ARCHIT
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W.F. ERICHSON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DRLEUCKART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEN
Db. f. s. troscbez.,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
ZWEI UND VIERZIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlags -Buchhandlung.
(R. Stricker.)
1876.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1875. Von Troschel. . . 1
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1875. Von Troschel 38
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1875. Von Troschel 54
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1875. Von Troschel. . . 85
Cephalopoda 107
Heteropoda 109
Gasteropoda • . . . . 109
Pteropoda 188
Lamellibranchiata 138
Tunicata 141
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1875. Von August v. Pelzeln in
Wien 144
Bericht über die Naturgeschichte der Arthropoden während der Jahre
1875 und 1876. Von Dr. Philipp Bertkau in Bonn . 209
Crustacea 214
Decapoda 222
Brachyura 223
Macrura 226
Schizopoda 229
ötomatopoda 229
Edriophthalmata 229
Isopoda 229
Amphiopoda 232
Xiphosura 235
Phyllopoda 236
Cladocera 239
Ostracoda 241
Copepoda 242
Cirripedia 246
IV Inhalt.
Seite
Myriapoda 249
Chilopoda 251
Chilognatha 252
Arachnoidea 253
Scorpiones 261
Phrynidae 264
Araneae 264
Phalangida 298
Chernetina 302
Acarina 303
Pantopoda 312
Insecta 314
Coleoptera 351
Bericht übor die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturge-
schichte der niederen Thiere während der Jahre 1872 —
1875. Von Dr. Rud. Leuckart. (Schluss.) 462
4. Prolifera 462
Protozoa 513
1. Infusoria 515
2. Rhizopoda 544
3. Gregarinae 594
Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Säugethiere während des
Jahres 1875.
Von
Troschel.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Tbierreichs
bearbeitet Giebel die Säugetbiere. Von dieser Abtbeilung
sind in den beiden letzten Jabren die 1. bis 10. Lieferung
erscbienen. Sie bescbäftigen sich mit der Osteologie, er-
läutert durch zahlreiche Abbildungen.
Pagenstecher hat den ersten Theil einer „Allge-
meinen Zoologie, oder Grundgesetze des thierischen Baus
und Lebens. Berlin 1875" herausgegeben, ein anziehend
geschriebenes Werk, das Resultat eingehender Studien. In
Betreff der Säugethiere miichte hier nur zu erwähnen sein:
Statistische Angaben über die Zahl der Individuen p. 41,
und Arten p. 48. Sonst beschäftigt sich das Buch seiner
Natur nach mit allgemeineren Betrachtungen.
Alfred Newton, Zoology. London 1874. 8.
Andrew Wilson: The Students Guide to Zoology,
a Manual of the Principles of zoological Science. London
1874.
V. Marschall veröffentlichte einen Nomenciator zoo-
logicus, der die systematischen Gattungsnamen der Thiere,
sowohl der lebenden wie der fossilen, in alphabetischer
Ordnung enthält. Das Buch wurde unter den Anspielen
und aut Kosten der zoologisch-botanischen Gesellschaft in
Wien herausgegeben. Wien 1873. Ausser dem Namen selbst
ist der Autor, das Citat des Ortes der Aufstellung nebst
Jahreszahl und die Ordnung, in welche die Gattung gehört,
angegeben. Die ersten 14 Seiten sind den Säugethieren
gewidmet.
V. Gudden: Experimental-Untersuchungen über das
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. A
2 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Scliädelwachsthuni. Untersuchungen an neugeborenen Ka-
ninchen, mit 11 photographirten Tafeln. München 1874.
Magitot setzte seine Untersuchungen über die Ano-
malien des Zahnsystems (vergl. vorj. Ber. p. 55) fort. Er
unterscheidet die Fälle, wo Verminderung und wo Vermeh-
rung der Zähne eintritt. Letztere ist viel häufiger und er führt
solche Fälle von Affen, Hunden, Pferden und Wiederkäuern
an. Robin, Journal de TAnatomie XI. p. 77.
H en s e 1 hat zur Kenntniss der Zahnformel der Gattung
Sus Untersuchungen angestellt. Er beschäftigt sich haupt-
sächlich mit der Frage^ ob der erste Backenzahn hinter
dem Eckzahn dem Milchzahngebiss oder dem bleibenden
Gebiss angehört, ob er also als d"* oder als p* zu bezeich-
nen sei. Er wies, wenigstens für den Oberkiefer nach,
dass dieser Zahn als d^ charakterisirt ist an einem Schädel, wo
auch an diesem Zahne ein Wechsel statt fand. Für den
Unterkiefer macht er dasselbe wahrscheinlich. — Auch bei
Ursus arctos findet ein Wechsel des ersten Backenzahnes
hinter dem Eckzahn nicht statt, doch ist Verf. geneigt ihn
für p* zu halten. Den Complementair-Zahn des Pferdes
hält er gleichfalls für p^, da ein Wechsel nicht stattfindet.
— In Beziehung auf die Genealogie von Sus scrofa äussert
Verf., das Schwein sei als eine sich durch stärkere Ent-
wickelung der Eckzähne von seinen Vorfahren abzweigende
Art zu betrachten. Schliesslich stellt Verf. sehr interessante
Betrachtungen über die Homotypie der Backenzähne erster
und zweiter Zahnung an. Wenn das Milchgebiss droht
leistungsunfähig zu werden, entwickelt sich in dem ganzen
Bogen der Kiefer, die inzwischen gewachsen sind, eine
zweite Zahnung. Dies geschieht um so früher, je schneller
die Entwickelung bis zum erwachsenen Thiere fortschreitet
Das Milchgebiss ist durch die functionell wichtigsten Zähne
vertreten, also bei den Raubthieren durch den Reisszahn,
den Lückenzahn vor ihm und den Mahlzahn hinter ihm,
worin selbst Ursus übereinstimmt. Bei den Hufthieren
sind die Milchzähne auf die Molaren zurückzuführen. Acta
der Leopoldinischen Acad. 37. No. 5, 40 Seiten mit einer
Tafel.
Cope machte nachträgliche Bemerkungen über die
der Säugethiere während des Jahres 1875. 3
Homologien der Fleischzähne der Carnivoren (vergl. vorj.
Ber. p. 55). Proc. Philadelphia 1875. p. 20.
Alb recht schrieb eine Inauguraldissertation „Beitrag
zur Torsionstheorie des Humerus und zur morphologischen
Stellung der Patella in der Reihe der Wirbelthiere. Kiel
1875. 4.
Weyhe hat sich das Becken der Säugethiere zu einer
näheren Vergleichung ausersehen, und versucht eine Zu-
sammenstellung nach der Aehnlichkeit der Formen vorzu-
nehmen, erkennt aber von vornherein die Einseitigkeit des
Eintheilungsprincipes an. Verf. unterscheidet: 1. Fisch-
ähnliche Säugethiere, entweder ganz ohne Becken oder es
finden sich nur Andeutungen eines solchen, dahin die Ce-
taceen. 2. Säugethiere mit vogelähnlichem Becken, die
Hüftbeine sind, ohne Symphyse, mit dem Kreuzbein ver-
wachsen, die Schambeinfuge fehlt, die Hinterwand der
Pfanne ist durchbrochen, dahin die Fledermäuse, Talpa,
Chrysochloris, Bradypus, Chlamydophorus, Choloepus, Dasy-
pus, Manis. 3. Säugethiere mit amphibienähnlichem Becken,
es finden sich dem Bauchbein der Am])hibien ents})rechcnde
Sesamknochen, die sogenannten Bcutelknocheu, dahin
Echidna, die Beutelthiere, Ornithorhynchus. 4. Säugethiere
mit typischem Säugethierbecken, die Darmbeine sind durch
die Sacro-iiiacal-Symphyse mit dem Kreuzbein verbunden,
der Körper des Sitzbeins schliesst die Pfanne hinten ab;
die absteigenden Schambeinäste stossen in der Schambein-
fuge zusammen. Nach Abzug von Erinaceus, Echinogale,
Myogale, dem Weibchen von Geomys .und Cavia cobaya
und auch Galeopithecus, die in Bezug auf die Schambein-
fuge den vorigen nahe stehen, lassen sich drei Gruppen
unterscheiden; A. mit schmalem, gestreckten Darmbein,
dessen äussere Fläche platt oder convex ist, von den vor-
deren Winkeln des Darmbeins ist höchstens der äussere
ausgebildet, dahin Myrmecophaga und die Nager. B. mit
schmalem, gestreckten Darmbein, dessen obere Fläche stets
concav erscheint, a. der vordere Rand der Darmbeine ragt
nicht über die Wirbelsäule empor, die Darmbeine sind nur
wenig schräg von innen und oben nach aussen und unten
gerichtet, die absteigenden Sitzbeinäste laufen fast gerade
4 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgescbichte
nach hinten, dahin die Affen, b. der vordere Rand der
Darmbeine überragt die Wirbelsäule, zu welcher sie fast
parallel stehen, und hier liegen entweder die Hüftbeine in
einer ziemlich geraden Linie, Caninen, Felinen, Hyaenen,
Mustelinen, Nasua, Procyon, oder die Darmbeine und die
absteigenden Sitzbeinäste bilden in der Nähe der Pfanne
einen stumpfen Winkel, Ursinen und anschliessend die
Phoken. C. mit breiten Darmbeinen, die vordem Winkel
sind sehr ausgebildet, Wiederkäuer, Einhufer, Vielhufer.
Zeitschr. für die gesammten Naturwissenschaften 45 p. 97.
Von Lucae's Abhandlung „die Robbe und die Otter
(Phoca vitulina und Lutra vulgaris) in ihrem Knochen- und
Muskelskelet (vergl. Bericht üb. d. Jahr 1872 p. 84) er-
schien im 9. Bande der Abhandlungen der Senckenbergischen
Gesellschaft die zweite Abtheilung, welche die Muskeln
behandelt. Auch hier wird die Arbeit durch Vergleichung
der Muskulatur mit anderen Säugethieren allgemein inter-
essant. Für die Robbe sind 10, für die Otter 7 Tafeln
mit Abbildungen beigegeben.
Brummer machte anatomische und histologische
Untersuchungen über den zusammengesetzten Magen ver-
schiedener Säugethiere. Er beschreibt den Magen der
eigentlichen Mäuse, der Wühlmäuse und des Känguruhs.
Wird fortgesetzt. Deutsche Zeitschr. für Thiermedicin u.
vergl. Pathologie II p. 158.
Gulliver ist wieder auf seine Messungen der Blut-
körperchen zurückgekommen (vergl. Ber. ü. d. Jahr 1862).
Alle erwachsenen Säugethiere, die er Vertebrata Apyrenae-
mata nennt, haben Blutkörperchen ohne Kern. Dieselben
sind kreisrund mit Ausnahme der Kameele, deren elliptische
Blutkörperchen jedoch kleiner sind als in irgend einem
Vogel, Amphibium oder Fisch, auch keinen Kern besitzen.
Sie bilden eine biconcave Scheibe; bei einigen Cervidae
nehmen sie eine spindelförmige, lancettförmige, mondför-
mige oder unregelmässig polygonale Gestalt an. Die Säuge-
thiere haben unter allen Wirbelthieren die kleinsten Blut-
körperchen; unter ihnen sind sie wieder am kleinsten bei
den Tragulidae, am grössten beim Elephanten, beim Wal-
ross und dem Ameisenbär. Die Monotremeu, Beutelthiere
der Säugethiere währeDd des Jahres 1875. 5
und Nagethiere haben ziemlich grosse Blutkörperchen. Zu-
weilen kommen zwei Arten von Blutkörperchen vor, von
denen eine ein Drittel kleiner ist als die andere, wie bei
den Eichhörnchen. Bei den Raubthieren sind sie sehr ver-
schieden gross. Alle Vögel, Amphibien und Fische haben
grössere I^lutkörperchen von elliptischer Gestalt und mit
Kern. Proc. zool. soc. p. 474.
Budge hat eine grössere Abhandlung über das Harn-
reservoir der Wirbclthierc geschrieben. Er zeigt, dass
man ein vollständiges System, welches auf die Bildung
des Harnreservoirs bei Wirbclthieren gegründet ist, nicht
durchführen kann, da sich in derselben Familie Gattun-
gen finden, bei denen dieses Organ auf verschiedene
Weise gebildet ist. Das Harnreservoir der Wirbelthiere
wird in folgende Uebersicht gebracht: 1. Ein Harn-
reservoir fehlt gänzlich: Myxinoiden, Cyclostomen, 2. Es
ist ein offener Kaum, Kloake: Acipenser, Monitor und
Regenia, Crocodilc, Schlangen und Vögel. 3. Es ist
eine geschlossene Blase A. ohne dass die Ureteren ein-
münden, a. als rudimentäre Allantois bei Amphibien, b. als
Anschwellung des Urachus bei den meisten Sauriern. B. mit
Einmündung der Ureteren, a. unmittcll)ar vor der l^lase bei
Schildkröten und Monotremen. b. in die Blase selbst bei
den meisten Säugethicren und dem Menschen. Mittheil,
naturw. Verein von Neu- Vorpommern und Rügen. VH 1875.
p. 20-128, mit 3 Tafeln.
Hensen: Beobachtungen über die Befruchtung und
Entwickelung des Kaninchens und Meerschweinchens.
Zeitschr. für Anatomie und Entwicklungsgeschichte. I. p. 213,
353. Taf. 8—12.
KöUiker: Ueber die erste Entwickelung des Säuge-
thierembryo. Die Untersuchungen wurden am Kaninchen
angestellt. Verhandl. der Phys. med. Gesellschaft in Würz-
burg IX. p. 98.
Gegenbaur: Zur genaueren Kenntniss der Zitzen
der Säugethiere. Von den Monotremen und Beutelthieren
ausgehend fand er, dass die Ungulaten einem ganz anderen
Typus angehören, wogegen für die Murinen aus dem ge-
sammten Verhalten der Zitzen das Bestehen eines Zustan-
6 Troschcl: Bericht üb. d. Leistimgen in d. Naturgeschichte
des hervorgeht, den sie nur mit den Beutelthieren theilen.
Gegenbaur, Morphologisches Jahrbuch I. p. 266.
Philippeaux fand durch Experiment, dass vollstän-
dig abgeschnittene Zitzen beim Meerschweinchen sich nicht
regenerirten, selbst in dem Fall, wo das Thicr geworfen
hatte. Comptes rendus, Revue et magasin de Zoo-
logie, p. L.
Feiertag, lieber die Bildung der Haare. Diss.
Dorpat 1875.
Grube benutzte die Gelegenheit, welche ihm durch
das Vorkommen eines dunkelbraun gefärbten Hasen geboten
wurde, über den Melanismus der Thiere zu sprechen, und
die Säugethiere aufzuzählen, von denen schwarze Exem-
plare vorkommen. 52. Jahresbericht der Schlesischen Ge-
sellschaft für vaterländische Cultur. p. 47.
Sclater hat ein Bild der gegenwärtigen Kenntniss
der geographischen Zoologie gegeben, indem er für jede
Region die Forscher bezeichnete, welche für die Kenntniss
der Faunen am meisten geleistet haben, und deren Schriften
für das Studium der Faunen vornämlich zuRathe gezogen
zu werden verdienen. Address delivered to the biological
section of the British association. Bristol.
A. von Pelz ein hat in einer Abhandlung „Africa-Iu-
dien'^, Verli. der zool. bot. Gesellsch. in Wien 1875 p. 33, die
hauptsächlich der Vogelfauna gewidmet ist, auch Betrachtun-
gen über die Verbreitung der Säugethiere angestellt. Er nimmt
folgende Regionen an: 1. die arktische: Europa, Nordafrica,
Asien nördlich vom Himala} a, Nordamerika; 2. die ameri-
kanisch tropische: Westindien, Central- und Süd-Amerika;
3. die australische: Oceanicn von Wallace's Linie östlich,
Neuholland, Neuseeland; 4. die äthiopische südlich der
Sahara; 5. die hindostanische: Hindostan (mit Ausschluss
des Nordostens) und Ceylon; 6. die malayische: Himalaya,
Tibet, Südchina mit Formosa, Hinter-Indien, Sunda-Archipel
bis zu Wallace's Linie: hierher auch wohl Madagaskar,
Mascarenen, Comoren, Sechellcn. — Ihrem Ursprünge nach
dürften diese Faunen sich darstellen, wie folgt : 1 . Quater-
näre : die arktische, die amerikanisch-tropische, die austra-
lische; 2. Tertiäre, a. Ober-Miocene : die äthiopische und
die hindostanische, b. Unter-Miocene : die malayische.
der Säagethiere während des Jahres 1875. 7
Europa. Burton: Ultima Thule or a Summer in
Iceland I p. 169 (1875) macht eine Bemerkung über die
dort einheimischen Säugethiere. Man nimmt an, dass dort
34 Arten in 7 Familien vertreten sind, von denen jedoch
24 dem Wasser angehören. Die Maus und den Fuchs hält
er für eingeführt. Ib. p. 194 in einem Kapitel über die
Fischerei werden die dort vorkommenden 6 Phoken und
die 4 Delphine namhaft gemacht.
V. Heu gl in hat in Reisen nach dem Nordpolarmeer in
den Jahren 1870 u. 1871. Theil II 1873 auf dem Titelbilde den
Myodes torquatus var. pallida abgebildet. Der dritte Theil
1874 enthält Beiträge zur Fauna, Flora und Geologie, eine
übersichtliche Zusammenstellung der von des Verf. Vorgän-
gern und ihm beobachteten Thiere und Pflanzen, welche das
Gebiet der Inselgruppe von Spitzbergen und Novaja Semlja,
einschliesslich Waigatsch, bewohnen. Er beschreibt p. 3
von Säugethieren ausfülirlich mit Angaben über die Lebens-
weise Myodes torquatus Pall., Myodes obensis, Canis la-
gopus, Canis vulpes, Canis lupus, Ursus maritimus, Cervus
tarandus, Trichechus rosmarus, Cystophora cristata, Phoca
(Pagomys) foctida, Phoca (Pagophilus) groenlandica, Phoca
(Callocephalus) barbata, Balaena mysticctus, Balaenoptera
(Sibbaldius) laticeps und borealis, Orca gladiator, Beluga
catodon, Monodon monoceros, Ilypcroodon Butzkopf.
Von Bell, A history of British Quadrupeds, inclu-
ding the Cetacea, erschien London 1874 eine zweite Aus-
gabe. Sie enthält im Ganzen 73 Arten, nämlich 14 Chi-
roptcra, 5 Insectivora, 15 Carnivora, 13 Rodentia, 4 Rumi-
nantia und 22 Cetacea.
Frh. V. K ö n i g- Warthausen hat in den Württember-
gischen Jahresheften 31 p. 193 — 335 ein Verzeichniss der
Säugethiere Oberschwabens zusammengestellt, eine Provinz,
die er durch den südlichen Abhang der schwäbischen Alb,
dem Bodensee mit dem Oberrhein, die Wasserscheide der
Hier und den Ostabhang des südlichen Schwarzwalds be-
grenzt. Von dieser Ausdehnung giebt er jedoch nur mas-
sigen Gebrauch gemacht zu haben an. Er erklärt diese
Zusammenstellung nur für einen vorbereitenden Leitfaden
für fernere Forschung. Auch die Hausthierc sind berück-
8 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sichtigt. Verf. kennt 11 Fledermäuse; 7 Insectenfresser;
von Raubthieren 3 Felis, wobei die Hauskatze besonders
mitgezählt ist, 3 Canis, 1 Meles, 5 Mustela, 1 Lutra; von
Nagethieren 1 Sciurus, 3 Myoxus, 1 Cricetus, 5 Mus, 5 Ar-
vicola, 1 Castor, 3 Lepus, 1 Cavia; 7 Wiederkäuer; 2 Equus;
1 Sus, zusammen 59 Arten. Zahlreiche Nachweisungen
über Vorkommen und allmähliche Abnahme namentlich
der Jagdthiere sind beigefügt.
Rot he hat in einem Programm die Säugethiere Nieder-
österreichs einschliesslich der fossilen Vorkommnisse be-
handelt. Sicher gefunden sind 16 Fledermäuse, 7 Insecten-
fresser, 23 Nager, 12 Raubthiere, 1 Einhufer, 2 Vielhufer
und 7 Wiederkäuer. Wien 1875.
Nardo stellte eine chronologische Bibliographie der
Fauna der Provinz Venedig und des Adriatischen Meeres
zusammen. Atti del R. Istituto Veneto L p. 199, 305,
459, 539, 711. Sie zerfällt in zwei Theile: 1. Bibliographie
der Fauna der Provinz Venedig, beginnend mit Cagnati
Marcellus 1581, bis 1874, 2. Bibliographie der Fauna des adria-
tischen Meeres, beginnend mit Oppiano 204, bis 1875. Selbst-
redend handelt es sich hier um alle Thierklassen.
Africa. Monteiro, Angolo and the River Congo,
London 1875. Im zweiten Bande finden sich Angaben über
Hyänen p. 79 und 193, Eidechsen und Chamäleons p. 109,
Affen p. 194, Löwen p. 209, Galago Monteiri p. 306,
und andere, jedoch ohne wissenschaftliche Behandlung.
In S. W. Silver et Co's Handbook for South Africa,
including the Cape colony, Natal, the Diamond Fields, and
the Trans-Orange Republics, London 1875, ist p. 163 eine
Aufzählung der in Südafrica lebenden Säugethiere ent-
halten, wenigstens der grösseren und wichtigeren, mit Be-
merkungen über sie.
Bartlett zählte die von Mr. Waters in Madagascar
gesammelten Säugethiere auf: Lemur varius und melano-
cephalus, Hapalemur griseus, Chirogaleus typicus und
Smithii, Propithecus diadema, Edwardsi, coronatus und
Deckeni, Indris brevicaudatus, Chiromys madagascariensis,
Pteropus vulgaris und Edwardsii, Taphozous mauritianus,
Cryptoprocta ferox, Viverricula Schlegelii, Galidia elegans,
der Säugethiere während des Jahres 1875. 9
Ericulus nigricans, Centetes ecaudatus, Potamochoerus Ed-
wardsi. LetztereArt ist abgebildet. Proc.zool. soc. p. 62pl. 12.
Günther erwähnt von Madagascar Lichanotus mitra-
tus, Fossa Daubentonii und zwei 'neue Arten, die unten
nahmhalt gemacht werden. Jb. p. 78.
Asien. Blanford beschrieb 11 neue Säugethiere
aus Persien und Beludschistau. Annais nat. bist. 16 p. 309.
Der erste Band von H. et AT M i 1 n e - E d w a r d s Recher-
ches pour scrvir ä l'histoire naturelle des Mammiferes com-
prenant des considörations sur la Classification de ces ani-
maux, welcher im Jahr 1838 begonnen ist, hat 1874 seinen
Abschluss gefunden. Wir gehen hier auf die letzte darin
enthaltene Abhandlung Sur la Faune mamalogique du Tibet
oriental ä principalement de la principaute de Moupin von
A. Milne-Edwards zurück, p. 231—386. Das unab-
hängige Reich Moupin gehört zu der Tibetanischen Region.
Es ist von Nejjaul, Boulan und Assam durch die höchsten
Spitzen des Himalaya getrennt, lehnt sich an den Hima-
laja an, und ist mit hohen Gebirgen bedeckt, daher kalt
und auf den Gcbirgsgipfcln mit ewigem Schnee bedeckt.
Verf. beschreibt dann ausfiihrlich mit Abbildungen 2 Qua-
drumanen, 4 neue Volitantia, 8 Insectivora, 13 Nagethiere,
6 llaubthicre, 7 Wiederkäuer und einen Vielhufcr. Diese
Fauna enthält dreierlei Thicre: 1. Arten, deren generischer
Typus nur in der Tibetanischen Region vertreten ist, 2.
Arten deren generischer oder subgenerischer Tyj)us dem
südlichen und östlichen xVsien und den benachbarten Inseln
angehört, 3. Arten, welche cosmopolitischen Gattungen an-
geh()ren. Zu der ersten Kategorie gehören die Gattungen
Ailuropus, Ailurus, Nectogale, Scaptonyx, Budorcas und
Elaphodus, und sie prägen der Fauna den charakteristi-
schen Stempel auf.
Armand David giebt ein Verzeichniss aller Säu-
gethiere, welche im Norden von China, nördlich vom Yangtze-
kiang wild leben. Es beläuft sich auf 5 Quadrumana, 7
Chiroptera, 37 Carnivora, 9 Insectivora, 39 Nager, 1 Eden-
taten, 3 Pachydermen, 17 Ruminantia , zusammen 118
Arten, Journal of the North-China Brauch of the Royal
Asiat. Soc. 1873. VII. p. 230.
10 Troschel: Bericht üb. d. Leistuiigeu in d. Naturgeschichte
Rein machte Notizen über die Verbreitung einiger
Säug-ethiere auf Nippon. Er bespricht Inuus speciosus,
Urotrichus talpoides, Meles Anakuma, Ursus japonicus,
Mustela Itatsi, Nyctereutes viverrinus, Canis vulpes, Ptero-
mys momoga, Sciurus Lis, Mus decumanus, Cervus sika,
Antilope crispa und 8us scrofa. Zool Garten, p. 55.
Australien, v. Rosenberg giebt in seiner Schrift
Reistochten naar de Geelvinkbaai op Nieuw-Guinea in de
Jahren 1869 en 1870, s'Gravenhage 1875 p. 82 über die
Fauna von Andai an, dass man von Säugethieren nur
wenige Arten zu sehen bekommt, wie Sus papuensis, Den-
drolagus ursinus und inustus, eine Art Pteropus und als
Hausthier den Hund. Auf das wilde Schwein machen die
Eingeborenen zuweilen Jagd, und man trifft einzelne jung
eingefangene in den Dörfern gezähmt; es kommt in ent-
setzlicher Menge vor und hat sehr schmackhaftes Fleisch.
Auch Dendrolagus inustus ist sehr häufig. Die Hunde, für
welche die Eigeuthümer wahre Affenliebe hegen, bekommen
keine Nahrung, sie müssen sehen, wie sie zu ihrer Kost
gelangen. Sie werden zur Schweinejagd benutzt und
bellen nicht.
Jouan hat in einer längeren xVbhandlung Bemer-
kungen über einige Thiere und Pflanzen zusammengetragen,
die in der Südsee und an den Inseln des grossen Oceans
vorkommen, mit Rücksicht auf ihre Classification und auf
ihre Verwendung in der Industrie. Der grösste Theil der
Arbeit bezieht sich auf die Cetaceen und enthält besonders
Auszüge aus den verschiedenen Schriftstellern über diese
Thierordnung, die ganz passend zusammengestellt sind.
Mem. de la Soc. nationale de sc. nat. de Cherbourg XVIII.
p. 129 — 208. Daran schliesst sich dann ein Abschnitt über
die Phoken. Von ihnen werden 13 Arten aufgezählt, 2 See-
elephanten, 7 Haarrobben und 4 Pelzrobben p. 208—231.
Kidder: der die Amerikanische Expedition zur Be-
obachtung des Venusdurchganges begleitete, bestätigt, dass
auf Kerguelensland keine Landsäugethiere leben, mit Aus-
nahme der Hausmaus, die unzweifelhaft durch ein Schiff
eingeführt ist. Auch Seeelephanten, Seeleoparden, See-
löwen etc. sind selten geworden. Annais nat. bist. XVL p. 78.
der Säugethiere während des Jahres 1875. 11
Nach den Angaben von Kidder berichtet auch La nen
Comptes rendus 80 p. 1224.
Eaton berichtet ebenfalls über Kerguelen's Insel, die
er mit der Expedition zur Beobachtung des Venusdurch-
ganges besuchte, dass dort Mus musculus L. und Kanin-
chen eingeführt und häufig seien. Walfische und Delphine
kommen gelegentlich in den Meerbusen, und man findet
hier und da Schädel am Strande. Von Seehunden hat er
nur zwei Arten gefangen, einen weiblichen Seeleopardcn
und zwei männliche Platyrhinus. Proc. of the Royal soc.
April 1875; Annais nat. bist. 16 p. 287.
Das Berliner Museum erhielt, wie v. Martens Sit-
zungsb. Ges. naturforsch. Freunde in Berlin p. 65 angiebt,
von dort durch S. M. Schiff Gazelle eine neue Art Pelz-
robben (Arctophoca gazella Ptr.), den Seeelephanten (Macro-
rhinus leoninus L.) und den See-Leoparden (Stenorhynchus
leptonyx Blv.).
America. Rupert Jones hat ein Buch herausge-
geben, „Manual of the Natural history, geology and phy-
sics of Grccnland and the ncighbouring rcgions, preparcd
for the use of the arctic ex])edition of 1875, together with
instructions for the use of the expedition. London 1875.
Günther gab darin p. 36 Instructionen für Beobach-
tungen an Säugcthieren und zum Sammeln derselben, eben-
so Flower p. 39 in Betreff der Cetaceen. Diese Instruc-
tionen bilden gleichsam die Einleitung oder eine besondere
Abtheilung des Buches. Der grösste Theil desselben ent-
hält dann Abdrücke und Excerpte von früheren Abhand-
lungen, die sich auf die Naturgeschichte Grönlands be-
ziehen. So die Säugethierfauna Grönlands von Brown,
1868 p. 1, worin 15 Säugethiere aufgezählt werden; —
lieber die Naturgeschichte und geographische Verbreitung
der Pinnipedien Spitzbergens und Grönlands von Brown
1868, mit Verbesserungen durch den Verf. 7 Arten; über
die Cetaceen der Davisstrasse und der Baffinsbay von
Brown mit Verbesserungen durch den Verf. 16 Arten.
Die zweite deutsche Nordpolfahrt in den Jahren 1869
und 1870. Wissenschaftliche Resultate. Im ersten Bande
p. 156 hat Peters die Säugethiere bearbeitet. Es sind
12 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturge schichte
3 Caniivoreii, 4 Pinnipedieii, 2 Nager, 2 Wiederkäuer
und 4 Walthiere. — Daselbst p. 175 machte Herrn, v. Na-
tbusius Bemerkungen über die Schädel der Eskimohunde.
Vale Blake, Arctic experiences, containing Capt.
George E. Tyson's wonderful drift on the ice-floe, a history
of the polaris expedition, the cruise of the tigress and
rescue of the polaris survisors. London 1874, enthält auch
einige Schilderungen, die sich auf Thiere des hohen Nor-
dens beziehen, Seehunde, Narwal u. s. w.
Hoy bemerkte über die Eigenthümlichkeit der Fauna
in der Nähe von Racine am Michigan-See, Wisconsin, dass
daselbst von südlicheren Formen Didelphys virginica und
Scalops argentatus, von nördlichem Mustela americana und
Lynx Canadensis vorkommen. Transactions of the Wisconsin
Acad. IL p. 120.
Allen verzeichnete die Säugethiere aus den Gebieten
von Dacota und Montana, die auf der Nordpacifischen
Railroad Expedition von 1873 unter Gen. Stanley gesammelt
wurden. Obgleich diese Gegenden so unfruchtbar sind,
ist die Häufigkeit der grösseren Säugethiere durch den
Menschen doch schon sehr beschränkt worden. Der Büffel
ist westlich von Yellowstone ganz verschwunden, das Elenn,
der schwarzschwänzige Hirsch, das Bergschaf sind selten
geworden. Es werden 31 Arten aufgezählt: 1 Lynx, 2
Canis, 2 Vulpes, 1 Mephitis, 1 Taxidea, 1 Ursus, 1 Procyon,
1 Eos, 1 Ovis, 1 Antilocapra, 2 Cervus, 1 Lasiurus, 2 Sco-
tophilus, 1 Vespertilio, 1 Mus, l Hesperomys, 1 Neotoma,
1 Arvicola, 1 Dipodomys, 1 Perognathus, 1 Thomomys, 1
Castor, 1 Sciurus, 1 Tamias, 1 Spermophilus, 1 Cynomys,
1 Erethizon. Proc. Boston Soc. XVU, p. 33.
Allen zählte ferner die Säugethiere von vier Loca-
litäten Nordamerika's auf, nämlich von Mittel- und West-
Kansas 28 Arten, von Park County, Colorado 37 Arten,
von Carbon Co, Wyoming Territory 32 Arten und vom
grossen Salzseethale, Utah 42 Arten. Bulletin Essex In-
stitute VI. p. 43.
Im unteren Wabash-Thal überwiegen nach Ri dg way
die südlichen Vulpes virginianus und Lynx rufus bei weitem
die nördlichen Vulpes fulvus und Lynx canadensis, wenn
der Säugetbiere während des Jahres 1875. 13
sie sie nicht vertreten. Auch kommen daselbst Neotoma
floridana, Hesperomys aureola, H. (Oryzomys) palustris und
Reithrodon humilis vor, alle entschieden südliche Arten.
Proc. Boston Soc. XVI p. 307.
Emmanuel Liais: Climats, gcologie, faune et geo-
graphie botanique du Bresil, ist ein Werk, welches bereits
1872 in Paris erschienen, mir bisher entgangen war, ich
hole es also jetzt nach. Die Faune du Bresil aux temps
recents et quaternaires nimmt einen grossen Theil des
Buches, p. 301 - 556, ein, beschäftigt sich aber hauptsäch-
lich nur mit den Säugethieren. Diese theilt Verf. in Di-
delphes und in Monodelphes, und letztere zerfallen dann
wieder in solche ohne Zähne von mehreren Typen, die
Edentaten, und solche mit Zähnen von mehreren Typen,
diese haben dann entweder Hufe, Ungulata, oder Krallen,
Unguiculata. — Von Beutelthieren nimmt Verf. nur 2 Di-
delphis mit vollkommenem Beutel und 0 Didelphis mit
unvollkommenem Beutel als gute Arten Brii^ilicns an, welche
letzteren in drei Gruppen gebracht werden, mit langem
dünnen nackten Schwanz, mit langem dicken am Grunde
behaarten Schwanz, und mit kurzem Schwanz; dazu kommt
dann noch 1 Chironectes. — Die Edentaten möchte Verf.
lieher Änheterodontes nennen, da dieser Name anzeigen
würde, dass die Zähne alle von gleichem Typus sind. In
Brasilien kommt 1 Cholocpus, 3 Bradypus (Achaeus Fr.
Cuv.), 1 Priodontes, 1 Tatu (Dasypus), G Tatusia, 3 Myr-
mecophaga vor. — Die Gruppe der Ungulaten enthält 2 Tapi-
rus, 3 Dicotyles, 5 Cervus. — Von Unguiculaten sind die
Insectivoren gar nicht, die Carnivoren sehr zahlreich ver-
treten : 1 Cercoleptes, 2 Nasua, indem solitaris und socialis
liir verschiedene Species erklärt werden, 1 Procyon, 2 Ga-
lictis, 1 Mephitis, l Putorius, 3 Lutra, 11 Felis, wobei 3
Jaguar-Arten und 2 Cuguar-Arten unterschieden werden,
5 Canis, 2 Icticyon, wovon I. riifus neu. Die Nager
werden abgesehen von vier Arten Mus in Brasilien ver-
treten durch 2 Sciurus, 1 Myopotamus, 1 Potamys n. gen.,
l Reithrodon, 7 Mus, 1 Eligmodontia, 1 Lagostomus, 2
Ctenomys, 7 Echimys, 1 Synaetheres, 1 Sphiggurus, 1 Chae-
tomys, 1 Cutia (Dasyprocta), 1 Coelogenys, 4 Prea (Anaema
14 Troscbel: Bericht üb, d. Leistungen in d. Naturgeschichte
et Keroclon), 1 Hydrochoerus, 1 Lepns. Die Fledermäuse
Brasiliens gehören in die Gattungen Phyllostoma, Steno-
derma, Glossopbaga, Desmodus, Noctilio, Diclidurus und
Molossus, auf sie wird aber nicht näher eingegangen, ebenso
wenig, wie auf die Affen. — Alle oben genannten Thiere
sind beschrieben, ihre Synoymie erörtert, ihre Lebensweise
geschildert, ihre Verbreitung angegeben, meist sind auch
die anatomischen Verhältnisse berührt. Bei jedem Abschnitt
geht dann Verf. namentlich auf die fossilen Reste ein
und bespricht sie eingehend. Das Buch enthält viel Be-
kanntes, aber auch viel WerthvoUes.
Quadruiiiana.
Gatarrhinae. R. Hartmann lieferte die Fortsetzung seiner
Beiträge zur zoologischen undzootomischenKenntniss der sogenannten
anthropomorphen Affen. Er behandelt in diesem Abschnitte die
Beschreibung von Schädel und Gebiss des Bam. Auf den beiden
zugehörigen Tafeln sind die Unterarm- und Handknochen des Bara
und des Chimpanse dargestellt. Beichert und Dubois-Reymond
Archiv für Anatomie 1875 p. 265. Derselbe beschreibt ferner ib.
p. 723 einige Schädel des Chimpanse von der Africanischen West-
küste. Die beiden Tafeln enthalten Chimpanse-Schädel.
NoU macht darauf aufmerksam, dass Nissle und Hart-
mann den Chimpanse des Dresdener zoologischen Gartens für einen
weiblichen Gorilla halten, der der erste lebende Gorilla in Europa sein
würde. Er fügt hinzu, dass Bolau sich gegen diese Ansicht erklärt
habe. Weitere Mittheilungen darüber werden in Aussicht gestellt.
Zool. Garten p. 361. — Auch Brehra erklärte entschieden diesen
Affen für einen Gorilla. Jb. p. 892.
A. Milne Edwards gründete auf seinen Semnopithecus Ro-
xellanae (1870) eine neue Gattung Rhinopithecus , die sich von
Semnopithecus durch kurze kräftige Gliedmassen, stämmigen Körper
und aufgebogene Nase auszeichnet. Mammiferes du Tibet 1. c. p.
233 pl. 36, 37.
Joh. v. Fischer beschreibt die Behandlung, Pflege und Heilung
der am trocknen Brand erkrankten Makaken. Er giebt sehr beach-
tenswerthe Winke für die Behandlung der Affen in der Gefangen-
schaft. Der trockne Brand wurde durch Amputation mehrmals voll-
ständig geheilt. Zool. Garten p. 325.
Sclater Hess Proc. zool. sog. p. 418 pl. 47 den Macacus
spcciosus St. Hilaire et F. Cuv. abbilden. — D ers elbe hält ib. seinen
der Säagethiere während des Jahres 1875. 15
Macacus rheso-similis mit seinem a'^samensis und mit problematicus
Gray für identisch.
Macacus tibetanus A. Milne Edwards (1870) ist Mammi-
feres du Tibet p. 244 pl. 34, 35 beschrieben und abgebildet.
Chapman fand das grosse Omentum bei Cynocephalus por-
carius mehr oder weniger durch das Peritoneum an dem Colon an-
hängend, ebenso bei Macacus neraestrinus. Im embryonalen Zustande
des Menschen hängt das grosse Omentum nicht am Colon an, und
dieser Zustand bleibt gewöhnlich bei den andern Säugethieren per-
manent. Er findet in den eben erwähnten Fällen eine interessante
Illustration eines Uebergangsstadiums in der Entwickelung des Peri-
toneums beim Menschen, v/elches bei den Affen permanent bleibt.
Proc. Philadelphia 1875 p. 123.
Platyrrhinae. Joseph beachtete die kraniologischen Ver-
schiedenheiten der amerikanischen Affengattungen. 52. Jahresbe-
richt der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur p. 44.
Joseph ist in eine nähere Untersuchung der äusseren Seiten-
wand der Augenhöhle bei den amerikanischen Affen eingegangen,
und theilt sein Ergebniss mit, das auch für zoologische diagnostische
Zwecke verwerthet zu werden verdiene. Gegenbaur, Morphologisches
Jahrbuch I. p. 455 Taf. XV.
Chapman weist darauf hin, dass ein Muskelstreifen, der
vom latessimus dorsi zum inneren Condylus des Humerus verläuft,
beim Menschen sehr selten vorkommt, bei den Affen, z. B. bei
Ateles Geoffroyi constant ist. Ebenso ist ein Muskelstreifen vom
latissimus dorsi zum pectoralis major, der beim Menschen häufig
gefunden wird, bei Macacus Rhesus constant. Verf. sieht hierin eine
Stütze der Ansicht, dass der Mensch und die Aften eine gemein-
schaftliche Abstammung haben.
Derselbe bildete ib. pl, 14 den flexor brevis digitorum von
Ateles Geoffroyi ab.
Sclater bildete Proc. zool. soc. p. 419 pl. 48 und 49 vier
Farbenvarietäten von Ateles melanochir ab, und neigt zu der An-
sicht, dass ornatus und albifrons Giay ebenfalls nur Localvarietäten
derselben Art seien.
Arctopitheci. Hapale melanura VVagn. ist von Sclater Proc.
zool. soc. p. 419 pl. 50 abgebildet.
Prosimii. A. Mi ine Edwards beschreibt den eigenthüm-
lichen Stimm-Apparat von Indriss brevicaudatus. Annales des sc.
nat. I. 8. Tafel 12.
Chirogaleus trichotis Günther Proc. zool. soc. von Mada-
gaskar.
Propithecus holoniclas Günther Annais nat. bist. XVI. p. 125
von Madagascar.
Dermoptera. Der Galeopithecus der Philippinen kommt in
16 Troschel: Bericht üb. d. LeistuDgen in d. Naturgeschichte
den südlicheren Inseln, nicht aber in Luzon vor; v. Willemoes
S u h m erhielt einen in Zamboanga, mit einem Jungen an der Brust.
Zeitschr. für wiss. Zool. 26. p. LXXI.
Volitantia.
Dobson hat die Unterordnungen, Familien und Gattungen
der Chiroptera nach ihrer natürlichen Verwandtschaft zusammen-
gestellt. Annais nat. hist. 16 p. 345. Er unterscheidet zunächst
zwei Unterordnungen, wie allgemein üblich, nennt aber die Frugi-
\OTQn MegacJiiroptera, die Insectivoren Microchiroptera. Die
ersteren bestehen nur aus der einzigen Familie Pteropidae, die in
zwei Gruppen zerfällt, a. Pteropi mit den Gatt. Pteropus Briss.,
Cynopterus Cuv. Cynonycteris Peters, Harpyia 111., Epomophorus
Benn., Cephalotes Geoffr. b. Macroglossi mit den Gatt. Macroglossus
Cuv., Eonycteris Dobs , Notopteris Gray. — Zu den letzteren ge-
hören fünf Familien: Rhinolophidae, Nycteridae, Vespertilionidae,
Emballonuridae und PhylJostomidae. Bei ihren Charakteren sind
freilich mehrere Ausnahmen angegeben, welche die scharfe Umgren-
zung unsicher machen. Diese Familien zerfallen dann in Subfamilien,
die ich hier nur mit den zugehörigen Gattungen namhaft mache:
1. Rhinolophidae. a. PhyllorUininae mit den Gatt. Coelops, Phyl-
lorhina, Rhinonycteris, Triaenops. b. Wiinolophinae Gatt. Rhinolo-
phus. 2. Nycteridae. a. iV^/c^ermae Gatt. Nycteris, b. Megaderminae
Gatt. Megaderma. 3. Vespertilionidae mit den Gruppen u. Flccoti
Gatt. Antrozous, Nyctophilus, Otonycteris, Corinorhinus, Plecotus,
Synotus, Histiotus. ß. Vespertiliones Gatt. Vesperugo, Chalinolobus,
Scotophilus. Nycticejus, Atalapha, Murina, Vespertilio, Kerivoula.
y, Miniopteri Gatt. Natalus. Thyroptera, Miniopterus. 4. Emballo-
nuridae. a. Emballonurinae mit den Gruppen «. Emhallonurae Gatt.
Furia, Saccopteryx, Rhynchonyoteris, Emballonura, ß. Taphozoi Gatt.
Coleura, Taphozous, Diclidurus. y. Ehinopoma Gatt. Rhinopoma.
ö. Noctiliones Gatt. Noctilio. b. Molossinae mit den Gruppen 6. Mo-
lossi Gatt. Mormopterus, Molossus, Nyctinomus, Cheiromeles, t^. Mysta-
cinae Gatt. Mystacina. 5. Fhyllostomidae. a. Lobostominae, «.
Mormopes Gatt. Chilonycteris, Pteronotus, Mormops. b. Phyllosto-
minae. ß. Vampyri Gatt. Macrotus, Lonchorhina, Macrophyllum,
Vampyrus, Schizostoma, Lophostoma, Trachyops, Phyllostoma, Ca-
rollia, Rhinophylla. ;'. Glossophagae Gatt. Glossophaga, Monophyllus,
Ischnoglossa, Phyllouycteris, Lonchoglossa, Glossonycteris. cF. Steno-
dermata Gatt. Artibeus, Phyllops, Vampyrops, Stenoderma, Pygo-
derma, Ametrida, Chiroderma, Sturnira, Brachyphylla, Centurio. f.
Desmodontcs Gatt. Desmodus, Diphylla.
der Säugethiere während des Jahres 1875. 17
Dobson verzeichnete die durch Godwin-Austen in den
Khasia Hills gesammelten Fledermäuse. Es sind 11 Arten, nämlich
2 Rhinolophus, 4 Phyllorhina, worunter Ph.leptopliylla neu, 1 Vesperus,
2 Vesperugo, 1 Nycticejus und 1 Barbastellus. Journal Asiat. Soc.
of Bengal 43 p. 234.
A. Milue- Edwards beschrieb in seinen Mammiferes du
Tibet p. 248 folgende neue Fledermäuse: Bhinolophus larvatus pl.
37 A Fig. 1, Murüm aurata pl. 37 B. Fig. 1, Murina leucogaster
pl. 37 ß Fig. 2, Vespertilio moupinensis pl. 37 A Fig. 2. alle aus Moupin.
' Phyllorhina hrachyota Dobson Journal Asiat. Soc. of Bengal
43 p. 237. aus Central-Indien.
Dobson hat die Gattung Scotophilus, welchen Namen er
nach Peters'schera Vorgange auf die Nycticeji der östlichen Hemi-
sphäre anwendet, genauer charakterisirt. Ihr Gebiss ist Inc. ', , C.
6
^•1, Pm. V'^. M. ^•^. Er theilt die Gattung in Subgenera: Scoto-
1.1 ^.^ o.o
philus, innerer Basallappen des Ohres winklig, der untere gerade
Rand bildet mit dem aufsteigenden fast einen rechten Winkel, Tra-
gus mit einer schmalen vorspringenden Leiste quer durch die Vor-
derfläche von der Basis des inneren Randes; obere Schneidezähne
dicht an den Eckzähnen ; Nasenöffnungen sehr gross ; dahin S. Tem-
mincküHorsf, und borbonicus Geoffr. 2) Scoteinus, innerer Basallappen
des Ohres convex, gleichmässig abgerundet, Vorderfläche des Tragus
glatt, Gebiss wie bei Scotophilus, dahin S. emarginatus Dobson,
Rueppelli Peters und Greyii Gray. 3) Sco toniaiies, Ohren wie
bei Scoteinus, obere Vorderzähne von den Eckzähnen getrennt.
Nasenöff'nungen klein, S. ornatus Blyth. — Als verwandt mit Sco-
tophilus gründet dann Verf. eine neue Gattung S cotozous, Gebiss
Inc. -^ , C. ■ , Pm. ' , M. *; ; obere Vorderzähue gross, ein-
O 1.1 ^.a O.O
spitzig, wie kleine Eckzähne, jeder an der Basis dicht am Eckzahn:
aber nach innen und vorn geneigt, der erste obere Praemolaris klein,
im inneren Winkel zwischen dem Eckzahn und zweiten Praemolaris,
nicht zwischen den Eckzahn und zweiten Praemolaris eingedrängt.
Sc. Dormeri aus dem südlichen Indien. Proc. zool. soc. p. 3H8.
Scotophilus (jigas Dobson Annais nat. bist. XVI. p. 122, von
Lagos an der Westküste Africas.
Dobson hatte bemerkt, dass Chalinolobus tuberculatus Forster,
welcher bisher nur von Neu-Seeland bekannt war, auch in Austialien
und Tasmania vorkommt, und untersuchte nun die übrigen Arten
der Gattung. Er theilte dieselbe in zwei Subgenera: 1) Chalino-
2 2
lohus ^ Praemolaren, der erste obere klein, Pelz dunkel, Kopf
und Schultern dunkler als die hinteren Körpertheile, Australien,
Archiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. ß
18 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Tasmania und Neu-Seeland; dahin Ch. tuberculatus, Gouldii und
nigrogriseus. 2) Glauconycteris ~ Praemolaren , der obere
gross, dicht am Eckzahn; Pelz hell an den Beinen, Kopf und Schul-
tern heller als die hinteren Körpertheile ; südliches und äquatoriales
Africa; dahin G. poensis, argentatus u. sp. von dem Cameroon-Ge-
birge und variegatus. Proc. zool. soc. p. 381.
Peters hatte Gelegenheit, durch Yergleichung der Philippi-
schen Originalexemplare und eines chilenischen V. velatus mit dem
Material des Berliner Museums, eine verwickelte Synonymie der mit
Histiottis velatus verwandten Flederthiere aus Chile zu entwirren,
und bisher ungewisse Arten festzustellen. Er beschreibt und bildet
ab 1) Histiotus velatus Gervais, 2) Histiotus macrotus (Nycticejus
macrotus Pöppig, Histiotus velatus Gervais z. Th.), Vesperus mou-
tanus Philippi (Segethii Pet.), 4) Vesperus magellanicus Philippi.
Es geht daraus hervor, dass unter dem Namen Vesp. velatus zwei
Arten confundirt sind, und dass die von Gervais für Nycticejus ma-
crotus Pöppig gehaltene Art vielmehr mit Atalapha cinerea Beauv.
zu vereinigen ist; dass ferner die beschriebenen Arten nicht gene-
risch zu trennen sind, wie denn überhaupt die verschiedene Grösse
der Ohrmuscheln zu einer natürlichen Gruppirung der Vespertilionen
nicht geeignet erscheint. Berliner Mouatsber. p. 785.
Thaphozous affinis Dobson Annais nat. bist. XVI. p. 232
von Labuan.
Dobson stellte die in Asien vorkommenden Arten der Mo-
lossi zusammen. Sie gehören den Gattungen Nyctinomus und Chi-
romeles an. Die Gattung Nyctinomus gliedert er folgendermassen :
a. subgen. Dinops, Ohren vorn dicht zusammen, ihre inneren Fiänder
haben einen gemeinsamen Ansatzpunkt an der Stirn, Tragus aus-
gedehnt und oben abgerundet. N. Cestonii und tragatus vom nord-
westlichen Indien, b. Subgen. Dysopes, Ohren am Grunde ihres
inneren Randes verbunden, Tragus sehr' klein, quadrat, N. plicatus
Buchan. c. Subgen. ChaerepTion, Ohren vorn durch ein aufwärts ge-
richtetes Band verbunden, und hinten durch ein zweites Band, einen
nackten Raum einschliessend, Tragus klein, quadrat, N. Johoiensis.
Zur Gattung Chiromeles gehört nur eine Art Ch. torquatus. Journ.
Asiat. Soc. of Bengal 43 p. 142.
In Passau wurde 1874 Vespertilio discolor gefangen. Zehnter
Bericht des Naturh. Vereins in Passau, Miscellen p. 3.
Dobson beschrieb als neu Vespertilio africanus von Gaboon,
Vespertilio megalopus von Gaboon und' Vesperugo ( Vesperus) platg-
rhinus unbekannten Fundortes. Annais nat. bist. 16 p. 260.
Vespertilio clesertorum'DohsonMs. Blanford Annais nat. bist.
16 p. 309 aus Beludschistan. — V. montivagus Dobson Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 43 p. 237 aus Yunan.
der Säugethiere während des Jahres 1875. 19
Cornelius berichtet über eine Menge Fledermäuse, Vesperugo
pipistrellus, welche sich in einem kurz zuvor sorgfältig gereinigten
Schulzimmer im Gymnasium zu Elberfeld versammelt hatten. Ihre
Zahl wurde auf 300 geschätzt. Sie scheinen durch ein Loch in
einer Fensterscheibe eingedrungen zu sein, und entflohen später
meist durch dasselbe. Sitzungsb. Niederrhein. Ges. zu Bonn p. 177.
Dübson beschrieb als neue Arten Vesperngo stenopteriis von
Borneo, pulclier von Zanzibar, tyloims von Nord-Borneo, und fügte
auch eine Beschreibung von Vesperugo nanus Peters hinzu. Proc.
zool. soc. p. 470.
Insectiyora.
Erinacei. Erinaceus macracantims Blanford Annais nat. bist.
16. p. 310 aus Carmanien.
Centetina. Hemicentetes nigriceps Günther Annais nat. bist.
XVI. p. 125 von Madagascar.
Scandentia Ball hat Tupaia Elliotti auch in den Satpura
Bergen, in den Centralen Provinzen gefunden.
Soricina. A. Milne Edwards hat in seinen Mammiferes du
Tibet p. 259 eine neue Eintheilung der Soriciden gegeben, A. Land-
spitzmäuse, a. Zähne weiss, «. 26 Zähne, mit sehr kurzem Schwanz.
Anourosorex Edw. ß. 26 Zähne mit gewöhnlichem Schwanz. Di-
plomesodon Brandt. ;'. mehr als 2G Zähne. Crocid ura Wagl. mit
vier Subgenera Crocidura = Leucodon Fatio = Juncus p]hr. mit 28 Zäh-
nen und einigen längeren Haaren am Schwanz, Myosorex Gray mit 28
Zähnen und gleichen Haaren am Schwanz, Pachi/i(raSe\ys mit 30 Zähnen
und ganzraudigen unteren Schneidezähnen, Feroculut<W9.g\. mit 30 Zäh-
nen und gezähnelten unteren Schneidezähnen.!). Zähne braun, «.Schwanz
kurz, Ohren klein. Blarina Gray = Anotus Wagn. = Cryptotus
Pomel = Brachysorex Duvernoy, ß. Schwanz' und Ohren gewöhnlich
So 7' ex Wagl. zerfällt in vier Subgenera, Sorcx Ohren gewöhnlich,
untere Schneidezähne gezähnelt, Paradoxodon Wagn. und Soriculus
Blyth. Ohren gewöhnlich, untere Schneidezähne kaum gezähnelt,
Otisorex de Kay Ohren gross. B. W^asserspitzmäuse. a. Füsse ohne
Schwimmhäute, «. 32 Zähne, Schwanzhaare gleich lang. Neosorex
Baird, ß. 30 Zähne, ein Längskamm von Haaren am Schwanz Cros-
sopus W^agl. = Hydrosorex Duv. b. Füsse mit Schwimmhaut Ne-
ctogale Edv.-. — Es werden dann als neu beschrieben Sorex cylindri-
cauda pl. 38 B. Fig. 3, Sorex quadraticauda pl. 36 B. Fig. 2. Cro-
cidura attenuata pl. 38 B. Fig. 1, Anourosorex squamipes pl. 38 Fig. 1,
Nectogale elegans (1870) pl. 39.
Gerbe sah, wie eine Spitzmaus (Sorex arauea) ihre Jungen in
der Weise fortschleppte, dass das erste sich an ihrem Schwanz fest-
20 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
biss, das zweite am ersten u, s. w. Es waren vier Junge. Aehn-
liches beobachtete er auch an Jungen von Myoxus glis. Revue de
Zoologie p. 156.
Änurosorex assamensis Anderson. Annais nat. bist. 16. p. 282
aus Assam.
Talpiüä. A. Milne Edwards stellte eine neue Gattung Uro-
psilus auf, welche mit Urotrichus Temm. einen Uebergang von den
Talpiden zu den Spitzmäusen vermittelt. Sie unterscheidet sich von
Urotrichus durch äusserlich sichtbare Ohren, schuppigen Schwanz
von Länge des Körpers, schmale und lange Vorderfüsse, zusammen-
gedrückte Krallen der Vorderfüsse. U. soricipes aus Moupin. Mam-
miferes du Tibet p. 272. pl. 40 Fig. 1.
Die Gattung Scaptonyx desselben Verf. ib. p. 278. pl. 38 B.
Fig. 1, gleichfalls der Familie Talpidae angehörig, unterscheidet sich
von Urotrichus durch die kurze Schnauze und durch die maulwurf-
ähnlichen Zähne, -^ — ' ' ' — . Sc. fusicaudatus von Khokhonoor
6.1.6.1.6
und Setchouan.
Bei der Beschreibung von Talpa longirostris (1870) hat A.
Milne-Ed wards ib. p. 284 die bekannten Arten der Gattung fol-
gendermassen unterschieden: A. drei Paar untere Schneidezähne T.
Wagura und insularis. B. Vier Paar untere Schneidezähne, a. Drei
obere Praemolaren. T. leucura. b. Vier Paar obere Praemolaren. u.
Kein Schwanz T. micrura, ß. Schwanz deutlich * länger als der Kopf
T. macrura. ** kürzer als der Kopf, f die mittleren oberen Schneide-
zähne länger T. caeca, tf die oberen Schneidezähne gleich lang.
X Schnauze kurz und breit, Augen offen T. europaea. x X Schnauze
lang und schmal, Augen geschlossen T. longirostris.
Ciaccio beschrieb das Auge von Talpa europaea und findet
in ihm viele Analogien mit dem der Wirbelthiere im embryonalen
Zustande. Rendiconto Accad. Bologna Jan. 1875. Vrgl. auch Ger-
vais Journal de Zoologie IV. p. 345.
Lessona, Nota intorno alle Ipoapofisi della Talpa. Der eu-
ropäische Maulwurf hat 13 Rückenwirbel, zwischen dem 12. u. 13.,
sowie zwischen diesem und dem 1. Lendenwirbel finden sich die er-
ste und zweite Hypapophysen, unter den Lendenwirbeln liegen
sechs Hypapophysen; die 12 Schwanzwirbel haben 11 Hypapophysen.
Atti della Acoad. di Torino X. p. 483 mit einer Tafel.
Geoghegau beschrieb die Myologie der Vordergliedmassen
von Talpa europaea. Proceed. Dublin University biological associa-
tion. 1 p. 5.
Chrysochloris Trevelyani Günther Proc. zool. soc. p. 311 pl. 43
aus Kafferland, 9 ','2 Zoll lang.
der Säiigethiere während des Jahres 1875. 21
Carnivora.
Ursina. Ailuropus melauoleucus Milne-Edwards (1871. 72) ist
Mammiferes du Tibet p. 321 pl. 50 — 56 abgebildet und sehr ausführ-
lich beschrieben.
Gervais beschreibt von demselben Thier unter dem Namen
Ursus melanoleucus Gebiss uud Skelett, und nennt als synonym Ai-
luropoda A. Edwards 1870, Pandarctos Gervais 1870, Ailuropus
A. Edwards 1872. Thier, Skelett und Gebiss sind abgebildet. Ger-
vais, Journal de Zoologie IV. p. 79 pl. II und III.
Mackintosh untersuchte die Myologie von Nasua narica
und fusca. sowie die von Martes foina und berichtete darüber in
Proceed. Royal Irish Academy 1875. p. 48. —
Sclater nimmt an, dass in Südamerika zwei Arten von Pro-
cyon vorkommen, eine rothfüssige von Guiana und Columbia bis nach
Colon, Pr. caucrivorus, und eine schwarzfüssige von Brasilien und
Paraguay, die also noch einer neuen Benennung bedürfen würde.
Proc. zool. 80C. p. 421.
Mastelina. Meles canescens Blanford Annais nat. bist. 16.
p. 310 aus Persien.
Duges beschrieb Taxidea Berlandierii Baird unter Hinzufü-
gung eines Holzschnittes von Thier und Schädel. La Naturalcza-
III. p. 156.
A. Milne-Edwards bildete Arctonyx obscurus Mammiferes
du Tibet p. 338 pl. 42 ab. Es ist zweifelhaft, ob diese Art mit A.
collaris identisch sein könnte.
0. von Krieger plaidirte kräftig gegen die Nützlichkeit des
Baummarders und des Fuchses in den Forsten. Er hält die Ver-
tilgung der Mäuse durch diese Räuber für unbedeutend gegen don
Schaden, den sie sonst durch ihre Raubsucht ausüben. Schliesslich
werden einige Erlebnisse mitgetheilt, die er mit Baummardern ge-
habt hat. Uebrigens glaubt er, die Baummarder werden bald aus-
gerottet sein. Zool. Garten p. 297 und 335.
Wright erörtert die Frage über die specifische Identität des
in Malta lebenden Wiesels, ohne zu einem bestimmten Resultat zu
kommen. Er citirt die Ansichten der verschiedenen Schriftsteller.
Proc. zool. soc. p. 312.
A. Milne-Edwards hat Putorius Davidianus (1870), astutus
(1870) und nioupineusis Mammiferes du Tibet p. 343 pl. 59 und 61
abgebildet. Bei der letztgenannten .Nrt ist er zweifelhaft, ob sie
nur eine Varietät von P. Sibiriens sei.
Struck gab Nachricht über das Vorkommen des Nörzes (Vi-
sen lutreola) in Mecklenburg, nebst einigen Notizen über seine
Lebensweise, denen Schmidt Bemerkungen hinzufügt. Beide Verf.
22 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
stimmen in ihren Ansichten nicht überein, indem der eine das bal-
dige gänzliche Aussterben voraussieht, der andere dies bezweifelt.
Die Felle sind viel weniger gut, als die des russischen Nörz. Archiv
des Vereins in Mecklenburg 28 p. 22.
V. Bothmer erzählt von einer Fischotter, die jung gefangen
von einer Kundin gesäugt und sehr zahm wurde. Zool. Garten
p. 112.
Gervais beschrieb Schädel und Skelet von Enhydris marina.
Voyages ä la cote uord-ouest de l'Amerique executes durant les
annees 1870—72 par Pinart. Paris 1875 Vol. I. p. 43 mit zwei
Tafeln. Die eigenthümliche Bildung der Hinterfüsse hält Verf. nicht
für geeignet, aus dieser Gattung eine eigene Tribus zu machen.
Vergl. auch Gervais Journal de Zoologie IV. p. 200.
Viverrina. Job. v. Fischer schilderte das Betragen eines
Herpestes Galera, den er gefangen hielt. Das Thier wurde ziemlich
zahm, und änderte seine nächtliche Lebensweise um, als es Abends
gefüttert wurde. Zool. Garten p. 10. — Ebenso von Herpestes
ichneuraon und ornatus ib. p. 81.
Herpestes Bafßesii Anderson Annais nat. bist. 16 p. 282 von
Sumatra.
Job. v. PMs ch er hielt eine Viverra indica Geoffr. in der Gefan-
genschaft, und schilderte ihr Betragen. Sie ist grausam gegen alle
lebenden Thiere, wurde aber doch ziemlich zahm. Sie klettert gut,
ist sehr reinlich. Ihr Geruch wird unerträglich, wenn sie in Zorn
geräth. Zool. Garten p. 170.
Cordero beschrieb eine neue Art Bassaris monticöla aus
Mexico. Thier und Schädel sind abgebildet, sowie zur Vergleichung
auch Bassaris astuta. La Naturaleza III. p. 2G9.
Job. V. Fischer schildert das Betragen des Paradoxurus
leucomystax Gray in der Gefangenschaft. Das Thier klettert ausge-
zeichnet, seine Lebensweise ist nächtlich, frisst animalische und vege-
tabilische Substanzen. Zool. Garten p. 127.
Ganina. Müller erstattete Bericht über das Auftreten der
Hundswuth in Wien und Umgebung von November 1873 bis Ende
August 1875. Oesterr. Vierteljahrsschrift für wiss. Veterinärkunde
44 p. p. 120.
Herrn, v. Nathusius machte Bemerkungen über die Schädel
der Eskimohunde. Die zweite deutsche Nordpolarfahrt. Wiss. Re-
sultate I p. 175.
Gervais ist der Ansicht, das der Haushund, dessen Varie-
täten er schildert, und der Verschiedenheiten auch in der Lebens-
weise und seinen Neigungen zeigt, welche den Menschen, in deren
Gesellschaft er lebt, entsprechen, nicht eine selbstständige Species
sei, sondern der Repräsentant als Hausthier einiger Arten dieser
Familie. Gervais Journal de Zoologie IV. p. 1.
der Säiigethieie währeud des Jahres 1875. 23
Kawall spricht von einer nackten Hundevarietät, die er Canis
africano-javanicus nennt. Correspondenzblatt des Naturforscher- Ver-
eins zu Riga 21. p. 45.
Sclater hat Canis chama Smith von den Diamantfeldern in
Griqualand West in Proc. zool. soc. p. 81 pl. 17 abbilden lassen.
Derselbe über Canis famelicus Cretschm. (Fennecus dorsalis
Gray) mit Bemerkungen über seine Lebensweise. Er kommt am
Persischen Meerbusen vor. Ib. p. 420.
Vulpes persiCMS Blanford Anuals nat. bist. 16 p. 310 aus Persien.
Feiina. Zip perlen beschreibt den Kampf zwischen einer
Löwin und einem Esel in Cincinnati, in welchem der letztere Sieger
blieb. Zool. Garten p. 189.
Nach der Schilderung einer in der Gefangenschaft gehaltenen
Felis viverrina von Joh. v. Fischer ist diese Katze nur gutmüthig
gegen Bekannte und wenn sie gesättigt ist; die Intelligenz ist eine
massige, Gedächtniss hat sie nur wenig; sie ist reinlich, Nässe ist
ihr zuwider. Sie frisst fast ausschliesslich Fleisch. Zool. Garten
p. 217.
Felis scripta (1870) Milne-Edwards ist Mammiferes du Tibet
p. 341 pl. 47 abgebildet.
Nach Zaddach wurden in den letzten 13 Jahren in der Pro-
vinz Preussen drei Luchse erlegt; der letzte am 20. Januar 1872.
Schriften der phys. ökon. (iesellsch. zu Königsberg XV. Sitzungsber.
p. 6. Vergl. V. D r oste-Hülshoff im vorj. Ber. p. (36,
Auch bei Zips in Ungarn wurde im September 1874 ein Luchs
erlegt. Zool. Garten p. 75.
Hart mann machte eine Mittheilung über die bekannten re-
centen Arten der Gattung Ilyaeua, und stellte das baldige Erscheinen
einer selbstständigen Arbeit übet' diesen Gegenstand in Aussicht.
Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde in Berlin p. 66.
Pinnipedia.
V. Roretz schilderte die auf einem Felsen bei St. Francisco
zahlreich lebenden Seehunde. Zool. Garten p. 35.
Peters Hess das Gebiss eines jungen weiblichen Walrosses
abbilden. Die zweite deutsche Nordpoltahrt, wiss. Resultate. I Taf. I.
Turner zeigt an, dass Phoca groenlandica in Morecambe Bay
gefangen wurde. Humphry and Turner Journal of Anatomy 15.
p. 163.
Rodeutia.
Nehring hat bei einer grösseren Zahl von Nagethiereu die
Länge und Lage der Schneidezahnalveolen verglichen, und glaubt
darin ein Mittel gefunden zu haben, die Gattungen und sogar oft
24 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
die Arten der Nager zu bestimmen, so dass bei der Classificirung
dieser Ordnung der Säugethiere die Schneidezähne und ihre Alveolen
eine gewisse Berücksichtigung verdienen. Zeitschr. für die gesamm-
ten Naturwissenschaften 45 p. 217.
Sciurina,. Zipperlen beschreibt den Kampf einer Klapper-
schlange mit einem Eichhörnchen, in welchem das letztere Sieger
blieb. Es biss erst die Klapper ab, dann biss ' die Schlange das
Eichhörnchen in den Schenkel, dass es blutete, worauf denn dieses
die Schlange hinter dem Kopf todt biss. Das Eichhörnchen über-
lebte die Wunde. Zool. Garten p. 316.
Sciurus /w^vzfs Blanford Annais nat. bist. 16 p. 311 aus Persien.
In einem alten Verzeichnisse von Wasastjerna wird ein Sci-
urus Sibiriens als in Oesterbotten vorkommend aufgeführt. Mäklin
hält es nicht für wahrscheinlich, dass dies Sciurus vulgaris oder
Sciuropterus volans hätte sein können ; er denkt auch an Tamias
striatus. Ofversigt Finska Vetensk. Soc. Förhandlingar XVI. p. 77.
Sawger beobachtete, dass die Eichhörnchen (es ist nicht an-
gegeben welche Species) die Nüsse für ihren Wintervorrath nicht in
hohlen Bäumen verbergen, sondern sie einzeln in die Erde vergraben,
weil sonst die Mäuse oder andere Eichhörnchen den Vorrath auffin-
den würden. Sie machen vor jeder Eingrabung einen Sprung, so
dass sie alle in gleichen Entfernungen von einander liegen. Trans-
actions Acad. of St. Louis III. p. CXXXVII.
Allen legte seine Erfahrungen über die Farben Variationen
bei den Nordamerikanischen Eichhörnchen dar, und fügte ein Ver-
zeichniss der amerikanischen Sciuriden hinzu, welche nördlich von
Mexico vorkommen. Er erkennt 5 Arten Sciurus, 1 Sciuropterus,
3 Tamias, 11 Spermophilus, 2 Cynomys und 3 Arctomys an, bei wel-
chen er die zahlreich beschriebenen Arten als Varietäten unterbringt.
Proc. Boston Soc. XVI. p. 276.
Pteromys yunanensis Anderson Annais nat. bist. 16 p. 282
aus Yunan.
Pteromys alborufus Milne-Edwards ist Mammiferes du Ti-
bet p. 298 pl. 45 abgebildet.
lieber den Prairie Dog, Cynomys Ludovicianus, macht Allen
Bemerkungen. Seine Wohnungen verbreiten sich oft über Quadrat-
meilen, und in ihnen leben auch Eulen (Speotyto cunicularia) und
Klapperschlangen, welche den Prairie Dog's nachstellen. Sie sind
übrigens sehr zählebig, lassen sich leicht zähmen u. s. w. Bulletin
Essex Institute VI p. 49.
Johann v. Fischer hat den Arctomys monax Gmel. in der
Gefangenschaft beobachtet. Er schildert ihn als einen trägen Ge-
sellen mit geringer Intelligenz, und dessen Zahmheit nur soweit geht,
dass er Liebkosungen nicht abweist Zool. Garten p. 255.
Arctomys dichrous Anderson Annais nat. bist. 16 p. 283 aus
dem Norden von Kabul.
der Säugethiere während des Jahres 1875. 25
Arctomys robustus Milne-Edwards (1870) ist Mammiferes
du Tibet p. 309 pl. 47 abgebildet.
Ernst Schauer schildert den Fund junger Perlziesel, etwa
drei Tage alt, in einer drei Fuss unter der Erde befindlichen Höhle,
bei Sokal am Bug. Er wiederholt bei dieser Gelegenheit, dass der
Bobak Backentaschen besitze und daher kein Arctomys, sondern ein
Spermophylus sei. Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien 25 p. 519.
Als ton hat über den Bau der Gattung Anomalurus, nament-
lich Skelet, Gebiss, Coecum, Leber u. s. w. Angaben gemacht. In
Beziehung auf die systematische Stellung erklärt sich Verf. dahin,
dass wenn die Sciurinen als eine Familie der Nagethiere gelten, die
Anomalurinae eine Subfamilie der Sciuridae bilden müssen; wenn
sie aber als eine besondere Section oder Ordnung angenommen wer-
den, denn müssten die Anomaluridae eine eigene Familie derSciuro-
morpha ausmachen. Schliesslicli werden die Arten aufgezählt: Ano-
malurus Fraseri Waterh., Pelii Temm., Beecrofti Fräser, lanigcr
Temm. und fulgens Gray. Letztere Art ist abgebildet. Proc. zool.
soc. p. 88,
Myoxina. Nach Schmidt kommt Myoxus glis auch in Mecklen-
burg vor, und Arndt fügtBemerkungen über die Verbreitung in Meck-
lenburg hinzu. Diese Art soll am Nordende des Schweriner Sees am
häufigsten sein. Archiv des Vereins in Mecklenburg 28 p. 130.
Myoxus pictus Blanford Annais nat. bist. 16 p. 311 aus
Persien.
Aiston erklärte Myoxus coupei F. Cuv., erythrobronchus
Smith und cinerascens Rüppell nach dem Vorgange von Smuts und
Peters für identisch mit Graphiurus murinus, ebenso G. elegans
Ogilly für ein junges Exemplar von G. capensis F. Cuv., so dass diese
Gattung nur zwei wohl begründete Arten enthält. Pro. zool. soc,
p. 317.
Palmipedia. Chatin machte eine Bemerkung über die Weber-
schen Anhänge des Biber, Annales des sc. nat. 1. Article 10,
Pieler machte Einiges aus den Acten der Kurfürstlichen
Regierung zu Arnsberg (1800) bekannt, was sich auf den Ottern-
und Biberfang im Herzogthum Westfalen bezieht. Der letzte Biber
wurde 1840 bei Stockum an der Mohne erschlagen. Jahresbericht
der zoologischen Section des Westfälischen Provinzial- Vereins für
Wissenschaft und Kunst pro 1874 p. 17.
Brunot sah in Western Wyoming Territory, dass die Biber
starke Bäum.e gefällt hatten, einen von 2V2 Fuss Durchmesser, Die
dem Wasser zugekehrte Seite wird immer am tiefsten eingeschnitten,
wenn der Baum ins Wasser fallen kann; nicht so bei entfernter
stehenden Stämmen, die dann mehr für sofortige Nahrung bestimmt
zu sein scheinen. Annual report of the board of regents of the
Smithsonian Institution for the Year 1873. Washington 1874. p. 422.
26 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Coues lieferte eine Abhandlung über die Gattung Geomys und
Thomomys, die eine natürliche Familie Geomyidae (= Subfam. Geo-
myinae Baird = Sciuro-spalacoides Brandt) bilden. Sie sind hamster-
ähnlich, schwer und plump, mit kurzen dicken Beinen, kurzem Schwanz,
sehr kleinen Ohren, kleinen Augen, dickem Kopf und leben unterirdisch;
wogegen die Saccomyidae Springbeine, grosse Ohren und Augen
haben und nicht unterirdisch leben. Beide haben grosse Backen-
taschen, die nicht in den Mund münden, die sie zur Ausfuhr von
Schmutz aus ihren Höhlen benutzen. Verf. beschreibt die bekannten
Arten ausführlich, nämlich Geomys barsarius, tuza, castanops, mexi-
canus, hispidus; Thomomys talpoides, bulbivorus, umbrinus und
clusius n. sp. aus den Rocky Mountains, letztere mit Abbildung. —
In einem Anhange A sind Schädel und Gebiss der Geomyidae be-
schrieben. Der Anhang B bringt eine Schilderung vonGoode über
die Lebensweise von Geomys tuza, die in Florida »Salamander« ge-
nannt wird. Report of Powell's exploration of the Colorado River
Chap. 13 p. 215. Proc. Philadelphia 1875 p. 130.
Coues lieferte eine kritische Revision der Nordamerikanischen
Saccomyidae. Sie haben, wie die Geomyidae nach aussen geöffnete
Backentaschen, unterscheiden sich aber von diesen durch ein mäuse-
artiges Ansehen, während die Geomyidae den Arvicolinen ähneln.
Die Saccomyidae zerfallen in zwei Subfamilien Perognathidinae
Backenzähne mit Wurzeln, obere Schneidezähne comprimirt, gefurcht;
Dipodomyinae Backenzähne ohne Wurzeln, obere Schneidezähne
comprimirt, gefurcht. Eine dritte Subfarailie ist wahrscheinlich die
der Saccomyinae Backenzähne mit Wurzein, obere Schneidezähne
breit, glatt. Zu den Perognathidinen gehört Perognathus Maxim,
mit 4 Arten, dahin wahrscheinlich auch Abrorays Gray, und Crice-
todipus Baird mit 2 Arten; zu den Dipodomyinae die Gatt. Dipo-
domys Gray mit 2 Arten. Proc. Philadelphia 1875 p. 272.
Marina. Coues lieferte Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 173
eine Synopsis der nordamerikanischen , Muridae. Er unterscheidet
zwei Subfamilien: 1. Murinae Backenzähne mit Wurzeln, höckerig,
mit gekerbter Peripherie; Wurzel des unteren Schneidezahns bildet
eine Protuberanz an der Aussenseite des Kiefers an dem Einschnitt
zwischen dem Condylus und dem Kronfortsatz ; der Winkel-Fortsatz
des Unterkiefers eine breite flache Platte, ganz unter der Ebene der
Backenzähne; vordere Wurzel des Jochbeins tief gekerbt am Prae-
orbital-Loch ; Gaumen fast eben. a. Mures, Backenzähne mit drei
Höckern in Querreihen, Sohle nackt. Gatt. Mus mit 4 Arten, alle
aus der alten Welt eingeführt, b. Sigmodontes, Backenzähne mit
zwei Höckern in Querreihen, Sohle meist behaart. Gatt. Neotoma
Say mit 4 Arten, Sigmodon Say mit 1 Art, Hesperomys Waterh. mit
3 Untergattungen (6 Vesperimus, V. melanoplirys n. sp., 2 Onycho-
mys, 0. iornVZws n. sp. von Arizona, 1 Oryzomys), Ochetodonvi. gQu.
der Sängethiere während des Jahres 1875. 27
klein. Schädel wie bei Vesperimus, Kronfortsatz nicht so weit reichend
wie der Condylus, Schwanz von Länge des Kopfes und Rumpfes,
obere Schneidezähne gefurcht, vordere obere Backenzähne mit vier
Wurzeln, mit 5 Arten. 2. ^rv^coZmae Backenzähne ohne Wurzeln,
prismatisch mit gesägter Peripherie und flacher Krone, Wurzel des
unteren Schneidezahns bildet eine Protuberanz an der Innenseite
des Kiefers an dem Einschnitt zwischen dem Condylus und dem Winkel-
fortsatz, Winkelfortsatz des Unterkiefers hakig, die Ebene der Baken-
zähne erreichend, Kronfortsatz ein langer kräftiger Haken, die vordere
Wurzel des Jochbeins nicht deutlich gekerbt, Gaumen hoch gewölbt.
Gatt. Erotomys n. gen. Backenzähne mit Wurzel, Kronfortsatz
nicht so weit reichend wie der Condylus, der knöcherne Gaumen
endigt in einer graden flachen Platte unter den mittleren Backzähnen,
bildet den Uebergang zwischen beiden Unterfamilien, Typus Mus
rutilus Pall., Arvicola Lac. mit 4 Untergattungen (3 Myonomes, 1
Chilotus, 1 Pedomys, 1 Petymys), Synaptomys Baird mit 1 Art, My-
odes Pall. mit 1 Art, Cuniculus Wagl. mit 1 Art, Fiber Cuv. mit
1 Art.
Referent erhielt aus den Gebäuden der Poppelsdorfer land-
wirthschaftlicben Academie drei Ratten, welche sich als die echte
Hausratte (Mus rattus) erkennen Hessen. Sitzungsber. der nieder-
rheinischen Gesellschaft in Bonn p. 76.
Hall er erzählt, dass eine Ratte, Mus decumanus, eine Kröte
und einige Tritonen aus seinem Aquarium gefressen habe. Zool.
Garten p. 188.
Mus erythronotus Blanford Annais nat. bist. 16 p. 311. aus
Persien.
Bei A. M ilne-Edwards Mammiferes du Tibet sind abgebildet
Mus confucianus (1871) pl. 41 Fig. 2, Chevrieri pl. 40 Fig. 2, flavi-
pes (1871) pl. 42 Fig. 1, griseipectus (1871) pl. 42, Fig. 2, ouang-
Thomae (1871) pl. 40 Fig. 3, pygmaeus pl. 43 Fig. 1.
Rhizomys vestitus (1871) Milne-Edwards ist ib. pl. 46 ab-
gebildet und ausführlich beschrieben.
Brachytarsomys n. gen. Günther Proc. Zool. soc. p. 79
von Nesomys Peters durch die viel kürzeren Beine und den Schädel-
bau verschieden. Oberlippe mit mittlerer Furche, aber nicht ge-
spalten; Schnauze ziemlich kurz, Ohren kurz, Augen klein, ßarthaare in
5 Reihen; Pelz dicht, v/öllig ; Schwanz lang, geringelt, sparsam behaart;
vier Finger mit rudimentärem Daumenhöcker, fünf Zehen, die fünfte
etwas kürzer als die vierte: Fuss kürzer als der Unterschenkel.
B. albicauda von Madagaskar. Proc. Zool. soc. p. 79, pl. 16. Schädel
und Gebiss in Holzschnitt.
Jeitteles erlangte bei Wien kurzöhrige Wühlmäuse. Es
scheint ihm, dass Arvicola subterraneus, Savii und fulvus nur For-
men einer und derselben Art wären, die man wohl am besten als
28 Trosohel : Bericht üb. d. Leistungeu iu d. Naturgeschichte
subterraneus bezeichnet. Demnach leben kurzöhrige Erdmäuse in
ganz Mitteleuropa, von den westlichen Karpathen bis zur Rhein-
mündung und bis in die Pyrenäen hinein, ebenso in ganz Italien.
Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien 25 p. 555.
Winge fing bei Copenhagen eine Wühlmaus, welche am
oberen Backzahn jeder Seite vier Felder hatte, sonst aber ganz mit
Arvicola agrestis nach der Blasius'schen Beschreibung überein-
stimmte. Unter 430 Schädeln waren mindestens 5°/o, welche den
üebergang zu Arvicola arvalis bildeten. Diese Uebergangsformen
lassen die specifische Differenz zwischen agrestis und campestris
Blas, verschwinden. Deshalb seien auch die Unterabtheilungen Pra-
ticola und Sj'^lvicola von Fatio nicht haltbar, und die Abtheilung
Agricola von Blasius müsse in die Abtheilung Arvicola eingehen,
da auch die Gestalt des Os interparietale nicht constant sei. Vi-
densk. Meddelelser Nat. Forening i Kj(j)benhavn 1875. p. 237,
Agricola melanogaster A. Milne-Edwards (1871) ist Mam-
miferes du Tibet p. 284 pl. 44 abgebildet.
Die irrthümliche Angabe v. Nordmanns, dass Hypudaeus
rutilus in Tornea Lappmark vorkomme, erklärt Mäklin durch den
Schreibfehler rutilus anstatt rufo-canus. Öfversigt Finska Vetensk.
Soc. Förhandlingar XVI. p. 78.
Gerbillus persicus aus Persien und nanus aus ßeludschistan
Blanford Annais nat. bist. 16. p. 312.
Dasymys n. gen. Peters Berliner Monatsber. p. 12. Dentes
primores laevigati, inclusi; molares utrinque terni complicati et
amellosi; labrum fissum; auriculae exsertae, mediocres, pilosae;
cauda elongata; squamata, annulata, raropilosa; palraae digitis 4
Icum Verruca hallucari, plantae digitis 5. D. Gueinzii von Port Natal.
Thier und Schädel sind auf zwei Tafeln abgebildet.
Chapman fand am Hinterschenkel von Fiber zibethicus, dass
die Sehnen des tibialis anticus, extensor proprius hallucis und ex-
tensor longus digitorum durch eine Furche in der tibia und unter
einem kleinen Knochen-Fortsatz hindurchgehen. Der extensor lon-
gus digitorum wird durch einen weiteren Fortsatz niedergehalten.
Diese Vorrichtunrr scheint die Extension des Fusses zu begünstigen
und ist offenbar dem Thiere beim Schwimmen nützlich. Proc. Acad.
Philadelphia 1874 p. 13.
Macropoda. D^pwsio/ifcMsi Blanford Annais nat. bist. 16 p. 312
aus Mesopotamien.
Orycterina. Peters sagt, dass, im Falle Nelomys pictus Pic-
tet und Lasiuromys villosus Deville in allen Gattungsmerkmalen mit
den von Wagner beschriebenen Arten von Isothrix übereinstimmen,
der spätere Name Lasiuromys dem älteren weichen müsste; jeden-
falls ständen aber diese Arten den Loncheres so nahe, dass sie
der Säugethiere während des Jahres 1875. 29
höchstens als eine Untergattung dieser letzteren betrachtet werden
können, wie dies auch von Waterhouse geschehen ist. Berliner Mo-
natsber. p. 119.
Leporina. Allen gab eine Synopsis der Amerikanischen
Leporiden. Er reducirt sie auf 8 Arten. I. Schädel oben mehr ge-
wölbt, halb so breit wie lang, Postorbitalfortsatz nicht mit dem
Schädel verschmolzen, Nasenbeine von mittlerer Länge, gleich vier
Fünftel der Schädelbreite, A. Hinterfüsse länger als der Kopf,
Postarbitalfortsätze divergirend, hinten nicht in Contact mit dem
Schädel, Pelz im Winter weiss. L. timidus, campestris, americanus.
B. Hinterfüsse nicht länger als der Kopf, Postorbitalfortsätze con-
vergirend, häufig in Contact mit dem Schädel, aber nur selten ver-
wachsen, Pelz niemals weiss. L. sylvaticus, Trowbridgei, brasilien-
sis. II. Schädel oben weniger convex, viel weniger breit als die
halbe Länge, Länge der Nasenbeine mehr als vier Fünftel der
Schädellänge, Ohren und Hinterfüsse länger als der Kopf, Postorbi-
talfortsätze convergirend, hinten den Schädel berührend. Pelz nie-
mals weiss, Schwanz lang, oben schwarz bis auf den Rumpf. A.
Unterkiefer gross, massiv, L. callotis. B. Unterkiefer verhältniss-
raässig klein, L. californicus. III. Postorbitalfortsatz mit dem Schädel
verwachsen, Hinterfüsse kurz, Pelz niemals weiss. A. Schädel halb
so breit wie lang. L. palustris. B. Schädel viel schmaler als die halbe
Länge, L. aquaticus. Weiter wird die Synouymie zusammengestellt.
Proc. Boston Soc. 17. p. 430.
In der zweiten deutschen Nordpolfahrt, wiss. Resultate I.Taf,
II. sind Schädel und (iebiss von Lepus glacialis Leach abgebildet.
Günther hält Lepus pallipes für verschieden von Lepus ti-
betanus, ebenso L. oiostolus Hodgson. Er beschreil)t ferner Lepu^
jpawirewsts von Pamir und yarlandensis von Yarkand als neu Anuals
nat. bist. XVI. p. 228.
Lepus cra.spedotiK Blanf(H-d Anuals nat. bist. 16. p. 313 aus
Gedrosien.
Günther findet die Färbung bei den verschiedenen Species
von Lagomys recht constant, und leicht zu unterscheiden. L. tibe-
tanus sei jedoch mit nepalensis identisch. L. Curzoniae Hodgson
wird beschrieben, und ferner Lagomys ladacensis von Chagra 14000'
üb. M. und X. macrotis von Doba als neu. Anuals nat. bist. XVI.
p. 230
Lagomys tibetanus (1871) Milne-Edvvards ist Mammiferes
du Tibet p. 314 pl. 48 abgebildet, und wird vergleichend mit den
übrigen Arten beschrieben.
Edentata.
Bradypoda. Solger: Zur Anatomie der Faulthiere (Brady-
podes). B^r schliesst sich der Ansicht an, dass in der ganzen Sau-
30 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
gethierreihe bis zum 9. Wirbel incl. die Wirbel gleicher Ordnungs-
zahlen unter einander streng homolog sind, mögen sie bewegliche
Rippen tragen oder nicht. Sonst ist die Arbeit besonders den Ner-
ven gewidmet. Gegenbaur Morphologisches Jahrbuch i. p. 199.
Chapman machte eine kurze Bemerkung über die Wunder-
netze von Bradypus didactylus mit Abbildung. Proc. Acad. Phila-
delphia 1874. p. 95 pl. 13 Fig. 3.
Mackintosh schilderte die Muskelanatomie von Choloepus
didactylus Proc. Royal Irish Acad. 1875 p. 66 mit einer Tafel. —
Dann machte er ib. p. 139 eine kurze Notiz über den Schädel eines
jungen Bradypus gularis.
Vermilinguia. Macalister berichtete über die Anatomie der
insectivoren Edentaten, namentlich über die Muskeln von Myrme-
cophaga jubata und Manis multiscutatus. Transact. Royal Irish Acad.
25. p. 491.
Solidungula.
Gervais bildete den Schädel eines hydrocephalen Füllens
al). Gervais Journal de Zoologie IV. p. 191. pl. 4.
Multungula.
Froboscidea. Watson setzte die Anatomie des Indischen
Elephauten fort. Part, IV. enthält die Muskeln und Blutgefässe des
Gesichts und Kopfes. Ilumphry and Turner Journal of Anatomy
15 p. 118. '
Garrod beschrieb das Hyoidbein von Elephas Indiens. Proc.
zool. soc, p. 365. Beim Elephanten fehlen die seitlichen Zwischen-
elemente des Zungengerüstes und gestatten eine grössere Bewegung
der ZuEgenbasis als bei den Ungulaten.
Chapman berichtete über den Leichenbefund eines in Phila-
delphia gestorbenen Elephanten. Proc. Philadelphia 1875 p. 402.
lieber den Tod des Schönbrunner Elephanten findet sich im
Zool. Garten p. 154 eine Notiz.
Obesa. Ward legte ein Paar grosse untere Eckzähne von
Hippopotamus vor, die 30 und 31 Zoll lang waren und zusammen
15 Pfund wogen. Proc. zool. soc. p. 381.
Setigera. Sus moupinensis Milne-Edwards ist Mammiferes
du Tibet p. 377 pl. 80, 81 abgebildet.
J. E. Gray charakterisirt die drei Arten der Gattung Pota-
mochoerus, nämlich P. africanus von Süd- und Centralafrica, Ed-
wardsii von Madagaskar und porcus von Westafrica, hauptsächlich
nach den Schädeln. Annais nat. bist. XV. p. 45.
der Säugethiere während des Jahres 1875. 31
Anisodactyla. Paul und Henri Gervais fanden, dass die
grossen Papillen im Darme des Rhinoceros aus 500 bis 600 Zotten
bestehen, und zeigten damit, dass auch diese Thiere nicht von der
allgemeinen Regel abweichen. Comptes rendus 81 p, 488; Revue et
mag. de Zoologie p. LVI. Gervais Journal de Zoologie IV. p. 465
mit 2 Tafeln.
George hat eine ausgedehnte Monographie der Gattung
Hyrax geliefert. Annales des sc. nat. I. Article 9, 260 Seiten. Nach
einer ausführlichen Anatomie spricht sich Verf. über die natürliche
Stellung im System dahin aus, dass diese Gattung eine von allen
übrigen Ordnungen völlig getrennte Stellung einnehmen müsse.
Was die Classification betrifft, so verwirft er Gray's Gattung Eu-
hyrax, die nur eine Varietät von H. habessinicus sei. Er erkennt
nur zwei Genera an. 1. Hyrax mit drei Arten, H. capensis mit
schwarzem Rückenfleck, H. habessinicus und syriacus mit gelbem
Rückenfleck, 2. Dendrolupax, worin er sich vorbehält, ob eine oder
mehrere Species anzunehmen seien.
Turner untersuchte von Neuem die Placeuta von Hyrax,
um den Widerspruch zv^'ichen den Angaben Home's. Owen's, Hux-
ley's und Milne-Edwards zu entscheiden. Er fand, dass Hyrax
zwar mit Felis in Form und Bau der Placenta und in der Gegen-
wart einer grossen Allantois übereinstimmt, dass er sich jedoch in
Betreff der Nabelblase unterscheidet, die bei Felis während der
Üterinschwangerschaft persistirt, bei Hyrax aber früher verschwindet.
Proc. Royal Soc. 24 p. 151.
Ruminantia.
Tylopoda. Im Staate Nevada in den Vereinigten Staaten sind
Kameele acclimatisirt, die zum Transport des Salzes verwendet
werden. Zool. Garten p. 115.
Devexa. Chapman fand die inneren Organe der Giraffe, wie
sie Owen beschrieben hat; nur den Ursprung der grossen Blutgefässe
von der Aorta fand er anders. Die Gallenblase fehlte bei dem unter-
suchten Exemplar. Proc. Philadelphia 1875 p. 401.
Cervina. Caton, lieber den Bau und das Abwerfen der Ge-
weihe der Hirsche. American. Naturalist VIII. p. 348.
Gervais, üeber das Rennthier der vorhistorischen Zeit.
Auszug aus dem Dictionnaire encyclopedique des sciences medicales
III. p. 391; Gervais, Journal de zoologie IV. p. 390.
Brehra hat nach den Erfahrungen in den Ibenhorster Forsten
die Lebensweise des Elenn, Alces palmatus, geschildert. Zool. Garten
p. 140 und 177.
Brooke beschrieb eine neue Art Cervus {Dama) mesopota-
mica aus Mesopotamien mit Abbildung und vergleicht sie mit Dama
vulgaris. Proc. Zool. soc. p. 261 pl. 38.
32 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Brehm erzählt, dass die Einbürgerung des Virginiahirsches
im Wildpark des Grafen Breuner bei Grafenegg, unweit Krems
an der Donau gelungen sei. Zool. Garten p. 393.
Veranlasst durch eine Mittheilung von Ree d über den Huemul,
Cervus chilensis Gay et Gerv, stellte Sclater die neuere Synonymie
von Cervus chilensis, antisiensis und peruvianus zusammen. Proc.
Zool. soc. p. 44. — Burmeister äusserte sich in unserem Archiv
p. 19 über den Equus bisulcus Molina's.
Mackintosh über die Myologie des Cervulus Muntjak und
des Tragulus Stanleyanus Proceed. D abiin üniversity biological
assotiation I. p. 7.
Sclater theilt mit, dass im Zoologischen Garten zu London
vier Arten von Cervulus leben, nämlich C. muntjac, Sclateri,
Reevesi und micrurus n. sp. von Formosa. Die beiden letzteren
sind pl. 51 abgebildet. Proc. Zool. soc. p. 42L
Cervulus lacrimans A. Milne-Edwards (1871) ist Mammi-
feres du Tibet p. 348 pl. 63 abgebildet.
Ebenso Cervus (Elaphodus) cephalophus Milne-Edwards (1871)
ib. p. 353 pl. 65.
Flower erläuterte die Anatomie des Moschusthieres, Moschus
moschiferus. durch Holzschnitte. Was die systematische Stellung be-
trifft, so gehört die Gattung Moschus zu dem Stamm, welcher nach
Wegnahme der Tylopoda und Tragulina von den Selenodonten Ar-
tiodactyla übrig bleibt, und welcher durch fortgesetzte Modificatiouen
der Placcnta, des Magens und anderer Organe die Pecora hervor-
gebracht hat. Von diesem Stamm ist sie eine niedere und wenig
specialisirte Form, der die charakteristischen Eigenthümlichkeiten
der Bovidae, Giraffidae oder Cervidae fehlen, und die wahrschein-
lich von dem Stamm entsi)rang, bevor eine dieser Formen sich aus-
gebildet hatte. Proc. zool. soc. p. 159—190. Vergl. auch Gervais
Journal de Zoologie IV. p. 409.
Gavicornia. Gervais bildete den Schädel von Mazama Ame-
ricana ab. Das Thier gehört entschieden zu den Antilopen und
zwar in die Gruppe der Rupicapra. Voyages a la cote nord-ouest de
l'Amerique par Pinart. 1. p. 49. pl. D. Vergl. auch Gervais Jour-
nal de Zoologie IV. p. 263,
Bei Milne-Edwards, Mammiferes du Tibet, sind Antilope
(Naemorhedus) grißea, cinerea und Edwardsii p. 361. pl. 70—73 ab-
gebildet.
Ebenso Budorcas taxicola var. tibetana Hodgs. (1850) ib. p.
367 pl. 74—79.
Danford stellte die verschiedenen Angaben, namentlich der
älteren Schriftsteller über Capra aegagrus Gm. zusammen. Er neigt
zu der Ansicht, dass diese wilde Art nicht allein als Stammvater
der Hausziege anzunehmen sei. sondern dass auch andere Arten,
der Säugethiere während des Jahres 1875. B3
namentlich Steinböcke Antheil genommen hatten. Zu einem sicheren
Resultat ist er jedoch nicht gelangt. Proc. Zool. soc. p. 458.
Hume glaubt zwei Gehörne seiner Sammlung für neue Arten
halten zu dürfen, und nennt sie Capra Jerdoni und Capra Blythi,
aus dem nördlichen Indien. Beschrieben sind sie nicht. Proceedings
Asiat. Soc. of Bengal 1874 p. 240.
Von Brehm erfahren wir, dass die Absicht, die Alpen des
Salzkammergutes wieder mit Steinböcken zu bevölkern, guten Erfolg
verspricht, da man von den ausgesetzten Thieren und deren Ver-
mehrung Kunde bekommen hat. Zool. Garten p. 392.
Biddulph hält das Schaf, welches Stoliczka als Ovis Polii
abbilden liess (vergl. vorj. Bericht p. 74), und welches in Thien-Shan
vorkommt, für eigene Art. Proc. Zool. soc. p. 157. — um diese
Frage zur Entscheidung zu bringen, haben Victor Brooke und
Basil Brooke alles studirt, was von dem grossen Argali-Schaf
Centralasiens bekannt ist, um die Species von Thian-Shan zu be-
stimmen und um über die verwandten Arten ins Reine zu kommen.
Sie geben zunächst einen Auszug aus Severtzoff's russischer Abhand-
lung in den Abhandlungen der Moskauer Gesellschaft Vol. VIII.
1873, und beschreiben danach Ovis Kareleni, poli, Heinsi und niori-
montana, die in Turkistan leben, und Ovis ammon, Hodgsonii, Broo-
kii und nivicola. Er nimmt als Entstehungsort für die Argali's
die grosse Bergkette, welche die Wasserscheide zwischen Indien und
Centralasien bildet, und bildet folgende Reihenfolge: Ovis poli Pamir,
Ovis Karelini Thian-Shau ostwärts bis Tengri Khan, Ovis ammon
Altai von Tengri Khan bis zum Baikal-See östlich und südlich bis
zu den Quellen des Hoang-ho und Yang-se-kiang, Ovis hodgsoni Ne-
paul und Klein -Tibet. In Beziehung auf 0. Brookei, Heinsi und
nigromontana kann noch keine Conjectur gemacht werden. Ovis
nivicola von dem Stanovoi-Gebirge und Ovis montana von Nord-
amerika sind nach ihrer Verbreitung die isolirteston Formen und
unterscheiden sich durch gemeinschaftliche Charaktere von allen
andern Arten; sie sind ihm die Ausläufer der Gruppe, die ihren Ge-
burtsort im Himalaya hat. Diese Hypothese wird gestützt durch die
Verbreitung der kleineren Schafe. Ovis musimon von Corsica und
Sardinien und Ovis ophion von Cypern sind nahe verwandt mit
Ovis Gmelini (= 0. orientalis) von Kleinasien ; Ovis Gmelini ähnelt sehr
Ovis vignei von Ladak. Die Schafe mit scharf dreikantigen Hörnern,
von denen Ovis cycloceras der Typus ist, verbreiten sich von den
Gebirgen des südlichen Persiens und Beluchistans durch die Suli-
mani und Salz-Gegenden bis nach Nord-Tibet. Proc. Zool. soc.
p. 509.
Petzholdt sah in Turkestan einen Schädel von Ovis Polii,
dessen Ilörnerspitzen 6' 6" Abstand hatten Correspondenzbl. des
Naturf. Vereins zu Riga 21. p. 30.
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. Bd. 2. C
34 Troscliel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ovis nahoor Hodgs. ist von Milne- Edwards Maramiferes
du Tibet p. 357 pl. 68 abgebildet.
Hermann v. Nathusius hat einen Aufsatz über Schädel-
form des Rindes in den Landwirthschaftlichen Jahrbüchern IV. p.
441 veröfientlicht, in denen er namentlich zwei männliche Schädel
der Shorthorn-Rasse beschreibt und vergleicht.
Rütimeyer hat an ein Ilorn, welches im Alluvium bei Dan-
zig gefunden war, Bemerkungen über die Formgrenzen in der Gruppe
der Rinder angefügt. Er bestimmte das Hörn als einem Büffel an-
gehörig, und schliesst, dass er dem Genus Bubalus ein Anrecht auf
Bürgerschaft in der Quaternärzeit von Europa zuschreibt. Verhandl.
naturf. Ges. in Basel VI. p. 320.
Brooke hat seit seiner Abhandlung über Bos pumilus (vergl.
Ber. üb. d. J. 1873 p. 140) vermehrtes Material untersuchen können.
Er bleibt bei seiner Ansicht, dass Bubalus brachyceros Gray, re-
ciinis und planiceros Blyth zu Bos pumilus Turton gehören, nimmt
jedoch B. centralis Gray und seine stirps orientalis als verschiedene
Art an, die er aequinoctialis nennt, und erkennt als dritte Art B.
caflfer Sparm. an, Erstere Art lebt in Westafrica, dem westlichen
äquatorialen und in dem nördlichen centralen Africa, die zweite
im nordöstlichen Africa, und die letztere in Südafrica. Proc. Zool.
soc. p. 454.
Natantia.
Sirenia. C hapman fügte der Abhandlung vonMurie (1872) einige
Ergänzungen über die Anatomie des Manati, Manatus americanus,
hinzu. Er betrachtet die Sirenen als eine eigene von den Cetaceen
zu trennende Ordnung. Er untersuchte zwei männliche Exemplare
von 6 und GV? Fuss Länge. Ausser den anatomischen Bemerkungen
schildert er auch die Lebensweise, soweit sie in der Gefangenschaft
beobachtet werden konnte. Bei der Nahrangseinnahme helfen die
Bartborsten, die Thiere fressen viel Wasserpflanzen, z. B. an einem
Tage 21 Pfund Valisneria spiralis. Sie wurden bald ziemlich zahm.
Proc. Philadelphia 1875 p. 452.
Wilder beschrieb den Fötus eines Manati von 2 V4 Zoll Länge,
so wie den Foetus eines Cetaceen. vermuthlich Megaptera, ebenso
lang, ersteren aus dem Maraßon in Peru, letzteren von Chili. Der
Kopf des Manati ist stark auf die Brust herabgebogen und der
Schwanz bildet einen rechten Winkel mit dem Rumpf; das Ansehen
des Kopfes und Gesichts gleicht mehr einem Hufthiere als einem
Cetaceen, so dass der Embryo einer niederen Form dem Erwachsenen
einer höheren ähnlich ist. Verf. sieht darin ein Beispiel eines all-
gemeinereu Gesetzes, dass die Jungen der Thiere ihren Vorältern
der Säugethiere während des Jahres 1875. 35
ähneln, und dass diese rückschreitende Metamorphose auf eine gleiche
rückschreitende Entwickelung der Sirenen von früheren Hufthieren
hindeutet. Diese Anschauung werde auch durch die geologische
Aufeinanderfolge der Sirenenformen bestätigt. Die Bestimmung der
Verwandtschaften der Sirenen sei wahrscheinlich durch das Studium
der Gehirne und Embryonen eher zu erlangen als durch genaue
osteologische Vergleichung. Proc. Boston soc. April 1875; Amer.
Journal of sc. and arts X. p. 105, pl. VIII.
Cetacea. Die Schrift von Giglioli über die Cetaceen, welche
auf der Reise um die Erde auf der Corvette Magenta von 1865 bis
1868 beobachtet wurden, Neapel 1874 ist mir nicht zugänglich ge-
worden. Nach einer Anzeige in Gervais Journal de Zoologie IV
p. 109 beschäftigt sich dieselbe mit P^ubalaena antipodum Gray,
Megaptera Kuzira, Poescopia Lalandii, Physalus Quoyi, Sihhaldius
alba n. sp., Amphiptera pacifica n. sp., Pontoporia Blaiuvillei Gerv.,
Steno plumbeus Dussum., Delphinus delphis L., coerulescens Gigl.,
fraenatus Duss., crucigcr Q. et G., bivittatus Less., Delphinapterus
leucorhamphus Peron, Phocaona communis und Neomeris melas Schi,
Abgebildet sind Poescopia Lalandii und die beiden neuen Arten.
II(])st schrieb über den Walfischfang l)ei den Faröern. Den
Hauptgegenstand eines regelmässigen und wichtigen Fanges bilden
nur Delphinus globiceps Cuv. und Hyperoodon rostratus Lac, der
Fang anderer Arten wird mehr als zufällig angesehen. Das Ver-
zeichniss der seit dem Jahr 1825 bis 1875 erlegten D. globiceps
weist als geringste Zahl 323 im Jahr 1857, als höchste 3143 im
Jahr 1843 nach; die Zahl der erlangten Döglinge ist viel geringer,
die höchste Zahl war 7 im Jahr 1853. Von anderen Zahnwalen
kommen vor Delphinus delphis, Phocaena communis, Grampus orca,
von Bartenwalen finden sich Balaenoptera laticeps Gray und ros-
trata Kroyer, Megaptera longimana Gray, Balaenoptera musculus
und einige andere, die Verf. nicht so sicher bestimmen konnte.
Nordisk Tidsskrift for fiskeri IL p. 313.
Hutton beschreibt Tursio metis Gray von Neu-Seeland mit
einer Abbildung in Holzschnitt, Annais nat. bist. 16 p. 357.
Ilector über Delphinus Forsteri. Transact. and Proc. of New.
Zealand Institute VI. p. 85.
Van Bambeke zeigte den Fang eines Delphinus truncatus
Mont. bei La Panne an. Es war ein männliches Exemplar von 2^4 Mt.
Bulletins de l'acad. de Belgique 39 p. 14.
Putnam zeigte an, dass Osgood im October 1873 einen
Globiocephaliis in dem Hafen von Salem geschossen habe, der unter
dem Namen G. intermedius Harl. geht, aber mit dem europäischen
G. melas übereinstimmt. Bulletin Essex Institute VI. p. 22.
J. E. Gray, beschrieb einen Delphinschädel aus der Südsee
als neue Art Feresa attemiata und unterscheidet die beiden Arten
3G Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
F. attenuata und intei'media. Journal des Museum GodefFroy VIII.
p. 52 mit Abbildung,
Van Beneden beschreibt die Gehörkapsel eines Wallfisches
von Japan (Balaena japouica), mit Abbildung, zugleich mit einer
Coronula reginae gleichfalls von Japan, und Verf. meint, die Cirri-
pedien würden zur Unterscheidung der Species der Balänen beitragen
können, da jede Art seine eigenthümlichen Cirripedien führe. Auch
den Barten schreibt Verf, eine grosse Wichtigkeit für Unterschei-
dung der Species zu, indem die Bearbeiter sie ebensowohl unter-
scheiden, wie der Tischler die Tanne und die Buche, Er spricht
von vier Sorten aus dem nördlichen Pacifischen Ocean, wonach er
die Wallfische von Groenland, Spitzbergen und aus der Behrings-
strasse für dieselbe Art hält, während der Wailfisch von Japan eine
eigene Art ist, die auch in das Ochotzkische Meer geht; die dritte
Sorte hat alle Eigenschaften der Balaenoptera Sibbaldii aus dem
nördlichen Atlantischen Ocean, die vierte kommt von Rhachianectes,
den die Wallfischfänger Devilfish genannt haben. Bulletin de
l'Academie de Belgique 41. Januar 1875.
Cope zeigte den Fang einer jungen Balaena cisarctica im
Raritan River bei South Amboy am 30. Mai 1874 an. Das Thier
war 48 Fuss lang und hatte 245 Fischbein platten. Proc. Acad. Phila-
delphia 1874 p. 89.
G. C. Sars bildete ein Exemplar von Balaenoptera Gray,
gefangen bei Vadsoe, ab und beschrieb dasselbe. Es war etwa 60
Fuss lang, und ein trächtiges Weibchen, und das Junge maass 9 Fuss
7 Zoll. Ausserdem sollen noch vier Arten Bartenwale an den
Küsten von Finmarken vorkommen : Megaptera boops, Balaenoptera
laticeps, Balaenoptera musculus und Balaenoptera rostrata. Christi-
ania Vid. Selsk. Forhandlinger for 1874.
Zaddach zeigte die Erlegung eines Finnfisches von 35 Fuss
Länge am 24. August 1874 bei Danzig ai;i. Schriften der psys, ökon.
Gesellsch. zu Königsberg. XV. Sitzungsber. p, 23. Er beschrieb den-
selben mit Abbildung als Balaenoptera musculus in unserem Archiv
p, 338.
Van Ben eden theiUe die Beschreibung von Balaenoptera Sib-
baldii nach dem Tagebuche von Finsch mit, der bei dem Fange
mehrerer Exemplare bei Vadsö im Jahr 1873 zugegen v/ar. Die
Erlegung der Thiere geschah durch die Bomben-Lanzen-Harpunen
des Herrn Foyn, und es wurden ein Männchen und zwei Weibchen
erlegt. Die letzteren trugen Foetus von je sechs und vier Fuss
Länge. Bulletius de l'Acad. de Belgique 39 p. 853—870 mit einer
Abbildung.
Van Beneden erklärt den Schädel eines Walfisches, der bei
der Insel Sylt aus der Tiefe des Meeres hervorgezogen wurde, für
der Säugethiere währeod des Jahres 1875. 37
einem lebenden Thiere, und zwar der Balaenoptera rostrata, ange-
hörig. Gervais, Journal de Zoologie IV. p. 184.
Marsupialia.
Scandentia. Peters stellte zwei neue Beutelthiere aus Neu-
Guinea auf: Dasycercus {Chaetocercus) Braynii und Phalangista {Dis-
trechurus) pennata. Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde zu Ber-
lin p. 73.
Macropoda. Garrod beschrieb ausführlich und mit Berück-
sichtigung der anatomischen Verhältnisse den Halmaturus luctuosus
d'Albertis, und erkannte, dass diese Art zur Gattung Dorcopsis
gehöre. Er bringt die Familie Macropodidae in folgende Ueber-
sicht: 1. Subfaniilie Macr opodinae, der Oesophagus tritt in
den Magen nahe der Cardia, ein Spigelscher Lappen an der Leber,
keine scitiiclicn Längsbänder am Blinddarm, wenn er kurz ist, Ra-
dius von normaler Gestalt, 1. Macropm, die Praemolaren niemals
viel grösser als der erste Molaro, ein charakteristischea Backzahn-
Muster, Magen nur schwach mit digestivem Epithelium überzogen,
tlas Haar am Nacken nach hinten gerichtet; Australien, Tasmania,
Arn und Ke-Inseln. Gatt. Macropiis, Halmaturus, Pctrogale, Lagor-
chcstes. 2. Dorcopsis, die Praemolaren gross, mit einem charakteris-
tischen Backzabu-Muster, wenig anders als bei Macropus; Magen
mehrentheils mit digestivem Epithelium überzogen, das Haar des
Nackens nach vorn goriclitet; Neu Guinea und Mysol. Gatt. Dor-
copsis mit kurzen Vorderbeinen, Dcndrolagus, Protemnodon, Sthe-
uurus mit viel längeren Vorderbeinen. 2. Subfamilie Hypsiprym-
ninac. Der Oesophagus tritt in den Magen nahe dem Pylorus, kein
Spigel'scher Lappen an der Leber, seitliche Längsbänder am kurzen
Blinddarm, Radius flach und breit, ein charakteristisches Backzahn-
muster, die Vorderzähne stark abwärts gebogen wie bei den Nage-
thieren; Australien und Tasmania. Gatt. Hypsiprymnus, Bettongia
und Aopyprymnus (Bettongia rufesccns). Proc. Zool. soc. p. 48.
Monotremata.
Durand macht eine Replik gegen Martins in Betreflf seiner
Vergleichung des Vorderarms der Echidua mit dem Menschen. Ann.
des sc. nat. L Article 4. Darauf erwidert Martins ib. U. Art. 1 bis.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1875.
Von
Troschel,
Von der Abtheilung der Amphibien in Bronn's
Klassen und Ordnungen des Thierreichs, welclae Hoff-
mann bearbeitet, sind bisher 11 Lieferungen erschienen.
In ihnen sind die Knochenlehre, Muskulatur, Nerven mit den
Sinnesorganen abgehandelt.
V. Marschall's Nomenciator zoologicus enthält
p. 41 — 59 die Reptilien.
In Neumayer's Anleitung zu wissenschaftlichen Be-
obachtungen auf Reisen, mit besonderer Rücksicht auf die
Bedürfnisse der kaiserlichen Marino. Berlin 1875 hat Gün-
ther p. 389—402 einen Abschnitt über das Sammeln von
Reptilien und Fischen bearbeitet.
Tom es über die Entwicklung der Zähne bei Batra-
chiern, Schlangen und Eidechsen. Proc. Royal Soc. Dec.
1874; Annais nat. bist. 15 p. 153. — Die vollständige Ab-
handlung über die Entwicklung der Zähne von Triton
cristatus, Rana, Anguis fragilis und Lacerta viridis erschien
Philos. Transact. of the Royal Soc. of London Vol. 165
Part. I. p. 285 mit zwei Tafeln, und die über den Bau
und die Entwickelung der Zähne der Ophidier ib. p. 297
mit einer Tafel.
Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie während d. Jahres 1875, 39
Seeley stellte eine Vergleichung der Knochen der
typischen lebenden Reptilien mit den Knochen anderer
Thiere an. Er suchte die Aehnlichkeiten der Crocodile,
mit denen der Säugethiere, Vögel, Chamäleons, Lacerten,
Rhynchocephalen, Ophidiern und Urodelen auf, und ähn-
lich die der Chelonier, der Eidechsen und der Schlangen.
Auf die Einzelheiten können wir hier nicht eingehen. Jour-
nal of the Linnean Society XII p. 155.
Solger, Beiträge zur Kenntniss der Nasenwandung
und besonders der Xasenmuscheln der Reptilien. Verf. be-
stätigt den von Gegenbaur aufgestellten Satz, dass den
Crocodiliern nur eine einzige Muschel (die innere Riecb-
muschel Rathke's) zukomme; und zeigt, dass der von
Leydig bei den einheimischen Sauriern als Vorhöhle
unterschiedene Abschnitt der Nasenhöhle sich mehr oder
minder scharf markirt auch bei einer Reihe ausländischer
Saurier finde. Gegenbaur, Morphologisches Jahrbuch I.
p. 467. Taf. XVI.
Ftirbringer setzte seine Untersuchungen über die
vergleichende Anatomie der Schultermuskeln fort, und be-
handelt als viertes Kapitel die Saurier und Crocodile. Taf.
23 enthält die Nerven für die Schultermuskeln, Taf. 24 und
25 die Schultermuskeln von Uromastix spinipes, 26 und
27 die von Crocodilus acutus. Gegenbaur Morphologi-
sches Jahrbuch, eine Zeitschrift für Anatomie und Ent-
wickelungsgeschichte. L p. 636 — 816.
Fritz Meyer hat solche in die Bauchhöhle mündende
Trichter des Urogenitalsystcms, wie sie Semper bei den
Plagiostomen entdeckt hatte, auch bei den Amphibien ge-
iunden und zweifelt nicht, dass sie bei sämmtlichen Thieren
dieser Klasse vorkommen. Das Resultat seiner Unter-
suchungen weicht von dem Semperas ab. Sitzungsber.
Ges. zu Leipzig IL p. 38.
Europa. Als Beitrag zur Schlangenfauna des Gross-
herzogthums Baden fügt Weber die Vipera aspis Var. Redii
hinzu, so dass daselbst fünf Arten vorkommen: Coluber
flavescens, Coronella laevis, Tropidonotus natrix, Vipera
aspis und Pelias berus. 37, Jahresbericht des Mannheimer
Vereins für Naturkunde. 1871 p. 45.
40 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
K n au e r , Die Reptilien und Amphibien Nieder-Oester-
reichs, eine faunistische Skizze. Wien 1875. Hiernach
kommen vor: 4 Lacerta, 1 Pseudopus, 1 Anguis; 1 Coro-
nella, 1 Callopeltis, 2 Tropidonotus, 1 Pelias; 2 Bufo, 2
Rana, 1 Hyla, 1 Pelobates, 1 Bombinator; 2 Salamandra,
3 Triton.
Latzel kennt bis jetzt als in Kärnten vorkommend
4 Saurier, 3 giftlose und 2 giftige Schlangen, 3 Frösche,
4 Kröten, 2 Salamander und 3 Molche, zusammen 21 Arten.
Ob vielleicht auch Lacerta vivipara, Vipera aspis und
Pelobates fuscus das dortige Alpenland bewohnen, muss
die nächste Zukunft entscheiden; bisher hat er sie noch
nicht gefunden. Jahrbuch des naturhistorischen Landfes-
Museums von Kärnten XII p. 92.
Canestrini verzeichnete 23 Amphibien als der Fauna
von Trient angehörig, nämlich 4 Eidechsen, 9 Schlangen,
6 ungeschwänzte und 4 geschwänzte Batrachier. Atti della
Soc. Veneto-Trentina di sc. nat. Ottobre 1875 p. 21.
Africa. Peters bearbeitete in Gemeinschaft von
Buchholz die von letzterem in Westafrica gesammelten
Amphibien. Die Sammlung enthält 87 Arten, nämlich 2
Crocodile, 5 Schildkröten, 16 Eidechsen, 37 Schlangen und
27 Batrachier. Ausser mehreren neuen Arten bot die Samm-
lung das Interessante, dass die Gattung Platymantis, die
bisher nur aus Ostindien und Australien bekannt war, auch
einen Repräsentanten in Westafrica hat, und dass in Ober-
guinea eine besondere Art Xenopus vorkommt, während
die aus Niederguinea mit der östafricanischen überein-
stimmt. Eine Anzahl von Arten aus Oberguinea ist denen
von Ostafrica so ähnlich, dass die grösste Aufmerksamkeit
nöthig ist, um sie nicht mit einander zu verwechseln, und
eine nicht geringe Zahl von Schlangen und Batrachiern
bietet sehr auffallende liir die Fauna Oberguineas eigen-
thümliche Formen dar. Die neuen Gattungen und Arten
sind unten namhaft gemacht. Berliner Monatsberichte p. 196.
Asien. Günther gab einen Bericht über die Samm-
lungen Indischer Reptilien, welche durch Bcddome im süd-
lichen Indien und durch Jerdon im nördlichen Indien und
im Himalaya gesammelt und dem britischen Museum ein-
während des Jahres 1875. 41
verleibt wurden. Unter den aufgezählten Arten sind mehrere
neue, die unten genannt werden. Proc. zool. soc. p. 224.
Armand David berichtet über die Amphibien von
Nordchina, dass es dort keine Salamander giebt; aber in
Setchuan fand er zwei neue Arten, und in Tchekiang eine
dritte, die er Triton fCynops) orientalis nannte; die beiden
ersteren sind Dcsmodactylus Pinchonii und Sieboldia Da-
vidiana. Von Fröschen leben bei Pekin 5 oder 6 Arten,
in Kiangsi hat Verf. 7 Arten gesammelt. — Von Eidechsen
kommen in Nordchina vor: lUatydactylus japonicus, Ere-
mias variabilis, Phrynocephalus caudivolvulus, ferner von
Schlangen Trigonocephalus Blomhoffi, Elaphis Dione, Za-
menis cataphoronotus, Tropidonotus lateralis, Amphiesma
tigrinum. Auch im westliclien Setchuan sind die Reptilien
wenig zahlreich, Verf. hat 8 Schlangen und zwei Eidechsen
mitgebracht. Bei Pekin lebt nur eine Schildkröte, Gym-
nopus perocellatus. Journal of the North-China Brauch of
the Royal Asiat. Soc. 1873. VII. p. 226.
Australien. Von Amphibien nennt v. Rosenberg
als in Andai vorkommend: Crocodilus biporcatus, Monitor
prasinus, Histiurus amboinensis, Enygrus carinatus, Tropi-
donotus picturatus, Brachyorrhos albus, Pseudelaps Mülleri,
Ceratophrys turpicola und Hyla cyanea. Reistochten naar
de Geclvinkbaai op Nieuw-Guinea p. 85. — Aus der Geel-
vinkbai zählt er 2 Schildkröten, 1 Crocodil, 7 Eidechsen,
7 Schlangen und 3 Batrachier auf. Ib. p. 60.
Nach Kidder kommen auf Kerg\ielensland weder
Reptilien noch Amphibien vor. Annais nat. bist XVI p. 78.
Vergl. auch Lanen Comptes rendus 80 p. 1224.
America. G arm an verzeichnete 10 Amphibien von
der Westküste Südamerikas. Proc. Boston Soc. 18 p. 204.
Nach Bruhin's sechsjährigen Beobachtungen über
die ersten Erscheinungen im Thier- und Pflanzenleben Neu-
Cölns bei Milwaukee in Nordamerika ist die mittlere Zeit
für die Erscheinung von Rana halecina dort der 28. März,
von Hylodes Pickeringii der 9. April, von Chrysemys picta
der 13. April und von Hyla versicolor der 30. April.
In einer Abhandlung über das untere Wabash-Thal
in Beziehung auf die Faunendistricte des östlichen Nord-
42 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
amerika, erwälint Ridgway auch die bei Mt. Carmel und
im südlichen Illinois gefundenen Reptilien. Proc. Boston
SOG. XVI p. 306.
Putnam sammelte im Chebacco-Teich und an seinen
Ufern Chrysemys picta, Ozotheca odorata, Rana fontinalis
und sylvatica, Bufo americana. Bulletin of the Essex In-
stitute V. p. 142.
Amphibien sind nach Allen in den Gebieten von
Dacota und Montana nur sparsam vertreten. Nur Caudi-
sona confluenta und Phrynosoma Douglassi sind häufig.
Er zählt 2 Schildkröten , 2 Eidechsen, 5 Schlangen
und 4 Batrachier auf. Proc. Boston Soc. XVII p. 68.
C 0 p e äusserte sich über die Amphibien von Florida.
Daselbst kommen 15 Arten vor, die in keinem anderen
Theile Nordamerikas gefunden werden; drei von ihnen
leben in Cuba, aber keine anderswo. Elaps distans Kenn,
wurde eingesendet, w^elche bisher nur von Sonora bekannt
war. Proc. Philadelphia 1875 p. 10.
Cope bearbeitete einige Reptilien, welche von John
Bransford im Jahr 1873 gesammelt worden, als er der
Nicaraguan surveying expedition attachirt war. Sie stammen
aus der Gegend von Nicaragua. Die Sammlung bestand
aus 12 Schlangen, 9 Eidechsen, 1 Schildkröte und 6 Ba-
trachiern. Einige neue Arten sind beschrieben.
Cope beschrieb einige Batrachier, welche durch Prof
Orton am oberen Amazon gesammelt waren. Darunter
14 neue Arten und eine neue Gattung. Proc. Acad. Phila-
delphia 1874 p. 120.
Chelonii.
Die Abhandlung von Günther über die lebenden und ausge-
storbenen Riesenschildkröten, über welche schon vorj. ^er. p. 82 be-
richtet war, ist nun in Philos. Transact. Royal Soc. of London Vol
165. Part. I. p. 251 mit 13 Tafeln erschienen.
Jouan erwähnt, dass das beste Schildpatt von Chelonia im-
bricata kommt, dass aber auch Chelonia mydas solches liefert. Von
ersterer Sorte wurde das Pfund mit 15 Fr., von letzterer mit 10 Fr.
bezahlt. Mem. de la Soc. nationale des sc. nat. de Cherbourg XVIII.
p. 240.
während des Jahres 1875. 43
Stieda beschreibt das centrale Nervensystem der Schildkröte
(Testudo graeca). Zeitschr. für wissensch. Zoologie 25. p. 361 mit
Tafel 25 und 26.
Geoemyda depressa Anderson Annais nat. hist. 16. p. 284 von
Arakan.
W. Theobald hat einige Berichtigungen über Indische und
Burmesische Arten der Gattung Trionyx gemacht, namentlich den
Angaben Gray's gegenüber. Tr. hurum Buchanan nimmt er als
Synonym von gangeticus Cuv., beschreibt eine neue Art Tr. Bucha-
nani und bildet Tr. stellatus Geoffr. und carinatus Gray ab, deren
Synonymie festgestellt wird. — Die weiteren Ausstellungen gegen
Gray beziehen sich auf Notochelys platynota, die Arten von Ka-
chuga, Hardella ct. Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1874 p. 75.
Trionyx nigricans Anderson Annais nat. hist. 16 p. 284 aus
Bengalen. I
Saurii.
Grocodilini. Anderson bemerkte, dass man eigentlich Gari-
alis anstatt Gavialis schreiben sollte, da das Thier von den Ein-
geborenen Garhial genan!:t wird. Das Thier lej^ etwa 40 Eier in
zwei Lagen, zwischen denen sich eine Schicht Sand von 1 F\iss Hoho
befindet. Die Jungen laufen sogleich flink umher, wenn sie aus dem
Ei geschlüpft sind; eines biss ihn in den P'inger, bevor er Zeit
hatte, die Schale von seinem Körper zu entfernen. Proc, zool.
soc. p. 2.
Monitores. Geoghegan machte Bemerkungen über die Myo-
logie von Monitor niloticus, die sich auf die Vorderbeine und auf
den Zungenapparat beziehen. Proceed. Dublin üniversity biological
association I. p. 10. Ferner über die Lendenmuskeln desselben
Thieres ib. p. 15.
Helodermidae. Bocourt theilte Bemerkungen Sumichrast's
über die Lebensweise des Helodcrma horridum mit. Letzterer hält diese
Eidechse wirklich für giftig. Er liess ein Huhn beissen; es fiel in Krämpfe
und starb nach 12 Stunden. Eine gebissene Katze starb nicht, aber
der gebissene Fuss schwoll an und war sehr schmerzhaft; sie blieb
mager und indolent. Comptes rendus 80 p. 676; Revue de Zoo-
logie p. XIL
Lacertae. Dybowsky zeigte eine lebende Laccrta vivipara aus
der Gegend von Dorpat vor, die bisher in dortiger Gegend noch
nicht beobachtet war. Sitzungsber. der Dorpater Naturforscher-Ge-
sellschaft. IV. 1. p. 89.
Hanau fand die Mauereidechsen, Lacerta muralis, leicht zähm-
bar und flinker im Wegschnappen der Nahrung als Lacerta agilis.
Zool. Garten p. 391.
44 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Ghamaeleontes. Paul Bert führt die Farbeuveränderungen
beim Chamaeleon auf die Ortsveränderungen der Chromatophoren
zurück, welche von zweierlei Nerven angeregt werden. Die einen
führen sie an die Oberfläche, die anderen in die Tiefe. Im Zustande
höchster Erregung verbergen sich die Farbkörperchen unter der
Haut, ebenso bei vollständiger Ruhe (Schlaf, Anästhesie und Tod).
Gervais Journal de Zoologie IV. p. 488.
Igaanae. O'Saughncssy hat ein Verzjeichniss und Revision
der Auolidac des britischen Museums zusammengestellt. Dasselbe
enthält 1 Chamaclcopsis, 4 Xiphosurus, 2 Dactyloa, 1 Rhinosaurus,
38 Anolis. 1 Placopsis, 1 Acantholis, 2 Norops, 4 Draconura. — Im
Anschluss daran werden folgende neue Arten beschrieben: Anolis
mimmifer von den Demerara-Fällen, turmalis von der Insel Grenada,
tessellatiis von Costa Rica, lentiginosus von Surinam, gemmosus un-
bekannten Fundorts und Norops onca von Venezuela und Dominica.
Anuals nat. bist. XV. p. 270.
Anolis Bransfordii Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 67
von Nicaragua
Calotes grandisquamis Günther Proc. zool. soc. p. 226 pl. 30
vom Fuss des Camjot Ghat.
Äscalabotae. Ascalabotes gigas Barboza du Bocage in Gervais
Journal de Zoologie IV. jj. 285 von llheo Raso, Capverdische Inseln.
Wiedersheim machte eine vorläufige Mittheilung über den
Aquaeductus vestibuli von Phyllodactylus europaeus, den er ähnlich
auch bei sämmtlichen Ascalabotsn constatiren konnte. Aunaii del
Mus. civico in Genua 1875. — Es folgte dann ein weiterer Aufsatz
zur Anatomie und Physiologie des Phyllodactylus europaeus mit be-
sonderer Berücksichtigung des Aquaeductus vestibuli der Ascala-
boten im Allgemeinen, zugleich als zweiter Beitrag zur Inselfauna
des Mittelmeeres. Verf. schildert den Verbreitungsbezirk, die Lebens-
weise und behandelt dann die Anatomie der Ernährungsorgaue, der
Respirationsorgane, der Geschlechtsorgane und des Aquaeducts dieses
interessanten Thieres. Morpholog. Jahrbuch I, p. 495 Tafel 17 — 19
Phyllodactylus ventralis O'Saughncssy Annais nat. bist. 16 p.
263 von Jamaica.
Hemidactylus cchinus O'Shaughnessy Annais nat. bist. 16 p. 264
von Gaboon.
Gecko anamallensis Günther, Proc. zool. soc. p. 226 vom Ana-
mallay-Gebirge.
Tarentola epliippiata O'Shaughnessy Annais nat. bist. 16 p. 263
von Westafrica.
Goniodactylus Braconnicri von Neu- Granada und Chili, und
G. sidcatiis von Cuba O'Shaughnessy Annais nat. bist. 16 p. 265.
Scinci. Euprepes Hopfferi Barboza du Bocage in Gervais'
Journal de Zoologie IV p. 287 von den Capverdischen Inseln.
während des Jahres 1875. 45
Euprepes {Tüiqua) hrevis Günther, Proc. zool. soc. p. 225 aus
Südindien.
Peters hat von dem Sphenocephakis tridactylus Blyth eine
Abbildung geliefert, ändert aber den Gattungsnamen in Spheno-
scincus um, weil Spbenocephalus bereits an eine Fischgattung und
eine Reptiliengatt ang vergeben ist. Berliner Monatsber. p. 552.
Fig. 6—12.
»Sci'w CO (Z i^ 2(s n.g. Peters Berliner Monatsber. p.551. Schnauze
keilförmig, Nasenlöcher zwischen vier Schildern, dem Rostrale, Supra-
labiale primum, Supranasale und dem kleinen Postnasale, hinter den
Supranasalia ein Internasale, ein Frontale medium, zwei Parietalia
und ein massig grosses Interparietale ; Augen klein, Augenlieder be-
schuppt; Ohröffnung sehr klein; Zunge platt, mit schuppenförmigen
Papillen bedeckt, Gaumen zahnlos, hinten mit einer mittleren Spalte,
welche nicht bis zur Querlinie der Mundspalte vordringt; Bauch-
seiten abgerundet; nur zwei hintere einzehige Gliedmassen; Schuppen
glänzend glatt. Im Habitus ähnlich mit Scelotcs, in der Beschildung
mehr mit Sphenops. »Sc. congicus aus Chiuxoxo Fig. 1 — 5.
Chalcididae. Fr opus n. gen. Cope Proc. Acad. Philadelphia
1874. p 70. Schuppen glatt, in Ringeln; eine seitliche Längsfalte;
nur Vorderbeine, ohne Finger und Krallen; einige Poren neben dem
After; zwei Internasalia, ein Frontale, ein kleines Superciliare, wel-
ches vor jedem Auge herabsteigt, und ein Paar Parietalia; Nasen-
löcher an der Naht zwischen dem Internasale und dem ersten La-
biale; ein Zügelschild; Schwanz lang. Verwandt mit Ophiognomon,
aber ohne Hinterbeine. Fr. vermiformis von Nauta am peruanischen
Amazon.
Serpentes.
Typhlopidae. Typhlops {OpUthalmidion) decorosus Buchholz und
Peters Berliner Moniitsber. p. 197 aus Cameruus.
Uropeltidae. Günther gab Proc. Zool. soc. p. 227 eine Sy-
nopsis aller bekannten Arten der Gattung Silybura, mit der Auf-
stellung zweier neuer Arten, S. melmiogaster pl. 31 Fig. A von den
Anamallays und Travancore und liura pl. 31 Fig. B von Malabar.
Mdanophidium hilineatum imd piinctatiim sind von Günther
Pi'oc. zool. soc. p. 230 pl. 32 abgebildet.
Galamaridae. Geophis stenorhynchus Günther Proc. zool. soc.
p. 230 von Travancore.
Coronellidae. Simotes splendidus Günther Proc. zool. soc. p.
231 pl. 33 aus dem Wynad.
Ählabes alhiventer Günther Proc. zool. soc. p. 231 von Dar-
jeeling.
46 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
Villa beschrieb eine neue Varietät Diadophis punctatus Var.
Dugesii mit Abbildung. La Naturaleza IIL p. 226.
Ophibolus doliatus L. ist von Dujes Naturaleza IIL p. 222.
beschrieben und abgebildet worden.
Natricidae. Effeld machte Angaben über die Verbreitung
von Tropidonotus tessellatus, die in den östlichen Ländern weit
häufiger ist, als in den westlichen und südlichen, und Elaphis flaves-
cens (Aesculapii), die er in Laxemburg bei Wien, in Steyermark,
am Fusse des Sömmerings, bei Mehadia sammelte, und die ferner
in Tirol, Ungarn und Schlesien vorkommt. Zool. Garten p. 134.
Tropidonotus modestus Günther Proc. Zool. soc. p. 232 vom
Himalaya.
Cope erwähnt, dass die Schlangen der Gattung Storeria 13.
et G. lebendig gebärend sind, wie die Eutaenia und ändere ver-
wandte Genera. Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. IIG.
Helicops Alleni Garman Proc. Koston Soc. XVII p. 92 aus
Florida
Isodontes. ScapMophis Raffreyi Bocourt Annales des sc. nat.
IL Article 3 aus Abyssinien.
Golnbridae. Masticophis pulcherrimus Cope Proc. Philadelphia
1874. p. 65 von der Westseite von Ceutral-America,
Acantiophidae. Acontiophis Günther Proc. zool. soc. p. 232.
Schnauze scharf zugespitzt; Rostrale von Foi-m einer vierseitigen
Pyramide, unten tief gefurcht und jederseits mit einer Längsritze;
Naslöcher wie bei Acontias; hintere Maxillarzähne grösser, nicht ge-
furcht; Siibcaudalia zweirciliig, Schuppen glatt in 19 Reihen. Diese
Gattung ist der Typus einer eigenen Familie Acontiophidae in der
Nähe der Colubridae. A. paradoxa von Llimalaya.
Dendrophidae. PMlothammis nigrifasciatus Buchholz und
Peters Berliner Mouatsber. p. 199 aus Cameruns.
Thrasops pustulatus Buchholz ■. und Peters il). p. 199 von
Cameruns und Mungo.
Dipsadidae. Dipsas michalis Günther Proc. zool. soc. p. 233
von Malabar.
Lcptognatlms atypicus Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874.
p. 65 von den Anden Peru's.
Lycodontidae. Ophites septentrionalis Günther Proc. zool. soc.
p. 233 aus dem nördlichen Indien.
Gerrhosteus n. gen. Cope Proc Acad. Philadelphia 1874.
p. 71. Gebiss opistoglyph; Kopfschilder normal, nur sind die Prae-
froutalia vereinigt; ein Zügelschild und einPraeoculare; Pupille ver-
tical; Analschild ungetheilt, Subcaudalia zweireihig; Schuppen ohne
Poren, glatt, fast gleich; die Neuraldornen der Wirbel tragen jeder
eine schildartige Ausbreitung, die einen Tförmigen Querschnitt bieten.
während des Jahres 1875. 47
getheilt durch eiue mittlere Furche. G. prosopis von Nauta am pe-
ruauischen Amazon.
Homalopsidae. Morice kündigt an, dass Herpeton tentacu-
latum lebendig gebärend sei, und dass sie sowohl Fische, wie auch
eine Wasserpflanze, Cubospermum palustre frisst, Ihr langer Nahrungs-
schlauch entspricht dieser gemischten Nahrung, Comptes rendus
80 p. 128; Revue de Zoologie p. IL Die ausführliche Abhandlung
erschien Annales des sc. nat. IL Article 5.
Elapsidae. Emery hat den feineren Bau der Giftdrüse der
Naja haje untersucht und beschrieben. Sie zerfällt in zwei Theile,
von denen der hintere als Giftdrüse und Giftbehälter fungirt,
während der vordere Theil als ein dem Ausführungsgang zugehöriges
Schleimdrüsensystem zu betrachten ist. Archiv für mikrosk. Ana-
tomie XL p. 561.
Trimeresurus Jerdnmi Günther Proc. zool. soc. p. 233 pl. 34
aus Khassya.
Viperidae. Der Reptiliensammler Linke wurde von einer
Kreuzotter, Vipera berus, gebissen. Der Arm schwoll an, war aber
nach neun Tagen wieder in seinem natürlichen Zustande. Zool.
Garten p. 78.
Von der Zähigkeit des Lebens einer Vipera berus erzählt
Petry ib. p. 87 ein Beispiel. Diese Schlange war durch einen Schlag
verwundet und scheinbar getödtet, erholte sich aber wieder und
gebar am 22, August 10 Junge, und am C. December nochmals
3 Junge.
Gredler constatirt, dass Sandvipern sich ins eigene Fleisch
bissen und nach einiger Zeit crepirten. Er bringt damit in Zu-
sammenhang, dass Vipera ammodytes bisweilen zu unglaublicher
Dicke ohne zu platzen, im Spiritus noch anschwillt. Zool. Garten
p. 359.
Grotalidae. Liais spricht in seinem Buche Climats, geologie,
fanne et geographie botani(iue du Bresil p. 305 auch von den Gift-
schlangen Brasiliens, wozu ihm de P r ad o s mehrere Beobachtungen
aus seiner ärztlichen Praxis mittheilte. Das Gift soll bei verschie-
denen Arten eine verschiedene Wirkung haben. Bei einer Klapper-
schlange, die Verf. Crotalus urutü nennt, soll es die Blutkügelchen
auflösen, also das Blut flüssiger machen und Ilämorrhagien veran-
lassen; bei Trigonocephalus brasiliensis, die er auch für eine neue
Art hält, soll dagegen das Blut durch das Gift die Neigung be-
kommen zu coaguliren. Der Biss von Trigonocephalus atrox soll
sehr häufig den Krebs veranlassen. Als Gegenmittel wird Ammo-
niak empfohlen.
48 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Batracliia.
Parker, On the structiire and development of the skull in
the Batrachia; part II. mit Berichtigungen seiner früheren (1871)
Angaben. Proc. Royal society Decbr. 1875 p. 136.
Huxley machte eine Bemerkung über die Entwicklung der
Columella auris bei den Amphibien. Report British Assoc. p. 141.
Malbrane hat in längerer Abhandlung wieder von der Sei-
tenlinie und ihren Sinnesorganen bei Amphibien gehandelt. In der
Deutung dieser Organe schliesst er sich mehr der Schulze'schen
Auffassung an, dass sie Störungen und gröbere Wellenbewegungen
im Wasser percipiren. Die Seitenorgaue sind speciell für das Wasser-
leben bestimmte Apparate; sie werden abgeworfen zur Zeit der Ge-
wöhnung des Amphibiams an den Aufenthalt in freier Luft. Die
Vertheilung der Seitenorgane, und die Nerven des Seitenorgansystems
werden ,bei einer grösseren Anzahl von Arten beschrieben. Verf.
spricht sich gegen die Ansicht aus, dass die Seitenorgane den Drüsen
anzureihen seien, er sieht vielmehr in diesem Organsystem ein spe-
cifisches Sinnesorgan für das Wasserleben. Zeitschr. für wissensch.
Zoologie 26 p. 24—86 mit 4 Tafeln.
De Man beschrieb die vergleichende Neurologie und Myologie
der Hinterextremitäten bei den Amphibien, sowohl der geschwänzten
wie ungeschwänzten, besonders gestützt auf Triton cristatus und
Rana esculenta. Niederl. Archiv für Zoologie II. Heft 3.
£caiidata.
A. de Watteville beschreibt die Cerebral- und Spinalnerven
von Rana esculenta. Humphry and Turner Journal of Anatomy
15 p. 145.
Hoffmann, Die Lungen-Lymphgefässe der Rana temporaria.
Diss. Dorpat 1875.
Born hat die Cuvier'sche Ansicht, dass beiden ungeschwänz-
ten Batrachiern die Knorpel, welche über den Rand des Fusses vor-
springen, als sechste Zehe zu deuten seien, wieder aufgegeben, und
belegt sie durch aus Untersuchung zahlreichen Materials hervor-
gehende Gründe. Gegenbaur morphologisches Jahrbuch I. p. 435,
Taf. XIV.
Fubini stellte an Fröschen Untersuchungen über den Einfiuss
des Lichtes auf das Gewicht der Thiere an. Er gelangte zu den
Sätzen: 1. wenn blinde und gesunde Frösche, von gleicher Art und
Geschlecht, gleich lange in derselben Temperatur gehalten, dem
Licht ausgesetzt werden, verlieren die gesunden mehr an Gewicht,
als die blinden; 2. wenn gesunde und blinde Frösche der Licht-
wirkung entzogen werden, gewinnen die gesunden mehr an Gewicht
während des Jahres 1875. 49
als (??) die blinden. Atti della R. Accad. di Torino X. p. 30. — Bezug-
nehmend auf diese Abhandlung erinnert Lessona ib. p. 361 an
den Einfluss des Lichtes auf die Pteropoden, Deutalium u. s. w.
Thury zeigte durch Experimente, dass P'roscheier und die
daraus hervorkommenden Larven in einem hellen Glase unter voller
Lichteinwirkung sich viel schneller entwickelten als hinter grünem
Glase. L'Institnt, Dec. 1874; Annais nat, bist. XV. p. 376.
Milne-Edwards sah, dass unbefruchtete Eier von Rana
viridis den Furchungsprocess eingingen, dann aber zerfielen. Er
hält daher auch hier unter günstigen Umständen eine Parthenoge-
nesis für nicht unmöglich. Comptes rendus 30. August; Revue de
Zoologie p. LIII.
Äglossa. Xenopus [Dactyletlira) calcaratus Peiei^s Berliner
Monatsber. p. 200 von Cameruns; war bisher mit X. JMüUeri ver-
wechselt.
Hylae. Chiromantis guineensis Buchholz und Peters Berliner
Monatsber. p. 203 Taf, 1 Fig. 1 von Cameruns. Diese Art entwickelt
sich in einer schaumartigen Masse, mit welcher die Eier an Baum-
blätter geklebt werden.
Von der Gattung Hyperolius bildete Peters Berliner Mouatsb.
p. 206 mehrere Arten ab: H. dorsalis Schleg. Taf. 1 Fig. 2, IL gutta-
tus Schleg. Taf. 2 Fig. o, H. acutirostris Taf. 2, Fig. 4 von Came-
runs, H. spinosus Taf. 1 Fig. 3 von Cameruns, mi/(Z2t??ts Taf. 3 Fig 1
von Yoruba (Lagos).
Hylamhates notatus Biichholz und Peters Berliner Monatsber.
p. 205. Taf. 2 l<ig. 1 von Cameruns. — H. f?ors«Z/s Peters ib. p. 209
Taf. 3 Fig. 5 aus Yoruba (Lagos).
Pithecopiis coelestis Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 121
von Moyabamba in Peru.
Hyla chraccata Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 69 von
Nicaragua.
Osteocephalus planiceps Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874
p. 122 von Nauta.
Scytopsis funereus von Moyabamba in Peru und cryptanthus
von Nauta, Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 123.
Kaloula Guineti Grandidier Annales des sc. nat. IL article G.
Ranae. Ranula brevipalmata und nigrüatus Cope Proc. Acad.
Philadelphia 1874 p. 131 von Nauta.
Bana crassipes Buchholz und Peters Berliner Monatsber. p. 201
aus Abo in Westafrica.
Trachyccphdlns n. gen. Ferguson, Annais nat. bist. XV. p. 128.
Finger und Zehen zugespitzt, mit sehr schwachen Schwimmhäuten;
Unterkiefer mit deutlichen aber nicht vorspringenden Apophysen,
mit einem kleinen zahnähulichen Fortsatz in der Mitte, die inneren
Naslöcher und die Eustachischen Röiireu klein, Tympanum klein,
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. Bd. 2. £)
50 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
aber sichtbar; Sacralfortsätze erweitert; Kieferzähne und Vomer-
zähne vorhanden; Vomer mit zwei getrennten gezähnten Vorsprün-
gen; ein gezähnter Vorsprung jederseits zwischen den Choanen und
dem Kiefer; das obere Augenlied wohl entwickelt, aber nicht vor-
ragend; eine Hautfalte zwischen den Vorder- und Hinterbeinen. Tr.
ceylaniciis von Ceylon. Der Gattungsname ist bereits vergeben!
Buhonias n. gen. Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 124.
Fronto-parietal-Knochen ganz verknöchert, Nasalia getrennt; Xiphi-
sternum ein knöcherner Stiel mit Scheibe; Gehörorgane wohl ent-
wickelt; eine grosse Drüse in der Weichengegend, weder Tarsal-
schaufel noch Sporn; Kieferzähne, aber keine Vomerzähne; Gestalt
krötenartig. Diese Gattung hat Merkmale von Liuperus im Gebiss,
Pleurodema in Drüsen und Füssen und Cj^stignatbus im Schädelbau.
JB. plicifrons von Nauta.
Cyclorhamphus aemaricus Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874
p. 125 vom See Titicaca.
Hylodes sulcatus Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 126
von Nauta.
Plectomantis rJiodostima Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874
p. 127 von Nauta.
Gnatliopliysa riibida Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 128
von Moyabamba in Peru.
Dendrohates ignitus Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 68
von Nicaragua. — D. labialis Cope ib. p. 129 von Nauta.
Alelopiis seminiferus Cope Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 130
von Moyabamba in Peru.
Discoglossldae. Göt te hat ein umfangreiches Werk „Die Entwick-
lungsgeschichte der Unke (Bobinator igneus) als Grundlage einer ver-
gleichenden Morphologie der Wirbelthiere. Leipzig 1875, 964 S. 8^',
und Atlas von 22 Tafeln fol." herausgegeben. Es ist nicht möglich,
an diesem Orte näher auf den Inhalt des Buches einzugehen, ich
beschränke mich daher die üeberschriften der einzelnen Abschnitte
anzugeben: 1, die Entwickelung des Eierstockseies, 2. die Dotter-
tbeilung, 3. die Bildung der Keimblätter, 4. die Sonderung der ein-
zelnen Organanlagen, 5. das Centralnervensystem, 6. die drei höheren
Sinnesorgane, 7. die Wirbelsaite und die Wirbelsäule, 8. die Seg-
mente des Rumpfes, 9. der Kopf. 10. das Herz und das Gefässsystem,
11. der Darnikanal und seine Anhangsorgane, 12. Die Harn- und
die Geschlechtsorgane, 13. Schlussbetrachtungen. Die ersten sieben
Abschnitte zerfallen in je drei Abtheilungen: Historische Uebersicht,
beschreibender Theil und vergleichender Theil.
Bufones. Nectophryne n. gen. Buchholz und Peters Ber-
liner Monatsber. p. 202. Habitus von Atelopus; Zunge, Sternal-
apparat und Sacralfortsätze wie bei Bufo; keine Zähne, kein Trom-
melfell, keine Gehörtuben, keine Tiommelhöhle und keine Parotiden ;
während des Jahres 1875, 51
Zehen und Finger kurz, durch breite Schwimmhäute bis zu den
Spitzen vereinigt; unterscheidet sich von Atelopus durch die Bildung
des Sternalapparats, bei welchem der linke Epicoracoidalknorpel
unten liegt. N. afra von Cameruns,
Phrynomantis microps Peters Berliner Monatsber. p. 210 Taf, 4
Fig. 6 von der Goldküste (Accra),
Rosen berg traf am 26, Januar bei — 3" R. im Freien eine
Kröte in rüstiger Bewegung, Am folgenden Tage bei — 13*^ R.
war sie erstarrt, und blieben Wiederbelebungsversuche erfolglos.
Correspondenzblatt des Naturforscher- Vereins zu Riga 21, p, 35.
Caiidata.
Salamandrina. NoU beobachtete das Eierlegen einer Sala-
mandra maculosa. Das Thier hielt den Hinterleib ins Wasser, und
die Eier traten einzeln hervor. Das junge Thier darin zersprengte
bald mit bereits entwickelten Kiemen und vier Beinen versehen die
Eihülle und schwamm munter umher. Ausser 39 solchen Jungen
werden noch 3 unentwickelte Embryonen abgelegt, Zool. Garten
p. 194.
Wieder sheim hat eine grössere Abhandlung über ,, Salaman-
drina perspicillata und Geotriton fuscus, Versuch einer vergleichen-
den Anatomie der Salamandrinen mit besonderer Berücksichtigung
der Skeletverhältnisse" in den Annali del Mus, civico die storia na-
turale di Genova Vol. VII, 207 Seiten und 17 Tafeln, veröffentlicht.
Er giebt hier eine anatomisch-physiologische Schilderung des er-
wachsenen Thieres von Salamandrina, da es ihm nicht gelang Larven
länger als drei Wochen lebend zu conserviren. Das Hauptgewicht
hat er auf die Skeletverhältnisse gelegt, und alle Details mit grösster
Genauigkeit berücksichtigt. Er hebt hervor, dass die Gattung Sala-
mandrina sich nicht mit Salamandra unter einen Gesichtspunkt
bringen lässt, sondern dass sie sich an die Tritonen anschliesst und
nicht nur als höchst entwickelte Form der Amphibien überhaupt
aufzufassen sei, sondern namentlich in ihrem Schädelbau gewisse
Eigenthümlichkeiten von so durchgreifendem morphologischen Werthe
besitze, wie wir ihnen nur in der Reptilienwelt wieder begegnen.
Verf. beschreibt zunächst die Salamandrina, dann den Geotriton im
Allgemeinen, geht dann zur Beschreibung der Skelettheile über, und
macht den Schluss mit den weichen Theilen.
Lessona, Nota intorno alla riproduzione della Salamandrina
perspicillata. Atti della Accad. di Torino X. p, 47 mit zwei Tafeln,
Oedipiis altamazonicus Cope Proc, Acad. Philadelphia 1874
p, 120 von Nauta am oberen Amazon.
Reuter zeigte einen Triton mit fünf Beinen vor. Fünfter
Bericht der naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chomnitz p, 2G.
52 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Herpetologie
W i e d e r s h e i m hat die Anatomie des Euproctus Rusconii (Triton
platycephalus) als eisten Beitrag zur Inselfauna des Mittelmeers ge-
geben, und auf einer Tafel namentlich die Knochen der hinteren
Extremitäten und die Geschlechtsorgane abgebildet. Annali del
Museo civ. di Geuova VII. p. 545.
Referent fand^ dass bei Onychodactylus japonicus den er-
wachsenen Weibchen die Krallen fehlen, während die Larven die-
■ selben in beiden Geschlechtern besitzen ; ferner dass die Zähne am
Gaumen bei den Larven in einem einfachen Bogen parallel den
Kieferzähnen gestellt sind, während sie bei den Erwachsenen einem
M gleichen. Sitzungsber. der Niederrhein. Gesellsch. in Bonn p. 292.
Ichthyodea. Stieda hat den Bau des centralen Nervensystems
des Axolotl untersucht und besehrieben. Zeitschr. für wiss. Zoologie
25 p. 285 mit Tafel 19. Er fand, dass dasselbe nach allen Rich-
tungen hin eine sehr niedrige Entwickelungsstufe einnimmt, indem
es mehr als irgend ein anderes bisher genau untersuchtes Hirn den
embryonalen Typus sich bewahrt hat.
Röhr ig beschreibt das Gebaren einiger Axolotls, die er be-
sitzt. Zur Laichzeit sollen die Männchen Kegel auf den Boden setzen,
welche an ihrem Fusse aus Gallerte bestehen und an der Spitze den
Samen enthalten. Nach einigen Tagen thut sich die Spitze auf, und
die Samenfäden werden frei, und gehen ins Wasser, das in jedem
Tropfen einige derselben enthält. Danach werden die Eier im
Wasser befruchtet. Zool. Garten p. 314.
Weismann hat sich sehr ausführlich über die Umwandlung
des Mexicanischen Axolotl in ein Amblystoma ausgelassen. Er über-
gab fünf junge Axolotl-Larven zur Pflege an Fräulein von Chauvin,
und es gelang ihr, alle zur Metamorphose in Amblystoma zu bringen,
indem sie sie zwang, sich mehr dem Luftleben als dem Wasserleben
hinzugeben. Er gründet darauf seine Hypothese, dass die Axolotl
dadurch früher aus Amblystoma entstanden seien, dass die Nieder-
legung des Wasserspiegels, die Incrustirung der die Seen von Mexico
umgebenden Flächen, der Mangel einer Vegetation daselbst, und die
sehr trockene Luft dem Amblystoma die Lebensmöglichkeit geraubt
und ihn gezwungen habe als Axolotl im Wasser zu leben und sich
als solcher fortzupflanzen. Die Entwickeluug zum Amblystoma in
den Aquarien sei dann als ein Rückschlag zum Amblystoma anzu-
sehen. Zeitschr. für wiss. Zoologie 25, Supplementband p. 297.
Stieda setzte seine Beobachtungen an Axolotln fort und fand,
1. dass eine innere Befruchtung, also auch eine Copula statt finde,
da an den frisch gelegten Eiern Samenfäden vorhanden sind, 2. be-
stätigte er die Beobachtung Robin's, dass der Samen in Form von
Spermatophoren übertragen wird, welche die Gestalt von Hohlkegeln
haben, 3. die Weibchen setzen mehrmals im Jahre Eier ab, die ein-
zeln hervorgepresst werden; das Ei ist in eine mit Flüssigkeit er-
während des Jahres 1875. 53
füllte Blase eingeschlossen und von einer Gallerthülle umgeben.
4. Einzelne Embryonen rotiren innerhalb ihrer Hülle. Sitzungsber. der
Dorpater Naturforscher-Gesellschaft IV. 1 p. 37.
Nauck theilte mit, dass bei ihm ein Axolotl-Weibchen am
27. Mai zu laichen begann, und dass am 6. Juni die ersten Jungen
auskrochen. Sie hatten an den Vorderbeinen anfangs nur drei Zehen,
erst später bildete sich die äussere vierte Zehe. Correspondenzblatt
des Naturforscher- Vereins zu Riga 21. p. 109.
Tommas in i machte eine Bemerkung über die Verbreitung
des Proteus. Bollettino della Societä Adriatica di sc. nat. in Trieste-
p. 155. Sehr häufig in der Magdaleuen- Grotte bei Adelsberg in
Kärnthen, wurde das Thier auch in einer Höhle bei Verlika in Dal-
matien entdeckt. In den Höhlen der Hochebene des Carso konnte
es nicht aufgefunden werden, obgleich sie, namentlich die von Tre-
bich im Gebiete von Triest bis zu einer Tiefe von 300 Meter unter
der Oberfläche untersucht worden ist, und durch beträchtliche Wasser-
mengen für den Aufenthalt des Proteus geeignet scheint. Um so
mehr musste sein unerwartetes Erscheinen in den Qnelhvassern
überraschen, welche bei Gradisca in Friaul über Kiesboden fliessen,
und dort die Brunnen (pozzi) speisen, da dieses Gebiet der Höhlen-
bildung der Kalkberge ganz fremd ist. — Dazu bemerkt Marche-
setti ib. p. 192, dass bei Monfalcone ebenfalls in einem Brunnen
(pozzo) 2 Individuen gefangen wurden, auch bei Ronchi und Pollazzo,
sowie bei Sagrado, u. s. w. Er meint, dass die Thicre durch Spal-
ten aus den Höhlen hervorkommen.
Eismann in Oldenburg hält zwei Proteus anguineus in der
Gefangenschaft, die ganz munter sind und viel fressen. Zool. Garten
p. 394.
Apoda. Peters vervollständigte seine Mittheilung über die
Entwickelung der Caecilien (vergl. vorj. Ber. p. 91), indem er Wei-
teres über die inneren Organe beibringt. Berliner Monatsber. p. 483
mit Abbildung.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1875.
Von
Troschel.
In V. Mar schall's Nomenciator zoologicus Wien 1873
nehmen die Fische p. 61 — 98 ein.
In Gervais Journal de Zoologie IV. p. 179 ist das
Resume aus der Abhandlung von Retzius „Gehörlaby-
riuth der Knochenfische" in der Uebersetzung abgedruckt.
Die Schultz'schen Fadenzellen und Basalzellen sind ihm
Epithelialzellen ohne Verbindung mit den Nervenfasern;
dessen Cylinderzellen dagegen hält er für die Nervenendi-
gungen oder Hörzellen, die vollständig den Hörzellen der
höheren Vertebraten entsprechen.
Wir erwähnen hier, dass Pettigrew von seinen Be-
obachtungen über „die Ortsbewegung der Thiere" eine
deutsche Ausgabe veranstaltet hat, Leipzig 1875. Sie bildet
den zehnten Band der Internationalen wissenschaftlichen
Bibliothek. Hauptsächlich beschäftigt sich der Verf. mit
den Bewegungen des Schwimmens und des Fliegens, und
die ersteren beziehen sich dann vorzugsweise auf die
Fische.
Winther beschrieb den Bau der Bauchflossen von
Trigla gurnardus L., Cottus scorpio L., Agonus cataphra-
ctus Bl.j Zoarces viviparus L., Gobius niger Schonev. so-
Bericht üb. d. Leistimgen in d. Ichthyologie während d. Jahres 1875. 55
wohl in Beziehung aut ihre Osteologie wie ihre Myologie,
mit Abbildungen. Schi(|>dte Naturhist. Tidsskrift IX. p. 133
tab. 1—6.
Moreau hat die Schwimmblase in Bezug auf den
Stillstand und die Bewegung des Fisches betrachtet. Er
zeigt, dass der Fisch in dem Volumen seiner Schwimm-
blase, und daher auch in seiner Dichtigkeit eine grössere
Veränderung eingeht, wenn er sich über die Ebene des
Gleichgewichts erhebt, als wenn er sich um dieselbe Distanz
unter diese Ebene senkt. Er läuft daher grössere Gefahr
beim Aufsteigen als beim Sinken. Gervais Journal de Zoo-
logie IV. p. 10.
Ricci hat seine Aufmerksamkeit auf die eigenthtim-
liche Form und die Structur des Magens einiger Fische ge-
richtet. Er zählt die Fische mit einem in zwei Höhlungen
getheilten Magen auf, welche von einigen Autoren beschrie-
ben sind, 'Und beschreibt dann den Magen von Mugil, bei
denen ebenfalls ein getheiltcr Magen vorkommt, ein vor-
derer häutiger und ein hinterer Muskelmagen. Rendiconto
della R. Accademia delle scienze fisiche e matematiche.
Agosto 1875.
His, Untersuchungen über die Entwickelung von
Knochenfischen , besonders über diejenige des Salmens.
Zeitschr. für Anatomie und Entwickelungsgeschichte Lp. 1
Taf I u. IL
Pouch et hat begonnen, seine Untersuchungen über
die Entwickelung des Skelets der Knochenfische zu ver-
öffentlichen. Er behandelt zunächst die Bildung der Knochen-
substanz, des Knorpels und dessen Verknöcherung. Robin,
Journal de Tanatomie et de physiologie XL p. 288.
Cartier untersuchte in seinen Beiträgen zur Ent-
wickelungsgeschichte der Wirbelsäule die Wirbelsäule des
Fötus von Acanthias vulgaris Scyllium canicula und Raja
oculata, und erkannte in der Wirbelsäule der Plagiostomen
den unvollkommenen, aber immerhin ausgeprägten Fisch-
typus. Von Teleostiorn diente namentlich Salmo salar als
Untersuchungsobject. Zeitschr. für wiss. Zoologie 25 p. 65.
Andre giebt Anleitung zum Auffinden und zur Prä-
56 Troscbel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
paration der Mikropyle im Ei der Forelle. Robin Journal
de l'anatomie XI. p. 197.
Gerre bezeiclinet als den Ort, wo sich die Cicatri-
cula bei den Knochenfischen bildet, den Punkt, wo die
befruchtenden Stoffe eintreten, nämlich an der Mikropyle.
Ib. p. 329.
Heincke beschreibt den Farbenwechsel einiger Fi-
sche, namentlich der Syngnathen und Gobius. Er führt
denselben auf das Vorhandensein von Chromatophoren zu-
rück. Schriften des naturw. Vereins für Schleswig-Holstein.
L p. 255.
Schmidt möchte das lokale Absterben der Fische
in einzelnen Gewässern durch das Einschlagen von Blitz-
strahlen erklären. Archiv des Vereins in Mecklenburg 28
p. 134.
Als den Fischen schädlich wird der Same des Zwei-
zahns, Bidens cernua von Lindes angegeben, und em-
pfohlen, diese Pflanze von den Ufern der Teiche eifrigst
auszurotten. Wenn nämlich der Same in die Mundhöhle
der Fische kommt, dringen die Widerhaken seiner Borsten
in das Fleisch ein und bringen Entzündung hervor. Zool.
Garten p. 276.
Max von dem Borne schrieb ein „Illustrirtes Hand-
buch der Angelfischerei ; auf Grund der neuesten Erfahrungen
in Deutschland, England und Amerika bearbeitet. Mit 195
in den Text gedruckten Abbildungen. Berlin 1875." Er
beschreibt die Angelgeräthe, die Köder, natürliche und
künstliche, die Angelmethoden. Dann folgt der Abschnitt,
in welchem 23 einheimische Fische beschrieben und ab-
gebildet werden, mit einer Einleitung über die Schonzeit,
wozu eine Tabelle für die Laichzeit beigegeben ist. Ein
schätzenswerthes Buch.
Max von dem Borne hat eine Schrift „die Fisch-
zucht" Berlin 1875 (Thaer-Bibliothek) herausgegeben. Er
beschreibt darin Alles was zur Fischzucht gehört, mit
Winken über die Handgriffe und Vorsichtsmassregeln, so
dass Jedem, der sich practisch mit Fischzucht beschäftigen
will, das Buch empfohlen werden muss, bespricht dann
21 einheimische Fische, wobei Manches über ihre Eigen-
während des Jahres 1875. 57
thümlichkeiten und ihre Lebensweise beigebraciit wird,
und fügt endlich einen x\bschnitt über die Fischl'einde hinzu,
von denen er namentlich den Fischotter, den Fischreiher,
Eisvogel, Raubvögel, Enten, Fische, Amphibien, Insecten,
Fischparasiten und Schimmelpilze berücksichtig-t.
Gill äusserte sich über die geographische Verbrei-
tung der Fische. Er hebt die den einzelnen Erdtheilen
eigenthümlichen Familien heiTor, und theilt dann die Erde
in Regionen: 1. die Arctogaeische, die Europa, Nordasien
und Nordamerica umfasst, 2. die Asiatische mit den tro-
pischen Theilen dieses Continents, 3. die Alricanische,
beschränkt auf den südlich und östlich von der Wüste ge-
legenen Theil Africas, 4. die Amerikanische, den tropischen
und transtropischen Theil umfassend, 5. die Australische. Die
ersten beiden haben eine engere Beziehung zu einander,
er nennt sie zusammen Caenogaea, die drei letzteren
ebenso, sje heissen Eocjaea. Aus Johnson's New Uni-
versal Cyclopaedia in Annais nat. bist. XV. p. 251.
Europa. In Hcuglin's Reisen nach dem Nordpolar-
meere III. 1874 p. 202 enthält das Verzeichniss der bisher
bekannten Fische von Spitzbergen, der Bären-Insel und
Novaja-Scmlja 31 Arten: 1 Sebastes, 4 Cottus, 1 Centro-
dermichtliys, 1 Icelus, 1 Triglops, 3 Discoboli, 4 Stichaeus,
3 Lycodidae, 6 Gadus, 2 Hippoglossoides, 3 Salmonidae, 1
Clupea, 1 Laemargus.
Die Fische, welche auf der Nordsee-Expedition ge-
sammelt wurden; sind von M ö b i u s und H e i n c k e bearbeitet.
Nur eine geringe Anzahl der Fische der Nordsee wird auf-
gezählt, da der Hauptzweck der Expedition darin bestand,
die physikalischen und chemischen Verhältnisse der Nord-
see und die Belebung derselben durch wirbellose Thiere
zu erforschen. Das Verzeichniss enthält 1 Amphioxus, 1 My-
xine, 1 Entelurus, 1 Syngnathus, 1 Siphonostoma, 1 Clupea,
6 Pleuronecten, 1 Ammodytes, 4 Gadus, 1 Ctenolabrus,
1 Gunnellus, 2 Liparis, 1 Cyclopterus, 1 Callionymus, 2
Gobius, 1 Trachurus, 1 Trachinus, 1 Agonus, 1 Trigla,
2 Cottus, 1 Sebastes. Die Untersuchung des Mageninhaltes
ergab, dass die Heringe besonders Copepoden, die Pleuro-
58 Troschel: Bericht üb. die Leistungen in der Ichthyologie
nectiden vorzugsweise Würmer fressen. Jahresbericht der
Commission zur wiss. Unters, der deutschen Meere p. 311.
Hensen gab ib. p. 341 einen Bericht über die Be-
fischung der deutschen Küsten. Hauptsächlich wird das
Resultat der statistischen Erhebungen für das Deutsche
Reich mitgetheilt, um die Lage des deutschen Fischerei-
betriebes zu übersehen. Verf. macht dann seine Vorschläge
zur Hebung der Fischerei.
Collet, Norges Fiske med Bemaerkninger oni deres
Udbredelse, Christiania 1875, gedruckt als Beilage zu den
Verhandlungen der Videnskabelige Selskap f. 1874. Wie
der Titel sagt, hat Verf. die Arten der Fische, welche in
Norwegen vorkommen aufgezählt, mit der Synon^mie und
mit Angaben über Verbreitung und Lebensweise. Es sind
188 Arten mit einer neuen Gattung und drei neuen Arten.
Sie vertheilen sich auf folgende Familien : 3 Gasterosteidae,
1 Berycidae, 5 Percidae, 1 Mullidae, 2 Sparidae, 16 Tri-
glidae (eine neue Gattung und 2 neue Arten), 1 Trachini-
dae, 7 Scombridae, 1 Carangidae, 1 Xiphiidae, 13 Gobiidae,
3 Discoboli, 2 Pediculati, 8 Blenuiidae, 4 Trachypteridae,
1 Mugilidae, 1 Gobiesocidae, 6 Labridae, 3 Lycodidae,
(1 neue Art), 20 Gadidae, 2 Ophidiidae, 3 Macruridae, 15
Pleuronectidae, 2 Sternoptychidae, 2 Scopelidae, 12 Salmo-
nidae, 1 Esocidae, 3 Scombresocidae, 12Cyprinidae, 6Clupei-
dae, 2 Muraenidae, 5 Syngnathidae, 1 Gymnodontes, 1 Acipen-
seridae, 1 Chimaeridae, 1 Carchariidae, 3 Lamnidae, 2 Scylli-
dae, 3 Spinacidae, 7 Rajidae, 3 Petromyzontidae, 1 Myxinidae,
1 Leptocardii. Von diesen sind 15 Arten bisher nur von
Norwegen bekannt, 15 bilden einen Beitrag aus der ark-
tischen, 34 aus der nordeuropäischen Fauna, 66 gehören
zu der allgemeinen europäischen Fauna, 28 zu den nörd-
lichen Formen der mitteleuropäischen Fauna, 11 zu den
südlichen Formen der mitteleuropäischen Fauna, 12 bilden
einen Beitrag aus der südeuropäischen Fauna und 7 sind
pelagische Arten. Die neuen Arten sind auf 2 Tafeln ab-
gebildet.
Malm bezeichnet Thynnus pelamys und Balistes ma-
culatus, die bisher nur aus tropischen oder subtropischen
Meeren bekannt waren, als neu für die Skandinavische
während des Jahres 1875. 59
Fauna. Öfversigt kongl. Vetensk. Akad. Forhandl. 1875
No. 7 p. 3.
lieber die Fischerei bei Halsnaes im Jahr 1874 be-
richtete B ramm er. Nordisk Tidsskrift for Fiskeri 11. p.
167 und 283. Daselbst macht Verf. Bemerkungen über
Vorkommen und Lebensweise der am häufigsten vorkom-
menden Fische, die Gegenstand des Fischfanges sind, 27
Arten. — - Einen Beitrag zur Kenntniss der Fischerei im
grossen Belt lieferte Geo rgWinth er. Ib. p. 193. — Colli n
schrieb über die Fischerei bei Humlebaek, und beschrieb
besonders die verschiedenen Geräthschaften. Ib. p. 359.
Van Eeden berichtete über die Niederländische See-
fischerei im Jahr 1873. Der Erfolg war ausserordentlich
günstig, theils wegen des reichen Fanges, theils und noch
mehr wegen der hohen Preise. Tydschrift uitgegeven door
de Nederland'sche Maatschappij ter bevordering van Nij-
verheid.
Jouan, welcher 1858 einen Catalog der Fische zu-
sammengestellt hatte, welche auf dem Markt zu Cherbourg
erscheinen, hat wieder einiger seltenen Arten der dortigen
Küste Erwähnung gethan : Serranus cabrilla^ Sciaena aquila,
Blennius ruber, Raniceps trifurcatus, Merlangus carbonarius,
Cyclopterus lumpus, Orthagoriscus mola, Lamna cornubica,
Acipenser sturio, Pctromyzon marinus. Drei Arten hält Verf.
nur für ganz zufällig in diese Gegend gekommen, nämlich
Myliobatis aquila, Torpedo vulgaris und Oxyrhina gompho-
don. Bull, de la Soc. Linneenne de Normandie VIII. p. 412.
Vergl. auch Memoires de Cherbourg XVIII. p. 353.
Grube sprach über einige Coregonus- Arten des nord-
östlichen Deutschland, und beschrieb den Comephorus bai-
calensis aus dem Baikalsee. 52. Jahresbericht der Schle-
sischen Gesellschaft für vaterländische Cultur p. 50.
Joh. V. Fischer zählte die Fische des St. Peters-
burger Gouvernements auf. Es kommen daselbst 60 Arten
vor, von denen der Karpfen und der Goldfisch als einge-
bürgert, Scomber scombrus, Gunnellus vulgaris, Morrhua cal-
larias und Morrhua aeglefinus als Gäste bezeichnet werden.
Zool. Garten p. 281.
Latzel fügt den in Hey 's Abhandlung „die Fischerei-
60 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
Verhältnisse in Kärnten" aufgezählten Fischen zwei Arten
hinzu: Alburnus dolabratus Hollandre und Alburnus mento
Agass. Damit sind jetzt in Kärnten 27 Arten nachgewiesen.
Verf. schätzt jedoch die wirkliche Zahl auf 38, indem er
noch 11 Arten nennt, deren Anwesenheit er noch vermuthet.
Jahrbuch des naturhistorischen Landes - Museums von
Kärnten XXL p. 94.
Lunel, Histoire naturelle des poissons de Bassin
du L^man. Geneve. 1874 fol. Prachtwerk mit 20 Tafeln
und ausführlicher Beschreibung der dort vorkommenden
Arten.
Nach Canestrini kommen im Trientinischen 29
Arten Fische vor. Atti della Soc. Veneto-Trientina di sc.
nat. Ottobre 1875 p. 22.
Nar do gab einen kurzen Anhang zu seinen historisch-
kritischen Notizen über die Arbeiten unseres Jahrhunderts,
welche sich auf die Fischzucht im süssen Wasser und die
künstliche Befruchtung in der Provinz Venedig beziehen.
Atti del R. Istituto Veneto I. p. 67.
T r 0 i s hat einen systematischen Prospectus der Fische
des Adriatischen Meeres entworfen, als Catalog der ichthy-
ologischen Sammlung des Istituto Veneto. Er verzeichnet
im Ganzen 261 Arten. Sie sind tabellarisch aufgeführt, die
Rubriken geben den wissenschaftlichen Namen, den itali-
enischen Namen, die Maasse, die Laichzeit, die Häufigkeit,
den Werth als Nahrungsmittel. Atti del Istituto Veneto
L p. 559.
Günther stellte ein Verzöichniss von Fischen auf,
welche im Mittelmeer einschliesslich Madeira mit Westin-
dien und Japan identisch sind. Von 29 Japanischen Fischen
kommen 18 auch in Westindien, 22 auch im Mittelmeer
vor. Journal of the Linnean society XII. p. 108.
Africa. In Silver et Co's Handbook of South Africa,
London 1875, p. 172 findet sich ein Verzeichniss der ess-
baren Fische der Capischen Gewässer. Es enthält 44
Arten.
Die vierte Abtheilung der Recherches sur la Faune
de Madagascar et de ses dependances, Leide 1874 ist der
Klasse der Fische gewidmet. Zunächst beschreibt Bl ecke r
während des Jahres 1875. ^ 61
einen Theil der von Pollen und Van Dam gesammelten
Fische, mit Abbildungen auf 21 Tafeln. Die Gesammtzahl
dieser Fische beträgt 106 Arten, unter denen Bleeker 20
bereits früher als neu erkannt und beschrieben hatte. Sehr
viel beträchtlicher ist die Zahl der überhaupt bisher von
Madagaskar, den Mascarenen und den Seychellen bekannten
Arten; sie beläuft sich auf 800, und sind in einem Anhange
verzeichnet. Weiter schrieb Pollen über den Fischfang in
Madagaskar und den benachbarten Inseln. Die Einwohner
von Madagaskar nähren sich hauptsächlich von Fischen
und Reis, sie geben sich daher mit Leidenschaft dem Fisch-
fange hin. Verf. bringt viel Interessantes über die dortigen
Fische, ihren Fang und ihre Verwendung bei.
Alph. Milne Edwards veröffentlichte einen alten
Bericht eines unbekannten Verfassers über die Insel Ro-
drigues, der wahrscheinlich bereits vor 1730 abgefasst ist.
Derselbe handelt vorzugsweise über die dort lebenden
Vögel, aber es ist auch von der grossen Menge der Fische
und von einzelnen Arten die Rede. Annales des sc. nat.
IL article 4.
Asien. David sammelte in den süssen Wässern von
Pekin und Mongolien zwanzig Arten Fische, in Setchuan
ausserdem noch einige Arten. Salmoniden hat er in China
niemals gesehen. Journal of the North-China-Branch of
the Royal Asiat. Soc. 1873, VII p. 227.
Mit der 27. Lieferung des Atlas ichthyologique des
Indes orientales neerlandaises par Bleeker ist der sechste
Band dieses Werkes geschlossen. Diese Lieferung bringt
den Text vom Schluss der Clupeen ; ferner die Clupesoces
mit den Familien Osteoglossoidei 1 Art, und Notopteroidei
3 Arten; dann die Chauliodontes mit der Familie Chaulio-
dontoidei 1 Art, und endlich die Saurides mit der Familie
Sauridoidei 8 Arten. Die Tafeln dieses Heftes 313—324
sind den Percoiden gewidmet. — Es erschienen ferner die
Lieferungen 28—30. Der Text derselben behandelt die
Familie der Percoiden, deren der Indische Archipel mehr
als 300 Arten, also etwa ein Viertel aller bekannten Arten
dieser Familie enthält. Davon entfallen auf die Priacan-
thiformes 4, die Serraniformes 64, die Grammisteiformes
62 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
2, die Percaeformes 64, die Datniaeformes 14, Spariformes
152 und Gerreiformes 13 Arten. Die 30. Lief, schliesst
mit dem Anhange der Percaeformes und da mit der Gat-
tung Amia. Die Tafeln 325—354 sind den Percoiden ge-
widmet, die Tafeln 355 — 360 den Trachychthyiden.
Sauvage und Dabry de Thiersant beabsichtigen
eine Monographie der Süsswasserfische China's herauszu-
geben, wozu eine Sammlung von David, Dabry de Thier-
sant und Simon Veranlassung gegeben hat. In den Annales
des sc. nat. I. Article 5 geben sie vorläufig ein Verzeich-
niss der bis jetzt im himmlischen Keiche gefundenen Arten,
mit Beschreibung der für neu gehaltenen Arten. Die 154
aufgezählten Arten gehören folgenden Familien an: 1 Gas-
terosteus, 7 Percidae, 11 Gobiidae, 8 Ophicephalidae, 4
Labyrinthici, 4 Mastacembelidae, 23 Siluridae, 80 Cyprini-
dae, 12 Cobitidinae, 1 Symbranchidae, 2 Muraenidae, 2
Acipenseridae. Die neuen Arten s. unten.
Australien, von Eosenberg zählt in Reistochten
naar de Geelvinkbaai of Nieuw- Guinea p. 60 von Fischen
38 Arten auf, meist Stachelflosser.
Derselbe sagt, dass in Andai nur wenige Arten
von Süsswasserfischen gefunden werden; desto reicher ist
die Seefisch-Fauna, die besonders eine übergrosse Menge
schmackhafter Arten liefert. 21 Arten werden als die
häufigsten namhaft gemacht. Ib. p. 85.
Hector beschrieb fünf neue Species von Fischen aus
den Meeren bei Neuseeland, die durch die Challenger-Ex-
pedition gesammelt waren. Annais nat. bist. XV. p. 78.
Hut ton beschrieb sieben neue Fische aus Neu-See-
land. Annais nat. bist. 16 p. 313.
Vaillant et Sauvage beschrieben in der Revue de
Zoologie p. 278 neunzehn neue Fische von den Sandwich-
inseln, nach einer Sendung des M. Bai Heu.
Die Arbeit von Günther über die Fische der Süd-
see (vergl. Ber. 1873 p. 182 ist im 5., 7. und 9. Hefte des
Journal des Museum Godeffroy fortgesetzt und beendet.
Beschrieben und abgebildet sind darin weiter 1 Dules, 2
Therapon, 5 Diagramma, 1 Gerres, 3 Scolopsis, 1 Hetero-
gnathodou, 1 Pentapus, 2 Caesio, 28 Chaetodon, l Chelmo,
während des Jahres 1875. 63
3 Heniochus, 9 Holacanthus, 1 Drepane, 1 üpeneoides, 3
Mulloides, 7 Upeneus, 1 Symphorus, 6 Letbrinus, 1 Sphae-
rodon, 2 Pimelepterus, 8 Cirrhites, 1 Chiiodactylus, 9 Scor-
paena, 4 Pterois, 2 Taenianotus, 1 Synanceia, 2 Micropus,
2 Plesiops, 11 Teutbis, 3 Myripristis, 12 Holocentrum, 1
Pempberis, 2 Polynemus, 1 Gempylus, 1 Thyrsites, 21 Acan-
tburuS; 6 Nascus. Die 17 neuen Arten sind unten nambat't
gemacbt.
Kidder fand auf Kerguelensland nur einen Fisch in
den Seen. Er scheint zu den Gadoiden zu gehören, ist
aber von geringen Dimensionen. Annais nat. bist. XVI
p. 78. — Ebenso berichtet Lanen nach Kidders Notizen.
Comptes rendus 80 p. 1224.
America. Der revidirte Catalog der grönländischen
Fische, welchen Lütken für das Manual for the Arctic
expediton 1875 p. 115 zusammengestellt bat, enthält 78
Arten.
Peters hat die Fische der zweiten Nordpolfahrt in
den Jahren 1869 und 70 bearbeitet. Wissenschaftliche Re-
sultate. Bd. I. Ib74 p. 169. Es sind 3 Cataphracti, 1 Dis-
coboli, 1 Gadus n. sp. s. unten, 1 Salmo.
Putnam berichtet, dass ein Chauliodus Sloani Bloch
im Magen eines Codiisches gefunden wurde, der bei Ge-
orge's Bank gefangen war, und erklärt ihn für eine Be-
reicherung der Fauna. Bulletin Essex Institute VI. p. 111.
Putnam fing in dem Chebacco-Teich folgende Fische :
Pimelodus catus, Esox reticulatus, Leuciscus americanus
und pulchellus, Perca flavescens, Labrax rufus, Pomotis
vulgaris und Hololepsis fusiformis. Bulletin of the Essex
Institute V. p. 141. — Ferner im Hafen von Marblehead,
Salem und Beverly Cryptacantbodes inornatus Gill, Liparis
lineatus Kr. und Platessa glabra Stores ib. VI. p. II.
Für die Mission scientifique au Mexique et dans TAme-
rique centrale haben Vaillant und Bocourt die Fische
zu bearbeiten begonnen. Sie bilden die vierte Partie der
Recherches zoologiques, deren erste Lieferung 1874 erschien.
Diese Arbeit wird in zwei Theile zerfallen, der erste ist
rein zoologisch, der zweite soll die geographische Verbrei-
tung der Fische dieser Erdgegend behandeln. Der Text der
64 Tr ose hei: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
ersten Lieferung bringt die Beschreibungen von 13 Centro-
pomus. Die Abbildungen sind prächtig ausgeführt, auch
den Schuppen ist Rechnung getragen.
Lütken hat nach dem von Reinhardt gesammelten
Material, mit Benutzung seiner Aufzeichnungen, die Fische
des Rio das Velhas als einen Beitrag zu der Fischfauna
Brasiliens bearbeitet. Verf. sagt, dass bisher in den Flüssen
Brasiliens 356 Fische nachgewiesen sind, nämlich 43 Chromi-
den, 154 Welse, 159 Characinen, 1 Scomberoid, 2 Scombereso-
ces, 1 Gobioid, 6 Sciaenoiden, 1 Tetrodont, 6 Cyprinodonten,
4 Clupeaceen, 6 Gymnotini, 4 Rajae und 1 Sirenoid, so dass
92% auf die drei erstgenannten Familien kommen. Als im Rio
das Velhas lebend werden dann 22 Siluroiden, 20 Characini,
4 Gymnotini und 2 Sciaenoiden bezeichnet. Angehängt ist
eine Synopsis characterum essentialium piscium a clarissimo
J. Reinhardt in provincia Brasiliensi Minas geraes circum
oppidulum Lagoa Santa, praecipue in flumine Rio das Vel-
has et affluentibus collectorum. Die neuen Arten, von denen
die Welse bereits 1873, die Characinen 1874 aufgestellt
waren, sind auf 5 Tafeln abgebildet. Vidensk. Selsk.
Skrifter 12. Bd.
Gar man machte Bemerkungen über einige Fische,
welche an verschiedenen Punkten längs der Küste von
Peru bis Neu-Granada gesammelt waren. Eine neue Art
Sicyases wird beschrieben. Proc. Boston Soc. 18 p. 202.
Steindachner beschrieb 13 Fische von der Insel
Juan Fernandez, darunter einige neue Arten. — Wiener
Sitzungber. 71. April 1875.
Acantliopteri.
Berycidae. Trachichthys intermcdius Hector Annais nat. hist.
XV. p. 78. von Neu-Seeland. — Tr. Trailli Hutton ib. XVI p. 315
von Neu-Seeland.
Myripristis multiradiatiis Günther Journal des Museum Go-
deffroy p. 93 von Vavau.
Holocentrum iinipunctatum Günther Journal des Museum Go-
defifroy p. 95 Taf 65 Fig. A, von den Salomonsinseln.
während des Jahres 1875. 65
Fercoidei. Wahlgren giehi an, dass bei Barschan, Perca flu-
viatilis, nicht selten Rhachitis vorkommt. Zcol. Garten p. 342.
Polyprion Knerii Steindachner Wiener Sitzungsber. 71. p. 443
von der Insel Juan Fernandez, und von St. Paul.
Steindachner über Serranus nebulifer und Serranus cla-
thratus Girard. Sie gehören nicht in die Gattung Paralabrax, weil
sie 7 Kiemenstrahlen haben. Wiener Sitzungsber. 72, Juni 1875.
Sywphorus spüurus Günther Journal des Museum Godeffroy
p. 61 Taf. 47 von den Pelewinseln.
Fk'istipomatidie. Therapon rubigüiosus Hutton Annais nat.
bist. 16. p. 314 von Neuseeland.
Pristipoma Davidsonii von San Diego und panamense von
Panama, Steindachner Wiener Sitzungsber. 72, Juni 1875. — P. va-
rioloswn Haly Annais nat. bist. XV. p. 269 von den Camaroons.
Haemulon Jüans Haly Annais nat. bist. XV. p. 268 von Babia. —
H. undecimale Steindachner Wiener Sitzungsber. 72 Juni 1875 von
Panama. Daran fügen sich Bemerkungen überH. s.^xfasciatum Gill, flavi-
guttatum Gill, maculicauda Gill, caudimacula C. V. und Scudderii Gill.
Xenichthys californiensis von San Diego und Agassizii von den
Galapagos-Inseln Steindachner Wiener Sitzungsber. 72, Juni 1875.
Sphyraenidae. Spliyraena Güntheri Haly Annais nat. bist.
XV. p. 270 von Colon im atlantischen Ocean.
Trachinidae. Percis caudimaculatum Haly Annais nat. bist.
XV. p. 269 von Nordchina.
Cottoperca n. g. Steindachner Wiener Sitzungsber. 72, Juni
1875. Körporform gestreckt, Mundspalte sehr lang, schief nach vorne
ansteigend, Auge hoch an den Seiten des Kopfes gelegen, Kopf und
Rumpf vollständig mit ctenoiden Schuppen bedeckt, Spitzzähne in
den Kiefern, am Vomer und Gaumen, 2 getrennte Dorsalen. Zweite
Dorsale wie die Anale von einfachen Strahlen gebildet, nur der letzte
Strahl ist gespalten, untere Pectoralstrahlen einfach, Deckel in
einen Stachel endigend. Ventralen weit vor den Pectoralen einge-
lenkt, 7 Kiemenstrahlen. Von Bovichthys durch die vollständige
Beschuppung des Körpers verschieden. (7. Bosenhergii von Pata-
gonien.
MuUoidei. Bei der Revision der Arten des indischen Archipels
aus der Familie der Mulloiden konnte Bleeker (Verhandelingen
der koninkl. Akad. Amsterdam XV) die Anzahl auf 21 erhöhen,
näml'ch 5 Upeneus, 3 Mulloides, 13 Parupeneus. Einige Arten, die
Verf. früher für neu hielt, hat er richtiger bestimmt, so ist Upe-
ueoides variegatus = üpeneus tragula Rieh., Upeneus Brandesi =
Upeneus pleurostigma Benn. und Upeneus oxycephalus = Upeneus
cherserydros Cuv. Val. Parupeneus xantJwspilurus von Amboina
wird als neue Art beschrieben.
Archiv für NaUirg. XXXXII. Jahi-g. 2. Bd. E
66 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
Mulloides samoensis Günther Journai dos Museum Godeffroy
p. 57 Taf. 43 Fig. B. von Apia.
Gataphracti. In einem Conspectus analyticus generum familiae
Scorpaenoideorum bringt Bleeker die Gattungen in folgende
Uebersicht: I. Corpus squamis normalibus ctenoideis vel cycloideis
vestitum. 1. Caput plus minus ve squamatum, squamae trunco regu-
lariter imbricatae, pinna dorsalis longe post oculos incipiens, pro-
funde emarginata, spinis 12 ad 15. B. 7. V. 1. 5. a. Vertex squa-
matus fossa quadrilatera nulla sed cristis osseis in spinam desinen-
tibus, praeoperculum et operculum squamata. «. Radii pectorales
inferiores simplices, pinnae impares basi squamatae. Gatt. Sebastes
Cuv., Sebastichthys Gill. (= Sebastodes, Sebastoplus, Sebastomus,
Sebastosomus Gillj, Sebastopsis Gill. ß. Radii pectorales inferiores
fissi, pinnae impares alepidotae. Gatt. Neosebastes Guich. b. Ver-
tex, rostrum et maxillae alepidotae, operculum et praeoperculum
superne squamata, pinna dorsalis spinis 11 ad 13, radii pectorales
inferiores fissi. «. Spinae dorsales non elongatae totae fere mem-
brana unitae. Gatt. Setarches Johns., Scorpaena Art., Parascorpaena
Blkv., Scorpaenop5^is Heck (= Scorpaenichthys, Scorpaenodes Blkr.).
ß. Spinae dorsales 12 ad 13 elongatae rectae basi tantum membrana
unitae, cristae capite superne et suborbitalis spiniferae, dentes pa-
latini nulli, pinnae pectorales spinas anales superantes. Gatt. Pseudo-
monopterusKl. (= Pseudopterus Kl., PteroisCV., Dendrochirus, Macro-
chyrus^ Pteroleptus, Pteropterus, Brachyi us Swns,), Parapterois Blkr.
2. Caput alepidotum. a. Pinnae pectorales elongatae acutae, radio
inferiore libero, Spinae praeorbitales bene evolutae, dentes palatini,
squamae regulariter imbricatae margine posteriore dentatae. B. 7.
Gatt. Apistus Cuv. (= Pterichthys Swns,, Polemius Kp.) b. Pinnae
pectorales radio libero nuUo. «. Pinna dorsalis longe post oculum
incipiens, parte spinosa divisione anteriore nulla. B. 7. V. 1. 5. Gatt.
Pteroidichthys Blkr., Glyptauch'^n Gthr., Centropogon Gthr. ß. Dor-
salis ante, supra vel paulo post oculos incipiens, devisione anteriore
spinis divergentibus, caput superne cristis spiniferis nullis, Spinae
praeorbitales bene evolutae, squamae minimae juxtapositae vel cute
quasi immersae, pinna analis spinis 3. Gatt. Paracentropogon Blkr.,
Amblyapistus Blkr. (= Platypterus Swms.), Cottapistus Blkr., Pro-
sopodasys Cant. (= Trichosomur Swns.). — 11. Corpus alepidotum,
cute laevi vel spinulis parvis vel granulis scabriusculum. 1. Pinna
pectoralis radio vel radiis liberis, dentes palatini nulli, Spinae prae-
orbitales evolutae, cutis laevis, A, 2. 7 ad 2. 9. V. 1. 5. Gatt. Chorilacty-
lus Rieh, (= Chorismodactylus Gthr.), Minous Cuv. (= Corythobatus
Cant.). 2, Pinna pectoralis radio libero nullo, crista suborbitalis
anacantha. a. Pinna dorsalis post oculum incipiens et cum caudali
unita, cristae capite superne spiniferae. Gatt. Taenianotus Lac. b.
Pinna dorsalis supra oculum incipiens. ct. Dentes palatini, cristae
während des Jahres 1875. 67
capite superne anacanthae, radii pirniis fissi. Gatt. Gymnapistus
Swns. (= Pentaroge Gthr.). ß. Deutes palatini nulli, radii pinnis sim-
plices. Gatt. Trichopleura Kp. (= Sthenopus Rieh.), Cocotropis Kp.,
Gnathanacanthus Blkr,, Aploactis Schi. (= Aploactisoma Gast.), Para-
ploactis Blkr,, Aviopus CV. (== Cephalinus Gron,). Verslagen en
Mededeelingen koninkl. Akad. Amsterdam IX. p. 294.
Scorpaena barathri Hector Annais nat. hist. XV. p. 80 von
Neuseeland. — Sc. fernandeziana Steindachner Wiener Sitzungber.
71. p. 451 Fig. 1 von Juan Fernandez. — Sc. Ballieui Sau vage
Revue de Zoologie p. 278 von den Sandwichinseln. — Sc. dentata
von den Pelewinseln, nuchalis von Rarotonga, alböbrunnea von den
Pelewinseln und CooTcii Taf. 55 von den Raoulinsel. Günther Jour-
nal des Museum Godeffroy p. 76.
Taenianotus Garretti Günther Journal des Museum Godeffroy
p. 83 Taf. 57 Fig. C von den Sandwichinseln.
Cottus filamentosus Sau vage Revue de Zoologie p, 279 von den Sand-
wichinseln, — C.Lüljeborgn ColletNorgesFiskep. 25 von Christiansund.
Cottimculus n. gen. Collett Norges Fiske p. 20. Kopf sehr gross,
hoch und breit eiförmig, Kiemendeckel unbewaffnet, Körper kurz
und dünn, nach hinten zusammengedrückt, ohne Schuppen, Kopf mit
spitzen, nadeiförmigen Dornen bestreut, Seitenlinie unsichtbar, Augen
sehr klein. C. microps von Hammerfest.
Gasterosteidae. Bück gelang es in einem Süsswasser- Aqua-
rium den Nestbau und das P]ierlegen von Gasterosteus pungitius zu
beobachten und selbst die Jungen ausschlüpfen i:u sehen, die jedoch
bald der Vater auffrass. Zool. Garten p. 251.
Sciaenoidei. Sciaena niargaritifera Haly Annais nat. hist. XV.
p. 269 von Port Natal.
Corvina {Homopriov) Agassizii Steindachner Wiener Sitzungsb.
71. p. 468 aus Peru. — C. Stearmii von San Diego, C. macrops
von Panama, C. {Homoprion) Furthii und acutirostris von Panama,
Steindachner ib. 72. Juni 1875.
Geni/anemus peruanus von Peru, fasciatus von Panama, hrasi-
liensis von Para, Steindachner ib, 71 p. 471.
Otolithus californiemis von San Diego und Magdalenae aus der
Magdalena-ßay in Untercalifornien Steindachner Wiener Sitzungsber.
72 Juni 1875.
Sparoidei. Lethrinus bonhamensis Günther Journal des Museum
Godeffroy p. 65 Taf. 47 von den Bonhaminseln.
Bleeker sieht, Verslagen en Mededeelingen der Koninkl.
Akad. van Wetenschappen IX. p. 149 die Gattungen Maena, Smaris
und Caesio als eine Gruppe der Familie der Lutjanoiden au, welche
ausserdem die Gruppen Lutjanini, Denticini, Latilini, Aphareini,
Scolopsidini und Dipterygonotini umfasst. Die GraipTpe Mae nini ist
charakterisirt durch den Mangel von Hundszähnen, unbewaffnete
68 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
Suborbitalia, ungetheilte Dorsale und die Vorstreckbarkeit des Mundes.
Die dahin gehörigen Gattungen Maena Cuv., Smaris Cuv,, Gymno-
caesio Blkr., Paracaesio Blkr. Pinjalo Blkr,, Caesio Lac, Liocaesio
Blkr., Pterocaesio Blkr., werden charakterisirt. — Ebenso die Gat-
tungen Erythrichthys Schi., Centracanthus Raf. und Dipterygono-
tus Blkr., welche die Gruppe Dipterygonotini zusammensetzen.
Girrhitoidei. Bleeker bringt die neun ihm bekannten Cir-
rhitoiden des Indischen Archipels in folgende Gattungen: Cirrhites
Comm, Lac. Ossa intermaxillaria non producta, squamae corpore ma-
gnae. genis parvae, maxillae dentibus ex parte caninis. C. marmoratus
Gill. — Paracirrhites Blkr. Ossa intermaxillaria non producta, squa-
mae corpore et genis magnae, dentes maxillis ex parte canini, den-
tes palatini nulli, caput obtusum convexum. P. Forsten, arcatus
und amblycephalus. — Cirrhitichthys Blkr. Ossa intermaxillaria non
producta, squamae corpore et genis magnae, dentes palatini, caput
acutiusculum vel acutum. C. aprinus, oxyrhynchus, oxycephalus
und polyactis n. sp. von Amboina. — Oxycirrhites Blkr. Ossa inter-
maxillaria maxime evoluta longe ante rostrum producta. 0. typus
Blkr. Verhandelingen der koninkl. Akad. Amsterdam XV.
Cirrhites hemistictus, polystictus und melanotus Günther Jour-
nal des Museum Godeffroy p. 69 Taf. 56 Fig. B, A und Taf. 52 Fig. C.
von den Gesellschaftsinseln.
Squamipennes. Chaetodon trichous von den Gesellschaftsinseln
und flavirostris von Vavau Günther Journal des Museum Godeffroy
p. 40 Taf. 36 Fig. A und Taf. 32 Fig. A.
Holacanthus loriculus Günther ib. p. 53 Taf. 40 Fig. C, von
den Gesellschaftsinseln.
Scorpis californiensis Steindachner Wiener Sitzungsb. 72, Juni
1875, von San Diego.
Bleeker unterscheidet in der Gattung Toxotes wenigstens
vier Arten, nämlich T. microlepis Blyth Gthr., chatareus Buchan.,
oKgolepis Blkr. und jaculator Cuv. Ve'rslagen en Mededeeliuger ko-
ninkl. Akad. van Weteuschappen IX. p. 155.
Toxotes spuamosus Hutton Annais nat. hist. 16 p. 313 von
Neuseeland.
Labyrinthici. Ctenopoma nigropannosum Reichenow Sitzungsb.
Ges. natuif. Freunde zu Berlin p. 147, von der Loango-Küste.
Opbiocephalidae. Ophicephalus aspilotus und Güntheri Sau-
vage e Dabry Annales des sc. nat. I. 5, p. 4, aus China.
Atherinidae. Atherinella n. gen. Steindachner Wiener
Sitzungsber. 71. p. 477. Körpergestalt gestreckt, Rumpf gegen die
Bauchlinie sehr stark comprimirt, 1. Dorsale ein wenig hinter dem
Beginne der Anale, 2. Dorsale über den letzten Analstrahlen in
verticaler Richtung eingelenkt; Pectorale sehr lang; Unterkiefer
rasch nach oben und vorne ansteigend; Zähne in den Kiefern zuge-
während des Jahres 1875. 69
spitzt, hakenförmig gebogen; Schuppen stark gezähnt. A. pana-
mensis von Panama.
Atherinops n. gen. Steindachner Wiener Sitcimgsber. 72.
Juni 1875 Separatabdr. p. 61 Anmerkung. Kieferzähne einreihig,
jeder derselben in 2 Spitzen endigend, übrige Charaktere wie bei
Atherinichthys. Auf Atherina affinis Ayres gegründet.
Magiloidei. Mugü mexicanus Steindachner Wiener Sitzungsber.
72, Juni 1875, von Acapuloo. Hierbei wird auch M. brasiliensis Agass.
charakterisirt. — M. trichilus Vaillant et Sauvage Revue de Zoo-
logie p. 281 von den Sandwichinseln.
Scombridae. Platystethus ahbreviatus Hector Annais nat. bist.
XV. p. 79, von Neuseeland.
Carangidae. More au bemerkte, dass einige Caranx trachurus,
wenn er aus ihrem Gefäss Luft aussog, durch die Kiemenspalten
feine Luftblasen verloren. Er fand in der Rückenv;and der Schwimm-
blase einen Kanal, der sich mit einer Spalte in der Kiemenhöhle
öffnete, so dass daraus Luft aus der Schwimmblase austreten kann.
Eintreten kann dadurch keine Luft. Die Schwimmblase ist also hier
nur ein hydrostatisches Organ. Comptes rendus 17. Mai; Revue de
Zoologie p. XX.
TrachinoUis Kennedyi Steindachner Wiener Sitzungsber. 72,
Juni 1875. — 7V. angustus Reichenow Sitzungsber. Gea. naturf.
Freunde zu Berlin p. 147, von der Loango-Küste.
Von Paropsis signata Jenyns hat Steindachner Wiener
Sitzungsber. 72, Juni 1875 eine verbesserte Beschreibung gegeben.
Fsettiiü {Parapsetti(s) panamensifi Steindachner ib. von Panama.
Teuthyes- AcantJmrus virffatus Vaillant et Saavage Revue de
Zoologie p. 283, von den Sandwichinoeln. — A. rostratus Günther
Journal des Museum Godeffroy p. 117 Taf. 66 Fig. B, von den Ge-
sellschaftsinseln.
Xiphiidae. Lütken hebt in der genaueren Beschreibung
eines Exemplares von Histiophorus orientalis, welches beiSingapore
gefangen wurde, hervor, dass wahrscheinlich bei allen Xiphioiden
der lange Strahl der Bauchflossen aus drei Elementen zusammenge-
setzt ist, ebenso dass bei allen die Bauchflosse sich in einer Furche
der Haut verbergen kann, und dass sowohl H. orientalis wie Tetra-
pterus belona 12-|-12 Wirbel und 7 Kiemenhautstrahlen hat. Er
glaubt, dass die Arten eine bemerkliche Reduction erfahren müssen.
Vidensk. Meddelelser nat. foren. i Kjöbenhavn 1875. p. 1. tab. I.
Ecbeneidae. Lütken beschrieb die Echeneiden des Kopen-
hagener Museums. Er ist der Ansicht, dass die Gattung in zwei
Subgenera zerfalle, dass aber kein Grund vorhanden sei, sie in eine
Reihe von Genera zu theilen. Er hat 5 Arten: E. naucrates L. ist
in der Jugend heterodont, im Alter homodont, weil die äusseren
cilienförmigen Zähne ausgefallen sind, dies kann daher nicht zur
70 Troschel: Beric^it über die Leistungen in der Ichthyologie
Theihiug in zwei Gattungen benutzt werden; E. liueata Menz. ist
homodont, E. sphyi'aenarum sein Jugendzustand; E. squalipeta Dal-
dorf ist der Jugendzustand von E. remora L. ; E. pallida Schi.; E.
scutata Gthr. Yidensk. Meddel nat. foren. i Kjd)benhavn 1875 p. 26.
Malacanthidae. Malaccmtims parvipinnis Vaillant et Sauvage
Revue de Zoologie p. 283, von den Sandwichinseln,
Labroidei. Neolabrus n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsb.
71. p. 461. Körperform und Schuppen auf den Wangen wie bei
Labrichthys, 3 — 4 Reihen kleiner Schuppen auf und über dem ober-
sten Theile des Kieraendeckels und eine Reihe grösserer Schuppen
am hinteren Rande desselben ; Vordeckel nicht gezähnt ; Zähne in
den Kiefern einreihig, ohne hinteren Hundszahn; Seitenlinie nicht
unterbrochen; Dorsale nur mit wenigen einfachen biegsamen Strahlen
vor den zahlreichen Gliederstrahlen, ohne eigentliche Stacheln;
Flossen 3.29, A. 2.19. N. fenestraius von Juan Fernandez. In dem
Separatabdruck, den ich der Güte des Hrn. Verf. verdanke, ist
Malacopterus reticulatus fraglich dabei geschrieben.
Novacula microlepis Vaillant et Sauvage Revue de Zoologie
p. 284, von den Sandwichinseln.
Julis Ballieui Vaillant et Sauvage Revue de Zoologie p. 284,
von den Sandwichinseln.
Coris [Hemicoris] venusta, Ballieui und rosea Vaillant et Sau-
vage Revue de Zoologie p. 285, von den Sandwichinseln.
Pomacentridae. Glyphisodon imparipennis Sauvage Revue de
Zoologie p. 279, von den Sandwichinseln.
Ghromides. Steindachner lieferte in seinen Beiträgen zur
Kenntniss der Chromiden des Amazonenstromes eine nahezu vollständige
Uebersicht über die Chromiden-Fauna dieses Stromes von Para bis
Tabatinga. Das Material dazu boten ihm die Sammlungen von Nat-
terer, die sich im Wiener Museum befinden, und von Agassiz,
welcher an einer grossen Anzahl von Stationen zahlreiche Individuen
in den verschiedensten Altersständen zusammenbrachte. Indem sich
Verf. gegen die zu grosse Spaltung der Genera, wie sie Günther ange-
wendet hat, ausspricht, schliesst er sich in systematischer Beziehung
Heckel's Anschauungsweise mit geringen Abänderungen an. So ge-
winnt denn die Classification hier folgende Gestalt: 1. Gatt. Acara
(Acara, Heros, üaru Heckel). Subgen. Acara mit 3 Analstacheln.
a. Arten mit kleiner Mundspalte und kaum vorstreckbarem Zwischen-
kiefer, 5 Arten, A. Thayeri neu, b. Arten mit langer Mundspalte
und stark vorstreckbarem Zwischenkiefer {Acaropsis Steind.) 1. Art.
Subgenus Heros mit mehr als drei Analstacheln, a. Arten mit massig
langer Mundspalte und ohne weit vorstreckbaren Zwischenkiefer, 7
Arten, crassa neu, b. Arten mit stark vorstreckbarem, langgestielten
Zwischenkiefer (Petenia Gthr.) 1 Art, spectabilis neu. — 2. Gatt.
Crenicara n. g. wie Acara, doch mit fein und gleichmässig ge-
während des Jahres 1875. 71
zähne'tera Vorderdeckel., 1 Art, elegans neu. — 3. Gatt. Dicrossus
Agass. in litt. n. g. Körper stark verlängert imd massig comprimirt
wie bei Crenicichla, Vordeckel fein gezähnt, Mundspalte, Bezahnung
der Kiefer und Kiemenbogen wie bei Acara, Seitenlinie unterbrochen,
Dorsalstachel zahlreich, Schuppen ziemlich gross, 1 Art, maculatiis
neu. — 4. Gatt. Sytnphi'sodon Heck., 1 Art. — 5. Gatt. Geo-
phagus Heck. (Mesops, Satanaperca und Geophagus Gthr.), Subgen.
Mesops Gthr. 4 Arten, Thayeri und Agassizii neu ; Subgen. Satana-
perca Gthr. 4 Arten; Subgen. Geophagus Gthr. 1 Art. — 6, Gatt.
Saraca n. gen. Körperform sehr gestreckt, Anhang ara vorderen
Kiemenbogen wie bei Geophagus, gliederstrahliger Thcil der Dorsale
viel stärker entwickelt als der stachelige, Anale mit 3 Stacheln,
Schuppen ziemlich gross, Vordeckel glattrandig. 1 Art, opercularis
neu. — 7. Gatt. Chaetohranchus Heck. a. Arten mit 3 Analstacheln,
2 Arten, remifasciatus neu. b. Arten mit mehr als 3 Analstacheln
[Chaetohranchopsis Steind.), 1 Art, orhicularis, neu. — y. Gatt.
Pterophyllum Heck. 1 Art. Dazu acht Tafehi mit Abbildungen.
Wiener Sitzungsber. 71 p. 61—137.
Pseudochromides. Bleeker, Sur la famille des Pseudochro-
mideides et revision de ses especes insulindiennes. Verf. zieht ausser
den ursprünglich dieser Familie zugewiesenen Gattungen Plesiops
Cuv., Pseudochromis Kupp, und Cichlops Müll. Trosch. auch die
Gattungen Gramma Poey, Pseudogramma Elkr., Trachinops Günth.,
Paraplesiops Blkr., und Pseudoplesiops Blkr. hierher. Er theilt die
Familie in drei Gruppen: 1. Gichlopini squamae corpore ctenoi-
deae, spinae dorsales graciles majore parte vel totae membrana
unitae, pinnae ventrales radiis incrassatis nullis, membrana gulo-
interbranchialis parum emarginata, mit den Gattungen Cichlops,
Pseudochromis, Gramma, Pseudogramma und Trachinops, 2. Plesio-
pinl, squamae magnae vel mediocres, dentes palatini, membrana
gulo-interbranchiahs profunde incisa, pinnae dorsalis et analis basi
squamatae, dorsalis parte spinosa parte radiosa multo longiore spinis
rigidis parte basali tantum membrana unitrs, pinnae ventrales radiis
2 anterioribus simplicibus incrassatis elongatis basi subunitis, V. 1,
5, D. spinis 11 vel 12 et radiis 8 vel 9; mit den Gattungen Plesiops
und Paraplesiops, 3, Pseiidoplesiopini, squamae cycloideae, dentes
palatini nulli, membrana gulo-interbranchialis profunde incisa, pinna
dorsalis parte spinosa parte radiosa longiore spinis gracillimis flexi -
libus, pinnae ventrales radiis 2 anterioribus simplicibus incrassatis
elongatis. B. 6, dahin die Gattung Pseudoplesiops. Die Familie
ist verwandt den Nandoiden und imterscheidet sich von ihr durch
die Gegenwart der Pseudobranchien, die Abwesenheit der Sphenoidal-
zähne und durch den Besitz von 15 getheilten Strahlen an der
Schwanzflosse. Er kennt 22 Arten: 5 CichlopL, 10 Pseudochromis,
1 Gramma, 1 Pseudogramma. 1 Trachinops, 2 Plesiops, 1 Paraple-
72 Troschel: Bericht über die LeistuDgen in der Ichthyologie
siops und 1 Pseudoplesiops. Die Gramma leben bei Cuba, die Tra-
chinops an der Ostküste von Neuholland, Paraplesiops vermuthlich
an den Norfolk -Inseln, die übrigen im Indischen Archipel und einige
von diesen verbreiten sich bis zum rothen Meer, bis nach China
und Japan und bis zu den Tonga- und Fidschi-Inseln. Die im In-
dischen Archipel vorkommenden 5 Ciclilops, 7 Pseudochromis, 1
Pseudogramma, 2 Plesiops und 1 Pseudoplesiops sind beschrieben
und auf 3 Tafeln colorirt abgebildet. Verhandl. koninkl. Akad. van
Wetensk. XV.
Notothenia angustata und microlepidota Hutton Annais nat.
bist. 16 p. 316 von Neuseeland. — N. liassleriana und longipes
Steindachner Wiener Sitzungsber. 72, Juni 1875, aus der Magellan-
strasse. Dabei sind auch N. tessellata und cornucola Richds. be-
schrieben.
Gobioidei- Phüypnus cinctus Dabry Annales des sc. nat. I. 5.
p. 8, aus China.
Eleotris Monteiri O'Shaughnessy Annais nat. bist. XV. p. 146,
von Bahia. Daselbst ist auch E. perniger? Cope beschrieben. —
E. JDavidi Sauvage et Dabry Annales des sc. nat. I. 5. p. 3, aus
China. — E. sandwicensis Vaillant et Sauvage Revue de Zoologie
p. 280, von den Sandwichinseln.
Bleeker fügte den Gattungen der Gruppe Eleotrini eine
neue Gattung Po goneleotris hinzu, Caput latum depressum microle-
pidotum, rostro genisqiie cirris numerosis; dentes utraque maxilla
pluriseriati, interm axillares serie externa, inframaxillares serie ex-
terna et serie interna ceteris longiores; dentes canini nulli ; squa-
mae ctenoideae squamulatae; pinna caudalis acuta. D. 6— 13, A. 11.
Gegründet auf Eleotris heterolepis, Gthr. — Ausserdem werden
drei neue Arten beschrieben: Culius insulindicus, C. macrolepis und
Ästerropteryx, alle vom Indischen Archipel. Archives neerlandaises
des sc. exactes et naturelles X. p. 101.
Weiter . stellte Bleeker ib. p. 113 folgende neie Gobioiden
auf: Gobiopsis oligactis von Amboina, Lophogobius chrysosoma von
Borneo, Pseudogobiodon macrochir von Amboina, Gobiodon quinque-
strigatm aus dem indischen Archipel, G. hypselopterus, erythrospilus
desgleichen, Ctenogobius granimatogaster, notophthalmus, gracilis,
cylindricus alle aus Singapura, Äcentrogobius leptochihis von Am-
boina und A. oligactis von Singapura.
Collett zählt zur Gattung Latrunculus Gthr. folgende nor-
dische Arten: L. albus, Stuwitzii und Nilssonii. Forhaudlingar i
Videnskabs Selskabet i Christiania 1872 p. 1, worauf hier nachträg-
lich hingewiesen werden mag.
Bleeker revidirte die Sicydiini und Latrunculini des Indi-
schen Archipels. Verslagen en Mededeelingen koninkl. Akad.
Amsterdam IX p. 271. Er charakterisirt die Phalanx Sicydiini durch
während des Jahres 1875. 73
den Bau der Bauchflossen, welche eine centrale dem Bauehe ange-
heftete Scheibe mit kvirzen verästelten Strahlen bilden. Dahin
gehören die Gattungen Sicydium Val., Sicyopterus Gill, Cotylopus
Guich., Tridentiger Gill, Lentipes Gthr. und Microsicydium Blkr.
Im Indischen Archipel kommen 6 Arten Sicyopterus, und 1 Micro-
sicydium vor. Letztere Gattung ist auf Sicydium gymnauchen gegrün-
det ; sie unterscheidet sich durch Ctenoidschuppen, durch das Fehlen
der Bartfäden und Hundszähne und die ausgeschnittene Schwanz-
flosse. — Aus der Phalanx Latrunculini kommen im Indischen Ar-
chipel 2 Sicyopus, 2 Gobiopterus und 1 Leptogobiua vor.
Sicydium fasciatum Day Journ. Aciatic Soc. ofBengal43 p. 31,
aus Burma.
Vaillant hat die Schuppen von Gobius niger untersucht, und ist
zu der Ansicht gekommen, dass die Dörnchen derselben sich auf Kosten
eines besonderen Blastems entwickeln, wodurch sich die Meinung
Mandl's, wenigstens bei gewissen Fischen, als die richtige erweist.
Comptes rendus 1875 p. 137; Annais nat. bist. 16 p. 298; Revue
et magasin de Zoologie p. XLVIII.
W int her fand die von Valenciennes erwähnten Linien oder
Streifen (Striber) an den Wangen und im Nacken bei Gobius niger
wieder und zwar ausser au der Schnauze, an der ünterfläche des
Kopfes, an den Kieraendeckeln und den Axelhöhlen auch am Körper
längs der Schuppenreihe, wo man die Seitenlinie suchen würde, und
an der Schwanzflosse wo sich dieselbe Bildung an der innersten unteren
Hälfte des fünften, achten und zehnten Strahles findet. Durch die
mikroskopische Untersuchung hält sich Verf. für berechtigt, diese
Organe für Geschmacksorgane zu halten. Er meint, diese Fische
können mittelst derselben schmecken, ob das Wasser schädliche
Luftstoffe enthält, und dass sie ihre Nahrung schmecken können,
ohne dass sie sie im Munde haben, wodurch denn das Auffinden
der Nahrung erleichtert würde. SchicSdte Naturhist. Tijdsskrift IX
p. 181 tab. VII.
CoUett lieferte einen Beitrag zur Kenntniss der Norwegischen
Arten der Gattung Gobius. Er unterscheidet die neun vorkommenden
Arten folgendermassen : A. Erste Dorsale mit 6 Strahlen, a. Kehle
und Stirn beschuppt. 1. Schuppen an Kehle und Stirn klein, cycloid,
lin. lat. 40, Gobius niger L., 2. Schuppen an Kehle und Stirn gross,
imbricat, lin. lat. 25, G. Friesii Malm, b Kehle beschuppt, Stirn
nackt. 3. Körperschuppen klein, lin. lat. 60, G. minutus Gmel., 4.
Körperschuppen gross, lin. lat. 26, G. Jeffreysii Gthr., c. Kehle und
Stirn nackt. 5. Dorsalen mit schwarzer Querbinde, Augen gross,
lin. lat. 40, G. pictus Malm, 6. Dorsalen mit graubraunen Querstreifen,
Augen klein, lin. lat. 40, G. microps Kr. 7. Einfarbig braun pig-
mentirt, lin. lat. 28, G. orca Coli. 8. Weissgelb mit schwarzen un-
regolniässigen Querbinden, lin. lat. 28, G. scorpioides Coli. B. Erste
74 T rose hei: Bericht über die Leistung-en in der Ichthyologie
Dorsale mit 7 Strahlen, G. Ruthensparri Euphr. — Die beiden Col-
lett'schen Arten sind auf pl. III abgebildet; sie waren schon in
Annais nat. hist. 1874 aufgestellt. Christiauia Videnskaps-Selsk.
Forhandlinger for 1874 p. 151.
Winther schrieb eine Abhandlung über die Dänischen Arten
der Gattung Gobius. Er bespricht den Bau der Schuppen, beschreibt
das Weibchen von Gobius microps Kr., und macht dann Angaben
über Gobius pictus? Malm, Gobius minutus, Gobius Ruthensparri
und Gobius niger. Schi(!)dte Naturhist. Tidsskrift IX. p. 191.
Gobius Burtoni von Fernando Po und castaneus von Nagasaki
O'Shaughnessy Annais nat. hist, XV. p. 144. — Gobius Davidi Sau-
vage et Dabry Annales des sc. nat. I. 5 p. 2 aus China. — G. ho-
mocyanus Vaillant et Sauvage Revue de Zoologie p. 280, von den
Sandwichinseln.
JEuctenogobius strigatus von Surinam und latus von Bahia
O'Schaughnessy Annahs nat. hist. XV. p. 145.
Bleeker beschrieb Verslagen en Mededeelingen koninkl.
Akad. van Wetenschappen IX p. 138 als neue Arten: Oxyurichthys
auchenolepis von Singapore; Par oxyurichthys n. gen, von Oxyu-
richthys und Euctenogobins durch die zweireihigen Zähne des Ober-
kiefers verschieden, P. typus von Amboiua; Cryptocentrus (== Para-
gobius Blkr.) diproctotaenia von Amboina, liolepis von Borneo und
leptocephalus von Singapore.
Ämblyopus mexicanus O'Shaughnessy Annais nat. hist, XV.
p, 147, aus Mexico.
Gobiesocidae. Sicyases Petersii Garraan Proc. Bos-ton Soc. 18
p 203 von Panama.
Blennioidei. Salarias zebra Vaillant et Sauvage Revue de Zoo-
logie p. 281, von den Sandwichinseln.
Putnam hält die Kaup'sche Familie Nemophidae, welche
Günther mit den Blennien vereinigt, für eine gute Familie und giebt
ihr folgende Charaktere : Körper lang, dünn, Bauchpartie kurz; Dor-
sale und Anale lang, Pectöralen normal ; Ventralen, wenn vorhanden,
vor den Pectöralen und mit dem Schultergürtel verbunden; Kie-
menhaut vereinigt und nur eine schmale Kiemenöffnung lassend;
Kiefer mit den hinteren Rändern der Zwischenkiefer dicht vereinigt
und einen ebenen oberen Mundrand bildend. Dahin die Gattungen
Xiphasia Swains. = Nemophis Kaup == Xiphagadus Günther mit 1 Art
X. setifer Swains. wohin er Nemophis Lessoni Kaup, Xiphogadus
setifer Gthr., Xiphasia trachypareia Bleeker, Nemophis sp. Gill und
Xiphogadus madagascariensis Playfair als Synonyme zieht, und Pla-
giotremus Gill mit 1 Art, PI. spilistius Gill. Proc. Boston Soc, XVI.
p. 866.
Psychrolutidae. Psychrolutes latus Hutton Annais nat. hist. 16
p. 316, von Neuseeland.
während des Jahres 1875. 75
Pediculati. Vihr anchus n. gen. in der Nähe von Halieutaea,
Peters Berliner Monatsber. p. 736. Caput cum trunco latissimum)
depressum, rostro rotundato, tentaculo praefrontali protractili; rictus
modicus anticus transversus, dentibus intermaxillaribus mandibulari-
busque velutinis; palatum edentulum ; cutis tuberculis osseis radiatis
conicis, in capitis margine trispinosis obsita; apertura branchialis
supera axillaris; radii branchiostegi seni; branchiae binae, arcubus
branchialibus primo et qnarto branchiis destitulis; lingua, pseudo-
branchiae, appendices pyloricae et vesica aerea nullae ; pinnae dor-
salis et analis breves, ventrales evolutae. D. atlanticus von der
africanischen Küste, ist abgebildet.
Anacantliini.
Lycodidae. Lycodes Esmarkn Collett Norges Fisko p. 95 von
Ost-Finniarken.
Gadoidei. Gadua glacüdis Peters, die 2. Deutsche Nordpolfahrt
in den Jahren 1869 und 70, wissensch. Resultate I. p. 172 Tat". I.
Fig. 3, von der Sabine-Insel.
Motella septentrionalis Collett Aunals nat. bist. XV p. 82, von
der Norwegischen Küste.
Ophidiidae. Brotida midticirrata Vaillant et Sauvage Revue de
Zoologie p. 282, von den Sandwichinseln.
Putnam machte Bemerkungen über die Ophidiidae und Fie-
rasferidae, und beschrieb dabei einige neue Arten: Ophidium Hol-
brookii von Florida, Fieraafer dubius und Encheliophis tenuis. Proc.
Boston Soc. XVI. p. 339.
Kollmanu hat in der zoologischen Station zu Neapel einen
Fierasfer beobachtet, der in einer Flolothurie schmarotzte. Kr streckte
sich häufig mit seinem Kopfe aus der Afteröffnung der Holothurie
hervor, lebt also in der Kloake seines Wirthes. Zeitschr. für wiss.
Zoologie 26 p. 6.
Congrogadus marginatus Vaillant et Sauvage Revue de Zoolo-
gie p. 282, von den Sandwichinseln.
Macruridae. Macrurus annatua Hector Annais nat. bist. XV.
p. 81, von Neuseeland.
Pleuronectae. Citharichthys panamensia Steindachner Wiener
Sitzungsber. 72, Juni 1875, von Panama.
Fseudorhombus boops Hector Annais nat. bist. XV. p. 81, von
Neuseeland.
Scoiiiberesoces.
Scomberesoces. Belonc pacifica von Panama und Acapulco,
amazonica aus dem Amazonenstrora, Steindachner Wiener Sitzungsb,
72, Juni 1875.
