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ARCHIT
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIE GM ANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR. R. LEUCKART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEN
DR. F. H. TROSCHEL,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
FÜNF UND VIERZIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin,
Nicolaische Verlags-Bucbhandlung
R. Stricker.
1879.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der
Arthropoden während der Jahre 1877—1878. Von Dr.
Philipp Bertkau in Bonn. (Zweite Hälfte.)
Hymenoptera 1
Neuroptera 36
Orthoptera ^ 41
Lepidoptera 72
Diptera 174
Rhynchota 198
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1878. Von T rose hei . . . 223
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1878. Von Troschel 256
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1878. Von Troschel 275
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1878. Von Troschel . . 319
Cephalopoda 342
Heteropoda 343
Gasteropoda 344
Lamellibranchiata 373
Brachiopoda 378
Tunicata 378
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1878. Von August von Pelzeln
in Wien 381
IV
Seite
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre 1876 —
1879. (Fortsetzung.) Von Dr. Rudolph Leuckart.
Echinodermata 469
Scytodermata . . ...... 481
Actinozoa 495
Crinoidea 567
Coelenterata * 591
Ctenophora 595
Hydromedusae 607
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der Arthropoden während der
Jahre 1877—78.
Von
Dr. Philipp Bertkau
in Bonn.
(Zweite Hälfte.)
m
Hymenoptera.
A. Förster. Ueber den systematischen Werth
des Flügelgeäders bei den Insekten und insbe-
sondere bei den Hautflüglern (Hymenoptera). Pro-
gramm der Realschule I. 0. zu Aachen für 1876/77. (4<^,
32 S. mit 1 Tafel.) Der Verfasser hat sich hier eine drei-
fache Aufgabe gestellt: erstens will er eine einheitliche,
auf eine vergleichende Betrachtung gestützte Benennung
der Adern und Zellen des Hymenopterenflügels geben und
zwar eine solche Benennung, die nicht bloss auf einzelne
Tribus oder gar Familien beschränkt bliebe, sondern sich
in der ganzen Ordnung anwenden lässt. Zu diesem Zwecke
zeigt er zweitens, wie das Geäder einer als Grundtypus
angenommenen Form nach der einen Richtung hin Compli-
cationen, nach der anderen Reductionen erfährt, aber doch
so, dass im ersten Falle gesagt werden kann, welche Adern,
Zellen etc. hinzugekommen, im letztern, welche übrig ge-
blieben sind. Drittens endlich weist er die Verwend-
barkeit der grossen Manichfaltigkeit, in der das Flügelge-
äder in dieser Ordnung auftritt, für eine natürliche Syste-
matik nach; die ganze Deduction ist auf den Oberflügel
beschränkt. Die Betrachtung des Hymenopterenflügels geht
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. A
2 Bertkau: Bericht üb. ä. Wissenschaft!. Leistungen
aus von der Gattung Bracon, dessen Flügel dem Verfasser
als der geeignetste erschien. Durch die 3 aus der Basis
entspringenden Längsadern (Unterrandader, Mittelader, Hin-
terrandader mit ihren resp. Verlängerungen, Radial- und
Cubitalader) nebst der einen ursprünglichen Querader
(Grundader) zerfällt der Flügel in 7 Felder (Unterrandfeld,
vorderes, mittleres, hinteres Schulterfeld, Radial-, Cubital-
und Discoidalfeld), die ihrerseits wieder durch weitere
Queradern in Zellen zerlegt werden. Die im Unterrandfeld
auftretende, an der Spitze gewöhnlich gabelig blind endende
Ader nennt Förster Schal tader (v. intercalaris) und die
für den Tenthredinidenflügel charakteristische Ader im
hinteren Schulterfeld Begleitader (v. accessoria; die An-
nahme des deutschen Wortes dürfte sich als wenig bezeich-
nend nicht empfehlen); für einige (bei Chalcidiern) nur
andeutungsweise auftretende Adern führt er den Namen
V. spuriae ein, der also anderer Natur als die vorherge-
benden ist. Um nun den zweiten und dritten Theil seiner
Aufgabe zu lösen, versucht Förster eine neue, ihm natur-
gemässer erscheinende Eintheilung der Hautflügler in ana-
lytischer Form, indem er zunächst die Ordnung in eine
Stirps sessiliventris und mobiliventris eintheilt. Erstere
zerfällt in die Tribus Serrifera, Uro c er ata und Holo-
nota, welchen letzteren Namen Förster für die Arten mit
ungetheiltem Hinterrücken und dicht über dem Munde ein-
gefügten Mandibeln (Oryssus etc.?) schafft Die Haliday'-
schen etc. Namen scheint er hier, wie bei der zweiten
Tribus desshalb gewählt haben, um die jetzt allgemein ein-
gebürgerten Namen: Tenthredinidae, Uroceridae, Ichneu-
monidae etc. für Familien aufzusparen. Ausser einigen
Neuerungen in den Namen (so Stipocampa für die Ich-
neumones, Entomotilla für die Bracones, Äcyrogastra
für die Evaniales, Chrysostilba für die Crysididen) ist
in der Stirps der Mobiliventres die neue Tribus der Eu-
trichocera (für Stephanus) und Diplomorpha (für Tri-
gonalys) zu erwähnen; bei der Anordnung und Charakteri-
sierung der Tribus werden andere als auch von den bishe-
rigen Forschern berücksichtigte Merkmale nicht ins Auge
gefasst. Der Nachweis der Modificationen, die das Geäder
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 3
des Braconflügels in den Tribus erleidet, kann der Natur
der Sache nach auf dem beschränkten Räume eines Schul-
programmes nur skizzenhaft sein und bewegt sich zumeist
unter den speciellen Lieblingen des Förster'schen Sammel-
eifers, unter Schlupfwespen und ihren Verwandten. Hier
wird der verschiedene Werth hervorgehoben, den dieselbe
Ader, dieselbe Zelle bei den verschiedenen Tribus, Familien
und Gattungen haben kann, und damit kommt der Ver-
fasser allmählich zu dem dritten Punkte seiner Aufgabe,
zu zeigen, was in den einzelnen Tribus für den
Flügel charakteristisch ist.
Brandt theilt kurz die Resultate seiner Recherches
anatomiques (!) et (!) morphologiques (!) sur le
Systeme nerveux des Insectes hymenopteres mit.
Compt. Rend. LXXXIII. p. 612 ff. Die normale Zahl (3)
der Brustganglien sinkt bei einigen (Apiden, Vespiden,
Crabro, Chrysis) durch Verschmelzen der beiden hinteren
auf 2. Während die Zahl der Abdominalganglien bei den
Larven konstant 8 beträgt (mit Ausnahme der Pteromalinen,
deren Ganglienkette durch eine einfache und compacte
Nervenmasse vertreten ist), schwankt die Zahl derselben
bei den Imagines zwischen 3 und 7, indem während des
Puppenstandes einzelne Ganglien mit einander verschmelzen,
und immer das erste Abdominal- mit dem letzten Tkorakal-
ganglion eine Fusion eingeht. Bei den Apiden und Ve-
spiden verschmelzen die beiden ersten Ganglienknoten des
Hinterleibes mit den beiden hinteren des Thorax, und bei
Cerceris, Pompilus, Ammophila, Formica mit dem letzten
Thorakalganglion. Bei der Arbeitsbiene und Mutillaeuro-
paea $ ist das vorletzte Abdominalganglion zusammenge-
setzt, das letzte hingegen einfach. Die meisten Entomo-
spheces, Ammophila, Cerceris, Odynerus haben 6 einfache Ab-
dominalganglien; bei 5 Ganglien ist bald (Andrena, Vespa)
das letzte, bald das vorletzte zusammengesetzt. Bei Eucera,
Crabro mit 3 Abdominalganglien ist das letzte aus 4 Lar-
venganglien verschmolzen. Vielfach ist eine Verschieden-
heit der Zahl nach den Geschlechtern beobachtet: Bombus
5 und $ haben 6, ^ 5, Apis $ 5, d^ und $ 4, Megachile
cT 4, $ 5 Ganglien. Eine ähnliche Verschiedenheit nach
4 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
dem Geschlecht zeigt sich in der Entwickelung der „ge-
stielten Körper" an dem oberen Schlundganglion des Kopfes,
die bei den Arbeitsbienen sehr gross, bei Drohne und
Königin dagegen klein sind; ähnlich bei Wespen und
Ameisen.
Die Frage: „Warum sind die Hymenopteren die
höchsten Insekten'' beantwortet Seh och zwar nicht
ausdrücklich, lässt aber doch durchblicken, dass er ihrer
geistigen Fähigkeiten wegen ihnen den ersten Platz anwei-
sen möchte. Zugleich macht er darauf aufmerksam, dass bei
ihnen die Oberkiefer von einem Organ der Nahrungszer-
kleinerung zu einem Greiforgan geworden ist, wie beim
Menschen die vordere Extremität zur Hand umgewandelt
ist. Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch. V. p. 291 f.
Brischke giebt in der Deutsch. Ent. Zeit. 1877.
p. 285 ff. Hymenopterologische Notizen, meist bio-
logischer Natur. (Polysphincta boops als Spinnenschmarotzer,
Oedemopsis Rogenhoferi Tschek c^ = Tryphon scabriculus
Grav., 2 Cryptus als Schmarotzerschmarotzer, Echthrus ar-
matus Grav. = Phygadeuon semiorbiculatus Grav. $ , He-
miteles socialis legt seine Eier in Microgaster-cocons.).
Das 1. Heft des VIII. Jahrg. (1877) der Berichte
naturw.-medic. Ver. in Innsbruck enthält auf S. 52 ff. ein
Verzeichniss der in Tirol beobachteten Gold- und Falten-
wespen. Von erstem sind 65 Arten in 8 Gattungen, von
letzteren 62 Arten in 11 Gattungen bekannt geworden, eine
vergleichsweise hohe Zahl, die wohl ohne Zweifel in dem
milden Klima Südtirols ihre Erklärung findet, die einem
Theil der Mittelmeerfauna die Verbreitung bis Bozen oder
gar Brixen gestattet.
Frivaldszky verzeichnet die von ihm indenComi-
taten Temes und Krassö (Südungarn) beobachteten Arten;
Magy. Tud. Akad. math. es term. Közl. XIII. p. 347. ff.;
Mocsary ebenso in den nördlichen Comitaten Zölyom
und Liptö; ebenda XV. p. 246 ff
Einige Hymenopteren aus den Kaukasusländern ver-
zeichnet in den Naturw. Beitr. z. Kenntn. der Kaukasusl.
p. 92. f.
C. Rondani beschreibt und bildet ab Vasparia para-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 5
Sita non vel minus cognita; Bull. Ent. Ital. IX. p. 166 ff.
Tav. III— VI. Die neuen Arten sind als solche wenig her-
vorgehoben, so dass ich wohl leicht eine habe übersehen
können.
A. Mocsary's „Data ad Faunam Hymenopterologi-
cam Sibiriae" in Tijdschr. v. Entom. XXL p. 198 ff. zählen
die von Kindermann in Sibirien gesammelten und im
Nationalmuseum zu Budapest aufbewahrten Hymenopteren
auf; von den angeführten (63) Arten gehören 23 den Ten-
thrediniden, 10 den Ichneumoniden, 2 den Chrysiden, 9
den Fossores, 6 den Vespiden, 9 den Apiden an.
Descriptions of new species of Hymenopte-
rous Insects from New-Zealand, collected . . , at
Otago. By F. Smith; Tr. E. S. Lond. 1878. p. 1 ff.
E. T. Cresson. Report upon the Collections ofHy-
menoptera made in portions of Nevada, Utah, Colorado,
New-Mexico and Arizona, during the years 1872, 1873,
1874, with list of Formicidae by Edward Norton. Chapter
VII of Wheeler's Rep. Geogr. Expl. W. ot looth. Mer. V.
Zool. p. 705 ff. 133 Arten (17 n.) und eine neue Gattung,
22 Ameisen (3 n., 10 mit Europa gemeinsam).
^ Förster. Kleine Monographieenparasitischer
Hymenopteren. Verh. Naturh. Ver. pr. Rheinl. u. Westf.
1878. p. 42 ff. Neue Gattungen mit Charakterisierung der
typischen Arten.
Hymenopterologischer Beitrag. Von F. F.
Kohl. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVII. p. 701 ff. Es
wird ein neues Larridengenus aufgestellt und eine Tachytes-,
Lindenius- und Crossocerusart beschrieben.
Apidae. F. Morawitz liefert Fase. II in A. Fedtchenko's
Puteshestvie y Turkestan etc. Pcheli (Mellifera) p. 161 fif. Taf. I— III.
(Nicht benutzt).
F. Smith. Catalogue of British Hymenoptera in the British
Museum. Second Edition. Part 1. Andrenidae and Apidae. London.
1876. 8vo, pp. 236, pls. A u. I— X. (211 Arten).
K. V. Dallatorre bringt die Fortsetzung und den Schkiss
der Apiden Tirols; Ferdinandeura. Dritte Folge. 21. Heft. p. 161 &.
vgl. d. Bericht 1875. p. 179 (155). Enthält die einzeln lebenden
Arten nebst Angabe ihrer Fundstätte, Erscheinungszeit, vorzugsweise
besuchte Blüthen u. s, f. Die Gattungen sind in folgender Arten-
6 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
zahl vertreten: Anthophora 10, Saropoda 1, Tetralonia 5, Eucera 1,
Systropha 1, Meliturga 1, Melecta 4, Crocisa 2, Epeolus 2, Nomada
13, Pasites 1, Phileremus 1, Ceratina 6, Xylocopa 3, Rophites 1, Ha-
lictoides 2, Panurgus 2 (calcaratus var. (^ nigricornis antennis totis
nigris, p. 169), Dufourea 2, Dasypoda 1, Melitta 3, Macropis 1, Pan-
urginus 1, Andrena 52, Halictus Latr. (Hylaeus F.) (leucozonius
var. nigrotibialis; tibiis mediis nigris, p. 178, tetrazonius var. pici-
cornis, vsir. nitens', intens, duplo minor specie, p. 179, cylindricus var.
rhodostoma, mandibulis rufis, p. 180, Smeathmanellus var. alpigenUy
segmentorura fasciis quasi detritis, thorace cyanescenti-aeneo ; statura
corporis gracillima p. 183) 38, Nomia 1, Colletes 6, Sphecodes 6,
Prosopis F. (Hylaeus Frst.) (annulata var. tristis, antennis totis nigris,
p. 186) 24, Megachile 15, Chalicodoma 5, Trachusa 1, Osmia 26,
Anthidium 9, Heriades 3, Trypetes 1, Chelostoma 2, Stelis 4, Coe-
lioxys 6. Von einzeln lebenden Bienen sind demnach 264 Arten aus
Tyrol bekannt, was mit den 33 gesellig lebenden des früheren Ver-
zeichnisses einen Gesammtbestand von 297 Apiden ausmacht.
Der Nachtrag zur Bienenfauna Kaucasiens von Dr.
F. Morawitz in den H. E. Boss. XIV. p. 3 ff. macht zu den 311
Arten 142 weitere bekannt, so dass die Gesammtzahl der aus dem
Caucasus bekannten Arten auf 453 steigt.
Th. Meehan. Boring of corollas from the outside by Honey-
Bees; Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 10.
E. Sauuders macht Remarks on the hairs of some of our
British Hymenoptera. Tr. E. S. Lond. 1878. p. 169 ff. PL VI. Fig.
1 — 16 (ausschliesslich Apidae).
Tetraipedis. abdominalis (Mexico); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878. p. 182.
Trigona nigerrima, nigra, perilampoides, thoracica (Mexico);
Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 181. >
Maurice Girard. Les Abeilles. 280 pp. avec une planche
coloree et figures dans le texte. Wegen einer Analyse s F. Pla-
teau in C. R. Ent. Belg. 1878. p. LXVI.
Dr. Aug. Pollmann. Die Honigbiene und ihre Zucht. Berlin
und Leipzig; Hugo Voigt.
Manuel d'apiculture rationelle; par 0. de Ribeau-
court; 2. ed., Neufchätel.
Clerici; Anatomia dell'Ape. 1876. 30 Pls.
L. H. Brofft macht im Zool. Garten 1877. p. 67 einen merk-
würdigen Fall der Auswanderung eines starken, mit Honig gefüllten
Bienenstockes bekannt, dessen Königin gestorben war. Neben dem
erwähnten Bienenstock war ein sehr heruntergekommener, und zu
diesem und mit dessen P^inwilligung wanderte der erstere aus, wobei
aber der Honig mitgenommen wurde.
Ueber die Einführung der Honigbiene in Chile und die dort
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 7
von ihr angenommene Lebensweise handelte. L. Landbeck, eben-
da p. 311 ff.
J. D. Hyatt. The Sting of the Honey Bee. Amor. Quart.
Microscop. Journal. Nr. 1. PL 1, II.
J. Perez berichtet in den Compt. Rend. 1878 9. Sept. p. 408
von seinem Bienenstocke, dessen Königin, eine italienische, von einer
Drohne französischer Rasse befruchtet worden war. Die Arbeiter
sind theils reine . italienische (?), theils reine französische (?) theils
Mischlinge zwischen italienischer und französischer Rasse. Von 300
geprüften Drohnen waren 151 rein italienisch, 66 hybride,
83 rein französisch. (Hätte sich Perez auf die einfache Mit-
iheilung des Factums beschränkt, so hätte er, die Richtigkeit der
Beobachtung vorausgesetzt, damit einen weiteren Beitrag zu den
Erscheinungen geliefert, die man durch eine Einwirkung des männ-
lichen Befruchtungsstoffes auf den befruchteten weiblichen Organis-
mus erklärt, wie solche im Pflanzen- und Thierreiche constatiert
sind, eine direkte "Widerlegung der Theorie, nach der sich
die Drohnen aus unbefruchteten Eiern entwickeln, ist durch die
mitgetheilten Thatsachen nicht geliefert. Auf welchem Standpunkte
der Kenntniss der einschläglichen (deutschen) Literatur Perez steht,
beweist er dadurch, dass er meint, man habe diese Theorie ersonnen
hauptsächlich, um die Erscheinung zu erklären, dass die weiblichen
l^achkommen einer durch eine deutsche Drohne befruchteten italie-
nischen Königin Mischformen, die männlichen dagegen rein italienischer
Rasse seien; von allen übrigen beweisenden Erscheinungen, von den
eingehenden Untersuchungen v. Siebolds auch bei Polistes, scheint
zu Perez keine Kunde gedrungen zu sein.)
Eine Erwiderung findet Perez von Seiten Sanson's (ebenda
p. 659), der aber eine andere Erklärung giebt, nämlich die, dass
die italienische Königin nicht reiner Rasse gewesen sei, und dass
sich demnach bei ihren Nachkommen gewissermassen Erscheinungen
des Atavismus gezeigt hätten. (Ist das Factum, dass die Königin
einem gemischten Stocke entstammt, richtig, so ist die Sanson'sche
Erklärung weniger gezwungen, als die, welche ich oben versucht
habe; Refer.).
Derselbe Gegenstand findet in den Ann. Sc. Nat. Zool. VII.
Art. Nr. 18. (wo Perez allerdings die Rassenreinheit seiner
italienischen Königin plausibel macht) und Art. 19 (wo Sanson
seine Einwände weiter ausführt), ferner in den C. R. de l'Instit.
sowie in der Eichstädter Bienenzeitung 1879 p. 61 und p. 62 weitere
Besprechung.
Eine Monographie der in Thüringen vorkommenden
Arten der Hym enopteren-Gatt ung Bombus mit einer
allgemeinen Einleitung in dieses Genus liefert Dr. Otto
Schmiedeknecht in der Jen. Zeitschr. Naturw. XII. (Neue Folge
8 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
V) p. 303 ff., nebst Tafel X und XI. Diese Monographie zeichnet
sich in vortheilhafter Weise vor den Arbeiten ähnlicher Ueberschrift
aus, indem sie neben einer sorgfältigen Unterscheidung der Arten
in hervorragender Weise die Lebensweise derselben, ihr Erscheinen
und Verschwinden im Jahre, die von ihnen vorzugsweise besuchten
Blumen, ihre Bauten u. s. w. berücksichtigt. Der Abhandlung ist
eine Literaturübersicht mit kurzer Besprechung des (heutigen)
Werthes der in dem betreffenden Werke mitgetheilten Beobachtungen,
ferner eine eingehende Darstellung der Lebensweise, ein Abschnitt
über die geographische Verbreitung und die Systematik der Gattung
Bombua und ihrer nächsten Verwandten vorausgeschickt. Aus dem
Abschnitt über die Lebensweise ist die Ansicht des Verfassers (die
allerdings nicht motivirt wird) hervorzuheben, dass auch überwin-
terte Arbeiter, wie sie von B. agrorum und soroensis beobachtet
wurden, im Stande sind, einen Staat zu gründen. Zur Bestimmung
der Art hat der Verfasser 3 Tabellen aufgestellt: eine zur Bestim-
mung der Weibchen und Arbeiter, 2 zur Bestimmung der Männchen.
Bei den beiden ersten Tabellen ist das Hauptgewicht auf plastische,
weniger auf Färbungs-Merkmale gelegt; eine Tabelle ist der Bestim-
mung der (-^ bloss nach der Verschiedenheit der Genitalien gewidmet.
Darauf folgt eine ausführlichere Beschreibung mit der Synonymie
der Arten. — In Thüringen beobachtet und in der vorliegenden
Monographie behandelt sind 19 Arten: B. terrestris L,, ruderatus
F., hortorum L., Latreillellus Kirb., elegans Seidl, mesomelas Gerst.,
pomorum Panz., hypnorum L., pratorum L., soroensis F. (dessen
grosse Variabilität in der Färbung nachgewiesen wird), mastrucatus
Gerst., lapidarius L., confusus Schenck, Rajellus Kirby, sylvarum
L., arenicola Thoms., agrorum F., muscorum F. und variabilis
Schmiedekn. p. 424, unter welchem Namen eine Art aufgestellt
wird, die bisher immer für eine Varietät von B. muscorum angesehen
ist, sich im männlichen Geschlecht aber sofort durch den verschie-
denen Bau der Copulationsorgane unterscheidet; die Weibchen beider
Arten lassen sich allerdings nur mit Hülfe der zugehörigen Männ-
chen unterscheiden.
(Derselbe ist nach Dalla-Torre == B. senilis; Bericht naturw.-
med. Ver. Innsbr. VIII. 3. Heft p. 171.)
0. Radoszkowsky macht einen Essai d'une nouvelle
Methode pour faciliter la determination des especes
appartenant au genre Bombus; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou.
LH. 4. p. 169 ff. Taf. I nnd II, p. 76 ff. In den einleitenden Bemer-
kungen sucht Radoszkowsky zu zeigen, dass nicht nur, wie allgemein
anerkannt, die Bestimmung der Arten durch die grosse Variabilität
schwierig ist, sondern dass auch von einzelnen Forschern Merkmale
zur Unterscheidung angewandt sind, die nicht existiren, und dabei
scheint er es namentlich auf Gerstäcker und Thomson abgesehen
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 0
zu haben. Er führt nun zwei neue Begriffe ein: das Verhältniss der
Länge des ersten Gliedes der Kiefertaster zum 2. bezeichnet er mit
dem Buchstaben B, die ganze Breite des Thieres (d. h. Thorax
zwischen Flügeln -f Flügel) zu der Länge des 1. und 2. Kiefor-
tastergliedes mit dem Buchstaben A; er findet, dass beide Grössen
bei derselben Art „assez stabile" sind für ^^^j^undj, dass B aller-
dings bei Männchen einige Abweichungen zeigt. In der Anwendung
dieser beiden Grössen besteht nun die ganze Neuheit der Methode;
der specielle Theil enthält die einzelnen Arten mit lateinischen
Diagnosen, Angabe der wichtigsten Synonymen, geographischen Ver-
breitung, Bauart u. s. w. in systematischer Reihenfolge aufgezählt.
In dieser Weise sind 36 Arten behandelt, darunter B. Ussurensis
(Sibirien) neu.
B. Rajellus Kirhy var. (Caucasus); Morawitz, H. E. R.
XIV; Biäingsii (Virgin.) p. 182, Morrisoni, appositus (Colorado)
p. 183, gelidus (Aleuten), Edioardsii (Calif.), Orotchii (ibid.) p. 184,
Couperi (Canada), Futnami (Color.), oregonensis (Or.), bifarius (Col.)
p. 185, improhus, viixtus p. 186, juxtus (! ibid.), vancouverensis
(Vanc), mexicanus (Mexico) p. 187; Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878; Mocsdryi (Ungarn); Kriechbaume r, Stett. Ent. Zeit.
1877. p. 253, nevadensis (N., Arizona, Neu -Mexico); Cresson,
Wheeler's Rep. Geogr. Expl. W. of 100 th. Her. V. p. 728. PL
XXXIV. Fig. 5.
Anthophora tomentosa (Mittel-Ungarn; = A. fulvipes Dours,
nee Eversmann); Mocsäry, Termeszetr. Füzetek. IL p. 19; c(h)ry-
socnemis (Eriwan) p. 21, moderna (Nikolajewka) p. 24, orientdlis
(ibid., Semenowka) p. 26, Harmalae (Etschmiadzin) p. 28, Astragali
(ibid.) p. 29, gemella (ibid.) p. 31; Morawitz, H. E. R. XIV; capi-
strata (Texas) p. 187, urhana (Color.), Erugii (Porto Rico) p. 188,
affabiUs (Texas), simillima (Color.), p. 189, pacifica, Edioardsii (Calif.)
p. 190, mucida (Color.), miserabilis (Calif.) p. 191, Morrisoni (Col.),
Crotchii (Calif.) p. 192; Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878.
K riechbau ra er setzt die Unterschiede der drei südeuro-
päischen Megilla-Arten, M. garrula, nidulans, albigena ausein-
ander. Ent. Nachr. 1877. p. 88 ff. M. nidulans kommt auch bei
Mainz vor; Schenck, ebenda p. 123; M. furcata in Norwegen
(Ringebo); Sch^yen, Nyt. Mag. Naturw. 1878. p. 213.
Tetralonia adusta (Südungarn); Mocsäry, Termesz. Füzetek.
I. p. 233 ; Armeniaea (Etschmiadzin) p. 33, acutangida (Akstafinskaja
etc.) p. 35 ; Morawitz, H. E. R. XIV ; Gabbii, apicidata (Costa Rica) ;
Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 220.
Eucera paradoxa (Ungarn) p. 15, Pannonica (ibid.) p. 17;
Mocsäry, Termesz. Füzet. II; Frivaldszkyi (Constantinopel); der-
selbe, Pet. Nouv. Ent. 1877. Nr. 166. p. 109; Echii (Südungarn),
Perezii (Ungarn und Südfrankreich), amplitarsis (Ungarn), parvi-
10 Bertkau: Bericht üb, d. wissenschaftl. Leistungen
cornis (ibid.); derselbe ebenda 1878. Nr. 208; atriceps^ discoidalis
(Helenowka); Morawitz, H. E. R. XIV.
Meliturga caucasica (Kasbek); Morawitz, H. E. R. XIV. p. 38.
Cilissa Budensis (Mittel-Ungarn); Mocsary, Termesz. Füzet.
II. p. 120; (Melitta) curiosa (Nikolajewka, Helenowka); Morawitz,
H. E. R. XIV. p. 60.
Megacilissa Yarrowi (Neu-Mexico); Cresson, Wheeler's Rep.
a. a. 0. p. 723; mexicana (Mexico), electa (Georgien); derselbe,
Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 221.
Macropis FrivaldszJcy i (Süd-Jüngdirn); Mocsary, Termesz. Fü-
zetek. IL p. 119.
H. Tournier giebt eine (unkritische) Revue critique des
especes du genre Ceratina Latr.; Pet. Nouv. IL p. 86; (C. Ghevrieri
= caerulea Will.; Puton, ebenda p. 90), vgl. ebenda p. 94.
H. Turner schildert den Nestbau von Xylocopa Virginica;
Amer. Nat. (1878) XII. p. 627.
Andrena carinata (Nikolajewka) p. 62, Eanuncidorum (Hele-
nowka etc.) p. 64, fuscocalcarata (Dorotschitschach) p. 66, tomentosa
(Nikolajewka) p. 67, sex-guttata (ibid.) p. 68, truncatüabris (Hele-
nowka; Karawanssarai etc.) p. 69, Pcdiuri (Karaw.) p. 71, rotundi-
labris (Etschm.) p. 72, hisidcata (Nucha) p. 73, cordialis (Nikolaj.)
p. 74, tenuis (Helenowka) p. 76, formosa (Eriwan) p. 78, laticeps
(Nikojajewka) p. 79, ' süvatica (Dorotschitschach) p. 81, melanura
(ibid.) p. 82, salicina (ibid.) p. 83, jugorum (Semenowka) p. 84, in-
constans (Dorotsch., Sem., Helen.) p. 86; Morawitz, H. E. R. XIV.
A. intermedia in Norwegen; Schrj^yen, Nyt. Mag. Natur w.
1878. p. 213.
Halictus trizonatus (Nevada); Cresson, Wheeler's Rep. a.
a. 0. p. 720. PI. XXXIII. Fig. 3; alpestris (Chan-Eilas) p. 90, cor-
vinus (Kodshory) p. 91, truncaticolUs (Alget; Tiflis) p. 92; Mora-
witz, H. E. R. XIV.
CoWetes punctatus (Ungarn); Mocsary, Termesz. Füzetek. I.
p. 231; farinosa (Etschm.) p, 96, squamosa (Tschemachlinskaja) p.
97; Morawitz, H. E. R. XIV.
DasycoUetes hirtipes (Neu-Seeland) ; Smith, Tr. E..S. Lond.
1878. p. 7.
Eunomia (n. g.; mit verbreiterten und flach gedrückten
Fühlerspitzen der ^, für Nomia heteropoda Say, apacha Cress. und)
marginipennis (Colorada); Cresson, Wheeler's Rep. etc. p. 722, 723.
Nomia nevadensis (O.-Nevada); Cresson a. a. 0. p. 722. PL
XXXIV. Fig. 3, 4; fugax (Kurgulutschaiskaja); Morawitz, H. E.
R. XIV. p. 93.
Megachile Hungarica (Mittel-Ungarn); Mocsary, Pet. Nouv.
Ent. 1877. Nr. 166. p. 109; bicoloriventris (ibid.); derselbe, Ter-
mesz. Füzetek. IL p. 122; monstrifica (Nikolajewka, Helenowka) p. 49,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877— 78. 11
pilicrus (Borshom) p. 52, laevifrons (Jelissametpol) p. 53, picicornis
(Kurgulutschaiskaja) p. 55; Morawitz, H. E. R. XIV.
Chalicodoma Hungarica; Mocsary, Pet. Nouv. II. p. 109.
Lithurgus apicalis (Colorado, Neu-Mexico); Cressoa, Whce-
ler's Rep. a. a. 0. p. 724.
Osmia afßnis (Süd-Ungarn); Frivaldszky, Magy. Tud. Akad.
matb. es term. Közl. XIII. p. 360; dives (Mittel-Ungarn); Mocsary,
Termesz. Füzetek. I. p. 232; lapidar ia (Etschm.; Eriwan) p. 40,
subidicornis (Nikolajewka), campamdaris (Duschett) p. 42, nitidula
p. 43, minor (Etschmiadz.), dentiventris (Nikolajewka) p. 45, flavi-
cornis (Etschm.) p. 47; Morawitz, H. E. R. XIV.
Anthidium venustuni p. 57, croceum p. 59 (Tschemachlinskaja);
Morawitz, H. E. R. XIV.
Hylaeus ihex (Kasbek); Morawitz, H. E. R. XIV. p. 99.
Prosopis scutata (Montpellier); Lichtenstein, Bull. Ent. Fr.
1877. p. CIL
Crocisa elegans (Kurgulutschaiskaja); Morawitz, H. E. R.
XIV, p. 101.
Nomada Bridgmanniana (England); Smith, Catal. Hym. Br.
Mus. (2nd. ed.) p. 115; pectoralis (Adshikent) p. 103, coxalis (Ak-
stafinskaja) p. 107, emarginata (Duschett) p. 108, piliventris (Hele-
nowka) p. HO; Morawitz, H. E. R. XIV.
Dioxys Pannonica (Ungarn); Mocsary, Pet. Nouv. Ent. 1877.
Nr. 166. p. 109.
Agopostemon melliventris (?); Cresson, Wheeler's Rep. a. a.
p. 721. PI. XXXIII. Fig. 4.
Melissodes nevadensis (Nevada); Cresson a. a. 0. p. 726. PL
XXXIV. Fig. 6.
Derselbe beschreibt in den Proc. Acad. Nat. Sei. Phil. p.
192 — 219 49 Arten dieser Gattung aus verschiedenen Theilen Nord-
und Mittelamerika's als neu.
Phiarus minutus (Mittel-Ungarn); Mocsary, Termesz. Füzet.
IL p. 118.
Vespidae. H. de Saussure's „Synopsis of American
Wasps-Solitary Wasps machen N. 254 der ganzen Reihe und Art.
I. von Bd. XIV der Smiths. Mise. Collect, aus und sind mir erst mit
diesem (1878 erschieneneu) Bande zugekommen, obwohl die Syno-
psis etc. separatim bereits 1875 erschien. Nach einer Vorrede, Ein-
leitung und analytischen Uebersicht beginnt der Autor seine Synopsis
mit einer Diagnose der Familie und der 3 Unterfamilien: Masarinae,
Odynerinae und Vespinae, welche letztere hier unberücksichtigt
bleiben. Während die Masarinae sehr leicht zu diagnosticiren sind,
ist dies mit den Odynerinae und Vespinae nicht der Fall; neben
der einsamen Lebensweise der ersteren gegenüber der geselligen
der letzteren sind die Odynerinen namentlich durch eiuzähnige
12 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Klauen ausgezeichnet; die Klauen der Vespinae sind nicht gezähnt.
Folgende neue Arten sind beschrieben und z. Th. nebst anderen auf
4 Tafeln, theilweise farbig, abgebildet: Zethus (Zethusculus) nigri-
cornis (Mexico) p. 22, Heydeni (Brasilien) p. 23, Olmecus (Mexico)
p. 25, Toltectis (ibid.) p. 27, Imitator (ibid.) p. 33, clypearis (ibid.)
p. 34, Otomitus (ibid.) p. 37, strigosus (Orizaba) p. 42, (Didymoga-
stra) Zendalus (ibid.) p. 58; Labus Sichelianus (Chili) p. 57. Fig. 20,
14 a; Eumenes (Pachymenes) aurdtus (Brasilien) p. 62, oUvaceus (Su-
rinam) p. 64, (Omicron) Totanacus (Mexico) p. 72, aviculus p. 73,
tJwracicus p. 74, Siimiclirasti p. 78 (ibid.), BrasiUanus (Br.) p. 79,
miles (Guyana), Olmecus (Mexico) p. 85, infernalis (Brasilien) p. 86,
(Beta) Nortonianus p. 88, Cressonianus p. 90, simulans p. 91 (Mexico),
(Alpha) Wagnerianus (Panama) p. 94, (Zeta) Chalicodomae (Pernam-
buco) p. 108; Montezumia Ghilianii (Bras.) p. 121, MartJiae (Sta
Martha) p. 124, Azteca (Tampico) p. 125. Fig. 10, 10 a; Monobia
(differt a Montezumia metathorace amplo, excavatb abdomineque
conico ant saltem sessili, non pedunculato nee fusiformi) biangulata
p. 185. Fig. 12, 12a, nigripennis p. 136, variabilis p. 137 (Mexico);
Nortonia Tolteca (Mexico) p. 140. Fig. 13, 13a; Odynerus (Sym-
morphus) Walchianus (Illinois) p. 152, debilis (Connecticut) p. 155,
(Ancistrocerus) Sutterianus (Calif.) p. 186. Im Ganzen sind von
Masaris 3, Gayella 1, Zethus 53, Labus 1, Discoelius 2, Eumenes 53,
Montezumia 24, Monobia 11, Nortonia 3, Rhynchium 1, Odynerus 159,
Leptochilus 2, Pterochilus 4, Ctenochilus 1, Alastor 5 Arten aufge-
führt; total 328 Arten.
Vespa occidentalis (Nevada, Neu-Mexico, Colorado); Cresson,
a. a. 0. p. 719. PI. XXXIV. Fig. 1, 2.
Meehan meldet die (schon von V. crabro bekannte) Beobachtung,
dass Vespa maculata junge Zweige von Fraxinus und Syringa ent-
rinde und theilt ferner von derselben Art einen Beweis grosser In-
telligenz mit, die sie bei dem Fortschaffen einer schweren Last gab ;
Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 15.
Eumenes coloradensis (C); Cresson a. a. 0. p. 717.
Pterochilus formosus (Süd-Ungarn); Frivaldszky, Magy.
Tud. Akad. math. es term. Közl. XIIL p. 357.
Odynerus (Lionotna) aurantiacus (T]nga.rn); Mocsary, Termesz.
Füzetek. I. p. 89. .
Celonites abbreviatus Vill. var. Himgaricus; Mocsary,
Termesz. Füzetek. I. p. 90.
Formicidae. A. Forel liefert Etudes myrmecologiques en
1878. Bull. Soc. Vaudoise Sei. Nat. XV. Nr. 80. p. 337 ff. mit PI. 23.
Dieselben beziehen sich einmal auf den sog. Magen der Ameisen,
dessen Chitinhaut auch noch an trockenen und wieder aufgeweichten
Exemplaren die für die einzelnen Gruppen charakteristische Gestalt
erkennen lässt und dessen Berücksichtigung Forel daher bei syste-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 13
matischen Untersuchungen in hohem Grade empfiehlt; Forel unter-
scheidet 7 Typen, nach denen er bei verschiedenen Gattungen ge-
baut ist. Dann lässt er eine synoptische Tabelle der Unterfamilien
folgen. Indem er die alten Formiciden wegen der Verschiedenheit
ihres Giftapparates in die beiden Unterfamilien der Camponotidae
und Dolichoderidae theilt, enthält bei ihm die Familie 5 Unter-
familien, nämlich ausser den genannten beiden noch die Dorylidae,
Poneridae und Myrmicidae. Von den Camponotidae und Dolicho-
deridae wird auch eine Gattungstabelle gegeben. Die ersteren ent-
halten die Gattungen Camponotus Mayr, Polyrrhachis Shuckard,
Echinopla Smith, Colobopsis Mayr, Mayria n. g. p. 369 {^ abd.
extremement long • et etroit, ä premier segm. plus mince que le
second, insensiblement aminci d'arriere en avant, et fort bas. Tout
le Corps allonge et etroit. Pedicule surmonte d'un noeud epais.
Aretes frontales recourbees en S, mais distantes et fortement diver-
gentes. Dernier article des antennes un peu dilate. Du reste comme
le genre Camponotus), Myrmecopsis Smith, Gigantiops Roger, Oeco-
phylla Smith, Myrmecocystus Wesm., Polyergus Latr., Formica L.,
Lasius Fabr., Brachymyrmex Mayr, Myrmelachista Roger, Rhopa-
lomyrmex Mayr, Gesomyrmex Mayr, Prenolepis Mayr, Acantho-
lepis Mayr, Plagiolepis Mayr, Acropyga Roger; zu den Dolicho-
deriden gehören Technomyrmex Mayr, Bothriomyrmex Emery, Iri-
domyrmex Mayr, Liometopum Mayr, Aztecum n. g. (für A.xantho-
chroa Rog. ; von Liometopum und Iridomyrmex durch die zweierlei
Arbeiter unterschieden, ebenso von Tapinoma, von letzterem auch
durch die verticale Schuppe), Tapinoma Forst., Linepithema Mayr,
Dolichoderus Lund, Leptomyrmey Mayr.
Formiciden. Gesammelt in Brasilien . . . beschrieben
von G. Mayr; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVII. p. 867 £F. Cam-
ponotus Traili p. 868; Liometopum brevicorne p. 870; Oclietomyr-
mex (n. g. bei Tetramorium und Leptothorax) semipolitus; Pheidole
minutula p. 872; Ällomerus (n. g.) decemarticulatus, octoarticu-
latus, septemarticulatus ; Solenopsis tenuis p. 874; Cremastogaster
brasiliensis p. 875, laevis p. 876 ; Pseudomyrma latinoda p. 877.
Bei Breslau zeigten sich sich im Sommer 1876 zwei grössere
Ameisenschwärme, von Lasius niger (L.) und Myrmica scabrinodis
Nyl. herrührend. 54. Jahresber. Schles. Gesellsch. vaterl. Cultur.
p. 217 ff.
Die Ameisenfauna von Elberfeld und Umgegend
weist nach einem Verzeichniss von C. Cornelius nach dessen und
Hagens Sammlungen 29 Arten auf. Jahres-Ber. naturw. Ver. Elberf.
5. Heft, 1878. p. 103 f.
In einer Ueber Bau und Entwickelung des Stachels
der Ameisen betitelten Abhandlung sucht Dewitz den rudimen-
tären Stachel der Formica rufa und dessen Bestandtheile auf den
14 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft). Leistungen
allgemeinen Typus des Aculeaten-stachels zurückzuführen. Er sieht
in demselben kein rückgebildetes, sondern ein auf niedriger Stufe
der Entwickelung stehen gebliebenes Organ, das ursprünglich nichts
weiter, als der (von den Gliedmassen des vorletzten Segmentes ge-
bildete?) Stützapparat für die Ausmündung der Giftblase war. Bei
Formica rufa wird die mangelnde Stechwaffe durch eine sehr grosse
Giftdrüse (deren Bau etwas oberflächlich abgethan und auch wohl
nicht überall richtig aufgefasst ist) compensiert, and ein ähnliches
Verhältniss nimmt Dewitz als ursprünglich für die Aculeata an.
— Beachtenswerth ist noch die Mittheilung, dass auch bei den
flügellosen Arbeitern in den Larven Flügelrudimente aufgefunden
wurden, die indessen schon in der Puppe, noch mehr bei der Image
schwinden. Zeitschr. wiss. Zool. XXVIll. p. 527 ff. Taf. XXVL
Der Giftapparat und die Analdrüsen der Ameisen
sind von Dr. A. Forel zum Gegenstand einer gediegenen Abhand-
lung gemacht worden. Zeitschr. wiss. Zool. XXX. Suppl. p. 28 ff.
Taf. III und IV. Der Stachel fehlt allen denjenigen Gattungen
(oder vielmehr, er ist verkümmert), die Forel in seinen Fourra.
d. 1. Suisse in die Gruppe a der Formicidae (Subf.) gebracht hatte,
ist dagegen bei den Gattungen ß dieser und der übrigen Unter-
familien entwickelt, wenn auch bei den ersteren winzig. Da übri-
gens beide Gruppen auch im Bau der Giftblase und -Drüse abweichen,
so ersetzt er die alte Unterfamilie durch die beiden neuen, den Gat-
tungen cc und ß entsprechend, und zwar nennt er die erstere Unter-
familie Camponotidae, die letztere Dolichoderidae, auf diese Weise die
zweimalige Anwendung von Formicidae, einmal als Familie und dann
als Unterfamilie, vermeidend; vergl. die vorherg. Seite. Wie zuerst
Meinert zeigte, ist die Giftdrüse und Giftblase bei den Ameisen
nach zwei Typen gebaut, die von Forel bereits früher als „Giftblase
mit Polster" und „Giftblase mit Knopf" unterschieden wurden. Die
erstere Form kommt nur den Camponotidae, die letztere allen
übrigen Ameisen, soweit bis jetzt bekannt, zu. Im ersteren Falle
treten die zu einem Schlauche vereinigten Drüsenschenkel unter die
muscularis der Blase, und bilden hier einen mit einiger Vorsicht zu
entwirrenden Knäuel von ineinander geschlungenen Fäden, die, je
näher der Mündung in die Blase, um so derber werden. Dieser
Theil ist der von Forel Polster genannte, und der einzige Theil
der Drüse, den Meckel gesehen hatte, während' L e y d i g andererseits
nur die beiden freien Schenkel beschrieben hatte. Bei Camponotus
ligniperda lässt sich der das Polster bildende Theil der Drüse bis
zu 20 cm abwickeln, während das Polster selbst bloss 2 mm lang
ist. Somit liegt also hier ein grosser Theil der Drüse äusserlich
auf der als Reservoir fungirenden Giftblase, in der kahnförmigen
Höhlung, die die eine Wand derselben darstellt. Bei dem anderen
Typus der Giftblase wird der obere Pol der meist kugeligen Blase
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 15
von dem Drüsenschlauch mehr oder weniger mit eingestülpt, der
letztere macht auch hier einige Schlingen, um dann, manchmal mit
verdecktem Knopf, indem die Secretionszellen in mehreren Lagen
über einander liegen, in die Blase zu münden. Bei diesem Vorgang
ist die t. propria der Drüse verloren gegangen, indem sich dieselbe
an die der Blase angelegt hat, oder in dieselbe übergegangen ist;
ersetzt wird sie hier gewissermassen durch die eingestülpte intima der
Blase, die den Drüsenschlauch von aussen umkleidet. In die Giftblase
oder deren Ausführungsgang mündet ausser der Giftdrüse eine zweite
Drüse, die gewöhnlich als Schmier- oder Oeldrüse bezeichnet ist. Forel
zieht den weniger bezeichnenden, von Mein er t vorgeschlagenen
Namen Nebendrüse vor, da die Function der Drüse schwerlich die
ist, die Stacheltheile einzuschmieren; sie ist nämlich bei manchen
stachellosen Arten sehr stark, bei bestachelten dagegen schwäch ent-
wickelt.
Ausser diesen beiden Drüsen fand Forel bei den Dolichode-
riden auch 2 Analdrüsen, die ihr Secret in je eine Anal blase er-
giessen. Der Bau dieser Drüsen ist insofern einfacher, als die se-
cernirenden Zellen, nicht mit einander verbunden, ihr Secret durch
einen längeren Ausführungsgang in den geraeinsamen, in die Blase
mündenden Gang ergiessen. Die Endigungsweise des Ausführungsganges
innerhalb der Drüsenzelle Hess sich nicht ermitteln; aus einer Chitin-
kapsel entspringt aber hier der Ausführungsgang nicht. Das Secret
hat einen specifischen Geruch und die Drüse ist daher in physio-
logischer Hinsicht als Stinkdrüse zu bezeichnen; über die Ober-
kieferdrüse s. oben 1878. p. 376 (158).
Leidy fand bei New York in Gesellschaft der Formica flava
eine Aphis, einen Coccus und eine Larve, vermuthlich von einem
Käfer. Proc. Acad. Nat. Soc. Phil. 1877. p. 145.
Ebenda p. 134 ff. macht Mc Cook seine Erfahrungen On
the Vital Power of Ants bekannt, die sich auf die Fähigkeit
der Ameisen, extreme Temperatur aushalten und unter Wasser ge-
raume Zeit lebensfähig bleiben zu können, beziehen, und berichtet
ferner auf p. 299 ff. über Myrmica molefäciens Buckley (M. barbata
Smith), die Angaben Buckley's und Lincecum's über diese Art be-
stätigend, die gleich anderen, hauptsächlich von Tr. Moggeridge be-
obachteten Arten, Samen (von Euphorbiaceen, Rubiaceen und Gra-
mineen, namentlich Aristida stricta und Buchloe dactyloides) in ihren
Bau eintragen.
Mound-Making Ants of the AUeghenies. By Rev. H. C. Mc.
Cook. John A.Black; Phil. 8 vo., pp. 43, Opiates; auch in Trans. Am.
Ent. Soc. 1877. p. 253 ff. und im Auszuge im Am. Nat. 1878. p. 431 ff.
The Agricultural Ant of Texas (Pogonomyrmex barbatus).
A. monograph of her habits, architecture and structure. By Rev.
Henry C. Mc. Cook. Phil. Acad. Nat. Sei. 1878. Ein umfangreiches
16 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Opus, dessen Inhalt nach dem Prospect in 11 Capitel getheilt und
durch 24 Tafeln illustrirt ist.
Ein Beispiel von Circumspection of Ants macht Leidy
bekannt; ebenda p. 320.
Eine Note on the stridulation of Myrmica rugino-
dis and other Hymenoptera von A. H. Swinton in E. M. M.
XIV. p. 187, ist, wie die meisten ähnlichen Mittheilungen dieses Be-
obachters ohne Kenntniss der Literatur, selbst ohne Berücksichtigung
des Landois'schen Werkes gemacht; s. auch Proc. E. S. London.
1877. p. XV.
The Mode of recognition among Ants; Mc Cook.
Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 15 fif.
Teilet Habits of Ants; derselbe ebenda p. 119 ff.
Dr. Emery macht einen Saggio di un ordinamento
naturale dei Myrmicidei e considerazioni sulla filoge-
nesi delle Formiche; Bull. Ent. Ital. Ann. IX. p. 67 ff. Emery
theilt die Ameisen in die vier Subfamilien der Forraicidae, Poneridae,
Myrmicidae und Dorylidae, indem er die Odontomachiden Mayr's zu
den Poneriden, mit denen die ^ der Odontomachiden im wesent-
lichen übereinstimmen, zieht. Die Doryliden zeigen mehr Eigenthüm-
lichkeiten gegenüber den 3 anderen Unterfamilien, als die letzteren
unter sich, und werden durch die Gattungen Eciton und Typhlatta,
die Mayr zu den Myrmiciden, speciell Attiden, gestellt hatte, ver-
mehrt. — Bezüglich der Ermittelung der systematischen Verwandt-
schaft der Formiciden mit den übrigen Hymenopterenfamilien ver-
wendet Emery in erster Linie das Flügelgeäder, und kommt zu
dem Schlüsse, dass sie von einer den Scoliiden nahe stehenden
Gruppe von Fossores abstammten. Die Doryliden zweigten sich
zuerst ab, danu trennten sich die Myrmiciden von den Poneriden.
Unter den einzelnen Unterfamilien ging eine weitere Differenzierung
vor sich, so dass heute die Formicidae cyclopygi und die Attiden
(unter den Myrmiciden) am weitesten von einander entfernt stehen.
Eine Besprechung dieser Arbeit Emery's liefert Mayr in den
Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVII. p. 28 ff., der dem Flügel-
geäder nicht die hohe Bedeutung wie Emery zugestehen will. „Sucht
man die Phylogenesis der Ameisen kennen zu lernen, so sind es die
wenig differierenden Männchen, welche am besten den Schlüssel zur
Erkennung der Verwandtschaftsverhältnisse geben^'.
John Lubbock. On some points in the anatomy of
Ants. Monthl. microsc. journ. 1877. p. 121 ff., 189 ff. Lubbock
wendet sich zunächst gegen einige Ausführungen Dewitz' über den
Stachel u. s. w. der Ameisen; s. oben.
Ferner glaubt er in den Schienen von Lasius flavus ein Ge-
hörorgan entdeckt zu haben. Von Speicheldrüsen werden 3 Paar
beschrieben; am stärksten ist (wie bei Apis) das in der Brust ge-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 17
legene, dessen Ausführungsgäuge sich noch im Thorax vereinigen
und auf der Unterlippe ausmünden. Die Muskulatur des Kopfes
wird eingehender beschrieben und durch Abbildungen erläutert.
C. Emery beginnt einen Catalogo delle Formijche . .
del Mus. Civ. de Genova mit P. 1: Formiche proveniente dal Mar.
Rosso e dei paese dei Bogos. Ann. Mus. Civ. Genov. IX. p. 363 ff.
II. Formiche dell'Europa e delle regione limitrofe in Africa e in
Asia; ibid. XII. p. 43 ff. (86 Arten).
Perris erkennt seine frühere Ansicht, Micromyrma pygmaea
L. Daf. sei = Plagiolepis pygmaea (Latr.) nach dem Funde des In-
sectes für irrig, und ebenso Mayr's Ansicht, die Dufour'sche Art
seien kleine Exemplare von Tapinoma erraticum. Ann. Soc. Ent.
Fr. 1877. p. 380 ff.
Melissotarsus (n. g.) Beccarii (Keren); Emery, Ann. Mus.
Civ. Gen. IX. p. 379.
Campono tus planus, macüenius (Charles Isl., Galap.) ; F. S m it h,
Proc. Zool, Soc. Lond. 1877. p. 83; carho (Sciotel); Emery, Ann.
Mus. Civ. Gen. IX. p. 364; Gestroi (Sardinien); derselbe ebenda
XII. p. 44.
C. vetus (fossil im Tertiär des Fossil Canon); Scudder, Bull,
ü. S. Geol. Surv. III. p. 742.
Liometopum pingue (fossil im Tertiär des Fossil Canon);
Scudder, Bull. ü. S. Geol. Surv. III. p. 742.
Polyrrhachis Antinorii (Sciotel, Keren); Emery, Ann. Mus.
Civ. Gen. IX. p. 365.
Mc Cook berichtet, dass diejenigen Exemplare von For-
mica rufa, die mit Honigsaft erfüllt von einem Baume herab-
steigen (er nennt dieselben repletes), am Fusse desselben von ande-
ren in Empfang genommen werden, die sie füttern, indem sie sich
erbrechen. — Zwischen den Angehörigen verschiedener Stöcke herrscht
vollkommene Freundschaft; dagegen werden Ameisen, nachdem sie
eine Zeit lang im Wasser gelegen haben, von ihren eigenen Haus-
genossen als Feinde behandelt, was Mc Cook zu der Annahme ver-
anlasst, dass das Wasser zeitweilig den eigenthümlichen Geruch zer-
stört habe. Proc. of the Acad. of Nat. Sciences of Philadelphia.
1876. II. p. 199 ff.
F. Zealamlica (Neu-Seel.); Smith, Tr. E. S. Lond. 1878. p. 6.
Lasius terreus (fossil in den Green River Shales); Scudder,
Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 747.
Ponera crassa (Sciotel); Emery, Ann. Mus. Civ. Gen. IX.
p. 366; tarda (England); Charsley, E. M. M. XIV. p. 162.
Aphaenogaster clavata (Keren); Emery, Ann. Mus. Civ. Gen.
IX. p. 372; gracilinodis (Syrien); derselbe ebenda XII. p. 55.
Tetramorium sericeiventre (Sciotel) p. 370, pygmaeum (Keren)
p. 371; Emery, Ann. Mus. Civ. Gen. IX.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. B
18 Bertkau: Bericht üb. d. wissen schaftl. Leistungen
Monomorium bicolor (Sciotel); Emery, Ann. Mus. Civ. Gen.
IX. p. 368.
Leptothorax nigrita (Algier); Emery, Ann. Mus. Civ. Gen.
XII. p, 51. Anm. 1.
Pheidole specuUfera (Ainsaba) p. 373, rugaticeps (Sciotel) p. 375;
Emery, Ann. Mus. Civ. Gen. IX.
Crematogaster robusta (Keren); Emery, Ann. Mus. Civ. Gen.
IX. p. 379.
Cryptocerus Volxemi (Brasil.?); Emery, C. R. Ent. Belg.
1878. p. IX f.
Die in dem Bericht 1875. p. 189 (165) referirten Angaben
Edwards' über die Lebensweise des Myrmecocystus Mexicanus sind
ausführlicher reiDrodueirt von C Crüger in den Verh. Ver. naturw.
ünterh. Hamburg. II. Bd. 1876. p. 126 ff.
Pseudomyrma laevigata (Ega), varidbilis, pilosula (Barbadoes)
p. 62, laeviceps (Para), distincta, brunnea p. 63, ferruginea (Mexico),
rufa (Amaz.), terminalis (Para), Simplex (St. Paulo) p. 64, urbana
(Ega), fervida, volatilis (Mexico) p. 65, rufomedia (Guatemala), cane-
scens (Abyss., Bras.), penetrator (St. Paulo) p. 66, sedula (ibid.), flavi-
cornis (Nicaragua), elongata (Mexico) p. 67, unicdlor (Bras.) pt 68 ;
Tetraponera petiolata (Ceylon) p. 70, attenuata (Sarawak), Aethiops
(S.-Afr.) p. 71, punctulata (Champion Bay) p. 72; Smith, Tr. E.
S. Lond. 1877.
Heterogyna. Scoliadae. Scolia quadripunctata schmarotzt
bei Megachile lagopoda, Antbidium und Andrenen; Rudow, Giebel's
Zeitschr. (3. F.) III. p. 236.
Myzine frontalis (Neu-Mexico) ; Cresson, Wheeler's Rep. a.
a. 0. p. 711.
Mutillidae. Agama nitida p. 710, albipes i^. 711. PI. XXXIII.
Fig. 2 (Colorado); Cresson, Wheeler's Rep. a. a. 0.
Collin de Plancy: La Mutilla europaea. Bull. Nr. 67 der
Soc. Linn. du Nord. p. 8.
FoSSOria. Pompilidae. Referent beobachtete Pompilus
coccineus in Eresus cinnabarinus schmarotzend; Pompilus und
Eresus stammten von Bingen. Sitzber. Niederrh. Ges. 1878. p. 177.
Es ist dies neben dem von Rudow über Priocnemis mitgetheilten
Fall der dritte einer nach Art der Ichneumonen schmarotzenden
Lebensweise der Pompiliden.
Pompilus coccineus var. socius (Sibirien; etiam pronoto
antice coccineo); Mocsäry, Tijdschr. v. Ent. XXI. p. 198.
Priocnemis vulneratus trägt Argiope Brünnichii ein;
Mocsary, Termesz. Füzet. IL p. 123 u. 181; Rudow beobachtete P.
gibbus F. als Schmarotzer in Lophyrus pini; Giebel's Zeitschr.
(3. F.) III. p. 236; vgl. auch Pompilus coccineus.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 19
P. nitidiventris (Neu-Seeland); Smith, Tr. E. S. London.
1878. p. 6.
Crahronidae. Tournier fand, dass Ectemnius rugifer
Ddhlh. seine Zellen in hohlen Zweigen (ausgehöhlten Hollunderästen)
anlegt und (die in Belgien bis dahin noch nicht beobachtete) Henops
gibbosa L. als Nahrung für die zukünftige Brut einträgt, 8— 9 Stück
für jedes Ei; bei Ectemnius schmarotzt eine Pteromaline der Gat-
tung Brachirision oder einer verwandten Gattung. C. R. Ent. Belg.
1878. p. XV fi\
Crossocerus Tirolensis (Tirol, von C. podagricus durch bedeu-
tendere Grösse (8 — 9 mm) und andere Sculptur und Färbung unter-
schieden); Kohl a. a. 0. p. 709.
Lindenius Gredleri (Nordtirol); Kohl a. a. 0. p. 707.
Rhopalum albipes (Neu-Seeland) ; Smith, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 7.
Bembecidae. Bembex integra F. bei Eberswalde gefan-
gen; Rudow, Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 238.
Nyssonidae. Stizus conicus in Norddeutschland (Fürstenth.
Ratzeburg); St. tridens schmarotzt bei grösseren Odynerusarten ;
Rudow, Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 237. St. nevadensis (0.— N.);
Cresson, Wheeler's Rep. a. a. 0. p. 716 PI. XXXIII. Fig. 1.
Hoplisus montivagiis (Nordungarn); Moesäry, Magy. Tud.
Akad. math. es term. Közl. XY. p. 250.
Larridae. Ämmospheciditim (n. g., Diagnose zu lang)
Hellen (Bozen; nigrum, fronte et vertice subopacis, dense et grossius,
mesonoto, scutello abd. que subtilius punctatis; tegulis brunneis; . . .);
Kohl, a. a. 0. p. 701.
Astata femoralis (Ungarn); Moesäry, Termesz. Füzetek. I.
p. 89.
Larra Hungarica (Südungarn); Frivaldszky, Magy. Tud.
Akad. math. es term. Közl. XIII. p. 355.
Tachytes obsoletus trägt Blüthenstaub als Nahrung für die
Brut ein; Rudow, Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 237.
Tachytes acrohates (Tirol); Kohl, a, a. 0, p. 705; discolor
(Ungarn); Frivaldszky, Magy. Tud. Akad. math. es term. Közl.
XIII. p. 351.
Dinetus pictus trägt Blüthenstaub als Nahrung für die zu-
künftige Brut ein; Rudow, Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 237.
Sphegidae. M a i n d r o n macht Mittheilungen über den Nest-
bau, die Larven, Cocons und Lebensweise Neuguineischer Pelopoeus-
arten; Ann. Soc. Ent. Fr. 1878. p. 385 fif. PI. 9. Neue Arten sind
P. Bruinjnii (Dorey ; Andai) p. 395. Fig. 10 und afßnis (Halmaheira)
p. 395.
Pepsis formosa trägt Mygale (!) Hentzii als Nahrung
20 Bertkau: Bericht üb. d, wissenschaftl. Leistungen
für ihre zukünftige Brut in die Zellen; Riley, Proc. St. Louis A<jad.
Sei. IIL p. CCLXIX; vgl. oben 1878. p. 319 (101).
Ammophila Mocsäryi (Ungarn); Frivaldszky, Magy. Tud.
Akad. math. es term. Közl. XIIL p. 352; striata (Sibirien); Moc-
säry, Tijdschr. v. Entora. XXI. p. 200; Yarrowi (Colorado); Cres-
son, Wheeler's Rep. a. a. 0. p. 711.
Thynnidae. Agriomyia vagans (Charles Isl.; Galap.); F.
Smith, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 83.
Chrysididae. E. Frey-Gessner bespricht das Vorkommen
(und die Lebensweise und Fangplätze) der Chrysiden; Mitth.
Schweiz, ent. Gesellsch. IV. p. 570 ff. nebst einem Verzeichniss der
in der Schweiz beobachteten Arten, dem H. Tournier 10 weitere
vom Genfer See hinzufügt; ebenda V. p. 305 f.
Abeille de Perrin. Chrysidides; Diagn. d'especes nouvelles et
remarques sur des especes rares. Feuille des Jeunes Naturalistes.
1877. Nr. 78. (Habe ich nicht gesehen.)
Chrysis simplex Dahlb. schmarotzt in den Zellen von Osmia
caementaria Gerst., wie bereits Gerstäcker mitgetheilt hatte;
Mocsary, Termesz. Füzetek. L p. 23. (53).
Chrysis venusta (Nordungarn); Mocsary, Magy. Tud. Akad.
math. es term. Közl, XIV. p. 247.
Aus einem Briefe Lichtenstein's ist ein Verzeichniss fran-
zösischer Chrysisarten nebst den Hymenopteren (meist Apiden und
Vespiden), bei denen dieselben schmarotzen, abgedruckt in den
Termesz. Füzetek. I. p. 92.
Elampus Chemien (Genfer S.); Tournier, Pet. Nouv. 11.
p. 105.
Stilbn m 5^cwZwm (Sicilien; „sans doute" bei Chalicodoma sicula
Rossi schmarotzend); H. Tournier, Mitth. Schw. ent. Ges. V.
p. 307.
Holopyga smaragdina (Genfer S.); Tournier, Pet. Nouv. IL
p. 105.
Hedychrum obscurum (Wallis), suave (Andalusien) p. 308, scu-
tellare (Syracus) p. 309; H. Tournier, Mitth. Schweiz, ent. Ges.
V.; longipilis, viridiaureum (Genfer See); derselbe, Pet. Nouv. IL
p. 106.
Euchroeus Bcckeri (Baku); H. Tournier, Mitth. Schweiz,
ent. Ges. V. p. 309.
Cynipidae. Dr. Adler bringt Beiträge zur Naturge-
schichte der Cynipiden. Deutsche Ent. Zeitschr. 1877. p. 209 ff.,
305 ff.
I. Ueber Parthenogenesis bei Rhodites Rosae L.
p. 209 ff. Isoliert gehaltene Weibchen dieser Gallwespe, deren (/* ja
überhaupt so sehr selten sind, erzeugten durch ihren Stich in die
Terminalknospe (nicht Axillarknospe, wie Mayr angab,) Gallen, in
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 21
denen sich die Larven entwickelten; eine Untersuchung der rec. sem.
Eierlegender $ erwies dieselben leer von Spermatozoen. Allerdings
entwickelte nur ein kleiner Bruchtheil angestochener Zweigspitzen
Gallen, was nach Adler daher rührt, dass ganz bestimmte Umstände
eintreffen müssen, um die gelegten Eier sich zu Larven entwickeln zu
lassen, von denen aus ja erst, wie bekannt, dieErzeugungder Galle erfolgt.
IL Generationswechsel der Cynipiden. p. 218 ff.; s.
oben 1878. p. 368 (150); vergl. Bassett in den Proc. Am. Ass. Adv.
Sei. XVL p. 302 ff.
IlL Aphilotrix corticis L. = rhizomae Htg. und hat ersteren
Namen zu führen; p. 247 f.
IV. Lege-Apparat und Eierlegen der Gallwespen,
p. 305 fif. Taf. IL
Für die Theile des Legestachels hält Adler die von Kraepe-
lin eingeführten Bezeichnungen Schienenrinne und Stechborsten
(Führer und Lanzen Wolff's) bei; ebenso bestätigt er die Angaben
desselben über die inneren Chitinplatten, die einem System von je
5 Muskeln zum Ansatz dienen. Die Bedeutung der einzelnen Mus-
keln ist aber nach ihm z. Th. eine andere, als Kraepelin ihnen zu-
getheilt hatte; namentlich wird der von Letzterem als retractor
bezeichnete Muskel, der sich an quadratische Platte und an die aus-
laufende Spitze der oblongen Platte inserirt, als protrusor in An-
spruch genommen, lieber die Differenz zwischen Kraepelin und
Wolff hinsichtlich der Mündungsweise der Giftblase spricht sich
Adler nicht aus. (Die Giftdrüse hat übrigens bei den Cynipiden
die blosse Funktion einer Kittdrüse.) An einzelnen Stellen des
Stachelapparates finden sich Börstchen, an die nach Adler ein Nerv
herantritt und die demzufolge als Tasthaare gedeutet werden. An
den hervortretenden Theilen befähigen sie das Insekt sich des Stachels
als Sonde zu bedienen ; an den innern Theilen unterrichten sie das-
selbe jederzeit von der Lage, in der sich die einzelnen Theile zu
einander befinden. — Der Act des Eierlegens geht nach Adler in
ganz anderer Weise vor sich, als Hart ig annahm. Letzterer glaubte,
obwohl die Eier in den Ovarien so gestellt sind, dass der Eikörper
nach dem Ausgang, der Stiel nach dem blinden Ende der Eiröhren
gerichtet ist, dass der Stiel zuerst den Legestachel verlasse, dass
dann durch contrahirende Bewegungen der Eiinhalt allmählich
in den Stiel gepresst und so das Ei ebenfalls befähigt werde, den
engen Stachelcanal zu passiren; hernach trete dann der Eiinhalt aus
dem Stiel wieder in den Eikörper zurück. Nach Adler tritt aber
bei dem Cynipidenei jene supponirte Wendung, durch die der Stiel
nach unten käme, nicht ein; der Eikörper verlässt zuerst die Scheide
und bleibt ganz ausserhalb des Stachelcanals; der Stiel dagegen
wird von den beiden Stechborsten, die mit nach der Spitze des
Stachels gerichteten Zähnchen versehen sind, gefasst und mit Hülfe
22 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Lf3istiingen
dieser Zähnchen, durch abwechselndes Verstössen und Zurückziehen
der Borsten, weiter befördert, und auf diese Weise auch das ganze
Ei in den von dem Stachel gebohrten Canal geschoben.
M. W. Beijerinck. Over de legboor van Aphilo-
thrix radicis Fabr. Tijdschr. v. Entomol. XX. p. 186 ff. PI.
11 — 12, Enthält eine Beschreibung der den Legbohrer zusammen-
setzenden Theile im Anschluss an die Darstellungen Kraepelin's und
Dewitz', sowie eine Schilderung des Mechanismus, durch den diese
Theile nebst den letzten Hinterleibssegmenten bei der Eiablage in
Function treten.
Dr. G. Mayr. Europäische Cynipidengallen mit Aus-
schluss der auf Eichen vorkommenden Arten. Wien, 1876. (Jahres-
ber. Rosauer Communal-Ober-Realschule in Wien). Habe ich nicht
einsehen können.
Reinhard beschreibt in beiden Geschlechtern Diastrophus
Mayrij aus Gallen von Potent, argentea. In den Gallen dieser
Wespe und nicht in denen von Aulax Potentillae Vill., wie Mayr in
seiner Arbeit über die Torymiden (s. d. Bericht 1875 p. 197 (173))
angegeben hatte, lebt als Schmarotzer Oligosthenus tibialis Fr.; die
Gallen von Aulax Potentillae finden sich nur an Pot. reptans.
Sitzungsber. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVI. p. 11.
Ebenda, Verhandl. p. 713 ff., beschreibt Wachtl Andricus
SchröJcingeri (aus Blattgallen der Quercus Cerris) und Aphilothrix
Kirchsbergi (Stammgalle von Q. pedunculata, mitinquilinen: Synergus
vulgaris und Ceroptres arator; Schmarotzer: Eupelmus sp., Lipho-
nura sp., Euryptoma sp., Mesopolobus fasciiventris ; die Galle dieser
Art wurde von Giraud einer Cynips gemmea zugeschrieben; der
neue Artname daher überflüssig).
Zu der einzigen bisher bekannten amerikanischen Cupula-Galle
(Quercus-prunus Walsh) lehrt Riley eine zweite, ganz in die Cupula
eingesenkte kennen (auf Q. bicolor, prinoides, Prinus, Michauxii,
Mühlenbergii), die er wegen ihrer Form Quercus-glandulus nennt.
Trans. St. Louis Acad. Sei. IH. p. 577.
Cynips bombijci(-ci-)da (aus Saturnia Pyri); Rondani, Bull.
Ent. It. IX. p. 172.
Aus der vpn Perris (Ann. Soc. Ent. France 1873. p. 77 f.)
beschriebenen Galle von Lampsana communis, welche Perris einem
Aulax Lampsanae zugeschrieben hatte, erzog F. Karsch das Insect,
das indessen der Gattung Diastrophus angehört, und D. Lampsanae
genannt wird. (Leib und Fühler beim lebenden Thier glänzend roth-
braun, Beine heller, gelblich. Fühler 2-f-12 gliederig, 1. Geisseiglied
doppelt so lang als das 2., Mittellappen des Mesonotum mit kurzer
Längsfurche getheilt. Areola des Flügels punktförmig. Leibeslänge
des ausgefärbten J nur 2—2,1 mm). Die Galle war eine 6,5 cm
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 23
lange Stengelanschwellung mit einem Breiteudurchmesser von im
Mittel 1cm. Jahresber. Zool. Sect. Westf. Prov.-Ver. 1877/78. p. 46 ff.
Aulax graminis (Schottland in Graswurzeln von Trit. repens
oder Arrhenaterum avenaceum); Cameron, Proc. Nat. Hist. Sei.
Glasgow. IL p. 321 ff.
V. Schlechteudal erzog aus Gallen des Aphilothrix
rhizomae Hart. (= corticis L.) eine kleine Varietät von Synergus in-
crassatus, die ausführlich beschrieben wird. Jahresber. Ver. f. Naturk.
Zwickau. 1877. p. 72.
Xystus Miisti (Italien, in Drosophilapuppen); Rondani, Bull.
Soc. Ent. It. VIII. p. 83.
Chalcididae. Ueber die Zucht der Chaleidier giebt 0.
Stoll beachtenswerthe Winke; Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.
V. p. 277.
E. Andre. Notes sur les larves de quelques Chalcidites (Tribu
des Torymiens). Feuill. Jeunes Natur. VI. p. 133 ff., 145 ff. PI. IV.
(Oligosthenus stigma F., Callimome bedeguaris L., auratus Fonscol.).
Eurydinota (n. g. Miscogaster.) leptomera (Aachen) p. 43;
Äcroclisis (n. g. Miscog. prope Cryptopryranam) nigricornis (Aachen)
p. 44; Pterosema (n. g. Miscog.) varicolor (ibid.) p. 45; Zacrita
(n. g. Platygastr. prope Anopediam) longicornis (ibid.) p. 46; Zapa-
chia (n. g. Cleonymoid.) spüoptera (Crefeld) p. 47; Bichatomus
(n. g. Elachist. prope Aulogymnum) acerinus (?, aus Gallen von
Bathyaspis) p. 48; Änoglyphis (n. g. Pteromaloid.) nuhüosa (Cre-
feld) p. 49; Mestocharis (n. g. Entedonoid.) cyclospila (Aachen)
p. 50; Äsemantus (n. g. Hormoceroid.) amphibolus (Montjoie) p. 51;
Fhaenacra (n. g. Pteromaloid.) nuhigera (Aachen) p. 52; Synto-
mocera (n. g. Hormoceroid.) clavicornis (Aachen) p. 53; Disema
(n. g. Hormoc.) pallipes (Schweiz) p. 54; Bhicnopelte (n. g. Ela-
chistoid.) fulviventris (Aachen) p. 55; Atritomus (n. g. Ceraphronoid.)
coccop/ia^MS (Aachen, „aus dem Coccus eines Acer") p. 56; Synarsis
(n. g. Ceraphron.) pulla (Aachen) p. 57; Hyperbius (n. g. Tetra-
campoid. für Tetracampe flavipes Forst.) p. 58; Philotrypesis
(n. g. Torymoid.) longicauda (Südeuropa und Kleinasien) p. 60;
Syntomosphyrum (n. g. Tetrastichoid.) fulvipes p. 61 ; Crataep us
(n. g. Tetrastich.?) Äq^uis granens is {Aa,ch.en, aus Cirsium lanceolatum)
p. 62; Enargopelte (n. g. Pteromaloid.) o6sciw*a (Frankreich) p. 63;
Stichocrepis (n. g.) armata (Tyrol) p. 64; Terobia (n. g. Hor-
mocer.) dispila (Aachen) p. 65; Encarsia (n. g. Coccophag.) tri-
color (Aachen) p. 66; Centr odora (n. g. Myinoid.) awioewa (Aachen)
p. 67; Charitolophus (Eupelmoid.) coerwZescens (Steiermark) p. 70;
Förster, Kleine Monogr; a. a. 0.
Heptocondylus (!) n. g. für Pterom. unicolor Kollar p. 182;
Heptomerus (n. g.) caeruleo-nitens (in Phytomyza obscurella Fall.),
viridulus (Ph. affinis Fall.) p. 183; Macrostigma (n. g. ?)
24 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
aphidum (Hyalopteron Pruni) p. 184; Meroligon n. g. für Encyrtus
ultor Rndn. ; p. 185; Misocoris (n. g, für Pterom. oomyzus R.,
ovivorus R. und) oophagus (aus Eiern der Strachia oleracea) p. 187
Myiomisa (n. g.) microscopica (in Larven der Cecid. Sonchi) p. 189
Tomoligon (n. g.) cicerinum (aus Agromyza cic. Rndn.) p. 200
Trogocarpus (n. g. für Torymus Ballestrerü Rndn. p. 204; Ron-
dani, Bull. Ent. It. IX.
On the habits and affinities of Apocrypta and Syco-
phaga, of the . . Agaonidae, with description of a new Species of
Apocrypta from the figs of F. Sycomora of Egypt. ; by S. S. Saun-
ders; Tr. E. S. Lond. 1878. p. 313 ff. Die (neue?) Art ist im
Text nicht als Apocrypta, sondern als Sycophaga crassipes Westw.
^ bezeichnet p. 318. Saunders hält nämlich die larvenähnlichen
Insecten, von Copuerel aus Feigen von Mauritius als Apocrypta
perplexa, paradoxa und Sycocrypta coeca beschrieben, für die ^
zu den von demselben Forscher als Chalcis? penetrator bezeichneten
2, die jedenfalls in die Verwandtschaft von Blastophaga Grav. und
Sycophaga Westw. gehören. Zu S. crassipes macht er nun die mit
diesem Insect zusammenlebende Form bekannt, die sich dazu ver-
hält wie Apocrypta Coq. zu Chalcis penetrator ejusd., ebenso wird
das vermuthete (^ von Blastophaga grossorum Grav. beschrieben;
vgl. d. Ber. 1856. p. 142.
Phenollösung mit Erfolg gegen die Verheerungen von Psila
rosae angewandt; Ormerod, Tr. E. S. Lond. 1878. p. 383 ff.
Leucospis Moleyrei (Neu-Guinea); Maindron, Bull. Ent. Fr.
1878. p. CIX; histrio (Moluccen) p. CXXX, Gambeyi (Neu-Caled.)
p. CLXIV.
Decatoma antiqua (fossil in den Green River Shales); S c u d d e r,
Bull. ü. S. G. S. IV. p. 749.
Eurytoma Bargaglii (aus Phloeotribus oleae), juncea (Bruchus
Spartii) p. 179, Pisiaciae (Trogocarpus Ballestrerü), terehinthiT^. ISO;
Rondan i. Bull. Ent. Ital. IX.
Monodontomerus nubecula (aus Cryptus Xylocopae Rndn.);
Rondan i. Bull. Ent. It. IX. p. 188.
Ormyrus aeneicinctus (aus Gallen von Gyn. conglomeratus);
Rondani, Bull. Ent. It. IX. p. 191.
Oligosthenus tibialis Fr. lebt in den Stengelgallen der
Potentilla argentea, die vom Diastrophus Mayri Reinh. und nicht
von Aulax Potentillae Vill. erzeugt werden. Reinhard, Sitzber.
Zool. Bot. Gesellsch. Wien. XXVI. p. 11.
Dr. H. R. V. Schlechtendal beschreibt Megastigmus
Pistaciae Walk., den er aus Früchten der Pistacia lentiscus von
Capri erzogen hatte. Jahresber. Ver. f. Naturk. in Zwickau. 1877.
p. 73.
Die im Frühjahr aus den Puppen von Pieris Brassicae sich
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 25
entwickelnden Exemplare von Pteromalus puparum stechen,
da sie um diese Zeit noch keine anderen ihnen zusagende Insecten
finden, die Cocons der ebenfalls in P. Brassicae schmarotzenden
Microgaster glomeratus an ; die aus diesen sich entwickelnde Gene-
ration ist beträchtlich kleiner, und eine nach 4 weiteren Wochen
erscheinende Generation kaum halb so gross als die Grosseltern;
W. von Reich enau, Entom. Nachr. 1878. p. 214 ff.
Ft. circinantis (! aus Cecid. circ), latipes (aus Bruchus Spartii)
p. 194, oryzinus (Calandra oryzae), transiens (aus Gymnetron Lych-
nidis Rndn.) p. 195; Rondani, Bull. Ent. It. IX.
Empelmus (wohl Eupelmus) cereanus (aus Larven der Galleria
cereana, Italien); Rondani, Bull. Soc. Ent. It. VIII. p. 85 ; Eupelmus
cecidomyinus ip. 177, circinantis (!) p. 178 (aus Cyc. circinnans Gir.);
derselbe ebenda IX.
Encyrtus Triozae (in Trioza Centranthi); Andre, Bull. Soc.
Ent. Fr. 1877. p. CXIX. und Ann. 1878. p. 84; Vindemmiae (aus
Puppe einer Drosophila; Italien); Rondani, Bull. Comizio Agr. Par-
raense 1875, und Bull. Soc. Ent. Ital. YIII. p. 84.
Coccophagus Lecanii (Nordamerica in Lee. acericorticis Fitch) ;
Eraily A. Smith, Amer. Nat. (1878) XIL p. 661.
Elachistus Phytomyzae (aus Ph. affinis Fall.); Rondani, Bull.
Ent. It. IX. p. 173.
G. Mayr bespricht die Calcidier-Gattung Olinx. Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXVIl. p. 155 ff. Am Kopfe dieser kleinen
Wespeu, besonders deutlich bei 0. liueaticeps zu sehen, zeigen sich
helle Linien, welche von weichen Näthen zwischen den verhornten
Chitinstücken herrühren und vielleicht eine tiefere phylogenetische
Bedeutung haben. Hinsichtlich der Artunterschiede ist zu bemerken,
dass bei einigen Arten ein Merkmal constant, bei anderen dagegen
variabel und daher unbrauchbar ist. Sämmtliche 6 Arten leben in
Eichen gallen. Zu den bekannten Arten 0. gallarum (L.) und scia-
neurus beschreibt Mayr folgende neue: 0. trilineata p. 158 (am
häufigsten in Gallen von Gyn. caput Medusae, aber auch in anderen,
Seutellum mit 2 scharfen Längslinien, Tibien hellgelb; die Furche
zwischen dem Netzauge und dem seitlichen Puuktauge schwarz oder
grün; Seutellum mit einem mittleren linienförmigen Längseindrucke;
^ 3—4, $ 4—4,6 mm), pulchra p. 160 (in Gallen von Andr. aesti-
valis; Tibien hellgelb, Mitteltibien am Beugerande mit einem
schwarzen Längsstreifen, Seutellum mit 2 scharfen Längslinieu und
meist nur vorn mit einer Mittellängslinie), lineaticeps p. 162 (vor-
züglich in den Gallen von Andr. crispator, kleiner als 0. scianeurus,
Kopf im Leben mit gelben Linien, im Tode eingeschrumpft, Flügel
ohne Rauchflecken), ohsciiripes p. 163 (aus Gallen von A. grossulariae;
Tibien braun, Seutellum mit 2 feinen Längslinien; 1,6— 1,8 mm ((^)).
Entedon hasalis (aus Bruchus ciceri (ciceris?) Rndn.), cribreUae
26 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
(Myelois cribrella) p. 174, fdbicola (Lasioptera fabae), lasiopterinus
(L. fab.) p. 175; Rondani, Bull. Ent. It. IX; Äntispüae, riviUellae
(in A. Rivillei Stntn.); derselbe ebenda p. 290 f.
Omphale viticola (in Antispila Rivillei Stutn.); Rondani,
Bull. Ent. It. IX. p. 190. (wird auf S. 290 zu Encyrtus gezogen).
Torymus impar (aus Cecid. rosaria); Rondani, Bull. Ent. It.
IX. p. 201.
J. D. Cox giebt eine Beschreibung mit Abbildung des Pte-
ratomus Putnamii und vermuthet, dass sich diese kleinste Art
unter den Insecten auf Megachile finde. Amer. Nat. 1878. p. 445. fif.
Spartiophilus orchesticida (0. alni); Rondani, Bull. Ent. It.
IX. p. 198.
Platygaster ericeti (aus Cecidomyia ericae); Rondani, Bull.
Ent. It. IX. p. 193.
Hetroxys Gribodii (Norditalien); Sn. v. Volle nhoven, Tijd-
schr. Ent. XXI. p. 176. PI. 11. Fig. 5.
Chrysolampus citritibius (aus Phytomyza flava Fall.) p. 170,
Madizae (aus M. (Siphonella) fabae Rndn.) p. 171; Rondani, Bull.
Ent. It. IX.
Goniozus tibidlis (Holland); Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 177. PI. 11. Fig. 6.
Proctotrypidae. Teleas Pe^itatomae (Eier von Graphosoma
nigrolineata); Rondani, Bull. Ent. It. IX. p. 199.
Proctotrypes intrudens (Neu-Seeland) ; Smith, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 5.
Spilomicrus quadriceps (Neu-Seeland); Smith, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 6.
Flabrinus fdbarius (Lasioptera fabae); Rondani, Bull. Ent.
It. IX. p. 180.
Mymar Duishurgi (fossil im Bernstein der Ostsee); Stein,
Mitth. Münch. 1877. p. 30.
Evaniadao. In einem offenen Brief an Leydig beantwortet
Ed. Brandt die von ersterem aufgeworfene Frage, „wie mag sich
wohl die Zahl der Ganglien in dem so verkümmerten Abdomen von
Evania appendigaster verhalten?" dahin, dass das Nervensystem dieser
mit dem aller anderen Schlupfwespen darin übereinstimmt, dass 6
wohl getrennte Bauchganglien vorhanden sind; von den 3 Thorakal-
ganglien ist das dritte das grösste, indem mit ihm wahrscheinlich
2 weitere Bauchganglien verschmolzen sind. St. Petersburg, 1878.
Kriechbaumer giebt eine Revision der europäischen
Arten der Gattung Aulacus und beschreibt A. cälcaratus von
München p. 41; Corrbl. z. m. Ver. Reg. 32. p. 35 ff.
H. Tournier giebt ein tableau synoptique desespeces
europeennes du genre Foenus Fabr.; C. R. Sog. Ent. Belg.
XX. p. VI. ff. und diagnosticirt die neuen Arten F. Croberti (Mont
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 27
de Marsan), pedemontanus (Piemont), terrestris (Genf), laticeps (Ita-
lien), opacus (Genf), gramiUthorax (Schweiz), nigripes (Schweiz, Ita-
lien), Freyi (Wallis), minutus (Schweiz, Frankreich, Italien).
Bemerkungen über die geographische Verbreitung einiger der
von Tournier aufgestellten Arten macht ebenda p. XXI. A. Costa
und beschreibt das ^ von F. pedemontanus sowie die neue Art
F. vagepunctatus von Neapel und Calabrien.
Trigonalys nigra Westw. var. sölitaria (Belgien); Jacobs, C.
R. Ent. Belg. 1878. p. CCXL.
Braconidae. Baeacis (n. g. Diospiloid. prope Aspidigonum
Wesm. für Bracon dissimilis Nees, Abietis Katzeb. und) intermedia',
Förster, Kleine Monogr., a. a. 0. p. 70 f.
Dendrosoter insignis (Düsseldorf, aus Käferlarven) p. 79, flavi-
ventris (Aachen) p. 81; derselbe ebenda.
YerilitniiDejanus (in Stenoptera hybridalis) ; Rondani, Bull.
Ent. It. IX. p. 192.
Sigalphus brucivorus (! aus verschiedenen Bruchusarten); Ron-
dani, Bull. Ent. It. IX. p. 196.
Blacus hrachialis (in Larven von Chlorops taeniopus Mg.) ;
Rondani, Bull. Ent. It. IX. p. 167.
Eubadizon Orchestidis (0. quercus); Rondani, Bull. Ent. It.
IX. p. 176.
J. P. Marschall schildert die Art und Weise, wie die Lar-
ven einer Microgasterart nach dem Durchbohren der Haut ihres
bisherigen Wohnthieres (Raupe eines Philampelus) sich ihren Cocon
verfertigen. Amer. Nat. XII. p. 558 £f. ; vgl. auch p. 752.
Microgaster Hallii (Polaris ßay); Packard, Amer. Nat. XI.
p. 52.
Cardiochiles hrachialis (aus Pempelia spartiella Rndn.); Ron-
dani, Bull. Ent. Ital. IX. p. 169.
Laccophrys Villae Novae (Waalsdorp) p. 172. PI. 11. Fig. 1,
Medeyibachii (Arnhem) p. 173 Fig. 2; Sn. v. Yollenhoven, Tijd-
schr. Ent. XXI.
Bracon penetrator (Yokohama; braunroth; Fühler, 3 Basalseg-
mente des Htlbes. oben, Hinterbeine und Scheide des Legebohrers
schwarz; Flügel gelb durchscheinend, mit dunklem Rande und 3
grösseren schwarzen (und 3 kleineren blasseren) Flecken auf den
Ydflgln., ein grösserer schwarzer Fleck auf den Htflgln., Kopf,
Thorax, Beine und Spitze des Hinterleibes behaart; Legebohrer
9 mal so lang als der Körper); F. Smith, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 413. Fig. 1; spartiellae (aus Pempelia spart. Rndn.);
Rondani, Bull. Ent. Ital. IX. p. 168.
B. laniinarum (fossil in den Green River Shales); Scudder,
Bull. ü. S. G. S. IV. p. 748.
28 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
Khogas penetrator (Neu-Seoland); Smith, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 5.
Alysia Theodor i (Holland); Sn. v, Vollenhoven, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 174. PI. 11. Fig. 5.
Mesora rt^^a^^■s (Seeland) ; Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr. Ent.
XXI. p. 175. PI. 11. Fig. 4.
Misaphidius aphidiperda (A. chloris) p. 185, Halticae (H. nigra)
p. 186; Rondan i, Bull. Ent. It. IX.
Ichneumonidae. F. Smith giebt die Beschreibung und Abbil-
dung von 4 sehr merkwürdigen neuen Ichneumoniden; Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 410 ff. PI. XLIV.
Neue Schlupfwespen aus Ungarn werden von Kriech-
bau mer beschrieben. Ent. Nachr. 1878. p. 40 ff.
Ein Beitrag zur Kenntniss der Wohnthiere einiger
Schlupfwespen von A. Harr ach, nach welchem derselbe Pimpla
manifestator aus Sphinx ligustri, Ophion circumflexus, Pimpla in-
stigator, Eulaph. xanthopus aus Gastrop. Pini., lehn, nigritarius,
luteus aus Lasioc. lanestris; I. luteus aas Eup. debilitata und Geom.
repandata; 1. nigritarius aus Geom. prunaria; Eul. xanthopus aus
Geom. didymata; Pimpla turionellae aus Acher. Atropos gezogen
haben will, scheint nach Kriechbaumer wenig zuverlässig zu sein.
Entom. Nachr. 1878. p. 233 f. und 261.
Ichneumonides. Ichneumon petrinus (fossil im Tertiär von
Chagrin Vallay), Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. HI. p, 743.
Cresson beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. VI. p. 144 fi'.
und Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 348 ff. 17 neue Ichneumon-
arten aus Nordamerika.
Hoplismenus pacificics (Vaucouver Isl.); Cresson, Trans. Am.
Ent. Soc. VI. p. 186 und Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 354.
Kriechbaumer glaubt bei den Weibchen von x\mblyteles
subsericans Grav. einen Dimorphismus annehmen zu können, indem er
neben den normal gestalteten solche mit vom 2. bis letzten Segmente
auffallend verschmälertem Hinterleibe fand; die Farbe dieser Exem-
plare war am Hinterleibe schwarz, ohne weissen Afterfleck und da-
durch den Weibchen Merkmale aufgedrückt, die sonst den Männchen
dieser Art eigen sind. Entom. Nachr. 1875. p. 109 ff., 117 f., 128.
Tischbein erzog Amblyteles Diasemae aus einer Puppe der
P. diasema aus Nordfinnland; Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 497.
A, albomarginatus (Ung.); Kriechbaumer,E. Nachr. 1878. p. 45,
A. Kriechbaumeri ^, puerperae ^ (aus Puppe von Catocala puerpera),
lethifer ^; 3 Arten aus Ungarn; A. Mocsäry, ebenda p. 209, 210.
A. celsiae ^ (in Jaspidea celsia; niger et flavus (!); scutello,
orbitis oculorum faciei, linea infra alas, segm. 3. abdominis pedibus-
que ex parte flavis; 16 — 17 mm); Tischbein, ebenda p. 258 und
277 f.; Sibiriens Mocsäry, Tijdschr. v. Ent. XXL p. 199,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 29
Ueber einige Synonyma des A. fasciatorius und notatorius s.
Kriechbaumer im Corrbl. Z. M. Ver. Heg. 31. p. 50 ff.
A. mormonus (Utah) p. 190, hiulcus (Br. Columb.) p. 194;
Cresson, Tr. Am. Ent. See. VI. und Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878.
p. 355.
Trog-US mellosiis (Neu-Mexico); Cresson, Wheeler's Rep. a. a.
0. p. 708, Edwardsii p. 196, huccatiis p. 199 (Vancouver Isl.); der-
selbe, Tr. Am. Ent. Soc. VI. und Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878.
p. 356.
Platylabus ^jzc^MS (Montpell.); Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 157. PI. 9. Fig. 2; consors, californicus (Calif.); Cres-
son, Tr. Am. Ent. Soc. VI. p. 200 f. und Proc. Ac. Nat. Sei. Phil.
1878. p. 356 f.
Cryptides. Dolichomitus (n. g. verwandt mit Ephialte8
und Rhyssa, von ersterer unterschieden durch den sichelförmigen,
zusammengedrückten Hinterleib, von letzterer durch die eingeschnit-
tenen und höckerigen Segmente) longicauda (glänzend schwarz,
Basis des Hinterleibes gelb; . . . Ovipositor die 7fache Länge des
Körpers erreichend; Bogota, Columb.); F. Smith, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 412. PI. XLUI. Fig. 2.
Phygadeuon Crotchii (Br. Columb.) p. 357, älbirictus (!), limatus,
californicus p. 358, fulvescens p. 359 (Calif.); Cresson, Proc. Ac.
Nat. Sei. Phil. 1878, crassipes (Cal., Vancouv.); Provancher, Nat.
Canad. IX. p. 11.
Cryptus nubeculatus aus Exetastes-, titillator aus Campoplex
pugillator-Cocons erzogen; Brischke in der Deutsch. Ent. Zeit-
schr. 1877. p. 286.
Nach demselben ist Phygadeuon semiorbatus Grav. ^T =^ ^ch-
thrus armatus Grav. ; und letztere Art erzog Brischke aus Puppen
der Leucania obsoleta; ebenda.
Cr. macrobatus Gr. ist im männlichen Geschlecht von Ratze-
burg als Acroricnus Schaumii beschrieben werden; Taschenberg
hatte auf die Art die Gattung Linoceras gegründet, die indess
der von Spinola für eine Art (Capensis) vom Cap aufgestelten älteren
Gattung Osprynchotus weichen muss ; synonym mit dieser Gat-
tung ist Xenodon Förster. Kriechbaumer, Entom. Nachr. 1878.
p. 221 ff. (Kriechbaumer scheint obige Mittheilung von Brischke nicht
gekannt zu haben, indem er den Crypt. macrobatus in Eumenes
coarctatus schmarotzen lässt; bei letzterem schmarotzt aber Exe-
tastes und so wäre denn nicht unmöglich, dass auch Cr. macrobatus
nicht in Eumenes coarctatus, sondern in dessen Schmarotzer schma-
rotze ?).
C. penetrator (Neu-Seeland); Smith, Tr. E. S. Lond. 1878p. 2,
proximus (Calif.); Cresson, Proc. Ent. Soc. Phil. III. p. 290, dirus,
relativus, pictifrom, tejotiensis^ pacificus, atriceps, Crotchii, turhatus,
30 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
resolutus, Edwardii (!), punicus (!), purp^weipennis (meist aus Calif.) ;
derselbe, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 360 &.
Linoceras Edwardsii (Calif.); derselbe ebenda p. 365.
Mesostenus gracilipes (Calif.); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878. p. 365.
Hemiteles socialis (= H. fulvipes Gr.?) legt seine Eier nicht
in die Maden, sondern in die Cocons von Microgaster; Brischke,
Deutsch. P:nt. Zeitschr. 1877. p. 287; vgl. oben p. 24 (368).
H. pavoniae (Saturnia Pyri); Rondan i, Bull. Ent. It. IX.
p. 181.
Pimplides. Perissocerus (n. g., verwandt mit Xylonomus ;
Antennen 22gliederig; die Glieder 3 — 7 verlängert, ungefähr die
Hälfte des ganzen Fühlers ausmachend, dicht lang behaart),
plumicornis (Amazonas Thal); F. Smith, Proc. Zool. Soc. London.
1877. p. 412. Fig. 3.
Phidias (n. g. prope Arenetram) aciculatus (England); Sn. v.
VoUenhoven, Tijdschr. Ent. XXI. p. 165. PI. 10. Fig. 2.
Kriechbaumer weist nach, dass das bisher vermisste oder
vielmehr übersehene ^ von Ephialtes mesocentrus Grav. leicht kennt-
lich an der Form der Vorderschienen ist, die „innen von oberhalb
der Mitte weg bis fast zur Spitze ausgerandet sind." Entom. Nachr.
1878. p. 195.
E. albicrus (aus Pempelia spartiella Rndn.); Rondani, Bull.
Ent. It. IX. p. 175; melanomerus (Java); Sn. v. Volleikhoven,
Tijdschr. Ent. XXI. p. 48, thoracicus (Vancouver); Cressda, Proc.
Ac, Nat. Sei. Phil. 1878. p. 377. ''.o\
Grotea calif ornica (Cal.); Cresson, Proc. Ac. Nat, \\ Phil.
1878. p. 370. \ V
Pimpla angens aus Cocons des Latrodectus tredec% '^gut-'
tatus Rossi erzogen; Poujade, Bull. Ent. Fr. 1878. p. XXXi^y^.
