abdominalis (Alabama) n. A., derselbe.
Canad. Ent. III. p. 124.
Arctia vittata (Melbourne), Mö schier, Stett. Ent. Zeit. XXXIII.
p. 351.
A. Williamsi (Colorado) n. A., Dodge, Canad. Ent. III.
p. 167.
Nelphe coccineipes (Cuba) n. A., Grote, Trans. Am. Ent. Soc.
III. p. 187.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 375
Leucarctia permaculata (Calif.), A. S. Packard, Rep. Peab.
Akad. IV. p. 86.
Estigmene strigasa; Cycnia Natalica (Natal); Möschler, a.
a. 0. p. 355.
Moore beschreibt in den Proc. Zool. Soc. Lond. 1872. p. 571 ff.
folgende neue Arten: Agrisius fuliginosiis (Ind.); Aloa nigricans,
Sipahi (Bombay); Creatonotus rubrieosta (Mau.puri) ; Spilosoma denti-
linea (Sikkim) ; brunneum (Bombay) : Todara (Coonoor) ; Hyperocampa
regalis (N.-Ind.).
Spilosoma mdanostigma (Turan) n. A., Erschoff, Hör. Ent.
Rcss. VIII. p. 316.
Liparidae. W. Sauders beschreibt u. bildet ab die Eier u.
Raupe von Orgyia leucostigma. Canad. Ent. III. p. 14 f.
Neue Arten sind. Jana rhodoptcra (Zanzibar), Gerstäcker,
a. a. 0. p. 366.
J. rosacea (Capk.). Butler, Lepid. Exot.
Euproctis actliiopica; Laelia subrufa, ochracea; Orgyia mixta
(Niederguinea); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent. 1872. p. 37 f.
Procodeca testacea (Bengalen); Naxa puncticilia (Nilghiris);
Deroca maculata (Masari); Moore, Proc. Zool. Soc. 1872. p. 574 f.
Leucoma margaritacea (!) (Surinam); Möschler, a. a. 0. p. 357.
L. flavisidphurea (!) (Samarkand), Erschoff, Hör. Ent. Ross.
VIII. p. 316.
Psychidae. v. Siebold (Beiträge zur Parthenogenesis der
Arthropoden p. 136) stellt Cochlophora n. g. für Psyche Helix
auf, mit folgender Diagnose: mas alis dilatatis apice rotundatus, an-
tennis in medio .dupüciter crenulatis, abdomine arcuato; femina ver-
miformis, pedibus sex brevissimis, inarticulatis membranaceis, acutis
inermibus, abdomine subspirali. Erucae maris et feminae involucro
heliciformi.
Eine n. A. dieser Gattung, C. valvata von Zanzibar, meldet
Gerstäcker mit einigem Zweifel an; dieses Archiv XXXVIII. 1, p. 361.
Psyche crenulella Bruand = Cochlophora Helix v. Sieb., v. Sie-
bold a. a. 0. p. 137.
Ps. Viadrina n. A., Staudinger, Catal. Lep. Europ. p. 62, vgl.
Wocke in Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 426.
Milliere in den Ann. Soc. Linn. Lyon. XVIII. p. 7 ff. be-
schreibt und bildet ab mit den Larvenzuständen Typhonia pbrygani-
lugubrella; Psyche cinerella, P. Millierella, P. albida, P. febretta
(z. Th.). Als n. A. ist beschrieben P. Abbencerragella (Granada) p. 11.
Derselbe beschreibt P. Vesubiella (Seealpen), n. A., Pet.
Nouv. Ent. 1872. p. 255 f.
P. Zell er beschreibt den Sack einer vermeintlich neuen Psy-
chidenart von Pernambuco, die er Ps. (Oiketicus) gigantea nennt,
376 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
aber p. 80 als Oiketicus Kirbyi Guilding erkennt. Stett. Ent.
Zeit. XXXII. p. 49.
Notodontidae. Butler stellt in den Ann. Nat. Hist. (4). X.
p. 125 Tarsolepis (n. g.) remicauda (n. sp. von Java) auf und
hält diese neue Gattung, die Ritsema mit Crinodes Sommeri Hübn.
identificiren wollte, aufrecht (ebenda p. 274), während Ritsema bei
seiner Ansicht verbleibt (p, 446).
Woerdenia (n. g.) Weyenberghi und Phalera Woerdeni
(Nieder-Guinea) n. A., Sn eilen, Tijdschr. v. Ent. 1872. p. 40 ff.
Auf Gastropacha pinivora Tr. hat Wallengren in seinen
»Skandinaviens Heterocerfjärilar« II. 2. p. 158 Traumaiocampa
n. g. gegründet.
Möschler beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 359f.
folgende n. A.: L omatost icha (n. g.) nigristriata (Melbourne);
Asbolia micans (Surinam); Rhinogyne Australasiae (Melbourne).
Notodonta Californica n. A., Stretch »Illustr.« etc. p. 116.
Harpyia aeruginosa (Sarepta) n. A., Christoph, Hör. Ent.
Ross. IX. p. 4.
Datana perspicua (Illinois) n. A., Grote u. Robinson, Proc.
Ent, Soc. Phil. IV. 489.
Drepanulidae. F. J. M. Heylaerts setzt in der Tijdschr.
v. Entom. 1872. p. 123 die Unterschiede zwischen den Raupen von
Platypteryx falcataria und curvatala auseinander.
Moore beschreibt in denProc.Zool.Soc.Lonu. 1872. p.579 n.A.:
Alompra (n. g.) ferruginea (Darjeeling); Apona plumosa (Nilghiris).
Drepana siculifer (Californien) n. A., A. S. Packard, Rep.
Peab. Acad. IV. p. 87 und Stretch, Illustrations of the Zygaenidae
and Bombycidae of North-America. I. Pts. 1 — 7. p. 110-
Satumüdae. Giraud berichtet, class die Larven von D er-
mestes lardarius die Eier und lebenden Schmetterlinge von Bombyx
mori; Attacus pyri und Cynthia angreifen. Bull. Soc. Ent. Franc.
(5). II. p. 205.
F. Haberlandt. Der Seidenspinner des Maulbeer-
baumes, seine Aufzucht und seine Krankheiten. Wien.
C. V. Gerold's Sohn. 1871. Ist dem Referenten nicht zugekom-
men, aber im Zool. Garten 1871. p. 286 warm empfohlen.
H. Landois. Ueber die Züchtung der Saturnia Yama-mai.
Corresp.-bl. d. Naturh. Vereins der pr. Rheinl. u. Westph. 1871. p. 59.
Mit Erfolg angestellte Zuchtversuche der Saturnia Yama-mayu
aus Japan und S. Mylitta aus Indien. Mitth. Naturf. Gesellseh.
Bern. 1871. Sitzber. III.
Duncker trägt Liebig's Ansicht vor, wonach die Krankheit
der Seidenraupen aus dem nicht hinreichend nahrhaften Futter
entstehe.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 377
Die Artrechte von Saturnia cynthia Daubenton und S. cynthia
Drury werden erörtert in der Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 404, und
Bemerkungen über die aus der Kreuzung derselben hervorgegangenen
Hybriden gemacht.
De Borre giebt in den Ann. Soc. Ent. Belg. XIV. p. 27 ff.
ein Verzeichniss der im Mus. Ray. d'Hist- Nat. de Belgique sich
vorfindenden Saturniiden.
W. F. Kirby desgl. in dem Journ. Royal Dubl. Soc. VI.
p. 201 ff. von den im Mus. of the R. Dublin Society aufbewahrten
Arten.
In der 2ten Lieferung der „Beiträge zur Schmetterlingskunde"
von Massen und Weymer (Elberfeld 1872) finden sich auf 10
Taf. die unkolorirten Abbildungen ausländischer Saturniiden. Neue
Arten sind: Attacus Caesar (Mindanao); Antheraea simplicia (O.-Ind.) ;
Saturnia dyops (Natal) ; Eudaemonia Derceto (Neu-Freib.) ; Actias
Diena (Java); Astarte (0. -Indien).
Euleucophaeus (n. g.) tricolor (Neu -Mexico); Hemileuca
Juno (Arizona) n. A., Packard, Rep. Peab. Acad. IV. p. 87 f.
Ehodia (n. g.) Neivara (Nepal) ; Neoris Shadulla; Caligula
Cachara (Cachar), n. A., Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1871.
p. 577 ff.
Antherea Gueinzii (Natal), n. A., Staudinger, Stett. Ent.
Zeit. 1872. p. 120.
Platysamia Californica n. A., Grote, Proc. Etit. Soc. Phil. V.
p. 229.
P. Gloveri (Arizona) n. A., Strecker, Lepidoptera, p. 5.
Actias cometes (Madag.) n. A., Guenee, Vinson's »Vogage«
etc. Anh. F. p. 48.
A. Bossi (Toronto) n. A., Ross, Cat. Lepid. Canada p. 5.
Hyperchiria euryopa (Rio); Maasseni (Cayenne) n. A., Mö sch-
ier, Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 361.
Dirphia lancea, venata (Buenos-Ayres) n. A., Butler, Proc.
Zool. Soc. London, 1871. p. 83.
Hemileuca Nevadensis (Nevada), p. 108; Euleucophaeus trico-
lor (Neu-Mexico) p. 143, Stretch »Illustrations etc.«
Bombycidae. Boisduval bespricht in den Ann. Soc. Ent.
Belg. XV. p, 79 ff. , pl. III die amerikanische Spinnertribus der
Adelocephaliden, deren Raupen auf Bäumen leben und sich wie
die Ceratocampiden oder unsere Notodontiden in der Erde ver-
puppen. Die aufgeführten 26 Arten gehören 4 Gattungen an, von
denen Adelocephala die meisten (17) Arten zählt. Die meisten Arten
sind mit Angabe des Vaterlandes, der Lebensweise und, wo es mög-
lich war, mit Beschreibung der Raupe versehen. Als neu sind auf-
378 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
geführt: C er od er es (n. g.) auf Phalaena Molina Cr. gegründet:
Othorene n. g., auf Adelocephala Cadmus; Astylis n. g., auf
Phalaena bellatrix Cr.. Crino Beschkii und Sommeri Hübn. gegrün-
det; Othorene Jason, Mexicana (Mexico); fallax, Wardi (Brasil.);
Adelocephala leucostigma (Guatemala); tristigma, leucantha, crocata,
erubescens (Brasil.); argyracantha (Neu-Freiburg) ; Isias, dissimilis.
ruspa (Mexico).
Napta (n. g.) Serratilinea; Lasiocampa Tamatavae n. A. von
Madagascar; Guenee in Vinson's »Vogage« etc. Anh. F. p. 43 f.
Gloveria (n. g.) Arizonensis (Arizona); Gastropacha Cali-
fornica (Calif.) n. A., Packard, Rep. Peab. Acad. IV. p. 89 ff.
Norasuma (n. g.) Javanica (Java); Theophila Mandarina
(Shanghai); Dudusa sphingiformis (Sikkim) n. A., Moore, Proc.
Zool. Soc. 1872. p. 575 ff.
Gastropacha haematidea (Nieder -Guinea) n. A. , Sn eilen
v. Vollenhoven, Tijdschr. v. Ent, 1872. p. 44. G. roseata (=Mildi)
Stretch, a. a. 0. p. 113.
Borocera Cajani (= Madagascariensis ? Boisd. sec. Guenee
a. a. 0. p. 45 f.) n. A. von Madag., Vinson in »Vogage« etc. p. 562 ff.,
woselbst auch weitere Mittheilungen über die Benutzung derselben
von Seiten der Eingeborenen sich finden.
flepialidae. Stretch a. a. 0. p. 105 beschreibt und bildet
ab Sthenopis Behrensi und montana, 2 n. A. aus Californien.
Noctuidae. Die 244 (260) Eulen des nördlichen Harzes
werden in der Berl. Ent. Zeitschr. XVI. p. 192 und 233 ff. von
W. Heuäcker aufgezählt.
A. Rössler beschreibt die Raupe von Hadena hepatica S. V.
Stett. Entom. Zeit. XXXIII. p. 310.
Nonagria Cannae und Grammesia trigrammica bei Riga vor-
kommend. Corresp.-bl. Naturf. Vereins. Riga XIX. p. 107.
A. Rössler. Zur Naturgeschichte von Agrotis Tritici L. =
fumosa H. und obelisca S. V. Jahrb. des Nassauischen Vereins.
Jahrg. 25 und 26. p. 427 ff. Die Zucht einer grossen Anzahl
Eulenraupen, die im Jahr 1871 die Weinberge von Ockenheim ver-
wüsteten, ergab das Resultat, dass ausser Aquilina S. V. und Eruta
H. auch Obelisca S. V. und nigricaus L. (= fumosa H.) Varietäten
von A. Tritici sind.
Notizen über Dianthoecia Magnolii Bd. und deren Raupe
giebt Wu lischlege 1 in der Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 406.
Aporaphyla nigra Haw., eine Novität für die niederländische
Fauna. Tijdschr. v. Entom. 1871. p. 181.
Grote beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 1 ff.
eine grosse Anzahl neuer Arten nämlich: JbJutoremma (n. g.,
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 379
dem Toxocampa verwandt), tennis (Alabama) p. 21; Metigramma
(n. g. , Euclidia nahe stehend), pidverilinea, p. 22; Pleonec-
typerta (n. g. mit Catocala verwandt), geometralis, phälaenalis
p. 23 f.; Maras malus (n. g. bei Eurhipia) Ventilator p. 89:
Phyprosopus (n. g. in der Nähe von Calpe), callitrichoides p. 90;
Catocala retecta, flebilis p. 4; coccinata p. 6; liabilis p. 11; abbre-
viatella, Frederici p. 14; Linneella p. 18; Bobinsoni p. 20; Hadena
badistriga; Eumelia apicella p. 21.
Derselbe stellt im Canad. Entom. IV. p. 187 Girrhop ha-
nus , eine mit Gortyna verwandte n. G. auf; die Art ist C. trian-
gidifer n. sp. von Missouri.
Snellen van Vollen hoven in »De Vlinders van Neder-
land« etc. stellt p. 262 Craniophora n. g. auf Acronycta ligustri,
p. 289 Spudaea n. g. auf Noctua ruticilla Esp. gegründet, auf.
Derselbe beschreibt Tijdsch. v. Ent. 1872 p. 48 ff. folgende
n. A. von Nieder-Guinea: Notocyma (n. g.) pruinosa; Leucania
Brantsi; Sesamia tosta, tyrophila, gibbosa; Acontia trista; Erastria
hamula, griseöla, stigmatula; Xanthoptera Africana, semilutea;
Micra Nuga, orthogramma; Trigonia Woerdenialis ; Acropteris hypo-
crita, mendax.
Behr stellt in den Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 23 ff. die
Noctuiden Californiens zusammen und beschreibt folgende n. A.;
Agassizia (n. g.) urbicola] Capnodes Californica; Catocala Zoe,
Stretchi, Irene; Bolina hadeniformis ; Syneda ochracea, nubicola,
maculosa, Mexicana, Tejonica, Stretchi, socia, adumbrata, divergens,
Edivardsi; Homoptera Salicis, Bosae.
Wallengren (Skand. Heterocerfj. II. 2. p. 229) gründet
0 ehr o pädia n. g. auf Cymatophora duplaris L.
Weitere n. A. sind:
Leucania rubripennis (Texas), Grote und Robinson, Trans.
Am. Ent. Soc. III. p. 179.
Acronycta disseeta, Verrili (Massach.), luteicoma, funeralis,
dies, ebenda p. 178 f.; A. populi; Pradenia autumnalis; Xylina
cinerea (Missouri); Riley II. Rep. Ins. Miss. p. 109 — 136.
Agrotis Golickii (Turkestan), Erschoff, Hör. Ent. Ross. VIII.
p. 316.
A. quadridentata, cicatricosa (Colorado), Grote u. Rob.,
Proc. Ent. Soc. Phil. IV. p. 491. A. depressa (Canada), Grote,
Cand. Ent. III. p. 192 f.
Graphiphora Barthelemica ; Micra Stäli (St. Barthelemy),
Wallengren, Oefv. K. Veten. Ak. Förh. 1871. p. 915 f.
380 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Talpochares Mandula (Texas); Agrophila tortricina (Texas),
Zeller. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 461.
Plasia orbifer (Madag.); Guenee »Voyage* etc. Anh. F. p. 47.
P. Brassicae; Amphipyra conspersa (Missouri), Biley, II. Rep.
Ins. Miss. p. 75 u. 110-112.
Plusia cheiranthi-eugenia bei Breslau vorkommend. Sitzber.
Zool. Bot. Ges. Wien XXI. p. 64.
Hypogramma ambigua (Zanzibar), Gerstäcker a. a. 0. p. 361.
Syneda Hudsonica (Hudson-Bay), Grote u. Robinson, Proc.
Ent. Soc. Philad. IV. p. 454.
Zanclognatha Zelleralis Wk. im Harz vorkommend; Heuäcker,
Berl. Ent. Zeitschr. XVI. p. 238.
Erebus Marquesi (Chili), Philip pi, Stett. Ent. Zei t. XXXII.
p. 290. (=odora L. sec. Weymer undDohrn ebenda XXXIII. p. 363).
Cylogramma Eaboudou (Madag.), Lucas, Ann. Soc. Nat. XV.
Nr. 22. p. 3.
Remigia impresso, (Costa Rica), Butler und Druce, Cist.
Entom. V. p. 117.
Geometridae. E. Hof mann theilt über die Lebensweise der
Raupe von Cidaria incultraria mit, dass sie als Blattminierer auf
Primula auricula lebt. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 43.
Bei Phigalia pilosaria Hübn. $, das flügellos sein soll, fand
F. J. M. Heylaerts kleine Flügelstummel, und an der Puppe Flü-
gelscheiden. Er schlägt vor, nur diejenigen Formen flügellos zu
nennen, deren Puppen keine Spur von Flügelscheklen sehen lassen,
wie z. B. die Psycliiden $. Tijdschr. v. Entom. 1871. p. 182.
Derselbe hebt ebenda 1872. p. 123 die Unterschiede zwischen
den Raupen von Selenia lunaria S. V. und S. tetralunaria Hufn.,
die von Sepp verwechselt worden waren, hervor.
A.B. van Meedenbach beschreibt die auf Rhamnus frangula
lebende Raupe von Lobophora viretata Hübn., und hebt deren
Unterschiede von der auf Actaea spicata lebenden L. appensata
hervor. Tijdschr. v. Entom. 1871. p. 179 f.
C. Diet'ze giebt Beiträge zur Kenntniss der Arten von Eupi-
thecia Curt. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 139, 207, 209 ff. u. XXXIII.
p. 184 ff., 329 ff., 278.
Rössler spricht sich (ebenda XXXIII. p. 309) für die Arten-
trennung von Acidalia inornata Hw. und A. deversaria Hb. aus.
A. Fuchs bestimmt und bespricht Gnophos pullata var. nu-
bilata; ebenda p. 429.
Packard beschreibt in dem Rep. Mass. Board Agric. 1870
folgende n. A.: Parennomos (n. g.,der G. Ennoraos nahe stehend) pi-
niata; Priocycla bilinearia; Paraphia piniata; Zerene piniaria; Dre-
panodes juniperaria.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 38 t
Neue Arten sind ferner:
Choerodes nubilata (Californien) ; Heterolocha Edwardsata
(Californ.); Ellopia Californiaria; Tetracis triangulifera ; Metanema
cervinaria; Boarmia Californiaria; Tephrosia Californiaria, ferru-
ginosaria; Acidalia quinque-linearia, granitaria, Californiaria, Pa-
cificaria (!), rubrimarginaria; Macana Californiaria; Halia cineraria;
Tephrina marmorata; Panagra flavifasciata ; Selidosema Californiaria;
Eupithecia rotundipuncta, Nevadata ; Hypsipetes Californiata, quin-
q_uefasciata, nubilifasciata ; Coremia Californiata; Scotosia Califor-
niata; Cidaria nubüata, subochreata, leoninata, quattuorpunctata,
midtüineata, rubrisuffusata ; Chesias occidentaliata ; Baptria Cali-
forniata. A. S. Paccard, Proc. of the Bost. Soe. XIII. p. 381 ff,
aus Paccard's Catalogue of the Phalaenidae of California.
Epione mollicularia (Texas), Zell er, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. XXII. p. 481.
Odontoptera clialybeata (N.-Indien), Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1872. p. 580.
Biston Lefuarias (O.-Sibir.), Er seh off, Hör. Ent. Ross. VIII.
p. 317.
Boarmia psilogrammaria (Texas), fraudulentaria, Zell er,
a. a. 0. p. 490, 492. B. buxicolaria (Frankr.); Mabille, Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). II. p. 490. B. derogaria (Nieder-Guinea), Snellen v.
Vollenhoven, Tijdschr. v. Ent. 1872. p. 75.
Geometra lineata (Sikkim), albiviridis (N.-Ind.), Moore a. a. 0.
p. 580.
Euchrostis phyllinaria (Texas), oporaria (Nördl. Verein. -St.),
Zeller, a. a. 0. p. 479, 481.
Nematocampa expunetaria (Alabama), Grote, Canad. Entom.
IV, p. 101.
Acidalia persimilis, purpurissata (Alabama), derselbe III.
p. 103.
A. ferruminaria (Texas). Zeller, a. a. 0. p. 478.
A. pidveraria, reconditaria (Nieder-Guinea), Snellen von
Vollenhoven a. a. 0. p. 75.
A. Erschoffi (Nord-Persien), Christoph, Hör. Ent. Ross.
IX. p. 5.
Syngria hamtdaria (Nieder-Guinea), Snellen a. a. 0. p. 79.
Macaria consimilata,galbilineata, suecosata (Massachus.), Zeller
a. a. 0. p. 483 ff.; M. grimmia, getula (Caffrarien), Wallengre«,
Öfv. K. Vetensk. Acad. Förh. 1872. Nr. 3. p. 57.
M. Angolaria (Nieder-Guinea), Snellen a. a. 0. p. 81.
Tephrina nemorivaga (Caffrar.), Wallengren a. a. 0. p. 59.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg Bd. 2. Z
382 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Panagra platyrhyncata , octomaculata (Caffrar.), derselbe
ebenda p. 59 f.
P. smilodontaria (Nieder-Guinea), Sn eilen a. a. 0. p. 83.
Scodiona scapularia (Nieder-Guinea), derselbe ebend. p. 84.
Fidonia fimetaria (Texas), Grote u. Robinson, Transact.
Am. Ent. Soc. III. p. 182.
Fidonia Haiesaria (Texas), Zell er a. a. 0. p. 488.
Conchylia Pactolaria (O.-Caffr.), Wallengren a. a. 0. p. 55.
Zerene piniaria (Massachus.), Packard, Rep. Mass. Board.
Agr. 1870.
Eupithecia Suntolinata, Pyreneata (Pyrenäen), Mabille, Pet.
Nouv. Ent. III. p. 168.
Eupithecia Schmidi (Tirol); chlorofasciata (Georgien); digi-
taliaria (Odenwald), Dietze, Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 190 ff.
E. Provinciata ; Melanippe oxybiata (Provence, Cannes),
Milliere, Rev. et Mag. Zool. XXIII. p. 61.
Scordylia mortipax (Costa Rica), Butler und Druce, Cist.
Ent. V. p. 118.
Camptogramma quaggaria, silvicultrix (O.-Caffraria), Wallen-
gren a. a. 0. p. 56 f.
Cidaria bistriolata, parinotata (Texas), Zell er, a. a. 0.
p. 493, 495.
C. Guriata (Guria, Transcaucas.), Eraich, Rev. Zool. XXIII.
p. 64 u. Hör. Ent. Ross. IX. p. 43.
Lithostege Staudingeri (Turan), Erschoff, Hör. Ent. Ross.
VIII. p. 317.
Mesotype textüis (0. -Caffrar), Wallengren, a. a. 0. p. 60.
Microlepidoptera.
H. Frey giebt Notizen zu folgenden Kleinschmetterlingen,
deren Raupen und Futterpflanzen: Alucita desmodactyla Z., A. do-
decadactyla Hbn.; Pterophorus lithodactylus Fr.; Aciptilus paludum
Z.; Platyptilus cosmodactylus Hbn., P. acanthodactylus Hbn., P.
Bollii Frey; Agdistis Tamaricis Z; Nepticula sericopeza Z. ; N.
Freyella v. Heyd. ; N. rubivora Wocke; N. myrtillella Sta.; N. com-
parella L. ; Lithocolletis connexella Z.; L. quinqueguttella Sta.; L.
cerasicolella HS. var. Mahalebella Mühlig; L. alpina Frey; Lyonetia
prunifoliella Hbn. var. padifoliella Hbn. ; Elachista rhynchosporella
Sta.; E. elegans Frey; Stagmatophora albiapicella FR.; St. Heyde-
niellaFR.; Laverna vanella Reutti; Chauliodus chaerophyllellus Göze;
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 383
Ornix interruptella Zett.; 0. Pfaffenzelleri Frey; Gracilaria juglan-
della Mann; G. fidella Reutti; Zelleria Saxifragae Sta.; Argyrenthia
sorbiella Fr. ; A. conjugella Z.; Pancalia Latreillella Curt.; Hypa-
tiraa binotella Thunb. ; Ateruelia torquatella Z.; Gelechia farinosae
Frey (!); G. Tussilaginis (!) Frey; G. Petasitae Pffz.; G. instabilella
Dougl.; G. melaleucella Constant; G. quadrella Fabr.; G. infernalis
HS.; G. albifrontella v. Hein.; Depressaria Senecionis Stgr.; D. al-
pigena Frey; Plutella geniatella FR.; Nemoto'is prodigellus Z.;
Adela panicensis Frey; Talaeporia alpestrella v. Heinem. Stett.
Entora. Zeit. XXXII. p. 124 ff.
Die Beschreibung der (im vorigen Bericht p. 263 angegebenen)
neuen Arten in den Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. (5). III. p. 244 ff.
von demselben ist unverändert in der Stett. Ent. Zeit. XXXII.
p. 101 ff. abgedruckt.
Für die Fauna der Niederlande neue Microlepido-
pteren werden von H. W. de Graaf und P. C. T. Snellen nebst
Angaben über Raupen, Lebensweise etc. bekannt gemacht. Tijdschr.
v. Entomol. 1871. p. 232 ff.
Pyralidae. Zeller führt in der Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 463
—481 die von B. v. Nolcken gesammelten Columbischen Arten
der Gattungen Chilo, Crambus und Scoparia auf, von denen einige
neu sind.
A. S. Packard führt in seinem »Catalogue of the Pyralidae
of Calafornia etc. 15 Arten auf. von denen 12 neu sind.
Wallengren beschreibt in der Ofv. K. Vet. Akad. Förh.
1871. p. 961 ff., die Schwedischen Pyraliden und Chore utiden
mit ausführlichen Gruppen- und Gattungsdiagnosen und synonymi-
schen Bemerkungen.
Erschof f stellt im Bull. Soc. Imp. Nat. Mose. XLIII. p. 319
die Synonymie der Eversmann'schen Pyraliden fest.
Zeller giebt in den Verh. Zool.Bot. Ges. Wien XXII. p. 503 ff.
Notizen und kritische Bemerkungen über folgende Botys-Arten: B.
octomaculata L., cinerosa Gr., signatalis. Walk., marculenta Gr.; ci-
trina Gr., ventralis Gr., subjectalis Led., rubigalis Guen., adipalo'ides
Gr., flavidalis Gr., thesealis Led.
Herrich -Schäffer zählt im Corr.-Bl. Zool. Min. Ver. Re-
gensb. XV. p. 15 ff. Cubanisehe Pyraliden auf und beschreibt als
neu: A sopia tripartitalis ; Hellula simplicalis ; Deuterollyta majuscula ;
Botys graminalis, geminatalis, germanalis, episcopalis, glirialis, gla-
cialis, harpalis, semifulvalis, subviolalis, subaurantialis, subhyalinalis,
tiliaralis, hesperialis. idonealis, düutaMs, ülepidalis, impeditalis, im-
pulsalis, impuralis, infixalis, luälis; Phakullura marianalis; Coeno-
384 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
stola quadrifenestralis ; Lineodes gracilalis, multisignalis ; Desmia
sertorialis, impuralis, quadrinotalis, personalis, pervialis; Catoclysta
minimalis, plusialis.
C. Ritsema. Geschiedskundig Overzigt van het geslacht
Acentropus Curt. Tijdschr. v- Entom. 1871. p. 157 ff. Giebt einen
geschichtlichen Ueberblick über die verschiedenen Ansichten, die
die Entomologen hinsichtlich der Ordnung hatten, der die Gattung
Acentropus zugetheilt werden sollte. Seitdem Olivier seine Phry-
ganea nivea beschrieben, und diese auch von Latreille angenommen
worden war, sprachen sich die späteren Forscher meist für die Zu-
gehörigkeit dieses Insekts zu den Lepidopteren aus, und Speier er-
richtete für dasselbe die Familie der Acentriden zwischen den Bo-
tiden und Chiloniden. Schliesslich verzeichnet Ritsema die Länder
und Orte, an denen diese Gattung beobachtet worden nebst dem
Namen, unter dem die Art von dem Finder bekannt gegeben
worden ist.
Zeller stellt (Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII) folgende
neue Gattungen auf: Coptocnemia p. 475, dem Pechypogon nahe
stehend; Cavifrons p. 502; (die Art ist biundulalis aus Texas);
Chalcoela (aurifera, Texas) p. 528; Dicymolomia (decora Texas)
p. 530 und beschreibt n. A. in den Gattungen: Colobochila, Hypena.
Zanclognatha, Aglossa, Asopia, Eurycreon, Crocidophora, Homophysa,
Galleria, Melissoblaptes, Zophodia, Anerastia. Myelois, Nephopteryx,
Pempelia, Tetralopha, Calamotropha, Scirpophaga, Catharylla, meist
aus Texas.
Hypena Californica, Behr, Trans. Am. Ent. Soc. III. p. 23.
H. citata (Alabama), sordidula, profecta (Penns.), Grote ebenda IV.
p. 101 ff.
Renia p. 25 ff. 6 n. A.; p. 99 2 n. A.; derselbe ebenda.
Hermini a 6 n. A., derselbe ebenda p. 95 f.
Madopa interpuncta (Alabama), derselbe ebenda p. 93.
Tortricodes bifidalis, indivisalis, derselbe ebenda p. 105 f.
Platydia selenialis; Rivula terrosa (Nieder-Guinea), Sn eilen,
Tijdschr. v. Entomolog. 1872. p. 64, G6.
Palthis Walkeri (St. Barthelemy), Wallengren, Öfv. Vet.
Ak. 1871. p. 918.
Asopia cultralis (Nieder-Guinea), Sn eilen a. a. 0. p. 88.
Hercyna Staudingeri (Persien); Anthophilodes conchylialis
(Sarepta), Christoph, Hör. Ent. Ross. IX. p. 6 f.
Desmia subdivisalis (Alabama), Grote, Canad. Ent. III. p. 126.
Catoclysta Bobinsoni (Alabama), derselbe ebenda p. 181. C.
tripunctalis (Nieder-Guinea), Sn eilen a. a. O. p. 98. C. metallife-
ralis; Botys californicalis, subolivalis, unifascidlis, profundalis, mu-
stelinalis, semirubrälis, perrnbralis (Californ.), Packard, Ann. Lyc.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 385
Nat. Hist. N.-York. X. p. 260 ff. B. syringicola (N.-York), ders.
Rep. Mass. Board. Agric. 1870. B. plumbicostalis, anticostalis (Ala-
bama), Grote, Canad. Ent. III. p. 103. Botys auralis (Elsass),
Peyerimhoff, Pet. Nouv. Ent. 1872. p. 252. B. monidlis (Samar-
kand), Erschoff;, Hör. Ent. Ross. IX. p. 371. B. tridentalis, au-
ralis; Marasmia rectistrigosa; Paraponyx Hartoghialis (Nieder-Guin.)
Snellen, a. a. 0. p. 90 ff.
Scopula occidentalis (Calif.), Packard, Ann. Lyc. N.-York X.
p. 260.
Scoparia biscutella, tersella, tricolor, longipennis (Bogota),
Zeller, Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 474 ff.
S. Scotica, White, Ent. Monthl. Mag. VIU. p. 169.
Melissoplaptes oeconomellus (Bulg.), Mann, Verh. Zool. Bot.
Ges. XXII. p. 559.
Acrobasis rubrifasciella (Maine), Packard, Ann. Lyc. Nat.
Hist. N.-York. X. p. 267; A. Juglandis, Riley, Rep. Ins. Miss. IV.
p. 42 f.
Myelois diffiisella (Sarepta), Christoph, Hör. Ent. Ross.
IX. p. 8.
M. stibiella; Ematheudes straminella; Calamotropha robustella,
abjectella (Nieder-Guinea), Snellen a. a. O. p. 100 ff.
Nephopteryx latifasciatella, roseatella, Packard, a. a. 0.
p. 269 f.
Ephestia figidilella (Liverp.), Greyson, The Entomologist V.
p. 385.
E. polyxenella (Cannes), Mi liiere, Rev. Mag. Zool. XXIII. p.63.
Phycis Davisellus (J. Wight), New man, The Entomologist V.
p. 444.
Pempelia fenestrella, leoninella, ovalis, Packard a. a. 0.
p. 259, 269.
P. Hammondi (Miss.), Riley IV. Rep. Ins. Miss. p. 44 ff.
Chilo cervinellus (Nilghiris), bivitellus, interruptellus, incon-
spicuellas; Jartheza biplagella (Bombay)," Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1872. p. 580 ff.
Schoenobius dispersellus, unipunctellus , tripunctelhis (Texas),
Robinson Ann. Lyc. Nat. Hist. N.-York IX. p. 313 f.
Crambus minimellus (Penns.), derselbe ebenda p. 315.
Anerastia lotella H., eine den Roggen beschädigende Schabe.
Kühn, Zeitschr. landwirthsch. Centralv. Prov. Sachsen. 1870. Nr. 6.
Scoparia Zelleri im Harz vorkommend; Berl. Ent. Zeitschr.
XVI. p. 238.
Crambus Zcrmattensis, Frey, Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 101.
C. xiphiellus, falcarius, pidverulentellus (Bogota); Nölckeniettus,
386 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
immunellus (Ubaque), Zeller, Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 467 ff. C.
oxybiellus, Mi liiere, Rev. et Mag. Hist. Nat. XXIII. p. 62.
Eromene Californicalis, Packard, a. a. 0. p. 264.
Tortricidae. A. Gärtner beschreibt in den Verh. d. naturf.
Ver. in Brunn, VIII. p. 70 ff. die Eaupen und Puppen von Conchy-
lis zoegana, roseana, Kindermanniana, Smeathmanniana, Tischerana,
cruentana, atricapitana, pulvillana ; Grapholitha caecimaculana, reli-
quana, Servillana; Dicrorhampha alpinana.
Tortrix malivorana Leaborn ist beschrieben und in seiner
Lebensweise dargestellt im Amer. Naturalist. Salem. V. p. 209.
Tortrix ambiguella, ein dem Weinstock schädlicher Wickler,
besprochen in den Verh. Schweiz. Naturf. Gesellsch. 54. Jahresvers,
p. 52.
Wullschlegel beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. XXXII.
p. 403 die ersten Entwickelungszustände von Tortrix penziana Hb.
Untersuchungen über Sciaphila Wahlbomiana L. und ver-
wandte Arten veröffentlicht 0. Hof mann in der Stett. Ent. Zeit.
XXXIII. p. 433.
Grapholitha Tiedemanniana Z. kommt nach Zeller auch auf
Torfsümpfen bei Stettin vor. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 56.
Zeller beschreibt (ebenda p. 57) von G. roseticolana Z. die
Raupe und deren Lebensweise.
Derselbe zählt ebenda p. 60 noch einige neue Fundstätten
von Gr. conterminana HS. auf und hebt den Schaden hervor, den
ihre Raupen den Salatsamenpflanzen zufügen.
Neue Arten sind:
Tortrix v-signatana, oxycoccana, vaccinivorara; Packard,
Rep. Mass. Board Apric. 1870. T. cinderella (Miss.), Riley, IV.
Rep. Ins. Miss. p. 46 f.
Antithesia Staintoniana (Perthshire) ; Dicrorhampha herbosana
(Engl.), Barr et, Ent. Monthl. Mag. IX. p. 127 u. 27.
Atteria leopardina (Costa Rica), Butler, Cist. Ent. IV. p. 89.
Steganoptycha languentana (Ober-Engad.), Staudinger, Verh-
Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 733.
P. Zell er macht darauf aufmerksam, dass das <-f von Car-
pocapsa pomonella L. auf der Oberseite der Hinterflügel einen
schwarzen Haarpinsel trägt, den die bisherigen Beobachter über-
sehen hatten.
Teras cyaneana (Schweiz), Peyerimhoff, Ann. Soc. Ent. Fr.
(5). IL p. 7 u. Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 409.
. Phthoroblastis fraxinana (Elsass), derselbe Ann. Soc. Ent.
Fr. (5). IL p. 12.
Retinia amethystana (Elsass), derselbe, Pet. Nouv. Ent.
1872. p. 289.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 387
Conchylis Frauenfeldi (Ural), Mann, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. XXII. p. 80.
C. Robinsonana (Alabama), Grote, Canad. Ent. IV. p. 161.
C. exasperatana, halopliüana, coagulana; Aspis jaspidiana ; Aphelia
robustana; Grapholitha caementana, agnatana, Sarmatana, labyrin-
thicana (alle von Sarepta), Christoph, Hör. Ent. Ross. IX. p. 10 ff.
G. conformana (Brussa), Mann, a. a. 0. p. 36.
G. improbana (Nieder-Guinea), Snellen, a. a. 0. p. 109.
Dicrorhampha harpeana (Schweiz), Frey, Mitth. schw. ent.
Ges. III. p. 246 n. Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 103; Bhaeticana (Engad.),
derselbe ebenda p. 104.
Phoxopteryx paludana (England); Sericoris DovMedayana
(Engl.), Barret, Entom. Monthl. Mag. VIII. p. 136 u. 256.
Tinei'dae. In v. Siebold's »Beiträge zur Parthen. der Arthr.«
(s. oben p. 240) finden sieh auf S. 145 ff. bezügliche Angaben über
Solenobia Triqiietrella und Lichenella.
A. Gärtner macht in den Verh. d. naturf. Ver. in Brunn.
VIII. p. 84 ff. Mittheilungen über die Entwicklungszustände von
Argyresthia Goedartella; Hypsolopha barbella; Anacampsis subse-
quella; Gracilaria stigmatella, phasianipennella', Coleophora fusce-
dinella etc.
Als Fortsetzung der früheren Aufsätze: »Tineen der Ober-
lau sitz« lässt Mö schier die Familie der Plutelliden folgen, die
charakterisiert wird. Die 3 in Oberlausitz vertretenen Gattungen,
Eidophasia Steph., Plutella Schrk., Cerostoma Latr, mit ihren 1,3, 9
Arten werden diagnosticirt, und von den meisten Arten wird das
Flügelgeäder dargestellt.
Ein Bruchstück aus der Lebensgeschichte von Chrysoclista
aurifrontella Hb. theilt Taschenberg mit. Zeitschrift ges. Na-
turw. XXXVII. p. 251.
Stagmatophora albiapicella HS.; in Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. XXII. p. 395.
In Cerostoma lucella, von der man bisher das <f nicht kennt,
vermuthet Zeller die weibliche Nebenform einer anderen Art.
Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 62.
Zeller giebt in der Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 27 ff, 97 ff.
Notizen über einige Graubündner Schmetterlinge, bezüglich der
Fundorte, Flugzeit u. lokalen Nährpflanzen. 3 neue Gelechien werden
beschrieben.
Ueber die Gattung Nepticida hat v. Heinemann in der Berl.
Ent. Zeit. XV. p. 209 ff. ein Supplement zu seiner in den
Wien. Ent. Morthl. VI. p. 237 erschienenen Abhandlung nebst der
Beschreibung zweier n. A. geliefert.
B. C. Mann liefert in Am. Natur. 1872. p. 332 ff. eine aus-
388 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
führliche Naturgeschichte des Kaffeeblatt minirers (Cemiostoma coffe-
ellum), des gefährlichsten Feindes der Kaffeepflanzungea in Brasilien
nebst seiner natürlichen Feinde (ebenda p. 599) S. 489 enthält eine
Berichtigung über die Specieszahl von Cemiostoma.
Psilothrix n. g. Wocke, Cat. Lep. Eur. p. 267.
Paradoxus n. g. Milliere, Ann. Soc. Linn. Lyon. XVIII.
p. 42.
Crinopteryx n. g. Peyerimhoff, Mitth. Schweiz, ent.
Ges. III. p. 410. Die Art ist famüiella aus Südfrankr.
Enaemia g. n., Zell er, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXII.
p. 562. Gegründet auf E. Psammitis und crassivenella n. sp.
aus Texas.
0. Hofmann erzog Heliozela stanneella FR. aus den Blatt-
stielen von Quercus pedunculata. Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 44.
Derselbe beschreibt ebenda p. 219 Gelechia spurcella HS.
und p. 221 und 328 Coleophora clypenterella n. sp.; Frankfurt und
Sarepta.
C. T. Glitz giebt die Beschreibung von Coleophora uligino-
sella n. sp. in Vaccinium uliginosum minirend, bei Hannover und
Nepticula potentillae n. sp., ferner N. diversa und N. Hannoverella;
ebenda XXXIII. p. 23 ff.
M. Wocke giebt Bemerkungen zu Nepticula Sericopeza Zell,
ebenda XXXII. p. 426.
Tinea (Coleophora ?) laricinella in verheerender Menge in Grau-
bünden. Jahresber. Naturw. Gesellsch. Graubündens. XVI. p. 117.
Chambers stellt im Canad. Ent. IV ebenfalls, z. Th. auf be-
kannte, z. Th auf neue Arten mehrere n. G. auf, wobei er aber viel-
fach schon in anderen Insektenorduungen oder gar bei Schmetter-
lingen vergebene Namen anwendet. (Hayno, Telphusa (!), Cirrha,
Adrasteia, Aynippe, Venilia (!), Begoe, Sagaritis (!) und
beschreibt n. A. in den alten Gattungen Hyponomeuta, Heribeia,
Strobisia, Depressaria, Gelechia, Euagara, Parasia, Hypsolophus*
Anarsia, Gracilaria, meist aus Kentucky, und ebenso Canad. Ent.
III. p. 54 ff., 84 ff., 127 ff., 146 ff., 161 ff., 182 ff, 205 ff, 221 ff.
in den Gattungen Cemiostoma, Laverna, Aspidisea, Lithocolletis,
Leucanthiza, Phyllocnistis, ebenfalls aus Kentucky.
v. Siebold (Beiträge z. Parth. d. Arthrop. p. 151) schlägt
vor, den Zeller'schen Namen Solenobia Pineti, der zum ersten Male
für beide Geschlechter angewandt sei, für S. Lichenella L., mit
welchem Namen der Autor nur das Weibchen bezeichnet habe, in
Gebrauch zu nehmen.
Neue Arten sind ferner :
Solenobia pretiosa (Tanger), Stainton, Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 233.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 389
Incurvaria canariella (J. Man), derselbe Entomol. Annual
1872. p. 122.
Adela panicensis (Glarus), Frey, Stett. Ent. Zeit. 1871
p. 104. 130.
A. Getica, Mann, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXI. p. 80.
Tinea praetoriella; Depressaria lepidella, nivif ereilet) Gelechia
interstratella: Lita Schleichi; Ptochenusa sublutella; Anarsia sani-
culella; Pleurota dorsella, contiguatella ; Gracilaria inquinatella ;
Coleophora falcigerella, asper ginella, aequalella, cartilaginella, deli-
butella, sericipcnnella, trientella, alle von Sarepta, Christoph, Hör.
Ent. Ross. IX. p. 19 ff.
Argyresthia trifasciata, Wocke, Cat. Lep. Eur. p. 425. A.
submontana, Frey, Stett. Ent. Zeit. XXXII. p. 112.
Lampronia dumicolella (Elsass), Pey erimhoff, Pet. Nouv.
Ent. 1872. p. 240.
Psecadia semilugens (Texas), Zeller, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. XXII. p. 561.
Depressaria älpigena (Engad.), Frey, Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 105.
Gelechia sqiiamulella (Hyeres), Pey erimhoff, Ann. Soc. Ent.
Fr. (5). II. p. 15.
G. succinctella, feralella, terrestrella (Graubünden), Zeller,
Stett. Ent. Zeit. 1872. p. 108 ff.; G. vepretella (Stettin), Zeller,
ebenda 1871. p. 64; G. acupediella, muricariella, diffluella, cacuminum,
ferrea (Schweiz), Frey, ebenda 1871. p. 106 ff.; G. brucinella,
gallincoJella, decuriella; Mann, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII.
p. 37 f.
Ergatis Bogenhoferi (Ober-Engad.), Staudinger, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien. XXII. p. 734.
Symmoca oenopliila (Catalonien), Staudinger, Cat. Lep.
Eur. p. 426.
Oecophora Mrticruralis (Vogesen), Peyerimhoff, Ann. Soc.
Ent. Fr. (5). II. p. 16.; O. lucentella, derselbe, Mitth. schw. ent.
Ges. III. p. 412.
O. auromaciüata (Engadin), Frey; Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 110.
Gracilaria Fribergensis, Frit sehe, Sitzber. Ges. Isis 1871. p. 229.
Butalis Tanger ensis (Tanger), Stainton, Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 235.
B. leueogaster, Mann, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXII. p. 40.
B. Müleri (Csepregh), derselbe ebenda XXI. p. 81. B. gla-
cialis (Schweiz), Frey, Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 111. B. ericetella
(Holland), v. Heinemann, Tijdschrift v. Entom. 1872. p. 280.
Stagmatophora extremella (N.-Dalmatien) , -Wocke, Cat. Lep.
Eur. p. 321.
390 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Bucculatrix thuiella (Massach.), Packard, I. Rep. Ins. Mass.
p. 24.
B. Valesiaca, alpina, Frey, Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 118, 120.
Tinagma matutinellum (Graubünden), Zell er, Stett. Ent.
Zeit. 1872. p. 117; T. dryadis (O.-Engad.), Staudinger, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. p. 735.
Elachista Heinemanni, Juliensis, sublimis, pomerana, Frey,
Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 114 fif. E. sepulchrella (Tanger), Stainton,
Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 235.
Coleophora Attalicella (Sarepta), protella (Grabow), Zell er,
Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 77 f.
Tischeria Heinemanni (Deutschi.), Wocke, Cat. Lep. Eur.
p. 333.
Lithocolletis Tangerensis, Stainton, Ent. Monthl. Mag. VIII.
p. 236.
L. cerisolella (Hyeres), triflorella (Cannes), Mitth. schw. eut.
Ges. III. p. 413 u. Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. p. 201 f.
Chauliodus Staintonellus, Milliere, Ann. Soc. Linn. Lyon.
XVIII. p. 45.
Micropteryx pomivorella (Massach.), Packard, Rep. Mass.
Board. Agric.
Nepticula Stettinensis, uniformis, tormentüleUa, occultella, albi-
fasciella, Wockeella (Stettin), v. Heinemann, Berl. Ent. Zeit XV.
p. 210 ff.
N. üicivora, cistivora (Cannes); P eyerimhoff, Mitth. schw.
ent. Ges. III. p. 413 f. u. Ann. Soc. Ent. Fr. (5). II. p. 203.
N. Gei, Filipendulae, Wocke, Cat. Lep. Eur. p. 336, 338;
Schleichiella, palustrella, geminella, pyri, Frey, Stett. Ent. Zeit.
1871. p. 121 ff. u. Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 286 ff.
Pterophoridae. Zell er bemerkt in der Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 178 f., dass Pteropherus periscelidactylus Fitch der Gattung
Oxyptilus; u. Pt. carduidactylus Riley der Gattung Platyptilus an-
gehören.
Pterophorus Bogenhoferi (Gross - Glockner) n. A., Mann,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXI. p. 79. P. pergracilidactylus, sul-
phureidactylus, cervinidactylus n. A., Packard, Ann. Lyc. Nat. Hist.
New- York. X. p. 256. 265.
Aciptilia marptys; Lioptilus trimmatodactylus (Sarepta) n. A.,
Christoph, Hör. Ent. Ross. IX. p. 35, 38.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 391
Diptera.
Von H. Loew's „Diptera Americae septentrionalis
indigenau ist die lOte (letzte) Centime erschienen. Berlin.
Entom. Zeitschr. XVI. p. 49 ff. Derselben ist ein sehr
schätzbarer systematischer Katalog beigefügt. Es sind
wieder viele neue Arten beschrieben.
Von desselben Autors „Beschreibung euro-
päischer Dipteren" ist Bd. II erschienen. Halle 1871.
F. M. van der Wulp hat eine Fortsetzung seiner
dipterologischen Aufzeichnungen folgen lassen, in
der die Acalyjrtera u. Phoriclae behandelt werden. Tijdschr.
v. Entom. 1871. p. 186 ff, T. VIII.
C. Koch. Beitrag zur Dipterenfauna Tirols.
Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg.
XVII. p. 329 ff. Das 160 Arten enthaltende Verzeichniss
führt nur solche auf, die entweder für den nördlichen oder
südlichen Theil oder für Tirol überhaupt noch nicht bekannt
waren und kann somit als eine Ergänzung von Palm's
„Dipterenfauna Tirols" betrachtet werden.
P. C. Zell er macht die während eines längeren Auf-
enthaltes in Graubünden (Bergün) gelegentlich gesammelten
Dipteren bekannt. Stett. Ent. Zeit. XXXIII. p. 31 f.
Das Verzeichniss zählt 105 Arten ohne die Varietäten, von
denen mehrere nach Loew neu sind; beschrieben sind dieselben
nicht.
F. Walker. List of Diptera collected in Egypt and
Arabia by J. K. Lord Esq. ; with description of the species
new to Science. The Entomologist V. p. 254 ff., 271 ff.,
339 ff.
Es werden zahlreiche n. Arten mit zu kurzen und
ungenügenden Diagnosen beschrieben.
Anh. E. von Vinson's „Voyage ä Madagascar au
couronnement de Radama II" (Paris 1865) giebt auf S. 23 f.
ein Verzeichniss von 62 Arten von C. Coquerel.
Dietrich verzeichnet in den Entom. Blatt, p. 7 ff.
392 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
die im Canton Zürich, u. p. 19 ff. die im Canton Wallis
vorkommenden Arten.
Strand-Dipteren von Helgoland zählt v. Roeder
in der Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 162 auf.
Ein Verzeichniss der von Ribbe bei Granada ge-
sammelten Dipteren liefert derselbe ebenda p. 191 f.
H. Weyenbergh jr. theilt weitere Wahrnehmungen
über das Auftreten von Fliegenschwärmen und die
zu seiner Kenntniss gekommenen früheren Fälle mit.
Tijdschr. v. Entom. 1871. p. 221 ff.
Ueber das massenhafte Auftreten einer Chlo-
rops-Art berichtet J. R. Schiner in den Verh. Zool. Bot.
Gesellsch. Wien XXII. p. 61 und erörtert zugleich die
Synonymie vieler Chlorops-Arten. Vergl. zu diesem und
dem vorhergehenden Artikel p. 243, 244 dieses Berichts.
Röder. Halophile - Dipteren bei Dürrenberg.
Zeitschr. ges. Naturw. XL. p. 430.
Cheliferan Fliegen. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXII. p. 75.
M. G. Pouchet. De l'influence de la lumiere
sur les larves des dipteres privees d'organes
exterieurs de la vision. Rev. et Magaz. Zool. XXIII.
p. 110 ff., 129 ff., 183 ff., 225 ff., 261 ff., 312 ff.
Mannichfach abgeänderte Versuche mit verschiedenalterigen
Larven von Lucilia caesar und Eristalis tenax führen zu dem Schlüsse,
dass diese augenlosen Maden für Licht empfänglich sind, dass sie
die Stärke und Richtung der einfallenden Strahlen unterscheiden
und zwar am vollkommensten die ausgewachsenen. Für diese Fä-
higkeit schlägt Pouchet die Bezeichnung Actinaesthesie vor.
F. M. van der Wulp macht die von Schiner an-
gewandte neue Bezeichnung des Flügelgeäders bei Di-
pteren seinen Landsleuten in holländischer Sprache zugäng-
lich. Tijdschr. v. Entom. 1871. p. 79 ff. T. 2 und 3.
H. Weyenbergh. Beiträge zur Anatomie undHisti-
ologie der hemicephalen Dipteren-Larven. Göttinger Inau-
gural-Dissertation 1871.
In seiner Einleitung nimmt Weyenbergh die Eintheilung der
Fliegenlarven von LeonDufour an, ohne, wie es scheint, die
neueren Arbeiten Marnos und Brauers gekannt zu haben. Zur
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 393
Untersuchung dienten die Larven von Ctenophora ruficornis Meig.
und C. bimaculata L. Gegenstände der Darstellung sind: 1. die
äussere Gestalt; 2. die Haut; 3. die Muskulatur; 4. das Nervensy-
stem; 5. die Kreislauforgane; 6. die Athmungsorgane; 7. die Ver-
dauungsorgane. Daran werden einige vergleichende Bemerkungen
geschlossen. Der Körper der genannten Larven besteht aus 13
Ringen, von denen der letzte 4 Fortsätze und die beiden Luftlöcher
trägt. Die Haut ist mit zahlreichen Dörnchen bedeckt, die an der
Bauchseite am regelmässigsten stehen und ohne Zweifel die Orts-
bewegung unterstützen. Ausserdem kommen noch Borstenhaare
vor, an denen ein Nervenstämmchen endigt, wie Leydig schon für
Corethra plumicornis nachgewieaen hatte ; in ihrer Nähe finden sich
häufig einzellige Drüsen zu Gruppen vereinigt. Das Muskelsystem
ist nicht besonders entwickelt und weist Längs- und Querfasern
auf. Jedes Segment hat seine besondern Muskeln, die sich aber an
allen wiederholen und nur im Kopfe und letzten Segment einige
Abänderung zeigen. Das Nervensystem hat 10 Knoten des Bauch-
stranges, von denen die 4 ersten einander nahe gerückt und am
grössten sind. Jeder Knoten entsendet 2Aeste; der eine (n. super-
ficialis) entspringt an der oberen Seite und theilt sich wieder in
2 Aeste, deren einer nach den inneren Organen geht, wogegen der
andere die Muskeln und Haut versieht. Der 2te Ast (n. intestinalis)
entspringt unten von der Mitte jedes Knotens und verästelt sich
an den inneren Organen. Die Untersuchung der Blutgefässe sind
lückenhaft geblieben, am Herzen werden 7 (8?) hinter einander lie-
gende Kammern unterschieden. Die Beschreibung der Verdauungs-
organe enthält nichts Bemerkenswerthes. Die Schlussbemerkungen
unterziehen namentlich das Tracheensystem der Dipterenlarven einer
vergleichenden Betrachtung. (Nach Taschenberg's Referat in Giebel's
Zeitschr. ges. Naturw. XXXIX. p. 526 ff.).
Cecidomyidae. Gernet theilt seine Beobachtungen über
Gallen von Quercus pubescens (aus der Krim) mit, die er einer
Cecidomyia zuschreibt; sowie über die Gallen von Cecidomyia cerris
Koll. u. circinans Gir. Bull. Hör. Ent. Ross. VIII. p. IV.
Die beiden letzteren Gallen sind auch beschrieben und abge-
bildet in G. Mayr (Mitteleur. Eicheng. etc. II. p. 53 f.).
A. Müller beschreibt im Entomol. VI. p. 180 Gallen von
Glechoma heder acea L., die von Cecid. bursaria herrühren.
Derselbe stellt nach den Larven 2 n. A. auf. (C. Pteridis
in Gallen von P. aquilina, Engl.), Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 99;
und C. Campanulae, in Gallen von Camp, rotundifolia, Aberdeen;
Proc. Ent. Soc. 1871. p. VIII.
Als neuen Feind des Weizens lehrt Dr. B. Wagner in der
Stett. Ent. Zeit. 1871. p. 414 eine Sattelmücke kennen, die er Di-
394 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
plosis equestris n. sp. nennt und diagnosticirt. Auf einer beige-
fügten Tafel ist das Insekt in verschiedenen Stadien und beiden Ge-
schlechtern dargestellt.
Mycetophilidae. Forstmeister Beling veröffentlicht die Re-
sultate seiner langjährigen ausgedehnten Beobachtungen über ver-
schiedene Sb'ara-Arten, das Leben und die Verwandlung dieser In-
sekten. Zool. Garten. Frankfurt 1871. p. 74 ff., 145 ff. Die
Nahrung der Larven besteht in der verwesenden Laubblatt-
decke des Waldes, namentlich Buchenblättern; zur Verpuppung,
die bei den behandelten Arten Anfangs April und dann wieder
August Statt fand, verfertigen dieselben ein gemeinsames Gespinnst,
aus dem bei der Frühjahrsgeneration nach 20, bei der Sommergene-
ration nach 14 Tagen die Mücken auskriechen. Die Bildung des
j Heerwurmes « beobachtete Bei in a nur bei Sc. müitaris Now. Be-
schrieben wird ausserdem das bisher nngenügend bekannte J von
Sc. rufescens Maeq.
Derselbe beschreibt Sc. atrata, gregaria, arenaria n. sp.,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 50 ff., nebst Mittheilungen
über die Larven, Puppen, Zahl der Generationen etc.
Joh. Winnertz beschreibt (ebenda XXI. p. 847 ff.) 14 n.
Sciara-Arten, von denen 7 von Beling gezüchtet und mit ihren Lar-
ven dargestellt sind.
Sciara groenlandica und Boletina arctica, neue Arten aus
Grönland, Holmgren a. a. 0. p. 104.
RhypMdae. Beling beschreibt ausführlich die Entwicklung
und Lebensweise von Ehyphus punctatus F. u. R. fenestralis Scop.
d. Arch. XXXVIII. 1. p. 48 ff.
BiMonidae. Derselbe (Beitrag zur Naturgeschichte der
Zweiflüglergattungen Bibio u. Dilophus. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXII. p. 617) beschreibt die Lebensweise, Larven und Puppen von
B. marci, pomonae, hortulanus, varipes, laniger, Johannis, albipennis,
ferruginatus, clavipes, venosus u. Dil. vulgaris.
CMronomidae. 0. v. Grimm's Abhandlung über die Pädo-
genesis von Chironomus (s. den vor. Ber. p. 171 f.) ist in englischer
üebersetzung in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4). VIII. p. 31 ff.,
106 ff.
Chironomus oceanicus, eine im Salzwasser lebende neue Art;
Packard, Commun. Essex Institute VI. p. 417.
CuÜCidae. Rondani liefert in dem Bull, della Soc. Ent. Ital.
IV. p. 29 eine analytische Tabelle der italienischen (12) Culex-Arten,
von denen 6 neu sein sollen.
TipUÜdae. Ueber die systematische Stellung der Gattung
Polymera Wied. H. Low; Zeit. ges. Naturw. XXXVII. p. 253 ff:
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 395
Low kommt zu dem Resultat, dass von dieser zu den Limnophi-
linen gehörigen Gattung mit Sicherheit nur 3 Arten bekannt seien.
Derselbe beschreibt (Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 50 ff.) folgende
n. A.: Dixa venosa (Texas): Tipula praecisa; Ctenophora angustipen-
nis (Calif.).
Stratiomyidae. Derselbe ebenda p. 52 ff.: Odontomyia ple-
beja (Connect.), nigerrima, arcuata; Stratiomys insignis (Calif.),
constans-, Nemotelus glaber; Hermetia chrysopila (Texas); Clitellaria
lata (Calif.). Packard (Am. jour. Sc. a. Arts. New Haven. (3). Vol.
VII. p. 102) beschreibt die Larve einer neuen Stratiomys(\)- Art, die
Prof. Torrey in dem salzigen Clear Lake in Calif. gefunden.
Xylophagidae. Das 3te Fühlerglied von Rhachicerus ist deut-
lich geringelt, beim ^ mehr Ringe als beim $. Loew a. a. 0.
p. 113.
Tabanidae. Chrysops gigantulus (Calif.), n. A., derselbe
ebenda p. 57.
Haematopota hieroglyphica (Endara), n. A.. Gerstäcker
a. a. 0. p. 362.
4 Tabanus-, 2 Pangonia-Arten; Walker a. a. 0. p. 255 ff.
Leptidae. Chrysopila modesta (Texas); Atherix varicornis)
Leptis incisa; Triptotricha (n. g.) lauta (Calif.) n. A., Low, Berl.
Ent. Zeit. XVI. p. 58 f.
Therevidae. Thereva melanoneura, fucata; Xestomyia plani-
ceps n. A. aus Calif., derselbe ebenda p. 74 f. Thereva lutescens
(Sarepta p. 196): Psilocephala formosa (Turkestan. p. 198), mendicula
(Kultuk p. 200); quadripunctata (Turkestan. p. 202); derselbe,
Beschr. eur. Dipteren. Bd. II.
Acroceridae. Arrhynchus (n. g.j vittatus; Thersites (n. g.)
Jacobaeus, n. A. aus Chili, Philippi, Stett. Ent. Zeit. 1871.
p. 291 ff.
Oncodes eugonatus (Texas); melampus; Eulonchus tristis
(Calif.) n. A., Low, Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 60.
Bombylüdae. Derselbe beschreibt ebenda p. 77 ff. n. A.:
Aphoebantus (n. g.) cervinus; Leptocliibus (n. g.) modestus; Sparno-
polius brevicornis (Texas); Ällocotus (n. g.) Edioardsi; Ploas atra-
tula, nigripennis, obesula; Phthiria egerminans; Bombylius albica-
pillus (Californien) ; B. semirufus (Hayti).
Derselbe. (Beschr. europ. Dipt. Bd. II. p. 204 ff.): Exopros-
opa dedecor, nubeculosa; Anthrax stenurus, subarcuatus; Amictus
insignis, nobilis; Ploas adunca, luctuosa; Cyllenia globiceps, alle
von Turkestan. Walker (a. a. 0. p. 272) stellt Dimorphophora n. g.
auf und beschreibt n. A. in den Gattungen Exoprosopa, Anthrax,
Bombylius, Nemestrina.
Mydasidae. Mydas maculatus, n. A., Walker a. a 0. p. 272.
396 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
M. tenuipes (Calif.) n. A., Low, Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 61.
Asilidae. F. M. v. d. Wulp beschreibt die im Reichsmuseum
befindlichen Äsiliden. Tijdschr. v. Ent. 1872. p. 129 ff. T. 9-12.
Der ausführlichen Artbeschreibung wird eine tabellarische
Uebersicht der Gattungen der 3 Unterfamilien Dasypoginae, Laphri-
nae, Asilinae, und in jeder Gattung eine eben solche der beschrie-
benen Arten vorangestellt. Die Dasypoginae sind mit 6 Gattungen
und 14 Arten (13 n.); die Laphrinae mit 12 G. u. 48 A. (31 n.),
die Asilinae mit 12 G. und 41 A. (31 n.) vertreten. Die neuen Ar-
ten, deren namentliche Aufzählung ich mir versage, sind auf T. 9
— 12 entweder ganz oder wenigstens in ihren charakteristischen
Kennzeichen dargestellt.
Loew stellt (Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 64 ff.) die n. G. Ta-
racticus, Blax, CaUinicus auf, und beschreibt neue Arten in den
Gattungen: Dioctria, Echthopoda, Leptogaster, Pygostolus, Diog-
mites, Microstylum, Stenopogon, Heteropogon, Discocephala, die
meist aus Texas oder Californien stammen.
Derselbe. Beschr. europ. Dipt. Bd. II. p. 194. Tolmerus
ravus n. A.
Walker beschreibt a. a. 0. p. 257 ff. n. A. in den Gattun-
gen Dasypogon, Laphria, Erax, Asilus, Damalis.
Gerstäcker beschreibt a. a. 0. p. 362 n. A.: Promachus
rapax (Endara); Alcimus rubiginosus (Mbaramu); Dasythrix dispar
(Endara).