76 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
Physostomi.
Siluroidei. Bliss untersuchte die Dornen der Dorsale und
der Pectoralen der Siluroiden und Doradoiden, weil sie nicht nur
als Stütze für die Flossenhaut, sondern auch als Vertheidigungs-
waffe dienen. Bei beiden sind sie vorn mit einer Reihe stumpf
conischer, hinten mit einer Reihe zurückgebogener Zähne versehen.
Besonders günstig zur Untersuchung ist Aelurichthys, weil die
Dornen hier nicht vollständig ossificiren. Der Dorn ist im frühsten
Zustande ein einfach gegliederter Stab, und jedes Glied entsendet
oben und vorn ein Paar langer dünner und fast aufrechter Aeste,
welche sich vereinigen und an ihren Enden etwas verbreitern. Da
die Aeste eines Gliedes sich eng an die des oberen und unteren
Gliedes anschliessen, entsteht ein hohler Raum, der die ganze Länge
des Dorns durchläuft. Dieser Raum wird bei der Ossification enger
und bleibt schliesslich nur ein enger Kanal, der die Längsachse des
Dornes durchbohrt; er schliesst sich jedoch niemals oben, wie bei
den Dornen einiger Haie. Die vorderen Aeste bilden die conischen
Zähne, und zugleich entwickeln die Glieder hinten hakige Zähne,
die mit der Ossification wachsen. So entsteht endlich durch Ver-
schmelzung der Glieder ein scheinbar homogener knochiger Dorn.
Proc. Boston Soc. 17 p. 386.
Cope beschrieb Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 132 eine
Anzahl Nematognathi (Welse) vom oberen Amazon, nämlich Tricho-
mycterus pardus, Bunocephalus melas, Dysichthys coracoideus n.
gen., ähnelt Bunocephalus, aber ohne Mandibular- und Kinnfäden,
Kopf deprimirt aber höher als der schmale Schwanz, Zathorax nau-
ticus^ Ehinodoras prianomus, Liposarcus jeanesicmus und scrophus,
Plecostomus virescens, sämmtlich von Nauta in Peru.
Lütken stellte einige neue Welse , aus dem centralen Brasi-
lien auf, die von Reinhardt in der Provinz Minaes-geraes bei der
Stadt Lagoa Santa im Rio das Velhas gesammelt waren: Trichomy-
cterus brasiliensis, Plecostomus lima und Francisci. Boras marmoratus,
Äuchenipterus lacustris, Glanidium albescens, Bagro'psis Rein-
hardti, Pimelodus Westermanni, Pseudorhamdia für und vittatus,
Bhamdia microcephaJa und minuta. Oversigt K. Danske Vidensk.
Selskabs Forhandlinger 1874 p, 29. Die Diagnosen der beiden
neuen Gattungen lauten:
Glanidium Lütken n. gen. Doradinum. Caput cute moUi
obtectum;^fissura branchialis brevis; orificia nasalia haud approxi-
mata; rictus oris mediocris; filamenta oralia 6 cylindrica mandibu-
laria brevia, duas series formantia ; dentes maxillares velutini, palatini
nulli; pinna dorsalis brevis, ventralibus longe praeposita, spina rigida ra-
während des Jahres 1875. 77
diisque furcatis 5 suffulta; analis brevis; adiposa minuta; ventrales
radiis 6; statura parva.
Bagropsis Lütken nov. gen. Pimelodinum, Cutis haud reti-
culata; corpus teretiusculum ; caput depressum; rostrum haud pro-
ductum; maxilla superior nonnihil loogior; oculi sursum fere spe-
ctantes, margine supraorbitali libero; galea haud granulata, tenuiter
striolata, cute tenui obducta; filamenta oralia teretia sex; dentes
palatini in acervos quatuor dispositi, vomerini a palatinis longe se-
juncti; pinna dorsalis anterior brevis, radio primario gracili rigido,
mollibus 6. posterior adiposa haud radiata, sat longa; ventrales
süb radiis ultimis pinnae dorsalis insertae, radiis sex, analis brevis,
caudalis furcata.
Steindachner beschrieb einige neue brasilianische Siluroiden
aus der Gruppe der Doradinen, nämlich Oxydoras Orestis Agass. in
litt, aus dem Rio Xingu und dem Rio Iga, Rhinodoras amazonum
und teffeanns beide von Teffe am Amazonenstrom und Boras mar-
moratus Reinh. aus dem Rio San Francisco. Alle vier sind abge-
bildet. Wiener Sitzungsber. 71. p. 138.
Neue Welse aus China von Sau vage und Dabry Anuales
des sc. nat. I. 5 p. 5 sind: Süurus einer eus; Psendohagrus nitidus,
Nemihagrus tnphrophilus und Liocassis torosilabris.
Cyprinoidei. Fatio hat die Fische der Schweizer Seen in
Beziehung auf äussere Charaktere der beiden Geschlechter untersucht.
Er fand bei vielen Cyprinoiden eine stärkere Entwickelung der
ersten Strahlen der Brustflossen im männlichen Geschlecht. Bei
Phoxinus laevis, dem die Abhandlung besonders gewidmet ist, sind
die ersten 6 bis 8 Brustflossenstrahlen beim Männchen stärker ent-
wickelt, namentlich zur Laichzeit, wodurch denn diese Flossen stark
gespreitzt werden. Bei den Männchen finden sich 12, 10, 8, 7 oder
nur 6 Strahlen in den Pectoralen, wogegen die Weibchen allgemein
14 bis 16 besitzen. Die Reduction der kleinen Strahlen ist häufiger
in den Bächen und hochgelegenen Seen der Alpen, als in der Ebene.
Verf. hält den Cyprinus rivularis Pall. und Phoxinus montanus Oge-
rien nur für Varietäten von Phoxinus laevis. — Ferner stellt Verf.
Betrachtungen an über die Entstehung des Melanismus bei den Fischen
und namentlich bei Phoxinus laevis. Archives des sciences de la
Bibliotheque universelle de Geneve 1875, Janvier; Gervais Journal
de Zoologie IV. p. 214.
Abbott machte Bemerkungen über die Cyprinoiden vom cen-
tralen New Jersey. Er unterscheidet 16 Arten, unter denen eine
neue. The American Naturalist VIII. p. 326.
Sau vage und Dabry beschrieben Annales des sc. nat. I. 5
p. 8 einige neue Cyprinoiden aus China: Discognathus procliilus,
Barbus {Systomus) simus, Gobio imberbis und argentatus, Smirogobio
78 T rose hei: Bericht über die Leistungen in der Ichthyolog'ie
Giiiclienoti, Bhitiogöbio ventralis, Ilasbora Blancliardi, Xenocypris
aenea und Psilorhynchus sinensis.
Älburnellus amoenus Abbott, American Naturalist VIII. p. 334,
aus dem Delaware.
Lawrence hat ein Exemplar von Catostomus bubalus be-
obachtet, dessen Kiefer fehlten und dessen Mund bis auf eine kleine
Oeffnung dnrch Haut geschlossen war. Solche Missbildung soll im
Ouachitafluss öfter vorkommen. Die Oeffnung ist so klein, dass nur
ein Wasserstrom zu den Kiemen eintreten kann, aber es ist schwer
zu begreifen, wie die Nahrung durch dieselbe gelangt; und doch
war der Fisch wohl genährt. Wenn der Mund ganz geschlossen
wäre, könnte Wasser und Nahrung nur durch die Kiemenspalten
eintreten. Proc. Philadelphia 1875 p. 125.
Aus der Gruppe der Cobitidinen stellten Sauvage et Dabry
als neu auf: NemacJiilus variegatus, lividus, Bleekeri, bipartitus, Co-
bitis sinensis, LepidocephaliclitJiys macrostigttia, Parabotia fasciata,
sämmtlich aus China. Annales des sc, nat. I. 5 p. 14,
Cyprinodontes, Protistius n. gen. Cope Proc. Acad. Phila-
deljjhia 1874 p. 66, Die erste Dorsale besteht aus einem einzigen
rudimentären Stachel, die zweite beginnt etwas hinter dem ersten
Analstrahl; Ventralen vorhanden; Seitenlinie rudimentär ; Mund oben
nur vom Zwischenkiefer begrenzt, der eine Binde von ziemlich
grossen borstenartigen Zähnen trägt, deren äussere Reihe grösser
sind; Unterkiefer mit kräftiger Symphyse, und mit ähnlichen Zähnen;
Schwimmblase vorhanden, Darm kurz, einfach, Pr. semotilns von
den Anden Perus, 12000' über M, Verf, setzt diese Gattung zu den
Mugiliden, erkennt aber in ihm auch Beziehungen zu den Cypri-
nodouten.
Gharacini. In einer zweiten Mittheilung Steindachner's
über die Süsswasserfische des südöstlichen Brasiliens in den Wiener
Sitzungsber. 71 p. 211 — 245 sind folgende neue Characinen aufge-
stellt: A'nostomus Knerii aus dem Rio grande do Sul und aus dem
Rio San Francisco, Leporinus afßnis aus dem Rio Arassuahy in der
Provinz Minas Geraes, bahiensis von Bahia, conirostris aus dem Rio
Parahyba ct., Copelandii ebendaher, mormyrops ebendaher. Alle
sind abgebildet.
Ferner lieferte Steindachne r ib, 72 Juni 1875 Beiträge zur
Kenntniss der Characinen des Amazonenstromes. Er beschreibt vier
neue Arten der Gattung Pyrrhulina, nämlich P. semifasciata, brevis,
Nattereri und guttata. Ferner bringt er Salmo melanurus Bl, (Te-
tragonopterus mel. Müll. Trosch.) in die Gattung Bryconops (Crea-
tochanes), und erweitert dafür die Charakteristik der Gattung Bry-
conops bezüglich der Zahl der Zahnreihen im Zwischenkiefer, indem
die in Rede stehende Art nur zwei Reihen derselben besitzt. Alle
sind abgebildet, einige in beiden Geschlechtern.
während des Jahres 1875. 79
Salmones. Klein, Observations on the early development
of the Common Trout (Salmo fario), Quarterly Journal of microsco-
pical sciense 1876. p. 113.
Fitzinger glaubt die Unfruchtbarkeit der Bastarde von
Trutta lacustris $ und Salmo salvelinus q^, sowie von Salmo salve-
linus $ und Trutta lacustris <-^, wie sie in den Zuchtanstalten zu
Morzg bei Hellbrunn und in der Rada\i am Aber-See zahlreich ge-
zogen werden, als eine erwiesene Thatsache betrachten zu können.
Die aus dem Leibe der Weibchen ausgedrückten Eier gelangten
zwar, nachdem sie künstlich befruchtet waren, in ihrer Entwicke-
lung bis zum Beginne der Augen, wozu 24 Tage erforderlich waren,
aber schon nach 30 Tagen starben sie stets und rasch nach einan-
der. Ueber die Frage, ob Salmo Schififermülleri eine eigene Art
bilde, oder eine Bastardform sei, oder eine coustant sterile Form
von Trutta lacustris sei, konnte er nicht zu einer sicheren Entschei-
dung kommen. Wiener Sitzungsber. 70 p. 394.
Reed erzählt, dass es im Tobique River bei New Brunswick
oft vorkomme, dass grosse Sahnen blind würden, und dann nicht
ins Meer wanderten, sondern in den Tiefen des Flusses zurück-
blieben und dort verhungerten. Er glaubt, diese Erscheinung
komme von Netzen, welche von den Eingebornen aufgestellt werden
um ihren Winterbedarf zu fangen, in deren Maschen die grossen
Salme bloss bis zum Auge eindringen können. Proc. Acad. Phila-
delphia 1874 p. 216.
Liebe erklärt, dass im Flussgebiete der Zschopau von Sal-
moniden nur die Bachforelle vorkommt, und dass der Lachs aus
jenen Gewässern verschwunden sei. Er schildert dann die grosse
Veränderlichkeit der Färbung der Bachforelle. Fünfter Bericht der
Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz p. 41.
Esoces. Wahlgren sah einen mageren Hecht, Esox lucius.
der bei 3 Fuss Länge nur 6V?. Pfund wog. Er hatte an der Anal-
flosse einen knolligen Auswuchs, den Verf. als ein Osteoidsarcom
deutet. Zool. Garten p. 307.
Clupeoidei. Seit dem Jahr 1872 hat in Dänischen Zeitschriften
eine Erörterung über den Häring und seine Wanderungen statt ge-
funden, indem 0. Sars und Axel Boeck verschiedene Ansichten ver-
traten. Man unterscheidet einen Frühlingshäring, der im Frühling
zum Laichen an die Küsten kommt, und einen Fetthäring oder
Sommerhäring, der im Sommer erscheint und wenig entwickelten
aber ganz mit Fett umgebenen Roggen und Milch hat. Letzterer
kann unmöglich schon im Herbst laichen, und Sars nimmt ihn für
den jungen, noch nicht geschlechtsreifen Frühlingshäring, wie denn
überhaupt die im Handel vorkommenden verschiedenen Namen die
Jahrgänge oder das Alter repräsentiren. Er heisst nämlich im
zweiten Jahr Christianiahäring, im dritten Mittelhäring, im vierten
80 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
Handeishäring, und werde im fünften der ächte Frühlingshäring
(Vaarsild oder Graabenssild). ßoeck hatte eine ändere Anschauung.
Er stimmt damit überein, dass der Sommerhäriug eine Altersstufe
des Frühlingshärings bilde, aber er glaubt nicht, dass dies der Fall
mit allen Sommerhäringen sei, sondern es gäbe auch Herbsthäringe,
die als eine besondere Art angesehen werden können. Der Artikel
ist C. L. unterzeichnet. Nordisk Tidsskrift for Fiskeri II. p. 141.
Der Bericht von Axel Boeck an die norwegische Regierung
über seine 1873 unternommenen Untersuchungen über die norwegi-
sche Häringsfischerei ist ib. p, 253 abgedruckt.
Heteropygii. Aus einem Artikel in Bulletin of the Essex In-
stitute Yol. VI. p. 191 ist die Erklärung Putnam's entnommen,
die blinden Fische, Chologaster, und einige niederen Formen von
Articulaten seien ursprünglich marine Thiere. Seine Gründe sind,
dass keine verwandte Species in den süssen Gewässern der Gegend
lebt, und dass die an ihm schmarotzende Lernaea gewöhnlicher an
marinen als an Süss wasserfischen lebt, und eine marine Form ist.
Annais nat. bist. XVI p. 79 ; Amer. Journal sc. and arts IX. p. 409.
Vergl. Bericht 1871 p. 119 und 1874 p. 118. — Vergl. auch Proc.
Boston Soc. XVII. p. 222.
Maraecoidei. Zu der Frage über die Fortpflanzung der Aale
lieferte Dareste einen neuen Beitrag. Er bestätigt die Angaben
Syrski's, dass die Varietät des gewöhnlichen Aals, die man in Frank-
reich Anguille pimperneau nennt, die nicht in die Flüsse aufsteigt,
sondern immer an den Flussmündungen bleibt, und aus der Kaup
drei Arten unterschieden hat, A. Cuvieri, Bibroui und Savignyi,
durch geringere Grösse und grosse Augen ausgezeichnet sei. Auch
hat er bei ihnen die Organe gefunden, die Syrski für Hoden er-
klärte. Er will jedoch bei diesen pimperneau's auch Exemplare
mit Eierstöcken, also weibliche gefunden haben. Demnach besässe
diese Varietät beide Geschlechter. Dagegen sind die Varietäten,
welche in die Flüsse steigen, latirostris und acutirostris, nur weib-
lich, aber die Eier kommen niemals zur Reife ; sie bleiben daher
immer unfruchtbar. Aehnlich ist es bei den Nordamerikanischen
Aalen. Anguilla vulgaris würde demnach eine geschlechtliche Form
(pimperneau) und eine sterile Form zeigen, wie dies schon von
anderen Fischen bekannt ist. Comptes reudus 81 p. 159; Revue
de Zoologie p. XLIX. Annais nat. bist. 16 p. 442.
Grube berichtete über die Lebensweise und Fortpflanzung
des Aals, Anguilla fluviatilis, und führt einen Fall an, v/o ein Aal
an der Weichsel bei Warschau auf dem grünen Flussufer gefunden
wurde. 52. Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für vater-
ländische Cultur p. 52.
Schmidt verschaffte sich sogenannte Rogenaale, überzeugte
sich aber, dass der Rogen sich in dem Magen derselben befand.
Diese Aale hatten also den Rogen anderer Fische gefressen. Verf.
während des Jahres 1875. 81
vermuthet, dass dies der Rogen vou Hornfischen gewesen sei.
Archiv des Vereins in Mecklenburg 28 p. 137.
Poecilophis iriYor Vaillant et Sauvage Revue de Zoologie p. 287
von den Sandwichin^eln.
PlectognatLi.
Gymnodoiltes. Tetraodon {Änof<mus) janthimis und corormtus
Vaillant et Sauvage Revue de zoologie p. 286 von den Sandwich-
inseln.
Lophobrancliii.
SyngnathOidei. Osphyolax n. gen, Cope. Keine Brustflossen;
Schwanz subcylindrisch; Körper mit dünnen, schwach gekielten
Schildern bedeckt, welche in der Lendeugegend freie obere Runder
haben, die eine Reihe longitudinaler Seitenfurchen bilden; die seit-
lichen Dorsalschildcr nach oben vorgezogen und in der Mittellinie
genähert, bilden vor der Rückenflosse eine Röhre; Rückenflosse kurz
über dem After; keine Bauch- oder Schwanztasche, Schwanzflosse
rudimentär in der typischen Art, keine Fettflossen. Verwnndi mit
Neiophis. 0. i-iellucidus aus dem atlantischen Ocean.
Gauoidei.
Dipnoi. Z au dach äusserte sich über die Lungenflsche. Le-
pidosiren, Protopterus und Ceratoduy. Er bezeichnet sie als die
Ueberresto einer einst weit verbreiteten Familie, die sich aus den
Meeren in die Flüsse zurückgezogen haben. Sie sind nicht eigent-
lich Zwischen form zwischen Fischen und Amphibien, sondern die
Vorläufer der Amphibien, die erst dann auf der Erde auftraten,
als jene schon an Zahl und Verbreitung abzunehmen begannen.
Schriften der phys. ökon, Gesellsch. zu Königsberg. Sitzungsb. p. 17.
A. ß. Meyer ist der Ansicht, dass Ceratodus Forsteri Krefft
und C. miolcpis Gthr. nicht specifisch verschieden seien, da die
Zahl der Schuppenreihen etwas variabel sei. Annais nat. bist. XV.
p. 368.
Schmeltz giebt an, dass es Dämel gelungen ist, Exemplare
von Ceratodus Forsteri zu erlangen. Dämel berichtet, dass der
Fiseh nur in der Regenzeit, vom December bis Feljruar gefangen
werden kann, und zwar nur an einer Stelle im Burnett River eine
halbe englische Meile von Gayndah, wo der Fluss sehr tief ist, und
während des ganzen Jahres Wasser enthält. In der trockenen
Archiv lür Naturg. XXXXTI. Jahrg. 2. Bd. F
82 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
Jahreszeit scheint sich der Fisch im Schlamm versteckt zu halten.
Seine Farbe ist am Rücken dunkelgrün, Seiten und Bauch orange-
roth, einzelne Schuppen an den Seiten hellroth gerandet. Journal
des Mus. Godeffroy VIIL p. 138.
Selachii.
Balfour, On the development of the spinal nerves in Elas-
mobranch Fishes. Proc. Royal Soc. Decbr. 1875 p. 135.
Balfour, A preliminary account of the development of the
Elasmobranch Fishes. Quarterly Journal of microscopical science
XIV. p. 324;
Sqoali. Jackson and Clarke, The brain and cranial nerves
of Echinorhinus spinosus, with notes on the other viscera. Humphry
and Turner Journal of anat. and. phys. X. p. 75 pl. VII.
Malm beschrieb Scyllium stellare als für die Skandinavische
Fauna neue Art. Ofversigt k. vetensk. Akad. Förhandl. 1875
no. 10 p. 33.
Putnam erzählt von einem grossen Haifisch, Carcharias (Prio-
nodon) lamia, der ein mit Fischen beladenes Boot angriff, und einen
Theil der Ladung verschüttete. Er biss in das Boot, so dass einige
Zähne in dem Holz sitzen blieben. Ein Zahn war 1,8 Zoll hoch.
Bulletin Essex Institute VI. p. 72.
Turner untersuchte ein frisches Exemplar von Lamna cor-
nubica, und überzeugte sich von der Gegenwart der Spritziöcher.
Humphry and Turner Journal of anatomy 16. p. 301.
Pavesi beschrieb einen Haifisch aus der Gattung Selache,
von fast 3 Meter Länge und 70 Kil. Gewicht, der im Golf von
Spezzia im Jahr 1871 gefangen war. Annali del Museo Civico di
Genova 1874; Revue et mag. de Zoologie p. XLU.
Rajae. Boll, über die Savi'schen Bläschen von Torpedo,
Berliner Monatsber. p. 238, — Ferner theilte Boll ib. p. 710 neue
Untersuchungen über Anatomie und Physiologie von Torpedo mit.
Es handelt sich 1, um die Einwirkung der 2,5% Kochsalzlösung
auf die Gewebe von Torpedo, 2, Anatomie und Histiologie des elec-
trischen Lappens, 3, Histiologie der Nervi eleötrici von Torpedo,
4, die Structur der electrischen Platten von Torpedo, b, die Structur
der motorischen Endplatten von Torpedo und 6, Versuche mit
Curara.
Alexander Schultz untersuchte die Entwickelungsvorgänge
des Eis von Torpedo oculata, vom ersten Auftreten des Keimepithels
bis zum üebergang des reifen Eis in den Eileiter. Archiv fürmikr.
Anatomie XI. p. 569.
Gar man schrieb über die Rochen der Ostküste der ver-
während des Jahres 1875. 63
einigten Staaten. Er bestätigt die Angabe von L. Agassiz, dass die
Spritzlöcher zum Eintritt des reinen Wassers zu den Kiemen dienen,
und theilt seine Beobachtungen über die Begattung mit. Er bringt
die Arten der Gattung Raja in folgende üebersicht : 1. der vordere
50
Rand der Spritzlöcher abgerundet, nicht winklig, a, ^^ Zahnreihen
80
R. erinacea, b. — Zahnreihen R. ocellata. 2. der vordere Rand der
io
40
Spritzlöcher bildet einen Winkel, a, stumpf, -- Zabnreihen R. ra-
38
50
diata, b, spitz, -,- Zahnreihen R. eglantcria, c, mit vorgezogener
32
stumpfer Spitze, wk Zahnreihen R. laevis. Proc. Boston Soc. XVII
o\)
p. 170.
Tnjgon brevicaudata Hutton Annais nat. bist. 16 p. 317 von
Neu-Seeland.
Ghimaerad. Solger: Ueber zwei im Bereiche des Yisceral-
skelcts von Chimaera monstrosa vorkommende noch unbeschriebene
Knorpelstückchen. Gegenbaur, Morphol. Jahrbuch I p. 210.
Cyclostomi.
Gulliver bildete die Spcrmatozocn von Pctromyzon marinus
undPlaneri ab, die sich auffallend von einander unterscliciden. Proc.
zool. soc. p. 330.
Leptocardii.
Huxley suchte durch Vergleichung mit Ammocoetcs zu
zeigen, dass wenn auch Amphioxus kein vollkommen differenzirtes
Gehirn oder Schädel habe, er doch wohl bemerkbare und vcrhält-
nissmässig grosse Abtheilungen der Cerebro-spinalen Nervenaxe und
der Spinalsäule besitze, welche dem Encephalon und dem Cranium
der höheren Vertebraten entsprechen. Er sieht keinen Grund Amphioxus
aus der Klasse der Fische zu entfernen. Aber sein permanent segmen-
tirtcr Schädel und einige andere Eigenthümlichkeiten deuten darauf
hin, ihn als den Typus einer Subclassis zu betrachten, der er den
Namen Entomocrania beilegt, im Gegensatz zu den übrigen, die
er Holocrania nennt. Proc. Royal Soc. I)ec. 1874; Annais nat.
bist. XV. p. 225; Amer. Journ. of sc. and arts IX p. 404; Journal
Linnean Society XII p. 216.
de Rougemont über die Verwandtschaft zwischen den Wirbel-
thieren und den Wirbellosen, wobei er besonders auf die Beziehungen
84 Troschel: Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie ct.
zwischen Amphioxus und den Ascidien eingeht. Bullet, de Neu-
chatel X. p. 194.
Moreau hat die Structnr der Chorda dorsalis des Amphioxus
genau untersucht, und gefunden, dass ihr Gewebe ganz analog denen
der übrigen Fische ist. Bulletins de l'Acad. de Belgique 39 p. 312
bis 331 mit einer Tafel
Rolph machte seine Untersuchungen über den Bau des Am-
phioxus lanceolatus in den Sitzungsber. der naturf. Ges. zu Leipzig
IL p. 9 bekannt. Er handelt von der Chorda, von der Muskulatur
dem Kiemenkorb, der hier sehr lang ist, u, s. w. — In einer spä-
teren Mittheilung, ib. p. 50, bestätigt Rolph seine früheren Angaben
über die Chorda. Seine Resultate stehen denen Kossmann's gegen-
über, stimmen jedoch mit denen von Moreau überein.
Hasse, Zur Anatomie des Amphioxus lanceolatus. Er hält
den Pigmentfleck am vorderen Ende des Centralnervensystems nicht
für ein Auge, und belegt diese Ansicht durch mehrere Gründe.
Gegenbaur. Morphologisches Jahrbuch I. p. 282.
RayLankester, On some points in the structure of Am-
phioxus, and their bearing on the Morphology of Vertebrata. Er
schliesst dass 1. die Peritonealhöhle der Wirbelthiere dasselbe ist,
wie das Coelom der Würmer und Amphioxus, 2. dass die älteren
Vorfahren der Wirbelthiere (repräsentirt in einer degenerirten Form
durch Amphioxus) Epipleura entwickelten, welche in der Mittellinie
nach hinten verschmolzen um ein Atrium zu bilden, 3. dass während
Amphioxus dies Atrium in functioneller Thätigkcit erhielt, die
übrigen Vertebraten es durch Vereinigung ihrer äusseren und inneren
Wand verloren haben, 4. dass während die Andeutungen der früheren
historischen Stufen dieses Processes bei allen Schädelwirbelthieren
geschwunden sind, doch die Elasmobranchier fortfahren, und eine
ontogenetische Phase darzubieten, in welcher das Somatopleur und
das Epipleur weit getrennt sind, und so ein Epicoel zwischen sich
einschliessen (das Atrium bei Amphioxus). Er fügt dann eine Er-
klärung der Ausdrücke Atrium, Atriopor, Atrialtunic, Coelom,
Enterocoel, Epicoel, Epipleura, Metapleura, Pharyngo-dorsal coelom,
Pharyngo-pleural septa, Pharyngo-pleural interspaces, Postatrioporal
und Schizocoel hinzu. Quarterly Journal of Microscopical science
15. p. 257.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1875.
Von
Troschel.
Von Kiister's Systematischem Conchylien-Cabinet er-
schienen 1875 zwöll" Lieferungen, 233—241. Sie entlialten
Text und Abbildungen von den Gattungen Conus, Pisidium,
Melania, Pyrula, Busyoon, Neptunea, Dibaphus, Pleurotoma
und von der Familie der Neritaceen. Es sind meist Fort-
setzungen, auf die wir unten entsprechenden Ortes zurück-
kommen werden.
Kieners Conchylienwerk wird fortg^esetzt von Fischer,
bereits 1873 ist die Gattung Turbo vollendet. Weitere
Lieferungen sind mir noch nicht zur Ansiebt gekommen.
Les explorations sous-marines. Hydrographie, Appa-
reils de sondage, le sol sous-mariu, la vie dans les pro-
fondeurs de la mer, les eaux, les mers anciennes. Par
Jules Girard. Paris 1874. Ist mir nicht zur Ansicht
gekommen.
Paetel hat in einem besonderen Buche, Berlin 1875,
„die bisher veröftentlichten Familien- und Gattungsnamen
der Mollusken" zusammengestellt. Die Namen sind alpha-
betisch geordnet, und zu jedem ist in einer zweiten Co-
lumne der Autor, in der dritten Columne die Bestimmung
des Namens^ ob Genus, ob Familie, ob Section ct., in der
86 Troschel: Bericht üb. d. Leistimgeu in d. Naturgeschichte
vierten das Genus, zu welcher der betreffende Name gehört.
Die fünfte Columne bezeichnet durch ein f. die nur für fossile
Conchylien gebräuchlichen Namen, durch n. nur nackt vor-
kommende, durch Girr, die Cirripeden.
Von V. Marschall's Nomenciator zoologicus ist p.
99—150 den Mollusken gewidmet.
Catalogo delle Conchiglie componenti la collezione
Rigacci. Parte prima. Conchiglie viventi. Roma 1874. Par.
G. et E. Rigacci. Die Sammlung enthält 9366 Nummern.
Simroth giebt die hauptsächlichsten Resultate einer
Arbeit über die Sinneswerkzeuge der einheimischen Weich-
thiere vorläufig in kurzen Andentungen an. Daraus mag
hier nur hervorgehoben werden, dass der Najadenacusticus
auch vom oberen Schlundganglion entspringt. Zeitschr.
für wissensch. Zoologie 25. Supplement p. 244.
Von des Referenten „Gebiss der Schnecken zur
Begründung einer natürlichen Classification untersucht", er-
schien des zweiten Bandes vierte Lieferung, Berlin 1875.
Sie enthält den Schluss der Rhachiglossen mit der Fa-
milie Purpuracea, die Ptenoglossen, denen ausser den Jan-
thinen, Sealarien und Solarien auch die Gattung Torna-
tella zugezählt wird, und bei der in einem Anhange wegen
abweichender Radula die Gattung Torinia abgehandelt
wird, und den Anfang der Rhipidoglossen mit der Familie
der Neritaceen. Es sei noch hervorgehoben, dass ich mich
p. 140 über die Anordnung der Gruppen dahin ausge-
sprochen habe, dass 1. die Campylodonta Macdonald, bei
denen der .Vorderrand der Zahnplatten die Schneide bildet,
mit den Taenioglossa und Rhipidoglossa an der Spitze
stehen, dass 2. die Orthodonta Macdonald, deren Hinter-
rand der Zahnplatten die Schneide bildet mit den Toxo-
glossa, Rhachiglossa und Ptenoglossa folgen, und 3. die
Heterodonta Gray als Docoglossa den Schluss der Schnecken
getrennten Geschlechts bilden.
K oll mann hat den Kreislauf des Blutes bei den
Lamellibranchiern, den Aplysien und den Cephalopoden
untersucht. Zeitschr. für wiss. Zoologie 26 p. 87. Bei den
Aplysien fand er das arterielle System vollkommen ge-
schlossen; dagegen fehlen die Venen ganz, der Säftestrom
der Mollusken während des Jahres 1875. 87
wird aus den Arterien in die Gewebslücken filtrirt, und
wird durch Spannung der gesammten Körpermusculatur in
das zuleitende Kiemenrohr gepresst. — Die Lamellibranchier
haben Arterien und Capillaren, aber nur einzelne Sammel-
venen, in welche die in die Gewebslücken ausgetretene
Blutflüssigkeit fällt. Die Blutflüssigkeit kehrt, nachdem
sie die Organe durchtränkt hat, nicht sofort zu den Kiemen,
sondern durch einen truncus venosus zu dem Sinus Bojani,
der im Grunde des Herzbeutels liegt. Besondere Schwell-
netze existiren nicht; die Füllung der arteriellen Gefässe
und der Capillaren allein genügt, um die enorme An-
schwellung des Fusses herbeizuführen. Was die Wasser-
aufnahme bei den Lamellibranchiern betriff't, so geschieht
dieselbe nach des Verf. Untersuchungen nicht durch das
Athemloch, sondern Spalten am Fussrande, die bei Unio
margartifer sich sogar zu Injectionen benutzen lassen. Das
aufgenommene Wasser muss mit dem Blut zunächst den
Kiemenkreislauf durchwandern und gelangt erst dann in
die Yorhöfe und das Herz. Was bei Pecten, Spondylus und
Mytilus bisher als Fuss bezeichnet wurde, ist dem Verf.
eine Röhre, welche die Zufuhr des Wassers vermittelt,
und die er Wasserröhren nennen will. — Bei den Cepha-
lopoden ist der Kreislauf des Blutes nicht unterbrochen,
das Blut tritt an bestimmten Stellen in sinöse Erweiterungen
der Gefässe, nicht in Lacunen.
Ueber den Bau der Najadenkieme, ein Beitrag zur
vergleichenden Histiologie und Morphologie der Lamelli-
branchiaten von Carl Posner Zeitschr. für mikroskop. Ana-
tomie XI. p. 517 mit zwei Tafeln.
Lankester hat die ausführlichen Abhandlungen,
über die frühste Entwickelung von Pisidium pusillum;
Aplysia delpilans, Pleurobranehidiam sp.; Tergipcs, Poly-
cera, Tethys, Neritina, Limax, Limnaeus; das Wachs-
thum des Eierstockseies von Loligo und Sepia^ von
denen schon im vorj. Ber. p. 126 die Rede war, in den
Philosophical Transactions of the Royal Society of London
Vol. 165 Part I p. 1 — 48 erscheinen lassen, und mit 12
Tafeln illustrirt.
H. von I bering stellte Untersuchungen über die
88 Troschcl: Beiicht üb. u. Leistungen in d. Naturgeschichte
Entwickelungsgeschichte von Helix an, deren Resultate
sehr beachtungswerth sind. Die Eier im Uterus sind ver-
schieden entwickelt, die obersten noch ohne Kalkschale,
aber schon befruchtet. Das Receptaculum seminis hat nur
die Aufgabe bei der Begattung die Spermatophore aufzu-
nehmen; bald aber gelangen die Samenelemente in den
Uterus, in dem sie hinaufsteigen. Die wahre Samenblase
liegt an der Eiweissdrüse, und dort, wo das Eierstocksei
seine Hülle erhält, wird es befruchtet. Diese nennt Verf.
Vesicula seminalis oder den männlichen, dagegen das Re-
ceptaculum seminis den weiblichen Samenbehälter. Verf.
schildert dann die Vorgänge der Furchung des Dotters
und die Organenbildung. Es wird ein rudimentäres Ve-
lum bei den Embryonen nachgewiesen, so dass dasselbe
allen Ordnungen der Gasteropoden zukommt. Die Win-
dungö Verhältnisse der Schale erklärt Verf. durch die un-
gleiche Vertheilung der Eingeweide und die dadurch be-
dingte Asymmetrie des Körpers. In Beziehung auf das
Nervensystem gelangt Verf. zu einer von der früheren ab-
weichenden Deutung. Nach seiner Auffassung ist das obere .
Schlundganglion der Mollusken dem gleichen Theile der-
gegliederten Würmer homolog, dagegen ist das Eingeweide-
oder Mantelganglion resp. die ihr entsprechende Ganglien-
kette der Bauchganglienkette der Würmer homolog, das
Fussganglion aber stellt eine für die Mollusken charakte-
ristische durch die Ausbildung des Fusses bedingte Neu-
bildung dar. Das sympathische oder Eingeweidenerven-
system reducirt sich auf die Buccalganglien mit ihren zu
den Mundtheilen, den Speicheldrüsen und dem DarrnUactus
tretenden Nerven, wogegen der Genitalapparat, das Ge-
fäss- und das excretorische System vom Mantelganglion
innervirt werden. Aus dem Abschnitt über den Geschlcchts-
apparat heben wir nur hervor, dass Verf. den Parallelis-
mus zwischen dem Pfeilsack und den Glandulae mucosae
als eine Stütze für seine Ansicht in Anspruch nimmt, dass
das Material für die Bildung des Liebespfeiles von den
Glandulae mucosae geliefert werde. Jenaische Zeitschrift
für Naturwissenschaft IX : Ueber die Entwickelungsge-
der Mollusken während des Jahres 1875. 89
schichte von Helix, zugleich ein Beitrag zur vergl. Anatomie
und Phylogenie der Pulmonaten.
Landois schreibt in einem Aufsatze „die Musik der
niederen Thiere" auch den Muscheln eine Lautäusserung
zu, welche durch das plötzliche Zusammenschlagen der
Schalen entsteht Die Süsswasserschnecken haben eine
Lautäusserung, wenn sie an der Oberfläche des Wassers
ihre Lungen öifnen. x\uch die Landschnecken sollen eine
leise Stimme haben, wenn sie durch den Deckel schwach
zischend blasend athmen. Jahresbericht der zoologischen
Section des Westiälischen Provinzial-Vereins pro 18'/ 4 p. 36.
Während Reents die Farbenvarietäten der Conchylien
dem Lichte zuschreiben möchte, glaubt sie Schmeltz vom
Meeresboden und der Nahrung abhängig. Er führt als
Beispiel an, dass das Innere aller Exemplare von Argo-
buccinum rüde, die aus der Bucht von Copiapo in Peru
kommen, hellgrün gefärbt ist, weil dort der Boden stark
kupferhaltig ist. Verhandl. Vereins zu Hamburg p. 27.
Fischer macht auf die düstere Färbung vieler Con-
chylien der Westküste Amcrika's aufmerksam. Er weiss
sie weder von der Temperatur, noch von dem Boden, noch
von der Nahrung abhängig zu machen, ist auch nicht ge-
neigt sie wie eine Art Mimicry gelten zu lassen, enthält
sich daher jeder Hypothese. Journ. de Conchyl. 23. p. 105.
Den Abschnitt über das Sammeln und Beobachten
von Mollusken in Neu m eye r's Anleitung zu wissenschaft-
lichen Beobachtungen auf Reisen, mit besonderer Rücksicht
auf die Bedürfnisse der kais. Marine, Berlin 1875, hat v.
Martens p. 403—417 bearbeitet. Er verlangt sorgfältiges
Verpacken, Reinigen der Schalen, Zeichnen der Umrisse
des Thieres u. s. w., empfiehlt auch das Sammeln der Ei-
hülsen der Meeresschnecken, — Die Tunicaten sollen nach
Möbius ib. p. 421 in starkem Spiritus auibewahrt werden.
Kobelt hielt einen Vortrag über die geographische
Vertheilung der Mollusken. Er schildert darin die ver-
schiedenen Reiche und Provinzen der marinen Mollusken,
und zieht das Resultat, dass die Grenzen der malacozoo-
logischen:; Reiche, nicht die einzelnen Arten, nur wenig
abhängig von den klimatischen Verhältnissen sind, und
90 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dass dieselben im Grossen und Ganzen durch breite, insel-
freie Meere von grosser Tiefe, im Einzelnen dagegen vor-
nämlich durch die Meeresströmungen, deren Richtung und
Temperatur regulirt werden. Bericht über die Sencken-
bergische naturforschende Gesellschaft 1 874—75. p. 61 — 76.
Europa. Die Rossmässler'sche Iconographie der Land-
und SüssAvassermollusken, mit vorzüglicher Berücksichtigung
der europäischen noch nicht abgebildeten Arten, welche
mit dem dritten Bande abgeschlossen war, hat einen Be-
arbeiter in Dr. Kobelt gefunden. Die erste Lieferung
des vierten Bandes ist bereits erschienen. Wiesbaden 1875.
Sie enthält einen Bogen Text und 5 Tafeln, in colorirter
und in schwarzer Ausgabe. Diese Fortsetzung wird sich
in Format und Ausstattung ganz an die Rossmässler'schen
drei Bände anschliessen, wird nahezu denselben Umfang
erhalten und soll in zwanglosen Heften erscheinen. Im
vorliegenden ersten Heft sind 21 Helix-Arten oder Varie-
täten abgebildet.
Weste rlund: zur Kenntniss der Molluskenfauna
Europas, giebt Notizen über Arten der Gattungen Helix,
Pupa, Clausilia, Limnaea und Planorbis. Nachrichtsblatt
p. 71 und 81.
In Heuglin's Reisen nach dem Nordpolarmeer III.p. 229
werden von Mollusken nur die Namen mit dem specielleren
Fundort genannt. Es sind von Spitzbergen 22 Gastero-
poden, 1 Pteropode, 19 Muscheln, — von Novaja-Semlja
9 Gasteropoden, 14 Muscheln, 1 Ascidie aufgezählt.
Gwyn Jeffreys bestimmte die von Bur ton in Island
gesammelten Conchylien in dessen Ultima Thule, or a Sum-
mer in Iceland I. p. 173 als Littorina obtusata L. var. =
palliata Say = limata Loven, Helix arbustorum L., Suc-
cinea putris L. var. Groenlandica Beck, Pisidium nitidum
Jenyns var. Steenbuchii Müll., Limnaea peregra Mull. var.
Vahlii Beck.
In dem Jahresbericht der Commission zur wissen-
schaftlichen Untersuchung der Deutschen Meere in Kiel für
die Jahre 1872 und 73, Berlin 1875 p. 229 haben auch
die Mollusken ihre Bearbeitung gefunden. Zunächst hat
Metzger ein systematisches Verzeichniss nebst Angabe
der Mollusken während des Jahres 1875. 91
des Vorkommens nach Tiefe und Bodenbeschafienheit, sowie
der geographischen Verbreitung gegeben. Dasselbe ent-
hält 4 Brachiopoden, 97 Lamellibranchier, 3 Solenoconchier,
96 Gasteropoden und 2 Cephalopoden, zusammen 202. Dann
folgt die Beschreibung der neuen Arten und Bemerkungen
über einzelne der gesammelten Mollusken von Dunker
und Metzger. Die Zahl der neuen Arten ist nicht gross,
1 Lacuna, 1 Lathyrus, 1 Fusus und eine neue Gattung
Laeocochlis. Daran schliessen sich Bemerkungen über die
Molluskenfauna der Nordsee diesseits und jenseits der
Doggerbank von Metzger. Aus dem Gebiete jenseits
der Doggerbank von der Küste von Yorkshire bis zur
schottischen Küste bei Peterhead sind 251, diesseits
von Texel bis zur Jütischen Westküste bei Hanst-
holm nur 138 Arten bekannt, ist also bedeutend ärmer.
Endlich hat Meyer p. 265 die G\ mno])ranchier bearbeitet,
deren 23 Arten aufgezählt werden. — Auf der zugehörigen
Tafel sind die neuen Arten nebst ihrer Radula abgebildet.
Lecken by und Marshall haben die Dogger-Bank
mit dem Schleppnetz untersucht. Dieselbe ist 200 engl.
Meilen lang und 30 bis 50 Meilen breit und liegt in der
Nordsee zwischen England und Dänemark. Sie ist durch-
schnittlich 15 Faden tief, an einigen Stellen nur 7; senkt
sich aber auch in tiefere Gründe bis 50 Faden. Das Ver-
zeichniss der erlangten Arten weist 59 Conchifercn, 2 Den-
talium und 66 Gasteropoden mit vielen Varietäten nach,
denen noch 8 Arten, die Gwyn Jetfreys erlangte, hin-
zugefügt werden. Annais nat. bist. J6 p. 390.
G. 0. Sars hat in einem Beitrage zur Kenntniss des
Thierlebens an den norwegischen Meeresbänken, Forhand-
linger i Videnskabs-Sclskabet i Chirstiania 1872 p. 73
auch die gefundenen Mollusken verzeichnet. So aus einer
Tiefe von 400 Faden vor Storeggen auf weichem Lehm-
boden mit eingemengten grossen Rollsteinen 13 Arten, von
Storeggen in 80—100 Faden Tiefe auf steinigem Boden
4 Arten, Eggen aussen vor Christiansund 100 Faden auf
steinigem und saudigen Boden 10 Arten, Mebotten 50 — 60
Faden auf feinem Sand und Kies 48 Arten nebst 2 Tuni-
caten. Daran schliessen sich denn p. 98 Bemerkungen über
einzelne Arten.
92 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Friele verzeichnete die in der Umgegend von
Bergen vorkommenden 8chalen tragenden Mollusken. Es
sind 128 Muscheln, 5 Brachiopoden, 6 Solenoconchia und
167 Schnecken, zusammen 306 Arten. Forhandlinger i Vi-
denskabs Selskabet i Christiania. 1873 p. 289.
Friele, Bidrag til Vestlandets Molluskfauna. Verf.
zählt 3 Lamellibranchier, 1 Brachiopoden (wobei er die
Entwickelung des inneren Skelets von Waldheimia durch
Abbildungen erläutert), 17 Schnecken auf, mit Bemerkungen
über Fundort und Synonymie. Die Radula von Philine
lima und Utriculus expansus ist abgebildet, ebenso die
Schale von Utriculus obtusus, Jeffreysia nitida, Aclis ven-
trosa, Torellia vestitia nebst Thier und Radula. Forhand-
lingar Vidensk. Selsk. i. Christiania for 1875.
Verkrtizen berichtete über einen Schabe-Ausflug im
Sommer 1874 nach Vadsoe, Hammerfest, Utne, Porsanger-
fjord und Throndjem. Er erbeutete 192 Arten und beschrieb
fünf neue mit Abbildungen. Jahrbücher deutsch. Malak.
Ges. II. p. 229.
Winther untersuchte die Bucht von Aarhus in Be-
ziehung auf die Anlage künstlicher Austernbänke. Er be-
schrieb die Topographie der Bucht, und fand den Salzge-
halt des Wassers zwar nicht sehr gross, aber doch nicht
ungünstig für das Leben der Austern. In dem Bericht
über die Flora und Fauna der Bucht werden dann auch
die dort vorkommenden Mollusken verzeichnet. Verf. nennt
die Fauna ein Mittelding zwischen der Fauna des Katte-
gat und der des Sund und der Belte, sie stimmen auch in
mancher Hinsicht mit der von Limfjorden übereiu. Nordisk
Tidsskrift for Fiskeri II p. 97.
Elberling bestimmte 30 Conchylien-Arten aus dem
Kalktuff am Veistrupbache auf Fünen. Vidensk. Meddel-
elser nat. foren. i Kj(i)benhavn. 1875 p. 421.
Koch -Güstrow führt Rissoa octona Nilss., membra-
nacea Ad,, cornea Loven, })arva da Costa, so wie Cardium
edule, fasciatum, exiguum als in der Ostsee vorkommend
auf, und erklärt dabei die Wismar'sche Bucht für besonders
interessant, weil daselbst die Mollusken eine besonders
kräftige Entwickelung zeigen. Jahrbücher Deutsch. Malak.
der Mollusken während des Jahres 1875, 93
Ges. II p. 181. — Von dieser Abhandlung gab Arndt
einen Auszug im Archiv des Vereins in Mecklenburg 29
p. 158.
Fack sammelte bisher im nördlichen Holstein an
Binnenmolluskcn 3 Arion, 5 Limax, 1 Vitrina, 27 Helix,
1 Buliminus, 1 Cionella, 7 Pupa, 1 Balea, 6 Clausilia, 4 Suc-
cinea, 1 Carychium, 1 Acme, 7 Limnaea, 1 Amphipeplea,
2 Physa, 10 Planorbis, 2 Ancylus, 2 Valvata, 2 Paludina,
2 Bithynia, 1 Neritina, 2 Sphaerium, 2 Pisidium, 2 Unio,
3 Anodouta, 1 Tichogonia, zusammen 97 Arten. Schriften
des naturw. Vereins für Schleswig-Holstein I. p. 273.
Buchenau erinnert für die Weichthierfauna der
ostfriesischen Inseln an Menke's Synopsis Molluscorum und
Reinhard's Fauna der Insel Norderney. Abhandlungen vom
naturw. Vereine zu Bremen IV. Bd. 4. Heft p. 551.
Petersen bearbeitete die Conchyiienfauna der Nie-
der-Elbe. Er kennt aus dem Hamburger Gebiet 2 Limax,
2 Vitrina, 9 Hyalina, 2 Arion, 17 Helix, 2 Bulimus, 2 Cio-
nella, 5 Pupa, 1 Balea, 8 Clausilia, 3 Succinea, 1 Carychium,
8 Limnaea, 2 Physa, 11 Planorbis, 2 Ancylus, 2 Paludina,
2 Bythiuia, 4 Valvata, 1 Neritina, 5 Unio, 5 Anodonta,
5 Cyclas, S Pisidium, 1 Tichogonia, zusammen HO Arten.
Verhandl. des Vereins zu Hamburg p. 16G.
Wiegmaun lieferte einen Beiti'ag zur Mollusken-
fauna der Insel Wollin. Er sammelte bei Misdroy 3 Arion,
3 Limax, 1 Vitrina, 3 Succinea, 6 Hyalina, 13 Helix, 1
Cionella 5 Pupa, 1 Balea, 3 Clausilia, 1 Carychium, 3 Lim-
naea, 1 Physa, 6 Planorbis, 1 Paludina, 2 Bithynia, 1 Hy-
drobia, 1 Neritina, 1 Telliua, 2 Cyclas, 1 Pisidium, 1 Mya,
1 Cardium, 1 Unio, 1 Anodonta und 1 Mytilus, zusammen
64 Arten. Nachrichtsblatt p. 1.
VonMaltzan-Federow vertheidigt seine Ansichten
gegen die von Wiechmann in seiner Fauna von Klein-Pritz
(vergl. Bericht 1873 p. 205) ausgesprochenen. Archiv des
Vereins in Mecklenburg 28 p. 108.
Farwick lieferte einen Beitrag zur Kenntniss der
Schnecken Westfalens. Er kennt 24 Helix, erwähnt des
Fundes einer schneeweissen Helix pomatia, und spricht
namentlich von den vier kleinen Arten Helix pygmaea,
94 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
polchella, costata und acnleata. Dann wird der Verbreitung
der Helix hortensis und arbustorum in Westfalen Erwähnung
gethan; erstere ist besonders häufig im Kalkrevier um
Beckum, letztere ist selten. Endlich werden die beiden
Ancylus- Arten besprochen. Jahresbericht der zoologischen
Section des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissen-
schaft und Kunst pro 1874 p. 26.
F. Sandberg er sammelte in Schapbach im Wolf-
thale des nördlichen Schwarzwaldes 27 Arten Mollusken,
von den Pisidium ovatum und Hyalina glabra für Baden
neu waren. Nachrichtsblatt p. 51.
Clessin setzte seine Beiträge zur Molluskenfauna
der oberbayerischen Seen fort (vergl. den Bericht über 1873
p. 208). Correspondenzblatt des zool. mineral. Vereins in
Regensburg 28 p. 35, 99, 115 und 180, und macht den
Beschluss 29. p. 114. Der Kochelsee ist ungemein spär-
lich von Mollusken bewohnt, nur Planorbis carinatus und
acies, sowie Paludina contecta kommen vor. — Auch der
Lautersee ist spärlich von Mollusken bewohnt, 9 Arten. —
Reichlicher der Ferchensee, 10 Arten. — Der Schachensee
ist nur sehr spärlich mit Mollusken besetzt, nur Lymnaea
truncatula und Pisidium fossarinum. Verf. erklärt dies
durch den mangelnden Besuch durch Wasservögel. — Der
Plansee ist spärlich mit Mollusken besetzt, 5 Arten. — Der
Hadersee bei Untergrainau beherbergt nur Lymnaea mucro-
nata Held var. haderseeensis. — Der Alpsee bei Füssen
sehr arm, 5 Arten. — Der Schwansee, an den Ufern mit
Wasserpflanzen bewachsen, hat Mollusken in grosser Zahl,
11 Arten, die wenig den Charakter von eigentlichen See-
mollusken tragen. — Der Bannwaldsee, dem Spiel der
Winde von allen Seiten ausgesetzt, ist auffallend arm an
Mollusken, 6 Arten, die keinen Seecharakter tragen. —
Der Weissensee hat 12 Arten, unter denen eine neue Varie-
tät Lymnaeus ovatus Var. globulosa. — Der Thumsee ist
vom Verf. nicht selbst besucht, darin kommt aber Anodonta
rostrata in eigenthümlicher Varietät vor. — Der Bodensee
wird berücksichtigt, soweit es die Limnaeen und Planorben
betrifft. — Bei einer Besprechung der Tiefseefauna werden
zwei neuePisidien aus dem Bodensee beschrieben, s. unten. —
der Mollusken während des Jahres 1875. 95
In den Schlussbetrachtiingen hebt Verf. hervor, dass die
in den Seen vertretenen Geschlechter und Arten zwar fast
ausschliesslich Formgestaltungen darsteilen, welche den
Seecharakter unverkennbar zeigen, doch seien dies
nicht selbständige Arten. Die Zahl der Arten nimmt mit
dem Vordringen ins Gebirge und mit dem Aufwärtssteigen
ab. Die letzte Reihe der vor den Alpen gelegenen Seen
hat die reichste Fauna. Der eigenthtimliche Seecharakter
beruht in einer Mannigfaltigkeit der Formen, Gewindever-
kürzung oder Verdrehung der Mündungsebene, und wird
durch die Gewalt der Seebewegung erklärt.
F. Meyer verzeichnete als Beitrag zur Mollusken-
fauna von Elsass-Lothringen die von ihm bei Weissenburg
gesammelten Mollusken. Es sind 3 Arion, 1 Amalia, 1
Lehmannia, 5 Limax, 1 Vitrina, 5 Hyalina, 15 Helix, .3
Buliminus, 1 Ferussacia, 2 Pupa, 5 Vertigo, l Balea, 8 Clau-
silia, 1 Caecilianella, 3 Succinea, 1 Carychium, 5 Limnaea,
2 Physa, 8 Planorbis, 2 Ancylus, 1 Bythinia, 1 ünio, 1
Anodonta, 1 Cyclas, 2 Pisidium, zusammen 80 Arten. Nach-
richtsblatt p. 9.
Co 11 in sammelte wieder einige Mollusken in den Vo-
gesen und verzeichnete sie als Ergänzung zu der vor-
jährigen Liste. Es sind 1 Limax, 2 Zonites, 1 Vitrina, 2
Succinea, 8 Helix, 2 Bulimus, 1 Clausilia, 1 Balea, 1 Pupa,
1 Vertigo, 1 Planorbis, 4 Limnaea, 1 Ancylus, überall mit
Angabe der Fundorte. Verf. nennt ferner 11 bei Plombieres,
und 11 bei Frizon-sur-Aviere gesammelte Arten. Proces-
verbal de la Soc. malacologique de Belgique IV. p. 81.
Ein Verzeichniss der bei Tournai gesammelten Land-
und Süsswassermollusken bei Gelegenheit einer Excursion
der belgischen malacologischen Gesellschaft enthält 35 Arten.
Proces-verbal de la Soc. malacologique de Belgique III.
p. 192.
Mabille hat sich mit den französischen Arten der
Familie der Cyclostomiden beschäftigt. Sie gehören den
Gattungen Cyclostoma, Pomatias und Acme an. Er kennt
von Cyclostoma 2 glatte und 4 gefurchte Arten; von
Pomatias 9 obscurati, 2 striolati, 3 patuli und 2 maculati;
von Acme 1 aus der Gruppe laevigatae, 1 impresso-lineatae
96 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
und 1 costulatae. Die beiden glatten Cyclostoma sind neu,
s. unten. Revue de Zoologie p. 145.
Fischer gab ein di'ittes Supplement zu dem Verzeich-
niss der Nacktkiemer und Cephalopoden der oeeanischen
Küsten Frankreichs, und fügte ein vollständiges Verzeich-
niss derselben bei. Es umfasst 14 Doris, 3 Goniodoris,
2 Idalia, 1 Ancula, 4 Polycera, 1 Crimora, 1 Drepania, 1
Thecacera, 1 Triopa, 2 Aegirus, 3 Tritonia, 2 Dendronotus,
10 Doto, 1 Antiopa, 1 Zephyrina, 1 Calliopaea, 22 Eolis,
1 Embletonia, 1 Fiona, 3 Hermaea, 2 Elysia, 3 Acteonia,
2 Limapontia, 2 Diphyllidia, 1 Peita, 1 Onchidium, und
von Cephalopoden 1 Octopus, 1 Eledone, 2 Sepiola, 5 Se-
pia, 8 Loligo, 3 Ommastrephes, 1 Spirula. Journ. de Con-
chyl. 23 p. 204.
Clement hat nach vierjährigen Schleppnetzversuchen
ein Verzeichniss der marinen Mollusken des Departement
du Card zusammengestellt, welches 173 Arten enthält. Die
Küste ist sandig, daher fehlen alle Arten, welche an Felsen
angeheftet leben, also auch die Brachiopoden. Catalogue
des Mollusques marins du Gard, Paris 1875.
An dem Kabel zwischen Falmouth und Lissabon,
welcher wegen einer Reparatur zwischen 47^ 58' und
470 3;V N. Br. und 7» 6' W. L. aus einer Tiefe von 89 bis
205 Faden gehoben werden musste, nachdem er 4 Jahr
gelegen hatte, wurden 1 Brachiopode, 1(5 Conchiferen, 4
Gasteropoden und 1 Pteropode gefunden. Annais nat. bist.
XV. p. 170.
Fischer unterscheidet für die hypsometrische Ver-
breitung der lebenden Mollusken in den centralen Pyrenäen
fünf Zonen. Comptes rendus 81. p. 624. Bis 1000 Meter
Helix carthusiana, — 1200 H. aspersa, — 1500 H. limbata,
— 2000 H. nemoralis — 2500 H. carascalensis.
Hidalgo, Catalogo iconografico y descriptivo de
los Moluscos terrestres de Espana, Portugal y las Baleares.
Entrega I. Madrid 1875. Dieses Werk ist mir bisher nur
aus den Anzeigen in Malakozoologischen Blättern und in dem
Journal de Conchyliologie bekannt. Es enthält der er-
schienene erste Theil, in 4 Lieferungen, die Analyse von
310 Werken in Beziehung auf die Malakozoologie des
der Mollusken während des Jahres 1875. 9?
auf dem Titel bezeichneten Gebietes; dann sind die be-
kannten Arten alphabetisch aufgezählt, nämlich 3 Achatina,
4 Alexia, 3 Amalia, 9 Arion, 1 Azeca, 3 Balea, 13 Buli-
mus, 3 Caiychiuni, 13 Clausilia, 2 Cyclostoraus, 5 Ferus-
sacia, 2 Geomalacus, 185 Helix, 1 Lehraannia, 1 Leonia,
1 Letourneuxia, 13 Limax, 2 Parmacella, 7 Pomatias, 42
Pupa, 9 Succinea, 3 Testacella, 2 Truncatella, 1 Tudora,
5 Vitrina, 1 Zospeum, zusammen 334 Arten. Die Ausführung
der Tafeln wird sehr gelobt.
Kobelt stellte Betrachtungen an über die Heliceen-
fauna Siciliens und ihre Vertheilung. Von den 80 auf
Sicilien vorkommenden Arten sind 44 der Insel cigenthüm-
lich, nämlich von 1 Leucochroa 0, von 14 Hyalina 5,
5 Patula 2, 1 Anchistoma 0, 2 Theba 0, 13 Fruticicola 10,
3 Campylaea 3, 14 Macularia und Iberus 11, 3 Pomatia
1 und von 24 Xerophila 12 Arten. Verf. sieht in der grossen
Zahl ejgenthümlicher Arten einen Beweis für die uralte
Trennung Siciliens vom Festlande. Jahrbücher Deutsch.
Malak. Ges. IL p. 7.
Erjavec (Slavonija u malacogicnom poglcdu.) gab
ein Vcrzeichniss der Land- und 8üsswasser- Mollusken- von
Shivonicn. Rad Jugo-slavenska Akad. 31. p. G7. Es enthält
1 Cyclostomus, 1 Pomatias, 1 Daudebardia, 2 Vitrina, 1
Zonites, 5 Hyalina, 20 Helix, 2 Bulimus, 2 Ferussacia, 4
Pupa, 1 Vertigo, 2 Succinea, 2 Carychium. 7 Clausilia,
1 Ancylus, 7 Limnaea, l Physa, 0 Planorbis, 1 Valvata,
2 Vivipara, 1 Bythinia, 2 Lithoglyphus, 1 Paludinella, 1 Me-
lania, 1 Melanopsis, 2 Ncritina, 2 Pisidium, 3 IJnio, 4 Ano-
donta, zusaumien 80 Arten.
Clessin bestimmte eine Anzahl Land- untl Fluss-
wassermollusken, welche von Dr. v. Ihering im Auswurfe
der Oka, eines Nebenflusses der Wolga, nahe der Einmün-
dung in die letztere zwischen Wladimir und Nischney-Now-
gorod gesammelt waren. Es sind 4 Linmaea, l Physa,
8 Planorbis, 2 Bythinia, 2 Paludina, 3 Valvata. 3 Sphaerium,
1 Pisidium, 1 Tichogonia, 1 Hyalina, 2 Helix, 1 Succi-
nea und 2 Cionella, zusammen 31 Arten. Drei Arten, eine
Paludina, eine Sphaerium und eine Cionella werden als neu
beschrieben und abgebildet. Das Gesammtbild ist von jenem
Arohiv f. Natur«. XXXXIT. Jalir;?. Bd. '.>. G
98 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
unserer deutschen Fauna nicht verschieden. Jahrbücher
Deutsch. Malak. Ges. II. p. 36.
Africa. Da Mousson bei der Bearbeitung derMaroc-
canischen Mollusken (vergl. vorj. Ber. p. 135) die frühere
Arbeit von Lowe (Ber. über 1860 p. 167) nicht benutzt
hat, so stellte v. Martens die Angaben beider Arbeiten
zusammen, soweit sich dieselben auf Mogador beziehen.
Jahrbücher der Deutschen Malak. Ges. IL p. 97.
Paladilhe bearbeitete die von Blei eher in Marocco
gesammelten Land- und Süsswasser-Conchylien. Unter den
40 gesammelten Arten fand er 27 bereits von Marocco
bekannte, 6 für die Maroccanische Fauna neue, und 7 neue
Arten. Demnach sind jetzt im ganzen 108 Arten bekannt,
offenbar ein geringer Theil der wirklich vorhandenen
Fauna dieses grossen Reiches. Aufgezählt werden 23 He-
lix, 1 Bulimus, 4 Ferussacia, 2 Alexia, 1 Planorbis, 3 Physa,
I Limnaea, 1 Ancylus, 3 Melanopsis, 1 Neritina. Die neuen
Arten sind unten namhaft gemacht. Obgleich Marocco gewisse
Arten besitzt, die anderwärts noch nicht gefunden sind,
so bietet es doch keine eigene malacologische Fauna.
Seine Mollusken gehören alle der hispanischen Fauna an
oder den littoralen Arten, nur mit einigen charakteristischen
Modificationen der Schale, die offenbar Folgen der Accli-
matation sind. Revue de Zoologie p. 75.
V. Marteus bestimmte einige Conchylien, die von
S. M. Schiff Gazelle bei den Cap-Verdischen Inseln ge-
sammelt wurden, als Ranella marginata Gmel. = laevigata
Lam., Nassa prismatica Brocchi, Xenophora mediterranea
Tiberi und Mitra scrobiculata Brocchi. Dieselben stimmen
mit der Fauna der jüngeren Tertiärablagerungen Südeuro-
pa's überein, und waren bisher lebend noch nicht bekannt,
oder man kannte doch ihren Fundort noch nicht genau.
Sitzungöber. Ges. naturf. Freunde in Berlin p. 25.
Jickeli hat im 37. Bande der Nova acta der Leop.
Carol. Akademie die Fauna der Land- und Süsswasser-
Molluskcn Nprd-Ost-Africa's veröffentlicht. 352 Seiten und
II Tafeln. Er führt 197 Arten auf, die meist mit lateini-
schen Diagnosen versehen und deutsch beschrieben sind,
und bei denen vielfach auch auf das Gebiss Rücksicht ge-
der Mollusken während des Jahres 1875. 99
nommen ist. Es sind 2 Ennea, 2 Limax, 1 Parmacella,
12VitriDa, 2 Helicarion, 1 Martensia, 2 Microcystis, 28 Helix,
7 Buliminus, 4 Cliondrula, 14 Pupa, 2 Clausilia, 1 Rumina,
1 Glessula, 1 Ferussacia, 2 Acicula, 1 Francesia, 10 Subu-
lina, 3 Achatina, 5 Limicolaria, 6 Succinea, 1 Auricula, 3
Melampus, 5 Laemodonta, 1 Plecotrema, 2 Cassidula, 1 Ma-
rinula, 3 Truncatella; 4 Limnaea, 4 Isidora, 2 Pbysa, 2
Pbysopsis, 9 Planorbis, 2 Segmentina, 4 Ancylus, 3 Lanistes,
2 Anipullaria, 1 Valvata, 2 Vivipara, 2 Cleopatra, 4 Bitbynia,
4 Hydrobia, 1 Melania, 1 Neritina; 4 Spatba, 4 Miitela, 9
Unio, 1 Aetberia, 4 Corbicula, 2 Oyelas, 1 Limosina, 1 Ga-
latbea. Die neuen Arten werden unten nambaft gcmacbt. —
In einem Rückblick (p. 299—318) macbt Verf. auf die ge-
ringe Zabl der bekannten Arten aufmerksam, und vermutbet,
dass sieb nocb viele Arten werden entdecken lassen. Von
Unterägypten, dessen Landsclmecken der Mittelmeerfauna,
deren Süsswasserbewobner dem tropischen Africa ange-
boren, kommen 28 Landscbncckcn vor. Eine verbältniss-
mässig grosse Anzahl Land- und Süsswassermollusken ist
über den grössten Tbeil von Africa verbreitet, auch ver-
tbeilcn sich die dem tropischen Africa eigcntbümlicbcn
Gattungen unseres Gebietes glcicbmässig über den Erdtbeil.
Schliesslich fügt Verf. nocb einige Bemerkungen über die
Molluskenlauna Africa's hinzu.
Das Scblusskapitel aus Jickeli's BinnenmoUuskeu
von Nordost- Africa? ist in Jahrbüchern der d. Malak. Ges.
IL p. 334 abgedruckt.
D unk er machte ein Verzeichniss der Species einiger
Gattungen zweischaliger Mollusken des Rotben Meeres be-
kannt, wie es sich aus den Sammlungen des Herrn Jickeli
ergab: 3 Vulsella, 4 Crenatula, 2 Malleus, 11 Avicula. Jahr-
bücher Deutsch. Malak. Ges. IL p. 1.
Morel et gab einen Nachtrag zu Concbyliologie der
Insel Rodrigues (vcrgl. vorj. Ber. p. 136), indem er nach
einer Sammlung des M. Bewsher 25 Arten Land- und
Süsswasser-Molluskeu von dieser Insel aufzählte, von denen
3 subtossil gefunden wurden und wahrscheinlich ausge-
storben sind ; unter den nocb lebenden sind 8 neu für diese
Insel, und durch sie wird die Zahl der Arten dieser Fauna
100 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
auf 32 gebracht. Die drei subiossilen und ein Melampus
werden als neu beschrieben und werden unten namhaft
gemacht. Journ. de Conchyl. 23 p. 21.
Derselbe stellte auch fünf neue Arten von Mauritius
auf, gesammelt durch Dupont, nämlich 2 Helix, 2 Pupa
und 1 Limnaea.
Asien. Da Ehrenberg eine noch von seiner Reise
durch Russland nach Sibirien herrührende Partie Conchy-
lien aufgefunden hat, Hess es v. Martens passend er-
scheinen, eine neue Uebersicht der gesammelten Arten zu
geben. Es sind im Ganzen 63 Arten, lieber einige der-
selben fügt Verf. Bemerkungen bei. Sitzungsber. der Ges.
naturf. Freunde zu Berlin p. 88.
Oscar Grimm machte briefliche Mittheilungen über
eine zoologische Untersuchungs-Expedition nach dem Kas-
pischen Meere. Er fand au dem Westufer in einer
Tiefe von 108 Faden eine enorme Zahl von Mollusken,
wogegen das Ostufer fast gar keine Thiere hat. Nach der
Fauna erscheint das Kaspische Meer als ein grosser salz-
haltiger See, der theils seine eigenen Thierarten besitzt,
theils aber auch solche beherbergt, die in anderen Meeren
vorkommen. Sie zeigen die Verwandtschaft mit dem
Aralsee, dem schwarzen Meer und dem Nördlichen Ocean,
die Verwandtschaft mit dem Eismeer scheint jünger. Zeitschr.
für wissensch, Zoologie 25 ]). 323.
V. Martens sprach, Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 96, über einige centralasiatische Land- und
Süsswasser-Conchylieu, welche von dem verstorbenen Sto-
liczka auf der Reise nach Yarkand gesammelt worden
sind, und die G. Nevill in Calcutta bearbeiten wird. '••'"
Bed dorne stellte eine Anzahl Deckel-Landschnecken
von Südindieu und Ceylon auf, die den Gattungen üiplom-
matina, Opisthostoma, Cyathopoma und Cyclophorus ange-
hören. Alle sind abgebildet. Proc. zool. soc. p. 442 pl. 52
und 53.
G. und H. Nevill beschreiben eine Anzahl neuer
Arten aus dem indischen Ocean, die unten namhaft ge-
macht sind. Sie gehören meist zur Familie Pleurotomidae.
Journ. Asiatic Soc. of Bengal 44. p. 83.
der Mollusken während des Jahres 1875. 101
Von Issel erschien in Annali clel Museo civico di
storia naturale di Genova VI 1874 eine Arbeit: Molluschi
Borneensi, Illustrazione delle specie terrestri e d'acqua dolce
raccolte nell' isola di Borneo dai Signori G. Doria e 0.
Beccari, mit 4 Tafeln. Von den Reisenden wurden Sl
Arten gesammelt, unter denen 24 als neu beschrieben sind.
Die Gesammtzahl der aufgezählten Arten beläuft sich auf
181. Die neuen Arten und Gattungen sind unten namhaft
gemacht. Mit Java hat Borneo 19, mit den Philippinen
18, mit Indo-China einschliesslich Malacca 16, mit Singa-
pore 10 und mit Sumatra 13 Arten gemein. Vergl. Malak.
Bl. 22 p. 216, Journ. de Conchyl. 15 p. 349.
E. V. Märten s legte einige neue Arten der Gattungen
Hclix, Paludina, Modiola, Cristaria (Dipsas), Unio aus
China vor, deren Publication in baldige Aussicht gestellt
wird. Sitzungsber. Ges. naturforschender Freunde p. 2. Die
Diagnosen derselben sind Malak. Bl. 22 p. 185 veröffent-
licht. Die Namen der Arten s. unten.
von M Ö 1 1 e n d 0 rf f sammelte in der nordchinesischen
Provinz Chili 14 Arten Landschnecken, unter denen mehrere
neue. Im Ganzen herrschen europäisch- westasiatische
Typen vor, doch findet sich auch einiges cigenthümliche
aus ostasiatischen Gruppen, ferner allgemein über Ostasien
verbreitete Arten, und Vertreter specifisch tropischer Formen.
Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. 11. p. 214.
Armand David giebt an, dass ausser einer kleinen
Helix, die bei Pekin häufig ist, die Land-^lollusken im
nördlichen China, und in Mongolien sehr selten sind. Er hat
im Ganzen 10 Arten gesammelt. Auch in Setchuan und
Moupin giebt es nicht mehr Landschnecken. Verf. hat etwa
zehn Arten gesammelt, die sich alle von den Nordischen
unterscheiden, und unter denen Clausilien und Bulimus
vorkommen, die im Norden unbekannt sind. Journal of
the North- China Brauch of the Royal Asiatic Society.
Shangai 1873. VII p. 223.
Heu de hat begonnen, eine Conchyliologie fluviatile
de la Province Nanking herauszugeben. Das erste Heft,
12 Seiten Text und 8 Tafeln in 4^ Paris 1875, enthält nur
Najaden, deren Diagnosen meist 1874 im Journal de Con-
102 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
cbyliologie erschienen sind. Als neu sind beschrieben und
abgebildet ünio affinis, scriptus, montarms, Leleci, und
RocJiechouarti. Vergl. den Bericht von Crosse im Journ.
de Conchyl. 23 p. 341.
0. V. Möllendorff beschreibt die bei Kiukiang in
China gesammelten Landschnecken^ deren Diagnosen schon
im vorigen Jahre veröffentlicht waren, in den Jahrbüchern
der Deutschen Malak. Ges. II. p. 118 ausführlich und
bildet einige derselben ab. — Anhänglich fügt v. Märten s,
der Originalexemplare des Verf. vergleichen konnte, Be-
merkungen zu vorstehender Arbeit hinzu. Es sei hier nur
bemerkt, dass Helix latilabris Moll, nicht von Helix quae-
sita Dech. zu unterscheiden, dass Stenogyra sp. wohl
decorticata Reeve sein dürfte, dass Clausilia chinensis
in MÖllendorffi umgetauft wird, und dass Succinea sp.
wohl 8. chinensis Pfr. sein dürfte. — In der Zusendung
V. Möllendorffs waren auch 7 Süsswasser-Mollusken ent-
halten, 1 Linmaea, 2 Paludina, 2 Bithynia, 1 Melania und
1 Cyrena, wovon eine Bithynia neu.
G wyn Jeffreys sieht 39 Arten Mollusken von Japan
für identisch mit denen des Nördlichen Atlantischen Oceans
an, und verzeichnet dieselben: 1 Brachiopoden^ 18 Conchi-
feren und 19 Gasteropoden. Journal of the Linnean So-
ciety XII p. 100.
Edgar Smith bestimmte eine durch St. John in den
Japanesischen Meeren zusammengebrachte Sammlung von
Gasteropoden. Sie bestand aus 98 x\rten, unter denen viele
als neu beschrieben werden. Von allen ist die genaue Lo-
calität, die Tiefe in der sie gedredscht wurden^ so wie die
Beschaffenheit des Bodens angegeben. Annais nat. bist.
XV p. 414 ; XVI p. 103.
Kobelt beschrieb vier neue Helix -Arten, welche
Dr. Rein in Nippon gesammelt hat. Nachrichtsblatt p. 55.
Davidson gab eine kurze Notiz über Japanesische
Brachiopoden. Journal of the Linnean society XII p. 109.
Der zweite Band des Semper'schen Werkes >> Reisen
im Archipel der Philippinen«, welcher die Malacologischen
Untersuchungen von Rud. Bergh enthält, ist mit dem 8.
der Mollusken während des Jahres 1875. 103
bis 10. Heft abgeschlossen. Das Nähere über den Inhalt s.
unten bei den Notobranchiaten.
Australien. Von Kosenberg zählt in Reistochten
naar de Greelvinkbaai op. Nieuw-Guinea 1875 p. 60
von Mollusken ausser Nautilus pompilius 15 Schnecken auf .
Schmeltz theilt über die Conchylienfauna der Süd-
seeinseln mit, dass bei den Landschnecken das Vorkommen
meist auf einzelne Inseln, bei Partula sogar auf Thäler
einzelner der Socictäts-Insehi beschränkt sei, dass dagegen
unter den Seeconchylien neben cosmopolitischen Arten auch
jede Inselgruppe ihre eigenen Formen hat. Verhandl.
Vereins zu Hamburg p. 27.
S 0 u V e r b i e und M o n t r o u z i e r stellten wieder einige
neue Arten mariner Gasteropoden vom Caledonischen Ar-
chipel auf, unter denen auch eine neue Gattung. Journ. de
Conchyl. 23 p. 33.
Crosse lieferte einen Beitrag zur Kenntniss der
Nudibranchier Neu-Caledoniens, indem er die von Marie
gesammelten und von Verrier nach dem Leben abgebil-
deten Arten Journal de Conchyl. 23 p. 305 veröffentlichte.
Die neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
T a p p a r 0 n c - C an c f r i , Contribuzioui per una Fauna
malacologica delle Isole Papuane. Das erste Heft dieser
Beiträge behandelt die von Beccari auf den Inseln Aru,
Kei und Sorong gesammelten Arten, jedoch nur die bereits
bekannten. Montrouzicr's Mitra tricolor wird Mitra Mont-
rousicri genannt. Die Gattungen Cypraea, Conus, Mitra,
Oliva- und Strombus sind in zahlreichen Arten vertreten,
die sich fast alle in Neu Caledouicn wicdertindeu. Auf
der Insel Aru kommen 10 Helix und 2 Nanina vor. iVnnali
del Museo civico di storia naturale di Genova VI. 1874.
Vergl. Journal de Conchyl. 23 p. 348.
In einem Briefe von Wille mo es - Su hm an v. Siebold
über die Challeuger-Expcdition finden sich auch xlngaben
über die sowohl aus grossen Tiefen wie au der Oberfläche
erlangten Mollusken zwischen Sidncy und Neu-Seeland.
Zeitschr. für wissensch. Zoologie 25 p. XXXIV.
Brazier stellte 10 neue Conchylien von Queensland
auf. Proc. zool. soc. p. 31.
104 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Smith beschrieb zwölf neue Conchylieu von Kergue-
len's Insel, gesammelt clm'ch A. E. Eaton, der die Ex-
pedition für Beobachtung des Venusdurchganges begleitete.
Unter den etwa 20 gesammelten Species wurden die hier
beschriebenen 12 für neu gehalten. Annais nat. bist.
XVI. p. 67.
America. Fischer hat für die Voyage a la cote
nord-ouest de l'Amerique executes durant les annees 1870—
1872. Vol. I. p. 37 die Mollusken der Aleuten bearbeitet.
Von den 10 verzeichneten Arten leben sechs auch an den
Westküsten von Nordaraerica und an den Ostküsten von
Nordasien, drei sind nordamericanisch. Purpura lima Martyn,
Chrysodomus castaneus Mörch und Murex lactuca Esch.
sind auf Taf. E abgebildet. .
Mörch hat für das Manual for the arctic expedition
1875 p. 124 seinen Prodromus faunae Molluscorum Groen-
landiae revidirt und vermehrt. Er enthält hier aus der
ersten Klasse Androgyna Moerch 7 Geophila, 8 Hygrophila,
13 Pteuoglossa (wozu auch Philine, Cylichna ct. gezählt
werden), 15 Gymnobranchia, 4 Pteropoda, aus der zweiten
Klasse Dioica 37 Taenioglossa, 13 Toxoglossa, 33 Rha-
chiglossa, aus der dritten Klasse Exocephala 12 Rhipido-
glossa, 8 Heteroglossa, aus der vierten Klasse Cephalopoda
8 Arten, aus der fünften Klasse Acephala 62 Arten mit
Einschluss von 4 Brachionopoda, — zusammen 220 Arten.
Durch die Schleppnetz-Expeditionen im Jahr 1874
an den Küsten von Neu-England konnte Verrill der vor-
jährigen Liste vom festen Grunde 10 Gasteropoden und 4
Lamellibranchiaten, vom schlammigen Boden drei Mollusken
hinzufügen. Dana and Silliman American Journ. of sc.
and arts IX. p. 414. — In der Fortsetzung seines Berichts
ib. X. p. 40 verzeichnet er 11 Mollusken, unter denen zwei
neue Arten, die auf Taf. III abgebildet sind.
Verrill berichtete über eine Schleppnetz-Expedition
in seichterem Wasser bei Salem, Mass. Die Fauna war
entschieden eine nordische, obgleich auch einige Arten von
südlicher Verbreitung vorkamen, und eine Art, Anachis
avara, wurde gefunden, die nur von Cap Cod bis zum
der Müliusken während des Jahres 1875. 105
Meerbusen von Mexico vorkommt. Aus der Tiefe von 29
Faden wurden 31, aus der Tiefe von 5 Faden 37 Arten
Mollusken verzeichnet. Sixth annual report of the trustees
of the Peabody Academy. p. 58.
Wymann hat eine längere Abhandlung über die
Fresh-water Shell Mounds of St. John's River, Florida in
den Memoirs of the Peabody Academy of science 1. no.
4 niedergelegt. Wir erwähnen diese Arbeit über die
Schalen- Hügel hier, weil sie eine Beziehung zu der Con-
chyliologie haben, indem in ihnen Schalenreste gefunden
werden, die hauptsächlich aus Strombus gigas, Busycon
carica und perversa bereitet sind, und die den Beweis
liefern, dass die ältesten Bewohner jener Gegenden bereits
die grösseren Conchylien für ihre Zwecke (Trinkschalen"
Meissel und dergl.) verwendet haben.
Von Fischer und Crosse Etudes sur les Mollusqucs
terrestres et fluviatiles, welche in der Mission scientifique
au Mexique et dans TAmcriquc centrale erscheinen, konnte
ich bisher nicht nach eigener Anschauung berichten. Jetzt
habe ich das schöne Werk gesehen, von dem 1875 die
fünfte Lieferung erschienen ist. Ich glaube nicht auf die
früheren Lieferungen specieller zurückgreifen zu sollen, da
über sie schon in den gangbarsten deutschen malacologi-
schen Zeitschriften Nachricht gegeben ist. Die fünfte
Lieferung, welche jetzt vorliegt, beschäftigt sich mit der
Gattung Bulimulus, auf die wir unten zurückkommen.
Mörch stellte eine Synopsis Molhiscorum marinorum
Indiarum occidentalium zusammen. Darin sind enthalten
40 Arten Scala, 4 Architectonica, 6 Torinia, 6 Obeliscus,
1 Syrnola, 23 Chemnitzia, 1 Mathilda, 5 Odostomia, 1 Chry-
salida, 2 Dunkeria, 1 Spiroclimax, 2 Monoptygma; 5 Ac-
taeon, 4 Tornatina, 1 Cylichnella, 2 Retusa, I Cylichna,
2 Atys, G BuUea, 1 Bullina, 4 Haminea, 1 Cylindrobulla,
1 Bulla, 2 Philine, 1 Doridium, 1 Dolabrifera, 3 Aplysia,
3 Notarchus; 4 Doris, 1 Chromodoris, 1 Pelagella, 1 Rha-
codoris, 1 Bornella, 1 Phidiana, l Heromorpha, 1 Aeoli-
diella, 1 Pleurobranchus, 2 Berthella, 1 Operculatum, 1
Oxynoe, 1 Lobiger, 2 Volvula, 1 Phyllobranchus, 1 Trida-
chia, 1 Elysia und 1 Pelta. In einem Supplement werden
lOG Troechel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
hinzugefügt 3 Leiostraca, 10 Eulima, 3 Stylifer und 1 Mur-
chisonia. Die neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
Malak. Bl. 22 p. 142.
Gloyne giebt einen Nachtrag zu seinen Bemerkungen
über die Landmollusken Jamaica's (1872). Die Insel ist
der Länge nach, von West nach Ost, von einer Gebirgs-
kette durchzogen. Der nördliche Theil ist sehr gut be-
feuchtet und gut bewaldet, der südliche hat selten Regen,
und hat daher eine weniger prächtige Vegetation. Der
Reichthum an Landschnecken hängt von dem Kalkstein
der Insel ab. Die Arten werden mit Angabe der spe-
ciellen Fundorte aufgezählt. Unter den zahlreichen Arten
ist auch eine als neu beschriebene Adamsiella. Journ.
Conchyl. 23.
^ Guppy hat Helix coactiliata Fer. auch auf Trinidad
gefunden, die demnach eine weite Verbreitung hat, indem
sie auch in Nicaragua, Peru und Venezuela vorkommen
soll. Verf. schliesst daran Bemerkungen über die Verbrei-
tung der Land- und Süsswasser-Mollusken von Trinidad.
25 Arten dieser Insel kommen auch auf dem Continent
vor, 22 sind der Insel eigenthümlich. Proc. zool. soc.
p. 318.
Dohrn beschrieb vier neue Landschnecken aus Neu-
Granada. Nachrichtsblatt p. 56. — Derselbe zählte Jahr-
bücher d. Malak. Ges. IL p. 292 siebzehn Arten von
Wallis in Neugramida gesammelter Landconchylien auf,
von denen die neuen Arten abgebildet sind.
Von StrobeTs Materiali per una malacostatica di
terra e di acqua dolce delF Argentina meridionale sind
zwei Lieferungen erschienen, Pisa 1874. In der ersten
Lieferung sind 19 Landschuecken aufgeführt, nämlich 2
Vaginulus, 2 Limax, 1 Hyalina, 3 Helix, 3 Bulimus, 4 Bu-
limulus, 1 Stenogyra, 3 Öucciuea; in der zweiten 17
Schnecken und 12 Muscheln des süssen und Brackwassers,
nämlich 4 Planorbis, 1 Limnaeus, 4 Chilina, 1 Ancylus,^
2 Ampullaria, 5 Hydrobia, 4 Anodonta, 4 Unio, 1 Castalia,
1 Cyrena, 1 Sphaerium und 1 Corbula. Einige neue Arten,
die iinten namhaft gemacht sind.
D unk er zählte 73 Conchylien von Desterro, Provinz
der Mollusken während des Jahres 1875. 107
Sta Catharina in BrasilieD nach einer Sammlung von Fritz
Müller auf. Darunter einige neue Arten. Jahrbücher der
deutschen Malak. Gesellschaft IL p. 240.
Hidalgo fügt seinem Catalog der Landconchylien
des südlichen America (1870)^ der 201 Arten enthielt, noch
12 Arten hinzu, die fast alle zur Gattung Bulimus gehören.
Auch sind pl. 7 einige Arten abgebildet. Journ. de Con-
chyl. 23 p. 127.
Ceplialopoda.
Ray Lankestcr, Observations on the devclopment of the
Cephalopoda. Die Beobachtungen beziehen sich vorzugsweise auf
Loligo. Verf. spricht vom Ovarial-P]i, von der Bildung des Blasto-
derrns, von dem ersten Auftreten des Pen-sac bei Loligo und Octo-
pus und des Nahruugsschlauches. von den Blutgefässen und Lymph-
räumen, von der Eutwickelung der Gehörbläschen und des Auges
Quarterly Journal of microscopical science 15. p. 37.
Kollmann schilderte das Betragen der Cephalopoden im
Aquarium der zoologischen Station in Neapel. Ein Kampf des Octo-
pus vulgaris mit einem grossen Hummer, das Schwimmen mittelst
der Arme, die Aufnahme der Nahrung, der Bau eines Versteckes
aus grossen Steinen werden bischrioben. Der Begattungsprocess
soll in einem halten Kampfe der beiden Geschlechter bestehen.
Zeitschr. für wiss. Zoologie 26 p. 1.
Im Aquarium der zoologischen Station in Neapel wurde eine
Ratte von einem Octopus vulgaris bis auf die Knochen und einen
Theil des P'elles verzehrt. Athenaeum 1874 p. 576;Zool. Garten p. 72.
Steenstrup stellte Vid. Selsk. Skrifter. 5 Raekke Nat. Math.
Afdel. X. p. 465 eine neue Cephalopodengattung Hemisepius auf,
welche sich vou Sepia unterscheidet: 1. forma et textura testae
internae, quod latum, tenerum, submembranaceum, subpellucidum,
fragilissimum, subtus rudimentis, solummodo loculamentorum cal-
careorum vestitum est, 2. armis, brachiis omnibus per totam lon-
gitudinem serie modo duplici cupularum iustructis, cupulis singulis
disciformibus, 3. struetura pallii, ad utrumque latus in superficie
ventrali seriem longitudinalera pororuni s. cavernularum praebentis.
Die Art Hemisepius typicus wurde in der Tafelbai gefangen. —
Diese Abhandlung erhält ein sehr erhöhtes Interesse durch die
ferneren Bemerkungen über die Cephalopoden. Verf. hebt nämlich
hervor, dass der Ort am Weibchen, wo die Spermatophoren ange-
heftet werden, bei den Sepien und Loligines die innere Fläche
der Mnndhaut ist und bildet zur Erläuterung die Mundgegend von
108 Troschel: Bericht üb, d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Hemisepius typicus, Sepia hicredda, inermis, aculeata. tuberculata
und Sepioteuthis sepioidea ab. — Als Anhang werden zwei neue
Arten S&pia Andreana von Japan, recurvirostra von Südchina be-
schrieben. Letztere Art ist nur nach dem Schalstück aufgestellt.
Verrill kam nochmals anf die riesenhaften Cephalopoden des
Nordatlantischen Oceans zurück. Er glaubt zwei Species unter-
scheiden zu können : Architeuthis princeps und monachus. Er bildet
den A. monachus ab, wie er ihn aus den Photographien und den
erhaltenen einzelnen Theilen zusammengesetzt hat; auch von der
Radula des A. monachus ist eine Abbildung gegeben. Sie unter-
scheidet sich sehr auffallend von allen übrigen Cephalopoden, indem
die Platten sehr unregelmässig auf der Membran zerstreut sind, so
dass die Reihen kaum zu erkennen sind. Ihrer sind etwa zwanzig.
Die Platten selbst sind alle einfach, aber sehr verschieden an Grosse.
Dana and Silliman Amer. Journal IX, p. 123 und 177,
Ferner berichtete Verrill ib. X. p. 213; Annais nat. bist.
16 p. 266, über einen Cephalopoden, der im December 1874 an der
Küste von Neufundland gefangen wurde. Die Greifarme waren 26
Fuss lang, der Körper 10 Fuss. Verfasser hält das Thier für Ar-
chiteuthis princeps.
Gervais theilt mit, dass Velain auf der Insel Saint-Paul
einen Cephalopoden aus der Gruppe der Ommastrephes von 7,15
Meter Länge beobachtet hat, der durch einen Sturm auf den Strand
geworfen war. Bei dieser Gelegenheit theilt Gervais mit, was er
früher über die Gattung Architeuthis und ihre drei Arten, A. dux,
monachus und Bouyeri aufgezeichnet hatte. Journal de Zoologie IV
p. 88.
Mose erzählt von dem Fange eines riesigen Cephalopoden au
der Westküste von Irland, den er für Architeuthis dux Steenstr.
halten zu dürfen glaubt. Die Tentakel waren 80 Fuss lang; die
Keule, im eingeschrumpften Zustande 2' 9" lang, hat zwei Reihen
Saugnäpfe von 1" Durchmesser, 14 in jeder Reihe, und jederseits
eine Reihe kleinerer Saugnäpfe von ^2 " Durchmesser. Der kurze
Arm war 8' lang und hatte am Grunde 15" im Umfang. Annais
nat. bist. XVI p. 123.
Willemoes-Suhm fing mit dem Schleppnetz bei Banda Neira
aus einer Tiefe von 360 Faden eine Spirula mit dem Thier. Er
meint, dass diese Gattung in solclien Tiefen leben müsse. Die Epi-
dermis war am ganzen Mantel zerstört, und Verf. vermuthet, dass
das Exemplar schon im Magen eines grossen Fisches, wahrschein-
lich Macrurus, gewesen sei. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 26
p. LVI
der Mollusken wahrend des Jahres 1875, 109
Heteropoda.
Ranke hat den Gehörvorgang und das Gehörorgan bei Ptero-
trachea einer genaueren Untersuchung unterworfen. Verfasser stellte
fest, dass das Aufrichten der Cilieu au der inneren Wand der Gehör-
hläschen normal als Wirkung eines stärkeren Schalles erfolgt. Als
das acustische Organ im Ohre bezeichnet er eine am entgegenge-
setzten Pole der p]intrittsstelle des Nerven liegende Verdickung,
an der eine Mittelzelle und vier Aussenzellen zu unterscheiden sind,
welche eine Krone feiner stark lichtbrecheuder Stifte tragen. Die
Stifte spricht V^erf. als Gehörstäbe an. Schliesslich macht Verf. einige
Bemerkungen über das Gehörorgan anderer Cephalophoren und der
Cephalopoden. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 25 p. 77.
Fol hat Studien über die Entwickeluug der Heteropoden ge-
macht, die wohl später noch in einer ausführlichen Abhandlung
werden niedergelegt werden. Comptes rendus 81. p. 472, Anuals
nat. bist 16. p. 435; Revue de Zoologie, p. LIV.
Gasteropoda.
TaeiiioglosHa.
Pfeiffer hat ein erstes Heft des dritten Supplementes seiner
„Monographia Pneumonopomorum vivontium, sistens descriptiones
systematicas et criticas omnium hujus ordinis generum et specierum
hodie cognitarum, accedeute fossilium euumeratione. Cassellis 1875,,
erscheinen lassen. Dieses Heft hringt aus der Familie Aciculacea
die Gattungen Acicula Hartm., Geomelauia Pfr., Chittya Livesay,
Truncatella Risso, Rlanfordia Adams; aus der Familie Cyclostoma-
cea die Gattungen Cyathopoma Pdanf., Cyclotus Guild., Opisthoporus
liens., Mychopoma Blanf, Rhiüstoma Bens.. Spiraculum Pearson, Pte-
rocyclos Benson, Heterocylus Crosse, DiademaPeasc, Coelopoma Adams,
Alyuaeus Gray, Ilybocystis Benson; Opisthostoma Blanford, Diplom-
matina Benson. Paxillus Adams, Clostophis Benson; Craspedopoma
Pfr., Aulopoma Troschel, Cyclophorus Montfort mit dem Subgenus Eu-
ptychia Crosse et Fischer, Leptopoma Pfr. ; Megalomastoma Guilding,
Tomocyclus Crosse et Fischer, Cataulus Pfr.. Raphaulus Pfr., Stre-
ptaulus Benson, Pupinella Gray. Pupiua Vignard; Jamaicia Adams,
Licina Gray, Choanopoma Pfr., Cyclotoptis Blanford, Ctenopoma
Shuttl., Diplopoma Pfr., Adamsiella Pfr.; Lithidion Gray, Otopoma
Gray, Cyclostomus Montfort, Tudora Gray, Leonia Gray; Cistula
Gray, Chondropoma Pfr; Pomatias Studer; Realia Gray, Cyclomor-
pha Peasc, Cenina Adams, Bourciera Pfr, Die Familie der Heli-
110 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte "
cinacea beginnt dann mit der Subfamilie Stoastomacea, Gatt. Stoa-
stoma und bricht dann mit dem Anfang der Subfamilie Helicinea ab.
Cyclotacea. Schacko hatte Gelegenheit, Radula und Kiefer
von fünf Arten des Genus Acme zu untersuchen. Es gehört danach
in die Familie der Cyclotaceen, bildet aber daselbst eine gut unter-
schiedene Gattung. Jahrbücher der Deutschen Malak. Ges. IL p. 137.
Taf. 4 und 5.
Cyatlwpoma {Jerdonia) nitidum, Blanfordi, album, anamallaya-
mim, ovatum, sivagerrhianmn, atrosetosum, elatum, vitreum, seticin-
ctum, ceylanicum ; CyatJio'poma latilahre, travancoricum, shevaroyanum
Beddome Proc. zool. soc. p. 445. pl. 52 fig. 12—20, 53 flg. 21—33
aus *dem südlichen Indien.
Älycaeus inßatus, strigatus, Stoliczkn, globulus, bicrenatus, ser-
ratus, multirugosus, Burtii, Godwin Austen Journal Asiat. Soc. of
Bengal 43 p. 145 von Assam und den Naga Hills.
Opistliostoma deccanense Beddome Proc. zool. soc. p. 444 pl.
52, fig. 10, 11 aus dem Sivagherry-Gebirge und 0. distortum aus
Vizagapatam.
Diploinmatina canarica, graciUs, minima ; D. {Nieida) anamal-
layana, subovata, Pedronis und ceylanica Beddome Proc. zool. soc.
p. 444 pL 52 fig. 1 — 9 aus Südindien.
Paxillus Beccarii Issel Moll. Borneeusi p. 78 t. G fig. 13—15
von Borneo.
Cyclopliorus subplieatus, biliratus, sälemensis Beddome Proc.
zool. soc. p. 452 pl. 53 fig. 25 — 35, aus dem südlichen Indien. —
C. Mectalfei Issel Moll. Borneeusi p. 69 t. 6 fig. 4— G von Borneo.
Leptopoma Bourguignati Jssel Moll. Borneeusi p. G5 t. G fig.
7 — 8 von Borneo.
Megalomastoma Iljalmarsoni Pfeifi'er Malak. Bl, 22 p. 119.
von Portorico. — M. Doriae Issel Moll. Borneeusi p. G7. t. 6 fig.
18 — 19 von Borneo.
EapUaidus Pfeifferi Issel Moll. Borneeusi p. 80 t. 7 fig. 4— G
von Borneo.
Pupina Coxcni Brazier Proc. zool. soc. p. 34 pl. 4 fig. 9 von
Nordost- Australien.
Pupina Pettardi Crosse (1874) ist Journ. de Conchyl. 23 p.
141 pl. G fig. 5 abgebildet.
Pupinopsis Angasi Henry Adams jProc. zool. soc. p. 389. pl.
45 üg. 2 von Neu-Guinea.
Ädamsiella irrorata Gloyne Journ. de Conchyl. 23 p. 124 von
Jamaica.
Gyclostomacea. Cyclostoma BourguignaU uud asteum Mabille
Revue de Zoologie p. 145 aus dem Thal der Sevre. — C. pipartitwn
und Bewsheri Morelet Journ. de Conchyl. 23. p. 2G pl. 1 fig. 3, 4
8ubfpssil von der lusel Ilodrigues.
der Mollusken während des Jahres 1875. 111
Cistula Äguadülensis Pfeiffer Malak. Bl. 22 p. 207 von Por-
torico.
Truncatellacea. Truncatella semicostulata Jickeli Fauna p. 189.
Taf. 7 Fig. 8 von Dablak im Rotben Meere.
Omphcdotroins Päladilhi Issel Moll. Borneensi p. 85 t. 7 fig.
10—12 von Borneo.
Ampullariacea. Bavay nahm Veranlassung von den Beobach-
tungen Foreis und v. Siebold's über die Limnaeen, den Vorgang
beim Luft- und Wasserathmen der Ampullarien zu beschreiben. Der
Aufsatz des Ref. über diesen Gegenstand in diesem Archiv 1845
ist dem Verf. unbekannt geblieben, Journ. de Conchyl. 23 p. 298.
Valvatacea. Valvata nüotica Jickeli Fauna p. 233 Taf. 7 Fig.
29 von Alcxandrien.
Faludinacea. Paludina okaensis Clessin Jahrbücher Deutsch.
Malak. Ges. II. p. 38. Taf. 2 Fig. 5 aus dem Wolga-Gebiete. —
P. (Melantlio) auriculata v. Martens Malak. Bl. 22. p. 180 aus dem
mittleren China.
Melantlio ohe.'ius Lewis Proc. Philadelphia 1875 p. 330 pl. 23
fig. 5, 0 aus dem Ohio-Kanal und Michigan.
Büliynia suhangulata v. Martens Jahrbücher der Deutschen
Malak. Ges. II. p. 133. Taf. 3 fig. 4 von Kiukiang in China.
Assiminea EUae aus Südfrankreich, Spanien Jind Portugal,
und Cardonae von Minorca Paladilhc Annales des sc. nat. II. Art.
8 p. 0 pl. 21 flg. 15—17 und 18—20.
Amnicola Moussoni und Borncensis Issel Moll. Borneensi p. 87
t. 7 flg. 13 — 15 und IG— 18 von Borneo. — A. j;rae^^/^/or^<w Paladilho
Annales des sc. nat. II. Art. 8. p. 11 pl. 21 fig. 21 — 23 aus den
Abruzzen.
Jlydrohia plicosa Smith Annais nat. bist. XVI. p. 103 von
Japan. — //. Scliioeinfiirthi Jickeli Fauna p. 250 Taf. 7 Fig. 35 aus
dem weissen Nil.
Wenn Ph. de Rougemont in einei' kleinen Schrift „Die
Fauna der dunkeln Orte, München 1875'' p. 10 sagt, eine Hydro-
bia, die er im Brunnenwasser der Müncbenef Anatomie fand, habe
grosse Aehnlichkeit mit den Rissoen, welche sich im brackigen
Wasser an der Mündung der Flüsse aufhalten, und weit vom Meere
in die Flüsse hinaufsteigen, um schliesslich Süsswassermollusken zu
werden, so ist diese Vergleichung wohl nicht stichhaltig. Die Aehn-
lichkeit zwischen Ilydrobia und Rissoa ist eine sehr äusserlichel
Vergl. auch Bullet, de Neufchatel X p. 152.
Paludinella A^ndorrensis Paladilhe Annales des sc. nat. II.
Art. 8 p. 13 pl. 21. fig. 24—26 aus Catalonien.
Feringia mitwricensis Paladilhe Annales des sc. nat. II. Art.
8 p. 14. pl. 21 fig. 27—29. von Minorca.
112 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Melaniacea. Brot hat die Gattung Melania in Küsters Con-
chylien-Cabinet fortgeführt. Er beschreibt ferner 29 Pachychilus,
13 Sulcospira, wovon neu S. Honglzongiensis und Bavidi Deshayes
aus China, 8 Nigritella, wovon N. Goudoti von Madagascar neu, 41
Melanoides wovon N. filocarinata von Polillo in Wallis, sumatren-
sis von Sumatra, Goclwini (Hanleyi Godwin Austen) aus dem Diyung-
fluss, North Cachar Hills, Julieni Desh, aus Tonkin, clavaeformis
von Borneo, mandarina Desh. aus Pekin, 13 Melania, unter denen
neu M. sulcatina ohne Vaterlandsangabe, ohesula von Java. Somit
sind bis dahin 126 Arten beschrieben.
Melania Sargi Crosse und Fischer Journ. de Conchyl. 23 p. 226
von Guatemala.
Paludomiis Broti und Moreleti Issel Moll. Borneensi p. 92 t. 7
flg. 19, 20 und 21 von Borneo.
Littorinacea. LUtorina setosa Smith Annais nat. bist. XVI. p.
69 von Kerguelensland.
Lactma vestita Dunker u. Metzger Nordsee-Expedition Zoo-
logie p. 256 von der Küste von Norfolk — L. imicarinata Smith
Annais nat, bist. 16 p. 104 von Japan.
Rissoacea. Eissoa Kergueleni Smith Annais nat. bist. XVI p.
69 von Kerguelensland.
Bissoina abnormis Nevill Journ. Asiat. Soc. of Bengal 44 p.
100 pl, VIII fig. 23 von Mauritius.
Eatonia n. gen. Smith Annais nat. bist. XVI. p. 70. Tcsta
formae rissoideae, apertura subcircülaris, peristoma simplex, conti-
nuum, margine labrali haud incrassatum. OpercuUim ovatum, pauci
vel unispirale, nucleo subterminali a latere columellari paululum
remoto, infra ossiculo prominente a nucleo exsnrgonte et versus
marginem columellarem extenso munita. Verglichen mit Jefifreysia
und Rissoina. E. Kerguelenensis, caliginosa, suhrufesccns von Ker-
guelensland.
Sicenea suhcanaliculata Smith Annais nat. bist. XVI. p. 71
von Kerguelensland.
Pyramidellacea. In der Gattung Obeliscus unterscheidet Mö r ch
Malak. Bl. 22 p. 158 zwei neue Subgenera: Longchaeus tosta im-
perforata, anfractu ultimo sulco mediane, mit Ob. punctatus Chemn.,
monilis Ad. ct. und zwei neuen Arten candidus von St. Thomas und
floridanus von Florida; Triptychus testa subnlata, spiraliter pau-
cilirata, lirae in aperturam iutrantes, columella triplicata, plicae
anticae, parvae, apertura autice subemarginata, labio intus liratus
sicut Obeliscus; nucleus reversus, 0. niveus von St. Thomas.
Fossarus caledonicus (1874) Crosse ist Journ. de Conchyl. 23
p. 139 pl. 6 fig. 6 abgebildet.
Chemnitzia {Ehisa) Krebsii und erythro^clera, so wie Chem-
nitzia Eiisei Mörch Malak. Bl. 22 p. 159 von St. Thomas.
der Mollusken während des Jahres 1875. 113
Stylopsis rufo-fasciata Smith Annais nat. bist. XVI p. 103 von
Japan.
Odostomia rufula Souverbie Jouru. de Conchyl. 23 p. 290 pl.
13 fig. 7 von Neu-Caledonien. Daselbst bringt Verf. auch seine Py-
ramidella pupaeformis zur Gattung Odostomia.
Chrysalida n sp. ohne Namen Mörch Malak, Bl. 22 p. 167
von St. Thomas.
Monoptygma {Carelioims) styliformis und M. [Myonia) cln-
thratula Mörch Malak. Bl. 22 p. 169 von St. Thomas.
Ringicula abhreviata Nevill Journ. Asiat. Soc. of Bengal 44
p. 102 von Ceylon.
Spiroclimax Mörch Malak. Bl. 22. Testa subcylindrica,
forma Rissoae vitreae, pellucida, sutura contabulata uti via spirali
subdeclivi, apertura obauriformis, labio incrassato sigmoidea sub-
marginata ad suturam inflexo, Haliae non absimilis; columella cras-
siuscula funiculari vix plicifera. Nucleus politus sub angulo recto
instruetus. Sp. Scolaris von St. Thomas.
Enlimacea. EuUma aeuformis Nevill Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 44. p. 98 pl. VIII fig. 1 von den Andamanen. — E. breviu-
scula Dunker Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. II. p. 243 von Des-
terro.
Subeulima nov. gen. Souverbie Journ. de Conchyl. 23 p. 296.
Testa elongata, turrita, apice acuto, aspectu calcar'ja, haud porcel-
lanacea; anfractibus sat numerosis, omnibus latere dextro varicibus
sulcos longitudinales (ut in genere Eulima) formantibus instruetus;
apertura pyriformi-ovata. postice angulata. Animal ignotum. E. Lam-
berti von Neu-Caledonien.
Gaecäcea. Caecum comcum Dunker Jahrbücher Deutsch. Ma-
lak. Ges. II. p. 244 von Desterro.
Gerithiacea. Triphoris conspersiis Smith Annais nat. bist. XVI.
p. 106 von Japan.
Cerithiopsidae. Diala simplex und tmuis Smith Anjials nai.
bist. XVI. p. 105 von Japan.
Turritellacea. Mathilda trochlea Mörch Malak. Bl. 22. p. 165
von St. Thomas.
MurcM^onia spectrum Mörch Malak. Bl. 22 p. 184 von St.
Thomas.
Gapuloidea. Golems parimlus Dunker Jahrbücher d. Malak.
Ges. II. p. 244 von Desterro.
Amathina augustota Souverbie Journ. de Conchyl. 23 p. 43
von der Insel Art.
Alata. Der Catalog der Gattung Strombus von Kobelt ent-
hält 66 Arten; der der Gattung Chenopus 3, der der Gattung Dolium
26, und der der Gattung Pterocera 11 Arten. Jahrbücher d. D.
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. Bd. 2. H
114 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichtüe
Malak. Ges. II. p. 255. — Der Catalog der Gattung Rostellaria
von Kobelt enthält 4 Arten ib. p. 354.
Struthiolaria mirahiUs Smith Annais nat. bist. XVI. p. 67 von
Kerguelensland.
Ämphiperasidae* Ovuhim depressum Sowerby Proc. zool. soc.
p. 128 pl. 24 fig. 1 von Nordwest-Australien.
Sigaretina. Fischer sagt von dem Deckel der Naticina pa-
pilla Gmel., dass er Aehnlichkeit mit dem von Sigaretus laevigatus
Lam. habe, und dass diese Art eine Untergattung von Sigaretus
bilden müsse, die noch einen Namen zu bekommen habe, da Naticina
von Guilding bereits für Nerita nitida Donov. angewendet sei, Journ.
de Conchyl. 23 p. 215.
Souverbie bildete Journ. de Conchyl. 23 p. 292 pl. 13 fig. 8
den Deckel von Natica Gaidei ab, und erkennt die Priorität des
Namens N. Uniozona Jousseaume für diese Art an.
Haliotinella n. gen. Souverbie Journ. de Conchyl. 23 p. 33.
Testa umbilicata, auriformi, epidermata, tenui, perdepressa; spira po-
stica, brevissima, polygyrata; anfractibus paucis, ultimo amplissimo,
maximam partem testae formante; apertura perampla, marginibus
disjunctis, sinistro inflexo, ad insertionem coluraellarem reflexo.
Animal ignotum. Die Gattung wird vorläufig in die Nähe von Si-
garetus gestellt. H. Montrouzieri pl. IV fig. 1 von der Insel Art.
MarseniadCie. Giard hat die Embryogeuie von Lamellaria per-
spicua studirt. Comptes rendus 1875 p. 736; Annais nat. bist. XVI.
p. 119; Revue de Zoologie p. XIV. Die Eier werden im Februar
und März abgelegt, und zwar höhlt die Schnecke ihr Nest in den
Colonien von zusammengesetzten Ascidien aus. Der Deckel, welcher
das Nest schliesst, ist durchsichtig und hat kreisförmige concen-
trische Streifen. Jede Kapsel hat ausser den normalen eine Anzahl
rudimentäre Eier, welche später dem Embryo zur Nahrung dienen.
Das Ei theilt sich in zwei Theile, der grössere derselben wieder in
zwei, dann in drei Theile, so dass vier Kugeln vorhanden sind, eine
grosse und drei kleine, die sich in ein Tetraeder ordnen. In dem
Raum zwischen den vier Kugeln entstehen viel kleinere Zellen mit
feinkörnigem Protoplasma. So wird die Trennung des plastischen
Dotters von dem Nahrungsdotter bewirkt. Die plastischen Kügel-
chen haben einen Nucleus und Nucleolus und vermehren sich bald
rapide, während sich die Zahl der grossen Nahrungskügelchen sehr
langsam vermehrt. Aus den ersteren bildet sich das Ectoderm, aus
letzteren das Endoderm. Nach der Furchung verdickt sich das Ec-
toderm an einer Stelle, bedeckt sich dort mit Cilien und umschliesst
eine Höhle (die Kopfblase). Zu gleicher Zeit bildet sich der defini-
tive Mund durch Einstülpung des Ectoderms am vordem Drittel
des Embryo unter der Kopfblase. Der Embryo dreht sich schnell
und absorbirt die rudimentären Eier. So schreitet denn die Or-
der Mollusken während des Jahres 1875. 115
ganenbildung fort. Die erste Schale ist von nautiloider Gestalt,
die zweite ist einfacher und ähnelt Carinaria ; beide werden an ihren
Oeffnungen mittels einer sehr dünnen Membran vereinigt. Verf.
glaubt nicht, dass die zweite Schale der Anfang der Kalkschale der
erwachsenen Lamellaria ist, hat sich aber nicht durch directe Beob-
achtung vergewissern können. Vergl. auch Journ. de Concbyl. 23
p. 344.
Trichotropidae. D unk er und Metzger haben Nordsee-Ex-
pedition Zool. p. 258 Taf. 6 fig. 3 ihre Laeocochlis Pommeraniae
(1874) abgebildet, auch eine Abbildung der Radula gegeben. Dass
die Art mit Triforis Macandreae Adams und Cerithium granosum
Wood identisch sei, wie ihnen Jeffreys brieflich mittheilte, davon
konnten sie sich nicht überzeugen. Auch beharren sie darauf, dass
die Gattung haltbar sei. — v. Martens erklärt die Schnecke für
eine Trichotropis, freilich die einzige bisher bekannte liuksgewundene
Art dieser Gattung. Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. II. p. 116.
Gypraeacea. Schmeltz glaubt auf Grund reichen Materials
sich zu der Annahme berechtigt, dass Cypraea histrio, arabica und
intermedia nur Abarten einer und derselben Stammform seien. Ver-
handl. d. Vereins zu Hamburg p. 19. — Ebenso Cypraea erronea
und subviridis, ib. p. 57. — Auch Sutor macht Bemerkungen über
die Variationen einiger Cypraeen, ib. p. 101.
Cypraea nigricafis Montrouzier Journ. de Conchyl. 23 p. 220
pl. 8 fig. 5 und 9 fig. 3 von Neu-Caledonien.
Gassidea. Gabb bildete ein ausgewachsenes Exemplar von
Cassidaria laevigata Sow. aus dem Miocen • von St. Domingo, eine
Cassidaria aus dem Pliocen von Costa Rica, C. sublaevigata Guppy
von St. Domingo und C. striata Lam. ab, und gir.ubt die Genesis
der C. striata aus C. laevigata dadurch erweisen zu können, dass
die beiden anderen genannten Formen die Zwischenglieder zwischen
beiden bilden. Proc. Philadelphia 1875 p. 361.
Rbipidoglossa.
Helicinacea. Bland hat eine kritische Prüfung der Mono-
graphie der Gattung Helicina in Reeve's Conchologia iconica vor-
genommen, soweit es die Arten des amerikanischen Continents und
der Antillen betrifft. Er deckt so arge Irrthümer in den Namen,
Vaterlands- Angaben u. s. w. auf, die oft ins Lächerliche fallen, dass
dadurch ein grosses Misstrauen in das ganze Werk gesetzt werden
rauss. Journ. de Conchyl. 23. p. 245.
Helicina Martensi Issel Moll. Borneensi p. 81 t. 0 fig. 23—25
von Borneo.
Neritacea. E. von Martens hat begonnen in Küster's Con-
chylien Cabinet die Familie der Neritaceen zu bearbeiten. Er hat
seine Eintheilung der Neritinen p. 16 auf die Fortsätze des Deckels,
116 Troschel: Bericht üb. d. Leistungeü in d. Naturgeschichte
die Schalenform und auf die Zungenbewaffnung gegründet. Er
unterscheidet 6 Subgenera : 1. Neritona Martens beide Fortsätze
am Deckel plattgedrückt in der Ebene des Deckels wie bei Nerita,
Bauchseite der Schale platt, Rückenseite gewölbt, Gewinde sehr
klein, Columellarrand nicht gezähnelt, an der ^unge die Flügelplatte
sehr breit und die Schneide der Schirmplatte nicht gezähnelt. 2. Ne-
ritaea Roth beide Fortsätze des Deckels schief aufsteigend, gut
entwickelt, von einander getrennt, Columellarrand in der Regel ge-
zähnelt, Deckel roth oder glänzend schwärzlich, Schirraplatten und
meist auch die Randzähne gezähnelt. a. Auriculatae (Neripteron),
b. Mitrulae, (Dostia) c. Hemisphaericae, (Olypeolum), d. Aculeatae,
e. Semicirculatae, (Alina z. Th.) f. Pictae, (Clithon), g. Venosae, (Pupe-
rita) h. Virides (Smaragdia). 3. Neritodryas Martens Rippenfort-
satz des Deckels am Grunde tief ausgehöhlt, am freien Ende finger-
förmig gelappt, Schale nahezu kugelig mit kurzem stumpfen Ge-
winde, lebhaft gezeichnet, Columellarfläche eben, Columellarrand
ohne Zähnchen, Leiste am unteren Muskeleindruck stark entwickelt.
4. Clithon Montf. Beide Deckelfortsätze durch eine schalige Zwischen-
wand verbunden, Rippe etwas plattgedrückt und oft seicht gefurcht,
Aussenseite des Deckels hellgrau oder weisslich, sein Innenrand in
der Mitte stärker vorgebogen, Schale ziemlich kugelig, oft rauh
durch Runzeln, Warzen oder Stacheln, trüb gefärbt, als Zeichnung
kleine helle Flecken vorherrschend, Mündung klein, Mittelplatte
der Zunge länglich, Schirmplatte und Randzähue glatt oder gezäh-
nelt. 5. Theodoxus Montf. am Deckel nur ein Fortsatz, die Rippe,
indem der Zapfen unentwickelt bleibt. Schale queroval oder halb-
kugelig, Columellarfläche massig gross, eben; Columellarrand un-
deutlich gezähnelt, an der Zunge die Mittelplatte länglich, Rand-
zähne gezähnelt. 6. Neritilia Martens nur ein Deckelfortsatz, der
Rippe entsprechend, randständig, spateiförmig, rechtwinklig auf-
steigend, Schale queroval. — Die Beschreibung der Arten ist bis
zur 30. fortgeführt. — Davon gehören 4 zu Netritona, 10 zu Neritaea a,
neu N. rubicunda von Borneo, 1 zu Neritaea b, 15 zu Neritaea c,
neu N. conglobata von Celebes und cryptospira von Borneo.
Neritina maroccana Paladilhe Revue de Zoologie p. 95 pl. G
fig. 26—28 aus Marocco, — N. Montrouzieri, guttata und expansa
Gassies Journ. de Conchyl. 23 p. 228 von Neu-Caledonien. — N. Adamsi
Issel Moll. Borneeusi p. 104 t. 7 fig. 23, 24 von Borneo.
Im Journal de Conchyl. 23 p. 44 pl. IV fig. 8 ist der Deckel
von Neritopsis radula L. abgebildet. Crosse beschreibt ihn ib.
p. 57 ausführlich und giebt seine Geschichte, indem der Deckel ver-
wandter Arten von den Paläontologen als eigene Gattung Peltarion
beschrieben war. — Ib. p. 197 lässt dann Fischer eine Beschreibung
der Anatomie der Gattung Neritopsis folgen. Sie führt zu dem
interessanten Resultat, dass Neritopsis mit den Neritaceen grosse
der Mollusken während des Jahres 1875. 117
Verwandtschaft zeigt, namentlich in den kurz gestielten Augen und in
der Beschafienheit der Kieme. DieRadula weist die Gattung zu den Rhi-
pidoglossen, aber weicht freilich wesentlich von den Neritaceen durch
den Mangel der Mittelplatten und ersten Zwischenplatten ab, wo-
gegen die beiden kleinen Zwischenplatten, die zweite und dritte vor-
handen sind, ebenso wie die inneren und äusseren Seitenplatten, die
sogar mit den Neritaceen viel Aehnlichkeit haben. Das Fehlen der
Mittelplatte und ersten Zwischenplatte möchte wohl hinreichend
sein, eine eigene Familie aus dieser Gattung zu bilden.
Trochacea. Fischer hat einen Catalog der Gattungen Turbo,
Calcar und Trochus, soweit sie im Caledonischen Archipel gesammelt
sind, zusammengestellt. Einige Arten erstreckei: sich von der Ost-
küste Africa's und vom Rothen Meer bis zur Westküste Australiens
und bis zu den Philippinen, wie Turbo petholatus, Trochus niloticus,
phasianellus ct., die meisten gehören aber der Australo-Polynesischen
Fauna an, die von der Indo-pacifischen Woodward's wohl geschieden
ist. Das Verzeichniss enthält 11 Turbo, 3 Calcar, 31 Trochus; die
Trochus vertheilen sich auf 15 Untergattungen, nämlich 1 Trochus,
1 Cardinalia, 4 Tectus, 4 Polydonta, 3 Clanculus, 2 Craspedotus,
1 Monodonta, 3 Euchelus, 2 Diloma, 1 Thalotia, 1 Zizyphinus, 1 Can-
tharidus, 3 Monilea, 3 Gibbula und 1 Chrysostoma.
Turbo naninus Souverbie ist Journ. de Co ichyl. 23 p. 293
pl. 13 Fig. 9 abgebildet.
Cyclostrema ehurnea Nevill Journ. Asiat. Soc. of Bengal 44
p. 101 pl. VIII. Fig. 21 — 22 aus dem Bengahscheu Meerbusen.
Fischer erörtert Journ. de Conchyl. 23 p, 131 die Synonymie
von Trochus moniliferus Lam. Er ist identisch mit Trochus Alvinac
Lischke: dagegen ist Tr. moniliferus Phil. =: Tr. aniiulatus Martyn.
Polydonta mirabüis Sowerby Proc. zool. soc. p. 126 pl. 24
Fig. 7 von den Molukken. — P. calcarata Souverbie Journ. de
Conchyl. 23 p. 41 pl. IV. Fig. 7 von der Insel Art.
Euchelus Lamherti und fossiiJatulus Souverbie Journ. de Con-
chyl. 23 p. 37 pl. IV. Fig. 4, 5 von Neu-Caledonien.
Ziziphinus muUiliratus Sowerby Proc. zool. soc. p. 127 j)l. 24
Fig. 10 vom Cap. — Z. Poiiphieli Montrouzier Journ. de Conchyl.
23 p. 40 pl. IV. Fig. 6 von der Insel Art.
Monilea rhodoinphalus Souverbie Journ. de Conchyl. 23 p. 36
pl. IV. Fig. 3 von Neu Caledonien.
Gihhula japonica, yamaäana, coralUna Smith Annais nat. bist.
XVI. p. 110 von Japan.
Margarita hella Verkrüzen Jahrbücher deutsch. Malak. Ges.
II. p. 230 von Hammerfest.
Stomatella granosa Lambert (1874) ist Journ. do Conchyl. 23
p. 35 pl. IV. Fig. 2. abgebildet.
*Fissurellacea. Suhemarginula Latnberti Souverbie Journ. de
Conchyl, 23 p. 294 pl. 13 Fig. 10 von Neu-Caledonien.
118 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Scissurella siiprapUcata Smith Annais nat. hist. XVI p. 72
von Kerguelensland.
Toxoglossa.
Conoidea. Die Gattung Conus hat We in ka uff in Küsters
Conchylien-Cabinet von der 259. bis zur 411. Art fortgesetzt, und
damit diese Monographie abgeschlossen. Als neu sind aufgestellt:
C. Lischkeanus von Japan, Sutoreanics von Mauritius, epistomioides
von Ostafrica ?, gradiilatus von Südafrica, papalis von den Philippinen.
Jickeli behandelte in seinen Studien über die Conchylien
des Rothen Meeres die Gattung Conus. Er giebt die Synonymie
von 34 Arten nebst sonstigen Bemerkungen. Zum Schluss schildert
er die Lebensweise. Den Einfluss der Giftzähne hat er niemals
empfunden. Jahrbücher der Deutsch. Malak. Ges. II. p. 43. Auf
Taf. I. ist C. erythraeensis Beck Var., textile L. Var. telatus, Schech
Jik. Var. und acumiuatus Hw. Varr. abgebildet.
Conus Coxeni Brazier Proc. zool. soc. p. 34 pl, 4 Fig. 10 von
Moreton Bay. — C. gracilis und multilineatus Sowerby Proc. zool.
soc. p. 125 pl. 24 Fig. 6 und 5 ohne Vaterlandsangabe. — C. pseu-
domarmoreus Deshayes Ms. Journ. de Conuhyl. 23 p. 223 pl. 9 Fig. 4
unbekannten Fundortes.
Terebracea. Terebra albozonata, T. melanacme, und {T. Myu-
rella) hathyraphe Smith Annais nat. hist. XV. p. 415 von Japan.
Eiiryta Brazieri Angas Proc. zool. soc. p. 390 pl. 45 Fig. 5
von Port Jackson.
Pleurotomacea. Weiukauff hat bei Küster 1. c, die Gattung
Pleurotoma begonnen. Er sieht sie als eine Unterfamilie der Coni-
dea an, wohin er Conus, Dibaphus, Pleurotoma und Terebra zählt.
Diese Auffassung, die ganze Gruppe Toxoglossa als eine Familie
zu fassen, wird kaum haltbar sein. Die Subfam. Pleurotomidea wird
dann in folgendes Schema gebracht: Section I. mit Deckeln, dessen
Nucleus endständig ist. Genus 1. Pleur otoma Lam. a. Verae mit
wahrem Einschnitt Turris Mtf., b. Spuriae statt Einschnitt eine
Bucht, Surgula Ad., c. Mitraeformes, Genota Ad., d. Strombiformes
Brachitoma Swsims. Genus 2. Dr/ü/a Gray Thier mit langen Augen-
trägern, e. Mangeliaformcs, Drillia, f. Gibbosae, Drillia, g. Scalatae,
Clavus Monf., h. Crassispirae, Crassispira Ad,, i. Bucciniformes, Bela
Gray. Genus 3. Co no pleur a Hinds. — Section II. mit Deckeln,
dessen Nucleus seitenständig ist. Genus 4. Clavatula Gray. a.
Coronatae, Clavatula. b. Spiratae, Perronia Schnm. Genns 5. Lache-
sis Risso. Genus 6, Clionella Gray. — Section III. Thier ohne
Deckel. Genus 7. Raphitoma Bellardi a. Bucht von der Naht
getrennt «, nicht verdickter Mundrand, Baphitoma Weink. ß, ver-
dickter Mundrand, Mangelia. b. Bucht an der Naht, einfache Mün-
dung Daplmella Gray, c. Bucht an der Naht, bewaffnete MüiÄung,
der Mollusken während des Jahres 1875. 119
Defrancia Millet, «, Bucht durch eine Verdickung auf der Spindel
zu einem Ausguss umgebildet, Clatliurella Carp. d. Falsche Bucht,
Spindel und Lippe bewaffnet, Githara Schum. Genus 8. Borsonia
Bellardi. Genus 9. Halia Risso. Genus 10. Taranis Jeffreys. Es
werden dann 49 Arten beschrieben. Neu sind: Pleiirotoma Jickelii
aus dem Rothen Meer, erythraea Jickeli Ms. aus dem Rothen Meer,
gracülima unbekannten Fundortes, PI. (Surgula) caerulea ebenso.
Wein kau ff unterscheidet unter den echten Pleurotomen ein
neues Subgenus Gemmula. Schale spindelförmig, Kanal ziemlich
lang und schlank, zuweilen gebogen. Einschnitt des Mundrandes ge-
rade, mehr oder weniger eng und lang, Umgänge mit gekerbtem
Ilauptkiel, der am Mundrand Träger des Einschnitts ist; Embryo-
nalendo aus 3 oder 4 Umgängen bestehend, wovon der erste und
oberste aufgerichtet, der dritte und vierte längsgerippt ist. Dahin
gehören PL carinata Gray non Bivona, speciosa Reeve, nionilifera
Pcasc, gemmata Hinds, Graeffei Weinkauff und amabilis Jickeli non
Hinds. Jahrbücher d. Malak. Ges. II. p. 285. Sämmtliche Arten
sind auf Taf. 9 abgebildet.
Pleurotoma vertebrata aus dem Persischen Meerbusen und
PL Santi Joannis, inconstans, tuberosa, patruelü von Japan Smith
Annais nat. hist. XV. p. 416. — PI. carinulata Souvcrbie Journ. de
Conchyl. 23 p. 289 pl. 13 Fig. 6 von Neu-Caledonien.
Drillia Jcffreysii und chocolata Smith Annais nat. hist. XV.
p. 417 von Japan. — D. liicida Nevill Journ. Asiat, Soo. of Bengal
44 p, 84 aus dem Persischen Meerbusen.
Bela jessoensis Smith Annais nat. hist. XV. p. 419 von Japan. —
B. gigas (Beck?) Verkrüzen Jahrbücher Deutsch. Malak. Gesellsch.
II, p. 239 Taf. 8 Fig. 6, 7 von Vadsoe.
Mangelia fiilvocincta und Fairbanhi Nevill Journ. Asiat. Soc.
of Bengal 44 p. 85 von Bombay und Ceylon.
Clathurella exquisita von Mauritius, Smithi aus dem persischen
Meerbusen, perplexa von Bombay und Ceylon, singidaris von den
Andamanen, Masoni ebendaher, Martensi von Ceylon, efuginaeformis
von Ceylon, contortiila von Ceylon, Blanfordi von Abyssinien, Arm-
strongi von den Andamanen Nevill Journ. Asiat. Soc. of Bengal 44
p. 87 pl. VII.
Zafra polita von Mauritius und semisculpta von der Küste
von Burma Nevill Journal Asiat. Soc. of Bengal 44 p. 97 pl. VIII.
Cythara gradata von Ceylon, dubiosa von Mauritius und den
Andamanen, Isseli von Ceylon Nevill Journ. Asiat. Soc. of Benjal
44 p. 93 pl. VII — G. onager und conifurmis Souverbie Journ. de
Conchyl. 23 p. 286 pl. 13 Fig, 4, 5 von Neu-Caledonien.
Cancellariacea. Admete ovata und globidaris Smith Aunals
nat. hist, XV. p. 426 von Japan. — A. tabidata Sowerby Proc.
zool. soc. p. 128 pl. 24 Fig. 3 aus den arctisciien Meeren. — A. un-
120 Troscbel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dato-costata Verkrüsen Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. IJ. p. 237
von Vadsoe.
Rhachiglossa.
Marginellacea. In einer Monographie der Gattung Marginella,
die er nebst Erato als eigene Familie betrachtet, unterscheidet Jous-
usseaume, Revue de Zoologie p. 164, pl. 7 und 8 folgende 14 Gat-
tungen 1, Mar ginella Spira vortretend, 4 Falten auf der Colu-
mella, die erste, sehr lang, wendet sich gerade zum vorderen Ende,
wo sie sich jäh nach aussen biegt^ einen vorstehenden Winkel bil-
dend, 60 Arten, wovon neu M. Ghaperi, Lantzi von Bourbon, levi-
labris, Scolaris von Brasilien, Nevilli von Mauritius. 2, Eguoena
Spira kurz, 4 Falten an der Spindel, die erste setzt sich auf den
äusseren Rand fort, eine spirale Curve bildend, 55 Arten, neu E.
Wallacei von den Antillen, laeta vom Senegal, gibhosa. 3. Volva-
rina. Von voriger durch geringere Grösse und den Mangel einer
Längsfurche unterschieden, welche die Schwiele des äusseren Randes
von der übrigen Schale trennt, 42 Arten, neu F. mexicana von
Mexico, Bazini, heterozona, vermiculata (livida Reeve). 4. S er rata.
Mündung sehr eng, mit 3 bis 4 Spindelfalten dicht am vorderen
Ende, äusserer Rand innen gezähnelt mit einem äusseren dicken
Wulst, deutlich von der übrigen Schale getrennt und hinten einen
vorspringenden Winkel bildend, 6 Arten, neu S. Lienardi (triticca
Sow.), scintilla und Osteri. 5. Gry pto spira Spira verborgen oder
wenig vorstehend, mit 5 bis 6 groben Spindelfalteu, das vordere
obere Ende der Schale ist von einer breiten Schwiele bedeckt, die
von der vierten Spindelschwiele ausgeht und nach aussen und vorn
gerichtet ist, 17 Arten, neu G. glauca. 6. Gibberula. Schale klein,
Spira flach gewölbt, mit 4 Spindelfalten und Supplementär-Zähnen
in verschiedener Zahl, 14 Arten, neu G. asellina von Mauritius,
benguelensis von Benguela. 7. Granula. Schale sehr klein, glas-
artig, Spira flach gewölbt, mit vier Spindelfalten, 13 Arten, neu
G. pulvis von Bourbon. 8. Bull ata (Volutella Swains. non Perry)
zweifelhafte Gattung, die sich von Eguoena nur durch die bedeckte
oder flache Spira unterscheiden würde, 12 Arten, neu B. Vcrreauxi
von Ceylon. 9. Glosia. Spira durch das Ende des Aussenrandes
verdeckt, vier Spindelfalten, die beiden vorderen vorspringend und
in ihrem äusseren Theil verschmolzen, 5 Arten, neu G. Manceli von
Mauritius. 10. Persicula. Schale oval mit deprimirter Spira, vorn
und hinten ausgeschnitten, die Aussenlippe umgeschlagen, Innenlippe
mit einer Schwiele am hinteren Ausschnitt, Spindel gerade, v/enig
convex mit 4 groben Falten und einigen kleinen dahinter, 27 Arten.
11. Volvaria. Spira wenig vorstehend, Aussenwand schneidend,
aussen von einem Ueberzuge bekleidet, 2 Arten, 12 Balanetta.
der Mollusken während des Jahres 1875. 121
Schale eicheiförmig, Spira verborgen, drei Spiudelfalten, ein breiter
Wulst auf dem Aussenrande, 1 Art, neu B. Baylii. 13. Canalispira,
durch die kanalartige Naht leicht zu unterscheiden, 1 Art, neu
G. olivellaeformis. Alle Arten sind durch Diagnosen unterschieden,
die neuen abgebildet. Vergl. einen Nachtrag ib. p. 429,
Marginella (Volvarina) verdensis und mediocincta Edgar Smith
Annais nat. hist. XVI. p. 200 von den Capverdischen Inseln. — M.
pygmaea Issel wird von G. u. H. Nevill in M. Isseli umgetauft.
Journ. Asiat. Soc. of. Bengal 44 p. 95.
Fasciolariacea. Kobelt's Catalog der Gattung Fasciolaria
enthält 19 Arten. Jahrb. Malak. Ges. II. p. 362.
Fasciolaria porphyrostoma Ad. et Reeve und Tudicla recurva
Ad. sind nach Kobelt identisch. Nachrichtsblatt p. 58.
Latirus aiireo-cinctus Sowerby Proc. zool. soc. p. 129 pl. 24
Fig. 2 von Mauritius. — Lathyrus albellus Dunker und Metzgor
(1874) soll mit L. albus Jeffreys identisch sein. Nordsee-Expedition.
Zoologie p. 257. Taf. 6 Fig. 4. Es wurden nur 4 subfossile Exem-
plare gefunden, und die Verf. sind geneigt, auf diese Art eine eigene
Gattung Meyeria zu errichten,
Mitracea. 3Iitra fkxüahris von Mauritius und induta Sowerby
Proc. zool. soc. p. 127 pl. 24 Fig. 4 und 9. — M. turturina Sou-
verbie Journ. de Conchyl. 23 p. 43 von der Insel Lifou im Caledo-
nischen Archipel. — M. Moidrouzieri, suavis und Lamerti Souver-
bie ib. 23 p. 282 pl. 13 Fig. 1—3 von Neu-Caledonien.
S tos sich zeigte das neuerliche Auffinden von Mitra zonata
bei der Insel Lesina an, und verzeichnete 7 Arten Mitra als im
Adriatischen Meere vorkommend. BoUettino della Soc. Adriatica
in Trieste. 6 p. 220.
Buccinacea. Buccinmn Jeffreysii Smith Annais nat. hist. XV.
p. 424 von Japan. — B. mirandum Shmith ib. p. 107 von Japan. —
B. Finmarkiannin Verkrüzen Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. II.
p. 237 Taf. 8 Fig. 1—5 von Porsangerfjord.
Fischer erinnert au die Anomalien des Deckels bei den Gat-
tungen Volutharpa und Buccinum. Bei Volutharpa ampullacea fand
Dali (1871) etwa 10"/o mit der Deckeldrüse ohne Deckel, und Ib^jo
mit entwickeltem Deckel. Jeffreys fand (1861) bei Buccinum unda-
tum Individuen mit zwei oder drei Deckeln. Verf. schliesst daraus,
dass das Fehlen des Deckels kein Familicnuuterschied sein könne.
Journ. de Conchyl. 23 p. 112.
Fusus (Tritonofusus) Moebii Dunker und Metzger ist Nordsee-Ex-
pedition, Zool. p. 260 Taf. 6 Fig. 1 abgebildet, nebst Ftadula.
Jeffreys erklärte ihn brieflich für identisch mit Fusus Sarsi Jeffr.
= Trophon Sarsi Wood.
Fusus (Siplio) manchuricus Smith Annais nat. hist. XV. p. 422
von Japan.
122 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Martin hat Fusus gracilis, der bisher nur von Irland bekannt
war, auch lebend im Mittelmeer, im Golf von Lyon gefunden. Journ.
de Conchyl. 23 p. 272.
Gassidulacea. Kobelt hat die Monographie von Pyrula und
Fusus (vergL vorj. Ber. p. 153) fortgesetzt. Er beschreibt 10 Pyrula,
5 Busycon, 31 Neptunea. Küster's Conchylien-Cabinet.
Kobelt fertigte einen Catalog der Gattung Pyrula Lam. Er
behält diesen Namen nach Ausschluss der Gattungen Ficula, Tudicla,
Busycon, Bulbus und Rapana bei, und theilt die so beschränkte
Gattung in fünf Subgenera: Cassidulus Humphr. mit 4, Myristica
Swains. mit 5, Pugilina Bolten mit 4, Volema mit 1 und Hemifusus
mit 5 Arten. Die Gattung Tudicla enthält 7 Arten, die Gattung
Ficula 6, Busycon 5 und Bulbus 2 Arten. Jahrbücher d. Malak. Ges.
U. p. 355.
Euthria fuscolabiata Smith Annais nat. bist. XV. p. 421 von
Japan.
Turbinellacea. Turbinella Crosseana Souverbie Journ. de Con-
chyl. 23 p. 297 unbekannten Fundortes.
Nassacea. Nassa temäs und fuscoUneata Smith Annais nat.
bist. XV. p. 423 von Japan. — N. obesa Nevill Journ. Asiat. Soc.
of Bengal 44 p, 95 pl. 8 Fig. 2 von Kutch, Ceylon und Penang.
Fischer erklärt Cyllene Gray für eine gute Gattung, von der
16 Arten bekannt sind. Journ. de Conchyl. 23 p. 278.
Columbellacea. Cölumhella (Mitrella) balteata Nevill Journ.
Asiat. Soc. of Bengal 44 p. 96 von Mauritius.
Muricea. Schenk fand bei Murex brandaris zweierlei Sper-
matozoen, solche, welche von denen anderer Vorderkiemer nicht
auffällig verschieden sind, und solche, die eine spindelförmige Gestalt
haben und ein Stück Protoplasma darstellen, innerhalb dessen man
kleine rundliche Körnchen unterscheidet. Wiener Sitzungsber. 70
p. 434.
3Iurex [Gerastoma) endermonis Smith Annais nat. bist. XV.
p. 420 von Japan.
Buccinopsis Eatoni Smith Annais nat. bist. XVI. p. 68 von
Kerguelensland.
TropJiona Ibolabratus Smith Annais nat. bist. XVI. p. 68.
Purpnracea. Purpttra trinitatensis Guppy Annais nat. bist. XV.
p. 50 von Trinidad.
Sistrum ventricosulum Nevill Journ. Asiat. Soc. of Bengal 44
p. 97 pl. VIII. Fig. 16 von Ceylon.
Edgar Smith hat auch nach Beschaftenheit des Deckels
von Pinaxia marmorata Adams die Stellung dieser Gattung bei den
Purpurinae bestätigt. Er hält Pyrula versicolor Gray für identisch
mit dieser Art; giebt aber dem Adams'schen Species-Namen den
Vorzug. Annais nat. bist. XV. p. 300; Journ. de Conchyl. 23 p. 271.
der Mollusken während des Jahres 1875. 123
Ptenoglossa.
Scalariacea. Mörch publicirte in Vidensk. Meddelelser fra
nat. foren. Kj({)benhavn 1874 p. 250 eine Synopsis familiao Scali-
darum Indiarum occidentalium. Die Gesammlzahl der bekannten
Arten giebt er auf 240 an; in Westindien kommen 40 vor. Davon
bezeichnet Verf. als neu: Scala Krebsii, preUosula St. Martin, Siüiftii,
novemcostata, spina rosae, soluta Dkr., voliibilis, erectispina, microm-
phala Vieques, quindecimcostata, gradateüa, imdecimcostata, octoco-
stata, turritellula St. Martin, acospüa St. Croix, Nautlae Mexico,
filaris St. Martin, saeva, siibvaricosa Dkr. Alle genannten Arten,
bei denen hier kein Fundort angegeben ist, sind von St. Thomas.
Dieselben Arten sind auch Malak. Bl. 22 p. 142 abgedruckt.
Solariacea. V. Martens hat erneute Untersuchungen über
Solarium luteum, hybridum und stramineum angestellt. Er unter-
scheidet 6 Arten: A. Schale ganz von gekerbten Gürteln bedeckt,
S. stramineum Chemn. indisches Meer und siculum Cantr. Mittel-
meer. B. Schale grossentheils glatt a. in der Peripherie zwei Gürtel,
um den Nabel nur einer, S. luteum Lam. Neuholland, und conulus
Weink. Mittelmeer. b. in der Peripherie drei Gürtel, um den Nabel
zwei, S. hybridum Lam. indisches Meer, cingulum Kien, indisches
Meer und Südsee. Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. II p. 103.
Mörch beschreibt 3.\s neu Ärchitectonica Wroblewskyi, Krebsü,
gründet auf Architectonica inoruata d'Orb. ein neues Subgenus
Episcy nia testa hyalina, carina duplice serie ciliorum, apice sim-
plice non inverso, Torinia Eiisei. Malak. Bl. 22 p. 154.
Docoglossa.
Patellacea. Patella Müller i Dunker Jahrbücher d. Malak. Ges.
II. p. 246 von Desterro,
Chitonidae. Dali untersuchte vier Chitonen in Beziehung auf
die After- und GeschlechtsöÖ'nungen, nämlich Stimpsouiella Emer-
sonii, Tonicella marmorea, Trachydermon albus und ruber. Bull.
Essex Institute VI p. 124; Annais nat. bist. 15 p. 442.
Pnlmonata.
Von Pfeif fer's berühmter Monographia Heliceorum viventium,
sistons descriptiones systematicas et criticas omniura hujus familiae
generum et specierum hodie cognitarum erschien der erste Band
des vierten Supplementes, oder der siebente Band des ganzen Werkes,
dem noch der achte Band als zweiter dieses Supplementes folgen
wird. Leider erklärt der Verf. in dem Vorwort, dass dies wahr-
124 Troschel: Bericht üb. d, Leistungen in d. Naturgeschichte
scheinlich das letzte Supplement sein werde. — In diesem vorlie-
genden Bande sind die Nachträge enthalten zu den Gattungen:
Testacella Cuv., Gaeotis Shuttl., Parmella Adams, ßinneya Cooper,
Daudebardia Hartm., Vitrina Drap, (et Helicarion Fer.), Sirapulopsis
Beck, Succinea Drap., Strebelia Crosse et Fischer, Helix L-. (emend.
Drap.) et Nanina auct., Boysia Pfr., Hypselostoma Bens,, Anostoma
Fischer, Tomigerus Spix, Streptaxis Gray, Ennea Adams, Strepto-
stele Dohrn. Der Text dieser 17 Gattungen füllt den Band bis p.
508. Dann folgen noch Addenda bis p. 592 und ein Index gene-
rum, sectionum, specierum et synonymorum. Möchte der zweite
Band recht bald erscheinen.
Binney machte Angaben über die Anatomie und das Gebiss
von Ariolimax californicus und columbianus, und fügte daran Be-
merkungen über Gebiss und Generationsapparat einer grösseren
Anzahl Landschnecken aus den Gattungen Zonites, Hemphillia, Ari-
onta, Mesodon, Triodopsis, Patula, Macrocyclis, Amphibulima, Go-
nospira, Nanina, Varicella, Stenotrema, Eurycratera, Polygyra, Poly-
dontes, Thelidomus, Caracolus, Pleurodonta, Dentellaria, Pupa, Stro-
phia, Bulimulus, Drymaeus, Plectostylus, Pachyotus, Succinea, Litho-
tis, Erinua ct. Proc. Acad. Philadelphia 1874 p. 33—63 pl. II -XL
W. G. Binney fühlte sich veranlasst alle seine Untersuchuugeu,
die sein Vater und er seit dreissig Jahren an amerikanischen Land-
schnecken über die Mundtheile angestellt hat, wiederholt zu prüfen,
um sie den Anforderungen der Neuzeit entsprechend werthvoller
zu machen, und durch sie mehr Licht auf die Classification fallen
zu lassen. Wir bekommen dann auch hier eine üebersicht des
Systems, wie es Verf. aus seinen Untersuchungen gewonnen hat.
Er unterscheidet folgende Familien und Unterfamilien: 1. Olcaci-
nidae kein Kiefer, Gatt. Glandina, Radula schmal mit lauter stachel-
artigen Platten. 2. Helicidae Kiefer vorhanden, zerfällt in vier
Subfamilien a. Vitnninae Kiefer aus einem Stück, Seitenplatten
stachlig, dahin Macrocyclis, Zonites, Vitrina und Limax, b. Heli-
cinae Kiefer aus einem Stück, Seitenzähne quadrat, dahin «, Kiefer
ohne deutliche Rippen, Patula, Hemitrochus, Tebennophorus, Holo-
spira, Helicodiscus, Ferussacia, Caecilianella, Stenogyra, Pupa, Ver-
tigo, Strophia, ß, Kiefer mit deutlichen kurzen, verticalen Rippen
an der Vorderfläche, Arion, Ariolimax, Prophysaon, Binneia, Hem-
phillia, Pallifera, Helix (Subgen. Gonostoma, Strobila, Polygyra, Poly-
gyrella, Stenotrema, Triodopsis, Mesodon, Acanthinula, Vallonia, Fru-
ticicola, Dorcasia, Aglaja, Arionta, Glyptostoma, Euparypha, Tachea,
Pomatia), y, Kiefer mit zarten Rippen, an der Vorderfäche, die meist
schief nach der Mittellinie verlaufen, Cylindrella, Macroceramus,
Bulimulus. c. Orthalicinae Kiefer aus mehreren Stücken, Seiten-
platten quadrat, dahin Liguus, Orthalicus, Punctum, tf, Snccininae
Kiefer aus einem Stück, oben mit einer accessorischen quadratischen
der Mollusken während des Jahres 1875. 125
Platte, Seitenplatten quadrat, dahin Succinea. 3. Veronicellidae
mit der Gattung Veronicella. Diese Arbeit ist um so wichtiger,
als darin die zahlreichen an so verschiedenen Orten beschriebenen
Arten Nordamerika's in eine systematische üebersicht gebracht
werden. Viele Holzschnitte erläutern den Text. Proc. Acad. of
Philadelphia 1875 p. 140—243 und mit 18 Tafeln.
Ferner beschreibt Binney Kiefer und Radula, sowie die
Genitalien von einer grösseren Zahl von Partula, und einiger an-
deren Pulmonaten aus den Gattungen Macrocyclis, Naniua, Endo-
donta, Helix, Stenogyra, Macroceramus, Cylindrella. Ib. p. 244
mit 4 Tafeln.
V. Marteus hat einen Auszug aus dem 2. und 3. Heft des
dritten Bandes von Semper's Reisen, der sich auf die Familie der
Heliciden bezieht, in den Jahrbüchern der deutschen Malak. Ges. H.
p. 72 und 152 abdrucken lassen.
Fol hat sich mit der Entwickelung der Lungenschnecken be-
schäftigt, und giebt in aller Kürze die Resultate seiner Forschungen
an, die mehrfach von den Deutungen seiner Vorgänger abweichen.
Comptes rendus 1875 p. 523; Annais nat. hiat. IG p. 375.
Kobelt bildete in den Jahrbüchern der Deutschen Malak.
Ges. II. p. 222 Taf. 6 und 7 folgende Landschnecken ab: Rhodea
gigantea Mouss,, Porphyrobaphe Powisiana Petit, Carelia turricula
Mighels, Placostylu3 morosus Gould, Nenia Karstouiana Dohrn, Nenia
perarata Martens.
Helicea. Helix tingitana, Bleichen, Annai, rusticu^a, Jaylei
Paladilhe Revue de Zoologie p. 78, aus Marocco, alle auf Tafel G
abgebildet. — H. Bcwsheriana Morelet Journ. de Conchyl. 23 p. 23
pi. I. Fig. 1, subfossil von der Insel Rodrigues. — H. cyclaria {',wh-
fossil) und Boryana Morelet ib. p. 31 von Mauritius, — IL IJcrhe-
siana und Berlierei Crosse ib. p. 143 von Neu-Caledonien, — IL
Grandidieri Crosse et Fischer ib. p. 226 von Madagascar. -- IL con-
ßnis Gassies ib. p. 227 von Neu-Caledonien. — H. migusticollis, tri-
scalpta und Kiang sinensis v. Martens Malak. Bl. 22 p. 185 aus dorn
mittlem China. — H. Senckcnhergiana Kobelt Nachrichtsblatt p. 55;
Jahrbücher der Malak. Ges. IL p. 326 Taf. 12 Fig. 1, 2 von
Nippon. — IL papilliformis Kobelt Nachrichtsbl. p. 56 von Nippon. —
H. tetrodon Möllendorfif Jahrbücher Malak. Ges. IL p. 218 von Kai-
gau in Nordchina. — H. Forrestiana von Nordwest-Australien und
Broughami von Süd-Australien Angas Proc. zool. soc. p. 389 pl. 45
Fig. 3 und 4. — //. moricola Paladilhe Annales des sc. nat. IL
Article 8 p. 1 pl. 21 Fig. 1 — G aus dem Departement Herauit.
Crosse Hess Journ. de Conchyl. 23 p. 133 pl. 6 Fig. 3 ein
ausgewachsenes P'xemplar von Helix Leytensis Pfr. abbilden, und
gab eine vervollständigte Diagnose von dieser seltenen Art.
126 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Helix Vimontiana Crosse (1874) ist Journ. de Conchyl. 23
p. 217 pl. 9 Fig. 2 abgebildet.
Helix {Microphysa) Ingersollii Bland. Annais Lyceum New-
York XI p. 151.
Helix (Pmictum) Brocchii und Brucei Jickeli Fauna p. 56
Taf. 4 Fig. 18, 19 aus Abyssinien.
Helix (Patula) abyssinica Jickeli Fauna p. 58 Taf. 4 Fig. 20
aus Abyssinien.
Helix (Stenotrema) monodon var. cincta Lewis Proc Acad.
Philadelphia 1874 p. 162.
Helix {Mesodon) Lawii Lewis Proc. Acad. Philadelphia 1874
p. 118 von Hayesville, Clay Co. N. C. mit Abbildung in Holzschnitt. —
M. Ghillioweensis Lewis ib. 1875 p. 334 aus Tennessee.
Helix {AcantJiinula} Steudneri Jickeli Fauna p, 60 Taf. 4 Fig.
21 aus Abyssinien.
Fruticicola Kalganensis Möllendorff Jahrbücher Deutsch. Malak.
Ges. IL p. 21 3 von Kaigan an der grossen Mauer in Nordchina. —
F. pulvisculmn Issel Moll. Borneensi p. 43 t, 5 Fig. 24 — 27 von
Borneo.
Helix (Monacha) Beccarii Jickeli Fauna p. 62 Taf. 4 Fig. 24
von Keren in Bogos.
Helix {Lysinoe) Guyana Sroobel Materiali 1. c. aus der Berg-
region der Republik Argentina.
Kobelt wählte die Campylaeen Oberitaliens zum Gegenstand
der Betrachtung. Er erörterte die Verbreitung, sowie die Synony-
mie der Gruppe der Helix planospira. Jahrbücher Deutsch. Malak.
Ges. II. p. 192.
Schmidt-Wismar erörtert die Frage ob Helix nemoralis
und hortensis specifisch verschieden seien. Er bejaht die Frage,
nicht auf Grund einzelner unwandelbarer Unterschiede, sondern
nach dem Gesammttypus der Exemplare. Er selbst ist noch nie
bei einem einzelnen Exemplare zweifelhaft gewesen. Die Grund-
farbe der Schale der H. nemoralis ist nur roth oder gelb, die der
Hei. horstensis nur gelb oder weiss. Auch in den Binden will Verf.
Differenzen finden. Archiv des Vereins in Mecklenburg 29. p. 130. —
Koch-Güstrow erkennt auch die specifische Verschiedenheit beider
Arten an, und macht ib. p. 139 einige Bemerkungen über einzelne
Vorkommnisse.
Arndt-Bützow theilt ib. p. 142 das Resultat seiner Züch-
tungs-Versuche mit, wonach die Bindenvaritäten nicht erblich sind.
Er Hess einfarbige Exemplare sich begatten, und erhielt von
ihnen 56 Junge. Von ihnen waren 33 wieder einfarbig, 23 gebändert.
Schmeltz zeigt an, dass Helix nemoralis und hortensis von
Helix arbustorura angefressen wurde. Verhandl. d. Vereins für
naturw. Unterhaltung zu Hamburg p. 19.
der Mollusken während des Jahres 1875. 127
Helix {Eremophilä} desertella Jickeli Fauna p. 77 Taf. 4 Fig.
26 von Habab.
Kobalt behandelt die Gruppe Pomatia Leach in Beziehung
auf die Verbreitung der Arten, und verzeichnet dann die 22 Arten.
Nachrichtsblatt p. 65.
Nach Bland gehört Helix jamaicensis Chemn. in das Sub-
genus Thelidomus. Annais Lyceum Ney-York XI. 146.
Eurijcratera farnfanga Henry Adams Proc zool. soc. p, 389
pl, 45 fig. 1 von Madagaskar.
Helix (Eucratera) obliterata Fer. ist nach Bland auf Haiti
einheimisch. Annais Lyceum New-York XI. p. 148.
Helix (Isomeria) aenigma und vexans Dohrn Nachrichtsblatt
p. 56; Jahrbücher d. Malak. Ges. p. 292 Taf. 10 Fig. 1—4 aus Neu-
granada.
Helix (Camena) Amaliae und Brandtii Kobelt Nachrichtsblatt
p. 55; Jahrbücher II p. 327 Taf. 12 Fig. 3, 4 und 5, 6 von Nippon. —
H. tchiliensis MöUendorf Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. II. p.
217 aus Nordchina.
Helix (Haclra) Mourilyani, Johnstoni, Hilli, bellenden-Jcerensis,
coxenae, Mossmani Brazier Proc. zool. soc. p. 31 pl. 4 fig. 1—6 von
Queensland.
Helix (Plectopylis) trilawellaris Godwin-Austen Proc. zool. soc.
p. 43 von Burmah. Er bemerkt dabei, dass P. refuga Gould var.
dextrorsa als eigene Species unter dem Namen Pt. dextrossa gelten
könne; Pt. refuga Gould dagegen sei = Pt. leiophis Bens.
Kobelt begren:^te die Gattung Lencochroa Beck. Er zählt
zu ihr aus dem paläarctischen F'aunengebiet folgende Arten : can-
didissima Drap., prophctarum Bourg., baetica Rossm., cariosula Mich.,
Boissieri Charp., filia Mouss., Otthiana Forb. und argia Bourg. Nach-
richts-Blatt p. 37.
Helix (Xanthomelon) Daintreei Brazier Proc. zool. soc. p. 33
pl. 4 fig. 8 von Queensland.
Crosse hält die Gruppe der Charis nur für eine Unterab-
theilung der Placostylus und zählt zu ihr nur die auf Bäumen le-
benden Arten, wogegen die Placostylus und die Zwischenformen,
B. elobatus Gould und Hoyti Garr. nur auf der Erde leben. Diese
Auricula-förmigen Bulimus drücken der malacologischen Fauna
Oceaniens einen ganz besonderen und interessanten Stempel auf. Es
werden dann aus der Section Placostylus Beck sechs Euplacostylus
und 8 Charis beschrieben, die auch zum Theil abgebildet sind.
Journ. de Conchyl, 23 p. 5.
Schmeltz meint, dass Bulimus fulguratus, elobatus, Semanni,
Moussoni, Koroensis, Bambiensis, Guanensis, rugatus, ochrostoma,
Hoyti und crassilabrum wohl alle nur Localvarietäten einer Stamm-
form bilden. Verhandl. des Vereins zu Hamburg p. 36.
128 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Bulimus constrictus Var. tateanus Guppy Proc. zool. soc. p.
322 aus dem Venezuelischen Guiana. — B. (Dryptus) Appimi und
B. (Eurytus) Tetensii Dunker Nachrichtsblatt p. 28 von der Sierra
nevada di St. Martha. Abgebildet Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges.
II. p. 220 Taf. 6 Fig. 1—4 — B. Semamiei Morelet Journ. de Con-
chyl. 23 p. 282 aus Algier.
Bulimus Alexander Crosse var. 8 ist Journ. de Conchyl. 23 p.
139 pl, 6 fig. 4 abgebildet. — Ebenso B. porphyrostomus Pfr. Var.
J, ouveanus Dotzauer Var. y, hienguenensis Crosse ib. p. 218 pl. 8.
Hidalgo hat Bulimus scalarioides Phil.^ Ochsenii Dunker, Ata-
camensis Pfr., Colmeiroi Hidalgo, Fontainei d'Orb. Journ. de Con-
chyl. 23 pl. 7 abbilden lassen.
Bulimus {Plecocheüus) Guildingi Dohrn Nachrichtsblatt p. 57 ;
Jahrbücher d. Malak. Ges. II. p. 306 Taf. 10 fig. 5,6 aus Neugranada.
Bulimus (0 dontost omus) leptodon v. Martens Jahrbücher d.
Malak. Ges. II. p. 276 aus der Argentinischen Repubhk.
Die Gattung Bulimulus zerfällt bei Crosse und Fischer E tudes
sur les Mollusques in der Mission scientifique 1. c. p. 473 in zwei
Gruppen: Gonio gnathus Kiefer mit Längsfalten, die in der Mitte
eine schiefe Richtung nehmen und sich in spitzem Winkel treffen,
Radula mit kleiner Mittelplatte, dahin sechs Subsectionen Drymaeus,
Liostracus, Scutalus, Mesembrinus, Leptomerus und Peronaeus; Or-
thotomium Kiefer mit Längsfalten, die in der Mitte enger werden
aber gerade bleiben, Radula mit grosser Mittelplatte, dahin drei Sub-
sectionen Leptobyrsus , Thaumastus nnäGlohalinus. VieleArten
sind abgebildet, eigentlich neue sind nicht darunter, da die Verf.
dieselben bereits in dem Journ. de Conchyl. bekannt gemacht haben.
Hier sind sie abgebildet.
Bulimulus Sargi aus Guatemala und Botterii von Orizaba in
Mexico Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. 23 p. 52.
Bulimulus {Mesembrinus) Cordillerae Strobel Materiali 1. c. aus
der Repl. Argentina.
Bulimulus (Scutalus) Stelsneri Dohrn Malak. Bl. 22 p. 202 aus
Argentina.
Bulimulus (Eudioptus) Mendozanus Strobel Materiali 1. c. aus
der Republ. Argentina.
Bulimulus Fdbianus Gredler Nachrichtsblatt p. 87 aus dem
Lande der Schilluck-Neger. — B. Beinianus Kobelt Jahrbücher d.
Malak. Ges. IL p. 332 Taf. 12 Fig. 10, 11 von Nippon. — B. {Pe-
traeus) Hemprichii Jickeli Fauna p. 100 Taf. 5 Fig. 3 von Mensa
zwischen Maldi und Gaba.
Cionella columna Cl essin Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges. II.
p. 41. Taf. 2 Fig. 4 aus dem Wolgagebiet.
Bland beschreibt Thier und Gel>iss von Geostilbia Gund-
lachi Pfr.
der Mollusken während des Jahres 1875. 129
Ferussacia Mäbüliana Paladilhe Revue de Zoologie p. 89 pl.
6 fig. 19—22 aus Marocco. — Ferussacia uniäjmtata Jickeli Fauna
p. 132. Taf. 5 fig. 20 von Alexandrien.
Acicula Munzingeri Jickeli Fauna p. 133 Taf. 5 Fig. 21 von
Habab.
Bhodea WalUsiana Dohrn Nachrichtsblatt p. 57; Jahrbücher
d. Malak. Ges. II. p. 307 Taf. 10 Fig. 7, 8 aus Neu-Granada. Am
letztgenannten Orte spricht sich Verf. über die systematische Stellung
der Gattung Rhodea aus. Er stellt sie neben Stenogyra.
Stenogyra Martensi Strobel Materiali 1, c. von Bueuos-Aires.
SübuUna Isseli, variahilis, subulata, angustata, suavedlens Jic-
keli Fauna p. 138 Taf. 5 fig. 22 — 28 aus Abyssinien.
Macroceramus Jöhannis Pfeiffer Malak. Bl. 22 p. 119 von
Portorico.
Streptostyla Sargi Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. 23
p. 225 von Guatemala.
Fack fand am 20. Januar die Balea perversa L. im Schloss-
garten bei Kiel aus dem Winterschlafe erwacht. Schriften des na-
turw. Vereins für Schleswig-Holstein I. p. 277.
Westerlund gab ein Verzeichniss der Europäischen Arten
und Varietäten der Gattungen Pupa und Alloglossa. Malak. Bl. 22
p. 120. Daran schliessen sich dann p. 131 Bemerkungen des Verf.
über mehrere Arten der Gattung Pupa.
Küster untersuchte das Innere der Schale der Gattung Pupa,
und fand daselbst Falten, die er mit der Spirallamellc und den Falten
der Clausilieu vergleichen konnte. Er glaubte dadurch darzuthun,
dass es auch bei der Gattung Pupa uothwendig sei, bei Abgrenzung
von Gattungen oder Gruppen, sowie zur Feststellung der Arten, die
Innentheile der Mündung zu berücksichtigen. Zehnter Bericht der
natiirf. Gesellsch. zu Bamberg p. 54.
Pupa helodes und Mülleri Morelet Journ. de Conchyl. 23 p.
31, beide subfossil von Mauritius. — B. Bruguierei, imhricata, Klim-
zingeri, Pleimesi, Haggenmacheri, bisulcata, Beinhardti, lardea, Schil-
leri, Blanfordi Jickeli Fauna, p. 112 Taf. 5 aus Abyssinien. — P.
similis Jickeli ib. p. 296 Taf. 5 fig. 16 aus dem Habablande.
Pupa Pazi Hidalgo ist Journ. de Conchyl. 23 p. 129 pl. VII
fig. 7 abgebildet.
Vertigo Malayanus Issel Moll. Borneensi p. 53. t. 5. f. 30 — 32
von Borneo.
H. Dohrn machte Bemerkungen über einige Landschnecken
aus Liberia aus den Gattungen Streptaxis, Ennea, Thaspia und Peri-
deris. Malak. Bl. 22 p. 203.
Streptaxis uberiformis Pfr. ist von Hidalgo Journ. de Con-
chyl. 23 p. 128 pl. 7 fig. 8 abgebildet.
Dem zehnten Bericht der uaturforschenden Gesellschaft zu
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg, 2. Bd. J
130 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Bamberg ist eine Abhandlung von Küster angehängt: „Die Binnen-
conchylien Dalmatiens mit Zuziehung der Faunen von Triest, Istrien
und Montenegro. III. Die Gattung Clausilia." Diese Abhandlung
ist nicht zu Ende geführt, sondern bricht mit p. 132 ab. Bis dahin
sind 59 Arten beschrieben. Von diesen sind als neu angesehen:
Clausiliaincisa, Dotzaueri, sorex, Kobeltiana, maritima Kleciach. Mus.,
hiatula, advena. minuscula Parr. sched., parthenia, longicollis, sebe-
nicensis Vidovich, angistoma, Helenae Kleciach, divergens und angus-
ticollis Kleciach, notabilis und rutila.
Clausula Beiniana Kobelt Jahrbücher d. Malak. Ges. II. p.
330 Taf. 12 fig. 7—9 von Nippon. — Gl. dystherata Jickeli Fauna
p. 129 Taf. 5 flg. 18 aus dem Habablande. — Cl. pumicata Pala-
dilhe Annales des sc. nat. II. Art. 8 p. 2 pl. 21 fig. 7 — 10 aus dem
Dep. Herault.
Im Anschluss an seine Bemerkungen über Clausiliastra (vergl,
vorj. Ber. p. 161) machte V. Möilendorf weitere Studien zur Syste-
matik der Clausilien. Nachrichtsblatt p. 17.
Succinea alpestris Möllendorff Jahrbücher Deusch. Malak. Ges.
II. p. 219 aus Nordchina.
Succinea Peruviana Phil, ist von Hidalgo Journ. de Con-
chyl. 23 p. 127 pl. 7 fig. 1 abgebildet.
Fischer vergleicht die Schalen von Pellicula depressa Rang
und appendiculata Pfr. und bildete beide ab. Journ. de Conchyl.
23 p. 276 pl. 14 fig. 1 und 2.
Morelet macht auf die Aehulichkeit der Schalen bei den
Gattungen Erinna, Lithotis und Lautzia aufmerksam, und fordert
auf die Thiere genauer zu untersuchen, die nach den Beschreibungen
Verschiedenheiten darzubieten scheinen. Er glaubt sie zu den Suc-
cineen bringen zu müssen. Journ. de Conchyl. 23 p. 280.
Vitrinidäe. Vitrina Jichelii Krauss bei Jickeli Fauna p. 38
Taf. 4 fig. 4 aus Abyssinien ; semirugata^ helicoidea Jickeli ib. p. 39,
43 Taf. 4 Fig. 8 und 12 aus Abyssinien. Verf. macht ib. p, 45 in-
teressante Bemerkungen über den ersten Jugendzustand von Vi-
trina oder Helicarion. — V. latissima Lewis Proc. Philadelphia 1875.
p. 336 pl. 23 Fig. 7.
Macrochlamys sinica v. Martens Jahrbücher Deutsch. Malak.
Ges. II. p. 214 aus China. — M. tersa und Macdougalli Issel Moll.
Borneensi p. 36 t. 5 fig. 1 — 4 und 9 — 12 von Borneo,
Parmarion Beccarii Issel Moll. Borneensi p. 23 t. 4 fig. 9—11
von Borneo.
Damayaniia n. gen. dilecta Issel Moll. Borneensi p. 27 t.
4 fig. 4—6.
Fischer fügte den bisher bekannten 36 Arten der Gattung
Vaginula, die er 1872 verzeichnet hat, zwei Arten hinzu: V. olivacea
von Nicaragua und paranensis Burmeister von Parana und Santa-
der Mollusken während des Jahres 1875. 131
Fe. Journ. de Conchyl. 23 p. 53. — V. Wallacei Issel Moll. Bor-
neensi p. 22 t. 4 fig. 1—3 von Borneo.
Chapmau fand Eier und Spermatozoen in der Zwitterdrüse
von Tebennophorus carolinensis. Proc. Acad. Philadelphia 1874, p. 79.
Limax argentinus Strobel Materiali 1. c. — L. {Agridlimax)
Jickelii Heyneraann bei Jickeli Fauna p. 31 Taf. 4 fig. 3 aus Abys-
sinien.
Zoniditae. Helix [Acusta) Uneolata Möllendorf Jahrbücher
Malak. Ges. II. p. 216 aus Nordchina.
Trocliomorpha angulata Issel Moll. Borneensi p. 42. t. 5 fig.
5—8 aus Borneo.
Sicard hat, Annales des sciencea naturelles, I. Article 3, 8G
Seiten und 4 Tafeln, eine ausführliche Untersuchung über Zonites
algirus bekannt gemacht, in anatomischer und histologischer Rück-
sicht. Er hebt am Schluss folgende Resultate hervor. In den Hirn-
ganglien giebt der vordere Lappen den Fühlernerven, den Augen-
nerven und den Gehörnerven ab ; er entspricht dem Sinneslappon
von Laeaze Duthiers. Die Nervenelemente desselben unterscheiden
sich nicht von denen der anderen Nervencentren. Von den seit-
lichen Commissuren, welche die oberen und unteren Schlundganglien
verbinden, löst sich ein ausserordentlich feiner Faden für den Rück-
ziehmuskel der Mundmasse. Das Nervensystem ist von einem mus-
culösen Neurilem umhüllt, welches eine contractile Scheide bildet;
der Schlundriug ist mit Rückziehmuskeln versehen. Als Tastorgane
dienen die Fühler, die Muudlappen, die Schnauze und die Hautober-
fläche ; dass der Fühleruerv Geruchsnerv sei, bleibt fraglich. Das
Auge besitzt eine Retina aus zelligen Elementen, und davor eine
Choroidea mit stellenweise vertheiltem Pigment. Der optische Nerv
ist nicht ein Zweig des P'ühlernerven, sondern entspringt selbstständig.
Dio Gehörbläschen ruhen hinten auf den Fussganglien, und enthalten
sehr viele Otolithen. Der acustische Nerv entspringt vom Sinnes-
lappen. Die Speicheldrüsen haben viel niehr gehäufte Elemente
als bei Helix, und bilden sich vereinigend einen Ring um den Oe-
sophagus. Die Leber theilt sich in zwei lappige Massen, jede mit
einem getrennt in den Nahrungsschlauch mündenden Kanal. Das
Herz ist von einem muskulösen Pericardium umgeben ; die Gefässe
öffnen sich in wahre Lacunen. Die Lungenhöhle ist von einem Epi-
thel ausgekleidet, welches nur an gewissen Stellen Flimmern trägt,
besonders an dem Uebergang der grossen Gefässe. In dieser Höhle
liegt eine grosse Drüse, deren Ausführungsgang sich neben der
Athemöffnung mündet. Im Geschlechtsapparat finden sich weder die
Organes raultifides, noch ein Liebespfeil, noch das Flagellum der
Helix. An Stelle der ersteren ist eine Drüse, welche die Scheide wie
ein Muff umgiebt. Das sehr lange Vas deferens ist in zwei Par-
tien getheilt, in deren unterer, weiterer die Bildung der Sperma-
132 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
tophore statt findet, die bei den Helix im Flagellum gebildet wird.
Der Penis und die Scheide haben gesonderte Oeffnungen, die aber
von einem gemeinschaftlichen Sphincter umgeben sind. In syste-
matischer Hinsicht rechtfertigen die anatomischen Eigenthümlich-
keiten die Trennung der Zonites von den Helix als eine besondere
Gattung.
Zonites acerra Lewis Proc. Philadelphia 1875. p. 335 aus Ten-
nessee und Nord-Carolina.
Zonites Hamelianus Crosse (1874) ist Journ., de Conchyl. 23
p. 216 pl. 9 fig. 1 abgebildet.
Clessin unterscheidet Hyalina crystallina Müll,, subterranea
Bourg. und contracta West, erläutert durch Abbildungen. Jahr-
bücher Deutsch. Malak. Ges. II p. 25 Taf 2 Fig. 1—3.
Hyalina argentina Strobel Materiali 1. c. bis zu einer Höhe
von 2000 Meter ü. M. aus der Republ. Argentina. — H. Lovri
und perlucida Issel Moll. Borneensi p. 38 t. 5 fig. 16—19 und f,
20—23 von Borneo.
Microcystis abyssinica und Vesti Jickeli Fauna p. 50 Taf. 4
fig. 15, 16 aus Abyssinien.
Testacellidae. Helix (Bhytida) Sheridani Brazier Proc. zool.
soc. p. 33 pl. 4 fig. 7 von Nordost- Australien.
Fischer, über die Anatomie von Helix dictyodes Pfr. be-
schreibt die Mundtheile und die Geschlechts Werkzeuge. Journal de
Conchyliologie 23 p. 273 pl. 14 fig. 3—6.
Diplomphaliis Fahr ei Crosse Journ. de Conchyl. 23 p. 136 pl.
6 fig. 1 von Neu-Caledonien. Dabei ist fig. 2 eine Varietät von D.
Megci abgebildet.
Äuricalacea. Melampiis Dupontianus Mordet Journ. de Con-
chyl. 23 p. 25 pl. I. fig. 2 von der Insel Rodrigues.
Laemodonta oblonga und amplicata Jickeli Fauna p. 179 Taf.
7. Fig. 4 und 5, erstere von Massaua, letztere von Dahlak.
Canefria n. gen. splendens Issel Moll. Borneensi p. 55 t. G
fig. 1—3 von Borneo. Die Gattung soll einen üebergang von den
Auriculaceen zu den Limnaeaceen bilden.
Limnaeacea. Physa souanica Paladilhe Revue de Zoologie p.
92 pl. 6 fig. 23—25 aus Marocco.
Isidora sericina und Scliackoi Jickeli Fauna p. 194 Taf. 7
Fig. 11, 12 aus Abyssinien.
Nach Mäklin kommt Aplexa hypnorum ausser Aland, von
wo sie bekannt war, auch in Lampis in einer Schlarampfütze vor.
Öfversigt Finska Vetensk. Soc. Förhandlingar. XVI p. 80.
Wir hatten im vorigen Bericht p. 164 über eine Arbeit Wester-
lunds zu berichten, die über die Europäischen Arten der Gattung
Planorbis handelte, und die im Texte abbrach. Die Fortsetzung
bringt noch vier Arten der Gattung Bathyomphalus, nämlich limo-
der Mollusken während des Jahres 1875. 133
philus Westerl., crosseanus Bourg., glaber Jefifr. und malrai Westerl.,
dann die 5. Gattung Armiger Hartm. mit PI. crista L. und die 6.
Gattung Hippeutis Agass. mit PI. complanatus L., riparius Westerl.
nitidus Müll., und Clessini Westerl. Malak. Bl. 22 p. 118.
Planorbis centrogyratus aus Tirol, Bessmannianus aus Kärnthen
Westerlund Nachrichtsblatt p. 86. — Pf. (Gyraulus) Pfeifferi Strobel
Materiali 1. c. aus der Republik Argentina. — Pt. Bavayi Crosse
Journ. de Conchyl. 23 p. 829 ?von Guadeloupe. — PI. Paeteli und
dbyssinicus Jickeli Fauna p. 212 Taf. 7 Fig. 19 und 21, erstere aus
dem Nil, letztere aus dem Toquor bei Mekerka in Abyssinien.
Segmentina angusta Jickeli Fauna p. 220 Taf. 7 fig, 24 aus
Abyssinien.
Lankester, Observations on the development of the Pond-snail
(Limnaeus stagnalis), and on the early stages of other Mollusca.
Verf. hebt schliesslich folgende Punkte hervor: 1. Das Velwm fehlt
nicht bei den Süsswasser-Pulmonaten, in seiner ersten ringförmigen
und in der spätem herzförmigen Gestalt ist es wohl entwickelt und
wird zu den subtentacular-Lappen des erwachsenen Limnaeus; 2. Die
Entstehung der vier kleineren Zellen aus einer einzigen durchsich-
tigen Zelle, coexistirend, mit vier grösseren Zellen, ist nicht hin-
reichend bewiesen, da solche einzige durchsichtige Zelle möglicher-
weise nur ein Richtungsbläschen sein kann; 3- Die Einsenkung
und ihre Mündung sind nicht der Nahrungsschlauch und der
Mund, sondern der Gastrula-Magen und die Oeffnung der Ein-
stülpung, die letztere schliesst sich und der so gebildete Stiel
wird das Rectum, welches blind endigt. 4. Die neue Einsenkung
ist die Schalen-Drüse, eine Bildung die bei vielen Mollusken-Embryo-
nen vorkommt, aber bisher noch nicht erkannt ist ; 5. Die soge-
nannten grossen Dotterkugeln werden nicht erst jetzt gebildet, son-
dern waren immer vorhanden und bildeten die Wand des einge-
stülpten Gestrulamagens. Sie gehen nun wichtige Veränderungen ein
und erscheinen als grosse helle Kügelchen, bedeckt durch ein feines
körniges Netzwerk. 6. Der Nahrungsschlauch von Anfang an gebogen,
das blinde Ende des Rectums liegt ein wenig nach vorn, und nicht
dem Munde entgegengesetzt; 7. Die Schale als eine ausserordentlich
feine Membran an der Oberfläche des Schalen-Läppchens (in deren
Mitte die Schalendrüse liegt), ist lange vor ihr bemerkbar; 8. Der Mund
drängt niemals nach vorn, sondern wird eher eingesenkt durch die
zunehmende Entwickelung der Ränder des Segels, wo es den Mund
überhängt. Dieser Theil des Segels bildet die Subtentacular-Lappen
des Erwachsenen. Quarterly. Journ. of microsc. science XIV. p. 365.
V. Siebold fügt den Beobachtungen ForeFs, wonach Limnaeen
in der Tiefe des Genfer See's lebend, keine Luft athmen, einige Beob-
achtungen hinzu, die er selbst an Limnaeen gemacht hat, und will
dies als ein Anpassungs-Vermögen erklären. Er bringt diese That-
134 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Sachen mit der Darwin'schen Descendenztheorie in Zusammenhang
und meint, dass die lungenathraenden Mollusken sich aus den Mec-
res-MoUusken herausgebildet hätten. Es ist hierbei sehr zu be-
rücksichtigen, dass die Limnaeen alle im Winter unter Wasser
bleiben, ohne einen eigentlichen Winterschlaf zu halten, und dass
sie im Sommer, von der Luft abgeschlossen, in kurzer Zeit sterben,
Sitzungsber. der Münchener Akademie 1875 p. 39. — Weismann
spricht sich für diesen Fall gegen die Anwendung des Wortes »An-
passung« aus. Zeitschr. für wiss. Zoologie 25. Supplement p. 316. —
Auch Kobelt sieht die Sache mit Zweifel an, und empfiehlt Beob-
achtungen im Aquarium mit genügendem Zufluss, um zu prüfen ob
die Limnaeen von der Oberfläche abgesperrt nicht nur dauernd zu
leben vermögen, sondern auch wirklich gedeihen und fortwachsen.
Auch müsste der Beweis geliefert werden, dass ihre Lungenhöhlen
wirklich mit Wasser gefüllt sind. Nachrichtsblatt p. 53.
Westerlund unterschied drei neue Varietäten von Limnaea
peregra, nämlich Ullepitschi von Raibl in Kärnthen, pj'oducta von
Mediasch in Siebenbürgen, älpicola aus Kärnthen, Baiern, Frankreich.
Nachrichtsblatt p. 85. — Limnaea Maiiritiana Morelet Journ. de Con-
chyl. 23 p. 32 von Mauritius. — L. Lambottei CoUin Proces-verbal
de la Soc. malacologique de Belgique III. p. 207 von Cantagallo in
Brasilien. — L. Beynesi Paladilhe Annales des sc. nat. IL art. 8 p.
4 pl. 21 fig. 11—14 aus dem Dep. Herault.
^^otobranchiata.
Friele und Hansen haben sich mit der Sammlung und
Untersuchung der Norwegischen Nudibranchier beschäftigt. Sie haben
während eines Jahres in der Umgegend von Bergen und bei Floroe
gesammelt und fanden, dass diese Küste reich an Formen ist und
der britischen Küste nicht nachsteht. Sie zählen 34 Arten auf: 2
Doris, 3 Lamellidoris, 1 Acanthodoris, 1 Goniodoris, 1 Ancula, 2
Polycera, 1 Triopa, 1 Tritonia, 1 Denäronotus, 2 Doto, 1 Eolis, 2
Facelina, 3 Coryphella, 2 Cratena, 4 Galvina, 1 Tergipes, 1 Calma,
1 Elysia, 1 Acteonia, 1 Limapontia, Unter diesen sind als neu be-
schrieben: Boris glabra, Goniodoris Danielsseni, Galvina flavescens,
und Calma albicans. Das Gebiss ist abgebildet von Doris Loveni,
Doto crassicornis, Facelina auriculata, Coryphella verrucosa, rufi-
branchialis und Landsburgi, Cratena branchialis, Galvina exigua und
flavescens, Calma albicans. Der Penis mit seinen Widerhaken ist
von Doris pilosa und Polycera quadrilineata abgebildet. Christiania
Vidensk. Selsk. Forhandl. 1875 p. 69 tab. IL
Dorididae. Doris Mariei, Rossiteri und Fabrei Crosse Journ.
de Conchyl. 23 p. 307 pl. 12 fig. 1—3 von Noumea.
Goniodoris Montrouzieri, Verrieri, Lamberti, Petiti, Souverbiei
Grosso Journ. de Conchyl. 23 p. 311 pl. 12 fig. 4—8 von Noumea.
der Mollusken während des Jahres 1876. 135
Tdalia modesta Verrill Araer. Journ, of sc. and arts X p. 41
pl. III. %. 3 von Fischer's Island.
Bergh stellte im Journal des Museum Godeffroy mehrere
neue Gattungen aus der Südsee auf:
Echinodoris Heft VI. 1874. p. 109. Forma sat applanata,
dorsum papillis elongatis ubique obtectum, dorsum et papillae spi-
culis ubique instructa; rhinophoria et branchiae retractilia. Ra-
dula pleuris multidentatis. Penis apice seriebus uncinorum minu-
tissimorum armatus. Dahin Doris eolida Q. etG. Taf. III. Fig. 4—20.
Miamira Heft VIII 1875 p. 53, Nothaeum antice in velum
frontale productum, lateribus lobis applanatis infra lamellatis in-
structum, postice in velum caudale continuatum; supra carinatum
cum costis transversalibus; podarium angustius. Apertura oralis
indumento buccali (hamuligero) armata. Lingua lata, brevis, serie-
bus dentium numerosis, rhachide inerrai, pleuris multidentatis. M. no-
bilis von den Philippinen und Samoainseln.
Notodoris Heft VIII p. 64. Corpus limaciforme (dorso a
lateribus non discreto) ; rhinophoria iutegra, cavitate, valvula pro-
tecta, retractilia; branchia non retractilis, velo protecta. Armatura
labialis nulla. Dentes linguales mediani nulli ; laterales erecti, hami-
formes. N. citrina von Raratonga.
Orodoris Heft VIII. 1875 p. 67. Nothaeum nonnihil ut in
Miamiris, supra carinatum, cum costis transversalibus, velum fron-
tale et caudale et lobi laterales infra lamellati nulla: podarium sat
angustum. Indumentum apecturae oralis sicut in Miamiris. Lingua
sicut in Miamiris, sed rhachide indurata 0. miamirana von Tahiti.
Von der Gattung Chromodoris Alder Hancock unterscheidet
Bergh 73 Arten, unter denen als neu beschrieben werden: Ch)'. scurra,
gloriosa und jpallescens von Tahiti- Ib. p. 72.
Zu Doridiopsis Pease rechnet Bergh ib. p. 82 mit grösserer
oder geringerer Sicherheit 44 Arten, und beschreibt von ihnen näher:
Rhacodoris Krebsii Mörch (1863), tristis Bergh, affinis n. sp. von
Tahiti.
Von denDorididae behandelte Bergh im 10. Heft des 2. Bandes
der Semper'schen Reisen im Archipel der Philippinen die Gattungen
Ceratosoma mit 3 Arten, wovon C. gracülimum Semper neu, Miamira
mit 1 Art, Kentrodoris mit drei neuen Arten. K. riibescens, gigas und
annuligera.
Ferner die Gattung Doridiopsis mit 7 Arten, wovon D. Sem-
peri, modesta, pcllitcida, pudihmida. maculigera und spiculnta als neu
bezeichnet sind, für deren Beschreibung jedoch auf Bergh's Mono-
graphie im Journal des Museums Godeffroy verwiesen wird,
Tritoniidae. Das 8. Heft des zweiten Bandes der Semper'schen
Reisen im Archipel der Philippinen enthält die Anatomie von Scyl-
laea pelagica, zu welcher die Varietäten marginata Bergh, ghomfodensia
136 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Forsk., sinensis und Orientalin gezogen werden, so wie eine neue Art Sc.
elegantula p. 342 von den Philippinen. —Das 9. Heft desselben Werkes
ist der Tethys leporina und der Gattung Melibe gewidmet, von
welcher letzteren Verf. zwei neue Arten M. Bangii aus dem RotÜen
Meere, und M. capucina von den Philippinen erläutert.
Bornella caledonica Crosse Journ. de Conchyl. 23 p. 318 pl. 12
fig. 10 von Noumea. — Crosse zählt ib. p. 323 die acht bekannten
Arten der Gattung Bornella auf.
Dotonidae. Doto formosa Verrill Amer. Journ. of sc. and arts
X. p. 41 pl. ni fig. 4 von Point Judith.
Eolididae. Trinchese untersuchte den Bau des Gehirns der
Eolidier. In den Gattungen Eolidia, Coryphella, Saeelina, Spurilla
und Janus ist die vordere Gegend der Hirnganglien grossentheils
aus kleinen Zellen gebildet, in deren Mitte sich eine colossale Zelle
befindet, die er Polarzelle nennt. Die hintere Gegend besteht aus
grossen Zellen. Die Mundganglien ähneln einigermassen den Hirn-
ganglien in der Vertheilung der Zellen. Die Fussganglien sind aus
kleinen und grossen Zellen ohne Ordnung gebildet. Eine neue Art
Coryphella robusta wird aufgestellt. Rendiconto Accad. Bologna,
Februar 1875.
Von Bergh erschien in Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien 25
p. 633Taf.'13— 15 ein dritter Beitrag zur Kenntniss der Aeolidiaden
(vergl. vorj. Ber. p. 165). Der Gattung Coryphella Gray weist Verf.
19 Arten zu, von denen C. athadona von Japan als neu beschrieben
und Aeolis argenteolineata Costa ebenfalls in diese Gattung gezogen
wird. Ferner werden abgehandelt Favorinus versicolor Costa, Cal-
ma Cavolini Verany, Flabellina affinis Gm., die auf Flabellina Sem-
peri gegründete neue Gattung
Pteraeolidia mit folgender Diagnose: Corpus elegans, gra-
cile, elongatum, subcompressum; rhinophoria perfoliata, tentacula
elongata ; papillae dorsales non caducae, pedamentis compressis, alae-
formibus insertae, eradiantes; podarium margine antico inflato, an-
gulis tentaculatim productis. Margo masticatorius mandibulae se-
riebus denticulorum compluribus praeditus ; radula dentibus uniseria-
tis; penis non armatus, und endlich Cerebilla longicirrha Bgh.
Phestilla n. gen. Bergh Journ. des Museum Godeffroy VI.
1874 p. 91. Forma corporis sat depressa, caput antice limbatum,
leuibus lateribus quasi alatus, alae podario affixae, tentacula bre-
viora, rhinophoria simplicia, papillae (dorsales) singula serie peda-
mentis compressis. obliquis imposita (sine cnidocystis), podarium
antice rotundatura. Margo masticatorius mandibulae postice denti-
culis minutis (rotundatis, irregulariter serrulatis), radula uniseriata.
PÄ. melanobranchia Taf. 2. Fig. 1—14.
der Mollusken während des Jahres 1875. 137
Vayssiere beschreibt die Anatomie von Glaucus. nach Spiri-
tus-Exemplaren, mit vorzüglicher Berücksichtigung des Nerven-
systems. Annales des sc. nat. 1. 7 mit zwei Tafeln.
Elysiadae. Placöbranchus Gassiesi Crosse Journ. de Conchyl.
p. 319 pl. 12 fig. 9. von Noumea. —Crosse verzeichnet ib. p. 325
die zehn bekannten Arten dieser Gattung.
Äplysiadae. Crosse fand in der Bucht von Arcachon die
Phyllaplysia Lafonti Fischer (1872) im September 1874 wieder auf,
und beschrieb eine grössere "Varietät. Journ. de Conchyl. 23 p. 101.
Actaeonidae. Actaeon exiguus Dunker Ms , splendidiila Mörch
Malak. Bl. 22 p. 169 von den Antillen.
Gylichnidae. Cylichna perte7iuis Smith Annais nat. bist. XVI.
p. 113 von Japan. — C. Krebsii Mörch Malak. Bl. 22. p. 172 von
den Antillen.
Eetusa omphaUs Mörch Malak. Bl. 22 p. 172 von St. Thomas.
Volvula persimüis Mörch Malak. Bl. 22 p. 179 von den Antillen.
Bnllidae. Haminea grisea Smith Annais nat. bist. XVI. p. 114
von Jap^i.
Atys Biiseana Dunker Ms. bei Mörch Malak. Bl. 22 p. 173
von den Antillen.
Mouopleiirobraiioliiata.
Ancyloidea. Ancylus compressus und abyssinicua Jickeli Fauna.
Taf. 7 Fig. 26—28 aus Abyssinien.
Ilypohraiiehiiita.
Phyllidiadae Bergh lieferte, Verh. zool. bot. Ges. in Wien
25 p. 658 Taf. 16, neue Beiträge zur Kenntniss der Phyllidiaden.
Er giebt zunächst einen Conspectus Phyllidiadarum mit den Gat-
tungen Phyllidia 9 Arten, Phyllidiella Bergh 3 Arten, Fryeria Gray
1 Art und Phyllidiopsis n. gen. 1 Art. Es wird dann die Orga-
nisation von Phyllidiella nobilis, Fryeria Rüppelii und Phyllidiop-
sis cardinalis von Tonga näher erörtert. Die Gattungs-Charaktere
von Phyllidiopsis lauten; Forma ut in Phyllidiis propiis (supra vero
quoque Doriopsidibus similis); tentacula brevissima affixa. Bulbus
pharyngeus ut in Doriopsidibus. Verf. sieht in ihnen ein Zwischen-
glied zwischen den Phyllidien und Doriopsen.
Im 10. Heft der Semper'schen Reisen im Archipel der Philip-
pinen bearbeitete Bergh die Phyllidiaden, unter denen die Gat-
tungen Phyllidia, Phyllidiella, Fryeria Gray und Phyllidiopsis unter-
schieden werden. Beschrieben sind Phyllidia varicosa Lam., elegans
Bergh, Phyllidiella pustulosa Cuv und nobilis Bergh.
138 Troschel: Bericht üb. d TjeistuDgen in d. Naturgeschichte
Pteropoda.
Fol hat die Resultate seiner Beobachtungen über die Ent-
wickeluug der Pteropoden bekannt gemacht. Comptes rendus 1875
p. 196; Annais nat. hist. XV. p. 439; Revue de Zoologie p. IV.
Hyalaeacea. Styliola acus Dunker Jahrbücher Malak. Ges. II
p. 240 von Desterro.
Lamellibranchiata.
Pectiniforniia.
Ostreacea- De Bont schrieb einen Aufsatz über die kunst-
mässige Austernzucht, Tijdschrift uitgegeven door de Nederlandsche
Maatschappij ter bevordering van Nijverheid XV p. 65.
Der Abschnitt über die Austern-Cultur in dem Departement
der Gironde von Fischer ist aus der Faune conchyliologique marine
du departement de la Gironde (vergl. vorj. Ber. p. 130) in Gervais
Journal de Zoologie IV. p. 207 abgedruckt.
Pectinea. In dem grossen Schliessmuskel von Pecten irradians,
der als Nahrungsmittel geschätzt wird, und von süssem Geschmack
ist, hat Chittenden Glycogen und Glycocoll nachgewiesen. Amer.
Journ. of sc. and arts X p. 26.
Arcacea. Area centrota Guppy (1867) ist Annais nat. hist.
XV. p. 51 pl. VII fig. 4 abgebildet.
Nuculidae. Yoldia subaequilateralis Smith Annais nat. hist.
XVI. p. 73.
Solenella gigantea Smith Annais nat. hist. 16 p, 72 von Ker-
guelensland. — S. magellanica Smith ib. p. 118 von Patagonien.
liiiclniformia.
Aviculacea. Jouan beschreibt die Perlfischerei an den Pau-
motu-Inseln. Er sagt, er habe die Taucher uur IV2, höchstens 2
Minuten unter Wasser bleiben sehen. Wenn sie wieder an die Luft
kommen, treten die Augen hervor und oft bluten sie aus Mund,
Nase und Ohren. Diese Fischerei brachte lange sehr guten Ertrag,
hat aber sehr abgenommen. Mein, de Cherbourg XVIII. p. 244.
Etheriacea. Gr edler spricht von zwei Exemplaren von Ae-
theria aus dem Lande der Schilluck, die er für neu halten möchte.
Nachrichtsblatt p. 88.
der Mollusken während des Jahres 1875. 139
NajadeS- Flemming hat seine Studien in der Entwickelungs-
geschichte derNajaden vorläufig abgeschlossen und Wiener Sitzungs-
ber. 71. Bd. III. p. 81—212 mit 4 Tafeln niedergelegt. Er hat nament-
lich eine lückenlose Darstellung von der Kette der Entwickelungs-
formen und eine erschöpfende histologische Schilderung der Glieder
dieser Kette erzielt. Eine Erforschung des Ueberganges der Larve
zur fertigen Muschel bleibt noch zu lösen. Verf. beschreibt zunächst
das Eierstocksei von Anodonta und Unio, dann die Entwickelung
des Najadeneies bis zum reifen Larvenzustand, von der Austreibung
der Richtungsbläschen, durch die Furchung in zwei, vier, fünf Zellen
u. 8. w. zur Bildung der Schale, Byssusdrüse, Muskel.
Deshayes fand zwei Anodonten aus Cochinchina, die über
8 Monate in Papier eingewickelt verpackt waren, noch lebend, als
sie in Paris ankamen. Journ. de Conchyl, 23 p. 81. — Gas sie s
und Martin gaben ib. p. 194 Nachricht, ersterer von ünio lito-
ralis, welcher 3^2» "nd letzterer von Iridina rubens vom Senegal,
welche einige Monate ausser Wasser lebendig geblieben waren.
Deshayes fand, dass an dem Thier von Hyria contoita die
Mantellappen ganz getrennt waren, wie bei Unio und Anodonta, wozu
Crosse bemerkt, dass daher wohl Hyria contorta von der Hyria
America's generisch zu trennen sei. Journ. de Conchyl. 23 p. 85.
Unio aeneus Jickeli Fauna p. 274 Taf. 9 Fig. 2 aus Abyssi-
nien. — U. B^chthofeni und retortus v. Martens Malak. Bl. 22 p. 187
aus dem Siangkiangfluss in China.
Die Monographie der Gattung Anodonta in Küsters Conchy-
lien-Cabinet hat Clessin von der 150. bis zur 163. Art weiter ge-
führt. Neu ist: Ä. Martensii aus Siam. Eingeschoben sind die
Gattungen Byssanodonta d'Orb. mit 1 Art, Spatha Lea mit 6 Arten,
Mutela Adams mit 5 Arten, Mycetopus d'Orb. mit 10 Arten, darun-
ter M. Hupcamis aus Brasilien neu.
Flemming erklärt Anodonta coniplanata Zgl. für eigene Spe-
cies, weil er die Micropyle, so wie auch die Farbe der Kiemen-
embryonen abweichend von A. piscinalis und anderen fand. Nach-
richtsblatt p. 35.
lieber Spatha Caillaudi im weissen Nil finden sich Bemerkungen
von Roemer, Ehrenberg und von Martens. Sitzuugsb. Ges.
naturf. Freunde in Berlin p. 22. — Spatha Marnoi und Lepsü Jic-
keli Fauna p. 264 Taf. 8 Fig- 3 und Taf. 9 Fig. 1, erstere aus dem
Lande der Nuer im Bachr Seraf, letztere aus Oberägypten.
Cristaria Beiniana v. Martens Jahrbücher Deutsch. Malak.
Ges. II. p. 136 Taf, 3 Fig. 1 von Yeddo in Japan. Verf. zieht den
Schumacher'schen Namen Cristaria für diese Gattung vor, da der
neuerdings wieder hervorgesuchte Name Barbala sinnlos, und Dipsas
bei einer Schlangengattung vergeben ist. — Cr. megadesma Martins
Malak. Bl. 22 p. 187 aus dem mittlem China.
140 Troschel: Bericht üb. d, Leistungen in d. Naturgeschichte
Mytilacea. Trois hat den Bau des Mytilus galloprovincialis
durch eine Reihe von Präparaten erörtert. Atti del R. Istituto Ve-
neto I. p. 357.
Deby fand als Mageninhalt von Mytilus edulis 37 Arten Dia-
tomeen, zahlreiche Spicula von Spongien, feine Sandkörner und De-
tritus von marinen Algen. Proces-verbal de la Soc. malacologique
de Belgique III. p. 202.
Mytilus Mülleri und exigmis Dunker Jahrbücher d. Malak.
Ges. II. p. 250 von Desterro.
Modiola lacustris v. Martens Malak. Bl. 22 p. 186 aus dem
mittleren China.
Senoner zeigte an, dass Dreissena polymorpha auch in der
Donau und im Banat gefunden sei. Proces-verbal de la Soc. mala-
cologique de Belgique III. p. 109. — Müller machte auch Mit-
theilung von einem sehr localen Vorkommen dieser Muschel in der
Donau bei Deggendorf in Baiern. Die angeknüpften Hypothesen
sind nicht sehr v^ahrscheinlich. Correspondenzblatt des zool. miner.
Vereins in Regensburg 28 p. 190.
Laseidae. Montacuta Maltzani Verkrüzen Jahrbücher Malak.
Ges. II. p. 236 Taf. 8 Fig. 8 von Vadsoe.
Veneriformia.
Cardiacea. W. v. Vest weist den Gattungen Adacna und Mo-
nodacna ihre Stelle im System neben den Cardiiden an, gründet
aber wegen der langen Siphonen und der Mantelbucht eine eigene
Familie für sie, die er Adacnidae nennt. Die Gattung Didacna da-
gegen gehört zu den Cardiiden. Die Ordnung Cardiacea wird denn
folgendermassen eingetheilt: Farn, - Cardiidae Mantel mit zwei
kurzen Röhren oder einfachen Oeffnungen, Manteleindruck ohne
'Bucht. A. Schale mit deutlichen Rippen, Rand gezähnt, a. Schloss-
zähne kreuzförmig gestellt, Seitenzähne gleichsam aus der Wirbel-
höhle hervorwachsend, aber kurz dreiedkig endend und von den
Cardinalzähnen entfernt stehend. Gatt. Cardium L., Laevicardium
Mörch, Papyridea Swains., Bucardium Gray, Hemicardium Klein,
b. Seitenzähne verkümmert, von den Cardinalzähnen entfernt. Gatt.
Didacna Eichw. c. Schlosszähne divergirend, Seitenzähne sehr
lang, auf der Schlossplatte stehend und den Cardinalzähnen sehr
genähert, vorderer Seiteuzahn mit dem vorderen Cardinalzahn ver-
einigt. Gatt. Donacic ardium n. gen. auf C. donaciforme Schrot,
gegründet. B. Rippen fast ganz verschwunden, Rand einfach, Mantel-
eindruck sehr breit gebändert. Gatt. Serripes Beck = AphroditaLea. —
Fam. Adacnidae Mantel mit einem langen Doppelsiphon, Mantel-
eindruck mit tiefer Bucht. Gatt. Monodacna Eichw. noch fraglich.
Myocardia n. gen. nur tertiär und Adacna Eichw. Jahrbücher
d. Malak. Ges. II. p. 309 Taf. 11.
der Mollusken während des Jahres 1875. 141
Cardium ehurniferum Guppy Annais nat. hist. XV. p. 51 pl. VII.
fig. 3 von Trinidad.
Gycladea. In dieser Familie hat Clessin in Küster's Con-
chylien-Cabinet die Gattung Pisidium von der 25, bis 33. Art fort-
gesetzt. Als neu erscheinen P. ohtusatum von Sardinien, cedrorum
von der Quelle bei Rhedan im Antilibanon, ■tumidum Colbeau aus
Belgien und Colbeaui, in deren Beschreibung der Text abbricht.
Sphaerium Galitzini Clessin Jahrbücher Deutsch. Malak. Ges.
II. p. 40 Taf. 2 Fig. 6 aus dem Wolgagebiet.
Cyclas Hartmanni Jickeli Fauna p. 292 Taf. 11 Fig. 15 aus
Nubien.
Pisidium Foreli und demissum Clessin Correspondenzblatt des
zool. miner. Vereins in Regensburg 28 p. 181 aus der Tiefe des
Bodensees.
Corbicula Zelebori Jickeli Fauna p. 290 Taf. 11 Fig. 13 von
Suez. — C. Dyakorum Issel Moll. Borneensi p. HO t. 7 fig. 25—27
von Borneo.
Gonchae. Venus superba Guppy Annais nat. hist. XV. p. 49
pl. 7 fig. 2 von Cumana.
Mactracea. Mactra amerina Guppy Annais nat, hist. XV. p.
49 pl. VII. fig. 2 von Cumana.
Pliolacliforiuia.
AnatlDidae. Myodora rotundata Sowerby Proc. zool. soc. p. 129
pl. 24 fig. 2 von Mauritius.
TJiracia disshnilis Guppy Annais nat. bist. XV. p. 52 von Tri-
nidad.
Myidae. Mya Hempldllü Newcomb. Proc. California Acadeniy
V. p. 145 von San Francisco.
Tnnicata.
Fol hat Untersuchungen über die Schleimdrüse oder den
Endostyl der Tunicaten angestellt. Er stellt seine Resultate kurz
zusammen. 1. Die Rachenwandung zeigt bei Tunicaten an der Ven-
tralseite eine tiefe Rinne, deren Wände Verdickungen zeigen. 2. Diese
Verdickungen sind bloss stärker entwickelte Epithelzellen, welche
das Licht stark brechen und Schleim absondern. 3. Die verdickten
Wandungen des Rinuengrund es sind es, welche Huxley für ein Endo-
styl erklärte. 4. Es bilden diese Verdickungen drei Wülste jeder-
seits; ausserdem kommen in der Rinne lange Wimpern und Wiraper-
142 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
streifen vor. 5. Ausser dieser Drüse existirt kein anderes stabför-
miges Organ in der bezüglichen Körpergegend. 6. Der in der
Drüsenrinne secernirte Schleim tritt am oberen Theile hervor, wird
durch die halbkreisförmig verlaufenden Rinnen vertheilt und bildet
einen trichterförmigen Vorhang oder Franzen. An der Neuralseite
schlägt sich dieser ausgebreitete und mit Nahrungstheilchen beladene
Schleim zu einem Faden zusammen, dessen unteres Ende in den
Schlund hinabreicht. 7. Die Rinne ist kein Ernährungsabscbuitt
des Kiemenkorbes sondern ein Drüsenorgau. Die Nahrungsaufnahme
findet gleichzeitig mit der Athmung im ganzen Kiemenkorbe statt.
Gegenbaur, Morphologisches Jahrbuch I. p. 222.
Chandelon hat ein Organ, welches dem Nahrungsrohre aller
Tunicaten, mit Ausnahme von Appendicularia, anhängt, und dessen
Structur und physiologische Bedeutung bisher unbekannt war, bei
den Perophoren und Salpen untersucht. Es ist eine Drüse, welche
nahe dem Pylorus in den Darm mündet. Verf. macht es wahrschein-
lich, dass sie die hyaline, homogene Flüssigkeit abscheidet, welche
den grössten Theil des Magens und Darmes erfüllt und die Nah-
rungsstoffe in Suspension hält. Bulletins de l'Acad. de Belgique
39. p. 911—948 mit zwei Tafeln.
Die Bearbeitung der Tunicaten von Kupffer in „die zweite
deutsche Nordpolfahrt, wissenschaftliche Resultate 1874." p. 244 be-
handelt zwei Arten, Cynthia villosa F'abr. und Adolphi n. sp. von
der Insel Shannon.
Die Bearbeitung der bei der deutschen Nordsee- und Ostsee-
Expedition gesammelten Tunicaten von Kupffer ist für die Kennt-
niss dieser Thiergruppe im Allgemeinen, wie für die Faunen der
deutschen Meere im Besonderen von Wichtigkeit. Nach einer kri-
tischen Besprechung der für die Classifikation brauchbaren äusseren
und inneren Charaktere werden die einzelnen Arten beschrieben, von
denen Verf. glaubt, dass die der Ostsee ziemlich vollständig ge-
sammelt sind: Ciona canina Müll., intestinalis L., fascicularis Haue,
Phallusia mentulaMüU., virginea Müll., prunum Müll, conchilega Müll.,
patula Müll., pustulosa Alder, Corella parallelogramma Müll., Cyn-
thia claudicans Sav., pomaria Sav., comata Alder, aggregata Müll.,
rustica L., grossularia Vanbened., echinata L., loricata n. sp., Mol-
gula ampuUoides Vanbened., occidta n. sp., macrosiphonica Kupff.,
nana Kupff., arenosa Aid. Hanck., Pelonaea corrugata Forbes. Zwei
Tafeln sind beigegeben. Jahresbericht der Commission zur wiss.
Untersuchung der deutschen Meere in Kiel p. 197.
Die Abhandlung über die Tunicaten des Adriatisehen Meeres
von Heller, von der schon im v. Ber. p. 172 die Rede war, ist in
den Denkschriften der Wiener Akademie 34 p. 1 — 20 erschienen,
mit sechs Tafeln. Unter den 12 beschriebenen Arten sind als neu
angesehen Äscidia aspera, coriacea, verrucosa, ruhescens, die alle bei
der Mollusken während des Jahres 1875. 143
Lesina beobachtet worden sind. — In der zweiten Abhandlung des
Verf. ib. p. 107 mit gleichfalls sechs Tafeln werden acht andere im
adriatischen Meere beobachtete einfache A seidien beschrieben, 6 As-
cidia, 1 Ciona und 1 Rhodosoma. Demnach beträgt die Anzahl der
aufgeführten Ascidien im Ganzen 16, von denen gemeinschaftlich in
der Nordsee 9 Arten vorkommen. Als neu werden beschrieben Äs-
cidia involuta und reptans von Lesina.
Lacaze-Dathiers brachte eine Note über die Entstehung
der Gefässe in dem Mantel der einfachen Ascidien. Comptes rendus
15 Mars; Revue de zoologie p. XI,
Kowalevski hat der Entwickelungsgeschichte der Pyrosomen
seine Aufmerksamkeit gewidmet. Er schildert zuerst die Knospung
des Pyrosoma, worin er Huxley's Angaben fast vollständig bestätigt,
dann die Entwickelung des Eies und endlich die Entwickehmg des
Pyrosoma. Archiv für mikrosk. Anatomie XI, p. 597 — 635 Taf.
37—41.
Diard betrachtet in einer Note über die Embryogenie der
Tunicaten aus der Gruppe der Luciae seine Familie Diplosomidae
als dem angehefteten Zustand eines Typus, von dem die Pyrosomen
die schwimmende oder pelagische Form sind. Daher kann man die
Gruppe der Luciae Sav. in zwei Familien theilen, Pyrosoniidae und
Diplosomidae. Comptes rendus Dec. 1875.
Brooks machte eine vorläufige Mittheilung über die Embryo-
logie von Salpa. Seine Beobachtungen beziehen sich hauptsächlich
auf die ersten Stadien. Er ist der Ansicht geworden, dass die ein-
zelnen Salpen die Weibchen, die Kettensalpen die Männchen sind,
welche nur das Ei zu befruchten und zu ernähren haben, so dass
hier nicht ein Generationswechsel, sondern eine sehr auffallende
Differenz in der Form und Entstehungsweise der beiden Geschlechter
vorliegen würde. Die einzelne Salpe ist das Weibchen und erzeugt
eine Kette von Männchen durch Knospung und legt ein Ei in den
Körper eines jeden derselben vor der Geburt. Diese Eier werden
befruchtet, wenn die Zooiden der Kette sehr klein und geschlecht-
lich unreif sind, und entwickeln sich zu Weibchen, welche wieder
andere Männchen hervorbringen. Wenn der Fötus aus dem Körper
des Männchen ausgetreten ist, erlaugt das letztere seine volle Grösse,
wird geschlechtsreif und entladet seine Saraenflüssigkeit in das Wasser,
um Zutritt zu den Eiern anderer unreifer Ketten zu erlangen.
Proc. Boston Soc. 18 p. 193.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1875.
Von
August von Pelzeln
in Wien,
Der vorliegende Bericht ist, was Umfang und Art der
Behandlung betrifft^ ganz jenem für das Jahr 1874 ähnlieh
gehalten. Die Thätigkeit auf ornithologischem Gebiete
war im Jahre 1875 eine sehr rege und erfolgreiche, obgleich
wenige grössere selbständige Werke zu verzeichnen sind.
Zwei neue in zwanglosen Heften erscheinende ganz oder
theilweise der Ornithologie gewidmete Schriften sind ins
Leben getreten, nämlich G. Dawson Rowley's Ornitholo-
gical Miscellany und Dr. A.B. Meyer's Mittheilungen aus
dem königl. zoologischen Museum zu Dresden; Gould's
Birds of New-Guinea wurden begonnen. Fortgesetzt wurden:
Giebel: Thesaurus Ornithologiae, Sharpe Catalogue of
the Birds in the British Museum, Dresser: Birds of Eu-
rope, A. Newton YarrellsHist. ofBrit. Birds, Savi Orni-
tologia italiana, Gould: Birds of Asia, Middendorff
Sibirische Reise, Mulsant Histoire naturelle des Oiseaux
mouches, Brehm Gefangene Vögel, Russ Die fremdländi-
schen Stubenvögel. — Abgeschlossen wurde Hume Nests
and Eggs of IndianBirds; Sundevall's Svenska Foglarna
ist durch das Ableben des Verfassers unterbrochen worden.
der Vögel während des Jahres 1875. 145
Die Wissenschaft hat den Verlust der ausgezeichneten
Forscher K. J. Sundevall, J. E. Gray und Dr. Rudolf
von W i 1 1 e m 0 e s - S u h m, des verdienstvollen Begleiters der
Challenger Expedition zu beklagen, welche ihr in diesem
Jahre durch den Tod entrissen v^orden sind.
Allgemeines.
Im Zoological Record for 1873 edited by E. Caldwell
Rye, London 1875, findet sich der in gewohnter vortreff-
licher Weise von M. R. B. Sharp e gearbeitete Bericht
über das Jahr 1873. Ein Index to Genera and Subgenera
recorded as new in the Zoological Record Vol. VI 1869
ist diesem Bande des Record beigegeben, um einen An-
schluss an Graf MarschalTs Nomenciator zoologicus zu
erzielen.
Prot. Dr. W. Blasius Bericht über Publicationen der
Jahre 1873 und 1874, welche die europäische Ornis und
die Ornithologie im Allgemeinen berühren in Bericht XXI
Versamml. deutscher Ornithol. Gesellsch. 23. Vorzüglich ge-
arbeitete Uebersicht.
Von Giebel: Thesaurus Ornithologiae erschien Halb-
band IV, enthaltend: Nomenciator Irrisor — Oxyrhynchus.
Schluss des zweiten Bandes nebst Titel und Vorwort.
Nekrolog von K. J. Sundevall Journ. f. Orn. 214.
J. N. Faigl: P. J. N. Hinteröcker Priester der
Gesellschaft Jesu und apostolischer Missionär in Australien.
Ein Lebensbild.
Baron König-Warthausen (mit Nachtrag von Dr.
W. Blasius) Nekrolog von Ferdinand Baron Droste,
Ber. XXI Versamml. deutsch. Ornith. Gesellsch. 104.
VII. Jahresversammlung der deutschen ornithologischen
Gesellschaft zu Berlin October 1874. Journ. f. Ornith. 113.
Bericht über die XXI. Versammlung der deutscheu
Ornithologen-Gesellschaft zu Braunschweig 20. — 23. Mai
1875, gemeinschaftlich mit der Frühjahrversammlung der
Berliner deutschen ornithologischen Gesellschaft, heraus-
gegeben von Prof. Dr. W. Blasius und Dr. R. Blasius,
Braunschweig 1875. 8.
Protocoll der constituirenden Frühjahr-Versammlung
Archiv für Naturg. XXXXU. Jahrg. Bd. -2. K
14ß Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
ZU Braunschweig', in welcher die Vereinigung der beiden
bisher bestandenen deutschen ornithologischen Gesellschaften
beschlossen wurde. Journ. f. Orn. 342.
W. K. Parker and A. Newton: Birds in Encyclo-
pedia Britannica 9. edit. Vol. III. 1875 699—778 mit vielen
Holzschnitten. Eine vortrefflich gearbeitete Uebersicht der
allgemeinen Ornithologie. Die Anatomie (S. 699—728) ist
von M. Parker, der übrige Theil von Prof. Newton.
Anatomie, fossile und erloschene oder erlöschende Vögel-
arten, geographische Verbreitung, Migration, Nisten, Eier,
Mauser. Ein Werk von grosser Wichtigkeit.
G. Dawson B o w 1 ey : Ornithological Miscellany (zwang-
lose Hefte) Part. I. No. 1 January London 4 No. 2, dann
Part. IL No. 1. 2 kenne ich nur aus der Besprechung
in Ibis 509.
Dr. A. B. Meyer: Mittheilungen aus dem königl.
zoologischen Museum zu Dresden. Herausgegeben mit
Unterstützung der Generaldirection der k. Sammlungen für
Kunst und Wissenschaft. Dresden fol. 1875 Heft. I.
A. Hume What is a Species? Stray Feathar III 257.
Prof. Cabanis Ueber Wallace's neue Eintheilung der
Familien der Passeres Journ. f. Orn. 228 (mit Bemerkungen
über Cabanis System).
Dr. G. Neumayer: Anleitung zu wissenschaftlichen
Beobachtungen auf Reisen. Mit 56 Holzschnitten und 3
lithogr. Tafeln Berlin 1875. 8. Ornithologischer Theil von
Dr. G. Hartlaub.
AI tum: Der Vogel und sein Leben. 5. Auflage.
Münster 1875.
P. L. Sclater: On the present State of our Know-
ledge of geographical Zoology. Address delivered to the
Biological Section of the British Association, Bristol August
25. 1875. Verfasser nimmt an: Arctogaea (I. Palaearctic,
II. Ethiopian Region, IIa. Lemurian Subregion, III. Indian,
IV. Nearctic Region), Dendrogaea (V. Neotropical Region,
V.a. Antilleän Subregion), Antarctogaea (VI. Australian
Region), Ornithogaea (VII. Pacific Region) (vgl. des Ver-
fassers Science Lectures for the People Sixth Series 1874.
N. 5 and The Geographical Distribution of Mammals, Man-
der Vögel während des Jahres 1875. 147
ehester. Heywood 1874). Diese höchst wichtige und inte-
ressante Abhandlung enthält die Untertheilung der Regionen
und eine Uebersicht der betreffenden Literatur.
List ol the Zoological Works and Memoirs of P. L.
Sclater 1850 — 1875 printed for Private Distribution. Ein
Ueberblick einer so reichen wissenschaftlichen Thätigkeit,
wie sie wenige Naturforscher aufweisen können.
Dr. Brehm Gefangene Vögel L Th. 11. Bd. bis
Lief. 11.
Dr. K. Russ: Die fremdländischen Stubenvögel, ihre
Naturgeschichte, Pflege und Zucht. Hannover. Lexicon 8.
1875 Lief. 1—3.
C. G. Friderich Vollständige Naturgeschichte der
deutschen Zimmer-, Haus- und Jagdvögel nebst einem An-
hang über die ausländischen Vögel. 3. verm. Auflage. Schluss-
lieferung 9 und 10. Stuttgart 1876.
Dr. Fitzinger: Die Kaiserliche Menagerie zu Schöu-
brunn. Eine populäre Schilderung sämmtlicher Thiere
derselben. 16. Wien.
S. Berthelot: Oiseaux voyageurs et poissons de
passage. Etüde comparee d'organisme, des moeurs et
d'iustinct. Paris 1875. (Besprechung uud Auszüge Bullet.
Soc. Acclim. 3. ser. 111. 1876. 315 et 325).
F. Lescuy er: Architecture des nids. Ouvrage couronn^
par la Societe centrale d'Agriculture de France. Paris
1875. 8. Sehr verdienstliche Schrift.
F. Denis: Arte plumaria. Les plomes; leur valeur et
leur emploi dans les arts au Mexique, au Perou, en Bresil,
dans les Indes et dans l'Oceanie Paris 1875. 8. (Auszug
Bullet Soc. Acclim. 3 ser. 111. 1876 326.)
J. V. B a r b 0 z a d u B 0 c a g e : Melanges ornithologiques
Jörn. Sc. Math. Phys. e Natur. H. XVllI. Lisboa 1875.
Aglaia von Ender es: Neue Federzeichnungen aus
der Thierwelt. Wien, Pest, Leipzig. 8.
A. V. Enderes: Vom Wiener Thierhandel (a. d. N. Fr.
Presse) Gefied. Welt 26.
E. Naumann: Die Fauna der Pfahlbauten im Starn-
berger See. Arch. f. Anthropologie. Brauuschweig Vlll. 1.
148 Pelze In: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Enthält nach Dr. W. Blasiu s Bericht viele ornithol. Vor-
kommnisse.
J. Bell Pettigrew: Die Ortsbewegung der Thiere
Internat, wissensch. Biblioth. X. Bd. Leipzig 1875.
Dr. W. Mars ha 11: Pterologische Mittheilungen III.
Beobachtungen über das Jugendgefieder des Strausses und
über das Verhältniss der Federn der ßatiten zu denen der
Carinaten. Zool. Gart. 121.
M. Z. G e r b e : Observations sur la maniere dont s'accom-
plit la mue des remiges chez le macareux moine (Alca ar-
ctica L.) et le Plongeon Lumme ( Colymbus arcticusL.) Rev,
d. Zool. 271 t. 6.
Ueber die Sammlung von Dunenkleidern zu Braun-
schweig. Ber. XXL Vers, deutsch. Ornith. Gesellsch. Braun-
schweig 4.
A. Milne Edwards: Ueber im Guano eingeschlossene
Vögelcadaver. Instit. nouv. Serie 1875. No. 125 167.
Dr. A. Habel: Ueber die Art und Weise der Bil-
dung des Whuano (Guano) Akad. Wissensch. Wien. Sitzg.
V. 24. Juni 1875.
P. V. Gr edler: Entführung einer Henne mit Ei durch
einen Raubvogel, Zool. Gart. 319.
A. H anau : Mordgelüste bei gefangenen Vögeln ib. 461.
Bastard-Zuchten, Gefiederte Welt 21, 96 et 106 (W.
Boecker) 391 (Dr. Franken).
J. Oellacher: Ueber einen Fall part. Multiplicität
des Rückenmarkes in einem 4tägigen Hühnerembryo. Na-
turw.-med. Ver. in Innsbruck. Ber. V. Jahrg. 1874. Inns-
bruck 1875. 20.
Dr. C. Stölker: Ueber Schnabelmissbildungen mit
2 Tafeln. Verh. :St. Gallischer naturwiss. Gesellsch.
1873—74.
Ercolani: Nota Anatomica suir organo del Timpano
degli Uccelli Annuario Soc. Natur, in Modena 2 ser. An.
IX. fasc. 3—4. Vergl. auch Alix in Gervais Journ.
d. Zool. 1875. 256.
K. B. Ulrich: Zur Characteristik der Muskulatur der
Passerinen. Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwissensch. N. F.
XL 1875. 28 t. 2—6.
der Vögel während des Jahres 1875. 149
A. Macalister: On s. Points in Birds Myology
Proc. R. Irish Acad. 1874? 1875?
A. H. Gar r od: On a point in the Mechanism of the
Birds Wing. Proc. Z. S. 82.
A. H. Garrod: On the Disposition of the Deep
Plantar Tendons in different Birds Proc. Z. S. 339 mit
Holzschnitten Fig. 1—8, Fig. 9 Ca typical Passerine foot.
G. Eisen: Om foglars förmlga Öfv. K. Vet. Akad.
Förh. Stockholm 1874. 7—8. 7—21.
Prof. Budge: lieber das Harnreservoir der Wirbel-
thiere. Mittheil, des naturwiss. Vereins von Neu -Vor-
pommern und Rügen VlI. 1875. 18.
G. Gulliver: Observations on the Sizes and Shapes
of the Red Corpuscles of the Blood of Vertebrates, with
Drawings of theni to a uniform Scale and extended and
revised Tables of Measurements Proc. Z. S. 474 t. 55.
Goüezel: Les oiseaux de raer, leur utilite au point
de vue de la navigation et de la peche Nantes 1875. 8.
H. de la Blanchere: Les oiseaux utiles et les oi-
seaux nuisibles. Paris 1875.
J. G. E. Mühlig: Welche Säugethiere und Vögel
sind der Landwirthschaft, Wald- und Gartencultur schäd-
lich oder nützlich. Mannheim 1875. 8.
Uebereinkomraen der österreichischen Regierung mit
jener des Königs Victor Emanuel über den Vogelschutz.
Wiener Zeitung vom 19. Januar 1876.
Mittheilungen des (tirolischen) Jagd- und Vogel-Schutz-
Vereines. Innsbruck 4. Zwanglose Hefte No. 1. 2. 3.
Landescultur und Vogelschutz. Flugschrift No. 1 des
Sächsisch-Thüringischen Vereins für Vogelkunde und Vogel-
schutz zu Halle a. S.
R. Tittel: Bericht über die Wirksamkeit des Ver-
eines zur Pflege der Vögel des Winters in Halle Getied.
Welt 435.
Thätigkeit des Stettiner ornithologischen Vereines
auf dem Gebiete des Vogelschutzes. Bö dick er, Gefied.
Welt 52, 60, 70.
Zum Vogelschutz. Gefied. Welt 77, 135, 197, 207, 214,
230, 249, ^93. (W. Thienemann), 350, 357, 415.
150 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
E. V. Homeyer: Bemerkungen über den Vogelschutz
Journ. f. Orn. 124.
Friedr. Baron D roste: Zur Vogelschutzfrage in Nitz-
sche Illustr. Jagd-Zeitg. IL 61. 69. Auch etwas zur Vogel-
schutzfrage, ib. 143.
V. Wolf fers dorff: Die Vogelschutzfrage und die
Jagd ib. 1, 10, 22,
K. Hagemeister: Die Noth der kleinen Vögel u. s. w.
Gefied. Welt 35.
L. Olph. Galliard: Excursion ornith. en SuisseRev.
d. Zool. 1. Wichtig für Vogelschutz, Zusammenstellung d.
Literatur; vgl. Europa.
Prof. Jeitteles: Ueber Nistkästchen für Vögel und
deren Verwendung im Dienste der Garten-, Land- und Forst-
wirthschaft in Belehrungen über das Leben, den Nutzen
und die Pflege der Thiere. Herausgegeben von dem Wiener
Thierschutzverein L Wien 1875 16 mit Holzschnitten.
Schmalz: Nistkasten und Käfige zur Zucht. Gef.
Welt 6 und 18.
Niststätten ib. 286 (N. fr. Presse).