P. Behrensii (Calif.); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. ei878.
p. 377.
Brischke erzog Polysphincta boops Tschek -^ aus einer
an einem Theridium schmarotzenden Larve. Deutsch. Ent. Z'eit-
schr. 1877. p. 285.
Lissonota flavo-picta^ älbo-picta (Neu-Seeland) ; Smith, Tr. .E.
S. Lond. 1878. p. 4.
Phytodietus exareolatus (Geldern); Sn. v. VoUenhoven,
Tijdschr. Ent. XXI. p. 163. PI. 9. Fig. 5, obscurellus, californicus
(Cal.); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 379 f.
Cresson beschreibt 6 neue Lampronotaarten aus Nordamerika;
Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 377 ff.
Coleocentrus rufus (Quebec); Provancher, a. a. 0. p. 316,
occidentaUs (Vancouver); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878.
p. 376.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 31
Xylonomus californiciis; Cresson, Proc. Ac. Nat, Sei. Phil.
1878. p. 380.
Poemeria insularis (Vancouver Isl.) ; Cresson, Proc. Ac. Nat.
Sei. Phil. 1878. p. 380.
Xorides occidentalis [Yancouyer Isl.); Cresson, Proc. Ac. Nat.
Sei. Phil. 1878. p. 380.
Echthrus maurus (Vancouver); Cresson, Proc. Ac. Nat, Sei.
Phil. 1878. p. 381.
Odontomerus glatwLarius (in Balaninus glandium); Rondani,
Bull. Ent. It. IX. p. 189.
Tryphonides. Trichomastix (n. g. Tryphon.) polita
(Scheveningen) ; Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr. Ent. XXI. p. 160.
PI. 9. Fig. 4.
Sphaleriis (n. g.) hifasciatus (Mehadia, Ungarn; die Gattung
wird später, p. 251, als identisch mit Arotes Grav. erkannt);
Kriechbaumer, Ent. Nachr. 1878. p. 42.
Brischke zeigt, dass das von Tschek als Oedemopsis Rogen-
hoferi beschriebene ^ nicht zu dieser Art gehört, dass vielmehr
das wirklich zu genannter Art gehörige ^ von Gravenhorst als
Tryphon scabriculus beschrieben, die Art demnach Oed. scabriculus
(Grav.) zu benennen sei. Brischke erzog diese Art aus Larven
des Cladius difformis und möchte sie demnach zu den Tryphoniden,
neben Eclytus, stellen. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1877. p. 285.
Metopius sinensis (Shanghai; schwarz, stark punktirt, Hinter-
rand des 1., 3. und 4. Hinterleibssegments gelb; Stirn gelb mit einem
ovalen schwarzen Fleck in der Mitte; .... Flügel getrübt durch-
scheinend; Adern braunroth, Stigma blass rostfarben; . . Hinter-
schenkel verdickt); F. Smith; Proc. Zool. Soc. London 1877. p. 411.
PI. XLIV. Fig. 4; Edwardsii (Washington); Cresson, Proc. Ac.
Nat. Sei. Phil. 1878. p. 376.
Bassus fissorius Gr. scheint von Holmgren durch ein Ver-
sehen unter die Arten mit einer Areola gesetzt zu sein, da weder
die Gravenhorst'schen Typen, noch auch 5 andere Exemplare eine
Areola zeigen. Ratzeburg's B. fissorius ist wahrscheinlich eine andere
Art. Kriechbaumer, Entom. Nachr. 1877. p. 166.
B. ibalio'ides ^ (Rosenheim, Baiern); derselbe, ebenda 1878.
p. 211, cinctulus, decoratus, pacifkus (Calif.); Cresson, Proc. Ac.
Nat. Sei. Phil. 1878. p. 375 f.
Orthocentrus nigristernus (= 0. incisus var.; aus Balaninus
glandium); Rondani, Bull. Ent. It. IX. p. 192.
Exochus hrunnipes (Nevada); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878. p. 374.
Cteniscus rufus (Quebec); Pro van oh er, a. a. 0. p. 318.
Ctenistes californicus; Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil.
1878. p. 374.
32 Bertkau: Bericht üb, d. wissenschaftl. Leistungen
Mesoleptus innoxius (Br. Columb,); Cr es so n, Proc. Ac. Nat.
Sei. Phil. 1878. p. 371.
Mesoleius Stretchii, aleutianus, laetus, rubiginosus] derselbe
ebenda p. 372.
Tryphonpraerogator Grav. („het verlooren schaap") glaubt
Sn. V. VoUenhoven in einem Mesoleius wieder aufgefunden
zu haben; Tijdschr. v. Ent. XX. p. 64.
Tryphon Clapini (Quebec); Pro van eher, a. a. 0. p. 327;
(Perilissus) Rhodocerae (aus Rh. rhamni); Bond an i, Bull. Ent. It.
IX. p. 202; obstructor (Neu-Seeland) ; Smith, Tr. E. S. London.
1878. p. 4; tejonicus, lusorius, californicus; Cresson, Proc. Ac. Nat.
Sei. 1878. p. 373.
Errhomenus ohscurellus (Calif.) ; Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878. p. 373.
Ophionides. Laphyctes (n. g. Anomaloid.) mesosonus
(Berlin) p. 72, insidiator (Aachen) p. 73; Atrometus (n. g. Ano-
maloid.) i^sipms (Montpell.) p. 77, fM^ncaiws (Granada) p. 79; För-
ster, Kleine Monogr., a. a. 0.
Holm grenia (n. g. prope Xenoschesim) pulchra (Baiern);
K riechbau mer, Corrbl. z. m. Ver. Reg. 31 p. 146 ff.
Scolobates varipes, intrudens (Neu-Seeland); Smith, Tr. E.
S. Lond. 1878. p. 3; Marshalli (Pyrenaeen); Sn. v. VoUenhoven,
Tijdschr. Ent. XXI. p. 166. PI. 10. Fig. 1.
Exetastes maurus, selotypus (Calif,); Cresson, Proc. Ac. Nat.
Sei. Phil. 1878. p. 370.
Mesochrus iridescens (Calif.); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878. p. 369.
Atractodes sm^iiZam (Quebec); Pro van eher a, a. 0. p. 328;
spem^er (Leiden); Sn. v. VoUenhoven, Tijdschr. Ent. XXI. p. 171.
PI, 10. Fig. 8.
Cremastus balteatus (Breda) p. 169. PI. 10. Fig. 6; sabulosus
(Scheveningen) p. 170. Fig. 7; Sn. v. VoUenhoven, Tijdschr.
Ent. XXI.
Limneria californica\ Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil.
1878. p. 369.
Campoplex frumentarius (aus Tinea granella) ; Rondani,
Bull. Ent. It. IX. p. 169, major (Vancouver Isl.); Cresson, Proc.
Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 369.
Paniscus rufulus (Quebec); Provancher, Natur. Canad. VIII.
p. 328; cpMppidtus (Neu-Seeland); Smith, Tr. E, S. Lond. 1878. p. 3.
Exochilum occidentale (Oregon); Cresson, Proc. Acad. Nat.
Sei. Phil. 1878. p. 366.
Anomalen melanocneme (Montpellier); Sn. v. VoUenhoven,
Tijdschr. Ent. XXI. p. 168. PI. 10. Fig. 5, Edwardsii, californicum,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 33
verbosunij maceratum, vivum; Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil.
1878. p. 367 f.
Pristomerus pacificus (Calif.); Cresson, Proc. Ac. Nat. Sei.
Phil. 1878. p. 370.
Nototrachys calif ornicus (Son Diego); Cresson, Proc. Acad.
Nat. Sei. Phil. 1878. p. 366.
Ophion cwmner-y?« cT ; Kriechbaumer , Entom. Nachr. 1878.
p. 249; ferrugineus, inutüis (Neu-Seeland) ; Smith, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 2. unicallosus (Spanien); Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 167. PI. 10. Fig. 4; costale (Calif.); Cresson, Proc.
Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 366.
Crypturus mgrer (Südfrankr.); Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr.
V. Entom. XXI. p. 158. PI. 9. Fig. 3.
Uroceridae. Packard macht die Verwandlungsgeschichte von
Tremex Columba L. bekannt; X. Ann. Rep. U. S. Geol. Surv. for
1876. p. 531.
Xyloecematium fuscicorne (F.) in Mecklenburg (bei
Schwerin) in Buchenholz; Brauns, Archiv .... Mecklenburg, 32.
Jahr (1878) p. 75.
Xiphydria flavopicta (Neu-Seeland); Smith, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 1.
Tenthredinidae. Die Imagines dieser Familie sind, wie all-
bekannt, z. Th. carnivor; Rudow, Giebel's Zeitschr. (3. F.) III.
p. 234. Als Insectenfresser wurden beobachtet Tenthredo atra,
coryli, colon, scalaris, viridis; Lophyrus pini, laricis; Lyda campestris,
betulae, pratensis ; Cimbex betulae, saliceti, connata, lucorum ; die
letzteren rächen sogar ihre kleineren Familienverwandten an grösseren
Asili den.
Camer on. Monograph of the British species of Phaenusa and
Cladius; Proc. N. H. Soc. Glasgow. Vol. HI. Pt. 1. (E. M. M. XIV.
p. 21).
Derselbe macht Notes on British Tenthredinidae.
E. M. M. XIV. p. 265 £f.
Derselbe verzeichnet (209) Tenthrediniden Schottlands; Parti.
(Hymenoptera) von The fauna of Scotland with especial reference to
Clydesdale and the Western District. Publ. by the N. H.S.Glasgow.
May, 1878.
Derselbe: Descriptions of new genera an species of East
Indian Tenthredinidae; Tr. E. S. Soc. Lond. 1877. p. 87 ff. Die
neuen Gattungen sind; Beleses (= Anisoneura Cam.), Scuoclia
(= Anisoarthra Cam., vergl. d. Ber. 1877. p. 242 (274)), Siobla
(für T. incerta Cam. und) Mooreana (W.-Yunan) p. 88; Ancylo-
neura, für A. varipes (Aru) p. 91, 92.
Derselbe. On the larvae of the Tenthredinidae, with special
reference to protective resemblance; ibid. 1878. p. 193.
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. C
34 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Das 20. Stuk von Sn. v. VoUenhovens „De Inlandsche Blad-
wespen etc.," Tijdschr. Ent. XXII. p. 1 fif. PL 1—4 behandelt Selan-
dria adumbrata Klug, (Hylotoma pullata Zaäd., vulgaris Kl, ustu-
lata L.,) Sei. Sixii.
Zarca (n. g. prope Blennocampam) apicalis (Brasil.) p. 143;
Incalia (n. g. inter Cimbic. et Hylotomin. intermedium) /wVhcorm's
(Ega) p. 144; Träilia (n. g. = Hylotoraa sect. 8 Klug) uracacensis
(Rio Purus), analis (Brasil.), compressicornis p. 149, nigrolineata
(Bahia) p. 150; Rusohria (n. g. = sect. 4 Kl.) megaptera, carinata,
leucosoma (Brasil.) p. 151; Cameron, Tr. E. S. London. 1878.
Macrocephus (n. g.; Fühler 25 — 27gliederig, in der Mitte
schwach verdickt, Kiefertaster 6gliederig; Glied 3 und 4 einander
gleich, 6 am längsten, sehr dünn; der äussere Lappen kegelig, kleiner
als der breit gerundete innere ; Lippentaster 4gliederig, Glied 4 gross,
spindelförmig, schwach nach innen erweitert, IV2 so gross als 2 und
3 zusammen; Zunge breit gerundet, dreilappig; Mittel- und Hinter-
schienen mit nur 1 Seitendorn; Legbohrer schwach gekrümmt, ge-
zähnt; Säge mit gezähnten Querleisten) ulmariae (Larve in Stengeln
von Spiraea ulmaria, in dem sie, zur üeberwinterung und als Vor-
bereitung zur Verpuppung, ein Futteral anfertigt und dasselbe mit
Spinnstoff auskleidet; im Frühjahr verpuppt sie sich und liefert nach
I4tägiger Puppenruhe (bei Zimmerzucht im Mai) die Wespe); H. R.
V. Schlechtendal, Entom. Nachr. 1878. p. 153 f.
Riley handelt in seinen IX. Ann. Report, etc. auf p. 7 fif.
von der Naturgeschichte des (aus Europa importierten) Nematus
ventricosus Klug, unter dessen Feinden eine Wanze (Podisus
placidus ühler), einige Schlupfwespen (ßrachypterus micropterus Say;
Hemiteles nemativorus Walsh und wahrscheinlich ein Chalcidier in
den Eiern), sowie eine Tachina angeführt werden, von Pristi-
phora grossulariae Walsh, p. 23 ff., Emphytus maculatus
Norton p. 27 ff., Lophyrus Abbotii Leach p. 29 £f., L. Le Contei
p. 32 f.
Lebensweise von Trichiosoma lucorum ; Cameron, Proc. N. H.
Soc. Glasgow. Vol. III. Pt. L (E. M. M. XIV. p. 21).
Kriechbaumer führt aus, dass das ^ von Cimbex (Zaraea)
fasciata L. mit Sicherheit und ohne Bedenken nicht bekannt sei, und
regt daher die Frage an, ob diese Art sich nicht ausschliesslich par-
thenogenetisch fortpflanze. Ent. Nachr. 1878. p. 141 ff. Die letztere
Frage wird durch den Fund eines unzweifehaften (/*, das beschrieben
wird, in verneinendem Sinne entschieden vonKuwert; ebenda p. 181.
C. Fagi Zadd. ist nach Rudow wahrscheinlich eine Varietät
von C. betulae Zadd. (= variabilis und femorata aut.); ebenso ge-
hören wahrscheinlich C. sorbi und crataegi Zadd. (= betuleti Klg.
Htg.) zusammen; Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 231 und 233.
Hylotoma Tergestina (Triest; H. pagana und fuscipennis nahe
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 35
stehend); Kriechbaum er in den Sitzber. Zool. Bot. Ges.
Wien. XXVI. p. 13; excisa (Penang), bipimctata (Indien) p. 90, inter-
stitialis (Darjeeling), simlaenis (Sirala) p. 91; Cameron, Tr. E. S.
Lond. 1877.
Athalia spinarum var. (yrientalis (Indien); Cameron, Tr. E.
S. Lond. 1877. p. 90.
Macrophya blanda var. brevicornis (Egerland; Fühler abnorm
kurz und entschieden gekrümmt); H. Gradl, Entom. Nachr. 1878.
p. 239; eximia (Ungarn); Mocsäry, Termesz. Füzetek. I. p. 87;
Ihistrionica (Baireuth); Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr. Ent. XXI.
p. 155.
Tenthredo S|)ec^aMKs (Sibirien) ; Mocsary, Tijdschr. v. Entom.
XXI. p. 199; latifasciata, simulans (Indien); Cameron, Tr. E. S.
Lond. 1877. p. 87.
AWantus nigrilabris (Ungarn); Frivaldszky, Magy. Tud. Akad.
math. es term. Közl. XIII. p. 347; unifasciatus (ibid.); Mocsäry,
Termesz. Füzetek I. p. 87.
Amasis sanguinea (Marocco); Sn. v. Vollenhoven, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 154. PI. 9. Fig. 1.
Taxonus Fletcheri [England) ] Cameron, E. M. M.XIV. p. 266;
longipennis (Brasil.); derselbe, Tr. E. S. Lond. 1878. p. 141.
P. Cameron macht Notes on the British species of
Blennocampa; E. M. M. XIV. p. 55 £f.
B. betuleti in Norwegen; Sch^yen, Nyt Mag. Naturv. 1878.
p. 212.
Hoplocampa gallicola (England, aus Gallen von Salix); Came-
ron, E. M. M. XIV. p. 156.
Dineura simulans (England; habituell dem Nematus gallicola
ähnlich); Cameron, E. M. M. XIV. p. 155.
Emphytus grossulariae in Norwegen; Schj^yen, Nyt Mag.
Naturv. 1878. p. 212.
Dolerus Chappelli (Engl&nd) ; Cameron, E.M. M. XIV. p. 155,
vulneratus (Sibirien); Mocsäry, Tijdschr. v. Entom. XXI. p. 199.
D. dubius, aericeps, aeneus, elongatus in Norwegen; Sch^yen,
Nyt Mag. Naturv. 1878. p. 213.
Rudow beschreibt einen Nematus, den er aus Weidengallen
erzog, die er bis dahin dem N. Vallisnieri zugeschrieben hatte, der
sich von diesem aber durch bedeutendere Gr()sse und gelbe Färbung
unterscheidet. Vielleicht entstammt er aber auch den grünen Gallen
mit warziger Oberfläche. Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 234 f.
N. antennatus (Sutherlandshire) ; Cameron, E. M. M. XIV.
p. 58; hibernicus (Dublin), placidus (England); derselbe ebenda
p. 255; interstitialis -p. 260, dorsatus i^. 2dl, femoralis ip. 296, herhacea
p. 304, leucostigmus, /wr-yescens p. 308 (Schottland) ; derselbe, Proc.
Nat. Hist. Soc. Glasgow. II.
S6 iBertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
N. Dahlbomi, brevivalvis, dolichurus in Norwegen; Schjyyen,
Nyt Mag. Natiirv. 1878. p. 211.
Cryptocampus mucronatus aus Gallen an Weidenblättern,
Weidenstengeln und anderen Holzkröpfen erzogen; Rudow, Giebel's
Zeitschr. (3. F.) ITI. p. 235.
Die (bauchfusslosen) Larven von Tarpa spissicornis Klg. leben
gesellig in Geweben auf Laserpitium latifolium; Kriechba umer,
Entom. Nachr. 1878. p. 169 und Hiendlmayr, Mitth. Münch. 1878.
p. 163.
T. speciosa (Bosnien); Mocsary, Termesz. Füzetek. I. p. 88.
Dielocera sulcicornis (Praiuha) p. 145, crassicornis (Amaz.)
p. 146, Curtisii (Bras.) carhonaria (Villa Nova) p. 148; Gameron,
Tr. E. S. Lond. 1878.
Neuroptera.
H. A. Hagen liefert einen Report upon the collections
of Neuroptera and Pseudoneuroptera made in portions of
Colorado, New-Mexico and Arizona, during the years
1872-1874. Wheelers Rep. Geogr. Explor. W. of looth.
Mer. V. Zool. Chapt. XIV. p. 911-922.
Rudow liefert ein Verzeichniss der in Meck-
lenburg bis jetzt aufgefundenen Neuroptera s.
Str.; Archiv d. Ver. d. Freunde der Naturgesch. in Mecklen-
burg. 31. Jahr (1877) p. 116 ff. Die Neuroptera sind
hier in einem eigenthümlichen Umfange genommen: Die
Trichoptera sind nicht berücksichtigt, von Amphibioticis
dagegen die Ephemeriden und Perliden hinzugenommen;
auch die Psociden sind berücksichtigt. Die Ephemeriden sind
mit 12, Perliden mit 13, Psociden mit 7, Panorpiden mit 3,
Sialiden mit 6, Hemerobiiden mit 18, Myrmeleontiden mit 2
Arten vertreten. Von ecbten Neuroptera (Planipennia) sind
demnach 28 Arten in Mecklenburg nachgewiesen.
24 in den Comitaten Temes und Krassö Südungarns
beobachtete Arten finden sich verzeichnet von Frivalds zk y
in Bd. XIII der Magy. Tud. Akad. math. es term. Közl.
p. 346 f.; 5 in den nördlichen Comitaten Zölyom und
Liptö beobachtete Arten desgl. von Mocsärv; ebenda XV.
p. 259.
ira Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 37
Planipennia.
Äscalaphidae. Ascalaphus sp. im Vallee de Massevaux;
Bull. See. d'Histoire Nat. Colmar. 16. et 17. Annee. 1875 et 1876.
(Colüiar 1877) p. 165.
Myrmeleontidae. Schenck zählt die (4) Myrmeleon-Arten
Nassaus und der angrenzenden Gegenden auf. unter denen eine,
deren Larve Hagen in der Stett. Ent. Zeit. 1873. p. 290 in ihren
Unterschieden von M. formicalynx und formicarius beschrieben hatte,
unbeschrieben sein soll. Ent. Nachr. 1877. p. 93.
Eine Larve von M. formicalynX;., verpuppte sich, ohne in die
Erde gekrochen zu sein und sich eine Hülse verfertigt zu haben
frei auf dem Sande liegenbleibend; die aus dieser Puppe schlüpfende
Imago war ganz normal; Rudow, ebenda, 1878. p. 272,
Chrysopidae. Hemerobius atrifrons in Norwegen; Sch^yen,
Nyt Mag. Naturv. 1878. p. 209.
Seh och berichtet von einer Chrysopalarve die Thatsache, dass
sie „sich ein Wollflöckchen zur Leibeshülle bereitet habe aus den
Blatthaaren eines Baumes;" Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch. V. p. 276.
(Sollte diess „Wollflöckchen" nicht das gewöhnliche Gespinnst sein,
das die meisten Planipennienlarven vor der Verpuppung mittels
ihrer am Hinterleibsende mündenden Sericterien anlegen?).
Chrysopa dorsalis und Hemerobius inconspicuus in Belgien;
C. R. Soc. Ent. Belg. XX. p. XXXH.
Ch. alba in Norwegen; Sch^yen, Nyt Mag. Naturv. 1878.
p. 209.
Mantispidae. Auf Mantispa myrapetrella Westw. und eine
neue Art von Fort Tejon [signata) gründet Hagen die n. G. Sym-
phrasis (Prothorax ringförmig, unten ohne Nath; Weibchen mit
langer Legeröhre); von der Lebensweise der neuen Art ist nichts
bekannt; S. myrapetrella schmarotzt bekanntlich bei einer Wespe,
Myrapetra scutellaris. Die Gattung Trichoscelia scheint ebenfalls
eine Legeröhre zu haben, ist von Symphrasis aber unterschieden
durch das unten vom Pronotum durch eine Nath gesonderte Pro-
sternum. Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 208 ff.
Myiodactylus nebulosus (Neu-Guinea) ; Mc Lac hl an, E. M.
M. XIV. p. 85.
Panorpidae. On Notiothauma Bcedi^ a remarkable
new genus and species of Neuroptera from Chili, pertaining to the
family Panorpidae. By R. Mc Lachlan. Trans. Ent. Soc. London.
1877. p. 427 ff. PI. X. A. Fig. 1—5.
Holcorpa (n. g.) maculosa (fossil im Tertiär der Rocky Mts.);
Scudder, Bull. U. S. Geol. Survey IV, p. 540 ff.
38 Bertkau: Bericht üb- d. wissenschaftl. Leistungen
Sialidae. Chas, V. Riley lehrt The curious Egg Mass
of Coryadalus cornutus (Linn.) and the eggs that have
hitherto been referred to that species kennen. Proc. Am.
Assoc. for Advanc. of Science, 25. Meeting, Buflfalo August 1876
(Salem 1877) p. 275 ff. Die Eiermassen fanden sich in Form eines
flach gewölbten Laiches von rundem oder eirundem Umkreise an
Blättern oder Felsen, die über das Wasser herüberhängen, vor. In
einer weissen Schleimmasse liegen 2 — 3000 Eier, 1,3 mm lang und
0,4 mm dick, cylindrisch, ellipsoidisch, schmutzig weiss durchschei-
nend, mit feiner Schale. Alle Embryonen schlüpfen in einer Nacht
aus. (Dieser Laich scheint demnach grosse Aehnlichkeit mit dem
von Phryganiden zu haben, und wieder für eine nähere Verwandt-
schaft der Sialiden mit denselben zu sprechen, Ref.). Die früher
für Eier von Corydalus angesehenen Eier von der Grösse eines
Rettigsamenkorns, die an untergetauchten Theilen von Wasserpflanzen
sitzen, schreibt Riley jetzt dem Belostoma grandis (L.) zu. S. auch
desselben IX. Ann. Rep. etc. p. 125 ff.
Ein als Eiermasse gedeutetes Fossil wird von Scudder einem
Gorydalites fecundum (!) zugeschrieben; Bull. ü. S, Geol. Surv.
IV. p. 537.
Neuromus dichrous (Borneo); Brauer, Sitzber. k. Akad. Wiss.
Wien. LXXVII. 1. Abth. p. 205.
Trichoptera.
Die 1877 und 1878 erschienenen Hefte von Mac
Lac hl an 's Monogr. Revis. and Synopsis of the Trichoptera
etc. enthalten in Part VI die Leptoceridae, in Part VII die
Hydropsychidae.
Meyer-Dür macht Berichtigungen und Ergänzungen
zu seiner „Neuropteren-Fauna der Schweiz;" Mitth.
Schweiz, entom. Gesellsch. V. p. 9 ff. Dieselben geben im
Anschluss an die frühere Arbeit des wohlbekannten Verfassers
(s. d. Ber. 1877. p. 243 (275)) die Aufzählung der durch
Mac Lachlan's Monographie der Trichopteren für die Schweiz
neuerdings bekannt gewordenen, sowie die nach der Syno-
nymie desselben Autors festgestellten Namen der bis dahin
unrichtig benannten Arten von Trichoptera.
Westwood berichtigt einen Irrthum in seiner Introd.
to the Mod. Classif. of Insects, wo er angegeben hatte, dass
die Puppe von Trichopteren, nachdem sie ihr Gehäuse ver-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 39
lassen, mit Hülfe ihrer langbewimperten Hinterbeine
umherschwimmen; bei Anabolia nervosa wenigstens tragen
nicht die Hinter-, sondern die Mittelbeine lange Schwimm-
haare Tr. E. S. Lond. 1877. p. 431 ff. PL X. ß. Fig. 1-3.
Indusia calcuhsa (nach den ganze Schichten in den Tertiärab-
lageruugen (Upper Green River Group oder unterem Theil der Brid-
ger Group des Green River, Wyoming) einnehmenden La rv enge*
hausen aufgestellt); Scudder, Bull. ü. S. Geol. IV. p. 542 f.
Phryganeidae. Phryganea operta (fossil im Tertiär von Chagrin
Valley); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 762.
Ph. striata, varia, obsoleta in Norwegen ; Schoyen, Nyt Mag.
Naturv. 1878. p. 210.
Limnophilidae. Limnophilus griseus bei Halle in grossen
Schwärmen beobachtet; Tascheuberg, Giebeln Zeitschr. (3. F.)
m. p. 344.
Limnophilus borealis, Stigma, pantodapus, nebulosus, flavus,
sparsus; Stenophylax picicornis. nigricornis, stellatus; Ecclisopteryx
guttulata; Apatania Wallengreni in Norwegen; Schj/yen, Nyt Mag.
Naturv. 1878. p. 210.
SericOStomatidae, Helicopsyche, als eine der Schweizerischen
Insectenfauna angehörende Phryganide erkannt, von C. v. Siebold,
Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 246 fif. v. Siebold theilt mit, dass
Stabile die Gehäuse dieser merkwürdigen Art unter feuchtem Laube
von Castanea vesca, F. Müller sie in Brasilien in schnellfliessenden
Bächen an Steinen gefunden habe. Larven, in einen mit Drathgaze
überzogenen Kasten gesetzt, entwickelten sich zwar zu Imagines, die
aber, als danach gesehen wurde, bereits seit längerer Zeit todt und
durch das Wasser schon zersetzt waren; s. auch Mitth. Schweiz, ent.
Gesellsch. IV. p. 579 ff. und Erne, ebenda V. p. 303 f.
Rhyacophilidae. Rhyacophila dorsalis in Norwegen; Schj?fyen,
Nyt Mag. Naturv. 1878. p. 211.
Leptoceridae. Mac Lachlan a. a. 0. unterscheidet in dieser
Familie 4 Sectionen, von denen aber die 4. vielleicht in der euro-
päischen Fauna nicht vertreten ist; Sect. I: Fühler so lang oder
wenig länger als die Vorderflügel, erstes Glied dicker, so lang oder
kürzer als der Kopf; letzterer klein, quer, haarig .... mit den
Gattungen Molanna (4 A., palpata aus Finnland etc. p. 287. PI. XXXI,
Fig. 1—7, neu), Molannodes (2 A.); Sect. II: Fühler viel länger als
die Vdfl., mit langem cylindrischem Basalglied; . . . Flügel ohne
Mittelzelle . . ., mit der einzigen (europäischen) Gattung Odontoce-
rum (diese von Leach gebrauchte Form nimmt Mac Lachlan statt
der gebräuchlichen an ; auch hier scheint mir die einseitige Anwen-
dung des Prioritätsprincips unstatthaft zu sein) mit der einzigen
Art 0. albicorne; Sect. III: Fühler sehr lang und dünn, im mann-
40 Bertkau: Bericht üb. d. wisseiischaftl. Leistungen
liehen Geechlecht oft drei mal so lang als die Ydfl., das Grundglied
knollig, selten länger als der Kopf .... mit den Gattungen Lepto-
cerus (16 A., L. commutatus von England, Preussen, Sachsen, neu,
p. 308 PI. XXXIII Fig. 1, 2), Mystacides (4 A.), Homilia n. g.
(Sporen 1, 2, 2, der äussere an den 4 hinteren Schienen sehr viel
kürzer als der innere; Fühler ungefähr zwei mal so lang als die
Flügel; Htfl. breit ... für Myst. leucophaea Rarab.) p. 317, Triae-
nodes (5 A., T. unanimis aus Finnland neu p. 324, PI. XXXV Fig.
1—4), JErotesis (n. g. bei Triaenodes, mit der einzigen Art E. fcaZ^ica
p. 326, PI. XXXV. Fig. 1—6), Adicella (n. g. für Setodes reducta
und Myst. filicornis), Oecetis n. g., Setodes part. (oberer Zweig
des oberen Cubitus vollständig einfach und parallel dem unteren
Zweig des Sectors; . . . mit 8 A., 0. intima von Krasnowodsk,
p. 331. PI. XXXVI Fig. 1—3, neu), Setodes (mit 6 A.); Sect. IV:
Fühler gewöhnlich fein, oft länger als die Flügel, erstes Glied
knollig; . . . Vorderfi. mit Mittelzelle . . . mit der Gattung Cala-
moceras Brau. (2 A., C. Volxemi von Portugal, neu p. 347, PI.
XXXXVIII. Fig. 1—4).
Binnie. Notes on the Leptoceridae of the Glasgow district.
Proc. N. H. Sog. Glasg. III. 1. (E. M. M. XIV. p. 21).
Molanna angustata in Norwegen; Schfjyen, Nyt Mag. Natu rv.
1878. p. 210.
Setodes argentipunctella (England, Irland); Mac Lachlan,
E. M. M. XIV. p. 105.
Hydropsychidae. In dieser Familie nimmt Mc. Lachlan in
seiner Monogr. Rev. etc. p. 349 £f. Brauer's Oestro psidae als
Sect. I auf, die den übrigen grösseren Gruppen nicht gleichwerthig
zu erachten sind; neben dieser Section enthält die Familie noch 4
andere. Sect. I: (= Oestropsidae Brau.) mit der Gattung Amphi-
psyche (1 A.); Sect. II: Fühler sehr lang und schlank, im männlichen
Geschlecht oft zwei mal so lang als die Vdfl ; Htfl. ohne
Mittelzelle . . .) mit der einzigen Gattung und Art Macronema ra-
diatum; Sect. III: Fühler gewöhnlich länger als die Vdfl., schlank . . .;
Htfl. gewöhnlich mit geschlossener Mittelzelle . . ., mit der Gattung
Hydropsyche (19 A., H. Stimulans aus Turkestan neu, p. 369. PI.
XXXIX. Fig. 1 — 4); Sect. IV: Fühler stämmig, kürzer oder wenigstens
nicht länger als die Vdfl. . . ., mit den Gattungen Diplectrona (3 A.,
D. atra von Bozen in Tirol neu, p. 377. PI. XL. Fig. 1—4), Arcto-
psyche (1 A.), Philopotamus (6 A., Ph. insularis von der Insel Guern-
sey neu, p. 384), Dolophilus (2 A., D. pullus aus der Schweiz,
Sachsen, neu p. 389. PI. XLL Fig. 1—3), Wormaldia (4 A., W.
trianguUfera aus Frankreich, p. 390. PI. XLL Fig. 1—2, mediana
aus Schottland p. 391, neu), Neuroclipsis (1 A.), Plectrocuemia (3 A.).
Polycentropus (3 A.), Holocentropus (n. g., Polycentrop. pars,
wie diese Gattung, aber die Discoidalzelle der Htfl. geschlossen,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 1 1
nur die Spitzengabeln Nr. 2 und 5 vorhanden ; ... für Philopot
dubius Ramb., Polyc. picicornis Steph., Plec. aurata Kol. und Ny-
ctiophylax stagnalis Albarda), Cyrnus (4A.); Sect. V: Sporen 3,4, 4;
die mittleren Schienen und Tarsen der ^ verbreitert . , . mit den
Gattungen Ecnomus (1 A.), Tinodes (14 A., T. Braueri aus Griechen-
land p. 414. PI. XLIV. Fig. 1—3, Mannt aus Kleinasien p. 415. PI.
XLIV. Fig. 1—2, locuples aus Sicilien p. 417. PI. XLIV. Fig. 1, 2,
pallidula aus Sachsen und Frankreich p. 419, Zeller i aus Kärnthen
PI. XLIV. Fig. 1—4, Bostocki aus Sachsen, Schlesien und Griechen-
land PI. XLIV. Fig. 1—4. p. 420 neu), Lype (4 A.), Psychomyia
(2 A.).
Polycentropus flavomaculatus in Norwegen; Schr^yen, Nyt
Mag. Naturv. 1878. p. 211.
Orthoptera.
Ueber die Mundtheile der Orthopteren. Ein
Beitrag* zur vergleichenden Anatomie von Dr. Josef Muhr.
Mit 8 lithographierten Tafeln. Prag. 1877. Nachdem der
Verfasser den allgemeinen Bau der Mundwerkzeuge der
beissenden Insecten dargestellt hat, wirft er einen Rück-
blick auf die Anschauungen, die sich die hervorragenden
Vertreter der Entomologie über die morphologische Bedeu-
tung der Unterlippe gebildet haben und schliesst sich
der Auffassung Erichson's an, der in dem submentum Kirby's
ein Analogon der Oberlippe sah, das mit einem dritten
Kieferpaar nichts gemein habe. Diesen Theil nennt Muhr
das mentum; an ihn schliessen sich vorn die meist ver-
wachsenen Stammstücke des dritten Kieferpaares an, die
im günstigsten Falle ein Tasterpaar und ein Paar äusserer
und innerer Laden tragen. Diese in ihren allgemeinen
Zügen in der Entomologie bereits seit lange eingebürgerte
Ansicht erläutert der Verfasser nun an Beispielen aus ver-
schiedenen Familien und giebt auf 8 Tafeln getreue Ab-
bildungen der betreffenden Theile (Forficula minor; Peri-
planeta Orientalis; Blatta germanica; Mantis religiosa ; Gryl-
lus campestris; Gryllotalpa vulgaris; Decticus apterus;
Tettix subulata; Taeniopteryx trifasciata; Ephemera vulgata;
Calopteryx virgo; Gomphus forcipatus; Libellula depressa;
Troctes pulsatorius; Lepisma saccharina). Zu bedauren
42 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
ist, dass ihm die Arbeit Gerstäcker^s (s. d. Ber. 1874. p. 288
(36J), die eine ausführliche Begründung der in seinem Hand-
buch kurz vorgetragenen Anschauung über die Mundtheile
der Libelluliden enthält, entgangen ist.
Thysanura.
Podurhippus n. g. inter Achorutem et Lipuram; P. pity-
riasicus (auf der Haut eines an Pityriasis leidenden Pferdes!); Meg-
nin, Bull. Eni Fr. 1878. p. CXIV.
Smynthurus quadrimaculata (! Fairmount Park, Nordam.) ;
Ryder, Proc. Ac. Nat. Sei. Phil. 1878. p. 335 mit Holzchnitt.
Tomocerus plumbea (!) var. alba (!) (Höhle am Salzsee in Utah) ;
Packard, Bull. U. S. Geol. Surv. HL p. 159.
Isotoma Besselsii (Polaris Bay); Packard, Amer. Natur. XL
p. 52.
Japyx solifugus bei Bingen; Bertkau, Verh. Naturh.
Ver. preuss. Rheinl. u. Westf. 1877. p. 262.
Gennina.
Dr. K. F. Wilde stellt Untersuchungen über
den Kaumagen der Orthopteren an; dieses Archiv
1877. L p. 135 ff. mit Tafel IX— XL Bei den Acridiern
fehlt ein Kaumagen im eigentlichen Sinne des Wortes;
sein physiologisches Aequivalent wird vom sog. Kropf ge-
liefert, der mit Chitinborsten besetzt ist; das Homologon
des Kaumagens wird bei ihnen durch die Stelle des Nahrungs-
schlauches repräsentirt, an der der Oesophagus in den Chy-
lusmagen übergeht. Bei den B 1 a 1 1 i d e n ist ein Kaumagen
schon voll ausgebildet, derselbe folgt unmittelbar auf den
Kropf, und seine Innenwandung ist mit sechs radial gestell-
ten Zähnen besetzt, deren Zwischenräume wieder grössere
und kleinere, regelmässig angeordnete Chitinleisten auf-
weisen. Bei den Locustiden nimmt der Kaumagen
seinen Anfang im Kropf, und beide sind hier schwer zu
trennen. Auch hier verlaufen 6 radial gestellte Längsleisten,
zwischen denen wieder 3 schwächere ' liegen, von denen die
mittlere am wenigsten in das Lumen vorspringt. Wie die
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 43
Grylliden sich überhaupt der vorhergehenden Familie
ähnlich verhalten, so auch in Bezug auf ihren Kaumagen,
der auch hier am Oesophagus seinen Anfang nimmt, aber
vom Kropf durch einen sehr engen Canal (Magenmund) ge-
schieden. Die 6 Längsfalten sind auch hier vorhanden,
doch fehlen die zwischen diesen liegenden schv^ächeren
Falten den Grylliden vollständig. — Die Chitinschicht des
Kaumagens ist eine Fortsetzung der äusseren Körperbe-
deckung und wird gleich dieser bei (oder vielmehr vor)
der Häutung der Larve erneuert. Sie ist das Product eines
Cylinderepithels, und hat, was Wilde Plateau gegenüber
(vgl. d. Ber. 1874. p. 279 (27)) ausdrücklich hervorhebt,
ganz entschieden die Bedeutung eines Triturationsapparates.
Nach aussen von dieser Chitinogenschicht folgt ein zellig-
blasiges Bindegewebe, die membrana propria des Kau-
magens und aut diese eine Muskelschicht' deren innerste
Fasern kreisförmig verlaufen, wogegen aussen von diesen
ßingmuskeln noch schräg bogenförmig verlaufende Faser-
züge vorhanden sind.
L. Provancher. Petite Faune du Canada. Les
Orthopteres. Nat. Can. VIILp. 13ff., 52 ff., 72 ff., 106 ff.,
134 ff.; behandelt die 0. genuina.
DecadeVIIvon S.H. Scudder's Century ofOrtho-
ptera enthält Acridier; Proc. Bost Soc. XIX. p. 27 ff.
Ebenda p. 35 ff. macht derselbe (8) New Forms
of Saltatorial Orthoptera from the United States
bekannt.
Ebenda p. 80 ff. zählt derselbe die Florida Or-
thoptera collected by Mr. J. H. Comstock auf.
Von H. de Saussure's „Melanges Orthoptero-
logiques ist Vlme Fascicule erschienen; Mem. Soc. de
Physique et d'Hist. Natur, de Geneve. T. XXV. 1878.
p. 369 ff. und separat: Geneve, Bäle, Lyon, H. Georg,
Libraire-Editeur. Auch dieser Theil beschäftigt sich aus:
schliesslich mit den Grylliden, s. unten.
S. H. Scudder. List of the Orthoptera collected
by Dr. A. S. Packard in Colorado and the neighbouring
Territories, during the summer of 1875. Bull. U. S. Geol.
Surv. IL p. 261 ff.
44 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Cyrus Thomas. Report upon the Collections of
Orthoptera made in portions of Nevada, Utah, Cali-
fornia, Colorado, New-Mexico and Arizona, du-
ring the years 1871—1874. Wheeler's Rep. Geogr. Explor.
W. of looth Mer. V. Zoology. Chapt. XII. p. 845—908.
S. H. Scudder. Fossil Orthoptera from the Rocky
Mountain Tertiaries. Bull. U. S. Geol. Surv. IL p. 477 ff.
Derselbe. New and interesting insects from the
Carboniferous of Cape Breton. Canad. Natur. VIIL p. 88 ff.
Catalogo degli Ortotteri (gesammelt bei der
Kreuzfahrt des Violante im Mittelländischen Meer) per A.
Dubrony; Ann. Mus. Civ. Gen. XL p. 327 ff. (28 A.)
M. J. Bolivar. Sinopsis de los Ortöpteros de
Espana y Portugal. Habe ich nicht gesehen.
Ortöpteros de la peninsula hispano-lusitana
por V. L. Seoane; Stett. Ent. Zeit. 1878. p. 366 ff. nebst
Berichtigung auf p. 486.
Orthopteres rec. en Portugal et en Afrique. . .
par J. Bolivar; Ann. Ent. Belg. 1878. p. 6Q ff. — 4 n. A.
werden beschrieben.
Die Liste des Orthopteres recueillis jusqu'
ici en Ligurie dressee par A. Dubrony weist 86 Arten
in 47 Gattungen nach: Forficulidae 4 G., 11 A., Blattidae
3 G., 6 A.; Mantidae 4 G., 5 A. ; Phasmidae 1 G., 2 A.;
Acrididae 14 G., 26 A.; Locustidae 13 G., 24 A.; Gryllidae
8 G., 12 A. Ann. Mus. Civ. Gen. XII. p. 5 ff. i
H. Krauss behandelt die Orthropteren<^Fauna
Istriens; Sitzber. k. Akad. Wissensch. Wien. i.. Abth.
Bd. LXXVIII. 1878. October-Heft. Das Verzeichniss ththält
114 Arten, von denen 22 fast ausschliesslich in mehr nörd-
lichen Ländern zu Hause sind und 28 in den Mittelmeer-
ländern allgemein verbreitet vorkommen; 8 Arten sind dem
Alpengebiet eigenthümlich, 10 reichen von Dalmatien nach
Istrien hinein und sind beiden Ländern, sowie den nörd-
lichen Ländern der Balkanhalbinsel gemeinsam; der Rest
ist entweder über ganz Europa, oder auch in Afrika und
Asien verbreitet. Istrien eigenthümlich ist bis jetzt nur
eine Art, Poecilimon ampliatus Brunner.
Catalogue des Orthopteres observes en AI-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 45
sace et dans la chaine des Vosges par D. Pierrat.
Bullet. Sog. d'Hist. Nat. Colmar. 18. et 19. Ann^es. 1877
et 1878. (Colmar 1878) p. 97 ff. Der Werth eines Kata-
loges beruht wesentlich in der Zuverlässigkeit der Artbe-
stimmung, die hier dadurch garantiert ist, dass dieselbe
durch Bolivar in Madrid vorgenommen wurde. Derselbe
zählt von Forficuliden 5 Arten, 3 Gattungen; Blattiden
3 A., 2 G.; Mantiden 1 A., 1 G.; Acridiiden 20 A., 9 G.;
Locustiden 18 A., 13 G. ; Grylliden 4 A., 3 G.; im Ganzen
53 Arten in 31 Gattungen auf. Blatta germanica ist nicht
aufgeführt; interessant ist das Vorkommen von Mantis
religiosa (auf trockenen Hügeln in der Umgegend von
Turckheim und Rouffach); Pezotettix alpina; Ephippigera
Vitium; Orphania denticauda; Barbitistes serricauda; Pha-
neroptera falcata; Tylopsis liliifolia; Platycleis alpinus;
Locusta cantans. (Barbitistes Pyrenaea Rambur, der nach
den Entom. Nachr. 1875. p. 197 von Pierrat bei Gerba-
mont in einem männlichen Exemplar erbeutet sein sollte,
ist in diesem Verzeichniss nicht aufgeführt, und so mag
denn die dortige Notiz auf einer Verwechselung des B.
serricauda Fabr. mit B. Pyrenaea Ramb. beruhen).
Ein Verzeichniss der Dermatoptera (4) und Saltatoria
(20) Westfalens findet sich in dem Jahresber. Zool. Section
Westf. Prov.-Ver. f. 1877/73 p. 15. Bemerkenswerthe Arten
sind nicht darunter, und vollständig ist das Verzeichniss
wohl auch nicht.
Bd. XIII. p. 344 und XV. p. 260 ff. der Magy. Tud.
Akad. math. es term. Közl. enthalten einige Mittheilungen
über das Vorkommen von Arten dieser Ordnung in Ungarn
(in den südlichen Comitaten Temes und Krassö nach Be-
obachtungen von Frivaldszky, in den nördlichen Zölyom
und Liptö nach Aufzeichnungen von Mocsäry).
Brunn er von Wattenwyl zählt einige von Schnei-
der in den Kaukasusländern gesammelte Orthoptera
auf; Naturw. Beitr. z. Kenntn. d. Kaukasusl. p. 87 ff.
H. Krauss handelt von Orthopteren vom Senegal;
Sitzb. k. Akad. Wissensch. 1. Abth. LXXVI Juni-Heft. 1877.
p.29 ff. und mit besonderer Paginirung. Von Steinda ebner
waren während eines dreimonatlichen Aufenthaltes in der
46 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
französischen Colonie am Senegal unter anderen Naturalien
auch 45 Orthopteren-Arten gesammelt worden, von denen
18 hier als neu beschrieben sind. Andere Arten, die bis
dahin nur von dem Osten oder Süden Afrikas bekannt
waren, sind hier zum ersten Male auch von der Westküste
constatiert, während zugleich manche ostindische Gattungen
einen neuen Beweis für die Verwandtschaft der Fauna
Ostindiens mit der Afrikas liefern.
Orthopteranova ex Insulis Philippinis descripsit
C. Stäl, Öfv. Sv. V. A. Förh. 1877. Nr. 10. p. 33 ff.
Forficulidae. S. H. Scudder. Brief Synopsis of North
American Earwigs, with an appendix of the fossil species. Bull.
U. S. Geol. Surv. II. p. 249 ff.
J. G. Morris („What is the function of the forceps
in Forficula?", Canad. Entomol. IX. p. 218 f.) meint, dass die
Zange des Ohrwurms dazu diene, die Oberflügel zu heben, bevor
das Insect sich zum Fluge anschickt; zu diesem Zwecke wird der
Hinterleib aufwärts gekrümmt.
F. auricularia als Raupen- und Puppenvertilger (?); Wiesen-
hütter, Stett. Ent. Zeit. 1878. p. 313.
Chelidura. Eine Monographie der (8) europäischen Arten
dieser Gattung (incl. der wahrscheinlich eine Larve oder Nymphe
von Forficula auricularia darstellenden Ch. thoracica) giebt A. Du-
brony in den Ann. Mus. Civ. Gen. XII. p. 438 ff. mit einer Dar-
stellung des Körpers in Umrisse und einzelner vergrösserter Theile
in Holzschnitt. Neu ist Ch. Bdlivarii (Sierra de Guadarrama) p. 444.
Labidura tertiana I. p. 447 Uthophila II. p. 259 (fossil im
Tertiär Colorados); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv.
Blattidae. Gutilia (n. g. für Peripl. triangulata; Polyzosteria
soror etc. und) tartarea; Methara n. g., für Per. pallipalpis, ligata
Burm., p. 36; Dorylaea (n. g.) Brunneri (Philippinen) p. 37; Stäl,
Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
lieber den Kampf zwischen Blatta germanica und
Periplaneta orientalis s. Zeitschr. wissensch. Zool. XXVIII.
p. 409.
Ueber die embryonale Entwickelung dreier im Darme der
beiden genannten Arten lebenden Oxyurisarten s. ebenda p. 413.
Ein Gordius (aquaticus?) in einer Schabe (P. orientalis?);
Leidy, Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1878. p. 383.
Blattina sepulta (Cape Breton, fossil in den Kohlenschichten);
Scudder, Canad. Natur. YIII. p. 89. Fig. 1.
Thyrsocera signaticolUs, pallidicollis, luguhris, circumcincta,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 47
rußventris, semicincta p. 33, circumclusa p. 34, (Nisibis n. subg.)
amoena (Philippinen); Stäl, Öfv. 1877. Nr. 10.
Horaalopteryx obscurifrons (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877.
Nr. 10. p. 34.
Chorisoneura nigrolineata (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877.
Nr. 10. p. 34.
Epilampra pimcticolUs, cribellata, rustica, pleheja p. 34, taga-
lica, trivialis, caliginosa, luguhrina, meticuhsa, ferruginosa, cryptO'
plithalma, piiclica p. 35; imperatoria p. 36 (Philippinen); Stäl, Öfv.
etc. 1877. Nr. 10.
Panesthia monstruosa (Süd-Indien), Wallacei (Singapore), flavi-
pennis (Nagä hüls), Saussuriil (Sikkim); J. Wood-Mason, Journ.
Asiat. Soc. Bengal. Vol. XIX. part. 2. p. 190. 1876. (Nach Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 117, 118), Saussurii (!), puncticollis
(Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10. p. 37. Derselbe stellt
ebenda die beiden Untergattungen Salganea (für Pan. morio Burm.)
und Caeparia (für P. raandarinea Sauss.) auf.
Ectobia HaecTceU (Ferrol); Bolivar, Ann. Soc. Esp. V. p. 118.
Kraus s beschreibt das bisher unbekannt gebliebene ^ von
Aphlebia brevipennis Fischer; Sitzb. k. Akad. Wissensch. Wien. 1.
Abth. Bd. LXXVIII. 1878. October-Heft p. 16.
A. virgulata (Pedro de Cerro); Bolivar, Ann. Ent. Belg.
1878. p. 67.
Platyzosteria ingens (Ft. Reed) p. 92, sabdliatius (Sanford, auf
Sabal Palmetto) p. 93; Scudder, Proc. Boston. Soc. XIX.
Hom oeogaraia 'yeMiriCosws (1 fossil im Tertiär Colorado's); Scud-
der, Bull. U. S. Geol. Surv. I. p. 448.
Phasmodea. Mnesiolochus (n. g. Carausio proximum; me-
tanoto segmento mediano circ. triplo longiore, mesostethio obtuse
tereti, metathoraceque marium recto facile dist.) capredlus, haedulus
p. 39; Mithrenes (n. g. Lonchodi et Phraorti affine, ab ambobus
capite basim versus fortius angustato, angulisque apicalibus segmen-
torum dorsalium abdominis lobatis divergens, . . .) asperulus; Peri-
phetes n. g. Phraorti affine, lateribus prosterni posterius diver-
gentibus, mesosterno et metast. obtuse tectiformibus abdomineque
brevi diverg,, für Phasraa graniferum Westw. ; Manduria n. g. ad
Medauram appr., et inter hoc et Pachymorpham quasi medium tenens,
. . . ., für Lonchodes Systropedon Westw.; Pharnacia (n. g. =
Phryganistria div. a Stäl) ponderosa p. 40; Thrasyllus (n. g. . . .
ad typum Lonchodem appr., mesosterno basi angusto formaque seg-
menti noni abdom. marium brevis, tectiformis, apice obtuse emar-
ginati praesertim div.) macilentus ', Lamachus (n. g. ab Orxine
differt corpore longiore et graciliore, elytr. nuUis, alis rudiment.,
squamiformibus, segm. que abd. simplicibus) Semperi p. 41 (Phi-
lippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
48 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscliaftl. Leistungen
Brongniart beschreibt und bildet ab nach einem vortrefiP-
lich erhaltenen Rest aus den oberen Steinkohlenlagern von Com-
mentry (Allier) Protophasma Dumasii; Ann. d. Sc. Nat., Zool.
VIe. Ser. Tom VII. Art. Nr. 4. PI. 6; s. auch C. R. Ent. Belg. 1878. p. II.
Especes nouvelles de Phasmides, decrites par C.
Stäl, C. R. Soc. Ent. Belg. XX. p. LXII ff. Carausius Mercurius
p. LXII; Onchestus (n. g.; a Bactrodema differt parte capitis
ocellos ferente haud vel levissime elevata; articulo basali ant. la-
tiore, .... cercis brevissimis, compressis, für Lophapus Gorgus u.
Cyphocrania Pasimachus Westw. ; Vetilia Eurymedon (Cap York; V.
Encelado simillima, differt pronoto tuberculis numerosioribus (24)
armato, ....), Thoon (Rockhampton; V. Encelado et Elnrymedonti
simillima, magnitudine minore, tuberculis pleurorum sternorumque
multo minoribus, pronoto tuberculis 24 armato . . . differt) p. LXIV ;
Lysicles Hippolytus (Peak Downs) p. LXV; Diagoras (n. g. ; cum
Hermarcho in characteribus plurimis conveniens, corpore pedibusque
gracilioribus differt) Ephialtes (Palau Ins.) p. LXVI; Nisyrus (n.
g. Xerodero et Epicharmo affine; corpus fortiter depressum, latiu-
sculum . . .) spinulosus (Viti Ins.; ferrugineo-fuscus ; caput, thorax
et segmenta 4vel 5 dorsalia anteriora abdominis spinis breviusculis
armata ....), amphibius (Tonga Ins. ; praecedenti maxime affinis,
differt capite inermi . . . .) p. LXVII; Obrimus cavernosus (Philip.;
0. bufoni maxime affinis, differt metasterno utrinque fovea laterali
magna et profundissima instructo), echinatus (ibid., bufoni maxime
affinis, distinctissimus capite etiam anterius inter oculos spinis dua-
bus armato . • .); Theramcnes dromedarius (Philippinen; T. olivaceo
simillimus, pronoto autem in angulis basalibus tuberculo conico in-
structo ....); Eubulides (n. g. Therameni affine; corpore gra-
ciliore teretiore; pronoto et metanoto apud mares posterius obtuse
leviterque tumescentibus, tuberculo alto destitutis, . . .) älutaceus
(Philippinen) p. LXVIH.
lieber Cotylosoma dipneusticum und seine Tracheen-
kiemen s. oben 1878. p. 373 (155).
Lonchodes valgus (Perak, Malacca); Wood-Mason, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 487.
Bacteria Frenchi (Nordaustralien) p. 74; Phibalosoma Novae-
Britanniae; Phyllium Novae-Britanniae p. 75; derselbe, ebenda
XX; Necroscia menaica (Khasia hills); derselbe ebenda p. 130.
Lonchodes verrucifer (Andaman); Wood-Mason, Journ. As.
Soc. Bengal. XLV. pt. 2. p. 47. PI. XI; tagalicus (Philippinen); Stäl,
Öfv. etc. 1877. Nr. 10. p. 39.
Clitumnns rusticus (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr.
10. p. 40.
Eurycantha ecfeiwa^a (Amberbaki); Lucas, Bull. Ent. Fr. 1878.
p. CLXIII.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 49
Arrhidaeus nigricornis (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1878.
Nr. 10. p. 41.
Necroscia maculipes, Thishe, flavoguttata, fasciolata, nigro-
granosa, Ceres, conspersa p. 42, virens, scabra, Berenice, Calliope,
Phüippa, fatua p. 43, Eurynome, parvipennis, eucerca, Icaris p. 44
(Philippinen); Stal, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
Mantodea. J. Wood-Mason erkennt Stäl bezüglich der
Entdeckung der Bürsten an den Schenkeln der Mantiden die Prio-
rität zu; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 269. Vergl. d. Ber.
1877. p. 300 (268).
Derselbe bemerkt, dass die in den gekämmten Fühlern der
Männchen einiger Arten (z. B. Gongylus gongylodes) ausgesprochene
Geschlechtsdifi'erenz sich erst kurz vor der letzten Häutung zu ent-
wickeln beginnt. Proc. Asiat. Soc. of Bengal. Dec. 1876 ; naöh Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 270.
Derselbe: On the difference in the form of the Autennae
between the (/* of Idolomorpha and those of other genera of P^m-
pusidae p. 259 fF.;
On the presence.of a Stridulating Apparatus in cer-
tain Mantidae (Hierodula simulacrum) p. 263 ff.;
On a saltatorial „Mantis" (Ameles sp.) p. 268;
On the Hatching Period of Mantidae in Eastern Bengal
p. 269 ff.; Trans. Ent. Soc. Lond. 1878.
Derselbe schreibt On new and little-known Mantidae;
Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 580 ff. PI. XXXV. XXXVI. Be-
schrieben werden Hierodula (Rhombodera) Butleri (Assam) PI. XXXVI.
Fig. 3. p. 580, fratricida (Malabar), Fig. 5, p. 581, atricoxis {Ansira}.)
Fig. 4. p. 582, pustuUfera (Torres Str.) Fig. 6; Archimantis mon-
strosa (Victoria Riv., Austr.) Fig. 1. p. 583; Creohroter pictipennis
(^Ceylon) Fig. 8. p. 585.
Unter derselben Ueberschrift macht derselbe in den Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 143 ff. Bemerkungen zu Euchomena tho-
racica, Fischeria laticeps, Hierodula notata, birivia, trimacula und
taprohanae n. sp. (Ceylon) p. 146.
Ebenda 1877 ((4) XIX.) p. 220 ff. beschreibt derselbe Para-
danuria orientdlis (Mysore) und Schizocephala (Didymocorypha
subg. n.) ensifera (Rajmahal hills).
Äethalockroa n. g, für Vates Ashmoliana Westw.; der-
selbe, ebenda p. 298 ff.
Archimantis armatus (Nord- Australien) ; derselbe, ebenda
XX. p. 76.
Mantis religiosa in Mähren; Sitzber. naturf. Ver. Brunn.
XV. 1. p. 47.
V. Collin de Plane y. Distribution geogr. de la Mante reli-
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. D
50 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
gieuse en France; Feuille des Jeunes Naturalisies (8e ann.) Nr.
87. p. 27.
M. Wheeleri (Colorado); Thomas, Wheeler's Rep. Geogr.
Expl. etc. p. 849.
Odontomantis EupJirosyne (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877.
Nr. 10. p. 38.
Hierodula transcaucasica (Baku); Brunner, Naturw, Beitr.
z. Kenntniss d. Kaukasusl. p. 83, raptoria, parviceps, DapJine, Phryne
(Philipp.); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10. p. 38.
Theopompa torta; Gonypeta aspera; Acromantis ifesiowe p. 38;
Creoboter Meleagris p. 89 (Philippinen); derselbe ebenda.
Oligonyx graminis (Tehspis gram.Bates Mss. ; Ft. Reed, Florida);
Scudder, Proc. Bost. Soc. XIX. p. 90.
Acridiodea. Die Feldheuschrecken der europäischen Fauna
und das Studium der Orthopteren im Allgemeinen. Von Dr. Gu st.
Schoch, Mitth. Schweiz, ent. Ges. V. p. 353 fif.
Catalogus Acridioideorum Europae synonymicus
secundum C. Stäl. Derselbe ebenda p. 357 ff. Enthält (einschl.
3 zweifelhafter) 180 Arten mit Vaterlandsangabe. Für den Gebrauch
sind einige Druckfehler und Inconsequenzen in der Endung störend.
Äptenopedes (n. g.) spJienarioides (Ft. Reed, Jacksonville,
Florida) p. 84, rufovittata (Ft. Reed) p. 85, aptera (ibid.) p. 86;
Scudder, Proc. Bost. Soc. XIX.
Mestra (n. g. Atractomorphae affine) /jopZosier^za, anoplosterna
p. 52; Euthynous (n. g. ad Amycum et Machaeridiam maxime
approp.) caerulescens ; Mnesicles (n. g.) modestus p. 54; Misythus
(n. g.) appendiculatus, histrionicus, laminatus; Diotarus (n. g.)
verrucifer; Mnesarchus (n. g. Tettigi affine, für Tett. Belzebuth
und) scdbridus p. 55; Arulenus (n. g. praec. et Tettigi affine)
validispinus, punctatus', Spartolus (n. g.) longiceps, pugionatus;
Cleostratus (n. g.) monocerusy longifrons p. 56 (Philippinen);
Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
Hesperotettix (n. g.; Type: Ommatolampis viridis Tliom.
p. 262; Mestobregma n. g.; Type: Oedipoda Plattii Tliom.; Gir-
cotettix n. g.; Type: Oed. undulata Thom. p. 264; Aulocara
(prope Acrotylum) caeruleipes, decens (Colorado) p. 267; Brachy-
Stola für Brachypeplus Gir. (bei Coleopt. vergeben); Scudder,
Bull. U. S. Geol. Surv. IL; Oedocara (n. g. prope Oedaleum) strangu-
latum (Colorado) p. 289; Stirapleura (n. g. prope Oedocaram) de-
cussata (Colorado) p. 290; Dissosteira n. g.; Type: Gryllus ca-
rolinus L. und Oedipoda longipennis Thom., p. 291; Hadrotettix
(n. g.; Type: Gryllus trifasciatus S^a^/); Tachyrrliochys (n. g. prope
T rilophidiam) aspersa, coronata (Neu-Mexico) p. 292; Derotmema
(n. g. prope Psinidiam) cupidineum (Neu-Mexico) p. 293; Änconia
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 51
(n. g. vom Ansehen einer Trimerotropris) integra (Californien) p. 295;
derselbe, Wheeler's Rep. ü. S. Surv. 1876.
Hieroglyphus (n. g. Oxyae vicinum für 0. furcifer Serv.
und) daganensis (Dagana); Krause, Sitzber. k. Ak. Wiss. Wien.
LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 14 (des Separatabdr.).
Spathosternum n. g. (für Tristria nigro - taeniata Siäl);
derselbe, ebenda p. 16.
Brachycrotaphus (n. g.) Steindachneri (Dagana); der-
selbe, ebenda p. 20. Taf. II. Fig. 15.
Paroxya (n. g. prope Oxyam) atlantica (Con^iect.; Georgia)
p. 29, recta (Georgia; Florida) p. 30; Scudder, Proc. Bost. Sog. XIX.
Acorypha (n. g. Calopteno affine) '^icta (St. Louis, Seneg.);
Krauss, Sitzber. k. Akad. Wissensch. Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877.
Juni-Heft p. 11. Taf. I. Fig. 4.
De Selys-Longchamps theilt in den C. R. Soc. Ent. Belg.
XX. p. IX ff. (Seance Assembl. 3 fevr. 1877) mit, dass die von
Lichtenstein als Caloptenus italicus eingesandten Acridier,
die in Spanien im Jahre 1876 grosse Verwüstungen angerichtet
hatten, nicht diese Art, sondern Stauronotus maroccanus
Thnbg. (cruciatus Charp.) seien, wie bereits Bolivar berichtigt
hatte und verliest weiter ein Verzeichniss der Arten, die in Spanien
als schädlich bekannt geworden sind (Caloptenus italicus ; Cuculligera
Perezii Bolivar; Acrid. peregrinum L.).
Krauss beschreibt den Zirpapparat von Cuculligera hy-
strix Germ., die ihre Hiuterschenkel an einer Reibleiste an dem
zweiten Abdominalsegmente reibt, während die Flügel verkümmert
sind. Sitzber. k. Akad. Wissensch. Wien. 1. Abth. LXXVIII. 1878.
Octbr.-Heft p. 42 ff. Taf. H.
Dociostomus ornatus (Neu-Mexico) ; Scudder, Wheeler's Rep.
U. S. Surv. 1876. p. 287; Arphia temporata p. 288; Phlibostroma
parvum p. 290; Psinidia sulcifrons (Calif.) p. 293; Trimerotropis
ohscura, pseudofasciata (Calif.) p. 294; derselbe ebenda; citrina
(Color.), suffusa (Utah); derselbe, Bull. U. S. Geol. Surv. IL p. 265.
Acridium anguUfentm (Dagana; Sudan); Krauss, Sitzber. k.
Akad. Wiss. Wien. LXXVL 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 3. Taf. L
Fig. 1; albo-lineatum (Arizona); Thomas, W^heeler's Rep. V. p. 897;
rugosum (Quebec); Provancher, Natur. Canod. VIII. p. 133; geni-
culatum, vittaticolle, cognatum, gramineum (Philippinen); Stäl, Öfv.
etc. 1877. Nr. 10. p. 53.
Ueber die (unfreiwilligen?) Wanderungen des Acr. (Schisto-
cera) peregrinum s. C. R. Ent. Belg. 1877. p. LX und 1878. p. V ff.
Mermiria älacris (Georgia); S. H. Sc'udder, Proc. Bost. Soc.
XIX. p. 30.
Coptacra variolosa (Senegal) p. 5, succinea (Sierra Leona; Ft.
Natal) p. 6; Krauss, Sitzber. k. Akad. Wissensch. Wien. LXXVI.
52 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
1. Abth. 1877. Juni-Heft; cyanoptera (Philippinen); Stäl, Öfv. etc.
1877. Nr. 10. p. 52.
Catantops stylifer (Dagana) p. 7. Taf. I. Fig. 2, haemorrlioidalis
(ibid.) p. 8. Fig. 3; Kr aus s, Sitzber. k. Akad. Wissensch. Wien.
LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft.
Traulia pictilis (Philippieen); Stiäl, Öfv. etc. 1877. Nr. lÖ.p.52.
Riley handelt auch noch in seinem IX. Ann. Report von p. 57
an über Caloptenus spretus. Unter den Feinden, die die Eier
dieses Insectes vertilgen, wird eine Anthomyia radicum var. Calopteni
beschrieben, p. 92 ff. eine unbestimmte (Fliegen ?)-Larve und ein
Chalcidier, sowie die Larven von 2 Laufkäfern, vermuthlich Harpalus-
arten; dem ausgewachsenen Insect stellen nach eine grosse Spinne,
zweifellos eine Lycosa oder (!) Mygale; Stenopogon consangineus
Loew; Promachus apivora Fitch; Erax ßastardii, und eine Tol-
merus-art; mehrere Cicindelen- und Carabiden-arten, unter denen
die sonst für eine Seltenheit gehaltene Amblychila cylindriformis
hervorzuheben ist, endlich Gordius aquaticus.
Ausser diesen Mittheilungen haben die Zerstörungen dieser
Heuschrecke eine Reihe von Schriften, Aufsätzen hervorgerufen, von
denen die wichtigsten hier angeführt seien: First Ann. Rep. U. S.
Entom. Comm. for 1877; Washington, 1878, pp. 477 nebst App. pp.
294 und 5 Tafeln. Behandelt die Biologie, Anatomie, geographische
Verbreitung, Bedeutung für den Menschen.
The Locust Plague in the United States. By Chas. V.
Riley. 8vo. pp. 236. Chicago; Rand, Mc Nally and Co., 1877.
Packard im Amer. Natur. XI. p. 22 ff., Riley, ebenda
p. 663 ff., C. Thomas im Bull. U. S. Geol. Surv. IX. p. 483 ff.
Caloptenus unicarinatus (St. Louis, Seneg.); Kraus s, Sitzber.
k. Akad. Wissensch. Wien. LXXVL 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 9;
nigrescens (Georgia); S. H. Scudder, Proc. Bost. Sog. XIX p. 27;
dypeatus (Georgia); derselbe, ebenda p. 40; picticornis (Arizona,
zu Scudder's Gattung Hesperotettix gehörend); C. Thomas, Proc.
Davenport Acad. Nat. Sei. II. p. 124.
Cal. Yarrowi (Arizona); derselbe, Wheeler's Rep. V. p. 894;
lurida, regalis (Nebr.); Dodge, Canad. Ent. VIII. p. 11, sanguino-
lentusip. 109, parvus p. 116 (Quebec); Provancher, Nat. Canad. VIII.
Systella Westwoodn{?hi\i^^.); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10. p.52.
Hippiscus lineatus (Colorado); S. H. Scudder, Proc. Boston
Soc. XIX. p. 31.
Euprepocnemis Ci/w&i'/era (Dagana) ; Krauss, Sitzber. k. Akad.
Wiss. Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 12. Taf. I. Fig. 5.
Oxya lohata (Philipp.); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10. p. 53.
Trimerotropis picta (Florida); S. H. Scudder, Proc. Bost.
Soc. XIX. p. 31.
im Gebiete der Artbropoden wäbrend der Jabre 1877—78. 53
Iscbnacrida Nataletisis (D'Urban); Krauss, Sitzb k. Ak.Wiss.
Wien. LXXVI. 1. Abtb. 1877. Juui-Heft p. 18. Taf. II. Fig. 17.
Macbaeridia maciUnta (Pbilipp.); Stal, Öfv. etc. 1877. Nr.
10. p. 53.
Leprus ingens (Sauzalito, Col.); S. H. Scuddcr, Proc. Bost.
Sog. XIX. p. 32.
Mesops laticornis (Bakel) p. 21, Taf. II. Fig. 13, gracilicornis
(Sierra Leona) p, 23. Fig. 14; Krauss, Sitzber. k. Akad. Wissenscb.
Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft.
Stenobotbrus nigro-genicitlatus (Fiume); Krauss, Sitzber. k.
Akad. Wissenscb. Wien. 1. Abth. Bd. LXXVIII. 1878. Octbr.-Heft
p. 27. Taf. I. Fig. 4; epacromio'ides (St. Louis); derselbe, ebenda
LXXVI. 1877. Juni-Heft p. 26; laetus (Caüon); Ubier, Bull. U. S.
Geol. Surv. HI. p. 792.
Gomphocerus navicula (Col.; Neu-Mex.); Scudder, Wheeler's
Rep. ü. S. Surv. 1876. p. 286; (Stenobotbrus) ühagoni p. 324. PI. XII.
Fig. 12; BoUvari p. 327.. Fig. 10 (Spanien); Bolivar, Ann. Soc.
Esp. IV.
Phlaeoba hisulcata (St. Louis, Seneg.; var. von Cbrysochraon
dasycuerais Gerst. ?) ; Krauss, Sitzber. k. Akad. Wiss. Wien. LXXVI
1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 24.
Cladonotus ecMnatus (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr
10. p. 54.
Stethophyma amabile (Dagana); Krauss, Sitzber. k. Ak. Wiss
Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 27.
Pamphagus (Nocarodes) Völxemii (Constantine) p. 69, longi
cornis (ibid.) p. 70; Bolivar, Ann. Ent. Balg. 1878.
Die Wanderheuschrecke (Oedipoda migratoria Linn.)
Gemeinverständliche Darstellung ihrer Naturgeschichte, Lebensweise
Schädlichkeit und die Mittel zu ihrer Vertilgung. Von Dr. A,
Gerstaecker. Berlin. 1876. 8vo. p. 67.
J. P. E. Frdr. Stein setzt die Unterschiede zwischen Pachy
tylus migratorius (L.) und cinerascens , (F.) auseinander und hält
dieselben, entgegen der von Gerstäcker in seiner vorhin erwähn
ten Broschüre ausgesprochenen Ansicht, für verschiedene Arten ; der
P. cinerascens (F.) wird mit P. Danicus (L.) als identisch angesehen,
wie die meisten neueren Autoren thuen (doch nicht Stäl), und die
Art daher P. Danicus (L.) benannt. Letztere Art ist die in Deutsch-
land verwüstend aufgetretene, während P. migratorius zu den grössten
Seltenheiten gehört.
Rudow führt aus, dass die im Sommer 1875 in verschiedenen
Gegenden aufgetretene Heuschrecke und als Wanderheuschrecke be-
zeichnete Art nicht Pachytylus migratorius L,, sondern P. cinerascens
F. gewesen sei, wobei er jedenfalls die synonymische Berichtigung
Stal's (in der Recens. crit. Orthopter.), dass die von den späteren
54 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Autoren als P. cinerascens (Fabr.) angesehene Art eine andere als
der Gr. cinerascens Fabr. sei, übersehen hat. Entom. Nachr. 1876.
p. 29 f.; vgl. d. Ber. 1877. p. 273 (305).
Ueber dasselbe Insect (unter dem Namen Oed. migratoria var.
danica L.) handelt H. Brockmüller in dem Archiv d. Vereins der
Freunde der Naturgesch. in Mecklenburg. 31. Jahrg. (1877) p. 154 ff. ;
Westhoff im Jahresbericht d. Zool. Section d. Westf. Prov.-Ver.
f. Wissensch. u. Kunst. 1876/77. p. 41 ff.
P. senegalensis ; Kr aus s, Sitzber. "k. Akad. Wien. LXXVI. 1.
Abth. 1877. Juni-Heft p. 29. Taf. I. Fig. 9 (des Separatabdr.).
Oedipoda Nehrascensis (N.); Bruner, Canad. Ent. VIII. p. 123;
Hoffmani p. 876, Wheeleri p. 879 (Arizona), Utahensis (U.), sparsa
(Neu-Mexico) p. 883; Thomas, Wheeler's Rep. V.
Syrbula fusco-vittata (Arizona); Thomas, Wheeler's Rep. V.
p. 870.
Acrocera Brunner i (Spanien); Bolivar, An. Soc. Esp. IV.
p. 118. PI. XI. Fig. 7.
Brachystola Behrensii (Mexico); S. H. Scudder, Proc. Bost.
Soc. XIX. p. 33.
Chloealtis canadensis (Quebec); Provancher, Nat. Canad.
VIII. p. 135.
Erucius Ufasciatus (Philipp.); Stäl, Öfv. 1877. Nr. 10. p. 54.
Eremobia magna (Arizona); Thomas, Wheeler's Rep. Geogr.
Explor. W. of 100 th. Mer. V. p. 886.
Hymenotes sulcatus, cuUr atus {Fhiliipip.); Stäl, Öfv. etc. 1877.
Nr. 10. p. 54.
Trilophidia antennata (St. Louis, Seneg.); Krauss, Sitzber.
k. Akad. Wissensch. Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 29.
Taf. I. Fig. 10.
Chrotogonus Senegalensis (St. Louis); Krauss, Sitzungsber-
k. Akad. Wissensch, Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 30.
Taf. I. Fig. 11.
Pyrgomorpha cognata (Dagana); Krauss, Sitzber. k. Akad.
Wiss. Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni-Heft p. 30.
Chrysochraon oöscttrws (Ft. Reed, Flor.) ; Scudder, Proc. Bost.
Soc. XIX. p. 88; deorum (Colorado); derselbe, Bull. ü. S. Geol.
Surv. U. p. 262.
Scyllina delicatula; Arphia arcta (Colorado) p. 263; der-
selbe «benda.
Tettix Ttierlci (Wien); Krauss, Entom. Monatsbl. L p. 103;
dentifer, spiculatus, palpatus, angusticeps, uncinatus, galUnaceus,
rufipes p. 58, fuscipes, corniculatus p. 58 (Philipp.); Stäl, Öfv. etc.
1877. Nr. 10.
Tettigidea obesa, prorsa (Georgia); S. H. Scudder, Proc.
Bost. Soc. XIX. p. 34.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 55
Pezotettix rotundipennis (Jacksonville) p. 86, puer (Ft. Reed,
Florid.) p. 87; Scudder, Proc. Bost. Soc. XIX; tcllustris (Neu-
Mexico) p. 282, plagosus, vivax (ibid.), marginatus p. 284, jticundus
(Calif.), acnigma (Santa Barbara) p. 285; derselbe, Wheeler's Rep.
ü. S. Geol. Surv. 1876; Orcgonensis (Oregon) p. 888, Marshalli (Co\.)
p. 889, Humplireysi (Arizona) p. 890; Thomas, Wheeler's Rep.
Geogr. Expl. etc. V.; junius p. 9, autumnalis, alba p. 10, (Nebraska);
Dodge, Canad. Entom. VIII; graciliSy occidentalis (Nebr.); Bruner,
ebenda p. 124.
Locustidae. Plagiostira (n. g.) albo-notata (Neu-Mexico) ;
Scudder, Wheeler's Rep. etc. p. 281.
Morsimus (n. g. Onomarcho proximum) areatus p. 44;
Timanthes (n. g. Phyllomimo proximum) signatipennis; Olcinia
(n. g. Sathrophylliae et Tarphae affine) erosifolia; Segestes (n. g.
Moristo affine) vittaticeps p. 45; Axylus (n. g. Teuthrae affine)
castaneus (Philippinen) p. 46; Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
Anonconotus (n. g. Onconoto affine) Ghüiani (Piemont,
Mte del Biellese); L. Camerano, Att. Acc. Tor. XIII. p. 1191.
Äegipan (n. g.) grallator (Texas) p. 39, phalangmm (Georgia.)
p. 40; S. H. Scudder, Proc. Bost. Soc. XIX.
Lithymnetes (n. g. prope Steirodon) guttatiis (fossil im Ter-
tiär der Rocky Mts.); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 532 fif.
Monographie der Phanerop teride n von C. Brunner
von Wattenwyl. Herausgeg. von der K. K. Zool. Bot. Ges. Wien.
1878. 401 S. mit 8 Tafeln. Durch diese Arbeit des hochverdienten
Verfassers wird wenigstens für eine Gruppe der vernachlässigten Ortho-
pteren einem lange empfundenen Bedürfniss abgeholfen: indem das
in der Literatur und den Museen bis jetzt vorhandene Material
gesichtet und verarbeitet wird, wird eine Grundlage geschaffen, die
es dem Systematiker, auch wenn er nicht Specialist in diesem Theile
der Insecten und mit der ganzen Specialliteratur vertraut ist, möglich
macht, ihm unbekannte Formen an der richtigen Stelle einzureihen.
In der Einleitung setzt der Verfasser seine Ansichten über den syste-
matischen Werth gewisser Orgaue und deren Bildung auseinander
und führt aus, dass diejenigen Organe, die für die Existenz des
Thieres von hoher Bedeutung sind, wenig geeignet sind, den natür-
lichen Grad der (Bluts-) Verwandtschaft zum Ausdruck zu bringen,
dass sich vielmehr hierzu besonders die biologisch nebensächlichen
Charaktere besonders eignen. So sehr man von einem gewissen
Standpunkte aus diese Ansicht gerechtfertigt finden mag, so wenig
ist die andere eine nothwendige und unabweisbare Consequenz, dass
sich ganze Gattungen, Art für Art, in andere umwandelten, allein
in Folge der Anpassung an äussere Verhältnisse und der Erhaltung
der bestangepassten Formen. — Als Charaktere von systematischer
Brauchbarheit finden bei Brunner Verwendung: die Anwesenheit
56 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
eines Dornes an den Hüften der Vorderfüsse; die Form und Be-
wehrung der Oberseite der Vorderschieuen; die Form der sogen,
foramina; die Anwesenheit und Form der Crenulierung an der Lege-
scheide; das Vorkommen von articuliert eingesetzten Griffeln an der
männlichen Subgenitalplatte; die Ausbildung des Geäders der Deck-
flügel. Die in letzter Hinsicht angewendete Terminologie wird an
einigen Holzschnittfiguren erläutert ; sie schliesst sich im Allgemeinen
an die von Stäl in seiner Rec. crit. Orthopt. angewendete an. In
der speciellen Behandlung wird zunächst eine Uebersicht der Tribus
der ganzen Familie der Locustodeen, dann eine solche der Gattungen
der Phaneropteriden gegeben, worauf die einzelnen Gattungen abge-
handelt werden. Als Diagnose der Phaneropteriden wird folgende
aufgestellt: Tarsi depressi; tibiae anticae foraminibus instructae;
tarsorum art. primus et secundus latere teretes (Prost, inerme; tib.
post. supra utrinque spina apicali, subtus utrinque spinis apicalibus
duabus (? binis ?) armatae). Zm Schluss wird noch die Literatur der Pha-
neropteriden zusammengestellt. Als neu sind beschrieben : Poecilimon
Sti. Pauli (Ephesus, Srayrna) p. 40, hamatus (Rhodus) p. 41, uni-
spinosus (Magnesia) p. 42, Bosphoricus (! Bosporus) p. 43, amissiis
(Bosdagh) p. 44, ampUatus (St. Peter am Karst) p. 45; Barbitistes
constrictus (Bukowina) p. 54, Yersini (Istrien und Dalmatien) p. 55,
Frivaldszkyi (Mehadia) p. 56, nigrovittatus (Macedonien) p. 58;
Isopliya (n. g.) Brasiliensis (Jugueri grande) p. 61, Pav elii (Brusso.)
p. 62, costata (Mödling bei Wien) p. 64; Kraussii (Urach) p. 65,
brevipennis (Siebenbürgen) p. 66, Schneiden (Baku) p. 67, ampli-
pennis, rectipennis (Brussa) p. 68, acuminata (Amasia) p. 69, Savi^nyi
(Beirut), major (Gülek) p. 70; Odontura transfuga (Bahia blanca)
p. 72, Älgerica p. 75; Dichopetala (n. g.) Mexicana (Cuernavaca),
emarginata (Texas) p. 77; Acrometopa Syriaca (Smyrna, Beirut, auf
Nerium) p. 89; Elimaea annulata (Calcutta) p. 92, flavoUneata (Ceylon),
securigera (Simla) p. 93, carinata (Ceylon) p. 94, verrucosa (?) p. 95,
spinigera (Singapur) p. 96, marmorata (Sumatra), femorata (Borneo)
p. 97, bidentata (Malabar) p. 98, signata (Singapur) p. 99, appendi-
culata (Hinterindien) p. 101, rosea (Borneo) p. 102; Ectadia (n. g.)
pilosa (Kaschmir) p. 103; Hemi elimaea (n. g.) Chinensis p. 104;
Exora (n. g.) deflorita (Ceylon) p. 105; Pseudophaneroptera
(n. g.) turbida (Ceylon) p. 108; Ducetia adspersa (Manilla) p. 110,
Ceylanica p. 111; Isotima (n. g.) rufomarginata (Himalaya), Chi-
nensis p. 113; Pyrrhicia atomifera (Indien) p. 115, connata (ibid.),
inflata (Ceylon) p. 118, nigro-vittata (Himalaya), despecta (China)
p. 117; Himerta (n. g.) marginata (Indien) p. 118; Tetana (n. g.)
grisea (Chili) p. 120; Pseudoburgilis (n. g.) rosea (Brasilien)
p. 121; Coryphoda (n. g.) albicans (Chili) p. 123; Äniara (n. g.,
Name schon \ ergehen) typica, pimctidata (Brasilien) p. 123; Hypero-
phora (n.' g.) Brasiliensis, major (Buenos Ayres p. 126; Corymeta
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 57
(n. g. für Phaneropt. amplectens Schaum) p. 127; Engonia (n. g.)
minor, pistacina (Brasilien) p. 129; Stenophyllia (n. g. für Gy-
mnocera modesta Blanch.) p. 131; Marcnestha (n. g.) inconspicua
(Chili) p. 132; Pardalota (n. g.) versicolor (Benguela); Scamho-
phyllum (u. g. für Phaneropt. sanguinolenta Westw.) p. 134; Arantia
spinulosa (Pt. Natal). rectifolia (Fernando Po) p. 137; Eurypalpa
(n. g. für Phan. perlaria Westw.) p. 141; Trochalodera (n. g.)
violascens (Java) p. 144; Hammatofera (n. g., richtiger wohl Ham-
matophora; für Phan. nodicornis Burm. und) dbacata (Brasilien)
p. 147; Oxyprora (n. g.) misera (Peru) p. 148; Machima (n. g.
für Phan. phyllacantha Burm., hystrix Westw. und) major (Columb.)
p. 151; Aphidnia verrucosa (Brasilien), fuscifrons (Mexico) p. 153,
piinctifrons (Minasgeraes) p. 154, elegans (Bras.) p. 155, decolor
(ibid.) p. 156, simplicipes (Mexico) p. 157; Centrofera (n. g., rich-
tiger Centrophora) himaculata (Bahia) p. 158); Phygela marginata
(Borneo) p. 161 ; Tapeina (n. g.) acutangula (Assam) p. 163 ;
Casigneta (n. g.) cochleata (Molukken) p. 164, pellucida (Philipp.)
p. 165; Elbenia tenera (Borneo) p. 166; Phaula (n. g.) rugulosa
(Philippinen) p. 167, laevis (Philippinen), spinoso-laminata (Java)
p. 168, chlor oti ca {Singanpnr) p. 169; Psyra Borneensis (Borneo) p. 171,
unicolor (?) p. 172, tigrina (Borneo) p. 173; Holochlora alUda (Sin-
gapur) p. 176, tumescens (Malacca) p. 177, obtusa (ibid.), hrevifissa
(Ceylon) p. 178, Celebica (Celebes) p. 179, Javanica, emarginata
(PhiHppinen) p. 180, Japonica p. 181; Liotrachela (n. g.) nitida^
Phüippina p. 183, minuta (Lugon), Amhoinica p. 184; Sympae-
stria (n. g.) acute-lobata (Borneo) p. 185, truncato-lohata (China?)
p. 186; Poreuomena (n. g.) Äfricana (Gaboon) p. 187; Caedicia
marginata (Neu-Holland) p. 191, concisa, longipennis p. 192, septen-
trionalis, major, olivacea p. 193, inermis p. 194, Scolaris, minor
p. 195 (Australien), hospes (Amboina), obtiisifolia p. 196, acutifolia
(Cap York), hispinuhsa (Sidney) p. 197; Diastella (n. g.) latifolia
(Moreton Bay)p. 198; Symmachis (n. g.) lacteipemiis (Nord-Austr.)
p. 199; Dictyota (n. g.) viridissima (Rockhampton) p. 200, costulata
(Sidney). prainosa (Neu-Holland, Auckland) p. 201; Taeniomena
{n. g.) albosignata (Sidnay), soror (Neu-Holland) p. 204, lobata (Sidney)
p. 205; Elephantodeta (n. g.) eburnata, farinosa (Neu-Holland)
p. 207; Dioncomena (n. g., richtiger wohl Dioncumena) ornata
(Zauzibar) p, 208 ; Phaneroptera guadripunctata (Südeuropa) p. 212,
recticulata (Grahamstown) p. 213, minima (Aegypten), marginalis
(Cap) p. 214, nigro-antennata (Japan), Indica (Himalaya) p. 215,
elongata (Java) p. 217; Isopsera (n. g.) stylata (Calcutta) p. 219,
pedunculata (Raugun), vaga (Celebes) p. 220, obtusa (Isril) p. 221;
Allodapa (n. g.) aliena (Ceylon), rostrata (Seychellen) p. 222;
Diogena (n. g. für Phan. fausta Burm.) p. 224; Tylopsis vittata
(Port Natal) p. 229; Hormilia gracilUma (Guatemala) p. 231, inter-
58 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
media (Cordova) p. 232, ahhreviatä (Mexico), fasciata (Brasilien)
p. 233; Arethaea multiramosa (Georgia) p. 235, constricta (Dallas)
p. 236; Scudderia laticauda (Georgia) p. 238, furcata (Maine), für-
culata (Mexico) p. 239, pistülata (New York) p. 240, forcipata
(Mexico), minor (Brasilien) p. 242, dentata (Peru), punctulata (Rio)
p. 243; Symmetropleura (n. g.) modesta (Carolina), laevicauda
(Bahia), Africana (Congo) p. 246; Ämaura (n. g.) spinata (Buenos
Ayres), punctata (Peru) p. 248; Theudoria pi/rrhocnemis (Bahia)
p. 250; Ectemna (n.g.) carinata [Bahia,) p. 251; Parahleta (n. g.)
pJiyllopteroides (Brasilien), integricauda (Ecuador) p. 254; Scaphura
fasciata (Brasilien) p. 260, cufispurcata (ibid.) p. 261, infuscata (ibid.)
p. 262; Phrixa sima (Vera Cruz) p. 264; Änepsia (n. g.) conspersa
(Chiriqui)p. 270, ovata (Costa Rica) p. 271; Eurycorypha Proserpinae
(Port Natal) p. 274, securifera (Herrero) p. 275; Anaulacomera (24
Arten p. 281 — 297); Grammader a (n. g.) clara (Buenos Ayres),
albida (Brasilien) p. 298; Tomeophera (! Tomeophora n. g.)
gladiatrix (Columbien), pugiunculata (Peru) p. 30O; Ctenophlebia
inversa (Peru) p. 302, lobata (ibid.) p. 303, Brasiliensis p. 304,
Peruviana p. 805, difformis (Peru), multiramosa (Bahia) p. 306 ; Phyll-
optera corrodita (! corrosa?, Rio) p. 310, Peruviana, ancilla (Suri-
nam) p. 312, famula{QQca)j serva (Peru) p. 313, dimidiata (Columb.),
spinulosa (Brasilien) p. 314, arata (Peru) p. 315; Hyperphrona
(n. g.) angusta (Peru), suhmaculata (ihid.) p. 317, trimaculata (Quito),
striolata (Central Peru) p. 318, bidentata (Cayenne) p. 319; Cora
(n. g.) acuminata (?) p. 320; Prosagoga (n. g.) nitidula (Surinam)
p. 321; Plagioptera tuberculata (Bahia) p. 324; Turpilia oblongo-
oculata (Mexico), appendiciUata (Port-au prince) p. 326, Mexicana
(Oaxaca), albo-Uneata (Madagascar) p. 327, rugiäosa (Cuba) p. 328,
tenella (Mexico), obtusangula (Cuba), opaca (Mexico) p. 329; Eu-
thyrrhachis (n. g.) gracüis (Paramaribo) p. 331; Äpocerycta
(n. g.) incommoda (Mexico) p. 332; Microcentrum angustatum (Bra-
silien) p. 335, marginatum (Pernambuco), lucidum (Bahia) p. 336,
securiferum (Chiriqui), pallidum (Martinique) p. 337, triangulatum
(Guadeloupe) p. 338, concisum (Columbien) p. 340, colosseum (Neu-
Granada), elephas (Paraguay) p. 341; Ischyra (n. g.) punctinervis
(Brasilien) p. 344, flaviceps (Jamaica) p. 345; Petaloptera /^Zm (Mexico)
p. 346; Syntechna (n. g.) olivaceo-v iridis (Columbien) p. 348;
Äpoballa (n. g.) errabunda (Mexico) p. 349; Philophylla latior,
venosa (Brasilien) p. 351; Phoebolampra [n. g.) magnifica (St. Do-
mingo); Äcra (n. g.) tectiformis (Quito) p. 353; Stibara (n. g.)
Cornea (Brasilien) p. 554; Dysmorplia (n. g.) obesa (Malacca)
p. 355; Trigonocorypha abnormis (Indien) p. 357; Stilpnochlora
incisa (Peru) p. 361; Peucestes striolatus (Pernambuco) p. 366,
cristatissimus (Cayenne) p. 367; Posidippus St^lii (San Francisco)
p. 369, fastigiosus (Quito) p. 370; Xantia (! Xanthia Noct., n. g.)
Borneensis p. 370.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 59
Kr au SS zeigt, dass unter Rhaphidophora cavicola Koll. 2 Ar-
ten verwechselt seien, die beide unter gleichen Verhältnissen (Höhlen,
an Felswänden, unter Laub, unter Baumrinde) vorkommen, sich aber
durch die lam. supraan. in beiden Geschlechtern leicht unterscheiden
lassen. Da der ovipositor einen höchst eigenthümlichen und von
Rhaphidophora und Ceuthophilus abweichenden Bau besitzt, indem
die obere Klappe hinter der Basis sehr stark verbreitert ist und die
untere, mit Ausnahme eines sehr kleinen Stückes am Grunde, ganz
uraschliesst, so grüdet er für die beiden Arten die n. G. Troglo-
phihis; für die eine Art hält er den Speciesnamen cavicola bei, die
andere benennt er Tr. neglectus (Laibach, Kroatien, Lesina); Sitzb.
k. Akad. Wiss. Wien. 1. Abth. LXXVIIL 1878. Oct. Heft. p. 83 ff.
Taf. VI.
Pladenoecus puteanus (nahe verwandt mit H. cavernarum;
Nord-Carolina unter Brettern, die einen ca. 40' tiefen alten Brunnen
bedeckten); S. H. Scudder, Proc. Bost Soc. XIX. p. 37.
Phj'lloptera segonoides (Madagascar, der amerikanischen Gat-
tung Segona sehr ähnlich, aber im Bau der Vorderf. verschieden;
die Voderfl. ahmen vertrocknete, schon mit Rostflecken versehene
Blätter nach); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1878. p. 648
nebst Holzschnitt.
Phyllomimus reticulosus, integer (Philippinen); Stäl, Öfv. etc.
1877. Nr. 10. p. 45.
Lucas macht das (kleinere) ^ von Platyphyllum giganteum,
Warion (Neu-Caled.) bekannt; Bull. Soc. Ent. Fr. 1878. p. XX.
Pyrgocorypha antennalis (Philipp.); Stäl, Öfv. etc. 1877.
Nr. 10. p. 46.
Orchelinum Senegalense (Bakel); Kraus s, Sitzb. k. Ak. Wiss.
Wien. LXXVI. 1. Abth. 1877. Juni Heft. p. 32. Taf. L Fig. 12.
Odontura Borrei (Constantine) ; Bolivar, Ann. Ent. Belg.
1878. p. 71.
Krau SS giebt eine Bestimmungstabelle der ihm bekannten
Saga-arten des Mittelmeergebietes, darunter ^. longicandata
(Cilic. Taurus) und monstrosa (Palaestiua) neu; Sitzber. k. Ak.
Wissensch. Wien. 1. Abth. LXXVIH. 1878. Oct. Heft p. 58 ff.
Ephippigera sphacophila (Istrien, Dalmatien); Krauss, Sitzb.
k. Ak. Wissensch. Wien. 1. Abth. Bd. LXXVIII. 1878. Oct. Heft,
p. 81. Taf. V. Fig. 2; Seoanei (Spanien); Bolivar, An. Soc. Esp. VL
p. 279, lam. III. Fig. 7; BoUvarü (Ferrol auf ülex europaeus); Se-
oaue, C. R. Ent. Belg. 1878. p. LXXL
Agroecia Cooksonii (Albemarle und Charles Isl., Galap.); A.
G. Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 88.
Xiphidium spinipes (Philippinen); Stä], Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
p. 47.
Krauss giebt die Beschreibung (und Abbildung) des bisher
60 Bertkau: Bericht üb. d. wisscnschaftl. Leistungen
unbekannt gebliebenen ^ von Platycleis modesta Fieber; Sitz. k.
Akad. Wiss. Wien. 1. Abt. Bd. LXXXVIII. 1878. Oct. Heft. p. 73.
Taf. IV. Fig. 5.
Stiroxys melanopleura (Los Angelos) p. 280; Send der, Whee-
ler's Rep. 1876; Hermanni (Arizona) p. 904. PI. XLIV. Fig. 4, hili-
neata (San Carlos) p. 905. PI. XLV. Fig. 7; Thomas, Wheeler's
Rep. Geogr. expl. looth. Mer.
Thamnotrizon dalmaticus (Istrien, Dalmatien, Herzegowina);
Krauss, Sitzber. k. Akad. Wiss. Wien. 1. Abth. Bd. LXXVIIL 1878.
Oct.-Heft. p. 63. Taf. IV. Fig. 1; Th. noctivagiis (Südfraukr., Dalmatien,
Istrien, Corfu etc. = Th. fallax Yersin, non Fischer Fr.); derselbe
ebenda p. 62.
Stenopelmatus oculatus (Utah); Scudder, Bull. U. S. Geol.
Surv. II. p. 261.
Ceuthophilus clenticulatus (Colorado); Scudder, Wheeler's Rep.
etc. p. 279.
Cratylus ohesiis (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
p. 44.
Sa\omon2L conspdrsa, maculifrons, brevicollis (Philippinen); Stäl,
Öfv. etc. 1877. Nr. 10. p. 46.
Teuthras gracilipes (Philipp.); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
p. 46.
Hexacentrus anniilicornis (Philipp.); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr.
10. p. 46.
Isophya Schneiden (Baku) ; B r u n n e r , Naturw. Beitr. z. Kenntn.
d. Kaukasiisl. p. 89.
Gryllacris princeps, biguttata, maculipennis, pustulata, limbati-
collis, fuscinervis, plebeja p. 47, pimctifrons, brevispma p. 48 (Philip-
pinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
Gryllidae. Der Vlme Fase, von Saussure' s Melanges Ortho-
pterologiques beschäftigt sich noch ausschliesslich mit dieser Familie.