Stichopogon Schineri cf, arenivagus £ (Nürnberg) n. A. oder
nur die verschiedenen Geschlechter derselben Art?, C. Koch, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 79 f.
Empidae. G. H. Verrall beschreibt im Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 281 ff. die englischen Empis-Arten und darunter E. con-
color n. A. aus Schottland.
Loew (Beschr. europ. Dipt. Bd. II. p. 238 ff.) beschreibt als
n. A. : E. longimana, subciliata ; Rhamphomyia gentilis, tonsa, in-
signis, macrura; Iteophila Maacki.
Derselbe. (Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 88 ff. Drapetis unipila.
gilvipes, divergens (Texas). Dr. aenea n. A., Walker a. a. 0. p. 273.
Dolichopodidae. Loew (Beschr. eur. Dipt. p. 255 ff.) beschreibt
n. A. in den Gattungen : Dolichopus, Gymnopternus, Tachytrechus,
Hercostomus, Thinophilus, Diaphorus, Asyndetus, Chrysotus, Teu-
chophorus, Sympycnus. Medeterus, Psilopus.
Derselbe. Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 90: Paraclius pumilis;
Pelastoneurus furcifer ; Hydrophorus cerutias (aus Texas).
Phoridae. F. M. v. d. Wulp (a. a. 0. p. 209 ff.) führt als
Nova der Niederländischen Fauna Phora palpina, zonata Zett; ab-
dominalis Fall., maculata, opaca Meig., nigricornis Egg. auf; erhielt
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 397
P. pulicaria aus einem Nest von Vespa germanica, und beschreibt
P. sororcula n. sp.
Syrphidae. J. Hardy (The Scottish Entom. [. p. 177 ff.)
beschreibt die verschiedenen Zustände von Chilosia chalybeata Meig.,
die als Larve in Sonchus oleraceus L. lebt
Chilosia nebulosa (Engl.) n. A., Verrall, Ent. Monthl. Mag.
VIII. p. 201.
Loew (Beschreib, eur. Dipt. 223 ff.) beschreibt n. A. in den
Gattungen Syrphus, Platychirus, Pyrophaena, Chrysogaster, Ortho-
neura, Mallota, Criorrhina, Xylota; u. Berl. Ent. Zeitschr. XVI.
p. 82 ff. in Spilomyia, Myiolepta, Brachypalpus, Helophilus, Micro-
don, Ceria, die letzteren aus Nordamerika.
Walker a. a. 0. p. 273 beschreibt Syrphus latiusculus, in-
terrumpens, turbidus; Conops aurata p. 339 n. A.
Plagiocera haemorrhoa (Wanga) n. A., Gerstäcker, a. a. 0.
p. 363.
Pipunculidae. P. subvirescens, fasciatus (Texas), n.A., Loew,
Berl. Ent. Zeit. XVI. p. 87 f.
Muscidae. F.M. v. d. Wulp (Tijdschr. v. Ent. 1872. p. 186 ff.)
zählt eine Menge von für die Niederländische Fauna neuen Arten
dieser Familie auf und beschreibt als n. sp. : Cleigastra nitida;
Sepsis pilipes; Nemopoda umbripennis ; Themira consobrina; Madiza
griseola; Chlorops sulcata; Agromyza ferruginosa, riparia, discre-
pans; Napomyza piceipes, nigriceps.
Loew stellt (Berl. Ent. Zeitschr. XVI. p. 106) die neue Gat-
tung der Chloropiden (Osciniden), Opetiophora auf und beschreibt
n. A. aus den Gattungen: Blepharopeza, Gymnosoma, Homalomyia,
Coenosia, Schoenomyza, Cordylura, Blepharoptera, Sciomyza, Sapro-
myza, Lauxania, Notiphila, Crassiseta, Hippelates, Siphonella, Chlo-
rops (Centor, Anthracophaga , Diplotaxa, Chlorops), aus Nord-
amerika.
Derselbe beschreibt (Beschr. eur. Dipt.) p. 307 ff. als neue
Arten : Echinomyia versuta (Irkutzk) ; Tachina lasiommata (Turkestan).
Walker a. a. 0. p. 339 ff. führt n. A. in den Gattungen
Eurygaster, Frontina, Miltogramma, Gonia, Sarcophila, Anthomyia,
Herina, Dacus, Nemopoda, Oscinis auf.
Tachina (Melanosphora1) Diabrothicae, in D. vittataF. schma-
rotzend; Schimer, Am. Nat. Salem. 1871. p. 219 f. n. A. T. (Masi-
cera) archippivora, in Danais Archippus; Riley, III. Rep. Ins.
1) Melanophora C. Koch, Drassidengattung.
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. AA
398 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Miss. p. 150. T. Phycitae, in Phycita nebulo Walsh, derselbe
IV. p. 40.
Anthomyia Sonchi (Sonchus oleraceus L.), A. jacobaeae (Sene-
cio jacobaea L.), J. Hardy, The Scottish Entomologist I. p. 209
und 254.
Anthomyia coarctata, auf Weizenfeldern schädlich; Zeit,
ges. Naturw. XL. p. 122.
A. conformis (?) in Kunkelrübenb lättern minirend; Sitzbr.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXI. p. 56.
A. funesta, eine den gelben Lupinen schädliche neue Art;
Kühn, Zeitschrift landwirthsch. Centralv. Prov. Sachsen. 1870.
Nr. 6.
Aricia Fabricii tristicula, icterica, moesta, deflorata, frenata;
Scatomyza ariciiformis, neue Arten aus Grönland; Holmgren a. a. 0.
p. 101 f.
M. Nowicki. Ueber die Weizenverwüsterin Chlo-
rops taeniopus Meig. und die Mittel zu ihrer Bekäm-
pfung. Selbstverlag Zool. Bot. Ges. Wien. 1871.
Neben der Naturgeschichte des Chlorops taeniopus sind hier
namentlich die zweckmässigsten Vertilgungsmittel sehr ausführlich
behandelt, wodurch die Schrift namentlich für den Landwirth von
besonderem Interesse sein muss.
Phytomyza Hepaticae (Hepatica triloba), Frauenfeld, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXII. p. 396.
Leucopis palumbii (in Pemphigus utricularius Pass.), Ron-
dani. Bull. Soc. Ent. It. IV. p. 213.
Rondani vervollständigt in Bull. Soc. Ent. Ital. III. p. 1 ff.,
161 ff. seine »Ortalidinae Italicae«, indem er neben vielen synony-
mischen Berichtigungen die neue Gattung Philophylla (für Acydia
Onopordi, Ceutaurea) aufstellt, und als n. A. beschreibt: Tephritis
decipiens p. 16 (Toscana); rufina p. 17 (Piemont); sejuncta p. 18
(It.); öbscuricornis p. 21 (Sicil.), matutina p. 22 (Apennin, Sic);
Ditricha Helichrysi p. 165 (Piemont).
Ephydra californica, gracilis im Salzsee Clear Lake in Cali-
fornien, von Prof. Torrey gesammelt; Packard, Am. Journ. Sc. a.
Arts. Salem. (3). VII. p. 102. E. halopliüa, derselbe Commun. Ess.
Inst. VI. p. 417, vgl. auch Ann. Nat. Hist (4). VII. p. 233. 235.
Oestlidae. James Murie fand eine Oestriden-Larve in der
Orbita von Hippopotamus und bringt ein Verzeichniss der Träger
von Oestriden-Larven nach Brauer (Proc. Zool. Soc. London 1870.
p. 77).
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 399
Ueber Gastrus nasdlis M. und G. haemorrhoidalis aut. finden
sich in den Württemb. Jahresh. des Ver. f. vaterl. Naturk. XXVIII.
p. 61 einige Mittheilungen.
Pupiparae. F. Rudow. Einige Pupiparen auf Chiropteren
schmarotzend. Zeitschr. ges. Naturw. XXXVII. p. 121.
Hippoboscidae. Lipoptena dubia, auf Noctilio dorsatus, von
Venezuela, n, sp. Rudow a. a. 0. p. 122.
Nycteribiidae. Nycteribia elongata auf Nyctophilus Geoffroyi;
N. varipes auf Miniopterus morio n. A., derselbe p. 122, 123.
Streblidae. Strebla longipes auf Phyllostoma hastatum, n. A.,
d er selbe p. 121.
Pulicidae. Ritsem a beschreibt (Album der Natur XI. p. 65 ff.)
die Entwickelung und Lebensweise von Pulex irritans.
Platypsyllidae siehe oben p. 264.
Hemiptera.
C. Stal hat das sehr dankenswerthe Unternehmen
begonnen, eine synoptische Tabelle der europäischen
Wanzengattungen, zunächst der Pentatomiden, Reduviiden,
Coreiden, Lygaeiden, aufzustellen. Öfvers. K. Vetensk.
Akad. Förhandl. 1872. 3. p. 31 ff., 6. p. 43 ff., 49 ff, 7.
p. 37 ff.
Derselbe (Hemipteralnsularum Philippinarum. Öfvers.
K. Vetensk. Akad. Förhandl. XXVII. p. 607 ff.) beschreibt
neue Wanzen von den Philippinen.
Derselbe. Enumeratio Hemipterorum. Pt. IT. Svensk.
Akad. Handl. X. Nr. 4. p. 1 ff. Behandelt (p. 3—65) die
Amerikanischen Cimicina und (p. 66 — 128) Reduviina.
E. Frey-Gessner hat in seinem „Beitrag zur
Hemipterenfauna Graubündens" (Jahresber. Naturf.
Gesellsch. Graubündens XVI. p. 50 ff.) eine Aufzählung der
Heteropteren Graubündens mit Angabe des Fundortes und
der Pflanzen, auf denen die Arten leben, geliefert; das
Verzeichniss führt 199 Arten auf.
Mulsant und Rey. Histoire naturelle des
400 Bert kau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Punaises de France. Mem. de l'Acad. de Lyon. Classe
des sciences. XVIII. p. 185 ff.
Die Verfasser legen ihrer wesentlich systematischen Arbeit
das System von Audinet-Serville zu Grunde, dessen 2te Familie
(Supericornes) sie als Unterordnung in die 4 Tribus Coreidae,
Alydidae, Berytidae, Steno cephalidae zerfallen. Zu den Coreidae ge-
hören die Familien Core'ini, Dasycorini, Pseudoplüoe'ini, Spathocerini ;
zu den Alydidae die Alydini und Chorosomatini, während die beiden
letzten Tribus nur je 1 Familie, die Berytini und Stenocephalini,
letztere mit der einzigen Gattung Stenocephalus, zählen. Die Co-
reidae enthalten 49, die Alydidae 8, die Berytidae 23, die Stenoce-
phalidae 3 Arten in Frankreich.
F. X. Fieber. Katalog der europäischen Cicadinen,
nach Originalien, mit Benutzung der neuesten Literatur.
Wien 1872. Enthält 823 Arten in 107 Gattungen, darunter
die Namen (aber nicht Beschreibung) einiger neuen Arten.
J. Th. Bold. A Catalogue of the Insects of Nor-
thumberland and Durham. Hemiptera Heteroptera. Trans.
North. Durh. IV. p. 348 ff.
Das Verzeichniss zählt 151 Arten von Heteroptera,
darunter eine neue, auf.
G. v. Horvaths „Beiträge zur Kenntniss der He-
mipterenfauna Ungarns, Pesth 1871", ist Refer. nicht zu-
gekommen.
P. Ivanoff und A. Czernay. Enumeration de He-
mipteres h6t6ropteres trouves dans les environs de la ville
de Koupiansk etc. Trav. de la Soc. Natur, a Tuniversite
Imper. de Kharkow. IV. p. 69 ff.
Enthält nach Hör. Ent. Ross. VIII. Rev. Bibl. p. IX. 75
Arten und in einem Nachtrage der Beschreibung einiger neuer
(Scutellera albipunctata, trigona, obtusata; Aelia Panzeri; sowie neue
Varietäten von Pentatomus festivus; Syromastes scaphax; Hydrome-
tra lacustris); sec. Hör. Ent. Ross.
B. Os chanin. Hemiptera Sarafschanensia. Moscou
1871. Refer. nicht zugekommen.
G. Kittel. Nachtrag zu dem Versuch einer Zusam-
menstellung der Wanzen Bayerns. 21. Bericht. Naturh.
Ver. in Augsburg, p. 59.
Enthält ein systematisches Verzeichniss der in Bayern aufge-
fundenen Arten mit Angabe des Fundortes bei den seltenen.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 401
C. G. H. Brischke. Verzeichniss der Wanzen und
Zirpen der Provinz Preussen. Neueste Schriften der Dan-
ziger Gesellsch. 1871. p. 26 ff.
Enthält 286 Heteroptera, 89 Homoptera,
A. M. Reuter. Pargas sockens Heteroptera. Not.
Faun. Flor. Fenn. XL p. 309 ff.
Giebt eine Ergänzung zu J. Sahlberg's Verzeichniss, das um
13 Arten (5 neue) vermehrt ist, so dass jetzt 198 Arten in Finn-
land nachgewiesen sind.
J. Sahlberg. Oefversigt af Finlands och den Skan-
dinaviska halföns Cicadariae. Not. Faun. Flor. Fenn. XII.
p. 1 ff.
F. Walker. Catalogue of the Specimens ofHemiptera
Heteroptera in the Collection of the British Museum. Pt.
IV. 1871. Pt. V. 1872.
Pt. IV zählt die Supericornia bis zu den Core'iden; Pt. V die
Coreidae, Lygae'idae, Anthocoridae, Microphysidae und einen Theil
der Caecigenae (Pyrrhocoridae, Largidae) auf.
Anh. D. zu A. Vinsons »Voyage« etc. giebt ein Verzeichniss
von 191 Wanzen von Madagascar; von C. Coquerel.
P. R. Uhler. Notices of some Heteroptera in the
Collection of Dr. F. W. Harris. Proceed. Bost. soc. XIV.
p. 93 ff.
Es sind mehrere neue Gattungen (und Arten) aufgestellt,
deren Charaktere aber durchweg zu ungenau und schwankend an-
gegeben sind, als dass man die Ueberzeugung gewinnen könnte, die
neuen Gattungen seien natürlich. Die neuen Gattungen und Arten
sind: Aulacostethus (für Tetyra marmorata Say); Podisius serieven-
tris; Brachimena Harrisii; Euschistus fissilis; Lioderma (für Pan-
tatoma saucia und senilis Say); Atomosira sordida: Metapodius
instabilis, confraternus ; Neides decurvatus; Plocioinerus diffusus,
Ozoplwra picturata; Peritrechus fraternus; Belonochilus (für Lygaeus
numenius Say); Aradus robustus; Aneurus inconstans; Rhagovelia
obesa; Metrobates hesperius.
Derselbe. Notes of the Hemiptera of the Western
Territories of the United States chiefly from the Surveys
of Dr. F. V. Hayden. In Hayden's Prel. Rep. U. S. Geol.
Surv. Montana. Washington. 1872. Pt. IV. p. 392 ff.
Enthält ebenfalls die Beschreibung zahlreicher neuer Gat-
tungen und Arten.
402 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
S. C. Snellen van Vollenhoven. Essai d'une
faune entoniologique de 1' Archipel Indo-Neerlandais. 3me rao-
nographie: famille des Pentatomides. La Haye.
Heteroptera.
Scutata. Genera Pentatomidarum Europae dispos. C. Stäl.
Oefr. K. Vet. Ak. Förh. 1872. No. 3. p. 31 ff.; Nachtrag dazu No. 6.
p. 56 f. Stäl giebt zunächst eine analytische Uebersicht der 6 von
ihm angenommenen Subfamilien (Scutellerina, Pentatomina. Acantho-
somina, Asopina, Dinodorina, Phyllocephalina), u. dann eine eben
solche von den Gattungen der einzelnen Unterfamilien. Durch An-
wendung der lateinischen Sprache bei diesen Diagnosen hat Stäl
die Benutzung dieser Tabellen auch weitern Kreisen ermöglicht.
Pachycoridae. Stäl Hern. ins. Phil, beschreibt Hyperoncus
(n. g.) punctellus; Brachyaulax (n. g.) rufimaculata; Philia geniculata
n. A.
Homaemus bijugis (Colorado) n. A., Uhler, Geol. Surv. Mont.
p. 393.
Plataspididae. Stäl a. a. 0. p. 611 ff. Coptosoma angu-
lare, conspersum, obtusiceps, pallidum; Osca (n. g.) flavescens n. A.
Asopidae. Canthecona latipes; Stilbotes (n. g.) Semperi, der-
selbe p. 619 f.
C. rufescens, apicalis, plebeia, mitis, biguttata, variabilis, acuta,
decorata; Asopus carnifex, distigma, semiviolaceus, Bernsteinii n. A.
Snellen, Essai etc. p. 6 ff.
Scydnidae. Cyrtomenus insignis; Aethus pallidicornis ; Aca-
talectus luteimarginatus, derselbe ebenda p. 16 ff.
Microporus obliqims (Utah) n. A., Uhler, a. a. 0. p. 394.
Sciocoridae. Drytocephala latiloba (Bras.). obtusiceps (Neu
Granada); Discocephala marginella (Mexico) n. A., Stäl En. Hem.
p. 4 ff.
Halydidae. MelanodermusjMCiipes (Neu Gran.); Caracia (n. g.)
sexdens (Venezuela); Chlorocoris subrugosus (Mexico) n. A., derselbe
ebenda.
Ectenus aereus; Dalpada tagalica; Ochrophora (n. g.) marginata,
derselbe Hem. ins. Phil. p. 621 ff.
Pentatomidae. Odius pallipes, latus; Niphe vittativentris ;
Eurynome fasciaticollis ; Stachyomia' (n. g.) vulnerabilis; Axiagastus
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 403
carinatus ; Anthestia angulosa; Stenozygum tricolor ; Plautia unicolor ;
Zangis nigro marginata, inornata; Brachycoris (n. g.) semiflavus;
Khynchocoris longirostris, brevirostris, nigridens; Cuspicona rufispina;
Sastragala obtusispina, spiculigera; Elasraucha longirostris, ferru-
ginosa; Microdenterus pallescens; Urolabida bipunctata; Urostylis
laevipennis, serrulata, cruciata, derselbe ebenda p. 624.
Derselbe Enum. Hem. p. 18 ff. stellt folgende neue Gattungen
resp. Untergattungen auf: Melanostoma, Melanochila, Sibaria, Rhy-
tidolomia, Chlorochroa, Modicia, Blaudus, Praesus u. beschreibt 37
n. A. aus Amerika.
Peribalus modestus (Arizona) ; Euschistus fissilis (Colorado,
Nebraska, Illinois); Holcostethus abbreviatus (Kansas, Calif.); Penta-
toma granulosa (Montana, Utah.); n. A., Uh!er, a. a. 0. p. 396 ff.
Eusarcoris Mayeti (Pyrenaeen), Muls.-Rey. Ann. Soc. Linn.
Lyon XVIII. p. 99. n. A.
Cimex annulata (Bona) n. A., Puton, Mitth. schw. ent. Ges.
m. p. 410.
Bdessidae. Stal (Enum. Hem.) stellt p. 129. Acidcsterna
n. g. auf A. nitida (Malacca) n. sp., u. Liophaemus n. subg. von
Cyclogaster (L. exsanguis n. sp. von Brasil.) u. beschreibt 21 neue
Edessa-Avten, meist aus Amerika.
Pygoplatys bovülus, longiceps, haedulus, rosulentus; Mattiphus
hians; Cyclopelte ortiata, n. A., derselbe, Hem. ins. Phil. p. 643 ff,
Mucanum patibidum; Pygoplatis subragosus, minax, roseus;
Oncomeris Bernsteini; Aspongopus Muelleri, S n e 1 len, Essai etc. p.22 ff.
Pa chycephalidae. Megarhynchus intermedius, fuscus, ebenda
p. 44.
Megy menidae. Megymenum semwestitum, quadratum, ana-
canthum, parallelum n. A., derselbe ebenda p. 46 ff.
Byrsodepsus (n. g.) coriarius (Silhet) n. A., Stal, En. Hem.
p. 130 f.
Mictidae. Cipia guttipes n. A., derselbe Hem. ins. Phil,
p. 646.
Metapodius Thomasi (Arizona) n." A., Uhler, a. a. 0. p. 399.
Homoeoceridae. Homoeocerus fasciatus, bipustulatus, im-
maculatus ; Dasynus pallidus, nigripunctatus , bucculentus n. A.,
Stal, Hem. ins. Phil. p. 649 ff.
Anisoscelidae. Cletomorpha denticulata; Lygaeophorus mau-
rus ; Lybas pallidicornis, obscuricornis, punctipes, obscuripes, maculi-
pes, pictipes, dentifer, derselbe ebenda p. 652 ff.
Alydidae. Typalu s ferrugineus ; Marcius quinquespinus ;
Stacyolobus (n. g.) macilentits n. A„ derselbe ebenda p. 657 ff.
Alydus Pluto (Colorado) n. A., Uhler, a. a. 0. p. 401.
404 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen iu der Naturgeschichte
Stenocephalidae. Stenocephalus medius (Lyon) n. A., Muls.
u. Rey, a. a. 0. p. 432.
Coreidae. Dasycoris dorsalis (Frankr.) n. A., Muls. u. Rey,
a. a. 0. p. 234. D. humilis (Calif., Colorado) n. A., Uhler, a. a. 0
p. 403.
Rhopalidae. Colobatus n. g., für Corizus gracilis H.-Sch.,
truncatus Ramb., sanguineus Costa, siculus Sign., Muls. u. Rey,,
a. a. 0. p. 321; n. Corizus victoris (Frankr.) n. A., derselbe p. 301.
C.viridicatus (Colorado, Dakota) n. A., Uhler, a. a. 0. p. 404.
Berytidae. Neides decurvatus (Colorado), derselbe ebenda
p. 402.
Berytus pygmaeus, affinis (Schweden) n. A., Reuter, Oefvers.
Sv. Vet. Ak. XXVII. p. 602; B. longicoUis, gracilis (Provence) n. A.,
Mulsant u. Rey, a. a. 0. p. 409 ff.
Pyrrhocoridae. Stäl (Hem. ins. Phil. p. 665 ff.) hat die
n. A. : Physopelta pilosa] Dindymus variabilis; Ectatops fuscus.
Walker, Cat. etc. pt. V. p. 171 beschreibt die folgenden n. A.:
Pyrrhocoris vittiventris (Ind.), maciäicollis (N.-China), indecorus (Siam),
ramosus (Sarawak), lateralis (Moreton B.); Roscius fasciatus (Sierra
Leone); Odontopus dilectus (Aden), scutellaris (Beng.); Dysdercus
mundus (Mexico), jamaicensis, fervens (St. Domingo), coloratus (Ceram),
albescens (Fidschi I.), concinnulus, discolor (Flores) ; pectoralis (?).
Lygaeidae. Genera Lygaeidarum Europae dispos. C. St al Oefv.
K. Sv. Ak. Förh. 1872. No. 7. p. 37 ff. Die zahlreichen Gattungen
dieser Familie werden von Stal auf die 11 Unterfamilien Lygaeina,
Cymina, Blissina, Henestarina, Geocorina, Arthene'ina,
Teracriina, Oxycarenina, Py rrhocorina, Myodochina,
Heterogas tri na vertheilt.
Derselbe Hem. Ins. Phil. p. 659 ff. beschreibt die n. A. :
Lygaeus rubricatus ; Caenocoris sanguinarius, inermipes ; Pachygrontha
Semperi, brevicornis, tabida, angusta, nigrovittata ; Hyginus Semperi,
consputus: Colobathristes pectoralis, pallidus, geniculatus.
Walker (Cat. V. p. 148) stellt Anisocoris n. g. auf, u. beschreibt
ebenda von p. 35 an 97 n. A.
Macroptera bicolor; Brachyplax linearis; Mimocoris (n. g.)
camaronotoides (Corsica) n. A., Scott, Ent. Monthhl. Mag. VIII.
p. 19.
Scolopostethus crassicornis; Drymus latus (England), n. A.,
Douglas n. Scott, ebenda p. 24 f.
Lygaeus Saundersi (Malaga); Orsillus longirostris (Hyeres)
planius (Marseille), n. A., Mulsant u. Rey a. a. 0. p. 126, 204, 208.
Orsillus Beyi (Hyeres); Notochilus Damrii (Corsica), limbatus
(Lille), Abeillii (St. Baume), Gandolphii (Bona) n. A., Puton, Mitth.
schw. ent. Ges. III. p. 416 ff.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 405
Plmthisus latus (Finnl.) n. A., Reuter, Not. Fenn. XI.
p. 320.
Lygaeus admirabilis (Colorado); Nysius angustatus (Canada);
Heraeus insignis (Utah, Canada, Minnesota) n. A., Uhler, a. a. 0.
p. 405 ff.
Nysius raphanus (N.-Amer.) n. A., Howard, Canad. Ent. IV.
p. 219.
Anthocoridae. Skandinaviens och Finlands Acanthiider be-
skryfne af 0. M. Reuter. Oefv. K. Vet. Ak. Förh. 1871. p. 403 ff.
Reuter macht aus den Microphysae, Acanthiadae, Anthocori-
dae, Ceratocombidae Fieber's die Familie Acanthiadae Reut., die er
in die Unterfamilien Ceratocombina, Acanthiina, Anthocorina, Micro-
physina zerfällt. Diesen Unterfamilien sowie Gattung und Species
ist eine kurze lateinische Diagnose beigefügt. Das Verzeichnis9 ent-
hält 28 Arten, gegen 19, die Fieber in „die Europäischen Hemiptera"
aufführte.
Acanthiidae americanae descriptae ab 0. M. Reuter, ebenda
p. 557 ff. Beschrieben und z. Th. abgebildet werden 19 Arten, da-
runter 12 neue aus der Subf. Anthocorina. Die n. G., auf deren
alleinige Anführung ich mich beschränken werde sind: Dolichomerus,
GaUiodis, Solenonotus, Poronotus, Lasiochilus, Dilasia, Dasypterus,
Zopher oco ris, Macrotrachelia.
Walker (Cat. V. p. 151 ff.) beschreibt n. A. in den Gattungen
Anthocoris, Lyctocoris, Xylocoris.
Pseudophleps (n. g.) inconspicuus (Engl.) n. A., Douglas u.
Scott, a. a. 0. p. 60.
Dipsocoris pusülimus (Carelien) n. A., I. Sahlberg, a. a. 0.
p. 258.
Piezostethus parvulus (Finnl.), Reuter, Not. Faun. Flor. Fenn.
XI. p. 321.
Gapsidae. Thomson (Opusc. Ent. IV. p. 410 ff.) giebt eine
Revision der schwedischen Capsiden.
Capsus quadrivittatus ein Feind der Kartoffelpflanzen. Proc.
Boston Soc. XIV. p. 392.
Stal (Hern. ins. Phil. p. 667 ff.) beschreibt die n. A.: Helo-
peltis pellucida, collaris ; Disphinctus (n. g.) Falleni, Sahlbergi, Beu-
ten, Haglundi; Fsilorhamphus (n. g.) conspersus, consputus, albo-
maculatus; Eurystylus (n. g.) costalis; u. stellt auf Hyalopeplus n. g.
für Capsus sobrinus, vitripennis, pellucidus Stal. Uhler, (a. a. 0.
p. 411 ff.) richtet die neuen Gattungen auf: Lopidea, Hadronema,
Dacota, u. beschreibt 16 n. A.
Mermimerus n. g. für Lopus cruciatus F. Sahlberg; Teratocoris
406 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in ä. Naturgeschichte
pallidum; Conostethus salinus (Carelien) n. A., I. Sahlberg, a. a.
0. p. 291 ff.
Lygus innotatus; Tytthus flaveolus; Agalliastes pullus (Finnland)
n. A., Reuter, Not. Faun. Flor. Fenn. XI. p. 322.
Myiomma (n. g.) Fieberi (St. Baume) n. A., Puton, Pet. Nouv.
ent. No. 44. p. 177.
Litosoma atricapülum; Agalliastes ochraceus, unicolor (Corsica)
n. A., Scott, Ent. Monthl. Mag. VIiI. p. 194, 243.
Macrocoleus Hardii (Wooler, Cheviots) n. A., Bold, a. a. 0.
p. 358.
Tingidae. Agramma femorälis; Orthostira cylindricornis, bi-
seriata, recticosta (Schweden) n. A., Thomson, a. a. 0. p. 397 ff.
RedUVÜdae. Stäl (Hern, ins.) Phil. p. 675 ff.) stellt die neuen
Gattungen Lissocleptes, Campsolomus, Sphactes, Stachyomerus, Lam-
prosphodrus, Stachyogenys, Stachyotropha, Campsocnemis, Aula-
cogenia, Ischnobaena, auf u. beschreibt 49 n. A. von den Philippinen.
Derselbe. Enum. Hemipt. p. 70 ff. stellt die neuen Gattungen
Lycimna, Erbessus, (subgen. Harpactor), Ambastus, Acidoparius,
Micracidius, (2 subg. Spiniger, Burm.), Hoplogenius auf. Die Zahl
der als neu beschriebenen Arten ist 63.
Pindus socius (Idaho, Arizona) n. A., Uhler, a. a. 0. p. 420.
Saldidae. Thomson giebt in seinem Opusc. Ent. IV. p. 403 ff.
eine Revision der (20) Schwedischen Arten dieser Familie, wobei er
namentlich die Synonymie der von Stäl, Fieber u. Zetter städt
aufgestellten Arten erörtert. Als n. A. beschreibt er Salda pilosella.
Scott, a. a. 0. p. 243 beschreibt S. venustula n. A. aus Cor-
sica u. Uhler S. coriacea n. A. aus Utah, a. a. 0. p. 421.
Hydrometridae. Uhler (a. a. 0. p. 422) giebt die Diagnose
einer neuen Gattung (Macrovelia). Die Art ist M. Horni n. sp. aus
Neu-Mexico, Calif., Arizona.
Hebrus ruficeps (Schweden) n. A., Thomson, a. a. 0. p. 395.
Unter den im Clear Lake, einem Salzsee Californiens, gesam-
melten Arten ist auch Hygrotrechus robustus n. sp., Packard, Am.
Journ. Sc. and Arts. (3). I. p. 102.
Hydrometra vittata; Hydrobates vittipes n. A., Stal, Hem. Ins.
Phil. p. 705.
Nepidae. G. Mayr. Die Belostomiden monographisch bear-
beitet. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien, XXI. p. 399 ff.
Eine wichtige Arbeit, indem dem Verfasser reiches Material,
unter anderem auch das des Herrn Signoret zu Gebote stand, das
dem Dufour 'sehen ,, Essai monographique'' etc. fast ausschliesslich
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 407
zur Grundlage gedient hatte. Von 8 Gattungen werden auch die
Larven und Puppen mit ihren charakteristischen Unterschieden auf-
geführt und dann in analytischer Weise 12 Gattnngen diagnosticirt,
von denen Nectocoris neu ist. Die Zahl der beschriebenen Arten ist
45, davon 6 neue nämlich: Abedus Signoreti (Mexico, Guatemala),
vicinus (Mexico); Zaitha elegans (La Plata); Belostoma aberrans (In-
dien), angustipes (Mexico); Nectocoris (n. g.) Stall (Rangoon).
Stäl (Hem. Ins. Phil.) p. 706 f. beschreibt Laccotrephes ro-
bustus u. Borborophyes (n. g., Telmatotrephes nahe stehend) Mayri.
Notonectidae. Antipalocoris (n. g,) Marslialli (Corsica), Scott.
Ent. Monthl. Mag. VIII. p. 244 f.
Gorixidae. Rogen hofer erwähnt das massenhafte Auftreten
von Corixa hieroglyphica Dufour. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXI.
p. 65.
C. ovivora (Canara) n. A., Wrestwood, Proc. Ent. Soc. 1871.
p. IV.
C. decolor (Clear Lake) n. A , Packard, a. a. 0. p. 103.
C. salina (Calais) n. A., Puton. Mitth. schw. ent. Ges. III.
p. 424.
Sigara foveifrons (Schweden) n. A., Thomson, Opusc. Ent.
IV. p. 396.
Homoptera.
Gicadidae. F. X. Fieber. Berichtigungen zu Dr. Kirsch-
baum^ Cicadinen der Gegend von Wiesbaden etc. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXII. p. 27 ff. Der grösste Theil der von Kirschbaum
als neu aufgestellten 172 Arten wird von Fieber als unrichtig be-
stimmt oder als blosse Varietäten rekognoecirt; daran werden einige
synonymische Aufschlüsse über Cicadinen in der vorm. Germar'-
schen Sammlung geknüpft.
Stal (Hem. Ins. Phil.) p. 708 ff. nimmt in der Gattung Cos-
mopsaltria die 3 Untergattungen Platylomia (Dundubia flavida Guer.);
Cosmopsaltria s. str. (C. spinosa F.); Diceropyga (obteeta F.) an; in
Pomponia Ug. Oncotympana; in Cicada die Ug. Chremistica (viridis F.),
Macrotristria (angularis), Diceroprocta (alacris); als Typus von
Cicada s. str. ist C. plebeja Scop. angenommen : in Tibicen Latr. die
Ug. Nelecynda (tener n. sp.), u. beschreibt folgende n. A.: Cosmo-
psaltria inermis, spatulata; Pomponia (Oncotympana), pallidiventris,
viridicineta ; Psithyristria (n. g.) specularis, crassinervis, tenuinervis,
408 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
simplicinervis ; Cicada (subg. Chremistica) tagalica Semperi; Tibicen
(subg. Äbroma). ferrarius; T. (subg. n. Nelecynda) tener; Melam-
psalta laevifrons; Prasia fatiloqua.
Gercopidae. Derselbe gründet auf Cercopis hilaris Walk.
Phymatostetha n. g., das auch C. mactans White; stellata Guer. u.
m. n. A. umfasst u. beschreibt die n. A. Cosmoscarta rufipes, sex-
maculata, semimaculata, nigriguttata, carinata; Poeciloterpa (n. g.)
nigrilimbata a. a. 0. p. 718 ff.
Aphrophoridae. Sahlberg (a. a. 0. p. 84 ff.) stellt die
n. G. Peuceptyelus für Cercopis coriaceus Fall, auf, dessen Flügel-
geäder abgebildet ist u. beschreibt Philaenus aterrimus (Oeland),
pulchellus, dilutus (Schweden) n. A.
Liorhina (n, g.) reflexa; Aphrophora maculipes ; Perinoia lati-
pes; Clovia vitticeps, sexfasciata, vittifrons, Philippina (!); Autono-
e carinata, crassipes, n. A., Stal, Hem. Ins. Phil. p. 722 ff.
Gentrotidae. Lobocentrus (n. g.) zonatus; Gargara varicolor,
pulchripennis, nigrofasciata ; Cryptaspidia (n. g.) pabera, tagalica, im-
pressa, obtusiceps; Pyrgonota (n. g.) tumida, Philippina, bifurca, Sem-
peri, n. A., derselbe ebenda p. 727 ff.
Jassidae. Sahlberg a. a. 0. p. 109 ff. beschreibt die n. A.: Ba-
thysmatophorus (n. g.) Peuteri; Pediopsis Carpini, sabangidatus, flavus,
infuscatus; Idiocerus crassipes; Notus marginatus; Typhlocyba erice-
torum; Thamnotettix fulvipicta; Limotettix (n. g.) longiventris, lunuli-
frons, nigricornis, binotata; Athysanus sexpunctatus, discolor, nauta,
lateralis ; Deltocephalus Stali, scriptifrons, bicuspidatus, oculatus, pa-
leaceus, paucinervis, poecilus, arenicola.
Petalocephala punctatissima, Philippina (!) ; Tettigonia impressi-
pennis, bipunctifrons, subvireseens, quinquenotata, nigrilinea; Jassus
obscnrus, Philippinus (!) ; Hecalus Wallengreni, Flori, Kirschbaumi,
Thomsoni; Penthimia albigiittida, reticulata, reflexa; Tylissus (n. g.)
nitens; Thamnotettix nigripicta; Macropsis maculipennis n. A., Stal
a. a. 0. p. 732 ff.
Jassus Salsolae (Thau); Typhlocyba Tamaricis (Agde) n. A.,
Puton, Pet. Nouv. Ent. No. 44. p. 177.
Platymetopius cornutus (Moskau) n. A., Oschanine, Nachr.
Ges. Liebh. Naturk. Mose. VI. pt. 3. p. 38.
Fulgoridae. Stal (Hera. Ins. Phil.) stellt die neuen Gattun-
gen Centromeria, Catullia, Taxila, Nebrissa, Menosca, Virgilia, Angila,
Syrgis, Vindilis, Siscia, Salumis auf und beschreibt zahlreiche n. A.
Sahlberg a. a. 0. p. 408 ff. beschreibt die n. A. : Calligypona
albicollis; Liburnia Haglundi, biarmica, flavipennis, curtula, clypealis,
alpina; Ditropis longicornis ; Atropis laevifrons.
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 409
Liburnia extrusa (Engl.) n.A., Scott, Ent. Monthl. Mag. VII.
p. 194. (vgl. den vor. Bericht p. 276, 277).
Phytophthires. P. E. Hoy, Insects injurious to agriculture.
Trans. Wisc. Academy. 1870—72 p. 110 ff. Der Verfasser schildert
in populärer Weise das Treiben der Aphiden, ihrer Freunde, der
Ameisen, sowie ihrer Feinde, als welche er nur Hern erobii den- u.
Coccinelliden-Larven kennt, und empfiehlt endlich die Anwendung von
Tabaksjauche, wenn künstliche Mittel nöthig sein sollten.
Psyllidae. Dr. F. Low beschreibt die Larve und Nymphe
der Trioza flavipennis Forst, und die Missbildungen, die dieselbe
auf ihrer Wohn- und Nährpflanze, Prenanthes muralis hervorruft.
Verb. Zool. Bot. Ges. Wien. XXI. p. 843 ff.
Meyer-Dürr giebt eine Monographie der Blattflöhe in den
Mitth. schw. ent. Ges. III. p. 377 ff., in der er nach einer Charakteri-
sierung der Familie u. der Gattungen Trioza, Psylla, Aphalara, Eu-
phyllura, Spanioneura, Anisostropha, Livilla, Livia Arytaena, Rhino-
cola die n. A.: Psylla limbata, terminalis, ornata, similis, riibida,
oxyacanthae, rufitarsis, nöbilis, rutila, abdominalis; Trioza argyrea,
Foersteri, Saundersi, bicolor, helvetina, distincta, Juniperi beschreibt.
Psylla Rhododendri (Schweiz); Rhinocola Tamaricis (Agde),
n. A., Puton, Ann. Soc. Ent. Frc. (5), I. p. 436 f.
Aphalara pilosa (Moskau) n. A., 0 seh an ine, Nachr. Ges.
Liebh. Naturk. Mose. VI. pt. 3. p. 46.
Passerini liefert im Bull, della Soc. Ent. Italiana III. p. 144 ff.
244 ff., 333 ff. ein Verzeichniss der von Aphiden heimgesuchten
Pflanzen in alphabetischer Reihenfolge.
Ueber die Lebensweise, Parasiten etc. von Aphis mali; Erio-
soma pyri; Pemphygus vitifoliae (=Phylloxera vastatrix?) finden
sich Angaben in I. Rep. Ins. Ont. p. 69, 77, 113 ff.
Ritsema (Tijdschr. v. Entomol. 1871. p. 147 f.) vermuthet in
dem von Signoret (Bull. Soc. Ent. Fr. (4.) VIII. p. XI) beschriebenen
und abgebildeten Periphyllus Laricae Haliday die Larvenform von
Lachnus Laricis Walk., wie P» testudo v. d. Hoev. diejenige von
Aphis (Chaetophorus) Aceris L. sei.
The Grape-Leaf-Gall-louse (Phylloxera vitifoliae Fitch.).
Unter obigem Titel hat C. V. Riley (III Rep. Ins. Miss. p. 84 ff. u.
Amer. Natur. 1872. p. 532 ff., 622 ff.) seine Beobachtungen über
dieses Insekt veröffentlicht, das in Amerika an den Weinblättern
Gallen erzeugt, aber mit Ph. vastatrix identisch sein soll. Die Ver-
schiedenheiten, die sich in den beigefügten Holzschnitten zwischen
beiden Insekten bemerkbar machen, rühren nach R. von der ver-
schiedenen Lebensweise (Blätter- und Wurzelgallen) her.
Derselbe führt diese Ansicht (IV. Rep. p. 55 ff.) weiter aus
410 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
und giebt detaillierte Beschreibung der Lebensweise u. Entwicklungs-
geschichte der „Grape-leaf-Galle-louse". Dem Namen der letzteren
(P. vitifoliae Fitch.) erkennt er das Recht der Priorität vor P. va-
statrix Planchon zu.
v. Frauenfeld. Ph. vastatrix Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXII. p. 567 ff. Die Exemplare, die F. zur Beobachtung gedient
hatten, stammten aus dem Versuchsgarten bei Klosterneuburg, wo
amerikanische Reben eingeführt waren ; die Krankheitserscheinungen
waren dieselben, die auch anderswoher signalisirt sind. Im übrigen
enthält die Abhandlung keine wesentlich neuen Daten.
Mittheilungen über denselben Gegenstand machen: Signoret
(Bull. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. XIII ff., p. LXXX f.); Lichtenstein
(ebenda p. XLVI), Giraud (ebenda p. LI); Guerin-Meneville
(Rev. et Mag. Zool. (2) XXIII. p. 458 ff.), A. Müller (Canad. Entom.
IV. p. 167); Stierlin (Mitth. Schweiz, ent. Ges. III. p. 434); Gervais
(Journ. de Zool. I. p. 112 ff.); ferner Planchon u. Lichtenstein
(Montpellier, 1871), Desmortis (,,Le Mouvement" 1871; „La
Guienne 1871").
Verschiedene Mittel zu ihrer Vertilgung werden in Vorschlag
gebracht Compt. Rend LXXIII. p. 783, 784, 1159.
Phylloxera Eileyi n. A., auf Blättern der Amerikanischen „Post-
oak" lebend, Lichten stein in Riley's IV. Rep. Ins. Miss. p. 66,
Anmerk.
P.M.Ferrari giebt ein Verzeichniss der Ligurischen Aphiden
(Ann. Mus. Civ. Stör. Nat. Genova II. p. 49 ff.; III. p. 209 ff.), das
134 Arten aufweist, von denen folgende neu sind: Siphonophora
dubia (Artemisia campestris); S. Inulae (I. viscosa); S. atra (Arte-
misia camphorata); Phorodon Pruni (P. mahaleb); Aphis Hold
(H. mollis), A. spectabilis (Salix sp.), A. Helianthemi (H. vul-
gare), A. convolvulincula (C. arvensis), A. vicitis (V. agnicasti), A.
Coronülae (C. pusilla), A. brunnea (Ononis natrix), A. süenea (S. in-
flata), A. jani; Pterocallis pictus; Lachuus longitarsis (Artemisia
campestris, Phaseolus vulgaris); Psylloptera (n. g.) quercina (Q. cerris)
a. a. 0. \L) Siphonophora Leucanthemi (L. vulgare); S. lüacina;
Aphis vitalbae (Clematis vit.), A. cirsina (Cirsium arvense); A. Mi-
mosae (Mimosa sp.), A. Ärbuti (A. unedo) ; Rhopalosiphon (scr. siphum)
elegans (Salvia rectiflora); Myzus mdli (Pyrus malus), M. pyrinus (P.
communis); Pemphigus diani.
Coccidae. Signoret giebt den 8. u. 9. Theil seines „Essai
sur les Cochenilles" (Ann. Soc. Ent. Fr. (5). I. p. 421 ff. II. p. 33 ff.)
s. den vor. Ber. p. 274 u. 278. Zur Sprache kommen die Gattun-
gen Signoretia Targ., Eriopeltis Sign., Philippia Targ., Vinsonia,
Ceroplastes. Als n. A. werden beschrieben: Ceroplastes Vinsoni (auf
Eriobotrya japonica) u. C. Mimosae (M. nilotica).
der Insekten während der Jahre 1871 und 1872. 411
Derselbe beschreibt kurz die n. A. Antonia purparea, Fair-
mairia bipartita u. ein n. Lecanium, welches auf Viburnum tinus
lebt. Bull. Soc. Ent. Fr. (5). IL p. XXXV ff.
Ein wahrscheinlich neues Lecanium als Zerstörer des Lirioden-
dron tulipifera ist im Am. Natur. 1872. p. 51 erwähnt.
A. Vogel. Ueber Pflanzen wachs und das sog. chinesische In-
sektenwachs, Pe-lah. Lotos 1872 p. 54 ff. Das Pe-lah stammt nach
Vogel von dem auf Ligustrum lucidum lebenden Coccus cereus
Walk. (C. sinensis Westw.?), der namentlich in der Provinz Setchuan
ähnlich wie C. cacti gezüchtet wird. Ueber denselben Gegenstand
s. Am. Natur. V. p. 683 f.
Unter dem vorläufigen Namen C. stellifer beschreibt West-
wood kurz eine auf Cypripedium niveum in Siam lebende Schild-
laus. Proc. Ent. Soc. 1871, p. III.
Ebenda erwähnt Stainton einen bei Palermo auf Citrus me-
dica lebenden Coccu3, der verschieden von dem auf C. aurantium ist.
F. Low zieht die von ihm früher neu aufgestellte Aspidiotus
visci als die bekannte Diaspis visci Sehr, zurück und giebt dafür eine
eingehende Beschreibung beider Geschlechter dieser auf der Mistel
(Viscum album L.) lebenden Art.
Parasitica. Certam Parasitic Insects, by A. S. Packard.
Amer. Nat. IV. p. 83 ff. L»ie aufgeführten Schmarotzer gehören
hierher; auch P. spricht sich für die Vereinigung der Pediculiden
u. Mallophaga zu einer Unterordnung der Rhynchota aus. Von Pe-
diculus capitis ist in groben Umrissen die Embryologie gegeben und
durch Holzschnitte erläutert.
Giebel. Analytische Uebersicht der Säugethierläuse Haema-
topinus und Trichodectes, Zeitseh. ges. Naturw. XXXVII. p. 173 ff.
Giebel liefert ein Verzeichniss derjenigen Säugethiere, auf denen
Arten der genannten Gattungen vorkommen.
Ebenda p. 450 werden Federlinge aufgezählt.
E. Piaget beschreibt u. bildet ab 14 Arten der Gattung Do-
cophorus, von denen die folgenden neu sind: D. depressus auf Mala-
conotus icterus (Abessynien), latielypeatitß auf Cuculus flabelliformis
(Neu Holland), forficula auf verschiedenen Platycercus-arten; protru-
sus auf Eclectus sinensis u. puniceus; gracilis auf Xulla Mangola,
obeordatus auf Xythrops Novae Hollandiae (Celebes); platyclypeatus
auf Anastomus lamelligerus; Hirnndinis auf H. rustica u. urbica,
emarginatus auf Ibis peregrina u. religiosa; Tijdschr. v. Entom.
1871. p. 113 ff.
Menopon Ptüorhynclii (P. holosericeus); Nirmus Nitzschi (P.
holosericeus); Docophorus Dennii (Prismites mexicanus); Trichodectes
Leporis (L. cannabinus) n. A., Ponton, Monthl. Micr. Journ. VI.
p. 8.
412 Bertkau: Bericht üb. d. Leistungen i. d. Naturgeschichte etc
Dunning (Proc. Ent. Soc. 1871. p. VII) hält Pediculus falci-
cornis Nitzsch für identisch mit P. pavonis L.
Maddox beschreibt im Monthl. Micr. Journ. Parasiten vom
Kopf von Vespertilio pipistrellus Schreb., die entweder zu den Pedi-
culinen gehören, oder Larvenformen von Psoreptes sind.
Haematomyzus Blepharitis Piaget, unter verschiedenen Namen
beschrieben u. seiner systematischen Stellung nach besprochen von
Richter, Denny, Buchanan White im Science Gossip, 1871.
p. 131, 185, 211, 278.
Durch ein Versehen sind 3 Notizen am unrichtigen Orte ab-
gedruckt worden; es wird daher gebeten, die 3 Artikel Flaminio
Baudi a Selve, v. Rottenberg und L Lethierry von p. 248 zu den
Coleoptera zu verlegen.
Dr. B.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in
der Naturgeschichte der niederen Thiere während
der Jahre 1872—1875.
Von
Dr. Rud. Leuckart.
Bei der hohen Bedeutung, welche die richtige Er-
kenntniss der Entwicklung^ Vorgänge für die Auffassung
morphologischer Verhältnisse besitzt, erscheint es natürlich,
dass die gewichtigen Fortschritte, über die wir gerade auf
diesem Gebiete unserer Forschung seit einer Reihe von
Jahren zu berichten hatten, auf die Gestaltung unserer An-
schauungen von der thierischen Organisation und den ver-
wandtschaftlichen Beziehungen der einzelnen Thiergruppen
einen grossen Einfluss gewonnen haben. Während man
bis dahin in einseitiger Werthschätzung der Cu vi einsehen
Typenlehre geneigt war, die Hauptabtheilungen des Thier-
reiches als verschiedene morphologische Combinationen aus
einander zu halten und nur in soweit zwischen ihnen eine
Uebereinstimmung zu statuiren, als die Gemeinschaft der
thierischen Natur das mit sich brachte, drängen die ent-
wicklungsgeschichtlichen Forschungen und Entdeckungen
heute mehr als jemals früher zu einer mehr einheitlichen
Auffassung des gesammten Thierreiches. Nach dem zuerst von
Kowalewsky (J. B. 1871. S. 376) erbrachten und durch
zahlreiche spätere Untersuchungen immer von Neuem be-
stätigten Nachweise, dass die Hauptorgane der sg. Wir-
bellosen in wesentlich derselben Art, wie die der Wirbel-
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. BB
414 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
thiere, aus einigen wenigen Keimblättern hervorgehen und
genetisch somit diesen letzteren gleich zu setzen seien,
erscheint es nicht bloss als möglich, sondern geradezu als
geboten, die verschiedenen Organisationen schärfer, als das
bisher geschehen, zu vergleichen und durch Feststellung
des Gemeinsamen die natürlichen Beziehungen zwischen
denselben in das rechte Licht zu setzen.
Um übrigens die bedeutungsvolle Rolle, welche die
Frage nach dem einheitlichen Zusammenhange der ge-
sammten Thierwelt in der jüngsten Geschichte unserer
Wissenschaft spielt, vollständig zu würdigen, müssen wir
auch den Umstand in Betracht ziehen, dass die Darwin-
sche Lehre immer festern Fuss fasst und der zoologischen
Forschung ein immer bestimmter hervortretendes Gepräge
aufdrückt. Diese Lehre führt nun aber in ihrer conse-
quenten Durchführung gleichfalls zu der Annahme, dass
sämmtliche Thierformen, mögen sie immer wie verschieden
sein, in letzter Instanz einem gemeinsamen Ausgangspunkte
entstammen, das gesammte Thierreich also auch wirklich
jenen einheitlichen Zusammenhang besitzen müsse, dessen
realen Nachweis die heutige Entwicklungsgeschichte in
Aussicht stellt.
Aus diesem Grunde sind es denn auch hauptsächlich
die Vertreter des Darwinismus, welche die Frage nach der
Einheit der thierischen Organisation in den letzten Jahren
ventilirt haben und den Versuch machten, die Verwandt-
schaftsverhältnisse der einzelnen Thiergruppen an der Hand
entwicklungsgeschichtlicher Daten richtiger und vollstän-
diger, als das bisher möglich war, aufzuklären. Ob diese
Versuche freilich zu einem wirklich befriedigenden Ab-
schlüsse geführt haben, ist eine andere Frage.
Die erste Abhandlung, die wir hier anziehen, lautet
„on the primitive cell-layers of the embryo as the basis of
genealogical Classification ofanimals". Sie rührt von dem
Jüngern Ray Lancaster her und ist im Jahre 1873 in
dem zehnten Bande der Ann. and Mag. nat. history
(p. 321 bis 338) veröffentlicht, aber schon früher von dem
Verf. niedergeschrieben worden. Nach der hier gegebenen
Darstellung gliedert sich das Thierreich entwicklungsge-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 415
schichtlich in drei Abtheilungen, die freilich nur eben so
viele Stufen einer fortlaufenden Entwicklungsreihe dar-
stellen, in die Homoblastica, die Diblastica und Triplo-
blastica. Bei den Thieren der ersten Gruppe, den gewöhn-
lich sogenannten Protozoen, kommt es überhaupt zu keiner
histologischen Sonderung. Der Fortpflanzungskörper der-
selben verharrt in seiner primitiven Form. Er besteht aus
einem bald kernlosen, bald auch kernbesitzenden Proto-
plasmahaufen, der sich höchstens durch einfache Massen-
differenzirung ohne Klüftung und Zellbildung in eine An-
zahl verschiedener Gebilde sondert (in eine contractile,
sogar faserige Leibes wand, in Cilien und cuticulare An-
hänge, contractile Blase u. s. w.). Innerhalb dieser Ab-
theilung unterscheidet Verf. dann wieder die Homogenea
(mit den Moneren = Nuda und den Foraminiferen =
Testacea), die Nucleifera (mit den Amoeboidea, Gregari-
nida und Catallacta), die Radiolaria oder Cytophora, die
Infusoria (Suctoria und Ciliata mit Ausschluss der Flagel-
lata, die den Volvocinen d. h. Algen tiberwiesen werden)
und die Noctiluciden (Noctiluca und Peridinium). Bei
den Gruppen der zwei anderen Abtheilungen unterliegt der
Fortpflanzungskörper (das Ei) zunächst dem Processe der
Klüftung, in Folge deren sich der bis dahin ungeformte
Dotter in eine zellige Hohlkugel verwandelt, die oftmals
einen mehr oder minder massenhaften Nahrungsdotter ent-
hält und durch Einstülpung oder Schichtung schliesslich
die beiden primitiven Keimhäute (Ectoderm = Epiblast
und Entoderm = Hypoblast) bildet. Bei den Diploblastica
(den Coelenteraten mit Einschluss der Spongien) bleibt es
zunächst — so ist durch Huxley bereits gegen Ende
der vierziger Jahre nachgewiesen — bei der Bildung dieser
zwei Keimschichten. Das Entoderm liefert die Auskleidung
des Gastrovasculärapparates (Darm nach unserm Verf.) und
das Ectoderm die Hautbedeckung mit der darunter hin-
ziehenden Muskellage. Anders aber bei den Triploblastica,
denen alle übrigen Wirbellosen, sowie die Wirbelthiere
zugehören, indem sich hier zwischen die beiden primitiven
Keimlagen noch eine dritte mittlere Schicht, das sg. Me-
soderm (Mesoblast), einschiebt, aus welcher der Muskel-
416 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
apparat, die Bindesubstanzen und die Blut- resp. Lyniph-
wege hervorgehen. Zu den letztern gehört auch die Leibes-
höhle, durch deren Bildung das mittlere Blatt in eine
äussere mit dem Ectoderm zu der sg. Leibes wand zusam-
mentretende Lamelle und eine innere zerfällt, welche mit
dem Entoderm verbunden die definitive Darmwand dar-
stellt. Ref. freut sich, in dieser Darstellung von Ray Lan-
caster einer Auffassuügsweise zu begegnen, die er in seinen
Vorlesungen seit nahezu einem Decennium in wesentlich der-
selben Weise vertreten hat. Zur vollständigen Durchfüh-
rung der Parallele muss seines Erachtens freilich noch
hervorgehoben werden, dass die Umwandlung dieser Keim-
blase in das spätere Thier entweder an allen Punkten
gleichmässig geschieht, d. h. dass die Gewebsmetamorphose
der Keimschichten gleichzeitig in der ganzen Peripherie
des Körpers vor sich geht — in solchem Falle sprechen
wir von einer Planula — oder dass diese Umwandlung
mit der Bildung eines sg. Primitivstreifens anhebt, der die
Keimblase dann entweder vollständig umwächst oder sich
davon (unter Bildung eines sg. Dottersackes) abschnürt.
Dass eine derartige Auffassung nicht prätendirt, den Begriff
der sg. typischen Gruppen zu beseitigen, bedarf kaum der
ausdrücklichen Erwähnung. Sie soll zunächst nur die gene-
tischen Beziehungen der einzelnen sg. Typen — die, wie
Ray Lancaster hervorhebt, eben so viele Formen der
mechanischen Anpassung darstellen — in ihrem natürlichen
Zusammenhange klar legen.
Weit tiefergreifendere Ziele stellt sich Häckel's Ab-
handlung „über die Gastraeatheorie, die phylogenetische
Classification des Thierreiches und die Homologie der
Keimblätter" (Jenaische Ztschrft. der Naturwissensch. 1874.
S. 1—55). Was dieser sg. Gastraeatheorie zu Grunde liegt,
ist die schon seit längerer Zeit bekannte Thatsache, dass
eine ganze Anzahl von Thieren aus den verschiedensten
Gruppen in Form eines ursprünglich zweischichtigen hohlen
Körpers geboren werden und eine längere oder kürzere
Zeit hindurch leben. Die frühem Forscher pflegten ein
derartiges Geschöpf als Planula zu bezeichnen; Häckel
aber benennt dasselbe als Gastrula und sieht in diesem
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 417
(oben der „Keimblase" gleich gestellten) Organismus die
wichtigste und bedeutungsvollste Embryonalform des Thier-
reiches. Schon in seiner Monographie der Kalkschwämme
(Berlin 1872. Th. I. S. 467) hatte Häckel erklärt, dass
er auf Grund seines , biogenetischen Grundgesetzes" d. h.
in Uebereinstimmung mit dem — zuerst von Fr. Müller
ausgesprochenen — Satze, dass die Entwicklung der ein-
zelnen Thierformen (Ontogenie) eine abgekürzte Wiederho-
lung ihrer Stammesgeschichte (Phylogenie) sei, so wie dem
Auftreten dieser Gastrula bei Repräsentanten der verschie-
densten Thierstämme, von den Spongien bis zu den Verte-
braten (Amphioxus), auf eine gemeinsame Descendenz der
animalischen Phylen von einer einzigen unbekannten Stamm-
form zurückschliesse, die im Wesentlichen der Gastrula
gleich war und als Gastraea bezeichnet werden könne.
Diese Behauptung sucht nun Verf. in der oben angezogenen
Abhandlung näher zu begründen und weiter zu verfolgen,
bis er schliesslich zu dem Resultate kommt, dass die Typen-
theorie, welche über ein halbes Jahrhundert hindurch bis
heute die Basis des zoologischen Systemes gewesen sei,
als fernerhin unhaltbar bei Seite geschoben und durch
die Gastraeatheorie ersetzt werden müsse, die auf der
Basis der Phylogenie ein neues System errichte, dessen
oberstes Classificationssystem die Homologie der Keim-
blätter und des Urdarms und demnächst die Diiferenzirung
der Kreuzachsen und der Leibeshöhle (Coelom) sei. Dieses
„neue System" lässt sich nun kurz in folgender Weise zu-
sammenfassen. Das ganze Thierreich zerfällt in zwei Haupt-
abtheilungen, die Gruppe der Protozoen oder Urthiere,
welche niemals Keimblätter bilden, auch keinen wahren
Darm und überhaupt keine differenzirten Gewebe besitzen,
und die der Metazoen oder Darmthiere, welche stets zwei
primäre Keimblätter bilden, mit Ausnahme einiger rück-
gebildeten Formen einen wahren Darm besitzen und diffe-
renzirte Gewebe entwickeln. Diese Gewebe stammen in
letzter Instanz von den beiden primären Keimblättern ab,
welche sich von der Gastraea auf sämmtliche Metazoen, von
der einfachsten Spongie bis zum Menschen hinauf vererbt
haben. Die Metazoengruppe spaltet sich nun aber wieder in
418 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zwei Abtheilungen, einerseits die Coelenteraten (für die H.
übrigens die durchaus vage, systematisch ganz werthlose
Bezeichnung Zoophyten restituirt haben will), bei denen
sich „in Folge festsitzender Lebensweise" der sg. radiale
Typus ausbildete, andrerseits die Bilateralien, bei denen
sich „in Folge kriechender Lebensweise" der sg. bilaterale
Typus entwickelte. Wie das so ohne Weiteres „in Folge"
der verschiedenen Lebensweise geschehen sei, erfahren wir
freilich nicht — Häckel hält es nicht ein Mal der Mühe
für werth zu bemerken, dass Ref. bis jetzt so ziemlich der
Einzige war, der (schon vor länger als 25 Jahren) den
radiären und bilateralen Bau mit der verschiedenen Art
der Haltung und Bewegung in Beziehung zu setzen den
Versuch gemacht hat. Unter den Bilateralien giebt es nun
aber einige, die durch den Mangel der Leibeshöhle und
des Blutgefäss sy stemes — der coelenterische Apparat ist
nach unserem Verf. natürlich nichts Anderes, als ein ver-
ästelter Darm — mit den Zoophyten übereinstimmen. Sie
bilden eine besondere Gruppe der Acoelomi. Es sind die
niederen Würmer (Platt würmer), Thiere, bei denen das
den Bilateralien sämmtlich — freilich auch schon einer
Anzahl von Coelenteraten — zukommende, mittlere Keim-
blatt in seiner einfachen Form verharrte, während es bei
den höhern Würmern, den Coelomati, in zwei Lamellen zer-
fiel, die durch die Leibeshöhle (das Coelom) von einander
getrennt werden und in Zusammenhang mit dieser (meint
Ref.) auch ein Blutgefässsystem entwickeln. Als vier diver-
gente Descendenten sind dann schliesslich aus diesen coe-
lomaten Würmern „die vier typischen höchstentwickelten
Thierstämme, die Thier typen oder Phylen der Mollusken,
Echinodermen, Arthropoden und Vertebraten" hervorge-
gangen. So gestaltet sich also das neue phylogenetische
Thiersystem! Es soll das alte, auf Basis der Typenlehre
errichtete System ersetzen — aber es unterscheidet sich
in seinen Hauptresultaten, von der genetischen und phylo-
genetischen Entwicklung abgesehen, nur dadurch von dem
bisher üblichen, dass die Abtheilung der Würmer darin in
zwei Gruppen aufgelöst ist, je nachdem eine Leibeshöhle
vorhanden ist oder nicht. Ref. will sich hier keineswegs
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 419
zu einem Vertheidiger des Wurmtypus aufwerfen — er hat
in diesen Berichten vielfach und schon vor langer Zeit die
Unzulänglichkeit desselben hervorgehoben — aber so viel
ist gewiss, dass der hier als entscheidend für die Acoelo-
mati und Coelomati aufgestellte Charakter keineswegs zu-
trifft, da auch unter den erstem zahlreiche Formen vor-
kommen (nicht bloss Nemertinen, sondern selbst Planarien
und Trematoden), die genau in derselben Weise wie die
Coelomati mit einer Leibeshöhle versehen sind. Wenn nun
aber die Unterscheidung dieser beiden Wurmgruppen hin-
wegtallt, dann haben wir wieder die sieben sg. Typen des
modificirten Cuvier'schen Systemes. Dass wir in Adap-
tirung an die inzwischen so vielfach neu gewonnenen Er-
fahrungen und Anschauungen diese Typen nicht mehr in
alter Weise einander gegenübersetzen, ändert nichts an
der Erkenntniss, dass die Differenzirung des Thierreiches
wesentlich in der Richtung dieser sg. Typen stattgefunden
habe. Was wir als Typus bezeichnen, ist eben nichts
Anderes, als eine der Hauptabtheilungen des Thierreiches,
und solche wird man beibehalten, so lange überhaupt noch
ein zoologisches System existirt. Und auch die Phylogenie
kann des Systemes nicht entbehren. Es werden sich sogar
die phylogenetischen Systeme in ihren Hauptpunkten be-
ständig mit den andern Systemen decken müssen, soweit
diese auf einer richtigen Erkenntniss beruhen, denn die
sg. phylogenetische Methode ist factisch von dem Analogie-
schlüsse der vergleichenden Forschung in Nichts verschie-
den. (Man vergleiche hierzu die treffenden Bemerkungen
von AI. Braun in seiner Abhandlung über die Cycadeen,
Berl. Monatsberichte 1875. S. 265.) Es würde uns hier zu
weit führen, wollten wir auch auf die in Verbindung mit
der Gastraeatheorie von unserm Verf. entwickelte Lehre
von der Homologie der Keimblätter und die daran ange-
knüpften Speculationen näher eingehen. Für den Verf.
ist diese Homologie von vornherein zweifellos, obwohl er
doch eigentlich bei dem entscheidenden Werthe, den er für
die Bestimmung der Homologie auf die Art der Entwick-
lung legt, ein grosses Bedenken hätte tragen müssen, eine
Zellenlage, die selbstständig unter einer andern entsteht,
420 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
und eine solche, die durch Einstülpung aus einer andern
ihren Ursprung nimmt, ohne Weiteres gleich zu stellen.