C. Geitel: Die zweckmässige Fütterung kleiner frei-
lebender Vögel in der Nähe menschlicher Wohnungen im
Winter. Zool. Gart. 58.
A. Herold: Vogelfütterung im Winter ib. 16. 17.
Zur Vogelfütterung. Gefied. Welt 113 (W. Alefeld)
252 (Heuschreckennahrung) 276 (Dr. v. Gloeden) 298 (E.
Wippermann) 317 (E. Lieb).
Noenti: Ueber den Acclimatationsgarten in Paris
Zool. Gart. 65 (auch über Bastarde).
Dr. K. Russ: Ueber Einbürgerung fremdländischer
Vögel in Deutschland, in Bericht über die zweite Versamm-
lung des Märkischen Forst- Vereins in Potsdam 1874. Pots-
dam 1875. (Zool. Gart. 239).
Dr. K. Russ: Die Beziehungen und die Wichtigkeit
der Vogelliebhaberei der wissenschaftlichen Ornithologie
gegenüber. Ber. XXI. Versamml. deutsch. Ornith. Gesellsch«
Braunschweig 4.
Aglaia von Ende res: Die Voliere in Salzburg. Wiener
Abendpost 28. Sept. 1875.
der Vögel während des Jahres 1875. 151
E. Lieb: Einiges über Aufzucht von Nestvögeln sowie
über Eingewöhnung der Wildfänge. Gefied. Welt 181, 188,
197, 208, 215, 223, 231 und 242,
Bade- Apparat für den Käfig ib. 166.
Cornely: üeber Einfluss der Winterkälte auf bei
Tours gehaltene Vögel. Bullet Soc. Acclimat. 3. ser. IL 53.
Zivsa: Vogelzucht in Händlerladen. Gefied. Welt 392.
Neue und seltenere Erscheinungen des Vogelmarktes.
Gefied. Welt 5. 18 (v. Schlechtendal), 104 (K. Russ), 120,
216 (K. R.), 241, 250, (Schi.), 333, 339 (K. R.), 365 (Schi.)
374, 436 (K. R.).
Mittheilungen aus den Vogelstuben ib. 30 (Heer), 46
(Gf. York), 54 (A.F.Wiener), 146 (W. Boecker), 157,
180 (A. Prager) 182 (R. Berger) 208,243, 251, (Wiener)
257 (Th. Wilckens). 261, 276, 308 (Wiener), 308
(Heck), 326 (Dr. Russ), 327 (Wiener), 340 (Ahlers),
409 (Wiener), 411 (Holzthiem).
0. Vetter: Meine diesjährige Vogelzucht ib. 408 u. 419.
Ueber Vogelzuchtresultate Bullet. Soc. Acclimat. 3. ser.
IL 690. 693.
A. Fauque: Educations d'Oiseaux faites a la Fai-
sanderie de M. Gustave And eile a Epinac (Saoue et
Loire). Bullet. Soc. Acclimat. 3. ser. II. 1875. 1. Ueber-
sichten der dort 1871 — 1874 gezogenen Vögel, auch Holz-
schnitte von Einrichtungen.
J. Trousset: Guide illustre du faisandier, acclima-
tation et education de chasse et de luxe, paons, eperroniers,
lophophores, hoccos, pauxis, penelopes, paraquas. Paris?
1875.
Ueber Vogelkrankheiten. Gefiederte Welt 46 (H. Blau)
224 (Böcker), 286, 307, 315 und 325 (Kanarienvögel W.
Böcker), 318 (Dr. Sedlitzkv), 327 (Essmann), 334, 342 (Rit-
tinger, Hühner), 375 (Besk. Hühner), 395 (Essmann, Hühner,
Nachschr. v. Russ), 4öb (Gädeke, Hühner), 458 (Hühner)
459 Massow, Hühner).
Sacc: Ueber Eierconservirung Instit. n. ser. 1875.
No. 125. 167.
U. Gayon: Recherehes sur les alterations spontanees
152 Pelze In: Bericht üb. tl. Leistungen in d. Naturgeschichte
des oeufs (suite) Annal. scientif. de l'Ecole Normale supe-
rieure 2 ser. IV. Instit. 1875. 225. 257.
H. C. Sorby: Od the Coloiiring-matters of the Shells
of Birds Eggs Proc. Z. S. 351 mit Holzschnitten.
;.., P. Tauber: Om Ha use aeggets Beirugtning i Aegge-
lederen in Naturh. Tidsskrift stifted of H. Kroyer udgivet
Ol" J. C. Schi(i)dte. 3 R. 1875. 63 Tab. I.
Les Hydro-incubateurs cxploites industrieliement a
Goubaes par M. M. E. Eoullier-Arnoult et E. Arnoult,
A. Geoffroy St. Hilaire inBullet. Sog. Acclimat. 3. ser.
n. 1875. 713. Discussion darüber ib. 805.'
E. Roullier-Arnoult et E. Arnoult Notice sur
les couveuses artificielles ib. 721.
Spirituslampe zu Brutmaschinen Geiied. Welt 392 mit
H olzschnitten.
Ueber H.Nehrkorn's Eiersammlung. Bericht XXI. Ver-
samml. deutsch. Ornitholog. Gesellsch. Braunschweig 20.
Europa.
Von Dresser's: History of the Birds of Europe
sind 1875 erschienen P. XXXV. — incl. XLV.
Ch. R. Bree: A History of the Birds of Europe not
observed in the British Isles Second edition, enlarged. Vol.
I. Large 8. London 1875. (Besprechung Ibis 506 j.
E. Rey: Verzeichniss der europäischen Brutvögel
und Gäste nach den neuesten Ermittelungen Leipzig 1875.
A. Marchand: Descriptions des poussins des oiseaux
d'Europe Rev. de Zool. 139 (Sterna leucopareia, arctica,
minuta, hirundo, nigra, Hemipodius tachydromus, Phalacro-
corax cri Status t. 2, Pelecanus onocrotalus t. 3, Stercora-
rius longicaudus t. 4.
Ad. und Karl Müller: Die einheimischen Säugethiere
und Vögel nach ihrem Nutzen und Schaden in der Land-
und Forstwirthschaft. Leipzig 1875?
Grunack: Maasse der Eier nahverwandter Vögel.
Journ. f. Ornithol. 226.
Cabanis und A. v. Homeyer: Abnorme Brutplätze.
Journ. f. Orn. 227.
N. D. Beobachtungen über Brutgeschäft, Lebensw. u.
s. w. einiger Vögel. Zool. Gart. 69, 110.
der Vögel während des Jahres 1875. 153
Alph. MilneEdwards: Observations sur les Oiseaux
dont les ossements ont ete trouves dans les cavemes du
Sud Ouest de la France: in Materiaux pour l'hist. primi-
tive et naturelle de THomme dirigee par E. Cartailhac.
Toulouse XI Annee 2 ser. VI 1875. 473. Mit Aufzählung
von Arten. Eine höchst interessante Abhandlung.
J. Payer: Die österreichisch-ungarische Nordpol-
expedition in den Jahren 1872—1874. Wien 8, (Aufzählung
der in dem Gebiete zwischen Nowaja Semlja und Franz
Josefs-Land angetroffenen Vögel; die meisten derselben
kommen auch an den Küsten des Franz Josefs-Landes vor.
S. 276).
Nach M. A. Campbell wurden zu Spitzbergen ein
Rabe (wohl Corvus Corax) und eine Schwalbe (wohl Hi-
rundo rustica) gesehen. A. Newton Ibis 272.
Seebohm: üeber Vr)gel, Eier und Nester von der
Petschora-Mündung (vom Verf. und M. Harvie Brown ge-
sammelt) Proc. Z. S. 566.
Kricheldorff: Ueber Eier aus Lappland. Journ. f.
Orn. 451.
L. Stejneger: Ornithologisches aus Norwegen III.
Journ. f. Orn. 167.
W. Meves: Brüteplätze seltener europäischer Vögel.
Journ. f. Orn. 428. Vögel aus Russland. Wichtig für die
europ. Fauna, auch Beschreibungen und über Eier.
J. Cordeaux: Notes on the Birds of Heligoland in
M. Gätke's Collection Ibis 172. Gätke bereitet ein
Werk über die Vögel Helgolands vor. In dem obigen
Aufsatz wichtige Notizen über die Wanderung der Vögel
und Verzeichniss der Arten.
J. P. van W i c k e V 0 r t C r o m m e 1 i n : Nouvelles orni-
thologiques sur la faune des Pays-bas in Arch. neerland.
sc. exact. et nat. X. 1875. 166.
Friedrich: Naturgeschichte der deutschen Zimmer-,
Haus- und Jagdvögel. 3. Auflage vgl. Allgemeines.
J. Rohweder: Die Vögel Schleswig-Holsteins und
ihre Verbreitung in der Provinz nebst einer graphischen
Darstellung der Zug- und Brut Verhältnisse. Husum 1875. 4.
C. F. Wiepken: (Oldenburg) Ornithologische No-
154 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
tizen Ber. XXI. Versamml. deutsch. Ornith. Gesellsch.
Braunschweig 83.
C. F. Wiepken: Eine ornithologische Excursion
nach dem südlichen Theile unseres Herzogthumes (dem
Münsterlande) ib. 85 (auch Ei von Ardea purpurea).
C. Geitel: Aufzählung der am nördlichen Harzrande
im Winter erscheinenden Vögel. Zool. Gart. 61 (in einem
Aufsatze über die Fütterung vgl. Allgemeines).
H. Schalow: Beiträge zur Orvis der Mark Branden-
burg Ber. XXI. Versamml. deutsch. Orn. Ges. Braun-
schweig 74.
A. Grunack: Die Dubrow (in der Mark) und ihre
Bewohner. Gefied. Welt 240.
Dr. K. Th. Liebe: Ornithologische Notizen (haupt-
sächlich aus Thüringen, Lebensweise, Nisten). Journ. f.
Orn. 200.
C.Sachse: Ornithologische Notizen vom Wester-
walde. Journ. f. Orn. 417. Lebensw., Eier, Nester.
Hans Graf Berlepsch: Ornithologische Notizen aus
Kurhessen. Journ. f. Ornith. 105.
R. Tobias: Ornithologische Berichtigungen und Zu-
sätze (über Vögel der Oberlausitz). Mit Notiz von A. v.
Homeyer ib. 106.
A. V. Homeyer: Biologische Beobachtungen über
einige schlesiscbe Vögel ib. 111; E. v. Homeyer: Bemer-
kungen hiezu ib. 123.
Pralle: Ornithologische Notizen ib. 415; auch Eier,
Nester.
P. Höpfner: (zu Regitten) Briefliche Mittheilung
(Hakengimpel, Paridae u. s. w.) Ber. XXI. Vers. d. Orn. Ges.
Braunschweig 101.
Dr. Brehm: Ueber das Vogelleben der böhmisch-
schlesischen Grenzgebirge. Journ. f. Orn. 230.
V. Tschusi-Schmidhofen: Ornithologische Mit-
theilungen aus Oesterreich (1874). Journ. f. Orn. 408.
Friedrich Freiherr von Dalberg: Beiträge zur orni-
thologischen Fauna Mährens. Verh. zool. bot. Gesellsch.
Wien XXV. I. 423.
V. Tschusi- Schmidhofen: Die Vögel Salzburgs.
der Vögel währeud des Jahres 1875. 155
Ein Verzeichniss aller in diesem Lande bisher beobachte-
ten Arten mit Bemerkungen und Nachweisen ihres Vor-
kommens. Zool. Gart. 228, 309, 345, 385^-421,457 Schluss.
Enthält auch eine Uebersicht der einschlägigen Literatur.
J. V. Trentinaglia-Talvenburg: Das Gebiet der
Rosanna und Trisanna (in West Tirol) Wien 1875.
Ch. G. Danford and J. A. Harvie Brown: The
Birds of Transylvania. Ibis L 188 (Schilderung des Landes,
sorgfältige Zusammenstellung der Literatur), 291 (Liste
der Arten). 412 (Schluss).
A. Newton: YarreU's History of Brit. Birds
Part. VlII.
J. E. Karting: Our Summer Migrants, an Account of
the Migratory Birds which pass the Summer in the British
Islands, London lö75. 8. (Besprochen. Ibis 503).
Dawson Rowley: Ueber britische Vogel. Ornith.
Miscell. P. IL N. 2; Ibis 510.
Ueber 10 Briefe von Gilbert White 1790-1793 über
britische Ornithologie (Tichodroma muraria etc.) Ibis 521.
G. White: The Natural History and Antiquities of
Seiborne in the county of Southampton Standard edition
by E. T. Bennet. Thoronghly revised with additional
Notes by James E. Harting. Illust. with engravings by
Th. Bewiek, Harvey and others. London 1875. 8. (Be-
sprochen Ibis 262).
L. Olph. G a 1 1 i a r d : Excursions ornithologiques en
Suisse. Questions sur la raretc des Oiseaux dans diverses
contrees, principales causes de la diminution du Gibier,
son utilite reelle Rev. de Zool. 1. mit Literatur über
Vogelschutz.
L. Olphe Galliard: Ueber ein projectirtes Werk:
Revue generale des Oiseaux de la France ou Manuel
d'Ornithologie (wird auch verwandte exotische Arten be-
handeln) dann Beschreibg. von Morraon graba Brehm und
Aegithalus n. sp. Ibis 267.
N. Quepart: Ornithologie Parisienne ou Catalogue
des Oiseaux sedentaires et de passage qui viveut a l'etat
sauvage dans l'enceinte de la ville de Paris 12. Paris 1874.
156 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
P. Sa vi: Ornitologia Italiana IL Bd. Florenz 1875.
(bis zum Schluss der Grallae).
Lord Lilford: Cruise of the „Zara'^ in the Medi-
terranean Ibis 1 (Stidfrankreich, Genua, Neapel, Sicilien,
Malta, Sardinien, Museen in Genua u. s. w., Falco Eleo-
narae, Laras, Audouini u. s. w.).
Nordische Vögel auf dem Adriatischen Meere. Zool.
Gart. 355 (Fratercula).
Th. Krltper: Zeiten des Gehens und Kommens und
des Brütens der Vögel in Griechenland und Jonien. C ata-
log mit Citaten und Zusätzen von Dr. Hart lau b, Literatur
von Dr. Hartlaub inMommsen: Griechische Jahreszeiten
3. Hft. Schleswig 1875.
Addenda al Catalogo de los Aves de los Baleares
inserto en la Revista de los progresos de las Ciencias exa-
ctas, fisicas y naturales T. XV. No. 1 in Anales de la soc.
espanola de Hist. Nat. Tom. IV. quad. 1. April 1875. 58.
Howard L. Irby: The Ornithology of the Straits of
Gibraltar. London 1875. 8. mit Karten. Behandelt das eu-
ropäische und africanische Ufer. (Besprochen. Ibis 501.)
Asien.
Von Gould's: Birds of Asia enthält Part. XXVII
die Beschreibungen und Abbildungen von Podoces Bid-
dulphi, P. Hendersoni; P. Panderi, P. humilis, Lobio-
phasis Bulweri, Euplocamus lineatus, Pucrasia Darwini,
Dicaeum retrocinctum, Trochalapteron cineraceum, T. vir-
gatum, Garrulax galbanus, Actinodura Waldeni, Pyrrhula
cineracea, Montiringilla ruficollis, und Sitta nagaensis.
Pelz ein: Africa — Indien. Darstellung der Bezie-
hungen zwischen der airicanischen und indo-malayischen
Vogel-Fauna nebst allgemeineren Betrachtungen über die
geographische Verbreitung der Säugethiere Verh. zool.-bot.
Gesellschaft Wien XXV. IL 33.
Dr. V. Middendorff: Sibirische Reise. Bd. 10 Th. 2
Lief 2. Uebersicht der Natur Nord- und Ost-Sibiriens.
Die Thierwelt Sibiriens. Schluss. 1874, 4. Eines der wich-
tigsten Werke über geographische Verbreitung und viele
Fragen der allgemeinen Zoologie, mit einer Fülle der ge-
nauesten Beobachtungen und Daten.
der Vögel während des Jahres 1875. 157
lieber den von Mr. Dresser beabsichtigten Wieder-
abdruck von E V e r s m an n Addend a ad Zoographiam Russo-
Asiaticam vgl. Ibis 521.
L. Taczanowski: Verzeichniss der Vögel, welche
durch die Herren Dybowski und Godlewski an der
Ussurimündung gesammelt wurden. Journ. f. Orn. 241
Beschrbg. nach Eier, Nester.
M. Bogdanow: Ueberblick der Reisen und natur-
historischen Forschungen im Aralo-Kaspischen Gebiete
1720—1874 in Travaux de l'expedition Aralo-Caspienne.
Petersburg 1875 (in russischer Sprache). Deutsch: Russische
Revue Bd. VllI 1876.
Severzow: Reise Peterm. Geogr. Mittheil. Ergäu-
zungsheft 42.
Dr. N. Severzow: Allgemeine Uebersicht der aralo-
tianschanischen Ornis, in ihrer horizontalen und verticalen
Verbreitung. Aus dem Russischen mit Originalzusätzen und
Berichtigungen des Verfassers (Fortsetz, und Schluss aus
J. f. 0. 1874). Journ. f. Ornith. 1875. 58 und 168 mit
einer systematischen Tabelle der Turkestanischen Ornis,
auch über Hausgeflügel. Neue Arten sind in der Tabelle
aufgezählt, aber nicht beschrieben. Vgl. vorigen Bericht.
Die Arten (jedoch nicht die Varietäten) sind aufgenommen
im Bericht.
Dr. N. Severzow: Zusätze und Berichtigungen zur
obigen Uebersicht ib. 190.
Dr. N. Severzow: Notes on some new Central- Asiatic
Birds. Ibis 487. Mit Holzschnitten.
Severzow: Notices on some Turkestan Birds. Un-
publicirte Berichtigungen zu seinem russischen Text. Stray
Feath. Hl. 420—431. — Wichtig, mit vielen lateinischen
Diagnosen.
H. E. Dresser: Notes on Severzow's Fauna of
Turkestan (Turkestanske Jevotnie) Ibis 77, 236, 332 (Aus-
züge aus dem russischen Werke und Noten).
Dr. Th. Krüper: Beitrag zur Ornithologie Klein-
Asiens Journ. f. Ornith. 258 (siehe J. f. 0. 1869). Lebensw.
Eier, Nester auch Beschreibungen.
Journ. de mon troisieme voyage d'exploration daus
158 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen i in d. Naturgeschichte
Tempire chinois avec cartes, par TAbbe Armand David
1875. (Nouv. Arch. Mus. 1865—1870).
R. Swinhoe: Ornithological Notes made at Chetbo
(Prov. of Sbantung, N. Cbina). Ibis 114 (Scbluss v. Ibis
1874. 447), aucb Eier, Nester, anatom. Notizen.
R. Swinhoe: Briefticbe Mittheilungen über Vögel
von Japan und China Ibis 143 und 145.
R. Swinhoe: On the Contents of a second Box of
Birds from Hakodadi, in Northern Japan Ibis 447.
S. Serrurier: Encyclopedie Japonoise Le Chapitre
des Quadrupedes avec la premiere partie du celui des Oiseaux
Traduction frangaise sur le texte original avec tac-simile
Leyde 1875. Gr. 8. Enthält z. Th. recht gute Zeichnungen
von Vögeln.
Ueber Dr. A. v. Roretz' Reisen in Japan. Wiener
Abendpost 8. October 1875.
Dr. Vidal: Animaux et plantes utiles du Japon Bullet.
Soc. Acclimat. Paris. 2. Ser. 11. 433.
Przewalski: Reise durch Kuka-noo und das nörd-
liche Tibet bis zum Oberlaufe des Jang tse Kiang Sept. 1872
bis Juni 1873. Peterm. Mittheil. 1874. 41. vgl. auch
1875. 56.
Von A. Hurae's periodischer Schrift Stray Feathers
sind 1875 erschienen Vol. IL No. 4—6 und Vol. 111.
Recently described Species. Republications. Stray
Feath. 111. 279, 391. Unter diesem Titel beabsichtigt M.
A. H u m e allmälig die Original-Beschreibungen aller neuen
Species zu republiciren, welche in den letzten Jahren der
indischen Avifauna durch Jerdon, Brooks, Gould,
Waiden, Legge, Stoliczka, G. Austen, Salvadori,
Cabanis und andere hinzugefügt worden sind, und welche
zerstreut in verschiedenen periodischen Schriften indischen
Feldornithologen unzugänglich sind.
A. 0. Hume: Ueber Oedicnemus und Merops ib. 326.
New Species of Birds exhibited and characterized
by M. A. 0. Hume. Proc. As. Soc. Bengal. Mai 1874 106.
Exhibition by M. Schwendler of a Crow's Nest
der Vögel während des Jahres 1875, 159
made of telegraph. wire. Proc. A. S. B. March. et April
1874. 74.
W. E. Brooks: Some Ornithological Notes and Cor-
rections. Journ. A. S. B. XLIII. P. II. 1874. 239—253.
A. 0. Hu nie: lieber von M. F. Wilson gesendete
indische Raubvögel. Stray P'eath. III. 327.
C. H. T. and G. F. L. Marshall: Ueber indische
Vögel, ib. 330.
Geschlechtsunterschied hinsichtlich der Irisfärbung bei
indischen Vögeln Davison. ib. 414.
Ueber Aedon familiaris, Sterparola cinerea und Lanius
collurio von Capt. Butler in Deesa gesammelt. A. Hume
ib. 415.
H. E. M. James: Notizen über indische Vögel, ib. 417.
A. Hume: Index to the Ornithological Literature of
1872. Stray Feath. IL 251 (zu bedauernde Art der Polemik).
Reisebriefe von Dr. Stoliczka (von seiner letzten
Reise), ib. 461.
Dr. F. Stoliczka: The Avifaunaof Kashgar in Winter
(nachgelassene Abhandlung mit Noten und Berichtigungen
von A. Hume). Stray Feath. 111. 215.
Andrew Anderson: Notes on a visit to the Lucknow
Museum, ib. 384 (Raubvögel).
Andr. Anderson: Corrections of and Additions to
„Raptorial Birds of North- western India". Proc. Z. S. IG.
t. 3 auch Eier und Nester.
A. Le Messurier: Additional Notes on the Avifauna
of Sindh. Stray Feath. III. 378.
E. A. Butler: Notes on the Avifauna ofMount Aboo
and Northern Guzerat. ib. 437—500. Lebensw., auch Nester,
Eier. Mit Noten von M. A. Hume (wird fortgesetzt).
R. M. Adam: Additional Note on the Birds of the
Sambhur Lake and itsvicinity. Stray Feath. IL 337 and 465.
V. Ball: On the Avifauna of the Chutia (Chota)
Nagpur Division S. W. Frontier oi Rengal ib. 355 auch
Einiges über Nester und Eier. Addenda und Corrigenda
ib. IIl. 288.
V. Ball: Notes on some Birds observed in the Su-
liman Hills, west of Dera Ghazi Khan ib. III. 204.
160 Pelze In: Beriebt üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Hypocolius ampelinus Hartl. in Sind erlegt W. T.
Blanford Ibis 388 vgl. Laniidae.
W. E. Brooks: Notes upon a collection of Birds
made between Mussoori and Gangaotri in May 1874. Stray
Featb. III. 224, mit Karte und Anmerkungen von M. A.
Hume. Additional Notes ib. 275.
R. W. Morgan: Ueber südindische Vögel ib. IL 531.
J. Aitken: The Swallows and Swifts of Berar ib.
III. 212.
Von Godwin Austens: Fourth list of Birds princi-
pally from the Naga Hills and Munipur J. A. S. B. XLIII.
1874 P. IL 151 t. 4—10 (bereits im vorigen Berichte S. 13
erwähnt) sind hier die neuen Arten Reguloides fulvoventer,
Turdinus Garoensis und Erythrosterna sordida und die
Citate der Abbildungen nachgetragen. Auch Paradoxornis
Austeni Gould ist in obiger Abhandlung besprochen.
Catalogue of Mammals and Birds of Burma by the
late E. Blyth with a Memoir and portrait of the Author
Journ. A. S. B. XLIII. P. IL Extra Number August 1875.
Enthält Introduction being a Memoir of the late M. E.
Blyth by A. Grote, Catalogue of the Mammals of Burma, edi-
ted with Notes and Additions by Dr. J. Anderson and
G. E. Dobson und Catalogue of the Birds of Burma, edi-
ted with Notes and Additions by Lord Waiden.
Lord Waiden: Notes on Birds from Burma. Ibis 458.
Auch Liste javanischer Gattungen und Arten, welche nicht
aus Malacca oder Sumatra bekannt sind; aber in Burma
gefunden werden.
R. W. Ramsay: Ornithological Notes from the Di-
striet of Karen -nee, Burma. Ibis 348 mit Noten von Lord
Waiden.
E. W. Gates: Notes on some Burmese Birds. Stray
Feath. III. 335. Lebensw., Nester, Eier,
Ueber von M. Mandelli in den Bhotan Doars ge-
sammelte Vögel. A. Hume Stray Feath. IL 458.
A. Hume: A first List of the Birds of the Tenasse-
rim Provinces. ib. IL 467 mit Karte.
A. Hume: A. Second List of the Birds of Tenasse-
rim. ib. III. 317.
A. Hume et Gates: A First List of the Birds of
der Vögel während des Jahres 1875. 161
Upper Pegu ib. 1 — 194 mit einer Karten, t. 1, auchLebensw.
Nester, Eier, Beschreibungen.
V. Legge: On tbe Birds of the Soutb-eastern Sub-
division of Southern Ceylon. Ibis 273 et 395 (Schluss) An-
hang, Antwort auf M. Holdsworth Bemerkungen on the
Birds of the S. W. Hill region s. Ibis 1874.
V. Legge: On the Breediug of certain Grallatores
and Natatores in the 8. E. of Ceylon with Notes on the Nest-
ling-plumages of the same. Proc. Z. S. 374 (auch über Eier).
W. V. Legge: Additions to the Avifauna of Ceylon,
and notes on various Species found there. Stray Feath.
III. 194—204, Lebensw., Beschreibungen. Vgl. auch ib. 265.
W. V. Legge: Notes on Ceylonese Ornithology and
Oology with additions to the Avifauna of the Island, ib.
361, auch Nester.
A. Hume: Additional Notes on the Avifauna of the
Andaman Islands. Stray Feath. IL 490.
R. B. Sharp e: On a Collection of Birds froni Ln-
buan (voii M. H. Low). Proc. Z. S. 99 t. 22, auch Eier
und Nester.
Lord Waiden: A List of the Birds known to inha-
bit the Philippine Archipelago. Transact. Z. S. Vol. IX p. 2
t. 23 (Karte) — 34.
T. Salvadori: Intorno a due collezioni di Uccelli
di Celebes inviate al Museo Civico di Genova dal Dr.
Bcccari ce dal Signor Bruijn. Ann. Mus. Genova VII.
1875. 641. t. 18.
A. Hume: Nests and Eggs of Indian Birds III. Cal-
cutta 1875 (S. 491 — 662). Dieser dritte Theil bildet den
Abschluss dieses sehr verdienstlichen Buches.
Andrew Anderson: On the Nidification of certain
Indian Birds N. IV. Ibis 199 (Aquila hastata).
A. Anderson: On little or unknown Himalayan Oo-
logy with Notes on the Birds. Stray Feath. ITI. 350, auch
Nester.
Rliodes W. Morgan: On the Nidification of certain
South-Indian Birds. Ibis 313—323, auch Eier.
E. Rey: Beschreibung einiger indischer Vogeleier.
Journ. f. Ornith. 285 (44 Arten).
Archiv f. Naturg XXXXII. Jahrg. Bd. 2. L
162 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Africa.
G. E. Shelley: A few stray Notes on African Birds.
Ibis 379.
Pelze In: Africa-Indien vgl. Asien.
Howard Irby: The Ornithology of the Straits of
Gibraltar vgl. Europa.
J. H. Gurney jun.: lieber Algierische Vögel. Be-
richtigungen und Zusätze zum Aufsatze in Ibis 1871. Ibis
1875. 140.
V. Heuglin: Bericht über Viaggio dei Signori Anti-
nori, Beccari e Issel nel Mar Rosso, nel territorio dei Bo-
gos etc. Journ. f. Orn. 52.
V. Heuglin: Ornithologische Notizen aus Nord-Ost
Africa (Januar — März 1875) Ber. XXI. Vers. d. Ornith.
Gesellsch. Braunschweig 88 auch Nisten, Eier, Lebensw.
J. Mellis: St. Helena: a Physical, Historical and To-
pographical Description of the Island including its Geology,
Fauna, Flora and Meteorology, London 1875.
Dr. A. Reiche now: Bericht über die ornithologischen
Sammlungen der Expedition nach Westafrica, Correspon-
denzblatt der africanischen Gesellschaft zu Berlin 1875.
No. 10. 176.
Dr. A. Reichenow: Zur Vogelfauna Westafricas.
Ergebnisse einer Reise nach Guinea (Schluss v. J. f. 0.
1874). Journ. f. 0. 1875. 1 Beschreibungen, Lebensweise,
auch Nisten und Eier. Auch ein Verzeichniss der in der
Kamerungegend bekannten Vogelarten.
Dr. Falkenstein: Reisebrief aus W. Africa dd.
Chinchoxo 26. Aug. 1874. Journ f. 0. 217.
Prof. C'abanis: üeber Dr. Falkenstein's dritte
Sendung aus W. Africa. Mit Beschreibung der neuen-
Arten. Journ. f. 0. 234.
Ueber Dr. Lenz's Reisen in Africa Verb. K. K. geo-
log. Reichsanstalt 1875. No. 9. 149.
Prof. Cabanis: Ueber Vögel aus Liberia. Journ. f.
0. 232.
Catalogue geographique des oiseaux recueillis par
M. M. A. Marche, et marquis de Compiegne dans leur
voyage comprenant les pays suivants: Senegal, Gambie, Ca-
der Vögel während des Jahres 1875. 163
zamance, Sierra Leone, Bonny, Vieux Calabar, cap. Lagos,
Fernando Po, Principe, Gabon, Fernand-Vaz et riviere Ogoone
pendant les annees 1872—74 par A. Bouvier 8. Paris 1875?
(1876?).
J. J. Monteiro: Angola and the River Congo, London
1875. 2 Vol. (ob Ornithologisches ?).
E. L. Layard: The Birds of South Africa, New ed.
thoroughly revised and augmented by R. B. Sharpe L
Theil, London 1875. 8. vgl. Ibis 394 et 505.
G. E. Shelley: Three Months on the Coast of South
Africa. Ibis 59 auch Nester, Eier.
Oustalet: Ueber von der astronomischen Expedition
auf der Insel St. Paul gesammelte Vögel (hauptsächlich von
d. H. Lantz und de 1' Isle gesammelt). Institut No. 152?
Bullet. Soc. Acclim. 3 ser. II.
J. Mulle ns: Twelve Months in Madagascar 1875
(Ob Zoologisches?).
E. Bartlett: List of the Mammals and Birds, collected
by A. Waters in Madagascar. Proc. Z. S. 62 (auch Eier).
R. B. Sharpe: Contributions to the Ornithology of
Madagascar. Part. IV. Proc. Z. S. 70 t. 13. 14.
Prof. Newton: Ueber uupublicirte Skizzen eines
Dodo und anderer ausgestorbener Vögel von Mauritius. Proc.
Z. S. 349 (Aphanapteryx Broeki, Lophopsittacus mauri-
tianus).
Alph. Milne Edwards: Observations sur l'epoque
de la disparition de la faune ancienne de File Rodrigues
Corapt. rend. Acad. sc. LXXX. 1875. 998.
Alph. Milne Edwards: Nouveaux documents sur
l'epoque de la disparition de la faune ancienne de l'ile
' Rodrigues. Annal. des sc. nat. 6. ser. II. 1875. Art 4.
Auszug Compt. rend. Ac. sc. LXXX. 1212.
A. Newton: Additional Evidence as to the origi-
nal Fauna of Rodriguez. Proc. Z. S. 39 (Relation de l'ile
Rodigue msc. im Marine Ministerium zu Paris).
J. Caldwell: Notes on the Zoology of Rodriguez
Proc. Z. S. 644 (Reste von Solitaire).
Dr. Kiddcr: Ueber die Fauna und Flora der Ker-
guelen Insel (Brief). Compt. rend. Acad. sc. Paris 1224.
164 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
J. H. Kid der: Contributions to the Natural History
of Kerguelen Island. Bullet, of the Unit. St. National-Mu-
seum II. Washington 1875. 8. (Vögel von der Exped. zur
Beob. des Venus-Durchganges.)
A. E. Eaton: First Report of the Naturalist attached
to the Transit of Venus Expedition to Kerguelens Island.
Dec. 1874. Proceed Royal Soc. London Vol. XXIII. No. 160;
Ann. nat. bist. XVI. 287 (über Fauna und Flora von Ker-
guelensland).
Prof. Cabanis: Ueber eine Collection von Vögeln
von den Kerguelens-Inseln. Journ. f. Orn. 449 (Exped.
zur Beobachtung des Venus-Durchganges).
America.
Elliott Coues: Fasti Ornithologiae redivivi. No. I.
Bartram's Travels. Proc. Acad. Philad. 1875. 338—358.
Grunack: Maasse der Eier von Falco anatum und
Corvus littoralis. Journ. f. 0. 227.
Nachrichten von Capt. Feil den und M. Hart den
Naturforschern der Arctischen Expedition (Briefe dd. Disco
14. July) Ibis 520.
A. Newton: Notes on Birds which have been found
in Greenland. Cambridge 1875. (nicht bekannt aus welcher
periodischen Schrift).
Dali: Note on the Avifauna of the Aleutian Islands.
Proc. California Acad. V. P. IL 1875.
Elliott Coues: Birds of the North West. A. Hand-
book of the Ornithology of the region drained by the Mis-
souri River and its Tributaries in United States Geological
Survey of the Territories. Miscellaneous publications N. 3.
Washington 8. 1874. Enthält auch Monograph of N.
Americ. Laridae S. 590, Monograph of N. Amer. Colym-
bidae et Podicipidae ib. 718.
J. A. Allen: Notes on the Nat. Hist. of portion of
Dakota and Montana Territories. Proc. Bost. Soc. XVII (Zool.
Record f. 1874. 31).
E. W. Nilson: Ornith. of Utah, Nevada and Cali-
fornia ib.
Von Maynard's: Birds of Florida ist Ref. dieses
Jahr kein Heft bekannt geworden.
der Vögel während des Jahres 1875. 165
R. Ridgway: The Lower Wabash Valley considered
in the relation to the faunal districts of the Eastern Re-
gion of W. America, ib. XVI. 304 Zool. Reo. 32.
R. Ridgway: Catalogue of the Birds ascertained
to occur in Illinois. Ann. Lyc. N. Y. XI 364 (Zool. Reo.).
Vorkommen von Xewa Sabini and Mimus polyglottus
in Massachusetts (nach dem Americ-Sportsman) Elliot Coues
Ibis 272.
Th. Brüh in: Die Vögel von Neu Coeln im Staate
Wisconsin. Zool. Gart. 414.
Th. Bruhin: Sechsjährige Beobachtungen über die
ersten Erscheinungen im Thier- und Pflanzenleben Neu-
Coeln's bei Milwaukie. Verb. zool. bot. Gesellsch. Wien
XXV. 811.
T. M. Brewer: Catalogue of the Birds of New
England. Proc. Bost. Soc. Nat. Hist XVIT. March. 1875.
0. Salvin: Additional Notes on the Birds of the
Islands of Masa fuera and Juan Fernandez. Ibis 370.
D. Rafael Montes d{e Oca: lieber mexicanische
Trochilidae vgl. Trochilidae.
G. N. Lawrence: Description of Four New Species
of Birds from Costa Rica. Ann. Lyc. N. Y. XI. 88.
Prof. C a b a n i s : Beschreibung dreier von Dr. G u n d-
lach auf der Insel Portorico aufgefundener und benannter
aber nicht beschriebener Arten. Journ. f. Orn. 223 (Gymno-
glaux Krugii, Chlorestes Gertrudis, Blacicus Blancoi).
Dr. J. Gundlach: Neue Beiträge zur Ornithologie
Cubas (Fortsetz. v. J. f. 0. 1874) Journ. f. 0. 1875. 293
et 353 (Schluss) Beschreibungen, Lebensw. Eier, Nester.
P. L. Sclater and 0. Salvin: Descriptions of some
new Species of South-American Birds. Proc. Z. S. 37 t. 6.
P. L. Sclater and 0. Salvin: On Venezuelan Birds
collected by M. A. Goering Part. V. Proc. Z. S. 234 t. 35.
Pelzein: On some Birds from Spanish Guiana col-
lected by Herr Münzberg. Ibis 329.
Karl Petermann: Schilderung des Fanges und
Vogellebens im Brasilianischen Urwalde. Gefied. Welt 127,
136 et 145.
W. H. Hudson; On the Herons of the Argentine
166 Pelze In: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Republic with a Notice of a curious Instinct of Ardetta
involucris. Proc. Z. S. 623 Lebensw., Nest, Ei.
Aus Friedr. Leybold's Excursion a las Pampas Ar-
jentinas. Uebers. v. Dr. E. v. Martens. JourD. f. Orn. 439,
aueb Eier und Nester.
0. Salvin: Auszug aus einem Memoir über die Avi-
fauna des Galapagos Archipel. Proc. Z. S. 269. Die Abhand-
lung wird in den Transact. of the Zool. Soc. erscheinen.
Australien.
T. Salvador i: Catalogo di una coUezione di
Uccelli del gruppo di Halmahera e di varie loca-
litä della Papuasia, inviati in dono al Museo Civico di
Genova del Sig. A. A. Bruijn (auch aus N.-Guinea) Anna!
Mus.-Civ. Genova VII 1875. 749 t. 21.
T. Salvadori: Descrizione di sei nuove specie d'
uccelli delle Molucche, delle Kei e delle Aru e del mas-
chio della Pachycephala lineolata Wall. ib. 983.
T. Salvadori: Descrizione di cinquantotto nuove
specie di uccelli, ed osservazioni intorno ad altre poco note,
dalla Nuova Guinea e di altre Isole Papuane, raccolte dal
Dr. 0. Beccarie dai cacciatori del Sig. A. A. Bruijn ib. 896.
Lettera ornitologica di 0. Beccari intorno agli Uc-
celli osservati durante un suo recente Viaggio alla Nuova
Guinea T. Salvadori ib. 704.
Reisebericht des Signor d'Albertis dd. Yule Is-
land 24. Mai 1875 an M. Sclater. Proc. Z. S. 530.
Salvadori e d'Albertis: Catalogo di una collezione
di Uccelli dell' isola Yule e della vicina costa meridionale
della penisola Orientale della Nuova Guinea. Annal. Mus.
Civ. Genova VII. 797.
Dr. A. B. Meyer: Inhalt der sechs Mittheilungen an
die Kais. Akad. d. Wissensch. in Wien über Vögel von
N.-Guinea und den Inseln der Geelwinkbai (vergl. Bericht
f. 1874 19) Ibis 147.
Dr. A. B. Meyer: Ornithologische Mittheilungen in
Mittheil. Zool. Mus. Dresden Heft I. 1875.
Gould: The Birds of New Guinea. Wurde in diesem
Jahre begonnen. Mir nicht aus eigener Anschauung bekannt.
R. B. Sharpe: Contributions to a History of the Ac-
der Vögel während des Jahres 1875. 167
cipitres or Birds of Frey. Notes on the rarer Accipitres
of Australia. Proc. Z. S. 337.
T. Salvador!: Descrizione di due nuove specie di
Uccelli del Capo York. Ann. Mus. Genova VII 991.
Col. Egerton Warburton: Journey a cross the
Western Interior of Australia. With an Introduction byCh.
H. Eden. Edited by H. W. Bates 1875 (ob auch Zoolo-
gisches ?).
J. Gould: Descriptions of three new Species of
Australian Birds Proc. Z. 8. 314.
J. Gould: Further Contributions to the Ornithology
of Australia (mit einem Brief von T. F. W. Andrews
über die auf der Lake-Eyre Expedition gesammelten Vögel)
Ann. nat. bist. 4 ser. XVI 285.
E. Pierson Ramsay: List of Birds met with in
North-eastern Queensland, chiefly at Rockingham Bay. Proc.
Z. S. 578, auch Eier und Nester.
E. P. Ramsay: Descriptions of some rare Eggs oi
Australian Birds. Proc. Z. S. 112 (Ptilonorhynchus holoseri-
ceus, Eurostopodus albogularis, E. guttatus, Capriraulgus
macrourus).
Von den Transactions and Proceed. of the New Zea-
land Institute sind mir in diesem Jahre Vol. VI. (1873)
und VII (1874 issued 1875) zugekommen.
G. Dawson Rowley: Ornithol. Miscellany P. I. No. 1
January 1875 London 4. (Neuseeländische Vögel) No. 2
Sceloglaux albifacies und Porphyrio Stanleyi abgebildet.)
Brieflicher Reisebericht des Baron A. Hügel dd
Christchurch N. Zealand 11. Febr. 1875 mitgetheilt vonM.
R. B. Sharpe. Ibis 389.
Dr. 0. Finsch: Preliminary Remarks on some New
Zealand Birds Transact. N. Zeal. Instit. VII 226.
W. L. Buller: On the Ornithology of New Zealand
ib. VI. 112. Bemerkungen über viele Species und Ant-
worten auf Dr. Finsch's Bemerkungen.
W. L. Buller: Remarks on Capt. Huttons Notes
on Certain Species of N. Zealand Birds ib. 123 mit Holz-
schnitten.
Notes by Capt Hutton on Dr. Bullers: Birds of
168 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
N. Zealand with the Authors Replies thereto (vgl. Ibis 1874
January) ib. 126.
W. L. Buller: On the Ornithology of N. Zealand
ib. VII. 197 t. 7 (Terminologie) t. 8.
Bull er: Notes on certain disputed Speciesof N. Zea-
land Birds ib. 211.
Buller: On some additions to the Collection of Birds
in the Colonial Museum ib. 224.
Dr. Fi n seh: On a apparently new Species of Pen-
guin from New Zealand. Ibis 112.
Einführung europäischer Vögel nach Neu Seeland.
Nach „Nature^'. Zool. Gart. 114.
Zoology of the Voyage of the Erebus and Terror
Supplements published by Mr. Janson. Birds by R. B.
Sharpe (Liste der Vögel Neu Seelands mit Noten dann
Abbildungen von 10 Species von Localitäten im Südlichen
Ocean ausserhalb N. Seeland). Mir nur durch die Be-
sprechung im Ibis 511 bekannt.
E. E. Mein icke: Die Inseln des Stillen Oceans,
eine geographische Monographie, 2. Theil Polynesien und
Mikronesien.
Dr. 0. Finsch: Zur Ornithologie der Südsee-Inseln
I. Die Vögel der Palau - Gruppe. Journ. Mus. Godeffroy.
Heft VIII 1875 mit 5 Tafeln. Auch Nester, Eier.
Dr. 0. Finsch: Characters of six newPolynesian Birds
in the Museum Godeffroy at Hamburg. Proc. Z. S. 642.
E. L. Layard: Ornithological Notes from Fiji, with
Descriptions of supposed new Species of Birds. Proc. Z. S.
27, auch Eier.
E. L. Layard: Descriptions of some supposed new
Species of Birds from the Fiji Islands ib. 149.
E. L. Layard: Notes on Fijian Birds ib. 423 auch
Eier und Nester.
E. L. Layard: Description of a new Flycatcher be-
longing to the Genus Myiagra, and Notes on some other
Fijian Birds. Ibis 434.
S. J. Whitmee: List of Samoan Birds with Notes
on their Habits, etc. Ibis 436, Eier, Nester.
der Vögel während des Jahres 1875. 169
Accipitres.
R. B. Sharpe: Catalogue of Accipitres I. besprochen in Stray
Feath. H 501.
Vultoridae. J. H. Gurney: Notes on a Catalogue of the Ac-
cipitres in the British Museum by R. B. Sharpe, Ibis 87.
Andrew Anderson: Corrections of and Additions to »Rap-
torial Birds of North-western India«, Proc. Z. S. 16, auch Nest, Eier.
W. Meves: Ueber die rostrothe Farbe des Geieradlers, Gy-
paetus barbatus Storr. Journ. f. Orn. 434.
Girtanner: Ein Beitrag zur Naturg. des Bartgeiers, Berich-
tigung. Nitzsche 111. Jagdztg. II 71.
J. H. Gurney: Ueber einen Condor im Londoner Zoologischen
Garten, Ibis 269.
Neue Arten: Gyps nivicola Severz. : Turkest. Jevotn. 62 et
111 (G. Himalayanus Ilume, Sharpe Catal. et Dresscr). Dresser
Ibis 97, Severz. Journ. f. Orn. 169 et Stray Feath. III 420 Diagn.
{= G. Himalayensis Ilumc, der die Priorität hat), Turkestan. — G.
rutüans Severz., Turk. Jevotn. et Journ. f. Orn. 169, Turkestan.
Falconidae. J. II. Gurney: Notes on a Catalogue of the
Accipitres in the British Museum by R. B. Sharpe, Ibis 87, 221,
353, 370. Aeusserst wichtige Beiträge zur Kcnntniss der Raubvögel.
R. Ridgway: Outlines of a natural arrangement of the Fal-
conidae. Bullet. U. St. Geol. and Geogr. Survey of the Territories
2. ser. N. 4. 225, besprochen Ibis 498.
R. B. Sharpe: Contributions to a History of the Accipitres,
Notes on Birds of Prey in the Museum at the Jardin des Plantea
and in the CoUection of Mons. A. Bouvier. Ibis 253 (u. a. Machae-
rhamphus Anderssoni ad.).
R. B. Sharpe: Contributions to a History of Accipitres or
Birds of Prey. Notes on the rarer Accipitres of Austraiia. Proc.
Z. S. 337.
R. Ridgway: Studies of the American Falconidae — Mono-
graph of the Genus Micrastur, Proc. Acad. Philad. 1875 470 — 502
mit Holzschnitten. Auch Biographisches über M. melanoleucus
(Nest).
Andrew Anderson: Corrections of and Additions to »Rap-
torial Birds of North-western Indiac Proc. Z. S. 16. t. 3, auch Eier
und Nester.
A. Anderson: Note on a visit to the Lucknow Museum,
Stray Feath. III 384.
Prof. Cabanis: Ueber Verbreitung und .Abarten des Buteo
borealis (Gm.). Journ. f. Orn. 126.
170 Pelzein: Bericht üb. tl. Leistungen in d. Naturgeschichte
0. V. Krieger; üeber Buteo desertorum auf der Krähenhütte
geschossen, ib. 226.
R. Ridgway: On the Buteoninae subgenns Craxirex, Proc.
Acad. Philad. 1875. 89, ausführliche Monographie. Besproch. Ibis 500.
Baron Fr iedr. ü roste: Ein Steinadler in Thüringen. Nitzsche
lUustr. Jagdztg. II 66.
0. Lindner: Ein Steinadlerfang in Böhmen, ib. 94.
E. V. Homeyer: lieber die Gruppe der Schreiadler. Journ.
f. Orn. 153.
Dr. R. Blasius: lieber Schreiadler, ib. 347.
Dr. R. Blasius: üeber die europäischen Schreiadler. Ber.
XXI. Versamml. deutsch. Ornith, Gesellsch. Braunschweig 18, mit
Discussion.
W. E. Brooks: Notes on »The Spotted Eagle« Aquila uaevia,
Stray Feath. III 304.
L. Bureau: L'Aigle botte A. pennata (Cuv.) d'apres des ob-
servations recueillies dans Touest de la France. Association frangaise
pour l'avancement des sciences Congres de Nantes 1875. IV. t. 13.
Sehr wichtige und eingehende Darstellung der Naturgeschichte des
Zv^ergadlers.
L. Taczanowski: Aquila pennata? aus Sibirien. Journ. f.
Orn. 151.
Severzow: lieber Unterscheidung von Aquila minuta, pen-
nata und guttata Brehm. Stray Feath. III 421 (Diagn.).
R. Grothe: Zur Naturgeschichte von Aquila brachydactyla.
Gefied. Welt 401.
Graf Menger sen: Erlegung eines Seeadlers zu Zscheplin und
Dresden. Nitzsche III. Jagdztg. II 51.
L. Maggi: Int. all' appar. biliare dell' Heliaetus albicilla.
Rendiconto Instit. Lombardo Sc. e Lett. VIII 1874—75, mit 1 Taf.
H. E. Dresser: Notes on Falco labradorus Aud., F. sacer
Forster und F. spadiceus Forster. Proc. Z. S. 114.
V. H engl in: Antilopenjagd mit Falken in Africa. Nitzsche
III. Jagdztg. II 24.
Dr. W, Blasius: lieber nordische Jagdfalken. Ber. XXI.
Vers, deutsch. Ornith. Gesellsch. Braunschweig 16.
Baron P'ricdr. D roste: Nordischer Jagdfalke bei Falkcu-
hagen. Nitzsche III. Jagdztg. II 34.
A. Hume: Heber Falco Ilendersoni, Stray P'eath. II 530.
Sclater: lieber Polihierax iusignis Waiden, Stray Feath.
III 417.
W. Bull er: On the Existence of two Species of Hieracidea
in N, Zealand. Transact. N. Zeal. Instit. VII 213. t. 9.
H. E. Dresser: lieber die Priorität des Namens Cerchneis
cenchris (Naumann), Ibis 515.
der Vögel während des Jahres 1875. 171
A. Hume: üeber Erythropus vespertinus imd E. amurensis,
Stray Feath. I! 527.
R, B. Sharpe: Notes on Cerchneis vespertina and C. amu-
rensis, Stray Feath. III 303.
A. Hume: Ueher Hierax melanoleucus Blyth, Stray Feath.
II 525.
A. Hume: Macheiramphus alciuus Westerm., Stray Feath.
III 269.
V. Schuckmann: Streit zwischen Milan und Kolkrabe. Nitz-
sche 111. Jagdztg. H 58.
Gensichen: Zur Kenntniss des Hühnerhabichts, Falco palum-
barius. Gefied. Welt 419.
Gurney: Astur castanilius nicht von N, -Granada, sondern
vom Gabon, Ibis 363.
R. Ridgway: On Nisus Cooperi (Bp.) and N. Gundlachi
(Lawr.). Proc. Acad. Philad. 1875. 78.
R. Ridgway: Monograph of the Genus Micrastur, ib. 470
— 502, bereits oben ausführlicher angeführt.
R. Nebel ung: lieber Circus cineracens. Gefied. Welt 286.
üeber Uarpagornis Moorei, R. Owen, XXI. Memoir on Di-
noniis etc., Proc. Z. S. 470. — Dr. J. Hector, ib.
J. V. Haast: On Uarpagornis an exstinct genus of Gigantic
Raptorial Birds of N. Zealand, Transact. N. Zeal. Instit. VI 62.
t. 7, 8, 9.
Neue Gatt ungen : Eutriorcliis R. B. Sharpe, Proc. Z.
S. 73 (Eutr. astiir n. sp.). — H(irp>/opsia Salvadori, Ann. Mus.
Civ. Genova VII 682 (H. Novae-Guineae n. sp.). — Mcgatriorchis
Salvad. et d'Albertis, ib. 805 (M. Doriae n. sp.).
Neue Arten: Buteo exsul 0. Salvin (erythronotus Sclater,
Ibis 1871), Ibis 1875. 371, Insel Masafuera. — Aqiiila CuJleni Bree,
Birds Europe 2. edit. 89; vgl. auch Proc. Z. S. 1875. 380, Do-
brudscha. — Ä. albipcctus Severzow, Turkest. Jevotu. 63 et Journ.
f. Oru. 170 (A. pennata Dresser); Dresser, Ibis 101, Turkestan. —
Harpyopsis Novae Guineac Salvad., Annal. Mus. Genova VII 682 et
805, N -Guinea. — Eutriorcliis Astur R. B. Sharpe, Proc. Z. S. 73,
S.-Madagascar, M. Crossley. — Falco Tschcrnaievi Severzow, Turk.
Jevotu. 63 et 114 et Stray F'eath. III 422 (F. babylonicus Gurney
apud Dresser); Dresser, Ibis 106, Turkestan. — F. ruhroscapularis
Bruhin, Zool. Gart. 415, Wisconsin. — F. columbarius Bruhin, ib.
Wisconsin. — F. vcrnalis Bruhin, ib. Wisconsin. — Microhierax
chinensis A. David, Oustalet in Soc. Philomath. Paris 27 fevr. 1875;
Instit. 114. 76; R. B. Sharpe, Ibis 254, Kiungi, China. — Baza
incognita A. Hume (wenn verschieden v. ß. sumatrensis Lafr.) Stray
Feath. III 313, Sikhim, Tenasserim. — Astur cenchroides Severz.,
Turkest. Jevot. 63 et 113, Journ. f. Orn. 170 et Stray Feath. III
172 Pelz ein; Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
422 (Diagn.); Dresser, Ibis 104, Turkestan. — Ä. Sharpei Oustalet,
Soc. philomath. Paris 8. Mai 1875. Instit. 125, 166, Mariannen (Astro-
labe). — Ästur sp. Salvad , Ann. Mus. Genova VII 751, Dore,
Bruijin. — A. {Scelospizias) pusülus J. H. Gurney, Ibis 358, Ins.
Joanna, Coraoren. — Micrastur Pelzeini Ridgway, Proc. Acad. Phiiad.
1875. 482 et 494, Ucayale, Peru, E. Bartl. — Megatriorchis Doriae
Salvad. et d'Albertis, Ann. Mus. Genova VII 805, N.-Guinea, d'Al-
bertis. — Accipiter ovampensis J. H. Gurney, Ibis 366, S.-Africa,
Anderson. — Urospizias spilothorax Salvad , Ann. Mus. Genova VII
900, N. -Guinea u. Ins. Jobi. — U. etorqiies Salv., ib. 901, N.-Guinea,
Salwattie, — U. misoriensis Salv., ib. 904, Ins. Misore. — U. mela-
noclüamys Salv., ib. 905, N.-Guinea. — U. albiventris Salv., ib. 983,
Ins. Ke, Beccari. — Circus spüothorax Salvad. et d'Albertis, ib. 807,
ins. Yule bei N.-Guinea. — Harpagornis assimilis (wenn verschieden
von H. Moorei) v. Haast, Transact. N. Zeal. Instit. VI 64, N. -See-
land (exstinct.).
Abbildungen. Buteo vulgaris Dresser, Birds of Europe
P. XXXIX. — B. desertorum, ib. XXXVII. — B. ferox, ib. XXXVIII.
— Striated Eagle Bree, Birds Europe 2. ed. (nach Ibis 508 wohl
A. heliaca juv.) — A. Culleni ib. (Ibis 508). — A. hastata Less.,
Andr. Anderson, Proc. Z. S. t. 3. fig. 1, 2. — A. pennata Dresser,
B. Europ. P. XXXV— XXXVI et L. Bureau, Assoc. franc. Congres
de Nantes 1875. T. IV. t. 13 (die verschiedenen Kleider). — Nisaetus
fasciatus Dresser, B. Europe P. XXXV — XXXVl. — Limnaetus phi-
lippensis (Gurney) L. Waiden, Transact. Z. S. Vol. IX. P. 2. t. 24.
— Circaetus gallicus Dresser, B. Europe P. XXXV— XXXVI. —
Haliaetus albicilla ad. pull, et jun., ib. XXXVII. — Eutriorchis astur
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. t. 12. — Falco gyrfalco Dresser, B. Europe
P. XLni, XLIV. — F. aesalon, ib. XXXVIII. - Hieracidea Novae
Zealandiae, Kopf und Beine f. 1, 3, 4, H. ferox, Kopf und Beine
f. 2, 5, Buller, Transact. N. Zealand Instit. VJI. t. 9. — Tinnunculus
alaudarius, Holzschnitt der Sehnen des Fusses, Garrod, Proc. Z. S.
S. 342. f. 3. — Pernis apivorus Dresser, B. Europe XL et XLI,
XLII. — Milvus ictinus, ib. XL. — Elanus coeruleus, ib. XXXV,
XXXVI. — Astur palumbarius, ib. XLI, XLIL — Holzschnitte von
Micrastur raelanoleucus, Kopf ßg. 1 S. 477, M. ruficoUis, Kopf fig. 2,
Schnabel fig. 3, 4, 5 S. 478, Flügel fig. 6 S. 479, Ohröffnung fig. 7
ib., M. zonothorax, Füsse, M. Pelzeini, Fuss fig. 8 S. 481, M. con-
centricus, Fuss fig. 9 S. 482, Ridgway, Proc. Acad. Phiiad. 1875.
— Accipiter ovampensis J. H. Gurney, Ibis t. 6. — Harpagornis
Moorei J. v. Haast, Transact. N. Zeal. Instit. VI. t. 7 et 9, Osteo-
logie. — H. assimilis Haast, ib. t. 8, Osteologie.
Strigidae. R. B. Sharpe: Catalogue of the Birds in the
British Museum Vol. H Catalogue of the Striges or Nocturnal Birds
of Prey in the Collection of the British Museum 8. 14 pl. 1875.
der Vögel während des Jahres 1875. 173
R. B. Sharpe: Contributions to a History of the Accipitres.
The Genus Glaucidiura Ibis 35. t. 1, 2. The Genus Strix of Lin-
naens and its Type ib. 324.
R. B. Sharpe: Contributions to a History of the Accipitres.
Notes on Birds of Frey in the Museum at the .Tardin des Plantes
and in the Collection of Mons. A. Bouvier, Ibis 253. Mit einer
Liste der Species der Gattungen Carine, Ninox und Glaucidiura,
nebst den Fundorten.
Andrew Anderson: Corrections of and Additions to Rap-
torial Birds of North-western India. Proc. Z. S. 16, auch Nest
und Eier.
Andrew Anderson: Notes on a visit to the Lucknow Mu-
seum Stray Feath. III 384.
J. H. Gurney: Ueber Fortpflanzung des europ. Uhu und der
Schneeeule in Gefangenschaft bei M. Fountaine, Ibis 517.
Ueber das Geschrei von Strix indica Blyth und Ephialtes
griseus Jerd. H. J. Rainey, Stray Feath. III 333.
Gyranoglaux Krugii Gundl. = G. nudipes (Daud). Prof. Ca-
banis, Journ. f. Orn. 223.
Uhu bei St. Goar ain Rhein geschossen. Zool. Gart. 115.
Ueber Ketupa flavipes. A. Hum.e, Stray Feath. III 416.
Nach A. Hume, Stray Feath. II 454, Ephialtes Jerdoni Waiden
= Scops malabaricus Jerd.
Beschreibung von Syrniura spilonotum Gray, Sharpe, Cat.
Striges 277.
On the Plumage and Ilabits of Syrnium Indranee Sykes,
Stray Feath. II 342.
E. P. Ramsay: Ueber Strix Candida Tick, aus Australien,
Ibis 512.
Neue Arten: Athene orientalis Severz. (plumipes Swinh.),
Journ. f. Orn. 171, Turkestan. — Ninox assimilis Salvad. et d'Al-
bertis, Ann. Mus. Genova VII 809, N.-Guiüea, d'Albertis. — N.
peninsnlaris Salvad., ib. 992, Cap York, d'Albertis et Tomasinelli.
— Glaucidium griseiceps Sharpe (pumilum pt. Ridgway), Ibis 41 et
56 et Catal. Striges 196, Central America. — G. cobanense (Ridg-
wayi juv. ante) R. B. Sharpe, ibid. 260 et Cat. Striges 199, Vera
Paz. — G. tephronotum R. B. Sharpe, ib. 260 et Cat. Striges 211,
S.-America? — Speotyto guadeloitpensis (cunic. var. guadeloup.
Ridgw.) Sharpe, Cat. Striges 147, W, -Indien. — Scotopelia Bouvieri
Sharpe, Ibis 260 et Catal. Striges 11, Gabon. — Scops obsoleta Ca-
banis, Journ. f. Orn. 126, Buchara, Syrien. — Sc. Beccarii Salvad.,
Ann. Mus. Genova VII 906, Ins. Misore. — Syrnium Davidi Sharpe
(Ptynx fulvesceus P. David, N. Arch. Mus. VII), Ibis 256, Moupin?
— Strix de Boepstorffi A. Hume, Stray Feath. III 390, Audamanen.
Neue Speciesnamen: Glaitcidiiim ferox (infuscatum et fer-
174 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
rugineum pt. Ridgw.) Sharps, Ibis 57. — G. Eidgwayi (infuscatum
et ferruginenni Ridgw. pt.) Sharpe, ib. 58 et Cat. Striges 205.
Neue Subspecies: Scops stictonotus Sharpe (S. giu /), Cat.
Striges 54, China, Siam, Himalaya. — Sc. rufipennis (S. giu C) (Sc.
pennatus Jerd.) Sharpe, ib. 60. — Sc. bouruensis Sharpe (S. ma-
gicus y), ib. 73. — Sc. morotensis (magicus 6), ib. 75. — Sc. albi-
ventris (magicus ^), ib. 78. — Sc. guatemalae (brasilianus ß), ib. 112.
— Sc. floridanus Ridgway (asio ß], ib. 118. — Sc. enano Ridgw.
(asio y), ib. 118.
Abbildungen. Noctua podargina H. et F. Finsch, Journ.
Mus. Godeffr. Hft. VIII. t. 1. — Sceloglaux albifacies D. Rowley,
Ornith. Mise. N. 2. — Ninox philippensis ßonap., L. Waiden, Trans-
act. Z. S. IX. p. 2. t. 25. f. 1. — N. ochracea (Schleg.) Sharpe,
Cat. Striges t. 11. f. 2. — N. fusca (Vieill.), ib. t. 12. f. 1. — N.
hypogramraa (Gray), ib. t. 10. — N. squamipila (Bp.), ib. t. 12.
f. 2. — N. hautu (Walb.), ib. t. 11. f. 1. — Glaucidium cobanense
Sharpe, ib. t. 13. f. 1. — G. tephronotum Sharpe, ib. t. 13. f. 2. —
G. gnoma Sharpe, Ibis t, 1. — G. pumilum, ib. t. 2. f. 1. — G.
griseiceps, ib. t. 2. f. 2. — Bubo Shelleyi Sh. et Ussher, Sharpe,
Cat. Striges t. 2. — Pseudoptynx philippinensis Kaup, L. Waiden,
Transact. Z. S. IX. p. 2. t. 25. f. 2. — Scotopelia Bouvieri Sharpe,
Cat. Striges t. 1. — Scops giu « capensis, ib. t. 3. f. 1. — S. giu
y stictonotus f. 2. — S. giu e malayauus, ib. t. 4. f. 1. — S. gym-
nopodus Gray. ib. t. 4. f. 2. — S. magicus a, ib. t. 5. — S. magicus
ß leucospilos, ib. t. 6. — S. magicus y bouruensis, ib. t. 7. f. 2. —
S. magicus ö morotensis, ib. t. 7. f. 1. — S. magicus e manadeusis,
ib. t. 8. f. 2. — S. mag. t] albiventris, ib. t. 8. f. 1. — S. brasi-
lianus ß guatemalae, ib. t. 9. — Lempijius? megalotis (G. R. Gray)
L. Waiden, Transact. Z. S. IX. p. 2. t. 25. f. 3. — Strix flammea
a Capverden b. S.-Domingo, Sharpe, Cat. Striges t. 14.
Holzschnitte: Sunüa ulula Sharpe, Cat. Striges S. 129,
Schwanz. — Nyctea scandiaca, ib. 125, Kopf. — Carine noctua,
ib. 132, Flügel und Nasenloch. — Heterogiaux Blewitti, ib. 141,
Flügel und Nasenloch. — Ninox scutulata, ib. 152, Flügel. — Glau-
cidium passerinum, ib. 188, Flügel. — Speotyto cunicularia, ib. 142,
Flügel und Nasenloch, ib. 148, Primarien. — S. guadeloupensis,
ib. 148, Primarien. — Bubo maximus, ib. 2, Sternum. — Scotopelia
Ussheri, ib. 9, Bein. — Scops giu, ib. 58. f. 1, 2, Bein. — Sc. gym-
nopodus, ib. 67, Bein. — Sc. magicus, ib. 71, dann ß leucospilos ib.,
y bouruensis 74, S manadensis 77, Bein. — Sc. semitorques (Schi ).
ib. 84, Bein. — Sc. lettia, ib. 96, Bein. — Sc. lempiji ß malabaricus,
ib. 96, Bein. — Sc. Balli et Sc. raodesta, ib. 102, Bein. — Asio
otus, ib. 225, Fuss. — A. madagascariensis, ib. 233, Fuss. — A.
capensis, ib. 240, Fuss. — A. stygius, ib. 242, Fuss. — A. grarami-
cus, ib. 244, Fuss. — Syrnium aluco, ib. 249, Fuss. — S. nebulosum,
der Vögel während des Jahres 1875. 175
ib. 258, Fuss. — S. fulvescens. ib. 259, Fuss. — S. Woodfordi,
ib. 269, Fuss. — S. virgatnm. ib. 275, Fuss. — S. perspicillatum,
ib. 279, Fuss. — S. melanonotum, ib. 280. Fuss. — Strix flammea,
ib. 289, Sternum. Mittelzehe, ib. 290.
Passeres fissirostres.
Caprimalgidae. A. Hume: On two species of Batrachostoraus,
Stray Feathers II 348.
L. Waiden: Ueber Caprimulgus griseatus G. R. Gray, Trans.
Z. S. IX. p. 2. 160.
Neue Arten: Batrachostomus castaneus (affinis Blyth part.)
A. Hume, Stray Feath. II 348, Darjeeling. — B. pimctatus A. Ilume,
ib., Ceylon. — Aegotheles Bennettii Salvad. et d'Albertis, Ann. Mus.
Genova VII 816, N. -Guinea, d^Albertis. — Äe. insignis Salvad., ib.
916, N. -Guinea (Arfak). — Ae. affinis Salvad., ib. 917, N.-Guinea
(Arfak). — Caprimulgus Äccrae G. E. Shelley, Ibis 379, Accra. W.-
Africa. — C. palUdus Severz., Journ. f. Orn. 179, Turkestan. — C.
arenicolor Severz. (isabellinus Sev. ante), Ibis 491 et Stray Feath.
III 430, Turkestan. — C. Sakadorii R. B. Sharpe, Proc. Z. S. 99,
Labuan. — C. melanopogon Salvad., Ann. Mus. Genova VII 918,
N.-Guinea. — C. innominatiis A. Hume (wenn verschieden von C.
Indiens), Stray P^eath, III 318, Tenasserim. — Stawpsis alhicauda
Lawr., Ann. Lyc. N". Y. XI 89, Costa Rica, J. Cooper. — Lyncorrm
Bourdilloni A. Hume, Stray Feath. 111 o02, Travancore.
Abbildungen. Caprimulgus curopaeus Dresser, B. Europe
P. XXXV— XXXVI. - C. Salvadorii Sharpe, Proc. Z. S. t. 22. f. 1.
— C. concretus Bp., ib. f. 2. — C. Phalaena IL et F. Fnisch, Journ.
Mus. Godeffr. Hft. VUI. t. 2.
Cypselidae. J. Aitken: The Swallows and Swifts of Berar,
Stray Feath. III 212, Nisten, Eier.
A. Hume: Ueber Cypselus subfurcatus. Blyth, ib. II 524.
Abbildung. Cypselus pallidus (et unicolor) Dresser, B. Europe
P. XXXV— XXXVI.
Hirundinidae. J. Aitken: The Swallows and Swifts of Berar,
Stray Feath. III 212, Nisten, Eier.
H. Schacht: Meine Schwalben. Zool. Gart. 20.
H. Hc sselink: Eine weisse Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
mit rother Brust, ib. 370.
J. H. Gurnoy jun.: lieber Hirundo Savignii (Steph.), Ibis 519.
Abbildungen, Hirundo Savignyi (et rustica) Dresser, B.
Eur. P. XXXV— XXXVI. — H. rufula, ib. — Cotile riparia, ib. —
C. obsoleta, ib. — Chelidon urbica, ib. XL.
Goraciadae. Ueber Eurystomus- Arten. Dr. A. B. Meyer,
Mitth. zool. Mus. Dresden I 17.
176 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue Art: Atelornis Grossleyi R. B. Sharpe, Proc. Z, S. 74,
Madagascar, M. Crossley.
Abbildung. Atelornis Crossleyi Sharpe, Proc. Z. S. t. 14.
Memotidae. Abbildung. Momotus Lessoni, Holzschnitt der
Sehnen des Fusses, Garrod, Proc. Z. S. p. 345. f. 5.
Trogonidae. Abbildung. Trogon puella, Holzschnitt der
Sehnen des Fusses, Garrod, Proc. Z. S. p. 345. f. 6.
Alcedinidae. R. B. Sharpe: lieber Pelargopsis intermedia
Hume, Stray Feath. E 489.
R, B. Sharpe: Note on Carcineutes amabilis, ib. 484; Bemer-
kungen hierzu, A. Hume, ib. 485.
Capt. Butler: Ceyx tridactyla zu Khandalla, ib. 455.
Neue Art: Halcyon saturatior A. Hume, Stray Feath. H 531,
Andamanen.
Abbildungen. Halcyon smyrnensis Dresser, B. Europe
XLI— XLH. — Alcedo ispida, ib. XLV. — Ceryle rudis, ib. XLI
— XLIL
Meropidae. Cabanis: Notiz zu Melittophagus cyanostictus
Cab., Journ. f. Orn. 340.
Abbildungen: Merops bicolor L. Waiden, Trans. Z, S, IX.
p. 2. t. 26. f. 1. - M. sumatranus Raffl., ib. f. 2.
Passeres tenuirostres.
Upupidae. Neue Art: Ptiloris Wilso7iii J. A. Ogden, Proceed.
Acad. Philad. 1875. 451, N.-Guinea.
Abbildung. Ptiloris Wilsonii Ogden, Proc. Acad. Philad.
t. 25 (Tafel nicht gesehen).
Promeropidae. A. Hume: lieber Pachyglossa melanoxantha
und über Prionochilus, Stray Feath. H 455.
Neue Gattungen: Neodrepa7iis R. B. Sharpe, Proc. Z.
S. 75 (N. coruscans n. sp.). — Pristorhamphus Finsch, ib. 641
(P. Versteri n. sp.); Salvadori, Ann. Mus. Genova YII 940. — Bham-
phocharis Salvad., Ann. Mus. Genova VII 943 (Ph. crassirostris
n. sp.). — Oreochar i s Salvad. (vom Verfasser zu den Meliphagiden
gestellt), ib. 939 (0. slictoptera n. sp.).
Neue Arten: Aethopyga sangumipectus L. Waiden, Ann.
nat. bist. XV 400, Blyth et L. Waiden, Journ. A. S. B. XLHI. Extra-
Hft. 142, Burmah, L. W. Ramsay. — Ae. Beccarii Salvad., Ann.
Mus. Genova VII 659, Celebes. — Ae. cara A. Hume, Stray Feath.
II 473, Tenasserim. — Chalcostetha insperata A. Hume, ib. III 320,
Tenasserim. — Herniotimia nigriscapularis Salvad., Ann. Mus. Genova
VII 937, Ins. Miosnom bei Jobi. — H. porphyrolaenia Salvad., ib.
660, Celebes. — Anthreptes xanthochlora A. Hume, Stray Feath. III
329, Tenasserim. — Neodrepanis coruscans R. B. Sharpe, Proc. Z,
der Vögel während des Jahres 1875 17t
S. 76, Madagascar, M. Crossley. — Dicaeuni olivaceum L. Waiden,
Ann. nat hiat. XV 401 ; Blyth et L. Waiden, Journ. A. Ö. B. XLIII.
Extra-Hft. 143, Burmah, L. W. Ramsay. — D. maforense (geelvin-
kianum Meyer part ) Salvad., Ann, Mus. Genova VII 944, Ins.
Mafor. — D. misoriense Salv. (geelvinkianum Meyer part.), ib. 945,
Ins. Misore. — JD. jöbiense Salvad. (geelvink. Meyer part.), ib., Ins.
Jobi. — Prio7iochili(S modestus A. Hume. Stray Feath. III 298, Te-
nasserim. — Melanocharis longicauda Salvad., Ann. Mus, Genova VII
942, Arfak, N.-Guinea. — M. chlor optera Salvad., ib. 987, Aru-lns.,
Beccari. — Bhamphocharis crassirostris Salvad., ib. 943, Arfak. —
Pristorhmnphus Versteri Finsch, Proc. Z. S. 641; Salvad., Ann.
Mus. Genova VII 940, Arfak, — Oreocharis stictoptera Salvad., Ann.
Mus, Genova VII 939, Arfak.
Abbildungen. Aethopyga Beccarii Salvad., Ann. Mus. Ge-
nova VII. t, 18, f, 1, 2. — Hermotimia porphyrolaema Salvad,, ib.
t. 18. f. 3, — Neodrepanis coruscans Sharpe, Proc, Z. S, p. 75.
fig. la und b. Holzschnitte von Kopf und Flügel. — Dicaeuni re-
trocinctura Gould, Birds Asia P. XXVII. t. 8.
Caerebidae. P. L. Sclater: Synopsis of the Subfamily I>i-
glossinae, Ibis 204. t. 4, 5.
Heer: Caereba cyanea, Gefied. Welt 85.
Abbildungen. Diglossa pcctoralis Gab., Sclater. Ibis t. 4.
— D. albilateralis Lafr,, ib, t. 5. f. 1. m. f. 2. f.
Trochilidae. Von Mulsant et feu Ed. Verreaux Ilist.
nat. des Oiseaux moucbes sind 1874 4 Hefte und 1875 2 Hefte er-
schienen, weitere 2 Hefte erhielt Ref. erst im Laufe des Jahres 1876,
welche aber doch hier einbezogen wurden. Die specielle Aufzäh-
lung der Abbildungen für 1874 wird hier nachgetragen.
E. Mulsant: Catalogue des Oiseaux mouches ou Colibris
Lyon et Paris 1875. 8.
D. Rafael Montes de Oca: Ensayo ornitologico de la fa-
milia Trochilidae ä sea de los colibries i chapauistos de Mexico in
La Naturaleza, Periodico cientifico de la Sociedad Mexicana de
Historia Natural, Mexico gr, 8. T. III, 1874, 1875, 159. 203.
D, G. Elliot: Notes on the Trochilidae, The Genera Chloro-
stilbon and Panychlora, Ibis 149.
0. Salv in: Ueber Eustephanus Leyboldi Gould, Ibis 370,
Lebende Colibris (topazes, säphir et rubis) im Jardin d'Accli-
matation zu Paris Les Mondes 2. ser. XXXVII. Juni 1875. 196,
Neue Gattungen: Leucodora (Albanora p. 283) Muls,,
Hist, nat. des Ois. mouch. I 309 (T. norrisi Bourc? etc.). — Ulysses
Muls., ib. U 41 (U. Grayi Del. et Bourc). — Emilia Muls., ib. II
(in Muls. et Verr. Classif. Troch. 41 als Subgenus) (E. Goudoti
Bourc. et Muls.). — Glirysomirus Muls., ib. II 102 (T. angusti-
pennis Fräs. etc.). — Hypolia Muls., ib. 206 (T. Leadbeateri,
Archiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2, Bd. M
178 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
otero, splendens Gould). — Saturia Mals., ib. 299 (0. Isaacsoni
Parz.). — Galligcnia Muls-, ib. 305 (T. lutetiae etc ).
Neue Art: Eiipetomena hirundo Gould, Ann. nat. hist. XVI
374, Peru, M. Whitely.
Abbildungen. Phaetornis Augusti Muls., Hist. nat. Ois.
mouch. t. — Pygmornis Adolphi ib. — P. Idaliae ib. — Grypus
aequatorialis ib. — Eutoxeres aquila ib. — Campylopterus ensi-
pennis ib. — Eupetoraena macroura ib. — Lampornis mango ib. —
Chrysobronchus viridissimus ib. — Glaucis Antoniae ib. — Leuco-
chloris albicollis ib. — Thalurania Leachi ib. — Pyrrhophaena De-
villei ib. — Eupherusa eximia ib. — E. nigriventris ib. — Aiturus
polytmus ib. — Trochilus pyra ib. — Microchaera albocoronata ib.
— Manilia pulchra ib. — Diphlogena hesperus ib. — Doryfera
Euphrosinae ib. — Lamprolaima Rami ib. — Aglaeactis Pamelae ib.
— Oreonympha nobilis ib. — Selasphorus ardens ib. — S. scintilla
ib. — Lophornis magnificus ib. — Dialia adorabilis ib. f. 1. —
Paphosia Helenae ib. f. 2. — Damophila Juliae ib. — Klais Guimeti
ib. — Eriocnemis Mosquerae ib. — Chrysomirus augustipennis ib.
Meliphagidae. Neue Gattungen: Melilestes Salvad., Ann.
Mus. Genova VII 950 (M. Novae Guineae Less., M. iliolophus n. sp.,
M. affinis n. sp.). — Oedistoma Salvad., ib. 952 (0. pygmaeum
n. sp.).
Neue Arten: Myzomela Ädolphmae Salvad., Ann. Mus. Genova
VII 946, N. -Guinea (Arfak). — Ptilotis provocator E. L. Layard,
Proc. Z. S. 28 et 432, Fidschi-Ins. — P. flavostriata Gould, ib. 315,
Queensland, Austr. — P. Madeayana E. P. Ramsay, P. L. S. of N.
S. W. pt. I. 10 (1875) et Proc. Z. S. 595, N.-O.-Queensland. — P.
suhfrenata Salvad., Ann. Mus. Genova VII 948, Arfak. — P. erythro-
pleiira Salvad., ib. 949, Arfak. — P. sp. Salvad., ib. 950, Arfak. —
Melilestes iliolophus Salv., ib. 951, Ins. Miosnom und Jobi. — M.
affinis Salv., ib. 952, Arfak und Ins. Waigiu. — Oedistoma pyg-
maeum Salv., ib. 952, Arfak. — Euthyrhynchus sp. Salv., ib. 953,
Andai (auch Aru-Ins.?). — Zosterops chrysolaema Salv., ib. 954,
Arfak, — Z. sp. Salv., ib., Arfak. — Z. fuscicapilla Salvad., ib. 955,
Arfak. — Z. explorator E. L. Layard, Proc. Z. S. 29 et 431, Fidshi-
Ins. — Z. ponapensis Finsch, Proc. Z. S. 643, Puynipet, H. Kubary. —
Z. Austeni Blyth et Waiden, J. A. S, B. XLIIL Extra-Heft 111,
Burma. — Melithreptes laetior Gould, Ann. nat. hist. XVI. 287.
Veränderter Speciesname: Xantlwtis Meyerii Salvad. , Ann.
Mus. Genova VII 947, für Ptilotis pyrrhotis Meyer nee Less.
Abbildung. Zosterops Semperi Finsch, Journ. Mus. Godeffr.
Hft. vn. t. 4. f. 1.
Anabatidae. R. B. Sharpe: A Note on the genus Dendro-
phila, Stray Feath. III 436.
Neue Arten: Automölus striaticeps Sclater et Salv,, Proc. Z.
der Vögel während des Jahres 1875. 179
S. 37, Columbien, Peru (vgl. Taczanowski, ib. 1874. 528). — A.
Iiolostictiis Sclater et Salv., ib. 542, xA.ntioquia, Columbien, M. Salmon.
— Sitta cashmirensis W. E. Brooks, Stray Feath. III 233, Kaschmir.
Abbildungen. Sitta nagaensis Godwin Austen, Journ. A.
S. B. XLIII. P. IL 1874. t. 4 et Gould Birds of Asia P. XXVII. 1. 15.
Gerthiidae. Certhia taeniura Severz. = C. himalayana, Se-
verzow, Stray Feath. III 430.
Neue Art: Certhia Hodcjsoni W. E. Brooks, Stray Feath. III
233, Kaschmir.
Menuridae. Salvadori: Intorno allo Orthonyx spinicaudus
Temm. Nota sinonimica. Atti Acc. Sc. Torino X (7 Marzo 1875)
632; Instit. n. s. III. 1875. N. 152. 384.
Abbildungen. Orthonyx ochrocephala Kopf, Flügel, Schwanz
und Fuss f. 8, 11, 12, 14?, 0. albicilla Kopf und Schwanz f. 9 et
14, Certhiparus Novae Zelandiae f. 10 et 13. Buller, Transact.
N. Zeal. Instit. VII. t. 8.
Troglodytidae. Ueber Troglodytes formosus Waiden (punc-
tatus Blyth), Stray Feath. II 525.
Neue Arten: Pnoepyga? Holsmti A. David. Oustalet in Soc.
Philomath. de Paris 27. fevr. 1875; Instit. n. sc. III. N. 114. 76,
Chensi. — Pnoepyga Uoherti L. Waiden et G. Austen (caudata Bl.
Aust. ante), Ibis 252, Munipur Hills und Asalu. — P. cliocolatlna L.
Waiden et G. Austen, ib. 252, Munipur Hills. — Jlcleodytes hicolor
Pelzein, Ibis 330, Spanisch Guiana? — Microccrculus squamulatus
Sclater et Salv., Proc. Z. S. 37, Venezuela, M. Göhring. — Tatare?
viridis E. L. Ijayard, Proc. Z. S. 150 et 432, Fidschi-Ins.
Abbildung. Microccrculus squamulatus Sclat. et Salv., Proc.
Z. S. t. 6.
Passeres dentirostres.
Luscinidae. W. E. Brooks: Notes on a new Dumeticola and
on Tribura lutooventris Hodgs. and Dumeticola affinis Hodgs. Stray
Feath. IH 284.
W. E. Brooks: On Drymoipus inornatus Sykes and D. longi-
caudatus Tickeil, ib. 295.
A. Hume: Ueber Drymoipus rufescens Hume, ib. II 453.
Ueber Locustella lanceolata. Dresser, B. Europe P. XXXV
—XXXVI Text. — A. Hume, Stray Feath. HI 263.
R. Martens: Allgemeines über Grasmücken. Gefied. Welt
313 u. 323.
F. Kannewurf: Ueber Grasmücken, ib. 339.
W. E. Brooks: On Curruca affinis and C. garrula, Stray
Feath. HI 272.
180 Pelz ein: Berictt üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
H. E. Dresser: lieber Hypolais rama (Sykes) and H. caligata
(Eversm.) Ibis 313.
H. E. Dresser: Notes on the Nest and Egg of Hypolais ca-
ligata. Proc. Z. S. 97.
Abrornis atricapillus Blyth ist Myiodioctes pusillus Wilson.
0. Finsch: Proc. Z. S. 640.
Gillies: Note on the Habits of Gerygone flaviventris Tran-
sact. N. Zeal. Instit. VII? 524 (Auckland Instit.) auch Nest Eier.
Ueber die turkestanischen Nachtigallen. (Lusciola luscinia ß.
Severzow, y. philomela, L. aedon. ß infuscata Severzow. Nach Sever-
zow mit Bemerkungen H. E. Dresser. Ibis 338.
N. Stahl: Schlaglust einer Nachtigal. Gefied. Welt 18.
Dr. Lazarus: Ueber den Gesangswerth des Sprossers, ib.
222, 231.
Dr. Lazarus: Sprosserfang am Prutflusse, ib. 285, 295.
V. Tschusi-Schmidhofen: Ueber weibliche Ruticilla ar-
borea mit mehr oder weniger männlichem Gefieder. Journ. f. Orn.
115 u. 410.
Aglaia von E n d e r e s : Gartenrothschwänzchen. Wiener
Abendpost 26 Juni 1875.
H. E. Dresser: Ueber Saxicola xanthomelaena Severz.
Ibis 337.
A. Hume: Ueber Saxicola Hendersoni Hume, Stray Feath.
II 526.
Dr. K. Th. Liebe: Ueber Züchtung von Sialia Sialis. Journ.
f. Orn. 209.
Neue Gattung: Eleophonus Severz., Stray Feath. III 427
(Hypolais sp.).
Neue Arten: OrtJiotomus nitidus A. Hume, Stray Feath. II
507 Tenasserira (0. flavoviridis Moore f. A. Hume, ib. III 325), —
Horeites sericea Blyth et L. Waiden. Journ, A. S. B. XLIII P. II
Extraheft 119 Burma. — H. palUdus W. E. Brooks, Stray Feath.
III 241 Kaschmir. — Suya erythropleiira Blyth et L. Waiden. J. A, S,
B. XLIII Extraheft 120 Burma. — S. ohscura k. Unme, Stray Feath.
II 507 Kaschmir. — Drymoeca leucopogon Cabanis. Journ. f. Orn.
235 W. Africa Dr. Falkenstein. — D. Blanfordi Blyth et L. Waiden.
Journ. A. S. B. XLIII. Extraheft 118 Burma. — OisticolaampJiilecta
Reichenow. Journ. f. Orn. 44 Accra, W. Africa. — C. celebensis
Salvad. (cursitans Waiden nee Frankl.) Ann. Mus. Genova VH 663
Celebes. — Melociclüa pyrrhops Cabanis Journ. f. Orn. 236 W. Africa
Dr. Falkenstein. — Malurus sp. Salvad. et d'Albertis Ann. Mus.
Genova VII 827 N.-Guinea, d'Albertis. — Amytis Goyderi Gould,
Ann. nat. bist. XVI 286 N. Holl. — Sphenoecus amhoinensis Salvad.
Ann. Mus. Gen. VH 988 Amboinal Beccari. -- Acridiornis straminea
Severz. Journ. f. Orn. 175 Turkestan. — Calomodyta meridionalis
der Vög-el während des Jahres 1875. 181
(brunescens ante) V. Legge, Stray Feath. III 369 Ceylon. — Sali-
caria capistrata Severz. Journ. f. Orn. 176 et Stray Feath. III 425
Tnrkestan. — S. microptera Severz. (brevipennis) ib. et Stray Feath.
415 Turkestan. — S. macroptera Severz. Journ. f. Orn. ib. Tnr-
kestan. — S. splienura Severz. ib. et Stray Feath. III 425 Tur-
kestan. — S. obsoleta Severz. ib. et Stray Feath. III 426 Turkestan.
— S. modesta Severz. ib. et Stray Feath. III 426 Turkestan. — S.
gracilis Severz. ib. et St. Feath. III 416 Turkestan. — S. concolor
Severz. ib. et Str. Feath III 426 Turkestan. — S. tamariceti Severz.
ib. et. Str. Feath. III 426 Turkestan. — S. eurhyncha Severz
et Stray Feath. III 425 Turkestan. — S. macronyx Severz. ib. Tur-
kestan. — S. scitopsis Sev. ib. 426 Turkestan. — Bumeticdla major
W. E. Brooks, Stray Feath. III 242 Kaschnir. — D. MandeUi W.
E. Brooks, ib. 284 Sikhim. — Cettia Stölicz'kae A. Hume, Stray Feath.
II 520 (= C. albiventris Severz. A. Hume, ib. III 415) Yarkand,
Stoliczka — C. fusca Sev. = Lusciniopsis luscinioides Severz. Stray
Feath. III 424. — C. scolenura Severz. et C. albiventris = C. Cettii
var. Severz. ib. — Hypölais Schraäeri Krüper. Journ. f. Orn. 260
Klein Asien. — PhyUopneuste obsciira Severz. Journ. f. Orn. 176 et
Stray Feath. III 427 Turkestan. — Phylloscopus Brooksi A. Hume
Stray Feath. II 505 Tenasserim. — Ph. Tytleri W. E. Brooks, ib.
III 243 et 270 (auch Ei) W. Himalaya. — Begnloiäes fidvorenter
Godwin Austen, Journ. A. S. B. XLIII P. II 1874 167 et Stray Feath.
III 398, Assam. — Ahrornis chrysen Blyth et Waiden, J. A. S. B
XLIII. Extra Heft 1875. 186 Burma. - A. Jerdoni W. E. Brooks
Stray Feath III 245 W. Himalaya. — Sericornis? trocJuloides Sal
vad. Ann. Mus. Genova VII 961 Ins. Misore. — S arfakiana Salv
ib. 962 Arfak. — Gerygone melanotliorax Salv. ib. 956 Arfak. —
G. sp. (affinis $ Meyer) Salv. ib. 958 Js. Jobi. — G.? cinerea Salv
ib. Arfak. — G.? rußcolNs Salv. ib. 959 Arfak. - G.? arfalciana Salv
ib. 960 Arfak. — G."? poliocephala Salv. ib. Arfak. — G. ? rufescens
Salv. ib. 961 Arfak. — Saxicola talas Sev. Journ. f. Om. 178 (= S.
morio jnn. Severz. Stray Feath. HI 429) Turkestan. — S. Falken-
steint Cabanis Journ. f. Orn. 235 W. Africa Dr. Falkenst. — Pratin-
cola rdbustior C. et E. Marshall (wenn verschieden von P. insignis)
Stray Feath. III 330 Ostindien. — Phüothamna minor B.e\\g\\ii, Ber.
XXI Vers. Deutsch. Ornith. Gesellsch. Braunschweig 93 Naro, N. 0.
Africa. — Petroica Klein schmidtii und Finsch, Proc. Z. S. 643 Fid-
schi Jns. M. Kleinschmidt. — Poecilodryas? cinereifrons E. P. Ram-
say Proc. Z. S. 588 N. O.Queensland. — Tharoleus (Accentor?) fid-
vescens Severz. Journ. f. Orn. 176 et Stray Feath. III 418 Tur-
kestan.
Abbildungen: Prinia rufula G. Austen J. A. S. B. XLIII
P. II 1874 t 9, f. 1, — Cisticola melanocephala And. G. Austen ib.
t. 10 f. 1. — C. Munipurensis ib. t. 9 f. 2. — C. schoenicola ib.
182 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
t. 10 f. 2. — Locustella luscinoiides Dresser B. Europe P. XXXVIII.
— Melizophilus undatus ib. XLIII— XLIV. — M. sardus ib. — Sylvia
atricapiila ib. — S. conspicillataib. — S. subalpina ib. — S. melano-
thorax ib. XXXIX. — Hypolais caligata ib. XXXVIU — Calliope
Kamtschatkensis ib. XLV. — Aceentor montanellus ib.
XLIII-XLIV.
Paridae. v. Glöden: lieber Meisen. Gefied. Welt 306.
H. Stendel: Noch etwas über die Meisen, ib. 333.
lieber Aegithalus pendulinus in der Mark Brandenburg Dr.
Kutter, Journ. f. Orn. 116. — Grunack u. Cabanis ib. 216. —
Cabanis ib. 222.
Neue Gattung: StoliczJcana A, Hume, Stray Feath. II 513
(St, Stoliczkae n. sp.)
Neue Arten: Parus piceaeSewerz. (ater var rufipectus Sev.)
Journ. f. Orn. 172 et Stray Feath. III 412 Turkestan. — P. ? Är-
faki, Dr. A. B. Meyer, Isis Sitzungsb. 1 Apr. 1875 u. Mittheill. Zool.
Mus. Dresden I. 8. N. Guinea. — Poecile songara Severz. Journ.
f. Orn. 172 et Stray Feath. III 428 Turkestan. — Leptopoecüe So-
phiae Severz. J, f. 0. ib. Turkestan. — Cyanistes (Parus) flavipectus
Severz. J. f. 0. ib. et Str. F. III 412 Turkestan. — Suthora muni-
purensis Godw. Austen and L. Waiden Ibis 250 Munipur Hills, Ost-
indien. — Aegithalus atricapillns Severz, J. f. 0. 172 et St. F, 423
Turkestan. — Ä. coronatiis Severz. J, f. 0. u. St. F. ib. — Ä. macronyx
Severz. J. f. 0. et St. F. ib. Turkestan. — A. rutilans Severz, J. f-
0. et St. F. ib. — A. Stoliczkae A. Hume, Stray Feath. II 521 Yarkand?
(soll eine der von Severzow beschrieb. Arten sein A. Hume, ib. IH 415)
A. n. sp. (A. castaneus Severz. ?) L. Olphe Galliard, Ibis 268 S. Russl.
— StoUczTcana Stoliczkae A. Hume, Stray Feath. II 513 Tibet, Sto-
lizka (= Leptopoecüe Sophiae Severz, A. Hume, Stray Feath.
III 329.
Muiotiltidae: Abbildung. Heiminthophage Lawrencii Her-
rick, Proc. Acad. Philad. 1874 15 (Tafel im vorigen Berichte nicht
citirt).
Motacillidae. lieber indische Bachstelzen, M. cashmerensis
etc, A. Hume Stray Feath. II 456.
Bachstelzen als Vertilger von Blattläusen Dr. Turrel Bullet.
Soc. Acclim. 3. ser. II Juli 1875. 410.
Neue Arten: Budytes Novae Giiineae. Dr. A. B. Meyer Isis
Sitzungsb. 1 Apr. 1875 u. Mitth. zool. Mus. Dresden I 10 N. Guinea.
— B. flavifrons Severz. Journ. f. Orn. 175 et Stray Feath. IH 424.
(campestris Auct. nee Pall.) Turkestan, — Grallina Brm'jnü Salvad.
Ann. Mus. Genova VII 929 N. Guinea (Arfak). — Anthtis Seebohmi
Dresser B. Eur. P. XLV N. Russland. — A. sp. Taczanowski Journ.
f. Orn. 152 Sibirien. — Corydalla lugubris L. Waiden (? Anthus
der Vögel während des Jahres 1875. 183
malayanus Eyton) Trans. Z- S. IX. p. 2. 198 Guimara, Philippinen
Dr, A. B. Meyer.
Abbildungen: Motacilla citreola Dresser B. Europe P.
XXXVIII. — M. flava et viridis ib. XL. — M. melauocephala ib. —
M. Raii ib. — M. lugubris (et alba) ib. XLI, XLII. — M. sulphurea
ib. — Anthus Seebohmi ib. XLV.
Turdidae. Friedr. Freiherr von Dalberg: Ausweis der im
Jahre 1875 in drei Revieren Mährens aufgefundenen Nester der
Wachholderdrossel, Sitzungsb. d. kk, zool. bot. Gesellsch. Wien
XXV 25.
Dr. R. Meyer: Origineller Nistplatz von Turdus merula.
Zool. Gart. 68.
lieber Turdus mystacinus Severz. H. E. Dresser, Ibis 332.
Sclater: On Turdus javanicus of Horsf. and its allied form
T. Schlegeli, Ibis 344.
Ueber Turdus pelios Bp, (chrysopleurus Swinh.) R. Swinhoe,
Ibis 519 mit Note des Editor.
R. B. Sharpe: Note on Cossypha pyrrhogygia Hartl.
(= Cittacincla luzoniensis Kittl. v. d. Philippinen) Ann. nat. bist.
XVI 236.
Neue Arten: Turdus mystacinus Severz. Journ. f. Orn. 1875
et Stray Feathers III 429 (vergl. auch Dresser, Ibis 332) Turkestan.
— Catharus phacopleiirtts Sclater et Salv. Proc. Z. S. 541 Antioquia,
Columbia M. Salmon. — Bessornis nielanonota Cabanis Journ. f. 0
235 W. Africa Dr. Falkenstein.
Abbildungen: Turdus javanicus Horsf. Sclater Ibis t. 8. —
Änthocincla Phayrei Blyth A. Humo, Stray Feath. III t. 1 (nach A.
Hume zu d. Pittidae gehörig) — Copsychus mindancnsis (Gm.) L.
Waiden Trans. Z. S. IX p. 2 t. 33 f. 1.
Eupetidae. Neue Arten: Eupetes castanonotus Salvad. Ann.
Mus. Genova VII 966 N. -Guinea. — E. incertus Salvad. ib. 967
Arfak (N. Guinea).
Pycnonotidae. C. Baudisch: Noch etwas über Pycnonotus
Gefied. Welt 260.
Argya squamiceps Dresser, B. Eur. P. XLIII— XLIV Text,
A. fulva ib. XLV Text.
v. Schlechtendal: Beiträge zur Kenntniss der Heherdrosseln
(Garrulax auritus and Leucodioptron sinense) Gefied. Welt 373.
Neue Arten: Ixus mmectens L. Waiden, Ann. nat. bist.
XV 401 et Journ. A. S. B. XLIII Extra Heft 134 Burma, S. W.
Ramsay. -- J. Davisoni A. Hume, Stray Feath. HI 301 Rangoon.
— Hemixus Hüdebrandi A. Hume ib. II 508 Tenasserim. — Criniger
FaXkensteini Reichenow Correspoudenzbl. d. afric. Gesellsch. zu
Berlin 1875 N. 10 179 W. Africa. — Bcrnieria zosterops R. B.
Sharpe Proc. Z. S. 76 Madagascar. — Fomatorhinus Sioinhoei P. A.
184 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschiclite
David Oustalet Soc. Philomath. Paris 27 fevr. 1875; Instit. 114. 76
Fokien occ, China. — P. Mariae L. Waiden Ann. nat. hist. XV
403 et Journ. A. S. B. XLIII Extra Heft 113 Burma, L.W. Ramsay.
— GampsorhyncMs torquatus A. Hume Proc. A. S. B. 1. May 1874
107 et Stray Feath. 11 446 Tenasserim. — Aetinodura JRamsayi L.
Waiden Ann. nat. hist. XV 402 et Journ. A. S.B. XLIII 105 Burma.,
L. W. Ramsay. — A. [Äctinura) daflaensis Godwin Austen, Ann.
nat. hist. XVI 340 Assam.
Abbildungen: Pycnonotus xanthopygius and P. capensis
D res 8 er ß. Euiope P. XXXIX. — P. barbatus ib. — Ixus? (Pyc-
nonotus) urostictus (Salvad.) L. Waiden Trans. Z. S. IX p. 2 t. 32
f. 2. — Sibia pulchella G. Austen, Journ. A. S. B. XLIII P. II 1874
t. 7. — Bernieria zosterops Sharpe Proc. Z. S. S. 75 f. 2. 3. Holz-
schnitte der Köpfe, von M. und W, — Malacocircus (Layardia) rubigi-
nosus G. Austen J. A. S. B. XLIII t. 5. — Argya squamiceps und
A. fulva Dresser e B. Europe XLV. — Garrulax galbanus G. Au-
sten Gould B, Asia t. 11. — G. albosuperciliaris G. Austen. Journ.
A. S. B. XLin t. 6, — Trochalopteron cineraceum G. 'Austen, Gould
B. Asia t. 9. — T. virgatum G. Austen ib. t. 10. — Aetinodura
Waldeni G. Austen ib. t. 12.
Dicruridae. H. Wender: lieber Buchanga albirictus Stray
Feath. HI 339.
Abbildung: Dicrurus balicassius (L) L. Waiden Trans. Z. S.
IX p. 2 t. 31 f. 1.
Oriolidae. J. Gould: On the Bower-Birds of Australia
w^ith the Description of a new Species, Ann. nat. hist XVI 429.
E. P. Ramsay: Notes on the Original Specimen of Ptilono-
rhynchus Rawnslayi, Proc Z. S. 69 (nach Verf. wohl Hybrid zwischen
Sericulus chrysocephalus und Ptilonorhynchus holosericeus).
Neue Gattung: Scenopoeus (Ailuroedus verwandt) E. P.
Ramsay. Proc. Z. S. 591. (Sc. dentirostris n. sp.)
Neue Arten: Scenopoeus dentirostris E. P. Ramsay, Proc. Z.
S. 591 N. 0. Queensland. — Chlamydodera oecipitalis Gould Ann.
nat. hist. XVI 429 N. Holl.
Abbildung:OriolusgalbulaDresserB.EuropeP.XLIII-XLIV.
Pittidae. A. Hume: Ueber Brachyurus megarhynchus Schlegel,
Stray Feath. III 263.
Neue Arten: Pitta Elliotii Oustalet in Soc. philom. Paris
8 Acut. 1874; Instit. 19 Acut. 1875 et Nouv. Arch. Mus. Hist. Nat.
X 1874 Bullet. 101 Cochinchina. — P.Gnrneyi: A. Hume, Stray Feath.
HI 296 et 321 (Brachyurus G.) Tenasserim. — Brachyurus Daivi-
soni: A. Hume, ib. 321 Tenasserim.
Abbildung: Pitta Elliotii Oustalet Nouv. Ann. Mus. H. N.
X (Bull.) t. 2. — P. Gurneyi, A. Hume, Stray Feath. III. t. 3.
der Vögel während des Jahres 1875. 185
Äegithinidae. F. Schmidt: Ueber Liothrix luteus, Gefied.
Welt 95.
J. Gammie: Nest und Eier von Liothrix callipyga, Stray
Feath. JII 266.
A. Hurae: lieber Aegithina (Jora) tiphia und zeylonica, ib. II
459 et 477.
R. B. Sharpe: Ueber Phoenicomanes Jora = Jora Lafresnayi
Ann nat. bist. XVI 236, vergl. auch Dr. Finsch. Proc. Z. S. 640.
Neue Gattungen: Splieyioeichla G. Austen et L. Waiden (He-
terorhynchus Mandelli?) Ibis 250 (Sph. Roberti n. sp.) — Timeli-
opsis Salvad. Ann. Mus. Genova VII 963 (T. trachycoma n. sp.,
T. n. sp. ?, T.? acutirostris n. sp.).
Neue Arten: Proparus äubius A. Hume, Proc. A. S. B, 1. May
1874 107 et Stray Feath. II 447 Tenasserim? — Strachyrhis assivii-
lis Blyth et L. Waiden. Journ. A. S. B. XLIII Extra Heft 116
Burma. — Alcippe magnirostris Blyth et L. Waiden, ib. 115 Bur-
ma. — Trichastoma rtihifjinosa L. Waiden, Ann. nat. bist. XV 402
et Journ. A. S. B, XLIII Extra Heft 115 Burma L. W. Ramsay. —
T. minor A. Hume. Stray Feath. H 535 et L. Waiden J. A. S. B.
1. c. 115 Tenasserim. — Drijmoedus Beccarii Salvad. Ann, Mus.
Genova VII 965 Arfak. — DrymocatapJius fulvus L. Waiden. Ann.
nat. bist XV 401 et J. A. S. B. 1. c. 115 Burma L. W. Ramsay. —
Turdinus Garoensis Godwin Austen Journ. A. S. B. XLIII P. II 1874 160
et Stray Feath. III 393 Naga Hills, Ostindien. — Oxylahes xarttliophrys
R. B. Sharpe Proc. Z. S. 76 Madagascar, M. Crossley. —Sphenocichla
Roberti L. Waiden et G. Austen ib. 251, Cachar, Munipur. —
Timeliopsis trachycoma Salvad. Ann. Mus. Genova VII 963 N.
Guinea. — T. sp.? ib. 69 N. Guinea. — T? acutirostris Salvad.
ib. 964 Arfak.
Abbildung: Turdinus Garoensis Godwin Austen, Journ. A.
S. B. XLIII, P. II 1874 t. 8.
Muscicapidae. Megabias conspicuus ist das Männchen von
M. bicolor. Dr. Reichenow, Journ. f. Orn. 25.
Ueber Siphia erythaca A. Hume, Stray Feath. II 458.
Ueber Myiagra calodonica Bp. u. M. vanicorensis (Q. et G.)
Pelzein, Journ. f. Orn. 50.
T. Salvad. Intorno al genere Machaerorhynchus Gould Atti Acc.
Sc. Toriuo X (21 Gennajo 1875) 369.
E. P. Ramsay: Notes on Rhipidura rufifrons with a Descrip-
tion of its Eggs and Nest, Ibis 377.
Neue Gattung: Megalestes Salvad. Ann. Mus. Genova VII
769 (M. albouotatus n. sp.)
Neue Arten: Monarcha axillaris Salv.. Ann. Mus. Genova
186 Pelz ein; Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
VII 921, Arfak. — M. canescens Salvad., ib. 991, Cap York, d'Al-
bertis et Tomasinelli- — Leucophantes kypoxanthiis Salvad., ib. 920,
N.-Guinea (Arfak). — L. leucops Salv., ib. 921, Arfak. — Niltava
vivida A. Hume, Stray Feath. II 475, Tenasserim. — Cyornis Man-
dellii A. Hume, ibid. 510, Sikhim. — Erythrosterna sordida Godwin
Austen, Journ. A. S. B. XLIII. P. II 1874. 158 et Stray Feath. III 391,
N.-O.-Hindostan. — Microeca papiiana Dr. A. B. Meyer, Isis Sitzgsb.
1. Apr. 1875 u. Mitth. zool. Mus. Dresden I. 9, N.-Guinea. — Myia-
gra azureocapiUa E. L. Layard, Ibis 434, Fidschi-Ins. — 31. pliito
Finsch, Proc. Z. S. 644, Puynipet, H. Kubary. — Bhipidura älho-
gularis E. L. Layard, Proc. Z. S. 29 et 434, Fidschi-Ins. — Bh.
Kuharyi Finsch, ib. 644, Puynipet, H. Kubary. — Bh. atra Salv.,
Ann. Mus. Genova VII 922, Arfak. — Bh. rufa Salv., ib. 923, Arfak.
— Bh. griseicauda Salv., ib. 924, Waigiu. — Bh. öbiensis Salv.,
ib. 987, Ins. Obi (major). — Terpsiphone nifocinerea Gab., Journ.
f. Orn. 236, W.-Africa, Dr. Falkenstein. — Megcdestes albonotatiis
Salvad., Ann. Mus. Genova VII 770, N.-Guinea, H. Bruijin. — Peri-
crocotus flammifer A. Hume, Stray Feath. III 321, Tenasserim. —
Graucalus axillaris Salv., Ann. Mus. Genova VII 925, Arfak. —
Edoliisoma sp. Salv., ib. 928, Ins. Misore. — Volvocivora insperata
Finsch, Proc. Z. S. 643, Puynipet, H. Kubary. — Lalage nigrogularis
E. L. Layard, Proc. Z. S. 149, Fidschi-Ins.
Neuer Speciesname: Edoliisoma Mällerii Salvad., Ann.
Mus. Genova VII 927 (für Ceblepyris plurabea S. Müller nee Wagler).
Abbildungen. Muscicapa atricapilla f. et pull. Dresser, B.
Europe P. XXXV, XXXVI. — M. parva, ib. XLI, XLH. — M.
grisola, ib. XLIII — XLIV. — Rhipidura lepida Hartl. et Finsch,
Finsch, Journ. Mus. Godefifr. Hft. VIII. t. 4. f. 2, 3. — Philentoma
cyaniceps (Cassin) L. Waiden, Trans. Z. S. IX. p. 2. t. 32. f. 1. —
Graucalus striatus (Bodd), ib. t. 30. f. 1. — Volvocivora (?) coeru-
lescens (Blyth), ib. t. 30. f. 2. — V. monacha H. et F. Finsch.
Journ. Mus. Godeffr. Hft. VIII. t. 3. f. 2, 3. — Pseudolalage mela-
noleuca Blyth, L. Waiden, Trans. Z. S. IX. p. 2. t. 29. f. 2.
Tyrannidae. lieber Blacicus Blancoi Gundl., Gab. Journ. f. Orn. 224.
Neue Arten: Orchilus atricapillus Lawr. (Todirostrum ecau-
datum ante), Ibis 385, Gosta Rica, Angostura et Volcan de Irazu. —
Serpophaga leucura Lawr., ib. 384, Ecuador. — Empidonax nanus
Lawr., ib. 386, S.-Domingo.
Abbildung. Serpophaga leucura Lawr., Ibis t. 9. f. 2.
Laniidae. Oustalet: lieber die Gattung Pachycephala, Soc.
Philomath. Paris 27. Nov. 1875 et Instit. N. 158. 400.
Salvadori: Beschreibung des M. von Pachycephala lineolata
Wall. Ann. Mus. Genova VII 989.
Salvadori: Bescbr, des W. von Pachycephala mentalis Wall.,
ib. 774.
der Vögel während des Jahres 1875. 187
Hypocolius ampelinus Hartl. in Sind erlegt. W. T. Blanford,
Ibis 388, vgl. auch Sclater, Proc. Z. S. 633, W. T. Blanford,
Stray Feath. III 358, A. Hume, ib. 416.
H. Schal ow: Monographische Beiträge zur Kenntniss des
Genus Otomela Bp-, Journ. f. Orn. 129. Sehr eingehend behandelt.
H. Schalow: Ueber Lanius major Fall, in der Mark Bran-
denburg erlegt, ib. 232.
H. Schalow: Geogr. Verbreitung von Lanius major. XXI.
Vers, deutsch. Ornith. Gesellsch. Braunschweig 13.
Cabanis: L. major bei Braunschweig erlegt, ib. 20.
Cabanis: Ueber graue Würger. Journ. f. Orn. 345.
Schalow: Ueber Würger, ib. 346.
V. Tschusi: Sind die Würger nützlich oder schädlich. Ge-
fied. Welt 213.
W. Thienemann: Würger und Garten, ib. 260 u. 2G9.
Neue Gattung: Neolestes Cabanis, Journ. f. Orn. 237 (N.
torquatus n. sp.).
Neue Arten: Colluricincla sordida Salv&d., Ann. Mus. Genova
VII 931, Ins. Jobi. — Beetes crütata Salv., ib. 930, N.-Guinea. —
Cractictis mentalis Salv. et d'Albertis, ib. 824, N.-Guinea, d'Albertis.
— Pachycephala vanikorcnsis Oustalet, Soc. Philomath. Paris Nov.
1875 et Instit. N. 153, 401, Vanikoro Quoy et Gaim et var. Salo-
monis ib. Salomon-Ins. Hombr. et Jacq. — P. sp. Salvad. et d'Al-
bertis, Ann. Mus. Genova VII 822, N.-Guinea, d'Albertis. — P. leUr
cogastra Salvad. et d'Albertis, ib., N.-Guinea, d'Albertis. — P. albi-
specidaris Salvad., ib. 931, Arfak. — P. hyperythra Salvad. ib. 932,
N.-Guinea. — P. Icucostigma Salvad., ib. 933, Arfak. — P. torqiiata
E. L. Layard, Proc. Z. S. 150 et 433, Fidschi-Ins. — P. macro-
rhyncha E. L. Layard, ib. 150 et 433, Fidschi-Ins. — Neolestes
torquatus Cabanis, Journ. f. Orn. 237, W.-Africa, Dr. Falkenstein.
Abbildungen. Rectes tenebrosus H. et F. P'insch, Journ.
Mus. Godeffr. Hft. VIII. t. 3. f. 1. — Hyloterpe philippinensis L.
Waiden, Trans. Z. S. IX. p. 2. t. 31. f. 2. — Lanius lucionensis (L.)
L. Waiden, ib. t. 29. f. L — Neolestes torquatus Gab., Journ. f.
Orn. t. 1. f. 1.
Passeres conirostres.
Corvidae. Podoces humilis Hume durch M. Mandelli in
Tibet gefunden. A. Hume, Stray Feath. II 454.
Grunack: Ueber Brüten von Struthidea cinerea im Berliner
zool. Garten (auch Bcschr. d. Eier). Journ. f. Orn. 451.
F. Lichter feld: Der Gimpelheher (Struthidea cinerea) und
sein Nest im zool. Gart, von Berlin. Gefied. Welt 267.
Ueber Nest und Eier von Gymnocitta cyanocephala (mit ße-
188 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
nutzung eines Artikels v. C. E. Aiken im American. Sportsman).
Elliott Coues, Ibis 271.
V. Schackmaun: List der Elster. Nitzsche Illustr, Jagdztg.
II 50.
Corvus affinis und C. tingitanus. Dresser , B. Europe P. XXXV
•-^ XXXVI Text.
Corvus corone. Dresser, ib. XXXVIII Text.
A. Nehrkorn: Zur Characteristik der Rabenkrähe. Zool.
Gart. 464.
lieber Corvus subcorax Severz. H. E. Dresser, Ibis 236.
Graf Kospoth: Krieg der Krähen. Nitzsche 111. Jagdztg.
II 153.
Salzmann: lieber ein Ex. von Corvus frugilegus mit mon-
strösem Schnabel. Journ. f. Orn. 341.
Neue Arten: Garrulus leucotis A. Hume, Proc. A. S. B.
1. May 1874. 106 et Stray Feath. II 443, Tenasserim. — Podoces
Biddulphi A. Hume, Stray Feath. II 503 et Gould B. Asia XXVII,
Maralboschi, Yarkand ? — Cyanocitta yucatanica A. Dubois, Bull.
Acad. Belgique XL (seance 4. dec), Yucatan, Mexico (nach Selys
Longchamp nicht verschieden von C. Beecheyi Inst. N. 166.
Mars 1876. — C. argentigula Lawr., Ann. Lyc. N.-Y. XI 88, Costa
Rica, J. Cooper. — C. pidchra Lawr., ib. 163, Ecuador. — Cyano-
corax Ortoni Lawr., ib. 164, N. Peru. — Corvus subcorax Severz.,
Journ. f. Orn. 171 (vgl. Dresser, Ibis 236), Turkestan. — G. in-
solens A. Hume, Stray Feath. II 480, Tenasserim. — Pyrrhocorax
Forsythi Stoliczka, Stray Feath. II 462 (alpinus juv.? A. Hume) am
Indus. — P. primigenius A. Milne Edwards in Cartailhac Mater,
pour l'hist. primit. et uat. de l'Homme XI. annee 2. ser. VI. 1875.
487, Höhlen Frankreichs, ausgestorben.
Abbildungen. Podoces Biddulphi Hume, Gould, B. Asia
P.XXVILt. 1. — P. Hendersoni Hume, ib. t. 2. — P. Panderi Fischer, ib.
t. 3. — P. humilis Hume, ib. t. 4. — Corvus frugilegus Dresser,
B. Europe P. XXXV-XXXVI. - C. corax (et urabrinus) ib. XXXVH.
— C. monedula, ib. XLV. — Pyrrhocorax graculus et alpinus, ib.
XXXVIII.
Paradiseidae. lieber Paradiseidae im Allgemeinen, über Di-
phyllodes speciosa var. chrysoptera Gould (Jobi) und eine Var. der
Lophorhina atra. Dr. A. B. Meyer, Mitth. zool. Mus. Dresden
Hft. I 5—8.
Dr. K. Russ: Die Paradiesvögel im zool. Garten zu Dresden.
Gefied. Welt 399, 407, 416 et 428.
lieber Paradisea papuana und apoda im Dresdener .-^ool. Gart.
A. Schöpf. Zool. Gart. 445 (Ber. zool. Gart. Dresd.).
lieber Paradisea raggiana Sclat. Salvad. et d'Albertis,
der Vögel während des Jahres 1875. 189
Ann. Mus. Genova VII 829 (Serie von d'Albertis in S.-N.-Guinea
gesammelt, ßeschr. von M. W. u. J.).
lieber Diphyllodes chrysoptera Gould, von der Insel Jobi.
Salvad., Ann. Mus. Genova VII 971.
Neue Art: Diphyllodes Gulielmi III. Musschenbroek Dr. A.
B. Meyer iNature« 14. Januar 1875. 208; Zool. Gart. (Januar) 29
— Rosenberg ib. 30. — Dr. A. B. Meyer, Proc. Z. S. 30 und Mitth,
k. zool. Mus. Dresden Hft. I 3, Weigeu.
Abbildungen. Paradisea apoda Holzschnitt, Gefied. Welt
417. — Diphyllodes Gulielmi III., A. B. Meyer, Mitth. zool. Mus.
Dresd. Hft. I. t. 1 (m. f.).
Sturnidae. P. Pavesi: Intorno ad una nuova forma di trachea
di Manucodia, Ann. Mus. Genova VI. 1874. 315. t. 10.
E. V. Homeyer: Der Rosenstaar Pastor roseus. Zool.
Gart. 449.
Baron Fried r. Dalberg: Mittheilung, dass Ende Mai bei
Datschitz in Mähren aus einer grossen Schaar ein Rosenstaar er-
legt worden ist. Sitzgsber. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXV 22.
J. Talsky: Näheres über den Rosenstaar im mittleren Europa.
Gefied. Welt 297 et 305.
lieber Pastor roseus. Gefied. Welt 241.
Pastor roseus bei Ofifeubach. Jacob Schmidt, Zool. Gart.
236, bei Detmold, H. Schacht, ib., bei Neusohl, in der Mark Bran-
denburg und in Verona, ib. 396, in Verona, ib. 468.
Staare in Pommern. Gefied. Welt 122.
Neue Gattung: Sarcops L. Waiden, Trans. Z. S. IX. p. 2.
205 (Gracula calva L.).
Neue Arten: Manucodia johiensis Salvad., Ann. Mus. Genova
VII 969, Ins. Jobi. — Äcridotheres albocinctiis L. Waiden et G.
Austen, Ibis 251, Munipur. — Temenuchus Icucoptcrus A. Ilume,
Stray P'eath. II 480, Tenasserim. — Aplonis Pelzeini Finsch, Proc.
Z. S. 644, Puyuipet, H. Kubary.
Icteridae. Sclater: Ueber die Zusammensetzung des Ex. von
Centropsar mirus, Proc. Z. S. 3^0.
Neue Art: Icterus virescens A. Dubois, Bullet. Acad. Bel-
gique XL. seance 4. Dec, Mexico. Nach Selys Longchamps
wohl nicht von I. melanocephalus verschieden, Instit. N. 166,
Mars 1876.
Neue Varietäten: leterus xanthornus Var. Dubusii und
Var. marginalis A. Dubois, Bull. Acad. Belgique XL. seance 4. Dec,
Panama. Vgl hierüber auch Selys Longchamps, Instit. N. 166.
Mars 1876.
Ploceidae. R. Geissler: Zur Prachtfinken -Zucht. Gefied.
Welt 332.
Amadina granatina lebend in Europa. Russ, Jouru. f. Oru. 217.
190 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
R. Bauer: Die Zucht des Japanesischen Mövchens (Sper-
mestes acuticauda Var. alba, flava et grisea). Gefied. Welt 284.
Bastard-Brut von Spermestes maja m. und castaneothorax f.
G. Linke, ib. 429.
Dr. Fenker: Brut von Spermestes punctularia, ib. 358.
A. Hume: lieber Munia punctularia, Stray Feath. III 263.
Dr. Franken: Zucht von Fringilla musica, ib. 350.
Nach Hartl. u. Finsch Lobiospiza notabilis der junge Vogel
von Amblyura cyanovirens. Hartl., Proc. Z. S- 269.
Die Wachtelfinken (Ortygospiza). Gefied. Welt 103.
Reisvogelbrut. Fr. A. Kierstein, ib. 114.
Neue Arten: Hyphantornis aurantiigula Cabanis, Journ. f.
Orn. 238, W.-Africa, Dr. Falkenstein. — Lagonosticta Russi Rei-
chenow, Journ. f. Orn. 453, Fundort? — Munia superstriata A.
Hume, Stray Feath. II 481, Tenasserim.
Abbildung. Pytelia Reichenowi Hartl., Journ. f. Orn.
t. 2. f. 1.
Tanagridäe. Sclater: Remarks on the Species of the Tana-
grine Genus Chlorochrysa, Ibis 464. fe. 10.
üeber Phoenicomanes iora, vgl. Aegithinidae.
Neue Arten: Buarremoti castaneifrons Sclater et Salv. (B.
schistaceus Sei. et Salv. 1870), Proc. Z. S. 1875. 235, Venezuela,
H.Görmg. — Chlorospingus? specidiferusLa.vfr., Ibis TOS, Porto-Rico,
Dr. Gundlach. — CM. nigrifrons Lawr.. ib. 384, Ecuador. — Chi.
chrysophrys Sclater et Salvin (Xanthophrys Sei. et Salv. 1870), Proc.
Z. S. 1875. 235, Venezuela, H. Göring.
Veränderter Speciesname: Buarremon Taczanoioskii
Sclater et Salvin (für B. mystacalis Taczan.), Proc. Z. S. 236.
Abbildungen. Chlorochrysa nitidissima Sclater, Ibis t. 10.
— Buarremon castaneifrons Sei. et Salv., Proc. Z. S. t. 35. f. 1. —
B. Taczanowskii, ib. f. 2. — Chlorospingus? speculiferus Lawr.
Ibis t. 9. f. 1.
Fringillidae. Züchtung von Fringilla coelebs, Gefied. Welt 4.
N. Quepart: Monographie du Cini (Fringilla Serinus L..),
Paris 1875. 8. 2 Taf. (1 M. 2 W., Eier).
Dr. R. Blasius: Brüten von Fringilla serinus in der Gefan-
genschaft, Journ. f. Orn. 346.
Dr. R. Blasius: Brüten von Dryospiza Serinus L. in der Ge-
fangenschaft. Ber. XXI. Vers. d. Ornith. Gesellscb. Braunschweig 14.
Ein Girlitz. Gefied. Welt 163.
M. Mentzel: Ueber Fringilla citrinella, ib. 314.
N. Quepart: Monographie du Chardonneret, Paris 1873.
Dr. R. Meyer: Ueber ein Distelfinkennest. Zool. Gart. 68.
W. Thienemann: Die Geschlechter von Fringilla carduelis
sicher zu unterscheiden. Gefied. Welt 214.
der Vögel während des Jahres 1875. 191
0. Vetter: Noch einmal die Kennzeichen der Geschlechter
des Stiglitz, ib. 276.
Gläser: Ueber einen Stiglitzbastard, ib. 95.
Cardinalis orientalis Eversm. ap. Severz. = C. caniceps Vig,
H. E. Dresser, Ibis 387.
Schwarzer Zeisig. Gläser, Gefied. Welt 156.
R, Ridgway: Monograph of the genus Leucosticte Swains.,
Bullet. U. St. Geol. and Geogr. Survey of the Territories 2. ser.
251, Bespr. Ibis 501.
Jesnitzer: Fringilla chloris var. Gefied. Welt 189.
K. Hagemeister: Der Haiissperling, ib. 60.
Sperlinge Blumen fressend, N. Zool. Gart. 72.
Dr. K. Russ: Ueber Coccoborus h:dovicianus. Gefied. Welt 283.
J. A. Allen: The Sharp tailed Finsch (Amniodromus canda-
cutus). Proc. Boston See. N. IL XVII. 1875.
V. Tschüs i-Schmidhofen: Ein zweites wahrscheinlich gleich-
falls hermaphroditisches Ex. von Pyrrhula vulgaris. Journ. f.
Orn. 413.
Dr. n. Müller: Gehen auch die deutschon Dompfaffen dem
Honig der Schlüsselblumen nach? Zool. Gart. 168.
R. Hampel: Gimpelzucht. Gefied. Welt 190.
Gimpelzucht, ib. 270.
A. Hutne: Ueber Exemplare von Pyrrhula erythaca, Stray
Featb. II 455.
Zur Kanarienvogelzucht. Gefied. Welt 20 et 90 (Gädeke), 191
(Weiglein), 216 (Böcker\ 278 (R. Müller).
W. Boecker: Wie sind die ersten Kanarien Harzer Rasse
entstanden, und wer war ihr Lehrmeister ? Gefied. Welt 112 et 120.
W. Boecker: Ueber den Ankauf von Harzer Kanarienvögeln,
ib. 270.
W. Boecker: Behandlung von angekauften Harzer Kana-
rien ib. 9, Harzer Kanarienvögel auf den Ausstellungen, ib. 232.
J. Mertens: Zur Zucht der Harzer Kanarien, ib. 402.
C. Lange: Der Harzer Kanarienvogel aus St. Andreasberg,
ib. 437, Entgegnung F. A. Ochs, ib. 4.58.
C. Reiche: Ein Wink für Kanarienzüchter, ib. 430; Erwie-
derung von L. Luckhardt, ib. 445.
II. Stendel: Aus dem Tagebuche eines Kanarienvogel-Lieb-
habers, ib. 423.
C. Lange: Kanarien vogel-Nist-Kästen, ib. 69.
Wiener: Ueber Fütterung der Kanarienvögel mit Kayenne-
pfeffer, ib. 252.
H. Blum: Bastard von Citrinchen- Weibchen und Kanarien-
hahn, ib. 38.
Gade: Sind Bastarde von Kanarienvögeln fruchtbar? ib. 173.
192 Pelze In: Bericht üb. die Leistungen in d. Naturgeschichte
W. Bock er: Rupfen der jungen Kanarienvögel, ib. 296.
Pralle: Eier von Fringilla cardinalis in der Gefangenschaft.
Journ. f. Orn. 416.
R. Hoff mann: Ueberwinterung und Brut des rothen Kar-
dinals im Freien, Gefied. Welt 129.
B. Marquardt: Zur Keuntniss von Pinicola enucleator,
Gefied. Welt 239.
V. Tschusi-Schmidhofen: Brüten von Linaria rufescens
im Lungau, Journ. f. Orn. 115.
G. Mettenheimer: Section eines 17 Jahre alten Hänflings,
Zool. Gart. 401.
Dr. Lazarus: Beobachtungen über einige der besten einhei-
mischen Sänger. IL Der Hänfling, Gefied. Welt 28.
A, Hume: lieber Paradoxornisarten, Stray Feath. II 457.
Neue Untergattung: HypoUa (unter Leucosticte) Ridg-
way, a. a. 0.
Neue Arten: Passer Ammodendri Severz., Turkest. Jevot.
64. 115 et Journ. f. Orn. 134 (Abbildung schon im Bericht f. 1872
angeführt), vgl. Dresser, Ibis 239, Turkestan. — P. pulverulentus
Severz., ib. 64. 116; Dresser, ib. 240, Turkestan. — P. Stoliczkae
A. Hume, Stray Feath. II 516, Yarkand, Stoliczka {== P. Ammo-
dendri Severz., A. Hume, ib. HI?). — Propasser Stoliczlvae A. Hume,
ib. 523, Chiklik, Stoliczka. — Erythrospiza incarnata Severz., Tur-
kest. Jevot. 64. 117, Journ. f. Orn. 173 et Stray Feath. III 424;
Dresser, Ibis 245, Turkestan.
Abbildungen. Nesospiza Acunhae Gab., Journ. f. Orn. t. 1.
f. 2. — Carduelis clegans Dresser, B. Europe P. XL. — Serinua
hortulanus, ib. XLIII— XLIV. — Chrysomitris citrinella, ib. et
XLV. — Ligurinus chloris, ib. XLHI— XLIV. — Montifringilla rufi-
collis W. T. Blanford, Gould, ß. Asia XXVH. t. 14. - Coccothraustes
vulgaris Dresser, B. Europe XLI— XLH. — Pyrrhula cineracea Gab.,
Gould, B. Asia XXVII. t. 13. — Erythrpspiza githaginea Dresser,
B. Europe P. XXXV— XXXVI.
Emberizidae. Neue Arten: Polymüra {Fringillaria) Cahanisi
Reichenow, Journ. f. Orn. 233, Camerun, Dr. Reichenow. — CyU'
clwamus Cahanisi Severz., Journ. f. Orn. 174, Turkestan.
Abbildungen. Fringillaria Cahanisi Reichenow, Journ, f.
Orn. t. 2. f. 2 m. ad, f. f. 3 m. j.
Älaudidae. A. Hume: lieber Otocoris longirostris Gould,
Stray Feath. II 529.
Dr. Lazarus: Beobachtungen über einige der besten einhei-
mischen Sänger. III. Die Feldlerche. Gefied. Welt 444 und 456.
Joh. v. Fischer: Knochenbrüchigkeit bei einer Feldlerche.
Zool. Gart. 372.
Neue Arten: Otocorys petrophila Severz., Journ. f. Orn. 175
der Vögel während des Jahres 1875. 193
et 191, Turkestan. — Calandritis leucophaea Severz., ib. 174 et
Stray Feath. III 424. — Älauda {Megalophomis) pleheja Cabanis,
Journ. f. Orn. 237, W.-Äfrica, Dr. Falkenstein.
Abbildung. Ammomanes cinctura Dresser, B. Europe
P. XXXV, XXXVI.
Bacerotidae. J. Gammie: On the Breeding of Aceros nipa-
lensis Stray Feath. III 209 (auch Ei.)
Abbildungen. Buceros rhinoceros, Holzschnitt der Sehnen
des Fusses, Garrod, Proc. Z. S. p. 342. f. 4. — Craniorrhinus leu-
cocephaius (Vieill.) L. Waiden, Trans. Z. S. IX. p. 2. t. 27. f. 1
m. f. 2 f. — Penelopides Panini (Bodd.), ib. t. 28. f. 1 m. f. 2 f.
Scansores.
Psittacidae. Sclater: On some rare Parrots living in the
Societys Gardens. Proc. Z, S. 59. t. 10, 11 (Unterscheidung von
Cacatua sanguinea, gymnopis, Goffini von Queensland).
Dr. A. B. Meyer: üeber die von ihm 1873 auf N.-Guinea
und den nahe liegenden Inseln gesammelten Papageien. Sitzgsb. Isis
Dresden 20. Mai 1875.
Dr. W. Sedlitzky: Beitrag zur Kenntniss der Papageien,
Gefied. Welt 111.
E. Maire: Beitrag zur Beurtheilung der sprechenden Papa-
geien, ib. 3.
Dulitz: Das Selbstrupfen der Papageien, ib. 221.
K. Baudisch: lieber Coryllis exilis und Palaeornis cyano-
cephalus, ib. 179.
Ph. Delalain: Education des Perruches Palliceps faites a
Jarnac (Charente). Bullet. Soc. Acclin. Octob. 1875. 3. ser. II 561.
W. L. Buller: Note on Platycercus unicolor in the British
Museum. Trans. N.-Zeal. Instit. VI 121.
Dr. F. Franken: Beitrag zur Kenntniss der Paradiessittiche
(Platycercus pulcherrimus Gould). Gefied. Welt 381.
Zur Nymphenzucht. W. B., ib. 277.
Gould: üeber Aprosmictus insignissimus aus Queensland.
Proc. Z. S. 14.
Zur Wellensittich-Zucht, Gef. Welt 19 (B. G.), 38 (O.Vetter),
68 (v. Kotnicki), 105 (H. Stechmann), 156 (E. Kratz), 183 (W.
B.), 243, 391 (Kuhfuss), 424 (R. Bauer), 444 (Dr. Sedlitzky),
457 (H. Hoppe).
Ein kanariengelber Wellensittich. Stechmann, ib. 436.
J. v. Fischer: Nochmals über die Nasenhaut des Wellen-
sittichs, ib. 467.
Archiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. N
l94 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgescliiclite
L. Waiden: Ueber ein beinahe ganz gelbes Ex. von Palae-
ornis melanorhynchus Wagler, Ibis 270.
A. Newton: Note on Palaeornis exsul, Ibis 342. t. 7.
üeber Palaeornis cyanocephalus. Gefied, Welt 77.
A. Harne; üeber Palaeornis fasciatus, Stray Feath. III 264.
F. Field: Nest von Palaeornis sivalensis, ib. 329.
H. J. Rainey: Nidification and breeding habits of the large
Rose ringed Paroquet in the Eastern Sundurbun, ib. 382 (auch Eier).
A. Wickham: Ueber Ära hyacinthina in der Nähe von Sant-
arem. Proc. Z. S. 634.
Ueber Conurus glaucifrous Leybold, Journ. f. Orn. 445.
Die Papageichen (Coryllis). Dr. A. B. Meyer, Gefied. Welt
229, Zusatz von Dr. K. Russ, ib. 230.
Der blaue Gebirgslori und seine Züchtung, ib. 36 u. 43.
Zur Kenntniss des Lori von den blauen Bergen (S. Swain-
soni). K. Peter mann, ib. 443.
Salvadori: Ueber die Eclectus-Arten. Ann. Mus. Genova
VII 756, 757.
Dr. A. B. Meyer: Eclectus polychlorus, über die Geschlechts-
unterschiede. Mitth. zool. Mus. Dresden I 11 — 13.
Dr. A. B. Meyer: Ueber die Zunge von Dasyptilus Pes-
queti, ib. 14.
Prof. Newton: Ueber eine unpublicirte Skizze des Lopho-
psittacus mauritianus (Reise von W. Harmanszoou) und über die
Abbild, in Van Necks Reise, Proc. Z. S. 350.
P. Oelkrug: Zur Behandlung der Graupapageien. Gefied.
Welt 37.
Alvine Lange: Zur Kenntniss des Jako, ib. 44.
Wilhelm: Jako der Graupapagei, ib. 67.
Ueber Chrysotis xantholora, Proc. Z. S. 157.
Dr. F. Franken: Ueber das Nisten des Inseparables, Gefied.
Welt 59.
Lagrenee: Fortpflanzung von Psittacula cana in Gefangen-
schaft. Bull. Soc. Acclimat. 3. ser. H. 1875. 483.
Brut von Psittacula pullaria. Gefied. Welt 25.
Salvadori: üebersicht der Arten von Cyclopsittacus. Ann.
Mus. Genova VII 911.
G. Dawaon Rowley: Ueber Nasiterna geelvinkiana und pyg-
maea, Proc. Z. S. 470.
Baron A. Hügel: Ueber Lebensweise des Stringops. Ibis 391.
Neue Gattungen : Neopsittacus Salvad , Ann. Mus. Ge-
nova VII 761 (N. Musschenbroekii (Rosenb.)). — Lophopsittacus
Prof. Newton, Proc. Z. S. 350 (L. mauritianus Owen exst.).
der Vögel während des Jahres IßT'S. 195
Neue Arten: Platycercus Eowleyi Bnllcr, Transact. N.-Zeal.
Instit. VII 219 et 220, N.-See]and. — Fdlaeornis Finschi A. Hume,
Stray Feath. II 509, Tenasserim. — Trichoglossus aureicinctus E. L.
Layard, Ann. nat. bist. XVI 344, Fidschi-Ins. — Geoffroyus äorsalis
Salvad., Ann. Mus. Genova VII 758, Andai, N. -Guinea, — Cyclo-
psitta Leadbeateri M. Coy, Ann. nat. hist. XVI 54. N,-0. -Australien.
— C. cervicalis Salvad. et d'Albertis, Ann. Mus. Genova VII 811,
N.-Guinea, d'Albertis. — C. Moccoyi Gould, Proc. Z. S. 314, Queens-
land. — C. Maccleayana E. P. Rarnsay, Sydney Morning Herald, News-
paper Nov. 15. 1874 et Proc. Z. S. 1875. 602, N.-O.-Queensland. —
C. occidentalis Salv., Ann. Mus. Genova VII 910, Salvatti, Batanta,
N.-Guinea. — H^asiterna Bruijnii Salvad., ib. 758, Arfak, N.-Guinea.
— N. maforensis Salv. (geelvinkiana part.), ib. 908, Ins. Mafor. —
N. misoriensis Salvad., ib. 909 (geelvinkiana part.), Ins. Misore. —
N. Keiensis Salvad., ib. 984, Ins. Ke, Beccari.
Neuer Speciesname: Palacornis Tytleri proponirt von A.
Hume, Proc. A. S. B. May 1874. 106 et Stray Feath. II. 454, statt
affinis Tytler für den Vogel von den Andamanen.
Abbildungen. Holzschnitte des Kopfes von Platycercus
Novae Zealandiae f. 1 und PI. unicolor f. 2, Buller, Transact. N.
Zeal. Instit. VI 122. - Köpfe von PI. Novae Zealandiae f. 5, P. auri-
ceps f. 6, P. alpinus f. 7, Buller, ib. VII. t. 8. — Palaeornis exsul
A. Newton, Ibis t. 7. — Chrysotis Bouqueti (Bechst.) Sclater, Proc.
Z. S. t. 11. — Ch. xantholora, ib. t. 26. — Lophopsittacus mau-
ritianus A. Newton, in Encycl. Britann. III Birds 732 (Holzschnitt).
— Nestor meridionalis var. (Albino) Dawson Rowley, Ornith. Mise.
P. I. N. 1. t. — N. productus A. Newton, Encycl. Brit. III Birds
735 (Holzschnitt). — Nasiterna Bruijnii Salvad., Ann, Mus. Genova
VII. t. 21. — Cacutua Gofiini Finsch, Sclater, Proc. Z. S. t. 10. —
C. Goffini f. 1, C. sanguinea f. 2, Holzschnitte des Fusoes, ib. 60.
Gapitonidae. Neue Arten: Megalaeina Ramsayi L. Waiden,
Ann. nat. hist. XV 400, Burma, L. W. Rarasay. — M. incognita
A. Hume, Stray Feath. II 442; G. F. L. Marshall et A. Hume, ib.
486, Tenasserim.
Abbildung. Megalaema asiatica, Holzschn. der Sehnen des
Fusses, Garrod, Proc. Z. S. p. 346. f. 8.
Picidae. üeber Gecinus erythropygius. D. G. Elliot (ery-
throp. P. Z. S. 1874. 212. t. 35, nigrigenis Hume), Ibis 148, dann
R. J. Wardlaw Rarnsay, Proc. Z. S. 317.
Ueber Chrysonotus (Tiga) intermedius Blyth und rubropygialis
Malh. A. Hume, Stray Feath. III 328.
Ueber Colaptes leucofrenatus Leybold, Excurs. pampas arjen-
tinas. Journ. f. Orn. 445.
196 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistimgeu in d. Naturgeschichtö
Neue A r t e u. Piciis teptorliynchus Severz. (P. Cabanisi Severz.
olim.), Journ. f. Orn. 180, Ibis 489 et Stray Feath. III 430, Tur-
kestan. — P. montanus Severz., Journ. f. Orn. 1. c, Turkestan. —
Chloronerpes xanthochlonis Sclater et Salv., Proc. Z. S. 238, Vene-
zuela, H. Goering. ~ Gecinus nigrigmis A. Hume (ob = erythro-
pygius W. Rams.?;, Proc A. S. B. 1. Mai 1874. 106 et Stray Feath.
II 444 et 471, Tenasserim.
Abbildungen. Picus major f. 1, Picus leptorhjmchus f. 2,
P. leptorh. var. leucoptera f. 3, Severz., Ibis 489, Holzschnitte je
einer Seeundarie — Yuux torquilla Dresser, B. Europe P. XXXV —
XXXVI.
Cuculidae. A. Dubois: Note sur un Coccyzus tue en Belgique
(C. americanus). Bullet. Acad. Belgique XXXIX 9.
V. Tschusi: Sonderbares Benehmen eines Kuckucks (C. ca-
norus). Zool. Gart. 111.
August Müller: Zwei Kuckuckseier in einem Neste des
Rothkehlchens, ib. 150.
A. Hume: lieber Cuculus micropterus von den Andamanen,
Stray Feath. III 264.
Andrew Anderson: Brutgeschäft von Eudynamys honorata,
Ibis 142.
W. E. Brooks?: Junge Eudynamys honorata mit einem Weib-
chen von Corvus impudicus fliegend, Stray Feath. II 532.
Dr. A. B. Meyer: lieber Eudynamys rufiventris (Less). Mitth.
zool. Mus. Dresden I 20.
Neue Arten: Nesocentor chalybeus SslYSid., Ann. Mus. Genova
VII 914, Ins. Misore. — Polopliüus sp. Salvad. et d'Albertis, ib.
813, Ins. Yule bei N. -Guinea. — Cacomantis .... Salvad., ib. 761,
Ternate (au juv.?). — Lamprococcyx rußcolUs Salvad., ib. 913, N.-
Guinea (Arfak). — L. misoriensis Salvad., ib. 914, Ins. Misore. —
Eudynamys parva Salvad., ib. 986, Heimath? Beccari.
Veränderter Speciesname: Lamprococcyx Meyerii Salvad.
(splendidus Meyer), Ann. Mus. Genova VII 912.
Abbildung. Crotophaga sulcirostris, Holzschn. d. Sehnen des
Fusses, Garrod, Proc. Z. S. 346. f. 7.
Golumbae.
Columbidae. Dr. 0. Fi n seh: Notes on the Fruit-pigeons of
the Genus Chrysoena. Proc. Z. S. 557.
E. L. Layard und v. Suhm halten Chrysoena victor für eine
Phase von Ch. luteovirens, Proc. Z. S. 30; Layard änderte seine
Meinung ib. 151, 436, 437.
der Vögel während des Jahres 1875. 197
A. Hume: üeber Carpophaga palumboides Stray Feath. III 327.
A. Hume: Ueber Carpophaga insignis und C. cuprea Jerd.,
ib. 328.
A. H. Garrod: Notes on two Pigeons, Janthoenas leucolaema
and Erythroena pulcherrima, Proc. Z. S. 867 (Anatomie und System.
Stellung).
The lUustrated Book of Pigeons by Robert Fulton. Edited
and arranged by Lewis Wright. Illustrated with colored Plates
drawn from life by J. W. Ludlow. London, Paris et N.-York 4.
Part I mit 2 Tafeln.
A. Prosche: Die Perrückentaube, Gefied. Welt 5.
P. Bonizzi: Intorno all' ibridismo del colombo domestico
colla tortora domestica. Atti soc. ven. sc. nat. Padova 1875. Zool.
Gart. 469. ^
Gade: Bastarde von Lachtauben und Turteltauben, Gefied.
Welt 174.
Graf York: Eier der Captaube (Columba capensis), ib. 382.
Dr. 0. Finsch: Note on Chalcopelia Brehmeri, Ibis 467.
Ueber Columbina aurisquamata Leybold, Journ. f. Orn. 446.
Neue Arten: Sphenocercus mmorW. E. Brooks, Stray Feath.
III 255, Hiraalaya. — Ptüonopus geviinus Salvad. (coronulatus part.
Schlegel), Ann. Mus. Genova VII 786, Ins. Jobi. — P. trigcmimis
Salvad. (coronulatus Schlegel pt.), ib. 787, Sorong, Salvatti. —
P. Gestroi d'Albertis et Salvad., ib. 834, Ins. Yule bei N.-Guinea,
d'Albertis. — Chrysoena viridis E. L. Layard, Proc. Z. S. 151 et
437, Fidschi-Ins. — Duciila griseicapilla L. Waiden, Ann. nat. bist.
XVI 229 et Ibis 459, Burma. — Macropygia nigrirostris Salvad.,
Ann. Mus Genova VII 972, N.-Guinea. — M. assimilis A. Hume,
Stray Feath. II 441; Blyth et L. Waiden. Journ. A. S B. XLIH
Extra-Hft. 146, Burma, Tenasserim? — Turtiir Stöliczlae A. Hume,
Stray Feath. II 519, Kaschgar, Stoliczka (soll nach M. Sharpc T.
intercedens sein, vgl. über diese Frage A. Hume 1. c. III 415). —
T. Immilior Hume, Proc. A. S. B. Dec. 1874. 241 et Stray Feath.
III 279, Andamanen. — Geotrygon rufiventris Lawr., Ann. Lyc. N.
Y. XI 90, Costa Rica, J. Cooper. — ChaJcophaps Margarithae d'Al-
bertis et Salvad., Ann. Mus. Genova VII 836, N.-Guinea, d'Albertis.
— Ch. sp. Salvad., ib. 973, Ins. Jobi. — Ch. Beccarii Salvad., ib.
974. Arfak. — Caloenas pelewensis Finsch, Journ. Mus. Godeffr.
Hft. VIII 28, Paloa-Ins. — PMegoenas jobiensis Dr. A. B. Meyer,
Isis Sitzgsb. 1. Apr. 1875 et Mitth. zool .Mus. Dresden I. 10, Ins.
Jobi. — Gouru Schecpmiikcri Finsch, in litt. Salvad. et d'Albertis,
Ann. Mus. Genova VII 41; Finsch. Proc. Z. S. 631, N.-Guinea,
d'Albertis.
198 Pelzelu: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
VeränderterSpeciesname: Carpophaga rufiventris Salvad. ,
Ann. Mus. Genova VII 790 (für rufigaster Quoy et Gaim.).
Abbildungen. Leucotreron Gironieri J. Verr. et Des Murs
L. Waiden, Trans. Z. S. IX. p. 2. t. 34. f. 1. — Phabotreron ame-
thystina (Bp.), ib. t. 34. f. 2. — Columba trocaz Dresser, B. Europe
P. XLI— XLII. — C. Bollii ib. — C. laurivora ib. — Phlegoenas
canifrons H. et F. Finsch/ Journ. Mus. Godeffr. Hft. VIII. t. 5. f. 1.
— Goura Scheepmakeri Finsch, Proc. Z. S. t. 68.
Didnnculidae. S. J. "Whitmee: On a Change in the Habits
of Didunculus strigirostris, Proc. Z. S. 495.
Dididae. Prof. Newton: Ueber unpublicirte Skizzen des
Dodo (Reise von W. Harmanszoon), Proc. Z. S. 349.
Henry H. Slater: Reste vom Solitaire auf Rodriguez, Ann.
nat. bist. XY 365.
J. Ca Id well: Ueber Reste vom Solitaire, Proc. Z. S. 644.
Gallinae.
Pteroclidae. R. F. Blewitt: Ueber Pterocles alchata und
Pt. exustus Stray Feath. III 268.
G. King und A. Hume: Pterocles exustus im botanischen
Garten zu Calcutta, Stray Feath. II 458.
Frank Wise: Ueber Pterocles coronatus, ib. III 267.
Neue Art: Syrrhaptes n. sp. ? Prshewalski Reise durch Ko-
kunoor und das nördl. Tibet bis zum Oberlauf des Jangtse-Kiang.
Petermann, Mittheil. 1874. 41, 1875 36, Central-Asien.
Cracidae. P. L. Sclater: On the Curassows now or lately
living in the Society's Gardens Transact. Z. S. London Vol. IX.
p. 4. 273. t. 40—53.
Nach Dr. N. Funk und P. L. Sclater Pauxi galeata var.
rubra = P. galeata fem. Proc. Z. S. 566, vgl. auch Transact. Z.
S. 1. c, 285.
Dr. E. v. Martens: Verschiedenheit der Weibchen bei den
Hokko-Hühnern. Zool. Gart. 374.
Neue Art: Crax viridirostris Sclater, Transact. Z, S. IX.
p. 4. 282, Heimath?
Abbildungen. Crax globicera m. et f. Sclater, Trans. Z.
S. IX. p. 4. t. 40. — C. Daubentonii m., ib. t. 41. — C. Dauben-
tonii f.. ib. t. 42. — C. Alector m. f., ib. t. 43. — C. Sclateri m.
f, ib. t. 4i. f. t. 45. — C. globulosa m. f., ib. t. 46. — C. carun-
culata m. f., ib. t. 47. — C. Alberti m. f., ib. 48. — C. incommoda,
der Vögel während des Jahres 1875. 199
ib. t. 49. ~ Nothoorax Urumutum, ib. t. 50. — Mitua tuberosa,
ib. t. 51. — M. tomentosa, ib. t. 52. — Pauxis galeata f. 1, f. 2
ej. var. rubra, ib. t. 53.
Megapodidae. Marquis d'Hervey de St. Denys: lieber Le-
bensweise der ihm anvertrauten Talegallen im Winter. Bullet. Soc.
Acclimat. 3. ser. U. 1875. 51.
Neue Art: Megapodius Lowii R. B. Sharpe (Cummingii
Dillw., Motl., Salvad.), Proc. Z. S. 111, Labuan.
Abbildung. Megapodius senex Hartl. Finsch, Journ. Mus.
Godeffr. Heft VIII. t. 5. f. 2, 3.
Phasianidae. Severzow: Vergleichende Diagnosen von Pha-
sianus semitorquatus, mongolicus, chrysomelas und persicus, Ibis 493.
E. Crugy: Maladie des pattes chez les Faisaus veneres. Bullet.
Soc. Acclimat. 3. ser. II 1875. 494.
W. B. Tegetmeier: Ueber Hybriden zwischen Phasianus
colchicus und Euplocomus nycthemerus, Proc. Z. S. 317.
J. Scully: Phasianus Shawi und Ph. insignis Elliot, Stray
Feath. III 433.
A. Hume: Heber Lophophorus Sclateri Jerd., ib. II 488.
The Illustrated Book of Poultry with exquisitely colored
Platcs of celebrated Prize Birds of every breed printed from life
expressly for this work and with mimerous engravings on wood.
The text by Mr. L. Wright London, Paris et N.-York ?
E. Guyot: Poules et oeufs 18 Paris 1875?
E. Hamilton: Deforme sterna von Creve-coeur Hühnern, Proc.
Z. S. 47.
C. Rasch: Zur Hühnerzucht, Gefied. Welt 244.
Farbenwechsel bei einem Huhn, ib. 334.
v. Grubicky: Nackthalsige Hühner, Wiener landw. Ztg. und
Gefied. Welt 359.
G. Colasanti: Ueber den Einfluss der Kälte auf die Entwick-
lungsfähigkeit des Hühnereies. III. Mitth. Verh. der Acad. dei
Lincei 1875 und Reichert's Arch. f. Anatomie etc. 1875. 477.
Alph. Milne Edwards: Ueber Reste von Gallus sp. in
Höhlen Frankreichs in Cartailhac Mater, pour Thist. primit. et nat.
de l'Homme XI Annee 2. ser. VI. 1875. 496.
Epoque de l'introduction du Dindon en France. Bullet. Soc.
Acclimat. 3. ser. II 360 Extr. du Journal manuscrit d'un sire de
Gouberville et du Mesnil.
Ueber die Möglichkeit den Truthahn als jagdbares Wild zu
züchten. Oesterr. landw. Wochenbl. u. Zool. Gart. 277.
K. Hagemeister: Das Perlhuhn, Numida meleagris. Gefied.
Welt 39.
200 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue Arten: Phasianus clirysomelas Severz., Journ. f. Orn.
224 et Stray Feath. III 431 (vielleicht schon Bullet, de Moscou 1874
als chrysomelanos). Amu Darja. — Pli. persicus Severz., J. f. 0. ib.,
Südufer des caspischen Meeres. — Ph. semitorqiiatus Severz., Ibis
491 et Stray Feath. III 431, Tian-schan, vgl. über diese Arten auch
Severz., Ibis 493.
Abbildungen: Pucrasia Darwini Swinhoe Gould B. Asia
P. XXVIl t. 7. — Euplocamus lineatus Vig. ib. t. 6. — Lobiophasis
Bulweri Sharpe ib. t. 5. — Gallus Bankiva Holzschn. d. Sehnen des
Fusses A. H. Garrod, Proc. Z. S. S. 341 f. 1.
Tetraonidae. Lord Lilford Verbreitung europäischer Perdi-
cinen, Ibis 8.
Alter der Rebhühner. Gefied. Welt 88.
Fr. Wahlgren: Missbildeter Schnabel bei Rebhühnern (Per-
dix cinerea) (aus Öfvers, Wet. Akad. Förh. 1873 48) Zool. Gart. 253.
H. Schacht: Der Fang eines Rebhuhnes (Perdix cinera) Zool.
Gart. 455.
J. Wood-Mason: On the Occurrence of a Superorbital
chain of Bones in the Arboricolae (Wood-Partridges) Journ. A. S.
B. XLIII p. 2 1874, 254 t. 2; Ann. nat. bist. XVI 145.
Le Messurier: Ueber Eier von Coturnix coromandelica?
Stray Feath. III 417.
A. Marchand: Poussin de Hemipodius tachydromus Rev. de
Zool. 139.
J. Suyk: Education des Colins plumiferes, Bullet. Soc. Acclim.
3. ser. II 491.
V. Hinckeldey: Beitrag zu den Erfahrungen über Züchtung
der kalifornischen Schopfwachtel, Gefied. Welt 119.
G. A. Bates: Einführung des Prairie-Huhnes in Europa,
Gefied. Welt 61.
D res ser: Caccabis chukar B. Europe P. XLIII— XLIV Text.
Jäckel: Zur Biologie des Auerhahnes, Nitzsche Illustr.
Jagdztg. II 124.
W. AVurm: Ueber einige neue chemische und anat.-physiol.
Thatsachen bezüglich des Auerbahnes. Württemb. natnrw, Jahres-
hefte XXXI 61.
Friedr. Freiherr von Dalberg: Das Birkwild auf der Domäne
Datschitz in Mähren, Verb. zool. bot. Gesellsch. Wien 427.
Baron Nolde: Das Haselhuhn, Nitzsche Illustr. Jagdztg.
II 108.
Neue Arten: Ärhorophüa Mandellü Hume, Proc. A. S. B. 1.
May 1874 166 et Stray Feath. II 449 Tenasserim?, M. Mandelli. —
Microperdix Blewitti A. Hume, Stray Feath. II 512 vgl. auch Ball
ib. III 294 Raipoor. — Turnix Beccarii Salvad. Ann. Mus. Genova VII
der Vögel während des Jahres 1875. 201
675 Celebes. -- Tetraogallus ChäUayei Oustalet Soc. philomath, Paris
23. Oct. 1875; Instit No. 148, 353. Erzerum, de Challaye. — Tetrao
Mlokosiewiczi Taczanowski, Proc. Z. S, 266 Russisch Georgien.
Abbildungen: Arboricola Mandellii Hume, Stray Feath III "^
t. 2. — Caccabis petrosa et rufa Dresser B. Europe P. XXXV—
XXXVI. — C. saxatilis ib. XLIII— XLIV. — Tetrao Mlokosiewiczi
ib XLI — XLII; Holzschnitte des Schwanzes von m. aud f. S. 267 f.
1. 2., Federn von m. and f. ib. 268 f. 3. 4. Taczan. Proc. Z. S. —
Lagopus rupestris Dresser B. Europe P. XXXV — XXXVI.
Struthiones.
Abbildungen von Federn von Struthioniden Daws Rowley
Ornith. Mise. P. I N. 1 t.
Struthionidae. lieber Straussenzucht am Cap. Bullet. Soc.
Acclim. 3 ser. II 789 (nach Angaben des Herrn Julius von Mosen-
thal). — J. von Mosenthal ib. 803.
Strausszucht. Gefied. Welt 165.
Dr. V. Scherzer: Zur Straussenzucht in Europa ib. 368.
Casuariidae. P. L. Sclater: Further Reraarks on the Casso-
waries living in the Society's Gardens, and on othor Species of tho
Genus Casuarius Proc. Z. S. 84 t. 18—20. Am Schlüsse eine Ueber-
sicht der Arten.
Sclater: üeber Casuarius picticollis? pull, von N. -Guinea
ib. 349.
Sclater: lieber Casuarius Beccarii, ib. 87 et 527.
Sclater: Ueber den Fundort eines Ex. von Casuarius uniappen-
diculatus, ib. 533.
0. Beccari: Ueber die papuanischen Casuare. Ann. Mus. Ge-
nova VH 717.
Salvadori: üeber Casuarius papuanus. Rosenb. ad. ib, 796.
Neue Arten: Casuarius picticoUis Sclater, Proc. Z. S. 85 S.
0. Küste N. -Guineas. — C. Beccarii Sclater, ib. 87. Arn Ins. Beccari.
— C. tricarunculatus Beccari Ann. Mus. Genova VII 717. Warbusi
in der Geehvinksbai und Salwatti. — C. occipitalis Salvad. ib. 718
(Nota) Inn. Jobi.
Abbildungen: Casuarius picticollis Sclater, Proc. Z. S. t.
18 (Kopf und Hals). — C. Westermanni, Sei. ib. t. 19 (Kopf und
Hals). — C. uniappeudiculatus Sei. ib. t. 20. - C. Beccarii Holzschn.
des Kopfes und Halses Sclater, ib. S. 86. f. 1. u. 2. ib. t. 58 Kopf
und Hals.
202 Pelz ein: Bericnt üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Dinornithidae. Prof. Owen's XXI Memolr ou Dinornis etc.
behandelt nicht Dinornis, sondern Harpagornis Moorei, Proc.
Z. S. 470.
Prof. Owen: XXII Memoir on Dinornis (Restauration des Ske-
letes von Dinornis maximus Owen) Proc Z. S. 634. Die Abhandlung
wird in den Trans. Z S. erscheinen.
Prof. Owen: Note on a new Locality of Dinornithidae (Ha-
milton Swamp. prov. Otago), Proc. Z, S. 88.
B. S. Booth: Description of the Moa Swamp at Hamilton
Trans. N.-Zeal. Instit. VII 123 t. 5 (Karte).
Cockburn Hood: Notes respecting the Moa Cave at Earns-
cleugh. ib. VI? 387 (Wellington Philos. Soc).
F. W. Hut ton: Notice of the Earnscleugh Cave with Re-
marks on some of the more remarkable Moa Remains found in it,
By Prof. M. Coughtrey ib. VII 138.
F. W. Hutton: Description of some Moa Remains from the
Knobby Ranges with anatomical Notes by M. Coughtrey ib.
266 t. 69.
F. W. Hutton: On the Dimensions of Dinornis Bones, ib. 274.
J. V. Haast: Notes on the Moa-hunter Encampment at
Shag Point, Otago, ib. 91 t. 3.
J. V. Haast: Researches and Excavations carried on in and
near the Moa-bone Point Cave, Sumner Rood in the year 1872.
ib. 54-88 t. 1. 2. (Karten) et 528.
J. v. Haast: Explanation of some personal Remarks made in
Potts Paper on the Birds of N.-Zealand part. VI (T. VI) ib. 530
(Phil. Inst. Canterbury).
Resolutions (of Phil. Inst. Canterbury) regardiug the Sumner
Cave Exploration, ib. 531—533, 534, 535.
Mo. Kay: On the Identity of the Moa-hunters with the
present Maori Race ib. 98 vgl. auch Cockburn Hood, ib. 493 und
die folgende Discussion.
J. W. Hamilton: Notes on Maori Traditions of the Moa ib.
121 et 496 Discussion.
Roberts: Notes on the Moa (Traditionen der Eingeborenen)
ib. 348 (Otago Instit.).
J. W. Strack: Note on the word „Moa" in the Poetry of
the New-Zealanders, ib. App. XXVIII.
Abbildung: Dinornis ingens? (Bein) Hutton Trans. N.-Zeal.
Instit. VII t. 19.
Apterygidae. üeber Apteryx Haasti, australis, Oweni und
maxima Dowson Rowley Ornith. Mise. P. I, No. 1.
Abbildungen: Apteryx Haasti Potts m. f. j. Dawson Rowley
Orn. Mise. P. I. N. 1 t. — A. australis juv. ib. — A. Oweni ad et
der Vögel während des Jahres 1875. 203
juv. ib. — A. Mantelli. Holzschn. der Sehnen des Fusses A. H.
Garrod. Proc. Z. S. 341 f. 2.
Grallae.
Otididae. Pf. Jacke 1: Beitrag- zur Kenntuiss der geographi-
schen Verbreitung der Zwergtrappe, Otis tetrax. Zool. Gart. 453.
W. Thienemann: "Weitere Beobachtungen über den neuen
Brutvogel Thüringens, die Zwergtrappe (Otis tetrax) ib. 363 auch
Nest und Eier.
Pelzein: Otis tetrax im Marchfelde in Oesterreich, Sitzgsb. d.
k. k. zool. bot. Gesellsch. Wien XXV I. 4.
Charadriidae. Dresser: Charadrius fulvus (Eastern Golden
Plover) in Gross Britannien, Ibis 513.
H. E. Dresser: On the Egg of Charadrius asiaticus Pall.,
together with Remarks on the latter Species and Ch. veredus Gould,
Proc. Z. S. 97.
J. A. Harvie Brown: üeber Brutgeschäft des Anarhynchus
frontalis (Q. et G.) Ibis 519.
Abbildungen: Vanellus cristatus Dresser B. Europe P.
XXXIX. — Chettusia gregaria, ib. XXXVII — Eudromias moriuellus
ib. XXXV-XXXVI.
Glareolidae- F. Field: Glareola orientalis im Panjab erlegt
Stray Feath. II 465.
C. H. T. Mars hall: üeber Glareola orientalis ib. III 415.
J C. Parker: lieber Cursorius coromandelicus, ib. 267.
Abbildung: Cursorius gallicus Dresser B. Europe P.
XLI-XLII.
HaematOpodidae. Abbildung: Strepsilas interpres Dresser
B. Europe P. XXXV— XXXVI.
Rhinochetidae. Nach Solater ist die richtige Schreibweise
des Gattungsnamens Rhinochetus, Ibis 389.
Ardeidae. W. H. Hudson: On the Herons of the Argentine
Republic, with a Notice of a curious Instinct of Ardetta involucris,
Proc. Z. S. 623 Lebensw. Nest. Ei.
F. Lichter feld: Hochzeitskleid von Ardea Goliath. Gefied.
Welt 294.
W. L. Buller: Notes on the little Bittern of N.-Zealand
(Ardetta maculata) Transact. N.-Zeal. Instit. VI 119.
Sclater et Salvin: CJeber die Gattung Tigrisoma, Proc.
Z. S. 39.
204 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue Art: Tigrisoraa Salmoni: Sclater et Salvin Proc.
Z. S. 38 Coliimbien M. Salmon.
Abbildungen: Ardea cinerea Dresser B. Europe P. XLI—
XLII. — A. purpurea ib. XLIII—XLIV. — Ardetta maculata Buller
Trans, N. Zeal. Inst. VI t. 21 m. ad. et juv. — Botaurus stellaris
Dresser B. Europe P. XXXVIII. — Tigrisoma fasciatum f. 1, T.
Salmoni f. 2, Holzschnitte der Köpfe Sclater et Salvin, Proc.
Z. S. 38.
Giconiidae. A. H Garrod: On the Form of the Trachea in
certain Species of Storks and Spoonbills. Proc. Z. S. 297.
Dr. L. Glaser: Ueber Nutzen und Schaden des Storches.
Zool. Gart. 191.
V. Sc hackmann: Zur Frage über die Nützlichkeit oder
Schädlichkeit des weissen Storches, Nitzsche Illustr. Jagdztg. II 37.
0. Lindner: Ciconia alba in Sondershausen ib. 94.
Neue Art: Ciconia mycteriorhyncJia Severz. (alba var major?)
Journ. f. Orn. 182 et Stray Feath. 111 431 Turkestan.
Plataleidae. A. H. Garrod: On the Form of the Trachea
in certain Species of Storks and Spoonbills. Proc. Z. S. 297.
Abbildung: Platalea Ajaja, Holzschnitt der Trachea Garrod
Proc. Z. S. S. 300 f. 2.
Tantalidae. A. H. Garrod: On the Form of the Trachea in
certain Species of Storks and Spoonbills, Proc. Z. S. 297.
Neue Art: Geronticus Dawisoni A. Hume, Stray Feath. HI
300 Tenasserim.
Abbildung: Tantalus ibis Holzschnitt der Trachea Garrod
Proc. Z. S. S. 298 f. 1.
Dromadidae. W. V. Legge: On Dromas Ardeola, Stray Feath.
III 220 auch über Ei Anmerkung des Herausgebers.
Scolopacidae. W. Buller: On the Genus Himantopus in New-
Zealand. Trans. N. Zeal. Instit. VH? 220.
V. Legge: lieber Tringaarten, Stray Feath. III 265.
M. "Wagner: Die Waldschnepfe, Nitzsche Illustr. Jagdztg.
II 97, 151 vgl. Gaedde ib. 110, 124, 130, 132.
V. Tschusi Schmidhofen: Eine Waldschnepfe (Scolopax
rusticola), die ihre Jungen davon trägt. Journ. f. Orn. 413.
Dr. Altum: Meckern der Bekassine, Zool. Gart. 433 (nach
Zeitschr. f. Forst- und Jagdwesen).
Nehrkorn: Vier Nester von Scolopax gallinago bei Braun-
schweig. Journ. f. Orn. 125.
Forbes Cousmaker: Ueber Rhynchaea bengalensis (Brüten)
Stray Feath. UI 266.
der Vögel während des Jahres 1875. 205
Neue Arten: Falcirostra {Ihidorhynchns) Kaufmanni Severz.
Journ. f. Orn. 183 et Stray Feath. III 431 Turkestan. — Himanto-
pus alhicollis Baller Trans. N.-Zeal. Instit. VII 224 N. -Seeland.
Abb il dünge n: Totanus calidris and fuscus Dresser B. Europe
P. XXXIX et XL. — T. calidris ib. XL.
Phalaropodidae. Abbildungen: Phalaropus fulicarius und
hyperboreus Dresser B. Europe P. XXXV— XXXVI.
Raliidae. F. W. Hutton: Notes on the New-Zealand Wood
hens (Ocydromus) Trans. N.-Zeal, Instit. VI 110.
Prof. Newton: Ueber eine unpublicirte Skizze des Aphana-
pteryx Broecki (Reise von W. Harmanszoon) Proc. Z. S. 349.
E. P. Ramsay: Description of the Eggs and Young of Rallina
tricolor from Rockingham Bay, Queensland ib. 603.
A. Hume: Ueber Rallina fusca (L) Stray Feath. III. 500.
A. Hume: Ueber Rallus aquaticus and R. indicus Blyth,
ib. 416.
Bull er: Ueber Rallus modestus Trans. N.-Zeal. Inst. VII 545?
(Wellingt. Philos. Soc).
Neue Gattungen: Gymnocrex Salvad. Ann, Mus, Gonova
VII 678 (Rallina Rosenbergii Schleg.). — Cahalus F. W. Hutton
Trans. N.-Zeal. Inst. VI 208 (Rallus modestus Hutton).
Neue Arten: Ocydromus Ilcctori Ilutton, Trans. N.-Zeal,
Inst. VI 110. N.-Seeland. - 0. Fiuschi Hutton ib. 111 N.-See-
land. — Hypotaenidia abnormis A. Hume: Stray Feath III 389 An-
damanen. — Forzana [Cotiirnicops) exqiiisita Swinhoe Ibis 135
China. — P, cinerciceps Lawr, Ann. Lyc, N. Y. XI 90 Costa Rica,
J. Cooper, — Corethrura? leiccospila Salvad. Ann. Mus. Genova VII
975 Arfak.
Abbildungen: Holzschnitte der Köpfe von Rallus philippen-
sis und R. Dieffenbachii Buller Trans. N.-Zeal, Inst. VI S. 125 f. 1.
2. -- Cabalus modestus Hutton ib. t. 20 f, 1. 2, (sternum) — Porzana
exquisita Swinhoe Ibis t. 3.
Gallinolidae. F in seh: Ueber Porphyrio pelewensis H. et F.
Journ. Mus. Godefifr. Heft VIII 39,
Valet: Ueber den Nestbau des Teichhuhnes (Gallinula chlo-
ropus) Württemb, naturw, Jahreshefte XXXI Heft 1. 2. 179.
J, R. Gripps: Ausbrüten der Eier von Gallicrex cinereus?
Stray Feath. II 531,
Neue Art: Forpliyrio Stanleyi Dawson Rowley Ornith. Mise.
P. I No. 2. N.-Seeland? Norfolk Ins.?; vgl. auch Ibis 509.
Abbildungen: Porphyrio Stanleyi Dawson Rowley Ornith.
Mise. P. I N. 2. t. — Amaurornis olivacea (Meyen) L. Waiden Trans,
Z. S. IX p. 2. t. 33. f. 2.
206 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Anseres.
Pboenicopteridae. Neue Art: Phoenicopterus Andersoni W.
E, Brooks, Proc. A. S B. 1875 17; nach Brooks und A. Hume
Stray Feath. III 414 = Ph. antiquorum non adult.
Anatidae. A. H. Garrod: On the Form of the Lower Larynx
in certain Species of Ducks, Proc. Z. S. 151 mit Holzschnitten.
G. Arnould: Jagdbilder aus Ungarn I. Wildgänse an der
Theiss. Nitzsche Illustr. Jagdztg. II 127.
Ueber eine 30jährige Gans, Wiener landwirthsch. Z. und Gefied.
Welt 411.
F. Brüggemann: Cygnus immutabilis eine Varietät des
Höckerschwanes C. clor. Zool. Gart, 321.
M. Böttcher: Schwanen und Karpfenzucht, Gefied. Welt 458.
C. Hammacher: Aus dem Leben der Hausente. Gefied.
Welt 22.
Dr. Fi n seh: Ueber Anas pelev/ensis H. et F. Journ. Mus.
Godeffr. Heft VIII 40.
Sclater: Brüten von Anas poecilorhyncha im Zool. Garten
zu London Proc. Z. S. 528.
A. Anderson: On the occurrence of Querquedula angustirostris
in the Doab and Oudh. Stray Feath. III 273.
A. B. Brooke: Fuligula cristata in Grossbritanien brütend.
Ibis 514.
Baron A. Hügel: Ueber eine Mergusart von den Auckland-
Inseln. Ibis 392. ,
Skelete von Cnemiornis calcitrans aufgefunden Dr. Coughtrey
Mitth. an Prof. Owen, Proc. Z. S. 88.
J. Hector: On Cuemiornis calcitrans Owen Trans. N.-Zeal.
Inst. VI 76 t. 10— 14 a.
Neue Arten: Anser Middendorfi Severz. (A, grandis Mid.
nee. Pall.) Journ. f. Orn. 184 Turkestan. — A. Skornidkovi Severz.
ib. Turkestan. — Querquedula Eatoni R. B. Sharpe, Ibis 328 Ker-
guelens Insel.
Abbildungen: Sarcidiornis melanota Garrod Proc. Z. S.
152 Holzschn. f. 1 u. 2 (trachea von m. u. f.). — Tadorna casarca
Dresser B. Europe XLI— XLII. — Rhodonessa caryophyllacea Gar-
rod Proc. Z. S. 152 et 153 f. 3. 4. 5 Holzschn. der Trachea von
m. u. f. — Metopiana peposaca Garrod ib. 155 et 156 f. 6. u 7.
Holzschn. d. Trachea des m.). — Harelda glacialis Dresser B. Europe
XLV. — Somateria labradora m. et f. A. Newton Eucycl. Britann.
HI 735 Holzschn. — Mergus albellus f. et pulli Dresser B. Europe
XXXV— XXXVI. — M. merganser ib. XLIH-XLIV. — Cnemiornis
der Vögel während des Jahres 1875. 20?
calcitrans Owen J. Hector Trans. N.-Zeal. Inat. VI t. 10 (Skelet)
11 -14 a (Osteologie).
Golymbidae. Elliott Coues: Monograph of the N. American
Colymbidae and Podicipidae in Birds of the Northwest 1874. 718.
M. Z. Gerbe: lieber die Mauser der Schwingen bei Colym-
bus arcticus L. Rev. d. Zool. 271 vgl. Allgem.
Colymbus arcticus bei Aachen erlegt, Nitzsche Illustr. Jagdztg.
II 59.
Podicipidae. Elliott Coues Monograph of the N. American
Colymbidae and Podicipidae in Birds of the Northwest 1874. 718.
A. Anderson: Podiceps cristatus breeding in the plains.
Stray Feath. III 274.
Alcidae. M. Z. Gerbe: Ueber Mauser der Schwingen bei
Alca arctica L, Rev. de Zool. 271 vgl. Allgem.
L. Olphe Galliard: (und Vian) Beschreibung von Mormon
Grabae Brehm. Ibis 267.
Abbildung: Alca arctica L. Gerbe Rev. de Zool. t. 6 Flügel
in der Mauser.
Spheniscidae. Neue Arten: Eudyptes vittata Finsch (? Vieill.
Gal. Ois. t. 299) Ibis 112 N.-Seeland. — E. atrata Hutton Finsch.
ib. 114 N.-Seeland.
Procellaridae. Dr. Fr ick: Eine todte Thalassidroma pela-
gica bei Magdeburg. Gefied. Welt 411.
Neue Arten: Piiffinus sp. Finsch, Journ. Mus. Godeffr. Heft
VIII 45 (und Proc. Z. S. 1872. 112) Viti Jns. — Procellaria affinis
Buller Trans. N.-Zeal. Inst. VII 215 N.-Seeland. — Oestrelata ex-
terna 0. Salvin. Ibis 373 Ins. Masafuera.
Abbildungen: Köpfe von Prion vittatus f. 1, 2, Pr. turtur
f. 3, P. banksii f. 4 Buller Trans. N.-Zeal. Inst. VH t. 8.
Laridae. Elliott Coues: Monograph of N. American Laridae
in Birds of the Northwest 1874. 590.
Marchand: Description des poussins des Oiseaux d'Europe
Rev. de Zool. 139 (Sterna leucopareia, arctica, minuta, hirundo,
nigra, Stercorarius longicaudus).
Howard Saunders; On the Immature Plumage of Rhodoste-
thia rosea. Ibis 484 nebst Aufzählung der in Sammlungen befind-
lichen Exemplare.
Prof. Newton: Ueber Rhodostethia rossi aus Grönland Proc.
Z. S. 349.
Howard Saunders: Ueber Larus fuscus? aus Californien,
ib. 158.
Ueber Xema furcata. Ibis 496.
2Ö8 P e 1 z e 1 n : Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschiclite
W. Bull er: Notes on an alleged new Species of Tern (Sterna
alba Potts) Trans. N.-Zeal. Inst. 214.
Neue Arten: Sterna virgata Cabanis Journ. f. Orn. 449 Ker-
guelens Ins. — St. portlcmdica Ridgw. Amer. Natur. ¥1111874.433;
Elliott Coues Birds Northwest 691 N. Amer.
Abbildungen: Stercorarius catarrhactes Dresser B. Europe
XLI— XLII. — St. longicaudus Nestkleid A. Marchand Rev. de Zool.
t, 4. — Hydrochelidon leucoptera Dresser B. Europe XLV.
Plotidae. W. Buller On the Occurrence of a Plotus Novae
Hollandiae in N.-Zealand. Trans. N.-Zeal. Inst. VII 217.
Pelecanidae- Marchand: Description des poussins des Oi-
seaux d'Europe Rev. d. Zool. 139 (Phalacrocorax cristatus, Pelecanus
onocrotalus).
Nistplatz der Cormorans bei Curow. Zool. Gart. 237.
Neue Art. Halieus verrtux>stts Cabanis Journ. f. Orn. 450
Kerguelen Ins.
Abbildungen: Phalacrocorax cristatus Nestkleid Marchand
Rev. de Zool. t. 2, — Pelecanus onocrotalus Nestkleid ib. t. 3.
Bei'iclit über die wissenschaftlichen Leistungeu auf
dein (ilebiete der Arthropoden während der Jahre
1875 und 1870.
Von
Dr. Philipp Bertkau in Bonn.
Mit gegenwärtigem Doppelbericlite über die Leistungen
auf dem Gebiete der Arthropoden während 1875 und
187G schliesse ich die Reihe der Doppel berichte und
hoffe, die künftigen Jahresberichte zeitig nach dem Er-
scheinen der betreffenden Arbeiten liefern zu können. Auf
Wunsch der Redaktion habe ich auch den Bericht über
die Crustaceen, Myriapoden und Arachnideu übernommen;
als ich mich dazu entschloss, hatte ich die Literatur für
den Bericht über die Leistungen in der Entomologie pro
1873—74 schon ziemlich vollständig durchgesehen und habe
daher aus diesen Jahren nur wenige Arbeiten berücksich-
tigen können; aus den Jahren 1871 und 1872, bis zu denen
der betreffende Bericht im Rückstande war, habe ich keine
literarische Erscheinung berücksichtigt, und bcdaure, diese
Lücke unausgefüUt lassen zu müssen.
F. Goldenberg hat die fossilen Thierreste, die aus
der Steinkohlenformation Saarbrückens bekannt geworden
und z.Th. bereits früher (in derPalaeoutographica) beschrieben
sind, zusammengestellt, mit neuen bereichert und die älteren
Bestimmungen und Deutungen einer Revision unterzogen, und
das Resultat dieser Arbeit in 2 Heften 4 ^ (Fauna Saraepon-
tana Fossilis; von Dr. Friedrich Goldenberg, Saarbrücken,
Verlag von Chr. Möllinger, I. Heft 1873; IL Heft 1877) mit
2G resp. 54 Seiten Text und je 2 Tafeln Abbildungen ver-
öffentlicht. Die Thierreste der Steinkohlenzeit sind sehr
spärlich gefunden, und von den gemachten Funden gehört
Archiv für Naturg. XXXXTI. Jahrg. 2. Bd. 0
210 Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
die Mehrzahl (V4) dem Saarbrückener Lager an, so dass,
wie der Autor in der Einleitung bemerkt, nur ein Supple-
mentheft mit 1 Tafel erforderlich ist, um die Saarbrückener
Fauna zu einer allgemeinen des Kohlengebirges zu er-
weitern. So weit Arthropodenreste in Betracht kommen,
vertheilen sich dieselben auf folgende Ordnungen: Coleo-
ptera, Falaeodictyoptera, Orthoptera, Rhynchota unter
den Insekten; Araneae unter den Arachniden; Diplopoda
unter den Myriapoden, Decapoda, Isopoda, Ostracoda und
Phyllopoda unter den Crustaceeu. Der Käferrest ist Troxites
Germari; die Ordnung der Falaeodictyoptera ist auf
die beiden Gattungen Dictyoneiira Gbg. und Eugereon
Dohrn gegründet, die netzadrige Flügel, aber mit einem
solchenAderverlauf, wie er jetzt nicht mehr bekannt ist, haben;
ferner zählt Goldenberg in dieselbe Ordnung die im ame-
rikanischen Kohlengebirge gefundenen Gattungen Miamia,
Hemeristica, Platephemera, Haplophlebium, Omalia, Homo-
thetus, Lithentomum, Xenoneura, die im Supplementheft
behandelt werden sollen. Einzelne der Gattungen zeigen
Charaktere vereint, die heutzutage auf Neuropteren und
Orthopteren vertheilt sind; (ist wohl schwer zu sagen, da
der einzige durchgreifende Unterschied zwischen Ortho-
ptera und Neuroptera in der unvollkommenen oder voll-
kommenen Verwandelung liegt) ; die Gattung Eugereon ihrer-
seits zeigt neben einem sonstigen Neuropterenhabitus (in
Körperbau, Flügelgeäder, Fühlerbildung) Mundtheile, die zu
den saugenden der Hemipteren hinüberleiten. Die hierher
gehörigen Reste sind verhältnissmässig zahlreich: Dictyo-
neura libelluloides, anthracophila, formosa, Decheni, elegans^
(H. IL p. 9, T. I. 1), elongata (H. IL p. 10, T. L 2),
Schmitdi (H. II, p. 11, T. I 3), ohsoleta (H. II, p. 11, T.
I. 4), Humholdtiana (H. I. p. 11, T. IL 8); Eugereon
Böckingi Dohrn; Haplophlebium Barnesii Scudd.; Omalia
macroptera van Bened. u. Coem. Die Orthopterenreste ver-
theilen sich auf Pseudo- neuroptera und Genuina. Erstere
werden sämmtlich den Termiten zugezählt; es sind das
Termes Heeri, affinis, Hageni, Buchi (H. I, p. 12, T. IL 9),
laxa (H. II, p. 17, T. I. 5); Termitidium amissum (H.
IT, p. 17, T. I. 6), nigosiim (H. II, p. 17, T. L 14). Von
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 21 1
den 0. Genuina sind neben einigen Springern (Gryllacris
lithanthraca (H. I, p. 20, T. IL 17), Acridites formosus (H.
I, p. 18, T. II. 18)) namentlich die Schaben reichlich ver-
treten: Blattina priraaeva, gracilis, Lebachensis, Lahachensis
(H. I, p. 16, T. IL 15), Tischheini (H. I, p. 16, T. IL 16),
insignis (H. I, p. 17, T. IL 14), Wemmetsiv eiler iensis (H.
II, p. 24, T. I. 9), intermedia (H. II, p. 24, T. I. 10), ve-
nosa (H. II, p. 25, T. I. 7), scaberata (H. II, p. 25, T. I. 8),
Winteriana, Weissiana, Remigii; Polyzosterites (?) grauosus.
Die drei Rhynchotenreste werden den Leuchtzirpen beige-
zählt als Fiilgorina Ebersi, Lebachensis (H. II, p. 30, T.
1. 19), Kliveri. Der Arachnidenrest ist die von Roemer als
Protolycosa anthracophila benannte Spinne. Von Tausend-
füssern sind Julus Brassii und Xylobius Sigillariac be-
kannt. Goldenberg deutet eine Scheere als einem De-
capoden, Garcinochelus anthracophilus (H. II, p. 34, T.
IL 31) angehörig, ohne die Möglichkeit, dass sie einem
Scorpion angehört haben könnte, in Erwägung zu ziehen.
Carcinurus fimbriatus ist ein Amphipode; Oniscina ornata
(H. I. p. 20, T. I. 13) und 0. (?) lithanthracis (= Choniono-
tus 1. Jord.) sind Isopoden; doch hält Goldenberg dafür,
dass letzterer Rest die Eikapsel einer Blattide (Polyzoste-
rites granosus) sein könnte, was mir unwahrscheinlich ist.
Die übrigen Crustaceeureste gehören, mit Ausnahme einiger
zweifelhafter Gattungen (Arthropleura, Arthropleurion^
Lepto^oa), den Ostracoden und Phyllopoden an; nämlich
Candora elongata, Lynceites ornatus; Branchipus (-ites)
anthracinus (H. I, p. 23, T. I. 15); Estheria striata, tenclla,
limbata (H. II, p. 43, T. L 12-14), ri^nosa (H. II, p. 44,
T. IL 16- -18); LeaiaLeidyi, Baentschiana, Kliveriana (H.
II, p. 46, T. IL 20, 21 und H. I, p. 24, T. L 22).
S. H. Scudder berichtet über einige Fossilreste von
Arthropoden in dem Kohlenschiefer von Cap Breton. Proc.
Boston Societ. Vol. XVIII. p. 113. Am interessantesten ist
eine Larve, die einer Libellenlarve ähnlich sieht, aber doch
beträchtlich von dem „gewöhnlichen Typus" einer solchen
abweicht. Scudder hält es für möglich, dass sie die Larve
des von ihm früher beschriebeuen Haplophlebium Barnesii
sein könnte.
212 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Liste generale des Articul6s cavernieoles de
TEurope; par MM. L. Bedel et E. Simon. Journal
de Zoologie IV. p. 110 ff. Die Verfasser geben ein Ver-
zeicbniss der aus den europäischen Grotten bekannt ge-
wordenen Arthropoden mit Angabe des Literaturuacbweises,
wo die betreffende Art zuerst als Höhlenbewobner erwäbnt
ist; angeschlossen sind hier und da Bemerkungen über die
Lebensweise, Reduction der Augen, sowie kritiscber Art.
Die Crustaceen, Myriapoden und Arachniden sind von
Simon, die Insekten von Bedel bearbeitet. So weit ich
sehen kann, ist das Verzeichniss vollständig. Es enthält
1 Decapoden, 1 Amphipoden, 2 Isopoden, 15 Araneen, 4
Chernetiden, 11 Phalangiden, 4 Acariden, 4 Myriapoden,
125 Coleopteren, 3 Orthopteren, 0 Neuropteren, 7 Thysan-
uren, 0 Lepidopteren, 0 Dipteren, 0 Hemipteren.
F. A. Forel macht eine zweite Mittheilung über die
Tiefseefauna des Genfer See's, die auch unter den
Arthropoden einige Vertreter hat Verb. Schweiz. Na-
turf. G eselisch, in Chur. 57. Jahresvers. Jahresbericht
1873—74 p. 129 ff.
lieber die Arthropodenfauna von Rodriguez finden
sich Notizen in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIL
p. 406 ff. (Isopoden, Myriapoden, Arachniden, Orthopteren,
Hemipteren, Lepidopteren, Dipteren, Hymenopteren).
R. Latzel iführt in seinen Beiträgen zur Fauna
Kärntens Arthropoden aus allen Klassen auf, die ihm be-
sonders auffallen, jedoch nur die Myriapoden scheinen in
dem Verzeichniss (mit 21 A.) in einer der Wirklichkeit
annähernd entsprechenden Zahl aufzutreten. J a h r b, n a t u r h.
Landesmus. Kärnten. XII. p. 95 fif.
Aus einem Briefe H. N. Mosel ey's an Hooker ist
folgende Bemerkung über die Arthropodenfauna der Ker-
guelen von Interesse. Die auf den Kerguelen gefundenen
Insekten waren zwei flügellose Fliegen, eine von der Grösse
der Stubenfliege, die andere von der einer Fleischfliege
(blow-fly), eine flügellose und eine geflügelte Mücke, ein
kleiner, sehr kurz geflügelter Nachtschmetterling (auf Jun-
cus), zwei oder drei Käfer (Curculio und Staphyliuidae)
und drei oder vier Spinnenthiere (Saltici und ein Trombi-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 213
dium). Die grössere der Fliegen findet sich an der Basis
der Blätter einer Pringlea und legt ihre Eier in die sich
dort ansammelnde Flüssigkeit. Sie ist hier so häufig, dass
ein Kopf 10 — 12 Stück liefert. Ihre Bewegungen sind
träge. Dieselbe Fliege findet sich auch auf Heard (Yong)
Island auf Pringlea in grosser Anzahl. The Journal
of the Linnean Society. Zoology., Vol. XII. No. 64.
p. 578 f Botany. Vol. XV. Nr. 82."^ p. 54. Das Vorherr-
schen ungeflügelter Insekten ist jedenfalls höchst beraerkens-
werth und wohl durch den Vortheil erklärbar, den uuge-
flügelte Insekten von Küstenländern gegenüber geflügelten
bei starken Stürmen genicssen, wie Darwin ausgeführt hat.
Ausführliches über die Gesammtfauna theilt A. E.
Eaton in einem Schreiben an die Royal Society mit (ab-
gedruckt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. scr.) XVI. p.
287 ff.). Eine kurzgeflügelte Mücke lebt auf Felsen, die
von Hochwasser bedeckt werden und legt ihre Eier in En-
teromorpha. Die 4 Fliegeuarten können sämmtlich nicht
fliegen; ebenso scheinen auch die Flügeldecken der grösseren
Käfer mit einander verwachsen. Auf Halidroma fand sich
ein Pulex; auch wurden mehrere Arten von Nirmidae beob-
achtet. 2 Poduren waren sehr häufig ; s. unten bei Diptera.
Packard gicbt eine übersichtliche, durch Holzschnitte
erläuterte Darstellung der P^ntwickelungsgeschichte der
Haupttypen der Arthropoden nach dem gegenwärtigen
Stande der Wissenschaft; Originalbeobachtuugcn sind nicht
angefülirt. Am er. Natur. IX. p. 583 ff*.
Ueber das Zusammentreffen, von theilweisem
und gänzlichem Lichtmangel mit Lageverände-
rung, Verkleinerung, Verkümmerung, Vermeh-
rung der Zahl, Verlust und Ersatz der Sehorgane.
Von Dr. Joseph. 53. Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Cul-
tur. 1876. p. 39 ff. Die Beispiele, die Joseph zur Erläu-
terung der in der Ueberschrift angegebenen Erscheinungen
anführt, sind fast ausschliesslich aus dem Typus der Ar-
thropoden genommen und entweder Grotten- oder Tiefsee-
bewohner. Einige Höhlenbewohner (z. B. Cyphophthalmus
duricorius Jos.) sind der seitlichen, schwachen Beleuchtung
dadurch angepasst, dass bei ihnen die Augen auf seitwärts
214 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gerichtete Stiele gerückt sind. Bei anderen dagegen (und
zwar der Mehrzahl) tritt eine regressive Anpassung ein,
die zur Verkümmerung der Sehorgane führt. Ausge-
glichen wird die Verkleinerung der einzelnen Augen z. Th.
durch eine Vermehrung, wie eine Spinne, Nyc(h)t(h)yphantes
16, eine zweite, Troglyphantes, eine noch grössere Anzahl sehr
kleiner Augen besitzen soll. Manche ganz blinde Formen
scheint Joseph indessen für ursprünglich zu halten, da
fossile Funde beweisen sollen, dass in den früheren Perioden
' zahlreichere blinde Arten an verschiedenartigen Lokalitäten
existirt haben. (?) Doch hat auch ein Verlust von Sehor-
ganen Statt gefunden, wie z. B. Troglocaris Schmidtii D.
beweist, dessen Embryo Augen besitzt oder Niphargus sty-
gius, dessen dem Lichte näher lebende Exemplare die
Augen auf einem weniger vorgeschrittenen Zustande der
Reduktion erscheinen Hessen als die ganz im Dunkeln. —
Bei ganz blind gewordenen Arten ist vielfach an die Stelle
des geschwundenen Sehorgansein Tasthaar getreten,
so bei den Käfern Anophthalmus capillatus und Adelops
capilliger, oder ein dickeres Stäbchen (Amaurops) ; bei einem
blinden, der Tiefseefauna angehörigen Krebs sogar ein
drittes Fühlerpaar (?).
Rougemont referirt (etwas verspätet) über von Sie-
bold's Untersuchungen über die Parthenogenesis. Bull.
Soc. d. Sc. Natur. Neuchatel. X. p. 70 ff.
Es seien hier die Entomologen darauf aufmerksam
gemacht, dass Mosel ey bei der bisher zu den Würmern
gerechneten Gattung Peripatus (capensis) Luftröhren
auffand, deren Bau mit dem der Tracheen im wesentlichen
übereinstimmt und die in unregelmässig über die Körper-
oberfläche zerstreuten Oeffnung büschelförmig entspringen.
Bei einer neuen Art (P. Novae-Zealandiae) beschreibt Hutton
(Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIIL p. 364) ebenfalls
Tracheen. Philos. Transactions. 1874. p. 757. (Die Gattung
würde demnach wohl zu den Myriapoden zu rechnen sein.)
Crustacea.
M. Brocchi veröffentlicht Recherches sur les Or-
auf dem Gebiete der Arthropoden währeud der Jahre 1875u. 1876. 215
ganes Genitaux Males des Crustacees Decapodes
in den Ann. d. Sciences Naturelles. (VI.) IL Art.
Nr. 2 nebst Taf. 13 — 19. Aus beiden Gruppen der Deca-
poden wurde eine beträchtliche Anzahl von Gattungen und
Arten untersucht; das Resultat dieser Untersuchungen lässt
sich in folgenden Worten zusammenfassen : Die Hoden sind
paarige Organe und bestehen aus einem langen, vielfach
gewundenen 'und mit einander verpackten Schlauche, der
in das vas deferens übergeht. Die verpackte Masse liegt
meist symmetrisch im Thorax, bei Pagurus aber im Ab-
domen und etwas unsymmetrisch der linken Seite genähert.
Gewöhnlich entspringt das vas deferens zwischen den
Enden dieser mehr oder minder gestreckten Masse und
theilt dieselbe dadurch in einen vorderen und hinteren
Lappen; indem dasselbe aber seinen Ursprung an einem
dieser Ende nimmt, verschwindet der eine oder der andere
Lappen. Bei einigen Macruren (Palinurus vulgaris, Homa-
rus vulgaris) sind die beiderseitigen Hoden vorne durch
eine Brücke mit einander verbunden und bei Astacus be-
kanntlich die beiden hinteren Lappen mit einander ver-
schmolzen; bei Palinurus ist überdies die obere Seite z. Th.
mit dem Bindegewebe des Pericardiums verklel)t. Bei den
Brachyuren ist eine Anastomose nicht beobachtet worden;
doch tritt bei einigen Arten, namentlich zur Zeit der Fort-
pflanzung eine innige Berührung mit theilweiser Ver-
schmelzung der Aussenwand ein.
Die vasa deferentia sind ebenfalls z. Th. geschlängelt
und steigen neben der Leber hinab, um an der Basis des
5. Beinpaares auszumünden. Sie sind von dem Hoden-
schlauche unterschieden durch einen doppelten Muskelbeleg:
äussere Fasern bilden eine Ringmuskulatur, die im Inneren
von Längsmuskeln ausgekleidet ist; aut die Längsmuskeln
folgt zu inncrst das Epithel, das nachBrocchi hier wie im
Hoden ein Keimepithel ist. Bei den Macruren finden sich
nämlich sowohl im Hoden wie in den vasa deferentia die
Innenwände mit länger oder kürzer gestielten Blasen (vesi-
cules seminales) besetzt, in denen die Spermatozoen ent-
stehen sollen; solche Blasen fehlen den Brachyuren, deren
Hoden und vasa deferentia entweder einzelne oder zu Sper-
216 Bert kau: tJericlit über die wisseusphaftlichen Leistimgeu
motophoren vereinigte Spermatozoen enthalten. Bei den
Macruren sind bekanntlich äussere Fortsetzungen der vasa
deferentia nicht beoachtet; doch sieht Brocchi den unteren,
durch besonders dicke Muskulatur ausgezeichneten Theil
derselben als das Analogon der Euthen bei den Brachyuren
an und erinnert an eine Beobachtung von Gerbe, nach
der dieser Theil bei der Kopulation ausgestülpt würde. Bei
einigen Macruren (Palinurus, Homarus, Astacus) beobachtet
man in diesem Theile einen wurmförmigen Körper, der
Spermatozoen umschliesst und daher als Spermatophor in
Anspruch genommen wird. (Beachtenswerth ist, dass bei
diesen Arten von jenen gestielten vesicules seminales, die
sonst bei den meisten Macruren die Innenwand der Hoden
und vasa deferentia besetzen, nicht die Rede ist. Ref.)
Auch bei den Brachyuren münden die vasa deferentia an
der Basis des 5. Beinpaares, wenn auch bei einigen Gra-
pso'iden scheinbar auf der Sternplatte; aber hier treten immer
noch äussere Fortsetzungen der vasa deferentia auf, die
vonBrocchi (in Uebereinstimmung mit Milne Edwards)
als Ruthen (verges) bezeichnet werden, obwohl die Be-
gattung, d. h. die Einführung des Samens in die weibliche
Geschlechtsöffnung, durch die modificirten Füsse des ersten
Abdominalsegmentes Statt findet. Unter den Brachyuren
fehlen diese Kopulationsorgane nur bei Lithodes , während
sie bei manchen Macruren sich in Nichts von den übrigen
Abdominalfüssen unterscheiden. Ihre Gestalt variirt übri-
gens bei derselben Art und lässt sich demnach nicht, wie
von Hagen bei der Gattung Cambarus geschehen ist,
zur Aufstellung und Unterscheidung von Arten benutzen.
(Ich vermisse übrigens den Nachweis , dass bei den Ma-
cruren in den gestielten Blasen die Spermatozoen
entstehen; es wäre die Frage, ob diese Blasen nicht
Spermotophoren sind und sich erst um die fertigen Sper-
matozoen bilden. Dann würde auch die Behauptung, dass
die vasa deferentia ebenfalls Samen produciren, nicht mehr
aufrecht zu halten sein. Ref.)
W. Kurz. Ueber androgyne Missbildung bei
Cladocercn. Sitzungsber. der Math. Naturw. Klasse der
K. Akad. d. Wissensch. Wien. LXIX. Bd. I. Abth. p. 40 ff.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 217
Der Verfasser führt vier Zwitter an, die sich als solche
sowohl durch die sekundären äusseren Geschlechtskenn-
zeichen als auch durch den Inhalt ihrer Geschlechtsdrüsen
dokumentiren. Das eine war eine Daphnia pulex, ein la-
teral getrennter Zwitter mit überwiegendem männlichem
Geschlecht. Der rechte Fühler, Fuss und rechte Geschlehts-
drüse weiblich, linke Seite männlich; daneben einzelne
Theile, die die Mitte zwischen beiden hielten. Ein Exem-
plar \GD D. Schaefferi Baird war wesentlich weiblich, bloss
die linke Tastantenne .und der Körperumriss männlich ; der
Inhalt der Geschlechtsdrüsen wurde nicht beobachtet. Ein
Zwitter von Alona quadrangularis 0. F. M. hatte ganz
männlichen Habitus, nur das Postabdomen weiblich, in ein-
zelnen Theilen aber ganz abnorm. Die linke Geschlechts-
drüse war voll Sperma, die rechte ein Ovarium mit fast
legereifen Eiern. — Gleichzeitig erwähnt Kurz, dass sich,
entgegen den gewöhnlichen Angaben, die Männchen der
Cladoceren nicht nur im Herbst finden. Er glaubt im Aus-
trocknen ein Mittel gefunden zu haben, welches nach Be-
lieben zu jeder Jahreszeit Männchen liefert. Die Weibchen
sollen daher zur Erzeugung von Männchen erst dann schrei-
ten, wenn das Wasser anfängt ihren Bedürfnissen nicht
mehr zuzusagen: austroknet, sich chemisch ändert oder
einem unzuträglichen Temperaturgrad sich nähert. Aus
diesem Umstand erklärt er auch die verhältnissmässig
grosse Zahl von Zwittern, da die Weibchen, bisher nur
Mütter von Weibchen, nicht gleich das Richtige treffen.
Om en dimorph Udvikling samt Generationsvexel
hos Leptodora, af G. 0. Sars. Forhandl. i Vidensk.-Selskab. i
Christiania, Aar 1873 (1874). p. 1—15.
In dieser interessanten Abhandlung weist Sars nach,
dass Leptodora eigentlich einen Generationswechsel habe
(wobei allerdings der Begriff anders als in der von Steen-
strup überkommenen Weise aufgefasst wird), indem die
aus den Sommereiern sich entwickelnde Generation keine
Metamorphose durchmache. Anders ist es mit der „Winter-
generation". Das jüngste Stadium, ein vollkommener Nau-
plius, lässt einen eiförmigen Körper erkennen, dessen hin-
teres Ende in 2 kurze Stacheln ausläuft. Extremitäten
218 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sind 3 Paare vorhanden: ein Paar kurzer, keuliger An-
tennen, die mächtigen Knder, die sich in 2 gegliederte
Aeste spalten, und ein schwächeres Extremitätenpaar, das
Sars für ein (bei den Cladoceren sonst fehlendes) Homo-
logon der Mandibulartaster hält und das in der weiteren
Entwickelung allmählich rückgebildet wird. Ferner ist
noch ein medianer Pigmentfleck, ein unpaares Auge zu
beachten, das, soweit es verfolgt worden ist, bei dieser Ge-
neration persistirt. Andere Extremitäten des Körpers finden
sich nur andeutungsweise in Gestalt von 6 bauchständigen
Wulstpaaren vor. Das nächste Stadium weist einen ge-
streckteren Körper auf, bei dem die letzterwähnten Wülste
schon mehr hervortreten; in der Mitte ober den Fühlern
springt der Kopftheil etwas vor; in diesem Theile findet
später das aus zwei Hälften verschmelzende zusammenge-
setzte Auge Platz. Eine Segmentirung lässt der Körper
auch jetzt noch nicht erkennen. Diese tritt erst bei dem
folgenden Stadium auf, wo der nicht Segmentanhänge
tragende Theil durch eine Furche vom Kopfbrusttheil ab-
gesetzt und in 2 Metameren getheilt ist. Die Mandibular-
taster sind fast ganz reducirt, die Beine schon gegliedert
und vom Körper abstehend; 2 Pigmentflecke bereiten sich
vor, zur Bildung des zusammengesetzten Auges zusammen-
zutreten (aber der einfache Pigmentfleck ist auch da) ; die
ganze Körpergestalt ist schon vollkommen Leptodora- ähn-
lich geworden. Diese Resultate von Sars sind kurz reka-
pitulirt in dem Americ. Journ. Sei. and Arts Vol.
VII. p. 161 und Ann. a. Mag. Natur. Eist. (4. ser.) XV.
p. 373, wo auch die Angabe sich findet, dass diese Art
auch im Oberen See vorkommt.
C. Claus. Untersuchungen zur Erforschung der
genealogischen Grundlage des Crustaceen-Sy-
stems. Wien. 1876.114 pp. 19 Tff. fol. Wird im nächsten
Bericht besprochen werden.
R. V. Willemöes-Suhm giebt Preliminary Remarks
on the Development of some Pelagic Decapods. Mitthei-
lung an die Royal Society, abgedruckt in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 162 f. Die Beobachtungen
beziehen sich auf die Gattungen Amphion, Sergestes und
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 219
Leucifer. Von der ersten Gattung;, deren systematische
Stellung bekanntlicli lange zweifelhaft war, hatte Dohrn
zuerst nachgewiesen, dass es eine geschlechtsreife Form
sei und hatte auch einen Jugendzustand davon in einem
vorgeschrittenen Zoeastadium bekannt gemacht. Wille-
möes-Suhm tand nun die wahre Zoea und alle Stadien
zwischen ihr und der Dohrn'schen Zoea (mit 2, 3, 4, 5 und
6 Beinpaaren). Dass Amphion selbst kein Larvenzustand
mehr ist, geht daraus hervor, dass W.-S. in 2 Exemplaren
den Hoden auffand, die sich in das letzte Beinpaar öffnen.
Nahe verwandt mit Amphion sind zwei andere erwachsene
Crustaceen, von denen sich die eine Art durch lang ge-
stielte Augen (Stiel 7 mm lang), die andere namentlich durch
das ruderförmig gestaltete vorletzte Glied der Füsse aus-
zeichnet; beide haben wie Amphion ein Centralauge und
8 Paar von Kiementragenden Füssen, aber ihr Körper ist
mehr Sergestes-ähnlich. Interessant sind diese Formen
deshalb, weil sie einen Vergleich mit den Larven von Leu-
cifer und Sergestes zulassen und wahrscheinlich machen,
dass die Larven der letzteren durch ein Amphion-ähnliches
Stadium hindurchgehen. Die von Dohrn als Elaphocaris
beschriebene Zoea eines nicht näher bestimmten Decapoden
kommt mehreren Sergestesarten zu, während eine Art dieser
Gattung eine andere, nicht so bestachelte, im Uebrigen der
Elaphocaris ähnliche Zoea hat. Die Entwickelung einer
Elaphocaris zu einem Sergestes ist einfiich. Nach der
ersten Häutung erhält die Larve 6 Beine und verliert einige
Stacheln ; sie geht dadurch in das Amphionstadium über
häutet sich dann, wobei die verästelten Fusspaare abge-
stossen werden, bekommt Kiemen und ist damit ein Ser-
gestes geworden. Erst nach dieser letzten Häutung geht
das centrale Auge verloren. Aehnlich ist die Entwicke-
lung von Leucifer. Die jüngste Zoea hat keine Augen,
dann bekommt sie sitzende Augen und die Form, die Dohrn
als Erichthina demissa beschrieben hat. Nach der zweiten
Häutung erhält sie gestielte Augen, geht dann in dasAm-
phion-stadium über, hat aber nur 4 Paar von Bauchtiissen.
Zum Schluss wirft W.-S. noch die Frage auf, ob die ge-
nannten Crustaceen in der Zoeaform oder der Naupliusform
220 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dem Ei entschlüpfen und glaubt für die beiden Gattungen
Araphion und Sergestes die erste Alternative annehmen zu
müssen, während Leueifer möglicher Weise als Nauplius
aus dem Ei hervorgeht.
Jobert entdeckte in den Wandungen der Athemhöhle
von Landkrabben (Uca una, Gelasimus vocans, Cardisoma,
Grapsus u. a.) ein doppeltes Gefässsystem, das durch ein
Capillarnetz mit einander in Verbindung steht. Das eine
(venöse) System nimmt aus einem hinter der Augen-
höhle gelegenen Sinus seinen Ursprung und besteht aus
mehreren sich büschelig verzweigenden Stämmen. Das ar-
teriell gewordene Blut sammelt sich in Stämme, die sich
zu einem Hauptgefäss vereinigen, das in einen am Kör-
perende befindlichen Sinus einmündet, von wo es in den
Perikardialsinus gelangt. In den zahlreichen Fällen, wo
Jobert Thiere nach mehrtägigem Aufenthalt in trockener
Luft öffnete, fand sich die x4themhöhle leer von Wasser,
und es ist demnach anzunehmen, dass die Wandung der-
selben der Respiration dient. Ann. des Sciences naturelles.
Zool. Tome IV. Nr. 4—6 Art. Nr. 3.
Der Jahresbericht der Commission zur wissen-
schaftlichen Untersuchung der deutschen Meere
in Kiel für die Jahre 1872. 1873 enthält auf S. 269—309
die Crustaceen, die während der Fahrt der Pommerania
gefangen wurden. Die Copepoden und Cladoceren sind
von Moebius, die Edriophthalmata und Podophthalmata
von Metzger bearbeitet. Die ersteren wurden mit feinen
Tüllnetzcn, die in 4 verschiedeneil Tiefen, aber nahe an
der Oberfläche, nachgezogen wurden, gefangen. Copepoden
wurden im ganzen 15, Cladoceren nur 2 Arten gefangen;
am häufigsten fanden sich Centropages typicus, Temora
longicornis, Dias longircmis, Cetochilus finmarchicus und
besonders Anomalocera Pattersonii. In Häringsmagen fanden
sich Anomalocera Pattersonii, Temora longicornis, Centro-
pages typicus, hamatus. Fern von der Küste geriethen we-
niger Copepoden in die Schwebnetze als in der Nähe des
Landes. Von Edriophthalmen wurden 109 Arten gefangen,
darunter 2 neue, von Podophthalmen 74, darunter eine
neue. Dem Verzeichniss sind die genauen Fundstelleu, die
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 221
Angaben über die Tiefe, Beschaffenheit des Grundes und
geographische Verbreitung hinzAigeftigt. Die Doggerbank
bildet nach Metzger eine Grenze, indem diesseits derselben
südliche Vertreter, jenseits derselben nordische vorherrschen;
in letzterem Gebiete ist die beobachtete Artenzahl um 70
grösser als in der deutschen Bucht, und 85 Arten finden sich
in letzterer nicht, während dieselbe nur 15 (südliche) Arten
aufzuweisen hat, die jenseits der Doggerbank fehlen. Es
erklärt sich dieser Unterschied vielleicht aus dem Umstände,
dass in der deutschen Bucht die Temperatur der Oberfläche
nach der Tiefe hin nur unbedeutend abnimmt, während
jenseits der Doggerbank die beobachtete Temperaturdifte-
renz zwischen Oberfläche und 3G Faden Tiefe 6, 7 <^ betrug.
Ein nordisches Thier kann also dort in den Sommermonaten
die ihm zusagende Tem])eratur in der betreffenden Tiefe
finden.
Neben anderen Meeresthieren sind auch die durch
das Dredgeq bei der 8t. George's Bank zu Tage gefor-
derten Crustaccen aufgezählt von 8. J. 8mith und 0.
Horge»r in Trans act. Connect. Acad. Arts and
Sciences. Vol. III. Pt. I. p. 1 ff. Es sind im Ganzen 47
Arten aus verschiedenen Tiefen aufgezählt, darunter 2 neue.
Die Erforschung des Titicaca-Sees durch Alex. Agas-
siz und 8. W. Garmann hat für die Crustaceenfauna eine
nur geringe Ausbeute ergeben, die im Bull. Museum
Compar. Zoology. Cambridge. Vol. III. Nr. 16. p.
361 — 375 von Walter Jaxon aufgezählt ist. Ausser
einer Cypris (C. Donnetii'O gehören die übrigen Arten
sämmtlich dem Amphipodengcnus Allorchcstes an, das nach
dem Autor bisher nur durch 2 Süsswasserarten vertreten
war. 7 Arten sind als neu beschrieben; s. unten.
Der Eerste Jaarverslag omtrent het Zool. Station d.
Nederl. Dierk. Vereen. (Tijdschr. Ned. Dierk. Vereen. III.)
hat auf p. 39 ff. ein Verzeichniss der Crustaceen, die
durch das Schleppnetz an der holländischen Küste zu Tage
geftn-dert worden sind (3 Cirripedien, 3 Copepoden, 7
Amphipoden, 5 Isopoden, 1 Schizopode, 8 Decapoden).
M. Hesse liefert den 25. und 26. Artikel seiner De-
scription des Crustaces rares ou nouveaux des
222 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
cotes de France. Ann. d. Sciences Naturelles. Zoologie.
(VI) III. Art. Nr. 5, IV. Art. Nr. 2. Der 25. Artikel ent-
hält die Beschreibung der Jugendform und Schilderung der
Lebensweise von Pagurus misanthropus Riss., einige Beob-
achtungen über P. Ulidianus und Prideauxii ; der 26. theilt
hauptsächlich neue Beobachtungen über die Jugendzustände
gewisser Isopoden (Bopyriden) mit.
J. D. Catta bringt eine Note sur quelques Cru-
stac^s erratiques. Ann. d. Sciences Naturelles, Zool.
(VI) III. Art. Nr. 1 nebst Taf. 1 und 2. Der Verfasser
untersuchte die Crustaceenfauna, die sich zwischen den
Algen auf dem Rumpfe eines weitgereisten Schiffes vor-
fand und 9 Arten enthielt (Pachygrapsus advena n. sp.;
Nautilograpsus minutus; Plagusia squamosa, tomentosa;
Idotea tricuspidata; Amphithoe penicillata; Probolium po-
lyprion ; Conchoderma virgatum ; Lepas Hillii) ; die beiden
letzten Arten sind fast Kosmopoliten; die anderen mehr be-
schränkten Vorkommens. Die meisten Arten sind ausführ-
-<»
lieber beschrieben.
Deunder Svenska vetenskapliga expeditionen
tili Spetsbergen 1872 — 1873 derstädes samladeHafs-
Entomostraceer. Af W. Lilljeborg. Oefvers. Kong.
Vetensk. Ak. Förh. 1875. Nr. 4. p. 3 ff. Gesammelt wurden
1 Ostracode (Philomedes globosus) und 6 Copepoden(Calanus
finmarchicus; Metridia armata; Oithona spinirostris, pyg-
maea ; Camptonyx Parentii ; Antaria mediterranea), unter
letzteren eine neue Art in neuer Gattung; s. unten.
E. J. Miers. On somenew or undescribed
Species of Crustacea from the Samoa Islands.
Ann. a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XVI. p. 341 ff. Be-
schrieben sind 6 Arten.
Decapoda.
A, Sanders beschreibt und bildet ab die Spermato-
zoiden einiger Decapoden (Pagurus maculatus, callidus,
ornatus; Porcellana platycheles; Galathea squamifera; Pa-
laemon squilla), deren Form in Uebereinstimmung mit der
systematischen Stellung des* Thieres durchgreifende Ver-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 223
schiedeDbeiten zeigt und stellt Betrachtungen über diese
Thatsacbe mit Rücksicht auf die Descendenztbeorie an.
Trans. Microsc. Societ. 1875. p. 104-111; pl. LIV, LV.
F. de Brito Capello. Lista dos Crostaceos de-
capodios de Portugal, existentos no museu de
Lisboa. Journ. d. Scienc. da Academia de Lisboa.
IV. p. 233—240. (Habe ich nicht einsehen können.)
E. J. Miers verzeichnet die von A. E. Eaton auf den
Kerguelen gesammelten Crustaceen (excl. Entomostraca),
unter denen sich 10 unbeschriebene Arten befanden. A n n.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 73 ff. und 155 ff.
Derselbe liefert Descriptions of some nevvSpe-
cies of Crustacea, chiefly from New-Zeaiand. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 218 ff. Es werden
19 neue Arten, 2 neue Untergattungen und eine neue
Gattung von Podophthalmen und Edriophthalmen be-
schrieben, die sich sännntlich im britischen Museum be-
finden.
Brachjura.
Gatomotopa. Wood-Mason bemerkt, dass hei den Geearci-
ninae das Epistom von beträchtlicher Länge und fast horizontal,
bei den Ucainae kurz und fast vertikal ist und beschreibt die neue
Art Ilylaeocarcinns (n. g-., Stirn nicht mit den inneren Subor-
bitallobi verbunden) llumei von den Nicol)aren. Ann. a. Mag.
of Nat. Hist. (IV) XIV. p. 187 ff".
Eine kurze Notiz über die Lebensweise und Gefrässigkeit einer
Landkrabbe (Gecarcinus lagostoma) von Ascension, die sogar junge
Kaninchen (? rabbit im Engl.) tödtet, giebt Drew in den Proc.
Zool. Soc Lond. 1876. p. 464.
J. D. Catta beschreibt Pachygrapsus advena (?), vom Ansehen
eines Leptograpsus rugulosus und wesentlich nur durch das breitere
als lange Hektomerognathit unterschieden. J. D. Catta, Note sur
quelq. Crust. errat, a. a. 0. p. 7 ff. Taf. 1.
Sesarma pentagona (Neu-Seeland); Hutton, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 40.
Elamene Whitei (Neu-Seeland, = Halicarcinus depressus White
nee Jacq. & Lucas); Miers in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4.
ser.) XVH. p. 221.
Gyclometopa. Wood-Mason giebt A. Conspectus of the
Species of Paratelphusa, an Indo-Malayan Genus of Fresh-
224 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
water Crabs. Ann. a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XVII. p. 120 ff.
Die Gattung enthält darnach 7 Arten; neu sind P. Martensi (La-
tero-anterior margin of the carapace armed with three epibranchial
teeth; first tooth simiiar to the extraorbital angle, but smaller; the
rest salient, acute, and conical), Edivardsi (4 Zähne, alle gleich,
gross und stark vorspringend, kegelförmig), crenuUfera (Zähne massig
entwickelt, abgeplattet und von vorn nach hinten stufenweise an
Grösse abnehmend).
F. de Brito-Capello. Descripcäo d'uma nova especie
de Telphusa d'Africa occidental. Journ. de Scienc. da
Acad. d. Lisboa. IV. p. 254—257. (Habe ich nicht einsehen
können.)
Thomas fl. Streets fand in der kloakenartigen Erweiterung
des Darmkanals einer Holothurie im Stillen Ocean einen (parasitischen
oder) comraensalen Krebs, der von Dana ohne Kenntuiss seiner Lebens-
weise in die von White aufgestellte, von Dana etwas modificirte
Gattung Lissocarcinus bereits früher untergebracht worden war.
Dana's Exemplar war ein Männchen und auf einem Korallenriff zu
Ovolan, Fidschi L, gefangen worden; Streets Exemplar ist ein
Weibchen. Obwohl beide einige Verschiedenheiten in der Körper-
gestalt zeigen, so glaubt Streets doch, dass sie als Männchen und
Weibchen zu derselben Art, die er Assecia (n. g.) hoJothuricola
nennt, gehören. Americ. Natural. X. p. 429 f.
Portunidae. Ett nytt slägte of familjen Portunidae
frän Skandinaviens kuster. Af Carl Bovallius. Oefvers.
Kongl. Vetensk.-Akad. Förb. 1876. Nr. 9. p. 59 ff. Taf. XIV, XV.
Bovallius giebt eine Bestimmungstabelle der Gattungen dieser Fa-
milie, in der die neue Gattung, Tliranites, neben Goniosoma zu
stehen kommt und durch 5 Zähne an den Seiten, von denen der
letzte mehr als doppelt so lang ist als die vorhergehenden, und 4
Zähne an der Stirn gekennzeichnet ist. Darauf folgt eine ausführ-
liche Beschreibung der Gattung und der von Bergen stammenden Art
Th. velox p. 63.
P, P. C. Hoek stellt eine Paralleldiagnose von Piluranus tri-
dentatus Maitland und P. hirtellus Leach auf, die davon überzeugt,
dass erstere, im brackigen Amstelwasser lebende Form eine beson-
dere Art ist. Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereenig. p. 243 ff.
Miers zeigt, dass unter Neptunus pelagicus (L.) bisher 2
Arten verwechselt sind, von denen die eine 6 Zähne an der Stirn,
die andere nur 4 hat. Für die erstere Art behielt er den alten
Namen bei, während er die zweite N. trüuherculatus nannte. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 221.
Chlorodius samomsis; Thalamita Sjöec?iosa (Samoa Jsl.); Miers,
a. a. 0. XVL p. 341.
auf dem Gebiete der ArthVopoden während der Jahre 1875 u. 1870. 225
Oxyrrhyncha. Milne Edwards beschreibt Trichoplatus J3m*-
toni (Neu-Seeland) und Acanthophrys FiUioli (Stewart- J.); L'In-
stitut 187G. p. 78 und Ann. d. Sc. Nat. Zool. IV. Nr. 4—6.
Art. Nr. 9. (Die erste Art war von Miers als Halimus Hectori be-
schrieben in den Ann. a. Mag. Natur. Hist. XVII. p. 219.)
Miers zerfällt die Gattung Paramithrax in zwei Untergattungen:
Paramithrax s. str. (Vorderfüsse beim Männchen erweitert; Hand
zusammengedrückt), mit P. Peronii, Gaimardii, barbicornis und
Lejitomithrax (Vorderbeine beim Männchen verlängert, schlanker;
Hand fast cylindrisch) ; diese Untergattung bildet den Uebergang von
Paramithrax zu der in den nördlichen Meeren vertretenen Gattung
Mala und enthält die Arten: L. Edwardsii de Haan, (Mala) australis
und longimanus (Neu-Seeland), australiensis (Tasmanien). Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 219 f.
Halimus Hectori (!); (vgl. oben Milne-Ed war ds; Neu-Seeland,
bildet gewissermaassen den Uebergang von Halimus zu Acanthonyx);
Miers in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 219.
Oxystomata. E. J. Miers giebt einen kurzen Auszug aus
einer demnächst in den Transactious Linn. Soc. erscheinenden
Abhandlung über Oxystomata. Aus der Gattung Leucosia sind 8
Arten (L. fuscomaculata , pulcherrima, affinis, brunnea, reticulata,
{Whitmeei)y Perryi und pubescens), von Matuta 5 (M. rubro-lineata,
lineifera, granulosa, maculata, obtusifrons) als neu benannt, aber
nicht beschrieben. The Journal Linn. Society. Zool. Vol. XIII
Nr. 66 p. 107 f.
Leucosia Whitmeei (Samoa Jsl.); Miers. Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI, p. 342.
Leucosia neocaledonica p. 40, Taf. II, Fig. 1, elata p. 41, Fig.
2, margaritata p. 42, Fig. 3; Philyra longimana p. 43, Fig. 4, Nu-
cia tiiberculosa p. 44, Fig. 5; Phlyxia erosa p. 47, Taf. III, Fig. 2;
Tlos. petraeus] p. 51, Fig. 1 ; neue Arten von Neu-Caledonien; A.
Milne-Edwards, Nouv. Arch. Mus. Hist. Nat. (Paris) 1874.
Notopoda. Petrocheles (u. subg. Petrolisthes; Seiten des
Schnabels bedornt; Seiten des Panzers ebenfalls mit einer Reihe von
Dornen; Vorderfüsse schlank, Arme am Vorderrande mit Dornen)
spinosus (Neu-Seeland), australiensis (Australien); Miers, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 222.
Dynomene (ser. Dynamene) Eatoni (Kerguelen); Miers, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 73.
Fritz Müller beschreibt Aeglea Odebrechtii, eine Art, die in
den Gebirgsbächen an der Ostküste Südamerikas lebt, während die
Gattung bisher nur in der mit der neuen Art sehr verwandten A.
laevis Latr.auf der Westküste vertreten, und eineAnomure überhaupt
noch nicht aus dem süssen W^asser bekannt war. Daran auge-
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. P
22G Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
schlössen sind einige Bemerkungen über die systematische Stellung
dieser Gattung, die mit Galathea, Porcellana und den neuerdings
davon abgezweigten eine besondere Gruppe (Familie ?) bilden. Jeu.
Zeitschr. für" Natu rw. X. p. 13 ff.
Macrnra.
Paguridae. Hesse liefert in seinem 25. Artikel der Descr.
d. Crustaces etc. des cotes de France a. a. 0. Art. Nr. 5 die
ausführliche Beschreibung und Abbildung der Larve von Pagurus
misanthropus Risso. Diese an manchen Stellen der französischen
Küste häufige (und dann als einziger Pagurus vorkommende), an an-
deren Stellen fehlende Art findet sich die ganze gute Jahreszeit
hindurch (März bis September) mit Eiern, die das $, an der lin-
ken Seite des Abdomens mit langen verästelten Stielen befestigt,
30 — 40 Tage lang mit sich herumträgt, lieber die Eifurchung theilt
Hesse keine Beobachtungen mit. Die ausschlüpfenden Jungen be-
sitzen eine Länge von 4 mm und im Allgemeinen die Zoeaform,
doch ohne medianes Stirnauge, nur mit 2 sehr grossen, sitzenden
Seitenaugen. Von den 4 der Lokomotion dienenden Extremitäten-
paaren sind die beiden mittleren zweiästige Ruderfüsse. Das Abdo-
men besteht aus 6 fusslosen Gliedern; das letzte ist in zwei Lappen
getheilt, deren jeder mit 5 einfachen Borsten besetzt ist. Die Be-
merkungen über die Kiemen, die sich am Thorax befinden, sind
sehr kurz; ebenso die über die andern Organe. Eine weitere Ver-
wandlung und den Uebergang dieser lebhaft umherschwimmenden
Larve zur sesshaften Lebensweise hat der Verfasser nicht beobachtet.
— Angeschlossen ist eine Beschreibung des erwachsenen Thieres,
das unter allen an der französischen Küste vorkommenden Arten
durch die Gleichheit seiner beiden Scheeren ausgezeichnet ist, so-
wie eine Schilderung der Lebensweise, der Kämpfe, die die Indivi-
duen um den Besitz eines Schneckenhauses führen, das eigen-
thümliche Gebahren der verschiedenen Geschlechter derselben Art,
das Hesse als Einleitung und Einladung zur Begattung deutet.