Ein auf ein vollständigeres Material ausgedehntes Studium des
äusseren Körperbaues hat manche der von dem Verfasser in dem
vorhergehenden Fase, ausgesprochenen Ansichten modificirt, und in
der Einleitung zu der systematischen Behandlung der Familie ist
diesem veränderten Standpunkt Rechnung getragen; im übrigen ist
die Behandlung eine mit den früheren Fase, conforme und zahlreiche
vergrösserte Abbildungen, des ganzen Thieres sowohl wie einzelner
Theile, dienen dem Text zur Veranschaulichung und Erläuterung.
Neue Formen sind: (Oecanthini) Pentacentrus (n, g.) pnlchellus
(Ceylon) PI. 17. Fig. I, p. 401; Ägnotecous (n. g.) tapinopus (Neu-
Caledonien) PI. 19. Fig. LXXXII. p. 407; Larandus Rogenhoferi
(Brasilien) PI. 16 Fig. XXXVII. p. 410; Paragryllus temulentiis {Bra.-
silien) p. 413; Ectecous (n. g.) hedyphonus (Brasilien) p. 415; He-
terogryllus crassicornis (Venezuela) p. 417; Ämusus (n. g.) KirscM-
im Gebiete der Arthropodeu während der Jahre 1877—78. 61
anus (Venezuela) p. 419; Homoeogryllus venosus (Senegal) PI. 16.
Fig. XXXIX. p. 426; Amphiacustes aranea (Antillen) p. 431; He-
micophus (n. g.) Paranae (Parana) PI. 19. Fig. LXXXI; Endacustes
irroratus (Queensl.) p. 436, Äustralis (Melbourne) PI. 16. Fig. XLII.
p. 437; Endecous (n. g.) arachnopis (Brasil.) p. 439; Araclino-
psis (n. g.) Nietneri (Ceylon) p. 442; Phaeophyllacris aranea (Zan-
zibar) PI. 16. Fig. XL. p. 444, spectrum (ibid.) p. 445, Abyssinica
Fig. XLV. p. 447; Oecanthus minutus (Bras.), brevicauda (Cap),
Indiens (Bombay Madras) p. 454, Capensis (Cap) p. 456; Trigoni-
dium Madecasstim (Madag.), Capense (Cap) p. 464, flavipes (Pacif.
Inseln) PI. 16. Fig. XLVII. p. 465; Homoeoxiplius (= Homoeo-
xipha Sauss. ol.) histrio (Ceylon) p. 467, Humbertianus (ibid.)
PL 17. Fig. XL VIII. p. 468, scituliis (Java), Novarae (ibid.) p. 469,
insularis (Fiji I., Nordaustralien) p. 470, tacitus (Oceanien) p. 471,
Guineensis (Fernando-Po) p. 473; Cyrtoxiphus (= Cyrtoxipha
Brunn, ol.) maritimus (Fiji-Ins.) PI. 17. Fig. XLIV. p. 478, musicus
(Tahiti) p. 480, stramineus (Ovalau), venustidus (Java) p. 482, Rit-
semae (Java) p. 485, pusillus (Ceylon) p. 486, Imitator (Antillen)
p. 487; Thamnosclrtus (n. g. für Phylloscirtus cicindeloides und
vittatus Gerst.) p. 490; Phylloscirtus costatus (Columbien) p. 499,
canotus (Bras. = coUiurides Sauss. Miss. Sc. Mex. p. 365), macilentus
(Argentinien, = colliurides, Sauss. ib. var.) PI. 16. Fig. XLVI.
p. 501; (Eneopterini) Nisitrus insignis (Sumatra), Brunnerianus
(Borneo) p. 515, hyaliniis (ibid.) p. 516; Cardiodactylus (n. g.
für Platyd. Novae-Guineae de Haan und) pictus (Moluccen) p. 521,
canotus (King George's Sd.) p. 522, Haanii (= Platyd. Gaymardi
Haan), rufididus (Neu-Holland) p. 523; Piestodactylus (n. g.)
Siamensis p. 528, longicauda (Westaustr.) p. 529; Paraeneopterus
(n. g.) bitaeniatus (Philippinen) PL 18. Fig. LXIII. p. 534; Ligy-
pterus (n. g. für Eneoptera Heydeni Sauss.) p. 535; Heterotry-
pus (n. g.) Africanus (Nubien) PI. 16. Fig. XXXVIII. p. 540, simil-
limus (Amboina; = Buqueti var.?) p. 544, modulator (Philippinen),
longipes (Amboina) p. 545, funambulus (Neu-Guinea) p. 547, tripar-
titus (Fidji I.) p. 548; Phormincter (n, g. für Gr. microcephalus
De Haan) p. 549; Stenogryllus (n. g.) phthisicus (Antillen)
PI. 17. Fig. LIIL p. 555; Cylindrogryllus (n. g.) brevipennis
(Brasilien) p. 537; Pliyllogryllus (n, g.) mortuifolia (Cayenne)
PI. 18. Fig. LXI. p. 558; Diafrypus sibilans (Antillen) p. 562, casta-
neus (Brasilien) p. 563; Galyptogryllus (n. g.) Hofmanni (Java)
PI. 18. Fig. LXn. 2. p. 569, forceps (Shanghai) Fig.6. p. 571, plani-
ceps (Cap York) p. 572, Grandidieri (Madag.) p. 573, apertus (Rock-
hampton) p. 576, irroratus (Ceylon) Fig. 8. p. 577, Petersi (Sennaar)
Fig. 3. p. 578, tibialis (Moluccen) Fig. 4. p. 580, Madecassus (Ma-
dag.) p. 581, Steini (Guinea) Fig. 10. p. 586, Brunnerianus (Java)
p. 589, simodus (Philippinen) p. 590; Paroecanthus Toltecus (Mexico)
62 Bertkau: Bericlit üb. d. wissenschaftl. Leistungen
PI. 18. Fig. LXVI. p. 595, foraminatus (Cuba) p. 596; Amhlyopus
(n. g.) hrevipes (Columbien) PI. 18. Fig. LXV. 1. p. 599, depressus
(ibid.) p. 601, capitatus (?) Fig. 3. p. 602; Apithes Eolphi (Brasil.)
p. 605, acutus (Columbien) p. 606, eostalis (ibid.), Krugi (Antillen)
PL 18. Fig. LXIV. p. 607; Orocharis canotus (Antillen) p. 611, ful-
vescens (St. Martin) p. 612, Domingensis p. 613, vaginalis (Antillen)
p. 615; Tapinopus (n. g.) platyceps (! vox hybr.; Neu-Caledonien)
PI. 18. Fig. LXVIII. p. 618; Hemiphorus (n. g.) viUatus (Neu-
Holland) PI. 18. Fig. LXVII. p. 621; Euscirtus sigmoidalis (LuQon),
cephalotes (Sikkim) PI. 19. Fig. LXIX. 2. p. 628, crassiceps (Java)
Fig. 3. p. 629; Anisotrypus (n. g.) furcatiis (Fidji Ins.) PI. 17.
Fig. LYIII. p. 632, indivisus (Borneo) p. 633; Podoscirtus Javanus
PI. 19. Fig. LXX. 1. p. 637, himaculatus (?) 2. p. 638, insularis
(Polynesien) p. 639, hirtellus (?) p. 640, amusus (Pernambuco) p. 641,
Americanus (Bahia) p. 642, macuUpennis (Bras.) Fig. 4. p. 643,
asyrinx (Java) p. 645, cicur (Lugon) p. 647, rufidulus (Neu-Caled.),
Priapus (ibid.) Fig. 3. p. 648, regulus (Amboina) p. 650, tacitus
(Guinea?) p. 652; Anaudus (n. g.) terebrans (Zanzibar) PI. 19.
Fig. LXXII. p. 655 ; Aphonus Caledonicus (Caled.), ocellaris (Zanzib.)
p. 658, taciturnus (?), Vitiensis (Fidji Ins.) PI. 19. Fig. LXXI. 2.
p. 661, apiatus (Neu-Guinea) p. 664, depressiusculus (Fidji I.) Fig/1,
silens (?) p. 665, macüentus (Columb., Panama) Fig.3. p. 666; Apha-
sius (n. g.) Eitsemae (Timor) p. 669; Metrypus virescens (Java)
p. 675, Brasilianus, Bahiensis p. 676, crypsiphonus (Antillen?
Columbien?) PI. 19. Fig. LXXIII. 2. p. 677, mutus (Südamerika)
p. 678, Bogotensis (Neu-Granada) p. 679; Parametrypus aculeatus
(Brasilien) p. 641, spiculatus (Natal) PL 19. Fig. LXXV. p. 682.
Ein Aufsatz von J. Pungur „L'elytre des Gryllides de
Hongrie", Termesz. Füzetek. I. p. 255. Taf. XIII. erläutert die
Terminologie des Flügelgeäders und zeigt, wie der Ton der zirpen-
den Grille (Gr. campestris) zu Stande komme.
Met loche (n. g. Trigonidio valde affine) lepidiäa; Loxoblem-
mus histrionicus, satelUtius, monstrosus; Ectatoderus abdominalis
p. 48; Tremellia {n. g.)spurca; Fhaloria (n. g.) ampUpennis; Ve-
scelia (n. g.) infumata; Strophia (n. g.) lugubrina p. 44; Lebin-
thus (n. g.) bitaeniatus; Paroecanthus conspersus, Sausstirii p. 50,
fuscinervis; Mnesibulus (n. g.) lineolatus, splendididus ; Munda
(n. g.) picturata; Euscirtus dorsalis, pallidus^ tagalicus p. 51, suba-
pterus p. 52 (Philippinen); Stäl, Öfv. etc. 1877. Nr. 10.
Nota sobre un Ortoptero llamado timbuche (Oecan-
thus varicornis Walk); A. Duges, La Naturaleza IV. p. 86
mit Holzschnitt.
GryWodeslineatus (Arizona); Seudder,* WbeeL Ptep.etc.p. 279.
Nemobius carolinus (N.-CaroL), volaticus (Georgia) p. 36,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 63
soeius (ibid.); S. H. Scudder, Proc. Bost. Soc XIX; anibitiosus
(Ft. Reed, Florida); derselbe, ebenda p. 81.
N. tertiarius (fossil in den Green River shales); derselbe,
Bull. U. S. G. S. IV. p. 774.
Gryllus Saussiirei (Georgia); S. H. Scudder, Proc. Bost. Soc.
XIX. p. 35.
Cyrtoxipha delicatula (Ft. Reed, Sand Point, Florida); S. H.
Scudder, Proc. Bost. Soc. XIX. p. 82.
Pseudoneuroptera.
L. Provancher's „Petite Faune entomologique du
Canada. Les Neuropteres" in Natur. Canad, VIII. p. 177 ff.,
209 ff., 264 ff., 309 ff., 323 ff. beschäftigt sich ausschliess-
lich mit dieser Gruppe; von Werth ist die Compilation nicht.
Die Ephemeriden und Psociden Sachsens mit Be-
rücksichtigung der meisten übrigen deutschen Arten
von M. Rostock, Jahresb. Ver. für. Naturk. Zwickau. 1877. p. 76 £f.
„Vorliegende Arbeit bildet einen Theil meiner noch nicht im Druck
erschienenen Neuroptera saxonica und soll zugleich eine Probe
geben, wie ungefähr die übrigen Abtheilungen behandelt sind"; so
sagt der Verfasser in einem Vorwort. Nach dieser Probe können
die deutschen Entomologen und Zoologen nur wünschen, dass das
Werk bald vollständig erscheine, da ein, die gesammten Neuroptera
und Pseudoneuroptera behandelndes Werk neueren Datums fehlt.
Nach einer Tabelle zur Bestimmung der Familien folgt eine allge-
meine Charakteristik der Familie, eine Tabelle zur Bestimmung der
Gattungen und Arten nach der analytischen Methode; ebenso mit
den Psociden. Aus Sachsen werden von ersteren 34 Arten in 18,
von Psociden 29 Arten in 9 Gattungen aufgeführt. Die nicht sächsi-
schen, aber europäischen Arten sind meist auch namhaft gemacht,
aber nur zum Theil beschrieben. Als Handbuch zum Bestimmen der
Art versprechen die Neuroptera saxonica recht brauchbar zu wer-
den; auf eine Schilderung der Lebensweise, Gewohnheiten u. s. w.
geht der Verfasser nicht ein.
Physopoda. Melauothrips obesa Halid. erklettert zur Eiablage
die Haare verschiedener Ranunculaceen vind kittet dann seine schwar-
zen Eier rings an dieselben an. Farwick, Correspondenzbl. Naturh.
Ver. preuss. Rheinl. und Westf. 1877. p. 57.
Thrips cerealium eine Krankheit der Roggenähren ver-
ursachend; Becker, Sitzb. Niederrh. Gesellsch. Natur- und Heilk.
1877. p. 168. Nach Körnicke wird die erwähnte Krankheit nicht
durch den Blasenfuss verursacht; ebenda p. 330.
64 Bertkau: Bericlit üb. d. Wissenschaft! . Leistungen
Melanothrips eA'imcia ; Lithadothrips (n. g.) vetusta; Scud-
der, Bull. U. S. Geol. Surv. I, II. p. 221, 222; Palaeothrips fossüis,
Geol. Mag. V. p. 221; fossile Arten von Chagrin Valley und Fossil
Canon.
Fsocidae. Psocina Sueciae et Fenniae. Öfversigt af Sveriges
och Finlands Psociner af Jacob Spängberg; Öfv. Kgl. Sv. Vet.
Akad. Förh. 1878. Nr. 2. p. 5 ff. Taf. I u. II. Es ist das keine
einfache Aufzählung, sondern zugleich eine Beschreibung der namhaft
gemachten Arten. Der Unterfamilie der Psocini derselben geht eine
analytische Tabelle der Gattungen, der Aufzählung der Arten inner-
halb einer Gattung eine solche der Arten vorauf. Diese Tabellen
sowie Gattungs- und Artdiagnosen sind in lateinischer Sprache, son-
stige Bemerkungen in schwedischer abgefasst. Die beigefügten Tafeln
enthalten die Abbildungen von Ober- und ünterflügel der rechten
Seite der betreffenden Arten. Im Ganzen sind deren 18 aufgeführt,
die sich in folgender Weise auf die einzelnen Gattungen vertheilen :
Psocus mit 8, Stenopsocus mit 2, Elipsocus mit 3, Caecilius mit 3,
Peripsocus mit 2 Arten.
Bhyopsocus (n. g. ocellis nulüs, ant. 26-art., palp. max. art.
apicali magno, truncato; tarsis triarticulatis, articulis 2 apicalibus
aequalibus; alis quattuor) ecUpticus (! Kerguelen); Hagen, Smiths.
Mise. Coli. XIII. Art. III. p. 52 ff.
Elipsocus cyanops (Sachsen); Rostock, Jahresber. Ver. für
Naturk, Zwickau. 1877. p. 99 und Ent. Nachr. II. p. 192.
Psocus canadensis, trifasciatus (Quebec); Provancher, Nat.
Canad. VIII. p. 186.
Caecilius hirtelliis (Belgien in Palmenhäusern, also wahrschein-
lich eingeführt; C. Dalii Mc Lachl. valde affinis, multo minor; long.
1,5 mm; lat. vix 4 mm); M'Lachlan, C. R. Soc. Ent. Belg. XX.
p. LIV.
Termitidae. Termes flavipes als Holzzerstörer; Riley, Proc.
St. Louis. Akad. Sei. III. p. CCLXIX.
lieber das Vorkommen und die Lebensweise von Termopsis
angusticoUis; Termes flavipes, lucifugus?; Termopsis occidentalis
vgl. Osten-Sacken und Treherne in den Proc. Boston Soc.
XIX. p. 72 und 74. ,
Notes sur une espece de Termite de l'Amerique du
Sud, ihre Bauten etc. bringt M. J. Callot im Journ. de Zool. VL
p. 392 ff.
Hölzer von Termiten durchbohrt; C. R. Ent. Belg. 1878.
p. CCXXV.
Embidae. Unsere geringen Kenntnisse von dieser Familie
werden durch MacLachlan in erfreulicher Weise bereichert. Journ.
Linn. Soc. Vol. XIH. Zoology Nr. 70. p. 373 ff. PI. XXI. Die Literatur
über diese Familie ist noch sehr dürftig, und vielleicht sind einige
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. G5
ältere Angaben über die räuberische Lebensweise der Larven dieser
Insecten, wenigstens in ihrer Allgemeinheit, nicht richtig. Lucas,
der die ersten eingehenden Mittheilungen über die Lebensweise der
Larven von E. mauritanica machte, fand dieselbe unter Steinen, in
seidenen Gespinnsten, die nach ihm denselben nicht nur zum Schutze,
sondern nach Art der Spinngewebe auch als Fanggewebe dienen
sollten. Dagegen erhielt Mac Lachlan Kenntniss von einer neuen
Oligotoma-art, deren Larven die Wurzelknollen einer Orchidee (Sacco-
lobium retusum) zerstört hatten, und fragt, ob nicht ein Irrthum die
Larven von E. mauritanica zu Fleischfressern gemacht habe; aller-
dings gesteht er ein, dass die unter Steinen lebenden Larven dort
kaum andere vegetabilische Nahrung finden könnten, als Pilzmy-
celien. Bei Besprechung der systematischen Stellung dieser Familie
neigt sich Mac Lachlan insofern der Anschauung Gerstäcker's
zu, als er gleich diesem die Termiten für näher verwandt mit den
Blattiden, als mit den Embiden hält. Von den drei von West wo od
angenommenen Gattungen (Embia, Olyntha und Oligotoma) erkennt
er nur die erste und letzte an, indem er nach einer Untersuchung
der Type von Olyntha zeigt, dass deren Maxillartaster nicht 4-,
sondern 5-gliederig sind; der verschiedenen Zahl und Länge der
Fühlerglieder erkennt er nur einen specifischen Werth zu. Die
beiden Gattungen würden sich also folgendermaassen charakterisieren
lassen: 1) Alarum sector (nervus tertius) trifidus, cum cubito (nervo
4to) per venulas transversales plus minus connexus: Embia (cum
Olyntha). 2) AI. sector bifidus, cum cubito per venulas transversales
haud connexus: Oligotoma. Folgende neue Arten werden beschrieben:
E. Batesi (Brasilien), Sdlvmi (Mittelamerika) p. 380, persica (Nord-
persien) p. 382; Oligotoma Michaeli (Indien) p. 383. Die Larven
letzterer Art wurden in London an den Wurzeln des aus Indien
importierten Saccolobium retusum gefunden und sind nebst Nymphe
und vollständigem Insekt auf PI. XXI. abgebildet.
Perlidae. Hagen bringt Beiträge zur Kenntniss von
Pteronarcys; Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 477 ff. Von dieser Gat-
tung, die auch alsimago noch ausgebildete Tracheenkiemen hat, sind
Hagen 9 Arten, 4 allerdings nur im weiblichen Geschlechte bekannt,
deren Unterscheidung freilich sehr schwierig ist, da nicht nur alle
Körpertheile sehr veränderlich sind, sondern auch im trockenen Zu-
stande einschrumpfen und unbrauchbar werden; selbst die Beschaffen-
heit der Begattungstheile kann nur mit Vorsicht zur Artbestimmung
verwandt werden, da dieselben namentlich bei den Weibchen vor
und nach der Begattung, vor und nach der Eiablage eine verschie-
dene Gestalt haben. Von Pt. regalis hat Hagen mehrere Pärchen
längere Zeit lebend beobachtet. Diese Art ist in ganz Nordamerica
verbreitet und zeigt sich Anfangs Juni als Imago, Sind beide Ge-
schlechter zusammen, so versucht das Männchen sofort, oft unter
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. E
ßO Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Widerstreben des Weibchens, die Begattung, indem es dasselbe mit
seinen Füssen bei den Flügeln fasst, seinen Leib unter den des
Weibchens und dann in die Höhe krümmt, so dass der Penis von
hinten her in die Geschlechtsöifnung gelangt. Diese Begattung wurde
bei demselben Paare im Verlauf weniger Tage öfter wiederholt.
Das Ei zeichnet sich durch eine höchst eigenthümliche Structur
seiner Schale aus, die dazu führt, dass dasselbe im Wasser an glatten
Gegenständen festhaftet. Die männliche Geschlechtsöffnung befindet
sich vor dem After, nicht hinter demselben, wie Newport ange-
geben hatte; getrennt von derselben liegt hinter dem After der
Penis, der auf seiner Unterseite eine Rinne trägt, durch welche der
Same höchst wahrscheinlich eingeführt wird. — Die Tracheenkiemen
fungiren bei der Imago nicht mehr und sind nach Hagens An-
sicht Organe, die bei der Häutung aus den alten Kiemen herausge-
zogen sind, ohne deren Function übernommen zu haben; vgl. oben
(1878) p. 225 (7).
Pt. rectus p. 189, hicarinatus p. 190, flavicornis p. 191 (Que-
bec); Provancher a. a. 0.
Perla Quebecensis, Meroglyphica p. 211, marginipes, ndvalis
p. 212, riparia, sulcata p. 213, naica p. 214 (Quebec); Provancher
a. a. 0.
Nemura nigrita (Quebec); Provancher, a. a. 0. p. 217.
Chloroperla rivulorum, griseipennis; Taeniopteryx trifasciata;
Nemura humeralis in Norwegen; Schr/yen, Nyt Mag. Naturv. 1878.
p. 209.
Ephemeridae. N. Joly veröffentlicht eine Etüde sur l'ap-
pareil reproducteur des Ephemerines. Compt. Rend. LXXXIH.
p. 809 ff. Die Hoden sind zwei längliche Säcke, von einer sehr
feinen, auf der Aussenseite etwas höckerigen Membran gebildet, an
deren Innenseite grosse gestielte Blasen sitzen. Diese umschliessen
kleinere (Zellen), in denen die fadenförmigen Spermatozoen aufgerollt,
sind. Die Hoden setzen sich in einen ductus ejaculatorius fort, der
die beiden (?) auf der vorletzten Bauchschiene befindlichen penes durch-
bohrt. Sammelblasen, die Swammerdam bei Palingenia longicauda
fand, konnte Joly weder bei 'dieser Art noch bei Baetis sulfurea
entdecken. Hinsichtlich des weiblichen Apparates sind die Angaben
sehr spärlich; Joly lässt auch hier die Möglichkeit zu, dass sich die
beiden Ovarien jedes für sich getrennt öffneten. Uebersetzt auch in
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 193; vgl. auch N. et E. Joly
in der Rev. Sei. naturell. 1876. V.
E. Joly übersetzt L, Calori's Mittheilung über die vivipare
Generation von Cloe diptera L. und Mc Lachlan's Beschreibung von
Oligoneuria Trimeniana und versieht dieselben mit Anmerkungen;
Bull. Soc. d'etud. Sei. Nat. Nimes V (1877) Nr. 4 p. 65 ff. u. Nr. 8;
nebst PI. II und 111.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 67
Ueber Breyeria Borinensis (fossil) s. oben 1878, p. 401 (183).
Ametropus (n. g.) fragilis; Cenir o j)t\\\im tendlum ; Isonychia
ferruginca; neue Arten aus Holland ; Albarda, p]. M. M. XV. p. 128 f.
Bacitis fluminum, bioculata; Leptophlebia cincta in Norwegen;
Schj-iyen, Nyt Mag. Naturv. 1878. p, 208 f.
Larve und Nymphe von Oligoneuria rhenana Imh. bei
Basel aufgefunden von A. Müller, Mitth. Schweiz, ent. Gescllsch.
V. p. 384.
M. Girard, der in seinem Trait. elem. d. Entom. die Pre-
miers etats von Oligoneuria als inconnus bezeichnet hatte, wird
von E. Joly daran erinnert, dass er bereits 1873 die Nymphe von
0. garumnica bekannt gemacht habe; Bull. Soc. d'Etud. sei. nat.
Nimes. 1878. Nr. 4; vgl. d. Ber. 1877. p. 218 (312).
Ueber die Erscheinungszeit und Massenhaftigkeit der „Theiss-
blüthe", Palingenia longicauda (Oliv.) und einiger anderer Epheme-
riden macht Mocsarj^ in den Termesz. Füzet. II. p. 181. Mittheil.
Cloe Quehecensis (Q.); Provancher a. a. 0. p. 267.
Heptagenia coerulans, flava (Sachsen); Rostock, Jahresber.
Ver. Naturk. Zwickau. 1877. p. 89, 90.
Prosopi Stoma auch in der Rhone gefunden; Pet. Nouv. II.
p. 265.
E. Joly meldet den wiederholten Fang zahlreicher Exemplare
des Prosopistoma punctifrons in der Garonne, Feuil. d. Jeun.
Natural. VIII. Nr. 32. p. 99 und bemerkt, dass diese seltsamen
Wesen sehr lichtscheu sind und unter den Ephemeriden-larven (?)
eine fünfte Section, Petricoles, bilden, da sie sich immer unter
Steinen aufhalten; Bull. Ent. Franc. 1878. p. 70.
Derselbe veröffentlicht in den C. R. de PInst. LXXXVII.
p. 263 die Resultate der von ihm in Gemeinschaft mit A. Vayssiere
vorgenommenen anatomischen Untersuchung dieses Insects, aus denen
ich folgendes hervorhebe. Die Mundtheile sind nicht, wie West wo od
angegeben, verkümmert, sondern in der bei Insecten mit beissenden
Mundwerkzeugen normalen Weise ausgebildet; die Unterlippe ist
sogar recht gross und bedeckt die übrigen Mundtheile von unten
her (über Taster ist nichts gesagt). Die Fühler sind 6-gliederig; neben
den beiden facettierten Augen finden sich 3 Punktaugen. Am Nerven-
systeme ist die erhaltene Duplicität der Bauchstränge bemerkenswerth,
die sich wenigstens darin äussert, dass die concentrierte Ganglien-
masse der Brust und des Hinterleibes durch zwei Fäden mit dem
Infraösophagealganglion zusammenhängt. Der Magen ist mit einem
Beleg von Drüsenzellen ausgekleidet, die als Leber gedeutet werden ;
die Malpighi'schen Gefässe sind in grosser Zahl vorhanden. Die
beiden Tracheenlängsstärame senden an der Basis des Hinterleibes,
auf dem Rücken, jederseits 5 kiemenförmige Ausstülpungen aus, die
von einer Duplicatur des Integumentes bedeckt sind; den dadurch
68 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
gebildeten Raum nennen die Verfasser Athem höhle (chambre re-
spiratoire); derselbe communiciert durch je eine seitliche und eine
mediane Oeffnung mit dem umgebenden Medium. — Ueber die
Geschlechtsorgane Hess sich nichts Sicheres ermitteln, und es wird
die Vermuthung ausgesprochen, dass dieses Insect eine an perma-
nentes Wasserleben angepasste Ephemeride sei (wäre nicht auch
der Gedanke an einen Thysanuren berechtigt? Refer.).
West wo od giebt in den Tr. E. S. London. 1877. p. 189 fif.
PI. IV. B. ebenfalls eine Darstellung der äusseren Körpertheile des
Prosopistoma, die in einigen Punkten von der Joly's abweicht.
Im übrigen schliesst er sich der von mir bereits 1875 (d. Ber.
1871/72 p. 32) ausgesprochenen Ansicht an, dass der Charakter dieses
Thierchens so anomal und ungleich dem anderer Ephemeridenlarven
sei, dass nur die directe Beobachtung der Verwandlung die Larven-
natur beweisen könne.
OdODatä. Schoch giebt Analytische Tafeln zum Be-
stimmen der schweizerischen Libellen, Mitth. Schweiz, ent.
Ges. V. p. 331 und ein Verzeichniss der schweizerischen
Odonaten ebenda p. 350 ff., das 65 Arten aufweist, von denen
aber Libellula striolata Charp. (= vulgataL. var.) und Agrion Genei
Pict., als welche letztere Art ein etwas abweichend gebildetes Exem-
plar von A. elegans VdrL. angesehen war, zu streichen sind; vgl.
Selys-Longchamps, ebendas. 381 f.
H. Kolbe: Ueber die in der Umgegend von Münster
gefundenen Libelluliden. Jahresber. Zool. Sect. Westf. Prov.-
Ver. 1877/78. p. 55 ff. Kolbe macht aus der Umgebung Münsters
43 Arten bekannt, von denen eine, Agrion Lindenii Sei., die bisher
in Deutschland noch nicht gefunden wurde, ausführlich beschrieben
ist, „um dadurch der weiteren Publicirung eines in Betreff der De-
termination dieser Species vielleicht begangenen Irrthums vorzu-
beugen". Hinzugefügt sind einige phänologische und biologische
Beobachtungen aus dem Jahre 1877. Kolbe unterscheidet zwei Flug-
perioden, von denen die erste die reichste, sowohl an Arten wie
Individuen, jede übrigens durch die ihr eigenthümlichen Arten
charakterisirt ist. Die erste reicht vom Mai bis Juni und hat ihren
Höhepunkt Mitte Juni, die zweite vom Juli bis September. — Wenn
das J^ das $ mittelst seiner Zange gepackt hat, so scheint die Ein-
ladung zur Begattung vom ^ auszugehen. Wenigstens beobachtete
Kolbe ein Pärchen von Agr. puella, dessen f^ vom ^ im. Nacken
gehalten wurde, im übrigen aber frei schwebte. Als sich das ^ auf
einen Grashalm gesetzt hatte, begann das $ sogleich seinen Hinter-
leib nach dem Geschlechtsorgan des ^ herumzubiegen und an dem-
selben herumzutasten, ohne sich jedoch vorab das ^ willfährig zu
machen. (Durch dieses Verzeichniss ist das in dem Corrbl. Nr. 2.
im Gebiete der Arthropodeu während der Jahre 1877 — 78. 69
Naturh. Ver. pr. Rheiiil. u. Westf. 1877. p. 64 ff', von demselben gege-
bene berichtigt und vervollständigt).
Sui Libellulini (Odonata) dei dintorni di Fireuze. Nota d. Prof.
P. Steinbeck. Bull. Eiit. Ital. IX. p. 249 f.
Di alcune Libellule ... di Constantinopoli; Nota d. S. A.
Spagnolini; ebenda p. 302 ff".
Nuove indagini sulla conservazione delle Libellule a colori
fugaci; ebenda p. 311 ff.
Brauer schreibt über einige neue Gattungen und Ar-
ten aus der Ordnung der Neuroptera L.; Sitzber. k. Akad.
Wiss. Wien. 1. Abth. LXXVII. p. 193 ff. Brauer zeigt, dass die
von Selys aufgestellte Gattung Neophlebia mit der von ihm um ein
Jahr früher aufgestellten Gattung Tetrathemis identisch sei, wenn
auch in der Deutung des abnormen Flügelgeäders beide Autoren ab-
weichen. Eine neue Art der Gattung ist Tetrathemis oculata (Bor-
neo), mit nur einer oder keiner Querader in der Mittelzelle; p. 194.
Weitere neue Arten sind Microthemis gracilis (Borneo) p. 195; Or-
chithemis (n, g. Libellulidarum, prope Agrionopteram locandum)
pulcherrima (Malacca) p. 198; Orthemis metalUca (Malacca, Borneo)
p. 199, Uneata (Malacca, Sumatra) p. 201; (Gynacantha Idaer^, Ma-
lacca, p. 203); Neuromus dichrous (Borneo) p. 205.
Agrionina. Nachdem die von Selys-Longchamps i. J.
1865 begonnene Synopsis des Agrionines (s. d. Ber. 1866 p. 354)
seit jener Zeit keine Fortsetzung erfahren hatte, wird dieselbe von
dem Autor nunmehr zu Ende gebracht; Bull. Acad. Roy... de Bel-
gique. 2me. ser. T. XLI p. 247 ff., 496 ff., 1233 ff.; XLII p. 490 ff.,
952 ff.; XLIII p. 97 ff. Während der 1860—1865 erschienene Theil
die Gattungen Pseudostigma, Lestes, Podagriou, Platycnemis, Pro-
toneura und Argia behandelt hatte, ist der gegenwärtige zum gröss-
ten Theile Agrion, dann auch Telebasis, Argiocnemis und Hemi-
phlebia nebst deren Untergattungen gewidmet. Zunächst werden
die Gattungen charakterisirt, dann in Gruppen, und diese in Unter-
gattungen getheilt, innerhalb deren dann sofort zur Charakteristik
der Arten nebst deren Literatur übergegangen wird. In der Gattung
Agrion werden 2 Gruppen unterschieden, je nachdem an der Unter-
seite des 8. Segmentes beim ^ ein Dorn oder vorspringende Spitze
vorhanden ist oder fehlt; von diesem Dorn wird eine Function bei
der Eiablage vorausgesetzt. Die erste dieser Gruppen enthält die
Untergattungen Ceratura, Anomalagrion , Ischnura, Amphiagrion,
Oxyagrion, Acanthagrion, Xiphiagrion, Enallagma; die zweite Ne-
halennia, Agrion, Pyrrhosoma, Erythromma, Pseudagrion, Xantha-
grion, Ceriagrion, Argiagrion, Anisagrion, Telagrion, Leptagrion,
Erythragrion. Die Gattung Telebasis zerfällt in die Untergattungen
Leptobasis, Stenobasis, Telebasis, Amphicnemis, Pericnemis; Argio-
cnemis in Argiocnemis s. st. und Agriocnemis; Hemiphlebia hat glück-
70 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscliaftl. Leistungen
lieber Weise nur eine Art. Zu den 50 Arten der Gattung Argia werden
199 aus den angeführten Gattungen beschrieben, so dass die Gesaramt-
artenzahl der Agrionina 249 beträgt; folgende derselben sind neu:
Ischnura cervula (Californien) XLl p. 262, perparva Mac Lachl. i. 1.
(Texas) p. 263, ßuviatilis Bates i. 1. (Buenos Ayres) p. 269 nebst
race lizonata (Copa Cabana; Santa Cruz) p. 270, taUensis (Tahiti)
p. 279, Orientalis (Japan) p. 280, rufostigma (Indien) p. 283; Am-
phiagrion AmpUion (Nordamerika) p. 287; Oxyagrion dissidens
(Quito) p. 292, terminale (Buenos Ayres; Bras.) p. 295, trevistigma
(Cochamba, Entrerios) p. 296, microstigma (San Joao del Rey) p. 298,
miniopsis (Bogota) p. 299, haematinum (Minas Geraes) p. 300, basale
(Brasilien) p. 303; Äcanthagrion apicale Bates mss. (Amazonas)
p. 306, gracile Ramb. rac. Minarum (Minas Geraes) p. 309, lancea
(Buenos Ayres), vidua (Venezuela) p. 910, truncatum (San Joao del
Rey) p. 311, temporale (Minas Geraes) p. 312, trimaculatiim (Santa
Cruz) p. 313, interruptum (Valparaiso) p. 314, nigrinuchale (San Joao
del Rey) p. 316, laterale (Neu-Granada) p. 317, cheliferum (Minas
Geraes) p. 319; Xiphiagrion cyanomelas (Malacca) p. 321; Enal-
lagma brevispina (Japan) p. 511, semicirculare (Putla, Mex.) p. 517,
traviatiim (Massach.) p. 519, divagans (ibid.) p. 521, cidtellatiimB.2ig.
mss. (Cuba) p. 524, nigridorsum (Zanzibar) p. 531, obliteratuni (Cap),
Gabonense (Gabon) p. 533, subfurcatum (Abyssinien) p. 534, Malaya-
num (Java) p 536, parvum (Indien) p. 537, melanotiim (China) p.
538; Nehalennia atrinuchalis (Shanghai) p. 1237, Sophia (San Joao
del Rey p. 1241; Agrion 7iepos Bates mss. (Amazones) 1249, mimi-
tissimum Bates mss. (ibid.) p. 1250, exclamationis {Gdliform&n) p. 1251,
resolutum Hagen mss. (Hudson Bay) p. 1263, mercuriale rac. herme-
sicum (Algier) p. 1277, Sieboldii (Japan) p. 1281, lineolatum (ibid.
et China) p. 1282, xantliomelas (Sandwich Ins.) p. 1284, Waltheri
(San Joao del Rey) p. 1286, melanoproctum (Polynesien) p. 1287;
Pyrrhosoma abbreviatiim {Csdiformen) p. 1299; Erythromma conditum
Hagen mss. (Maryland) p. 1305, Gayi (Chili) p. 1308, Blanchardi
(ibid.) p. 1309; Pseudagrion melanicterum (Sierra Leone) XLIl p.
492, Ängolense (Angola) p. 493, praetextatum Hagen mss. (Zanzibar)
p. 495, glaucescens (Sierra Leone) p. 498, Nubicum (Nubieu) p. 501,
(microcephalum race Äustralasiae p. 506, migratum (Japan), appro-
ximans p. 507), cyane (Neu Holland?) p. 508, Hisopa (Pulo Besoar,
Malais.) p. 509, rubriceps (Java) p. 510, crocops (Menado) p. 512,
coriaceum (Amboina) p. 513, ustum (Sulu) p. 515, magnanimum (Aru)
p. 516, hypermelas (Indien) p. 519; Xantliagrion erythroneurum
(Melbourne) p. 521, (zelandicum race antipodum (NeuSeeland) p. 523);
{Ceriagrion Cororaandelianum Fabr. race mclanuriim (Japan) p.
529); Argiagrion Leoninum (Sierra Leone) p. 530; Anisagrion
dllopteriim (Guatemala) p. 953, rubicundum (Putla, Mex.) p. 954;
{Erythragion für filiola, dominicarnm, vulneratum, salvum etc.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 71
p. 955); Telagrion fulvellum (Amazonas) p. 968, myerswm (Santarem)
p. 9G9, longum {=lonp:issimiini de Sei. ; Brasilien) p. 970, mecistogastrum
(Brasilien) p. 972; Leytarjrion (eloiigatum race disimr Bates mss.
(Brasilien) p. '.)81) Inca (Jurimaguas, Peru) p. 982, mornatiim (Süd-
america?) p. 983, obsoletum (Amazonas) p. 985, flammeiim B&tes mss.
(Amazonas) p. 986, ruf um (Südamerica ?) p. 987; Leptohasis di-
ceras (Para) XLIII p. 102, hicornis (Amazonas) p. 193, quadricornis
(Para) p. 104, rosea Bates mss. (Amazon.) p. 105; Stenobasis
oscillaris (Banka) p. 108, melanocyana (Malacca) p. 110, oceipitalis
p. 111; Telebasis recurva (Mindanao) p. 114, superba Hagen mss.
(Celebes), pretiosa (Neu - Guinea) p. 116, protlioracica (Mysol)
p. 117, Lorqiiini (Moluccen) p. 118, nificollis (Singapore) p. 118^
combusta (Sulu) p. 119, rufitliorax (Myaol) p. 122; Argiocnemis
ridyescens (Queensland) p. 136, rze&eoZa (Celebes, Menado, Java) p. 137),
(nebst race intermedia (Lu^on) p. 138), lunidata (Malaisia, Celebes,
Sulu) p. 139, nigricans (Neu Guinea, Labuan) p. 140; Agriocnemis
lacteola (Bengalen), p. 144, minima (Java) p. 145, exsudans (Neu-
Caledonien) p. 148, Mac Laclüani (Gabon) p. 152, carmelita (Anam),
aKstralis (Queensland) p. 155.
On some new and little-known forms of Agrionina
(Legion Pseudostigma, de Selys). By R. Mc. Lachlan. E. M. M. XIV.
p. 86 ff. Behandelt Microstigma terminatum (Peru); Anomisma
(n. g.) abnorme p. 87; Mecistogaster Jocaste Hagen und astictus (Burm.)
de Selys.
Agrion canadense (Quebec); Provancher a. a. 0. p. 325.
Dysagrion (n. g.) Fredericii] Podagrion abortivum (fossil
in den Green River shales), Scudder, Bull. U. S. G. S. IV p. 534
ff. und 775.
M'Lachlan zählt auf Calopterygina collected in Ecuador
and Bolivia; Tr. E. S. Lond. 1878. p. 85 ff., mit den neuen Arten:
Lais imperatrix (Intaj) p. 85; Euthore mirabilis (ibid.) p. 87; Thore
boliviana (Chairo) p. 89; Cora dualis (Intaj) p. 99, munda (ibid.) p.
91, terminalis (Unduavi) p. 92.
Cora semiopaca (Panama); Selys, CR. Ent. Belg, 1878. p.
XXI.
Hetaerina fuscoguttata (Panama); Selys, C. R. Ent. Belg. 1878
p. XXI.
E. de Se lys-Longchamps bringt Secondes additions
au Synopsis des Cordulines; Bull. Acad. Roy .... de
Belgique. T. XLV. p. 183 ff. Während die Synopsis 83 Arten
aufwies (vgl. d. Ber. 1873, p. 352 (102)), und die ersten Additions
nach Tilgung der mit M. cingulata Ramb. identischen Macromia
Whitei diese Zahl auf 92 brachte, sind in diesen zweiten Add. 10
weitere neue Arten beschrieben, während Epitheca procera als
synonym mit linearis Hagen erkannt und eingezogen wird. Die Zahl
72 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl* Leistungen
der jetzt bekannten Arten beträgt demnach 101. Die exotischen
finden sich allgemein selten in den Sammlungen, manche sind nur
in einem Geschlecht bekannt, und Selys-Longchamps fragt, ob nicht
der Fortsatz der Augen nach den Schläfen hin die Schwierigkeit des
Fanges dieser Thiere erkläre. (Soll derselbe einen besonderen
oder besonders scharfen Sinn enthalten? Refer.). Die geographische
Verbreitung einiger europäischer Arten ist eine beschränkte und
erklärt vielleicht ebenfalls die geringe Zahl der Individuen, die aus
fremden Ländern eingesandt werden. Zum Schlüsse gibt der Ver-
fasser eine tabellarische Uebersicht der Arten nebst dem Nachweise,
wo die betreffende Art in der Synopsis oder den Additions zu finden
ist. Die hier als neu beschriebenen Arten sind : Hemicordulia Äsia-
tica (/ (Khasia Hills), p. 186; Cordulia Lintneri Hagen i. 1. (New-
York) p. 187, spinosa Hagen (Georgia) p. 189. Selysii Hagen (Georgia)
p. 189; Ei^itheca. Jamascarensis Hagen (Ste. Hyacynthe, Canad.) p. 191,
heterodoxa (Luzon) p. 192, FranUini (Fort Resolution, Hudsons Bay)
p. 195; Idionyx opiaia (Khasia Hills) p. 196; Epophthalmia (reor^/iwa
(Georgia) p. 197; Macromia tropicalis (Zanzibar) p. 200.
GynaLCSLniha. plagiata ^ (Borneo); Waterhouse, (Proc. E. S.
Lond. 1877. p. X und ibid.) Trans. 1878. p. 119, PI. IV.
Libellula nigra Van der Lind, gehört zur Gattung Uro-
themis Brauer; neu ist U. advena (Catalonien) ; Selys, C. R. Ent.
Belg. 1878. p. LXIV.
Libellula intermedia (Perleberg; Mittelform (oder Bastard)
zwischen L. fulva und cancellata); Rudow, Giebel's Zeitschr. (3. F.)
HI. p. 243.
L. erythrOieaL Brüll, en Belgique; Selys, C. R. Ent. Belg. 1878.
p. CXXXIII.
Cordulegaster Godmani (Costa Rica); MacLachlan, E. M.
M. XV. p. 35.
Lepidoptera.
Mit der Juni-Lieferung (1877) ist das Supplement
zu Kirby's Synonymic Catalogue of Diurnal Lepidoptera
vollendet. Der Katalog mit seinem Supplement zählt
883 S. 8 vo.
Staudinger beschreibt Neue Lepidopteren des
europäischen Faunengebietes. Stett. Ent. Zeit.
1877. p. 178.
European Butterflies and Moths. Part. I by
W. F. Kirby; based upon Berge's Schmetterlingsbuch.
Cassel, Fetter & Galpin; 4<>. 1878.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 73
Lepidopterologisches von C. F. Freyer; 24.
Bericht des naturhistorisclicu Vereins in Augsburg. Ent-
hält als Text von 3 Ergänzungsheften zu den „Neueren
Beiträgen zur Schmetterlingskunde" die Darstellung der
Entwickelungsgeschichte und Beschreibung von Neptis
Aceris, Orthosia pistacina, Crocallis extimaria Hbn., Gno-
phos mucidaria Hbn., Tinea roborella, fissella, Melitaea
trivia Hbn., Sesia hylaeiformis, Ibrmicaeformis, Mamestra
suasa, Ploseria diversata, Acidalia degeneraria, laevigaria;
Pararge Megaera var. lyssa, Asphalia diluta, Mamestra dys-
odea, Geometra proluaria Freyer, Eubolia murinaria, Aci-
dalia (oloraria Rössl. =) piuguedinata Zell., (sylvestraria
Tr. =) immutata L.
A. Fuchs macht Lepidopterologische Mitthei-
lungen verschiedener Art; Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 131 ff.
A.G.Butler. Illustrations of typic specimens
of Lepidoptera heterocera in the Collection of
the British Museum I. London. 1877 with 20 pls.
Von W. H. Edwards' The Butterfliess of North
America ist part VI der 2nd ser. (New- York: Hurd and
Houghton, London: Trübner and Co. 4. 1877) erschienen
und enthält Abbildungen (und Text) von Satyrus W. Whee-
leri, Papil. Asterias var. Calverleyi und Pap. Turnus mit
seinen dimorphen Formen.
Anleitung zum Schmetterlingsfang und zur
Schmetterlingszucht u. s. w. von H. Borgmann.
Cassel, 1878 gr. 8^ Mit 4 Tafeln Abbildungen.
Der Schmetterlingssammler. Beschreibung und
Abbildung der vorzüglichsten in Mitteleuropa einheimischen
Schmetterlinge. Von Dr. Jul. Hoffmann. Mit 263 colo-
rirten Abbildungen auf 19 Tafeln. Stuttgart 1877.
Ueber den nächtlichen Fang von Schmetter-
lingen, namentlich mittels Licht, handelt Dr. A. Pagen-
stecher in den Jahrb. Nass. Ver. f. Naturkunde XXIX. u.
XXX. p. 40 ff.
Die Maracujä-Falter. Von Fr. Müller. Stett.
Ent. Zeit. 1877. p. 429 ff. Unter diesem Namen meint
Müller die 4 Gattungen Heliconius, Eueides, Colaenis und
Dione, deren Raupen sämmtlich im wärmeren America an
74 Bertkau: Bericht üb. d. wissen schaftl. Leistungen
Arten von Maracuja (Passiflora) leben. Nach Müller müss-
ten nun diese 4 Gattungen, die die bisherigen Systemati-
ker in die Familien der Nymphaliden und Heliconier ver-
theilt hatten, eine besondere Familie für sich bilden, da
sie unter einander so viele gemeinsame Züge des Baues
und der Lebensweise haben, wogegen Colaenis und Dione
mit den Nymphaliden wenig gemein haben.
Die Weibchen dieser Gattungen verbreiten, wenn man sie
ergreift, einen widerlichen Geruch, der von einem auf dem
Rücken, zwischen letztem und vorletztem Leibesring gele-
genen Wulst ausgeht; an den Ecken trägt dieser Wulst je
ein keulenförmiges Körperchen, das den Geruch (indem an
ihm das Secret stärker ausgeschieden wird?) weit intensi-
ver macht; derselbe, Zeitschr. wissensch. Zool. XXX. p.
167 ff. Taf. IX.
Note critique'sur les differents systemes de
Classification des Lepidoptcres Rhopaloceres et abolis depuis
Fepoque de Latreille et essai d'une nouvelles Classification
jusqu'aux genres exciusivement. Par M. C. Bar. Ann.
Soc. Ent. Fr. 1878 p. 5 ff. Bar nimmt folgende Reihen-
folge der Familien anj Satyrides, Brassolides, Morphides,
Äpaturides (wegen der Raupen von den Nymphaliden
getrennt), Nymphalides, Acraeides, Heliconides, Danaides,
Mechanitides, Leptalides, Pierides, Papilionides, Ly-
caenides, Erycinides, Hesperides, Castnides.
On the natural affinities of the.. Aegeriidae
äussert Butler auf Grund einer vergleichenden Betrach-
tung des vollkommenen Insectes und der Larven die An-
sicht, dass diese Familie keinerlei Verwandtschaft mit
den Sphingiden zeigt, wohl aber durch die Gattung Acri-
dura, die eine aberrante Form derselben und nicht der
Arctiiden darstellt (s. d. Ber. 1877. p. 317 (349)), zu
den Pyralidinen und Gelechiiden. Tr. E. S. Lond. 1878.
p. 121 ff. PL V.
On the Pupation of the Nymphalidae. By J.
A. Osborne. Nature XVI. p. 502 f. Osborne weist
ein Band (wahrscheinlich Tracheenintima) nach, das die
junge Puppe so lange an dem abgestreiften Raupenbalge
festhält, bis sie sich selbst mit ihren am Körperende be-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 75
findlicheii Haken in das Gespinst eingehäkelt hat. Dieses
Band befindet sich ganz am Köri)ereude, ist bei Vanessa
am deutlichsten, weniger bei Pieriden; vgl. auch E. M. M.
XV. p. 59, 78, 105.
Packard macht bekannt The Mode of Extrication of
Silkworm-Moths from their Cocoons. x^^mer. Nat. 1878. p.
379 ff. Alle untersuchten Attaci, ausserdem Bombyx mori,
Endromis versicolora u. s. w. haben an der Basis der
Vorderflügel einen spitzen Dorn, der nach den Arten ver-
schieden gestaltet ist, und dazu dient, in den Cocon ein
Loch einzuschneiden (der Dorn wird vonPackard Cocoon-
cutter genannt). Bei Platysamia Gloveri und columbia
sind diese Messer auch in guter Entwicklung vorhanden,
scheinen aber nicht gebraucht zu werden. Eine ähnliche
Beobachtung machte D. C. Mc Laren an Telea Poly-
phemus; ebenda p. 454 ff.
S. H. Send der behauptet, dass bei den Erscheinun-
gen des sexuellen Dimorphismus, wofür er den Ausdruck
Antig eny vorschlägt, bei Tagschmetterlingen die von dem
normalen Typus abweichende Färbung bei den Weibchen
auftritt, dass die dimorphen Männchen dagegen in dem
Bau der Tlügel, Beine und bisweilen Antennen von dem
normalen Bau abweichen. Proc. Amer. Acad. 1877,
Macroglossa stellatarum durch künstliche
Blumen irre geführt; Vallette, CR. Eni Belg. 1878.
p. LXVIL
On Luminous Lepidopterous larvae s. E. M. M. XIV.
p. 257 ff u, 278.
West wo od macht weitere zweifelhafte Fälle von
Parasitismus von Lepidopteren bekannt; Tr. E. S. Lond.
1877 p. 433 ff. PL X. C. Fig. 1—3; H. Müller theilt die
Beobachtung seines Bruders auch in der Nature, 18. Januar
1877 mit; vgl. d. Ber. 1877 p. 317 (349) und 1878 p. 372
(154).
Die Puppen von Heliconius, Eueides, Epicalia, Nu-
milia bringen durch Reiben der Hinterleibsringe ein Ge-
räuch hervor; F.Müller, Kosmos H p. 218 ff., vgl. unten
Theela.
F.Müller. In Blumen gefangene Schwärmer.
76 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistunsfen
Kosmos. Die hier raitgetheilten Thatsachen deutet Schilde
in anderer Weise und sucht ferner die Unhaltbarkeit eini-
ger aus denselben gezogener Schlüsse nachzuweisen. Gie-
bel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 690.
Slater (On the Food of Gaily-coloured Caterpillars
in den Tr. E. S. Lond. 1877. p. 205 ff.) führt aus, dass
alle (?) lebhaft gefärbten Raupen auf giftigen (Z) oder stark
riechenden Pflanzen leben und hierdurch wahrscheinlich (?)
unschmackhaft werden.
Packard berichtet über eine Beobachtung, derzu-
folge der weisse Pieris rapae eine weisse Aster, der gelbe
Colias philodice die gelbe Goldruthe mit Vorliebe besuch-
ten; Schmetterlinge und Pflanzen fanden sich durcheinander
auf einem Felde; Amer. Natural. XI. p. 242.
Giard. Sur l'importance des caracteres larvaires
pour la phylogenie chez les Insectes. Assoc. frangaise
pour l'avancement des sciences. Congres' du Havre 30. aoüt
1877. Rev. scient. 1877. p. 302. Giard verwendet nach
der bekannten Schablone die Charaktere der Raupen eini-
ger Schmetterlinge (Papilio Machaon, Vanessa, Polia, Di-
pterygia, Smerinthus, Sphinx) für eine natürliche Classifi-
kation.
F. Müller empfiehlt als ein Mittel zur Aufklärung
der Phylogenie der Schmetterlinge die Berücksichtigung
des Flügelgeäders der Puppe, das oft in nicht unerheb-
licher Weise von dem des Falters abweicht. Kosmos I p. 388.
Bei Acraea und den Maracujä-Faltern (s. p. 73 (417))
sind die verwandtschaftlichen Beziehungen, die in den Rau-
pen und Puppen ausgedrückt sind, andere als die der Imagi-
nes; derselbe ebenda II p. 38 ff.
Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der
Lepidopteren von Berthold Hatschek s. oben 1878
p. 388 (170).
P. Milliere gibt Iconographie et Description
de six especes de chenilles inedites. . avec leurs
papillons a peine connus. Ann. Soc. Ent. Belg.
XX. p. 58 ff. PI. I. Beschrieben und trefflich coloriert ab-
gebildet sind die Raupen und Falter folgender Arten:
Mamestra immunda Evers. var. Halimi Mill. ; Boarmia sub-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 77
flavaria Mill. ; Eupithecia mnemosynata Mill. ; Epiclinopteryx
Mentonella Mill.; Fumea nudella Ochs., •eubfiavella Mill;
Grapholitha opulentana Mill., oxycedrana Mill.
Von desselben Iconogr. d. Clien. et Lepid. in-
6dits sind Livr. 27-32, pp. 171-488, PI. CXVII-CLIV
erschienen.
H. Dewitz macht die Entwickelung einiger
venezuelanischer Schmetterlinge nach Beobach-
tungen von Gollmer bekannt; dieses Archiv 1878. p. 1
ff. nebst Taf. I. Behandelt werden Raupe, Puppe, Futter-
pflanze u. s. w. von Papilio Anchisiades, Polydamas, Aste-
rias; Pieris Elodia; Danais Archippus ; Opsiphanes Cassiae ;
Sphinx tetrio, Carolina, rustica; EuchromiaEriphia; Ecpan-
theriaCunigunda; Hyperchiria Janus, rivulosa; Hyalophora
Arethusa; Aidos Amanda (der Cocon dieses Cochliopodiden
hat 4 im Rechteck stehende Löcher, die aber nicht als Luft-
löcher fungiren können; sie werden durch Mimikry erklärt, in-
dem sie den Schein erwecken sollen, als sei die Puppe von
Schlupfwespen angestochen gewesen, die das Gespinst eben
durch jene Oeffnungen verlassen haben, und also schon
leer), Chrysopyga nuda, Strebiota coras; Glottula Timais;
Plusia rogationis, Aspila tergemina; Melanchroca Cephise;
Phacellura hyalinatalis.
Von den Beschr ijvingen en Afbeeldingen van
NederlandscheVlinders (vgl. d. Ber. 1875 p. 236(212))
ist der 4. Deel erschienen. Die Behandlung des Stoffes
ist dieselbe wie früher; wo es möglich war, sind alle
Lebensstadien, auch die Eier, beschrieben und abgebildet.
In diesem Theile sind bis jetzt behandelt Calamia lutosa
Hübn., Hibernia progemmaria Htibn., Eurycreon palealis
W.V., Grapholita hypericana Hübn., Acronycta auricoma
F., Cerostoma parenthesellum L., Acentropus niveus Oliv.,
Phoxopteryx derasana Hübn., Lobophora carpinata Borkh.,
Cheimatophila hiemana Hübn., Acidalia osseata W.V., A.
dilutaria Hübn.
J. P. Mansel Weale handelt On the Variation of
Rhopalocerous forms in South Africa, namentlich Antho-
charis (Callisune) Keiskamma, von deren Puppe er
zeigt, dass ihre Färbung in directer Weise von der Um-
gebung farbensympathisch beeinflusst werde; möchten
78 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
sich's die Anhänger der Selectionstlieorie doch merken.
Tr. E. S. Londott 1877. p. 265 ff.
lieber Dimorphismus und Variation einiger Schmetter-
linge Nordamericas von J. Boll. Verh. Ver. n. Unt. Hamb.
III. p. 135 ff. Boll glaubt Polias Ariadne, Keewagdin und
Eurytheme als Saisonvarietäten zusammenziehen zu können
und vermuthet ferner Saisondimorphismus bei Pieris Pro-
todice, Nathalis Jole; Vanessa interrogationis-umbrosa, Cte-
nucha venosa.
Fritz Müller stellt zusammen, was ihm in der Lite-
ratur über Haarpinsel, Filzflecke und ähnliche
Gebilde auf den Flügeln männlicher Schmetter-
linge bekannt geworden ist; Jen. Zeitschr. f. Naturwiss.
XI. (Neue Folge IV.) p. 99 ff. Die Bildungen sind in
weitester Verbreitung bei Tagschmetterlingen, weniger bei
Heterocera bekannt geworden und haben gewisse gemein-
same Züge, wenn auch die Stellen, an denen sie vorkom-
men, wechseln; am häufigsten finden sich dieselben aller-
dings am Vorderrande der Hinterflügel, zwischen Costaiis
und Subcostalis, bedeckt vom Hinterrande der Vorderflügel
(Euploea, Ithomia und verwandten Danainen, Satyrinen,
Morphinen, Brassolinen, Nymphalinen, Pierinen, Hesperiden)
und am Hinterrande der Vordcrflügel (ausser dem grössten
Theil der vorhergenannten Familien bei Papilioniden).
Gemeinsam ist diesen allen, dass sie für gew()hnlich nicht
offen liegen, sondern bedeckt sind, entweder zwischen
Hinterrand der Vorder- und Vorderrand der Hinterflügel,
oder zwischen Hinterrand der Hinterflügel und Hinterleib;
bisweilen liegen sie auch in besonderen Furchen, Schlitzen
oder Taschen. Die Schuppen dieser Flecke stehen dicht-
gedrängt und daher fast aufrecht; die Flügelhaut ist an
diesen Stellen gewöhnlich getrübt und von baumartig ver-
ästelten oder netzartig verbundenen Luftröhren durchzogen ;
manchen der pinsel- oder mähnenartigen Bildungen kommt
die Fähigkeit zu, sich zu sträuben. Bei einigen der frisch
untersuchten Arten entdeckte nun Müller, dass diese
Flecke beim Auseinanderspreizen der Schuppen einen Ge-
ruch verbreiten, der nach den verschiedenen Arten bald
angenehm, bald unangenehm ist und eine verschiedene
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 79
Stärke hat. Bei Callidryas Argarite ist derselbe mosclins-
älinlich, bei Prepona La er tos und Thecla Atys ein „Fleder-
maiisg-eruch", bei Dircemia Xantbo vanillaartig. Müller
vermutbet, dass diese Bedeutung (zur Verbreitung eines
specifischen Geruches zu dienen) allen diesen Bildungen
zukomme, und sieht eine Begründung dieser Ansicht nicht
nur in den bei aller Verschiedenheit gemeinsamen Zügen,
sondern auch in dem Umstände, dass die gedeckte Lage
eine Verdunstung zur Unzeit verhütet, beim willkürlichen
Auseinanderspreizen dagegen dem zu verdunstenden Stoffe
eine grosse Verdunstungsfläche darbietet. Diese Gerüche
sollen nun den Weibchen angenehm sein, und die erwähn-
ten Bildungen durch geschlechtliche Zuchtwahl entstanden
sein, und zwar unabhängig von einander, was in der That
höchst unwahrscheinlich ist
Bei dieser Gelegenheit weist Müller noch auf einige
andere Geruch verbreitende Bildungen bei Schmetterlingen
hin. Die Männchen der meisten Glaucopiden können am
Hinterleibsende zwei lauge, hohle Fäden vorstülpen, die
einen intensiven Geruch verbreiten; dasselbe ist bei einer
Cryptolechia-art der Fall. Bei den Ithomien und Pierinen
kommen sowohl Haarflecke auf den Flügeln, als auch ein-
ziehbare und vorstülpbare, mit Haaren besetzte Fäden am
Hinterleibsende vor (letzteres bei Lycorea und Daptonoura
Ilaire). Didonis Biblis hat in beiden Geschlechtern auf
dem Rücken des Hinterleibes zwischen dem 4. und 5. Ringe
zwei rundliche, in der Mittellinie zusammenstossende, mit
kurzen, grauen Haaren bedeckte Wülste, die beim Fangen
der Art hervortreten und einen unangenehmen Geruch ver-
breiten; diese Wülste haben daher den Zweck, Feinde vom
Fange abzuhalten; das J" lässt ausserdem bei stärkerem
Drücken des Hinterleibes zwei ähnliche Wülste zwischen
dem 5. und 6. Ringe hervortreten, die mit längeren, weis-
sen, beim Hervortreten sich auseinanderspreizenden Haaren
bedeckt sind und einen angenehmen (Heliotrop-artigen)
Geruch verbreiten; diese beiden letzteren erwecken höchst
wahrscheinlich nicht nur durch ihren Duft, sondern auch
als Zierrath das Wohlgefallen der Weibchen. (Welche
Bewandtnis» es mit den Flecken auf den Hinterflügeln der
80 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
von Nolcken aufgestellten Zygaeniden-Gattung CoUetria
hat, ist wohl noch fraglich; vgl. d. Ber. 1877. p. 296 (328)).
Bei Sphinx Convolvuli, Ligustri etc. liegen die den
Moschusartigen Geruch verbreitenden Drüsen auf der Unter-
seite, an der Basis des Abdomens; Derselbe, Pr. E. S.
Lönd. 1878. p. II.
Dass die Schuppen auf den Flügeln ein ätherisches
Oel ausscheiden resp. ausleiten können, ist nach Weis-
mann deshalb sehr leicht möglich, weil die Hypodermis-
zellen nicht zu Grunde gehen, sondern auch am ausge-
bildeten Flügel lebendig bleiben; Zool. Anz. L p. 98.
In diese Kategorie von Erscheinungen dürfte auch
wohl die von Morrison beobachtete zu rechnen sein; vgl.
d. Ber. 1877. p. 292 (324).
R. Schneider untersuchte die Schuppen an den
verschiedenen Flügel- und Körpertheilen der
Lepidopteren. Giebel's Zeitschr. (3. Folge) III. p. 1 ff.
Taf. I— III. Die Untersuchung galt nicht der Erforschung
des feineren Baues oder der Entwickelungsgeschichte der
Schuppen, sondern der Frage, ob und wie dieselben ihre
Gestalt ändern an den verschiedenen Körpertheilen. Die
Resultate, zu denen Schneider nach Untersuchung eines
überaus reichen Materials (über 200 theils einheimischer,
theils ausländischer Arten) gelangte, sind folgende. Die
Schuppen sind am Leibe am stärksten entwickelt, die der
Rhopaloceren mit kleinem, oft fehlendem Sinus, bedeutend-
sten Processus; auf den Flügeln werden die Processus um
so kleiner, je mehr man sich dem Ausseurande nähert, bei
Rhopaloceren (und einigen wenigen Heteroceren) entwickelt
sich der Sinustheil um so stärker. Am Rande sind die
Schuppen immer sehr lang und dünn mit sehr spitzen Pro-
cessus, ohne Sinus. Auf dem Haftfelde der Hinterflügel
finden sich asymmetrische Schuppen, indem bei den
Rhopaloceren der Sinus, bei Heteroceren der Rand asym-
metrisch ist; diese Schuppen entbehren stets der Processus,
und gehen zunächst in symmetrische, fortsatzlose, dann in
solche mit Processus über. Die asymmetrischen Schuppen
finden sich auch auf der Unterseite der Vorderflügel, so-
weit dieselben das Haftfeld der Hinterflügel bedecken und
im Gebiete clor Artliropoden wälircud der Jahre 1877—78. 81
geben hier in ähnlicher Weise allmählich in die normalen
Schuppen über. Die Schuppen der ccllula suprema der
Vorderflügel sind meist durch l)esondcrc Gr()sse und be-
sonders grosse Processus ausgezeichnet. Der Feniur hat
kräftigere Schuppen als die Tibia, bei Rhopaloceren immer
deutlich, bei Heteroceren nicht immer mit Sicherheit wahr-
nehmbar. Die Schuppen des Thorax sind bei Rhopaloceren
nicht so sehr durch ihre Grösse, als vielmehr durch be-
sonders lange und spitze Processus, die der Heteroceren
auch durch besondere Grösse ausgezeichnet, und-Schneider
fand unter den Thoraxschuppen von Heteroceren die gröss-
ten aller beobachteten. Wie in manchen anderen Bezie-
hungen, so nehmen die Hesperiden auch hinsichtlich der
Schuppen eine Mittelstellung zwischen Rhophaloceren und
Heteroceren ein. Bei manchen ausländischen Arten dieser
Familie sind die Schuppen an einzelnen Stellen äusserst
zart, glashell, und lassen daher diese Stelle des Flügels
ebenfalls glasartig erscheinen. Bei anderen Familien (Ery-
ciniden, Heliconieren) stehen auf den Glasstellen sehr kleine,
aber pigmentierte Schuppen dünn zerstreut, bei den Sesiiden
haben die Glasfelder gar keine Schuppen. Die Vertheilung
der verschiedenen Schuppen auf dem Körper und den
Flügeln ist durch eine schematische Zeichnung in instru-
ctiver Weise erläutert.
Jourdain führt aus, dass die Fransen an den Zipfeln
der Flügel von Pterophoriden (speciell an Oreodes hexa-
dactylus demonstriert) umgewandelte Schuppen seien, wie
man sich durch den allmählichen Uebergang der normalen
Schuppen in jene Fransen überzeugen könne. Bull. Soc.
Sei. Nancy. Ser. H. Tome IIL Fase. VI. p. 19.
On the Male Genital Armature in the Euro-
pean Rhopalocera. By Dr. F. Buchanan- White.
Journ. Linn. Soc. XHI. Zoology. Nr. 68. p. 195. Bucha-
nan-White giebt hier einen kurzen Auszug einer dem-
nächst in den „Transactions" erscheinenden grösseren Ar-
beit, die die vergleichende Darstellung der Genitalbewaff-
nung bei den Tagschmetterlingen und ihres Werthes für
die Speciesunterscheidung zum Gegenstande haben soll.
Die beiden Seitenklappen werden harpagones genannt,
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. F
82 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistunj^en
und deren Homologie mit den app. inferiores der Tricho-
ptera vermuthet; das unpaare obere Deckstück wird mit
tegumen bezeichnet.
W. Breitenbach macht mit grosser Selbstzufrieden-
heit eine vorläufige Mittheilung über einige neuere
Untersuchungen von Schmetterlingsrüsseln be-
kannt; Archiv f. mikrosk. Anat. XIV. p. 308 fP. Taf. XXI
und ebenda XV. Ausser Ophideres fullonica besitzen, (was
längst bekannt war), auch noch andere (Vanessa Jo, Cato-
cala sp., Egybolis Vaillantina) zahnartige Bildungen an
dem Rüssel, die geeignet sind, saftige Pflanzengewebe an-
zubohren.
H. Cauderau. La nervure dans l'aile du Papillon.
Pet. Nouv. IL p. 250.
Ein Aufsatz (Katter's) lieber Insecten-, spe-
ciell Schmetterlingsflügel in den Ent. Nachr. 1878.
p. 279, 293, 305, 321 ff. ist eine Zusamme^nstellung der von
verschiedenen Forschern über die Natur der Insectenflügel
geäusserten Ansichten, doch ohne Berücksichtigung sämmt-
1 icher wichtigen Arbeiten, namentlich neuesten Datums.
Vergleichend -anatomische Untersuchungen
über das Nervensystem der Lepidopteren. Von
Prof. Dr. Ed. Brandt; H. E. R. XV. nebst Taf. XIV.
Die in sehr weitem Umfange, sowohl an Imagines wie
Raupen, angestellten Untersuchungen haben folgendes all-
gemeine Resultat ergeben. Ausser den beiden Kopfgang-
lien besitzen die Schmetterlinge 2 oder 3 Brust- und 4
Bauchganglien. An dem g. supraoesoph. sind sowohl ge-
stielte Körper, wie Antennenlappen vorhanden, die letzte-
ren befinden sich aber nicht an der vorderen, sondern an
der unteren Fläche (im Text heisst es durch einen Druck-
fehler „des g. infraoesoph.''). Der erste Brustknoten ist
stets einfach; wenn 3 Brustknoten vorhanden sind, der 2.
auch. Mit dem 3. Brustknoten ist sehr oft der 2. Brust-
knoten und immer der 1, und, mit einziger Ausnahme von
Hepialus, auch der 2. Bauchknoten verschmolzen. Mit Aus-
nahme von Hepialus (mit 5 Bauchknoten) haben alle Schmet-
terlinge 4 Bauchknoten, von denen der letzte aus zwei
verschmolzen ist (Burger 's Angabe (s. unten), dass Cidaria
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 83
bilineata nur 3 Baucbknoten besitze, konnte Brandt nicbt
prüfen; die Forseber, die den Scbmetterlingen 5 Bauebknoten
zuscbrieben, wurden durcb eine Erweiterung des Baucbge-
fasses irre geftibrt). Die Raupen baben ausser den beiden
Kopfgangiien 3 Brust- und 7 Bauebgangiien, von denen das
letzte aber bereits eine Verscbmelzung zweier embryonaler
darstellt. Merkwürdig verbält sieb Cossus ligniperda, bei
dessen Raupe der erste Brustkuoten mit dem g. infraoes.
verscbmilzt, wäbrend sieb derselbe in der Image wieder
davon abgetrennt bat; überdies sind bier aucb deutlicb 8
Baucbknoten zu unterscbeiden. Die Umwandlung des
Nervensystems der Raupe in das der Image gebt nun in
allen Fällen dureb Verscbmelzung (nie durcb Auflösung)
vor sieb. Das vorletzte Baucbganglion verscbmilzt mit dem
letzten; die beiden ersten (Hepialus ausg.) mit dem letzten
Brustknoten, mit welcbem aucb sebr oft der 2. Brust-
knoten eine Fusion eingebt, so dass dann der (sebeinbar)
2. Brustknoten 4 Ganglien äquivalent ist. ~ Der weitere
Verlauf der Nerven und das Ein geweideneiTcn System
sind nicbt näber studiert worden.
D. Burger. Ueber das sog. Baucbgefäss der
Lepidopteren. Niederl. Arcbiv f. Zool. III. p. 97 ff.
Taf. VI. Das von Treviranus zuerst unter dem Namen
„Baucbgefäss" in die Wissenscbaft eingefübrte Organ ist
nacb Burg er 's Untersucbungen, die sieb über die meisten
grösseren einbeimiscben Familien erstrecken, eine Wucbe-
rung des äusseren Neurilemms des^^ Bauebstranges, wie
scbon Leydig gezeigt batte. Genauer lässt sieb der Cba-
rakter der bindegewebigen Natur dieses Stranges nur scbwer
definieren, und dieselbe scbeint aucb bei den einzelnen Arten
verscbieden zu sein: bald „blasig-zellig", bald „gallertig"
(Leydig). Bei Cidaria bilineata und Saturina Carpini ist
es nur scbwacb entwickelt, kaum als ein besonderer Tbeil
des Neurilemm wabrzunebmen ; bei allen übrigen unter-
suebten Arten ist es seitlich in je eine Falte vorgezogen,
und dient bier den von der Körperwand berkommenden
Muskeln zum Ansatz, wäbrend es zugleicb, auf seiner Unter-
seite mit einer Schiebt von Fettzellen belegt, die obere
Wand des ventralen Blutsinus darstellt. Bei Raupen ist
84 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
es noch nicht vorhanden; die ersten Spuren desselben
zeigten sich bei einer Puppe von Vanessa Urticae am 4.
Tage nach der Verpuppung; das Organ in allen seinen
wesentlichen Theilen war bereits angelegt in einer 6 Tage
alten Puppe. Es scheint diesem Organ, für welches Bur-
ger die Bezeichnung „chorda supraspinalis" vorschlägt,
in Verbindung mit den sich daran inserirenden Muskeln
ein Einfluss auf das Hineinpumpen der Blutflüssigkeit in
die Flügel, und damit auf die Entfaltung der Flügel zuzu-
kommen; vgl. indessen Kuwert, Stett. E. Z. 1871. p. 306
u. 1872. p. 412. — Diesen Beobachtungen fügt Burger
noch einige über das sympathische Nervensystem und den
Bauchstrang der Lepidopteren hinzu; letzterer hat fast ohne
Ausnahme im Abdomen 4 Ganglienpaare (bei Cidaria bili-
neata nur 3). Auch bei Lepidopteren umschliessen einzelne
Nerven des Abdomens (welche, war nicht anzugeben) stift-
ähnliche Bildungen, die den bekannten Körperchen aus dem
Acridierohr sehr ähnlich sind und in ähnlicher Weise von
Leydig bei Coleopteren und Dipteren beschrieben waren.
Engelmann macht nach Untersuchungen von Th.
W. van Lidth de Jeude einige Mittheilungen zur Ana-
tomie und Physiologie der Spinndrüsen der Sei-
denraupe; Onderzoek. Physiol. Laborat. Utrecht. Derde
Reeks. V. 2. Afl. p. 115 ff.; auch Zool. Anz. I. p. 100 ff.
Die anatomischen Bemerkungen bieten, ausser dass Nerven
an der Drüse mit aller Bestimmtheit in Abrede gestellt
werden, Nichts Neues, und können daher ganz übergangen
werden. Hinsichtlich der Leistungen zeigt sich, dass jeder
der drei anatomisch unterschiedenen Abschnitte auch eine
besondere physiologische Bedeutung hat. Der Endtheil
der Drüse producirt Fibroin und enthält auch mehr Eisen
als der mittlere Abschnitt; der Seidenleim stammt aus-
schliesslich aus dem letzteren und ebenso der gelbe Farb-
stoff, wo ein solcher vorhanden ist. , Seine definitiven
specifischen Eigenschaften erhält der Seidenfaden erst nach
Vereinigung der beiden Ausführungsgänge. ^ Vertrocknen
an der Luft ist ohne Einfluss darauf, da ein unter Wasser
gesponnener und untersuchter Faden dieselben Eigenschaften
(Doppelbrechungsvermögen und Festigkeit) zeigt, wie ein
im Gebiete der Aithrupudeu während der Jahre 1877—78. 85
an der Luft ausgetretener. Elektrische Keize bewirken ein
stärkeres Ausfliessen des Secretes aus der lebendigen Drüse,
und zwar Oeffnungsschliige mehr als Schliessungsschläge.
— Die Productiou der specifischen Secretbestandtheile
dauert auch noch während des Coconspinnens fort.
A. H. Swiuton deutet die den Lepidopterologen
namentlich bei Noctuiden wohlbekannte Höhle an den
Seiten zu Anfang des Abdomens als Gehörorgan, ohne
indessen in eine genauere Darstellung des feineren Baues
dieses Organs einzutreten. E. M. M. XIV. p. 121 ff.
Derselbe. On the implied power of stridulation in
the hair-streak Butterflies (Thecla); ebenda p. 209 f. (Die
Vorderrandader der Unterflügel ist an der Basis gerieft;
vgl. Schneider, oben p. 424 (80)); s. auch Nature, 18.
Jan. 1877.
Naake empfiehlt von Neuem Zinc. chlor, und Z.
sulph. als Tödtungs mittel für Grossschmetter-
linge. 54. Jahresber. Schles. Gesellsch. vaterl. Cultur. p. 196.
Aberrationen der Schmetterlinge. Von Kreis-
lehrer Teich. Correspbl. Naturf. Ver. Riga. XXII. p. 95.
Ueber Melanismus bei Schmetterlingen s. E. M. M.
XIV. p. 10 ff
Referent macht einige Schmetterlings-missbilduugen
bekannt (Attacus Pernyi mit ausgeschweiften Flügeln;
Orgyia antiqua mit „Raupenkopf"; Vanessa C-album mit
per dcfectum fehlendem Hinterfl.) ; Sitzber. Niederrh. Ges.
Natur- u. Heilk. 1877. p. 32.
Riley: On migratory Butterflies. Proc, St. Louis.
Acad. Sei. IIL p. CCLXXIII. f. (Callidryas, Colias, Pieris,
Danais, Cynthia cardui).
Edwards berichtet übor einen enormen Schwärm
eines Schmetterlings, der nach S. H. Scudder wahrschein-
lich Danaida Plexippus war. Amer. Nat. XL p. 244.
S. H. Scudder stellt an A brief Comparison of
the Butterflies Fauuas of Europe and Eastern
North America, with hints concerning the derivation of
the latter. Proc. Am. Assoc. for Advanc. of Sciences. 25th.
Meeting. Buffalo. Aug. 187G. (Salem 1877) p. 268 ff. Dieser
Vergleich ist rein statistischer Natur: Europa hat im Ganzen
86 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
250, Amerika 207 Arten, die sich auf die einzelnen Fa-
milien folgender Maassen vertheilen: Nymphales 131 (65),
Rurales 57 (43), Papilionides 34 (36), Urhicolae 28 (63).
Abgesehen von 4 eingeführten, und 4 (oder 5) andern nor-
dischen Arten, die nach Amerika hineinreichen, sind nur
2 Arten beiden Continenten gemeinsam (Cyaniris Pseudar-
giolus und Heodes Hypophlaeas). Als den Stamm 'der in
Nordamerika vertretenen Tagfalter sieht Scudder 14
Arten an, von denen mehr als V^ ihre nächsten Verwand-
ten im Süden, und zwar in grösserer Zahl haben. Er
nimmt daher an, dass der grösste Theil der Nordameri-
kanischen Fauna sich von südlichen (d. h. mexikanischen
und Centralamerikani sehen) Formen ableitet.
A. S. Packard macht Notes on North American
Moths of the Families Phalaenidae and Pyralidae in the
British Museum, die hauptsächlich durch Berichtigungen
des Walker'schen Katalogs der Lep. Het. dessen Benutzung
dem Nordamerikanischen Lepidopterologen erleichtern sollen.
Fifth Ann. Report of the Peabody Academy of Science.
(In den früheren Berichten übersehen.)
Edwards lässt Nr. 11 — 22 seiner Pacific Coast
Lepidoptera erscheinen; Proc. Calif. Acad. Sei. VI. p. 86,
132, 146, 185, 207; VII. p. 19, 60, 121, 128, 140, 143, 163.
F. Du Cane Godman und Osbert Salvin machen
Descriptions of nineteen new Species of Diurnal
Lepidoptera from Central-America bekannt; Proc.
Zool. Soc. Lond. 1878. p. 267 ff.
Tagschmetterlinge von Portorico zusammen-
gestellt von Dr. H. Dewitz, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 233 ff.
Taf. I. Es werden 84 Arten aufgezählt, darunter einige
neue beschrieben. Im Allgemeinen stimmen die Arten mit
festländischen überein, andere zeigen Unterschiede, die zur
Aufstellung neuer Varietäten berechtigen.
Dämmerungs- und Nachtfalter, von demselben,
Mitth. Münch. 1877. p. 91 ff. (59 A.).
Ein Verzeichniss um Bilbao gefundener
Schmetterlinge liefert Rössler, Stett. Ent. Zeit. 1877.
p. 359 ff.
Descriptions of (22) new Species of Rhopalocera from
ioi Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 87
Central- and South- America; By F. Du Caue God-
man and Osbert Salvim, Ann. a. Ma^^ Nat. Hist. 1878-
IL p. 257 ff.
Butler handelt On a small Collection of Lepidoptera
from Jamaica. Proc. Zool. Sog. Lohdon. 1878. p. 486 ff.
H. B. Möschler bringt Beiträge zur Schmetter-
lings-Fauna von Surinam; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXVL p. 293 ff. Taf. III u. IV, und XXVIL p. 269 ff. Taf.
VIII— X, indem er ein Verzeichniss der während mehr-
jährigen Sammeins bei Paramaribo und 25 Meilen davon
entfernt im Innern des Landes zusammengebrachten Arten
aufstellt, die kritischen mit Anmerkungen versieht (nament-
lich mit Bezug auf die Cramer'schen Abbildungen) und
die für neu gehaltenen beschreibt und grösstentheils ab-
bildet (31 Rhopalocera, 46 Heterocera).
C. Crüger und G. Semper schreiben über Schmet-
terlinge von Guayaquil. Verh. Ver. naturw. Unterh.
Hamburg. IL Bd. p. 129 ff. und 144 ff.
Der erstere bespricht ebenda p. 132 J. B. Capronnier's :
Notice sur les epoques d'apparition des lepidopteres du
"Bresil etc.; vgl. d. Ber. 1875. p. 233 (209)).
C. Berg liefert weitere Beiträge zu den Lepi-
dopteren Patagoniens, seine früheren Angaben ergän-
zend und berichtigend. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LH.
3. p. 1 ff.
Fortegnelse over de i Danmark levende Le-
pidoptera ved Andr. Bang Haas (af Naturh. Tidskrift,
3. R. 9. og 10. B.) Kj0benhavn 1875. 8. Das Verzeich-
niss führt die Arten meist mit den Staudinger'schen Namen
auf, wenn auch z. Th. in anderer Reihenfolge als in dessen
Katalog. Zu jedem Thier ist kurz die nöthigste Literatur
gegeben, mit der Staudinger'schen Nummer schliessend,
dann einige Bemerkungen über Fundort und Lebensweise
der Raupen. Die Fauna stimmt mit der Norddeutschlands
ziemlich überein, hat aber auch schon einige nordische
Formen. (Ausführlicher besprochen von C. Crüger in den
Verh. Ver. naturw. Unterh. Hamburg IL Bd. p. 140 f.)
Ein Fortegnelse over Sommerfugle, fundne i
88 Bei'tkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
söudre Odalen af W. M. Schjz(yen weist von Rhopalo-
cera 48, Sphinges 12, Bonibyces 26, Noctuae 65, Geometrae
68, Pyralides 13, Tortrices 26, Tineina 24, im Ganzen 382
Arten nach. Nyt Magaz. f. Naturvidenskab. 21. p. 139 ff.
J. Sparre Schneider. Indberetning om en i Som-
meren 1876 foretagen lepidopterologisk Reise: Fortegnelse
over Lepidoptera, indsamlede fra Gulskoven,
Mo dum og i Krydsherred Juni og Juli 1876 p. 7 ff.,
und: Lepidoptera iagttagne paa Hoved^en ved
Kristiania 7de Juli 1876 p. 25 ff., Christiania Vid.-
Selsk. Forh. 1876 Nr. 4.
Psyche villosella 0.; Mamestra serena S.V.; Agrotis
conflua Tr.; Aspilates gilvaria S. V.; Cidaria cambrica Gurt.;
Scoparia borealis Tngstr.; Euzophera cinerosella Z.; Micro-
pteryx chrysolepidella Z. ; Gelechia marmorea Hw. var. ?,
incomptella Tngstr.; in Esthland; Corrbl. Naturf. Ver Riga
XXII. p. 8 ff.
Ein Nachtrag zur Lepidopteren-Fauna der Nie-
der-Elbe von L. Graeser fügt den 695 Arten und 44
Varietäten weitere 27 Arten und 5 Varietäten Macrolepi-
dopteren hiuzu, sowie 75 Microlepidopteren. Verh. Ver. n.
U. Hamb. IIL p. 271 ff
Wocke schreibt über einige wenig bekannte
oder neue Falter der deutschen Fauna; Zeitschr.
f. Entomologie. N. F. 6. Heft. Breslau, 1877 p. 42 ff.
(Caradrina gilvaDonzcl; Tinea columbariella n. sp.; Adela
fibulella F. var. nov. Immaculata; Coleophora Settarii n. sp.;
fulvosquamella H. S.; Nepticula pyricola n. sp., dryadella
Hoffm.; Ornix alpicola n. sp.; Eriocephala atricapilla n. sp.)
Derselbe gibt ebenda p. 53 Nachträge zumVer-
zeichniss der Falter Schlesiens (Earias vernana
Hb.; Telesilla amethystina Hb. ; Eupith. hyperboreata Stgr. ;
E. extraversaria H. S. hat statt E. distinctaria H. S. ein-
zutreten.
Ein zweites und (um 118 Arten) vermehrtes Verzeich-
niss der Macrolepidop teren der Umgegend von
Elberfeld von G. Weymer weist 654 Arten auf; Jahr.-
Ber. naturw. Ver. Elberfeld. 5. Heft. 1878. p. 50 ff
Ein Verzeichniss der Schmetterlinge Thürin-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 89
gens von F. Knapp beweist mit seinen 777 Gross- und
540 Klcinscbmetterlingen nicht nur, dass Thüringen ver-
hältnissmässig reich an Faltern, sondern auch in faunisti-
scher Beziehung ziemlich gut durchforscht ist. Giebel's
Zeitschr. ges. Naturw. 1877. IL p. 133 ff.
CT. Glitz bringt die Fortsetzung und Schluss
des Verzeichnisses der bei Hannover und im Um-
kreise von etwa einer Meile vorkommenden
Schmetterlinge; Jahresbericht der Naturh. Gesellsch.
zu Hannover. XXV. p. 23 ff. und XXVL p. 17 ff. Dieser
Theil behandelt die Kleinschmetterlinge, von denen 878
Arten aufgezählt sind (Pyralidina 106, Tortricina 231,
Tineina 512, Micropterygina 9, Pterophorina 19, Alucitina
1), was mit den 653 Grossschmetterlingen einen Gesammt-
bestand von 1531 Arten macht; vgl. d. Ber. 1875 p. 234
(210).
F. Riggenbach-Stehlin führt die Macrolepi-
dopteren der Bechburg (auf einem Ausläufer der Ra-
vellen) an; Mitth. Schweiz, nat. Gesellsch. IV. p. 597 ff.
Dank der reichhaltigen Flora zählt die Lepidopterenfauna
jenes kleinen Gebietes 654 Arten (und Varietäten) von
Grossschmetterlingen.
H. Christ giebt eine Uebersicht der um Basel
gefundenen Tagfalter u. Sphinges L.; Verh. Naturf.
Gesellsch. Basel. VI. 3. Heft. p. 363 ff. Derselben ist eine
kurze Schilderung der physikalischen Beschaffenheit der
Gegend vorangeschickt. Durch das glückliche Zusammen-
treffen von Ebene und Gebirge wird die Fauna eine reiche ;
besonders hervorzuheben ist die grosse Zahl (7) der Thecla-
Arten. Ausser 5 Tagfaltern und 4 Sphinges, die Speyer
als bei Basel vorkommend anführt, Christ aber noch
nicht aufgefunden hat, werden von Tagfaltern 104, von
Sphinges 30 Arten aufgeführt, die Christ entweder selbst
bei Basel gefangen, oder von deren Vorkommen er sich
doch wenigstens durch Einsicht in die Sammlungen anderer
Lepidopterologen überzeugt hat; unter den Schwärmern
sind die Sesien nicht mitberücksichtigt und — gezählt.
P. C. Zeller bringt Beiträge zur Lepidopteren-
90 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Fauna der Ober-Albula in Graubünden; Stett. Ent.
Zeit. 1877. p. 265 ff., 427 ff. und 1878. p. 81 ff.
Der Albula-Pass in Graubtinden (eine lepi-
dopterologische Studie von Prof. H. Frey in den
Mitth. Schweiz. Entom. Gesellscli. IV. p. 530 ff.) beherbergt
130 Arten, unter denen Melitaea Asteria, Erebia Pyrrha
var. Pyrrhida, Arctia Quenselii, Anarta nigrita, Gelechia
Rogenhoferi, Plutella geniatella, Tinagma dryadella be-
sonders hervorzuheben sind.
G. Höfner liefert die Fortsetzung einer Aufzählung der
Schmetterlinge des Lavanthales und der beiden Alpen „Kor-
und Saualpe ". In einem Nachtrage zu dem früheren Ver-
zeichniss der Grossschmetterlinge werden 110 weitere Arten
oder Varietäten; von Kleinschmetterlingen 345 Arten auf-
geführt.
Wocke fährt in der Schilderung derLepidopteren-
fauna des Stilfser Jochs in Tirol fort; 54. Jahresb.
Schles. Ges. vaterl. Cultur p. 199. Ein erneuter Aufent-
halt auf dortigem Gebiet lehrte 289 Macro- und 256 Micro-
lepidopteren kennen; vgl. d. Ber. 1877 p. 286 (317).
J. Mann und A. Rogenhof er bringen einenBeitrag
zur Lepi dopte ren- Fauna des Dolomiten- Gebiet es;
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXVII. p. 491 ff. Aufgezählt
werden die während eines Sommer auf enth altes in den
Dolomiten Südtirols, besonders in der Umgegend Schluder-
bachs beobachteten Schmetterlinge, von denen 2 neu sind.
Etudes d'entomologie . . . par Charles Ober-
thür. Premiere etude sur la faune des Lepidopteres de
l'Algerie,
P. Mabille. Catalogue des Lepidopteres de la cote
occidentale d'Afrique. Bull. Soc. Zool. de France.
On a Collection of (56) Lepidoptera recently
receivcd from Madagascar. By A. G. Butler. Ann.
a. Mag. Nat. Eist. 1878. II. p. 283 ff.
M. Saalmüller macht Mittheilungen über Ma-
dagaskar, seine Lepidopteren-Fauna u. s. w.; Be-
richt über die Senckenberg. naturf. Gesellsch. 1877 — 1878.
p. 71 ff. Der Verfasser geht kurz die Geschichte der Insel
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 91
und die Coloiiisations versuche der Europäer auf derselben
durch, bespricht die hervorragendsten Sammler auf der-
selben und schildert dann in allgemeinen Zügen die Lepi-
dopteren-Fauna derselben, soweit dieselbe ihm bekannt
wurde. Namentlich aufgeführt werden diejenigen (78) Ar-
ten, welche sich in dem Senckenb. Museum befinden.
Lepidopteren-Fauna Kleinasiens von Dr. 0.
Staudinger. H. E. R. XIV. p. 176 ff.
Descriptions of new Species of Lepidoptera
cöllected ... Yarkand. By F. Moore. Ann. a. Mag.
Nat. Bist. 1878. 1. p. 227 ff.
lieber Schmetterlinge von Wladiwostok; von Dr.
C. Crüger; Verh. Ver. n. U. Hamb. III. 128 ff. Eine neue
Papilionidengattung aus der Parnassiusgruppe wird be-
schrieben.
A. G. Butler bringt Descriptions of (220)
new Species of Heterocera from Japan; Ann. a.
Magaz. Nat. Hist. (4) XX. p. 393 und (5) I p. 77, 161,
192, 287, 392, 440.
On Rhopalocera from Japan and Shanghai,
with Descriptions of New Species. ByA. G.Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 91 ff
Descriptions of Ceylon Lepidoptera. By F. Moore,
ebenda XX. p. 339 ff.
Derselbe giebt eine Darstellung ofTheLepidopterous
Fauna of the Andaman and Nicobar Islands. Proc.
Zool. Soc. London. 1877. p. 580 ff. PI. LVIII— LX. Aus
diesem Faunengebiet werden 274, darunter 93 neue, Arten
aufgezählt. Eine beigefügte Tabelle zeigt die Verbreitung
auf benachbarten Gebieten (Indien, Malacca, Ceylon) an;
am meisten Aehnlichkeit hat die Fauna mit der des nord-
östlichen Indiens.
F. Moore. A List of the Lepidopterous Insects
cöllected... in Upper Tenasserim; Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 821 ff PI. LI— LIII.
Butler macht vorläufig im Journ, Linn. Soc. XIII.
Zool. Nr. 68 p. 196 f die Namen von 43 neuen Arten von
Tagschmetterlingen von Malacca bekannt, deren Beschrei-
bung und Abbildung baldigst in den „Transactions" folgen
92 Bertkau: Bericht üb. d. wisseuschaftl. Leistungen
sollen. — Von den 258 in Malacca beobachteten Arten
scheinen 36 endemisch zu sein.
List of Lepidopterous Insects collected . . in
the Island of Hainan. By F. Moore. Proc. Zool. Soc.
London. 1878. p. 695 ff.
Diagnosen einiger neuer Tagfalter von den Philip-
pinen und Bemerkungen über die Verbreitung einiger der-
selben. Von G, Semper. Verli. d. Ver. naturw. Unterh-
Hamburg IIL p. 106 ff.
Opgave van en Aanteekeningen over Lepidoptera in
Zuid-West Celebes verzameld, doorM. C. Piepers, met
Aanm. en Beschr. der nieuwe soorten door P. C. T. Sn eilen;
Tijdschr. Ent. XXL p. 1 ff, PL I-IL
Heterocera op Java verzameld .... met Aanteekenin-
gen .. door P. C. T. Snellen; ebenda XX. p. 1 ff., PL 1
bis 3; Lepidoptera op Sumatra verzameld ; derselbe
ebenda p. 65 ff PI. V, VL
i^tude sur les Lepidopteres recueillis . . . ä
Dorei (Nouvelle-Guinee) . . . parCh. Oberthür; Ann.
Mus. Civ. Gen. XIL p.451 ff Es sind 71 Arten aufgeführt.
List of the Butterflies collected in Eastern New-
Guinea and some neighbouring Islands . . . . By F. D.
Godman and Osbert Salvin. Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 643 ff PL XI.
0. Salvin und F. Du Cane Godman handeln on
a coUection of Lepidoptera made ... on Duke-of-
York- Island and its Neighbourhood. Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 139 ff PL XXII. XXIII.
On two Collections of Heterocerous Lepidoptera
from New-Zealand, with descriptions of new Genera
and Specics. By Arthur G. Butler. Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1877. p. 379 ff. P. XLII, XLIII. Es werden im Gan-
zen 140 Arten, darunter zahlreiche neue, aufgezählt.
Das in diesem Berichte 1875 p. 231 (207) erwähnte
Verzeichniss Butlers von Tagschmetterlingen der Südsee
erhält eine Ergänzung durch einen Artikel von J. D. E.
Schmeltz: Ueber polynesische Lepidopteren; Verh.
Ver. naturw. Unterh. Hamburg. IL Bd. p. 172 ff., in dem
namentlich die Vertheilung einer Reihe von Arten auf den
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 93
einzelnen Inselgruppen nach zuverlässigem Material ange-
geben wird; dazu sind synonymische Bemerkungen ein-
geflocliten.
On a CoUection of Lepidoptera obtained . . . from Lifu
(Loyalty Group) with descriptions of the New Species. By
A. G. Butler; A. a. M. N. H. (4) XX. p. 348 ff.
On a Small CoUection of (7) Lepidoptera . . .
at the Ellice Islands; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 296 ff
Notes on the Lepidoptera of the Scilly Isles. By
Rev. H. Harpur Crewe, E. M. M. XIV. p. 148.
Catalogue of Lepidoptera collected by M. S. N.
Walter in the Island of Billiton. Rhopalocera by
F. D. Godman and Osbert Salvin; Heterocera by
H. Druce; Proc. Zool. Soc. 1878. p. 637 ff PI. XL 33 Rho-
palocera, 7 Heterocera; einige Arten neu.
Eine fossile (tertiäre?) Schmetterlings- (Triphaena-)
Puppe ist erwähnt im Journ. d. Zool. VI. p. 68.
On the Lepidopterous genera Himantopterus, Wes-
mael, and Thymara, E. Doubleday s. J. 0. West-
wood in den Tr. E. S. Lond. 1877 p. 437, PI. X. D. Fig.
1-3; vgl. oben 1878 p. 367 (149).
Rhopalocera.
Dagfjärilar insaml. af svenska expeditionen tili Jenisei
1876. Af F. Trybom; Öfv. Sv. V. A. Förh. 1877 Nr. 6 p. 35 ff.
(51 Arten).