Auf diese beiderlei Art aber bildet sich das Entoderm und
nicht selten sogar bei ganz nahe verwandten Thieren (z. B.
unter den Coelenteraten). Auffallender Weise macht der
Verf. kaum einmal den Versuch, diese bedenkliche That-
sache in seinem Sinne zu entkräftigen, denn die bescheiden
in einer Anmerkung sich versteckende Aeusserung (S. 21),
dass die Bildung einer gleich zweischichtigen Gastrula
durch „abgekürzte Vererbung" aus dem Bildungsmodus
durch Einstülpung „zusammengezogen zu sein scheine",
dürfte doch den von ihm gezogenen weittragenden Conse-
quenzen gegenüber, in vorliegendem Falle nicht ausreichen.
Wenn aber ein Darmraum ebenso gut durch Aushöhlung
in einer besondern Keimschicht, wie durch Einstülpung
entstehen kann, ohne seine morphologische Natur zu ver-
lieren, so dürfte das wohl auch für die Leibeshöhle zu-
lässig sein. Der Verf. hat also von seinem Standpunkte
aus nicht den geringsten Grund, nur solchen Thieren eine
Leibeshöhle zuzusprechen, bei denen dieselbe (als sg. Coe-
lom) durch Spaltung des Mesoderm entsteht. Die Leibes-
höhle kann möglichen Falls auch durch Einstülpung von
einem sg. Urdarme aus ihren Ursprung nehmen ; sie thut es
sogar, obwohl in der Gastraeatheorie derartige Fälle mit
keinem Worte erwähnt werden. Und doch sind diese
grossentheils schon vor Erscheinen der betreffenden Ab-
handlung bekannt gewesen und auch in unsern Jahresbe-
richten — zum Theil, ja bei Sagitta ausdrücklich mit
Hinweis auf die hier in Betracht kommende Frage an-
gezogen (Bericht f. d. Jahre 1868 u. 69. S. 73 — Tornaria
— S. 159 — Bipinnaria — S. 189 — Sagitta u. s. w.).
Dieselben werden einfach ignorirt. Es würden ja sonst
auch die gegen meine Auffassung des Coelenteratenbaues
gerichteten Bemerkungen hinfällig geworden sein, denn
diese wird ja eben dadurch widerlegt, dass (Kalkschwämme
Th. I. S. 468 — ähnlich Gastraeatheorie S. 26) „die Leibes-
höhle niemals mit der Magenhöhle oder der Darmhöhle
direct communiciren kann, vielmehr die Anatomie und
Ontogenie des Coelom oder der Pleuroperitonealhöhle bei
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d, Jahre 1872—1875. 421
allen höhern Thieren deutlich und unzweifelhaft zeigt, dass
diese wahre Leibeshöhle vom ersten Anfang an ein völlig
selbstständiger Hohlraum ist, völlig unabhängig von dem
niemals mit ihr zusammenhängenden Darmrohre". Ent-
stehen nun aber gleichartige Gebilde wirklich auf verschie-
dene Weise, dann liegt auch die Vermuthung nahe, es
dürften gelegentlich verschiedene Gebilde auf gleiche Weise
ihren Ursprung nehmen. Man denke hierbei an Kowa-
lewsky's neue Entdeckung, dass die Hohlräume in
den Urwirbeln von Amphioxus auf dieselbe Art, wie die
Leibeshöhle der Echinodermen u. s. w. aus dem Urdarme
sich ausstülpen, und wird dann wohl etwas vorsichtiger
in der Verwerthuug von entwicklungsgeschichtlichen That-
sachen werden, jedenfalls die Frage als eine noch offene
betrachten, ob denn die Entwicklungsgeschichte in allen
Fällen ein absolutes Criterium — und das einzige —
unseres morphologischen Wissens abgebe.
Bei der so entschieden sich kund thuenden reforma-
torischen Tendenz der „Gastraeatheorie" hat es nicht aus-
bleiben können, dass dieselbe vielfach von Anhängern und
Gegnern besprochen ist. Die Einen haben sich einfach
auf eine Analyse der Arbeit beschränkt, die Andern die-
selbe in mehr oder minder grossem Umfange kritisch be-
leuchtet. Zu den letztern gehört namentlich C. Claus (die
Typenlehre und Häckel's sg. Gastraeatheorie, Wien 1874,
30 Seiten), A. Agassi z (Embryology of the Ctenophorae
1874 oder Silliman's Amer. Journ. Sc. and Arts. Vol. VIII.
p. 472 — 477), Salensky (Bemerkungen über HäckeTs
Gastraeatheorie, Archiv für Naturgeschichte 1874. 1. S. 136 ff.)
und Moquin-Tandon (de quelques applications de l'em-
bryol. ä la classificat. method. des ^animaux, Ann. des sc.
natur. 1875. T. IL Art. 8, 54 S.). Im Anschluss an diese
Schriften erwähnen wir in Betreff der Keimblätterfrage
weiter Ray Lankaster (Contribut. to the development
hist. of Mollusca, Philosophical Transact. 1875. p. 38 oder
Ann. nat. hist. T. XIV. p. 82), Semper (Arbeiten aus
dem zoolog.-zootom. Institut in Würzburg 1873. 1. S. 222u.f.)
und die Bemerkungen von Nitsche (Ztschrft. für wissensch.
Zoolog. Bd. XXV. Supplem. S. 390).
422 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Zum weiteren Ausbau seiner Theorie hat Hacke 1
der ersten Abhandlung später (Jenaisehe Ztschrft. u. s. w.
1875. S. 402—508 mit 6 Taf.) unter dem Titel „Die Ga-
straea und die Eifurchung der Thiere" noch eine zweite
folgen lassen, durch die er auch, wie es scheint, eine An-
zahl von Einwürfen, die ihm, von „dualistischen Gegnern
der monistischen Entwicklungslehre" gemacht sind, wenn
auch nur auf indirectem Wege hat entkräften wollen. Um
die zahlreichen, mehr oder minder auffallenden Abweichun-
gen von der reinen Gastrulaform zu erklären — es war
ja geltend gemacht, class eine eigentliche Gastrulaform
sich nur bei verhältnissmässig wenigen Thieren nachweisen
Hesse — recurrirt Häckel hier zunächst auf die (gleichfalls
schon von Fr. Müller aufgestellte) Lehre von der „Fäl-
schung" der Stammesentwicklung. Neben den durch ein-
fache Vererbung übertragenen Formen müsse man noch
solche unterscheiden, die durch Anpassungen an die Be-
dingungen des Embryolebens und Larvenlebens entstanden
seien. Die ganze Entwicklungsgeschichte setze sich aus
zweien Factoren zusammen, aus einer Palingenie oder
Auszugsgeschichte und eine Cenogenie oder Fälschungs-
geschichte. Für die Phylogenie habe zunächst und vor-
zugsweise nur die Palingenesis eine Bedeutung, während
die Cenogenesis mehr der physiologischen Betrachtung
anheimfalle. Es bedürfe in vielen Fällen nur einer ein-
fachen physiologischen Reflexion, um die Erscheinungen
der letztern verständlich zu machen. Wenn wir der frü-
hern Zeit uns erinnern, in der Häckel derartige physio-
logische Reflexionen kurzweg als „teleologisch" oder gar
als „Spielereien" bei Seite schob, so ist ein solcher Aus-
spruch allerdings als ein bedeutungsvolles Symptom zu
betrachten. Im vorliegenden Falle nimmt Ref. davon um
so freudiger Act, als Verf. in der weitern Ausführung dieses
Gedankens namentlich auch die verschiedenen Massenver-
hältnisse des Dotters als besonders wichtig für die ceno-
genetischen Vorgänge hervorhebt, ein Moment also, welches
vom Ref. schon vielfach in älterer und neuerer Zeit zur
Erklärung der in den Entwicklungserscheinungen der Thiere
(Metamorphose, Keimbildung, Furchung) obwaltenden Ver-
in d. Nalurgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 423
schiedenheiten angezogen ist. Nachdem der Verf. auf solche
Weise den Boden seiner Speculation geebnet hat, versucht
er den Nachweis, dass die Gastrula je nach der Beschaffen-
heit des Dotters in vierfacher Form sich ausbilde, von
denen eine jede durch eine besondere Art der Furchung
vorbereitet werde. Als solche unterscheidet er zunächst
die Archigastrula, die durch eine regelmässige, wie Verf.
sagt, primordiale Furchung als eine ursprünglich einschich-
tige, später aber sich einstülpende Blase aus einer kleinen
Eizelle hervorgehe und die eigentliche Urform der Ga-
strula repräsentire, dann die in Folge einer inäqualen
Furchung durch Einstülpung (Embolie resp. Invagination)
oder Umwachsung (Epibolie resp. Circumcrescenz) sich
hervorbildende Amphigastrula, und schliesslich die Disco-
gastrula (der Wirbel thiere), so wie die Perigastrula (der
Arthropoden), die immer nur bei Anwesenheit eines selbst-
ständigen grossen Nahrungsdotters vorkämen, und einer
bald discoidalen, bald auch superficialen (sg. partiellen)
Furchung ihre Bildung verdankten. Zur Charakteristik
der sg. Discogastrula wollen wir noch hinzufügen, dass es
die sg. Keimscheibe ist, die Verf. •— nach dem Vorgange
Rauber's — also bezeichnet. Den Schluss der Abhand-
lung bildet eine phylogenetische Untersuchung, in deren
Verlauf die gemeinschaftliche Grundform der Metazoen von
der Gastraea auf die noch einfachere Planaea zurück-
verlegt wird, auf eine wahrscheinlich schon in der lauren-
tischen Periode ausgestorbene Stammform, die, der ein-
schichtigen Keimblase (Blastula) entsprechend, ein einfach
blasenförmiges Metazoon darstellt. (Wie ein solches Thier,
mundlos, wie es ist, ohne die Fähigkeit amöboider Nah-
rungsaufnahme hat frei existiren können, wird uns freilich
nicht gesagt.) Erst aus dieser Planaea entwickelte sich
dann durch Einstülpung die Gastraea, die, wie wir schliess-
lich erfahren (S. 457) noch heute durch eine Anzahl von
Formen, durch Haliphysema Bow. und Gastrophysema
(= Squamulina scopula Cart.), deren genauere Beschrei-
bung in Aussicht gestellt wird, vertreten sind. Die frühern
Entwicklungszustände der Metazoen, den maulbeerförmig
durchfurchten Keim (Morula), die erste Furchungskugel (Cy-
424 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
tula), den kernlosen Dotter (Monerula), betrachtet Verf. als
Wiederholungen protozoischer Zustände (des Synamoebium,
der Amoeba, der Monere).
Gleich Lankaster und Häckel hält es auch
Huxley für durchaus gerechtfertigt, die Entwicklungsvor-
gänge in maassgcbender Weise bei der Classification des
Thierreiches zu Grunde zu legen, abstrahirt dabei aber
von phylogenetischen Gesichtspunkten, da diese ohne pa-
läontologische Begründung nur zu unerwiesenen und unbe-
weisbaren und desshalb denn auch rasch wechselnden Auf-
stellungen führen könnten. Ueb ereinstimmend mit Häckel
und Ray Lankaster unterscheidet er zunächst die Protozoen
(mit den Moneren und endoplastischen Formen — Endo-
plastica — ) als Thiere, deren Protoplasma keine Zusam-
mensetzung aus Zellen besitze, von den Metazoen, bei
denen der Keim während der Entwicklung eine Differen-
zirung in gewebebildende Zellen eingehe und zunächst
— wenn auch nicht immer auf genau übereinstimmende
Weise — zu der Bildung einer sg. Gastrula hinführe.
Diese Metazoen nun zerfallen wieder in die Polystomata
(= Poriferen) und Monostomata, je nachdem sich dem
Gastrulamunde noch besondere Einlassöffnungen hinzuge-
sellen oder nicht. In letzteren Falle persistirt dann ent-
weder der Gastrulamund in seiner primitiven Bedeutung
-— so bei den Coelenteraten und zahlreichen Würmern
(Turbellarien, Rotiferen, Trematoden, Nematoden, Oligo-
chaeten und Hirudineen, vielleicht auch den Gryphyreen,
die desshalb sämmtlich als Scolecimorpha zusammengefasst
werden) — , oder es wird derselbe im Laufe der Entwick-
lung durch eine Neubildung an anderer Stelle ersetzt. Das
Erstere charakterisirt die Gruppe der Archaeostomata, das
Andere die der Deuterostomata, die dann ihrerseits wieder
in die Schizocoela (mit den Polychaeten, Arthropoden und
Mollusken), die Enterocoelen (Echinodermen, Enteropneusten,
Chaetognathen, Braehiopoden, vielleicht auch Polyzoen)
und Epicoela (Tunicaten und Wirbelthiere) eingetheilt wer-
den, je nachdem die Leibeshöhle durch Spaltung des Me-
soderm, oder Ausstülpung aus dem Urdarm, oder gar — wie
(für die Epicoela) bestimmt nur irrthümlich angenommen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wahr. d. Jahre 1872 — 187*5. 425
wird — durch Einstülpung des Ectoderm (Epiblast Huxl.) ge-
bildet wird. On the Classification of the aninial kingdoin,
Journ. Linnean Soc. T. XII. 1875. p. 199—227.
Auch Semper hat (die Stammesverwandtschaft der
Wirbelthiere und Wirbellosen (Arbeiten aus dem zoolog.-
zootom. Institut in Würzburg Bd. II. S. 59—67) seine An-
sichten über die natürlichen Verwandtschaften der ein-
zelnen Thiergruppen in Form eines Stammbaumes auszu-
drücken den Versuch gemacht, dabei aber weniger die
Entwicklungsvorgänge, als den Gesammtbau zum Ausgangs-
punkt genommen. Die Urform der Metazoen, die Planula,
hat sich hiernach zunächst in zwei Hauptstämme ausein-
ander gelegt, in die Urmagenthiere, wie Verf. sie nennt,
und die Urnierenthiere. Typisch für die erstem ist die
Gastraea, aus deren ursprünglich blindsackförmigem Magen
einerseits das Canalsystem der Coelenteraten, andrerseits
das iVmbulacralgefässsystem und die Leibeshöhle der Echi-
nodermen hervorgegangen sei. Als Haupteigenthümlichkeit
des zweiten Stammes sieht Verf. die aus dem mittlem
Keimblatt gebildeten Segmentalorgane an, denen Verf.
übrigens nicht bloss die gewöhnlich also benannten Gebilde
der Gliederwürmer, sondern auch die Harnorgane der Mol-
lusken und Wirbelthiere, sowie die Tracheen der Insekten
zurechnet. Dieser zweite Stamm beginnt mit ungegliederten
Formen, die sich zum Theil noch in den Turbellarien (mit
Ausschluss der den Anneliden angenäherten Nemertinen)
erhalten hat, die sich dann aber durch Gliederung und
Bildung eines Kiemenkorbes (Balanoglossus) weiter ent-
wickelten und die Protannulata, so wie die Protomollusca
lieferten. Die erstem führen zu den Annulaten (mit den
Arthropoden) und den Vertebraten/ während die andern,
in denen die primäre Gliederung wieder zu Grunde ge-
gangen ist, die Mollusken mit den Bryozoen und Tuni-
katen lieferten.
Neben den Resultaten der entwicklungsgeschichtlichen
Forschungen sind es in den letzten Jahren vornehmlich die
Ergebnisse der Tiefseeuntersuchungen gewesen, die auf
unsere Anschauungen vom thierischen Leben einen gestal-
tenden Einfluss ausgeübt haben. Schon früher haben wir
426 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mehrfach auf die besonders von den Engländern und Nord-
amerikanern zum Zwecke einer planmässigen Durchfor-
schung der Meerestiefen und ihrer Bewohner unternomme-
nen grossartigen Expeditionen aufmerksam machen müssen
und mit einem Hinweis auf die überraschenden Erfolge
derselben die Bedeutung hervorgehoben, welche diese für
eine rationelle Lösung zahlreicher biologischer, wie geo-
logischer und physikalischer Probleme besitzen. Heute
können wir das noch besser und vollständiger beurtheilen
als früher, indem inzwischen die Leiter der bis dahin
wichtigsten dieser Expeditionen, jener der englischen Schiffe
„Stachelschwein" und „Blitz", Carpenter, Gwyn Jef-
freys und Wyville Thomson, die hauptsächlichsten
wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Forschungen, wenn auch
zunächst in einer mehr populären Form, veröffentlicht ha-
ben. (The depths of the sea. An account of the general
results of the dredging cruises of the Procupine and Light-
ning during the summers 1868, 1869 and 1870. By Wy-
ville Thomson. London 1873.) Wo man noch vor wenigen
Jahren einen vollständigen Mangel eines jeden Lebens
vermuthete, da sehen wir heute eine reiche manchfach
wechselnde Fauna von niederen Thieren der verschieden-
sten Gruppen, zum grossen Theil aus Arten zusammenge-
setzt, die eng an gewisse paläozoische Formen sich an-
schliessen und damit die Continuität des Lebens in den
aufeinander folgenden geologischen Epochen, das wichtigste
Fundament der Darwinschen Lehre, ausser Zweifel stellen.
Kieselschwämme, Korallen und Echinodermen der jurassi-
schen Periode und der Kreidezeit wurden lebend aus be-
trächtlicher Tiefe hervorgehoben und der zoologischen
Kenntniss zugängig gemacht, wie wir das später an den
geeigneten Stellen bemerken werden. (Die genaue Unter-
suchung und Durcharbeitung des gesammten Materials, die
in die Hände erprobter Monographen gelegt ist, wird
übrigens erst später zur Veröffentlichung kommen.) Noch
in einer Tiefe von 4800 Metres, einer Tiefe also, die der
Höhe des Montblanc gleichkommt, gelang es mit Schtirf-
hacke und Explorator nicht minder, wie mit Thermometer
und Manometer erfolgreiche Untersuchungen anzustellen.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 427
Mit Hülfe dieser für ihren besondern Zweck in sinnreich-
ster Weise construirten Instrumente gelang es auch fest-
zustellen, dass die Tiefsee, wenigstens der Atlantis und
des Stillen Meeres, statt einer ruhenden Wasserniasse von
unveränderlicher Temperatur zahlreiche kühlere und wär-
mere Ströme aufzuweisen hat, die durch Zufuhr von Sauer-
stoff und Wärme die Vorbedingungen des organischen
Lebens erfüllen und die äussern Verhältnisse desselben in
inanchf altiger Weise gliedern. Durch den mehr oder minder
vollständigen Mangel dieser Strömungen in dem fast überall
geschlossenen Becken des mittelländischen Meeres dürften
sich denn auch allem Vermuthen nach die bekannten Re-
sultate der von Forbes hier ausgeführten ältesten Tiefsee-
forschimgen erklären, die unsere Ansichten über die bathy-
metrische Verbreitung der Thiere so lange Zeit hindurch
auf Abwege lenkten.
Durch diese Erfolge ermuthigt, hat das englische
Gouvernement im Jahre 1874 ein drittes Schiff, den „Chal-
1 enger" ausgerüstet, der unter der Leitung von Wyville
Thomson eine ganze Colonie von Naturforschern und
Gelehrten an Bord hat und, mit allen Hülfsmitteln unserer
modernen Untersuchung in reichster Weise ausgestattet,
sich zur Aufgabe gemacht hat, die früher nur in beschränk-
tem! Maasse ausgeführten Forschungen auf die südlichen
Meere beider Halbkugeln auszudehnen und die einstweilen
noch unvollkommen erledigten Fragen möglichst zum Ab-
schlüsse zu bringen. Ueber die Schicksale und Erfolge
dieser Expedition sind wir einstweilen nur durch die Be-
richte Thomson's in derNature (1874, 1875) und den Ann.
nat bist. T. XIV. p. 231, so wie durch die Reiseberichte
unseres jungen, leider während der Fahrt verstorbenen
Landsmannes v. W i 1 1 e m o e s - S u h m (Ztschrft. für wissen-
schaftl. Zoologie, Bd. XXIV— XXVI) in Kenntniss gesetzt
worden. Natürlich trägt das, was wir auf diese Weise
erfahren, einen durchaus provisorischen Charakter, allein
nichts desto weniger enthält dasselbe schon jetzt nicht
bloss schätzbare Beiträge zur Lehre von der geographischen
und bathymetrischen Verbreitung (besonders der Crusta-
ceen, Echinodermen, Glasschwämme), sondern auch man-
428 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
cherlei interessante Mittheilungen über neue Thierformen.
Wir werden später mehrfach Gelegenheit haben, darauf
zurückzukommen. Besonders interessant ist der allerdings
zunächst nur auf Beobachtungen an Crustaceen begründete
Nachweis, dass in grosser Tiefe sich mehrfach gigantische
Formen von Gattungen und Familien erhalten haben, die
im Flachwasser oder an der Oberfläche solche Grösse nicht
erreichen.
In richtiger Würdigung der Bedeutung, welche die
genaue Kenntniss des Meeres und seiner Bewohner für die
Fischerei und den Fischfang besitzt, hat auch der Congress
der vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1870
eine Commission niedergesetzt, deren Aufgabe es ist, die
Thierwelt der Amerikanischen Küsten und Seen zu unter-
suchen. Der erste Bericht dieser Commission, der Prof.
Baird vorsteht, ist unter dem Titel Report of the Un. St.
Commissionar oi fish and fisheries 1874 erschienen. Der-
selbe enthält u. A. einen report upon the invertebrate ani-
mals of Vineyard Sound and the adjacent waters, with an
account of the physical characters of the region by Ver-
rill (P. I. p. 295 — 513), so wie einen report on the marine
Invertebrata of southern New-England by Verrill, Smith,
H arger (P. I. p. 580 — 624), mit denen ich leider nur durch
Lütken (Zoolog, report for 1873 London 1875) näher be-
kannt geworden bin. Aus eigner Anschauung aber kenne
ich Verrill's result of recent dredging expeditions on the
coast of New England (Amei\ Journ. sc. and arts T. V.
p. 1—16, p. 98—107, T. VI. p. 435—441, T. VII. p. 38—
47, p. 131—139, 405—414, p. 498—531 — oder Annais
nat. bist. T. IX. p. 92 ff.), eine Reihe von Abhandlungen,
die vielfach mit den erwähnten Reports übereinzustimmen
scheinen. Der Verf. berichtet in diesen Abhandlungen über
die Ergebnisse faunistischer Untersuchungen, die theils von
ihm selbst, theils auch von seinen Mitarbeitern (S. J. Smith,
0. Harger, A. S. Packard und Caleb Cooke) an ver-
schiedenen Punkten der Neu-Englischen Küste zunächst
im Interesse der Fischerei mehrere Jahre hindurch ange-
stellt sind und eine so reiche Ausbeute geliefert haben,
dass Verf. die Liste der aus jenen Gegenden bisher be-
iü d. Naturgesch. d. nied.-Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 429
kannten Wirbellosen — mit Ausschluss der Foraminiferen,
Entomostraken und anderer kleiner Formen — um min-
destens 350 Arten bereichern konnte. Zu ihnen gehören
nicht weniger als 125 Würmer, 30 Bryozoen, 10 Echino-
dermen, 38 Akalephen, 7 Polypen. Manche dieser Arten
sind neu, aber die grössere Anzahl theilt Neu-England mit
dem nördlichen Europa. Später (1. c. T. X. p. 36—43)
wird dieser Liste noch eine ansehnliche Menge weiterer For-
men hinzugefügt, die im Jahre 1874 gedregt wurden. Die
neuen Formen sind kurz charakterisirt, zum Theil auch in
Umrissfiguren abgebildet, und werden an den betreffenden
Stellen von uns namentlich aufgeführt werden. Die Mit-
theilungen aus dem zuerst erwähnten Report entnehme ich
dem Berichte von Lütken.
An diese Mittheilungen schliesst sich dann weiter an
White aves, on recent deep-sea dredging Operations in
the gulf of Lawrence (Silliman's Amer. Journ. sc. and
arts 1874. T. VII. p. 210—219), A. S. Packard, explor.
of the gulf of Maine with the dredge (Amer. Natural. 1874.
T. VIII. p. 145—155) und Nicholson, Contributions to
the Fauna Canadensis, being an account of the animals
dredged in Lake Ontario in 1872 (Canadian Journal; in
vorläufiger Mittheilung Ann. and Mag. nat. liist. Vol. X.
p. 270).
Auch in Norwegen besteht für die Küstenfischerei
eine eigne Commission, die der Leitung des Jüngern Sars
unterstellt ist. In Folge dessen hat letzterer denn auch
Veranlassung genommen, die wirbellose Fauna der nor-
wegenschen sg. Fischbänke in verschiedener Tiefe zu unter-
suchen und den Befund in einer eignen Abhandlung (For-
handl. videnskab. selsk. Christiania 1Ö72. p, 73—119, bidrag
til-kundskaben om dyrelivet paa vore havbanker) nieder-
gelegt. Die in einer Tiefe von 400, 100 und 50 Faden
auf verschiedenartigem Boden aufgefundenen Arten werden
aufgezählt und durch Mittheilungen erläutert, die, soweit
sie neue Formen betreffen, an den geeigneten Stellen von
uns noch besonders angezogen werden sollen.
Auch unser Deutschland ist hinter diesen Bestrebungen
nicht gänzlich zurückgeblieben. Schon im Sommer 1871
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. CC
430 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wurde der K. Preussische Avisodampfer Pommerania mit
einer Anzahl Gelehrter zur Untersuchung der physikalisch-
chemischen und biologischen Verhältnisse der Ostsee ab-
commandirt. Wir verdanken diesem Umstände eine in-
teressante Abhandlung von Möbius über „die wirbellosen
Thiere der Ostsee", die dem offiziellen Berichte über die
betreffende Expedition (Kiel 1873, S. 97—154, faunistische
Untersuchungen) beigegeben ist und eine mit Hülfe meh-
rerer Zoologen — Kupffer, Häckel, 0. Schmidt und
Btitschli — entworfene Zusammenstellung der bei dieser
Gelegenheit aufgefundenen Arten enthält, nicht bloss mit
Angabe des Namens und unter Zugabe zahlreicher kri-
tischer und synonymischer Excurse, sondern auch mit Be-
zeichnung der Fundstätten (Ort, Tiefe, Beschaffenheit des
Grundes) und der geographischen Verbreitung. Obwohl
die Menge dieser Arten an sich durchaus nicht klein
genannt werden kann — unter den 241 wirbellosen Thieren
zählt Verf. u. a. 6 Spongien, 26 Coelenteraten, 6 Echino-
dermen, 67 Würmer, 12 Bryozoen u. s. w. — , so ergiebt
sich daraus doch zur Genüge, dass die Fauna der Ostsee
nur als ein verkümmerter Zweig der reichen Fauna des
nordatlantischen Oceans und des nördlichen Eismeeres zu
betrachten ist. Und das nicht etwa bloss in numerischer
Hinsicht, sondern auch in Betreff des veränderten Aus-
sehens, welches die eigenthümlichen physikalischen Ver-
hältnisse der Ostsee den Bewohnern derselben aufprägen.
Besonders wichtig in dieser Beziehung ist der Salzgehalt,
der auch an derselben Localität, je nach Umständen, grosse
Schwankungen zeigt, und der Wechsel der Temperatur, die
während der kältesten Zeit in allen Tiefen bis zum Ge-
frierpunkt des Salzwassers herabsinkt, während dagegen der
Sommer und Herbst eine ziemlich hohe Wärme (bis 17 °)
bringt. Dieser Umstand hat es denn auch zur Folge, dass
in der Ostsee überhaupt nur solche atlantische und Eis-
meerthiere leben, die im Gegensatze zu der Mehrzahl der
tropischen und arctischen Seethiere, grosse Differenzen
der Temperatur und des Salzgehaltes zu ertragen vermögen,
oder, wie Verf. sagt, eurytherm und euryhalin sind. Fau-
nistisch zerfällt übrigens die Ostsee scharf in ein westliches
in d. Naturgesck. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 431
und ein östliches Becken, von denen das erstere, das etwa
bis Rügen reicht, bei Weitem das reichere ist (216 : 69),
und auch, durchschnittlich salzreicher, an den einzelnen
Arten lange nicht jene hochgradige Verkümmerung erkennen
lässt, wie das östliche Becken. In einem Anhange bringt
Verf. auch noch ein Verzeichniss der auf der Fahrt nach
Arendal (Skager Rak) gefangenen Thiere (mit 17 Spongien,
18 Coelenteraten, 23 Echinodermen, 25 Bryozoen, 52 Wür-
mern).
Im Jahre 1872 und 1873 dehnte die Pommerania ihre
Fahrten auch über die Nordsee aus. Die zoologische Aus-
beute ist natürlich eine noch reichere, so dass dieses Mal
bei der Bearbeitung des Materiales eine Arbeitsteilung
eintrat. (Jahresber. der Commission zur wissenschaftl.
Untersuchung der deutschen Meere in Kiel. Berlin 1875.)
Wir werden später auf die Einzelarbeiten zurückkommen,
und erwähnen hier nur so viel, dass Möbius über die
Würmer und Echinodermen, Kirchenpauer über die
Bryozoen und Hydroiden, 0. Schmidt über die Schwämme
handelt.
v. Heuglin's Reisen nach dem Nordpolarmeere er-
gaben u. a. eine Ausbeute von 36 Chaetopoden, von denen
21 auf Spitzbergen, 15 auf Novaja-Semlja kommen, 3 Ge-
phyreen, 3 Nemertinen, 16 Entozoen, 21 Bryozoen, 16 Echi-
nodermen (5 derselben von Novaja-Semlja), 7 Coelente-
raten, 13 Foraminiferen. In Betreff der geographischen
Verbreitung dieser Thiere erscheint die Thatsache von In-
teresse, dass an der Küste von Novaja-Semlja neben den
eigentlich arctischen Formen auch ziemlich zahlreiche
Arten gefunden wurden, die sonst bloss aus den mehr süd-
lichen Theilen der Nordsee bekannt- sind. Natürlich liegt
es nahe, diesen Umstand auf den Einfluss des Golfstromes
zurückzuführen. Beiträge zur Fauna, Flora und Geologie
von Spitzbergen und Novaja-Semlja. Braunschweig 1874
(Reisen Bd. III). S. 238—262. Die höhern Würmer wurden
von Ehlers, die Entozoen von Schneider und v. Will e-
moes-Suhm, die Bryozoen von Kirchenpauer, die Echi-
nodermen von Lütken und Ehlers, die Colenteraten von
Kirchenpauer und Eh le r s , die Foraminiferen von Miller
432 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bestimmt. Die wenigen neuen Arten werden später noch
besonders angezogen werden. (Soweit diese Formen von
Novaja-Semlja stammen, sind sie von Ehlers auch in
den Erlanger Sitzungsberichten 1873. Jan. behandelt worden.)
Auch die zweite deutsche Nordpolfahrt hat unsere
Kenntnisse über das arctische Thierleben mehrfach be-
reichert, obwohl die grössere Menge der in dieser Hinsicht
gemachten Beobachtungen und Sammlungen durch das tra-
gische Schicksal der „Hansa" zu Grunde gegangen ist.
Die von der „Germania" gesammelten Würmer, Echino-
dermen und Coelenteraten wurden von Möbius bearbeitet
(die zweite deutsche Nordpolfahrt Bd. IL 1874. S. 246—
260), die Hydroiden und Bryozoen von Kirchenpauer
(S. 411—428), die Kieselspongien von Schmidt (S. 429
—433), die Kalk- und Gallertspongien von Häckel (S. 434
— 436); während Ehren b er g auf Grund der gesammelten
Schlamm- und Erdproben das unsichtbar wirkende Leben
der Nordpolarmeere (S. 437—476) zum Gegenstande der
Darstellung macht.
M'Intosh liefert in seiner Abhandlung „on the in-
vertebrate marine fauna and fishes of St. Andrews" eine
Aufzählung der von ihm daselbst aufgefundenen Chaeto-
poden (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XIV. p. 192—207),
Gephyreen und Turbellarien (Ibid. p. 144—155), Bryozoen
(Ibid. Vol. XIII. p. 302-312), Echinodermen (Ibid. Vol.
XIV. p. 68—75), Coelenteraten (Ibid. Vol. XIII. p. 204-
221) und Schwämme (Ibid. p. 140—145). Die wenigen
darunter befindlichen neuen Arten werden später besonders
erwähnt werden.
0. Grimm macht an v. Siebold einige briefliche
Mittheilungen über eine von ihm geleitete zoologische Un-
tersuchungsexpedition nach dem Kaspischen Meere (Ztschrft.
für wiss. Zoologie Bd. XXV. S. 323-326). Nach den-
selben erscheint die verhältnissmässig gruz reiche Thier-
welt dieses halbsalzigen Sees — Grimm hat daraus nicht
weniger als 120 Thierarten aufgefunden — sehr entschieden
als eine Relictenfauna, von Arten gebildet, die theils mit
denen des Aral-Sees, des Schwarzen Meeres und nördlichen
Oceanes übereinstimmen, theils auch durch Abänderung
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 433
aus letztern entstanden sind. Aus den unserm Berichte
anheimfallenden Thiergruppen erwähnt Verf. Sabellides
octocirrata, Laguncula repens, Renieria flava n. sp., Tin-
tinnus mitra, Rotalia veneta.
Unter dem Titel „on some remarkable forms of animal
life from the great deeps of the Norvegian coast" beginnt
der jüngere Sars die Herausgabe eines zoologischen Sammel-
werkes, welches dem gelehrten Publicum von Zeit zu Zeit
die jeweiligen wichtigsten Resultate seiner Tiefseeforschun-
gen vorführen soll. Die bis jetzt vorliegenden zwei ersten
Hefte (Christiania 1872 und 1875) fallen beide in den
Bereich unseres Berichtes. Das erste, das theilweise noch
nach Aufzeichnungen des Vaters des Herausgebers verfasst
ist, betrifft — von den uns hier nicht iutersssirenden Mol-
lusken abgesehen — verschiedene Formen aus der Gruppe
der Würmer und Coelenteraten, während das zweite aus-
schliesslich der interessanten Asteridenform Brisingia ge-
widmet ist.
Fischer stellt an verschiedenen Punkten der fran-
zösischen Küste Beobachtungen über die Vertheilung der
faunistischen Bezirke an und kommt dabei zu dem Resultate,
dass die Littoralfauna sich am besten und natürlichsten
in fünf Zonen auflösen lasse, die der Littorinen, Balanen
(mit Actinia equina), der Patellen, Miessmuscheln (mit Tealia
crassicornis, Sagartia troglodytes u. a.) und Halichondrien.
Cpt. rend. 1874. T. 77. p. 1717.
Panceri veröffentlicht in französischer Uebersetzung
eine Zusammenstellung seiner interessanten Beobachtungen
über das Leuchten der Seethiere: Etudes sur la phospho-
rescence des animaux marins, Annales sc. natur. 1872.
T. XVI. Art. Nr. 8. Wir heben d-araus an dieser Stelle
nocn die Bemerkung harvor, dass bei der Lichtentwicklung
nirgends eine Temperaturerhöhung eintritt.
Secchi fügt hinzu, dass das Licht der phosphores-
cirenden Thiere im Spectroscop nicht, wie es Anfangs
schien, monochromatisch, sondern zusammengesetzt sei, und
namentlich das Roth und Violet sehr deutlich unterscheiden
lasse. Ibid. Art. Nr. 9.
Ueber den gleichen Gegenstand hat auch Antonio
434 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
de IIa Valle (la luce degli animali, Napoli 1875, 69 Seiten)
eine sehr fleissige und vollständige Zusammenstellung ge-
liefert. '
Während Panceri, wie schon aus frühern Mitthei-
lungen uns bekannt geworden, die Lichtentwicklung bei
den Thieren auf gewisse Vorgänge des Zellenlebens zurück-
zuführen sucht, behauptet Ph ipso n (Cpt. rend. 1872. Aug.
p. 548), dass dieselbe an eine formlose Substanz (Nocti-
lucine) geknüpft sei, die sich als solche darstellen lasse
und die Fähigkeit habe, bei dem Contacte mit feuchter
Luft unter Lichtentwicklung zu oxydiren.
Ray Lankaster handelt über das Vorkommen des
Haemaglobin im Thierreiche und findet dasselbe auch unter
den Wirbellosen weit verbreitet. Proceed. roy. Soc. Vol.
XXL Nr. 140.
Hubert Ludwig liefert in seiner Preisschrift „über
die Eibildung im Thierreiche" Würzburg 1874. (224 Seiten
mit 3 Tafeln) eine auf zahlreiche eigne Untersuchungen
gestützte kritische Zusammenstellung der über diesen wich-
tigen Vorgang bisher veröffentlichten Untersuchungen, deren
Hauptresultat sich dahin zusammenfassen lässt, dass das Ei
aller Thiere von Anfang an bis zu seiner Reife den Cha-
rakter einer einzigen Zelle besitzt. Die im protoplasma-
tischen Dotter auftretenden verschiedentlich geformten Ge-
bilde (Deutoplasma) sind als Producte der Lebensthätigkeit
der Eizelle selbst zu betrachten. Die bei der Eibildung
in Follikeln mit der Eizelle eingeschlossenen Zellen sind
überall ursprünglich mit der Eizelle gleich werthig und, wie
letztere, als Differenzirungen des Keimlagers zu betrachten.
Die Eihüllen sind entweder an der Bildungsstelle der Eier
von diesen selbst (Dotterhaut) oder den damit genetisch
zusammengehörigen Follikelepithelzellen (Chorion) geliefert,
oder sie entstehen erst nach der Ablösung der Eier von
dem Entstehungsorte und sind dann als secundäre Eihüllen
zu bezeichnen. Dieselben werden gewöhnlich von den
Drüsen der Eileiter oder von besondern Hautdrüsen ge-
liefert, haben gelegentlich aber auch andere Beziehungen
zu den Organen des mütterlichen Körpers.
Hart in g belehrt uns von der Möglichkeit der künst-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 435
liehen Erzeugung der so speeifisch geformten organischen
Kalkkörperchen und liefert damit einen eben so wichtigen,
wie interessanten Beitrag zur Lehre von der Morphogenese.
Recherches de morphologie synthetique, Amsterdam 1872
(84 Seiten in Quarto mit vier Kupfertafeln, naturk. verhandl.
der kongl. Akademie Deel XIV). Es sind, wie hier auf
experimentellem Wege bewiesen wird, die organischen Bei-
mischungen, die dem kohlensauren Kalke in statu nascenti
seine eigenthümliche Gestaltung geben.
I. Vermes.
Mc. Cready erklärt die Abtheilung der Würmer, wie
das auch mehrfach schon von anderer Seite geschehen ist
(vgl. hierzu Häckel — oben — und Sem per, in der
weiter unten angezogenen Abhandlung) für eine unnatür-
liche Zusammenstellung heterogener Formen. Man kann
die Richtigkeit dieser Behauptung immerhin zugeben, muss
aber gleichzeitig anerkennen, dass es bisher noch nicht
möglich gewesen ist, diese Abtheilung durch eine andere
Gestaltung unseres Thiersystemes zu eliminiren. Auch der
Vorschlag vonMc. Cready, die Anneliden und Rotatorien
mit den Arthropoden zu verbinden, die Gephyreen, Nema-
toden und Plattwürmer aber mitsammt den Echinodermen
den Coelenteraten einzuverleiben, dürfte schwerlich dem
Bedürfnisse einer natürlichen Classification entsprechen.
Proceed. Boston Soc. nat. hist. Vol. XVI. p. 185 ff. (1874.)
Wie wenig unsere Kenntnisse über die verwandtschaft-
lichen Beziehungen selbst der höhern Würmer bis jetzt zum
Abschlüsse gekommen sind, beweisen u. a. auch die in-
teressanten Aufschlüsse, die wir neuerlich über die Brachio-
poden erhalten haben.
Von Steenstrup ist bekanntlich schon vor vielen
Jahren (J. B. 1848. Aren. XX. S. 307) die Ansicht ausge-
prochen worden, dass diese Thiere keine Mollusken, sondern
Würmer seien, die den tubicolen Chaetopoden nahe ständen.
Obwohl nun diese Ansicht jener Zeit kaum einiger Bei-
stimmung sich erfreute, ist dieselbe doch öfters seitdem
wieder aufgegriffen worden, in der Regel freilich nur, um
436 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
als unbewiesen und unbeweisbar wieder zur Seite gelegt
zu werden. Andrerseits hat dieselbe aber auch ihre Für-
sprecher gefunden. So namentlich in Morse, der zunächst,
ohne von Steenstrup zu wissen, selbstständig zu der
gleichen Auffassung kam und ihr auch mehrfach schon
Ausdruck gegeben hatte, bevor er die Frage „on the syste-
matical position of the Brachiopoda" in dem fünfzehnten
Bande der Boston Soc. nat. hist. p. 315—371 (1873) in
ausführlicher und eingehender Weise erörterte. Auf ana-
tomische und embryologische Thatsachen gestützt — M.
selbst veröffentlichte ziemlich gleichzeitig in den Memoirs
Boston Soc. nat. hist. Vol. IL p. 249—264 Tab. IX eine
Abhandlung „on the embryoiogy of Terebratulina", deren
Bedeutung freilich durch den ausschliesslichen Gebrauch
ungenügender Vergrösserung sehr geschmälert ist — sucht
Morse hier den Nachweis zu liefern, dass unsere Thiere
nirgends anders, als bei den Anneliden unterzubringen
seien und trotz der Abwesenheit einer Gliederung in den
wesentlichsten morphologischen Verhältnissen mit diesen
übereinstimmten. Was man als Mantel gedeutet habe, sei
als ein mächtig entwickelter Halskragen aufzufassen, wie
solcher in geringerer Ausbildung schon bei zahlreichen sg.
Capitibranchiaten vorkomme. Ebenso müsse die Schale,
weit davon entfernt, ein selbstständiges Gebilde darzu-
stellen, als die verkalkte Aussenfläche dieses Kragen-
apparates gedeutet werden. Die beiden Arme entsprächen
den beiden Kiemenwurzeln eines Capitibranchiaten und
die sog. Oviducte zweien Segmentalorganen. Auch die
Entwicklungsweise zeige in der (dreifachen) Gliederung
des Larvenleibes und dem mehrfach beobachteten Auftreten
provisorischer Borsten unverkennbare Beziehungen zu den
Chaetopoden. Ebenso seien die dem Mantelrande aufsitzen-
den definitiven Borsten von Lingula, Discina u. a. in jeder
Hinsicht den Annelidborsten identisch, jedenfalls eine Bil-
dung, die der Gruppe der Mollusken durchaus fremd sei.
Da überdiess die Brachiopoden schon in den ältesten Erd-
schichten gefunden würden, so dürfe man wohl annehmen,
dass die Chaetopoden einst in zwei Gruppen sich differenzirt
hätten, die wir in den jetzigen Brachiopoden und Chaeto-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875 487
poden repräsentirt sähen. Die Hippuriten seien übrigens
von den Brachiopoden auszuschliessen und den Lamelli-
branchiaten zu verbinden.
Zu einem wesentlich gleichen Resultate kommt auch
Kowalewsky und zwar auf Grund von Untersuchungen,
die er „über die Entwicklungsgeschichte der Brachiopoden"
angestellt hat (Protokolle der Moskauer Gesellsch. natur-
forschender Freunde 1874, Bd. XIV. S. 1—37. Tab. I— V).
Das Material für diese Untersuchungen lieferte vornehmlich
Argiope neapolitana und Thecidium mediterraneum, zwei
Formen, die in gewissen untergeordneten Zügen der Entwick-
lung von einander abweichen und zwei Typen repräsentiren,
welche — zufolge der Beobachtungen unseres Verf.'s an Tere-
bratula minor und Terebratulina caput serpentis, die mit Ar-
giope übereinstimmen — unter den Brachiopoden eine grössere
Verbreitung zu haben scheinen. Die ersten Entwicklungs-
phasen der Eier werden im mütterlichen Körper durchlaufen,
entweder in den als Oviducte dienenden Segmentalorganen
(Terebratula) oder in besondern neben der Ausmündung
der letztern gelegenen Brutsäcken. Nach der Furchung
bildet sich zunächst eine Gastrulaforni, bald durch Ein-
stülpung der Keimblase (Argiope), bald durch successive
Ablösung der Entodermzellen, die dann erst allmählich zu
einer geschlossenen Haut zusammentreten (Thecidium). Der
von dem Entoderm umgebene Innenraum, der auch im ersten
Falle durch Schwund der Einstülpungsöffnung sich ab-
schliesst, liefert übrigens nicht bloss den Darm, sondern
auch zugleich die Leibeshöhle, die, ganz wie bei Sagitta
und den Echinodermen, in Form zweier seitlicher Aus-
sackungen aus dem Urdarm sich hervorstülpt und erst all-
mählich davon sich abschnürt. Nach der Entwicklung der
Leibeshöhle theilt sich der inzwischen etwas in die Länge
gewachsene Embryonalkörper in drei aufeinander folgende
Segmente, in Kopf, Rumpf und Schwanztheil, von denen
aber nur die beiden erstem von dem Darmschlauch durch-
zogen werden. Bei Argiope und Terebratula bilden sich
sodann an dem mittlem Segmente vier Borstenbündel, zwei
am Rücken und zwei am Bauche, die immer länger werden
und schliesslich eine ansehnliche Entwicklung erreichen,
138 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wie bei den Annelidlarven. Gleichzeitig wächst der freie
Rand des Rumpfsegmentes mit den Borsten nach hinten
zu einem Mantel aus, der den grossesten Theil des Schwanz-
theils in sich einschliesst. Ebenso verhält es sich bei
Thecidium, obwohl die Borstenbündel hier nicht zur Ent-
wicklung kommen. Nachdem der Kopf dann noch ein
Paar Augenflecke entwickelt und sich, wie auch das Schwanz-
segment, mit Flimmerhaaren bedeckt hat, verlässt die Larve
den mütterlichen Körper, um eine kurze Zeit zu schwärmen.
Bald aber befestigt sie sich mit ihrem Schwanzende, der
zu diesem Zwecke eine klebrige Substanz absondert. Sie
verliert ihre Wimpern und nimmt durch Umschlagen des
Mantels, der statt des Schwanzsegmentes dann den Kopf
in sich einschliesst, eine ganz neue Form an, die bei Ar-
giope u. a. durch Verlust der Borsten noch weiter sich
abändert. Erst jetzt bildet sich der Mund und Oesophagus,
ungefähr um dieselbe Zeit, in der auch der lappenförmig
auswachsende Mantel an der Rücken- und Bauchseite die
erste cuticulare Anlage der spätem Schale zeigt. Bald
darauf geschieht auch die BilduDg der Kiemen, die anfangs
in geringer Zahl an einer wulstförmigen Verdickung auf
der Innenfläche des Rückenlappens hervorsprossen und zu-
nächst eine kreisförmige Anordnung besitzen. Die defini-
tive Ausbildung des Kiemenapparates und die Verkalkung
der Schale beendigen dann schliesslich die Metamorphose.
Dass das hintere Segment dabei zum Stiele wird, braucht
kaum besonders bemerkt zu werden. Die Muskeln des-
selben sind schon früher angelegt und bereits vor der
Schwärmperiode von ansehnlicher Stärke.
Schneider veröffentlicht „Untersuchungen über Plat-
helmmthen" (Giessen 1873, 76 Seiten in Octav mit 5 Kupfer-
tafeln, aus dem 14. Jahresberichte der Oberhessischen Ge-
sellsch. für Natur- und Heilkunde besonders abgedruckt),
die, zunächst an Mesostomum Ehrenbergii anknüpfend, vor-
nehmlich die Turbellarien zum Gegenstande haben, aber
auch auf die übrigen Gruppen der Plattwürmer sich aus-
dehnen. Sie betreffen den feinern Bau (Muskeln, Drüsen,
Nervensystem), der in einer mehrfach von den frühern
Darstellungen abweichenden Weise geschildert wird, die
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wäbr. d. Jahre 1872—1875. 439
Anordnung der Muskulatur, die oft schon bei nahe ver-
wandten Thieren, wie den bestachelten und unbestachelten
Nemertinen, auffallende Unterschiede erkennen lässt, die
Fortpflanzungsverhältnisse besonders von Mesostomum und
führen den Verf. schliesslich zur Aufstellung eines eigenen
Systemes der Platt- und Rundwürmer, die so ziemlich in
demselben Sinne, wie in unsern Berichten, begrenzt sind,
unter Auflösung der Abtheilung Vermes aber je als Re-
präsentanten eines selbstständigen Typus genommen wer-
den. Beide Classen enthalten einfache und segmentirte
Arten und lassen sich, wie Verf. meint, am natürlichsten
in zwei Gruppen theilen, die zumeist durch die Bildung
ihres Muskelapparates geschieden sind, auf Grund des Um-
standes aber, dass die eine dieser Gruppen sowohl bei den
Plattwürmern, wie auch den Rundwürmern — wenigstens
nach der Auffassung des Verf. 's, der die Metamorphose
von Actinotrocha (J. B. 1862. S. 120) bekanntlich nicht als
solche gelten lässt — mehrfache Beispiele eines Gene-
rationswechsels aufweist, als die Gruppen der Stammformen
und Generationsformen bezeichnet werden, mit einem Na-
men, der zu mancherlei Missdeutungen Veranlassung geben
dürfte und um so weniger zutrifft, als z. B. die Syllideen,
die doch einen so exquisiten Generationswechsel durch-
laufen, mitsammt den übrigen Chaetopoden den Stamm-
formen verbleiben. Auch sonst dürfte das System des Verf.'s
kaum zu einer allgemeinern Geltung kommen, da durch
dasselbe vielfach nahe verwandte Thiere, wie die oben
erwähnten Enopla (Poliadea Sehn.) und Anopia (Nemertea),
weit aus einander gerissen werden. Die nachfolgende
Uebersicht des Schneider'schen Systemes wird dies zur
Genüge nachweisen.
Nemathelminthen.
I. Stammform (Lob ocephal a). Muskelhaut aus Längsfasern beste-
hend. An jedem Ende des Körpers eine Oeffnung, dorsale und
ventrale Seite verschieden. Excretionsgefässe, wenn vorhanden,
unverästelt aus zwei seitlichen Haupt stammen bestehend.
A. Einfache Form. Hauptstämme des Nervensystemes dorsal
und ventral gelegen; keine Blutgefässe.
a. Nur eine dorsale Medianlinie vorhanden . . Gordiacea.
b. Dorsale und ventrale Medianlinien und Seitenfelder vor-
440 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
handen. Innere Quermuskeln auf der ventralen Seite an
beschränkten Stellen.
1. Mund ohne Kiefer Nematoidea.
2. Mund mit Kiefern Chaetognatha.
B. Segmentirte Form. Seitenfelder, Bauch- und Rückenlinie.
Innere Quermuskeln von der Bauchlinie zum Seitenfelde.
Hauptstamm des Nervensystemes ventral. Blutgefässe kom-
men vor.
a. Keine Borsten; äussere Quermuskeln fehlen. Gymnotoma
(Polygordius).
b. Borstenbündel; äussere Quermuskeln vorhanden.
Chaetopoda.
II. Generationsform (Rhynchocephala). Muskelhaut aus äussern
Quer- und innern Längsfasern bestehend, keine Seitenfelder.
Blutgefässe kommen vor.
A. Darmkanal hufeisenförmig; Mund und After genähert.
a. Vermehrung durch Knospung Bryozoa.
b. Keine Knospung Sipunculidea.
B. Darmkanal gestreckt.
a. Ohne Mund und After . Acanthocephala,
b. Mit Mund und After Gephyrea.
Plathelminthen.
I. Stammform. Muskelhaut aus Ring-, Diagonal-, Längs- und Sa-
gittalfasern zusammengesetzt. Längsl'aserschicht ohne Unter-
brechung. Excretionssystem verzweigt, an einzelnen Stellen
bewimpert.
A. Einfache Form. Hermaphroditisch ; keine Blutgefässe ; Haupt-
nervenstämme seitlich.
a. Epithel vergänglich Trematoda.
b. Epithel bleibend und wimpernd Planaridea.
B. Segmentirte Form. Blutgefässe vorhanden.
a. Rüssel in dem Mund sich öffnend ; mit Kalkstilet be-
waffnet; Nervensystem mit zwei seitlichen Hauptstämmen;
Haut mit Wimperepithel Poliadea.
b. Saugscheibe am Hinterende.
1. Nervensystem mit zwei seitlichen Hauptstäramen.
Malacobdellea.
2. Nervensystem mit einem ventralen Hauptstamm.
Hirudinea.
c. Segmente mit Füssen Onychophora.
II. Generationsform. Muskelhaut aus einer äussern dünnen Quer-
längsschicht, innern Längs-, Rings- und Sagittalfasern zusammen-
gesetzt. Hauptnervenstämme seitlich.
A. Epithel vergänglich; kein Darm; keine Blutgefässe. Herma-
phroditen Cestoidea.
in d Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 441
B. Epithel bleibend.
a. Kein Rüssel; Excretionssy stein vorhanden . RhaMocoela.
b. Ein von der Rückseite der Mundhöhle entspringender
kurzer Rüssel Sphyrocephalea.
c. Ein auf der Mitte des Kopfes vorstreckbarer Rüssel ohne
Stilet.
1. Keine Kopfspalten.
aa. Excretionssystem vorhanden; keine Blutgefässe.
Prostomea.
bb. Excretionssystem fehlt; Blutgefässe vorhanden.
Cephalotrichea.
2. Kopfspalten vorhanden; kein Excretionssystem.
aa. Blutgefässe fehlen Stenostomea.
bb. Blutgefässe vorhanden Nemertea.
Panceri veröffentlicht in den Atti della Soc. italiana
di sc. naturale Vol. XVIII. Fase. 2 u. 3 eine Zusammen-
stellung der bisher an der italienischen Küste aufgefunde-
nen Chaetopoden, Gephyreen und Turbellarien (Catalogo
degli Annelidi, Gefirei e Turbellarie d'Italia 53 Seiten in
Octav). Bis auf 2 Species (Polynoe turcica und Pholoe
brevicomis) sind es nur bekannte und bereits früher be-
nannte Formen, die Verf. zusammengestellt hat.
Malm behandelt die an der Schwedischen Küste bei
Göteborg vorkommenden Annulaten (zoologisca observa-
tioner VII. Goeteb. Handl. 1874. p. 67—105. PI. I). Ich
habe keine Gelegenheit gehabt, die Abhandlung einzusehen,
entnehme aber den darüber mir zugekommenen Mitthei-
lungeü, dass Verf. darin 169 Polychaeten und 10 Oligo-
chaeten aufzählt, unter denen manche neue Arten sein sollen.
Mac Intosh findet um St. Andrews 106 Chaetopoden,
3 Hirudineen, 5 Gephyreen, 1 Chaetognathen, 19 Nemer-
tinen, 11 Pharyngocoelen (Ann. nat. bist. T. XIV. p. 192
u. 145 ff.). Die neuen Arten werden weiter unten namhaft
gemacht werden.
M o e b i u s zählt nach den ersten Fahrten der Pomme-
rania in der Ostsee 19 Turbellarien (mit 8 Nemertinen),
8 frei lebende Nematoden. 1 Chaetognathen, 2 Gephyreen,
4 Hirudineen, 33 Chaetopoden und 11 Bryozoen (a.a.O.).
Das zweite Verzeichniss — aus den Jahren 1872 und
1873, in denen die Fahrten der Pommerania auch auf die
442 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Nordsee ausgedehnt wurden — (a. a. 0. S. 153 — 170.
Tab. III) enthält 100 Species : 76 Anneliden, 14 Turbel-
larien, 5 (mit Einschluss von Chrystallophrisson nitens
Mob. = Chaetoderma Lov. 6) Gephyreen, 2 Chaetognathen,
1 Polygordius, 1 Hirudinee. Fast alle Anneliden, die zur
Beobachtung kamen, verbreiten sich von der Norwegischen
Küste bis über 60 ° N. Viele kommen auch im nördlichen
Eismeere und im Mittelmeere vor, sind also eurytherme
Thiere; mehrere werden zugleich an der Ostküste Nord-
amerikas gefunden.
Die zweite deutsche Nordpolfahrt lieferte eine Aus-
beute von 1 1 Chaetopoden, 1 Gephyree, 2 Nemertina, 3 Ce-
stodea, über die gleichfalls von Möbius berichtet wird.
Ebenso zählt Ehlers in seiner Mittheilung „zur
Kenntniss der Fauna von Nowaja-Semlja (Sitzgsber. der
physikal. med. Soc. zu Erlangen 1873 Jan.) 23 Chaetopoden,
2 Gephyreen, 2 Bryozoen auf.
v. Willemoes-Suhm liefert (Ztschrft. für wissensch.
Zool. Bd. XXIII. S. 346—349) eine Aufzählung der von
ihm an den Küsten der Faer-Oer aufgefundenen (25) Chae-
topoden.
Forel handelt in seinen Materiaux pour servir ä
Tetude de la faune profonde du Lac Leman (Bullet. Soc
Vaud. T. XIII. p. 1 — 164) u, a. auch von den daselbst
vorkommenden Würmern. Ausser drei vermuthlich neuen
Oligochaeten (Tubifex, Clitellio, Lumbriculus) wird dabei
auch einer neuen Turbellarie gedacht, die später noch be-
sonders angezogen werden soll.
Nicholson beschreibt aus dem See Ontario (1. c.)
eine Anzahl von Lumbricinen und Hirudineen, die neu sein
sollen, nach den kritischen Bemerkungen Verrill's (Silli-
man's Arner. Journ. 1873. Vol. V. p. 387) jedoch einer
Revision bedürftig erscheinen.
Zürn veröffentlicht den ersten Theil eines Werkes
über „die Schmarotzer auf und in dem Körper unserer
Haussäugethiere" (230 Seiten mit 4 Tafeln, Weimar 1872),
der überall mit Rücksicht auf die praktischen Interessen des
Veterinärs und Landwirthes die thierischen Parasiten in
kurzer zoologischer und biologischer Darstellung behandelt.
n d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 443
Für den ersten Unterricht in der Helminthologie darf das
Buch, das sich auf die neuesten und besten Quellen stützt,
einem Jeden empfohlen werden.
Ebenso liefert Krabbe (Tidsskrift for Veterinaerer
1872. Bd. II) eine Aufzählung der bei den einzelnen Haus-
thieren vorkommenden Eingeweidewürmer, mit mehr oder
minder ausführlichen veterinärmedicinischen und zoologi-
schen Excursen. Aufgezählt sind im Ganzen 19 Cestoden,
5 Trematoden, 36 Nematoden, 1 Acanthocephale, die der
Art sich vertheilen, dass das Pferd davon 4, 1 und 11,
das Schwein 3, 2, 7 und 1, das Rind 6, 3, 8, das Schaaf
4, 3, 7, der Hund 10, 1, 8 und die Katze 4, 2, 4 aufweist.
Der Helminthen der Hausvögel sind nur namentlich auf-
geführt 17 Arten bei dem Huhn (4, 4, 9), 15 bei der Ente
(5, 4, 6), 13 bei der Gans (3, 5, 4, 1). Husdyrenes In-
voldsorme, 55 Seiten.
Den gleichen Gegenstand behandelt Cobbold, the
internal parasites of our domesticated animals London 1874,
oder (in italienischer Uebersetzung von Tommasi) Para-
siti interni degli animali domestici, Firenze, 160 Seiten
mit Holzschnitten. Auch hier sind die einzelnen Formen
nicht nach ihrer systematischen Verwandtschaft, sondern
nach ihrem Vorkommen geordnet. Die Lebensgeschichte
steht überall im Vordergrunde der Darstellung, die hier
und da (wie z. B. bei Gelegenheit der Rinderfinne) unsere
Kenntnisse mit neuen oder doch wenig gekannten That-
sachen bereichert. Die italienische Ausgabe ist mit einem
Anhange versehen, in dem Pellizari die Resultate der
Experimente darlegt, die er über die zum Abtödten der
Finnen nothwendige Temperatur (60° C.) angestellt hat.
Hering referirt in seinen „Beiträgen zur Entwick-
lungsgeschichte einiger Eingeweidewürmer" (Würtemberg.
naturwiss. Jahreshefte 1873. Jahrg. 29. S. 305—356) über
eine Reihe von Beobachtungen und Experimenten, die er
zur Aufhellung der Entwicklungsgeschichte von Ascaris
mystax und Taenia cucumerina angestellt hat. Wir werden
später noch auf dieselben zurückkommen, wollen aber schon
hier erwähnen, dass sie keineswegs zu dem erwünschten
444 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Resultate führten — auch bei der zur Anwendung gebrachten
Methode schwerlich hinführen konnten.
v. Linstow veröffentlicht in den Jahrgängen des
Archivs für Naturgesch. 1872—1875 an verschiedenen Stellen
Beobachtungen über neue und bekannte Helminthen, die in
dem nachfolgenden Berichte bei den einzelnen Gruppen
angezogen sind.
Gleiches gilt für v. Willemoes-Suhm's „helmintho-
logische Notizen", Ztschrft. für wissensch. Zoologie 1873.
Bd. XXIII. S. 331—349. Tab. XVIII.
Der ältere van Beneden handelt über die Parasiten
der Belgischen Fledermäuse und giebt dabei eine Aufzäh-
lung resp. Beschreibung der von ihm beobachteten Hel-
minthen, die bei der ausschliesslich insectivoren Lebens-
weise der Träger unser besonderes Interesse herausfordern.
Dieselben gehören den Nematoden, Trematoden und Ce-
stoden an, und bilden eine sehr eigentümliche Fauna von
Formen, die mit Ausnahme zweier sämmtlich den ausge-
bildeten Zustand repräsentiren. Wir werden weiter unten
auf diese interessanten Untersuchungen zurückkommen. Les
parasites des chauves-souris de Belgique. 42 Seiten in Quarto
mit 7 Tafeln (Mem. Acad. roy. de Belg. T. XL. 1873).
Vi Hot berichtet sur la faune helminthologique des
cötes de la Bretagne (Cpt. rend. T. 80. p. 679—681 und
p. 1099 — 1101, ausführlicher, mit Beschreibung der neuen
Arten, Archiv, zool. exper. T. IV. p. 451—482, PI. XI— XIV).
K refft's Abhandlung „on Australian Entozoa" mit
einer vollständigen Aufzählung der bisher beobachteten
Arten und Beschreibung von 16 neuen Bandwürmern (Trans-
act. entomol. Soc. New-S.-Wales 1871. 23 P. mit 3 Taf.)
ist Ref. nicht näher bekannt geworden.