Bezüglich des Pagurus Prideauxii, dessen Schneckenhaus immer von
einer bestimmten Actinienart an einer bestimmten Stelle besetzt ist,
meint Hesse nur mit dem Zufall auskommen zu können. In Er-
mangelung von Felsen setzt die Actinie sich an ein leeres Schnecken-
haus fest, das bald auch von einem der zahlreichen Paguren in Be-
sitz genommen wird, wenn es dies nicht schon war; die Stelle, an
der sich die Actinie definitiv festsetzt, ist diejenige, an der sie am
wenigsten beunruhigt wird. Beide Tljeile ziehen aus dieser Verei-
nigung Vortheil. Die Actinie gewinnt Lokomotion, und der Pagu-
rus, der wegen der Kleinheit seiner Abdorainalfüsse nur in kleinen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 227
Schneckenhäusern sich etabliren kann, wird durch die Actinie ge-
schützt.
Alexander Agassiz berichtet über das Benehmen junger
Einsiedlerkrebse, die zuerst in das Stadium kamen, wo sie sich in
ein Schneckenhaus einlogiren. Diesen Akt vollzogen sie mit solcher
Umsicht, dass Agassiz meint, denselben nicht durch die Gesetze
der natürlichen Zuchtwahl erklären zu können, sondern nur durch
eine beträchtliche Intelligenz. Sil lim an 's Am er. Journ. Scien-
ces and Arts. October 1875. p. 290. (Abgedruckt in Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XYII. p. 100 f.)
Eupagurus spwM?mawMS (Neu-Seeland); Miers, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 222.
Thalassinidae. Gebia JDanai (Neu-Seeland, = G. hirtifrone
Dana nee White; unterscheidet sich von letzterem unter anderem
durch die stark dreilappige Stirn); Miers, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVII. p. 223.
Palinuridae. Palinurus EdivardsU (OtagoHeads, Neu-Seeland);
Hutton, Ann. a. Mag. Nat. Ilist. (4. ser.) XV. p. 41.
Ästacidae. K. Kessler macht eine vorläufige Mittheilung über
die Russischen Flusskrebse, Bull, de la Soc. Imp. des Na-
turalistes de Moscou. XLVIII. Nr. 2. p. 343 ff. Zunächst be-
spricht Kessler die Artrechte der von verschiedenen Autoren auf-
gestellten Arten und kommt zu dem Resultat, dass Astacus fluvia-
tilis aut., pachypus Rathke, loptodactylus Eschsch. gute Arten, ca-
spius Eichw. dagegen = pachypus Rathk., und angulosus Rathk.
von loptodactylus artlich nicht zu trennen sei. Diese drei Arten
kommen im europäischen Russland vor; in Sibirien finden sich A.
dauricus Pall. und eine neue Art, A. Schrencicii, vom unteren
Amurgebiet p. 363.
Derselbe entdeckte im Flussgebiet des Rion (C'aucasus) einen
6. Russischen Flusskrebs, den er A. colchicus benennt. Derselbe ist
dem A. fluviatilis ähnlich, unterscheidet sich jedoch durch die Ge-
stalt des Schnabels, dessen stark aufgebogene Seitenränder in ihrer
hinteren Hälfte einander vollkommen parallel verlaufen. (Ein
neuer Russischer Flusskrebs, Actacus Colchicus. Bull.
Soc Imp. Nat. de Moscou. 1876. I. p. 1 ff.)
J. Wood-Mason stellt die neue Gattung Nephropsis auf für
ein bei den An dam an Inseln vorkommendes Crustaceum, das sich
generisch von dem an der Norwegischen Küste vorkommenden Ne-
phrops norwegicus durch den Mangel des schuppenförmigen An-
hanges an den Antennen unterscheidet. Die Art ist N. Stetcarti.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV) XH. p. 59 ff.
Nach J. Wood-Mason beherbergt auch Paranephrops
setosus die Temnocephala chilensis Blancb. (einen Trema-
228 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
toden) und letztere kommt demnach auch in Neu-Seeland vor. Ann.
a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XV. p. 33(3.
Derselbe theilt mit, dass die Jungen von Astaco'ides Zealan-
dicus (== Paranephrops setosus ? Hutton) an dem Daktylopodit der
beiden letzten Beinpaare, die in diesem Alter die längsten und
stärksten sind, eine stark gebogene, bewegliche Kralle tragen, wäh-
rend das Daktylopodit selbst an der Innenseite eine Reihe von 6 —
7 Zähnen hat, welche in Verbindung mit jener Kralle einen wirk-
samen Greifapparat bilden. Mittels desselben halten sie sich, den
Kopf nach unten gerichtet, an den „Post-Abdominalanhängen" der
Mutter fest, und der Versuch sie abzulösen, endet gewöhnlich mit
dem Ausreissen der beiden erwähnten Beinpaare. (On the
Mode in wich the Young of the New-Zealand Astacidae
attach themselves to the Mother; in Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVIII. p. 306.)
E. J. Miers (ebenda p. 412 f.) hält die Gattungen Astacoides
Guerin-Meneville und Paranephrops White nicht für synonym und
erörtert die generischen Unterschiede, so weit sie aus den Beschrei-
bungen ersichtlich sind; jedenfalls ist nach ihm Astacus zealandicus
White nicht synonym mit Paranephrops setosus Hutton und dem-
nach zweifelhaft, welcher Art eigentlich die Jungen angehören, die
in der angegebenen Weise sich an den Leib der Mutter festheften.
Zum Schluss erinnert er au die Mittheilung von Spence Bäte und
Westwood, dass die Jungen gewisser Arcturus-arten (A. Baffini)
sich in Schwärmen an den Antennen der Mutter festhalten.
Wood-Mason zeigt, dass Deidamia Willem. -Suhm nicht
haltbar ist, einmal, weil der Name bereits vergeben ist, noch mehr
aber, weil die von Willemoes-Öuhm unter diesem Gattungsnamen
beschriebenen Arten (crucifer und leptodactyla) von der von Heller
1863 aufgestellten Gattung Polycheles nicht zu trennen sind. Aus
dieser Gattung, die gegenwärtig demnach 3 Arten (P. typhlops
Heller, crucifer von W.-S. und leptodactyla von W.-S.) enthält, bildet
Wood-Mason die neue Familie der Polychelidae, die vielleicht mit
dem Er yonidae in näherer Verwandtschaft stehen. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 131 ff.
Carididae. Virbius Ufidirostris (Neu-Seeland); Alpheus Novae'
Zealandiae (ibid.); Miers, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII.
p. 224.
Palaemon gracilirostris (Samosa IsL, Upolu); Miers a. a. 0.
XVI. p. 343.
Alpheus lineifer (Samosa Isl.); Miers, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVL p. 343.
Giebel beschreibt eine neue Art (Atya gahonensis aus Gabon)
und bespricht die von Le ach aufgestellte Gattung Atya nebst ihren
bekannten 10 Arten. Zeitschr. ges. Nat. Halle. 45. p. 52 ff.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 229
Sergestidae. Sergestes Meyeri, dem S. arcticus ähnlich : ein $
von Korsnaes, Metzger a. a. 0. p. 302 £f. Taf. VI Fig. 7.
Schizopoda.
Mysidae. G. 0. Sars. Nye Bidrag til kuudskaben om Middel-
havets Invertebrat-Fauna. I. Middelhaveis Mysider. Archiv Mathem.
og Naturvidenskabei'ne I. j). 1 — 111. 36 TfF. Sars beobachtete 20
Arteu, die vollständig beschrieben sind, darunter M. Helleri, assi-
milis, arenosa; Leptomysis sardica (Cagliari); Chiromysis (n. g.)
microps; Gastrosaccus Normanni; Anchialus agilis (Messina, Nea-
pel); Siriella Clausi, crassipes neu; für Podopsis Slubberi y. Bened.
ist der Gattungsname Macropsis in Vorschlag gebracht.
Petalophthahnus (n. g., eine Tiefseeform mit grossen, kon-
kaven Chitinplatten an Stelle der Augen) armiger (südl. Atl.), inermis
(Antai'kt). Willcraoes-Suhm, Journ. de Zoologie pure et ap-
pliquee. IV. p. 401.
Nebaliidae. Nebalia longipes (Bermuda); Willemoes-Suhm,
Trans. Linn. Soc. (2) I. p. 26. PI. VI.
Slomatopoda.
Wood-Mason beschreibt in den Proc. Asiat. Soc Bengal,
Dec. 1875 die neuen Arten: Clorida decorata (Andaman Isis.); Coro-
nis spinosa (Andaman Isis, und Ncu-Seelaud); Gunodactylus glypto-
cerus (Nicobaren); Squilla supplex (Bombay). Siehe auch Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 26:i
Gonodactylus graplitirus (Samoa Isis., Upolu); Miers in den
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XVI. p. 344.
Edrioplithalmata.
Th. R. R. Stebbing (On some uew exotic Sessile-eyed
Crustaceous) beschreibt drei neue Edriophthalmata. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 184 ff.
Isopoda.
Oniscidae Om Nord-Amerikas Oniscidcr. Af Anton
Stuxberg. Ocfv. Kong. Vetonsk.-Ak. Förh. 1875. Nr. 2. p. 43
ff. Stuxberg giebt ein Verzeichniss der 29 in Nordamerika ge-
fundenen Arten nebst ihren Synonymen, einer Tabelle ihrer geo-
graphischen Verbreitung und der Beschreibung der neuen Arten:
Rhinoryctes (n. g.) mirdbilis (San Pedro, Cal.) p. 51; Porcellio
formosus (San Francisco und S. Pedro, Cal.) p. 57; Armadillo spe-
ciosus (ibid.) p. 62.
230 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
C. V. Vogel bringt einen Beitrag zur Kenntniss der
Land-Isopoden, indem er ausser einer sehr genauen und detail-
lirten Beschreibung von Arten anderer Autoren folgende neue auf-
stellt: Armadillo tuberciilattis (Tinos, Cycladen) p. 500; Armadilli-
dium glohosum (Tinos unter Steinen) p. 515; Porcellio abhomargi-
natus (Syra) p. 516; Verh. Zool. Bot. Ges., Wien XXV.
Arm&diiWo iiiconspicuus; Cubaris rugulosus; Porcellio graniger,
Zealandicus] Scyphax mtermedius, neue Arten von Neu-Seeland;
Miers, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 226 f.
Bopyridae. Hesse liefert im 26. Artikel seiner Description
des Crustaces des cotes de France die Beschreibung und Abbildung
von drei weiteren eigenthümlichen schmarotzenden Crustaceenformen,
die den von ihm früher aufgestellten Gattungen Athelga (Hesse
schreibt mit französischer Endung Athelgue) und Pleurocrypta an-
gehören. Obwohl der Verfasser selbst die Möglichkeit in Erwägung
zieht, dass er es mit Jugendzuständen zu thun haben könnte, so be-
nennt er sie doch und unterscheidet ^ und $, ohne zu sagen, aus
welchem Grunde. Die Beschreibungen lauten: Athelga lorifera. r^
mit blossem Auge kaum zu sehen. Thorax aus 7 Gliedern gebildet,
von denen das erste mit dem Kopfe verwachsen ist. Augen ziemlich
gross; innere Antennen 3-, äussere 5gliedrig; beide sehr kurz. Jedes
Thorakalsegment trägt ein Paar kurzer Klammerfüsse ; das Abdomen
ist ungegliedert und ohne Anhänge. Das als $ zu diesem ^ ge-
zogene Thier hat eine Länge von 3 mm, einen undeutlich segmen-
tirten, eiförmigen Vorderkörper und langes 6gliedriges Abdomen.
Der Kopf ist klein, ganz in den ersten Thoraxring eingezogen, mit
2 kleinen Augen, 2 Paar kurzer Antennen, von denen die inneren
4-, die äusseren 6gliedrig sind. Der Mund ist zum Saugen einge-
richtet. Die 4 ersten Abdominalringe tragen seitlich je zwei Paare
von Kiemen, von denen die eine kurz blattartig, die andere lang
schlauchförmig ist.
Äsellidae. 0. Harger ändert den von ihm vorgeschlagenen
Gattungsnamen Asellopsis in MancaselUis um, deren Type dem-
nach M. tenax ist und beschreibt von derselben Gattung eine zweite
Art, M. braehyurus (Seitenwände des Kopfes ganz; erstes Glied der
Caudalgriö'el kurz, nur wenig länger als das dritte Glied der An-
tennen) von der Atlantischen Seite der Appalachen-Wasserscheide.
Amer. Journ. Science and Arts (3. ser.) XL p. 304 f.
Asellus Sieboldii n. sp. (nicht beschrieben); Ph. de Rougc-
mont (= A. cavaticus Schiödte i. 1. ?). Bull. Soc. d. Scienc.
Natur, de Neuchatel. X. p. 151.
Idote'idae. Arctur us corm^er, Uneatus (Süd- Afrika.): Steh hing,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XH. p. 96, Taf. HL F. 2. 3.
Idotea elongata (Auckland Ins.), ausgezeichnet durch den sehr
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 231
schmalen Körper mit lang gestreckten Segmenten und sehr schmalen
Epimeren, die bei der Seitenansicht linear sind: Miers, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 225.
S t e b b i n g theilt mit, dass sehr j unge Exemplare von Ar c t u r u s
lineatus Stebb. sich von den älteren dadurch unterscheiden, dass bei
ihnen das 4. Thoraxsegment nicht verlängert ist. Milne-Edwards
hatte auf diesen Unterschied zwei Sectionen von Arcturus, und Goodsir
gar die beiden Gattungen Arctur US und Lcachia begründet. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 187.
Sphaeromidae. CymodoceaiM6erc?/Zosa (Australien); Stebbing;
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XII. p. 96. Taf. HI. Fig. 1.
Sphacroma algoense (Algoa-Bay): Stebbing, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 186. PI. XV. Fig. 3.
Miers stellt die neue Gattung Isocladus (Konvex, hinten
etwas verbreitert; 7. Segment des Pcreion beim Männchen mit einem
langen dorsalen Dorn) für Sphr>croma armata M.-Edw. und S. spini-
ge ra Dana und beschreibt Cymodocea granulata und convexa von
Neu-Seeland, erstere auch von Tasmanien und Flinders Isl.; Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 228 f.
Gymothoidae. Eine monographische Darstellung der Gattung
Serolis gicbt Grube (Beitrag zur Kenutniss der Gattung Serolis
und einer neuen Art derselben; dieses Archiv, 1875. I. p. 208 11'.
Taf. V. und VI). Aus der Charakteristik der Gattung, die nach der
Untersuchung von vier Arten entworfen ist, hebe ich hervor, dass
beide Antennenpaare einen mehrgliederigen Stiel und eine geringelte
Geissei tragen; der Stiel der oberen Antenne ist 3-, der der unteren
4- (selten 5-)gliedrig. Die männlichen Geschlechtsöfiuungeu liegen
der Mittellinie genähert am 6., die weiblichen von der Mittellinie
etwas entfernter am 5. Körpersegment. Die Afterfüsse lassen an
einem Grundgliede zwei blattförmige Anhänge gelenkcu, deren ver-
schiedene Ausbildung auch die Afterfüsse in drei verschiedenen For-
men zeigt. Im männlichen Geschlecht ist der eine Anhang des
2. Afterfusspaares (wahrscheinlich) zu einem Begattungsorganc um-
gewandelt; das vierte und fünfte Paar trägt die Kiemen. Zu den
sieben bekannten Arten dieser Gattung beschreibt Grube eine neue,
S. tuberculata, ausgezeichnet durch eine Reihe von 8 stumpfen rück-
wärts gerichteten Zähnen auf der Mittellinie des Rückens, die dem
Kopf- und den sieben folgenden Leibessegmenten augehören. Diese
Art stammt aus der Bathstrasse.
Serolis Bromleyana (Südlich. Eismeer in 1975 Faden Tiefe);
Willemoes-Suhm, Proc. Roy. Societ. London. XXIV. p. 591.
Serolis latifrons (Kerguelen, Aucklaud Isis.); p. 74, septcmcari-
nata (Crozet Isl.) p. 116; Aega scmicarinata (Kerguelen) p. 115;
Miers a. a. 0.
Ceratothoa litieata; Lironeca Nooae-Zealandiac; Cirolana 22os-
232 Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
sü; neue Arten von Neu-Seeland ; Miers, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVI. p. 227 f.
Tanafdae. John Denis Macdonald giebt eine Darstellung
des Körperbaues von Tanais (Crossurus) vittata Rathke (T. Cavo-
lini Edw.), die in Gesellschaft von Limnoria und Chelura terebrans
in durchhöhlten Holzpfeilern gefunden wurde. Trans. Linn. Soc.
II. Ser. Zool. Vol. I. p. 67 ff. Taf. XV. Dieselbe bietet kein beson-
deres Interesse, als das sich an die Lebensweise knüpft: der Hinter-
leib ist einigermassen wie bei anorauren Decapodcn beschaffen, an-
gepasst an das Leben in den von Limnoria gebohrten Gängen.
Ämphipoda.
Eine von Milue-Edwards in der Seance du 29 mars 1875
der Academie des Sciences de Paris mitgetheilte Note von
J. D. Catta über die Amphipoden des Golfes von Marseille
zeigt, dass von genannten Crustaceen 30 Gattungen mit 70 — 75 Arten
in dem Golf von Marseille vertreten sind, darunter sechs neue und
zwei neue Varietäten; auch eine neue Gattung findet dort ihren
Repräsentanten. Die übrigen sind weit verbreitet : 2 im Schwarzen,
1 im Adriatischen Meere; 3 an den Englischen Küsten; 3 andere an
den Englischen und Norwegischen Küsten, 5 im Golf von Neapel
und im Adriatischen Meere, 2 im Mittelländischen- und den nörd-
lichen Meeren.
Pontoporeidae. Tb. R. R. Stebbing giebt eine ausführliche
Beschreibung und Abbildung von Bathyporeia pilosa Lindstr.,
mit der er die beiden von Spence Bäte aufgestellten Arten, B. pe-
lagica als erwachsenes, und B. Robertsoni als junges Männchen ver-
einigt. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 74 ff.; Plate IIL
Lysianassidae. Lysianassa Kergueleni (Kerguelen); Miers,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 74.
Lysianassa Kidäeri (Kerguelen Isl.) S. F. Smith, Bull. U. S.
Mus. Nr. 8. p. 59.
Nach Stebbing ist Anonyx Edwardsi Bäte & Westw.
nicht der echte A. Edwardsi Kroyer, sondern = A. (Orchomene) ser-
ratus Boeck, von dem eine ausführliche Beschreibung und Abbildung
gegeben wird. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 341 ff.
Plate XIX.
Gammaridae. Dr. B. N. Dybowski. Beiträge zur nähe-
ren Kenntniss der in dem Baikal-See vorkommenden nie-
deren Krebse aus der Gruppe der Gammariden. Der von
14 Tafeln begleitete Text enthält die Beschreibung von 116 Arten,
von denen die grössere Zahl neu ist. (Nach Revue et Magazin
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 233
de Zoologie. 1875. Bibliographie p. XLI; ich selbst habe das Werk
nicht einsehen können.)
Eine als Natur-Geschichte von Gammarus puteanus
Koch betitelte Inaugural - Dissertation von Ph. de Rougemont
(München 1875) giebt von der Naturgeschichte des genannten Amphi-
poden möglichst wenig; auch unsere Kenntniss seines Baues wird
nicht wesentlich gefördert. Dagegen verdient besonderes Interesse
der Theil der Dissertation, der den Nachweis zu liefern versucht,
dass die als 5 verschiedene Arten unterschiedenen Formen (inclus.
einer sechsten, durch eine Grösse von 33 mm ausgezeichneten),
nämlich: Gammarus minutns Gerv. (= Crangonix subterraneus Speuce
Bäte), Niphargus Kochianus Sp. B., N. fontanus Sp. B., G. puteanus
Koch, N. stygius Schiödte verschiedene Alters- (nicht Entwickelungs-)
stufen einer und derselben Art, G. puteanus Koch, seien. Die kleinste
Form hat eine Grösse von 2—3, die grösste von 33 mm; aber auch
die kleinsten sind, da sie reife Geschlechtsproduktc („fächerförmig
ausgebreitete [Spermatozoon], so dass jedes Sperraatozoid mit dem
Kopf nach dem Centrum einen Strahl bildet"; Weibchen wurden
nicht gefunden) enthalten, als vollkommen geschlechtlich entwickelt
anzusehen.
Gammarus puteanus (?) bei Neuchatcl und Verricros; Bull.
Soc. d. Sc. Nat. de Neuchatel. X. p. 94, 149 ff. und 244.
A. Humbert handelt in sehr ausführlicher Weise von G.
(Niphargus) puteanus var. Forclii Humb.; Bull Soc. Vaudoise Sc.
Nat. Nr. 76. p. 278 ff. Taf. VI und VII.
G. rohustus (Utah), limnaeus (=lacustris) (Colorado) ; S. F. Smith,
Ann. Rpp. U. S. Geol. Surv. Territ. for. 1873 (1875). p. 609,
610. pl. VI. 7—14.
Amphilochus concinna (Torbay); Stebbing. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 443. Plate XIX. Fig. 1.
Byblis crassicornis, von B. Gaimardi durch kräftigere und län-
gere obere Antennen unterschieden. Die Art fand sich einige Meilen
ausserhalb der Küste von Jäderen, in 106 Faden. Metzger a.a.O.
p. 297. Taf. VI. Fig. 9.
Stenothoe peltata Smith; bei St. Georges Bank in 30 Faden
Tiefe von sandigem Boden gedredgt. Trans. Conn. Acad. Arts
and Sciences III. Pt. I. p. 29. Taf. III. 5—8.
Seba (Smm^ersu (Algoa Bay) ; Stebbing in den Ann, a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 185. PI. XV. A. Fig. 2.
Nach M, A. Giard ist Urothoe marina Spence Balc Com-
mensale von Echinocardium cordatum ; Comptes Rendus 1876, p. 76;
Ann. a. Mag. N, H. (4. ser.) XVII. p. 261 ff.
Microdeuteropus hidentatiis (Sulcombe, vom Ansehen eines M.
Websteri); Stebbing in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XVII. p. 73. Plate IV. Fig. 1.
234 Bertkau: Bericht über die wissenschaftliclieii Leistungen
Atylus australis (Kerguelen); Miers, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 75 und 117.
Dexamine antarctica (Südsec); Stebbing, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 185.
Probolium Spence-Batei (Torbay); Stebbing, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 344. Plate XIX.
Stebbing bespricht die beiden Gattungen Cratippus Spence
Bäte und Exunguia Norman, von denen die erstere auf ein unvoll-
kommenes und verloren gegangenes Exemplar von C. tenuipes ge-
gründet war. Wegen der Mangelhaftigkeit des typischen Exemplares
dieser Art lässt sich dieselbe nicht mit Sicherheit mehr eruiren, da-
gegen ist es im höchsten Grade wahrscheinlich, dass die Gattung
identisch ist mit Exunguia Norman, die dieser Forscher auf E. sti-
lipes gegründet hatte. Von dieser interessanten Art liefert nun
Stebbing eine genaue Beschreibung und Abbildung. Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVHI. p. 447 ff. Plate XX. Fig. 4. (Cratippus
(Exunguia) stilipes).
Callimerus aciidigitata (Torbay); Stebbing, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 445. Plate XX. Fig. 3.
Dulichiidae. Dulichia monacantha (Skagerrak), der D. porrecta
am nächsten stehend; Metzger a. a. 0. p. 296. Taf VI. Fig. 8.
Podocerus ornatus (Kerguelen, Swain's-Bay); Miers a. a. 0.
pag. 75.
Orchestiidae. Faxon beschreibt und bildet ab a. a. 0. die
im Titicacasee z. Th. in beträchtlicher Tiefe gefundenen Arten, von
denen mehrere durch lange Epimeral- und Tergalstacheln ausgezeich-
net sind. Die neuen Arten sind!: Allorchestes armatus p. 364, in einer
grossen Zahl von Exemplaren. Die 4 ersten Epimeren mit langen
Stacheln, der 4. am längsten: echinus p. 367, Körper mit 4 Längs-
reihen von Stacheln, 2 über den Rücken, vom 1. Thorakal- bis zum
4. Abdorainalsegment, je eine au den Seiten verlaufend mit 8 Stacheln
(vom 1. Thorakal- bis 1. Abdominalsegment); longipes p. 368, eine
Längsreihe von Stacheln median über den Rücken verlaufend, die
Stacheln entspringen vom Hinterrande des ersten Thorakal- bis zum
dritten Abdominalsegmente und sind hinten am längsten; lucifugax
p. 360, ausser 10 Stacheln, wie bei der vorhergehenden Art, die
aber an den 6 ersten Thorakalsegmenten nach vorn gekrümmt sind,
ist auch der Vorderrand des ersten Thorakalsegmentes in einen nach
vorn gerichteten Stachel ausgezogen ; latimanus p. 370, die hinteren
Körpersegmente sind in kurze Stacheln ausgezogen; longipalnms
p. 371, ähnlich der vorhergehenden Art; cupreus -^.372, ohne Stacheln.
Derselbe beschreibt ebenda von Brasilien A. dentatus var.
graciUcornis p. 374 und A. longistilus p. 375 Anmerk.
T. R. R, Stebbing kommt zu dem Schlüsse, dass die Gat-
auf dem Gebiet der Arthropoden während der Jahre 1875. u. 1876. 235
tiingen Allorchcstes Dana und Nicea Nicolet mit Hyale Rathke zu
vereinigen seien, wie Axel Boeck schon gethan hatte. Dagegen
sind Allorchestes Nilssoni and Nicea Lubbockiana zwei verschiedene
Specics, deren Unterschiede ausführlich auseinandergesetzt werden.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 337 ff. Plate XVIII.
Talitrus Giilliveri (Rodriguez); Miers in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 400.
Xenoclea megachir ^T $ Smith; bei St. George's Bank in 30
Faden, und bei Rhode Island in 18 Faden Tiefe von sandigem Mee-
resboden gedredgt. Smith und H arger in Transact. Connecticut
Academy of Arts and Sciences Vol. III. Part. I. p. 32 ff. Taf. III.
Fig. 1—4.
Hyalella {ü. g., verwandt mit Hyale Rathke, erstes Kieferpaar
mit kurzem, eingliedrigem Palpus; Kieferfüsse mit Sglicdrigem Pal-
pus) dentata, incrmis (Colorado); S. F. Smith, Ann. Rcp. U. S.
Geol. Surv. Terr. for 1873 (1875) p. 608, 609; pl. VH. 1—6.
Hyalc villosa (Kerguclen), derselbe, Bull. U. S. Museum
Nr. 3. p. 58.
Laemodipoda. Brandt berichtet über die Cyamidcu des zoolo-
gischen Museums zu St. Petersburg und beschreibt C. Kcsslcri (Beh=
ringsmeer auf Walfischen) Bull, de l'Acad. Imp. des Sciences
de Saiut-Pctersbourg XVIII. p. 113 ff.
Cyamus tentatur (im nördlichen Stillen Ocean auf ßalaena Sie-
boldii Gray), gracilis (ebenso); Dali in den Proc. of tlic Calif.
Academy of Sciences 1873—1874. p. 254.
Lockington theilt einige Bemerkungen über die Gattung
Caprella mit und beschreibt die neue Art C spinosa aus der Hako-
dadi Bai; Proc. Calif. Acad. 1873—1874. p. 404 ff.
Xiphosura.
A. S. Packard (Ou an undescribed Organ in Limulus,
supposed to be Renal in its Nature) beschreibt bei L. poly-
phenius eine paarige Drüse zu beiden Seiten des Magens und in der
Längsachse des Körpers gestreckt. Dieser Theil läuft dicht neben
der grossen Vene her, mit der er durch Stränge von Bindegewebe
verbunden ist. Von diesem horizontalen Theile gehen vier Zweige
senkrecht nach unten. p]ine Mündungsstelle dieser Drüse war nicht
aufzufinden. Da die mikroskopische Struktur ähnlich der ist, die
V. Siebold von dem Bojanus'schen Organ in seiner Vergl. Anat. an-
gegeben hat, so vermuthet Packard, dass auch diese, bisher über-
sehene Drüse, dieselbe Funktion habe. Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XV. p. 255 ff. Amer. Natur. X. p. 511.
236 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Phyllopoda.
Branchiopoda. Bemaerkningcr om de til Norges Fauna
h0rende Phyllopoder. Af G. 0. Sars. Forhandl. i Vidensk.-
Selskab. i Christiania. iVar 1873 (1874). p. 86—90. Erwähnt
das Vorkommen von drei Novitäten in Norwegen (Lepidurus glacialis
Kroyer, Branchinecta paludosa Müller, Polyartemia forcipata Fischer).
Estheridae. Branchinectes coloradensis (Colorado); A. S.
Packard, Rep. Peab Acad. VI. p. 57 und Ann. Rep. Terr.
U. S. Geol. Surv. for 1878 (1875) p. 621. pl. IV. Fig. 12.
Limnadia Ägassizi (Penikese Isl.), derselbe, Rep. Peab.
Acad. VI. p. 54 und Ann. Rep. Surv. for 1873 p. 618. pl. II. F. 5,
Estheria californica (Californien), Clarki (Cincinnati, Ohio, Ken-
tucky); derselbe, ebenda (1) p. 55 f. und (2) p. 618 f. pl. IL f. 6.
Apusidae. Brauer macht eine vorläufige Mittheilung über die
Entwickelung und Lebensweise des Lepidurus productus
Bosc. Sitzungsber. der Math.-Naturw. Klasse der K. Akad.
der Wissensch. Wien. LXIX. I. Abth. p. 130 fif. Die Zucht dieses
Thiercs gelang Brauer dadurch, dass er die Eier, die er einmal an
der Sonne hatte austrocknen lassen und dann feucht hielt, dem Froste
aussetzte. Ende Januar wurden die Gefässe in ein massig geheiztes
Zimmer gesetzt und enthielten nach 10 Tagen den Nauplius. Dieser
ist cylindrisch, grösser als der von Apus cancriformis und ruht meist
träge auf dem Grunde des Gefässes. Am vorderen Körpertheile sind
3 Pigmentflecke zu bemerken, das unpaare dreieckige Auge und
die 2 kleinen Punktaugen. Durch rasch wiederholte Häutungen än-
dert sich nun die Körpergestalt sehr bald. Im zweiten Stadium sind
schon mehr als 6 Gliedmaassonpaare vorhanden; Darm und Leber-
schläuche sichtbar. Im dritten Stadium erinnert die Körpergestalt
schon an das vollkommene Thier; das vierte Stadium dem vorher-
gehenden ähnlich, die zweite Antenne etwas rückgebildet, der Körper
durchsichtig; im fünften ist die Rückbildung der zweiten Antenne
noch weiter gediehen und die Ausbildung der Augen und Schwanz-
klappe weiter vorgeschritten. Die Aeste des ersten Fusspaares sind
noch nach Art eines Scheerenfusses gebildet; aber mit den weiteren
Häutungen wird der hintere Fortsatz immer grösser, und zuletzt
geisseiförmig und gegliedert. Im zwölften Stadium (am siebenund-
dreissigsten Tage nach dem Ausschlüpfen aus dem Ei) ist das Thier
fortpflanzungsfähig geworden.
L Couesii (Montana): A. S. Packard, Ann. Rep. U. S.
Geol. Surv. Terr. for 1873(1875) p. 618 und Am. Nat. IX. p. 312.
Branchipusidae. F. Spangenberg bringt Beiträge zur Kenn t-
niss von Branchipus stagnalis. Zeit sehr. wiss. Zool. XXV.
Suppl. p. 1 ff. Taf. I— III. Die längere Zeit im trockenen Schlamm
gelegenen Eier beginnen nach dem Befeuchten ihre Entwickelung,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 237
wobei sie an die Oberfläche des Wassers steigen. Die Eischale reisst
in einem Riss auf und entlässt den noch in einer zweiten Haut
(Embryonalhülle) steckenden Embryo, der indessen durch das mit-
herausgezerrte Chorion noch anfangs an der derben Eischale haften
bleibt. Durch energische Bewegungen mit seinen Gliedmaassen zer-
sprengt endlich der Embryo die Hülle und schwimmt als Nauplius
davon. An diesem lässt sich das die drei Naupliusgliedmaassen tra-
gende Stück als Kopf-, das gliedmaassenlose, zugespitzte Stück als
Schwanzende bezeichnen, und Spangenberg hält diese Bezeichnung
auch für die weitere Entwickeiung, bei der sich 21 neue Segmente
zwischen die des Nauplius einschieben, bei. Von diesen 21 neuen
Segmenten zieht Spangenberg merkwürdiger Weise nur die beiden
ersten, die die beiden Kieferpaare tragen, zu dem „Vorderleib", wäh-
rend ein dem „Thorax oder Mittelleib der höheren Krebse entspre-
chendes Stück gar nicht zur Entwickeiung kommt". Von den 19
Segmenten des Hinterleibes tragen die 13 ersten Gliedmaassen, und
zwar die 11 ersten Bewegungsorgane, während die des 12. und 13.
Segmentes als äussere Geschlechtsorgane in eine andere Funktion
eingetreten sind. Die 6 folgenden Segmente entwickeln überhaupt
keine Anhänge. Die Antennen des zweiten Paares, anfangs das
Hauptbewegungsorgan und ne])enbei der Nahrungsaufnahme dienend,
gehen mit der Entwickeiung der Geschlechtsreife eine nach den
Geschlechtern verschiedene Differenzierung ein, indem die Schwimm-
borsten und der innere Endast rückgebildet, und dafür Tastfäden
angelegt werden, womit die weibliche Antenne fertig ist, während
beim Männchen sich die „Hautäste" zu einem der beiden Kopfhörner-
paare verlängeren und das zweite Paar der letzteren aus dem Basal-
glied hervorsprosst. Ueber das Kopfschild berichtet Spangenberg
nichts Neues, lässt die Ansicht Dohrn's, der es dem Zoeastachel ver-
glichen, gelten und deutet es als (allerdings nur schlecht funktioni-
rendes) Haftorgau. An dem Oberkieferpaar entdeckte Spangen berg
einen kleinen, mit Borsten besetzten Tasteranhaug, der später rück-
gebildet und durch den des ersten Kieferpaares ersetzt wird; ein
zweites Kieferpaar ist auch noch bei dem erwachsenen Thiere vor-
handen, was namentlich Gerstäcker gegenüber, der dasselbe geleug-
net hatte, hervorgehoben wird. An den Grundlappen der Beine sind
drei bisher übersehene Borsten von Interesse, die in ihrem Bau von
dem der übrigen abweichen. Neben der mittleren derselben mündet
der kurze Ausführungsgang einer zweizeiligen Drüse aus, der bald
nach seinem Austreten zwischen beiden Drüsenzellen ampullenartig
anschwillt und hier einen Kern umschliesst; ein ähnlicher Ausfüh-
rungsgang zeigte sich auch bei einer zweiten Borste, und derselbe
Bau einer zweizeiligen Drüse mit (längerem) bald nach seinem Aus-
tritt ampullenartig erweitertem Ausführungsgang kommt auch den von
Claus als Anhangsgebilde der Bauchgauglien bezeichneten und als
238 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sinnesorgane gedeuteten Zellengruppen zu. Ueber Haut, Fettkörper
und das Nervensystem ist wenig zu berichten. In das erste Anten-
nenpaar sah Spangenberg je drei Nervenäste (nicht 2) eintreten,
und ebenso beobachtete er einen hinter dem Gehirn entspringenden
und sich zurück wendenden Nerv; die Bauchganglienkette enthält
13 Ganglienpaare, von denen die beiden letzten, im 12. und 13. Seg-
ment gelegenen im höheren Alter mit einander verschmelzen. Von
Sinnesorganen sind die Tastborsten am weitesten über den ganzen
Körper verbreitet; nachdem der an sie herantretende Nerv zu einem
Ganglion angeschwollen ist, verschmälert er sich wieder, um dann
unter der Tastborste nochmals anzuschwellen und hier drei Zellen
aufzunehmen, von denen zwei, dicht unter der Borste gelegene, als
Mutterzellen derselben, die dritte etwas rückwärts gelegene, als
nervöse Endzelle gedeutet werden. Von den drei Darmabschnitten
besitzen nur Mund- und Euddarm eine Kutikula, welche letztere
beim Mitteldarm gewissermassen durch eine Lage drüsiger Epithel-
zellen ersetzt ist; Ringmuskeln finden sich an allen drei Darmab-
schnitten, Längsmuskeln Hessen sich dagegen nur beim Enddarm
wahrnehmen. Die Athmung geschieht sowohl durch die Hautober-
fläche, als auch bei den energischen Pumpbewegungen des Enddarmes
durch den letzteren; die „Kiemensäckchen" tragen ihren Namen
wahrscheinlich mit Unrecht, da in ihnen die Blutcirkulation, wie
schon Leydig hervorgehoben hatte, eine träge ist. Als Excretions-
organ dient Anfangs die Antenneudrüse, die später durch die Scha-
lendrüse ersetzt wird; die Lage des Ausführungsganges der letzteren
zu ermitteln, gelang nicht. Ausserdem werden noch die Beindrüsen
(und die Anhangsgebilde der Bauchganglien) als morphologische
Aequivalente der Schalendrüse und damit der Schleifenkanäle der
Anneliden in Anspruch genommen. Die Kenntniss der Geschlechts-
organe wird nicht besonders erweitert. Die schalenbereitende Neben-
drüse führt Span gen b er g auf eine besonders starke Ansammlung
von zweizeiligen Bein- oder Bauchdrüsen zurück, mit denen die letz-
ten Drüsenlappen gleich gebildet sind. Die Samenleiter entspringen,
wie die Eileiter am Ovarium, etwas hinter dem blinden Ende des
Hodens; der Penis wird einem umgestülpten Handschuhfinger (mit
durchbohrter Spitze ?) verglichen.
Diese letztere Angabe wird von H. Nitsche (Ueber die Ge-
schlechtsorgane von Branchipus Grubei von Dyb.; ebenda
p. 281 ff. Taf. XXH) für Br. Grubei wenigstens bestritten. Der
Ductus ejaculatorius mündet neben dem sogenannten Penis auf
einer kleinen vorstülpbaren Papille aus, während der Penis weder
einen Kanal noch eine Oeffnung trägt, und einfach als „Kralle"
bezeichnet würd. Die übrigen Angaben Nit sehe's sind untergeord-
neter Natur.
Ebenda (Ueber das Verliältniss der Arteraia salina
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 239
Miln. Edw. zur Artemia Mülilhausenii Miln. Edw. und dem
Genus Branchipus Schaff.; p. 103 ff. Taf. VI) sucht W. J.
Schmankewitsch zu beweisen, dass nicht nur A. Mühlhausenii
durch Versetzen in Wasser von geringerer Concentration in A. salina
und letztere durch umgekehrtes Verfahren in erstere in wenigen
Generationen übergehe, sondern durch weitere Verringerung des
Salzgehaltes aus A. salina Branchipus entstehe, indem das letzte
lange Segment der Artemia sich theile, und somit dieselbe Anzahl
von Hinterleibssegmenten habe wie Branchipus.
Richters beschreibt einen neuen Branchipus rtws<ra/iews2s von
den Peak Downs, 300 Meilen landeinwärts von der Ostküste Austra-
liens. Journ. d. Museum Godeffroy, XII. p. 43. Taf. III.
Cladocera.
Hellich giebt ein Verzeichniss der bis jetzt in Böhmen beob-
achteten Cladoceraarten, nebst Bemerkungen über die geographische
Verbreitung derselben in den einzelnen Theilon dieses Landes. Das-
selbe enthält 24 Gattungen mit 81 Arten, unter denen 4 neu sind:
Daphnia gibhosa, gracüis p. 217; Alona temdrostris, imUlira p. 219.
Sitzuugsber. kgl. böhm. (losellsch. d. Wissensch. in Prag.
Jahrg. 1874. p. 205 ff.
A. Hudendor ff bringt einen Beitrag zur Kenntniss der Süss-
wasser-Cladoceien Busslnnds. Bull. Soc. Imp. Nat. de Moscou.
1876. I. p. 26 ff. Während aus Dänemark allein bisher 71 Arten
bekannt geworden waren, hatten die allerdings selir spärlich ange-
stellten Forschungen in Russland nur 54 Arten nachgewiesen. Die
faunistischen Bemühungen des Verfassers blieben allerdings auf einen
wenige Quadratwerst messenden Flächeninhalt beschränkt; aber auf
diesem Gebiete gelang es ihm 50 Arten aufzufinden, von denen 22
für Russland, 7 überhaupt neu sind. Die letzteren sind: Moina
flagellata (Strassenpfützen von Belo-Omut, Gouv. Rjäsan, von M. rec-
tirostris Jur, unterschieden dadurch, dass der ganze untere Schalen-
rand mit starken Borsten besetzt ist) p. 39; Ophryoxus paradoxums
(Wyg, Gouv. Archangel) p. 43; Acroperus alonoides (Belo-Omut) p. 51 ;
Alona inornata p. 53, tuherculata p. 54, angusticaudata p. 55; Pleur-
oxus gracilis p. 57; die letzten alle von Belo-Omut.
Ueber androgyne Missbildung bei Cladoceren siehe
oben p. 216 (8).
Daphnidae. Beiträge zur Kenntniss der Organisation
und des feineren Baues der Daphniden und verwandten
Cladoceren bringt Claus in der Zeitschr. wissensch. Zoo-
logie, XXVII. p. 362 ff. Taf. XXV— XXVHI. Die Untersuchungen
sind hauptsächlich an einer sehr durchsichtigen, mit D. magna ver-
240 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
wandten Art aus der Umgebung Jerusalems, D. similis Cls. angestellt,
und führen in vielen Fällen zu einer Bestätigung der von Leydig,
Klunzinger, Müller und Weissmann gemachten Angaben, die
aber doch auch hin und wieder ergänzt und berichtigt werden. Die
eigenthümliche Felderung der Daphnidenkutikula ist Claus doch
geneigt, auf die Zellen der darunter liegenden Matrix zurückzuführen,
da man namentlich in der Kopfgegend Bilder erhält, wo zu jedem
Polygon der Kutikula eine Zelle mit einem oder zwei Kernen zuge-
hört. In der ßauchganglienkette weist Claus ein bisher übersehenes
Ganglion dicht unter den Mandibeln (bei Moiua erkannt) nach, von
welchem, wie bei den Estheriden, die Muskeln der Mandibeln und
Maxillen innerviert werden. Dem Herzen kommen ganz allgemein
zwei Spalten zu und in den meisten Fällen scheinen die Muskelzellen
eine einfache Schicht zu bilden. Die Eier individualisieren sich
nicht erst, wie Leydig angegeben hatte, im Brutraum. Die Ent-
wickelung derselben ist folgende. Der ganz junge Eierstock besteht
aus Kernen mit Kernkörperchen; die in eine Protoplasmämasse ein-
gebettet und nach Claus' Vermuthung durch Theiluug des Kernes
einer einzigen Zelle entstanden sind. Mit dem Wachsthume des
Thieres wächst das Ovarium von hinten nach vorn, bis es in der
Gegend des Herzens angekommen ist. In dem vorderen Theile tritt
nun ein Zerfall der Kerne ein, die sich zu grossen Blasen verwan-
deln, während aus dem hinteren Abschnitte Gruppen von 4 Kernen
mit zugehörigem Plasma sich zu Zellen differenziert haben und ver-
eint in den vorderen Theil einwandern. Eine, und zwar gewöhnlich
die dritte dieser Zellen, wird zur Eizelle, wogegen die anderen zu
Grunde gehen, nachdem sie mit ihrem Material die Eizelle genährt
haben; der ganze Vorgang ist schon von Müller und Weismann
für Leptodora sehr genau beschrieben.
C. Claus (die Schalendrüse der Daphnien, Zeitschr.
wissensch. Zoologie. XXV. p. 165 ff.) zeigt, dass der von Dohrn
als blasiger Anhang beschriebene Theil der Schalendrüse das blinde
Ende derselben sei und führt die verschiedenen Formen der Drüse
und ihres Ausführungsganges auf ein einheitliches Schema zurück.
Die Bedeutung dieser Drüse als Excretionsorgan ist nach Claus
zweifellos.
Polyphemidae. A. Weissmann veröffentlicht eine umfang-
reiche und durch treffliche Abbildungen erläuterte Abhandlung über
die Bildung von Wintereiern bei Leptodora hyalina. Zeitschrift
wissensch. Zoologie. XXVH. p. 51 ff. Taf. V— VH. Mit der Bil-
düng von Wintereiern steht, die Ausbildung einer zelligen Kapsel in
Verbindung, in der Weiss mann in einer früheren Arbeit vermu-
thungsweise die Bildung der Wintereier vor sich gehen Hess; die
Bedeutung dieser Kapsel ist indessen eine andere, es ist eine Nähr-
kammer für das Wintere i. Sie entsteht durch Umbildung einer
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 241
der gewöhnhchen Eikammern, und zwar ist es meist die dem Keim-
lager zunächst liegende Eikammer, die gegen Ende der guten Jahres-
zeit diese Aenderuug erfährt. Die Ovarien besitzen bei Leptodora
eine structurlose Membran, eine Cutikula, die das Produkt von frü-
heren Zellen ist, von denen noch einige Reste zerstreut sich finden.
In der Eikammer nun, die sich zu der Nährkammer ausbilden soll,
tritt bei diesen Zellenresten eine lebhafte Vermehrung und Grössen -
zunähme ein, so dass zuletzt auf einem gewissen Stadium die Innen-
wand einer solchen Nälirkamnier von einem vollständigen einschich-
tigen Eipthelialbeleg ausgekleidet ist. Die vier in einer Eikammer
vorhandenen Zellen, von denen sich bei der Entwickelung von Som-
mereiern die dritte, vom Keimstock an gerechnet, zum Ei entwickelt,
während die andern zur Ernährung des Eies dienen, gehen nun
einen Verschmelzungsprocess ein, und so ist in. einem gewissen
Stadium die erwähnte Kapsel von einer kugeligen, körnigen Plasma-
masse („Nährballen") erfüllt, die eben von der protoplasmatischen
Substanz der vier dieser Kammer angehörigen Zellen herrührt. Diese
Plasmamasse sendet armförmige Fortsätze aus, die gegen die Epi-
thelzellen der Kapsel vorwachsen, die Wand derselben einstülpen und
schliesslich in die Zelle gelangen, in deren klarem Plasma sich die
Anfangs scharf umschriebenen Ballen körnigen Inhaltes allmählich
auflösen; wahrscheinlich v;andern in dieselbe Zelle zu verschiedenen
Zeiten verschiedene Ballen ein. Mit der fortschreitenden P^ntwicke-
lung der Wintercier schrumpfen nun die Zellen der Nährkammer
um diese selbst zusammen, so dass kein Zweifel darüber besteht,
dass sie dazu dienen, dem wachsenden Ei Nährmaterial zuzuführen
und zwar keinen Dotter, sondern fertiges Plasma, das den Dotter in
einer dicken Rindenschicht umgiebt. An dieser breiten hellen
Randzone, die von Müller für eine besondere Haut gehalten war,
lassen sich die Wintereier mit Leichtigkeit von den Sommeroiern
luiterscheideu.
Ueber die doppelte Generation von L. hyalina s. oben p. 217 (9).
Ostracoda.
Prof. T. Rupert Jones und J. W. Kirby bringen Nr. XI
ihrer Notes on thc Palaeozoic bivalved Entomostroca: Some Car-
bon iferous Ostracoda from Russia. Es werden unter anderen
beschrieben: Leperditia Okeni var. ohliqua ; Primitia Eicliwcddi p.
55; Bairdia plebeia var. miinda; Cytherella Murchesiniana p. 57.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV.
Eine neue fossile Gattung und Art der Steinkohlenzeit ist
Palaeocijpris Ed wardst i. Ch. Brongniart, Bull. Soc. Ent.
Franc. 1870. p XU.
Archiv f. Natnrg. XXXXII Jahrp. % Bd. Q
242 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Copepoda.
Branchiura. Argulidae. Claus zeigt in einer ,.Ueber die
Entwickeluug, Organisation und systematische Stellung
der Arguliden".Zeitschr. wissensch. Zoologie XXV. p. 217 ff.,
Taf. XIV-XVIIl betitelten Abhandlung, dass die Ansicht älterer Forscher
hinsichtlich der systematischen Stellung der Arguliden von Thor eil,
L e y d i g und Gerstäckermit Unrecht verlassen sei, dass vielmehr die
Arguliden sowohl nach Bau wie nach Entwickelung sich au die Copepo.
den anschliessen und eine Unterordnung derselben bilden. Der
schildförmige Vorderleib der Arguliden entspricht nämlich, da er
noch das erste Beinpaar umfasst, dem Kopfbruststück der Copepoden
und hat namentlich bei den Caligiden genaue Analoga; die drei hin-
teren Beinpaare der Brust (die nach Leydig dem Abdomen ange-
hören sollten), bleiben frei und sind echte Copepodenfüsse, deren
zahlreiche Glieder an die Rankenfüsse der Cirripedien erinnern, sich
aber wie diese aus zweiästigen Ruderfüssen der Larve entwickeln.
Die Schwanzflosse entspricht dem Abdomen und die beiden an ihrem
Ausschnitt hervortretenden Borsten (von Leydig als Postabdomen
gedeutet) der Furca der Copepoden. Diese aus der Betrachtung des
erwachsenen Thieres gewonnene Anschauung wird durch die Gestalt
der Larve bestätigt, die durchaus copepodenartig ist. (Die aus dem
Ei schlüpfende Larve ist indess schon kein Nauplius mehr.) Ueber
die Organisation des erwachsenen Thieres kann ich nur ganz kurz
berichten. In den Giftstachel mündet nicht, wie Leydig glaubte,
der schleifenförmige Drüsenkanal (vielmehr entspricht dieser der
Schalendrüse der Phyllopoden und Copepoden), sondern drei Grup-
pen grosser, eng gedrängter Drüseuzellen. Das unpaare Ovarium
liegt oberhalb des Darmes und ist nach Claus ein solider (?)
Zellstrang, der die Eier in seitlichen, beerenförmigen Ausbuchtun-
gen entstehen lässt. Um das Ovarium herum bildet sich später ein
muskulöser Sack, in den die Eier nach dem Platzen der Follikel-
wand hineinfallen. (Diese Angabe bedürfte wohl der Bestätigung;
sollte nicht doch das Ovarium ein Schlauch sein? Ref.) Eine
Communikation des Oviduktes mit den Samentaschen findet nicht
Statt und die Spermatozoen müssen daher durch dieselbe Oeffnung
entleert werden, durch welche sie ins recept. seminis gelangt sind.
Da das Ei keine Mikropyle besitzt, so vermuthet Claus, dass der
unmittelbar vor der Mündung des recept. seminis gelegene Stachel
den Zweck habe, eine solche für den Moment der Befruchtung in
die Eischale einzubohren. — Claus hält A. Phoxini Leyd. für identisch
mit A. Coregoni und bemerkt, dass sowohl die Körpergrösse, als
auch das andere Nährthier keine Artverschiedenheit begründen
auf dem Gehietn der Arthropoden während der Jahre 1875 ii. 1876. 243
könne, da die erstere in beträchtlichen Grenzen schwanke und die-
selbe Art auf verschiedenen Fischen und sogar Kaulquappen vor-
komme.
Parasita. R. Kossmann hebt die UnvoUkommenheiten der
bisherigen Systeme der (schmarotzenden) Copepodeii hervor, die nicht
nur nicht die natürlichen Verwandtschaften zum Ausdruck bringen, wozu
allerdings die zur Zeit noch mangelnden Kenntnisse des Entwick-
lungsgangs dieser Thiere nöthig wäre, sondern auch dem praktischen
Bedürfnisse der Bestimmung unbekannter und Einreihnng neuer
Formen wenig genügen. Diese Bemerkungen gelten namentlich den
halbparasitischen P^amilien, die Gerst äcker z. Th. (Ergasiliden und
Ascomyzontiden) von den nicht zu definirenden Corycaeiden, z. Th.
(Notodelphyiden, Ascidicoliden, Buproriden) von den Cyclopiden ab-
geleitet hatte. Kossmann schlägt nun eine andere Eintheilung vor,
indem er in der Unterordnung der Parasitica den grössten Theil der
bisher als halbe Parasiten zusammengefassten Familien in die eine
Familie Holotmeta (mit vollzähliger Gliederung des Thorax
und Abdomens; nur das erste Segment des Thorax ver-
schmilzt häufig mit dem Kopf oder dem darauf folgenden
Segment) vereinigt mit den drei Unterfamilien: Ascomyzontidae.
Notodelphyidae, Ascidicolidae. In die erste dieser Uuterfamilien ge-
hört eine neue Gattung, Clausidium (Weibchen nicht deformirt;
alle Schwimmfusspaare, mit Ausnahme des letzten rudimentären, auf
dem inneren zweiten Ast mit Sauguäpfen besetzt; das erste Schwimm-
fusspaar zu einem kräftigen Haftapparat mit Dornen und Saugnäpfeu
entwickelt). Die Art, C. testudo, fand sich auf Callianassa subterra-
nea, die zugleich von Parthenopea subterranea bewohnt war. Verh.
phys.-medic. Gesellsch. Würzburg. Neue Folge, VII. p. 280 If.
Taf. VI.
Nach Claus (Zeitsch, wissensch. Zoologie XXV. p. 327 ff".
Taf. XXII— XXIVj ist Clausid. testudo =Hersilia apodiformis Phil. Der-
selbe unterzieht ebendort das neue System Kossmann's einer miss-
billigendeu Kritik, hebt die Wichtigkeit der Mundwerkzeuge für die
Systematik hervor und liefert neue Beiträge zur Kenntniss parasiti-
scher Copepoden (Ergasiliden, Nereidicoliden, Ascidicoliden, Sipho-
nostomen und Lamproglena).
Lernaeopodidae. Achtheres Carpenteri (Colorado auf einem
Salmoueer); A. S. Packard, Ann. Report U. S. Geol. Surv.
Terr. for 1873 (1875) p. 612.
Caligidae. F. Richters beschreibt das J' eines Caligus, das
an den Kiemen eines in der Bill gefangenen Barsches gefunden und
von ihm für das bisher unbekannte ^ dei- einzigen bekannten Süss-
wassercaligusart (C. lacustris Stp. u Ltken.) gehalten wurde. Abh.
Ver. naturw. Unterh. Hamburg. II. p. 244 fl^
244 Berlkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Licbomolgidae. Claus beschreibt das bis dahin unbekannte
Männchen von Sabellipliüus Sarsii Clap. und berichtigt einige Irr-
thümer Claparede's; Zeitschr. wissensch. Zoologie. XXYI. p.
161 ff. Taf. X. Die unteren Antennen sind viergliedrig; das von
Claparede in Abrede gestellte Auge ist vorhanden und mit seinen
drei Abschnitten ganz nach dem Typus der Lichomolgiden oder von
Ergasihis gebaut. Die Mundwerkzeuge hat Claparede ganz verkannt.
Die Oberlippe besitzt zwei gezähnte Lappen; die Mandibeln sind sti-
letförmig, Maxillen mit zwei kleinen Zähnchen, beide waren von
Claparede übersehen worden; auf diese Theile folgen zwei Paare von
Beikiefern, von denen das zweite im männlichen Geschlechte zu
einem Greiffusspaar umgebildet ist. Das Männchen ist etwas kleiner
(0,9 mm) als das Weibchen (1,2 mm). Die beiden Samenschläuche
sind an kurzen Stielen einem langen gemeinsamen Ausführungsgange
angefügt und werden so an den vorderen Abschnitt des weiblichen Geni-
talsegmentes angeheftet; die Art und Weise, wie diese beiden Samen-
schläuche sich dem gemeinsamen Ausführungsgange anheften, läest
Claus unklar.
Briarella (n. g. ; cephalothorax distiuctus; duo antennarum
paria; anteriores sat elongatae, posteriores paullo breviores, prensoriae;
abdomen utroque latere in brachia productum ; cauda brevis, appen-
dicibus brevissimis setigeris. $, J ignotus) microcepliala (Rothes
Meer, in der Harnblase von Cerastoma trilobatum Gray); R. Bergh,
Semper's Reisen im Archipel der Philippinen, II. Malacol.
Unters, p, 408. P. XLIX. 11-15.
Nätantia. P. P. C. Hoek giebt nach kurzem Sammeln ein
(vorläufiges) Verzeichniss der freilebenden Süsswasser-Cope-
poden der Niederländischen Fauna, Tijdschr. Nederl.
Dierk. Vereenig. III. p. 1 ff. Es werden kurz die Kennzeichen
der bekannten (6 Cyclops-, 1 Canthocamptus) Arten und ausführ-
licher die von 2 neuen Arten gegebep. (Cyclops Leeuioenhoekii ;
Temora Clausii', siehe unten).
Nye Slaegter og Arter af Saltvands-Copepoder.
Af Axel Boeck. Forhandl. i. Vidensk.-Selskabet i Christi a-
nia. Aar. 1872 (1873) p. 35—60. Enthält die Beschreibung meh-
rerer neuer Gattungen und Arten.
Galanidae. Durch Untersuchung des Mageninhaltes von Alausa vulg
fand M. Weber, dass die Nahrung dieses Fisches hauptsächlich in
Temora velox Lillj. besteht, die somit der Nordseefauna beizuzählen ist.
Die Spermatophoren dieses Copepoden besitzen am Halsende ein eigen-
thümlich gebildetes kappenförmiges Organ, das von anderen Sper-
matophoren noch nicht bekannt war. Dieses Archiv, XXXXII.
1. p. 169 ff. Taf. VII.
Hoek beschreibt eine Temora des süssen Wassers (T. Clausii
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 245
aus Graben in Leyden), die mit keiner der 4 Arten (T. Finnmarchica, ar-
mata, velox, inermis) übereinstimmt, wohl aber die Gattungscharak-
tere von Temora unzweifelhaft hat. Obwohl fast alle der sehr zahl-
reichen Weibchen mit Spermatophoren behangen waren, so wurden
doch nur wenige Männchen gefunden.
Boeck a. a. 0. p. 37 ändert den Gattungsnamen Clausia
Boeck, da derselbe ein Jahr früher von Claparede auf einen an-
deren Copepoden angewandt wurde in Pseudocalanus um und be-
schreibt die neue Art P. armatics.
Derselbe beschreibt ferner die neuen Arten: C&nd^cc elongata,
armata; Euchaeta armata p. 39, norvegica; Heterochaeta nor-
vegica p. 40.
CcutropagGS brevicaudatus (See bei den Kcrguelen); G. St.
Brady, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 162.
Euchaeta carinata, Möbius; (Linderuaes bei Skagen, und im
Atl. Ocean von 39® m. Br. bis Gröuland, Japan. Meer). Diese Art
zeichnet sich durch beträchtliche Körpergrösse ($ 7 — 10 mm, (^
kleiner) und einen Kiel mitten auf der Unterseite des Vorderkörpers
aus. Moebius a. a. 0. p. 271. Taf. VIT und VIIT.
Harpacticidae. Camptomjx (n. g., Name schon von Heller an
eine Crust. Gattung vorgeben ; Corpus cyliudraceum, trunco et
cauda non bcnc disjunctis, antennae superiores circ. octoarticnlatae
et valde setosae, inferiores appcndice biarticulata; palpus mandibulae
biarticulatus, ramo accessorio uno; pes maxillaris subchcliformis,
ungue gracili et debili; pcdes Imi — 4ti parium solummodo natatorii,
omncs ramo exteriorc triarticulato, et duo priora paria ramo infe-
riore biarticulato, eodemque parium ambo postcriorum triarticulato;
pedes 5ti paris valde rudimentarii, tanturamodo tuberculo in acu-
leum producto confecti) Parentii (Mosselbai, Spitzbergen); Lillje-
borg, Oefvers. Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. 1875. Nr.
4. p. 12.
In dieser Familie beschreibt Boeck a. a. 0. folgende neue Arten:
aus der Unterfamilie Longipedina: Ectinosoma Sarsii, curticornis
p. 45; Zosime n. g. typica p. 46; Bradya n. g. typica p. 47; aus
der Unterfamilie Harpactinae: Amymone rubra p. 48; Stenhelia
longicaudata\ Anceira parva p. 49; Mcsochra minuta; Laophonte
(Philippi = Clota Claus) clongata p. 50, Korcni, nordlandica, affinis
p. 51, minuta; Clctodes (Brady, = Lilljeborgia Claus, an eine Am-
phipodengattuug vergeben) laticauda p. 52, BuchhoUii p. 53; En-
hydrosoma (n. g.) oirticaiida, longicaiidata p. 54; Danielssenia
(n. g.) typica p. 55; Dactylopus longipes, (ü)yssi p. 56; Diosaccus
(n. g.) abyssi p. 57.
Cyclopidae. Hoek stellt a. a. 0. p. 19 auf Cyclops Lceu-
tvenhoekii (Niederlande), zur Gruppe c von Claus gehörig, die
246 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
farca ähnlich der von C. Lcuckarti Cla., das rudimentäre Fusspaar
mehr mit C. bicuspidatus Cls. übereinstimmend. Dadurch wird
Hock veranlasst, sich die Entstehung der drei in den Niederlanden
beobachteten Arten dieser Gruppe auf folgende Weise zu denken:
Die ursprüngliche Form besass die furca von C. Leuckarti und das
rudimentäre Fusspaar von 0, brevicaudatus. Indem nun bei einigen
Nachkommen die kürzere der beiden am Endglied des rudimentären
Fusspaares befindlichen Borsten verschwand, entstand C. Leuckarti;
nahm die furca an Länge zu, so entstand C. brevicaudatus; wurden
die Borsten des rudimentären Fusspaares länger, so entstand C.Lecu-
wenhoekii, und ging dieses mit einem Längerwerden der furca ge-
paart vor sich, so entstand C. bicuspidatus.
Boeck beschreibt a. a. 0. die neuen Arten Cyclopina lotigi-
cornis p. 41; Hemicyclops (n. g.) purpiireus p. 42; Cyclops chri-
stianiensis p. A'6.
Cirripedia.
P. P. C. Hoek bringt einen ersten Beitrag zur
Kenntniss der Cirripedien det Niederländischen
Fauna; Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereenig. II. p. 16
ff. Nach einem Ueberblick über die Literatur sind die 6
an der Niederländischen Küste beobachteten Arten (Baia-
nus improvisus, crenatus, balanoides, Hameri; Verruca
Stroemii; Lepas anatifera) aufgezählt und beschrieben.
Beigefügt ist ein System der europäischen Cirripedien mit
Charakteristik der Familien und Gattungen und Aufführung
der Arten, p. 53 ff. (Aus einer Nachschrift Hoek's geht
hervor, dass Maitland in einem (mir nicht zugänglichen)
Verzeichniss von Niederländischen Schalthieren unter Nr.
185, 186, 188, 192 noch 4 Arten als holländisch aufführt,
die entweder Varietäten einer der obigen 6 Arten oder
durch Schiffe gelegentlich in die holländischen Häfen ge-
brachte ausländische Arten sind).
Thoracica. Gerstäcker gelangte nach Untersuchung
mehrerer Exemplare des auf Puffinus gefundenen und von
Targioni als Ornitholepas australis benannten Ranken-
füsslers zu der Einsieht, dass hier eine im Cypris-stadium
befindliche Larve vorliege, deren Zugehörigkeit zu einer be-
stimmten Familie nicht einmal mit Sicherheit zu erkennen
sei; noch weniger sei daher die Aufstellung einer neuen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 247
Gattung (Ornitholepas Targ., die der Autor allerdings in
dem Gedanken, ein geschlechtsreifes Thier vor sich zu
haben, aufgestellt hatte) zu rechtfertigen. In der Anhef-
tung dieser Larve an einen Vogel sieht Gerstäcker
demnach auch ein weiteres Beispiel einer zufälligen Ver-
irrung, wie solche von anderen (namentlich schmarotzenden)
Thieren (Meloe, Taenia) schon in grosser Zahl bekannt sind.
Sitzber. Gesellsch. Naturf. Freunde Berlin. 1875.
p. 113—115.
In einer Mittheilung an die Royal Society („On the De-
velopment of Lepas fasciciilaris and the »Archizoea« of
Cirripedia") giebt Willemoes-Suhm interessante Aufschlüsse
über die Entwickelung der Lepadidcn, speziell von L. fasciciilaris.
Beim Verlassen des Eies ist der junge Nauplius 0,35 mm laug und
hat die Gestalt, die Burmeister und Darwin beschreiben. Er
macht 5 Häutungen durch, nach deren beiden ersten er einen
grossen Rückenstachel erhält und die Form annimmt, die Dohrn
als Archizoea beschrieben hat. (Archizoea gigaa Dohrn ist ein Nau-
plius in diesem Stadium, der wahrscheinlich L. australis angehört.)
Bei dem frisch dem Ei entschlüpften Nauplius ist der Schwanz und
Schwanzstachel gleich einem Fernrohr eingezogen und dehnen sich
erst nach der ersten Häutung aus. Nach der zweiten Häutung treten
auch schon die Drüsen auf, die bei der Cyprisform als Cement-
Drüsen bekannt sind. Mit den folgenden Häutungen wächst die
Zahl der Dorne am Schwanz (4 in dem 4ten und 6 in dem letzten
Stadium) und die Körpergrösse, die im letzten Stadium bis zu 12
mm reicht. In diesem Stadium bildet sich unter dem Nauplius-
panzer die Cyprisform aus: die muschelähnlichen Hautduplikaturen,
weitere Segmentanhänge und neben dem einfachen Stirnauge die
zusammengesetzten Seitenaugen der Cyprisform werden sichtbar,
in die nun mit der folgenden Häutung der Nauplius eintritt. Die
Cyprisform von L. fascicularis ist schon von Claus genau be-
schrieben und die Homologie ihrer Segmentanhänge mit denen der
Copepodcn nachgewiesen. Sie hat eine Länge von 13 mm und setzt
sich nach einem kurzen pelagischen Leben auf abgestorbene Stöcke
von Velella.) seltener auf alte Lepas fascicularis fest. Dann beginnen
sich die Cirren unter den alten Schwimmfüssen zu bilden, der Kopf
wächst, die Augen schwinden, und unter der Cyprisschale werden
die Schalen der jungen Lepas sichtbar; die erstere mit den Schwimm-
füssen wird abgestossen, die Cirren entwickeln eine grössere Zahl
von Gliedern, die Schalen verlieren ihre Durchsichtigkeit, und die
junge Lepas ist fertig. (Nach einem Abdruck in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 158 ff)
248 Bertkau: Boricht über die wissenschaftlichen Leistungen
Abdominalia. Zu den beiden bekannten Gattungen Crypto-
phialus und Alcippe lehrt Dr. F. C. Noll eine dritte Gattung,
Kochlorine (richtiger wohl Cochlorrhinc) kennen, die in Schalen
von Haliotis bohrt und bei Cadiz in solchen nicht selten gefunden
wurde. Das 3 mm lange Thier steckt hinten etwas gekrümmt in
seinem Mantel, der mit einer äusseren lockeren Lage von Quermus-
keln und einer inneren, dichteren Lage von Längsmuskcln versehen
ist und sich an der Kopfgegend in einem kurzen Spalt öffnet, aus
welchem die Rankenfüsse vorgestreckt werden können. Der Mantel
ist mit sternförmigen Chitinfortsätzen verschiedener Gestalt besetzt,
die den Zweck zu haben scheinen, die Haliotisschale anzubohren;
je ein grösserer Feilapparat steht auf dem ICude zweier zitzenartiger
Höcker am hinteren Ende des Mautelschlitzes; hinter diesem Höcker-
paar befindet sich noch ein grösserer, unpaarer Höcker, der einen
sichelförmigen Haken trägt; der letztere wird vermuthlich zur Be-
seitigung der Cellepora-Rasen verwandt, die ebenfalls die Haliotis
überziehen. Von Mundtheüen Hessen sich eine Oberlippe (keine
Oberkiefer), 2 Paar Unterkiefer, eine Unterlippe und ein Paar
Maxillarfüsse erkennen. Der Leib zeigt eine undeutliche Gliederung
in (5 oder 6) Abschnitte. Das Körperende trägt 3 Paar Ranken-
füsse und ein Paar Postabdominalanhänge. Von inneren Organen
Hess sich wenig mit Sicherheit erkennen: der Nahrungsschlauch
und das im Nacken gelegene Ovariuro, sowie ein Bruchstück des
Nervensystems, bestehend in 2 neben (oder über und unter?) dem
Schlünde gelegenen Ganglien (nach Noll wahrscheinlich zu dem
sympathischen System gehörig; wohl richtiger Ober- und Unter-
schlundganglion), von denen das eine einen (Gehörkapselähnlichen)
Anhang trägt. Alle Exemplare waren weiblichen Geschlechtes; an
ihrem Körper, unter dem Mantel sassen zwerghafte Thierchcn, wahr-
scheinlich Jugeudstadien ; die Art nennt Noll K. hamata. Zeitschr.
wissensch. Zoologie. XXV. p. 114 ff. Taf. VI.
Rhizocephala. In einer Zuschrift an den Herausgeber der
Ann. ^. Mag. Nat. Hist. (4. ser. XV. p. 83} vertheidigt sich
Semper gegen den von Giard gemachten Vorwurf hinsichtlich der
Larven eines Peltogaster, der von K ossman n als Tho7npso7iia globosa
beschrieben ist. Semper hält daran fest, dass die Larven dieses
Krebses die Eier in der Cypris-form verlassen und weist darauf hin,
dass wir zu der Annahme, dass alle Rhizocephalen die Eier in der
Naupliusform verlassen müssten, nicht berechtigt seien, da betreffende
Beobachtungen noch nicht überall vorliegen und eine , .^abgekürzte"
Entwickelung nicht unmöglich sei; obige Art von den Pelews würde
dazu ein Beispiel liefern.
auf dem Gebiete der Arthropoden wälirend der Jahre 1875 u. 1876. 249
Myriapoda.
Anton Stuxberg lehrt zu den 10 aus Sibirien be-
kannten Myriapoden 17 weitere Arten kennen, die mit
Ausnahme von Polyzonium germanicum l^rdt. und Geophi-
lus pilosus Meinert neu sind. Oefversigt Kon gl. Ve-
tensk. Akad. Förhandl. 187(3. Nro. 2. p. 11 ff. Taf. II.
(Myriapoder frän Sibirien och Waigatsch önsam-
lade under Nordenskiölds expeditionen 1875) und
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XVII. p. 306 ff. (On the
Myriapoda from Siberia and Waigatsch Island
collected during the Expedition of Prof. Nor-
denskiöld 1875.)^
F. V. Rosicky theilt die Namen der ))is Jetzt in
Böhmen beobachteten Myriapoden mit (25 A.)- Sitzungsber.
kgl. böhmisch. Gesellsch. d. Wissensch. in Prag. Jahrg.
1874. p. 125 ff
Latzel verzeichnet 21 von ihm in Kärnten beob-
achtete Myriapoden, von denen Lithobius grossipes, pun-
ctulatus; Glomeris multistriatus und KUigii besonders bemer-
kenswerth sind. Jahrb. uaturh. Landesmus. Kärnten.
XII. p. 96 ff
Intorno alla Fauna del Trentino per G. Canestrini
(Atti d. Soc. Veneto-Trentina d. sc. nat. in Padova. Ott.
1875) enthält auf p. 25 ff. ein Verzeichniss der bekannten
Arachniden (243 Araneen, 15 Opilioniden, 6 Chernetiden)
und p. 34 ff. ein solches der Myriapoden (14 Chilopoden,
16 Chilognathen) der genannten Gegend.
F. Fanzago vermehrt die in Italien beobachteten
Myriapoden um 9 Arten; 2 Arten und 1 Gattung sind neu.
Ann. d. Soc. d. Natural isti in Modena. Anno X^
p. 60 ff
F. Fanzago zählt (31) Myriapoden aus Calabrien
auf (14 Chilopoden, 1 neu, 17 Chilognathen, 2 neu). Atti
d. Soc. Veneto-Trentina d. sc. nat. in Padova. Ott. 1875.
p. 44 ff.
250 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ebenda p. 125 ff. lehrt G. Ferdizzi 9 weitere ita-
lienische Arten kennen, von denen 3 neu sind.
J. J. Le Roy zählt mehrere ihm aus der Literatur
bekannt gewordene Fälle auf, wo Myriapoden sich längere
Zeit in der Nasen- und Stirnhöhle des Menschen aufgehalten
und Kopfschmerzen, Uebelkeit etc. verursacht haben. Die-
sem Verzeichniss fügt er eine von ihm gemachte Beobachtung
hinzu, nach der ein 17 jähriger Knabe, der seit einem Jahre
an Kopfschmerzen litt, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen
2 „ungeschundene" Exemplare von Arthronomalus similis
Newp. durch den Mund von sich gab. Tijdschr. Nederl.
Dierk. Vereenig. III. p. 119 ff. Da dieser Myriapode
sich im Winter häufig (in Gameren, Bommelerward) in
Bettzeug, namentlich den Decken findet, so erklärt sich
auf diese Weise vielleicht eine Infektion.
E. Metschnikoff bringt Embryologisches über
Geophilus. Zeitschr. wissensch. Zoologie. XXV.
p. 313 ff. Taf. XX, XXL Die Eier einer nicht näher be-
stimmten Geophilus-ärt hatten schon einen Theil der
Furchung, die eine totale ist, hinter sich. Um die poly-
gonalen Dotterzellen bildet sich die zweischichtige Keim-
haut, die sehr bald einen Zerfall in eine grosse Anzahl
von Metameren erkennen lässt; ausser den Antennen sind
aber noch keine anderen Anhänge mit Deutlichkeit ange-
legt, obwohl der After schon sichtbar ist. Mit dem weiteren
Längenwachsthum des stark gekrümmten Embryo tritt zu-
gleich eine Lageänderung (durch einen mir nicht klar ge-
wordenen Vorgang) ein, die dazu führt, dass er theil weise
in den Dotter hineinwächst. Gleichzeitig tritt eine Faltung
des Keimstreifens auf der Bauchseite ein und wird der
Dotter von demselben theilweise umwachsen. Während aus
dem ersten (d. h. wohl inneren) Keimblatt die Anlage des
Nervensystems hervorgeht, führt das zweite Keimblatt in
jedem Segment zur Bildung „ur wirbelartiger Körper'^, die
mit ihrem verjüngten Ende in die Anlage eines jeden
Beines eintreten. Ferner leiten sich vom zweiten Keim-
blatt zwei lang gestreckte Fettkörper ab. Aus der weiteren
Entwickelung ist noch hervorzuheben, dass sich die ur-
wirbelähnlichen Körper jederscits mehr nähern, mit ein-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 251
ander und mit den vorhergehenden und folgenden ver-
schmelzen und das Herz bilden, während die verjüngten
Fortsätze sich zu Flügelmuskeln entwickeln.
Ueber das Trachensystem von Peripatus s. oben p. 214 (6).
Ghilopoda.
Lithobiidae. Genera et Sx)ccies Litholjioidarum disposuit An-
tonius Stuxbcrgr. Oefvcrs. Kongl. Vctensk. Ak. Förh. 1875. Nr. 3.
p. 5 ff. In der Gattung Lithobius unterscheidet Stuxberg 6 Un-
tergattungen: Eulithobius (scuta dorsualia 6, 7, 9, 11, 13 angulis
posticis productis. Fori coxales in pedum paribus 12, 13, 14, 15),
Ncolithobius (Scuta dorsualia 7, 0, 11, 13 angulis posticis productis.
Fori coxales in pedum paribus 12, 13, 1-1, 15), Lithobius s, str.
(Scuta dorsualia 9, 11, 13 angulis posticis productis; pori coxales
in pedum paribus 12, 13, 14, 15), Fseudolithobius (Scuta dorsualia
9, 11, 13 angulis posticis productis; pori coxales in ijcdum paribus
11 — 15), Hemilithobius (Scuta dorsualia 11, 13 angulis posticis pro-
ductis; pori coxales in pedum paribus 12, 13, 14, 15), Archilitho-
bius (Scuta dorsualia omnia angulis posticis rotundatis vel subrcctis;
pori coxales in pedum paribus 12, 13, 14, 15). Diese C Untergat-
tungen enthalten 94 bekannte Arten, Henicops 3, Lamyctes 2, wozu
noch 15 Arten incertac sedis kommen , so dass aus dieser Familie
114 Arten bekannt sind, deren geographische Verthcilung auf 2 Ta-
feln veranschaulicht wird.
Derselbe giebt ebenda p. 23 ff. ein Vcrzeichniss der (24) aus
Nordamerika bekannten Lithobioiden.
Nya Nor damer ikanska Lithobier, beskrifne af An-
ton Stuxberg. Oefversigt af Kong. Vetensk. Akad. Förh.
1875, Nr. 2. p. 65 ff. u. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4.) XV. p.
188 ff. Stuxberg beschreibt folgende Arten: L. monticola (Sierra
Nevada), piisio (San Francisco), paradoxus (San Pedro, Cal.) obesus
(Sauzelito bei San Fraucisco), Kochii (ibid.), megaloporus (San Fran-
cisco), eucnemis (Mount Lebanon), Saussurei (Orizaba, Mex.).
Derselbe meldet ebenda p. 73 den Fund von L. borealis
Mein, in Schweden.
Derselbe beschreibt Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4.) XVII
folgende neue Arten aus Sibirien: L. Ostjacorum p. 308, princeps
(Jenissei) p. 309, scrobkulatus, sulcipes p. 310, Nordenskiöldii,
formicanim p. 311, fugax p. 313, vagabundus captiviis p. 314.
L. verrucosus (Moldau), algerianus (Algier); Seliwanoff, Horae
Soc. Ent. Russicae. XII. p. 70 ft\ Taf. I.
Lithobius Fanzagoi (Trentino); Ferdizzi a. a. 0. p. 141.
252 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
A. G. Butler stellt die neue Gattung Eurylithobius auf
(Lithobio affinis, multo latior, segmeutis 20, antennarum articulis
17 ... ; oculis utrobique 4, pcdum paribus 21, latis, brcviusculis)
und beschreibt E. Slateri, Rhombocephalus smaragdinus ; Mecisto-
cephalus GulUveri von Rodriguez. Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVII. p. 446.
Geophilidae. Arthrono malus similis in der Nasenhöhle
des Menschen s. oben p. 250 (42).
Geophilus Cavannae (Calabricn); Fanzago, Att. Soc. Vcnet.-
Trent. in Padova. Ott. 1875. p. 51,
Geophilus Sibiriens (Krasnojarsk) Stuxbcrg, Ann a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 315. und Oefv. Kgl. Vetensk. Ak.
Förh. 1876. Nr. 2. p. 31.
Chilognatha.
Sui Chilognathi Italiani Studio di Filippo Fanzago.
Atti d. Soc, Veiieto-Trentina d. Sc. Nat. in Padova. Vol.
III. p. 233 ff. Tav. XI e XII. Ist eine Synopsis der Italie-
nisclien Arten, die durchweg gut und scharf charakterisirt sind.
Von den 65 Arten enthält die Familie der Polyxenidae 1, Glo-
meridae 13, Polydesmidae 14, Julidae 37. Die Tafeln ent-
halten die Abbildungen der für die Artbestimmung wich-
tigen Fühler und letzten Körperglieder.
Glomeridae. A. G. Butler giebt eine Revision der Gattungen
Zephronia und Sphaerotherium und beschreibt die neuen Arten
Siyhaerothorium glahr um Madagascar), stigmaticwn (Madagascar) und
Zephronia BanTcsiana (?); Sphaerotherium punctatum ändert er in
S. Kochii um, und giebt ausser den Abbildungen der neuen Arten
auch solche von weniger bekannten. Prpc. Zool. Soc. London. 1873.
p. 172 ff.
Derselbe beschreibt die neuen Arten: Zephronia laevissima,
excavata p. 185; Sphaerotherium politmn, maculatuni p. 186, alle
von Sikkim; Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV.
Sphaerotherium ncbidosum (Mongolei); A. G. Butler, Trans.
Ent. Soc. London. 1875. p. 165.
Gl. himaculata (Oberitalien); Ferdizzi a. a. 0. p. 130.
Polyxenidae. J. Wood-Mason erwähnt (aber beschreibt
nicht) eine neue Folyxenusart aus Bengalen, die sich von P. lagurus
wesentlich dadurch unterscheidet, dass sie an ihrem Körperende nur
einen Büschel Silberhaare trägt. Proc. As. Soc. Bengal. Aug.
1876. (Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIH. p. 511.)
Polydesmidae. Platyrhacus terreus] Craspedosoma nemasomoi-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875. u. 1876. 253
des (Calahrieu); Fanzago, Atti d. See. Veneto - Trentina d.
Sc. Natur, in Padova. Ottobr. 1.S75. p. 151.
Polydesmus hituherculatus (Neapel) p. 65; Atraetosoma{u. g.,
Bindeglied zwischen Craspcdosoma und Polydesmus) meridionalis p.
71; Fauzago a. a. 0.
Polydesmus parvulus (Calabrion); Fanzago, Atti d. Soc.
Veneto-Trentina di Sc. Nat. in Padova. Ottob. 1875. p. 59,
Polydesmus elavatipes (zwischen Atschinsk und Mariusk) p. 34,
tahescens (Jenisseisk); Craspcdosoma cylindricum (zw. Atschinsk
und Marinsk) p. 35, deplanatum (ibidem); A. Stuxberg. Myria-
poder frän Sibirien etc. u. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4.) XVII.
p. 316 f.
Strongylosoma erucaria (Rodriguez); A. G. Butter, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 444.
Piestodesmus palUdus (Calabrien); Fanzago, Atti d. Soc.
Veneto-Trentina d. Sc. Natur, in Padova. Ottobr. 1875. p. 64.
Julidae. Cambala nodidosa; Spirostreptus avernus, sorornus,
Gulliveri, simulans', Spirobolus Ilecate neue Arten von Rodriguez;
A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Mist. (4. scr.) XVII. p. 444 ff.
Julus ^ro/'M^?<s (Tomsk, Kainsk; Sib.); Stuxberg, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 816.
Julus margaritatus, quadripunetatus, Stuxhergii (Calabrien);
Fanzago, Atti d. Soc. Veneto-Trentina d. So. Natur, in
Padova. Ottobr. 1875. p. 140 f.
J. culuhrinns (Oberitalien); Ferdizzi a. a. 0. p. 133.
Araclmoi'dea.
Beiträge zur Kenntuiss der Arachniden Nordafrikas
bringt Dr. Carl Koch in dem Bericht über die Scnckenber-
gische naturforschende Gesellschaft. 1872—1873. p. 104 ff.
Es werden hier die von v. F ritsch und Rein gesammelten Arach-
niden aufgezählt (Scorpioniden 3, Pseudoscorpioniden 1, Opilioui-
den 1, Araneiden 24 Arten).
G. Canestrini giebt ein Verzeichniss der aus Cala-
brien bekannten Opilioniden und Chernetiden. Atti
d. Soc. Veneto-Trentina d. sc. nat. in Padova. Ott. 1875.
Derselbe theiltOsservazioni Aracnologiche nebst
der Beschreibung und tbeilweisen Abbildung (7) neuer Arten
mit (Araneiden 3, Opilioniden 1, Chernetiden 3). Atti d.
Soc. Veneto-Trentina d Sc. Nat. in Padova. Vol. III.
2. p. 206.
L. Koch liefert ein Verzeichniss der in Tirol
bis jetzt beobacbteteu Arachniden nebst Beschrei-
254 Bertkau: Bericht über äie wissenschaftlichen Leistungen
bungen einiger neuen oder weniger bekannten
Arten. Zeitsebr. des Ferdinandeums. 3. Folge. 20. Heft,
p. 221 ff. Diesem Verzeiebuisse, das sieb zwar auf alle
in Tirol beobaebteten Ordnungen erstreckt, aber docb nur
für die Pbalaugideu, Araneiden, Scorpionideu und Pseudo-
scorpioniden einigermaassen ein Bild der betreffenden Fauna
liefern wird, sind die Angaben derjenigen Stellen voran-
gesebickt, an denen gesammelt wurde, ferner eine Ueber-
siebt der Araneiden nacb ibrem Vorkommen in Nord-, Stid-
tirol und in der alpinen Region (5500'). Im Ganzen sind
494 Arten bekannt gemacbt, wozu nocb etwa 50 Araneiden
aus den Gattungen Linypbia und Erigone kommen, die
nocb nicbt bestimmt waren. Diese 500 Arten vertbeilen
sieb folgendermassen auf die einzelnen Ordnungen: Aca-
rina 3, Pbalangida 44, Araneae 430, Cbernetidae 14,
Scorpionidae 3.
Gottlands ocb Ölands spindlar ocb vattenqvalster. Af
0. F. Neumann. Ofvers Kongl. Vetensk.-Akad. Förbandl.
1875. Nr. 2. p. 91. Verzeicbnet werden 108 Spinnen, 29
Milben, unter letzteren neue Arten.
Von der Expedition nacb den Kerguelen zur Beob-
acbtung des Vorttberganges der Venus sind 5 Aracbniden
mitgebracbt worden und von Cambridge in den Proc.
Zool. Soc. Lond. 1876. p. 258 ff. beschrieben. 3 geboren
den Acariden, 1 den Araneiden an, und auf eine gründet
Cambridge die neue Ordnung der Poecliophysidea für
eine Aracbnide, von der er meint, dass sie eine Zusammen-
setzung von Spinnen, Solpugiden, Cbernetiden und Milben
sei. Nacb der Bescbreibuug und Abbildung kann icb in-
dessen nicbts anderes darin erblicken als eine Milbe mit
scbeerenförmigen Mandibeln, wodurch sie allerdings
in dieser Beziehung den Cbernetiden oder Solifugen ähnelt,
aber ebenso auch den Opilioniden und darunter namentlich
den Cyphophthalmiden. Der Charakter dieser Ordnung ist:
Körper nicbt segmentiert, hinter dem zweiten (und vor dem
ersten Beinpaar) eine Querfurche; Palpen fadenförmig, mit
einfacher Klaue. Mandibeln 2 fingerig (d. h. Scheerenman-
dibeln); 2 Augen. Die Art, Foecilophysis (n. g.) Ker-
guelensis Taf. XIX, Fig. 4, bildet wohl bis jetzt eine be-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876, 255
sondere Familie; im Uebrigen aber glaube ich, dass sich
die von Cambridge selbst geäusserte Ansicht bestätigen
wird, dass sie künftighin, bei genauerer Kenntuiss der
Acariden, eine Unterordnung dieser grossen und vielgestal-
tigen Ordnung bilden wird, da ja durch Brady schon
marine Milben (Gamasus marinus; Rhaphignathus falcatus)
mit Scheerenmandibeln bekannt geworden sind.
Derselbe. List of Araneidea and Phalangidea col-
lected from Octob. 1871 to Oct. 1874 in Berwickshire and
Northumberland by Mr. James Hardy. Proc. of the Ber-
wikshire Naturalists' Field Club. VIT. pp. 307—323. Zählt
160 Spinnen in 42 Gattungen und 2 Phalangiden auf. G
Spinnen sind neu für Grossbritannien, darunter 3 neue Arten.
M. Megnin sucht aus der Bildung der Mundtheile
der Gamasiden (speciell der Gattung Uropoda) zu bewei-
sen, dass diese Familie einen Uebergang von den Arach-
niden zu den Insekten bilde. Comptes Rendus. 6. Dec.
1875. p. 1135. (Abgedruckt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVII. p. 102.)
H a r g e r beschreibt den merkwürdigen Rest einer
Arachnide, die aus den Eisensteinkoucretionen des unteren
Theiles der Kohlenschichten stammt. Sie lässt an dem fast
Geckigen Cephalothorax die Mandibeln, den einen Palpus
und die ersten Glieder von vier Beinpaaren sehen. Der
Palpus scheint scheerenförmig geendet zu haben und die
Zahl der Augen 2 gewesen zu sein. Der Hinterleib zeigt
eine deutliche Segmentierung in 7 Segmente, ohne Schwanz
oder Spinnwarzen. Die systematische Stellung dieser Arach-
nide, Ärthrolycosa antiqiia, auf die die Familie der
Arthrolycosidae gegründet wird, lässt H arg er im Unkla-
ren; vielleicht wäre ein Vergleich mit den Solpugiden eben
so sehr am Platz gewesen, wie ein solcher mit den Pha-
langiden, Pseudoscorpioniden und Thelyphoniden. Amer.
Journ. of Science and Arts. New Haven. Nr. 37—42. p. 219 fif.
Ueber den Werth und die Bereitung des Chi-
tinskeletes der Arachnideu für mikroskopische
Studien. VomGeh.-Rath Prof. Dr. Lebert. Sitzungsber.
der Mathem.-Naturw. Klasse d. Kaiserl. Akad. der
Wissens eh. Wien. LXIX. I. Abth. p. G05 ff. Arachuiden
256 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
mit derber Körperhaiit können zu mikroskopischem Studium
in toto oder in einzelnen Thcilen erst durch Kalkextraction
geschickt gemacht werden, die durch Aufenthalt in ein-
procentiger Salzsäueremischung während eines oder zweier
Tage bewerkstelligt wird. Die wichtigste Operation ist
das Ausziehen der Fett- und Eiweisskörper, das durch Ein-
legen der Objecte in 15procentige Kalilauge erreicht wird.
Die Zeitdauer der Einwirkung des Kali richtet sich nach
der Grösse und Individualität des Thieres und kann bis
auf mehrere Wochen, ja Monate ausgedehnt werden müssen.
So präparierte Skelete lassen sich dann in Glycerin zu
beliebigem Gebrauche aufbewahren. Auf drei Tafeln sind
einige der auf diese Weise hergestellten Präparate abge-
bildet. Auf ganze Thiere, namentlich von bedeutenderer
Grösse, lässt sich diese Methode wohl nicht mit Erfolg an-
wenden, wie auch die Fig. 1 (Philoica domestica) zeigt.
Ist auch vollkommene Durchsichtigkeit erreicht, so lässt
sich die Ausbreitung gewölbter Oberflächen in einer Ebene
ohne Risse oder Falten nicht ermöglichen. Günstigere Re-
sultate lassen sich wohl bei kleineren Körpertheilen er-
zielen. Von Bedeutung ist noch die Auffassung, die Leber t
über den „Spiralmuskel" im Palpus der männlichen Spin-
nen hat; derselbe ist nach ihm kein Muskel, sondern ein
elastisches Band. Siehe übrigens des Refer. „Generations-
apparat der Araneen^'.
H. Ludwig studierte die Blastodermbildung bei
den Spinnen, an Eiern von Philodromus limbatus Koch
(dispar Walck). Zeitschr. wiss. Zoologie. XXYL p. 470 ff.
Die Haut des Eies ist gebildet von zwei Schichten, einem
Product der Eizelle (Dotterhaut) und einem Product der
Epithelzellen der Eileiter. Diese äussere Schicht enthält
Kügelchen, die in den Grenzlinien polygonaler Felder höher
liegen als im Felde selbst und dadurch eine Reliefbildung
veranlassen, die Balbiani als eine Felderung des Dotters
angesehen hatte. Im Dotter des gelegten Eies ist das Keim-
bläschen geschwunden; derselbe besteht aus einem feinkör-
nigen Protoplasma und Kugeln einer eiweissartigen Sub-
stanz (Deutoplasma). Diese Kugeln beginnen mit einander
zu verschmelzen und stellen dann Säulen dar, die von dem
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876, 257
Eimittelpunkt ausstrahlen. Der Eimittelpunkt selbst wird
eingenommen von einer dunkelen körnigen Substanz. Die
ganze Deutoplasmamasse zerfällt nun in 2 Hälften, deren
jede fast eine Halbkugel darstellt, in der Mitte jeder der-
selben, sowie zwischen beiden, liegt wieder die dunkele
körnige Masse. Diese Hälften theilen sich wieder, und so
fort, bis zuletzt sämmtliches Deutoplasma in eine grosse
Zahl von Stücken zerfallen ist. Je mehr dieser Process
vorschreitet, um so mehr rücken die Deutoplasmamassen
nach der Peripherie und nimmt ihre dem Mittelpunkt zu-
gewandte Seite eine konkave Gestalt an; gleichzeitig damit
zieht sich die dunkele, körnige Masse auf die Oberfläche
zurück und erscheint, wenn die Theilung des Deutoplasma
so weit vorgeschritten ist, dass die einzelnen Portionen
sich berühren, ganz auf die Aussenseite derselben verlegt; in
diesem Stadium schliesst jede dieser Plasmaportionen einen
Kern in sich. Das Ei besteht dann aus 3 Schichten: der
äusseren Protoplasmaschicht mit ihren Kernen, den Deuto-
plasmaportionen, die sich polyedrisch abgeplattet haben,
und von diesen umschlossen eine centrale, helle Substanz.
In der äusseren Protoidasmaschicht beginnt nun eine leb-
hafte Vermehrung der Zellkerne, um die sich das übrige
Protoplasma ansammelt, und damit ist die Bildung des ein-
schichtigen Blastodermes vollendet. Die von dem Deuto-
plasma gebildete Schicht zieht sich von dem Blastoderm
zurück, wodurch der centrale Raum verkleinert wird; wei-
ter wurde die Entwickelungsgeschichte nicht verfolgt. -
Demnach ist die von früheren Beobachtern (namentlich
Balbiani) behauptete oberflächliche Furchung des Spin-
neneies thatsächlich nicht vorhanden, vielmehr auf eine
partielle zurückgeführt.
Denselben Gegenstand hat A. Stecker an Cherne-
tideneiern (von Chthonius) behandelt, ohne jedoch, wie
mir scheint, mit derselben Klarheit den Vorgang gesehen
und geschildert zu haben; wenigstens finde ich einzelne
einander widersprechende Angaben in dem kurzen Referat.
Sitzungsber. königl. böhm. Ges. Wissensch. in Prag. 1876.
p. 122 ff. Die Entstehung des Eies geht in dem unpaaren
Ovarium in derselben Weise vor sich, wie es für die Ära-
Archiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. R
258 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
neiden bekannt ist. In einem gewissen Alter treten in dem
Protoplasma belle Eiweisskugeln (primäre Deutoplasma-
kugeln) auf, über deren Herkunft sich nichts sicheres er-
mitteln Hess. Dieselben sollen z. Tb. mit einander zu
secundären Deutoplasmakugeln verschmelzen, womit die
Angabe schlecht stimmt, dass letztere kleiner sind als die
primären. Das Keimbläschen schwindet und an seiner
Stelle tritt eine Ansammlung feiner Kömchen auf, die als
Kern gedeutet wird. In diesem Stadium wird das Ei ab-
gelegt und macht seine weitere Entwickelung, wie bekannt,
dem Leibe der Mutter angeheftet, durch. Es besteht jetzt
zu äusserst (innerhalb der secundären Haut und Dotterhaut)
aus secundären Deutoplasmakugeln, dem „Nahrungsdotter",
einer Schicht primärer Deutoplasmakugeln, endlich Proto-
plasma, während das Centrum von der an Stelle des ge-
schwundenen Keimbläschens aufgetretenen Ansammlung
kleiner Körnchen eingenommen wird. Nun beginnt die
Furchung, indem der Nahrungsdotter eine Einschnürung
erfährt, während der Kern sich ebenfalls theilt und jeder
einen Theil des umgebenden Protoplasma mitnimmt; ein
dritter Theil nebst den primären Deutoplasmakugeln bleibt
in dem centralen Theil. Jede der beiden Furchungskugeln
theilt sich in 2, 4 weitere, so dass der Nahrungsdotter in
8 Portionen zerfallen ist. In diesem Stadium tritt das in
dem centralen Reservoir aufbewahrte Protoplasma nebst den
primären Deutoplasmakugeln an die Oberfläche der Fur-
chungskugeln, deren Kerne sich in Körnchen auflösen sollen,
obwohl früher gesagt war, dass . der Kern nur aus einer
Ansammlung von Körnchen bestehe. Auch die Körnchen
der Kerne der einzelnen Furchungskugeln treten an die
Oberfläche derselben und wirken auf das umgebende Proto-
plasma als Anziehungscentra. Diese Portionen individu-
alisieren sich mehr und mehr und bilden zuletzt eine ein-
schichtige Blastodermblase, deren Wand sich von dem
Nahrungsdotter zurückzieht; in dem so entstandenen Zwi-
schenraum treten grössere Zellen (Mesodermzellen ?) auf.
Schon vorher haben sich die aus dem Inneren hervorgetre-
tenen primären Deutoplasmakugeln unmittelbar unter die
Dotterhaut gelagert und hier diejenige Schicht gebildet,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 259
die Metschnikoff für eine Embryonalhülle erklärt hatte;
nach Stecker füllt sie in einem späteren Stadium die in-
nere Höhle des Embryo aus. Die Zahl der Dotterkugeln
scheint bis zu diesem Stadium auf 8 beschränkt zu bleiben.
A. Stecker liefert Anatomisches und Histiolo-
gisches über Gibocellum. Dieses Archiv XXXXII.
I. p. 293-346. Taf. XVII— XX. Der Leib dieses Opilioni-
den ist von einer weichen Haut bedeckt, die nur an einigen
Stellen stärker verhornt erscheint. Der Hinterleib ist aus
S^Ringen gebildet. Der Cephalothorax trägt auf je 2 jeder-
seits vorspringenden Höckern ein Auge. Mundtheile und
Füsse bieten nichts besonderes dar; das Endglied der letz-
teren trägt eine einfache Klaue. Auf dem ersten Hinter-
leibsring befindet sich die Geschlechtsöffnung; dahinter in
einer Reihe liegen 4 Spinnwarzen. Der zweite und dritte
Hinterleibsring tragen je 2 Stigmata; der After befindet
sich im letzten Körpersegment. — Von der inneren Ana-
tomie sind das Nervensystem, eine eigenthümliche Drüse,
Verdauungsapparat, Tracheensystem und Spinngefässe be-
sonders berücksichtigt. Das ganglion supraoesophageum,
in zwei Hälften getheilt, sendet 3 Paar von Nerven aus:
eins in die scheerenförmigen Mandibeln, die sich dadurch
als Homologa der Insektenfühler erweisen, wenn letzteres
noch bezweifelt werden sollte, und je eins zu jedem Auge;
die beiden zu den Augen derselben Seite tretenden Nerven
sind anfänglich vereint und trennen sich eine Strecke nach-
dem sie das Gehirn verlassen haben. Aus dem g. infra-
oesophageum entspringen vorn die Nerven für die Unter-
kiefer mit ihren Tastern und für die 4 Beinpaare; nach
hinten gehen 2 Paare von Nervensträngen ab, ein medianes,
das zweimal zu einem Ganglion anschwillt und beim zweiten
Ganglion durch eine Quercommissur in Verbindung tritt,
und ein ausserhalb dieses ersten gelegenes, das dem bei
Opilio als Eingeweidenerven gedeuteten homolog ist.
Die Speiseröhre ist lang und erweitert sich in den
geräumigen Magen; ihrer Wand fehlt eine eigentliche Zell-
lage völlig. Dem Magen fehlt das bei Opilio so hoch ent-
wickelte System von Blindsäcken durchaus. Als Anhangs-
drüsen besitzt der Darm 2 eiförmige Speicheldrüsen, deren
260 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ausmündung nicht recht beobachtet werden konnte. An
der Stelle, wo der Magen sich zum Mitteldarm verengt,
sowie in der halben Länge des eigentlichen Mitteldarmes,
münden zwei weitere Drüsenpaare ein, die vielleicht die
Leber darstellen. In das Ende des Mitteldarmes ergiessen
die langen Malpighi'schen Gefässe ihr Excret, die ungefähr
in der Mitte ihres Verlaufes sich in feine Röhrchen theilen,
die nachher wieder zusammentreten.
Die Spinndrüsen kommen als birnförmige und schlauch-
förmige vor; (die von Stecker noch unterschiedenen bau-
chigen sind einfach schlauchförmige). Auf den äusseren
Spinnwarzen münden neben 2 schlauchförmigen Drüsen mit
grossen Spinnspulen zahlreiche birnförmige mit kleinen
Spinnspulen; auf den inneren ist neben letzteren nur je eine
Spinnspule für eine schlauchförmige Drüse vorhanden. —
Eine vorn am Cephalothorax mündende Drüse homologisiert
Stecker mit Recht mit der von Krohn bei Opilio entdeck-
ten Cephalothoraxdrüse und nennt sie Krohn'sche Drüse.
Die Athmungsorgane entspringen mit je 2 Stigmen am
2. und 3. Hinterleibsring. Aus den vorderen Stigmen gehen
2 mächtige Längsstämme hervor, die konvergirend in den
Cephalothorax eintreten und sich hier vereinigen (?); aus
dem 2. Stigmenpaar entspringen (wie dies schon für Cher-
netiden bekannt war) zahlreiche Röhrchen, die meist nach
hinten verlaufen und auf den Hinterleib beschränkt bleiben.
Die Andeutungen über den Geschlechtsapparat sind kurz
und lassen erkennen, dass die äusseren Geschlechtstheile
(penis und ovipositor) ähnlich wie bei Opilio sind.
(Den Versuch Stecker 's, aus Gibocellum und den bei-
den verwandten Gattungen eine neue Ordnung zu machen,
halte ich für vollkommen verfehlt; die Troguliden scheinen
den Cyphophthalmiden sehr nahe zu stehen und sind auch
ihrerseits wieder mit den Opilioniden nahe verwandt; in
der That lässt sich ein erheblicher Unterschied, wie er doch
zwischen Ordnungen bestehen muss, zwischen den Phalan-
gida im bisherigen Sinne und den Cyphophthalmiden nicht
auffinden; es wäre sogar fraglich, ob nicht die Solifugae
passend als Unterordnung mit den Phalangien vereinigt
würden. Ref.)
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 261
Scorpiones.
Ein neues System dieser Ordnung theilt uns Thor eil
mit: On the Classification of Scorpions in: Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 1 ff. Während die früheren
Systematiker bis auf Peters und Gervais wesentlich die
(Schwankungen unterworfene) Zahl und Stellung der Augen
zur Bildung und Charakterisierung von Familien verwandt
hatten, zog Peters in seiner „Ueber eine neue Eintheilung
der Scorpione u. s. w." betitelten Abhandlung in den Mo-
natsberichten d. königl. Akad. d. Wissensch. zu Berlin. 1861.
p. 507 ff. die Gestalt des Sternums und die Zähne an den
Mandibeln in erster Linie zur Aufstellung der Familien in
Betracht, während er die Zahl und Stellung der Augen,
den Kiel auf den Schwanzgliedern u. s. f. nur in unter-
geordneter Weise berücksichtigte. Die Seitenaugen unter-
schied er noch in Haupt- und Neben Seitenaugen. So kam
Peters zur Aufstellung von vier Familien, der Telegonini,
Scorpionini, Centrurini und Androctonini, die weiterbin in
Gattungen eingetheilt wurden. An dieses System schliesst
sich die neue Eintheilung ThorelTs mit einigen Modifi-
kationen an. Thor eil findet nämlich zunächst, dass der
Bezahnung der Mandibeln nicht derselbe Werth zukomme,
wie der Gestalt des Sternums, und vereinigt daher die
Peters'schen Centrurini und Androctonini. Dagegen ver-
wendet er auch den Bau der Brustkämme für die Syste-
matik und zeigt; dass dieselben nach zwei Typen gebildet
sind, indem zwischen der dorsalen Platten reihe (lamel-
lae dorsuales) und den kleinen, die Zähne stützenden
Platten (1. fulcientes oder fulcra dentium) entweder eine
einzige Reihe von mittleren Platten (1. intermediae) liegt,
die gross, grösser als die fulcra sind (dies ist bei Peters'
Androctonini, Centrurini und Scorpionini mit Ausnahme von
Vejovis der Fall); oder die 1. interm. sind klein; wenn
überhaupt, nur wenig grösser als die fulcra, bald in einer,
bald in mehreren Reihen angeordnet (so bei den Telegonini
und Vejovis). Ausser den von früheren Systematikern be-
262 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
rticksichtigten Punkten verwendet Thor eil noch die Be-
waffnung der Finger mit Zähnen und die Stellung der
Aussenfläche der Hand (handback oder manus aversa) zur
Ober- und^Jnterseite für die Charakteristik der Gattungen.
Das System gestaltet sich demnach f olgendermassen :
1. Fam. Androctonoidae. Sternum vorn verschmälert,
fast dreieckig; Mittelplatten der Kämme wenig zahlreich,
beträchtlich grösser als die fulcra.
IL Fam. Telegonoi'dae. Sternum sehr kurz, eine schmale,
gekrümmte Platte darstellend; Mittelplatten zahlreich, ge-
rundet, nicht grösser als die fulcra, in 1—3 Reihen stehend,
in. Fam. Vejovidae. Sternum fast fünfeckig; Mittel-
platten der Kämme wie bei den Telegonoi'dae.
IV. Fam. PandinoVdae. Sternum fünfeckig; Mittel-
platten wie bei den Androctonoidae.
L Androctonoidae. Diese Familie zerfällt in 2 Unterfamilien :
bei den Androctonini ist der obere und untere Rand des unbeweg-
lichen Gliedes der Mandibeln mit zwei Zähnen versehen (dahin die
Gattungen Androctonus Hempr. et Ehr. und Buthus Leach); beiden
Gentrurini trägt der obere Rand zwei Zähne, der untere keine oder
nur einen kleinen Zahn ; dahin die Gattungen (üroplectes Pet. ? =)
Tityus Koch, Lepreus (n. g., Unterrand des unbeweglichen Gliedes
an den Mandibeln ohne Zahn; die Seitenzähne der Schneide der
Palpenfinger stehen an der Innenseite in einfacher Reihe, an der
Aussenseite z. Th. in einfacher, z. Th. in doppelter Reihe, indem
zwei Zähne dicht nebeneinander gestellt sind; Type der Gattung ist
L. pilosus von Caffrarien), Phassus (n. g., Unterrand des unbeweg-
lichen Mandibulargliedes mit einem kleinen Zahn; Seitenzähne der
Palpenfmger innen und aussen in einfacher Reihe; fünftes Schwanz-
segment auf der Oberseite breit ausgehöhlt; Type: Ph. columbianus
aus Columbien), Isoraetrus Hempr. et Ehr., Rhopalurus (n. g. wie
Phassus, aber die Seitenzähne an den Palpenfingern innen und aussen
in kurze, schiefe, mindestens aus drei Zähnen bestehende Reihen
gestellt; Type: Rh. laticauda aus Columbien). Centrurus Hempr. et
Ehrenb.
2. Telegonoidae mit den Gattungen Bothriurus Pet., Telegonus
C. L. Koch, Cercophonius Pet.
3. Vejovidae mit den Gattungen Vejovis C. L. Koch (beweg-
liches Glied der Mandibeln bloss an seinem oberen Rande mit einer
Reihe von Zähnen versehen) und Hadriirus (n. g., auch ein Zahn am
unteren Rande; Type: H. hirsutus Wood),
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875u. 1876. 263
4. Pandinoldae. Diese Familie umfasst die meisten Gattungen
und zerfällt in die beiden Unterfamilien Jurini (das bewegliche
Glied der Mandibeln nicht nur an seinem oberen Rande mit einer
Reihe von Zähnen bewafifnet, sondern auch am unteren Rande mit
einem Zahne oder einer Reihe von solchen) und Pandinini (bloss
der obere Rand mit einer einzigen Reihe von Zähnen). Die Jurini
enthalten zwei Gattungen: Jurus (n. g., der Unterrand des beweg-
lichen Gliedes der Mandibeln mit einem starken Zahne bewafifnet;
Type: J. granulatus C. li. Koch) und Uroctonus (n. g., derselbe
mit einer Reihe von (5) Zähnen bewafifnet; Type: U. moräax von
Californien). Zu den Pandinini gehören die Gattungen Dacurus Pet.,
Diplocentrus Pet., Heterometrus Hempr. et Ehr., Pandinus (n. g.,
3 Hauptaugen an den Seiten; Schwanz deutlich gekielt, kein Zahn
unter dem Stachel, Endglied unterhalb gefurcht und mit reihenför-
mig gestellten Körnchen verschon; die manus aver.sa fast nach unten
gerichtet, einen spitzen Winkel mit der Oberseite bildend; Vorder-
rand des Cephalothorax breit und tief ausgerandet; Innenrand der
Hände stark zusammengedrückt; Type: P, africanus (L.)), Pala-
mnaeus (n. g., wie Pandinus, aber Innenraud der Hände sehr dick;
Type: V. Petersii = HeieromeiwiB megacephalus Sim.), Miacphonus
(n. g., Vorderrand des Cephalothorax schmal und wenig tief ausge-
randet, das übrige wie bei Pandinus; Type: M. Wahlhergii aus
Cafifrarien), Opisthophthahnus C. L. Koch, Opisthacanthus Pet., Horm-
urus (n. g., von Opisthacanthus verschieden durch die Stellung der
Seitenaugen, die auf den Rand des Cephalothorax selbst placiert
sind; Type: H. caudicula L. Koch), Ischnurus C. L. Koch, Urodacus
Pet., Broteas C. L, Koch, Scorpiops Pet., Joctonus (n. g., 2 Haupt-
seitenaugen; 1. bis 4. SchwanzHCgmcnt mit 4 Kielen; Sternum eben
so breit wie die 2. Unterlippe, breiter als laug; Rückenaugen fast
in der Mitte des Cephalothorax; Type: J. manicatus von Neu-Hol-
land), Euscorpius (n. g., von Joctonus verschieden durch die Stel-
lung der Rtickenaugcn, die dem Vorderrande mehr genähert sind;
E. carpathicus (L.)).
Scorpius Canestrinii (Sardinien); F. Fanzago, Atti Soc. Pa-
dov. I. p. 78.
Heterometrus bellicosus p. 1. Taf. I. 1 ; Buthus minax p. 4.
Taf. I. 2; Brot(h)eas hirsutiis p. 8. Taf. I. 3. L. Koch. Aeg. und
Abyss. x\rachniden.
H. Woodward macht in dem Quart. Journ. Geol. Soc. London.
1876. p. 57. pl. VIIT. aus den Kohlenschiehten Englands, z. Th. aus
Thoneisensteinknollen, verschiedene, allerdings unvollkommene Reste
bekannt, die aber doch mit Sicherheit auf einen Scorpion zu bezie-
hen sind; die Art ist Euscorpius (?) anglicus genannt. (Abgedruckt
in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 166.)
264 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Phrynidae.
A. G. Butler bringt ein monographisches Verzeichniss der
Arten der Gattung Phrynus, nebst der Beschreibung der vier neuen
Arten Ph. Batesii (Amazonen), gramilosus (Süd- Amerika), longicornis
(Parä), corotiatus (Californien) ; Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 117 flf.
Die Zahl der aufgeführten Arten ist 25.
Araneae.
Von Menge's „Preussische Spinnen" ist. die 5.
bis 9. Abth. erschienen. Schriften der naturf. Ges.
Danzig. III. Bd. p. 297-454. IV. Bd. p. 454-494. Diese
5 Fortsetzungen enthalten von den Tubitelen noch die Dys-
deriden, Drassiden und Argyroneta, auf welche mit Recht
eine besondere Familie gegründet ist; ferner die Laterigra-
den mit den Familien der Philodromiden, Thomisoiden und
die Saltigraden (z. Th.). Wie früher, so sind auch hier die
Arten und einzelne Körpertheile, namentlich Kiefer, Spinn-
warzen, die Uebertragungsorgane der J" und Samentaschen
der Weibchen z. Th. vergrössert dargestellt. Die letzten
11 Platten (21 Arten der Thomisoiden und 23 Attiden dar-
stellend) sind photolithographisch ausgeführt. Von beson-
derer Wichtigkeit sind die genauen und sorgfältigen bio-
logischen Beobachtungen, die Menge bei den einzelnen
Arten giebt. Hierhin sind namentlich die wiederholten
Beobachtungen über das Einbringen des Samens in den
Taster Seitens der c^ und über das Eierlegen der $ zu
rechnen. Weniger Fortschritte hat Menge in der Auf-
fassung der wesentlichen Theile , des männlichen Tasters
und deren Mechanismus gemacht, und selbst die Gattungen
Dysdera und Segestria haben diesen überaus fleissigen For-
scher nicht zu der richtigen Auffassung und Deutung der
Tastertheile gebracht. Einzelne Angaben über die Samen-
taschen der $ sind unrichtig, so die Angabe zweier Samen-
taschen bei Dysdera und Segestria; auch findet bei Any-
phaena, bei der Menge das von Thor eil vermuthete hoch
entwickelte Tracheensystem auffand, keine Anastomose der
Längsstämme Statt. Das Eierlegen wurde bei Micaria ful-
gens p. 323 und Philodromus dispar p. 407 beobachtet ; in
beiden Fällen drangen die Eier in einer einzigen Masse
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 265
hervor und wurden nachträglich mit einer Flüssigkeit über-
gössen, worauf sie an Volumen zunahmen; leider hat Menge
auch diese Male eine mikroskopische Untersuchung der
Flüssigkeit unterlassen. Das Auspressen des Samens und
Aufnehmen mittels der Taster wird bei Clubiona clan-
destina p. 373 und Micrommata virescens beschrieben; bei
ersterer fand es am dritten Tage nach der letzten Häutung
Statt. Letztere war mit einem Weibchen zusammengesperrt
und füllte jedes Mal vor der Begattung (deren viermalige,
gegen die Neigung des $ stattfindende Wiederholung letz-
terem das Leben kostete) seine Taster mit Sperma, wobei
noch das zu bemerken ist, dass das auf das Gewebe aus-
gepresste Samentröpfchen mit der Brust aufgenommen und
von hier durch Anlegen der Tasterkolben in letztere über-
geführt wird. — In diesem Theile sind 110 Arten in 36
Gattungen behandelt; mehrere der Arten und Gattungen
sind neu.
Ungarns Spinnenfauna. Von Otto Herman.
L Bd. p. 1—119, mit 3 lithographierten Tafeln. Budapest
1876. In diesem allgemeinen Theile, der die Einleitung
zu der speciellen Fauna enthält, sind die Geschichte der
einschläglichen Literatur, die Gestalt und der äussere Bau,
sowie die Erscheinungen der Lebensweise behandelt. Neue
Thatsachen darf man in einem solchen Werke nicht suchen;
zu beklagen ist indessen, dass einige Capitel gegenüber
anderen unwichtigen so sehr kurz abgehandelt sind. An
einigen Stellen werden Behauptungen ausgesprochen, ohne
dass deren Berechtigung nachgewiesen wäre (z. B. über die
Rolle der Hauptkrallen und der Nebenkrallen an den Füssen).
Auch die (allerdings nur als Vermuthung ausgesprochene) Be-
ziehung, die zwischen der Zahl der Begattungen und der der
Eier bestehen soll (s. S. 81), hat keinen Grund. Am brauch-
barsten ist noch das über die Wohnungen mitgetheilte.
Von E. Simon's „Les Arachnides de France''
ist t. II, 358 p., pl. IV ä VII, in 12; Paris, 1875, und
t. III, 364 p., 4 pl. in 8«, Paris 1876, erschienen. T. II
enthält die Familien Urocteidae (4 A.), Agalenidae (70 A.,
29 neu mit der neuen Gattung Cedicus); Thomisidae (99 A.,
34 neu, mit den neuen Gattungen Heriaeus, Pistius, Runci-
266 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nia, Tmarus, Tibellus), Sparassidae (7 A.). T. III ent-
hält die Attidae (138 A., 6 neu, mit 10 neuen Gattungen),
die Oxyopidae (3 A.) und die Lycosidae (82 A., 26 neu,
mit 1 neuen Gattung). Da ich keine Einsicht in das Werk
habe nehmen können, so kann ich über dasselbe auch nichts
Näheres angeben. (Vgl. Journ. de Zoologie. IV. p. 365
und V. p. 276.
T. Thoreil hat Part II seiner Abhandlung ,,0n Eu-
ropean Spiders'' (vgl. diesen Bericht 1871 p. 293) folgen
lassen; Upsala, London und Berlin 1871—1873 gross 8^
644 S. Während der erste Theil eine Sichtung der Gat-
tungen europäischer Spinnen und eine nähere und tiefere
Begründung der Familien und Unterordnungen im Auge hatte,
strebt dieser 2. Theil mit seinen „Remarks on Synonyms of
European Spiders" eine gründlichere Kenntniss der Arten
und eine auf die Priorität gegründete richtige Benennung
derselben an. Obwohl nach der Inhaltsangabe das Werk
neben „Zusätzen und Berichtigungen" nur Synonymische
Bemerkungen zu den von West ring, Black wall beschrie-
benen und zu einigen von E. Simon in dessen „Catalogue
etc." angeführten Arten geben will, so sind doch alle wich-
tigeren araneologischen Werke beschreibender Natur be-
rücksichtigt und die Zurückführung der in denselben un-
richtiger Weise als neu beschriebenen Arten auf die rich-
tige Benennung vorgenommen worden, was dem Verfasser
durch Ansehen und Vergleichung zahlreicher ihm von den
verschiedensten Autoren (L.Koch, Cambridge, Menge,
Grube, Ohlert, Simon u. A.) eingesandten Originalexem-
plare ermöglicht wurde. In Anmerkungen sind einige neue
Arten beschrieben. Von dem reichen Inhalt kann ich nur
einige wenige Notizen hier aufnehmen.
1. Westring. Epeira angulata zerfällt in E. ang. Cl. und
E. Nor dmanni Thor., lutea = alsine Walck., bicornis = omoeda Thor.;
Öinga Heeri = pygmaea (Sund.), melanocephala = hamata (Clerck),
prominens und scutifera bilden nur eine Art; Zilla montana =
Stroemii Thor.; Meta fusca = Merianae Scop., albimacula= Mengii
Blackw.; Tetragn. exteusa und obtusa werden in eine Art zusammen-
gezogen; Linyphia crypticola = nebulosa Sund., domestica zerfällt
in minuta Blackw. und leprosa 0hl., tenebricola = alacris Blackw.
affinis = luteola Blackw., pallescens = insignis Blackw., rufa = sco-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 267
pigera Grube, coniata = bicolor Black w., pygmaea = tenebricola
ReuBS, gracilis = variegata Blackw. ; Ero variegata = thoracica Reuss;
Theridiiim saxatile = ripariura Blackw.; minimiim = Ohlertii Thor.,
serratipes = Asagena phalerata (Panz.), hamatura = Steatoda ver-
suta, albomaculatum = Lithyph. corollatus (L.); Erigone vagabunda
= atra Bl., scabristernis = nigra Blackw., bicuspidata = cornuta Bl.,
bicornis = cristata Bl, cornuta = acuminata Bl., conica = fron-
tata Bl, gibbicoUis = apicata Bl, clevata = bifrons Bl, acuminata
— altifrons Cambr., parallela = Reussii Thor., coriacea = hiemalis
Bl, impolita = obscura Bl, simplex = fusca Bl, dentifera = gra-
minicola Sund, var., chelifera = rubens Blackw., robusta zerfällt in
robiista Westr. und rufa Reuss, pinguis ebenso in livida Bl. und
arundineti Cambr., erythrocophala = rufa Reuss, silvestris = silva-
tica Bl, aequalis = brevipalpis Menge, quisquiliarum = viaria Bl,
rurcstris = fuscipalpis C. L. Koch, phaeops = brevis Reuss; Pholcus
oj)ilionoides = {)halangioidcs Fuessl; Tegenaria civilis = Derhamii
Scop.; Textrix lycosina = dcnticulata (Oliv.); Agroeca linotina =
brunnea (Bl); Hahnia pusilla = nava (Bl), pratensis = Cryphoeca
arietina Thor.; Zora spinimana = maculata (Bl); Drassus rubrens
und sericeus = Dr. quadri-punctatus (L.), fuscus = scutulatus L.
Koch ; Pythonissa lugubris = Gnaphosa muscorum L. Koch, femo-
ralis = bicolor Ilahn; Melauophora subterranea = Prosthesiraa Pe-
tiverii (Scop.) 4- petrcnsis (C. L. Koch) + tristis Thor.; Amaurobius
atrox = fenestralis Strocm.; Chiracanthium erraticum = carnifex
(F.) ; Clubiona trivialis = borealis Thor., fuscula = brevipos Blackw.,
pallens = trivialis C. L. Koch; Thomisus lanio = Xysticus im-
pavidus 'J'hor., bivittatus = Uhni Hahn, cristatus = cristatus (Clerck)
+ pini (Hahn), audax = luctuosus Blackw. -{- calcaratus Westr.,
cinerus = Pini (Hahn), Ulmi = Ulmi (Hahn) + erraticus (Bl), bre-
vipes = X. Westringii Thor., horridus = Misumena truucata (Pall) ;
Philodromus limbatus = dispar Walck., tigrinus = Artanes poeci-
lus Thor., caespiticolis = auronitens Auss., decorus = elegans Bl,
griseus = Artanes pallidus Walck.; formicinus = Thanatus formi-
cinus (Cl) 4- arenarius Thor.; Lycosa nemoralis = Tarentula me-
ridiana (Hahn), silvicola = Lyc. lugubris Walck., arenaria = agricola
Thor., albo-limbata = herbigrada Bl, saccigera = nigriceps Thor.,
tarsalis = palustris (L.), barbipes = Tar. andrenivora Walck.,
taeniata = aculeata (Cl), Cursor = aculeata (Cl), uliginosa = Pirata
hygrophilus Thor. + uliginosus Thor.; Sphasus lineatus = Oxyopes
ramosus (Panz.); Attus histrionicus = Epiblemum scenicum (Cl),
Bcenicus = cingulatum (Cl.) + tenerum (C. L. Koch), strigipes =
Marpessa radiata (Grube), brevipes --= Ballus depressus (Walck.).
medius — Dendryphantes rudis (Sundev.), sanguinolentus = Philaeus
chryeops (Poda), tigrinus = erraticus Walck., laetabundus = Euophrys
poecilopus Thor., frontalis = reticulatus Bl 4- frontalis (Walck.),
268 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
heterophtbalmus = Ballus aenescens Simon, striolatus ~ Euophrys
frontalis (Walck.).
2. Blackwall. Atypus Sulzeri = piceus (Sulz.) + affinis
Eichw.; Lycosa agretyca = Trochosa terricola Thor., campe8tris =
ruricola De Geer, rapax = Tar. pulverulenta (Cl.), allodroma =
Trochosa cinerea (F.), saccata == Lyc. amentata (Cl.), obscura =
pullata (Cl.), exigua = palustris (L,), fluviatilis = agricola Thor.,
cambrica = Pirata leopardus (Sundev.), piscatoria = Pirata hygro-
philus Thor.; Dolomedes ornatus = D. fimbriatus (Cl); Hecaerge
spinimana = Zora maculata (Bl.); Salticus sparsus = Attus pube-
scens (F.), coronatus = falcatus (Clcrck), obscurus = Ballus de-
pressus (Walck.), distinctus = erraticus (Walck.), floricola = Ylle-
nus saltator Simon, tardigradus = Marp. muscosa (Cl.); Thomisus
audax = Xyst. Pini (Hahn), floricolens = Diaea dorsata (F.), palli-
dus = Xyst. horticola C. L. Koch, versutus — atomarius (Pz.), in-
certus = praticola C. L. Koch, citreus = Misumena vatia (Cl), ab-
breviatus = Th. onustus (Walck.) ; Philodromus pallidus = Artanes
margaritatus (Cl), cespiticolis = aureolus (Cl) ; Drassus lucifugus
— Gnaph. lucifuga + anglica (Cambr.), ater = Prosth. Petiverii
(Scop.), pu8illus = nigrita (F.), pumilus = electa (C. L. Koch), clavator
= Drassus troglodytes (C. L. Koch), sericeus = Blackwalh (Thor.),
lapidicolens = lapidicola (Walck.), micans und nitens — Micaria pu-
licaria (Sund.), propinquus = Phrurolithus festivus (C. L. Koch),
Clubiona holosericea = grisea L. Koch, amarantha = terrestris
Westr., epimelas = pallidula (CL). formosa = pallidula (Cl), pal-
lens = subtilis L. Koch, erratica = Chiracanthium fasciatura Thor.;
Ergatis benigna = Dictyna arundinacea (L.); Veleda lineata = ülo-
borus Walckenaerii Latr. ; Tegenaria domestica = T. Guyonii
(Guer.); Caelotes saxatilis = atropos (Walck.); Theridion Sisyphum
= Theridium formosum (Cl), nervosum = sisyphium (Cl), Caroli-
num = bimaculatum (L.), albens = pallens (Bl), angujatum = Epi-
sinus trnncatus (Walck.), variegatum =' Ero thoracica (Reuss), si-
gnatum = Asageua phalerata (Pz.), filipes = Linyphia concolor Reuss ;
Linyphia montana = trianguiaris (Cl), triangularis == marginata C.
L. Koch, marginata = montana (Cl), pratensis = hortensis Sund.,
fuliginea = pusilla Sund., rubea = peltata Reuss, cauta = thora-
cica Reuss, vivax = nebulosa Sund, crypticolens = Nesticus cellu-
lanus (Cl), alticeps = luteola Bl , tenuis =■ tenebricola Reuss, terri-
cola = tenebricola Reuss, Claytoniae = dorsalis Reuss, pulla =
nigrina Westr.; Neriene marginata = Linyphia clathrata Sund.,
rufipes = Erigone lapidicola Thor., graciiis = Er. fuscipalpis (C. L.
Koch), vagans = longimana C. L. Koch, flavipes = fuscipalpis (C.
L. Koch), parva = minima (Walck.), munda = rufipes (L.), longi-
palpis := E. atra Bl. + dentipalpis (Reuss), agrestis = fusca (Bl),
trilineata =;: Lin. bucculenta (Cl), rubella = Erig. isabellina (C. L.
auf clem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 269
Koch), rubripes = rufa (Reuss); Walckenaera atra = Erig-. sordi-
data Thor., aggeris = scabricula Westr., depressa = brevis Reuss,
fastigata = Thorellii Westr.; Epeira apoclisa = cornuta (Cl.), seri-
cata = sclopetaria (Cl.), similis = Zilla x-notata (Cl.), calo-
phylla = atrica (C. L Koch), bella = Cercidia prominens
(Westr.), lutea = Ep. alsine Walck., fusca = Meta Menardi (Latr.),
antriada = Merianae (Scop,), celata = Merianae (Scop.), inclinata
= segmentata (Cl.), albimacula = Ep. diodia Walck., anthracina =
Singa pygmaea (Sund.), bicornis = Ep. arbustorum C. L. Koch,
tubulosa = Singa hamata (CL), calva = albo-vittata Westr., Herii
= pygmaea Sund; Dysdera erythrina = Cambridgii Thor., rubicunda
= crocota C. L. Koch; Segestria perfida = florentina (Rossi).
3. Simon, „Catalogue Synonymique des Araneides d'Europe":
Rachus quadrimaculatus = Spermophora senoculata (Duges.); Mygal-
odonta caementaria = Nemesia Sauvagesii (Dorth.), M. fodiens =
C. teniza Sauvagii (Rossi); Filistata bicolor = testacea Latr.; Amau-
robius roscidus = Coelotes segestriiformis (Duf.j, ferox, montanus =
claustrarius (Hahn); Eucharium triangulifer = Steatoda triangulosa
(Walck.), obscurum = Titanoeca quadri-guttata (Hahn), civile =
Dictyna civica (Luc); Philoeca cicurea = Tegenaria cinerea (Pz.);
Miranda hirsuta = Epeira Armida Sav. et Aud.; Argyopes Aurelia
= Argiope trifasciata (Forsk.), sericea = lobata (Fall.); Tarentula
Apuliae = fascii-ventris (Duf.); Leimonia pallida = Lycosa Wagleri
Hahn; Zora spinimana = ocreata (C. L. Koch); Xystica robusta =
Xysticus fiicatus (Walck.), lanio = fuscus (C. L. Koch); Thomisa
delicatula = Diaea tricuspidata (F.); Pachyptyla villosa = Misu-
mena hirsuta (Walck.); Synema rotundata = Diaea globosa (F.).
Nach J. H. Em ertön (Spiders common to New Eng-
land and Europe, Psyche, Vol. I. p. 129 ff.) besitzt
Neu -England 21 Arten, die mit Europäischen identisch
und 10, die mit entsprechenden Europäischen nahe ver-
wandt sind. Die ersteren, von Hentz z. Th. unter eigenen
Speciesnamen beschrieben, sind: Epeira sclopetaria (vul-
garis H.), patagiata, conica (caudata H.), Menardi; Liny-
phia bucculenta, phrygiana (conferta H.), marginata (mar-
morataH.); Erigone rubens; Theridium tepidariorum (vul-
garen.), stictum; Phyllonethis lineata; Ero thoracica; Phol-
cus phalangioides (atlanticus (?) H.); Scytodes thoracicus
(cameratus H.); Misumena vatia (Thom. fartus H.); Tha-
natus oblongus (Thom. Duttonii H.); Epiblemum scenicum
(faustum H.); Aelurops fasciatus (Attus leopardus H.); Te-
genaria Derhamii; Amaurobius ferox; Drassus lapidicola
270 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Clubiona obesa (?) H.). Nabe verwandt miteinander sind:
Epeira insularis H. und obesa H. mit marmorea; trifolium
H. mit quadrata, Packardii Thor, mit carbonaria Koch;
Theridion boreale H. mit Steatoda bipunctata; Paehygnatha
trilineata K. mit Clerckii; Tegenaria medicinalis H. mit
Coelotes atropos; Micrommata canadensis H. mit Ocyale
mirabilis; P3darus bicolor H. mit Ariadne insidiatrix; Litby-
pbantes corollatus ist vielleicht noch den obigen 21 Europa
und Neu-England gemeinsamen Arten hinzuzultigön.
Die geologische Landesdurchforschung der Verein.
Staaten hat nun auch die Spinnenfauna der grossen und
kleineren Höhlen Kentucky 's und angrenzender Staaten in
den Kreis ihrer Untersuchungen gezogen, und eine kurze
Mittheilung über diesen Gegenstand findet sich im Am er.
Natur. IX. p. 274 ff.. Es fanden sich im Ganzen in allen
Höhlen zusammen 11 Arten, von denen 2 nur an den Ein-
gängen vorkamen und mit oberirdischen identisch sind.
Von den 9 übrigen Arten zeigten 3, der Familie der Agale-
niden angehörige, Nichts von dem charakteristischen Kenn-
zeichen der Höhlenbewohner und werden nicht weiter be-
rücksichtigt. Die 6 übrig bleibenden gehören sämmtlich
der Familie der Theridiiden an und sind insofern inter-
essant, als die Augen aller klein und glanzlos, aber in
verschiedenem Grade, sind. Am ehesten verkümmern die
Stirnaugen, die bei den Säugigen klein, bei den 6 äugigen
ganz geschwunden sind; nur eine Art ist ganz blind, die
1844 vonTellkampf bekannt gemachte Anthrobia mam-
mouthia. lieber das Einzelne s. unter den Theridiidae.
Thor eil giebt ein Verzeichniss von 10 von Packard
in Labrador gesammelten Arten, von denen 2 (Epeira pa-
tagiata (Clerck) und Tetragnatha extensa (L.)) auch in Eu-
ropa vorkommen, und 1 (Lycosa groenlandica) in Groen-
land sehr gemein ist. Die übrigen 7 Arten (Epeira 1,
Linyphia 1, Clubiona 1, Gnaphosa 1, Lycosa 3) sind neu;
s. unten. Proc. Bost. Soc. XVH. p. 49 ff.
Derselbe. Diagnoses Aranearum Europaea-
rum aliquot novarum (scripsit T. Thorell) Tijd-
schrift voor Entomologie. 18 p. 81 ff. Enthält 4 neue
Gattungen und 74 neue Arten.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 lu 1876. 271
R. Collett beginnt ein Verzeichniss der in Norwegen
beobachteten Spinneuarten mit den Familien der Attiden,
Lycosiden und Oxyopiden. Von ersterer sind 20, von Ly-
cosiden 46, von Oxyopiden 1 Art beobachtet. Forh. i
Vidensk.-Selsk. i Christiania. Aar 1875. p. 225 if.
Cambridge. Notes and Descriptions of some
new and rare British Spiders. Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (4. ser.) XVI. p. 237 ff. Plate VIII. Durch die Be-
schreibung einiger neuer Arten und den Nachweis von bis-
her in England noch nicht gefundenen steigt die Zahl
der von Grossbritannien und Irland bekannten Arten auf 474.
Fickert liefert ein Verzeichniss schlesischer
Spinnen, dem er eine historische Uebersicht über die
diese Ordnung in Schlesien behandelnden Forscher giebt.
Zeitschr. f. Entomologie. Breslau. Neue Folge V.
p. 46 fP. Das Verzeichniss ist in der von Thoreil (On
Europ. Sp.) aufgestellten Reihenfolge angefertigt und zählt
356 Arten auf, unter denen 4 neu sind.
L. Koch giebt die Beschreibung 6 neuer Spinnenarten
aus der Oberlausitz und dem Riesengebirge. Abb an dl.
der naturf. Gesellsch. zu Görlitz. XV. p. 1 ff.
Zimmermann liefert einen Nachtrag zu seinem Ver-
zeichniss der Spinnen der Umgegend von Niesky. Ab-
handl. der naturf. Gesellsch. zu Görlitz. XV. p. 18 ff.
Dieses Verzeichniss fügt von Epeiriden 2, Theridiiden 11,
Agaleniden 7, Drassiden 25, Thomisiden 4, Lycosiden 11,
Attiden 10, im Ganzen also 70 Arten hinzu.
Ein für die Spinnenfauna Südrusslands wichtiges Werk
ist das Verzeichniss südrussischer Spinnen von Dr. T.
Thoreil. Horae Entom. Rossic. XI. p. 39—122. Zu
den 91 aus Südrussland bekannten Arten werden hier 212
hinzugefügt, so dass jetzt 303 vorliegen, eine Zahl, die sich
bei sorgfältigerem Suchen gewiss noch wird verdoppeln
lassen, ßß Arten sind neu.
Aran^'ides nouveaux ou peu connus du Midi
de I'Europe. Par Eugene Simon. M^m. d. 1. Soc. Roy.
d. Sciences de Li6ge.. II. s^r. Tom. III. p. 272—358;
Tome V. 8". In einer der zweiten Abhandlung vorausge-
schickten Einleitung versucht Simon eine Klassifikation
272 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der Araneiden, indem er die Familien in 4 Unterordnungen
bringt: 1. Terapbosae; 2. Gnapliosae; 3. Araneae;
4. Oculatae. Die Teraphosae entsprechen den Tetra-
pneumones Latr., die Araneae den Sedeutariae, die Oculatae
den Vagabundae; die Gnapbosae charakterisiert durch
die hervortretenden Begattungsorgane der c^, enthalten die
beiden Familien Dysderidae und Scytodidae.
Dr. L. Koch beschreibt und bildet ab neue Aegy-
ptische und Abyssinische Arachniden, dieO.Jickeli
gesammelt hatte. Nürnberg, 1875. Verlag von Bauer
und Kaspe. Emil Köster. 96 S. VII. Taf. 4 o. Es
sind im Ganzen 69 Arten, wozu noch 3 andere, von
Jeckeli nicht gefundene Arten kommen, so dass 72 Arten
aus jenen Gegenden namentlich bekannt sind. Drei dieser
Arten (Epeira sollers Walck.; Theridium triangulosum und
Attus Paykulli Sav.) kommen auch in Europa (z. Th. schon
Deutschland) vor; 41 sind neu.
A. Kronenberg behandelt in A. Fedtschenko's
Keise in Turkestan in russischer Sprache die Ausbeute
an Arachniden (146 Arten in 57 Gattungen; die Diagnosen
der 45 neuen Arten sind in lateinischer Sprache abgefasst).
St. Petersburg und Moskau. 1875. 58 pp. und 5 Taf.
in 40.
Cambridge beschreibt neue Gattungen und Arten
von Spinnen, hauptsächlich von Ceylon. Proc. Zool. Soc.
London. 1873. p. 112.
Derselbe berichtet über die Spinnen von St. Helena;
ebenda p. 210.
Derselbe beschreibt neue Arten, vorzugsweise von
Ostsibirien; ebenda p. 435.
Derselbe beschreibt neue Gattungen und Arten;
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 169 ff.
Derselbe giebt einVerzeichniss Aegyptischer Spinnen,
das 226 Arten in 60 Gattungen und 17 Familien enthält;
64 dieser Arten sind neu. Proc. Zool. Soc. Lond. 1876.
p. 541 ff.
Thoreil handelt von einigen Spinnen von Neu-Cale-
donien, Madagascar und Reunion. Proceed. Zool. Soc.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 273
London. 1875. p. 130 ff. (Enthält nur Beschreibungen,
meist von bekannten Arten.)
Ludwig Koch hat „die Arachniden Australiens,
nach der Natur beschrieben und abgebildet" mit
Heft 12-16, pp. 577— 740, Taf. XLV-LXIV fortgesetzt.
Nürnberg, 1875.
0. P. Cambridge. Introduction to a study of the
Spiders from New-Zealand with description and figures
of Cambridgea fasciata L. Koch and Macrothele Hut-
toni n. sp. Trans, a. Proc. New-Zeal. Inst. t. VL p. 187. PL
VI. (Nach Journ. de Zoolog. IV. p. 431.)
Referent führt einige seltenere oder bemerkenswerthe
Spinnen der Bonner Fauna auf CorrespbL Naturh.
Ver. preuss. Rheinl. u. Westf 1875. p. 107. (Atypus
Sulzeri; Pyrophorus (jetzt Salticus) formicarius; Pholcus
opilionoides (kein Tracheensystem) ; Episinus truncatus ;
Scytodes thoracica (nur 2 Tracheenröhren, indem die beiden
mittleren verkümmert sind); Dysdera und Segestria.) Die
von letzterer Gattung ausgesprochene Vermuthung, die vasa
efferentia mündeten am Hüftglied des ersten Beinpaares,
hat Referent später als irrthümlich erkannt.
Derselbe giebt in einem Aufsatz über den Gene-
rationsapparat der Araneiden einen Beitrag zur
Anatomie und Biologie derselben; dieses Archiv. 1875. I.
p. 235 ff. Taf. VII. (In kurzem Auszuge mitgetheilt in der
Herbstvers, des Naturh. Vereins der preuss. Rheinl. und
Westf. am 5. Oct. 1874, Correspondenzbl. Nr. 2 p. 98.)
Der allgemeine Bau der Geschlechtsdrüsen ist paarig ; nur
bei Atypus und Segestria sind die Ovarien ringförmig ge-
schlossen. Die beiderseitigen Geschlechtsdrüsen vereinigen
sich nur auf eine kurze Strecke und münden in einer
Spalte vorn am Hinterleibe aus, die Hoden ziemlich genau
zwischen den vorderen Stigmen, die Ovarien manchmal
etwas nach hinten gerückt. Die Entwickelungsgeschichte
der Spermatozoen wurde nicht beobachtet. Die fertigen
Spermatozoen sind stabförmig mit verdicktem Kopf und
dünnerem Schwanz; eine Bewegung wurde an den den
Hoden entnommenen nicht, wohl aber in einzelnen Fällen
an den aus dem recept. semin. der Weibchen herrührenden
Archiv f. Natmg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. S
274 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
beobachtet. Bei Segestria bavarica sind 80—100 Sperma-
tozoen durch eine glashelle Kittsubstanz zu kugeligen Sper-
matophoren vereinigt. (Die dort angegebenen kuge-
ligen Spermatozoen von Tetragnatha, Pachygnatha, Meta,
Pholcus, (Oletera =) Atypus sind in der That ebenfalls
entweder Spermatophoren (Atypus), oder ein Spermatozoid
der gewöhnlichen Form von einer Kittsubstanz umhüllt
(Kleistosperm), wie Referent sich später tiberzeugt hat).
Die Ovarien sind hohle vSchläuche, die die Eier in Folli-
keln an der Aussenseite ihrer Wand entstehen lassen; eine
Entleerung nach aussen kann, wie die Betrachtung des
Eierstocks eines Weibchens , das Eier abgelegt hat, lehrt,
nicht anders Statt finden, als indem das Ei durch den
Stiel des Follikels in den inneren Hohlraum des Eierstocks
gelangt; die Eier werden nicht wie bei den Insekten, eins
nach dem anderen, sondern in ganzen Massen abgelegt,
oft allerdings der von einem einzigen Weibchen producirte
Vorrath in längeren Zwischenräumen in 3—4 Portionen.
Bei Atypus wurden im Dotter krystallinische Elemente wahr-
genommen , das Vorkommen des Dotterkerns in weiter Ver-
breitung konstatirt; im Allgemeinen kommt er bei den-
jenigen Arten vor, die ihre Eier in mehreren Portionen ab-
setzen. Als Begattungsorgane dienen den männlichen Spinnen
bekanntlich die Taster, deren Endglied mit der letzten
Häutung einen eigenthtimlichen Anhang hervortreten lässt,
dessen Bau von den bisherigen Forschern nicht richtig er-
kannt worden ist. Am einfachsten und verständlichsten
ist dieser Theil bei Segestria bayarica gebaut, wo in dem
Innern eines eiförmig gestalteten Trägers ein Schlauch
(Samenbehälter) aufgerollt ist, der zur Aufnahme der
Spermatophoren bestimmt ist. Dieser Schlauch durchbohrt
die lange Spitze, in die der Träger ausläuft und mündet
an deren Ende aus; bei dieser Art ist die Wand des Trä-
gers vollständig verhornt. Bei den übrigen Spinnen finden
sich diese selben Theile vor mit dem einzigen Unterschiede,
dass die Wand des Trägers nur zum geringsten Theile ver-
hornt ist; an den meisten Stellen ist sie passiv elastisch,
besitzt aber keine Muskeln. In den Samenbehälter wird
das Sperma durch einen Vorgang aufgenommen, den Re-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 275
ferent bei Philoica und Linyphia in ähnlicher Weise wie
Menge wahrnahm und d^r darin besteht, dass die Spinne
aus der Geschlechtsöffnung ein Samentröpfchen auf das
Gewebe auspresst und dasselbe mit den Tastern auftupft.
Der Begattungsakt geht in verschiedener Weise vor sich
und wird von Agalena labyrinthica, Micrommata virescens
und Tetragnatha extensa beschrieben, bei ersterer Art ist
das sog. „Einspeicheln'' des Tasters bemerkenswerth. Der
Same wird von dem Weibchen in Samentaschen aufge-
nommen, deren Mündung in den seltensten Fällen mit den
Eileitern zusammenhängt. Bei Segestria ist nur eine
Samentasche vorhanden; die übrigen Spinnen haben deren
zwei; bei den Attidae und Scytodes sind die Stiele der-
selben lang und verschlungen. Bei Tetragnatha tritt zu
den paarigen Taschen noch eine unpaare mittlere hinzu,
und bei Atypus finden sich zahlreiche kurz gestielte Blasen
jederseits. Da eine innerliche Communication der Samen-
taschen mit den Eileitern nicht aufgefunden wurde, so
liegt die Vermuthung nahe, dass die nach der Beobachtung
Menge's nach dem Ablegen der Eier über dieselbe ergossene
Flüssigkeit Spermatozoen enthalten möchten.
Eine Beobachtung über das Eierlegen von Dictyna
sp., wobei die nachträglich ergossene Flüssigkeit untersucht
wurde, ergab ein negatives Resultat, indem Spermatozoen
nicht erkannt wurden; doch scheint damit die Frage nicht
endgültig entschieden. Derselbe, Sitzber. Niederrh.
Ges. Nat- u. Heilk. 1875. p. 185.
Derselbe theilt eine weitere Beobachtung über das
Einbringen des Samens in den Taster der Spinnen (^ mit;
ebenda 1876. p. 93 f. (Die Art war nicht Clubiona compta,
wie dort angegeben steht, sondern C. corticalis. Referent.)
Derselbe macht ebenda p. 35 f. eine Mittheilung
über das Tracheensystem einiger Arachniden (Pholcus,
Scytodes, s. vorher, und Anyphaena). Bei letzterer ist das-
selbe, wie schon Menge angab, hoch entwickelt; doch
findet eine Anastomose der beiden Hauptläugsstämme, die
Menge irrthümlich behauptet hatte, nicht Statt; durch die
nicht büschelförmige Verzweigung und den auch an den
feinsten Röhrchen vorhandenen Spiralfaden nähert sich das
276 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tracheensystem dieser Art am meisten dem der Insekten,
obwohl es allerdings nicht mit 2, sondern mit einem me-
dianen Stigma seinen Ursprung nimmt. Nach diesem
Befunde passt Anyphaena schlecht zu den Drassiden und
scheint besser bei den Philodromiden ihren Platz zu finden.
Derselbe zeigt, dass das von Black wall für ein
4. Spinn warzenpaar erklärte Organ (cribellum L. Koch's) die
von Black wall ihm beigelegte Bedeutung wirklich besitze,
indem an dieser Stelle eine grosse Anzahl einzelliger Spinn-
drüsen münden. Ebenda 1875 p. 318. (Später erkannte
derselbe, dass die Drüsen nicht einzellig, sondern eine eigen-
thtimliche Modification der sog. birnförmigen Drüsen seien.)
Black wall macht einige Bemerkungen über das
cribellum und calamistrum bei verschiedenen Arten (Ciniflo-
atrox, similis; Ergatis viridissima seiner Nomenclatur,
Mithras paradoxus), ohne neue Daten beizubringen. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 340 ff.
J. H. Em er ton veröffentlicht eine kurze Notiz über
die Structure of the Palpal Organs of the Male
Spider; Proc. Bost. Societ. Nat. Hist. Vol. XVII. p.
505 ff. Nach einem kurzen Rückblick auf die (einander
z. Th. widersprechenden Angaben in der) Literatur be-
schreibt und*bildet er im Holzschnitt ab das vergrösserte
Endglied des Tasters einer Mygale und einer Epeira vul-
garis Hentz. Er findet gleich dem Referent einen der Innen-
wand des Bulbus angehefteten „Sack", der in einer Oeff-
nung ausmündet; über den Inhalt dieses schlauchartigen
Sackes macht er keine Mittheilung.
C. Fickert beschreibt einen, wie er glaubt, bisher
übersehenen Ausführungsgang am Tasterendglied der männ-
lichen Spinnen, den er mit zwei drüsigen Organen in Ver-
bindung bringt. Er meint, dass die Drüsen ihr Secret durch
jenen Ausführungsgang auf den auf dem „Spermophor" be-
findlichen Samen ergiessen und somit die Bedeutung einer
Prostatadrüse hätten. Entom. Miscellen, herausgeg. vom
Verein f. schles. Insektenkunde. (Der vermeintliche Aus-
führungsgang ist ohne Zweifel der schlauchartige Samen-
behälter, den Referent bei allen Spinneu nachgewiesen hat.)
van Hasselt glaubt in den Tastern der männlichen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 277
Spinnen (namentlich Mygaliden) in dem von Fickert (s.
vorhin) als Prostatadrtise gedeuteten Schlauch Entwicke-
lungselemente der Spermatozoiden gefunden zu haben und
demnach den Taster oder dessen Endglied wenigstens als
Hoden ansehen zu können. (Ref. hat schon an einem an-
dern Ort die Vermuthung ausgesprochen, dass diese ver-
meintlichen Entwickelungseleraente Spermatophoren wären,
wie er es wenigstens für Atypus konstatiren konnte.) Proc.
Verbaal Verg. K. Ak. v. Wetensch. te Amsterdam.
1875—1876. Nr. 9. p. 3. Vgl. auch Tijdschr. voor En-
tomol. 19. Verslag. p. CI f.
Territelriae. Eine wichtige Arbeit über diese Abthcihmg lie-
fert Äusserer unter dem Titel: Zweiter Beitrag zur Kennt-
niss derArachniden-Familic der TerritelariacThor. (My-
galidaeAut.) indenVerh. Zool. Bot. Ges. Wien XXV. p. 125 ff.
In der Einleitung ist eine Klassifikation der Wohnungen dieser
Spinnen im Anschlnss an Moggridgc's Trap-door Spiders versucht,
sowie die geographische Verbreitung derselben besprochen. Aus-
ser er unterscheidet die 6 Reiche: Mittelmecrländcr mit 60 Arten
(23 7o)> Nordamerika mit 11 Arten (4°/o), Central- und Südamerika
mit 125 Arten (48o/o), Afrika mit 17 Arten (6,50/0), Südasien nebst
seinen Inseln mit 11 Arten (i^lo), Australien und Neuseeland mit
31 Arten {12^1 q). Die Zahl der bis dahin bekannt gewordenen Arten
beläuft sich auf 260. — Durch die grosse Anzahl der seit dem
„Ersten Beitrag etc." bekannt gewordenen neuen Formen ist die
Aufstellung neuer Gattungen und Untergattungen nöthig geworden.
Eine analytische Uebersicht derselben gicbt Äusserer auf S. 132 ff.
Die neuen Gattungen und Arten sind: Eriodon nihrocapitatum ^
(Australien) p. 140, rugosum r^ (Australien) p. 141; Pachylo-
QceMs liodon (^ (Uruguay) p. 142; Pachylomerns annatus $ (?), p. 143;
Idiops Cambridgei (St. Fe de Bogota) p. 145, neglectus (?) p. 146,
Eucteniza (n. subg., von Ctcniza namentlich unterschieden durch
eine deutliche Skopula an Tarsen und Metatarsen der beiden ersten
Fusspaare), mcxicana'^ (Mexico) p. 449; Bolostromus (n. g., Trio-
nychi Aepicephali; Mandibeln vorn gerundet und gleichmässig be-
zahnt, Tarsen ohne Skopula, bestachelt) veniistus (St. Fe de Bogota),
p. 150; Braehythele iilatypus ^ (Ncu-HoUand) p. 159; Euagriis (n.
subg. von Diplura, ausgezeichnet durch plumpen Bau; die Tarsal-
klauen haben nur eine Reihe von Zähnen) mexicaniis ^ (Mexico)
p. 160; Ischnothele (n. subg. von Macrothele) caudata^ (Yucatan)
p. 163; Leptopelma africana $ (Marocco) p. 167; Hapalopus
(subg. nov. von Ischnocolus) formosus ^ (St. Fe de Bogota) p. 175;
Ischnocolus sericem $ (Yucatan) p. 169, hirsiitus $ (Cuba) p. 170,
278 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ohscurus ^ (Bogota) p. 172; Chaetopelma longipes ^ (Porto Cabcllo)
p. 174; Cyrtosternum (n. g., Dionychi, zwischen Cyclosternum
und Crypsidroraus stehend) Cursor $ (St. Domingo) p. 176; Cry-
psidromus pernix ^ (Mexico) p. 178, macropus r^ (Mexico) p. 179,
miermecZms $ (Südamerica ?); Callytitropus (subg. nov. von Cry-
psidromus, ausgezeichnet durch eine Bürste abstehender Federhaare
am Femur IV, für Cryps. convexus C. Koch); Thalerommata (n.
g.) gracilis ^ $ (Bogota) p. 182; Tapinauchenius latipes ^ (Porto
Cabelio) p. 183; Avicularia rutilans ^ (Neu-Granada) p. 184, metalr
lica $ (Surinam) p. 185; Harpactira tigrina (Südost- Afrika) p. 185;
Selenocosmia lanipes ^ (Neu-Guinea) p. 187; Euatlilus (n. subg.
von Acanthoscurria, zwischen dieser und Mygalarachne) truciilentus
^ (Capstadt ?) p. 188; Lasiodora robusta ^ (Bogota) p. 190, cauta
^ (?) p. 191, nigricolor ^ $ (Hayti) p. 192, fortis $ (Bogota) p. 193,
ferox $ (Neu-Grauadaj, immanis $ (?) p. 194; Sericopelma (subg.
nov. von Lasiodora, Tibia I des ^ unbewaifnet) ruhronitens ^ (Pa-
nama) p. 195; Eurypelma vagans ^ $ (Yucatan, Neu-Granada) p. 197,
mollicomum $ (Uruguay) p. 198, Steindachneri (Californien) p. 199,
rapax (Südamerika) p. 200.
J. Traherne Moggridge. Supplement to Harvesting
Ants and Trap-door Spiders. With Specific Descriptious
of the Spiders, by the Rev. 0. Pickard-Cambridge.
London. Reeve 1874. (Habe ich nicht einsehen können.)
E, S. Morse macht kurze Mittheilungen über die Wohnungen
der „trap-door spiders", wahrscheinlich nach Moggridge 's be-
kanntem Werke. Bullet. Essex Institute. Vol. VI. p. 179.
Grube giebt einige Notizen über die Gespinnströhren von
Cteuiza orientalis Auss. und Pachylomorus nidulans aus
Jamaica. 53. Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Kultur. 1876. p. 73 f.
Wood-Mason berichtet von einer Mygale-Art (er nennt sie
M. stridulans), die in beiden Geschlechtern einen lauten, stridulie-
renden Ton hervorzubringen im Stande ist. An der Innenseite der
Maxilleu soll sich nämlich ein Kamm von sehr elastischen Fasern,
und an der Unterseite der Mandibeln eine unregelmässige Reihe von
scharfen Zähnen befinden und diese Einrichtung das Thier zur
Hervorbringung des Tones befähigen. Proc. Asiat. Soc. Bengal,
November 1875; abgedruckt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVII. p. 96: On a gigantic Stridulating Spider. (Die
Schilderung lässt nichts anderes erkennen, als die Borsten und Zähne
an Maxillen und Mandibeln, die allen Terai^hosoidae zukommen; ob
demnach diese Körpertheile den Ton hervorbringen, ist zweifel-
haft, Refer.)
Cambridge beschreibt Moggridgea (n. g., verwandt mit
Cteniza und Nemesia, aber ohne Dornen an den Mandibeln; Kopf
niedrig, Augen in zwei Querreihen, deren vorderste vorne und deren
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 ii. 1876. 279
hintere hinten konkav ist; Spinnvvarzen verhältnissmässig kurz)
Dyeri (Süd-Afrika), die ein kurzes Röhrengewebe zwischen den Rin-
denrissen der Bäume anlegt und dasselbe durch einen wie eine Thür
in ihrer Angel sich bewegenden Deckel verschliesst: Das erste Bei-
spiel einer „Trap-door-Spider", die ihren Röhrengang nicht in die
Erde gräbt, sondern die Unebenheiten der Baumrinde benutzt.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 317 ff. Plate X.
Ummidi a (n, g., subs. Theraphosinarum) picea (Spanien);
Nemesia Dorthesii (ibid.); Thorell, Diagnoses etc. p. 102.
Avicularia Andalusiaca (Andalusien unter Steinen), Maroccana
(Fez) p. 15, tetramera (Libanon) p. 17, striatocaiida (Libanon unter
Steinen) p. 19; Nemesia alpigrada (Vaucluae) p. 27, angiistata (Ma-
laga unter Steinen) p. 28, crassimana (Spanien unter Steinen) p. 29,
concolor (Syrien) p. 31; Cyrtauchenius clongatns (Marocco) p. 33;
neue Arten; Simon, Mera. . . . Liege. V.
Cteniza farghanensis $ (Turkestan) ; Kroneuberg, Fedtachenko's
Reise etc.; Arachniden p. 27. T. IIL Fig. 18.
Ischnocolus Jiclcelii $ (Ilaiuaszen) ; L. Koch, Aegypt. und
Abyss. Arachniden p. 58. T. VI. Fig. 2.
Cambridge versucht in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4.
ser.) XVI. p. 238 ff. die Synonymic der europäischen Atypus-Arten
zu entwirren und beschreibt als neue Art aus England A. Beckü ^
p. 242, Plate VIII. Fig. 1, die sich von A. piceus wesentlich durch
die Bildung des Palpus im männlichen Geschlecht unterscheiden soll.
Ueber Anthrobia mammouthia Tellk. und ihre systema-
tische Stellung s. unten bei den Theridiiden.
Liphistioidae. Von der so merkwürdigen Gattung Liphistius
Schiödte, von der bisher nur die eine, nach Schiödte nicht mit
Spinnwarzen versehene Art, L. dcsultor, bekannt war, beschreibt
Cambridge eine angeblich neue Art (L. mammillauus), die sich von
L. desultor wesentlich durch den Besitz von 2 Paar Spiunwarzen
unterscheiden soll. Abgesehen davon, dass Arten mit und ohne
Spinnwarzen nicht in eine Gattung gehören können, ist es doch sehr
fraglich, ob L. desultor wirklich der Spinn warzen entbehrt; die An-
gabe Schiödte's kann unrichtig sein und sich durch den mangel-
haften Conservierungszustand (das Exemplar war getrocknet und mit
Watte ausgestopft) erklären lassen. Da die gegenwärtige Art eben-
falls von Penang stammt und (mit Ausnahme des etwas breiteren
Sternums) im Uebrigen mit L. desultor übereinstimmt, so ist es
wahrscheinlich dieselbe Art. Auf der Unterseite des Abdomens fin-
den sich 4 Stigmen, die beiderseitigen einander sehr genähert. Dicht
hinter dem zweiten Stigmenpaar ist das erste Paar der Spinnwarzen,
etwas gekrümmt und 12 ringelig; dahinter das etwas kleinere, eben-
falls geringelte zweite Paar; Spinnröhren Hessen sich an ihnen nicht
entdecken. Der After liegt ziemlich weit hinter dem zweiten Spinn-
warzenpaar. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 492 f.
280 Bertkau 1 Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cambridge gründet die neue Familie der Colophonides, welche
die Dysderiden mit den Teraphosiden verbindet. Vertreter dieser
Familie ist eine Spinne {ColoyTion n. g. natalensis) von Natal mit
8 Augen, 4 Stigmen; die Uebertragungsorgane des ^ sind denen der
Dysderiden ähnlich. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 170 f.
Dysderidae. Simon konnte bei Oonops kein zweites Stigmen-
paar auffinden, wagt aber doch nicht zu entscheiden, ob dasselbe
fehlt oder nicht. Im ersteren Falle würde daraus die Nothwendig-
keit einer Trennung dieser Gattung von den Dysderiden resultieren.
Mem. etc. de Liege. V. p. 41 f.
Derselbe beschreibt ebenda die neuen Arten Schoenobates
Pavesii (Corsica) p. 43; Oonops loricatiis (Vaucluse) p. 44.
Oonops scutatus ^ (ähnlich 0. loricatus Simon, von einem
Rücken- und Bauchschilde bedeckt), pauper (Aegypten) Cam-
bridge Proc. Zool. Soc. London. 1876. p. 547 ff.; Taf. LVIIL
Fig. 2 A.
Dasumiain. g., Dysderae et praesertim Harpacti valde affine;
.... tarsi 4 anteriores fasciculis unguicularibus carentes, unguiculis
trinis instructi sunt; 4 vero posteriores binis tantum unguiculis et
fasciculis unguicularibus muniti) taeniifera (Mittelitalien) p. 100;
Harpacles Seidelii (Grafsch. Glatz), piliger (Mittelitalien) p. 101,
Thoreil, Diagnoses etc. in der Tijdschr, v. Entomologie 18.
Harpactes Canestrinii <^ $ (Tirol, von H. lepidus unterschie
den durch die wesentlich anders gestalteten Copulationsorgane);
L. Koch, Ferdinandeum a. a. 0. p. 319 ff.
Harpactes Ddblikae (Jeny-Sala); Thoreil, Verzeich n. süd-
russ. Spinnen; Horae Soc. Entom. Ross. XI. p. 87.
Dysdera Cambridgii (= erythrina Bl.) p. 465; nicaecnsis (Nizza.)
p. 567, laevigata (ibid.) p. 562, Pavesii (Ital.) p. 564, piimila, p. 580:
Harpactes Dufourii (Pithyusen) p. 561, Thor eil, „Synonyme etc."
D. Scheuchten ^ $ (Schweiz); P. Pavesi, Atti Soc. Ital.
Sc. Nat. Modena. XVIII. p. 274.
D. aculeata c^, tartarica (^ (Turkestan); Kronenberg in
Fedtschenko's Reise etc.; Arachniden, p. 25. Taf. III. Fig. 17
und p. 26.
Cambridge stellt eine neue Familie (in die Nähe der Dys-
deriden gehörig) auf, 2'etrahlenimides, gegründet auf Tetra-
hlemma mcdioculatum von Ceylon. Diese Spinne besitzt 4 Augen
und 4 von einer hornigen Röhre umfasste Spinnwarzen. Proc. Zool.
Soc. London.. 1873. p. 114.
Drassidae. Aus dieser Familie beschreibt Cambridge, Proc.
Zool. Soc. London. 1874. p. 370 ff., 39 neue Arten, nämlich: Gnaphosa
harpax (Bombay) p. 371, procera p. 373, marginata p. 374, venatrix
p. 375 (aus Aegypten), corcyraea (Corfu) p. 376; Prosthesima tristi-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 281
cula (Aegypten) p. 377, luguhris (Ischl) p. 378, curina p. 379, nili-
cola p. 380, mollis p. 381, cingära p. 382, pdllida p. 383 (Aegypten);
Drassus nigrofemoratus (Italien) p. 385, huJbifcr (Europa) p. 386,
ornatus (Aegypten) p. 388, ensiger (Smyrna) p. 389, hehes (Mentone)
p. 390, macilentus (Bombay) p. 392, campestratus p. 392, alexandri-
nus p. 393, aegyptius p. 394 (Aegypten), astrologus p. 395, luridus
p. 396 (Bombay), vulpinus p. 397, denotatus p. 398, pugnax p. 399
(Aegypten), ferriigineus (Bombay) p. 398; Micaria armata (Hyeres, Men-
tone) p. 401 ; Cheiracanthium dubium p. 403, equestre p. 404, isiacum
p. 407 (Aegypten), mornatum p. 406, insigne p. 408, vorax p. 410,
indicum p. 411 (Bombay); Clubiona fdicata p. 413, drassodes p. 414
(Bombay); Agroeca pulcherrima (Anden) p. 414, Walsinghami (Ore-
gon) p, 416.
Nach demselben ist Phrurolithus romanus L. Koch = Drassus
gracilipes Blackw.; ebenda p. 402.
Auf Agalena gracilipes Blackw. gründet Menge a. a. 0. p. 337
die neue Gattung Scotina, Apostenus nahe stehend, verschieden
durch die Augenstellung, Spinuwarzcn und Gcschlechtstheile, sowie
durch den Mangel von Haarborsten an den Fussklaaen; die Gattung
und Art findet demnach unter den Drassiden Platz. Eine weitere
neue Gattung ist Brapeta p. 387 (Art acneus p. 388); Beine fast
gleich lang, länger als der Körper; die Schienen der beiden Vorder-
füsse unten mit paarigen Stachelrcihen besetzt; 2 Krallen, statt der
Afterkralle ein Haarbüschel. Die Art zeigt gleichzeitig Verwandt-
schaft mit den Drassiden und Thomisiden (richtiger wohl Philodro-
miden), doch glaubt Menge sie näher mit den Drassiden verwandt,
worin ich ihm beipflichte, da ich mich überzeugt habe, dass sie nur
vier einfache Tracheenschläuche besitzt. Weitere neue Arten sind:
Agroeca cuprea p, 339; Clubiona tridens p. 361, bifurca p. 365. clan-
destina p. 373; Drassus microps p. 380, putridicola p. 382, biden-
tatus p. 386.
A. W. M. van Hasselt (Histoire d'un cocon d'araignee)
giebt nach eigener Anschauung eine genaue Beschreibung und meh-
rere (z. Th. copierte) Abbildungen der zuerst von De Geer und
hernach von verschiedenen Autoren bekannt gemachten glockenför-
migen Eiernestchen einer Arachnide, als deren Verfertigerin fälsch-
lich eine Lycoside und Attide genannt war, während Black wall
sie der (Agelena brunnea =) Agroeca brunnca (Bl.) zuschreibt. Da aber
Blackw all nicht augiebt, was ihn zu dieser Behauptung berech-
tigt, da er weder die genannte Art das Eiernestchen verfertigen,
noch die Eier zu A. brunnea sich entwickeln sah, so ist immerhin
noch ein Zweifel möglich, v. Hassclt wirft zum Schluss die Frage
auf, ob nicht mehrere Agroeca-Arten diese Nestchen verfertigten,
und sich aus diesem Umstände die Abweichungen in Gestalt und
282 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Grösse derselben erklären Hessen. (Dass Menge's Agelena brunnea
nicht = Agelena (Agroeosi) brunnea Blackw., sondern eine echte
Agalena ist, hatte schon Thor eil in seinem Rem. Synon. Europ.
Spiders p. 565 bemerkt.) Archives Neerlandaises des Scien-
ces exactes et naturelles. Tome XI. p. 117 ff. und Tijdschrift
voor Entomologie. XIX. p. 28 ff.
Agroeca chrysea ^ $ (Nürnberg an den Wurzeln von Föhren),
A. cuprea Menge ähnlich, aber (grösser,) an den Schenkeln oben mit
drei Stacheln. L. Koch, Ferdinandeum a. a. 0. p. 315 ff.
Agroeca pullata (Mittelitalien); Clubiona omata (Schweden)
p. 95; Sagana (n. g., Liocrano valde affine, . . . tibiae anteriores
subter ordinibus duobus longis aculeorum appressorum armatae; viel-
leicht synonym mit Drapeta Menge?) rutüans (Holland); Drassus
capnodes (Lausitz), fulms (Pyrenaeen) p. 96, cerdo (Ligurien), pictus
(Spanien) p. 97, tenellus (Padua), spimdosus (ibid.); Prosthesima
vespertina (Mittelitalien) p. 98, hirta (Ligurien), nana (Dacien; die
Pythonissa nana C. L. Koch ist wahrscheiulicli auch eine Prosthe-
sima; Ref.) p. 99, villica (Oesterreich); Gnaphosa_p?e&em (Norditalien) p.
100; Thorell, Diagnoses etc. in der Tijdschr. voor Entom. 18.
Zora lutea (Krim) p. 76; Trachelas maculatus (Krim) p. 77;
Chiracanthium eleyans (Jekaterinoslaw) p. 78: Phrurolithus pygmaeus
(Odessa), Micaria Bossica (Odessa) p. 80; Prosthesima rufipes (Sudak),
fusca (Nikopol) p. 82, nitida (Simferopol) p. 83; Gnaphosa Taurica
(Krim), moesta (Simferopol), nomas (Sarepta) p. 84, J^cimcZa (Orianda),
trebax (Simferopol) p. 95; derselbe, Verz. südruss. Spinnen,
Hör. Soc. Ent. Ross. XL
G. hrimalis $ (Strawberry Harbor, Lahr.); Thorell, Proc.
Bost. Soc. XVH. p. 497.
Gnaphosa rhodojns $ p. 40, T. IV. F. 4, pallida $ p. 42. F. 5
(Hamacizen), Äethiopica ^ (Abyssinien) p. 44. T. V. F. 1; Prosthe-
sima cordigera $ (Hamaszen) p. 45. T. V. F. 2, setigera $ (ibid.)
p. 47. F. 3. ravida $ (ibid.) p. 48. F. 4; Drassus corusctis (!) $
(Hamaszen) p. 50. F. 5, imhecillus $ (ibid.) p. 52. F. 6; Chira-
canthium molle ^ $ (Anseba) p. 53. F. 7; Liocranum nigritarse ^
$ (Anseba) p. 56. T. VL F. 1; L. Koch, Aegypt. und Abyssin.
Arachniden.
Gnaphosa lugubris p. 212; Cheiracanthium Mellissii p. 214,
planum p. 215 von St. Helena; Cambridge, Proc. Zool. Soc.
London. 1873.
Chiracanthium Lctochae ^ (Tirol); L. Koch, Ferdinandeum
a. a. 0. p. 309 ff.
Ch. brevidens ^ $ (Turkestan); Krouenberg a. a. 0. p. 18,
Taf. II. Fig. 8.
auf dem Gebiet der Arthropoden währende der Jahre 1875 u. 1876. 283
lieber den Bisa von Chirac, niitrix (?) Waick. s. Bull. See.
Vaud. Sc. Nat. Nr. 75. p. 30.
Prosthesima napaea $ (nicht ohne Aehnlichkeit mit P. pro-
gnatha Can.) p. 305, apricorum $ (sehr ähnlich der P. Petiverii Sc.)
p. 307; neue Arten aus Tirol; L. Koch, Ferdinandeum a. a.
0. p. 307.
P. caprearum $ (Capri); P. Pavesi, Atti Soc. Ital. Sc.
Natur. Modena. XVIII. p. 124. P. (Melanophora scr.) jaxartensis
p. 23. T. II. F. 1, fuscimana ^ p. 23. F. 2, hami])alpis ^ F. 3,
picea ^ F. 4. p. 24; Kronenberg a. a. 0.
P. tridentina (Trentino) p. 207, Tav. X. 7, anaimicnsis (Valle
di Non, Trentin.) p. 208. Tav. X. 6, 9, prognatha (Trentino) p. 209.
Tav. X. 8; Canestrini, Osserv. Aracnol.
Melanophora abdita p. 310; Gnaphosa cinerea p. 319 und 414;
neue Alten aus der Umgegend von Danzig; Menge a. a. 0.
Micaria aenea (Sudermanuia) p, 175 Anm.; Draesus occiden-
talis (Nizza) p. 184 Anm., macellhius (ibid.) p. 185 Anm.; Prosthe-
sima moerews (Schweden; = (Drassus) petrensis Westr. nee M. petren-
sis Koch) p. 197, tristis (ibid.) p. 196 Anm., ereba (Üesterreich) p. 198
Anm.; Clubiona borcalis (Schweden; = Cl. trivialis Westr. nee. Koch)
p.223; Chiracanthium fasicatum (= Cl. erraticaBl.) p. 432. Thor eil,
Remarks on Synonyms of European Spiders.
Drassus criminalis (Bloxworth) PI. VIII. Fig. 3, delinquens
(ibid.) Fig. 4, neue Arten aus England; Cambridge, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 244 ö'.
D. riifescem $ p. 20. Taf. I. Fig. 7, breviccps ^ p. 21. Taf. V.
Fig. 43, monticola $ p. 32. Fig. 44, Fedtschcnkui ^ p. 22. Taf. I.
Fig. 8 (Turkestauj; Kronenberg, Fedtschenko's Reise etc.
Arachniden.
Micaria pygmaca ^ p. 19. Taf. V. Fig. 42, modesta Taf II.
Fig. 5 (Turkestan); Kronenberg a. a. 0.
L. Koch beschreibt in den Abhandl. der naturf. Gesellsch. zu
Görlitz XV. die neuen Arten Micaria Sile^iaca (Sternum mit
anliegenden weissen Schüppchen besetzt) bei Niesky p. 4; Liocranum
Lusaticum (beträchtlich kleiner als L. domesticum) ebendaher p. 6.
Liocranum fasciatum (Palermo) p. 161 ; Drassus femineus (Cor-
sica) p, 103, isabellinus (Corsica) p. 164; Simon a. a. 0. V.
L. Cerioi ^ $ (Capri); P. Pavesi, Atti Soc. Ital. Sc. Nat.
Medina. XVIII. p. 122.
Fickert zählt die in Schlesien beobachteten Clubiona- Arten
(17) auf, unter denen C. Seideli ^ (Ohlau) neu ist. 52. Jahresber.
Schles. Ges. vaterl. Kultur p. 159 f.
Clubiona maracandica (Turkestan); Kronenberg a. a. 0.
p. 16. Taf. II. Fig. 8.
284 Bertkau: Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
L. Koch bereichert diese Gattung mit der Art C. ahdita $
(Tirol); Ferdinandeum p. 314.
C. frigidula $ (Square Isl., Labr., unserer C. frutetorum im
Allgemeinen sehr ähnlich, aber mit völlig anderer vulva); Thoreil,
Proc. Bost. Soc. XVII. p. 496.
Ueber das Tracheensystem von Anypbaenas. o. p. 275(67).
Sparassidae. Thanatus testaceus (Odessa), vittatus (Sarepta);
Sparassus validtis (Siüäkrim) ; Thorell, Verzeichn. süd-russisch.
Spinnen, Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 98.
Heteropoda festiva (Sydney) p. 710, macüenta (Bowen) p. 711,
pallida (Peak Downs) p. 713, picta (?) p. 714, regina (Bowen) p. 716,
conspicua (ibid.) p. 717, nitrellina (Peak Downs) p. 722, praeclara
(Rockhampton) p. 723, haemorrlwidalis (Sydney) p- 726, incom(p)ta
p. 727, rutila (Bowen) p. 729, Diana p. 730, badia (Boröe) p. 732,
salacia (Peak Downs) p. 787; Pandercetes (n. g.) gracilis (Austra-
lien) p. 740; L. Koch, Arachn. Austr, Sp. cognatus, suavis p.
588; Th&natus Uneatipcs{l) p. 591, flamis, flavescefts {Aegyi>ien) Cam-
bridge, Proc. Zool. Soc. London 1876.
Menge beschreibt a. a. 0. p. 898 Thanatus maritimus (Dan-
zig; steht zu Tb. oblongus fast in demselben Verhältniss, wie Microm-
mata ornata zu M. smaragdula) und unter dem Namen Philodromus
sahidosiis eine Th. formicinus (Cl.) nahe stehende Art von eben-
daher, p. 411.
Th. vulgaris (Süd -Europa) p. 328, lineatipes (!) (Guadar-
rama) p. 330, 7najor (Alpen, Pyrenaeen) p. 332; E. Simon, Aran.
nouv. ou peu conn. du midi de l'Europc; a. a. 0. III. Th.
ruhicundiis (Hamaszen); L. Koch, Aegypt. u. Abyss. Arachn.
p, 61. Taf. 6. Fig. 3. Sparassus pihsus (Andalusien); E. Simon,
Aran. etc. du midi de l'Eur. a.a.O. IIL p. 342. Sp. sericeus ^
$, oculatiis ^ (Turkestan); Kronenberg, a. a. 0. p. 28, 29.
Thomisidae. Diaea variabilis (Rockhampton) p. 578, insecta
(ibid.) p. 579, rosea (Sydney) p. 581, punctipes (Rockhampton) p. 583,
haematodactyla (Port Mackey) p. 584, tenuis (ibid.) p. 586, mollis
(Rockhampton) p. 587, alboUneata (Neu-Seeland), oUvacea (King Ge-
orge's Sound) p. 588, dimidiata (Brisbane) p. 591, hlanda p. 594,
plumbea p. 595 (Goulbourn); Hedana valida (Sydney) p. 599; Thar.
pyna mimda p. 600. hirsuta p. 602 (Sydney); Tharrhalea (n. g.)
alhipes (Cap York) p. 604; Opitis (n. g.) plana (Cap York) p. 611;
Gephyra (n. g.) limhata (Rockhampton) p. 614; Selenops austra-
liensis (Bowen) p. 615; Hemiclea 11 Arten aus Australien und Neu-
Seeland p. 620-639; Voconia cZoZos« (Neu-Holland) p. 648; Zachria
(n. g.) flavicoma (King George's Sound) p. 650, öblonga (Sydney)
p. 651, liacmorrhoidalis (ibid.) p. 653; Prychia (n. g.) gracilis (Viii
Isl.) p. 654 ; Sarotes longipes (Sydney) p. 660, badiiis (Boroe) p. 662,
1
auf dem Gebiete der Artlaropoden während der Jahre 1875. u. 1876. 285
nobilis (üpolu) p. 664, suspiciosus (Sydney) p. 665, debilis (üpolu)
p. 671, cervinus (Port Mackey) p. 673; Isopeda (n. g.) barhata (Port
Mackey) p. 680, flavida (Bowen) p. 686, villosa p. 687, conspersa
(Cap York) p. 689, robusta (Neu-Holland) p. 691, hirsuta (Bowen)
p. 693, cordata (Sydney) p. 694, aurea (Port Mackey) p. 696, flavi-
barbis (Sydney) p. 698; Themeropis (n. g.) severa (China) p. 699;
Pal y st es (n. g.) ignicomus (New-Ireland) p. 701, frenatus, superci-
liosus (Süd- Afrika) p. 705, 706; L. Koch, Arachn. Austr.
Thoraisus brevitarsis (Spanien) p. 317, albimanus (Spanien,
Alpen) p. 319, nigrotrivittatus (Asturien) p. 320, pauxühis (Algier)
p. 322, Wagae p. 325; Monastes punctatissimus (Granja) p. 326;
Philodromus poUtus (Asturien) p. 333, catagraphus (Asturien) p. 334,
longipalpis (Pyrenaeen) p. 336, rubidus (Ronda) p. 338, glaucinus
(Südeuropa) p. 339, &zs%mrt (Andalusien, Sicilien) p. 340; E. Simon,
a. a. 0. III.
Diaea candicans ^^ p. 580; Xysticus promiscims ^ p. 581,
ferus $ p. 583, peccans $, subclavatus $ p. 582; Artanes bigibba
p. 590, lugens; Philodromus adjacens (= P. P'abricii Cambr.
P.Z. S. 1872. p. 310) Taf.LIX. 11. p. 592, cinereus p. 594, vemistus
Fig. 12. p. 595, neue Arten aus Aegypten; Cambridge, Proc.
Zool, Soc. Lond. 1S76. — Ebenda p. 585 giebt derselbe eine er-
neute Beschreibung und auf Taf. LIX. 10. eine Abbildung von Se-
lenops Aegyptiaca Sav.
Menge dehnt (wie mir scheint, mit Unrecht) den Gattungs-
namen Coriarachue Thoreil auf X. brevipes, horticola, atomarius etc.
aus, a. a. 0. p. 423 ff. und beschreibt Xysticus ferrugineus p. 444;
Spiracme (n. g.) striata p. 447; Psammitis (n. g., von Xysticus
verschieden durch die Uebertragungsorgane, für P. sabulosa Hahn
und) abscondita p. 450.
Xysticus tuberosus (Krim) p. 88, obesiis (?) p. 89, lestus (Sudak),
arenarius (Simferopol) p. 91, marmoratus (Jekateriuoslaw) p. 92, pul-
latus (Sarepta) p. 93; Diaea ornata (Sarepta) p. 94; Philodromus
<?*7MtMS (Jekateriuoslaw) p. 96; Thorell, Verz. südruss. Spinnen.
Misumena Vinsonii $ (Madagascar); Thorell, Proc. Zool.
Söc. London. 1875. p. 148.
Xysticus jugalis ^ (Hamaszen) p. 63. Taf. VI, Fig. 4, Aethio-
picus $ (ibid.) p. 65. Fig. 5, Tarcos ^ (Abyssinien) p. 67. Fig. 6;
L. Koch, Aegypt. und Abyssin. Arachniden.
X. comimius ^, lugubris $ (Turkestan); Kronenberg a. a. 0.
p. 34 f. Taf. LII. Fig. 22, 23.
X. ovatus (Basses -Pyrenees), perileucus (Fontainebleau) p.
CLXXX; Diaea livens (Var) p. CLXXXII; E. Simon, Bull. Soc.
Ent. France. 1876.
Xysticus Paniscus (Niesky), nach $, beschrieben von L. Koch
in den Abhandl. der naturf. Gesellsch. zu Görlitz. KV. p. 9.
286 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Xysticus uncatus, gratus (Mittelitalien), tristiculus (Pithyusen)
p. 103, nigritus (Dänemark) p. 104; Thorell, Diagnoses etc.
L. Koch bereichert diese Gattung mit drei Tiroler Arten,
nämlich X. secedens ^ p. 329 if.. glacialis ^ ^ P* ^^2 ff., npricus
^ p. 337 ff.
X. impavidiis (Schweden, = Thom. lanio Westr. nee Koch)
p. 230 Anm., acerbus (Nürnberg) p. 237 Anra., Kem'pelenii (Oester-
reich?) p. 245 Anm., Ninnii (Italien) p. 246 Anm., ]3erogaster (Kis-
singen, Oesterreich) p. 249 Anm., pusio (Preussen) p. 256 Anm.;
Artanes poecüus (Schweden = Philodromus tigrinus Westr. nee De
Geer.) p. 261; Thorell, „Synonyms etc."
Artanes hesTiida {Beski6.en auf Tannen); Fickert in der Zeit-
schr. Entom. Breslau. V. p. 74.
Philodromus pictus ^ <^ p. 30. Taf. III Fig. 21, Immüis Q.
p. 31, Fig. 29 (Turkestan); Kronenberg a. a. 0.
Philodromus micans ^ (Danzig; keine Varietät von aureo-
lus, wie Menge für möglich hält, da Ref. auch das ^ gefunden
hat); Menge a. a. 0. p. 405. (Der dort p. 411 beschriebene Ph.
sabulosus gehört zur Gattung Thanatus.)
Philodromus albo-pictus (Laplaigne); E. Simon, Bull. Soc
Ent. France. 1875. p. CXLIX.
L. Koch stellt auf Philodromus älpestris i^ (Tirol, Kärnthen
Tatra) p. 321 ff. und ergänzt die etwas unzureichende Beschreibung
des Ph, coUinus C. Koch durch eine vollständigere p. 324. Fer-
dinandeum a. a. 0.
Thomisus (Xysticus) prosper{7), opportunus (Ceylon); Amy-
cle (n. g. Phil odrominarum) /'or^^ce^s (Ceylon); Cambridge, Proc.
Zool. Soc. London. 1873. p. 119 ff. ; eine zweite neue Art dieser
Gattung ist Amycle dlbomacidata (Nord-Australien); derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV. p. 178.
Ocypete(?) Fritschi, C. Koch, von Casablanca; Bericht über
die Senckenb. naturf. Gesellsch. 1872—1873. p. 114.
Attidae. Salticus Inexciütus p. 225, subinstructus (=Illigeri Cambr.
Proc. Zool. Soc. 1869. p. 543) p. 226; neue Arten von St. Helena;
Cambridge a. a. 0,
Salticus baptizatus (grösser als der in der Färbung ziemlich
nahe kommende S. testaceolineatus Luc), rodericensis (S. intentus
Cambr. nahestehend), scabellatus (mit S. exilis Cambr. nahe verwandt);
neue Arten von Rodriguez. A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hiat. (4. ser.) XVII. p. 440 f.
Salticus volans (Sydney) p. 178, Hinterleib mit breitem, Fall-
schirm-ähnlichem Hautsaume, speciosus (Schwanen Fluss) p. 180,
Hinterleib an den Seiten mit einem Kranze langer Borsten um-
säumt; Cambridge, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV.
Menge stellt auf (a. a. 0. IV. 1. p. 471). Marpesia n. g.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 287
(Vorderleib eiförmig mit hoch aufgerichtetem schmäleren Kopftheil
und flach gewölbter Platte, steil abfallenden Seiten und rückwärts
abfallendem Untergesicht; der hintere Rückentheil rundlich gewölbt);
die Art ist M* arenicola; ferner Oedipus (für Ballus aenescens Si-
mon) p. 482; Scartes (Kopftheil mit der Stirn weit überragend, . . .
männlicher Taster am zweiten Gliede mit zweispitzigem Zahn . . .);
die Art der letzteren Gattung ist noch nicht beschrieben ; p, 494
und beschreibt die neue Art Attus solaris p. 484.
Attus Pavesii (Tessin), histrio (Alpen), penicillatus (ibid.) p.
XCll, frigidus (ibid.), Bedeli (ibid.), sedidus, rufimanus (Pyrenaeen),
p. XCIII, Eayi (Aube) ; Leptorchestes ludihundus (Aube); Callie-
thera modica (Sainte-Baume), G^oZ>&er^i (Landes) p. XCIV; E. Simon,
Bull. Soc. Ent. France, 1875.
Marpessa ohscura cT $ p. 46 Taf. V. Fig. 33, margimda ^ $
(p. 47 Fig. 34; Euophrys ocellata $ p. 48 Taf. V Fig. 35; Ictidops
(Aelurops) ater J" p. 51. Fig. 38, variegatus ^ $ p. 51 Fig. 39
(Turkestan); Kronenberg a, a. 0.
Fickert schlägt statt des von Wagler bereits auf eine Säuge-
thiergattung angewandten Namens Aelurops Thor. Ictidops vor,
Zeitschr. für Entomologie. Breslau. Neue Folge. 5. p. 75.
Ictidops (Aelur.) nohilis ^ $ (A. fasciatus Hahn ähnlich); L.
Koch, Ferdinande um a. a. 0. p. 348 ff.
Ballus piger p. 609; Attus spiniger Taf. LX. 183, p. 610,
oculatus Fig. 90. p. 612, mendicus p. 614, metidax p. 615, effigies p.
616, memorialis p. 617, memordbilis Fig. 110. p. 618; Yllenus sdliens
Fig. 92, p. 620; Menemerus animatus Fig. 89, p. 622, interemptor
p. 623; Salticus repudiatus p. 625; neue Arten aus Aegypten; Cam-
bridge, Proc. Zool. Soc. Lond. 187G.
Die ^ von Heliophanus sowie einigen andern exotischen Gat-
tungen haben am Aussenrande der Maxillen einen scharfspitzigen
vorspringenden Zahn, der den $ fehlt. L. Koch, Ferdiuandeum
a. a. 0. p. 287.
Heliophanus atratus (Deutschland und Nord-Italien); Attus
moiitigenus (Riesengebirge); Thor eil, Diagnoses etc. p. 107, 108.
Heliophanus decoratus ^ (Cairo) p. 87, Taf. VU, Fig. 8; Euo-
phrys plebeja ^, (ibid.) p. 90, Fig. 9; Plexippus stigmatias $ (An-
seba) p. 92, Fig. 10; L. Koch, Aegyptische und Abyssin.
Arachniden.
Heliophanus patagiatus (Jekaterinoslaw) p. 112, nigritus
(Nikopol) p. 114; Aiius seriatus (Krim), campylojjlwriis (Simferopol),
Tauricus (Krim) p. 116, lestiis (Nikopol) p. 117, decorus (Simferopol),
psammodes (Jekaterinoslaw) p. 118, ammophilus (ibid.), guttatus
(Krim), p. 119; Yllenus vittatus (Jekaterinoslaw) p, 121; Thorell,
Verz. südruss. Spinnen.
Attus gemellus (Norditalien); Simon a. a. 0. V. p. 166.
288 Bertkaü: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Attus nigrociliatus (von den verwandten A. arcigerus Walck.,
brevis Sim. und geniculatus Sim. verschieden dadurch, dass bei ihm
Patella und Tibia des ersten Beinpaares gleich lang sind; bei jenen
ist die Tibia länger) von Rothenburg und Niesky; L. Koch in den
Abhandl. der naturf. Gesellsch. zu Görlitz XV. p. 14.
Attus rapax (Oesterreich) p. 383, mancus (Skäne) p. 393;
Thorell; „Synonyms etc."
Euophrys alpicola $ (Tirol, der E. petrensis ähnlich), L. Koch,
Fer(Änandeum a. a. 0. p. 346.
Palpimanidae. In dieser Familie stellt Simon a.. a. 0. V. p.
151 die neue Gattung Chedima auf, gegründet auf Ch. purpurea n.
sp. von Marocco p. 152, die sich von Palpimauus gibbulus w^esentlich
nur durch die Augenstellung unterscheidet.
Cambridge gründet die neue Gattung Pachypus, von Otiothops
wesentlich durch 7gliedrige Vorderbeine unterschieden; die Art ist
P. Macleyi von Ceylon. Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 115.
Lycosidae. Lycosa plumipes (Russland) p. 104, elegans (ibid.),
Tacsanoioskii (Warschau), sordidata (Riesengebirge) p. 105, celeris
(Norditalien), Eisenii (Schw. Lappland) p. 106 ; Tarentula edax (War-
schau); Dolomedes JitaZ^cws (Mittelitalien) p. 107, Thorell, Diagnoses.
Lycosa velox c/* $ p. 36 Taf. IV Fig. 24, Orientalis ^ 2 P-
37, Fig. 25, concolor ^ p. 38, Fig. 26, aculeata p. 38, Taf. V. Fig.
46; Tarentula latifasciata d^ ^ P- 39, Taf. IV Fig. 27, alticeps ^
$ p. 40, Fig. 28, fulviventris ^ p. 41 Fig. 29 (Turkestan); Kronen-
berg a. a. 0.
Aus Labrador macht Thorell in den Proc. Boston* So-
ciet- Nat. Hist. Vol. XVII folgende neue Arten bekannt: L. (Lei-
monia?) furcifera ^T $ (Square Isl., Sloop Harbor) p. 499, (Leimo-
monia fuscula Q. (Strawberry Harbor) p. 501, (Pardosa) lahradorensis
</ 2 (Strawb. Harbor, Square Isl.) p. 502.
E. Simon giebt eine Revision des|iespeces europeennes du
groupe de la Lycosa Tarentula Rossi., Ann. Soc. Ent. France. 1876.
p. 57 ff. PI. 2, in der nach der Färbung der Unterseite, Gestalt der
„Epigyne", Augenstellung die neuen Arten aufgestellt werden: L.
Munieri (Oran) p, 70, Piochardi (Kleinasieu) p, 72, Bmlnyi (Con-
stantine) p. 74, Raffrayi (Zanzibar) p. 76, Dufouri (Spanien) p. 80,
Bedeli (Oran) p. 81, Olivieri (Palaestina) p. 83, Camhridgei (Klein-
asien) p. 84, Leprieuri (Algier) p. 87. ~ L. figurata {Limoges)-^ der-
selbe, ebenda Bull. p. CLXXXL
Lycosa galerita c^ (Cairo) p. 69 T. VII. F. 1, seretia ^ (ibid.)
p. 71, naevia <^ ^ (Hamaszeu) p. 72, F. 2, Trochosa praetecta ^ (An-
seba) p. 75. F. 3, annulipes 2- (Cairo) p. 77, F. 4, maculata ^
(Habab.) p. 78, F. 5, lactea 2 (i^id.) p. 80, F. 6, albo-pellita (Ha-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 28Ö
maszen) p. 82; Ctenus palUdus ^ (Habab) p. 84, F. 7. L. Koc h,
Aegypt. und Abyss. Arachniden.
L. Pontica (Krim), Tatarica (ibid.) p. 100; Tarentula vivax
(?) p. 102, Cronebergii (Sarepta), Eichwaldii (Simferopol) p. 103,
Krynickii (ibid.), Becken (?) p. 104, chiragrica (Simferopol), Nord-
manni (Odessa) p. 105, Bergsoeii (Derbent) p. 106; Trochosa diml-
diata (Kamischin), stigmosa (Jekaterinoslaw) p. 107; Thoreil, Ver-
zeichniss südruss. Spinnen.
L. lapponica p. 273, atrata p. 575, hyperborea (Schweden) p.
293, norvegica (Norwegen) p. 296, longipes (Baier. Alpen) p. 297,
annulata (Italien) p. 299, strenua (ibid.) p. 302, pernix (Schweden) p.
308; Tarentula Simonis (Paris) p. 326, nebuhsa (Italien) p. 330, ha-
learica p. 530, Thoreil, Remarks on Synonyms of European
Spiders.
L. arenicola (Portland); Cambridge, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 253. PI. VIII. 9.
Co 11 et beschreibt a. a. 0. neue Arten (L. carnifex ^ p. 235,
circumci'ncta ^ p. 238, fulvipes ^ p. 241, Thor eilt </ ^ p. 240).
Lycosa (Trochosa) dolosa (St. Helena); Cambridge a. a. 0.
p. 223.
Lycosa Amalthea J" (Tirol); L. Koch, Ferdinanden m a. a.
0. p. 343.
hycofiB. sujdetica f^ (Schneekoppe); derselbe in den Ab band 1.
der naturf. Gesellsch. zu Görlitz XV. p. 12.
Trochosa Hispanica (Granada, Malaga); Simon a, a. 0. III.
p. 357.
Nilus (n. g. ; Augen nahezu von gleicher Grösse, in zwei ge-
bogenen Querreihen) ciirtus Taf. LX 13, p. 596; Pirata proxlma p.
598; Trochosa partita p. 599, depimcta, viriilenta p. 600, urbana
Taf. LX. 14; Tarentula truculenta p. 601, tremens p. 602; Lycosa
ungulata p. 603, injucunda Fig. 15, iniqua p. 605, inquieta p. 600,
inopina Fig. 16, p. 607, observans p. 608; n. A. aus Aegypten;
Cambridge, Proc. Zool. Soc. London 1876.
Sphasides. Oxyopes bilineatus. derselbe, ebenda p. 609.
0. dentatus (Fiume; Ung.); Thorell, Remarks on Syno-
nyms of European Spiders p. 354 Anm.
Sphasus (?, wohl eine andere Gattung) extensipes (Rodriguez);
A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 439.
Amaurobiidae. L. Koch beschreibt das bisher unbekannte ^
von Amaurobius jugorum L. Koch und hebt namentlich die Unter-
schiede der Tasterbildung bei dieser Art von dem naheverwandten
A. crassipalpus Can. hervor. Ferdinandeum a. a. 0. p. 255 ff.
Amaurobius tristis (Anseba) p. 31, T. III. F. 3, crassipes ^
A-rchiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. T
290 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(ibid.) p. 32, T. III. F. 4; L. Koch, Aegypt. und Abyss. Arach-
niden.
Amaurobius torvus (Meran); Thorell, Diagnoses etc. in
Tijdschr. v. Entomologie. 18. p. 93.
A. longipälpis ^ (Turkestan), Kronenberg a. a. 0. p. 32,
Taf. IV. Fig. 2.
A. ScopoUi, (Nizza), C2/n*M^ (Neapel), Thorell, Rem. onSyn.
Europ. Spiders p. 206. Anm.
A. crucifer p. 216, von St. Helena; Cambridge in den Proc.
Zool. Soc. London. 1873.
Eresidae. Eresus tnstis <j^, arenarius (^ (Turkestan); Kronen-
berg a. a. 0. p. 44. Taf. IV, Fig. 31, 32.
Eresus soUtarius (Ronda) p. 154, lautus (Syrien) p. 156;
Adonea (n. g.) fimbriata (Algier) p. 158; Dorceus latifrons (Süd-
algier) p. 160; Simon a. a. 0. V.
E. ehurneus ^ (Algier) älbolunulatus $ (ibid.); Adonea capi-
tata {ihid.) i^.LXXXVl; Stegodyphus mam'caiMS cT (Abyss.) ; Dresse-
rus (n. g.) fuscus (Zanzibar); Cydilla stigmatica ^ (Zanzibar); der-
selbe, Bull. Soc. Ent. France. 1876.
Dictynidae. Dictyna Koziorowiczi (Ajaccio) p. 146, vicina
(Südfrankreich) p. 148, neue Arten; Simon, Mem. d. 1. Soc. Roy,
d. Scienc. de Lieg. II. ser. Tom. V.
D. hortensis (Granada) p. 296, hicdlor (Tanger) p. 298, puella
(Corsica) p. 299, glohiceps (Spanien) p. 301, praefixa (Malaga) p. 303,
monticola (Pyrenaeen); derselbe ebenda III.
Dictyna conducens ^, Taf. XVIII. 3, condocta ^ $ Fig. 4,
neue Arten aus Aegypten; Cambridge, Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1876. p. 556.
Dictyna ignea (= Phrurolithus rufescens C. L. Koch?) von
Danzig; Menge a. a. 0. p. 329,
Dictyna mitis (Jekaterinoslaw), pygmaea (Charkow), armata
(Jekaterinoslaw); Thorell, Verzeich, südruss. Spinnen in
Hör. Ent. Ross. XL p. 72.
Dictyna Sedüloti (Castellane) ; E. Simon, Bull. Soc. Ent.
France. 1875. p. CL.
Lethia Tacsanowslcii (OsisihiTien)'] Cambridge, Proc. Zool.
Soc. London. 1873. p. 435.
Lethia narionensis (Narbonne); E. Simon, Bull. Soc. Ent.
France. 1876. p. CLXXXH.
Drassus subniger Cambr. gehört zur Gattung Lethia Menge
und hat demnach zu heissen L. subnigra (Cambr.); Cambridge in
den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 246,
Uloboridae. Vlohorus signatus (Aegypten); Cambridge, Proc.
Zool. Soc. London. 1876. p. 579.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 291
üloborus prodnctus (Corsica, Syrien); Simon a. a. 0. V.
p. 149.
Miagrammopidae. Miagrammopes Bradleyi, eine neue Art aus
Nord-Australien dieser neuen Familie; Cambridge, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XIV. p. 177.
Miagrammopes GulUveri (Rodriguez); A. G. Butler, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 443.
Filistatidae. Filistata condüa (Helena); Cambridge, Proc.
Zool. Societ. London. 1873. p. 211.
Simon beschreibt in den Mem. etc. de Liege V. p. 36 f.
Filistata vestita, eine neue Art von Corsica und ebenda III. p. 346
Oecobius maculatus (Corsica, Algier).
Aus Aegypten lehrt Cambridge (Proc. Z. S. L. 1876) die
neuen Arten kennen: Filistata ptita; Oecobius piitus p. 544, ternpli
p. 545.
Micryphantidae. Cambridge beschreibt eine grosse Anzahl
von Erigone-Arten; Proceed. Zool. Soc. London. 1875. p. 190 ff.,
323 ff., 393 ff. Einzelne, besonders charakteristische Theile sind ver-
grössert abgebildet. Die neuen Arten, z. Tb. allerdings nur in dem
einen Geschlecht bekannt, sind: E. retroversa ^ (Paris) Taf. XXVII.
Fig. 1, p. 191, consimilis ^ (Europa) 2, longiuscula (Corsica) 3, p.
192, triincatifrons J" (Corsica) 4, p. 193, habilis ^ $ (Col de Na-
toia) 5, p. 195, dorsuosa ^ (Glacier du Casset, Frankreich) 6, p.
196, antennata ^ (Casset) 7, p, 197, vaporariorum ^ $ (Col de Na-
toia, Fr.) 8, p. 198, cornieularis ^ $ (Sappey) 9, p. 199, nigrolim-
bata ^ $ (Gye sur Seine) 10, p. 201, Lepriemi ^ (Algiers) Taf.
XX VIII. Fig. 11. p. 202, stijlifrons ^ (Corsica) 12, p. 203, eborodu-
nensis ^ (Col de Natoia) 13, p. 204, coccinea (Marocco) 14, p. 205,
foraminifera </ (Col de Natoia) 15, p. 207, Lucasi (Algiers) 16 p.
208, inedita ^ ^ (Paris) 17, p. 209, heterogaster ^ ^ (Marocco)
Taf. XXIX. Fig. 19, p. 311, tlioracata ^ $ (Troyes) 20, p. 212,
corrugis </ $ (Corsica) 21, p. 214, biovata ^ $ (Rouen) 22, p. 215,
bucephäla ^ $ (Corsica) 23, p. 217, protuberans ^ (Pyrenäen) 24,
p. 218, casteUana ^ $ (Aranjuez) 25, p. 219, justa ^ (Troyes) 26,
p. 220, (diese Arten gehören zu dem Blackwall'schen Genus Walcke-
naera); (Neriene Bl.) pabulatrix ^ (Grande Chartreuse) Taf. XLIV,
Fig. 1, serrata ^ 2, p. 325, iiemorivaga </ $ 3, p. 326, coralUpes ^
$ 4, p. 328, fluctuans ^ 2, p. 329, viva ^ 5, p. 330, diluta ^ 6,
p. 331, Grouvellii ^ 7, p. 332, paetula c^ $ 8, p. 333; diese alle aus
Frankreich ; die folgenden sind aus Nordamerika : persimilis ^ Taf.
XLVI Fig. 1, p. 394, ornata ^ 3, p. 395, picUlis ^ ^, 4 p. 396,
provida $ 5, p. 398, pertinens </ $ 6, p. 399, persoluta </ $ 7, p.
400, cornupälpis ^, 8, p. 401, muUesima $ 9, p. 402, florens ^ 2
292 Bertkau: Bericht üher die wissenschaftlichen Leistungen
10, p. 403. — N. suhlimis ^ $, curtipes ^ (Schottland); derselbe,
Proc. Berw. Club. VII. p. 314.
E. flavescens p. 440, prolata p. 441, sollers, intercepta p. 443,
TaczanowsMi p. 444, Wagae p. 446, Karpinskii 447, Dyhowshii p.
449, subrostrata p. 450, alle aus dem östlichen Sibirien; derselbe,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1873. E. prospiciens (Simferopol) p. 62,
Taurica (ibid.) p. 63, criodes, pulicaria (Sewastopol) p. 64, Thor eil,
Verz. südrusa. Spinnen.
E. Beussn (Schweden; = parallela Westr. nee Reuss.) p. 121,
synophrys (ibid.) p. 139 Anm., mordens (ibid.) p. 144 Anm., lapidi-
cola (England. = Neriene rufipes Bl. nee Linyph. rufipes Sund.) p.
443, sordidata (ibid. = Walckenaera atra Bl.) p. 452; Thor eil
„Synonyms etc."
E. speciosa (Holland), macrochaera (Helsingl.), herniosa (Finn-
land) p. 87, leptocarpa (Holland), hilaris (Oberitalien), nigrimana
(ibid.) p. 88, pliaulöbia (ibid.), spadix (ibid.), pacifica (ibid.), barbata
(Schweden) p. 89, tarsalis (Holland), Veneta (Venedig), orites (Schweiz)
p. 90, caestata, mops (Schweden) p. 91: derselbe, Diagnoses etc.
E.Douglasi (Castle Douglas, Schottland) p. 247; PI. VIII. Fig.
5, (Neriene) nigriceps (Bloxworth Heath) p. 248, Fig. 6, subitanea
(Bloxworth) p. 249, Fig. 7. n. A. aus England; Cambridge, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI.
Derselbe beschreibt in den Proc. Zool. Soc. London 1874
folgende neue Arten derselben Gattung aus Nordamerika: E. denü'
gera (Beverley) p. 429, interpres (Holyoke Mass.) p. 430, pröbata
(Oregon) p. 431, spinifera (Boston) p. 432, laeta (Cambridge Mass.)
p. 433, laetabilis (ebendaher), Emertoni (Amesbury Mass.) p. 435,
atriceps (Cambridge Mass.) p. 436, cristata (Massachusets) p. 438,
directa (Cambridge) p. 339, indirecta p. 440.
E. quadripunctata (Ohlau); Fickert, Zeitschr. Ent. Bres-
lau. V. p. 71.
Hahniidae. Cryphoeca Uelienum (/' $ (Tirol); L. Koch, Fer-
dinandeum a. a. 0. p. 297 £f.
Cryphoeca arietina (Schweden = Hahnia pratensis Westr.
nee Koch) p. 165, mirabüis (Venetien?) p. 166 Anm., Thoreil,
Synonyms.
Agalenidae. Simon beschreibt a. a. 0. V die neuen Arten:
Tegenaria femoralis (Corsica) p. 137, armigera (Corsica) p. 140, ma-
ronita (Libanon) p. 141, concolor (Damascus) p. 142, soriculata (Cor-
sica) p. 144.
Tegenaria inermis (Asturien) p. 271, nervosa (Pyrenäen) p. 273,
subtilis (Sierra Nevada) p. 275, testacea (Granada) p. 278, picta (Gua-
darrama) p. 280, minuta (ebenda) p. 282, feminea (Malaga) p. 283,
patula (Sierra-Nevada) p. 285, cisticola (Sierra-Morena) p. 286; Aga-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 293
lena angustifrons (Tanger) p. 288; Textrix suhfasciata (Tanger) p.
290, van'g^aia (Gibraltar, Tanger) p. 292; Coelotes Pyrmaeus p. 293,
derselbe ebenda III.
Textrix Lepneuri (Algier); derselbe^ Bull. Soc. Ent.
France. 1875. p. LXII.
Myro (n. g., hauptsächlich durch die Augenstellung ausge-
gezeichnet. Von den 8 Augen bilden nämlich je 3 grössere 2 ge-
krümmte Längsreihen ; zwischen diesen, deren Krümmung einander
zugewendet ist, liegen 2 kleine Augen in einer Querreihe) Kergue-
lensis ^ $, die einzige Art Spinnen, die auf den Kerguelen gefun-
den wurde. Cambridge a. a. 0. p. 283, Taf. XIX. Fig. 5. Tege-
naria proxima (St. Helena); derselbe ebenda 1873. p. 217.
Coelotes Leveillei (Quintin, Cotes du Nord); Simon, Ann.
Soc. Ent. France 1876. p. 92.
Coelotes major $ (Turkestan); Kronenberg a. a. 0. p. 15,
Taf. I, Fig. 6.
Agalena lepida (^ $ (Aegypten); Cambridge, Proc. Soc.
London. 1876. p. 558.
Muttis ca (n. g.) mammosa, eine merkwürdige neue Art von
Australien; 2 Spinnwarzen, sehr klein, liegen am Körperende, 2
entspringen dicht hinter den Stigmen und erstrecken sich bis zum
Körperende (vielleicht noch weiter darüber hinaus). Derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Eist. XIV. p. 172 f.
Tegenaria, parvula (Mittelitalien), Ehaetica (Meran) p. 94;
Histopona debilis (Nizza) p. 95; Thorell, Diagnoses etc.
Tegenaria variata (Sewastopol) p. 74 ; Agalena Taurica (Krim)
p. 75; derselbe, Verzeich, südruss. Spinnen in Hör. Ent.
Rossic. XI.
T. Bremii </ (Schweiz); P. Pavesi, Atti Soc. Ital. Sc.
Nat. Modena XVIII. p. 269.
T. (? an h. g.) mirahüis (;^ (Bamsiszen); L. Koch, Aeg. und
Abyss. Arachniden p. 34. Taf. IV. F. 2. Ebenda p. 36 giebt
derselbe eine detaillirte Beschreibung einer (nicht näher be-
stimmten) Podophthalma-Birt, aus der er den Schluss zieht, dass diese
Gattung zu den Agaleniden gehört. (Wenn nicht das Calamistrum
fehlte, so könnte man nach der Beschreibung an eine Verwandt-
schaft mit Dinopis denken. Ref.)
Podophthalmidae. Lahdacus (n. g.) monastoides aus Brasi-
lien. Cambridge, Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 118.
Hersiliidae. Hersilidia n. g. für Hersilia oraniensis Lucas.
Simon a. a. 0. III. (Ist synonym mit Hersiliola Thor. Ref.)
Cambridge giebt eine erneute und sehr ausführliche Be-
schreibung von Hersilia caudata Savigny, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1876. p. 560, da nach dem Autor keine Original-Beschrei-
294 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bungen mehr gemacht sind. Die Art stimmt zwar nicht sehr genau
mit der von Lucas und Walckenaer reproducirten Diagnose über-
ein, doch glaubt Cambridge, da Savigny die Umgebung von
Cairo als das Vaterland seiner H. caudata angiebt, und Cambridge
nur eine Art, diese aber auch häufig bei Cairo fand, die vorliegende
Art zu H. caudata ziehen zu müssen. Sollte H. caudata eine an-
dere sein, so würde gegenwärtige H. diversa zu benennen sein. Die
Beine des 3. Paares haben nur 7 Glieder, wie die der meisten Spinnen,
und nur die des 1., 2. und 4. Paares besitzen ein Glied mehr. —
Derselbe beschreibt Hersilidia Lucasii p. 562.
Hersiliola pallida^ (Turkestan); Kronenberg a. a. 0. p. 13.
Taf. V, Fig. 41.
Enyoidae. Zur Lebensweise der Gattung Enyo bemerkt Si-
mon a. a. 0. V. p. 55, dass die Arten in der Nähe von Ameisen-
haufen leben und die verwundeten oder zu schwer beladenen Indi-
viduen überfallen. Weiterhin beschreibt derselbe die neuen Arten
E. elegans (Sicilien), nigriceps (Corsica), soror (Italien), emargi-
nata (Porto-Vecchio), gallica (Paris, Bretagne); Lachesis rußventris
(Jordanthal); Seiami a (n. g.) unicolor (Corsica); (Lachesis reticulata
Sim. gehört ebenfalls in dieses Genus); Habronestes Libani (Liba-
non), Islamita (Syrien).
Habronestes flavopictus Q_ {TernQ.ie); Simon, Bull. Soc. Ent.
France. 1876. p. LXXXVIL
Enyo expers (Aegypten); Cambridge, Proc. Zool. Soc.
London. 1876. p. 560.
Zodarium iactrianum (^ $ (Turkestan); Kronenberg a. a.
0. p. 42, Taf. I, Fig. 5.
Scytodidae. Scytodes Immaculata $ (Cairo) p. 27, T. III. F.
2, humilis (Hamaszen) p. 28, T. IV. F. 1; L. Koch, Aegypt. und
Abyssin. Arachniden.
Simon stellt die neue Art Scytodes delicatula (= thoracica
Lucas) auf und hebt die Unterschiede dieser Art von S. thoracica
hervor, mit welcher letzteren sie bisher verwechselt worden war;
sie findet sich mehr in den Mittelmeerländern. Mem. etc. de Lieg.
V. p. 39.
Scytodes Kocliii (Cairo); Cambridge, Proc. Zool. Soc.
London. 1876. p. 564.
Pholcidae. Simon errichtet auf Pholcus impressus Koch (=
barbarus Lucas, ruralis Blackwall); und Ph. caudatus Duf., Holo-
cnemus n. g., von Pholcus besonders unterschieden durch die mehr
von einander entfernten und nicht auf gemeinsamer Erhöhung ste-
henden Augen. Mem. etc. de Liege V. p. 48 ff.
Derselbe beschreibt ebenda p. 50 Spermophora elevata
n. sp. von Corsica.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 295
Fho\cuB semicaudatus (C&iro) j Cambridge, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1876. p. 566.
Ph. pontkus (Odessa, Sarepta), Thoreil, Verzeichn. süd-
russ. Spinnen, p. 70.
Pholcus vexilUfer (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 441.
Pholcus Beini C. Koch, von P. phalangioides unterschieden
durch die mit blossem Auge wahrnehmbare Behaarung der Beine.
Bericht über die Senckenb. naturf. Ges. 1872—1873. p. 113.
Ph. Forskalü (Ungarn); Thoreil, Remarks on Synonyms
of European Spiders, p. 151 Anm.
Theridiidae. Aus dieser Familie beschreibt Simon (Mera. etc.
de Liege V) die neuen Arten: Asagena Corsica p. 78; Lithyphantes
latifasciatus (Catania) p. 83, septem-giittattis (Marocco) p. 84; Theri-
dium musivum (Corsica) p. 94, Genistae (Ajaccio) p. 95, rusticum
(Sicilien, Corsica) p. 101, nigrovariegatuni (Corsica) p. 104, hellicosum
(Zermatt) p. 106, (Neottiura) gomjgaster (Corsica) p. 108, (N.) peZ-
liicidum (Corsica) p. 110, (N.) herhigrada (Corsica) p. 113; Euryopis
umbratilis (Ajaccio) p. 117, (Pachydactylus Menge) pilida (Corsica)
p. 119; Pholcomma TlixyrelU (Porto -Vecchio) p. 121; Episinus lu-
gubris (Spanien, Corsica, auch bei Paris) p. 123, theridioides (Cor-
sica) p. 125; für Epeira paradoxa Lucas gründet er Oroodes n. g.
p. 127; Ariamnes nasica (Ajaccio) p. 132, argenteolus (Bonifacio)
p. 134, rostratus (Porto-Vecchio) p. 136.
Emerton zählt die 6 Arten auf, die als eigentliche Höhlen-
bewohner anzusehen sind; es sind dies; Nesticus pallidua (Fouutaiu
Cave, Virg.), Carteri (Bat Cave, Zwingle's C, Carter Co., Kent.); Liny-
phia suhterranea (Carter und Wyandotte Caves), Weijeri (Weyer's
Cave, Virg., nahe am Eingang), incerta (Fountain und Bat Caves) ;
Anthrobia mammouthia Tellk. (Mammoutb, Proctor's, Diamond Caves).
Ueber letztere Art, die Teil kämpf zu den Mygaliden gestellt hatte,
führt Packard eine briefliche Notiz Thorell's an, nach der diese
Art grosse Verwandtschaft mit der Gattung Erigone zeige, jeden-
falls aber zu den Theridiiden gehöre; dagegen erklärte Simon nach
Autopsie sie mit Leptoneta unter den Dysderiden verwandt. Am er.
Nat. IX. p. 279 f. (Die Abbildung der verschiedenen Theile dieser
Art lässt allerdings keine Aehnlichkeit mit einer Mygalide, aber
ebensowenig mit einer Dysderide erkennen, und scheint demnach
in der That zu den Theridiiden gerechnet werden zu müssen. Ref.)
Linyphia Mäklinii (Jekaterinoslaw) p. 60, guttata (Krim) p. 61 ;
Theridium innocuum (Simferopol) p. 65, cinereuw (ibid.) p. 66; Stea-
toda albo-vittata (ibid.) p. 67; Euryopis quinque- guttata (Odessa)
p. 65; Thor eil. Verz. südruss. Spinnen.
Linyphia Pyrcnaea (Pyrenaeen) p. 82, obesa (Schweden), picta
296 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(ibid.), icterica (ibid.) p. 83, fragilis (Schweiz), nitida (Lausitz) p. 84,
inßrma (Schweden), arida (Trient) p. 85, mansueta (Lausitz), diluta
(Schweden), concinna (Lausitz) p. 86, vilis (Holland) p. 87; Theri-
dium cuneatum (Schweden) p. 91, Hasseltii (Holland), Jiistrionicum
(Trient); Steatoda Oelandica (Schweden) p. 92, rugosa (Oesterreich) ;
Minicia (n. g.) spinosa (Italien) p. 93; Thorell, Diagnoses etc.
Cambridge beschreibt in den Proc. Zool. See, Lond. 1876
folgende neue Arten aus Aegypten: Steatoda si^rwato p. 568 ; Euryopis
quadrimaculata p. 569; Theridium spinitarsis, melanostictum p. 570;
Linyphia extricata Taf. LIX. 7.
Euryopis Zimmermanni (zunächst mit E. laeta Westr. und
margaritata L. Koch verwandt) von Niesky; L. Koch in den Ab-
handl. der naturf. Gesellsch. zu Görlitz. XV. p. 1 ff.
E. tarsalis $ (Capri); P. Pavesi, Atti Soc. Ital. Sc. Nat.
Modena. XVm. p. 119.
Tapinopa unicolor $ (Nordengland); Cambridge, Proc.
Berw. Club. VH. p. 319.
Phoroncidia brevispinosa, septemmaeulata, trispinosa-, Stego-
soma (n. g., Phoroncidia nahe stehend) nasutum, sämmtlich von
Ceylon; Cambridge, Proc. Zool. Soc. London. 1873. p. 123 ff.
Steatoda Caricis; Fickert, Zeitschr. Entomol. Breslau.
V. p. 72.
Theridium Ohlertii (Schweden, = minimum Westr. nee. Reuss)
p. 85, bracMatum (Ostrogothl.) p. 145 Anm.; Thorell, „Syno-
nyms etc."
L. Koch beschreibt in ausführlicher Weise Theridium tho-
racicum Hahn und die im männlichen Geschlecht so auffallenden
Mandibelu. Ferdinandeum a. a. 0. p. 291 ff.
Theridium bajulans </ $, nahe verwandt mit Th. lutipes
Cambr. (Suakin) p. 21. Taf. IL Fig. 4, 5; L. Koch, Aegypt. und
Abyss. Arachn.
Th. tuber culatum r^ (Turkestan); Kronenberg a. a. 0. p. 9.
Taf. V. Fig. 10.
Linyphia Emertonii (^ u.) $ (Labrador), Thorell, Proc.
Bost. Societ. XVIL p. 494 ff.
Linyphia furcigera (Sardinien); G. Canestrini, Atti Soc. Päd.
IL p. 47; L. Sordellii (Schweiz); P. Pavesi, Atti Soc. Ital. Sc. Natur.
Modena. XVHI. p. 268.
Linyphia aeria (Dorsetshire) ; Cambridge, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (4. ser.) XVL p. 251.
Linyphia albimaculata p. 219, trißdidens p. 220, von St. He-
lena. Cambridge, Proc. Zool. Soc. London. 1873.
L, KarpinsTcii p. 437, Dyboivskii, unicornis p. 438, Taczanoios-
kii p. 439, aus dem östlichen Sibirien; derselbe ebenda.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 297
Pacbygnathidae. Cambridge beschreibt und bildet ab Pa-
chygnatha argyrostilba aus Aegypten; Proc. Zool. Sog. London.
1876. p. 573. PI. LIX. Fig. 8.
Tetragnatha Nero (Rodriguez); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 442.
Epeiridae. Aus dieser Familie beschreibt Simon a. a. 0. III
die neuen Arten: Cyclosa Sierae (! Sierra Morena) p. 305; Epeira
confinis (Sierra Nevada) p. 307, camelina (Sierra Morena) p. 310,
agalenoides (Sierra Nevada) p. 311, ülibata (Malaga) p. 312; Pelto-
soma (n. g.) ixoides (Corsica) p. 315, tuberculiferiim (Sartene) p. 316.
Epeira Zimmermanni (Lausitz), litnans (Oberitalien); Singa
maculata (Spanien) p. 81; Zilla (?) mordax (Holland); Thor eil,
Diagnoses etc.
Epeira tartarica ^ p. 2. Taf. I. Fig. 1; Singa aenea $ p. 5,
Fig. 3; Meta dentipalpis c^ 2 V- ^- Fig. 2; neue Arten aus Tur-
kestan; Kronenberg a. a. 0.
E. omoeda (= bicornis Westr. nee. Walck., Schweden); Tho-
rcll, „Synonyms" p. 19. Zilla Kochii, Bossii, (Nizza); Thor eil,
„Synonyms' p. 33 Anm.
Meta vacülans', Nephila instigans, ardentipes, neue Arten von
Rodriguez; A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4, ser.)
XVII. p. 441 ff.
Nephila Läbülardierii $ (Neu-Caledonien) p. 130; Epeira
cupidinea (Neu-Caledonien); Thor eil in den Proc. Zool. Soc.
London. 1875.
Argiope fissiloba $ (Häbab) p. 15. Taf. II. 1; Epeira nautica
$ (Küste d. roth. Meeres) p. 17. Fig. 2, Liriope ^ (Suakin) p. 19.
Fig. 3; L. Koch, Aegypt. und Abyss. Arachniden.
Singa affinis $ p. 575; Argiope sticticaUs p. 576; Epeira
suspicax, atomaria ^ $. Taf. LIX. 9. p. 577 (Aegypten); Cam-
bridge, Proc. Zool. Soc. London. 1876.
Synonymisch-alphabetisches Verzeichniss der europäi-
schen Arten des Arachniden -Genus Epeira Walck. s. str. Thor.
Von C. Fickert in Breslau. Abhandl. der naturf. Gesellsch.
zu Görlitz. XV. p. 22 ff. Nach dieser Zusammenstellung sind 57
Arten dieser Gattung aus Europa bekannt.
Sopra la tela delF Epeira umbratica. Nota del Socio
A. P. Ninni. Atti d. Soc. Veneto-Trentina d. Scienc. Natur,
in Padova. Vol. IH. 2. p. 204 f. Tav. VI e VH.
Epeira Silesiaca (Breslau); der E. alpica sehr nahe stehend,
aber durch die Form der Epigyne unterschieden. Fickert, Zeit-
schrift Entom. Breslau. V. p. 71.
E. Pallasii (Jekaterinoslaw, Nikopol) p. 54; Zilla (?) crucifera
(Nikopol) p. 57; Thoreil, Verz. südruss. Spinnen.
298 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
E. PacJcardii (^ (Labrador; kleiner und mit anderen Copula-
tionsorganen als E. ceropegia Walck. und E. Victoria Thor.; mit
E. carbonaria L. Koch näher verwandt, nach Koch vielleicht sogar
damit identisch (Ferdinandeum p. 283)); Thorell, Proc. Bost.
Soc. XVn. p. 490 fif.
Cj'closa caudata (^ $ (Meran, Saragossa, grösser als C. conica
Degeer); L. Koch, Ferdinandeum a. a. 0. p. 287 ff.
A. G. Butler bringt ein Verzeichniss der 61 Arten der Gat-
tung Acrosoma und beschreibt die neuen Arten A. defensum p. 420
(Para), ruhrotinctum (Brasilien), rufopunctatum (Jamaica) p. 423,
raceminum (Orinocco), wamm*7Zaiwm (Santarem) p. 427; Proc. Zool.
Soc. London. 1873.
Acrosoma quadrituberculatum $ (Nordamerika); E. Simon,
Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. LXXXVIII.