Prodryas (n. g., der lebenden Hypanartia ähnlich) Pßrsep7iO«e
(fossil aus den Rocky Mts.); ein trefflich erhaltener Rest, durch den
die Zahl der bekannten fossilen Tagschmetterlinge auf 10 steigt; s.
d. Ber. 1877 p. 293 (825); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
p. 510 ff.
lieber den Geschlechtsdimorphismus von Numenia Ascontius
(^ = Pap. Medea, $ = P. Antiochus Fabr.) und den der Mode
unterworfenen Geschmack der Weibchen s. F. Müller, Zool. Anz.
I. p. 13.
Papilionidae. Lühdorfia (n. g.) eximia (Wladiwostok; die
Art vielleicht mit Thais Puziloi Ersch. identisch); Crüger, Verb.
Ver. nat. Unt. Hamburg. III p. 128.
94 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Ornithoptera helieonoides (Andaman Isl.); F. Moore, Proc.
Zool. Soc. London. 1877. p. 592.
Papilio Cresphontes in Neu-England; Amer. Natural. XI.
p. 688.
Edwards beschreibt die Puppe von P. Philenor; Proc.
Calif. Acad. Sei. VU. p. 19.
Life History of P. Archidaraus (Futterpflanze Tropaeolum);
G. F. Mathew, E. M. M. XIV. p. 152.
Papilio Macfarlanei (Neu-Guinea, zwischen P. Wallacei und
Aegistus stehend); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1877
p. 471.
P. Aristolochiae var. camorta (Andaman Isl.); F. Moore,
ebenda p. 592; P. Syedra (Chiriqui) p. 271, Segonax (New-Ireland)
p. 735, Godman and Salvin, ebenda 1878, Swinhoei saturata
(Hainan); F. Moore ebenda p. 697; iV^/^ssae (Nyassa See); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 459; Zoroasires (Fernando Po);
Bruce, E, M. M. XIV. p. 226; Laglaisei (Neu-Guinea); Depuiset
Ann. Soc. Ent. Fr. 1878. p. 141 &., PI. 5 und Bull. 1877 p. CLXXI;
Tamerlanus p. 13, PI. II. Fig. 1, lama p. 15, PI. III. Fig. 1, Pluto-
nius p. 16, PI. III. Fig. 2 (Mou-pin, China); Oberthür, Etudes
Entom. II; Zaddcwhii (Columbien); Dewitz, Mitth. Münch. 1877. p.
85, Taf. IL Fig. 1; opalinus (Pedroso); Butler, Tr. E. S. Lond.
1877. p. 145, onappe, MaJiadeva PI. LI. Fig. 1 (üpp. Teuasserim);
Moore, P. Z. S. Lond. 1878. p. 840, Mariae (Bohol, Mindanao etc.;
der Gruppe P. Aristolochiae angehörig); Semper, Verh. Ver. n. U.
Hamb. III. p. 115, macüenttts (Japan); 0. E, Janson, Cist. Ent. II.
p. 158.
Parnassius Apollo im Thal Massevaux, am See Seweu;
Bull. Soc. d'Hist. Nat. Colmar. 16e et 17e Annees. 1875 et 1876.
(Colmar, 1877) p. 165. Bemerkenswerth ist die frühe Erscheinungs-
zeit des Falters an genannter Localität (vom 31. Mai bis 17. Juli),
der in den Alpen erst im Juli sich zeigt, und an der Mosel bei
Cochem und Bertrich auch erst Anfangs August gefangen wurde.
P. Clodius var. Menetriesn (Sierra Nevada) p, 164, Smintheus
Dby. var. Bchrii (Calif, und Utah) p. 165; Edwards, Proc. Calif.
Ac. Sei. VII.
Pieridae. H. Edwards macht in den Proc. Calif. Acad. VII.
p. 166 ff. Bemerkungen über Californische Pieris-, Colias-, Terias-,
Anthocharis-Arten.
Auf Mesapia Shawii gründet Moore Baltia n. g., Ann.
a. Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 228.
Hesperocharis Nymphaca $ (Surinam); H. B. Möschler, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXVL p. 296. Taf. IIL Fig. 1.
Leptalis Hihhei (Chiriqui); Godman & Salvin, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 265; Mirandola (Ecuador); Hewitson,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 05
E. M. M. XIV. p. 180; McdoriUa, i^^^ae (Ecuador) ; derselbe, Equa-
torial Lepid. p. 81 f.
Klodma. pseudanops (Lifu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 354.
Terias citrina var. Portoricensis (Portorico, kleiner und heller
gefärbt als die Cubanische Stammart; die violetten Flecken der
Unterseite mehr fleischfarben); Dewitz, Stett. Ent. Zeit. 1877.
p. 237.
T. Sana (CapYork); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London.
1877. p. 470; suhdccorata p. 699, attctmata, arcuata, Hainana (Haiuan)
p. 700; F. Moore, ebenda 1878, cingdla (Ceylon), palUtana (Bom-
bay); derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 48; sinapina,
lifuana (Lifu); Butler ebenda p. 355.
Pieris Achamantis Berg (d. Ber. 1877. p. 399 (331)) = P. van
Volxemii Capronn. (d. Ber. 1875. p. 239 (215)); Capronnier, C.
R. Soc. Ent. Belg. XX. p. L.
Die Heimath dieses Weisslings ist nach Berg aber nicht Buenos
Aires, sondern Patagonien ; (dagegen wird kein Entomologe den Vor-
schlag Berg's, die Art desshalb Achamantis zu benennen, befür-
worten, wenn auch vielleicht der Capronnier'sche Name in P. Volxemii
abgekürzt würde); Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou. LH. 3. p. 1 ff.; vgl.
C. R. Ent. Belg. 1878. p. XXH ff.
P. Josephina ysly. Kriigii (Portorico; kleiner als die Stammart;
Aussenrand der Vorderflügel mehr geschweift, die schwarzen Flecken
fast ganz geschwunden); Dewitz, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 235.
Taf. I. Fig. 3.
P. quadricolor (Dnke-of-York IsL; oben weiss, mit Ausnahme
des Innenrandes schwarz gerandet; Innenseite des schwarzen Randes
und Basis der Flügel grau; Unterseite ebenso, doch ohne Grau,
und Hinterflügel in ^/g gelblich; der schwarze Rand auf der Unter-
seite ohne weisse Punkte oder Zeichen); 0. Salvin und F. Du Cane
Godmanu, a. a. 0. p. 147. PI. XXIII. Fig. 34.
P. liclienosa (Andamanisl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1877. p. 596; P. madetes p. 733, eurygania (! New Ireland), lytaea
(New Britain) p. 734; Godmann und Salvin ebenda 1878; Graii-
didieri (Madag.); Mabille, Bull. Ent. Fr. 1878. p. LXXVH; Davidis
Fig. 5, Larraldii Fig. 2 (Mou-pin, China); Oberthür, Etud. Ent.
II. p. 18, 19.
Ein Zwitter von P. DaplidiceL. wird von Fuchs in der
Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 131 beschrieben.
Synchloe Tulita (Portorico, von S. Perczi H.-Sch. unterschie-
den durch die rothen Randflecken der Vorderflügel); Dewitz,
Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 238. Taf. I. Fig. 4; soi'dida, claripennis,
(Shanghai); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 96,
thoosa (Mokiak Pass); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 257.
96 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
Belenois terranea (Lifu); Butler, Ann. a. Mag. Nat, Hist.
(4) XX. p. 356.
Thestias Piepersii (Bonthain); Sn eilen, Tijdschr. Ent. XXI.
p. 31. PI. II. Fig. 1, 2.
Appias inornata (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 700; dapha (üpp. Tenasserim); derselbe, ebenda p. 838;
mdliana (Darjeeling), narendra (Ceylon); derselbe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 48.
Catophaga lagela (üpp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878. p. 838. PI. LH. Fig. 4.
Delias diaplicma (Mindanao); Sem per, Verh. Ver. nat. ünt.
Hamb. III. p. 114.
Daptonura pedrosüia (Bio Purus); Butler, Tr. E. S. Lond.
1877. p. 144.
Eronia JSfaralca (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 591; Grandidieri (Madagascar) ; Mabille, Bull.
Soc. Ent. Fr. 1877. p. XXXVIII.
Auch Bachstein erzog die Raupe von Colias Palaeno mit
Blüthen und Blättern von Vaccinium uliginosum, und so wäre denn
dieses ebenfalls als Futterpflanze dieses Falters anzusehen. Warum
Bachstein glaubt, dass in den Alpen dieses Vaccinium nicht die
Nährpflanze sei, ist nicht einzusehen, da gerade am Grossglockner,
der als Flugplatz angeführt ist, V. uliginosum (dort Ncbelbeere ge-
nannt) sehr häufig ist. Ent. Nachr. 1877. p. 139. Derselben Ansicht
ist A. V. Homeyer, ebenda p. 161; der Schmetterling auch in Nor-
wegen; Schj^yen, Nyt Mag. Nat. 1878. p. 180; vgl. d. Ber. 1877.
p. 398 (330).
Edwards beschreibt die Verwandlungsgcschiclite von C. (Me-
ganostoma) Eurydice Bdv. ; Proc. Calif. Ac. Sei. VII. p. 60 ff".
Ueber das locale Vorkomne n von C, Edusa in England, s. E.
M. M. XIV. p. 40, 63; 150.
C. Stoliczlcana (Ladak); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878.T. p. 229; crlphyle{Moni?inK); Edwards, Bull. U. S. Geol. Surv.
IV. p. 514.
Ixias Ändamana (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 590; Icausala (N. W. Himalaya) p. 49,
(Kjnwerna (Bengalen), satadra (Simla) p. 50; derselbe, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX, pallida, citrina, Moidmeinensis (Upp. Tenas-
serim); derselbe, P. Z. S. Lond. 1878. p. 837.
Teracolus catachrysops (Ostafrika); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. H. p. 178; mutans (Nyassa See), argülaceiis (Natal);
derselbe, ebenda 1877. ((4) XIX) p. 409; pallens (Bombay); Moore,
ebenda 1877. ((4) XX.) p. 49.
Anthocharis flavida p. XXXVIL Guenei p. XXXVIII (Mada-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 97
gascar) ; Mabille, Bull. Soc. Ent. Fr. 1877; hamhusarum (Chi-Kiang) ;
Oberthür, Etud. Entom. IL p. 20. PI. III. Fig. 4.
A. Belia var. ochracea (Sibirien); Trybom, Öfv. Sv. V. A.
Förh. 1877. Nr. 6. p. 37.
Nymphalidae. Staudinger giebt ausführlicher die Charaktere
der von ihm 1871 aufgestellten Gattung Thaleropis an; die Raupen
der typischen Art, Th. Jonia, leben auf Celtis Tourneforti ; H. E. R.
XIV. p. 262.
öoryphaeola n. g. für Kallima (>Vestw., Doleschallia Kby.)
eurodoce; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 284.
Monura (n. g. für Pap. zingha Gram. = berenice Di'ur.);
Mabille, Bull. Soc. Zool. France. 1876. p. 280.
Bolboneura n. g. ; Vorderflügel kurz, Aussenrand mit einer
kleinen Ausbuchtung; Hinterflügel gerundet, Afterwinkel nicht vor-
gezogen; Palpen lang, fast den Kopf überragend, wie bei Nica;
Costal- und Mittelrippe der Vorderflügel au ihrer Basis geschwollen,
wie in Cystineura; allgemeine Färbung wie bei Epiphile ; für Teraenis
sylphis^aies; Eubagis i)m>mr</ma^a (Nicaragua ; oben einfarbig grün,
Hinterflügel mit schwarzem Rande und einem einzelnen schwarzen
Fleck; unten entsprechen die Zeichnungen denen von E. postverta);
Eunica mira (Veragua; zur Gruppe E. Sophronisba (Cr.) gehörig;
Spitze der Vorderflügel zugespitzt; excdsa (Chiriqui; unten E. cinara
ähnlich, oben Hinterflügel gegen den Aussenrand mit grünlich-blauer
Färbung gemischt), caerula (! Guatemala; E. tatila H.-Sch. ähnlich);
F. Du Caue Godman und 0. Salvin, Proc. Zool. Soc. London.
1877. p. 62 ff.
Cirrochroa anjira (Andaman Isl ); F. Moore. Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 584; surya (üpp. Tenasserim); derselbe ebenda
1878. p. 827; Felderi (Neu-Guinea); Kirsch, Mitth. Mus. Dresden.
I. p. 123. Taf. VI. Fig. 3.
Cynthia insularis (Duke-of-York Isl.; an insular race of C.
Juliana (Cr.)); 0. Salvin und F. Du Cane Godman, a. a. 0.
p. 143.
Melitaea Didyma u, var. meridionalis zeigt in Kleinasien dieselben
Verhältnisse einer doppelten, von einander unabhängigen Brutserie,
wie S c u d d e r bei Brenthis Bellona nachgewiesen hatte ; S t a u d i n g e r,
H. E. R. XIV. p. 267 ff.
M. Leaiiira Bdv. var. obsoJeta (Californien) ; Edwards, Proc.
Calif. Acad. Sei. VII. p. 171; UJrica, Dijmas (Texas); derselbe,
Canad. Ent. IX. p. 190 f.; Bolli (Texas); derselbe, Field a. Forest
IIL p. 101.
Eine Aberration von Argynnis Aglaja, bei der nicht nur
die Silberflecke der Unterseite „pyramidal statt rund, sondern diese
Flecke auch auf der Oberseite ähnlich birnförmig ausgezogen sind",
Archiv f. Nafiirg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. Q
98 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscbaftl. Leistungen
macht Teich in dem Corrbl. Naturf. Ver. Riga. XXII. p. 96 be-
kannt.
Natural History of Arg. Paphia; W. B uckler, E. M. M.
XIV. p. 252 £f.
V. Ghiliani beschreibt ein Exemplar von A. Paphia, dessen
rechte Seite männlich ist und der Stammform angehört, während
die linke Hälfte weiblich ist und die var. Valesina repräsentiert;
Bull. Ent. It. IX. p. 245 fif.
A. rahdia (Yedo); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX.
p. 93; Liliana (Napa Cy.), monticola Behr. var. imrpurascens ;
Edwards, Proc. Calif. Acad. Sei. VII. p. 170; cZio (Montana) ; der-
selbe, Bull. U. S. Geoi. Surv. IV. p. 515, macaria (Calif.) p. 86,
colombia (Brit. Col.) p. 102; derselbe, Field a. Forest III; suni-
des (Ecuador); Hewitson, Equat. Lepid. p. 89; Lysippe, Fortuna
(Japan); Jauson, Cist. Ent. II. p. 154.
Eresia Mechanitis (Nicaragua), Drypetis (Panama); Godman
and Salvin, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 269; Epione (Antio-
quia); dieselben, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 213; heli-
conoldes (Ucayali, Peru); A. G. Butler, ebenda 1877. (4) XX. p. 120.
Grapta Haroldii (Mexico); Dewitz, Mitth. Münch. 1877. p. 89,
Taf. II. Fig. 6.
Phyciodes Tliehdis (Mexico) p. 267, Boucardi (ibid.), subota
(Guatemala), drymaea (ibid.) p. 268, Cyneas (! Mexico), nebulosa (Gua-
temala) p. 269; Godman and Salvin, Proc. Zool. Soc. London.
1878; chromis, diallus (Chiriqui) p. 260, poUis (Mexico), fidgora
(Costa Rica) p. 261, sopolis (VeraPaz), sosis, Cassiopeia (Costa Rica)
p. 262, Durnfordi (Buenos Ayres), tapliius (Ecuador) p. 263; die-
selben, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. IL
A History of Phyciodes Tharos, by Mr. W. H. Edwards,
Canad. Entom. 1877. January; die Zucht ergab, dass Ph. Tharos
und Murcio, Phaon, Vesta und wahrscheinlich auch Batesi Saison-
formen einer und derselben Art sind.
Edwards beschreibt einen Bastard zwischen Pyrameis Carya
und P. Atalanta; Proc. Cal. Ac. Sei. VH. p. 171.
Edwards macht Raupe und Puppe von Vanessa Cali-
fornica bekannt; Proc, Calif. Acad. Sei. VI. p. 146 ff.
V. Antiopa im Frühjahr in cop. beobachtet; Stett. Ent. Zeit.
1878. p. 311.
Vanessa ladalcensis (Ladak); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. L p. 227; hamigera (Yedo); Butler, ebenda, (4) XIX. p. 92.
Lambrichs macht eine Aberration von Van. Urticae; Don-
kier de Doncel zwei von V. Cardui bekannt; sämmtliche sind
nebst V. Urticae ab. ichnusoides abgebildet; Ann. Ent. Belg. 1878.
p. 9 ff., PL I.
IL Druce giebt in den Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 632 ff.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 99
PL LXI — LXIV A Revision of the Lepidopterous Genus Paphia.
Nach derselben hat die Gattung 95 Arten, von denen 21 hier zum
ersten Mal bekannt gemacht werden. Die Arten, deren speciellere
Verbreitung eine Tafel auf S. 650, 651 zeigt, sind der neotropischen
Region eigen. Die neuen sind folgende: Paphia ops (Texas) p. 633,
moretta (Pernambuco) PI. LXI. Fig. 1, 2. p. 634, Leninos (Chancha-
mayo) PI. LXI. Fig. 3. p. 638, florita (ibid.) Fig. 4. p. 640, ates
(Bolivia) Fig. 5. p. 641, cerealia (ibid.) Fig. 6, pliila (Bogota) Fig. 7,
Boliviana (Bolivia) PI. LXII. Fig. 1, 2. p. 642, uzita (Cayenne) PI.
LXIII. Fig. 1, lorina (Bolivia) PL LXII. Fig. 3, placida (ibid.) Fig. 4.
p. 643, granäis (?) Fig. 5, offa (Ecuador) PL LXIII. Fig. 2, GatinTca
(?) Fig. 3. p. 644, morta (Honduras), Victoria (Rio) Fig. 4, 5. p. 645,
Camhyses (Chanchamayo), Lyceiis (Neu-Granada; Ecuador) Fig. 6,
p. 646, Nenia (St. Paulo) PL LXIV. Fig. 4, Laura (Veragua) p. 647,
Phoehe (Bolivia) Fig. 1. p. 648.
Kallima albofasciata (Andaman IsL); F. Moore, Proc. ZooL
Soc. Lond. 1877. p. 584; Limborgii (Upp. Tenasserim); derselbe,
ebenda 1878. p. 828.
Doleschallia Browni (Duke-of-YorklsL); 0. Salvin und F, Du
Cane Godman a. a. 0. p. 145. PL XXIL Fig. 3, 4; D. Comrii
(Mainland, Neu-Guinea); dieselben, ebenda 1878. p. 646. PL XL.
Fig. 1, 2.
Crenis Rosae (Delagoa Bay); Hewitson, E. M. M. XIV. p. 82;
Vadimonis (Cameroons); Druce, ebenda p. 226; occidentalium (Ga-
boon); Mabille, Bull. Soc. ZooL Fr. 1876. p. 275.
Eubagis geta (Bolivia); Godman & Salvin, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. IL p. 264; Umbata (Rio Madeira) PL III. Fig. 2,
niveata Fig. 3, aerata (ibid.); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p.
116. 117.
Catagramma camelita (Bolivia); Hew^itson, Exot. Butterfl.
V. pl. XII. Fig. 99, 100; hazaerma (Ecuador); derselbe, Equat.
Lepidopt. p. 90.
Cyrestis Whitmei (Lifu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 352, fratercula (Duke-of-York IsL); Salvin & Godman, P.
Z. S. L. 1877. p. 145.
Diadema inexpectata, unicölor (Duke-of-York IsL); O. Salvin
und F. Du Cane Godman, Proc. ZooL Soc. London. 1877. p, 144.
PL XXIIL Fig. 1, 2.
D. Kezia, Priscilla (Formosa); A. G. Butler, ebenda p. 812.
Schmeltz hält die von Butler als Arten aufgestellten D.
nerina F., Otaheita Feld., Montrouzieri BtL, pallescens Btl. für
Varietäten von D. Bolina L. p. 184 und D. lutescens desselben Au-
tors für eine Localvarietät von D. Antilope Gram.; Verh. Ver. nat.
ünterh. Hamb. II. Bd.
100 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
D. elsina, lifuanu (Lifu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 351.
Hernona Ändamana (Andaraan Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 585; angustata (Upp. Tenasserim); derselbe,
ebenda 1878. p. 829.
Hypolimnas pithoeca (Neu-Guinea) ; Kirsch, Mitth. k. Mus.
Dresd. I. p. 125. Taf. VI. Fig. 11.
Parthenos C2/fmeMS (Ceylon), wre^zs (Malabar) ; F. Moore, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 46, 47; apicalis (üpp. Tenasserim);
derselbe, P. Z. S. Lond. 1878. p. 829.
Callithea Bartletti (Rio Napo); Godman & Salvin, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 264; Davisii (ücayali, Peru); Butler,
Ann. a. Mag. Nat, Hist. (4) XX. p. 123.
Nach Müller geben die Männchen der Ageronia-arten den
eigeuthümlichen knackenden Ton nur während der Liebeswerbung
von sich; Jen. Zeitschr. Naturwissensch. XI. (N. F. IV.) p. 110, wäh-
rend nach Capronnier (Notice sur les epoques d'apparition des lepi-
dopteres du ßresil, d. Ber. 1875. p. 283 (209)) auch die Weibchen
dieselbe Fähigkeit besitzen.
A. anomala (Ober-Amaz.); Strecker, Lepidoptera p. 121.
Lebadea attenuata (Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878. p. 829.
Heterochroa Davisii (Ucayali, Peru); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 124; Wallisii (Columbien) ; Dewitz, Mitth.
Münch. 1877. p. 90.
Clerome SappJio (Bohol, Mindanao) p. 108, Kleis p. 109; Sem-
per, Verh. Ver. nat. Unterh. Hamb. III.
(Pyrrhogyra docella H.-Sch. beschrieben p. 316); Adelpha
dominula $ p. 317. Taf. III. Fig. 9; Anaea Cicla ^ p. 319. Fig. 10.
n. A. von Surinam; H. B. Mö schier, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXVI.
Adelpha falcata (Guatemala), Diocles (Chiriqui); Godman &
Salvin, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 270; sophax (Costa Rica);
dieselben, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 266; jurua7ia (Ama-
zon., Peru); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 115.
Raupe und Puppe von Limenitis Eulalia beschrieben von
H. Edwards, Proc. Calif. Acad. Sei. VII. p. 20; L. Lorquini var.
Eavesii (Vancouver Isl.); derselbe, ebenda p. 172; L. Sibylla L.
aberr. (partieller Melanismus); Müller, Mitth. Schweiz. Ent. Ges.
V. p. 383.
Limenitis anarta (Andaman Isl.); F. Moore, P. Z. S. L. 1877.
p. 585; Äntonia p. 22. PI. IV. Fig. 2, Ärmandia p. 23. Fig. 4. (Mou-
pin, China), Sinensium (Pecking) p. 25. Fig. 8, arhoretorum (Kiang-si)
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 101
p. 24. PI. IJI. Fig-. 3; Oberthür, ]&tud. Entom. II; Pintuyana (Pa-
naon); Sem per, Verh. Ver. nat. Unt. Hamb. III. p. 109.
Neptis Andamana, Mananda (! Andaman Isl.) PI. LVIII. Fig. 4,
Nicoharica (Nicobaren); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877.
p. 586; Hainana (Hainan), Bihodona (! Anagr. von hordonia Stoll);
derselbe, ebenda 1878. p. 697, 698; cyanifera (Port Moreaby, Neu-
Guinea); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 481 ; trigo7iop1iora
(Ostafrika); derselbe, ebenda II. p. 177; Sangaica (Chekiang);
Moore, ebenda 1877. ((4) XX.) p. 47; disrupta (Ceylon); derselbe,
ebenda p. 339; Papua (Dorei); Oberthür, Ann. Mus. Civ. Gen.
XII. p. 460; adara, meetana, plagiosa (Upp. Tenasserim); Moore,
P. Z. S. Lond. 1878. p. 830; Heliohole (Mindanao); Semper, Verh.
Ver. nat, ünterh. Hamburg. III. p. HO; intermedia (China, Japan);
Pryer, Cist. Ent. II. p. 231.
Pseudaeraea Drusilla (Madagaskar); Saalmüller, Ber. über
die Senck. naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 81.
Aterica atrovirens (Landana); Mabille, Bull. Ent. Fr. 1878.
p. LXXVII.
Atbyraa Zoroastres (Formosa); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 811; Pryeri (Chekiang); Moore, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 47; Cosmia (Bohol) p. HO, Magindana (Bohol,
Mindanao) p. 111; Semper, Verh. Ver. nat. Unt, Hamb. III.
Apatura Äntonia (Texas, Arizona); Edwards, Field et Forest,
III. p. 103.
Symphaedra teutoides (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 586; Pardalis (Hainan); derselbe, ebenda
1878. p. 699.
Rhomaleosoma spatiosa (Congo); Mabille, Bull. Soc. Zool.
Fr. 1876, p. 278,
Adolias parvata PI. LH. Fig. 3, discispilota Fig. 2, Taooana
(Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond. 1878. p. 831.
Penthema Darlisa (Üpp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878. p. 829.
Charaxes Coivani (Madagascar); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. IL p. 285; Phaeus (Delagoa Bay) ; Hewitson, E. M. M.
XIV, p. 82; eedreatis (Angola; Fernando Po); derselbe, Exot.
Butterfl. V. PI. V. Fig. 22—24; samatha p, 831, desa, agna p. 832
(Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond. 1878; Antonius (Min-
danao); Semper, Verh. Ver. nat. Unt. Hamb. III. p. 113.
Philoguoma Asota (Delagoa Bay); Hewitson, E. M. M. XIV.
p. 82 und 181.
Palla vologeses (Congo); Mabille, Bull. Soc. Zool. Fr. 1876.
p. 280.
Eurema Charon (Ecuador); Hewitson, Ent. M. M. XV.
p. 151.
102 Bertkau: Bericht üb. tl. wissenschaftl. Leistungen
Zeuxidia Masoni (Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878. p. 826.
Timetes P7j/a7e (Guatemala); Godman & Salvin, Proc. Zool.
Sog. Lond. 1878. p. 270.
Tanaecia leucotaenia (Phillippinen); Semper, Yerh. Ver. nat.
ünt. Hamb. IIL p. 113.
Panopea expansa (Ostafrika); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. II. p. 177.
Danaidae. Hestia Maldbarica; F. Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XIX. p. 46; Electra (Mindanao); Semper, Verh. Ver. nat.
ünt. Hamb. III. p. 106.
Crastia cupreipennis (Upp. Tenasserim); Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1878. p. 823.
Danais Archippus (oder Cbrysippus?) inderVendee; Pet. Nouv.
n. p. 253 f.; in Sussex; Proc. E. S. Lond. 1877. p. L
The Geographica! Distribution of Danais Archippus
macht Distant zum Gegenstand eines Aufsatzes, ohne Sem per 's
Mittheilung (s. d. Ber. 1875. p. 243 (219)) über denselben Gegen-
stand benutzt zu haben; Tr. E. S. Lond. 1877. p. 93 £f.
Danais melanoleuca (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 581. Ph LYIII. Fig. 3; Turneri (Port Moresby,
Neu-Guinea); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878.1. p. 480; Nipa-
lensis (Katmandu), gautama (Burmah) p. 43, nügirensis (Coonoor)
p. 44; Moore, ebenda 1877. ((4) XIX.)
Ideopsis Hewüsoni (Mysore Isl.); Kirsch, Mittheil. k. Mus.
Dresden. I. p. 114. Taf. VI. Fig. 1.
Euploea unihrunnea (E. semicirculus Butl. ähnlich, aber ohne
jegliche Flecken auf der Oberseite), Broioni (Gestalt von E. prothoe
Gdt.); F. Du Cane Godman und 0. Salvin a. a. 0. p. 141 f.,
PI. XXII. Fig. 1, 2.
E. occulta (Neu-Guinea; fast wie eine grosse E. moesta aus-
sehend, aber ohne die beiden charakteristischen seidenglänzenden
Streifen der Vorderflügel); A. G. Butler, ebenda p. 467.
E. camorta (Nicobaren); F. Moore, ebenda p. 582.
Nach Schmeltz in den Verh. Ver. naturw. Unterh. Hamburg.
IL ist E. distincta Btl., Perryi Btl. synonym mit E. Eschscholtzii
Fld. p. 178 und E. Mac Leayi Fld., Nemertes H.-Sch. (Stett. Ent.
Zeit. 1869. p. 65 ff.), non Hbn., Graeffeana Heer mit E. Iphianassa
Btl. p. 180.
E. distincta Btl. ist eine eigene Art, die den Ellice Isis,
eigenthümlich zu sein scheint, wie Butler Schmeltz gegenüber
aufrecht hält; Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1878. p. 296 f.
E. JE'nwas (New-Ireland); Godman u. Salvin, ebenda p. 733;
coreo'ides (Malabar), lankana (Ceylon) p. 44, asda, sinlidla (ibid.),
irawada (Burmah) p. 45; Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX;
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 103
Wliümei (Lifu); Butler, ebenda p. 349; Maumuri (Dorei);
Oberthür, Ann. Mus. Civ. Gen. XII. p. 457; Limborgii PI. LI.
Fig. 2; suhdita (Upp. Tenasserim); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 823; Älthaea (Mindanao) p. 106, ToUeri (Luzon) p. 107;
Sem per, Verh. Ver. nat. Unterh. Hamb. III; Latreillei (Nicobaren)
p. 115, Sisamis (Neu-Guinea) p. 116, sdlabanda (Gilolo) p. 117;
Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden. I.
Salpinx Hohsoni (Formosa); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 811; S. minorata (Hainan); F. Moore, ebenda
1878. p. 695; Masoni (Upp. Tenasserim); derselbe, ebenda p. 823.
Bletogona Erebia (Bonthain); Snellen, Tijdschr. Ent. XXI.
p. 7. PL L Fig. 1.
Tithorea Pinthias (Panama); Godman & Salvin, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 259.
Hamadryas aeqiiicinctus (Duke-of-York Isl.); 0. Salvin und
F. Du Cane Godman, Proc. Zool. Soc. London. 1877.
Eutresis Theope (Costa Kica), Napeogenes hemimelaena (Pa-
nama; Nap. peridia Hew. nahestehend); Ithomia Älcmencl, pusio (Ni-
caragua), zygia (Chiriqui); F. Du Cane Godman und 0. Salvin,
Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 60 f.
Athesis oligyrtus (Ecuador); Hewitson, Equat. Lepid. p. 83.
Mechanitis pannifera (Abydos, Bras.); Butler, Cist. Ent. II.
p. 150; Tr. E. S. Lond. 1877. p. 109. PI. lU. Fig. 8.
Napeogenes paedaretus (Costa Rica); Godman & Salvin,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 287.
Leucothyris perspicua (Rio Juruä); Butler, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1877. p. 107.
Sais Rosalia Cram. var. Virchowii (Puerto Cabello) ; Dewitz,
Mitth. München. 1877. p. 87. Taf. II. Fig. 4.
Ceratinia castanea (Amazon); Butler, Tr. E. Soc. Lond. 1877.
p. 109. PI. III. Fig. 7.
Callithomia Panamensis; F. D. C. Godman & Salvin, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. 1878. H. p. 257; tridactyla (Columbien); Dewitz,
Mitth. Münch. 1877. p. 86. Taf. II. Fig. 2.
Ithomia aesion (Panama), jucunda (ibid.) p. 258, cadra, Bhene
(ibid.) p. 259; Godman & Salvin, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878.
II.; Zurippa Fig. 223, dispoena Fig. 224, Catilla Fig. 225, didymaea
Fig. 226, dilaMla Fig. 227, cantobrica (Bolivia) 229, Phüetaera (?)
230, Cleobulina 232, Osima 233, Clausina 234, arzalia 235, domi-
duca 236, mantura 237, deronda 238 (Bolivia); Hewitson, Exot.
Butterfl. V.; Petersii (Columbien); Dewitz, Mitth. M. 1877. p. 86.
Heliconius funebris ^ (Surinam); H. B. Möschler, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. XXVI. 314. Taf. III. Fig. 8.
H. fasciatus (Panama; H. ismenius Latr. nahe stehend; der
schwarze Fleck in der Mitte der Vorderflügel verbindet sich mit
104 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
dem Schwarz der Flügelspitze; die Hinterflügel von einem wohl
umschriebenen Band, das sich von der Spitze zum Innenrande er-
streckt durchzogen); F. Du Cane Godman und 0. Salvin, Proc.
Zool. Soc. 1877. p. 62; Salvinii {Orinoco); Dewitz, Mitth. Münch.
1877. p. 86.
Eueides Künowii (Sierra Nevada de Sta. Martha); Dewitz,
Mitth. Münch. 1877. p. 89, Taf. II. Fig. 5.
Melinaea Dora (Esmeraldas); Strecker, Lepidoptera p. 120.
Äcraeidae. Acraea caZi(ia;(Madagascar); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. 1878. II. p. 288; RüppelUi (ibid.); Saalmüller, Ber.üb.
d. Senckenb. naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 80; Derbela, Ventura
p. 51, Caldarena, Äsema p. 52, alle vom See Nyassa; Hewitson,
E. M. M. XIV; zonata p. 154, Buxtoni p. 155 (Zanzibar) ; derselbe
ebenda; Turna (Madagascar) , Mabille, Pet. Nouv. II. p. 157;
ati-ata, Steinii (Columbieu); Dewitz, Mitth. Münch. 1877. p. 88,
Meyeri (Neu-Guinea); Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden. I. p. 123.
Taf. VI. Fig. 2.
Alaena nyassa (Nyassa); Hewitson, Ent. M. Mag. XIV. p. 6.
Actinote sodalis (Ucayli, Peru); A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 119.
Morphidae. Tenaris Onesimus (Neu-Guinea); A. G. Butler,
Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 468^ Onölaus (Neu-Guinea); Kirsch,
Mitth. k. Mus. Dresden. I. p. 122. Taf. VI. Fig. 7.
Thaumantis Pseudaliris ^ (Malacca); A. G. Butler, Journ.
Linn. Soc. Vol. Vol. XIII. Zoolog. Nr. 67. p. 115, Louisa (Tenasserim);
Wood-Mason, Proc. As. Soc. Beug. 1877. p. 163.
Brassolidae. Pierella incanescens (Nicaragua, P. helvina Hew.
nahe stehend, die schwarzen Zeichnungen aller Flügel weniger deut-
lich); F. Du Cane Godman und 0. Salvin, Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1877. p. 61.
Narope testacea (Chiriqui)] Godman & Salvin, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. H. p. 259.
Pavonia Seleucida, Zolvizora (Bolivia) ; Hewitson, Exot. Butt.
V, Pavonia, PI. I, II.
Satyridae. Zahirnia (n. g.) zigomala (Bolivia); Hewitson,
Equat. Lepid. p. 92.
Culapa n. g., Type; Mycalesi s mnasicles Heivits.; Moore,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 825.
Lethe lanaris (Japan); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XIX. p. 95.
N eo-pe Fentoni, calUpteris (Yedo); Butleer, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XIX. p. 91, 92.
Sem per (Ueber die Arten der Tagfaltergattung Zethera,
Felder) schliesst sich der Ansicht Butler's an, dass Zethera zu den
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 105
Satyriden, hinter Orinoma Damaris und nicht zu den Nymphaliden
gehöre. Zu den 4 bekannten Arten macht derselbe eine weitere,
Z. miisides vom Valle del Pandau bei Cebü (Philippinen) bekannt,
p. 122; Verh. Ver. n. ü. Hamb. III. p. 117 fif.; weitere neue Arten
sind Z. diademoides (üpp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond. 1878.
p. 824 PI. LI Fig. 3 und thermaea (Philippinen), Hewitson, Ent.
M. Mag. XIII. p. 178.
Idiomorphus seheUis (Gaboon); derselbe, Exot. Butterfl. V.
Mycalesis, Fig. 6, 7.
Butler giebt ein Yerzeichniss der (179) bis jetzt beschriebenen
Eyptycliia- Arten mit dem Nachweis, wo die betreffende Art zu-
erst beschrieben (und abgebildet) ist; Journ. Linn. Soc. XIII: Zoo-
logy. Nr. 67 p. 116 ff. Nene Arten sind: E. anälecta J"^ {Q>h\v\qvii\
allied to E. pallida) p. 128. PL XII. 4, urbana (Cohimbia; all. toE.
variabiiis, but smaller, the prim. narrower and more produced) Fig.
7, soter (Neu-Freiburg) Fig. 11, henedicta (Sarayaco, Ec; all. to. E.
Hübneri, but differs considerably, particulary in the size of the ocelli
below Fig. 14) p. 124, Melchiades (Cordova; belongs to the E. Her-
mes-Group) Fig. 9, calixta (Bopola) Fig. 8. p. 125; Fdbiana (Ma-
cahe; all. to E. rusticana, but without the white spot on under sur-
face of prim.; also all. to E. vastatä) Fig. 5, Eusebia (Bogota) Fig.
13, Cyclops (Chiriqui; all. to E. Polyphemus; the fem. has 4 white
dots on the under surface of prim.) Fig. 2, aetherialis (Sarayaco, Ec;
nearly all. to E. aegrota) Fig. 10 p. 126, Telespliora (?), Fig. 1,
Hygina (Brasilien; all. to E. pagyris) Fig. 6, p. 127, Clementia (Chan-
chamayo; all. to E. cosmophila) Fig. 3 p. 128. — Möschler's E. nana
hält Butler für eine Variation von E. Hermes, Thalessa für eine
solche von E. Batesii; s. unten.
E. Phüodice (Costa Rica) p. 264, Eogersi (ibid.), Vetores (ibid.)
p. 265; Godman und Salvin Proc. Zool. Soc. Lond. 1878.
Euptychia nana ^ p. 323, Tlidlessa ^Sl P- 324, Taf. III, Fig.
11; Taygetis hlanda ^^ p. 325, Fig. 12; n. A. aus- Surinam, H. B.
Möschler, Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXVI.
Notes on sexual Dimorphism in Erebia Medea. By
H. Goss. E. M. M. XIV. p. 217 f.
E. saxicola (Mongolei) PI. IV. Fig. 1, polyphemus (Mou-pin)
PI. IL Fig. 2; Oberthür, Etud. Ent. p. 26, niphonica (Japan); Jan-
son, Cist. Entom. IL p. 153.
Chionobas mongoliQa (Mongolei); Oberthür, Etud. Entom.
IL p. 31. PL IV. Fig. 6.
Epinephele Gyrtone (Carmen de Patagones; Tandil); C.Berg,
BulL Soc. Imp. Nat. Mose. LH. 3. p. 8 und An. Soc. Cient. Argent.
IV. p. 94, promancana (Chili); E. C. Reed, Marip. Chil. p. 55. PI.
ni. Fig. 5.
106 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Die Gattung Elina Blanch. ist von Satyrus nicht zu trennen;
C. Berg, Bull. Nat. Mose. LIL 3 p. 5 Anm.
Sat. Quies (Tandiil, Buenos-Aires); derselbe ebenda p. 5. und
Au. Soc. Cient. Arg. IV. p. 91, Morania (Carmen de Patagones);
derselbe a. 1. 0. p. 90, Mopsws (Madagascar), Mabille, Bull.Ent.
Fr. 1878. p. LXXVI; Armandi PL II. Fig. 5, agresiis Fig. 3, thihe-
tanus Fig. 4, dumicola PI. IV. Fig. 7, arvensis Fig. 2 (Mou-pin);
Oberthür, Etud. p]nl. II. p. 26 ff.: S. Pelopea Klug var. Persica,
Guriensis, alpina; Staudinger, H. E. R. XIV. p. 279 ff.-
Yphthima Sakalava, Loucouhensis (Madagascar) ; Saalmüller,
Ber. Senck. Naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 79, 80; JBe^a (Nyassa),
Hewitson, E. M. M. XIV. p. 107.
Strabena Smitlii (Madagascar); Mabille, Pet. Nouv. Ent. II.
p. 157.
Erites angularis (Upp. Tenasserim); Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 825.
Elymnias Hainana (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
l^ondon. 1878. p. 696, itmcfona (IJpp. Tenasserim); derselbe ebenda
p. 826.
Coenonympha annulifer (Yedo); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XIX. p. 91; californica var. Eryngü (Siskiyou Cy., Cal.);
Edwards, Proc. Cal- Acad. See. VII. p. 172.
Pronophila Orsedice (Ecuador), Pelinaea, PalaepoUs (Bolivia),
Palades (Ecuador); Hewitson, E. M. M. XIV. p. 237.
Neominois Dionysus (Juniper Mts.); Scudder, Bull. ü. S.
Geol. Surv. IV. p. 254.
Hipparchia leJiana (Leb, Kharbu, Ladak); Moore. Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 227.
Mycalesis Badza (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 583. PI. LVIII. Fig. 8; perdita (Madagascar) ;
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. H. p. 283, saw</mcrt (Shanghai ;
Mongolei); derselbe, ebenda (4) XIX. p. 95; Simsonii (Nyassa See) ;
derselbe, ebenda p, 458; Ena, Birsha (Nyassa See); Hewitson,
E. M. M. XIV. p. 107; Passandava Ward, andrivola, MasiTcora,
Narova, strigula, »nmawena (Madagascar) ; Mabille, Pet. Nouv. II.
p. 157,158; Wardii (ihiä.); der selbe. Bull. Ent. Fr. 1877. p.LXXIH;
Änlcoma, Strato (ibid.); derselbe ebenda 1878. p. LXXVI, cacodae-
mon (Neu-Guinea); Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden. L p. 118 Taf.
VI PMg. 5, samhuliis Fig. 63, 64, tacnias 66, teclmatis 67 (Gaboon),
Sandace (Fernando Po) 65 ; Hewitson, Exot. Butterfl. V, Myca-
lesis and Idiom orpbus.
Lymanopoda cuopis (Costa Rica); Godrnan & Salvin, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1878. p. 266.
Oreina Othello (Neu-Seel. ; = merula Hew., Pluto Fer. nee Esp.);
Fereday, Trans. New Zeal. Inst. VHI. p. 302 ff.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 107
Pedaliodes triaria, cremera (Irazu, Costa Rica); Godmanand
Salvin, Proc. Zool. Soc. London 1878. p. 266 f.
Oxeoschistus gigas (Guatemala); F. Du Cane Godman und
0. Salvin, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 62; Bogersi (Costa
Rica); dies, ebenda 1878. p. 267. Triphysa älbo-venosa (Amur);
Erschoff, Hör. S. Ent. (!) Ross. XIL p. 336.
Eury teiidae. Melanitis tliryaTlis (Neu-Guinea) ; Kirsch, Mitth.
k. Mus. Dresden. L p. 119. T. VI. Fig. 4, Beza (Philppinen) ; He-
witson, Ent. M. Mag. XIIL p. 179.
Erycinidae. Auf Emesis tepahiBoisd. gründet Butler in den
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. IL p. 289. Sarihia (!) n. g.
F. Du Cane Godman und Robert Salvin liefern" De-
scriptions of new Species of Central- American Butter-
flies of the Family Erycinidae; Proc. Zool. Soc. London. 1878.
p. 360 ff. Eurygonia hypophaea (Chiriqui, Veragua), leucorrhoa (ibid.)
p. 360, amphidecta (ibid.), inconspicua (Costa Rica), russata Veragua,
Chiriqui) p. 361; Limnas melanochlora, caeruleata (ibid.); Cyrenia
pyrippe (Veragua); Ithomeis imitatrix (ibid. und Costa Rica, = L
eulema Btl, nee Hew.) p. 362; Symmachia Bhacotis (Guatemala) ;
Mesene ignicauda (Veragua), silaris (Nicaragua, Chontales), Tyriotes
(Veragua, Chiriqui) p. 363; Pachythone gigas (Panama); Charis velii-
tina (Guatemala), crocea (Veragua), liolosticta (ibid.) p. 364, poecilo-
ptera (Verag.), oc/irms (Costa Rica); Tharopis purpurata (Guatemala)
p. 365, Isthmica (Veragua) ; Lemonias pelarge (Guatemala), Theages
(Veragua), debüis (Veragua) p. 366, hypoglauca (Mexico); Nymphi-
dium haematostictum (Panama), ictericimi (Veragua) p. 367, Sicyon
(Guatemala), adelpJiinum (Costa Rica), velahrum (Veragua); Theope
isia (Guatemala) p. 368, barea (Veragua), caenina (ibid.), decorata
(Nicaragua) p. 369.
Abisara öi/'ascmia (Andaraan Isl.) ; F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 587. PL LVIIL Fig. 2; angulata (üpp. Tenas-
serim); derselbe ebenda 1878. p. 833, Bogersi (Angola); Druce,
E. M. M. XV. p. 101.
Mesosemia Thyestes (Chanchamayo), Sylvia (Bolivia); Druce,
E.M. M.XV. p. 111; amoena (ibid.); Hewitson, Exot. Butterfl. V.
Fig. 1, 2; tenehricosa, hifas ciat a [Ecuaidor], derselbe , Equat. Lepid.
p. 93 f., silvicolens, Maria (Arapecu); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
p. 127 f.
Cartea Trailii (Ega; St. Paulo); Butler, Tr. E. S. London.
1877. p. 129.
Erycina Sedyra; Emesis sinuatiis; Threnodes trochois (Ecuador);
Hewitson, Equat. Lepid. p. 94 ff.
Symmachia aconia (Brasilien); Hewitson, Exot. Butterfl. V.
108 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Fig. 5; stievia (Ecuador); derselbe, Equat. Lepid. p. 95, punctata
(Rio Jurua); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 130.
Mesene trucidata (Amazon.); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
p. 131.
Ecbeiiais inollis (Fonteboa) PI. III. Fig. 4, sorcUda (Itaituba);
Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 133.
Charis australis (San Antonio) ; Edwards, Field & Forest IIL
p. 87, subota (Ecuador); Hewitson, Equat. Lepid. p. 95; Meta-
cbaris sylves (ibid.); derselbe ebenda p. 96.
Nymphidium stih opter is {Fonteho?i), cavifascia (Prainha.); But-
ler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 135.
Lucilla suberra (Ecuador), Hewitson, Equat. Lepid. p. 94.
Stalachtis Trailii (Rio Mauhes); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
p. 137.
Pandemos (rooJmami (Vera- Cruz); Dewitz, Mitth. Münch. 1877.
p. 90.^
Amarynthis bocchoris (Minas Geraes) ; H e w i t s o n , Exot. Butterfl.
V. Fig. 6.
Cremna Sylva </ p. 304, Taf. IIL Fig. 6; Mesene Nepticula p.
307, Fig. 7, Pactolus ^ Taf. IV. Fig. 32; n. A. aus Surinam; H. B.
Möschler in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVL
Leraonias axenus (?); Hewitson, Exot. Butterfl. V. Fig. 7.
Aricoris Älcmaeon (Ecuador); Hewitson, Exot. Butterfl. V.
Fig. 4.
Ergolis alternus (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 698.
Sospita saturata (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 701.
Zemeros Cow/mcws (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 701.
Limnas Anäania Fig. 8, Aulonia Fig. 10; Hewitson, Exot.
Butterfl. V.
Estheraopsis aeniacus (Boliv.); Hewitson, Exot. Butterfl. V.
Fig. 9.
Eurygona Phelina (Maracaibo), Alemena (Ecuador) p. 101.
Julia (Santarera) p. 102; Druce, E. M. M. XV.
Taxila fasciata (Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878. p. 832. PI. LH. Fig. 1.
Libytheidae. Libythea quadrinotata (Lifu); Ann. a. Mag. Nat.
Ilist. (4) XX. p. 353.
Lycaenidae. Part II der Synon. List of the Butterflies of N".-
America, North of Mexico (Bull. Buff. Soc. III. p. 98 ff.) enthält
die Rurales Scudders (Eryciniden und Lycaeniden). Der Autor
führt 112 Arten auf, für deren manche er neue Gattungen (15 ander
im Gebiete der Art! iropodcn während der Jahre 1877—78. 100
Zahl) aufstellt; wohin diese ewigen Spaltereien führen sollen, ist
nicht abzusehen; eine strenge Kritik dieser neuen Gattungen übt
Peabody im Canad. Entomol. VIII. p. 141 ff.
Thamala (n. g.) miniata PI. LH. Fig. 6 p. 834; Nara-
thura (n. g.) Moolaiana p. 835; Suren ära n. g. für Arablypodia
quercetorum; ThaduTca (n, g.) multicaudata Fig. 7 p. 836 (Upp.
Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond. 1878.
Mahathala (n. g.) für Amblypodia ameriaHewits.; F. Moore,
Proc. Zool. Sog. London. 1878. p. 702.
Polyommatus similis (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
I^ond. 1878. p. 712, YarJciindensis ip. 229, Tcashgharensis, lehanus p. 230;
derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878.1, Imendularis, lanJca, singalen-
sis (Ceylon); derselbe, ebenda 1877 (4) XX. p. 341, 342, Satraps
(Külek); Staudinger, H. E. R. XIV. p. 230.
Chrysophanus maui, rauparaha (Neu-Seeland); Fe reday, Trans.
N. Zeal. Inst. IX. p. 462.
Lampides aberrcms (Madagascar); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. II. p. 269; lüliargyria (!), viöla, coruscans {l), prominens)
(Ceylon), Moore, ebenda 1877 (4) XX. p. 340, 341; florinda (Lifu) ;
Butler, ebenda p. 354.
E. Jenner giebt eine analytische Tabelle zum Bestimmen der
schweizerischen Lycaeniden; Mitth. Schweiz, ent Gesellsch. V. p. 292.
Lycaena conformis (CapYork); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 469; atrigemmata (Madagascar); derselbe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. 1878. IL p. 290; speciosa (Kern Cy.); Edwards,
Proc. Calif. Ac. Sei. VH. p. 173; Adonis var. radiata, Corydon var.
radiosa und Aberr. Lucretia (Frankr.); Gaschet, Bull. Soc. Ent.
Fr. 1877. p. LXIII; rabefaner, delicatiila p. LXXI, Smithii, scintilla,
reticulum, Antanossa p. LXXII (Madagascar); Mabille, ebenda;
coeligena, atro-guttata (Mou-pin); Oberthür, Etud. Entomol. II. p.
21. PI. I. Fig. 3 und 4, caelata (Toudano) Fig. 1, evena (Nen-Gumea)
Fig. 2, 3, decidia (Neelgherries) Fig. 4, carona (Angola) Fig. Q, argola
(Philipp.) Fig. 7, elna (Java) Fig. 8, cyara (Angola) 9, 10, heritsia
(Camaroons) 11, 12; Hewitson, Exot, ßutterfl. V, Lycaen., PI. I;
Mithridates (Kerasdere? Kleinas.) ; Staudinger, H. E. R. XIV. p.
247, striata (San Antonio); Edwards, Field a. Forest III. p. 88,
delicattda p. 215, Dariiis p. 216 (Congo), Ädherhal, pjgrrJiops (Lan-
daua) p. 217, conguensis (Congo) p. 218, aei/iw^js (Chinchoxo) p. 219^
Mabille, Bull. Soc. Zool. France 1877.
L. candrena H.-Sch. = L. argentina Prittwitz: SchmeltZy
Verh. Ver. naturw. Unterh. Hamburg. II. Bd. p. 186.
Edwards beschreibt die auf Astragalus lebende Raupe von
Lycaena antaegon Bdv., Proc. Calif. Acad. Sei. VH. p. 20.
110 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Cupido Bamonm (Madagascar) ; Saalmüller, Ber. üb. d.
Senckenb. naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 84; Arinia (Dorei);
Oberthür, Ann. Mus. Civ. Gen. XII.; Piepersii (Celebes) p. 16 PI.
1. Fig. 3, latimargus (! Amparang, Gel.) p. 19, Fig. 4, Phüatus (! Bon-
thain) p. 21, Fig. 5, Snellen, Tijdechr. Ent. XXI.; improha (Chili);
Reed, Marip. Chil. p. 67.
F. G. Scliild briogt das bereits von Kleemann beobachtete
Knarren oder Zirpen der Puppen von Thecla Rubi in Erinnerung;
Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 86 f.; vgl. E. M. M. XIV. p. 137 f.
Th. Sheridoni (Big Hörn Mts.) p, 48, Clytie (San Antonio) p. 88 ;
Edwards, Field a. Forest III, mera p. 156, enthea, Jonasi p. 157
(Japan); Janson, Cist. Ent. II; sponsa p. 298, Taf. III. Fig.
2, bimaculata J'^ p. 299, Fig. 3, lugiibris $ p. 301, Fig. 4, Biston J"^
p. 302 Fig. 5; n. A. aus Surinam, H. B. Möschler, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien XXVI; Th. Putnami (Utah), Adenostomatis (Süd-
Calif.); Edwards, Proc. Cal. Acad. Sei. VII. p. 143 f., sepium var.
fulvescens, melinus var. pudica; derselbe ebenda p. 172. Ausser-
dem beschreibt und bildet abHewitson in seinen Iliustr. Diurn.
Lepid. p. 185 ff. einige 40 Arten, deren namentliche Anführung ich
mir ersparen werde.
Lucia Dilama (Hainan); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London.
1878. p. 701; suhstrigata ßlarsis, Geh); Snellen, Tijdschr. Ent. XXL
p. 15 PI. I. Fig. 1.
Nomiades oro (Colorado) ; S c u d d e r , Canad. Entom. VIII. p. 23.
Tmolus atrox (Pedroso), cUtumnus Doubled. i. 1. (Prainha) PI.
111 Fig. 6, pereza (Amazon.); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 140.
Dipsas hirupa (Masuri) ; Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 51.
Pseudodipsas villosa (Bouthain); Snellen, Tijdschr. Ent. XXI.
p. 24. PI. I. Fig. 6.
Aphnaeus zoüus (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 588; elima (Manpuri, Ind.), formosanus (Formosa);
derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 54.
Hypolycaena Andamana (Andaman Isl.); F. Moore, Proc.
Zool. Soc. London. 1877. p. 589.
Poritia pediada (Singapore) ; Hev/itson, Ent. M. Mag. XIII.
p. 223.
Myrina prahha (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 589. PI. LVIII. Fig. 5.
M. nivea (Billiton Isl.) PI. XL. Fig. 3, 4, hiemalis (Meetan,
Burmah) Fig. 5, 6; F. D. Godman und 0. Salvin, ebenda 1878,
p. 640.
Dendorix Indrasari (Bonthain, Gel.); Snellen, Tijdschr. Ent.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahie 1877 — 78. 111
XXI. p. 26 PI, I. Fig. 7, suffusa (Upp. Tenasserim) ; Moore, P. Z.
S. Lond. 1878. p. 834. PI. LH. Fig. 8.
Curetis Saronis (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. See.
London. 1877. p. 587; acuta, irwwcrt^a (Shanghai) ; derselbe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 50, 51.
Amblypodia zeta (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 590. PI. LVIII. Fig. 6; T«ooa«a (Upp. Tenasserim);
derselbe ebenda 1878. p. 835; avidiena (China); Hewitson, E.
M. M. XIV. p. 108, crahyle, eiicolpiis (Neu-Guinea) ; Kirsch, Mitth.
k. Mus. Dresden. I. p. 128. Taf. VI. Fig. 6 und 10.
Pithecops Niliana (! Hainan); F. Mo ore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 702.
Holochila Blackburni (Sandwich-I.); Tuely, E. M.M.XV. p. 9.
Hesperiidae. Die Hesperiden-Gattungen des europäi-
schen Faunengebietes. Von Dr. A. Speyer; Stett. E. Z. 1878.
p. 167 ff. Speyer betrachtet mit Recht die Hesperiden als eine der
Gesammtheit der übrigen Rhopaloceren gleichwerthige Gruppe, die in
ihren Merkmalen (Puppengespiunst, Schienenblatt, theilweise sogar
Haftborste, Flügelhaltung u. s. w.) mehrfache Annäherung an die
Heterocera zeigt. Inwieweit sich die von Scudder aufgestellten
Tribus der Hesperides und Astyci scharf abgrenzen lassen, bleibt
noch zu untersuchen, da manche der von Scudder angegebenen Un-
terschiede nur bei beschränktem (nordamericanischem) Material
stichhaltig sind. Auf eine systematische Uebersicht der (41) Arten
folgt eine synoptische Gattungstabelle, und auf diese die ausführ-
liche Charakterisirung der Gattungen.
Neue exotische Hesperidae beschrieben von H. B. Mösch-
1er, Verh. Z. B. Ges. Wien XXVIII. p. 208 ff.
In den Descriptions of new Asiatic Hesperidae, Proc.
Zool. Soc. London 1878 p. 686 ff., PI. XLV. beschreibt F. Moore
Ismene subfasciata (Ceylon) p. 686; CaUiana (n. g.) pieridoides
(Bengalen) Fig. 2; Hesperia narooa (Bombay) Fig. 4 p. 687, seriata
(Ceylon), Bevani (Moulmein), Bada (! Ceylon), Farri (Calcutta) p. 688,
Toona (Bengalen), suhgrisea (Ceylon); {Pithauria n. g. für Hesperia
murdava Moore) p. 689; Halpe (n. g.) Ceylonica Fig. 9, radians
(Himalaya) Fig. 1 ; Pamphila Pahnarum (Calcutta ; „ larva feeds on the
date and cocoa nut palms" Fig. 6, 7, p. 690, Bambusae (ibid. Larve
auf Bambus) Fig. 11 und 12, suhochracea (ibid.), Brahma (Masur,
Him.) Fig. 8 p. 691, Siva (Khasia Hills); Astictopterus olivascens
(Salvin, Moulmain); Cyclopides siibvittatns (ibid.) p. 692, suhradiatus
(Khasia hills); Isoteinon Afkinsoni (Darjeeling) Fig. 10, Khasianus
(Kh. Hills), Masuriensis (Masuri, Him. 7000') Fig. 3 p. 693 ; Thanaos
Stigmata (ibid.), indistincta (Salvin, Moulmain), obsoleta (Assam)
p. 694.
112 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
P. Mabille giebt einen Catalogue des Hesperides d.
Mus d. Bruxelles ; Ann. Eut. Belg. 1878. p. 12 ff., nebst Be-
schreibung neuer Arten.
Mycteris (n. g. prope Protei dem et Carystum); Mabille,
Pet. Nouv. Ent. II. p. 114.
Gopaeodes (n. g. prope Ancylosaipham et Thymelicum) ; für
Heteropteras Procris Edw.; Speyer, Edwards Catal. Lop. Amer.
p. 49 und 56; Lintneria n. g. für Pap. daunus Gram.; Butler,
ebenda p. 57 und 67 (Name schon zwei Mal bei Lepid. vergeben).
Hyalothyreus n. g. für Phanus Nitocris Gram., infernalis
H.-S., Neleus L. (= priscus Feld.); Mabille, Ann. Ent. Belg. 1878.
p. 23; Ectomis (n. g.) a^o^a (Cayenne) p. 32, Erionota n. g. für
Thrax L., Hypaepa Hew., irava Moore p. 34; derselbe ebenda;
Tanyptera n. g. für Hesperia Ismene Feld., celsina Feld, Laufella
Hew.; derselbe, Bull. Soc. Zool. France 1877.
Eurypterus n. g. (bereits an eine fossile Crustaceengattung
vergeben); Type: E. gigas (Peru) p. 162; Gamptopleiira , Type:
C. Theramenes p. 166; Gorone, Type: C. ismenoldes (Australien),
p. 205; Gyclosemia n. g. prope Pythonidem; Type: C. Herennius
Cram.; neu sind C. fissimacula, anastomosis (Brasil.) p. 230; Ma-
bille, Pet. Nouv. IL
Derselbe beschreibt ebenda p. 229 noch einige Arten, die
nach ihm in eine besondere, in die Nähe von Pythonides und Achly-
odes zu steilende Gattung gehören^ deren Name u. Diagnose aber nicht
angegeben wird; die Speciesnamen sind: Älcandra, Phylo, pidlata
(Bras.), tetra, punctum (Cayenne), hilarina (Para).'
Goniurus esmeraldus (Villa bella); Butler, Tr. E. S. Lond.
1877. p. 146.
Thymcle Trebia p. 203, G'awwft (Venezuela) p. 204, Möschler,
Verh. Z. B. Ges. Wien XXVIII, Orestes (Texas); Lintner, Rep.
N. Y. St. Mus. XXVIII.
Eudamus Heiixus (?), Hälesius (Cayenne); Hewitson, x\nn. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 320, 321; virescens (Cayenne), concinnus
(Brasil.); Mabille, Bull. Soc. Ent. Fr. 1877. p. XXXIX.
Telegonus probus ^T ^ (auch aus Columbien) p. 327, Taf. III
Fig. 13, Mygdon $ p. 328 Fig. 14; Caristus Maroma ^ p. 330
Butus ^ p. 341 Fig. 15; Proteides hrinoidcs Taf. IV. Fig. 18,
cermis ^^ P- ^^^' ^''^S- l'^> silaceus ^, Moeros Taf. III Fig. 16 p.
334; Paniphila fasciata ^ p. 335 Taf. IV. Fig. 19, helva J'Q. Fig.
20 p. 336; (Plesioneura compressa v. Prittw. p. 337 Fig. 29); Pytho-
nides encga 2. P- 338, Fig. 23; Nisoniades Plautia ^ Fig. 24; Pel-
licia Petius J" p. 339, Fig. 26, Didia $ Fig. 28, rubescens ^$ (v.
Prittw. i. 1.) p. 340, Fig. 29, Bessus 2 P- 341, Fig. 25, (siraplicior
Il.-Sch. beschrieben und auf Fig. 27 abgebildet) ; Rolias pyrälina (j^ 2
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 113
p. 343 Fig. 31; Tagiades linocidus 2 V- ^^^j Fig. 30; n. A. aus
Surinam, H. B. Möschler, Verb. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVI.
Telegonus megalurus, atithraciniis, albociUatiis (an h. g.?; Columbien);
Mabille, Pet. Nouv. II. p. 162; lahriaris (Rio Purus); Butler,
Tr. E. S. Lond. 1877. p. 148, Granadensis p. 204, Zohra, Cous p.
205, coenosa p. 206 (Venezuela), Gizala (Columbien), Mardonius
(Mittelam.) p. 207, Nicomedes (CoL, Bras.) p. 208; Möschler, Verh.
Z. ß. Ges. Wien XXVIII.
Aethilla infanda (Tunantius); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
p. 149.
Phareas Berytus f?); Hewitson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 324.
Ismene utiicolor (Congo); Mabille, Bull. Soc. Ent. Fr. 1877.
p. XXXIX, Nestor {J^wa.)- Möschler, Verh. Z. B. Ges. Wien XXVIII.
p. 208, miltias (Neu-Guinea) ; Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresd., I, p.
128 Taf. VII. Fig. 6.
Pyrrhopyga hospita (ücayali, Peru); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 128; semidentata (Peru), luteizona (! Mexico);
Mabille, Pet. Nouv. II. p. 161, 162; Menecrates (Peru) p. 13,
Heioitsoni (= Vulcanus Hew. nee Gram.) p. 19, perplexus, Gnetus p.
20, Pseudognetus, Menechmiis, Sosia p. 21, fallax p. 22, derselbe,
Ann. Knt. Belg. 1878; Styx (Columbien); Möschler, Verh. Z. B.
Ges. Wien XXVIII. p. 209.
Myscelus Orthrus (?), Typhaon (?); Hewitson, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 319, 320.
Carystus argyrocorone, argyris (Brasil.), telesinus (Philippinen) \
Mabille, Pet, Nouv. II. p. 205, erebina p. 211, Argus p. 212,
Kasus, tersa p. 213 (Columbien); Möschler, Verh. Z. B, Ges.
Wien XXVm.
Plesioneura Tola (Tondano) p. 340, Crona (! Batchian), Cythna (?)
p. 341; Hewitson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 18781, hyalmata (Ma-
dagascar); Saalmüller, Ber. üb. d. Senckenb. naturf. Gesellsch.
1877—1878. p. 87; Benardi (Dorei); Oberthür, Ann. Mus. Civ.
Gen. XII. p. 467; rutilans (Congo); Mabille, Bull. Soc. Ent. Fr.
1877. p. XL; ruficornis (Java); derselbe, Ann. Ent. Belg. 1878. p.
32, aurivittata PI. LIII. Fig. 2, albifascia Fig, 3 (üpp. Tenasserim);
Moore, P. Z. S. L. 1878. p.8iS, proxima (Congo)] Mabille, Bull.
Soc. Zool. France 1877. p. 231.
Gegenes Hainanus (Hainan); F. Moo re, Proc. Zool. Soc- Lond.
1878 p. 703, sinensis (China), contigua, javana (Java), clegans p.232,
leucosoma p. 233; Mabille, Bull. Soc. Zool. France 1877.
Telemoniades lurideoUis (Bras.), littera (Peru), inops, hyacin-
thimis, Mabille, Pet. Nouv. II. p. 165.
Hesperia cahira (Andaman Isl.) p. 593. PI. LVIII. Fig. 8?
colaca (ibid.) p. 594 Fig. 7; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. H "^
114 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
1877; H. qidnigera (Hainan); derselbe ebenda 1878, p. 703; Neto-
pha (West-Africa), Nyassae p. 345, vermiculata (Sumatra) p. 346;
Hewitson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 18781, gonessa (Angola) p. 76,
fiscella (Para), sema (Sarawak), zimra (Brasil.) p. 77, oropa (ibid.),
gosa (Venezuela) p. 78, meza (Angola), galesa (West-Africa), fibrenä
(Amaz.) p. 79, malieta (Queens!.), ludä (Chiriqui) p. 80, mytheca (Ma-
lacca), fidicula (Costa Rica), fußdia (?), Iota (?) p. 81, meda (Bras.),
usa (?), egla (Chiriqui) p. 82, kora (Bras.), midia (Chiriqui), abima
(Macassar) p. 83, hazarma (?), neba (Natal) p. 84, optata, onasima
(Brasil.) p. 85; derselbe ebenda (4) XIX; atrox (Lifu); Butler,
ebenda, XX. p. 357; hamza (Oran); Oberthür, Etud. Entom. I.
p. 28. PL ni. Fig. 2; Moolata (üpp. Tenasserim); Moore, P. Z. S.
Lond. 1878 p. 843, Valdiviana, fusca (Chili); Reed, Marip. Chil.
p. 81, amygdalis (Nossi Be, Madag.); Mabille, Bull. Soc. Zool.
France 1877 p. 234.
Pamphila pwrreea, ^oi5a (Andaman Isl.) ; F.Moore, Proc. Zool.
Soc. London, 1877 p. 594 PI. LVIII. Fig. 10 und 9; P. insolata
(Jamaica); Butler, ebenda 1878 p. 483; Mencia (Shanghai); nitidaf
leucosoma p. 114; Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 52,
Selas (China), opliites (Antillen, Bras.), Gamhica (Seneg.), Phormio
(Para), sulfurina (Cayenne) p. 233, PytJiias (Philippinen) p. 234;
Mabille, Pet. Nouv. 11; trachala (Java), rectivitta (Celebes) p. 237,
Fitiensis (Oceanien), Tyro (Venezuela), heterospüa (Peru) p. 238, lyco
(Peru), dravida {Ind.), vetula (Pardi), caerulans,lento, humeralis (ibid).
p. 242, melanion (Oceanien), grandis (Borneo) p. 261, Ariel, Sinnis
(Madagascar) p. 285; derselbe ebenda; i gnita (Congo); derselbe,
Bull. Soc. Ent. Fr. 1877 p. XL; Phormio (Südam.), sulfurina (Ca-
yenne, Venez.) p. 37, Pythias (Java), Taxilus (ibid. und Ceylon) p.
38; derselbe, Ann. Ent. Belg. 1878 (Gegenes) sodalis (Obydos) p.
150, alumna (Matatebem), alluhita (Abyd.), ancillaris (Oca) p. 151,
chydaea (Serpa), compta (Oca), conßxa (Parentins) p. 152, evans (Rio
Trombetas), (Apaustus) stictomenes (Abydos) p. 153; Butler, Tr. E.
S. Lond. 1877, Masoni (üpp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878 p. 842. PI. LH. Fig. 5, Äncus p. 214, obsoieta p. 215, Irma,
Geisa p. 216, Lumida p. 217, Golenia, Pericles p. 218 (Columbien)^
Fettingi (Sumatra) p. 219, Philino (Himalaya) p. 220, perßda (Colum-
bien) p. 221; Mö seh 1er, Verh. Z. B. Ges. Wien XXVHI, osceola
(Calif.); Lintner, Rep. N. Y. St. Mus. XXVHI, Ä%&w (Chili); Reed,
Marip. Chil. p. 78, Snowi (Colorado) p. 29, Meskii (Texas) p. 58;
Edwards, Canad. Entom. IX.
Goniloba Idas var. Pedro (Portorico, von der Stammart durch
Färbung der Unterseite unterschieden) ; Dewitz, Stett. Ent. Zeit.
187 7. p. 242.
Ancyloxipha radiola (?); Mabille. Ann. Ent. Belg. 1878. p. 39.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 115
Pyrgus sinicus (Shanghai); Butler, Ann. a. Mag. Nat. (4)
XIX. p. 96, Conyzae (Savoyen); Guenee, Pet. Nouv. Ent. II. p. 145.
Amblyscirtes nysa p. 191; Phalisora Nessus p. 192 (Texas);
Edwards, Canad. Entom. IX.
Aucistrocampta Siithina (Ecuador); Hewitson, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 324; Anclüalus (Brasil.); Mabille, Pet. Nouv.
II. p. 201.
Vrote'idea 2)(iiipcr (Columbien) p. 201, merenda (Brasil.); Ma-
bille, Pet. Nouv. II.; Pardaleodes /t<Z^e?zs, pMS^eZZa (Congo^ Landana);
derselbe, Bull. Soc. Zool. France 1877. p. 236 f.
Nisoniadea cupreus (Brasil.); Mabille, Bull. Soc. Ent. Fr.
1877. p. XL, peiforata (Chiriqui, Columb.); Möschler, Verh. Z. B.
Ges. Wien XXVIII. p. 223.
Butleria Sotoi, canquenensis, wana (Chili) ; Reed, Marip. Chil.
p. 86—88.
Achlyodes ediptica (Rio Tapajos) p. 154, exosa (Rio Purus)
nyctinefine Boisd. i. 1. (Rio Trombetas) p. 155; Butler, Tr. E. S.
Lond, 1877, vulgata p. 224, Mithrax (Columb.), Äthymnios (Mittel-
Am.) p. 225, Jamaicensis (J.), Neaeris p. 226, Auxo p. 227, Lemur
p. 228 (Columb.); Möschler, Verb. Z. B. Ges. Wien XXVIII.
Pterygospidea grisea (Gaboon), Kehelatha (Macassar), Sephara
(Brasilien); Hewitson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 344; simula
(Sumatra) p. 321, hadia (Darjeeling), Sliema (Cayenne und Calabar),
Medritina (Fernando Po) p. 822, Boadicea (Gaboon), Tergemira (Fer-
nando Po) p. 323; derselbe ebenda 1877 (4) XX.
Astictopterus Verones (Sumatra), Harmacliis (ibid.) p. 341,
Ozias (Java), Otlionias (Borneo) p. 342, Vibius (Gaboon) p: 343;
Hewitson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I, sithfasciatus (üpp.
Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond. 1878 p. 842.
Tagiades alica (Andam. Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1877. p. 593. PI. LVIII. Fig. 11; mimita (Ceylon); derselbe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 343; Gilolensis (Gilolo); Mabille,
Pet. Nouv. II. p. 261; lacteus (Congo) p. XXXIX, elegans (Philipp.)
p. XL; derselbe. Bull. Soc. Ent. Fr. 1877; asfr«"<jrera (Rio Tapajos) ;
Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 155; fuscula (Bonthain, Gel.);
Snellen, Tijdscbr. Ent. XXI. p. 42 PI. II. Fig. 3; Meetana (Upp.
Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond. 1878. p. 842 PI. LH. Fig. 4,
Utigiosa (Silhet); Möschler, Verh. Z. B. Ges. Wien XXXIH. p. 230.
Isoteinon subtestaceus (Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S.
Lond. 1878. I p. 844.
Syrichthus Cenelireiis (Para); Hewitson, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 346.
Strabena Smithii (Madagascar), Mabille, Pet. Nouv. II. p.
157; argyrina (ibid.) derselbe, Bull. Ent. Fr. 1878. p. LXXV.
Arteurotia Gambyses (Bolivia), Castolus (Brasilien), Celendris
IIG Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
(Amazon.); Hewitson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 347, Bu-
/oma (Columbien); Möschler, Verb. Z. B. Ges. Wien XXVIII. p. 229.
Ceratrichia flava (Cameroons), Aretina (Calabar); Hewitson,
Ann. »a. Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 343.
Cyclopides Eburones (Bolivia) p. 324, Ligilla (?), Eryonas
(Chiriqui), Evages (Bolivia) p. 325, Oxaites (ibid-), Diraspes (Rio),
Orsines (?) p. 326, Calaon (Ecuador), Chersias Süd-Africa), Derbice
(Nyassa) p. 327, Dardaris (Mexico) p. 328; Hewitson, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX; empyreus, catocalinus (Madagascar) ; Mabille,
Pet. Nouv. II. p. 285; leucop ga, dispar (ibid.), derselbe. Bull. Ent.
Fr. 1877. p. LXXII. f.; frater (Peru, Boliv.), derselbe, Ann. Ent.
Belg. 1878. p. 40, Z^/wä (Africa), Möschler, Verh. Z. B. Ges. Wien
xxvm p. 210.
Pythonides leucaspis (Cayenne, Bras.); Mabille, Pet. Nouv.
II. p. 230; grandis (Para), derselbe ebenda j). 261, Cobarus (Co-
lumbien); Möschler, Verh. Z. B. Ges. Wien XXVIII. p. 211.
Cecropterus Zeutus (Columbien); Möschler, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXVIH. p. 229.
Thracides Salius Cram. var. trimacula (Brasil.); Mabille,
Ann. Ent. Belg. 1878. p. 35.
Spioniades O^imas (Cayenne) ; Mabille, Pet. Nouv. IL p. 201.
Leucochitouea Lathaea (Bolivia), Lyrcaea p. 151, earina (Para),
Elelea p. 152, Falisca p. 153 (Cayenne); Hewitson, E. M. M. XV;
pulverea (Cayenne); Mabille, Pet. Nouv. IL p. 201.
Antigonus dichrous (Bras.), excisus (Apurimac, letzterer auch
Ann. Ent. Belg. 1878 p. 29), incisus (Para, Cayenne), corrosus (Ca-
yenne), variegatus (Bras.), p. 198, Epicaste (ibid.) p. 201 ; Mabille,
Pet. Nouv. IL
Camptopleura Iphicrates (Cayenne); Mabille, Pet. Nouv. IL
p. 197.
Heteropterus libya (Beaver Dam); Scudder, Bull. U.S. Geol.
Surv. IV. p. 258.
Erycides Licinus (Columljien); Möschler, Verh. Z. B. Ges.
Wien XXVIIL p. 209.
Apaustus Sulla p. 321, Tanaquilus (!) p. 222, Välerius p. 223
(Columbien); Möschler, Verh. Z. B. Ges. Wien XXVIIL
Riley vervollständigt die Beschreibung der Larve und deren
Lebensweise von Megathymus Yuccae, und hebt die grosse Va-
riabilität der Imago hervor; Aegiale Cofaqui Strecker ist wahr-
scheinlich eine blosse Varietät des Meg. Yuccae; vergl. den Ber. 1877
p.307 f. (339); Trans. Acad. St. Louis IIL p. 566: vgl. auch West-
wood, Tr. Linn. Soc. Lond. (2) I p. 205. Ueber Aegiale Kol-
lari s. Westwood a. a. 0. p. 204, PI. XXIX Fig. 25 (Flügelgeäder).
Sphingidae. A. G. Butler nimmt eine Revision of the Hetero-
cerous Lepidoptera of the family Sphingidae vor. Trans. Zool. Soc.
im Gebiete der Arthropoden während d''r Jahre 1877—78. 117
Lond. IX. p. 511 ff., Taf. XC— XCIV. Er nimmt folgende Unter-
familien an: Macroglossinae, Chaerocampinae, Ambulicinae, Smerin-
thinae, Acherontiinae, Sphinginae. Neben der Beschreibung neuer
Arten sind zahlreiche synonymische Berichtigungen eingestreut. Fol-
gende neue Gattungen werden aufgestellt: Himantoi des (prope
Perigoniam) für P. uudata Walk. p. 526, Hhodosoma prope Peri-
goniam, für Macrogl. triopus Westw. p. 534, Gonenyo (= Tylo-
gnathus Feld.?) für Enyo carinata Walk. p. 543, Metam imas für
Sph. australasiae Donov. und Smer. araboinicus Feld p. 582, Pseudo-
smerintlius (prope Basianam) für B. submarginalis Walk. p. 593,
Tatoglossum (prope Ancerygem) für Sph. caricae L. p. 598, J[_po-
calypsis (prope Euryglottira) für Ap. velox (Darjeeling) p. 641.
List oftheSphingidae of California andAdjacentDi-
str icts, with Descriptions of New Species. H. Edwards, Proc.
Calif. Acad. Sei. VI. p. 86 ff. (25 Arten, darunter 3 (oder 4) neue).
Hypaedalea (n. g. Lophurae affine) insignis (Sierra Leone)
Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 398 PI. IX. Fig. 3.
Himanto'ides n. g. Perigoniae affine; Type: H. undata Wlk.]
vollständiger charakterisirt; Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 395.
PI. IX Fig. 1.
Hemaris ruhens (Oregon), cynoglossum (Napa Cy., an Blüthen
von Cynogl.); Edwards, Proc. Cal. Acad. Sei. VI. p. 88; cyaniris
Guenee (Sylhet); Kirby, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 239.
Macroglosa saga (Yokohama); Butler, E. M. M. XIV. p. 206,
Orientalis p. 528, lepcha p. 635; Mtdmein (Calcutta); derselbe,
Tr. Zool. Sog. Lond. IX.
Aleuron Butleri (Westind.); Kirby, Tr. E. S. Lond. 1877.
p. 240.
Diodosida Peckoveri (Madag.); Butler, Tr. Zool. S. Lond.
IX. p. 637.
Proserpinus Terhoii (Mazatlan); Edwards, Proc. Cal. Acad.
Sei. VI. p. 90.
Pterogon Juanita (Mexico); Strecker, Lepidoptera p. 112.
PI. XIII. Fig. 6.
H. B. Mos ch 1er giebt die Beschreibung (p. 349) und Abbil-
dung (Taf. IV. Fig. 33 u. 34) von Tylognathus carinatus Walk, und
chloroptera Perty?, sowie der neuen Chaerocampa Ploetzi (/ (Suri-
nam) p. 350. Fig. 35; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVI.
Chaerocampa celata (Cap York); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 472.
Ch. tenehrosa (Andaman Isl.); F. Moore, ebenda p. 595; in-
distineta (Rockhampton, Queensl.); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XIX. p. 460 ; Belti (Nicaragua) p. 248, Salvini (Guatemala), Titana,
Laelia, Libya (Chiriqui) p. 249; Druce, E. M. M. XIV; margarita
(Queensl.) p. 240, aspersata (Andaman), Johanna (Brisbane) p. 241,
118 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Erotus Cram. var. Andamensis (A.) p. 242; Kirby, Tr. E. S. Lond.
1877; WaUuckii (AustrJ; Butler, ebenda p. 398. PI. IX. Fig. 2;
deserta (Aastr.); derselbe, Tr. Zool. Soc. Lond. IX. p. 689.
C. (porcellus L. var. ?) suülus (Brussa.); Staudinger, H. E. R.
XIV. p. 298.
Darapsa Elara (Paraguay); Druce, E. M. M. XIV. p. 249,
Die auf Ruraex, Pelargonium, Epilobium, Fucbsia lebende
Raupe von Deilephila daucus Cram. nebst Puppe beschrieben von
Edwards, Proc. Cabf. Acad. Sei. VIL p. 20.
Daphnis magnifica (Rockhampton, Queensl.); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 461; HorsfieUi (Java) p. 572, minima
(Südindien) p. 573; derselbe, Tr. Zool. Soc. Lond. IX. PL XCH.
Fig. 5.
Pachylia MW(^ai/fascm (Haiti, Bras.) ; derselbe, ebenda p. 578.
Cressonia Eobinsoni (New York); derselbe, ebenda p. 590.
Ambulyx floralis (Darjeeling) p. 639.
Triptogon Andamana (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 595; piceipennis (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 393.
Zonilia Heydeni (Madagascar); Saalmüller, Ber. über die
Senckenb. nat. Ges. 1877—78. p. 89.
Ei und verschiedenalterige Larve von Smerinthus ophthalmicus
Bdv. beschrieben von H. Edwards in den Proc. Calif. Acad. Sei.
VIL p. 21.
K. V. Dalla-Torre beobachtete bei Smerinthus Populi
Parthenogenesis; Ent. Nachr. 1877. p. 36.
S. Austanti (Algier); Stau ding er, Pet. Nouv. Ent. IL p. 190;
Vancouveriensis (Vanc); Butler, Tr. Zool. Soc. Lond. IX. p. 593.
W. M. Schrjyen's Notits augaaende Acherontia atropos
L. bezieht sich auf die Frage, ob dieser Schmetterling im Norden
Europa's fortpflanzungsfähig sei oder nicht, sowie auf die Entstehung
des piependen Tones; in letzter Hinsicht sind auch Schoyen Lan-
dois' neueste Versuche, die ihn zur Ansicht Wagner's bekehrten,
unbekannt geblieben. Nyt Mag. Nat. 1878. p. 150 ff.
Acherontia Atropos auf hoher See gefangen; Entom. Nachr.
1878. p. 85.
A. Sculda (Borneo); Kirby, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 242;
Medusa (Indien); Butler, Tr. Zool. Soc. Lond. IX. p. 597.
Daphnusa porp%nca (Darjeeling); derselbe, ebenda p. 640.
Protoparce lingens ('.Madagascar); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 169; Dalica (Canad.); Kirby, Tr. E. S. Lond.
1877. p. 243 ; fulvinotata (! Natal), Mauritii p. 606, jamaicensis (J.)
p. 608, Orientalis (Indien) p. 609; Butler, Tr. Zool. Soc. Lond. IX.
Isognathus Laura (Venezuela), amazonicus ; derselbe, ebenda
p. 601.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 119
Calymnia pavonica (Andamans); Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 596.
Pseudosphinx ohscura (Honduras-Brasilien); Butler a. a. 0.
p. 610.
Diludia chromaptcris (Madagascar); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 168; Bethia (Queensl.); Kirby, Tr. E. S. Lond.
1877. p. 343; nehulosa (Cap York) p. 615, tranquülaris (Darjeeling)
p. 641; Butler, Tr. Zool. Soc. Lond. IX.
Hyloicus cäligineus (Yokohoma); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (4) XX. p. 393.
Nephele &ipari^ia (Old Calabar) ; A. G. Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (5) E. p. 455; Cliaroba (Madagascar) p. 243, infernalis
(Ashanti) p. 244; Kirby, Tr. E. S. Lond. 1877.
Sphinx Saniptri (Canada, Pennsilv.); Strecker, Lepidoptera
p. 118. PI. XEI. Fig. 18.
Sesiidae. Soronia (n. g., der Name bereits vergeben) cupre-
alis; Aegeria hoivqua (Shanghai); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat. Eist.
(4) XX. p. 83 f.
Sesia polaris (Kuusamo, Lappl.; Leib blauschwarz, ohne Ring;
von der sonst nahestehenden S. culiciformis verschieden durch das
äussere Glasfeld und den Mangel der rothen Basis der Vorderflügel) ;
Staudinger, Steit. Ent. Zeit. 1877. p. 175.
Die Art später auch in Norwegen (Dovrefjeld) gefunden;
Schfiyen, Nyt Mag. Nat. 1878. p. 165.
S. Surinamensis (Surinam; von der Grösse einer mittleren S.
tipuliformis, aber mit schmäleren Flügeln und viel längerem und
schlankerem Einterleib; Fühler laug, oben schwarz, unten bis über
die Mitte rothbraun, von da bis vor die Spitze weiss); Möschler,
a. a. 0. XXYIl. p. 631. Taf. VEL Fig. 1; Haherhaueri (Taurus);
Staudinger, H. E. R. XIV. p. 303.
Melittia longipes (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Eist.
(4) XX. p. 84.
Gastniidae. Boisduval's Behandlung dieser Familie in
seinen „Species general des Lepidopteres heteroceres" ist mir nicht
zugänglich gewesen; es werden dort die n. G. C er et es, Orthia
und Gazera aufgestellt.
Von derselben Familie liefert Westwood ein Monograph
of the Lepidopterous Genus Castnia and some ^llied
group. Tr. Linu. Soc. Lond. (2) L p. 155 ff. PI. XXVEI— XXXIE.
In den Verwandtschaftskreis von Castnia (mit 68 Arten) werden ge-
zogen Orthia Boisd. (mit der 1 Art Pelasgus Fabr.), Synemon (mit
17 A.), Tascina (n. g. mit T. orientalis von Singapore, p. 199.
PI. XXXIII. Fig. 5), Eecatesia (mit 3 A.). Die Gattungen Cerethes
und Gazera Boisd. werden eingezogen, resp. nur als Untergattungen
beibehalten; zwei der Boisduval'schen Arten, Orthia augias und
120 Bertkau: Bericht üb- d. Wissenschaft! . Leistungen
nexa kommen unter dem Anagramm Othria neben anderen Arten
zu den Agaristiden. Als neu werden beschrieben Castnia Veraguana
(Veragua) p. 168. PL XXX. Fig. 1, Papagay a (Papagay a) p. 170.
Fig. 6, Clüarcha (Panama, Nicaragua) p. 176. PI. XXXI. Fig. 1, 2;
(Gazera) Cononia (Ecuador) PI. XXXII. Fig. 5, cratina (Amazon.)
Fig. 4. p. 188, JEcuadora (Ecuador) p. 189. Fig. 6, Truxilla (Colum-
bien) Fig. 3, Salvina (Veragua) Fig. 1. p. 190, cycna (Columbien)
p. 191. Fig. 2; Synemon directa (Australasieu) PI. XXXIII. Fig. 6,
nupta.{ibid..) Fig. 7, notha (ibid., Albany) Fig. 10, obscnreUa (ibid.)
Fig. 9. p. 198, vagans (Neu-Holland) Fig. 12, gratiosa (ibid.) Fig. 13.
Auf den beigefügten beiden ersten Tafeln ist das Flügelgeäder einer
grossen Zahl von Arten, sowie Raupe und Puppe von C. eudesmia
nach Philippi's Zeichnungen (Stett. Ent. Zeit. 1863) dargestellt; die
Zeichnung des Puppensackes ist Original und weicht durch die
bauchige Auftreibung etwas von der von Philippi gelieferten ab.
Die folgenden Tafeln enthalten die trefflich colorierten Abbildungen
einzelner Arten und einige uncolorierte Details vergrössert.
Agaristidae. Othria (u- g. für Orthia augias und nexa Boisd.,
Agarista Lindigii Feld., Aegocera Amalthea Dalm. und) amazonica,
columhina, ecuadorina; Westwood, Tr. L. Soc. Lond. (2) I. p. 201 fi'.
Bothia (n. g. für Agarista (Eusemia) pales Boisd.. A. eriopis
Boisd., agrius Boisd-, pedasus Boisd. und) Simyra (Madag.); der-
selbe ebenda p. 204. Damias Boisd., Burgena und Hespagarista
Walker werden von demselben ebenfalls zu dieser Familie gezogen.
Eusemia incongruens (Abyssinien) ; Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 381; longipalpis, melanura (Neu-Guinea); Kirsch,
Mitth. k. Mus. Dresden. I. p. 130. T. VII. Fig. 3, 12.
Baputa dichroa (ibid.); derselbe, ebenda p. 131. Fig. 5.
Phaegorista formosa (Nyassa See); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XIX. p. 461.
Seudyra noctuina (Hakodadi); Butler, E. M. M. XIV. p. 206.
Seudyra siihflava (Chekiang); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 85.
Urania Druryi Boisd. = Rhipheus Drur.; Guenee, Ann. Soc.
Ent. Fr. 1877. p. 305 ff.
Aleides aurora (Duke-of-York Isl.; Vorderflügel spitz, Aussen-
rand stark geschwungen; Analwinkel innerhalb des Apicalwinkels
der HinterÜügel, letztere gerundet, am Aussenrande zugerundet-ge-
zähnt; Vorderflügel und Basalhälfte der Hinterflügel tief grünlich-
schwarz; Zelle metallgrün; diese Farbe verbindet sich mit einem
grünen Bande, das vom Vorderrande nach dem Analwinkel die Vor-
derflügel durchkreuzt; Endhälfte der Hinterflügel weiss, mit metal-
lisch grünem Glänze . . .); 0. Salviu und F. Du Cane Godman
a. a. 0. p. 150. PI. XXIII. Fig. 5. 6.
Nyctalemon najabula (Andaman Ins.); F. Moore, Proc. Zool.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 121
Soc. Loud. 1877. p. 626; agathyrsiis (Neu-Guinea); Kirsch, Mitth.
k. Mus. Dresd. p. 129. T. VII. Fig. 8.
Heterogynidae. Grosschupff theilt einige Beobachtungen
über Heterogynis penella mit; Ent. Nachr. 1878. p. 309. Die
Raupen leben (in den Vogescn) an Genista repens. (Lam.?; wohl
die G. pilosa L. der deutscheu Botaniker) und zwar scheinen sich
die J^ früher zu entwickeln als die $. Was sonst noch hinzugefügt
wird, ist entweder undeutlich ausgedrückt oder falsch, übrigens auch
schon seit mehr als 20 Jahren durch die Beobachtungen v. Siebold's
an Talaeporia und Solenobia antiquirt.
Zygaenidae. Observations sur l'armure genitale de plusieurs
especes frangaises de Zygaenidae par M. Buchanan- White. Ann. Soc.
Ent. Fr. 1878. p. 467 ff. 11, 12. Bezieht sich auf die nicht aus-
schliesslich dieser Familie angehörigen Gattungen Zygaena, Ino,
Aglaope, Syntomis und Naclia; vgl. oben p. 81 (425).
A. Speyer macht in der Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 40 ff. Be-
merkungen über Zygaenen, besonders über Z. trifolii Ksp. und
deren Varietäten. Die aus 6 oder 5 Punkten bestehende Normal-
zeichnung des Zygaenen- oberflügels ist bei einigen Arten durch drei
Striemen ersetzt, die durch Streckung und Zusammenfliessen der
Punkte entstanden sind. Eine Varietät von Z. trifolii, bei der eben-,
falls die Vorderfiügel diese drei Striemen besitzen, nennt Speyer Z.
tr. ab. triüittata und weist deren vermittelten Zusammenhang ndt der
Stammart nach. Ferner zeigt er, dass bei dieser Art die Stammform
(Orobi H.) weit seltener als die abgeänderte Form ist und dass,
da hier die beiden am weitesten auseinanderliegenden Tyi)en der
Zygaenen-zeichnung (6 Punkte, 3 Striemen) in einen Aberrations-
cyklus fallen, die Flecken- oder Striemenzeichnung nur mit Vorsicht
zur Gruppenbildung innerhalb der Gattung benutzt werden dürfen.
Die Raupe von Z, trifolii variiert ebenfalls sehr stark; er vermuthet
Lotus uliginosus als ihre Nährpflanze und erwähnt schliesslich einige
nicht näher bezeichnete Schmarotzer dieses Schmetterlings.
Pseuderbessa (Type: Dioptis umbrifera Walk.) p. 107, Cal-
lagra (für Dioptis azurea WalJ;. und) splendida (Brasil.) p. 112;
Mydromera (Type: Euagra Isthmia Feld.); Micragyrta (Type:
Agyrta gavisa Walk,) p. 114; Metastatia (Type: Hyelosia pyr-
rhorrhoea Huhn.) p. 115; Butler, Cist, Entom. II.
Scliasiur a (n. g. Gymneliae 'affine) mimica (Amazon.); der-
selbe, Illustr. Lepid. Heter. I. p. 37.
Pryeria (n. g.) sinisa (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 86.
Zygaena niphona (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 393.
Zygaena Cedri var. Staudingeri (nur ein rother Ring am
Hinterleibe); Austant, Pet. Nouv. IL p. 343; hilaris var. Ononidis;
122 Bert kau: Bericht üb. d. wissen schaftl. Leistungen
Milliere, ebenda p. 249; seriziati p. 33, loyselis p. 34. PI. III.
Fig. 4, felix p. 36 (Algier); Oberthür, Etud. Entom. I.
Procris esmeralda (Yokoliama) ; Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 394.
Northia tenuis (Yokohama, Hakodadi, Hong-kong); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) p. 394.
Eressa affinis (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 596.
Tascia puJchra (Cougo); Butler, 111. Lepid. Heter. I. p. 20.
PI. X. Fig. 2.
Euchromia aemulina (Cap York); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 473.
Phacusa thoracica (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 343.
Pseudomyia tenuis (Rio Trombetas); Butler, Illustr. Lep.Het.
L p. 30. PI. XVII. Fig. 1.
Pseudonaclia sylvicolens (Madagascar); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. IL p. 293.
Laurona panamensis (Veragua) p. 118, Domingonis (Haiti)
p. 120; Butler, Cist. Ent. II.
Ino capitalis (Cararaan); Staudinger, H. E. R. XIV. p. 317.
Agyrta aestiva (Honduras); Butler, Cist. Ent. II. p. 113.
Hyrmina leucothyris (Ega); Butler, Cist. Ent. II. p. 117.
Drymaea unimaculata (Peru); Butler, Cist. Ent. II. p. 110.
Euayra angelica (Neu-Granada) p. 110, intercisa (Venezuela)
p. 110; Butler, Cist. Ent. IL
LochB. perspicua (Chontales); Butler, Cist. Ent. IL p. 120.
Syntomidae. Cosmosoma melitta Fig. 3, Nelea Fig. 4, Arten
aus Surinam; Mö schier, a. a. 0. XXVH. p. 635. Taf. VIIL
Dycladia militaris (Araaz.) p. 33. PI. XVI. Fig. 1, lacteata
(Rio Jutahi) p. 34. PI. XVII. Fig. 3; Butler, 111. Lep. Het. L
Marissa Parnassia (Surinam); Mö schier a. a. 0. XXVII.
p. 636. Taf. VHI. Fig. 5.
Hyela gracilis (Surinam); Mö schier a. a. 0. XXVH. p. 637.
Taf. VIH. Fig. 6; astrifera (Rio Javary); Butler, Illustr. Lep.Het.
L p. 38. PI. XVII. Fig. 2.
Eauomia. pen7iata (Surinam); Möschler a. a. 0. XXVH. p. 638.
Taf. VIH. Fig. 8.
Echeta ßavicollis (Portorico); Dewitz, Mitth. München. 1877.
p. 94.
Trichura Ismene (Surinam); Möschler a. a. 0. XXVH. p. 638.
Taf. VIH. Fig. 9.
Antichloris Phemono'ides (Surinam); Möschler a. a. 0. XXVH.
p." 639. Taf. VIH. Fig. 10.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 123
Eriphia Surinamensis, Butleri (Surinam); Mosch 1er a. a. O.
XXVII. p. 640. Taf. VOI. Fig. 11 und 12.
Ceramidia öbscura (Rio Purus); Butler, Illustr. Lepid. Het.
I. p. 40. PL XV. Fig. 5.
Sphecosoma angustata (Surinam); Mö seh 1er a. a. 0. XXVII.
p. 634. Taf. VIII. Fig. 2.
Syntomis Gaspia (Astrachaa; Grün oder blau-schwarz; Vrdrfl.
mit 6 weissen wie bei phegea gestellten Flecken, Hinterflügel mit 1
weissen Fleck; Hinterleib auf Segm. 1 oben mit einem dreieckigen
gelben Fleck, Segm. 5 auch nach unten vollständig gelb geringelt;
^^ 19— 23 mm); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 176; 3Ia-
soni PL LIII. Fig. 5, disrupta Fig. 5, Berinda Fig. 6, albifrons
Fig. 6 (üpp. Tenasserim); Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1878.
p. 845.