An dieser Stelle dürften auch schliesslich noch ein
Paar Arbeiten Erwähnung finden, welche die Beziehungen
der Würmer zu den Wirbelthieren behandeln. Bisher war
man bekanntlich, gestützt auf die berühmten Untersuchun-
gen von Kowalewsky und Kupffer über die Entwick-
lung der Ascidien, geneigt, diese als die nächsten Ver-
wandten der Wirbelthiere zu betrachten. Dagegen ist nun
aber S e m p e r in Folge der von ihm gemachten Entdeckung,
in d. Naturgesch. d. nied Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 445
dass die Urniere der Haifischembryonen in Form von
förmlichen Segmentalorganen angelegt wird, zu der Ueber-
zeugung gekommen, dass es statt der Ascidien die Rin-
gelwürmer seien, welche die Stammesverwandtschaft mit
den Wirbelthieren vermittelten. Die Beziehungen dieser
beiderlei Thiergruppen wären vielleicht schon früher
richtig gewürdigt, wenn man nicht in dem Vorurtheile be-
fangen gewesen wäre, dass die von uns als Bauch und
Rücken bezeichneten Körpertheile in morphologischer Be-
ziehung einander entsprechen müssten, obwohl sie doch
eigentlich nur insofern übereinstimmen, als sie zur Be-
wegungsebene die gleiche relative Lage besitzen. Schon
die Naturphilosophen des ersten Viertels unseres Jahr-
hunderts parallelisirten den Bauch der Gliederthiere dem
Rücken eines Wirbelthieres, und dieser Vergleich erscheint
heute um so mehr gerechtfertigt, als sich nach Kowa-
lewsky's Untersuchungen das Bauchmark der erstem in
ganz analoger Weise bildet, wie das Rückenmark der
Wirbelthiere. Kehrt man einen Ringelwurm um, so dass
sein Bauch nach oben zu liegen kommt, so bietet sein
Durchschnitt genau die gleiche Lagerung der Organe, wie
ein Haifischembryo. Die Analogie wird eine ganz voll-
ständige, wenn es erlaubt sein sollte, die sg. colossalen
Nervenfasern, die vielfach einen dem Bauchmark der Glie-
derwürmer aufliegenden Faserstrang bilden, mit Kowa-
lewsky der Wirbelthierchorda zu vergleichen (was freilich
nach den neuesten Beobachtungen Clapa rede's kaum
zulässig erscheint, Ref.). Bei einer Vergleichung mit Am-
phioxus ist die Analogie wegen der hier fehlenden Seg-
mentalorgane allerdings weniger auffallend, allein Verf.
glaubt Grund zu der Annahme zu haben, dass Amphioxus
den Wirbelthieren überhaupt nicht zugehöre und den Asci-
dien näher stehe, als den Fischen. Durch die Feststel-
lung dieser Beziehungen werden alle „rein gegliederten"
Thiere mit einander in nächste verwandtschaftliche Be-
ziehung gesetzt und den ungegliederten Formen in einer
andern Entwicklungsreihe gegenübergesetzt. Dass durch
ein solches Verfahren eine Auflösung des „Typus" der
Würmer herbeigeführt wird, bedarf keiner weitern Aus-
Arclriv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. DD
446 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
einandersetzung. Verf. setzt an die Stelle derselben eine
ganze Anzahl von Gassen (Kreisen): die der Scolecida,
Nematoda, Rotatoria, Annulata — der Bryozoen, Braehio-
poden und Tunikaten nicht zu gedenken — und sucht die
zwischen diesen und den übrigen Classen (Coelenteraten,
Echinodermen, Mollusken, Arthropoden und Vertebraten)
obwaltenden Verwandtschaftsverhältnisse, wie schon oben
erwähnt, durch die Construction eines von einer Planula
(Gastrula Hack.) als gemeinschaftlicher Urform ausge-
henden Stammbaumes übersichtlich darzustellen. Die Stam-
mesverwandtschaft der Wirbelthiere und Wirbellosen, Ar-
beiten aus dem zoolog.-zootom. Institute in Würzburg Bd. IL
S. 25-76. Tab. III-V.
Auch Do hm macht den Versuch, den „genealogi-
schen Zusammenhang der Anneliden und Wirbelthiere"
nachzuweisen, ergeht sich dabei aber in so gewagten Spe-
culationen, dass wir denselben hier unmöglich folgen kön-
nen. Der Ursprung der Wirbelthiere und das Princip des
Functionswechsels. Leipzig 1875. 87 Seiten.
Chaetopodes.
Polychaeti. In Clapa rede's „recherches sur la
structure des i^nnelides södentaires" (Geneve 1873, 199 S.
in Quarto mit 15 chromolithographirten Tafeln, Mem. Soc.
Phys. de Geneve T. XXII) erhielten wir ein Opus postu-
mum, das von befreundeter Hand herausgegeben wurde
und in passendster Weise durch eine Biographie seines Ver-
fassers inaugurirt ist. Durch dasselbe haben Clapa rede's
umfangreiche Untersuchungen über Anneliden, die wir in
unsern Berichten so vielfach als eine wichtige Fundgrube
zoologischen Wissens zu berücksichtigen hatten, nach der
anatomisch histologischen Seite einen würdigen Abschluss
gefunden. Es ist ein reicher Schatz von neuen, mehr oder
minder wichtigen Thatsachen, der uns als letztes Ver-
mächtniss eines unermüdlichen und gewissenhaften For-
schers und ausgezeichneten Gelehrten hier vorliegt, das
Resultat von Untersuchungen, die vornehmlich mittelst der
Schnittmethode an zahlreichen Vertretern der Tubicolen
(Spirographis, Myxicola, Protula, Branchiomma, Owenia,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 447
Terebella, Audouinia, Chaetopterus, Telepsavus, Aricia u. a.)
angestellt sind, aber auch vielfach auf die übrigen Chaeto-
poden hinübergreifen, so dass sie mit vollem Rechte als
Ausgangspunkt und Grundlage unserer Kenntnisse von der
feinern Anatomie der Gliederwürmer anzusehen sein dürf-
ten. Der Reihe nach sind darin die einzelnen anatomischen
Systeme des Wurmkörpers, die Cuticula (p. 9 — 11), die
Hypodermis (p. 12—38), die Muskulatur (p. 39—64), die
Borsten (p. 65—68), die Perivisceralhöhle (p. 68 — 74), der
Circulationsapparat (p. 74 — 95), der Darm (p. 96 — 112),
das Nervensystem (p. 112—131) und die Segmentalorganc
(p. 132 — 138) einer eingehenden Schilderung unterworfen.
Wir vermissen nur den Geschlechtsapparat, der so gut wie
gänzlich ausser Acht blieb, theils seiner Einfachheit wegen,
theils auch desshalb, weil das Studium desselben eine
fortlaufende Reihe von Entwicklungszuständen voraussetzt,
die dem Verf. nicht zu Gebote stand. Bei der ungemeinen
Fülle der hier zum ersten Male in vergleichender Darstel-
lung behandelten Thatsachen können wir in unserm Be-
richte natürlich nur auf Weniges Bezug nehmen und auch
hier meist nur andeutungsweise verfahren. Die Cuticula
der Tubicolen ist, wie das auch bei der Lebensweise der-
selben kaum anders zu erwarten war, überall von unbe-
deutender Dicke und Festigkeit, ohne Poren und Strichel,
aber oftmals, und bisweilen (Chaetopterus) in ganzer Aus-
dehnung, mit Flimmerhaaren besetzt. In der Regel haben
diese Haare übrigens eine nur geringe Grösse, doch finden
sich auch Ausnahmen, besonders bei Aricia, wo dieselben an
den Seitentheilen der Segmente je eine kammförmige Reihe
kräftiger Haken bilden, die freilich nach des Verf. 's Ver-
muthung je einem Bündel verklebter Haare gleichzusetzen
sein dürften. Unterhalb der Flimmerhaare hat die Hypo-
dermis gewöhnlich eine grössere Dicke, als sonst, doch
finden sich in Betreff der letztern nicht bloss bei den ein-
zelnen Familien und Arten, sondern auch an den einzelnen
Körperstellen derselben Art sehr beträchtliche Unterschiede.
Parallel damit gehen auch gewisse Structurverschieden-
heiten, die um so auffallender sind, als die Hypodermis
sehr allgemein auch Drüsen verschiedener Zahl und Bil-
448 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
düng in sich einschliesst. Im Allgemeinen ist die Hypo-
dermis übrigens als eine Epithellage anzusehen, obwohl
die Zellen derselben bald ohne Grenzen unter sich ver-
schmelzen, bald auch zu der Bildung langgestreckter Cy-
linder zusammentreten, die senkrecht, wie die Elemente
eines einfachen Cylinderepitheliums, neben einander stehen
und nicht selten den Eindruck cylindrischer Drüsen machen.
In der Regel sind die Hautdrüsen aber bloss einfache
Zellen, der Gruppe der sg. Becherzellen zugehörig. Ihre
ansehnlichste Entwicklung erreicht die Hypodermis an den
sg. Bauchschildern, die meist auf die Brustregion beschränkt
sind, hier aber sehr viel weiter bei den Tubicolen vor-
kommen, als bisher bekannt war. Ob freilich Alles, was
Verf. an diesen Bauchschildern als Hypodermis beschreibt,
derselben zugehört, scheint Ref. um so zweifelhafter, als
die tiefern Lagen derselben nicht selten sehr gefässreich
sind, die Anwesenheit von Gefässen in einem Epithelial-
gebilde aber doch kaum ohne Weiteres annehmbar er-
scheint. Was die Muskulatur betrifft, so besteht diese bei
allen Chaetopoden am Körper aus einer äussern Rings-
faserschicht und aus Längsmuskeln, die der Innenfläche
aufliegen. Die erstere ist continuirlich und wird von Faser-
zellen gebildet, während die andere in eine je nach Um-
ständen wechselnde Zahl von Streifen getheilt ist und ge-
wöhnlich aus Bändern sich aufbauet, die mit ihrer einen
Kante bald direct auf den Ringsfasern aufsitzen, bald auch
zu grössern feder- oder blattartigen Complexen unter sich
verbunden sind. Der Ansicht Schneidens, welcher diese
letzteren trotz ihrer beträchtlichen Grösse bekanntlich als
einfache Zellen betrachtet, kann Verf. nicht beistimmen;
er ist im Gegentheil geneigt, schon die einzelnen Blätter
als das Entwicklungsproduct einer grössern Anzahl von
Zellen aufzufassen. Uebrigens giebt es auch Fälle, in
denen die Längsmuskeln aus einfachen Fasern bestehen
(Sabella), die dann eine beträchtliche Länge haben und,
wenn auch nicht geradezu vom vordem bis zum hintern
Körperende, so doch durch einen grossen Theil der ge-
sammten Körperlänge hindurch sich hinziehen. An andern
Stellen (am Darm, den Gefässen, Barteln) haben die Fasern
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 449
dagegen eine wahrhaft liliputanische Grösse. Ueberhaupt
wechselt die Bildung der Muskelelemente an den verschie-
denen Körpertheilen so auffallend, dass man schon aus
diesem Grunde davon absehen rauss, dieselbe für systema-
tische Zwecke zu verwerthen. Die Bindesubstanz, welche
die Muskelelemente zusammenhält und sich oftmals in an-
sehnlicher Entwicklung zwischen dieselben einschiebt, be-
steht aus einer structurlosen Substanz, welche zahlreiche
runde und sternförmig ausgezogene Bindegewebskörperchen
in sich einschliesst. Haken und Borsten unterscheiden sich
in ihrer Bildungsweise dadurch, dass die letztern in der
Tiefe der Körperwand entstehen, die erstem aber mehr
oberflächlich, und zwar zunächst unter der Form eines kegel-
förmigen Zäpfchens, das die Spitze des spätem Hauptzahnes
darstellt und, wie es scheint, über einer conisch ausge-
wachsenen Zelle sich modellirt. Die Neubildung geht
immer nur an einer bestimmten Stelle vor sich, von der
die Hartgebilde dann erst allmählich durch den Druck des
nachwachsenden Gewebes an ihren spätem Standort rücken.
Die Leibeshöhle hat ihre besondere Endothelauskleidung,
die auch die von Muskelfasern durchzogenen Septa über-
zieht und selbst auf die Eingeweide übergeht. Sie ist
übrigens sehr allgemein durch eine Längsscheidewand, die
an Rückengefäss und Darm sich ansetzt, in zwei Hälften
getheilt. Eine gleiche Abtheilung trifft man gewöhnlich
auch in den Kiemenanhängen und Tentakeln, deren Ge-
lasse dann der Scheidewand angehören. Bei den Sabellen
ist die Leibeshöhle der vordem Thoracalsegmente sogar
vollständig verschwunden und bis auf zwei enge Seiten-
kanäle, in denen die Kiemengefässe verlaufen, mit Binde-
substanz ausgefüllt. Ein Rückengefäss, wie es der Mehr-
zahl der Chaetopoden zukommt, fehlt den Sabellen und
Serpuliden. Die Stelle derselben wird von einem weiten
Blutsinus vertreten, der zwischen Rings- und Längsmuskel-
schicht des Chylusdarmes sich einschiebt und auf der Höhe
des hintern Pharyngealendes in ein reiches Gefässnetz sich
fortsetzt, aus dem dann schliesslich die beiden Kiemen-
gefässe hervorkommen. Während sonst die Kiemen fast
überall ein besonderes arterielles und venöses Gefäss in
450 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich einschliessen, enthalten dieselben bei den hier ge-
nannten Röhrenwürmern nur einen einzigen Gefässraum,
in dem die Blutbewegung je nach der Druckrichtung bald
hier-, bald dorthin stattfindet. Ebenso verhält sich Owenia,
ähnlich auch Aricia und Chaetopterus insofern wenigstens,
als der hintere Körperabschnitt hier gleichfalls einen peri-
intestinalen Blutsinus aufweist. Anstatt der seitlichen Ge-
fässnetze kommt jedoch vorn aus demselben ein gewöhn-
liches Rückengefäss zum Vorschein. Das Bauchgefäss ist
bei verschiedenen Tubicolen von derselben chloragogenen
Substanz umgeben, die bei den Lumbricinen schon seit
lange bekannt ist. Wo dieselbe fehlt, da enthält das
Rückengefäss bisweilen (Terebella) ein von Körnern durch-
setztes gefaltetes Längsband, das einen grossen Theil des
Lumens ausfüllt und vielleicht eine Art innern Chlorago-
gens darstellt. Das Darmepithel trägt gewöhnlich Flim-
merhaare und besteht in der Regel aus Cylinderzellen, die
im Oesophagus aber hier und da von denselben prisma-
tischen Säulen vertreten sind, deren wir bei der Hypo-
dermis oben gedacht haben. Einzelne dieser Zellen gehen
häufig eine Umwandlung in Drüsenzellen ein (besonders
auffallend bei Branchiomma). Die in den Innenraum vor-
springenden Falten sind gewöhnlich blosse Epithelialent-
wicklungen, doch finden sich auch Fälle, in denen die-
selben durch Aufnahme blutführenden Bindegewebes der
sg. Typhlosole der Regenwürmer ähnlich werden. Von
besonderm Interesse sind die Angaben über das Nerven-
system unserer Würmer. Zunächst wird die Thatsache
festgestellt, dass die zuerst bei den Oligochaeten auf-
gefundenen dicken Fasern, die der Rückenfläche der
Ganglienkette aufliegen oder vielmehr, genauer gespro-
chen, in das umhüllende Neurilemm eingelagert sind,
bei den Serpuliden eine ganz colossale Entwicklung er-
reichen, so dass sie zum Theil schon dem unbewaff-
neten Auge sichtbar werden. Auch in andern Familien
sind dieselben nachweisbar (Spioniden, in verkümmertem
Zustande auch bei den Terebellen und Cirratuliden), wäh-
rend sie sonst — auch bei der Mehrzahl der übrigen
Polychaeten — fehlen. Obwohl im übrigen Körper isolirt,
in d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 451
bilden diese beiden Fasern (Spirographis) in dem ersten
Thoracalsegmente zahlreiche Queranastomosen, um dann
neben den Sehlundcommissuren in die Hirnganglien über-
zutreten, sich hier zu verästeln und in immer feinere
Zweige aufzulösen. Ihre letzte Endigung Hess sich leider
nicht beobachten. Ein Gleiches gilt von den centralen
Nervenfasern, die sich im Innern der Ganglienmasse eben-
falls in Fibrillen auflösen, keineswegs aber direct in Ner-
venzellen übergehen. An dem Bauchstrange bilden diese
Zellen übrigens statt der isolirten Ganglien gewöhnlich
einen zusammenhängenden Belag, wie bei den Gephyreen.
Auffallender noch ist der Umstand, dass dieser Bauchstrang
nur selten und ausnahmsweise im Innern der Leibeshöhle
liegt, in der Regel vielmehr verschieden tief in den Mus-
kelschlauch sich einlagert und bisweilen sogar in mehr
oder minder grosser Ausdehnung (Telepsavus, Terebella,
Audouinia u. a.) — am häufigsten an den Sehlundcom-
missuren — ganz oberflächlich in der Hypodermis gefun-
den wird. Ebenso zeigen sich in dem Verhalten der beiden
Faserzüge, die den Bauchstrang bilden, viel grössere
Verschiedenheiten, als bisher bekannt war. Bald sind die-
selben in mehr oder minder grosser Ausdehnung (Tere-
bella) vollständig unter sich verwachsen, bald auch (Chae-
topteriden) von einander getrennt und anscheinend selbst
ohne Quercommissuren, so dass dann nicht einmal mehr von
einem ösophagealen Nervenringe gesprochen werden kann.
Am auffallendsten ist das bei Telepsavus, bei dem — ganz
wie es Bobret zky bei Saccocirrus beschreibt — die beiden
Seitenstränge in ganzer Länge getrennt wie ein Paar ein-
fache Fäden unter der Cuticula hinziehen, während sie bei
Chaetopterus in der hintern Körperhälfte wieder zusammen-
kommen. Selbst die Hirnganglien sind bei den Chaetopte-
riden (und Audouinia) in einem solchen Grade reducirt,
dass sie nur noch eine dünne Quercommissur darstellen.
Dass die Segmentalorgane der Chaetopoden neben den
Beziehungen zu den Geschlechtsproducten auch eine secre-
torische Bedeutung haben, wird am deutlichsten wohl durch
die Verhältnisse der Serpuliden und Sabellen bewiesen,
deren Segmentalorgane überhaupt nur in einfacher Anzahl
452 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
entwickelt sind und, den geschlechtlichen Functionen voll-
ständig entfremdet, ausschliesslich zur Absonderung der
Schalensubstanz dienen. Am abweichendsten ist die Entwick-
lung dieser Gebilde bei Myxicola, wo dieselben mit ihren
Windungen fast den ganzen Raum der Thoraxhöhle ausfüllen
und um so leichter in's Auge fallen, als sie schwarz pig-
mentirt sind. Auch bei den Chaetopteriden wird die se-
cretorische Function der Segmentalorgane durch Ausschei-
dung von kugligen Concretionen (Guanin ?, Harnsäure ?),
wie sie Verf. früher schon bei andern Polychaeten beschrie-
ben hat, ausser Zweifel gestellt.
Durch diese Mittheilungen Claparede's finden auch
die Bemerkungen von Ray Lankaster über die in das
Innere des Gefässapparates eingeschlossenen Kiemen von
Sternaspis (Annais nat. bist. Vol. XI. p. 92) ihre Erledigung.
Die colossalen Nervenfäden von Glycerea spricht Ray Lan-
kaster — mit Kowalewsky — als Chordarudimente
an. In dem Nervenstrange von Aphrodite, der Perivisceral-
flüssigkeit von Glycera und Capitella, so wie von Phoronis
und Polia wird auf spectroscopischem Wege die Existenz
von Haematoglobulin nachgewiesen. (Ibid. p. 97.)
Panceri dehnt seine Untersuchungen über das Leuch-
ten und die Leuchtorgane auch auf die Gruppe der Anne-
liden aus und berücksichtigt dabei vorzugsweise Chae-
topterus, Balanoglossus, Polycirrus, Odontosyllis und Po-
lynoe, Geschlechter, deren Arten vornehmlich bei Einwir-
kung eines (mechanischen oder electrischen) Reizes in mehr
oder minder grosser Ausdehnung ein intensives Licht aus-
strahlen. Am schönsten und brillantesten vielleicht Chae-
topterus, der, mit Ausnahme des Vorderkörpers, an sämmt-
lichen Anhängen leuchtet, während das Licht bei Polycirrus
auf die Tentakel, das von Polynoe auf die Elytren be-
schränkt ist. In allen diesen Fällen Hess sich die Bildung
des Lichtes auf Hautzellen zurückführen, die gewöhnlich
die Form von einzelligen Drüsen besitzen, bisweilen aber
auch der Ausmündungsöffnung entbehren — so namentlich
in den sg. schwammigen Drüsen des Chaetopterus, die
Nichts als Anhäufungen solcher Zellen sind — und bei
Polynoe in directem Zusammenhange mit Nervenveräste-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 453
lungen gesehen werden. La luce e gli organi luminosi di
alcuni annelidi, 20 Seiten in Quarto mit 4 Kupfertafeln,
aus den Atti delle r. Accad. scienze fis. e matem. di Na-
poli 1875.
Gree ff 's Abhandlung „über die Augen, insbesondere
die Retina der Alciopiden" (Sitzungsber. der Marburger
Gesellsch. für Naturwissensch. 1875. N. 10) giebt uns zum
ersten Male eine genügende Einsicht in den Bau eines
Apparates, der durch seine ungewöhnliche Grösse eine
verhältnissmässig hohe Organisation in Aussicht stellt und
schon manchen Beobachter früher zu einer nähern Unter-
suchung gereizt hatte. Im Grossen und Ganzen wiederholt
das Auge natürlich die Bildungsverhältnisse der niedern
Thiere, namentlich insofern sich diese in der Lage der
Stäbchen und der Pigmentschicht aussprechen. Die kugelige
Linse liegt dicht an der structurlosen Sklera und wird
durch einen netzförmig durchbrochenen kernhaltigen Ring,
wie durch ein Corpus ciliare, in seiner Lage erhalten.
Sie füllt nur einen verhältnissmässig kleinen Theil des
innern Augenraumes, so dass dahinter ein Glaskörper von
ansehnlicher Grösse gefunden wird. Die Stäbchen der
Retina erscheinen entweder (Nauphanta) als mehr oder
minder lange und dünne cylindrische Pallisaden oder (Calli-
zona) als Kolben, die nach dem freien Ende zu anschwellen.
In beiden Fällen aber sind dieselben hohl, im kolbenför-
migen Zustande sogar der Länge nach gespalten und von
einem Achsenfaden durchzogen, der sich nach Aussen in
eine langgestreckte kernhaltige Säule fortsetzt, die das
Stäbchen trägt und, mit den anliegenden Säulen zu einer
„Zellschicht" verbunden, nicht wenig zur Verdickung der
Retina beiträgt. Die einzelnen Säulen sollen dann ihrer-
seits direct mit den Opticusfasern in Verbindung stehen, so
dass es den Anschein hat, als wenn die ganze Retina des
Alciopiden-Auges überhaupt nur aus einer einzigen Zellen-
lage hervorgegangen wäre.
Bei Tomopteris sah Allmann einen ganglienlosen
doppelten Bauchstrang. Nature 1873. Vol. IX. p. 74.
Nach Willemoes- Suhm besitzt Glycera alba am
Grunde des Kopfrüssels zwei ein- und ausstülpbare flim-
454 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mernde Tentakel, die vermuthlich als Tastorgane fungiren.
Ztschrft. für wissensch. Zool. Bd. XXIII. S. 346.
Grab er handelt (Sitzungsber. der Wiener Akad. 1873.
Bd. 47. S. 201-219, 2 Tafeln) über „die Gewebe und
Drüsen des Anneliden-Oesophagus". Er liefert darin den
Nachweis, dass die Wandungen dieses Apparates zahlreiche
Gruppen von Schlauchdrüsen enthalten, die durch die Cu-
ticula hindurch ausmünden und nur bei den mit besondern
Anhangsdrüsen versehenen Nereiden eine kümmerliche Ent-
wicklung besitzen. Die Tunica intermedia, welche diese
Drüsen enthält, besteht aus senkrecht stehenden Fibrillen,
die gelegentlich in körnige Protoplasmastränge sich ver-
wandeln sollen und an Bildungen erinnern, wie sie im
Corium von Priapulus und Sipunculus vorkommen. Dass
die Peritonealbekleidung zellig sei, wird in Abrede gestellt ;
sie soll sich aus zwei übereinander liegenden Faser-La-
mellen zusammensetzen, deren Fibrillen nahezu unter
rechtem Winkel sich kreuzen.
Die Untersuchungen Selenka's über Aphrodite acu-
leata liefern den Nachweis, dass dieses Thier keineswegs,
wie früher meist angenommen, zu den anangischen Wür-
mern gehört, sondern im Gegentheil ein wenn auch nur
zartes und (weil mit gelblichem Blute gefüllt) unschein-
bares, doch sehr entwickeltes Gefässsystem besitzen. Das-
selbe besteht, wie bei andern Chaetopoden, aus einem
Rücken- und Bauchstamme, dessen Zweige theils die Darm-
wand (d. h. den Mitteldarm mit Ausschluss des Pharynx
und der Anhänge) versorgen, theils auch wundernetzartig
die Leibeshöhle durchziehen und die Darmanhänge und
Fussmuskeln kappenartig umhüllen, die sonst so deutliche
segmentale Gliederung aber nur wenig hervortreten lassen.
Die seit Pallas bekannten und mehrfach untersuchten Ova-
rialstränge sind gleichfalls nichts Anderes, als Gefässe,
unter deren zelliger Bekleidung die Eier ihren Ursprung
nehmen, so dass diese bis zur Reife davon beutelartig um-
hüllt sind. Das Gefässsystem der Aphrodite aculeata,
Niederl. Archiv für Zoologie Bd. IL S. 33-45. Tab. III.
Eine Zusammenstellung der Untersuchungen über Ei-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wäfcr. d. Jahre 1872—1875. 455
bildung und Eierstöcke der Chaetopoden bei H. Ludwig,
a. a. 0. S. 71—75.
Schenk handelt (Sitzgsber. der Wiener Akad. 1874.
Abth. III. Bd. LXX. 15 Seiten mit 1 Tafel Abb.) über
„die Entwicklungsvorgänge im Eichen von Serpnla nach
der künstlichen Befruchtung". Bringt man ein männliches
und weibliches Exemplar ohne Kalkröhre in ein mit Meer-
wasser gefülltes Uhrschälchen, dann entleeren dieselben
unter Krümmungen des Körpers ihre Geschlechtsproducte
aus Oeffnungen, welche seitlich zwischen den Segmenten
gelegen sind. Nach der Befruchtung wird das Keimbläs-
chen durch die sich verschiebende Körnermasse des Dotters
aus letzterem gegen den Rand des Eies gedrängt und
schliesslich bis auf den an die Oberfläche des Eies ge-
langenden Keimfleck aufgelöst. Nachdem dann auch letz-
terer verschwunden ist, wird der Dotter durch Neubildung
eines Kernes, der Anfangs ein strahliges Aussehen hat und
nur als centraler körnerloser Theil des Protoplasma auf-
zufassen ist, zu der ersten Furchungskugel. Auch die
Kerne der spätem Furchungskugeln zeigen eine Zeit lang
die gleiche radiäre Zeichnung, wie das inzwischen auch
für andere Arten von zahlreichen Forschern — Verf. nennt
nur Flemming — constatirt ist.
Marion macht die Beobachtung, dass Oria Armandi
nicht von Anfang an Samenkörperchen und Eier frei in
der Leibeshöhle trägt, sondern diese vielmehr in eignen
kleinen Säckchen zur Entwicklung bringt, welche rechts
und links neben dem Ovarium jederseits in den einzelnen
Segmenten gelegen sind, aber nicht der Körperwand, son-
dern einer vom Bauchgefässe nach den Seitenstämmen
emporsteigenden Gefässschlinge anhängen. Ganz ebenso
verhält es sich bei einer neuen Annelide aus der Gruppe
der Maldanien. (Sur les organes reproducteurs de l'Oria
Armandi.) Compt. rend. T. 74. p. 1254—1256.
Moebius beschreibt von einem der Familie der Spio-
deen zugehörenden Nordseewurme, Scolecolepis cirrata Sars,
eine eigenthümliche Form der Brutpflege (Schriften des
Vereins für Schleswig-Holstein Bd. I. 1874 Febr.). Der be-
treffende Wurm trägt nämlich an den untern Ruderplatten
456 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
des Hinterleibes unter und zwischen den hier eingepflanzten
Häkchen kleine Taschen, welche die Form von Schwalben-
nestern haben und je einen Klumpen von Eiern enthalten.
So weit die Eier über die Oeffnung der Taschen hervor-
ragen, werden dieselben durch ein Netz von Schleimfäden
zusammengehalten, das schon vor dem Uebertritte der Eier
gebildet ist und dann theils die Taschen ausfüttert, theils
auch an der Körperhaut des Wurmes zwischen den Ruder-
platten anliegt. Da die Ruderplatten viele Schleimdrüsen
mit feinen nach Aussen gehenden Oeffnungen enthalten,
ist wohl anzunehmen, dass der Stoff des Fasernetzes von
diesen geliefert wird. Der Austritt der Eier aus der Leibes-
höhle geschieht durch Oeffnungen, welche die Körperwand
zwischen den untern Ruderplatten durchbohren. Die Jun-
gen, welche sich aus den Eiern entwickeln, können durch
die Maschen des Netzes ungehindert ausschlüpfen.
Eine andere den Spiodeen zugerechnete Form (Lei-
poceras uviferum n. gen. et n. sp.) soll nach demselben
Verf. (die zweite deutsche Polarfahrt Th. IL S. 254) sogar
mit äussern Ovarien versehen sein. Vom 18. Segmente
an trägt dieser Wurm nämlich auf der Grenze zweier Seg-
mente unterhalb der Kiemen Wärzchen, welche weiter
hinten traubig werden und Eier enthalten, die freilich bei
dem einzigen zur Untersuchung vorliegenden Exemplare
noch nicht völlig ausgebildet waren. Daneben lassen sich
übrigens auch auf der Innenfläche der Leibeswand Eier
nachweisen.
Bobrezky liefert in den Verhandl. der Gesellsch.
der Naturf. in Kiew 1873. T. III. Hft. 3 (mit 2 Tafeln
Abbild.) eine Beschreibung und Abbildung der Larven-
formen von Centrocorone taurica, Pholoe ocellata und Pecti-
naria sp. auf verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung.
Die Larve von Pectinaria ist auch von Claparede und
Mecznikoff in Neapel beobachtet, irrthümlicher Weise
aber dem Gen. Polydora zugeschrieben worden.
Allman macht auf der Brittischen Naturforscher-
Versammlung 1872 (Journ. micr. sc, T. XX. p. 392 oder
Nature T. VI. p. 425) einige Mittheilungen über den Bau
und die Entwicklung von Mitraria, die mehrfach von den
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 457
Angaben Mecznikoffs abweichen. Nach denselben be-
sitzt diese Wurmlarve u. a. ein wohl entwickeltes Nerven-
system in Gestalt eines Schlundrings mit einem ansehn-
lichen Hirnganglion, das ausser zweien mit Linsen ausge-
statteten Augen noch zwei Gehörkapseln mit einem Oto-
lithen trägt, und zwei kleinere Unterschlundganglien. Das
Hirnganglion ist von einem Blutsinus umgeben, von wel-
chem mehrere Gefässe abgehen. Die Segmentirung beginnt
erst dann, wenn der Wurmkörper zu einem langen Cylinder
ausgewachsen ist, an den die Bauchfläche übrigens gleich-
zeitig mit dem Rücken sich ausbildet.
Im Anschluss an die oben erwähnte Abhandlung über
das Alciopidenauge liefert Greeff (a. a. 0.) eine syste-
matische Zusammenstellung der von ihm zum Zwecke einer
in Aussicht gestellten monographischen Bearbeitung dieser
Thiergruppe untersuchten Arten. Wir entnehmen daraus,
dass sich die Alciopiden nach dem bis jetzt vorliegenden
Materiale sehr naturgemäss in sieben Geschlechter ver-
theilen, die folgendermassen unterschieden werden.
Alciope Aud. et Edw. Kopflappen nicht über die Augen
hervorragend; Rüssel ohne Zähnchen; eirrenförmiger Anhang am
äusseren Ende des Ruders fehlt ; Borsten einfach. Hierher sechs
Arten (Typus A. Cantrainii), darunter eine neue: A. cirrata von
den Canarischen Inseln.
Halodora n. gen. Von Alciope durch die Zusammensetzung
der Borsten unterschieden. Einzige Art H. Raynaudii And. et Edw.
Asterope Clap. Kopflappen nicht über die Augen hervor-
ragend; Rüssel mit Zähnchen, sonst wie bei Halodora. Eine Art:
A. Candida delle Ch.
Vanadis Clap. Unterscheidet sich von Halodora durch An-
wesenheit eines cirrenförmigen Anhanges am äusseren Ende des
Ruders. Ausser V. formosa Clap. noch V. ornata, V. crystallina und
V. pelagica, sämmtlich neu, die erste von den Canarischen Inseln,
die beiden andern von Neapel.
Nauphanta n. gen. Mit zwei cirrenförmigen Anhängen am
äusseren Ende des Ruders, fast wie bei Vanadis. Hierher N. celox
n. Atlant. Ocean.
Colli zona n. gen. Kopflappen in ansehnlicher Höhe über die
Augen hervorragend, Rüssel ohne Zähnchen; ein eirrenförmiger
Anhang am äussern Ende des Ruders; Borsten zusammengesetzt.
Drei Arten, sämmtlich neu: C. cincinnata Canar. Inseln, C. nasuta
ebendah., C. Grubei atlant. Ocean.
458 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Bhynchonella Costa. Wie Callizona, aber ohne cirrenförmigen
Anhang am Ende des Ruders. Ausser B. capitata n. von den Ca-
narischen Inseln noch drei schon früher bekannte Arten.
Grube setzt die schon vor längerer Zeit von ihm
begonnene Revision einzelner Chaetopodenfamilien weiter
fort. Zunächst ist es „ die Familie der Cirratuliden", die
(Sitzungsber. der Schlesischen Gesellschaft 1872, naturhist.
Section S. 27 — 34) seine Aufmerksamkeit in Anspruch
nimmt.
Nach der Ansicht des Verf. 's zeigen die Cirratuliden
die meiste Verwandtschaft mit den Spiodeen, nur dass sich
hier nicht bloss die Kiemen verkürzen, sondern auch die
Borsten zu viel ansehnlichem Gruppen sich ausbreiten und
Borstenköcher mit Lippenblättern sich entwickeln. Die bei
den Spiodeen so allgemein verbreiteten Fühlercirren sind
schon bei einer Anzahl von Cirratuliden vorhanden. Uebri-
gens meint Verf., dass die Zahl der aufgestellten Genera
einer beträchtlichen Reduction bedürfe, indem viele der-
selben nur den Werth von Untergattungen besässen, andere
aber zusammenfielen. Es gilt das besonders für die eine
Gruppe der Cirratuliden, die durch Abwesenheit der Füh-
lercirren sich auszeichnet, so dass Verf. in dieser nur ein
einziges Genus anerkennt, das alte Gen. Cirratulus. Am
besten ergiebt sich das Resultat der Grube'schen Unter-
suchung aus der nachfolgenden Uebersicht.
I. Cirratuliden ohne Fühlercirren.
Gen. Cirratulus Lam.
1. Kiemenfäden auf einem oder ein paar vordem Segmenten in
grösserer Zahl als zwei, meist in zwei Gruppen, auf den
andern zu je zwei (Cirratulus s. str.).
A. Kiemenfäden in Querreihen auf 2—3 vordem Segmenten
hinter einander und in grösserer Zahl vorhandeu (Tima-
rete Knbg.).
T. secunda Knbg., T. polytricha Knbg. ?, C. polytrichus
Schmda.
B. Kiemenfäden nur auf einem der vordem Segmente in
grösserer Zahl als zwei.
B1. Auf dem Hinterrande des Mundsegmentes selbst (Pro-
menia Kbg.).
Pr. jucunda Kbg., Pr. spectabilis Kbg.
B2. Auf einem der vordem borstentragenden Segmente
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 459
a. jederseits eine grössere Gruppe oder Querreihe.
(Arten mit ungeflecktem Leibe.)
«. Gruppe der Kiemenfäden auf dem ersten borsten-
tragenden Segmente.
C. borealis Lmk.
ß. Gruppe der Kiemenfäden auf einem der nächst-
folgenden Segmente.
ßl. Aciculae der untern Zeile auffallend stark
geschweift und viel dicker als die obern.
C. ancylochaetus Schmd., C. capensis Schmd., C. cylindricus
Schmd,
ß%. Aciculae der untern Zeile zwar stärker, ala
die der obern, aber nicht von abweichender
Gestalt (Audouinia Qfr.).
Einfarbig: C. melanacanthus n. sp. (Desterro), C. miniatus
Schmd., C. Lamarckii Aud.-Edw. (= Audouinia filigera Clap.), C.
chrysoderma Clap., C. norwegicus Qf., C. flavescens n. sp. (Desterro),
C. gracilis Ehrb. (Andere Arten, wie C. australis Stps., Gay, Val.,
die alle drei verschieden sind, bedürfen einer genauem Beschrei-
bung). Gefleckt: C. punctatus Oerst.
b. Kiemenfäden jederseits nur 2 — 4 in der Querreihe
(Archidice Kbg.)
Einfarbig: A. patagonica Kbg., C. filicornis Kfrst., C. pallidus
n. sp. (unbek. woher.) Gefleckt: C. nigro-maculatus Ehrbg.
2. Nur zwei Kiemenfäden auf den Segmenten, wo sie vorkom-
men; jederseits einer.
(Cirrinereis Blv., Labranda Knbg.)
A. Die beiden Zeilen der Borstenbündel jederseits bis zum
Ende getrennt fortlaufend.
a. In beiden Zeilen der Borstenbündel bloss Haarborsten.
C. tenuisetis Gr., C. fuscus n. sp. (Adria).
b. In der obern Zeile Haarborsten und Aciculae.
Mit 2 Augen: C. bioculatus Kfrst., ohne Augen: C. Blainvillei
Gr., C. caribous Gr.
c. in beiden Zeilen Haarborsten, und Aciculae.
C. fragilis Leidy.
B. Die beiden Zeilen der Borstenbündel jederseits anfangs
getrennt, im hintern Theil des Körpers sich vereinigend
(Chaetozona Mgn.).
Ch. setosa Mgn.
II. Cirratuliden mit Fühlercirren.
Gen. Heterocirrus Gr. (= Narangaseta Leidy, vielleicht auch
Dodecaceria Oerst.), H. saxicola Gr., H. multibranchus Gr., H.
ater Qf.
460 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gen. n. Acrocirrus, mit Greif-Fühlercirren von dem trapez-
förmigen Kopflappen und Borsten, die an wenngleich niedrigen, doch
deutlich hervortretenden und mit einigen Papillen besetzten Köcher-
chen oder Wülsten sitzen.
Hierher die früher zu Heterocirrus gestellte A. frontifilis Gr.
Später wendet sich Verf. (a. a. 0. 1873, S. 30—47)
zu der Familie der Lycorideen, mit besonderer Berück-
sichtigung der vielfach zersplitterten Gattung Nereis. Die
von Kinberg auf gewisse Eigentümlichkeiten der Rüssel-
bildung hin aufgestellten Gruppen (J. B. 1866. S. 206)
kann Verf. nicht als eigne Familien anerkennen ; er be-
trachtet die Lycorideen sämmtlich — mit Ausschluss von
Micronereis Clap. — als Glieder einer einzigen Familie
und unterscheidet in derselben fünf Gattungen, die sich
nach der Beschaffenheit der Ruder und des Rüssels so
gruppiren lassen:
A. Ruder mit zwei Borstenbündeln, aber nicht getrennten Aesten.
Lycastis Sav. Die Ruder laufen nicht in Zipfel (lingulae) aus,
haben auch keine Lippenblätter an den Borstenbündeln. Rüssel
ohne Paragnathen.
B. Ruder in einen obern und untern Ast getheilt.
B1. Die Rüsselcirren sind einfach.
Nereis L. s. str. Der Aussenrand der Ruder läuft in drei
Züngelchen aus, von denen das obere und mittlere dem obern Ast,
das untere dem untern Aste angehören; das obere Lippenblatt ist
selten, ein unteres immer ausgebildet; der Rüssel mit Paragnathen,
selten ausserdem mit weichen Papillen besetzt, oder ohne beide.
Ceratocephala Malmgr. Ohne oberes Züngelchen, aber mit
oberm Lippenblatt und mittlerm Züngelchen; der untere Ast wie
bei Nereis. Der Rüssel nur mit weichen Papillen besetzt.
Tylorrhynchus Gr. Nur ein oberes und mittleres Züngelchen
vorhanden, keine Lippenblätter. Der Rüssel mit Schwielen besetzt.
B3. Die Rüsselcirren an einer Gruppe von Segmenten mit
Fädchen besetzt, buschig.
Dendronereis Pet. Das obere Züngelchen fehlt, die andern
vorhanden, Lippenblätter in grösserer Zahl, der Rüssel ohne Para-
gnathen, Papillen oder Schwielen. (Hierher ausser D. arborifera
Pet. noch D. pinnaticirris n. von den Philippinen.)
Während die Mehrzahl dieser Genera nur einige wenige Arten
aufweist, verhält es sich mit Nereis bekanntlich ganz anders. Die
zu der letztern gehörenden zahlreichen Formen dürften sich vielleicht
am besten in der nachfolgenden Uebersicht zusammengruppiren.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875 461
A. Dem Rüssel fehlen alle Paragnathen und Papillen (Leptonereis
Knbg., zugleich mit Nicon Kbg. und Nicomedes Kbg.).
Hierher ausser den von Kinberg beschriebenen acht Arten,
die sämmtlich der südlichen Hemisphäre angehören, noch N. glauca
Clap. und eine neue Art von den Philippinen.
B. Ausser den hornigen Paragnathen kommen am Rüssel auch
weiche Papillen vor (Leonnates Kbg.).
Ausser L. indicus Kbg. noch L. virgatus n. sp. von den Phi-
lippinen.
C. Bloss hornige Paragnathen am Rüssel.
a. Bloss am maxillaren Wulst, und zwar bloss conische (Ce-
ratonereis Kbg.).
Hierher u. a. C. tentaculata Kbg. und N. excisa n., N. Costae
Gr., N. fasciata Ebg., die aber in N. Hemprichii umzutaufen ist,
da schon Heteron. fasciata Schmd. existirt, vielleicht auch N. regia
Qf. (= N. edenticulata Qf.)
b. Die Paragnathen zeigen sich auf beiden Wülsten.
b1. Sie sind sehr schwach ausgeprägt, mikroscopische Stift-
chen, zahlreich in längern Querreihen dicht neben ein-
ander gestellt, dem unbewaffneten Auge wie blosse
Querlinien erscheinend (Platynereis Kbg. im w. S. =
Leontis Mgn., sowie Pisenoe Kbg.).
Hierher von Europäischen Arten N. Dumerilii Aud. Edw.
(= N. zostericola Oerst.) und N. coccinea delle Ch.
b2. Alle Paragnathen sind conisch; wenn stiftförmige da-
neben vorkommen, sind sie deutlich ausgeprägt, bilden
nur einzelne Gruppen. (Lycoris Sav., der auch zuge-
hören: Nereis Kbg., Nereilepas Kbg., Cirronereis Kbg.,
Alitta Mgn., Thoossa Kbg., Mastigonereis Schmd., Ne-
anthes Kbg., Hediste Mgn., Praxithea Mgn.)
Enthält die meisten Arten, die sich nach den zum Theil auf-
fallenden Unterschieden in der Stellung der Paragnathen in drei
Gruppen sondern lassen. Von neuen Arten hierher N. Sieboldii und
N. albipes, beide aus Desterro.
b3. Die obern seitlichen Paragnathen des adoralen Rüssel -
wulstes stehen jederseits einzeln oder zu je zwei neben
einander und zeichnen sich durch ihre quergestreckte,
meist sogar lineare Form aus; die übrigen sind conisch.
Wenn ausserdem stiftförmige auftreten, sind diese deut-
lich ausgeprägt und bilden kammartige Reihen. (Peri-
nereis Kbg. = Lipephile Mgn., mit Einschluss von
Arete Kbg., Paranereis Kbg. und Naumachius Kbg.)
Der bekannteste Repräsentant dieser Abtheilung ist N. eultrifera
Gr. (= N. Beaucoudrayi Aud. Edw. und N. margaritacea Edw.)
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. EE
462 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ebenso gehört hierher N. Marionii Aud. Edw., sowie N. variegata
Gr. und N. Stimpsonis Gr.
Besonders eingebende Untersuchungen widmet der-
selbe Verf. schliesslich noch der Familie der Aphroditeen,
die er zum Theil bis auf die einzelnen Arten analysirt und
kritisch beleuchtet. (Bemerkungen über die Familie der
Aphroditeen. Gruppe Hermionea und Sigalionina, Jahres-
ber. der Schlesischen Gesellsch. 1874, naturhist. Sect. S. 37
—59; Gruppe Polynoina, Acoetea, Polylepidea, ebendas.
1875. S. 26 — 52.) Auch hier müssen wir uns in unserm
Berichte natürlich auf eine skizzenhafte Darstellung der
wichtigsten Resultate beschränken. Die Familie der Aphro-
diteen, die von unserm Verf. in engerm Sinne begrenzt
wird, besteht aus fünf Gruppen, die sich folgendermassen
einander gegenüberstellen lassen.
A. Die einen Segmente mit Elytren, die andern, dazwischen lie-
genden mit Rückencirren versehen; keine zusammengesetzten
Borsten.
a. Zwischen die elytrentragenden Segmente schiebt sich in
der vordem Körperpartie, immer je ein Segment mit Rücken-
cirren, in der hintern meist je zwei solche, oder es fehlen
hier alle Elytren.
Hermionea (Aphroditacea Kbg.).
Polynoina.
b. Zwischen die elytrentragenden Segmente schiebt sich in
der ganzen Länge des Körpers nur immer je ein Segment
mit Rückencirren.
Acoetea.
B. Die elytrentragenden Segmente des vordem Körpertheiles mit
oder ohne cirrenförmigen Rückenanhang (Kieme Clap.), und
abwechselnd mit solchen, die bloss einen dornartigen Anhang
tragen und nackt sind; in der hintern Körperpartie lauter
elytrentragende mit oder ohne Rückenanhänge. Ruder zwei-
ästig, Borsten theils einfach, theils zusammengesetzt, selten
bloss einfach.
Sigalionina.
C. Alle Segmente tragen Elytren.
Polylepidea.
In der Gruppe der Hermioneen lassen sich nach folgendem
Schema fünf Gattungen unterscheiden:
a. Die Stacheln des ventralen Köchers (Bauchstacheln) mit ein-
facher Spitze. Aphrodite.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 463
Ausser den bekannten Arten auch A. sondaica, deren Heimath
das nördliche Borneo sein soll.
b. Die Bauchstacheln mit fein gefiederter Spitze. Laetmonice.
Der bisher allein bekannten L. filiformis Kbg. fügt Grube
noch hinzu: L. violascens, angeblich aus dem Chinesischen Meere.
c. Die Bauchstacheln mit zwei- oder mehrzähniger Spitze.
c1. Zwei Augen auf der verdickten Basis des Grundgliedes des
Fühlers. Aphrogenia.
c2. Jederseits zwei Augen an einem Stiel.
Mit Rückendecke. Pontogenia (mit P. indica n.)
Ohne Rückendecke. Hermione (mit H. bicolor aus Tor
und H. malleata von den Philippinen.
Die Gattung Milnesia Qf. kann Verf. nur für eine Poiynoe
halten.
Die Gruppe der Sigalioninen enthält nach der Uebersicht
unseres Verf.'s sieben Gattungen.
a. Kiemen fehlen; Elytren an den vordem Segmenten abwechselnd,
an den hintern durchweg auftretend. Pholoe.
b. Blattförmige an Cirren erinnernde, aber auf dem Rücken sitzende
Organe nur in der vordem Partie des Leibes vorhanden und
zwar hier mit den Elytren abwechselnd; in der hintern an allen
Segmenten bloss Elytren. Eulepis n. gen.
(Drei Fühler, diese kurz, die seitlichen am Stirnrande, der
unpaare weiter nach hinten. Beide Köcher mit einfachen Borsten,
der obere mit zweierlei Borsten. E. hamifera n. von den Philippinen.)
c. Kiemen vorhanden, in der vordem Partie des Leibes mit den
Elytren altemirend, in der hintern mit ihnen zusammen an
allen Segmenten; im obern Köcher Haar-, im untern zusammen-
gesetzte Borsten.
Cr- Zwei winzige Fühler am Stirnrande, zuweilen auch noch
ein unpaarer. ebenso kleiner dahinter. Sigalion s. str.
Ausser den bekannten Arten noch £. antülarum n.
c2. Nur ein Fühler, dieser über den Stirnrand hinausragend
und auf einem Grundgliede.
Fühler einfach, Mittelrücken incrustirt. Psammolyce.
Fühler mit zwei Läppchen am Grunde, Rücken frei von
fremden Körpern. Stenelais.
Ein artenreiches Geschlecht, dem auch Sigalion limicola Ehl.
und Leanira tetragona Mgn. zugehört. Als neu beschreibt Verf.:
Sth. Mülleri von Desterro, Sth. longipinnis aus dem Rothen Meere,
Sth. trivittata von Valparaiso, Sth. diplocirrus von Upolu, Sth. luxu-
riosa von den Philippinen.
c3. Ein Fühler; sein Ursprung von der Mitte des Kopflappens
bis zur Stirn angewachsen. Leanira.
464 Leuekart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Zu den drei hierher gehörigen bekannten Arten kommt als
neu noch L. tenera von den Viti-Inseln und L. festiva von den
Philippinen,
d. Rückencirren (Kiemen Ehl.) an allen Segmenten. Elytren an
den vordem Segmenten nur abwechselnd, an den hintern durch-
weg auftretend. Conconia Schmd.
Unter den Polynoinen nimmt Verf. vier Gattungen an:
a. Zwei Fühler; höchstens 29 Segmente und 13 Elytrenpaare, die
alle Segmente bedecken; Rückenborsten viel feiner als Bauch-
borsten, an beiden Rändern gesägt und in ansehnliche Bündel
versammelt. Kiefer mit gezähnelter Sehneide. Iphione Sav.
Ausser den wenigen bekannten Arten noch Iph. magnifica von
Trinidad (12 Paar Elytren).
b. Drei Fühler, mit 27 — 112 Segmenten und mindestens 12 Ely-
trenpaaren, die bald sämmtliche, bald nur die vordem Seg-
mente bedecken oder den Mittelrücken frei lassen. Grösse der
Borstenbündel und Gestalt der Borsten, wie der Elytren sehr
wechselnd. Kieferschneide ungezähnelt oder mit einem Zahn.
Polynoe Sav.
Mit sehr zahlreichen, schwer zu unterscheidenden Arten, die
Verf. in zwei Reihen trennt, von denen die erste Lepidotus s. str.
Kbg., Halosydne Kbg., Alentia Mgn. und Lepidastenia Mgn. enthält,
während der andern Harmothoe Kbg., Parmenis, Nychia, Eunoe,
Antinoe, Laenilla, Evarne, Eucrante, Melaenis, Leucia, Dasylepis
Mgn., so wie Hermadion Kbg., Lagissa, Nemidia Mgn., Polynoe Kbg.
und Enipo Mgn. zuzurechnen sein dürften. Den nach der Bildung
vornehmlich der Elytren vielfach gruppirten Arten fügt Verf. als
neu hinzu, aus der ersten Reihe: P. (Lepidonotus) acantholepis Upolu,
P. (L.) cristata Philippinen, P. (L.) tumorifera Borneo, P. (L.) con-
taminata Cap York, P. (Halosydna) fusco-marmorata Peru, P. (H.)
samoensis, P. (Alentia Mgn.) fusca Brasilien, P. fulvovittata Philip-
pinen; aus der zweiten Reihe: P. (Harmothoe) pallidula Bras., P.
tenax Bai de Castris, P opisthoglene Desterro.
c. Polynoeartig, die Borsten des untern Ruders aber von zweierlei
Gestalt und in zwei Gruppen getheilt. Gastrolepidia Schmd.
Mit zwei Arten, von denen eine neu: 6r. amblyphyllus Phi-
lippinen.
d. Wie Polynoen, deren Vorderleib allein Elytren trägt, aber Rücken-
cirren an allen Segmenten. Hemilepidia Schmd.
Die vier Gattungen der Acoeteen (Acoetes, Eupompe, Pan-
thalis und Polyodontes) sind schon von Kinberg übersichtlich ge-
ordnet; die wenigen, meist den tropischen Meeren angehörenden
Arten aber werden durch zwei vermehrt: Eupompe aurorea von
unbekanntem Fundort und Panthalis melanonotus Philippinen.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 465
Die Gruppe der Polylepidee n endlich enthält nur zwei Gat-
tungen mit je einer Art: Pelogenia Schmd. mit gruppenweis ste-
henden Papillen an Rücken und Bauch und Lepidopleurus ohne
Papillen. (Bei Untersuchung eines von Claparede gesammelten
Wurmes, in dem Grube den L. inclusus Cl. wiederzuerkennen glaubt,
sieht derselbe bis zum 23. Segment Elytren und Kiemen abwechseln
— ein Umstand, welcher dem Charakter der ganzen Abtheilung
widerspricht.)
Ueber Pdlynoe turcica und Pholoe brevicornis, zwei neue
neapolitanische Borstenwürmer dieser Gruppe, vgl. Pan-
ceri, la luce etc. 1. c. p. 15 u. 16.
Ehler's „Beiträge zur Kenntniss der Verticalver-
breitung der Borstenwürmer im Meere" (Ztschrft. für wissen-
schaftl. Zoolog. 1875. Bd. XXV. S. 1—103 Tab. I— IV)
stützen sich auf die bei der Expedition der Porcupine von
Seiten der Herren Carpenter, Wyville Thomson und
Gwyn Jeffreys gesammelten Anneliden, die ein Material
von 76 Arten (und 23 Familien) umfassen und von 19 ver-
schiedenen Stationen aus einer Tiefe bis zu 1443 Faden
stammen. Obwohl von diesen Arten nur etwa 26 Procent
über 1000 Faden hinausgehen, während die Zahl derer,
die tiefer als 500 gefunden wurden, fast 70 Procent be-
trägt, darf man doch nicht ohne Weiteres auf eine diesen
Zahlen entsprechende Abnahme der Tiefseeformen schliessen,
da die einzelnen Stationen verschiedener Tiefe — von der
ersten Hundertfadentiefe abgesehen — so ziemlich die gleiche
Artenzahl lieferten. Wenn aber auch vielleicht die Menge
der Tiefseearten — innerhalb der hier in Betracht kom-
menden Grenzen — nur geringe Verschiedenheiten dar-
bietet, so ändert sich doch der Charakter derselben inso-
fern, als dieser unter dem Einflüsse der niedern Tempe-
ratur in der Tiefsee dem der arctisch-borealen Fauna sich
annähert. An Grösse bleiben übrigens die aus der Tiefsee
stammenden Borstenwürmer hinter den gleichen Formen
des arctisch-borealen Gebietes zurück. Es scheint das für
weniger günstige Existenzbedingungen zu sprechen, die
vielleicht auf das Fehlen der Pflanzenwelt oder auf mangel-
hafte Wasserbewegung zurückzuführen sind. Ein Einfluss
des Lichtmangels auf die Ausbildung der Augen und Farbe
ist nur in wenigen Fällen zu erkennen — am deutlichsten
466 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
vielleicht bei der augenlosen Syllis abyssicola — , wie Verf.
vermuthet, desshalb, weil aus den höhern Meeresschichten
stets neue Einwanderer eindringen und die einzelnen Arten
somit nur selten durch Reihen von unvermischten Gene-
rationen hindurch dem Einflüsse der Finsterniss ausgesetzt
bleiben. Ob es Arten giebt, die ausschliesslich in den
grössern Tiefen leben, ist zweifelhaft, obwohl einzelne
Formen bisher noch nirgends anders beobachtet wurden.
Jedenfalls hat eine solche specißsche Tiefseefauna nur
wenig Eigentümliches, wie schon daraus hervorgeht, dass
sämmtliche Familien der polychaeten Strandanneliden (so
weit diese hier aus geographischen Gründen in Betracht
kommen), mit Ausnahme der ausschliesslich den Strand
bewohnenden Telethusen und Hermelliden zu der Tiefsee-
fauna ihr Contingent stellen. Zu dem gleichen Resultate
war übrigens vor Ehlers schon Claparede gekommen
und zwar durch Untersuchung der auf der Lightniug-Expe-
dition gesammelten Würmer, die freilich meist nur in
Bruchstücken vorlagen und auch an Zahl beträchtlich hinter
denen zurückstanden, welche Ehlers zur Untersuchung
hatte. Claparede hat die Ergebnisse seiner Beobach-
tungen in einem (französisch geschriebenen) Berichte nie-
dergelegt, den Ehlers (S. 2 — 13) zum Abdrucke bringt.
Wir entnehmen daraus die Bemerkung, dass Claparede
unter den ihm vorliegenden Bruchstücken den Deckel
einer Serpulide auffand, der, weder kalkig noch verhornt,
wie er war, einer offenbar neuen Form angehörte, auch
weiter den ausgebildeten Zustand einer früher von ihm
in der Nordsee beobachteten und in seinen Beobachtungen
(Leipzig 1863. S. 77 — 80) beschriebenen Wurmlarve ent-
deckte, die vielleicht den* Spioniden zugehört und jetzt als
Poecilochaetus fulgoris eingehend beschrieben wird. Was
an dem Wurme besonders auffällt, ist die eigenthümliche
Entwicklung der Rücken- und Baucheirren des 6. — 11. Seg-
mentes, die zu langen und starren, an der Basis trommel-
artig angeschwollenen Cylindern geworden sind. Dazu
kommt denn weiter noch eine grosse Manchfaltigkeit in
der Gestaltung der Borsten, die am Buccalsegmente, dicht
hinter dem sehr reducirten Kopfe, wie bei den Pherusen,
in d. Naturgesch. d. nieä. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 467
jederseits in Fächerform vorspringen. Auch die Gruppe
der Oligochaeten war durch Ueberreste, die auf Clitellio
u. a. Formen hinwiesen, unter den Vorräthen Ciaparede's
vertreten.
Der zoologische Theil der Ehlers'schen Arbeit ent-
hält ausser zahlreichen kritischen Bemerkungen, die nament-
lich über die nordischen Formen von Sars, Malmgren
u. A. mancherlei Neues bringen, die Beschreibungen der
hier zum ersten Male beobachteten Arten: Leanira hystri-
cis, Nephthys Johnstoni (= N. longisetosa Johnst), N.
pansa, Eteone caeca, Eulalia imbricata, Syllis brevicollis,
S. abyssicola (1380 Faden), Diopatra socialis (einer später
hinzugefügten Bemerkung zufolge = Onuphis quadricuspis
M. Sars, die freilich nur aus 20 Faden Tiefe stammt, wäh-
rend die von Ehlers untersuchten Exemplare 4 — 500 Faden
unter der Meeresfläche gefischt waren), Aricia Kupfferi (viel-
leicht mit Ar. norvegica M. Sars identisch), Heterospio
longissima, Praxilla nigriia. Sabellicles fulva, Grymaea bra-
chiata (ob = Gr. Bairdi Mgn. ist ungewiss). Das neue
Gen. Heterospio charakterisirt sich vornehmlich durch eine
sehr ungleiche Bildung der vordem und hintern Körper-
hälfte, von denen die erstere, die freilich nur 2 Mm. misst,
aus acht Segmenten besteht, die mit Ausnahme des ersten
sämmtlich lange Kiemenfäden tragen, während die andere
eine grössere Menge langer drehrunder und nackter Seg-
mente aufweist, die einzeln länger, als der ganze Vorder-
körper sind. Da die Borsten sämmtlich capillär sind, in-
dem Hakenborsten fehlen, ist die Zugehörigkeit zu den
Spioniden übrigens zweifelhaft; vielleicht, dass die Form
später in der Familie der Cirratuliden ein Unterkommen
findet.
Die (lateinischen) Diagnosen der neu beschriebenen
Arten werden vom Verf. auch in den Ann. and Mag. nat.
history T. XIII. p. 292—298 beschrieben: Annulata nova
vel minus cognita in expeditione „Procupine" capta.
Aus den Mittheilungen, die Ehlers über die von v.
Heuglin gesammelten Würmer macht (a. a. 0. oder Sitzungs-
ber. der physik. med. Societät zu Erlangen 1871 u. 1873)
heben wir als besonders eingehend diejenigen hervor, welche
468 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Antinoe Sarsii Kbg., Scione lobata Kbg. (bei der Verf. an
dem Ende eines Tentakels einen — bisher übersehenen
— scheibenförmigen Deckel fand, mit dem die Schale ver-
schlossen wurde, wie bei den Serpulaceen), Euchone rubella
n. und Eteone picta n. (aus Novaja-Semlja) betreffen.
M'Intosh erwähnt unter den von ihm auf St. An-
drews beobachteten Chaetopoden (Ann. nat. hist. T. XIV.
p. 192—207) als neu: Harmothoe Macleodi, Hermadion
assimile, Malgrenia (n. gen.) andreapolis, Eulalia tri-
punctata, Eteone andreapolis, Eteonella (n. gen.) Rober-
tianae, ohne davon jedoch ausführliche Beschreibungen zu
geben.
Derselbe untersucht auch die von Whiteaves im
Golf von St. Lawrence gedregten Chaetopoden und macht
darüber eine Reihe von Bemerkungen (1. c. T. XIII. p. 261
—270. PI. IX u. X). Unter den aufgefundenen Arten er-
wähnen wir : Lagisca rarispina Sars var. occidentalis, Malni-
grenia Whiteavesii n. sp., Antinoe Sarsi Knbg., Eapolynoe
occidentalis n. sp., Eup. anticostiensis n. sp., Nemidia (?)
canadensis n. sp., N. (?) Lawrencii n. sp., Polynoe gaspeen-
sis n. sp.
0. Sars veröffentlicht die noch von seinem Vater
entworfenen Diagnosen einer Anzahl neuer Chaetopoden aus
dem Meerbusen von Christiania, Forhandl. Vidensk. Sel-
skab. Christiania 1871. p. 406—417. Dieselben betreffen Lae-
nilla mollis, Eteone fucata, Onuphis quadricuspis, Aricia
norwegica, Trophonia flabellata, Chloraema pellucidum, Prio-
nospio plumosus, Spiophanis cirrata, Clymene planiceps, Gl.
Droebachiensis, Gl. affinis, Lumbri clymene (n. gen.) cy-
lindricauda, Streblosoma (n. gen.) cochleatum, Str. in-
testinale, Thelepodopsis (n. gen.) flava, Chone longocir-
rata, Basychone inconspicua, Protula borealis. Zur Cha-
rakteristik der neuen Genera fügen wir deren Diagnosen bei :
Lumbriclymene Sars. Corpus vermiculare, subcylindricum,
segmentis 24 — 25, quorura 18—19 setigera, mediis longissimis,
4 anteanalibus nudis. Lobus cephalicus a segmento buccali bian-
nulato sulco transverso bene distinctus, ovalis, inclinatus, haud lim-
batue. Setae superiores, fasciculum componentes, capillares, laeves,
arcte limbatae; setae inferiores uncini: in segmentis 4 anticis seti-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 460
geris solummodo unicus obvius, validus, conico-acuminatus, in ceteris
multi, minuti, seriem simplicem transversam formantes, rostrati,
vertice rostri serrulato. Segmentum anale elongatum, cylindricum,
postice paulo oblique truncatum, ano terminali, subdorsali, cirris
analibus nullis.
Streblosoma M. Sars, nov. gen. Terebellidarum Corpus
vermiforrae, subteres, postice paulo sensim attenuatum. Lobus ce-
phalicus brevis truncatus antice tentaculis numerosis elongatis ca-
naliculatis, postice punctis ocularibus nullis. Segmentum buc-
cale primum, os subtus circumdans, nudum. Branchiae filiformes
dorso segmenti secundi, tertii et quarti affixae, haud ramosae
utrinque in serie contigua transversa dispositae. Fasciculi setarum
capillarium modo in anteriore corporis parte, in segmentis 28 — 34
obvii, in segmento secundo (primo branchifero) ineipientes, e tuber-
culis elongatis pinnulaeformibus prodeuntes. Tori uneinigen in
segmento quinto (i. e. quarto setigero) ineipientes, breves, ovales
pone ultimum segmentum setigerum in pinnulas mutati. Setae ca-
pillares leviter curvatae, anguste limbatae, acuminatae. Uncini
breves aciculares. vertice uni- vel indistinete bidentato, uniseriales.