Calydna (n. g.) prospiciens (Minas Geraes); Cambridge,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIV, p. 175.
Phalangida.
Den im vorigen Bericht (s. 1874. p. 278 (26)) bespro-
chenen Recherches sur les Phenomenes de la dige-
stion chez les Insectes hat F. Plateau nun auch eben
solche Untersuchungen an Myriapoden Belgiens (Me-
moires de l'Academie royale des sciences, des lettres et
des beaux-arts de Belgique. XLIL 1876) und Phalangi-
den (Bulletin de TAcad. etc. de Belg. 2me ser., t. XLIL
Nr. 11; novembre 1876) folgen lassen. Obwohl diese Un-
tersuchungen wesentlich physiologischer Natur sind, so
konnte Plateau doch nicht umhin, bei den wenigunter-
suchten Myriapoden und Phalangiden auf das anatomische
Detail einzugehen und hier einige eingewurzelte Irrthümer
nachzuweisen; die in den ;,Neuen Schriften der Danziger
Naturf. Gesellschaft" 4. Bd. erschienene Abhandlung Men-
ge's scheint ihm indessen entgangen zu sein. Bei den Chi-
lopoden erörtert Plateau auch die Homologie der Mund-
theile und zieht das gewöhnlich als zweites Unterkieferpaar
bezeichnete Extremitätenpaar des Kopfes zum ersten Pro-
thorakalsegment; mit welchem Rechte, führt er nicht aus.
Die Chilopoden sind fleischfressende Myriapoden; die
grösseren unter ihnen (Lithobius z. B.) leben von Fliegen
u. s. w., die sie mit ihren Maxillarfüssen ergreifen, durch
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 299
das ausfliessende Gift tödten und dann stückweise ver-
schlingen*. Die Arten, bei denen die Mundtheile schwächer
sind (Cryptops und Himantarium), leben von kleineren In-
sekten und Arachniden, letztere nachgewiesener Massen von
Poduriden. Am Darm unterscheidet Plateau die drei
Abschnitte Vorder-, Mittel- und Enddarm. In den ersteren
(in der Mundhöhle) münden Speicheldrüse ein, deren Zahl
nur zwei beträgt und deren Gestalt bald einfach schlauch-
förmig, bald traubig ist; durch das Experiment Hess sich
eine Identität ihres Sekretes mit dem der Insekten (und
Säugethiere) nicht nachweisen, so dass sie den Speichel-
drüsen der Insekten nur homolog genannt werden können.
Bei den Gattungen Himantarium und Geophilus besitzt der
Vorderdarm eine ungewöhnliche Länge bei einem sehr ge-
ringen Durchmesser; seine Wände besitzen eine Muskel-
schicht, eine tunica propria, ein gering entwickeltes (bis-
't^reilen fehlendes) Epithel und eine chitinige Intima. Bei
Cryptops findet sich an seinem Ende ein sog. Kaumagen,
dessen Chitinborsten nach vorne gerichtet sind und hier
so wenig wie bei den Insekten seinen Namen mit Recht
trägt. Der Mitteldarm ist mit Ausnahme von Cryptops der
umfangreichste Theil des Darmes; ihm fehlt die chitinige
Intima, während das Epithel eine grössere Bedeutung ge-
winnt. Zwischen Mittel- und Enddarm münden die Mal-
pighi'schen Gefässe ein, deren bei Lithobius, Cryptops,
Himantarium, Geophilus und Glomeris 2, bei Julus 4 vor-
handen sind. Der Enddarm ist gewöhnlich kurz und bil-
det meist eine Schlinge. Bei den meisten Gattungen pas-
sieren die Nahrungsmittel sehr rasch den Munddarm, um
in dem Mitteldarm der verdauenden Wirkung des von den
Epithelzellen abgesonderten braunen Saftes ausgesetzt zu
werden, der gewöhnlich neutral, selten alkalisch, und nur
bei Julus schwach sauer reagiert. Bei Cryptops bleiben
die Brocken längere Zeit in dem „Kaumagen" und werden
hier unter dem Einflüsse des aus dem Mitteldarm übertre-
tenden Sekrets verdaut, worauf sie erst in den Mitteldarm
gelangen (?). Die unverdaulichen Reste (Chitinhaut, Schup-
pen etc. von Arthropoden, Zellulosemembran von Pflanzen-
zellen) werden nebst den etwa verschlackten Sandkörnchen
300 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
mit einer feinen Schicht (die wie das Chitin der Einwir-
kung von Kali widersteht) umgeben und durch den After
entleert; welche Zellen dieses Häutchen absondern, konnte
Plateau nicht ermitteln. (Wäre es nicht möglich, dass
diese Schicht, als eine Art Verwitterungsrinde, unter dem
Einfluss des verdauenden Magensaftes sich bildete? Refer.)
Der Inhalt des Enddarmes reagiert neutral oder schwach
alkalisch, niemals, auch nicht bei Julus, sauer. Die Mal-
pighi'schen Gefässe sind rein exkretorischer Natur, wie bei
den Insekten.
Bei den Phalangiden zerfällt der Darm ebenfalls in
die drei bekannten Abschnitte, ist aber, der gedrungeneren
Körpergestalt entsprechend, weit kürzer. Compensiert wird
indessen diese geringe Längenentwickelung durch die grosse
Anzahl (30) von Blindschläuchen, die den Mitteldarm be-
setzen und in denselben mit sechs Oeffnungen einmünden^
Während der Mitteldarm selbst eine dicke muscularis be-
sitzt, entbehren sie einer solchen vollständig; sie besitzen
neben einer tunica propria nur eine einfache Epithelschicht
von Drüsenzellen, und dieser ganze Complex von Blind-
schläuchen wird von Plateau als Homologon (oder Ana-
logon ?) der Leber der Arachniden angesehen. Auch bei
den Phalangiden münden zwischen Mittel- und Enddarm
die beiden sehr langen Malpighi'schen Gefässe ein, nach-
dem dieselben vielfache Windungen zwischen den Blind-
säcken gemacht haben. Die eingenommene Nahrung pas-
«iert in kurzer Zeit den Munddarm und wird im Mitteldarm
durch das neutrale (oder bisweilen schwach alkalische)
Sekret der Blindsäcke verdaut und dann die unverdau-
lichen Reste nebst dem Exkret der Malpighi'schen Gefässe
entleert; letzteres enthält nicht das für die Araneiden so
charakteristische Guanin.
Zu einem von Plateau abweichenden Resultate ist
M. Jousset de Bellesme gelangt. „Recherches experi-
mentales sur la digestion des Insectes et en par-
ticulier de la Blatte" (8vo, Paris, 1875) und Comp-
tes Rendus. 1876, p; 96 ff. Jousset beschränkte Sjeine
Untersuchungen auf Periplaneta orientalis, weil er in die-
ser ein Insekt fand, das wegen der Grösse der Drüsen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 301
gestattete, das Sekret aus den einzelnen Drüsen selbst zu
erhalten, und nicht erst zu studieren, nachdem es bereits
in den Darm eingetreten war. Bei einer Prüfung der drei
Drüsengruppen ergab sich nun, dass die vordem, die sog.
Speicheldrüsen, ihren Namen mit Recht führen, indem sie
Stärkemehl in Zucker verwandeln. Die zweite Drüsen-
gruppe, die Blindschläuche des Magens sondern einen deut-
lich sauer reagierenden Saft ab, der die Eigenschaft
besitzt, Albuminoide (geronnenes Eiweiss, Casein, Fibrin)
aufzulösen und in Peptone zu verwandeln und ferner Fett
in Emulsionen überzuführen. Die Malpighi'schen Gelasse
sind auch nach Jons s et für die Verdauung von keiner
Bedeutung und rein excretorischer Natur.
In einer Note sur les phen. d. 1. dig. chez la
Blatte americaine (Periplaneta americana L.) Bruxelles,
1876, bleibt dagegen F. Plateau bei seiner Behauptung,
dass die Secrete der Drüsen des Darmes nicht sauer rea-
gierten. Zeige sich daher eine sauere Reaction des Darm-
inhaltes, so rühre dieselbe von einer Zersetzung der auf-
genommenen Nahrung her; übrigens sei auch leicht eine
Täuschung möglich, wenn man die sauere Reaktion durch
Lackmuspapier erkennen wolle ; um hier Irrthümer zu ver-
meiden, müsse man das Lackmuspapier auf eine Glasplatte
legen und gegen einen weissen Hintergrund (Blatt Papier)
betrachten.
A. Stecker beschreibt und bespricht die systematische Stel-
lung von Gibocellum sudeticum] vgl. oben p. 259(51). Sitzungsb.
kgl. Böhm. Gesellsch. d. Wissensch. in Prag. Jahrg. 1875.
p. 239 ff.
Cambridge gründet eine neue Familie (Crotonoides) auf eine
neue Gattung Westivoodia, deren Charaktere zu unvollständig sind,
als dass sich ein sicheres Urtheil über dieselbe fällen Hesse. Cam-
bridge stellt die Familie mit der Angabe „General appearance
somewhat Acarideous" unter die Phalangiden; die entscheidenden
Mundtheile sind nicht untersucht; nach ihrer Kleinheit scheinen sie
eher für die Milbennatur zu sprechen. Die Gliederung zwischen
Brust und Hinterleib ist undeutlich; 2 Augen; Beine Ggliedrig, na-
hezu von gleicher Länge. Ein eigenthümliches Ansehen erhält der
Körper dadurch, dass er auf seiner Oberseite in eine grosse, unre«
gelmässige Erhöhung ausgezogen ist. Die Geschlechtsölfnung befin-
det sich dicht hinter den Hüftgliederu des letzten Beinpaares. Ueber
302 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die Lebensweise und das Vaterland der Art (W. obtecta)^ die in
einem einzigen weiblichen Exemplar vorliegt, ist Nichts bekannt.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 385 fip. PI. XVL Fig. 2.
Cyphophthalmus cimiciformis (Ceylon); Cambridge, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 388 ff. Plate XVL Fig. 3.
Trogulus tuherculatus (Padova); G. Canestrini, Osservaz.
Aracnolog. p. 22L
A. G. Butler giebt ein monographisches Verzeichniss der
Gonyleptes-Arten und beschreibt die 3 neuen Arten G. annillatus
(Ecuador) p. 115, ancylophorus (Quito), telifer (Ega) p. 116. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4.) XL p. 112 ff. Die Zahl der Arten ist 19.
Egaenus sinister, Clairi (Constantinopel) ; E. Simon, Bull.
Soc. Ent. France. 1876. p. CXCVIL
Ischyropsalis Ädaniii p. 50; Namastoma dentigerum (Padua)
p. 51; G. Canestrini, Atti Soc. Padov. H; Liodes larvatus (Ca-
labrien), derselbe ebenda III. p. 163. Liobunum sodalissimum
(Casa Bianca, Marocco); C. Koch, Bericht über die Senckenb. na-
turforsch. Gesellsch. 1872—1873. p. 107.
Chernetina.
lieber die Entwickelung des Eies von Chthonius und die
Blastodermbildung von A. Stecker s. oben p. 257 (49).
Derselbe beschreibt neue indische Chernetiden.
Sitzungsber. Kais. Akad. Wissensch. Math, naturw. Klasse
LXXII. p. 512 ff. Dieselben sind Ectocera (n. g., Chernes ähnlich,
aber mit zwei deutlichen Augen) Helfen p. 615, hidens p. 518;
Megathis (n. g., Chtonius ähnlich, aber mit zwei grossen, oben auf
dem Cephalothorax liegenden Augen) Kochii p. 521, desiderata p. 522;
Obisium trifidum p. 523. Der ausführlichen Beschreibung sind ver-
grösserte Abbildungen des Chitinskeletes hinzugefügt. Die Bemer-
kungen über die schmarotzende Lebensweise der Chernetiden dürften
indessen wohl längst als antiquiert zu betrachten sein, da alle bis-
herigen Beobachtungen ergeben haben, dass die Chernetiden die an-
deren Arthropoden (meist Insekten, aber auch Opilioniden) nur als
Transportmittel benützen, indem sie sich mittels ihrer scheerenför-
migen Taster meist an den Beinen festhalten. (Dagegen habe ich
häufig bemerkt, wie sie kleinere Insekten (Troctes, Psocus) mit ihren
Scheeren ergriffen und dann zum Munde führten). Eben so zweifel-
haft ist die weitere Bemerkung, dass früher auch die Ectoceras-Arten
blind waren, aber Augen bekommen hätten, da der Kampf ums
Dasein so stark war, dass die Blindheit zu viel Schaden
mit sich brachte, p. 517.
Derselbe erörtert die Synonymie der von Menge (Neueste
Schriften naturf. Ges. Danzig. 1855. V. 2) beschriebenen Arten und
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 303
gelangt zu dem Resultat, dass Chthonius maculatus Menge als Va-
rietät zu C. trombidioides Latr. gehört, Chel. rhododactylus Menge
ein junger C. cancroides L., Chernes oblongus und cimicoides (Fabr.)
dagegen richtig seien. (Stecker verstösst vollständig gegen den
unter den Zoologen herrschenden Brauch, indem er seinen Namen
hinter den von anderen Autoren aufgestellten Speciesnamen setzt.
Dies Verfahren ist selbst dann nicht zu rechtfertigen, wenn er die
erste mustergültige Beschreibung der betreffenden Art gegeben
hat, was indessen nicht einmal der Fall ist.) Berl. Ent. Zeitschr.
XIX. p. 306 ff.
Derselbe macht unter Zugrundelegung der namentlich von
L. Koch zusammengestellten Daten, die geographische Verbrei-
tung der europäischen Chernetiden (Pseudoscorpioue) zum
Gegenstande eines besonderen Aufsatzes. Dieses Archiv 1875. I.
p. 159 ff. Als wesentlichstes Ergebniss dieser Statistik ist zu ver-
zeichnen, dass die Anzahl der Chernetiden von Norden nach Süden
und namentlich nach Westen hin stetig zunehmen und dass sich die
Cheliferinae (in ganz Europa 5 Gattungen, 30 Arten) und Obisinae
(4 Gattungen, 22 Arten) in den einzelnen Gebieten ziemlich das
Gleichgewicht halten und nur im Süden die ersteren die letzteren
bedeutend überwiegen.
Derselbe (zur Kenntniss der Chernetidenfauna Böh-
mens) giebt ein Verzeichniss der ihm bekannten Arten Böhmens
(Cheiridium 1, Chernes 4, Chelifer 5, Roncus 1, Chthonius 3, Obi-
sium 5). Neu sind Chernes hoJieniicus p. 233 und Chelifer serratus
p. 235. Sitzungsber. kgl. Böhm. Gesellsch. d. Wissensch.
in Prag. Jahrg. 1874. p. 227 ff.
Ritsema liefert ein ebensolches von den in den Niederlanden
beobachteten Arten (Cheirid. Museorum; Chernes Reussii, Hahnii;
Chelifer cancroides, Sohäfferi, granulatus; Chthonius Rayi; übisium
museorum); Tijdschr. v. Ent. 18. Bylage A. p. XXXIII f.
C. 0. Waterhouse fand einen Chelifer zwischen Flügel-
decken und Hinterleib eines grossen Passalus. Entom. Monthl.
Mag. XII. p. 26.
Chelifer breoipalpis (Padova), Ninnii (Valle Dogado); G. Ca-
nestrini, Oss. Aracn. p. 226 f.
Blothrus cephalotes (Höhle bei Baux); E. Simon, Bull. Soc,
Ent. France. 1875. p. CCVI.
Obisium dolicodactylum (! Trentino); Canestrini, Osservaz.
Aracnolog. p. 229 (13).
Acarina.
F. Loew vervollständigt durch Nachträge das frühere Ver-
zeichniss der Milbengallen, deren Erzeuger nicht näher berücksich-
tigt sind. Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien. XXV. p. 621 fl;
Vgl. Bericht über Entomologie, 1874. p. 265 (13).
304 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eine umfangreiche Abhandlung über die Anatomie, Entwicke-
lungsgeschichte und Systematik der Milben, speciell der mit Tetra-
nychus verwandten Arten, hat A. L. Donnadieu in den Annales
de la Societe Linneenne de Lyon. XXII. p. 29—163. Taf. I— XII
unter dem Titel Recherches pour servir ä l'histoire des
Tetra nyques veröffentlicht. In dem allgemeinen Theile setzt
Donnadieu das System der Milben auseinander, indem er zunächst
die Wassermilben mit den beiden Familien der Hydrarachniden und
Ataciden von den in der Luft lebenden ausscheidet. Letztere zer-
fallen in Heteropoda (Füsse verschieden untereinander) mit den Kral-
len tragenden Trichodactyliden und den Blasentragenden Sarcopti-
den und in Homopoda, deren vier Fusspaare gleich gebaut sind.
Bei den Oribatiden ist das Integument ganz, bei den Ixodiden und
Gamasiden theilweise verhornt; die übrigen Familien der Trom-
bidioniden, Sciriden, Tetranychiden und Tyroglyphiden besitzen eine
unverhornte Körperhaut. Wie man sieht, ist bei dieser Eintheilung
der Bau der Mundtheile ganz unberücksichtigt gelassen und dem-
nach sehr fraglich, ob die so umschriebenen Gruppen natürliche Fa-
milien bilden. Die in der Abhandlung besprochenen Arten belaufen
sich auf 16 und gehören den Gattungen Tenuipalpus (3), Brevipal-
pus (2), Distigmatus (1), Tetranychus (7), Phytocoptes (3) an. Ein
näheres Eingehen auf die Resultate, zu denen der Autor gelangt
ist, werde ich unterlassen und zwar einmal aus dem Grunde, weil
dadurch der Umfang dieses Berichtes zu sehr wachsen würde und
zweitens desshalb, weil sehr zahlreiche Behauptungen im Wider-
spruch mit den Ergebnissen anderer Forscher stehen oder an und
für sich unwahrscheinlich sind, ohne dass Donnadieu die entgegen-
stehenden Beobachtungen eingehender berücksichtigt und widerlegt
hätte. Demnach scheint mir, als ob wohl manche der hiev behaup-
teten Thatsachen sich als irrig herausstellen würden. (Folgende
Beispiele seien erwähnt: Bei einzelnen Arten, Tenuipalpus glaber
und spinosus, ist die Körperhaut, d. h. das Integument, aus hexa-
gonalen Zellen zusammengesetzt. Der Verdauungskanal besitzt Blind-
därme, die bis ins Ende der Füsse reichen und dient zugleich als
Circulationsapparat (!); das Nervensystem besteht nur aus dem g.
supraoesoph. mit den beiden Augennerven; die bald paarigen, bald
unpaaren Geschlechtsdrüsen, deren Ausführungsgänge stets mit acces-
sorischen Drüsen versehen sind, münden am Körperende, dicht
unter dem After, in einer Längsspalte, die D. fente genitoanale
nennt. Auch ist es mir zweifelhaft, ob die allenthalben vorkom-
menden Speichel- oder Spinndrüsen den dargestellten Bau besitzen.)
In dem letzten Theil, Etudes zoologiques, sind die Diagnosen
der Familie, Gattungen und Arten mitgetheilt. Einen Auszug dieser
Arbeit giebt derselbe im Journal de Zoologie. IV. p. 259 fF.
Beiträge zur Naturgeschichte der Hydrachniden
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 305
bringt P. Kramer. Dieses Archiv, 41. Jahrg. Lp. 263 ff. Taf. VIII
und IX. In der Haut dieser Milben wie der übrigen Arthropoden
verlaufen Porenkanäle, oft von beträchtlicher Weite und sich im
Inneren zu mehreren vereinigend. Neben den bei den einzelnen Arten
in sehr konstanter Zahl und Anordnung auftretenden Haaren mün-
den meist die schon von Claparede beschriebanen Drüsen. Für
Porenkanäle hält Kr am er auch die die Geschlechtsöffnung umge-
benden Näpfe, die bisher meist als Saugnäpfe gedeutet wurden.
Hinsichtlich der Deutung der Mundtheile hat der Verfasser eigen-
thüraliche Anschauungen, die z. Th. ohne Rücksicht auf die nächsten
Verwandten und ohne solche auf die anatomischen Beziehungen,
namentlich zum Nervensystem, aufgestellt sind. Er glaubt nämlich die
Oberkiefer als wirkliche Oberkiefer, die Unterkiefer als erstes Unter-
kieferpaar, und ein zwischen diesem liegendes Plattenpaar als Hüft-
platten eines zweiten Unterkieferpaares, das der Unterlippe der In-
sekten homolog sein soll, bezeichnen zu können. Dasselbe trägt
keine Taster ; dagegen sind 4 Beinpaare vorhanden , die, das Hüft-
glied abgerechnet, aus 6 Gliedern bestehen. Das letzte trägt ge-
wöhnlich 2 Krallen. Das vierte Glied des letzten Beiupaares ist in
den meisten Fällen mit sekundären Geschlechtsauszeichnungen ver-
sehen. Die Darstellung des inneren Baues ist etwas dürftig. Eine
gewöhnlich sehr enge Speiseröhre mündet in einen 5 — 6-lappigen
Magen, In die Mundhöhle ergiesst sich das Sekret von 2 Speichel-
drüscnpaaren, von denen das eine einen traubigen Bau besitzt. Das
zweite ist verästelt schlauchförmig und soll an der Basis der Ober-
kiefer münden. Ein Herz war nicht wahrzunehmen. Als Athmungs-
organe wurden in allgemeiner Verbreitung Tracheen beobachtet, die
in zwei ober der Mundöffnung auf einer gemeinsamen Platte befind-
lichen Stigmen entspringen. Respiratorische Hautblasen, die Cla-
parede bei Atax gefunden hat, sind von Kr am er nicht wieder
beobachtet worden. Die Hydrachniden scheinen nur 2 Augen, aber
mit je 2 Linsen, also zusammengesetzte, zu haben. Ueber die Ge-
schlochtsverhältnisse ist genügendes liicht noch immer nicht ver-
breitet. Die Hoden strotzen zur Zeit der Reife von fadenförmigen
Elementen, die in Form von wellenartig geschlungenen Strängen
dieselben anfüllen. Im Wasser quellen diese Elemente ungemein auf
und werden dann unsichtbar, da sie das gleiche Brechungsvermögen
wie das Wasser haben. Kramer lässt unentschieden, ob es einfache
Spermatozoen oder Spermatophoren sind. Ebenso liess sich nicht
direkt durch die Beobachtung entscheiden, ob die männlichen Ge-
schlechtsprodukte in die Leibeshöhle entleert oder durch besondere
vasa efferentia hinausbefördert werden ; da aber Kramer bei einigen
Weibchen deutliche Eileiter gesehen hat, so neigt er der letzteren
Ansicht zu. (Doch meint er von einer Art, Eylais extendens, dass
Archiv für NatnrR. XXXXII. Jahrg. 2. Bei. Ü
306 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auch die Eier in die Leibeshöhle fielen; indess ist die Darstellung
des Eierstockes und der Entwickelungsgeschichte des Eies derart,
dass man einige Bedenken gegen die Richtigkeit der geschilderten Ver-
hältnisse nicht unterdrücken kann.) Der systematische Theil behandelt
die bei Schleusingen in Thüringen beobachteten Arten. Die sieben
Gattungen sowie deren Arten sind in analytischer Weise charakteri-
siert; darauf folgt eine ausführlichere Beschreibung der 26 Arten.
Als neu werden aufgeführt Atax coeruleus p. 294, loricatus p. 295;
Nesaea communis p. 298, striata p. 299, hrachiata p. 300, trinotata,
tripunctata p. 302, dentata, elUptica p. 304, stellaris p. 306, mollis
p. 307, aurea p. 308, villosa p. 309; Äturus (n. g.) scaher p. 309;
Äxona (n. g.) viridis p 310; Limnesia maculata, undulata p. 312;
Ärrhenurus crassicaudatus p. 318, reticulatua p. 320, Uneatus p. 321.
In einem Anhang kritisiert Kramer die Gattungen anderer Autoren
und erkennt folgende an, die durch gute Kennzeichen diagnosticiert
werden: Aturus, Limnochares, Eylais, Limnesia, Ärrhenurus, Diplo-
dontus, Axona, Hydrachna, Midea, Hygrobates, Nesaea, Atax.
Desselben Beiträge zur Naturgeschichte der Milben,
ebenda XLII. p. 28 ff., behandeln folgende Punkte: 1) Welches
Beinpaar fehlt den Milbenlarven? Diese Frage lässt sich bei einer
Milbenart, die in Gallen auf Prunas Padus lebt, dahin beantworten,
dass das letzte Fusspaar dasjenige ist, das den Milbenlarven noch
fehlt. Bei den Wassermilben dagegen, und zwar speciell bei der
Gattung Nesaea Koch fehlt eins der beiden vorderen Beinpaare den
Larven.
2) Die Segmentierung des Milbenkörpers, wie sie sich na-
mentlich an der in den Gallen von Prunus Padus lebenden Art
zeigt, rechtfertigt wenig die Ansicht, dass das erste Arachnidenfuss-
paar noch dem Kopfe zuzuzählen sei, da sich eine Furche immer
nur zwischen dem zweiten und dritten Fusspaar vorfindet.
3) Eine Vergleichung der Mundtheile von Cheyletus, Tyro-
glyphus, Hi st io Stoma (n. g.) mit denen der Trombidien und Ga-
masiden zeigt in übereinstimmender Weise die von Kramer Kiefer-
taster, Kieferfühler, Zunge und Unterlippe genannten Theile; in
einem Falle kommt noch ein lanzettförmiges Organ hinzu.
4) Kram er fand Männchen von Tyroglyphus, die sich von
den Weibchen nur in untergeordneten Punkten unterscheiden und
kommt demnach zu dem Schluss, dass die Hypopus nicht einfach
die Männchen von Tyroglyphus sein können, wie Claparedc meinte,
ohne indessen ihre Bedeutung weiter aufzuklären.
Ebenda p. 106 ff. Taf. VI berichtet Flögel über eine
merkwürdige, durch parasitische Milben hervorgerufene
Gewebsumbildung. Die roth gefärbten, nicht näher bezeichneten
Milben fanden sich namentlich im Juli und August am Hinterleib
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 307
gewisser Spinnenarten schmarotzend vor, indem sie ihre beiden
Mandibelbaken durch die Haut der Spinne geschlagen hatten und
so, bloss mit den Mundtheilen befestigt, vor Anker lagen, üeberall
fand sich nun im Körper der Spinne ein unregelmässig dichotomisch
verästeltes Bäumchen vor, dessen Zweigspitzen eine kugelig ange-
schwollene Blase tragen; das ganze Gebilde sieht somit auf den
ersten Blick einem Schimmelpilz mit Sporangien täuschend ähnlich.
Seinen Ursprung nimmt das Bäumchen immer an der Stelle, wo die
Milbe sich festgesetzt hat; Anfangs sind die Stämmchen klein und
dünn und wachsen durch Intussusception in die Dicke: bald aber hört
das Dickenwachsthum auf und es findet ein Wachsthum nur noch
an den Spitzen Statt. Die Substanz, aus der die Wände gebildet
sind, scheint Chitin zu sein und Flögel nimmt an, dass diese Neu-
bildung von dem Spinnenkörper ausgehe, der sich durch dieselbe
gegen den Parasiten abschliessen wolle; vielleicht kommt dem Spei-
chel des letzteren auch sein Theil bei der Entstehung dieses Gebil-
des zu.
lieber die Familie der Poecilophysidae und Poecilophysis
Kerguelensis Cambr. s. oben p. 254 (40); desgleichen über Grotonol-
des Cambr. p. 301 (93).
G. Stewardsou Brady giebt eine Uebersicht der an den
britischen Küsten beobachteten marinen Milben nebst der Beschrei-
bung (4) neuer Arten. Proceed. Zool. Societ. London. 1875.
p. 301 ff.
G. Canestrini und F. Fanzago beschreiben Nuovi Acari
Italiani, Atti d. Soc. Veneto- Trentina d. Sc. Nat. res. in
Padova. V. Fase. 1. Es sind dies: Zercon mucronatus, furcatus;
Gamasus plumifer; Iphis ovum] Tetranychus vestitus, pilosus; Cali-
gonus calyx, pulcher, clavatus, cimeatus, coronatus, marginatus ;
Heteronychus (n. g., mit Tetranychus verwandt; erstes Fusspaar
mit starkem Dorn, zweites mit einem Borstenbüschel) hirtus; Eupa-
\\\B Maseriensis; Stigmaeus öiCoZor; Tydeuä tetratiemus] Acarus 7tia7n-
millaris, armatus. Tarsonemus (n. g. für Chironemus Canestr.)
fioricölus.
Sarcoptidae. Megnin theilte in der Seance du 29 no-
vembre 1875 der Academie des Sciences de Paris mit, dass
Sarcoptes scabiei var. equi an der Unterseite des zweiten Gliedes
der Vorderfüsse eine starke, gebogene Kralle und auf dem Cephalo-
thorax Chitinplatten besitze. Diese Charaktere finden sich auch bei
den anderen Arten resp. Varietäten, aber nicht so deutlich.
Nach demselben erklärt sich der schon früher beobachtete
Fall einer während des Sommers aussetzenden Krätze bei Rindern
und Pferden (Symbiotes spathifer) in der Weise, dass in dieser Jah-
reszeit das Fortpflanzungsgeschäft eingestellt ist. Die Thiere leben
308 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
während dieser Zeit oberflächlich und nach den Vermuthungen des
Verfassers von den natürlichen Ausschwitzungen. Compt. Rend.
79. Nr. 1; auch mitgetheilt ira Zool. Garten. XVI. p. 74.
Torynophora (n. g.) serrata (Kerguelen); Cambridge,
Proc. Zool. Soc. London, 1876. p. 259 f. Taf. XIX. Fig. 1.
Histio Stoma (n. g., Phyllostoraa olim) pectineum, in der
Nähe von Tyroglyphus stehend ; Kramer, dieses Archiv, XXXXII.
I. p. 39 und p. 105 Anm.
Tyroglyphus Phylloxerae, an Weinwurzeln sich von Phylloxera
nährend, Riley und Planchen in den Transact, of the Aca-
deray of Science of St. Louis Vol. IIT. Nr. 2. p. 215.
Gamasidae. Unsere Kenntniss von dem Bau, der Lebensweise
und Artenzahl der deutschen Vertreter dieser Familie sind in er-
heblicher Weise durch P. Krämer (Dieses Archiv, XXXXII. I, p.
46 ff.) gefördert worden. Mit Ausnahme von Dermanyssus ist die
Haut bei den übrigen Gamasiden auf dem Rücken und der Bauch-
fläche grösstentheils verhornt und lässt namentlich bei der Gattung
Gamasus in den einzelnen verhornten Partieen einen Rest der ge-
wöhnlich verloren gegangenen Segmentierung erkennen, während bei
der Gattung Notaspis der Rücken von einem ovalen Panzerstück
bedeckt ist, das an seinen Rändern durch unverhornte Haut mit dem
Bauchpanzer zusammenhängt. Bei Gamasus sind am Bauchpanzer
durchweg 3 Platten zu unterscheiden, wogegen bei Notaspis bald
ein einziges Stück, bald eine verschieden grosse Anzahl von Panzer-
platten vorhanden ist. Die Zahl der Glieder der Beine ist nach
Kr am er 10 (doch scheint es mir, als ob er die Verbindungshäute
zwischen den Gliedern z. Th. mitgezählt hätte); die einzelnen Glie-
der, mit Ausnahme des Hüftglicdes, werden durch Ordnungszahlen
bezeichnet, da eine Vergleichung mit den entsprechenden Theilen
der Insektenbeine nicht thunlich scheint. Bemerkenswerth ist das
Krallentragende Glied, sowie der Mechanismus, der ein Einziehen
und Ausstrecken der Krallen pestattet. Als Kopfröhre bezeichnet
Kr am er denjenigen vorderen Theil des Leibes, an welchem die
Kiefertaster und in welchem die Muudtheile angebracht sind; zwischen
Rumpf und dieser Kopfröhre befinden sich auf der Unterseite die
den Gamasiden eigenthümlichen Bauchtaster eingelenkt, die beim
Männchen vielleicht eine Beziehnung zum Begattungsakte haben.
Unter den Mundtheilen sind die scheerenförmigen Mandibeln in
erster Linie zu. erwähnen. Sie bestehen aus drei Gliedern und können
vorgestreckt und eingezogen werden; die Retraktoren inseriren
weit rückwärts im Körper, bei den Arten mit 2 Rückenplatten an
dem hinteren Rande der ersten; bei der Gattung Notaspis ist die
Scheere im Vergleich zu den sehr langen ersten Gliedern nur schwach
entwickelt. Die Unterlippe trägt seitlich zwei bewegliche Anhänge,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 309
die als Lippentaster angesprochen werden, während die Innenseite
der Mundhöhle mit zwei gefiederten Seitenhörnern ausgestattet ist,
über deren morphologische Bedeutung Nichts mitgetheilt wird.
Die Gamasiden besitzen zwei kreisförmige Stigmen, die über
dem Hüftgliede des 3. oder 4. Fusspaares in einer zwischen Rücken-
iind Bauchplatte verlaufenden Rinne liegen; diese Rinnen erstrecken
sich ziemlich weit nach vorn und nähern sich am vorderen Ende
des Rückenschildes fast bis zur Berührung. Die Tracheen sind viel-
fach verästelt. Der Magen der Gamasusarten ist kurz, mit 3 Paaren
von Blindsäcken, der von Notaspis gestreckt mit nur 2 Paaren von
Blindsäcken. In die Mundhöhle münden die mit spiraligem Chitin-
faden versehenen Ausführungsgänge der Speicheldrüsen aus und
zwar sind diese Ausführungsgänge auf stiletartigen Spitzen neben
den Kiefertastern angebracht. Ein zweites Paar von Speicheldrüsen,
wie es Pageustecher bei andern Milben beschrieben hat, liess sich
bei den Gamasiden nicht beobachten.
Die männliche Geschlechtsöffnung liegt unmittelbar hinter den
Bauchtastern; von hier läuft ein allmählicli sich erweiternder Kanal
nach hinten, in den ausser den beiden Hoden noch 2 Drüsen ein-
münden. Die Samenelemeutc sind leicht S-förmig gebogen und ohne
Bewegung (nach der Abbildung wahrscheinlich Spermatophoren; Ref.).
Die entsprechend der Grösse der Eier oft sehr grosse weibliche
Gesclilechtsöffnung liegt zwischen den Hüften der beiden hinteren
Fusspaare; bei Notaspis münden in die Eileiter zwei kleine kugel-
förmige Drüsen; bei Gamasus ist der Geschlechtsapparat noch un-
bekannt. Ein lebhaft pulsierendes Herz lässt sich bei frisch gehäu-
teten Gamasusarten unschwer im letzten Drittel des Hinterleibes
beobachten.
In dem systematischen Theil sind von den Koch'schen 7 Gat-
tungen nur 3 beschrieben: Notaspis, Gamasus und Dermanyssus,
auf welche letztere aber nicht weiter eingegangen wird; dazu kommt
Tracliynotus. Die Gattungen lassen sich folgcndermassen cha-
rakterisiren : Notaspis. Bauchpanzer mit Gruben, in die die Füsse zu-
rückgezogen werden können, den Rückenpanzer ringsum berührend,
vorn von der Kopfröhre durchbohrt (3 n. A.). Tracliynotus.
Bauchpanzer ohne Gruben für die Füsse, sonst wie Notaspis (2 n. A.).
Gamasus. Bauchpanzer ohne Gruben; Kopfröhrc zwischen Rücken-
und Bauclipanzer. (Neben G. coleopteratorura und uemorcnsis
K. 24 n. A.)
M. Megnin hat eine Revision dieser Familie vorgenommen.
Die eigentliche Abhandlung ist mir nicht zu Gesicht gekommen,
und ich kann daher nur nach der kurzen Note berichten, die dar-
über in der Academie de Sciences de Paris; Seance du 31.
Mai 1875, mitgetheilt ist. Danach müssten eine Reihe von Arten
310 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
eingehen, da sie auf nur ein Geschlecht oder auf Larveuzustände
gegründet sind. So ist Gamasus coleoptratorum die Larve, G. te-
studinarius das Weibchen und G. crassipes das Männchen einer und
derselben Art. Der Parasitismus ist überhaupt nur dem Larven-
(Nymphen-) Stadium eignen.
Neue marine Arten von der britischen Küste sind: Gamasus
marinus (Sunderland) p. 307. PI. XLI. F. 5—7; Cheyletus (vom
Autor in gegenwärtige Familie gestellt) Eohertsoni (Durham, 27 Faden
tief) p. 308. PI. XLL Fig. 1—4; G. St. Brady, Proceed. Zool.
Societ. London. 1875.
Ixodidae. G. F ritsch erörtert die Frage, ob die ,,Giftwanze
von Mianeh", Argus reflexus, wirklich so gefährlich sei, und be-
jaht diese Frage. Namentlich haben durchreisende Fremde in
Mianeh und Turkomanschei von dieser Zecke viel zu leiden. Sie
scheint übrigens mit der in ganz Persien verbreiteten Saurazecke,
unter welchem Namen sie ja auch verstanden wird, identisch zu
sein und an den genannten beiden Orten nur deshalb so gefährlich
zu sein, weil der Körper des Reisenden durch die Aufnahme von
septischen Stoffen, die in jenen Gegenden so häufig perniciöse Fieber
hervorrufen, in höherem Grade afficirt wird. Der gegen den Ein-
fluss der Malarie mehr abgehärtete Eingeborene leidet auch weniger
von der Zecke. Sitzber. Ges. naturf. Freunde. Berlin. 1875.
p. 61 ff.
Holothyrus testudinetos (Rodriguez; mit nur 3 Beinpaaren,
daher Larve, vielleicht von H. coccinella); A. G. Butler, Ann.
a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XVII. p. 444.
Hyalomma puta (Kerguelen auf Pygosceles taeniatus); Cam-
bridge a. a. 0. p. 260, Taf. XIX. Fig. 3.
Trombidiidae. G. Stewardson Brady lehrt folgende neue
marine Arten von den britischen Küsten kennen : Trombidium fii-
cicolum (Roundstone Bay, Irel.) p. 303 ; Pachygnathus scidptus (Dur-
ham, North Yorkshire) p. 306, PI. XLII. F. 1—6. Proceed. Zool,
Societ. Lond. 1875.
P. Megnin zeigt in den Ann. d. Sc. Natur. Zool. IV. Nr.
4—6. Art. 5, dass die von Duges als Trombidium Flmlangii ge-
nannte Milbe ein Jugendzustaud (Nymphenstadium) von Tr. fuligi-
nostim Herm. ist, aus deren Eiern er die sechsbeinigen Larven her-
vorgehen sah, die auf Opilioniden und verschiedenen Insekten schma-
rotzen und unter mannigfachen Namen als vollkommen entwickelte
Thiere angesehen worden sind. Ebenso überzeugte sich derselbe
durch die Zucht, dass Leptus autunmalis die Larve von T. holo-
sericeum ist.
Donnadieu beschreibt a. a. 0. die neuen Arten: Tenui-
palpiis (n. g.) paimatus p. 140, spinosus, gläber p. 142; Brcvi-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 311
palpus (n. g.) öbovatus p. 144, pereger ^. 145; Distigmatus (n. g.)
püosiis ]i. 146; TetranycJms maior p. 148, piger, minor p. 149, longi-
tarsis, plumistoma p. 150, nibescens p. 152; Phytocoptes epidermi
(sie! = Typhlodr. pyri Scheuten), gallarum (= Flexipalpus tiliae
Scheut.) p. 154, nervorum p. 155.
Calyptostoma (u. g., die kleinen Mundtheile in einer runden
Höhlung verborgen, 6 Augen in 3 Paaren, getrennt von einander)
Hardii (Berwickshire, Engl.); Cambridge, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVI. p. 384. Plate XIII. Fig. 1.
Kramer stellt die neue Gattung Dendroptns auf; Dieses
Archiv XXXXII. I, p. 199. Taf. VIII. Fig. 9—11. Der Leib derselben
ist in übereinandergreifende Piinge getheilt, die Beine in zwei weit
von einander entfernte Gruppen geordnet. Die Füsse des 4. Paares
bei den $ verkümmert, dünn, zweigliederig mit zwei Endhaaren, bei
den ^ viergliederig, stark aufgetrieben; das letzte Glied krallen-
artig. Die eine Art, D. Kirchneri, lebt in Gallen auf Prunus Padus,
Corylus avellana, Ulmus u. s. w., die zweite, D. Bohinii, fand sich
in dem Abfall von Speckkäfcrlarvenfrass.
Tetranychus telearius h. als Ursache des Kupferbrandes des
Hopfens. W. Voss in den Verhandlungen Zoolog. Bot.
Ges. Wien. XXV. p. 613 ff. Hinzugefügt sind einige anatomische
Details, von denen die Angaben über das Tracheensystem (ein vorn
gelegenes dorsales Stigma, von dem zwei Aeste seitlich ausgehen,
die in zwei Lcängsstämme münden) wohl einer Prüfung zu unter-
ziehen sein werden.
Oribatidae. Hoplophora arctata, an Weinwurzcln auf Phylloxera ;
Riley in den Trans, Acad. of Science of St, Louis. Vol. III.
Nr. 2. p 216. Fig. 9.
Bdellidae. Kramer giebt in diesem Archiv XXXXH, I, p, 183 ff.,
Taf. VIII eine Darstellung der Mundtheile von Bdella und der
von Koch zu dieser Familie gerechneten Gattung Cheyletus. Bei
Bdella ist die Unterlippe sehr lang rüssolförmig vorgestreckt und
bildet ein an seinem vorderen Rande gespaltenes Ilalbrohr, das ein
Paar als Lippentaster gedeutete Anhänge trägt, wie solche auch
bei Gamasiden beobachtet wurden. Aus der Röhre ragt der
Schlund als weit vorstreckbares Rohr hervor; wo die Halbröhre sich
zu einem vollständigen Rohr schliesst, befinden sich zwei lanzettför-
mige Blättchen, die für blosse Cutikularanhänge angesehen werden.
Weit hinter denselben liegen die Oberkiefer, die zweigliedrig, mit
langem Basalglied, und schwach scheerenförmig sind, indem das
Basalglied sich über die Insertionsstelle des Endgliedes hinaus in
eine Spitze verlängert. Eine Vergleichung der Mundtheile von
Cheyletus zeigt nun ein ganz anderes Verhalten, so dass ausser
Bdella nur noch Scirus mit Sicherheit zu dieser Familie zu rechnen ist.
312 ßertkau: Bericht über die wissenscbaftlichen Leistungen
Scirus pallidus (Kerguelen); Cambridge Proc. Zool. Soc.
Lond. 1876. p. 260. Taf. XIX. 2.
Hydracbnidae. Nesaea pusüla (Oeland) p. 100, punctata
(Gottland); Piona fusca (Lummelunda) p. 101, fulvescens p. 102;
Acercus gottlandicus p. 102; Bradybates (n. g., neben der Cur-
culionidengattung Bradybatus Germ, wohl nicht zu halten ; hält die
Mitte zwischen Hydrodroma Koch und Limnochares) truncatus (Lum-
melunda , Scara) p. 104; Neumann, Oefvers. Kong. Vetensk.
Akad. Förh. 1876. Nr. 2.
C. Semper veröffentlicht interessante Mittheilungen über
Pycnogoniden und ihre in Hydroiden schmarotzenden
Larvenformen. Verh. phys.-medicin. Gesellsch. Würz-
burg. Neue Folge. VH. p. 257 ff. Mit Taf. IV. V. Semper's
Beobachtungen sind auf Helgoland an Phoxichilidium mutilatum
Frey und Leuckart angestellt, dessen Larven in den Stöcken von
Hydractinia echinata schmarotzen. Ob die Larven in diese Stöcke
einwandern, oder von der Mutter, noch in der Eischale eingeschlossen,
in dieselben abgelegt werden, ist nicht mit Sicherheit entschieden,
doch ist die erste Alternative viel wahrscheinlicher; jedenfalls tragen
die alten Phoxichilidien ihre Eier so lange mit sich herum, bis die
erste Larvenform fertig ausgebildet ist. Diese erste Larvenforra,
die sich auch in den Polypenstöcken fand, besitzt einen viereckigen
Körper und 3 Gliedmassenpaare; dreigliedrige Kieferfühler und zwei
Beinpaare, die mit einem langen, gebogenen dünnen Endgliede ver-
sehen sind. Bei der nächsten Häutung gehen diese Beinpaare bis
auf einen kleinen Rest in Gestalt einer kurzen Borste verloren und
die Larve häutet sich mindestens noch zwei Mal, ohne im wesent-
lichen ihre Körpergestalt zu verändern; nach der zweiten der zu-
letzt gedachten Häutungen sind die Kieferfühler etwas grösser ge-
worden und der ebenfalls grössere Körper durch 2 Furchen in 3
Abschnitte getheilt, deren erster die Kieferfühler, deren beiden
letzten die letzten Spuren der beiden Beinpaare des ersten Larven-
stadiums tragen. In dem nächsten Stadium sind die beiden vor-
dersten Segmente mit einander verschmolzen, das dritte aber durch
weitere Furchen in vier Segmente zerfallen. In dem folgenden Sta-
dium, dem letzten schmarotzenden, haben die drei vorderen Seg-
mente ihre entwickelten Beine, während das Beinpaar des letzten
Segments noch rudimentär, eben angedeutet ist. Das erste Beinpaar
entspringt an der Stelle, wo das hinterste Paar des ersten Larven-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 313
Stadiums verschwunden ist. Gleichzeitig mit diesem Wachsthum der
Beine bildet der Darm die in dieselben abgehenden Blindsäcke aus.
Nachdem die Larve in diesem Zustande die Hydractinie verlassen
hat, häutet sie sich nochmals und hat dann auch das hinterste Bein-
paar vierghedrig entwickelt, eine folgende Häutung (mindestens die
achte) bringt auch das letzte Bein paar zu seiner vollständigen Aus-
bildung, und nach dieser Häutung findet eine Volumzunahme oder
ein Längen wachsthum der Körperglieder nicht mehr in erheblicher
Weise Statt: die Weibchen sind geschlechtsreif, da sich in den
Schenkelgliedern sämmtlicher Beinpaare Eierstöcke (reife?) zeigen;
dagegen ist von den Eierträgern noch keine Spur zu erkennen.
Dieser dargelegte Entwickelungsgang schliesst sich eng an den
der Acariden an und so erklärt sich denn auch Semper, gegen-
über Dohrn, ganz entschieden für die systematische Stellung der
Pycnogoniden in diesem Sinne. Was speciell den Eierträger angeht,
den Dohrn als Beweis für ein (den Arachniden fremdes) siebentes
Körpersegment anführt, so zeigt fernerhin Semper, dass er mit
dem sogen, Palpus demselben (2.) Körpersegment angehört. Bei
Nymphon entsendet nämlich das vorderste der fünf Ganglien des
Bauchstranges 2 Paare von Nerven (für die Palpen und für den
Eierträger), während die vier folgenden Ganglien je ein Nervenpaar
in die Beine schicken; die Kieferfühler erhalten ihre Nerven von
den oberen Schlundganglien und weisen sich dadurch als Homologa
der Insektenfühler aus. Demnach kommen den Pycnogoniden typisch
dieselben sechs Extremitätenpaare wie allen anderen Arachniden zu :
Kieferfühler; vorderes Kieferpaar (Palpen und Eierträger), hinteres
Kieferpaar (erstes Beiupaar) und drei Beinpaare (2.-4. Beiupaar).
Zum Schlüsse theilt Semper eine synoptische Uebersicht der Fa-
milien, Gattungen und Arten, sowie ein Verzeichniss der von ihm
im August und September bei Helgoland gefundenen Pycnogo-
niden mit.
J. Wo od- Mas on stellt die neueGa.iiung Rh o pal o(r)r7iy nchus
auf für einen Pycnogoniden von linealem, sehr schmächtigen Körper,
mit eingliedrigem, sehr langem Schnabel. Die Art, R. Kroijeri,
stammt von den Andam-Inseln. Ann. a. Mag. Nat, Hist. XIL
p. 342 f.
Nymphon graciUpes (!) (Kerguelen), styligerum (ibid.) p. 76;
hrevicaudatum p. 117; Miers in den Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVI. p.
Nymphon graciUpes (!), Maus, C. Heller, in „Neue Crusta-
ccen und Pycnogoniden" gesammelt während der K. K. Oestcrr.-
Ungar. Nordpol-Expedition: vorläufige Mittheilung; Sitzber. Kais.
Akad. Wissensch., Wien. Math.-Nat. Classe, LXXL Bd. 1.
Abth. p. 610 f.
314 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Insecta.
Von M. Girard's: Les Insectes ist Tom. IL Fase.
I. erschienen, enthaltend die Orthoptera, Neuroptera und
den allgemeinen Theil über die Hymenoptera (Anfang).
Diese Reihenfolge, durch welche Insekten mit vollkommener
und unvollkommener Metamorphose neben einander gestellt
werden, ist nicht das einzig und in erster Linie Tadelns-
werthe. Derselbe Umstand ist auch bei der Begrenzung der
Ordnungen ausser Acht gelassen und so erscheinen denn
die Neuropteren in einem viel weiteren Umfange, als man
sie in neuerer Zeit zu sehen sich gewöhnt hat. Die Einzel-
heiten dieses zweiten Theiles sind übrigens ebenso vorzüg-
lich wie die des ersten Theiles. (S. den vorigen Bericht.
1874 p. 254 (2).)
Ueber das Studium der Entomologie, seine
Wichtigkeit, seinen Reiz und die dazu erforderlichen Hülfs-
mittel giebt Dr. J. Warnimont in den Public, de ITn-
stitut Royal Grand-Ducal de Luxembourg. Sciences
Natur. XVI. p. 33 ff. beachtenswerthe Winke. (Es wird
wohl auf eine mangelhafte Bestimmung zurückzuführen
sein, wenn der Verf. p. 36 den Byrrhus murinus die Erbsen
zerstören lässt (Bruchus?) oder p. 40 berichtet, ein Ichneumo-
nide habe auf eine Schmetterlingsraupe ein Ei abgelegt
und sie dann, um sie vor dem Zertreten zu schützen, seit-
wärts ins Gras getragen (Ammophila ?).)
V. Schlechtendal giebt Entomologische Auf-
zeichnungen, betreffend die Biologie einiger Insekten.
(Eierlegen von Allotria und Aphidius; Braula coeca; Ge-
weih des cT von Lucanus cervus.) Jahresber. Vereins
f. Naturkunde zu Zwickau. 1874. p. 21 ff.
Ach. Raffray. Afrique Orientale, Abyssinie.
(Dieses Reisewerk habe ich nicht einsehen können; das-
selbe scheint nach einer Notiz von C. H. Dohrn in der
Stett. Ent. Zeitschr. XXXVI. p. 333 wenn nicht vorwie-
gend, so doch auch nebenher Beobachtungen über das In-
sektenleben zu enthalten.)
1
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 315
Die kleioe Thierwelt oder das Leben nie-
derer Thiere von Prof. Dr. L. Glaser, Realschul-
direktor. 1. Theil: Käfer und Schmetterlinge. Mann-
heim. 1875. J. Schneider. Enthält die Beschreibung
der häufigeren Käfer und Schmetterlinge zum Nachschlagen
und Nachlesen für die Jugend nebst Anleitung zum Suchen
des fertigen Insekts und seiner Larven. (Nach Noll im
Zool. Garten XVL p. 119 und 239.)
Injurious Insects ofMichigan. By A. J. Cook.
L an sing. Mich. 8vo. pp. 44. Ist mir nicht zugänglich
gewesen.
Manuscript Notes from my Journal; or lUu-
strations of Insects, Native and Foreign. Order
Hemiptera, Suborder Heteroptera, or Plant-Bugs.
By Townsend Glover. Washington. 1876. 4to, 10.
Plates, pp. 132.
Schmidt-Goebel macht Zusätze und Berichti-
gungen zu Hagen's Bibliotheca Entomologica. D.
Ent. Zeitschr. 1876. p. 145 ff.
Der dritte Band der Enumeratio Insectorum
Norvegicorum enthält den Catalogus Lepidopte-
rorum, nach Siebke's Tode herausgegeben von J. S.
Schneider. Christiania, 1876. Nach demselben sind bis
jetzt in Norwegen 529 Macrolepidoptera (Rhopalocera 88
A., Sphinges 25, Bombycidae 66, Noctuidae 181, Geome-
tridae 169) und 405 Microlepidoptera (Pyralidina 76 A.,
Tortricina 139, Tineina 168, Micropterygina 5, Pteropho-
rina 16, Alucitina 1) aufgefunden worden, im Ganzen 934
Arten, obwohl dem Verfasser beizupflichten ist, wenn er
meint, dass namentlich die Zahl der Microlepidoptera wohl
noch erheblich zu vermehren wäre. Ausser den specielleren
Angaben über das Vorkommen sind solche über Erschei-
nungszeit, Futterpflanzen, Hibernation beigefügt. Derselbe
giebt ein Verzeichniss der in einem kleineren Bezirk
(Sendre Bergenhus Amt) beobachteten (235) Arten. Forh.
i. Vidensk. Selsk. i. Christiania. Aar 1875. p. 169 ff.
Bd. L p. 122 ff., Bd. IL p. 219 ff der Abb. Vereins
naturw. Unterh. Hamburg enthalten Beiträge zur
316 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fauna der Niederelbe. (Coleoptera, Hymenoptera^ Neu-
roptera, Orthoptera, Lepidoptera.)
Insecta Transvaaliensa— Bidrag tili Trans-
valska Republikens i Södra Afrika Insektfauna
Af H. D. J. Wallengren. Oefv. Kong. Vetensk.
Akad. Förh. 1875. Nr. 1. p. 83 ff. Zählt 202 Lepido-
ptera, 4 Neuroptera, 93 Hemiptera auf; darunter mehrere
neue.
In Proc. Davenport Academy Nat. Sciens. Vol.
I. p. 169 ff., 249 ff. finden sich mehrere Verzeichnisse von
Insekten aus der Umgegend Davenport's, aus Utah, Wyo-
ming u. s. f , die für die Kenntniss der geographischen
Verbreitung nordamerikanischer Insekten von einiger Be-
deutung sind.
A. Becker berichtet über eine Reise nach dem
Magi Dagh, Schalbus Dagh und Basardjusi und die
auf denselben gesammelten (Phanerogamen,) Schmetter-
linge und Käfer. Bull. Soc. Imp. d. Natur. deMoscou.
1875. Nr. 2 p. 116 ff.
Max Korb theilt Insektenbeobachtungen in
der libyschen Wüste mit, die wiederum bestätigen,
dass die libyschen Oasen sehr wenige eigentlich afrika-
nische, meistens nur südeuropäische Formen besitzen und
somit die Küstenländer des Mittelmeeres ein eigenes Faunen-
gebiet bilden. Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 27 ff.
Eppelsheim berichtet über eine entomologische
Reise nach dem Stilfser Joch und deren Ausbeute an
(Micro-) Lepidopteren und Coleopteren. XXX— XXXII.
Jahresber. der Pollichia p. 59 ff.
E. Perris veröffentlicht Nouvelles promenades
entomologiques, in denen er die interessanteren Ergeb-
nisse entomologischer Excursionen während der verschie-
denen Jahreszeiten aufführt. Ann. Soc. Ent. France.
1876. p. 171 ff.
Die von Pantocsek gelegentlich einer floristischen
Durchforschung Montenegros, der Crnagora, Dalmatiens
gesammelten Insekten sind, von Horvath bestimmt, aufge-
zählt in den Verh. Vereins i. Natur- und Heilkunde
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 317
ZU Pressburg. Neue Folge. 2. Heft. p. 133 ff. (91 Co-
leoptera, 2 Hymenoptera, 3 Ortlioptera, 12 Hemiptera.)
Lichtenstein zählt gelegentlich der Kartoffekäfer-
frage einige Insekten auf, die sich von einem Continente
zu dem anderen verbreitet haben. C. R. Soc. Ent. Belg.
XVIII. p. XXXII.
A. R. Grote erklärt das Vorkommen nordischer
Schmetterlinge (Oeneis semidea ; Anarta melanopa; Agrotis
islandica; Laria Rosii) auf einzelnen hohen Bergen der
gemässigten Zone in der bekannten Weise durch die Eis-
zeit der Quartärperiode. (The Effect of the glacial epoch
upon the distribution of Insects in North America. Proc.
Amer. Assoc. for the Advanc. of Science. XXIV.
(1875) p. 222 ff.)
Lubbock setzt seine Beobachtungen über die Seelen-
thätigkeit der (Bienen, Wespen und namentlich) Ameisen
fort. Journ. Linn. Soc. XII. p. 227 ff, 445 ff Vgl. den
vorigen Bericht 1875. p. 173. p. 149. Versuche sehr ver-
schiedener Art haben ergeben, dass die Ameisen ein Ver-
ständigungsmittel besitzen, und dass eine Ameise, die eine
grössere Anzahl Larven oder Puppen der eigenen Art ent-
deckt hat, mit Kameraden zurückkommt, um dieselben in
ihr Nest zu tragen. Sind mir wenige Larven oder Puppen
da, so nimmt sie die Hülfe ihrer Genossen nicht in An-
spruch. Dass die letzteren nicht dadurch veranlasst werden,
mitzugehen, weil sie eine aus ihrer Gesellschaft mit Lar-
ven heimkommen sehen, geht deutlich aus einigen sinnreich
angestellten Experimenten hervor. Versuche zu entscheiden,
ob die Ameisen für Töne empfänglich sind, haben zu keinem
rechten Resultat geführt; doch hält Lubbock für möglich
(was auch Landois behauptet), dass Ameisen für Töne taub
sind, die wir wahrnehmen, und umgekehrt Töne empfinden,die
uns entgehen können. Starke Gerüche machen nur geringen
und nur Anfangs Eindruck auf die Ameisen. Von hervorra-
gender Intelligenz und Kombinationsgabe weiss Lubbock
keinen Beweis anzuführen. (Versuche, Ameisen zu veran-
lassen, sich auch nur V2 Zoll hoch herunterfallen zu lassen,
um einen Weg bedeutend abzukürzen, schlugen fehl.) Eben-
so ergaben Experimente, durch welche untersucht werden
318 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sollte, ob sie ihren hülflosen Kameraden Beistand leisteten,
ein negatives Resultat. Lubbock warf nämlich mehrere
Stück ins Wasser und Hess sie längere Zeit in demselben
liegen, bis sie ganz bewegungslos waren; in diesem Zu-
stand auf eine Stelle gelegt, die von anderen eifrig be-
gangen wurde, fanden sie bei denselben keine Berücksich-
tigung. Den Originalversuch Latreille's, die Fühler zu
verletzen, scheint Lubbock nicht haben anstellen zu wollen.
Ferner führt Lubbock eine briefliche Mittheilung Forel's
bei, die zeigt, dass ausgeschlüpfte Ameisen verschiedener
Stöcke und Arten sich vertragen, während sie, einige Tage
alt, jeden Eindringling als Fremden behandeln. —
Bienen haben ein Unterscheidungsvermögen für Farben
und scheinen namentlich die grüne Farbe zu bevorzugen.
Auch Wespen sind nicht farbenblind, wenn sie auch keine so
scharfe Unterscheidungsgabe an den Tag legten, wie die
Bienen. Im Auszuge mitgetheilt im Amer. Natur. X. p. 148 ff.
A. Dutreux führt als Beispiel des Instinktes bei den
Insekten eine in eine Holzschachtel eingesperrte Raupe
von Cossus ligniperda an, die vor ihrer Verpuppung in die
Wand ein Loch gemacht hatte, gross genug, um dem Schmet-
terling das Durchschlüpfen zu gestatten. Publ. de l'Inst.
R. Grand-Ducal de Luxembourg. Section des
Sciences Naturelles. Tome XV. p. 218.
C. Plötz macht einige Worte über Bewusstsein
Ueberlegung und Geschicklichkeit der Insekten-
Puppen, die nichts wesentliches enthalten; vielleicht
dürfte die Anheftungs weise der Stürzpuppen der Tag-
schmetterlinge, obwohl schon von Swammerdam mitge-
theilt, nicht allgemein bekannt sein. Mitth. naturw.
Ver. Neu-Vorpommern und Rügen. 7. Jahrg. p. 16 ff.
Zu den zahlreichen Fällen einer Wechselbeziehung
zwischen verschiedenen Organismen, wobei beide Theile
ihre Rechnung finden, macht F. Müller einen weiteren be-
kannt, Jen. Zeitschr. f. Naturw. X. p. 281 ff. Die
Blätterstiele der Imbauba (Cecropia) haben unten an
ihrer Insertion am Stamme, und zwar auf der Unterseite,
ein aus dicht gedrängt stehenden Haaren gebildetes polster-
förmiges Kissen, aus dem kleine walzenförmige oder keulige
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 319
Kölbchen einer eiweisshaltigen Substanz in wochenlang
andauernder Produktion hervorspriessen. Dieselben werden
von einer (nicht näher bezeichneten) Ameise^ die in dem
Baum gewöhnlich ihren Bau hat, eingeerntet, der Baum
aber von ihr gegen die Angriffe einer Tragameise
(Oecodoma), die ihn sonst der Blätter bis auf Mittelrippe
und Stiel beraubt, geschützt.
A. S. Packard erwähnt, dass eine von Odynerus al-
bophaleratus gelähmte Raupe (einer Tineide?) sich noch
in eine Puppe verwandelt habe. A Monograph of the
geometrid moths or Phalaenidae of the United
States. (Rep. Un. St. Geol. Survey Terr. X.) p. 37.
H. Lucas bringt einige Nachträge uud Berichtigungen
zu Andrö's Verzeichniss myrmekophiler Insekten; vgl.
den vorigen Bericht 1874 p. 262 (10). Ann. Soc. Entom.
France. 1875. p. 217 ff.
Glaser stellt Betrachtungen an über die Ernährung
mancher Raupen und Insekten überhaupt von mehrfachen
Nahrungspflanzen. Zool. Garten. XVI. p. 263 ff.
C. V. Riley theilt der Academy of Sciences, St.
Louis, 6. Dec. 1875, mit, dass gewisse Samen (von einer
Euphorbiacee?) springende Bewegungen ausführen, die ihnen
von den Raupen von Carpocapsa saltitans ertheilt werden
(Amer. Nat. 1876. p. 125). Denselben Gegenstand behan-
delt derselbe im Amer. Natural. 1876. p. 216 ff., und fügt
hinzu, dass der Same von Tamariscus durch die Larve
von Nanodes tamarisci ebenfalls bewegt werde, und ferner,
dass die zu Boden gefallenen Gallen der post-oak dasselbe
thuen; hier ist es aber die Puppe, die die Bewegung ver-
anlasst; das Insekt ist von Edwards als Cynips sdltato-
rius beschrieben worden. (Bekanntlich springen die Früchte
der meisten Euphorbiaceen elastisch auf; ob demnach in
ersterem Falle nicht eine Verwechselung hinsichtlich der
Veranlassung der Bewegung vorgelegen hat, ist wenigstens
fraglich, da Riley auf diese Eigenschaft des Samens nicht
Rücksicht nimmt. Von Puppen gewisser Ichneumoniden
(im weiteren Sinne) ist das Springen bekannt.)
Gerstäcker bespricht kurz die Pilzbildungen auf
dem Körper einiger Insekten (Stigmatomyces muscae auf
320 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Musca domestica, eine andere Art auf Nycteribia, von Ko-
lenati als Eingeweidewurm beschrieben). (Der bei Mede-
terus magius Loew an den Füssen der J" hervortretende
Pilz wurde von Loew mit in die Diagnose aufgenommen.
Stett. Eni Zeitschr. 1845. p. 292. Ref.) Sitzber. Ges.
naturf. Freunde. Berlin. 1875. p. 110.
Peyritsch theilt noch einige Beobachtungen über das
Vorkommen und die Biologie (namentlich künstliche
Infektionen von Laboulbeniaceen mit, auf die ich hier
nur aufmerksam machen will. Sitzber. Kaiser. Akad.
Wissensch. Wien. Math, naturw. Kl. LXXII. p. 379 fif.
F. Rudow beschreibt die Pflanzengallen Nord-
deutschlands und ihre Erzeuger. Archiv des Ver-
eins der Freunde der Naturgesch. in Mecklenburg.
29. Jahr. (1875) p. 1 ff. Es werden zunächst die Pflanzen-
gallen im Allgemeinen, ihrem Ursprung und ihrer Gestalt
nach behandelt und die Eiutheilung derselben nach Hart ig,
Bremi, Loew und Frauenfeld. Darauf folgen Winke
für den Sammler und Angabe der Behandlungsweise, die
am sichersten die Erzeuger der Galle liefert. Eingehender
behandelt werden von Gallerzeugern nur die Cynipiden,
und zwar unter diesen nur die wirklichen Erzeuger,
nicht auch die Inquilinen. Die Gallen dieser Cynipiden
sind vollständiger beschrieben, die von anderen Insekten
herrührenden Pflanzengallen dagegen nur kurz charak-
terisirt.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Gallenbil-
dungen, welche an Tilia, Salix, Populus, Arte-
misia vorkommen, nebst Bemerkungen zu einigen
anderen Gallen. Giebel's Zeitschr. ges. Naturw.
46. p. 237 ff. Als Erzeuger der Gallen sind vorwiegend
Dipteren, dann auch Milben, Hymenopteren, Hemipteren
und sogar Coleopteren zu nennen. Neben der Aufzählung
der Gallen, ihrer Klassifikation nach den damit behafteten
Pflanzentheilen sind auch werthvolle biologische Noti/en
über die Erzeuger, deren Feinde u. s. w. eingeflochten.
Auf Tilia sind 17 Gallen erwähnt, von denen 6 sicher, 3
noch vermuthungsweise von Dipteren, 8 von Milben her-
rühren. Von den verschiedenen Populusarten sind 22
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 321
Gallen aufgeführt, von denen 3 Käfer, 1 ein Hymeno-
pteron, 4 Dipteren, 9 Aphiden, 3 Milben zu Erzeugern haben.
Salix ist sehr reich an Gallen, indem 42 aufgezählt sind,
von denen 3 von Käfern herrühren (allerdings haben ganz
gleiche Gallen verschiedene Käfer geliefert, so dass man
versucht sein könnte, ein anderes Insekt als Erzeuger
dieser Galle zu vermuthen), 14 von Hymenopteren, 13 von
Dipteren, 3 von Rhynchoten, 8 von Milben; von einer ist
der Erzeuger ganz unsicher. Von den 8 Gallen von Arte-
misia rühren 2 von Coleopteren, 5 von Dipteren, eine von
einem Rhynchoten (Aphis gallarum) her. Die übrigen Pflan-
zen, von denen Gallen bekannt gemacht werden, sind:
Spiraea salicifolia (Milben), 8ymi)hytum officinale (Fliege),
Genista tinctoria (Cecidomyia sp.), Rhaphanus sativus (Mil-
ben?), Pimpinella saxifraga, verschiedene Poniacecn mit
Typhlodromusgallen.
Ein kurzer Aufsatz von A. Vogl über Tamariskcn-
gallen (Lotos XXV. p. 133 ff.) berührt nur die Güte und
technische Verwendbarkeit der unter verschiedenen Namen
in den Handel kommenden Gallen, theilt aber nichts über
ihre Erzeuger mit.
F. Loew bringt Nachträge zu der Aufzählung der
Milbengallen. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXV. p.
621 ff. Die Einwohner der beschriebenen Gallen sind nicht
näher berücksichtigt. Vgl. den vorigen Bericht (1874) n
265 (13).
Riley wiederholt die schon im vorigen Berichte (1874.
p. 260. (8)) mitgetheilten Beobachtungen über zwei In-
sekten, die in den Krügen von Sarracenia variolaris leben:
Xanthoptera semicrocea Guen. und Sarcophaga variolaris
Riley. Transact. of the Academy of Science of St.
Louis. Vol. III. Nr. 2. p. 235 flf.
M. Pierret berichtet über eine Beobachtung, nach der
in ein enges Gefäs^ eingeschlossene Wanzen (einige Ca-
psus capillaris und 4 Heterotoma) durch die Ausdünstung
ihrer eigenen Stinkdrüsen betäubt worden wären. Da er
mit Essigäther denselben Erfolg erzielte, so schliesst er
hieraus, dass die Ausdünstungen gewisser Wanzen ein
Archiv f. Natuvg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. y
322 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
wahrhafter Aether seien. C. R. Sog. Ent. Belg. XVIII.
p. 88.
Landois theilt ein Bruchstüsk aus seinen „Thier-
stimmen" mit. Jahresber. ZooL Section Westf. Pro-
vinz. Ver. pro 1874. Münster. 1875. p. 33 ff.
Ein für die gesammte Insekten-Anatomie und Phy-
siologie wichtiges Werk hat Dr. 0. J. B. Wolff in den
Nova Acta der K. Leop.-Carol. Deutschen Akad.
der Naturforscher XXXVIII. p. 1-251 mit 8 Tafeln
veröffentlicht unter dem Titel: Das Riechorgan der
Biene nebst einer Beschreibung des Respirations-
werkes der Hymenopteren, des Saugrüssels und
Geschmacksorgans der Blumenwespen etc. Ent-
gegen den bisherigen Anschauungen, die den Geruchsinn
bei den Insekten in die Fühler verlegten, stellt Wolff
für das Geruchsorgan der Insekten dieselben Forderungen,
die wir an demselben bei den Wirbelthieren erfüllt sehen:
eine von eingesogener Luft getroffene nerven-
reiche Haut, die durch eine Drüse feucht erhalten
wird, und zeigt, wie diese Forderungen bei den Insekten
erfüllt sind, aber nicht bei den Fühlern, sondern an einer
hinter der sog. Oberlippe, in der Mundhöhle liegenden
Stelle. Die Untersuchung zerfällt somit in die drei Theile:
1. der Respirationsmechanismus; 2. die Riechhaut
und 3. die Riechschleimdrüse. 1. Bezüglich des Re-
spirationsmechanismus weist Wolff im Hinterleibe sämmt-
licher Insektenordnuugen ein doppeltes Diaphragma nach,
ein D. superius (die Flügelmuskeln der älteren Entomotomen),
das in seiner Bedeutung für den Respirationsmechanismus
schon von Grab er, wenn auch nicht so eingehend und nicht
in demselben Sinne wie von Wolff gewürdigt ist; vgl.
den vorigen Bericht 1874. p. 282 (30), und ein D. inferius,
das über der Ganglienkette ausgespannt ist und nach der
bisherigen Ansicht zu deren Schutz bestimmt sein sollte. '
Wolff zeigt indessen, dass beide Diaphragmen, die we-
sentlich aus quergestellten Muskelfasern bestehen, mit den
Wänden von geräumigen Luftsäcken verklebt sind und dass
demnach bei den rhythmischen Kontraktionen dieser Dia-
phragmen das Lumen der Luftsäcke erweitert und verengert
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 323
wird; im ersten Falle wird Luft eingesogen, im zweiten
Falle ausgestossen. Während das D. superius des Hinter-
leibes auch noch in dem oberen Theile der Brust wirksam
ist, setzt sich das D. inferius in dieselbe geradezu fort, und
das D. i. thoracicum kontrahirt sich und erschlafft iso-
chron mit dem D. i. abdominale; hat ebenso wie dieses
Luftröhren unter sich, mittels deren Luft eingesogen und
ausgestossen wird; dieses letztere Diaphragma dient we-
sentlich dazu, der Ganglienkette ihren Luftbedarf zuzu-
führen. (Das also, und nicht wie Grab er meint, ein pro-
pulsatorischer , ist der Zweck dieses Bauchzwerchfelles.)
Der Kopf hat sein besonderes Respirationswerk, indem sich
hier die Wände des Schlundkopfes nach längeren Ruhe-
pausen mehrere (10) Male hintereinander rasch kontrahiren
und wieder ausdehnen ; im Kopf liegen aber über und unter
dem Schlünde je zwei grosse Luftsäcke, in die Luft ein-
gesogen wird, wenn sich der Schlund kontrahirt; funktio-
nell ist also die obere Schlundmuskulatur das obere, und
die untere Schlundhälfte das untere Zwerchfell des Kopfes.
Lässt aber die Muskelspannung nach, so öffnet sich das
chitinige Schlundrohr vermöge seiner Elasticität; aus den
Luftsäcken des Kopfes wird die Luft ausgetrieben, dafür
aber Luft in die Mundhöhle eingesogen. Das ist
also der Moment, in dem das Insekt riechen kann, der
demnach mit der Exspiration zusammeulallt. Die Pausen
nach den (je 10) Schlundkontraktionen lassen viel Luft in
den Schlund eintreten, sind also besonders einer Geruchs-
wahrnehmung günstig, und eben solche Pausen lässt das
Insekt, wie Wolff meint, während der gewöhnlichen Respi-
rationsarbeit eintreten, wenn es eben scharf riechen will.
2. Hinter der Oberlippe, von dem Kopf Schilde in den
Schluudeiugang hinabhängend, liegt eine Hautfalte, die
Wolff das Gaumensegel nennt. Durch eine mediane
Längslciste (processus nasiformis) ist dieses Gaumensegel
in zwei symmetrische Hälften getheilt, und diese beiden
Hälften in ihrem hinteren, dem Schlundeingange zuge-
kehrten Theile sind es, die die Geruchsempfindung ver-
mitteln. Die gewöhnliche Haarbekleidung, wie sie noch
auf dem vorderen Theile bestand, ist hier nämlich durch
324 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Riechhäärchen ersetzt, kurze Börstchen, die in der Mitte
eines zwischen einem wallartig erhobenen Chitinringe aus-
gespannten Häutchens (Riech becken) entspringen. An
jedes Riechhäärchen tritt nun ein feiner Nerv, der kurz
vor seinem Ende zwei Mal hintereinander zu einer Gang-
lienzelle anschwillt; die Scheide dieses Nervs geht un-
mittelbar in das Pflasterepithel über, das die Innenseite
der Riechhaut auskleidet, so dass also das Nervenmark
unmittelbar der letzteren, resp. dem Riechhaar aufsitzt.
Sämmtliche Nerven, die zu diesen Häärchen herantreten,
sind Verzweigungen eines oben längs dem Schlünde lau-
fenden Nervs, „der ein Ast des obersten vom Vorderhirn
ausgehenden Nerven ist, welcher den Schlund nebst den
in seiner Nähe befindlichen grossen Muskeln der Unter-
kiefer versorgt." Die Zahl der Riechhäärchen auf der
Riechhaut ist bei den einzelnen Insekten sehr verschieden
und wird nur für die Hymenopteren vergleichsweise an-
gegeben. In dieser Ordnung geht die Zahl „fast genau
parallel mit der Aufstellung ihrer Familien im natürlichen
Systeme, jedoch so, dass sie innerhalb jeder Familie wieder
eine Gradation durchmacht, die gleichen Schritt hält mit
der Reihenfolge, welche ihre verschiedenen Gattungen je
nach dem Grade ihrer relativen Vollkommenheit unter sich
bilden." Am grössten ist die Zahl der Riechhaare bei
den Blumen wespen ; die Drohne hat 50, die Königin gegen
100, die Arbeitsbiene 110 auf jeder Hälfte der Riechhaut.
3. Zwischen den Netzaugen und der Oberkieferwurzel
liegt eine grosse, bisher übersehene Drüse, die in der Ge-
leukhaut zwischen Oberkiefer und Schädel ausmündet, und
ihr Sekret, eine sauer reagirende Flüssigkeit, den „Riech-
schleim", über die Riechhaut ergiesst. Die Drüse ist
sackförmig gestaltet und besteht nach Wolff aus einer
Intima und dem dieselbe umgebenden Zellenbelag, der sich
„scheinbar wie ein Band um den Sack herumschlingt". Jede
Drüsenzelle besitzt einen grossen, mit kleinen Körnchen (!)
erfüllten Kern, aus welchem der vielfach geschlängelte Aus-
führungsgang entspringt. Mehrere dieser Ausführungsgänge
münden zusammengedrängt in das Lumen des Sekretre-
servoirs ein. (Diese histiologische Darlegung ist wahrschein-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 325
lieh unrichtig. Wahrscheinlich ist, dass das, wasWolff
für einzelne Drtisenzellen gehalten hat, Aggregate von
solchen sind; dass der vermeintliche Zellkern, aus dem
der Ausftihrungsgang entspringen soll, eine Chitinkapsel ist,
in die die secernierenden Zellen ihr Sekret übertreten lassen,
und dass somit der Bau dieser „Riechschleimdrüse'' im
wesentlichen derselbe ist, wie der der Speicheldrüsen,
z. B. der unteren Kopfspeicheldrüse. Ref.) Beim Oeffnen
der Oberkiefer wird auch die Mündung des Drüsenausfüh-
rungsganges geöffnet, und da das Sekret sehr beweglich
ist, so fliesst eine kleinere oder grössere Menge aus.
Dieses Sekret besteht aus einer hellen Flüssigkeit („Serum
des Riechschleimes'O und Tri'^pfchen verschiedener Grösse,
die z. Th. mit einander verschmelzen, z. Th. unter dem
Einflüsse der Luft augenblicklich sicli in dem Serum auf-
lösen. Nähert man nun dem Riechschleim ein in ein äthe-
risches Oel (z. 15. Bergamottöl) getauchtes Instrument, so
suchen diese Trr)pfchen sich vor der riechenden Sul)stanz
zu entfernen. Diese Bewegung ist so zu erklären, dass
die von der riechenden Substanz anströmenden Moleküle
in den Riechschleim eindringen und mit dem-
selben eine chemische Verbindung eingehen. Der
Riechschleim, der gewöhnlich Lackmaspapier röthet, thut
dieses nicht mehr, wenn man ihm Ammoniakgas eine kurze
Zeit genähert hat; er hat sich also mit diesem zu einem
Salze verbunden. Wie das Ammoniakgas verbinden sich
aber auch die Moleküle anderer riechender Substanzen
mit dem Riechschleime, und die so entstandenen Verbin-
dungen afficiren die Riechhäärchen in andrer und andrer
Weise.
Die im vorigen Bericht (1874. p. 274 (22)) besprochene
Abhandlung von A. M. Mayer über das Gehörorgan der
Insekten ist nun auch in den iVnn. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XV. p. 349 ff. abgedruckt.
Ueber den Bau, die Entwickeiung und physiologische
Bedeutung der Rectaldrüsen bei den Insekten. Von
CarlChun. Abb. Senckenb. naturf. Ges. X. p. 27 ff.;
auch separat. Frankfurt a. M. 1875 bei Chr. Winter.
Chun studierte diese Organe, deren Bedeutung so
326 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
viele entgegengesetzte Ansichten hat laut werden lassen,
an den Imagines von Dipteren (Eristalis tenax), Hyme-
nopteren, Lepidopteren, Neuropteren und Orthopteren; bei
den Larven fehlen sie bekanntlich, sowie sie auch bei
Rhynchoten und Coleopteren (mit Ausnahme von Cyphon
und Silpha) unbekannt sind. Ihre Zahl ist bei Dipteren
4 (Pulex hat 6), bei Hymenopteren 6 (bei Ophion luteum
jedoch 12), Orthopteren und Neuropteren 6 (bei Limno-
philus nach Leuckart jedoch 30 — 40), bei Lepidopteren
60 — 200. Ihr Bau ist bei aller sonstigen Verschiedenheit
ein sehr übereinstimmender. Die Intima des Mastdarmes
spaltet sich an der Rectaldrüse in 2 Lamellen, deren eine
den Boden der Drüse bildet, während die andere den ins
Darmlumen hineinragenden Theil bekleidet. Der wesent-
lichste Theil der Drüse sind Epithelzellen von sechsseitig-
cylindrischer Gestalt mit gewöhnlich einem länglichen
Kern; bei Lepidopteren dagegen sind mehrere Kerne zu
sehen, ohne dass das Plasma zwischen ihnen abgegrenzt
wäre. Der Boden der Drüsen (d. h. der nach der Aussen-
seite des Darmes gerichtete Theil) ist mit einem mehr oder
weniger mächtig entwickelten blasigzelligen Bindegewebe
überzogen, resp. angefüllt; ausserdem treten gewöhnlich 2
Tracheenstämmchen an sie heran, die sich in ihrem Lumen
verästeln ; die feinen Aeste kehren wieder um und münden
in grössere Stämme ein, wodurch ein einem Wundernetze
vergleichbarer Anblick entsteht. Auch zwischen den Epi-
thelzellen verlaufen Tracheen. — Die Darmmuskulatur ist
bald an der Aussenseite dieser Orgaue unterbrochen (so
bei Dipteren), oder zieht sich auch hinter ihnen her, und
zwar entweder bloss die Längsmuskeln oder auch die
Quermuskeln. Endlich tritt noch ein Nervenstämmchen
an die Drüsen heran und verzweigt sich zwischen den Epi-
thelzellen (wie in einem Falle bei Apis mellifica beobachtet
wurde). Da nun an den Theilen des Mastdarmes, an denen
sich diese Rectaldrttsen befinden, ein Epithel vollständig
fehlt, so deutet Chun die' Rectaldrüsen eben als eigen-
thümlich modificirte Stellen des Darmes, bestimmt, jenen
Mangel eines Epithels an den benachbarten Stellen durch
starke Entwickelung auszugleichen. Der grosse Reichthum
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 327
an Tracheen und das Nervenstämmehen erklärt sich dann
ganz einfach aus der gesteigerten Sekretion, die diesen
Epithelzellen obliegt. Mit Recht macht Chun gegen Ge-
genbaur, der diese Organe mit einer Darmathmung in
Verbindung bringen, und im Zusammenhang damit einen
weiteren Beweis fiir das frühere Wasserleben so vieler jetzt
in der Luft lebender Larven finden wollte , geltend,
dass man dann doch wohl am ehesten berechtigt sein
dürfte, diese Organe bei den Larven aufzufinden, bei denen
sie aber bekanntlich fehlen. (Ueber die Libellenlarven s.
unten.) Bei den Lai*ven besitzt der Darm vielmehr eine
gleichmässig entwickelte Epithellage, die nach Innen die
Intima ausscheidet. Die Vorgänge der Histolyse während
der Puppe und die Bildung der Rectaldrüsen sind nun
folgende. Als Einleitung zur Histolyse (verfolgt bei Va-
nessa Urticae, Liparis Salicis und Apis mellifica) beginnen
sämmtliche Kerne (auch die der Muskeln) sich zu vermehren,
manche nachdem sie sich zuvor stark verästelt haben. Hier-
auf tritt eine fettige Degeneration ein, die weiter um sich
greift, und zuletzt nur noch den Zellkern verschont. Von
den nicht verfetteten Zellkernen scheint nun die Neubil-
dung der Gewebe auszugehen. Anfangs findet sich nun im
Mastdarm ein gleichmässiges Epithel; bald aber beginnen
einzelne Zellen sich zu vergrösscrn (vielleicht, indem zwischen
benachbarten Zellen die Wände resorbiert werden), während
an der Aussenseite zahlreiche kleine Kin-nchen sich zu dem
blasigen Bindegewebe entwickeln, in das auch bald Tracheen
eintreten und sich verästeln. Dieser Vorgang schreitet vom
vorderen Ende des Mastdarmes nach dem hinteren zu fort.
Während nun anfangs die gewöhnlichen Epithelzellen
zwischen den sich vergrössernden noch bleiben, verschwin-
den sie nachher und zuletzt ist nichts mehr (oder in ein-
zelnen Fällen und unter Anwendung geeigneter Reagentien,
nur noch die Kerne) von ihnen zu sehen.
Von den Rectaldrüsen der Imagines von Dipteren
namentlich sind nun die Darmtracheenkiemen der Libellen-
larven nicht wesentlich verschieden. Die Epithellage ist
etwas weniger, das Bindegewebe dafür stärker entwickelt,
sonst aber sind alle Verhältnisse wie bei den Rectaldrüsen.
328 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
um den die Tracheenkiemen tragenden Theil sind die Ring-
und Längsmuskeln ebenfalls stark entwickelt. Chun er-
klärt nun diese Tracheenkiemen gleich den Rectaldrüsen
für eigenthtimlich modificirte Stellen des Mastdarms, ohne
eine genetische Beziehung zwischen beiden in dem Sinne
Glegenbaur's zuzulassen. Hierbei erwähnt Chun einer Be-
obachtung, die er bei Larven von Eristalis tenax machte und
die Gebilde zeigte, die in ihrer physiologischen Bedeutung
Darmkiemen und Rectaldrüsen vereinigen. Die erwähnten
Larven haben nämlich am Ende des Darmes eine grössere
Anzahl (bis zu 20) Blindschläuche, die wie der übrige Darm
mit Speiseresten sich füllen, aber auch aus dem After her-
vorgestülpt werden können und dann länger im Wasser
flottieren, wobei ein Gasaustausch sehr wahrscheinlich ist.
(Vielleicht erweisen sich die eigenthümlichen verästelten
Partien, die die Larven von Lampyriden aus dem After
hervorstrecken und gewissermassen als Fuss benutzen, als
etwas Aehnliches. Ref.)
Im Anhang zu dieser Arbeit giebt Chun noch einige
Notizen über die Endigungsweisen der Nerven an den Mal-
pighi'schen Gefässen bei Beginn der Histolyse und über die
Struktur der Tracheen. Die neben den M. Gefässen herlau-
fenden Nervenstämmchen haben keine Scheide; im Innern
zeigen sie zahlreiche Kerne, die oft zur Bildung eines
Ganglions zusammentreten. Das Ausstrahlen der Nerven-
fasern in die Gefässzellen wurde nun in zweierlei Formen
beobachtet : entweder ging die Membran der Fasern mit in
die Gefässzelle und durch mehrere hindurch, oder dieselbe
verschmolz mit der der Gefässzellen und die Nervensubstanz
allein strahlt in letztere aus. Hinsichtlich der Tracheen
weist Chun durch Behandlung mit Goldchlorid nach, dass
die vermeintliche Bindegewebshülle eine ächte Epithellage,
aus sechseckigen Zellen gebildet, sei, deren Intima eben das
feste Gerüst der Tracheen darstellt. An diesem lassen sich
nach Chun 3 Schichten unterscheiden: eine äussere und
innere, die sich gegen Carmintinktion verschieden ver-
halten, und der Spiralfaden, der bald zwischen beiden,
bald auf der inneren liegt und das Licht stärker bricht;
gegen Carmin ist er indifferent.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 329
Rabl-Rückhard veröffentlicht seine Studien über
Insektengehirne. Archiv für Anatomie und Phy-
siologie. 1875. p. 480 ff. Taf. XIV, die, Gehirn von Cam-
ponotus ligniperdus zum Gegenstand habend, namentlich die
Angaben früherer Forscher über die „Lappen mit Win-
dungen" vervollständigen. Rabl-Rückhard weist näm-
lich in den die primären Gehirnanschwellungen helm-
oder pilzhutförmig deckenden Theilen zwei ringförmige
Körper nach, die nach aussen eben als die „Lappen mit
Windungen oder radial gestreiften Scheiben" Dujardin's
sichtbar werden. Die von Leydig vermuthungsweise an-
genommene Beziehung zu den Stirnaugen kann nicht fest-
gehalten werden, da dieselbe Bildung bei der blinden
Typhlopone ebenfalls auftreten. Unter den ringförmigen
Körpern findet sich ein runder Zapfen, der von beiden
Seiten her convergirend in den Gehirnstock eintritt.
Derselbe Gegenstand wurde durch M J. Dietl (die
Organisation des Arthropodengehirns; Zeitschr.
wissensch. Zoologie. XXVIL p. 488 ff. Tat. XXXVI—
XXXVIII) erheblich gefördert. Als histiologisches Element
führt Dietl einen neuen Begriff ein, indem er neben den
Ganglienzellen, resp. Kernen und Nervenfasern eine Mark-
substanz unterscheidet, die sich „bald als feinste Fibrillen
in axialer Anordnung, bald als feinstes Netzwerk von ver-
schiedener Dichte, bald als lamellöse Blätter oder gänzlich
homogen darstellt^', aber in der Schwarzfärbung mit Os-
mium ein gemeinsames Kennzeichen mit der Marksubstanz
der Wirbelthiere besitzt. Was nun die Verbindung dieser
drei Elemente zu höheren Einheiten angeht, so ermittelte
Dietl darüber nach Untersuchungen am Gehirn von Apis
mellifica, Gryllotalpa vulgaris, Gryllus campestris, Astacus
fluviatilis Folgendes : Die pilzhutförmigen Gebilde mit ihren
Stielen bilden nebst dem riesigen Nucleus eine anatomische
Einheit. Die ringförmigen Wulste bestehen aus Marksub-
stanz in fein fibrillärer Form ; die Fibrillen sind nach dem
Stiele zugerichtet und werden in demselben derber. Der
Stiel spaltet sich bald in zwei, einen äusseren, der sich
nach vorn wendet und auf der Vorderseite des Gehirns in
Gestalt eines Höckers zu Tage tritt und einen inneren, der
330 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sich nach der Mittelünie des Gehirns wendet und nahe
derselben mit dem der andern Seite sich fast vereinigt.
Beide nehmen hier ein eigenthümliches, bisher unbeachtet
gebliebenes Gebilde zwischen sich, das aus radial gestellten
Platten, die von der Mittellinie ausstrahlen, besteht; die
Platten oder Blätter, deren bei der Honigbiene zehn, bei
der Grille acht vorhanden sind, sind von feinsten Fasern
gebildet. Die Antennenanschwellungen bestehen hauptsäch-
lich aus Marksubstanz von deutlich gestrickt faseriger Textur.
Die Ganglienzellen sind hauptsächlich auf der Gehirnober-
fläche vertreten; die derben Fasern durchziehen theils den
mittleren Stock, theils bilden sie um jene, von den ring-
förmigen Anschwellungen ausgehenden Stiele eine Scheide.
Dietl selbst fasst das dem Gehirn der Grille und der Biene
gemeinsame in folgenden Worten zusammen: „Pilzhutförmige
Körper sammeln auf einer Markgrundlage einen von gang-
liösen Kernen stammenden Fasercomplex, der sich in Stiele
fortsetzt, welche an die vordere Hirnfläche ziehen, um da-
selbst frei zu enden . . . ; wir finden ferner ein medianes
System mit ganz bestimmter Anzahl von Markblättern, das
mit zarten Fasern der primären Anschwellung zusammen-
hängt^'. Wesentlich anders ist das Gehirn von Astacus. Die
primäre Anschwellung hat eine viereckige Gestalt und lässt
an den vordem Ecken die Augen-, an den hintern die
Fühlernerven, zwischen beiden den Acusticus austreten.
Die vordere Partie des Gehirns zwischen den Augennerven
ist eingenommen von Ganglienzellen ; im Augennerven macht
sich ein Faserzug bemerkbar, der sich in der Mittellinie
mit dem der andern Seite kreuzt und so ein Chiasma mit
Semidecussation bildet. Die hinteren Schenkel des Chias-
mas lassen ihre Fasern auseinandertreten und zwischen
einem obern und untern Markballcn, die an der Austritts-
stelle der grossen Fühlernerven liegen, enden.
Leydig macht Bemerkungen über die Farbe
der Hautdecke und Nerven der Drüsen bei In-
sekten. Archiv für mikr. Anatomie. Bd. XII. p. 536.
Taf. XXIII. Die weissen Flecken der Flügeldecken von
Cetonia aurata sind gleich dem Ueberzug von Lixus para-
plecticus, Chlorophanus viridis und mancher Libellen auf
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 331
ein Hautsekret zurückzuführen. Die prächtigen Spiegel-
flecken der Raupe von Attacus Pernyi erhalten ihre bunten
Farben in Folge von Interferenzerscheinungen, indem bei
ihnen zahlreiche Schichten dicht aufeinander folgen; die
unterste derselben ist mit einem Belege einer weissen kör-
nigen Masse (Guanin ?) versehen, mit der die Zellen der
Matrix an dieser Stelle dicht erfüllt sind. — Der Perl-
mutterglanz der Silberflecken der Argynnis-Arten entsteht
dagegen durch ein System feiner, mit Luft erfüllter Poren-
kanäle, die die Schuppen in regelmässigen Reihen der
Quere nach durchsetzen. Die von Brauer mitgetheilte
Farbenveränderung der Chrysopa vulgaris in Abhängigkeit
von der Temperatur wird von Leydig auf die Thätigkeit
von Chromatop hören zurückgeführt. — Zur Kenntniss
der Drüsennerven bringt Leydig weitere Beiträge durch
Klarlegung des Endverhaltens der Nerven an den Hautdrü-
sen und den Malpighi'schen Gefässen. Gleich der Raupe von
Cossus ligniperda, von der das angegebene Verhalten schon
früher beschrieben war, besitzen die Raupen von Attacus
Pernyi Hautdrüsen, in deren Plasma der Nerv eintritt, um
sich in vielfach durchflochtene Streifen aufzulösen. Die
Malpighi'schen Gefässe erhalten eine Menge sympathischer
Nerven, die aber durchaus nicht gleichmässig vertheilt sind.
Während das äussere Neurilemm in strahliger Form in
die Peritonealhülle der Malpighi'schen Gefässe übergeht und
das innere Neurilemm in die tunica propria derselben, ist
mit Rücksicht auf das Ende der eigentlichen Nervensubstanz
ein doppeltes Verhalten zu konstatiren: Dasselbe löst sich
(ähnlich wie bei den Hautdrüsen der Raupe von Cossus)
im Protoplasma in feine Strahlen von Körnchen auf, oder
umfasst wie mit schaliger Ausbreitung die Zelle. Zum
Schluss regt Leydig noch die Alternative an, ob die mit
Nerven in Verbindung stehenden „Hautdrüsen" mehr als
Sinnes- oder als secernierende Organe aufgefasst werden
müssen, ohne in dieser Frage das empirische Material reich
genug für eine Entscheidung zu halten.
V. Graber, lieber den pulsierenden Bauch-
sinus derlnsecten. Archiv f. mikroskopische Anatomie.
XU. Taf. XXIV. Graber zeigt, dass die Ansichten einiger
332 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
älterer Forscher, z.B. Treviranus, nicht so ganz unrich-
tig waren. Es findet sich nämlich über der Bauchganglien-
kette ein muskulöses Diaphragma ausgespannt, das im
schlafi'en Zustand der Bauchwand anliegt, im Zustand der
Contraction dagegen sich hebt und den Zwischenraum zwi-
schen ihm und der Bauchwand vergrössert. Bei dem leben-
den Thiere finden diese Contractionen in regelmässiger
Weise von vorn nach hinten fortschreitend Statt, saugen
dadurch das Blut aus dem Thorax auf und treiben es nach
hinten, von wo es wahrscheinlich in den Rückensinus ge-
langt; vgl. den vorigen Bericht 1874. p. 280 (28). (Wolff
deutet die Bewegungen dieses Diaphragmas in anderer und
wahrscheinlich richtigerer Weise; s. oben p. 322 (114).)
Die im vorigen Bericht (1874 p. 286 (34)) besprochene
Arbeit Kraepelin's findet ihre Bestätigung und theil weise
Ergänzung in einer Untersuchung von Dr. H. Dewitz:
lieber Bau und Entwickelung des Stachels und der
Legescheide einiger Hymenopteren und der grü-
nen Heuschrecke. Zeitschr. wissensch. Zoologie
XXV. p. 174 fi". Taf. XII, XIII. Zunächst ist hervorzu-
heben, dass nach Dewitz das 10. Abdominalsegment bei
Locusta viridissima sich theilt und dadurch zu der Ansicht
Veranlassung gab, es bestehe bei den Heuschrecken der
Hinterleib aus 11 Segmenten; den Insekten im Allgemeinen
11 Hinterleibssegmente zuzuschreiben, war nun ein doppel-
ter Missgriff. Die Entwickelung des Stachels und der Lege-
scheide geht nach Dewitz im Allgemeinen in derselben
Weise vor sich, wie Kraepelin sie augegeben hatte. Zur
Bildung der Legescheide und des Stachels treten drei Paare
von Anhängen zusammen, von denen zwei dem vorletzten,
ein dem drittletzten Segmente angehört ; ihrer Entstehungs-
geschichte nach sind sie den Gliedmassen der Brustseg-
mente an die Seite zu stellen. Indem bei den Hymenopteren
die aus den beiden mittleren Warzen des vorletzten Seg-
mentes hervorgehenden Anhänge zur Bildung der sogen.
Rinne verschmelzen, besteht der fertige Bienenstachel nur
aus 5 Theilen.
Zur Kenntniss der weiblichen Sexualdrüsen der
Insekten. Vorläufige Mittheilung von Dr. Alexan-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 333
der Brandt. Bull, de l'Acad. Imper. d. Science de
Saint-Petersbourg. XXI. p. 21 ff.
In dieser vorläufigen Mittheilung über eine ausführ-
licbere Arbeit, die die Resultate der Untersucbung von ca.
20 Insektenarten enthalten soll, tritt der Verfasser haupt-
sächlich in einem Punkte den herrschenden Anschauungen
entgegen, indem er nämlich die sog. Ei- und Einährzellen
nicht als einfache Zellen auffasst, vielmehr das Keimbläs-
chen und die „Kerne" der Einährzellen als Zellen, und
zwar als direkte Abkömmlinge der Embryonalzellen; der
Dotter ist ihm in seinem ersten Auftreten ein Homologon
der Intercellularsubstanz, der sich auch zwischen den Epi-
thelzellen der Eiröhren findet, während allerdings für seine
spätere enorme Entwickelung eine andere Quelle ausfindig
gemacht werden muss. Bei viviparen Aphiden bleibt der
„Keimfleck" bestehen, nur wird seine Gestalt eine unregel-
mässige. Das „Keimbläschen" (also eine Zelle) proliferiert,
und seine Abkömmlinge (wieder Zellen) füllen den ganzen
Raum des wachsenden Eies an und stellen an der Peri-
pherie, indem sie sich hier enger aneinander drängen, das
Blastoderm her, dessen Zellen sie ganz ausmachen, ohne
noch, nach der bisherigen Ansicht, aus dem „Keimhaut-
blastem" (als Zellkerne) mit einem Protoplasmaleib umge-
ben zu werden. — Bei den männlichen Larven zweier Perla-
Arten waren am blinden Ende des Hodens 2 rudimentäre
Eierstöcke zu sehen, die bei den älteren Larven einer fet-
tigen Degeneration unterliegen.
De l'oeil des Dipteres; par G. V. Ciaccio.
(Mem. comm. ä l'Acad. Scienc. de Bologne; 20. avr.
1876. Rendic. Acad. scienze Instit. di Bologna.
1875—1876. p. 99.) Diese Arbeit ist mir nur nach dem
Referat im Journal de Zoologie, V. p. 312 ff. bekannt
geworden, und ich weiss daher auch nicht, ob der Titel
richtig citiert ist. Nach dem Referat scheinen wesentlich
neue Resultate nicht zu Tage gefördert zu sein. Die Unter-
suchung behandelt folgende Punkte: Ganglion und Nervus
opticus; Retina; Pigment; Cornea; äussere Hülle des Auges,
Tracheen. In der Retina sind 5 Schichten unterschieden:
die hintere ßegrenzungsmembran, die Faserschicht des
334 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
opticus, die Ganglienzellenschiclit, die vordere Begrenzungs-
membran, die Stäbchenschicht. Auf die letztere Schicht
geht der Autor etwas näher ein; die Stäbchen bestehen
nach ihm aus 5—7 Nervenfasern, ähnlich denen der Faser-
schicht, die durch eine homogene Substanz zu einem Bün-
del vereinigt sind; zwischen den Stäbchen sind Kerne ein-
gestreut. Jedes Stäbchen ist von einer homogenen, elastischen
Membran umgeben, die indessen keinen Krystallkegel ein-
schliesst, sondern nur am vorderen Ende mit einer hellen
Flüssigkeit erfüllt ist.
F. Plateau veröffentlicht eine Note über die den
Dytisciden eigenthümliche Sekretion von Haut-
drüsen. Annal. Soc. Ent. Belg. XIX. p. 1 ff . Das Sekret
erscheint an zwei verschiedenen Stellen in doppelter Eigen-
schaft: zwischen Kopf und Prothorax quillt bei einer jedes-
maligen Berührung eine milchige Flüssigkeit hervor; zwi-
schen Meso- und Metathorax hat das Sekret eine mehr
gelbliche Farbe. Der intensive, noch lange an den Fin-
gern haftende Geruch rührt nicht von einem dieser Sekrete
her, wie man sich auf verschiedene Weise, am schlagend-
sten durch das isolierte Sekret selbst überzeugen kann;
dieser übele Geruch rührt vielmehr von einer bei der Be-
rührung aus dem After entlassenen Flüssigkeit her. Die
chemische Natur des in Rede stehenden Sekretes ist noch
dunkel; gewisse Reaktionen zeigen eine Aehnlichkeit mit
Harzen, ohne dass daraus der Schluss auf eine chemische
Verwandtschaft begründet wird. Auf Thiere, selbst klei-
nere, übt dasselbe durchaus keinen schädlichen Einfluss.
Da es geruchlos ist, so kann es auch nicht das Zusammen-
finden der beiden Geschlechter erleichtern. Auch dient es
nicht (wenigstens nicht das weisse, zwischen Kopf und
Prothorax hervorquillende) dazu, den Chitinpanzer einzu-
schmieren (wie etwa das Sekret der Bürzeldrüsen der
Schwimmvögel). Somit ist das Resultat der Untersuchun-
gen wesentlich ein negatives. (Die Frage ob die Drüsen
vielleicht als excretorische fungieren, scheint Plateau sich
nicht vorgelegt zu haben.)
Dr. A. von Planta-Reichenau theilt die vorläufi-
gen Resultate der von ihm in Gemeinschaft mit Prof. Er-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 335
lenmeyer angestellten Untersuchungen über die Fer-
mente in den Bienen, im Bienenbrod und im Pollen
und über einige Bestandtheile des Honigs mit.
Verh. Schweiz. Naturf. Gesellsch. in Chur. 57. Jahresver-
sammlung. Jahresbericht 1873—1874. p. 101 ff. Ein Aus-
zug aus Kopf, Thorax und Hinterleib in Glycerin führte
Rohrzucker und andere Kohlehydrate in Traubenzucker,
Stärke in Dextrin und Zucker über, und zwar wirkte der
Auszug aus dem Kopf am energischsten, der des Thorax
am langsamsten. Dies kommt z. Th. daher, dass das Fer-
ment des Thorax wenig löslich ist, wie daraus hervorgeht,
dass der Rückstand, nachdem das Filtrat die betreffenden
Körpertheile soweit erschöpft hatte, dass dieses eine In-
version nicht mehr bewirkte, invertirende Wirkung noch
besass, wenigstens beim Hinterleib und, obwohl schwächer,
beim Thorax. Dieselbe invertirende Eigenschaft hatte
auch ein Auszug aus dem Bienenbrod; doch ist damit nicht
unbedingt bewiesen, dass die Bienen dem Pollen Speichel
beimischen, da ein wässeriger Auszug von Kiefernpollen
dieselbe Wirkung ausübt. Ebenso beweist der bei den ver-
schiedenen Honigsorten zwischen 0,0781 und 0,33 7o resp.
0,0123 und 0,883 % schwankende Gehalt an Stickstoff und
Phosphorsäureanhydrid nicht, dass die Bienen den Honig
bereiten und nicht bloss sammeln, indem sich im Nektar
von Fritillaria imperialls beide Stoffe ebenfalls vorfanden.
Vgl. den vorigen Bericht, 1875. p. 179 (155).
Die im vorigen Bericht (1874. p. 285 (33)) mitgetheilte
Beobachtung v. Siebold's und Claus' über taube Bieuen-
eier erhält eine Vervollständigung durch Leuckart.
(Ueber taube und abortive Bieneneier. Dies. Archiv
1875. I. p. 58 ff.) Während die vorhergenannten Forscher
nur den Inhalt der Eierstöcke untersucht hatten, beachtete
Leuckart auch die abgelegten Eier und fand in densel-
ben den Embryo vollständig ausgebildet, aber abgestorben,
während die Eier des Eierstockes in diesem Falle durch-
aus nichts Krankhaftes zeigten. Daneben untersuchte
Leuckart aber auch die vorher berührten ähnlichen Fälle,
in denen schon die fettige Degeneration des Eidotters die
Taubheit der Eier vermuthen Hess. Den Grund des Abster-
336 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bens des Embryos in den ersten Eiern, für die Leuckart
die Bezeichnung „taube Eier^ allein in Anwendung nimmt,
während er für die Fälle einer fettigen Degeneration die
Bezeichnung „Abortiveier" vorschlägt, sieht er ebenfalls in
einem krankhaften Zustand der Königin, wenn auch bis
jetzt noch kein Anhaltepunkt dafür gewonnen ist, welcher
Eitheil eine ungenügende Ausbildung erfährt, und glaubt,
dass die „Abortiveier" und „tauben Eier" die Endpunkte
einer pathologischen Reihe darstellen, zwischen denen alle
Uebergänge sich noch auffinden werden lassen.
M. E. Faivre theilt in der Acad^mie des Scienc.
de Paris einige Experimente mit, die bei Dytiscus mar-
ginalis die specielle Funktion der einzelnen Theile des
Centralnervensystems demonstrieren. (Sitzung am 22. März
1875.) Zerstört man das Metathoracalganglion, so hört die
Respiration auf und sind die Hinterflügel und Schwimm-
beine gelähmt. (Sitzung vom 3. Mai.) Ein Insekt, dem das
Gehirn beschädigt ist, dreht sich stundenlang im Kreise
herum, und zwar nach der entgegengesetzten Seite, als wo
die Verletzung stattgefunden. (Sitzung vom 31. Mai 1875.)
Eine Exstirpation des Ganglion frontale oder ein Durch-
schneiden der dasselbe mit dem G. supraoesophageum ver-
bindenden Commissuren lässt die Schluckbewegungen auf-
hören; eine Reizung desselben führt energische Schluck-
bewegungen herbei. Auch die Verdauung wird von diesem
Ganglion aus reguliert.
Studien zur Descendenztheorie. Von Dr. Aug.
'Weismann. I. lieber den Saison-Dimorphismus
der Schmetterlinge. IL Ueber die letzten Ursa-
chen der Transmutationen. Leipzig 1875 und 1876.
Der Schwerpunkt vorliegender Arbeit liegt eigentlich nicht
auf dem Gebiete der Entomologie, sondern auf dem der
Descendenztheorie, wie schon der Titel besagt und auf
diesem Gebiete ist sie von fundamentalem Werthe, inso-
fern sie wenigstens in ihrem ersten Theile einmal einen
mechanisch wirkenden Factor aufweist, der, was Weis-
mann allerdings nicht ausspricht, im Stande ist, auch ohne
natürliche Züchtung eine neue Form zu Stande zu bringen.
Der Grund, weshalb ich in diesem entomologischen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u, 1876. 337
Bericht über vorliegende Arbeit, wenn auch nicht mit der
Ausführlichkeit, wie ich wohl möchte, referiere, liegt eben
in dem Umstand, dass Insecten, namentlich Schmetterlinge,
das thatsächliche Material geliefert haben, auf welchem
Weis mann seine Speculationen aufbaut und weil dabei
auch manche interessante Einzelheiten sich herausgestellt
haben. Entomologen werden daher auch am ehesten be-
fähigt zu einem Urtheil sein über die Richtigkeit der That-
sachen, die den Betrachtungen zu Grunde gelegt werden. —
Gegenstand der ersten „Studie" bildet der Saison-Dimor-
phismus gewisser Tagschmetterlinge (Vanessa Levana; Pie-
ris Napi; Anthocharis Belia; Polyommatus Phlaeas) und
die Erklärung dieser Erscheinung im Sinne der Descen-
denztheorie. Bekanntlich haben mehrere Tagschmetterlinge
im gemässigten Europa 2—3 Generationen, die man als
Winter- und Sommergeneration bezeichnen kann, und die
sich bei einigen Arten so erheblich in der Färbung und
Zeichnung unterscheiden, dass man sie als vermeintlich
verschiedene Arten mit verschiedenen Namen belegt hat,
so V. Levana, deren beide Sommergenerationen unter dem
Namen V. Prorsa gingen, bis durch die Zucht gezeigt
wurde, dass sie derselben Art angehören. Wie nun schon
Dorfmeister vor mehr als 15 Jahren gezeigt hat, gelingt
es bei diesen dimorphen Arten, durch Anwendung von
Wärme oder Kälte die eine oder andere Form hervorzu-
bringen. Diese Versuche hat Weis mann in ausgedehntem
Masse wiederholt und dabei gefunden, dass eine Puppe,
die unter anderen Umständen V. Prorsa liefern würde, der
Kälte ausgesetzt, V. Porima (eine zwischen Prorsa und Le-
vana stehende Form), bald mit mehr Annäherung an Le-
vana, bald an Prorsa ergiebt. Der umgekehrte Versuch,
aus Puppen, die im Freien nach dem Winter Levana er-
geben haben würden, durch künstliche Wärme Prorsa zu
erziehen, gelang nur in einem Falle in sehr geringem
Masse, indem nur der 10. Theil nach kurzer Puppenruhe
ausschlüpfte als V. Prorsa oder Porima, während der grösste
Theil den Winter über liegen blieb und im Frühjahr sich
zu Levana entwickelte. Aehnlich verhält es sich mit den
Pieriden, nur mit dem Unterschied, dass hier die vollstän-
iLvchiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. W
338 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dige Umwandlung der Sommergeneration in die Wiuter-
generation durch Kälte gelang. Weis mann nimmt nun an,
dass zur Eiszeit von V. Levana z. B. nur eine Generation
im Jahr sich entwickelte, eben unsere heutige V. Levana.
Wie allmählich das Klima milder wurde, schlüpften, durch
die grössere Wärme veranlasst, einzelne Schmetterlinge
schon in demselben Sommer aus, und zwar mit einer durch
die Wärme (und kürzere Puppenruhe? Ref.) bedingten Far-
benänderung. Anfänglich werden sich die Nachkommen
dieser in demselben Jahre nicht bis zu Puppen haben ent-
wickeln können, von einer gewissen Periode ab aber war
dies möglich und die aus den überwinterten Puppen
schlüpfenden Falter, die also unter weniger veränderten
Umständen sich entwickelten als wie sie während der Eis-
zeit waren, blieben Levana. Gegenwärtig hat nun nach
Weismann diese Art 3 Generationen in einem Jahr (1 Le-
vana und 2 Prorsa resp. Porimagenerationen ; sie ist nach
Weis mann Polygoneuont im Gegensatz zu Di- und Mo-
nogoneuonten, die nur 2 oder 1 Generation in einem Jahr
entwickein). Da nach dieser Anschauung V. Prorsa die
jüngere Form ist, so wendet Weis mann, entgegen dem
Sprachgebrauch der Lepidopterologen, V. Levana als Be-
zeichnung der Art an und schlägt ebenso die Annahme von
Pieris Bryoniac für P. Napi vor. (Hier sind zwei Punkte
unklar. 1. Gehen die Eier und Raupen der in der Bildung
begriffenen zweiten und später der dritten Generation im
Winter zu Grunde oder überdauern sie den Winter? Warum
ist im ersten Falle die ganze Art nicht ausgestorben? 2.
Indem Weis mann den Gegensatz hervorhebt zwischen der
Möglichkeit, Prorsa durch Kälte in Levana, und der Un-
möglichkeit, Levana durch Wärme in Prorsa zu verwan-
deln — ein Unterschied, auf dem wesentlich die Annahme
einer monogoneuonten Eiszeit-Levana begründet ist, — igno-
riert er den Versuch 10, wo ein kleiner Theil der Levana-
puppen durchwärme zum Ausschlüpfen nach kurzer Pup-
penruhe als Prorsa gebracht wurde; sollte demnach nicht
doch die kürzere oder längere Puppenruhe mit der Bildung
der einen oder anderen Varietät zusammenhängen?) Wei-
terhin macht dann Weismann auf die Erscheinung der
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876, 339
Klima -Varietät und den Zusammenhang zwischen dieser
und dem Saisondimorphismus aufmerksam. Polyommatus
Phlaeas, in Deutschland in beiden Generationen überein-
stimmend, ist im südlichen Klima Sardiniens saisondimorpb ;
ebenso Lycaena Agestis.
Die zweite Studie sucht nachzuweisen, dass die An-
nahme einer „inneren Entwickelungskraft" auf dem
betrachteten Gebiete z. Th. tiberflüssig, z. Th. sogar unzu-
lässig ist, indem sich alle Erscheinungen durch natürliche
Zuchtwahl erklären lassen. Das gilt z. B. von der Farbe
und Zeichnung der Sphingidenraupen, deren Entwickelungs-
geschichte Weis mann bei einer Reihe von Arten aufs ge-
naueste studiert hat. Die meisten der aus dem Ei schlüpfen-
den Räupchen sind farblos, färben sich nach einigen Stun-
den, meist grün, haben aber noch keine Zeichnung. Diese
tritt vielfach erst mit der ersten Häutung in Gestalt von
Längsstreifen auf, die Weis mann als Dorsal-, Subdorsal-
und Stigmaistreifen unterscheidet. Bei der Gattung Choe-
rocarapa entwickelt sich aus dem Subdorsalstreifen auf den
beiden ersten Thoraxsegmenten die Augenflecke, während
der grösste Theil dieses Streifens später verschwindet. Bei
Deilephila entsteht auf dem letzten Segment aus diesem
Streifen ein Ringfleck, der sich bei gewissen Arten von
dort her auf die vorhergehenden Segmente überträgt. Bei
Smerinthus wird der Subdorsalstreif auf jedem Segmente
durch Schrägstriche gekreuzt, die bei Sphinx und Ache-
rontia noch einen farbigen Saum erhalten. Die Raupen
von Choerocampa verändern ihre bis dahin grüne Farbe
ins dunkele; ebenfalls treten bei den meisten Deilephila-
raupen Veränderungen der Grundfarbe mit der letzten Häu-
tung oder schon vor derselben ein. Alle diese Zeichnungen
und Aenderungen in der Farbe haben nun einen biologi-
schen Werth. Die ursprüngliche grüne Farbe ist sympa-
thisch den grünen Blättern; bei einer bedeutenderen Kör-
pergrösse wirkt eine grosse einfarbige Fläche schon
auffallend; indem also Längsstreifen auftreten, wird die
ganze Fläche in einzelne Felder zertheilt und die Gefahr
des Erkanntwerdens vermindert, namentlich wenn die Rau-
pen zwischen Grashalmen leben. Denselben Schutz gewäh-
340 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ren die Schrägstreifen, die die Täuschung noch erhöhen,
wenn sie von farbigen Säumen umgeben sind, die wie der
Schatten der Blattrippen wirken. Die Augen der Choero-
campa-Raupen sind Schreckmittel; die bunte Färbung der
Wolfsmilch- und Labkrautschwärmer-Raupe ein Widrigkeits-
zeichen (? Für die Wolfsmilchraupe bleibt Weismann den
Beweis schuldig; für den Labkrautschwärmer ist er auch
nicht als erbracht anzusehen). Die dunkele Färbung bei
der Raupe von Choerocampa wird dadurch erklärt, dass
diese Raupen im späteren Alter zu gross sind, als dass sie
durch die Farbe geschützt wären; sie nehmen daher jetzt
die Gewohnheit an, nur bei Nacht oder in der Dämmerung
zu fressen, sich bei Tage aber am Boden versteckt aufzuhal-
ten, wo sie zwischen dürren Blättern in ihrer dunkelen Fär-
bung nicht so leicht auffallen. (Enthält einen Widerspruch ;
übrigens stimmt die angegebene Erklärung auch nicht
mit meiner Erfahrung, insofern ich sehr oft erwachsene
Raupen von Ch. Elpenor am hellen lichten Tage auf ihren
Futterpflanzen (Impatiens, Circaea, Epilobium) fressend an-
traf; ferner ist die schwarze Farbe durchaus anders als die
braune trockener Blätter; endlich muss ich nach dem ein-
zigen Falle, wo ich eine grüne ausgewachsene Elpenor-
Raupe gefunden habe, sagen, dass sie weniger leicht in die
Augen fiel als die dunkelen.) Indem somit jede dieser Einrich-
tungen ihren biologischen Werth hat, ist die Möglichkeit
geboten, ihre Entstehung durch natürliche Zuchtwahl zu
erklären und die Nothwendigkeit einer „phyletischen
Lebenskraft" abgewiesen. (Zu bedauern ist, dass Weis-
mann H. Hagen's Aufsatz: „Mimicry in the colors of In-
sects" nicht berücksichtigt hat; es wird durch denselben die
Entstehung sympatischer Farben u. s. w. auf rein mecha-
nischem Wege herzuleiten versucht; vgl. d. Bericht 1873.
p. 226 (6).) In einem folgenden Abschnitte „Ueber den
phyletischen Parallelismus bei metamorphischen
Arten" such Weismann die Möglichkeit dieser phyle-
tischen Lebenskraft abzuweisen. Wenn in einem Organis-
mus die Tendenz wohnt, sich nach einer bestimmten
Richtung hin zu entwickeln, so müssen die metamorphi-
schen Arten in allen ihren Stadien denselben Grad von
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 341
Formverwandtschaft zeigen. Diese Forderung wird nun
aber von den Schmetterlingen und zaWreichen Insekten
ilberhaupt nicht erfüllt. Die Raupen nahe verwandter
Familien sind verschieden, die entfernt stehender Fami-
lien einander ähnlich; kurz, ein auf die Larven gegrün-
detes Schmetterlingssystem würde weit verschieden sein
von einem auf die Falter begründeten. Dasselbe gilt von
den im vollkommenen Zustande so unverkennbar nahe ver-
wandten Hymenopteren; deren Larven in zwei sehr ver-
schiedenen Formen, als Afterraupen und als Maden vor-
kommen ; ähnlich ist es bei den echten Fliegen und Mücken.
Da aber in allen diesen Fällen die Larve an die Lebens-
weise angepasst ist, so hat sie sich geändert, und ist z. B.
die Made der Biene aus einer Afterraupe hervorgegangen.
Alle die Fälle nun, wo sich der Verwandtschaftsgrad der
Larvenform mit dem des vollkommenen Insectes nicht deckt,
bezeichnet Weis mann als Incougruenzen, deren es zwei-
erlei Arten giebt, indem aus verhältnissmässig ähnlichen
Larven unähnliche Imagines, aus unähnlichen Larven ähn-
liche Imagines sich entwickeln (Smer. Populi und ocellata
für den ersten, D. Galii und Eupborbiae für den zweiten
Fall). Am häufigsten kommen Incougruenzen bei Varietä-
ten derselben Art (V. Levana) und bei Arten vor; in Gattungen
sind Larven- und Imagoverwandtschaft vielfach sich deckend;
bei höheren systematischen Kategorien finden sich Congruen-
zen und Incongruenzen. Die Incongruenzen lassen sich nun
durch eine phyletische Lebenskraft nicht erklären, wohl
aber durch die Betrachtung, dass oft Larven mit ähnlicher
Lebensweise Imagines von sehr verschiedener Lebensweise
hervorgehen lassen und umgekehrt.
Kr a atz macht darauf aufmerksam, dass an derselben
Lokalität (Serbien) 2 Carabusarten (C. monilis und Ulrichii)
in derselben Weise variieren, indem sowohl ihre Farbe sich
aus der gewöhnlichen in Kupfer-Purpur verwandelt, als
auch die Streifen oder Kettenstreifen oder Flügeldecken ab-
geschwächt sind. Die erste Art wird dadurch zur Varietät
Simulator j die zweite zur var. arrogans Schaum. D. Ent.
Zeitschr. 1876. p. 139 f.
lieber die Variation der (Tag-) Schmetterlinge, die
342 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zur Speciesbildung führt s. Capronnier in den C. R. Soc.
En't. Belg. XVIIL p. XXIV.
Fritz Müller zeigt (Jenaische Zeitschr. f. Na-
turwissensch. X. p. 1 ff.), dass die Einwände, die der
ünbewusste gegen die Erklärung der Entstehung der
meisten Leptalis- Arten durch Mimikry gemacht hatte, von
der falschen Voraussetzung ausgehen, als Stammform der
abgeänderten Leptalis- Arten habe eine weisse (unseren
Pieris ähnliche) Art zu gelten. Dem gegenüber macht
Müller darauf aufmerksam, dass es auch bunte Pieriden
gebe und dass solche somit schon genug Aehnlichkeit mit
den wegen ihres übelen Geruches und Geschmackes von
den Vögeln gemiedenen Heliconiern oder Danainen zeigen,
um als Ausgangspunkt weiterer Abänderungen dienen zu
können. Von den speciell bei Itajahy beobachteten fünf
Arten ahmt eine, durch schmalen Flügelschnitt ausgezeich-
nete Art keinen der dort vorkommenden Schmetterlinge
nach, sie wird als die Stammform (oder eine dieser nahe
stehende Form) angesehen, von der sich die anderen ent-
fernt haben, um verschiedene Arten nachzuahmen (L. Asty-
nome die Mechanitis Polymnia var. Lysimnia, L. Thalia
Acraea Thalia, L. Melite Daptonoura Lycimnia (Pieris Flip-
pantha)).
lieber Ontogenie und Phylogenie der Insek-
ten. Eine akademische Preisschrift von Dr. Paul Mayer
in Jena. Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaft. X.
p. 125 ff. Während die bisherigen Versuche Brauer 's,
Lubbock's U.A., den Stammbaum der Insekten aufzustel-
len und zugleich dasjenige Insekt ausfindig zu machen, das
dem Stammvater am ähnlichsten ist, von den Larvenfor-
men ausgingen und in der Campodea ein dem Stamm-
vater ähnliches noch jetzt lebendes Insekt gefunden zu
haben glaubten, verfährt Mayer vergleichend systematisch,
da man nicht wissen könne, „wie weit die Gestalt der
Larven ursprünglich oder nachträglich erworben sei". Er
sucht sich demnach als Stammvater der Insekten eine Form
aus, der er im Allgemeinen die Hauptzüge des Baues der
ganzen Insektenklasse aufdrückt, im Speciellen aber die-
jenigen Charaktere noch als indifferente zutheilt, aus denen
auf dem Gebiete der Arthropoden währeud der Jahre 1875 u. 1876. 343
sich die einzelnen Form Verschiedenheiten in den Ordnungen
u. s. w. durch Düferenzierung am leichtesten ableiten las-
sen. Diese Urform nennt er Protentoraon und charak-
terisiert sie tblgendermassen : „Das Protentomon besass
einen gegliederten Körper, an welchem Kopf, Thorax und
Abdomen zu unterscheiden waren. Der Kopf trug ein Paar
fadenförmiger Antennen und drei Paar Kiefer. Der Thorax
bestand aus drei deutlich getrennten Metameren, deren je-
des ein Paar Beine und, mit Ausnahme des ersten, Flügel
trug; das Abdomen hatte 11 homonome Segmente." „Die
Tracheen liefen von den Stigmen aus direkt zu den Or-
ganen in der Körperhöhle, während eine geringe Commu-
nikation der einzelnen Querstämme durch ein Paar Längs-
stämme hergestellt wurde. Stigmenlos waren Kopf und
Prothorax; das Abdomen hatte 9 (vielleicht 11) Stigraen-
paare." Am ausführlichsten sucht Mayer den Passus über
das Tracheensystem zu rechtfertigen und zwar mit Recht.
Allerdings haben sich gegen die von Gegenbau r versuchte
Ableitung des geöifneteu Tracheensystems von dem geschlos-
senen schon manche Bedenken erhoben, die von Mayer
noch einmal (wenn auch nicht vollständig!) vorgeführt wer-
den. Dazu w^ird hervorgehoben, dass die Tracheenlängs-
stämme, die nach der G egenb au r 'sehen Ansicht ursprüng-
lich ein blosser hydrostatischer Apparat gewesen sind, ihrer
Entstehung nach durchaus nicht erklärt seien. (Vielleicht
ist aber mit der Behauptung May er 's, dass der Prothorax
keine Stigmen besessen habe, das letzte Wort in dieser
Angelegenheit noch nicht gesprochen, da die Gründe, die
er für eine Verschiebung der Stigmen nach vorn anführt,
nicht zweifelsohne sind.) Von dem so beschaffenen Proten-
tomon stammen nun die Insekten (ausschliesslich der Thy-
sanuren) ab. Rückwärts wird sein Ursprung bis zu den
Würmern verfolgt und nachstehender Entwickelungsgang
des Protentomon aufgestellt. 1. Ungegliederter Wurm, ein
gemeinschaftlicher Ausgangspunkt für Tracheaten und hö-
here Würmer, zugleich ein naher Verwandter der Urform
der Crustaceen. (Dann darf man aber wohl als letztere
nicht mehr den Nauplius ansehen. Ref.) Aus demselben
ging hervor 2. ein gegliederter Wurm mit 18 Metameren,
344 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
mit wenigstens 14 Paar Segmentalorganen, vielleicht auch
mit Mundwerkzeugen in Gestalt von Kiefern, zugleich ein
naher Verwandter noch lebender Ringelwürmer. 3. Der-
selbe Wurm mit ventralen und vielleicht auch dorsalen
Anhängen an allen Segmenten; noch im Wasser lebend.
Die Segmentalorgane dieses Wurmes wandelten sich um:
das erste Segmentalorgan ist noch bei Lepidopteren und
Hymenopteren (wo bleiben die Trichoptera und Puppen-
hüllen anfertigenden Käferlarven? Ref.) als Serikterium,
das zweite allgemein als das eine typische Paar Speichel-
drüsen vorhanden; die folgenden sind in Tracheen umge-
wandelt, die also ursprünglich durch keine Längsstämme
verbunden waren und die beiden letzten in Malpighi'sche
Gefässe. Gleichzeitig mit der Umwandelung der Segmen-
talorgane in Tracheen bereitete sich eine heteronome Seg-
mentierung vor durch das Schwinden der Segmentalanhänge
an den hinteren Körperringen, und wurde so die vierte
Ahnenform (Prototracheas) gebildet, die man sich als Sumpf-
bewohner vorzustellen hat. Indem die ventralen Anhänge
ganz und die dorsalen bis auf die noch als Kiemen (nicht
Tracheenkiemen!) fungirenden des Meso- und Metathorax
schwanden, ging die Prototracheas 5. in das Archentomon
über mit drei Beinpaaren und deutlicher Abgrenzung von
Kopf, Brust und Hinterleib; das Archentomon lebte noch
im Sumpf. Indem dieses sich an das Landleben gewöhnte
und die Kiemen in den Dienst der Lokomotion treten Hess,
wurde es 6. zum Protentomon mit 4 Flügeln. Andererseits
zweigte sich aber auch eine andere Reihe ab, die flügel-
los blieb (oder wurde), die heutigen Thysanura (und My-
riapoda).
Mayer nimmt (nach Ausschluss der Thysanura) neun
Insektenordnungen an: Coleoptera, Hymenoptera, Neuro-
ptera, Orthoptera, Termitina, Amphibiota, Lepidoptera, Di-
ptera, Hemiptera. Von diesen sollen zunächst Lepidoptera
und Neuroptera, Orthoptera und Hymenoptera je einen ge-
meinsamen Ursprung und diese 4 nebst den Termitina einen
solchen vom Protentomon gehabt haben; ebenso stammen
Amphibiota und Hemiptera von gemeinsamer Stammform
ab (!), so dass nur Coleoptera und Diptera direkt vom
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 187G. 34b
Protentomon abzuleiten wären; eine Rechtfertigung dieser
wunderliehen Ansicht giebt der Verfasser nicht. Aehnlich
wie das Protentomon aus der anatomischen Abstraktion der
gesammten Insektenklasse entstanden war, wird nun auch
ein Protocoleopteron u. s. w. konstruirt, und als solches
eine indifferente Form genommen. Grosses Gewicht wird
auf die Zahl der Stigmen und Malpighi'schen Gefässe ge-
legt und im Allgemeinen diejenige der jetzt lebenden For-
men als die am wenigsten abgeänderte angesehen, die sich
gerade in diesen beiden Merkmalen am nächsten an das
hypothetische Protentomon anschliesst. Die W3itere Ablei-
tung der einzelnen Familien innerhalb der Ordnungen ist
noch viel weniger gerechtfertigt, als die behauptete nähere
Verwandtschaft der einzelnen Ordnungen (Amphibiota mit
den Hemiptera, Orthoptera mit den Ilymenoptera, Neuro-
ptera mit den Lepidoptera und die 4 letzten mit den Ter-
mitina) und will ich daher ganz unberücksichtigt lassen.
Sowohl das Protentomon als auch die Stammbäume der
Ordnungen und ihrer wichtigsten Familien sind auf vier
Tafeln erläutert. — Hinsichtlich der Ontogenie hat Mayer
keine selbständigen Untersuchungen angestellt, aber insofern
eine nicht überflüssige Arbeit geliefert, als er die wider-
sprechenden Angaben verschiedener Kmbryologcn auszu-
gleichen und das Gemeinsame herauszufinden sucht. Merk-
würdiger Weise aber glaubt er bei den Ilymenopteren mit
schmarotzenden Larven (Teleas, Platygastcr, Ophioneurus,
Polynema) die ursprünglichsten, weil am wenigsten durch
Anpassung veränderten Verhältnisse der Entwickelung im
Ei vor sich zu haben, und spricht sogar die zuversichtliche
Vermuthung aus, dass bei diesen Schmarotzerinsekten sich
wohl noch die Gastrula würde auffinden lassen (wie er
denn in der That eine G an in 'sehe Zeichnung in diesem
Sinne, wenn auch nur versuchsweise, deutet). — Auf eine
Kritik dieser „Ontogenie und Phylogenie", die sowohl, durch
die ganze Anlage als auch durch einzelne Punkte der spe-
cielleren Deduktion herausgefordert wird, kann ich mich nicht
einlassen; eine, z. Th. allerdings zur persönlichen Rechtfer-
tigung verfasste liefert nebst einer etwas ausführlicheren
Inhaltsangabe A. S. Packard im Amer. Natural. X. p. 678 ff.
346 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lieber die Entstehung der Insektenflügel giebt
F. Müller bei Beschreibung der Larven von Calotermes
rugosus (s. unten bei den Orthoptera) eine audere Erklä-
rung. Jen. Zeitschr. f. Naturw. IX. p. 253. Die breite
Körpergestalt dieser Larve, die in Eolzgängen lebt, lässt
die Vermuthung fast zur Gewissheit werden, dass dieselben
palingenetisch sind, da sie durch die breiten Anhänge an
der Brust zum Leben in engen Gängen möglichst schlecht
angepasst sind. In diesen Larven von Calot. rugosus läge
demnach eine Insektenform vor, die früher einmal als reifes
Thier in glaicher oder ähnlicher Gestalt existirte. Nun
besitzt aber diese Larve an Vorder- und Mittelbrust breite
flächenartige Ausbreitungen, die sich an der Vorderbrust
zurückbilden, an der Mittelbrust dagegen zu Flügeln ent-
wickeln, nachdem sie sich in einem späteren Larvenzu-
stande bereits nach unten und hinten an den Leib angelegt
haben, wie es mit den Flügelansätzen der Hinterbrust ,von
vornherein der Fall ist. Müller kommt demnach zu fol-
gendem Resultat: „Die Flügel der Insekten sind nicTit aus
„Tracheenkiemen" entstanden, . . . (sondern) aus seitlichen
Fortsätzen der Rückenplatten der betreifenden Leibesringe ".
— Dabei verweist Müller auf die Rückenplatten, die in
ähnlicher Weise bei den Crustaceen in grosser Verbreitung
auftreten und z. Th. der Athmung dienen.
M. Herold. Untersuchungen über die Bil-
dungsgeschichte der wirbellosen Thiere im Ei.
III. Lieferung: I. Die Feuerwanze; IL Die Schmeiss-
f liege (Forts.); III. Das Abendpfauenauge (Forts.).
Aus dem Nachlasse des Verfassers und mit Unterstützung
der Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften heraus-
gegeben von Dr. A. Gerstäcker, Berlin 1876. Verlag
der Guttmann'schen Buchhandlung (Otto Enslin). 44 S. 8
Kupfert. Gross 4».
Balbiani theilte der Academie des Sciences de
Paris (Seance du 15 novembre 1875) eine Note über die
Embryogenie des Flohs (Pulex felis) mit. Die Unter-
suchung, die wesentlich zu dem Zwecke unternommen zu
sein scheint, die systematische Stellung der Aphaniptera
zu ermitteln, liefert keine wichtigen Resultate; bei der im
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. : 47
Ei noch eingeschlossenen Larve sind rudimentäre Füsse
wahrnehmbar, die später schwinden. Wenn der Entwicke-
lungsgeschichte nach, wie Balbiani findet, Piüex die Mitte
hält zwischen den Dipteren und den Rhynchoten, so dürfte
dieses Resultat wohl kaum in systematischer Hinsicht zu
verwerthen sein.
A. Dohrn bringt Notizen zur Kenntniss der In-
sektenentwicklung (Zeitschr. wissensch. Zoologie XXVI.
p. 112 ff.), die, etwas aphoristischer Natur, z. Th. die ein-
ander gegenüberstehenden Ansichten einzelner Embryologen
besprechen, z. Th. nach Beobachtungen vonBombyx mori,
Gryllotalpa vulgaris, Ameisen u. a. einige Punkte zur Ent-
scheidung zu bringen suchen. Mit Ausnahme der Hyme-
nopteren (allen?) kommen sämmtlichen Insekten zwei Em-
bryonalhüllen zu, auch den Lepidopteren, wie Dohrn an
dem Beispiel von Bombyx mori bestätigt und bei Gryllo-
talpa. Die komplicirten Elemente, die von Kowalewsky,
Weismann u. a. im Dotter der sich entwickelnden Eier
beschrieben und von ersterem als „Wanderzellen" mit grosser
Wahrscheinlichkeit bezeichnet wurden, verdienen nach
Dohrn's Beobachtung diesen Namen und liefern wahr-
scheinlich das Material zu den Blutkörperchen und den
Bindegewebszellen des Fettkörpers, nicht, wie er früher
angegeben hatte, zum Aufbau des Mitteldarms^ des Rücken-
gefässes, gewisser Traeheenabschnitte, der Speichel- und
Malpighi'schen Gefässe und des Neurilemms. — Die Ent-
wickclung von Gryllotalpa lässt einige bemerkenswerthe
Erscheinungen sehen. Die beiden Embryonalhüllen ver-
schmelzen in einem gewissen Stadium mit einander und
ihre Zellen fallen einer fettigen Degeneration anheim;
sie zerreissen in der Kopfgegend und werden langsam
unter starker Einschnürung (wie sie wenigstens einmal
beobachtet wurde) von vorn nach hinten abgestreift. Eine
weitere Eigenthümlichkeit des Gryllotalpaembryos ist eine
pulsirende Membran, deren Herkunft nicht festgestellt
werden konnte, die aber von den Seiten des Kopfes her
sich über den Dotter ausbreitet und wellenförmige von
hinten nach vorn fortschreitende Contractionen erfährt, die
indessen nicht auf beiden Seiten gleich rasch verlaufen.
348 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nach unten verbindet sich dieselbe „mit einer ähnlichen zarten
Membran, welche dem Dotter dicht anliegt, ihn aber nicht
völlig zu umschliessen scheint"; durch diese Pulsationen
werden die im Leibe des Embryo befindliche Flüssigkeit
und die in ihr suspendirten Bestandtheile in strömende
Bewegung versetzt, deren Richtung am Rücken von hinten
nach vorn, an der Bauchseite von vorn nach hinten geht.
Anfänglich besteht diese Lamelle aus spindelförmigen Zellen ;
später wird sie durch das vom Bauche nach den Seiten
und auf den Rücken fortschreitende Bauchblatt umwachsen
und die Zellen gruppiren sich an diesen Stellen zu Strängen,
welche jetzt Muskelbündel vorstellen und die Körpermus-
kulatur bilden, damit hören auch die Pulsationen auf. Der
Rest der pulsirenden Lamelle verwandelt sich durch einen
nicht kurz wiederzugebenden Vorgang in das Rücken-
gefäsSj dessen Spaltöffnungen ursprünglich mit der Ver-
wachsung des Hautblattes und der pulsierenden Lamelle
in den einzelnen Segmenten zusammenhängt, und deren Zahl
daher anfänglich 11 Paare beträgt, von denen aber die
beiden vordersten im Thorax gelegenen sich bald schliessen ;
mit der Umwandelung der Lamelle zum Rückengefäss hört
nun auch allmählich die Verschiedenheit der Pulsationen
auf beiden Seiten auf. Der Vorder- und Hinterdarm bildet
sich als Einstülpung des Hautblattes, welches demnach
ausser Tracheen, auch die Speichel- und Malpighi'schen
Gefässe hervorgehen lässt, da diese nur eine Einstülpung
der Darmwandung sind. Dohrn neigt sich ferner auch
der Ansicht Ganin's zu, dass auch die Ovarien vom End-
darme her, also ebenfalls vom Hautblatte, entständen.
H. A. Hagen stellt einen Theil der merkwürdigeren
Insektendeformitäten zusammen. On some Insect De-
formities. Memoirs of the Museum of Comparative
Zoology at Harvard College, Cambridge. Vol. H. Nr. 9. p.
1—22, mit 1 Tafel. Als neu wird ein Morpho Eurylochus
mit Raupenkopf mitgetheilt und daran die ähnlichen Beob-
achtungen früherer Entomologen angeschlossen. Eine aus-
lührliche Besprechung findet der von 0. F. Müller mit-
getheilte Fall seiner Phalaena lieteroclita (Bombyx monacha
mit Raupenkopf), weil Müller behauptet hatte, die Bcwe-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 349
gung der Mundtheile an dem Schmetterling gesehen zu
haben und Hagen diese Behauptung nicht ohne weiteres
bei Seite legen will; eine befriedigende Erklärung kann
er allerdings nicht geben und das wahrscheinlichere ist
auch, dass Müller sich getäuscht hat. Insekten mit Lar-
venkopf werden weiterhin noch 16 aufgeführt (12 Schmet-
terlinge, 3 Käfer, nämlich Dytiscus marginalis, Hydaticus
bimarginatus, Cybister limbatus und endlich ein Syrphus;
der letztere Fall ist wegen der pupa coarctata der Syr-
phiden in der That merkwürdig und kaum glaublich).
Ferner ist die Mittheilung von C. Majoli über die Ver-
wandlung von Seidenraupen in Schmetterlinge reproducirt;
auffallend ist, dass eine ähnliche Beobachtung sich nicht
wiederholt hat. Als neu ist ein Fall mitgetheilt von einem
Strategus Julianus ohne Flügeldecken, der aber doch,
wenn auch ungeschickt, fliegen konnte und daran ange-
knüpft die durch Saage mitgetheilte Deformität eines
Prionus coriarius, der an Stelle der Flügeldecken ein Bein-
paar trug.
V. Gredler führt in einem Beitrag zu den mon-
strösen Erscheinungen thierischer Organe einige
Beispiele aus der Insektenwelt an und sucht dieselbe auf
naturphilosophische Weise zu deuten. Corrbl. Zool. min.
Ver. Regensburg. XXIX. p. 145 ff.
Einen interessanten Fall eines monströsen Cimbex
axillaris, dessen linker Fühler mit einer Fussklaue endet,
macht Kraatz in der D. Ent. Zeitschr. 1877. p. 377 be-
kannt. Man könnte darin einen Beweis für die Gleich-
werthigkeit der Anhänge der Metameren sehen.
Referent berichtet über Pediculus capitis, bei
der das letzte linke der 14 Stigmen verkümmert und die Ver-
bindung der beiden Längsstämme durch einen vom 7. Stigma
rechts zum G. Stigma links verlaufenden Ast herge-
stellt war. Sitzber. Niederrh. Ges. Nat.- und Heilk.
1876, 35 ff.
Eine neue Insektenquelle entdeckte Cornelius
in dem die Rinnen der Gasometer])assins anfüllenden Gas-
wasser, das wahrscheinlich durch seinen Geruch die In-
sekten (geflügelte und ungeflügelte) anzieht und zuletzt
350 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
tödtet. Ein Verzeiehniss der gefundenen Arten, unter denen
manche sonst dem Sammler entgehen, zeigt die Reichhal-
tigkeit dieser neuen Fundstätte. Stett. Ent. Zeit. XXX VII^
p. 43 ff. und Verhandl. Naturh. Ver. pr. Rheinl. u. Westf^
XXXIII. Corresphl. 2. p. 53 ff.
Als Schutz der Insektensammlungen (und Herbarien)
gegen Anobium paniceum empfiehlt Schnetzler Schwe-
felkohlenstoff. Comptes Rendus. 10. April 1876. p. 863.
A. Baudrimont studirte den Einfluss verschiedener
Giftstoffe auf das Insektenleben (Mücken). Mem. d. 1.
Soc. d. Scienc. phys. et nat. de Bordeaux. X. 2.
p. 439 ff. Zur Verwendung kamen betäubende, paraly-
tische, asphyktische, sowie einige andere Stoffe, deren spe-
cifische Wirkung nicht näher bekannt ist. Obgleich der
Verfasser diese Versuche als einen Beitrag zur generellen
Toxikologie ansieht, so scheinen sie mir doch keine Auf-
merksamkeit zu verdienen.
Als Mittel gegen (Ph. vastatrix und überhaupt
gegen) unterirdisch lebende Insekten empfiehlt J. Boll
Steinkohlenasche. Stett. Ent. Zeit. XXXVI p. 360 ff.
H. Weyenbergh veröffentlicht seine Studien 'über die
Insekten des lithographischen Schiefers von Solen-
hof en und ein systematisches Verzeiehniss der mesozoi-
schen Insektenfauna Baierns nach dem im Museum Teyler
vorhandenen Material. Periodico Zoologico, organo
de la Sociedad entomologica Argentina, publ. par
la Misma. Tomo I. Entrega 11. 1874. (Nach Revue et
Magazin de Zoologie. 1875. Bibliographie p. XXXIV; hat
Referent nicht vorgelegen.)
PreudhommedeBorre macht einige Flügelabdrücke
von Insekten aus den Steinkohlenschichten von Mons be-
kannt, die einem (oder 2) Acridier, einer Termite und
einem Saturniden (!) zugeschrieben werden. C. R. Soc.
Ent. Belg. XXIII. p. XXXIX ff. und LVI ff. S. unten.
S. H. Scudder deutet den Hinterleib eines Insekts
aus den Kohlenschichten von Cap Breton als einer Odonaten-
larve angehörig. Derselbe besteht aus 9 Ringen und trägt
an seinem Ende zwei kurze, abgerundete Anhänge, so
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 \i. 1876. 351
dass die Aelinlichkeit mit jetzigen Libelluliden sehr gering
ist. Er nennt das Insekt, von dem der Rest herstammt
Libellula carhonaria. An derselben Lokalität fand sich der
Fliigelrest einer Blattine, Blatta sepulta. (New and inter-
esting Insekts from the carboniferous of Cap Breton; in
Proc. Am. Assoc. for advanc. of Science. XXIV. (1875.)
p. 110.
H. Wood ward macht in dem Quart. Journ. Geol.
Soc. London 1876. p. 60 ff. pl. IX einen interessanten Or-
thopterenrest aus dem Steinkohlengebirge Schottlands be-
kannt, der besonders deshalb bemerkenswerth ist, weil auch
der Prothorax mit (kurzen) Flügeln versehen zu sein scheint.
Nach dem erhaltenen Vorderbein scheint hier eine Faiig-
heuschrecke vorzuliegen, wenn auch das Fltigelgeäder er-
hebliche Abweichungen von dem Typus der gegenwärtigen
Arten zeigt. Das Insekt, dem der Rest angehört, ist Litho-
mantis carbonarius genannt.
J. II. Kawall (Organische Einschlüsse im Bergkry-
stall. Bull. Soc. Imp. Nat. de Moscou. LI. (1876. Nr. 3) p.
170 ff.) meldet das Vorkommen von Räupchen {Tincites
crystdlli !) und Conferv^en in Bergkrystall. (Ich schliessc
mich dem Wunsche der Redaktion an, dass durch An-
schleifen eine nähere Einsicht in die Natur der einge-
schlossenen Gegenstände ermöglicht würde.)
Coleoptera,
Mit der 4. Lieferung (Familie 43 bis Schluss nebst
Uebersicht der Abtheilungen und Familien) ist G. Seidlitz'
Fauna baltica vollendet und bildet den 5. Band des
Archiv für Naturkunde Liv-, Ehst- und Curlands
2. Serie.
Von C. G. Calwer's Käferbuch ist eine neue (3.)
Auflage (Stuttgart, Jul. Hoffmann, 1876), von Dr.
G. Jäger erschienen.
Kirsch liefert das 4., 5., 6. Stück seiner Beiträge
352 Bertkau: Beriebt über die wissen scbaftlichen Leistungen
zur Kenntniss der Peruanischen Käferfauna. D.
Ent. Zeitscbr. 1875. p. 161 ff., 241 ff.; 1876. p. 81 ff
Der Catalog. Coleopt. syn. et syst, von Gem-
minger und Harold, (München 1876) ist mit Bd. XII.
zu Ende gebracht. Dieser Band enthält den Schluss der
Chrysomeliden, die Languriden, Erotyliden, En-
domychiden, Coccinelliden, Corylophiden und Pla-
typsylliden nebst einem alp he tischen Gattungsregister
zu sämmtlichen 12 Bänden. 77,008 Arten.
Marseul setzt die Coleopt. du Japon rec. p. G.
Lewis mit der Enumeration des Het^romeres avec
la description des Especes nouvelles fort. Ann.
Soc. Ent. France. 1876, p. 93 ff., 315 ff., 447 ff.
J. 0. Westwood liefert Descriptions of new
Heteromerous Coleoptera. Trans. Ent. Soc. London.
1875. p. 223 ff.
F. P. Pascoe bringt weitere Notes on Coleoptera,
with Descriptions of New Genera and Species.
Part. m. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 59.
Handelt von Cerambyciden.
H. Jekel. Coleoptera Jekeliana. Livr. IL Paris
1875. Handelt hauptsächlich von den Microcerini und
Brachyderini unter den Curculioniden.
A. S. Packard zählt die Cave Beetles of Ken-
tucky auf, und giebt vergrösserte Abbildungen von ihnen
und einigen Larven. Es sind dies Anophthalmus Tell-
kampfii, Menetriesi, pubescens, tenuis, eremita, pusio ; Ade-
lops hirtus; Batrisus spretus; Quedius fulgidus und 2 an-
dere Staphyliniden. Die Larven der blinden Käfer sind
ebenfalls blind. Amer. Natural. X. p. 282 ff. Taf. IL
Motschoulsky's Enumeration des Nouvelles
Especes de Coleopteres rapportes de ses voyages.
15ieme. article , Bullet. Soc. Imper. d. Natur, de
Moscou. 1875. Nr. 2. p. 139 ff. enthält einige neue Arten
und Gattungen der Longicornier.
Die Käferfauna einer weiss faulen Eiche (30 Arten)
ist aufgezählt in dem 53. Jahresber. Schles. Ges.
vaterl. Cultur. p. 156.
G. H. Hörn giebt ein kleines Verzeichniss der auf
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1876. u. 1876. 353
Guadeloupe gesammelten Arten und deren geographische
Verbreitung. Es sind 23 Arten (4 endemisch) in 20 Gat-
tungen (1 endemisch).
Hörn und LeConte setzen ihre Beiträge zur Co-
leopterenfauna Nordamerika's fort. Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 121, 126, 157, 162, 169, 177, 198, 209,
219, 220, 232, 241, 246, 253.
Dieselben geben eine Synopsis der Rhynchophora
Amerikas nördlich von Mexiko. Proceed. Amer.
Phil OS. Societ. XV. Nr. 96. Die Einleitung enthält eine
Auseinandersetzung der befolgten Principien der Klassifi-
kation, die von der bisher üblichen erheblich abweicht,
indem namentlich die bisherige Familie der Curculionidae
in eine grössere Anzahl von Familien aufgelöst ist. Vgl.
den vorig. Bericht (1874) p. 364 (112).
Jahrg. XXXXII. 1. dieses Archivs enthält auf S.
125—168 eine Fortsetzung des Verzeichnisses der von Dr.
Gundlach auf der Insel Cuba gesammelten Rüssel-
käfer (s. d. Bericht, 1873, p. 260 (40)) von Dr. E. Suf-
frian. Behandelt werden die Gattungen Cryptorhynchus
Iliig. und Macromerus Schh. Aus ersterer Gattung ist eine
grosse Anzahl (29) neuer Arten beschrieben; von Macro-
merus fand sich nur die eine Art, M. clavipes Dej.
In den Proc. Davenport Acad. Nat. Sciences
Vol. I giebt Putnam ein Verzeichniss der Kater der Um-
gegend Davenports (p. 169 — 173), der bei Monticello, Fre-
deric gefundenen p. 173, von den Rocky Mountains p. 177,
von Wyomig p. 190, von Utah p. 199 ff.
Nach Aufzeichnungen von Will. Davis bringt Dohrn
Notizen über einige Coleoptera Argentina, deren
Fundort, Futterpflanzen, Erscheinungszeit, Lebensweise.
Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 405 ff.
S. A. de Marseul fährt in seinem Repertoire des
Col^opteres d'Europe d6crits isol^ment depuis 1863
fort. L'Abeille XII. p. 1-384. (Malachiidae— Anthrib.)
F. de Saulcy. Species des Paussides, Clavigö-
rides, Ps^laphides et Scydm^nides de l'Europe et
des pays circonvoisins. Metz 1874. 132 pp. 8^. Habe
ich nicht gesehen.
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. X
354 Bartkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
John Sahlberg stellt eine Enumeratio Coleopterorum
Carnivororum Fenniae (p. 41—200), Falpicorniiim (p.
201—228), Amphihioriim (p. 229— 241) zusammen in dem
14. Heft der Notiser ur Sällskapets pro Fauna et
Flora Fennica Förhandlingar. Es ist dies kein ein-
faches Verzeichniss, sondern mit Angabe der Lebensweise
und geographischen Verbreitung versehen. Zahlreiche neue
Arten sind beschrieben. Einschliesslich derselben sind von
Carnivoren 372, Palpicorniern 73, Amphibiern 20 Arten
aufgezählt.
J. Sp. Schneider giebt ein Verzeichniss der im
Amte Bergen (Norwegen) beobachteten (357) Käferarten.
Forh. i Vidensk.-Selsk. i Christiania. Aar. 1875.
p. 109 ff.
Ein Vierter Nachtrag zum neuen Verzeichniss
der preussischen Käfer von Lentz, Schrift, phys.-
ökonom. Gesellsch. Königsberg XVI. p. 107 ff. erhebt
durch Hinzufügung von 209 weiteren Arten die Gesammtzahl
auf 3216.
In einem zweiten Nachtrag zum Verzeichniss
der um Hamburg gefangenen Käfer fügt Beuthin
zu dem ersten Nachtrag 42 weitere Arten hinzu, so dass
sich die Anzahl der im dortigen Faunengebiet beobachteten
Arten auf 2954 beläuft. Abb. Ver. naturw. Unterh.
Hamburg I. p. 127.
K. Letzner liefert Nachträge zu seinem Ver-
zeichnisse der Käfer Schlesiens, die die Zahl der
dort nachgewiesenen Arten auf 4159 bringen. Zeitschr.
Entom. Breslau. Neue Folge. 5. Heft. p. 20 ff.
Von Kellner's Verzeichniss der Käfer Thü-
ringens ist die zweite Auflage erschienen; auch in Gie-
bel's Zeitschr. ges. Naturw. 48. p. 341 ff. Wie früher
ist die Verbreitung und Häufigkeit des Vorkommens be-
rücksichtigt. Seit der ersten Auflage sind 65 Arten hin-
zugekommen.
Kittel setzt seine systematische Uebersicht der
Käfer, welche in Bayern und der nächsten Um-
gebung vorkommen, fort. Corrbl. Zool. miner. Vereins
Regensburg XXIX. p. 61, 76, 122, 133, 167, 182; XXX.
auf dem Gebieteder Arthropoden während der' Jahre 1875 u. 1876. 355
p. 45, 59, 78, 87, 105, 119, 142, 171, 186. Dasselbe geht
von der Gattung Hydrophilus bis zu Omalium Gravenh.
Von E. Reitter liegt ein zweiter Nachtrag zur
Käferfauna von Mähren und Schlesien vor. Verh.
naturf. Verein Brunn. XIII. p. 45 ff.
M. Rupertsberger macht Bemerkungen über die
Käfer-Fauna des Mühlviertels. 7. Jahresbericht d.
Vereins f. Naturkunde in Oesterreich ob der Ens.
Linz. 1876. Es wird kein vollständiges Verzeichniss,
sondern nur ein solches von seltenen oder interessanten
Käfern gegeben, die in Windhag beobachtet wurden.
Manche derselben sind neu für die Fauna Oesterreichs,
und die Gesammtfauna trägt den Charakter einer alpinen
oder nordischen.
M. des Gozis. Catalogue des Col^opteres de
France et de la Faune Gallo-Rhenane. Montlu^on
1875.- Dieses Btichelchen ist (auf 110 S. 12*^) eine reine
Aufzählung der (nahezu 8000 beobachteten) Arten und Va-
rietäten. Die in der systematischen Anordnung getroffenen
Aenderungen verdienen, da eine Rechtfertigung derselben
nicht versucht ist, keine Berücksichtigung.
S. de Bertolini. Catalogo sinonimico e topo-
graphico dei Coleotteri d'Italia. Firenze 1875. p.
157—204. Diese mit dem Bull. Soc. Entom. Ital. VII ver-
öffentlichte Fortsetzung (s. den Bericht 1874 p. 297 (45))
geht von den Anthiciden bis zu den Bruchiden.
L. Fairmai re verzeichnet die von Abdul Kerim
in dem ebenen Theile von Tunis gesammelten Arten
und beschreibt die neuen. Ann. Mus. Civ. Genova VII.
p. 475 ff
L. von Heyden erstattet Bericht über die wäh-
rend eines einraonatlichen Aufenthaltes auf den
Canarischen Inseln gesammelten (83) Käfer, unter
denen eine Pimelia neu ist. Bericht über die Senckenb.
naturf. Gesellsch. 1874—1875. (1876.) p. 135 ff. (Vgl.
den Bericht 1873. p. 250 (30)).
C. A. Dohrn verzeichnet die in Monrovia (Liberia)
gesammelten Käfer. Stett. Eut. Zeit. XXXVI. p. 214 ff.,
291 ff, 448 ff, XXXVII p. 77 ff, 115 ff., 339 ff
356 Bertkau: Bericht über tlio wissenschaftlichen Leistungen
C. Ritsema Cz. zählt die von Woerden in Nieder-
Guinea gesammelten Käfer (38 Arten) auf und versieht sie
mit Aanteekeningen en Beschrijvingen. Tijdschr.
voor Entomol. 18. p. 121 ff.
J. Faust liefert Beiträge zur Kenntniss der
Käfer des Europäischen und Asiatischen Russ-
lands mit Einschluss der Küsten des Kaspischen
Meeres. Horae Societat. Entom. Rossic. XL p. 163. ff.
und XII p. 300 ff. Bezieht sich zumeist auf Tenebrioniden.
Materiaux pour l'entomographie des provinces
asiatiques de la Russie. Par S. Solsky. Ebenda
p. 253 ff.
P. de la Brülerie beginnt einen Catalogue raisonn^
des Col6opteres de la Syrie et de l'ile de Chypre.
Ann. Soc. Eni France. 1875. p. 97 ff., 395 ff. Enthält
bis jetzt Cicindeliden und Carabiden.
H. W. Bates macht Additions to the List of
Geodephagous Coleoptera of Japan, with synonymic
and other remarks. Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 1 ff.
E. V. Harold erstattet Bericht über eine Sen-
dung Coleopteren aus Hiogo; Abb. naturw. Verein.
Bremen. IV. 3. p. 283 ff und V. 1. p. 115 ff. Es befinden
sich einige neue Arten darunter.
DerBijdrage tot de Kennis der Insecten-Fauna
van het Noordelykste Gedeelte van Sumatra door
C. Ritsema Cz. in Tijdschr. voor Entom. 19. p. 43 ff.
macht 9 Käferarten, unter denen 4 neu sind, von diesem
Theile Sumatras bekannt.
M. D. Scharp liefert die Description de Col6op-
pteres (Lamellicornes) nouveaux de l'Australie.
Revue et Mag. de Zoolog. 1875. p. 37 ff.
F. W. Hutton giebt ein Verzeichniss der bis 1870
auf Neu -Seeland beobachteten Coleopteren. Trans, a.
Proc. New. Zeal. Inst. t. VL p. 158. (Journ. de ZooL
IV. p. 430.)
F. P. Pascoe liefert Descriptions of new Ge-
nera and Species ofNew-Zealand Coleoptera. Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 210 ff Part I, XVII.
p. 48 ff, Part II, XVIII. p. 57 ff., Part III.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 357
Die Käfer von den Kerguelen sind beschrieben von
C. 0. Waterhouse in dem Entom. Monthl. Magaz.
XII. p. 54 ff. (1 Staphylinide, 5 Curculioniden in 2 neuen
Gattungen). Die 6 Arten sind sämmtlicli flügellos.
Seiner Monographie der Borkenkäfer Rass-
lands (s. unten) schickt Lindemann ein neues System
der Coleoptera Rhynchophora, die er als eigene Unterord-
nung auffasst, voraus. Bull. Soc. Imp. des Natur, de
Moscou. 1876. Nr. 3. p. 148 ff. Zu bedauern ist, dass der
Verfasser das im vorigen Bericht (1874. p, 364 (112)) be-
sprochene neue System Le Conte's nicht berücksichtigt
hat. Die Abweichungen beider Forscher liegen namentlich
darin, dass bei Le Conte die alten Curculioniden und bei
Lindemann die alten Scolytideu in eine grössere Zahl
von „Familien" zerfällt sind; abgesehen von den verschie-
denen Organen, die zur Begründung der Systeme Verwen-
dung gefunden haben. In dieser Hinsicht verwendet Linde-
mann auch einmal innere Organe, und zwar solche, die
wegen einer stärkeren Chitinisierung keine zu grossen An-
forderungen an die Geschicklichkeit des Präparators stellen,
nämlich den „Kauapparat" und die Begattungsorgane (na-
mentlich die männlichen). Der Kauapparat findet sich in
dem hinteren, engeren Theile des „Kaumageus" in Gestalt
von 8 chitinisierten Platten, an denen der Verfasser folgende
Theile unterscheidet: Kauplatte, Kaulade, Kaubürste; die
Kauplatte besteht gewöhnlich aus zwei symmetrischen
Hälften. Der Hinterleib der meisten Rhynchophori besitzt
8 (sehr selten 7) Rücken- und 6 (selten 5) Bauchschienen.
Bei den Männchen sind die 8 Rückenschienen gewöhnlich
von aussen sichtbar; bei den Weibchen ist die letzte mit
wenigen Ausnahmen in die Bauchhöhle eingezogen und
wird als „Analplatte" bezeichnet. Von den Bauchschienen
ist die letzte immer als „Genitalplatte eingezogen und trägt
häufig an ihrem vorderen Ende einen als „Stengel" be-
zeichneten, fadenförmigen Anhang und im weiblichen Ge-
schlechte häufig auf ihrer oberen Seite ein Paar Anhänge,
„Genitalpalpen". Unter Berücksichtigung der Verschie-
denheiten, die sich bei den einzelnen Gruppen vorfinden,
gelangte Lindemann zur Annahme folgender 12 Familien:
358 Bertkau: Bericht über diu wissenschaftlichen Leistungen
Scolytidae, Tomicidae, Hylesinidae, Rhyncolidae, Rhyn-
chaenidae, Curculionidae, Attelabidae, ßbinomaceridae, An-
thribidae, Bruchidae, Apionidae, Platypidae, die sich (mit
Vernachlässigung der letzteren) in folgender Weise syno-
ptisch charakterisiren lassen:
I. Der Kauapparat im Proventrikulus fehlt ganz.
1. Unterkiefer mit zwei Laden; Oberlippe vorhanden.
a) mit einer Legeröhre . . . . Änthrihidae.
b) ohne Legeröhre Bruchidae.
2. Unterkiefer mit einer Lade; Oberlippe fehlt.
c) Genitalpalpen 3gliedrig; Kopulationsorgan mit Auf-
satz i) RJiinomaceridae.
d) Genitalpalpen fehlen; Kopulationsorgan mit Auf-
satz Attelabidae.
e) Genitalpalpen 2gliedrig; Kopulationsorgan ohne
Aufsatz Apionidae.
IL Ein Kauapparat im Proventrikulus ist immer vor-
handen und besteht:
1. bloss aus den Kauladen. Dieselben haben
a) Bürsten RhyncJiaenidae.
b) keine Bürsten ...... Curculionidae.
2. aus Kauladen und einem unpaaren vorderen Theil,
welcher mit Borsten oder Querrillen bewaffnet ist;
c) Genitalplatte des $ mit Stengel und Palpen
Rhyncolidae.
d) Genitalplatte ohne beides . . Hylesinidae.
3. aus paarigen Kauplatten und Kauladen.
e) Kauladen ohne Bürsten . . Scolytidae.
f) Kauladen mit Bürsten . . . Tomicidae.
Kr a atz beschreibt und bildet ab weitere Monstrosi-
täten von Käfern; D. Ent. Zeitschr, 1876. p. 377 f.
Taf. L
H. Mocquerys. Recueil de Coleopteres anor-
maux. Ronen. 1875. (Siehe Kraatz, Deutsch. Entom.
Zeitschr. XX. 1876. Heft IL p. 377.)
Perris liefert die Beschreibung von Larven einer
grossen Anzahl Familien (Scaphidiidae, Histeridae, Ni-
1) Siehe unten bei Scolytidae.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 359
tidulidae, Colydiidae, Cucujidae, Cryptophagidae, Lathri-
diidae, Pectinicornia, Lamellicornia, Mycetophagidae, Bu-
prestidae). Ann. Soc. Linn. Lyon XXII. p. 259 ff. Die
meisten der behandelten Arten stehen in Abhängigkeit von
Castanea vesca, die somit eine grosse Zahl von Käfern
nährt, wenn auch diese Zahl nicht so gross ist, wie die
der Kostgänger der Eiche. In der Einleitung sucht Perris
seine früher ausgesprochene Ansicht weiter zu begründen,
dass die schädlichen Insekten, namentlich die bohrenden,
nur kranke und schwache Stämme angehen, wogegen kräf-
tige sich durch Saftausfluss ihrer erwehren können (?).
M. Rupertsberger beginnt in Natur und Offen-
barung 1875. p. 522 ff., 569 ff. eine Reihe von Artikeln
über die Larven der Käfer, die den wesentlichen Inhalt
unserer Kenntnisse von diesem Gegenstand in allgemein
verständlicher und ansprechender Form enthalten. Wie
viel aber noch zu thun übrig bleibt, um nur zu einer äusser-
lichen Kenntniss des Larvenzustandes unserer europäischen
Käfer zu gelangen, geht aus einer Zusammenstellung auf
S. 572 hervor, nach der nur etwa der 11. Theil der
als Imagines bekannten europäischen Käferarten bekannte
Larven hat.
P. S. Sprague bespricht in den Proceed. Boston
Societ. Nat. Hist. XVIL p. 343 ff. die von Randall
1838 als neu beschriebenen Käferarten und sucht danach
die Synonymie richtig zu stellen oder vielmehr die meist
durch Le Conte unterdrückten Namen Randall's in ihr
Recht wieder einzusetzen; im Speciellen werde ich diesen
Aufsatz nicht berücksichtigen.
Roemer giebt eine Notiz über ein Vorkommen
von fossilen Käfern im Rhät bei Hildesheim, wo-
nach der Rhät mit dem von Heer besonders ausgebeuteten
Insekten-führenden Mergel der sog. Schambelen im Kanton
Aargau in der paläontologischen Entwickelung grosse Aehn-
lichkeit zeigt. Die Ueberreste (Flügeldecken) gehören drei
Gattungen an, die vermuthungsweise der Familie der Ela-
teriden und Melasomen zugezählt werden; der dritte Rest
ist zu wenig charakteristisch um eine einigermassen sichere
Deutung zuzulassen. Die Arten sind genannt Elateropsis
360 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
infraliassica und Helopides Hildesiensis. Zeitschr.
Deutsche geol. Ges. XXVIII. p. 350 f.
Notes on some Coleopterous Remains from
the bone cave at Port Kennedy, Penna. By Georg
H. Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 241 ff. Obgleich
der post-plioc. Zeit angehörig, so fanden sich nach Hörn
doch keine jetzt lebende Arten unter den Resten; soweit
sich die Gattungen ermitteln Hessen, waren es folgende:
GjG\iYVLB(WheaÜeyi, minor) ^ Pterostichus, Cymindis (awrora),
Chlaenius (pimctulatus), Dicaelus (alutaceus)y Choeridium ?
(eheninum)^ Phanaeus (antiquus), Aphodius (precursorl)
Gicindelidae. J. L. Leconte giebt Notes on Cicindelidae
oftheUnitedStates, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 1 57 ff. und beschreibt
die neuen Arten: Omus Hornii (Californien) p. 157; Cicindela Wap-
leri (Mississipi) p. 258, nevadica (Nevada), politula (Texas) p. 159,
striga (Florida) p. 160, 77iaga (Louisiana), hirtüabris (Florida) p. 161.
— C. Schaupii (Texas); Hörn, ebenda p. 240.
Tetracha crihrata (Neu-Granada) ; E. Stein heil, Coleopt.
Hefte XIH. p, 95; Cicindela nocturna p. 96; Odontochila secedens
(Neu-Granada); Derselbe ebenda XIV. p. 140; Cicindela (Hepta-
donta), tricondylo'ides (Sarawak) p. 304 ; Tricondylia Doriae, Beccarii
(Sarawak) p. 306; R. Gestro,. Ann. Mus. Civ: Genova. VI.
Chaudoir giebt einen Katalog der von Raffray aus Abyssi-
nien mitgebrachten Cicindeliden und beschreibt Cicindela singularis
Revue et Mag. de Zool. 1876, p. 330.
Cicindela lacimosa (Ceylon); Putzeys in den C. R. Soc. Ent.
Belg. XVIII, p. LXVIII.
Euryoda corticata (Ceylon); Putzeys in den C. R. Soc. Ent.
Belg. XVm. p. LXIX.
Re-discovery of Cicindela limhata Say an der Nordgrenze
von Nebraska; E. P. Austin, in der Psyche, Vol. I. p. 33 f.
Carabidae. De Chaudoir giebt Bemerkungen und Zusätze
zu den von Reed bearbeiteten Carabicinen Chilis. Ann. Soc. Ent.
Belg. XIX. p. 105 ff.
Putzeys verzeichnet die von van Volxem in (Ceylon, Ma-
nilla, China und) Japan gesammelten Laufkäfer. C. R. Soc. Ent.
Belg. XVIII. p. XLV. ff., LXVII ff.
Carabini. C. G. Thomson erörtert. (in fasc VII seiner Opusc.
Entom. p. 615 — 731) die äussere Struktur der Carabini und findet
hinreichend Unterschiede, um neue Gattungen und Untergattungen
aufzustellen.
Nebria crenato- striata Bassi var. femoralis (Monte Rosa); R.
Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova VI. p. 541.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 361
Nebria comca (Vladivostok) ; Solsky, Materiaux etc. iu Hör.
Sog. Ent. Ross. XI. p. 254.
Leistus Hermonis (Hilbaryeh, Syr.) ; de la Brülerie, Ann.
Sog. Ent. Franee. 1875. p. 126.
Kraatz giebt im Bull. Sog. Imp. Natur, de Moscou.
LI. (1876. Nr. 3) p, 125 ff. eine Revision der Procerus-Arten
und beschreibt als n. A. P. laticollis (Külek) p. 130 und mehrere
Varietäten von P. scabrosus und tauricus. Auf einer beigefügten
Tafel sind Kopf und Prothorax im ümriss abgebildet,
Carabus Van Volxemi (Nipon), opaculus (Jesso); Putzeys in
den C. R. Sog. Ent. Belg. XVIII. p. XLVI und XLVIII.
C. Saulciji (Libanon); de la Brülerie, Ann. Sog. Entom.
France. 1875. p. 118.
C. Ulrichii var. Rhüensis (Rhilo Dag); Kraatz, D. Ent. Z.
1876. p. 141.
Calosoma himalayanum (hdidBk), Gestro, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII. p. 851.
Calosoma Palmeri (Guadeloupe); Hörn, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 199.
Cychrini. Bemerkungen über die Italienischen Arten und
deren Synonymen macht Gestro in den Ann. Mus. Civ. Genova
VI. p. 537-544. Cychrus Costae Emery = C. meridionalis Chaud.,
cylindricollis Pini; C. angulicollis ist beschrieben.
Odontacanthini. Ca^swoma amplipennis {SwQ.n River) p. 853;
celehensis (Celebes) p. 854, toJckia (Süd-Celebes) p. 856; Gestro,
Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
Od(ont)aGautha Piizüoi (Vladivostok) ; Solsky, Materiaux
etc. in Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 264.
G aleritini. Drypta sulcicollis , fumigata (Neu - Guinea) ;
Putzeys Ann. Mus. Civ. Genova VII. p. 721; D. Feae (Ternate);
R. Gestro, ebenda p. 857.
Dvy^idi punctulata, tarsata, tu griceps (Abyasimen); Chaudoir,
Revue et Magasin de Zoologie. 1876, p. 380 f.
M, G. Hubbard giebt Description of the Larva of G a-
Icrita Janus; dieselbe lebt unter der Rinde faulender Stämme.
Psyche Vol. L p. 49 ff.
Zuphium nmbrigeriim (Abyssinien); Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie. 1876. p. 379.
Zuphium Castelnaui (Sydney); Gestro, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova, p, VH. p. 865.
Agastus ustulatus (Singapore) ; Gestro, Ann. Mus. Civ.
Genova; VIT. p. 867.
Calophaena latifasciata; Trichognathus immarg inipemiis (Co-
lumbien); E. Steinheil, Coleopt. Hefte. XIII. p. 96.
362 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
He lluoni n i. Gigadaema intermedia (Lachlan River) ; G e s t r o
Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 877.
Acanthogenius dorsiger (Abyssinien) ; Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie. 1876. p. 369.
Brachynini. Eine Monographie dieser Abtheilung liefert de
Chaudoir in den Ann. Sog. Ent. Belg. XIX. p. 11 ff. Der Autor
nimmt die Gruppe, deren wesentlicher Charakter in dem 8 gliede-
rigen Hinterleibe der Männchen, 7 gliederigen der Weibchen liegt,
in dem Umfange wie Schaum. Danach umfasst sie die Gattungen
Aptinus (8 A.), Pheropsophus (67 A.), Brachynus (90 A.), Styphlo-
merus (oder Styphromerus n. g. mit doppelter Diagnose, von
allen Brachyniden unterschieden durch die ganz glatten Neben-
zungen) (11 A.), Crepidogaster (8 A.), Mastax (10 A.). Neben Be-
richtigungen des Gemminger-Harold'schen Catalogs sind zahl-
reiche neue Arten beschrieben, nämlich: Aptinus acutangulus (Grie-
chenland), cordicollis (Anatolien) p. 15, cyanipennis (Cap) p. 16;
Pheropsophus biplagiatus (Mexiko), aptinoides (Indien) p. 19, emar-
ginatus (Philippinen) p. 20, dux (Abyssinien), Halteri (Mozambique),
guineensis (Guinea) p. 21, basiguttatus (Angola), Planti (Südafrika)
1). 22, capensis (Cap) p. 25, palmar am (Cap Palmas), Bohemanni
(Caffr. = insignis Boh.) p. 26, nebulosus (Cochinchina) p. 27, siamen-
sis (Siam) p, 29, laticostis (Senegal = marginatus Laferte var. C.
et D) p. 30, assamensis (Assam) p. 33, assirailis (China), subcor-
datus (?) p. 38, omostigma (Madagascar, = humeralis Chaud.) p.
39, agnatus (China), p. 43, picicollis (Rangoon) p. 44, flexuosus (Co-
lumbien) p. 46; Brachynus bigutticeps (Sundainseln ?) p. 52, piceus
(Philippinen) p. 53, tetragrammus, hexagrammus (Bengalen) p. 55,
vitticoUis (Rangoon) p. 56, diffusus (Caffr.), illotus (Dekhan), costiger
(Abyssinien) p. 58, abyssinicus (Abyssinien) p. GO, tetracolon (Dekhan)
p. 61, axillaris (Nadelcap, Natal) p. 64, (macrocerus = longicornis
Motsch. = stenoderus Bates), limbicollis (Dekhan). orientalis (China)
p. 67, luzonicus (Philippinen), flaviventris (Coromandel), vigilans
(Indien) p. 68, suturellus (desgl.), scutellatus (Dekhan) p. ti9, cin-
ctellus, limbellus (desgl.) p. 70, atripennis (Indien) p. 71, longulus
(Cap) p. 72, sutnratus (Abyssinien) p. 73, elongatulus (Mexiko),
azureipenuis (Matamoros) p. 75, rhytiderus, consanguineus (desgl.)
p. 76, xanthopleurus (Montevideo), limbiger (Rio Janeiro) p. 81,
xanthophryus (Parä), aeger (Neu Granada), fulvipeuuis (Peru) p. 82,
melanarthrus (Mexiko) p. 84, Sallei (desgl.) p. 85, niger (Montevideo)
p. 86; Styphlomerus cribricollis (Senegal) p. 90, ruficeps (Coro-
mandel) p. 91, (Batesi --= Crepid. bicolor Bat.; dichrous = Brach,
bicolor Bohem. p. 92); Crepidogaster picipennis (Cap) p. 94, non-
striatus (Cap) p. 95, humeratus (Malabar), ovicoUis (Zulu) p. 96;
Mastax striaticeps (Dekhan) p. 99.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 363
Brachynus cosUger, tetraspüotus, suturatus (Abyssinien); der-
selbe, Revue et Mag. de Zoologie. 1876. p. 366.
Brachynus ohlique-truncatus (Algier); E, Perris, L'Abeille
(3) I. p. 1.
Mastax Maffrayi (Abyssinien): Chaudoir, Revue et Mag.
de Zoologie. 1876. p. 368.
Lehiini. De Chaudoir veröfifentlicht in Ergänzung einer
früheren Monographie der Gattung Cymindis (Schaum) (s. den vor.
Ber. 1874. p. 305 (53)) eine solche der aberranten Gattungen dieser
Gruppe, wozu er neben den alten Gattungen Pinacodera, Cymindoi-
dea und Apenes die neuen Taridius, Nototarus, Anomotarus, Didy-
mochaeta und Sphalera rechnet. Dieselben enthalten GO Arten, von
denen 29 neu sind, nämlich; Pinacodera crihrata (Veracruz) p. 5,
latiuscula (Yucatan), hasipunctata (Mexico) p. 6; Taridius (n. g.
Palpi apice quam in Pinacodera latius truncati, . . . mandibulae la-
tiores, . . . . ; tarsi intermedii ^ haud dilatati, nee subtus biseria-
tim lamellato-papillosi ; caput brevius, latiusculum, . . . elytra reti-
culata, interstitio tertio bipinictato) opacuhis (Indien) p. 8; Cymin-
doidea lieichei (Nazareth) p. 13, distigma (Bengalen) p. 15, virgulifera
(Senegal) p. 17, nigra (Coromandel) p. 19; Nototarus (n. g., men-
tum dente medionullo; antennae basi, palpi pedesque glabra, laeviu-
scula; caetera ut in Cymindoidea) aiistralis (Freemantle, Wcstaustr.)
p. 19; Apenes viarginipennis (Yucatan) p. 24, (mexicana = pallidipes
Chevr.), brcvivittis (Yucatan) p. 26, erythrodera (Rio-Janeiro) p. 27,
dihitiventris (Montevideo), circiimciticta (Mexico) p. 29, apiceguttata
(Bahia) p. 31, opaca (! schon von Le Conte vergeben, Argentinien)
p. 33, ohscura (Mexico) p. 38, cuprascens (Neu-Freiburg) p. 39, viar-
morata (Venezuela) p. 41, masoreoides (Columbien) p. 43, purpuri-
pennis (Ega) p, 44, lunigera (Ega) p. 45, lumdata (Yucatan) p. 46,
fasciata (Mittelamerika ?) p. 47; Anomotarus (n. g., palpi labiales
haud securiformes, glabri; tarsi supra glabri; caetera ut in Apene)
olivaceus (Melbourne) p. 48; Didymochaeta (n. g., ligula augusta,
apice truncata, crassa, setis sat approximatis, paraglossae annatae,
juxta ligulam subauriculatae, . . .; palpi ut in Apene, labialium
articulo ultimo securiformi, in mare praesertim plus minusve dila-
tato; mentum dente medio augusto, acuto; caetera ut in Apene)
qiiadripennis (Minas, Bras.) p. 52, Sällei (Venezuela) p. 52, hamigera
(Teapa, Mex.), parvida (Yucatan) p. 53; Sphalera (n. g., für Cy-
mindis postica Dejean) p. 54. Bull. Soc. Imp. Nat* Moscou. XLIX.
Nr. 3. p. 1 ff.
Derselbe veröff'entlicht eine Etüde monographique des
Masoreides, des Tetragonoderides et du genre Nemato-
tarsus; ebenda LI (1876) Nr. 3, p. 1 ff". Die Masoreidae werden
folgendermassen charakterisirt : Tibiae posteriores intus apice longe
bicalcaratae. Tarsi articulo quarto simplioi. Unguiculi aut simplices
864 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
aut subtiliter denticulati. Maxillae apice in uncum acutum termi-
natae; bei den Tetragonoderidae sind Maxillae supra uncum in lo-
bum obtusum productae und beim Genus Nematotarsus Unguiculi
longius pectinati. Zu den Masoreidae rechnet Chaudoir 7 Gat-
tungen; bei Lophidius, Somoplatus, Colobonychus, Caphora und
Microus ist ein Zahn in der Ausrandung des Kinns vorhanden; bei
Masoreus und Ophryognathus fehlt derselbe. Neue Gattungen und
Arten sind: Somoplatus Marseuli (?) p. 7; Colobonychus (n. g.,
für Lophidius brevicollis Dej,); Microus (n. g., zweites Fühlerglied
kugelig und kürzer als das folgende) Mocquerysi (Rouen, Pemba ?)
p. 9; Masoreus (Aephnidius) guineensis (Guinea) p. 17, Batest (Ar-
gentinien) p. 20, ampliiiSGulus (Amazonenstr., Cayenne) p. 21, (Macra-
canthus) unicolor (Ega) p. 23, (Anaulacus) siamensis (Bankok) p. 25;
Ophryognathus (n. g., von Masoreus verschieden durch die mit
Cyclosomus übereinstimmende Körperform; die Mandibeln sind auf
der Oberseite fein gestreift und am Aussenrande der Länge nach
mit einer vorspringenden Leiste versehen) tuherculatus (?, myrmeko-
phil ?) p. 27. — Zu den Tatragonoderidae rechnet Chaudoir die
Gattungen Cyclosomus, Tetragonoderus, Tilius, Mnuphorus und Pe-
ronoscelis. Neu sind Tetrag. obscurus (Madagascar) p. 36, suhstür
catus (Pemba) p. 37, gabonicus (Gabon) p. 40, insignicoUis (Natal,
Zanzibar) p. 42, tessellatus (La Guayra) p. 43, sinuosus (Cordova,
Mex.) p, 44, tetragrammus (Ega), laevigatus (Uruguay) p. 46, unicolor
(Rio Janeiro) p. 47, mixtus (Valencia, Venez.) p. 51, chalceus (Argen-
tinien) p. 53; Peronoscelis variipennis (Amaz.) p. 59, femoralis
(ibid.) p. 60, mexicanus (Mexico) p. 62, oxyomus (Brasilien) p. 66;
Mnuphorus discophorus (Simlah, Ind.) p, 69; Tilius siibsericeus
(Cap Drege) p. 73; Nematotarsus disciger (Rio Janeiro) p. 76, i^iter-
riiptus (Minas Geraes) p. 77.
Agridia smaragdinipennis; Agra denticulata p. 97, pahnata,
macra, midtifoveolata p. 98, Baleni] Callida Schumacheri, Koppeli
p. 99; Callidadelpha (n. g., verwandt mit Callida, vom Ansehen
der kurzen Arten, Schenkel mehr aufgeblasen) hogotana (Bogota)
p. 100; Apenes aerea, fasciata\ Euplatia columhica p. 101; Lebia
Cannae, limhata; Dianchomena picta p. 102, E. Steinheil, Col.
Hefte XIII; Tetragonoderus columhicus, derselbe ebenda XIV.
p. 140; alle Arten aus Columbien.
Amphimasoreus (n. g.) amaroides (Libanon); de la Brü-
lerie, Ann. Soc. Ent. France. 1875. p. 156.
Callida termitiata (Borneo) ; CO. Waterhouse, Trans. Ent.
Soc. London. 1876. p. 11.
Tarus pellucidus (Cymindis pe!l.) ; de la Brülerie. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 146.
T. (Cymindis) Hoolceri (Atlas); Bates, Entomol. Monthl.
Magaz. XL p. 217.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 n. 1876. 365
Glycia reetangula (Abyssinien); Chaudoir, Revue et Mag.
de Zoologie. 1876. p. 370.
Dromius vagepictus (Tunis); L. Fairmaire, Annal. Mus.
Civ. Genova. VII. p. 502.
D. flavescens, gentiUs, figuratus (Abyssinien); Chaudoir, Revue
et Magazin de Zoologie. 1876. p. 372.
Mimodromms paraJlehis, obscuripetmis p. 107, opacicollis (Chili),
phaeoxanthus (Pampas) p. 108, graciUs (?); Cymindidius (n. g.,
Krallen lang und fein, einfach) cruciger, trivittis (Parapas) p. 109;
Callidula, (n. g., viertes Tarsenglied stark 2 lappig, für Mimodr.
nigrofasciatus Sol.) p. 110; Cyanotarus foveolatus p. 111; Yariopalpis
ovipennis, bruneus (Chili) p. 112; Chaudoir in den Ann. Sog. Ent.
Belg. XIX.
Metabletus (?) fratercuhis (Abyssinien); Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie. 1876. p. 374.
Blechr US rhytiderus (^Ahyssimen); Chaudoir, Revue et Mag.
de Zoologie. 1876. p. 374.
Lionychus sulcatus) Lebia «ei/izopica (Abyssinien); Chaudoir,
Revue et Magasin de Zool. 1875. p. 376 f.
Apristus subovatus (Abyssinien); Chaudoir, Revue et Mag.
de Zoologie. 1876. p. 375.
Von einer neuen Physodera-Art (Ph. noctiluca Mohn.) von Java
macht es Mohnike wahrscheinlich, dass dieselbe an zwei Stellen des
Prothorax, sowie am letzten Bauchsegment phosphorescierendes Licht
ausstrahle, also gewissermassen die Leuchtorgane von Elateriden
(Pyrophorus) und Lampyriden vereinige. Von Ph. Dejeani vermuthet
Mohnike dasselbe; dagegen gehört Ph. Eschscholzii wahrscheinlich
nicht in diese Gattung. Sitzungsb. niederrh. Ges. Naturf. u.
Heilk. 1875. p. 154.
Mochther US hictuosus (Nipon); Putzeys in den C. R. Soc.
Ent. Belg. XVIIL p. LH.
Perigona discalis (Abyssinien); Chaudoir, Revue et Mag.
de Zoologie. 1876. p. 353.
Perigona suturalis (Neu-Guinea), luzonica (Manilla) p. 728,
convexicolUs (Indien) p. 729, subcordata (Key) p. 730, subcyanescens
(Neu-Guinea), Beccarn (Borneo) p. 731, plagiata (Aru, Key), minor
(Borneo) p. 734; Putzeys, Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
Pericalini. Lelis cyanipennis (Columbien) XIIL p, 103;
Phloeoxena biundata (Columbien) XIV. p. 141; E. Stein heil,
Coleopt. Hefte.
Miscelus paradoxus (Philippinen), convexicolUs (Sarawak) p,
724, vulneratus (Moluccen), hictuosus (Neu-Guinea) p. 726, stygius
(ibid.) p. 727, Putzeys, Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
Ozaeninü Pachyteles estriatus (Madagascar); C. 0. Water-
house, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 403.
366 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
P. Haroldi, Bdleni (Neu-Granada); E. Steinheil, Coleopt.
Hefte. XIV. p. 141.
Siagonini. Eine Monographie dieser kleinen Gruppe ver-
öffentlicht de Chaudoir in dem Bull. Sog. Imp. Natural, de
Moscou; 1876. I. p. 62 ff. Da Chaudoir zeigt, dass bei der viel-
fach zu den Siagonini gerechneten Gattung Coscinia die Episternen
der Mitteibrust nicht bis zu den Mittelhüften reichen, so bleibt diese
Gruppe auf die drei Gattungen Enceladus, Holoscelis und Siagona
beschränkt, von denen die erste eine, die zweite zwei, die letzte 29
Arten zählt. Einige der Arten haben eine sehr weite geographische
Verbreitung, die weiteste S. europaea, die fast überall da vorkommt,
wo die Gattung Siagona vertreten ist und deren Verbreitungsbezirk
105 Längengrade umfasst. Die Meinung Erichson's, dass der Be-
sitz oder Mangel der Flügel individuell sei, theilt Chaudoir nicht,
und bringt die zahlreichen Arten der Gattung Siagona nach diesem
Merkmal in zwei Gruppen. Neu sind: S. obscuripes (kleiner als die
sehr nahe verwandte S. atrata, von Rangoon), siihlaevis (schmäler
als S. atrata, Antennen ganz braun, von Bangcok) p. 86, Baconi
(Mittelform zwischen sublaevis und depressa, von Indien) p. 89, pla-
giata (Dekhan) p. 93, cinctella (flesus sehr nahe stehend, von Rangoon)
p. 95, germana (Coromandel) p. 97, induta (Flügeldecken am längsten
und „am meisten parallel" von der ganzen Gattung, von Dekhan)
p. 98, punctidata p. 99, cyclohasis (Abyssinien) p. 100, punctatissima
(ungeflügelt, Bengalen) p. 106, pubigera (Abyssinien) p. 108.
Ditomini. Derselbe liefert eine Monographie der Gattung
Coscinia, die nach ihm weder zu den Siagonini, noch zu den
Ditomini gehört, sondern am besten eine eigene Gruppe an der
Spitze der zweiten Division bildet. Bull. Soc. Imp. Nat. de Mos-
cou. 1876. I. p. 113 ff. Als neu werden beschrieben C. transcau-
casica (kleiner als Schuppeli, Kopf schmäler, Augen kleiner, von
Daghestan) p. 120, microphthdlma (vermuthlich myrmekophil; Augen
ganz platt und sehr klein, vom Senegal) p. 122.
Apotomus velox (Abyssinien); Chaudoir, Revue et Mag.
de Zoologie. 1876. p. 335.
Morionini. Morio ZoM^r^^ewms (Neu-Guinea) ; Putzeys, Ann.
Mus. Civ. Genova. VII. p. 727.
Platynodes Westermanni Westw. ist nicht Morio gui-
neensis Imh. Stett. Ent. Zeit. 36. p. 214.
Scaritini. Scarites pölypleiirus (Caffrarien), latesukatus {\h\di.)
p. 177, punctuliger (Graham's Town), atropis (Caffr.) p. 178, inscid-
ptus (Bahia) p. 179; Bates, Entom. Monthl. Magaz. XI.
Scarites obtusangulus (Abyssinien); Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie. 1876. p. 332.
Ohadius (n. g.) insignis (Uruguay; La Concordia); ßur-
meister, Trans. Ent. Soc. London. 1875. p. 339.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 367
Dyschirius salivagus (Utah Lake); Leconte, Trans. Am.
Ent. Soc. V. Novemb. p. 169 und Proc. Davenp. Acad. Nat.
Scienc. I. p. 268. Plate XXXV. Fig. 3.
Clivina Sacra (Jordan); de la Brülerie, Ann. Soc. Entom,
France. 1875. p. 130.
Sparostes africanus (Zambesi); Putzeys in der Stett. Ent.
Zeit. XXXVII. p. 447.
Taeniolobus Chaudoiri, Scarites Zambo (Neu -Granada); E.
Steinheü, Coleopt. Hefte. XIV. p. 141, 142.
Panagaeini. Eudema latifrons, planicolle {AhyQ%\w.)\ Cbau-
doir, Revue et Magasin de Zoologie. 1876. p. 354 f.
Chlaeniini. Ohaudoir. Monographie des Chleniides.
1876. (Habe ich nicht eingesehen.)
Nach einer Revision of the Species of Chlaenias of the
United States by Georg H. Hörn, in den Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 253 fF. kommen in den Vereinigten Staaten 42 Chlaenius-
Arten vor, einschliesslich der neuen: Chi. interruptus (Oregon) p.
259, maxülosus (Florida) p. 260, texanus (Texas) p. 261, floridanus
(Florida) p. 263, flaccidus (Texas) p. 2^5, Chaudoiri (Tamaulipas,
Mex.) p. 270.
Chlaenius oUvaceus (Rodriguez); C. 0. Waterhouse, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 106.
Chlaenius cJirysodenis (Abyssinien); Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie; 1876. p. 358.
Eccoptomenus cordicoUis (Abyssinien); Chaudoir, Revue
et Magasin de Zoologie; 1876. p. 356.
Melanodes iridescens (Abyssinien); Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie; 1876. p. 361.
Stowini. Baripus aeqidcostis (Uruguay); Chaudoir in den
Ann. Soc. Ent. Belg. XIX. p. 124.
Änisodactylini. Orthogonius i/ioracicws (Abyssin.); Gestro,
Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 890.
Axinotoma punctulata (Abyssinien); Chaudoir, Revue et
Magasin de Zoologie. 1876. p. 337.
Anisodactylus laeticolor, suhcupreus (Abyssinien); Chaudoir,
Revue et Magasin de Zoologie. 1876. p. 36.
Harpalini. Bradycellus Ponojensis (B. Mannerheimii F.
Sahlb. affinis, sed major, latior, prothorace latiore punctisque prae-
sertim elytrorum remotioribus); John Sahlberg, Enumeratio
Coleopterorum Carnivororum Fenniae. p. 131.
Harpalus germanus, frater, cratognatlioides, inconcinnus (Abys-
sinien); Chaudoir, Revue et Magasin de Zool. 1876. p. 343 f.
Ophonus Libanigma (Libanon) p. 408, israelita (Nazareth,
Karmel) p. 410, Jiidaeus (Jerusalem) p. 411; de la Brülerie, Ann.
Societe Ent. France. 1875.
368 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ophonus angustipennis (Abyssinien); Putzeys, Revue et
Magasin de Zoologie. 1876. p. 341.
Hypolithus spoliatus, eollaris, resplendens ( Abyssin.) ; Putzeys,
Revue et Mag. de Zool. 1876. p. 339 f.
Platymetopus cavernosus (Macassar); Putzeys, Ann. Mus.
Civ. Genova. VII. p. 737.
Hispalis aenedlus, umbrifer (Abyssinien); Chaudoir, Revue
et Magasin de Zoologie. 1876. p. 345.
Amblystomus ^Mitaiws (Abyssinien) ; Gestro, Ann. Mus. Civ.
Genova. VIT. p. 886.
Abacetus quadrisignatus, germanus, protensus, contractus, fo-
veolatus, piliger, coscinioderus] Holcouotus rufus; Chaudoir, Rev.
et Magasin de Zoologie. 1876. p. 347 f.
Feroniini. Chaudoir erörtert in den Ann. Mus. Civ.
Genova VI. p. 569 £f. die Synonymie Australischer Arten, die z. Th.
fast gleichzeitig von Castelnaud, Motschoulsky und ihm be-
schrieben worden waren, wobei eine Autopsie der von den genann-
ten Autoren aufgestellten Arten die Richtigkeit der hier angegebenen
Synonyme in den meisten Fällen ausser Zweifel stellt. Homalosoma
episcopalis Gast. = cyanea Gast.; H. Cunninghami Gast. = cordata
Chaud.; H. nitidicollis Gast, (non Chaud. nee Motsch.) ist benannt
septemcostata', Trichosternus Hercules Gast. = Renardi Chaud.; T.
brevis Mots. = (T. obesa, Solandersi,) Atlas Gast. ; Secatophus Gast.
= Prionophorus; Prionophorus Hopii Gast. = australis Hope, Gast.
nee Dej. = crenatipes Chaud.; Teropha Gast. = Morphnos Schauf. ;
M. antipodus Schauf. = Flindersi White; Tibarisus Gast. = Pachi-
dius Chaud. = Gratogaster Blanch.; Gratog. melas Gast. = sulcata
Blanch.; Notonomus Lapeyrousii Gast. = aeneomicans Chaud., N.
ducalis Gast. = triplogeuioides Chaud., N. comes Gast. = varii-
coUis Chaud., N. impressicoilis Gast. = nitidicollis Chaud., N. satrapa
Gast. = gippsiensis Gast. var. ?, N. gippslandica Gast. == auricollis
= opulenta Gast, var., N. tasmanica Gast. = politula Chaud., IT.
Mitchell Gast. = Australasiae Dej., Chaud., nee Gast., N. Huuteri-
ensis Gast. = discodera Chaud. = marginata Gast., N. Mastersi,
impressicoilis Gast. = nitidicollis Chaud., N. impressipennis Gast,
ist Varietät von purpureolimbata Gast. = purpuripeunis Mots. =
opacicoUis Chaud., N. subvilis, semiviolacea, Victoriae Gast. = dys-
eoloides Mots., N. Croesus, Pluto Gast. = Peroni Gast, var., N. pun-
ctata, occidentalis Gast. = mediosulcata Chaud., N. lacustris Gast. =
obsoleta Mots. = molesta Chaud., bipiinctata C^st. =: chalybea Dej.,
Chaud., N. montana Gast. = gravis Chaud.; Argutor foveipennis,
nitidipennis, ordiformis M' Lachl. gehören zur Gruppe Simodontus ;
Rhabdotus Diemenensis Gast. = reflexa Chaud. ; Loxodactylus Yarrae
Gast. (= Dingo Gast, var.) = carinulata Chaud.; Sarticus cyaneo-
cincta Chaud. (nee Boisd.) = saphireo-marginata Gast.; S. Germari,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. S6Ö
Bonvouloiri Gast. = ovicollis Mots. = discopnnctata Ghaud., S. sa-
phiripennis, esraeraldipennis, Olivieri, Rockhamptonensis Gast. =
orbicollis Mots. = obesula Ghaud., S. Waterhousii, Mastersi, Bla-
gravii Gast. = cyclodera Ghaud., Pterostichus Aubei Gast, ist ein
Sarticus; Amastus Mots. = Rhytisternus Ghaud.; R. Australasiae
Gast, (nee Dej.) = nigricolor Mots. = liopleura Ghaud., R. centralis
Gast. = laovilatera Ghaud., R. Lachlondiensis Gast. = cyathodera
Ghaud., R. Glarenciensis Gast. = puella Ghaud., R. subcarbonaria
Gast. = modesta Ghaud., Geneus vilis Gast. = coracinus Er. = cha-
lybeipennis Ghaud.; Ghlaenioides resplendens Gast. = herbacea Ghaud.
Feronia atlantica (Mogador); Fairmaire, Pet. Nouv. Ent.
1875. p. 543.
Feronia mediolaevis, laterestriata (Pampas) p. 115, ignohilis
p. HC, Gayi p. 118, mclaena (melas und melanaria!), stenoma
p. 121, Putzeysi, n. A. aus Ghili; de Ghaudoir in den Ann.
Sog. Ent. Belg. XIX.
Feronia Marovighii (Gonstantinopel); Fairmaire, Bull. Soc.
Ent. France. 1875. p. GCXX. Nach Kraatz = Lagarus inquinatus
Sturm; D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 174.
Poecilus prolixus (Jesso); Putzeys in den G. R. Soc. Ent.
Belg. XVIII. p. LXVII.
Feronia Wasastjernae (strenuae Panz., Schaum affine, differt
prothorace breviore, fortius cordato, elytris fortius striatis, striis
vix punctatis, interstitiis convexioribus episternisque prothoracis vix
punctatis sed obsolete rugosis),p. 99, Mddendor/?(ripariae Esch. etpalu-
dosae F. Sahlb. et Sibiria orientali affine, prothorace postice fortius
constricto, basi vix punctato, angulis acutioribus, statura longiore
praesertim distinguenda) p. 102; John Sahlbcrg, Enum. Geleopt.
Garnivor. Fenn.
Pterostichus incultus^ ignitus (Balkan), olympicus (Olymp);
Kraatz in der D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 417 f.
Holciophorus sempfs (Galifornien); J. L. Leconte, Trans,
Am. Ent. Soc. V. p. 169.
Ueber die europäischen Molops -Arten handelt Kraatz (D.
Ent. Zeitschr. 1875. p. 369 ff. und 413 ff.), v. Heyden (ebenda
p. 379 f.). Neu sollen sein M. Parnassicola p. 372, Parreyssii (Bal-
kan) p. 373, Heydenii (Balkan) p. 374, Sturmii (Banat) p. 375; pro-
missus p. 380.
Euchroa obscura (Montevideo); Putzeys, Ann. Mus. Giv,
Genova. VII. p. 735.
Zabrus gibbus ist in der That phytophag und besonders
auf schwerem Boden dem Weizen schädlich. Schmidt-Goebel in
der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 400.
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. Y
370 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zabrus gibbus in verheerender Menge in Mähren; Sitzb.
naturf. Ver. Brunn. XIII. p. 40.
Zabrus piimiUo (Libanon); de la Brülerie, Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 418.
G. H. Hörn giebt eine Synopsis der (17) Nordamerika-
nischen Araara-Arten mit der Beschreibung von A. insitlaris
(San demente) p. 128, (Bradytus) Putzeysii (New-Foundland) p. 129;
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 127 ff.
Amara Zimmermanni (Kioto, Nagasaki) striatella\ Putzeys in.
den C. R. Soc. Ent. Belg. XVIIL p. LI. f.
Triaena (Amara) refulgens (Messina): Reiche, Bull. Soc.
Ent. France. 1875. p. CLXXIX.
Cyrtonotus macronotus (Souyfoun); Solsky, Hör. Soc. Ent.
Ross. XI. p. 265.
Liocnemis rotundicolUs (Amur, Baikal); Solsky, Materia ux
etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 267.
Sphodrus (Antisphodrus) Libanensis (Libanon) p. 421; Platy-
derus grandiceps (Palaestina) p. 430; de la Brülerie, Ann. Soc.
Ent. France. 1875.
S.proUxus {Algier); L. Fairmaire, Pet. Nouv. 1875. p, 495
Calathus tarsalis (statura C. melanocephalo L. simillimus, tar-
sis apiceque articulorum palporum maxillarium piceis, antennis ob-
scurioribus situque punctorum in elytris alieno facillime distinguendus ;
elytris interstitio tertio punctis tribus impresso); John Sahlberg,
Enum. Coleopt. Carniv. Fenniae, p. 114.
Calathus fuscus mit einem dritten facettierten Auge auf der
linken Kopfseite; C. P. de la Brülerie, Ann. Soc. Ent. France.
(5) V. p. 426 Anm.
Agonum inaequdle (Montevideo); Putzeys, Ann. Mus. Civ.
Genova. VH. p. 736.
Anchomenus Archangelicus (Nigro-aeneus, supra obscure cu-
prens, antennis totis pedibusque nigris; prothorace postice angustato,
angulis posticis rotundatis, scutello subdeplanato; elytris tenuiter
striatis, striis subtilissime punctatis; interstitiis planis, tertio punctis
tribus impressis. Long. 3Lin.); John Sahlberg, Enum. Coleopt.
Carniv. Fenniae. p. 118.
Anchomenus stremms, opacuhis (Abyss.); Chaudoir, Revue
et Magasin de Zoologie. 1876. p. 861 ff.
Anchomenus subovatus (Nipon); Putzeys in den C. R. Soc.
Ent. Belg, XVIH. p. L.
Pogonini. Pogonus japonieus (Nipon); Putzeys, in den
C. R. Soc. Ent. Belg. XVIH. p. LH.
Trechini. Perileptus testacms, lehioderus (Abyssin.): Chau-
doir, Revue et Magasin de Zoologie. 1876. p. 381 f.
auf dem Gebiete der Artbropoden wäbrend der Jahre 1875 u. 1876. 371
Trecbus corpulentus (Luhy in Ungarn); Weise in der D. Ent.
Zeitscbr. 1875. p. 356.
Trechus Lihanensis (Libanon) p. 483, Olympicus (Cypern),
crucifer (Syrien) p. 434; de la Brülerie, Ann. Societ. Entom.
France. 1875.
Anopbthalmus ilfa2/e^i" (Saint Martin, Ardecbe); Abeille, Ann.
Soc. Ent. France. 1875. p. 213.
E. Abeille de Perrin spricht sich im Bull. Soc. Ent.
France 1876, p. YII dafür aus, dass die Gattung Anophthalmus
eingezogen und ihre Arten zu Trechus gestellt würden, da durch-
greifende, wichtige Unterschiede zwischen beiden Gattungen nicht
vorhanden sind.
Bedel schliesst sich dieser Ansicht an (ebenda p. CXXIII)
und schlägt für mehrere Arten, die dadurch gleichnamig geworden
sind, neue Namen vor, (Trechus Kiesenwetteri Fand. =) T. mutatus,
(Anophth. Brucki Picc. =) T. (A.) PiccioUi, (A. croaticus Hampe =)
ozailensis, (pubescens Joseph =) pubens.
Bembidiini. Tachys iridipennis, xantlwchrous , Icptocerus,
germanus^ variaMUs, abyssinicus, majusculus] Elaphropus aethiopicus\
Bembidium africanum, melatwcerum, adowanum, tropicum, neue Ar-
ten aus Abyssinicn; Chaudoir, Revue et Mag. de Zoologie.
1876. p. 383 fi'.
Liranastes Galüaeus (See Tiberias) p. 436; Bembidium (Pery-
phus) culminicola (Libanon, Anti-Libanon) p. 442, Jordanensc (Je-
richo) p. 443; de la Brülerie, Ann. Soc. Ent. France. 1875.
Bembidium repandum (femorato Sturm et Andreae F. valde
affine, colore antenuarum palporuraque rufotestaceo, prothorace basi
longitudinaliter strigosa, elytrorumque stria septima haud obliterata
facile digt.) p. 78, contaminatum (fumigato Duft, simillimum, pro-
thorace convexiore, elytrorum striis remotius et fortius punctatis
coloreque elytrorum distinctum) p. 83; John Sahlberg,Enura. Col.
Carnivor. Fenniae.
Bembidium cardionotum (Ungarn); Putzcys in der D. Ent.
Zeit. 1875. p. 363.
Cillenum Älbertisi (Neu-Guinea) ; Putzeys, Ann. Mus. Civ.
Genova. VIL p. 748.
Notaphus Batesi {= niloticus Bates nee Dej.); Putzeys in
den C. R. Soc. Ent. Belg. XYIIL p. LIL
Tachys crux (Ungarn); Putzeys in der D. Ent. Zeit sehr.
1875. p. 363.
Putzeys liefert in den Ann. Mus. Civ. Genova, VII. p.
737 f. eine synoptische Tabelle der Indischen Arten der Gattung
Tachys und bereichert letztere mit folgenden neuen: T. coracinus
(Sarawak), subfasciatus (Celebes) p. 739, acuticolUs (Aru), unistriatus
372 Bertkau: Bericht über die wissen scbaftlichen Leistungen
(Celebes) p. 740, interpimctatus (Celebes) p. 741, anceps (Indien),
suleatopunctatus (Celebes) p. 742, sulcidatus (Hong-Kong), bioculatus,
(Ceylon) p. 743, arcuaius (ibid ), aeneus (Macassar) p. 744, plagiatus,
pictipennis (Macassar) p. 745, cinctus (Amboina) p. 746, cruciger
(Macassar), epliippiatus (ibid.) p. 747.
DjrtiSCidae. Ueber das Sekret der einzelligen Hautdrüsen und
seine Bedeutung bei den Dytisciden s. oben p. 334 (126).
Haliplini. Haliplus multipunctatus (Norddeutschi.), Heydeni
(Harburg); E. Wehncke in der D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 122.
Brychius cristatus (B. elevato Pz. minor, angustior, obscurior,
Costa elytrorum multo magis elevata, pallida, interstitiis 5 et 7 basi
obsolete elevatis antennisque gracilioribus praesertira distincta);
John Sahlberg, Enum. Coleopt. Carniv. Fenniae. p. 137.
Cnemidotus festivus (Texas); E. Wehncke in der Stett. Ent.
Zeit. XXXVII. p. 356.
Hydroporini. Vatellus lentus (Portorico), Haagi (Brasilien,
Corrientes); E. Wehncke a. a. 0. p. 356 f.
Leprieur giebt eine Synopsis der Hydroporus-Arten
aus der Gruppe des H. opatrinus. Bull. Soc. Ent. France. 1876.
p. CXIX.
Hydroporus Kolströmi (Oblongo-ovalis; convexus, tenuissime
pubescens, punctulatus, piceo-niger, nitidus, capite antice basique,
prothoracis lateribus determinatim, elytris, antennis (?) pedibusque
totis ferrugineis, capite magno, impressionibus distinctis; j^rotho-
race elytris distincte angustiorc, lateribus fortius rotuudato, tenuiter
marginato, angulis posticis obtusis, limbo^punctato, disco laevi; elytris
lateribus subparallelis, postice obtuse rotundatis, Long. 2"^/^ lin.) p.
145, obtusipennis (raodice convexus, tenuissime pubescens, punctu-
latus, piceo-niger, antennis basi pedibusque ferrugineis, femoribus,
capite antice posticeque prothoracis elytrorumque lateribus piceis;
capite magno, impressionibus distinctis, prothorace lato, angulis
posticis subrectis, lateribus subparallelis; posticis obtusis. Long. 2"^!^
lin.) p. 146, rubrlpes (elongato-ovalis, depressiusculus, lateribus sub-
parallelis, niger, nitidus, minus subtiliter punctatus, subglaber, capi-
te lato elytrisque rufopiceis, antennis maxima ex parte, palpis pedi-
busque rufis, prothorace transverso, antice leviter rotundato-angustato,
disco sublaevi. Long. 2^4 lin.) p. 151, picicornis (H. melanario Sturm
affinis, sed distincte minor, praesertim angustior, postice magis an-
gustatus, colore antennarum basi rufarum, extrorsum nigricantium
pedumque ruforura facile distinguendus) p. 152, moniUcornis (H. brevi
Sahlb. affinis, sed paullo major, punctura multo subtiliore et remo-
tiore, antennis medio crassioribus coloreque facile distinguendus)
p. 154; John Sahlberg, Enumeratio Coleopterorum Carni-
vororum Fenniae.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 373
Hydroporus WakefielcU (Canterbury), duplex (Auckland); Cyclo-
notum inarginale (ibid.); D. Sharp, Entom. Monthl. Magaz.
XIII. p. 20 f.
Hydroporus caspüis (Astrachan), Brncki (Salonichi); E.
Wehncko in der D. Eni Zeitschr. 1875. p. 234.
Colymltetini. Hydrocanthus rugosopunctatus (Madagascar),
lineatiis (Mexico) p. 221, Weisii (Cochinchina), orientaUs (Indien),
HacKjii (Siam), Morshciclü (Cochinchina) p. 222, Badenii (Angola),
Semperi (Luzon), Äustralasia (Nord-Australien), inclicus (Cochin-
china, Siam); E. Wehncke in der D. Ent. Zeitschr. 1876,
Colymbetes (Rantus) socialis (Rodriguez); C. 0. Waterhouse
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 106.
Leprieur handelt von den Unterschieden der vier nahe ver-
wandten Agabusarten: A. uliginosus, femoralis, Reichei,
assimilis. Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. XXXI.
Gaurodytes coriaceus (Ovalis, leviter convexus, niger, subni-
tidus, coriaceo-reticulatus, elytris fuscis, lateribus basique pallidiori-
bus, maculis frontalibus, antennis maxima ex parte, palpis apice
exccpto, tibiis, tarsis marginibusque posticis segmenfarum ventralium
auguste ferrugineis, prothoracis, lateribus leviter rotundatis, piceis
Long. 3V2 Lin.) p. 174, ohovatus (G. congeneri var. c (Lapponicus
Thoms.) aflinis, corpore postice subdilatato, prothoracis lateribus
paulo fortius rotundatis pedibusque totis testaceis distinguendis) p.
176, ohscuripennis (G. congeneri var. Lapponico valde affiuis, sed
angustior, capite convexiore, colore haud aeneo unguiculisque anticis
maris basi haud sinuatis facile distinguendus) p. 177, ovalis (G
affiui Payk. affinis, sed paullo brevior et latior, sculpturo elytrorum
fere ut in G. tarsato Zett. Long. 2^/4 lin.) p. 178, scptem-ser latus
(Oblongo-ovatus, subdepressus, niger, subnitidus, supra subtiliter re-
ticulato-punctatus, elytris postice attenuatis, seriebus 7 punctorum
valde inordinatis impressis, maculis duabus, antennis palpisque fer-
rugineis, pedibus piceis. Long. 37-2 lin.) p. 180, Blimmi (Statura fere
G. chalconoti Panz., sed adhuc (!) longior et magis depressus, dissi-
militudine sculpturae secundum sexus inter congeneres insignis) p.
182; John Sahlberg, Enumer. Coleopt. Carnivor. Fenniae.
Dytiscini. Trogus irritans (Liberia); C. A. Dohrn, Stett.
Ent. Zeit. XXXVL p. 290.
Trogus Godcffroyi (Cap York) p. 357, Haagi (Nubien), nata-
lensh (Natal) p. 358, nigripes (Borneo), SteinlieiU (Neu Granada) p.
359; E. Wehncke in der Stett. Ent. Zeit. XXXVIL
Hydaticus insignis (Luzon) p. 194, DaemcU (Cap York), Biehli
(Cuba) p. 195, bipunctatus (Philippinen), maculatus (Siam) p. 196,
philippensis (Philippinen); E. Wehncke in der Stett. Ent. Zeit.
XXXVIL
M. Rcgimbart beschreibt das Eierlegen und Ei vonDyticus
374 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
marginalis, der sich mit seinen vorderen Beinpaareu an die
Stengel von Wasserpflanzen (Juncus) anklammert und in eine kleine
Ritze des weichen Gewebes sein Ei absetzt. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 201.
Dytiscus Sharpi (Japan); E. Wehncke, in der Stctt. Ent.
Zeit. XXXVI. p. 500; persicus (Persien); derselbe, ebenda
XXXVII. p. 52.
Gyrinidae. Dineutes picipes (Rodriguez); Waterhouso,
Ann. a. Mag. Nat. Eist. (4. ser.) XVIII. p. 107.
Hydrophilidae. Hydrophilini. Enhydrus tihialis {Brasilien),
atratus (Panama), Regimbart, Bull. Soc. Entern, France.
1876. p. CCXV.
Hydrophilus piceus und pistaceus lassen sich leicht an dem
Kiel des Prosternums unterscheiden, der bei dem ersten nur schwach
gefurcht, bei dem letzteren löffelartig ausgehöhlt ist. Duverger,
BulL Soc. Ent. France. 1875. p. VI.
Hodrohiini. Anacaena nigroaenae (Breviter ovalis, valde
convexa, aeneonigra, nitida, supra minus subtiliter punctata, pedi-
bus fortiter spinulosis, piceis, tarsis gracilibus; femoribus posticis
nitidis, subglabris antennis palpisque piceo-rufis, his articulo ultimo
nigro, mesosterno carinato. Long. IV2 üiiOl John Sahlberg, Enu-
meratio Coleopterorum Palpicornium P'enniae, p. 219,
Nach von Kiesenwetter ist die Gattung Anacaena Thoms.
berechtigt und in Deutschland durch die 3 Arten A. globulus, lim-
bata und bipustulata vertreten. D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 229 ff.
Eine Gruppirung der Arten der Gattung Philydrus giebt v. Heyden
in der D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 394 ff.
Philydrus rectus (Ph. melanocephalo L. affinis, sed plus duplo
minor, supra fortius et minus dense punctatus , prothorace lateribus
rectis cristaque mesosterni minus alta a ceteris facile distinguendus.
Long. 1^/4 lin.) John Sahlberg, Enum. Coleopt. Palpicorn.
Fenniae. p. 216,
Berosus mixtus (Rodriguez); Water ho use, Ann. a. Mag,
Nat. Bist. (4, ser.) XVIIL p. 114,
Hydrobius seriatopunctatus (Corsica); E, Perris, L'Abeille
(3) I. p, 2.
Globaria 3Iiilleri (Malacca); T. Kirsch, Mitth. K, Mus.
Dresden I. p. 25.
Nach Gerhardt in der D. Ent. Zeitschr. 1876, p, 163 ff.
und Zeitschr, Entom. Breslau V. p. 34 ff. kommt Limnebius
sericans Muls. auch in Deutschland (bei Liegnitz) vor; eine neue
deutsche Art ist L. Fussü (Ahrweiler und Liegnitz) p. 167. — Nach
Kraatz (ebenda p. 160) wäre L. sericans Muls. = picinus Marsh.;
die schwarze, bisher als picinus Marsh, gedeutete Art hatte demnach
den Namen atomus Dftsch. anzunehmen.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1.S75 u. 1876. 375
Spercheini. Sepidulum trogoides (Südamerika?), buMatum
(Indien) p. 249; Si^ercheus imsciis (Rockhampton, Queensl.) p. 250.
D. Sharp, Eutom. Monthl. Magaz. XI.
Helophorini. Ochthebius evanescens (margipallenti Latr.
fere dtiplo minor, angustior et minus convexus; prothorace trans-
verso, subrectangulari, basim versus levissime angustato; elytris
subtilissime punctato-striatis ; striis postice evanescentibus, intersti-
tiis planis); John Sahlberg, Enumeratio Coleopt. Palpi-
cornium Fennrae p. 208.
Sjphacridiini Cercyon rhomhaidale (Corsica); E. Perris
L'Abeille (3) I. p. 3.
Staphylinidae. Nachdem Mulsant und Rey bereits vor
mehreren Jahren eine Monographie der französischen Brevipennes
angekündigt und mit den Aleocharini begonnen haben, erscheint
jetzt die allgemeine Auseinandersetzung der Familie (Tribu. des
Brevipennes) in den Ann. Soc. d'Agricult. bist. nat. et arts
utiles de Lyon (IV.) VIII. (1875) p. 145 ff. In dem sehr um-
fangreichen Opus (700 Seiten) ist zunächst eine Diagnose mit Her-
vorhebung der Unterschiede bei ähnlichen Formen anderer Familien
gegeben; darauf folgt eine allgemeine Schilderung des äusseren
Baues, Beschreibung der Larven, Schilderung der Lebensweise und
endlich ein historischer Rückblick von Linne an, mit kurzer Sciz-
zirung der von den einzelnen Autoren eingeführten Neuerungen im
ISystem. Die Verfasser theilen die „Tribu" in 3 „Groupes'': Staphy-
inides, Micropeplides, Stenides ; die Staphylinides in „ Familien"; Staphy-
liniens, Xantholiniens, Pederiens, Oxyporiens, Oxyteliens, Phlcocha-
riens, Trigouurieus, Proteoniens, Phleobiens, Omalieus, Pholidicns,
Habroceriens, Tachyporiens, Trychophyens, Aleochariens. Während
die letzte „Familie" bereits früher behandelt ist, werden in vorlie-
gendem Bande die Staphyliniens absolvirt. Auf 6 Tafeln sind ein-
zelne Körpertheile, die für die geneiische oder specitische Bestim-
mung von Wichtigkeit sind, abgebildet. Auch hier sind neue Gat-
tungen aufgestellt, deren Seiten lange Diagnosen indessen wenig
Vertrauen erwecken; s. unten.
Staphylinides recueillis par C. Jelsky et le Baron
de Nolcken dans le Perou et la Nouvelle Grenade. Art. III.
Par S. Solsky, Horae Entom. Ross. XL p. 3 ff. Aufgeführt
sind 26 Arten, darunter mehrere neue und eine neue Gattung.
Die 6. Lieferung von Vol. III von Fauvel's „Faune Gallo-
Rhenane", p. 545 — 738 enthält, laut Anzeige, einen Catalogue
systematique des Staphylinides de la Faune Gallo-Rhe-
nanc, avec l'additiou synonymique des Especes Euro-
peeunes, Siberienues, Caucasiques et Mediterraueenne,
et descriptions nouvelles. (Habe ich nicht einsehen können.)
Die Contributions to an Insect Fauna of the Ama-
376 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zon Valley; Coleoptera-Staphylinidae; By D. Sharp in
den Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 27 ff. verzeichnen aus
dieser Familie 487 Arten, von denen auf die Aleocharini 44,
Tachyporini 18, Quediini 9, Staphylinini 93, Xantholinini
33, Paederini 126, Pinophilini 66, Stenini 28, Oxytelini 27,
Omalinii 1, Piestini 31, Platyprosopus 10, Turellus 1
kommen und die meisten neu sind.
Aleocharini. Mulsant und Rey setzen die begonnene Mo-
nographie der französischen Staphyliniden mit den Aleochararii
(Annales des la Societe d'agriculture, Histoire naturelle
et arts utiles de Lyon. VIT. p. 27 ff.) fort. Beschrieben werden
von Aleochararii (a. a. 0.) Bheochara n. g. p. 1, für Ocalea spa-
dicea Erichs.; Polystoma taxicornis (Provinces rheuanes) p. 26 (An-
tennen dicker als bei P. obscurella); Oxypoda distincta (Montpellier)
p. 86 (der 0. humidula gleichend, Antennen länger und schwächer),
(subg. Bacoglena) fusina (Corsica) p. 133 (grösser und weniger con-
vex als 0. praecox), hremuscula (Corsica) p. 134, (subg. Podoxya)
subnitida (Beziers) p. 152 (von der sehr ähnlichen attenuata ver-
schieden durch eine gedrungenere, weniger convexe Gestalt), casta-
nea (Lyon) p. 164 (Antennen weit dünner und weniger dunkel als
bei exoleta), (subg. Demosoma) juvenilis (Beaujolais) p. 182, nigre-
scens (Nordfrankr.) p. 185, nigrocincta (Burgund) p. 192, (von hae-
morrhoa durch geringere Grösse und geringeren Glanz unterschieden);
Thiasophila canalicidata (Elsass) p. 228 (von angulata durch ge-
ringere Grösse, weniger dicke Antennen verschieden); Platyola
(n. g.) für Hom. fuscicornis M. et R. p. 249; Ocyusa (subg. Cousya)
defecta (Corsica) p. 265, postica (Corsica) p. 272; Phloeopora trans.
ita (Lyonnais) p. 279 (zwischen reptans und corticalis), producta
(Frankreich) p. 285; Ocalea puncticollis (Corsica) p. 306; Chilopora
subnitida (Corsica) p. 349; Derocala n. g. für Oxypoda rugati-
pennis Kr a atz p. 356.
Von Myrmidoniarii (a. a. 0.) Zoosetha n. g. für Homalota
inconspicua Er. und cribrata Kraatz p. 29; Änopleta n. g. für H.
lepida Kraatz p. 46; Heteronoma n. g. für H. luctuosa M. et R.
und minuta Brisout, p. 59; Äpinaela n. g. für H. macella Er. und
pallens M. et R. p. 74; Pachnida n. g. für H. nigella Er. und
atricolor Sharp p. 84, Liota n. g. für H. gracilenta Er. und laevi-
ceps Brisout p. 148; Metaxya convexiuscula (Corsica) p. 205; Diso-
pora tenerrima (Corsica) p. 242; Hygroccia parca (non parva; s. vor.
Bericht p. 67); Discerota n. g. für H. torrentum Kies. p. 340;
Brachyusa n. g. für H. concolor Er. p. 377; Tachyusa nitidula
(Corsica) p. 422; bicolor (= ferialis Fairm. et Laboulb.) p. 433;
Xenusa n. g. für Tachyusa uvtda Er. p. 436; Ilyusa n. g. für T.
laesa Er. und fugax Er. p. 445; Falagria ^icicorms (Corsica) p. 464,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 377
zwischen sulcata und sulcatula stehend; Cardiola n. g. für Aleo-
chara obscura Grav. p. 478; Thinoecia (Hydrosmecta) impressa
(Vannes) p. 485.