Lithosiidae. A Revision of certain Genera of European
and Asiatic Lithosiidae, with characters of new Genera
and Species giebt F. Moore in den Proc. Zool. Soc. 1878. p. 3 £f.
PL I— HI. Bei der Unterfarailie der Hypsinae wird bemerkt, dass
alle Glieder derselben in beiden Geschlechtern einen Stridulations-
apparat besitzen, der in einer ovalen Höhlung mit vorragendem
oberen Rande auf der Unterseite der Vorderflügel (an deren Innen-
rande) und einem Fleck rauher Schuppen auf der Oberseite der
Hinterflügel (an deren Vorderrande) besteht. Die neuen Arten sind
z. Th. auf den Tafeln mit bekannter Eleganz abgebildet. Es sind
dies: Hypsa Canaraica (Canara), sericea p. 3; Dam^dis coneana {ibid.)
p, 4; Digama similis (Himalaya), figurata (Burmah); Calpenia Kha-
siana (Khasia Hills) p. 5; Neochera heliconoides (LuQon) p. 6; Ma-
crobrochis leiieospüota (Assam), nigrescens (Bengalen); Paraona
(n. g. für Crambomorpha spiendens Butl.) p. 8; Sidyvaa apicalis (Dar-
jeeling) PI. 1. p. 9; Churinga (n. g. für Lithosia beema Moore
und) rufifrons (ibid.) Fig. 12; Vamuna (n. g.) maculata (ibid.) Fig.
5, bipars (ibid.) Fig. 11. p. 10; Mahavira (n. g.) flavicollis (ibid.)
Fig. 3. p. 11; Koraioa (n. g.) pallida (ibid.); Hesudra (n. g.) di-
visa (ibid.) Fig. 4. p. 12; Ghoria (n. g.) albocinerea (ibid.) Fig. 10,
sericeipennis (ibid.); Chrysaeglia ferrifasciata (Nepal) Fig. 6. p. 13;
Simareea (u. g. für Lithosia basinota Moore) p. 14; Tarika (n. g.
für L. varana Moore und) nivea (Darjeeling); Brunia (n. g. für
Lith. antica Walk etc.); Gandhara (n. g. für L. serva Walk.) p. 15;
Collita (n. g.) lilacina (Yuuan), parva (Darjeeling) PL I. Fig. 13.
p. 16; Katha (n. g. für L. nigrifrons Moore und) terminalis (Dar-
jeeling) Fig. 14, cucullata (Andaman) p. 17; Manulea Galamaria
(Himalaya); Systropha dorsalis (Darjeeling) p. 18; Gapissa (n. g.
für Lith. iunotata Butl. und) auriflava (Nepal), pallens (Darjeeling)
PL II. 3. p. 19, flavens (Kashrair), fasciata (Ceylon); Dolgoma (n. g.
für Lith. angulifera Feld, und) brunnea (Darj.) Fig. 8, p. 20; Mi-
124 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
thuna (n. g.) quadriplaga (Darjeoling) Fig. 9; Cossa quadrisignata
(ibid.) Fig. 10, pallida (Himalaya) p. 21, hrunnea (Darj.) Fig. 11;
Banghana (n. g.) punctata (Calcutta) Fig. 12; Tegulata hasistriga
(Ceylon) Fig. 5. p. 22, protuberans (Darj.) Fig. 6; Nishada (n. g.)
flabrifera (Calcutta) p 23; Toulisna tenuisigna (Öikkim) Fig. 13;
Macotasa (n. g. für Oecophora biplagella Walk. Ms. Fig. 14) p.24;
Zadadra (n. g. für Lith. distorta Moore) p. 25; Prabhosa (n. g.)
venosa (Darjeeling) Fig. Iß, flavicosta (Cherra Punji) Fig. 17, costalis
(China) p. 26; Gampola (n. g.) fasciata (Ceylon) Fig. 18; Bizone
bellissima (Masuri) PI. III. Fig. 13. p. 27, coccinea (Sikkim) Fig. 14,
alba (JSord-China); Barva (n. g. für Cj'-cnia punctivaga Walk.) p. 28;
ßarsine gloriosa (Khasia H.) Fig. 16, punicea (Darj.), inflexa (ibid.)
Fig. 17. p. 29; Lyclene ruhricosa (Bombay) Fig. 1, Ärtocarpi (Darj.),
radians (ibid.) Fig. 2. p. 30, delicata (ibid.), prominens (Khasia H.)
Fig. 3, zebrina (Calcutta) Fig. 4, palmata (Bengalen) Fig. 5. p. 31,
interserta (Darj.) Fig'. 6, obsoleta (ibid.) Fig. 7, discistriga (ibid.)
p. 32, spilosomoides (Indien), indistincta (Darjeeling) Fig. 9 ; Aeraene
■maculifascia (ibid.) Fig. 10. p. 35, sinuata (Cherra Punji) Fig. 11,
subcinerea (Indien), modcsta (Formosa), tenebrosa (Bombay) ; Setina
punctüinea (Ceylon) p. 34, discisigna (Cherra), nebulosa (Darjeeling);
Setinochroa aurantiaca (Khasia IL) Fig. 12, pallida (Maupiri) p. 35,
postica (Dhurmsala); Nndaria fasciata (Darj.) p. 36. Lithosia alba;
Miltochrista decussata, sinica; Setina albosericea; Setinochroa san-
guinea; n. A. von Shanghai; derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 87 f.
On the Lepidoptera of the Family Lithosiidae, in the Collection
in the British Museum; By A. G. Butler, Tr. Ent. Soc. Lond. 1877.
p. 325 ff. PI. VIII.
Maenoleiicura (n. g.) a7iomala ; Lygrotes {n. g.) arctipennis
(Amazon.); Butler, Tr. E. S. Lond. 1878. p. 57.
Melanaema (n. g. Miltochristae affine, diftert antenuis late
pectinatis) venata] Miltochrista pulchra, calamina, aberrans, rosaria
(Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 396, 397.
Pitasila (n. g. Nychthemer.) leucospilota (Andaman Isl.);
F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 599. PI. LIX. Fig. 7.
Dondera (n. g. Nychthemer.) alba (Ceylon); Moore, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 344.
Möschler beschreibt in den Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien.
XXVII, folgende neue Arten von Surinam: Brachyglene tmiformis,
Phaeochlaena obtecta p. G57. Taf. IX. Fig. 26; Campylona (n. g.)
bicolor p. 659. Fig. 27; Eudoliche (u. g.) vittata p. 660. Fig. 28.
Callatalmis (n. g. für Lycomorpha coleoptrata Wlk., Epa-
tolmis n. g. für Atolmis japonica Wlh. p. 348; Chrysaeglia n. g.
für Lithosia magjiifica Wlh. p, 350; Chrysor(r7i)abdia n. g. für
im Gebiete der Arthropodt-n während der Jaliro 1877 — 78. 125
Lithosia viridata WlTc. p. 357; Callamidia n. g. für Lithosia hirta
Wlk. p. 358; PI. VIII. Fig. 4; Tigrio'ides n. g. für Setina alterna
WlTc. p. 359. Fig. 18; Tatargina (n. g. für Deiopeia picta Wllz.
und) formosa (S. China) p. 360; Leptidule (n. g. für Ameria in-
tegra WIU. und) sorida (Sta. Martha) p. 369; Stenelopsis (n. g.)
exposita (Para) p. 375. Fig. 13; Pteroodes n. g. für Lith. lon-
gipennis Wlk. p. 376. Fig. 20; Butler, Tr. Eut. Soc. Lond. 1877.
Daphoenura (n. g. bei Eucharia) fasciata (Madagascar);
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) II. p. 457.
Cisthene niveata (Espiritu Santo); Maepha c?^■f^s (ibid.); Bar-
sinella (n. g.) mirdbilis (ibid.); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 384 f.
Hylemera (n. g. Nychthemerid.) tenuis (Madagascar); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 294; Fsychogoes (n. g.) ater-
rima; Psychostrophia (n. g.) melanargia (Yokohama); derselbe,
ebenda (4) XX. p. 401. '
Pterodecta (u. g. für Cleosiris Felderi, anchora und) gloriosa;
Eugoe grisea (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 399.
Cisthene minuta (Sta, Martha); Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
p. 327; sanguinea, rhodosticta (Amaz.); derselbe, ebenda 1878.
p. 54.
Tdchomia strigosa (Espiritu Sto) ; Butler, Tr. Ent. Soc. Lond.
1877. p. 328.
Maepha plicata p. 328, sesapina p. 329 (Espir. Sto); Butler,
Tr. E. Soc. Lond. 1877; lacteata, aiirea (Amazon.); derselbe,
ebenda 1878. p. 54.
Talara coccinea (Yilla Nova); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond,
1877. p. 329.
Phaeochlaena sölilucis (Amazon.) Butler, Tr. Ent. Soc. Lond.
1878. p, 62.
Josioides fallax (Bras.), variana Wlk. mscr. (Parä) p. 321,
indecisa, inconstans, ohscura (ibid.) p. 332; Butler, Tr. Ent. Soc.
Lond. 1877; sexmacidata (Parä), purpurata (Amazon.); derselbe,
Illustr. Lep. Het. I. p. 54 ff. PI. XIX. Fig. 4, 5.
Pallene elegans (Austr.) p. 334, gracilis (Sydney) p. 376; Butler,
Tr. E. S. Lond. 1877.
Eutane macidäta (Austr.); derselbe e))enda p. 335.
Ovios laminifera (Madagascar); Saalmüller, Ber. über die
Senckenb. naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 91.
Tigridoptera rotundata (Queensl.); Butler, E. M. M. XIV.
p. 108.
Nepita aegrota, ocliracea, limhata (Indien); Butler, Tr, E. S.
Lond. 1877. p. 336.
126 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Roeselia antennata p. 57, Snelleni p. 58 (Amaz.); Butler, Tr.
E. S. Lond. 1878.
Ruscino arctifascia (Honduras; = R. menea Wlk. nee Drury);
Butler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 330.
Eudoliche achatina, sordida (Amaz.); Butler, Tr. Ent. Soc.
Lond. 1878. p. 55.
Ma^crohrochis strigilata (Madagascar); Saalmüller, Ber. üb.
d. Senckenb. naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 91.
Eustixis minima (Amazon.); Butler, Tr. Ent. Soc. London.
1878. p. 55.
Cypra margine-punctata (Madagascar); Saalmüller, Ber. üb.
d. Senckenb. naturf. Ges. 1877—1878. p. 92.
Bizone amäbilis (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 397; javanica (Java; = puella Moore nee Drury),
pallens (N.-Indien), perversa (Sarawak); Butler, Tr. E. S. London.
1877. p. 338.
Sozuza argentea (Madagascar); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (5) II. p. 457.
Barsine trivittata (Andaman IsL); Moore^ Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 597; (Hypocrita) indusa (Sumatra); Snellen, Tijdschr.
V. Ent. XX. p. 68. PI. 5. Fig. 2; calochroma (Cordova); derselbe,
Bol. Ac. Cördova. IF; exclusa (Sarawak), mactans (Darjeeling); But-
ler, Tr. E. S. Lond. 1877. p. 340.
Ammatho roseororatus (Sarawak) p. 341, carnipicta p. 342,
fuscescens (Mongolei), Jiieroglyphica (Sarawak) p. 343; Butler, Tr.
E. S. Lond. 1877.
Sesapa andamana (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 597; complicata (Sarawak) p. 344, ichorina (Naial),
erubescens (N.-China) p. 345; Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
Dyphlebia elegans (Abyssinien), tricolora (Arn); Butler, Tr.
E. S. Lond. 1877. p. 347.
Lithosia aegrota p. 3!)7, adaucta, pavescens (Hakodadi), laevis
(Yokohama) p. 398; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Ilist. (4) XX; chilo-
morplia (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX. p. 67. PI. 5.
Fig. 1; fraterna (Tasmanien) p. 349, Saravacana (Sar.; = antica
Wlk.) p. 350, decreta (Saraw.) p. 351, innotata Wlk. mscr. (Nepal)
p. 352, jSTm^cZoyi (Madagascar), puncticolUs (Sarawak) p. 353; Butler,
Tr. E. S. Lond. 1877.
Teulisna Uplagella (Sarawak), Bertlia (Java); Butler, Tr. E.
S. Lond. 1877. p, 355.
Oeonistis dives (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 398.
Crambomorpha splendens (Bombay); Butler, Tr. E. S. Lond.
1S77. p. 357.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78, 127
Stenoplastis venata (Esp. Santo); Butler, Tr. Ent. Soc.Lond.
1877. p. 359.
Digaraa fasciata (Ceylon) p. 362, marmorea (N.-Austr.) p. 363 ;
Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
Argira fiotata (Indien); derselbe ebenda p. 365,
Eudule sayiguinea (Para?); Butler, Tr, Ent. Soc. London.
1877. p. 368.
Setina accepta (Sarawak); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond. 1877.
p. 369.
Aemene fasciata (Yokohama, Hakodadi); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 399; sordida (S.-Indien); derselbe, Tr.
E. S. Lond. 1877.
Eugoa grisea (Japan); derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 399.
Nola dardoinula (Marseille); Milliere, Icon. III. p. 172. PI.
CXYII. Fig. 1, 2; sexmaculata (Canada); Grote, Canad. Ent. IX.
p. 235.
A. G. Butler giebt eine Revision ofthe Lepidopterous
Genus Gleis with Descriptions of the New Species: C. arctata (Ke
Isl.), propinqua (Celebes, Ternate) p. 394, fasciata (Ternate), aruana
(Aru)p. 395; einschliesslich der neuen enthält die Gattung 10 Arten;
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 393 ff.
Lama striata; Gaugamela ßgiilina (Espir. Santo); derselbe,
lllustr. Lep. Het. L p. 55. PI. XIX. Fig. 7.
Hyrmiaea Traili (Amazon.); Stenele calida (Peru); derselbe
ebenda p. 56. Fig. 9, 3.
Pitasila Moolaica (Tipp. Tenasserim); Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 847. PI. LIII. Fig. 10.
Gogane ocJirea (Madagascar); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) n. p. 459.
Aletis tenuis (Zanzibar), variabilis (Angola); Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1878. p. 385 f.
Helicomitra (n. g. Hyps.) pulchra (Madagascar); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) IL p. 458.
Hypsa Andamana PI. LIX. Fig. 6, venalba (Andaman Isl.);
Philona einer ascens; F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 598.
Hypsa zehrina (Formosa); A. G. Butler, ebenda p. 815.
Agylla mira (Amazon,); Butler, Tr. E. S. Lond. 1878. p. 58.
PI. III. Fig. 2.
Caryatis syntomina (Old Calabar); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) II. p. 456.
Cyclosia sylpharis (Albemarle Isl., Galap.) p. 87; imiformis
(Sarawak; dunkelbraun, grünlich angeflogen wie in C. panthera, doch
ohne Spur des weiss gefleckten Randes; Spannung 2 Zoll); Mimeu-
128 Bertkau: Bericht üb. 1ä. Wissenschaft!. Leistungen
ploea (n. g. Chalcos.) Ehadamantlia (ibid.); A. G, Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 169 f.
Cyclosia nigrescens (Andam. Isl.); F. Moore ebenda p. 600.
Amesia 2)exifascia ^ (Malacca); A. G. Butler, Journ. Linn.
Soc. XIII. Zoology. Nr. 67. p. 115.
Erasraia sangaica (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 86.
Chalcosia Diana (Formosa); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 815; nymplia (Hainan); F. Moore, ebenda 1878.
p. 704.
Euschema Anäamana {Andaman Isl), Boepstorfß; F. Moore,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 569 f.; excubitor, aurüimbata (Upp.
Tenasserim); derselbe, ebenda 1878. p. 846.
Pidorus atratus (Hakodadi) ; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 401.
Deilemera signata (Darnley Isld.); Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 386.
Pompelon ampUatum (Celebes); Proc. Zool. Soc. Lond. 1878.
p. 387.
Eterusia cingdla (Ceylon); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 343.
Auf Phalaenae flaveolata Gram, gründet Butler Pa-
chosia n. g. Melamer., verwandt mit Micropus, aber subcostalis der
Hinterflügel ungestielt vom Ende der Zelle entspringend; Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 128.
Mitradaemon (n. g. prope Sagarim) velutinum (Amazou.);
Butler, Tr. E. S. Lond. 1878. p. 60. PI. HL Fig. 1.
Ephialtes basalis (Amazon.); derselbe ebenda p. 59.
Scotura venata, auriceps (Amazon.); Butler, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 60. I
Josia tetiuivitta (Parä); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond. 1878. '
p. 61.
Arctiidae. Atyphopais (n. g. Eucereonti affine) modesta
(Amazon.); Langucys (!) n. g. Glanyco affine, für Glanycus nigro-
rufus Wlk. p. 49; Fsychophasma n. g. prope Phaegopteram, für
Halesidota albidator Wllc. p. 51; Butler, Tr. E. S. Lond. 1878.
Ättatha n. g. für Hypercompa regalis Moore; Moore,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 847.
Chlanidophora (n. g., von Euprepia durch die 2 Sporen
der Hinterschienen und unbewimperten Fühler, von Arctia durch
den Besitz einer Klaue am Ende der Vorderschionen und die ein-
fachen Fühler unterschieden) pairt</iafa (Patagonien) ; C. Berg, Bull.
Soc. Imp. Natur. Moscou. LH. 3. p. 11. — Durch Zucht der ge-
flügelten J" der früher (s. d. Ber. 1877. p. 317 (349)) als (Bomb.) ^
descrticola bezeichneten Art ist es jetzt möglich, die Gattung näher
im Gebiete der Artbropodeu während der Jahre 1877 — 78. 129
zu bestimmen ; es ist dies die bisher nur aus der alten Welt bekannte
Gattung Ocnogyna Led. — Trichosoma Ramb.; die Art hat also zu
heissen Ocn. deserticola; ebenda p, 13 und Ann. Soc. Cient. Argent.
IV. p. 95 ff.
Heliura luctuosa (Paramaribo) p. 642; Acridopsis Thyshe p. 643.
Taf. VIII. Fig. 14, virescens p. 644. Taf. X. Fig. 53; Sciopsyche
hractea p. 645. Taf. VIII. Fig. 15; Eucereon Äcris p. 647. Fig. 16.
(conjunctum p. 649), lutulentum p. 650. Fig. 18, minutum Taf. IX.
Fig. 19, flavofasciatiim p. 651. Fig. 20; Pseudeuceron (! n. g.) für
Lymantria eleuthera (Gram.) Walk. p. 652; Malabus ^aien<^MS p. 653.
Fig. 21; Sycliesia (n. g.) fimhria p. 654. Fig. 22; Tricypha (n. g.)
furcata p. 655. Fig. 23; Mö seh 1er, a. a. 0. XXVII.
Metriophyla n. g. für Charidea apicalis II. S. p. 43; Epi-
scepsis (n. g. prope Scepsim) venata (Rio Jutahi) p. 49. PI. XVI.
Fig. 7; Hoplarctia (n. g. Heracleae affine, für Ammalo nantana
Walk. p. 54; Butler, 111. Lep. Het. I.
Piona calopteridia (Venezuela, „Mimics of the Coleopterous ge-
nus Calopteron"); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 381;
AplenusjpMrMs(Abyssinien); Teracotona (n. g., all. to Phragmatobia,
but with longer and narrower primaries etc.) roseata (Natal) p. 382;
Phaos vigens (Tasmanien), nigriceps (Victoria), notattim (Sydney) p.
383, nexum (Victoria), lacteatiim (Moreton Bay) p. 384; derselbe
ebenda.
Thanatarctia (n. .g.) infernalis (R2ikodia.di) -p. 395; RTiypar-
iodes (n. g.) nebulosa (Yokohama, Hakod.) p. 396; derselbe, Ann.
a. Mag. Nat. Eist. (4) XX.
Hyalurga modesta p. 663, Taf. IX. Fig. 29, transita Fig. 30;
Hyrmina Beroea p. 664 Fig. 31, Fatima p. 665; {Pseudapistosia
n. g. für Apistosia Umber p. 666; Senia n. g. für S. Astur Cr. p. 667);
HaJ|sidota testacea Fig. 32, sobrina Fig. 33. p, 668; n. A. aus Su-
rinam; Möschler a. a. 0. XXVII.
Die Remarques sur une nouvelle Chenille aquati-
que und Descriptions de deux nouveaux Lepidopteres de la famille
des Arctiadae (Palustra azollae et P. tenuis) von C. Berg in den
Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 183 ff. und 189 ff. sind eine französische
Uebersetzung der früheren Mittheilung desselben Autors; s. d. Ber.
1877. p. 317 (349).
Berg beschreibt die Zucht von Palustra Burmeisteri und ar-
gentina, die nur bei Anwendung fliessenden Wassers gelang, Stett.
Ent. Zeit. 1878. p. 221 fi\ mit Nachtrag zu P. Burmeisteri p. 287
und lässt die Diagnosen seiner 4 Palustra-arten neben einander er-
scheinen in dem Bull. Ent. Fr. 1878. p. XXI. (P. Burmeisteri, Ar-
gentina, tenuis, Azollae.)
Creatonotus contimmtus (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (4) XX. p. 344.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. J
130 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistnngen
Heliura gnoma, lamia; Butler, Illustr. Lepid. Het. I. p. 44.
PI. XVI. Fig. 2, 3.
Telioneura hrevipennis (Rio Purus); derselbe, ebenda p. 45.
Fig. 9.
lieber die geographische Verbreitung von Deiopeia pulchella
s. Ent. Nachr. 1878. p. 252, 30O; V^ürttemb. naturw. Jahreshefte.
1876. p. 468.
D. pura (Bras., Guatera., Galapagos) p. 360, thyter (Punjab)
p. 361; Butler, Tr. E. S. Lond. 1877.
Arctia orientalis (Kashmir); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 280.
Spilarctia imparilis (Yokohama) p. 394, mollicula (Hakodadi)
p. 395; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX.
Die Erziehung hochalpiner Euprepien (E. Quenseli,
flavia) ist nach Frey in den Mitth. Schweiz, ent. Ges. IV. p. 469 in
der Ebene keine Unmöglichkeit; man füttere die Raupen mit ab-
gewelktem Futter und halte sie im Zimmer, oder, wenn sie im
Herbst zu fressen aufhören, im Keller.
E. phaeosoma (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 395.
Areas virginalis (Madagascar) ; Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) II. p. 456.
C. Crüger beschreibt in sehr ausführlicher Weise eine Aber-
ration von Spilosoma lubricipeda, die sich durch die Gestalt der
Flügel, namentlich aber durch Stellung, Zahl und Gestalt der schwar-
zen Flecken auf beiden Flügeln auszeichnet. Derselbe ist geneigt,
die als aberr. Zatima bezeichnete Form von Sp. lubr. für eine eigene
Art anzusehen, deren angebliches Vorkommen in Surinam auf einer
Verwechselung beruhen könnte. Verh. Ver. naturw. Unterh. Hamb.
II. Bd. p. 136 ff.
Eier und die auf verschiedenen Arten von Lupinus lebenden
Larven von Sp. vestalis Pack, beschrieben von Edwards, Proc.
Calif. Ac. Sei. Vn. p. 22.
Sp. mandarina, liowgua^ eruheseens (Shanghai); Moore, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 88 f.
Alpenus biseriatus (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 596; flammeölus (Chekiang); derselbe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 89.
Motada juruana (Amaz.); Butler, Tr. Ent. Soc. London.
1878. p. 53.
Hydrias murina, rivülosa (Surinam); Mö schier, a. a. 0.
XXVII. p. 675. Taf. XX. Fig. 38 und 39; fasciolata, morosa, (di-
stincta) p. 81, melanchoUca, erebina p. 82, terranea p. 83 (Amazon.);
Butler, Tr. E. S. Lond. 1878.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 131
Phaegoptera suUilis (Amazon.); Butler, Tr. Ent. Sog. Lond.
1878. p. 51.
Pionia notata (Rio Jutahi); Butler, Tr. Ent. Soc. London.
1878. p. 45.
Cincia pallida (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. London.
1878. p. 484.
Ei und Larve von Halesidota Edwardsii Pack, beschrie-
ben von Edwa^rds, Proc, Calif. Acad. Sei. VIT. p. 21; derselbe
beschreibt ebenda p. 128 f. eine Varietät der Raupe von H. Agassizii.'
H. himcwulata (Portorico); Dewitz, Mitth. Münch. 1877. p. 95 ;
aenone (Amaz.); Butler, Tr. Ent. Soc. London. 1878. p. 50. PI. IIL
Fig. 3.
Milionia Lysistrata (Neu-Guinea) ; Kirsch, Mitth. k. Mus.
Dresden. L p. 131. PI. VIL Fig. 4.
Acridopsis pusüla (Braga) p. 44, liicis (Rio Jutahi) p. 45 ;
Butler, Tr. E. S. Lond. 1878.
Androcharta claripennis (Jutahi); Butler, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 46.
Neaera Ehenaui (Madagascar); Saalmüller, Ber. üb. d.
Senckenb. naturf. Gesellsch. 1877—78. p. 92.
Automolis zeuzeroides (Rio Purus) p. 46 PI. XVI. Fig. 8;
Epanycles stellifera (Rio Jutahi) p. 48 Fig. 10; Scepsis trifasciata
(Rio Purus) p. 49 Fig. 11; Eucereon marmoratwm, compUcatum
(Rio Juruä), recticulaium (Rio Jutahi) p. 50, arenosum (Rio Madeira);
Neritos ohscurata (Prainha); Elysius optimus (Rio Juruä) p. 51;
Zatraphes Traili (ibid.), paradisea (Rio Jutahi) p, 52; Heraclea
commixta (Guatemala) p. 54; Butler, Illustr. Lep. Het. I.
Hepialidae. Hepialus laetus (Manglis, Cauc; Vorderflügel liclit-
braun mit drei weisslichen Costalflecken ; Basalhälfte der Sabcostal-
rippe und gegabelte Basal- und Aussenquerlinie weiss; ^ 28—33 mm;
etwa = Sylvini L. var.?); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1877.
p, 177; excrescens, aemulus (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Bist. (4) XX. p. 482; SequoioluSy Mendocinolus p. 174, Barotii, Lenzi
(Calif.); Behrens, Canad. Ent. VIIL
Phassus sinensis (China); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Eist.
(4) XX. p. 94.
Pharmacis lagopus (Surinam); Mose hier, a. a. 0. XX VIT.
p. 670. Taf. IX. Fig. 34.
Charagia Hectori (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 380; Porina Enysii (ibid.); derselbe, ebenda
p. 381. PI. XLH. Fig. 7.
Cossidae. Nouvelles observations sur la chenille du
Cossus ligniperda F. Par M. le cap. Xambeu; Pet. Nouv. II.
p. 211; s. auch p. 194.
132 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
C. nanus (Colorado); Strecker, Proc. Acad. Pliilad. 1876.
p, 151; centerensis (Center); Lintner, Canad. Ent. IX. i). 129.
Rogen hofer beschreibt die in Gestalt, Färbung und Geruch
einer einjährigen Raupe von Cossus ligniperda gleichende Raupe
von Endagria ulula Bkh. (pantherina Hb.), die in Zwiebeln von
Allium flavum lebt. Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVI. p. 86 f.
Die Larve von Zeuzera Aesculi lebt auch in Castanea
vesca; E. Perris, Bull. Soc. Linn. Lyon. XXIII. p. 415. (Referent
erhielt sie auch aus Pyrus malus.)
Z. nigra (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 348; cretacea (Madagascar) ; Butler, ebenda, (5) II. p. 463.
Hypopta BeibelU (Algier); Oberthür, Etud. Ent. I. p. 40.
PI. I. Fig. 1.
Cochliopodae. Asbolia sericea (Fühler, Palpen und der übrige
Körper lichtrostbraun; Vorderflügel glänzend lehmgelb, Wurzelfeld
durch undeutlich begrenzte rostbraune Längsstreifen angefüllt, ein
gleichfarbiger Bogenstreif zieht von der Flügeispitze zur Wurzel
des Innenrandes; Fransen lehmgelb) p. 671. Taf. X. Fig. 36; Euli-
macodes (n. g. ; von Liraacodes verschieden durch: Fühler der
J^ mit starken, kurz und dicht bewimperten Lamellen ; der ^ stumpf
gezähnt, . . . auf den Vorderflügeln entspringen Rippe 7 und 8
neben einander aus der Vorderecke der Mittelzelle, aus 8 entspringen
9 und 10; auf den Hinterflügeln entspringen 6 und 7 mit gemein-
schaftlichem Stiel) distincta p. 672. Fig. 87; n. A. aus Surinam;
Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVIL
Staetherinia n. g. für Oxytenis semilutea Walle, p. 73;
Neomiresa (n. g.) rufa (S2o Paulo) p. 74; Butler, Tr. Ent. Soc.
Lond. 1878.
Sisyrosea (n. g. für Limacodes inornatus Grote u. Roh. und)
Nasoni (Virgin.); Grote, Canad. Entom. VIII. p. 112.
Phrixolepia (n. g.) sericea (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 476.
Parasa tessellata, Sinica (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 93; incisa (Texas); Harvey, Canad. Entom.
vm. p. 5.
Miresia pallivitta (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 93; amazonica (Rio Javary); Butler, Tr. E. S. L.
1878. p. 73.
Belippa ferruginea (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 348.
Setora Sinensis (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 93.
Limacodes latornia (Texas); Harvey, Canad. Ent. IX. p. 75.
LagoaZrw^i (Porto Rico, Columbien); Dewitz, Mitth.Münch.
I. p. 95.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 133
Thosea cervina (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 348.
Natada sericea (Amazon.); Butler, Tr. Ent. Soc. London.
1878. p. 75.
Talima latescens (Rio Jutahi); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond.
1878. p. 75.
Siculidae. Ebauche d'une monographie de la famille
des Siculides. Par A. Guonee. Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 275.
Guenee bespricht zuvörderst die verschiedenen Ansichten, die hin-
sichtlich der systematischen Stellung dieser Familie Platz gegriffen
haben und hält vorläufig, bis eine vollständige Kenntniss der Larven-
zustände dieser Familie ein gegründetes ürtheil ermöglicht, seine
Ansicht noch für die richtigste, nach welcher die Siculiden zwischen
Thyriden und Ilepialideu Platz finden, welche letztere mit ihnen
durch Leto Venus Cr. verknüpft sind. Die Familie wird in 3 Unter-
familien, Pachythyriden, Strigliniden und Siculiden s. str. eingetheilt,
von denen die letztere die bei weitem umfangreichste ist. Im Gan-
zen sind Pachythyriden 4, Strigliniden 11, Siculiden 37 Arten auf-
geführt, darunter folgende neu: Mathoris crepuscula (Amaz.) p.283;
Strigiiua lineöla (Bengalen), australina (Austr.) p. 284, clathrula
(?) p. 285, scallula (Brasilien) p. 286; Bhodoneura minicula {ChhiB.)
p. 288; Siculodes virginula (Bras.) p. 289, eupithecula (Cayenne)
p. 291, unitula (Bras.) p. 292, avicula (ibid.) p. 293, mediula (ibid.)
p. 295, serptäa (ibid.) p. 296, frondicula (ibid.) p. 299, plagula (Ma-
dagascar) p. 300, vittula (China) p. 301, nidlula (Bio Janeiro) p. 302.
Rbodoneura reticulalis, tetraonalis PL LX. Fig. 10, marmorealis
(Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 616 f.
Psychidae. Chalia n. g. für Oiketicus Doubledayi Westw.;
Manatha (n. g.) albipes (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 345 ff.
MaJiasena (n. g.) Andamana (Andaman Isl.); F. Moore,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 602.
Psyche Turatii (Lombardei; ^ Flügel glänzend, durchsichtig
schwarz; Fühler lang und dick, lang gekämmt, gelbbraun glän-
zend; Leib schwarzgrau behaart, 16 — 19 mm, ^ madenförmig . . .
Sack konisch, aus kurzen, quergelegten Stengelchen gebaut, wie der
der Viciella oder Viadrina): Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1877.
p. 178.
P. unicolor (schon Hufnagel stellte eine P. unicolor auf;
Neu-Seeland; einfarbig grau, die Vorderflügel mit etwas mehr brau-
nem Anflug als die Hiutertiügel, und mit schwärzlichem Costalrande;
Hinterflügel fast glasheil; Körper mit langen, wolligen Haaren be-
kleidet; exp. 1 Zoll); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877.
p. 381 ; auch der Raupensack ist beschrieben.
Ps. Surinamensis (Surinam; etwas kleiner als villosella; Vor-
134 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
derflügel mit geradem Saum und schärferer Spitze, etwas breiter als
bei jener Art); Mö schier, a. a. 0. XXVII. p. 669; coniferella,
fragmentella (Calif.); Edwards, Proc. Cal. Ac. Sc. VII. p. 142; sü-
phella (Cannes); Milliere, Jcon. IIL p. 204. PI. CXXII. Fig. 1—5.
Oiceticus Davidsonii (Mt. Diablo, auf Castaneopsis chrysophylla
Dougl.), die eigenthümlichen, an den Stengel angehefteten Puppen-
gehäuse sind abgebildet; Edwards, Proc. Calif. Acad. Sei. VII.
p. 142; Geyerii (Patagonien; ^ griseo-fuscus, dense pilosus; alis
pellucidis squamis fuscis parce conspersis, venis pallido-luteis ; exp.
44 mm; habitaculum larvae coriaceum, fusiforme (? Script, fucif.),
ramulis nullis obtectum); C. Berg, Bull. Sog. Imp. Nat. Moscou.
LH. 3. p. 13 ff. und An. See. Cient. Argent. IV. p. 98 ff.
♦ Milliere beschreibt und bildet ab Fumea nudella Ochs. var.
(?) vestalis ^ p. 63. PL I. Fig. 4, subflavella ^ $ nebst Raupe
Fig. 5— 7; Epichnopteryx Mentonella ^ (Menton, Seealpen; E. pullae
similis, evidentius major; alis superioribus apice minus acutis, an-
tennis crassioribus, colore fuliginoso differt; 9 mm) p. 64. Fig. 8.
Ann. Soc. Ent. Belg. XX. PI. I.
Fumea prowM&eWa (Java) ; Snellen, Tijdschr. Ent. XXI. p. 130.
PI. 7. Fig. 1—6.
Liparidae. Apterogynis n. g. für Orgyia antiqua und go-
nostigma; Guenee, Statistique Scientif. du Depart. d'Eure-et-Loire.
Lepid. p. 78.
Pachylaelia (n. g.) translucida p. 63; Sulychra (!n. g.
Archylo affine) argentea p. 64; Butler, Tr. E. S. Lond. 1878.
Artaxa citrina, cervina (Ceylon); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (4) XX. p. 845; intensa (Yokohama); derselbe, ebenda
p. 402.
Area Jonasii (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Eist.
(4) XX. p. 302.
Chaerotricha decussata (Ceylon); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. (4) XX. p. 355; mirifka (Old Calabar); Butler, ebenda (5)
IL p. 458.
Pantana Sinica (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Bist.
(4) XX. p. 92.
Cavira cygna (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1878. p. 601.
Redoa flavescens, sericea (Andaman Isl.); F. Moore, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 600; alba, Sinensis (Shsinghai); derselbe,
Ana. a. Mag. Nat. Eist. (4) XX. p. 92.
Laelia venosa (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 601; sangaica (Shanghai); derselbe, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (4) XX. p. 92.
Orgyia Pau-La Croixi (Algier); Oberthür, Etud. Entom.
I. p. 41. PI. IE. Fig. 5.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877— 78. 136
Leucoma auripes (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 402; impressa (Java); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent.
XX. p. 8. PI. I. Fig. 1.
L. Salicis L. var. Sohesti; (Capronnier, CR. Ent. Belg.
1878. p. CC.
Weit hofer macht einen sogenannten halbierten Zwitter von
Ocneria dispar bekannt (rechte Hälfte $, linke ^); Sitzber. Naturf.
Ver. Brünu. XV. 1. p. 39.
Euproctis discinota (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 601; hargalika, lactea (Kargalik, Yarkund); der-
selbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 231; incompta de Haan i.
1. (Java) p. 9. PI. I. Fig. 2; nibiginosa (ibid.) p. 10. Fig. 3, Mülleri
Voll. i. 1. (ibid.) p. 13. Fig. 5, 6; Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX.
Morasa Jjorimeri (Natal); Butler, Proc. Zool. Soc. London.
1878. p. 387.
Porthesia fumosa (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX.
p. 69. PI. 5. Fig. 3, 4.
Carama virgo (Parä) p. 203, plumosa (Santarem) p. 204; But-
ler, eist. Ent. II.
Trichetra fraterna (Moreton Bay), stibosoma (N. S. Wales);
derselbe ebenda.
Carama pura (Rio Juruä); Butler, Tr. Ent. Soc. London.
1878. p. 64.
Archylus iiigrisparsus (Amsizon.); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond.
1878. p. 64. PI. III. Fig. 8.
Anaphe ambrizia (Ambriz); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XIX. p. 462; venata (Old Calabar); derselbe, ebenda (5) IL
p. 459.
Dasychira mascarena (Madagascar) ; Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. II. p. 294; ampliata (Madagascar) p. 460; lunulata
(Yokohama); derselbe, ebenda (4) XX. p. 403.
Lymdintria, fiimida, aurora (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 402, 403.
Bombycidae. F. Moore beschreibt New Species of Heto-
rocerous Lepidoptera of the Tribe Bombyces . . . Shang-
hai; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 83 £f.
A. G. Butler bringt Description of (20) New Lepido-
ptera of the Group Bombycites in the CoUection of the
British Museum. Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 381 ff.
Äristhala (n. g. ,.allied to Ocinara and Ernolatia Walk.,
Trilocha Moore, and to Bombyx (B, moriL.)} Hainana; F. Moore,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 705.
Chrysopyga pellucida (Surinam; grösser als nuda; der ganze
Körper ockergelb behaart, die Flügel fast unbeschuppt, mit schwa-
136 Bertkau: Bericlit üb. d. wissenschaftl. Leistungen
eher ockergelber Bestäubung); Möschler, a. a. 0. XXVII. p. 675;
(Lagoa) Krugii (Portorico); Dewitz, Mitth. Münch. 1877. p. 95.
Hydrias murina, nebulosa (Surinam); Möschler, a. a. 0.
XXVII. p. 675. Taf. X. Fig. 38, 39.
Trabala cristata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 480; Stiimpfii (Madagascar) ; Saal mü Her, Ber. üb.
d. Senckenb. naturf. Gesellsch. 1877—1878. p. 93.
Odonestis excellens, superans, spectaoilis (Yokohama); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 481.
Die Raupe von Bombyx Populi L. von Pinus Larix geklopft;
54. Jahresber. Schles. Ges. vaterl. Cultur. p. 205.
B. canensis (Cannes; vielleicht Var. von B. populi) ; Milliere,
Cat. rais. d. Lep. Alpes-Marit. 3e partie. p. 293 und abgebildet in
den Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 5. PI. I. Fig. 9,10. (Nach Beliier
delaChavignerie in der That nur eine auch in Sicilien vor-
kommende Var. von B. populi L.; Ann. S. E. Fr. 1877. p. 367 f.);
B. Waringi Teysm. i. 1. (Java); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX.
p. 20. PI. II. Fig. 11.
Lebeda variegata (Ceylon); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 347; hadia, cervicolora (Madagascar); Saalmüller, Ber.
üb. d. Senckenb. naturf. Ges. 1877—1878. p. 94.
Oeona segregata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 482.
Anisota Heilighrodti; Harvey, Canad. Ent. IX. p. 110.
Oxicesta marmorea (Yarkund); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 231.
Ocha tn/rpis, exigua p. 83, paUida p. 84; Butler, Tr. E. S.
Lond. 1878.
Hemileuca Nevadensis; Larve (auf Weiden) beschrieben
von Edwards, Proc. Calif. Ac. Sei. VII. p. 23.
Artace rivulosa (Rio Negro); Butler, Tr. Ent. Soc. London.
1878. p. 84.
Dirphia jfa-yarma (Rio Javary); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond.
1878. p. 80.
Apha tychoona (Yokohama); Butler, E. M. M. XIV. p. 207.
Dreata Taooensis (Upp. Teaasserim); Moore, Pr. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 848. PI. LIII. Fig. 7.
Tagora murina (Ceylon); F. Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 347.
Edwards beschreibt das Ei und die auf Frangula Californica
und verschiedenen Rosa-arten lebende Larve von Pseudohazis
eglanterina Bdv. ; Proc. Calif. Acad. Sei. VII. p. 22.
Saturniidae. Gonimhrasia (n. g.) ohscura (Old Calabar);
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) IL p. 462.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. Ia7
Ceranchia (n. g.) apolUna (Madagascar); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (5) II. p. 461.
Kirby macht Notes on the African Saturniidae in the Col-
lection of the Royal Dublin Society; Trans. Ent. Soc. Lond. 1877.
p. 15 ff.
Mimallo incerta (Paramaribo); Mö schier, a. a. 0. p. 676
Taf. X. Fig. 40.
Perophora Traili% Bactriana (Amaz.); Butler, Tr. Ent. Soc.
Lond. 1878. p. 77.
Attacus Pryeri (Yokohama); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 388; perspicuiis (Old Calabar); derselbe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) IL p. 463.
A. Pernyi mit ausgeschweiften Flügeln; Bert kau, Sitzber.
Niederrh. Ges. Bonn. 1877. p. 32; über dessen Zucht s. Stett. Ent.
Zeit. 1878. p. 245.
Bunaea oUis (Calabar); Strecker, Lepidoptera p. 121; Äs-
lauga (Madagascar) p. 18, Thomsonii (Cameroons) p. 19; Kirby,
Tr. Ent. Soc. Lond. 1877.
Antheraea Atidamana (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 602; A. Bülitoniensis (Billiton Isl.); F. D. C.
Godman und 0. Salvin, ebenda 1878. p. 642; Laestrygon {Congo)\
Mabille, Bull. Ent. Fr. 1877. p. CLXXX; Hübneri (?); Kirby,
Tr. E. S. Lond. 1877. p. 20.
Actias ignescens (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1877. p. 602.
Caligula (japonica Moore, Imago) Jbwam (Yokohama) ; Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 479.
Jo Gayi Bd. = griseo-flava Phil., Lucasii Bdv. = erythrops
Blanch., amoena Bdv. = illustris Walker, brasiliensis Bdv. = bra-
siliensis Walk., scapularis Bdv. = Irene Cram. var.?, Coraesus Bdv.
= Liberia Cram. var.?; Berg, C. R. Ent. Belg. 1878. p. XXV.
Automeris serpina (Serpa, Amazon.); Butler, Tr, Ent. Soc.
Lond. 1878. p. 76.
Rhodia fugax (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat, Hist.
(4) XX. p. 480.
Eudaemonia Argiphontes Maasen i. 1. (Sierra Leone); Kirby,
Tr. Ent. Soc. Lond. 1877. p. 20.
lieber die (aus Afrika eingewanderte? jetzt aber) in der Sierra
de Guadarrama eingebürgerte Saturnia Isabella Graells s. Bastel-
b erger in der Stett. Ent. Zeit, 1878. p. 193 f.
S. Cynthia bei Strassburg im Freien; Eich hoff, ebenda p. 200.
W. ümgelter Hess Saturnia Pyri ^ durch S. Spini ^ be-
gatten und erzog die daraus sich entwickelnden Raupen bis zum
Falter, S. hybrida major 0.; Sitzber. naturf. Ver. Brunn, XV. 1.
p. 34; vgl. auch Termez. Füzet. II. p. 115.
138 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
S. flavida (Zambesi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XIX. p. 462; (Aglia) mendocino (Calif.); Behrens, Canad. Entom.
VIII. p. 149.
Tropaea gnoma (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 480.
Copaxa gemmifera (Ambriz); Butler, Proc. Zool. Sog. Lond.
1878. p. 387; discrepans (Old Calabar); derselbe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) U. p. 461.
Hyelosia nigricans (Carmen de Patagonas; H. falciferae affinis;
saturate nigricans, al. ant. striga submarginali indistincta; exp.
40— 50 mm); C. Berg, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou. LH. p. 18 und
Acta de la Acad. Nac. de Cienc. Exact. I. p. 657 ; Buenos-Aires. 1876.
A. Bau diagnosticiert in der Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 152
eine neue Varietät (Laponica) von Endromis versicolöra, die sich
durch Vorherrschen der schwarzen Zeichnung und überhaupt durch
dunklere Färbung auszeichnet; die Ptaupen dieser Varietät stammten
von Schw. Lappland.
Drepanolidae. Hypsomadius (r. g.) insignis (Yokohama);
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 479.
Spidia (n. g.) fenestrata (Old Calabar) ; Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) II. p. 460.
Drepana Japonica; Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist (4) XX.
p. 94; scabiosa (Yokohama); Butler, ebenda p. 458; fulvata (Java);
Sn eilen, Tijdschr. v. Ent. XX. p. 19. PI. IL Fig. 10.
Natural History of Drepana Sicula. By W. Bück 1er, E, M.
M. XIV. p. 1 £f.
Tagora murina (Ceylon) ; Moore, Ann. a. Mag. N. H. XX. p. 347.
Oreta turpis, calida, pulcliripes, calceolaria (Yokokama); But-
ler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 477, 478.
Notodontidae. Th. Goossens giebt eine Tableau analy-
tique zur Bestimmung der Raupen seiner Sammlung, die nur euro-
päische Arten zu enthalten scheint. Ann. Soc. Ent. Fr. 1877.
p. 329 £f. PI. 8.
Hupodonta (! n. g.) corticalis p. 475; Gonoclostera (n. g.)
latipennis; Gelastocera (n. g.) exusta p. 476; Peridia gigantea
p. 474; n. A, von Japan, zumeist Yokohama; Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX.
Galledema (n. g.) marmorea p. 65, sodalis p. 66. PI. III.
Fig. 7; Leptosphetta (n. g.) rabdina p. 67; Olceclostera (n. g.)
irrorata; Orthoclostera (n. g.) pecidiaris p. 70 (Amaz,); Butler,
Tr, E. S. Lond. 1878.
Litodonta (n. g. prope Heterocampam) hydromeli (Texas);
L. F. Harvey, Canad. Ent. VIH. p. 5, 109 f.
Ellida (n. g. prope Ptilodontam) gelida (Nordam.); Grote,
Canad. Ent. VIII. p. 125.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 139
Platyodonta strigata p. 683. Taf. X. Fig. 41; Eulopho-
pteryx (n. g.) splendens p. 684. Fig. 42; Pseudodryas (n. g.)
olivacea p. 685. Fig. 43; Heterocampa Surinamensis Fig. 44, herhida
Fig. 45. p. 686; Dasylophia lignicölor p. 687. Fig. 47; Syramerista
mus Fig. 47, diibia p. 689, hrunnea p. 690. Fig. 48; Phedosia (n.
g.) turbida p. 691. Fig. 49; Euxoga (n. g.) argenteo-punctata p. 692.
Fig. 50; {Hippia n. g. für H. Mumetes Cr. p. 693, Lepasta
n. g. für (Nystalea) bractea Felder p, 694); n. A. aus Surinam;
Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVII.
Donckier macht Bemerkungen über (die Raupen von) Har-
pyia-Arten; H. fuscinula Dup. ist nicht = furcula L. C. E. Ent.
Belg. 1878. p. XX.
H. annulif&ra (Buenos Aires); Berg, An. Soc. Cient. Argent.
Y. p. 193.
Bireta paUida (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. 473.
Cerura menciana (Shanghai), sangaica; Moore, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 89 f.; lanigera (Hakodadi); Butler, ebenda
p. 474.
Dicranura felina (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 474.
Pterostoma sinicä (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 91.
Ceira straminea (Japan) ; Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4)
XX. p. 91.
Stauropus hasalis (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 90.
Berg stellt die Gattung Strebiota Hbn., deren Raupen
durch ihre sonderbare Gestalt (und den Mangel der Abdominalfüsse)
bemerkenswerth sind, wieder her und giebt eine erneute Diagnose
dieser Gattung. Eine neue Art derselben ist St. bonaerensis, deren
Raupe auf Pyrus, Cydonia, Vitis, Camellia etc. lebt und von Systro-
pus nitidus Wd. (brasiliensis Macq.) verfolgt wird; An. Soc. Cient.
Argent. V. p. 177 fif.
Ptilophora Tcashghara (Kashghar); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 231.
Phalera sigmata (Yokohama, Hakod.); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (4) XX. p. 473.
Symmerista amasonica (Santarem); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist, 1878. II. p. 179.
Crinodes Ritsemae (Rio Madeira); Butler, Ann. a. Mag. Nat
Hist. 1878. II.p.l78.
Lepasta conspicua (Ri9 Negro); Butler, Tr. Ent. Soc. Lond.
1878. p. 71.
140 B e r t k a u : Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Etobesa' xylophasioides (Rio Juruä); Butler, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 68.
Closteromorpha modesta (Amazon.); Butler, Tr. E. S. Lond
1878. p. 69.
Tifama exusta (Rio Jutahi); Butler, Tr. E. S. Lond. 1878.
p. 68. PI. in. Fig. 10.
Rosema fulvipennis (St. Paulo); Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1878. p. 387.
Edema pulchra (Rio Tapajos); Butler, Tr. E. S. Lond. 1878.
p. 64. PI. m. Fig. 6.
Hyboma (Hb.; = Edema Wlk.) Talae (Buenos Aires, Raupe
auf Celtis Tala); Berg, An. Soc. Cient. Argent. V. p. 184.
Ueieroc^mp^i Salicis nebst Larve und Puppe (Mt. Shasta); Ed-
wards, Proc. Calif. Acad. Sei. VIL p. 121.
Thosea annulipes (Buenos Aires); Raupe auf Schinus molle;
Berg, An. Soc. Cient. Argent. V. p. 186.
Lopbopteryx sinensis (Shanghai); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 91, cmiericana (Philadelphia); L. F. Harvey, Canad.
Entom. IX. p. 95.
Noctuidae. H. Tetens macht Mittheilungen über den Fang
von Noctuen an Weidenblü then nebst Bemerkungen
über die Grenzen beobachteter Arten und einigen all-
gemeinen Betrachtungen. Verh. Ver. naturw. ünterh. Ham-
burg. II. Bd. p. 153 ff. An Weidenkätzchen fing der Autor im
Frühjahr 16 Arten bei Hamburg und in Schleswig. Die Bemer-
kungen beziehen sich auf Taeniocampa populeti, von der eine var.
iremuleti erwähnt wird, und auf Orrhodia Vaccinii, die höchstwahr-
scheinlich die Erscheinung des Saisondimorphismus darbietet.
A. Curö's Saggio di un catalogo dei Lepidotteri dTtalia be-
ginnt mit einem Verzeichniss von 580 Noctuen (incl. Deltoiden).
Bull. Ent. Ital. IX. p. 3 ff., 143 ff., 252 ff.
Descriptions of New Noctuae with Remarks on the Varia-
tion of Larval Forms in the Group. By A. R. Grote. Ann. New-
York. Lyc. Nat. Hist. XL 300 ff.-
Micardia (n. g. Leucaniae affine) argentata, pulchra (Yoko-
hama) p. 81; Brachyxanthia (n. g. Xanthiae et Xestiae affine) pecu-
?mns (Hakodadi) p. 169; Scedopla n. g. Placod.) regalis (Yokohama)
p. 201; Perinaenia (n. g.) lignosa (ibid.) p. 289; Chrysorithrum
(n. g. Ophius.) sericeum p. 292; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I.
Synclerostola (n. g. Orthos. inter Hipteliam et Mesogonam)
pampeana (Santa Cruz); Berg, An. Soc. Cient. Argent. IV. p. 202.
Fisicia (n. g. prope Mamestram) ewi/iea (Maine) p. 21 ; Fruva
(n. g. prope Spraguiam, für tortricina Zell, fasciatella Grote und)
ohsoleta (Illinois) p, 69; Tripudia (n. g. für Erastria quadrifera ZßW.
ira Gebiete der Arthropoden wahrend der Jahre 1877 — 78. 141
und) flavofasciata p. 70; Autoplaga (u, g. prope Schiniam) dimi-
diata (Colorado) p. 71; Grote, Canad. Ent. IX.
Orbifrons (n. g. prope Agrotim; Augen nackt, Fühler kaum
^/s der Vorderflügellänge; Palpen kurz, den Kopf nicht überragend;. . .
die Stirn eigenthümlich kreisrund behaart, so dass in der Mitte eine
nackte Hornplatte bleibt,...) singularis (Krasnowodsk); Staudin-
ger, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 189.
Radinacra (! n. g. Caradrin.) palpalis (Yokohama) p. 161;
Triphaenopsis (n. g.) lucilla (ibid.) p. 163; Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. 1878 I.
Pseudolgaea (n. g. Ammoconiae affine, 'für Choeophora
blanda Grote und) taedata {TexQ.s) p. 18; Gliytoryza (n. g. prope
Anomidem) tecta (Texas) 190; Grote, Canad. Ent. VIII.
Calliscotus (n. g. prope Euclidiam) Bowreyi (Jämaica); But-
ler, Proc. Zool. Soc. 1878. p. 489.
Meterana n. g. (verwandt mit Erana, aber mit längeren
Palpen, breiterem Thorax, Abdomen mit seitlichen und dorsalen
Haarbüscheln , Antennen des ^ nicht gekämmt , aber an jedem
Gliede mit kurzen Haarpinseln etc.) für Dianthoecia pictula White;
A. G. Butler, Proc. Zooh Soc. 1877. p. 385 f.
Äplecto'ides (n. g. Haden.) nitida p. 194; Plataplecta (n.
g.) subviridis p. 195 (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist..
1878. I.
Aenigma (n. g. Hypocalae affine; schon 1836 von Newman
an eine Käfergattung vergeben) mirificiim (Texas); Strecker, Le-
pidoptera p. 122.
Bamadasa n. g. Glottulid. für Chasmina pavo Walker; die
Art ist auf PI. LXX. Fig. 8 abgebildet; F. Moore, Proc. ZooL
Soc. London. 1877. p. 603.
Den Artikel über die Palindidae (d. Ber. 1877 p. 337(305))
bitte ich an dieser Stelle einzuschalten.
Edwards beschreibt das Ei von D rast er ia erechtho Bdv.;
Proc. Calif. Ac. Sei. VII. p. 23.
Gonophora derasoides (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I. p. 77.
Cymatoiphor?!. ampliata, octo^fmma (Yokohama) ; Britler, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. 1878 I. p. 78.
Arsilonche album (Oregon); Harvey, Canad. Entom. VIII.
p. 35.
Aletia hestia (Texas); Harvey, Canad. Ento^m. VIII. p. 6.
Apatela sinnea (Calif.); Grote, Bull. BufiP. "Soc. III. p. 78, PL
IV. Fig. 7, pallidicoma (New-York); derselbe., Bull. U. S. GeoL
Surv. IV. p. 169, fakula; derselbe, Canad. E'nt. IX. p. 86.
Edwards beschreibt die Larve von Acronycta lepuscu-
lina Grote; Proc. Calif. Acad. Sei. VII. p. 33.
142 Bertkau: Bericht üb, d. wissenschaftl. Leistungen
Acronycta leucocuspis, i^refa (Yokohama); A. G. Butler, Ann.
a. Mag. Nat.Hist. 18781. p. 78; IcargaliJca (Yarkund); Moore, ebenda
p. 232, Walkeri (N. Jersey); Andrews, Canad. Entom. IX. p. 98.
Chas. V. Riley giebt Biological Notes on the Army Worm
(Leucania unipuncta Haw.). Proc. Am. Ass. for Advanc. of Science.
25 th. Meeting. Buffalo. August, 1876. (Salem 1877) p. 279 £f. mit
Holzschnitten. Diese Eule, deren Raupe in Nordamerica in manchen
Jahren den Getreidefeldern erheblichen Schaden zufügt, legt ihr Ei
zwischen Blattscheide und Halm, oder an sonst einen versteckten
Ort ab. Sie liegen reihenweise, 5 — 20, übereinander und durch eine
Kittmasse mit einander und der Unterlage verbunden. Die frisch
ausgeschlüpfte Raupe ist, wie die mancher Eulen, eine Spannerraupe,
indem die beiden ersten Paare von Bauchfüssen so verkümmert sind,
dass sie beim Gehen nicht zur Verwendung kommen können. Wie
bereits früher ausgesprochen, hat diese Eule in den südlichen Ter-
ritorien 2 Generationen, die zweite im Juli oder August. In welcher
Form die Ueberwinterung Statt findet, ist noch nicht sicher: als
Regel überwintern die Eier nicht, wie früher angenommen wurde;
dagegen nimmt Riley eine Ueberwinterung des vollkommenen In-
sectes an.
Leucania costalis (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London 1877. p. 603. PI. LIX. Fig. 11, leucostigma p. 23. PI. II.
Fig. 12, coenosa p. 24 Fig. 13 (Java); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX.
Heliophila praegracüis (Color.); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv.
in. p. 119.
Ochria buffaloensis (Buff.); derselbe, Canad. Ent. IX. p. 88.
Thalpophila cuprea (Andaman Isl); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 604. PI. LIX. Fig. 10.
Luperina ? (Heter ographd) mira (Krasnowodsk, Vorderflügel
grau mit einer weissen Basal- und fast geraden Aussenquerlinie,
hinter welcher eine dunkle, in drei Flecken getheilte Binde liegt,
die nach aussen unregelmässig weiss umzogen ist; runde und Nieren-
makel weisslich auf dunklerem Grunde; Vorderrd. schwarz und weiss
gefleckt; Hinterflügel grau mit dunklerem Mittelpunkt, weisser Aussen-
linie und solchen Fransen); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1877.
p. 185.
Mamestra canescens (Kargalik); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 Lp,233; hrachiolum p. 6, orobia p. 154 (Texas), Harvey,
Canad. Entom. VIII; Nevadae (Calif.) p. 84, com^■s (Vancouver), albo-
guttata (Oregon) p. 85; Grote, Bull. Buff. Soc. III, discalis (Clear
Creek Canon); derselbe. Bull. U. S. Geol. Surv. IH. p. 797; Beani
(Illinois); derselbe, Canad. Ent. IX. p. 87.
XylüiDhasia sodalis (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. L p. 83, offuscata (! Rio Santa Cruz); Berg, Ac. Soc.
Cient. Argent. IV. p. 201.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 143
Apamea vitiosa (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Proc, Zool.
Sog. London. 1877. p. 384. PI. XLII. Fig. 3; conciUata (Yokohnma);
derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 1. p. 84; Falloui (Algier);
Oberthür, Etud. Entom. I. p. 45, Anm. 2. PI. IV. Fig. 2; mode-
stissitna (Java, Celebes); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX. p. 26. PI.
IL Fig. 14.
Perigea niveirena (Calif.; Vancouver); Harvey, Canad. Entom.
VIII. p. 53.
Caradrina gilva Donzel, vom Ansehen einer Agrotis, ist
wegen des Mangels von Dornborsten an den Vorderschienen eine
echte Caradrina und damit die Frage Staudinger's, „num huj. generis?"
erledigt; Wocke in Zeitschr, f. Entomologie, N. F. 6. Heft. Breslau
1877. p. 42.
G. flava (Algier) Oberthür, Etud. Entom. I. p. 45 Anm. 2,
PI. IV. Fig. 3, conviva (Texas) p. 6, flavimaculata (Oregon) p. 54;
Harvey, Canad. Entom. VIIL; hilunata (Massachusetts); Grote,
ebenda IX p. 199.
Agrotis soUers (Schahrud) p. 179, Caucasica (Caucasus) p. 180,
Heringi (Schahkuh) p. 181, Leonina (Sarepta) p. 182, spinosa (ibid.)
p. 183, mustelina (Schahkuh) p. 184; Staudinger, Stett. Ent.
Zeit. 1877.
A. mitis (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1877. p. 383. PI. XLll. Fig. 5; 27Zo&a (Hakodadi), ingrata, odiosa,
ustulata (Yokohama); derselbe, Ann. a. Mag. Hist. 18781. p. 162;
Tibetana (Leh, Ladak); Moore, ebenda p. 233; ignipeta (Algier)
Oberthür, Etud. Entom. L p. 45 Anm. 2, PI. IV. Fig. 4; Milleri
p. 78, Fig. 4, cinereicollis p. 79 P'ig. 6 (Calif.), costata Fig. 5, hrun-
neigera (Vancouver), albipennis (Calif. und Canada) p. 80, vapularis
Fig. 3, aeneipennis (Cal.), strigilis p. 81, insularis (Vanc), emargi-
nata, facula, disco'idales Fig. 9 p. 82, variata Fig. 12 (Cal.), varix
(Vanc), orhes, laetula Fig. 14 p. 83 (Calif.), Alaskae (A.) p. 84 Fig. 1,
Grote, Bull. Bufif. Soc. III. PI. IV; opaca (Ammoconia) aratrix
(Texas); Harvey, ebenda p. 72, 74 PI. III. Fig. 1, 8; aequalis,
satis p. 36 ; purophiloides (Calif.), choris (Nevada), Sierrae (S. Nevada),
reciäa (Oregon) p. 37, derselbe, Canad. Entom. VIII; pleuritica
(Canada); Grote, Check List p. 47, Anm. 14, janualis (Alban.) p. 169,
opacifrons (N.-York), apposita (Vancouver Isl.) p. 170, jmicta (Neu-
Schottland), micronyx, (Calif.) mercenaria (Texas), Idalioensis (J.) p.
171, rosaria, evanidalis (Calif.), eriensis (Erie), lacunosa (Movr.mscr.)
p. 172, atrifera^ bicollaris (Calif.) p. 173, pluralis p. 174, albalis,
Fishii (Maine); derselbe. Bull. ü. S. Geol. Surv. lY ; perconflua,
placida (New-York); derselbe, Ann. N.-York. Lyc. Nat. Hist. XL
p. 304 f., pexa (Rio Santa Cruz); Berg, An. Soc. Cient. Argent. IV.
p. 194, im&aZ*s (Massachusetts; Montreal); Grote, Canad. Entomol.
IX. p. 198.
144 Bert kau: Bericht üb. d. wiasenschaftl. Leistungen
Ipimorpha suhvexa (Texas); Grote, Canad. Entomol. VIII.
p. 189.
Oncocnemis Saundersiana (Canada); Grote, Canad. Eni VIII.
p. 29; ohlüa (Nevada), derselbe, Bull* U. S. Geol. Surv. III. p. 117;
augustus (Texas); Harvey, Bull. Bu£f. Soc. III. p. 73 PL III. Fig. 5,
liortiogena (Colorado); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 800.
Choepbora hlanda (Washington, Vancouver), eiUepis (Oregon);
Grote, Bull. Buff. Soc. III. p. 86 (erstere ist Typus der neuen Gat-
tung PseudoJgaea).
Polia medidlis (New- York); Grote, Ann. N. Y. Lyc. Nat. Hist.
XL p. 306, pallifera (Illinois); derselbe, Canad. Ent. IX. p. 88.
Dryobata opina (! Calif.); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
p. 178.'
Dandace senex (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. p. I. 82.
Dianthoecia ^rammicoZews (Madagascar) ; Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. IL p. 295; Colletti (Dovre); Sparre Schneider,
Siebke's Enum. Ins. Norv. III. p. 56.
Graphiphora tarf area (Neu-Seeland); A.G.Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 384. PI. XLII. Fig. 2; exusta p. 164, cane-
scens, caliginea, pacifica (Japan); derselbe, Ann. a. Mag. Nat Hist.
1878 1.1^.164:, IQb; pulchella (Californien) ; Harvey, Canad. Entom.
VIII. p. 54, contrahens (Neu-Schottland) ; Grote, Bull. ü. S. Geol.
Surv. IV. p. 180.
Hadena debilis (Neu-Seeland; = H. mutans var.?); A.G.But-
ler, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 888. PL XLIL Fig. 6; gnoma
(Yokohama), lucia (Hakodadi); derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 Lp. 195; StoUczlcana (Y&Ykund); Moore, ebenda p. 234; Dun-
hari (Vancouver) p. 52, chlorostigma (Texas) p. 53, Canad. Ent. VIII,
quaesita (Wisconsin), Grote, ebenda p. 26, olorina (Calif.), der-
selbe, Bull. Buff. Soc. III. p. 84 PL IV. Fig. 13, diversilineata {Ca\.)
derselbe, Bull. U. S. GeoL Surv. HL p. 119, vigUaus (Orono) p.
176, tusa (Calif.), occidens (Nevada) p. 177, derselbe ebenda IV,
milii (New-Zork); derselbe, Ann. N.-York. Lyc* Nat. Hist. XL
p. 305.
Miana vulnerata, segregata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878 I. p. 84, 85.
Phlogophora heatrix (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 193.
Eurois virens (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 194.
Acerra muricana (Oregon); Grote, Bull. Buff. Soc. III. p. 85.
Rhaphia fasciata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I. p. 193.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 145
Callopistria obscura, aethiops (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878 I. p. 200.
Proderia ignöbilis, pauper (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1878. p. 485.
Naenia muscosa (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 290.
Dacelea Bowreyi (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 486.
Ochria niveopicta (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. London
1878. p. 485; fortis (Yokohama); derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 83.
Jaspidea viridata (Californien) ; Harvey, Canad. Entomol.
VHL p. 35.
Die Raupe von Hydroecia micacea frisst (auch?) Erd-
beeren, deren sog. Früchte sie aushöhlt; die Verpuppung erfolgt in
der Erde. Lahmann, Ent. Nachr. 1878. p. 313. ,
H. Tibetana (Leh, Ladak); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 232.
Gortyna acuminata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 L p. 83; obliqua (Calif.) p. 53, appassionata (Canada)p. 155;
Harvey, Canad. Ent, VHI, »zecopma (Nordam.); Grote, Bull. Buff.
Soc. HI. p. 25.
Alysia grisea (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I. p. 82.
Spaelotis niteiis (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 164; undulans (Yarkund); Moore, ebenda p. 233.
Mithymna placida, rufipennis (Yokohama), grandis, divergens
(Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 L p. 79.
Hermonassa cecilia (! Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 164.
Ochropleura stiipenda (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878 I p. 166.
Asparasa figurata {Andaman Isl.)', F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 604.
Amyna stellata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 162.
Bityla sericea (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 387. PI. XLIL Fig. 12.
Amphipyra erebina p. 287, tripartita p. 288 (Yokohama);
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 l.
Orthogonia crispina (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag, Nat.
Hist. 1878 I p. 288.
Mormo mucivirens (Yokohama); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 289.
Taeniocampa tahida, cornipennis, ella (Yokohama); Butler,
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. K
146 Bertkau: Bericht üb. d. wissen schaftl. Leistungen
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 166, 167; GhiUika (Yarkund);
Moore, ebenda p. 234.
Cosmia distincta (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 192.
Orthosia lisetta (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 167, lutosa (N.-Jersey); Andrews, Canad. Ent. IX. p. 99.
Glaea carnosa (Maine, Khode Isl.); derselbe, ebenda p. 21.
Mesogona coniracta (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 169.
üfeus unicolor (Illinois); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
p. 179.
Dasycampa fornax (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 168.
Eupsilia tripunctata (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 168.
Semiophora pallescens (Yokohsima)', Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 166.
F. Böckmann berichtet über die Zucht der Raupen von
Xanthia togata Esp. (aus Weidenkätzchen) und X. gilvago Esp.,
welche letztere er (neben Orthosia circellaris Hufn.) aus den Blüthen
der Ulme erzog; Abh. Ver. naturw. ünterh. Hamburg II. Bd. p. 142 f.
Standfuss sucht wahrscheinlich zu machen, dass Orrhodia
Ligula Esper Varietät von 0. Vaccinii L. sei; 55. Jahresb. Schles.
Ges. Vaterl. Cultur. p. 189.
Gonitis commoda (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 203.
Lithophane saga (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 198, lepida (Maine); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv.
IV. p. 181; Oregonensis (0.), carbonarius (Californien) ; Harvey,
Canad. Ent. VIII. p. 55 ; Bailcyi (Albanien) p. 86, viridipallens (Mas-
sachusetts) p. 215; Grote, ebenda IX.
Xylina. pruinosa, arctipennis (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 197, 198.
Stictoptera transversa (Java); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent. XX.
p. 30. PI. III. Fig. 16.
(H) Oporina sericea (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 168.
Calocampa fumosa, formosa (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 196.
Scopelosoma tristigmata (Massachusetts); Grote, Canad. Ent.
IX. p. 156.
Xylomiges tabulata (N.-York); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv.
IV. p. 181.
Leucanitis picta (Syrien; Caucasus; der Cailino sehr ähnlich,
Vorderflügel dunkelgrau, mit breiter lichter Mittelbinde; hinter der-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 147
selben unter dem Vorderrand mit grossem gezahntem lichterem
Flecken , mit lichter gezackter Aussenquerlinie und blaugrauem
Aussenrande) p. 192, tenera (Südrussland; Vorderflügel licht asch-
grau mit drei meist sehr verloschenen dunkleren Querlinien, einer
gezackten basalen, einer hinter der Mittelzelle, und einer vor dem
Aussenrand stehenden ; das ^ mit drei grossen gelbbraunen Flecken
in der Mitte) p. 194, Henkel (Südr.) p. 196, dentistrigata (Krasno-
wodsk; oberflächliche Aehulichkeit mit L. Cestis Men.) p. 199; Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeit. 1877, L. salebrosa, sing ularis (Yokohscmo),
aerata (Hakodadi) p. 80; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. I.
Arzama diffusa (Maine); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
p. 179.
Auchmis intermedia (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I p. 196.
Cleophana Chaberdis, Warionis (Algier); Oberthür, Etud.
Ent. I. p. 47, 48, PI. II. Fig. 3, 4.
Euclidia Hectori (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1877. p. 387. PI. XLII. Fig. 4; consors (Yokohama);
derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I. p. 293; Petitjeani (Lam-
beze); Oberthür, Etud. Entom. I. p. 55. PI. II. Fig. 5.
Berg findet, dass seine als E. Tehuelcha beschriebene Art
(s. d. Ber. 1877 p. 322 (354)) wegen der gekämmten Fühler des J"
zur Gattung Pelamia Gn. gehört; An. Soc. Cient. Argent. IV. p. 206.
Calesia flabellifera (üpp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. Lond.
1878. p. 849.
Andea ochreipennis (Madagascar); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. II. p. 293.
Pericyma grandis (Krasnowodsk) ; Staudinger, Stett. Ent.
Zeit. 1877. p. 191.
Tarache semiopaca (Montana); Grote, Bull. ü. S. Geol. Surv.
IV. p. 182; ahdomipalis (Texas); derselbe, Canad. Ent. IX. p. 157.
Eustrotia Mariae (Buffalo); derselbe ebenda p. 67; caduca
(Michigan); derselbe ebenda VIII. p. 207.
Cucullia fratema (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I p. 198.
Calpe excavata (Yokohama) p. 202, sodalis (Hakodadi) p. 203;
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I.
Deva splendida (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I. p. 203.
Homodes thermesio'ides (Java); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent. XX.
p. 28. PL H. Fig. 15.
Plusia Sacfcewu (Idaho Springs, Colo); Grote, Ball. U. S. Geol.
Surv. III. p. 800, typinota, Jessica p. 201, purissima (Yokohama),
mihadina (Hakodadi) p. 202; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 1.
148 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
P. diasema in Norwegen (Dovrefjeld); Schp'yen, Nyt Mag.
Naturv. 1878. p. 169.
Checupa tincto'ides (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX.
p. 71. PI. 5 Fig. 6.
Westermannia triangularis (Andaraan Isl.); F. Moore, Proc.
Zool. Sog. London. 1877. p. 605.
Heterochroma leucographa (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v.
Ent. XX. p. 70. PI. 5. Fig. 5.
Anarta tenehricosa (Grönland; der schwarzen Varietät von A.
quieta täuschend ähnlich; Unterseite verschieden: schwarz mit durch-
ziehender weisser Mittelbinde aller Flügel); Möschler, Stett. Ent.
Zeit. 1877. p. 498; Kelloggii (Californ.), crocea (Oregon) ; Edwards,
Proc. Calif. Acad. Sei. VI. p. 133.
Anthoecia Chanzii (Algier); Oberthür, Etud. Ent. L p. 51.
PI. II. Fig. 4.
Heliothis adaucta (Japan); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 l. p. 199; hybleoides (Yarkund); Moore, ebenda p. 234; Crot-
chii (San Diego); Edwards, Proc. Calif. Ac. Sei. VI. p. 135; regia,
fastidiosa p. 121, siren, inclara, nubila, nibiginosa, imperspicua, ultima,
spectanda p. 122 (Texas); Strecker, Lepidoptera.
Melicleptria venusta (Oregon) p. 133, Vacciniae (! Sierra Nevada),
fasciata (Calif.) p. 134, Oregonica p. 135; Edwards, Proc. Calif.
Acad. Sei. VI.
Rhescipha elegans (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878 p. 489.
Chariclea Darollesi (Algier); Oberthür, ]&tud. Ent. I. p. 49.
PI. IV. Fig. 5.
Calymnia pavonica (Andaman Ins.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 596; caZaw^ (Texas); Harvey, Canad. Entora.
VIII. p. 54.
Axenus ochraceus (San Diego), amplus (Oregon); Edwards,
Proc. Calif. Ac. Sei. VI. p. 136.
Anthophila paradisea (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I p. 199.
Thalpochares elegantula (Nevada); Harvey, Canad. Ent. VIII.
p. 55, orla (Alabama); Grote, ebenda IX, p. 68.
Spraguia plumUfimbriata (Texas); derselbe ebenda.
Erastria sii/^m (Yokohama) ; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 199.
Annaphila arvalis (Sierra Nevada) p. 136, Uthosina (ibid.),
amicida (San Mateo Cy.) p. 137, germana (Napa Cy.), domina (San
MateoCy.) p. 138, superha (Marin and Napa Cys.) p. 139; Edwards,
Proc. Calif. Acad. Sei. VI, divinula (Calif.); (31 rote, Bull. U. S. Geol.
Surv. IV. p. 183.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 149
Agvophila, dcleta (Algier) ; Staudinger, Stett. p]nt. Zeit. 1877.
p. 190.
Heiuerosia aurantiana (Shanghai); Pryor, Cist. Entom. II.
p. 235.
Melipotis stygialis (Illinois); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv.
IV. p. 184, sinualis (Texas); Harvey, Canad. Ent. IX. p. 94.
Bleuina lichenosa PI. LX, Fig. 2, grisea, Fig. 1 (Andaman Isl.),
F. Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 607.
Hypocala lativitta (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 606.
Hoy giebt ein Verzeichniss der (39) in der Racine County
beobachteten Catocal a arten nebst (2) Varietäten. Transact. Wis-
cous. Acad. Vol. IIL p. 96 f.
Catocala puerpera var. orientalis (Südrussland; kleiner und
dunkeler als die Stammform; meist nur 50 mm Flügelspannung;
Staudiuger, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 202.
C. Augusta (San Diego) p. 184, Cleopatra (Contra Costa Cy.)
p. 209, Mariana (Vaucouver Isl.) p. 210, perdita (San Mateo Cy.),
Bippolyta (ibid.), Luciana {Colorsido) p. 211, CassamZra (Guadalajara,
Mex.) p. 214; Edwards, Proc. Calif. Acad. Sei. VI; Crataegi (Ca-
nad.), Saunders, Canad. Ent. VIII. p. 72 (nebst Raupe), pretiosa
(New-York), Lintner, ebenda p. 121, Angaso, mira (U. States),
Grote, ebenda p. 229, 231; Snoioiana (Kansas), derselbe. Check
List p. 41 note 5; Ilerodias, C/rce (Texas) ; Strecker, Lepidoptera
p. 121, Zalmunna, nivea p. 241, Ella, bella, Jonasi p. 242, miri-
fica, Xarippe, Esther p. 243, volcanica p. 244 (Japan); Butler,
Cist. Ent. II, traversi (Neu-Seel.); Fereday, Trans. N.-Zeal. Inst'.
IX. p. 457, subviridis (Texas); Harvey, Canad. Ent. IX. p. 193.
Ophideres aurantia (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 607.
0. fuUonica und Verwandte durchbohren nicht die Orangen-
schalen, sondern benutzen nur die von anderen Insecten gemachten
OeflfnuDgen (?); Pilcher, Cist. Ent. II. p. 237—240.
Potamophora neocherina (Queens!.); Butler, E. M. M. XIV.
p. 109.
Sypna picta p. 244, achatina, fumosa, fuliginosa p. 245 (Japan);
derselbe, Cist. Ent. II.
Speiredonia simplex (Lifu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 358.
Nyctipao truncata (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 608; laetitia (Yokohama, Hakodadi); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I p. 291.
Calliodes lanipes (Queensland); Butler, E. M. M. XIV. p. 109.
Hypopyra persimilis (iindaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
150 Bertkaii: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Soc. London. 1877. p. 608; Martha (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Hist. 1878 I p. 292.
Achaea nubiferd PI. LIX. Fig. 9; Ophiusa arcuata; Hypaetra
Stigmata; n. A. von den Andaman-Inseln ; F. Moore, Proc. ZooL
Soc. London. 1877. p. 609, 610; Achaea indistincta (Jamaica); But-
ler, ebenda 1878. p. 488; S2/i^wo*(Zes (Aid Calabar) ; derselbe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) IL p. 464.
Ophiusa dulcis (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. L p. 293, Boisdeffrii (Biskra); Oberthür, Etud. Entom. I.
p. 54. Pl.V. Fig. 6.
Ophisma rectilinea (Java); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX. p.
35. PI. H. Fig. 16.
Spirama interlineata (Japan); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I p. 291.
Toxocampa ZtZacma, eworm^s (Yokohama) ; Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. I. p. 290.
Poaphila cinerea (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. London.
1878. p. 488, placata (Georgia), irrorata (Florida); Grote, Bull.
U. S. Geol. Surv. IV. p. 184, 185.
Iluzia pyralina (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc.
London. 1877. p. 610.
Homopyralis discalis (New-York); Grote, Canad. Ent. VIII.
p. 206.
Zethes Sondaicus (Java); Snellen, Tijdschr. v. Ent. XX. p.
38. PI. II. Fig. 17.
Homoptera unilineata (Canada); Grote, Canad. Entom. VIII.
p. 108, stylobata, nana (Texas); Harvey, ebenda p. 155.
Hypsia umhripennis (Canada); Grote, Canad. Entom. VIII.
p. 109.
Capnodes (?) caZi(Za (Jamaica) ; Butler, Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1878. p. 490; cinerea, crewaia (Yokohama) ; derselbe, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878 I. p. 294, 295.
Azazia unduligera (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 L p. 293.
Sympsis turhida; Mestleta duplexa PI. LX. Fig. 5; Capnodes
rufescens, trifasciata; Fascellina castanea] n. A. von den Andaman-
Inseln; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 611 f.
Selenis lauta (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I. p. 294; monotropa (Bastrop Cy.); Grote, Canad. Ent. VIII.
p. 207.
Deltoidae. Hypenula (n. g. prope Reniam) opacaZis (Texas) ;
Grote, Canad. Ent. VIH. p. 27.
Dercetis (n. g. „it looks like one of the Pyralidae, but
from its structure i refer it to the Deltoids") yi^rea (Buffalo), pyg-
maea (Texas); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 187.
im Gebiete der Artbropodeu während der Jabre 1877—78. 151
A. Fuchs lehrt in der Stett. Ent. Zool. 1877. p. 138 ff. die
Naturgeschichte von Zanclognatha tarsipennalis Tr.
kennen. Aus den gegen Ende Juli abgelegten Eiern schlüpften bald
Raupen aus, von denen ein geringer Theil schon nach 4 Wochen
ausgewachsen war, sich verpuppte und nach 14tägiger Puppenruhe
Ende August und Anfang September den Schmetterling lieferten.
Da um diese Zeit auch frische Exemplare im Freien beobachtet
wurden, so ist es nicht zweifelhaft, dass auch im Freien der Schmetter-
ling 2 Generationen hat. Der grösste Theil der Raupen begab sich in
ausgewachsenem Zustande im Herbst zur Ueberwinterung in's Moos ;
im März verliessen sie ihr Winterlager und spannen sich Anfangs
April ein, ohne noch viel gefressen zu haben; die Schmetterlinge er-
schienen von Juni ab bis zu Ende dieses Monats. — Raupe und
Puppe, sowie eine Abänderung des Schmetterlings wird ausführlich
beschrieben; Fuchs vermuthet Wiesenpflanzen(-gräser?) als die
Nährpflanzen dieser Raupen im Freien.
Z. minimalis (N.-York); Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
p. 186.
Madopa (?) quaäristrigata (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v.
Ent. XX. p. 73. PI. 5. Fig. 7.
Bomolocha annulalis (Texas); Grote, Check List, p. 45, Note 12.
Herminia lüacina (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 388. PI. XLII. Fig. 11.
Rcmigia annetta (Japan); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878 I p. 293.
Hypena quinquelinedlis p. 612, dentilinealis (Andaman) p. 613,
PI. LX. Fig. 7; F. Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1877; lunifera
(Jamaica); Butler, ebenda 1878 p. 492; obsoleta p. 47, insignis p.
48 (Hawaii); derselbe, E. M. M. XIV.
Bertula albinotalis; Hydrillodes sübbasalis PI. LX. Fig. 8,
transversalis ; CyaloipiGvy x canaliferalis; Rivula hioculdlis, oculalis (An-
daman Isl.); F. Moore, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 613 f.
Geometridae. Thiopsyche (n. g.) Pryeri; Descoreba (n. g.)
Simplex (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 1 p.
393, 394.
Cacopsodos (n. g.; im allgemeinen Ansehen und den behaar-
ten Palpen mit Psodos übereinstimmend; Antennen dem unbewaff-
neten Auge den Anblick von Coremia $ darbietend, in Wahrheit
aber nur am Innenrande gekämmt) niger (Neu-Seeland); A. G.But-
ler, Proc. Zool. Soc. London 1877. p. 395. PI. XLHI. Fig. 4.
Pachyligia (n. g. Ligiae äff.) dolosa, modesta (Yokohama);
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 L p. 442, 443.
Niphonissa (n. g. Oenochromiid.) arida (Yokohama); But-
ler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 L p. 394.
152 Bert kau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
Potera (n. g. Zerenid.) marginata (üpp. Tenasserim) ; Moore,
P. Z. S. Lond. 1878. p. 852.
Gaterva n. g. propeZereqem; Type: Phalaena catenariaDrur. ;
Grote, Canad. Ent. VIII. p. 205.
Melanothrix pulchricolor Butl. = Gnophos? nymphaliaria Walk.;
Stibolepis (n. g.) nivea (Old Calabar); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Bist. (5) IL p. 463.
A. G. Butler gründet in den Proc. Zool. Soc. London 1877.
p. 394 für Selidosema fragosata Felder die neue Gattung
Pseudocremia (vom Ausehen einer Larentia productata, Fühler
wie in Boarmia; Palpen kurz, ein wenig vor den Augen vorragend;
Hinterränder der Hinterleibssegmente seitlich mehr oder weniger
büschelig behaart; Flügel breit, Vorderflügel mit gerundeter Spitze; . . .
der erste Mittelast in einiger Entfernung vom 2. und 3., der letztere
dicht am Ende der Mittelzelle ausgehend; 2. Mittelast der Hinter-
flügel näher am 3. als am ersten) und beschreibt die neue Art P.
indistincta von Neu-Seeland; PL XLIII. Fig. 8.
Micraeschus (n. g. bei Hyria, für Hyria elataria und) aureus
(Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I. p. 402.
Meskea (n. g. prope Tornum) d/jspteraria {Texsis); Grote,
Canad. Ent. IX. p. 114.
Glacies n. g, Dasydiae affine, für D. alticolaria Mann, deren
Eutwickelungsgeschichte in Wort und Bild geschildert wird; Millier e,
Xeon. m. p. 429.
Thysanochilus (u. g. Coryciae affilie) purus p. 404; Ly-
granoa (n. g. Lobophorae affine) fusca p. 446 (Yokohama); But-
ler, Ann. a. M. N. H. (5) L
Packard hat in dem Fifth Annual Report of the Peabody
Academy of Science eine Reihe von (47) neuen Arten beschrieben,
deren Erwähnung in den früheren Berichten unterlassen wurde.
Mose hier bespricht in der Stett. Ent. Zeit. 1877 p. 414 ff.
in ausführlicher Weise Packard's Monograph of the Geometrid Moths
or Phalaen. etc.; s. d. Ber. 1877. p. 327 (359).
Oxydia Korndürfferi (Sumatra); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent.
XX. p. 73. PI. 5. Fig. 8.
Tornos infumatoria p. 90; Georaetra rectaria p. 157 (Texas),
Grote, Canad. Ent. IX.
Hyria vinacea (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878.
p. 491.
Tephrina gastonaria (Algier); Oberthür, Etud. Ent. I. p. 60.
PI. HI. Fig. 7.
Nemoria pretiosaria (Caucasus?; Flügel schön saftgrün, mit
spärlichen weissen Schüppchen ; die vorderen mit einer fast geraden
weissen Querlinie ziemlich weit vor dem Aussenrand, die hinteren
mit einer solchen durch die Mitte. Fühler, Stirn und der ganz
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 153
schmale Vorderrand der Vorderflügel braun; Hinterleib gelbweiss;
^ 26 mm); Staudinger, Stett. Eni Zeit. 1877. p. 202.
Euchloris procumbaria (Shanghai); Pryer, Cist. Ent. II. p. 232.
PI. IV. Fig. 2.
Thalassodes marlna (Yokohama); Thalera crenulata (ibid.);
Butler, Ann. a. Mag, Nat. Hist. 1878. I p. 399.
Jodis Norbertaria (Bilbao; J. Lactearia ähnlich; vielleicht nur
Abänderung der zweiten Generation); Rössler, Stett. Ent. Zeit.
1877. p. 365; Kinstoniensis (Jamaica); Butler, Proc. Soc. London.
1878. p. 490; daripennis (Yokohama); derselbe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I. p. 399.
Bursada sdlamandra (Neu -Guinea); Kirsch, Mitth. k. Mus.
Dresden. I. p. 133. Taf. VII. Fig. 9.
Heterusia dividata (Peru?); Sn eilen, Tijdschr. Ent. XXI. p.
148. PI. 8. Fig. 11—16.
Asthena corculina, superior, confusa, nwpia (Yokohama); But-
ler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 400, 401.
Acidalia Seeboldiata (Grösse und Flügelschnitt fast wie bei
A. degenerata; Oberseite röthlich mit einzelnen eingestreuten schwar-
zen Schuppen), suhherhariata (herbariata verwandt; Fühler kurz
und schwach gewimpert; Farbe höher ockergelb, Flügelspitze schär-
fer; der Mittelpunkt steht in der 2. Querlinie, die dritte ist die
geradeste, dunkelste und schärfste) n. A. von Bilbao; Rössler,
Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 366; lianna, jakima (Yokahama); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 I. p. 401; Beynaldiata (Lyon); Rouast,
Pet. Nouv. 1876. Nr. 139 p. 1 (= Asellaria H.-Sch.; Staudinger,
ebenda p. 13), nivea (Neu-Guinea); Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden
I. p. 134 Taf. VII Fig. 10, ahjssumata (! Barcelona, Cannes) p. 197
PI. CXXI Fig. 6— 11, zephyrata (Cannes) p. 268 PI. CXXX Fig. 1— 8,
cassandrata (St. Martin-Lantosque) p. 382 PI. CXLVIII Fig. 1 ; Mil-
liere, Icon. III.
F. J. M. Heylaerts fils giebt eine Note sur les metamor-
phoses de l'Acidalia herbariata Fabr., dessen Raupe sich in Brüssel
in Herbarien, und in Breda in Apothekervorräthen (Malva silvestris,
flor. sicc.) gezeigt hatte. Ann. Ent. Belg. 1878. p. 5 ff.
üeber das Verhältniss von A. inornata Hw. und deversaria H.
S., von Fuchs; Stett. E. Z. 1878. p. 333 ff. (A. deversaria vielleicht
keine gute Art); A. degeneraria Hb. ab. bilinearia; derselbe
ebenda p. 331.
Micronia obliquaria PI. LX. Fig. 17, rugaia Fig. 18; Zomia
pallida; n. A. von den Andaman-Inseln ; F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877 p. 622; Micronia adspersata (Java); Sn eilen,
Tijdschr. v. Entom. XX. p. 43 PI. III. Fig. 22 (Strophidia) titania
(Neu-Guinea); Kirsch, Mitth. k. Mus. Dresden I p. 134. Taf. VIL
Fig. 11.
154 Bertkau: Bericht üb. d. wissen schaftl. Leistungen
Anisodes hadassa (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Eist. 1878 I. p. 400.
Thalenhorst berichtet über ausser gewöhnlich schnelle
Verwandlung der Timandra amata (amataria); Abh. Ver. naturw.
Unterh. Hamburg IL Bd. p. 150 ö'. Aus am 27. Juli gelegten Eiern
schlüpften am 4. August die Räupchen aus, von denen sich einige
bereits am 17. verpuppten und am 23. den ersten Falter lieferten.
Eufitchia ribearia (Fitch) vertritt in Amerika unsere Abraxas
grossulariata; von seinen natürlichen Feinden ist ausser einer unbe-
schriebenen Tachinaart nichts bekannt geworden ; Riley, IX. Ann.
Report p. 3 ff.
Phalaena Stratonice Cr am. und Vithora indrasana Moore ge-
hören nach Sn eilen zu den Zereniden, in die Gattung Cistidia
Hübn. Tijdschr. Ent. XXL p. 115 ff.
Naturgeschichte von Pellonia calabraria Z.; Fuchs,
Stett. E. Z. 1878. p. 338.
Hyperythra angulifascia PI. LIII. Fig. 11; Omiza schistacea
Fig. 12 (Upp. Tenasserim); Moore, P. Z. S. London. 1878. p. 851.
Omiza affinis (Andaman Ins.); derselbe, ebenda 1877.
p. 621.
Abraxas grossulariata L. aberr. (partieller Melanismus); Mitth.
Schweiz, ent. Ges. V. p. 383.
Abraxas conspurcata, miranda (Yokohama), placida (Hakodadi) ;
Butler, Ann. a, Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 440, 441.
Corycia virgo, sacra (Yokohama); derselbe p. 404.
Deroca phasma (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 442.
Euchera Agnes (Japan); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. L p. 441.
Numeria (?) fulvocapüata (Java); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent.
XX. p. 45. PI. in. Fig. 24.
Endropia mactans (Yokohama); Butler, Ann. Mag. N. H.
1878. L p. 394.
Eurymene rosaria (Buffalo); Grote, Bull. Buff. Soc. III. p. 131
und Canad. Ent. VHI. p. 111.
Cabera elieia (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. L p. 403.
Gonodontis fclix (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 389. PI. XLH. Fig. 10.
Eumelea stellata (Old Calabar); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) II. p. 464, gemina (Neu-Guinea); Kirsch, Mitth. k. Mus.
Dresden. I. p. 133. Taf. VII. Fig. 13.
Lomaspilis opis (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hißt.
1878. I. p. 442.
A. Thalenhorst lehrt die Raupe von Angerona prunaria
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 155
als Mordraupe kennen. Abh. Ver. naturw. Unterh. Hamburg. II.
Bd. p. 147.
Urapteryx Vener is (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 392.
Macaria zacher a, maligna (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. 1878. I. p. 405.
Riley handelt in den Trans. St. Louis Acad. Sei. III. p. 573 £f.
on the Differences between Anisopteryx pometaria Harr, and A. aescu-
laria W.-V., with Remarks ou the Genus Paleacrita. Während die
deutsche Anisoptenyxart in dem Punkte mit der amerikanischen
übereinstimmt, dass die Raupe ebenfalls ein drittes Paar Bauchfüsse (am
8. Segment) hat, weicht sie in der GestaH der Eier und Farbe der
Larve ab. Packard hat in seiner Mongr. of the Geom. Moths (s. d.
Ber. 1877. p. 327 (359)) A. pometaria Harr, für identisch mit A. ver-
nata Peck gehalten, die wahre pometaria autumnata, und eine andere
Art vernata Harr, bezeichnet. Die letztere ist aber nicht Paleacrita
vernata (Peck) Riley, sondern, wie Riley aus der Beschreibung der
Larve schliesst, eine andere Art; durch diesen Irrthum wurde
Packard auch veranlasst, die Gattung Paleacrita zu beanstanden, die
nach Riley volle Berechtigung hat.
Hibernia dira (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. L p. 443.
Hydata spectabüis (Cap York); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 474.
Bithia aniasa (Y^okohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 405.
Bylazora virescens (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 398.
Hypochroma Pryeri, super ans (Yokohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 398.
Amblychia torrida (Andaman Ins.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 621.
Natural History of Boarmia cinctaria p. 83, abietaria p.
219; By W. Buckler; E. M. M. XIV.
B. delicata (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878.
p, 490; conferenda, hmifera, displicefis, leucophaea, angidifera, agi-
tata, grisea, seneic (Yokohama), wsoZifa (Hakodadi); derselbe, Ann.
Mag. N. H. (5) I. p. 395 ff.; lichenia (Lifu), derselbe ebenda (4)
XX. p. 358; concentraria (Java); Sn eilen, Tijdschr. v. Ent. XX. p.
40. PI. HL Fig. 20; acutaria (Sumatra); derselbe, ebenda p. 75.
PI. 6. Fig. 1, 2.
Thera Kashghara (Yarkund); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 226.
Tephronia charon (Hakodadi), ignoUUs (Yokohama); Butler,
156 Bertkau: Bericht üb. d. wissenachaftl. Leistungen
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878 p. 397, fingalata (ßeesApen) ; Mi liiere,
Icon. III. p. 389. PI. CXIJX. Fig. 1.
Gnophos Stoliczkaria (Ya knnd); Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 235.
Fidonia Emjsii p. 391, PI. XLII. Fig. 9, ferox p. 392, Fig. 8,
anceps PI. XLIII. Fig. 3, (an. h. g. ?) catapyrrha Fig. 2, p. 392; neue
Arten von Neu-Seeland; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London.
1877; Martiniaria (Algier); Oberthür, Etud. Eni. I. p. 61. PI.
IV. Fig. 8.
Selidoseina sordida (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. I. p. 406.
Eubolia Niphonica (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. L p. 452.
CleogQue, opulenta7ia{Kurnsch); Staudinger, Stett. Ent. Zeit.
1877. p. 203.
Aspilates insignis (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. j). 393. PI. XLIII. Fig. 1. cruciferaricc (Rio Santa
Cruz); Berg, An. Soc. Cient. Argent. IV. p. 207.
Loxogramma heia (!), Amelia (Y^okohama); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 406.
Lobophora Julia, volitans, terranea (Y^okohama); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. I p. 447.
Lithostege castiliaria (Castilien); Stau dinge r, Stett. Ent.
Zeit. 1877.. p. 204.
Carsia uniformata (Rio Santa Cruz); Berg, An. Soc. Cient.
Argent. IV. p. 209.
Fuchs berichtet über die Naturgeschichte von Cidaria
vespertaria Bkh. und beschreibt deren Raupe, die er aus über-
winterten Eiern gezogen hatte. Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 144 £f.,
Edwards desgl. von C. 4-punctata Pack., Proc. Calif. Acad. Sei.
VIL p. 24; Buckler von C. reticulata; Ent. M. M. XV. p. 61.
C. heata (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lon-
don. 1877. p. 397. PL XLIII. Fig. 6; melancholica, obscura, aerosa^
tetrica, cineraria, jameza (Japan); derselbe, Ann.' a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 450—452.
Larentia Hemana (Yokohama); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878 I. p. 444.
Auticlea consaw^wmm (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Hist.
1878. L p. 449.
(H.) Ypsipetes {?)ano7nala (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 491.