Scuta ventralia in segmentis anticis conspicua, latissima. Tubus
über, teres, arenulis aut limo obduetus, aut irregulariter flexuosus
tortusque aut spiraliter in anfractus reguläres convolutus.
Thelepodopsis M. Sars, n. gen. Terebellidarum. Corpus
vermiforme, subteres, postice sensim paulo attenuatum. Lobus ce-
phalicus brevis, truncatus. antice tentaculis numerosis canaliculatis,
margine angusto pone tentacula punctis numerosis fusco - nigris,
oculis dictis, sparsis. Segmentum buccale nudum. Branchiae fili-
formes dorso segmenti secundi tertiique adnatae haud ramosae,
utrimque in serie contigua transversa dispositae. Fasciculi setarum
capillarium modo in anteriore corporis parte, in segmentis 28 — 33
obvii, in segmento tertio (secundo branchifero) ineipientes, e tuber-
culis subeylindricis brevissimis prodeuntes. Tori uneinigen in seg-
mento quinto (tertio setigero) ineipientis, medioeres, elliptici, pone
ultimum segmentum setigerum in pinnulas mutati. Scuta ventralia
in segmentis anticis latissima, a toris uncinigeris parum discreta.
Setae capillares anguste limbatae, acuminatae. Uncini breves avi-
culares vertice unidentato. Tubus liber, cylindricus, fragilis, sub-
rectus aut parum curvatus, e quisquiliis (fragmentis testaeeorum
frustulisque algarum saepe longe prominentibus) confectus ideoque
maxime hispidus.
Der Bidrag til kundskab om Christianifjordens Fauna
III (Christiania 1873, 81 Seiten mit 5 Tafeln) desselben
Verfassers, der ausschliesslich den Anneliden gewidmet
ist, stützt sich gleichfalls sehr wesentlich auf die von M.
470 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Sars hinterlassenen MaDuscripte. Derselbe enthält Mit-
theilungen über nicht weniger als 64 Arten, bald nur in
Form von kurzen Bemerkungen, bald auch, und so beson-
ders bei den hier zum ersten Male aufgestellten Arten, mit
lateinischer Diagnose und eingehender Beschreibung. Da-
neben finden besonders gewisse weniger bekannte Formen
eine nähere Berücksichtigung (wie Antinoe Sarsii Kbg-,
Notophyllum foliosum Sars, Aricia Cuvierii Aud. Edw.,
Scoloplos armiger Müll., Ammotrypane aulogaster Rathke,
Eumenia crassa Oerst, Trophonia glauca Malmgr.). Als
neu beschreibt Verf.: Laenilla (?) mollis (mit 16 weichen,
fast gallertartigen Elytren, die den ganzen Körper bis auf
das hintere Ende bedecken), Onnphis quadricuspis (mit 0.
eremita Aud. -Edw. verwandt), Eteone fucata, Trophonia
flabellata (mit kurzem, stark incrustirtem Leibe, der nur
30 Segmente zählt und am ersten jederseits 4 — 6 sehr
lange Borsten trägt), Ghloraema pelhtcidum (dessen durch-
sichtiger Leib in einer Gallertscheide steckt, die von zahl-
losen haar- oder fadenförmigen Anhängseln — Fühlfäden?
— durchsetzt wird, und deutlich erkennen lässt, dass die
den vordem Leib erfüllenden Genitalien jederseits aus einer
Anzahl von isolirten Massen bestehen, welche durch einen
Strang mit den Bauchgeiässen verbunden sind und je ein
Packet cylindrischer Blindschläuche darstellen), Prionospio
plumosus (von dem Isländischen Pr. Steenstrupi Mgn. da-
durch verschieden, dass nur das dritte Kiemenpaar der
fadenförmigen Anhänge entbehrt), Spiophanes cirrata (zu-
meist mit Sp. Kroyeri verwandt).
Zu den von 0. S a r s beschriebenen remarkable forms of
animal life gehören auch (1. c. I. p. 40—49. Tab. IV) zwei
Tiefseechaetopoden der Norwegenschen Küste: Umbelli-
syllis fasciata und Paramphinome pidchella, von denen
die erstere auf den ersten Blick durch Grösse (24 Mm.) und
Körperform an die Hesioniden erinnert, obwohl die weitere
UntersuchuDg darin eine mit Exogone perwandte Syllidee
erkennen lässt, die andere aber einer sonst fast ausschliess-
lich auf die Tropen beschränkten Familie angehört, unter
deren Repräsentanten sie freilich durch die nur auf einige
wenige Segmente beschränkten Kiemen bis jetzt ganz isolirt
in d. Naturgeech. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 471
steht. Die neuen Genera werden folgendermaassen cha-
rakterisirt.
Umbellisyllis Sars. Corpus verraiforme, haud longum,
segmentis brevibus, cirris 2 analibus. Lobi capitis frontales minuti,
late distincti; oculorum paria duo. anteriora minora, et ante haec
puncta ocularia duo minima; tentacula tria aequalia, subcylindrica,
brevissima, non moniliformia : duo anteriora ad sulcum lobos fron-
tales a capite separanteni posita, tertium postice in medio vertice.
Tentacula duo oralia iisdem capitis simillima, in segmento buccali
ad latera oris posita. Cirri tentaculares nulli. Pedes uniremes,
setis compositis spinosis muniti, cirro dorsali elongato non monili-
formi, a pede remoto, lateri corporis affixo ; cirro ventrali bre-
vissimo, ad apicem pedis sito. Margo occipitalis lamina munitus
cutanea, sub-semilunari, transversa, ciliata, margine inferiore medio
adnata, ceteriquin libera et supra basin lobi cephalici prominente.
Paramphiiiome Sars. Corpus vermiforme, modice elon-
gatum, segmentis paucis. Lobus cephalicus parvus postice productus,
caruncula vero nulla distincta. Oculi nulli. Tentacula capitis 5
brevia. cylindrica, forma et magnitudine subaequalia, unum media-
num in parte postica, duo anteriora et duo lateralia. Cirrus dor-
salis et ventralis in primo segmento distincti, elongati, forma ten-
taculis cephalicis similes, in ceteris rudimentarii. Os fissuram lon-
gitudinalem labiis 4 carnosis circumdatam formans; proboscis brevis
et crassa, apice irregulariter lobato, nullis armato maxillis et denti-
bus. Anus terminalis. Pedes biremes, remis minimis et longe se-
junctis, superiore subdorsali, setis tenuissimis capillaribus, aliis multo
brevioribus et robustioribus interpositis, inferiore laterali, setis ple-
rumque obsolete bidentatis, dente altero brevissimo, altero (apice)
tenuissimo, margine altero subtiliter dentato, nou nullis multo bre-
vioribus et robustioribus, prope apicem dilatatis et ut illis inaequa-
liter bidentatis. Hamuli praeterea adsunt duo validissimi chitinosi
in remo dorsali segmenti primi setigeri. Branchiae sat magnae
dichotomes, totum fere dorsum tegentes, in segmentis vero paucis
corporis per paria obviae, in segmentis et anterioribus et posterio-
ribus omnino deticientes.
v. Marenzeil er liefert zwei Beiträge „zur Kenntniss
der adriatischen Anneliden" (Sitzuagsber. der kaiserl. Aka-
demie in Wien I. Abth. Bd. LX1X. 1874 Apr. 76 S. mit
7 Tafeln und LXXII. 1875 Juli 43 S. mit 4 Tafeln), nach
Beobachtungen und Sammlungen, die vornehmlich in der
Littoralregion der Bucht von Muggia angestellt wurden. Die
aufgefundenen Arten (31 im ersten, 13 im zweiten Beitrage)
gehören, so weit sie hier Berücksichtigung fanden, sämmt-
472 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lieh den Polynoiden (5+5), Phyllodociden (4), Hesioniden
(2 + 1), Syllideen (13 + 7), Euniciden (3), Nereiden (1), Ophe-
liiden (1), Amphicteniden (1) und Ampharetiden (1) an. Ein
nicht unbeträchtlicher Theil derselben (10+4) ist neu, andere
waren bisher nur von andern Localitäten bekannt, meist von
mittelmeerischen, einige wenige auch (Nereis diversicolor,
Marphysa Bellii und Leanira Yleni) aus dein Atlantischen
Ocean. Als neu beschreibt Verf. im ersten Beitrage Po-
lynoe lamprophthdlma, P. crassipalpa, Grubea dolichopoda,
Syllis macrocola (nach einer spätem Bemerkung = S. hya-
lina Gr.), Odontosyllis virescens, Pterosyllis plectorhyncha,
Proceraea luxurians, Pr. brachycephala, Armandia oligops,
Melinna adriatica, denen dann im zweiten Beitrage noch
Oxydromus fuscescens, Syllis ochracea, Eusyllis assimilis und
Proceraea macrophthalma hinzugefügt werden. Neben der
ausführlichen Schilderung dieser Arten gab Verf. auch viel-
fach Ergänzungen zu altern Beschreibungen (wie bei Sthe-
nelais fuliginosa Cl., Lepidonotus clava Mont., Lagisca
extenuata Gr., Eunice Claparedii Qf., Odontosyllis brevi-
cornis Gr.), wo einer grössern Schärfe oder dem Fortschritte
Rechnung zu tragen war. Einzelne Arten wurden einge-
zogen (so z. B. Lagisca Ehlersii Mgn. und Polynoe longi-
setis Gr., die, wie P. extenuata Clap., mit Lag. extenuata
Gr., der gemeinsten Polynoide des Mittelmeeres, zusammen-
fallen, Oxydromus fasciatus Gr. = Ox. flexuosus delle Ch.,
Eulalia volucris Ehl. = Eul. macroceros Gr., Syllis aurita
Clap. = S. vittata Gr., Syll. pellucida Ehl. = S. hyalina
Gr., Syll. scabra Ehl. = S. brevipennis Gr.), bei andern
wurde die Synonymie berichtigt und festgestellt. In einem
Falle ergab sich auch die Nothwendigkeit einer Namens-
änderung (Polynoe Johnstoni statt P. scolopendrina Auct.
non Sav.). Ebenso wurden die Genuscharaktere von Ca-
robia Qf. (= Anaites Clap.) und Proceraea Ehl. folgender-
maassen verändert.
Carobia Qf. e fam. Phyllodoc. Erstes und zweites Segment
meist zu einem, drei Paar Fühlercirren und ein Borstenbündel tra-
genden scheinbar ersten Segmente verschmolzen. Das nächstfolgende
eigentlich dritte Segment jederseits mit einem Fühlercirrus, einem
blattartigen Bauchcirrus und einem mehr oder weniger ausgebildeten
Ruder. Rückencirren blattartig.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 473
Proceraea Ehl. e fam. Syllid. Unterfühler rudimentär und
sowohl unter sich, wie mit dem Kopflappen verwachsen, doch so,
dass ihr Vorderrand als eine dünne kurze Platte über den durch
die Ansatzstelle der unpaarigen Stirnfühler gekennzeichneten Vorder-
rand des Kopflappens vorragt. Eine helle Mittellinie zeigt die
Contactstelle der beiden Unterfühier an. (Bei der Gattung Auto-
lytus dürfte wohl dasselbe Verhalten sein.)
Marion und Bobretzky untersuchten im Winter
1873—74 die Ckaetopoden von Marseille und veröffent-
lichten die Resultate ihrer Beobachtungen in einer Mono-
graphie, die sie dem zweiten Bande der Annal. des sc.
nat. 1875 einverleibten (etude sur les Annelides du golfe
de Marseille 106 Seiten mit 12 Kupfertafeln, im Auszuge
Cpt. rend. T. 79. p. 398-401). Die Zahl der von ihnen
meist aus der Tiefe des Golfes (der Gorgonien- und Spa-
tangenregion) gesammelten Arten beträgt nicht weniger
als 96, der bei Weitem grössern Mehrzahl nach der Gruppe
der freilebenden Würmer zugehörig. Besonders reich ver-
treten ist die Familie der Syllideen, der nicht weniger als
24 Arten zugehören. Im Ganzen ergiebt sich, wie auch
nicht anders zu erwarten war, eine grosse Uebereinstim-
mung mit der durch Claparede so genau bekannt ge-
wordenen Fauna von Neapel, doch theilt der Golf von
Marseille daneben auch 18 Arten mit dem schwarzen Meere
und 17 mit den oceanischen Küsten Frankreichs. Zu den
erstem gehört u. a. der merkwürdige Saccocircus papillo-
cercus Bobr., dessen eigenthümlicher Bau hier von Neuem
(p. 69—83. vgl. J. B. 1871. S. 392) eingehend beschrieben
wird. Zehn Arten, theilweise Repräsentanten neuer Gat-
tungen, werden von unsern Forschern zum ersten Male
beschrieben: Marpltysa fallax, Syllis torquata, Anoplosyllis
fulva, Ensyllis lamelligera, Autolytüs ornatus, Gyptis (n.
gen.) propinqua, Magalia (n. gen.) perarmata, Lacydonia
(n. gen.) miranda, Octobranchus (n. gen.) Giardi, Apo-
matus simüis. Besonders interessant unter denselben ist
neben dem Gen. Lacydonia, das den Phyllodoceen zuge-
hören dürfte, das Gen. Octobranchus, eine Trichobranchus-
artige Terebellenform mit 4 Paar fadenförmigen Kiemen
und einer häutigen Krause um die vier ersten Segmente.
Ein Gleiches gilt von dem hier retablirten Gen. Apomatus
474 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Phil., aus dem die Verff. noch eine zweite Art (A. ampulli-
ferus Bobr.) beobachteten. Sie erkannten darin eine Form,
die von Psygmobranchus, der sie in ihrem Gesammtbau
sich anschliesst, durch den Besitz eines kugligen Deckels
unterschieden ist, dessen Stiel von einem noch mit Barteln
versehenen Kiemenfaden gebildet wird. Apomatus verhält
sich also zu Psygmobranchus, wie Filigrana zu Salmacina.
Auch unter den bereits bekannten Arten sind manche,
über welche die Untersuchungen unserer Verff. neue Auf-
schlüsse geben. So wird von unsern Verff. u. a. die Syllis
scabra Ehl. zum Typus eines neuen Gen. Xenosyllis ge-
macht (p. 26). In Pontogenia chrysocoma Cl. erkennen
sie die Aphrodite hystrix Quatref., die übrigens schon in
unserm Berichte 1869 S. 222 als identisch damit bezeichnet
ist. Pholoe ocellata Bobr. fällt, wie hervorgehoben wird,
mit Ph. synophthalmica Cl. zusammen. Ebenso gehört
Leodice fasciata Bisso und Eunice torquata Quatref. zu
Eunice Claparedii Quatref. Syllis hexagonifera Cl. ist mit
S. variegata Gr., Syllis hamata Cl. und S. oligochaeta Bobr.
mit S. spongicola Gr., Eulalia guttata Cl. mit Eul. virens
Ehl. und Chaetopterus brevis Lespes mit Ch. variopedatus*
Ren. identisch. Zur Charakteristik der neuen Genera lassen
wir die beigegebenen Diagnosen folgen:
Xenosyllis Mar. Bobr. Syllidiens ä trompe inerrne, com-
poses d'anneaux larges et peu nombreux. Palpes bien developpes
et debordant en avant du lobe cephalique, qui porte trois antennes
ä sa face dorsale. Segment buccale muni de deux paires de cirres
tentaculaires articules et analogues aux cirres dorsaux; cirre ventral
reduit ä une petite languette ne depassant pas l'extreinite du ma-
melon pedieux.
Gyptis Mar. Bbr. Hesioniens ä trompe inerme, munis de
deux palpes et de trois antennes. Region buccale portant huit
paires de cirres tentaculaires: Pieds birames. (Fällt mit Oxydro-
mus Gr. zusammen, der früher aber unrichtig charakterisirt wurde.)
Magalia Mar. Bbr. Hesioniens ä trompe armee d'un stylet
et de deux maxilies. Lobe cephalique portant deux palpes et deux
antennes. Region buccale munie de douze cirres tentaculaires.
Pieds unirames.
Lacydonia Mar. Bbr. Tete munie de quatre petits appen-
dices anterieures representant deux palpes et deux antennes. An-
neau buccal pourvu d'une seule paire de cirres tentaculaires tres-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 475
petits. Cirres dorsaux et eines ventraux pinniformes. Pieds des
trois premiers segnieuts setigeres uniiames. Pieds des aimeaux
suivants garnis d'une rame dorsale de soies simples et d'une rame
ventrale de soies eomposees. Trompe inerme, relativement courte
et situee entre deux organes secreteurs tres-compliques.
Octobranchus Mar. Bbr. Corps vermiforrae, attenue en
arriere. Lobe cephalique muni de nombreux tentacules, creuses en
gouttieres et de dimensions differentes. Les premiers anneaux sont
garnis de coilerettes membraneuses reconvrant la face ventrale.
Branchies filiformes, au nombre de quatre paires. Seize faisceaux
de soies capillaires a partir du troisieme segment branchifere, c'est-
ä-dire ä partir du quatrieme anneau. Les tores uneinigeres com-
mencent sur le quatrieme segment setigere, c'est-a-dire sur le
septieme anneau. Uncini des tores anterieurs rostres et portes sur
im long manche. Plaques pectiniformes des languettes posterieures,
munies de trois dents.
Grube untersucht die von Holdsworth bei Ceylon
gesammelten Chaetopoden und findet unter denselben meh-
rere neue Arten, die er (Proceed. zoolog. Soc. 1874 Juni)
charakterisirt und benennt als Chloeia ceylonica (an var.
Chi. flavae PaSl.?), Nereis (Platynereis Kinbg.) festiva, He-
sione ceylonica (mit H. splendida Sav. verwandt), Glycera
cinnamomea (der G. alba sehr ähnlieh), Chaetopterus appendi-
culatus (vielfach dem Ch. variopedatus ähnlich), Sabella
fusco-taeniata (mit Ocellen an den Kiemenladen, sonst der
Sab. alticollis Gr. und S, phaeotania Schmd. sehr ähnlich).
Unter den von Verrill in seinem Report (s. o.) er-
wähnten Chaetopoden aus Neu-England finden sich — nach
Lütken — folgende neue Arten: Lepidonotus sublaevis,
L. angustatas, Sthenelais pieta, Lysidice americana, Lum-
briconereis opalina, L. tenuis, Ninoe nigripes} Stauroceplidlus
pattidus, Nectonereis (n. gen.) megalops, Eumidia ameri-
cana, E. virida, E. papulosa, Eidalia pistacia, S. granalosa,
E. annulata, E. gracilis, Phyllodoce gracilis, Ph. catenida,
Eteone robusta, E. limicola, E. setosa, Proceraea ornata,
Podarce obscura, Eone gracilis, Ammotrypane fimbriata,
Ophelia simplex, Travisia camea, Scalibregma brevicauda,
Aricia ornata, Anthostoma robustimi, A. acutum, A. fragile,
Nerine agilis, Scolecolepis viridis, Sc. tenuis, Spio setosa,
8p. robusta, Trophonia affinis, Brada setosa, Cirratulus
grandis, iL tenuis, Cistenides Gouldi, Ampharete setosa,
476 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Amage pusilla, Nicomache dispar, Maldane elongata, Rho-
dine attenuata, Clymenella (n. gen.) torquata, Notomastus
luridus, N. filiformis, Nicolea simplex, Lepraea rubra, Po-
lycirrus exiniius, Scionopsis (n. gen.) palniata, Chaeto-
branchus (n. gen.) sanguineus, Sabella microphthalma,
Euchone elegans, Fabricia Leidyi, Sabellaria vulgaris, Pro-
tula dianthus, Spirorbis borealis, Sp. lucidus.
Später wird diesen neuen Arten von Verrill weiter
noch hinzugefügt: Lumbriconereis acuta, Eusyllis lucifera,
Syllis pallida (Am. journ. X p. 39), Stephanosyllis ornata,
Proceraea gracilis (ibid. T. VII. p. 132), Ophelia denticu-
lata (ibid. X. p. 39), Samythella (n. gen.) elongata (ibid.
T. V. p. 98), Nothria opalina (ibid. p. 102), Grymaea
spiralis und Enipo gracilis (ibid. VII. p. 407).
Zur Charakteristik der neuen Genera folgen hier deren
Diagnosen :
Nectonereis n. gen. e fam. Nereid. Head prominent, de-
pressed, oval, rounded in front, with two pairs of large eyes and
one pair of small antennae; palpi rudimentary. Tentacular cirri
four on each side. Proboscis small, furnished with a pair of ter-
minal hooks, with two anterior Clusters of denticles on the upper
side, and five small Clusters below in a ring extending nearly half
way around it. Anterior part of body fusiform, consisting of about
14 segments, the feet of which are divided into small rounded lobes
with small ventral and long dorsal cirri, those of the first seven
segments swollen and gibbous toward the end, with a small acute
terminal portion. Posterior part of body composed of numerous
short segments, the feet of which are furnished with lamelliform
appendages. (Offenbar eine Heteronereisform.)
Samytella n. gen. e fam. Amphict. Body elongated, com-
posed of about 50 segments, 15 of which bear fascicles of setae,
and posteriorly about 35 bear uncini only, but have a small conical
papilla above the uncinigerous lobe, as in Melinna; the uncini com-
mence on the 4. setigerous ring. Branchiae 6, placed side by side
in a continnous transverse row. Cephalic lobe oblique, somewhat
shield-shaped, with a narrowed prominent front; buccal lobe shorter.
Tentacles numerous, smooth and slender.
Clymenella n. gen. e fam. Maldan. Body elongated, com-
posed of 22 segments, exclusive of the cephalic and anal; all, ex-
clusive of the buccal and 3. ante-anal, setigerous with fascicles of
slender setae above and series of hooks below. Anterior margin of
the 4. setigerous segments prolonged into a thin membranous collar.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 477
Proboscis swollen, ribbed. Head with a prominent convex median
plate and with a raised border of each side and behind, the lateral
and posterior lobes separated by notches. Anal segment funnel-
shaped, the edge surrounded by papillae.
Scionopsis n. gen. e fam. Terebell. Body-segments nume-
rous, the 17 following the 3. bearing fascicles of slender setae,
the others only small uncinigerous lobes, 2. and 3. segments bearing
branchiae and having their anterior margins prolonged into mem-
branous collar-like expansions, that of the 2. forming broad lateral
lobes behind the tentacles, that of the 3. a dorsal sheath behind
the branchiae, beneath which they can be retracted. Branchiae 4,
those of the 1. pair larger, (but generally one or more abseilt, or
the anterior are smaller, owing to their having been broken off
and reproduced,) palmately branched and supported on elongated
pedicles. Tentacles numerous, crowded.
Chaetobranchus n. gen. e fam. Terebell. No blood-vessels,
body much elongated, segments very numerous, nearly all bearing
fascicles of setae, those of the middle region simple or with more or
less branched branchial cirri, each of their divisions tipped with slen-
der setae, the first and last ones being smaller and simpler than the
rest; anterior and posterior segments without cirri. Cephalic seg-
ment expanding into a broad tentacular (frontal) lobe, rounded or
emarginate anteriorly, often scolloped laterally. Tentacles crowded,
very numerous, long and slender, when distended by the blood.
Möbius corrigirt die Beschreibung 0 erste d 's von
Disoma multisetosum. Thiere der Ostsee a. a. 0. S. 108,
Ebenda (S. 110) bemerkt derselbe in Betreff der Pectinaria
belgica, dass die Zahl der Uncinizähne manchfach schwanke
und desshalb denn auch nicht zur Unterscheidung von
Gattungen (Malmgren) benutzt werden können. Ciste-
nides hyperborea Mgn. sei von Pect, belgica nicht ver-
schieden. Ebenso variabel erscheint auch die Zahl der
Warzen an dem Rüssel der Phyllodoceen, die gleichfalls
von Malmgren allzu stark betont 'wird. Phyllod. mucosa
Oerst., Ph. assimilis Oerst., Ph. Rinckii Mgn., Ph. pulchella
Mgn. und Ph. teres Mgn. sind blosse Varietäten von Ph.
maculosa Müll. Auch zwischen Antinoe Sarsii Knbg. und
Polynoe cirrata Pall. findet Möbius keinerlei wesentliche
Unterschiede; er ist sogar der Ansicht, dass auch Laenilla
glabra Mgn. und Evarne impar Johnst höchstens als Varie-
täten derselben zu betrachten seien.
Ueber Enipo Kinbergi? Mgn., Aricia sp. n., Ammo-
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. FF
478 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
trypane aulogaster Rathke, Pista cristata Müll, vergl. weiter
Möbius a. a. 0. S. 130, 131.
Ebenso über Cirratulus longisetis n., Scolecolepis cir-
rata Sars (mit den schon oben nach einer andern Mitthei-
lung erwähnten Eiertaschen), Amphicteis Gunneri Sars (=
A. Sundevalli Mgn.), Aphrodite aculeata L. (die jungen
Exemplare entbehren der irisirenden Borsten an den Seiten,
tragen dafür aber an den dicken Borsten der untern Fuss-
äste einen Besatz von feinen Haaren, die später abgenutzt
werden), Nephthys coeca Fb. (von der sich weder N. ciliata
Müll., noch N. assimilis Oerst. und N. incisa Mgn. trennen
lassen). Möbius, Würmer a. a. 0. div. 11. Die nordische
Tomopterisform wird schliesslich noch für identisch mit
T. onisciformis Esch. aus der Südsee erklärt.
Grube berichtet (Sitzungsber. der Schlesischen Ge-
sellschaft für 1872, naturwiss. Sect. S. 26) über zwei neue
Spioniden der Adria, Periptyclies festiva und Paraonis
tenera, die beide zugleich neue Gattungen repräsentiren.
Periptyches Gr. unterscheidet sich von Prionospio
Mgn. vornehmlich dadurch, dass ihre Kiemen aus nur zwei
Paar gefiederten Anhängen (am 4. und 5. Segment) be-
stehen. In den allein erhaltenen 33 Segmenten fanden sich
oben wie unten blosse Haarborsten. Daneben je eine an-
sehnliche gerundete Hinterlippe. Zwei längliche Augen
vorn neben der schmalen glatten Karunkel, die bis an das
vierte Segment reicht. Niedrige Hautfalten oder Säume
der Segmente bilden an dem nach vorn verbreiterten Leibe
förmliche Gürtel.
Paraonis Gr. Die Kiemen sind schmale langsam zu-
gespitzte, aber glattrandige Blätter und nur vom vierten
bis zehnten Segmente vorhanden. Auf dem halbkreisför-
migen Kopflappen zwei Punktaugen, dahinter eine kleine,
platte, längliche, bis aufs zweite Segment reichende Ka-
runkel, jederseits neben ihr ein schwarzer Längsstrich.
Fühler und Fühlercirren nicht bemerkbar. Die obern Bor-
stenhöcker jener vordem Segmente tragen ein längeres,
zugespitztes, hinteres Lippenblatt, die untern ein kurzes,
breites, und beide bloss Haarborsten. Die übrigen Köcher
ragen nur sehr wenig vor, und die obern derselben haben
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 479
Haare, die untern kürzere wenig dickere nadeiförmige
Borsten; beiden fehlen Lippenblätter.
Das oben erwähnte Gen. n. Leipoceras e fam. Spioid.
wird von Möbius (a. a. 0. Taf. I. Fig. 10 — 20) folgender-
maassen charakterisirt :
Leipoceras Mob. Kopf ohne Fühler und Fühlercirren.
(Sollte letztere Angabe nicht auf einem Irrthum beruhen?
Auch Prionospio Mgn., auf die sich Möbius beruft, ist
nach Sars' Beobachtungen an Pr. plumosa mit Fühler-
cirren versehen, die nur, wie bei den Verwandten, leicht
abfallen. Ref.) Das fünfte Körpersegment ist länger als
die vorhergehenden und enthält jederseits eine kamm-
förmige Reihe dicker Borsten. Kiemen zungenförmig, bei-
derseits auf dem Rücken der Segmente. Leipoceras-iwi-
feram n. sp. von der Ostküste Grönlands.
Ebendaselbst giebt (S. 258) Möbius auch einige No-
tizen über die von Stimpson nur unvollständig charak-
terisirte Protula media, die an der Sabine-Insel gesam-
melt wurde.
Lespes handelt über einen neuen Chaetopterus aus
dem Golf von Marseille, den er wegen der Kürze seines
Hinterleibes und der geringen Anzahl der denselben zu-
sammensetzenden Segmente (11, nur selten einige mehr)
Gh. brevis nennt. Er beschreibt den äussern und innern
Bau des Wurmes und bemerkt dabei unter ander m, dass die
Segmentalorgane der männlichen und weiblichen Individuen
eine verschiedene Bildung und Verbreitung besässen, indem
sie bei den letztern bloss auf den Hinterleib beschränkt seien,
während sie bei den erstem auch in der mittlem Leibes-
region vorkämen. Ein Gefässsystem wird den Würmern
abgesprochen. Etüde anatomique sür un chetoptere. Annal.
sc. natur. 1872. T. XV. Art N. 14. p. 1—17. PI. IV. Nach
Bobrezky und Marion (1. s. c.) dürfte diese neue Art
übrigens mit der gewöhnlichen mittelmeerischen Form zu-
sammenfallen.
Bei erneuter Untersuchung seines Notopygos crinita
findet Grube (Sitzungsber. der schlesischen Gesellschaft
1871 Naturhist. Sect. S. 26) nicht bloss an den Borsten
der obern Bündel zweizinkige Enden, sondern auch nahe
480 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der Kieme einen zweiten Rtickencirrus, so dass hiernach
die völlige Uebereinstimmnng von Notopygos und Lisione
wahrscheinlich wird.
Lycastis pontica n. sp. aus dem Schwarzen Meere,
Bobrezky, Verhandl. der Gesellsch. der Naturf. in Kiew
1872. (russisch) Bd. II. Hit. 3. p. 1—3. Tab. XIV.
Eteone picta n. sp. Novaja-Semlja, Ehlers 1. c.
Nychia globifera n. sp., Hermadion (?) hydlinus n. sp.
Norwegensche Küste 3—400 resp. 80—100 Faden tief. 0.
Sars, vidensk. selsk. Forhandl. for 1872. p. 95 und 97.
OpJdodromus adspersus und Sabella discifera, zwei
neue Dalmatinische Borstenwürmer, Grube, Ber. Schles.
Gesellsch. 1873. Naturhist. Sect. S. 28.
Serpula chrysogyrus n. sp. Philippinen. Grube a. a. 0.
1875. S. 53.
v. Marenzelle r liefert den Nachweis, dass die
Triestiner Pectinaria Malmgreni Gr. sowohl mit P. nea-
politana Clap., wie mit der nordischen Lagis (Pectin.) Koreni
Mgn. zusammenfällt, und macht auf eine bisher fast völlig
übersehene Eigenthümlichkeit der Hakenborsten bei den
Amphicteneen aufmerksam, die darin bestehe, dass die
groben Kammzähne eine bald einfache, bald auch (je nach
den Arten) mehrfache Längsreihe bilden, während die
feinen Zähnchen stets in Doppel- oder mehrfachen Reihen
stehen. Ueber Lagis Koreni Mgn., Verhandl. der k. k.
zoologisch-botan. Gesellsch. in Wien 1874 Apr.
v. Wille moes-Suhm berichtet über eine Myrio-
chele, die mit ihren Schlammtuben in der Nähe der Ker-
madek-Inseln (Südsee) aus der enormen Tiefe von 2900
Faden (20300 Fuss) stammte, und damit den Beweis liefert,
dass die grossesten Tiefen keineswegs ausschliesslich von sg.
Protoplasmathieren bewohnt werden. Von einer eigenthüm-
lichen, das Gen. Sternaspis mit den übrigen verbindenden
Form und einer grossen antarctischen Ophelide abgesehen,
haben die Dredgungen übrigens nur wenige Formen nach-
gewiesen, die in ihrem Habitus von den Flachwasserwür-
mern abweichen. Ztschrft. für wissensch. Zoologie Bd. XXV.
S. X.XXII. Derselben Myriochele — einer kiemenlosen
Owenia — erwähnt auch Thomson, Nature T. VIII. p. 53.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d, Jahre 1872—1875. 481
Dass die an der obern Oeffnung mancher Terebellen-
röhren vorkommenden, oftmals sehr zierlich verästelten so-
liden Anhänge keine parasitische Schwammform (Aulo-
rhipis Ehl.) darstellen, sondern integrirende Theile der
Röhre sind, die von dem Insassen selbst verfertigt werden
(vgl. Jahrber. 1871. S. 418), dürfen wir jetzt für völlig
ausgemacht ansehen. Nicht bloss, dass sich jetzt auch
Eisen, der Gelegenheit hatte, die betreffenden Gebilde bei
mehreren Arten des Gen. Terebella (bei T. palmata von
Bergen, wohl identisch mit T. artifex Sars und einer Form
der englischen Küste, offenbar der T. conchilega) zu unter-
suchen, in diesem Sinne ausspricht — om Aulorhipis och
dess förmodale slägtskap med Spongiorna, k. Svenska
vet. akad. handlingar 1874. Bd. IL N. 3, 16 Seiten mit
2 Tafeln — auch Ehlers selbst erklärt in einer Nach-
schrift zu seinen Beiträgen zur Kenntniss der Verticalver-
breitung der Borstenwürmer, Ztschrft. für wissensch. Zool.
1875. Bd. XXV. S. 96, dass er sich durch Beobachtung
der Tereb. (Lanice) conchilega Pall. jetzt selbst von dem
Irrthum seiner frühern Ansicht überzeugt habe. Es gelang
sogar, den Aufbau der Anhänge direct zur Beobachtung
zu bringen und zu constatiren, dass die Fühler dabei nur
insofern Verwendung finden, als der Wurm mit ihnen das
zum Bau zu verwendende Material aufsucht und an das
Kopfende heranbringt. Sobald das geschehen, wird das
betreffende Stückchen mit dem klebenden Secrete von Haut-
drüsen überzogen, welche an verschiedenen Stellen des
Vorderkörpers vorkommen, und von den Bauchschildern
und dem Kopflappen dann an die vom Wurm erwählte
Stelle eingesetzt. Dass die mit solchen Anhängen besetzten
Röhren meist leer gefunden werden, erklärt sich durch die
Thatsache, dass die Röhre mit ihrem untern Ende sehr
tief im Boden steckt, und der Wurm sich bei drohender
Gefahr nach abwärts flüchtet.
Nach Alleyne Nicholson rühren die unter der
Bezeichnung Fucoiden bekannten Einschlüsse der altern
paläozoischen Gesteine grossentheils von Anneliden her.
Sie sollen durch Füllung der von diesen Würmern ge-
grabenen Bohrgänge entstanden sein und werden nach
482 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Form und Beschaffenheit des Füllmateriales in verschie-
dene Gruppen gebracht. Contrib. to the study of the
errant Annelides of the older palaeozoic rocks, Proceed.
roy. Soc. 1873 May; Ann. and Mag. nat. hist. T. XIII.
p. 166.
Anhangsweise dürfte hier auch der Beobachtungen
gedacht sein, die Graff auf der Grazer Naturforscher-
Versammlung (1875. S. 62) über das Genus Myzostomum
mitgetheilt hat. Die bis jetzt beschriebenen Arten dieses
Genus („corpus molle, disciforme, infra 10 parapodiis, ro-
stellis chitineis munitis, et 8 acetabulis suctoriis instructum ;
os anterius, Oesophagus cylindricus, musculosus retractilis;
dendrocoelum ; androgynum ; aperturae genitales masculinae
laterales duo, feminea una posterior, cloacalis") lassen sich
sämmtlich auf M. glabrum und M. cirriferum zurückführen,
denn M. costatum erwies sich bei Untersuchung eines Ori-
ginalexemplares als ein schlecht conservirtes M. cirriferum,
während M. tuberculatum mit M. glabrum zusammenfällt,
dessen Vertreter sämmtlich mit Tuberkeln besetzt sind.
Die beiden Arten lassen sich übrigens erst bei einer Grösse
von 0,3 Mm. aus einander halten, indem erst dann die
Randwärzchen von M. cirriferum in Cirren auswachsen.
Das Integument besteht aus einem schönen Cylinderepithel,
einer mächtigen Cutis und aus einem Hautmuskelschlauche,
von dem sich zahlreiche Dorsoventralfasern und die 12 Re-
tractoren der einzelnen Haken ablösen. Die erstem theilen
die Leibeshöhle in Kammern, so dass man sich fast ver-
anlasst sieht, den Myzostomen eben so viele Segmente
(5 Fusssegmente, 1 Kopf- und 1 Analsegment) zu vindi-
ciren. Der Rüssel besteht seiner Hauptmasse nach aus
Radiärfasern. Der Oviduct mündet mit einer kleinen ke-
gelförmigen Erhebung in die Rückenwand der Kloake.
v. Willemoes-Suhm fand an den Armen einer Co-
matula aus 600 Faden (Kermadek-Inseln) Anschwellungen
von der Grösse eines Schrotkornes, die in einer nach
Aussen offenen Höhle je zwei Myzostomen enthielten, ein
grosses Individuum, das sich durch besondere Dickenent-
wicklung auszeichnete, und ein kleineres, das etwa nur
ein Fünftel desselben maass, ganz dünn und platt. Verf.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 483
denkt an die Möglichkeit, dass dieses bei den Myzostomen
der europäischen Küsten noch nicht beobachtete Verhalten
in ähnlicher Weise wie das Auftreten zweier — geschlecht-
lich verschieden differenzirter — Individuen von Distoma
Okeni in derselben Cyste seine Erklärung finde. Ztschrft.
für wiss. Zool. Bd. XXV. S. XXX.
Oligochaeti. Tauber liefert durch seinen Aufsatz
„om naidernes bygning og kjönsforhold jagttagelser og
bemaerkninger" (naturhist. Tidsskrift 1873. Bd. III. p. 379
—422. Tab. XIII und XIV) einen wichtigen Beitrag zur
Anatomie und Fortpflanzungsgeschichte von Chaetogaster
(Ch. limnaei und Ch. diaphanus) und Stylaria proboscidea,
die beide trotz den über sie veröffentlichten zahlreichen
Untersuchungen bisher nur unvollständig bekannt waren.
Es gilt das namentlich für Chaetogaster, dessen Bau wir
hier zum ersten Male richtig dargestellt finden. Von den
übrigen Chaetopoden unterscheidet sich dieser Wurm sehr
auffallend durch den Mangel von Rückenborsten. Sein
Leib besteht aus drei ziemlich scharf gegen einander ab-
gesetzten Regionen, aus einem Kopfe, der anstatt der sonst
hier bei den Naiden zu unterscheidenden vier Segmente
nur ein einziges Segment darstellt und den Pharynx in
sich einschliesst, einem undeutlich gegliederten Mittelleibe
mit Magen und Geschlechtsorganen, und einem Hinterleibe,
dessen 2—3 Ringe den Enddarm und die Segmentalorgane
enthalten. Die Knospung geht fast das ganze Jahr hin-
durch vor sich. Die Einzelthiere werden zu Ketten, deren
Glieder sich in bestimmter schon von Claus ganz richtig
erkannter (J. B. 1860. S. 228) Reihenfolge vermehren, und
ebenso regelmässig — je nach dem Alter — von einander
sich ablösen, um alsbald neue Knospen zu erzeugen. Erst
gegen den Herbst hin wird die Knospung unterbrochen,
indem das Bildungsmaterial jetzt in den grössern Thieren
zur Entwicklung der Geschlechtsorgane Verwendung findet.
Gleichzeitig nehmen auch die einzelnen Segmente dieser
Thiere an Grösse und Borstenzahl zu; es bilden sich so-
gar neue Borstenbündel d. h. neue Segmente, so dass man
deren schliesslich an jedem reifen Individuum fünf unter-
scheiden kann. Die Geschlechtsorgane sind in den grössern
484 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Thieren übrigens schon zu einer Zeit vorhanden, in denen
diesen noch drei andere weniger reife Individuen anhängen.
Bei Ch. limnaei bleibt diese Verbindung sogar beständig,
während sie bei Ch. diaphanus durch gliederweise Ab-
trennung allmählich gelöst wird. Die Entwicklung der
Geschlechtsorgane geht, wie oben erwähnt, nur im Mittel-
leibe vor sich, doch erst dann, nachdem in diesem durch
Bildung eines neuen Dissepimentes ein weiteres Segment
entstanden ist, dasselbe, das später die sg. Genitalborsten
trägt. Die Hoden erscheinen zunächst als zwei Zellen-
haufen, die oberhalb des Bauch Stranges liegen, sich aber
allmählich in ein Paar birnförmige Körper verwandeln.
Sie werden durch die beständigen Contractionen des Leibes
gegen die trichterförmigen Enden der Samenleiter ange-
drängt und nicht selten sogar von diesen umfasst. Was
übrigens diese Samenleiter betrifft, so dürfen dieselben
(mit Claparede) wohl als modificirte Segmentalorgane
betrachtet werden. Ihr Endstück mit den Flimmertrichtern
ist in den vordem Segmenten des Mittelleibes gelegen, das
auch die Hoden enthält, während der übrige Theil der-
selben mit der kugelförmigen Samenblase das dahinter
liegende neugebildete Dissepiment durchbohrt und dicht
vor den Genitalborsten mittelst eines kurzen Ductus ejacu-
latorius ausmündet. Die Eier gehen einzeln aus Zellen-
haufen hervor, die jederseits neben dem Bauchstrange zu
zwei oder dreien in dem neu gebildeten Segmente gefunden
werden und durch Vergrösser ung der Eizellen schon früh
eine Sternform annehmen. Sie haben sich aus einem
Zellenlager abgetrennt, das die Muskelscheide des Bauch-
stranges umkleidet, und schwimmen mit dem immer mehr
sich vergrössernden Eie frei in der Leibeshöhle. Weib-
liche Leitungsapparate fehlen mitsammt den sonst bei den
Naiden (im fünften Segmente) so deutlich vorhandenen Sa-
mentaschen. Dafür aber finden sich zum Zwecke der Eier-
ablage ein Paar seitlicher Oeffnungen von wahrscheinlich
nur zeitweiliger Dauer. Uebrigens hindert die Dicke und
Undurchsichtigkeit des Gürtels, wenigstens bei Ch. limnaei,
eine genaue Untersuchung. Was nun das Gen. Stylaria
anbetrifft, so folgt bei diesem auf die vier Kopfsegmente
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 485
zunächst ein Segment mit den Keceptacula seminis, und
dann ein anderes (das sechste), welches in seiner vordem
Hälfte die Anlagen der Hoden enthält, während die hin-
tere, durch ein erst nachträglich gebildetes Dissepiment
nach vorn begrenzte Hälfte ein Eierstockspaar in sich ein-
schliesst. Auch die 3—4 folgenden Segmente sind in der-
selben Weise mit Ovarien ausgestattet. Die Samenelemente
lösen sich übrigens schon frühe aus ihrer Bildungsstätte
los und fallen dann in den Innenraum des Segmentes,
dessen hinteres Dissepiment sie der Art ausdehnen, dass
dieses weit in die folgenden Ringe, wie eine Art Sack,
hineinragt und die inzwischen gleichfalls frei gewordenen
Ovarien bis in das dreizehnte Segment hinübertreibt. Die
Ablage der Eier geschieht auch hier durch eine (vielleicht
nur temporäre) Oeffnung, die dem sechsten Segmente an-
gehört und unter dem dicken Gürtel versteckt liegt. Die
Samenleiter bestehen aus einem kurzen Endstücke, einer
Samenblase und einem Ductus ejaculatorius. Die Knos-
pung wird übrigens durch die Geschlechtsreife keineswegs
völlig unterbrochen, sondern bloss beschränkt, bis nach
vollständiger Reife der Eier schliesslich der Tod eintritt.
Die Menge des erzeugten Samens ist bei Stylaria, wie bei
Chaetogaster, weit beträchtlicher, als die der Eier.
Mit der hier angezogenen Abhandlung sind übrigens
die Untersuchungen des Verf.'s noch keineswegs zum Ab-
schluss gekommen. Sie finden ihre Fortsetzung in den
Undersögelser over Naidens kjönlöse formering (1. c. 1874.
T. IX. p. 1—100. Tab. I. III), die vornehmlich den Vor-
gängen der ungeschlechtlichen Vermehrung gewidmet sind
und unsere Kenntnisse abermals mit vielen neuen und in-
teressanten Thatsachen bereichern. Verf. behandelt in
dieser zweiten Arbeit zunächst den histologischen Bau der
Naiden (Stylaria, Nais elinguis, Chaetogaster), besonders
die Bildung der Bindesubstanz, die aus einem zellig bla-
sigen Gewebe besteht, und der Muskeln, und verweilt dann
eine längere Zeit bei der Beschreibung der in der Leibes-
höhle flottirenden körperlichen Elemente, die der Ernäh-
rungsflüssigkeit angehören, dem Sanguis nutritivus, wie
Verf. dieselbe im Gegensatze zu dem Blute des Gefäss-
486 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
apparates, dem körnerlosen Sanguis respiratorius, bezeichnet.
Da diese Gebilde nach unserm Verf. bei dem Wachsthum
und der Knospung der Naiden eine bedeutungsvolle Rolle
spielen, so werden dieselben sehr eingehend geschildert. Sie
bestehen theils aus Zellen mit einem hellen protoplasma-
tischen Inhalt (cellulae plasmaticae), oder solchen mit mehr
oder minder zahlreichen Oeltropfen im Innern (corpora
plasmatica), theils auch aus freien Oeltröpfchen (guttae
oleagineae). Diese letztern, deren Ursprung Verf. auf einen
unverbrauchten Rest des ursprünglichen Dotters zurück-
führt, vermehren sich durch Knospung und wandern so-
wohl in die den Darm und das Rückengefäss überziehenden
sg. Leberzellen, wie auch in die blassen Plasmazellen ein,
welche letztere dadurch zu Plasmakörpern werden. Bei-
derlei Zellen entstehen übrigens durch Abschnürung aus
dem Darmbelag, so dass zwischen ihnen und den Leber-
zellen genetisch kaum ein Unterschied obwaltet, obwohl
es bei Chaetogaster diaphanus den Anschein hat, als wenn
die Plasmakörper mehr dem Rückentheile des Darmes und
der Nachbarschaft des Rückengefässes entstammten, die
Plasmazellen aber mehr darunter hervorkämen. Zur Zeit
der Reproduction überwiegt nun die Menge der zelligen
Gebilde im Gegensatze zu den sonst in Mehrzahl vorhan-
denen Oeltröpfchen; sie sammeln sich an bestimmten Stellen
immer massenhafter an und werden durch ihre Vereinigung
schliesslich zum Ausgangspunkt einer neuen Bildung, der
Geschlechtsproducte so gut, wie auch der Knospen. Die
erste Anlage der letztern geschieht immer an den Disse-
pimenten eines Segmentes. Zunächst an der Vorderfläche
des hintern Dissepimentes (oder an der hintern Wand des
Aftersegmentes), von welcher die Hauptmasse des neuen
Thieres mit ihren Ringen in regelmässiger Reihenfolge von
vorn nach hinten sich hervorbildet. Später gesellt sich
dazu von der hintern Fläche des vordem Dissepimentes
aus der Kopf mit seinen vier Ringen und dem Genital-
segmente, die gleichfalls der Reihe nach von vorn nach
hinten ihren Ursprung nehmen. Das junge Thier oder,
wenn man lieber will, die Knospe entsteht also immer
aus zwei ursprünglich durch ein altes Segment getrennten
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 487
Hälften. Aber die Hälften wachsen schliesslich zusammen,
denn das zwischenliegende Segment geht keineswegs, wie
man früher annahm, in den Sprössling über, sondern fällt
durch den Druck der an Masse stets zunehmenden anlie-
genden Neubildungen der Resorption anheim. So wenig-
stens da, wo es sich um die Neubildung eines Individuums
handelt, während bei der blossen Verlängerung des Thieres,
bei der Neubildung also bloss von Segmenten, die ganz
in derselben Weise anhebt, aber auf die Bildung der hin-
tern Knospenhälfte beschränkt bleibt, eine solche Resorption
nicht eintritt. Diese Verlängerung geschieht namentlich
dann, wenn der Wurm durch mehrfach wiederholte Knos-
pung eine Anzahl von Segmenten verloren hat. Dabei
aber gewinnt das Thier eine grössere Menge von Ringen,
als ursprünglich vorhanden waren. Hat dasselbe auf diese
Weise nun etwa das Doppelte seiner normalen Länge er-
reicht, dann entsteht ungefähr in der Mitte des Körpers
ein neues Kopfende, und zwar ganz auf die gewöhnliche
Weise von der hintern Fläche eines Dissepimentes aus,
nur dass dieses nicht gerade demjenigen Segmente anzu-
gehören braucht, das früher die neuen Segmente (die hin-
tere Hälfte der Knospe) gebildet hatte. Vor diesem Kopfe
nimmt dann bald wieder eine neue Knospe zunächst mit
der hintern Hälfte ihren Ursprung, und so geht es fort bis
zu der Zeit, in welcher wieder die Normal zahl der Seg-
mente vorhanden ist oder die freien Plasmakörper ver-
braucht sind. Während dieser Knospungsprocess nun aber
vor der Körpermitte abläuft, bildet sich auch in der hin-
tern Hälfte der Kette von dem Aftersegmente aus eine
neue Knospe, der dann gleichfalls eine zweite u. s. w.
nachfolgt. Durch den Eintritt der Geschlechtsreife wird
übrigens die Knospung neuer Kopfenden vollständig unter-
brochen. Die halben Knospen, die um diese Zeit vorhan-
den sind, bleiben dann mit dem altern Thiere verbunden
und werden nur in seltenen Fällen (Chaetogaster diapha-
nus) noch nachträglich mit Köpfen ausgestattet. Die Rei-
henfolge der Knospungen zeigt bei Nais und Stylaria Ver-
schiedenheiten von dem Verhalten des Chaetogaster, indem
dieselbe statt 1, 5, 3, 7, 2, 6, 4, 8 die Zahlen 1, 7, 5, 3,
488 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
2, 8, 6, 4 aufweist. In der Regel erreicht von diesen
Thieren aber nur 1 und 2 die geschlechtliche Reife. Trotz-
dem findet sich kein Generationswechsel, denn das aus
dem Ei hervorgegangene erste Thier entwickelt (im fünften
und sechsten Segmente) Geschlechtsproducte und lässt diese
schon zu einer Zeit erkennen, in der es noch Knospen
trägt. In der Regel bringt übrigens ein jedes Ovarium
nur ein Ei zur Entwicklung, das beim Ablegen von der
sich ablösenden Aussenschicht des Gürtels umhüllt wird.
Am Schlüsse der Abhandlung wirft der Verf. noch einen
Blick auf die Knospung der Syllideen und Serpulaceen,
so wie auf die Geschlechtsorgane der Chaetopoden, ohne
diesen Verhältnissen jedoch eine neue Seite abzugewinnen.
Die Lumbricinensammkmg des Pariser Pflanzengar-
tens, die Perrier einer nähern Untersuchung unterzog,
ergab eine so reiche Fülle neuer Formen und erweiterte
unsere Kenntnisse über diese Thiere auch in anatomischer
Beziehung auf eine so überraschende Weise, dass wir die
darüber veröffentlichten Mittheilungen (rech, pour servir ä
l'hist. des lombriciens terrestres, nouv. Archives du Mus.
d'hist. nat. Paris 1873. T. VIII. p. 189 ff. mit 4 Tafeln;
im Auszuge — ohne Beschreibung der Arten — auch in
den Archiv, de la zool. exper. T. I. p. LXX— LXXXI)
fortan als eine wichtige Quelle für diese Würmer zu be-
trachten haben. Es ergiebt sich das schon aus der syn-
optischen Uebersicht der von unserm Verf. aufgestellten
Genera, die sämmtlich mit Ausnahme zweier neu sind.
Nach der Lage der männlichen Geschlechtsöffnungen, die
keineswegs so constant ist, wie man nach den bisherigen
Untersuchungen annahm, theilt Perrier die Landlumbri-
cinen zunächst in 4 Gruppen, unter welche sich die ein-
zelnen Genera folgendermaassen vertheilen.
I. Lombricidees anteclitelliennes ou ä orifices genitaux mäles places
avant le clitellum.
A. Soies geminees et formant quatre series symetfiques deux ä
deux, ou bien isolees, et formant alors huit series longitudi-
nales. Orifices segmentaires en avant des paires inferieures
de soies Lumbricus L.
II. Lombricidees intraclitelliennes ou ä orifices genitaux mäles dans
le clitellum. *
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 489
A. Orifices segmentaires en avant des soies inferieures. Point
d'organes copulateurs Titanus n. gen.
B. Orifices segmentaires en avänt des soies superieures.
1. Toutes les soies semblables et lisses, point d'organes co-
pulateurs; ceinture peu distincte en avant. Anteils n. gen.
2. Soies de la ceinture droites, allongees, ornamentees de
replis chitineux; ies autres en S et presque lisses. Lobe
cephalique prolonge en un long tentacule.
Bliinodrilus n. gen.
3. Un appareil copulateur consistant en un penis musculeux,
retractile, en forme de crochet; orifices mäles sur la
portion posterieure de la ceinture, deux orifices femelles
seulement correspondant ä la fois aux ovaires et aux
poches copulatrices Eudrilus n. gen.
III. Lombricidees postclitelliennes ou ä orifices mäles places apres le
clitellum.
A. Soies quadriseriees; orifices segmentaires en avant des soies
des deux series inferieures.
1. Deux orifices mäles seulement; point d'appareil copulateur,
deux orifices (pour les oviductes?) au bord anterieur de
la ceinture Digaster n. gen.
2. Quatre orifices mäles pourvus chacun d'un penis demi-
retractile forme par un certain nombre de soies courbes,
tre3-allongees, diversement ornamentees.
Acanthodrilus n. gen.
B. Soies tres-nombreuses disposees en cercle autour des an-
neaux, soies de chaque anneau sur le prolongement de la
ligne, qui unit les precedentes.
1. Deux orifices mäles tres-eloignes Tun de l'autre; ceinture
de trois anneaux, lobe cephalique n'echancrant que fort
peu le segment buccal .... Perichaeta Schmarda.
2. Deux orifices mäles contigus dans une fossette derriere
la ceinture qui est de cinq anneaux. Lobe cephalique
echancrant profondement le segment buccal.
Perionyx n. gen.
IV. Lombricidees aclitelliennes ou paraissant depourvu de ceinture.
A. Soies quadriseriees; orifices segmentaires en avant des soies
superieures; quatre orifices mäles en deux paires tres-distantes.
Moniligaster n. gen.
Eine gleichfalls neue Form Urochaeta, die sich durch eine
quincunziale Stellung und einen ungewöhnlichen Reichthum der
Borsten am hintern Körperende auszeichnet, von unserm Verf. aber
nirgends untergebracht war, gehört einer spätem Mittheilung an
Lütken zufolge, zu der zweiten Gruppe. Wir fügen gleichfalls
490 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
aus Lütken's Berichten (zoolog. record for 1873. p. 476) zur Ver-
gleichung mit den von Kinberg (J. B. 1866. S. 213) aufgestellten
Genera hinzu, dass Alyattes K. (mit Borsten wie Titanus) der ersten,
Geogenia K. (mit Rhinodrilus verwandt) zur zweiten, Mandane (viel-
leicht identisch mit Acanthodrilus) zur dritten der von Perrier
aufgestellten Sectionen gehört. Eurydame K. und Tritogenia K.
kann darin einstweilen nicht untergebracht werden und Hegesipyle
ist zweifelhafter Natur, während Amyntas, Nitocris, Pheretima, Rho-
dopis, Lampito blosse Untergeschlechter (von Perichaeta) darstellen.
Von neuen — theilweise meterlangen — Arten beschreibt
Perrier: Lumbricus americanus (New-York), L. Victoris (Pamiette),
Anteus gigas (Cayenne), Titanus brasiliensis, Rhinodrilus paradoxus
(Caracas), Eudrilus Lacazii (Martinique), E. peregrinus (Rio Jan.),
Eud. decipiens (Antillen), Acanthodrilus obtusus (Neu-Caled.), Ac.
ungulatus (ebendah.), Ac. verticillatus (Madagascar), Digaster lum-
bricoides (Neu-IIolld.), Perichaeta Houlleti (Calcutta), P. affinis (Co-
chinchina), P. robusta (Isle de France), P. aspergülum (unbek. woher),
P. quadragenaria (Ostindien), P. elongata (Peru), Perionyx excavatus
(Cochinchina), Moniligaster Deshayesi (Ceylon), Urochaeta hystrix
P. (= Lumbr. corethrurus Fr. Müll.).
Aus der voranstellenden Synopsis geht schon hervor,
dass die männlichen Geschlechtsöffnungen der Regenwür-
mer keineswegs immer vor dem Gürtel gelegen sind, wie
man nach dem Verhalten der einheimischen Arten anzu-
nehmen gewohnt war. (Uebrigens hat nicht bloss Kin-
berg die „tubercules ventraux" bei gewissen Arten an
einer andern Stelle — hinter dem Gürtel — gesehen;
schon mein Onkel, Fr. S. Leuckart, hebt, für seinen
Geoscolex, der nach der Lage der Segmentalöffnungen mit
Titanus Perr. tibereinstimmt, ausdrücklich hervor, dass die
wulstigen Geschlechtsöffnungen auf dem Gürtel gefunden
wurden.) Auch die Lage der Segmentalöffnungen zeigt
insofern Verschiedenheiten, als diese keineswegs überall,
wie bei Lumbricus u. a. Arten, mit den Bauchborsten in
Verbindung stehen, sondern oftmals auch den Rückenborsten
zugehören; ein Umstand, der einigermaassen für die von
Ray Lankaster ausgesprochene Vermuthung geltend ge-
macht werden kann, dass die Erdlumbricinen eigentlich
zwei Paare von Segmentalorganen in jedem Segmente be-
sässen, von denen aber — von den Segmenten mit Ge-
schlechtsorganen abgesehen — immer nur eines zur Ent-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 491
wicklung komme. Der Darmkanal ist im Ganzen sehr
übereinstimmend gebauet, obwohl in der Lage und auch
der Form resp. Zahl des Muskelmagens (Digaster, Monili-
gaster) einige Abweichungen vorkommen). Perichaeta be-
sitzt in den meisten Arten zwei blinde Darmanhänge.
Grössere Abweichungen finden sich in der Anordnung der
Gelasse, wenigstens der contractilen Gefässschlingen, die
nicht bloss in ihrer Zahl variiren (bis zu fünf jederseits
steigen, Perichaeta), sondern auch zu förmlichen zweige-
teilten Herzen (mit Ventrikel und Herzohr Titanus, Rhi-
nodrilus) sich differenciren können. Auch der Rückenstamm
kann in seinem vordem Abschnitt zu einem herzartigen,
bei Anteus achtkammerigen Gebilde werden. Die Geschlechts-
drüsen liegen je nach der Länge des Oesophagus bald vor,
bald auch hinter dem Muskelmagen, sind aber gewöhnlich
im 11.— 13. Segmente gelegen und überall der Art gruppirt,
dass die Ovarien, die übrigens schon bei manchen Lumbri-
cusarten zu einer ganz ansehnlichen Grösse heranwachsen,
den Hoden nachfolgen. Die Zahl der Hodenpaare ist bis-
weilen geringer, als bei den einheimischen Arten, und sinkt
bei Titanus bis auf ein einziges. Bei Acanthodrilus bleiben
die Samenleiter jeder Seite isolirt. Ebenso bei Moniliger,
wo der eine sogar nach vorn, der andere aber nach hinten
läuft. Die Flimmertrichter, welche den Samen aufnehmen,
erreichen bisweilen (Lumbricus americanus und Victoris)
eine beträchtliche Entwicklung und sind dann leicht auf-
zufinden, während sie sonst gewöhnlich der Umhüllungs-
haut der Hoden verbunden sind. Anteus ist insofern in-
teressant, als der Samenleiter desselben augenscheinlicher
Weise nichts Anderes ist, als das Segmentalorgan des den
Testikel enthaltenden Ringes. Die Arten mit postclitel-
lären Geschlechtsöffnungen besitzen am untern Ende der
Samenleiter eine grosse und meist gelappte Anhangsdrüse
(Prostata). Bei Eudrilus findet Verf. einen eignen musku-
lösen Penis, der in einer Tasche gelegen ist, aus welcher
er nach Aussen hervorgestreckt werden kann, während
die isolirten Samenleiter von Acanthodrilus an ihren Enden
mit einem aus mehreren Borsten zusammengesetzten chi-
tinigen Copulationsorgane in Verbindung stehen. In ahn-
492 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
licher Weise sind bei Rhinodrilus u. a. — nach Hering
schon bei Lumbricus — die Gürtelborsten von ungewöhn-
licher Bildung. Moniligaster zeigt auffallender Weise an
seinen beiden Samenleitern ein sehr verschiedenes Ver-
halten. Die Ovarien sind in manchen Fällen (Perichaeta,
Moniligaster) gleich den Hoden mit einem Flimmertrichter
versehen. Eudrilus besitzt an dem gemeinsamen Eiergange
auch ein Paar Samentaschen, während diese Gebilde sonst
in wechselnder Zahl (bis zu vier Paaren) vor den Hoden
gelegen sind. Die Mündungsstelle derselben nimmt bei
Perichaeta und Eudrilus einen bald kurzen, bald auch
längern Gang auf, der bisweilen mit einer kleinen Drüse
in Verbindung steht. Titanus, Rhinodrilus und Monili-
gaster sind ohne Samentaschen.
Ueber die hier in Kürze angezogenen Resultate der
anatomischen Untersuchungen hat Perrier selbst einen
Bericht erstattet: Resume de rech. anat. sur les Lombriciens,
Compt. rend. 1872. T. 74. p. 754-757.
In dem zweiten Bande des Archiv, zoolog. exper. ver-
öffentlicht Perrier (p. 245—268) gewissermaassen als Nach-
trag und Ergänzung zu der vorstehenden Arbeit „Etüde sur
un genre nouveau de lombriciens", über das — vielleicht
mit Hypogeon Kinb. zusammenfallende — Gen. Plutellus7
das bis jetzt nur durch eine Art aus Pensylvanien, PL
heteroporus vertreten ist und zu der dritten Gruppe mit
männlichen Geschlechtsöffnungen hinter dem Clitellum ge-
hört. Was diese Form auszeichnet, ist nicht bloss die
vollständige, über die ganze Länge des Körpers sich er-
streckende Trennung der Borsten in acht Reihen (die sonst
nur hier und da in der hintern, seltner — Hegesipyle
Kinb. — vordem Körperhälfte gefunden wird), sondern
vorzugsweise die eigenthümliche Stellung der Segmental*
organe, die hinter dem Clitellum abwechselnd bald an dem
Rücken, bald auch am Bauche sich öffnen, zum Theil auch
schon vor dem Clitellum — vom 9. Ringe an — alter-
nirend gefunden werden. Das 4. — 8. Segment enthält neben
rückenständigen Segmentalporen die bauchständigen Oeff-
nungen der Samentaschen, während die weiblichen Oeff-
nungen am 10. und die männlichen am 18., dicht hinter
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 493
dem aus 4 Ringen bestehenden Clitellum gefunden werden.