Dieselben beschreiben Ann. Soc. Linn. Lyon XXII p. 9
Mayetia (n. g.) sphaerifer (Pyrenäen); Cylindrogaster exüis (Pyre-
naeen) p. 12; hioia, hypogaea (ibid.) p. 191; Oxypoda Bamryi (Cor-
sica) p. 229; refervens (ibid.) p. 230; Colpodota (Acrotona) abhre-
viata (ibid.); Microdota (Philhygra) transposita (ibid.) p. 231, sericata
(ibid.) p. 232, nana (Porto-Vecchio) p. 233, coelifrons (Montpellier)
p. 234, secreta (Porto-Vecchio) p. 235, Sipalia scabripennis p. 235,
cavipennis (Corsica) p. 238, stiblaevis (ibid.) p. 239, Bevelierii (ibid.)
p. 241, impressa (Var) p. 242, tenuis (Lot-et-Garonne) p. 246; lae-
vata (Corsica) p. 247, puncttilata (ibid.) p. 248, subeonvexa (Pyre-
naeen) p. 249; Mycetoporus Baudueri (Lot-et-Garonne) p. 250.
Mayetia (n. g. bei Borboropora), sphaerifer (PyrenRen) ip. SS]
Aleuonota hypogaea (Massane) p. 175; Homalota abbreviata (Frank-
reich) p. 181, nana (ibid.) p. 183, coelifrons (Montpellier) p, 184;
Sipalia impressa (Var, Lorgucs) p. 192, subeonvexa (Haute-Pyre-
nees) p. 199; dieselben, Opuscul. Entom. XVI.
Eudera cava (Parä) p. 40; Falagria Parae (ibid.) p. 41, vari-
corms (Ega) p. 42, euriipennis (Tapajos) p. 43; Placusia confinis (La-
gos) p. 44; P]pipeda cava (S. Paulo) p. 45, riifa (Ega) p. 46; Die-
stota sperata (Rio Purus) p. 47; Brachida Batesi (Tapajos), Reyi
(Para) p. 49; Myrmigaster (n. g.) singularis (Ega) p. 51; Myr-
medonia scabripennis (Ega) p. 53, pollens (ibid.) p. 54, Batesi (ibid.)
spinifer (ibid.) p. 56, fortunata (ibid.) p. 57, nitidula (ibid.) p. 58,
Calodera syntheta (Gurrao) p. 59; Homalota capta (Rio Solimoos) p.
60, tenax (ibid.) p. 61, brevis (Garrao) p. 62, gilva (ibid.) p. 63,
Traili (Rio Purus) p. 64, culpa (Tapajos) p. 65; Tachyusa picticor-
nis (Tapajos) p. 66, extranea (ibid.) p. 67, Oxypoda aliena (Tapajos)
p. 68; Aleochara prisca (Ega), verecunda (Tapajos) p. 69, auricoma
(Ega) p. 70, mundana (Para) p. 71 ; Gyrophaena pumtla (Rio Purus)
p. 72, parvula (ibid.), parca (ibid,) p. 73, laevis (Garrao), Jumta
(ibid.) p. 74, convexa (ibid.) p. 75, sparsa (ibid.), quassa (ibid.) p.
76, tridens (ibid.) p. 77, bovis (Rio Purus) p. 78, debilis (ibid,) p.
79; Deinopsis Matheiosi (?) longicornis (Tapajos) p. 80; Sharp
a. a. 0.
Vatesus (n. g., ein Bindeglied zwischen Aleocharini und Ta-
chyporini, dabei auch einige Beziehungen zu den Quediini) latitans
(Parana); derselbe, Entom. Month. Mag. XII. p. 199 ff.
Derselbe macht Bemerkungen zu einigen Arten von Bo-
litochara (B. lucida P]r., Mulsanti = elongata Muls. und Rey, lu-
nulata Er. = elongata Heer = flavicoUis Muls. u. Rey, bella Maerk.
378 Bert kau! Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
= lunulata Muls. und Rey) und beschreibt B. Beiß aus der Umgebung
von Paris. Ebenda p. 132 f.
Hoplandria angalosa p. 4, liviäula p. 6; Orphnebius (an h. g.?)
pungitius p, 8; n. A. aus Peru; Solsky, Staphyl. recueill. etc. dans
le Perou, Hör. Soc. Ent. Ross. XI.
Bolitochara BrucJci (Granada): E.Eppelsheim, in der Stett.
Ent. Zeit. 37. p. 429.
Homalota truncata (Böhmen) p. 362, heterogastra (Oran) p.
363, consanguinea (Steiermark) p. 365; E. Eppelsheim in der
Stett. Ent. Zeit. XXXVI.
Homalota egregia (Grossbritannien); E. C. Rye, Entom.
Monthl. Magaz. XH. p. 176.
Phytosus atriceps (Kerguelen); C. 0. Waterhouse, Entom.
Monthl. Magaz. XII. p. 54.
Ocalea ha'icalensis (Baikal); Solsky, Materiaux etc. in den
Hör. Soc. Ent. Boss. XL p. 268-
Leptusa orientalis (Irkutsk); Solsky, Materiaux etc. in den
Hör. Soc. Ent. Rossicae XL p. 269.
Leptusa pulclira (Ajaccio); E. Eppelsheim in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVH. p. 430.
Aleochara hibernica (Grossbritännieu); E. C. Rye, Entom.
Monthl. Magaz. XIL p. 175.
Aleochara parviäa] Homalota destituta (Rodriguez); Water-
house, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIIL p. 107 f.
Encephalus Kraatzi (Baikal) Solsky, Materiaux etc. in den
Hör. Soc. Ent. Rossic. XL p. 270.
Tachyporini. Amplyopinus (n. g.) JelsJcii (Chanchamago),
Mniszcchi (ibid.) p. 13; Solsky, Horae Entom. Ross. XL p. 11.
Coproporus rotundatus (Ega) p. 81, similis (ibid.) p. 82, obesus
(ibid.) p. 83, retrtisus (ibid.) p. 84, curtus (Jurua) p. 85, pölitus
(Anana), hrevis (Ega) p. 86, ignavis (Anana) p. 87, inclusus (Ega)
p. 88, cognatus (Anana), conformis (?) p. 89, rufescens (Ega) p. 90, tincttis
(Rio Piirus) p. 91, distans (ibid.) p. 92, duplex (Conceicäo), scuteUatus
(Ega) p. 93; Conurus latus (Ega) p. 94, setosus (Garrao) p. 95;
Sharp, a. a. 0.
XantJioUnini. Mulsant und Rey lassen ihrer Mono-
graphie der Aleocharini eine solche dieser Gruppe folgen. Mem.
de l'Acad. des Sciences etc. de Lyon. Classe des Sciences
Tome XXII. p. 217—344. 3 Tafeln.
Diochus longicornis (Tapajos) p. 184, vicimis (ibid.) tarsalis,
(ibid.), flavicans (ibid.) p. 185; Sterculia amazonica (Ega) p. 186,
paiäomsis (St. Paulo) p. 187, discolor (Ega), funebris (ibid.) p. 188;
fimetaria (ibid.), clavicornis (Obydos) p. 190, minor (B'onteboa) p. 191 ,
Agrodes conicicolUs (Ega) p. 192, longieeps (Tunautius) p. 193;
Tesha (n. g.) glgas (St. Paulo), laUcornis (Tuuantius) p. 195; Li-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 ii. 1876. 370
nidius (n. g.) recticollis (Ega), tenuipes (ibid.) p. 197, extremus
(Ober Ama-zon) p. 198; Xantholinus bicolor (Ega) p. 199, anticus
(Rio Purus), pygialis (Ega) p. 200, temporalis (ibid.) p. 201. aeni-
ceps (ibid.) Batesi (?) p. 202, amazonicus (Ega) p. 203, Leptacinus
nitidus (Ega) p, 204; Lithocharodes fuscipenjiis (Tapajos) p. 205;
Meioj^oncns basiventris {St.Fau.lo),holiso'ides{Eg?C) p.206; Sharp, a.a.O.
Tesba Belti (Chontales); derselbe ebenda p. 431.
Xantholinus xanthogaster (Peru); Solsky, Horae Entom.
Rossic. XI. p. 19.
Xantholinus peliopterus (Irkutsk); derselbe, Mater, etc.
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XI. p. 272.
Staphylinini. Mulsant und Ray beschreiben in den Ann.
Soc. d'Agric. etc. de Lyon. IV. Ser. VIII. Abemus (n. g. für
Staph. chloropterus Pz. und fossor Scop.) p. 244; Ocypus (Goerius)
deciirtatus (vielleicht nur Varietät von 0. similis, Hoclialpen, Lazere,
Provence) p. 289; Orthidus (n. g. für Philonthus cribratus Erichs.)
p. 339; Philonthus melanarius (= P. varius var. a Erichs., Kraatz)
p. 403, heterodoxus ^ (Corsica) p. 419, subrugosiis O (Provence)
p. 425, gagates ^ $ (Provence, Languedoc) p. 454, [dlpigradus =
agilis Grav. var. ? p. 481); Babigiis (! Anagr. von Gabrius, von
Philonthus unterschieden durch das letzte Glied der Maxillartaster,
das kegelförmig und kaum so lang ist, wie das vorhergehende für
tenuis F. und pullus Nordm.) p, 523; Gabrius tibialis (Languedoc)
p. 540, piliger (Corsica) p. 553; Bseudidus (n. g. für Phil, sericeus,
pruinosus, filum) p. 574, nigrocoerulcus (Lyon, Beaujolais, Provence)
p. 644, assecla ( ! Lyon, Provence) p. 655, (subg. Microsaurus) maciir
licornis (Pyrenaeen) p. 695, (subg. Sauridus) cyanesccns (Hycres) p.
727, bicolor ^ (Grande-Chartreusc) j). 738, (su])g. Raphirus) persi-
milis (Frejus) p. 791; Heterothops sericans (Provence) p. 820.
BrsLchydivns macuUccps (Ega) p. 109, antennatiis (ibid.) p. 110,
styloceros (ibid.) p. 111, cribricolUs (ibid. und St. Paulo), simplex
(Para) p. 112, amazonicus (Ega) p. 113, Batesi (ibid.) p. 114, Jongi-
ceps (ibid.), aeniceps (ibid.) p. 116; Plociopterus tricolor (Ega) p.
117, fungi (Para), nigripes (St. Paulo) p, 118, affinis (Para) p. 119,
dimidiatus (Tunantius) p. 120, laetiis (Ega) p. 121, ventralis (ibid.)^
Traili (Garrao) p. 122, virgineus (Fonteboa) p. 123, mirandus (Ega)
p. 124; Xanthopygus SolsJcyi (Para) p. 126, cyanipmnis (Ega,) i:). 127,
apicalis (ibid.), violaceus (Conceicao) p. 128, depressus (Para) p. 129,
nigripes (St. Paulo) p. 130, cognatus (Ega) p. 131; Philotalpus lu-
teipes (Para) p. 133, latus (St. Paulo) p. 134, incongruus (Ega) p.
135; Gastrisus (n. g.) obsoletus (?) p. 136, lacvigatus (Ega) p. 137,
punctatus (St. Paulo) p. 138; Eugastus (n. g.) bicolor (St. Paulo)
p. 159, mundus (Mauaos) p. 140; Is an opus (n. g.) temiicornis {Egs.)
p. 141; Trigonopselaphus opacipennis (St. Paulo) p. 143, mutator
380 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Pebas) p. 144, molaceus (Ega) p. 145, venustns (Ega) p. 146; Glenus
Kraatzi (Ega) p. 147, Batest (Tapajos), amazonicus (Ega) p. 148,
yesiif!(S (Para, Ega etc.) p. 149; Staphylinus siihcyaneus (EgR), par-
viceps (ibid.) p. 151, gratiosus (Ega) p. 152, gratiis (Tuuantius) p.
153, priscus (Ega) p. 155, vetiistus (Tuuantius) p. 156; Belonuchus
JBatesi (Ega) p. 157, grandiceps (ibid., Tapajos) p. 158, decipiens
(Ega) p. 159, dypeatns (ibid.) p. 160, Iwliso'ides (ibid.), aeqimlis (Para,
Ega) p. 161, impressifrons (Ega) p. 162, armatus (Abacaxis) p. 163,
setiger (Ega) p. 164; Philonthus amazonicus (Para, Ega), p. 165, co-
rallipennis (ibid.) p. 166, deletus (Tapajos), muticus (Ega, St. Paulo),
p. 167, gracillimus (Ega) p. 168, aeniceps (Ega), cognatus (ibid.) p.
169, Traili (Anana) p. 170, capitalis (Ega) p. 171, lustrator (Para),
aenocollis (Ega) p. 172, palpalis (?) p. 173, aberrans (Ega) p. 174,
conformis (?) p. 175, propinquus (Ega), regiUus (St. Paulo) p. 176,
abactus (Ega) p. 177, longiceps (Obydos) p. 178, sei'raticornis (Ega)
p. 179;Holisus depressus (Ega) p. 180, picipes (ibid.) p. 181, exca-
vatus {ibid.), umbr a (ihid.) ^. IS2, discedens (?) p. 183; Sharp a. a. 0.
Glenus coxalis (Panama) p. 425; Seltna (n. g.) modesta (Chon-
tales) p. 427; Xanthopygus viridipennis (Chontales, Nicaragua); Phil-
onthus discretus (Mexico) p. 428, Floliri p. 429, mexicanus (Mexico)
p. 430; derselbe ebenda.
Trigonopselaphus exornatus p. 15, coelestus (!) p. 17, neue
Arten aus Peru; Solsky, Hör. Entom. Ross. XI.
A. Fauvel reducirt in seiner Synopsis des Creophilus
die 15 im Catal Harold aufgeführten Arten resp, Rassen auf die 7:
C. variegatus Mann., villipennis Kraatz, incanus Klug, maxillosus L.,
oculatusF., lanio Er., erythrocephalus F. Tijdschr. voor Entomol.
18. p. 53 fif.
Philonthus tihialis (Nauplia); E. Eppelsheim in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVII. p. 431.
Qiiediini. Tanygnathus longicornis (?) p. 96, ßavicolUs (Ta-
pajos) p. 97; Acylophorus punctiventris (Ega, Tapajos) p. 98, angii-
sticeps (Tapajos), acuminatiis (Ega) p. 99, iridescens (Tapajos); Que-
dius chjpealis (Ega) p. 100; Platyprosopus major (Ega) p. 102, lati-
ceps (ibid.) p. 103, paralleliis {ihid.), puncticeps {TsLitaiios)-^. 104, rectus
(Manaos) p. 105, minor (Ega), rufescens (ibid., Tapajos, St. Paulo)
p. 106, opacifrons (Ega), frontalis (Tapajos?) p. 107, similis (Ma-
naos) p. 108; Sharp, a. a. 0.
Quedius TranssyJvanicus (Hoverla in Ungarn); Weise in der
D. Ent. Zeit. 1875. p. 356.
Nach Viturot lebt Velleius dilatatus nicht ausschliesslich in
Horuissennestern , wie bisher angegeben wurde, sondern findet sich
auch in hohlen, verrotteten Eichen. Petites NouvellesEuto-
mologiques. 15. Aiig. 1876 iind Entom. Monthl. Magaz. XIII.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 ü. 1876, 381
p. 136. (Diese Angabc kann Ref. insofern bestätigen, als derselbe bei
Bonn zahlreiche Exemplare dieses Käfers in nnd an einer saftfliessen-
den Eiche fand, die zwar auch von Hornissen wegen des ausfliessen-
den Saftes besucht wurde, in der dieselben aber kein Nest angelegt
hatten.)
Paederini. In dieser Gruppe stellt Sharp a. a. 0. p. 207 fif.
die neuen Gattungen Scopaeodes, Sphaeriniim, Monist a und
Lindus auf und beschreibt 126 n. A.
Paederus Salvini (Aceytum); derselbe ebenda p. 431.
Latona ccdcarata (Peru); Solsky, Hör. Entom. Kossicae.
XI. p. 21.
Lathrobium sz&mcwwi (Ost-Sibirien); E. Eppelsheira, Stett.
Ent. Zeit. XXXVII. p. 433.
Lathrobium a&&revmiw?z (Irkutsk) Solsky, Mater, etc. in den
Hör. Soc. Ent. Rossicae. XI. p. 273.
Lithocharis occM^ia (Rodriguez); Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVHI. p. 108.
Lithocharis Kellner i (Thüringen); Kraatz in der D. Ent.
Zeitschr. 1875. p. 123.
Lithocharis PZaso?^^■ (Smyrna) ; E. Eppelsheim in der Stett.
Ent. Zeit. XXXVI. p. 366.
Pinophilini. Taenodema p?ma (Ega) p. 305, laevis (St.
Paulo) p. 306, recta (Ega) p. 307, Ictita (ibid.) p. 308, dubia (ibid.),
qnadrata (ibid.) p. 309, tarsalis (Ega), hella (ibid.) p. 310, cinerea
(ibid.) p. 311, vicina (?) p. 312, siynilis (Ega), rudis (ibid.) p. 313,
ßlum (St. Paulo) p. 314, producta (Amazons), laticornis (Tapajos) p.
315, serpens (Ega) p. 316, tecta (ibid.) p. 317, lurida (St. Paulo) p.
318; Pinophilus dux (Ega) p. 319, atcr (Tapajos), rectus (Santarem)
p. 320, aequalis (?J p. 321, mimns (Tapajos) p. 322, modestus (Ega),
tenuis (?) p. 323, distans (?) p. 324, incultus (Tapajos), proximus
(ibid.) p. 325, angustus (ibid.), oblatus (Ega) p. 326, extremus (Ta-
pajos) p. 327, sulcatus (Ega), duplex (?) p. 328, laxus (Ega) p. 329,
dberrans (Ega) p. 330, Ucolor (ibid.), Batcsi (Tapajos) p. 331, dehilis
(ibid.) p. 332, nmior (ibid.) p. 333, affinis (St. Paulo), egens (Tapajos)
p. 334, ahax (?) p. 335; Oedodactylus errans (Tapajos) p. 337, anceps
(ibid.) p. 338; Oedichirus optatus (ibid.) p. 339; Palaminus simplex
(Tapajos, Ega), longicornis (Ega) p. 341, modestus (Ega) p. 342,
crassus (Amazons), rohustus (Tapajos) p. 343, breviceps (ibid.) p. 344,
discretics (Rio Purus) p. 345, sinuatus (Tapajos) p. 346, apicalis (ibid.)
p. 347, fragilis (Ega), niger (ibid.) p. 348, anceps (ibid.) p. 349,
sobrinusy puncticeps (Tapajos) p. 350, parcus (ibid.) p. 351, pellax {?),
fusciceps (Tapajos) p. 352, stipes (ibid.) p. 353, sellatus (ibid.), gra-
cilis (Ega) p. 354, distans (Tapajos) p. 356; Sharp, a. a. 0.
Taenodema hemichlora (i^eru)] Solsky, Horae Entom. Ros-
sicae XL p. 23.
382 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Stenini. Stenaesthetus Hiatus (Tapajos) p. 357; Stenus tn-
spector (Ega) p. 358, öbductus (ibid.) p. 359, tinctus (Tapajos) p. 360,
cognatus (ibid.) p. 361, vacillator (ibid.), cursitor (ibid.) p. 362, fal-
lax (ibid.), Simulator (ibid.) p. 364, eertatus (Ega) p. 365, Traüi
(Anana) p. 366, pedator (Rio Purus) p. 367, ventralis, extensus (Ta-
pajos) p. 368, gendlis p. 369, Parae p. 370 (Para), nigricam (ibid.)
p. 371, excisus (?), laticeps (Para) p. 372, tricolor (Tapajos) p. 373,
heres (Ega), cerritus (Tapajos) p. 374, Batesi (ibid.) p. 375, collaris
(ibid.) p. 376, parviceps (?) p. 377, proximus (?) p. 378; Megalops
spinosus (Ega) p. 379, mjiiressws (Villa Nova) p 380; Sharp, a.a.O.
Stenus Beitteri (Marmarosch in Ungarn) p. 357, macuUger
(Griechenland), lepidus (Griechenland) p. 376. Weise in der D. Ent.
Zeitschr. 1875.
Stenus perpulcher (Peru); Solsky, Horae Entom. Rossic.
XI. p. 24.
Oxytelini. Osorius stipes (Para), nitens (St. Paulo) p. 382,
Simplex (Ega) p. 383, integer (Ega), solidus (St, Paulo) p. 384, afiinis
(ibid.) p. 385, ocidatus (Ega) p. 386; Holotrochus diirus (?) p. 388,
syntlieticus (Tapajos) p. 389, puhescens (ibid.) p. 390, suUilis, clavipes
(Ega) p. 391, Fauveli (?) p. 392; Bledius alhidus (Jurua) p. 393.
rarus (Ega), addendus (Rio Solimoes) p. 394, simplex (ibid.), muticus
(Rio Madeira) p. 395, similis (Rio Purus), modestus (Rio Madeira)
p. 396; Trogophloeus mimdus (Ega) p. 397, hreviceps (ibid.) p. 398,
latifrons, hilaris (ibid. und Tapajos) p. 399, vicinus (?) p. 400; Apo-
cellus planus (Ega), laevis (Manaos) p. 401; Sharp, a. a. 0.
Osorius mundiis (Mexico); derselbe ebenda p. 432.
Osorius syriacus (Port Said); Fauvel, Bull. Soc. Entom.
France. 1875. p. VIII.
Cylindrogaster eajiZis (Pyrenaeen) ; Muls. u. Rey, Opusc. Ent.
XVI. p. 131.
Platystethus macropterus (Malaga); Weise in der D. Ent.
Zeitschr. 1875. p. 368.
Platystethus longipennis (Oran) ; E. E p p e 1 s h e i m in der S t e 1 1 .
Ent. Zeit. XXXVI. p. 367.
Trigonurus rugosus, Edioardsi, Lecontus\ (Californien) ; D.
Sharp, Entom. Monthl. Mag. XI. p. 204.
Piestini. Piestus validus (Pebas) p. 404, frontalis (Ega) p.
405, rectus (Ega) p. 406, rugosus (ibid.) p. 407, aper (St. Paulo) p.
408; Ilypotelus micans (Ega) p. 409; Isomalus agilis (ibid.) p. 410,
dubius (ibid.) p. 411; Lispinus catena (ibid.) p. 412, apicälis, termi-
nalis (Para) p. 413, punctatus p. 414, cognatus, modestus p. 415,
planus p, 416, depressus, simplex (Ega), laetus (St. Pa\do) p. 417 ;
Thoraxophorus opacus (Ega) p. 418, crassus (St. Paulo) p, 419;
Leptocliirus fontensis (Fonteboa) p. 420, latro (Ega) p. 421; Turel-
lus (n. g.) Batesi (Ega) p. 424; Sharp a. a. 0.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875u. 1876. 383
Phloeocliarini. ' Thermocharis siibclavata (Pyrenaeen), Th.
caeca Fauv. sehr ähnlich; Mulsant et Rey in den Annal. de la
Sog. Linneenne de Lyon. Tome XXII. p, 194 imd Opusc. En-
tom. XVI. p. 207.
Omaliini. Anthophagus (Geodromicus) puncticolUs (Ungarn);
Weise, D. Ent. Zeit. 1875. p. 364.
Omalium nanwn (Amazons); Sharp, a. a. 0. p. 402.
Paassidae. Zur Lebensweise dieser eigcnthümlichen bei, Ameisen
lebenden Käfer bemerkt C. A. Dohrn, dass sie nicht nur einer Ex-
plosion beizenden Gases fähig sind, wie Raffray beobachtet hatte,
sondern auch wahrscheinlich eine den Ameisen angenehme Flüssig-
keit ausschwitzen. Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 383 fi.
Bedel macht einige Mittheilungen über die Gewohnheiten der
Paussiden, von denen mehrere Arten (s. vorhin!) beunruhigt eine
leichte Detonation vernehmen lassen. Bull. Soc. Ent. France,
1876. p. XLIX.
C. A. Dohrn macht im Journ. Mus. Godeffroy. XII. p.
48 ff. kritische Bemerkungen über australische Paussiden. Ver-
fasser scheint geneigt, sie nicht wie Burmeister neben den Cara-
biden, auch nicht, wie Lacordaire, zwischen die Hydrophili-
den und Staphylinidcn zu stellen, sondern neben die Clavigeri-
den. Die australischen Arten fanden sich jedoch nie in Ameisennestern
oder mit Ameisen zusammen, sondern der Sammler, Dämel, fand
sie unter alten, halbverrotteten Holzblöcken auf der Erde, zuweilen
unter trockenem Kuhmist, auch unter Baumrinde an trockenen
Plätzen.
Der von West wo od als Arthropterus Macleayi Donov. be-
schriebene und unter diesem Namen in den Sammlungen figurircnde
Pausside ist nicht der echte A. Macleayi Donov. C. A. Dohrn,
Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 213.
Paussus Woerdeni (Congo); C. Ritsema in f-ler Stett. Ent.
Zeit. XXXVII. p. 42 und Tijdschr. voor Entomol. 18. p. 124.
Pleuropterus Dohrnii (Congo); derselbe Tijdschr. voor
Entomol. 19. p. 58.
Pselaphidae. F. de Saulcy giebt im Bull. Soc. d'hist. nat.
Mo seile (Metz) XIII eine Uebersicht der europäischen Gattungen
dieser Familie, und beschreibt Chennium Küsenwetteri (Salonichi)
p. 44, judaeum (Jerusalem) p. 45 : Centrotoma Brucki (Salonichi)
p. 50; Tmesiphorus Darius (Persien) p. 54; Ctenistes brevicornis
(Oran) p. 61; Tyrus Peyroni (Taurus bei Tars^us) p. 79; Tyropsis
(n. g.) Chevrolati (Syrien) p. 82; Faronus Brucki (Toscana) p. 87,
Nicacensis (Nizza) p. 89; Batrisus pogonatus (Taygetas) p. 98; Amaur-
ops sardoiis (Sardinien) p. 112, DiecJd (Toscana) p. 113, corsicus
(Corsica) p. 114, PirazzoUi (Domo d'Ossola) p. 117; Trichonyx
Braatzi (Cordova) p. 125, J5'p7ir«frtc (Bethlehem) p. 127; Ueteronyx
384 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(n. g., der Name von Guerin schon vergeben; die Gattung, von
Trichonyx durch die Verschiedenheit der Fühler in beiden Geschlech-
tern und den seitlich bedoruten Thorax unterschieden, scheint mit
Trogaster Sharp, dies. Bericht 1874. p. 324 (72) identisch zu sein)
heterocerus p. 129, äberrans p, 131 (Corsica; auch Sharp hatte einen
Trog, äberrans von Corsica).
Chennium Prometheus (Tiflis) ; Enoptostomus Leprieuri (Blidah,
Kabyl); derselbe, Pet. Nouv. Entom. 1875. p. 539.
Trimiuni Carpatlücum (Ungarn) ; Bythinus Beuten, Carpathicus,
Weiset, alle aus Ungarn; derselbe in der D. Ent. Zeitschr. 1875.
p. 358.
Clavigeridae. Claviger Brückt (Pyrenaeen, bei Lasius flavus
p. 27, Piochardi (Branuelas, Leon) p. 28, lusitanicus (Sierra de Gerez)
p. 29, Bevelierii (Corsica bei Lasius niger) p- 34; F. de Saulcy,
Bull. Soc. d'hist. nat. Moselle (Metz) XIII.
Scydmaenidae. Scydmaenus similis (Steiermark); Weise in der
D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 124.
Scydmaenus aZwiacews (Ungarn) ; Saulcy in der D. Ent. Zeit-
schrift. 1875. p. 359.
Scydmaenus (Eumicrus) punctipennis (Tunis); L. Fairmaire,
Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 502.
Nodynus (n. g.) nitidus (Indien); C. 0. Waterhouse, Trans
Ent. Soc. London. 1876. p. 13.
Silphidae. Ueber den Clypeus der Necrophorus - Arten
und dessen Verschiedenheit bei c^ und ^ s. Kraatz in der D. Ent.
Zeitschr. 1876. p. 395.
Necrodes nigricornis (Japan), dem N. litoralis ähnlich, aber
kleiner und mit ganz schwarzen Fühlern; E. v. Harold in den
Abh. naturw. Ver. Bremen, p. 286.
Kraatz handelt in der D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 353 ff.
von der Systematik und geographischen Verbreitung der
Gattung Silpha L., deren Zerfällung in die Gattungen Necrodes,
Thanatophilus, Oiceoptoma, Xylodrepa, Phosphuga, Silpha er zu
rechtfertigen sucht. Die schlanken südamerikanischen Arten haben
ebenfalls Anrecht auf einer besondern Gattung, die ihnen als Hy-
ponecrodes n. g., zugestanden wird, p. 357; eine Uebersicht der
Arten dieser Gattung folgt auf S. 375. Phosphuga atrata L. be-
kommt vielleicht auch noch einmal einen anderen Gattungsnamen,
p. 363. Neu sind Silpha superba (Luzon) und Thanatophilus minutus
(Thibet) p. 374. Die p. 378 beschriebene (und auf Taf. I. 12 abge-
bildete) Monstrosität von S. obscura mit verkümmerten Flügeldecken
ist vielleicht ein frisch der Puppe entschlüpftes Exemplar gewesen.
Silpha coeZestiS (Philippinen); 0. A. Dohrn in der Stett. Ent.
Zeit. XXXVL p. 81.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 885
Silpha hexastigma (Lefou); Solsky, Materiaux etc. in den
Hör. Soc. Ent. Rossicae. XI. p. 274.
Choleva norvegica (Süd-Bergenhus Distr.); J. Sparre Schnei-
der, Förh. Selsk. Christiania. 1875. p. 36.
Camirus (n. g. Catopin. ; antennae 11-articulatae, apice leviter
incrassatae, articulo Svo contignis minore; palpi maxillares articulo
ultimo magno, subsecuriformi; caput parvum, oculi prominuli, liberi;
tibiae pubescentes) thoracicus, cowveiCMS (Auckland); D.Sharp, Ent.
Monthl. Magaz. XIII. p. 231.
Pholeuon caudatum (Saint Martin, Ardeche): A beule, Ann.
Soc. Ent. France, 1875. p. 214: Ph. (?) dapsoides (Plateau de
Lantes), derselbe ebenda Bull. p. CLXXX; Adelops Chardonis
(Narbonne), Linden (Saint Martin)", Mayeti (Saint Martin) p. 215,
corsicus (Corsica), Peyronis (Libanon) p. 216 Ann., Simonis (Lioran)
p. CXCIX; derselbe ebenda, Bullet.
Änisotomidae. C. Rye macht Bemerkungen zu Anisotomi-
dae und beschreibt A. davicornis (Schottland), Baicalensis (Baikal-
sen), Älgirica (Algier); Ent. Monthl. Magaz. XII. p. 149 ff.
Clambus pilosellus (Transcaucasien); E. Reitter in der D.
Ent. Zeitschr. 1876. p. 259.
Calyptomerus Caucasicus (Elisabetopol); E. Reitter in der
D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 259.
Dietta (n. g., frons emarginata; clypeo membranaceo; an-
tennae clava lata 4- articulata; coxae intermediae valdo distantes)
sperata (N.-W.- Australien); D. Sharp, Entom. Monthl. Magaz.
XIII. p. 78.
Scaphidiidae. ScaphisomamYi(?Mm(Aucklaud, Tairoa); Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 48.
Histeridae. Platysoma Simeani (Beyrut) ; M u 1 s a n t e t G o d a r t,
Ann. Soc. Linn. Lyon. XXL p. 419.
Platysoma cognatum (Auckland); D. Sharp, Ent. Monthl.
Magaz. XIIL p. 25.
Saprinus tunisius (Tunis), rubiginosus (ibid.), noveUus (Algier) ;
Fougerolles-du-Plessis. Bull. Soc. Ent. France. 1875. p.
CHI f., die beiden ersten auch von Fairmaire in den Ann. Mus.
Civ. Genova. VII. p. 503.
Saprinus pedator (Neu-Seeland, an der Küste); D. Sharp,
Entom. Monthl. Magaz. XII. p. 26.
Trypanaeus Albertisii (Andai), andaiensis (ibid.); Gestro,
Annal. Mus. Civ. Genova. VII. p. 994 f.
Nitidulidae. Reitter beschreibt neue exotische Nitidu-
lidae; Stett. Ent. Zeit. XXX VIL p. 317 ff. Dieselben sind: Co-
lastus hrunneiis (Columbien); Chalepopeplus vorax (Columbien) p. 317;
Archiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2 Bd. Z
386 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pria affinis (Madagascar) ; Pocadius hrevinsculus (Nordamerika) p.
318; Camptodes nigriventris, Stewlieüi (Columbien) p. 319; Cryptar-
cha Klugii (Madagascar) p. 320.
Derselbe stellt in den Coleopt. Heft. XIII. p. 27 Micro-
ctilodes n. g. Carpophilin auf (bei Ctilodes; Tarsen 4gliedrig, 3.
Glied zweilappig, Klauen klein, einfach) für M. Bagusae (Sicilien)
p. 30; der Gattungsname Cychrocephalus wird in Cychropiestus Reitt.
umgeändert; ebenda p. 185.
Chalepopeplus morio, suturalis- conoteloules p. 305, Kirsclii
p. 306, alle aus Peru, ohscurus (Bogota) p. 311; Cychramus varie-
gatus; Camptodes Kirsclii p. 306, lateralis, aenimnosus; Strongylus
rotundatus (alle aus Peru) p. 307; Carpophilus Ddhrni (Cordova);
Lasiodactylus subproductus (Isla de Principe) p. 308; Colastus ohso-
letus (Bogota) p. 309; ßrachypeplus reflexus (Columbien), SteinJieili
(Columbien); Cillaeus puncticollis (Sta. Catharina) p. 310; Orthoperus
punctulatus (Ungarn) p. 312; E. Reitter in der D. Ent. Zeit-
schrift 1876.
Microporum (n. g.) nitens; Prohaenus (n. g., nahe ver-
wandt mit Mystrops; aber Mandibeln stark vorragend, vollständig
von oben sichtbar, eingedrückt, an der Basis breit, nach der Spitze
ein wenig verschmälert; Kopf quer; erstes Fühlerglied sehr gross;
Flügeldecken den Hinterleib fast bedeckend) longicornis] Epuraea
oplithahnica, neue Arten von Rodriguez; C. 0. Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 109 ff.
E. Reitter giebt eine Darstellung der mit Epuraea
verwandten Gattungen, d. h. derjenigen Gattungen, die sich in
folgender Weise charakterisiren lassen: Prosternum simplex, pone
coxas vix elevato-productum. Tarsi dilatati, rarius postici simplices.
Labrum integrum aut bilobum. Mandibulae apice simplices, intus
pone apicem aut in medio subdentatae. Elytra haud striata. Hier-
hin gehören folgende Gattungen: Perilopsis, gegründet auf Peri-
lopa flava Rttr., Omosiphora (mit Ep. rufa Say, helvola Er., lim-
bata F. und Skalitzhji ans Böhmen p. 57), Epuraea, Micruria (für
Epuraea melanocephala Mrsh., Japonica Rttr., mandibularis Rttr.,
nitida Rttr., macrophthalma Rttr.), Epuraeopsis (für Epuraea ma-
culipennis Sol.), Oatonura (für Ep. ruficollis Rttr.), Haptoncura
(für E. minuta Rttr., reflexicollis Motsch., mellitula Rttr., ocularis
Fairm. u. a.), Fropetes (für E. nigripennis Redtb.); Verh. naturf.
Ver. Brunn. XIIL p. 53 ff.
Derselbe liefert ebenda p. 99 ff. Beschreibungen neuer
Nitidulidao aus der Sammlung des Herrn Deyrolle in Paris.
Dieselben sind: Cercometes (n. g. Brachypterid. ; palpi labiales
quadri-articulati, articulis 3 primis minutis, ultimo majore, oblongo
ovali; clypeus haud discretus; unguiculi deutati; pygidium in utroque
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 387
sexu simplex, für Cercus politus Reitt. und) DeyroUei (Brasilien);
Brachypterus strigosus, rugosus (Chili) p. 100; Colastus elongatus
(Neu P'reiburg); Carpophilus (Microxanthus) excellens (Australien)
p. 101; Perilopa subtiiberculata] Nitidulora glabrata (Brasilien); Se-
ronia rectangula (Teapa) p. 102; Lobiopa elongata (Brasilien); Ste-
lidota procera (Celebes) p. 103, didyma (Madagascar) p. 104; Psilotus
atratus (Mexico); Platychora ornata (Ins. Fernando); Ischaena hn-
giceps (Morty); Lasiodactylus pardalis (Indien) p. 105; Lordyrops
(Labrum distinctum, emarginatum; mesosternum carinatum; elytra
apice obtuse rotundata, pygidium partim obtegentia; tibiae muticae;
tarsi dilatati, unguiculi simplices) DeyroUei {Brasilien) p. 107; Idae-
thina (Labrum brevissimum, sed distinctum, emarginatum; elytra
elongata, seriatim pubescentia, apice vix truncata, pygidium partim
obtegentia; mesosternum simplex, vix carinatum; tarsi dilatati, un-
guiculi simplices; corpus elongatum, extus subtiliter breviterque cilia-
tum, fere ut in Aethina; (mas) pygidium segmentulo minutissimo
dorsali auctum; tibiae intermediae apice intus sinuatae) DeyroUei
(Neu Holland); Aethina hrunnea (Teapa) p. 108, elongata (Indien)
p. 109; Aethinopa (Labrum distinctum, bilobum; elytra seriatim
pubescentia, extus ciliata, apice truncata, abbreviata, pygidium vix
obtegentia; pedes breves, valde robusti, deplanati, femoribus et tibiis
latissimis; tarsi dilatati, unguiculi simplices; pygidium maris apice
vix truncatum, segmentum anale (script. — i) apice emarginatum,
segmentulo minutissimo ventrali auctum) fidvovestita (Guinea); Mi-
cro\irsi brun7iesce7is (Meu Holland); Macroura cfewsiia (Ceylon, Austra-
lien) p. 110; Meligethes stdtglohosus (Cap); Camptodes marginatus
(Brasilien) p. 111, midtipunctatus (Rio Janeiro), atriceps (Mexico,
Teapa) p. 112, UmhicoUis (Mexico), ruhripes (Sta. Catharina), Cziva-
linai (Cayenne) p. 113; Strongylus Erichsonii, basaJis (Brasilien)
p. 114; Strongylomorplius (Corpus laevigatum, glabratum, sub-
orbiculatum, fere ut in gen. Strongylus et Pallodes; labrum breve,
vix emarginatum ; palpi simplices; mandibulaefere obtectae; proster-
num inter coxas tenue, simj)lex; mesosternum occultum; metaster-
num antice late productura ; tibiae latae, corapressae, muticae, posti-
cae apice extus in dentem producLae; tarsi omnes simplices, articulo
4to 3io parum minore, unguiculi simplices) Dei/roZZßi (Brasilion) ; Apal-
lodes oceUatus (ibid.); Pallodes paUidus (ibid.) p. 116, marginicoUis
(Rio Janeiro); Oxycnemus nigritus (Südamerika); Cryptarcha pygi-
dialis (Mexico) p. 117, haemorrhoidalis (Brasilien), ameicoUis (Sta.
Martha), grandicoUis (Venezuela) p. 118, DeyroUei (Brasilien), Wcd-
lacei (Batchian) p. 119, laevigata (Moretonbay), flavipennis, flavo-gut-
tata p. 120, ocidaris (Indien), nigro-varia (Bolivia) p. 121.
Derselbe beschreibt in der Stett. Ent. Zeit. XXXVII die
neuen Gattungen und Arten: Litargus sexnotatus (Monrovia); Aethi-
nopa calva (Monrovia) p. 363, rnstica (Madagascar ?); Telmatophila
388 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
analis (Chili) p. 364; Prioschema (n. g.; Labrum magnum, trans-
versum, integrum, angulis rotundatis; . . . mesosternum occultum . . .;
pedes valde distenti; . . .) Dohrni (Monrovia) p. 367.
Seronia liystrix (Tairua); D. Sharp, Entom. Monthl. Mag.
XIIL p. 26.
Meligethes pno'ides (Sicilien) ; Reitter in der Deut. Ent.
Zeitschr. 1875. p. 893.
Meligethes aenescens; Xenostrongylus Ovulum (Tunis); Fair-
maire, Ann. Mus. Civ. Genova VIL p. 504.
Ueber Camptodes vittatus Er., wovon C. phaleratus ejusd.
Varietät ist, s. Stett. Ent. Zeit. XXXVIL p. 206.
Reitter giebt eine vergleichende üebersicht der 4 europä-
schen Cychramus-Arten, unter denen C. alutaceus Reitt., bisher mit
latens vermengt, neu ist. D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 359.
Lenax (n. g.) mirandus (Peel Forest, Neu Seel.); D. Sharp;
Entomol. Monthl. Magaz. XIIL p. 269.
Rhizophagus simüaris (Elisabetopol) ; E. Reitter in der D.
Ent. Zeitschr. 1876. p. 289.
TrOgOSitidae. Eine systematische Eintheilung dieser
Familie giebt E. Reitter in den Verhandl. naturforsch. Ver.
Brunn. XIV. p. 3 £f. Die Trogositiden stehen den Nitidula-
riern sehr nahe; an ihren Sgliedrigen Füssen ist das erste Glied
rudimentär; ihr Endglied trägt eine mit 2 Borsten versehene After-
kralle und die Hinterhüften sind (mit Ausnahme von Helota) ge-
nähert. Thyreosoma Chevr. wurde aus der Familie ausgeschieden,
da sie mit Discoloma Erichs, unter den Colydiern zusammenfällt.
Reitter unterscheidet die beiden Unterfamilien Helotidae mit der
einzigen Gattung Helota, die früher zu den Engl den gestellt
wurde, aber zweifelsohne den Uebergang von den Ipinae zu den
echten Trogositen bildet, und Trogositidae s. str. In dieser Un-
terfamilie werden die 4 Gruppen Nemozomini (Caput magnum,
prothoraci aequilatum aut latius; oculi rotuudati, corpus plus mi-
nusve cylindricum) , Trogositini (.-. Oculi transversi, rarius
divisi; . . prosternum latum, lateribus haud marginatura, corpus
glabrura), Leperini (wie Trogositini, nur posternum lateribus for-
titer marginatum), Peltini (Caput saepissime parvum; oculi transversi
aut rotundati, prominuli ; prosternum angustum ; corpus depressum
. . . ). Den einzelnen Gruppen ist eine analytische Gattungstabelle
vorausgeschickt, deren Charaktere z. Th. auf 2 Tafeln erläutert sind.
Zu den Nemozomini gehören die Gattungen Egolia , Acalanthis,
Calanthosoma, Nemozoma, Nemozomia, Dupontiella, Filumis. Zu
den Trogositini Airora, Alindria, Syntelia, Melambia, Trogosita, Lip-
aspis, Tenebrioides; zu den Leperini Elestora, Cymba, Phanodesta,
Leperina, Gymnochila, Xenoglena, Acrops, Narcisa, Nosodes; zu den
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 389
Peltini Peltonyxa, Neaspis, Latolaeva, Ancyrona, Leptonyxa, Holo-
pleuridia, Eronyxa, Micropeltis, Peltastica, Ostoma, Thymalus. Neue
Arten sind: Acalanthis mirabiUs (Chili) p. 9; Calanthosoma (n.
g.) flavomaculata (Antillen) p. 11; Nemozomia (n. g.) vorax (Co-
lumbien) p. 12; Nemozoma Corsicum (Corsica) p. 13, nigripennis
(! Columbien) p. 14; Filumis (n. g.) tenuissima (Columbien) p. 17;
Äirora (n. g. = x\ira Chevr. i. litt.) procera (Paraguay), divino'i-
des (= Aira oliv. Chev. i. litt.; Mexico) p. 19, apicalis (Columbien),
striatopunctata (Antillen), canescens (Südamerika) p. 20; Alindria
Ghevrolati (Senegal) p. 22; Melambia cordicollis (Philippinen?)
p. 25; Phanodesta (n. g.) cordaticollis (Chili) p. 32, angulata
(Chili) p. 33, brevipennis, costipennis (Chili) p, 34; Gymnochila lepi-
doptera (Abyssinien) p. 39; Xenoglena (n. g.) Deyrollei (Java) p.
41; Acrops Dohrni (Borneo) p. 42; Peltonyxa De^roZZei (Australien)
p. 46; Neaspis siibtrifasciata und sculpturata (Neu Holland) p. 47,
48; Latolaeva (n. g.) cassi(^oi(Ze5 (Malaccaj, i^errarü (Batchian) p.
50'; Ancyrona (n. g.) Caffra (Cap), Lewisi (Japan) p. 52; Lepto-
nyxa (n. g.) brevicoUis (Columbien) p. 54, costipennis (Brasilien) p.
55; Holopleuridia (n. g.) maculosa (Columbien) p. 57; Eronyxa
(n. g.) lagrioides (Californien) p. 58; Micropeltis incostata (Chili) p.
59, costulata (Chili) p. 60.
Derselbe giebt ebenda XIII. p. 3 ff. eine Revision der
Gattung Trogosita Oliv, und p. 65 ff. die Beschreibung der
südamerikanischen Arten der Gattung Tenebrioides Pill,
et Mittp. Neu sind Trogosita gigantea (Brasilien) p. 9, sculpturata
(Columbien) p. 10, insignis (Columbien, Mexico, Antillen) p. 11.
Ghevrolati (Mexico, Brasilien), SteinheiU (Columbien) p. 12, laevicollis
(Cayenne?) p. 14, quadricollis (Mexico), luccns (Brasilien) p. 15,
cribricollis (Columbien) p. 16, Lebasi (= Lebasi Dej. Cat., Colum-
bien) p. 17, obscura (Nordamerica) p. 18, clirysosterna (Cayenne),
Bogenhoferi (Indien) p. 19, japonica (Japan) p. 20, punctatissima
(Brasilien) p. 22, Kirschi (Bogota) p. 24, foveicollis (Cayenne), oliva-
cea (Columbien) p. 26, obsoleta (Mexico), cyanea (Nordamerika) p.
28, Dryadis (Mexico) p. 30, Mexicana (Mexico) p. 32, Corynthia
(Mexico) p. 33, gloriosa (Columbien) p. 34, Aurora (Brasilien) p. 36,
Borrei (Antillen) p. 37, aureola (Mexico) p. 38, suturata, laticollis
(Mexico) p. 39, pimicea (Brasilien) p. 40, mirabilis (Columbien) p.
41, Iris (Mexico) p- 42, obtusicollis (Venezuela), Jelceli (Columbien)
p. 43; Tenebrioides impressifrons (Brasilien) p. 66, rufiventris (Co-
lumbien), rufieollis (Bogota) p. 67, cucujoides (^Columbien) p. 68,
quadrigutiata (Brasilien), opaca (Columbien, Nordamerika) p. 69,
subplana (Mexico) p. 70, Schaufussi (Caraccas), Utigiosa (Brasilien)
murina (Columbien) p. 71,[ breviuscula (Brasilien), Ghevrolati (Mexico)
p. 72, rubra (Brasilien), cxplanata (Columbien) p. 73, reßexa (Bogota),
390 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
punctulata (Cuba, Portorico, Australien?) p. 74, scülpturata (Brasi-
lien), Marseuli (St. Catharina), Steinheili (Golumbien) p. 75, anten-
nalis (Bogota) aeneipennis (Brasilien) p. 76, subaenea (Nordamerika),
metallescens (Nordamerika), aenea (Golumbien) p. 77, flaviclavis (Cuba),
ruhromarginata (Brasilien), pulchella (Neu Granada), albomaculata
(Golumbien) p. 78, albonotata (Gayenne) p. 79.
Leperina Wakefieldi (Ghristchurch); D. Sharp, Entom.
Monthl. Magaz. XHI. p. 191.
L. farinosa (Ghristchurch); Promaniis (n. g.) depressus p.
266; Grynoma (n. g.) fusca, diluta (Neu Seeland); derselbe
ebenda.
Leperina Brounii (Tairoa); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat.' Hist. (4. ser.) XVIIL p. 57.
Golydiidae. Zu den 6 bekannten Arten dieser Familie von
Neu Seeland macht D. Sharp (On the Golydiidae of NewZea-
land in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIIl) folgende
neue bekannt: Ulonotus Brouni (Tairoa) ]3. 18, asper (ibid.); Goxelus
(iw&ms (Auckland, Tairoa) p. 19, similis (Auckland) p. 20; Syncaliis
(n. g.; Corpus crassum, convexum, setosum; antennae 11-articulatae,
clava triarticulata, retractiles . . . ; coxae sat distantes; tarsi 4-ar-
ticulati; articulo basali sat elongato, subtus setoso; facies generis
Tarphii) optatus (Auckland) p. 21, Jiystrix; Epistrophus (n. g.)
Lawsoni (Auckland) p. 22; Ithris gracilis (ibid.) p. 23; Bothrideres
moestus (Tairoa); Pycuomerus sopliorae p. 24, sinmlans, minor; Bi-
toma vicina p. 25, distans, rugosa p. 26, nana p. 27; Philothermus
nitidus; Aglycyderes Wöllastoni p. 28.
Von Rodriguez beschreibt ebenda G. 0. Waterhouse fol-
gende neue Arten: Ascomma (n. g. ; von Endophloeus verschieden
durch den vor den Augen nicht erweiterten Kopf) Iwrrida; Endo-
coxelus (n. g. ; Goxelus sehr nahe stehend, aber Kopf vor den Augeu
nicht erweitert) variegatus p. 112; Äeschgntelus (n. g.; vom An-
sehen eines Bothrideres, aber Kopf wie in Deretaphrus Erichsoni)
ater p. 113; Murmidius segregatus p. 114.
Bjhizonium (n. g.; coxae posteriores contiguae; abdomen seg-
mento basali secundo longiore; caput lateribus haud reflexis, an-
tennae 11-art., clava 3-articulata) antiqimm (Tairua); D. Sharp,
Entom. Monthl. Magaz. XIII. p. 27.
Ulonotus discedens, integer (Neu Seeland) ; D. Sharp, Entom.
Monthl. Magaz. XIII. p. 268.
Bothrideres Massannae (Massanne, Pyren.); Pet. Nouvell.
Entom. 1875. p. 511.
Reitter giebt eine Revision der Philothermes-Arten,
die nach einer Bestimmungstabelle die Beschreibung der neuen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876, 391
Arten Ph. cerylono'ides, elUpticus, crassus (Sta. Catharina), gibhulus
(Teapa) enthält. D. Ent. Zeit sehr. 1876.. p. 301 fif.
Derselbe giebt eine Uebersicht der europäischen C er y Ion-
Arten, zu denen als neu C. Aetolicmn (Aetolien, Kleinasien, Cau-
casus) hinzukommt; ebenda p. 313.
Eine (zweite) Revision derselben Gattung unter Berück-
sichtigung der benachbarten Länder und mit theilweiser vergrösserten
Abbildungen giebt derselbe ebenda p. 385 ff. Neu ist: C. eva-
nescens (Siebenbürgen) p. 287.
Cerylon atratuliim (Alpe Hoverla in Ungarn); Reitter in der
D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 360.
Euarsus WaJcefieldi (Peel Forest, Neu Seel.) p. 190, rudis
(Christchurch) p. 191 ; D. Sharp, Entomol. Month. Magaz. XIII.
Rhyssodidae. Rhyzodes Montrouzieri (Neu Caledonien), luscus,
(Neu Seeland), Phüippensis (Philippinen); Chevrolat, Bull. Sog.
Ent. France. 1875. p. CLXXXII ff.
Rhysodina Mm6'5cc7m (Abyssinien) ; J. 0. West woo d , Trans.
Ent. Sog. London. 1875. p. 226. PI. VI. Fig. 4.
J. L. Leconte bemerkt die Geschl echtsunterschicde der
Rhysodiden, die sich in der Verschiedenheit der Vorder- und
Hinterschienen, bisweilen auch der mittleren aussprechen. Trans,
Am. Ent. Soc. V. p. 162 ff. Neu sind Rhysodes hamatus (Califor-
uien) p. 163; Clinidium calcaratiim (Vancouver Isl.) p. 164.
Gucujidae. A. Grouvelles beschreibt in den Ann, Soc. Ent.
France. 1876. folgende Cucujides nouveaux (ou peu connus):
Platamus mexicanus (Mexico) PI. 8, Fig. 5; Laemophloeus salpingoi-
des (Neu Freiburg) Fig. 6, p. 490, productui; (ibid.) Fig. 7, p. 491,
obliqiicfasciatus (Caracas) Fig. 8, aeneiis (Neu Freiburg) Fig. 9, p.
492, convexus (Mittelamerika) Fig. 10, p. 493, Teapensis (Teapa)
Fig. 11, castaneipennis (Südamerika) Fig. 12, p. 494, megacephalus
(Neu Granada) PI. 9, Fig. 13, p. 495, Lecontei (Nordamerika) Fig. 14,
Pilatei (NenFreiburg) Fig. 15, p.496, semißaviis ßl^Lgdalcnsi) Fig. 16,
p. 497, Tasmaniens (Tasmanien) Fig. 17, p. 498, Leachi (Australien)
Fig. 18, Giindlachi (Mittelamerika) Fig. 19, p. 499, pallentipennis
(Mittelamerika) Fig. 20, p. 500, costatus (Teapa) Fig. 21, p. 501,
minusciilus (ibid.) Fig. 22, p. 502, und ebenda Bull. Platamus Dey-
roUei (Brasilien), Schaiimi (Columbien) p, XXXII; Laemophloeus
curtus (Brasil.), Beitteri (ibid.), impresstis (ibid.), tiircicus (Türkei)
p. XXXIII; Hectarthrum Murrayi (Gaben); Laemophloeus Perrisi
(Corsica) p. CXXII; Passandra Blancliardi (Philippinen) p. CCXVII;
Hectarthrum Goudoti (Madagascar) p. CCXVIII; ausserdem werden
die im Bull. 1874 beschriebenen Arten abgebildet; s, den vorigen
Bericht (1874) p. 331 (79).
Biagrypnodes (n. g.) WaTceßeldi (Neu Seeland); C. 0. Wa-
terhouse, Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 13.
392 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
C. 0. Watorhouse giebt in demEntom. Monthl. Magaz.
Xni p. 118 ff. eine üebersichtstabelle der Arten der Gattung Hect-
arthrum und beschreibt H. austrälicum (N. Australien), sociale (Neu
Guinea) und var. minor (Java) p. 119, dejectuni (ßatchian), uniforme
(Indien) penicillatum (Abyssinien) p. 120; Ancistria tarsalis (Java)
p. 121; Cryptamorpha triguttata (S. Austr.); Telephanus piciws (Bor-
neo), spinicollis (Aru) p. 123, felix (Ceylon) p. 124, cruciger (Dorey)
antennatus (ibid.) p, 125,
Ino dimiäiatus (Port Bowen, Austr.); C. 0. Waterhouse,
Trans. Ent. Soc.^London. 1875. p. 191.
Dendrophagus capito (Otago, Lake Guyon); Pascoe, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 49.
BrontespZewm^*^ (Tairua); D. Sharp, Ent. Monthl. Magaz.
Xm. p. 270.
Laemophloeus pdlpalis (Rodriguez); Waterhouse, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIIL p. 114.
Cryptophagidae. Antherophagus flavidus (Brasilien) ; Henoticus
mexicanus (Mexico) p. 73; Loherus piliger ^. 74, foveolatus, brevi-
coUis p. 75 (Mexico), discipennis (Teapa), floralis, undulatus p. 76,
testaceus p. 77, atomaroides (!), Deyrollii p. 78, corticaro'ides (!) (Chili)
Kirschi (Peru) p. 79; Lobosternum (n. g.) clavicorne (Chili) p.
80; Stengita (n. g.) nodifera (Chili) p. 81; Chili otis (n. g.) for-
mosa (Chili) p. 83; Paramecosoma chilensis (Chi)i) p. 84; Tomarus
cruciatiis (Mexico), acutus p. 86; Caenoscelis cryptophaga (Nordame-
rika) p. 87; E. Reitter, Coleopt. Hefte XIII.
E. Reitter stellt die bekannten Arten (11) der Gattung Tel-
matophilus übersichtlich zusammen und beschreibt die neuen T.
longicoUis (Deutschi.), integricollis (Cap), rufus (Frankreich), ferru-
gineus (Mexico), pumihis (Schlesien, Teschen); Deutsche Ent.
Zeitschr. 1875. p. 225 ff.
Telmatophilus depressus (Auckland); D. Sharp, Entom.
Monthl. Magaz. XHI. p. 28. nitens p. 70.
Cryptophagus striatus (Frankreich); Rouget. Bull. Soc.
Ent. France. 1876. p. CCVIL
Cryptophagus nigricollis (Elisabetopol) p. 290; Loberogosmus
(n. g. neben Pharaxonotha, durch schmales Prosternum, einfache
Stirn und Bauchsegmente abweichend) fasciatus ]). 2dl', E. Reitter
in der D. Ent. Zeitschr. 1876.
Atomaria divisa (Grossbritannien); E. C. Rye, Entom.
Monthl. Magaz. XU. p. 178.
Atomaria Carpathica (Alpe Hoverla in Ungarn); Reitter in
der D. Ent. Zeit. 1875. p. 361.
Monotomidae. Eine Revision dieser Familie sens. Le Conte
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 893
(Rhizophagidae Reitt. mit Ausschluss von Rhizophagus) giobt Reitter
in der D. Ent. Zeit sehr. 1876. p. 295 ff. nebst der Beschreibung
der neuen Arten: Phyconomus subtestaceus (Mexico), luridipennis
(Mexico) p. 299; Europs Germari (Mexico); Bactridium atratam, hre-
vicolle (Brasilien) p. 300; Tisiphone nitiduloides (St. Domingo; =
Rhiz. nitid. Dej. Cat.); hypocopro'ides (Cuba) p. 301.
Lathridiidae. Eine Revision der europäischen Arten
dieser Familie giebt E. Reitter in der Stett. Ent. Zeit. XXXVI.
p. 297, 410 ff. und XXXVH p. 50. In die Familie sind nur die
Gattungen mit dreigliedrigen Füssen aufgenommen, ausgeschlossen
bleiben demnach Lyreus, Myrmecoxenus und Mycetomychus = Der-
odontus Lee. Als neu wird beschrieben Merophysia procera aus
Palästina XXXVI p. 304; Äbromus (n. g.), Bruckii (Südfrankreich)
und Enicmus Carpatliicus (Carpatheu), XXXVII. p. 51, während
zahlreiche Arten Motschoulsky's ab blosse Varietäten eingezogen
werden, und die meisten der von demselben aufgestellten neuen
Gattungenden älteren Thomsons weichen müssen ; vgl. auch Reitter
in der D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 361.
Corticaria cardiodera, suhparaUcla, ooptera (Tunis); L. Fair-
maire, Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 505 f.
Mycetophagidae. Hhipidonyx (n. g.) adustus (Ceylon); E.
Reitter in der D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 304.
Sternodea Weisei (Ungarn); Reitter in der D. Ent. Zeitschr.
1875. p. 361.
Sternodea Lederi, Haroldi, Raddei p. 292; Triphyllus colchi-
cus', Diplocoelus Immerosus p. 293; Alexia hirUda\ Agaricophilus
siibacneus p. 294; derselbe ebenda 1876. Clemnus troglodytes ist
ein Agaricophilus (troglodytes Hampe); derselbe ebenda p. 294.
Hygrothophila (Agaricoph.) glabrata Kol. = Ephistemus globulus
Payk.; derselbe ebenda.
Triphyllus elongatus (Alaska, Californien); J. L. Leconte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 171.
Thorictidae. Thorictodes (n. g.) Heydeni (Nord-Afrika, Frank-
reich); E. Reitter, Coleopt. Hefte XIV. p. 45.
Thorictus Letlüerrii (Biskra); L. Fairmairc, Pct. Nouv.
Entora. 1875. p. 495.
Thorictus Hungaricus (Kiralyhaz); Weise, Verb, naturf.
Ver. Brunn. XIV. p. 102.
Dermestidae. Perimegatoma (n. g., wie Megatoma, aber
ohne Fühlergruben, für P. cylindriceum Kby, Trogoderma Belfragii
und) falsum (Tejon Cal.), variegatum (San Diego, Oregon); Trans.
Amer. Ent. Soc. V. p. 136.
Dermestes lardarius in Canterbury (Neu-Seeland) ;
Trans, a. Proc. New-Zeal. Inst. VI. p. 153.
394 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Trogoderma serrigerum, signatmn (Neu-Seeland) ; D. Sharp,
Ent. Monthl. Mag. XIII. p. 271 f.
Byrrhidae. Nosodendron testudinewn (Parä), C. 0, Wate r-
house Trans. Ent. Sog. London. 1876. p. 14. — Nach demselben ist
Inclica soli da Walker kein Byrrhide, sondern ein Cryptocephalide
und mit der Gattung Monachus nahe verwandt, wenn nicht identisch.
Curimus suhmaculosus (Constantinopel) ; Fairmaire, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CXCIIL
Morychus corruscans (Wellington); Liochoria (n. g., an-
tennae subelongatae, articulis sex ultimis, ultimo excepto, perfoliatis
clavam angustatam formantibus, labrum magnum, distinctum; palpi
maxillares articulo ultimo ovali; tibiae anticae extus excavatae)
Huttoni (Otago) n. A. aus Neu-Seeland; Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 212 f.
Parnidae. Tijdiepsephus (n. g.) felix (Chili) p. 16; Mataoe-
psephus nitidipennis (China) p. 17; Potaraophilus perplexus (Java)
p. 18; Parygrus Erichsotii (Columbien), indicus (Indien) p. 19, tdl-
poides (Philippinen), elegans (Celebes) p. 20; Sostea sodalis (Java),
picea (Syihet) p. 21, hirtifera (Borneo) p. 22; C. 0. Waterhouse,
Trans. Ent. Soc. London. 1876.
Lucanidae. Von F. J. S. Parry's Catalogus Coleoptero-
rum Lucanoidum ist der Editio tertia, London 1875. 29 pp.
8 vo. erschienen, in der 409 Arten aufgeführt sind. Eine neue Art,
Cantharolethrus Steinhcili (Columbien) beschreibt derselbe Cist.
Entomol. II. p. 51 f.
Odontolabis Goubetii (Mindora, Philipp.) p. 172; Cyclommatus
Ziiberi (ibid.) p. 173; C. 0. Waterhouse, Entom. Monthl.
Magaz. XII
Chiasognathus Higginsi (Bolivien); F. J. S. Barry, ebenda
p. 174.
Neolamprima (n. g.; (^ mandibulis productis, longissimis,
sursum iucurvis, basi leviter incrassatis, apice dilatato, tridentato;
. . . .) Ädolphinae (Neu Guinea); Gestro, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova. VII. p. 999.
von Schlechten dal theilt eine Beobachtung mit, nach wel-
cher die männlichen Hirschkäfer sich ihrer Oberkiefer im Kampfe
um die Weibchen mit den Nebenbuhlern bedienen und vermuthet
eine ähnliche Verwendung der Kopf- und Brusthörner bei den Sca-
rabaeiden. Jahresber. Ver. f. Naturk. zu Zwickau. 1874.
p. 25.
C. A. Dohrn hebt die grosse Variabilität von Cladogna-
thus quadridens Hope in Bezug auf Grösse, Färbung, Bezah-
nung der Mandibeln hervor. Stett. Ent. Zeit. XXX VI. p. 292 f.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 395
C. 0. Waterhouse beschreibt das bis dahin unbekannte
^ von Alcimus dilatatus Fairm.; Trans. Ent. Soc. Lon-
don. 1875. p. 163.
Scortizus piilverosus (Chiquinquivia) ; J. 0. Westvvood, Trans.
Ent. Soc. London. 1875. p. 243. PI. IX. Fig. 2.
von Harold beschreibt das bisher unbekannte $ von Psa-
lidoremus inclinatus Motsch. und P. inflexus ^ n. sp. (Japan).
Abh. naturw. Ver. Bremen. IV. p. 288.
Lamellicornia. On the Lamellicorn Coleoptera of Ja-
pan. By Chas. 0. Waterhouse. Trans. Ent. Soc. London. 1875.
p. 71 ff. Ist eine Synopsis der (114) Japanischen Arten dieser
Familie.
von Harold giebt ein Verzeichniss der (47) von H. Leder
in Russisch Georgien gesammelten Coprophagen LamcUi-
corniern. Verh. naturf. Vereins Brunn. XIV. p. 115 ff.
Coprini. Gymnopleurus striatus (Singapore) p. 33, aethiops
(Rangoon), maurus (Borneo) p. 34, planus (Pinaug), stipes (Philippinen)
p. 35, calcar (Celebes), duhius (Menado) p. 36, Celehicus (Celebes),
rtidis (Lombok) p. 37, sparsus (Borneo), productus (Laos) p. 38,
ahax Cambodja) p. 39; Cassolus (n. g., mit Epilissus verwandt,
aber die Vorderschienen verschieden und das zweite hintere Tarsen-
glied kürzer), niidus (Cambodja) p. 40; Cyobius (n. g.) Wallacei
(Sarawak) p. 48; Änoctus (n. g.), laevis (Singapore) p. 49; Cacco-
philus tortiis (Bengalen) p. 50, ultor (Indien), mutans (Indien) p.
51, gemma (Pondichery); Oniticellus /'aZsws (Laos) p. 52, exul (Siam)
p. 53; D.Sharp, Coleopt. Hefte. XIII. Onitis Xawsöe?'^ii (Lombok)
p. 47, crassus (Indien) p. 48; Onthophagus discedens (Sarawak) p.
49, dux p. 50, crassus (Laos) p. 51, amplexus (Indien) p. 53, victor
(Java), iris (Waigiou) p. 54, quaestus (Indien) p. 55, pedator (Singa-
pore) p. 57, nidis (Siam) p. 58, aper (Menado) p. 59, simida^is p.
60, mibutus p. 61, fulvus p. 62, ovilis (Celebes), rutilans (Tringano,
Singapore) p. 62; derselbe, ebenda XIV. Choridium granigerum
(Cantagallo) p. 63; Ontherus erostis p. 64; Phanaeus Bhadamantlms
(Cantagallo) p. 66, amithaon (Mexico p. 88; E. v. Harold, ebenda
XIII; Eurysternus Peruanus (Peru?), derselbe, ebenda XIV. p.
137. Onitis janthinus (Rio) p. 68, Beccarii (Bogos), Mouhoti (Laos)
p. 88, proletarius (Hong-Kong) p. 89 (XIII), Badeni (Himalaya)
Smeei (Baden) p. 137, batiUifer (Malacca), Sharpi (?), smaragdinus
(Abyssinien) p. 138 (XIV); derselbe ebenda.
Gymnopleurus «mews (Monrovia) ; E. v. Harold Inder Stett.
Ent. Zeit. XXXVI. p. 453
Gymnopleurus Hüdebrandti (Abyssinien); derselbe, D. Ent.
Zeitschr. 1875. p. 218.
Deltochilum pretiosum (Bogota); derselbe, ebenda p. 209.
396 Bertkau: Büiicht über die wissenschai'tlicheu Leistimgen
CoptorrhinaErtrmii^■ (Transvaal); C. 0. Waterhouse, Trans.
Ent. Soc. London. 1876. p. 22.
Pinotus monstrosus p. 210, diahoUeus p. 211, Adrastus p. 212;
neue Arten aus Südamerika; v. Harold in der D. Ent. Zeitschr.
1875. Nach demselben ist P. (Copris) scalpellum Taschenb. = coto-
paxi Guer.
Caccobius pulicarius (Syrien); v. Harold a. a. 0. p. 214.
Caccobius brevis (Hiogo, Osaka) p. 73; Copris tripartita (Tsu-
Sima) p. 74; Onthophagus fodiens (Ouaura) p. 75, ater (Nipon,
Kiushiu) p. 76, atripennis (ibid.) p. 77, nitidus (Hiogo, Nagasaki) p.
78, ocellato-piinctatus (Hiogo) p. 79; C. 0. Waterhouse, Trans.
Ent. Soc. London. 1875.
Canthidium Kirschi (Pozuzu in Peru); von Harold a. a. 0.
p. 209.
Phanaeus Steinheili (Neugranada); v. Harold a. a. 0. p. 213.
G. van Lansberge giebt eine Monographie der Oni-
tini s. str. Ann. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. 1 fiF. Die Gruppe ist
hier in einem sehr engen Umfange genommen, dem der Gattung
Onitis Fabr. entsprechend, mit Ausschluss einiger fremdartigen Be-
standtheile. von Lansberge macht nämlich darauf aufmerksam,
dass unter den bisherigen Onitinen eine gewisse Zahl von Gattungen
dadurch ausgezeichnet sei, dass im männlichen Geschlecht an den
Vorderschienen neben den Tarsen auch der Endsporn fehlt und
zeigt auch, dass die gebogene Verlängerung der Schiene nicht der
mit ihr verwachsene Sporn sein kann durch den Hinweis auf Oniti-
cellus ambiguus, dessen Schienen genau wie bei Onitis gebildet und
doch noch mit einem Sporn versehen sind. Der eigentlichen Be-
schreibung der Arten ist eine analytische Tabelle der Unterabthei-
lungen der Coprini, soweit sie die Onitini s. str. umfassen,
vorausgeschickt, d. h. also Coprini, Onthophagini, Onitini. In dem
beschränkten Umfange zählt die Gruppe nun 5 Gattungen: Tapei-
nopterus (n. g.; Drittes Glied der Lippentaster .kaum sichtbar;
Flügeldecken abgeplattet; Mitteltarsen sehr lang und schlank), Pleur-
onitis (n. g. ; Prothorax an der Basis gerundet, ohne Gruben;
Hinterfüsse schwach verlängert), Clieir onitis (n. g. ; mit Gru-
ben, Hinterfüsse normal. Schildchen gross, Vorderschienen im
$ mit Füssen), Onitis und Bubas. Aus der Gattung Tapei-
nopterus ist eine Art {ateuclioides ^^ von Südafrika p. 16),
Pleuronitis ebenfalls eine Art (=: Onitis fulgidus Castelnau), Cheiro-
nitis 14 Arten (worunter luctuosus (/" $ aus dem Caucasus p. 21,
Candezei $ von Mesopotamien, p. 31, ponticus ^ ^ vom Caucasus
und Kleinasien p. 37, indicus ^ ^ aus Indien p. 45 neu), Onitis
61 (darunter Bohemanni (f ^ vom N'Gami p. 59, laticollis (^ vom
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 397
Senegal p. 61, Mniszechi $ aus dem Damaraland p. 62, nubiensis ^
$ aus Nubien und Mozambique p. 63, curvipes ^ ^ vom Cap p. 64,
setosus ^ von ßenguela p. 74, ortliopus ^ vom N'Gami p. 79, in-
versidens ^ aus Südafrika p. 80, senegdlensis ^ p. 82, aeneus ^
vom Senegal p. 83, violaceus ^ ^ vom Senegal p. 85, chalceits ^
$ aus Abyssinien p. 86, cribratus ^ $ aus dem Kafferlande p. 92,
Reichei ^ $ von Sierra Leone p. 93, vicinus |^ $ (= 0. stoensis
Boh. nee Reiche!) p. 95, pecuarius cT ^ vom Cap p. 99, Rothi ^
$ von Caffrarien p. 101, politus (^ aus Abyssinien p. 102, thälas-
sinus $ aus Abyssinien p. 110, minutus ^ $ von Südafrika p. 112,
Lama ^ vom Himalaya p, 123, Ludekingi ^ ^ von Sumatra p.
125, phartopus ^ ^ von den Philippinen p. 129, niger ^ $ von
Java p. 130, virens ^ ^ von Indien p. 135, amplectens ^ $ von
Siam und Bengalen p. 136, distinetus (^ $ von Indien p. 138, sing-
halensis ^ von Ceylon p. 140, Brahma ^ aus Nordindien p. 142
neu), aus Bubas die beiden bekannten Arten, Bison und Bubalus
aufgeführt.
Onitis Syphax (Tunis); Fairmai re, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova. VII. p. 506.
Die Zahl der in Nordamerika vorkommenden Onthophagus-
Arten ist nach G. K. Hörn eine geringe, indem mehrere als selb-
ständige Arten beschriebene Formen blosse Varietäten sind. Die
Arten sind: 0. Hecate Pz. (hastator F., latebrosus F., obtectus
Beauv., Sayi Cast.), Janus Pz. (Orpheus Pz., cauadensis F., stria-
tulus Beauv., subaeneus Beauv., scabricollis Kby. concinnus Gast., ca-
staneus Melsh., cervicornis Kby, protensus Mels., niger Mels.), tuber-
culifrons Harold, pensylvanicus Harold und velutinus (Calif., Arizona)
n. sp. Trans. Amer. Ent. Soc. V. p. 137 ff.
Onthophagus carcharias (Habesch) p. 214, haematopus (Bahia,
Para) p. 215, Heydeni (Euphrat), minutuliis (Kuruman in Südafrika) ;
V. Harold in der D. Ent. Zeitschr. 1875.
0. japonicus, Lenzii, viduus (Japan); derselbe, Abhandl.
naturw. Ver. Bremen. IV. p. 290 f.
Onthophagus J5'?*i%7wi(Beyrut); Muls. etGodart, Ann. Soc.
Linn. Lyon. XXII. p. 409.
Finacotarsus (n. g.) Dolirni (Monrovia); E. v. Harold in
der Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 455.
Aphodiini. Aphodius major (Hiogo) p. 80, lividipennis (Ka-
gosima) p. 81, diversus (China und Japan) p. 82, castaneipennis
(Nagasaki), nigerrimus (ibid.) p. 83, imiplagiatus (Simabara), iinifor-
mis (Hakodadi) p. 84. impunctatus (Simabara), paTlidicinctus (Naga-
saki und China) p. 85, obsolete- guttatus (Nagasaki) p. 86, pallidüigonis
(Simabara), punctatiis (Nagasaki) p. 87, obsoletus (Shanghai) p. 88,
ovalis (Japan), rufangulua (Nagasaki, Hiogo, Awomori) p. 89, varia-
398 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ulis (Nipon, Kiushiu) p. 90, atraUis (Nagasaki, Hiogo) p. 91, rugoso-
striatus (Kobe Watercourse), Leivisii (Osaka) p. 92, nitidulus (Na-
gasaki); Saprosites japonicus (Nagasaki) p. 93; Rhyssemus asperulus
(Nagasaki); Psammobius convexus (Kobe) p. 94; Aegialia nitida (Ha-
kodadi) p. 95; C. 0. Waterhouse, Trans. Ent. Soc. Lond. 1875.
Bemerkungen über südamerikanische Aphodier macht
V. Harold in den C. R. Soc. Ent. Belg. XIX. p. XCIIl ff. Als
neu werden beschrieben Aphodius Van Völxemi (Barbacena) p. XCIII;
Ataenius crenator (S. Joäo del Rey) p. XCVII; Saprosites aspericeps
(Botafogo) p. XCVIII.
Aphodius arahicits (Aegypten, Arabien); Ataenius äustralis
(Australien); E. v. Harold, Coleopt. Hefte. XIH. p. 89.
Aphodius magicus (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ.
Genova VII. p. 507.
Aphodius Lederif flammulatus (Georgien); v. Harold, Verh.
naturf. Ver. Brunn. XIV. p. 121, 122.
A. distans (Tairua), suspectus (ibid.) p. 70, Brouni (ibid.),
Pascoei (?); D. Sharp, Entomol. Monthl. Magaz. XIII.
Rhyssemus tar salis (Rodrignez); Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (4. ser.) XVIII. p. 115.
Rhyssemus orientalis (Beyrut); MulsantetGodart, Ann.
Soc. Linn. Lyon. XXII. p. 411.
Psammodius sulcicollis in England; Proc. Litt. a. Phil.
Soc. Manchester. XV. p. 76.
Psammodius Alleonis (Constantinopel); Fairmaire, Bull.
Soc. Ent. France. 1876. p. CXCIIL
Aegialia rufa in England; Proc. Litt, a. Philos. Soc.
Manchester. Vol. XV. p. 178.
Orphnini. Ochodaeus maculatus (Simabara); C. 0. Water-
house, Trans. Ent. Societ. London. 1875. p. 95.
J. L. Leconte zeigt, dass das Kinn in der Gattung Ochodaeus
erhebliche specifische Unterschiede zeigt und demnach in die Gat-
tungsdiagnose nicht aufgenommen werden darf. Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 177 ff. Neu ist 0. Ulkei (Nevada) p. 182.
Hybosorini. Araeotanypus (n. g. in der Nähe von Ha-
palonychus ?) öoops (N'gami See); C. 0. Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 405.
Geotrupini. Bolboceras nigroplagiatum (Nagasaki, Corea)
p. 96; Geotrupes (Phelotrupes) purpurascens (Hakodadi, Yokohama)
p. 97; C. 0. Waterhouse, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
üeber die Lebensweise und den Fang von Bolboceras gal-
licus macht v. Heyden eine interessante Mittheilung. Die beiden
Geschlechter wohnen in benachbarten fusstiefen Erdlöchern und das
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 n. 1876, 399
(-/'gräbt sich einen unterirdischen Seitengang zum $. D. Ent. Zeit-
schrift 1875. p. 376.
Trogini. Burmeister zeigt in der St. Ent. Zeit. XXXVII.
p. 241 ff,, dass die Erich so n'sche Gattung Omorgus unhaltbar sei,
da zwar einzelne Arten in einzelnen Theilen, nicht aber in der Ge-
sammtheit der die neue Gattung charakterisierenden Merkmale ab-
weichen. (Uebrigens hat schon der neueste Monograph, v. Harold,
die Gattung Omorgus fallen gelassen.) Eine wesentliche Erleichterung
zur Bestimmung der zahlreichen Arten und ein System ihrer natür-
lichen Verwandtschaft liefert Burmeister durch Gruppierung der
53 ihm vorliegenden Arten (16 in dem Laplatagebiet einschl. Chili
und Patagonien). Neue Arten sind T. hemisphaericus (Rio Sa. Cruz)
p. 253, pampeanus (Pampas) p, 255.
Tr. setifei' (Simabara) , obscurus (Hong-Kong ; Japan) C. 0.
Waterhouse, Trans. Ent, Soc. London. 1875. p. 98.
Phoeochroops (n. g., erstes Glied der Fühlerkeule konkav
und die folgenden z, Th. umhüllend) Lansoergii; der erste Vertreter
dieser durch die Fühlerbildung ausgezeichneten Gruppe der Trogiden
aus Asien (Java); Candeze in den C. R. Soc. Ent. Belg. XIX.
p. LXIII.
Cloeotus sulcipennis (Chancho mayo in Peru); v. Harold, D.
Ent. Zeitschr. 1875. p. 217.
Synarmostes puncticollis (Java) p. 63, pitimis (Philippinen),
crux (Sarawak), Haroldi p. 64, latus (Singapore) p. 65, hrevis (Mysol),
amphicyllis (Neu-Guinoa); D. Sharp, Coleopt. Hefte. XIV.
Liparochrus ciliboides (N. S. Wales); E. v. Harold, ebenda
p. 138.
Melolonthini. Ectinohoplia variolosa {(Nagasaki) p. 99;
Hoplia communis (ibid. und Yokohama), moerens (Iliogo, Nagasaki)
p. 100; Serica boops (Hiogo) p. 101; Apogonia major (Nagasaki);
Holotrichia picea (Nagasaki, Yokohama) p. 103, morosa (ibid.),
castanea (Kawachi) p. 104; Pollaplonyx (n. g. Atys afj&ne) flavidus
p, 105; C. 0, Waterhouse, Trans. Ent. Soc. Lond. 1875. Serica
brunneaL. kommt auch in Japan vor; derselbe ebenda p. 101.
Hymenoplia Eamburi (Barcelona); v, Hey den in der D. Ent.
Zeitschr, 1875. p. 379.
Epholcis (n. g.) divergens (Cap York) p. 192; Maechidius
latus (Melbourne) p. 193, longitarsis (Süd-Australien) p, 194, ater
(Sydney), brevis (Rockhampton) p. 195, acutangulus (Port Bowen)
p. 196, excisus (ibid.) p. 197, emarginatus (Australien) p. 198, sex-
dentatus (Adelaide), (Mac Leayanus Westw.) p. 199, corrosus (Van
Diemensland), gracilis (Sydney) p. 200; Lepidiota squamulata (Swan
River) p. 201; Lepidoderma (n. g., 3. und 4. Fühlerglied verlän-
gert, das 5. sehr quer, 6. — 10. bilden eine kurze Keule, das 6. nicht
ganz so lang wie die 4 folgenden; kein Brustfortsatz; Vorder-
400 ßertkaui Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
schienen mit drei Zähnen) albo-lw'tum (Port Bowen) p. 202; C. 0.
Waterhouse, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
Pyronota Edwardsi (Neu-Seeland) p, 72, sobrina (Taranaki),
munda (?); D. Sharp, Entom. Monthl. Magaz. XIIL
Phyllococerus pmyurascens (S wan River) ; Wa terhouse, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIL p. 72.
Heteronyx pumilus (Neu-Seeland); D. Sharp, Ent. Monthl.
Magaz. Xm. p. 192.
Dichelonycha canadensis (Canada) p. 188, Crotchii (Californien)
p. 189, clypeata (ibid.) p. 190; Coenonyclia (n. g., wie Dichelo-
nycha, aber Kopf massig tief eingesenkt, Augen theilweise von den
Seiten verdeckt; erstes Hinterleibssegment grossentheils durch die
Hüften verdeckt; deutlich nur 5 Abdominalsegmente, für C. (Diche-
lon. olim) rotundata Lee. und) socialis (Guadaloupe) p. 192, ovipen-
nis (Nevada) p. 193; J. L. Leconte, Trans. Am. Ent. Soc. V.
Macrodactylus uniformis (Arizona); Leconte, Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 185.
Pachydema Doriae (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ.
Genova. VH. p. 508.
Rhizotrogus Euphytus Buquet ist wahrscheinlich (we-
nigstens im weiblichen Geschlecht) ein unterirdisch lebender Käfer.
Schultze in der D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 162.
Lachnosterna gradaria, Bodrigiiezi (Rodriguez); CO. Water-
house, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser,) XVIII. p. 115.
Anoxia detrita (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova, VH. p. 509.
Hoplosternus jajpomcMS (Japan) ; E. v. Harold, Abh. naturw.
Ver. Bremen. IV. p. 291.
Ijeucopholis lepida\ Phytalus malaccensis (Malacca); Th.
Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden L p. 28, 29.
Eucyclophylla (n. g.; sehr nahestehend Macrophylla, aber:
Körper kurz und kreit; Clypeus vorn und an den Seiten vollkom-
men gerundet; Fühler lOgliedrig; Vorderschienen zweizähnig) lata
(Cap); Cyclomera hirticollis (N'gami See) p. 406; Paraclitopa (n. g.,
sehr nahe mit Clitopa verwandt) lanuginosa (N'gami See); Oedano-
merus (n. g. Pachypodiu.) hirsutus (N'gami See) p. 407; Trichi-
nopus (n. g.) flavipennis (N'gami See) p. 409; Perissosoma (n. g.)
aenescens (Seychellen); C. 0. Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XV.
Mutelini. J. 0. Westwood (On the species of Ruteli-
dae inhabiting Eastern Asia and the Islands of the Ma-
layan Archipelago in Trans. Ent. Soc. London 1875. p. 233 ff.)
beschreibt zwei neue Arten, nämlich Lutera (! n. g.) luteola (Sa-
rawak) p. 236. PI. VIII. Fig. 2; Urleta (! u. g.) ometoides (Sumatra)
p. 238. Fig. 4.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u, 1876. 401
Phyllopertha diversa (Nagasaki) p. 106, irregularis (ibid.) p.
107, orientalis (Kawachi; Hakodadi) p. 108; Anomala flavüabris p.
110, difficüis, pubicoUis (Nagasaki, Hiogo) p. 111; Adoretus tenui-
maculatus (Japan) p. 112; C. 0. Waterhouse, Trans. Ent. Soc.
London. 1875.
Pelidnota rufipennis (Pernambuco) p. 23, cylindrica (Guate-
mala) p. 24; derselbe, ebenda 1876.
Cyphelytra (n. g., sehr nahe der Parastasia, Gestalt des
Kopfes, Fühlerbau und vordere Tarsen verschieden) ochracea (Al-
lahabad, Darjeelingj; C. 0. Waterhouse, Cist. Ent. I. p. 367.
Anomala Hopii, decorata (Malacca); Th. Kirsch, Mitthl. k.
Mus. Dresden I. p. 30.
Anoma\3i discordabilis {Monrowia); Popilia callipyga (Monrovia);
C. A. Dohrn in der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 79.
Dynastini. Novapus (n. g. Dynast., Pentodont.) crassus
(Australien) p. 39, Simplex (Westaustr.) p. 40; Neocnemis (n. g.
Pimelopid., Callicnerais nahe stehend) punctata (ibid.) p. 42 ; Cory-
nophyllus Haroldi p. 42; Cavonus {n. g. Oryctomorphid., Coryno-
phyllus nahe stehend) armatus p. 44; Pseudoryctes dispar p. 45;
Horonotus duplex, optatus p. 48; Sharp, Descr. deCol. nouv.
de l'Australie a. a. 0.
Oryctes minor (Rodriguez); Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 115.
Cyphonistes Burmeisteri (/* $ (Monrovia Liberiae) ; C. A. Dohrn
in der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 80 f.
Phileurus liberianus (Liberia); C. A. Dohrn in der Stett.
Ent. Zeit. XXX VL p. 294.
Cetoniini. R. Gestro bespricht in Ann. Mus. Civ. Ge-
nova VI. p. 487 — 517 31 im Malaiischen Archipel von Doria, Bec-
cari, D'Albertis gesammelte Arten und deren geographische Ver-
breitung. Lomaptera bivittata Gory und fasciata Burm. sind niclit
specifisch verschieden. Für die zirpenden Lomaptera-Arten ist die
neue Gattung Ischiopsopha gebildet, als deren Type J. bifasciata
Q. & G. angenommen ist. Neue Arten sind: Lomaptera Beccarii
(Andai) p. 501, macrophylla p. 506; Schizorrhina caelata p. 510;
Glycyphana Molmikii p. 514.
Gymnetis anceps (Cayenne) p. 373, PL IX. 3, Chontalensis (Nica-
ragua) p. 374, Fig. 4; Euphoria (Erirrhipis) Candezii (Central-America)
p. 375, Fig. 5; 0. E. Janson, Cist. Entom. I.
Dicranorhina Oherthuri (Abyssinien) ; Deyrolle, Bull. Soc.
Ent. France. 1876. p. LXXXII.
Rhomborhina polita (Yokohama) p. 113: Valgus angusticollis
(Japan) p. 115; C. 0. Waterhouse, Trans. Ent. Soc. Lond. 1375.
Agestrata aurichalcea, ein durch Polymelie monströses
Archiv f. Natiirg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. AA
402 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Exemplar; Sitzber. Niederrh. Ges. f. Natur- und Heilkunde,
1873. p. 169.
Lomaptera Jamesii (Neu Guinea, Yule Isl.), Gymnetis deeem-
guttata (Medellin, Granad.); C. 0. W aterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (4. ser.) XVIII. p. 422, 423.
Cetonia Kessleri, Bogdanoffi (Persien), Solsky, Materiaux
etc. in den Hör. Ent. Ross. XI. p. 276 f.
Cetonia Lenzi (Hiogo); v. Harold in den Abh. naturw.
Ver. Bremen. V. 1. p. 128.
Trichius texanus (Texas); J. L. Leconte, Trans. Amer.
Ent. Soc. V. p. 194.
Baprestidae. Julodis Kerimii ; Sphenoptera impressifrons, corae-
biformis (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
p. 510 f.
Gyascutus californicus (Californ.) ; Chalcophora Fulleri (Texas)
p. 147; Buprestis (Ancylochira) connexa (Oregon) p. 148; G. H. Hörn,
Trans. Amer. Ent. Soc. V.
Buprestis Enysi (Christchureh); D. Sharp, Entom. Monthl.
Magaz. Xm. p. 193.
Lius Castor, Pollux (Paranä), Adonis (Santarem), Ares, Terms
(ibid.), cygnus (Bahia), Hercules (Brasilien), Bacchus, Helios (Ega),
Otus (Neu-Freiburg), Ephialtes (Brasilien), Hades (Santarem); E.
Saunders, Entomol. Monthl. Magaz. XIII. p. 48 £f.
Melobasis cupreovittata (Gawler, Austr.), costata (Swan River)
p. 155, rubromarginata (N.-W. Austr.), igniceps (ibid.), laeta (Swan
River) p. 156, viridiceps (N.-S. Wales), öbscura (Adelaide) p. 157,
viridis (ibid.) p. 158; derselbe ebenda.
Stigmodera Saundersii (New-South Wales); C. 0. Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 70.
Ptosima magnifica (Limpopo, Südafr.); C. 0. Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 411.
C. V. Riley handelt im VII. Rep. Ins. Miss. p. 71 ff. Fig.
12 über die Lebensweise und Parasiten von Chrysobothris femorata
F., und bestätigt die von Crotch angegebene Synonymie der C. Ala-
bamae Gory und 7 anderer Arten.
Agrilus melanopterus (Oussuri) p. 277, smaragdinus (Souyfoun,
p. 279; Traehys auriflua (VI adivo stock) ; Solsky, Materiaux etc.
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XL
Agrilus mendax in Finnland; Meddelanden of Societ.
pro Fauna et Flora Fennica. L p. 130.
Chalcotaenia ehngata (Port Bowen, Austr.), cuprascens (Nord-
Australien) p. 103, quadri4mpressa (ibid.) p. 204, occidentalis (Nicol-
Bay) p. 205; C. 0. Waterhouse, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
Traehys minuta, deren Larve Weidenblätter miniert, hat
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 403
eine doppelte Generation, im Juli und eine überwinternde im Sep-
tember; Rudow in Giebel's Zeitschrift 46, p. 269.
Eucnemidae. H. de Bonvouloir vollendet in dem 4. Heft des
Supplements zu den Ann. Soc. Ent. France. (4) X seine Mono-
graphie dieser Familie mit pp. 561—907 Pls. XXXVII— XLII. (Vgl. den
Bericht 1873. p. 292 (72)). Zu einem durchaus gediegenen Text
enthalten die beigefügten Tafeln trefflich ausgeführte Abbildungen,
meist von den neuen Arten. Ich muss mich auf die Anführung der
letzteren beschränken: Microrhagus arduus (Rio), Goudoti (Neu-
Granada) p. 561, Brucki (Ceylon) p. 563, üiconsuUus (ibid.) p. 564,
lateralis (Makian) p. 567, rugosipennis (Mysol) p. 569, basalis p.
570, picturatus p. 572 (ibid.), unicus (Teapa) p. 573, asiaticus (Singa-
pore) p. 576, longicornis (Karpathen) p. 577, striolatus (Brasilien) p.
579, egregius (Rio) p. 580, flabellatus (Arn) p. 582, angustulus (Bat-
chian) p. 583, rarus (Xulla) p. 584, odiosus (Sarawak) p. 586, dilutus
(Ega) p. 587, terminatus (Neu-Freiburg) p. 588, crassus (Sarawak)
p. 590, suturalis (Victoria) p. 591, imicidus (Louisiana) p. 593, sub'
parallelus (Neu-Guinea) p. 594, mmimus (Sarawak) p. 596, im-
pressicollis (Texas) p. 599, Lansbergi (Caraccas) p. 601, advena (Rio)
p. 602, meticulosus (Cordova, Am.) p. 604, interpositus (Bogota) p.
605; Adelothyreus (n. g., Bindeglied zwischen voriger und folgen-
der Gattung, vom Ansehen der ersteren) Moufßeti (Guadeloupe) p.
611, flavosignatus (Neu-Granada) p. 614, ohscuripes (Brasilien) p.
615, Dejeani (N. Amerika) p. 617; Farsus exoticus (Indien) p. 623,
ohscurus (Mexico) p. 624, elevatiis (Ega) p. 626; Arrhipis (n. g.
Dej. Cat. ; wie Farsus, aber der niedrigere Randsaum des Pronotum
nur vorn sichtbar; für Eucn. senegalensis Gast., Hyloch. Jacquelini
Chevr. und) inimica (Batchian) p. 632; Henecocerus (n. g.; Binde-
glied zwischen Arrhipis und Emathion) angusticolUs (Malacca) p. 635 ;
Emathion foveicollis (Neu-Freiburg) p. 638, anxius (Cayenne) p.640,
Steinheüi (Columbien) p. 893; Nematodes Mannerlieimi (Mexico) p.
651, infuscatus (Neu Granada) p. 653, conjunctus (Caraccas) p. 658,
micros (Neu Freiburg) p. 660, collaris (?) p. 663, sumatrensis (Su-
matra) p. 664, 7na.jor (Victoria) p. 668, Biarti (Orizaba) p. 669,
0/aMS5em (Minas-Geraes) p. 672, incertiis (?) p. 674, liliputanus (Colum-
bien) p. 675, suspestus (Cayenne) p. 680; Trigonopleurus (n. g.
von Nematodes verschieden durch die dreieckigen Episternen des
Metathorax) rugulosus (Victoria) p. 682; Compsoenemis (n. g.,
Vorderrand des Epistoms in der Mitte geschweift oder ausgeran-
det, schwach erhaben; Fühler gekämmt. . . .) maculata (Amboina)
p. 685, speciosa (Singapore) p. 686, hipartita (Sarawak) p. 687; Ily-
lotastes (n. g., von Compsoenemis verschieden durch das in der
Mitte gewölbte, nicht erhabene Epistom . . . , für Galba dichroa
Montr. und) ruficollis (Macassar) p. 689, formosus (Neu-Guinea) p.
691; Hypocoelus crenulatus (Indien) p. 699, asperatus (Aru) p. 701;
404 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Namolius (n. g. bei Epiphanis, aber Fühler fadenförmig, die
Glieder vom 6. an stufenweise länger werdend, letztes nahe doppelt
so lang als das vorhergehende) Lacordairii (Cayenne) p. 707; Schizo-
philus n. g., (Epistom dreilapptg, für Nemat. simplex Lec. = Eucnemis
subrufus Rond. =) trüobatus; Orodotes (n. g.) Jawsom (Sydney) p.
717; Lycaon (n. g.) nigricans (Australien) p. 720, expulsus (Batchian)
p. 722, nanus p. 723, 7iovus p. 724, flavescens (Batchian) p. 725, Kraatzi
p. 726, expulsus p. 727 (ibid.); Dyscolocerus (n. g. nächst
Lycaon 4.-8. Fühlerglied sehr klein und quer, 9. und 10. sehr
stark entwickelt) suhnitidus (Malacca) p. 730 ; Cephalodendron
Mozamhicanum (Mozambique) p. 740, indigaceum (Madagascar) p.
741, virescens (Madagascar) p. 743; Eumenes (n. g, von Latr.
schon 1802 an eine Vespiden - Gattung vergeben) Bakewelli
(Victoria) p. 745; Cryptostoma deplanatum (?) p. 759; Sar-
pedon (u. g.) scabrosus (Nord - Amerika) p. 774; Calyptocerus
gilvipes (Brasil.) p. 776; Cafolus (n. g., mit vorhergehender nahe
verwandt; drittes Fühlerglied mit einem meist eben so langen Ast
wie die folgenden, . . ) maestus (Sarawak) p. 780; Semnodema (n. g.,
für Galbodema flabellicorne Gast, und) awciMW (Malacca) p. 783; Dia-
podius (n. g.) griseus (Siogapore) p. 786, infirmus (Malacca) p. 787;
Vitellius (n. g.) Lafertaei (Neu Granada) p. 789, Gautardi (Bra-
silien) p. 790; Heterotaxis (n. g.) Myrmidon (Mysol) p. 792;
Mesogenus (n, g., verbindet die vorhergehenden Gattungen mit
der folgenden; Prosternalfurchen deutlich gewölbt; Episternen des
Metathorax meist ganz versteckt, für Fornax austro - caledonicus
Perroud und) Mellii (Java) p. 795; Agastocerus (n. g., Hinter-
tarsen weit kürzer als Schienen, blattartig erweitert) signaticolUs
(Sarawak) p. 798; Dendrocharis alternans (Sarawak) p, 805; Galba
niveo-picta (Neu Guinea) p. 809, auricolor (ibid.) p. 821; Sole-
niscus (n. g., Prosternalfurchen tief ausgehöhlt) mutabilis (Malacca)
p. 828; Pterotarsus egaensis (Ega) p. 836, humilis (Cayenne) p. 837,
öbconicus (ibid.) p. 838, suhfasciatus (Columbien) p. 840, albofasciatus
(Cayenne) p. 841; Lissothyreus (n. subg. von Pterotarsus, für P.
tuberculatus Luc. = histrio Guer, etc.) p. 847; Thylacosternus
(n. g. für Pterot. Walckenaeri Guer., quadrivittatus Reitt. und) subco-
status (Columbien) p. 857, pulchellus (Cayenne) p. 861, rubricollis
(Cordova) p. 863, nigrinus (Mexico). p. 864, bivittatus (Ega) p. 867,
longicollis (ibid.), bifaseiatus (Plaga Vicente) p. 869, pulcher (Cayenne)
p. 871, laetus (Brasilien) p. 873, af/lictus (Brasilien) p. 874; Poeci-
lochrus criiciaUis (Columbien) p. 880, quadri-impressus (PozuzuJ p.
887; Dromaeolus californicus p. 890; Fornax Horni (Californien)
p. 891.
F. Bo7ivouloiri , proximus (Neu Granada); E. St ein heil,
Coleopt. Hefte XIV. p. 108, 109.
Dirhagus Büttneri (Curland); Seidlitz, Fauna baltica p. 109.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 405
Xylophilus impressus, ater (Texas), nebulosus (Pennsylvanien,
Louisiana) p. 175, subfasciatus (Mittel-, Süd- und West-Staaten),
brunnipennis (Süd-Carolina), ventricosus (Süd-Staaten) p. 176; J. L.
Leconte, Transact. Am. Entom. Societ. V.
Elateridae. Burmeister verzeichnet die Argentinischen
Elateriden, deren Gesammtzahl 35 beträgt, wozu noch 12 von
Strobe.l gesammelte Arten kommen. Neue Arten sind: Monocrepi-
dius decorus (Paranä) p. 267; Aeolus elegantulus p. 268; Stibado-
derus (n. g.) muriniis (Rio Sa. Cruz in Süd-Patagonien) p. 272.
Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 265 ff.
Candeze giebt ein Verzeichniss von auf den Philippinen
gesammelten Elateriden mit der Beschreibung einiger neuer Arten.
C. R. Soc. Ent. Belg. XVIII p. CXVIII ff.
E. Steinheil beschreibt in den Col. Heft. XIV folgende
neue Arten, meist aus Columbien und Neu Granada: Semiotus
Badcni p. 111, quadrivittatiis p. 113; Heterocrepidius columbicus
Anoplischius Larochii p. 114, compressiconiis, atteniiatus p. 115
ebeninuSj athooides p. 116, parallehcs; Ischiodontus piceus p. 117,
scutcUaris, bi-emarginatus ; rufo-limbatua p. 118, nocturnus, vulpes,
brevicollis p. 119; Monocrepidius angulatus, varians p. 121, Baleni,
aeoloides p. 122, piceus, variegatus p. 123 ; Aeolus trifasciatus, bicin-
ctus, cruciger p. 124, minariim, Garzoni, fuscatns p. 125, fcretrum;
Physorrhinus sexnotatus p. 126; Pomachilius atriceps p. 128, ni-
grifrons, alticola p. 129, longicolUs, semicolon; Monadicus quadrino-
tatiis p. 130, humeralis p. 131; Probothrium rufo-piibescens p. 133,
suturaliSy metallescens ; Cosmesus ater p. 134, auturalisj dcprcssiis p.
135; Glyphonyx suturellus, niger p. 136.
Elius serraticornis p. 31; Megapenthes thoraciciis\ Diploconus
separandus p. 32; Penia laticornis', Agonischius aeneipennis p. 33
(alle von Malacca); Th. Kirsch, Mitth. K. Mus. Dresden. I.
Athous amiciis (Corsica); E. Perris, L'Abeille (3) I p. 4.
Agrypuus Liizonica (Luzon); Lacon molitor (Mindanao), dor-
cinus (Bojol); Candeze in den C. R. Soc. Ent. Belg. XVIII
p. CXIX.
Amychus (n. g., „Caput parvum, inter oculos planatum ; an-
tennae breves, articulo primo valido, secundo quam tertio paullo
breviore, ceteris, ultimo elliptico excepto, triangularibus, quam se-
cunda haud longioribus; sulci pectorales obsoleti; characteres alii
fere ut in Lacoue'') Candezei (Pitt's IsL); Limonius collaris (Auck-
land); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 49.
Alans Doriae (Neu Guinea) p. 1000, arfakianus (Hatam) p.
1003; Gestro, Ann. Mus. Civic Genova. VII.
Alans superbus (Mindanao), Semperi (Mindanao), brevipennis
(Bojol); Candeze, C. R. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. CXX.
406 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
C. A. Dohrn hält Semiotus affinis Guer. wie auch S.
Candezei Kirsch für eine Varietät von S. intermedius Herbst.
Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 83.
Psephus Phüippinensis (Bojol); Candeze, in den C. R. Soc.
Ent. Belg. XVUT. p. CXXI.
Athous Eaddei (Caucasus) p. 307, astrabadensis (Astrabad) p.
803; Faust, Hör. Soc. Ent. Rossic. XH.
Anchastus rufangulus (Mindanao); Candeze, in den C. R.
Soc. Ent. Belg. XVIII. p. CXXI.
Mulsant und Rey stellen die neue Gattung Isidus auf, mit
Athous verwandt, ausgezeichnet durch den Bau der Fühler, deren
zweites Glied sehr kurz ist, das 6. — 10. cylindrisch; die Art ist J.
Moreli (Cette, Corsica); Annales de la Soc. Linn. Lyon XXII.
p. 405.
Dieselben beschreiben ebenda p. 416 Athous Eevelieri von
Corsica.
Diploconus cervinus (Mindanao), umhilicatus (Panaon), angusti-
collis, poUtus (Alabat); Candeze in den C. R. Soc. Ent. Belg.
XVIII. p. CXXV. f.
Drasterius insidaris p. CXXI; Megapenthes diploconoides, opaci-
pennis, inflatus (Babuaynes), angidosus (Mindanao) p. CXXII, nigri-
cornis (Luzon); Melanoxanthus hipartitus (Mindanao), exclamationis
(Luzon), approximatus (Allabat), rliomhoidcdis (Luzon) p. CXXIII,
terminatiis (Luzon), decemgiittatus (Mindanao), sextiis, infimus (Min-
danao) p. CXXIV; Cardiophorus fasciatas iinicolor, inconditus, sper-
nendus (Philippinen) p. CXXV; Candeze, C. R. Soc. Ent. Belg.
xvni.
Notes on Luminous Larvae of Elateridae (Asaphes
memnonius) von B. Pickman Mann s. Psyche, Vol. I. p. 89 ff.
Eine leuchtende Käfer-Larve wird von H. Weyen-
bergh beschrieben und vermuthungsweise zu Pyrophorus gezogen,
die Abbildung zeigt indessen geringe Aehnlichkeit mit den mir be-
kannten Elateriden-, grössere mit Telephoridenlarven. Hör. Soc.
Ent. Rossic. XIL p. 177 ff. Taf. IV B.
Ludius hirsutus p. CXXVI ; Agonischius fusiforniis (Mindanao),
brevicolUs (Luzon), basalis (Luzon), marginatus (Mindanao) p. CXXVII ;
Candeze in den C. R. Soc. Ent. Belg. XVIII.
Cebrionidae. Cebrio Hirundinis (Alger); Chevrolat, Bull.
Soc. Ent. France. 1876. p. CLXXXVI.
Dascyllidae. Mulsant und Rey beschreiben Hclodes suh-
terraneus (Massaune, Pyrenaeon) Ann. Soc. Linn. Lyon. XXII. p.
189 und Opifsc Entomol. XVI p. 173.
Cyphon rohustus (New -York); J. L. Leconte, Tr ansäet.
Amer. Entom. Societ. V. p. 171.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 407
Eucinetus strigosus (Pennsylvanien) punctulatus] derselbe
ebenda.
Malacodermata. Lycini. Tb. Kirsch beschreibt in den
Mitth. Kgl. Mus. Dresden I folgende neue Arten von Malacca:
Lycus bivittatus] Dietyopterus nigricauda p. 34, Uneatus] Metrio-
rhynchuB cijaniventris p. 35; Calopterum signicolle; Caenia inda; Ero
aenicollis p. 36.
S. A. de Marseul verzeichnet die Arten der Gattung Eros
und beschreibt E. decipiens (Spanien); Nouv, et Faits divers.
1875. p. XLII f.
Dictyoptera rubripennis (Colorado), dimidiata (Mariposa, Cal.),
ruficolUs (Colorado, Oregon); J. L. Lecontc, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 172.
Henry L. Moody beschreibt in der Psyche, Vol. I. p. 185 ff.
The Mandibles of the Larvae of Eros thoracicus, an denen
das merkwürdig ist, dass sie sich nicht lateral, sondern vertikal
bewegen.
Lampyrini. Lampyroidea. (n. g. inter Lampyris et
Luciola) Syriaca (Syrien); Costa, Bull. Soc. Ent. France. 1875.
p. CLXIX.
Lampyris attenuata (Tunis); Fairmai rc, Ann. Mus. Civ.
Gcnova VII. p. 512.
Lamprorrhiza morio (Etrurieii); F. Baudi, Bull. Soc. Ent.
Ital. VII. p. 37.
Luciola affinis (Nieder-Guinea); Ritsema, Tijdschr. voor
Entomologie. 18. p. 129.
Telephorinu Astychina (n. g.) flavicolUs PI. 11. 2, moerens
funebris (Dorei); Westwood, Transact. Ent. Soc. London.
1876. p. 495.
Rhagonycha convexicollis (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus.
Civ. Genova. VIL p. 513.
Malthodes tuniseus; Podistrina (n. g.; corpus apterum; . .
antennae articulo l'Mongiore, 2^ quarto aequali, d^ sensim longiore
. . . . ; elytra dehiscentia, abdominis medium haud attingentia ....
Dome (Tunis) ; Fairmaire, Ann. Mus. Civ. Genova VII. p. 513.
Drilini. Anadrilus (n. g., Oberkiefer einfach sichelförmig)
Kiefertaster kürzer als der Kopf, letztes Glied breit eiförmig, grösser
als die übrigen zusammengenommen) indus (Malacca); Th. Kirsch;
Mitth. k. Museum Dresden, I. p. 37.
Melyrini. Apalochrus Oberti (Baikal?); Solsky, Mate-
riaux etc. in den Hör. Ent. Ross. XI. p. 281.
Dasytes Wakefieldi (Neu Seeland); D. Sharp, Entom.
Monthl. Mag. XIII, p. 266,
408 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Melyrosoma Blachnorei (Marocco); Wollaston, Entom.
Monthl. Mag. XI. p. 218.
Malthacodes (n. g., Pelecophorus nahe stehend, aber das
erste Tarsenglied verlängert, etwas länger als die übrigen gleich
l&ngen) pictus (Rodriguez); C. 0. Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (4. ser.) XVIII. p. 116.
Prionocerus suturalis, Eedtenbacheri, setifrom (Malacca); Th.
Kirsch, Mitth. k. Museum Dresden. I. p. 38, 39.
Gleridae. Alloc'hotes{n. g., forma semiglobosa ; coccinelliforme
.,)hic6lor (Morty); J. 0. Westwood, Trans. Ent. Soc. London.
1875. p. 241. PI. IX. Fig. 1.
Sisyrnophorus (n. g., mit AUochotes Westw. nahe ver-
wandt, aber verschieden durch die Gestalt des Thorax, der con
vex, vorn gerade, hinten gerundet ist) maculatus (Philippinen), Bo-
wringii-, (Penang); C. 0. Waterhouse, Entom. Monthl. Magaz.
XIII. p. 126.
Änisophyllus (n. g.) obscurus (Mysol); J. 0. Westwood,
Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 494.
Phymatophaea (n. g., von Scrobiger Spin, unterschieden
durch die grosse, locker dreigliederige Fühlerkeule) electa (Auck-
land); Eumede (n. g., vonLemidia durch die ausgerandeten Augen,
von Aulicus durch das eiförmige Endglied der Kiefertaster unter-
schieden) aeraria (Christchurch) p. 50; Eleale opiloides (Christchurch,
Auckland), p. 51; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII.
Patipris (n. g.) aptera (Auckland) p. 271; Parmius (n. g.)
debilis (Christchurch) p. 272, longip§s\ Baleus (n. g.) niger] Phyma-
tophoea ÄiZans, Zow^fMZa (Neu-Seeland) ; D. Sharp, Entom. Monthl.
Magaz. Xm.
G. H. Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 220 flf.
eine Synopsis of the species of Cyraatodera and Trichodes
ofthe United States und beschreibt die neuen Arten: C. Xanti
(Cap San Lucas) p. 222, Belfragei (Waco Cy., Tex.) p. 226, oblita
(Arizona) p. 227; T. ülustris (Arizona) p. 231.
Lymexylonidae. Atractocerus bifasciatus (Aru), Bruijni, Ce-
lebensis {Celehes)', R.Gestro, Ann. Mus. Civ. Stör. Nat. Genova
VI. p. 544, 545.
Lymexylon navale in England; Proc Litt. a. Phil.
Soc. Manchester. Vol. XV. p. 76.
Ptinidae. Abeille de Perrin giebt eine Synopsis des
Dryophilus du bassin de la Mediterranee. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 207 ff. mit der Beschreibung von D. forticornis
(Jaffa, Beiruth) p. 212.
Xylo des (n. g., von der Form einer Hedobia; Fühler dicker,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 409
an der Basis nicht genähert) albovarius (Rodriguez); Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 117.
Fiinns Coquerelii {C2LTp)] Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France.
1876. p.. CCXXVI.
Gastrallus pubens (Tunis), derselbe, Ann. Mus. Civ. Ge-
ne va. VII. p. 515.
Bostrychidae. Döbner giebt in ausführlicher Weise die Un-
terschiede des B. amitinus Eichhofif von B. Cerabrae Heer an.
Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 315 f. Vgl. auch Kellner in der
D. Ent. Zeit. 1876. p. 191 f.
Cioldae. Essai monographique sur les Cisides euro-
peens et circummediterraneens. 8vo, Marseille 1874; von E.
Abeille de Perrin. Ist mir nicht zugänglich gewesen. Einige
nachträgliche Bemerkungen, Berichtigungen, Zusätze zu einzelnen
Arten macht derselbe in den Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 300 ff.
Neu ist Rhopalodontus camelus (Libanon) p. 312.
Cis insularis, sexcarinatus (Rodriguez); Waterhouse, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVHI. p. 117 f.
Tenebrionidae. Burmeister verzeichnet die Mclanosoma
Argentina, wobei er sich gegen die von den neueren Systematikern
vorgenommene Vereinigung dieser Gruppe mit den Tenebrioniden
ausspricht (wie mir scheint, mit Recht). Aufgeführt werden, nach
Ausschluss der von Burmeister in die Nachbarschaft der Ciste li-
tt en gestellten Epitragiden, 76 Arten, unter denen viele neu
sind. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 457 ff.
F. Baudi a Selve vergleicht die Nomenklatur des Dcjean*-
schen Katalogs (3. Ausg.) der europäischen und mediterranen Te-
nebrioniden mit der heutigen. Die Arten befinden sich im Tu-
riner Museum. D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 17 ff., 1876. p. 1 ff.,
225 ff.
Derselbe liefert den zweiten Theil seines Catalogo
dei Tenbrioniti della Fauna Europaea e circummediter-
ranea appartenente alla collezioni del museo civico di
Genova. Ann. Mus. Civ. Genov. VII. p. 684 ff. Enthält die
Pimeliini, Sepidiini, Crypticini, Pedinini, Opatrini. Die neuen Arten
sind auch in der deutsch. Entom. Zeitschr. beschrieben; vgl. vorhin.
Derselbe setzt die Aufzählung und Revision der in den
Italienischen Sammlungen befindlichen Arten fort. Bullet t. Soc.
Ent. Ital. Vn. p. 3-36, 91 — 106, 137—165, 209-237.
G. H aa g -Rut enb er g bringt Beiträge zur näheren
Kenntniss einiger Gruppen aus der Familie derTenebrio-
niden. Berlin 1875. 56 pp. 8vo, zugleich Heft VIT der deutsch.
Ent. Zeitschr. 1875. Bezieht sich auf die Adesmiini, Megageniini,
Tentyriini, Pimeliini, von denen neue Arten und eine neue Gattung
beschrieben werden.
410 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
C. 0. Waterhouse macht Notes on some Heteromerous
Coleoptera belonging to the true Tenebrionidae, in denen
er hauptsächlich unberechtigte Gattungsnamen Motschoulsky's zu
beseitigen sucht und gegen eine weitere Veröffentlichung der Ar-
beiten dieses verstorbenen Forschers Protest erhebt, die schon vor
mehreren Jahren verfasst seien und deren verspätete Publikation
der Wissenschaft nur schaden könne. Mederis = Promethis Pascoe;
Asiris Motsch. = Meneristes Pascoe (?); Taenobates Motsch. = Xy-
lopinus Le Conte; Menechides = Centronopus Sol.; Lobetas =
Hipalmus Bates. Für Nyctobates sinuatus und verwandte schlägt
derselbe den Namen Taraxides vor. Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVII. p. 287 ff.
Ueber die Verehrung, die die Eingebornen von Yucatan einem
(nicht näher bestimmten) Käfer aus dieser Familie zollen s. Reynolds
in den Proc. Litterary a. Philosophical Society of Man-
chester. Vol. XV. p. 180.
Zophosini. Zophosis puncticeps (Persieu); F. Baudi, Ann.
Mus. Civ. Stör. nat. Genova VI. p. 90.
Piestognathus asperipennis (Tunis) ; Leptonychus convexiventris
(Algier), Fairmaire, Ann. Mus. Civ. Genova. VII. p. 516 f.
ErodiinL Erodiuseic^erwws; Arthrodeis erod/oy es (Mogador);
derselbe, Pet. Nouv. Ent. 1875. p. 543.
Adesmiini. Haag-Rutenberg giebt in seinen „Beiträge
etc." eine Menge synonymischer Notizen über Arten dieser Gruppe,
meist südafrikanische. Neu sind: Adesmia bicolor (Congo), unguicu-
laris p. 7, Paiva (nebst var. conjuncta und confluens) p. 8 (Süd-
Africa), rugatipennis (N'Gami), nmltistriata (Damara) p. 10, gldbosa
(ibid.) p. 11, tiibercuUpennis (ibid.), cribripes (S.-Africa) p. 12, scro-
bipennis (Damara), foveipennis (Cap) p. 13, lurida (S.-Africa), Mouf-
fleti (Benguela)' p. 14, Fettingeri (Damara) p. 15, orientalis (Indien),
punctipennis (Sennaar) p. 18; Stenocara vittata (N'Gami) p. 27,
cursoriä (Cap) p. 28, depressa, aenescens (Damara) p. 34, Batesi
(Angola, Benguela) p. 35, globulum (Damara) p. 38, gibbipennis (Cap)
p. 39.
Adesmia Fagergreeni (Süd-Persien); F. Baudi, Ann. Mus.
Civ. Stör. Nat. Genova VI. p. 92.
Adesmia asperata (? Arabien) ; Baudi a Selve a. a. 0.
1875. p. 29.
Megageniini. Pedionomus (n. g., Clypeus vorn stark ver-
dickt und grubig eingedrückt; Parapleuren mit deutlichen Fühler-
furchen; Epimeren des Metathorax fast wie in Adesmia; für Metri-
iopus favosus Er. und) cavifrons (Angola), brevipes {WGa.mi) ; Haag-
Rutenberg, „Beiträge etc." p. 42 — 44.
Tentyriini. Bhammatodes (n. g.) longicornis (N'Gami)
p. 84; Euleantus (n. g.) Immeralis (N'Gami) p. 85; Micro der o-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 411
psis (n. g.) Benguelensis (Benguela) p. 87; Tagenodes (n. g.)
Mouffleti {Ango\2i, Benguela); Asphaltesthes crtnnafws (Angola) p. 88;
Talpophila Schweinfurthi (Diur); Micipsa rubescens (Persien) p. 90,
similis (ibid.) p. 91, Batest (Syrien); Haag -Rutenberg, Col.
Heft. XIV.
Gnathosia pumila (Armenien); Baudi a Salve a. a. 0. 1875.
p. 32 Anm. 7.
Calyptopsis amaroides p. 32, harpaloides (Persien) p. 33; Ten-
tyria parallela (Persien) p. 49, maurüanica (Aegypten, Tripolis) p.
46, Somnieri (Linosa) p. 47; Rhytinota morio p. 52; Microdera mar-
ginata .{FGraien) p. 53, scyta (! Bucharei) p. 55; Mesostenopa maior
(Persien) p. 56; Micipsa dentrix (Persien) p. 57, persica (Persien);
Stegastopsis persica (ebendah.) p. 59, crassicornis p. 60; Hyperops
Doriae (Persien) p. 61; Baudi a. a. 0.
Calyptopsis deplanata (Derbent) p. 177, clypeata (Schahrud),
incerta (Krasnowodsk) p. 178; Faust, Beiträge etc. in den Hör.
Soc. Ent. Ross. XI.
Pachychila Immerosa (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII. p. 518.
Pachychila intermedia, Fritschi p. 45, cognata p. 46, breviu-
scula p. 47, externe-costata p. 48, Beini, Fairmairii p. 49, maroc-
cana, Plasoni p. 50, Doriae p. 51, n. A. aus Nordafrika; Haag-
Rutenberg, „Beiträge". P. cossrjrensis (Pantellaria); E. Ragusa,
Bull. Soc. Ent. Ital. VII. p. 252.
Melaucrus alutaceus (Biskra) ; L. Fairmaire, Pet. Nouv.
Ent. 1875. p. 495.
Tentyria ohlongipennis, crihricoUis (Tunis); Fairmaire, Ann.
Mus. Civ. Genova VII. p. 518 f.
Micipsa Kerimii, angustipennis p. 520, striaticollis p. 521,
gracilipes p. 522, poripennis p. 523 (Tunis); Fairmaire, Ann.
Mus. Civ. Genova. VII.
Epitragini. Himatismus vestitiis (Cap) p. 63, forticornis
(Persien); Baudi a Selve a. a. 0. 1875.
Adelostomini. G. Haag-Rutenberg giebt eine Mono-
graphie der Eurychoriden, welchen letzteren Namen er an
Stelle von Lacordaire's Adelostomides nach Eurychora, der
typischsten, artenreichsten und ältesten Gattung, bildet. Berlin
1875. 70 pp. 8vo. Durch Aufstellung 7 neuer Gattungen zählt diese
Gruppe nun 15 Gattungen. Als neu werden beschrieben: Eurychora
Batesi (S.-Africa) p. 8, angolensis (Angola) p. 9, terrulenta, suturalis
(S.-Äfrica) p. 10, tumidida, luctuosa, planata p. 14 (S.-Africa), villosa
(Damara) p. 16, convexiusmda (S.-Africa) p. 19, murina (ibid.) p. 20,
punctipennis (Benguela) p. 21, similis (S.-Africa) p. 24; Peristeptus
(n. g.) Gestroi (Abyss.) p. 27; Pogonobasis opaca (Arabien) p. 30,
Baffrayi (Abyssinien) p. 32; Steira Ddhrni p. 35, Stali p. 36 (Süd-
412 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Africa); Lycanthropa denticolUs p. 42, depressa p. 43, plicata p.
44, plana p. 45 (alle vom Cap); Geophanus (n. g.) insiis (Cap) p.
49, sepulchralis (N'Gami) p. 50; Smiliotus (n. g.) steiroides (Caffr.)
p. 53; Platysemus (n. g.) bengiielensis (Benguela) p. 55; Acestus
(n. g.) elongatus (Cap), lanuginosus (Svakop) p. 57; Eutichus (n.
g.) Wahlbergi (S.-Africa) p. 60; Adelostoma äbyssinicum (Abyssinien)
p. 64, abbreviatum (Benguela), pygmaeum (?) p. 65, Batesi (Yemen)
p. 66; Herpsis n. g, für Adelostoma rugosum Gory, wovon A.
parvum Sol. blosse Varietät ist); Hidrosis incostata (Cap Verde) p. 67.
Eurychora, squalida (Aegypten); Baudi a Selve a. a. 0. p. 65.
Ist nach Haag, ebenda p. 120, = Steira crenatocostata Redt. =
St. aegyptiaca Kirsch und nebst Eurychora Levaillantii Luc. Typus
einer neuen Gattung (Hidrosis Haag).
Aspila Dohrni (Habesch); Haag in der Stett. Ent. Zeit.
XXXVH. p. 106.
Dacoderus dominicensis (St. Domingo); Hörn, Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 219.
Stenosini. Stenosis tenuicornis^) p. 69; Dichillus (?) bica-
rinatus (Algier), rugatus (Persien) p. 70; Microtelus persis (l'er-
sien) p. 73; Baudi a Selve a. a. 0. 1875.
Scaurini. Scaurus gracilicornis, ovipemiis {Tunis), parvicolUs,
maroccanus, asperulus, quadraticollis, amplicolUs (Berberei); P'air-
maire, Ann. Mus. Civ. Genova VH. p. 524 ff.
Scaurus latipennis (Berberei) p. 82, interruptus (Tunis) p. 83;
Baudi a Selve a. a. 0. 1875.
Scotobius ^erZaifMs (Rio Negro in Patagonien); Burmeister
a. a. 0. p. 464. Emallodera perlifera (Mendoza und Catamarca);
derselbe ebenda p. 467.
Blaptini. Blaps Dehaani (Persien) p. 100; Prosodes laevigata
(Schakuh) p. 101, cribrella (Schakuh) p. 104; Dila angustata (Per-
sien) p. 102; Baudi a Selve a. a. 0. 1875.
Blaps strigicollis (Armenien); derselbe, Bull. Soc. Ent.
Ital. VH. p. 20.
Blaps scabiosa (Tasch, Pers.); Faust, Beiträge etc. in den
Hör. Soc. Ent. Ross. XL p. 9.
Blaps divergens (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova. VH. p. 527.
Prosodes dilaticollis (Songarei) p. 234, persica (Schahrud
= laevigata Baudi) p. 236, pustulata (= cribrella Baudi, ibid.) p.
237, Solskyi (Krasnowodsk) p. 239, gracilis (Turkestan) p. 241;
Faust, Beiträge etc. in den Hör. Soc. Ent. Ross. XL
AsidinL Asida. vagecostata (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus.
Civic. Genova VH. p. 528.
Kraatz macht in der D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 283 ff.
1) „In Persia merid. a D. Doria nacta'*!)
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 413
Bemerkungen über Asida-Arten. (A. dissimilis All., silphoides
L., opatroides AU., cariosicollis Schh., Tournieri All., hispanica Sol.,
elongata Sol., sibirica Sei., syriaca All., Kraatzi All.).
Cardiogenius subcostatus, cicatricosus, hirsutus (Montevideo);
Burmeister a. a. 0. p. 469. Nach Haag, ebenda XXXVII. p.
108 ist C. subcostatus = cicatricosus Sol. var., cicatricosus =
granulatus Fairm., hirsutus = crinifer Fairm.
Nycteliini. Fairmaire giebt eine Revision der Chilenischen
Arten dieser Gruppe in den Ann. Soc. Ent. France. 1876. p.
143 ff., 341 ff. mit der Beschreibung von Gyriosomus Ätacamensis
p. 146, subrugatus p. 147, Waterhousii p. 151, foveopunctatus, Gur-
tisii p. 153; Nyctelia alutacea p. 158, oblita (Patagonien) p. 160,
rectestriata (ibid.) p. 162, Sallei (ibid.) p. 163. parcepunctata (Meu-
doza) p. 166, varipes (= nodosa Sol.) p. 169, vulcanica (Tucuman)
p. 170; Epipedonota expansicollis p. 344, planiuscida (Cord, de Maule)
p. 348, laevisulcata (Mendoza) p. 354; Psectrascelis intricaticolUs
(San-Pedro-de-Atacama, Bol.) p. 356, conjungens (Bolivia ?) p. 359,
subimpressa (Bolivia) p. 361, lateripunctata (ibid.) p. 362, aeqitalis
(ibid.) p. 363, costipennis (Mendoza) p. 366, convexipennis (Patagonien)
p. 370; Mitragenius quadricornis (ibid., Ship. Isl.), coarcticolUs
(Bahia-Blanca) p. 374; Pilobalia bufo (Boliv.), dorsopUcata (Peru)
p. 382.
Psectrascelis ursina (Cordova und Catamarca); Burmeister
a. a. 0. p. 475. Epipedonota abtiormis (Rio Sa. Cruz) p. 476, mi-
crodera (Desaguadero), angusta (Catamarca), tricostata (Patagonien)
p. 479; Entomoderes infernalis (Catamarca) p. 483, subauratus (Cor-
dova ?), lobatus (Sierra de Aspallata) p. 486; Pilobalia (n. g.)
für Nyctelia decorata Erichs.; derselbe ebenda.
Pimeliini. F. Baudi a Selve beschreibt a. a. 0. 1876 die
neuen Arten: Ocnera abbreviata (Seuegambien) p. 3, parvicollis p. 5,
persea, longicoUis p. 6, perlata p. 8, die letzteren aus Persien; Pa-
chyscelis bilineata p. 12, minor (Persien) p. 16; Pimelia Atarnites
p. 19, amicta (= latipes Sol. ?) p. 21; [Lemophloeus zoplwsio'ides
p. 28;] Gedeon persicus p. 29; Podhomala 7iitida p. 30.
Thryptera grisescens (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII. p. 528.
Ocnera Christophi (Schahrud = longicollis Baudi) p. 208, tri-
angularis p. 212, robusta (Schahrud = perlata Baudi) p. 213, Dar-
wini (Persien) p. 214; Faust, Beiträge etc. in den Hör, Soc.
Ent. Ross. XI.
Pimelia malleata (Atlas); Wo Ilaston, Entora. Monthl.
Magaz. XI. p. 219.
Pimelia Fritschii (Gran Canaria, von P. serrimargo Woll,
durch das längere Halsschild unterschieden); L. v. Hey den, Ber.
Senck. Naturf. Ges. 1874—1875. p. 141.
414 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pimelia spectahilis, graeilenta p. 52, tumidi'pennis, tristis p. 54,
curticollis p. 53, monilis p. 55, alle von Marocco; Haag-Ruten-
berg, „Beiträge" etc.; P. maroccana p. 543, externeserrata, pla-
tynota, echidna, discicolUs -p. 6^4 (alle von Mogador) ; L. Fairmaire,
Pet. Nouv. Entom. 1875.
W. Bolph macht auf die grosse Variabilität verschiedener
Pimelia-Arten , namentlich der P. Fairmairei Kraatz aufmerksam.
Deut. Ent. Zeitschr. 1876. p. 349 ff. Nach Kraatz ist P. mo-
gadora Fairm. = rotundipennis Kraatz und diese vielleicht Varietät
oder Lokalrasse von P. fornicata; P. maroccana Fairm. = cordata
Kraatz : nach Haag ist P. tumidipennis Haag = P. Fairmairei Kraatz
var. und P. tristis Haag = P. rotundipennis Kraatz var.; ebenda
p. 352.
Solsky stellt in den Hör. Soc. Ent, Ross. XI die neuen
Gattungen auf: Pelorocnemis p. 283 (für Pimelia punctigera Men.
nnd) F. Kraatzi (Kara-Kum) p. 285; Stalagmoptera p. 286, für St.
tüberculatocostata (Taschkent) p. 287, seriatogemmata (Sarafsehan)
p. 288, laticollis (ibid.), confusa (Samarkand) p. 289; Sympiezocne-
mis p. 290, (für Pimelia gigantea Fisch, und) S. Kessleri (Amu-
Daria) p. 291.
Molurini. Oncosoma Haroldi (Abyssinien) p. 67; Amiantus
serobipennis (Natal) p. 68, undatus (ibid.), castanopterus (Ribe) p. 69 ;
Psammodes rufo-striatus p. 70, pilosellus (Süd - Africa) p. 71, sel-
latus (Calabar), ramus (Damara) p. 72, Moeschleri (Cap) p. 73, re-
galis (Zambesi) p. 74, molestus (Natal) p. 75, darus (Algoa Bay)
p. 76, Fettingeri (Basuto-1.) p. 77, zanzibaricus (Zanz.) p. 78, hrefoi-
cornis (Wk. Africas) p. 79, fraternus (Damara) p. 80, transvaalensis
(Transv.) p. 81; Trachynotus regalis (Damara) p.82; Haag-Ruten-
berg, Coleopt. Hefte XIV.
Sepidium laghoatense (Algier); Baudi, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova. VIL p. 695.
Moluris (Phanerotoma) gravida (Damara) p. 223. PI. VI. Fig.
2, Procrustes (Delagoa Bay) p. 224. Fig. 3; J. 0. Westwood,
Trans. Ent. Soc. London. 1875.
Physogasteridae. Burmeister gründet a. a. 0. p. 489 die
neue Gattung Pimelosomus (Habitus von Physogaster, aber Vor-
derschienen nach aussen scharfkantig, mit langem, dickem, geboge-
nem Sporn) für P. sphaericus von Mendoza.
Praoeini. Platyolmus se??iwz<ZMm (Mendoza, Catamarca), mu-
rinus (?, Cordova) p. 493; Praocis iicarinata (Rio Sa. Cruz) p. 495,
finibriata (ebendaher), pmtaclwrda (Cordova), concinna (desgl.) p. 496,
inei'mis (Patagonien) p. 497; Burmeister a. a. 0.
Coniontini. Coelotaxis (n. g., Coniontis nahestehend; Vor-
dertarsen stämmiger, das erste Glied über das zweite verlängert)
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 415
punctulata, muricata (Guadeloupe); G. H. Hörn, Trans. Am. Ent.
Sog. V. p. 201.
Pedinini. Dendarus rlwdius (Rhodos) p. 39, armemaCMS (Ar-
menien) p. 266; (Bioplanes) saginatus p. 41; Colpotus persis (Per-
sien) p. 42; PedinuB Ragusae p. 44; Heliopathes dendaroides p. 46,
nivalis (Sierra Nevada) p. 50; Baudi a Selve a. a. 0. 1876.
Cabirus persicus (Süd-Persien); Baudi, Ann. Mus. Civic.
Genova. VH. p. 697.
[Pedinus Ragusae (Palermo)p. 151;] Colpotus m6ncoZZis (Cypern)
p. 156; Heliopathes [nivalis (Spanien) p. 161,] strigicollis (Marocco) p.
163; derselbe. Bull. Sog. Ent. Ital. VH.
Pandarinus Corsicus (Bonifacio); E. Perris, L'Abeille (3)
I. p. 5.
Hopatrini. Caedius marinus (Hiogo) p. 96; Opatrum (Gono-
cephalum) pubens (Hiogo) p. 97, sexuale (ibid.) p. 98; Hadrus sca-
phoides (ibid.) p. 99; Idisia vestita (Kiu-Siu) p. 100; Lichenum seri-
ehispidum (Kagosima) p. 101; Marseul, Enum. d. Heteromeres.
Hopatrum Hookeri (Atlas); Wollaston, Entom. Monthl.
Magaz. XI. p. 219.
Opatroides angulatus (Süd-Persien) p. 699; Scleron carinatum
(Persien) p. 700 ; Opatrum sericcum (ibid.); Baudi, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII.
SyrpUetodes (n. g.) marginatus (Neu -Seeland); Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 216. Plate V. Fig. 10.
Phylax brevicollis, sardous (Sardinien) p. 214; [Opatroides an-
gulatus (S.-Persien) p. 215;] Pa.c\iyY)ierus pusillus (Spanien, Marocco)
p. 219; Opatrum Libani (Libanon) p. 222, murinum (Aegypten) p,
227, [sericeum {\h\A. und Persien) p. 228,] scleroide (! Candia) p. 234;
F. Baudi, Bull. Sog. Ent. Ital. VII und D. E. Z. 1876. p. 53— 72.
Trachyscelini. Anem\?i sctdpturata (Nied.-Guin.); Ritsema,
Tijdschr. v. Entomologie. 18. p. 131.
Actizeta (n. g,, .... antennae validiusculae, 11-articulatae,
articulis duobus basalibus ampliatis, aequalibus, tertio minore, ceteris
ad octavum valde transversis, gradatim incrassatis, tribus ultimis
clavam oblongam formantibus . . . .; tibiae anticae dilatatae, extus
profunde emarginatae, angulo interiore spinis duabus instructae . . .)
ammöbioides (Great Barrier Isl.), albata (Waikato) Plate V. Fig. 5:
nene Arten aus Neu-Seeland; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVI. p. 215.
Phaleria Batesii (Madagascar) ; Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
France. 1875. p. XXXIII.
Phaleria suhnumeralis (Awomori); Marseul, Enumerat. d.
Heterom. p. 102.
Phycosecis (n. g,, von Hyocis verschieden durch die kuge-
416 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lige, zweigliedrige Keule der Fühler, deren letztes Glied sehr klein
ist) discoidea (Waikato) Plate V. Fig. 6, atomaria (Great Barrier Isl.,
Kaikarua), neue Arten von Neu-Seeland, wo sie an der Küste unter
Algen leben; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p.
213 f. Neue Arten aus Australien sind: P. älgarum (Melbourne),
litoralis (King George's Sd.); derselbe ebenda p. 214 Anra.
Bolitophagini. Dicraeus&adWMs(Kiu-Siu); Marseul, Enum.
d. Heteromeres p. 103.
Diaperini. Diaperis (?) maculipennis (Niphon) p. 105; Pla-
tydema umbrata (Nagasaki auf Blumen) p. 107; Alphitophagus pla-
giatus (Nagasaki) p. 108, japanus (Hiogo) p. 109; Hemicera zigzaga
(Kiu-Siu, Niphon) p. 111; Marseul, Enum. d. Heterom.
Platydema scriptipennis (Madagascar) ; Fairmaire, Bull.
See. Ent. France. 1875. p. XXXIII.
Menimus (n. g.; antennae breves, crassae, clavatae, 10-arti-
culatae; oculi parvi vel minuti, tarsi subtus longius setosi, posteriores
articulo basali haud elongato) Batest (Auckland), crassus (ibid.),
caecus (Tairua); D. Sharp, Ent. Monthl. Mag. XIII. p. 74 f.
Ulomini. Lyphia exigua (Hiogo) p. 113; Uloma honzica
(Nagasaki) p. 114; Hypophloeus floricola (Nagasaki) p. 115, exilis
p. 116; Marseul, Enumeration des Heteromeres.
Alphitobius (Diaclina) gracilipes (Cypern) p. 231; Hypophloeus
versipellis (Italien) p. 234; ülomina (n. g.) carinata (Etrurien) p.
236; Baudi a Selve a. a. 0. 1876.
Hypophloeus bivittatus (Ungarn); Reitter, in der D. Ent.
Zeitschr. 1875. p. 362.
Haionomus oUongiusculus (Biskra); L. Fairmaire, Pet.
Nouv. Entom. 1875. p. 495.
Coelometopini. Dysceladus (n. g., Coelocnemis nahe sie-
hend) tuberculatus (Round Isl., Mauritius); C. 0. Waterhouse, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 412.
Tenebrionini. Nyctobates valgipes (Kiu-Siu) p. 117; Upis
violaceipennis (Nagasaki) p. 118, foveolatus (Kiu-Siu) p. 119; Mene-
philus argiscelis (Japan), medius (ibid.) p. 120, lucens (Nagasaki) p.
121; Tenebrio ventralis (Japan), alternicostis (Nagasaki) p. 123;
Marseul, Enumeration des Heteromeres.
Lorelus (n, g.; mentum parvum; palpi omnes conspicui;
coxae intermediae parvae, trachantinis nuUis; tarsi articulo penultimo
sub-lobato) priscus (Neu-Seeland); D. Sharp, Ent. Monthl. Mag.
Xm. p. 76.
Tenebrio quadrihamatus (Madagascar); Fairmaire, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. 33.
Teles (n. g., von Calcar verschieden durch die kurze Ober-
lippe, Vorderrand des Kopfes herzförmig ausgerandet, die 5 letzten
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 417
Fühlerglieder perlschnurförmig) Eutymi (Kleinasien); Muls, et
Godart in den Ann. Soc. Linn. Lyon. XXII. p. 182.
Dolichoderus longicornis (Madagascar) ; Nycteropus dbhreviatus
(Madag.); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. XXXIV.
Dilamus obsöletus (Beyrut) p. 240, laticoUis (^Jerusalem) p. 241 ;
Baudi a Selve a. a. 0. 1876.
Heterotarsini. Lyprops cribrifrons (Kiu-Siu) p. 125, si-
nensis (ibid., Niphon) p. 126; Heterotarsus carinula (Osaka) p. 127;
Marseul, Enumeration des Heteromeres.
Cyphaleini. ArtsiCtes lunuliger (Kiu-Siu); Marseul, Enum.
des Heteromeres.
Cnodalini. Scotaeus (?) purpurivittatus (Kiu-Siu, Niphon);
Marseul, Enumer. des Heteromeres. p. 130.
Tromosternu-s (n. g.) Haagi (Hiogo); v. Harold, Abb.
naturw. Ver. Bremen. V. 1. p. 131.
Camaria alternata, undaticolUs (Madagascar); Fairmaire,
Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. XXXIII.
Helopitii. Laena rotundicollis (Nagasaki) p. 134; Heliophygus
molytopsis (Niigata) p. 135; Helops ruhripennis (Japan) p. 137, strigi-
pennis (Niigata) p. 138, clavicrus (Niphon. Hiogo) p. 139, hmnneus
(Nagasaki) p. 140, cordicolUs (ibid.); Marseul, Enumeration d.
Heteromeres.
Ärthopus (n. g., antennae 11-articulatae, clava 3-articulata;
palpi maxillares articulo ultimo haud incrassato, quam 3io duplo
longiore; tarsi subtus parce pilosi; Facies fere generis Phyllodectae
Chrysom.) Brouni (Tairua); D. Sharp, Entom. Monthl. Magaz.
XUI. p. 76.
Deridea (n. g., Nemognatham primo intuitu simulans, at tar-
sorum unguibus simplicibus differt) curculionides (Angola) PL VII. 1 ;
Styrax (n. g. Stenochiae et Cyphonoto affine, at Colliuridem et
Tricondylam inter Cicindelidas mirabiliter simulans) tricondyloides
(Penaug und Singapore) PI. VII. Fig. 2; J. 0. West wo od, Trans.
Ent. Soc. London. 1875. p. 227.
Chitoniscus (n. g.) hrevipennis p. 332; Hydromedion (n.
g.) elongatiim p. 333, variegatum (Magellanstr.) p. 336; Parahe-
lops (n. g.) pubescens, Dancinii p. 334, quadricolUs (Falklands Isl.)
p. 335, Haversii (ibid.) p. 336; neue Arten, meist von Tierra del
Fuego; C. 0. Waterhouse, ebenda.
Ectomida (u. g, von Pristoderus verschieden durch die
Tarsen, die beiden Basalglieder bilden zusammen ein kurzes Dreieck;
das dritte klein und sehmal ; die Schienen aussen zusammengedrückt;
der Aussenrand gezähnt) lacerata (Auckland, Tairoa) p. 51; Adelium
bullatum (Otago) p. 52; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XVII. p. 17;
Arohiv f. Naturg. XXXXII. Jalirg. 2. Bd. BB
418 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Laena cUvinoides (Cyipern) p. 243; Platydema chlorodium (Per-
sien) p. 247; Helops praelongus (Damaskus, Kurdistan) p. 250,
subaeneus (Spanien) p, 258, monilicornis (Südrussland) p. 260; Pa-
rablops oculatus (Sicilien) p. 264; Baudi a Selve a. a. 0. 1876.
Derselbe giebt ebenda p. 268 ff. eine übersichtliche Anord-
nung der Arten der Gattung Helops.
Fairmaire giebt eineRevision der Chilenischen Arten
der Gattung Heliophygus (Heliofugus Guerin) und beschreibt die
neuen Arten H. sulcipennis p. 195, cribriceps p. 196, punctatosulcatus,
brevipennis p. 197; Ann. Soc. Ent. France. 1875. p. 190 ff.
Misolampidius (n. g. Heliophygo valde affine) tentyrioides
(Ostsibirien); Solsky, Materiaux etc. in der Hör. Soc. Ent.
Ross. XI. p. 293.
Stenophanes (n. g. für Hedyphanes mesostena Solsky); Der-
selbe ebenda p. 294.
Amarygmini. Amarygmus curvus (Nagasaki) p. 316; Ple-
siophthalmus sericeifrons (Hiogo) p. 317, aenescens (Nagasaki, Hiogo)
p. 318, obesus (Nagasaki) p. 819; Marseul, Enumeration des
Heteromeres.
Plesiophthalmus spectabüis (Japan); E. v. Harold, Abb.
naturw. Ver. Bremen. IV. p. 293.
Strongyliini. Strongylium japanwn (Nagasaki); Marseul,
Enumer. des Heteromeres p. 320.
Nesogena Batesi, varians, rufiventris, episcopälis, intermedia,
parvieollis (Madagascar) ; Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. XXXVI.
p. 190, 191.
Gistelidae. Allecula velutina (Nagasaki, Hiogo), rußpes (Na-
gasaki) p. 322, bilamellata (Hiogo) p. 323, eruralis (ibid.) p. 324,
acicularis (ibid.) p. 325, tenuis (ibid.) p. 326; Cisteia oculata (Japan)
p. 327, (Gonodera) nifipennis (Nagasaki, Hiogo) p. 328; Cteniopus
hypocrita (Nagasaki) p. 329; Marseul, Enumeration des Hete-
romeres.
Bratyna (n. g.) apicalis (Old-Calabar) ; J. 0. West wo od,
Trans. Ent. Soc. London. 1875. p. 228.
V. Hey den giebt eine erneute eingehende Beschreibung von
Allecula Rhenana Bach ^ $. D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 389.
(Ist vielleicht eine andere Art. Ref.)
Allecula morio in Finnland; Meddellanden of Societ.
pro Fauna et Flora Fennica. I. p. 130.
Allecula obscura (Hiogo); v. Harold, Abh. naturw. Ver.
Bremen. V. 1. p. 132.
Allecula orientalis (Derbent) p. 318; basalis (nördlich Der-
bent und Schahrud) p. 320, castanea (Samara) p. 322; Faust,
Hör, Soc. Ent. Rossic. XII.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 n. 187G. 419
A. (T>\eioysiB)Äethiopica{meder-Gumea.); Ritsema, Tijdschr.
V. Entomologie. 18. p. 132.
Stenerula (n. g. Alleculis affine) subopaca (Madagascar) ;
Fairmaire, Bull. Sog. Entom. France. 1875. p. XLI.
Cistela Theveneti (Mariposa, Cal.), variabüis (CalifornienJ;
Hörn, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 156.
Cistela hrunnea (Rodriguez); Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 118.
Ciöieldi comexiuscula, Irefoior (Madagascar); Fairmaire, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. XLI.
Heliotaurus Grilati (Balna, Algier); Muls. et God., Ann.
Soc. Linn. Lyon. XXII. p. 255.
Heliotaurus tuniseus (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civic.
Genova VII. p. 529.
Monommatidae. Monomma glyphystemum (Kiu-Siu, Niphon);
Marseul, Enumeration des Heteromeres p. 330.
Pythidae. Lissodema laevipennis (Nagasaki) p. 331. myrmido
(ibid.), beide unter Rinde; Marseul, Enumeration des Hetero-
meres.
John Sahlberg giebt eine Beschreibung der Finnischen
Arten der Gattung Pytho nebst ihren Laryen (P. depressus L., abie-
ticola n. sp. und Kolvensis C. Sahlb.). D. Ent. Zeitschr 1875
p. 219 ff.
Salpingus hilunatus (Auckland); Pascoe, Ann. a. Mag Nat
Hist. (4. ser.) XVH. p. 52.
Melandryidae. E. Perris charakterisirt in L'Abeille (3) I.
p. 7 die neue Gattung Eucinetomorphtis (vom Ansehen eines
Eucinetus; Endglied der Kiefertaster fast zugerundet, Augen nicht
ausgerandet, Post-Episterna nicht sichtbar, Hinterhüften breit drei-
eckig); die Art E. Leprieuri ist von Bona.
Serropalpus fiUformis (Japan auf Mai-ya-san) p. 333; Phloeo-
trya rugicolUs (ibid., Hiogo) p. 334; F enthe japana (Japan) p. 335;
Marseul, Enumeration des Heteromeres.
Lagriidae. Lagriola Brounii (Tairoa); F. P. Pascoe, Ann a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIIL p. 58.
Lagria Heylaertsi (Nieder-Guinea); Ritsema, Tijdschr. v.
Entomologie 18. p. 134.
Lagria rußpennis (Kiu-Siu., Niphon) p. 337, vervex (ibid.) p.
338, decora (Hiogo) p. 339; Statyra rufohrunnea (Kiu-Siu.) p. 340;
Marseul, Enumeration des Heteromeres.
Pedilidae. Macratria gigas (Awomori) p. 447, seridliR (Hiogo)
p. 448, cwgulifera (ibid.) p. 449; Xylophilus ruhrwestis (Japan),
brunnidorsis (ibid.) p. 450, mfulus (ibid.) p. 451, cinctus, quadri-
maculatus (ibid.) p. 452, Rcapularis p. 453. gihhnhis p, 454; Scraptia
420 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
livens p, 456, hrunnea, dimidiata p. 457; Marseul, Enum. des
Heteromeres, in den Ann. Soc. Ent. France. 1876.
Pedilus errans (Schahdag); Faust, Horae Soc. Ent. Ross.
XII. p. 323.
Macratria ver^tcaZis (Neu-Seeland) ; D. Sharp, Entom. Monthl.
Magaz. XIII. p. 266.
Tanarthrus salicola (Utah Lake); Leconte, Trans. Am.
Ent. Soc. V. 1875. November, p. 174 und Proc. Davenp. Acad.
Nat. Sciences. L p. 268. PI. XXXV. Fig. 4.
Die Stellung des Neogonus Plasonii Hampe ist bei den
Pediliden. Hampe in den Sitzb. Zool. Bot. Ges. Wien,
XXV. p. 9.
Anthicidae. Formicomus Leivisi (Nagasaki) p. 458, cribriceps
(Nag,, Hiogo) p. 459, trigibber (ibid.) p. 460; Mecynotarsus minimus
(ibid.); Anthicus lepidulus (ibid.) p. 461, scoticus p. 462, fugiens
(Nagasaki) p. 463, Confucii (Nag., Hiogo) p. 464, monstrosicornis p.
465, pilosus p. 466, puberulus p. 467, valgipes p. 468, protensus,
nigrocyanellus p. 470, laevipennis p. 471; Marseul, Enum. des
Heteromeres in den Ann. Soc. Ent. France. 1876.
Cotes (n. g.) vestita (Neu - Seeland) ; D. Sharp, Entom.
Monthl. Magaz. XIII. p. 266.
Mecynotarsus candidiis (Oo\nmhien), elegans (Florida); L econte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 175.
S.A. de Marseul beschreibt Anthicus variis, tortiscelis {A\gier);
Nouv. et Faits. 1875. p. 38; L. Fairmaire desgl. in den Pet.
Nouv. Ent. 1875. p. 495 f. A. scaurus und valgus beide von Algier.
Pyrochroidae. Pilipalpus (n. g.) dasytoides (Chili); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France. 1876. p. 384.
Mordellidae- Mordella flavimana p. 472; Mordellistena ros-
seola (!), comes p. 473, altestrigata p. 474, brunneotincta p. 475, signa-
tella p. 476; Anaspis sericea, luteola p. 477, neue Arten aus Japan;
Marseul, Enumeration des Heteromeres in den Ann. Ent
Soc. France. 1876.
Mordella funerea (Waikato), detracta (ibid.); Pascoe, New
Genera and Species of New-Zealand Coleoptera in den Ann
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 53.
Stenalia atra (Algier); E. Perris, L'Abeille (3) I. p. 8.
Anaspis (Sileria) pälpalis (Schlesien); Gerhardt in der D.
Ent. Zeitschr. 1876. p. 381 fif.
Rhipiphoridae. Emenadia bifasciata p. 478; Rhipiphorus ci/a-
nivestis p. 479 (Japan); Marseul, Enum. des Heteromeres.
G. H. Hern giebt Notes on the Species of Rhipi-
phorus of the United States. Trans. Am. Ent. Soc. V. p.
121 fif. Es werden 8 Arten unterschieden, bifoveatus von Illi-
nois neu.
\
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 421
Die von Nowicki unter dem Namen Evaniocera strio-
lata als neu beschriebene Art ist = E. Dufouri Latr. ; Kraatz,
Deutsche Ent. Zeitschr. 1875. p. 435.
C. 0. Water house beschreibt in Cist. Ent. I. p. 369 f.
Myodytes niger (Guatemala), rugoaus (Columbieu), apicalis (Bombay),
Rhipidius thoracicus (Java).
Stylopidae. F. Smith bringt eine Liste von F. Enock zur
Veröffentlichung, die letzterer über stylopisirte Andrenaarten (meist
A. atriceps) und die numerische Vertheilung der beiden Geschlechter
von Stylops angelegt hatte. Entomol. Monthl. Magaz. XII.
p. 36 fif.
Meloidae. Lichtenstein berichtet über eine künstliche Auf-
zucht der Larven von Meloe cicatricosus. C. R. Soc. Ent. Belg.
XVIII. p. LXXI f., XC. Auf etwas Honig legte er das aus dem
Hinterleibe einer Vespa vulgaris gezogene Ei, hielt mit einer Pin-
cettc einem Triungulinus den Hinterleib eines Halictus $ vor, auf
welchen derselbe kroch. In die Nähe des Wespeneies gebracht,
verliess derselbe den Halictus und kroch auf das Ei, von dessen In-
halt er sich nährte, um sich nach 5 Tagen zu häuten imd in den
Honig zu begeben (; doch starb die Larve ohne sich weiter entwickelt
zu haben; ebenda p. XC).
Meloc auriciilatus p. 480, corvinas (Japan); Marseul, Enu-
meration des Heteromeres, Ann. Soc. Ent. France. 1876
p. 480, 482.
Meloe compressipes (Madagascar) p. 53 ; Zonitis nigripes (ibid.),
purpiireipetmis p. 54, violaceipennis (Victoria), flaviceps (Swan River)
p. 55; C. 0. Waterhouse, Cist. Entomol. II.
Coryna rubricollis (Arabien); Epicauta Slharpi (Arabien) ;
S. A. de Marseul, Nouv. et Faits. 1875. p. XXIV und XXVII.
Cordylopsasta (n. g., den Mylabrini sich nähernd, Klauen
nicht gespalten, beide Hälften mit einander verwachsen, nur ein
Schienensporn) Fidleri (Nevada) p. 152; Epicauta jßaiesü (Savaunah,
Ga.; Florida), oregona (Oregon) p. 153; Gnathopsasta (n. g.) wii-
metica (Texas) p. 154; Cantharis mutüata (Arizona); Zonitis vitti-
pennis (ibid.) p. 155; G. H. Hörn, Trans, Amer. Ent. Soc. V.
Diaphorocera Kerimii] Mylabris quadrizonata p. 530, puncto-
fasciata p. 531; Zonitis maculicollis (Tunis) p, 532; Fairmairc,
Ann. Mus. Civic. Gcnova VII.
Cantharis semmttata (Chili); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 200.
C. platycera (Chili); derselbe ebenda. 1876. p. 386.
Sitaris sp. (von S. Colletis verschieden) in dem Nest von
Colletcs fodicns; C. R. Soc. Ent. Bel'g. XIX. p. LXXII.
Val. Mayet bringt ein Memoire sur les moeurs et les
422 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
metamorphoses d'anc nouvelle espece de Coleoptere de la
famille des Vesicants, le Sitaris Colletis^'; Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 65 ff. Diese Art lebt in dem unterirdischen Bau
von Colletes succinctus.
Oedemeridae. Sessinia pcmperata (Christchurch) ; Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 53.
Xanthochroa cyanipennis p. 483, luteipennis p. 484 ; Oedeniera
montana p. 485, sexualis p. 486 (Japan); Marseul, Enum. des
Heteromeres.
Xanthochroa Waterhousii (Hiogo); E. v. Harold, Coleopt.
Hefte. XIV. p. 93.
Xanthochroa Äuberti (Frankreich); Abeille de Per r in,
Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. CLXVI.
AnüjHQd. phtkisica (Nieder Guinea); Ritsema, Tijdschr. v.
Entomologie 18. p. 136.
Ananca japonica (= Nacerdes bicolor de Haan in Sturm Catal.
1843. p. 176) von Hiogo; v. Harold in den Abh. naturw. Ver.
Bremen. V. 1. p. 133.
Nacerdes hrevipennis (Chili); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.-
France. 1875. p. 200; 1876. p. 388.
Daner ces (n. g.) luteicornis (Dorei) p. 229, bipartita, fra-
terna, fulvicolUs, picea, nigra p. 230, apicdlis, hasalis, suturalis,
fulva, biguttulus (!) p. 231, nasalis (Batchian), laticornis (Arn) p.
232, neue Arten, meist von Dorei; J. 0. Westwood, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1875.
Thelyphassa (n. g. , Oculi integri; palpi max. in marc
elongati, articulo ultimo apice profunde emarginato, in fem. breviores
articulo ultimo securiformi; tibiae omnes bicalcaratae, cetera ut in
Xanthochroa) diapliana (Tairoa); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVHI. p. 58.
Gurcalionidae. F. P. Pascoe bringt weitere Additions to
the Australian Curculionidae. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.)
XVI. p. 55 ff. Part. VIII.
W. Roelofs bringt mit dem dritten Theile die Aufzählung
der von Lewis in Japan gesammelten Arten zu Ende. Ann. Soc.
Ent. Belg. XVIH. p. 149 ff.
Microcerini. H. Jekel stellt (Coleopt. Jekeliana II)
Lagenisus n. g. auf für Episus cyathiformis Gyl. und L. coetiosus
(Senegal) p. 107, Wahlbergi (Svakop) p. 109 und beschreibt ferner
Episus t-album (Damara) p. 111, obliqiius, p. 113, qiiadruUfe)' (Cap)
p. 115, brevicollis (Damara) p. 117, stricticoUis (Cap) p. 119; Micro-
cerns FäJiraei (N'Gami) p. 121, tiitanus (Cap) p. 127.
Brachyderini. Jekel (Coleopt. Jekeliana II) stellt auf
Blosyrinus n. subg. von Blosyrus, für B. inaequalis p. 149 und be-
schreibt ferner Blosyrus dorsalis (Gaboon) p. 151, PhiUppensis (Phi-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 423
lippinen) p. 153, fasciculatus (Weiss. Nil) p. 155; Blosyrodes (n. g.)
quadri-nodosus ]). 159, interruptus \). 161 (Indien); Proscephaladeres
globipennis (S. -Afrika) p. 165; Dactylotus Popovii (Kiachta) p. 167,
SedaJcoffi (Daurien) p. 169; Cratoblosis (n. g.) Dohrni (Afrika)
p. 173; Anomalous (n. g.) aurosus (Weiss. Nil) p. 177; Euer in es
(u. g.) Moufßeti (Benguela) p. 181, navieularis (Cap) p, 183; Odon-
tobothrys (n. g.) tabinosus (West-Afrika) p. 187.
Minyomerus (n. g., drittes Tarsenglied breiter als das zweite
und tief zweilappig ; Schienen normal, am Ende nicht erweitert;
Hinterhüften klein, sehr weit von einander entfernt) innocuiis (Co-
lorado), lancjuidiis (Arizona) p. 18; Anomadua (n. g. Epicaer.;
Träger der abfallenden Mandibularstücke weit stärker vorragend
als bei einer andern Gattung dieser Verwandtschaft) obliqaus (Nieder-
Californien) p. 21; Hormorus (n. g., Körbchen (? corbels) der
Hinterschienen offen (?), eine einfache Reihe von Domen innen an
Vorder- und Mittelschienen; erste Abdomiualfurche gerade; Fühler-
schaft bis zur Mitte der Augen reichend, dieselben massig vorragend
ohne hintere Orbita) für H. (Chlorophanus) undulatus Uhler p. 23;
Agasphaerops (n. g., wie Hormorus, aber Schaft kaum bis zum
Vorderrand der Augen reichend, die letzteren vorragend und mit
hinterer Orbita) nigra (Mendocino, Cal.) p. 25; Calyptilius (n. g.,
drittes Tarsenglied nicht breiter als das zweite, schwach ausgeran-
det) cryptops (New-Mexico) p. 27; Le Conte, Proc. Am. Phil.
Societ. XV. Nr. 96.
Tournier (in den Ann. Soc. Ent. Belg. XIX. p. 125 flf.)
giebt eine monographische Studie über die europäischen und circum-
europäischen Arten der Gattungen Cneorrhinus Schönh., Catapio-
nus Schönh. und Heydenia n. g., deren Unterschiede so sind, dass
der Fühlerschaft bei Cneorrhinus und Heydenia mindestens bis zur
Hälfte der Augen, bei Catapionus höchstens bis zum Vorderrand
derselben reicht. Bei Cneorrhinus hat die Fühlerkeule deutlich ge-
trennte Glieder und die Stirn ist von dem Riissel durch eine deut-
liche, wenn auch verschieden starke Furche geschieden; bei der
neuen Gattung Heydenia ist die Stirn durch keine Furche getrennt
und bilden die Endglieder der Fühler eine kompakte Keule. Die
Gattung Cneorrhinus hat drei Gruppen: Daetylorliinus (Ausseu-
winkel der Vorderbeine vorspringend), Cneorhinus s. str. (Kopf
zwischen den Augen mit einer kurzen Längsfurche, die die Quer-
furche zwischen Stirn und Rüssel trifft), Attaetagenus (Kopf ohne
solche Längsfurche). Neue Arten in dieser Gattung sind: 0. {Da-
ctylorhimis) maroecaniis (Tanger) p. 136, (Cneorh.) Heydeni (Por-
tugal) p. 142, (Attactagenns) tarsalis (Andalusien) p. 147, Diecki
(Andalusien) p. 148. Die Gattung Catapionus erscheint mit 5 Arten
vertreten, von denen drei neu sind: C. hitermedius (Ostsibirien),
maculatus (Baikal See) p. 156, viridanus (desgl.) p. 158. Die neue
424 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Gattung Heydenia ist auf eine neue Art, H. crassicornis von Ir-
kutak, gegründet p. 159.
Eutyphasis (n. g.) acuta (SwanR.); Acalonoma {n. g.) re-
ducta (ibid.); Pascoe, Additions etc. VIII. p. 57 f.
Canonopsis (n. g. Brachyderi affine) sericeus; Agonelytra
(n. g. Brachyderi affine) longipennis, angusticollis, gracilipes, hrevis;
neue flügellose Arten von den Kerguelen; C. 0. Waterhouse, Ent.
Monthl. Magaz. XII. p. 55 ff.
Pachneus roseipes (Porto-Rico); Chevrolat, Bull. Soc.
Ent. France. 1876. p. CCXXVII.
Diaprepes Purvesi (Antigua); Roelofs in den C. R. Soc.
Ent. Bei g. XVIII. p. XXVI.
Lachnopus trümeatus (Porto-Rico); Chevrolat, Bull. Soc.
Ent. France. 1876. p. CCXXVIII.
Cratopus inornatus, virescens (magnificiis , nur die beiden
Flügeldecken bekannt) (Rodriguez); C. 0. Waterhouse, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p, 120.
Eupholus Amaliae (Ramoi) p. 1004, Beccarii (Dorey) p. 1005,
Bruijnii (Haton) p. 1007; Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova. VII.
Pachyrrhynchus quaclripustulatus (Misori); Gestro, Ann.
Mus. Civ, Genova. VII. p. 1008.
Apocyrtus quadriplagiatus (Luzon); Roelofs, in den C. R.
Soc. Ent. Belg. XIX. p. VII.
Otiorhyncliini. Sciopithes (n. g., Metasternal-Seitenstücke
linear; Nath in ihrer ganzen Länge deutlich; Hinterschienen mit
zwei kurzen Endsporen; erste Bauchnath schwach gebogen) oi-
scurus (Californien, Oregon, Vancouver) p. 63; Agronus (n. g., wie
Sciopithes, aber Hinterschienen ohne Endsporen, erste Nath in der
Mitte stark gebogen) cinerarius (Tahoe- und Donner-See, Calif.),
deciduus (San Francisco); Neoptochus (n. g. für (Ptochus olim)
aspersus Boh.) p. 64; Thricolepis (n. g.) inornata (Californien,
Utah), Simulator (FortTejon, Cal.) p. 69; Peritelopsis (n. g. für P.
(Ptochus olim) globiventris Lee.) p. 70; Geoderces (n. g. für (Tra-
chyphloeus olim) melanoihrix Kby. und) incomptus (San Francisco,
Vancouver); Aragnomus (n. g.) griseus (Californien) p. 72f Dysti-
cheus (n. g.) insignis (Californien) p. 73; Eucyllus (n. g.) vagam
(Arizona) p. 74; Thinoxenus (n. g.) sqiialeus (Californien); Bhy-
podes (n. g.) dilatatus (San Diego, Cal.) p. 75, brevicollis (Colo-
rado) p. 76; Ghaetechus (n. g. Trachyphl, Fühlergruben seitlich,
direkt abwärts gehend und die Augen einschliessend; Schienen stark
zugespitzt) setiger (Massachusets) p. 78; Dirotognatlius (n. g.)
sordidus (Arizona) p. 80; Pachnaeus distans (Florida) p. 83; Hadro-
meruB opalinus (Arizona) p. 85; Pandeleteius cinereus (Texas) p. 87;
Cyphus placidus (Arizona) p. 90; Artipus (n. g.) floridanus (Florida)
auf dem Gübiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 425
p. 92; Äramigus (n, g.) für A. (Liparus olim) tesselatus Say und)
Fulleri (von New-Jersey bis Montana) p. 94; PhacephoUs (n. g.)
elegans (von Kansas bis Texas), ohscura (Texas) p, 96, Candida (Co-
lorado, Kansas) p. 97; Achrast eniis (n. g.) griseus (Texas) p. 98;
Aphrastus unicolor (Texas) p. 99; Lachnopus floridanus (Florida)
p. 101; Omileus (n. g.) epicaeroides (Tex^is) p. 102; Cyphomimus
(n. g., wie Phyllobius, aber Kinn die Unterkiefer seitlich sichtbar
lassend; Rüssel wenig schmäler als Kopf) dorsalis (Missouri) p. 105;
Scythropus californicus (Eldorado, Cal.); Mitostyhis (n. g.) tenuis
(Texas) p. 107; Coleocerus marmoratus (Texas) p. 109; Leconte,
Proc. Amer. Philos. Soc. XV. Nr. 96.
Otiorhynchus Uvonicus (Livland); Seidlitz, Fauna bal-
tica p. 400.
Snellen van Vollenhoven meldet das massenhafte und
schädigende Auftreten des als Weinverwüster bekannten Ot. sulcatus
L. auf Epheu (? Klimop) in Holland. Tijdschr. v. Entomol. 19.
p. 210.
lieber ein Massenauftreten des Otiorh. Ligustici L. s.
53. Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Cultur. p. 179.
In einem vierten Nachtrag zur Revision der euro-
päischen Otiorhynchus-Arten beschreibt Stierlin die neuen Ar-
ten 0. calcaratiis (?) p. 417, depressus (Caucasus ?) p. 418, gemellatus
(Griechenland) p. 419, BranTcsiki (Ungarn) p. 420, decorus (Jaen)
p. 421, Tournieri (Schwarzwald) p. 422, modcstus (Griechenland) p.
423, procerus (Südfrankreich) p. 424, Beclceri (Daghestan) p. 425,
subrotundatus (Caucasus) p. 426, (Eurychirus) breviusculus (Dag-
hestan) p. 333. judaiciis (Gurien), mimitus (Orenburg) p. 334, (Tour-
nieria) auripes (Persien) p. 335, Faiisti (Daghestan) p. 336; D. Ent.
Zeit sehr. 1875. p. 337 — 354. Die angegebene Paginierung ist ver-
druckt.
Troglorhynchus baldensis (Monte Baldo); Czwalina in der
D. Ent. Zeitschr. 1875. p. 121.
Trachyphloeus porcuhis (Otago) ; F. P. P a s c oe , Ann. a. M ag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIIi. p. 59.
Phyllobius armatus; Roelofs in den C. R. Soc. Ent, Belg.
XVIII p. CXXVIII
Myllocerus Atjehensis (Atschin); Ritsema, Tijdschr. voor
Entomologie 19. p. 45.
Leptopsini. Eupagoderes (n. g., wie Ophryastes, aber
Tarsen erweitert, drittes Glied gewöhnlich breiter als das zweite
und tief zweilappig, für Ophryastes speciosus decipiens, sordidus,
argentatus und) lucanus (Cap San Lucas. Cal.) desertus (Carisa Creek,
Cal.) p. 34, geminatus (Owen's Valley, Cal.), plumheus (ibid.) p. 35;
DicJioxemis (n. g.) setiger (Texas) p. 40; MelamompTius (n. g.)
niger (Nevada) p. 40; Anametis (n. g.) grisea (Kansas, Dacota,
426 ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Illinois, Georgia) p. 43; Orimodema (n. g.) prutracta (Colo-
rado, New -Mexico) p. 44: Mimetus seniculun (Californien) p.
45; Diamimus (n. g.) subsericeus (New - Mexico, Colorado) p.
46; Feritaxia {n. g.) rugicollis (New -Mexico, Colorado), hispida
(Colorado) p. 47; Thricomimus (n. g.) luteus (Colorado) p.
48; Amnestia (n. g. für A. (Dyslobus olim) granicollis, decorata
und) ursina (Oregon), rauca (San Francisco) p. 51, alternata (Mon-
tana), sordida (Californien), decidua (ibid.) p. 52, elongata (ibid.) p.
53; Nocheies (n. g. für N. (Hylobius olim) torpidus und) aequalis
(Kansas bis Brit. Columb.) p. 55; Gimbocera (n. g.) 25awper (Dacota)
p. 56; Le Conte, Proc. Amer. Phil. Societ. XV. Nr. 96.
Entitous pZe&ejws (Neu-Granada ?) ; Roelofs in den C. R. Soc.
Ent. Belg. XVm. p. XXXVIII.
Brachycerini. Brachycerus undatus in den Zwiebeln
der Narcissen; Ann. Soc. Ent. France. 1875. p. 95.
Amycterini. Alexirhea singidaris (Perth, Swan River); Pa-
scoe, Additions etc. VIII. p. 55.
Bhypar osomini. Phrynixus (n. g.) terreiis (Neu-Seeland) ;
Cecyropa (n. g.) tycMoides (Pitt's Isl., Wellington); Pascoe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. XVI. p. 24 f.
Gylindr orliinini. Inophloeus (n. g.) Traversii (Chatham
Isl.), inuus (Queenstown) p. 219, viUaris (Christchurch), Ehesiis (Lake
Guyon), vitiosus (ibid.), n. A. aus Neu-Seeland; Pascoe, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL
Irenimiis (n. g., mit Perperus sehr nahe verwandt; Flügel-
decken an der Basis breiter als der Prothorax) parilis (Christchurch);
Pascoe, in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 54.
Molytini. Paedaretus (n. g., mit Psaldus nahe verwandt,
Fühlergruben und Vorderbrust normal, die ersteren schräg, vor der
Mitte der Augen endend, die letztere ohne die geringste Spur einer
Furche) hispididus (Auckland); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4. ser.) XVII. p. 55.
Desb rochers des Loges veröffentlicht eine Monographie
der Gattung Anisorhynchus. Ann. Soc. Ent. France. 1875. p.
161 ff. Die Gattung zählt nach dieser Monographie 12 bekannte
Arten, einschliesslich der neuen: A. fdllax (Spanien) p. 173, gallicus
(Südfrankreich) p. 177, maroccanus (Marocco) p. 184. Desbrochers
des Loges ist geneigt, die Gattung Trysibius mit Anisorhynchus
zu vereinigen.
Syagrius (n. g.) fulmtarsis (Wien-wien, Richmond R.); Pa-
scoe, Additions. VIII. p. 57.
Lyperohius (n. g., von Molytes verschieden durch die an
der Spitze nicht mit der plattenförmigen Verlängerung versehenen
Schienen) Huttoni {T?i,rnäa\c, Neu-S.); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVH. p. 55.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875. ii. 1876. 427
Anchonus angulicollis (Porto-Rico) ; Chevrolat, Bull. Sog.
Ent. France. 1876. p. CCXXVIII.
Hijperini. Phytonomus opimus (Pennsilv., Canada) p. 124,
setigerus (Kansas), pubicollis (Vancouver Isl.) p. 125, Castor (Canada),
quadricollis (Dacota) p. 126, eximius (Kansas) p. 414; Listronotus
obliquus (Texas) p. 129, tiiberosus (Michigan bis Georgia), callosiis
(New- York bis Georgia) p. 130, americanus (Georgia) p. 131, rotun-
dicollis (Georgia), suhirostris (Georgia) p. 132, nebulosus (Missouri),
frontalis (Michigan, New- York, Georgia, Texas) p. 133, cribricolUs
(Georgia), impressifrons (Georgia, Louisiana), setosus (Florida, Geor-
gia) p. 134, pimcUger (Dacota), gracilis (Nevada), nevadicus (Nevada)
p. 135; Le Conte, Proceed. Amer. Philosoph. Societ. XV.
Nr. 96.
Hypera vütulata (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civic.
Genova. VII. p. 532.
Hypera proxima (Gerez, Portugal); Capiomont, Ann. Soc.
Ent. France. 1875. p. 467.
Cleonini. Centroclconus (n. g., Rüssel flach, kurz, am
Ende etwas verbreitert; Prothorax in den Seiten geschweift; Tarsen
unterhalb nicht schwammig; Prosternum vor den Hüften mit kurzen
Dornen bewaffnet, für C. (Cleonus olim) angularis Lee, molitor Leo.
und) pilosus (Californien) p. 145, porosus (Cap San Lucas); Stepha-
nocleonus plumheus (Oberer See, Neu - Mexico) p. 146, cristatus
(Utah); Cleo7iopsis (n.g., wie Stephanocleonus, aber Rüssel schwach
gekielt, drittes Glied der Hintertarsen breit, unterseits schwammig,
für C. (Cleonus olim) pulvereus Lee.) p. 147; Cleonus coUaris (Colo-
rado), inornatus (Owen's Valley, Cal.) p. 149, frontalis (Wyoming,
Nevada), virgatus (Owen's Valley, Cal.) p. 150, canescens (Colorado),
piiberulus (Nevada) p. 151, carinicollis (Colorado), sparsus (Colorado)
p, 152; Cleonaspis (n. g., wie Cleonus, aber drittes Glied der
Hintertarsen kürzer, ausgerandet, nicht schwammig unterseits, für
C. (Cleonus olim) lutulentus Lee.) p. 153; Lixus texamis (Texas),
caudifer (Illinois), asper (Owen's Valley, Cal.) p. 156, punctinasus
(Ohio), parciis (Californien), terminalis (Mittel- und westliche Staaten)
p. 157, rectus (New-York), mucidus (Illinois) p. 158, perforatus (Ca-
lifornien), placidus (Colorado) p. 159, macer (Süd- und West-Staaten)
p. 160, mixtiis (Colorado) p. 416, fossus (Entreprise, Florida); Le
Conte, Proceed. Amer. Philos. Societ. XV. Nr. 96.
Bothynoderes lineiventris (Caucasus) p. CXLVI, duplicarina
(Deutschi.); Plagiographus crinipes ? Fhs. var. signifer (Syrien) p.
CXLVH; Isomerus Wagae (Caucasus); Liocleonus amoenus (Cau-
casus); Gonocleonus multicostatus (?) p. CXLVIII; Megaspis hemi-
grammus (Caucasus); Pseudocleonus pustidosns (Syrien) p. CXLIX;
Neocleonus Livingstoni (Weiss. Nil) p. CL; Chevrolat, Bull, Soc.
Ent. France. 1876.
428 Bert kau: Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
Stephanocleonus Mmiieri (Oran); Bedel, Bull. Sog. Ent.
France. 1875. p. CIL
Cleonus Bugiensis (Bougie, Alg.); Muls. et God., Ann. Soc.
Liun. Lyon. XXIL p. 256.
Cleonus picticollis', Lixus dubitahüis (Tunis); Fairmaire,
Ann. Mus. Civ. Genova, VIL p. 533 f.
Capiomont's Monographie der Gattung Lixus wird
unter Redaktion von C. E. Leprieur fortgesetzt. Ann. Soc. Ent.
France. 1875. p. 41 ff., 257 ff., 449 ff. Beschrieben sind im Ganzen
75 Arten, wozu 27 nicht identificirte Arten anderer Autoren kom-
men. Neu sind Lixus difflciUs (Ungarn) p. 42, curvirostris (Sardinien)
p. 47, Saintpierrei (Oran) p. 48, trimttatus (Südfrankreich) p. 49,
aervginosiis (:= sanguineus Schh. nee Rossi; Italien) p. 52, insularis
(Sicilien) p. 55, Eiipliorhiae (Ungarn) p. 261, lutescens (Südöstl. Eur.)
p. 247, nubianus (Aegypten) p. 278, Kraatzi (Sarepta) p. 287, tri-
color (asiat. Russlaud) p. 449, nubilosus (= nebulosus Boh.) p. 452,
TheopMU (Trebisonde) p. 454, Biskre'nsis (Biskra) p. 456.
Nach J. Weise hat der auf Apargia autumnalis Rossi lebende
Lixus sanguineus Rossi eine doppelte Generation. Die eine er-
scheint im Mai und ist mit einem abreibbaren üeberzuge bedeckt,
der genau die blutrothe Farbe der abgestorbenen Blätter hat. Diese
Generation legt ihre Eier zwischen die Blattstiele, von wo sich die
Larve in den Wurzelstock einfrisst, verpuppt und Ende Juli die
zweite Generation liefert, deren Staubüberzug dieselbe lehmgelbe
Farbe hat, wie jetzt die vertrockneten Blätter der Nährpflanze. — Hin-
zugefügt ist eine Beschreibung der Larve und Puppe, des Eierlegens,
des Puppenlagers. Verh. naturf. Ver. Brunn. XIII. p. 124 f.
Hylohiini. Uypomolyx (n. g., Mesosternum massig lang,
Vorderhüften zusammenstossend , Schenkel schwach keulenförmig,
nicht gezähnt, Augen klein, Flügeldecken eiförmig, gewölbt, für H.
(Hylobius olim) pinicola Couper); Pacliylohius (n. g., von Hylobius
verschieden durch die kurzen und sehr dicken Schienen, für P.
(Hylobius olim) picivorus Boh.) p. 139; Pissodes fasciatus (Oregon),
rotundatus (Oberer See) p. 143; Le Conte, Proceed Amer. Phil.
Societ. XV. Nr. 96.
Hylobius exsculptus (Kioto); Roelofs in den C. R. Soc. Ent.
Beig. xvm. p. CXXX.
Erirhinini. Erycus pimcticollis (Mittel- und West-Staaten,
Oberer See) p. 163; Dorytomus laticolUs (Oberer See, Jowa) p. 164,
hrevicoUis (West- und Mittel-Staaten, Oberer See) p. 165, longulus
(Alaska), hirtiis (San Diego, Cal.) p. 166, hispidtis (Neu -Mexico);
Desmoris (n. g., wie Erirhinus, aber Klauen verwachsen, Antennen-
gruben schräg, hinten fast zusammeufliessend, Rüssel an der Basis
verengt, für D. (Rhynchaenns olim) constrictus Say und) scapalis
(Kansas) p. 168; Pachytychius discoideus (New- York, Illinois, Texas)
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 429
p. 169; Smicronyx corpulentus (Louisiana), ovipennis (Miciagan,
Kansas, Texas) p. 170, griseus (Süd- und West-Staaten), obtectus
(San Diego, Cal.), flavicans (Texas), ptisio (Cap San Lucas), tychoides
(Kansas, Texas) p. 171, vestüus (Kansas), seriatus (Mariposa, Calif.),
fulvus (Missouri) p. 172, sordidus (Texas), squmnulatus (Michigan)
p. 173; Phyllotrox nuhifer (Californien, Colorado), ferrugineus (Flo-
rida) p. 174; Endalus setosus (Texas), aeratus (Texas) p. 176, crihri-
collis (Georgia), punctatus (Texas), ovalis (New- York und Canada)
p. 177; Onychylis (n. g., für 0. (Notiodes olim) nigrirostris Boh.
und) longulus (Michigan), alternans (Texas) p. 179; Anchodemus
(n. g., Brachypus nahe stehend, Schienen an der Innenseite nicht
gesägt) angustus (Michigan), Hubhardi (Detroit, Michigan) p. 181,
Schwärzt (Detroit); Lixellus (n. g., wie Anchodemus, aber Vorder-
und Mittelschienen gesägt) filiformis (Canada, Oregon) p. 182; Lis-
sorhopterus (n. g. Lacordaire, für Bagous simplex Say und Notiodes
apiculatus Gyll.) p. 183; Bagous sellatus (Georgia) p. 184, planatus
(Oberer See, New- York), ohliquus (Detroit, Mich, und Florida), ame-
ricanus (Mittel-Staaten und Canada) p, 185, camfrons (Entreprise,
P^lorida), magister (Texas), nehulosus (Point Huron, Mich.) p. 186,
californicus (San Diego, Cal.), restrictus (Texas), pusiUus (Capron,
Florida) p. 187, Mttiherosus (Kansas, PTorida), transversus (Detroit,
Mich.) p. 188; Pnigodes (n. g., wie Bagous, aber Prothorax vorn
sehr stark eingeschnürt) setosus (Texas); Phycocaetes (n. g., von
allen übrigen Gattungen unterschieden durch das sehr kurze Meso-
sternum) testaceus (San Diego) p. 189; Otidocephalus dichrous (Flo-
rida) p. 192; (0. elegantulus Summers, Cur Home Journal, Jan. SOth,
1875. gehört zur Brenthiden-Gattung Cylas, die bisher nur aus Africa
und Indien bekannt war); Magdalis aenescens (Oregon) p. 192, sub-
tinctus (Californien) p. 417, hispoides (Brit. Columb.), gentüis (Cali-
fornien) p. 418; Le Conte, Proceed. Amer.* Philos. Societ. XV.
Nr. 96.
Pactola (n. g.) variäbiUs ( Auckland) ; P a s c o e , Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVU. p. 58.
Clisis (n. g.) modesta (King George's Sound) p. 58; Agestra
rübiginea (ibid.); Cydmaea selligera (Champion Bay), notaticollis
(Perth) p. 59; Dicomada murina (Champion Bay); Methone (n. g.,
habituel Dicomada ähnlich, Abdominalsegmente an den Seiten nicht
gekrümmt, Mittelhüften genähert, Gruben schief) ornata (King Ge-
orge's Sd.); Antyllis togata (Adelaide) p. 60; Myossita sublineata
(Albany); derselbe- Additions etc. VIII.
Erirrhinus acdlyptoides (Otago); Aneuma (n. g., von Erir-
rhinus verschieden durch das Vorhandensein einer Furche auf der
Vorderbrust, die aber nicht den Rüssel aufnimmt und hinten durch
die Vorderhüften geschlossen ist) /*MZw|)e5 (Christchurch); derselbe ,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIL p. 55 f.
430 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Smicronyx angustus (Tunis), varipüis, angusticollis, rudicoUis
(Algier); Fairmaire, Ann. Mus. Civ. Genova VII. p. 534.
Tysius (n. g.) amplipennis (Tairoa); Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Plist. (4. ser.) XVI. p. 218. PI. V. Fig. 1.
Gryporrhynchus (n. g.) ohscurus (Japan); Roelofs a. a. 0.
p. 189; Taf. lU. Fig. 13.
Stephanorhynchus purus (Pitt's Isl.), brevipennis (Christchurch) ;
Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 56 f.
Stephanorhynchus ia^üSOW^ (Neu-Seeland) ; D. Sharp, Entom.
Monthl. Magaz. XIII. p. 97.
Eugnomus elegans (Tairua), picipennis, fervidus] F. P.Pasc oe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 62 f.
Äpionini. Apion intermedium (Darmstadt); E. Eppelsheim
in der Stett. Eni Zeit. XXXVI. p. 76 f.
Attelahini. Attelabus genalis (New-Mexico) ; Le Conte,
Proc. Am. Phil. Soc. XV. p. 11.
AltelalDus (Euscelus) sexmaculatus (Porto-Rico) ; Chevrolat,
Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. 228.
Euops pulcJiella (Port Bowen); Pascoe, Additions etc.
VIII. p. 61.
Euops (Synaptops) Jelceli (Luzon); Roelofs in den C. R. Soc.
Ent. Belg. XIX. p. VIII.
Illiinomacerini. F. P. Pascoe (Descriptions of some
new Asiatic Species of Rhynchites) beschreibt folgende neue
Arten: Rh. elysius (Sumatra), alcyoneus (Indien) p. 391, hispoides
(Penang), laevigatiis (Menado), gagates (Macassar) p. 392, aesUians
(Tondano), leiicothyreus (Sula, Aru), venustus (Japan) p. 393, clavi-
cornis (Java), sculptundus (Indien), cupido (Penang) p. 394, tenui-
rostris (Sarawak), corallinus (Malacca) p. 395; Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XV f.
Rhynchites crihrum (Syrien) ; DesbrochersdesLoges, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CLXXXVI.
Scolocnemus (n. g. bei Eugnamptus; die Flügeldecken lassen
die drei hintersten Abdominalsegmente frei) Wallacii (Malacca);
Th. Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden I. p. 39.
Auletobius Becken (Derbent); Desb rochers des Loges,
Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. CLXXXVII.
Auletes ater (Illinois, Maryland), subcoeruleus (Nebraska) p. 4,
Cassandrae (Detroit Mich., Capron Florid.) p. 5, nasalis (Califor-
nien); Eugnamptus striatus (Haulover, Florid.) p. 5, puncticeps (Il-
linois, Georgia) p. G; Rhynchites planifrons (Cap San Lucas), aureus
(Santa Barbara, Cal.), fossifrons (Mariposa), cyanellus (Massachusetts,
Illinois) p. 8, eximius (New-Mexico) p. 413; Le Conte, Proceed,
Amer. Phil. Societ. XV. Nr. 96 (1876).
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 n. 1876. 431
Rhinomacer "ßilosus (Oberer See, Virginien, Californien), elon-
gatus (Pennsylvanien, Canada), compttts (Tahon See, Californien); Le
Conte, Proc. Amer. Philos. Societ. XV. p. 2; bombifrons {Brit.
Columb.) p. 412.
Ectemnorhinini. Ectemnorhinus Eatoni (Kerguelen); C. 0.
Waterhoiise, Entom. Monthl. Magaz. XIII. p. 51.
Scolopterini. Ancistropterus B?'owm (Tairua), mundus (ibid.);
D. Sharp, Ent. Monthl. Magaz. XIII. p. 97.
Magdalinini. Notes on the Habits of Magdalinus
armicollis Say, seine unter der Rinde von Ulmen lebende Larve,
Puppenruhe, Parasiten u. s. w. bringt H. G. Hubbar d in der
Psyche Vol. I. p. 5 f.
Magdalis cyanea (Livland, Lappland); Seidlitz, Fauna ba 1-
tica p. 430.
Balaninus nucum in Finnland; Meddelanden of Soc.
pro Fauna et Flora Fennica. I. p, 130.
B&\a,mnus syriacus (Syrien) ] Desbrochers des Logos, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CLXXXVIL
B. interruptus (Malacca); Th. Kirsch, Mitth. k. Museum
Dresden. I. p. 40.
Anthonomini. Anthonomus nebidosiis (Illinois, Missouri),
gidaris (Mittel-Staaten) p. 197, profundus (Illinois), ater (Californ.)
p. 198, rubidus (Pennsylvanien) p. 199, rußpennis (Pennsylvanien) p.
200, sulcifrons (Georgien), moridus (Californien), corvulus (Oregon)
p. 201, pusilhis (Texas), elegans (Florida), sq^iiamosus (Colorado) p.
202, tectus (Massachusetts, Georgia), liirtus (Utah), subvittatus (San
Diego und Mariposa, Cal.) p. 203, %mupercidus (San Diego), disjun-
ctus (Georgia, Illinois), rufipes (New-York), elongatus (Georgia) p. 204,
suhfasciatiis (New-York), nibustidus (Kansas), nubilus (Nord-Carolina)
p. 205, ungularis (Süd-Staaten), mixtus (Illinois. Texas), decipiens
(Texas) p. 206, canus (Texas), affinis (Texas), nanus (Texas) p. 207;
Orchestes ruß,pes (Vermont), parvicolUs (San Mateo, Cal.) p. 208;
Macrorhoptus estriatus (Texas, Californ.); Alyca (n. g., wie Macro-
rhoptus, aber Bauchsegmente sehr ungleich, Klauen mit einem An-
hängsel, für A. (Erirhinus olim) ephippiata Say) p. 109; Le Conte,
Proceed. Amer. Philosoph. Societ. Vol. XV. Nr. 96.
Anthonomus Baudueri (Syrien); Desbrochers des Loges,
Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. CLXXXVH.
Anthonomus (^ewii^^ewms (Porto-Rico) ; Chevrolat, Bull. Soc.
Ent. France. 1876. p. CCXXVIH.
Hypotagea (n. g., verwandt mit Anthonomus, aber die Vor-
derschenkel unbewehrt) rubida (Otago); F. P. Pascoe, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser,) XVIH. p. Ol.
Bradybatus Umbatus (Japan); Roelofs a. a. 0. p. 191.
432 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sphinxis (n. g.) pubescens (Japan); Roelofs a. a. O. p. 190.
Taf. III. Eig. 14.
Hoplocneme punctatissima (Otago): Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVII. p. 57.
Orchestes perpusiUus (Champion Bay) : Pascoe, Additions
etc. Vm. p. 61.
Orchestoides (n. g.) decipiens (Japan); Boelofs a. a. 0.
p. 192. Taf. III. Fig. 15.
Prionomerini. Prionomerus Mtuherosus. (Peru); Kirsch
a. a. 0. 1875. p. 161.
Fiazorhinini. Polyponus (n. g., von Piazorrhiuus ver-
schieden durch den Bau der Mittelbrust, den dünneren Fühlerschaft,
das vorragende Pygidium, die gezähnten Hinterschenkel ; im Habitus
den Attelabiden nahe stehend) aetliiops (Sarayacu) p. 163, hicallosus,
coerulescens p. 164; Kirsch a. a. 0. 1875.
Tychiini. Proctorus (n. g., Ecken des zweiten Bauchseg-
ments bis zum vierten reichend; Klauen mit einem breiten An-
hängsel; Rüssel gedrungen; Bauch des (^ mit einem spitzen Fortsatz)
armatiis (Oberer See) p. 212; Encalus (n. g., wie Proctorus, aber
Rüssel schlank; Bauch des ^ unbewaffnet) decipiens (Illinois, Min-
nesota); PI oc et es (n. g, Klauen gezähnt, Rüssel gedrungen, ge-
kielt) Ulmi (Mittel-, Süd- und West-Staaten) p. 213; Tliysanocnemis
(n. g., wie Plocetes; Rüssel schwächer; vierte Bauchnath undeutlich)
Fraxini (York Coy., Penns.), helvolus (Illinois) p. 214; Tylopterus
(n. g., Ecken des zweiten Bauchsegments reichen bis zum vierten,
Flügeldecken höckerig) pallidus (Texas), varius (Texas) p. 215;
Tychius lineelhis (Californien), tectus (Kansas; = T. aratus Say ?),
semisquamosus (Fort Tejon, Cal.) p. 217, hirteUus (Texas), setosus
(Fort Yuma, Cal.) p. 218; Sibyues fulvus (Cap San Lucas); Para-
goges (n. g., von Sibynes verschieden durch die einfachen Klauen)
maculatus (Californien) p. 219; Le Conte, Proceed. Amer. Phil.
Societ. Vol. XV. Nr. 96.
Lignyodes longirostris, suhfasciatus (Peru); Kirsch a. a. 0.
1875. p. 165, 166.
Lignyodes ohliquefasciatus(ConaiB>nimoiß.)', Fairmaire, Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. CXCIV.
Sibinia tychioides {T&irudi)', F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVIH. p. 62.
Cionini. Nanophyes maurus (Süd-Austr.); Pascoe, Addi-
tions etc. vm. p. 61.
Gymnetrini. Gymnetron villosipennis (Japan); Roelofs a.
a. 0. p. 149.
Gymnetron Plantaginis (Grünstadt); Larve in Kapseln von PI.
media; E. Eppelsheim in der Stett. Ent. Zeit. XXXVL p. 77 f.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. \8tCj. 433
Gymnetron lanuginosum (Atlas); Wollaston, Ent. Monthl.
Magaz. XI. p. 218.
Miarus hispidulus (Texas, Illinois, Florida, Pennsilvanien) ;
Le Conte, Proceed. Amer. Philos. Societ. XY. Nr. 96. p. 221.
Miarus vestitus (Japan auf einer Campanula) ; Roelofs, a. a.
0. p. 150.
Derelomini. Notolomus (n. g., von Derelomus verschieden
durch die fast aneinanderstossenden Vorderhüften und die stark gezähn-
ten Klauen) bicolor (Entreprise und Capron, Florid.), hasalis (Capron
und Sand Point; Florid.) p. 222, Myricae (New Smyrna, Florida)
p.418; Le Conte, Proceed. Amer. Philos. Societ. Vol. XV. Nr. 96.
Laemosaccini. Laemosaccus frontalis {F er u); Kirsch, a.
a. 0. 1875. p. 168.
Alcidini. Aleides flavosignatus p. 151, piccus, albolinentus
p. 152 von Japan; Roelofs a. a. 0.
Aleides tricmgulifer (Malacca); Th. Kirsch, Mitth. k. Mus.
Dresden. I. p. 40.
Ocladius bifasciatus, SJiarpi (Arabien), aegijptiacus (Aeg.); II.
Tournier, Pet. Nouv. Ent. 1875. p. 475 f.
Camarotini. Camarotus pusülus (Peru); Kirsch a. a. ü.
1875. p. 169.
Menemachiini. Acicnemis macula-älba, snturalis (Japan);
Roelofs a. a. 0. p. 153 f.
Cholini. Cholus Forbesii (gefangen in England auf Orchideen);
Pascoe, Proc. Ent. Soc. London. 1876. p. XXX.
Aphiorhamphus (rwennw (Peru); Kirsch a.a.O. 1875. p. 170.
Dionychus Jekelii (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875, p. 171.
Cryptorhynchini. Conotrachelus Juglandis (Mittel-Staaten),
albicinctus (Georgien bis Texas) p. 226, seniculus (Mittel- und West-
Staaten) p. 227, nivosus (Colorado) p. 229, adspersiis (Kansas) p. 230,
naso (Georgien und Texas) p. 231, plagiatus (Texas) p. 233, fissitn-
guis (Louisiana) p. 234, erinaceus (Süd-Staaten), lüspidus (Georgien)
p. 235; Micralcinus (n. g., Conotrachelus nahe stehend; Flügel-
decken nicht plötzlich breiter als der Prothorax, regelmässig eiför-
mig; Rüssel kürzer, kaum länger als der Prothorax; Klauen nicht
gezähnt) cribratus (Capron, Florida) p. 236; Zaglyptus (n. g.
Itbypor., Klauen schwach, einfach; Flügeldecken an der Basis nicht
breiter als die Prothorax) sulcatus (Alabama), striatus (Pennsilvanien)
p. 237; Microhyus (n. g., wie Zaglyptus, aber Flügeldecken am
Grunde viel breiter als der Prothorax) setiger (Georgien) p. 238;
Acamptus (n. g., Rüssel kurz, Tarsen schmal), rigidus (S.-Carolina
bis Texas) p. 239; Acalles nobilis (Texas), basalis (Colorado) p. 241,
porosus (Colorado), turbidus (Arizona), clathratus (Colorado), carinatus
(Illinois) p. 242, granosus (Florida), sordidiis (Texas) p. 243, crassulus,
longulus, nuchalis (Florida) p. 244, pectoraUs (Illinois); Eurhoptus
Archiv tür Naturg. XXXXII Jahrg. 2. Bd. CC
434 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(n. g., wie Acalles, aber Fühlerkeule nicht geringelt) pyriformis
(Illinois) p. 245; Micromastus (n. g., wie Acalles, aber Klauen
grösser, divergirend, für M. (Cryptorhynchus olim) gracilis Boh.);
Pseudomus truncatus (Süd-Carolina, Georgien) p, 246; Tyloderma
longum (Florida) p. 248, baridium: Phyrdenus (n. g., wie Crypto-
rhynchus, aber Klauen mit Anhängsel) imdatus (Missouri, Georgien)
p. 209; Cryptorhynchus fuscatus (Süd- und West-Staaten) p. 251,
fallax (Illinois bis Texas) p. 253, minutissimus (Virginien bis Loui-
siana) p. 254, tristis (Mittel- und West-Staaten) p. 255, ohlongus
(Georgien und Texas) p. 256; Zascelis (n. g., Schienen stark zu-
sammengedrückt, gesägt) serripes (Cap San Lucas);, squamigera (ibid.),
irrorata (Californien, Nevada, Colorado) p. 257; Cleosternus hispi-
dulus (Cap Sau Lucas) p. 258; Baropsis (n, g.) cribratus (Kansas,
Texas) p. 259; Le Conte, Proceed. Amer. Philosoph. Societ.
Vol. XV. Nr. 96.
Conotrachelus caudatus p. 172, luridus p. 173, defricatus p.
174, carinirostris, funereus p. 175, tristis p. 176, ferrugineus, quadri'
signatus p. 177, quadriguttatus p. 178, hasdlis p. 179, signatus, an-
gulicollis p. 180, carinellus p. 181; neue Arten aus Peru; Kirsch
a. a. 0. 1875.
Desmidophorus ursus (Madagascar) ; Roelofs in den C. R.
Soc. Ent. Belg. XVIIL p. XXXVIII.
Colobodes V-album p. 155, ornatus p. 156 (Japan); Roelofs
Ann. Soc. Ent. Belg. XVIII.
Melanterius carinicollis (Cap York), fugitivus (Swan Riv.), flo-
ridus (Adelaide) p. 62; Teiitheria (n. g., Klauen an der Basis ver-
bunden) insculpta (Albany); Mecistocerus denticulatus (Port Bowen)
p. 63; Salcus elmatus, latissimus (ibid.) p. 64; Äethreus (n. g.)
cicatricosus (Lord Howe Isl.) p. 65; Pascoe, Additions etc. VIII.
Catagmatus (n. g.) japonicus (Japan); Roelofs a. a. 0.
p. 158. Taf. II. Fig. 6.
Rhyssomatus rufipennis p. 182, peruvianus p. 183, aethiops,
minutus p. 184; alle von Peru; Kirsch a. a. 0. 1875.
Rhyssomatus (?) rußtarsis (Japan); Roelofs a. a. 0. p. 159.
Psepholax simplcx (Tairua); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag,
Nat. Hiat. (4. ser.) XVIIL p. 62.
Acalles Simulator (Japan); Roelofs a. a. 0. p. 160.
Acalles granulicollis (Tangiers); H. Tournier, Pct. Nouv.
Ent. 1875. p. 475.
Cry pharis Dawni (Corsica); E. Perris, L'Abeille (3) I. p. 10.
Acalles intutus, erroneus, hystriculus p. 63; Tychanus (n. g.
Acalli vicinum, sed prothorace basi bisinuata et scutello manifesto;
rostrum tenuatum, antennae in medio rostro insertae; elytra callosa,
prothorace basi haud latiora; femora infra dentata) gibhus, ferrugatus
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 435
p. 64, verrucosus; Sympedius (n. g. Acalli vicinum, sed prothorace
basi bisinuata et scutello manifeste ; a Tychano elytris haud callosie
et femoribus inermibus differt; rostrum arcuatum, basi crassius;
elytra aequata, prothorace haud latiora; tarsi articulo penultimo
late bilobo, secundo angusto) tcstudo, vexatus p. 65; Crisius (n. g. ;
Acalles ähnlich, aber Flügeldecken beträchtlich breiter als Prothorax)
binotatus p. 66, alle von Tairua; F. P. Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII.
Qatahonops (n. g.) monachus (Japan); Roelofs a. a. 0. p.
162. Taf. 11. Fig. 7.
Catarrhinus (n. g. prope Euthyrrhinus) umhrosus (Japan),
Annal. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. 164. PI II. Fig. 9, septentrio-
nalis, gibbirostris (Yesso), ibid. Compt. Rend. p. CXXXII und
CXXXIV; Monaulax (n. g. prope Cyamobolus) riigicollis (Japan);
Ann. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. 1G3. PL II. Fig. 8; neue Arten,
beschrieben von Roelofs.
Oreda brevis (Tairua); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVm. p. 60.
Maemactes vestitus (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875, p. 185.
Gasterocercus erinaceus p. 186, exigims p. 187, clitdlarius;
Cryptorhynchus funereus p. 188, niveicollis p. 189, tibialis p. 190,
modestus p. 191, innocens, gonocnemus (1) p. 192, mimäus, bmaevus
p. 193, cyplwrhynclioides p. 194; neue Arten von Peru; Kirsch
a. a. 0. 1875.
Cryptorhynchus navicularis p. 165, rufescens p. 166, insidiosus
p. 167 (Japan); Roelofs a. a. 0.
Suffrian beschreibt a. a. 0. folgende neue Cryptorhynchus-
Arten von Cuba: C. calandroides p. 126, fusco-aeneus (Mus. Ber.)
p. 127, decipiens p. 129, püosulus (Mus. Ber.) p. 130, lepidus (Mus.
Ber.) p, 131, trilineatus p. 132, griseolus p. 133, gracüirostris p. 135,
inconspicuus p. 136, histrionicus p. 141, suberosus (Mus. Ber.) p. 142,
posticatus p. 144, stercorarius p. 145, variegatus p, 147, multituber-
culatus p. 148, bisignatus p. 149, cordiger p. 151, squamiger p. 153,
plagiellus p. 155, discophorus p. 156, pulcliellus p, 157, curticollis p.
158, pectinatus p. 159, nigritellus p. 160, salebrosiis p. 161, muticus
p. 162, sulcicolUs p. 163, palmicola p. 164, Scrofula p. 166, peregri-
nus p. 167.
Coelosternus 7ieutralis, umbrosus p. 195, vilis p. 196, convexus
p. 197, oblongus, laevirostris p. 198, nanus p. 199 (Peru); Kirsch
a. a. 0. 1875.
Coelosternus (?) sulcato - striatus p. 168, fasciculatus p. 169,
electus p. 170, nigro-variegatus p. 171 (Japan); Roelofs a. a. 0.
Lycosura (n. g.) bispinosa (Albany); Pascoe, Additions
etc. Vm. p. 56.
43(j Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Aldonus celator (Tairua); F. P. Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVIH. p. 60.
Zygopini. Aus dieser Gruppe beschreibt Roelofs a. a. 0.
die neuen Japanesischen Arten Apiophorus (n. g., von Brimoda
Pasc, durch Gestalt des Rüssels und der Tarsen verschieden) pictus
p. 173; Taf. II Fig. 10; Metialma pusilla p. 175; Fodeschrus (n.
g.) signatus p. 175.
Piazurus californicus (Calaveras, Cal.), subfasciatus (New-York)
p. 260; Copturus nanulus {Georgia,, Illinois, Texas) p. 261, mammüla-
tus (Californien), adspersus (Texas) p. 2G2, longulus (Californien,
Utah, Canada), hinotatus (Penusilvanien), lunatus (Californien) p.
263; Acoptus (n. g., von Copturus unterschieden durch die nahezu
horizontale Oberfläche des Bauches) suturalis (New-York); Le Conte,
Proceed. Amer. Philosoph. Society. Vol. XV. Nr. 96.
Cratosomus campestratus p. 200; Piazurus alternans p. 201;
Copturus rufice2:>s p. 202, posticiis, variegatus p. 203, ocularis p.
204, vitticollis p. 205, niger p. 206, cyphogaster p. 207, albopictus
p. 208, convexicoUis p. 241, dorsalis, decoratus p. 242, pectoralis p.
243, perdix p. 244, signaticollis p. 245, tiebulosus p. 246, fenioralis,
musicus p. 247, bellus p. 248, inornatus, apicalis p. 249, Uneolatus
p. 250, subfasciatus, rufirostrus p. 251, sulcifrons p. 252, neue Arten
aus Peru; Kirsch, a. a. 0. 1875.
Agametis pulchra; Osphilia albo-maciüata p. 41; Mecopus ab-
dominalis p. 42 (Malacca), Moluccarum (Moluccen) p. 43 Anm., Th.
Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden I.
Arachnopus guttulifer (Korido), alboscapulatus (ihiA.) p. 1009,
misoriensis (ibid.) p. 1010; Gestro, Ann. Mus. Civ. .Ge-
nova. VIT.
Tachygonini. Bei der Gattung Tachygonus sind die Augen
unten plötzlich verengt und in einen langen, fast gleichbreiten
Zipfel ausgezogen, der bis auf die Unterseite des Kopfes reicht und
bei angelegtem Rüssel von dem Vorderrande des Halsschildes bedeckt
wird. Neue Arten sind T. scutellaris, rufovarius (Peru), Kirsch
a. a. 0. 1875. p. 252. f.
Tachygonus tardipes (Texas), fulvipes (Illinois); Le Conte,
Proceed. Amer. Philosoph. Societ. Vol. XV. Nr. 96. p. 266.
Ceutorliynchini. Craponius (n. g. Coeliod., Schienen ab-
geplattet, an der Ausseuseite gezähnt; ßrustgruben bis zum Me-
tasternum reichend, für C. (Ceutorhynchus olim) inaequalis Say)
p. 268; Cnemogonus (u. g., wie Craponius, aber Brustgruben
nicht bis zum Metasternum reichend, für C. (Curculio) Epilobii
Payk.) p. 269; Coeliodes tenuipes (Texas), a^per (Texas), cruralis
(Anticosti) p. 270, nebulosus (Detroit, Michig.), nasalis (Texas) p.
271; Acallodes (n. g., von Coeliodes verschieden durch die allmäh-
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1 S75 u. 1876. 437
lieh breiteren Flügeldecken) ventricosus (Mittel- und Süd-Staaten)
p. 272 ; Ceutorhynchus subpubescens (Los Angeles und Tejon, Cal.)
p. 273, sulcipennis (Süd- und West-Staaten) p. 274, decipiens (Kan-
sas, Michigan), rudis (Kansas), sericans (Calaveras, Cal.) p. 275, con-
vexicollis (Texas), pusülus (Californien) p. 276, sqiiamatus (Illinois),
angiüatus (Vancouver Isl.) p. 277, ohliquiis (San Mateo, Cal ), Tau
(Texas), semiruftis (Detroit) p. 278, medialis (Oberer See), puberidus
(Canada, Michigan) p. 279; Peleuomus squamosus (New-York, Michi-
gan) p. 281, cavifrons (Californien) p. 282; Coelogaster obscurus
(Florida) p. 283; Rhinoncus longulus (Süd- und West-Staaten) p.
284; Le Conte, Proceed. Amer. Philosoph. Societ. Vol. XV.
Nr. 96.
Ceutorhynchus macula-alba in der Samenkapsel von Pa-
pa vcr somniferum schädlich; Sitzber. naturf. Ver. Brunn
XIII. p. 46.
Ceutorhynchus asper, ancora p. 178; Ccutorhynchidius albosu-
turälis p. 178 (Japan); Roelofs a, a. 0.
Mecysmodercs carinifer (Malacca); T h. Kirsch, M i 1 1 h. k.
Museum Dresden I. p. 44.
Mecysmoderes fulvus (Japan); Roelofs a. a. 0. p. 179.
Eubrychius (Phytobius) vclatus Beck besitzt eine leidliche
Schwimmfertigkeit. Schultze in der D. Ent. Zcitschr. 1875,
p. 397.
Fhyiohms japonicus (Japan); Roelofs a. a. 0. p. 180.
Peridinetini. Peridinetus circidifer, nanus', Megops lincöla
(Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 254—256.
Baridiini. Orthonis (n. g., Pygidium schräg; fünftes Ven-
tralsegment länger, am Ende gerundet; Rüssel lang, schmächtig,
gerade) Crotchii (Californien) p. 286; Rhoptobaris (n. g., vom vo-
rigen verschieden durch den kürzeren, weniger schmächtigen, ge-
krümmten Rüssel) canescens (Colorado) p. 287; Trichobari s (n.
g. iür T. (Baridius olim.) trinotata Say, plumbea Lee. und) texana
(Texas); Aulobaris (n. g. für A. (Baridius olim.) scolopax Say,
Ibis Lee, naso Lee, anthracina Boh.) p. 288; Baris nitida (Florida)
p, 292, pruinosa (Texas) p. 294; Onycliobaris (n. g. für 0. densa
Leo. und) subtonsa (Texas), pectorosa (Texas) p. 295, cribrata (Texas)
p. 296, rugicollis (Mittel- und Süd-Staaten) p. 297; Pseudobaris (n.
g. für P. (Baridius olim.) farcta Lee, nigrina Say, angusta Lee,
pusilla Lee, T-signum Bohem., und) alhilatus (Enterprise. Florid.)
p. 298, pectoralis (Florida) p. 420; Ampelo glypter (n. g., wie
Madarus, aber Vorderschenkel nicht gezähnt) ater (Süd- und West-
Staaten), crenatus (Virginien, Maryland) p. 300; Pachybaris (u. g.
Centrin., Schienen kräftig, mit Längsgruben, Brustgrube flach, un-
bestimmt begrenzt) ^joros^s (Entreprise, Florid.) p. 302; Stethobaris
438 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(n. g. für S. (Campylorhynchus olim) tubulatus Say und) corpulen-
tus (Tampa, Flor.) p. 420; Microcholus (n. g.) striatus (Florida),
puncticolUs (Florida), laevicolUs (St. Louis, Miss.) p. 304; Galan-
drinus (n. g.) grandicollis (Rocky Mounts.) p. 305; Centrinus lae-
mrostris (Colorado), striatirostris (Texas) p. 309, neglectus (Louisiana,
Kansas) p. 310, eapillatiis (Texas) p. 311, decipiens (Florida, Texas)
p. 311, punctiger (Texas), calvus (Georgia, Florida) p. 314, recti-
rostris (Süd-Carolina, Illinois), falstis (Mittel- und Süd-Staaten) p.
315, longulus (Texas), concinnus (New-York, Florida, Texas) p. 316,
prolixus (Massachusetts, Illinois), cow/?m"s (New-York) p, 317; Zygo-
baris (n. g., von Centrinus verschieden durch die an der Basis ver-
wachsenen Klauen), nitens (Florida), conspersa (Illinois) p. 318;
Barilepton (n. g. von Centrinus verschieden durch den Besitz von
nur einer Klaue), filiforme (Virginia, Illinois, Nebraska) p. 319;
Eiichaetes (n. g., Körper mit kräftigen, aufgerichteten, sehr langen
Borsten, die in die dichte Schuppenbekleidung eingestreut sind ;
Tarsen schmal) ecMdna (Illinois); Plocamus (n. g., die Borsten
sind kurz) hispiduliis (Süd-Staaten) p. 320; Le Conte,Proc. Amer.
Phil. Societ. XV. Nr. 96.
Diorymerus sulcatus (Peru); Kirsch, a. a. 0. 1875. p. 275.
Bdiviäms parumpunctatus (Tunis); L. Fairmaire, Ann. Mus.
Civ. Genova. VII. p. 535.
Baridius ferrugo p. 257, vulneratus, thoracicus p. 258, inaniSy
aenescens p. 259, aetJiiops p. 260, siibaeneus, corvinus p. 261, funereuSy
longirostris p. 262, parvus p. 263, alle aus Peru; Kirsch a. a. 0.
1875.
Baris maritima, melancholica p. 181, pilosa p. 182, armipes,
deplanata p. 183, orientalis p. 184; Centrinopsis (n. g.) nitens
p. 185. Taf. III. Fig. 12, alle aus Japan; Roelofs a. a. 0.
Scambus dromedarius p. 264, ruficeps p. 265, lineatus p. 266,
squamipes p. 267; neue Arten aus Peru, erstere auch aus Bogota;
Kirsch a. a. 0. 1875.
Centrinus cicatricosits p. 268, brunnirostris p. 269, relucens^
bisseriatus p. 270, tibialis p. 271, rectirostris p. 272, geniculatus,
exiguus p. 273, aethiops p. 274, alle aug Peru; Kirsch a. a. 0. 1875.
Platyphaeus (n. g., dem Brasilianischen Parallelosomus nahe
stehend, Augen unterhalb sich berührend, fein facettirt; Rüssel
pfriemenförmig ; Fühlergruben hinter der Mitte beginnend) lyterioides
(Gayndah); Pascoe, Addition s etc. VIII. p. 66.
Kirsch a. a. 0. stellt auf Badamus (n. g.) (! „per ana-
gramnia orta non placent") für die neuen Arten R. aerem p. 276
und atratus p. 277.
Hormopini trib. nov. gegründet auf Hör mops (n. g. Vorder-
hüften zusammenstossend; Krallen einfach, Pygidiura nicht offen
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 439
liegend; Augen unterhalb zusammenstossend) abdticens (Capron,
Florida); Le Conte, Proc. Am. Philos. Societ. XV. Nr. 96.
p. 321.
Calandrini. Dohrn stellt auf Rhinoeles n. g., ausge-
zeichnet durch den fast körperlangen Rüssel, für eine Art, nasica,
von Monrovia, in der Stett. Ent. Zeit. 37. p. 88.
Rhynchophorus ceylanensis (Ceylon); Roelofs in den C. R.
Soc. Ent. Belg. XIX, p. V.
Oxypygus trisignatus ', Änapygus (n. g. Sphenocoryn.; An-
sehen eines Sphenophorus, aber Oxypygus nahe stehend, Abdomen
eines Heterotoxus) carinicollis (Malacca); Th. Kirsch, Mit th. k.
Mus. Dresden I. p. 44 f.
Otidognathus Jansoni (Japan); Roelofs a. a. 0. p. 186.
Sphenophorus melanurus (Chancho mayo in Peru); Kirsch a.
a. 0. 1875. p. 278.
Le Conte gründet in den Proce ed. Amer. Philos- Societ.
XV. Nr. 96 auf Sphenophorus validus die neue Gattung Cactopha-
gus p. 331; auf S. tredecimpunctatus Bliodohaenus n. g.) p. 332,
auf Rhina frontalis Yuccahorus (n. g.) p. 333; auf Cossonus du-
h'ms All omimus (n. g.) p. 339 und beschreibt die neuen Arten Himatium
errans (Columbien) p. 427; Sphenophorus velutinus (Florida), vario-
losus (Colorado) p. 424, ohlitus (Texas) p. 425; Trichischius (n.
g., wie Sphenophorus, die Innenseite der Vorder- und Mittelhüften
mit langen Haaren bekleidet; . . . drittes Tarsenglied ßchmächtig,
nicht ausgerandet, unterseits glatt . . . .) crenatns (Colorado) p.
426; Macrancyliis (n. g., Fühler nahe am Grunde des Rüssels ein-
gelenkt, Körper sehr schmal, sonst wie bei Macrorhyncolus) linearis
(Florida) p. 339; Gononotus (n. g., von Dryotribus verschieden
durch siebengliedrige Fühlergeissel) lutosus (Florida) p. 337.
Ein Exemplar von Calandra Schach L. mit monströsem Rüssel
beschreibt Mohnike in den Sitzber. Niederrh. Ges. f. Natur-
und Heilkunde 1873. p. 171.
Calandra elongata (Japan); Roelofs a. a. 0. 187.
Stromhoscerini. Nach J. Faust ist die Gattung Xero-
dermus Lac. identisch mit Orthosinus Motsch. und X. por-
cellus Lac. = 0. sculpticollis Motsch. Stett. Ent. Zeit.
XXXVI. p. 94 ff.
Cossonini. Kirsch a. a. 0. 1875. p. 279 stellt die neue
Gattung Oligopus auf (der Gattung Amorphocerus am nächsten
stehend, aber durch kürzeren Schaft und längere Geissei der Fühler,
das hinten zweibuchtige Halsschild und verwachsene Fussklauen
abweichend) und beschreibt die neuen Arten von Peru: 0. pellitus
p. 249; Cossonus areatus p. 250, peruaniis p. 251.
Pentarthrum Wollastoni (Ceylon); Roelofs in den C. R. Soc.
Ent. Belg. XIX. p. VL
440 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pentarthron i?oc?n</wm (Rodr.) ; Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 120.
Aparopion corsicum (Corsica); E. Perris, L'A beule (3)
I p. 9. »
Raymondia Benjaminis (Massanne, Pyr.); Marquet, Pet.
Nouv. Ent. 1875. p. 511; R. laevithorax, Bamrii (Corsica); E.
Perris L'Abeille (3) I. p. 11 f.
Alophidae (subf. nov. Curculion., Lee; Gelenkflächen der
Mandibeln an der Aussenseite, Bewegung seitlich; Mandibeln ohne
scharfe innere Ecke, am Ende deutlich ausgerandet, mit einer zweiten
Spitze, Führer gekniet, Kehle vorragend, Kinn zurückgezogen). Tri-
glyphus (n. g. ; Wangen tiefgefurcht ; Tarsen unterseits bürstenartig;
Flügeldecken eiförmig) ater (Californien) p. 117; Plinthodes (n.
g., wie vorige, aber Flügeldecken länglich eiförmig, mit deutlichen
Schulterecken, rauh punktirt mit Punktreihen für P. (Hylobius olim)
taeniatus Lee); Acniaegenius (n. g., Wangen fein gefurcht, Tarsen
borstig unterseits ; Flügeldecken mit starken Punktreihen, mit Haaren
und Schuppen bekleidet) hylöbinus (Oregon) p. 118; Trichalophus
(n. g. für (Alophus olim) didymus Lee, constrictus Lee, alternatus
Boh., seriatus Mann, und) simplex (Manitoba, Hudsons Bay) p. 119,
planirostris (Co\orB.do) p. 413; Lophalophus (n. g, für (LioiDhIoeus
olim) inquinatus Mann.) p. 120. Le Conte, Proc. Am. Phil.
Soe XV. Nr. 96.
Scolytidae. C. Lindemann veröfif entlicht in dem Bullet.
See Imp. Naturalistes de Moscou 1875 und 1876 einige Ar-
tikel über diese Familie. In einem derselben (Vergleichende anato-
mische Untersuchung über das männliche Begattungsglied der Bor-
kenkäfer; 1875. Nr. 1. p. 196 ff. mit Taf. I-V) ist das Resultat der
vergleichenden Untersuchung des Penis von 39 Arten mitgetheilt.
Am Penis unterscheidet Lindemann zunächst die primären Stücke,
die er als metamorphosirte Theile einiger Abdominalsegmente an-
sieht, von den accessorischen, die nach ihm Cutikularbildungen, in
dem duktus ejaculatorius entstanden, sind; die Gesammtheit der letz-
teren nennt er den Aufsatz. Die primären Stücke sind in der Drei-
zahl vorhanden und werden als Körper, Gabel und Stengel unter-
schieden; gegenüber den accessorischen zeigen diese primären eine
grössere Beständigkeit bei den einzelnen Arten. Wenn man ver-
sucht, die Arten nach dem Begattungsglied zu gruppiren, so stellt
sich heraus, dass diese Gruppirung nicht in einer geraden Linie ge-
schehen darf, sondern dass wesentlich drei Typen zu unterscheiden
sind, zwischen denen keine vermittelnden Bildungen gefunden sind.
Als den Mittelpunkt j edes dieser Typen betrachtet Lindemann Xylote-
rus lineatus, Hylurgus piniperda und Scolytus rugulosus; um jede
dieser Mittelpunkte gruppiren sich die Arten strahlig, [und zwar
auf dem Gebieteder Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876, 441
bilden die Scolytusarten auch nach dem Penis eine Gruppe für sich,
während zu der ersten Gruppe auch die Gattungen Dryocoetes,
Xyleborus, Tomicus, Crypturgus, Polygraphus, Cryphalus, Pityo-
phthorus, zu der zweiten Hylastes, Hylesinus, Phloeophthorus, Dryo-
ctonus gehören. Die Einzelheiten sind zu specieller Natur, um hier
erörtert werden zu können.
Derselbe beginnt ebenda 1876. p. 148 &., 320 ff. eine Mo-
nographie der Borkenkäfer Russlands mit den Crypha-
loiden, Tomiciden, der ein auf ein vergleichendes Studium des
Geschlechtsapparates und des Kaumagens begründetes System der
Curculionites Latr. vorausgeschickt ist; s. oben p. 357 (149). Die Tomi-
ciden, bisher als Unterfamilie der Scolytiden angesehen, betrachtet
er mit den Scolytiden s. str. und Hylesiniden als eine den (enger
begrenzten) Curculiouiden gleichwerthige Gruppe, als eine Familie,
die in vier Unter familien zerfällt. Dieselben (Cryphaloideae,
Dryocoetoideae, Tomicoideae. Xylotero'ideae) sind auf die Unter-
schiede im Baue des männlichen Begattungsorgans begründet und
verlangen "zu ihrer Charakterisierung die Kenntniss der von Linde-
mann angewandten Terminologie. Zu den Cryphaloideae rechnet
Lindemann die Gattungen Cryphalus, Ernoporus , Homoecry-
phaUis (n. g,, Fühlergeissel viergliederig ; die Näthe der Fühler-
keule, sowohl unten als oben, ganz gerade : die Genitalplatte des
Weibchens besteht bloss aus dem Stengel, gegründet auf eine neue
Art, H. Ehlersi Kiesenw. i. 1. p. 168 Anmerk.), Stephanoderes, Pi-
tyophthorus (so ist die richtige Schreibweise; Liudemann schreibt
Pytiophth.), Hypoborus (Pseudocryphalus Ferr., Xyloctonus Eich.,
Hylocurus Eich); die letzten eingeklammerten sind aussereuropäische
Gattungen.
Die eigentliche Monographie, die Umarbeitung eines in russi-
scher Sprache erschienenen Werkes, das die Gattungen Scolytus und
Phloeophthorus behandelte, beschäftigt sich in dem mir vorliegen-
den Theile nur mit der Gattung Ernoporus in sehr eingehender
Weise. Für die Artunterscheidung wichtige Theile sind vergrössert
im Holzschnitt dargestellt und zugleich eine vergleichende Anato-
mie der Gattung gegeben, die zeigt, dass sich diese Gattung in der
Bildung des Kaumagens den Hylesiniden sehr nahe stellt, während
sie im Aeusseren den Cryphalusarten so ähnlich ist, dass beide oft
mit einander verwechselt sind. Der Verfasser glaubt diese Erschei-
nung vielleicht durch Anpassung der eigentlich zu den Hylesiniden
gehörenden Gattung Ernoporus an die Lebensweise der Cryphalus
erklären zu können, als ein Fall von Convergenz. Zu den drei aus
Europa bekannten Arten, E. Tiliae F., Fagi N., Jalappae Letzn.,
beschreibt Lindemann eine vierte aus dem Caucasus, E. caucasicus
p. 373, die sich mit E. tiliae in Linden fand.
442 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In einem dritten, Beiträge zur Kenntniss der Borken-
käfer Russlands betitelten Artikel (1875. Nr. 1. p. 131 ff.) führt
der Verfasser aus, dass Tomicus xylographus Sahlb. von Ratze-
burg als T. chalcographus L. beschrieben sei; der rechte T. chal-
cographus L. scheine in Westeuropa fast gar nicht bekannt zu sein.
Hylurgus piuiperda besitzt in beiden Geschlechtern einen Tonapparat,
der Ton wird durch Reiben zweier ausgezeichneten Stellen der Hin-
terleibsringe („Tonflecke") an den Ton leisten der Flügeldecken her-
vorgebracht; H. minor fehlt der Tonapparat. Neue Arten sind
Cryphalus alni p. 136 und Dryocoetes aceris p. 140.