Declana Feredayi (Christchurch, Neu-Seeland); A. G.Butler
Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 398. PI. XLIII. Fig. 5.
Melanthia casta (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 447.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 157
Melanippe inquinata^ bella, super gressa, Hecate (Japan) ; der-
selbe ebenda p. 448.
Erateina Staudingeri (Peru); Sn eilen, Tijdschr. Ent. XXI.
p. 150. PI. 8. Fig. 14—16.
Erosia incongrua (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 491; moza, a^eZa (Yokohama), rai^/ia (Hakodadi); derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. I; |)Zicaia (Java); Snellen, Tijdschr.
V. Ent. XX. p. 44. PI. III. Fig. 23.
Coremia livida, frigida (Yokohama); Butler, Ann, a. Mag.
Nat. Hist. 1878. I. p. 449, 450.
Collix Vashti (Hakodadi); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. I. p. 445.
Hyposidra ochrea (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 492.
C. Dietze setzt seine Beiträge zur Kenntniss der Arten
der Gattung Eupithecia Gurt, fort; Stett. Ent. Zeit. 1877.
p. 98 f.
E. tamarisciata neu für die Schweiz; Wullschlegel, Mitth.
Schweiz, ent. Gesellsch. IV. p. 450.
E. Sophia, invisa, excisa, rufescens, proterva, caliginea (Yoko-
hama); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878.1. p. 444, 445; cossu-
rata (Pantellaria), Pantellaria (Pantellaria) ; derselbe, Bull. Soc.
ent. It. 1878. trim. IV; mnemosynata (Cannes), incerta (Cannes), Catal.
rais. Lep. Alpes-Marit. p. 409, 410; Milliere: auch beschrieben
und abgebildet in den Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 8 £f. PI. I. Fig,
1—8; faltunaria (Algier); Oberthür, Eltud. Ent. I. p. 63. PI. IV.
Fig. 9; quercifoliata (Dänemark); Haas, Naturh. Tidskr. (3) IX.
p. 514.
E. castigata in Norwegen (Gudbrandsdalen); Schrjyen, Nyt
Mag. Nat. 1878. p. 193.
Microlepidoptera.
Mit Heft II des 2. Bandes 2. Abtheilung (Klein Schmetter-
linge), Braunschweig 1877, ist Heinemanns Werk: die Schmet-
terlinge Deutschlands und der Schweiz zu Ende gebracht.
Nach Heinemanns Tode übernahm Wo cke die Fertigstellung des Ma-
nuscriptes und die Durchsicht des bereits von Heinemann ausgearbei-
teten Theiles. Dieses Schlussheft bringt zunächst die Gelechien zu
Ende (Endrosis und Pancalia), behandelt dann die Glyphipterygidae,
Chauliodidae, Lavernidae, Butalidae, Elachistidae, Douglasidae, Cosmo-
pterygidae, Heliozelidae, Heliodinidae, (die letzten 6 Unterfamilien
den Elachistidae Stntn., Momphina auf Poeciloptilina H.-Sch. ent-
sprechend), Batrachedrae, Augasmidae, Coleophoridae, Gracilaridae,
158 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscbaftl. Leistungen
Argyresthidae, LithocoUetidae, Lyonetidae, Phyllocnistidae, Nepti-
culidae, Micropterygina, Pterophorina und Alucitina. — Die Citate
sind manchmal unvollständig und ungenügend, namentlich vermisst
man bei den Gattungen durchweg genaue Angaben. Hinsichtlich der
Form der Namen hat sich Wocke nicht dem neuerdings allgemein
angenommenen Brauch anbequemt, und so figurieren denn noch ein
Oidaematophorus Wallgr., Leioptilus Wallgr,, Cnaemidophorus Wallgr.
und andere sprachliche Ungeheuerlichkeiten, denen, als Todtgeborenen,
auch das Prioritätsrecht nicht zu neuem Leben verhelfen sollte.
Die Nachträge zu den früheren Heften sind schon zu zahlreich, um
noch am Schlüsse dieses Heftes Aufnahme finden zu können; „sie
werden passender einem besonderen Bande zu überlassen sein, dessen
von wem immer besorgte Herausgabe wir in den nächsten Jahren
hoffen wollen." Diesem Bande wird dann auch wohl ein General-
register beigefügt sein, das ich wenigstens in dem mir vorliegenden
Exemplar vermisse.
Pempelia perfusella Zell.; Teras Shepherdana Steph.; Dichro-
rhampha acuminatana Ze?Z.; Diplodoma marginepunctella /Sie^'^-/ Hy*
patimä inunctella Zell.; Heliodenes Roesella L.; Cosmopteryx scri-
baiella v. Heyd.; Lioptilus tephradactylus Hb. neu für die Nieder-
ländische Fauna (Breda); Heylaerts in Tijdschr. v. Entom. XX.
Versl. p. XC.
Exotische Microlepidoptera. Beschrieben von Prof.
P. C. Zell er. Mit Abbildungen von G. Schulz. Hör. Ent. Ross.
XHI. p. 8 ff. Taf. I-VL
Fyralidina. Preliminary studies on the North Ame-
rican Pyralidae. By A. R. Grote. Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
p. 669 ff.
Diese Studien beziehen sich hauptsächlich auf die Phycidae
und eine unter dem Namen Epipaschiae neu aufgestellte Gruppe,
bei der der Clypeus flach und die männlichen Antennen an der
Basis mit einer deckenden Platte ausgerüstet sind. Neben neuen
Arten in bekannten Gattungen werden folgende in neuen Gattungen
beschrieben: Prorasea (n. g.) simalis (Oregon, Montana) p. 669;
Aedis (n. g.) funalis p. 670; Honora (n. g.) mellinella Fig. 11;
Dalcruma (n. g.) turhatella Fig. 12. p. 702.
Gecidipta (n. g. prope Zophodiam) Excoecariae (Buenos
Aires); C. Berg, Stett. Ent. Zeit. 1878. p. 230 ff. Die Lebens-
weise dieses Zünslers ist nach Berg folgende: Die $ legen je ein
Ei an die von einer Chermes erzeugte Galle von Exe. glandulosa,
in die sich die jungen Räupchcn hineinbohren, die sie ganz aus-
fressen und auch als Puppenwiege benutzen, wenn die eine Galle
dem Nahrungsbedürfniss genügt hat. Ist dies aber (wie gewöhnlich)
nicht der Fall, so wird die Wohnung entweder vergrössert, oder
eine andere bezogen, wozu gewöhnlich das Puppengespinnst von
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 159
Poecilocampa proxiraa Berg gewählt wird, oder die Raupe bohrt
sich in einen Ast hinein. In ihre Wohnung trägt sie dann
Futter ein (in diesem Falle Blätter ihrer Nährpflanze), um es erst
in derselben zu verzehren ; s. auch in den An. Cient. Arg. und
Tijdschr. Ent. XXI. p. 119 flf.
Briosi lehrt in Alhinia (n. g. Phycid.) Wockiana und
Casazzae neue Feinde des Weinbaues kennen, die in den letzten
Jahren auf Sicilien durch Zerstören der unreifen Fruchtstände den
Ertrag erheblich beeinträchtigt haben. Von ersterer Art ist die
Lebensgeschichte vollkommen geschildert und sind einzelne Körper-
theile, des reifen Insectes sowohl wie der Larve, vergrössert darge-
stellt, Atti I. p. 1247 fif. Tav. I. und II; von der letzteren ist ein
Oberflügel im Holzschnitt dargestellt, Transunti II. p. 45 f.; Att.
d. R. Acc. d. Lincei, ser. III.
Pinipestis (n. g.) (Nephopteryx) Zimmermanni (N. York,
auf Pinus resinosa u. P. strobus); Grote, Canad, Ent. IX. p. 161;
äbietivorella (= Pemp. abietivorella Paclc. i. 1.); derselbe. Bull. ü.
S. Geol. Surv. IV. p. 701.
Moclilocera (n. g. prope Tetralopham) Zeilen (Texas, Mis-
souri); Grote, Canad. Ent. VIII. p. 157.
Stemmatophora nicalis (! Sierra Nevada); Grote, Bull. U. S.
Geol. Surv. IV. p. 671.
Pyralis trifascialis PI. LX. Fig. 9, oclirealis (Andaman Isl.);
F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 614; achatina (Hawaii);
Butler, E. M. M. XIV. p. 49.
Asopia Umbolalis (Andaman Ins.); F. Moore, Proc. Zool. Soc
Lond. 1877. p. 615.
Scoparia seriziatalis (Algier); Oberthür, Etud. Ent. I. p. 69.
PI. IV. Fig. 10; nucJialis (Calif.), libella (Maine, Massach., N. York);
Grote, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 675.
Scopula ferrugalis, Natural History; Buckler, E. M. M.
XIV. p. 200 fi".; concoloralis (Algier); Oberthür, Etud. Ent. L
p. 68. PI. II. Fig. 6.
Hercyna rupstralis in Norwegen (Dovrefjeld); Schj^yen, Nyt
Mag. Naturv. 1878. p. 173.
Rhodaria despecta (Hawaii); Butler, E. M. M. XIV. p. 49.
Emprepes novalis (Texas); Grote, Canad. Ent. VIII. p. 136.
Glyphodes margindlis PI. LX. Fig. 15; Pachyarches tibialis
(Andaman Ins.); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 618.
Glyphodes {Piepersialis,) Westermani (Sumatra); Snellen,
Tijdschr. v. Ent. XX. p. 77. PI. 6. Fig. 3.
Coptobasis Andamanalis, cuprealis PL LX. Fig. 13 (Andaman
Ins.); F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 615.
Gonocausta invertalis (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Ent.
XX. p. 78. PI. 6. Fig. 4.
160 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Botis vinacealis, opalinalis (Andaman Ins.); F. Moore, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 620; hutyrosa (Jaraaica) p. 493, lucüla^
oZi'yma p- 494; Butler, ebenda 1878; phyllophila (Madagascar); der-
selbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1878. II. p. 296; Blaclcburni, accepta
(Hawaii); derselbe, E. M. M. XIV. p. 48fif. ; sexmaculalis, penitalis
(Kansas) p. 98, erectdlis (Albany), communis (U. Stat.) p. 99, svih-
medialis (Canada) p. 111; Grote, Canad. Ent. VIII; penumhralis
p. 106, socialis (Canada, Buffalo) p. 107, Harveyana p. 104, tatalis
p. 106, allectalis p. 107, Langdonalis p. 104, flavidissimus p. 105
derselbe ebenda IX; trimaculalis, venalis p. 24, fuscimaculalis,
flavicoloralis p. 25, stenopteralis p. 26; derselbe ebenda X; albi-
ceralis p. 678, talis p. 681; derselbe. Bull. ü. S. Geol. Surv. IV;
(B. catenulalis Grote Can. Ent. IX. p. 105 = B. mustelinalis Pack.;
derselbe, ebenda p. 678. Nr. 27); volupialis (Denver); derselbe
ebenda p. 799.
B. elutalis in Norwegen (Gudbrandsdalen); Schp'yen, Nyt
Mag. Naturv. 1878. p. 195.
Conchylodes aen/erafes (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 618.
Cataclysta sohrina, hifurcalis (China); Pryer, Cist. Ent. IL
p. 232. PI. IV. Fig. 3, 4.
Hyrmina Traili (Manaos); Butler, Illustr. Lepid. Het. I.
p. 56. PI. XIX. Fig. 9.
Natural History of Hydrocampa stagnalis. By W. Buck-
1er, E. M. M. XIV. p. 97.
H. ektJilipsis (Albany, Canada); Grote, Canad. Ent. VIII.
p. 111; interruptalis, nigroUnealis (Shanghai); Pryer, Cist. Ent. II.
p. 233. PL IV. Fig. 5. 6.
Lepyrodes histigmalis p. 234, Fengwhanalis p. 235 (Shanghai);
derselbe ebenda.
Oligostigma sexpunctalis (Andaman) PI. LX. Fig. 12, parvalis;
F. Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 610; insectalis, regularis
(Shanghai); Pryer, Cist. Eut. IL p. 234. PI. IV. Fig. 7, 8.
Samea cuprinalis, purpurascens (Andaman Isl.); F. Moore,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1877. p. 613; chlor ophasma{J3ima,ica); Butler,
ebenda 1878. p. 493.
Eudoria granitalis, transversaUs (Yarkund); Moore, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. 1878. I. p. 235.
Pycnarmon f7^■scmo<a7^s (Andaman Isl.); F. Moore, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 617.
Pyrausta cupredlis (Kashmir); Moore, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
1878. L p. 235; minnehalia (China, Japan); Pryer, Cist. Ent. IL
p. 234. PI. IV. Fig. 9.
Ritseraa giebt nun eine vollständige Lebensgeschichte des
Acentropus niveus (Oliv.); durch die Zucht der auf Potain, crispus
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. IGl
lebenden ]ß,aupe überzeugte e'r sich, dass auch A. latipennis syno-
nym mit A. niveus ist; Tijdschr. Ent. XXI. p. 81 fF. PI. 5,6; s. auch ,
Dunning in den Tr. E. S. Lond. 1878. p. 271 ff. und dessen etwas
boshafte Nebenbemerkungen über Datumsangabe und Prophezeiungen.
Schoenobius terreus (Madagascar) p. 10, Fig. 1, immanis (Bue-
nos Ayres) p. 11. Fig. 2; Zell er, II. E. R. XIII.
Chilo leucanialis (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 401; angustipemiis (Neu-Seeland) p. 15. Fig. 3.
(Donacoscaptes) validus (Chiriqui) p. 16. Fig. 4, prodigialis (Neu-
Freiburg) p. 18. Fig. 5, Heradeus (Brasil.) p. 20. Fig. 6; Zeller,
H. E. R. XIII.
Ancylolomia sansibarica (Sans.); Zeller, IL E. R. XIII. p. 23.
Fig. 7.
Samana acutata (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 401.
Crambus vapidus p. 399, vulgaris p. 400. PI. XLIII. Fig. 7;
n. A. von Neu-Seeland; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877;
spicidellus (Buenos-Ayres) p. 35. Fig. 14, suhaeqiidlis (ibid.) p. 37,
stüaius (ibid.) p. 38. Fig. 15, quinqiteareatus (Texas) p. 40. Fig. 16,
humidellus (Japan) p. 42, atrosignatus (ibid.) p. 43. Fig. 17, expan-
sellus (Chiriqui) p. 48. Fig. 18, incanellus (Ubaque) p. 50. Fig. 19,
hemiochrellus (Texas) p. 51, pectinifer (ibid.) p. 53. Fig. 20, quadri-
notellus (Chiriqui) p. 55. Fig. 21; Zell er, H. E. R. XIII; euryptellus
(! Rio Santa Cruz); Berg, An. Soc. Cient. Argent. IV. p. 210; inter-
ruptellus (Canada); Grote, Canad. Ent. IX. p. 101.
Dioryctria Zimmermanni ; derselbe, ebenda p. 161 ff.
Ephestia egregiella (Cannes); Milliere, Iconogr. chen. etc.
III. p. 328. PI. CXLL Fig. 4, 5.
Eromene metallifera (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 40. PI. XLIII. Fig. 11; Chiriquitensis {Chinqin) ;
Zeller, IL E. R. XIII. p. 70. Fig. 25.
Pempelia spartiella p. 19. Fig. 1, pahmibiella p. 20. Fig. 2
(Italien); Rondani, Bull. Soc. Ent. Ital. VIIL PI. L
Hypochalcia corriipta (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 399. PI. XLIII. Fig. 9.
Myelois griseella^ undidosella (Yarkund); Moore, Ann. a. Mag.
Nat. Eist. 1878. I. p. 236.
Zophodia dentata (Colorado); Grote, Canad. Ent. VIIL p. 158
und Bull. U. S. Geol. Surv. IIL p. 799.
Euzophera rhenanella (Bornich im Mittelrheinthale ; vom An-
sehen einer Zophodia convolutella, aber kleiner); Fuchs, Stett.
Ent. Zeit. 1877. p. 147.
Ecpantheria reducta (Colorado); Grote, Bull. ü. S. Geol. Surv.
IIL p. 800.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. L
162 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Homocosoma venoseÜa (Yarkund)'^ Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Bist. 1878. I. p. 236.
Anerastia «i^MO&iZis (Jamaica); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 494.
Aphomia strigosa (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1877. p. 398. PI. XLIII. Fig. 10.
Melissoblaptes gidaris (Japan) p. 74. Fig. 26, 27, (Epimorius)
suffusus (Neu-Freiburg) p. 76. Fig. 28; Zeller, H. E. R. III.
Prionopteryx elongata (Cliiriqui) p. 27. Fig. 9, texturella (San-
sibar) p. 28. Fig. 10, Bergii (Buenos-Ayres) p. 30. Fig. 11; Zell er,
H. E. R. XIII.
Diptychophora Straminella (Neu-Freiburg) p. 32. Fig. 12, octa-
vianella (Cliiriqui) p. 33. Fig. 13; Zeller, H. E. R. XIIL
Argyria ohliquella (Japan) p. 58. Fig. 22, (croceivittella Wkr.
Fig. 23), pontiella (Chiriqui)p. 61. Fig. 24, merodonta (Chanchamayo)
p. 62, opposita (Cliiriqui) p. 64, sordipes (Buenos-Ayres) p. 67, fur-
vieornis (?) p. 68, simplex (Japan), pentaspüa (Neu-Freiburg) p. 70;
Zeller, H. E. R. XIIL
Tortricina. Barett fährt in seinen Notes on British Tor-
trices fort; E. M. M. XIV. p. 241 ff.
Prismoptera (n. g.) opdlina p. 78. PI. III. Fig. 9; Äntho-
croca (n. g.) miiscosa Fig. 5, cuneifera Fig. 4, hiemalis p. 79;
Äuehoteles (n. g. = Uzeda Wlkr.?) perforatana p. 84, sohriana
p. 85 (Brasil.) ; Cerarrhineta (n. g., ant. r^ supra art. bas. squamis
elongatis erectis dilatatae, ^ leviter incrassatae) calidana (Cuba)
p. 116; Zeller, H. E. R. XIIL
Teras aenea, flavescens (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. London. 1877. p. 402 ; multifidana (Bogota) p. 77. Fig. 29,
Thammiana (Chiriqui) p. 79, Chiriquitana (ibid.) p. 80; Zeller, H.
E. R. XIIL
Tortrix (Anacrusis) atrosparsana (Brasil.) p. 87, (Cacoecia)
revolutana (Chiriqui) p. 89, ahscisana (Venezuela) p. 90. Fig. 30,
concavana (Chiriqui) p. 91, dispositana (Bogota) p. 94. Fig. 31,
(Tortrix C) spoUana (Bogota) p. 96. Fig. 32, liitostdana (übaque)
p. 98. Fig. 33, memoriana (Fusagasuga) p. 100, miserulana (ibid.)
p. 101. Fig. 34, amhitana (Bogota) p. 102. Fig. 35, (Loxotaenia)
vitiana (Columbien) p. 103. Fig. 36; (Äesiocopa) vacivana (Chiri-
qui) p. 106, (Batodes) teratana (ibid.) p. 108, (Oenectra) rostellana
(Bogota) p. 110. Fig. 37, exsectana (Baranquilla) p. 111. Fig. 38,
laterculana (Mexico) p. 113, rectiUneana (Chiriqui) p, 115; Zeller,
IL E. R. XIIL
A. viburnana W. V. auf 1 — 3jährigen Pflanzen von Abies
excelsa, Pinus silvestris und montana schädlich; ausserdem auf Cal-
luna vulgaris und Arctostophylus uva ursi lebend; Schi^yen, Nyt
Mag. Naturv. 1878. p. 140 ff.; vaecinnvorana (New-Jersey nebst T.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 163
incertana Clcm. auf der Preisseibeere schädlich); Packard, X. Rep.
U. S. Geol. Surv. 1876. p. 522.
Cacoecia vilis p. 402. PL XLIII. Fig. 15, inana (!) p. 403.
Fig. 13; neue Arten von Neu-Seeland; A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1877.
Araphysa Seeholdiana (Bilbao ; kleiner als die sonst sehr ähn-
liche A. prodromana); Rössler, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 371.
Zelotherses (?) robusta (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 403. PI. XLIII. Fig. 17.
Sciaphila Wahlbomiana L. var. humerana (Frankreich ; Elsass) ;
Peyerimhoff, Pet. Nouv. II. p. 101; radicana (Bogota) p. 118.
Fig. 39, trajectana (ibid.) p. 120. Fig. 40, invitana (ibid.) p. 121.
Fig. 41, insipidana (ibid.) p. 122, leucomelaena (Chipo) p. 124. Fig.
42, crehrana (Bogota) p. 126. Fig. 43; Zeller, H. E. R. XIII.
Conchylis Stöliczkana (Yarkund); Moore, Ann, a. Mag. Nat.
Hist. 1878. Lp. 237; deaurana (Cannes), rubricana, 3Iülierana {ibid.);
Fairmai re, Pet. Nouv. IL p. 101; argentifurcataiia, hipeana (On-
tario); Grote, Canad. Ent. VIIL p. 206 f.; tricesimana (Chiriqui)
p. 128, pruinosana (Bogota) p. 129. Fig. 44, submissana (ibid.) p. 131.
Fig. 45, Swammerdamiana (ibid.) p. 133. Fig. 46, oclwimixtana p. 134,
lorana p. 135. Fig. 47, deh'catiilana p. 137, Diemeniana (Van Die-
mensl.) p. 138, cüiosana (Cuequeta) p. 139. Fig. 48; Zell er, H. E.
R, XIII; dorpatensis? (D.); Sintenis, Arch. Naturk. Liv-, Esth-, u.
Kurl. (2) VII. p. 362.
Penthina olivana, hercyniana in Norwegen; Sch0yen, Nyt
Mag. Naturv. 1878. p. 195.
Aspis Udmaniana in Norwegen; Schoyen, Nyt Mag. Naturv.
1878. p. 195.
Bactra fuscidorsana (Bogota) p. 141, cultellana (ibid.) p. 143;
Zeller, H. E. R. XIIL
Grapholitha Fuchsiana (Bornich im Mittelrheinthal; der G.
asseclana ähnlich, kleiner; die weisse Mittelbinde in ihrem unteren
Theile nicht durch graue senkrechte Wellenlinien getheilt etc.);
Ro essler, in der Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 76; Seeboldi (Bilbao,
kleiner als G. aemulana Schi., . . . Hinterleib grau mit starker
ockergelber Behaarung des letzten Ringes, . . .); derselbe ebenda
p. 373; (Poecil.) Nolckeniana p. 154. Fig. 43, polUdana p. 156.
Fig. 54 (Bogota), (Gr.) piriferana (Chiriqui) p. 158, (Hedia) anginen-
tana (Cuba) p. 160, condensatana (Chiriqui) p. 162, (Coptoloma?)
fignrana (St. Tomas) p. 163. Fig. 55, truncatulana (Bogota) p. 155.
Fig. 56; Zeller, H. E. R. XIIL
G. rhododendraua, tenebrosana in Norwegen; Schoyen, Nyt
Mag. Naturv. 1878. p. 196.
Paedisca chloroticana p. 145. Fig. 49, pyrrlwlana p. 147.
Fig. 50 (Bogota), pristinana (Ubaque) p. 148. Fig. 51, veteraita
164 Bertkau: Bericht üb. d. wisseüschaftl. Leistungen
(Bogota) p. 150. Fig. 52, satelUtina (ibid.) p. 152; Zeller, H. E.
R. XIII.
Stegdinoi^tycha (?) negligens (Neu-Seeland); A. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 404. PI. XLIII. Fig. 18.
Dicbrorhampha circumfusana (Bogota) p. 166 und var. Fig. 57,
58, sarmentana (ibid.) p. 169. Fig. 59; Zeller, H. E. R. XIII.
Tineina- Notes on Pembrokeshire Tineina. By Chas.
G. Barrett. E. M. M. XIV. p. 268 ff.
Nieuwe exotische T ineinen van 'S Rijks Mus. v. Natuurl.
Hist. te Leiden, bescbr. door P. C. T. Sn eilen, en afgeb. d. Mr.
A. Brandts. Tijdschr. Ent. XXI. p. 129 ff. PI. 7, 8.
The Tineina of Colorado; by V. T. Chambers . Bull. ü.
S. Geol. Surv.'lII. p. 121 ff.
Notes on'a coli. ofTin. ... in Colorado; On the distribution
of Tineina in Colorado; derselbe, ebenda p. 143 ff., 147 ff.
Descriptions of new Tineina from Texas . . . .; der-
selbe ebenda IV. p. 79 ff.
Tineina and their Food-Plants; Index to the de-
scribed Tineina of the United States and Canada; der-
selbe ebenda p. 107 ff. und 125 ff.
Tineen aus Texas, beschrieben von Prof. H. Frey., und
J. Boll.. .; Stett. E. Z. 1878. p. 249.
Heinemannia (n. g. Lavern.; Kopf anliegend behaart, ohne
Nebenaugen; Fühler so lang wie die Vorderflügel, diese mit 10
Aesten, 7 und 8 gestielt, 'die Dorsalrippe an der Wurzel und am
Saum gegabelt; Hinterflügel mit offener Mittelzelle, Ast 2 — 4 aus
der hinteren, 5 — 7 aus der vorderen Mittelrippe, für Laspeyrella H.
und festivella V.) p. 427; Blastodacna (n. g. Lavern.; Kopf an-
liegend beschuppt, ohne Nebenaugen ; Fühler kürzer als die Vorder-
fiügel; diese mit 9 Aesten, 7 und 8 gestielt, Dorsalrippe an der
Wurzel gegabelt; Hinterflügel mit offener Mittelzelle, Ast 2 — 4 aus
der hinteren, 5—7 aus der vorderen Mittelrippe, für Hellerella Dup.,
vinolentella H. S.) p. 428; Atachia (n. g. Elachist.; Kopf ange-
drückt, Palpen lang, seitlich vorstehend; Vorderflügel mit 11 Rippen,
Dorsalrippe an der Wurzel gegabelt; Hinterflügel ^z^, die Fransen
wenig über 1, für pigerella H. S.) p. 464; Scirtopoda (n. g. EL;
Kopf angedrückt; Palpen klein, geneigt; Hinterflügel ^2» ^i^ Fransen
3, für Herrichiella H. S. und saltatriella FR.) p. 465; Hofmannia
(n. g. Argyresth.; mit Nebenaugen; Vorderflügel ohne getrübten
VRfleck in der Membran, mit geradem Hrde. und 12 Rippen; Hinter-
flügel mit 5 Aesten gesondert aus der Mittelzelle; die oberen Sporen
der Hinterschienen hinter der Mitte, für Saxifragae Stntn. und fa-
sciapennella Stntn .) p. 644 ; Wocke in Heinemanns Schmetterl. etc.
Palumbina {n. g.) terehintella (Italien); Rondani, Bull. Soc.
Ent. Ital. VIII. p. 22 f. PI. L Fig. 12—14.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 1G5
Stomylia (n. g. prope Symmocara) erosella ("Java); Sn eilen,
Tijdschr. Ent. XXI. p. 142. PI. 8. Fig. 1—6.
Lithariapteryx (n. g. prope Glyphipterygem etc.) ahromia-
cella (Colorado); Chambers, Canad. Ent. VIII. p. 217.
Blepharocera (n. g.; der Name bereits bei Dipteren ver-
geben; „this genas is allied structurally to Dasy cer a . . . ., but is
altogether uulike it in coloration !) Haydenella (Colorado); Cham-
bers, Bull. U. S. Geol. Siirv. III. p. 145.
Acanthocnemis (n. g. prope Phyllocnistim) fiiscoscapulella
(Texas); derselbe, ebenda IV. p. 104.
Metamorpha (n. g. Stntn. i. 1., prope Cosmopterygera) mira-
culosa Boll i. 1. (Texas, Raupe in einer seidenen Röhre an der
Unterseite der Blätter von Panicum clandestinum); Frey u. Boll,
Stett. Ent. Zeit. 1878. p. 217 ff.
Crinopteryx n. g. prope Incurvariam, für C. familiella Pey.-
Imh.; Mi liiere, Iconogr. etc. IIl. p. 229 ff. PI. CXXV. Fig. 5—12.
Lepidotarphius (n. g. prope Biitalim, Pancaliam, Stain-
toniam) splendens (Shanghai); Pryer, Cist. Entom. II. p. 235. PI.
IV. Fig. 13.
Choregia (n. g. für Sim. fulgens Feld, et Boyh. und) ignita
(Cuba) p. 195; Zeller, H. E. R. XIII.=
Acoreuta (n. g.) aspera (Columb.) p. 199, lentiginosa (Süd-
amerika) p. 201, circumdata (Bogota) p. 203, Pircuniae (Buenos-
Ayres) p. 204; Dysgnorima (n. g.) subannulata (Bogota) p. 256.
Fig. 75; Ecliptoloma (n. g.) liemiommata (Südamerika ?) p. 327.
Fig. 102; Clistothyris (n. g.) vülosula (Ubaque) p. 331. Fig. 104;
Dasycaraea (n. g.) v iridis quamata (Bogota) p. 372. Fig. 128; Co-
poceria (n. g.) crambinella (Ubaque) p. 375. Fig. 129; Peleopoda
(n g.) lobitarsis (Chiriqui) p. 386. Fig. 134; Falculina (n. g.)
ochricostata (?) p. 387. Fig. 135; dersebe ebenda.
Choreutis blandinalis (Cuequeta); Zell er, H. E. R. XIII.
p. 171. Fig. 60.
Brenthia quadriforella (! Neuholland); Zeller, H. E. R. XIII.
p. 172. Fig. 61.
Simaethis pronübana (Java); S neuen, Tijdschr. v. Ent. XX.
p. 48. PI. III. Fig. 25; contubemalis (?) p. 175. Fig. 63, Japonica
(J.) p. 176. Fig. 64, Taprobanes (Ceylon) p. 178. Fig. 65; Zeller,
H. E. R. XIII.
Orosana atra (Canterbury, Neu-Seeland) ; x\. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 404.
Setiostoma Eibbei (Chiriqui); Zeller, H. E. R. XIII. p. 189
(gehört wohl hierher und nicht zu den Tortricina; vgl. d. Ber.
1877. p. 336 (368)).
Tinea (Scardia) va Stella Zell, als Zerstörerin afrikanischen
16G Bert kau: Berieht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
Büffelhorns; Rogenhofe r, Sitzungsber. Zool. Bot. Gesellsch. Wien.
XXVI. p. 13.
T. columbariella (Thüringen; Larven in Taubenmist; al, aut.
nitidis griseis, puncto disci post medium fusco obsoleto; post. ci-
nereis flavescenti-nitentibus ; capillis ochraceo-fuscescentibus ; var. a
puncto al. ant. discoidali nuUo; exp. al. 8 — 15 mm); Wocke, in der
Zeitschr. f. Entom. N. F. 6. Heft. Breslau 1877. p. 43.
T. palaestrica (Neu-Seeland; sehr nahe verwandt mit der euro-
päischen T. tapezella); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877.
p. 404; orientalis (ebenfalls Büffelhorn, von Singapore stammendes,
zerstörend); Stainton, E. M. M. XY. p. 134; imitatorella p. 105,
croceo-verticella , tliorace-strigella (Kentucky) ; Chambers, Canad.
Ent. VIII; nigriceps p. 208, dividuella p. 210 (Bogota), cumulatella
(Fusagasuga) p. 211, palUdorsella (übaque) p. 212, famiUaris (Fnsag.)
p. 214. caducella (Chipo) p. 216, scrutatricella (Soacha) p. 217, lati-
pennella (Ubaque) p. 219; Zeller, H. E. R. XIII; 7-strigella (Texas);
Chambers, Bull. U. S. GeoL Surv. IV. p. 79.
(Anaphora Clem. 1871 =) Acrolophus (Poey 1832) leucodocis
(Cuba, Bras.); Zeller, H. E. R. XIII. p. 197, (Anaphora) Texanella
(Texas); Chambers, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 79.
Myrmecozela ochraceella Tgstr. in Norwegen (Dovrefjeld);
Scho'yen, Nyt Mag. Naturv. 1878. p. 177.
Nemophora pseudopilella (Hyeres, Cannes); Peyerimhoff,
Pet. Nouv. II. p. 102.
Adela fibulella F. var. immacidata (Stelvio, Südtirol; der var.
d Zeller's nahe kommend, ohne Spur von hellen Flecken auf den
Vorderflügeln); Wocke, Zeitschr. f. Entomologie, N. F. 6. Heft,
Breslau 1877, p. 44; trifasciella, fascieUa p. 103, flammensella (Ken-
tucky); Chambers, Canad. Ent. VIII; iocliora (Texas); Zeller, H.
E. R. XIH. p. 220.
Ochsenheimeria Tiorridida (Baranquilla); Zeller, II. E. R.
Xni. p. 221.
Acrolepia vcderiella Zell. i. 1. (Holland); Sn eilen, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 44, PI. 2, Fig. a.
Hyponomeuta morhülosus (Sansibar); Zeller, H. E. R. XIII. p.
222 Fig. 66, Zelleridla (Texas); Chambers, Bull. U. S. Geol. Surv.
IV. p. 80.
Oeta impariguttata (Ceylon) p. 224 Fig. 67, fasttiosa (Cuba)
p. 225 F^ig. 68; Zeller, H. E. R. XHL
Trichostibas iophlebia (Antillen?) p. 228 Fig. 69, transversi-
guttata (Chiriqui) p. 229 Fig. 70, Hephaesticllä (Chiriqui) p. 230,
calUgcra (Cuba) p. 231, ovata (ibid.), sordidata (Porto Rico) p. 233;
Zell er, H. E. R. XIII.
Argyresthia reticulata (Ober-Engadin; Kopf gelbweiss, Vorder-
flügel schmutzig gelb, matt glänzend, mit ziemlich verloschener.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 167
unregelmässiger dunkler, netzförmiger Zeichnung; Hinterflügel fast
glanzlos lichtgrau, mit lichteren Fransen; ^^ 10 — 11 mm); Stau-
diuger, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 205; chrysidella [Alpes Msiriiimes) ;
Peyerimhoff, Pet. Nouv. II. p. 102; diffractellap. 2A6, percussella
p. 246, carcimmatella p. 247, Uruptella p. 249, ochridorsis p. 250
(Bogota); Zell er, H. E. R. XIII, montella, qiiercicolella, altissiinella
p. 130, pedmontella (!) p. 131 (Colorado); Chambers, Bull. ü. S.
Geol. Surv. III, helvetica (Bernina); He ine mann a. a. 0. p. 652.
Prays stratellus (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII. p. 243 Fig.
74; lülarella (Surin.); S neuen, Tijdschr. Ent. XXI p. 133 PI. 7
Fig. 7—11.
Atemelia contrariella (Chipo); Zell er, H. E. R. XIII. p. 244.
Plutella rectivittella (Bogota); Zeller, H. E. R. XHI. p. 252.
Die Raupe von Psecadia flavitibiella lebt wahrscheinlich im
Juli an der Unterseite der Blätter eines kleinen gelbblüthigen (?)
Thalictrum (Th. minus?); Zell er, Stett. E. Z. 1878. p. 127.
Psecadia xanthorrhoa (Porto Rico) p. 234 Fig. 77, postica
(Austr.) p. 236 Fig. 71, (Hypou. circumdatellus Wkr. p. 237), exor-
nata (Chanchamayo) p. 238 Fig. 73, adustella (Porto Rico) p. 240;
Zeller, H. E. R. XIII.
Depressaria stigmella (Kashghar) ; Moore, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. 1878. p. 237; rubrociUella (Lardy); Ragonot, Bull. Ent. Fr.
1877. p. CXXIV; Baleni (Bogota); Zell er, H. E. R. XIII. p. 253,
eupatoriella, Fernaldella (== Machimia tentorifuella Gleni.?) (Texas);
Chambers, Bull. ü. S. Geol. Surv. IV. p. 82.
Polyliymno fusco-strigella (Texas); Chambers, Canad. Ent.
VHI. p. 30.
Cryptophasa russata (Cap York); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London. 1877. p. 475; transversella (Java); Sn eilen, Tijdschr.
Ent. XXI. p. 136 PI. 7 Fig. 12—16.
Antaeotricha Thammii (Chanchamayo) p. 306 Fig. 89, tibialis (?)
p. 307 Fig. 90, Rihbei (Chiriqni) p. 309 Fig. 91, plagosa (?) p. 311
Fig. 92, semicinerea (Chiriqui) p. 312 Fig. 93, assecta (Chancham.)
p. 313 Fig. 94, amicula (Chiriqui) p. 317 Fig. 96, purulenta (?) p.
318 Tig. 97, lignicolor (Chancham.) p. 320 Fig. 98, albovenosa (ibid.)
p. 321 Fig. 99, albifrons (?) p. 323 Fig. 100, sublimata (Chiriqui)
p. 395 Fig. 101; Zell er, H. E. R. XHI.
Auxocrossa lacera (Südam.?); Zell er, H. E. R. XIH. p. 328
Fig. 103.
Gleich den Männchen der meisten Glaucopiden hat das Männ-
chen einer (nicht näher bestimmten) Cryptolechiaart die Fähigkeit,
am Hinterleibsende, auf der Bauchseite, zwei lange hohle Fäden vor-
zustülpen, die mit sich aufrichtenden Haaren besetzt sind und einen
(unangenehmen) Geruch verbreiten. Müller, Jen. Zeitschr. Natur w.
XI. (N. Folge IV) p. 111; vgl. oben p. 79 (423).
168 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
Cryptolechia carnifex, rufosparsa (l^eaSeeland)', A.G.Butler,
Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 40; propriella (Bogota) p. 261,
dubitatella (Nordam.?) p. 262, argillacea (Chanchamayo) p. 266, so-
roria (Ubaque) p. 267 Fig. 76, hiseriata (?) p. 269, lutulenta (?) p.
270, mi/opma (B ras. ?) p. 271, nimhosa (Chanchamayo) p. 273, con-
vexicostata (Neu-Freiburg) p. 274, palpalis (Bengalen) p, 276, mor-
hida (Chancham.) p. 277 Fig. 77 ,Sominerella (?) p. 278 Fig. 78, lati-
pennis (Bogota) p. 279 Fig. 79, armata (Neu-Freiburg) p. 282, de-
stillata (Chiriqui) p. 283, radicalis (ibid.) p. 286, luxina (ibid.) p.
288, laeviuscula (Rio Magd.) p. 290 Fig. 80, sciaphilina (Chiriqui)
p. 291 Fig. 81, particularis (ibid.) p. 293 Fig. 82, ocliricolUs (ibid.)
p. 294 Fig. 83, muscula p. 295, promotella p. 296 Fig. 84, residuella.
I). 297 Fig. 85, notosemia p. 298 Fig. 86, Frschoffi p. 330 Fig. 87,
iuctifica p. 301, penthimlla p. 303 Fig. 88; Zeller, H. E. R. XIII;
effractella (Neu-Holland) ; Sn eilen, Tijdschr. Ent. XXI. p. 139 PI.
7 Fig. 16 — 25, obscuromaculella (Texas); Chambers, Bull. U. S.
Geol. Surv. IV. p. 86, anceps, sericata, öblita p. 163, fdllax, stahiUs,
tabida p. 164, inflata, vaga, Unctipennis p. 187, capida, salutaris,
nitens p. 188, anriosa, evanescens, curtipennis p. 189, aerinotata,
marcida, striglvenata, w?>aw« p. 190, cdligans, peccans, Trailii ^. 191,
virgincdis, javärica, rosacea, trüineata p. 192 (Amazon.), Butler,
eist. Ent. II.
Psoricoptera niveisignella (Chiriqui); Zell er, H. E. R. XIII.
p. 333 Fig. 106.
Gelechia meZaMi?/pdZa (Schluderbach in Südtirol); Mann, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXVIL p. 498; superfetella (Elass); Peyer-
imhoff, Pet. Nouv. II. p. 102; cicerella (Italien) Rondani,Bul]. Soc.
Ent. It. VIII. p. 20 PI. I Fig. 3—5, Clemensella (Pennsylv.), Saimder-
sella (Kentucky); Chambers, Canad. Ent. VIII. p. 173; eaespitella
(Bogota) p. 337 Fig. 107, triforella (! Van Diemensl.) p. 336 Fig. 108,
(Lita) üyella (Bogota) p. 337, gregariella (ibid.) p. 330 Fig. 109,
(Teleia) viretella (?) p. 340 Fig. 110, febriculeUa (Bogota) p. 341 Fig.
111, trigonopliorella (Chiipo) p. 343 Fig. 112, rhombophor ella {Onequetm)
p. 341 Fig. 113, senariella (Chipoj p. 346 Fig. 114, intermissella (ibid.)
p. 347 Fig. 115, ventralella (Ubaque) p. 348 Fig. 116, fiUcornis' (Bo-
gota) p. 350 Fig. 117, melanostictella p. 351 Fig. 118, merismatella
p. 352 Fig. 119, (Sitotroga?) coarctatella p. 353, (P.tochenusa) cleo-
dorella p. 355 P'ig. 120 (Bogota), elachistella (Chipo) p. 356, ceiiiio-
stomella (Sansibar) p. 357, (Doryphora) Daturac (Bogota) p. 359,
(Tachyptilia) veteranella (?) p. 361 Fig. 121, desectella (Cuba) p. 362
Fig. 122, (Ceratophora) sciitella (?) p. 363 Fig. 123, Japonicella (J.)
p. 365 Fig. 124, distigmatella (Neu-Holland) p. 366, (Euteles?) igna-
vella (Ubaque) p. 368 Fig. 125, (Helcystogramma) Rtbbeella (Chiriqui)
p. 369 ¥i<y. 126, obseratella (Cuba?) p. 371 Fig. 127; Zeller, H. E.
R. XIII, serratipalpella, pedmontella p. 123, glycyrrJmaeella, ' amor-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 1G9
phacella p. 124, monumentella, irilineella p. 125, ocellella, anarsiella,
ochreostrigella p. 126, bicostomacidcUa, triocellella p. 127, collinusella
p. 128, Tackardclla p. 143 (Colorado); Chambers, Bull. U. S.
Geol. Snrv. III, disconotella, sißvaecolella p. 86, cristifasciella p. 87,
quinquecristateUa, sexnoteJla p. 88, intermediella, lactiflosella, fuscotäe-
ni(a)ella, muUimacidella p. 89, (Ergatis) palliderosacella, obscurosuffti-
sella p. 90, ochreocostella, canopidoella p. 91 (Texas); derselbe;
ebenda IV; arminiella (Texas in Chenop. album miniereud); Frey
und BoU, Steit. E. Z. 1878 p. 249, oxycedrella (Südfr.); Milliere,
Iconogr. etc. III. p. 177 PI. CXVIII. Fig. 1—8.
Bryotropha cinerosella in Norwegen; SchjJyen, Nyt Mag.
Naturv. 1878. p. 197.
Lita Valesiella (Wallis); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1877.
p. 205; Vasconiella (Bilbao, Grösse und Farbe von Laverna fulve-
scens, Kopf, Palpen und Rücken liebt sandgelb, ...); Rössler,
ebenda p. 377; opificella (Schluderbach in Südtirol und in Steiermark;
Taster innen und das Gesicht blass ockergelblich; Ydfl. schwärzlich
braun, überall hellgrau oder gelblichgraü beschuppt; von den ge-
wöhnlichen schwarzen Punkten ist der in der Falte der deutlichste ;
die gebrochene hintere helle Querlinie sehr undeutlich; Htfl. merk-
lich breiter als die Vdfl., grau); Mann, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXVII. p. 499.
L. atriplicella in Norwegen; Sch^yen, Nyt Mag. Naturv.
1878. p. 197.
Tachyptilia atycliioides (Neu-Seeland): A. G. Butler, Proc,
Zool. Soc. London. 1877. p. 405. PI. XLIK. Fig. 14.
Epicorthylis cinnamicostella (Chiriqui); Zell er, H. E. R. XIII.
p. 232, Fig. 105.
Nothris BUbainella (Bilbao; kleiner als Ypsol. marginellus;
Kopf, Palpen und Rücken weisslichgrau; Hinterleib dunkelgrau mit
gelblicher Spitze; Vdflgl. lanzettförmig zugespitzt . . . .) Rössler,
Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 378; bimaculella (Colorado); Chambers,
Bull. U. S. Geol. Surv. Terr. III. p. 122.
Sophrouia mediatrix (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII. p. 377.
Fig. 130.
Anesychia diBcostrigella (Colorado); Chambers, Bull. U. S.
Geol. Surv. III. p. 122, Hagenella (Texas); derselbe, ebenda IV.
p. 80.
Hypercallia crocatella (Bogota) p. 380 Fig. 131, (Gonionota)
notodontella (ib.) p, 381 Fig^ 132, (Bracliyplataea) incensella
(Chanchamayo) p. 383, (Ägriocoma) catcuella .(ibid.) p. 384 Fig.
133; Zeller, H. E. R. XIII.
J. v. Hornig beschreibt die auf Daphue cneorum lebende
Raupe von Anchinia grisescens Frey und laureolella H.-
Sch., Sitzgsber. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVII. p. 33.
170 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
A. äolomiella (Höhlen stein in den Dolomiten Südtirols); Mann
u. Rogenhofer, ebenda Yerh. p. 32.
Dasycera Bernsteiniella (Salawatti); Snellen, Tijdschr. Ent.
XXI. p. 145 PI. 8 Fig. 7 — 10, nonstrigella (Kentucky); Chambers,
Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 92.
Psecadia teras Felder = Oecophora picarella WalJcer; A. G.
Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 404.
Oecophora sordida, griseata, parca, neue Arten von Neu-See-
land; derselbe ebenda; dichroella (Yan Diemensl.) p. 393, (irruptella
Wker. p. 390), argiitella (Adelaide) p. 391, injw^eZZa (Van Diemensl.)
p. 893 Fig. 236, griseicostella (Adelaide) p. 395, hryotrophoides p.
396 Fig. 137, confarreatella p. 397 Fig. 138 (Bogota); Zeller,
H. E. R. xin.
In den Further Remarks on Pronuba Yuccasella zeigt
Riley, dass Boll ihn vollkommen missverstanden, resp. seine An-
gaben nicht gelesen hatte; dass das $ dieses Schmetterlings die
OefFnungen, durch welche die Eier in den Fruchtknoten gelegt wer-
den, durch Pollenkörner verschliesse, hatte Riley nicht beobachtet,
bezweifelt es auch, da die die von dem Ovipositor gemachte Oe£f-
nung sehr klein ist. Dagegen bleibt von den zu Klumpen geballten
Pollenkörnern ein Theil auf dem Stigma des Griffels zurück und dieser
Pollen wirkt befruchtend. P. Yuccasella ist das einzige Insect, das
Yucca befruchten kann. — Ferner zeigt Riley, dass Chambers
(„The Tineina of Colorado" in Vol. III. Nr. 1 von Hayden's Geol. a.
Geogr, Surv. Terr.) Hyponomeuta quinque-punctella vielfach mit
Pronuba Yuccasella verwechselt hatte; die letztere ist nie gefleckt,
wohl aber giebt es von H. 5-punct. Exemplare, die fast ungefleckt
und dann der Pronuba ähnlich sehen, durch das Flügelgeäder sich
aber sofort erkennen lassen. Trans. St. Louis Acad. Science. III.
p. 568 ff. und Stett. E. Z. 1878. p. 377 ff.; vgl. d. Ber. 1877
p. 338 (370).
Blastobasis gigantella (Colorado); Chambers, Cauad. Ent.
VIII. p. 219, (Hypatima) proagorella p. 431 Fig. 151, leucogona p.
434 Fig. 152, controversella p. 436, suppletella p. 437 Fig. 153,
aphanes p. 439 Fig. 154, (B.) ergastulella p. 440 (Bogota); Zell er,
H. E. R. XIII.
Strobisia Proserpinella (Texas), Frey und Boll, Stett. E- Z-
1878. p. 251.
Glyphipteryx ■ atristriella (Van Diemensl.) p, 398, japonicella
(J.) p. 400 Fig. 139, refractella (Bogota) p. 402, cornigerella p. 403
Fig. 140, septcmstrigcUa p. 405 Fig. 141 (Bogota); Zeller, H. E.
R. XIII.
Gracilaria linearis (Neu-Seeland) ; A. G. Butler, Proc. Zool.
London. 1877. p. 406. PI. XLIII Fig. 16; negundella (Colorado);
Chambers, Canad. Eutom. VIII. p. 18, pistaciella (Italien), Ron-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 171
dani, Bull. Soc. Ent. It. VIII. p. 21 PI. I. Fig. 6—10; viridula p.
p. 408 Fig. 142, camaronae p. 408 Fig. 143, similatella p. 411 Fig.
144, Nolkeniella p. 412 Fig. 145, lencomta p. 414 Fig. 146, litho-
colletina p. 415 Fig. 147, qiiadristngella p. 416. Fig. 148, xeniella
p. 418 Fig. 148, urhanella p. 419 Fig. 150 (Bogota); Zeller, H. E
R. XIII.
Corisciam remotellmn (= ? roscipennella H.-S.?); Wocke,
Heine mann's Schmetterl. p, 632, quinquenotellum (Kentucky);
Chambers, Canad. Entom. IX. p. 124.
Ornix älpicola (Stelvio, Südwesttirol; exp. al. 9, 5 — 11 mm.);
Wocke, Zeitschr. f. EntomoL, N. F. 6. H., Breslau 1877. p. 48.
Wocke zählt (nach den Pflanzenfamilien) diejenigen (18)
schlesische Arten des Genus Coleophora Zell, auf, deren Raupen
von Pflanzensaraen leben. 55. Jahresber. Schles. Gesellsch. vaterl.
Cultur. p. 192.
Coleophora Sarothamni (Lorch am Rhein, auf Saroth. scopa*
rius); Roe ssler, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 77; C. Settarii (Meran
an Artemisia campestris; exp. al. 11 mm); Wocke, Zeitschr. f. Ent.
N. F. 6. Heft. Breslau. 1877. p. 45.
Ebenda p. 47 beschreibt derselbe den Sack und die Raupe
von C. fulvosquamella H.-S., die er am Stelvio in Südwesttirol an
Dryas octopetala fand.
C. ocymoidella (Italien); Ron dani, Bull. Soc. Ent. Ital. VIII.
p. 23. PI. I. Fig. 15; nigra-lmeella (Kentucky); Chambers, Canad.
Ent. VIII. p. 172; basistrigella, artemisicolella .(Co\oYa.do)', derselbe,
Bull. ü. S. Geol. Surv. III. p. 133; Texanella (Texas), cinerella, mul-
tipulvella (Kentucky), fuscostrigella p. 93, himinimmaculella (! Texas),
quadrilineella, ochrella (Kentucky) p. 94; derselbe ebenda IV;
achaenivora (in den Blüthenköpfen von Chrysanth. corymbosum),
niveiciliella (in Blüthen von Conyza squarrosa); 0. Hofraann,
Corrbl. Zool. Min. Ver. Regensb. 31. p. 28, 29; nigricornis (Wallis)
p. 534, cornuta Fr. i. 1. (Frankfurt a. M., Raupe an Birken) p. 539,
ahenella (von Stainton mit seiner Ledi vermengt) p. 546, aereipennis,
äethiops (Macugnaga) p. 547, Salicorniae Zell. i. 1. (Merseburg, an
Sal.) p. 553, niveistrigeUa (Wallis) p, 564, Medicaginis Schmidt i. 1.
(Frankfurt a. M.) p. 571, {Hoessleri = Tanaceti Roessl. nee Mühlig
p. 572), tristrigella (Csepregh) p. 580, Betulella (Braunschweig) p. 583,
hrevipalpella (Breslau) p. 586, Jnulae (Rheinpfalz an J. germanica)
p. 583, älpicola (Gornergrat und Macugnaga) p. 594. graminicolella
Hn. i. 1. (Jena und Braunschweig) p. 599, Äbsinthii (Wollin, an
Art. Abs.) p. 602, Muelüigella Frankfurt a. M., an Gypsophila fasti-
giata) p. 604; Heinemann (und Wocke) a. a. 0.
C. alcyonipenella in Norwegen; Schfiyen, Nyt Mag. Natur v.
1878. p. 198.
Laverna albidorsella (Sardinien); St au ding er, Stett. Ent.
172 Bert kau: Bericlit üb. d. wissen schaftl. Leistungen
Zeit. 1877. p. 206; (an gen. Anybia?) Gledüschiaeella (Kentucky);
Chambers, Canad. Eut. VIII. p. 135, verruculella p. 420, Laevi-
nella, ochrosemia p. 422, basisignella p. 423, crassinodis, cxsidtans
p. 425 (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII, coloradella (Colorado);
Chambers, Bull. ü. S. Geol. Surv. IIT. p. 136.
Heydenia auromaculata in Norwegen (Dovrefjeld); Schfjyen,
Nyt Mag. Naturv. 1878. p. 179.
Asychna (an h. g.?) pulvella (! Kentucky); Chambers, Ca-
nad. Ent. VIII. p. 171, polygoni (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII.
p. 427.
Butaiis hiventreTla (Bilbao ; an Gestalt und Grösse der B. vari-
ella am nächsten; Hinterleib oben mit einem Haarbusch am Ende);
Rössler, Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 380, suhseliniella (Oedenburg)
p. 489, ericetella (Holland auf Haide) p. 444, {Speyeri? (Gornergrat)
p. 445), gracilella (Sachsen) p. 452; Heinemann a. a. 0., ossia-
nella (Meeralpen); Milliere, Iconogr. etc. III. p. 397 PI. CL Fig. 1.
In einer Aantfeekening over de Europesche Soorten
van het Genus Pmicalia Stepb. führt P. C. T. Snellen aus, dass
P. Latreillella, Leeuwenhoeckella und nodosella zu einer und derselben
Art gehören, von der nodosella (merkwürdiger Weise das schöner
gezeichnete) das ^ ist, das abgeflattert zu Leeuwenhoeckella wird,
während Latreillella das ^ der Art ist; Tijdschr. v. Entom. XX. p, 85 ff.
Schreckensteinia (Chrysocorys) inferiorella (Bogota); Zell er,
H. E. R. Xm. p. 441.
Eriphia albalineeUa p. 95, nigriUneella p. 96 (Texas); Cham-
bers, Bull. U. S. Geol. Surv. IV.
Wocke beschreibt die in Phragmites communis minierende
Raupe von Cosmopteryx Scribaiella Zeller; 55. Jahresb. Schles. Ges.
Vaterl. Cultur. p. 191.
C. quadrilineella (Texas); Chambers, Bull. U. S. Geol. Surv.
IV. p. 95.
Batrachedra clemensella (Colorado); Chambers, Bull. U. S.
Geol. Surv. III. p. 134.
Heliozela (?) asella (Kentucky); derselbe, Canad. Entom. IX.
p. 108.
Antispila rivillella (Rndn. = Rivillei Stntn ) et ejus-
dem Parassita observata a Prof. C. Rondani. Bull. Ent. It. IX.
p. 287 £f. Tab. IX.
A. Nolckeni (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII. p. 449.
Elachista (anh. g.?) tristatella {Kentucky); Chamber s , Canad.
Ent. VIII. p. 172; tersectella p. 443 Fig. 155, LuciUella p. 446 Fig.
156, albisquamella p. 447 Fig. 157, 158 (Bogota); Zeller, H. E. R.
XIII, texanella, Staintonclla (Texas); Chambers, Bull. U. S. Geol.
Surv. IV. p. 96; Boesslerella (= nigrella H.-S.) p. 489, decolorella
(Wallis) p. 491 (Wocke), oppositella (Raupe in Luzula pilosa) p. 492,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 173
monticöla (Oberharz; Raupe in Carex fulva) p. 495(Wocke); Heine-
mann (und Wocke) a. a. 0.
Lithocolletis celtidella (Italien); Rondan i, Bull. Sog. Ent.
Ital. VIII. p. 22 PI. I Fig. 12, amorphaeella n.? sp.? or var.? and
amphicarpeaeella sp.? or var.? (Colorado); Chambers, Bull. U. S.
Geol. Surv. III. p. 137, necopinuseUa p. 100, populiella, bifasciella
p. 101, australisella, hicolorella p. 103 (Texas); derselbe, ebenda
IV, macrocarpella (Quercus macrocarpa) p. 261, subaureola (ebenso)
p. 262, minutella (Q. rubra) p. 263, diaphanella (an einer Busch-
Eichenart), ohtusilöbae (Q. obtus.) p. 265, Lebertella (ebenso) p. 266,
elephantopodella (aus verschiedeuen Compositen), Äctinomeridis p. 268,
amoena (Heterotera squarrosa) p. 269, fragilella (Lonicera albida)
p. 270, symplioricarpella p. 271, Eppelsheimii (an einer Caryaart) p.
272, Toxicodendri p. 273, Ämorphae (A. fruticosa) p. 275 (Texas);
Frey und Boll, Stett. E. Z. 1878.
Tischeria latipennella p. 97, pulvella p. 99 (Texas); Cham-
bers, Bull. U. S. Geol. Surv. IV, bicolor (Quercus obtusiloba) p.
255, sulplmrea (auf verschiedenen Quercusarten) p. 256, Heteroterae
(H. scabra) p. 257, Helianthi (H. Maximilianus) p. 258, longe-cüiata
(aus einer Helianthusart) p. 219 (Texas); Frey und Boll, Stett.
E. Z. 1878.
Lyonetia gracüella (Kentucky); Chambers, Canad. Ent. VIII.
p. 34.
Phyllocnistis auriinea (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII. p. 450.
Bucculatrix pertusella p. 451, amiculella p. 452 (Bogota);
Zeller, H. E. R. XIII, atagina (Heran an Artemisia camp.) p. 716,
jugicola (Trafo i, an Anthemis alpina) p. 722; Wocke in Heine-
manns Schmetterl. etc.
Nepticula pyricola (Schlesien, auf P. communis; Wocke,
Zeitschr. f. Entomologie. N. F. 6 G., Breslau 1877 p. 49. (Nach dem-
selben, ebenda p. 50 f., ist es wahrscheinlich, dass N. dryadella so-
wohl als Ei, wie als Puppe überwintert). N. badio-capitella (Kentucky) ;
Chambers, Canad. Ent. VIII. p, 160, molybditis p. 455, Johannis
p. 456 (Bogota); Zell er, H. E. R, XIII, quercipulchella, juglandi'
foUella p. 105, latifasciella (Kentucky), Bosquella (Texas) p. 106;
Chambers, Bull. ü. S. Geol. Surv. IV, popuUtorum (Texas, in
Blättern von Pop. angulifera); Frey und Boll, Stett. E. Z. 1878.
p. 276, Böllii Frey i. 1. (Schweiz, in alten Blättern von Rubus fru-
ticosus) p. 739, penicillata (Vorsfelde) p. 744, (albicomella?, aus
einer Erdbeermine p. 748), nobüella (Wien) p. 755, angustella (aus
Erdbeeren oder Tormentilla) p. 756, carpinella (in Blättern von C.
betulus) p. 762; Wocke in Heinemanns Schmetterl. etc., cisti-
vora; Milliere, Jconogr. etc. III. p. 253 ff. PI. CXXV. Fig. 13— 16.
Micropterygina. Eriocephala atricapüla (Stelvio, Südtirol);
Wocke, Zeitschr. f. Entomologie, N. F. 6. H., Breslau 1877. p. 52.
174 Bertkan: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Pterophorina. Stenoptycha Erschoffiana (Bogota) ; Z e lle r , H.
E. R. XIII. p. 457 Fig. 159.
Zell er beschreibt die Puppe der in Gnaphalium dioieum
lebenden Platyptilia tesseradactyla L. (Fischeri Z.); Stett. E.
Z. 1878. p. 162.
P. fuscicornis p. 460, gilvicolor p. 462 Fig. 160, pyrrhina p.
464 Fig. 161, sordiferris (!) p. 466 (Bogota), tecnidion (St. Thomas)
p. 468 Fig. 162; Zell er, H. E. Pt. XIII.
Mimaeseoptilus Arvernicus (Auvergne); Peyerimhoff, Pet.
Nouv. 1875. p. 516; alhistriolatus p. 469 Fig. 163, gilvidorsis p. 471
Fig. 164, fumiventris p. 472 Fig. 165, (Oedematophorus) nodipes p.
473 Fig. 166, fiisciciliatus p. 475 Fig. 167, conjunctus p. 477 Fig.
168 (Bogota); Zeller, H. E. R. XIII.
Lioptilus lenis p. 479 Fig. 169 (Bogota)^ Thomae p. 480 Fig.
170 (St. Thomas), pelospilus (Chanchamayo) p. 481, nigrosparsus
(ibid.) p. 482, ochrieostatus (Bogota) p. 484 Fig. 171; Zeller, H.
E. R. XIII, Giner ariae (Ste. Marguerite); Mi liiere, Iconogr. etc. p.
418 PI. CLII. Fig. 1.
Zell er findet die Deutung der Aciptilia alternaria Zell, auf
Pterophorus leucodoctylus (s. d. Ber. 1877. p. 341 (373)) nicht zu-
lässig; C. Berg, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou. LH. p. 21.
A. Malacensis (M.); Zell er, H. E. R. XIII. p. 485.
Älucitina. Alucita nasiita (übaque); Zeller, H. E. R. XIII.
p. 489 Fig. 172.
Diptera.
Vergleicliend - anatomische Untersuchungen
über das Nervensystem der Zweiflügler. Von Prof.
Dr. Ed. Brandt. H. E. R. XV; nebst 4 photo-lithogra-
phierten Tafeln. Brandt dehnte seine Untersuchungen
auf 275 Imagines und 29 Larven von Dipteren aus, und
so können die von ihm gewonnenen Resultate, wenn auch
in den allgemeinen Zügen mit bereits bekannten überein-
stimmend, mit einigem Recht Anspruch auf allgemeine
Gültigkeit erheben; zudem ist aber auch die Verwandlung
des Larvennervensystems in das der Imago an 12 Arten
studiert.
Das Nervensystem der Dipteren hat ausser 2 Kopf-
knoten 1—3 Brustknoten und 1--8 Bauchknoten; doch
können die Bauchknoten auch ganz fehlen, was namentlich
bei 1 oder 2 Brustkuoten der Fall ist. Ist nur 1 Brust-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 175
knoten vorhanden, und fehlen die Bauchknoten vollständig,
so entspricht der Brustknoten 3 Brust- und sämmtlichen
Bauchganglien und lässt aus seinem hinteren schmäleren
Theile ein von einer Membran umgebenes Büschel von
Nervenfäden austreten, das jedem Bauchgliede je ein Paar
Nerven zuschickt. Liegen in der Brust 2 Knoten, so ist
der erste, was für die Dipteren charakteristisch und bei
den anderen Insectenordnungen nicht beobachtet ist, aus
der Verschmelzung der beiden vorderen Brustganglien ent-
standen (vgl. übrigens Bibionidae). Die Zahl der Bauch-
knoten schwankt zwischen 1 und 8; sind mehrere Bauch-
knoten vorhanden, so ist der letzte immer grösser. Uebri-
gens verhalten sich die beiden Geschlechter derselben Art
vielfach hinsichtlich der Lage, Gestalt und Anzahl der
Bauchknoten verschieden (Pulex ^ mit 8, $ mit 7 Bauch-
knoten; Zodion, Myopa, Conops </" der einzige Bauchknoten
an der Basis, $ an der Spitze des Hinterleibes). Wie
bekannt, ist das Nervensystem der Larven nach 2 Typen
gebaut: ausserdem g. supraoes. ist entweder nur eine com-
pacte Nervenmasse, oder es sind wohlgesonderte Ganglien
vorhanden, deren Zahl 12 beträgt; die erste Form kommt
namentlich den Larven zu, deren Imagines 1 Brustknoten
und keinen oder nur wenige Bauchknoten besitzen. Die Ver-
wandlung desselben in das der Imago geht in der Weise vor-
sieh, dass sich zunächst ein g. infraoes. abschnürt und nahe
an das g. s. heranrückt; die übrig bleibende Nervenmasse
sondert sich in einen breiteren vorderen (den 3 Brustknoten
entsprechenden) und einen schmäleren hinteren Abschnitt,
welcher letztere aber später in den vorderen hiueinrückt
und mit demselben verwächst. Geht aus der einfachen
Nervenmasse der Larve eine Bauchkette mit mehreren Bauch-
knoten hervor, so gliedert sich nach Abschnürung des g.
infr. der Rest in eine perlschnurförmige Nervenkette, aus
der die (4) letzten Ganglien nach hinten abrücken; von
diesen verschmilzen die 3 letzten zu dem letzten Bauch-
knoten der Imago; dieses ist z. B. bei den Syrphiden der
Fall. Aus der ersten Form des Larvennervensystems geht
das der Imago in ähnlicher Weise hervor, wie das eines
Schmetterlings sich aus dem der Raupe entwickelt (s. oben
176 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
p. 83 (427). Die beiden hiutereii Knoten verschmelzen mit
einander und ausserdem rücken einige der vorderen an
das 3. Brustgangiion, mit dem sie verschmelzen. Das spe-.
cielle Verhalten des Nervensystems, namentlich die Zahl
der Bauchknoten, scheint systematisch nicht zu verwenden
zu sein, da sich bei unzweifelhaften Angehörigen derselben
Familie (s. Tabanidae), ja bei beiden Geschlechtern der-
selben Art, hierin Verschiedenheiten zeigen. Zum Schluss
gebe ich das Resume mit Brandt 's eigenen Worten:
1) 2 Kopf-, 1 Brust- und keine Bauchknoten (Muscidae
calypteratae, Oestridae, Pupipara).
2) 2 Kopf-, 1 Brust- und mehrere (1—6) Bauchknoten
(Syrphidae, Stratiomyidae, Tabanidae).
3) 2 Kopf-, 2 Brust- und keine Bauchknoten (Dolicho-
podidae, Phoridae).
4) 2 Kopf-, 2 Brust- und mehre Bauchkuoten (There-
vidae, Xylophagidae, Bibionidae).
5) 2 Kopf-, 3 Brust- und mehrere (5 — 8) Bauchknoten
(Culicidae, Tipulidae, Culiciformes, Fungicolae ; Apha-
niptera).
6) Einen Uebergang zwischen dem Nervensystem mit 2
Kopf-, zwei Brust- und vielen Bauchganglien und
demjenigen mit 2 Kopf-, drei Brust- und vielen
Bauchknoten bildet das Nervensystem derjenigen
Dipteren, ... bei denen der zweite (muss heissen:
erste) Brustknoten doppelt ist, d.h. mit einer tiefen
Einschnürung in der Mitte, wie bei Empis, Asilus.
Ein wichtiges faunistisches Werk hat F. M. v. d. Wulp
begonnen: Diptera Neerlandica. De tweevleugelige
Insecten van Nederiand. 'S Gravenhage 1877. M. Nijhoff.
Dieser erste Theil (p. I-XVIII, 1-497, PL XIV) enthält
eine Einleitung in das Studium der Dipteren, in der die
äusseren Körpertheile beschrieben und benannt sind, be-
handelt sodann kurz die Verwandelungsgeschichte, Arten-
zahl, Lebenweise im Allgemeinen, Nutzen und Schaden,
und beginnt darauf den specielleu Theil mit der Einthei-
lung in Unterordnungen und Familien nach der analy-
tischen Methode. Die Reihenfolge der Familien ist eine
z. Th. von der gewohnten Anordnung abweichende. In
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 177
diesem ersten Theil werden die Cecidomyiden, Mycetophi-
liden, Simuliden, Bibionideu, Chironomiden, Blephariceriden
(sie), Psychodideu, Culiciden, Tipuliden, Rhypbiden, Stra-
tiomyiden, Coenomyiden und Xylopbagideu bebandelt, in-
dem die Familien nach analytiscber Methode in Gattungen,
diese in Arten getheilt werden. Der Gattung und Art ist
dann noch eine vollständige Beschreibung (in holländischer
Sprache) und der letzteren ausserdem die Synonymie hin-
zugefügt. Die meisten Gattungen sind in einem Reprä-
sentanten entweder ganz oder in einzelnen charakteristischen
Theilen, zu denen namentlich die Flügel gehören, auf den
Tafeln abgebildet. Die Fauna ist übrigens gleich der
Schiner'schen nicht auf das enge Vaterland, das der Titel
angiebt, beschränkt; bis jetzt sind Wulp aus Holland gegen
1900 Arten bekannt geworden.
Jacobs fand, an die Haare des Hinterleibes von
Erebia tremula und Metopia argyrocephala angeklammert,
kleine Larven, mit 9 Segmenten und 7 (!) Beinpaaren, die
er vermuthungsweise diesen Tachinarien zuschreibt (!). C. R.
Ent. Belg. 1878. p. CLHI.
Leuchtende Dipteren-(Chironomus-)larven; E. M. M.
XV. p. 43.
J. M. F. Bigot. Notes et melanges dipterologiques.
Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 260 ff.
J. Dogiel. Anatomie und Physiologie des
Herzens der Larve von Corethra plumicornis. Mem.
Ac. Imp. St. Petersbourg. 1877. VH. Ser. T. XXIV. Nr. 10.
Lincke's Randglosse zu einigen Dipteren
aus Neuseeland spricht die Verwunderung darüber aus,
dass die Neuseeländische Dipterenfauna so wenig fremd-
ländisches Gepräge hat. Stett. Ent. Zeit. 1878. p. 237.
F. J. Allen u. H. M. J. Underhill. Notes on the
Diptera. Science Gossip 1876. p. 60—62, 103 ff., 155 ff.,
171 ff. mit vielen Abbildungen. Beziehen sich auf Eng-
lische Muscidae, Asilidae und Conopidae, deren Körper-
theile eingehend beschrieben und vergrössert abgebildet
werden.
J. Mik stellt an Dipterologische Untersuchun-
gen; Wien 1878 bei Alfr. Hoelder. Dieselben erstrecken
Archiv f. Nafiirg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. M
178 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
sich auf Dolichopodiden und Empiden; von ersteren
werden mehrere neue Gattungen und Arten, von letzteren
2 neue Arten beschrieben.
Muscaria exotica Musei Civici Januensis
observata et distincta a Prof. Camillo Rondan i. Fragm.
IV. Hippoboscita exotica non vel minus cognita. Ann.
Mus. Civ. Gen. XII. Führt 4 Nycteribiiden, 14 Hippobo-
sciden, 2 Strebliden auf.
C. R. Osten-Sacken macht einen Report on the
Diptera brought Home by Dr. Besselt from the Arctic
Voyage of the „Polaris" in 1872. Proc. Bost. Soc. XIX.
p. 41 ff. Es fanden sich in jenen hohen Breiten 1 Tipula-,
1 Chironomus-, 1 Trichocera-, 1 Scatella-, Anthomyia- und
Lucilia-Art; ausserdem eine Tipuliden-larve und das Pupa-
rium einer Museide.
C. R. Osten-Sacken. Western Diptera: De-
scriptions of new Genera and Species of Diptera from the
region west of the Mississipi and especially from Cali-
fornia. Bull. U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2. p. 189 ff. Die
wenig bekannte Fauna der westlichen Staaten, und nament-
lich Californiens, wird mit einer grossen Zahl neuer Formen
bereichert, von denen die meisten beschrieben, nur wenige
bloss benannt und durch allgemeine Hinweise unvoll-
ständig identificirt sind.
Desselben Catalogue of the described Diptera of
North America, Washington 1878, habe ich nicht gesehen.
Enumeratio Insectorum Norvegicorum. Fase. IV. Catal.
Dipterorum coutin. Auct. H. Siebke defuncto ed J. Sparre
Schneider. Christiania 1877.
Insectorum quae diptera appellantur, ab Joanne
Schnabl, Henr. Dziedzicki, Joanne Wankowicz, Lud. Anders diversis
Poloniae atque Minsciae Provinciae locis collectorum, libellus a Dr.
Joanne Schnabl conscriptus. Varsoviae, 1877. Enthält eine Aufzäh-
lung der Brachycera mit speciellerer Angabe des Fundortes und der
Flugzeit, auf 22 S. gr. Quart; die auf p. 23 und 24 zum Schluss
diagnosticirte neue Gattung und Art ist auch in der Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1877 diagnosticirt; s. unten bei den Oestriden.
Verzeichniss von Arten aus Südungarn (Comitate Temes und
Krasso) von Frivaldszky, und ein solches von Nordungarn (Zölyom
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 179
und Lipto) von Mocsary s. in den Magy. Tud. Akad. math. es
terra. Közl. XIII. p. 367 ff. und VX. p. 255 ff.
Gecidomyidae. Revision der Gallmücken. Berl. Inaug.-
Diss. von Ferd. Ant. Franz Karsch; Münster 1877. (58 S. 8° mit
1 Tafel). Nur der erste Theil (p. 9—20) ist eine Revision der
Gattungen (nebst Charakteristik einiger Arten) und auch dies
nur in beschränktem Sinne, indem weniger die Berechtigung der
Gattungsbegriffe als vielmehr ihrer Namen geprüft wird; somit
ist denn das Resultat dieser Revision, dass allgemein gültige Gat-
tungsnamen durch berechtigtere ältere ersetzt werden: Epidosis Lw.
durch Porricondyla Rnd., Cecidorayia Lw. durch Dasyneura Rnd.,
Diplosis Lw. durch Cecidomyia (Mg. !), Hormomyia Lw. durch Oligo-
trophus Latr., Diorayza Westw. durch Lasioptera (Mg. !), Chnorhyncha
Lw. durch Ozirhyncus Rnd.; durch Anmerkungen sucht zwar Karsch
diese Neuerungen zu rechtfertigen, was ihm aber nicht überall ge-
lungen ist, da das Prioritätsprincip nicht das einzig gültige ist, und
sowohl von Harold, wie von Thorell und anderen Reforipatoren un-
serer Nomenclatur zugleich nur mit Rücksicht auf eine sprachlich
richtige Bildung der Worte gehandhabt wird. Auch verfährt Karsch
nicht consequent, indem er zwar die Loew'sche Verbesserung Brachy-
neura für Brachynevra, Dasyneura für Dasineura annimmt, die Noth-
wendigkeit einer Ersetzung des Ozirhyncus zunächst durch den oft
vergebenen Oxyrrhynchus und somit überhaupt durch einen anderen
Namen dagegen nicht zugeben will. Ferner dürfte es schon an
und für sich unzweckmässig sein, in derselben Familie 2 gleichbe-
deutende Gattungsnamen wie Lasiopteryx Westw. und Lasioptera
Mg. zu haben; aber abgesehen hiervon, scheint mir das Princip,
dem Karsch hier gefolgt ist, nicht richtig zu sein. Er sagt, Lasio-
ptera Mg. falle in ihrer „Begriffsfassung (hier nicht Ausdehnung")
mit Diomyza Westw. zusammen, während doch nur Meigen's Lasio-
ptera A = Diomyza Westw. ist und Lasioptera Mg. = Lasiopteryx
+ Diomyza Westw. Es scheint mir demnach grade umgekehrt
zu sein. Der Name Lasioptera muss für den Westwood'schen Gat-
tungsbegriff Lasiopteryx eintreten und Diomyza behält ihre Gültig-
keit. Mit 2 von Karsch neu aufgestellten Gattungen enthält nun
die analytische Tabelle folgende : Lasioptera, Lasiopteryx, Ozirhyncus,
Asynapta, Miastor, Pero, Haplusia, Brachyneura, Oligotrophus,
Asphondylia, Dasyneura, Cecidomyia, Porricondyla, Dirhiza, Colpodia,
Oligarces, Heteropeza, Villiger a. Die neuen Gattungen sind Ha-
plusia (Flügel mit 3 Längsadern . .) für H. plumipes von Bahia
p. 16 und Villiger a (Flügel mit 2 Längsaderu . .) für Y. Frauen-
feldi von Hongkong p. 18.
Der zweite Theil (p. 21—35) handelt über die Staeger'sehen
Cecidomyinentypen der entomologischen Sammlung des zoolo-
gischen Museums zu Berlin und führt aus, dass Cec. unicolor Staeg.
180 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
i. 1. = Diplosis praecox Winntz. == Cec. nigritarsis Zeit., Asyn-
apta pectoralis Winntz. = Cec. hirticornis Staeg., Cec. aurantiaca
eine Porricondyla Bnd. und C. variegata eine Diplosis Lw. sei. Als
neu wird eine aus Gallen des Alectorolophus crista galli erzogene
Art beschrieben, die grosse Aehnlichkeit mit (Diplosis praecox
Winntz. =) Cec. nigritarsis Zett. hat, aber keine Diplosis, sondern
eine Dasyneura und D. cristae galli genannt ist.
Der dritte Theil enthält Ergänzungsblätter zur (unten
angeführten) Synopsis Cecidomyid. von v. Bergenstamm und
P. Loew.
Jul. Edl. V. Bergenstamm und Paul Loew bereiten in
den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVL p. 1 ff. eine Synopsis
Cecidomyidarum vor. Dieselbe zerfällt in 4 Theile, von denen
1) die Literatur in alphabetischer Reihenfolge der Autoren, 2) die
Gattungen und Arten der beiden Unterfamilien (Lestreminae und
Cecidomyinae), 3) die Gallen der noch unbekannten Imagines, und
4) die Pflanzen enthält, an denen Dipterocecidien beobachtet sind.
Von Lestreminae sind 48, von Cecidomyinae 415, im Ganzen also
463 Arten als beschrieben aufgeführt, wozu in einem Nachträge noch
1 Lestremine und 8 Cecidomyinen kommen. Von 143 Gallen sind
die zugehörigen Fliegen als solche noch nicht bekannt (werden
auch wohl von den fossilen nie bekannt werden). Unter den 606
Nummern mögen aber wohl manche bei genauerer Bekanntschaft als
Synonyme eingehen, wie denn gerade die Benennung neuer Arten
nach der Verschiedenheit der Gallen sich als sehr gewagt heraus-
gestellt hat, seitdem Loew gezeigt hat, dass dieselbe Gallmücke auf
verschiedenen Pflanzenarten (meist derselben Gattung) Gallen von
verschiedenem, Aussehen erzeugt. Als Gallentragende Pflanzen sind
286 Arten mit Namen aufgeführt. — Hier und da sind dem sonst
nur compilatorischen Aufsätze kritische Bemerkungen eingeflochten.
Kriech baumer macht in den Ent. Nachr. 1876. p. 157 auf
zwei neue Gallen aufmerksam, die er Cecidomyiden zuschreibt.
Die eine findet sich als hanf- bis gerstenkorngrosse Anschwellung
der Mittelrippe des Blattes von Salix incana, nach unten etwas stärker
entwickelt, und gewöhnlich dem Stiele mehr genähert, als der Spitze.
Die zweite besteht in knotigen Anschwellungen der Mittelrippe,
meist auch des Anfanges der Seitenrippe auf der Unterseite der
Blätter von Carpinus betulus. Die letztere ist nach v. Bergenstamm
die Galle der von Loew 1874 Cec. Carpini genannten Art (s. d. Ber.
1875. p. 282 (258)) und nach Winnertz wahrscheinlich das Werk
einer Milbe, in dem die Cecidomyia-larve als Einmiether lebt, wie
es mit Diplosis peregrina Winn. der Fall ist; ebenda p. 174 f. Wegen
der ersteren vgl. auch Loew in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXVII. p. 36. Nr. 8.
Fr. Thomas lehrt in einer Cecidomyien-larve, die die Blüthen
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877— 78. 181
von Ribes deformiert, einen neuen Stachelbeer feind, sowie 2
andere Cecidomyien-gallen (an Lamium maculatum und Raphanus
Raphanistrum) kennen; Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 1877. I. p. 131.
Binnie: On Dipterous Gall-makers and their Galls;
Trans. Glasg. Soc. Field. Nat. Pt. IV. (E. M. M. XIV. p. 21).
Ueber Gallmücken schreibt Dr. Franz Loew in den
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVII. p. 1 fT. mit Taf. I. Der Ver-
fasser beschreibt zunächst 12 neue Arten nebst deren Larven und
Gallen, vervollständigt dann unsere Kenntnisse über bereits bekannte
Gallen und deren Erzeuger, und bespricht endlich mehrere Gallen,
deren Erzeuger und die z. Th. selbst noch unbekannt sind. Die
neuen Arten sind Cecidomyia Älni p. 2; die Larven leben gesellig
in einer Blatt-Galle von Alnus glutinosa; genisticola ^. i, die Larven
erzeugen an den Triebspitzen von Gen. tinctoria lockere Blätterschöpfe
mit dichter, kurzer, weicher Behaarung; Verpuppung in der Erde,
Mitte Juli; tortrix p. 6, die Larven leben gesellig zwischen den
Blättern der Triebspitzen von Prunus spinosa, welche sie zu läng-
lich spindelförmigen Blätterroileu deformieren; sodalis p. 7, Larve
als Einmiether bei voriger; homocera \). 8; die rothe, flach gedrückte
Larve erzeugt auf den Blättern von Quercus Cerris flache, harte,
fast holzige Gallen von 4 — 5 mm Durchmesser, die sich oben nur
wenig, unten dagegen um 2 — 3 mm über die Blattfläche erheben;
OroM p. 10; die gelblichen, gesellig lebenden Larven erzeugen an
den Blättern von Orobus veruus Randrollungen; corrugans p. 11;
Gallen auf Heracleum Sphondylium und Chaerophyllum aromaticum ;
Diplosis PhiUyreaeip. 13; die gelben Larven leben einzeln in blasen-
artigen, sehr flachen Auftreibungen der Blätter von Phillyrea media,
in denen sie sich auch verpuppen; dryöbia p. 14; Larve auf der
Unterseite der Blätter von Quercus pedunculata und sessiliflora und
bewirkt durch ihren Einfluss ein Umklappen der Blattlappen, welche
sich blos mit ihren Rändern fest au die Unterseite des Blattes an-
schmiegen, in ihrer Mitte aber erhaben bleiben und so eine Tasche
bilden; antJiohia p. 16; Larven zu mehreren in den Blüthen von
Crataegus oxyacantha, deren volle Entfaltung sie verhindern; Loni-
cerearum p. 17; die runden, gelben, springenden Larven in den
Blüthen mehrerer Lonicereen, die dadurch geschlossen bleiben; im
Juli, begeben sie sich in die Erde und entwickeln sich erst im fol-
genden Frühjahr zur Mücke; Epidosis nigripes p. 19; Larven blass
orangegelb, ohne Fähigkeit zu springen, mit voriger zusammen und
ebenfalls in der Erde überwinternd. — Die Beiträge zur genaueren
Kenntniss einiger schon bekannten Gallmücken-Arten beziehen sich
auf Cecidomyia rosarum Hardy^ Sisymbrii Schrank, ulmariae Bremi,
onobrychidis Br., Asperulae F. Lw., Salicis Schrk., Artemisiae Bouche,
terminalis H. Loew, Carpini F. Lw.; Diplosis Loti Deg. ; Asphondylia
Coronillae Vall, umhellatarum F. Loew (= Pimpinellae ejusd.; d.
182 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Ber. 1875. p. 282 (258); die willkürliche Aenderung des Namens
wird vor strengen Richtern keine Gnade finden); Hormomyia mille-
folii H. Lw. — Die neuen Gallen mit unbekannten Erzeugern sind:
1) Monströse Falten an den Blättern von Carpinus Betulus, zwischen
je 2 Seitenrippen eines Blattes; 2) Pustel- oder pockenartige Gallen
in den Blättern von Quercus Cerris, flache V2 ^^ dicke, kreisrunde
Auftreibungen von 2^4 — 2^/2 mm Durchmesser; 3) deformierte Trieb-
spitzen 'von Silene acaulis; 4) Ovale flache Ausbauchungen von
2 — 2^2 Daiii Durchmesser an den Fiederblättchen von Spiraea fili-
pendula; 5) Krause Blattfaltung an Geum urbanum; 6) Harte, flei-
schige, erbsengrosse, einkammerige Verdickungen an den Blättern
von Populus alba. Hinzugefügt werden Bemerkungen über folgende
bereits bekannte Gallen: Monströse Blüthen an Galium silvaticum;
hanfkorngrosse Anschwellungen der Mittelrippen und Stiele der
Blätter von Salix incanna ; s. oben bei Kriechbaumer ; vielkammerige
Anschwellung der Mittelrippe von S. caprea; schmale Randumstül-
pungen nach oben an den Blättern von Quercus pedunculata, sessi-
liflora und pubescens.
Derselbe desgl. ebenda XXVHI. p. 387 £f., wo zunächst neue
Arten, dann neue Gallen noch unbekannter Arten beschrieben wer-
den; zuletzt wird die Kenntniss folgender Arten bereichert: Cec.
betulae Wtz., salicina Schrk.; Diplosis aphidimyza Rndn., Centaureae
F. Low. Die neuen Gallen fanden sich an Thymus serpyllum (2),
Vaccinium Vitis idaea, Epilobium angustifolium, Quercus ilex und
Q. cerris.
Diplosis Pini-rigidae; Packard, X. Ann. Rep. U. S. Geol.
Surv. for 1876. p. 527.
Hormomyia Beaumuriana (aus Gallen von Tilia grandifolia)
p. 387; Cecidomyia Lichtensteinii (Quercus ilex var. Ballota) p. 392,
Laricis (aus Blattknospen von L. europaea) p. 383 ; Diplosis corylina
(Haselkätzchen) p. 396; F. Loew, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien.
XXVHL Taf. IV.
Lithomyza (n. g.) condita; Lasioptera recessa (!) (fossil im
Tertiär des White River); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. HL
p. 745 f.
Mycetophilidae. Staegeria n. g., von Lasiosoma durch die
ungegabelte Posticalader unterschieden; für S. (Sciophila Staeg.)
halterata Staeg.; v. d. Wulp, (Tijdschr. f. Ent. XIX. p. XLIX.
und) Dipt. Neerl. I. p. 173. PI. VI. Fig. 2.
Mycetophila occuUata (Chagrin Valley) p. 753; Sackenia
(n. g.) arcuata (ibid. und Fossil Canon) p. 754; Scudder, Bull. U.
S. Geol. Surv. HI.
Gnoriste megarrhina (Yosemite Valley, Cal.; proboscis aequa fere
longitudine ac corpus . . .); Osten-Sacken, Bull. ü. S. Geol Surv.
HI. Nr. 2. p. 193.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 183
Sciophila aestiva (Holland); v. d. Wulp, Dipt. Neerl. I.
p. 169.
Diadocidia (?) terricola; Sackenia sp. und 3 andere unbe-
stimmbare Mycetophiliden aus den Green River Shales; Scudder,
Bull. U. S. Geol. S. IV. p. 756.
Chironomidae. Chironomus und Corethra haben 2 Kopf-, 3
Brust- und 6 Bauchganglien, das letzte doppelt; Brandt, a. a. 0.
p. 16 (Separ.) Fig. 17 (nicht 18).
CricotoiJus n. g. (wie Chironomus, aber das erste Tarsen-
glied der Vorderbeine um die Hälfte oder ein Drittel kürzer als die
Schienen) für C. (Chironomus olim) tibialis Mg., bicinctus Mg., tri-
cinctusMg. etc.; v. d. Wulp (Tijdschr. Ent. XVI. p. LXX. u. XVII.
p. 132 und) Dipt. Neerl. I. p. 270. PL VIII. Fig. 11; Camptocladius
n. g. für (Chironomus) byssinus, aterrimus (XVI. p. LXX., XVH.
p. 133 und) p. 275. Fig. 12—14; Orthocladius (n. g. für sterco-
rarius Deg. und) diversus p. 279, nanidus p. 280, albinervus p. 281;
Tanytarsus (n, g. für punctipes Wied. etc. und) danicus p. 284,
sordens p. 286; Eurycnemus n. g. für (Chir.) elegans Mg. p. 288.
Fig. 15, 16; Metriocnemus (n. g. für (Chir.) albolineatus Mg. etc.
und) ocliraceus p. 292: derselbe, ebenda.
Chasmatonotus himaculatus (Catskill Mountain House); Osten-
Sacken, Bull. U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2. p. 191.
Tanypus rufovittatus (XVIII. 143. 10 und) p. 298, elegantulus
(144. 11 imd) p. 301, giittipennis (142. 9 und) p. 302, pygmaeus
(144. 12 und) p. 306 (Holland); v. d. Wulp, (Tijdschr. Ent. und)
Dipt. Neerl. I.
Chironomus depletus, patens (Tertiärablagerungen von Chagrin
Valley); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 744; spec. indet.
in den Green R. Shales; derselbe, ebenda IV. p. 749; tricolor
(Holland); v. d. Wulp, (Tijdschr. Ent. XVII. p. 139. 2 und) Dipt.
Neerl. I. p. 262, trinotatus (138. 3 und) p. 267.
Coryuoneura2}wmz7a(Haag); v. d. Wulp, (Tijdschr. Ent. XVII.
137 und) Dipt. Neerl. I. p. 245.
Culicidae. Culex proavitus (Fossil Canon); Corethra exita
(Chagrin Valley); Tertiärarten vom White River; Scudder, Bull.
U. S. Geol. Surv. III. p. 744.
Aedes fuscus (Cambridge, Mass.); Osten-Sacken, Bull. ü.
S. Geol. Surv. III. Nr. 2. p. 191.
Psychodidae. Das ^Nervensystem von Ps. phalaenoides hat 2
Kopf-, 2 Brust-, 5 ßauchknoten (nach der Brandt'schen Art zu
zählen; man könnte nach der Figur eben so gut 3 Brust- und 6
Bauchknoten herausbringen); Brandt, a. a. 0. p. 16 (Sep.) Fig. 14.
Pericoma magnieornis (Holland); v. d. Wulp, Dipt. Neerl. I.
p. 319.
Blepharoceridae. Eine Revision dieser scharf umschriebenen
184 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
und durch die Anwesenheit eines secundären, spinnwebeartigen Ader-
netzes der Flügel ausgezeichneten Familie giebt H. Loew in der
Zeitschr. f. Entomologie. N. F. 6. Heft. Breslau 1877. p. 54 ff.
Einschliesslich einer neuen Liponeuraart sind 10 Arten dieser Fa-
milie in 7 Gattungen bekannt: Blepharocera fasciata (nur v^), B.
capitata <^^; Liponeura cinerascens ^^, L.hrevirostris ^2' L. bi-
lobata -^ ; Bibiocephala grandis ^ ; Hammatorhina bella ^ ; Hapa-
lothrix lugubris ^, Apistomyia elegans ^ ; Paltostoma superbiens ^ .
In einem Nachtrag zu dieser Revision giebt C. R. Osten- Sacken
sehr werthvolle Bemerkungen über Blephar oceriden; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1878. p. 405 ff. Die verschiedene Facettirung der
Augen in ihrer oberen und unteren Hälfte ist in beiden Geschlech-
tern vorhanden ; aber bei den ^ ist der obere, über der Querleiste
befindliche Theil kleiner als beim $. Die Familie kommt in der
That, wie Loew vermuthete, in nördlichen Klimaten vor.
Eine 11. Art ist Liponeura yosemite ^ (Yosemite-Thal in Ca-
lifornien; cellula submarginali longo petiolata; alis fuscis, triente
apicali hyalino; long. corp. 6 — 7, al. 9 mm.) p. 410 (zuerst als Ble-
pharocera beschrieben im Bull. U. S. Geol. Surv. HI. Nr. 2 p. 194.)
Limnobiidae. Trochobola caesarea O.-S. ist eine selbständige
Art; Mik, Verh. Z. B. Ges. Wien. XXVHL p. 617 ff.
Tipulidae. Osten -Sacken beschreibt im Bull. U. S. Geol.
Surv. HL Nr. 2 Limnobia sciophila (Californien) p. 197; P]lliptera
clausa (Yosemite Valley, Cal.) ; Erioptera dulcis (Lake Tahoe, Sierra
Nevada) p. 198, hipartüa (San Rafael) p. 199; Limnophila damula
(Calif.; gray and black, wings spotted with brown; 1. 6 — 7 mm.)
p. 201; Phyllolabis (n. g.) claviger (Craftons retreat) p. 203, en-
causta (Lagunitas creek); Trichocera trichoptera (ibid.); Eriocera
Californica (Marin County) p. 204, hrachycera (White Mts.); Pedicia
oUusa (Sauzelito) p. 205; Ptychoptera lenis (Yosemite Valley) p. 206;
Protoplasta vipio (San Mateo Creek) p. 208; Tipula beatula (Marin
County) p. 209; spernax (Sierra Nevada); Pachyrrhina altissima
(Rocky Mts.) p. 210.
Tipula Besselsi (Polaris-Bay, Grönl.; mit T. nodulicornis Zett.
vergleichbar, aber doch bestimmt verschieden); derselbe, Proc.
Bost. Soc. XIX. p. 42.
Dicranomyia stigmosa p. 746, primitiva p. 748, rostrata p. 749
(fossil im Tertiär des Fossil Canon); Spiladomyia (n. g.) simplex;
Profiophlehia (n. g.) rediviva p. 750; Cyttaromyia (n. g.) fene-
strata (Fossil CaQou) p. 751; Tipula decrepita, tecta (Fossil Canon)
p. 752; Scndder, Bull. U. S. Geol. Surv. IH.
Eutonia n. g. für (Limonia) barbipes Mg.; v. d. Wulp,
(Tijdschr. Ent. XVII. 147 und) Dipt. Neerl. L p. 411. PL XIL Fig. 16.
Th. Beling macht in einem 2. Beitrag die Metamorphose
folgender Arten bekannt: Tipula lutescens, truncorum, hortulana,
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 185
vernalis, lateralis, nigra, pagana, pruinosa, signata, peliostigma, se-
lene; Pachyrrhina maculosa, quadrifaria, iridicolor, crocata, lunuli-
cornis, histrio; Dolichopeza silvicola; Pedicia rivosa ; Amalopis Schi-
neri; Tricyphona immaculata, flavescens; Symplecta punctipennis ;
Poecilostola pictipennis; Rhiphidia maculata, uniseriata; Limnophila
lineola; Limnobia nigropunctata, obscuricornis. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXVIU. p. 21 £f.
Epiphragma insignis (Sumatra); v. d. Wulp, Tijdschr. Ent.
XXI. p. 196.
G. de Rossi giebt in den Entom. Nachr. 1876 p. 31 von
einer auf und von Hypnum lebenden sonderbaren Larve eine noch
sonderbarere Beschreibung; die Larve wird trotzdem von Osten-
Sacken als einer Cylindrotomine, und zwar wahrscheinlich der Gat-
tung Triogma (trisulcata) angehörig, erkannt; ebenda 1878. p. 5.
Libnotes notata (Sumatra); v. d. Wulp, Tijdschr. Ent. XXI.
p. 195.
Bibionidae. Eine grosse Zahl tertiärer, zur Gattung Protomyia
gestellter Arten gehört in die lebende Gattung Plecia; Brongni-
art. Bull. Ent. Fr. 1878. p. XL VII (XVLlI)ff.; Oustalet äussert
hierüber seine Zweifel p. LX f.
Das Nervensystem verschiedener Bibioarten (B. venosus. clavi-
ceps (?), pomonae . .) hat 2 Kopf-, 2 Brust- und 6 Bauchknoten ;
Brandt, a. a. 0. p. 16 (Sep.) Fig. 26. (Wenn die Figur nicht ver-
zeichnet ist, würde der erste Brustknoten nur dem Prothorax, der
zweite dagegen dem Meso- und Metathorax angehören, was für die
Dipteren ein Ausnahmefall wäre; vgl- oben p. 175 (519) Ref.).
Bibio anglicus Loew in Holland; v. d. Wulp, Tijdschr. Ent.
XXI. p. 187.
Simnliidae. Simulia reptans Ltr. und maculata Mg. in
der Priegnitz und Altraark die Todesursache von Weidevieh; Ru-
dow, Entom. Nachr. 1878. p. 213.
Stratiomyidae. Die in diese Familie gehörigen Gattungen
(Stratiomyia, Sargus, Odontomyia) haben ausser dem g, supraoes.
und infr. 1 Brust- und 4 Bauchknoten; ihre Larven haben, wie schon
Swamerdam wusste, eine perlschnurförmige Bauchganglienkette mit
12 nahe an einander gerückten Knoten; Brandt, a. a. 0. p. 14
(Separ.) Fig. 5 (Imago), 35 (Larve).