Hoden und Ovarien sind jederseits nur in einfacher Anzahl
vorhanden und verhalten sich in sofern sehr abweichend,
als die letztern nicht bloss eine traubenförmige Bildung
zeigen, sondern auch (im 10. Segmente) vor den Hoden
gelegen sind. Auf Grund dieser Thatsachen erörtert Verf.
nun die Frage nach der morphologischen Deutung der
Leitungsapparate, ob diese als modificirte Segmentalorgane
aufzufassen seien oder nicht, ohne jedoch eine bestimmte
Entscheidung zu finden. Nur so viel glaubt er mit Sicher-
heit behaupten zu dürfen, dass die Samentaschen von den
Segmentalorganen durchaus unabhängig seien.
In einer spätem Abhandlung, die unter dem Titel
„6tudes sur Forganisation des lombriciens terrestres" (ibid.
T. III. p. 331—530. PI. XII-XVII) eine nach den Or-
ganen geordnete historische Uebersicht über die Entwick-
lung unserer Kenntnisse von dem Bau der Regenwürmer
liefert und dieser eine eingehende Darstellung der ana-
tomischen Verhältnisse von Urochaeta folgen lässt, die
Verf. aus mehrern botanischen Gärten Frankreichs lebend
untersuchen konnte, spricht sich Verf. mit aller Bestimmt-
heit dahin aus (p. 397 u. 519), dass die Leitungsapparate
der Erdlumbricinen mit den Segmentalorganen keinerlei
morphologische Beziehung besässen. Auch die oben er-
wähnten Verhältnisse von Plutellus gäben keine Anhalts-
punkte für die Ray Lankaster'sche Hypothese, denn der-
selbe Wechsel, der bei diesem Wurme in der Anordnung
der Segmentalorgane vorkomme, habe bei Perichaeta an
bestimmter Körperstelle auch mit den Borsten statt, bei
denen man doch unmöglich an zweierlei verschiedene Sy-
steme denken könne. Bei dem Reichthum an kritischen
Bemerkungen und positiven neuen Thatsachen, welche die
Abhandlung enthält, müssen wir es uns versagen, auf die
Einzelnheiten einzugehen. Wir beschränken uns desshalb
auf wenige Bemerkungen und heben zunächst hervor, dass
es vornehmlich der Circulationsapparat ist, den Verf.
bei Urochaeta untersucht und bis in das Detail hinein
dargestellt hat. Dabei haben sich zahlreiche Momente
feststellen lassen, die unser Thier von Lumbricus unter-
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. GG
494 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
scheiden und eine viel coinplexere Bildung des Gelass-
apparates nachweisen, allein nach den Beobachtungen des
Verf.'s dürften unsere bisherigen Kenntnisse auch für Lum-
bricus noch unzureichend sein. Einer der wichtigsten Nach-
weise ist der von der Existenz zweier übereinander lie-
gender Gefässsysteme, eines intestinalen und eines peri-
pherischen, die beide von gleicher Bedeutung sind und
beide ihre besonderen Propulsionsorgane (Herzen) besitzen,
natürlich aber vielfach unter sich in Verbindung stehen.
Der Anfangstheil des Darmes ist bei Urochaeta mit drei
Paar Anhängen besetzt, die in veränderter Form und Zahl
auch bei Perichaeta und Pontodrilus vorkommen. Bei nä-
herer Untersuchung ergaben sich diese Anhänge als Packete
von Schlauchdrüsen, welche in den Darm einmünden und
ein kalkreiches Secret enthalten; sie ergaben sich mit an-
dern Worten als dieselben Gebilde, die bei Lumbricus vor
dem Muskelmagen gefunden werden und unpassender Weise
hier als Kalkdrüsen bezeichnet wurden, obwohl der Kalk-
reichthum keineswegs die wichtigste Eigenschaft derselben
abgiebt. Verf. glaubt, dass das Drüsensecret auf die Ver-
dauung Bezug habe, wie das der sg. Leberzellen, die wahr-
scheinlich mit dem betreffenden Apparate zusammenge-
hören, und giebt den Organen den Namen der Morrem-
schen Drüsen. Die sg. Typhlosolis ist bei Urochaeta (und
Perichaeta) weit einfacher als bei Lumbricus und nur auf
einen bestimmten Darmabschnitt beschränkt. Die Epithel-
zellen des Darmes flimmern, wie das übrigens auch bei
Lumbricus der Fall ist. Ausser den Segmentalorganen
findet sich in den einzelnen Ringen der hintern Körper-
hälfte noch ein besonderer Drüsenapparat von einfacher
Birnform, der gleichfalls nach Aussen zu münden scheint,
obwohl es nicht gelang, die Oeffnungen nachzuweisen.
Auch das Kopfende enthält eine eigne ansehnlich ent-
wickelte Drüse, die am vordem Rande des dritten Seg-
mentes ausmündet (gland ä mucosite) und vielleicht aus
den sonst fehlenden vordem Segmentalorganen hervor-
gegangen ist. Schliesslich erwähnen wir noch der an-
sehnlichen Entwicklung des sg. Sympathicus und der
merkwürdigen Thatsache, dass Urochaeta zweigespaltene
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 495
Borsten besitzt, wie sie sonst nur bei den Naiden gefunden
werden.
Dass die Borsten derLumbricinen auch sonst keineswegs
die bisher ganz allgemein gültige einfache S-Form haben,
beweist auch das von Perrier (Cpt. rend. 1874. T. 78.
p. 1582 — 1586, sur im nouveau genre des loinbriciens ter-
restres) neu aufgestellte Gen. Pontodrilus, das ausser
dem Lumbr. littoralis Gr. noch P. Marionis n. sp. enthält,
zwei Formen, welche die Meeresküste" bewohnen und sich
hier von den am Strande ausgeworfenen Pflanzenresten er-
nähren. Das neue Genus gehört zu der Gruppe der post-
clitellären Regenwürmer und besitzt acht Reihen kurzer
Borsten, die fast gerade sind und nur in der Nähe des
untern Endes eine schwache Krümmung besitzen. Der
Gürtel erstreckt sich vom 12. bis 17. Ringe. Die Samen-
taschen liegen am 8. und 9. Ringe, die weiblichen Ge-
schlechtsöffnungen am 14. Erst im folgenden Ringe be-
ginnen die Segmentalorgane, so dass die sonst bei den
Erdlumbricinen gewöhnliche Coexistenz mit den geschlecht-
lichen Leitungsapparaten fehlt, wie bei den Naiden. Auch
darin stimmt Pontodrilus mit letztern überein, dass kein
besonderer Kaumagen und kein unteres Bauchgefäss vor-
kommt, während das Hautgefässsystem und das Blutgefäss-
netz der Segmentalorgane in gewöhnlicher Weise sich vor-
findet, auch die kleinen Eier unverkennbar auf die gewöhn-
lichen Lumbricinen hinweisen.
Die hier angezogenen Untersuchungen sind vom Verf.
übrigens ihren Hauptresultaten nach gleichfalls der Pariser
Akademie vorgelegt: Cpt. rend. T. 77. p. 814 — 817 (sur
les Lombriciens terrestres exotiques des genres Urochaeta
et Perichaeta) und p. 1582—1586 fsur im nouveau genre
indigene des Lombriciens terrestres, Pontodrilus Marionis).
Das Gen. Perichaeta, das einzige, welches neben Lum-
bricus eine sehr weite geographische Verbreitung hat und
letzteres in vielen Gegenden zu vertreten scheint, dürfte
übrigens mit der Zeit einer weitern Spaltung entgegen gehen.
Schon jetzt ist eine solche vielleicht nothwendig geworden,
denn unter den 5 dahin gehörigen Arten (P. bicincta, P. lu-
zonica, P. coendca, P. afftnis und P. biserialis), die Perrier
496 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
jüngst von den Philippinen zu untersuchen Gelegenheit
hatte, zeigen drei durch die Bildung ihres Clitellums, ihrer
weiblichen Geschlechtsöffnung und der Genitalpapillen, so
wie theilweise auch durch die Stellung ihrer Borsten Ab-
weichungen von dem gewöhnlichen Verhalten, die eine Ab-
trennung wohl rechtfertigen dürften. Mit Ausnahme der P.
affinis, die Verf. schon früher nach Exemplaren von Sai-
gon kannte, sind die Philippinischen Arten neu, wie denn
überhaupt die einzelnen Inseln oder benachbarten Insel-
gruppen gewöhnlich ihre eignen Regenwürmer aufweisen.
Der Fall der P. affinis ist der erste sicher constatirte, in
dem eine insulare Form zugleich das anliegende Festland
bewohnt. Sur les vers de terre des iles Philippines et de
la Cochinchine, Cpt. rend. T. 81. p. 1043—1046.
Eisen macht den Versuch, auch das Gen. Lumbricus
(s. str.) in eine Anzahl von Geschlechtern zu zerlegen.
Mit Rücksicht theils auf die Stellung der Borsten, theils
auch auf das Verhalten sowohl des Lobus cephalicus wie
der Tubercula ventralia, d. h. der männlichen Geschlechtsöff-
nungen, unterscheidet er (om Scandinaviens Lumbricider,
Öfvers. kgl. vet. Akad. Förh. 1873. N. 8) folgende Genera:
A. Setae ubique binae approximatae.
I. ' Tubercula ventralia in segm. 14. pone segm. buccale.
1. Lobus cephalicus postice segm. buccale in duas partes
dividens Lumbricus.
2. Lobus cephalicus postice segm. buccale non dividens.
Allolobophora n.
II. Tubercula ventr. in segm. 12. pone segm. buccale.
Allurus n.
B. Setae aequo intervallo distantes, exceptis duabus summis, quarum
intervallum aliquanto majus est . . . . Dendrobaena n.
Zu dem auf diese Weise limitirten Gen. Lumbricus gehören
von Skandinavischen Arten: L. terrestris L., L. purpureus Eis., L.
rubellus Hoffm., zu Allolobophora: L. riparius Hoffm., L. turgidus
n. (= L. communis cyaneus Hoffm.), L. mucosus n. (= L. communis
carneus Hoffm.), L. norvegicus ii., L. arboreus n., L. foetidus Sav.,
L. subrubicundus n., zu Allurus: L. tetraedrus Sav. und zu Dendro-
baena: L. Boeckii n. (= L. puter Eis.). Sämmtliche hier genannten
Arten werden vom Verf. beschrieben und durch eine lateinische
Diagnose noch besonders charakterisirt.
Diesen Mittheilungen über Skandinavische Lumbricinen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 497
fügt derselbe Verf. später noch (1. c. 1874. N. 2) einen
bidrag til kännedomen om New Englands och Canadas
Lumbricider hinzu, durch den wir nicht bloss mit einer
Anzahl neuer Arten (Attolobophora tenuis, A. tumida, A.
parva, Tetragonurus pupa n. gen. et n. sp.) bekannt
gemacht werden, sondern weiter auch erfahren, dass Nord-
Amerika eine ganze Anzahl von Regenwürmern mit Europa
resp. Skandinavien gemein hat. Zu diesen letztern gehören
ausser Lumbricus terrestris namentlich noch L. purpureus
Eis., Allolobophora turgida Eis. (mit einer zweiten neuen
Form AU. turgida tuberculata), A. mucosa Eis., A. sub-
rubicunda Eis.
Das zumeist mit Allurus verwandte neue Gen. Tetragonurus
— Namen schon an einen Fisch vergeben — trägt als Diagnose:
Corpus antice cylindricum. postice quadrangulum ; tubercula ven-
tralia in segmento 11.; setae binae approximatae ; lobus cephalicus
segmentum buccale non dividens.
Nach den Beobachtungen, welche Perrier über die
Begattung von Lumbricus foetidus veröffentlicht (Arch.
zool. exper. T. IV. p. XIII— XV) geschieht diese — bei
dem genannten Wurme wenigstens — nicht des Nachts
auf dem Boden, sondern jederzeit im Innern des Mist-
haufens, der dem Wurme zum Aufenthaltsorte dient. Die
beiden Thiere liegen bei dem Acte nicht bloss mit ihren
Bauchflächen dicht auf einander, sondern sind auch durch
zwei dünne häutige Ringe mit einander vereinigt, die den
Gürtel bedecken und die erhärteten Ausscheidungen der-
selben darstellen. Die Uebertragung des Samens geschieht
ohne Hülfe von Begattungsorganen ; es sind die männlichen
Oeffnungen und die Eingänge in die Samentaschen sogar
durch einen weiten Abstand von einander getrennt, trotz-
dem aber gelangt das Sperma an den Ort seiner Bestim-
mung, indem es Anfangs zwischen den anliegenden Bauch-
flächen fortfliesst, dann aber in den Innenraum der oben
erwähnten Ringe gelangt, welche die Segmente mit den
Samentaschen (und Hoden) in sich einschliessen. Unter
der dünnen Haut dieser Ringe sieht man den Samen ge-
legentlich selbst vom Bauche auf die Rückenfläche des
Wurmes übergehen. Nach beendigter Begattung streifen
die Würmer die Ringe nach hinten zu ab.
498 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Cohn berichtet (Ztschrft. für wissensch. Zoologie
Bd. XXIII. S. 459—461) über leuchtende Regenwürmer,
wahrscheinlich zu Lumbricus olidus oder tetragonus ge-
hörig. Auch Secchi hat die oben erwähnte spectralana-
lytische Untersuchung, wie er angiebt, vorzugsweise an
Regenwürmern angestellt.
Panceri kennt gleichfalls die Phosphorescenz dieser
Thiere und ist der Ansicht, dass dieselbe von dem Secrete
der den Gürtel bildenden einzelligen Drüsen ausgeht (1. c.
p. 12). Nach der von Letzteren gesammelten Litteratur, sind
phosphorescirende Regenwürmer übrigens schon früher —
der älteste Fall (von Grimm) schon 1670 — vielfach
beobachtet.
Robert macht darauf aufmerksam, dass die Regen-
würmer den Eingang in ihre Gallerien nicht selten zum
Zwecke des Schutzes gegen fremde Eindringlinge mit Haufen
von Kies oder Laub bedecken, auch das letztere allmählich
auffressen. Cpt. rend. T. 77. p. 785 und 1033.
N oll beschreibt „einen neuen Ringelwurm des Rheines"
(Archiv für Naturgesch. 1874. Th. I. S. 260—270. Tab. VII),
eine neue Art des Gen. Phreoryctes, Ph. Heydeni, so ge-
nannt zu Ehren des berühmten Frankfurter Senators, der
denselben schon vor Jahren bei St. Goar unter Steinen auf
der Höhe des Wasserspiegels aufgefunden hat.
P e r r i e r findet den von Kessler zuerst im Onegasee
beobachteten Tubifex umbellifer auch in Paris, und zwar in
dem grossen unterirdischen Wasserreservoir des Pflanzen-
gartens, unter Umständen also, die schwerlich auf eine
Verschleppung des Wurmes hindeuten, wie Ray Lan-
kaster sie zur Erklärung des Vorkommens in der Themse
vermuthet hatte. Der Wurm ist trotz seiner dreierlei Bor-
stenformen (von denen übrigens zwei, die kammförmigen
und Haarborsten ausschliesslich auf die 10—11 vordem
Segmente beschränkt sind) ein echter Tubifex. Archives
zool. exper. T. IV. p. VI— VIII.
Grube berichtet (Ber. Schles. Gesellsch. 1872, natur-
hist. Section S. 35) über zwei Euaxesformen des Baikalsees,
von denen die eine, die von dem zweiten bis zehnten Seg-
ment in der untern Zeile statt der winzigen nur äusserst
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 499
wenig hervorragenden und wenig gekrümmten Borsten-
paare je 2 viel grössere und weit vorstehende, sehr
stark gekrümmte Haken trägt, ein besonderes Subgenus
Lycodrilus bildet. L. DyboivsJcii n. sp. und Euaxes bai-
calensis n. sp.
Nicholson erwähnt zweier (nicht näher beschriebener)
Saenurisarten und eines Lumbriculus aus dem Ontario-See.
Ann. nat. hist. Vol. X. p. 280. V er rill nimmt (Amer.
Journ. 1873. Vol. V. p. 387) die beiden erstem nach der
Borstenbildung als Lumbriculusarten in Anspruch, den
letztern (Lumbriculus Nich.) als einen Lumbricus.
Vejdovsky giebt (Sitzgsber. k. böhm. Gesellsch. der
Wissensch. math. phys. Kl. 20. Nov. 1874) eine Uebersicht der
Böhmischen Anneliden und fügt derselben später (ebendas.
29. Oct. 1875) einen Nachtrag hinzu, durch den die Zahl
derselben auf 28 (9 Naiden, 5 Tubificiden, 3 Lumbricu-
liden, 1 Phreoryctiden, 10 Lumbricinen) erhöhet wird. Neu
unter denselben ist ausser Tubifex coccineus und Tricho-
ärüus pragensis — einer Art, die später (1876) von unserm
Verf. zum Repräsentanten eines mit Trichodrilus nahe ver-
wandten Gen. Phreatothrix gemacht ist — noch Lumbricus
submontanus und L. aquatilis. Phreoryctes Heydeni Noll
wird (als identisch mit Nemodrilus filiformis Clap.) unter
dem Namen Ph. filiformis aufgeführt und Tubifex umbel-
lifer Kessl., der in Mitteleuropa bisher noch nicht zur
Beobachtung kam, zu einem neuen, von Tubifex durch ein
abweichendes Verhalten der Kittdrüse zum Atrium charak-
terisirten Gen. Psammorhyctes erhoben. Die Diagnosen
der zuletzt genannten zwei Gen. lauten hiernach :
Tubifex Lam. Borsten gabiig getheilt, in den obern Reihen
ausserdem noeli haarige Borsten. Die Kittdrüse seitwärts an dem
Atrium eingepfropft, das Atrium geht direct in das Begattungs-
organ über. Spermatophore ohne einen mit Häkchen versehenen
Rüssel, nicht bewimpert.
Psammorhyctes gen. n. Borsten kammförmig, dazwischen
noch haarförmige; auch zweierlei Formen gegabelter Borsten. Die
Kittdrüse an einer dickwandigen drüsigen Blase (vesicula seminalis?)
eingepfropft, die dann ihrerseits durch einen langen und dickwan-
digen Ausführungsgang mit dem direct in das Begattungsorgan
500 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
übergehenden Atrium verbunden ist. Spermatophore mit einem
Hakenrüssel, bewimpert. Begattungsorgan kurz, chitinös.
Den genauen und eingehenden Untersuchungen, die
Perrier über den Bau der Dero obtusa macht (hist. na-
turelle du Dero obtusa, Archives de zoolog. experimentale
par Lacaze-Duthiers T. I. p. 65 — 96. Tab. I) entneh-
men wir die Thatsache, dass dieses Thier im Ganzen sich
eng an die übrigen Naiden anschliesst. Am abweichend-
sten ist die Bildung des Gefässapparates, dessen Haupt-
stämme nicht bloss an den Enden mittelst einer grössern
Anzahl von Gefässschlingen in einander übergehen, sondern
auch in den einzelnen Segmenten (wenigstens denen, die
den drei Paar Seitenherzen folgen) nicht, wie sonst, durch
einfache Gefässschlingen, sondern durch ein engmaschiges
Netzwerk verbunden sind. Zum Theil finden diese Ver-
hältnisse übrigens in der ungewöhnlichen Art der Athmung
und der Anwesenheit der Schwanzkiemen, die je eine
Getassschlinge in sich einschliessen, ihre Erklärung. Einer
nachträglichen Bemerkung zufolge dürfte übrigens nicht
bloss dieser Kiemenapparat flimmern, sondern auch der
ganze Körper unserer Würmer mit einem zarten Wimper-
epithelium bedeckt sein, obwohl es nicht gelang, die Haare
selbst in ihrer Thätigkeit zur Anschauung zu bringen.
Die Vermehrung ist, wie bei der Mehrzahl der übrigen /
Naiden, eine doppelte. In der Jugend theilen sich die
Würmer, indem zwei Segmente in der Mitte des Thier-
körpers aus einander weichen und einen neuen Schwanz-
und Kopftheil zwischen sich entstehen lassen, wie das auch
bei andern Arten der Fall ist. Eine kettenförmige Ver-
einigung zahlreicherer Individuen ist übrigens bei Dero
niemals zu beobachten; die Theilstücke trennen sich, so-
bald die Hälften zu vollständigen Thieren sich ergänzt
haben. So lange die Theilung andauert, verharren die
Geschlechtsorgane in einem rudimentären Zustande; Verf.
hat sich die Beschreibung derselben für eine spätere Ge-
legenheit vorbehalten. Die vordersten sechs Segmente ent-
halten eine ansehnliche Drüsenmasse, die nachträglich als
eine Speicheldrüse in Anspruch genommen wird. In Betreff
der Lebensweise unserer Dero mag hier noch die Bemer-
iD d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 501
kung Platz finden, dass dieselbe — und das dürfte möglicher
Weise auch in der eigenthümlichen Entwicklung der respi-
ratorischen Organe seinen Ausdruck haben — keineswegs
so beweglich ist, wie die verwandten Formen, vielmehr
an Blättern und Stielen von Wasserpflanzen (vorzugsweise
Ceratophyllum) meist ruhig anliegt.
Agchisteus plumosus n., denParfitt zwischen Hae-
matococcus auffand (monthly micr. Journ. T. IX. p. 210.
PI. XV) und am liebsten als einen mit Chaetogaster ver-
wandten Borstenwurm betrachten möchte, macht mit seinen
Fiederborsten auf Ref. weit mehr den Eindruck einer Flie-
genlarve. Jedenfalls ist Beobachtung und Beschreibung
ungenügend.
Onychophori. Obwohl schon mehrfach, besonders von
frühern Zoologen, darauf hingewiesen ist, dass Peripatus
durch Fuss- und Körperbildung auffallend an die Gruppe
der Myriapoden erinnert, galt derselbe doch bis heute fast
allgemein für eine entschiedene Wurmform. Die Abwesen-
heit der Bauchganglienkette, des Chitinpanzers und der
Querstreifung an den Muskelfasern schienen eine Zusam-
menstellung mit den Articulaten auszuschliessen. Seitdem
wir aber durch Moseley, der den Peripatus capensis in
frischem Zustande untersucht hat, von der überraschenden
Thatsache unterrichtet sind, dass das betreffende Thier nach
Insektenart Luft athmet und mit einem förmlichen Tra-
cheenapparate ausgestattet ist, tritt die Frage nach den
Verwandtschaftsverhältnissen desselben in ein anderes Sta-
dium. Jedenfalls erscheint die Natur dieses merkwürdigen
Geschöpfes in einem neuen Lichte, und das um so mehr,
als sich auch sonst durch die anatomische Untersuchung
mancherlei unerwartete Verhältnisse herausgestellt haben.
Zunächst constatirt Verf., dass Peripatus — wie das übri-
gens schon von Sa enger behauptet wurde, dessen Unter-
suchungen (J. B. 1869. S. 278) freilich nirgends Berück-
sichtigung finden — getrennten Geschlechtes ist. Was
Grubejals Hoden in Anspruch nahm, ist eine — als solche
gleichfalls schon von S aenger erkannte — mächtige Drüse,
die vom Verf. mit der Spinndrüse der Raupen verglichen
wird und auch wirklich ein klebriges Secret liefert, das
502 Lenckari: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
unter dem Drucke der die weiten Ausfuhrungsgänge um-
gebenden kräftigen Muskulatur in Fäden nach Aussen her-
vortritt und netzartig fremde Gegenstände tiberzieht. Die
Nahrung des Thieres besteht vorzugsweise aus vegetabi-
lischen Substanzen, deren Ueberreste auch den weiten und
unregelmässig gefalteten Chylusmagen anfüllen. Malpi-
ghische Anhänge fehlen, wohl aber liegen seitlich neben
dem Darme ein Paar fettkörper artige Schläuche von an-
sehnlicher, wenngleich wechselnder Grösse. Oberhalb des
Darmes zieht ein Rückengefäss hin, in dem sich jedoch
keine Klappenvorrichtungen nachweisen Hessen. Der Tra-
cheenapparat besteht aus Büscheln feiner Röhren, die, wie
bei Julus, bündelweise aus einem gemeinschaftlichen Atrium
entspringen, eine Zeitlang in grösserer Menge neben ein-
ander hinlaufen, dann aber sich vereinzeln und die ver-
schiedensten Eingeweide umspinnen. Verästelungen sind
nur selten. Ebenso ist der Spiralfaden nur sehr unvoll-
ständig entwickelt, so dass die betreffenden Gebilde an
Spiritusexemplaren, in denen sie luftleer sind, unmög-
lich als Tracheen sich erkennen lassen. Es sind offenbar
dieselben Röhren, welche Sa eng er als (verästelte) Seg-
mentalorgane beschrieben hat und an der Basis der ein-
zelnen Füsse zwischen den hier befindlichen Runzeln durch
eine einfache kleine Oeffnung ausmünden liess. Nach Mo-
seley finden sich ausser diesen Spiracula übrigens noch
andere, die jederseits neben der Mittellinie des Bauches
ziemlich regelmässig zwischen den Fusshöckern stehen, so
dass in der Zahl und der Anordnung der Tracheenstämme
(modificirter Hautdrüsen nach unserm Verf.) Peripatus sehr
auffallend von den Verhältnissen der übrigen Tracheaten
abweicht. Die Abwesenheit des äussern Chitinskelets und
die „great imperfection of the spiral fibre" lässt übrigens,
wie Ref. hinzufügen möchte, weiter vermuthen, dass die
Luftgefässe von Peripatus auch in histologischer Hinsicht
nur eine geringe Uebereinstimmung mit echten Tracheen
besitzen werden. Der Bau der Geschlechtsorgane verräth
gleichfalls eine unverkennbare Verwandtschaft mit den In-
sekten, indem die paarig entwickelten Leitungsapparate
bei den Männchen so gut, wie bei den Weibchen schliess-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 503
lieh durch eine unpaare, am Hinterleibsende gelegene Oeff-
nung nach Aussen fuhren. Die Geschlechtsdrüsen sind
zwei einfache Säcke, die bei den Männchen getrennt blei-
ben, bei den Weibchen aber zu einem gemeinschaftlichen,
unter dem Darmkanale gelegenen Körper vereinigt sind,
der jedoch durch die Anwesenheit einer in der Medianlinie
hinziehenden Längsscheidewand seine ursprüngliche Dupli-
cität zur Genüge kundthut. Der Innenraum des Ovariums
enthält zur Brunstzeit eine Menge Spermatozoen, welche
die durchtretenden Eier befruchten, so dass diese dann in
den mächtig entwickelten Eileitern ihre Embryonalentwick-
lung durchlaufen können. Die beiden Hoden sind vorn
mit einem blindschlauchartigen Anhange versehen, der
statt des Sperma blosse Körnchen enthält und vom Verf.
desshalb als eine Art Prostata gedeutet wird. Die Vasa
deferentia, die am entgegengesetzten Ende hervorkommen
und gleich den Oviducten eine beträchtliche Lauge besitzen,
führen schliesslich in einen gemeinschaftlichen Ductus eja-
culatorius, mit dem an der Geschlechtsöffnung noch zwei
langgestreckte Anhangsdrüsen in Verbindung treten. Wie
die Geschlechtsorgane, so schliesen sich auch die Samen-
fäden durch Grösse und einfache Fadenform an die Ver-
hältnisse der Tracheaten an. Ein Gleiches gilt von der
Embryonalentwicklung, indem der scharf gezeichnete und
gegliederte Primitivstreifen genau die entsprechende Bil-
dung der Raupen und ähnlicher Formen wiederholt. Die
zunächst auf die beiden mit den Anlagen der Antennen
versehenen Kopflappen folgenden zwei Segmente liefern
die spätem Kiefer und Mundpapillen. Die Gliederung der
Antennen und Beine ist schon frühe bemerkbar. Aeussere
Geschlechtsunterschiede sind nicht Vorhanden, obwohl die
Männchen gewöhnlich hinter den Weibchen an Grösse zu-
rückbleiben. On the strueture and developement of Peripatus
capensis. Transact. roy. Soc. 1874. p. 757—782. Tai 72
— 74 (im Auszuge Proceed. roy. Soc. Vol. XXII. p. 344
—349 oder Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XIV. p. 225-231).
Perceval Wright erwähnt eines neuen Peripatus
Huttoni aus Neu-Seeland, ohne jedoch davon eine nähere
Beschreibung zu geben. Journ. microsc. sc. T. XX. p. 313.
504 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Grube erhält den Peripatus Leuckarti Saeng. aus
Neu- Seeland und beschreibt weiter P peruanus n. mit
29 Fusspaaren. Jahresber. der Schles. Gesellsch. 1875.
naturhist. Sect. S. 52.
Polygordii. Von Perrier wird das sonderbare Gen.
Polygordius Schndr. (J. B. 1868. S. 279) mit einer ansehn-
lichen (10 Ctm. grossen) neuen Form bereichert, zu deren
Bezeichnung der Verf. den Namen P Villoti in Anwendung
bringt. Der Wurm ist äusserlich ohne alle Gliederung und
mit einer gestrichelten Cuticula bedeckt, die nur an den Kopf-
gruben flimmert. Augen- und Kopfanhänge fehlen. Die
Muskulatur besteht aus einer Ringsfaserschicht, die den
übrigen Arten abgeht, und aus Längsfasern, die durch ihre
platte Form und radiäre Stellung einigermaassen an die
Nematodenmuskeln erinnern. Die Medianlinie der Bauch-
fläche ist mit einer nach Innen vorspringenden Längsleiste
(Nervensystem?) versehen, von der jederseits ein schief
nach Aussen aufsteigendes Ligament abgeht. Da auch der
Darm, der übrigens bis auf die einzelnen den ringförmigen
Septen entsprechenden Ausbuchtungen und das stark wim-
pernde Flimmerepithelium ohne besondere Auszeichnung ist,
gleichfalls der Länge nach durch ein Ligament befestigt
ist, so zerfällt die Leibeshöhle des Wurmes in vier von
vorn nach hinten neben einander hinziehende Kammern.
Ausser dem Rückengefäss ist auch ein Bauchgefäss vor-
handen, die beide durch schlingenförmige Queranastomosen
verbunden sind. Die Geschlechtsproducte entwickeln sich,
männliche und weibliche bei verschiedenen Individuen, an
den Körperwänden und den Ligamenten. Im ausgebildeten
Zustande findet man dieselben frei in der Leibeshöhle,
aus der sie durch die flimmernden Segmentalorgane nach
Aussen gelangen. Sur un nouveau type intermediaire du
sous-embranchement des Vers (Polygordius?), Cpt. rend.
T. 80. p. 1101—1105. Eine ausführliche Beschreibung des
neuen Thieres wird in Aussicht gestellt.
Nach v. Willemoes-Suhm lebt Polygordius auch
in den Japanischen Meeren. Ztschrft. für wissensch. Zoo-
log. Bd. XXVII. S. CIL
Rajevsky veröffentlicht in den Berichten der Ge-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 505
sellsch. der Freunde der Naturkunde zu Moskau (T. X.
Hft. 1. 1873. 11 Seiten, Tab. XIII) eine russisch geschrie-
bene Abhandlung „über Polygordius und die Loven'sehe
Larve", deren Inhalt unsere bisherigen Anschauungen über
die Metamorphose der letzteren insofern inodificirt, als sie
den Nachweis liefert, dass diese nicht durch eine allmäh-
liche, continuirlich fortschreitende Verlängerung der hintern
Körperhälfte geschieht, sondern ganz plötzlich eintritt und
von einer Häutung begleitet ist, bei der die schon vorher
gebildete, bis dahin aber unter der Larvenhaut versteckte
Körperwand des Wurmes enthüllt wird. Die erste Anlage
des spätem Wurmkörpers geschieht in ähnlicher Weise,
wie bei Mitraria (J. B. 1869. S. 255), dadurch, dass sich
unter der Haut des Afterzapfens eine ringförmige Zellen-
lage bildet, die ohne wesentliche Veränderung der Larven-
form allmählich zu einer immer tiefer und häufiger sich
einfaltenden Röhre auswächst, die einem Telescopenrohre
vergleichbar den Darm umgiebt, schliesslich aber durch
das Reissen der umhüllenden Larvenhaut frei wird und
durch eine rasche Streckung dann den cylindrischen Wurm-
körper bildet. Ueber die Beziehungen des Kopfendes zu
dem neu gebildeten Wurmkörper ist Verf. nicht recht in's
Klare gekommen, da die Larven durch ein längeres Halten
in den Aquarien leiden und die Metamorphose dann in ab-
normer Weise abläuft, das geeignete Material also selten
ist. In diesem Umstände sucht Verf. auch den Grund,
wesshalb den frühern Beobachtern die Vorgänge der Meta-
morphose nur unvollständig bekannt geworden seien. Was
über den Bau des ausgebildeten Polygordius mitgetheilt
wird, weicht mehrfach von den Angaben Schnei der 's ab.
So läugnet Verf. z. B. die Existenz von Ringsmuskeln.
Wo Schneider solche sah, findet Verf. nur ein Binde-
gewebe, das die Innenfläche der Längsmuskeln bekleidet
und in der Medianlinie des Rückens ein Aufhängeband
für den Darm bildet. Unterhalb der Cuticula zieht eine
Körnerlage hin, die am Bauche stark verdickt ist und
zwei neben einander herablaufende ganglienlose Bauch-
nervenstränge in sich einschliesst. Zum Schlüsse der Ab-
handlung versucht unser Verf. den Nachweis, dass die von
506 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ihm beobachtete Metamorphose unter den Anneliden weiter
verbreitet sei, vielleicht gar die häufigste Form der Meta-
morphose darstelle, ohne dafür jedoch eine grössere Reihe
positiver Beobachtungen beizubringen.
Enteropneusti. A. Agassiz liefert durch seine Un-
tersuchungen an Balanoglossus Koivaleivskii n. sp. (the hi-
story of Balanoglossus and Tornaria, Mem. Amer. Acad.
arts and scienc. Vol. IX. p. 421—436. PI. I— III) eine voll-
ständige Bestätigung der Meczniko ff sehen Beobachtun-
gen über die Metamorphose der Tornaria. Die letztere ist
in der That die Larve von Balanoglossus, eines Wurmes,
den Verf. am liebsten als Repräsentanten einer zwischen
den tubicolen Anneliden und den Nemertinen vermittelnden
Familie betrachten möchte. In ihrer äussern Erscheinung
hat Tornaria allerdings mit den Echinodermenlarven eine
unverkennbare Aehnlichkeit, aber bei näherer Vergleichung
finden sich doch mancherlei Unterschiede, sowohl in der
Entstehungsweise des Wassergeiässsystemes, das sich un-
abhängig von dem Darmkanale entwickelt, wie in der An-
wesenheit eines pulsirenden Herzens und eines senkrecht
auf die Längsachse gestellten hintern Flimmerkranzes, der
überdiess erst in einer verhältnissmässig späten Entwick-
lungsperiode zur Ausbildung kommt. Von einem zweiten
analen Flimmerkranze fand Verf. bei der amerikanischen
Form keine Spuren. Die Umwandlung in den Balano-
glossus geschieht binnen weniger Stunden und Hess sich
durch alle Phasen hindurch verfolgen. Freilich sind schon
im Tornariazustand einzelne Veränderungen erfolgt, die
auf den definitiven Zustand hinweisen. Dahin gehört na-
mentlich die Anlage der Kiemen, die als einfache Aus-
sackungen des Oesophagus von vorn herein zu vieren jeder-
seits ihren Ursprung nehmen, aber erst verhältnissmässig
spät nach Aussen hindurchbrechen. Der Uebergang in den
eigentlichen Balanoglossus wird durch eine Trübung der
äussern Körperbedeckangen und die Abnahme der frühern
Beweglichkeit eingeleitet, durch Veränderungen, die mit der
Reduction der Wimperschnur und dem Auswachsen sowohl
des vordem, wie auch namentlich* des hintern Leibesab-
schnittes Hand in Hand gehen. Aus dem erstem wird der
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 507
sg. Rüssel (der übrigens nach Ansicht des Ref. wohl mehr
einem Kopfanhange als einem Nemertinenrüssel entspricht),
während der hintere Abschnitt durch fortgesetzte Streckung
sich in den eigentlichen Wurmleib umwandelt. Zwischen
beiden liegt ein kragenförmiges Verbindungsstück, das der
Verl. dem sg. Collare der Clymeniden, Serpuliden u. a. Würmer
an die Seite setzt. Das Ä-förmige Rüsselskelet ist in seinen
hintern Schenkeln entschieden chitiniger Beschaffenheit. Ob
übrigens dieser basale Theil mit Recht dem Operculum
der Serpuliden verglichen wird, mag zweifelhaft sein. Das
Kiemenskelet ist auch im ausgebildeten Wurme sehr viel
einfacher, als bei der Mittelmeerischen Art. In der Be-
schaffenheit der Kiemenöffnungen besteht gleichfalls ein auf-
fallender Unterschied, indem die letztern in cylindrische
Fortsätze ausgezogen sind, die zu den Seiten der dorsalen
Medianlinie liegen, für gewöhnlich aber nach Innen ein-
gestülpt sind. Der die Leberschläuche tragende Darmab-
schnitt geht nach hinten ganz allmählich in den cylin-
drischen Darmtheil über.
Gepliyrei.
Nach einigen vorläufigen Bemerkungen über den Bau
von Thalassema Baronii, einer neuen canarischen Art, und
Echiurus Pallasii (Sitzungsber. der Gesellschaft für die
ges. Naturwissensch. in Marburg, 1872 N. 6) giebt Greeff
(ebendas. 1874. N. 2), gestützt auf eine eingehende Unter-
suchung dieser beiden Arten, eine Uebersicht „über die
Organisation der Echiuriden", der wir das Nachfolgende
entnehmen. Unter der Cuticula, die den Körper bekleidet
und auf der ausgehöhlten Innenfläche des löffeiförmigen
Rüssels mit einem lebhaft flimmernden dichten Wimper-
überzuge versehen ist, liegt zunächst eine mit zahlreichen
papillenförmig vorspringenden Hautdrüsen ausgestattete
Zellenschicht (Drüsenschicht), an die sich dann weiter die
aus zwei circulären und einer dazwischen liegenden breiten
Längsfaserschicht bestehende mächtige Muskulatur an-
schliesst. Bei Thalassema Baronii ist die Längsfaserlage
in einzelne Muskelstreifen zerfallen, die an der Innenwand
508 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
des Körpers deutlich hervortreten und einige Aehnlichkeit
mit den bekannten Längsbändern der Holothurien zeigen.
Das Nervensystem ist von Quatrefages (dessen Echiurus
Gaertneri mit Ech. Pallasii durchaus identisch ist und nur
auf Exemplare hin aufgestellt wurde, die ihren Rüssel ver-
loren hatten — einen Anhang übrigens, der, wie Ref. hin-
zufügt, nach dem Verluste neu sich bildet) durchaus irr-
thümlich aufgefasst worden. Die Echiuriden haben weder
eine Bauchganglienkette mit äusserlich hervortretenden
Anschwellungen, noch den von Quatrefages beschriebenen
Schlundring. Das Nervensystem unserer Thiere besteht
vielmehr aus einem einfachen cylindrischen Bauchstrange,
der innerhalb der innern Ringsmuskelschicht, mit welcher
er verwachsen ist, hinläuft und vorn in den anfangs
röhrenförmig geschlossenen löffelartigen Anhang eintritt.
Gleich nach seinem Eintritte theilt sich derselbe gabiig
in zwei Schenkel, die an dem Randsaume des nun halb-
kanalartig sich öffnenden Rüssels fortlaufen und auf der
Spitze des breiten Endes in einen Bogen wieder zusam-
menkommen. Auf diese Weise entsteht nun wirklich am
vordem Ende des Verdauungsapparates — denn die flim-
mernde Rinne des Rüssels, den Ref. geradezu als Kopfan-
hang bezeichnen möchte, bildet in gewissem Sinne eine
langgeschlitzte Mundöffnung — ein weit geöffneter Nerven-
ring, aber dieser hat eine Bildung, welche von der Dar-
stellung Quatrefage's, die den Schlundring bekanntlich
in das vordere Körperende verlegt, beträchtlich abweicht,
dafür aber vollständig mit der von Lacaze Duthiers
bei Bonellia beschriebenen Anordnung übereinstimmt. Eine
weitere Eigenthümlichkeit des Nervensystemes besteht da-
rin, dass dasselbe in ganzer Ausdehnung innerhalb eines
Blutgefässes liegt. Der Innenraum dieses Gefässes ist durch
ein zellenhaltiges Band in zwei über einander liegende
Abschnitte getheilt, von denen der äussere allein das Ner-
vensystem in sich einschliesst, während der innere als ein
besonderes über dem Bauchstrange liegendes Gefäss zu
betrachten ist. Dabei hat es übrigens den Anschein, als
ob das betreffende Gefäss vorn mit der Leibeshöhle commu-
nicire und überhaupt nichts Anderes, als einen abgekapselten
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 509
Theil derselben darstelle. Im Innern wird der Nerven-
strang und die daraus hervorkommenden Schenkel von
einem Centralcanale durchsetzt, dessen Anwesenheit gleich-
falls an die Verhältnisse der Echinodermen erinnern dürfte.
Histologisch unterscheidet man in demselben eine vorwie-
gend aus Zellen bestehende äussere Schicht und eine, wie
es scheint, in unregelmässigen Zügen verlaufende innere
Faserschicht, die übrigens gleichfalls von Zellen durchsetzt
ist. Die Endstücke des vielfach gewundenen langen Darmes
sind mit einer kräftigen Muskulatur versehen. Am Vorder-
ende lassen sich sogar zwei auf einander folgende musku-
löse Abschnitte unterscheiden. Ein diesen vordem Darm-
abschnitten anliegender erweiterter Gefässstamm scheint
als Herz zu fungiren. Von demselben tritt die Hauptarterie
in den Rüssel, ein anderer Ast in die Geschlechtsorgane
und das Bauchnervengefäss. Das aus dem Rüssel zurück-
gehende Blut sammelt sich in einem weiten Ringgefässe
an der Rüsselbasis und wird von hier in das reich ent-
wickelte Gefässsystem des Darmes übergeleitet, aus dem
es wieder in das Herz zurückkehrt. Die Respiration wird
durch das die Leibeshöhle erfüllende Seewasser vollzogen,
das fast alle innern Gefässbahnen direct umspült und durch
die dem Enddarm anhängenden zwei Wimperschläuche
ununterbrochen eingeführt wird. Ein lappiger sinuöser
Schlauch, der aus dem röhrenförmigen Grunde des Rüssels
sich erhebt und der innern Fläche desselben aufliegt, kann
nach seiner Verbindung mit dem Gefässapparate möglicher
Weise auch ein kiemenartiges Gebilde darstellen. Bis auf
ein einziges Exemplar waren alle, die Verf. untersuchte,
männlichen Geschlechtes, mit paarig entwickelten mehr-
fachen Hoden. Das Weibchen hatte Ovarien, die prall
mit reifen Eiern erfüllt waren.
Nach den Untersuchungen Teuscher's sind die Mus-
kelwände der sg. braunen Schläuche bei den Sipunculiden
von radiären Drüsenschläuchen durchzogen, die unter Um-
ständen beutelartig nach Aussen vorspringen und über die
wesentlich excretorische Bedeutung der betreffenden Ge-
bilde keinen Zweifel lassen. Eine Endöffnung fehlt bei
Sipunculus nudus, ist aber in andern Fällen, z. B. bei
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. HH
510 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Phascolosoma capense n. vorhanden, wie das bekanntlich
auch bei den Segmentalorganen der Hirudineen (Verf. sagt
irrthtimlich „Lumbricinen") der Fall ist. Zwischen den
häutigen Umhüllungen des Bauchstranges verläuft ein im
Leben wahrscheinlich mit Blut gefüllter Hohlraum. Die
Hautkörperchen, die nach unserm Verf. bei den verschie-
denen Arten — ja selbst an den einzelnen Körperstellen —
einen mehrfach wechselnden Bau besitzen, werden nicht
als Sinnesorgane (Keferstein), sondern als Drüsen ge-
deutet. Ebenso wird die Bildungsstätte der Eier in ein
bisher übersehenes eigenthümliches System von Gängen
verlegt, das bei Sipunculus mit seinen vielfach anastomo-
sirenden Längsstämmen zwischen der Oberhaut und der
Ringsfaserschicht hinzieht und das bekannte gegitterte Aus-
sehen des Wurmes bedingt (? Ref.). Später findet man die Eier
auch frei in der Leibeshöhle, ohne dass man die Wege des
Uebertrittes, wie auch später die des Austrittes nach Aussen
nachzuweisen im Stande ist. Phascolosoma, dessen Leibes-
höhle Eier aller Entwicklungsstufen enthält, dürfte sich in
Betreff der Bildungsweise der Eier freilich anders verhalten.
Notiz über Sipunculus und Phascolosoma, Jenaische Ztschrft.
für Naturwiss. 1874. Bd. VIII. S. 488-499. Tab. XIX.
Ray Lancaster macht (Ann. and Mag. nat. hist.
Vol. XI. p. 88—91) einige MUtheilungen über den histo-
logischen Bau des Sipunculus. Er liefert den Nachweis,
dass die sonderbaren „Töpfchen", die in der Leibeshöhlen-
flüssigkeit umherschwimmen, als Auswüchse der Peritoneal-
haut entstehen und zwar in den seitlich neben dem Oeso-
phagus gelegenen gefässartigen Duplicaturen, welche in
den Tentakelapparat hineinführen. Ebenso glaubt Verf.
die Bildungsstätte der Eier in den dem Rectum seitlich
aufsitzenden Zotten gefunden zu haben. Dass die maul-
beerförmigen Körperchen die Samenfäden lieferten (Brandt),
stellt Verf. in Abrede, doch ist er anderseits über die männ-
lichen Geschlechtsverhältnisse unserer Würmer nicht völlig
in's Reine gekommen.
Grab er veröffentlicht in den Sitzungsberichten der
Wiener Akademie 1873. Bd. 47. (Sk 61-76 mit 3 Tafeln)
histologische Untersuchungen über die Haut einiger Stern-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 511
würiner und berücksichtigt dabei ausser Priapulus caudatus
— ohne Kenntniss der Beobachtungen Saenger 's — noch
Phascolosoma granulatuni, Aspidosiphon Mülleri, Sipunculus
nudus und Bonellia viridis. Die mehrfach in neuerer Zeit
als Sinnesorgane in Anspruch genommenen Hautkörper sind
nach unserm Verf. Secretionsorgane, die durch die Cuticula
hindurch ausmünden. Dass letztere chitiniger Beschaffen-
heit sei, wird auf Grund der chemischen Reactionen in
Abrede gestellt. Der Darm schliesst sich durch seine
Struetur in allen weseutlichen Eigenschaften an die Ver-
hältnisse der Würmer und Echinodermen an.
Selenka handelt (Ztschrft. für wissensch. Zool. 1875.
Bd. XXV. S. 444-450. Tab. XXIX und XXX) „über die
Eifurchung und Larvenbildung bei Phascolosoma elongatum".
In ihren ersten Stadien erscheinen die Eier als amöboide
Zellen, die in der Leibeshöhle schwimmen oder mit ausge-
streckten Pseudopodien auf den Blutkörperchen und den
anliegenden Organen umherkriechen. Anders natürlich die
ausgebildeten Eier, die eine von Porenkanälen durchsetzte
feste Hüllhaut tragen und überdiess noch von einer glas-
hellen strahligen Aussenzone umgeben sind, welche von di-
recten Ausläufern des Dotterplasma gebildet wird und wahr-
scheinlich als Klebmittel und Resorptionsmedium für die
Samenfäden dient, da diese wegen der Dicke ihrer Köpfe
nicht durch die Poren zu dringen im Stande sind. Die
Furchung nimmt schon frühe einen unregelmässigen Verlauf
und liefert schliesslich — die Darstellung des Verf.'s ist
nicht ganz klar — eine Gastrula, deren Entoderm (mit
den Blutkörperchen) von den zuletzt abgeschnürten Em-
bryonalzellen gebildet ist. Wimpern treten schon auf, wenn
erst 14 — 20 Furchungskugeln zu unterscheiden sind. Sie
durchbohren die Porenkanäle der Dotterhaut, deren Sub-
stanz dabei hier und da resorbirt wird, und gruppiren sich
alsbald zu einem Kranze zusammen, der das Ei in äqua-
torialer Richtung umfasst und den Embryonalleib dadurch
in Kopf und Rumpf trennt. Zu dem hart hinter der Mund-
öffnung gelegenen Wimperkranze gesellt sich bald noch
ein zweiter vor dem Munde, der aber aus feinern und
kürzern Haaren besteht. Die Dotterhaut geht nun all-
512 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mählich in die Larvenhaut über, indem das Ectoderm sich
fest an dieselbe anlegt. Die helle Aussenzone wird resor-
birt, die Poren verschwinden bis auf die Durchtrittspunkte
der Wimpern. An Mund und ebenso dem später auf dem
Rücken durchbrechenden After tritt natürlich ein völliger
Schwund ein. Mit dieser Umwandlung der früher starren
Dotterhaut nimmt die Larve eine freiere Beweglichkeit
an, zumal inzwischen auch die Muskulatur (auf eine wegen
der Undurchsichtigkeit der äussern Bedeckungen nicht näher
zu beobachtende Weise) ihren Ursprung genommen hat.
Der Leib wächst in die Länge und bewaffnet sich mit drei
Paar seitlicher Pfriemenborsten, nachdem am Kopfe früher
schon die gleichfalls paarigen Augen und das Nervensystem
— das letztere als eine bauchständige Verdickung des Ecto-
derms — entstanden sind. Nach Ablauf von drei bis vier
Tagen kommt es zur Bildung von 6—9 Hakenborsten,
welche unterhalb der Mundöffnung stehen und den vorder-
sten Kranz der bleibenden Rüsselbewaffnung darstellen. Zum
Schlüsse seiner Beobachtungen hebt Verf. die Aehnlichkeit
hervor, die sich in den geschilderten Vorgängen mit den Ent-
wicklungsvorgängen der Chaetopoden-Anneliden kund thun.
Sorby stellt durch Hülfe der Spectralanalyse fest,
dass das grüne Pigment der Bonellia von Chlorophyll ver-
schieden ist, und bringt zur Bezeichnung desselben den
Namen Bonellein in Vorschlag. On the colouring matter
of Bonellia viridis, Quarterly Journ. micr. sc. 1875. T. XXIII.
p. 166—172.
Auch Schenk untersucht den grünen Farbstoff von
Bonellia mit dem Spectroscop, Sitzungsber. der] Wiener
Akad. LXXII. Bd. 1875 Oct.
Theel untersucht den Bau von Phascolosoma strombi
und findet, dass sich dieses Thier von den verwandten
Formen mehrfach, besonders durch die Bildung seines
Darmkanales der Art unterscheidet und dem Gen. Sipun-
culus annähert, dass es am besten als Typus eines eignen
Genus (Phascolion) zu betrachten sein dürfte. Die Haut-
papillen enthalten je einen Follikel, den Verf. um so be-
stimmter als einen Drüsenapparat in Anspruch nimmt, als
der Strang, der an ihn herantritt, mit einem Nerven nur
in d. Naturgesch d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 513
eine gewisse äussere Aehnlichkeit gemein hat. Schlund-
ring und Bauchstrang zeigen im Wesentlichen das Ver-
halten der verwandten Arten. Das Blut bewegt sich frei
in der Leibeshöhle und zwar, wie man in durchsichtigen
kleinen Exemplaren bei mikroscopischer Untersuchung deut-
lich erkennt, in einem continuirlichen, durch die Flimmer-
bekleidung des Darmes und der Rüsselhöhle unterhaltenen
Strome, der am Bauche nach abwärts, an der Rückenfläche
aber nach vorn gerichtet ist. Der Rüssel besitzt dabei
noch ein besonderes Gefässsystem, dessen Centraltheil in
Form eines langen Blindschlauches neben dem Oesophagus
emporsteigt und unter dem Nervenhalsbande sich in einen
Gefässring fortsetzt, der die einzelnen Tentakel je mit
einem Zweige versorgt. Der Darm hat eine beträchtliche
Länge, so dass er sich in der Leibeshöhle mehrmals schlin-
genförmig zusammenlegt und keineswegs so einfach ver-
läuft, wie bei Phascolosoma." Kurze Muskelfasern, die sich
von der Leibeswand an verschiedenen Stellen ablösen,
dienen dazu, ihn in seiner Lage zu erhalten. Hinter dem
Oesophagus beginnt in der Darmwand eine von zwei Längs-
lippen begrenzte spaltförmige Rinne, die schliesslich in ein
sackförmiges kleines Divertikel ausläuft und ganz ähnlich
auch bei Sipunculus gefunden wird. Vielleicht, dass die
betreffende Bildung als eine Drüseneinrichtung zu betrachten
ist. Aeusserlich markirt sich dieselbe durch einen Belag
von grossen Flimmerzellen. Die beiden Segmentalorgane
sind hinten allerdings blind geschlossen, besitzen aber in
der Nähe ihres Vorderendes je einen in die Leibeshöhle
sich öffnenden Flimmertrichter, der nach erlangter Reife
die Geschlechtsstoffe nach Aussen führt. Bei Sipunculus
nudus hat Verf. ganz dieselben Wimpertrichter aufgefunden,
so dass auch hier über die Wege, welche Samen und Ei
zum Zwecke der Entleerung einschlagen, fortan kein Zweifel
mehr möglich ist. Uebrigens entstehen diese Geschlechts-
stoffe keineswegs frei in der Leibeshöhle, wie man für die
verwandten Formen meist annimmt, sondern an besondern
Geschlechtsorganen, die, ganz wie bei Bonellia, in dem
hintern Leibesende liegen und in Form eines Bandes jeder-
seits neben dem Bauchstamme sich eine Strecke weit ver-
514 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
folgen lassen. Auf einer bestimmten Entwicklungsstufe
aber verlassen Eier und Samenkörperchen ihre ursprüngliche
Bildungsstätte, um in die Leibeshöhle überzutreten, und
dann fallen die Geschlechtsorgane der Rückbildung an-
heim, so dass man sie nur in einer bestimmten Jahreszeit
(September) antrifft. Die weiblichen Thiere sind häufiger,
als die Männchen, die sich übrigens äusserlich nicht unter-
scheiden lassen. Recherches sur le Phascolion strombi
Stockholm 1875, 32 Seiten mit 3 Tafeln in Quart (k.
svenska vetensk. Akad. Handlingar Bd. XIV. N. 2).
Der Sipunculus Bernhardus der Amerikanischen Zoo-
logen (= Phascolosoma hamulatum Pack.?) gehört nach
Verrill zu Phascolosoma caementarium Quatref. (Amer.
Journ. T. V. p. 99.) Nahe verwandt damit ist Ph. tubicola
n., das in einer kurzen und dicken Schlammröhre wohnt.
Phascolosoma capense n. sp., Teuscher, a. a. 0.
Phascolosoma procerum n. sp., Moebius, Würmer
a. a. 0. S. 157. Tab. III. Fig. 1—5.
Ebendas. wird Ph. elongatum Kfrst. zu Ph. vulgare
Bl. gezogen.
v. Willemoes-Suhm erwähnt (Nature, T. VIII.
p. 29) einer neuen Gephuree, welche die Charaktere der
Sipunculaceen und Priapuliden dadurch combinirt, dass sie,
wie die erstem, in der Nähe des Mundes eine excentrische
Oeffnung besitzt, statt des Rüssels und der Tentakeln aber
einen kurzen und retractilen Pharynx mit chitinigen Falten
trägt. Das Perisom ist in vier Muskelbänder getheilt. Zur
Bezeichnung des Thieres, das übrigens nur in einem ver-
stümmelten Exemplare in der Nähe von Teneriffa gehoben
wurde, schlägt v. W.-S. den Genusnamen Leioderma vor.
Der Kieler Priapulus unterscheidet sich von Pr. cau-
datus nach Ehler's Begrenzung durch zwei kürzere Re-
tractoren des Rüssels und eine grössere Zahl von Seiten-
zähnen. Wenn die E h 1 e r s 'sehen Artunterschiede Gültigkeit
behalten, wäre die Kieler Form neu und könnte Pr. multi-
dentatus heissen. M öbius , Thiere der Ostsee, a. a. 0. S. 106.
White av es erwähnt unter den von ihm im Golf
von St. Lawrence gedregten Wirbellosen ausser dem echten
Priapulus caudatus auch noch einer davon auffallend ver-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 515
schiedenen zweiten Art, die wohl neu sein dürfte. Amer.
Journ. sc. and arts. T. VII. p. 216.
Von Graff erhielten wir (Ztschr. für wissenschaftl.
Zoologie Bd. XXVI. S. 166—189, Taf. XI-XIII) eine „Ana-
tomie des Chaetoderma nitidulurn", eines bisher so selten
untersuchten Wurmes, dass Moebius denselben, wie schon
oben erwähnt wurde, unter dem Namen Chrystallophrisson
(Würmer a. a. 0. S. 157) neuerlich als eine völlig neue
Form beschreiben konnte. Der Körper des 30 — 40 Mm.
langen Thieres zerfällt durch Einschnürungen in drei Ab-
schnitte, Rüssel, Leib und Schwanztheil, von denen freilich
der Leib der bei weitem ansehnlichste ist. Der Rüssel ist
retractil und der glockenartige Schwanztheil enthält die
beiden Kiemen, die den After zwischen sich nehmen und
nach Aussen mehr oder minder weit hervorgestreckt wer-
den können. Der eigenthümliche Glanz, den der Leib im
trockenen Zusande hat, rührt von glasartig durchsichtigen,
spröden Stacheln her, die der Cuticula in dichtem Besätze
anhängen und auffallender Weise mit einer nicht unbeträcht-
lichen Menge von kohlensaurem Kalk imprägirt sind. Unter-
halb der -hyalinen Cuticula liegt eine Schicht pigment-
führender Epithelzellen, die im Rüssel zu kleinen flaschen-
förmigen Drüsenzellen umgebildet sind. Der Muskelschlauch
besteht aus kräftigen Ring- und Längsfasern, von denen die
erstem, die nach Aussen liegen, zu einer continuirlichen
Schicht zusammengrnppirt sind, während die Längsmuskeln
auffallender Weise in vier gesonderte, durch Median- und
Seitenlinien getrennte Gruppen abgetheilt sind. Von jeder
dieser Gruppen entspringt ein Retractor des Rüssels, der
im Rüsseltheil in ein Bündel schwächerer Muskeln zerfällt
und sich schliesslich pinselartig auflöst. Daneben finden
sich noch sagittale Rüsselmuskeln. Das Nervensystem be-
steht aus einem vierlappigen Hirne, welches im vordem
Körperende dicht hinter der Rüsselspitze liegt und jederseits
zwei Längsstämme nach hinten entsendet, welche getrennt an
den Seiten der Bauchfläche hinablaufen, bis sie sich schliess-
lich an der Basis der Kiemen zu einem massigen doppelten
Kiemenganglion vereinigen. Der Darm, der geraden Weges
durch den Körper hindurchgeht, zeigt eine Differenzirung
516 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
in Oesophagus, Magen und Darm. Im erstem erkennt man
eine derbe Cuticula, eine Fortsetzung der in dem Rüssel
sogar mit Zähnen und Leisten besetzten Körperhaut, im
Darm ein Flimmerepithel und im Magen einen Belag von
Zellen, deren freie Enden sich — ganz, wie es Ref. schon
im Jahre 1860 von den Magenzellen der Pentastomen be-
schrieben hat— kugelförmig abschnüren und auf diese Weise
ein wahrscheinlich zum Behufe der Verdauung abgeschie-
denes Secret liefern. Obwohl die Leibeshöhle an verschie-
denen Stellen mit Blut erfüllt war, Hessen sich doch auch
in den intermuskulären Feldern Gelasse nachweisen, die
freilich möglicher Weise als Excretionsorgane fungiren.
Ein bindegewebiges Septum, das unterhalb des Darmes quer
durch den Leib hindurchzieht, theilt übrigens die Leibes-
höhle in zwei über einander liegende Kammern, von denen
die untere vornehmlich den Blutraum abgiebt. Das Binde-
gewebe erreicht bei Chaetoderma überhaupt eine mächtige
Entwicklung; es bildet ausser dem eben erwähnten Septum
noch die Auf hängebänder für den Darm, bildet sogar den
Eileiter und Uterus, der oberhalb des Darmes hinläuft und ver-
muthlich an der Rüsselspitze ausmündet, und liefert schliess-
lich eine Ausfüllmasse, die einen grossen Theil der obern
Leibeshöhle einnimmt und dadurch eine besondere Bedeu-
tung erhält, dass die weiblichen Z eugungsproducte in der-
selben ihren Ursprung nehmen. Eier- und Dotterzellen ent-
stehen übrigens gesondert, die erstem mehr vorn, die an-
dern im hintern Abschnitte der Leibeshöhle, und vereinigen
sich erst vor ihrem Uebertritt in den Leitungsapparat.
Trotz mancher Eigentümlichkeiten, besonders in der An-
ordnung des Muskelapparates und Nervensystemes, dürfte
übrigens die Stellung der Chaetoderma kaum zweifelhaft
sein: es ist — wie Halicryptus, der freilich nirgends zur
Vergleichung angezogen wird, obwohl wir durch Sa enger
doch (J.-B. 1869 S. 252) über den äussern und^innern Bau
dieses interessanten Thieres werthvolle Aufschlüsse be-
kommen haben — die Familie der Priapuliden, der er
zugehört.
Die Mittheilungen, welche Moebius über den innern
Bau seines Chrystallophrisson macht (a. a. 0.), lassen sich
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 517
leicht auf die Angaben von G r a f f zurückführen. Uebrigens
hat Moebius selbst schon vor Letzterm die Identität
seines Wurmes mit Chaetoderma erkannt und solches sehr
bald nach der Publikation des Commissionsberichtes dem
Ref. zum Zwecke einer nachträglichen Berichtigung mitge-
theilt. Auch die Beziehungen zu den Gephyreen sind von
demselben ganz richtig erkannt worden. Die schuppen-
törmig den Leib bedeckenden Spitzen lässt Moebius gänz-
lich aus kohlensaurem Kalk bestehen.
Nach den auf dem Chall enger angestellten Beobach-
tungen hat Chaetoderma trotz seiner Seltenheit eine so
weite Verbreitung, dass v. Willemoes-Suhm geradezu
erklärt, dasselbe bewohne mit Sternaspis und Sipunculus
die grossen und geringen Meerestiefen der ganzen Welt. Die
gefiederten Anhänge werden während des Lebens oft ein- und
ausgezogen. Ztschr. für wissensch. Zool. Bd. XXVI. S. LIV.
Verrill erwähnt dieser interessanten Thierform auch
von Neu-England. Amer. Journ. T. V. p. 102.
An dieser Stelle dürfte es auch am passendsten sein,
mit wenigen Worten jenes sonderbaren Thieres zu gedenken,
welches Tullberg jüngst (K. svenska vet. akad. Handlin-
gar 1875, Bd. III. No. 13, Neomenia, a new genus of in-
vertebrate animals) unter dem Namen Neomenia carinata
beschrieben hat. Verf. lässt es ungewiss, ob dieses Geschöpf
als Mollusk oder als Wurm zu betrachten sei, obwohl er
sich — und sicherlich mit Recht — mehr der erstem An-
nahme zuneigt. Es ist ein kurzes, von den Seiten etwas
zusammengedrücktes ungegliedertes Geschöpf mit gewölb-
tem Rücken und enger Bauchrinne, an deren Enden Mund
und After gelegen ist. Der Muskelschlauch ist von ansehn-
licher Entwicklung und die Cuticula mit zahllosen kleinen
Spitzen versehen. Das Nervensy stem bildet einen Schlund-
ring mit obern und untern Ganglien, von denen zwei ge-
trennte Seitenstämme nach hinten hinziehen. Auf den aus-
stülpbaren kräftigen Pharynx folgt ein gerade verlaufender
weiter Darm, von dessen Seitenwänden zahlreiche Blätter
nach Innen vorspringen. Oberhalb des Darmes liegt ein gleich-
falls von Blättern durchsetztes Ovarium, neben dem noch
ein wahrscheinlich als Hoden zu deutendes paariges Drüsen-
518 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
organ gefunden wird. Ref. ist der Ansicht, dass das be-
treffende Geschöpf trotz dem Mangel einer Radula am
besten in der Nähe von Chiton unterzubringen sein dürfte.