Chapuis und Eichhoff geben ein Verzeichniss der von
Lewis in Japan gesammelten Arten dieser Familie. Ann. Soc.
Ent. Belg. XVIII. p. 195 ff. Von denselben sind 2 (Blastophagus
piniperda F. und B. minor Hartm.) mit europäischen identisch; die
17 übrigen neue, aber z. Th. europäischen sehr nahe verwandte
Arten s. unten.
Pityophthorus cariniceps (Detroit, Mich.), fossifrons (Van-
couver Isl.) p. 353, cow/?ms (Californien) p. 354; Hypothenemus erectus
(Texas) p. 356; Cryphalus n^ic^ws (Canada) p. 362; Tomicus cow/msms
(Californien, Arizona), emarginatus (Oregon) p. 364, rectus (Neu-
Mexico) p. 365, hudsonicus (Alaska, Hudson s-Bay) p. 366; Micracis
nanula (Florida) p. 368, rudis (Detroit, Michig.), hirtellus (Süd-Cali-
fornien) p. 369; Thysanoes (u. g., Fühlerkeule sparsam behaart,
ohne Näthe auf der Oberseite, mit zwei undeutlichen auf der Unter-
seite; .... Flügeldecken am Ende nicht zugespitzt), fimhricornis
(Lancaster Coy., Pennsilv.) p. 370; Scolytus unispinosus (Oregon) p.
372, praeceps (Calaveras, Calif.), subscaber (Vancouver Isl., Oregon,
Californien) p. 373; Chramesus Chapuisii (Louisiana) p. 375; Hyle-
sinus aspericollis (Californien) p. 380; Phlaeosinus punctatus (Ore-
gon, Oberer See); Chaetophloeus (n. g. für Hylesinus hystrix Lee.)
p. 382; Carphoborus simplex (Californien) p. 388; Dendroctonus bre-
vicornis (Californien) p. 386; Hylastes longus (Colorado), (Hylurg-
ops n. g. für Hylastes granulatus Lee, pinifex Fitch, Hylurgus
rugipennis Mann., subcostulatus Mann.) p. 389; Scierus (n. g. Hy-
lurgin., Vorderhüften weit entfernt von einander) annectens (Anti-
costi Isl.) p. 390; Le Conte, Proceed. Amer. Philos. Societ.
Vol. XV. Nr. 96.
Hylesinini. Chapuis beschreibt in den Ann. Soc. Ent.
Belg. XVIII die neuen japanischen Arten: Hylastes parallelus, in-
terstitialis p. 196, obscurus p. 197; Phloeosinus Lewisi, perlatus
p. 198.
Von Peru lehrt Kirsch a. a. 0. 1875. p. 283 f. die neue Art
kennen: Phloeotribus obesiis.
Tomicini. Eichhoff beschreibt aus Japan die neuen Arten;
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 443
Tomicus (subg. Cyrtotomicus Ferr.) angulatus p. 200; Eidophelus
(n. g., Caput subglobosum in proth. retractum; ant. funiculo 4-arti-
culato, capitulo subsolido compacte, maxillae mala intus setis rigidis
ciliata; tibiae sublineares, extus spinulosae, tarsis art. 3 primis sim-
plicibus) imitans (Pityophth. Lichtenst. Ratz ähnlich) ; Dryocoetes (??)
apato'ides', Xyleborus atratus, compactus p. 201, riihricollis, validus,
sohrinus, festivus p. 202, vicarms p, 203.
W. Eichhoff bringt Synonymisches über Tomiciden.
Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 378. Darnach ist Bostr. Marshami
Rye = Dryocoetes alni Georg, B. septentrionis Mannh. = B. semi-
castaneus ejusd. = Dryoc. autographus Ratzeb. B. alni Muls. et Rey
Opusc. entom. VII = Xyleborus Pfeilii Ratzeb. B. oblitus Perr. =
B. longicollis Gyllh. ; B. tachygraphus Sahlb. = Xyleb. dispar. Fabr.;
$; B. decolor Boield. = Xyleb. Saxesenii Ratzeb. c^; Xyleborus
carinipennis Eich. = Phloeotrogus obliquecauda Motsch. ; Tomicus
praemorsus Eichh. = Bostr. calligraphus Germ.; Xyloterus bivitta-
tus Mannh. = X. cavifrons Mannh. = Trypodendron lineatum Ratz.,
X. quercus Eichh. = Bostr. lineatus Gyllh.; Dryocoetes capronatus
Perr. = Bostr. Bulmerincqui Kol. , Pterocyclon longulum Eichh. =
Tomicus mali Fitch; Xyleoborus abnormis Eichh. (wahrscheinlich)
= X, (Eccoptopterus) sexspinosus Motsch.; Hypoborus mori und ge-
nistae Aub. fallen unter die Gattung Liparthron WolL, Cryphalus
piceae Ratzeb. ist eine selbständige Art.
Scolytini. Scolytes japonicus (Japan); Chapuis in den
Ann. Soc. Ent. Belg. XVIII. p. 199.
Pachycotes (n. g.) ventralis (Neu-Seeland) ; D. Sharp,
Entom. Monthl. Magaz. XIII. p. 266.
Brenthidae. Kirsch macht in den Mitth. Kgl. Mus.
Dresden I mehrere neue Arten, meist von Malacca, bekannt: Cy-
phagogus Eichliorni p. 45, plant frons; Megacerus conciliatus p. 46,
piibeseens p. 47, Badcni (Philippinen) p. 48 Anm.; ptdchelliis (Mo-
luccen) p. 49 Anm,; Stratiorrhina Pascoei p. 48; Ory chodes lineolatus
p. 49, splendens p. 50 Anm.; striolaUis p. 51 x\nm. (beide von den
Philippinen), indus (Siam) p. 51 Anm.
Unter dem Namen Otidocephalus eJegantuliis beschreibt Sum-
mers in Our Home Journal, Jan. 30th. 1875 einen Käfer, der
nach Le Conte in den Proc. Amer. Philos. Soc. XV. Nr. 96 p.
192 zur Gattung Cylas gehört, von der bisher nur Arten aus
Afrika und Indien bekannt waren.
Mecedanum Er. = Aprostoma Guer. und Aprost. plauifrons
Westw. ein Colydier. C. A. Dohrn in der Stett. Ent. Zeit.
XXXVII. p. 383 ff.
Stereodermus pilosus (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 281.
Anthribidae. D. Sharp (On the Anthribidae of New-
Zealand, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII.) beschreibt
444 Bertkau: Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
einige neue Arten von Neu-Seeland, nämlich Anthribus Brouni
(Auckland, Tairoa) p. 426, bullatus (Tairoa) p. 427, vates (ibid.),
(phymatodes Redt. ? ibid.) p. 428, hetaera, discedens (ibid.) p. 429,
altus (ibid.) p. 430, Huttoni (ibid.) p. 431, crassus (ibid.) p. 432,
nanus (ibid.), atomus (ibid.) p. 433, inflatus (Nördl. Insel) p. 434,
rugosus (Tairoa) p. 435, spinifer (?) p. 436, ornatus p. 437, rudis
p. 438.
Gonotropis (n. g. Tropider., Fühlerkeule nicht zusammenge-
drückt; Fortsatz des Prothorax stark winkelig, Klauen einfach)
gibhosus (Colorado); Eurymycter (n. g., Fortsatz gerade; Klauen
gezähnt, für E. (Macrocephalus) fasciatus Oliv.) p. 394; Tropideres
rectus (Enterprise, Florid.) p. 395 ; Allandrus hifasciatiis (Canada) p.
396; Hormiscus saltator (Mittel- und West-Staaten) p. 397; Toxo-
tropis (n. g. Hormisc, Fühlerkeule dreigliedrig, Augen schv^^ach
ausgerandet) pusülus (Tampa, Florid.), approximatus (San Diego
Cal.); Gonops {n. g., Augen stark ausgerandet, Klauen gespalten),
fissunguis (Californien) p. 398; Eusphyrus (n. g. Basitrop.) Walshü
(Illinois) p. 400; Phoenicohius (n. g.) Chamaeropis (Florida) p.
401; Piezocorynus mixtus p. 402; Anthribus lividus (Florida) p. 403;
Brachytarsus griseus (Colorado) p. 405, plumbeus (Mittel-Staaten),
vestitus (Louisiana) p. 406; Änthribulus (n. g.) rotundatus (Massa-
chusetts) p. 407; Choragus Zimmernianni (Nord-Carolina), Sayi
(Washington) p. 408; Euxenus (n. g. Xenoschest., Prothorax punk-
tiert; Flügeldecken mit unregelmässigen Doppelreihen von Punkten)
punctatus (Detroit, Mich.); Le Conte, Proceed. Americ. Phi-
losoph. Societ. XV. Nr. 96.
Mecocerus sulphureus (Andaman Xsl.); C. 0. Waterhouse,
Trans. Ent. Soc. London. 1876. p. 24.
Sintor vittatus p. 50, guttatus p. 51; Acorynus bimacidatus\
Litocerus multüineatus p. 52; Sympactor (n. g. Acoryn., Rüssel
doppelt so lang als der Kopf, stark gebogen, am Ende stark erwei-
tert und abgestutzt) vittifrons: Cedus nigripectus p. 53; Nessiara
lineola; Apatenia tessellata p. 54; Apolecta aspericollis ; Xenocerus
pictus p. 55 alle von Malacca; Th. Kirsch, Mitth. k. Museum
Dresden, I.
Brachytarsus /aZZai« (Mt. deMarsan?); E, Perris, L'Abeille
(3) l, p. 13.
Xenocerus fastiiosus (Korido). velutinus (ibid.) p. 1012, hume-
ralis p. 1014, niveofasciatus (Mafor) p. 1015, Corae (Ramoi, Audai)
p. 1017, barbicornis (Ramoi) p. 1018; Gestro, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII.
Araeocerus ^Jrtrd5a/!s (Auckland); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XVII. p. 58.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 445
Typhoderes annulatus (Madagascar) ; C. 0. Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 412.
Balanodes (n. g., sehr nahe mit Araeocorynus verwandt,
aber abgesehen von der Form verschieden durch wenig schmälere
Tarsen und die an der Spitze nicht erweiterten Tibien) tomentosiis ;
Caranistes annuUiKS (Rodriguez); C. 0. Waterhouse, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 119.
Trictenotomidae. C. A. Dohrn beschreibt das (^ von Auto-
crates aeneus Westw. Stett. Ent. Zeit. 36. p. 79.
Bruchidae. Pachymerus variegatus (Sarayacu in Peru; Kirsch
a. a. 0. 1875. p. 290-
Gerambycidae. Prionini. Parandra Janus (Menado, Celeb.);
Anoi>\oders.quadricolle{Mendoz3i)Tp. 47; Äpotrophus (n. g. Ctenoscelin.,
von den den übrigen Ctenoscelinen verschieden durch den Bau der
mit Cyrtognathus übereinstimmenden Fühler) sim2)licicoUis (^arsLuk) p.
49; Dinopr ionus {n. g. Aegosomin.; von Aegosoma verschiedendurch
die ausserordentlich kurzen 3 ersten Tarseüglieder; Mesosternum sehr
wenig cüiwickeli) cephalotes (Indien) p. 50; Äerogrammus (n. g. Aego-
som.) rtifus (Borneo) ; Aegosoma avgustatum (Ceylon) p. 51; Temne-
sthes (n. g. Anacolin.) lohicollis (Bogota) p. 52; Erythraenus (n. g.
Erythraeninarum) Borneensis (Sarawak) p. 53; II. "W. Bates,
Ent. Monthl. Magaz. XII.
Ein genaues Studium der Gattung Ilypocephalus bringt
Leconte zu der Ueberzeuguug, dass wir in ihr einen Repräsen-
tanten einer alten Fauna, gleich Tricteootoma, Cupes und Rbysodes
haben, der gewisse CharakCere verschiedener Familien in sich ver-
einigt. Sie muss daher mindestens eine besondere Familie bilden.
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 209 ff.
Für Prionus brachypterus Falderm. gründet Motschoulsky
die neue Gattung Psilopus, in die auch P. hemipterus Mots. gehört
p. 152; Rhaesus (n. g.) persicus; serraticoUis Mots. und (Aulaxopus)
robustus V. Heyd gehören ebenfalls in diese, Ergates mit Priouus
verbindende, Gattung. Bull. Soc. Imp. Natur, de Moscou. XLIX.
(1875) Nr. 2.
F. P. Pascoe beschreibt folgende neue Arten: Miocydus
(n. g., „Priono affinis, sed clypeo fronte continuato, labro inviso
antennis serra.tis, et tarsis brevioribus") prionoides (West-Austr.) p.
60; PI. VIII. Fig. 9; Flaptus &rev^com^s (Süd-Austr.) Fig. 8 ; (Eudia-
nodes Swanzyi (Cape-Coast Castle) Fig. 7); Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4. ser.) XV. p. 59, 60.
C. A. Dohrn handelt auf S. 118-123 der Stett. Ent. Zeit.
XXXVIl. von einer neuen Acanthophor iden- A rt von Mon-
rovia, die die Gattungscharaktere von Tithoes imd Dorycera
vereinigt.
446 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Chalcoprionus (n. g. Ctenoscelin.) Badeni (Neu-Granada) ;
H. W. Bates, Entom. Monthl. Magaz. XL p. 274.
Die Larve von Ergates hat ebenfalls am Mesothorax Stig-
men; Mayer in der Jenaischen Zeitschr. f. Naturw. X.
p. 132.
Macrotoma simplex (Rodriguez); Waterhouse, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 121.
Closterus major (Madagascar) ; C. 0. Waterhouse, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. XV. p. 413.
Ceramhycini. Ectiiiope (n. g. Oerain. ?; Augen gleich denen
von Ciopera, Prothorax an der Basis jederseits mit einem aufge-
richteten Dorn; vom Ansehen eines Neocorus ibidionoides) spinicollis
(Sydney) PI. VIII, Fig. 3: Typhlocharia Mastei'sii (Melbourne) p. 61;
Lygesis mendica (New->South- Wales); Uracanthus strigotus (New-
South-Wales) p. 62; Emenica (n. g. üracanthin.) nigripmnis Fig.
2y Tityrius (n. g. Pythein. ?) calcaratus p. 63; F. P. Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV.
Neocerambyx Batesi (Japan); vonHarold, Abh. naturw.
Ver. Bremen. IV. p. 295.
Plocaederus Cardli (Algier auf Calligonum comosum); C. E.
Leprieur, Bull. Soc. Ent. France. 1876. p. VIII.
Stenopotes (n. g., Augen nierenförmig, grob facettirt) paUi-
dus (Waikato, New.-S.); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. His t. (4. ser.)
XVI. p. 217. Plate V. Fig. 7.
Xuthodes (n. g,, von Grammicosum und Hesperophanes un-
terschieden durch den vorn breit abgestutzten Prothorax, der beider-
seits mit zwei Höckern versehen ist ; Fühler länger als der Körper,
leicht gewimpert, erstem Glied umgekehrt kegelförmig, das dritte
fast gleich, das vierte um wenig kürzer, 5. bis 11. länger) puncti-
pennis (Pitts Isl); derselbe, ebenda, Fig. 9.
Elaphidion a?«ewMm (Arizona) ; J. L. Leconte, Trans. Amer.
Ent. Soc. V. 173.
Didymocantha aegrota (Tairua) p. 52; Astetholea lepturo'ides
(Canterbury); Xylotoles (1) bidlatus , pictulus p. 53; Psilocnaeia
Brouni (Tairua); Disterna obtusipennis (Canterbury); Hybolasius
pedator (Tairua) p. 54, WaJcefieldi (Canterbury), cristatellus p. 55;
H. W. Bates, Ent. Monthl. Mag. XIII.
Xuthodes apicalis (Tairua) p. 193, Batesi (Hikurai); Drotus
(n. g. ex. äff. Calliprasonis) elegans (Tairua) p. 194 ; Hybolasius la-
nipes (Tairua) p. 195; D. Sharp, ebenda.
Ochrocydus (n. g., für Aphanasium australe und) Huttoni
(Waikato); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVII.
p. 59.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 187G. 447
Agapanthida scutellaris (Waikato); Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVH. p. 60.
Syllitus papuanus (Hatam); Gestro, Ann. Mus. Civ. Ge-
nova VII. p. 1023.
Zorion Batesi (Auckland); D. Sharp, Entern. Monthl.
Mag. XII. p. 57.
Sagridola quinquemaculata (Madagascar) ; C. 0. Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV. p. 414.
Von Motschoulsky werden in dem Bull. Sog. Imp. Na-
tural, de Moscou, 1875. Nr. 2 folgende neue Arten beschrie-
ben: Pachyta marginalis (grösser als P. interrogationis aus Sibi-
rien) p. 139, mutdbüis (Süd-Daurien), obsidiana (Mongolei) p. 140,
guttulata (Süd-Daurien); Leptura latcrimaculata (Krim) p. 141, api-
calis (grösser als tomentosa, Spitze der Flügeldecken schwarz, Sibi-
rien) p. 142 ; Grammoptera parallelepipeda (Süd-Daurien) , abbre-
viata (Süd-Daurien) p, 143; Anoplistes afßnis (Altai) p. 147; Calli-
dium viridescens (Süd-Sibirien); Ilylotrupes bifascitus (Nordchina):
Pronocerus dauricus (Daurien, Mongolei), p. 148; Clytus rectangulus
(Süd-Daurien).
L. V. Hey den revidirt die Arten der Gattung Cortodcra
Muls. und Grammoptera Serv. D. Eut. Zeitschr. 1876.
p. 317 ff.
Ebenda p. 344 beschreibt Kraatz Cortodera Frivaldszkyi
(Budapest) und Grammoptera rußpes (Kleinasien).
Leptura anthracina (Oregon); J. L. Leconte, Trans. Am.
Ent. Sog. V. p. 174.
L. tangeriana (Tangiers); H. Tournier; Pet. Nouv. Ent.
1875. p. 475.
Leptidia brevipcunis bei Brüssel; C. R. Sog. Ent. Belg.
XVIII. p. CVI.
Molorchus discicollis (Nassau); v. Hey den in der D. Ent.
Zeitschr. 1876. p. 383.
Aromia moschata spritzt festgehalten bisweilen auf wei-
tere Entfernung eine wasserklare, beissende Flüssigkeit aus dem
Munde. Schmidt-Goebel in der Stett. Ent. Zeitschr. XXXVH.
p. 398.
Callichroma Sphinx (Monrovia); C. A. Dohrn in der Stett-
Ent. Zeit. XXXVn. p. 126.
C. 0. Waterhouse beschreibt die Larve von Clytus qua-
dripunctatus F. (in Ebenholz, wurde mit Sycomore gefüttert);
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVI. p. 235.
Closteropus lineatus (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 285.
Sympiezocera persica (Schahrud); Solsky, Materiaux etc.
in Hör. Sog. Ent. Ross. XI. p. 296.
448 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Chrysoprasis frontalis (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 286.
May et und Lichtenstein bilden ab die Nymphe von Ves-
perus Xatarti; Ann. Soc. Ent. France. 1875. PI. 4.
Purpuricenus magnificus (Nordaraerica) ; J. L. Leconte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 173.
Lamiini. Xylotoles (!) costatus (Pitt's Isl., Neu-Seel.); Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 217. PI. V. Fig. 8.
Xylotoles (!) Travcrsii (Chatam Isl.); Stenellipsis pumila (Wai-
kato) neue Arten von Nea-Seeland; F. P. Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4. ser.) XVIIL p. 66 f.
CorestetJia (n. g. Dorcadionin., sehr nahe mit Mesolita ver-
wandt, aber die Hinterschienen kaum so lang als der Tarsus) msu-
laris (Eclipse Isl.); Monochamus fulvicornis (Nagasaki) p. 64, acan-
thias (New-South-Wales); Eunitliera (n. g. Ceroplesin., „a Thysia
differt articulo basali antennarum cicatricoso, unguiculis divergen-
tibus ; mesosternum elevatum, antice productum") für Thysia viduata
p. 65; Ceroplesis su7nptuosa (Cape, Grahamstown), aulica (Angola)
p. 66; Psycholupis (n. g. Phrynetin.) Fähraei (Angola); Hebesecis
anisocera (Queensl.) p. 67, cristata (Gayndah); Protorhopala elegans
(Madagascar) PI. VITI. Fig. 1, p. 68; Praonetha Dohrnii (Ceylon)
p. 69; Chaetostigme (n. g. Niphonin.,) Micracantha nahe stehend;
doch unter anderem fehlt ihm der prothorakale Tuberkel und die
Antennen haben ein längeres Basalglied) casta (Nicol Bay) PI. VIII.
Fig. 5; Corrhenes grisella (Nicol Bay), fulva (Rockhampton) p. 70;
cruciata (Queensland); Symphyletes torqiiatus' (Gayndah) p. 71;
Ächriotypa (n. g. Niphonin.) basalis (Rope's Creek); Rhytiphora
latifasciata (Cape York); Penthea melanosticta (Nicol Bay) p. 72;
Bebelis picta (Rio Janeiro), acuta (ibid.) PI. VIII. Fig. 6; F. P.
Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XV.
Praonetha Köhleri (Atschin); Ritsema, Tijdschr. voor
Entomologie. 19. p. 47.
Estola seriata (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 287.
Phacellocera plagiata (Yurimaguas) ; Chalastinus recticornis
(Santarem) p. 275; Gymnocerus -Ba^Zem (Neu-Granada); Hoplistocerus
dives (ßahia) p. 276; Onychocerus ampUatus (Peru, Ecuador); Eu-
sthenomus (n. g.) Wallis i (Neu-Granada) p. 278; H. W. Bates,
Entom. Monthl. Mag. XL
Eutrypauus ypsilon, petulans (Peru); Kirsch a. a. 0, 1875.
p. 288 f.
Exocentrus Eevelieri (Corsica); Mulsant et Rey, Ann. Soc.
Linn. Lyon. XXH. p. 413.
Monoplesa (n. g. Dorcad.) scabra (Californien) p. 146; Sa-
perda duodccimpunctata (Süd-Sibirien), sedecimpunctaia (Süddaurien)
p. 150, impunctata (Daurieu); Compsidia balsamifera (Mongolei);
1
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 449
Agapanthia fasdculosa (Süddamien) p. 151; Motschoulsky, Bull.
Sog. Imp. Nat. de Moscou. 1875. Nr. 2.
Glenea Danae (Wa Samson) p. 1022, xanthotaenia (Jobi) p
1023, Albertisii (Andai, Hatam) p. 1024; Gestro, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII.
Phytoecia Caroni (Tours auf Tanacetum vulgare); Muls. et
Godart, Ann. Soc. Linn. Lyon. XXII. p. 419.
Ampliionycha n. sp. ? (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 290.
Ghrysomelidae. Jacoby beschreibt in den Proceed. Zool.
Soc. London 1876. p. 807 ff. 22 neue Arten dieser Familie nebst
einer neuen Gattung der Chrysomelini.
Chapuis giebt die Diagnosen neuer australischer Cryptoce-
phaliden. C. R. Soc. Ent. Belg. XVm. p. LXXIV ff. XC ff.
Sagrini. J. S. Baly beschreibt in Cist. Entom. II. p. 45
bis 47 Duboulaia fulva, ru(josa\ Polyoptilus Wateriwusii, pachytoides,
Pascoei von Australien.
Bonaciini. Kraatz (lieber deutsche Haemonia-Arten ;
D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 181 f.) wirft die Frage auf, ob nicht
II. Ruppiae Germ, eine dunkele Race der H. Curtisii sei.
R?iQmomdL 'puhipennis (H. iucisae Sahlb. magnitudine fere aeqiui-
lis, prothorace cordato-quadrato, angulis anticis dentato-prorainulis,
subaequaliter convexo; pedum in femina structura a congeneribus
facillime distinguenda); neue Art von Pippingsköldska; 0. M. Reuter,
Not. Sällsk. Faun. Flor. Fenn. Förh. XIV. p. 326.
Criocerini. Lema emarginata (Cap) p. 6, transverso-notata
(Camaroons, Guin.), Haroldi (ibid.) p. 7, Saundersi (Bras.), Buckleyi
(Ecuador) p. 8, rufo-lwibata (Paranä), Ariadne (Parana) p. 9; Baly,
Entomol. Monthl. Magaz. XIII.
Crioceris australis (Australien); Lema ^)?<rp?rrrt5Ce«.9 (Madag.);
Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lond. 1876. p. 807 f.
Lema acroleuca, mesoxantha p. 295, sociay. 296 (Peru); Kirsch
a. a. 0. 1875.
Lema laevicolUs (Nieder - Guinea) ; Ritsema, Tijdschr. v.
Entomologie. 18. p. 138.
Megascelis integra p. 291, discicollis p. 292. cyanoptera p. 293,
riificolUs p. 294; Kirsch a. a. 0. 1875.
Mastostethus pimctiger (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 297.
Agathomerus dubiosits (Mexico); Jacoby a. a. 0. p. 808.
Clythrini. Labidostomis elegans (Asterabad) p. LXXII;
Gynandrophthalma cincta (Lagodchi, Cauc), Oherthuri (Granada) p.
LXXIII; Coptocephala crassiJpes (Algier) p. LXXIV ; Lefevre, Bull.
Soc. Ent. France. 1876.
Clythra (Titaboea) attemiata {Tunis); Fairmaire, Ann. Mus.
Civic. Genova. VIL p. 536.
Archiv f, Naturg. XXXXII. Jahrs. 2- B«^. ^^
450 Bert kau: Beriebt über die wissenschaftlichen Leistungen
Cl. (Gynandropthalma) Woei'denii (Nieder-Guinea) ; Ritsema,
Tijdschr. v. Entom. 18. p. 138.
Coptocephala Kerimii (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civ.
Genova. VIT. p. 537.
E. Duges beschreibt die Metamorphose von Minturnia
dimidiata Lac, deren Larven wie die von Clythra in flaschenför-
migen Etuis leben, die wahrscheinlich aus ihrem eigenen Koth ver-
fertigt sind. Wenn sich die Larve zur Verpuppung anschickt, so
dreht sie sich um, so dass jetzt der Kopf im Grunde des Futterals
liegt und schliesst dasselbe mit einem Deckel. Ann. Soc. Ent.
Belg. 19. p. 178 ff. PI. L
Megalostomis basüaris (Peru), Amazona (Amaz.) p. 809; Saxinis
propitiqua (Californien), Guatemalmsis (Guatemala) p. 810; Jacoby
a. a. 0.
Megalostomis (Heterostomis) histrionicus p. 95; Coscinoptera
tibialis p. 96; Dachrys gracüis, vianca p. 97; Stereoma Burmeisteri^
Urodera Bergii p. 98, laevicölUs p. 99, fallax p. 101, alle von Cor-
dova; E. v. Harold, Coleopt. Heft. XIV.
Cryptocephalini. S. A. de Marseul veröffentlicht in
L'Abeille XIII. (1874) p. 1—326 eine Monographie des Cry-
ptocephales du Nord de l'Acien -Monde, die ausser dem, was
der Titel besagt, ein Verzeichniss der Pflanzen enthält, auf denen
die verschiedenen Arten leben. Als neu werden beschrieben Crypto-
cephalus fulgurüus (Boghari) p. 49, zamhanellus (Mte. Zambano, It.)
p. 130, Peyroni (Beyrat) p. 169, acupictus (Boghari) p. 172, Pelleti
(Pyrenaeen) p. 183, androgyne (Piemont. Alp.) p. 184, hidorsdlis (Li-
banon) p. 218, sindoricus (Bona) p. 236, Beichii (?) p. 247; Pachy-
brachys pratensis (Pyrenaeen, Alpen) p. 270, Lallemanti (Algier) p.
272, laeUficus (?) p. 282, simius (Algier) p. 283, rigims (Sardinien)
p. 287; Stylosomus flavus (Griechenland) p. 295.
Ditropidus comans (Port Lincoln) (Suffr.), puherulus (Schwanen
Fl.), canescens (Adelaide) (Suffr.), pubicolUs, comptus, Lacordairei p.
LXXV, palUdipen?iis, cuneatus (Clarence Riv.) (Suffr.), obtusus (Ade-
laide) (Suffr.), rufescens (Cap York), maculicollis (Sydney) p. LXXVI,
fugitivus (Schwanen Fl.) (Sffr.), apiciflavus, opuUntus (Sffr.), costatus,
pastus (Sydney) (Sffr.) p. LXXVII, cupreus (Brisbane) (Sffr.), spleti-
didus (Adelaide), aciculatus, Suffriani (Sydney), maculifrons (K. Ge-
orge's S.), coerulescens (Fichtenb.) (Sffr.) p. LXXVIII, distinguendus
(Schwanenfl.), subaeneus (Tasmanien) (Sffr.), tibialis (Sydn., Brisbane,
Fidji I.) (Sffr.), genmiatus (Parao Fl.), abdominalis (Clarence Fl.),
laminatiis (Sydney, Rockhampton) (Sffr.) p. LXXIX, labiatus (Mel-
bourne, Brisbane), p^mcttdum (Sydney, Adel,, Fidji I.) (Sffr.), an-
gustifrons (Brisbane), frontalis, ovatiilus (Sydney) p. LXXX, nobilis
(Queensl., Cap York) (Sffr.), cavifrons, lentulus (Tasmanien. Brisbane,
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 45 1
Parao Fl.); Polyachus (n. g.: ociili latitudine frontis sepa-
rat!; ant. clava laxa, G-articuIata; proth. marginis poste-
rioris lobus integer acuraiuatus; prost, planum, longitu-
dine latius . . .) geminus (Sydney, Adelaide) p. LXXXI; Elaphodes
aeneolus (Sydney), epilachno'ides (Sydney) (Sffr.), rutilus (Port Dennison)
(Sffr.), nifo-varius (Garpentaria) (SfFr.), amictiis (Brisbaue) (Sffr.),
püula (Melbourne, Port Dennison) Sff. p. LXXXII, tigrinus (Sydney,
Victoria), signifer (Adelaide), sctitellaris (Sydney); Cryptocephalus
cJirysomelinus (Port Dennison) (Sffr.), Eumolpus (Port Dennison) p.
XC, fraterculus (Fidji I.) (Sffr.), gracilior (Fichten B.) (Sffr.), convexi-
collis (Brisbane) (Sffr.) p. XCI, acicularis (Garpentaria), argentatiis
(Fichten B.), condensatus (Adelaide) (Sffr.) p. XGII, cycmipemm (Cla-
rence, Darling Fl.) (Saund.), dichroiis (Sydney), nigifrons (Adelaide)
(Sffr.), eximius (Brisbane) (Sffr.) p. XGIII, viridinitens (Glarencc Fl.),
perlongiis (Tasmanien), hihamatus (Brisbaue) p. XGIV, poccilodcrmus
(Port Dennison) (Sffr.), filum (Adelaide), jocoaus (Victoria) (Sffr.),
bellicostis (Melbourne) (Sffr.), crassicornis (Neu-Holland) (Sffr.) p. XCV,
conjugatus (Pt. Dennison), antennalis (scr. attenn., Wide Bay), clavi-
cornis (Sydney) p. XCVI, attenuatus (Austr.) (Sffr.); Gadmus sericeus,
luctuosus (Sydn.) p. XGVII, strigiUatus (Victoria), aurantiacus (Sydn.),
ornatiis (Brisbane) p. XCVI II, arrogans (Adelaide) (Sffr.), ringens
(Sffr.), stratioticiis (Brisbane) (Sffr.), scutatus (Scliwaneufl), 8Cidptilis
(Brisbane) p. XGIX, colossiis (Pt. Dennison) (Sffr.), histrionicus (Sffr.),
cancdicidatus (Gypsland) p. C, altcrnans (Gypsland), trispilus (Port
Dennison) (Sffr.), purpurcscens (Sydney) (Sffr.), maculicalis (Adelaide)
p. Gl; Rhombosternus Saundersi (Sydney) cicatricosus (Adelaide);
Loxoplourus Stunnii p. XXXVII, plagicollis (Gap Shank), vci'ticalis,
aeneolus, postremus (Victoria), crgthrotis (Suffr., Schwanen Fl.) p.
XXXVIII, coUaris, piccitarsis (Sydney), conjugatus (desgl.), difficilis
(desgl.) p. XXXIX, chalceus, cor ruscus, rictallicus (Melbourne) p. XL,
gibhus, ^raya^Jts (Brisbane), nigritus (Tasmanien), atramentarius (Sffr.,
Sydney) p. XLI, subvircns (Suffr., Victoria), obtusus (Schwanenfl.),
laeviusculus, genialis (Pt. Dennison) p. XLII, chalyboeus (! Suffr. Vic-
toria), pauxUlus (Sffr., Queensland), crassicostatus (Fichtcnbei-g), se-
micostatus (Sffr., Queensl.) p. XLIII, nigrolineatus (Fichtenberg) p.
XLIV; Schizosternus (u. g Prosternum antice productum,
dilatatum, rcflexum, postice rhomboidale, apice anguste et profun-
dissime omarginatum; eine bcmerkenswerthe Modifikation von Loxo-
pleurus) albigularis p. XLIV; neue Arten aus Australien; Ghapuis
in den G. R. Soc. Ent. Bclg. XVIII. p. LXXXI-GI ; XIX. p.
XXXVII-XLIV.
Scolochrus Batesii (Peru), congrmis (Peru); Kirsch in der
D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 81, 82.
Metallactus regulus (Peru); Kirsch in der D. Pjut. Zeitschr.
1876. p. 83.
452 Bertkaii; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Inclica solida Walk., von dem Autor zu den Byrrhiden
gestellt, gehört nach C. 0. Waterhouse in diese Familie und die
Gattung ist sehr nahe verwandt mit Monachus Motsch. Trans.
Ent. Soc. London. 1876. p. 15.
Monachus Suffriani p. 300, oUrectatus p. 301 (Peru); Kirsch
a. a. 0. 1875.
Klette zählt die (31) Cryptocephalus-Arten der Umgegend
Schmiedebergs auf. D. Ent. Zeitschr. 1876. p. 161 f.
Kraatz macht ebenda p. 137 f. Bemerkungen zu den Anda-
lusischen Cryptocephalus-Arten und giebt eine Paralleldiagnose
von C. bimaculatus und dem bisher mit ihm verwechselten C. infir-
mior n. sp.
Cryptocephalus aUiaceus p. 302, quaestuosus p. 303, agricola
p. 304; Kirsch a. a. 0. 1875.
Cryptocephalus wipressipennis (Madagascar) ; Suffrian in der
Statt. Ent. Zeit. 36. p. 258.
Cryptocephalus melanoxanthus (Taschkent) p. 297, hitaeniatus
(Sarafschan, Samarkand) p. 298; Solsky, Materiaux etc. in den
Hör. Soc. Ent. Ross. XL
Chlamydini. Chlamys Sar^Zeiii (Peru) p. 810, wmcoZor (Amaz.)
p. 811, pallida (Araaz.), excavata (Amaz.) p. 812; Jacoby a. a. 0.
Exema Chapuisi (Peru); Kirsch a. a. 0. 1875. p. 298.
Laniprosomini. Lamprosoma ardens (Peru); Kirsch a. a.
0. 1875. p. 298.
Eumolpini. Chalcophyma striatum (Amaz.), tuberculatum
(Cayenne) p. 813, reticulatum (Amaz.); Typophorus mexicanus (Gua-
temala), melanocephalus (Mexico) p. 814, liumerälis (Guatemala),
quadriplagatus (Amaz.), minutus (Rio Janeiro) p. 815 n. A.; Jacoby
a. a. 0.
Neda atra (New-Granada); Chalcophana peruana (Peru); E. v.
Harold, Col. Hefte XIII. p. 31f.; Ägrosterna {n. g.)buphthahna
(! Cordova) p. 103; Colaspis macidipes (Cordova) p. 104, liypochdlcea,
leucopus (Neu-Granada) p. 139; Bolometis (n. g.) discoidalis (Neu-
Granada) p. 139; derselbe ebenda XIV.
Nodostoma bimaculata Raffr. ist ein Chloropterus; Bull.
Soc. Ent. France. 1875. p. XIL
Lefevre beschreibt folgende neue Eumolpiden: Metaxyonycha
fasciata (Peru) p. 65. Taf. V. 1, Bonvouloiri (Brasilien) Fig. 2, nigri-
tarsis (Brasil.) p. 66; Thyra lateritia (Cayenne) p. 68; Biorus (n. g.,
für Endocephalus geniculatus Guer. und) clytro'ides (!) p. 70, Fig. 3,
femoralis (Brasil.) Fig. 4, p. 71 ; Endocephalus higuttatus (Bahia) p. 72,
quadripiinctatiis (Brasil.) p. 73; Chrysodina pimctato-striata (Minas-
Geraes) p. 102, elegans (ibid.) p. 103 ; Spintherophyta Lesueuri (Mexico)
p. 105; Phaedra maxima (Cayenne), opacicoUis (Brasilien) p. 106;
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 453
Iphimeis bifasciata (Brasilien) p. 108, riigicollis (Brasilien); Noda
costipennis (Brasilien) p. 109, cretifera (Mexico) p. 110, tuherculata
(Cumana) p. 111, propinqua (Columbien) , strigicoUis (Maryland)
p. 112, suhangulata (Caracas), tricostulata (Columbien) p. 113, fra-
terna (ibid.) p. 114, semicostata (ibid.) p. 115; Coutiera (n. g.,
vom Ansehen der Chalcophanin., aber Prosternum an der Basis vier-
eckig abgeschnitten) margmicolUs (Cayenne) p. 117; Chalcophanä
gigantea (Brasilien) p. 118; Sterneurus (! n. g., Chalcophanä nahe
stehend, Prosternum sehr breit ; Vorderschenkel unterhalb gezähnelt,
Schienen ausserhalb sehr stark gekielt) fulgidus p. 120, distinctus
p. 121, rufipes, lateralis p. 122 (alle aus Brasilien); Dermorhytis
fasciato-rutilans (Ceylon) p. 123; Scelodonta insignis (Manilla) p. 125;
Nerissus femoralis (Alt-Calabar) p. 129; Euryope consohrina (Caffra-
rien) p. 130; Edusa viridicollis (Neu-Holland) p. 131; Colaspoides
limbicöUis (Cayenne), fasciata (Bogota) p. 135, tibialis (Brasilien)
p. 136, smaragdina (Brasilien), rufitarsis (ibid.) p. 137, fuJgurans
(ibid.), fulgida (ibid.) p. 138, Revue et Mag. de Zoolog. 1875.
Chrysodina viridis (Brasil.) p. 278, incerta (ibid.). versicolor (Amaz.)
p. 279; Chalcoplacis dimidiata (Cayenne), gloriosa (ibid.) p. 280;
Chalcophyma fidgida (Cayenne) p. 281, fZiSCoZor (Bahia), coZ?ans (Bra-
silien) p. 282: Iphimeis fulva (Bogota) p. 283; Noda angulicolUs
(Pozuzu), auridenta (Peru) p. 284; Lepronota peruana (Pozuzu) p.
285; Polysarcus (n. g.) dbiroides (Brasilien) p. 288, foveicollis
(Brasilien), Dejeani (ibid.) p. 289; AcantMxus (n. g.) serratipes
(Cayenne) p. 292; Compylochira (n. g.) fulvipes, pcctoralis (Bras.)
p. 294; Chalcophanä carinata (Caracas) p. 297, insignis (Pozuzu) p.
298; Lamprophaes n. g. für Colaspis gemma Perty p. 298; Sphaer-
opis aeruginosa (Brasilien) p. 303, aureopilosa (Peru), hrunnipcs,
nigricornis (Pozuzu) p. 304; Abirus Harmandi (Cochin-China) p. 305,
puberuliis (Java); Typophorus sanguinicollis p. 306, maculipennis,
spadiceus, bisignatus (Brasilien) p. 307, cyanipennis (Mexico), intcr-
medius, pusiUiis (Peru) p. 308, minutus (Peru) p. 309; Colaspoides
amabilis (Bogota), inedita (Cayenne) p. 310, reticidata (Brasilien) p.
311; ebenda 1876.
Rhyparidawi</roZ?"m&afa(Nieder-Guinea); Ritsema, Tijdschr.
voor Entomologie. 18. p. 140.
Peniticiis (n. g.; corpus breve, convexum; thorax lateribus
marginatis et siuuatis, angulis posterioribus minute prominulis, basi
truncatus; elytra ad angulos hiimerales pliculis clevatis; pedes cras-
siusculi tarsorum unguiculis basi appendiculatis) suffttsus (Auckland),
antiqims (Tairua); Sharp, Ent. Monthl Mag. XIII. p. 101 f.
Chloropterus stigmaticollis (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus.
Civ. Geuova. VII. p. 537.
Bedelia (n. g., von dem verwandten Chloropterus unterschie-
454 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
den durch gespaltene Klauen) insignis (Ourmiah, Pers.), angustata
(ibid.); Lefevre, Bull. Soc. Ent. France. 1875. p. XI.
Chrysomelini. Jacoby stellt a. a. 0. p. 817 die neue Gat-
tung Ensiforma (nahe mit Diabrothica verwandt, aber Fühler so
lang als der Körper; die 7 ersten (das 2. ausg.) Glieder schwach,
lang- dreieckig, die 3 folgenden am Ende stark verbreitert, flach,
letztes lang, zugespitzt) auf; Type ist E. caerulea (Brasilien), und
beschreibt ferner Doryphora rugosa und costata von Columbien.
p. 816.
Kirsch beschreibt a. a. 0. 1876 die neuen Peruanischen Arten:
Chrysomela alternata p. 84, citrimlla, fraudulenta p. 85, ücayalis
p. 86, stülata p. 87.
Chrysomela riigipennis (Andalusien); Metastyla Balyi (Ncu-
Granada); E. v. Harold, Col. Heft. XIV. p. 140.
Lamprolina Jansoni, iinpressicollis (Rockhampton); Stethomela
fraternalis, linibata, cormtfa (Queensland) ; J. S. Baly, Cist. Entom.
II. p. 48—50.
Cerotoma hilaris (Neu-Granada) ; Diabrotica chloropus (Minas-
Geraes) p. 90, mexicana, 12-notata, liannulavis (Mexico), Sonata (N.-
Granada), a£?eZp7ia (Guatemala) p. 91, chrysopleura, 77iimula (N.'Gra.n.),
circinata (Guatemala), togata (Pozuzu), corusca (Columbien), tarsalis
(Bogota) p. 92, porracea, Chevrolati (Mexico), marginata (Brasilien) ;
Exora narensis (Neu-Granada), insularis (Cuba) p. 93; Lyperodes
Kirsclii (Bogota), cisteloides (Tigre) p, 94; E. v. Harold, Coleopt.
Heft. XIII. Calomicrus /"rtZZa^c (Biskra) ; L. Fairmaire, Pet. Nouv.
Ent. 1875. p. 496.
Äphilon (n. g. ; corpus latum, sub-hemisphaericum; coxae
omnes distantes; acetabula antica aperta; elytrorum epipleura lata)
enigma (Auckland); Vertreter einer besonderen Tribus; D. Sharp,
Entom. Mouthl. Magaz. XIII. p. 100.
Ueber die Formen der Hydrothassa (Prasacuris) Hanuo-
verana F. s. 53. Jahresb. Schles. Ges. vaterl. Kultur p. 177.
Letzner handelt von den schlesischen Formen der
Lina lapponica L., deren Lebensweise und ersten Ständen; 53.
Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Kultur p. 170 ff. Bei diesem Käfer
variiert, wie bei allen Chrysomelen, nicht nur Färbung, sondern auch
Grösse, Glanz und Umriss sehr. Die Larve lebt in zwei Generatio-
nen von den Blättern der Betula alba, auf denen sie sich zur Ver-
puppung mit dem After festheftet; die Puppenruhe dauert nur 4—5
Tage (bei schönem Wetter). Derselbe desgl. von L. collaris L.,
deren Larve nur auf Salix repens vorzukommen scheint, ebenda
p. 175 ff.
Chrysomela vagecincta {Twhib); Fairmaire, Ann. Mus. Civ.
Genova. VII. p. 358.
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 455
Nach E. V. Harold ist Chrysomela Sparshalli Curt. (1823)
= Ch. varoslosa L. Petagna (1819). Stett. Ent. Zeit. XXXVI.
p. 176.
Eumela (n. g., länger und weniger convex als Sphaerolina;
von Chrysomela verschieden durch den vorne nicht ausgerandeten
Fortsatz des Metasternum; Thorax quer, an der Spitze ausgehöhlt,
mit fast geraden, nicht verdickten Rändern; für Chrysomela cyani-
collis Hope); Mesoplatys n. g., von Chrysomela verschieden durch
das kegelförmige Endglied der Kiefertaster, darch das schmale kurze
Prosternum; Metasternum jederseits mit einer schiefen Grube, für
Chrysomela cincta Oliv.; J. S. Baly, Descr. of new gener. and
spec. of Phytophaga in den Trans. Ent. Soc. London. 1875.
p. 23, 24.
Doryjphora decemlineata. Eine populäre Darstellung der
Entwickelungsgeschichte, Angabe der ursprünglichen Nährpflauze
(Solanum rostratum), der Wanderung, Möglichkeit der Einschlep-
pung in Europa, Yorsichtsmassregeln zur Verhütung dieser Even-
tualität, Mittel zur Vertilgung u. s. w. enthält das von G.ferstäcker?)
im Auftrage des Königl. preuss. Ministeriums für die landwirthsch.
Angelegenh. herausgegebene Schriftchen: Der Kartoffelkäfer;
Chrysomela (Doryphora) decemlineata. E. Schotte & Voigt
in Berlin. 1875.
Um die Frage nach der Giftigkeit dieses Käfers (oder viel-
mehr seiner Larven) zu entscheiden, stellten Grote und Kays er
durch Destillation mit Salzwasser eine ,,liquid" und durch Destilla-
tion derselben nach 24 stündigem Liegen in absolutem Alkohol eine
„tincture" dar. Beide Flüssigkeiten zeigten, in den Magen von
Fröschen eingeführt, keine nachtheilige Wirkung ; ebenso eine subcu-
tane Injektion des „liquid". Dagegen trat nach der Injektion der
„tincture" Paralyse ein. Die behaupteten Erkrankungsfälle führen
die Verfasser auf die Anwendung der giftigen Vertilgungsmittel
zurück. (Are Potato-Bugs i)oisonous? in Proc. Am. Assoc.
for Advanc. of Science. XXV. (1^75) p. 226.)
Ueber dasselbe Insekt handeln in den Compt. Rend. Soc.
Ent. Belg. XVIIL p. XII ff. Candeze, Putzeys, Breyer p.
XXVII ff. Le Conte, H. A. Ilagen, de Kerchove; p. LXI de
Borre; XIX. p. CI; Suffrian in dem Jahresber. Zool. Sekt.
Westf. Prov. Ver. pro 1874, Münster 1875. p. 52 f., Paolo
Ricardi in Annuari d. Societä dei Natur, in Modena (II)
Anno IX^ p. 155 ff.
Doryphora Haroldi, pulchella, bivittaticolUs , ingemia, neue
Arten aus Columbien; J. S. Baly; Ent. Monthl. Mag. XIII. p. 273.
Aesernia coralh'pes (Dorey); Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova VIL p. 1025.
45G Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Diphyllocera sinaia (Port Bowen); C. 0. Waterhouse, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1875. p. 216.
Halticini. E. v. Harold bringt Beiträge zur Kennt-
niss der Halticae Oedipodes. Col. Heft. XIII, p. 1 — 26 und
Beiträge zur Kenntniss der Fauna von Neu-Granada.
Haiti ein ae. I. Ebenda XIV. p. 1—44. An beiden Stellen werden
neue Gattungen und Arten beschrieben, deren namentliche Anfüh-
rung ich mir erlassen werde.
Horatopyga ornata (Camaroons), Saundersi (Algoa Bay), sejuncta
(Graham's Town) p. 79 ; Carystea micans (Champion Bay) ; Disonycha
ornata (Ober- Amazon.) ; Seboethe quadripu^tulata (Java); Hermaeo-
phaga tricolor (Brasilien), ventralis (Para) p. 80; Lactica fulvipes
(Ober-Amaz.), binotata (Mexico), sellata (Para), nigripennis (Para),
apicicornis (Amazon.), subnitida (Para) p. 81; Enneamera thoracica
(Marilla), limbata (Tondana), fulviventris (Amboina), aiistralis (Rock-
hampton) p. 82; Baly, Entom. Monthl. Magaz. XIII.
Eutrea (n. g.^ ausgezeichnet durch zwei Sporen an der Spitze
der RmteTschientin) Boivringii (Hong-Kong) p. 25; Xenaltica{n. g.,
ebenfalls mit zwei Sporen an den Hinterschienen; sonst Oedionychis
ähnlich sehend, aber auch an den Vorderschienen mit je einem klei-
nen Dorn) Murrayi (Old-Calabar), 2?«'cea (Madag.) p. 26; Euphitrea
(n. g., Sphaeroderma ähnlich; Prosternum gefurcht, an der Spitze
quer erweitert; Mesosternum kurz, hinten von der Spitze des Meta-
sternum bedeckt: dieses zwischen die Mittelhüften und den Rand
des Prosternum vorgezogen) Wallacei (Sumatra, Java) p. 28, micans
(Sumatra, Malacca) p. 28; Xanthocycla (n. g., in der Gestalt des
Meso- und Metasternums sich an Euphitrea anschliessend ; Hinter-
schienen kurz, von der Basis nach der Spitze zu verdickt, auf der
Rückseite ausgehöhlt, an der Spitze mit einem kräftigen Dorn be-
waffnet; Flügeldecken punktiert-gestreift) diapuisii (Indien) p. 29;
Bhypetra (n. g.) costata (Columbien) p. 30; Paradibolia (n. g.,
von Dibolia verschieden durch die sehr grossen, fast zusammenhän-
genden Augen; Körpergestalt kurz, rundlich) indica (Indien) p. 31;
J. S. Baly, Trans. Ent. Soc. London. 1875.
Sphaerometopa ornata (Java) p. 438, Cummingii (Philippinen),
diversa (Singapore) p. 434; Acrophyta aif/reipennis (Sarawak) p. 435;
Sutrea (n. g.) elegans, hexaspilota p. 436, albofasciata p. 437, Wal-
lacei, bipusttüata (New-Guinea) p. 438; Argopus Haroldi (Indien)
p. 439; Eucycla (n. g.) quadripustulata, aeneipennis (Sarawak) p.
440; Chirodica fulvipes (Cap) p. 441, fulva, Wollastoniy elongata (Cap)
p. 442; Podagrica Chapuisii (Java), tarsata (Dorey) p. 443, Psyche
(New-Guinea) ; Phrynocephala Deyrollei (Mexico) p. 444 ; Phygesia
ornata (Hong-Kong), Hoolceri (Kaisa Hills) p. 445; Lypea (n. g.)
ilava (Neu -Guinea) p. 440; Syphrea (n. g.) pretiosa (Guatemala)
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 457
p. 447; Elytropachys quadripustulata (Singapore), caeruleipennis
(Cambodja) p.448; Sphaerophysa (n. g.) davicornis (Madagascar):
Sphaeroderma picea (Shanghai) p. 582; Thyarais hmotata, Godmani
(Shanghai) p. 583; Nisotra ^owm^/n (Hong-Kong) ; Crepidodera (Neu
Freiburg) p. 584, flavescens (Brasilien) p. 585, dimidiata (Austral.);
Trichaltica amazona (Para) p. 566, elegantula (Brasilien) p. 587*,
dentata {ihid.)- Epithrix subvestita (St. Catherine) p. 588, apicicornis
(Para), nucea (Neu-Freiburg) p, 589, segregata (Brasilien) p. 590,
sejuncta, serratula (Para) p. 591, torrida, caerulea (Neu-Freiburg)
p. 592, ctjatiella (Para) p. 593; Plectroscelis ingenua, simplicifrons
p. 594, hella, philoxena p. 595, discreta, granulifrons p. 596 (China),
compressipes (Guinea), australica (Ptockhamptonj p. 597; Dibolia iw-
termedia (Graham's Town) p. 598, Trimenii (Cap), gravida (Cama-
roonsj p. 599; Psylliodes Novae Caledoniae (Neu-Cal.) p. 600, Breweri
quadridentata (West-Australien) p. 601; derselbe, ebenda 1876!
Pydaristes (n. g., von allen Halticiden ausgezeichnet durch
die weit auseinander stehenden, durch einen flachen und breiten
Fortsatz der Stirn getrennten Fühler) aUagenoides (Afrika); E. v.
Harold in der Stett, Ent. Zeit. 36. p. 446.
Alema (n. g., Bindeglied zwischen den Eupodes und Cycliques
Chap.; Caput exsertum, ore haud inflexo; antenuae filiformes, ad in-
sertionem approximatae; thorax coleopteris duplo angustior,' lateri-
bus vix marginatis; femora posteriora incrassata; acetabula antica
ocoluiiR) Paradoxa (Auckland); D. Sharp, Entom. Monthl Maff
XIII. p. 98. ■ ^*
Acrocrypta pallida (Sumatra), purpurea (Sarawak), coccinel-
leides (ibid.); J. S. Baly, Entom. iMonthl. Magaz. XIII. p. 224.
Plectroscelis Kerimii (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus Civ*
Genova VII. p. 539.
E. V. Harold giebt die Beschreibung von 8 südamerikanischen
Haltica-Arten, darunter 4 neuer (H. patruelis, violacea, greqaria
vulpina). Stett. Ent. Zeit. XXXVI. p. 61 ff. •
Thyamis Ireviuscida (Collioure auf Passerina hirsuta); IMuls
et Key in den Annales de la Societe Linneenne de Lyon!
XXII. p. 253 und Opusc. Entom. XVI. p. 205.
Lithonoma cyanea (Tangiers); Tournier, Pet. Nouv. 1875
Enneamera (Nonarthra, Baly) sumatrensis (Sumatra)- E v'
Harold in der Stett. Ent. Zeit. XXXVII. p. 233. '
Galerucini. Eine Aufzählung Philippinischer Aulaco-
phora-Arten mit sehr kurzen Diagnosen giebt Chapuis in den
C. R. Soc. Ent. Belg. XIX. p. XCIX ff. Von den 18 Arten sind
17 als neu bezeichnet.
Xenoda (n. g., Oedicerus nahe verwandt, aber die (scheinbar
10-, in Wahrheit 11 gliederigen Fühler) mit sehr kurzem, fast ganz
458 Bertkau: Baricht über die wissenschaftlichen Leistungen
im 7. versteckten 8. Gliede, das an seinem Ende einen langen,
schlanken Dorn trägt) spinicornis (Sarawak) p. 225; Caritheca
(n. g. bei Haplosonyxj quadripustulata (Sumatra) p. 226; Cerophysa
Wallacii (ibid.); J. S. Baly, Entom. Monthl. Magaz. XIII.
Galeruca (Adorium) typographica p. 141, (Galomicrus) inter-
media p. 142, irregularis p. 144; neue Arten aus Nieder-Guinea;
Ritsema in der Tijdschr. voor Entomologie. 18.
Goniopleura Chapuisii (Nigra, nitida; elytra cyaneo-metallica,
regulariter, sat valde et confertim punctulata, antice, lateribus et
praecipue postice longe clareque pilosa) von Borneo; Thomson,
Revue et Magasin de Zoologie. 1875. p. 163.
Hispini. Chapuis giebt in den C. R. Soc. Ent. Belg.
XIX. p. XVII £f. ein Verzeichniss der Arten von den Philippinen
mit der Beschreibung einiger neuer: Callispa 12-macülata (Bajol)
p. XVII; Hispodonta Semperi (Luzon), tarsata (Mindanao) p. XVIII;
Botryonopa purpurascens (Mindanao) p. XIX; Anisodera thoracica
(Luzon), parallela (Mindanao) p. XX; Hispopria crenata (Mindanao)
p, XXI, punctatissima (Luzon) p. XXII; Promecotheca 8-striata
(Bajol); Distolaca bimaculata (Mindanao) p. XXIII; Oncocephala
hicristata (Luzon) p. XXIV ; Hispa palliata (Mind.), vittuUa (! Mind.)
p. XXV, puberula (Mindanao), infuscata (Bajol) p. XXVI; Piatypria
longispina (Mind.), suhopaca (Mind.) p. XXVII.
Charispa amicula (Para), elongata (Rio Grande) p. 73, caeru-
lescens (Bahia); Cephaloleia emarginata (Santarem, Para) p. 74, cae-
ruleata (Neu- Freiburg) ; Desmotispa elegans (Ecuador) p. 75; J. S.
Baly, Entom. Monthl. Magaz. XII.
Callispa elegans (Pulo Pinang) p. 126, Africana (Niger); Hi-
spopria terminalis (Mindanao) p. 127; Promecotheca callosa (Port
Essington, Austr.); Downesia sin^icoZfe (Cochin China) p. 128; Prion-
ispa gemmata (Batchian); Gonophora Chapuisi (Vliiliippman) p. 129;
derselbe ebenda XIII.
Cryptonychus limhatus (Rodriguez) ; Water house, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVIII. p. 121.
Hispa Leonardi (Atschin); Ritsema, Tijdschr. voor En-
tomologie. 19. p. 48. H. distincta (Nieder-Guinea); derselbe
ebenda 18. p. 145.
Cassidini. Epistictia marginata\ Coptocycla callosa (Ma-
lacca); Th. Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden. I. p. 56.
Tauroma retieulata, insculpta p. 88; Canistra crmntata p. 89;
Physonota dilatata (Cho-ncho majo) p. 93; Charidotis quadrimaculata'y
n. A. aus Peru; Th. Kirsch, D. Ent. Zeitschr. 1875.
M. Rupertsberger giebt in Natur und Offenbarung,
1876. p. 129 ff., 275 ff., 374 ff., 397 ff. eine fassliche und anziehende
Schilderung der Lebensweise und Verwandelungsgeschichte unserer
auf dem Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1875 u. 1876. 459
Cassida-Arten, die nebst ihren Larven vorzüglich auf vier Pflanzen-
fanailien (Chenopodiaceen, Compositen, Caryophyllaceen und Labiaten)
angewiesen sind. Die Larven (und Puppen) von 17 deutschen Arten
sind beschrieben und z. Th. in starker Yergrösserung abgebildet.
Calaspidea andicöla p. 90; Mesoraphalia ohscura, consanguiv.ea
(Chancho majo) p. 91; Chelymorpha cincta p. 92; Coptocycla subra-
mosa p. 95, laqueifera, peruviana p. 96, jiicunda p. 97; alle aus
Peru; Th. Kirsch in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1876.
Erotylidae. Aus Peru lehrt Kirsch a. a. 0. 1876 folgende
neue Arten kennen: Languria cylindricoJUs p. 98; Jschyms planior
(Sarayacu); Mycotretus siituraJis p. 99, pelliciens, dichrous p. 100,
bicolor; Mycophthorus periwianus p. 101; Cyrtomorphus pusülus p.
102; Megaprotus octopunctatus; Habrodactylus thoraeicus p. 103;
Barytopus andicöla, pimcticoIUs p. 104 ; Erotylus imitans (Sarayacu)
p. 105, düaceratus p. 106, singularis (Sarayacu), aterrimus (Lima)
p. 107, placitus (!), Zebu p. 108, «ier p. 109; Bacis liepaticus; Ho-
maiotelus peruvianus p. 110, octomacidatiis (Sarayacu); Anidrytus
unicolor p. 111, Gerstäckeri, concolor p. 112, gldber p. 113; Epopterus
decoratus; Stenotarsus conspicuus p. 114, vidpes p. 115, varicornis;
Trochoideus peruvianus p. 116.
Cyrtomorphus quadrimaculatus, davula (Malacca); derselbe,
Mitth. k. Mus. Dresden. L p. 57.
Triplax Brounii (Auckland); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (4. ser.) XVII. p 60.
Coccinelltdae- Neue Peruanische Arten dieser Familie, von
Kirsch in der D. Ent. Zeitschr. 1876 beschrieben, sind: Peutilia
dispar, specularis p. 117, minuta, cincta p. 118; Brachyacantha pro-
pria; Cleothera Midsanti p. 119, propria p. 120. cincta p. 121, reni-
fera, pardalis p. 122, Äbendrothii p. 124; Epilachna sexmacidata]
Zenoria peruviana p. 125; Chnoodes Äbendrothii, dorsalis p. 126;
Siola disco'ldalis- Dioria zonata p, 127; Scymnus mesomelas, curviger
p. 128, labiatm, discimacula p. 129, imlneratus, suturalis p. 130,
notatus, quadrimaculatus, Beyi p. 131; Alexia hirtula p. 132.
Scymnus Tro/amis (Kleinasien); Muls. et Godart, Ann. Sog.
Linn. Lyon. XXIL p. 184.
Chnoodes bis-tri-pustulata (Atschin); Ritsema, Tijdschr. voor
Entomologie. 19. p. 50.
Cranophorus venustus (Waikato, Neu-Seeland) ; Pascoe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4. ser.) XVL p. 222.
RodaWü parvula; hotis indica (Malacca); Th. Kirsch, Mitth.
k. Mus. Dresden. L p. 57.
Exoplectra fulgurata (La Plata); E. v. Harold, Col. Hefte,
XIV. p. 292.
Corylophidae. Kirsch beschreibt in der D. Ent. Zeitschr.
460 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen etc.
1876. p. 132 f. die neuen Peruanischen Arten Arthrolips posticus^
thoracicus; Sericoderus tropicus; Corylophus peruanus (!).
EndomycMdae. H. S. Gorsham beschreibt die neuen Arten:
(Trycherus longanimis Thoms. p. 11); Trycherus Fryanus (Angola)
p. 12; Eumorphus Fryanus (Malacca); Corynomalus 'yea;i?Zam (Ecua-
dor) p. 13, maculicollis (Peru), felix (ibid.) p. 14; Epipocus molli-
comus (Truqui, Mex.) p. 15; Epopterus dilectus (Ecuador) p, 16;
Ephebus depressus (Rio Janeiro), ignohilis (Cayenne) p. 17; Steno-
tarsus macrocerus (Colun^bien, Neu-Granada) p. 18, scynmo'ides (Rio
Janeiro), pantheriniis (Malacca, Penang) p. 19, punctato-str latus (Old
Calabar); Rhymbus rliizohioides (Rio Janeiro) p. 20, decipiens {ihidi.)',
Panomaea Borneensis (Borneo) p. 21; Endomychus bicolor (Indien)
p. 22; Amphisternus sanguinolentus (Mindanao); Eugonius signifer
(Nord-Indien) p. 311; Encymon ferialis (Borneo); Ancylopus Indiens
(Nord-West-Himalaya) p. 312; Fholaniho. pictipennis (Para) p. 313;
Thelgetrum (n. g. Endomychin.) ampliatum (Philippinen) p. 314;
Trans. Entom. Soc. London. 1875.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in
der Naturgeschichte der niederen Thiere während
der Jahre 1872—1875.
Von
Dr. Rud. Leuckart.
(Schluss.)
4. Porifera.
Pagenstecher liefert eine auf selbständigem Quel-
lenstudium beruhende historische Zusammenstellung unserer
Anschauungen und Kenntnisse von der Natur und der
Systematik der Schwämme von Aristoteles bis Hae ekel.
„Zur Kenntniss der Schwämme" I. Historische Einleitung
(Heidelberg 1872, 66 Seiten, aus den Verhandl. des natur-
hist. med. Vereins zu Heidelberg 1871 besonders abge-
druckt).
Hae ekel veröffentlicht eine dreibändige Monographie
über „die Kalkschwämme" (Berlin 1872), deren erster
genereller Theil (484 Seiten) die Biologie behandelt, wäh-
rend der zweite (418 Seiten) der Systematik gewidmet ist,
und der dritte illustrative Theil auf 60 Tafeln einen Atlas
bietet, der dazu bestimmt ist, den Bau und die Polymorphie
der betreffenden Geschöpfe zu erläutern. Durch eine um-
fassende und möglichst vollständige Behandlung derselben
glaubt der Verf. an einer bestimmt begrenzten Organismen-
gruppe „den analytischen Beweis von der gemeinsamen De-
scendenz aller einer solchen Gruppe zugehörigen Species" lie-
fern zu können, und damit das Problem von der Entstehung
der Arten auf analytischem Wege gelöst zu haben. Zu
Arohiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. EF
462 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
diesem Zwecke unterwirft der Verf. in dem ersten Theile
nach einer historischen und methodologischen Einleitung
(S. 1—80) die Anatomie und Entwicklungsgeschichte der
Kalkschwämme mit Einschluss der Phylogenie (S. 85—368),
ihre interne und externe Physiologie (S. 368—449, externe
Physiologie = Physiologie der Verbreitung und des Haus-
halts) und schliesslich sogar (S. 463—483) ihre „Philosophie"
d. h. die Stellung der Kalkschwämme im Thierreiche und
ihre Beziehungen zur Descendenztheorie einer eingehenden
Erörterung. Der zweite Theil bietet nach einer Uebersicht
über die Natur der Kalkschwämme (S. 1 — 11) ein „natür-
liches System" derselben, ausgeführt nach den phyloge-
netischen Principien der Descendenztheorie bei mittlerer
Ausdehnung des — an sich unhaltbaren — Speciesbegriffes
(S. 11 — 581), einen Abschnitt, der zugleich eine Beschreibung
der vom Verf. unterschiedenen 111 Arten enthält und einem
„künstlichen System" (S. 381—413) vorausgeht, das nach den
bisher in der Systematik der Spongien befolgten Princi-
pien ausgeführt ist. Auch der vom Verf früher (J. B. 1869
S. 465) veröffentlichte „Prodromus" war der Versuch eines
solchen künstlichen Systemes, der, wie wir jetzt (Th. I.
S. 36) erfahren, zunächst nur zeigen sollte, wie sich die
höchst biegsamen und allenthalben durch Uebergänge ver-
bundenen Formen der Calcispongien dem Zwange eines
solchen durchgeführten Systemes gegenüber verhielten.
Allerdings wurde derselbe ohne alle weitern Erläuterungen
hingestellt, allein das geschah in der Erwartung, dass jeder
denkende Leser die Ironie verstehen werde, die demselben
zu Grunde lag. Ref. bedauert, diesen „denkenden Lesern"
nicht zugehört zu haben, er war jedoch, indem er den Ver-
such ernsthaft nahm, in zahlreicher und guter Gesellschaft und
wird auch die ihm ertheilte Lehre fortan zu beherzigen
wissen. Man mag übrigens die vom Verf. geübte Methode bil-
ligen oder nicht, vielleicht auch den etwas weit gehenden
Zielen des Werkes gegenüber sich als Skeptiker verhalten, so
viel jedoch ist gewiss, dass Verf. in geschickter und geistvoller
Weise seinen Versuch durchgeführt und unsere Litteratur
mit einem Werke bereichert hat, mit dem künftighin eine
jede Untersuchung über Kalkschwämme wird zu rechnen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 463
haben. Was über die Gesammtorganisation derselben mit-
getheilt wird, ist im Grossen und Ganzen eine weitere
Ausführung und Begründung dessen, was vom Verf. in
seiner Abhandlung „über den Organismus der Schwämme'-
(J. B. 1869 S. 460) bereits früher dargelegt ist und in
voller Uebereinstimmung mit den Ansichten steht, die Ref.
bereits zu einer Zeit vertreten hat, in welcher die Schwämme
fast allgemein für Portozoen galten oder gar — wie
Hae ekel noch im Jahre 1867 das wollte — aus dem Thier-
reiche verbannt waren. War Verf. doch, wie er selbst
bemerkt, in erster Linie bestrebt, zu zeigen, dass die Kalk-
schwämme und die Spongien überhaupt den vielzelligen
sg. Metazoen zugehörten, dass die zwei Gewebsschichten,
aus denen dieselben sich zusammensetzen, den primären
Keimblättern (dem Ectoderm und Entodeim) der übrigen
Metazoen homolog sind, und dass die Träger dieser Ge-
bilde durch den Besitz eines Gastrocanalsystemes und dessen
Anordnung sich als echte Coelenteraten (oder Zoophyten)
ausweisen. In seinen einfachen Formen stellt der Kalk-
schwamm nach der Darstellung unseres Verf.'s einen un-
verästelten cylindrischen oder ellipsoidischen, vielleicht auch
birnförmigen Körper dar, der einen Innenraum, die Magen-
höhle, einschliesst, und von zweien auf einander liegenden
Zellenhäuten gebildet wird. An dem basalen Ende ist der
Kalkschwamm fast immer auf einem fremden Gegenstande
am Meeresboden festgewachsen, sehr selten frei und dann
locker im Schlamme steckend, während er am gegenüber-
liegenden eine Mundöffnung (osculum) trägt, die unter Um-
ständen auch temporär oder für immer sich verschliessen
kann. Im letzten Falle kann auch die Magenhöhle durch
secundäre Verwachsung oblitteriren. Die grössere Mehr-
zahl der Kalkspongien besteht übrigens aus verästelten
Formen, deren Zweige sämmtlich einen individuellen For-
menwerth besitzen. Genetisch sind diese Stöcke entweder
durch (einmalige oder wiederholte) Spaltung aus einem
ursprünglich einfachen Individuum hervorgegangen und
dann einwurzelig, oder durch Verwachsung aus mehreren
Individuen entstanden und dann mehrwurzlig. In solchen
Stöcken hat bald ein jedes Individuum seine Mundöffnung,
464 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bald nicht, indem entweder bloss einzelne derselben damit
versehen sind, oder überhaupt nur eine einzige gemein-
same Mundöffnung für alle Individuen vorkommt. Es gibt
sogar Stöcke ohne jede Mundöffnung, so wie solche, in
denen die Individuen oder Individuengruppen mehrere
der hier aufgezählten Bildungen neben einander auf-
weisen. Ursprünglich entwickeln sich die Kalkschwämme
sämmtlich aus einer einzigen nackten kernhaltigen Zelle.
Dieselbe ist (wahrscheinlich stets) der Befruchtung durch
eine andere (männliche) Zelle bedürftig und demnach als
Ei zu bezeichnen. Die befruchtende Zelle erscheint als
eine einfache Geisseizelle, während das Ei eine stets form-
lose amöboide Zelle darstellt, welche formwechselnde Fort-
sätze ausstreckt und einzieht und mittels derselben umher-
kriecht. Das befruchtete Ei unterliegt einer totalen Furchung
und verwan(ielt sich schliesslich in einen rundlichen Zellen-
körper, der eine Höhle in seinem Innern bildet. Die ur-
sprünglich gleichartigen nackten Furchungszellen, welche die
Wand dieser Höhle (des Urdarmes) zusammensetzen, diffe-
riren sich bald in zwei verschiedene Blätter, deren jede aus
einer einzigen epithelialen Zellenlage besteht. Die innere vege-
tative Zellenschicht (entoderma) besteht aus kugligen flimmer-
losen Zellen, die äussere animalische (ectoderma oder, wie
Verf. schreibt, exoderma) dagegen aus conischen oder cylin-
drischen Geisselzellen, mit deren Hülfe der Embryo umher-
schwimmt. Die Magenhöhle bleibt entweder geschlossen
oder bricht, wie gewöhnlich, nach Aussen durch, um
den Urmund zu bilden, durch den hindurch die geissel-
losen runden Zellen des Entoderms nicht selten nach aussen
wulstig hervortreten. Nach einiger Zeit geschieht die Be-
festigung, bei der die Ectodermzellen des aboralen Poles
zur Anheftung dienen. Die Entodermzellen beginnen jetzt
zu flimmern und das Wasser in der Magenhöhle in Be-
wegung zu setzen, indem eine jede derselben ein langes,
von einem zarten Protoplasmakragen umfasstes Geisselhaar
aussendet. Einzelne dieser Geisselzellen verwandeln sich
späterhin (durch Vergrösserung) in Eizellen, andere (durch
mehrfach wiederholte Theilung) in Spermazellen. Bei
manchen Arten trifft man sogar noch die ausgebildeten
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 465
Eier im Geisseiepithel der Magenhöhle, während dieselben
in anderen Fällen von da allmählich in das Ectoderm
hineinrücken oder zwischen beiden Schichten gefunden
werden. Bei zweien Sycaltisarten bekleiden sich dieselben
auffallender Weise mit einer Kalkschale. Während nun
aber die Entodermzellen zu Geisseizellen werden, ziehen die
Ectodermzellen umgekehrt ihre Geisseihaare ein und ver-
schmelzen — hüllenlos, wie sie sind — zur Bildung eines
zusammenhängenden Protoplasmalagers (syncytium) , in
welchem nur noch die bleibenden Zellenkerne die Zahl
und Lagerung der früheren Zellen andeuten. Jetzt erst
beginnt in diesem Syncytium, dessen Kerne fortwährend
sich vermehren, die Bildung des Skelets, indem innerhalb
des Protoplasmalagers ausgeschiedener kohlensaurer Kalk
die Form von einzelnen Nadeln (Dreistrahlern, Vierstrah-
lern oder Stabnadeln) annimmt. Die Kalkmasse der Nadeln
ist geschichtet und umgiebt einen cylindrischen, von weicher
Substanz gebildeten Achsenstreifen. Auf diesem Stadium
wird der junge Kalkschwamm vom Verf. als Prot olynthus
bezeichnet. Derselbe wird dadurch verändert, dass an
seinem Körper eine Anzahl von kleinen Oeffnungen sich
hervorbilden, welche die Magenwand durchbrechen und
den Eintritt des Wassers in die Magenhöhle gestatten: die
Hautporen oder Lochkanäle (pori dermales). Sie sind nichts
weiter, als veränderliche Lücken des Parenchyms, welche
entstehen und vergehen; keine constanten, von besonderer
Wandung umgebene Canäle. Mit der Bildung dieser Poren
beginnt eine regelmässige Wasserströmung durch den Körper
des jungen Kalkschwammes und zwar gewöhnlich in der
Richtung, dass das Wasser durch die Hautporen in die
Magenhöhle eintritt und durch die Mundöffnung wieder
abfliesst. Wenn nun der Kalkschwamm keine weitern
wesentlichen Veränderungen erleidet, in dieser Form viel-
mehr bestehen bleibt und geschlechtsreif wird, dann re-
präsentirt er einen sg. Olynthus. Der porenlose Proto-
lynthus und der durch Porenbildung daraus entstandene
Olynthus wird nun vom Verf. als die allen Kalkschwämmen
gemeinsame Stammform in Anspruch genommen, durch die
hindurch sich die verschiedenen Formen historisch ent-
466 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wickelt haben. Am nächsten diesem Olynthus steht die
Familie der Asconen (Leucosolenia Bow., Grantia Lieb.),
die Verf. desshalb auch für die älteste hält. Ihre Glieder
besitzen noch die dünne Magenwand und die einfachen
Hautporen, welche an jeder Stelle entstehen und vergehen
können (Lochcanäle). Die zweite Familie, die der Leu-
conen (Leuconia Bow., Grantia Schm.) charakterisirt sich
durch ihre verdickte Magenwand, welche von ungeraden,
unregelmä,ssig verästelten Canälen durchsetzt wird. Diese
„Astkanäle" beginnen mit einer geringen Anzahl von un-
regelmässigen weiten Oeffnungen oder Magenporen auf
der Innern Magenfläche, verästeln sich dann innerhalb der
dicken Magenwand und bilden meist durch zahlreiche Ana-
stomosen ein lacunäres Gefässnetz. Endlich münden sie durch
zahlreiche feine Hautporen auf der äussern Hautfläche aus.
Die dritte natürliche Familie, die derSyconen, entspricht
im Ganzen dem Gen. Grantia Bow. und Sycon Lieberk.
Auch bei ihr findet sich eine verdickte Magenwand, nur
dass dieselbe nicht von unregelmässig verästelten Canälen,
sondern von geraden, regelmässig radialen und unver-
ästelten Canälen (Strahlkanälen) durchzogen wird, welche
entweder isolirt verlaufen oder theilweise resp. ganz mit
einander verwachsen und im letzteren Falle durch Binde-
poren communiciren. Auf der Innern Magenfläche öffnet
sich jeder Strahlkanal durch einen bisweilen mehrfachen
Magenporus, während er auf der äussern Hautfläche ge-
wöhnlich durch viele kleine Hautporen ausmündet. Zwischen
den verwachsenen Radialtuben bleiben engere oder weitere
interradiale Zwischenräume über, welche von einer Fort-
setzung des Ectoderms ausgekleidet sind. Wimperkörbe,
die bei den übrigen Schwämmen so verbreitet sind, und
den am stärksten differenzirten Typus in der Bildung des
Canalsystemes bei den Spongien darstellen, finden sich
bloss bei einigen Leuconen. Sie entstehen durch locale
Entwicklungen der Astkanäle und erweitern sich gelegent-
lich zu grösseren Blasen, welche sich berühren, hier und
da confluiren und so schliesslich in grössere sinusartige
Hohlräume (Subdermalhöhlen, intermarginal cavities Bow.)
zusammenfliessen. Bei der Entwicklung eines Kanalappa-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 467
rates zieht sich das Flimmerepithelium, das ursprünglich
die ganze Magenhöhle auskleidet, in den letztern (resp.
bloss die Wimperkörbe) zurück, so dass erstere dann nackt,
bloss von dem Syncytium des Ectoderms bedeckt, gefunden
wird. Die hier kurz charakterisirten drei Familien zerfallen
nach unserm Verf. in 21 Gattungen, welche lediglich durch
die Zusammensetzung ihres Skelets aus verschiedeneu Kalk-
nadeln unterschieden werden. Innerhalb der Gattungen werden
die natürlichen Species wiederum durch untergeordnete
Modificationen in der Gestalt, Grösse, Lagerung und An-
ordnung der Nadeln bestimmt. Da die Nadeln in dreierlei
Hauptformen vorkommen, und jede dieser Grundformen
entweder für sich allein oder in Combination mit einer
der andern oder mit beiden das Skelet zu bilden vermag,
so ist die Feststellung der natürlichen Gruppen eigentlich
nur ein Rechenexempel. In jeder Familie sind hiernach
sieben Gattungen möglich, wie das in der weiter unten
mitgetheilten Synopsis specieller dargelegt ist.
Higgin „Sponges, their anatomy, physiology and
Classification" (Procced. liter. and philos. Soc. and nat.
bist. Soc. Liverpool T. XXIX p. 193-266. PI. I-III) ist
Ref nicht zu Gesicht gekommen.
Während in Deutschland jetzt die Coelenteratennatur
der Schwämme ziemlich allgemein anerkannt ist, auch
Kölliker jüngst (Morphologie und Entwicklungsgeschichte
des Pennatulidenstammes S. 67) in diesem Sinne sich
ausgesprochen hat, trägt man im Ausland, wenigstens in
England und Amerika, immer noch Bedenken, der neuen
Auffassung sich anzuschliessen. Statt ihrer neigt man sich
hier der Clark'schen Ansicht zu, der zu Folge der
Schwamm bekanntlich eine Colonie geisseltragender Infu-
sorien darstelle. (J. B. 1867. S. 430). Die Abhandlung
Clark's — wir entnehmen derselben nachträglich noch
die Bemerkung, dass die vom Verfasser untersuchte Art
als Spongilla arachnoidea bezeichnet ist — wird in Silli-
man's Amer. Journ. 1871 und in den Ann. and Mag. nat»
bist. 1872. Vol. IX. p. 71 wieder abgedruckt und findet
vielfach Anerkennung. So von Leidy (Proceed. Acad.
nat. bist. Philadelphia 1874. T. IT. p. 144), so auch von
468 Leuckart: Bericht üb. d. wiasenschaftlicben Leistungen
Carter, der die betreffenden Geisseizeilen geradezu als
„Spongozoen" bezeichnet (kun. and Mag. nat. bist. Vol-
X. p. 45 — 50) und in denselben nahe Verwandte der
Difflugien sieht (Ibid. Vol. IX. p. 419—429). Nach Art
der letzteren sollen diese Schwammthiere (bei Tethya) sich
auch paarweise copuliren und auf diese Weise — durch
Zygose, wie Verf. sagt — eine geschlechtliche Fortpflan-
zung einleiten. Anfangs liegen die Fortpflanzungskörper -
(Eier) in dem gemeinschaftlichen Parenchym, später aber
treten sie von da in die "Wasserkanäle über, in denen sie
sich dann zu kleinen spiculatragenden Embryonen ent-
wickeln, wie Verf. das an Spiritusexemplaren von T. cra-
nium und zettandica beobachten konnte. Die Kieselnadeln
entstehen nicht in Zellen, sondern in dem Zwischengewebe,
und zwar zunächst mit dem Schafte, dessen eines Ende
knopfförmig anschwillt und dann die Arme treibt. So
lange die Jugendformen noch frei sind, besitzen sie (Tethya
antarctica) langgestreckte Wurzelnadeln, die später, nach
der Änheftung, verloren gehen (in gewissen Formen aber
zeitlebens bleiben). Die Gemmulae der Süsswasserschwämme
werden gleichfalls als Eier gedeutet, aber als solche, die
in eine feste Schale eingeschlossen seien und erst ausser-
halb der Colonie zur Entwicklung kämen.
Die Zwischensubstanz, welche die „Spongozoen" zu-
sammenhält und gruppenweise vereinigt, gewinnt übri-
gens in Carter's Augen allmählich an Bedeutung. So
besonders in der vornehmlich gegen Haeckel gerichteten
kleinen Abhandlung „points of distinction between the
Spongiadae and Foraminifera" (1, c. Vol. XL p. 351—355),
in dem ausdrücklich anerkannt wird, dass diese Masse,
die eigentliche Schwammsubstanz^ deren amöboide Natur
Carter übrigens von Anfang an erkannt hat, als Träger
des Canalapparates und des Skelets einen wesentlichen
Antheil an dem Aufbau des Schwammkörpers nehme und
eine viel grössere Differenzirung besitze, als die „Sarkode"
der Foraminiferen, die höchstens äusserlich von einem
Skelete bedeckt werde.
Andererseits wird Carter übrigens in seiner Deutung
der Spongozoen dadurch bestärkt, dass er dieselben (bei
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 469
Halisarca Dujardinii) nach Art der Amöben Nahrung auf-
nehmen und den Rückstand auswerfen sieht (Ann. and
Ma«:. nat. hist. Vol. XIII. p. 315, 316) — ein Vorgang, der
hier übrigens keineswegs zum ersten Male beschrieben
wird und auch an den Darmepithelzellen höherer Thiere
in wesentlich übereinstimmender Art beobachtet wird. An
Halisarca lobularis überzeugt er sich später sogar (1. c.
p. 433 — 440), dass die Spongozoen die einzigen Theile
des Schwammkörpers sind, welche bei Fütterungsversuchen
Indigopartikelchen schlucken. In Folge dessen heben sich
dann die Wimperkörbe (ampullaceous sacs), welche die
Spongozoen in sich enthalten, scharf gegen das übrige
Gewebe ab. Dieser Umstand ruft dem Verf nun die schon
früher einmal von ihm hervorgehobene Aehnlichkeit der
Wimperkörbe mit den Einzelthieren einer Ascidienkolonie
in's Gedächtniss zurück. Jedenfalls, so bemerkt er, sei
die Aehnlichkeit grösser, als die mit einem Polypen, da
dieser nur eine Oeifnung besitze, während der Wimperkorb
wie eine Ascidie mit Einführ- und Ausführöffnung ver-
sehen sei. Allerdings verkennt Verf nicht, dass eine As-
cidie weit zusammengesetzter ist, als ein Wimperkorb,
allein das hat für denselben einen nur untergeordneten
Werth, denn nach der Dotterklüftung ist ja auch die junge
Ascidie ein einfacher Zellensack, wie ein Wimperkorb.
Der letztere persistirt auf dieser Bildungsstufe, während
die junge Ascidie einer weiteren Entwicklung entgegen-
geht. Dass der Organismus der Spongien bei einer der-
artigen Auffassung zu einem Monadenstocke wird, wie
Oken ihn einst im Menschen wiederfinden wollte, die
., Spongozoen" mit anderen Worten zu gewöhnlichen Zellen
werden, scheint dem Verf entgangen zu sein: er ist der
Meinung, dass die Monaden- und Ascidientheorie des
Spongienbaues ohne Collision neben einander bestehen
könnten.
Bei einer spätem Gelegenheit (Ann. and Mag. nat.
hist. Vol. XIV. p. 97—111, PI. X, on the nature of the
seed-like body of Spongilla; on the origin or mother cell
of the spicula and on the presence of spermatozoa in the
Spongidae) spricht Carter die Behauptung aus, dass die
470 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gemmulae der Spongillen im Gegensatz zu seiner frühern
Auffassung nicht als einfache Eier, sondern als Eierballen
~ vielleicht als eierfüllte Ovarien — zu betrachten seien,
die sich gemeinschaftlich entwickelten, indem die Eier
(vulgo Schwammzellen) unter Ausscheidung einer Zwischen-
substanz je in einem Wimperkorb mit Spongozoen sich
umbildeten. Es ist unverkennbar, dass Carter dabei
unter dem Einflüsse der Ansichten steht, denen er in Be-
treff der Natur der Wimperkörbe huldigt. Als er wiederum
später (ibid. p. 400) sich davon überzeugt, dass auch der
aus einem einfachen Ei hervorgehende Embryo von Hali-
chondria eine ganze Anzahl von Wimperkörben bildet,
wie die auswachsende Gemmula, wird dann auch auf
die frühere Deutung zurückgegriffen und das Ei der
Spongillen so gut, wie der Spongien in letzter Instanz
wieder an die Spongozoen angeknüpft. Immer noch ausser
Stande, das aus der Entwicklung dieses Eies hervorgehende
gastraeaartige Geschöpf als das Schwammindividuum an-
zusehen, fast er seine Ansichten über den Organismus der
Schwämme in folgenden Satz zusammen: „the spongozoon
must, ipso facto, be considered the expression of the sponge,
in so far, that it represents the stomac and the generative
apparatus aided by the rest of the body, which thus be-
comes analogous to such assessories in the highest ani-
mals, although the plurality of spongozoa scattered to the
mass may more nearly resemble in this respect the flower
buds of a plant. Such theen appaers to be the nature of
a sponge." (!)
Das von Carter einige Male (bei Grantia und Hali-
sarca) beobachtete gleichzeitige Vorkommen von Eiern und
spermatozoenartigen Flimmerkörperchen (1. c. p. 105) be-
stätigt den auch von anderer Seite beobachteten Herma-
phroditismus der Schwämme.
Bei Halichondria, Esperia, Microciona constatirt Car-
ter (1. c. p. 100 und 456) die Entwicklung der sg. Fleisch-
nadeln im Innern kernhaltiger Zellen, die erst bei der
Vergrösserung der eingeschlossenen Kieselkörper verloren
gehen. Die ftirdieEsperien so charakteristische Schnallenform
bildet sich allmählich durch Umwandlung eines an beiden
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 471
Enden knopfformig verdickten Spiculums. Aehnliche Be-
obachtungen sind übrigens schon früher von Lieb erkühn
und auch 0. Schmidt gemacht worden.
Wie wenig geklärt übrigens die Vorstellungen sind,
welche Carter sich von der Organisation der Schwämme
gebildet hat, geht auf das Bestimmteste wohl aus dem die
Anatomie und Physiologie derselben behandelnden ersten
Theil seiner „Notes inductory to the study and Classifica-
tion of the Spongidae" hervor (Ann. and Mag. nat. bist.
Vol. XVI. p. 1—40), in der alle die den Körper zusammen-
setzenden Theile, die weichen so gut, wie die harten, ein-
gehend geschildert werden, ohne dass es dem Verf. jedoch
gelingt, dieselben zu einem Gesammtbilde zu vereinigen.
Wie früher wird dabei allerdings noch das Spongozoon
als das Schwammindividuum bezeichnet, aber daneben
wird nicht bloss zugleich der „Sarcode" der Besitz vitaler
Eigenschaften beigelegt, es wird auch, wenigstens indirect
und für manche Fälle, der Auffassung Raum gegeben, dass
das Osculum (mit dem anhängenden Canalapparate, das
für die Ansichten des Verf.'s eine sehr unbequeme Aus-
stattung der Spongien abgiebt) ein Individuum repräsen-
tiren dürfte.
Nach Gray lassen sich die Kieselkörperchen der
Spongien ihrer Gestalt nach in eine Anzahl typischer
Gruppen bringen, die freilich im Einzelnen wieder mehr-
fach variiren und in einander übergehen. Als solche be-
zeichnet Verf. die einfache gerade Nadel, die Spange, die
fünf-, sechs- und vielstrahlige Nadel, die Sternnadel (spi-
cular spherule) und den Amphidiscus (birotule spicule).
Notes on the siliceous spicules of Sponges and their division
into types, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XII. p. 203—217.
Bei den nahen Beziehungen der Schwämme zu den
höhern Coelenteraten musste es ausfallen, dass das Vor-
kommen von Nesselzellen ausschliesslich auf die letztern
beschränkt war. Wenigstens hatte es Keinem der frühern
Beobachter gelingen wollen, Nesselzellen bei Schwämmen
aufzufinden. Eimer ist in dieser Beziehung glücklicher
gewesen. Er gibt wenigstens an, dass es ihm gelungen
sei, die Existenz dieser Gebilde bei nicht weniger als vier
472 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Caprenser Kieselschwämmen aus der Familie der Renierien
aufzufinden. Die Arten sind freilich nicht bestimmt an-
gegeben, aber kurz beschrieben. Zwei derselben sollen
nach der Form ihrer Skeletgebilde der Renieria fibulata
(resp. Desmacellavagabuuda), Ren. informis und R.accommo-
data nahe verwandt sein. Bei dreien dieser Schwämme
waren die betreffenden Gebilde ausschliesslich in der die
Innenfläche der Ausströmungsröhren bekleidenden Haut
vorhanden, bei der vierten aber mit ihren Bildungszellen
auf den verschiedenen Stadien der Entwicklung durch den
ganzen Schwamm verbreitet. Die der R. informis nahe
stehende Form enthielt übrigens nur sehr vereinzelte
Nesselzellen im ausgebildeten Zustande, sonst blosse Nes-
selbildungszellen verschiedener Stadien, so dass Verf. die-
selben als eine Uebergangsform von den Schwämmen ohne
Nesselzellen zu solchen mit Nesselzellen ansieht. Die Frage,
ob diese Gebilde nicht vielleicht von Aussen zufällig in
die Schwämme gelangt seien, wird mit Berücksichtigung
sowohl der Beziehungen zwischen den Bildungszellen und den
gewöhnlichen Schwammzellen, wie auch des Umstandes, dass
die Nesselzellen verschiedene Grade der Entwicklung
zeigten, in negativem Sinne beantwortet. Im Magen der
Kiesel- und Kalkschwämme fand Verf. fast immer halb
verdaute Theile kleiner Crustaceen, so dass er annimmt,
dass diese Objecte theilweise wenigstens die Nahrung der
betreffenden Organismen abgäben. Ebenso beobachtete
Verf. bei zahlreichen Gallert-, Kiesel- und Kalkschwämmen
mit aller -Bestimmtheit neben den Eiern auch Samenfäden,
die bündelweise zusammenlagen und ausserordentlich feine
Schwänze besassen, auch auf verschiedenen Entwick-
lungsstufen zur Untersuchung kamen. Nesselzellen und Sa-
men bei Seeschwämmen, Archiv für mikroskop. Anatomie
1872. Bd. VIII. S. 281—294.
lieber die von demselben Verf. bei gewissen Schwäm-
men (Tagebl. der Leipziger Naturforscherversammlung
S. 62) gesehenen polypenartigen Nährthiere haben wir
schon oben (S. 419) gehandelt. Sie haben sich als pa-
rasitirende Polypen ergeben, wie das u. a. auch von
0. Schmidt (Ztschrft. für wissensch. Zool. Bd. XXV.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 473
Supplem. 138 Anm.), der den betreffenden Polypen bei
Euspongia nitens als eine mikroskopische Actinie bezeich-
net, hervorgehoben wird. Nesselzellen konnte Schmidt
bei keiner der von ihm (in Neapel) untersuchten Renieren
auffinden.
Im Gegensatze zu der Darstellung Ha ecke Ts, der
zufolge die schwimmenden Larven der Kalkschwämme mit
einem flimmernden Ectoderm und kugligen Entodermzellen
versehen seien, die mit nach dem Festsetzen Geissein trie-
ben, wenn die Zellen des Ectoderms die ihrigen verloren
und begonnen hätten die Kalknadeln auszuscheiden, be-
hauptet Metschnikoff, dass die skeletbildenden Aussen-
organe von den cilienlosen kugligen Zellen gebildet würden,
die bei den neugebornen Larven in Zapfenform an dem
sonst flimmernden Körper vorspringen, wogegen die Flim-
merzellen sich durch Einstülpung in das spätere Entoderm
verwandelten. Da beide Forscher an das gleiche Thier
anknüpfen (Sycon ciliatum = Sycandra raphanus Hckl.),
glaubt Mecznikoff zu der Annahme berechtigt zu sein,
dass Haeckel's Darstellung nicht auf directer Beobach-
tung beruhe, sondern auf einer Construction, bei der die
von demselben zu erweisende Homologie mit den Hydroiden
(und Coelenteraten überhaupt) bereits als erwiesen ange-
nommen sei. Auf Grund seiner Beobachtungen stellt Mecz-
nikoff denn auch die Ectodermnatur der skeletbildenden
Schicht in Abrede. Er glaubt dieselbe als Mesoderm in
Anspruch nehmen zu dürfen und stützt diese Deutung mit
einem Hinweis auf die schwärmenden Larven der Kiesel-
spongien, die ein wirkliches Ectoderm trügen, dabei aber
am Hinterende stets eine Stelle besässen, an welcher die
skelettragende Schicht nach Aussen frei hervorrage. Zur
Entwicklungsgeschichte der Kalkschwämme, Ztschrft. für
wissensch. Zool. 1874. Bd. XXIV. S. 1-14. Taf. I.
0. Schmidt schliesst sich (ebendas. Bd. XXV. Supple-
ment S. 127—141 Taf. VIII— X „zur Orientirung über die
Entwicklung der Spongien") in Betreff der Entwicklung
von Sycandra im Wesentlichen an die Darstellung Mecz-
nikoff's an. Er bestätigt wenigstens, dass die Larven
mit dem flimmernden Körnerballen sich festsetzen und von
474 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
letzterm aus eine Aussenschicbt bilden, welche die ihrer
Geissein nunmehr verlustigen Cylinderzellen in sich ein-
schliesst, konnte aber von einer Einstülpung dieser letztern
sich nicht überzeugen. Auch die Larven der Ascetta cla-
thrus lassen sich dem Haeckel'schen Gastrula - Schema
nicht einreihen, da sie, obwohl Haeckel sie als Blasen
mit doppelter Wandung beschreibt, des Entoderms entbehren.
Freilich fehlt denselben auch die geissellose Körperhälfte
der schwärmenden Sykonen, vorausgesetzt, dass diese nicht
etwa durch den in der einen Körperspitze dicht unter dem
Geisseizellenschlauche gelegenen Zellenhaufen repräsentirt
ist, was Verf. übrigens für wenig zulässig zu halten scheint.
Die Mittheilungen über die schwärmenden Larven der
Kieselschwämme (Reniera, Esperia, Amorphina) lassen
darin gleichfalls keine Gastraeaformen erkennen, sind aber
andererseits zu unvollständig, als dass es möglich wäre,
den Entwicklungsgang vollständig zu erkennen. Die Em-
bryonen sollen, von dem Ectoderm abgesehen, nicht ein
Mal einen deutlichen Zellenbau haben, aus den Eiern, oder,
wie Verf lieber will, Fortpflanzungszellen — Spermatozoen
wurden bei keinem Kieselschwamme aufgefunden — auch
ohne eigentliche Furchung hervorgehen. Anfangs tragen
dieselben übrigens ein vollständiges Flimmerkleid, dessen
Cilien aber später am hintern Körperpole eingezogen
werden. Ein wirklicher Verlust des Ectoderms scheint nur
bei einigen (oder allen?) Esperien stattzufinden. Eine „Leibes-
höhle" bildet sich erst spät, nachdem bereits die Befesti-
gung erfolgt ist, auch Spicula und Wimperkörbe schon vor-
handen sind. Bei Reniera und Suberitiden, die in Zerfall
begriffen waren, beobachtete der Verf. rundliche Plasma-
kugeln, die — dem Inhalte der Spongillengemmulae ver-
gleichbar — unter günstigen Umständen wieder zu jungen J
Schwammindividuen wurden. ^
Ganz anders dagegen lauten die Resultate der von
Fr. E. Schulze „über den Bau und die Entwicklung von
Sycandra raphanus", angestellten Untersuchungen (ebendas.
S'. 248—280 Taf. XVIII -XXI). Wenn auch in den Ein-
zelnheiten mehrfach von Haeckel abweichend^ bestätigt
Schulze doch die Thatsache, dass die Larve vor dem
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 475
Festsetzen zu einer unverkennbaren Gastrula sicli ent-
wickelt und zwar dadurch, dass der flimmerlose Zellen-
haufen, derselbe also, mit dem nach Mecznikoff und
Schmidt die Anheftung geschehen sollte, nach Innen in
den Flimmerkörper sich einstülpt und zu dem Ectoderm
wird. Andererseits stimmt Schulze übrigens mit Mecz-
nikoff darin überein, als er die Skeletbildende Schicht
der Kalkschwämme (Syncytium Haeckl.) als Mesoderm in
Anspruch nimmt und der mit sternförmigen Zellen durch-
setzten Gallertmasse der Quallen zur Seite stellt. Gleich
dieser besteht dieselbe, von den Skeletbildungen abgesehen,
aus einer hyalinen Grundsubstanz, die von stern- resp.
spindelförmigen und amöboiden, wahrscheinlich aus den
anliegenden Gewebsschichten eingewanderten Zellen durch-
setzt ist. Das eigentliche und wahre Ectoderm ist von
Haeckel und den übrigen Forschern übersehen und erst
von Schulze in Gestalt eines einschichtigen Plattenepithel-
lagers entdeckt worden, welches in continuirlichem Zu-
sammenhange nicht bloss die ganze freie Aussenfläche des
Schwammes überzieht, sondern auch auf der Wand sämmt-
licher Intercanalräume und der diese durchsetzenden Sep-
ten und Balken, sowie auf der ganzen Gastralwand aufliegt,
also die gesammte vom Wasser umspühlte Oberfläche be-
kleidet, so weit das Entoderm dieselbe frei lässt. Die
Kalkschwämme gehören also nach unserm Verf., gleich
den übrigen Coelenteraten, zu den dreiblättrigen Thieren.
Was nun die Eier betrifft, so entstehen diese durch ein-
faches Wachsthum aus den amöboiden Keruzellen des
Mesoderms. Sie liegen niemals zwischen den Geisselzellen
des Entoderms, sondern stets unterhalb derselben in der
hyalinen Grundsubstanz des Mesoderms, deren stern- und
spindelförmige Zellen übrigens allmählich um den sich
vergrössernden Embryonalkörper zu einer förmlichen Epi-
thelialkapsel werden, aus der die Larve nach Ausbil-
dung der Geissein in den benachbarten Radialtubus hin-
durchbricht. Die Furchungskugeln liegen bis zur Achtzahl
ringförmig d. h. in einer einzigen Fläche neben einander,
zerfallen aber später durch Horizontaltheilung in zwei über
einander liegende Schichten, die durch weitere Theilung
476 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dann in eine linsenförmige Hohlkugel tibergehen, deren Zellen
in beiden Schichten zunächst eine einfache Lage bilden. An
diesem Körper geschieht dann eine Differenzirung dadurch,
dass acht dem einen Pole zugehörende Zellen in ihrer
Entwicklung zurückbleiben, und mit dunkeiförmigem In-
halt sich füllen. Sie liefern die grossen flimmerlosen Zellen
des spätem Entoderms, während die übrigen durch fort-
gesetzte Theilung und Bildung von Geissein sich in die
Ectodermzellen verwandeln. Zur Zeit des Ausschwärmens
ist die Furchungshöhle stark verkleinert, die Masse der
Entodermzellen aber stark aufgeblähet und nach Aussen
vorgedrängt, so dass dieselbe nahezu die Hälfte der
jetzt eiförmigen Larve ausmacht. Später tritt wieder eine
Abflachung dieses Zellenhaufens und schliesslich sogar
eine Einstülpung desselben gegen die convexe Ectoderm-
kuppe ein, wobei die Furchungshöhle völlig schwindet
und die Entodermzellen sich blattartig an die Innenfläche
des Ectoderms anlegen. Durch Ausweitung der so ent-
standenen doppelblättrigen Halbkugel und Umgreifen des
Ectodermzellenlagers am Oeffnungsrande nimmt die Larve
dann eine sackförmige Gestalt an; sie wird zu einer Ga-
strula mit äusserer flimmernder und innerer nicht flim-
mernder Zellenlage.
Eine vorläufige Mittheilung der hier angezogenen Un-
tersuchungen enthält auch das Tageblatt der Grazer Natur-
forscherversammlung 1875. S. lOL
Auch Carter veröffentlicht Beobachtungen über die
Entwicklung der Kalk- und Kieselschwämme (development
of the marine sponges from the earliest recognizable appea-
rance of the ovum to the perfected individual, Annais
and Mag. nat. bist. 1874. Vol. XIV. p. 321—337 und 389
— 406 PI. XX— XXII). Sie stimmen in ihren Resultaten
fast vollständig mit den Angaben Mecznikoff's überein.
Es gilt das namentlich für die Embryonen von Grantia
(Gr. compressa), die nach Bau und Metamorphose in we-
sentlich gleicher Weise beschrieben werden (p. 384 ff.).
Verf. will sogar direct beobachtet haben, dass die nach
Aussen zapfenartig vorspringenden Kugelzellen (rootcells)
zum Festsetzen des Embryo dienen. Ueber die Bil-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 477
dung des Mundes und des Innenraumes Hess sicli freilich
kein bestimmter Aufschluss gewinnen. Verf. lässt es un-
gewiss, ob dieselben durch Einstülpung des vordem Poles
oder durch Auswachsen desselben ihren Ursprung nehmen.
Auch an den grossen Embryonen von Halisarca lobularis
und Halichondria simulans werden solche Haftzellen be-
schrieben, nur dass dieselben nach Aussen wenig vor-
springen und bei der erstem von einem Kranze mächtiger
Flimmercilien umgeben sind. Dieselben sollen die letzten
Ausläufer der die Innenmasse zusammensetzenden Zellen
sein, die sonst von den in einfacher Lage vorhandenen
Geisseizellen umhüllt sind. Bei Halisarca sind die Geissein
in der vordem Körperhälfte beträchtlich länger, als in der
hinteru; während dafür der hintere Cilienkranz fehlt. Die
vordem Polzellen entbehren übrigens der Geissein voll-
ständig. Spicula wurden bei Halichondria, deren Embryonen
übrigens von allen die grossesten sind und denen von
Grantia gegenüber als förmliche Riesen erscheinen, schon
während der Schwärmperiode gebildet. Bei Esperia aegagro-
phila Hessen sich dieselben sogar schon zu einer Zeit nach-
weisen, in der die (flimmernden) Embryonen noch in einer
Kapsel eingeschlossen waren, also noch nicht einmal den
Schwärmzustand erreicht hatten. Halichondria bot Verf.
auch Gelegenheit, die Umwandlung des Embryo in den
definitiven Schwamm ziemlich lückenlos zu verfolgen. Die
Befestigung geschieht auch hier mit den Haftzellen, über
denen sich der oben erwähnte Cilienkranz noch eine Zeit
lang erhält, obwohl die übrigen Ectodermzellen ihre
Geissein bereits verloren haben. Am dritten Tage nach
der Befestigung zeigte sich am vordem Körperende eine
kleine Einsenkung, die sich in das Osculum verwandelt,
während der zunächst noch ziemlich hohe Leib durch Sen-
kung des Ectoderms allmählich sich abflacht und mit seinem
Basalende immer weiter auf der Unterlage ausbreitet. Die
Spicula, die Anfangs im Innern des Leibes gelegen waren,
treiben die Aussenfläche höckerförmig hervor und heben
sie endlich (am sechsten Tage) von der übrigen Körper-
masse ab, so dass zwischen beiden ein von den Nadeln
durchsetzter Hohlraum zum Vorschein kommt. Die ersten
Archiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2, Bd. FF
478 Leuckart: Bericlit üb. d. v/issenschaftlichen Leistungen
Stadien der Entwicklung, Furchung und Eibildung wurden
bei Halichondria beobachtet. Anfangs in der Schwamm-
substanz eingebettet, entstehen die Eier, wie Verf. annimmt,
dadurch, dass sich eine Schwammzelle mit einer Schicht
amöboiden Protoplasmas umhüllt. Nachher treten dieselben
in die excretorischen Kanäle über, wo sie in eine Kapsel
eingeschlossen werden und die ersten Stadien der Furchung
durchlaufen. Auf den spätem Stadien findet man die
Eier in einem unter der Anheftungsfläche des Körpers
gebildeten Räume, aus dem sie schliesslich in Embryonal-
form hervortreten. Die Furchung selbst verläuft in regel-
mässiger Weise und ist eine totale. Die Gemmulae werden
in den angehängten Schlussbetrachtungen — im Gegensatze
zu den frühem Auffassungen — wieder als einzelne Eier, aber
als durchfurchte Eier, gewissermassen also als cilienlose
Embryonen, in Anspruch genommen. Freilich sollte man
hiernach meinen, Verf mlisste nun auch den Embryo als
das (vielzellige) Schwamm-Individum deuten. Allein mit
Nichten. Nach wie vor hält er daran fest, dass die Schwamm-
zellen, seine Spongozoen „the expression of the sponge"
darstellen.
Giard macht auf die Existenz von Schwämmen auf-
merksam, die durch Aussehen und Färbung auffallend
mit gewissen zusammengesetzten Ascidien übereinstimmen,
zwischen denen sie leben. Hieher Halisarca minosa n.,
die Botrylloides rubrum imitirt, und eine zweite Art, Hali-
sarca sp. mit H. guttula Schm. verwandt, die einer kleinen
zusammengesetzten Cynthia gleicht. Bei letzterer beob-
achtete Verf. auch die Klüftung der Eier und die Bildung
von Embryonen, die vollständig mit denen übereinstimmen
sollen, welche Haeckel von den Kalkschwämmen beschreibt.
Dass diese gelegentlich die Kalkkörperchen gewisser
Ascidien in sich aufnehmen, ist schon von Haeckel be-
merkt worden, aber neu ist die Angabe, dass auch die letz-
tern nicht selten die Skeletnadeln von Schwämmen in
ihrem Mantel enthalten.
Gray entwickelt (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XL
p. 442 — 461) seine Ansichten über die Classification der
Schwämme. Er verwirft das Verfahren sowohl von Bo-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 479
werbank, wie auch von Schmidt, die viel zu einseitig-
das mikroskopische Verhalten betont hätten, und glaubt
durch gleichmässige Berücksichtigung sowohl des Gesammt-
baues wie auch der Nadelbildung ein System aufstellen
zu können, dessen Grundzüge wir — der Verf. führt das-
selbe bis auf die einzelnen Gattungen durch, die (mit
mancherlei kritischen Bemerkungen) namentlich aufgeführt
werden — in folgender Uebersicht wiedergeben.
A. Thalassi spongia, Seeschwämme mit weichen Eiern.
I. Leiospongia. Hornschwämme entweder ohne Kieselskelet, oder
mit einfachen resp. geknöpften Nadeln; oftmals auch mit Sand oder
andern fremden Körpern im Innern.
1. Keratospongia mit netzförmig anastomosirendem Hornskelet.
a. Skelet einfach hornig oder mit fremden p]i nachlassen.
Fam. Spongiadae, Ceratelladae, Hirciniadae, Dysideidae.
b. Hornfäden mit einfachen Kieseluadelu im Innern.
Fam. Chalinidae, Phakelliadae, Halichondriadao, Polymastiadae
(mit Qiiasillina Bow.).
c. Mit abstehenden Nadeln an der Aussenfläche.
Fam. Opistospongiadae (mit Opistospongia und Ectyon).
2. Suberispongia. Skelet massig mit einfachen oder geknöpften
Nadeln; statt der verästelten Kanäle ein aveoläres System von
Hohlräumen.
Fam. Suberitidae, Raphiophoridae, Cliouiadae.
3. Arenospongia. Mit Sandskelet und Nadeln im Umkreis der
Oscula.
Fam. Xenospongiadae.
II. Acanthospongia. Mit complicirtern Nadelformcn oft mehrfacher
Art neben den einfachen.
4. Ilamispongia. Hornige oder fleischige Schwämme mit An-
kern oder zweizinkigen Nadeln zwischen den einfachen.
Fam. Esperiadae, Desmacidonidae, Haraacauthidae, Gelliadae.
5. Coralliospongia. Mit sechsstrahligen Kreuznadeln neben
andern Nadelformen.
a. Kreuznadeln an der Aussenfläche des Schwammes.
Fam. Pteronemadae (frei mit Wurzelnadeln), Lanuginellidae
(angewachsen).
b. Kreuzuadeln in der Sarcode.
«. Schwamm frei mit Wurzelnadeln; Skelet mehr oder we-
niger zusammenhängend.
Fam. Euplectelladae, Hyalothaumadae.
ß. Schwamm aufgewachsen mit festem Skelet und freien
Nadeln verschiedener Form in der Sarkode.
480 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Farn. Macandrewiadae, Farreadae, Dactylocalycidae, Aphrocalli-
stidae.
c. Schwamm aufgewachsen mit einem aus netzförmig ver-
einigten einfachen Nadeln bestehenden Kieselskelete. Daneben
Kreuznadeln.
Fam. Corbitellidae, Asconematidae.
d. Schwamm aufgewachsen, mit einfachen Nadeln in dem
netzförmigen Hornskelete. Daneben Kreuznadeln.
Fam. Carteriadae, Axidae {Äxos = Echinospongia Gr.).
6. Sphaerospongia. Massive Schwämme mit dreizinkigen Na-
deln und Kieselsternen oder Kugeln.
a. Die Kieselsterne bilden eine äussere Kruste.
Fam. Geodiadae, Placospongiadae.
b. Ohne Kruste.
«. mit dreizinkigen Nadeln.
* aufgewachsen.
Fam. Tethyadae, Donatiadae.
** frei mit Wurzelnadeln.
Fam. Theneadae (mit Thenea = Tethya muricata Bow., Dor-
villia, Tisiphonia, Stelleta incl. Wywille-Thompsonia), Lophurellidae
(mit LopTiurella = Tetilla lophuraSchm. und Dactylella = Te-
thya dactyloidea Cart.).
*** frei mit napfartig ausgebreiteter Basis.
Fam. Casuladae {Casula = Tethya casula Gart.).
ß. Ohne dreizinkige Nadeln, bloss mit Kieselsternen.
Fam. Chondrilladae,
c. Ohne Kieselsterne und Kugeln, mit zwei- oder dreizinkigen
Nadeln.
Fam. Ancorinidae.
B. Potamospongia, Süss wasserschwämme mit beschälten i
Eiern.
Fam. Spongilladae (vgl. Proceed. zool. Soc. 1867 p. 550.)
Später modificirt Gray (on the arrangement of Spon-
ges, 1. c. Vol. XIII. p. 284—290) dieses System der Art,
dass er statt zweier Hauptabtheilungen deren vier unter-
scheidet: die Ordnungen der Arenospongien (mit der Form
der Xenospongien und Dysideiden), der Thalassospongien,
der Potamospongien und Calcispongien. Die Thalasso-
spongien ihrerseits zerfallen dann in 4 Unterordnungen,
die Leiospongien (mit den Suberispongien, Keratospongien,
Opistospongien), Hamispongien , Sexradiatospongien (=
Hexactinelliden, die nach der Bildung der Rosetten in 3
Sectionen zerfallen, von denen besonders die erste — mit
in d. NaturgeBch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 481
freien Zweigen an den Rosetten — zahlreiche Familien
in sich einschliesst) und Quinqueradiatospongien mit den
Lithistiden und Sphaerospongien.
Sehr verschieden dagegen ist, nach Princip und Aus-
führung, das von Carter auf Grund seiner .umfassenden
Untersuchungen — C. bearbeitete ii. a. das gesammte Ma-
terial des Brittischen Museums — aufgestellte System, von
dessen wesentlichem Inhalte uns der zweite Theil der
schon oben angezogenen „Notes introductory to the study
and Classification of Spongida" (Ann. and Mag. nat. bist.
Vol. XVI. p. 126-145, p. 177—200) Kunde giebt. Wir
reproduciren in Folgendem die wichtigsten Gruppen dieses
Systemes und fügen die Bemerkung hinzu, dass Verf zur
weitern Illustration desselben den einzelnen Gruppen die
Namen einiger Haupttypeu folgen lässt, während er die
Beschreibung der Genera und Species einem nachfolgenden
dritten Theile seiner Abhandlung vorbehält.
Ordo I. Carnosa. Without evident sceleton.
Fam. 2. Halisarcidae. Possessing no spicules.
Farn. 2. Gumminidae. Possessing spicules.
Ordo 11. Ceratina. Possessing a sceleton composed of horny
fibre, with a granulär, chiefly hollow core, coutaining for the most
part uo foreign bodies.
Fam. 1. Luffarida. Rigid fibre, with opaque, white, granulär
core, mostly hollow.
Fam. 2. Aplysinida. Subrigid or flaccid fibre, with white
hollow granulär core.
Fam. 3. Pseudoceratida. Fibre of cither of the foregoing
families, sparsely cored with foreign bodies, or passing into a der-
mal layer of foreign bodies, or one of prope spicules like that of
the Rhaphidonemata.
Hieher Janthella u, a.
Ordo III. Psammonemata. Possessing a sceleton composed
of solid fibre more or less cored with foreign bodies.
Fam. 1. Bibulida. Solid fibre, chiefly without core of fo-
reign bodies. (2 Gruppen, Euspongiosa, Paraspongiosa.)
Fam. 2. Ilirciuida. Solid fibre, chiefly cored with foreign bodies.
(14 Gruppen, unter denen auch die Saudschwämme.)
Fam. 3. Pseudohircinida. Solid fibre, cored with foreign
bodies and propre spicules, sometimcs also echinated with proper
spicules. (3 Gruppen.)
Ordo IV. Raphidonemata. Possessing a sceleton composed
482 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
of horny fibre with a core of proper spiciiles. Form of spiciile chiefly
simple acerate and chielly confined to the interior of the fibre.
Fam. 1. Chalinida. Digitations solid, vertical or procumbcnt.
(4 Gruppen.)
Fam. 2. Cavochalinida. Tubulär, vasiform, aculeated patu-
lous, or compressed flabellately; plane and frondose or dactyloid.
(7 Gruppen.)
Fam. 3. Acervochalinida. Massive clathrous, or compact
and isodactyal. (3 Gruppen.)
Fam. 4. Pseudochalinida. Digitiferous, composed of fibre cored
with proper spicules and foreign bodies. (2 Gruppen.)
Ordo V. Echinonemata. Possessing a sceleton composed of
horny fibre cored with proper spicules internally and echinated with
proper spicules externally.
Fam. 1. Ectyonida. Echinated with proper spicules on the
fibre (5 Gruppen).
Fam. 2. Axinellida. Echinated with proper spicules projec-
ting from the interior of the fibre. (2 Gruppen.)
Ordo VI. Holorhaphidata. Possessing a sceleton whose fibre
is almost entirely composed of proper spicules bound together by
a minimum of sarcode. Form of spicules variable.
Fam. 1. Renierida. Spicules more or less arranged in a
fibrous form. Structure yielding to pressure like crumb of bread.
(9 Gruppen.)
Fam. 2. Suberitida. Tissue chiefly cork-like; spicules mat-
ted feit- like, cancellous and crushable, or radiated compact and
hard; spicule chiefly pin-like, with the sharp ends projecting from
the surface velvet-like. (4 Gruppen.)
Fam. 3. Pachytragida. More or less corticate, with a can-
cellous, more or less radiated structure, internally well differentiated.
(3 Gruppen).
Fam. 4. Pachastrellida. Without cortex; densely spiculi-
ferous, even to stony hardness (Lithistina). Structure confused;
no fibre (2 Gruppen).
Fam. 5. Potamospongida. Fragile sponges bearing seed-
like bodies or statoblasts, and inhabiting fresh water.
Ordo VII. Hexactinellida. Possessing a sceleton charged with
proper spicules. Spicules all based on a sexradiate type, as indi-
cated by their forms and the presence of a sexradiate cross at the
centre of the spicular canal.
Fam. 1. Vitrohexactinellida. Fibre vitreous spiculiferous.
(3 Gruppen.)
Fam. 2. Sarcohexactinellida. Sarcospiculiferous. (2 Gruppen.)
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 483
Farn. 3, Sarco-vitreohexactinellida. Partly fibro-vitreous, partly
sarcospiculiferons (Eaplectella cncumer).
Ordo VIII. Calcarea, Possessing calcareous spicules only.
Nach Haeckel müssen die verschiedenen Formen
der Kalkschwämme (a. a. 0. Th. II) ihrer natürlichen Ver-
wandtschaft nach folgendermaassen systematisch zusammen-
gestellt werden.
1. Farn. Ascones. Mit dünner Magenwand und unbestän-
digen Hautporen.
Äscetta H. Spicula sämmtlich dreistrahlig. Mit SSpecies: A.
primordialis H. kosmopol. (mit 17 Varietäten, die nach den Prin-
cipien einer künstlichen Systematik eben so viele Genera bilden
müssten), A. coriacea europ. Westküste (mit 8 generischen Varietäten),
A. clathrus Schm. Adria, A. sceptrum H. Neufundland, A, blancha
Mikl. Canar. Ins., (mit 7 gen. Var.), A. vesicula H. Sandwich Ins.,
A. sagittaria H. gr. Belt, flexilis H. Singapore.
ÄscillaE.. Spicula sämmtlich vierstrahlig. A. gracilis H. Cali-
fornien (6 gen. Var.), A. japonica H.
Äscyssa H. Spicula sämmtlich einfach. A. troglodytes IL Capri
(mit 2 gen. Var.), A. acufera H. Spitzbergen.
^scaZf*s H. Spicula theils dreistrahlig, theils vierstrahlig. A.
canariensis H. Canar. Inseln, A. cerebrum H. Adria, A. Darwini H.
Ind. Oc, A. Lamarcki H. Atl. Meer, Gegenbauri H. Messina (mit 3
gen. Var.), A. Goethii IL Neapel, A. botryoides H. Atl. Oc.
Ascortis H. Spicula theils dreistrahlig, theils einfach. A. hor-
rida Schm. Florida, A. lacunosa Bean Grossbrilt., A. Fabricii Schm.
Grönland, A. corallorhiza H. Grönland, A. fragilis IL Nord. atl. Oc.
Äsculmis H. Spicula theils vierstrahlig, theils einfach. A. ar-
mata H. Norwegen (mit 2 gen. Var.).
Äscandronll., Spicula theils dreistrahlig, theils vierstrahlig,
theils einfach. A. cordata IL Cap. d. g. IL (mit 2 gen. Var.), A.
falcata H. Adria (mit 7 gen. Var.), A. densa H. Süd-Austr. (mit 3
gen. Var.), A. panis H. Florida, A. reticulura Schm. Adria (mit 7
gen. Var.), A. coutorta Bow. Kanal (mit 3 gen. Var.), A. compli-
cata Mont. Nord. atl. Oc. (mit 3 gen. Var.), A. Lieberkuehni Schm.
Mittelmeer (mit 3 gen. Var.), A. echinoides H. Gibralt. (mit 3 gen.
Var.), A. sertularia H. Japan, A. botrys H. Grossbritt., H. nitida
H. Cap d. g. H. (mit 4 gen. Var.), A. pinus H. Normandie, A. varia-
bilis H. Ostatl. Oc. (mit 11 gen. Var.)
2. Fam. Leucones. Mit dicker Magenwand und Astkanälen.
Leite etta H. Spicula sämmtlich dreistrahlig. L. primigenius
H. cosmopol. (mit 7 gen. Var.), L. trigona H. Cap. d. g. H., L. sa-
gittata IL Californien, L. paudora H. Süd-Austral., L. corticata H.
Cuba.
484 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Leucilla B.. Spicula sämmtlich vierstrahlig. L. amphora Schm.
Antillen, L. Capsula IL Cap. d. g. H.
LeucyssaR. Spicala sämmtlich einfach. L. spongilla H. Japan,
L. cretacea H. Kamschatka, L. incrustans H. Norwegen (mit 4 gen.
Var.).
LeucaltisE. Spicula theils dreistrahlig, theils vierstrahlig. L.
floridana H. Florida (mit 3 gen. Var.), L. crustacea H. Caracas, L.
pumila Bow. Caual, Cap, Bass-Str. (mit 3 gen. Var.), L. solida
Schm. Mittelmeer (mit 7 gen. Var.), L. bathybia H. Rothes Meer,
L. clathria H. Florida.
Leucortis H. Spicula theils dreistrahlig, theils einfach. L.
pulvinar H. Rothes M., ind. Ocean (mit 7 gen. Var.).
Leuculmis H. Spicula theils vierstrahlig, theils einfach. L.
echinus H. Norwegen.
Leticandra E.. Spicula theils dreistrahlig, theils vierstrahlig,
theils einfach. L. Egedii Schm. Grönland (mit 2 gen. Var.), L. ca-
minus H. Atl. Oc. (mit 4 gen. Var.), L. Gossii Bow. Grossbritt.
(mit 8 gen. Var.), L. crambessa H. Mittelm. (ra. 4 gen. Var.), L.
alcicornis Gr. Ind. Oc, Still. Oc. (mit 6 gen. Var.), L. lunata H.
Cap d. g. H., L. aspera Schm. Mittelmeer (mit 9 gen. Var.), L. fistu-
losa Johnst. Grossbritt., L. ananas Mont. Nordl. atl. Oc. (mit 2
gen. Var.), L. cataphracta H. Austral., L. cucumis H. Ind. Oc,
Austral., L. bomba H. Fidschi-Ins., L. nivea Grant Europ. Küste
(mit 4 gen. Var.), L. Johnstoni H. Grossbritt. (mit 5 gen. Var.)
L. ochotensis Mikl. Ochots, L. stilifera Schm. Grönland, L. saccha-
rata L. Bass-Str. (mit 4 gen. Var.).
3. Fam. Sycones. Mit dicker Magenwand und geraden Radial-
kanälen.
Sycetta H. Spicula sämmtlich dreistrahlig. S. primitiva H.
Bass-Str., S. sagittifera H. Ceylon, S. strobilus H. Honululu, S. cu--
pula H. Japan, H. stauridia H. Roth. Meer.
Sycilla. Spicula sämmtlich vierstrahlig. S. cyathiscus H. Au-
stral., S. urna H. Caracas, H. cylindrus H. Adria, S. chrysalis
Schm. Adria.
Sycissa IL Spicula sämmtlich einfach. S. Huxleyi H. Adria.
Sycaltis H. Spicula theils drei- theils vierstrahlig. S. conifera
IL Adria, S. perforata H. Florida (mit 2 gen. Var.), S. glacialis H.
Arctisches M., S. testipara H. Cuba (mit 2 gen. Var.), S. ovipara
H. Florida.
SycortisH. Spicula theils dreistrahlig, theils einfach. S. lingua
H. Neufundland, S. quadrangulata Schm. Mittelmeer (mit 4 gen. Var.),
S. laevigata H. Süd-Austr.
SyculmisH. Spicula theils vierstrahlig, theils einfach. S. syn-
apta H. Bahia.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 485
Sycandra H. Spicula theils dreistrahlig, theils vierstrahlig,
theils einfach. L. ciliata H. Nord. Atl. Oc. (mit 9 gen. Var.), S.
coronata Ell.-Sol. Atl. Oc, Stiller Ocean (mit 3 gen. Var.), S. am-
jDuUa H. Atl. Oc. (mit 4 gen. Var.), S. raphanns Schm. Mittelmeer,
Roth. Meer, Ind. Oc, Austr., Japan, S. capillosa Schm. Adria (mit
3 gen. Var.), S. setosa Schm. Mittelmeer, S. villosa H. Atl. Oc. (mit 2
gen. Var.), S. Schraidtii H. Adria, S. arborea H. Aiistral., S. alcyo-
nellum H. Ind. Ocean, S. elegans Bow. Mittelm., Atl. Oc, Canar.
Ins., Antillen, Cap d. g. II. (mit 2 gen. Var.), S. Humboldti Risse
Adria, S. glabra Schm. Mittel-Meer, Atl. Oc, S. arctica H. Grönland
(mit 3 gen. Var.), S. ramosa Cap d. g. H,; S. compressa Fabr. Nord-
Europa (mit 9 gen. Var.), S. utriculus Schm. Nord. atl. Oc. (mit 2
gen. Var.), S. hystrix H. Süd-Africa.
Ich enthalte mich jeder Bemerkung über das hier
angezogene „natürliche" und das darauf folgende „künst-
liche" System, zumal ich nicht weiss, wie weit wir es dabei
vielleicht wiederum mit einer „köstlichen Ironie" zu thun
haben. Als Beispiel aber für die Tragweite der hier ver-
wertheten Principien verweise ich auf eine Bemerkung von
Norman (Ann. and Mag. nat. hist. 1878. Vol. I. p. 273),
der zufolge Haeckel die Grantia compressa Auct. in
nicht weniger als 28 Formen zerlegt hat, die dann unter
zahlreiche Genera vcrtheilt werden. In dem künstlichen
System steigt diese Zahl sogar bis 54!
V er rill beschreibt von neuen Kalkschwämmen: Leii-
candra cjjathus, Ascortis ClarMj Leucosolenia (Äscaltis) can-
cellata, sämmtlich aus der Casco-Bay, Proceed. Amer. Assoc.
1873. p. 292 und 293.
0. Schmidt bearbeitet die von der Pommerana in der
Nordsee gesammelten Spongien (Jahresber. der Commiss.
zur wissensch. Untersuchung der deutschen Meere II und
III S. 247-280 Taf. XVIII-XXII) und findet dabei von
neuen Arten: Amorphina appendiciäata, Suberites Bianae,
Cometella Spermatozoon^ Bursalina {n. ^Qn.) muta, Infla-
tella (n. gen.) pellicida, Besmacidon füiferum, D. Korenij
D. Neptuni, D. emphj/sema, D. physa, D. crux, Esperia
lanugo, E. rliopalopliora^ Cladorhisa pennattda, Sceptrella
trilohaj Raspailia Moebii, Pseudoaxinella (n. gen.) sul-
cata, Spirastrella vidua,
Pseudoaxinella ist ein un verzweigter, keulenförmiger oder
486 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lappiger Schwamm ohne hornige Achse, mit Axinella - Nadeln, die
aber nur wenig mit einander verklebt sind,
Infldtella. Der Körper trägt längliche Blasen, die am Ende
in einige geschlossene oder offene Fortsätze auslaufen. Parenchym-
nadeln mit einem etwas verdickten und einem stumpf zugespitzten
Ende.
Burs alin a.Monozoisch; mit einem rundlichen hohlen Körper,
der einem Stiele aufsitzt, und einem obliterirten Osculum. Die Körper-
höhle ist theilweise mit einer flockigen nadelführenden Masse ge-
füllt. Die Leibeswand mit Spicula, die nach Aussen zu eine nadei-
förmige Gestalt haben und senkrecht zur Oberfläche stehen, während
die tiefern Schichten und der Stiel Nadeln enthalten, die in der
Mitte etwas angeschwollen sind und um die Wandporen ein mehr
oder weniger regelmässiges Maschenwerk bilden.
Die Expedition der Germania lieferte laut den Berichten
von Schmidt und Haeckel 8 Kieselschwämme und 2
Kalkschwämme von der Ostgrönländischen Küste, die frei-
lich zum Theil nur ungenügend untersucht werden konnten.
Neu darunter: Desmacidon anceps mit vielfach variirenden
Kieselkörpern, Esperia intermedia und Esp. fahricans. Zweite
deutsche Nordpolfahrt IL S. 431-433.
In den „Thieren der Ostsee" beschreibt Möbius (a.
a. 0. S. 148) als neu: Polymastia mespilus, Hymenaspia
plicata, Esperia lucifera, alle drei von Arendal. Pellina
bibula Schm. und P. semitubulosa Schm. sind dagegen zu-
sammenzuziehen (ebendas. S. 99).
Alleyne Nicholson beschreibt (Ann. and Mag. nat.
bist. Vol. XII. p. 89-95 PL IV und XIII p. 4—14 mit
Holzsch.) sechs neue Arten des fossilen Gen. Stromato-
pora (aus dem Silur und Devon) und nimmt dieselben auf
Grund ihres Skeletbaues als Kalkschwämme in Anspruch.
M'Intosh zählt unter den Wirbellosen von St. An-
drews 4 Kalkschwämme, 5 Kieselschwämme, 2 Horn-
schwämme. Als neu darunter wird ein Halichondria (H.
M'Intoshii Bow.) aufgeführt und kurz beschrieben. Ann.
nat. bist. Vol. XIII. p. 140-145.
Der in den Schritten der Ray Society 1874 erschienene
dritte Band von Bowerbank's „a monograph of the british
Spongiadae" (384 Seiten mit 92 Tafeln) enthält ausser
einem Versuch, die von 0. Schmidt beschriebenen typi-
schen Schwammformen, so weit Verf. dieselben untersuchen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 487
konnte, auf Bowerlank'sche Genera zurttckftiliren, die
Beschreibung zahlreicher neuen Arten, von denen einzelne
auch neue Geschlechter repräsentiren. Der Atlas enthält die
Abbildungen nicht bloss dieser novae species, sondern auch
jener, die in dem 1866 erschienenen zweiten Bande des
betreffenden Werkes enthalten sind. Die jetzt hinzuge-
fügten neuen Arten sind folgende: Hymeniacidon foliatus,
H. firmus, H. radiosus, H. placentiäa^ H. plumiger, H. tege-
ticula, H. medius, H. Äldousi, Polymastia cornigera, Hali-
chondria foliata, H. edtisa, H. regtdaris, H. CoucJii, H. fal-
cula, H. mutula, IL exxmnsa, H. ambigua, II. Macintosh^
Isodictya laciniosa, I. ohsctira, I. imitata, I. coriacea, I. In-
galli, I. filamentosa, 1. hdeosa, I. invalida, I. incerta^ I. dubia,
I. rugosa, I. tumtdosa, I. funalis ; Bapliiodesma (n. gen.)
sordidum, R. simplicissimum, Desmacidon cohmibeUa, D.
copiosiis, D. cavernultty D. incognitus, D. pannosus, D.
similaris, D. rofalis, Hymeraphia coromda, H. simplex,
Hymedesmia occulta, H. inflata, H. simplicissima, II. indi-
stinda, Normania (n. gen.) crassa, Ecionemia coarduraj
Microciona fraudator, M. Kentii, M. simplicissima, Cioca-
lyptra Leei, Dysidea coriacea, Chalina inornata, Tethea spi-
nosa, Dictyocylindms rectangidus, Spongilla Parfatti, Sp.
sceptrifera, Leuconia Somesii. Von den die von unserm
Verf. früher beschriebenen Arten betreffenden Veränderungen
mag hier erwähnt sein, dass Hymeniacidon Bucklaudi zum
Typus eines neuen Gen. Battersbyia erhoben, Hym. lin-
gua und H. floridus aber dem neu errichteten Genus Ra-
phiodesma zugerechnet wird.
Battersbyia n. gen. Sceleton a somewhat regulär com-
plication of spiculated triradiate and biangalated quadriradiate sili-
ceous spicula. (Hicher auch Sphinctrella horrida Schm.)
Bapliiodesma u. gen. Sceleton without fibre, composed of-
a irregulär network of polyspiciilous faggot - like bundles, the spi-
cula of which are compactly cemented together at the middle, but
aro radiatiug at their terminations.
Normania n. gen. Sceleton composed at the external sur-
face of Short fasciculi of siliceous spicules, in the interior of an
irregulär silicco-spicular network; dermis furnished with ternate con-
uecting spicula ; Ovaria merabranous, aspiculous (?).
Im Ganzen zählt Bowerbank in seinen british Spon-
488 Leuckart: Beriebt üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
giadae 193 Species auf, von denen 43 zu Isodictya, 42
zu Hymeniacidon, 28 zu Halicliondria und 11 zu Dictyo-
cylindrus gehören, während die übrigen 69 Species über
36 verschiedene Geschlechter sich vertheilen.
Den Untersuchungen Schmidt 'scher Typen zufolge
gehören Suberites massa, S. domuncula, Taquilla nigricans
und Papiliata suberea (soll heissen : Papillina nigricans und
P. suberea) Schm. zu Hymeniacidon Bow., Stelleta dis-
cophora und Caminus Vulcani Schm. zu Pachymatisma
Bow., Reniera digitata, R. aquaeductus, R. nigrescens und
Axinella verrucosa Schm. zu Halichondria Bow., Reniera
semitubulosa (?), R. palmata, Axinella polypoides, Stegrella
saccea (? Ref.) und Cribrella hamigera Schm. zu Isodictya
Bow., Renieria dura Schm. zu Desmacidon Bow., Esperia
tunicata und E. Bowerbanki Schm. zu Raphiodesma Bow.
Ebenso sind Cacospongia moUior, Spongelia nitens, Spon-
gelia pallescens und Sarcotragus spinulosus Schm. echte
Spongien, während Cacospongia scalaris und Aplysina
acrophoba Schm. zu Verongia zu stellen sind, Stelleta pu-
mex Schm. zu Tethea, Clathria ovoides und Cl. coralloides
zu Ophlitaspongia, Hircinia variabilis Schm. zu Stematu-
nemia. Gummina Schm. ist überhaupt kein Schwamm.
Derselbe Autor veröffentlicht in den Proceed. zool.
Soc. 1872 ff. „Contributions to the general history of the
Spongiadae" mit Beschreibungen und Abbildungen zahl-
reicher ausgezeichneter Schwamm -Formen, die grössten-
theils allerdings schon früher von unserm Verf. untersucht
und in den Schwammwerken desselben angezogen sind.
So P. I (1. c. 1872. p. 115—129 Tab. V und VI) von Te-
thea muricata aus Hammerfest (= Dorvillia agariciformis
Kent, die nach Bowerbank ein verstümmeltes Exemplar
zur Grundlage hat), T. unca ebendah., T. Ingalli Austral,
T. norvegica Drontheim, Halispongia (Halichondria s. str.)
choanoides Austral. besonders interessant dadurch, dass sie
der lebende Repräsentant des fossilen Choanites Koenigii
Mont. ist, Hymeniacidon pidvinatus Calibert-Quay, ein
Schwamm, der eine Höhe von 8 Fuss erreichen soll und
vielleicht von allen jetzt lebenden Schwämmen der gros-
seste ist.
I
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 489
RH (ibid.p. 156—202 PI. X und XI) behandelt Geo-
dia M'Andrewii Norwegensche Küste und G. Barrethii
ebendah.
In P. III (ibid. p. 626-635 PI. XLVI-^XLIX) be-
schreibt Verf. Geodia tuberculosa von Mexico, G. tumulosa
Honduras, Pachymatisma areolata Rothes Meer, Hymenia-
cidon angulata Madeira.
P. IV (ibid. 1873. p. 3—25 PL I— IV) wird weiter
hinzugefügt : Geodia Flemmingii Austral., G. depressa Dar-
danellen, Geod. gibberosa Lam. Martinique, G. perarmata
Fundort unbek., Tethea robusta Austral., Geodia inaequalis
von unbek. Fundort, G. media Mexico, G. Dysoni Honduras,
Tethea simillima Südsee (sehr ähnlich der nordischen T.
cranium), T. Cliftoni Austral., Leuconia glomerosa Fort
Elisabeth, Desmacidon iistulosa Austr., Ciocalyptra Tyleri
Port Elisab.
P. V (ibid. p. 319—333 PI. XXVIII-XXXI) enthält
Beschreibung und Abbildung von Isodictya mirabilis Ost^
Indien, Dictyocylindrus dentatus Australien, Ecionemia
acervus Fidschi-Ins., E. densa ebendah., Dictyocylindrus
setosus Devonshire, Pachymatisma inconspicuum Südsee,
P. contortum Fidschi-Ins., Geodia parasitica unbek. woher,
Geod. paupera gleichfalls von unbek. Fundort, Tethea
hispida Portland.
P. VI (ibid. 1874. p. 298-305, PI. XL VI und XL VII)
handelt von Geodia carinata Südsee, Geod. imperfecta eben-
dah., G. reticulata Mexico, Halispongia vcntriculoides =
Spongia otahitica (ähnlich dem fossilen Veutriculites radia-
tus Mantell), H. Mantelli Südsee.
P. VII (ibid. 1875. p. 281—296) mit Beschreibungen
von Microciona tuberosa Malacca, Hymeraphia spinularia
Corea, Raphiodesma Parishii, Halichondria elegantia, Hali-
chondria aspera, Haiich. frondifera, H. rigida, H. crassa,
H. compressa, H. varia, H. purpurea, Isodictya rudis, Is.
virgata, Desmacidon folioides, D. venusta, sämmtlich von
Malacca.
P. Vm (ibid. 1876. p. 768— 773 PL LXXVIII—LXXXI)
endlich, den wir hier anziehen, weil er nach dem inzwischen
erfolgten Tode des Verf.'s die Reihe dieser Untersuchun-
490 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
gen abscbliesst, handelt über sehr ausgezeichnete Arten,
Desmacidon plumosa von Westafrica, eine gleich Clado-
rhiza und andern gorgonienartige Schwammform ^ 0ha-
lina verticillata von Austr., deren Stamm etagenweise über
einander stehende blattartige Ausbreitungen trägt und ge-
wissen Fossilien gleicht, die bisher für Trilobiten oder Pen-
natuliden gehalten wurden, Oplitospongia fucoides von West-
indien, Raphiodesma radiosum mit rosettenförmig zusam-
mengefügten Ankern aus Südamerika.
Ebenso setzt Bowerbank auch seine Monograph of
the siliceo-fibrous Sponges fort, indem er den schon früher
erschienenen zweiTheilen (Proceed. zool.Soc. 1875) hinzufügt:
Pars III. (1. c. p. 272-280 PI. XXXIV ä XL) mit
Beschreibung und Abbildung von Farrea Gassioti, F. po-
cillum, Deanea (ein zwischen Iphiteon und Farrea die Mitte
haltendes neues Genus: fibres canaliculated ; canals con-
tinuous; rete symmetrical; areas rotulate, confluent) virgul-
tosa, Farrea fistulata, Farrea laevis, F. parasitica sämmt-
lich von Westindien.
Pars IV. (ibid. p. 503-509 PL LVI und LVII) mit
Darstellung von Alcyoncellum speciosum Quoy et G. (=
Euplectella aspergillum Ow. und Eupl. cucumer Ow.), Far-
rea valida und F. spinosissima von unbekannten Fundorten.
P. V. (ibid. p. 558—565 PI. LXI und LXII) mit
Farrea spinifera Westindien, F. spinulenta Tripolis, F.
aculeata Westind., F. robusta ebendaher und P. VI (1. c.
1876. p. 535-540 PI. LVI und LVII) mit Deanea favoides
Westind., Farrea inermis und F. perarmata ebendah., F.
irregularis Algier.
Schliesslich lässt Verf. auch noch further observa-
tions on Alcyoncellum speciosum und Hyalonema mirabile
Gr. folgen (1. c. 1875. p. 607—610), in denen er u. a. die
Behauptung wiederholt, dass letzteres den Schopf, statt
ihn als Wurzelstamm zu benutzen, frei nach oben kehre
und mit seinem Kopfende auf Felsen aufsitze.
An diese Darstellungen schliesst sich dann weiter an ;
Bowerbank, report on a coUection of Sponges found at
Ceylon (1. c. 1873. p. 25-32 PI. V— VII) mit Beschrei-
bungen und Abbildungen von Spongionella Holdsworthn n.,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 491
Dysidea conica n., Isodictya Donnani n., Haliphysema tubu-
latum n.
Nach Gray (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XII. p. 264,
sowie 266 und 267) bedürfen die Angaben und Beschreibun-
gen Bowerbank 's übrigens mehrfach einer Correctur. Nicht
bloss, dass Leuconia globerosa Bow. mit Aphroceras alci-
cornis Bow. (1858) zusammenlallt und Spongionella Halis-
worthii Bow. schon von Esper als Spongia papyracea
beschrieben ist, es wird auch — auf Carte r's Unter-
suchungen hin — Ciocalyptra Tyleri Bow. als Halichondria
panicea und Haliphysema tabulatum als eine massige Form
von Dictyocylindrus Cart. in Anspruch genommen, auch
Isodictya Donnani dem letztern Gen. als nahe verwandt
— und nichts weniger als eine Isodictya — angereiht.
Von Seiten Bowerbank's wird (ibid. p. 488— 491) die Be-
rechtigung aller dieser Aussetzungen in Zweifel gezogen.
Zu den von Sars beschriebenen bemerkenswerthen
Tiefseethieren der Norwegenschen Küste gehören auch (1. c.
p. 62 — 73 Tab. V) drei Spongien, von denen zwei, ein Rin-
denschwamm und eine mit Hymedesmion verwandte Kiesel-
spongie, als Repräsentanten besonderer Genera betrachtet
werden, die dritte aber dem Hyalonema boreale Lov. sehr
nahe seht und als Hyal. longiss'mmm bezeichnet wird, ob-
wohl die neue Form eben so wenig, wie die Loven'sche
Art der Gruppe der Hexatellinen zugehört, also keines-
wegs dem Gen. Hyalonema zugerechnet werden kann
(J. B. 1868. S. 492). Trichostcmma hemisphaericimi, der
ersterwähnte Rindenschwamm, hat eine halbkugelförmige
Gestalt mit stielloser flacher Basis, deren Rand durch einen
franzenartigen Besatz mit weit vorstehenden Kieselstacheln
in auffallender Weise ausgezeichnet ist. Die Oscula sind
auf konischen Erhebungen gelegen, deren Zahl mit der
Grösse des Schwammes zunimmt, und von ansehnlicher
Grösse. Dagegen aber Hess die zweite polypenartig yqy-
ästelte Form CCZa^orÄi^a abyssicola) überhaupt keine Os-
cula auffinden. Auch nicht an den Enden der Zweige,
obwohl diese durch ihre Skeletbildung und unregelmässige
Keulenform auffielen, und in einem der beobachteten Exem-
plare auch eigenthümliche eiartige Gebilde in sich ein-
492 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscliaftl ich en Leistungen
schlössen. Das untere Stielende löst sich in ein System
von Wurzelfasern auf, mit denen der Schwamm in den
Boden eingepflanzt ist. Im Nachstehenden geben wir die
Diagnosen der neu aufgestellten Genera.
Trichostemma M. Sars. Spongia silicea, simplex, libera, in
limo demersa et hie fimbria spiculorum setiformium, flexibilium, radian-
tium sustentata, cortice crasso corapacto circumdata, interiori multo
minus compacto, parenchymatöse, lacunis numerosis irregularibus
trajecto. Oscula numerosa tubiformia, in facie superiori libere pro-
minentia. Sceletum ex spiculis acuformibus fasciculato-radiantibus
compositum, aliis brevissimis capite globoso in cortice densissirae
accumulatis, aliis multo longioribus, fasciculos teuues parenchyma
et corticem trajicientes formantibus.
Cladorhiza M. Sars. Spongia silicea ramosa, fasciculis densis
spiculorum acuformium axem solidum formantibus sustentata, radi-
culis numerosis arborescentibus ex spiculis ejusdem generis formatis
in limo affixa. Parenchyma axem internum corticis instar circum-
dans spiculis superficialibus anchoratis et bihamatis ornatum, Os-
cula et pori nulli, Ova in apicibus dilatatis ramorum se evolventia.
White aves dregte in der St. Lawrence -Bucht u. a.
Spongien Trichostema hemisphaericum, Cladorhiza abyssi-
cola, Hyalonema longissimum, dieselben Formen also, die
von Sars an der Norwegenschen Küste beobachtet wur-
den. Ausserdem noch eine höchst eigenthUmliche Te-
thea von dreieckiger Birnform, mit 3 Oeffnungen, die den
drei Ecken entsprechen und seitlich unter sich durch einen
durchlöcherten Kanal verbunden sind. Gestalt und Nadel-
bildung erinnert an Dorvillia agariciformis Kent. Amer.
Journ. sc. and arts T. Vil. p. 211.
Auch Thomson erwähnt in den Depths of the sea
(p. 118) der Cladorhiza abyssicola Sars, sowie einer zweiten
neuen Form von ähnlichem Habitus, die als Cladrocladia
(n. gen.) virgata beschrieben wird (p. 188, Fig. 36), nach
V er rill aber weit eher, als die erstere, mit der Sars'-
schen Cladorhiza identisch sein dürfte. Thomson ver-
gleicht die Form mit gewissen fossilen Schwämmen und
sieht in derselben (p. 430) den Typus einer eigenen Fa-
milie, der Coralliospongiae, die, abgesehen von den Eigen-
thtimlichkeiten ihrer Gestaltung, durch den Besitz drei-
strahliger Nadeln sich auszeichnen und von den Hexa-
ctinellinen zu den Geodien überzuführen scheinen.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wahr. d. Jahre 1872—1875. 493
Zu den von Thomson in dem hier angezogenen
Werke weiter erwähnten interessanten Spongienformen
gehört auch Goelosphaera tuhifex n. gen. et n. sp., ein kug-
liger Rindenschwamm mit röhrenförmigen Ausläufern, viel-
leicht mit Choanites verwandt (p. 455, Fig. 83), so wie
Thecophora ibla n. (p. 147, Fig. 24), durch den Besitz
eines einfachen Osculums von Th. semisuberites Schmdt.
(Fig. 33) verschieden.
Nach Des Moulins (quaest. obsc. rel ä l'Hydra-
ctinia et ä TAlcyonium domnucula, Act. Soc. Linn. Bord.
XXVIII p. 350) rühren die schornsteinartigen Oeffnungen
von Suberites domuncula von kleinem Gammarineu her,
die in den oberflächlichen Schichten des Schwammkörpers
leben.
lieber Microciona armata Bk. (?) siehe Carter, Ann.
nat. bist. T. XIV. p. 45.
Ebenso über Isodictya funalis Bk. n. sp. aus dem At-
lant. Ocean, Norman ibid. p. 1G7.
In den „Descriptions and figures of deep-sea sponges
and their spicules from the Atlantic ocean" (Ann. nat. bist.
Vol. XIV. p. 207—221, p. 245—257 PI. XIII— XV) be-
richtet Carter über die während der Expedition der Por-
cupine im Atlantischen Ocean gedregten und von ihm unter-
suchten Kieselschwämmc. Die Mehrzahl derselben gehört
den Esperien und Verwandten an, doch finden sich
darunter manche neue und eigenthümliche Formen, nicht
bloss durch ihre Gestaltung, sondern vielfach auch durch
die Form und Bildung ihrer Skeletstücke, besonders der sg.
Fleischspicula, ausgezeichnet. Hieher Guitarra n. gen.
fimhriata n., die durch Grösse und Aussehen an Grantia
(Sycon) ciliata erinnert, Melonanchora (n. gen.) elliptica
mit bauchig gewölbten, breiten Kieselschnalleu, Esperia
villosa n., E. cupressiformis n. (cylindrisch, rundum mit
kurzen linearen Fortsätzen, einem Cypressenzweige nicht
unähnlich), Chondrocladia virgata Wyw. Th. (dem Axos
Cliftoni nahe steht), Hi st io derma (n.gen.) appenäiculatum n.
mit langen tubulären Fortsätzen an dem sonst kugligen
Körper — augenscheinlicher Weise mit W. Thomson's
Coelosphaera tubifex identisch — Halichondria abyssi n.,
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. GG
494 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
H. forcipis Bow., Cliona abyssorum n., Dictyocylindrus
anchorata n. Anhangsweise berichtet Verf. (p. 252 ff.) über
zwei höchst charakteristische Nadelformen vom Cap d. g.
H. und von Panama, deren erstere einer Gummina {G. Wal-
lichii n.), die andere einem Corticium (C. Kittoni n.) an-
gehört, die freilich beide nur auf Grund eben dieser Nadel-
formen aufgestellt sind. Die Nadeln sind in beiden Fällen
mit Höckern besetzt und bei Corticium an dem einen Ende
mit 2—4 leierartig gekrümmten Armen versehen.
Zur Charakteristik der neuen Genera fügen wir Fol-
gendes hinzu:
Guitarra Cart. Sessile, conical, villous, the projecting extre-
mities of the siliceous sceleton-spicules being arranged somewhat
spirally, in close tufts, and forming a tubulär fringe around the
apical vent, as in Grantia, while smaller vents are scattered over
the surface generally; interior massive, permeated by excretory ca-
nals, chargeda with fusiform sceletou - spicules and equianchorate
guitar-shaped flesh-spicules and surrounded by a cortical layer, chiefly
composed of the forraer.
Melonanchora Cart. Free, globular, corrugated, studded with
projecting tubercles on the upper two thirds, smooth below; dermis
stiff glistening, bladder-like, supported by linear intercrossing spi-
cules, exclosing a soft fibreless parenchyraa; pores and vents on the
cribriform tubercles; interior massive, permeated by excretory canals
and charged with skeleton- spicules of thwo forms and with melon-
shaped equianchorate flesh-spicules.
Histioderma C3.rt. Free, subglobular, smooth, with several
narrow tubulär prolongations, formed, like the sponge itself, of a soft
fibreless parenchyma, enclosed in a stiflf, glistening, bladder-like der-
mis, supported by a dense layer of linear intercrossing spicules ;
pores and vents probabely at the extremities of the tubes; interior
massive, permeated by the excretory canals and charged with simple
skeleton-spicules of twokinds; flesh-spicules bihamate, equianchorate.
Carter liefert (Ann. and Mag. nat. bist. 1872. Vol.
IX. p. 82—84 N. X. Fig. 1—5) „additional Information
on the structure of Tethya dactyloidea Cart." (vergl. J. B.
1869. S. 491) und hebt dabei — wie das auch Ref. schon
gethan hat — die Uebereinstimmung mit Tetilla Schm.,
bes. Tet. polyura aus Island, hervor.
Als neu beschreibt derselbe (ibid. p. 412—419 mit
Abb.) Tethya antarctica aus dem Atlantischen Ocean, T,
zetlandica von den Schetlands Inseln und Ross ella (n. gen.)
I
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 495
antardica. Von letzterer lernen wir freilich kaum mehr
kennen, als die Nadeln, die in einen vierarmigen Anker
auslaufen und den Kranznadeln der Hexactinelliuen sich an-
zuschliessen scheinen.
Ueber die zwei erstgenannten Arten macht Bower-
bank (ibid. Vol. X. p. 58—61) einige kritische Bemer-
kungen.
Kent bestreitet die oben angezogene Angabe von
Bowerbank, dass die von ihm beschriebene Dorvillia
agariciformis mit Tethya muricata Bowbk. zusammenfalle,
erkennt in beiden Arten aber nahe verwandte Formen und
glaubt jetzt auch die Existenz der Wurzeluadeln nicht
mehr als hinreichend für die Aufstelhmg eines besonderen
Genus ansehen zu dürfen. Die Dorvillia agariciformis
wird auf diese Weise dann zu einer Tethya agariciformis,
der wahrscheinlich auch die Wyville-Thomsonia Wallichii
Wrght. als Embryonalform zugehört. Note on Tethya mu-
ricata and Dorvillia agariciformis, Ann. and Mag. nat. bist.
Vol. X. p. 209-212.
Dorvillia cchinata, eine grosse und ausgezeichnete
neue Form von Neu-England, V e r r i 1 1 Amer. Journ. sc. T. VII.
p. 501.
Unter den „two new free sponges from Singapore",
über welche Gray in den Ann. nat. bist. Vol. XL p. 234 u.
235 handelt, befindet sich eine Form, die mit Tetilla po-
lyura Scbm. (Polyurella Gr.) eine grosse Aehnlichkeit hat,
aber keine Jugendform darstellt, wie das vielleicht die ge-
nannte Art thut, sondern entschieden ein ausgebildetes
Thier (bis 2V2") ist. Sie wird als Psetalia (n. gen.) glo-
bulosa beschrieben und hat die Form eines unregelmässig
kugligen Körpers, dessen eines (vorderes) Ende beträchtlich
vertieft ist, während seine Oberfläche zahlreiche Vorsprünge
besitzt, die je ein Bündel langer Haftnadeln mit anker-
förmigem Ende tragen. Die zweite Art, Laharia (n.
gen.) hemisphaerica gehört der eingehenden Untersuchung
Carter 's zufolge (ibid. p. 375— 28G, description of La-
baria hemisphaerica Gr.) entschieden zu den Glasschwämmen
und zwar in die Nähe von Holtenia u. a. Der napfför-
mige Körper des Schwammes trägt im Umkreis der vor-
496 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dern Oeffnung einen Kranz von vorstehenden kleinen Na-
deln, auf die in einiger Entfernung andere folgen, welche
immer grösser werden und schliesslich in einen dicken
quastenartig endigenden Schopf auslaufen. Die Nadeln
zeigen auch in ihrer Gestaltung manchfache Unterschiede,
gehören aber sämmtlich dem sechsstrahligen Typus an.
Auch sonst sind unsere Kenntnisse von den Glas-
schwämmen vielfach im Laufe der letzten Jahre bereichert
worden. Zunächst durch Thomson, dessen vielfach schon
angezogenes Werk über die Tiefsee an zahlreichen Stellen
(besonders p. 70 ff. u. 418 ff.) Mittheilungen und Beob-
achtungen über diese interessanten Geschöpfe enthält und
dieselben vielfach durch Abbildungen illustrirt, die nach
frischen Exemplaren entworfen sind und somit unsere be-
sondere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. So nament-
lich von Hyalonema lusitanicum (Fig. 66), das in Exem-
plaren von 2 mm bis 30—40 cm zur Beobachtung kam,
durch welche die Zugehörigkeit des Schwammkörpers (=
Carteria Gray) ausser allen Zweifel gesetzt wurde, von
Holtenia Carpenteri (Fig. 6), von Eossella velata n. (Fig. 65),
einer mit Holtenia verwandten neuen Form, die auf der
Oberfläche ihres festen Skeletes einen um fast 1 cm ab-
stehenden zarten Schleier trägt, in dem man bei näherer
Untersuchung die flächenhaft verwebten kreuzförmigen Aus-
läufer dünner Glasnadeln erkennt, imd vonAsconema setu-
balense Kent(Fig. 67), einem Glasschwamme welcher der Wur-
zelhaare entbehrt, dafür aber auf fremden Gegenständen
aufgewachsen ist und eine besondere Modification des Hex-
actinellinentypus darstellt. Andererseits findet sich die sonst
bei den Glasschwämmen so häufige Befestigungsweise mittelst
Wurzelfasern auch in andern Familien, den Halichondrien
so gut (Tisiphonia agariciformis n., p. 74, Fig. 7), wie den
Tethyaden (bei Tetilla Schm. und dem sog. Hyalonema
boreale Lov., für welches Thomson den neuen Genus-
namen Stylocordyle vorschlägt, p. 113). Als neu wird
ferner (p. 73) noch ein dem Gen. Holtenia nahestehender
scheibenförmiger Glasschwamm mit Radstacheln erwähnt.
Die Beziehungen der Glasschwämme zu dem fossilen Gen.
Ventriculites sind für unsern Verf kaum zweifelhaft (p. 482).
in d, Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 497
Nach den auf der Challenger-Expedition gesammelten
Erfahrungen ist übrigens die eigentliche Heimath der Glas-
schwämme nicht, wie man nach den reichen Euplactella-
Funden in den Philippinen erwarten sollte, das Flach-
wasser der Tropen, sondern die Tiefsee, in der eine grosse
Menge von Gattungen und Arten, wohl noch aus sehr alter
Zeit stammend, sich lebend erhalten haben. Solche Formen
übrigens, wie Rossella (Kerquelen) und Holtenia (Far-
oer), die den hohen Norden und Süden bewohnen, schei-
nen sich in das flachere Wasser der oceanischen Inseln
begeben zu haben (100—300 Faden) und nicht überall in
den grösseren Tiefen vorzukommen. Auch Hyalonema und
Euplectella finden sich in verhältnissmässig flachem Wasser,
ohne indess den grösseren Tiefen zu fehlen, v. Willem oes-
Suhm inZtschrft. für wiss. Zool. Bd. XXV. S. XXX.
Carter handelt „on the Hcxactinellidae and Lithistidae
generally and particularly on the Aphrocallistidae, Aulo-
dictyae and Farreae, together with facts clicitcd from their
deciduous structures and descriptions respectively of three
new species" Ann. and Mag. nat bist. Vol. XII. p. 349 —
373, p. 437—472 PI. XllI-XVII. Angesichts der Unmög-
lichkeit, die Arten mit isolirten Kieselkörpcrcheu von denen
mit zusammenhängendem Gerüst bloss auf Grund der ver-
schiedenen Skeletbildung zu trennen, verwirft Verf die
Gruppen sowohl der Coralliospongia Gr., wie der Vitrea
Thps. Anstatt der Festigkeit des Skeletes muss zunächst die
Bildung der Nadeln bei der systematischen Eintheilung
zu Grunde gelegt w^erden, und desshalb trägt Carter auch
kein Bedenken der Auffassung von 0. Schmidt sich an-
zuschliessen, der zufolge die sg. Glasschwämme mit ihren
Verwandten in die Gruppe der Hexactinelliden (mit sechs-
strahligen Kieselkörperchen) und Lithistiden (mit vier-
strahligen Kieselkörperchen) zu zerfallen sein. Er thut
das um so eher, als er ohne Schmidt 's Ansichten zu
kennen, zu ganz der gleichen Ansicht gekommen ist und
auch insofern noch einen Unterschied zwischen den sechs-
und vierstrahligen Nadeln aufgefunden zu haben glaubt,
als die erstem sich von vorn herein in Kreuzform ent-
wickeln sollen, während die andern erst nachträglich durch
498 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Anbildung von Armen an einer anfangs geraden Nadel
ihre definitive Form erhielten. Im Uebrigen unterscheidet
Verf. zwischen solchen Harttheilen, welche in die Bildung
des Skeletes eingehen (sceleton-spicules), und jenen, die
lediglich der Sarcode angehörten (flesh-spicules).. Die letz-
tern sind klein und fallen beim Trocknen des Schwammes
gewöhnlich aus, zeigen aber mancherlei charakteristische
und zierliche Bildungen. Es gilt das besonders für die
von Bowerbank als Rosetten bezeichneten Sterne, deren
specifische Formen Verf. als wichtige Charaktere der ein-
zelnen Gattungen betrachtet. Den hier ihrem wesentlichen
Inhalte nach angezogenen Bemerkungen lässt Carter nun
in systematischer Gruppirung eine Aufzählung der bis dahin
bekannten Arten folgen, an die er sodann eine Reihe von
Excursen descriptiver, kritischer und synonymischer Natur
anschliesst. Den Beschluss macht eine eingehende Betrach-
tung der verästelten sog. Aphrocallistiden, mit Einschluss
der Gen. Farrea und Aulodictyon, und zwar speciell
von Farrea infundihuliformis n. sp. aus dem Caraib.
Meere, von Aphrocallistes Bocagii Wright und A. beatrix
Gr., von Aulodictyon Woodwardii Kt., Farrea facunda Schm.
und F. occa Bow., F. clensa n. sp. von den Seychellen und Ära-
hescula (n. g.) parasitica n. Die letztere Form wurde auf
abgefallenen Glasfäden von Aphrocallistes und Farrea aus
dem Canale beobachtet. Sie bildet eine flächenhafte Aus-
breitung von Skeletnadeln mit unregelmässig ausgebuch-
teten Zweigen, Bei der Aufstellung der einzelnen Abthei-
lungen legt Verf. ein besonderes Gewicht auf den Zusam-
menhang der Kieselgebilde, denselben Charakter also,
dessen systematischen Werth er selbst vorher sehr ent-
schieden in Abrede gestellt hatte. In der That werden dar-
nach auch vielfach nahe verwandte Formen aus einander
gerissen, wie die nachfolgende Uebersicht das darstellt.
Hexactinellidae. Spicules developed upon a sexradiate
diretion of the central canal, hold together by silicified fibre or
amorphous sarcode, forming a reticulated structure whose inter-
spaces are more or less polyhedral.
1. Spicules held together by silicified fibre.
a. Body massive, excavated, shallow.
Dactylocalyx, Iphiteon, Myliusia.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 499
b. Body tubulär, unbranched, closed at the extremity.
Euplectella asperg-illum.
c. Tubulär, branched; branches closed at their free extre-
mities, wall thick, formed of polyhedrally reticulated fibre. Possessing
a scopuline shaft.
Aphrocallistes,
d. Tubulär, branched; branches closed (?) at their free ex-
tremities; wall thin, formed of a Single layer of rectangular lattice-
like fibre. Possessing a spino-capitate or umbrella-like headed shaft.
Aulodictyon.
e. Tubulär, branched; branches open and slightly expanded
at their extremities ; wall very thin, only one layer thick.
Farrea occa.
f. The same : possessing both a scopuline and an umbrella-
like headed shaft.
Farrea facunda.
g. Infundibuliform; wall compounded of subrectangular
lattice-like, overrun by dendritic, branched, anastomosing fibre.
Farrea infundibularis.
h. Stalked, dichotomously branched; branches terminating
in oviform heads, each with a terminal aperture.
Sympagella.
2. Spicules held together by amorphous sarcode.
a. Sessile, vasiform, deeply excavated.
Asconema.
b. Stalked, globet-shaped.
Crateromorpha.
c. Sessile, sac-shaped.
Holtenia Pourtalesii.
d. Oblong, excavated, provided with anchoring-spicules.
Rossella.
e. Tubulär, unbranched, closed at the extremity.
Habrodictyon,
f. Solid, not excavated, provided with anchoring-spicules
and a flesh-spicula, which is birotulate.
Hyalonema.
g. More or less globular, excavated, provided with ancho-
ring-spicules and characterised by birotulate flesh-spicule.'
Holtenia Carpenteri, Pheronema, Meyerina.
h. Possessing the birotulate flesh-spicule in which the ter-
minations of both kinds of anchoring-spicules are known.
Labaria.
3. Spicules held together in one part by vitrified fibre, and in
the other by amorphous sarcode.
500 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Tubulär, unbranched, closed at the extremity.
Euplectella cucumer.
Lithistidae. Spicules developed upon a qnadriradiate divi-
sion of a central canal, held together by amorphous sarcode and an
interlocking of their filigreed arms, forming a reticulated glassy
structure, whose interspaces are more or less irregulär and curvi-
linear. Composed of two kinds of skeleton -spicules, those which
form a layer on the surface and are companied by minute or flesh-
spicules characterisiug the species, and those forming the body, which
are more or less alike in all the species and accompanied by fewer
flesh-spicules.
a. Species in which the surface-spicule consists of a shaft and
three straight bifuroated arms all smooth and pointed.
Dactylocalyx Bowerbankii, D. Masoni, Corallistes typus.
b. The three sinuous arms branched.
Theonella, Dactylocalyx Prattii.
c. The three sinuous arms compressed vertically; branched and
dentate or curvilinear on the margins.
Mac-Andrewia, Corallistes clavatella, Kaliaspis.
d. The surface-spicule consists of a short shaft and subcircular
discoid head, deeply and irregularly fissured.
Corallistes polydiscus.
e. The surface-spicule consists of a short shaft and subcircular
discoid head.
Dactylocalyx polydiscus.
f. The three arms of the surface - spicule sinuous, branched,
curvilinear, tubercled on the upper side or outer aspect, and fili-
greed at the extremities; shaft filigreed also at its extremity.
Azorica Pfeifferae n. sp. Madeira.
g. The surface-spicule is much the same, but with others like
those of Dactylocalyx Bowerbankii and D. polydiscus among the
body-spicules.
Corallistes borealis n. sp. Faroe.
h. The surface-spicule consists of a long shaft and three arms,
bifurcated and more or less tuberculated on the outer or upper aspect.
Corallistes noli tangere.
i. Surface-spicule like that of Dactylocalyx Masoni, with the
branches of the body-spicules in like manner glomerato-tubercled.
Corallistes microtuberculatus.
k. Surface spicule like that of Dactylocalyx Bowerbankii; the
rest with large filigreed head and long sinuous shaft filigreed at
the extremity.
Corallistes elegantior.
1. Species with curly filigreed spicules.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 501
Leiodermation.
m. Fossil speeies, in which the surface-spicule is not known,
but in which the body-spicule has the common branched filigreed
form,
Lithospongites Kittonii.
Wie weuig gerechtfertigt es übrigens ist, wenn Carter
den mehr oder weniger festen Zusammenhang der Kiesel-
nadeln zu einem wichtigen Eintheihmgscharakter macht,
geht am überzeugendsten wohl aus der Thatsache hervor,
dass die an der Europäischen Küste gefischten Exemplare
von Euplectella, obwohl sonst mit der Philippinischen
Eupl. aspergillum völlig übereinstimmend, nur in ihrem
untern Theile ein festes Skelet besitzen, in der bei weitem
grösseren Masse aber weich und biegsam sind, weil die
Kieselnadeln hier isolirt bleiben d. h. niemals oder nur in
allerspätester Zeit von aufgelagerter Kieselsubstanz um-
hüllt werden. Bei den Philippischen Exem])laren geht
diese Verkieselung schon im jugendlichen Zustande vor
sich, denn Anfangs sind auch sie ganz weich und biegsam.
Im frischen Zustande ist übrigens von dem Skelete Nichts
zu sehen: die ganze Masse derselben ist rindenartig von
einer bräunlichen Sarkodesubstanz überzogen, die von un-
regelmässigen Oeffnungen durchbrochen ist. Vgl. Higgin,
on the structure of Euplectella aspergillum, Ann. and Mag.
nat. bist. T. XIII. p. 45-48 PL III.
Wyville Thomson berichtet von einem neuen den
Hexactinellinen zugehörigen Schwamm (Folyopogon Aman-
dou), der nahezu die Gestalt eines Baumschwammes hat und
an den Glasnadeln seines Basalschopfes Anker trägt, die fast
den bekannten Kalkkörperchen der Synapten gleichen.
Derselbe wurde in der Nähe von Teneriffa auf verschie-
denen Entwicklungsstadien beobachtet. Nature T. VIII. p. 29.
Ebenso über ein neues Hyalonema (II. toxeres),
das sich vornehmlich durch die flache Becherform seines
Schwammes von den andern Arten unterscheidet und bei
St. Thomas gehoben wurde. Ibid. p. 248. Mit Holzschnitt.
Gray liefert (Ann. nat. bist. Vol. X. p. 76) eine kurze
Diagnose von Meyer eil a claviformis (n. gen. et n. sp.),
einem anderthalb Fuss hohen Glasschwamm mit ziemlich
602 Lenckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lockerm Skeletgewebe und einem Schopf von Wurzelnadeln.
Später wird der Genusnamen weil bereits anderweitig ver-
geben, in Meyer in a umgewandelt, und der Schwamm unter
dieser Bezeichnung von Carter (ibid. p. 110— 113) genauer
beschrieben. Es ist eine ausgezeichnete Art, mit zahlreichen
äusserst zierlichen Nadelformen, die zwischen Carteria,
Holtenia und Pheronema die Mitte halten soll (vgl. S. 508).
Eine zweite, wie Meyerina von A. B.Meyer bei Cabu
gesammelte Art, wird (ebendas. S. 113) als Cratero-
morplia (n. gen.) Meyeri beschrieben. Sie gehört gleich-
falls zu den Glasschwämmen und besteht aus einer ku-
gligen oder napfförmigen Hohlkugel, die von einem cylin-
drischen unten in Wurzelnadeln sich auflösenden Stamme
getragen wird. Letzterer enthält ein Dutzend Längskanäle,
welche in den Innenraum des Kopfes einmünden, dessen
Skelet ein netzförmiges Geftige hat. Einzelne der in fünf
verschiedenen Formen auftretenden Nadeln gleichen denen
von Rossella Gr.
Später kommt auch Gray (ibid. p. 134 — 137) auf
diese beiden Schwämme zurück. Er entwirft eine Genus-
diagnose von Crateromorpha, die er als Repräsentanten
einer eigenen kleinen Familie unter den Glasschwämmen
(Crateromorphidae) betrachtet, und betont die nahe Ver-
wandtschaft von Meyerina mit dem Schwammgewebe von
Hyalonema, die er dann weiter für seine Behauptung gel-
tend zu machen sucht, dass dieses Schwammgewebe (Car-
teria Gr.) eine eigne von Hyalonema verschiedene und nach
Parasitenart darauf festsitzende Art darstelle.
Die Diagnosen dieser beiden Genera sind nach Gray
die folgenden.
Gen. n. Crateromorpha Gr. Sponge attached to marine
bodies, globlet-shaped. Body hollow, vasiform, with a circular mouth,
swollen at the bottom, placed at the top of the stem and of very
dififerent structure from it, the line of demarcation being distinctly
marked. Vase rather dilated and thick at the bottom, very thin
towards the edge, which is terminated by a very thin membrane-
like margin. The outer surface of the vase pierced with cylindrical
cavities, and the whole surface covered with a minute network for-
med of the four rays of hexaradiate spines, which are so placed as
to form Square meshes. The internal cavity large, reaching nearly
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 503
to the bottom of the vase and furnished at the base with very large
irregularly shaped oscules, which become smaller, more regulär and
oblong-Iauceolate about the middle of the walls and circular in the
Upper part, gradually diminishing in size as thcy approach the mar-
gin of the cavity, where they are smallest. Stern thick, cylindrical
with numerous parallel similar longitudinal cylindrical tubulär Spa-
ces in a feit of spicules ; covered externally with a layer of short
robust ones arranged longitudinally, and on this again the minute
network with square raeshes, like that on the club, finally ending
below in a multitude of spiculiferous filaments extendlng some way
into the mass of sandy mud at its base.
Gen. n. Meyerina Gr. Sponge simple, elongate, clavate, acute
at the apex, at which are placed several tufts of short cylindrical
fibres, The body of the sponge is elongate-fusiform, with longitu-
dinal ridges irregularly disposed, often iuosculating togethcr, leaving
various- shaped deep concavities on the surface. These ridges and
the very numerous irregularly shaped often confluent elevations in
the concavities between them are furnished with various -shaped
large oscules on the upper surface. The sides of the ridges and
the tops of the promineuces are all united by a very finc cobweb-
like netted coat, formed of numerous fibres aud pierced with an
immense number of very minute exceedingly close perforations. Tho
sem cylindrical, thick, ending in a thick cylindrical tuft of elongated
glassy fibres, evidently anchoring the sponge in the sand; numerous
cylindrical bunches of fibro are to be seen through the substance of
the sponge extending through out the greater part of the length
of the stem.
Ein dritter gleiclifalls von Meyer bei Cabu gesam-
melter Schwamm erwies sieh (ibid. p. 137) als eine neue
Art des Gen. Rossella (E. philippinensis Gr.). Derselbe
zeigte einige Aehnlichkeit mit dem Köpfe einer kleinen
Crateromorpha, trug statt eines Stieles aber blosse Wurzel-
nadeln und besass auch die sonst nirgends weiter vor-
kommenden Nadeln mit vier hakenförmig gekrümmten
Armen.
Eine ausführliche Beschreibung sowohl der Rossella
philippinensis, wie auch der R. antarctica und der in-
zwischen von WywilleThomson (the depths of the sea
p. 418) im Atlantischen Oceane aufgefundenen R. velata
liefert dann später Carter Ann. and Mag. nat. bist. Vol.
XV. p. 113-122 PI. X. (on the genus Rossella, with the
descriptions of tbree species).
504 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Th. Higgin beschreibt „two hexaetinellid sponges
from the Philippine islands in the Liverpool free Museum"
(Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XV. p. 377-389 PI. XXI
c. XXII). Der eine Schwamm ist eine neue Art des Gen.
Hyalonema, H. cchuense, als solche ebenso interessant,
wie als erstes Beispiel eines polypenlosen, völlig ausge-
wachsenen Hyalonema, der andere ein wohlerhaltenes
schönes Exemplar von Labaria hemisphaerica Gr. Die sorg-
fältige Darstellung des Gesammtbaues sowohl, wie der
einzelnen Nadelformen vermehrt unsere Kenntnisse mit
manchem interessanten Detail und macht uns u. a. mit
der Thatsache bekannt, dass die Glasfäden des Wur-
zelschopfes auch bei Hyalonema ein ankerförmiges Ende
besitzen, wie das übrigens auch von Kloster mann in-
zwischen aufgefunden wurde.
Letzterer knüpft an die dem Lübecker Museum
zugehörenden (aber schwammlosen) Exemplare von Hya-
lonema Sieboldi Betrachtungen, durch die er die — jetzt
übrigens wohl ziemlich allgemein als richtig angenommene
— Thatsache plausibel zu machen sucht, dass diese Ge-
schöpfe mit dem Schöpfe in den Meeresboden eingepflanzt
sind. An einzelnen Glasfäden fand er am untern Ende
auch deutlich die Ueberreste eines hier vorhandenen An-
kerapparates. Die Häufigkeit des Polypenüberzuges an
den nach Europa gebrachten schwammlosen Exemplaren
erklärt derselbe bestimmt ganz richtig mit der Annahme,
dass dieser Ueberzug (wie sonst der Schwamm) die Glas-
fäden zusammenhalte, Exemplare ohne solchen Ueberzug
also nach der Zerstörung des Schwammes auseinander fielen.
Auffallend ist übrigens der Umstand, dass die Haifisch-
eier, die man nicht selten an solchen Hyalonemen befestigt
findet, trotz der specifischen Schwere der Schale, nach oben
d. h. dem frühern Schwammkörper zu gerichtet sind. Archiv
für mikroskop. Anatomie Bd. XL S. 286-291 Taf XVI.
(Hyalonema Sieboldi Gr.)
Will. Marschall hat (Zeitschr. für wiss. Zool. Bd.
XXV. Suppl. Heft pag. 142—243, Taf XI-XVII) die
Hexactinelliden einer eingehenderen Untersuchung unter-
worfen, zu der ihm ein besonderes reiches Material, —
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 505
11 Arten in vollständigen Exemplaren, 8 weitere in Prä-
paraten — zur Verfügung stand. Die Sarcodine ist bei
diesen Schwämmen, die freilich nur in Spiritusexemplaren,
daher mangelhaft, untersucht werden konnten, wie schon
W. Thomson und Schmidt hervorgehoben, flüssiger
und durchsichtiger als bei anderen Spongien. Sie erstarrt
bei eingetrockneten Exemplaren zu hornartigen Häuten
und Fasern, deren Anwesenheit Bowerbauk zu der An-
nahme verleitete, es seien bei Hyalonema Sieboldii die
Nadeln, wie bei den Halichondrien, in Hornfasern einge-
bettet. Zellige Elemente konnte Verf in der Sarcodine ge-
nannter Schwämme nicht nachweisen, wohl aber gelang
es ihm, die Anwesenheit von Zellkernen bei Holtenia fest-
zustellen, um die sich die bekannten, in der übrigen Proto-
plasma-Masse suspendirten Körnchen häufig gruppenweise
anlegen. Ausser der gewöhnlichen mit Körnchen und
Zellkernen erfüllten Sarcodine finden sich, besonders bei
Holtenia, noch cigenthümliche Fasern und Fibrillen, über
deren Natur und Entstehung Verf. keinen weitern Auf-
schluss geben kann. Es sind erstens feine Netze sich
kreuzender structurloser Fäden (vielleicht Falten in einer
homogenen Haut?) und weiter aus Spindelzellen zusammen-
gesetzte Fasern. Verf. geht auch näher auf die bekannten,
vonBo werbank und Andern als Gemmulae angesprochenen,
linsenförmigen braunen Gebilde ein, die kaum jemals
grösser als 0,3 mm sind und bei Hyalonema, sowie einigen
andern Hexactinelliden in grosser Menge vorkommen ; Verf.
möchte in ihnen nichts als zufällige Eindringlinge sehen.
Das Skelet der Hexactinelliden setzt sich nach Ansicht des
Verf's, der hierin W. Thomson und Schmidt folgt, stets
aus Sechsstrahlern zusammen, die allerdings manchfach, bis
zum Verschwinden zweier Achsen, reducirt sein können.
Er unterscheidet fünf Hauptformen von Nadeln, zu denen
noch einige besondere Modificationen hinzukommen. Ein
Hauptgewicht legt Verf. auf den bekannten Centralcanal,
der allen diesen Nadeln zukommt; er constatirt zunächst,
dass derselbe bei den meisten Nadeln an den Spitzen offen
steht. Verf., der mit Claus in der Annahme, dass der
den Centralcanal umgebende sogenannte Axencylinder ein
506 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Product des diesen ausfüllenden Axenfadens, die geschich-
tete oder Mantelsubstanz der Nadel aber das Verkielungs-
product des umgebenden Protoplasmas sei, übereinstimmt,
fügt einen Excurs über die Axencanäle resp. Axenfäden
anderer, von ihm untersuchten Kieselschwämme hinzu,
aus welcher Untersuchung allerdings hervorzugehn scheint,
dass ein gewisser Zusammenhang des Axenfadens der Na-
deln mit dem umgebenden Protoplasma bei Kieselschwämmen
vorkommt, was auch Haeckel bei Kalkschwämmen schon
vermuthet hatte. Bei der Behandlung mit Flusssäure fand
Verf , dass die Skelete der verschiedenen Hexactinelliden eine
organische Grundlage in sehr verschiedenen Massenverhält-
nissen besitzen. Bei Eurete waren nur Spuren anzutreffen,
bei Periphragella hingegen war sogar stellenweise der In-
halt der Axencanäle nachweisbar. Die Verbindung der
Nadeln zum Skelet kann auf dreierlei Art vor sich gehen,
entweder lediglich durch Sarcodine (Hyalonema, Sempe-
rella, Euplectella Oweni) oder durch Verschmelzung der
vom Syncytium abgesonderten Kieselsubstanz (Eurete, Pe-
riphragella, Euplectella aspergillum etc.) oder endlich
durch einen Zusammenhang der Axenfäden und in Folge
dessen der Axencylinder der verschiedenen Nadeln, wie
bei Sclerothamnus.
Die im speciellen Theile untersuchten und eingehend
beschriebenen Arten sind:
Sclerothamnus Clausii nov. gen. nov. spec. Poly-
zoisch, gross, von Buschform, aus verschmolzenen Sechs-
strahlern gebildet, deren Axencanäle continuirlich zusammen-
hängen sollen; als isolirte Kieselgebilde treten „Besen-
gabeln" von zweierlei Art und sehr feine Sechsstrahler auf.
Von unbekannter Herkunft. '
Periphragella Elisae nov. gen. und nov. spec.
Polyzoisch von Becherform (mit Pseudogaster). Personen
kegelförmig, Skelet sehr regelmässig aus ansehnlichen ver-
schmolzenen Sechsstrahlern; isolirte Fünfstrahler bilden in
eigenthümlicher Weise den Verschluss der Dermalporen; fer-
ner finden sich Sechsstrahler mit aufgelösten Strahlen von zwei-
erlei Art und eine Art von „Besengabel". Heimath: Molukken.
Eurete simplicissima. Dieser zuerst vonSemper kurz
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 507
beschriebene philippinische Schwamm besteht aus hohlen
mit einander communicirenden Röhren. Das sehr regel-
mässige Skelet zeigt möglichst einfache Verhältnisse, es
wird von nur einer Form verschmolzener Nadeln mit sehr
weitem Centralcanal (reine Sechsstrahler) gebildet; andere
Nadelformen kommen nicht vor.
Euplectella Oweuii ist eine vom Verf. schon früher
mit dem verstorbenen Herklo ts kurz beschriebene Euple-
ctella von Japan, bei der im Gegensatze zu der philippi-
nischen Eup. aspergillum alle Nadeln stets verschmolzen
sind. Das Studium dieser neuen Euplectella und von in
Spiritus conservirten Exemplaren der länger gekannten Art
hat dem Verfasser gestattet, zu Claus 's Arbeit Einiges
nachtragen zu können. So erfahren wir, dass auch E.
aspergillum von einem, bei den macerirten Exemplaren
verloren gegangenen, nach Art des Dermalskelets von Hya-
lonema und Semperella angeordneten Flockengewebe über-
zogen ist, dass bei beiden Arten die grossen runden Ostien
der Wandungen durch eigcnthümliche bei todten Exem-
plaren in Kranzform angeordnete Nadeln verschlicssbar
sind (ähnlich etwa wie bei manchen Kalkschwämmen). Es
wird ferner, was zwar von vorn herein zu vermuthen war,
constatirt, dass die ganz jungen Individuen von Eupl. asper-
gillum ein aus unverschmolzenen Nadeln gebildetes Skelet
besitzen. Das Canalsystem des Schwammes, das die auf
der Wandung verlaufenden Spiralriffe durchzieht, wird
mit dem sog. „blasenförmigen Typus der Astcanäle^'
(Haeckel) der Leuconen verglichen, während Claus sich
seiner Zeit für ein ähnliches Verhalten wie bei den Syco-
nen entschieden hatte. Jedenfalls sind auch jetzt die Akten
über die Beschaffenheit des Canalsystemes der Euplectellen
noch lange nicht geschlossen, zumal uns Verfasser in der
folgenden Art in
Eiidictyon elegans n., einen Schwamm kennen lehrt,
der alle diese Ansichten über den Haufen zu werfen
droht. Genannte Hexactinellide hat die grosseste Aehn-
lichkeit mit Corbitella (Habrodictyon) speciosa und schliesst
sich nahe an Euplectella an. Die Wandungsbündel der
langen Nadeln verlaufen regellos. Ein Wurzelschopf
508 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ist nicht vorhanden. Das bei Euplectella auf der Aussen-
seite des Hohlkegels befindliche Flockengewebe bedeckt
hier die Innenseite und zeigt sehr eigenthümliche, sonst
noch nicht bekannte Sechsstrahler, bei denen jeder Strahl
an der Spitze einen Ankerschirm trägt. Ist es wirklich
der Fall, dass bei Eudictyon das Riffgewebe sich auf der
Innenseite des Hohlkegels befindet, dann schwindet aller-
dings die Wahrscheinlichkeit, dass Euplectella ein mono-
zoischer Schwamm mit grossem Magenraume ist, um ein
Beträchtliches. Es liesse sich dieser Schwamm dann gar
wohl als ein polyzoischer auffassen. Die Siebplatte würde
dabei nicht stören, wie Ref., an Pyrosoma erinnernd, hin-
zufügen möchte. Die folgende Art
Semperella Schultzei Gr. (Hyalonema Schultzei Semp.)
ist, wie Ref. bereits früher vermuthungsweise aussprach,
mit Hyalothamna Ludekingii Marsh.-Herkl., sicher auch
mit Meyeria claviformis Gr. synonym. Eigentlich müsste
der Schwamm übrigens Hyalothamna Schultzii heissen, da
die Speciesbenennung Semper's älter ist als die Beschrei-
bung von Marshall-Herklo ts, diese aber der Gray'-
schen Genusbenennung gegenüber die Priorität besitzt,
Letzterer auch denselben Schwamm unter zwei verschiedenen
Genusnamen beschrieben hat. Diese ansehnliche, nahe mit
Hyalonema verwandte Form ist polyzoisch, von Gestalt
einer kantigen Keule. Auf der Kante stehen die von einer
Nadelmanchette (Peris tomkranz) überdeckten Mundöffnungen.
Ueber die zwischen den Kanten befindlichen Längsgruben
(Subdermalhöhlen) spannt sich ein von Kante zu Kante
gehendes, aus Sechsstrahlern und sg. Tannenbäumchen ge-
bildetes Dermalskelet aus. In diese Gruben (lutercanäle)
münden grosse, nacktrandige von einem inneren Hohl-
räume ausgehende Gänge (Pseudogaster). Der aus langen
Nadeln verschiedener Beschaffenheit bestehende Wurzel-
schopf ist nicht central, wie bei Hyalonema, sondern ent-
steht aus der Vereinigung zahlreicher die Schwammwan-
dung durchziehender anastomosirender Längsbündel. Das
eine der untersuchten Exemplare stammte von Coram, das
andere von den Philii)pinen.
In dem nächstfolgenden Abschnitte liefert Verf. ausser
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d. Jahre 1872 — 1875. 509
der Besclireibimg zweier neuer Arten von Hyalonema, H.
TJwinsonis und H. affine^ einige Nachträge zur Kenntniss
des N. Sieboldii. Obwohl H. affine, wie Verf. selbst her-
vorhebt, von letzterer Art kaum zu trennen sein dürfte,
besitzt dasselbe doch einige recht charakteristische Eigen-
thümlichkeiten, die zum Theil bereits M. Schnitze auf-
gefallen sind. So verlaufen in dem Dermalskelete zahl-
reiche 0,5 Mm. breite, von der Austrittsstelle des Wurzel-
schopfes herkommende anastomosirende Längsbündel, die
aus langen (bis 8 Cm.) einachsigen Nadeln bestehen. Wo
diese Längszüge sich kreuzen, liegt häufig ein Vier-
strahler mit Dimensionen, grösser, als diese je bei den ge-
wöhnlichen Exemplaren von H. Sieboldii gefunden werden.
Das Dermalskelet dieses letzteren besteht aus zahlreichen
Bündeln allseitig sich kreuzender einachsiger Nadeln, denen
an der Kreuzungsstelle ab und zu gleichfalls ein Vier-
strahler beigefügt ist. Die Ränder der Maschen (Dermal-
poren) sind, wie die der grössern runden Wandlöcher (Der-
malosticn), mit Tannenbäumchen besetzt. Die den Schwamm-
körper der Länge nach durchziehenden Hohlräume (Mägen)
waren bei einem ausgezeichnet erhaltenen Exemplare am
Obern Ende, wie schon Schnitze erwähnt, von einer gross-
maschigen Siebplatte geschlossen. Verf. ist der Meinung,
dass dieser Schluss ein normales Verhalten darstelle, zumal
sich Reste der Platten häufig noch nachweisen lassen, und
auch H. lusitanicumnach Perc. Wright die gleichen Platten
besitzt. Nicht ohne Interesse ist es, dass es Verf. gelang,
bei einem Exemplare von Hyal. Sieboldii Embryonen auf-
zufinden. Dieselben sind rund, von der Grösse eines Hirse-
kornes bis zu der einer Erbse und in den grossen Magen-
räumen gelegen. Die Wandungen derselben umschliessen
einen ansehnlichen Hohlraum und sind aus einfachen, ku-
bische Maschen begrenzenden Sechsstrahlern zusammen-
gesetzt, zwischen denen einzelne längere einachsige Nadeln
nach Aussen hervorragen. Durch tangential gelegene kür-
zere Einachser wird eine Art Dermalskelet gebildet. Von
der grossen Mannichfaltigkeit in der Nadelform der er-
wachsenen Individuen ist einstweilen noch Nichts nach-
weisbar. Hyalonema Thomsonis, das aus einer Tiefe von
Archiv f. Nahirg. XXXXIT. Jahrg. 2 Bd. HH
510 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
550 Faden im Norden der Schotlands- Inseln von Wyv.
Thomson gefischt wurde, ist eine 7 Ctm. lange Miniatur-
form von H. Sieboldii, deren Wurzelschopf gleichfalls von
einer (kleinen) Palythoa bewohnt wird. Das Dermalskelet
besteht aus regelmässig zusammengelagerten Vierstrahlern
mit Tannenbäumchen. Die am obern Ende gelegenen
Mundöffnungen sind ohne Siebplatten, aber mit Peristom-
kränzen versehen.
Der schon im letzten J. B. erwähnten Abhandlung
„onHoltenia, a genus of vitreous spouges by Wyv. Thom-
son" (Philos. transact. Vol. 159. p. 701— 720 PL LXVII—
LXXI) entnehmen wir nachträglich noch die Bemerkung,
dass die nahe Verwandtschaft dieses schönen Schwammes
mit Hyalonema auf das Bestimmteste dadurch nachgewiesen
wird, dass die Jugendzustände desselben durch Körperform
und Besitz eines nur einfachen Schopfes langer Wurzel-
nadeln vollständig mit letzterm übereinstimmen und nur
durch mikroskopische Untersuchung der Skeletstticke sich
davon unterscheiden lassen. Aber dieser Schopf bleibt
verhältnissmässig klein, während er bei Hyalonema mächtig
auswächst, ein Unterschied, der damit zusammenhängt, dass
sich demselben bei Uoltenia im Laufe der Zeit noch
mehrere andere, daneben sprossende hinzugesellen. Auch
sonst zeigt übrigens die Bildung des Skelets bei den Ju-
gendformen mancherlei Abweichungen, nicht bloss insofern,
als die Kreuzuadeln an Menge beträchtlich zurückstehen
und regelmässiger angeordnet sind, sondern auch dadurch,
dass aus den Maschen des Skelets zahlreiche lauge und
gezähnelte Nadeln nach Aussen hervorragen und den Körper
stachelig erscheinen lassen. Die weiche Schwammsubstanz
tritt an Masse verhältnissmässig zurück und umscliiiesst
zahlreiche weite Räume, die schliesslich übrigens sämmtlich
in den verhältnissmässig nur kleinen Innenraum ausmünden.
Carter handelt (Ann. and Mag. nat. bist. 1873 Vol.
XII. p. 17—30 PI. X) „on two new species of Gummi-
neae", Corticium abyssi aus dem Kanal (500 Faden tief)
und Ghondrilla australiensis von Port Jackson, sucht die
Gruppe der Gummineen natürlich zu umgrenzen und wieder-
holt die schon früher einmal (l. c. Vol. X. p. 47) ausge-
in d. Naturg-esch. d nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 511
sprocliene Behauptung-, dass Schmidt 's Halisarca guttula
eine zusammengesetzte Ascidie sei.
Halisarca lobularis Schm. findet Carter (ibid. Vol.
XIII. p. 433) jetzt auch an der englischen Küste. Er be-
nutzt die Gelegenheit, den Bau derselben zu untersuchen.
Während Carter einer gelegentlichen Notiz von 0.
Schmidt zufolge die von Bowerbank als Schwämme
beschriebenen Arten des Gen. Haliphysema als foramini-
ferenartige Geschöpfe erkannt haben soll, vermuthet Hae-
ckel darin (Kalkschwämme Th. I. S. 456 Anm.) sehr ein-
fache porenlose Myxospongien , welche sich, gleich der
Olynthusartigen Dysidea, aus fremden Körpern ein Skelet
bauen. Wir werden Gelegenheit haben, im nächsten Be-
richte auf diese inzwischen von Haeckel näher unter-
suchten interessanten Formen zurückzukommen.
Hyatt beginnt die Herausgabe einer „Revision of the
north American Poriferae ; with remarks upon foreign Spe-
cies", die sich wesentlich auf die Sammlungen des Museums
der lioston Society of nat. bist, stützt und namentlich auch
über die von D u c h a s s a i n g und M i c h e 1 i n in den Spongi-
aires de la mere Caraibe (J. B. .S. 1864231) sehr unvollständig
beschriebenen Formen bestimmte Aufschlüsse in Aussicht
stellt. Der bis jetzt (Transact. Bost. Soc. 1875) erschienene
erste Theil (10 Seiten in Quart, Tab. XIII) behandelt die
liornschwämme aus der Gruppe der Aplysinae, in welcher
Verf. die Farn. Dcudrospongiadae (charakterisirt durch die
unregelmässigen Anastomosen zwischen den Hornfasern,
die rundliche Form und die Dicke der Hornw^ände), Aply-
siniden (mit netzförmig anastomosirenden flachen Fasern
und dünnen Hornwändeu) und Janthelliden (mit enorm
dicken Fasern und blättrigem Aussehen) unterscheidet. Von
Arten beschreibt Verf. Dendrospongiacrassau. (= Aply-
sina aerophoba Schm. p. p.), Verongia (= Luffaria Duch. et
Mich.) fistularis Esper, V. hirsuta n., V. tenuissima n., Aply-
sina (Evenor Duch. et Mich.) aurea n., Ä. praetexta n., A.
gigantea n., A. aerophoba Nardo?, A. cellulosa Esp., lan-
thella concentrica n.
AhÄplysina corneostellafa \\. beschreibt Carter (Ann.
nat. bist. Vol. X. p. 100—110 Tab. VII) einen Schwamm
512 Leackart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mit hornigen 5— 6strahligen Sternnadeln, wie sie sonst
nur von der (vielleicht identischen?) Darwinella aurea Fr.
Müll, bekannt sind.
Auch das nach Carter mit Aplysina zunächst ver-
wandte Genus Luffaria Forbr. et Michel, erhält einen
Zuwachs durch eine über drei Fuss hohe ausgezeichnete
Form aus der Hondurasbey, L. Ar eher i Higgin, Ann. and
Mag. nat. bist. 1875. Vol. XVL p. 223—227. PI. VI.
V. Eck he 1 's Schrift über den „Badeschwamm in Rück-
sicht auf die Art seiner Gewinnung, die geographische
Verbreitung und locale Variation" (Triest, 1872, 42 Seiten
mit 2 Tafeln) ist Ref. nicht zu Gesicht gekommen.
Grube berichtet über die schon von Pallas benann-
te, aber nicht beschriebene Spongilla baicalensis (Ber.
der Schlesischen Gesellsch. 1872, naturhist. Sect. S. 36),
Dieselbe besitzt nur höckrige Kieselnadeln, die in festen
Zügen an einander liegen, und trägt auf ihrer fein porösen
Oberfläche 2—3 Reihen grosser (2 mm weiter) Oeffnungen
von nahezu sternförmiger Gestalt.
Spongilla fluviatilis wird bekanntlich bald grün, bald
farblos gefunden. Ray Lankaster liefert nun (Journ.
micr. sc. 1874. T. XIV. p. 401) den Nachweis, dass die
farblosen Exemplare dieselben scheibenförmigen Chlorophyll-
Körperchen enthalten, wie die grünen, nur dass sie des
Pigmentes entbehren. Durch Behandlung mit concen-
trirter Schwefelsäure nehmen dieselben alsbald auch eine
intensiv grüne Farbe an. Gleich dem Chlorophyll der Pflan-
zen wird also auch der chlorophylloide Farbstoff der Spon-
gillen erst nachträglich in die zunächst farblosen Körper-
chen (Stärke?) abgelagert.
Sorby findet bei Spongilla verschiedene Modificatio-
nen des Chlorophylls, ganz wie diese auch bei den höhern
Pflanzen vorkommen. In quantitativer Beziehung zeigen
sich allerdings mancherlei Unterschiede, besonders in den
weniger entwickelten untern Theilen, deren blassere Fär-
bung von einem Vorwalten des den Flechten zukommenden
Farbestoffes (Lichuoxanthin) herrührt. On the chromatolo-
gical relations of Spongilla, Journ. micr. sc. 1865. T. XV.
p. 47-52.
in d. Natnrgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 513
• Protozoa.
Macdonald theilt die Ansicht einiger Englischen
Forscher (wie z. B. W. Thomson 's), dass die Polycystinen,
Foraminiferen und Poriferen sich nicht, wie die Amöben
und Difflugien, durch Aufnahme fester Substanzen, sondern
bloss durch Absorption von Flüssigkeiten ernährten, und
hält diesen Unterschied für so wichtig, dass er die Proto-
zoen darauf hin in Klassen eintheilt, in die mit Mund ver-
sehenen Infusorien (wo bleiben die Opaliuen?), die auf
amöboidem Wege sich ernährenden Amöben und Difflugien,
die übrigen sg. Rhizopoden und schliesslich die Gregarinen.
Er betrachtet diese vier Gruppen auch als die Ausgangs-
punkte der übrigen wirbellosen Thiere, indem er z. B. die
Cestoden von den Gregarinen, die Turbellarien (mit den
Articulaten) von den Infusorien, die Hydroiden von den
Difflugien ableitet, und sucht dieselben andererseits wieder
der Art unter sich in Zusammenhang zu bringen, dass er
sie sämmtlich auf eine gemeinschaftliche Urform (Thalas-
sicolla) zurückführt. On the distribution of the Inverte-
brata in relation to the theory of evolution, Proc. roy. Soc.
1873. March, Ann. nat. bist Vol. XL p. 391—396.
Ehrenberg veröffentlicht in den Schriften der Ber-
liner Akademie eine Reihe von Abhandlungen, die in ge-
wisser Beziehung eine Fortsetzung und Ergänzung seiner
berühmten „Microgeologie" bilden und mit einer Zusammen-
stellung aller der von unserm Verf. in unermüdlichem Fleisse
bis in die letzten Jahre fortgesetzten Untersuchungen von
Staub- und Grundproben ein an Arbeit und Erfolgen
reiches Forscherleben zum Abschlüsse bringen. Es sind
zunächst drei Abhandlungen, die wir hierzu nennen haben:
Uebersicht der seit 1817 fortgesetzten Untersuchungen
über das von der Atmosphäre unsichtbar getragene Leben,
Abhandlungen der Berl. Akad. aus dem Jahre 1871 (Berlin
1872) S. 1—150 und S. 233—275. Tab. I— IIL
Microgeologische Studien über das kleinste Leben der
Meerestiefgründe aller Zonen und dessen geologischen Ein-
fluss, ebendas. 1875 S. 131-397. Tab. I-IX.
Fortsetzung der microgeologischen Studien als Gesammt-
5ii Leuckarl: Jicricht iiW. d. wisseuschaftlicheL; Leistimgeu
Übersicht der microscopischen Paläontologie gleichartig
analysirter Gebirgsarten der Erde, mit specieller Rücksicht
auf den Polycystinenmergel von Barbados, ebendas. 1875
S. 1-168. Tab. I— XXX.
An diese schliesst sich sodann, als Vorläufer der zweiten
Abhandlung ferner noch an: Microgeologische Studien als
Zusammenfassung seiner Beobachtungen des kleinsten Le-
bens der Meerestiefgründe aller Zonen und dessen geolo-
gischen Einfluss, Berliner Monatshefte aus dem Jahre 1872
S. 265—322.
Auf die in diesen Abhandlungen erörterten Verhält-
nisse speciell einzugehen, ist unmöglich und würde weit
über die Aufgabe unseres Berichts hinausgehen. Selbst
der speciell zoologische Inhalt lässt sich nicht vollständig
wiedergeben, da die von unserm Verf aufgefundenen und zum
grossen Theil auch abgebildeten Formen (bes. Ehizopoden,
Monothalamien, Polythalamien und Polycystinen) viele Tau-
sende betragen, meist aber nur, wenn überhaupt beschrie-
ben, mit kurzen lateinischen Diagnosen versehen sind. Auf
Einzelnes werden wir später allerdings zurückzukommen
haben. An verschiedenen Stellen hat Verf. Veranlassung
genommen, direct und indirect gegen die heute in unserer
Wissenschaft herrschenden Ansichten von der (einfachen)
Organisation der Protozoen sich auszusprechen. Wir dürfen
darüber hinweggehen, da diese Aeusserungen eben so gut,
wie jene, welche andere Tagesfragen, besonders den Dar-
winismus, betreffen, aus Ehrenberg 's Munde ein mehr
persönliches als wissenschaftliches Interesse darbieten.
Ray Lancaster macht (x^nn. and Mag. nat. bist.
Vol. XL p. 95) einige Mittheilungen über das gewöhn-
lich bisher den Protozoen zugerechnete Dicyema. Ob-
gleich dieselben im Ganzen dem bisher Bekannten nur
Weniges hinzufügen, ist doch die Angabe bemerkens-
werth, dass Dicyema nach den Untersuchungen des Verf.'s
keiuenfalls den InfiLSorien zugerechnet werden dürfe, son-
dern eine verkümmerte (degraded) vielzellige Wurmform
darstelle. Wir werden im nächsten Berichte auf diese in-
zwischen von E. van Beneden näher untersuchte Thier-
form zurückkommen.
iu d. Naturgescb. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 515
1. Infusoria.
All man berichtet in einer Adresse an die Linneische
Gesellschaft über die neuem Fortschritte unserer Kennt-
niss von den Winiperinfusorien. Er berücksichtigt darin
vornehmlich die Ansichten von Haeckel, dem er freilich
in der Annahme eines eignen Protistenreiches nicht bei-
stimmen kann, und erwähnt auch der von ihm selbst
über die Fortpflanzung einer verästelten Verticelliue an-
gestellten und auf der Englischen Naturforscher-Versamm-
lung 1873 mitgetheilten Beobachtungen, denen zufolge ein-
zelne Individuen der betreffenden Colonie ohne vorherge-
gangene Copulation sich einkapseln und ihren Nucleus
in eiartige Ballen zerstückeln, ohne dass dabei irgend-
welche samenfadenartige Gebilde concurrireu. Recent pro-
grcss in our knowledge of the ciliate Infusoria, monthly
microscop. Journal T. XIV. p. 170 — 191 oder Xature T. XII.
p. 136, 155 und 175.
Haeckel stellt sich in seinem Aufsätze „zur Mor-
phologie der Infusorien" (Jenaischc Ztschrft. für Med. und
Naturw. 1873. Bd. VII. 8. 516-560) entschieden auf die
Seite derjenigen Zoologen, die nach dem Vorgange von
V. Siebold auch die Ciliaten für einzellige Organismen
halten. Er hebt hervor, dass dieselben ohne Furchung aus
einer einfachen Keimzelle sich entwickeln und auch im
ausgebildeten Zustande keinerlei Organisatiousverhältnisse
besitzen, die nicht durch die bekannten Thatsachen der
Zellendifferenzirung ihre Erklärung fänden. Was von
diesen verschiedenen Differenzirungsprocessen sonst — in
vielzelligen Organismen — auf verschiedene Zellen vertheilt
ist, kommt in dem einzelligen Ciliatenorganismus vereinigt
vor: der einzellige Ciliatenorganismus ist somit als der
vollkommenste Ausdruck der einer Zelle innewohnenden
Entwicklungsfähigkeit zu betrachten. (Es ist das übrigens
eine Auflassung, die doch wohl allgemeiner verbreitet ist,
als Verf. anzunehmen geneigt scheint, und u. a. schon vor
länger als 25 Jahren — also lange vor Kölliker, Stein,
Claus U.A. — von Frey in einer besonderen, dem Verf.
unbekannt gebliebenen Abhandlung des Weitern begründet
516 Leuckart: Bericht üb, d. Wissenschaft liehen Leistungen
wurde.) Als Zellenkern deutet Verf., wie v. Siebold,
den sg. Nucleus, dem gegenüber der sg. Nueleolus, der
„erst bei einer verhältnissmässig geringen Minderzahl von
Ciliaten nachgewiesen worden", ganz in den Hintergrund
trete. Von letzterem weiss Verf. nur so viel zu bemerken,
dass seine Deutung als Hoden, sowie die der darin gele-
gentlich zu beobachtenden Fäden als Samenfäden durchaus
nicht sicher bewiesen sei. Ein Gleiches gilt in Betreff der
sg. Eier, die Verf., der die Existenz einer geschlechtlichen
Fortpflanzung bei den Infusorien, wie den Protozoen über-
haupt, in Abrede zu stellen geneigt ist, als Sporen in An-
spruch nimmt. Die Unterschiede zwischen diesen Proto-
zoen und den übrigen Thieren — Abwesenheit der Furchung,
der Keimblätter und wahrer (d. h. durch Differenzirung
von Zellengruppen entstandener) Organe, besonders eines
wahren Darmes — scheinen dem Verf. gross genug, die letz-
teren zusammen als Metazoen den erstem gegenüberstellen.
Dass diese Auffassung von der durch Hae ekel früher
vertretenen, der zufolge die Infusorien bekanntlich den Wür-
mern zugehören sollten, beträchtlich abweicht, braucht nicht
besonders hervorgehoben zu werden. Wohl aber dürfen wir
darauf hinweisen, dass mit der Anerkenntniss der Ein-
zelligkeit der Infusorien die „Protisten", die doch nach
unserm Verf ein besonderes Zwischenreich bilden sollen,
durch ihre Hauptvertreter, die Rhizopoden, den Thieren
wieder in bedenklicher Weise angenähert werden.
Claus' „Bemerkungen zur Lehre von der Einzellig-
keit der Infusorien" (Verhandl. der k. k. zoolog. bot. Ge-
sellsch. in Wien Jahrg. 1874, Febr. 12 Seiten) beziehen
sich vornehmlich auf die Geschichte der von Hae ekel
für seine jetzige Auffassung geltend gemachten Thatsachen
und liefern den Nachweis, dass die Deductionen desselben
eben so wenig in Betreff der Methode, wie der realen Un-
terlage neu sind. Uebrigens bekennt sich auch Claus
bei dieser Gelegenheit von Neuem als Anhänger der be-
treffenden Lehre, nur dass er im Gegensatze von Hae ekel
den Nucleus nicht geradezu als Zellenkern in Anspruch
nehmen möchte. Mit Rücksicht auf die Rolle, welche der-
selbe bei der Embryoualbildung spielt, glaubt Verf. den-
iu d. Naturgesch. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 517
selben entweder als den „ursprünglichen Kern nebst einer
Partie Protoplasma", also als einen Theil der Zelle, oder
als eine endogen erzeugte, dem Keimbläschen vergleichbare
Zelle deuten zu müssen.
Die Zweifel, die Haeckel und Claus in den hier
angezogenen Arbeiten über die wirkliche Existenz einer
geschlechtlichen Fortpflanzung bei den Infusorien aus-
sprechen, sind nach Btitschli's vorläufigen Mittheilungeu
„über die Conjugation der Infusorien und die Zelltheilung"
(Ztschrft. für wissensch. Zool. Bd. XXV. S. 426—441) voll-
kommen gerechtfertigt. Nachdem Verf. schon früher (Archiv
für mikroskop. Anatomie Bd. IX. S. 657) dahin sich ge-
äussert hatte, „dass die geschlechtliche Fortpflanzung der
Infusorien lange nicht so sicher begründet sei, als man
dies wohl vermuthet hätte, und wir noch weit davon ent-
fernt wären, die eigentliche Bedeutung der Conjugation
richtig zu verstehen", veröffentlicht derselbe jetzt eine Reihe
von Beobachtungen, durchweiche nicht bloss die parasitäre
Natur der sg. Embryonalkugeln und acinetenförmigen Em-
bryonen (bei Stylonychia mytilus) auf dem Wege sowohl
der Beobachtung, wie auch des Experimentes direct nach-
gewiesen wird, sondern weiter auch die Frage nach der
Natur der sg. Samenkapseln in unerwarteter Weise ihre
Erledigung findet. Ganz dieselben samenkapselartigen Kör-
per findet man nändich auch in den Eiern gewisser Thiere
und andern in Theilung begriffenen oder dazu sich am
schickenden Zellen, wie z. B. in den embryonalen rothen
Blutkörperchen des Huhnes, und zwar als Umformungs-
producte des Kernes, der die Zeilentheilung einleitet, ohne
dass man dabei irgendwie anSpermatozoen zu denken das
Recht hätte. Andererseits aber folgt aus diesem Umstände,
dass der sg. Nucleolus einen echten Zellenkern darstellt,
der Körper der Infusorien also wirklich „je nach der Zahl
der anwesenden Nucleoli mit ein- oder mehrkernigen Zellen
homolog ist", lieber den Nucleus konnte Verf. anfangs
zu keiner sichern Entscheidung kommen, obwohl er bei
verschiedenen Infusorien die Thatsache constatirte, dass
die Bruchstücke, in welche derselbe während oder nach
der Conjugation zu zerfallen pflegt, theilweise — öfters
518 Leuckai-t: Bericht üb. d. wissenschaftlicheu Leistungen
nur einzeln — in Kugelform nach Aussen hervortreten,
so dass man sich fast versucht fühlt, dieselben mit Bal-
biani für Fortpflanzungskörper zu halten. Die übrigen
Bruchstücke treten zur Bildung eines neuen Nucleus zu-
sammen, wobei freilich bemerkt werden muss, dass gelegent-
lich schon (Paramaecium aurelia) vor völliger Wiederver-
einigung eine Theilung des Thieres eintritt. Ueberhaupt
sprechen manche Beobachtungen für die Annahme, dass
die Theilungsfähigkeit der Infusorien durch den Conjuga-
tionsprocess in ungewöhnlicher Weise gesteigert werde.
Zufolge den nachträglich noch hinzugefügten Beobachtungen
an 8tyion3^chia kann übrigens kein Zweifel sein, dass auch
der sg. Nucleus als ein echter, wiewohl sehr modificirter
Kern aufzufassen sei, indem derselbe in den Theilungs-
sprösslingen je aus einer der nach der Copulation zu-
nächst sich bildenden vier „Samenkapseln" hervorgeht,
nachdem die gleichfalls in Vierzahl vorhandenen Bruch-
stücke des Nucleus sämmtlich nach Aussen ausgestossen
sind. Die beiden andern scheinbaren Samenkapseln, die
schon gegen Ende der Copulation unter fortgesetzter Ver-
kleinerung Aussehen und Beschaffenheit der ursprünglichen
Nucleoli wieder angenommen haben, gehen als solche gleich-
falls in die Theilsprösslinge über. Auf Grund dieser Be-
obachtungen sucht Verf. schliesslich das Wesen der Copu-
lation in der gänzlichen oder theil weisen Entfernung des
alten und der Hervorbriugung eines neuen Nucleus. Er
spricht damit eine Vermuthung aus, die sich in einiger
Beziehung an die Thatsache anschliesst, dass auch das
zur Furchuug sich vorbereitende Ei nach den neuern Un-
tersuchuDgen einen Theil seines Kernes (Keimbläschens)
nach Aussen ausstösst. (Wir werden im nächsten Berichte
auf die inzwischen — in den Schriften der Senkenbergischen
Gesellschaft — - ausführlich von unserm Verf. veröffentlichten
wichtigen Untersuchungen zurückkommen.)
Aus den schon oben kurz angezogenen altern Beobach-
tungen, die Bütschli (Einiges über Infusorien, Arch. mikro-
skop. Anatomie Bd. IX. S. 657—678 Taf. XXV und XXVI) über
die Conjugation der Infusorien, besonders des Paramaecium
aureola, mittheilt, erhellt zur Genüge, dass es durchaus nicht
in d. Naturgesch. d. iiicd. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875.
510
sicher begründet ist, wenn dieser Vorgang im Sinne von Bal-
biani oder Stein als ein Begattungsaet aufgefasst und
gedeutet ist. Die Natur der streifigen Körper die man
dabei als Sauienfädenballen deutet, ist aller Wahrschein-
lichkeit nach eine andere — jedenfalls tragen die Fäden
nach Beschaffenheit und Entwicklung keineswegs die Cha-
raktere von Samenladen an sich. Ebenso ist fraglich, ob
die Fragmente des Nucleus als Eier (Balbiani) und die
Podophrya- artigen Schwärmlinge als Embryonen (Stein)
aufzufassen sind. Die früher bereits bei einem Schma-
rotzerinfusorium aufgefundenen amyloidartigen Körper -
chen werden jetzt auch bei dem marinen Strombidium
sulcatum aufgewiesen, bei einem Thiere, das weiter
noch durch eine grosse Menge der beständig im Innern
enthaltenen gelben Körnerklumpen und einen Gürtel von
Trichocysten bemcrkenswerth ist, der das Thier auf
der hintern Grenze des vordem Körperdrittheils umzieht.
Die Stäbchen in dem Reusenapparate des Schlundes bei
Chilodon und Nas;sula verlaufen nicht gerade, sondern in
langgestreckter Schraubenlinie, wie die in gleicher Weise
angeordneten Körperstreifen, die übrigens nicht, wie von
Stein u. A. behauptet, die Körperhaare tragen, sondern
vielmehr zwischen sich nehmen.
Auch von anderer Seite haben unsere Kenntnisse über
die mori)hologischc Natur und die Fortpflanzungsverhält-
nisse der Infusorien wichtige Bereicherung erfahren.
So veröffentlicht Engel mann neue Untersuchungen
„über Entwicklung und Fortpflanzung der Infusorien" (mor-
phol. Jahrbücher Bd. I. S. 573-635 Taf. XXi und XXII,
auch holländisch: onderzoekingen over ontwikkeling en
voortplanting van Infusoria, Utrecht 1875, aus dem Under-
zoek. physiol. Laborat. Utrecht Bd. III), deren Resultate
wir um so höher anzuschlagen haben, als Verf. in seinen
frühern Publicationen über Infusorien bekanntlich (J. B.
1862. S. 267) eng an die Auffassung von Stein sich an-
schloss. Zunächst handelt Verf. in diesen neuen Mitthei-
lungen über die Entwicklung von Opalina, die sich so hart-
näckig bisher unsern Untersuchungen entzogen hat — ein-
fach, wie Verf. nachweist, desshalb, weil man dabei aus-
520 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicben Leistungen
schliesslich die ausgewachseDen Frösche in Betracht zog,
während es die Froschlarven sind, welche die Parasiten
grossziehen. In dem Darmkanale dieser Thiere findet man
zwischen den Pflanzenresten die verschiedensten Entwick-
lungsstufen der Opalinen, nicht bloss ausgebildete, wenn
auch noch nicht ausgewachsene Exemplare, sondern auch
Jugendformen bis herunter zu den jüngsten, noch in Cysten
eingeschlossenen Zuständen. Diese Cysten messen etwa
0,01—0,02 mm und enthalten ein ziemlich langes (0,04 —
0,05 mm) und schlankes Flimmerinfusorium mit schwanz-
artig zugespitztem Hinterende, das trotz seiner abweichenden
Körperform und dem nur einfachen Kerne, der unsere Thiere
ganz unverkennbar als einzellige Wesen charakterisirt, die
jungen Opalinen darstellt, die durch alle nur denkbaren
Uebergangsstufen hindurch zu der ausgebildeten Form ver-
folgt werden konnten. Die Umwandlung geschieht dadurch,
dass der aus einem hellen und nahezu homogenen Proto-
plasma bestehende Körper an Volumen zunimmt, breiter und
relativ platter wird, und der Kern durch wiederholte Thei-
lung in eine grosse Zahl von Bläschen zerfällt, die mit
zunehmender Menge an Grösse verlieren, auch wegen der
Dünne der Kernmembran immer schwieriger nachweisbar
werden. Die protoplasmaartige Körpersubstanz zeigt niemals
eine Spur von Theilung, Furchung oder innerer Zerklüftung
in zellenartige Abschnitte; sie bleibt zeitlebens eine ein-
zige zusammenhängende Masse, wie die einer einzigen
Zelle. Obwohl das Herkommen der Cysten, die Fortpflan-
zung der Opalinen selbst also, unbekannt blieb — wir ha-
ben darüber erst in neuester Zeit (durch Zeller, dessen
Abhandlung über Opalinen im nächsten J. B. Berücksichti-
gung finden wird) befriedigenden Aufschluss gewonnen —
so steht doch so viel fest, dass an eine Beziehung zu hö-
hern Geschöpfen (Trematoden) nicht länger gedacht werden
kann. In Betreff der „knospenförmigen" Conjugation der
Vorticellen bestätigt Verf. die Angaben St ein 's und Gre eff's.
Es glückte demselben, nicht bloss die Conjugation direct
zu beobachten, sondern auch bei Vorticella den Klein-
sprösslich von dem Augenblicke der Ablösung bis zur Con-
jugation unausgesetzt zu verfolgen und dabei zu consta-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 521
tiren, dass derselbe nicht durch rasch wiederholte Thei-
lung, wie bei den stockbiidenden Arten (Carchesium, Epi-
stylis), sondern durch knospenartige Abschnürung- von einem
gewöhnlichen Mutterthiere, dessen Nucleus dabei auch den
Kern der Knospe lieferte, seinen Ursprung nehme. Eine
Stunde ungefähr nach Einleitung der Conjugation war die
Knospe gänzlich von dem Träger aufgenommen; der Nu-
cleus beider Individuen hatte sich dabei , ohne dass
dieselben vorher in Berührung gekommen waren , in
kleine kernartige Bläschen gespalten. In dem nachfolgen-
den, „den sg. Embryonen der Infusorien" gewidmeten
Abschnitte (S. 584 — 602) spricht sich Verf. dahin aus, dass
eine Entwicklung von Jungen ausschliesslich aus dem Nu-
cleus bei den Infusorien ebenso unwahrscheinlich sei, wie
die Erzeugung von Keimen, welche in ihrem Bau von den
Mutterthierenprincipiell abweichen und erst nach Generationen
wieder zu der Form derselben zurückkehren. Die früher
in diesem Sinne gedeuteten Vorgänge lassen sich bei un-
befangener Prüfung der Verhältnisse sämmtlich auf die
Fortpflanzung und Entwicklung parasitirender Eindringlinge
zurückführen. Und das gilt nicht bloss für die sg. Aci-
netenartigen Sprösslinge, sondern auch für die sg. Embryo-
nen von Vorticella, deren Parasitennatur Verf durch di-
recte Beobachtung ausser Zweifel stellt, indem er das Ein-
dringen derselben in ihren Träger Schritt für Schritt ver-
folgen konnte. Mit der Annahme der Parasitentheorie fällt
natürlich auch die Vermuthung eines Causalzusammen-
hanges der Conjugationserscheinungen mit der Entwick-
lung dieser „Embryonen'^. Trotzdem aber verlangt der letztere
Vorgang eine besondere Berücksichtigung, zumal man nicht
bloss die Erzeugung von Embryonen, sondern auch die
Bildung sg. Keimkugeln oder Eier damit in Verbindung
gebracht hat. In dieser Hinsicht haben nun die von un-
serm Verf. bei Paramaecium, Stylonychia und Vorticella
und zahlreichen Verwandten angestellten und ausführlich
mitgetheilten Beobachtungen (S. 603—628) ein durchaus
negatives Resultat ergeben. Allerdings wurde die Existenz
und auch das wahrscheinlich durch den After vermittelte
Ausstossen derartiger „Keimkugeln" bei Stylonychia nach
522 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der Copulation mehrfach beobachtet, aber nicht bloss, dass
die Bildung derselben stets unabhängig von dem Kerne,
direct im Endoplasma, vor sich ging, es liess sich auch
niemals eine Veränderung und Weiterentwicklung an ihnen
beobachten. Nach Aussehen und Beschaffenheit dürften
dieselben wohl am ehesten für Excrementk()rper zu halten
sein. Da solche Gebilde unter Umständen auch in ge-
wöhnlichen aus Quertheilung hervorgegangenen Individuen
entstehen, so ist es auch mehr als zweifelhaft, dass die
Bildung derselben eine Folge der Copulation sei. Dafür
aber hat diese aitf das Verhalten sowohl des Nucleus, wie
auch des Nucleolus einen unverkennbaren Einfluss. In
Betreff des erstem äussert sich derselbe darin, dass die
Kerne der copulirten Individuen unter oftmals bedeutender
Aenderung ihrer physikalischen und chemischen Beschaffen-
heit in immer kleinere Thcile sich spalten, aber nicht, um
daraus Embryonen oder Eier zu bilden, sondern um schliess-
lich wieder durch Verschmelzung zur Bildung eines neuen
Nucleus zusammenzutreten. Die Metamorphosen des Nucle-
olus sind schwieriger zu verfolgen, doch steht so viel fest,
dass dieselben unter Vergrösserung und Abnahme ihres
Brechungscoefficienten gleichfalls zerspalten, und durch
Faserbildung im Innern dann zu den „Samenkapseln" werden.
Später werden die Nucleolussegmente wieder kleiner und
homogener, bis sie vor oder nach der Trennung des Paares
völlig zu verschwinden scheinen. Bei Paramaecium und
Verwandten liess sich auch während der Copulation, vor
oder nach der ersten oder zweiten Theilung, ein Austausch
der beiderseitigen Nucieoli nachweisen. Die schliessliche
Neubildung des Nucleolus geht vermuthlich durch Ab-
schnürung vom Nucleus vor sich. Bei den bekanntlich
des Nucleolus entbehrenden Vorticellen tritt eine voll-
ständige Vermengung wie des Entoplasmas, so auch der
Kernsegmente der copulirten Individuen ein. Auf Grund
dieser Beobachtungen spricht sich Verf. dahin aus, dass
die Copulation der Infusorien keine Fortpflanzung irgend
welcher Art einleite, sondern einen eigenthümlichen Ent-
wicklungsprocess, den man unter Berücksichtigung der bei
den Euplotincn und Oxytrichineu dabei stattfindenden Ver-
in '1 Naturgesch. d. nied. Thiere wälir. d. Jahre 1872 — 1875. 523
äüderungen, am besten als eine Regeneration bezeichne.