Euceromys n. g. für Odontomyia neura Wlk., Calochaetis
(n. g.) bicolor (Manilla); Nigritomyial n. g., für Ephippium
maculipenne Macq.; Bigot, Bull. Ent. Fr. 1877. p. LXXIV; Tricho-
chaeta n. g.; T. nemotehides (Ternate), p. XXII; Euplomyiä (n. g.)
cothurnata (Batchian) p. XXXV; derselbe, ebenda 1878.
Clitellaria rustica (Geysers, Calif.); Osten-Sacken, Bull. ü. S.
Geol. Surv. III. Nr. 2 p. 213.
186 Bertkau: Bericht üb. d. wisseiischaftl. Leistungen
Oxycera CrotcM (Calif.) ; Osten-Sacken, Bull. U. S. Geol.
Surv. III. Nr. 2. p. 212.
Xylophagidae. Xyloph. clntus hat 2 Brust- und 6 Bauchknoten ;
Brandt a. a. 0. p. 14. (Sep.) Fig. 11.
Maeroceromys mg.; M. fulviventris (Mexico); Bigot,Bull.
Ent. Fr. 1877. p. LXXIII.
Rhachicerus honestus (San Rafael, Cal. ; ant. 22—23 articulatae,
moniliformes, subpectinatae; thorax brunneo flavus, vittis 2 brun-
neis; abd. obscare brunneum; alae brunneo-maculatae; long. 5, 5 mm);
Osten-Sacken, Bull. ü. S. Geol. Surv. III. Nr. 2 p. 211.
Tabanidae. Die Tabaniden haben 2 Kopf-, 1 Brust- und eine
wechselnde Zahl von Bauchknoten : Haematopota 4, Tabanus 5, Pan-
gonia 6; Brandt a. a. 0. p, 14. Fig. 6, 7, 23.
Chrysops noctifer (Webber Lake, Cal.) p. 220, fulvaster (Den-
ver, Color.) p, 221, proclivis (Marin Cty.) p. 222, surdus (Webber
Lake) p. 223; Osten-Sacken, Bull. U. S. Geol. Surv. IIL Nr. 2.
Pangonia hera (San Francisco); Osten-Sacken, Bull. U. S.
Geol. Surv. IIL Nr. 2. p. 214; Neo-Caledonica ; Megnin, Bull. Ent.
Fr. 1878. p. CXLY.
Tabanus Procyon, Sonomensis (Marin & Sonoma Cties., Cal.)
p. 216, phaemps (Webber Lake, Cal.) p. 217, ins uetus (ihid.), aegrotus
(Calif.) p. 219; Osten-Sacken, Bull. U. S. G. S. IK. Nr. 2.
Midasidae. Raphiomides (n. g. Mitrodeto Gerst. valde affine,
differt antennarum structura, venationis differentia minoris momenti,
nee non praesentia ocellorum 2 distinctorum) episcopus (Californien)
p. 282; Apiocera haruspex (Yosemite Valley, Cal.) p. 283; Osten-
Sacken, Bull. U. S. Geol. Surv. IIL Nr. 2.
Äsilidae. Aus dieser Familie, namentlich von Dasypogonina^
weniger von Laphrina, beschreibt Osten-Sacken im Bull. U. S.
Geol. Surv. III. Nr. 2 zahlreiche neue Arten: Laphria astur (Cali-
fornien; L. posticatae Say similis; tibiis pilis flavis indutis) p. 285,
vultur (ibid.), rapax (Webber Lake); Lampria felis (ibid.) p. 286;
Ceraturgus lohicornis (Snake River, Jdaho) p. 287; Bioctria pusio
(Sonoma Cty.) p. 288; Ablautatus mimus (Süd-Cal.) p. 290; Osprio-
cerus Minos (Colorado) p. 291; Clavator (von dieser Gattung wird
eine genaue Charakteristik angegeben, um die Verschiedenheit von
Hypenetes Loew darzuthuen) sahulonum (Crafton, Calif.) p, 292;
Pycnopogon cirrhatus (Mariposa Cnty.) p. 293; Cyrtopogon cymba-
lista (Sierra Nevada), plausor (New-Mexico) p. 297, aurifex (Webber
Lake) p. 301, princeps (ibid.), cretaceiis (ibid.) p, 302, profiisus (Me-
rino Valley, New-Mexico) p. 305, evidens p. 306, rejectus, nugator,
positivus, sudator p. 307, rattus (Webber Lake), cerussatus (Sonoma
Cnty.) p. 308, nehulo (Webber Lake) p. 309; Daulopogon arenicola
(San Francisco) p. 310.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 187
J. M. F. Bigot bespricht die Klassifikation der Laphridae
und Dasypogonidae, Ann. Soc. Ent. Fr. 1878. p. 213 ff. und be-
schreibt dann die neuen Arten: ha^hria varipes (Südeuropa?) p. 212,
semifulva (Indien) p. 223, melania (Moluccen), claripennis (Ceylon)
p. 224, Franciscana (Californien), riibescens (Columbien) p. 225, calo-
pogon (Australien), corallogaster (Nordamerika) p. 226; Pogonosoma
arachno'ides (Mexico) p. 227; Andrenosoma vidua (Austr.) p. 228;
Dasyllis albicolUs (Südamerika) ; Dasythrix nigrapex (! Natal) p. 229 ;
Maira Paria (Indien), Camlodgiensis p. 230, hisnigra (! Batchian),
smaragdina (ibid.) p. 231, pachycQra, Waigiensis (Waigiou) p. 232;
Thereutria ealigula (Austr.) p.*233; Laraprozona castaneipes (Chili);
Cormansis eupoda (Mexico) p. 234, cyanescens (Chili) ; Aphestia nigra
(Mexico) p. 235; Atomosia soror (Mexico); Eumecosoma dicroma
(Brasilien) p. 236; Lampria scapularis (Para), parvula (Bras.) p. 237;
Cerotaenia m'^rra, <^M5m (Mexico) p. 238; Phoneus flavotibius (! Haiti);
Michotamia annulata (Birman.) p. 239; Microstylum amoyense
(Amoy) p. 401, eiythropygimi (Assam) p. 402, hasirufum (ibid.), hrevi-
pennatum (Ind.) p. 403, exiinium, liaemorrlioidale p. 404, nitidiventris
(-re) (Birma), nigrum (Cambodja) p. 405, villosum p. 406, variepen-
natum (Cap), sagitta (Natal) p. 407, capucinum (Cap), nigribarbatum
(Natal) p. 408, elongatum, fulvicaudatum (ibid.) p. 409, fidvigaster
(Mexico); Dasypogon Tekinense (China) p. 410, japonicum (Japan),
bilimbatum p. 411, quadrinotatum p. 412 (Calif.) ; Saropogon scdlare
(Indien), hyacinthinum (Chili) p. 413, nigronasutum, fraternum (ibid.),
seniirufum (Austr.) p. 414 ; Diogmitis atratus p. 415, rufibasis, notatus
p. 416 (Brasilien); Laparus pictitar sis (Caliiornieji) p. 417; Allopogon
gracile (Uruguay); Seilopogon Gougeleti (Tanger) p. 418, Olcesei
(ibid.), rubiginosum (Nordamerika) p. 419; Stenopogon bicdlor (Süd-
amerika) p. 420, fuscoUmbatum (Mexico), fraternum (Austr.) p. 421,
albibasis (Calif.) p. 422; Anisopogon vespo'ides, senile (Calif.) p. 423;
Lastaurus /ewes^ra^ws (Neu -Granada) p. 424; Lochiiea'testaceus (Birma)
p. 425, asilo'ides (Bras.), ftdvus (Amaz.) p. 426, nigriventris (Chili);
Stenobasis modestus (Amaz.) p. 427; Xyphocerus maculatus p. 428,
variegatus (Cap), fulvicollis (Natal) p. 429; Laphyctis stigmaticalis
(Ceylon); Lasiocnemus calceolatus (Amaz.) p. 430; Cacodaemon qua-
drinotatum (Chili) p. 431; Bathypogon cinereum (Col.), partmm Chili)
p, 432, macidipes (Austr.) p. 433; Triclis notata (Nordam.); Scylati-
cus pantherinus (Seneg.), ruflcauda (Amaz.) p. 434, vertebratus (Java)
rubripes (Chili) p. 435; Cyrtopogon rußibiale (Europa) p. 436; Holo-
pogon tenerum (Chili), nitidiventris(-re), (Calif.) p. 437, appendiculatum
(ibid.) p. 438; Oligopogon atrum (Natal); Stichopogon punctiferum
(Mauritanien) p. 439, scalare (Fidji), cinctellum (Tidore) p. 440;
Gonioscelis calopus (Natal), maculiventris (ibid.) p. 441; Codula
quadricincta (Austr.) p. 442; Ceraturgus geniculatus (Mexico); Da-
malis saigonensis (Saigon) p. 443; Leptogaster simplex (Ceylon),
188 Bertkau: Beriebt üb. d. wissenscbaftl. Leistungen
scapularis (Calif.) p. 444, nubeculosus (Columbien), antipodum (Van
Diemensl.) p. 445, fulvipes (Ternate) p. 446.
Auf eine in den Green River Sbales fossile Art gründet.
Scudder die neue Gattung der Dasypoginae Stenocinclis (die 3.
Längsader, entspringt nicht von der 2., sondern von der ersten vor
der Mitte des Flügels); die Art ist S. anomala genannt; Bull. ü. S.
Geol. Surv. IV. p. 751.
Dioctria Koivarzii (Südungarn); Frivaldszky, Magy. Tud.
Akad. math. es term. Közl. XIII. p. 368.
Cyrtopogon quadri-zouatus IjIü. ist ein nomen i. 1. und daber
der Name C. Meyer Dürii MiJc berechtigt; Mik, Verb. Z. B, Ges.
Wien XXVllL p. 626.
Ommatius annulatus (Mysol), cnemideus (Neu-Guinea); Bigot,
Bull. Soc. Ent. Fr. 1877. p. XLL
Nemestrinidae. Palemholus (n. g.) florigerus (Fossil im Ter-
tiär der Rocky Mts.); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 528.
Hirmoneura clausa (Dallas, Texas; corpus pilis pallide flavo-
grisescentibus tectum; ant. pedesque rubentia; oculi nudi; cellulae
secunda submarginalis et posterior apice clausae et j)etiolatae ; long.
9—10 mm.); Osten Sacken, Bull. U. S. Geol. Surv. IIL Nr. 2
p. 225.
Bombyliidae. In dieser Familie (Bombylius, Anthrax, Neme-
strina) besteht das Nervensystem aus 2 Kopf-, 2 Brust- und 6 Bauch-
knoten; der erste Brustknoten ist sehr gross und eingeschnürt; (im
Text heisst es fälschlich . . . und nicht . . .; ausserdem Fig. 26 statt 25).
Brandt a. a. 0. p. 14 (Separ.) Fig. 25.
Osten- Sacken stellt im Bull. ü. S. Geol. Surv. IIL Nr. 2
p. 228 eine analytische Tabelle der in Nordamerika nördlich von
Mexico beobachteten Gattungen auf, unter denen Dipalta, Trio-
dites, Comastes, Änastoechus, PantarheSy Epihates neu
sind. Neue Arten sind Exoprosopa sima (Nevada), Dorcadion (Co-
lorado, Calif.) p. 231, titubans (Denver, Colo.) p. 233, dodrans (Colo-
rado Springs) p. 234, Doris (Nevada) p. 235, eremita (Shasta, Cal.)
p. 236; Dipalta („diff. from Exoprosopa in the course of the se-
cond vein, wich is strongly contorted, in the shape of a recumbent
S, near its point of contact with the cross-vein, wich separates the
first submarginal cell from the second") serpentina (Calif., Color.)
p. 237; Anthrax alpha (Cheyenne, Wyom.) p. 239; Argyramoeba für
(Dallas, Texas) p. 244; Triodites (iuter genera transitum a Bombyl.
ad Anthraciu. furmantia; statura Anthracis elongatae, sed oculi
maris contigui, venae secunda et tertia multo ante venulam trans-
versam bifiircatae) vius (Salt Lake, Utah) p. 246; Bombylius mc-
topium (Lagunitas Creck , Cal.) , aurifer (Webber Lake , Utah)
p. 249; cachinnans (Sonoma Cnty.) p. 250, lancifer (San Francisco,
Cal.) p. 251; Änastoechus (Systoecho valde affinis, differt capite
im Gebiete der Arthropodeu während der Jahre 1877—78. 189
majore, facie et frontis parte inferiore pilis erectis induta....)
harbatus (Cheyenne, Wyom.) p. 252; Systoechus Orcas (Webber Lake,
Cal.) p. 254; Pantarhes (cellula prima posteriore clausa; celhiliR
subraarginalibus tribu$ . . .) capito (Sonoma Cnty., Cal.) p. 256; Co-
mastes rohustus (Waco, Texas) p. 257; Lordotus(?) planus (Marin
Cy., Cal.) p. 258; Ploas fenestrata (Calif.) p. 260, nifula (ibid.), ama-
bilis (Yosemite vall.) p. 261; Phthiria scolopax (Manitou, Color.) p.
263, humilis (Sonoma Cnty., Cal.) p. 264; Toxophora virgata (Waco,
Texas) p. 266; Upibat es funestus (White Mts.), luctifcr (Vancouver
Isl.) p. 271, muricatus (Sierra Nevada), marginatus (San Francisco),
magnus {YsLUCOuver l9\.) p. 271, Harrisi(?) p. 273; von Toxophora
amphitea (Walk.) Osten-Sacken wird nach einer Beobachtung
von Townend Glover hier Mittheilung gemacht, dass ihre Larven
bei Eumenes fraterna, entweder von den als Futter eingetrage-
nen Raupen, oder von den jungen Eumeneslarven leben; p. 266.
On the economy etc. of Bombylius meldet T. Algeron
Chapman, dass B. major bei Andrena labialis schmarotze; E. M.
M. XIV. p. 196 ff.
F. M. V. d. Wulp macht Antek. omt. Diplocampta (Anthrax
Jaenn.) paradoxa Jaenn.; Tijdschr. Ent. XXI. p. 189 ff.
Anthrax Palumbii (Italien in Bombyx Quercus); E-ondani,
Bull. Ent. It. IX. p. 55.
Osten-Sacken erinnert an eine von Walsh mitgetheilte
Beobachtung, der die gewöhnlichste nordamerikanische Systropusart
(S. macer Loeiv) aus Limacodes hyalinus erzogen hatte; S. crudelis
schmarotzt ebenfalls in einer Limacodes; vgl. d. Ber. 1877. p. 348
(380); Pr. E. S. Lond. 1877. p. II.
Cyrtidae. Osten-Sacken beschreibt im Bull. U, S. Geol.
Surv. III. Nr. 2 die neuen Arten Eulonchus sappTiirinus (Webber
Lake, Cal.) p. 276, marginatus (Napa Cnty.); Pterodontia misella
(Oregon) p. 277; Ocnaea helluo (Dallas, Texas); Opsebius diligens
(Vancouver Isl.) p. 278, paucus (Calif.); Oncodes incultus (White
Mts.) p. 279.
Acroceridae. Oligoneura (n. g.; Name längst an eine Li-
bellengattung vergeben) aiinea (Japan); Holops nig)'apex{\) p. LXXI,
virens (Chili) p. LXXII; Bigot, Bull. Ent. France 1878.
Acrocera hirsuta (fossil im Tertiär von Fossil Canon); Scudder,
Bull. U. S. Geol. Surv. Terr. III. p. 755.
Scenopinidae. Scenopinus &?<Z&osws (Missoury) ; Osten-Sacken,
Bull. U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2 p. 275.
Therevidae. Th. anilis und affinis haben 2 Kopf-, 2 Brust-
und 5 Bauchknoten; Brandt, a. a. 0. p. 15 (Sep.) Fig. 16.
Thereva vialis (Yosemite valley Cal.); Osten-Sacken, Bull.
U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2 p. 274.
Leptidae. L. tringaria und scolopacea haben 2 Thorakal- und
190 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
6 Abdominalganglien in der Baucbkette. Der erste Brustknoten ist
doppelt, in der Mitte stark eingeschnürt; alle Commissuren sind
doppelt. Der letzte Bauchknoten des ^ ist ebenfalls doppelt.
Gobert's Revision des especes fran§aises de la famille des
Leptides, Amiens 1877 (Separatabdr. aus den Mem. Soc. Linn. Nord
d. 1. France) ist mir nur dem Titel nach bekannt geworden.
Empidae. Das Nervensystem ist bei den Angehörigen dieser
Familie hinsichtlich der Zahl der Bauchknoten variabel: Empis hat
deren 5, Tachydroma nur 3; alle haben 2 Brustknoten; Brandt,
a. a. 0. p. 15 (Sep.) Fig. 9, 13 (nicht 10).
Osten -Sacken beobachtete, dassHilara alpina an ihrem
Körper eine Flocke eines silberglänzenden Häutchens anhängen hat,
ohne über die Herkunft und den Zweck dieses tläutchens, das die
Fliege im Fluge weit grösser erscheinen lässt als sie wirklich ist,
etwas ermitteln zu können. E. M. M. XIV. p. 126 f.
Mik beschreibt in seinen Dipterol. Untersuchungen
Rhamphomyia Erheri (Dalmatien) p. 22 und Empis dasychira (Ga-
stein) p. 24.
Dolichopodidae. Brandt 's Untersuchungen an Angehörigen
dieser Familie (D. brevipennis, quadrifasciatus) haben ergeben, dass
die Bauchganglienkette ausser dem g. infraoes. 2 in der Brust ge-
legene Knoten besitzt, von denen der erste aus der Verschmelzung
des 1. und 2. Thorakalganglions, der 2. aus der Verschmelzung des
3. Thorakalganglions mit sämmtlichen Abdominalganglien entstanden
sind; a. a. 0. p. 14 (Sep.) Fig. 8.
Mi k diagnosticirt in seinen dipt. Untersuchungen folgende
neue Gattungen. Poeciloböthrus (nicht, wie gedruckt steht Pae-
cilöbothrus; die Gattung enthält die Arten, welche sich um Gymno-
pternus regalis gruppieren und unterscheidet sich von den nächsten
Verwandten durch die Bekleidung der Fühlerborste, deren zweites
Glied fast gefiedert erscheint, durch die beilförmigen, dreieckigen,
stark zugespitzten und tief zerschlitzten äusseren Anajlamellen, durch
die schwarz gewimperten Deckschüppchen u. s. w.), Pterostylus
(für Gymnopternus aberrans Lw. ; erstes Fühlerglied oberseits be-
borstet, zweites quer; Fühlerborste rückenständig, das zweite Glied
derselben gefiedert), Macellocerus (zwischen Tachytrechus und
Haltericerus; erstes Fühlerglied oberseits beborstet, 2. rudimentär,
drittes klein, mit ausserordentlich verlängerter dorsaler Borste, welche
am Ende schaufeiförmig erweitert ist), Dasyarthrus (für Gymn.
inornatus Lw., erstes Fühlerglied oberseits deutlich beborstet, drittes
beim ^ verlängert, spitz, mit scheinbar apicaler Borste, beim ^
kurz, mit nahe an der Spitze inserirter Borste), Lasiargyra (von
Argyra verschieden durch die Behaarung des Schildchens, das an
der Oberseite und am Hinterrande nebst den gewöhnlichen langen
Borsten deutUche aufgerichtete Haare trägt), Acropsilus (für
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 191
Chrysotus niger Lw.; erstes Fühlerglied oben nackt, zweites quer,
drittes kurz behaart, mit dorsaler Borste; Augen behaart; .. . Acrosti-
chalbörstchen gänzlich fehlend ), Micromorphus (für Hydro-
phorus albipes Zett.; Fühler wie vorhin; Augen nackt. . . .), Oligo-
chaetus (für die Medeterusarten, deren Schildchen jederseits nur
eine lange Borste am Hinterrand c trägt), Lamprochromus für
Chrysotus elegans Meig. ; die Gattung von Sympycnus habituel ver-
schieden durch den lebhaften Glanz des Colorits ; Acrostichalbörstchen
deutlich zweireihig, 3 innere Dorsalborsterl in jeder Reihe, bei
Sympycnus einreihig, oder nur unvollkommen zweireihig, 5 — 6 innere
Dorsalborsten), Ectomus (von Campsienemus unterschieden in bei-
den Geschlechtern durch das Fehlen der Acrostichalborsten), Älloe-
oneurns (von Liancalus durch das nur mit 4 Borsten besetzte
Schildchen und die mehr lamellenförigen Analanhänge des ^ zu
unterscheiden), Schoenophilus (für Thinophilus versutus Walk.;
von Thinophilus verschieden durch die Beborstung des Schildchens
und Thoraxrückens). Ferner beschreibt derselbe die neuen Arten:
Dolichopus gubernator (Oberösterreich); Hercostomus lorifer (Cala-
brien) ; Orthochile Bogenhoferi (Schluderbach, in den Dolomiten Süd-
tirols), (Syntormon rufipes Zett.), Xiphandrium calinotum (richtiger
wohl callinotum odercalon.; Oberösterreich und Böhmen), (der Name
Raphium spinicoxum Zett. wird wegen des gleichen Loew'schen
Namens in Porphyrops Holmgrenii umgeändert, da sowohl die Zet-
terstedt'sche wie Loew'sche Art in die Gattung Porphyrops gehört);
Achalcus melanotrichus (Wien). — Hyp ocharassus (n. g.) gladiator
(Georgien, Nordam.); derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVIII.
p. 627 ff. Taf. X. Fig. 1—6.
Hygroceleuthus. crenatus (Sonoraa Cty., Cal.) p. 312, afflictus
(San Rafael, Cal.) p. 313; Dolichopus corax (Webber Lake), polIex
(ibid.) p. 314; Tachytrechus sanus (ibid.) p. 316; Polymedon (n.
g.) flabellifer (Sonoma Cnty., Cal.) p. 317 ; Liancalus querulus (Geysers) ;
Scellus vigil (Webber Lake) p. 318, monstrosus (Brit. Columb.) p.
319; Osten-Sacken, Bull. ü. S. Geol. Surv. III. Nr. 2.
Die Dipteren-Gattung Medeterus Fischer, von F. Ko-
warz; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXVIL p. 39 ff. nebst Taf. IL
Der Verfasser bespricht zunächst die einschlägliche Literatur, giebt
dann eine sehr ausführliche Charakteristik, eine Tabelle zum Be-
stimmen der (27) Arten dieser Gattung und zuletzt eine Beschrei-
bung derselben. Die Larven scheinen unter der Rinde von Nadel-
hölzern zu leben, in Gesellschaft (und auf Kosten?) der Bostrychus-
Larven. Die neuen Arten sind: (I.: Scutellum utrinque seta singula in-
structum ; tibiae intermediae prope basim setam distinctam ferentes)
M. seniculus p. 46, dichaetus p. 49 ; (ü. : Scut. utr. set. binis instr. ; A.
tibiae interm. seta subbasali destitutae) Iglaucellus p. 51, (B: tibiae
interm. seta subb. instructae ; a. setulae in thoracis dorso lineam me-
diam includentes distinctae; segm. ult.nerv. longit. quinti longitudinem
192 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
nervi transversalis posterioris sesquialteram non attingens ;) dbesus p.
56, dichrocerus p. 59, pinicola p. 61/(b. setulae in thoracis dorso lineam
mcdiam includentes indistinctae :) dendrobaenusip. 70, petropMlus p. 71.
Derselbe (Die Dipteren-Gattungen Argyra Mcq. und Leu-
costola Lw.; ebenda XXVIII p. 437 ff.) giebt eine Geschichte
der genannten Gattungen, hinsichtlich deren Begrenzung er sich den
Anschauungen Loew's anschliesst, und bespricht die (14 resp. 1)
europäischen Arten derselben, unter denen A. Loeivii (Böhmen) p.
446, spoUata (ibid.) p. 455 neu sind.
Sn. V. Vollenhoven erzog aus kleinen elliptischen Sand-
cocons Machaeriura maritimum, deren Puppe am Thoraxrücken
zwei lange (Athem?-) Röhren besitzt; Cocon, Puppe und Fliege sind
vergrössert abgebildet. Tijdschr. v. Ent. XX. p. 57 ff. PI. IV.
Fig. 1—5.
Syrphidae. In dieser Familie (Eristalis, Syrphus, Volucella,
Helophilus, Xylota, Pyrophaena, Chrysotoxum, Chrysogaster, Chei-
losia, Baccha etc.) besteht das Nervensystem der Imagines aus 2
Kopf-, 1 Brust- und 2 Bauchknoten, von denen der letzte aus 3
Ganglien verschmolzen ist. Die Larven haben ausser einem g. su-
praoes. eine centrale Nervenmasse in der Brust, aus der die Nerven
wie eine cauda equina in alle Körpertheile ausstrahlen; über die Um*
Wandlung derselben in das Nervensystem der Imago vgl. oben p,
175 (519); Brandt, a. a. 0. p. 13 (Separ.) Fig. 3, 34.
C. R. Osten-Sacken stellt A List of the North Ameri-
can Syrphidae zusammen; Bull. Buffalo Soc. Nat. Science. December
1875. p. 38 ff. Dieses Verzeichnis« weist 160 Arten gegenüber den
69 des früheren Katalogs (von 1858) desselben Verfassers nach. Von
diesen sind 25 Amerika und Europa gemeinsam. Die Gattungen
sind mit wenigen Ausnahmen beiden Ländern gemeinsam, aber in
Europa mit zahlreicheren Arten vertreten, als in Nordamerika, und
das auch in solchen Fällen, wo man nicht annehmen kann, dass
eine genauere Durchforschung der Nordamerikanischen Fauna die
Zahl sehr zu Gunsten der letzteren steigern wird. Ausschliesslich
Nordamerikanisch sind die Gattungen : Mesograpta, Mixtemyia, Allo-
grapta (n. g. für Scaeva obliqua Say und emarginata Say), Teucho-
cnemis, Pteroptila, Lepidomyia, Pterallastes, Ceratophyia, Miscogaster,
Somula, Polydonta. Als neue Arten werden beschrieben: Didea
laxa p. 66; Xanthogramma felix; Brachyopa vacua p. 67, notata;
Criorrhiua ärmiUata p. 68; Arctophila fiagrans; Xylota vecors p. 69
(curvipes? Loew); Mixtemyia epldppium p. 70. — Derselbe beschreibt
im Bull. U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2. Melanostoma tigrina (Saucelito)
p. 323; Syrphus intrudens (Lagunitas Creek, Cal.) p. 326, opinator
(Marin Cnty.) p. 327, protritus (Saucelito) p. 328; Eupeodes (n. g.
Syrpho valde affine; mas differt segmento sexto abd. magno; femina
segm. quinto dimidio tantura minore quam praecedens) volucris (Ca-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 193
lif., Utah, Colorado) p. 329; Sphaerophoria micrura (Calif.) p. 330;
Allograpta fracta (Sta. Monica, Cal.); Baccha lemur (ibid.) p. 331,
angusta (Marin Cnty.) p. 332; Volucella avida (Calif.), satur (Colo-
rado Plains) p. 333; Temnocera se%era (Vermejo River, New Mexico)
p- 334; Eristalis stipator (Manitou, Colo.) p. 336; Pocota alopex
(Marin Cnty., Cal.) p. 338, cyanella (Sta. Barbara, Cal.) p. 339;
Chrysochlamys dives (Kentucky) p. 340, nigripes (Massachusetts);
Sphecomyia bi'evicornis (Webber Lake) p. 341; auf Syrphus pyrastri
Linn., bei der im männlichen Geschlecht ein Feld grösserer Facetten
im mittleren und oberen Theil der Augen und das Hypopygium be-
trächtlich kleiner ist, als in den übrigen Syrphusarten (ganz unter
dem 5. Segment versteckt), wird Catabomba n. g. gegründet;
p. 326.
Äcrocliordonodes n. g. Stenogastri affine; A. vittatus (Ca-
yenne); Bigot, Bull. Ent. Fr. 1878. p. XCVIII.
Cheilosia ampla (fossil in den Green River Shales); Scudder,
Bull. U. S. G. S. IV. p. 753.
Eristalis lapideus (fossil im Tertiär von Chagrin Valley) ; Scud-
der, Bull. U. S. Geol. Surv. Ter. III. p. 756.
Erne beschreibt die in Wespennestern von dem Abgang
der Wespen lebenden Larven von Volucella zonaria Sehr.; Mitth.
Schweiz. Ent. Ges. IV. p. 561.
Milesia quadrata (fossil in den Green River Shales); Scudder,
Bull. U. S. G. S. IV. p. 752.
Referent macht über die Larve und Puppe von Micro don
mutabilis Mittheilungen; Sitzgsber. Niederrh. Gesellsch. Bonn 1877.
p. 237 und 1878 p. 95. Er fand, dass die Hörner an der Tonnen-
puppe dem Prothorax angehören und dazu dienen, das Tracheen-
systera an dieser Stelle zu öffnen.
Syrphus albomacidatus (Charles, Isl., Galapag. ; Stirn und Kopf-
rand hinter den Augen silberhaarig; Thorax metallisA blaugrün,
Scutellum pechbraun, Hinterrand blass; Flügel glashell, irisierend;
Adern dunkel; . . . Hinterleib schwarzbraun, an der Basis des 2. und
3. Segmentes seitlich ein grosser weisser, gleichschenkelig dreieckiger
Fleck; long. 4 lin.); F. Smith, Proc. Zool. Sog. London. 1877.
p. 84.
Conopidae. Die Arten dieser Familie (untersucht wurden Co-
nops, Myopa, Zodion) haben 2 Kopf-, 1 Brust- und 1 Bauchknoten,
welcher letzere beim (^ an der Basis, beim ^ an der Spitze des
Hmterleibes liegt; Brandt, a. a. 0. p. 13 (Sep.) Fig. 2 ^, 22 $.
Poliomyia (n. g. prope Myopam) recta (fossil in den Green
River Shales); Scudder, Bull. U. S. G. Surv. IV. p. 754 f.
Oestridae. Das Nervensystem dieser Familie besteht aus 2
Kopf- und 1 Brustknoten; Bauchknoten fehlen gänzlich; Brandt,
a. a. 0. p. 13. (Separ.)
Archiv für Natiirg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. N
194 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscliaftl. Leistungen
Job. Scbnabl stellt auf Micr ocephalus n. g. mit einer
sehr langen Diagnose, aus der icb die wesentlichen Punkte nicht
herauszufinden vermag; die Gattung hat im Flügelgeäder Aehnlich-
keit mit Hypoderma; die Art, nach einem einzigen, dem Geschlecht
nach nicht sicher bestimmten Exemplar aufgestellt, ähnelt habituell
Arctophila und stammt von Jenisseisk (M. Loewii.); a. a. 0. p. 23 f.
und Deutsch. Entom. Zeitschr, 1877. p. 49 ff. Taf. I. Fig. 1—7.
Gastrus- und Gastrophiluslarven (?) im Magen einer Frau und
per OS et anum abgehend, sowie in der Leber eines Melopsittacus
undulatus; Schoch in den Mitth Schweiz, ent. Gesellsch. V. p. 275.
Muscidae. Die Muscariae calypteratae (Musca, Calliphora, Sar-
cophaga, Aricia, Cynomyia, Calomyia, Echinomyia) haben 2 Kopf-,
1 Brust-, aber keine Baiichknoten ; die acalypterae haben dagegen
meist 1 Bauchknoten (Ortalis, Dryomyza, Trypeta, Calobata) ; einigen
aber fehlt derselbe (Anthomyia, Hylemyia, Scatophaga); Brandt, a.
a. 0. p. 13 (Separ.) Fig. 1, 29, 33.
E. Girs ebner macht das J von Alophora (Hyalomyia)
aurigera Egger bekannt; Stett. E. Z. 1878. p. 195 f.
Dejeania venatrix (Rocky Mts.); Osten-Sacken, Bull. U. S.
Geol. Surv. IIL Nr. 2. p. 343.
Ocyptera trinacrina (Sicil.), Californica (C.) p. 42, fumipennis
(ibid.) p. 43, hinotata (Baltimore), ohscura (Brasil.) p. 44, apicalis
(Chili), tristis (Australien) p. 45, soror p. 46, simplex p. 47 (Mexico);
Bigot, Ann. Soc. E. Fr. 1878.
Qh.y\\z2. permixta (Italien); Ro ndani, Bull. Ent. It. VIII. p. 197.
Loxocera maculata p. 193, marginata p. 194 (Italien); Ron-
dani, Bull. Ent. Ital. VIII.
Psila BertoUnii (Italien) p. 190, sardoa (Sardinien) p. 192;
Ro ndani, Bull. Ent. It. VIII.
Sciomyza (?) mmica, disjeeta (fossil in den Green River Shales) ;
Scudder, Bull. U. S. G. S. IV. p. 756 ff.
Bigot erklärt sich gleich Rondani für unfähig, die von
Robinau-Desvoidy aufgestellten Gattungen Lucilia, Calliphora, PoUenia,
unterscheiden zu können und nimmt für dieselben den gemeinsamen
Namen Somomyia Rond. an; Ann. Soc.JSnt. Fr. 1877. p. 35. Als
neu beschreibt er: S. taeniata (Seneg.) p. 36, Boersiana (! Natal),
Gaffra (ibid.)'p. 37, Esmerälda, Niibiana (Chartum) p. 38, harbata
(Ind.) p. 39, Pagodina (Pondichery), fuscocincta (Assan) p. 40, ru-
Mginosa, Birmanensis (!) p. 41, infumata (Birma), versicolor p. 42,
ohesa (Ceylon), caeruleo-cincta (Pulo-Pinang) p. 43, Tagaliana (Phi-
lipp.) p. 44, pictifacies (Java), Sylphida (Neu-Orl.) p. 45, semimolacea
(Porto-Rico), Montevidensis (M.) p. 46, Soidouquina (Haiti) p. 47,
amhorata (Natal) p. 48, nitens (Columbien) p. 244, castanipes (Quito)
p. 245, calogaster (La Plata) p. 246, nigrina (Illinois), pallidihasis
(Mexico) p. 247, mutabilis p. 248, flavigena, callipes (calopus?) p.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 195
249, puehlensis p. 250, fulmnota, argentifera p. 251, Aztcqiiina p. 252
(Mexico), Orenoquina (Bras.), gratiosa (Bucnos-Ayres) p. 253, Är-
gentina (ibid.), Japonica p. 254, Jeddensis (Japan), Amazona (Bras.)
p. 255, pmictifera (Natal) p. 256, Pfefferi (Pfeififeri?, lle de France),
saffranea p. 257, pallifrons, melcmifera p. 258 (Austraheu).
Musca ascarides p. 75G, hihosu, liydropica p. 757, vinculata
p. 758 (fossile Arten von Chagrin Valley); Scudder, Bull. U. S. Geol.
Surv. III,
Ochromyia hemiciilora (Natal) p. 38, nigrifrons (Brasil.) p. 39;
Bigot, Ann. Sog. E. F. 1878.
Pyrellia Sivah (Indien) p. 33, Stella, gemma (Ceylon), moZa (Na-
tal) p. 34, spinthera (Nat.), scapulata (Mexico) p. 35, Iris (ibid.),
Ghloe (Quito), Flora (Taiti) p. 36, Egle (Austr,), Pepita (Celebesj p.
37; Bigot, Ann. Soc. E. Fr. 1878.
Cyrtoneura pictipennis (Brasil.); Bigot, Ann. Soc. Ent. Fr.
1878 p. 39.
Phuraosia tesselata (Senegal) p. 31, trifaria (Natal) p. 32;
Bigot, Ann. Soc. Ent. Fr. 1878.
Bigot zieht die Gattung Sarconesia Bigot zu Gunsten von
Cynomyia Rob.-Desv. ein; Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 261.
Cosmina diademata (Cap) p. 37; Bigot, Ann. Soc. E. Fr. 1878.
Nach Ausweis authentischen Materials vom Victoria-Fall des
Zambesi und der Loango-Küste kömmt Glossina raorsitans (die be-
rüchtigte Tsetse) auch in letzterer Gegend vor, ohne dass dort ein
einziger Fall bekannt geworden wäre, wo Hausthiere durch den
Stich (Biss) einer Fliege getödtet sind. „Wohl aber sieht man dort
Ochsen an anderen, wohl diagnosticirbaren Krankheiten zu Grunde
gehen". Die Tsetse scheint demnach dort, wenn nicht vollkommen un-
schädlich, so doch nur in geringem Grade schädlich zu sein. Hart-
mann in den Sitzber. Ges. naturf. Freunde. Berlin. 1877. p. 205.
R. H. Meade macht Notes on the Anthomyidae of
North America, und zwar über die Gattungen Polietes, Hyeto-
desia (Aricia Mqt.), Mydaea, Spilogaster, Hydrophoria, Dogmia, La-
siops, Ophyra, Limnophora, Homalomyia, Azelia, Anthomyia, Lispa,
Caricea, Coenosia. E. M. M. XIV. p. 250 ff.
Sphecolyma flava Perr. (d. Ber. 1877 p. 355 (387)) = An-
thomyia inanis Fall., für welche Rondani den Gattungsnamen
Acanthiptera gebildet hatte; letzteren glaubt Perr is beibehalten
zu müssen; Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 379.
Carlottaemyia (n. g.) moerens (Mexico); Bigot, Bull. Soc.
Ent. Fr. 1877. p. XXVI f. (= Diacrita costalis Gerst.; derselbe,
ebenda p. CXXXU).
Pyrgota debilis (Bee Springs, Kky.); Osten-Sacken, Bull.
'U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2 p. 343.
Geratopeita n. g. („inter Trypetas meas coUoqui (!) potest,
lOö Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
generi Platystomae (!) vicina"); C. tricolor (Neu-Guinea); Bigot,
Bull. Ent. Fr. 1878. p. XXXIV f.
Trypeta (Oedicarena) persiiasa (Denver, Colo.) p. 344, (Acidia)
fausta (Mt. Washington), (Oedopsis) Penelope (Manlius, N.-Y.) p. 346,
(Eutreta) Diana (Missouri, aus Gallen von Artemisia tridentata) p.
347, (Zonosema) basiolum {Brookline, Mass.) p. 348; Osten-Sacken»
Bull. U. S. Geol. Surv. III. Nr. 2.
Callistorhina n. g. Lonchein.; C. vittigera (Ternate); Bi-
got, Bull. Ent. Fr. 1878. p. XXXIII f.
J. Mik fing Amphipogon spectrum Wahlb. in Oesterreich,
giebt eine Abbildung des ^ dieser Art und bespricht die systema-
tische Stellung dieser Gattung, die nach ihm zu den Sepsinen
neben Mycetaulus gehört. Die $ legen ihre Eier an Agaricusarten,
namentlich aber auf Polyporus ovinus Fries ab; Verh. Z. B. Ges.
Wien XXVIII. p. 473 ff.
Celyphus Harmandi (Cochinchina); Lucas, Bull. Ent. Fr.
1878. p. XL (= Paracelyphus hyacinthus Big.; Bigot, ebenda p.
XLIX), Galamensis (Senegal); Bigot, ebenda p. XLIX.
C. Rondani. Nota sul moscerino dell'uva (Drosophila uvarum
Rndn.) e sui suoi parasiti (Pteromalus Vindemiae Rndn., Xistus
musti Rndn.). Giornale la Campagna, 5 gennaio 1876. Parma, (Habe
ich nicht gesehen).
Drosophila uvarum (Italien); Rondani, Bull. Ent. Ital. VIII.
p. 86.
Laglaizia n. g. Diopsid. ; L. calliptera (Amberbaki); Bi-
got, Bull. Ent. Fr. 1878. p. XXII.
H. Loew beschreibt neue nordamerikanische Ephy-
drinen; Giebel's Zeitschrift (3. F.) III. p. 192 ff. Noüphila macro-
chaeta (Texas) p. 192, avia (Hudsonsbay) p. 193, erytlirocera (Cuba)
q. 194; Paralimna decipiens (Texas) p. 195; Psilopa ameo -nigra
(ibid.) p. 196, pulchripes (ibid.), atrimana (ibid. und Columbia);
Athyroglossa glaphyropus (Texas, die erste aussereuropäische Art)
p. 197; Pelina truncatula (Texas) p. 198; Parydra (= Ephydra Wlk.)
pinguis p. 199, unituherculäta (Columbia) p. 200, imitans (Massa-
chusetts), limpidipennis (Columbia) p. 201, appendiculata (Texas)
p. 202.
Blepbaroptera defessa (in verschiedenen Höhlen Nordamerika's,
die Larve vermuthlich in den Excrementen der Fledermäuse lebend),
(Osten-Sacken), Packard, Bull. ü. S. Geol. Sarv. IIL p. 168
Fig. 10.
G. Gercke lehrt die Metamorphose von Sepedon sphegeus
und spinipes kennen; Verh. Ver. n. U. Hamb. III. p. 145 f. Taf. III.
Heteromyza detecta (fossil im Tertiär von Chagrin Valley) ; Scud-
der, Bull. U. S. Geol. Surv. IIL p. 758.
Fhoridae. Phora incrassata u. rufipes haben ausser dem Schlundring
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 197
2 Brustganglien, ohne Bauchknoten; der erste Brustknoten ist sehr
gross, doppelt, und durch eine schmale, ziemlich lange Commissur
mit dem 2. verbunden; Brandt, a. a. 0. p. 14 (Separ.); Fig. 12.
Leptophora (n. g.) perpusiUa (Holland); Six, Tijdschr. Ent.
XXI. p. 185. PI. 12. Fig. 1.
Phora formicarum (in Nestern von Lasius niger, England);
Platyphora (n. g., lata, plana, tota absque setis, frons latissima,
thorax transversus; abdomen parvum; alarum vena cubitalis simplex,
subcostali parallela ; venulae undulatae, costa ad basim subciliata)
Liibhocki (in Ameisennestern, ibid.); G. H. Verral. Journ. Linn.
Soc. Vol. XIII. Zoology Nr. 68. p. 258 ff.; Carpentieri; Gobert, Soc.
Linn. d. Nord., Bull. mens. Nr. 55 (1877) p. 202.
Streblidae. Rondani gründet a. a. 0. auf Sfcrebla Wiede-
mannüKol. (sine synon.) die neue Gattung Kolenatia p. 169, und
beschreibt Brachytarsina amboinensis ^. 166; Sir ehla. mcxicana i[>. 1Q8.
Hippoboscidae. Zur Naturgeschichte der Lausfliege,
Lipoptena Cervi Nitsch. Stein in der deutsch, Entom. Zeit-
schr. 1877 p. 297 f. Nach Stein kann man geflügelte ^ dieser unter
verschiedenen Namen beschriebenen Art vom Spätsommer bis in den
Herbst hinein in Laubwäldern mit Hirschen und Rehen; im
Winter finden sich beide Geschlechter mit abgerissenen Flügeln im
Pelze der Hirsche, Rehe und Elennthiere. Meist sitzt dann ein ^
auf einem ^, auch nachdem die Begattung vollzogen ist ; das $ legt
seine Larven, die sich alsbald in Puppen verwandeln, in den Pelz
ab, und aus Puppen, die in Gläser eingesperrte ^ gelegt hatten, ent-
wickelten sich im August des nächsten Jahres geflügelte (-^. Diese sind
nach Stein „ziemlich auffällig verschieden von den ^T, welche bloss
mit Flügelrudimenten versehen auf den Weibchen im Pelze der
Hirsche sitzend gefunden werden". Auch die Q_ haben Anfangs
Flügel, werfen jedoch sämmtlich die Flügel ab und letzteres auch
im Todeskampfe. (Die Vermuthung Stein's, dass die im Freien
umherschwärmenden ^ mit verkümmerten Geschlechtsorganen ver-
sehene Individuen seien, ist wohl ganz haltlos und die Verschieden-
heit in der Färbung auf Rechnung der höheren Altersstufe zusetzen;
Refer.)
Bert kau zeigte in der Niederrh. Gesellsch. ein ^ dieser
Art vor, das neben flügellosen Individuen beiderlei Geschlechtes von
dem Kopf eines Rehes abgelesen worden war, und den einen Flügel
bereits verloren hatte, den andern dagegen noch ganz unversehrt besass.
Rondani erwähnt, dass eine Art ((reduvioides) der merk-
würdigen Gattung Myiophthiria (s. d. Ber. 1877 p. 356 (388)) ihm
von den Viti-Inseln als auf Collocalia vauikorensis und Emballonura
fuliginosa schmarotzend gemeldet sei, vermuthet aber wegen der
grossen Verschiedenheit der angegebenen Wohnthiere eine Ver-
wechselung dieser mit anderen Arten, von denen die eine auf dem
198 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Vogel, die andere auf der Fledermaus lebe. Ann. Mus. Civ. Gen.
XII. p. 155.
Lipoptena capreoU (Cypern) p. 152, mazamae (Mittel- und Süd-
amerika, auf Cervus mexicanus) p. 153; Myiophthiria eapsoides (Phi-
lippinen) p. 154, lygaeoides (Amboina) ; Ornithomyia andajensis (An-
dai) p. 155, Gestroi (Galita Ins., auf Falco Eleonorae) p. 156, Bei-
lardiana (Mexico) p. 157, hatamensis (Hatara) p. 158; Ornithoic a
Beccariina (Amboina auf Ardea alba); Olfersia {Macquartii = fusca
Macq. i. scheda p. 160), palUdüahris (Mexico) p. 161, dbliquinervis
(ibid.), papuana (Hatam) p. 162; Hippobosca bactriana (Persien, auf
Cam. bactr.) p. 165; Rondani, Ann. Mus. Civ. Gen. XII.
Nycteribiidae. Cyclopodia AlbertisU (Goram, auf Pteropus) p. 150 ;
Nycteribia Ferrarii (Java) p. 151, Bellardii (Südamerika, auf nicht
näher bestimmten Fledermausarten) p. 152; Rondani a. a. 0.
Aphäniptera. In einer „Contribuzione all' anatomia ed al
fisiologia delle antenne degli Afanitteri" betitelten Note in den Att.
d. R. Acc. d. Lincei (III) Vol. I. p. 24 ff. nebst Tafel berichtigt
F. Berte einen Irrthum Landois', der Pul. canis 4 Antenuenglieder
zugeschrieben hatte, und beschreibt dann das 3. (End-)Glied der
Fühler von P. irritans genauer, indem er eine Blase (Labyrinthblase)
unterscheidet, die an der einen (äusseren) Seite von 7 Chitinringen
umgeben ist. In dem Ende der letzteren will Berte je eine Stift-
zelle beobachtet haben; was er als solche zeichnet, verdient indessen
diesen Namen kaum, und ob die Chitinringe mit ihren je 5 Haaren
nicht drüsiger Natur sind, wäre noch zu untersuchen. Der in das
Endglied eintretende Nerv bildet an der äusseren Spitze eine gang-
lionäre Anschwellung, die sich auf die „Labyrinthblase" und die
beiden letzten „Chitinringe" stützt. Die Oeffnung der Labyrinth-
blase wird als rundes Fenster und eine andere Stelle als ovales
Fenster bezeichnet. Nach Berte ist, wie schon aus diesen Benen-
nungen hervorgeht, die Function der Antennen als Gehörorgan un-
zweifelhaft; vgl. oben (1878) p. 377 (159).
Educated Fleas. By W. H. Dali. Amer. Natur. XL p. 7 ff.
G. Wallis schildert in allgemein verständlicher Weise die
Gewohnheiten des Sandflohs (Sarcopsylla penetrans), die durch
ihn verursachten Belästigungen und die Mittel, um sich seiner resp.
seiner Brut zu entledigen. Verh. Ver. naturw. Unterh. Hamb. IL Bd.
p. 193 ff.
Amer. Natural. XL enthält auf PI. III. eine Darstellung seiner
Entwickelungsgeschichte und des Baues seiner Mundtheile in ver-
grösserten Holzschnittzeichnungen.
ßhyncliota.
Vergleichend - anatomische Untersuchungen
über das Nervensystem der Hemipteren. Von Prof.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 199
Dr. Ed. Brandt. H. E. R. XIV. nebst Taf. IV. Wie
schon von anderer Seite bekannt ist, zeichnet sich das
Nervensystem der Hemipteren durch seine Concentration
aus: indem sämmtliche Ganglien der Bauchkette in die
Brust hinaufrücken und die Ganglien der Brust unter ein-
ander und theilweise sogar mit dem g. infraoes. eine Ver-
schmelzung eingehen, reducirt sich die Zahl der Ganglien
auf 5 und kann sogar bis auf 2 sinken (Hydrometra). In
letzterem Falle ist das g. infraoes. mit den 3 Brustganglien
und sämmtlichen Bauchganglien zu einer im vorderen
Theile der Brust liegenden Nervenmasse verschmolzen.
Sind 3 Nervenknoten vorhanden, so ist entweder das g.
infraoes. einfach, und die in der Brust liegende Masse ent-
hält auch das Prothorakalgangliou, oder aber das g. in-
fraoes. entspricht 2 Knoten, indem der erste Brustknoten
an dasselbe herangerückt ist. Sind 4 Knoten vorhanden,
so ist g. infraoes. und erster ßrustknoten einfach; bei 5
sind die beiden ersten Brustknoten einfach, aber alle Brust-
knoten nahe an einander gerückt; diese Form ist den Ano-
plura (Pediculiden und Mallophagen) eigenthüralich.
A. H. Swinton. On Stridulation in the Hemiptera-
Heteroptera. E. M. M. XIV. p. 29 f. Einige Wasserwanzen
(Naucoris, Nepa, Corisa, Notonecta) bringen nach dem
Autor einen zirpenden Ton durch Reiben des Pronotum
über 2 geriefte Leisten des Mesonotum hervor; die ein-
schläglichen Mittheilungen anderer Beobachter werden nicht
erwähnt.
Europäische Hemipteren in fremden Welttheilen. Von
Dr. G. V. Horvath. Entom. Nachr. 1878. p. 170 ff. Von
Europäischen Arten sind 19 in Nordamerika beobachtet
worden, von denen (mit Ausnahme von Carpocoris lynx)
angenommen wird, dass sie sich auf natürlichem Wege
über Sibirien dorthin verbreitet haben. Japan hat 13 mit
Nordeuropa identische Arten, die es auf demselben Wege
erhalten hat; vgl. unten J. Sahlberg.
Von Townsend Glover's „Manuscript Notes from
my Journal, or Illustrations of Insects, Native and Foreign"
ist ein weiterer Band, enthaltend Order Hemiptera, Subor-
der Heteroptera, or Plant-Bugs erschienen, Washington, D.
200 Bertkan: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
C. 1876. Ich habe das Werk nicht benutzen können, ein
kurzes Referat über dasselbe findet sich im Amer. Natur.
XL p. 110.
P. R. Ubier 's „Report on the Collections of Hemi-
ptera made in portions of Nevada, Utah, California, Colo-
rado, New Mexico and Arizona, during the years 1871.
1873 and 1874« in'Wheeler's Rep. Geogr. Expl. W. of looth
Mer. (Washingt. 1875, 4«) V, Chapt. XII. p. 827-842. PL
XLII. zählt 41 Heteroptera (6 n. A., 1 n. G.) und 1 Homo-
pteron auf.
Fieber-Reiber bringt die Fortsetzung der Cica-
dines d'Europe in Revue et Magas. de ZooL 1877. p. 1 fit'.;
dieselbe behandelt die Fulgoridengattung Hysteropterum.
Hemiptera Gymnocerata Europae. Hemipteres
Gymnocerates d'Europe, du Bassin' de la Mediterranee et
de TAsie Russe, d^crites par 0. M. Reuter. Tome prem.,
avec 8 planches. Helsingfors 1878. 4». p. 1—187. Be-
ginnt mit den Capsidae, die Reuter mit Recht als die
niedersten betrachtet; es sind 148 Arten, die Division der
Plagiognatharia Reut, ausmachend, in lateinischer Sprache
beschrieben.
Horväth macht synonymische Bemerkungen;
Termesz. Füzetek. I. p. 235.
0. M. Reuter macht im E. M. M. XIV. p. 11 fif.,
32 ff., 60 flP., 127 fiP., 242 fif., XV. p. 66 fif., Remarks on
some British Hemiptera-Heteroptera, vorwiegend
synonymischer Natur.
L. Lethierry giebt ein Releve des Hemipteres
recueillis en Portugal et en Espagne, Ann. Soc. Ent.
Belg. XX. p. 34 fif.; ein desgl dans les environs de
Tanger p. 44 fif. nebst der Beschreibung einiger neuer
Arten (Oxycarenus, Bycanistes, Phytocoris, Naucoris, Bor-
bocoris, Hysteropterum).
Sn. V. Vollenhoven bringt mit dem Zevende stuk
met vier platen De Inländische Hemipteren zu Ende;
Tijdschr. v. Ent. XX. p. 90 fif. PL 7-10. Behandelt wer-
den die Hebroiden (1 G., 1 A.), Riparii (1 G., 10 A.), Re-
duvini (5 G., 12 A.), Hydrodromici (4 G., 11 A.), Nepina
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 201
(2 G., 2 A.), Naucoridea (1. G., 1 A.), Notonectica, (2 G.,
2 A.), Corisidae (3 G., 14 A.). Ein 8. Stuk met 2 pl.
enthält Bijvoegsels en verbeteringen; ebenda XXL
p. 49 ff.
Ein Verzeichniss der bis jetzt in Belgien beobach-
teten Homoptera giebt Lethierry; C. R. Ent. Belg. 1878.
p. XXXVI fi:
Catalogue des Hemipteres-Heteropteres de
l'Alsace et de la Lorraine. Par Ferd. Reiber et
A. Puton. (Vgl. d. Ber. 1877. p. 358 (390)). Bull. Soc.
d'Hist. Nat. de Colmar. 16e et 17e Annees. 1876 et 1877.
Colmar 1877. p. 51 ff. (und separat, wie es scheint, 1876).
Das behandelte Faunengebiet ist das der Vogesen oder
das zwischen Rhein und (oberer) Mosel liegende Land.
Die Familie der Pentatomidae ist mit 64 Arten in 40 Gat-
tungen, Coreidae mit 29 Arten in 17 Gattungen, Beiytidae
mit 11 A., 4 G., Lygaeidae 78 A., 34 G., Tingitidae 30 A.,
10 G., Hebridae 1 A., 1 G., Phymatidae 1 A., 1 G., Ara-
didae 10 A., 2 G., Capsidae 175 A., 63 G., Anthocoridae
25 A., 13 G., Saldidae 15 A., 2 G., Reduviidae 19 A., 8 G.,
Hydrometridae 11 A., 4 G., Naucoridae 3 A., 2 G., Nepi-
dae 2 A., 2 G., Notonectidae 2 A., 2 G., Corisidae 18 A.,
3 G. vertreten. Im Ganzen sind also 494 Heteroptera mit
208 Gattungen aus diesem kleinen Faunengebiete bekannt ;
besonders bemerkenswerthe Gattungen und Arten (mit Aus-
nahme etwa von Pirates hybridus Scop.) sind nicht
darunter.
Hemiptera Ligustica adjecta et emendata a
D. P. M. Ferrari. Ann. Mus. Civ. Gen. XIL p. 60 ff.
Enthält 386 Arten; hinzugefügt ist ein Verzeichniss der-
jenigen der Fauna Italiens angehörigen (56) Arten, die
Puton in seinem Cat. Hem. Europ. nicht aufgeführt hatte,
sowie Bemerkungen zu einzelnen Arten, synoptische Tabellen
der Gattungen einiger Familien und Arten einiger Gat-
tungen.
Ein Verzeichniss von Arten aus den Comitaten Temes
und Krassö (Südungarn) von Frivaldszky und ein gleiches
aus Zölyom und Liptö (Nordungarn) von Mocsäry s. in
202 Bert kau: Bericht üb, d. wissenschaftl. Leistungen
den Magy. Tud. Akad. math. es term. Közl. XIII. p. 371 ff.
u. XV. p. 261 ff.
Jakovleff führt neue Hemiptera-Heteroptera
der Astrachaner Fauna auf. Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou. LIL p. 269 ff.; der Text ist russisch, die Beschrei-
bung der neuen Arten deutsch.
Ein Beitrag zur Hemipteren - Fauna Trans-
kaukasiens von Dr. Gr. v. Horväth lehrt aus den Kau-
kasusländern 211 Heteroptera, 44 Homoptera kennen und
zeigt, dass die Fauna Transkaukasiens wesentlich euro-
päisch ist, indem (bis jetzt!) als dem Kaukasus eigenthüm-
liche Arten nur 5 bekannt geworden sind; 6 Arten sind
ausserdem auf das südliche Russland beschränkt, alle an-
deren finden sich in Europa, speciell Südeuropa. Naturw.
Beitr. z. Kenntn. der Kaukasusl. p. 72 ff.
Distant macht Notes on African Hemiptera-
Heteroptera. E. M. M. XIV. und XV.
F. Buchanan White bringt Contributions to a
Knowledge of the Hemipterous Fauna of St. He-
lena, and Speculations on its Origin; Proc. Zool.
S. L. 1878. p. 444 ff. PI. XXXI. Wegen der Speculations
etc. s. oben 1878. p. 399 (181). St. Helena weist bis jetzt 32
Arten auf, von denen 25 (oder 26) endemisch, die anderen
durch den Menschen eingeführt sind. Die letzteren sind:
Nezara viridula L., Lyctocoris campestris F., Lygas api-
calis Meyer, Nabis capsiformis Germ., Acanthia lectularia
L., Issus coleoptratus F.
Bd. 16 Nr. 4 der Kongl. Sv. Vetenskaps-Akademiens
Handlingar enthält einen Bidrag tili Nordvestra Si-
biriens Insectfauna, Hemiptera-Heteroptera, förtec-
knade af John Sahlbcrg. Das Material zu diesem Ver-
zeichniss wurde wesentlich eingesammelt während der
Nordens kiöld'schen Expedition nach dem Obi und Je-
nisej von Trybom, Bergroth und Streblow und um-
fasst 186 Arten. In der Einleitung wird das Sammelgebiet
in ein territorium montosum, silvosum, arcticum (nördlich
von der Waldgrenze bis zu 68^ 55'), frigidum (bis zur Küste
des Eismeeres) eingetheilt und werden die einzelnen Sta-
tionen, an denen in den betreffenden Territorien gesammelt
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 203
ist, angegeben. Im terr. mont. sind 82 Arten (36 von West-
europa bis Ostsibirien), t. silv. 122 (24), t. arct. 29 (8),
frig. 16 (3) aufgefunden. Rein Sibirische Formen enthält
das t. mont. 10%, silv. 7%, arcticum 217o, frigidum 56%,
während die übrigen Procente europäische Formen sind.
In dem speciellen Theil v^erden 19 neue Arten beschrie-
ben; s. auch Proc. E. S. Lond. 1877. p. IV.
List of the Hemiptera of New Zealand. ßy
F. Buchanan White. E. M. M. XIV. p. 274 ff., XV.
p^ 31 ff., 73 ff., 130 ff. (Noch nicht beendet.)
F. Buchanan White giebt Descriptions of Hetero-
pterous Hemiptera collected in the Hawaiian Islands; Ann.
a. Mag. Nat. Eist. (4) XX. p. 110 ff, (5) I. p. 365 ff
G. V. Horvath liefert eine biologische und systema-
tische Skizze über die Wasserläufer der Ungarischen
Hemipterenfauna; Term. Füzet. IL p. 126 ff. (183 ff.).
Er betrachtet die 3 Familien der Hebriden, Veliiden
Hydrobatiden als aus einem gemeinsamen Stamme von
Landwanzen (etwa den Lygaeiden oder Tingiden) hervor-
gegangen und dem Leben auf dem Wasser accommodiert;
für die Limnobatiden wird eine andere Herkunft (von
den Reduviern) reclamiert. In Ungarn treten die Hebri-
den mit 1 G., 1 A., Veliiden mit 2 G., 3 A., Hydrobatiden
mit 3 G., 9 A., Hydrometriden mit 1 G., 1 A. auf; ein
Limnotrechus ist neu.
Pentatomidae. Liotropis (n. g. Asopin.) humeralis (Massa-
chusetts); Uhler, Bull. ü. S. Geol. Surv. III. p. 399 ff.
Neostrachia (n. g. Bagradae affine; Type: N.) hellenica
(Griechenland); E. Saunders, E. M. M. XIV. p. 103.
Megarhaphis (n. g., Macrorhaphidi valde affine) Wollastoni
(St. Helena); Buchanan White, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878.
p. 463.
Aspongopus affinis (Isubu, W. Afr.), divergens, modestus (ibid.),
intermedius (Madagascar) p. 99, Farleyi (Nyassa) p. 100; Distant,
E. M. M. XV.
Aelia acuminata die Roggenähren schädigend; Giebel's
Zeitschr. (3. F.) III. p. 362.
Podops annuUcornis (Sarepta; schwarz, Fühler schwarzbraun;
Wurzelglied oben, 3, 4 und 5 am Grunde weisslich; 2 röthlichbraun,
kaum kürzer als 3, 3 = 4; Halsecke mit starkem Dorn; Beine bleich
204 Bertkaii: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
röthlicla gelb, Schenkelende unten mit 2 braunen Flecken; L. 6,5 — 7
mm) p. 280; Cydnus ovatulus (Astrachan) p. 282; Jakovleff, Bull.
Soc. Imp. Nat. Moscou. LH.
Summary of the Cydnidae of North America; ühler,
Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 366 £f. Einige neue Arten und Ho-
maloporus n, g. p. 376 für H. congriius (Texas, Colorado) p. 377;
Bhytidoporus n. g. p. 380 für R. indentatus (Cuba); Grypto-
porus n. g. p. 381 für C. compactus (Galveston Isl., Texas) p. 382;
Lobonotus n. g. für L. antliracinus (Texas) p. 395.
Cydnus (?) mamülanus (fossil in den Green River Shales);
Scudder, ebenda IV. p. 770.
Choerocydnus nigrosignatus (Neu Seeland) ; Buchanan White,
E. M. M. XIY. p. 275.
Cyrtomenus obtusus (Texas, Arizona, Mexico); ühler, Bull. U.
S. Geol. Surv. III. p. 369.
C. concinnus (fossil in den Green River Shales); Scudder,
ebenda IV. p. 769.
G eotomus subtristis,j ucundus {lisiWSi-ii); F. Buchanan White,
Ann. a. Mag. Nat. Eist. (4) XX. p. 110, 111.
Macroporus repetitus (San Francisco); ühler, Bull. ü. S.
Geol. Surv. III. p. 375.
Melanaethus robustus (Maryland) p. 390, picinus (Pennsih.)^. 391 ;
ühler, Bull. ü. S. Geol. Surv. IIL
Aethus communis (Cuba); ühler, Bull. ü. S. Geol. Surv. III.
p. 379.
A. punctulcUiis (fossil in den Green River Shales); Scudder,
ebenda IV. p. 769.
Pangaeus discrepans (Colorado); ühler. Bull. ü. S. Geol. Surv.
III. p. 386.
Coptosoma Baeri (Manilla); Lethierry, Bull. Soc. Ent. Fr.
1877. p. C.
Caridophthalmus sexspinosus (Neu-Guinea) ; A s s m a n n , Bericht
50. Vers..d. Naturf. u. Aerzte in München, 1877.
Bathycoelia distincta (Isubu, Afr.); Distant, E. M. M. XIV.
p. 247.
Cantharodes Eutherfordi (Cameroons); Distant, E. M. M,
XIV. p. 246.
Clinocoris StMi (Sib., terr. niontos.); Sahlberg, Kongl. Sv.
Vet. Ak. llandl. Bd. 16. Nr. 4. p. 16.
Lioderraa vindicata (Colorado); ühler, Wheeler's Rep. etc.
V. p. 830. PI. XLIl. Fig. 11.
Sciocoris Galapagoensis (Charles Isl, Galap.); A. G. Butler,
Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 88.
Phimodera fennica (Finnland); J. Sahlberg, Medd. Soc. pro
Faun, et Flor. Fenn. 2. p. 198.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 205
Tesaeratoma aethiops, Hornimani (Westafrica) ; Distant, E.
M. M. XIV. p. 62, 63.
Nach Horvath in den Termeszetr. Füzet. I. p. 235 gehören
Odontoscelis plagiata Fieb., signata Fieb., iineola Ramb. als Syno-
nyme zu 0. dorsalis Fabr., Dali., und (nach demselben in Naturw.
Beitr. z. Kenntn. d, Kaukasusl. p. 74) 0. hispidula Jakovl. ebenfalls.
Die Gattung Odontoscelis zählt somit bis jetzt nur 2 Arten: 0.
fuliginosa L. und dorsalis, welche letztere schon von Fabricius mit
den Worten: minor; caput canaliculatum vortrefflich charakterisiert
wurde.
Coreidae. Scolopocertis (n. g. prope Dasycoridem) secun-
darius (Arizona); Uhler, Wheeler's Rep. etc. V. p. 833. Fig. 5.
Centrocarenus Volxemi (Caucasus); Puton, Bull. Ent. Fr.
1878. p. CXXIX.
Alydus Tangricus (Tangiers); Saunders, E. M. M. XIV. p. 104.
Rhopalus (Stictopleurus) pallidus (Sibir., terr. mont.); J. Sahl-
berg, Kongl. Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. 16 Nr. 4 p. 18.
Corizus crassicornis L. \a,T.pictus (Baku)', Horvath, Naturw.
Beitr. z. Kenntn. d. Kaukasusl. p. 76.
Lygaeidae. Synopsis des Hemipteres-Heteropteres de France,
lere Partie. Lygaeides. Par. Dr. Puton. Deyrolle, Paris.
Metagerra (n. g. prope Rhypaochromum et Stygnocorim;
Type: M.) obscura (Neu -Seeland); Buchanan-White, E. M. M.
XV. p. 34; Targarema n. g. prope Peritrechum et Rhyparochro-
mum; Type: T. Stäli (ibid.); derselbe, ebenda p. 73; eine zweite
Art ist T. electa p. 74; Margareta n. g.; Type: M. t^omwica p. 75.
Bledionotus n. g.; TyTpns einev neuen snbf. Bledionotina;
Bl. systellonotoides (Syrien); Reuter, Ann. Soc. Ent. Fr. 1878. p. 144.
Meclada (1 n. g. Cleradae Sign, maxime affine, structura
rostri et hemelytrorum distinctum) maestaip.dlO; Metrarga (n. g.)
nuda, villosa p. 371, n. A. von Hawaii; F. B. White, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) I.
Engistus unicolor (Astrachan) p. 284; ScoloT^osiethus Lethierryi.
(Astrachan) p. 285; Camptocera (n. g.; Körper klein, zart, platt;
Schnabel ans Mittelbrustende reichend; Schnabelwurzel viel kürzer
als der Kopf; Fühler lang, 1 Gl. gekrümmt, länger als 2; 3 das kür-
zeste, so lang als 4 .... ; Vorderschenkel stark, vorn mit einem
starken und 2 kleinen Zähnen) Horwathi {\ Asirach^in und Derbent);
p. 287 ; Ja k 0 vle f f , Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LH.
Ny s'ma Sanctae-Helenae; Buchanan White, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1878. p. 464; Dallasi, delectus, ar&mco?a (Hawaii) ; derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) I. p. 367, 368; Huttoni,' linceps (Neu-
seeland); derselbe, E. M. M. XV. p. 32 f.
G. v. Horvath giebt in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXVI.
p. 721 ff. eine Monographie der Hemipteren-Gattung Plin-
206 Bert kau: Bericht üb. d. Wissenschaft!. Leistungen
thisus (Westw.) Fieb. Neben den beiden von Fieber unterschie-
denen Untergattungen Plinthisus s. str., und Plinthisomus unter-
scheidet Horväth noch die dritte Isioscytus, von Plinthisomus
mit kurzen, dicken Fühlergliedern und geradem Vorderrand des
Halsschildes verschieden durch die schlankgliederigen Fühler und
das vorne ausgerandete Halsschild. Von den beschriebenen 14 Arten
sind 6 einzuziehen ; dazu werden 5 neue beschrieben, so dass die
Zahl der bekannten Arten jetzt 13 beträgt. Die Mehrzahl derselben
hat verkümmerte Flügel und Decken, 5 sind aber dimorph, indem
sie auch mit vollkommen ausgebildeten Decken bekannt geworden
sind, nämlich P. minutissimus, pusillus, major, flavipes, brevipennis.
Die neuen Arten sind: P. (Plinthisomus) megacephalus (^ (Spanien; ....
hemelytris incompletis, valde abbreviatis, quattuor ultima segmenta
dorsalia abdominis haud tegentibus, postice recte truncatis) p. 725,
(Plinthisus s. str.) püosellus $ (Tanger; durch das stark convexe,
fast cylindrische Halsschild, die beinahe grubig punktirten Halb-
decken und die deutliche, niederliegende Behaarung wohl unter-
schieden) p. 728, Putoni und var. coarctatus ^$ (Südfrankreich,
Alpen und Portugal) p. 729, angulatus ^^ (Persien; von longi-
coUis Fieb. verschieden durch die deutlich eckig vorstehenden, nicht
zugerundeten Vorderecken des Halsschildes) p. 731, major r^$ (Al-
gier) p. 732, flavipes Fieb. var. coracinus (Corfu und Cephalonia)
p. 733. Die Untergattung Isioscytus ist auf P, ptilioides Puton
gegründet; die neuen Arten waren bereits in den Pet. Nouv. II. p.
81 diagnosticirt.
Plinthisus Hormi/w(BesikaBay) ; Saund er s, E.M.M.XIV.p.l04.
Drymus pumilio (Lille); Puton, Bull. S. E. Fr. 1877. p. XXXV.
Megalonotus sodalicius (Calit, Oreg., Nevada, Texas); Uhler,
Wheeler's Rep. etc. V. p. 835 Fig. 2.
Peritrechus puncticeps Thoms. = geniculatus Hahn; neu sind
P. gracilicornis und var. rhombo'idalis (Syrien), meridionalis (Tou-
louse, Corsica, Syrien); Puton, Pet. Nouv. IL p. 117.
Scolopostethus Putoni (Neu - Seeland) ; Buchanan White,
E. M. M. XV. p. 75.
Rhyparochromus (?) terreus (fossil in den Green River shales);
Scudder, Bull. U. S. G. S. IV. p. 770.
Oxycarenus roseus (Gibraltar); Lethierry, Ann. Soc. Entom.
Belg. XX. p. 36.
Pachymerus consors (Baku); Horväth, Naturw. Beitr. z.
Kenntn. d. Kaukasus!, p. 78; petrensis (fossil im Tertiär von Fossil
Canon); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IIL p. 761.
Notochilus (Taphropeltus) J-WcZm (Haute-Saöne); Puton, Bull.
Soc. Ent. Fr. 1877. p. XXXIV.
Bycanistes costalis (Cosa branca); Lethierry, Ann. Soc. Ent.
Belg. XX. p. 35.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 207
Geocoris Jakowleffi (Tangiers); Sau n der s, E. M. M. XIV. p.
103, decoratvs (Clear Creek Cafion); Uhler, Bull. U. S. Geol. Surv.
III. p. 410.
Berytidae. Neides TFa/fce/ieZtZi (Wellington); Buchanan White,
E. M. M. XV. p. 31.
Metacanthus concolor (St. Helena); Buchanan White, Proc.
Zool. See. Lond. 1878. p. 464.
Capsidae. Morna n. g. ; Type: capsoides; eine weitere Art
ist M. Scottiip. 131 ; Beuda n. g.; Type: R. Mayri p. 132 (Neu-See-
land); Buchanan White, E. M M. XV.
Äctinocoris (n. g. Leptopternae Fieb. proximum) signatus
(Süd. Finnland); 0. M. Reuter, Meddel. See. Faun, et Flor. Fenn.
2. p. 194 fif.
Camelocapsus (n. g.) oxycareno'ides (Aetolien); derselbe,
Bull. Ent. Fr. 1878 p. CIV f.
Agrometra (n. g. Plagiognath.) aethiops (St. Helena); Bu-
chanan White, Proc. Z. S. Lond. 1878. p. 468. PI. XXXI. Fig. 2.
Labopidea (n. g.) cMoriza (Utah) p. 416; Sthenarops (n.
g.) chloris (Colorado), malina (Massachusetts etc.) p. 419; Pamero-
coris (n. g.) antliocoroides (Colorado; Canada) p. 425; Uhler, Bull*
U. S. Geol. Surv. III.
Piezocranum (n. g., ab Orthocephalo Fieb. fronte exca-
vata, oculis subpedunculatis et ab apice thoracis remotis, thor.
antrorsum magis angustato et valde convexo declivi scutelloque
tumido distinctum) simiüans (Ungarn); Horvath, Termesz. Füzetek
I. p. 93.
Stenotus (n. g.) Sareptanus (S.); Jakovleff, Bull. Soc. I.
Nat. Moscou LH p, 290.
Hyoldea (n, g. prope Orthotylum) wotoi^ceps (Ungarn); Reu-
ter, Pet. Nouv. Ent. 1876. Nr. 147 und Termesz. Füzetek. I. p. 26.
OmpJialonotus n. g. prope Systellonotum et Eroticorim;
Type: C. (Capsus) 4-guttatus Kirschb. ; Reuter, Pet. Nouv. Nr.
145. p. 26.
Allorhinocoris n. g. Pantilio affine; Type: Conometopus
prasinus Fieb.; Saundersia n. g. ; Type: S. moerens (Griechenl.)
p. 33; Ethelastia n. g. prope Cremnocephalum ; Type: E. incon-
spicua (Sarepta); (Hyo'idea n. g. prope Orthotylum; Type: H. no-
taticeps (Sarepta; Ungarn)) p. 34; derselbe, ebenda Nr. 147; Bo-
throeranum prope Loxopem; Type: B. Freyi (Schweiz); Phoenico-
capsus n. g. prope Macrocoleum ; T.: Ph. regina (Spanien); der-
selbe, ebenda p. 54.
0. M. Reuter beschreibt in der Deut. Ent. Zeitschr. 1877.
neue Phytocorarien, nämlich: VhytoGoria undulatus {Tnrkestan) ;
Calocoris elegans (/Syrien) p. 26, fuscescens (Griechenland), histrio
(ibid.) p. 27, Jakovlefß (Turkestan) p. 28, Umhieollis (Macedonien);
208 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
fuliginosus (Attica) p. 29, megalocephalus (Griechenland), hiplagiatus
(Macedonien) p. 30; Megacoelum strigipes (Griechenland); Brachy-
coleus Steini (Griechenland) p. 31, sexvittatus (Cordova, Span.) p. 32.
Phytocoris miridio'ides (Loule, Tavira); Lethierry, Ann. Soc.
Ent. Belg. XX. p. 38.
Species Europaeae gen. Phytocoris Fall. aut. disp. ab 0. M.
Reuter; Ann. Soc. Ent. Fr. 1877. p. 13 fif. PI. II. Die Gattung
enthält bis dahin (incl. zweier, dem Autor unbekannt gebliebener Ar-
ten) 29 Arten, intermedius (Schweden) p. 14, hrachymerus (Philippe-
ville) p. 18, albicans (Griechenland) p. 29, punctum (ibid.) p. 30 neu.
Ph. inops (Massachusetts, Canada, Rhode Isl. etc.); Uhler,
Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 413.
Miris lineata; Capsus Darwini (Charles Isl.; Galap.); A. G.
Butler, Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 89.
Miris instäbüis (Color.); Uhler, Wheeler's Rep. etc. V. p.
836. Fig. 9.
Megaloceraea (s. str.) Beuteriana (Neu-Seeland); Buchanan
White, E. M. M. XV- p. 130.
Megacoelum fasciatmn (Colorado, Texas); Uhler, Bull. U. S.
Geol. Surv. III. p. 421.
Calocoris Samojedorum (Sibir., terr. arct. et frig.) p. 24, nigri-
ceps (ibid., terr. mont.) p. 25; J. Sahlberg, Kong. Sv. Vet. Akad-
Handl. Bd. 16 Nr. 4; (Megacoelum) lustratus (St. Helena);
Buchanan White, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 466; vicinus
(Ungarn); Horvath, Pet. Nouv. Ent. 1876. Nr. 142 p. 15 und
Termesz, Füzetek. I. p. 25; superhus (Calif.); Uhler, Wheeler's
Rep. etc. V. p. 838 Fig. 3, capitatus (Sarepta); Jakovleff, Bull.
Soc. I. Nat. Moscou LH. p. 290.
Pycnoptewia Persica (Astrabad); Reuter, Pet. Nouv. 1876.
Nr. 140 p. 5.
Lopus vittatus (Ungarn); Horvath, Pet. Nouv. Ent. 1876.
Nr. 142 und Termesz. Füzetek. I. p. 25.
Orthops scutellatus (Clear Creek Canon); Uhler, Bull. U. S.
Geol. Surv. III. p. 420.
Globiceps sordidus (Ungarn); Reuter, Pet. Nouv. Ent. 1876.
p. 144 und Termesz. Füzetek. I. p, 26, fulvicolUs (Sarepta) p. 293,
dlbipennis (Charachoy) p. 294; Jakovleff, Bull. Soc. I. Nat. Mos-
cou LII.
Atractotomus albipennis (Sarepta), validicornis (Avignon);
Reuter, Pet. Nouv. Nr. 144. p. 21.
Orthotylus discolor (Sibir., terr. arct. et frigid.), Ärtemisiae
(ibid.), John Sahlberg, Kong. Svensk. Vet, Akad. Handl. Bd. 16
Nr. 4 p. 29; 0. mutabilis (St. Helena); Buchanan White,
Proc. Zool. Soc. London. 1878. p. 467; Schoheriae (Ungarn, auf
Schoberia salsa); Reuter, Pet. Nouv. Ent. 1876. Nr. 147 und Ter-
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 209
mesz. Füzetek. I. p. 26, minutus (Astrachan); Jakovleff, Bull.
Soc. I. Nat. Moscou LH. p. 296.
Harpocera Hellenica (Naxos; Parnass); 0. M. Reuter, Pet.
Nouv. Nr. 144. p. 21.
Conostethus hrevis (Schottland); Reuter, E. M. M. XIV. p. 77.
Criocoris moestus (Ungarn); Reuter, Pet. Nouv. Ent. 1876.
Nr. 144. und Termesz. Füzetek. I. p. 27.
Plagiognathus pujicticeps (Sarepta); Reuter, Pet. Nouv. Nr.
144 p. 22; plagiatus (scr. plagiathus; Italien); derselbe, ebenda
p. 54.
Apocremnus anticus (Südrussland); Reuter , Pet. Nouv. Nr. 144.
p. 22, albipes (Sarepta); Jakovleff, Bull. Soc. I. Nat. Mouscou LH.
p. 298.
Psallus flavosparsiis, lutosus p. 468, vinaceus p. 469; n. A. von
St. Helena; Buchanan White, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878, cogna-
tus (Sarepta); Jakovleff, Bull. Soc. I. Nat.^Mosc. LH. p. 298.
Amblytylus Horvdthi (Ungarn); Reuter, Pet. Nouv. Ent. 1876.
Nr. 144 und Termesz. Füzetek. I. p. 27, concolor (Jandyki); Ja-
kovleff, Bull. Soc. I. Nat. Mose. LH. p. 297.
Macrocoleus dissimilis (Ungarn); Reuter, Pet. Nouv. Ent.
1876. Nr. 144 und Termesz. Füzetek L p. 27; Mellae (Italien);
derselbe, Pet. Nouv. Nr. 152. p. 54, coagulatus (Clear Creek
Canon), Uhler, Bull. U. S. Geol. Surv. IH. p. 417.
Allorhinocoris ßaviis (Sibir., terr. frig.); J. Sahlberg, Kong.
Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. 16. Nr. 4. p. 24.
Orectoderus amoenus (Colorado; New Mexico; Texas); Uhler,
Bull. U. S. Geol. Surv. HI. p. 426.
Pachytoma s«6mca Jakovleff i. 1. (Sibir., terr. mont.); J. Sahl-
berg, Kongl. Svensk Vet. Akad. Handl. Bd. 16 Nr. 4. p. 28.
Coloposcelis angiistus (Griechenland); Reuter, Pet. Nouv. II.
p. 55.
Idolocoris agilis (Beaver Brook Gulch); Uhler, Bull. U. S.
Geol. Surv. IH. p. 425.
Poeciloscytus sericeus (Colorado); Uhler, Bull. U. S. Geol.
Surv. TH. p. 422.
AnthOCOridae. Xylocoridea (n. g. prope Scoloposcelim) hre-
vipennis (Lyon); Reuter, Pet. Nouv. II. p. 54.
Hapa (n. g.) contorta PI. XXXI. Fig. 1; Cardiastethus Ucolor
(St. Helena); Buchanan White, Proc. Zool. London 1878 p. 466;
mundulus (Hawaii) (4) XX. p. 10, sodalis (ibid.) (5) I. p. 372; der-
selbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.; Brounianus (Neu-Seeland) ; der-
selbe, E. M. M. XV. p. 159.
Anthocoris aterrimus (Sibir., terr. silvos. et arct.); Acompocoris
angustulus (ibid., terr. silv.); J. Sahlberg, Kong. Sv. Vet. Akad.
Handl. Bd. 16 Nr. 4 p. 31.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. 0
210 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Piezostethus c^7^ai^«s (Astrachan) ; Jakovleff, Bull. Soc. Imp.
Nat. Moscou LIL p. 300.
Triphiebs persequens (Hawaii); F. Buchanan White, Ann.
a. Mag. Nat. Eist. (4) XX. p. 111.
Acanthiadae. Schenck erörtert in den Entom. Nachr. 1877
p. 182 f. die Artenzahl der Gattung Acanthia, und spricht seine
Ansichten dahin aus, daqs A. hirundinis, columbaria und pipistrelli
Jenyns von A, lectularia specifisch verschieden seien. Die Schv^alben-
wanze ist von der Bettwanze durch geringere Grosse, lehmgelbe Farbe,
längere und dichtere Behaarung, weit kürzere Fühler unterschieden;
an letztern ist das 2. (nicht, wie bei der Bettwanze das 3.) Glied am
längsten. Die Taub'enwanze ist grösser als die Schwalbenwanze, aber
kleiner als die Bettwanze, „weit mehr kreisförmig", die Fühler kür-
zer, Glied 3 am längsten, aber das 4. Glied nicht so bedeutend
kürzer. Die Fledermauswanze steht hinsichtlich ihrer Grösse zwi-
schen letzterer und der Schwalbenwanze; ihr Hinterleib ist nament-
lich nach hinten stark verschmälert, sehr behaart.
Zu einem ähnlichen Resultate (d. h. Verschiedenheit der auf
Schwalben, Tauben, Fledermäusen lebenden Wanze von A. lectularia)
kommt auch Leidy; Proc. Ac. Nat. Sei. Philadelphia. 1877. p. 284.
PyrrhOCOridae. V. Graber (lieber den Schlundmecha-
nismus der Arthropoden, Amtl. Ber. Münchener Naturforscher-
vers. 1877. p. 187) beschreibt den Pumpapparat von Pyrrhocoris
apterus in ähnlicher Weise wie Mark von den Pflanzenläusen; vgl.
d. Ber. 1877. p. 363 (395).
Microphysidae. Myrmedobia fidiginea (St. Helena) ; Buchanan
White, Proc. Zool. Soc. Lond. 1878. p. 466.
Tingitidae. Dictyonota Putoni (Stazzano, Ligurien); Ferrari,
Ann. Mus. Civ. Gen. Xll. p. 85.
Monanthia Cytharina (James Isl., Galapagos); A. G. Butler,
Proc. Zool. Soc. London. 1877. p. 90; hellenica (Corfu); Puton,
Bull. Ent. Fr. 1877. p. LXVIH.; (Platychila) strictula (Oran) p. LXVI,
(Lasiacantha) histricula (Madrid) p. LXVH, (Lasiotropis) valida (Syrien)
p. LXVIII; derselbe, ebenda 1878.
Aradidae. Opissanie novigh widoff is gemeistwa Aradides.
B. E. Jakovleff. Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou. LIH. L p. 129
ff. Beschrieben werden (mit deutschen Diagnosen) Aradus macro-
phthalmus (1 Exempl. bei Derbent) p. 130, Eversmanni (1 Exempl.
im Orenburgischen Gouvernement) p. 131, selectus (mehrere Exempl.
bei Sarepta) p. 133; Mezira atra (üssuri) p. 136, castanea (ibid.)
p. 137.
Aradus Meroglyphicus (Sibir., terr. silv.) p. 22, pulchellus (ibid.)
p. 23; J. Sahlberg, Kongl. Sv. Vet. Akad. Handling. Bd. 16 Nr. 4;
diversicornis (Lenkoran); Horväth, Natur w. Beitr. z. Kenntn. d.
Kaukasusl. p. 50; Lawsoni (England); Saunders, E. M.M. XIV. p. 59.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 211
Rednviidae- Horvath giebt eine Synopsis der in Ungarn be-
obachteten Reduviidae; Termesz. Füzetek. I. p. 1B6 fif. Es sind
aus dieser Familie 23 Arten in Ungarn beobachtet, und zwar 12
Nabina, 11 Reduviina.
Reduvius (?) guttatus (fossil in den Green River shales): Scud-
der, Bull. U. S. G. S. IV. p. 771.
Vernonia (n. g.) Wollastoniana (St. Helena); Buchanan
White, Proc. Zool. Soc. London 1878, PL XXXI. Fig. 3, p. 470.
Mecistocoris (n. g. Centrosceli Jak. proximum) lineatus
(Turkestan); Reuter, Pet. Nouv. IL p. 181.
Einige neue Prostemma-Arten finden sich beschrieben
von J. P. E. Frdr. Stein in der deutsch. Ent. Zeitschr. 1878, näm-
lich: P. Falkensteinii (Chinchoxo und Madagascar) p. 377, Hilgen-
dorßi (Yedo) p. 378, flavum (Chinchoxo) p. 379, Krüperi (Attika) p.
380; Alloeorrhynchus GüssfelcUii {Ch.mchoxo) p. 381, Nietneri (Ceylon)
p. 382.
Luteva insdlida (Hawaii); F. B. White, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 113.
Oncocephalus PhhiUppinus (Manilla); Lethierry, Bull. Ent.
Fr. 1877. p. CI.
Harpactor trochantericiis , Oschanini (Turkestan); Reuter,
Pet. Nouv. IL p. 181 ; solanophilus (Doryphora deceml. vertilgend,
nicht beschrieben); Rondani, Bull. Ent. Ital. IX. p. 65.
Catamirus Nyassae (Nyassa-See); Distant, E. M. M. XIV. p. 134.
Nabis nigro-vittatus (Sibir.; terr. mont.); J. S ahlb erg, Kong.
Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. 16 Nr. 4 p. 36; innotatus, subrufus, lu-
sciosus (Hawaii); F. Buchanan White, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(4) XX. p. 112; Blaclchurni (ibid.); derselbe, ebenda (5) L p. 373;
Saundersi (Neu-Seeland) ; derselbe, E. M. M. XV. p. 159.
Platymeris confusa (Nyassa); Distant, E. M. M. XV. p. 100.
Saldidae. C. R. Soc. Ent. Belg. XX. p. XV. f. enthält ein
Verzeichniss Belgischer Arten ; die in Nordfrankreich häufige Salda
cincta H.-Sch. fehlt; ebenso pilosa Fall, und C — album Fieb. Da-
für sind 6 Belgische Arten (S. orthochila, conspicua, arenicola,
morio, scotica; Leptopus boopis) in Frankreich bis jetzt nicht beob-
achtet; im Ganzen zählt Belgien 13 Arten. Berichtigung dazu p.
XXVHI.
Salda latifrons (Sibir., terr. frig.) p. 32, arctica (ibid.),
serior (ibid) p. 33, rivulana (ibid.) p. 34, Tryhomi (ibid.) p. 35;
J. Sahlberg, Kongl. Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. 16 Nr. 4; aber-
rans (St. Helena); Buchanan White, Proc. Zool. Lond. 1878. p.
470; exulans (Hawaii); derselbe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
I. p. 373; Butleri, laelaps (Neu-Seeland); derselbe, E. M. M. XV.
p. 160, pellita (Massachusetts) p. 433, sphacelata (ibid.) p. 434, an-
thracina (Pennsilv.), crassicornis (Saskatchewan Riv.) p. 438, polita
212 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
(Californien) p. 441, deplanata (Maine; Massach.; New- York) p. 443,
reperta (Massach. ?) p. 447, elongata (Brit. Cokimb.) p. 448, orbiculata
(Massach.; Pennsilv.) p. 450; Uhler, Bull. U. S. Geol. Surv. IIT,
amoena (Krasnoyarsk) ; J. Sahlberg, Öfv. Finsk. Vet. Akad. Förh,
XIX. p. 31.
Merragata (n. g. Hebro maxime affine) hebroides (Hawaii);
F. B. White, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XX. p. 114.
Hebridae. Hebrus sohrinus (Denver); Uhler, Bull. U. S. Geol.
Surv. III. p. 452.
Microvelia vagans (Hawaii); F. B. White, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) I. p, 374.
Hydrometridae. Limnotrechus plebejus (Ungarn, bisher mit L.
thoracicus Schum. verwechselt, nicht ausführlicher beschrieben);
Horväth, Termesz. Füzet. II. p. 188.
Hydroessa Leveülei (Manilla), Lethierry, Bull. Soc. Ent. Fr.
1877. p. CI.
Naucoridae. Naucoris angustior (Portugal ; Tanger) ;Lethierry,
Ann. Soc. Ent. Belg. XX. p. 40; seminiger (Manilla); derselbe,
Bull. Ent. Fr. 1877. p. CI.
Borbocoris Volxemi (Portugal, erster Vertreter dieser Gattung
in Europa); Lethierry, Ann. Soc. Ent. Belg. XX. p. 41.
Notonectidae. Anisops Wakefieldi, assimilis (Neu-Seeland) ;
Buchanan White, E. M. M. XV. p. 161.
Gorisidae. Forbes erinnert die Entomologen an seine bereits
vor 3 Jahren mitgetheilte Beobachtung, dass Corisa alternata
ihre Eier auf Cambarus immunis legt, und deutet dies so, dass da-
durch denselben beständig Gelegenheit geboten wird, im Wasser zu
sein, da der Krebs, wenn die Lache austrocknet, sich ein anderes
Wasser aufsucht. Am. Nat. (1878) XII. p. 820.
Corisa Blaclcburni (Hawaii); F. B. White, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (4) XX. p. 115, arguta (Neu-Seeland); derselbe, E. M. M.
XV. p. 161; caspica (Baku); Horväth, Naturw. Beitr. z. Kenntn.
d. Kaukasusl. p. 84; longipalis (Sibir.; terr. silv. et arct.); J. Sahl-
berg, Kon. Sv. Vet. Ak. Handl. Bd. 16. Nr. 4. p. 39; dispersa {Ca-
lif., Nevada, Texas); Uhler, a. a. 0. p. 841 Fig. 7, tumida (Sloan's
Lake); derselbe, Bull. U. S. Geol. Surv. IH. p. 454.
Sigara proxima (Manilla); Bull. Ent. Fr. 1877. p. CL
Cicadidae. G. Carl et hat die Resultate seiner Untersuchun-
gen über den Tonapparat der Cicaden in einem ausführlicheren
„Memoire« in den Ann. d. Sc. Nat. VL Ser. Zool. Tom.V. u.3— 5.
Art. Nr. 5 veröffentlicht, aus dem ich ersehe, dass ein Theil meines
Widerspruches im vorigen Berichte (p. 362 (394)) auf einem Missver-
ständniss meinerseits beruhte. Nach dieser ausführlicheren, durch Ab-
bildungen erläuterten Darstellung, .kommt der „Gesang" der Cikade
in der Weise zu Stande, wie schon Reaumur (und Roesel) lehrte, und
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 213
wie durch mehrere neuere Beobachter, im Widerspruch zu Landois,
bestätigt ist. 1. Indem Carlet an der membrane plissee einen musc.
tens. nachweist, der während des ganzen Gesanges in Spannung ver-
bleiben soll, meint er damit eben einen Muskel, der diese schlaffe
Haut in ihrer Ebene anzieht und dadurch in den Stand setzt, „par
infiuence" zu vibrieren; ob es damit seine Richtigkeit hat, ist frei-
lich noch die Frage; dass der Ton merklich schwächer wird, wenn
die membrane plissee verletzt ist, scheint mir kein hinlänglicher
Beweis zu sein. 2. Wenn ferner Carlet an dem timbale einen
tensor in Abrede stellt, so meint er das im Gegensatze zu der
membrane plissee; bei dem timbale ist ja auch ein in der Ebene des-
selben wirkender, dasselbe spannender Muskel überflüssig, da das tim-
bale an und für sich nicht schlaff ist; die Bewegungen des tim-
bale erfolgen auch nach Carlet durch die Con tractionen des
voluminösen Muskels, der sich von der crista der vorderen
Abdominalringe an das timbale ansetzt; letzteres schnellt bei Er-
schlaffung des Muskels durch seine eigene Elasticität zurück.
Derselbe Gegenstand (der Tonapparat der Cikaden) wird
von P. Mayer zum Gegenstand einer Mittheilung gemacht, die in-
dessen bereits durch die im vorigen Bericht besprochene Arbeit
Graber's (1877. p. 361 (393)) überholt ist. Mayer stellte noch einige
Versuche mit lebenden Thieren an, die in schlagender Weise dar-
thun, dass es die durch die Muskelcontraction in Schwingung ver-
setzte „Trommelhaut" (timbale, gefaltetes Häutlein etc.) ist, die den
Ton hervorruft. Zeitschr. wiss. Zool. XXVHI. p. 79 ff.
On stridulation in the Cicada. By A. H. Swinton. E.
M. M. XIV. p. 78 ff.
Tosena splencUda (Naga Hills, Khasia H.); Distant, E. M. M.
XV. p. 76; albata (Himalaya); derselbe, Tr. E. S. Lond. 1878.
p. 175.
Cicada Orni L. und Cicadetta adusta Hag. in Ungarn;
Horvath, Termesz. Füzetek. I. p. 93 (127).
Cicada Putnami (Clear Creek, Color.); Uhler, Bull. ü. S.
Geol. Surv. III. p. 456.
Platypleura Nicobarica (affinis P. fulvigerae, sed major, teg-
minibus longioribus . . .); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (4) XIX.
p. 311; andamana (And. I.); Distant, Tr. E. S. Lond. 1878.
Membracidae. Hille sulphurea (Bogota) p. 206 Fig. 1; Poly-
glypta reflexa (Guatemala) p. 207, Fig. 2, fiisca (Mexico) Fig. 3, hor-
deacea (Guatemala) Fig. 4 p. 208, tricolor (Mexico, Peru) p. 209
Fig. 5; Entylia inaequalis (Guatemala) Fig. 7, mira (Mexico) Fig. 8
p. 211, turrita (Rio Janeiro) Fig. 9 p. 212; Cyphonia /"ormosa (Mexico)
Fig. 6, fasciata (Brasil.) p. 214; Ceresa robusta Fig. 10. p. 216,
Stäli (Mexico) p. 217. Fig. 11, distans, rufescens (Brasil.) p. 218;
Telamona projecta (?) Fig. 12. p. 221, molaris (Saskatchewan) p. 222.
214 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
Fig. 13; Glossonotus n. g. für Telamona acuminata, p. 222; A. G.
Butler, eist. Entom. II. PI. III.
Fulgoridae. Fulgora (?) granulosa (fossil in den Green River
shales); Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 771.
Lithopsis (n. g. Tropiduchid. prope Alcestim) ßmbriata (ibid.);
derselbe, p. 773 f.
Cixius (1) hesperidum (fossil in den Green River shales);
Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 772.
PamphoUs (n.g., vom Ansehen einer Eupelix) peltata (Texas;
Mexico; Cuba); ühler, Bull. ü. S. Geol. Surv. III. p. 461.