Die Bauchrinne würde dann als Fuss zu deuten sein, der
ja auch bei Scyllaea bekanntlich eine derartige Bildung
hat. Gleich der letztern mag unser Thier auch auf Algen
und Polypenstücken leben, auf denen es mit Hülfe dieser
Rinne umherkriecht. Verf. fischte das Thier aus einer Tiefe
von 50 Faden in den Fjorden der schwedischen Westküste,
wo es auch von Loven schon früher aufgefunden war.
Chaetognathi.
Giard spricht sich (Revue des sc. natur. T. III, 1875,
übersetzt in den Ann. und Mag. nat. hist. T. XVI p. 81—90)
dahin aus, dass Sagitta eine eigene Gruppe von Thieren
repräsentirt, welche am besten unter der Bezeichnung Chae-
tognathi den Anneliden zugerechnet werde, durch An-
passung an das pelagische Leben aber Eigenschaften an-
genommen habe, die in ähnlicher Weise auch bei andern
pelagisch lebenden Thiergruppen gefunden würden.
Bütschli kommt durch seine Untersuchungen über
die Entwicklungsgeschichte der Sagitta (Ztschr. für wissen-
schaftl. Zoologie Bd. XXIII. S. 409-413 Tab. XXIII) zu
denselben Resultaten, wieKowalewsky (J.-B. 1870 S. 415)
und bestätigt damit die wichtige, für die Hacke l'sche
Gasträatheorie verhängnissvolle Thatsache, dass die Ein-
stülpungshöhle hier nicht zum Darm, sondern zur Leibes-
höhle wird, während der Darm von den der ursprünglichen
Einstülpungsstelle gegenüberliegenden Pole in diesen Innen-
raum hineinwächst. Noch vor der Bildung des Darmes
lösen sich an diesen Stellen von der innern Keimschicht,
die nach ihrem spätem Verhalten dem Mesoderm entspricht,
obwohl sie sich ganz nach Art des Entoderms einer Ga-
strula entwickelt, ein Zellenhaufen ab, der durch den innern
weiter auswachsenden Darm nach Innen resp. abwärts ge-
schoben wird und in vier Gruppen zerfällt, die am Anal-
ende des Darmes paarweise über einander liegen, um nach
Abschluss der Metamorphose schliesslich zu den männlichen
in d. Naturge3ch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 519
und weiblichen Geschlechtsorganen zu werden. Das von
Pagenstecher und mir zuerst beschriebene Septum, welches
die Kopthöhle von dem übrigen Leibesraume abtrennt, lässt
sich schon im Embryonalzustande auffinden. Späterhin ge-
sellt sich dazu bekanntlich noch ein zweites, das die Ge-
schlechtsorgane von einander scheidet — eine Bildung, die
Bütschli bei einer spätem Gelegenheit (ebendas. Bd. XXV.
S. 110) zu dem Ausspruche veranlasst, dass Sagitta ein
segmentirtes Thier sei und als solches im Systeme näher
bei den Gliederwürmern, als den Nematoden stehen müsste,
zumal es sich auch durch die Bildung seines Nervensystemes
und seiner Geschlechtsorgane weit von den letztern entferne.
Nach Moebius ist die in den deutschen Meeren weit
verbreitete Sagitta germanica Lt. u. Pagen stech er nur
durch geringere Grösse von Sag. bipunctata Kr. verschieden
und somit nur als eine Varietät derselben zu betrachten.
Dafür aber beschreibt derselbe aus der Nordsee als neu:
Sag. Jiamata. Würmer, a. a. 0. S. 158. Tab. III. Pag. 14.
Nematodes.
Unter dem Namen Echinoderes Sieboldii vereinigt P a-
genstecher eine Anzahl verschiedener, dem sonderbaren
Genus Echinoderes zugehörender Formen, die er an der
Küste von Mallorka auf einem Wurmlaiche auffand und
als EntwickLuDgszustände derselben Art betrachtet, obwohl
eine dieser Formen, wie Verf. annimmt, die jüngere, durch
ihre Monocercie so auffallend von den übrigen Diplocercen
verschieden ist, dass man nach unsern bisherigen Kennt-
nissen darin eine eigene Art zu sehen berechtigt wäre. In
Betreff der systematischen Stellung der Echinoderen hält
Verf. eine Verbindung mit den Nematoden kaum für ge-
rechtfertigt. Viel näher liegt ihm der Gedanke an einen
Zusammenhang mit den Rotatorien, deren Flimmerapparat
den Verf. um so eher an den retractilen Kopfputz unserer
Thiere erinnert, als derselbe der Meinung ist, dass der
Unterschied zwischen starren haarartigen Hautgebilden, die
nur durch Verschiebung ihrer Unterlage bewegt werden,
und Wimpern, welche sich auf ihrer Unterlage bewegen,
520 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
einer Ausgleichung fähig sei. Ztsehrift für wissenschaftl.
Zoologie, Supplement zum Bande XXV. S. 167—123, Taf.
VII (Echinoderes Sieboldii).
Marion liefert (Cpt. rend. T.80. p. 499— 501 — über-
setzt Ann. and Mag. nat hist. T. XV. p. 306) eine Revision
des Nematoides du golf de Marseille, in der er die von
ihm — vgl. J. B. 1870. S. 418 — neu aufgestellten Genera
mit den inzwischen ihm bekannt gewordenen Bastian'-
schen Arten vergleicht und zu dem Resultate kommt, dass
Aphistenus, Stenolaimus, Heterocephalus, Thoracostoma,
Enoplostoma Mar. — wie das zum Theil schon in unserm
Berichte hervorgehoben ist — mit Symplocostoma, Anticoma,
Phanoderma, Leptosomatum, Enoplus Bast, zusammenfallen.
Die Gen. Lasiomitus, Eurystoma, Necticonema, Rhabdoto-
derma, Acanthopharynx glaubt derselbe beibehalten zu
dürfen. Symplocostoma longicolle Bast, ist mit Amphi-
stenus agilis Mar. identisch und dürfte auch von Enoplus
tenuicollis Eberth nicht verschieden sein. Ebenso He-
terocephalus laticollis Mar. (Phanoderma Cocksi Bast, und
Enoplus tuberculatus Eb.) mit Enoplostoma hirtum Mar.
(= Enoplus communis Bast., dem auch Enoplus macroph-
thalmus Eb., En. Dujardinii Bast, und En. pigmentosus Bast,
anzufügen sein dürften). Thoracostomum echinodon Mar. ist
synonym mit Leptosomatum figuratum Bast.
Von besonderer Bedeutung für unsere Kenntniss der
frei, lebenden Nematoden sind zwei monographische Ab-
handlungen von Bütschli: 1) Beiträge zur Kenntniss der
frei lebenden Nematoden (Dresden 1873. 124 S. in Quarto
mit 11 Tafeln) aus der Nova Act. Acad. Leopold-Car. Bd.
XXVI und 2) zur Kenntniss der frei lebenden Nematoden,
insbesondere der des Kieler Hafens (Frankfurt a. M. 1874,
56 S. in Quarto mit 9 Tafeln) aus den Abhandl. der Sen-
kenb. naturf. Gesellsch. Bd. IX. Die Zwecke, die Verf. bei
seinen Untersuchungen verfolgte, sind übrigens zunächst
systematischer Art. Es galt ihm, die besonders durch
Bastian (J. B. 1864. S. 237) aufgeschlossene reiche Fauna
der exozoischen Nematoden zu studieren und die speci-
iischen Charaktere der einzelnen Arten und Geschlechter
durch eingehendere Untersuchung und Vergleichung festzu-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 521
stellen. Natürlich jedoch, dass dabei nicht nur der äussere
Bau, sondern auch die innere Organisation ihre Berück-
sichtigung fand. Eine detaillirte Darstellung anatomischer
Verhältnisse lag allerdings nicht in der Absicht des Verf.,
allein trotzdem erfahren unsere Anschauungen und Kennt-
nisse von der Anordnung und Bildung der einzelnen Or-
gane durch die Angaben des Verf.'s nach verschiedener
Richtung hin willkommene Ergänzung. Der zweiten Arbeit
ist eine Uebersicht über die Organisationsverhältnisse der
frei lebenden Nematoden vorausgeschickt, welche dem Verf.
vielfach Gelegenheit giebt, die — grossentheils schon von
uns (J. B. 1870. S. 418) gerügten — Irrthümer der Ma-
rion'sehen Darstellung zurückzuweisen. Die kreisförmi-
gen (oder spiraligen) Halsorgane, die Marion als Gehör-
werkzeuge deutete und auch Verf. Anfangs als solche auf-
zufassen geneigt war, haben sich schliesslich als schüssei-
förmige Vertiefungen ergeben, deren Boden sich in Papillen-
form erhebt. Sie dürften den Halspapillen der parasitischen
Nematoden entsprechen und haben auch in manchen Fällen
(Spilophora) mit diesen eine grössere Aehnlichkeit. Das
Nervensystem hat bei allen Arten im Wesentlichen den
gleichen Bau, wie bei den parasitischen Formen. Auch bei
den Arten mit geringelter Cudcula; denn das, was Marion
bei diesen als Nervenring beschreibt, ist nichts weiter,
als eine Anzahl von Drüsenzellen, die sich häufig da fiaden,
wo der Oesophagus in den Darm übergeht. Die Muskel-
felder sind in gewöhnlicher Weise durch die meist deutlich
zelligen Längslinien unterbrochen und tragen mit wenigen
Ausnahmen die charakteristische Bildung der sg. Poly-
myarier. In Betreff der histologischen Bildung des Pharynx
ist hervorzuheben, dass derselbe nicht selten die Andeutung
eines zelligen Baues zeigt. Sonst aber besteht er, wie bei den
parasitischen Formen, aus Radiärfibrillen und einer Körner-
masse, die öfters pigmentirt ist und in Streifen sich an-
ordnet, welche einigen Zusammenhang mit dem eben her-
vorgehobenen Zellenbau zu haben scheinen. Von Marion
sind diese Streifen irriger Weise für Drüsen gehalten, die
ihr Secret in den Grund der Mundhöhle ergiessen sollten.
Ausser den Seitengef ässen, die bisweilen unpaar sind (Plec-
522 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
tus) besitzen die frei lebenden Nematoden gewöhnlich noch
eine einzellige Ventraldrüse, die mit den Seitengef ässen zu-
sammen ausmündet, die Meeresnematoden auch drei ein-
zellige Schwanzdrüsen, die mehr oder minder weit nach
vorn ragen, meist aber auf das hintere Körperdrittheil be-
schränkt sind und an dem äussersten Körperende ausmün-
den. Die Ausbildung der weiblichen Organe zeigt sich
nicht selten bei nahe verwandten Arten — auch dergleichen
Gattung — insofern verschieden, als die eine Hälfte der-
selben verkümmert ist. Bei Linhomoeus mirabüis n. sp.
finden sich auffallender Weise zwei dicht hinter einander
liegende Vulven, die jedenfalls beide in einen gemein-
schaftlichen Uterus führen. Die Systematik betreffend,
glaubt Verf. weder das Vorkommen der Würmer (in Erde,
Süss- und Salzwasser), noch die Beschaffenheit der Integu-
mente (Ringelung, Glätte) und der Muskeln in den Vorder-
grund stellen zu dürfen. Auch die Bildung der weiblichen
Organe (MonohysteraBast.) ist nur ein Charakter von zweifel-
haftem Werthe. Viel bedeutungsvoller erscheint ihm die
Organisation des Kopfendes mit Mundhöhle und Pharynx,
so wie die der Bursa, derselben Theile, die wir ja auch
bei der Charakteristik der entozoischen Nematoden beson-
ders zu berücksichtigen pflege u. Auf Grund der hierin sich
aussprechenden Eigenthümlichkeiten giebt Verf. am Ende
seiner zweiten Abhandlung eine synoptische Tabelle der
ihm näher bekannten Arten, die wir hier mit der Bemer-
kung reproduziren, dass ihm die Aufstellung besonderer
natürlicher Familien einstweilen noch nicht thunlich er-
scheint.
I. Oesophagus mit zwei Bulbi, oder einem beträchtlich verdickten
hintern Drittheil.
1. Mit zwei Bulbi.
a. Hinterer Bulbus mit Klappenapparat, meist mit kreisförmi-
gen Seitenorganen. J stets ohne Bursa . . AnguiUula.
(Plectus Bast., Cephalotus Bast., AnguiUula Bast.)
b. Hinterer Bulbus mit Klappenapparat, £ mit papillenführen-
der Bursa; oder ohne Klappenapparat und Bursa. Kein
Stachel oder Zahn in der Mundhöhle, keine Seitenorgane
Rhäbditis Duj.
c. Hinterer Bulbus ohne Klappenapparat.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 523
f Mundhöhle mit einem soliden Stachel.
* Mit papillenfreier Bursa Tylenclius Bast.
** Ohne Bursa; hinterer Bulbus häufig undeutlich
Aplielenchus Bast.
If Mit Zähnen in der meist recht weiten und tiefen Mund-
höhle Diplogaster M. Seh.
2. Hinteres Drittheil des Oesophagus stark verdickt. (Ein hohler
Stachel ragt in die Mundhöhle.) .... Dorylaimus Duj.
II. Oesophagus mit einem hintern Bulbus ohne Klappenapparat.
1. Mundhöhle längsgerippt, meist mit einem schwachen Zähn-
chen am Boden; keine Ocelli Spilophora Bast.
2. Mundhöhle längsgerippt mit 3 Zähnchen; fast immer Ocelli
Chromadora Bast.
3. Mit 3 zahnartigen beweglichen Fortsätzen um die Mund-
öffnung Odontophora n. gen.
III. Oesophagus ohne Bulbus (nur zuweilen am Hinterende ein kleiner,
nicht besonders angeschwollener Absatz).
1. Mundhöhle ohne Zähne, gelegentlich aber mit gezähnten Chi-
tinplatten.
a. Männliches Schwanzende ohne Papillen.
ct. Mundhöhle längsgerippt, massig gross, schüsseiförmig
Cyatholaimus Bast.
ß. Mundhöhle klein, becher- bis schüsseiförmig, ohne jede
weitere Auszeichnung; kreisförmige Seitenorgane.
Monohystera Bast.
y. Mit spiralförmigen Seitenorganen . . Comesoma Bast.
d. Mundhöhle sehr klein; Kopfende fast nicht verjüngt;
Seitenorgane kreisförmig ; accessorische Stücke mit hin-
terem Fortsatz IAnlwmoeus Bast.
8. Mundhöhle klein, becherförmig, Seitenorgane fehlen, drei-
lappiger hinterer Absatz des Oesophagus Trilobus Bast.
£. Mundhöhle und Seitenorgane fehlen. Ohne Ventraldrüse
Tripyla Bast.
y\. Mundhöhle und Seitenorgane -fehlen. Kopfende beträcht-
lich verjüngt. Grosse Ventraldrüse. Oxystoma n. gen.
b. Zwei Reihen Papillen oder Borstenpapülen bei dem ^
vor oder neben dem After.
ct. Mundhöhle sehr klein, an den Seiten des Halses eine
Reihe kleiner Börstchen dicht bei einander ; einige Bor-
stenpapülen vor dem After des <f in zwei Längsreihen;
eine Drüsenöffnung Anticoma Bast.
ß. Chitinkappe auf der Kopfspitze, Mundhöhle klein ; zwei
Längsreihen von Papillen vor dem After des </*; eine
524 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Drüsenöffnung; accessorische Stücke mit hinterm Fortsatz
Thoracostoma Mar.
y. Drei starke Chitinplatten mit je zwei vordem Zähnen
in der Mundhöhle; vor und hinter dem After des <f zahl-
reiche Borstenpapillen in 2 Läugsstreifen; eine Drüsen-
öffnung Enoplus Duj.
J". Tiefe sechsseitige Mundhöhle ohne weitere Auszeich-
nung ; jederseits neben dem After des <£ eine Papillen-
reihe (nur wenige Papillen) . Anoplostoma n. gen.
2. Mundhöhle tief und weit, sechsseitig mit 1 — 3 Zähnen, die
durch Hervorragungen der Chitinwände gebildet werden.
a. Mundhöhle mit einem rückenständigen Zahn, Schwanzdrüse
auf den eigentlichen Schwanz beschränkt (?) Mononchus.
b. Mundhöhle mit drei Zähnen; Ventraldrüse; Schwanzdrüse
reicht weit vor den After Oncholaimus Duj.
Die erste der beiden Abhandlungen ist ausschliesslich
den Land- und Süsswasserformen, die andere zumeist den
Meeresnematoden gewidmet. Gattungen und Arten sind ein-
gehend und mit grosser Sachkenntniss beschrieben, auch,
wo es nöthig war, kritisch beleuchtet, so dass das Studium
der Bütschli 'sehen Arbeiten für einen Jeden unerlässlich
ist, der die betreffenden Geschöpfe näher kennen lernen
will. Dazu kommt, dass Verf. uns zahlreiche neue Arten
vorführt, die vielfach unser Interesse erregen. So stossen
wir gleich in der ersten Abhandlung auf Dorylaimus Leu-
clcarti, D. Bastiani, D. minutus, Tylenchus füiformis, T. ve-
latus, T. dubius, T. Askenasyi (einen echten Pflanzenpara-
siten aus Hypnum cupressiforme), T. fungorum, T. mira-
Ulis (eine Zwischenform zwischen Tylenchus und Dory-
laimus), Aplielenchus rivalis, Tripyla setifera, Tr. intermedia,
Tr. papillata, Monhystera similis, M. crassa, M. rustica, M.
villosa, M. dubia, M. intermedia, Anguillula terrestris, A.
aquatica, Chromadora dubia, Mononchus braehyuris, Cepha-
lobus — ein Genus, das Verf. später mit Plectus und An-
guillula vereinigt — oxyuris (nach einer spätem Bemer-
kung des Verf. = Lepdodera rigida Sehn.), C. longicaudatus,
Plectus armatus, PI. auriculatus, PI. communis, PI. longi-
caudatus, PI. assimilis, PI. ornatus, Bhabditis (= Pelodera
und Leptodera Sehn.) füiformis, Rh. monohystera, Eh. pelli-
oides} Rh. aspera, Rh. longicaudata, Rh. Schneiden (eine
Art, die Verf. vielfach sich fortpflanzen sah, ohne je
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 525
ein Männchen zu treffen oder auch nur eine Spur von
Sainenkörperchen in den Geschlechtsorganen zu sehen), Bh.
Claussii — auf 38 Arten also, die sämmtlich zum ersten
Male beschrieben werden und mit den vom Verf. gleichfalls
untersuchten 21 bekannten Arten (2 Dorylaimus, 1 Tylen-
chus, 2 Aphelenchus, 1 Trilobus, 2 Monhystera, 1 Chronia-
dora, 2 Mononchus, 2 Cephalobus, 2 Plectus, 5 Rhabditis,
1 Diplogaster) eine schon jetzt ganz ansehnliche Menge re-
präsentiren. In der zweiten Abhandlung werden weiter
noch folgende neue Arten hinzugefügt : Dorylaimus maxi-
mus, D. longicaudatus, Aphelenchus foetidus, Diplogaster
inermis, D. filicaudatus und D. monohy Steroides. Die beiden
letztgenannten Arten leben im Kuhmist, in dem Verf. auch
eine mit Stacheln besetzte Larvenform unbekannter Her-
kunft (mit rhabditisartiger Darmbildung und zwei langen,
neben dem Magen hinziehenden Schläuchen, vielleicht, wie
Ref. vermuthen möchte, einem Strongyliden zugehörig) auf-
fand. Eine zweite Larvenform mit langgestrecktem schlan-
ken Leib und cylindrischem Oesophagus war schon früher
(Beiträge u. s. w. S. 122) von unserm Verf. beschrieben
worden. Sie lebt an den Wurzeln von Pilzen und Moosen
und könnte möglicher Weise den Jugendzustand von Sphae-
rularia bombi repräsentiren.
Die marinen Nematoden sind, so weit Verf. dieselben
kennen lernte, grösstentheils von den Land- und Süsswasser-
bewohnern generisch verschieden. Nur die Gen. Monhy-
stera und Chromadora finden — allerdings mit Einschluss der
Bastian'schen Trachyhodites und Theristus — unter ihnen
eine Anzahl von Repräsentanten: M. elongata n. sp. (mit
symmetrisch paarigen Geschlechtsorganen), M. velox Bast. (?),
M. ambiguoides n. sp., M. socialis n. sp., M. ocellata n. sp.,
M. setosa n. sp. und Chr. germanica. Die sonst noch be-
obachteten Formen gehören zu Comesoma profundi Bast.,
Linhomoeus hirsutus Bast., L. tenuicaudatus n. sp., L. mi-
rabilis n. sp., Tripyla marina n. sp., Oxy Stoma (n. gen.)
elongatum n. sp., Anticoma limalis Bast., Anoplostoma
(n. gen.) viviparum (= Symplocostonum viviparum Bast.),
A. spinosum n. sp., Oncholaimus vulgaris Bast., 0. viscosus
Bast., 0. fuscus Bast., 0. albidus Bast., Enoplus communis
Archiv für Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. JJ
526 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Bast., En. labiatus n. sp., Thoracostoma globicaudatum (=
Enoplus globicaudatus Sehn., LeptosomatumfiguratumBast.?)
Th. Schneiden n. sp., Sphaerolaimiis hirsutus n. sp., Spilo-
phora inaequalis Bast. (?), Sp. setosa n. sp., Sp. costata
Bast., Sp. robusta Bast., Sp. communis n. sp., Sp. oxyeephala
n. sp., Cyatholaimus dubiosus n. sp., C. proximus n. sp.,
Odontophora (n. gen.) marina n. sp. (Ref. kennt eine
dem Gen. Odontophora durch Zahnbildung nahe verwandte
monophysterische Rabditisform.)
An diese Arbeiten vonBütschli schliesst sich sodann
noch eine Abhandlung von de Man an, Onderzoekingen
over vrij in de aard levende Nematoden (Tydskr. der Ne-
derl. dierkund. Vereenig. 1875. D. II. 119 Seiten, Taf. III
— XIII), in der Verf. die von ihm in der Umgegend von
Leyden und Middelburg aufgefundenen Formen beschreibt.
Es sind deren nicht weniger als 50 verschiedene Arten,
theils solche, die schon früher von Bastian undBütschli
untersucht wurden, theils auch — zur grössern Hälfte —
neu. Ein besonderes Interesse unter denselben erregen die
Arten aus brakischer Erde, die sich eng an gewisse marine
Formen anschliessen, zum Theil sogar generisch mit letz-
tern übereinstimmen und somit denn einen Fingerzeig über
die Entstehung der gewöhnlichen Erd- und Süsswasserne-
matoden abgeben, zumal auch unter diesen noch ein-
zelne Formen gefunden werden (Spilophora geophila n.,
Chromadora Leuckarti n.), die durch ihre Verwandtschaft
ganz unverkennbar auf einen marinen Ursprung hindeuten.
Unser Verf. macht auch zum ersten Male den Versuch, die
frei lebenden Nematoden, wenigstens die ihm genauer be-
kannt gewordenen Arten nach dem Grade ihrer Verwandt-
schaft in Familien zusammenzustellen. So bildet er aus
der Gattung Ironus Bast, die Farn, der Ironiden und aus
dem nahe verwandten Dorylaimus die der Dorylaimiden.
Die neuen Gen. Tylopharynx und Telencholaimus
werden mit Telenchus Bast, und Aphelenchus Bast, zu einer
Familie der Tylolaimiden vereinigt, die durch den Besitz
dreier paralleler, am Ende geknöpfter Chitinstäbe im An-
fangstheile des Pharynx sich auszeichnet, sonst aber, beson-
ders in dem Bau des Darmes und der Geschlechtsorgane, mit
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 527
den vorher genannten Familien übereinstimmt. Eine andere,
gleichfalls durch die Pharyngealbildung charakterisirte Fa-
milie ist die der Odontosphäriden mit Teratocephalus n.,
Anguillula Ehrbg., Cephalobus Bast., Plectus Bast., Rhab-
ditis und Diplogaster. Spilophora Bast., Chromadora und
Cyatholaimus erweisen sich gleichfalls nach der Pharyn-
gealbildung als Glieder einer eigenen Familie, die Verf.
als die der Ptychopharyngidae bezeichnet. Die Tripyliden
umfassen ausser TripylaBast. wahrscheinlich auch noch Lep-
tolaimus de Man, die Monohysteriden ausser Monohystera
Bast, noch JBastiania de Man, und die Odontopharyngiden
die Genera Oncholaimus und Mononchus. Den Beschreibun-
gen des Verf.'s können wir natürlich nur wenig mehr, als
die Namen der neu aufgestellten Arten entnehmen. Es sind
folgende: Ironus tenuicandatus (das bis dahin unbekannte
Männchen von Ironus ist ohne präanale Papillen und mit
zwei accessorischen Spicularstücken versehen; die kleinen
runden Körperchen am Anfangstheile des Pharynx, die
Bastian in die Genusdiagnose aufgenommen hat, sind
nicht immer vorhanden), Borylaimus — ein Geschlecht,
dessen Kopf- oder resp. Lippenbildung sehr grosse und
weitgehende Verschiedenheiten zeigt — regius, B. robustus,
B. elongatus, B. rhopalocercus, B. borbor ophüus, B. gracilis,
B. similis, D. longicaudatus, B. brigdammensis, Tylopha-
rynx (n. gen.) striata, Tylencholaimus (n. gen., dem
auch Tylenchus mirabilis Bütschli zugehört) minimus, T.
zeelandicus, beide an den Wurzeln von Gräsern, Tylenchus
robustus, T. exiguus, T. elegans, Aphelenchus modestus, Cepha-
lobus oxyuroides, C bursifer, Rhabditis Bütsclüii, Rh. gra-
cilicauda, Diplogaster coprophages, Spilophora geophila, Chro-
madora Leuckarti, Leptolaimm (n. gen.) papilliger,
Bastiania (n. gen.) gracilis, Monohystera^) tenax, M. (?)
dolichura, Sphaerolaimus gracilis, Oncholaimus thalassophy-
gas, Mononchus Bastiani, M. tridentatus. Die von unserm
Verf. in Holland aufgefundenen bekannten Arten gehören
dem Gen. Dorylaimus (4), Tylenchus (3), Teratocephalus
(n. gen. 1 = Anguillula terrestris Btschl.), Cephalobus (1),
Plectus (6), Rhabditis (1), Cyatholaimus (1), Tripyla (1),
Monohystera (1), Mononchus (1) an. Zur Charakteristik
528 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der neu aufgestellten Arten fügen wir noch Folgendes
hinzu.
Tylopharynx de Man. Im Anfangstheile des Pharynx drei
mehr oder weniger gebogene, hinten mit einem Knopfe versehene
Chitinstäbe. Zwei Bulbi wie bei Tylenchus. Haut geringelt. Ge-
schlechtswerkzeuge zweigetheilt; Männchen ohne Bursa.
Tylencholaimus de Man. stimmte durch den Bau des Oeso-
phagus und die histologische Structur des Ovariums — Männchen
wurden nicht beobachtet, auch nicht bei T. mirabilis B. — mit Dory-
laimus, durch den Besitz eines Mundstachels und die Gestalt der Ge-
schlechtsorgane aber mit Tylenchus überein. Oesophagus ohne Bulbi,
jedoch mit verdickter Chitinröhre in der hintern Hälfte.
Teratocephalus de Man (Anguillula spec. Bütschli). Mit
schlankem Körper und deutlich geringelter Haut ohne Borsten.
Kopf mit eigenthümlich entwickelten Papillen, die einen förmlichen
Aufsatz bilden. Mundhöhle klein, Oesophagus mit einem zahntragen-
den Bulbus. Geschlechtsorgane asymmetrisch, einfach. Spicula stark
gebogen, ohne accessorisches Skeletstück und Schwanzpapillen.
Schwanzdrüse fehlt.
Leptolaimus de Man. Die geringelte Haut mit einzelnen
Borsten und Seitenmembran. Mundhöhle (Pharynx de Man) lang und
schlank, ohne Chitinbekleidung. Zwei Seitenorgane von runder Form.
Kopf ohne Lippen und Papillen. Oesophagus mit einer schwachen
Endanschwellung. Schwanzdrüse vorhanden, mit enger Ausführungs-
röhre. Zwei Spicula mit nur einem accessorischen Stücke. Eine
Reihe präanaler Papillen, von denen die letzten röhrenförmig sind.
Der zweigetheilte Uterus führt in Mitte des Leibes durch eine Vulva
nach Aussen. (Mit Spira B. verwandt.)
Bastiania de Man. Unterscheidet sich von Monohystera durch
den Besitz einer medianen Reihe präanaler Papillen und den Mangel
accessorischer Spicularstücke.
Auch Villot findet unter den von ihm in Roseoff beob-
achteten freien Nematoden, die übrigens meist in der Nähe
anderer Thiere leben und diese auch gelegentlich besuchen
sollen, eine Anzahl neuer Arten, die als Leptosomatum Bosco-
vianum1 L. magnum, L. minutum, Enoplus acutus, Phanoderma
parvum, Anticoma tenuicaudata, A. obtusa, Spira Schneiden
(lebt auf Terebellen), Chromadora cineta kurz beschrieben
werden. E berth's Enoplus cirrhatus wird zum Typus eines
neuen Gen. Discophora erhoben, das sich durch den Besitz
einer aus zwei seitlichen Scheiben bestehenden Mundbewaff-
nung charakterisiren soll. Archiv, zool. T. IV. p. 453—466.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 529
Vernet liefert den Nachweis, dass Dujardin und
Perez (J. B. 1866. S. 257) unter dem Namen Rhabditis
terricola zwei verschiedene Formen zusammengeworfen
haben, von denen die eine (Pelodera teres Sehn.) getrenn-
ten, die andere aber hermaphroditischen Geschlechtes ist.
Auf diese Weise erklären sich denn auch die Angaben von
Perez über die Parthenogenese, die er bei einzelnen Exem-
plaren von Rh. terricola beobachtet zu haben glaubte. Wie
die übrigen hermaphroditischen Nematoden hat auch die
Rh. terricola die Genital- und Schwanzbildung der Weib-
chen, aber die Geschlechtsröhren produziren statt der Eier
anfangs Samenkörperchen. Die Entwicklung der Embryonen
geschieht meist im Innern der Tuben, doch kommen auch
Fälle vor, in denen die Eier früher abgelegt werden. Ist
die Zahl der Eier gering, dann kriechen die Embryonen
nicht selten auch schon im Innern des mütterlichen Körpers
aus. Es kommt sogar vor, dass sie bis zu ihrer Ge-
schlechtsreife darin verweilen und die Eingeweide zerstören,
wie ich das von der Rhabditis Ascaridis nigrovenosae be-
schrieben habe. Eine zweite gleichfalls hermaphroditische
Art beschreibt Verf. als Rh. Leuclcarti. Quelques mots sur
la reproduetion de deux especes hermaphrodites du genre
Rhabditis, Archives Sc. Biblioth. univers. Geneve 1872. Sept.
15 Seiten mit 1 Tafel Abbild.
Die knotenartigen Wurzelanschwellungen einer aus-
ländischen Staude (Dodarxia orientalis) fand Greeff mit
Nematoden aller Entwicklungsstadien (vom Ei bis zu den
geschlechtsreifen und trächtigen Thieren) angefüllt, die voll-
kommen mit denen übereinstimmten, die früher schon mehr-
fach, auch von unserm Verf., in Gallen an den Wurzel-
fasern verschiedener Pflanzen (Poa, Triticum, Sedum u. s.w.)
beobachtet worden. Sie sind mit einem stiletförmigen Bohr-
stachel versehen, mit dem sie in die Wurzelfasern eindrin-
gen, und gehören zu dem Gen. Anguillula Sehn. Greeff
bezeichnet dieselben als A. radicicola und liefert von ihnen
eine nähere Beschreibung. Marburger Sitzungsber. 1872.
S. 169—171.
Aehnliche Beobachtungen macht Frauen feld an
Falcaria Rivinii und Leontopodium alpinum, nur dass die
530 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gallen hier an den Blättern sitzen (Verhandlungen des
zoolog.-botan. Vereins 1872. S. 396). Nachdem auch Low
(ebendas. 1874. S. 17—24) und Thomas (Beiträge zur
Kenntniss der Milbengallen, Hall. Ztschrift für die ges.
Naturwiss. 1873. Bd. 42. S. 513) bei der Schaafgarbe der-
artige Gallen aufgefunden haben, — Low liefert zu den
Nematoden dieser Gallen, die er Tylenchus millefolii nennt,
eine eingehende, auch in's Englische tibersetzte Beschrei-
bung (Ann. nat hist. T. XV. p. 342 ff.) — stellt Al.Brown
die bisher bekannt gewordenen Beobachtungen über Ael-
chengallen und Pflanzenälchen zusammen (Sitzungsber. der
Ges. naturforschender Freunde zu Berlin, März 1875). Ausser
den oben erwähnten Fällen finden dabei noch Anguillula
tritici, A. phalaridis, A. agrostidis, A. dipsaci und A. radi-
cicola eine kurze Berücksichtigung. (Ref. hat durch einen
seiner Schüler, Mr. Harhington, auch in Ophioglossum eine
hieher gehörige, aber keine Gallen erzeugende Art kennen
gelernt.)
Die Heterodera Schachtii die (Jahresber. 1871. S. 424)
nach Bau und Lebensweise von den eben erwähnten Arten
abweicht, wird von Schmidt jetzt auch an. den Wurzeln
des Kohls beobachtet (Ztschrft des Vereins für die Rüben-
industrie im Zollverein 1872. S. 67— -75). Gleichzeitig wird
auch die Kenntniss derselben und ihrer Lebensweise durch
ein Paar Mittheilungen erweitert, namentlich durch den
Nachweis einer Häutung bei den in ihren sog. Cysten einge-
schlossenen Männchen. Diese Cysten wurden übrigens
nicht bloss frei, sondern auch unter der Oberhaut der Rüben-
wurzel aufgefunden. Kühn fügt diesen Angaben noch hin-
zu, dass auch die Wurzeln des Hafers, der Gerste und des
Waizens nicht selten von Heterodera angegriffen werden.
Der Parasitismus hat eine dürftige Entwickelung der Pflanze
und eine mangelhafte Rispenbildung zur Folge. Selbst die
Wurzeln des wilden Senfes werden von den Parasiten nicht
verschont. Landwirthschaftl. Jahrbücher von Nathusius
und Thiel 1874. Bd. III. S. 47.
Was die Beziehungen der frei lebenden Nematoden
zu den parasitischen Formen betrifft, so spricht sich Büt-
schli in einer eigenen, diesem Gegenstande gewidmeten
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 531
Abhandlung (Bericht über die Senkenbergsche naturhisto-
rische Gesellschaft 1871/72 S. 56— 78) mit Recht gegen die
Behauptung (von Bastian u. A.) aus, dass diese beiden
Gruppen in biologischer und systematischer Hinsicht scharf
auseinander zu halten seien. Der Uebergang zu den para-
sitischen Formen wird durch die Rhabditiden vermittelt,
die schon durch ihren Aufenthalt in putrescirenden thieri-
schen sowohl, wie pflanzlichen Substanzen sich von den
übrigen in Wasser oder Erde lebenden freien Nematoden
entfernen und den parasitischen annähern, nicht selten auch
durch die Jugendzustände der letztern vollständig wieder-
holt werden. Selbst im ausgebildeten Zustande besitzen
manche Schmarotzer (besonders Oxyuris) mit ihnen eine
unverkennbare Aehnlichkeit.
Ercolani macht den Versuch, die bei Ascaris nigro-
venosa vorkommende Heterogonie (Dimorphobiosis Ercol.)
als eine unter den Schmarotzernematoden weit verbreitete
Erscheinung nachzuweisen (Memor. Accad. di Bologna 1873.
T. III. 30 Seiten mit 2 Tafeln). Er glaubt sich namentlich
davon überzeugt zu haben, dass die Embryonen der Asca-
ris inflexa und A. vesicularis, die beide bekanntlich den
Darm unserer Hühner bewohnen, im Kothe dieser Thiere zu
Rhabditiden auswachsen, die nach den beigegebenen Ab-
bildungen mit Rh. brevispina Cl. und Rh. filiformis Bütschli
identisch sein dürften. Nach einem directen Beweise für die
Zusammengehörigkeit der beiderlei — freien und parasiti-
schen — Formen sucht man freilich in der Darstellung
des Verf.'s vergebens. Man ersieht aus ihr nur so viel, dass
der die Eier der genannten Ascarisarten enthaltende Hühner-
koth, nachdem er vorher getrocknet und in feuchte Erde
gebracht oder frisch in trockene^ Erde übertragen war,
schliesslich die eine oder andere jener Rhabditiden aufwies.
Da die isolirten Eier nicht zur Entwicklung gebracht wer-
den konnten, fehlt natürlich jede Garantie dafür, dass
die aufgefundenen Rhabditiden den Ascariseiern entstamm-
ten. Es ist das in Wirklichkeit auch nicht der Fall, denn
ich habe mich direct davon überzeugt, dass die Embryonen
der genannten Ascariden, die in feuchter Umgebung binnen
einigen Wochen zur Entwickelung kommen, weder Rhabdi-
532 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
tiden sind, noch selbstständig aus ihrer Schale ausschlüpfen.
Bei den Versuchen Ercolani's muss also ein Irrthum
untergelaufen sein; offenbar ist derselbe durch fremde Ein-
dringlinge, die unter den gebotenen Verhältnissen rasch
sich vermehrten, getäuscht worden. Ich weiss aus eigner
Erfahrung, wie schwer man sich bei der Cultur der Hel-
mintheneier der Rhabditiden erwehren kann. In Folge der
unter ihnen weit verbreiteten Eigenschaft, ohne Verlust des
Lebens im Jugendzustande austrocknen zu können, sieht
man diese Würmer fast überall auftreten, wo organische
Substanzen in Zersetzung begriffen sind, und nicht selten
sogar unter Umständen, die gegen eine Einschleppung weit
grössere Sicherheit darbieten, als das in den Terrarien
Ercolani's voraussichtlich der Fall war. Unter solchen
Umständen ist es denn auch durchaus nicht befremdend,
wenn wir erfahren, dass, die Fütterungsversuche, die Er-
colani mit den Rhabditiden an Hühnern anstellte, ohne
Erfolg blieben. Wie in den vorliegenden Fällen, verhält
es sich sicherlich auch mit der gelegentlich noch immer
wiederkehrenden Angabe, dass die Embryonen von Ascaris
megalocephala eine Generation frei lebender kleiner Würmer
hervorbrächten (Schubert). Ebenso wenig liegt bis jetzt
ein Grund vor, die nematoiden Pflanzenparasiten mit den
Spulwürmern unserer Hausthiere in eine genetische Bezie-
hung zu setzen, obwohl Ercolani kein Bedenken trägt,
die von ihm in dem Stengel kranker Hanfpflanzen vorge-
fundenen Formen — die übrigens kaum echte Rhabditiden
sein dürften — gleichfalls als Glieder eines „dimorpho-
biotischen" Generationscyclus in Anspruch zu nehmen.
Unter den mancherlei von Ercolani beobachteten
Rhabditisartigen Nematoden ist übrigens einer, der durch
die Eigenthümlichkeit seines Vorkommens unsere Aufmerk-
samkeit auf sich zieht. Derselbe lebt (1. c. p. 17) in dem
Rüssel der Stubenfliege, aber nur solcher Exemplare, die
auf dem Lande vorkommen, bei diesen jedoch oftmals in
grosser Menge. Wir dürfen unter solchen Umständen wohl
annehmen, dass die Schmarotzer bei der Nahrungsaufnahme
— vielleicht aus dem Kothe — in den Rüssel einwandern.
Das Vorkommen dieser Parasiten ist übrigens nicht auf
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 533
Italien beschränkt, wie daraus hervorgeht, dass mir schon
vor mehreren Jahren das Vorkommen eines unreifen Ne-
matoden „im Kopfe" der Stubenfliege von einem jungen
Zoologen aus Charkow gemeldet wurde. Inzwischen hat
auch v. Li n stow dieselbe Form aus dem Rüssel von
Stomoxys beschrieben (Archiv für Naturgesch. 1875. Th. I.
S. 195, Filaria stomoxeos n. sp.). Sie bewohnt frei die
Muskulatur zwischen Stechrüssel und Scheide und wächst
daselbst — Anfangs nur 0,27 Mm. — zu Larven von 2 Mm.
aus. Das Schwanzende ist allmählich verjüngt und an der
abgerundeten Spitze mit äusserst feinen, gedrängt stehen-
den, rundlichen Knöpfchen oder Papillen besetzt, so dass
man fast eine Beziehung zu Filaria oder Spiroptera ver-
muthen könnte. Ob auch die von Leidy in Philadelphia
gelegentlich zu mehrern im Rüssel der Hausfliege aufgefun-
dene Filaria hieher gehört, ist zweifelhaft, da sie über
V" lang ist und der Fil. muscae Carter (J. B. 1861. S. 128.)
zugerechnet wird (Proceed. Acad. nat. sc. Philad. 1874.
T. IL p. 140).
In einer zweiten, dem fünften Bande der oben er-
wähnten Memorie einverleibten — mir aber nicht zu Ge-
sicht gekommenen — Abhandlung wird von Ercolani die
Lehre von der „Dimorphobiose" noch weiter ausgebildet.
Es werden dabei Behauptungen ausgesprochen, die so ziem-
lich Alles in Frage stellen, was wir bisher über die Ent-
wicklungs- und Lebensgeschichte der freien und entozoo-
tischen Nematoden erkannt zu haben uns berühmen durften.
In naivster Weise werden dabei die unglaublichsten Dinge
behauptet, auf oberflächliche Aehnlichkeiten hin die ge-
wagtesten Zusammenstellungen vorgenommen — und dann
wird zum Schlüsse noch obendrein, behauptet, dass die bis
jetzt vorliegenden Angaben über frei lebende Nematoden
vollständig werthlos seien!
Von Villot erhielten wir eine „Monographie des
dragonneaux" (Archiv, zoolog. exper. T. III. p. 39—72.
PL I u. II, p. 181—238. PI. VI— IX), die sowohl in ihrem
descriptiv zoologischen Theile, wie auch in den Abschnitten
über die Anatomie und besonders die Entwicklungsge-
schichte manches Neue bringt und unsere Kenntnisse über
534 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
diese merkwürdigen Geschöpfe mehrfach fördert. Mit Ein-
schluss von 15 neuen Arten, die nach Exemplaren des
Pflanzengarten charakterisirt sind und den verschiedensten
Gegenden entstammen (G. aeneus Venezuela, G. laevis Neu-
Caledon., G. incertus Tasmanien, G. gracilis Teneriffa, G.
Beshayesi Venezuela, G. subareolatus Frankreich, G. chi-
nensis Peking, G. JBlanchardi Ile de France, G. abbreviatus
Ile Bourbon, G. reticülatus Californien, G. prismaticus Neu-
Granada, G. trilobus Jersey, G. varius Nord-Amerika, G.
cdledoniensis Neu-Caledonien, G. tuberculatus Neu-Holland)
wird die Zahl der jetzt bekannten auf 33 angegeben, doch
hat es den Anschein, als wenn manche der altern, beson-
ders der von Baird beschriebenen, nur unvollständig cha-
rakterisirt sind. Grösse und Form und Farbe allein sind
nicht ausreichend, eine Art zu begründen, besonders bei
so einfach und gleichmässig gestalteten Würmern, wie die
Gordien es sind. Um so wichtiger erscheint es übrigens,
dass die Untersuchungen des Verf.'s uns in der Cuticula
(die übrigens unpassender Weise als Epidermis und Derma
bezeichnet wird) ein Gebilde kennen lehrten, das durch die
Eigenthümlichkeiten seiner Skulptur die verschiedenen Arten
in scharfer und augenfälliger Weise von einander unter-
scheidet. Zellenartige Bildungen, Felder verschiedener Grösse
und Gestalt, Scheiben, Bündel und selbst Zapfen geben der
Diagnose auch noch bei Untersuchung des kleinsten Haut-
fragmentes genügende Anhaltspunkte. Die Haare freilich,
die man bei Chordodes beschrieben hat, sind parasitische
Algen, die auch bei den einheimischen Arten — Verf. zählt
neun Arten aus Europa, fünf aus Deutschland, worunter
freilich eine zweifelhafte — gelegentlich gefunden werden.
Die Angaben, welche Verf. über die Organisation der Gor-
dien macht, lassen eine genaue und eingehende histologische
Analyse vermissen, die den Verf., der (gegen Deutsche
Forscher) eine scharfe Kritik übt, vor manchem Missgriffe
bewahrt haben würde. Der Bauchstrang, der nur in Folge
einer „confusion inexcusable" (!) der Bauchlinie der Nema-
toden verglichen sei, wird mit Meissner wieder als genuines
Nervensystem beschrieben. Zu diesem centralen Apparate
gesellt sich dann noch ein peripherischer Theil, der in
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 535
Form eines ganglionären Netzwerks zwischen Haut und
Muskulatur gelegen sei und keineswegs als Subcuticular-
schicht gedeutet werden dürfe. In der Auffassung des
Darmapparates stimmt Verf. mit Grenacher tiberein. Ein
Zellenkörper sei nur bei den Jugendformen vorhanden,
denn bei dem Uebergange in den geschlechtsreifen Zustand
verwandle sich derselbe mit seinen zelligen Elementen theils
in die Eier und Samenkörperchen, theils in die umhüllen-
den Wände der Geschlechtsdrüsen, die — mit der sg. pe-
rienterischen Bindesubstanz Grenacher's identisch — eine
einfach bindegewebige Beschaffenheit besässen und den
ganzen Leibesraum ausfüllten, auch in der Mittellinie, wo
die beiderseitigen Drüsen aufeinander stossen, unter sich
zu einer gemeinschaftlichen Masse verschmolzen seien. Ovi-
ducte und Samenleiter erscheinen als einfache Fortsetzungen
der Geschlechtsdrüsen, hinter denen sie nur durch ihren
geringern Querschnitt zurückbleiben. Sie münden in die
Cloake, die Nichts ist, als eine Erweiterung des Rectums,
ihrer Function nach aber zugleich als Uterus, Samenblase
und Ejaculationsapparat zu betrachten ist. Die Beobach-
tungen über die Entwicklung der Gordien, die den Aus-
gangspunkt der ganzen Untersuchungsreihe abgeben, sind
von unserm Verf. ohne jede Kenntniss der frühern Litte-
ratur, also völlig selbstständig, angestellt. Selbst die wich-
tige Abhandlung von Meissner, die in dem verbreitetsten
zoologischen Journale veröffentlicht wurde und ihrem haupt-
sächlichen Inhalte nach in die deutschen und englischen
Jahresberichte übergegangen ist, wurde dem Verf. erst
bekannt, nachdem er die gewonnenen Resultate in den
Comptes rendus der Pariser Akademie 1872. T. 75. p. 363
und 1539 und an andern Orten veröffentlicht hatte!
(Zur Entschuldigung bemerkt Verf. p. 40: „en France les
dragonneaux ont ete peu etudies jusqu'ici .... De leur
mode de developpement on ne savait absolument rien ....
Quant aux travaux publies ä l'etranger, ils n'avaient jamais
ete traduit ni analyses en frangais; et leur titres, pour la
plupart, ne figurent meme pas dans des ouvrages generaux
d'une grande erudition". Solchen Thatsachen gegenüber —
und dieselben Stehen leider nicht isolirt! — sollte man
536 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
allerdings fast fragen : wozu denn Jahresberichte überhaupt ge-
schrieben werden?) Die Dotterklüftung, die bekanntlich eine
vollständige ist, führt nach den Beobachtungen des Verf. 's
zunächst zur Bildung einer zweischichtigen Zellenblase, deren
Elemente aber nicht aus den Furchungskugeln, sondern
aus „vesicules cytoblastiques" bestehen sollen, d. h. den
Kernen der Furchungskugeln, die von dem Keimbläschen
abstammten und nach Resorption des umlagernden Dotters
zu Zellen sich entwickelt hätten. Anfangs rundlich, nimmt
der Keim allmählich eine längliche Form an, wobei
sich das Ectoderm des einen Poles tief nach Innen ein-
senkt. Was auf diese Art entsteht, ist aber nicht etwa
der Darm, sondern der Kopf des Embryo, der das Ento-
derm, aus welchem der Darm hervorgeht, durch sein Län-
genwachsthum immer weiter in den hintern Theil des
Embryonalkörpers zurückdrängt. Man erkennt auch ziem-
lich bald die Bewaffnung dieses Kopfes, die übrigens com-
plicirter ist, als man früher wusste, bei den verschiedenen
Arten auch einige Abweichungen zeigt, aber nur im hervor-
gestreckten Zustande deutlich erkannt wird. In dieser
Lage erkennt man am Kopfe einen kurzen und dicken
Basaltheil, dem ein längerer schlanker Rüssel aufsitzt.
Beide sind mit Hakenapparaten versehen, der erstere mit
drei Stachelkränzen, die je sechs Stilette enthalten und der
Art gestellt sind, dass zwei am obern, einer aber am un-
tern Ende des Basaltheiles aufsitzt. Die Waffen des Rüssels
dagegen bestehen aus drei langen und kräftigen Chitin-
stäben, die vorn eine retractile Spitze tragen und hinten
in eine dreieckige Erweiterung auslaufen. An dem cylin-
drischen Embryonalleibe erkennt man eine regelmässige
Faltung, fast wie bei einem Bandwurme, und ein Schwanz-
ende, welches bald einfach zugespitzt, bald auch abge-
stumpft und mit 4 kurzen Fortsätzen versehen ist. Im
Innern enthält der Wurm ausser einem deutlichen Darme
mit Oesophagus und After noch einen ansehnlichen Drüsen-
apparat, der aus acht traubig zusammenhängenden Zellen
und einem cylindrischen Ausführungsgange besteht. Der
letztere verläuft neben dem Oesophagus und öffnet sich
an der Basis des Rüssels. Ausserdem enthält die Leibes-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 537
höhle, besonders vorn und hinten, noch zahlreiche Zellen
(Embryonalzellen, die bei dem Aufbau des Darmes und
der Drüse keine Verwendung gefunden haben), dieselben,
die später den sg. Zellenkörper liefern, dessen Umwandlung
in die Geschlechtsproducte und Geschlechtsorgane wir oben
schon hervorgehoben. Nach vollendeter Ausbildung werden
diese Embryonen nun frei, um, wie wir bereits durch
Meissner erfahren haben, eine Zeitlang im Wasser zu
leben und schliesslich in Insektenlarven einzuwandern.
Meissner sah dieselben bekanntlich in Ephemerenlarven
eindringen, die er mit den jungen Embryonen in demselben
Poeale hielt, allein Villot behauptet, dass das nur zufällig
und nur in Folge künstlicher Haltung geschehen sei, da
der natürliche Wirth der jungen Parasiten seinen Erfah-
rungen zufolge die Chironomuslarve sei. Trotz der Ein-
kapselung komme übrigens der Wurm in diesem seinem
ersten Träger nicht zur völligen Kühe, wie man daraus
entnehmen könne, dass seine Cysten mit der Zeit sich röh-
renförmig verlängerten. Es geschehe das erst in dem zweiten
Wirthe, in einem Fische (Phoxinus laevis oder Cobitis
barbatula), der den Parasiten mit der ihn beherbergenden
Dipterenlarve verzehre und demselben dadurch Gelegenheit
gebe, sich in seine Darmhaut einzubohren. Durch den
Uebergang in den Ruhezustand werde der Wurm dann,
wie Verf. sich ausdrückt, aus einer „chenille parasite" eine
„chrysalide parasite". Auch in diesem zweiten Wirthe geht
die Entwicklung des Schmarotzers aber nicht weiter. Mag
er selbst Monate lang darin verharren, er bleibt unverändert.
Bei Beginn des Frühlings jedoch verlässt er seine Kapsel.
Er tritt in den Darmkanal über und wird mit den Fäces
nach Aussen gebracht, wo er dann im Schlamme allmählich
in die bekannte Gordiusform übergeht, indem die Falten
des Körpers verstreichen, die Kopfbewaffnung abfällt und
die Dimensionen sich beträchtlich vergrössern. Schon bei
einer Länge von 4—5 Centimetres nimmt der Wurm die
Färbung und Bewegung des ausgebildeten Thieres an.
Verf. beschreibt auch die innern Veränderungen, welche
diese Umwandlung begleiten. Die grössere Menge der-
selben soll an die schon oben erwähnten Zellen der Leibes-
538 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
höhle, an den sg. Zellenkörper, anknüpfen, indem diese
eben sowohl das Nervensystem, sogar das peripherische,
und die Muskelfasern, wie den Genitalapparat lieferten.
Der Darmkanal bleibt mit allen seinen Theilen und histo-
logischen Elementen so lange bestehen, bis die zunehmende
Entwicklung der Geschlechtsorgane denselben zur Verküm-
merung bringt. Da der Verf. den jungen Gordius in den
verschiedensten Stadien seines Wachsthums und seiner
Entwicklung im Schlamme gefunden hat, kann man an der
Richtigkeit seiner Darstellung natürlich nicht zweifeln. In-
dessen muss es in hohem Grade auffallen, dass man den Gor-
dius während seiner Entwicklung zu dem definitiven Wurme
oftmals auch im Innern von Insekten, besonders räube-
rischen Käfern und Heuschrecken, antrifft und selbst die
Auswanderung aus diesen Thieren mehrfach beobachtet
hat. Nicht dass die Würmer in diese Thiere gelangen, ist
auffallend, denn sie alle sind gefrässige Geschöpfe, die —
es gilt das auch von den Heuschrecken — keine Fleisch-
kost verschmähen, wohl aber der Umstand, dass Thiere,
die für gewöhnlich frei im Schlamme sich entwickeln, ge-
legentlich auch als Parasiten aufwachsen. Nach der Mei-
nung des Ref. dürfte sich dieses eigenthümliche Verhalten
vielleicht durch einen Hinweis auf die Lebensgeschichte und
den Parasitismus der Larve von Musca vomitoria oder
Anthomyia erklären lassen. Es scheint demselben sogar
nicht unmöglich, dass dieser Parasitismus die Regel und
das freie Auswachsen in (humusreichem) Schlamme, das
vom Verf. beobachtet wurde, die Ausnahme darstellt. Jeden-
falls aber ist es ungerechtfertigt, wenn Verf. das Vorkom-
men von jungen Gordien in der Leibeshöhle von Insekten
geradezu als eine Verirrung bezeichnet und die Behauptung
hinzufügt, dass derartige Exemplare für die Erhaltung der
Art verloren seien. Zum Schlüsse noch die kurze Bemer-
kung, dass Verf. die Gordien nicht bloss von den Mer-
mithen, sondern auch den Nematoden ausschliesst und zu
einer eignen Ordnung erheben möchte, die an die Spitze
der Helminthen zu stellen sei.
Leidy erwähnt des Vorkommens grosser (bis 21/2 Fuss
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 539
langer) Exemplare von Gordius lacustris Leidy aus Kansas
und Montana. Proceed. Philad. Acad. 1871. p. 307.
Bütschli entscheidet sich nach Untersuchungen an
Gordius, Mermis, Trichocephalus und Pseudalius dahin, dass
die Schnei der 'sehe Gruppe der Holoniyarier unhaltbar sei,
da die dahin gerechneten Formen sämmtlich mit deutlichen
(wie es scheint, aber kernlosen) Muskelzellen ausgestattet
seien. Das perienterische Gewebe von Gordius, das Schnei-
der als die Marksubstanz der Muskulatur auffasst, kann
Verf. nur als das Homologon des auch sonst bei den Ne-
matoden vielfach verbreiteten, wenn auch früher — bis
auf die Untersuchungen des Ref. — allgemein übersehenen
Bindegewebes halten. Die Hypodermis von Gordius hat
abweichender Weise einen entschiedenen Zellenbau. Bei
Mermis möchte Verf. das von Meissner beschriebene Cen-
tralnervensystem (Sehn ei der 's Bulbus oesophagi) auch
wirklich als solches anerkennen. Ztschrft. für wissenschaftl.
Zoologie Bd. XXIII. S. 402—408. Tab. XXIL („Giebt es
Holomyarier?")
Demselben Autor verdanken wir auch eine Darstel-
lung von dem Bau des Nervensystemes von Ascaeis lum-
brieoides und A. megaloeephala, durch die im Wesent-
lichen die bekannten Angaben von Schneider über dieses
Gebilde bestätigt, hier und da auch berichtigt und erwei-
tert werden. Was Verf. über die Anordnung und den Verlauf
der peripherischen Fasern angiebt, entfernt sich übrigens
mehrfach von der Beschreibung, die der Ref. in seinem Pa-
rasitenwerke gegeben hat ; die von Letzterm gesehenen und
als solche beschriebenen peripherischen Nervenfasern sind
von denen des Verf. mehrfach verschieden. Sie werden
als elastische Fasern in Anspruch genommen, „die auch
Verf. eine lange Zeit getäuscht hatten". Uebrigens sind
andrerseits auch die peripherischen Nervenfasern (der Me-
dianstränge) dem Ref. keineswegs unbekannt geblieben.
Nach der Darstellung des Verf.'s enthält der Apparat der
Seitenlinien, von der Schwanzgegend (besonders des Männ-
chens) abgesehen, überhaupt keine Nervenfasern, während
solche sich in den Medianlinien durch den ganzen Leib
hindurch verfolgen lassen. Die Schwanzgegend besitzt auch,
540 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sowohl in der Medianlinie, wie in den Seitenlinien, be-
sondere Ganglien, die sonst nur — abgesehen von einzelnen
isolirten Zellen der Bauchlinie — auf das Kopfende be-
schränkt sind. Hier findet man sie zunächst und vorzugs-
weise in und neben dem Schlundringe, besonders in der
Medianlinie, wo dieselben schon früher bekannt waren.
Ausser diesen evidenten Ganglienzellen glaubt Verf. aber
auch gewisse im Umkreis des Oesophagus und dicht unter
der Cuticula der Kopfspitze gelegene Zellen als Ganglien-
zellen betrachten zu sollen, Gebilde, die namentlich bei
den frei lebenden Nematoden eine ansehnliche Entwicklung
erreichen. Einzelne Beobachtungen machen es dem Verf.
auch wahrscheinlich, dass sich die peripherischen Fasern
aus der Längsrichtung abbiegend direct mit den Muskel-
fortsätzen vereinigen, wesshalb er denn auch geneigt ist,
diese letzteren, obwohl dieselben nach ihrer allgemeinen
Beschaffenheit und ihrem Verhalten zu den Medianlinien
für Theile der Längsmuskelzellen zu halten sind, als eigen-
thümliche Leitungsapparate für die nervöse Reizung zu be-
trachten. Die Papillen werden je nur von einer Nervenfaser
versorgt, die an der Basis derselben zu einem Kolben
anschwillt; ja es hat sogar den Anschein, als wenn es die
Endspitze dieses Kolbens sei, welche, nur von einer dünnen
Cuticula bedeckt, die Papille bilde. Die sonst in der
Subcuticula gewöhnlich paarweise verlaufenden Nerven-
fasern scheinen dazu bestimmt zu sein, die Rücken- und
Bauchstränge unter sich in Verbindung zu setzen. Die
gelegentlich vom Verf. über den Muskelapparat (besonders
die Schwanzmuskeln), die Seitengefässe und die Bindesub-
stanz gemachten Angaben übergehen wir; wir heben nur
die Thatsache hervor, dass der Oesophagus ausser den
Radiärfasern in einer der Oberfläche concentrischen Lage
auch Längsfasern enthält. „Beiträge zur Kenntniss des
Nervensy stemes der Nematoden", Archiv für mikroskop.
Anatomie Bd. X. S. 74—100. Taf. VI u. VII.
Von Vi Hot werden übrigens die Angaben Bütschli's
über das Verhalten des peripherischen Nervensystemes der
Nematoden als irrthümlich in Zweifel gezogen. Nach seinen
Beobachtungen (an marinen Nematoden) soll letzteres näm-
in d. Naturgesch. d. nied Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 541
lieh in Wirklichkeit durch das schon früher von ihm bei
Gordius beschriebene subeuticulare Fasernetz repräsentirt
sein, das mit dem centralen Apparate durch einen Plexus
verbunden werde, der die Muskelschicht durchsetze und
den Bauchstrang an die Subcuticula anhefte. Das Netz-
werk enthalte zahlreiche Ganglienzellen, die u. a. auch die
Tastborsten mit ihren Ausläufern zu versorgen hätten. Sur
le Systeme nerveux peripherique des Nematoides marines,
Cpt. rend. 1875. T. 80. p. 400—402 oder (übersetzt) Ann.
and Mag. nat. hist. T, XV. p. 235.
Lowne's Abhandlung über die Anatomie von Ascaris
lumbrieoides (monthly microsc. Journ. 1871. T. V. p. 55
— 64. PI. 75 u. 76) ist fast ohne Kenntniss alles dessen
geschrieben, was besonders durch deutsche Beobachter in
dem letzten Decennium auf diesem Gebiete geforscht und
entdeckt ist. Unter solchen Umständen ist denn der Verf.
einer ganzen Reihe von Irrthümern anheimgefallen. So
wurden die Muskelblasen u. a. als Theile eines Wasser-
gefässsystemes beschrieben, dessen Hauptstämme der Länge
nach im Körper verlaufen und aus einem ösophagealen
Ringgefäss hervorkommen sollen, wie bei den Echinodermen.
Die exeretorischen Kanäle, deren Porus geläugnet wird,
sollen das Rudiment eines Blutsystemes darstellen, während
die Längslinien als Nervenstämme fungirten u. s. w.
Bütschli veröffentlicht (Archiv für Naturgesch. 1872.
Th. I. S. 241—246) „einige Beobachtungen über den Dis-
pharagus dentatus Duj. des Leuciscus erythrophthalmus",
besonders dessen Oesophagus, Nerveusystem und Ge-
schlechtsorgane.
Melnikoff berichtet (in den Protocollen der Natur-
forsch. Gesellsch. zu Kasan 1871—72) über den Bau des
merkwürdigen Cystoopsis aeeipenseri und berichtigt dabei
in mehrfacher Beziehung die bis jetzt allein darüber vor-
liegenden Angaben von N. Wagner (J. B. 1867. S. 263).
So wird u. a. nachgewiesen, dass die bekanntlich stets
paarweise lebenden Würmer nicht in eigne Kapseln ein-
geschlossen sind, sondern nur durch eine lockere Binde-
gewebsmasse umhüllt werden. Weiter beschreibt Verf. die
männlichen Geschlechtsorgane und den Darmkanal des
Archiv f. Nafurg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. J£K
542 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Weibchens, um schliesslich seine Ansicht von den Ver-
wandtschaftsverhältnissen dieser sonderbaren Würmer dahin
zu ibrmuliren, dass dieselben zunächst auf die Familie der
Trichotracheliden hinwiesen (? Ref.).
Bütschli bestätigt die Beobachtung, dass das Männ-
chen von Trichosomum crassicauda als Parasit den Uterus
des Weibchens bewohne, und liefert eine Darstellung vom
Bau desselben, die vollständig mit den Untersuchungen des
Ref. tibereinstimmt. Archiv für Naturgesch. 1872. Th. I.
S. 236—241. Tab. VIII. (Ueber das Männchen von Tricho-
somum crassicauda.)
Auch Linstow veröffentlicht „Beobachtungen an Tri-
chodes — Trichosoma — crassicauda" (ebendas. 1874. Th. I.