Der Nncleus habe nirgends die Bedeutung eines keimbe-
reitenden Organes oder eines Keimes, sei aber anderer-
seits auch nicht in allen Fällen physiologisch und morpho-
logisch einem vollständigen Zelleukern gleich zu setzen,
sondern übernehme da, wo ein Nucleolus vorkomme, der
doch durch seine Veränderungen bei der Copulation als
männliches Geschlechtselement sich documentire, die Rolle
des weiblichen Geschlechtselementes, zumal ja sein Wie-
deraufbau vermuthlich nur in Folge einer von dem Nucle-
olus ausgehenden Einwirkung sei. Das Auftreten dieser
zweierlei Gebilde repräsentire somit eine gewisse Art
geschlechtlicher Arbeitstheilung : die Infusorien mit Nu-
cleus und Nucleolus, die beide zusammen erst dem gewöhn-
lichen Zellenkern entsprächen, seien demnach als Her-
maphroditen, ihre Conjugation als eine geschlechtliche Ver-
einigung aufzufassen. Wo der Nucleolus fehle ( Vorticellen),
da sei das Infusorium für gewöhnlich geschlechtlos, doch
trete bei solchen Arten zu Zeiten auch eine geschlecht-
liche Differenzirung mit dimorphen männlichen und weib-
lichen Individuen ein.
Simroth untersucht den Bewegungsapparat der Sten-
toren und Spirostomeen und kommt dabei zu der Ueber-
zeugung, dass nicht die von 0. Schmidt, Stein u. A.
als Muskelfasern und zum Theil sogar als quergestreifte
Muskelfasern gedeuteten Rippen als contractile Elemente
anzusehen seien, sondern die dazwischen liegenden heilen
und homogenen Streifen, die sich durch Behandlung mit
geeigneten Reagentien als deutliche, der Cuticula fest an-
hängende Bänder ergeben, während die Rippensubstanz
aus einem bloss passiv bewegten, histologisch indifferenten
Körperprotoplasma bestellt, wie das ganz richtig auch von
Ehrenberg, Lieberkühn und Greef behauptet ist. Mit
dieser Auffassung harmonirt auch die physikalische Ana-,
lyse der Contractionserscheinungen, sowie die Stellung der
Cilien, die den Muskelbändern (nicht den Rippen) aufsitzen
und je durch eine zarte Faser mit denselben in Verbindung
stehen. Am deutlichsten sind die Fasern an den Cilien
des Peristomfeldes, an denen sie eine zum Theil auch sehr
524 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
beträchtliche Länge erreichen. An ihnen kann man auch
deutlich eine den protoplasmatischen Achsentheil über-
ziehende Cuticularscheide auffinden, während die übrigen
Wimpern ausschliesslich dem Protoplasma anzugehören
scheinen. Uebrigens glaubt Verf" keineswegs allen Infuso-
rien eine eigne Muskulatur zuschreiben zu dürfen ; er sieht
in dem Auftreten derselben vielmehr nur das Zeichen einer
weiter fortgeschrittenen Arbeitstheilung^ die in dieser Weise
nur wenigen hoch entwickelten Formen zukomme. „Zur
Kenntniss des Bewegungsapparates der Infusionsthiere",
Strassburger Inauguraldissertat. 1875, 40 Seiten, mit einer
Kupfertafel (aus dem Arch. für mikr. Anatomie ßd. XI.
S. 51—86 besonders abgedruckt).
Ro SS b ach 's Abhandlung über „die rh3^thmischen Be-
wegungserscheinungen der einfachsten Organismen und ihr
Verhalten gegen physikalische Agentien und Arzneimittel'
(Würzburg 1872, 64 S. mit 2 Tafeln, aus den Verh. der
Würzburger physik. med. Gesellsch. Bd. II) macht uns
mit einer Reihe von Verhältnissen bekannt, die für die
Beurtheilung der Lebensthätigkeiten der Infusorien (und
Amöben) von hohem Interesse sind. Wenngleich vorzugs-
weise vergleichend physiologischer Natur haben die Un-
tersuchungen des Verf. 's doch insofern auch für unsere
anatomischen Kenntnisse Bedeutung, als sie für die Annahme
einer Entleerung der contractilen Blasen nach Aussen man-
cherlei neue Anhaltspunkte bieten. Weiter hebt Verf. hervor,
dass die Begrenzungswände der Blasen einen ungleichen
Grad von Dichtigkeit besitzen, dem entsprechend die Va-
cuole mit ihrer Oeffnung bald als ein bleibendes, bald aber
auch als ein bei jeder Füllung neu sich bildendes Organ
zu betrachten sei. Die Schnelligkeit der rhythmischen
Bewegung hängt auf das Engste mit der Temperatur des
Körpers zusammen, so dass jede Species in normalen Ver-
hältnissen bei gleicher Temperatur stets die gleiche Zahl
von Contractionen hat. Von 4« C bis 30 « nimmt die
Schnejligkeit immer zu, am stärksten von 4 — 15^, so dass
also eine unter 15 <^ herabgehende Temperatur die Zahl der
Contractionen in viel höherem Maasse herabsetzt, als eine
Temperatur über 15^ sie erhöht. Bei keinem Infusorium
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 525
konnten übrigens durch Temperatursteigerung mehr als
20 Contractionen in der Minute erregt werden. Höhere
Temperaturen erzeugen keine Beschleunigung mehr, sondern
schliesslich (bei 42") ein iVufhören der Pulsation in der
Diastole. Schon vorher haben die Thiere das Vermögen
sich zu steuern d.h. willkürliche Bewegungen vorzunehmen
verloren, obgleich die Wimpern noch schlagen und den
Körper pfeilschnell in rotirender Bewegung forttreiben.
Mit der Lähmung der Vacuolen aber wird auch die Wim-
periing eingestellt; es tritt eine Verflüssigung des Proto-
plasma und damit der Tod ein. Eine Gerinnung geschieht
erst bei weiter zunehmender Temperatursteigerung. Bei
Sauerstoffentziehung werden sämmtliche Bewegungen ver-
langsamt und schliesslich — zuerst wiederum die willkür-
lichen — aufgehoben. Die Blase erlahmt in Dilatation,
der Körper quillt stark und kommt zum Zeriiiessen. Die
Anwendung von Säuren, Alcaloiden und andern Ageutien,
mögen sie heissen, wie sie wollen, hebt die Bewegungen
auf, sobald sie in einer bestimmten stärkeren Intensität
oder in einer bestimmten Concentration geschieht, während
sie dieselben sonst eine längere oder kürzere Zeit hindurch
entweder beschleunigt oder verlangsamt. Dabei wirken
die meisten dieser Mittel auf alle Bewegungsapparate gleich-
massig, doch giebt es auch einige (Wasserstoff, Alcaloide),
die zunächst nur bestimmte Apparate (contractile Blasen)
ai'iiciren, andere aber (Wimpern) sich fortbewegen lassen,
bis Auflösung und Gerinnung der Körpersubstanz eintritt.
Aus allen diesen Beobachtungen zieht Verf den Schluss,
dass die rhythmischen Bewegungen der contractilen Blasen
die Folge von Oxydationsvorgängen in dem Protoplasma
sind und durch diese erregt werden.
Everts veröffentlicht „Untersuchungen au Vorticella
nebulifera" (Ztschrft. für wissenschaftl. Zoologie 1873 Bd.
Xlll. S. 592-622 mit Taf. XXX. auch als Erlanger Inau-
guraldissertation erschienen). Er vertritt darin, im Gegen-
satze zu Greeff (vgl. J. B. 1870. S. 251) die Ansicht, dass
die weiche Innenmasse des Leibes bei den Vorticellen, in
dem die Nahrungsballen enthalten sind und verdaut werden,
einen iutegrirenden Theii des Körperparcnchyms ausmache
Aroliiv f- Naturg. XXXXII. Jaliir. 2. Bd. II
526 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
und keineswegs als ein die Leibeshöhle erfüllender Chymus
zu betrachten sei. Der Körper der Vorticelle besitzt über-
haupt keinen einer Leibes- oder Darmhöhle entsprechenden
Hohlraum, sondern ist solide und einer kernhaltigen Zelle
zu vergleichen, deren Protoplasma in eine Rindenschicht
und Marksubstanz differenzirt ist, die in gewisser Be-
ziehung sich dem Ectoderm und dem Entoderm der höhern
Thiere vergleichen lassen. Uebrigens ist auch die Rinden-
schicht weiter zusammengesetzt, indem man in ihr wieder
eine Cuticula, eine (contractile) ,,Längsstreifungsschicht", die
in den sg. Stielmuskel sich fortsetzt, und ein ungeformtes
Plasma zu unterscheiden vermag, dessen Körnchen bei
Anwendung starker Vergrösserungen eine bis dahin noch
nicht beobachtete Strömung erkennen lassen. Die centrale
Masse ist ein weicheres Protoplasma, deutlich abgesetzt
von der Rindenschicht, gekennzeichnet durch die feinsten
Körnchen, welche gleichfalls in einer regelmässigen Strö-
mung begriffen sind, deren Bewegungsrichtung aber der
der äussern Körner entgegengesetzt ist. Die Verschiebungen
der Nahrungsbailen fallen mit diesen Strömungen nicht
zusammen und sind durch ihre grosse Unregelmässigkeit
davon verschieden. Mund- und Afterraum sind von einer
Einstülpung der Rindenschicht umgeben. Die Fortpflan-
zung ist, soweit Verf. dieselbe beobachtete, eine durchaus
ungeschlechtliche. Sie wird durch eine Längstheilung ein-
geleitet, die schliesslich, wie bekannt, zu einer Ablösung
der Thiere hinführt. Nach einiger Zeit encystiren sich
die Schwärmlinge, wobei der früher bloss eingezogene
Flimmerkranz schwindet. Der bis dahin unveränderte
Kern zerfällt dann in acht oder neun Theilstücke, welche
bald frei im Plasma umhertreiben und schliesslich, nach
Ruptur der Cystenwand, als selbstständig bewegliche Kügel-
chen hervortreten. Im Wasser herumschwimmend nehmen
dieselben an Grösse zu. Sie treiben an dem einen Ende
einen Wulst hervor, der bald faserig zerfällt und einen Wim-
perkranz bildet, innerhalb dessen dann eine Mundöffnung
gebildet wird. Unter Veränderung der Körperform werden
die ursprünglichen Theilstücke des Vorticellenkernes zu
Thierchen, die mit Trichodina grandineila Ehrbg. identisch
in d. Naturgesch, d. med. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 527
sind, sich in dieser Form durcli Theiiimg vermehren und
schliesslich wieder zu Vorticellen werden. Diese Umwand-
lung* geschieht dadurch, dass der Leib in die Länge wächst
und unter Abrundung der beiden Körpereuden die frühere
Mundöffnung verliert. Der Flimmerkranz functionirt noch
eine Zeitlang als ßewegungsapparat, geht aber schliesslich,
nachdem das Thier mit dem bewimperten Ende sich be-
festigt hat und den Stiel zu bilden beginnt, verloren, wäh-
rend am freien Ende Peristom und Wimperscheibe her-
vorkommt. Auf Grund dieser Beobachtungen vindicirt Verf.
den Vorticellen einen Generationswechsel, wobei er freilich
ausser Acht lässt, dass letzterer — im Steenstrup' sehen
Sinne — zunächst an die Existenz einer geschlechtlichen
Generation anknüpft. Die von Stein beobachtete Eiu-
kapselung hält Verf. für eine vielleicht von Parasiten be-
dingte krankhafte Erscheinung. Auch die Conjugation
vermag Verf. mit der Fortpflanzung in keine Beziehung zu
])ringen. Sie geschieht überall, sobald man Vorticellen in
einem der Verdunstung ausgesetzten Wassertroi)fen aufbewahrt.
Die in den Sitzungsber. der physik. med. Societät zu
Erlangen 1873 über die voranstehenden Untersuchungen
veröffentlichte vorläufige Mittheilung hat eine Entgegnung
von Greeff hervorgerufen (Sitzgsber. der Gesellschaft der
Naturw. zu Marburg 1873. S. 23—32), in welcher dieser
seine Auffassung von der Organisation der Vorticellen als
wohl begründet aufrecht hält und die Existenz einer von
der Centralmasse abgegrenzten strömenden Protoplasma-
zone der ßindenschicht in Abrede stellt. Der centrale In-
halt des Vorticellenkörpers wird als eine dünnflüssige kör-
nige Eiweissmasse bezeichnet, in welche von Aussen be-
ständig Wasser und Nahrung einströme. Everts replicirt
(Sitzungsber. der physik. med. Soc. Erlangen 1873 Nov.)
auf diese Entgegnung, die mehrfach auch Prioritätsfragen
berührte, und veranlasst dadurch Greeff, seine Stellung
zu dem hier in Frage kommenden Verhältnisse in einer
besondern kleinen Abhandlung „über den Bau der Vorti-
cellen" (Marb. Sitzungsber. 1874. S. 5—20) nochmals dar-
zulegen. Dass die weiche Centralmasse als Protoplasma
aufzufassen sei, wird nach wie vor bestritten. Sie sei
528 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
„Cliymus", aber dieser Chymus sei kein blosser Speisebrei
im Sinne des Mageninhaltes höherer Thiere, sondern ver-
trete zu gleicher Zeit Chylus, Blut, Lymphe u. s. w., sei
also nicht bloss Nahrungsbrei sondern auch Ernährungsbrei
und als solcher natürlich auch ein wesentlicher Bestand-
theil des ganzen Körpers, ohne welchen dieser nicht exi-
stiren könne. Mit dieser Detinition kommt der Verf. übri-
gens, wie Ref. scheint, der gegnerischen Auffassung sehr
nahe. Jedenfalls wird Everts das, was hier über die
physiologische Bedeutung der Centralmasse gesagt wird,
kaum mit seiner Ansicht in Widerspruch linden. Anders
freilich verhält es sich in Betreff der morphologischen
Deutung, die wesentlich davon abhängt, ob man berechtigt
ist, den Infusorienkörper als eine einfache Zelle anzusehen
oder nicht. Greeff hält diese Frage einstweilen noch für
eine offene, ist aber der Ansicht, dass viele Infusorien
d. h. Ciliaten keineswegs als einzellige Organismen auf-
zufassen sind.
Balbiani versucht gegen Stein (J. B. 1867. S. 240)
den Nachweis, dass die Fortpflanzung der Vorticellen ge-
nau nach dem für andere Infusorien von ihm geschilderten
Modus vor sich geht. In Betreff der knospenförmigen Conju-
gation und der Abstammung der sg. Microgouidien von einem
rasch sich wiederholt theilenden Individuum wurden die
Beobachtungen von Stein vollkommen bestätigt, dann aber
soll das Microgonidium in den Theilstücken des von Stein
bloss übersehenen Nucleolus fadenförmige Samenelemente
erzeugen und die damit gefüllten Kapseln in das grössere
Individuum übertragen, in welchem darauf aus den Stücken
des inzwischen gleichfalls getheilten Nucleus die Eier sich
bildeten. Die Existenz einer sg. Placenta und lebender
Embryonen wird in Abrede gestellt; Stein sei in diesem
Punkte überhaupt das Opfer eines Irrthums geworden. Siir
ia generation sexuelle des Vorticelliens, Cpt. rend. 1875.
T. 81. p. 676— 679, in'sEngl. übersetzt Ann. and Mag. nat.
bist. Vol. XVI. p. 437-439.
In den Sitzungsberichten der Marburger Gesellsch.
für Naturwiss. 1873 (S. 21) handelt Greeff auch „über
eine wahrscheinliche Vermehrung der Vorticellen durch
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere vvähr. d. Jahre 1872—1875. 529
Knospung'^ nach Beobachtungen, die an einer der V. conval-
laria nahestehenden Art gemacht wurden. Der Körper
dieser Thierchen war rundum mit kleinen glänzenden Knöpf-
chen besetzt, die meist sehr regelmässig in ihrer Stellung
den Querringeln der Cuticula entsprachen. Im Innern der-
selben, am deutlichsten in den grössern, Hess sich ein cen-
trales kernartiges Gebilde erkennen. Die grossesten hingen
nur noch durch eine dünne Brücke mit dem Vorticellen-
körper zusammen und wurden schliesslich abgeschnürt, doch
Hessen sich die weitern Schicksale derselben nicht verfolgen.
AI Im au findet bei einer schön verästelten VorticelHde
mit contractilen Zweigen stets einzelne Köpfchen, die sich
durch beträchtliche Grösse auszeichnen und schliesslich
unter Verlust des Cilienapparates und der Körperöffnungen
sich einkapseln. Der Nucleus, der Anfangs noch ganz die
gewöhnliche Form hatte, verästelt sich dann und zerfällt
in kleine Stücke, die an Zahl immer zunehmen. Schliesslich
geht der Kern verloren, während das Protoplasma dafür in
seinem Innern immer zahlreicliere gekernte Zellen erkennen
lässt. Nach der Vermuthung des Verf.'s sind diese Zellen,
die offenbar von dem Kerne herstammen, als Fortpflanzungs-
körper zu deuten. Rep. br. Assoc. 1872. p. 130.
Balbiani veröffentlicht „observations sur le Didi-
nium nasutum", Archiv, zoolog. exper. T. IL p. 363 — 394
PI. XVII, und schildert darin den äussern und innern
Bau dieses eben so interessanten, wie seltenen Infusoriums.
Besonders wichtig erscheinen die Mittheihingen unseres
Verf.'s über den Verdauungsapparat, der, abweichend von
den sonst bei den Infusorien beobachteten Verhältnissen,
die Form eines äusserst dehnbaren Canales hat, welcher
sich geradenwegs durch die Längsachse des Körpers hin-
zieht und an dessen Enden durch Mund und After nach
Aussen ausmündet. Uebrigens ist Verf. selbst der Ansicht,
dass diese Bildung eine Auszeichnung des Gen. Didinium
sei und keineswegs einen Rückschluss auf die übrigen
Infusorien crlaul)e. Er sieht darin nur einen neuen Beweis
für die Annahme, dass die Organisation dieser Thiere und
namentlich die Bildung ihres Verdauungsapparates grossen
Verschiedenheiten unterliege, indem letzterer bald völlig
530 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
fehle, bald bloss durch Mund und After repräsentirt sei,
der in eine weite Körperhöhle führe, bald auch in Form
eines mehr oder weniger vollständigen Darmrohres sich
entwickele. Den üebergang zu den Verhältnissen von
Didinium sieht er bei den Vorticellen, bei denen auch
schon (Greeff) ein Darmrohr vorkomme, dieses aber nach
hinten frei in den Leibesraum einmünde. . Die Begrenzung
des Kohres wird übrigens auch bei Didinium nur durch
eine festere Parenchymschicht und nicht durch eine beson-
dere, histologisch differenzirte Membran gebildet, obgleich
zwischen dieser und der äussern Körperhülle eine weite
mit körnerhaltender Flüssigkeit gefüllte Leibeshöhle sich
einschiebt, deren Inhalt in beständig strömender Bewegung
begriffen ist. Die Richtung der Bewegung ist übrigens
anders, als bei Paramaecium bursaria, indem der herab-
steigende Strom dem aufsteigenden nicht gegenüberliegt,
sondern von demselben eingeschlossen ist, oder mit andern
Worten in der nächsten Umgebung des Darmrohres von
vorn nach hinten hinläuft. Die Nahrung besteht aus grossen
Infusorien, die erst abgetödtet und dann durch ein eigenes
zungenförmiges Organ, das aus der Mundöffnung hervor-
gestreckt werden kann und sauguapfartig an der Beute
sich befestigt, in den Darm hineingezogen wird. Das Ab-
tödten der Beutethiere geschieht durch Nesselfäden, die
zusammen mit der eben erwähnten Zunge im Innern des
pharynxartigen hellen Kopfzapfens gelegen sind und diesem
eine Längszeichnung geben, die auf den ersten Blick an
den Reusenapparat von Nassula und andern Arten erinnert.
Beim Ergreifen der Beute werden die Fäden auf diese fortge-
schleudert. In der contractilen Blase sieht Verf. einen cir-
culatorischen Apparat, dessen Inhalt (nicht nach Aussen,
sondern) in die Körperhöhle sich entleere und von da
wieder gefüllt werde. Die Bildung derselben erinnert an
die Verhältnisse der Arten mit sg. rosetteniörmigem Canal-
systeme, indem sich die Flüssigkeit nach der Zusammen-
ziehung der Blase zunächst in einer Anzahl kranzförmig
gestellter Tröpfchen sammelt, die dann wieder zu einem
grössern Troplen zusammenfliessen. Die Fortpflanzung
geschieht theils durch Quertheilung, theils auch, wie Verf.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 531
aDnimmt, auf geschlechtlichem Wege, obgleich letzteres nur
sehr unvollständig beobachtet werden konnte, da es nicht
einmal gelang, den sg. Nucleolus, den Verf. bekanntlich
als den Hoden der Infusorien in Anspruch nimmt, aufzu-
finden. Die von ihm beobachteten Veränderungen des
Nucleus (Ovarium Balb.), namentlich auch dessen Auflösung
in die Engelmann 'sehen Embryonalkugeln (J. B. 1862.
S. 267) werden als pathologische Vorgänge bezeichnet.
Bei der Copulation legen sich die Thiere, wie gewöhnlich,
mit ihrer Mundöffnung auf einander. Im eingekapselten
Zustande hört die Flimmerung, sowie das Spiel der con-
tractilen Blase und die Körnchenströmung auf, obwohl sich
der Nucleus nach wie vor nachweisen lässt. Nach der An-
sicht des Verf.'s geschieht die Einkapselung übrigens nur
zum Zwecke der Selbsterhaltung, besonders zum Schutze
gegen ein vollständiges Austrocknen.
Nach den Beobachtungen von Hinck's lassen sich
in den auf Hydroiden lebenden Colonieen von Ophryoden-
dron, das Verf. übrigens in einer wahrscheinlich neuen
gestielten Form ((>. pedicellatum n.) beobachtete, zwei von
einander verschiedene Gruppen von Individuen unterschei-
den, rlisseltragende, wie sie Claparede und Lach mann
beschrieben, und flaschenförmige, die der Endtentakel ent-
behren und auch sonst eine einfachere Gestaltung haben.
Dass beide Individuenformen zusammengehören, kann um
so weniger bezweifelt werden, als Verf. die letztern nicht
bloss an ihres Gleichen, sondern auch den rüsseltragenden
Individuen knospen sah. lieber die Nahrungsaufnahme
ist Verf. im Unklaren geblieben. Die von Claparede
gesehenen Nesselorgane fehlten in den vom Verf. unter-
suchten Exemplaren, wie denn überhaupt der ganze Leib
derselben aus einer einfach körnigen protoplasmatischen
Substanz bestand, in der auch kein Kern, noch contractile
Blase sich nachweisen Hess. On the protozoon Ophryo-
dendron abietiuum (Journ. and transact. microsc. sc. 1873.
T. XIIL p. 1-9. PL I).
Leidy handelt in seinen Notice of some fresh-water
Infusoria (Proc. Acad. nat. bist. Philad. 1874 p. 140) über
Cothurnia und Dendrosoma.
532 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlicheii Leistungen
Von grosser Bedeutung für unsere Anschauungen von
der Natur und den Fortpfianzungsvorgängen der Infusorien
sind R. Hertwig's „Beiträge zur Kenntniss der Acineten"
(Jenenser Habilitationssclirift, Leipzig 1875, 64 Seiten in
Octav mit 2 Tafeln\ Die liier mitgetheilten Untersuchun-
gen betreffen zunächst eine marine Podophrya, die an den
Hydroidpolypen und Bryozoen der Helgolander Umgebung,
besonders an den aus einer Tiefe von 120 Fuss gefischten
Tubularien ausserordentlich häuiig vorkommt, trotzdem
aber in unserer Litteratur so gut, wie neu ist- Sie wird
mit Rücksicht auf ihre Fortpflanzungsweise als Pod. geni-
mipara bezeichnet und als eine gestielte Acinete von becher-
oder napfförmiger Gestalt beschrieben, die sich vornehm-
lich durch die Dicke ihres Stieles und die Anwesenheit
besonderer spitzer Fangfäden neben und zwischen den
Saugröhren vor den übrigen Arten auszeichne. In dem
Stiele erkennt man bei näherer Untersuchung eine mit einem
festen Inhalt erfüllte Röhre, deren Wandung aus einer
Aveichern Innenlage und einer derbern Cuticula besteht und
stets Querstreifung, zuweilen auch Längsstreifung erkennen
lässt. Uebrigens ist auch die Körperoberfläche, wie bei
den übrigen Podophryen, von einer dicht anschliessenden
Skeletmembran bedeckt, die trotz ihrer Dünne der starren
Schale von Acineta s. str. (Autacineta Haeckl.) entspricht
und wie aus verkitteten Stäbchen oder Körnchen zusammen-
gesetzt aussieht. Der sonst hüllenlose Körper enthält ausser
einer wechselnden Anzahl unregelmässig gelagerter Vacuo-
len, die nur langsam sich zusammenziehen und erst nach
Verlauf von etwa einer Stunde wieder erscheinen, einen
äusserst complicirten und vielgestaltigen Kern, der zahl-
reiche, das Parenchym allseitig durchsetzende Verästelun-
gen trägt, die einem hufeisenförmigen Grundstocke auf-
sitzen. Die beiderlei Tentakel sind auf das dem Körper-
stiele abgewandte vordere Leibesende beschränkt, nicht
gleichmässig über die Oberfläche vertheilt, und eben sowohl
in ihrer Verwendung, wie ihren Contractionserscheinungen
und dem Bau ihrer Enden von einander verschieden. Uebri-
gens hat es den Anschein, als wenn eine Differenzirung
der Tentakel in fangende und saugende Anhänge auch
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 533
noch an andern Acineten vorkomme. So namentlich an der von
Stein s.Z. als Actinophrys sol beschriebenen Varietät von
Podophrj^a fixa, bei welcher die Fangfäden drei bis vier
Mal länger sind, als die starren „geknöpften" Saugröhren.
Zum Durchlassen der Tentakel finden sich an der äussern
Skeletmembran besondere Oeffnungen, über die sich jedoch
die Basaltheile der Röhren durch das Parenchym hindurch
fast bis in die Körpermitte — wie es scheint, auch bei
den übrigen Acineten — verfolgen lassen. Die Schwärm-
sprösslinge der Podophrya gemmipara entstehen nicht, wie
sonst bei den verwandten Thieren, im Innern des Leibes,
sondern auffallender Weise durch eine Knosp ung auf der
oralen Fläche zwischen den hier entspringenden Fangfäden
und Saugröhren. Sie entstehen meist in grösserer Anzahl
(nicht selten zu 8—12) neben einander und erscheinen ge-
wöhnlich als zungenförmige Fortsätze, welche Anfangs mit
breiter Basis dem Mutterthiere aufsitzen und in vorgerück-
teren Stadien eine lebhafte Flimmerung besitzen. Ursprüng-
lich sind sie nichts als kleiue höckerförmige Hervorragun-
gen des Körperpareuchyms, in welche ein verlängerter
Endast des mütterlichen Kernes hineimvächst. AVährend
die Knospe sich vcrgrössert, biegt der Kernausläufer
im Innern hufeisenförmig um, worauf dann der Höcker
auf der einen Seite muldenförmig sich ausholt und mit
Flimmern bedeckt. Die Abschnürung zeigt sich zunächst
am Kerne; später folgt die Lösung des ganzen Schwär-
mers, der erst nach längerm Umhertreiben sich fixirt, und
schliesslich durch Ausscheidung des Stieles und Veräste-
lung des Kernes eine neue Podophrye bildet. Die Ten-
takel sind schon vor dem Festsetzen vorhanden. Eine
röhrenförmige Einstülpung des Schwärmers an der Ven-
tralfläche des Vorderendes, die nach dem Festsetzen ver-
loren geht, tst möglicher Weise als ein rudimentärer Mund zu
betrachten. Ausser der Schwärmerbildung, die sich übrigens
mehrfach wiederholt und das Körpervolumen allmählich be-
trächtlich reducirt, Hess sich keine mit der Fortpflauzung
in Zusammenhang stehende Veränderung nachweisen. Aller-
dings umhüllten sich die Thiere im Aquarium sehr bald
mit einer die Skeletmembran einschliessenden Cyste, allein
534 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
es geschah das augenscheinlicher Weise in Folge der ver-
änderten Lebensbedingungen und ohne irgend welche Be-
ziehung zur Fortpflanzung. — Dem hier angezogenen be-
schreibenden Theile lässt Verf. sodann allgemeine Bemerkun-
gen zum Bau und zur systematischen Stellung der Aci-
neten folgen. Er betont darin u. a. die morphologische
Selbstständigkeit der Tentakel, die keineswegs den Pseu-
dopodien als homologe Organe zur Seite gesetzt werden
dürften, und nimmt die Infusorien — die übrigens vom
Verf. mehrfach als „Protisten" bezeichnet, von den Thieren
also unterschieden werden — als entschieden einzellige
Geschö[»fe in Anspruch. Es gilt das namentlich von den Aci-
neten, deren Kern nicht bloss durch sein optisches und
mikrochemisches Verhalten mit dem gewöhnlichen Zell-
kerne übereinstimmt, sondern auch formell den verästelten
Zellkernen gewisser Insekten — Ref. erlaubt sich dem vom
Verf. genannten Beispiele auch noch die schon in Wag-
ner's Zootomie von ihm beschriebenen Zellen aus dem
Mastdarm der Raupen hinzuzufügen — sich anschliessen.
Dass dieser Zellenkern jemals allein bei den Acineten eine
Brut zu erzeugen vermöchte, wie wohl behauptet, wird mit
Recht bezweifelt. Verf. sali auch bei den Innern Embryo-
nen der x\cineta cucuUus den Kern durch einen halsartig
verlängerten Fortsatz mit dem mütterlichen Kerne zusam-
menhängen, und sieht den einzigen Unterschied zwischen
der Bildung dieser Embryonen und der Knospen der Po-
dophrya gemmipara darin, dass in dem einen Falle ein
, central gelegener Theil des Protoplasma, in dem andern
dagegen ein Theil der Oberfläche zum Aufbau verwendet
werde. Beide Male also geht die Vermehrung rein nach
dem Princip der Zellenbildung vor sich, indem Protoplasma
wie Kern überall aus den gleichnamigen Theilen des Mut-
terthieres abstammen. In systematischer Hinsicht glaubt
Verf. sich berechtigt, die Acineten als eine den Ciliaten
gleichwerthige Gruppe unter den Infusorien betrachten zu
dürfen. Beide sollen einem holotrich bewimperten Organis-
mus entstammen, von dem die Ciliaten theils durch eine
Reduction, theils auch durch eine Differenzirung des Wim-
perkleides (in Griffel, Borsten u. s. w.) sich ableiten, wäh-
i 11 d. Naturgesch, d. nied. Thiere wälir. d. Jahre 1872 — 1875 535
rend bei den Acineten nur noch die im Laufe der Ent-
wicklung auftretenden Schwärmer, bei denen übrigens meist
ebenfalls eine Reduction der Bewimperung eingetreten ist,
an die ursprüngliche Form erinnern. Ob die Tentakel der
Acineten aus einer Differenzirung der Wimpern sich ab-
leiten lassen, oder ob sie als neu entstandene Differen-
zirungsproducte des Protoplasma zu betrachten seien, lässt
Verf. ungewiss.
de Fromentel veröffentlicht Etudes sur les micro-
zoaires ou infusoires proprement dits, comprenant de nou-
velles recherches sur leur Organisation, leur Classification
et la description des especes nouvelles ou peu connues.
Paris 1874, 364 Pages mit 30 PL Ref. kennt das Werk
nicht aus eigener Anschauung. Es soll mancherlei Neues,
wenn auch nicht immer Richtiges enthalten, verräth aber
eine sehr unvollständige Kenntniss der vorhandenen Littc-
ratur, besonders der deutschen, die sogar in ihren Haupt-
werken (z. B. Steiu's) dem Verf. unbekannt geblieben
zu sein scheint. Für die Orientirung in den die Infusorien
betreffenden wichtigen Tagesfragen soll das Werk ohne
alle Bedeutung sein. Zur weitern Charakteristik lassen
wir hier die vom Verf. zu Grunde gelegte Classification folgen:
1. Microzoa verticosa (iDfusoires ä tourbillon).
a. Uli disqiie vibratile retractilo (Vorticellidae.)
* Vorticellides pedonculues ou fixees . . Vorticellina.
** Vort. envagiiiees ..... Vaginicolina.
**^' Vort. libres Stentoriiia.
b. Sans disque vibratile retractile (Paramaecidae).
((. Point de cuirasse.
* üne couronne de cirrhes baccaux; corps glabre. Halterina.
'''* Pas de couroniies de cirrhes.
t Infusoires nageurs ou marcheurs . . Kerouina.
tt Infusoires nageurs seulement.
'^'t Uu appareil dentaire degkiteur . Nassulina.
*tt Point de dents.
Un pied special . . . , ' Ervilia.
Point de pied.
Animalcule tres coutractile . Lacrymarina.
Animalcule iion coutractile . Paramaecina.
ß. üne cuirasse persistante .... Colepina.
53G Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
2. Microzoa nutantia (Infusoires oscillants),
a. M. possedant un on phisieurs flagellums (Monadida).
* Carapace solide Peridiniua,
** NuS; ä tegument contractile . . . Euglenina.
*** Nus, isoles, ä tegument non contractile . Mouadina.
^*** Nus, agglommeres, non contractiles . . Volvocina.
b. M. depourvus de flagellum (Vibrionidae) . Vibrionina.
3. Groupe de transition . " . . . . . Amoebaea.
Von neuen Gen. stellt Verf. auf:
Tricliodon (e fam. Nassul.), wie Chilodon, aber mit einer lan-
gen randständigen Borste. Sp. n. Tr. ciliatus und Tr. acitmitiatus.
Triclioleptus (e fam. Lacrym). Unterscheidet sich von Condylo-
soma durch den Besitz eines engern, geschlitzten Mundes und zweier
langer Borsten, die vorn und hinten den Mundschlitz begrenzen.
Tr. aculeatus n.
Trichomaecium (e fam. Paramaec). Wie Paramaecium, aber
mit zugespitztem Ende und einer Buccalborste. Tr. caudatum n.
Districha (e fam. Eucheliin.) Mund seitlich, vorn mit einer
langen Borste, mit einer solchen auch am Hinterende. Sonst wie
Cyclidium.
Auch in der Abtheilung der Monadinen stellt Verf. eine An-
zahl neuer Genera auf. So aus der Fam. der Eugleniden: Triclio-
nema und Stomonema, aus der der Monadinen; Pleuromonas,
Cyathomonas, Diplomita, aus der der Vovocinen schliesslich:
Stylohryon, Pycnohryon, Allodorina und Biplodorina.
Greeff macht die interessante Beobachtung, dass die
Protozoenfauna der Moos- und Flechtenkrusten nicht bloss
aus Amöben und anderen Rhizopoden besteht, sondern
auch bewimperte Infusorien aufweist, die, gleich den
erstem, während der Trockenheit in einem Zustande der
,Erstarrung verharren und daraus erst während der Regen-
zeit erwachen. Zu diesen Infusorien gehört auch eine
Opercularia (Epistylis), 0. arenicola n. Der ganze Stock
besteht in der Regel nur aus zwei Individuen, die unmittel-
bar neben einander auf einem gemeinschaftlichen, sehr
kurzen, starren Stiele sitzen. Das Thierchen bildet im
geschlossenen Zustande ein nach beiden Enden etwas zu-
gespitztes Oval. Die Peristommündung ist sehr eng und
die daraus hervortretende Wimperscheibe klein, aber mit
verhältnissmässig langen und lebhaft schlagenden Cilien
versehen. Im Innern sieht man deutlich die in raschem
Wechsel thätigc contractile Blase und einen kurzen sträng-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 537
förmigen Nucleus. Mit ausgestrecktem Peristom und Wim-
perorgan misst das Tliiercbeu etwa ü,08 Mm. Marburger
Sitzungsber. 1873. S. 22.
Unter dem tarnen Cyclocha et a S2)0iigülüe bescbreibt
Hatcbett Jackson (Quarterly Journ. micr. sc. 1875. p. 243
—249 PL II) ein neues peritricbes Infusorium, das sich von.
dem sonst ganz nabe yerwandten Gen. Tricbodina vornebm-
lich durcb Abwesenbeit der adoralen Flimmerspirale und
den Besitz von langen Borsten neben dem motorlscben
Cilienkranze unterscbeidet. Die Genusdiagnose wird fol-
gendermassen festgestellt:
Cyclochaeta n. gen. Animal with circle of setae (16 in
numbor) on the oral surffice of the disk; spiral of biiccal cilia ab-
sent; mouth placed in the angle formed by tlie junction ofthe body
and disk; ])üdy soft, changing in shape continually (!); ring with 37
hooks and radii; being of one piece thro\igbont. Die einzige bis
jetzt bekannte Art lebt auf Spongilla fluviatilis.
Nach Ray Lancaster rübrt die Färbung von Sten-
tor coeruleus von einem Pigmente • ber, das, glcicb dem
Hämoglobin, Chlorophyll u. a. ein streifiges Absorptions-
"^ spectrum giebt und als Stentorin bezeichnet werden kann.
Bei Stentor MüUeri ist dasselbe durch einen Körper ver-
treten, der nach seinem spectroscopischen Verhalten, gleich
dem Farbstoffe von Hydra und Spongilla, der Chlorophyl-
loidgruppe zugehört. Journ. micr. sc. 1873. T. XIII. p. 139
—142 (Blue Stentorin, the colouring matter of Stentor
coeruleus).
Bei seinen Untersuchungen über Cephalosiphon ent-
deckte Hudson ein augenscheinlicher. Weise mit Chaeto-
spira verwandtes neues Infusorium Archimedea (n. gen.)
remex, das mit jenem Räderthiere zusammen in langge-
streckten Röhren lebt utid den schraubenförmig gewundenen
Vorderleib mit seinem linearen Strudelapparate daraus
hervorstreckt. Monthly microscop, Journal T. XIII. p. 169
mit Abbild.
Alenitzin giebt eine detaillirte Beschreibung der
schon früher (J. B. 1871. S. 454) von ihm cbarakterisirten
Chaetospira Dathuzil und findet dabei, dass dieselbe zu-
meist an Stichotricha sich anschliesst. Arbeiten der na-
turf. Gesellsch. Kasan Bd. I. S. 07—78 mit 1 Taf.
538 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ha e ekel beschreibt in einem Aufsatze „über einige
neue pelagische Infusorien" (Jenaische Ztschrft. 1873. Bd.
VII. S. 561-568 Tab. XXVII und XXVIII) eine Anzahl
beschälter Infusorien aus Messina und Lanzarote, die sich
zumeist an Tintinuus anzuschliessen scheinen, von unserem
Verf. aber als Repräsentanten zweier selbstständiger Fami-
lien (? Ref.) beobachtet werden. Die eine dieser Familien,
die durch den Besitz einer gitterförmig durchbrochenen
Kieselschale charakterisirt ist, enthält das — nach der
Schale — schon von Ehrenberg aufgestellte Gen. Di-
ctyocysta, die andere das gleichfalls schalentragende neue
Gen. Godonella. Die Thiere sind äusserst contractu, mit
kegelförmigem Leibe, dessen Spitze in der Tiefe des glo-
ckenförmigen Gehäuses befestigt ist, während das abge-
stutzte Vorderende mit zwei concentrischen Kränzen (Rin-
gen oder Spiralen .'*) von Wimpern versehen ist. Die Wim-
pern des hintern Kranzes besitzen eine sehr ansehnliche
Länge, während die vordem kürzer sind. Godonella be-
sitzt am Rande üherdiess einen kragenartigen dünnen Auf-
satz, dessen freier Saum sägeförmig gezähnt und auf jedem
Sägezahn mit einem gestielten Läppchen von länglich runder
oder birnförmiger Gestalt (Tastorganeu ?) versehen ist. Bei
einer Art (Cod. campamdata) schien die Oberfläche des
Körpers mit mehreren Längsreihen äusserst kurzer und
feiner Wimpern bedeckt zu sein, während bei den übrigen
Aehnliches nicht wahrgenommen wurde. Im mittlem Kör-
pertheile zeigte sich ein länglich runder wurstförmig ge-
krümmter Nucleus, während der Hinterleib eine oder einige
Vacuolen zu enthalten schien. Einzelne Exemplare be-
sassen statt des Nucleus auch einen Haufen kugliger Zellen,
die als Sporen (oder Eier?) anzusehen sein dürften. Die
beobachteten Arten werden nach der Bildung ihrer Schale
als Dictyocysta cassiSy D. mitra, C. templiim^ D. tiara, Go-
donella campamdataj C. galea und C. orthoceras bezeichnet.
Als JVagneria cylindroconia beschreibt Alenitzin
(Arch. für mikr. Anat. Bd. X. S. 122, 123) ein im Boden-
schlamme der Newa von ihm aufgefundenes neues Infuso-
rium, das durch seinen nur mit zwei Flimmerkränzen ver-
sehenen conischeu Leib an die Vorticellen erinnert, in der
u d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 589
Mitte der von dem (rücklaufenden) vordem Wimperkranze
umsäumten Kopfscheibe aber ein vorspringendes Capitulum
trägt, das auf der Spitze von der Mundöffnung durchbohrt
ist. An die letztere schliesst sich ein langer und enger
Schlundapparat an. Contractiler Behälter im abgerundeten
hintern Körperende. Verf. betrachtet seine Form als ein
Uebergangsglied zwischen den Vorticellinen und Trache-
linen. Ref. erkennt darin das Didinium nasutum St.
Unter den von der Atmosphäre unsichtbar getragenen
Infusorien, die in Eh renberg's Eingangs citirter erster Ab-
handlung erwähnt und (Tab. II) abgebildet sind, gehören zu
Flimmerinfusorien Burssiria triquetra, B. arhoriim, Cycli-
äium arborum, Trachelius denärophüus, sämmtlich neu.
Ray Lan kaster beobachtete in Neapel auf Terc-
belleneiern eine neue Infusorienform, deren kurzer und
gedrungener hinten gerundeter Leib im Umkreis eines
zapfenartigen, den Mund überragenden Fortsatzes einen
kragenförmig zurücklaufenden undulirenden Saum trug,
der die Stelle eines Flimmerkranzes vertreten dürfte. Verf.
sieht in diesem Thiere den Vertreter eines neuen Infuso-
riengenus Torquatella und ist geneigt, dasselbe zum Ty-
pus einer eigenen von den echten Ciliaten verschiedeneu
Gruppe (Calycata) zu machen. Journ. microsc. sc. T. XIV.
p. 272-274. PI. XII. „Torquatella typica, a new type of
Infusoria, allied to the Ciliate".
Die von Ou lianin im schwarzen Meere aufgefun-
dene „Larve" mit Nesselkapseln und neun Flimmerkränzen
(J. B. 1868. S. 330) ist nach den Untersuchungcn'Bütschli's,
der dasselbe sowohl in den Norwegenschen Fiorden bei
Arendal, wie in der Kieler Bucht beobachtete, ein echtes
Infusorium von 0,115 mm, das durch den Besitz von echten,
in der äussern Leibesmasse unregelmässig vertheilten Nes-
selkapseln mit Nesselfaden in auffallender Weise sich aus-
zeichnet. Das Thier hat die Gestalt eines schlanken Tönn-
chens mit 8~1G reifenartig den Körper umziehenden Rin-
nen, die sämmtlich in eine Längslinie umzubiegen scheinen
und zarte kurze Wimpern tragen. Am Vorderende und
an der Grenze des vordem Körperdrittheils (wahrschein-
lich in der eben erwähnten Längslinie) findet sich ausser-
540 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
dem noch eiue geisselartige ^Cilie. Die Mimdöffnung be-
findet sicli allem Anscheine nach an der Befestigimgsstelle
der vordem dieser Geissein. Die Kerne sind gewöhnlich
in Vierzahl vorhanden und der Länge nach hinter einander
gelegen, so dass sie bei der nicht seltenen Quertheiliing
je zu zweien in das neue Individuum übergehen. Verf.
schlägt zur Bezeichnung dieses Thieres den Namen Foly-
cricos Schwartsi vor. (Archiv für mikr. Anat. Bd. TX.
S. 673 mit Abbild.)
Die Mittheilungen von Petersson (Upsala Läkare-
föreninger Förhandl. 1873. Bd. VIII. p. 251), so wie von
Waiden ström und Henschen (ibid. 1874, 28 Seiten)
und von Henschen allein (ibid. 21 S.) liefern von Neuem
den Beweis, dass das Balantidium coli im Norden Europas
bei chronischer Diarrhoe durchaus nicht selten aufgefunden
wird. In zoologischer Beziehung bieten dieselben freilich
nichts Neues.
Ueber Opalinen aus dem Darm von Tubifex vergl.
M'Intosh, Transact. roy. Soc. Edinburg Vol. XXVI. P. 2.
p. 260.
Rättig berichtet in seiner Inauguraldissertation „über
Parasiten des Froschblutes" (Berlin 1875) über ein im
Blute lebendes Flimmcrinfusorium (?), das während der
Monate Mai und Juni fast bei allen Fröschen einer be-
stimmten Locaiität zur Beobachtung kam. Leider ist
jedoch die Darstellung so unzureichend, dass man sich
den Bau des Parasiten unmöglich darnach klar machen
kann. Der Körper hatte eiue elliptische Gestalt, besass
eine Länge von etwa IV2 Blutkörperchen und war, wie
Verf. sagt, im Innern von mehreren Kanälen durchzogen,
die blindsackartige, Aussen hervorragende Ausstülpungen
trugen. „Ihre Mündungsstelle wurde von zierlichen Zellen
umsäumt, die sich auch noch auf die grössere Hälfte des
Rückens fortsetzten und sich in ununterbrochener Wimper-
bewegung befanden" (?). Vermuthlich ist das Thier Nichts,
als ein schlecht beobachtetes Trypanozoon, obwohl Verf.
letzteres ~ zur Vergleichung mit seiner Form — abbildet.
BoydMoss macht in dem monthly microsc. Journ.
T. VI. p. 181 eine kurze von ziemlich roher Abbildung
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 541
begleitete Notiz über ein Haematozoon, das er zu ver-
schiedenen Malen bei demMuntjac in Ceylon auffand. Der
Parasit gehört dem Anschein nach zu den Infusorien, hat
einen hellen und durchsichtigen ovalen Leib und ist an
der vordem Hälfte mit kräftigen Cilien versehen. Im hin-
tern Leibesende beobachtet man einige rundliche Körper,
die Verf. mit Eiern vergleicht.
Cienkowski recapitulirt seine frühern Mittheilungen
über Noctiluca (J. B. 1871. S. 456), vermehrt dieselben
durch neue Beobachtungen und fasst die gewonnenen Re-
sultate schliesslich in folgende Sätze zusammen. 1) Die
Cilie der Noctiluca ist an eine fliigelförmige Lippe nicht
an der Basis des Zahnes, sondern in der Gegend seiner
Spitze angeheftet. 2) Der Inhalt des Kernes ist zeitweise
in Formänderung begriffen; die Zweige und Strahlen dieses
Inhaltes sind als Nucleoli zu betrachten. 3) Durch Ein-
ziehen oder Abstreifen der Geissei, durch Verschwinden
des Staborganes und Verschmelzen der Lappen verwandelt
sich die Noctiluca in eine glatte Kugel. 4) Die von Busch
entdeckten, als junge Noctilucen gedeuteten Formen ent-
stehen bei Verletzung der Thiere und sind nichts An-
deres, als in Regeneration begriffene Theile des lebens-
fähigen Protoplasmas. 5) An den eingekugelten Nocti-
lucen bilden sich zahlreiche, in einem Schild vereinigte
Zoosporen. Sie entstehen durch Ausstülpungen und Ab-
schnürungen, der Mutterblase, von der sie sich schliesslich
trennen, um mittelst einer laugen Cilie munter im Wasser
umherzuschwimmen. 6) Bei der Noctiluca ist eine Copu-
lation vorhanden. Durch die dadurch bewirkte Anhäufung
des Protoplasma scheint sich die Zoosporenbildung zu
beschleunigen. Ein Geschlechtsact ist hier eben so wenig,
wie bei dem Zusammenfliessen vieler Myxomycetensporen
vorhanden. 7) Die Nocticula ist in die Klasse der Fla-
gellaten zu stellen, in der sie eine besondere Gruppe re-
präsentirt. Archiv für mikroskop. Anatomie Bd. IX. S. 47
bis 61, Taf. III— V. (Ueber Noctiluca miliaris Sur.)
Allman's „Notes on Noctiluca" (Rep. br. Assoc. 1871.
p. 131 oder Journ. micr. sc. 1872. T. XII. p. 326-332
Tab. XVIII) betreffen vorzugsweise das in meridionaler
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. KK
542 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Richtung von der Miindkerbe ausgehende „stabförmige"
Gebilde, das der Leibeswand angehört und von dem Be-
obachter als ein Auswurfskanal gedeutet wird. Den Rhizo-
poden möchte Allman die Noctilucen nicht zugesellen;
er sieht in denselben Infusorien, die zumeist mit Peri-
dinium verwandt sein dürften.
D allinger und Drysdale fassen die hauptsäch-
lichsten Resultate der von ihnen in einer ganzen Reihe
von Aufsätzen (monthly micr. Journal T. X. p. 53—58,
p. 245-249, T. XL p. 7~10, p. 69-72, T. XIL p. 262-
269, T. XIIL p. 185—197 mit zahlreichen Tafeln) nieder-
gelegten „Researches on the life history of theMonads" fol-
gender Maassen zusammen. Die Cercomonaden vermehren
sich durch Zweitheilung, copuliren sich aber auch, und er-
zeugen dann, wie Verf. annehmen, nach Vermischung ihrer
Geschlechtsstoffe eine Menge unmessbar kleiner Sporen,
die eine Temperatur von 178^ C. zu ertragen vermögen.
Die Spring- und Hakenmonaden verhalten sich im Ganzen
eben so, nur produciren die letztern kleine lebende Keime
statt der Sporen. Die Uniflagellaten zerfallen durch Thei-
lung in Gruppen von zahlreichen (40 — 60) Individuen; ihre
Theilung ist also eine multiple. Ebenso erzeugen dieselben
in Folge der Copulation Myriaden von Sporen, die trotz
ihrer ausserordentlichen Kleinheit in ihrer Entwicklung
sich verfolgen Hessen. Diese Sporen überstehen eine Tem-
peratur von 148 <> C, während die lebendig geborenen
Keime nur 82'^ ertragen. Bei den Biflagellaten findet sich
neben der multiplen Theilung noch eine Art Knospung,
die wesentlich zur rascheren Vermehrung derselben bei-
trägt. Die auf geschlechtlichem Wege erzeugten Sporen
bleiben noch bei 121" C. lebensfähig.
Archer beobachtet eine Chlamydomonas mit 4 Geis-
sein, die aber nicht, wie bei Chi. multifilis Freseu., von
demselben Punkte abgehen, sondern von vier verhältniss-
mässig weit abstehenden Punkten des Vorderkörpers. Man
könnte den Körper als das Verschmelzungsprodukt von
vier ursprünglich getrennten Monaden auffassen, wenn nicht
die Anwesenheit eines bloss einfachen „Augenpunktes" dem
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 543
widerspräche. Journ. and transact. mierosc. sc. 1872.
T. XII. p. 86.
Anisonema sulcatum Duj. trägt nach Archer (Journ.
micr. sc. 1872. T. XII. p. 197) um den Basaltheil seiner
Geissein einen bisher übersehenen röhrenförmigen Aufsatz.
Stein erwähnt auf der Leipziger Naturforscherver-
sammlung (Bericht 1872. S. 63) eine in Rotiferen vorkom-
mende neue Monadenform (Trypanococcus n.), ohne
dieselbe jedoch näher zu charakterisiren
Lambl berichtet über das Vorkommen von Cerco-
monas in der menschlichen Leber. Cercomonas et echino-
coccus in hapate hominis, Petersburger medicin. Zeitung
1875 Nr. 33 (mit Holzschnitt).
In der Zeitschrift für Parasitenkunde IV S. 6—11
wird das sg. Heufieber dem Parasitismus eines monaden-
artigen Infusoriums (Asthmatos ciliaris Salisbury) zuge-
schrieben.
Nach Grimm (Nachrichten von der Göttinger Ge-
sellsch. der Wissensch. 1872 S. 559) gehören Synura uvella
Ehrbg. und Uroglena volvox Ehrbg. zu der von Haeckel
aufgestellten Protistengruppe der Catallacten (J. B. 1870.
S. 473) in die nächste Nachbarschaft von Magosphaera,
von der sie sich eigentlich nur durch die Einzahl ihres
Flagellums unterscheiden. Nach dem Zerfall der Colonie
verwandeln sich auch bei ihnen die Einzelindividuen in
Amöben, die sich einkapseln, doch vermehren sie sich nicht
nur durch Encystirung, sondern auch durch Theilung. Der
Umstand, dass Verf. die oben genannten Formen neben und
in Spongillen auffand, lässt ihn übrigens vermuthen, dass
die Catallacten mit den Schwämmen in einem genetischen
Zusammenhange stehen, vielleicht als besondere Genera-
tion in deren Entwicklungscycius zu ziehen sind.
Den gleichen Gegenstand behandelt Grimm auch in
seinen (russisch geschriebenen) Materialien zur Kenntniss
niederer Thiere 1873 p. 1—24. Ein Gallertpanzer Hess
sich bei den Synuren nicht auffinden. Wohl aber an den
einzelnen Individuen ein Ecto- und Endoplasma, eine con-
tractile Vacuole und eine Mundöffnung. Der Zerfall der
Colouien wird durch Zusammenziehungen der Körperraasse
544 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
eingeleitet und ist nach 2—5 Minuten vollendet. Nach
der Encystirung furcht sich der Körper und liefert dann
(Synura volvox) eine Colonie, deren Individuen zahl je nach
Umständen zwischen 8 und 300 variirt. Durch eine spä-
tere Theilung kann sich die Zahl der Einzelwesen in den
Colonien noch vermehren.
2. Rhizopoda.
In einem Supplementhefte zum X. Bande des Archiv's
für mikroscopische Anatomie (S. 35—243 Taf. II— V) ver-
öffentlichen R. Hertwig und Lesser „Untersuchungen
über Rhizopoden und denselben nahestehende Organismen",
eine Reihe von „morphologischen Studien'^, denen Hertwig
eine Abhandlung „über Microgromia socialis, eine colonie-
bildende Monothalamie des süssen Wassers'' (S. 1—84 mit
Taf I) vorausschickt. Die Verf. beginnen ihre Abhand-
lung mit einer Auseinandersetzung über den Bau und die
Lebenserscheinungen der betreffenden Geschöpfe, für welche
sie am liebsten den Namen Sarcodetbierchen { Sarcodina),
weil bezeichnender und für alle Formen verwendbar, in
Anwendung bringen möchten. Sie betrachten dieselben als
einfache, nicht weiter differenzirte Protoplasmaklümpehen,
deren Lebensvorgänge sämmtlich, Contractilität, wie Ver-
dauung und Ernährung, derselben Masse inhäriren, wenn
auch zugegeben werden muss, dass die äussere dichte Kör-
perschicht gelegentlich mehr der Contractilität, die cen-
trale lockere und flüssigere Masse mehr der Verdauung
dienstbar ist. Wenngleich nun somit „ohne Organe" findet
doch nicht selten insofern eine höhere Entwicklung statt,
als die betreffenden Organismen, die Verff. übrigens nicht
für wahre Thiere, sondern für Protisten halten, einen Kern
mit Nucieolus ausscheiden — eine eigene Gruppe von
kernlosen Moneren wird von unsern Verff. somit nicht
anerkannt — und Vacuolen bilden, die unter allen Um-
ständen, mögen sie contractu sein oder nicht, als blosse
Lücken im Parenchym erscheinen. Dazu gesellen sich
schliesslich noch Skeletbilduugen verschiedener Art und
Festigkeit. Dieselbe Einfachheit, welche die Organisation
auszeichnet, kehrt auch in der Entwicklung wieder, inso-
I
in d. N'aturgesch. d, nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1876. 545
fern es, den bisher gemachten sichern und zusammenhän-
genden Beobachtungen zAifolge, nur Theilungen des Pro-
toplasmakörpers sind, welche der Vervielfältigung dienen.
Durch die zum Zweck der Fortpflanzung gelegentlich inter-
currirenden Encystirungen wird diese Vermehrungsweise
kaum wesentlich geändert. Die auf gewisse Beobachtungen
hin versuchte Deutung des Kernes als Brutkapsel scheint
den Verff. sehr zweifelhaft. Der so charakterisirten Gruppe
können nach unserm Verf. weder die Catallacten, noch auch
die Radiolarien und Mycetozoen zugerechnet werden, da
letztere durch die eigenthümliche Complication ihres Ent-
wicklungsganges eine Ausnahmestellung einnehmen, die
andern aber bald durch die Entwicklung bestimmter Fort-
bewegungsapparate (Catallacten), bald durch den Besitz
einer Centralkapsel, sowie vielfacher echter, in die Sar-
kode eingelagerter Zellen einen höhern Grad der Entwick-
lung erreichen. Somit bleiben denn ausser den Am(>binen
und Moneren, die übrigens kaum eine natürliche Einheit
bilden dürften, nur noch die Foramiuiferen und Heliozoen
über. Und diese dreierlei Formen finden denn auch in den
Darstellungen unserer Verff. ihre Berücksichtigung (s. unten).
Auch Cienkowski handelt (ebendah. Bd. XII. S.
15—58 Taf. IV— VIII) „über einige Rhizopoden und ver-
wandte Organismen" und kommt dabei zu Resultaten,
die sich in vielfacher Beziehung an die Auffassungen
von Hertwig-Lesser anschliessen. Wie diese spricht
er sich unumwunden dahin aus, dass der Rhizopodenleib
in der Mehrzahl der Fälle und namentlieh bei Anwesenheit
eines Zellenkernes den Werth einer Zelle besitze, obwohl
das Vorkommen von mehreren Kernen (Actinosphaerium,
Nuclearia) zeige, dass derselbe einer höheren Entwicklung,
die bei den Radiolarien die höchste Stufe erreiche, fähig
sei. Andererseits würden aber die Rhizopoden durch un-
merkliche Abstufungen, besonders durch Vermittlung einer
Reihe nackter protoplasmatischer Bildungen, theils zu den
Flagellaten, theils zu den Myxomyceten übergeführt. Aller-
dings scheinen die letztern durch ihre Fruchtbildung nicht
unbeträchtlich von den Rhizopoden abzuweichen, allein
auch dieser Unterschied hat seine Bedeutung verloren,
546 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
seitdem Häckel in seinem Myxastrum radians (J. B.
1869. S. 511) uns ein Protoplasmathier kennen gelehrt hat,
das nach der Einkapselung nicht direct in Schwärmer
zerfällt, sondern zunächst wieder Sporen liefert, aus denen
actinophrysartige Keime hervorkommen. Ebenso gibt es
bekanntlich auch Myxomyceten, bei denen die Schwärmer
durch Amöben vertreten sind (Dichyostelium). Was die
Beziehungen zu den Myxomyceten noch inniger gestaltet,
ist der vom Verf. jetzt gelieferte Nachweis, dass es Plas-
modien giebt, die nicht bloss im Wasser leben, sondern
auch Bruchstücke liefern, welche ganz nach Art von Rhizo-
poden selbststäudig sich bewegen und ernähren, fremde
Körper umhüllen und aussaugen, sich vergrössern und
durch Theilung fortpflanzen , in Ruhezustand übergehen und
zuletzt ihre Cysten wieder verlassen können. Unter solchen
Umständen wird man zugestehen müssen, dass es mit der
Autonomie der meisten nackten Rhizopoden und Moneren
sehr schlecht bestellt ist, wenngleich einstweilen nichts
übrig bleibt, als alle diese Wesen bis auf Weiteres unter
einer gemeinschaftlichen Bezeichnung zusammenzufassen,
um nachträglich daraus nach noch aufzuklärenden gene-
tischen Beziehungen die heterogenen Glieder wieder aus-
zusondern. Die speciellen Untersuchungen des Verf.'s be-
treffen ausser dem schon erwähnten Süsswasserplasmodium,
welches die Fähigkeit besitzt, Algen auszusaugen und
in seinen Theilstücken sich zu encystiren, vornehmlich eine
Anzahl neuer nackter Formen und Monothalamien, auf die
wir weiter unten zurückkommen.
Die „Rhizopodienstudien" von Fr. E. Schulze (Ar-
chiv für mikroskop. Anatomie Bd. X. S. 328 -350 Taf. XXII,
S. 377—400 Taf. XXVI und XXVII, Bd. XI. S. 94-139
Taf. V-VIl, S. 329—353, Taf. XVIII und XIX, S. 583-
596 Taf. XXXV und XXXVI) betreffen das zuletzt von
Greeff und Schneider untersuchte ActinosphaeriumEich-
borni (I), die neuen Formen Raphidiophrys pallida, Hete-
rophrys varians^ Lithocolla (n. gen.) glohosa u. Äctino-
lophus (n. gen.) pedunculatus (II), die Genera Euglypha
Duj., Trimena Duj., Cyphoderia Schlumb., Fathoum n.,
Gromia Duj., Pleurophrys Clap.-L., Plagiophrys Cl.-L,, Di-
TU d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 547
plophrys Bark., Spiroloculina und Quinqualoculina mit zahl-
reichen meist neuen Arten (III), Quadrula (n. gen.) sy-
metricaWall., Pseudochlamys patella Clap.-L., Hydlosphenia
lata n., Calliopodium pellucidum Hertw.-Less., Pelomyxa
palustris Greeff und Flaco^nis (n. gen.) ruber n. (IV), so
wie schliesslich Mastigamoeha (n. gen.) aspera n. und
Amoeba polypodia (V), Formen also, die den verschieden-
sten Uhizopodengruppen angehören und an den betreffenden
Stellen von uns nochmals besonders angezogen werden
sollen.
A m 0 e b i n a. Anknüpfend an den vieldeutigen Namen
Amoeba, den Hertwig und Lesser fortan nur noch für
genetisch indifferente thierische oder pflanzliche Bildungen,
nicht aber für systematische Einheiten gebraucht wissen
wollen, fassen wir unter dieser Bezeichnung die skelet-
losen Sarkodethiere zusammen, gleichgiltig ob dieselben
mit Kern und contractiler Vacuole versehen sind oder nicht.
Hertwig und Lesser beschreiben aus dieser Gruppe
(8. 47 — 78 Tab. IT) Ht/alodiscus (n. gen.) ruhicundus n.,
D actylo sphaer ium (n.gen.) vitreumu., Leptophrys(n. g.)
cinerea und L. elegans^ Vampyrella spirogyrae Cienk., Co chlio-
podium (n. gen.) (= Amphizonelia vestita Arch., Amoeba
bilimbosa und Ä. actinophora Auerb.) pellucidum n. und
C. pilosum n. mit nachfolgender Diagnose:
Hyalodiscus n. gen. Körper schalenlos, scheibenförmig ohne
Fortsätze durch eine gleichmässige Contraction aller seiner Theile
sich vorwärts bewegend, in Ectosark und Endosark differenzirt. Das
von homogenem Ectosark umschlossene Endosark bedingt eine bu-
ckelförmige Auftreibung und enthält den Kern, so wie die (contra-
ctilen?) Blasen. H. ruhicundus n. Endosark von ziegelrothen Farb-
körnchen vollkommen erfüllt.
Dactylosphacrium vitreumn.gen.etn.s-p. Körper rund-
lich, aus einem homogenen glashellen Protoplasma mit zahlreich
eingestreuten grünen und gelben Körnern bestehend; Pseudopodien
conisch oder fingerförmig, radienartig nach allen Seiten ausstrahlend;
Gesammtoberflächo meist mit einem Besatz feiner Zöttchen über
und über bedeckt.
Leptophrys n. gen. Körper unregelmässig, in Lappen und
Fortsätze ausgezogen, mit spitzen und unverästelten Pseudopodien be-
setzt, welche mit Vorliebe die Enden der Fortsätze einnehmen ; das
Parenchym von kleinen, nahezu gleich grossen, nicht contractilen
548 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
Vacuolen erfüllt. Körnchen des Protoplasma von auffallend con-
stanter Grösse. Kerne in grösserer Anzahl. L. cinerea n. Körper
grauröthlich, Farbe von der Färbung der Körnchen herrührend. L.
elegans n. Körper krystallhell durchsichtig. Körnchen farblos.
Vampyrella Cienk. (Char emend.) Körper meist unregelmässig
kugelig, amöboider Gestaltveränderungen fähig, bis auf einen schma-
len hyalinen Saum mit einem diffusen Farbstoff imprägnirt; spär-
liche, nicht contractile Vacuolen lagern im hyalinen Saum ; Kern?
Pseudopodien strahlenartig, dünn, spitz, selten verästelt. V. spiro-
gyrae Cienk. Farbe ziegelroth ; Pseudopodien mit lebhafter, stoss-
weiser Körnchenströmuug. Saugt den Inhalt von Spiroj^yrenzellen aus.
Cochliopodium n. gen. Körper von einer dicht anliegenden
häutigen und biegsamen Schale bedeckt, welche ihrem Aussehen nach
gleich der von Arcella gebaut ist und eine (einfache) sehr dehnbare
Pseudopodienöffnung besitzt. Protoplasmakörper von variabler Ge-
stalt. Kern einfach, im Hintergrund der Schale gelegen; Vacuolen
häufig in grösserer Anzahl; contractile Blasen zu zwei oder mehr
dicht unter der Schale gelegen. Pseudopodien körnerfrei, selten
verästelt, conisch, in einem Bündel aus der Pseudopodienöffnung her-
vortretend. C. pellucidum n. Schale glatt, Körper farblos. C. pilosKm
n. Schale mit einem Ueberzug von haarartigen Fortsätzen, Körper
mit Chlorophyllkörnern gefüllt.
Hyalodiscus ist nicht bloss durch seine eigenthüraliche, nur
geringen Schwankungen unterworfene Körperform auffallend, sondern
in einem vielleicht noch höhern Grade dadurch, dass er sich ohne
Pseudopodien fortbewegt. Es geschieht allem Anschein nach dadurch,
dass das Protoplasma in einer beständigen, stets die gleiche Rich-
tung einhaltenden Rotation begriffen ist, in einer Bewegung, die
nur durch die Annahme erklärt werden kann, dass jeder Punkt des
Körpers, sowohl der Mark- wie der Rindensubstanz eine nahezu
gleichmässige Contractilität besitzt. Bei Vampyrella wurde nach der
.Nahrungsaufnahme eine Encystirung beobachtet, die während der
Verdauungsperiode andauerte. Ist die Verdauung vollendet, dann
bereitet sich das Geschöpf zum Auskriechen vor, indem es die üeberreste
der Nahrung ausscheidet und als Kothballen in der Cyste zurück-
lässt. Die von Cienkowski vorgeschlagene Vereinigung der Vam-
pyrellen mit den Nuclearien scheint unsern Verff. um so weniger
erwiesen, als sie die letztern in gewissen Helioporen (Heterophrys
Eilh. Seh.) wiedererkannt zu haben glauben. Das sonderbare Cochlio-
podium kann durch die grosse Veränderlichkeit seiner Form und
Haltung leicht zu Täuschungen veranlassen und hat das in Wirk-
lichkeit auch gethan, indem es gelegentlich den Anschein gewinnt,
als wenn die beim Kriechen hüllenartig hervortretende Protoplas-
mamasse die Schale allseitig umflösse, oder an mehreren Stellen die
Schale durchsetzte. (Nach den von llertwi g-Lesser bei einer
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 449
spätem Gelegenheit a. a. 0. S. 113, entwickelten Gesichtspunkten
dürfte Cochliopodium vielleicht natürlicher bei den Moncthalamien
untergebracht werden.)
Was Fr. E. Schulze über Cochliopodium pellucidum
mittheilt (a. a. 0. S. 337 ff.) stimmt in allen wesentlichen
Punkten mit den hier angezogenen Beobachtungen, obwohl
Verf. das Thier selbstständig entdeckt und untersucht hat.
Cienkowski's Untersuchungen über nackte Rhizo-
poden betreffen ausser Vampyrella vorax Cienk. noch zwei
neue Formen: Arachnula (n. gen.) impatiens, durch An-
wesenheit contractiler Vacuolen von Vampyrella unterschie-
den (a. a. 0. S. 27 und 28) und Gymnophrys (n. gen.)
cometa, durch netzbildende feine Pseudopodien charak-
terisirt , die mit wenigen Strängen aus dem Körper
entspringen (S. 31, 32). Beide Formen sind kernlos. In
Betreff der Vampyrella vorax betont Verf. die von ihm
früher beobachteten und von Neuem bestätigten Unter-
schiede zwischen den Verdauungs- und Fortpflanzungs-
cysten, die keineswegs die Vermuthung zulassen, dass
beide Encystirungen regellos, bald mit, bald ohne Theilung
ihres Inhaltes verlaufen. Die von Hertwig und Lesser
beschriebenen zwei Leptophrysarten sind nach unserm Verf.
mit Vampyrella vorax zu vereinigen, da nicht bloss die
Färbung der letztern manchfach wechselt, sondern auch
ihr Körper gelegentlich durch und durch von Vacuolen
durchzogen erscheint, beides aber die einzigen Unter-
scheidungsmerkmale von Leptophrys abgiebt. Arachnula,
die nicht bloss in deutschen und russischen Tümpeln, son-
dern auch im Brakwasser des schwarzen Meeres gefunden
wurde, charakterisirt sich durch den Besitz eines farb-
losen Körpers, der des Zellenkernes entbehrt, aber mit
einer oder mehreren contractilen Vacuolen ausgestattet ist.
Die Pseudopodien sind wenig verzweigt, mitunter anasto-
mosirend und entspringen an beliebigen Stellen des Kör-
pers meist mit dicken Strängen. Gymnophrys ist ein
kern- und vacuolenloser Rhizopode, der fadenförmige ana-
stomosirende Pseudopodien mit deutlicher Körnchenströ-
mung besitzt und sich hauptsächlich dadurch charakterisirt,
dass diese Pseudopodien nicht regelmässig über die Kör-
550 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
peroberfläche vertheilt sind, sondern bloss an einigen
Punkten entspringen. Je nachdem die dicken Stämme der
Pseudopodien eingezogen werden und neue an andern
Stellen emporwachsen, ändert sich die Körperlbrm.
Unter dem Namen PlaJcopus (n. gen.) ruher beschreibt
Fr. E. Schulze (Rhizopodienstudien IV. a. a. 0. S. 348
— 352) eine rothgetärbte sehr merkwürdige Amöbine, die
vornehmlich dadurch in hohem Grade ausgezeichnet ist,
dass sie Pseudopodien in Form ganz dünner Membranen
aussendet, die nicht bloss an der Oberfläche fester Körper
sich ausbreiten, sondern auch frei durch das Wasser vor-
geschoben werden. Durch die Erhebung und Verschmelzung
dieser Pseudopodien, die in wechselnder Richtung bald
hier, bald dort geschieht, nimmt das Thier ein oftmals
sehr complicirtes, eigenthümliches Aussehen an. Vacuolen
und Kerne Hessen in wechselnder Zahl sich nachweisen.
Durch Greeff's neue Mittheilungen über den schon
im letzten Berichte (S. 477) angezogenen Pelobius palustris
— dessen Genusnamen jetzt aber, da Pelobius bereits an
einen Schwimmkäfer vergeben ist, in Felomyxa geändert
ist — erscheint dieser amöbenartige vielkernige Organis-
mus in mehrfach anderm Lichte (Pelomyxa palustris, ein
amöbenartiger Organismus des süssen Wassers, Archiv für
mikroskop. Anat. Bd. X, S.50— 73 Taf. III— V). Die Grund-
substanz, so wird jetzt weiter auseinandergesetzt, besteht aus
einem Protoplasma, das in eineRlndenschicht und ein hiervon
umschlossenes Innenparenchym sich scheidet, die freilich
beide nicht scharf von einander getrennt sind. Die Rin-
denschicht ist hyalin und homogen und von breiweicher,
zähflüssiger Consistenz. Ihr scheint auch hauptsächlich
die Contractilität und somit die Bewegungs kraft innezu-
wohnen. Das meist mit fremder Masse durchsetzte und
davon dunkel gefärbte Innenparenchym ist von dünnerer
Consistenz. Es enthält nicht bloss Körnchen, die eine
deutliche Molecularbewegung zeigen, und zahlreiche wasser-
haltige Blasen (Vacuolen), die oft so dicht gedrängt stehen,
dass die Substanz, fast wie bei Actinophrys, netzartig durch-
brochen erscheint, sondern auch Kerne, hyaline und homo-
gene Körper von wechselnder Gestalt (Glanzkörper) und
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 551
feine aus organischer Substanz bestehende kry stallartige
Stäbchen, die sämmtlich eigenthümliche zu Pelomyxa ge-
hörende Gebilde darstellen. Am eigenthtimlichsten unter
denselben verhalten sich die Glanzkörperchen, die im In-
nern der Kerne ihren Ursprung zu nehmen scheinen, durch
Theilung sich vermehren und schliesslich einer, freilich
nur einmal geraachten Beobachtung zu Folge in ungeheu-
rer Masse als amöbenartige kleine Wesen (mit Kern und
contractiler Blase) nach Aussen hindurchbrechen. Die junge
Brut erinnert auifallend an die sg. Myxamöben, auch in-
sofern, als die betreffenden Gebilde statt der Pseudopodien
gelegentlich eine Geissei entfalten und mittelst derselben
umherschwimmen. Verf. glaubt denn auch die Pelomyxen
als Vertreter einer in mancher Beziehung den Myxomyceten
verwandten Rhizopodengruppe betrachten zu dürfen.
Nach Fr. E. Schulze findet sich die Pelomyxa pa-
lustris auch bei Rostock, nur dass die hier vorkommenden
Exemplare gewöhnlich eine weissliche oder lichtgraue Fär-
bung haben. Im Uebrigen konnte Schulze die Angaben,
welche Greeff über diese eigenthümliche Form gemacht
hat, fast in allen Punkten bestätigen. Für die Vermuthung
freilich, dass die sg. Glanzkörper als Zoosporen zu deuten
seien, Hess sich kein Anhaltspunkt finden, wie denn über-
haupt ausser einer gelegentlichen Constatirung von Selbst-
theilung Nichts beobachtet wurde, was auf die Fortpflan-
zung Bezug hätte. Von besouderm Interesse sind die An-
gaben, welche Verl. über die während der Kriechbewegung
zu beobachtende Verschiebung der in das Innere einge-
schlossenen Körperchen macht, und die Rückschlüsse, welche
daraus auf den Modus der Bewegung gezogen werden.
A. a. 0. Bd. XL S. 342—348.
Auch Archer beobachtet eine mitGreeff's Pelobius
wahrscheinlich identische Rhizopodenform , Journ. micr.
sc. 1872. T. XII. p. 94.
Ebenso berichtet Leidy (Proc. Philad. Acad. 1874.
T. IL p. 87. Ann. nat. bist. Vol. XV. p. 160) von einer
grossen Amöbe, die mit ihrer Nahrung zahlreiche Sand-
körnchen verschlingt (daher Ä. sabulosa n.) und vielleicht
zu Pelomyxa Grff. zu rechnen sei. Eine andere Form wird
552 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wegen der Anwesenheit einer breiten hellen und structur-
losen Rindenschicht als Ä. eonalis bezeichnet.
Auch sonst findet Leidy (Proceed. Acad. nat. bist.
Philadelphia 1874. p. 77, monthly micr. Journ. T. XII.
p. 251) unter den Nordamerikanischen Süsswasserrhizo-
poden eine ganze Anzahl neuer Formen. So zunächst
Amöben mit zottenförmigen Fortsätzen am hintern Leibes-
ende, die übrigens auch in Europa mehrfach beobachtet
sind, von unserm Verf. aber als Repräsentanten eines neuen
Genus Ouramoeha beobachtet wurden, Our. vorax, Our.
lapsa und noch andere Arten, dann Difflugia lohostoma
und D. cremdata, die bis dahin unter dem Namen D. pro-
teiformis zusammengeworfen waren, B. entocMoris und
D. amphora. Eine wahrscheinlich mit Diffl. ligata Tatem's
identische Form erhält wegen der einfach membranösen
Beschaffenheit des Gehäuses einen eignen Genusnamen
Catharia.
In einer spätem Mittheilung (1. c. 1875. Apr.) wird
von Leidy die eben erwähnte Ouramoeha lapsa, als von
Our. vorax nicht verschieden, wieder eingezogen, dafür
aber Our. botulicauda neu aufgestellt. Gleichzeitig erhält
das betr. Genus folgende Diagnose:
Ouramoeha Leidy. Body as in Amoeba, consisting of an ever-
changing fluctuating mass of jelly, composed of a granulär entosarc,
including a contractile vesicle and a discoid nucleus, and defined
by a clearer ectosarc. Pseudopods usually digitiform, projecting
anywhere, but usually in a direction differentiated as forward, and
composed of extensions of the ectosarc closely accompanied by in;
cjuded extensions of tbe entosarc. Posterior part of the body fur-
nished with one ore more tuffs of non-retractile, rigid, linear appen-
dages, branching radically from common points in the viciuity of
the contractile vesicle.
Archer bezweifelt die Zulässigkeit eines besonderen
Gen. Ouramoeha und verweist auf Amoeba villosa Arch.
(1866), die retractile Anhänge besitze. Journ. microsc.
sc. 1875. T. XV. p. 203.
Leidy 's Deinamoeba mirahilis ist (ibid. p. 144)
eine kleine Amöbe mit zahllosen Spitzchen (spicules) auf
der Körperoberfläche und den Pseudopodien.
Fromentel beschreibt ah Tr ich am oeha (=Dema-
in d, Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 553
moebaLeidy?) nud Thecamoeha zwei Formen, von denen
die erstere ganz oder theilweise (Th. Jiirta und Th. radi-
ata) mit starren Haaren besetzt ist, die andere aber einen
Kürass trägt, der den Rücken bedeckt und der Länge nach
in vier bewegliche Stücke getheilt ist (Th. quaclripartica).
Microzoaires 1. c. p. 222.
Schulze's Mastigamoe'ha (n. gen.) aspera n. ist
eine ziemlich grosse spindelförmige Amöbe mit seitlichen,
fast symmetrisch gestellten Pseudopodien von fingerför-
miger Gestalt, die hierdurch, wie durch einen Besatz mit
kleinen das Licht stark brechenden Stäbchen dem vonHert-
wig-L es s er aufgestellten Dactylosphaerium vitreum in so
hohem Grade ähnelt, dass an eine Identificirung zu denken
wäre, wenn Mastigamoeba nicht am vordem Körperende eine
deutliche Geissei trüge. An der Grenze von Ectosark und
Endosark finden sich in Ictzterm eine oder zwei, selten
mehrere mit heller Flüssigkeit erfüllte Vacuolen, welche
ohne rhythmische Oontractionen abwechselnd entstehen
und vergehen. (Rhizopodienstudien V, a. a. 0. S. 583—592.)
Ebendas. giebt Verf. eine eingehende Schilderung der
die Theilung von Amoeba polypodia M. Seh. begleitenden
Veränderungen, die binnen 10 Minuten zu Ende führten.
Die zuerst auftretende Kerntheilung nahm nur IV'2 Minuten
in Anspruch.
Lösch berichtet im Archiv für pathol. Anat. und
Physiol. Bd. 65 S. 196—211 über das Vorkommen massen-
hafter echter Amöben im Rectum eines an Dysenterie lei-
denden Mannes.
Leidy giebt an, dass die Amöben ihre Nahrung mit'
tels der Pseudopodien förmlich umfliessen (1. c. p. 143,
Annais nat. bist. Vol. XV. p. 232), wie das schon früher
vielfach beobachtet wurde und leicht zu bestätigen ist.
Durch Wyv. Thomson wird uns die überraschende
Kunde, dass der als Bathybius Haeckelii bezeichnete or-
ganische Urschlamm durch die Zoologen des Challenger
als ein aus schwefelsaurem Kalk bestehendes Fällungs-
product erkannt sei, das sich durch Zusatz von starkem
Spiritus aus dem Meereswasser abscheidet. Obwohl in
Aussehen einer Protoplasmamasse ausserordentlich ähnlich
554 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
hat dasselbe natürlich weder Beweglichkeit, noch sonst
vitale Eigenschaften. Nature 1875 Aug., Journ. microscop.
sc. 1875. Vol. XV. p. 390—393.
Wal lieh benutzt diesen Nachweis zu einem vornehm-
lich gegen Huxley und Thomson gerichteten polemi-
sirenden Artikel „on the true nature of the so-callod Ba-
thybius and its alleged function on the nutrition of the
Protozoa" Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XVI. p. 322—339.
Es hat übrigens fast den Anschein, als wenn die
Stelle des Bathybius alsbald durch ein wo möglich noch
einfacheres Wesen vertreten werden sollte, durch den Pro-
tohathyhius Eohesonii Be^^eh, der während der Polaris-
expedition entdeckt wurde. Derselbe besteht aus einem
feinkörnigen Protoplasma, das eine Menge kleiner öliger
Tropfen, aber keine Discolithen und Cyatholithen in sich
einschliesst. Während des Lebens wurden daran deutliche
amöboide Bewegungen und eine Aufnahme fremder Körper
beobachtet. Nature T. XL p. 405, American Naturalist
T. IX. p. 37, 87, 160, 218, 282 ff. und Jenaische natur-
wiss. Ztschrft. Bd. IX. S. 227.
Ein kern- und schalenloser, mit zahlreichen kleinen
Vacuolen durchsetzter, sehr beweglicher und veränderlicher
Khizopode, bald von netzförmiger, bald auch von kug-
liger Gestalt, mit Körnchenbewegung an den Pseudopodien,
wird von Leidy ah Biomyxa vagans beschrieben (Pro-
ceed. Philadelphia Acad. 1875. Apr.). Das Geschöpf lebt
in der Nähe von Philadelphia im Süsswasser und dürfte
mit HaeckePs Protomyxa verwandt sein.
Dass die von Cienkowski aufgestellte Gruppe der
Labyrinthuleen dem Pflanzenreiche zugehört, wie man frü-
her vermuthen konnte, ist durch die Beobachtungen, die
Archer über einen jedenfalls nahe verwandten neuen Or-
ganismus, Chlamydomyxa labyrinthuloides, angestellt hat,
sehr zweifelhaft geworden (On Chlamydomyxa laby-
rinthuloides n. gen. et n. sp., a new fresh- water sarco-
dic organism, Journ. microsc. sc. 1875. T. XV. p. 107 —
130 PI. VI und VII). Im ruhenden Zustande erscheint
dieser Organismus als ein röthlich und gelblich grün ge-
färbter kugliger Körper, der von einer geblätterten hellen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d. Jahre 1872—1875. 555
Schale, die nach ihren microchemischen Keactionen aus
Cellulose besteht, umschlossen ist. Die specifische Färbung
rührt von kleinen körperlichen Elementen her, die in Menge
neben einander dem Protoplasmakörper eingelagert sind.
Unter bestimmten Verhältnissen aber streckt nun dieser
Körper an einer Stelle einen zapfenförmigen Fortsatz aus,
der ausser den bisher erwähnten Pigmentkörperclien eine
Anzahl contractiler Vacuolen in sich einschliesst und in
ein zartes Fasernetz sich auflöst, an dem die gewöhnlich
in beträchtlicher Ueberzahl vorhandenen Pigmentkörper in
Spindelforra langsam hingleiten. Die haarfeinen Fasern
zeigen sich nur wenig veränderlich. (Ein anderer kleiner
Rhizopode, den Verf. freilich nur wenige Male beobachtete,
hat die Fähigkeit, die in seinem Protoplasma eingeschlosse-
nen orangegelben Körnchen pl()tzlich, wie auf Commando,
eine Strecke weit abzuschiessen und sie dann allmählich
wieder einzuziehen.) Die Fortpflanzung geschieht dadurch,
dass der Inhalt der Cellulosekapsel in eine Anzahl rund-
licher Ballen zerfällt. Solche Ballen fand Verf. oftmals
auch in den Blattzellen jverschiedener Wasserpflanzen (be-
sonders von Sphagnum), theils nackt, theils von einer
einfachen dünnen Lamelle umkleidet. Da er dieselben
auch nach aussen sich hervordrängen sah, so liegt die
Vermuthung nahe, dass Chlamydomyxa in der Jugend pa-
rasitisch lebe. Die Genuscharaktere sucht Verf. folgen-
dermaassen festzustellen.
Ülhlamydomyxa n. gen. Body-substance euclosed in a mul-
tilaminatod cellulose envelope, whence, through an apparently lace-
rated aperture the non-nacleated granule-bearing protoplasniic Con-
tents now and again emerge, irregularly giving off at the same time
in an arborescent manner gradually tapeiing ramifications, and emit-
ting numerous extremely slendur hyaline ramifying threads („fila-
mentary tracks"), occasionally coalescing and forming a more or
less complex „labyrinth", along which proceed from the central mass
(as from a reservoir) numerous little tbeirin pre-existent non nucle-
ated glo])ular, but plastic, bodies, which, during progression aasume
a fusiform figure (,,spindles").
An dieser Stelle mag beiläufig auch der Angabe von
Wood gedacht werden, nach der (Nature 1875. Oct.) auf
Manila eine Navicula-artige Diatomee lebt, deren Gelin-
556 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicben Leistungen
Überzug sich in eine Anzahl von 8—10 armartigen langen
Fortsätzen auszieht.
Thalamophora. Während Her tw ig und Lesser
in der oben angezogenen Abhandlung über Rhizopoden
noch zweifelhaft sind, ob die sg. Monothalamien mit den
chitinschaligen kernftihrenden Gromien und den kalkscha-
ligen anscheinend kernlosen Foraminiferen zusammenge-
stellt werden dürfen, spricht sich der erstere dieser Au-
toren später auf Grund erneuter Untersuchungen (Bemer-
kungen zur Organisation und systematischen Stellung der
Foraminiferen, Jenaische Ztschrft. für Naturwiss. Bd. X.
S. 41—55. Taf. II) mit aller Bestimmtheit für die nahe
Verwandtschaft aller dieser Formen aus. Jedenfalls ist
durch die Untersuchungen desselben der letzte und ein-
zige Unterschied zwischen den Süsswassermonothalamien
und den Foraminiferen, der in dem anscheinenden Mangel
eines Kernes bei den letztern und der Anwesenheit desselben
bei den erstem bestand, hinfällig geworden. Auch die
letztern sind — nach Beobachtungen an Miliola, Rotalia,
Textilaria — mit Kernen versehen, Anfangs nur mit einem
einzigen, später meist mit mehreren, aber die Anwesen-
heit derselben ist wegen der ungünstigen Beobachtungs-
verhältnisse in der Regel nur durch Hülfe geeigneter Re-
agentien (bs. Chromsäure) nachzuweisen. Die Vermehrung der
Kerne geschieht übrigens keineswegs in einer der Zunahme
der Kammerzahl entsprechenden Weise, wie schon daraus
hervorgeht, dass die Rotalien noch im dreikammrigen Zu-
stande den ersten und einzigen Kern der Centralkammer
besitzen, also noch einzellig sind. In der Regel enthält
diese Centralkammer übrigens bei den grössern Thieren
mehrere Kerne, während dagegen der Endkammer der-
selben meist entbehrt. Nach diesen Beobachtungen kann
es nicht länger zweifelhaft sein, dass die Süsswassermono-
thalamien mit den Foraminiferen und zwar zunächst den
einkammrigen Foraminiferen zu vereinigen sind, zumal
namentlich auch die Gromien denselben rücksichtlich ihres
Schalenbaues ausserordentlich nahe stehen. Der aus der
Vereinigung dieser Formen resultirendeu Classe möchte
Verf am liebsten den Namen „Thalamophora" geben, da
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 557
die Bezeichniiug Polythalamien und Foraminiferen nicht
passend und auchHaeckeTs „Acyttaria" das Charakteri-
stische der Gruppe nur wenig ausdrücken. Die Unterab-
theilungen werden am besten nach der Structur der Schale
unterschieden, da die Kammerung nach den hier mitge-
theilten Beobachtungen ohne grössere morphologische Be-
deutung ist und nur als Gliederung eines einheitlichen
Organismus , nicht als Coloniebildung aufzufassen sein
dürfte. Auch für die Fortpflanzungsverhältnisse haben die
hier angezogenen Untersuchungen insofern einige Auf-
schlüsse ergeben, als Verf. mehrfach Anhäufungen von je
30 — 40 kleinen dreikammrigen Rotalien beachteten, die das
eine Mal noch von einer gemeinschaftlichen Pseudopodien
führenden Protoplasmamasse umhüllt waren und ofienbar,
wie das auch die altern Angaben von M. Schnitze u. A.
über „lebendig gebährende'* Foraminiferen beweisen, im
Innern eines Mutterthieres ihren Ursprung genommen hatten.
Wahrscheinlich, so haben wir hiernach anzunehmen, zer-
fällt die protoplasmatische Masse des Mutterkörpers nach
Anzahl der vorhandenen Kerne in Theilstücke, die dann
noch innerhalb der mütterlichen Schale ihre eigene Um-
hüllung bilden. Bei Miliola scheinen die (hier einkamm-
rigen) Tochterindividuen einzeln die Schale zu verlassen,
bei Rotalia aber, deren Junge gleich von Anfang an drei-
kammrig sind, durch Zerfall der Schale frei zu werden
und noch eine Zeitlang vereint zu leben, was jedenfalls
nur den Zweck hat, die Nahrungsaufnahme zu erleichtern.
Zum Schlüsse lassen wir hier noch, die von Hertwig
zusammengestellte Charakteristik der Thalamophoren folgen.
Thalamophora. Die Thalamophoren sind Organismen, deren
Weichkörper aus indifferenter Sarkode besteht und zum Zwecke der
Ortsbeweofung- und Nahrungsaufnahme wechsehide Fortsätze von ver-
schiedenster Länge, Pseudopodien, aussendet. Zellkerne sind bei jun-
gen Organismen in Einzahl vorhanden, können sich aber im Laufe
des Wachsthums ausserordentlich vermehren. Flüssigkeitsansamm-
lungen sind fast stets im Innern des Körpers vorhanden, entweder
in Form von einfachen Vacuolen oder von contractilen Blasen. Alle
Thalamophoren besitzen ein Skelet, welches entweder rein chitinös
oder mit Kalk imprägnirt oder mit kleinen Kieselstüclcchen besetzt
ist. Das Charakteristische desselben bes^^oht in der monaxonen Grund-
Arcbiv für Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. LL
553 Leackart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungeii
form, d. h. die vom Skelet gebildete Schale lässt stets eine Haupt-
achse erkennen, deren Enden einerseits durch die Schalenöffnung
(in den wenigen Fällen, wo zwei Schalenöffnungen vorhanden sind
— Amphistomata — , beiderseits durch die Schalenöffnungen) be-
stimmt werden. Diese Hauptschalenachse ist in den einfachem
Fällen gerade (Gromiden, Nodosarien u. s. w.) ; in den meisten
Fällen krümmt sie sich spiralig (Miliola, Rotalia, Polystomella u. s. w.) ;
häufig erfolgt diese Krümmung sehr unregelmässig und giebt so
Veranlassung zu einer scheinbar regellosen gehäuften Anordnung
der Schalenabschnitte (Aceroulina u. a.). Durch senkrecht zur
Schalenachse erfolgende Einschnürungen kann die Schale in hinter
einander gelagerte Abschnitte oder Kammern zerfallen, welche in
sehr verschiedener Weise mit einander in Verbindung stehen (poly-
thalame Formen). Structur der Schale zweifach.
1. Imperforata. In der Schalenwand finden sich ausser der
stets ansehnlichen Schalenöffnung keine Communikationen zwischen
dem Schaleninnern und der Aussenwelt.
2. Perforata. Zahlreiche feine Canäle durchbohren die Scha-
lenwand; in Folge dessen ist die eigentliche Schalenöffnung meist
klein und rudimentär.
Monothalamia. Die Mittheiluugen, welche Hertwig
und Lesser in der schon mehrfach angezogenen Abhand-
lung (S. 79—146 Taf. III) über Foraminiferen machen,
beziehen sich ausschliesslich auf die im Süsswasser leben-
den Mouothalamien, die sie nach der Beschaffenheit der
Pseudopodien in Lobosa und Rhizopoda (s. st.) eiutheilen
und durch Aufnahme der Archer'schen Diplophysen mit einer
zweiten, den gewöhnlichen monostomen Formen gegen-
überstehenden Gruppe (Amphistomata) bereichern. Die von
unsern Verfir. beobachteten Formen werden folgendermassen
zusammengestellt und charakterisirt.
A. Monostomata. Mit einer einzigen Sehalenmündung.
1. Monostomata lobosa. Die Pseudopodien sind entweder cy-
lindrisch und fingerförmig oder bilden breite Platten und Lamellen
oder verjüngen sich conisch. Sie sind am Ende stets abgestumpft
und erreichen nur selten eine beträchtlichere Länge. Nur sehr selten
fliessen die feinsten Körnchen der Körpersubstanz in die centralen
Partien der fast durchweg homogenen Pseudopodien über.
a. Schale ist ein reines Secretionsproduct.
Arcella Ehrbg. Die Gestalt der Schale ist schild- oder schei-
benförmig. Die Pseudopodienöffnung nimmt das Centrum der bei
der Fortbewegung nach abwärts gekehrten Fläche ein. Ihrer fei-
nern Structur nach besteht die Schale aus zwei Platten, einer aus-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 559
Sern und einer innern, welche einander parallel gelagert sind und
durch ein bienenwabenartiges, hexagonalo Figuren bildendes Fach-
werk vereinigt werden. Der Protoplasmakörper enthält zahlreiche
(mehr als 5) Kerne und contractile Blasen. Are. vulgaris Ehrbg.
Schale in der Jugend durchsichtig und ciystallhell, im Alter bräun-
lich, häufig auch schwarzbraun, in ihrer Gestalt vielfach wechselnd,
bald flach, bald hoch gebaut, bald allseitig gleichmässig gewölbt,
bald glockenförmig. Die Oberfläche ist glatt oder mit einer Anzahl
von Facetten und Eindrücken bedeckt, welche in Kreisen um die
Kuppel angeordnet sind und zahlreiche Kanten und P]cken erzeugen.
Die untere Fläche ist in der Mitte, wo die Pseudopodienöffiuing
liegt, nabelartig eingezogen. Der den Innenraum nur unvollkommen
füllende scheibenförmige Körper ruht auf der untern Schalenwand,
steht aber mit der Rückenwandung durch spitze, namentlich bei
jungen Formen reich entwickelte Fortsätze in Verbindung. Blasen
und Kerne nehmen die peripherischen Partien des Protoplasma-
körpers ein.
Pseudochlamys patella Clap.-Lachm. Schale besitzt die Gestalt
eines rundlichen Schildes, dessen Concavität durch eine dünne —
von den frühern Beobachtern übersehene — Membran bis auf eine
central gelegene Stelle (Pseudupodienöffnung) verschlossen wird.
Farbe in den centralen dickern Partieeu bräunlich gelb, in den peri-
pherischen dünnern gell>lich grau. In Folge der Contractionon des
scheibenförmigen Thierkörpeis kann die Concavität der Schale der
Art erhöhet werden, dass die Ränder nach unten theilwei,SG bis zur
Berührung genähert werden. Ein nahezu im Ceutrum der Scheibe
befindlicher Kern und zahlreiche in den peripherischen Partieen ge-
legene Kerne.
Pyxidicula opcrculata Ehrbg. (= Arceila pateus Ciap.-L.).
Schale scheibenförmig. Der obere aborale Theil wie ein ührglas ge-
formt, die untere orale F'läche bis auf einen schmalen Saum von
der Pseudopodieuöffuung eingenommen. Oberfläche der Schale von
unregelmässig vcrtheilten feinsten Höckerchen bedeckt. Protoplas-
makörper scheibenförmig mit einem Kern und zahlreichen contra-
ctilen Vacuolen.
b. Schale mit Fremdkörpern incrustirt.
Difflugia Lech Der aus Fremdkörpern aufgebauten, und ihre
Form sehr wechselnden Schale liegt eine vom Organismus socernirte
Membran zu Grunde. Im Schalenhintergrunde enthält der von Chlo-
rophyllkörnern durchsetzte Protoplasmakörper einen Kern. D. acro-
podia n. Statt der sonst gewöhnlichen fingerförmigen oder lappigen
Pseudopodien breite in unregelmässige scharfzackige Lappen aus-
laufende Protoplasmaplatten und spitze fast radenförmigc verästelte
Fortsätze.
560 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicben Leistungen
2. Monostomata rhizopoda. Mit spitzen und fadenförmigen
Pseudopodien, die bald homogen, bald körnerreich, einfach oder
verästelt, anastomosirend oder anastomosenlos sind. Der Protoplas-
makörper enthält immer nur einen einzigen Kern und Flüssigkeits-
räume, die mit wenigen Ausnahmen contractu sind.
a. Schale ein reines Secretionsproduct.
* Schale structurlos.
Plagiophrys Cl.-L. Schale membranartig dünn, in geringem
Grade biegsam, dem Körper unmittelbar aufliegend. Contractile
Blasen fehlen, Pseudopodien spitz, verästelt, ohne Anastomosen. Fl,
sacciformis n. Körperform unregelmässig cylindrisch; im Kern kein
Kernkörperchen nachweisbar; Protoplasma frei von Vacuolen; Pseu-
dopodien körnerfrei. PI. scutiformis n. Körper oval, schildförmig;
Pseudopodienöffnung an einem Ende des Ovals angebracht. Im
üebrigen wie PL sacciformis.
Lecythium (n. gen.) hydlinum n. Schale rundlich, vollkom-
men crystallhell , membranartig dünn, aber unbiegsam, bilateral
symmetrisch, mit einem l^urzen die Pseudopodienöffnung tragenden
Hals. Protoplasraakörper die Schale vollkommen erfüllend, in einen
vordem körnigen und hintern homogenen Abschnitt differenzirt. In
ersterm die nicht contractilen zahlreichen Vacuolen, in letzterm der
stets einfache Kern. Pseudoj)odien homogen, zahlreich verästelt,
dann und wann anastomosirend.
Trimena Duj. Mit einer festen, dem Körper überall dicht auf-
liegenden structurlosen Schale, die eine länglich ovale, nach dem
aboralen Pole sich bauchig erweiternde Form besitzt. Schalenmün-
dung liegt seitlich, zur Schalenachse schräg geneigt, und ist mit
einwärts gezogenen Rändern versehen. Der Protoplasmakörper be-
sitzt einen vordem mehr granulirten und einen hintern mehr homo-
genen Abschnitt. Im letztern findet sich der mit einem Kernkörper
versehene Kern, an der Grenze des vordem und mittlem Dritttheiles
die in einer Aequatorialebene gelegenen, stets in dreifacher Anzahl
vorhandenen Vacuolen. Die spitzen und fadenförmigen Pseudopo-
dien sind körnerlos und bilden keine Anastomosen. Trinema acinus
Duj. (= Difflugia Enchelys Ehrbg.)
** Schale mit einer feinen Sculptur.
Euglypha Duj. Gestalt der Schale ovoid oder flaschenförmig,
aus hexagonalen in regelmässigen Spiralen angeordneten Platten
zusammengesetzt, Pseudopodienöffnung au einem Schaleurande an-
gebracht. Protoplasmakörper in einen homogenen hintern und einen
körnigen vordem Abschnitt differenzirt; im erstem der stets einfache
Kern, contractile Vacuolen in einer Aequatorialebene an der Grenze
beider Abschnitte. Pseudopodien homogen, verästelt, nicht anasto-
mosirend. Engl, amimllacea n. Schale flaschenförmig, hexagonale
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 561
Platten in 24 Reihen angeordnet; Mündung von zwölf beiderseits
zweifach eingekerbten Schlusf^zähnen umrahmt. Eupl. alveolata
Duj. Schale ovoid, hexagonale Platten in 8 Reihen angeordnet; Mün-
dung von 8 fein gezähnelten Schlusszähnen umrahmt. Eupl. glo-
bosa Cart. Gestalt kuglig; hexagonale Stücke häufig von einander
durch kleine leistenförmige Schalstücke getrennt; Schale trägt einen
kleinen halsartigen auf zwei Seiten ausgerandeten Aufsatz.
Cyphoderia margaritacea Schlumb. ( = Lagynis baltica M.
Seh.). Gestalt der Schale länglich, retortenförmig; die retorten-
halsartige Verlängerung durch die orale Pseudopodienmündung
schief abgestutzt; Schalenzeichnung von grosser Feinheit, mit regu-
lären, dicht an einander gelagerten Sechsecken. Weichkörper in
zwei nahezu gleiche Theile. einen vordem und einen hintern, difife-
renzirt ; in ersterm die zahlreichen contractilen Blasen, in letzterm
der einfache Kern. Pseudopodien zahlreich, verästelt, homogen,
anastomosenlos.
b. Schale mit Fremdkörpern incrustirt.
Podophrys sphaerica Cl.-L. Schale von unregelmässig ovaler,
aber bei jedem Individuum constanter Gestalt, aus kleinen, durch
einen organischen Kitt verbundenen Kieselstückchen bestehend, von
bräunlicher Farbe. Protoplasmakörpor kernführend. Pseudopodien
sehr dünn, körnchenführend, verästelt, anastomosirend.
B. Amphistomata. Schale an beiden Enden der Hauptachse mit
einer Mündung versehen. Kern in Mitte dos Körpers.
1. Schale ein reines Secretionsproduct des Organismus.
Diplophrys Archeri Bark. Schale glatt, dem Körper unmittel-
bar aufgelagert, rundlich oder ovoid, mit zwei Oeflfnungen versehen,
welche einander nicht direct gegenüber lagern. Protoplasmakörper
mit mehreren contractilen Vacuolen und einer grossen und mehreren
kleinern fettglänzenden, strohgelb oder orange gefärbten Kugeln.
Pseudopodien entspringen in zwei Büscheln von zwei den Schalen-
öffnungen entsprechenden Pseudopodieustielen, sind selten verästelt,
homogen und ohne Anastomosen. Die Thiere theileu sich — wahr-
scheinlich nach Verlust der Schale — in vier kleinere Individuen
und wiederholen diesen Process bisweilen so rasch, dass dadurch
Gruppen von 50 und noch mehr Einzelwesen entstehen, die Archer
irrthümlicher Weise als eine zweite Art seines Gen. Cystophrys (C.
oculea) gedeutet hat. Die einzelnen Diplophrysindividuen werden
dabei als Zellen beschrieben, die den gelben Zellen der Radiolarien
homolog seien.
2. Schalen aus Fremdkörpern gebildet.
Amphitrema Arch. Zwei Büschel langer dünner und durch-
sichtiger verästelter Pseudopodien treten aus den mit reifenähnlichem
Halse versehenen Oeffnungen. A. Wrightianum Arch. Der Chloro-
562 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
phyllkörner enthaltende Körper füllt den Schalenraum für gewöhn-
lich nicht ans. Die einander gegenüberstehenden Pseudopodien-
büschel sind ungleich. Die elliptische in einer Richtung verschmä-
lerte hyaline Schale ist mit P^remdkörpern bedeckt, welche sich nach
den Oeffnuiigen zusammendrängen und den sehr kurzen Schalenhals
häufig verdecken.
Bemerkens werth ist, dass unsere Verff. nirgends auf
Verhältnisse stiessen, die der Annahme einer geschlecht-
lichen Fortpflanzung bei unseren Thieren Vorschub leisten.
Selbst die Existenz einer Conjugation ist ihnen zweifelhaft,
obwohl sie hei Arcella nicht selten zwei Thiere in Ver-
bindung antrafen. Sie sehen in dieser Erscheinung nur ein
Theilungsphänomen, weil die Schalen der betreffenden In-
dividuen durch Farbe und Beschaffenheit stets ein ver-
schiedenes Alter documentirten. Die Körnchenzellen, welche
Carter bei Euglypha alveolata mit der Bildung von Sper-
matozoiden in Verbindung brachte, und aus einer fort-
gesetzten Theilung des Nucleus ableitete, werden neben
dem in gewöhnlicher Weise vorhandenen Kerne gefunden
und zeigen Nichts, was auf eine besondere Function
bei der Fortpflanzung hindeutet. Der Encystirungspro-
cess ist von diesen Gebilden ganz unabhängig, insofern
aber ungewöhnlich, als die Cyste nicht direct in der
Schale des Thieres liegt, sondern noch von einer wei-
tern vollkommen geschlossenen zweiten Schale umhüllt
ist. Die Ansicht von Schneider, der zufolge die Dii-
flugien den Radiolarien zuzurechnen seien (J. B. 1871.
S. 464), halten die Verf. für durchaus verwerflich, da
weder der Kern derselben eine Centralkapsel sei, noch
auch die Chlorophyllkörner den „gelben" Zellen paralle-
lisirt werden könnten. Auch sind die Kieselstückchen
der Schale eben so wenig, wie die gar häufig zwischen den-
selben aufgeklebten Diatomeenpanzer ein Erzeugniss der
Difflugien.
Die in dem Supplementheft zum Bande X des Archivs
für mikroskopische Anatomie (s.o.) von R. Hartwig ein-
gehend beschriebene Micro gromiasocialis ist in eine durch-
sichtige glatte und rundliche Schale eingeschlossen, aus
deren Oeffnung sie eine Anzahl fein verästelter Pseudo-
podien mit Körnchenströmung hervorstreckt, die einer ge-
in d. Xaturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 563
meiiLSchaftlichen Basis aufsitzen und vielfache Anastomo-
sirung eingehen. Das helle Körperparenchym umschliesst
hinten einen deutliehen Kern mit Kernkörperchen, wäh-
rend weiter vorn neben zahlreichen ziemlich groben Körn-
chen eine oder zwei langsam und träge sich zusammen-
ziehende Vacuolen sich auffinden lassen. Dass dem Orga-
nismus der Formenwerth einer einfachen Zelle zukommt,
kann keinem Zweifel unterliegen. Diese Thiere sind aber
nur selten isolirt zu beobachten; gewöhnlich findet man
sie in lockern Gruppen beisammen oder zu einem Haufen
zusammengeballt, in dem gelegentlich bis zu 100, meist
zwischen 40 — 50, Einzelthiere gezählt werden. Daneben
aber finden sich auch Colonieen von einigen wenigen In-
dividuen bis herab auf 2 und 3. In allen Fällen aber sind
die Glieder der Colonic durch ihre Pseudopodien netz-
artig unter sich in Zusammenhang, so dass sie Proto-
plasma und Nahrungsstoftc gegen einander austauschen.
Die Individuen der geballten Haufen bilden sogar gemein-
schaftliche Pseudopodienstämme, mit deren Zweigen sie
die aus zerfallender organischer Substanz bestehende
Nahrung aufnehmen. Das hier charakterisirte Geschöpf
ist übrigens nicht völlig neu in unserer Litteratur: es ist
von Archer früher als Gromia socialis und in seiner trau-
benartige Vereinigung — unter gänzlicher Verkennung
seines Baues — als ein radiolaricnartiges Wesen mit „gel-
ben Zellen" im Innern (Cystophrys Haeckeliana, J. B. 1869.
S. 523) beschrieben worden. Die Mittheilungen, welche
unser Verf. über dieses interessante Wesen macht, be-
schränken sich übrigens nicht bloss auf die Darstellung
des Baues, sondern geben auch ein ziemlich geschlossenes
Bild von der Entwicklungs- und Fortpflanzuugsgeschichte
desselben, in dem freilich nichts vorkommt, was auf eine
geschlechtliche Difi*erenzirung hinweisst, sondern bloss
solche Processe Platz greifen, welche wir für die Zelleu-
vermehrung kennen. Es handelt sich dabei ausschliesslich
um Vorgänge der Zellentheiliing, in deren Gefolge bald
Schwärmer mit 2 leicht vergänglichen Cilien, bald auch
actinophrysartige d. h. cilienlose und mit Pseudopodien aus-
gestattete Sprösslinge entstehen, welche zu neuen Microgro-
564 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mien werden. Die Coloniebildung geschieht gleichfalls
durch Theilsprösslinge, nur dass diese beim Auswandern
aus der Schale des Mutterthieres durch einen breiten Pro-
toplasmastiel mit letzterm in Zusammenhang bleiben und
durch eine Längstheilung entstehen, während die Schwär-
merbildung durch eine Quertheilung eingeleitet wird. In
manchen Fällen theilt sich der Sprössling schon vor der
Auswanderung von Neuem, so dass dann drei Individuen
neben einander in derselben Schale vorkommen. Die Dia-
gnose unseres Thierchens wird vom Verf. folgendermaassen
festgestellt.
Micro gromia n. gen. Schale vom Körper vollkommen ge-
trennt, farblos, glatt, aus einem starken Säuren widerstehenden un-
biegsamen Stoffe gebildet; bilateral symmetrisch mit kleinem hals-
artigen, die Pseudopodien tragenden Aufsatze. Der Körper zerfällt
in einen Pseudopodienstiel und eigentlichen Leib, füllt die Schale
nie vollkommen aus, ist bilateral symmetrisch. Contractile Blase
an der Basis des Pseudopodienstiels, Kern einfach mit einfachem
Nucleolus, Pseudopodien spitz verästelt, häufig anastomosireud, mit
Körnchenströmung. M, socialis Arch. Viele Individuen hängen mit
ihren verschmolzenen Pseudopodien zusammen und bilden eine Co-
lonie, welche entweder flächenhaft ausgebreitet oder gehäuft ist.
Während Hertwig und Lesser bei verschiedenen
Gelegenheiten ausdrücklich erklären, im Laufe ihrer Un-
tersuchungen nirgends auf Verhältnisse gestossen zu sein,
die sie zur Annahme einer geschlechtlichen Fortpflanzung
bei den Rhizopoden veranlassen könnten, veröffentlicht
Gabriel Beobachtungen über den „Entwickhingscyclus
von Troglodytes zoster'' (Leipzig 1875, 38 Seiten mit 1
Tafel, Breslauer Habilitationsschrift, aus den Morpholo-
gischen Jahrbüchern, Bd. I besonders abgedruckt), die,
falls sie sich bestätigen sollten, diesen Ausspruch erheb-
lich modificiren würden. Die monostome Monothalaraien-
form, deren Bau und Lebensgeschichte Verf. hier schildert,
lebt in feuchter, mit thierischen Excrementen geschwän-
gerter Erde und erscheint als ein ovoider Körper mit
structurloser häutiger, etwas abstehender Schale und einer
protoplasmatischen Leibesmasse, die in der Meridionalzone
gürtelförmig von gröbern, dunkel gefärbten Körnern durch-
setzt ist. Die dahinter gelegene Körperhälfte enthält einen
in d. Naturgesch. d, nied. Thiere wäbr. d. Jahre 1872—1875. 565
deutlichen Kern mit Kernkörper und da, wo sie an die Kör-
nerzone anstösst, zwei symmetrisch gelegene, aber nur lang-
sam sich zusammenziehende Vacuolen. Zwei andere kleinere
Vacuolen gehören der vordem Körperhälfte an. Die Pseu-
dopodien erscheinen in verschiedenen Formen, bald als
cylindrische oder kuglig gewölbte Hervorragungen mit
feinen Ausläufern, bald als strahlige, nicht mit einander
verschmelzende, körnerlose Fäden. Verf. hält sein Thier
für neu, indessen ist es vermuthlich dieselbe Art, welche
Schneider einst (1854) unter dem Ehren berg'schen Na-
men Difflugia Enchelys beschrieben hat, und als Chlamydo-
phrys stercorea n. neuerdings — ziemlich gleichzeitig mit
Verf. — von Cienkowsky näher studirt ist. Freilich
weichen die Angaben, welche Letzterer über die Fortpflan-
zung seiner Form macht, vielfach von dem ab, was Verf.
über diesen Gegenstand berichtet. Nach unserm Verf. ge-
hen unsere Thiere zur Einleitung des Zeugungsactes paar-
weise eine Copulation ein, bei der die Pseudopodien beider
Thiere zwischen den Schalen zu einer mit strahligen Fä-
den besetzten cylindrischen Masse verschmelzen. (Schnei-
der und Cienkowsky deuten diesen Vorgang als Kno-
spung.) Nach etwa halbstündiger Ruhe lösen sich die co-
pulirten Individuen, um dann eine Reihe weiterer Verände-
rungen zu durchlaufen. Die Körnchen der Gürtelzone, die
schon früher gelegentlich ihren Platz verändert hatten,
fallen auseinander und verbreiten sich durch den Gesammt-
leib, in dem sie nach kurzer Zeit zur Auflösung kommen»
Die auf diese Weise veränderte Körpermasse bildet dann,
zunächst am Rande, eine stets wachsende Menge kleiner Kör-
perchen, die in beständiger Bewegung, bald regelmässig um
den Mittelpunkt, bald wirr durch einander hinschiessen, bis
sie nach einigen Stunden wieder verschwinden. Verf. ver-
gleicht dieselben den Spermatozoiden, nennt sie aber, da
von einer eigentlichen geschlechtlichen Fortpflanzung nicht
gesprochen werden könne, Befruchtungskörper, weil sie
durch ihre Beimischung die Leibesmasse der Art verän-
dern, dass nun die eigentliche Keimbildung von Statten
gehen kann. Nach der Auflösung dieser Befruchtungs-
körper bildet das Protoplasma eine regungslose Masse.
566 Leuckart: Bericlit üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Das individuelle Leben ist zum Abscbluss gekommen. Aber
im Innern beginnt jetzt die Anlage der eigentlicben Keime,
indem die Grundsubstanz in Folge nicbt näher zu ermit-
telnder Vorgänge kleine Körnchen ausscheidet und eine
chagrinartige Beschaffenheit annimmt. Die Schale zer-
bröckelt, die Chagrinkugel wird frei, plattet sich ab und
zerfällt durch eine Art Furchung in eine wechselnde Menge
grösserer und kleinerer HauTen, in denen die Keimkörner
dann allmählich auf Kosten der Grundsubstanz wachsen.
Mit der Massenzunahme geht auch eine Differenzirung der
bis dahin ganz gleichartigen Substanz vor sich: es ent-
w^ickelt sich in ihnen eine feinkörnige Innenmasse und
in dem einen Pole eine Anfangs freilich kaum contractile
winzige Vacuole. Die Keimkörner nehmen, wie Verf. sagt,
eine Monostigmaform an, sie werden zu lebendigen Wesen,
die sich langsam, wie äquilibrirend, bewegen, auch an ein-
ander sich hinschieben und schliesslich paarweise mit den
hintern, der Vacuole entbehrenden Enden zu einem sg. Diplo-
stigma verschmelzen. Die Verschmelzung geht immer
weiter, der Doppelkörper wächst, er bildet in der Mitte
durch Körnchenverschmelzung einen Kern, und umgiebt
sich schliesslich mit einer dünnen Schale, aus deren Oefi-
nung dann alsbald auch Pseudopodien hervortreten. Von
da an bedarf es nur einiger weniger Veränderungen, vor-
nehmlich der Bildung der zwei grossen Vacuoleu, um die
frühere Troglodytesform zur vollen Entwicklung zu bringen.
Ob und in wie weit diese Angaben ihre Bestätigung fin-
den werden, stehet dahin, doch wollen wir die Bemerkung
nicht unterlassen, dass Verf. bei verwandten Arten mehr-
fach einzelne der hier geschilderten Erscheinungen (Auf-
treten von Befruchtungskörpern, Chagrinbildung u. s. w.)
gleichfalls zur Beobachtung gebracht haben will.
Die Untersuchungen, welche Fr. E. Schulze in sei-
nen „Rhizopodenstudien" über Thalamophoren niedergelegt
hat, schliessen sich vielfach ergänzend und bestätigend an
die Angaben von Hertwig-Lesser an. So beschreibt
derselbe in dem vierten Abschnitte der genannten Abhand-
lung zunächst eine Anzahl monothalamer Rhizopoden mit
breit abgerundeten läppen- oder fingerförmigen Pseudo-
ii) (1. Naturg^esch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 567
podien (a. a. 0. S. 330—337 Taf. XVIII) : die Difflugia
symmetrica Wall., welche nach der viereckigen annähernd
quadratischen Gestalt der zum Aufbau des Gehäuses ver-
wendeten Platten zum Repräsentanten eines besondern Gen.
Qtiadrrda Seh. erhoben wird, Pseudochlamys patella
Cl.-L., die inzwischen auch von Hertwig und Lesser
beobachtet worden ist, und eine dem Stein'schen Gen.
Hyalosphenia zugehörende neue Art, //. lata, deren dün-
nes Gehäuse die Gestalt einer ziemlich stark seitlich com-
primirten und am dünnern Ende quer abgestutzten Birne hat.
Auch der dritte Theil der hier angezogenen Unter-
suchungen ist den Thalamophoren gewidmet (ebeudas.
S. 94 — 116), und zwar meist wiederum — nur ein Paar
Milioliden machen hier eine Ausnahme — den monotha-
lamen Formen, z. Th. denselben, die auch von Hertwig-
Lesser beobachtet sind. Bei den Euglyphcn (E. alveo-
lata Duj., E. compressa Cart., E. globosa Cart.) ist es
hauptsächlich der Panzer und dessen Plattenbau, der die
Aul'mcrksamkeit des Veri?s in Anspruch nimmt. Trinema
Duj. (T. acinus Duj.) unterscheidet sich von ihnen vor-
nehmlich durch die Formation und die Seitenlage der kreis-
runden PanzeröfFnung. Cyphoderia margaritacea Schlumb.
wurde vom Verf. an sehr verschiedenen Orten aus dem
süssen und salzigen Wasser beobachtet, wobei sich denn
herausstellte, dass die bis jetzt mehrfach als verschieden
beschriebenen Formen dieses Genus (mit Einschluss von
Lagynis M.-Sch.) auf eine und dieselbe, höchstens nach
der Localität ein wenig in dieser oder jener Richtung va-
riireude Art sich beziehen. Die Gitternetzbildung des
Gehäuses ist auch hier auf eine Zusammensetzung aus
Platten zurückzuführen. Als zweite neue Art wird dann
C. truncata aus dem Ostseewasser beschrieben. Daneben
wurde noch eine andere neue Form aus dem Ostseewasser
beobachtet, die mit den Cyphoderien die Eigenthümlichkeit
gemein hat, dass der Weichkörper die, wenn auch nicht
absolut starre, so doch ziemlich feste, elastische Schale
nicht völlig; ausfüllt, mit den Gromien aber die völlige
Structurlosigkeit, so wie eine gewisse Biegsamkeit der glas-
hellen Schale theilt. Das Thierchen, welches die Gestalt
568 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
eines an dem einen Ende stark zugespitzten, am andern
breit gewölbten und etwas seitlich zusammengedrückten
Eies hat, erhielt den Genusnamen Platoum (PL imrvum).
Von Gromien beobachtete Verf. ausser Gr. oviformis Duj.
noch Gr. granulata n. und Gr. socialis Cart., der Verf.
auch Schneider 's Difflugia enchelys und Fresenius'
Arcella hyalina zurechnet. Dass die nicht selten zur Be-
obachtung kommende durch Verschmelzung der Pseudo-
podien vermittelte Vereinigung zweier und mehr Individuen
ein zur Vermehrung in Beziehung stehender Copulationsact
sei, wird vom Verf. in Zweifel gezogen. Wohl aber ist
es demselben nach einigen Beobachtungen nicht unwahr-
scheinlich, dass eine einfache Zweitheilung der Gr. socialis
vorkommt. Die dem Gen. Pleurophrys Cl.-L. von Archer
zugerechnete PL amphitrematoides und PL fulva sind in
der That als genuine Arten anzuerkennen. Ausser ihnen
beschreibt Verf. als neu noch Fl. compressa und PI. lage-
noides, die letztere vom Ostseestrande. Plagiophrys cylin-
drica CL-L. lässt in der That an seinem halbweichen ova-
len Körper Nichts von einer Schale erkennen. Die von
Diplophrys Archeri Bark, nicht selten zu beobachtenden
Colonien werden wegen der geringen Grösse der Einzel-
wesen als Jugendzustände in Anspruch genommen. Ausser-
dem vindicirt Verf. dem betreffenden Thierchen die Fähig-
keit, sich mit Fremdkörpern zu bekleiden und daraus ein
förmliches Gehäuse aufzubauen, doch erkennt derselbe
nachträglich in dem bezüglichen Gebilde die von Greefi
inzwischen alsElaeorhanis cincta beschriebene Heliozoenform.
Cienkowsky's Untersuchungen über Monothalamien
(a. a. 0. S. 32 ff.) betreffen Gromia pdluäosa n., Micro-
groniia socialis Hertw., Lecythium hyalinum Hert.-L., Chla-
myäophrys (n. gen.) stercorea n., Biploplinjs stercorea n.
und Microcometes (n. gen.) pahidosa n. Bei der erst-
genannten Art, bei der übrigens ein Zellenkern niemals
zur Anschauung gebracht werden konnte, theilt sich der
Körper mitsammt der Hülle durch eine quere Einschnürung,
nachdem sich am aboralen Pole vorher ein zweiter Pseu-
dopodienstiel entwickelt hat. Hertwig's Entdeckung von
Zoosporen bei Microgromia konnte in allen wesentlichen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 569
Punkten bestätigt werden. Bei Lecythium fand Verf. die
Schale übrigens nicht starr, sondern in hohem Grade bieg-
sam. Auch kommt es nur selten vereinzelt vor. Häufiger
bildet es traubenartige Verbände mit einer gemeinschaft-
lichen Pseudopodienplatte. Dieselben entstehen, wie leicht
zu verfolgen, durch eine rasche, mehrfach wiederholte
Längstheilung, an der auch die Schale theilnimmt. Aehn-
liche Verbände finden sich bei Chlamydophrys, einer Eu-
glypha mit sculpturloser Schale, die vom Verf. mit Difflu-
gia enchelys ZAisammengestellt wird und mit Troglodytes
zoster Gabr. entweder identisch oder sehr nahe verwandt
ist. Nach unserm Verf. aber sind es keine Theilungen,
die den Colonieen ihren Ursprung geben, sondern Kno-
spungen, die von dem Pseudopodienstiele ausgehen. Auf
den ersten Blick können die Verbände leicht für Ver-
schmelzungszustände gehalten werden. Beim Austrocknen
des Wohnortes verfällt Chlamydophrys in einen Ruhezu-
stand, indem der Protoplasmaleib aus der Schale her-
vorkriecht, sich ausserhalb derselben zusammenballt und
dann eine dicke Schale bildet. Betrifft dieser Vorgang
eine Colonie, dann liefert die Pseudopodienplatte mit den
anhängenden Leibern nur eine einzige grosse Cyste. Ob
Diplophrys stercorea wirklich dem Gen. Diplophrys bei-
gesellt werden kann, ist fraglich, zumal es bei der Kleinheit
des Objectes nicht ein Mal möglich war, die Anwesenheit
einer Schale ausser Zweifel zu setzen. Im Innern erkennt
man freilich ein gelbes Pigmentkügelchen, einen Nucleus und
eine bis zwei contractile Vacuolen. Die Körperchen ver-
mehren sich durch Theilung, liegen meist auch in Menge
beisammen und tragen an ihren Enden eine oder zwei
lange Pseudopodien, deren Action nicht selten in einer
energischen Massenbewegung sich kundthut, bei der die
Einzelwesen scheinbar an den von verklebenden Pseudo-
podien gebildeten Schnüren hinkriecheu. Microcometes Ist
mit einer hautartigen Kapsel umschlossen, deren an einigen
Stellen durchbohrte Wand den überaus langen, wenig ver-
zweigten und körnerlosen Pseudopodien Durchtritt gestattet.
Man sieht die Nahrungsstoffe auf der protoplasmatischen
Fadenbahn bis an die Schalenöffnung und weiter in's In-
570 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
nere des Körpers lieriintergleiten. Der Kern liegt excen-
triscb, während ein bis zwei contractile Vacuolen eine
mehr peripherische Lage haben. Beim Uebergang in den
Ruhezustand nimmt der Körper, ohne aus der Schale zu
treten, Kugelgestalt an, um dann nach Ausstossung der
Nahrungsreste mit einer derben Kapsel sich zu umgeben.
Bütschli macht Bemerkungen „zur Kenntniss der
Fortpflanzung beiArcella vulgaris" (Archiv für mikroskop.
Anatomie Bd. X. S. 459—467 Taf. XXV) und sucht dabei
wahrscheinlich zu machen, dass die Arcellen sich nicht
bloss theilen, sondern auch conjugiren, und dass dieser
Conjugationsprocess mit der Fortpflanzung einen Zusam-
menhang hat. In den conjugirten Exemplaren wurde einige
Stunden oder Tage nach der Copulation eine Anzahl klei-
ner amöbenartiger Wesen beobachtet, die neben dem oft
zusammengezogenen Protoplasmakörper der Mutter unter
der Schale gelegen waren — wahrscheinlich sich also von
dem mütterlichen Körper abgeschnürt hatten — und schliess-
lich nach Aussen aus der Schalenöffnung hervortraten. Die
Amöben waren mit Kern und pulsirender Blase ausgestattet.
Die Gasblasen, die man so häufig im Innern der Schale
antrifft, bestehen, ihrem Verhalten gegen Kali nach zu ur-
theilen, aus Kohlensäure. In Betreff der Schale bemerkt
Verf , dass dieselbe aus zwei Lagen sich aufbaue, von
denen bloss die äussere die bekannte Feiderung zeige.
Lei dy beobachtet, dass die Difflugien trotz ihrer Schale
zahlreichen Thieren zur Nahrung dienen. So besonders
kleinen Oligochäten (Nais, Pristina, Chaetogaster, Aeolo-
soma) und den Stentoren. Von den Amöben werden sie
verschmähet, obwohl Arcellen von denselben gefressen
werden. Proceed. Acad. nat. bist. Philad. 1874. T. IL p. 75.
Ehrenberg veröffentlicht in seiner „Uebersicht der
seit 1847 fortgesetzten Untersuchungen über das in der
Atmosphäre unsichtbar getragene organische Leben" (a. a.
0. S. 233 ff.) „systematische und geographische Studien
über die Arcellinen", mit 2 Tafeln, auf denen die Schalen
zahlreicher Arten, besonders der hier neu benannten, dar-
gestellt sind. Die Gruppe der Arcellinen wird dabei übri-
gens in so weitem Sinne gefasst, dass ihr nahezu sämmt-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d. Jalire 1872 — 1875. 571
liclie monostome Monothalamien zugehören. Wir müsseri
es uns versagen, die vom Verf. aufgezählten und kurz (mit
lateinischer Diagnose) charakterisirten 148 Arten namhaft
zu machen, reproduciren aber in Nachstehendem das dabei
zu Grunde gelegte System, dem eine eingehende historische
Uebersicht vorausgeschickt ist.
1. Arcella. Lorica apertura laterali aut medio-infera, pseu-
dopodio simplici aut multiplici, piano aut filiforrai.
Homoeochlamys n. Lorica inermis, suborbicularis aut oblonga,
laevis aut subtihter sine ordine punctata, aut nebuloso-maculata,
interdum costata: 6 Arton mit rundlicher und 10 mit länglicher Schale.
Sticholepis n. Lorica inermis, orbicularis aut oblonga, areo-
larum aut assularum seriebus ornata. o Species mit rundlicher, 5
mit länglicher Schale.
Centropyxis St. Lorica varia, aculeala aut setosa. 3 Arten.
Heterocosmian. Lorica inermis, superficie areolis sine ordine
caelata, suborbicularis aut oblonga. 8 Arten, zur Hälfte mit rund-
licher, zur andern Hälfte mit länglicher Schale.
Cyi^liidiumw. Lorica inermis non areolata, tuberculis obsita,
pseudopodio simplici dilatato nee filiformi. 1 Sp.
2. Difflugia. Lorica varia, urceolaris aut lagcniformis, inter-
dum cuivata et uncinata, nonnumquam limo incrustata, apertura
frontali, pseudopodio simplici aut multiplici attenuato, filiformi aut
ramoso.
Exassulan. Lorica inermis oblonga, ovata aut siibglobsosa,
varia, superficie laevi simplici aut irregulariter punctata, apertura
dentata aut edentuta. 14 ungezähnelte Species (Lagynis), 10 gezäh-
nelte {Crossopyxis n.).
Ässulina n. Lorica inermis oblonga, ovata aut subglobosn,
varia, apertura laevi aut dentata, superficie areolarum aut assularum
seriebus ornata. 17 ungezähnelte Arten (Hologlypha n.), 18 gezäh-
nelte (Euglypha).
SetelligcrciB. Lorica setosa aut aculeata, oblonga, ovata aut
subglobosa, superficie varia. Species notae (5) omnes dentatae.
Eeticella n. Lorica inermis oblonga, ovata aut subglobosa,
superficie sine oi'dine assulis, areolis aut cellulis reticulata. 6 un-
gezähnelte Arten {Allodictya n.), 7 gezähnelte {Odontodictya n.).
Corticella n. Lorica inermis oblonga, ovata aut subglobosa,
Simplex aut spiralis, crusta aliena mutabili obducta. 7 ungezähnelte
Arten (Lequereusia), 1 gezähnelte.
Lirella n. Lorica inermis oblonga, superficie liris longitudi-
nalibus ornata. 2 ungezähnelte Arten (Cadium BaiL), 2 gezähnelte
{Eucadium n.).
Weiter zählt Ehrenberg aus den bei Gelegenheit
572 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der zweiten deutschen Nordpolexpedition an der Grön-
ländischen Ostktiste gesammelten Erdproben noch elf neue
Stisswassermonothalamien (im Ganzen deren 20) auf: Ar-
cella horealis, Ä. laticepSj Ä. textilis^ Bifflugia arctica, D.
apiculata, D. cellulifera D. decora^ D. groenlandica, D. mi-
crostoma^ D, Shannoniana^ D, subacuta. Die zweite deutsche
Nordpolfahrt, Th. II. S. 460 Tab. III.
Bifflugia vaSj B. olla, B. (Catharia) papilio, B. ele-
gans, B. (Nebela) ansata, B. equicalceus, B. spagni, B. nu-
mata, B. harbata, B. flabellidum^ sämmtlich von New- Jersey
und neu vgl. Leidy, Proceed. Acad. Philad. 1874 p. 155
und 413.
Das Subgen. Catharia hat eine structurlose, membrauöse
Schale ohne anhängende fremde Körper (einer nachträgliehen Be-
merkung zufolge = Hyalosphenia St.), während Nehela Difflugien
mit gefelderter Schale enthält.
Ebendas. handelt (p. 226) Leidy auch über die Eu-
glyphen von New-Jersy, die zum Theil mit Formen iden-
tisch sind, welche Schulze beschrieben hat. Eine Art
wird (mit einigem Zweifel) zu Corycia Duj. oder Pam-
phagus Baily gebracht und mit Plagiophrys scutiformis
oder PI. cylindrica zusammengestellt.
In feuchter Erde findet Leidy auch eine neue Gro-
mienart: Gr. terricola, 1. c. p. 88.
Rymer Jones und F. W. Owen handeln (Transact.
Linn. Soc. Vol. XXX p. 45— 69, PI. XIX) „on some recent
forms ofLagenafrom thedeep-seasoundings in the JavaSeas".
Die schon im letzten Berichte (S. 456) angezogene
Abhandlung „or some freshwater Rhizopoda new or little
known by Archer", die vornehmlich das Gen. Amphizonella
betrifft, ist inzwischen auch in die Proceed. roy. Irish Aca-
demy Vol. I. Ser. 2, p. 50—67 PI. XII und XIII tiberge-
gangen.
Weitere Bemerkungen desselben Verf's über Ara-
phizonella-artige Rhizopoden aus der Umgegend von Dublin
s. Journ. microsc. sc. 1873. T. XIII. p. 102.
Auch Bütschli macht (Archiv für mikroskop. Ana-
tomie Bd. IX. S. 676 und 677) einige Angaben über Am-
phizonella violacea und erklärt dabei die sg. gelben Körper
— auch von Amoeba terricola — für Speisereste. Die
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 573
amöboide Bewegung soll sich dem Begriff der Contraction
nicht subsummiren lassen.
Polythalamia. Im Gegensatze zu der bisher herr-
schenden Ansicht, dass die den Meeresschlamm liefernden
Globigerinen auch in der Tiefe lebten, spricht Wyville
Thomson neuerlich (prelim. notes on the nature of the
sea-bottom procured by the soundings of Challenger, Pro-
ceed. roy. Soc. 1873 Vol. XXIII p. 32—49, oder Journ.
microsc. sc. 1875. Vol. XV. p. 64—71) die Behauptung aus,
dass diese Thiere erst nach ihrem Tode zu Boden sänken
und dann zerfielen, während des Lebens und der Fortpflan-
zungszeit aber nur in massiger Tiefe gefunden würden und
ein pelagisches Leben lührten. Die verschiedenen Arten sind
schwer zu unterscheiden, obwohl besonders in der Grösse
dieser über das gesammte Weltmeer massenhaft verbreite-
ten Foraminiferen mancherlei Unterschiede vorkommen.
Die Orbulinen werden dabei als abgetrennte der Fort-
pflanzung dienende Globigerinenkammern in Anspruch ge-
nommen und gleich letztern durch zahlreiche nach lebenden
Exemplaren gelieferte Abbildungen (PL I— IV) illustrirt,
während die Coccosphären und Rhabdolithen dagegen für
Algen — vielleicht bloss deren Sporangien — erklärt
werden.
Einer der wichtigsten Gründe, welche Wyv. Thom-
son für seine Ansicht anführt, besteht darin, dass die mit
dem Senkblei- aus grosser Tiefe heraufgezogenen Globi-
gerinen niemals Pseudopodien zeigten, während diese bei
den pelagisch gefischten Exemplaren ausnehmend schön
zu sehen waren. Das Protoplasma solcher lebenden Glo-
bigerinen umgiebt die gesammte Schale und überzieht auch
die Spitzen derselben in einer dünnen Lage. Uebrigens
geht der Globigerinenschlamm weniger in die Tiefe, als der
Radiolarienschlamm, wie Verf. vermuthet, desshalb, weil
die Radiolarien viel gleichmässiger durch die Schichten
des Wassers vertheilt sind, als die mehr in der Höhe le-
benden Globigerinen. Nature, 1875 Aug., Journ. microscop.
sc. 1875. Vol. XV. p. 390—393.
Im Gegensatze zu den Ansichten Thomson 's zieht
übrigens Carpenter (Proceed. roy. Soc. 1875 Febr., Ann.
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. MM
574 Leuckart: Bericht üb. d, wissenscliaftliclieii Leistungen
nat. bist. Vol. XV. p. 286—297) und ebenso King (Ann.
nat. bist. Vol. XV. p. 198—204) die aiisscbliesslicb pela-
giscbe Lebensweise der Orbuliuen in Zweifel. Beide i'iihren
zablreicbe Tbatsacben an, welebe ibrer Meinung nacb mit
Bestimmtbeit dafür sprecben, dass dieselben aucb in grosse-
ster Tiefe leben und sich fortpflanzen.
Aucb Ebrenberg spricbt sieb mit Bestimmtbeit da-
bin aus, dass die in den Grundproben so massenbaft vertrete-
nen Polytbalamienscbalen von einer den Meerestiefen eigen-
tbümlicben Fauna berrühren und nur zum kleinsten Theile
aus den obern Meeresscbicbten „wie Schneeflocken" nieder-
sinken. Mikrogeologische Studien über das kleinste Leben
der Meerestiefgründe u. s. w. A. a. 0.
Ueber den Antheil, welchen die Globigerinen an der
Bildung des Meeresgrundes haben, vergl. weiter Thom-
son, the depths etc. p. 414 — 416.
Wall ich 's deep-sea researches on the biology of
Globigerina London 1875 ist Ref. nicht zugekommen.
Parker und Jones liefern in den Ann. and Mag.
nat. bist, eine Fortsetzung ibrer Studien „on the nomencla-
ture of the Foraminifera" und behandeln darin zunächst
die von Ehrenberg sowohl in den Abbandlungen der
Berliner Akademie (11. div.), wie in der Microgeoiogie be-
schriebenen und abgebildeten Arten, die sie sämmtlich zu
deuten den Versuch machen. L. c. Vol. IX. p. 211 — 230
p. 280-303, Vol. X. p. 184—200, p. 253—271, p. 453—457.
Unter den von Norman an dem transatlantischen
Telegrapbenkabel aufgefundenen 35 Foraminiferen (Ann.
and Mag. nat. bist. Vol. XV. p. 174—176) finden sich meh-
rere bisher nur fossil aus dem Wiener Becken und anders-
woher bekannte Arten.
Auch Miller und Broeck identificiren in ibrer Ab-
handlung über die lebenden und fossilen Foraminiferen
Belgiens (Ann. soc. malacozooL Belg. 1873, 34 Seiten mit
Abbild.) vielfach beiderlei Formen.
van den Broeck liefert weiter „liste des Foramini-
feres du Golf de Gascogne"; Bordeaux 1875 (7 Seiten).
Ebenso veröffentlicht Robertson „notes on the recent
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 575
Foraminifera of tlie Firth of Clyde", Transact. geol. Soc.
Glasgow T. V. p. 112.
lieber die Forammifereii' (und PolycystiDen -) Fauna
vom Golf St. Lorenz handelt Whiteaves, Ann. nat hist.
Vol. X. p. 343.
Leidy berichtet (Proceed. Philadelphia Aead. 1875.
March) über die von ihm an der Küste Connecticuts beob-
achteten Foraminiferen. Ausser einer Quinqueloculina (Q.
meridionalis d'Orb.?) und einer Rotalia (mitR. variansSch.
verwandt) war es besonders eine Anzahl von Sandfora-
miniferen, welche die Aufmerksamkeit des Verf.'s erregten.
Eine derselben war (mit 18 Zellen) spiralig gewunden,
wie eine Rotalia, eine andere (mit 13 Zellen) glich in Form
und Anordnung der Zellen der Textilaria agglutinans d'Orb.,
eine dritte bestand aus einer geraden oder schwach ge-
bogenen Zellenreihe. Zu diesen Formen kommt dann
weiter noch die fast gigantische einzellige Astrorhiza, die
weiter unten noch besonders erwähnt werden wird.
Winther veröffentlicht in der Naturk. Tidsskft. (Bd.
IX. p. 100—132) „fortegrelse over de i Danmark levende
Foraminiferen" und zählt darin 42 Arten auf.
Ehreuberg findet in den von der Germania gesam-
melten Grundproben neben zahlreichen Spongolitben 37
Polythalamien (und 6 Polycystinen), von denen zahlreiche
Formen neu sind und durch Abbildungen illustrirt werden.
Zu den letztern gehören: Äristerospira adspcrsa^ Ä. ho-
rcalis, A. corticosa, Ä. cucnUaris^ Galcarina paradoxa, De-
xiopora horealis, Noäosaria halaenarum, Nonionina Koläeiveyi
(= Dexiospira borealis Ehrbg.), Flamdina profunda, Ro-
talia groenlandica, R. Hegemanni, R. microtis, Strophoconus
arcticus, Str. Jiyperhoreus. Zweite deutsche Nordseefahrt
Th. IL S. 457.
Ebenso giebt derselbe in seinen „microgeologischen
Studien, als Zusammenfassung seiner Beobachtungen des
kleinsten Lebens der Meeres -Tiefgründe aller Zonen und
dessen geologische Einfluss" (Monatsber. der Berliner
Akad. 1872) auf S. 276—321 eine kurze Charakteristik
von 90 neuen Polythalamien, 113 neuen Polycystinen und
einigen neuen (den Poly gastern zugezählten) Monothalamien,
576 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
von denen mehrere als Typen neuer Geschlechter betrach-
tet werden. Die Aufzählung der Arten unterlassen wir ;
dafür aber folgt hier die Charakteristik der vom Verf.
neu aufgestellten Genera,
Äspidodexia n. Habitus Aristeroporae, spira sinistro imper-
forato latere aperta, ia dextro perforato latere obteeta.
BoWodium n. Globosum, Globulinae affine, osiiura amplum,
rotundum laterale iiec terminale, cellulae involventes.
Hemisterea n. Habitus Rotaliae, latere dextro poroso, sini-
stro integro.
Hemisticta n. Aequalis Rotaliae, latere sinistro poroso, dextro
integro.
Otostomiim n. Polymorphinae characteres in statu juvenili;
superiores cellulae singulas inferiores ita involventes, ut seriera
simplicera forment; apertura sub apice cellularum, renis aut auris
habitu, laterali, emarginata, ampla.
Polydexia n. Globigerinae characteribus instructae formae,
quae spiram in sinistro et aperturam amplam in dextro latere gerunt.
In den Ann. and Mag. nat. hist. Vol. XI. p, 226 wird (von
einem ungenannten Ref.) hierzu bemerkt, dass Äspidodexia vermuth-
lich eine Rotaline sei, und auch Hemisterea und Hemisticta davon nicht
abgetrennt werden könnten. Bolbodium ist möglicher Weise eine Pul-
lenia und Otostomum wahrscheinlich eine dimorphe Virgulina. Pe-
lydexia dürfte schwerlich von Globigerina sich abtrennen lassen.
Durch Thomson 's Depths of the sea (p. 91, Fig. 10)
werden wir mit einer neuen Art des sonst nur den wär-
meren Meeren augehörenden Gen. Orbitolites bekannt
gemacht, die dem nördlichen atlantischen Ocean zugehört.
Sie wird als Orb. tennissinms Carp. bezeichnet, mit einem
Namen, der daran anknüpft, dass die Schale, trotzdem sie
die Grösse eines Sixpence erreicht, papierdünn ist. Die
Kammern liegen sämmtlich in derselben Ebene und be-
ginnen mit einer Röhre, die mehrere Touren macht und
dem Gehäuse einer Cornuspira gleicht.
SpiroJoculina hyalina n. aus der Ostsee Fr. E. Schulze,
Rhizopodenstudien III. a. a 0. S. 137. Ebendas. auch
Beobachtungen über Quinquelocuiina fusca Brady, deren
Gehäuse übrigens nicht bloss aus Sandkörnern, sondern
einer chitinartigen organischen Grundlage besteht, der
solche Objecte in verschiedener Zahl eingefügt sind.
Derselbe Verf. liefert in dem TL Jahresbcr. der Com-
in d. Naturgesch. d. nit-d. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 577
sion zur Untersuchung der deutschen Meere, Berlin 1874
S. 99 — 114, eine Uebersiclit der im Jahre 1872 von der
Pommerana in der Nordsee gesammelten Foraminiferen.
Es sind im Ganzen 66 verschiedene Formen, die in topo-
logischer und systematischer ZusaniDienstellung dabei auf-
geführt werden. In einzelnen Buchten der Norwegenschen
Westküste sind dieselben so massenhaft, dass man den
Grund geradezu als Foraminifcren-Sand oder Schlick be-
zeichnen könnte, während anderwärts (z. B. Helgoland,
Jütische Küste) nur vereinzelte Schalen sich entdecken
Hessen. Unter den häufigsten und weitest verbreiteten
dürften ,Lagena marginata, Nonionina depressula, Poly-
stomella striatopunctata, Rotalia Beccarii, Discorbina globu-
laris, Globigerina bulloides, Truncatulina lobatula, Planor-
bulina farcta var. mediterranensis, Bulimina Pressli var.
ovata, Quinqueloculina seminulum zu nennen sein. Aus
der Tiefe wurden mehrfach auch Discolitheu und Cyatho-
lithen hervorgehoben. Ebenso beim Obertlächenfang vor
der Norwegenschen, Schottischen und Englischen Küste
ziemlich regelmässig und oft in grosser Menge Acantho-
metra echinoides Cl.-L. Als neu beschreibt Verf. schliess-
lich noch eine 8—9 mm lange wurstförmige Gromia und
drei ziemlich grosse rundliche Sandforaminiferen: Fsam-
mosphaera (n. gen.) fusca, kuglig mit glatter Oberfläche,
2—4 mm im Durchmesser, Stortos2Jhaera (n. gen.) al-
bida, ähnlich, aber mit kegeltormig vorspringenden un-
regeimässigen Zacken besetzt, und Ästrodiscus (n. gen.)
arenaceus, dessen linsenförmig abgepla;ttete 5 — 6 mm grosse
Schale am Rande 8 — 15 radiär gerichtete kurze und hohle
Fortsätze trägt, aus deren Endöifnungen die baumartig
verästelten Pseudopodien hervortreten. Die letzte Form
ist dem Gen. Astrorhiza nahe verwandt, wenn nicht
identisch.
Die hier erwähnten Sandforaminiferen sind übrigens
zum Tiicii wohl mit jenen identisch, die schon früher
von 0. Sars (Forhandl. Selsk. Christ. 1871. p. 250) neben
andern Rhizopoden in dem Schlamme des Hardaugertjords
(500 Faden) aufgefunden waren. Dieselben werden theils
als braune Körj)erchcn, von der Grosse kleiner Schrot-
578 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
körner (Saccammina sphaerica S.) beschrieben, theils als
solche von länglicher Strahlenforra (Rh ab d ammin a ahysso-
rumS.) oder gewissen Wurmröhren^ ähnlich (BatJiysii^hon
fiUformis S.).
Auch sonst scheinen die Sandforaminiferen in der
Meerestiefe vielfach in Menge vertreten zu sein. So be-
schreibt Bessels in der Jenaischen Ztschrft. für Medicin
und Naturwissenschaften 1875. Bd. IX. S. 265—279 Taf.
XIV unter dem neuen Namen Haechelina gigantea eine
sternförmige Sandforaminifere, deren Skelet einen Durch-
messer von 10 mm erreicht und, mittelst der Arme zu
förmlichen ausgedehnten Netzen verbunden, in Masse den
Sandboden des Block Island Sound in einer Tiefe von
etwa 12 Faden bewohnt. Der Innenraum der linsenför-
migen Schale enthält einen hellen Protoplasmakörper, von
dem nach Aussen dickere Stränge abgehen, welche die
Arme an der Spitze durchbohren und dann während des
Lebens zahllose feine Pseudopodien ausstrahlen lassen.
Die Colonieartig verbundenen Netze entstehen nach der
Vermuthung des Verf. 's durch Knospung von den Armen
aus, eine Angabe, die um so grössere Wahrscheinlichkeit
hat, als auch einzelne abgetrennte Protoplasmastückchen
in wenigen Tagen zu neuen Haeckelinen auswachsen, die
Anfangs nackt sind, aber allmählich ein Sandskelet auf
sich ansammeln.
Nach einer Mittheilung in dem Quarterly Journ. micr.
sc. 1876. p. 221 ist Haeckelina übrigens nichts weniger als
neu, sondern mit der schon im Jahr 1857 (Vctenskab.
Akad. Forhandl. p. 503) von Sandahl beschriebenen Astro-
rhiza identisch. Ebenso nach Fischer (Journal d. zool.
T. IV. p. 503—510 PL XVI) mit Arenistella Fisch.-Folin
(1870), so wie wahrscheinlich auch mit Ammodiscus Carp.
Verrill erwähnt dasselbe Rhizopodon in dem Rep.
Commission Fish and Fisher. for 1871 u. 1872 p. 503 und be-
merkt von ihm, dass er im Vineyard Sound ausserordent-
lich häufig sei. Auch Leidy beobachtet dieses merkwür-
dige Thier und macht darüber eine Reihe von Mittheilun-
gen (Proceed. Philad. Acad. 1875 March), die den Angaben
Bessels' gegenüber kaum etwas Neues enthalten dürften.
iü d. Naturgesch d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 579
Die von Whiteaves in dem Busen von St. Law-
rence gedrehten sternförmigen Sandforaminiferen gehören
sonder Zweifei gleichfalls zu Asterorhiza limicola. Amer.
journ. sc. and arts. T. VII. p. 211.
Dieselbe Form kam mit andern interessanten und zum
Theil neuen Sandforaminiferen auch mehrfach während
der Expeditionen der Porcupine und Lightning zur Be-
obachtung. Vgl. Thomson, the depths etc. p. 75. Unter
den liieher gehörigen neuen Arten wird eine fast zolllange
röhrenförmige und gekammerte Lituola und eine zweite
ähnliche Form erwähnt (1. c. p, 115), bei der die Stelle
der regelmässigen Scheidewände im Innern durch Bal-
ken vertreten ist, welche in verschiedener Richtung hin-
ziehen, wie bei der gigantischen fossilen Parkeria (J. B.
1869. S. 517). Carp enter bildet aus dieser letztern Art,
die nach der Beschaffenheit des einen stets mit einer
Bruchfläche versehenen Endes zu urtheilcn, auf fremden
Gegenständen festsitzt, das Gen. n. Botellina.
Als ÄrchaediscHS Karr er i n. beschreibt Brady eine
nummulithenartige Foraminifere aus der Kohlenzeit. (Ann.
and Mag. nat. bist. T. Xll. p. 286-289 PI. XI). Eben-
so später (ibid. Vol. XIII. p. 222—230 PL XII. eine
gleichfjills der Kohlenformation angehörende neue Num-
mulina (N. pristina). Durch letztere wird das hohe Alter
dieser nach Verf.'s eigener Untersuchung noch heute exi-
stirenden Form ausser Zweifel gestellt.
Dawson und Sterry Hunt behaupten gegen K in k
und Rowney (transact. Irish Academy Vol. X. p. 506 ff.)
die thierische Natur des Eozoon canadense. Proceed. roy.
Irish Akad. Vol. I. Ser. 2. 1871. p. 117—127, p. 129-132.
Carter dagegen stellt sich sehr entschieden auf die
Seite derer, welche. die Forami niferenstructur und thierische
Natur des Eozoon in Zweifel ziehen (Ann. nat. bist. Vol.
XIII. p. 189—193), und glaubt diese Ansicht auch gegen
Carpenter, der unter gleichzeitiger Berufung auf das
beistimmende Urtheil von M. Schnitze (ibid. p. 324 und
372) seine frühere Darstellung zu rechtfertigen sucht (ibid.
p. 277—284), aufrecht erhalten zu müssen. King und
Rowney opponiren gleichfalls (ibid. 360—396) und ver-
580 Leuckart: Bericht üb. d. wisseuschaftlichen Leistungen
anlassen Carp enter zu einem eingehenden Excurse über
den feinern Bau der Nummulinen (ibid. 456 — 470 PI. XIX),
der aber King und Rowney (ibid. T. XIV. p. 274—289
PL XIX) keineswegs von ihrem Irrthum tiberzeugt, so
dass Carpenter schliesslich (ibid. p. 371 ff.) mit einem
Hinweis auf die Verschiedenheit des von beiden Seiten
eingenommenen Standpunktes den Streit, der inzwischen
auch eine sehr persönliche Färbung angenommen hatte,
abbricht. Da die Angelegenheit unter solchen Umständen
unerledigt geblieben , begnügen wir uns mit der Zu-
sammenstellung der Litteratur, nur noch hinzufügend, dass
bei dieser Gelegenheit auch die Frage nach der Priorität
der Entdeckung des Kanalsystems in der Foraminiferen- ^
schale zu einem Schriftenwechsel zwischen Parker, Jones
und Brady einerseits (1. c. T. XIV. p. 64, sowie 305)
und Carter andrerseits (ibid. p. 158) Veranlassung ge-
geben hat.
Später (ibid. Vol. XVI. p. 420—423) kommt Carter
noch ein Mal auf den betreffenden Gegenstand zurück (re-
lation on the canalsystem to the tabulation in the Fora-
minifera).
Kölliker schliesst sich übrigens auf Grund eigener
Untersuchungen der Deutung an, die Carpenter dem
Eozoon gegeben hat (Morphologie und Entwicklungsgesch.
des Pennatulidenstammes S. 17 Anm.), während die Mehr-
zahl der deutschen Mineralogen der Ansicht von der an-
organischen Natur desselben sich zuzuneigen scheint.
Heliozoa. Hertwig und Lesser erörtern (a.a.O.
Ö. 147—164) die Frage, ob die Heliozoen, wie das mit
mehr oder minder grosser Bestimmtheit neulich mehrfach
ausgesprochen ist, den Radiolarien zugerechnet werden könn-
ten. Sie kommen dabei zu dem Resultate, dass den Helio-
zoen nicht bloss überall die hohe histologische Entwicklung
der Radiolarien abgehe, sondern auch die für diese cha-
rakteristischen Gebilde vollständig fehlen. Allerdings hat
es nicht an Versuchen gefehlt, bei denselben eine Cen-
tralkapsel und Binnenblase nachzuweisen, aber das, was
man dabei im Auge hatte, entspricht den letztern so
wenig, dass man die verschiedensten Gebilde (Marksub-
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875 581
stanz, Kern, sogar einfache Pigmentkugeln) damit zusam-
menstellen konnte. Ebenso wenig lassen sich — was übri-
gens gleichzeitig auch von Greeff anerkannt wird — die
bei zahlreichen Heliozoen vorkommenden gelben und grünen
Ballen den sg. gelben Zellen der Radiolarien vergleichen, da
dieselben niemals eine Spur von zelliger Structur be-
sitzen, vielmehr vollkommen homogen sind und, von der
Färbung abgesehen, gewissen ovalen und rundlichen Kör-
pern gleichen, welche zwischen ihnen vorkommen, dieselben
auch gelegentlich ersetzen und aller Wahrscheinlichkeit
nach Nichts als aufgestapelte Nahrungsstoffe darstellen.
Das Einzige, was auf den ersten Blick an die Radiolarien
erinnert, ist die Gestalt und die Bildung des Skelets, aber
beides ist ziemlich indifferent und um so weniger maass-
gebend, als ja auch die echten Infusorien hier und da
Skelete tragen, die nach chemischer Constitution und Aus-
sehen von gewissen Radiolarienskeleten sich nicht unter-
scheiden lassen. Auch in Betreff der Fortpflanzung findet
sich Nichts, was auf die Radiolariengruppe hinweist, denn
ausser den wenig charakteristischen Encystirungen und
einfachen Theilungen kennen wir nur (bei Clathrulina)
die Bildung von Schwärmern mit Kern, contractiler Blase
und zwei Geissein, wie sie auch bei Microgromia vor-
kommen. Hiernach sind die Heliozoen als eine vorläufig
selbstständige Classe von Sarkodethieren anzusehen. Sie
sind einzellige, selten durch Vervielfältigung der Kerne
„vielzellige (oder vielkernige) " Organismen, deren kug-
liger Protoplasmakörper meist in eine Mark- und Rinden-
substanz, ein Endosark und Ectosark, differenzirt ist, und
zwar der Art, dass beide bald unmerklich in einander
tibergehen, bald auch scharf sich absetzen. Das Endosark
enthält die Kerne, die auch da, wo sie in Einzahl vor-
handen sind, meist mehr oder minder excentrisch liegen,
während das Ectosark dagegen durch den Besitz von con-
tractilen Blasen ausgezeichnet ist. Daneben finden sich
bisweilen auch einfache Vacuolen, welche dann im Ecto-
sark zwar mächtiger entwickelt sind, aber auch ins En-
dosark hinein sich erstrecken. Die zur Nahrungsaufnahme
und Fortbewegung dienenden Pseudopodien sind dünn und
582 Leiickart: Bericht üb. cL wissenschaftlicheu Leistungen
fadenförmig, meist auch von bedeutender Länge, bald ho-
mogen, bald mit langsamer Körnchenbeweguug. Sie stehen
radiär und besitzen für gewöhnlich eben so wenig Veräste-
lungen, wie Anastomosen. In manchen Fällen zeigen die-
selben eine Differenzirung in Kindenschicht und Achse,
w^elche letztere dann zur Stütze ein aus verdichtetem
Protoplasma bestehendes beiderseits zugespitztes Stäbchen
einschliesst. Das Skelet zeigt verschiedene Grade und
Formen der Entwicklung und fehlt in manchen Fällen
gänzlich. Die Theilung geschieht entweder am nackten
Körper oder innerhalb einer Cyste, unter der die Theil-
stücke dann nochmals eine feste kapselartige Hülle aus-
scheiden. In beiden Fällen gehen die durch die Theilung
entstandenen Tochterindividuen entweder direct in ihre
bleibende Form über, oder sie machen vorher ein Schwär-
merstadium durch.
Die von den Verff. speciell untersuchten und charak-
terisirten Formen (S. 164—237 Taf. IV) sind folgende:
1. Heliozoa asceleta. Der nackte Weichkörper ist ausserordent-
lich reich an Vacuolen und allseitig mit Pseudopodien besetzt,
welche einen Achsenfadeu in sich einschliessen.
Actinophrys sei Ehrenbg. Körper regelmässig kuglig, bis auf
eine centrale Protoplasmalage von homogener Beschaffenheit durch-
aus blasig. Contractile Blase einfach, über die Körperoberfläche
stark prominirend. Kern im Mittelpujikte des Körpers, mit deutlich
entwickelter Kernmembran und grossem Nucleolas. Pseudopodien
körnerreich, selten anastomosirend, unverästelt.
Actinosphaerium Eichhorni Ehrbg. Der regelmässig kuglige
Körper ist von durchaus blasiger Structur und in sich deutlich
gegen einander absetzende Rinden- und Marksubstanz differenzirt.
Rindensubstanz mit grossen, radiär angeordneten Vacuolen und
mehreren contractilen Blasen; Marksubslanz mit kleinen polygonalen
dickwandigen Vacuolen und zahheichen peripherisch gruppirten
Kernen. Pseudopodien zahlreich, aus deutlichen bis in die Mark-
substaiiz eindringenden Achsenfäden und einer körnigen Rindenschicht
bestehend.
2. Heliozoa sceletophora, mit einem Skeletpanzer, der bald
aus zahlreichen Stücken besteht, bald auch eine zusammenhängende
solide Schale darstellt.
* Chalarothoraca. Das Skelet besteht aus einzelneu Stäbchen.
Kügelchen, Tafeln oder Körncheu, nicht selten auch zugleich aus
mehreren dieser Gebilde.
in (1. Naturgesch. d. nie d. Thierc währ. d. Jahre 1872—1875. 583
Acanthocystis Cart. Skelet vorwiegend ans Stacheln gebildet,
welche mit einem Basalplättchen versehen sind. Weichkörper aus
einem homogenen Eudosark und einem Körnchen und Körner füh-
renden Ectosark zusammengesetzt. Im Endosark der stets einfache
Kern, im Ectosark mehrere coutractile Blasen. Pseudopodien dünn,
ausserordentlich lang, körnchenreich, unverästelt (aus körnigerRinde
und einem hyalinen Achsenfaden bestehend?). A. spinifera Greeff.
Stacheln ausserordentlich zart und spitz, genau radiär angeordnet;
Basalplättchen durch dichte Aneinanderfügung zu einer hohlkugel-
förmigen Kapsel vereint. Ä. aculeata n. Stacheln dornig gebogen
mit einfacher Spitze; eine regelmässige Anordnung der Basalplätt-
chen durch dazwischen gelagerte tangentiale Stäbchen verhindert.
A. turfacea Cart. Stacheln in zwei verschiedenen Formen vorhanden;
die eine Form kurz, dünn, weit gegabelt, die andre lang, derb
(hohl?), kurz gegabelt. Keine tangentialen Stäbchen vorhanden.
Pinacocystis (n. gen.) riihiciinda n. Skelet aus einzelnen
kapselartig aneinand(^r geordneten runden Täfelchen gebildet, ohne
Anhänge. Weichkörper aus Endosark und Ectosark zusammenge-
setzt; in ersterm der stets einfache Kern, in letzter m zahlreiche
kleinere und grössere bräunliche oder rostfarbene Körnchen. Va-
cuolen wahrscheinlich fehlend. In Seewasser, das aus Cöln bezogen war.
Heterophrys Arch. Skelet aus einer körnig erscheinenden,
wahrscheinlich spongiösen Grundlage mit zahlreichen, derselben auf-
sitzenden Stacheln gebildet. Körper in Endosark und Ectosark
differeiizirt; im Endosark der stets einfache Kern, im Ectosark
(wahrscheinlich stets) die contractilen Blasen. Pseudopodien lang,
körnig, unverästelt, anastomosenlos. H. marina n. Stacheln kurz,
körnige Schicht dick, vom Körper nur durch einen schmalen Zwi-
schenraum getrennt. Im Meerwasser. H. spinifera n. Stacheln
lang, Körnerlage dünn; Zwischenraum zwischen Körper und dem
eine Hohlkugel bildenden Skelet beträchtlich. Zahlreiche coutrac-
tile Blasen. (Die hier als Skelet gedeutete Hülle wird von Archer
und Greeff als eine Sarkodeschicht aufgefasst.)
Rhaphidiophrys Arch. Skelet aus tangential gestellten, leichtt
gekrümmten Nadeln gebildet. Körper einkernig (wahrscheinlich im
Endosark und Ectosark differenzirt, ob mit contractilen Vacuolen,
ist zweifelhaft). Pseudopodien körnerreich, sehr lang und unver-
ästelt. Bisweilen haufenweise in eine gemeinschaftliche Skeletmasse
eingelagert. Eh. elegans n. Jede Skeletnadel endet beiderseits mit
einem stumpfen, hakenförmig umgebogenen Ende.
Hyalocampe Gr. {= Pompolyxophrys Arch.). Skelet aus meh-
reren Lagen locker vereinter isolirbarer Kieselkugeln gebildet Pro-
toplasma von verschiedenartig gefärbten Körnern und Körnchen
durchsetzt. Kern einfach, Vacuolen nicht contractil, Pseudopodien
584 Leuckart: Bericht üb, d, wissenschaftlichen Leistungen
körnchenfrei, selten einmal dichotom verästelt. H. fenestrata Gr.
(= Pomph. piinicea Arch.). Kieselkugeln gross in wenigen Lagen
über einander geschichtet. H. exigua n. (= Astrodisculus ruber
Greeff?) Kieselkugeln unmessbar klein, in mehreren Lagen über
einander geschichtet.
** Desmothoraca. Ein fester, von zahlreichen Oeffnungen für
die Pseudopodien durchbrochener kugliger Panzer, bei den bisher
bekannten Arten auf einem Stiel von beträchtlicher Länge befestigt.
Hedriocystis (n. gen.) pellucida n. Schale rundlich oval,
mit zugespitzten Buckeln besetzt, deren durchbohrte Spitzen die
einzigen zum Durchtritt der Pseudopodien bestimmten Oeffnungen
bilden. Protoplasmakörper mit central gelegenem Kerne und meh-
reren contractilen Vacuolen in den peripherischen Partieen, an den
körnigen, unverästolten, nicht anastomosirenden Pseudopodien frei
im Schalenbinnenraume schwebend.
Clathrulina Cienk. Skelet von einer Gitterkugel gebildet,
welche aus einem einzigen Stück besteht und einem röhrenförmigen,
am peripherischen P]nde ausgefaserten Stiele von beträchtlicher
Länge aufsitzt, in der Jugend wasserklar, sj)äter intensiv dunkel-
braun. Weichkörper mit zahlreichen contractilen Blasen und einem
centralen Nucleus; Pseudopodien zahlreich, körnchenführend, ver-
ästelt und auastomosirend. (Beiläufig erwähne ich, dass Clathru-
lina auch um Leipzig nicht eben selten ist. Leidy glaubt dieselbe
sogar in Nord- Amerika aufgefunden zu haben, Proc. Acad. Philad.
1874, T. IL p. 145.)
Der bei Actinophrys sol und Rapbidioplirys nicht selten
vorkommenden colonieweisen Vereinigung und Verschmelzung-
wird von unsern Verff. eine jede Beziehung zu dem Fortpflan-
zungsgeschäfte abgesprochen. Sie sehen darin nur einen ganz
zufälligen Vorgang, der höchstens insofern eine Bedeutung"
habe, als dadurch die Nahrungsaufnahme erleichtert werde.
(Eine Ansicht übrigens, die sich dadurch widerlegt, dass
bei der Verschmelzung mehrerer Individuen die nahrung-
aufnehmende Pseudopodienfläche verkleinert wird.) Wenn
Greeff bei Actinosphaerium zwischen Rindenschicht und
Marksubstanz eine eigene membranenartige Protoplasma-
lage beschreibt, so beruht das auf einer irrthümlichen
Deutung der zwischen beiden hinziehenden scharfen Grenz-
linie, die durch die Verschiedenheit in der Anordnung
und Grösse der Vacuolen, sowie in der Dicke und Kör-
nelung der dazwischen hinziehenden Protoplasmablätter
hinreichend erklärt wird, auch bei den bloss einkernigen
in d. Naturgeacb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 585
Jugendformen noch nirgends existirt. Dass die Markmasse
von Actinospbaerium — was allein schon eine jede Yer-
gleichung mit der Centralkapsel der Radiolarien ausschliesst
— den Sitz der Verdauung abgiebt, ist bekannt. Freilich
darf man daraus nicht den Schluss ziehen, dass dem über-
all so sei. Vielmehr ist bei vielen Skelettragenden Son-
nenthierchen (Acanthocystis, Pinacocystis, Heterophrys) ge-
rade umgekehrt die zahlreiche gröbere und feinere Körn-
chen enthaltende Rinde der die Nahrungsaufnahme und
Assimilation vermittlende Theil, indem die Nahrungskörper
hier niemals in die centralen Körperpartieen hineingelangen.
Trotzdem ist auch hier nicht, wie überhaupt nirgends bei
den Heliozoen, die Centralmasse durch eine besondere Mem-
bran abgegrenzt. Bei Clathrulina beobachteten unsere Verff.
eine durch mehrfache Theilung eingeleitete Fortpflanzung,
in deren Folge ohne vorhergegangene Cystenbildung Schwär-
mer mit zwei Geissein entstehen, die nach einiger Zeit
ihre Bewegung verlieren, dann Pseudoi)odien entwickeln
und einen Stiel treiben, der ursprünglich einen unmittel-
baren Fortsatz der Körpersubstanz darstellt und erst später
durch Rückziehen der Innern Körnermasse zu einem röh-
renförmigen Skeletstücke wird. Auch für die Gitter-
schale vermuthet Verf. eine ursprünglich protoplasmatische
Grundlage.
Archer sucht übrigens einige der von Hertwig-
Lesser, sowie früher von Greeff beschriebenen Formen
auf Arten zurückzuführen, die er selbst beobachtet hat
(Journ. microsc. sc. 1875. T. XV. p. 202). Seine Bemer-
kungen beziehen sich vornehmlich auf Heterophrys marina
H.-L. (= H. myriapoda Arch.) und Acanthocystis pallida
Gr. (=: A. turfacea Cart.). Was bei Heterophrys als Sta-
cheln gedeutet wurde, besteht nach Archer aus einer
weichen Sarkodesubstanz.
Ziemlich gleichzeitig mit Hertwig-Lesser liefert
Greeff einen zweiten Artikel „über Radiolarien und radio-
larienartige Rhizopodon des süssen Wassers" (Archiv für mi-
kroskop. Anatomie Bd. XL S. 1-33 Taf. I und II) mit Be-
obachtungen über Acanthocystis (viridis) turfacea Cart., A.
spinifera Gr., A. Pertyana Arch., A. flava n., Pompholyx-
586 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscliaftliclien Leistungen
ophrys punicea Arch. (=: Hyalolampe fenestrata Gr.),
Heterophrj^s myriopoda Arch., Elaeorhanis (n. gen.)
cincta n., Finaciophora (n. geD.) fliiviatüis n., Glion-
dropus {n. gen.) viridis n., Ästrococcus (n. gen.) rufus n.,
Heliophrys (n. gen.) variahilis n., und Spliaerastriim
(n. gen.) conglohafum n., über eine Anzahl also theils schon
früher bekannter, theils auch neuer Arten, die wir mit
wenigen Ausnahmen der Heliozoengruppe zuzurechnen haben,
obwohl Verf. in seiner Auffassung von Bau derselben nach
wie vor an den verwandtschaftlichen Beziehungen zu den
Radiolarien festhält. Bei Acanthocystis tiirfacea, die schon
in früher Jugend die Charaktere des fertigen Thieres trägt,
so dass die früher dazu gerechneten kieselnadellosen For-
men damit in keinem genetischen Zusammenhange stehen
können, beschreibt Verf. jetzt noch eine dritte bisher über-
sehene Gruppe von kurzen Kieselnadeln, die tangential
zur Oberfläche liegen und mit den dicht zusammenstehenden
Fussplättchen der radiären Stacheln häufig ein mehr oder
minder fest zusammenhängendes Gerüste bilden. Die bei der
Encystirung unter den Kieselnadeln sich bildende innere Cyste
ist eine zusammenhängende Gitterkugel, die nach ihrem Ver-
halten gegen concentrirte Schwefelsäure aus Kiesel besteht.
Die früher von unserm Verf als muthmassliche Jugendform
der A. spiuifera beschriebenen kleineren Rhizopoden mit zwei
Pseudopodienbüscheln werden jetzt als identisch mit Di-
plophrys Archeri Bark, erkannt und als eine selbständige
Form in Anspruch genommeu, welcher wahrscheinlich auch
die Cystophrys oculea Arch. zugehöre, die nur eine durch
Theilung entstandene Colonie von Diplophrys darstelle.
Die Rindenschicht von Pompholyxophrys — ein Namen, dem
wir nur widerstrebend den viel gefälligem und völlig
gleichberechtigten Hyalocampe zum Opfer bringen möchten
— wird gegen Archer, der darin eine alveoläre Sar-
kodehülle sieht, auf Grund wiederholter Prüfung als eine
Kieselschale gedeutet, unter der beim Encystireu sogar
eine zweite gleichfalls kieselige Schale zum Vorschein
kommt In Heterophrys myriopoda hat Verf jetzt einen
Rhizopoden wiedererkannt, den er früher irrthümlicher Weise
als einen Entwicklungszustand von Acanthocystis turfacea
iu d. Naturgesch. d. nied Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 587
beschrieben. Kieselstacheln konnten nicht constatirt werden,
wohl aber zweierlei Pseudopodien, kurze und feine, die
der Aussenschicht entstammten und in zahlloser Menge
vorhanden waren, sowie eine geringe Anzahl sehr langer
und starker. Elaeorhanis hat eine auffallende Aehnlich-
keit mit Diplophrys, besitzt wenigstens wie diese eine im
Centrum liegende glänzende Oelkugel mit einer hyalinen
scharf umgrenzten Aussenschicht, ist aber äusserlich mit
einem mehr oder minder zusammenhängenden Gerüste von
Diatomeen, Sandkörnern u. s. w. umkleidet, aus dem zahl-
reiche feine und hyaline Pseudopodien strahlenartig nach
Aussen treten. Pinaciophora trägt ein aus beweglich an
einander gefügten Plättchen oder Täfelchen zusammen-
gesetztes Kieselgertist mit Poren, durch welche die zarten
fadenartigen und radiären Pseudoj>odien hervorgestreckt
werden. Nach Innen folgt eine schmale helle Rinden-
schicht und eine röthlich gefärbte Innenmassc, die jedoch
beide nicht scharf gegen einander abgesetzt sind. Im Cen-
trum liegt eine verhältnissmässig grosse hyaline Kugel
mit Kern. (Wahrscheinlich dieselbe Form, die wir oben
als Pinacocystis rubicunda Hert.-Less. aufgeführt haben.
Allerdings wurde letztere im Seewasser aufgefunden, die
Greef fische Form im Süsswasser, aber auch andere Sarko-
dethiere leben in beiderlei Medien.) Der kuglige Körper
von Choudropus ist mit festen grünen Kapseln gefüllt und
enthält in seiner äussern Sarkodeschicht ausser zahlreichen
kleinen scharf contourirten Stäbchen und sonstigen mehr
oder minder unregelmässigen Stückchen von ebenfalls
scharfer Umgrenzung viele dunkelglänzende Körnchen, die
in lebhafter Bewegung die Oberfläche umkreisen. Von da
treten diese Körnchen auf die radiären zarten und faden-
förmigen Pseudopodien über, an denen sie mit auffallend
grosser Geschwindigkeit auf- und niedersteigen. Aehnlich
verhält es sich bei Astrococcus, nur dass die hyaline Rin-
denschicht hier eine rothbraune kuglige Masse in sich ein-
schliesst. Heliophrys besitzt unter der mit zahlreichen
stäbchenförmigen Körnchen bedeckten hellen Rindenschicht
eine von zahlreichen Vacuolen durchsetzte, meist auch
grüne und rothe Körner enthaltende Innenmasse, die eine
588 Leuckart: Bericht üb. fl. wissenschaftlichen Leistungen
wechselnde Gestalt hat und die bald einfachen, bald auch
verästelten Pseudopodien entsendet. Bei hinreichender
Compression treten aus dem Innern mehrere (4—7) schei-
benförmige oder kuglige Centralkapseln hervor. (Helio-
phrys variabilis Gr. ist offenbar dasselbe Thier, welches
als schalenlose Amöbine von Hertwig-Lesser unter
dem Genusnameu Leptophrys beschrieben worden.) Sphaer-
astrum bildet Colonieen von (10 — 12) Actinophrysartigen
Rhizopoden, die durch Sarkodestränge mit einander ver-
bunden sind. Die Einzelwesen haben einen kugligen scharf
umgrenzten Körper, von dem die Pseudopodien ausstrah-
len, die ihrerseits guirlandenartig von einem breiten und
hellen Sarkodesaume locker umhüllt sind. Der Körper
selbst besteht aus heller homogener Substanz mit vielen
gröbern und feinern Körnchen und enthält im Centrum
eine verhältnissmässig grosse helle Kugel mit dunklerm
Kerne. (Sphaerastrum ist offenbar nichts anderes, als eine
coloniebildende Rhaphidiophrys Arch., wahrscheinlich Rh.
elegans H.-L., bei der das Skelet irrthümlicher Weise —
wie in noch andern Fällen — für eine Sarkodeschicht
gehalten ist.) Eine vorläufige Mittheilung über die hier
angezogenen Untersuchungen vergl. in den Sitzungsber. der
Marburger Gesellsch. für Naturwiss. 1873. N. 5. S. 47—61.
Greeff bestätigt die von Cienkowsky und Schnei-
der beobachtete Encystirung von Actinosphaerium Eich-
horni, sah dieselbe aber immer nur an wenigen Exem-
plaren, gleichgültig ob dieselben vorher sich copulirt hatten,
oder nicht. Zuweilen tritt während der Encystirung eine
Zweitheilung ein, und dann umgiebt sich jede Hälfte inner-
halb der gemeinschaftlichen noch mit einer besondern se-
eundären Gallertcyste. Durch eine Art Furchung zerfällt
dann eine jedes Thier in 10—12 kleinere Kugeln, die aber
je zu zweien wiederum verschmelzen, wie das Verf. in
allen von ihm beobachteten Fällen zu constatiren im Stande
war. Erst nach der Verschmelzung umgiebt sich jede Ku-
gel mit einer nicht einfahen, sondern doppelten verhält-
nissmässig dicken Kieselschale. Dann verschwinden, wie
Schneider beobachtet hat, die Kerne, und in der Mitte
einer jeden Kugel erscheint ein heller Raum, der sich
in cl. Naturgesch. d. nied. Tliiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 589
schon frühe als ein solides hyalines Gebilde erweist, das
sich in eine äussere und innere Schicht sondert, von denen
die letztere mit kernartigen Körpern erfüllt ist. Verf ver-
muthet in diesem Centralkörper nicht den „Kern" einer
Eizelle, wie Schneider, sondern den Keim des jungen
Sonnenthierch^ns selbst. Sitzungsber. der Marburg. Ge-
sellsch. für Naturwiss. 1873. S. 61— G4. („lieber die En-
cystirung von Actinosphaerium Eichhorni.")
Auch Schulze beschäftigt sich in seinen ^Rhizopo-
denstudien" mit dem Bau und der Lebensgeschichte des
Actinosphaerium Eichhorni (a. a. 0. Bd. X. 1874. S. 328
—350 Taf. XXII). Verf. kann sich der Auffassung von
Greeff nicht anschliessen, der zufolge sich das Körper-
parenchym dieses Thieres in vier über einander liegende
Zonen zerlegen lässt, sondern unterscheidet deren nur zwei,
die Mark- und Rindenmasse, die beide continuirlich in
einander übergehen und nur durch eine verschiedene Grösse
der eingelagerten Vacuolen und einen verschiedenen Körner-
reichthum des dazwischen ausgespannten Protoplasma unter
sich verschieden sind. Die Pseudopodien lassen sich nur
bis zur Marksubstanz verfolgen. Sie enthalten, wie Greeff
ganz richtig beobachtet hat, in ihrer Achse einen ziemlich
festen aus organischer Substanz bestehenden Skeletstab.
Die in das Protoplasma eingelagerten festen Körperchen
erklärt Verf. mit Bestimmtheit für Kerne mit Kerukörper-
chen. Sie vermehren sich durch Theilung und sind bei
den jüngsten Individuen nur in einfacher Zahl vorhanden.
Sie liegen hier im Centrum des gesamraten Körpers, der
somit ganz unverkennbar eine einfache Zelle darstellt.
Später rücken die Kerne mehr gegen die Peripherie des
Markes, so dass die Centralpartie davon frei bleibt. Diese
vielkernigen Thiere möchte Verf. übrigens eher für einen
Haufen verschmolzener resp. nicht differenzirter Zellen als
für einzellige Geschöpfe mit zahlreichen Kernen ansehen.
Nach einer Ausmündung der wandungslosen Vacuolen
wurde vergebens gesucht. Die Fortpflanzung wird durch
eine Art Einkapselung eingeleitet, indem sich der stark
contrahirte und durch Einziehen der Pseudopodien abge-
rundete Körper mit einer Gallertschicht umgiebt, unter
Archiv f. Naturg. XXXXII. Jahrg. 2. Bd. NN
590 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
deren Schutze die gesammte Masse durch fortgesetzte Thei-
hmg binnen zwei Tagen in einen Haufen von 10—30 kugel-
förmigen Stücken zerfiel, die je eine schliesslich verkieselnde
helle Hülle besitzen und in diesem Zustande von Schnei-
der ganz passend als Keimkugeln bezeichnet sind. Die
Hülle soll aus der früher alveolären Rinde hervorgegangen
sein. Im Innern enthält jede Keimkugel einen Kern, der ver-
muthlich gleichfalls dem Mutterthiere entstammt, in welchem
während der Einkapselung eine Reduction der Kernzahl
stattfindet. Im Ganzen stimmen die hier beschriebenen
Vorgänge mit der Darstellung überein, die Schneider
(J. B. 1871. S. 464) von der Fortpflanzung des Actino-
sphaerium gegeben hat, nur Hessen sich keinerlei An-
haltspunkte für die von diesem behauptete Begattung der
Thiere mit nachfolgender Befruchtung durch Conjugation
der innerhalb einer Cyste befindlichen Kerne auffinden.
(In Wirklichkeit ist übrigens die Auffassung von Schnei-
der mehr durch eine verschiedene Deutung der Thatsachen
bedingt, als durch einen Unterschied der Beobachtungen,
wie das auch von diesem selbst in der Ztschrft. für wissen-
schaftl. Zool. Bd. XXIV. S. 579 in einer Bemerkung zu
dem Aufsatze von Schulze hervorgehoben wird.) Nach
Ablauf der Wintermonate liefert jede Keimkugel ein ein-
kerniges junges Thierchen, dessen Mark und Rinde An-
fangs kaum deutlich gegen einander sich absetzen.
Leidy fand zwei Individuen von Actinophrys sol,
die durch einen strahlenlosen kugligen Körper unter sich
vereinigt waren. Der letztere schloss einen eiartigen Bal-
len in sich, der mit der Zeit in eine Anzahl von Oeltropfen
sich auflöste. Die beiden Individuen trennten sich, nachdem
diese Tropfen in das eine derselben übergetreten waren, und
unterlagen darauf einer mehrfachen Theilung. Ich citire
— da ich die Proceed. Soc. nat. bist. Philadelphia augen-
blicklich nicht einsehen kann — nach einer Mittheilung
in den monthly microsc. Journ. 1874. T. XII. p. 87.
An dieser Stelle dürfte wohl erwähnt werden, dass
nach einer Mittheilung Tatem's {Monthly microsc. Journ.
1872. Vol. VII. p. 169) Waller u.A. bei Actinophrys nach
vorausgegangener Copulation Schwärme von Embryonen
in d. Natnrgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 591
(swarms of embryonic germs) aus dem Körper hervortreten
sahen. Tätern selbst findet in Wässern, die Actinophrys
sol in Menge enthielten, kleine Wesen mit Pseudopodien
und langer Geissei, die unter seinen Augen schliesslich
wieder zu kleinen Actinophryen wurden.
Unter dem Namen Ciliophrys (n. gen.) infusionum
beschreibt Cienkowski (a. a. 0. S. 29) ein an x^ctino-
phrys sol erinnerndes kleines und nacktes Sonnenthierchen,
das statt des grossen contractilen Raumes eine bis drei
kleine zeitweilig auftretende Vacuolen besitzt und sich
unter Einziehung seiner Pseudopodien gelegentlich in einen
mit zwei Cilien ausgestatteten Schwärmer umwandelt. Da-
neben findet sich eine Vermehrung durch Abschnürung und
eine Verschmelzung zweier oder mehrerer Individuen zu
einem gemeinschaftlichen Körper, wie bei Actinophrys sol.
Eilh. Schulze giebt in seinen Rhizopodenstudien
II (a. a. 0. S. 378—392) eine eingehende Beschreibung
von Bapliidiophrys pallida n., die beständig solitär ist
und in ihrem Bau eine so nahe Verwandtschaft mit Acantho-
cystis besitzt, dass es Ref. fast zweifelhaft dünkt, ob sie
davon abgetrennt werden könne. Allerdings trägt dieselbe
einen aus unzähligen locker durch einander liegenden tan-
gentialen Nadeln gebildeten Skeletmantel, allein derartige
Nadeln sind inzwischen ja von Greeff auch bei Ac. tur-
facea beobachtet worden. Uebrigens ist nach der vor-
liegenden Beschreibung die Lagerung und Anordnung der
Nadeln bei Raphidiophrys eine viel weniger regelmässige,
als solches hier der Fall sein soll.
Wenn wir oben die Vermuthung ausgesprochen haben,
dass Heliophrys variabilis Gr. mit Leptophrys Hertw.-L.
identisch sein könnte, obwohl bei letzterer kein Aussenmark
beschrieben ist, so findet das durch die Darstellung, welche
E. Schulze von seiner Heterophrys varians n. giebt (a.
a. 0. S. 386—389), deren UebereinstimmungmitderGreeff-
schen Art nicht zweifelhaft ist, insofern eine Bestätigung,
als derselbe ausdrücklich bemerkt, dass seine Form bald
völlig nackt und hüllenlos gefunden werde, bald auch von
einer mit zahlreichen stark lichtbrechenden Körnchen be-
deckten breiten und fflashellen Kindenschicht umhüllt sei.
592 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Im Innern wurden 3—6 Kerne aufgefunden, auch eine
wechselnde Zahl pulsirender VacuolcD. Die Rindenschicht
wijd der Gallerthülie vieler niedern Algen gleichgesetzt.
Unter dem Namen LithocoUa glohosa n. gen. et
n. sp. beschreibt derselbe Verf. (a. a. 0. S. 389 ff.) einen
am Ostseestrande aufgefundenen, den Süsswasserheliozoen
ähnlichen Rhizopoden mit einem Sandkörnchengehäuse.
Das Gehäuse erinnert an die eutsprecheude Bildung von
Elaeorhanis Gr., obwohl die Sandkörnchen nur durch den
Sarkodekörper locker an einander gefügt sein sollen.
Äctinolophus (n. gen.) pedimcidatus n. dürfte nach
Schulze gleichfalls den Heliozoen und zwar den gestiel-
ten Heliozoen zugehören, obwohl die Pseudopodien nicht
allseitig dem Köpfchen aufsitzen, sondern bloss der vor-
dem Hälfte, und dem Thier dadurch, besonders in ge-
wissen Fällen, eine grosse Aehnlichkeit mit einer Aci-
nete geben. Es gilt das namentlich für solche Thiere,
welche anscheinend nackt sind, während daneben andere
vorkommen, bei denen der Leib in eine deutliche Gallert-
hülle eingeschlossen ist, die auf der Aussenfiäche allmäh-
lich ein aus Kieselplatten bestehendes Skelet bildet. Mit
der Ausbildung des letztern tritt unter gleichzeitigem Ein-
ziehen der Pseudopodien eine Theilung des Kernes ein,
der später vermuthlich ein Zerfallen des gesammten Kör-
pers folgen wird. Dass die Pseudopodien keine Saug-
röhren sind, wie sie den Acineten zukommen, geht daraus
hervor, dass dieselben gelegentlich mit einander verschmel-
zen. Eine pulsirende Vacuole konnte niemals aufgefunden
werden. Der Stiel ist röhrenförmig und durch seinen axi-
alen Theil mit dem Sarkodekörper in Verbindung. Ist
am Ostseestrande aufFucoiden undHydroidpolypen ausser-
ordentlich häufig und vielleicht mit Lecythia elegans Wrght.
oder der Zooteira religata dess. Autors (J. B. 1861, 62
S. 289) identisch. A. a. 0. S. 392—398 Tab. XXVIL
Grimm beobachtete (Archiv f. mikr. Anat. Th. VIII.
S. 531—533 Taf. XX) in den Torfmooren des Nowgorod'-
schen Gouvernements eine kugelrunde Süsswasserradiolarie
mit durchlöcherter Kieselschale und einem grossen Kern
(Centralkapsel), von dem nach allen Seiten dünne Fäden
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 593
durch die umhüllende Protoplasmamasse in die Pseudo-
podien eintreten. Gelbe Zellen waren nicht vorhanden.
Die Grrösse des Kernes und die ausserordentliche Menge
der Pseudopodien beweisen zur Genüge, dass das Thier
(Elaster Greeffii n. gen. et n. sp.) von Clathrulina und
andern Rhizopoden verschieden ist. „lieber eine neue Süss-
wasserradiolarie."
Radiolaria. Die Polycystinen hält Ehrenberg
(Abhandl. der Berl. Akad. 1875) mehr für spongienartige
Wesen, als für Rhizopoden. Auf Grund ihres Schalenbaues
wird dabei folgendes System aufgestellt (a. a. 0. S. 156).
I. Monodictya Nassellaria, Netzkörbchen. Zellige Kieselecha-
len mit iunerni weiten Hohlraum oder mit leichten Quereinschnürungen.
1. Mit einer weiten Mündung (einfach offen oder gegittert).
a. Mit innerm Hohlraum (Glieder, Zwischenwände und
Einschnürungen fehlen). Halicalyptrium (4 Genera).
b. Innerer Hohlraum mit gliederartigen Einschnürungen.
Lithochytrina (8 Gen.),
2. Mit oberer und unterer Oeffnung, die obere oft gitterartig,
die untere weit geöffnet. Encystidina (20 Genera).
II. Polydictya Spumellaria, Schaumsteruchen. Zellige Kiesel-
schalen mit innern Zellenräumcn oder einer Längseiuschnürung.
1. Ohne Mittelkern (aneinandergereiht und verschmolzen).
a. Zwei gegitterte Räume (neben einander, nussartig, durch
leiclitö Längseinschuürung geschieden). Spyridina (mit 5 Genera).
b. Zahlreiche kleine Zellen, conceutrisch, spiralig oder regel-
los angeordnet (st'-hwammartig), scheibenartig vereinigt, zuweilen
strahlig. Colodictya (12 Genera).
2. Mit Mittelkern -(eingehüllt).
a. Einfach kugelartig, länglich oder linsenförmig, zuweilen
am Rande sehr zierlich strahlig ge?-ahnt Haliommatina (9 Genera).
b. Mitte mit' eingehülltem Kern (augenartig), Rand concen-
trisch zeWig oder schwammartig (Form zuweilen flach, zuweilen
zierlich gelappt oder sternartig oder am Rande strahiig). Lithocycli-
dina (4 Genera).
Die 274 neuen Arten — sämmtlich fossil, manche
Repräsentanten neuer Gattungen — sind nicht charak-
terisirt, sondern bloss abgebildet. Unter ihnen sind zahl-
reiche von den jetzt lebenden und bekannten Arten ab-
weichende Formen.
Auch in den oben erwähnten „microgeologischen Stu-
dien" (Berl. Monatsber. 1872. S. 300—321) stellt Ehren-
59-4 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
berg zahlreiche neue Arten auf, sowie zwei neue Genera:
Ft er actis und Stylactis^ die letztere mit folgender Di-
agnose :
Pt er actis n. Corpuscula triradiata, irregulariter spongioso-
cellulosa, medio concentrico, radiis apice acutis subspinosis, connec-
ticulo radiorum meinbranaceo tenui, laxe subtiliter celluloso, apices
nou involvente.
Stylactis n. Rhopalastrum radiis stiliformibus nee clavatis.
Ebenso beschreibt derselbe in der zweiten deutschen
Nordpolfahrt Th. IL S. 457 noch Eycyrtidium ntitans und
Haliomma ursinum nn. von der Küste Ostgrönlands.
Ueber die Polycystinenfauna vom Golf St. Lawrence
vgl. Whiteaves Ann. nat. bist. Vol. X. p. 345.
3. Gregarinae.
Gabriel studirt die Entwicklungsgeschichte der bei
den Lumbricinen schmarotzenden Gregarinen und kommt
dabei zu der Ueberzeugung, dass diese keineswegs, wie
es nach Lieberkühn's Beobachtungen der Fall sein
sollte, durch einfaches Wachsthum aus den von Letzterm
zuerst beschriebenen Amöboiden hervorgehen. Zum Zwecke
der Umbildung in Gregarinen müssen letztere vielmehr zu-
nächst zu bald kleinern, bald auch umfangreichern Syn-'
amöben unter sich verschmelzen. Solitär bleibende und
als solche fortexistirende amöboide Körper, denen man in
der perivisceralen Flüssigkeit und den keimbereitenden Or-
ganen der Regenwürmer oft genug begegnet , sind an einer
zur Gregarinenform führenden Weiterentwicklung nicht
betheiligt und unterliegen andern Schicksalen. Die durch
Cbncrescens entstandenen Synamöben verhalten sich nun
aber keineswegs alle auf dieselbe Weise. Die einen,
die ihr Pseudopodienspiel rasch einstellen und sich
auf einen Haufen zusammenziehen, entwickeln in ihrem
Innern dunkel gefärbte Körnchen und verwandeln sich
darauf in gelbe und gelbbraune myxomycetenähnliche
Plasmodien, die Verf. in sporangienartige Stränge und
Schläuche übergehen und bei weiterer Züchtung eine
Flagellatengeneration erzeugen sah. Weit complicirter aber
gestalten sich die zu einer Gregarinenform hinführenden
Umbildungsprocesse der andern Synamöben, welche ihre
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere ,währ. d. Jahre 1872 — 1875. 595
CoBtractilität und die Fähigkeit zur Pseudopodienbildung
noch eine längere Zeit bewahren. Nicht bloss, dass es immer
nur einzelne der mit einander verwachsenen Amöben sind, die
in diesen Colonien zu Gregarineu werden, es geschieht auch
diese Umwandlung nach unserm Verf. bei den verschie-
denen (bis jetzt freilich kaum gekannten) Arten der Re-
genwurmgregarinen keineswegs auf die gleiche Weise,
sondern nach 3—4 Typen, die sich im Grossen und Gan-
zen freilich alle den Kategorien der Knospung und Spo-
renbildung unterstellen lassen. So entwickelt in dem einen
Falle eines oder zwei Coloniemitglieder im Innern ein
stark lichtbrechendes homogenes Protoplasmakörperchen,
das allmählich auf Kosten des mütterlichen Organismus
wächst und diesen in eine Hülle verwandelt, aus der es
schliesslich unter mehr oder minder lebhafter Bewegung
in Gregarinenform (mit Granulation und Kern) hervor-
kriecht. Jahresber. der Schlesischen Gesellschaft 1875.
Naturhist. Section S. 24 — 26.
Nach Perrier beherbergen die exotischen Lumbri-
cinen in ihren Hoden dieselben Pseudonavicellencysten
und Gregarinen, wie unsere einheimischen Arten. Archiv
zool. exper. T. I. p. LXXVII.
lieber die Gregarinenartigen Parasiten der Nemer-
tinen vgl. Mc. Intosh, Monograph br. Ann. I. p. 128—130.
PL XVIII und XIX.
Mosely fand in dem Magen der von ihm untersuch-
ten Exemplare von Peripatus capensis stets eingekapselte
kleine Gregarinen, Structure of Peripatus, Transact. Linn.
Soc. 1875. p. 762.
Giard beobachtete in dem Magen eines die Tiefsee
bewohnenden Amaurucium eine Monocystis, die nicht bloss
in allen ihren Entwicklungsstufen vertreten war, sondern
auch auf dem Objectträger durch langsames Verdunsten
des Wassers zur Copulation und Einkapselung gebracht
werden konnte. In allen Fällen waren es übrigens nur
die reifen und erwachsenen Exemplare, die diese Ver-
änderung eingingen. Arch. zool. exper. T. IL p. 495.
Ed. van Beneden veröffentlicht eine „Note sur la
structure des Gregarines" (Bullet. Acad. roy. Belgique 1872.
596 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
T. XXXIII, 16 Seiten mit 1 Taf., in's Engl, übersetzt (Journ.
micr. sc. 1872. T. XII. p. 211—218 PI. XI). Dieselbe be-
trifft vornehmlich die ßindenschicht der schon früher viel-
fach vom Verf. beobachteten Gregarina gigantea, an der
ausser der schon mehrfach beobachteten Längsstreifung
bei starker Vergrösserung noch eine Querstreifung unter-
schieden wurde, die von einer eignen, dicht unter der Cuti-
cula gelegenen Lage zarter Ringfasern herrührt und der
Muskulatur des Infusorienkörpers verglichen wird. Zu-
gleich hebt Verf. die Thatsache hervor, dass diese Fasern
sich erst allmählich in einem anfangs fast homogenen ein-
zelligen Organismus entwickeln und als das Resultat einer
Differenzirung anzusehen seien, die unter Umständen auch
bei so einfachen Wesen bis zur Ausscheidung verschie-
dener histologischer Gebilde hinführe.
Ray Lancaster (ibid. p. 342—351 PI. XX. remarks
on the structure of Gregarinae and the development of
Gr. sipunculi) bezweifelt übrigens die muskulöse Natur
dieser Ringfasern und deutet dieselben als ringförmige
Vorsprünge auf der Innenfläche der Cuticula, macht dabei
aber aufmerksam, dass der Bau sowohl der Cuticula, wie
der Rindenschicht bei den einzelnen Arten mancherlei Ver-
schiedenheiten darbiete. Was Verf. über die Entwick-
lungsgeschichte, die er bei Monocystis sipunculi zu beob-
achten Gelegenheit hatte, mittheilt, schliesst sich insofern
an die Darstellung van Beneden 's an, als die (geschwänz-
ten) Pseudonavicellen auch hier zunächst ein monerenar-
tiges Wesen hervorbringen, das erst später Kern und
Cuticula ausscheidet. Die Form der jungen Gregarinen
ist, abweichend von der spätem, langgestreckt, fast fila-
rienartig, wird aber allmählich dadurch verändert, dass der
Vordertheil stärker wächst und immer stärker gegen den
schwanzartig beweglichen Hinterkörper sich absetzt. Der
letztere wird schliesslich abgeworfen und dann geht das
Thier nach mehrfach wiederholter Längstheilung in die
ausgebildete Form über.
Aime Schneider handelt (Archiv zool. exp6r. T. II.
p. 515—533 PI. X) „sur quelques points de l'histoire du
genre Gregarina", nach Untersuchungen, die vornehmlich
in (1. Naturgesch. d, nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 597
an Gregarina ovata Duf. aus dem Magen des Ohrwurmes
angestellt wurden. Die Parasiten kamen theils einzeln
vor, theils auch zu zweien lose verbunden, doch blieb es
zweifelhaft, ob diese Vereinigung als Folge einer Theilung
oder als Einleitung einer Conjugation anzusehen sei. Auch
die mit dem Kothe entleerten Cysten zeigen — und ebenso
verhält es sich bei Gr. cuneata und einer dritten Art
aus Harpalus serripes, wahrscheinlich, wie Verf. vermuthet,
bei allen Gregarinen — zweierlei Formen, die sich zu-
nächst und vorzugsweise durch eine verschiedene Grösse
von einander unterscheiden. Da die kleinern Cysten nach-
weislich von den solitären Gregarinen herstammen, nimmt
Verf. für die grössern einen Ursprung von zwei verbundenen
Individuen an. Wenn man die Cysten im Wasser culti-
virt, dann durchlaufen dieselben eine Reihe von Verände-
rungen, die bisher nur unvollständig bekannt waren. Zu-
nächst schwindet die Zweitheilung, die man an der In-
haltsmasse der grössern Kapseln zur Zeit der Entleerung
beobachtet. Der körnige Inhalt zieht sich von der Kap-
selwand zurück und nimmt seiner Hauptmasse nach eine
zackige morgensternartige Gestalt an, während die peri-
pherisch gelegenen Schichten eine Art Hülle bilden. Die Cen-
tralmassc zerfällt dann auf eine schwer zu erkennende Weise
in Psorospermien, während die umhüllende Körnerschicht
verloren geht, und die kegelförmigen Zacken röhrenartig sich
verlängern und in Gebilde auswachsen, durch die hindurch
die „Sporen" in rosenkranzförmigen Ketten nach Aussen
hervortreten. Mit Rücksicht auf diesen Vorgang bezeichnet
Verf. dieselben als Sporengänge (sporoducte). Man unter-
scheidet* an ihnen eine kurzen und weiten Basaltheil, der
mit der Innenfläche der Cystenwand zusammenhängt und
ein aufsitzendes dünnes und langes Endstück. Der Vor-
gang der Sporenbildung bis zum Austritte nimmt einen
Zeitraum von etwa sechs Tagen in Anspruch. Die Spo-
ren selbst sind bei Gr. ovata und den übrigen Arten mit
Sporengängen (wahrscheinlich dem gesammten Gen. Gre-
garina) ohne äussere Hülle, sg. Leptocytoden. Wo die-
selben von einer Schale umschlossen sind, da fehlen 'die
Sporengänge, so dass man vielleicht nicht unpassend von
598 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
„Cytospor^es" und „Cytodosporees" sprechen könnte. Unter
den kleinen Cysten der Gr. ovata bilden einzelne übrigens
nur einige wenige weite Sporengänge, dem entsprechend
denn auch die Sporen eine vier Mal beträchtlichere Grösse
besitzen. Sie werden im Gegensatz zu den gewöhnlichen
sg. Microsporen als Macrosporen bezeichnet, sind aber
von genau demselben homogenen Aussehen. Die bei den
Culturversuchen zwischen den austretenden Sporen sich
einstellenden Protamöben haben zu denselben keinerlei
Beziehung.
In einer spätem Arbeit (sur un appareil de disse-
mination des Gregarina et Stylorhynchus, Cpt. rend. 1875.
T. 80. p. 432—435, in's Engl, übersetzt Ann. and Mag.
nat. bist. Vol. XV. p. 368) liefert Schneider den Nach-
weis, dass die Sporengänge als selbstständige Bildungen
im Innern der Kapsel ihren Ursprung nehmen, wahrschein-
lich von der peripherischen Körnerschicht gebildet werden
und Anfangs mit dem spätem peripherischen Ende nach dem
Mittelpunkte des Kapselinhaltes zu gerichtet sind. Der Ueber-
gang in die definitive Bildung wird durch eine Umstül-
pung vermittelt, nachdem das Basalende vorher mit der
Innern Kapselwand verwachsen ist. Stylorhynchus (St.
oblongatus Hammershm. aus Opatrum sabulosum) besitzt
im Gegensatze zu dem Verhalten von Gregarina einen
förmlichen Sprengapparat, der aus dem bei der Sporen-
bildung nicht gebrauchten Ueberreste der Inhaltsmasse be-
steht und unter Kugelform, allseitig von den Sporen um-
geben, im Centrum der Cyste gelegen ist. Nachdem die
Si>oren an der um diese Zeit vielfach gelappten Körner-
masse gebildet sind und unter eigenthtimlichen, mehrere
Stunden anhaltenden lebhaften Bewegungen ihre definitive
Gestalt angenommen haben, umgiebt sich der Rest der
Körnermasse mit einer besonderen Hülle (pseudocyst) und
verwandelt sich unter derselben in eine Blase, die dann
an Grösse zunimmt und schliesslich die eigentliche Kap-
selwand zum Bersten bringt.
Bei Gelegenheit einer Mittheilung über die Existenz
eiförmiger Psorospermien bei Mollusken spricht sich der-
selbe Verf. (Arch. zool. exper. T. IV. p. XL~XLII, note
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 599
sur la psorospermie du poulpe und note sur les rapports
des psorospermies oviformes aux veritables Gregarines,
mit Holzschnitten) dahin aus, dass man unter den sg.
Psorospermien vier von einander verschiedene Formen zu
unterscheiden habe, die Psorospermien, welche aus einge-
kapselten Gregarinen hervorgehen, die Fischsporospermien,
die eigentlich allein den Namen Psorospermien verdienten,
die sg. Miescherschen Körperchen und endlich die eiför-
migen Psorospermien, die keineswegs allein bei den Wir-
belthieren vorkommen, sondern auch bei Mollusken, wo
sie bei Helix hortensis schon 1855 (J. B. 1855. S. 454)
von Kloss aufgefunden und in ihrer Entwicklung ver-
folgt wurden. Schneider bezeichnet diese letzte Form
SiisKlossia helicina, die besonders von Eimer untersuchte
Psorospermie der Kaninchenleber als Eimer ia faiciformis.
Zu dieser letzten Gruppe gehört nun auch eine schon von
van Rene den gesehene neue Form {Benedenia odopiana
— sie! — ), die in Massen unter dem Peritonealüberzuge
des Darmes von Octopus vulgaris gefunden wird. Sie er-
scheint Anfangs als eine einfache Zelle von rundlicher
Form, aber später zerfällt der Inhalt in zahllose kleine
Ballen, die allmäiilich eine feste Kapsel ausscheiden und
unter dem Schutze derselben etwa 15 sichelförmige helle
Körper bilden, wie solche auch bei Klossia und Eimeria
gefunden werden. Dieselben sind bald spiralig, bald nach
zwei rechtwinklich sich kreuzenden Richtungen neben ein-
ander gruppirt, die bei Anwendung eines Druckes leicht
hervortreten und mit dem Blute des Tintenfisches befeuch-
tet deutliche Bewegungen zeigen. Ihre Umwandlung in
amöbenartige Wesen konnte nicht beobachtet werden.
Schliesslich fasst Schneider seine Erfahrungen und
Untersuchungen über die Gregarinen in eine monogra-
phische Abhandlung zusammen, die unter dem Titel:
contributions ä Thistoire des Gregarines in dem Arch.
zool. exper. T. IV. p. 493—604 mit 7 Tafeln Abbildungen
(PI. XVI— XXII) erschienen ist und neben einer geschicht-
lichen Einleitung sowohl die Anatomie und Physiologie,
wie auch deren Systematik eingehend behandelt. Wir
schicken voraus, dass Verf. die Gregarinen unzweifelhaft für
600 Leuckait: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Thiere und zwar für einzellige Protozoen hält, die eine
Zusammenstellung mit pflanzlichen Gebilden nicht zulassen.
Der histologische Bau zeigt bei den einzelnen Arten man-
cherlei Verschiedenheiten, so dass eine wechselnde Anzahl
von Schichten sich unterscheiden lässt. Constant ist
bloss das Protoplasma (endocyte) mit Kern und Aussen-
haut (epicyte), doch lässt sich unter der letztern nicht
selten noch eine besondere helle Lage (sarcocyte) nach-
weisen, deren Innenfläche (myosite) gelegentlich eine fibril-
läre Beschaff*enheit hat. Die Fasern sind bald ringförmig,
bald spiralig oder gar netzförmig angeordnet, sind aber
keineswegs ausschliesslich Sitz der Contractilität, wie schon
daraus hervorgeht, dass eine Anzahl gerade der schnellsten
Formen derselben entbehren. Uebrigens sind diese Zwi-
schenlagen in allen Fällen als Differenzirungen des Pro-
toplasma anzusehen. In manchen Fällen fehlen auch die
Kernkörperchen, wie denn auch die Kerne nach der Ein-
kapselung alsbald verloren gehen. Die von Stein be-
schriebenen Didymophydeen, die zwei kerntragende Ab-
schnitte besitzen sollen, kann Verf. nicht als solche an-
erkennen; er glaubt, dass der Annahme derselben eine
falsche Interpretation von Bildern zu Grunde liegt, die
bei zwei verbundenen Gregarinen durch eine tiefere Ein-
senkung des hintern Individuums beobachtet worden. Eben
so wenig gelang es dem Verf. bei unsern Thieren jemals
eine Häutung nachzuweisen. Dafür aber constatirte der-
selbe die Thatsache, dass die mit einem besondern Haft-
apparate (öpimerite) versehenen Formen (cephalins) auf
einer bestimmten Entwicklungsperiode dieses Gebilde ab-
werfen und dann (als sporadins) zu einer selbstständigeu
Ortsbewegung befähigt werden. Die Einkapselung geschieht
bald im solitären Zustande, bald auch nach vorhergegan-
gener Copulation, wobei die Individuen mit den Kopf-
enden sich an einander legen und .verschmelzen. Von letz-
terer unterscheidet Verf. übrigens die sg. Pseudoconjunc-
tion, bei der sich zwei zusammenhängende Individuen je für
sich einkapseln, so dass schliesslich eine Cyste mit zwei
Kammern entsteht. Die Cystenwand geht nicht aus der
Cuticula hervor, sondern ist eine Neubildung, in der man
in d. Naturgesch, d, nied. Thiere wäbr d. Jahre 1872 — 1875. 601
gelegentlich mehrere Schichten unterscheiden kann. Eine
Prolification wurde an den C3'Sten niemals beobachtet.
Die Bildung der Sporen geschieht an der Peripherie der
Inhaltsmasse, die vorher in zwei bald wieder verschmel-
zende Hälften sich getheilt hat, bisweilen durch eine Art
Sprossung. Die Inhaltsmasse selbst wird dabei mehr oder
weniger vollständig verbraucht. Nach Aussen gelangen die
Sporen gewöhnlich dadurch, dass die Kapselwand durch
Druck von Innen gesprengt wird, doch finden sich auch
Fälle, in denen der Austritt, wie wir oben sahen, durch
Entwicklung besonderer Sporengänge vermittelt wird. Die
Form der Sporen (Psorospermien, Pseudouavicellen) ist
wechselnd, im Ganzen aber sehr regelmässig und tür die
einzelnen Arten characteristisch ; bisweilen finden sich frei-
lich auch Abweichungen von der Kegel, meist in Gestalt
von Zwillingssporen. Hier und da könnte man selbst
(z. B. bei Monocystis lumbrici) von einem förmlichen Poly-
morphismus der Sporen reden. Auf die Existenz von Ma-
crosporen neben den gewöhnlichen Microsporen ist schon
oben hingewiesen, doch wollen wir hier noch hinzufügen,
dass bei den einzelnen Arten bald die eine, bald die an-
dere dieser Generationen als die normale zu betrachten
ist. Während Verf. früher gelegentlich von hüllenlosen
Sporen sprach, lässt er dieselben jetzt überall aus einer
festen, gegen Reagentien sehr widerstandsfähigen Schale
und einem plasmatischen Inhalt bestehen. An ersterer
erkennt man öfters zwei Hälften oder (Urospora) einen
schwanzartigen starren Fortsatz. Auch der Inhalt zeigt
gewisse Verschiedenheiten. Nicht selten sind die Sporen
auch rosenkranzartig an einander gereiht. Bald völlig ho-
mogen, lassen sie in andern Fällen einen Kern erkennen,
neben dem gelegentlich noch zwei Polkörperchen vor-
kommen. Die Entwicklungsgeschichte wird in einer von
der Darstellung Lieberkühn 's sehr abweichenden Weise
geschildert, indem der Inhalt der Sporen, statt unter amö-
boider Form auszuschlüpfen, zunächst eine Anzahl von
6—8 hellen sichelförmigen Körperchen liefern soll, die
mit dem zu einer Kugel zusammengeballten Ueberreste dieses
Inhalts (nucltuis de reliquat) in der Sporenschale verharren
602 Leaokart: Boriclit üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
und schliesslicli hervortreten. Bei Behandlung mit Ueber-
osmiumsäure zeigen diese Körperchen einen Kern ; sie zeigen
also im Wesentlichen schon den Bau der Gregarinen und
werden sich auch wohl direct oder, wie für die sg. eiför-
migen Psorospermien der Säugethiere angegeben wird, durch
einen amöboiden Zustand hindurch in diese verwandeln.
Daneben giebt es aber auch Arten, deren Sporen keine
sichelförmigen Körperchen bilden, und diese dürften sich
dann vielleicht auf die von Ed. van Beneden für Gre-
garina homari beschriebene Art (J. B. 1871. S. 479) ent-
wickeln. Die einzelnen Arten glaubt Verf , so weit er sie
kennt, am besten folgendermaassen in Gattungen vertheilen
zu können.
Stylorhynchus St. (p. p. = Rhizinia Hammerschm.) Gregariue
ä deux Segments, fixee a l'etat jeune, libre plus tard par mutilation
spontanee. Protomerite du cephalin surmonte d'un rostre cylindrique
au moins aussi long que le corps du protomerite et termine supe-
rieurement par un mamelon, qu'entoure ä la base un leger bourrelet
annulaire. Protomerite du sporadin regulieremeot arrondi. üeu-
teromerite tres-allonge et atteuue regulierement de la base ä l'ex-
tremite qui est subaigue. Nucleus ovalair avec un nombre variable
de nucleolus. Epicyte a double contour, sarcocyte tres -developpe
dans le protomerite. Septum plan. Endocyte tres-finement grenu.
Kystes dehiscentes par reptare da tegument sous influence d'un
volumineux pseudocyste central. Parois du cyste diversement sculp-
tee. Spores reunies en long chapelets subtrigones ou plus oii moins
spheriques, toujours colorees, ofFrant une epaisse paroi et un plasma
plus ou moins granuleux, sans nucleus distinct. Habitat: tube di-
gestif d'insectes du groupe des Heteromeres. St. ol'longatus Ham-
merschm., St. longicolUs n. aus Blaps mortisaga.
Clcpsidrina Hammerschm. (p. p. == Gregarina St. p. p.) Indi-
vidus fixes ä l'etat jeune, libres plus tard par mutilation spontanee,
et alors soit isoles, soit plus souvent reunis par couples, Tun derriere
l'autre. Epimerite termine chez'le cephalin en un bouton arrondi
ou conique. Kystes spheriques ou ovalaires, emettant le plus souvent
ä la maturite, par l'intermediaire de sporoductes, de longs chape-
lets de spores et gardant a leur interieur un residu granuleux. Spo-
res tres-regulieres, plus ou moins carreraent tronquees aux extre-
mites de leur grand diametre. ä section transversale parfaitement
circulaire, ayant valeur de simple leptocytodes, ä plasma pur, sans
granulations. Cl. Munieri n. aus Timarcha tembricosa, Gl. ovata Duf.,
Gl. blattarum v. Sieb., Gl. polymorpha Hammerschm.
Euspora n. gen. Gephalins? Sporadins soit isoles, soit le
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 603
plus souvent rennis par couples de deux individiis en Opposition,
comme chez les veritabes Clepsidrines, dont ils out eutierement le
facies. Kystes dehiscents par rupture du tegument, saus sporoductes.
Spores prismatiques, ä plasma pur, sans granulations, ni nucleus.
Eusp. fallax n. aus einem Engerlinge.
Hyalospora n, gen. Cephalins? Sporadins soit isoles, soit
reunis par couples on Opposition comme les veritables Clepsidrines.
Epicyte ä double contour; sarcocyte net; couche striee apparente.
Entocyte a grains arrondis; nucleus ovalaire ä nucleole unique; sep-
tum forme par le sarcocyte. Kystes dehiscents par simple rupture
du tegument. Spores ellipsoidales, tres-aigues aux extremites, forte-
ment renflees au milieu, ä plasma pur, sans granulations. H. Bos-
coviana aus Petrobus maritimus.
Stenocephalus n. gen. Gregarines paraissaut toujours de-
purvues d'un appareil de fixation. P]picyte ä double contour; nu-
cleus spherique; septum plan. Kystes ä sporulation complete, de-
hiscants par rupture du tegument. Spores fusiformes renflees, mar-
quees d'une ligne equatoriale foucee, ä plasma parfaitemeut pur,
sans granulations, ni nucleus. St. juli Leidy.
Porospora n. gen. Individus a deux segments, solitaires.
Forme generale allongee. Epicyte ä doube contour. Sarcocyte net;
couche striee, ä stries annulaires, tres caracterisee. Septum forme
par le sarcocyte. Nucleus ovalaire, ä nombre variable du nucle-
oles. Kystes ä sporulation complete, dehiscents par rupture du te-
gument. Spores spheriquea ou ovalaires, ä paroi tres-epaisse, per-
cee de canalicules poreux. Por. gigantea van Beued.
Gamocystis n. gen. Mouocystidee dont les individus vivent
ou solitaires ou reunis par couple en Opposition. Couples immo-
biles. Individus depourvus de touto espece d'appeudice. Kystes
spheriques, ä sporulation partielle, gardaut toujours un residu gra-
nuleux plus ou moius considerable, et mettant les spores en liberte
pEtT des sporoductes entierement identiques ä ceux des Clepsidrines.
Spores cylindriques allongees. ä bases legeremeut arrondies, ä plasma
plus ou moins trouble. G. tenax n. aus Blatta laponica.
Actinocephalus St. Gregarines d'abord fixees, puis libres par
mutilation spontanee. Forme generale ovalaire, oblongue. Protome-
rite du cephalin surmoute d'un epimerite bien distiuct, sessile ou
porte par un cou plus ou moins court. Epimerite delimite a la
base par une constriction circulaire tres -nette et garni superieure-
ment d'une couronne unique de dents ou crochets. Septum mem-
braneux, plan ou legereraent convexe. Nucleus spherique. Kystes
regulierement spheriques, purvus ou non d'une mince zoue trans-
parente exterieure, ä sporulation complete, ä dehiscence s'operant
par rupture de l'enveloppe. Spores biconiques, sans nucleus distinct,
604 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen liSistungen
mais renfermant au centre de leiir plasma un petit amas de granu-
lations. Ä. stelliformis t\. ans Staphylinus olons, Carabus anratus,
Engerling, A. Dujardini n. aus I^itbobius forcipatus, Ä. digitatus n.
aus Chlaenius vestitus.
Hoplorhynchus Car. Gregarines d'aboid fixees, puis libres par
mutilation spontanee; forme generale pvalaire, oblongue. Epimerite
en maniere de col -ires-long, legerement dilate ä son extremite su-
perieure et termine par un plateau garni de dents. Nucleus oblong.
Kystes dehiscents par simple rupture de teguraent. Spores ellipsoi-
dales, pourvues d'un nucleus distinct, ä plasma legerement granuleux.
H. oligacanthus St
Pileocephalus n. gen. Gregarine fixee d'abord, puis libre
par mutilation spontanee. Protomerite du cephalin surmonte d'un
epimerite en forme de bouton triangiilaire. Kystes dehiscents par
simple rupture du tegument. Spores en croissant, associees ä des
spores concretes en maniere d'Y, les unes et les autres munies d'un
beau 'nucleus, ä plasma fiuement granuleux. Pil. chinensis n. aus
Mystacides.
JEchitioceplialus n. gen. Gregarine d'abord fixee, puis libre
par la chute de petits appendices cn maniere de stylets groupes
assez irregulierement autour son epimerite. Epimerite persistant,
faisant partie du corps propre ment dit, mucrone, ä pointe simple
ou legerement bifide, excentriquement placee par rapport a l'axe
de figure. Nucleus spherique avec un seul nacleole. Kystes sphe-
riques, pourvues d'une zoue transparente, ä sporulation totale, ä
dehiscence s'effectuant par simple rupture du tegument. Spores
cylindriques, ä bases arrondies, pourvues d'un nucleole; assez sou-
vent assosiees en chapelets. Ech. hispidus u. aus Lithobius forcipatus.
Geneiorhynchus n. gen Gregarine fixee d'abord, libre plus
tard par mutilation spontanee. Cephalius pourvus d'un rostre allonge,
renfle ä son extremite superieure et herisse en cctte region d'un
grand nombre de dents fiues et ai^ues. Epicyte a double contour;
sarcocyte epais; septum plan; nucleus sperique avec un nombre va-
riable de nucleolus. Kystes ä sporulation complete, dehiscents par
simple rupture. Spores subnaviculaires, avec corpuscules figures.
Gen. Monnieri n. aus Libellenlarven.
Dufouria n. gen. Cephalins? Sporadins ovalaires lanceolees.
Epicyte ä double contour; sarcocyte nul. Entocyte ä grains tres-
fiins. Nucleus spherique; septum membraneux courbe en maniere
de voüte dans le protomerite. Contractilite egalement vive aux
deiix Segments. Kystes pourvus d'une large zone transparente, ä
sporulation complete, ä dehiscence par simple rupture. Spores de
forme subnaviculairt', ä paroi epais, produisant a leur interieur un
certain nombre de corpuscules falciformes. D. agilis n. aus Larve
von Colymbetes.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 605
Bothriopsis n. gen. Pas d'appareil de (fixation; le protome-
rite extremement developpe et en maniere de large massue arrondi
dans sa partie terminale, et en tenant Heu par la faculte qu'il a de
se constituer en ventouse en s'afifaissant dans le centre de sa face
superieure et en se relevant sur les bords. Deutomerite ovalaire
lanceole. Septum fortement proeminent ä l'anterieur du protomerite
en une sorte de doigt de gant. Nucleus ovalaire allonge plus ou
moins renfie au milieu, avec un nombre tres- variable de nucleoles.
JEpicyte ä double contour. Sarcocyte nul. Entocyte ä grains extre-
mement fins, bien lie et homogene. Kystes ä sporulation complete,
ä dehiscence par simple rupture du tegument. B. histrio n. aus
Wasserkäfern.
Urospora n. gen. Monocystidee de forme allongee, terminee
en point aigue en arriere, arrondie en avant et legerement mucro-
nee au pole superieure. Epicyte ä simple contour. Entocyte ä grains
tres-fins. Kystes ä sporulation complete, dehiscents par simple rup-
ture. Spores pourvues d'un appendice immobile, filiforme, environ
de la longueur de la spore, et insere sur son extremite la plus large.
Cette spore contenant ä l'etat de maturite six ou sept corpuscules
falciformes tres-allonges et diversement groupes ä son Interieur, off-
rant en outre un nucleus de reliquat au centre ou ä la base des
corpuscules. Ur. nemertis Köllik.
Gonospora n. gen. P'orme generale tres-allongee, ä l'extre-
mite anterieure doucemcnt arrondie, relevee ou non mediatement en
un petit mamelon obtus, egalement arrondie ä l'extremite poste-
rieure. Epicyte ä simple contour. Entocyte a grains tres-fins. Nu-
cleus spherique. Spores assez grosses, ovalaires, sans appendices,
produisant ä leur Interieur un certain nombre de corpuscules falci-
formes tres-allonges, groupes en un faiseau, avec nucleus au centre.
Gon. terricolae Köllik.
Ädelea n. gen. Monocystidee de forme spherique ou ovalaire,
immobile durant la plus grande partie de son existence; sans nul
appendice exterieure. Kyste ne differant de la gregarine que par
la disparition du nucleus et la formation d'une nouvelle paroi en
dedans la premiere; ä sporulation complete; deshiscant par rupture
du tegument. Spores relativement peu uonibreuses et volumineuses,
discoidales, bivalves, purvues d'un gros nucleus central et de deux
corpuscules divergents ä partir d'un mene pole. Ad. ovata n. aus
Lithobius forcipatus.
Üniversitäts-Biicbdruckerei von Carl Georgi in Bonn.
i
'-ä"<-Ä--¥>
^5-
c^^
fe^
m-^
^m^£~:.
jer -*5S5