S. 271—286. Tab. VIII), die genau zu den gleichen Re-
sultaten geführt haben, obwohl dem Verf. die eben er-
wähnten Untersuchungen Btitschli's unbekannt geblieben
sind. Unsere Kenntnisse über diesen merkwürdigen Wurm
werden überdiess durch den Nachweis erweitert, dass die
jungen, noch unentwickelten Exemplare beider Geschlech-
ter das Nierenbecken und die Harnleiter ihrer Wirthe
bewohnen, in der Regel auch hier schon die Copula voll-
ziehen, indem die Männchen in den Eileiter des Weib-
chens hineinkriechen, zu einer Zeit bereits, in welcher die
letztern noch nicht die doppelte Grösse der. Männchen be-
sitzen. Das Auswachsen geschieht erst nach der Ueber-
wanderung in die Harnblase. Die von Schmidt neben
Tr. crassicauda in der Harnblase der Ratte aufgefundenen
männlichen Trichosomen, die man bis auf die Untersuchun-
gen des Ref. für Tr. crassicauda </ hielt und auch später
noch gelegentlich gegen die Deutung der in dem Eileiter
lebenden Zwergmännchen geltend zu machen versucht hat,
gehören nach unserm Verf. (der dieselben in Original-
exemplaren untersuchen konnte) zu einer andern bis jetzt
im weiblichen Geschlechte noch unbekannten Art (Tr.
Schmidtii n.). Sie sind nicht bloss viel grösser, als Tr.
crassicauda $, obwohl doch sonst die männlichen Tricho-
somen ausnahmlos kleiner sind, als die Weibchen, sondern
besitzen auch eine eigenthümlich geringelte Cuticula —
anderer Unterschiede zu geschweigen. Wegen der im Mann-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 543
chen fehlenden Begattungsorgane glaubt übrigens Verf. aus
Trichosoma crassicauda ein eignes Gen. Trichodes bilden
zu müssen mit der Diagnose: Seitenfelder und Hauptme-
dianlinien (bei dem Männchen nicht zu erkennen), ohne
Spiculum und Bursa, zur Copula kriecht das Männchen in
den Eileiter des Weibchens.. Die neue Gattung wäre
zwischen Trichina und Trichosoma zu stellen.
Die Untersuchung der Furchungserscheinungen an den
Eiern von Ascaris nigrovenosa und Strongylus auricularis
bringt Auerbach (organologische Studien Breslau 1874.
IL S. 187—261) zu der Ueberzeugung, dass diese Vor-
gänge weit complicirter sind, als man nach den frühern
Darstellungen anzunehmen geneigt war. So entsteht nach
dem Verschwinden des Keimbläschens nicht etwa gleich
der Kern der spätem ersten Furchungskugel ; es gehen der
Bildung desselben vielmehr zahlreiche andere Veränderun-
gen voraus, die im Wesentlichen sich auf die Verschmel-
zung zweier ursprünglich weit getrennter heller Ballen
reduciren, welche von den Enden des Eies allmählich in das
Centrum rücken und hier auf einander stossen, auch erst
allmählich eine mehr feste Beschaffenheit annehmen. Ein
Mal gebildet, geht dieser Kern nun aber nicht etwa eine
Theilung ein, die dann die Dotterklüftung einleitet, er
unterliegt vielmehr nach eigentümlichen Veränderungen
(strahliger Anordnung der Dottermolecüle um die kolbig
angeschwollenen Enden des vorher in die Länge gestreckten
und verblassten Kernes, der Bildung der sg. karyolytischen
Figur) einer Auflösung, in Folge deren sich der Kernsaft
mit dem Dotter mischt, um sich schliesslich wieder in
zwei Tropfen anzusammeln, die dann ihrerseits erst bei
der Zweitheilung als Klüftungscentra fungiren. Dieselben
Veränderungen wiederholen sich bei den spätem Theilungen,
bis sie sich wegen der allmählich immer mehr abnehmenden
Grösse der Beobachtung entziehen. Statt sich einfach zu
theilen, gehen also die Kerne bei jeder Theilung zu Grunde,
um unter eigenthümlichen Lagenveränderungen der Dotter-
molecüle in den Dotterballen von Neuem zu entstehen.
Aehnliche, wenn auch vielleicht weniger vollständige
und abgerundete Beobachtungen sind übrigens schon vor
544 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Auerbach veröffentlicht, zum Theil auch an Thieren der-
selben Gruppe angestellt. Es gilt das namentlich — wenn
wir von Foll, der diese Vorgänge bei Geryonia verfolgte
und ihre weite Verbreitung auch unter den Mollusken her-
vorhebt, so wie von Schneider, der bei Monostomum Ehren-
bergi hieher gehörige Bilder beschrieb — von Bütschli,
der in den schon früher von uns angezogenen Beiträgen
zur Kenntniss der frei lebenden Nematoden (S. 101) die
Furchungserscheinungen an den Eiern der hermaphrodi-
tischen Rhabditis dolichusa zum Gegenstande einer ein-
gehenden Darstellung gemacht hat. Die Deutung dieser
Erscheinungen ist bei Bütschli freilich insofern abwei-
chend, als dieser keine Auflösung der alten Kerne und
keine Neubildung statuirt, sondern die neuen Kerne direct
aus den Endknöpfen des spindelförmig ausgezogenen alten
Kernes hervorgehen lässt. Allerdings wird der alte Kern
dicht vor der Theilung sehr undeutlich — ein Umstand,
den Verf. mit einer um diese Zeit sehr auffallenden Be-
weglichkeit desselben in Zusammenhang bringt — , und das
mag denn auch wohl Auerbach zu seiner Annahme Ver-
anlassung gegeben haben. Auch der Dotter verhält sich
übrigens bei diesen Veränderungen keineswegs passiv, son-
dern ist fast immerfort in einer lebhaften Verschiebung.
In einer spätem Mittheilung kommt Bütschli noch-
mals auf diese Verhältnisse zu sprechen, die er inzwischen
auch bei andern Nematoden (und Schnecken) specieller
untersucht hat. Er zeigt hier, dass der Kern der ersten
Furchungskugel nicht immer aus zweien, sondern gelegent-
lich auch (bei Cucullanus selbst noch in den späteren Ge-
nerationen) aus mehreren Kernchen zusammenfliesst, die
aber stets der Rindenschicht des Dotters entstammen, und
wahrscheinlich aus der frühern Keimbläschenmaterie sich
bilden, welche sich nach der Befruchtung theils dem Dotter
beigemischt, theils auch unter der Form der sg. Richtungs-
bläschen aus demselben abgesondert hat. Bei Cucullanus
sah Verf. den Kern überdiess vor der Theilung in einen
spindelförmigen Körper sich verwandeln, der eine deutliche
Längsfaserung zeigte und bei der Theilung Veränderungen
einging, wie sie bei der Theilung einer sg. infusoriensamen-
in \. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 545
kapsel eintreten. Die Befruchtung der Eier wird, wie wir
bei dieser Gelegenheit erfahren, durch eine Verschmelzung
des Samenkorperchens mit dem um diese Zeit noch hüllen-
losen Dotter vermittelt, die bald zu einem frühzeitigen
Schwunde hinführt (Cephalobus rigidus), bald auch die
Samenkörperchenmasse noch eine längere Zeit in den ober-
flächlichen Schichten des Dotters erkennen lässt (Cuculla-
nus). „Vorläufige Mittheilungen über Untersuchungen, be-
treffend die ersten Entwicklungsvorgänge im befruchteten
Ei von Nematoden und Schnecken" in der Ztschrft. für
wissenschaftl. Zoologie Bd. XXV. S. 201—213.
Radkewitsch veröffentlicht in den Arbeiten der Ge-
sellsch. der Freunde der Naturwissensch. zu Charkow 1871.
Bd. III Beiträge „zur Entwicklungsgesetz der Nematoden",
nach Untersuchungen, die er an den Oxyuren der Blatta
orientalis angestellt hat, (Ein eingehendes Referat über
diese — russisch geschriebene — Abhandlung in den Jah-
resber. über die Fortschritte der Anat. und Physiolog. von
Hofmann und Schwalbe Bd. I. S. 289.)
Die Embryonalentwicklung von Cucullanus zeigt nach
Bütschli's Beobachtungen mancherlei Eigenthümlichkeiten,
die übrigens, wenngleich weniger ausgesprochen, auch sonst
wohl bei den Würmern — z. B. Lumbricus — sich vor-
finden. Der durchfurchte Dotter bildet sich bei demselben
nämlich zunächst in eine niedrige Scheibe um, die aus
zwei ungleich gruppirten Zellenschichten besteht, durch
stärkeres Wachsthum der einen Fläche dann glockenförmig
sich zusammenkrümmt und schliesslich in einen cylin-
drischen doppeltschichtigen Embryo auswächst. Die Ein-
krümmungsöffnung persistirt als Mund. Die beiden Schich-
ten entsprechen dem Ectoderm und Entoderm ; der Embryo
ist also eine Gastrula im Hacke l'schen Sinne. Das Meso-
derm nimmt vom Mundrande aus seinen Ursprung und
wächst von da immer weiter nach hinten. Zur Entwick-
lungsgeschichte des Cucullanus elegans, Ztschrft. für wissen-
schaftl. Zoologie Bd. XXVI. S. 103—111. Tab. V.
Die Beobachtungen, welche Hering über das Vor-
kommen der Ascaris mystax bei jungen Hunden angestellt
hat, die zuvor mit frischen, direct aus dem Uterus ent-
546 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
nommenen Eiern derselben Wurmart gefüttert waren, haben
begreiflicher Weise keinerlei irgendwie berechtigte Auf-
schlüsse über die ersten Schicksale dieses Parasiten ge-
geben. Sie beweisen nur so viel, dass der betreffende
Spulwurm ausserordentlich häufig ist, schon in früher Ju-
gend einwandert und in wenigen Wochen zur vollen Ent-
wicklung kommt — keineswegs aber die Behauptung, dass
die Ansteckung durch directe Uebertragung der Eier ge-
schähe, und noch dazu solcher, die noch nicht ein Mal einen
Embryo enthalten. Ein Hund von 12 Tagen zeigte bei
der Section schon Ascariden von 10'". Am 14. Tage
maassen die grossesten Spulwürmer 17'", am 21. bereits
30 — 40'" und am 25. sogar 50'". Die ersten Eier kamen
bei Exemplaren von 18 — 29'" zur Beobachtung, während
die Spicula schon bei männlichen Würmern derselben
Grösse zu erkennen waren. Würtemberg. naturwiss. Jahres-
hefte 1873. S. 305—337.
Nach Unterberg er soll (Oesterr. Vierteljahrsschrft.
f. Thierkeilkunde 1868. Bd. 30. S. 38) die Einwanderung
der Ascaris maculosa der Tauben ohne Zwischenwirth er-
folgen. Derselbe fütterte Tauben, die durch Untersuchung
der Fäces als parasitenfrei erkannt waren, mit eierhal-
tigen Fäces und sah 17 Tage später Eier von denselben
abgehen. Mit den aus den Eileitern entnommenen Eiern
war keine Uebertragung möglich.
v. Linstow handelt (Archiv für Naturgeschichte 1872.
Th. I. S. 148 — 155. Taf. VI) „über Ascaris cristata" aus
dem Hechte, hebt die Unterschiede hervor, welche die neue
Art von den nahe verwandten Asc. acus und A. mucronata
trennen, und macht über den innern Bau eine Reihe von
Mittheilungen. Die Eier entwickelten sich schon nach vier
Tagen zu einer Larve, die Verf. auf einem weitern Ent-
wicklungsstadium in Kapseln der äussern Darmwand von
Abramis brama wieder aufgefunden zu haben glaubt.
Die Leber von Cobitis barbatula enthält (Petersburg)
gewöhnlich einige rundliche Bälge von etwa 1 Mm., die je
ein oder mehrere (bis fünf) Exemplare der sonst nur im
Darme des Kaulbarsches beobachteten Ascaris dentata in
sich einschliessen. Die grossesten Exemplare maassen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 547
5 Mm. und waren vollkommen entwickelt, sonderbarer
Weise aber sämmtlich weiblichen Geschlechtes. Grimm,
Nachrichten von der Göttinger Gesellsch. der Wissensch.
1872. S. 248.
Claus erwähnt auf der Leipziger Naturforscher- Ver-
sammlung (Tageblatt 1872. S. 138) einer von ihm in der Triton-
lunge aufgefundenen höchst eigentbtimlichen Oxyurislarve,
deren erwachsener Zustand in grossen Schwimmkäfern ver-
muthet wird. (Oxyuris spirotheca? Vergl. J. B. 1856. S. 185.)
Schon in frühester Zeit kann man bei denselben an der Ge-
stalt der Genitalanlagen das spätere Geschlecht erkennen.
Die von Wucherer und mir (J. B. 1869. S. 293) im
Harne der Brasilianischen Hämaturiker beobachteten Spul-
wurmembryonen werden auch von Lewis in Calcutta (rep.
microscop. charact. of choleraic dejecta, Calcutta 1870) und
von Crevaux (de l'hematurie chyleuse ou graiss. des pays
chauds Paris 1872) bei einem Creolen aus Guadeloupe
unter gleichen Verhältnissen aufgefunden. Ebenso, wie wir
später sehen werden, von Sons in o in Aegypten (ricerche
intorno alla Bilharzia e nota intorno ad un nematoideo
trovato nel sangue umano, Rencord. R. Accad. delle sc. fis.
e matem. Napoli 1874 Juni). Alle drei bringen — obwohl
sie bis auf Crevaux, der die Beobachtungen Wucher er's
kannte, von einander unabhängig waren — das Vorkommen
der Würmchen mit der tropischen Hämaturie in einen
ätiologischen Zusammenhang. Mit welchem Rechte das ge-
schah, wird durch die weitere Entdeckung zunächst von
Lewis bewiesen, der zufolge (on a haematozoon inhabit.
human blood, Calcutta 1872, zweite — mehrfach ver-
mehrte — Aufl. 1874; the pathol. signif. of nematode hae-
matozoa, Calcutta 1874) diese Würmchen nicht bloss im
Harne der Kranken, sondern auch im Blute derselben vor-
kommen, und zwar so häufig, dass ein einziger Tropfen,
mag er dem Finger, dem Ohre oder einer andern Körper-
stelle entnommen sein, deren gelegentlich ein Dutzend ent-
hält. Das Auftreten im Harne ist erst die Folge einer
Auswanderung, die durch die Nieren hindurch geschieht,
gelegentlich aber auch, wie Verf. in der zweiten Auflage
seiner Schrift hinzufügt, in der Scrotalgegend stattfindet,
548 Leuckart: Bericht üb« d. wissenschaftlichen Leistungen
die dann mit Blut und Serum infiltrirt und selbst elephan-
tiasisartig entartet ist. Eine dünnhäutige Scheide, die
den Leib des Würmchens überzieht, ist sonder Zweifel als
abgestreifte Embryonalhülle zu deuten. Auch Lewis neigt
dieser Annahme zu, wenigstens in seinen spätem Abhand-
lungen, während er Anfangs in der Meinung, dass der
Wurm ein ausgebildetes Thier sei (Filaria sanguinis ho-
minis), darin eine specifische Ausstattung desselben sehen
wollte. Ueber das Herkommen des Wurmes herrscht leider
noch völliges Dunkel, das selbst durch die von Lewis
angestellten zwei Sectionen nicht gelichtet ist.
Mit diesen Angaben stimmen auch die Beobachtungen
SonsinoTs, die, wie hier nochmals wiederholt sein mag,
vollkommen selbstständig und ohne Kenntniss der Ent-
deckung des Dr. Lewis angestellt sind. Zuerst beobach-
tete Sonsino den Wurm im Harne eines an Distomum
haematobium leidenden Kranken, später aber fand er den-
selben auch im Blute. (In dem letzten Hefte meines Para-
sitenwerkes habe ich irrthümlicher Weise die Angabe ge-
macht, dass Sonsino — nicht S o s i n o, wie dort gedruckt
ist — den betreffenden Wurm nur im Harne gefunden
habe.) Form und Grösse zeigen kaum einen Unterschied
von dem Indischen Blutwurme, doch wird die Scheide nicht
erwähnt, die auch von Wucherer und mir nie gesehen
ist. Ueber die Natur des Parasiten ist Sonsino nicht
ganz sicher. Er erkennt ihn wohl als einen Embryo, denkt
aber an die Möglichkeit, dass derselbe in den Entwick-
lungskreis des Strongylus duodenalis gehöre, obwohl solches
nach den von mir über letztern gegebenen Aufschlüssen
(J. B. 1859. S. 288) von vorn herein als unrichtig sich
erweist.
Es ist in Indien übrigens nicht bloss der Mensch,
der nematoide Blutwürmer beherbergt, sondern auch der
Strassenhund, und dieser sogar noch weit häufiger, so dass
fast jedes dritte Thier daran leidet. Bis auf die geringere
Grösse und den Mangel einer locker anhängenden Embryo-
nalhaut sind auch beiderlei Würmer einander vollkommen
ähnlich. Man darf also annehmen, dass sie von nahe ver-
wandten Arten abstammen. Ueber das Mutterthier der
ic d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 54 9
Hundeblutwürmer ist aber kaum ein Zweifel möglich. Bei
den damit behafteten Thieren fand Lewis nämlich sehr
regelmässig an der Aorta und dem Oesophagus eine meist
grössere Anzahl von Anschwellungen mit Filaria sanguino-
lenta im Innern. Die kleinern Anschwellungen enthielten
ein einziges jüngeres Exemplar, bisweilen noch mit den
Attributen (Mundbildung und Schwanzende) der Larve, wie
diese von den Larven der nahe verwandten Spiropteren
bekannt sind. Im Innern der Anschwellungen geht dann
die Häutung, das Wachsthum und die Gescblechtsentwick-
lung vor sich. Später wandern die Parasiten, wenigstens
zum Theil, aus den Knoten aus, um in andere wieder ein-
zudringen und in diesen dann in grösserer Menge sich
zusammenzufinden. Die Knoten wachsen und enthalten
schliesslich auch zahlreiche Eier auf allen Stadien der
Entwicklung. Freie Embryonen konnte der Verf. übrigens
nur im Blute auffinden, wesshalb denn auch der directe
Beweis dafür, dass die Blutwürmer des Hundes wirklich
von Filar. sanguinolenta abstammen, noch nicht mit aller
Schärfe erbracht ist. The patbolog. signif. of nematode
haematozoa. Calcutta 1874.
Ueber den gleichen Gegenstand handelt Lewis auch
im Quarterly Journ. microscop. sc. 1855. p. 268—277.
Tab. XIII.
Anders verhält es sich in dieser Beziehung bekannt-
lich mit der Filaria immitis, die gleichfalls im östlichen
Asien ausserordentlich häufig bei den Hunden angetroffen
wird, aber nicht den Bindegewebsüberzug des Oesophagus
oder der Aorta, sondern den rechten Ventrikel selbst be-
wohnt und die zahllosen, bereits im Ovarium ausschlüpfen-
den Embryonen direct in das Blut übertreten lässt, mit
dem sie dann gleichfalls massenhaft im Körper circuliren.
Welch, der Gelegenheit hatte, diese Filaria (allerdings
nur in Spiritusexemplaren) zu untersuchen, hat über den
Bau derselben eine ziemlich eingehende Abhandlung ver-
öffentlicht (monthly microscop. Journ. T. 1873. p. 157—170.
PI. XXXI, a description of the thread-worm, Filaria im-
mitis, occasionally infesting the vascular System of dog,
and remarks on the same relative to Haematozoa in ge-
550 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
neral and the Filaria in the human blood). Indem wir
für die Einzelnheiten sonst auf das Original verweisen,
bemerken wir nur, dass Verf. die Existenz eines Afters in
Abrede stellt und die Schwanzpapillen des Männchens für
Samenblasen hält, deren Innenraum mit dem Ductus eja-
culatorius in directem Zusammenhange stehe. Die Behaup-
tung, dass Ref. die Abstammung der Blutwürmer von den
herzbewohnenden Filarien in Abrede gestellt habe, beruht
auf einem Missverständniss. Die Angabe des Ref. ging
vielmehr dahin, dass die Embryonen nicht direct wieder
in ihren Trägern sich zu geschlechtsreifen Thieren ent-
wickelten — und dieser Ansicht ist derselbe noch heute,
nach den Mittheilungen von Lewis über das intercurri-
rende Larvenstadium sogar noch entschiedener, als früher.
Wenn Welch eine andere Meinung vertritt, dann zeigt er
nur, dass er über die Entwicklungsgeschichte und die
Wanderungen der verwandten Formen nur unvollständig
orientirt ist.
Nachträglich (1. c. T. XII. p. 224) nimmt Verf. übri-
gens seine Angabe, dass der After bei Fil. immitis fehle,
selbst zurück. Ebenso corrigirt er dabei seine ursprüng-
liche Darstellung von dem Verhalten der aus der gemein-
schaftlichen Scheide hervorkommenden zwei Uteri.
Die Angaben von Ercolani über Fil. immitis (Ren-
cord. Accad. del Inst, di Bologna 1874—75) sind mir nicht
zu Gesicht gekommen.
Schon im Jahresber. für 1866 (S. 270) ist von uns
bemerkt worden, dass Gerstaecker die als Trichinen
beschriebenen eingekapselten Nematoden aus der Darm-
wand der Ratte als Pseudotrichinen erkannt habe. Ba-
kody, der jenen Missgriff begangen, liefert jetzt eine
nähere Beschreibung dieser Formen, die er (in Ungarn)
auch an der Darmwand der Hühner massenhaft beobachtete.
Obwohl der Wurm in der Ueberschrift des Aufsatzes (Zeit-
schrift für wissensch. Zool. Bd. XXIL S. 422—427. Tab.
XXXIV, „über das combinirte — womit? Ref. — Vorkommen
der Trichina spiralis im Verdauungskanale der Hühner")
nach wie vor als Trichina spiralis bezeichnet wird, giebt
Verf. im Texte doch die Verschiedenheit von der echten
iu d. Naturgesch d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875 551
Trichine zu. Ueber die Natur- und Entwicklungsgeschichte
der Parasiten ist er freilich im Unklaren. Er hat über-
sehen, dass ich darin schon vor längerer Zeit eine Spiro-
pterenlarve erkannt habe, eine Form übrigens, die ausser-
ordentlich verbreitet ist und u. a. von mir auch mehrfach
in der Peritonealbekleidung von Coluber natrix aufge-
funden wurde.
Auch Filaria gruis n. (L instow, Archiv für Natur-
gesch. 1875. I. S. 197), die eingekapselt in der Leber von
Ciconia alba und der Darm wand von Grus cinerea vorkommt,
dürfte nach Grösse (2 Mm.) und Bildung des Schwanzendes
zu diesen Formen gehören.
Dr. John O'Neill beschreibt eine mikroscopische
Filaria als die Ursache einer unter den Negern der West-
küste Afrika's endemischen Hautkrankheit, die manche
Aehnlichkeit mit der Krätze haben soll. Lancet 1875.
20. Febr. Auch Ref. hat auf der Haut eines anscheinend
krätzkranken Fuchses ein Mal eine grosse Menge unreifer
junger Nematoden, die augenscheinlicher Weise zu Rhab-
ditis gehörten, angetroffen. Die schon im letzten Berichte
angezogene Beobachtung von Semmer (S. 425) macht uns
mit einem ähnlichen Vorkommnisse bekannt.
Cobbold findet in dem Urine eines Hämaturikers,
der in Port Natal erkrankt war, und gleichzeitig an Di-
stomum haematobium litt, einen kleinen Rundwurm, der sich
von Filaria sanguinis nicht bloss durch unbedeutende Grösse
— er misst nur den fünften Theil derselben — , sondern
auch dadurch unterscheidet, dass er noch von seiner Ei-
schale umgeben, in manchen Fällen auch erst unvollstän-
dig entwickelt ist (British med. journ. 1872. N. 604, Ve-
terinarian 1873. p. 653). Der Verf. glaubt darin denselben
Wurm wiederzuerkennen, der von Salisbury unter ähn-
lichen Verhältnissen in Amerika beobachtet und (inHay's
amer. journ. 1868. Vol. IV. p. 376) als Trichina cystica
beschrieben ist.
In Geodesmus terrestris lebt nach de Man (Tijdschr.
nederl. dierkund. Vereenig. D. II. Afd. 4) ein stilettragender
kleiner Rundwurm, derselbe wahrscheinlich, der von mir
und Mecznikoff auch bei Planaria lactea beobachtet ist.
552 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
de Man zieht denselben, wie M e c z n i k o f i, zu Myoryctes
— meiner Meinung nach (J. B. 1866. S. 271) mit Unrecht.
In der äussern Schicht des Mitteldarmes von Aphro-
dite aculeata fand Selenka eine Anzahl eingekapselter
Nematoden. Niederl. Arch. für Zool. Bd. IL S. 38.
Fr. Müller giebt an, dass ein bei Desterro unendlich
häufiger kleiner Einsiedlerkrebs, der seine Wohnung meist
in der Schale eines Cerithiums aufschlägt, in mehr als der
Hälfte der Exemplare von einem verhältnissmässig riesigen
Fadenwurme bewohnt werde, dessen Windungen durch
die Wand des von ihm ausgedehnten Hinterleibes hindurch-
schimmern. Jen. Ztschrft für Naturwiss. 1872. Bd. VI. S. 57.
(Aehnliche Beobachtungen sind übrigens schon von anderer
Seite gemacht worden. Vergl. J. B. 1866. S. 271.
Bei einer aus 275 Faden Tiefe hervorgeholten Cari-
clide fand v. Willemoes- Suhm einen 40—50 Mm. langen
und 2 Mm. breiten Rundwurm, dessen Leib von einem
Zellenkörper so angefüllt war, dass der Oesophagus gar
nicht und der Darm nur am Ende unterschieden werden
konnte. Am Kopfe Hess sich ein papillenloser grosser und
muskulöser Mund constatiren und am Schwanzende jeder-
seits zwei grosse einzellige Drüsen, die vor dem After nach
Aussen mündeten. An Querschnitten zeigte sich die ein-
fache Längsmuskelschicht von Quermuskeln umgeben (? Ref.).
Seitenfelder und Bauchstrang fehlten, wie denn auch die
Genitalien noch nicht angelegt waren, v. Willemoes
hält den Wurm für eine Gordiaceenartige Larve und glaubt
auch das freilebende Geschlechtsthier in einem dunkel-
farbigen Nematoden wiederzuerkennen, der auf der Fahrt
von der Eisbarriere nach Melbourne aus einer Tiefe von
fast 2000 Faden gedredget wurde. Die Larve war schon
früher einmal (auf der Fahrt von Cap verde nach St. Paul)
bemerkt und zwar gleichfalls in einer Caridide (2500 Faden),
aus welcher sich der Wurm bereits zur Hälfte herausge-
arbeitet hatte. Ztschrft für wissensch. Zool. Bd. XXV.
S. XXVII.
Im Widerspruche zu der Behauptung, dass die Tri-
chinen auf die von trichinigem Fleische sich ernährenden
Fliegenlarven übergingen, fand Zürn (zoopathol. und zoo-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 553
phys. Untersuchungen, Stuttgart 1872. S. 50) diese Larven
beständig trichinenirei. Damit stimmen auch meine eigenen
Beobachtungen, die übrigens weiter noch den Nachweis
lieferten, dass die Trichinen wohl in den Darmkanal der
Fliegenlarve gelangen, hier aber zu Grunde gehen.
Durch die Mittheilungen, die vonKrylow undFavr
(deutsche Ztschrft für Thierkunde u. vergl. Pathologie, Bd. IL
S. 320—332) über die Trichinose in Russland veröffentlicht
sind, ist der Beweis erbracht, dass dieses Land in Nord
und Süd kaum minder als das übrige Europa, von den Tri-
chinen heimgesucht ist. Man kennt daselbst Fälle von
einem mehr sporadischen und epidemischen Vorkommen, und
findet die Würmer ebenso gut bei Ratten und Schweinen,
wie bei dem Menschen. In Charkow wurden im Jahre 1875
unter 3910 Schweinen nicht weniger als 5 trichinös befun-
den, ein Yerhältniss also wie 1 : 782, während in Rostock
und Braunschweig nach den (von 1863—1875) darüber an-
gestellten Untersuchungen auf je 6398 Schweine — im Merse-
burger Regierungsbezirk auf je 3116 — ein Trichinenschwein
kommt.
von Linstow's Abhandlung über „einige neue Ne-
matoden nebst Bemerkungen über bekannte Arten" (Archiv
iür Naturgesch. 1873. Th. I. S. 293— 306. Taf. XIII) betrifft
Trichosoma brevispiculum n. aus Blicca bjoerkna, Tr. collare
n aus dem Darm von Gallus domesticus — vonTr. annulatum
und noch mehr von Tr. longicolle desselben Wirthes verschie-
den — , Tr. ovopunctatum n. aus Sturnus, Cucullanus (ohne
Mundbewaffnung, also schwerlich dem Gen. Cucullanus zuge-
hörig) pachystomus n. aus Bliccopsis rutiloides,Filaria anthuris
Sehn., bei demVerf. eine von Schneidens Beschreibung
abweichende Papillenbildung beobachtete, Filaria bicolor n.,
einen grossen, aber geschlechtlich unentwickelten Rundwurm,
der unter dem peritonealen Ueberzuge des Magens von Si-
lurus glanis lebt, Ascaris (?) fissilabium n. aus dem Darme
von Sturnus, einen 3 Mm. langen, gleichfalls unreifen Wurm,
Spiroptera euryoptera Rud. (mit zwei ungleichen Spicula
und Bursalflügeln und acht präanalen Papillen, mit Cha-
rakteren, die auch vielen andern Spiropteren zukommen und
deren Einreihung unter das Gen. Filaria verbieten) und Fi-
554 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
laroides Mustelarum van Bened. Die letzte, von meinem
Onkel Fr. S. Leuckart bekanntlich als Spiroptera nasicola
beschriebene Nematodenform gehört, wie ich schon früher
gezeigt habe, als Repräsentant eines eignen Genus zu den
Strongyliden, obwohl sie statt einer vollständigen Bursa nur
zwei durch die vorragende Schwanzspitze getrennte papillen-
tragende Flügel (Wülste Verf.) besitzt. Die Embryonen, die
Verf. ebenso erfolglos, wie Ref. mehrfach, an Mäuse ver-
fütterte, werden unrichtiger Weise mit einem nur kurzen
Oesophagus ausgestattet, obwohl derselbe bis zur Mitte des
Leibes reicht. Aus diesem Grunde ist es auch zweifel-
haft, ob der vom Verf. in der Milz des Frosches aufge-
fundene eingekapselte kleine Nematode (1,2 Mm. lang,
Oesophagus 0,197), der auch früher schon von Hannover
gesehen ist und durch den Besitz einer Art Mundkapsel an
Filaroides sich anschliessen soll, wirklich dazu gehört. In
einer nachträglichen Bemerkung (a. a. 0. 1874. Th. I. S. 135)
hebt Verf. hervor, dass Filaroides nicht zu den sog. Mero-
myariern gehöre, wie er früher angenommen, sondern ein
Polymyarier sei, eine äusserst dicke Cutis besitze und in
seinen breiten Seitenfeldern ein geschlängelt verlaufendes
Gefäss einschliesse.
In einem spätem Jahrgange desselben Archives (1875,
Th. I. S. 198—205) handelt v. L instow weiter über Tri-
cJwsoma trüobum n. aus der Magenhaut von Vanellus cri-
status, Tr. totani n. sp., Angiostoma macrostoma n. aus der
Lunge von Anguis fragilis, Ascaris cornicis Gmeh, A. spi-
ralis Zed. und A. depressa Rud. Die beiden letztern, von
denen die erstere bekanntlich in Tag-, die andere aber in
Nachtraubvögeln wohnt, sind in der That zwei verschiedene
Species, die sich, besonders im männlichen Geschlechte, un-
schwer aus einander halten lassen. Ebenso ist auch das oben
erwähnte Angiostoma macrostoma keineswegs mit dem (durch
den Besitz eines Bohrstachels, der sonst unter den parasiti-
schen Nematoden im ausgebildeten Zustande nur selten ist,
aber keineswegs — Myoryctes — vollständig fehlt, leicht zu
unterscheidenden) An. entomelas identisch. Die Embryonen
des letztern, die schon im Uterus ausschlüpfen, gleichen
einer jungen Rhabditis, ein Umstand, der auch der Ver-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 555
muthung des Verf.'s zu Gute kommt, dass Angiostoma den
Strongyliden zuzurechnen sein dürfte.
Bei den Fledermäusen findet van Beneden (1. c.
p. 10—22. Tab. I— V) von Nematoden: Strongylus tipula
n. sp., Str ongylac antha glycirriza n. gen. und n. sp.,
Ophiostomum mucronatum Rud., Trichosomum speciosum n.
sp., Litosoma filaria n. gen. et n. sp., Ascarops mir
nuta n. gen. et n. sp. Die neuen Genera sind nicht be-
sonders diagnosticirt und zum Theil unhaltbar, indem Asca-
rops — aus den Magenhäuten von Vespertilio dasycnema
— augenscheinlicher Weise die Larvenform einer Spiroptera
repräsentirt und Strongylacantha (aus Rhinolophus ferrum
equinum) trotz der Anwesenheit zweier Haken am Mund-
becher von Dochmius kaum abgetrennt werden kann. Li-
tosoma wurde bloss in einem einzigen männlichen Exem-
plare aus dem Magen von Vespertilio murinus zur Unter-
suchung gebracht. Es besitzt einen langen und dünnen
fadenförmigen Leib mit glatter Cuticula, einen lippenlosen
Mund, der zunächst in ein kleines Vestibulum führt, und ein
kurzes Schwanzende mit zwei ungleich entwickelten Spicula.
Der Hinterleib des weiblichen Strongylus tipula, der in
Vespertilio murinus, noctula und Daubertonii lebt und nur
1— 2 Mm. misst, endigt in drei Spitzen. Ophiostomum und
Trichosomum sind die häufigsten Nematoden der Fleder-
mäuse und auch am weitesten verbreitet, das erstere im
Darme, das andere im Magen. Das Ophiostomum des Stör
und der Seehunde kann mit 0. macronatum nicht zusammen-
gestellt werden, indem ersteres zu Dacnitis, das andere viel-
leicht zu Ascaris gehört.
C o b b o 1 d berichtet über seine Untersuchungen an Fi-
laria horrida Dies., F. immitis Leidy, F. hebetata n. sp.
aus dem rechten Herzen von Phoca cristata — schon Joly be-
schreibt eine Filaria cordis phocae, J.B. 1858. S. 146 — , F. gra-
cilisRud., Spiroptera turgidaDuj.,^Lscam cuspidata n. sp. aus
Cercopithecus, und A. maculata Rud. (Notes on entozoa, Pro-
ceed. zoolog. Soc. 1873. p. 736—742 u. 1874. p. 124—128 mit
2 Taf.) Die Fil. immitis wurden aus China und Japan ein-
gesandt, wo sie bei den Hunden ausserordentlich häufig —
bekanntlich im rechten Herzen — vorkommt und vielfach
556 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
den Tod herbeiführt. Auch Asc. maculosa ist nichts weni-
ger, als unschädlich und erzeugt da, wo sie häufiger vor-
kommt, förmliche Epidemieen, die ganze Taubenschläge
vernichten. Verf. holte aus einer einzigen Taube nicht
weniger als 202 ausgewachsene Exemplare hervor, die Magen
und Dünndarm vollständig ausfüllten und auf der Darm-
schleimhaut tief eingreifende Veränderungen erzeugt hatten.
(Ueber die Infection der Tauben mit Ascaris maculosa
vergl. o. S. 546 die Beobachtungen und Experimente von
Unterberger. Ebenso verweise ich in Betreff derFilaria
immitis auf die S. 549 angezogenen Untersuchungen von
Welch, die zum Theil auch von unserm Verfasser berich-
tigt werden.)
Müller in Wien beschrieb in der Oesterreichischen
Vierteljahrsschrift für wissensch. Veterinärkunde Bd. XXXI
S. 127 eine Filaria s. Spiroptera scutata. Sie wurde in
der Schleimhaut der Speiseröhre und zwar der Brustportion
derselben bei Ochsen polnischer und podolischer Abkunft
beobachtet, findet aber auch, wie Ref. durch Herrn Prof.
Zürn zu beobachten Gelegenheit hatte, im nördlichen
Deutschland. Das vordere Körperende ist ringsum mit
blassen verschieden grossen schildförmigen Chitinplatten
belegt. Das Weibchen erreicht eine Grösse von 10 Ctm.
(</ nur 4) und ist mit zahllosen Eiern gefüllt, die grossen-
theils einen Embryo enthalten. Vulva in der Nähe des zuge-
spitzten Schwanzendes, stark vorstehend, Männchen mit
doppeltem Spiculum und flügelfömigen Anhängen.
Casati's Abhandlung über eine Spiroptera aus dem
Magen der jungen Hühner (Annuar. soc. natur. di Modena
Sez. IL Ann. VII. fasc. 1) ist Ref. nicht zu Gesicht gekommen.
v. Linstow macht die interessante Entdeckung, dass
die in der Leibeshöhle verschiedener Weissfische schma-
rotzende Filaria sanguinea Rudolphi's keineswegs eine echte
Filaria darstellt, sondern mit Ichthyonema globiceps nahe ver-
wandt ist, so dass sie fortan als Ichthyonema sanguineuin zu be-
zeichnen sein wird. Das bisher ganz unbekannte Männchen ist
winzig klein (nur 2,3 Mm. lang, während das Weibchen 40 Mm.
misst) und hat am Schwänzende zwei rundliche Lappen, zwi-
schen denen zwei stiletförmige spitze Spicula hervorragen.
in d. Naturgesch. d. nied. Tbiere währ. d. Jahre 1872—1875. 557
Verf. fand dieselben übrigens nicht frei, sondern eingekapselt
in der Leibeshöhle. Die Embryonen zeigten eine grosse Aehn-
lichkeit mit denen des Ichthyon. globiceps, so wie denen
der Filaria medinensis. Die grössere Mehrzahl der Weib-
chen war indessen unbefruchtet, was auf die grosse Selten-
heit der Männchen zurückschliessen lässt. Da eine Vulva
fehlt, scheint die Befruchtung dadurch stattzufinden, dass
das Männchen mit seinen Endlappen sich an eine beliebige
Stelle des weiblichen Körpers anlegt und, die nadelartigen
Spicula in denselben einbohrend, den Samen einfliessen
lässt. Die Befruchtung der Eier wird somit in dem Uterus
erfolgen, der den Leibesraum so vollständig ausfüllt, dass
er jedes Mal beim Einbohren der Spicula getroffen wird.
Die Geburt der Embryonen geschieht wahrscheinlich erst
nach der Auswanderung der Weibchen, die, wie Verf. ver-
muthet, durch die Darmwände hindurch stattfindet, obwohl
ältere Beobachtungen (von Rudolphi) es wahrscheinlich
machen, dass gelegentlich auch die Körperwände zur Aus-
wanderung benutzt werden. Den Zwischenwirth glaubt
Verf. in Asellus aquaticus aufgefunden zu haben, wenigstens
beobachtete er in der Leibeshöhle dieses Krebses ein Mal
einen geschlechtslosen Rundwurm, der möglicher Weise in
die Metamorphosenreihe von Ichthyonema gehören könnte.
(Ref. glaubt — nach Analogie des Cucullanus und der Fi-
laria medinensis, die ganz ähnliche Embryonalzustände be-
sitzen — eher die Cyclopen als die fraglichen Zwischen-
träger in Anspruch nehmen zu dürfen.) Die Gattungs-
charaktere stellt Verf. nach den Beobachtungen an Icht.
globiceps und Icht. sanguineum folgender Maassen zusammen.
Ichthyonema Dies. Holomyarier; Seitenfelder, Hauptme-
dianlinien; im hintern Dritttheil des Oesophagus eine Blase;
Darm ohne Muskulatur, kein After; Mundöffnung dreieckig,
Oesophaguslumen oben trichterförmig erweitert; um die
Mundöffnung herum vier flache kreisförmige Erhabenheiten.
Beim Weibchen füllt der Uterus fast die ganze Leibeshöhle
aus; oben und unten setzt sich an ihn ein weit dünneres
Ovarium; keine Vulva. Die reifen Eier stellen Zellen mit
Kern und Kernkörperchen dar; der Kern geht eine Fur-
chung ein und entspricht dem Bildungsdotter der Trema-
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. LL
558 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
toden (? Ref.); die Embryonen sind vorn rundlich und
hinten lang und fein zugespitzt; sie können im Wasser
leben, während die erwachsenen Weibchen im Wasser
platzen; letztere sind roth von Farbe und haben ein abge-
rundetes Schwanzende. Das Männchen ist Vss— V20 so lang,
als das Weibchen; der Schwanz endet in zwei rundlichen
Lappen ; Cirren doppelt mit einem Stützapparat. Bewohnen
Fische. Ueber Ichthyonema sanguineum (Archiv für Natur-
gesch. 1874. Th. I. S. 122—134. Taf. IV.
Dass sich die Gattung Ichthyonema hinsichtlich der
Bildung des Uterus, der Ovarien, der Eier, der Embryonen,
des Fehlens der Vulva und des Anus genau an „Filaria"
mediensis anschliesst, ist schon bei Gelegenheit des letzten
Berichtes (S. 430) vom Ref. hervorgehoben.
Ohne von dieser Bemerkung zu wissen, hat auch v.
Willemoes-Suhm, der Ichthyonema Anfangs mit Mer-
mis am meisten verwandt glaubte, jetzt die nahen Bezie-
hungen zu der sog. Filaria medinensis aufgefunden. Die
Beziehungen der Filaria medinensis zu Ichthyonema globi-
ceps, Ztschrft. für wissensch. Zoolog. 1874. Bd. XXIV.
S. 161—163.
Fedschenko handelt in den (russisch geschriebenen)
Berichten der Freunde der Naturwissenschaften in Moskau
(Jahrg. 1874. Bd. X. Hft 2. S. 51-69. Tab. XIV) über Filaria
medinensis, Mermis longissima n. sp. und M. explicans n. sp.,
Filaria tricuspis n. sp. und F. quadrispina Dies., die er
während seiner Reise in Turkestan sammelte und dann
später einer eingehenden, namentlich auch anatomischen
Untersuchung unterwarf. Was über Filaria medinensis —
nach Beobachtungen, die in dem Laboratorium des Ref.
angestellt sind — mitgetheilt wird, hat zunächst den Zweck,
eine Reihe von Angaben zu berichtigen, welche Verf. in
seiner frühern Abhandlung über diesen Rundwurm gemacht
hat. Die Berichtigungen betreffen vornehmlich den Bau
des Kopfes und des Oesophagus und stimmen mit dem
überein, was schon bei Gelegenheit des Referates über die
ersten Untersuchungen des Verf.'s (J. Ber. 1870. S. 428) von
mir bemerkt wurde. Dass übrigens die vorn zusammen-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 559
fliessenden zwei Kanäle der Pharyngealwand als abortive
Geschlechtsröhren zu deuten seien, wie Verf. nach Analogie
der mit mundständiger Vulva ausgestatteten Fil. quadri-
spina jetzt vermuthet, scheint Ref. sehr unwahrscheinlich,
da nach der Anordnung der weiblichen Organe bei Fil. me-
dinensis der Ausführungsapparat, wenn er vorhanden wäre,
doch nur der Körpermitte (und nicht dem Kopfende) zu-
kommen könnte. Die den vordem Theil des Oesophagus
umhüllende Scheide wird in toto dem Nervenringe der
übrigen Nematoden gleichgestellt. Der Bau von Mermis
wird von unserm Verf. in Uebereinstimmung mit Schneider
aufgefasst. So namentlich in Betreff des sog. Fettkörpers,
der als Darm gedeutet wird, obwohl er bei M. longissima
(440 Mm. lang, aus Oedipoda migratoria) mit dem Oeso-
phagus in keinem directen Zusammenhange steht. Die
„Mägen" von Meissner konnten nicht aufgefunden werden,
auch nicht bei der eben genannten Form, deren Oesophagus
doch in ähnlicher Weise, wie der der europäischen Arten,
mit einer Reihe von Ausbuchtungen versehen ist. Bei M.
explicans (einer Art, die Verf. in einem Rohre am Ufer
des Sees Durman-kul auffand) fehlen diese Auswüchse bis
auf zwei kleine zellige Körper, die dem Oesophagus an-
liegen. Der Anfangs theil des Darmes, der eine (bei M.
longissima von 3— 4 Zellen umschlossene) deutliche Höhlung
enthält, giebt bei M. explicans einen blindsackigen Fort-
satz ab, der mit dem anliegenden Oesophagus verwächst
und dabei — mitsammt dem Oesophagus — sein Lumen
verliert. Hinterdarm und After fehlen in beiden Fällen.
Ebenso verhält es sich bei Filaria tricuspis, die in ver-
schiedenen Gegenden Centralasiens in der Leibeshöhle
der Krähe ausserordentlich häufig vorkommt und zu den
Arten mit dreizakiger Bildung der seitlichen Mundpapillen
gehört. .Dabei ist der Darm derselben durch die langge-
streckte und schmale faserartige Form der Epithelzellen
ausgezeichnet. Fil. quadrispina, die nach Verf. in der Um-
gebung Moskaus auch die Muskeln des Dachses bewohnt,
soll gleichfalls des Afters entbehren und im Umkreis ihres
Oesophagus eine Scheide besitzen, die in einiger Hinsicht
an das Verhältniss von Fil. medinensis erinnert. Der Oeso-
560 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
phagus enthält zwischen seinen Radiärfasern eine reiche
Körnermasse, die hier und da eine Zelle (Kern? Ref.) in
sich einschliesst. Die Seitenlinien sind hohl und durch eine
Längsscheidewand abgetheilt.
v. Willemoes-Suhm überzeugt sich, dass das von
ihm (J. B. 1869, S. 296) als neu beschriebene Ophiostomum
spinosum aus dem Darme von Vespertilio mystacinus mit
dem von Wedl in dem Darme des ägyptischen Erinaceus
auritus aufgefundenen Pterygodermatites plagiostoma (J. B.
1861. S. 133) identisch sei, demgemäss also künftig auch
den Beinamen plagiostoma führen müsse. Gleichzeitig aber
liefert Verf. den Nachweis, dass die beschriebene Art nicht
zu der Gattung Ophiostoma, sondern zu Froh lieh's Ri-
ctularia gehöre, da die R. cristata Fr. durch ihren Haken-
besatz, so wie auch durch die sturmhaubenförmige Ober-
lippe, die quere rachenförmige Mundöffnung und die am
Lippenrande liegenden Zähnchen mit dem beschriebenen
Wurme übereinstimme. Die Unterschiede beider Arten
bestehen wesentlich darin, dass die R. cristata nicht zwei,
sondern bloss eine Reihe gestrichelter Haken besitzt, die
überdiess an der Vulva aufhören, während sie bei R. pla-
giostoma, wenigstens dem Weibchen, noch weiter nach
hinten laufen. Helminthol. Notizen I, Ztschr. für wissensch.
Zool. Bd. XXIII. S. 332. Tab. XVII. Fig. 1.
Zwischen den Magenhäuten des turkestanischen
Schweines findet Fedtschenko (Protokoll der Moskauer
Gesellsch. der naturf. Freunde Bd. X, Hft 1. 1873. 4S. Tab.
XV) einen 13—20 Mm. langen stachligen Rundwurm, den
er als ein Gnathostoma Ow. (= Oheiracanthus Dies.) er-
kennt und wegen seines über den ganzen Körper ausge-
dehnten Stachelkleides als Gn. hispidum bezeichnet. Das
vordere Körperende ist in Form eines kugeligen Kopfes
abgesetzt, das hintere bei dem Weibchen abgerundet, bei
dem Männchen aber löffeiförmig und zu einer Art" Bursa
entwickelt. Der weite Mund ist von einem länglichen
Ringwulst umgeben und jederseits von einer grossen, aber
nur^niedrigen Lippe begrenzt, an der Verf. jedoch keine
Zahnbewaffnung auffinden konnte. Die Structur des Kopfes
wird eingehend — nach Längs- und Querschnitten — ge-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 561
schildert. Der Innenraum desselben ist von vier Muskel-
pfeilern durchzogen, welche in der Peripherie der Lippen
sich ansetzen und die vier Suspensorien des vordem Pha-
ryngealabschnittes zwischen sich nehmen. Der Nervenring
soll erst hinter dem Kopfe gelegen sein. Die vier flaschen-
förmigen Körper von unbekannter Bedeutung, die dem Kopfe
in der Peripherie des Pharynx anhängen, dürften um so eher
den Halsdrüsen der Strongyliden zu vergleichen sein, als
auch das Gen. Gnathostoma nach der sehr wahrscheinlichen
Annahme des Verf.'s denselben zugehörte. Die Muskulatur
erinnert übrigens durch ihre Bildung mehr an Filaria. Das
Männchen besitzt, wie gewöhnlich, einen unpaaren Hoden
und zwei Spicula. Weibliche Geschlechtsöffnung in der
Mitte des Körpers. Auf Grund seiner Beobachtungen giebt
Verf. dem Gen. Gnathostoma die nachfolgende Diagnose:
Gnathostoma Ow. (= Cheiracanthus Dies.) Corpus totum vel
parte anteriore spinulosum, caput subglobosum aculeatum, strictura
a reliquo corpore discretum, os labiis duobus lateralibus; bursa
maris papillis 4 praeanalibus, 3 postanalibus maximis, 2 ad anum
minimis; spicula dua, apertura vulvae post medium corpus sita.
Lewis erwähnt bei Gelegenheit seiner Beobachtungen
über die Blutwürmer des Hundes des Vorkommens grösserer
Wurmcysten, die er in der Magenwand des indischen Hun-
des auffand und mit einem fast zollgrossen Parasiten be-
setzt sah. Er hält denselben für einen Echinorhynchus,
doch lässt Beschreibung und Abbildung nicht den geringsten
Zweifel, dass es sich dabei um einen Nematoden und zwar
gleichfalls einen Cheiracanthus Dies. (Gnathostoma Owen)
handelt. The pathol. signif. of nem. haematozoa p. 21.
Cobbold's Trichonemafarcuatum (n. gen. et n. sp.)
reducirt sich, wie Verf. später selbst anerkannt hat, auf
die in der Dickdarmwand des Pferdes eingekapselten Jugend-
zustände von SclerostomunTtetracanthum. Veterinarian 1874
Febr. und April. Der Wurm ist mitunter so häufig, dass
Cobbold in"einem~Falle nicht weniger als 39 Cysten auf
einem Quadratzolle Darm wand zählte und^ausserdem noch
zahlreiche meist geschlechtsreife Thiere frei in den Fäces
auffand. Das betreffende Pferd war einer Wurmepidemie
zum Opfer gefallen, [die 1874 inj'Breconshire mehr als
562 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
hundert Bergpferde fortraffte. Ibid. June (fatal epidemic
affecting ponies).
Hayem, sur la presence du Sclerostoma arme chez
les canards (Cpt. rend. Societe biolog. 1873, Oct.) ist mir
nicht bekannt geworden.
Chatin findet in der Trachea einer Anas tadorna
einen Strongyliden, der mit Syngamus verwandt ist, in
beiden Geschlechtern aber isolirt lebt und als ein Cyatho-
stoma (C. tadornae) beschrieben wird. Ein zweiter Wurm,
der eingekapselt unter der Haut von Pelecanus onocratalus
vorkam und nur 3 Mm. mass, wird wegen der Anwesen-
heit eines aus vier dicht aufeinander folgenden Reihen be-
stehenden Zahnapparates als ein Sclerostomum (Sc. Pelecani)
gedeutet. Die Darstellung und Beschreibung ist jedoch so
unzureichend, dass es unmöglich ist, die wahre Natur des
Parasiten zu erkennen. Am wahrscheinlichsten ist dieVer-
muthung, dass das sog. Sclerostomum ein eingekapselter
Echinorhynchus sei, obwohl Verf. auf Grund der — freilich
nur sehr unvollkommen erkannten — innern Bildung gegen
eine derartige Annahme sich ausspricht. Jedenfalls aber ist
der Parasit etwas Anderes, als ein Sclerostomum. Etüde
sur des heim, nouv., Annal. des sc. natur. 1874. T. I. Art.
M. 6. p! 1—11.
Perrier schildert in eingehender Weise den Bau
und den Mechanismus des Klappenapparates von Cucullanus
Dumerilii und kommt dabei zu Resultaten, die von den
frühern Darstellungen mehrfach abweichen. Sur un appa-
reil moteur des valves buecales des cucullans, Annal. sc.
nat. 1872. T. XV. Art. 11. p. 1—8 Avec figur.
Stepano ff erwähnt (helminthologische Beiträge, Ar-
beiten der Gesellsch. naturf. Freunde in Charkoff, Bd. VII)
einer neuen Nematodenform aus Julus sp., ohne sie jedoch
näher zu beschreiben und zu benennen. Als charakteristisch
für dieselbe erscheint die Mundbewaffnung, welche aus zwei
mit Zähnen besetzten Kiefern besteht. (Bekanntlich hat
schon d'Ukedem vor längerer Zeit eine Rhabditis acu-
minata und Rh. macrocephala aus Julus terrestris beschrieben,
beide freilich? mit | dreilippigem Munde.)
Unter den von Heuglin im Nordmeere gesammelten
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 563
— meist 'aber unbestimmt gebliebenen — Entozoen be-
merkt Schneider eine der Ascaris mystax nahe stehende
Art aus Canis lagopus, die sich durch den Besitz von
glatten Eischalen und stumpfern Zähnen charakterisirt.
A. a. 0. S. 254.
Bei Delphinus delphis findet Villot ausser der As-
caris simplex noch eine zweite neue Form von Nematoden,
die unter der Haut, zwischen dem Fett und den Muskeln
in Gängen lebt, daraus aber kaum unverletzt sich hervor-
ziehen lässt. Verf. hatte denn auch aus diesem Grunde
keine Gelegenheit, den Parasiten vollständig zu untersuchen;
er ist sogar über die Beschaffenheit der Körperenden in
Zweifel geblieben und unterlässt es, den Wurm zu benen-
nen. Was darüber mitgetheilt wird, lässt übrigens kaum
einen Zweifel, dass es ein Glied der Filariengruppe war,
das dem Verf. vorlag. Archiv, zool. exper. T. IV. p. 467
u. 468. PI. XIII.
Lockwood macht Mittheilungen über einen neuen
Helminthen aus dem Fettkörper des Aales, Holeops (n.
gen.) anguilla, giebt davon aber eine so ungenügende Be-
schreibung, dass man nicht erkennen kann, ob derselbe
den Nematoden, oder, wie Verf. meint, den Akanthocephalen
zugehört. Das vordere conische Körperende ist mit Stachel-
kränzen besetzt und kann in den übrigen Körper hinein
eingestülpt werden. American naturalist 1872. Vol. VI.
p. 450 mit Holzschnitten.
Acanthocephali.
v. L instow verfüttert die embryonenhaltigen Eier
von Echinorhynchus angustatus. an Asellus aquaticus und
findet in diesen fünf Tage später junge Echinorhynchen
von 5 Mm. Länge, die bereits vollständig ausgebildet waren.
Da er auch einzelne Parasiten auf früheren Entwicklungs-
stufen antrifft, schliesst er auf eine ungewöhnlich kurze
Incubationszeit. Auch über den anatomischen Bau der
Echinorhynchen macht Verf. einige Angaben. Bei einzelnen
Arten (Ech. tuba) sollen sich vom weiblichen Hinterleibs-
ende durch ringförmige Einschnürungen der Haut Glieder
nach Art der Tänien losstossen (? Ref.). Zur Anatomie und
564 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Entwicklungsgeschichte des Echinorhynchus angustatus, Ar-
chiv für Naturgesch. 1872. Th. I. S. 6—15. Tab. I.
Nach den Untersuchungen des Referenten kann es
übrigens nicht zweifelhaft sein, dass v. Linstow das Opfer
eines Irrthums geworden ist, wenn er den Echinorhynchen
und speciell dem Ech. angustatus eine Entwicklungsperiode
von nur wenigen Tagen vindicirt. Wahrscheinlich, dass
seine Versuchsthiere bereits vor der Fütterung spontan in-
ficirt waren. Denn in Wirklichkeit nimmt die Entwicklung
des jungen Echinorhynchus, des Ech. angustatus so gut,
wie des Ech. proteus, eine Zeitdauer von eben so vielen
Wochen in Anspruch. Die hier angezogenen Untersuchun-
gen sind in einem Decanatsprogramm niedergelegt, das
nach Leipziger Usus die Renuntiation der 1872 — 73 promo-
virten Doctoren der Philosophie einleitet und sich, obwohl
deutsch geschrieben, als „commentatio de statu et embryonali
et larvali echinorhynchorum eorumque metamorphosi" betitelt.
Der Verf. schildert in dieser Abhandlung zunächst die Em-
bryonen der Echinorhynchen und deren Entwicklung, überall
mit besonderer Berücksichtigung der oben genannten zwei
Arten. Die sg. Eihüllen entstehen erst nach der Klüftung,
so dass sie als nachträgliche Bildungen weit eher die Be-
zeichnung von Embryonalhüllen verdienen. Auch der sg.
Körnerhaufen nimmt erst nachträglich seinen Ursprung.
Er ist kein Ueberrest des Dotters, der mit seiner ganzen
Masse bei dem Aufbau des jungen Wurmes verbraucht
wird, sondern ein embryonales Organ, das aller Wahr-
scheinlichkeit nach als Analogon eines Darmes zu betrachten
sein dürfte. Ebenso wird ein davor gelegenes eiförmiges
Gebilde, das bis zum sg. Kopfschlitze reicht, und durch
seine elastischen Eigenschaften bei der Entfaltung des seit-
lich symmetrischen Stachelapparates eine Rolle spielt, als
Rudiment eines Pharynx in Anspruch genommen. Für die
Zwecke der Nahrungsaufnahme sind beide Gebilde übrigens
bedeutungslos, denn diese geschieht, im Embryonalzustande
sogut, wie später, nur durch die Körperoberfläche. Eine
weitere Organisation lässt sich nicht nachweisen; selbst
die aus der Dotterfurchung resultirenden Embryonalzellen
haben im Laufe der Zeit ihre Selbstständigkeit aufgegeben.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 565
Mit den spätem Eckinorhynchen sind die jungen Embryonen
hiernach in keiner Beziehung zu vergleichen. Die erstem ent-
stehen auch, wie durch die frühern Untersuchungen des Ref.
schon bekannt geworden (J. B. 1862. S. 137), mit fast allen
ihren Organen durch Neubildung, wie etwa das Echinoderm
in seiner Larve. Aber die äussern Verhältnisse dieser Neu-
bildung zeigen nach den hier vorliegenden Untersuchungen
mancherlei eigenthümliche Unterschiede, die es auch erklär-
lich machen, dass die Angaben, welche Greeff (J. B. 1864.
S. 243) und Schneider (ebendas. 1871. S. 438) über die Meta-
morphose vonEch.miliarius undE. gigas veröffentlicht haben,
nicht ohne Weiteres mit der Darstellung des Verf.'s von der
Entwicklung des Ech. proteus in Einklang zu bringen sind.
Während nämlich die Embryonen dieses letztem in der
Leibeshöhle ihres Zwischenwirthes (Gammarus pulex) eine
längere Zeit beweglich bleiben und zu einer ansehnlichen
Grösse heranwachsen, bevor die Bildung des spätem Echi-
norhynchus anhebt, kommen die des Ech. angustatus schon
zur Ruhe, sobald sie die innere Darmhaut ihres Trägers
(Asellus aquaticus) durchbohrt haben. Unmittelbar darauf
beginnt auch schon die Metamorphose des jungen Wurmes.
Der Körnerhaufen im Innern nimmt unter gleichzeitiger
Vergrösserung eine zellige Beschaffenheit an. Er verwandelt
sich in den „Embryonalkern", in dessen Peripherie (der
Hautschicht des Embryo) dann gleichfalls Zellen von einer
mehr blasigen Beschaffenheit ihren Ursprung nehmen. Die
Bildung und Vergrösserung des Embryonalkernes hat eine
eigenthümliche Umformung des Embryonalkörpers im Ge-
folge. Während derselbe Anfangs eine ziemlich regel-
mässige Kegelform hatte, bläht >er sich jetzt excentrisch
auf. Er bildet einen Buckel, der bei der Streckung und
der Metamorphose des Embryonalkernes immer höher aus-
wächst und schliesslich eine plumpe cylindrische Masse
bildet, der die frühern embryonalen Leibesenden wie ein
Paar kleine Zäpfchen von unbedeutender Grösse anhängen.
Während dieser Umformung ist der Parasit auch aus der
Darmwand, der er bisher eingelagert war, in die Leibes-
höhle seines Wirthes übergetreten. Bei dem Ech. proteus,
der seinen Embryonalkern erst später bildet, zu einer Zeit,
Archiv f. Naturg. XXXIX. Jahrg. 2. Bd. LL *
566 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
in welcher der Embryo zu einer Larve von ansehnlicher
Grösse herangewachsen ist, tritt eine solche Umformung
niemals ein. Der junge Echinorhynchus, der aus der Um-
wandlung des Embryonalkernes hervorgeht, liegt hier auch
in der Längsachse der Larve, mit seinem Kopfende den
Embryonalhaken zugekehrt, während er bei dem Echin.
angustatus die Längsachse des Embryonalkörpers recht-
winklig kreuzt. Der Kopf desselben ist aber auch bei dem
letztern der embryonalen Bewaffnung oder vielmehr, da
diese schon früher mit der Embryonalhaut abgelegt wird,
den zapfenförmig vorspringenden Enden des frühern Em-
bryonalkörpers zugekehrt. Die Unterschiede, die sich in den
Schicksalen der Embryonen vor Anlage des spätem Echi-
norhynchus zwischen beiden Formen aussprechen — Ech.
miliarius und Ech. gigas dürften sich in dieser Beziehung
wie Ech. angustatus verhalten — vergleicht Verf. den Un-
terschieden in der Entwicklung etwa von Asteracanthion
und Echinaster. Sie reduciren sich im Wesentlichen darauf,
dass die Larvenform bei beiden zu einem verschiedenen
Grade von Selbstständigkeit kommt, bevor die Metamor-
phose in das definitive Thier anhebt. Die letztere selbst
zeigt in beiden Fällen die grosseste Uebereinstimmung, wie
das in einer spätem Arbeit des Verf.'s, die wir im nächsten
Berichte zu berücksichtigen haben, des Näheren aus ein-
ander gesetzt ist. Die Frage nach den Keimblättern, die
durch die eigenthümliche, vielfach von dem gewöhnlichen
Verhalten abweichende Art der Entwicklung nahe gelegt
wird, beantwortet Verf. dahin, dass er den Embryonalkem
dem sg. Muskelblatte homologisirt, während er die von
den peripherischen Bläschen durchsetzte Körnerlage als
Hautblatt deutet.
Durch die Beobachtungen Grimm's wird der Nach-
weis geliefert, dass der schon von v. Siebold in dem
Flusskrebse aufgefundene Echinorhynchus polymorphus mit
Ech. miliarius zusammenfällt, d. h. die Jugendform von
Ech. polymorphus darstellt, die sich an Ort und Stelle ent-
wickelt hat. Der Wurm ist mit eingezogenem Rüssel und
Halse an der Aussenfläche des Darmes befestigt und wird
in Petersburg fast in allen Flusskrebsen gefunden. Nach-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 567
richten von der Göttioger Gesellsch. der Wissenschaften
1872. S. 246.
Welch fand einen eingekapselten Echinorhynchus
unter der Schleimhaut des Jejunum bei einem Soldaten,
welcher 14 Jahre in Indien gedient hatte. Lancet 1872.
p. 703.
Chapman macht einige Mittheilungen über den Echi-
norhynchus moniliformis aus dem Darme von Sciurus vul-
pinus, Proc. Acad. nat. sc. Philad. 1874. P. II. p. 76.
Echinorhynchus crassicollis aus Callidris arenaria und
Eck. longicollis aus Strepsilas interpres nn. sp. Vi Hot,
Arch. zool. exper. T. IV. p. 472. Tab. XIII.
Universitäts-Buchdruckerei von Carl Georgi in Bonn.
MBL WHOI LIBRARY
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