Almana Ussuriensis (Sibirien); Lethierry, 0. R. Ent. Belg.
1878. p. XXV.
Issus rostrifer (Charles Isl, Galapagos); A. G. Butler, Proc.
Zool. Soc. Lond. 1877. p. 90.
Hysteropterum suturale (Griechenland, Portugal) p. 3, melano-
phlehs (Spanien) p. 5, phaeopMebs (Italien) p. 6, nervosum (Südeuropa)
p. 11, scoleogramma (Griechenland) p. 13, hilobum (Südfrankreich;
= H. grylloides, apterum, Muls.-Rey; Frey-Gessner) p. 16, latifrons
(Südeuropa) p. 22, obsoletmn (Dalmatien) p. 24, (montanum Becker
(Südrussland) p. 25), Cygnetis (Dalmatien) p. 27, fuscovenosum (Süd-
frankreich) p. 29, Impressum (Spanien) p. 31, striolatum (Griechen-
land) p. 32, Germari (Portugal) p. 38, angulare (Malaga) p. 89;
Fieber-Reiber, Rev. et Mag. d. Zool. 1877.
Hysteropterum maroccanum (Tanger; affine H. angusticipi(-ti)
Leth.); Lethierry, Ann. Soc. Ent. Belg. XX. p. 46; Beiberi (Algier),
Asiaticum (Taschkent); derselbe, ebenda XXI. C. R.
Liburnia (Ilburnia subg., ant, art. 1 articulo 2do aequilon-
gus vel pauUo longior; tibia postica tarso post. parte quarta longior)
ignobüis (St. Helena); Buchanan White, Proc. Zool. Soc. Lond.
1878. p. 471.
Delphax senilis (fossil im Tertiär von Chagrin Valley); Scud-
der, Bull. U. S. Geol. Surv. HI. p. 760.
Mnemosyne terrentula (! fossil in den Green River shales) ;
Scudder, Bull. ü. S. Geol. Surv. IV. p. 773.
Aphana novemmaculata (W.-Africa); Distant, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 323.
A. atava (fossil im Tertiär von Chagrin Valley); Scudder,
Bull. ü. S. G. Surv. III. p. 759; rotundipennis (Green Rivershaies);
derselbe, ebenda IV. p. 772.
Polydictya maculata (W.-Africa); Distant, Tr. E. S. Lond.
1878. p. 323.
Stiroma inconspicua (Clear Creek Canon); Uhler, Bull, U. S.
Geol. Surv. III. p. 458.
Lystra (?) Richardsoni (fossil in den Green River Shales);
Scudder, Bull. ü. S. G. S. IV. p. 772.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 215
Cercopidae. Petrolystra (n. g.) gigantea, heros (fossil im
Tertiär der Rocky Mts.); Scudder, Bull. U. S. G. S. IV. p. 530 ff.
Cosmoscarta Buxtoni^ Sumatrensis (SumdLirB.); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (4) XIX. p. 312; Ändamana (And. I.); Distant,
Tr. E. -S. Lond. 1878. p. 175; borealis (Khasia Hills), Moor ei (Sik-
kim); derselbe, ebenda p. 321.
Tomaspis modesta (W.-Afr.), Monteironis (Delagoa Bay), con-
spicua (Nyassa) p. 176, binotata (Isuba), Nyassae (Nyassa) p. 177;
Distant, Tr. E. S. Lond. 1878.
Sphenorrhina distincta (Irazu), plagiata (Costa Rica) p. 178,
septemnotata (ibid.), grandis (Neu-Gr.), Bogotana p, 179; Distant,
Tr. E. S. Lond. 1878.
Phymatostetha insignis (Ceylon), binotata (Sadia); Distant,
Tr. E. S. Lond. 1878. p. 322.
Aphrophora jOrtruwkt (Italien) ; F. Vis mar a, B. E. It. IX. p.300.
Carystus reticulatus (Cape York), Stsdii (Austr.), sororciiltis
(ibid.) p. 12, mutabilis (ibid.) p. 13; Spängberg, Öfv. Sv. Vet. Ak.
Förh. 1877. Nr. 9.
Jassidae. Sarpestus (u, g. Tartesso valde affine, venis teg-
minum distinguendum) specidaris (Mysol); Spängberg, Öfv. Sv. V
A. Förh. 1877. Nr. 9. p. 11.
PacJiyopsis (n. g.) laetus, robustus; Uhler, Bull. U. S. G.
S. III. p. 446 f.
Stonasla (n. g. Bythoscop.) wididata PI. XXXI. Fig. 5, con-
sors p. 472; Nehela (n. g. Byth.) 'oulturina Fig. 6; Argaterma (n.
g. Acocephal.) alticöla Fig. 7, midtisignata p. 474; Grypotes (?)
insularis p. 475; Thamnotettix Sanctae-Helenae; Jassus Wollast07ii;
Chlorita Edithae p. 476: n. A. von St. Helena; Buchanan White,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1878.
Acocephalus Ädäe (fossil in den Green River Shales); Scud-
der, Bull. U. S. Geol. Surv. IV. p. 771.
Species Jassi generis Homopterorum descripsit Jaco-
bus Spängberg; Öfv. K. Sv. Vet. Ak. Förh. 1878. Nr. 8. p. 3 ff.
Der Verfasser bringt die (51) von ihm beschriebenen Arten dieser
Gattung in 2 Gruppen, jenachdem die Stirn gekielt (A) ist oder
nicht (AA). In der ersten wie in der zweiten Gruppe werden dann
noch 3 weitere Unterabtheiiungen gebildet, je nachdem der Clypeus
an der Spitze erweitert ist oder nicht und die Adern der Flügel-
decken einfarbig oder hellpunktiert sind. Als neue Arten werden
aufgeführt: J. formosus (Sign. i. coli.; Rio Janeiro) p. 3, Signoreti
(ibid.) p. 4, elegans (Rio nigro) p. 6, moestus (Bolivia, Bogota) p. 8,
truncatus (Bogota) p. 9, angidatus (Brasilien, St. Paul) p. 10, afri-
canus (Ins. Prinsön) p. 11, ßavicosta (Peru) p. 13, meditabundus
Brasilien), pallidiceps (Bogota) p. 15, lugubris (Cayenne) p. 16, vari-
color (Bogota) p. 17, piistidatus (Mexico) p. 18, melanotus (Georgia)
216 Bertkau: Bericht üb. d. Wissenschaft! . Leistungen
p. 19, fuscipennis (Illinois und Wisconsin) p. 20, deplanatus (Indien)
p. 23, scrupulosus (Java), fasciatipennis (Mexico) p. 25, StSdii (Bo-
gota) p. 26, niger (Columbien) p. 27, trivittatus (Sign. i. coli., Rio
nigro) p. 28, maculipennis (Bogota) p. 29, areatus (Bogota) p. 31,
patruelis (Bogota) p. 32, sordidulus (Bogota) p. 84, vittipennis ^(ibid.),
paupercula (Ceylon) p. 35, ochripes (Neu-Guinea) p. 37.
J. planus, striolaris (Charles Isl.), lucidus (James Isl.); n. A.
von den Galapagbs; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1877.
p. 91; excultus (Florida, Georgia, Texas, . .) p. 467, jucundus (Mary-
land, Texas) p. 469, lüutonius (Texas, Dakota) p. 470, Belli (Colo-
rado) p. 471, divisus (Denver; Sloan's Lake) p. 472; Uhler, Bull,
ü. S. Geol. Surv. III; Twiningi (Turtle Mount) ; derselbe, ebenda
IV. p. 511.
Bythoscopus ramentosus (Clear Creek Canon); Uhler, Bull.
U. S. Geol. Surv. III. p. 465; lapidescens (fossil im Tertiär von
Chagrin Valley); Scudder, ebenda p. 761.
Tartessus australicus (Austr.) p. 3, flavipes (Nordaustr.) p. 4,
plebejus (Mysol), trivialis (ibid.) p. 5, uniformis (ibid.) p. 6, guttu-
latus (Neu-Guinea) p. 8, ptdchellus (Cap York) p. 10; Spängberg,
Öfv. Sv. V. A. Förh. 1877. Nr. 9.
Penthimia nitida Leth. nebst var. A, B, C. (Ussuri); Le-
thierry, C. R. Ent. Belg. 1878. p. XXVIII.
Tettigonia obtecta (fossil im Tertiär von Chagrin Valley);
Scudder, Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 761.
Glossocratus viridis (Massach., Connect., N. York etc.), linea-
tus (N. Jersey) p. 463, vulneratus (Texas), fenestratus (New Jersey)
p. 464; Uhler, Bull. U. S. Geol. Surv. IIL
Cicadula Nicolasi (Angles); Lethierry, Pet. Nouv. Nr. 145.
p. 26.
Doratura Ivanhofi (Charkow) ; Lethierry, Pet. Nouv. Nr. 145.
p. 26.
Tha-mnoiettix paryphanta Fieb. (Alger; Oran; Griechenland)
p. XXVIII, apicata (Kabylien) p. XXIX; Lethierry, C. R. Ent.
Belg. 1878.
Platymetopius cliloroticus (Astrachan), ayicdlis (Botiq)\ Puton,
Bull. Soc. Ent. Fr. 1877. p. LXII.
Deltocephalus Ferrarii (Genua), Warioni (Oran) p. XXIII,
Reiben (Hautes Alpes) p. XXIV, Bellevoyei (Metz) p.^XXV; Puton,
Bull. Soc. P]nt. Fr. 1877; argenteolus (Colorado Springs); Uhler,
Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 473; configuratus (Milk River); der-
selbe, ebenda IV. p. 511.
J. Edwards giebt eine vergleichende Beschreibung und Ab-
bildung der männlichen Begattungstheile von Typhlocyba tiliae und
blandula, aus der die Selbständigkeit der ersteren Art hervorgeht;
E. M. M. XIV. p. 132.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78. 217
T. Douglasi (Norwich) ; derselbe, ebenda p. 248; deUlis
('England, Frankreich); Douglas; Pandellei (Hautes Pyrenees); Le-
thierry, C. R. Ent. Belg. 1878. p. XXX; aureo-viridis (Clear Creek
Canon); Uhler, Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 474.
Ueber die Holländischen Arten dieser Gattung s. Sn. v. V ol-
le nhoven in Tijdschr. Ent. XXII. Versl. p. IX. ff.
Zygina Signoreti (Frankreich); Lethierry, C. R. Ent. Belg.
1878. p. XXXI.
Gypona cinerea (Kansas, Utah, Illinois, Connectic); Uhler,
Bull. U. S. Geol. Surv. III. p. 460.
Psyllidae. Eine Zur Biologie und Charakteristik der
Psylloden nebst Beschreibung zweier neuer Species der
Gattung Psylla betitelte Arbeit von Dr. F. Loew in den Verh. Z.
B. G. Wien. XXVI. p. 187 ff. nebst Taf. I u. II weist auf die Noth-
wendigkeit einer längeren Beobachtung dieser Insecten in ihren ver-
schiedenen Entwickelungsstadien hin, wenn man zu einer richtigen
Anschauung der specifischen Verschiedenheiten gelangen wolle. Schon
Flor hatte auf die grosse Unbeständigkeit in der Färbung ,.hinge-
wiesen, die Loew bestätigt, indem neben individuellen Ursachen
auch das Alter immer eine Aenderung, selbst in der Färbung der
Flügel herbeiführt. Daher ist eine Menge der von Foerster un-*
terschiedenen Arten einzuziehen. Für die Gattungs- und Arten-
unterscheidung hält Loew nach dem Vorgange Flor's die Bildung
der äusseren Theile des Geschlechtsapparates für wichtig, dessen
Theilen er dieselben Namen lässt, die Flor ihnen in seinen beiden
Aufsätzen: die Rhynchoten Livlands und Zur Kenntniss
der Rhynchoten gegeben hatte; auf der oberen Genitalplatte
lässt Loew sich den After befinden, und zwar beim ^ an der
Basis, beim (^ an der Spitze der hier aufgerichteten Genitalplatte.
Die Excremente sollen in Gestalt glasheller Tröpfchen zum Vor-
schein kommen, die sich an der Luft mit einem Wachshäutchen
überziehen und immer einige Wachstheilchen am Rande des Afters
zurücklassen, so dass an demselben grössere Anhäufungen weisser
Flocken entstehen. Bei der weiten Verbreitung von Wachs abson-
dernden Drüsen bei Pflanzenläusen und Zirpen dürfte eine genauere
Untersuchung des angeblichen Afters wohl nicht überflüssig sein.
Von folgenden Arten ist die Lebensgeschichte genau behandelt:
Psylla salicicola Erst., Foersteri Fl, breviantennata Fl., Pruni Scop.,
Crataegi Erst.; Trioza Walkeri Erst, Rhamni Schrk,, flavipennis
Erst. Als neu sind beschrieben: P. Vihurni (Oesterreich u. Schweiz,
auf V. Lantana) p. 194. Taf. I. Fig. 1 — 3 und iteophila (Oesterreieh,
auf Salix incana) p. 196. Taf. L Fig. 4—5. Die Figg. 6-43 auf
Taf. I u. II enthalten die vergrösserten Abbildungen von Larvenständen,
Flügeln und der Genitalbewaffnung der vorhin aufgeführten Arten.
Derselbe stellt ebenda XXVIII neue Gattungen auf: Phyl-
218 Bert kau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
lopsis p. 587, für fraxinicola Frst., fraxini L., discrepans Fl.; Flo-
ria p. 590, für pyrenaea Mnk., spartiisuga Put., vittipennella R'eut. ?
spectabilis Fl.; Älloeoneura p. 594, für Aryt. radiata Frst.; Ga-
lopJiya p. 598 für Ps. rhois F. Lw., s. unten; Ämhlyrrhi na p. 599
für torifronsFl. ;Diaphorai^. 603, für D. Putonii (Avignon; Vogesen;
Griechenland) p. 604. Zum Schluss giebt derselbe eine Tabelle czur
Bestimmung der Subfamilien und Genera der Psylloden.
Weitere Beiträge zur Kenntniss der Psylloden von
demselben ebenda XXVII. p. 123 ff. nebst Taf. VI. enthalten zu-
nächst zusätzliche Bemerkungen zu (den Beschreibungen von) be-
kannten Arten und die Beschreibungen der neuen: Psylla pulchella
p. 143. Fig. 9 (Kleinasien, bei Brussa), stenoläbis p. 144. Fig. 10
(Wien, auf Salix incana und caprea, bereits P. N. IL p. 65), pyrastri
p. 146. Fig. 11 (Wien, auf der Unterseite der Blätter von Pyrus
malus, ebenfalls P. N. p. 65), Bhois p. 148. Fig. 13 (auf der Unter-
seite der Blätter von Rhusfcotinus); Trioza tripunctataip. 150. Fig. 14
(Südtirol und Südfrankreich), CJirysanthemi p. 151. Fig. 15 (auf der
Unterseite der Blätter von Ch. leucanthemum).
Fase. VIII. der Opusc. Entomol. von Thomson enthält eine
„Öf versigt af Skandinaviens Chermes-Arter", d. h. der Psyl-
iidae, für welche Thomson nach dem leidigen Prioritätsprincip zu
X)bigem Namen greift. Es sind die Gattungen Trioza (mit subg.
Trichopsylla für T. Walkeri), Chermes (subg. Ataenia = Ary-
taena), Aphalara, Rhinocola, Livia angenommen. Trioza hat 11 (Tr.
dbliqua, hypoleuca), Chermes 24 (Ch. Zetterstedti, lutea, puncticosta,
annellata, öbliqua, microptera), Aphalara 6, Bhinocola 2, Livia 1 Art.
Bactericera (n. g.) Perrisi (Landes); Puton, Pet. Nouv.
Nr. 142. p. 15.
Psylla (Arytaena) Betamae (Madrid, auf R. sphaerocarpa); der-
selbe, Bull. Ent. Fr. 1878. p. CXXXIV; aplialaroides (Madrid)
p. CLXV.
In seinem Memoire pour servir ä l'histoire de la Trioza
Centranthi Vallot in den Ann. Soc. Fr. 1878. p. 77 ff. PI. 1
lehrt Andre die Jugendzustände und einige Parasiten dieses In-
sectes kennen (Tetrastichus obscuratus Forst., Encyrtus Trioesae,
Agrioneurus pictus Forst., Triphiebs nigra).
Trioza abieticola Forst. = Chermes rhamni Schrank; Loew,
in E. M. M. XIV. p. 20; T. Dalei (Wight, auf Statice Armeria);
J. Scott, E. M. M. XIV. p. 31; Aegopodii (A. podagraria, Oester-
reich, Baiern) p. 228, dispar (auf Taraxacum off. in Oesterreich),
unifasciata (auf Salix purpurea in Oesterreich) p. 229 ; Loew ebenda.
Aphidae. Dr. H. F. Kessler theilt die Lebensgeschichte
der auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-
Arten und die Entstehung der durch dieselben bewirkten Miss-
bildungen auf den Blättern mit; Jahresbericht d. Vereins f. Naturk.
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877 — 78, 219
Cassel. 1878, Die Arten, deren Lebensgeschichte geschildert wird,
sind Tetraneura ülmi L,, T. alba Ratz; Schizoneura Ulmi und S.
lanuginosa Hart. Vollständig wird dieselbe nicht verfolgt, nament-
lich die Frage, ob und wann eine Begattung eintritt, nicht ent-
schieden. Als selbstverständlich theilt Kessler mit, dass die jungen,
von der geflügelten zweiten Generation abstammenden (bereits Mitte
Juli erscheinenden!) Individuen überwintern, und zwar in den älte-
ren, rissigen Rindentheilen des Stammes und der Blätter. — Die
Entstehung der Gallen wird auf den beim Saugen resp. durch den
ausfliessenden Speichel veranlassten Reiz des Blattparenchyras zu-
rückgeführt.
Horväth stellt die in Ungarn beobachteten Aphiden zu-
sammen nebst den Pflanzen, auf denen sie gefunden sind; Termesz.
Füzet. I. p. 234.
A List of the Species of the Tribe Aphidini, Family Aphidae,
found in the United States, wich have been heretofore named, with
descriptions of some new species. By Cyrus Thomas. (Bull. Nr. 2,
111. State Lab. of Nat, Eist.) 8vo, pp. 14. (Habe ich nicht einge-
sehen).
Ein Aufsatz Glasers im Zool. Garten 1877. p. 45 fif. Ueber
einige in der Rheingeg^nd auftretende Schnabelkerse
behandelt die Schädlichkeit von Schizoneura lanigera; Coccus Cra-
taegi, linearis, Vitis.
Enquiry about Plant Lice. By J. Lichtenstein. E. M.
M. XIV. p. 175 f. und Some new considerations about Plant Lice.
p. 223 f.
Colopha (n. g.; ant. 6-art., moniliformes; alae ant. cell, di-
scoid. 3, cubitalis uniramosa, al. post. vena transversa una; für The-
laxes ulmicola Walsh); J. Monell, Canad. Entom. IX. p. 102.
Milde wandte zur Vertilgung der Blattlaus in Gur-
kenbeeten mit gutem Erfolg Holzasche an; 54. Jahresb. Schles.
Ges. Vaterl. Cultur. p. 365.
Ed. Prillieux behandelt in einer, Tumeurs produites sur
las bois des Pommiers par le Puceron lanigere betitelten Note die
pathologischen Erscheinungen, die das Holz der von Schizoneura
lanigera befallenen Apfelbäume aufweist. Compt. Rend. LXXX.
p. 896 fi".
G. Canestrini und F. Fanzago behandeln die Metamor-
fosi del Lachnus Pini Kalt. (?), aus der 4 verschiedene Stadien
beschrieben, resp. abgebildet werden; Att. Soc. Ven. Trent. Sei.
Nat. Padova, Vol. V. Fase. IL Tav. III.
Dieses Insect ist der Haupterzeuger des von den Bienen eifrig
gesuchten Manna; Canestrini und Fedrizzi in den Att. R. Ist.
veuet. scienz., lett. ed arti (ser. V) Vol. HI.
Lichtenstein setzt in der Stett. Ent. Zeit. 1877. p. 71 ff.
220 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen
seine Anschauungen über Anthogenesis der Phylloxera weiter aus-
einander und sucht p. 498 ff. nachzuweisen, dass auch die Gattungen
Schizoneura, Pemphigus, Amycla und Aploneura sich in ähnlicher
Weise fortpflanzen. Das wäre nun nicht so sonderbar, aber das
Zweifelhafte der Sache liegt darin, dass die Blattgallenläuse sich in
Wurzelläuse verwandeln, die (nach Lichtenstein's Redebrauch) Puppen
gebären, aus denen schnabellose sexuirte Läuse hervorkommen.
Ebenso macht er die Sitzungsberichte und Verhandelungen
der verschiedensten Gesellschaften unsicher mit seinen unausgetra-
genen Ansichten über geflügelte Larven, ungeflügelte Weibchen,
Pseudogyne etc.
Derselbe beschreibt in den Ann. agronomiques. 1877. III.
Nr. ] den Entwicklungscyklus der Phylloxera vastatrix.
Phj'Uoxera vastatrix (die Reblaus). Von H. Bromme, Vereins-
gärtner in Grüneberg. 54. Jahresber. schles. Ges. vaterl. Cullur.
p. 331 ff.
E. L, Taschenberg. Wandtafel zur Darstellung der Reb-
laus und der Blutlaus. Mit erklärendem Texte für Schule und Haus.
Stuttgart. 1878. Eug. ühner.
J. Blake (Remedy for Phylloxera) macht in den Proc.
Cal- Acad. Sei. VII. p. 152 ff. eine bis dahin noch nicht beschriebene
Form von Phylloxera bekannt, die er inj Frühjahr an den Wurzeln
fand. Er hält dieselbe für die aus dem befruchteten Ei sich ent-
wickelnde Form, kann allerdings hierfür keinen Beweis geben und
ebensowenig sagen, ob dieselbe einem oberirdisch abgelegten
Ei entstamme und hernach in die Erde gekrochen sei, oder ob die
Geschlechtsgenerationen auch Eier unterirdisch ablegen. Wegen
der weichen Beschaffenheit ihrer Körperhaut soll aber diese Form
gerade am wenigsten widerstandsfähig gegen Bisulphicarbonat sein.
Von einer Reihe von Artikeln in den C. R. hebd. Ac. d. Sei.
Paris LXXXIV— LXXXVII sind nur die Titel und Autoren an-
gegeben.
A. Targioni - Tozetti. Somraario di nuove osservazioni
sulla Fillossera del Leccio e della Querce (Phylloxera florentina, Si-
gnoreti). Bull. Soc. Ent. It. 1877. p. 236 ff. und Actes de la
Societe Helvetique des Sciences Naturelles. 60e Session p. 71.
Tozzetti beschreibt einen ähnlichen Wechsel des Aufenthaltsortes
wie Lichtenstein; s. d, Ber. 1877. p. 391 (423). Im Frühjahr
lebt auf.A. ilex eine Form, die an der Brust 2, und an jedem
Hinterleibsringe mit Ausnahme der beiden letzten je ein Stigmen-
paar, 2 Ganglienknoten des Bauchstranges mit lang davon aus-
gehenden Fäden und ein Paar Speicheldrüsen hat; Malpighi'sche
Gefässe fehlen und die Ovarien besitzen 25 Eiröhren. Die Nachkommen
dieser Form (2. Generation) werden geflügelt und unterscheiden
sich ausser durch den Besitz von Flügeln von der vorhergehenden
im Gebiete der Arthropoden während der Jahre 1877—78. 221
Generation durch ein abweichendes Tracheensystem und nur 10—12
Eiröhren des Ovariums. Sie wandern auf andere Eichenarten,
namentlich Q. sessiliflora, aus und legen Eier ab, aus denen eine
ungeflügelte Form ntit nur 4 Eiröhren hervorgeht, die bis zum Juli
bereits wieder Larven producirt hat. Dieselben entwickelten sich
zu geflügelten Individuen, die aber von der geflügelten früheren
Generation verschieden sind und als besondere Art, Ph. Signoreti,
beschrieben wurden; auch diese wanderten im September aus, aber
es ist noch nicht ermittelt, wohin.
V. Fatio hat einen Rapport sur le Congres phylloxerique
international reuni ä Lausanne du 6 au 18 aoüt 1877 unter dem
TitelEtat de la question phylloxerique enEurope en 1877
(avec 7 cartes) veröffentlicht, welcher zwar zunächst nur praktische
Fragen behandelt (in 12 dem Congress zur Berathung vorgelegten
Capiteln), aber namentlich wegen der Karten, die die Verbreitung
des Insectes in Europa im Allgemeinen, und in Deutschland, Oester-
reich-üngarn, Frankreich, Italien, Spanien-Portugal, Schweiz insbe-
sondere bis zum Jahr 1877 zeigen, auch von allgemein wissenschaft-
lichem Interesse ist.
Lichtenstein spricht die Vermuthung aus, dass Pemphi-
gus Poschingeri Holzner (s. d. Ber. 1875 p. 311 (287)) wie Ph.
vastatrix aus Amerika stamme. Compt. Rend. LXXX, p. 1022.
F. Low schildert ausführlich die Lebensweise und Entwicke-
lung des dem Mais schädlichen Pemphigus Zeae Maidis L. Duf.
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXVII. p. 799 ff.
Lichtenstein Hess unterirdische Pemphigusarten (Boyeri,
caerulescens) Eier legen, aus denen sich sexuirte, schnabellose
Individuen entwickelten, während die oberirdischen Arten (bursarius,
affinis) geschlechtslosen Formen das Leben geben, die« aber mit einem
wohl ausgebildeten Schnabel versehen sind. Er vermuthet daher (!),
dass P. Boyeri und P. bursarius, ebenso caerulescens und affinis zu-
sammengehören. Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch. V. p. 301; C. R.
hebd. LXXXIV. p. 1489.
lieber Pemphigus Spirothecae; s. denselben Pet. Nouv. II. p.
258 und Sitzber. Z. B. Ges. Wien XXVIII. p. 40; über Aploneura
Lentisci, desgl. in C. R. Ent. Belg. 1878. p. CCXLV, C. R. hebd.
Ac. Par. LXXXV p. 898 und 1205 und Sitzb. Z. B. Ges. Wien p.
52; Vacuna dryophila, Sitzber. Z. B. Ges. Wien. XXVIII. p. 40.
Goccidae. Lichtenstein erhielt von einem auf Bromus pin-
natus lebenden Cocciden Eier, deren Larven z. Th. zu Grunde gin-
gen, z. Th. aber, ohne Nahruung zu sich zu nehmen, sich
einspannen und geflügelte Männchen lieferten. Anfangs hielt er das
Insect für neu {Lahoulbenia (obwohl schon eine Pilzgattung
gleichen Namens dem Entomologen bekannt sein müsste) Brachy-
podii), hält aber später für möglich, dass es Antonina purpurea Sign,
sein könnte. Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch. V. p. 299 f.
222 Bertkau: Bericht üb. d. wissenschaftl. Leistungen etc.
Mliizoecus (n. g.) fdlcifer (an Wurzeln der Seaforthia elegans);
Künckel d'Herculais, Ann. Sog. Ent. Fr. 1878. p. 161 ff. PI. 6.
Gossyparia hat flügellose Männchen, wie auch der Coccus pha-
laridis F., für den Lichtenstein den Namen Fonscolombia gra-
minis vorschlägt; Lichtenstein, E. M. M. XIV. p. 34.
E. A. Smith schildert die Lebensweise und Art der Ver-
breitung der Maple-tree bark-louse, Lecaniura acericorticis
Fitch; derselben wird von 3 Coccinelliden nachgestellt: Hyperaspis
signata, Chilocorus bivulnerus und Anatis 15-punctata; ferner be-
theiligen sich die I<arven einer Chrysopa, 2 Reduvier, eine Milbe und
ein Chalcidier an ihrer Vertilgung. Amer. Nat. (1878) Xll. p. 625
ff. und 808.
Myxolecanium Kibarae Beccari. Nota di A. T. Toz-
zetti. Bull. Ent. St. IX. p. 317 ff. Tav. VII. Fig. 4.
Eriopeltis LicMensteinii (Montp. ; Holland ; nicht beschrieben) ;
Signoret, Bull. Soc. Ent. Fr. 1877. p. XXXVI.
Mallophaga. Acidoproctus (n. g. für Lipeurus stenopygus
und) marginatus (Larus spinicauda) p. 179 PI. 12 Fig. C, hifasciatus
(Anas rufina) p. 181 Fig. G, maximus (Dendrocygnus arboreus) p.
183 Fig. E, F; Piaget, Tijdschr. Ent. XXI.
Goxi\odiQ% jgallidus (Sumatra, auf Euplocamus erythrophthalmus) ;
Giebel, iu Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 1877. I. p. 520; brevipes
(Kerguelen auf Aptenodytes longirostris) ; derselbe, ebenda III.
p. 717.
Nirmus hrunneipictus (Indien auf Lophalector Vieilloti) ; Gie-
bel in Giebel's Zeitschr. (3. F.) I. p. 529; setosus (Kerguelen auf
Pelecanoides urinatrix), anguUcolUs (ibid. auf Diomedea exulans);
derselbe ebenda III. p. 717.
N. asymmetricus Nitzsch beschrieben und abgebildet von
Piaget; Tijdschr. v. Ent. XX. p. 80 ff. PI. 6.
Docophorus dentatus (Kerguelen auf Diomedea exulans); Gie-
bel in Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 717.
Menopon perale (auf Pelecanus trachyrhynchus; Beschreibung
höchst dürftig); Leidy, Proc. Ac Nat. Sei. Phil. 1878. p. 100.
Lipeurus clypedtus (Kerguelen auf Pseudoprion desolatus und
Procellaria nereis); Giebel in Giebel's Zeitschr. (3. F.) III. p. 717.
Pediculidae. Pediculus Suis L., urjus Nitzsch in Belgien; die
Präparationsmethode beschrieben von H. Donckier; C. R. Ent. Belg.
1878. p. CLIX.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1878.
- Von
Troschel.
VonBronn's Klassen und Ordnungen des Tbierreichs,
wissenschaftlich dargestellt in Wort und Bild ist aus der
5. Abtheilung des sechsten Bandes, Säugethiere, bearbeitet
von Giebel, während des Jahres 1878 die 17—20. Liefe-
rung erschienen. In ihnen ist der Skeletbau fortgesetzt,
und namentlich die Wirbelsäule, die. Rippen, das Brustbein
und das Schultergerüst behandelt.
Trouessart hat begonnen einen Catalog der leben-
den und fossilen Säugethiere drucken zu lassen. Als Ein-
leitung giebt er eine Uebersicht der zu befolgenden Classi-
fication, die wir hier mittheilen, da sie in einigen Punkten
von der gewöhnlich angewendeten abweicht. Subclassis
I. Monodelphia (Placentariaj. Sectio A. Heterodonta,
Cohors a. Primates. Ord. Bimana, gimiae, Prosimiae, Chei-
roptera. Cohors b. Secundates Ord. Bunotheria (Subord. Me-
sodonta, Insectivora, Creodonta, Tittodonta, Taeniodonta),
Rodentia (Subord, Glires, Duplicidentata, Toxodonta), Car-
nivora, Pinnipedia (Subord. Amphibia (Phocae), Zeuglo-
donta). Cohors c. Ternafes. Ord. Proboscidea, Ungulata
(Subord. Hyracoidea, Perissodactyla, Artiodactyla, Rumi-
nantia), Amblypoda (Subord. Dinocerata, Pantadonta).
Sectio B. Homodonta. Ord. Edentata (Subord. Bradypoda,
Cingulata, Vermilinguia), Sirenia. Cetacea. Subclassis II.
Didelphia (Aplacentaria). Ord. Marsupialia (Subord. Pe-
dimana, Insectivora, Carnivora, Frugivora, Rodentia), Mo-
notremata. In dem Cataloge selbst sind die Gattungs- und
Artnamen mit Synonymen und Vaterland angegeben. So-
ArcLiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. P
224 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
weit bisher erschienen, sind von den Affen der alten Welt,
die er Simidae nennt, 89 Arten aufgezählt. Revue et Mag.
de Zoologie 1878. p. 108.
Max Schmidt hat die Lebensdauer einer grösseren
Anzähl von Thieren in der Gefangenschaft zusammenge-
stellt. Ueber 20 Jahre haben hiernach nur wenige erreicht,
nämlich Ursus americanus 20 Jahr, Camelopardalis giraöa
25 Jahr, Cebus frontatus 41 Jahr, Elephas indicus 53 Jahr,
Camelus dromedarius 26 Jahr. Zool. Garten 19, p. 1.
Horvath hat an sechs Zieseln Beobachtungen über
den Winterschlaf angestellt, und macht daraus Schlüsse auf
das Wesen des Winterschlafes überhaupt. Aus den beob-
achteten Thatsachen geht zur Genüge hervor, dass der
Winterschlaf ein physiologischer Vorgang ist. Da die
Thiere während des Winterschlafes einen inneren Bedarf
nach Athmung befriedigen und ihre Athmung einigermassen
reguliren, da sie Veränderungen des Atmosphärendruckes
empfinden, eine Blutcirculation und eine Blutregulation auf-
weisen, die Berührung mit fremden Körpern fühlen, zweck-
entsprechende und andere Bewegungen ausführen, Kohlen-
säure ausscheiden u. s. w., so kann man, obgleich sie
nichts essen, nicht sehen und nicht hören, annehmen, dass
die Thiere während des Winterschlafes in einem recht ge-
ordneten physiologischen Zustande sich befinden. In die-
sem Satze sind die Thatsachen aufgezählt, welche Verf.
durch seine Beobachtungen ermittelt hat. Er prüft dann
einige Anschauungsweisen über den Winterschlaf. Es
scheint, als wenn Verf. noch am ersten geneigt sei, den
Winterschlaf als einen Hungerzustand aufzufassen. Er
sagt: In Anbetracht der Empfindung, Blutcirculation, Be-
wegung u. s. w. während des Winterschlafes könnte man
sich den Winterschlaf vorstellen als ein Abbild eines sich
langsam entwickelnden Todes der Thiere, bei welchem sich
zeigte, wie der Verlust des Gesichts, des Gehörs u. s. w.
beim Tode auf einander folgen und dann weiter, wie sich
das Leben der Warmblüter nach dem Verluste von einer
oder mehreren Fähigkeiten sich gestaltete. Der Winter-
schlaf sollte darnach vielleicht das Maximum dessen zeigen,
was die Thiere noch entleeren können um noch zu existi-
der Säugethiere während des Jahres 1878. 225
ren und später wieder vollkommen normale Thiere zu wer-
den. Verbandl. der pliys. medic. Ges. in Würzburg. XII,
p. 139—198, und XIII p. 60-124.
Dompfe hat ein kleines Buch herausgegeben: „Säuge-
thiere, Amphibien und Würmer, naturgeschichtliche Auf-
sätze über Freunde und Feinde der Landwirthschal't unter
den freilebenden Thieren, Leipzig und Mainz 1878". Es
enthält kleine Schilderungen, die meist anderen Schrift-
stellern, wie jedesmal angegeben, entnommen sind. Zu den
Freunden der Landwirthschaft unter den Säugethieren zählt
er Erinaceus europaeus, Sorex, Vespertilio, Talpa europaea,
Mustela putorius und vulgaris, Canis vulpes und Meles
taxus; als Feinde der Landwirthschaft werden geschildert
Cervus elaphus und capreolus, Sus scropha, Sciurus vul-
garis, Lepus timidus und cuniculus, Myoxus nitela und
avellanarius, Hypudaeus amphibius, terrestris und arvalis,
Mus decumanus, musculus, sylvaticus und agrarius, Cricetus
vulgaris, Mustela martes, Felis catus. Für den Landmann
recht nett zu lesen.
Wilckens, Form und Leben der laudwirthschaft-
lichen Hausthiere. Wien 1878. 8^ 952 Seiten und 42 Tafeln.
Das Werk zerfällt in fünf Bücher: 1. Form und Leben der-
Thierzelle; 2. der Organismus der Wirbelthiere und der
Stützapparat der landwirthschaftlichen Hausthiere; 3. die
animalischen Apparate der landwirthschaftlichen Hausthiere ;
4. die vegetativen Apparate der landwirthschaftlichen Haus-
thiere; 5. die Theorie der Thierzucht.
Derselbe lässt bei Th. Fischer in Cassel „Wand-
tafeln zur Naturgeschichte der Hausthiere" erscheinen. Die
erste Lieferung enthält das Rind mit 24 Tafeln, die folgen-
den sollen Pferd, Hausgeflügel, Schaf und Ziege, Schwein
und Kaninchen, Hund und Katze enthalten.
Sanders, Contributions to the anatomy of the Cen-
tral Nervous System in Vertebrate xAnimals. Phil. Trans-
act. Roy. Soc. of London. Vol. 169. 2. p. 735.
H, V. Ihering, Das peripherische Nervensystem der
Wirbelthiere, als Grundlage für die Kenntniss d^' Regionen-
bildung der Wirbelsäule, Leipzig 1878. Er bezeichnet als
. Hauptresultat seiner Untersuchungen die Erkenntniss, dass
226 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
die Zahl der Segmente einer Region variiren kann, ohne
dass dadurch die anderen Regionen beeinflusst werden.
Kessler, Zur Entwickelung des Auges der Wirbel-
thiere. Leipzig 1877. 4^. 112 Seiten mit 6 Tafeln. Ausser
den Säugethieren sind besonders noch Lacerta, Triton und
das Hühnchen als Untersuchungsobjecte benutzt.
Tourneux Contributiou a Tetude du tapis chez les
mammiferes. Journal de l'anatomie et de physiologie XIV.
p. 339 mit pl. XVII und XVIII.
Lavdowsky hat aus einer bereits 1874 in russischer
Sprache erschienenen Arbeit über den akustischen End-
apparat der Säugethiere einen Auszug mitgetheilt. Archiv
für mikrosk. Anatomie 13, p. 495 mit Tafel 32—35.
Die bereits früher (vergl. Ber. 1877 p. 82) angekün-
digte Abhandlung von Doran über die Morphologie der
Hörknöchelchen der Säugethiere ist Transactions Linnean
Soc. of London 1. p. 371 — 497 mit Taf. 58 — 64 erschienen.
Verf. hat eine grosse Zahl von Gattungen aus allen Ord-
nungen untersucht und abgebildet, so dass die Abhandlung
als eine sehr gründliche und wichtige bezeichnet werden
muss. Alles einzelne hier anzuführen, oder auch nur die
Resultate, wie sie Verf. bei jeder einzelnen Ordnung zu-
sammenfasst, gestattet der uns vorgeschriebene Raum nicht,
und können wir daher nur das Studium der Abhandlung
selbst empfehlen.
Bonnet, Studien über die Innervation der Haarbälge
der Hausthiere. Morphol. Jahrbuch IV. p. 329—398 mit
Tafel XVII-XIX.
Loewe, Bemerkungen zur Anatomie der Tasthaare.
Archiv f. mikrosk. Anatomie 15, p. 41.
Ryder sucht den Nachweis zu führen, dass die ver-
schiedenen Zahnformen der Säugethiere einen mechanischen
Ursprung haben, und namentlich von der Kieferbewegung
abhängen. Für die frühste und einfachste Kieferbewegung
der Säugethiere hält er die, wobei der Mund einfach ge-
öffnet und geschlossen wird, ohne Excursion der Kiefer;
das fällt mit den einfach haplodonten und bunodonten Mo-
laren zusammen. Die Entwickelung der verschiedenen
Arten excursiver Kieferbewegungen sei dann offenbar ein
der Säugetbiere während des Jahres 1878. 227
Fortschritt, und wie diese excursiven Bewegungen corapli-
cirter wurden, mussten auch die Schmelzfalten, Höcker und
Leisten complicirter werden. Aus der Thatsache, dass die
Falten u. s. w. offenbar in Uebereinstimmung mit den Rich-
tungen der beim Kauen angewendeten Kraft modificirt seien,
wird gefolgert, dass die verschiedenen Leisten und Höcker
von der Wirkung der Kieferbewegungen abhängig seien.
Verf. glaubt auch erwiesen zu haben, dass die Articulation
des Unterkiefers, wie auch der ganze Schädel durch die
Kieferbewegungen modificirt seien. Aus der Thatsache,
dass die Vorderzähne theilweise oder ganz fehlen oder für
eine andere Function bei solchen Formen bestimmt sind,
welche lange Greifzungen, Greiflrppen oder Rüssel haben,
leitet er die Wahrscheinlichkeit ab, dass solches Schwinden
der Schneidezähne eine Folge von der Uebernahme ihrer
Function durch die Greiforgane hervorgerufen sei. Proc.
Philadelphia 1878. p. 45.
Welcker hielt einen Vortrag über Bau und Entwick-
lung der Wirbelsäule, wobei er namentlich auf die Hals-
wirbel der Faulthiere kommt. Sitzgsber. Naturf. Ges. zu
Halle Oct. 1878.
Bergonzini, Contrebuzione allo studio istologico
del sistema osseo nei Vertebrati. Annuario della Soc. dei
Naturalisti in Modena XIL p. 7.
Rüge, Untersuchung über die Extensorengruppe am
Unterschenkel und Fusse der Säugetbiere. Morphol. Jahr-
buch IV. p. 592 mit Tafel 32-35.
Derselbe, Zur vergleichenden Anatomie der tiefen
Muskeln in der Fusssohle. Ib. p. 645 mit Tafel 34 u. 35.
Stieda schrieb über Bau und Entwicklung der Säuge-
thierlungen. Er resumirt: 1. Es ist zu unterscheiden zwi-
schen den Bronchien als den die Luft zuleitenden Röhren
und den sog. Alveolengängen als den eigentlichen respira-
torischen Räumen. 2. Die sog. Alveolengänge sind unregel-
mässig verästelte blind endigende Canäle, welche allseitig
mit kleinen meist halbkugeligen Ausbuchtungen (Alveoli)
versehen sind. 3. Es ist kein Grund vorhanden, die blin-
den Enden der Alveolengänge Infundibula zu nennen. 4. In
den frühesten Entwicklungsstadien der embryonalen Lunge
228 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
existirt zwischen dem Epithel der Bronchien und dem der
provisorischen (primitiven) Lungenbläschen kein wesent-
licher Unterschied. 5. In den späteren Entwicklungsstadien
der embryonalen Lunge besteht zwischen dem Epithel der
Bronchien einerseits und dem Epithel der (bleibenden) Al-
veoli und Alveolengänge andrerseits ein beträchtlicher Un-
terschied; das Epithel der Bronchien ist ein cylindrisches,
das der Alveolengänge ein plattenförmiges. 6. Das Epithel
der Alveolengänge und der Alveoli stammt vom Epithel der
provisorischen Lungenbläschen, also vom Darmdrüsenblatt.
Zeitschr. für wiss. Zoologie 30. Suppl. p. 106 — 121, Taf. 6.
Afanassiew, Weitere Untersuchungen über den Bau
und die Entwickelung der Thymus und der Winterschlaf-
drüse der Säugethiere. Archiv für mikrosk. Anatomie 14.
p. 343.
Ribbert lieferte Beiträge zur Anatomie der Hautdecke
bei Säugethieren. Dies Archiv p. 321—350 und Tafel XL
Le Conte entwickelte seine Ansichten über die Gly-
cogen bereitende Function der Leber. Dana and Silliman
Amer. Journ. of sc. and arts XV, p. 99.
Paul Harting schrieb eine Dissertation über das Ei
und die Placenta von Halicore dugong, mit einer Ueber-
sicht der Placentabildung bei Säugethieren verschiedener
Ordnungen. Utrecht 1878. Nach einer Aufzählung der
Schriften über diesen Gegenstand, handelt Verf. über das
Säugethierei und die Placentabildung im Allgemeinen;
dann beschreibt er diese Gebilde in den verschiedenen
Ordnungen; darauf folgt der Abschnitt über das Ei und die
Placenta von Halicore dugong mit Abbildungen. 1. Das
Ei ist ein länglich eirunder Sack, der grossentheils in
einem der Uterushörner gelegen hat, aber wovon ein kleiner
Theil in der Nähe des vorderen Eipols in das andere Hörn
eingedrungen ist. 2. Das Chorion ist mit Ausnahme der
beiden Pole ganz mit kurzen Zotten besetzt; diese sind
also über einen Gürtel vertheilt, der ungefähr Vö der gan-
zen Eilänge einnimmt. 3. Eine Decidua fehlt ganz. 4. Die
Allantois ist mit der Innenfläche des Chorion verwachsen,
und erstreckt sich eben soweit als dieses. 5. Die Nabel-
schnur besteht aus einem sehr kurzen Stamm, und vier viel
der Säu^ethiere während des Jahres 1878. 229
längeren davon ausgehenden freien Zweigen, die jeder aus
einer Arterie und einer Vene zusammengesetzt sind. 6. Das
Amnios bekleidet die Nabelschnur und ihre Zweige, bildet
Verbindungsplatten zwischen diesen, und ist längs einer
bogigen Linie bis auf einigen Abstand von den Eipolen
mit der Gefässschicht, die das Chorion inwendig bekleidet,
verwachsen, es zeigt keinerlei mit seiner Oberfläche zu-
sammenhängende Körperchen. 7. An der Gefäss- oder
Allantoislage der Placenta befinden sich sehr zahlreiche
sackförmige Diverticula der Gefässe, besonders an den
Zweigen der Venen. 8. Von der Nabelblase ist bis auf
Ueberbleibsel in dem sehr kurzen Nabelschnurstamm, nichts
mehr zu sehen. Die Placenta des Dugong schliesst sich
einerseits an die der Cetaceen, anderseits an die Pachy-
dermen. In einem Schlusskapitel wird von der Bedeutung
der Placenta für die systematische Anordnung der Säuge-
thiere gehandelt. Er verwirft die Spaltung in Deciduata
und Indeciduata, ja er zweifelt sogar an dem durchgrei-
fenden Fehlen der Placenta bei den Beutelthieren. Diese
Arbeit erschien auch in französischer Sprache in Tijdschrift
der Nederlandschen Dierkundige Vereenigung IV, p. 1.
V. Lavalette St. George hat eine gründliche Un-
tersuchung über die Spermatogenese bei den Säugethieren
und dem Menschen bekannt gemacht. Nach Erwähnung
der zahlreichen Schriftsteller über diesen Gegenstand, und
deren Auffassung, beschreibt er seine Beobachtungen an
zahlreichen Säugethieren, formulirt er das für alle Thier-
klassen gültige Gesetz der Spermatogenese. Er unter-
scheidet in den Hohlräumen der männlichen Geschlechts-
drüse zwei Arten von Zellen. Die eine, Ursamenzeilen oder
Spermatogonien, ist bestimmt sich zu vermehren und die
Samenkörperchen, Spermatosomen zu entwickeln; die zweite,
die er FoUikelzellen nennt, sind unter sich zu einem Ge-
webe verbunden, welches die Spermatogonien umbettet.
Archiv f. mikrosk. Anatomie 15. p. 261 mit Tafel XV— XIX.
Balbiani beschreibt die Spermatozoiden der Wirbel-
thiere, anschaulich gemacht durch Zeichnungen in seinem
Cours d'embryogenie comparee. Revue internationale des
Sciences I. p. 609.
230 Trobchei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Blanchard erstattete Bericht über die Befruchtung
in der Reihe der Thiere nach den neuesten Publicationen.
Journal de l'anat. et de la physiol. par Robin et Pouchet
1878.
A llen schrieb eine Abhandlung über die geographische
Verbreitung der Säugethiere, in Bezug auf die ontologischen
Hauptgegenden der Erde, und die Gesetze, welche die Ver-
theilung des Thierlebens beherrschen. Er unterscheidet
Reiche (Realms), Gebiete (Regious) und Provinzen (Provin-
ces). Der Reiche sind 8, nämlich 1. das arctische oder
Nordcircumpolare, 2. ein nördlich gemässigtes mit zwei Ge-
bieten, ein Amerikanisches zerfallend in 4 Provinzen, eine
nördliche, östliche, mittlere und westliche und ein Euro-
päisch-Asiatisches gleichfalls mit 4 Provinzen, eine Euro-
päische, eine Sibirische, eine Mediterrane und eine Man-
schurische, 3. ein amerikanisch-tropisches mit drei Ge-
bieten, ein Antillisches, ein Central-amerikanisches und ein
Brasilianisches, 4. ein Indo-xAfricanisches mit zwei Regio-
nen, eine Africanische in eine östliche, westliche und süd-
liche Provinz zerfallend, und eine Indische mit einer conti-
nentalen und einer insularen Provinz, 5. ein südameri-
kanisch gemässigtes Reich mit zwei Provinzen, eine Andi-
sche und eine Pampeanische, 6. ein Australisches mit einem
australischen Gebiet in eine australische und eine Pampu-
anische Provinz zerfallend, und einem Polyneischen und
einem Neuseeländischen Gebiet, 7. ein Lemurisches, 8. ein
Antarctisches oder südlich circumpolares Reich. Bull. U.
S. geol. Survey IV. p. 313.
Europa. In einem Artikel, der sich auf die Jagd be-
zieht, in Le Royaume de Norvege et le peuple norvegien,
Rapport a l'exposition universelle de 1878 par Broch
p. 397 werden Ursus arctos, Canis lupus. Felis lynx, Gulo
borealis, Canis vulpes, Canis lagopus, Meles taxus, Mustela
martes, Lutra vulgaris, Castor über (nahezu ausgestorben),
Cervus alces, Cervus tarandus, Cervus elaphus, Lepus varia-
bilis aufgezählt.
Malm hat „Göteborgs och Bohusläns Fauna, Ryg-
gradsdjuren, Göteborg 1877" herausgegeben. 674 Seiten mit
9 Tafeln. Der Abschnitt über die Wanderung der Thiere,
der Säugetliiere während des Jahres 1878. 231
namentlich der Vögel, ist schon in unserem Archive in der
Uebersetzung mitgetheilt worden. Die Kennzeichen zur
Unterscheidung sind ganz kurz bis auf die Species durch-
geführt, dann folgt p. 125 die Uebersicht der in Göteborg
und Bohuslän vorkommenden Säugethiere, nändich 7 Fleder-
mäuse, 4 Insectenfresser, 11 Nagethiere, 12 Raubthiere,
4 Robben, 3 Wiederkäuer und 22 Cetaceen. Wir verweisen
auch auf Hartmann's Besprechung in Sitzungsber. Ges.
naturf. Freunde zu Berlin p. 15.
Für die Pariser Ausstellung erschien ein Expose sta-
tistique du Royaume de Suede, in welchem p. 340 ein Ka-
pitel über die Jagd enthalten ist. Danach kommt das
Rennthier nur noch in alpinen Districten von Lappland,
Norrbothen und Jemtland vor; das Elenn ist tiberall ziem-
lich häufig mit Ausnahme der hohen Gebirge, Lepus vari-
abilis überall zahlreich. Von Raubthieren werden angezeigt
Felis lynx, Mustela erminea und martes, Gulo borealis,
Lutra vulgaris, Canis lupus, Vulpes vulgaris und lagopus,
Ursus arctos; ferner wird Sciurus vulgaris von den Knaben
des Pelzes wegen gejagt; endlich Seehunde. Von 1871 —
1875 wurden 259 Bären, 229 Wölfe, 526 Luchse und 504
Vielfrasse erlegt. Von Hausthieren werden ib. p. 503 Pferde,
Rinder, Schafe und Ziegen, sowie Hunde genannt.
Mahony erwähnt, dass in der Gegend von Donegal
Lutra vulgaris im Fluss Leannan, Sciurus vulgaris, Mustela
erminea und vulgaris, Martes abietum, Meles taxus und Mus
rattus vorkommen. Proceed. nat. bist. soc. of Glasgow III.
p. 157.
Lumsden zählte die Säugethiere aus der Umgegend'
von Loch Lomond auf. Es sind 2 Chiroptera, 3 Insecti-
vora, 8 Carnivora, 10 Rodentia, 2 Ruminantia. Proc. nat.
bist. soc. of Glasgow III p. 186.
Wiepken verzeichnet als im Herzogthum Oldenburg
vorkommend 7 Chiroptera, 5 Insectivora, 11 Carnivora,
1 Pinnipedia, 12 Glires (worunter auch der Biber), 7 Ru-
minantia (unter denen auch das Elenn als ausgestorben
aufgezählt ist), 1 Solidungula, 1 Multungula, 2 Cetacea.
Die Wirbelthiere des Herzogthums Oldenburg von Wiep-
ken und Greve, Oldenburg 1878.
232 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Lessona beobachtete die in Piemont vorkommenden
Fledermäuse. Er verzeichnet 2 Rhinolophus, 1 Plecotus,
6 Vesperugo, 4 Vespertilio, zusammen 13 Arten. Atti della
Accad. di Torino XIII. p. 429.
Esposizione universale del 1878 in Parigi, Sezione
italjana. Catalogo generale. Roma 1878 enthält p. 305 An-
gaben über die italienischen Hausthiere, wie Pferde, Esel,
Maulthiere, Rinder, Büffel, Schafe, Ziegen, Schweine, Ka-
ninchen.
Heldreich hat für die Pariser Ausstellung die Fauna
Griechenlands, Wirbelthiere abgefasst. Athen 1878. Das
Verzeichniss der Säugethiere enthält 4 Chiropteren, 3 In-
sectivoren, 12 Carnivoren, 10 Nager, 2 Vielhufer, 3 Ein-
hufer, 10 Wiederkäuer, 1 Pinuipeden, 4 Cetaceen. Dabei
sind einige Arten doppelt gezählt, als wild und als Haus-
thier, bei Equus ist sogar das Maulthier als besondere
Species aufgeführt.
Von Säugethieren hat Schneider, Naturwiss. Beitr.
zur Kenntniss der Kaukasusländer, auf Grund seiner Sammel-
beute, Dresden 1878 p. 97 im Kaukasus nur zwei Nager
Cricetus arenarius PalL und Arvicola socialis Pall. ge-
sammelt.
Afrika. In Cameron's „Across Africa'' London 1878,
2 Bände, finden sich viele Beobachtungen über die Thier-
welt verzeichnet, von denen wir jedoch keine speciellen
Angaben machen können. Das Buch ist auch in deutscher
Sprache Leipzig 1877 erschienen.
Dasselbe gilt von Stanley „Through the Dark Con-
tinent". London 2 Bände.
Largeau. Le Sahara, premier voyage d'exploration,
Paris 1877, erwähnt über die Fauna der Dünen: Antilope
oryx in zahlreichen Heerden; das Weibchen wirft zweimal
im Jahre, im Juni und December jedesmal 1 Junges. Die
Gazellen sind noch zahlreicher, sie werfen zweimal je zwei
Junge, in trockenen Jahren nur einmal. Ferner kommt vor
Fenecus Brucei, Felis catus, Hasen, Gerbillus, Igel und
Mouflon ä manchettes.
Mackenzie, The fiooding of the Sahara: an account
of the proposed plan for opening central Africa to com-
der Säugethiere während des Jahres 1878. 233
merce and civilisation frora tbe North- West coast, with a
description of Soudan and Western Sahara, London 1877,
p. 23 findet sich eine kurze Notiz über das Thierleben in
Africa. — p. 75 eine solche über die wildlebenden und ge-
zähmten Thiere von Sudan. — p. 235 ist die Gazelle der
Sahara abgebildet.
Lenz hat in seinen „Skizzen aus Westafrica*' 1878
p. 155 ein Capitel über Elephanten- und andere Jagden
gebracht. Die Elephanten sind in den Küstenregionen
sehr selten geworden. Das Fleisch der Elephanten ist für
Europäer ungeniessbar, wird nur von den Negern gegessen,
dasselbe gilt vom Nilpferde. Auch die Manati sind für
den Europäer nicht geniessbar, werden aber ihres Fleisches
wegen gejagt. Bos brachyceros, Pomatochoerus africanus
und die Antilopen liefern dagegen gutes Fleisch, obgleich
die Hausthiere, Ziegen, Schafe und Hühner, auch Fische,
vorgezogen werden. Von grösseren Raubthieren kommt
nur der Leopard vor. Verschiedene Affen, Stachelschweine,
Buschratten, Krokodile werden auch als Nahrung verwen-
det, auch eine grosse Pythonschlange ist sehr geschätzt.
Der Vollständigkeit wegen erwähnen wir aus Mc Coan
Egypt as it is, welches Buch ohne Jahreszahl erschienen
ist, ein Kapitel p. 331, welches die Fauna und Flora be-
handelt. Ausser den Hausthieren, Kameel, Esel, Pferd,
Rind, Büffel, Schaaf, Ziege, Schwein, Hund und Katze,
werden von wildlebenden Thieren nur Krokodil, Nilpferd,
Hyäne, Schakal, Fuchs, Gazelle, Hase, Ichneumon und
Ratte genannt.
Klunzinger berichtet über die Wirbelthierfauna,
welche er im und am Rothen Meere während seines lang-
jährigen Aufenthalts in Koseir beobachtet hat. Er bespricht
4 Chiroptera, 3 Carnivora, 6 Rodentia, 1 Pachyderm (Hyrax
siriacus), 2 Ruminantia, 3 Cetaceen (Halicore Dugong, mit
Notizen über die Lebensweise, Tursio abu saläm, und eine
unbestimmte Walfischart). Als Hausthiere leben dort Katzen,
Hunde, Ziegen, Schafe, Rinder und Pferde selten, Esel,
Kameele. Zeitschr. Ges. für Erdkunde in Berlin 1878 p. 61-
Peters verzeichnete die von Hildebrandt in Ostafrica
gesammelten Säugethiere. Der Reisende hat 2 Simiae,
234 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
3 Prosimii, 9 Chiroptera, 2 Insectivora, 13 Ferae, 12 Glires
und 4 Ungulata, zusammen 45 Arten mitgebracht. Die
neuen Arten sind unten namhaft gemacht. Berliner Mo-
natsber. p. 194.
In Noble The Cape and Bouth Africa 1878 sind p. 65
Angaben über die Fauna enthalten, ohne dass damit Neues
gebracht wäre.
Da hie hat in seinem Buche über Madagaskar ,, Ma-
dagaskar og dets Beboere, Christiania 1876'' im ersten
Theil p. 16 Bemerkungen über die Säugethiere gemacht.
Unter den 50 Säugethieren sind etwa 30 Halbaffen oder
Lemurinen. Auch die übrigen 20 Arten zeigen eine von
der africanischen Thierwelt ganz verschiedene Bildung,
grosse Raubthiere und grosse Pachydermen fehlen ganz,
nur eine Art Antilopen kommt vor. Als die wichtigsten
werden genannt das wilde Rind und das wilde Schwein,
auch wilde Hunde und Katzen werden gefunden. . Ferner
werden noch Cryptoprocta ferox, Centetes und Ghiromys
madagascariensis erwähnt. Mäuse und Ratten sind auch
dort eine Plage. Endlich wird Pteropus in mehreren Arten
angeführt.
Asien. Blanford hat, in Eastern Persia, au account
of the Journeys of the Persian Boundary Commission 1870
—72. Vol. II die Zoologie bearbeitet. Ein Werk, welches
schon 1876 erschien, und welches wir nachträglich wegen
seiner Bedeutung besprechen müssen. Die Säugethiere sind
p. 18— 97 abgehandelt. 89 Arten sind besprochen, erläutert
durch 8 Tafeln mit colorirten Abbildungen und zahlreichen
Holzschnitten, in denen namentlich die Schädel dargestellt
sind. Die Arten vertheilen sich nach den Ordnungen: 12
Chiroptera, 5 Insectivora, 25 Carnivora mit Einschluss einer
Phoca, 33 Rodentia, 13 Ungulata. 13 Arten sind als neu
beschrieben und unten namhaft gemacht. Als Hausthiere
werden in Persien benutzt: Bos taurus, Ovis steatopygus,
Camelus dromcdarius und bactrianus.
Derselbe, On some Mammals from Tenasserim, wo-
selbst 2 Insectivora, 2 Carnivora, 9 Rodentia, 1 Ruminans
beschrieben werden. Abgebildet sind Prionodon maculosus
und dessen Schädel, so wie Sciurus rufogenys nebst Schä-
del. Journal Asiat. Soc. of Bengal 47 mit Tafel 6—8.
der Säugethiere während des Jahres 1878. 235
Lydekker machte Bemerkungen über die Säugethier-
fauna der Tbäler Wardwän und Upper Chinab. Er giebt
ein Verzeichniss von 2 Affen, 10 Oarnivoren, 3 Nagetbieren,
zwei Wiederkäuern und 1 Sus. Journal Asiat. Soc. of ßen-
gal 46 p. 283.
In Anderson's Anatomical and zoological researcbes
cömprising an account of the zoological results of tbe two
expeditions to Western Yunnan in 1868 and 1875, Vol. I.
London 1878 nehmen die Säugethiere die ersten 564 Seiten
ein. Beschrieben sind 59 Affen, 10 Fledermäuse, 14 In-
sectenfresser, 20 Raubthiere, 85 Nager, 4 Wiederkäuer,
2 Manis. Endlich sind von Cetaceen 2 Orcella, 1 Plata-
nista und 1 Balaenoptera ausführlichst beschrieben. Eine
neue Gattung der Spitzmäuse und 9 neue Arten sind auf-
gestellt, siehe unten.
Australien. BroughSmith machte in seinem Buche
The Aborigines of Victoria, with notes relating to the
habits of tbe Natives of other paris of Australia and Tas-
mania Vol. I. p. 184, Bemerkungen über Jagd und Zu-
bereitung der in Victoria einheimischen Säugethiere und
Vögel, die als Nahrungsmittel verwendet werden. Er er-
wähnt von Säugethieren 7 Kängurubs, 3 Phalangista, 2
Wombats, Phascolarctos cinereus, 4 Perameles, E^chidua
hystrix und einige andere.
Dixon giebt an, dass auf Maiden Island, 4^2' südl.
Br. und 154^^58' westl. L. von Säugethieren nur eine kleine
Ratte in Menge vorkommt. Journal and Proceed. Soc. New
South Wales XL p. 172.
America. H en s h a w verzeichnete die Säugethiere, wel-
che in Californien beobachtet wurden : 1 Felis, 4 Canidae, 3
Mustelidae, 2 Ursidae, 2 Ovidae, 2 Gervidae, 1 Talpidae, 15
Rodentia. Wheeler, Annual Report upon the geogr. Sur-
veys West of the 100 Meridian. Washington 1876. p. 305.
Nachträglich ist eine Arbeit von Brown Goode zu
erwähnen: Classification of the collection to illustrate the
Animal resources of the United states. A list of sub-
stances derived from the animal kingdom, with Synopsis of
the useful and injurious animals and a Classification of
the methods of capture and utilization. Die ganze Schrift
236 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
ist catalogartig eingerichtet. Sie umfasst alleThierklassen;
wir kommen bei den übrigen Klassen nicht wieder auf
dieselbe zurück. Bull.' U. S. national Museum No. 6.
Washington 1876.
Alex. Ross zählte die Säugethiere in dem Gebiete
von Canada auf. Es sind 3 Katzen, 4 Hunde, 9 Mustelinen,
1 Bär, 1 Waschbär, 5 Hirsche, 2 Rinder, 2 Antilocapriden,
6 Fledermäuse, 5 Insectivoren, 22 Nager, zusammen 60 Ar-
ten. Catalogue of Mammals, birds, reptiles and fishes.
Montreal 1878.
Mc Chesney machte Bemerkungen über die Säuge-
thiere von Port Sisseton, Dakota. Ausser 10 Raubthieren
und 4 Wiederkäuern und 2 insectenfressern haben- beson-
ders die Nagethiere die Aufmerksamkeit des Verf auf sich
gezogen. Er bespricht deren 17 Arten. Von Geomys bur-
sarius wird der Contractor-Muskel der Tasche beschrieben.
Bull. U. S. geol. and geogr. Survey IV. p. 201.
Coues und Yarrow ergänzten das Verzeichniss der
Säugethiere aus der Umgegend von Fort Macon N. C.
(vergl. Ber. ü. d. Jahr 1872. p. 92), indem sie Ursus ameri-
canus, Delphinus globiceps, Vesperus fuscus, Sciuropterus
volucella, Tamias striatus und Mephitis mephitica hinzu-
fügten. Proc. Philadelphia 1878. p. 21.
Knapp giebt in den Mittheilungen aus der cubani-
schen Thier- und Pflanzenwelt einige Notizen über die
Säugethiere, meist Hausthiere. Abhandl. naturh. Ges. zu
Nürnberg VI. p. 53.
Qnadrumana.
Parker machte Bemerkungen über die plis de passage Gra-
tiolet's oder Bridging convolutions der Engländer bei den Affen.
Er glaubt nicht, dass sie eine hohe Bedeutung haben. Proc Phila-
delphia 1878. p. 159.
Turner, On thePlacentation of the Apes, with a comparison
of the structure of their placenta with that of the human Female.
Er hat Macacus cynomolgus untersucht, der mit dem menschlichen
Uterus übereinstimmt. Beide besitzen eine discoide Placenta. die bei
Macacus in zwei Lappen getheilt, beim Menschen ungetheilt. ist.
Mohnike behauptet, dass einige Säugethiere durch eine
der Säugethiere während des Jahres 1878. 237
eigenthümliche Bildung ihrer Fusssohlen sich ansaugen und an senk-
rechten Wänden hinauflaufeu könnten , z. B. Inuus speciosus und
ecaudatus, sowie Cercopethecus cynomolgus. Sitzungsberichte der
Niederrh. Ges. in Bonn 1878 p. III.
Brown legte eine todte Schlange in ein Afifenhau«, und schil-
derte das durch Furcht und Neugierde erzeugte eigenthümliche
Betragen sämmtlicher Affen. The American Naturalist XII. p. 225.
Gatarrbina. Chapnran machte Mittheilungen über die Ana-
tomie des Gorilla nach der Section eines Exemplares. Er verfolgte
namentlich den Vergleich mit den übrigen Affen und dem Menschen.
Er spricht sich dahin aus, dass kein jetzt bekannter Affe als Ahne
des Menschen betrachtet -werden kann, und ebensowenig der Gorilla.
Er glaubt im Gegentheil, dass alle Thatsachen zeigen, dass die ver-
schiedenen Affenarten die modificirten Abkömmlinge eines Ahnen
seien , und dass die verschiedenen Menschenrassen ebenfalls von
einem gemeinsamen Ahnen abstammen, und ferner, dass die Ahnen
der Affen und des Menschen wieder einen gemeinsamen Ahnen haben ;
dass also der Menscfi, Gorilla, Chimpanse und Orang verwandt sind,
Glieder einer und derselben Ordnung, der Primates. Proc. Phila-
delphia 1878 p. 385.
Pansch machte vorläufige Bemerkungen über den Gorilla und
sein Hirn. Er beabsichtigt nach dem reichen Hamburger Material
eine grössere Schrift über die Anatomie des Gorilla herauszugeben.
Schriften des naturw. Vereins für Schleswig-Holstein. III. p. 127.
Bischoff bespricht eingehend und kritisch eine Abhandlung
von Broca, Etüde sur le cerveau du Gorilla, Paris 1878. Morphol.
Jahrbuch IV. Supplement p. 59.
Aeby lieferte Beiträge zur Osteologie des Gorilla. Sie be-
treffen die Wirbelsäule und die Extremitäten. Morphol. Jahrbuch
IV. p. 288.
Lunze beschrieb den Gorilla des Berliner Aquariums und
seine Eeise nach London. Zool. Garten 19 p. 90.
All ix und Bouvier unterschieden eine neue Gorilla- Art aus
Congo, die sie Gorilla mayema nannten. Comptes rendus Januar
1878 p. 56; Annais nat. bist. I. p. 422; The American Naturalist
XII. p. 750.
Arthur Erwin Brown bringt Einiges über die Intelligenz
bei den Chimpanse's. The American Naturalist XII. p. 554.
Max Schmidt theilte seine Beobachtungen am Orang-Utan
mit, den er in Neapel in Empfang nahm und ihn nach Frankfurt
a. M., wo er ihn beobachten konnte, brachte. Zool. Garten 19 p.
193 und 225, 266, 329, 357.
Bolau giebt von dem im zoologischen Garten in Hamburg
lebenden Orang-Utang an, dass er an beiden Vorderhänden sechs
238 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Finger besitzt, und an einer Hinterextremität gelähmt ist. Verh.
Hamburg- Altona III p. 119.
Lessona bildet ein anomales Gebiss von Hylobates leuciscus
Kühl ab. Atti della Accad. de Torino XII. p. 326. tav. VI.
Semnointhecus Iwlotreplweus und Rudledgn Anderson Researches
of the exped, to Yunnan I p. 27 aus Yunnan.
Platyrrhina. Joseph, Heber das Verhalten des äusseren Gehör-
ganges und der Paukenhöhle bei den amerikanischen Affen. 55.
Jahresbericht der schlesischen Ges. für vaterl. Cultur p. 72.
Prosimii. Perodictions Edwardri Bouvier Guide du Naturaliste
I. p. 10 von Congo,
Volitantia.
Dobson, dem die Kunde der Fledermäuse schon viele werth-
volle Bereicherungen verdankt, hat eiuen Catalog der Chiroptera in
der Sammlung des britischen Museums verfasst,, London 1878, 567
Seiten und 30 Tafeln. Im Ganzen enthält dieser Catalog 400 Arten
in 2666 Exemplaren. Die Eintheilung ist dieselbe, wie sie Verf.
schon früher in seiner Monographie der Asiatischen Chiroptera an-
gewandt hat. Die Einleitung giebt eine üebersicht über das ana-
tomische Verhalten und die geographische Verbreitung. Die Zahl
der Arten entfällt auf die Familien in folgender Weise: 70 Pteropo-
didae, 50 Rhinolophidae , 11 Nycteridae , 144 Vespertilionidae, 64
Emballonuridae, 63 Phyilostomidae. Die Zahl der Gattungen beläuft
sich auf 80. 15 Arten sind als neu beschrieben (s. unten).
Leche hat zur Kenntniss des Milchgebisses und der Zahn-
homologien bei Chiroptera einen zweiten Theil hinzugefügt , worin
er sowohl seine früheren Angaben nach neuem Material vervollstän-
digt, als auch mehrere neue Formen untersucht, so dass er in den
Stand gesetzt ist, eine vollständige üebersicht des Gegenstandes zu
geben. In dieser Abhandlung sind bearbeitet: Vespertilio subalatus
Say, mystacinus Leisl., ursula Wagn., Molossus obscurus Geoffr. Tab.
1, fig. 1, Peropteryx macrotis Wagn. tab. 2, fig. 6, CaroUia brevi-
cauda Wied tab. 1, fig. 2, Chrotopterus auritus Ptrs. tab. 1, fig. 3,
Glossophaga soricina Pall. tab. 2, fig 7 , Ametrida centurio Gray
tab. 1, fig. 5, Artibeus perspicillatus Geoffr. tab. 1, fig. 4, Desmodus
rufus und 8 Arten aus der Abtheilung Pteropi. Lunds Univ. Ars-
skrift XIV.
Ninni beschrieb die Fledermäuse, welche in Venetien vor-
kommen. Er zählt 20 Arten auf, nämlich 4 Rhinolophus, 1 Plecotus,
1 Synotus, 6 Vespcrugo, 7 Vespertilio und 1 Miniopterus. Alle sind
beschrieben, Vespertilio Coppacini Blas., Myotis Daubentonii Ninni,
Vespertilio l)lasii Major wird unter dem Namen Vespertilio Major
der Säugethiere während des Jahres 1878. 239
aufgeführt. Im Anhange ist Vespcrugo ursula hinzugefügt. Atti del
R. Istituto Veneto IV p. 681—738.
Dobson hatte Gelegenheit, im Pariser Museum die eigenthüm-
liche Fledermaus von Madagaskar zu untersuchen, welche A. Milne-
Edwards als Myxopoda aurita im Bull. Sog. Philom. de Paris 1878
beschrieben hat. Sie wird mit Thyroptera tricolor verglichen. Proc.
zool. soc. p. 871.
Dobson machte Bemerkungen über 6 Fledermäuse aus Sind,
4 von Travancor und 3 aus Burma, unter denen zwei neue Arten.
Journal Asiat. Soc. of Bengal 46. p. 310.
Dobson machte nachträgliche Bemerkungen über die Chiro-
ptera von Duke-of-York Island und die nahe gelegenen Theile von
Neu-Irland und Neu-Britanien. Dieselben sind das Resultat einer
zweiten Sendung des Rev. G. Brown, und beziehen sich auf Pte-
ropus melanopogon var. Pet., capistratus Pet., Cynonycterus brachy-
otis Dobs., Cephalotes Peronii Geoffr., Melonycteris melanops Dobs.,
Phyllorhina tricuspidata Temm., cervina Gould, calcarata Dobs. Proc.
zool. soc. p. 314.
Endlich untersuchte Dobson die neuerlich dem Pariser Mu-
seum zugegangenen Fledermäuse und berichtet darüber. Vier neue
Arten werden aufgestellt. Proc. zool. soc. p. 873.
Fteropidae. Ptewpus Germaini Dobson. Proc. zool. soc. p. 873
aus Neu-Caledonien. — Pt. rodricensis von Rodriguez, brunneus von
Percy Island, fuscus von Celebes Dobson Catalog Chiroptera Brit.
Mus. p. 36.
Cynopterus latidens Dobson ib. p. 86 von Morty Island.
Cephalotes minor Dobson Proc. zool. soc. p. 873 von Neu-Guinea.
Rhinolopbidae. RMnolophus HUdebrandti Peters Berliner Mo-
natsber. p. 195 Taf. 1, Fig. 1 aus Ndi (Taita).
Nycteridae. Nycteris aethiopica Dobson Catol. Chiroptera Brit.
Mus. p. 165 aus Nordost-Africa.
Vespertilionidae. Vesperugo (Vesperus) nasutus Dobson, Jour-
nal Asiat. Soc. of Bengal 46 p. 310 aus Sind.
Vesperugo indicus aus Indien und maderensis von Madeira
Dobson Catal. Chiroptera Brit. Mus. p. 222.
Vesperago (Hesperoptenus) Blanfordi Dobson Journal Asiat.
Soc. of Bengal 46 p. 310 aus Sind.
VespertiUo desertorum Dobson bei Blanford Eastern Persia p.
20 aus Persien, Baludschistan. — V. insidarum von den Schififer-
inseln und australis von Neu -Süd -Wales Dobson Catal. Chiroptera
Brit. Mus. p. 231 und 313.
Kerivoula brunnea ohne Vaterlandsangabe, africana von Zanzi-
bar und papuensis von Neu-Guinea Dobson Catal. Chiroptera Brit.
Mus. p. 334.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. Q
240 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Emballonuridae. Emballonura Raffrayana Dobson, Proc. zool.
soc. p. 873 von der Insel Gilolo.
Mormopterus setiger Peters Berliner Monatsber. p. 196 Taf. 1 ,
Fig. 2 aus Ndi (Taita).
Phyllostomidae. Chüonycteris psilotis Dobson Catal. Chiroptera
Brit. Mus. p. 451 , unbekannten Vaterlandes.
Schizostoma hracliyotis Dobsön, Proc. zool. soc. p. 873 von
Cayenne.
Chiroderma Salvini von Costa Rica und bidens von Peru. Dobs.
Catal. Chiroptera Brit. Mus. p, 532.
Insectiyora.
Aculeata. Anderson schrieb Journal Asiat. Soc. of Bengal
47 p. 195 über die Indischen Arten der Gattung Erinaceus. Er
unterscheidet fünf Arten in folgender Weise : A. Der zweite obere
Prämolare einfach, einspitzig, a. P^üsse keulenförmig (clubscaped),
Sohlen höckerig. 1. Eine nackte Stelle am Scheitel. E. micropus ßlyth,
kein Backenknochen, eine vorragende dunkelbraune Binde durch
das Auge bis zum Halse, eine' weisse Stirnbinde; Stacheln orange mit
weissen Spitzen , worauf ein schmales dunkelbraunes Band folgt;
Ohren massig; weit unten weiss, Beine braun. E. pictus Stoliczka,
ein vollkommener Backenknochen, eine braune Binde durch die
Augen und nur sehr selten bis zum Halse verlängert , am Mund-
winkel endigend; Stacheln weiss an der Spitze, worauf ein ziemlich
helles braunes Band folgt; Ohren rund und nicht gross, aber grösser
als beim vorigen; Beine hellbraun, Unterfläche weiss. B. Zweiter
oberer Prämolare zusammengesetzt, dreispitzig, b. Füsse wohlent-
wickelt und breit. 2. Keine nackte Stelle am Scheitel. E. Grayi
Bennett, kein grosses mittleres Polster (päd) am Hinterfuss; Kopf
länglieh und Schnauze laug; Ohren gross, hoch und spitz, Farbe
dunkelbraun. E. Blanfordi n. sp. Mittelpolster am Hinterfuss sehr
schwach; Kopf kurz, Schnauze nicht verlängert; Ohren dassig gross,
nicht hoch und nicht spitz; Farbe oben schwarz, unten russbraun,
aus Sind. 3. Eine nackte Stelle am Scheitel, welche die Stacheln in
zwei Gruppen theilt. K Jerdoni n. sp. Hinterfuss mit einem grossen
vorspringenden Polster; Schnauze massig lang; Ohren gross, am
Ende rund und an der Basis breit; Stacheln lang mit zwei weissen
und drei schwarzen Bändern beim ausgewachsenen Thier ; Farbe
oben und unten schwarz, aus Sind. Alle sind beschrieben und Köpfe
und Schädel auf vier Tafeln abgebildet.
Blanford beschreibt einen neuen Igel Erinaceus niger von
Muscat in Arabien. Kopf und Schädel sind abgebildet. Journal
Asiat. Soc. of Bengal 47 p. 212, pl. IX.
I
der Säugethiere während des Jahres 1878. 241
Erinaceus macracanthus Blanford Eastern Persia p. 27. pl. I
aus Persien.
Scaifdentia. Tnitaia cMnensis und malaccana Anderson, Zool.
researches of the expeditions to Western Yunnan I. p. 129 pl. 7 fig,
8, 9 und 16, 17 aus Yunnan.
Soricina. E. Brandt stellte die Zahnformeln der Spitzmäuse
zusammen. Russ. Archiv f. Veterinairkunde 1878.
Anderson lieferte die Beschreibung einiger neuen und
wenig bekannten Asiatischen Spitzmäuse des Indian Museum in
Calcutta. Daselbst wird eine neue Gattung aufgestellt und nicht
weniger als 17 neue Arten beschrieben. Journal Asiat. Soc. of
Bengal 46 p. 262.
Die neue Gattung 0 /lim ar/io^a Ze, die gleichzeitig auch in des
Verf. Researches of tjie exp. to Western Yunnan I. p. 139 beschrieben
ist, wurde auf Crossopus himalaicus gegründet und hat folgende
2.4 2 8
Charaktere: Zähne weiss, '2" ö' ö~ä = 28; die vorderen oberen
Schneidezähne mit einem kleinen Ansatz an der inneren Seite; drei
Zwischenzähne von fast gleicher Grösse; Füsse und Zehen schuppig,
mit kurzen dichten steifen Haaren am äussern und innern Rande
gewirapert, Zehen ohne Schwimmhäute; Schwanz lang, schuppig,
viereckig, bedeckt mit langen, dichten, anliegenden Haaren; Schnauze
verlängert, Ohren fast ganz verborgen, klappenartig.
Die neuen Arten sind Crocidura (Pacliyura) fulvocinereaAssam,
Blythii Assam , sindensis Sind, pealeana Assam. Blanfordii Bombay,
Stoliczkana Bombay, macrotis Tenasserim, nitidofulva Calcutta, nil-
girica Nilgirigebirge, travancorensis Travancor, Bidiana Madras,
rubicunda Parisnath, subfidva Khach, pygmaeoides Himalaya , Croci-
dura (Crocidura) ruhricosa Assam, Kingiana Sikkim und Soriculus
gracüicauda Sikkim.
Crocidura Manni Peters Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu
Berlin p. 19 aus Lagos in Westafrica.
Lessona. Ueber das Vorkommen von Pachyura etrusca Savi
in Pieraont. Atti della Accad. di Torino XH. p. 495.
Macroscelides. Macroscelides rufescens Peters Berliner Monats-
ber. p. 198, Taf. T, Fig. 3 aus Ndi (Taita).
Talpina. Nagel theilte in Kurzem die Resultate seiner Unter-
suchungen über die Entwicklung der Extremitäten des Maulwurfs
mit. Sitzungsber. Ges. in Marburg 1877 p. 104.
Carnivora.
Ursina. Garrod fand bei einem weiblichen Exemplare von
Arctictis binturong den völligen Mangel des Coecum's, während es
242 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
normal sehr klein ist. Er hält daher das Vorhandensein oder Fehlen
des Coecum nicht für einen wichtigen diagnostischen Charakter.
Proc. zool. soc. p. 142. *•
Zipperlen kannte in dem Zoologischen Garten zu Cincinnati
einen Baribal, ürsus americanus, der sich zweimal in einen soge-
nannten Zimmetbären umfärbte; ein Beweis, dass der Zimmetbär
keine besondere Species ist. Zool. Garten 19 p. 119.
Zipperlen berichtete über einen in Tollwuth gefallenen ürsus
americanus in Cincinnati. Zool. Garten 19 p. 218.
Zipperlen beschrieb zwei eben geborene Gryzzlybären, die
beide zusammen 2 Pfund 4 Unzen wogen, während die Alten zu-
sammen 2400 Pfund wogen. Zool. Garten 19 p. 61.
Ursus Gedrosianus Blanford Journal Asiat. Soc. of Bengal 46
p. 315 aus Beludschistan , wobei auch Ursus pruinosus Blyth be-
schrieben wird.
Mustelina- Martin zeigt die Geburt junger Dachse in Nill's
Thiergarten in Stuttgart an, welche zu gedeihen scheinen, obgleich
sie wegen ihrer Scheuheit und der behütenden Sorgfalt der Mutter
wenig aus ihrem Versteck hervorkommen. Zool. Garten 19 p. 198.
Meles canescens Blanford Eastern Persia p. 44 pl. III aus Persien.
J. V. Fischer beobachtete an einem Hermelin, Mustela
erminea, die Umfärbung in weiss, welche vom 24. bis 28. November
vollständig erfolgte. Zool. Garten 19 p. 92.
Mustela StoliczJcana Blanf. Journ. Asiat. Soc. of Bengal 46 p. 259.
Viverrina. Coues zeigte das Vorkommen von Bassaris astuta in
Oregon an. The American Naturalist XII. p. 253,
Ganina. Lunze, die Hundezucht im Lichte der Darwin'schen
Theorie, als erster Theil einer allgemeinen Thierzucht nebst einem
Anhange über die Errichtung eines kynologischen Gartens. Berlin
1877. 8^ 231 Seiten.
E. Brandt fand einige Anomalien an einem Hunde, nament-
lich hatte die Lunge jederseits einen Loppen weniger als gewöhnlich.
Russ. Archiv für Veterinärkunde 1878.
Vulpes canus Blanford Journal Asiat. Soc. of Bengal 46 p. 321
aus Beludschistan.
Sclater erklärt Vulpes canus Blanford für durchaus verschie-
den von Canis famelicus Rüpp. Von ersterem werden die Maasse
angegeben. Proc. zool. soc. p. 392.
Vulpes persicus Blanford Eastern Persia p. 39 pl. II aus Persien.
Klunzinger schildert den Schmalfuchs (Megalotis famelicus),
den er in Koseir beobachtete, nach Farbe, Bau und Lebensweise.
Zool. Garten 19 p. 9.
Garrod berichtet, dass die Eingeweide von Lycaon pictus
grosse Aehnlichkeit mit denen des Hundes haben. Auch die Ein-
geweide von Nyctereutes procyonides sind untersucht und mit den
der Säugethiere während des Jahres 1878. 243
Hunden verglichen. Besonders wird die Verschiedenheit des Coecum
bei den Arten der Hunde berücksichtigt. Die Verschiedenheit in
den Windungen des Gehirns führt den Verf. zur Stellung der Fa-
milien innerhalb der Raubthiere: Ursidae, Mustelidae, Hyaenidae,
Viverridae, Felidae, Canidae. Proc. zool. soc. p. 373.
Feiina. Klunzinger bringt Nachrichten über die Hyäne,
Hyaena striata, aus der Wüste bei Koseir, bei. Zool. Garten 19 p. 14.
Watson beschrieb die männlichen Geschlechtsorgane von Hy-
aena crocuta, mit Abbildungen. Proc. zool. soc. 416—428 pl. 24 und 25.
Fayrer führt zahlreiche Maasse von grossen Tigern an. Die
grösste Länge scheint 11 Fuss zu übertreffen, 12 Fuss nicht zu er-
reichen. Nature 19 p. 9.
Max Schmidt berichtete über die Operation des Krallen-
schneidens bei einem männlichen Tiger , welche sehr gut gelang.
Zool. Garten 19 p. 202.
Lydekker bildete ein abnorm gebildetes Gebiss vom Tiger
ab. Es hat im Unterkiefer drei Prämolaren. Journal Asiat. Soc. of
Bengal 47 p. 2 pl. II.
Max Schmidt zeigt die Geburt zweier Bastarde vom weib-
lichen, schwarzen Panther und dem männlichen, afrikanischen Leo-
parden an. Tragezeit 92 bis 97 Tage. Zool. Garten 19 p. 301.
Wilh. Blasius hat sich mit der Unterscheidung der Haus-
katze und Wildkatze beschäftigt. Von den Unterschieden, welche
des Verf. Vater aufstellte, hält er den ersten für den constantesten,
dass nämlich bei den Wildkatzen die Nasenbeine nach hinten meist
3 bis 5 mm weiter vorragen, als die Oberkieferbeine, während bei
den Hauskatzen die entsprechende Differenz höchstens IV2 ^i^a. zu
betragen scheint. Er fügt einen ferneren, bereits von Dönitz er-
wähnten Charakter hinzu: Bei den Wildkatzen schieben sich die
Nasenbeine mit ihren hinteren Spitzen derart zwischen die Stirn-
beine hinein, dass die Ränder der sich verbindenden 4 Knochen in
der gewöhnlichen Krümmungsfläche des Schädels liegen; bei den
Hauskatzen dagegen krümmen sich die Ränder der Nasen- und Stirn-
beine an der Verbindungsstelle nach innen, so dass dieselben aus der
gewöhnlichen Krümmungsfläche des Schädels heraustreten, und sich
eine deutliche Vertiefung ausbildet. Dazu kommt, dass bei der Haus-
katze die Nasenbeine stets in eine sehr schmale Spitze auslaufen,
während sie bei der Wildkatze mehrere ram breit vortreten und
sich meist nicht sehr scharf zuspitzen. Endlich hat die Hauskatze
ein kürzeres und breiteres Schulterblatt, und der hintere Rand des
Sitzbeins liegt ungefähr parallel und in der directen Verlängerung
des Hinterrandes des Darmbeins, also in einem Winkel von 180° bei
der Hauskatze, gegen einen Winkel von IQO^ bei der Wildkatze.
Bastardformen und verwilderte Katzen machen Schwierigkeiten. Aus
Wald und Haide. Zeitschrift H. Nr. 1. p. 8.
244 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Martin, Das Leben der Hauskatze und ihrer Verwandten.
Eine Schilderung ihrer Abstammung und Geschichte, ihrer Rassen
und Varietäten, Lebensweise, Nutzen und Schaden, Krankheiten,
Pflege und Erziehung etc. Weimar 1877. Ausser der Hauskatze
werden noch Felis catus ferus, Manul, maniculata, ferner Viverra ci-
vetta und Zibetha, Genetta vulgaris, Herpestes Ichneumon, Bassaris
astuta, Wiesel, Marder und Frettchen kurz besprochen.
Kleberg machte Beobachtungen an Hauskatzen in Livland.
Er schreibt der Katze einen feinen Geruch zu, ist der Ansicht, dass
das Mäusefangen mehr aus Lust an der Sache geübt wird, als um
die Mäuse als Speise zu benutzen , und behauptet , dass die junge
Katze in den ersten drei Wochen gar keine Excremente von sich
giebt. Zool. Garten 19 p. 211, — Gegen den letzteren Punkt wer-
de^ sich bei jedem Leser Zweifel erheben, die denn auch durch A. H.
stud. med. ib. p. 375 ausgesprochen sind.
F oll et theilte einen Fall mit, wo eine Katze neunzehn Tage
ohne Nachtheil gefastet hatte, weil sie in einen Schrank eingeschlossen
war. Annales d'hygiene publique. Bd.^8. p. 483; Zool. Garten 19
p. 253.
Bar ton fand, dass ein Lynx rufus, den er zerlegte, ein Stink-
thier gefressen hatte. Tbe American Naturalist XIL p. 628.
Felis Sliawiana Blanford Journal Asiat. Soc. of Bengal 45 p.
49, ein neuer Luchs aus dem östlichen Turkestan.
Pinnipedia.
Sahlertz beschrieb einige Anomalien im Gebiss der Seehunde
und zwar von Phoca vitulina, hispida, groenlandica, barbata, Hali-
choerus grypus und Cystophora cristata. Die Abweichungen be-
ziehen sich auf die Zahl der Backenzähne. Meddelelser nat. Forening
p." 275.
Clara bildete drei Exemplare von Otaria ursina ab, ein Männ-
chen, ein Weibchen und ein Junges. Sie stammten von denPribilov-
Inseln. Proc. zool. soc. p. 371.
Rodentia.
Sciurina. Allen hat mit Benutzung der Untersuchungen von
Aiston die Synonymie der amerikanischen Eichhörnchen zusammen-
gestellt. Er nimmt 6 Nordamerikanische und 10 Mexicanische,
der Säugethiere während des Jahres 1878. 245
Central- und Südamerikanische Arten an. Bull. U. S. geol. Survey
IV. p. 877.
Aiston hat eine Arbeit über die neotropischen Eichhörnchen
geliefert. Aus denselben sind von verschiedenen Schriftstellern 59
Nominal-Arten beschrieben. Gray hat 29 neotropische Arten aner-
kannt, Allen hat sie auf 10 reducirt. Er selbst hat in den Museen
zu London, Berlin und Paris Gelegenheit gehabt, die Typen von 41
neotropischen Nominal-Arten zu prüfen, und ist dadurch im Stande
gewesen, viele Identificirungen Allen's anzuerkennen, die Reduction
der Arten noch weiter zu treiben, aber auch einige Irrthümer zu
berichtigen und einige sichere Species zu ermitteln. Er trennt
folgende 12 Arten: 1. Sc. carolinensis Gm. 2. Sc. arizonensis
Coues (Colliaei Allen) , 3. Sc. griseoflavus Gray (leucops Allen),
4. Sc. variegatus Erxl. (aureogaster Cuv., leucogaster Cuv. , albipes
Wagn. , ferrugineoveutris Aud. Bachm. , varius Wagn. , socialis
Wagn. , morio Gray, maurus Gray, leucops Gray). 5. Sc. hypo-
pyrrhus Wagl. (nigrescens Benn. , Colliaei Richards, variegatoides
Ogilby, Richardsoni Gray, Boothiae Gray, griseocaudatus Gray, fus-
covariegatus Schintz, Adolphei Less., Pyladei Less., dorsalis Gray,
rigidus Pet., oculatus Pet., intermedius Verr.. nicoyana Gray, melania
Gray), 6. Sc. stramineus Eyd. Soul, (nebouxii Geofifr. , Fraseri Gray,
bypopyrrhus. Allen), 7. Sc. variabilis Geoffr, (Langsdorfii Brandt, igni-
ventris Natterer, pyrrhonotus Natterer, tricolor Pöppig, morio Wagn.,
Gerrardi Gray, brunneo-niger Gast., fumigatus Gray), 8. Sc. griseogenys
(Sc. aestuans Pet., hyporrhodus Gray, xanthotus Gray), 9. Sc. aestuans
L. (guerlingus Shaw, gilvigularis Natterer, leucogaster Gray, irroratus
Gray, flaviventris Gast,, 10. Sc. Deppei Pet. (tephrogaster Gray, tae-
niurus Gray, medellinensis Gray), 11. Sc. rufoniger Pucheran (chry-
sosurus Puch., tephrogaster minor Gray), 12. Sc. pusillus GeoJBfr.
(kuhlii Gray). Die letzte Art ist pl. 41 abgebildet. Proc. zool. soc.
p. 656—670. Vergl. eine Berichtigung ib. p. 954.
Sciurus fiilvus Blanford Eastern Persia p. 49 pl. 4 fig. 1 aus
Persien. — Sc. Aistoni Anderson Researches of the exped. to Western
Yunnan I. p. 252 pl. 21 aus Yunnan.
Pteromys yunnanensis Anderson ib. p. 282 pl. 22 von Yunnan.
Liebe hält nach neuen Untersuchungen der fossilen Murmel-
thiere aus dem Lindenthaler Diluvium, da sie grösser sind als die
Bobaks und Alpenmurmelthiere, und in ihren Eigenschaften zwischen
beiden die Mitte halten , für die Stammart beider noch lebenden.
Zool. Garten 19 p. 33.
Williston schildert die Lebensweise und die Wohnungen des
Prairie Dog, Cynomys ludovicianus, namentlich sein Verhältniss zu
den Eulen uud Klapperschlangen. The American Naturalist 12 p. 203.
Nehring hatte zwei Ziesel, Sperraophilus citillus in Ge-
fangenschaft. Er empfiehlt sie als Stubenthiere, weil sie bald zahm
246 Troschel: Bericht üb. d- Leistungen in d. Naturgeschichte
werden, nicht übelriechend sind und sich durch Reinlichkeit aus-
zeichnen. Sie sind vorzugsweise pflanzenfressend, nehmen aber auch
lebende und todte Thiere. Im October fielen sie in den Winter-
schlaf, woraus sie im Anfange des März erwachten. Ihr Verbrei-
tungsbezirk beschränkt sich in Europa wesentlich auf Russland,
Galizien , Ungarn, Schlesien, Mähren und Niederösterreich. Dann
wendet sich der Verf. zu den fossilen Zieselresten. Er sucht nach-
zuweisen, dass die von Westeregeln nicht einer ausgestorbenen Art
angehören, sondern mit dem in den westsibirischen Steppen noch heute
lebenden Spermophilus altaicus identisch sind. Zool. Garten 19 p. 257.
Myoxina. Myoxus pictus Blanford Eastern Persia p. 51 pl. 4
fig. 2 aus Persien.
Palmipedia. Oscar vonLoewis berichtete über das Aus-
sterben des Bibers in Livland. Bis gegen 1830 bezog noch die
Apotheke in Fellin aus der Aagegend Bibergeil. Der letzte Biber
wurde in den Grenzen des Krongutes Aahof im Sommer 1841 von
dem Förster Neppert erschossen. Zool. Garten 19 p. 353.
Murina' Nach Steinworth kommt Mus rattus noch häufig
in Lüneburg vor. Jahreshefte des naturw. Vereins für das Fürsten -
thum Lüneburg VI. p. 203.
Mus Bowersii, Sladeni, ruhricosa, yunnanensis, TcaTchyenensis
und viculorum sind neue Arten von Anderson. Anat. and zool.
researches of the exped. to Yunnan I. p. 304. Die erste dieser Arten
ist pl. 17 abgebildet.
Mus erythronotus Blanford Eastern Persia IL p. 54 pl. V. Fig.
3 aus Persien. Dabei ist auch Mus baetrianus Blyth Fig. 2 abgebildet.
Mus Hildehrandtii von Taita und fumatus von Ukamba Peters
Berliner Monatsber. p. 200.
Blanford beschreibt Golunda Ellioti von Sind. Journal Asiat.
Soc. of Bengal 45 p. 165 pl. 10. — Ferner ib. 46 p. 288 pl. 1 Go-
lunda meltada Gray und Golunda Ellioti.
Anderson schrieb über Arvicola indicaGray and its relations
to the Subgenus Nesokia, with a description of the species of Ne-
sokia. Journ. Asiat. Soc. of Bengal 47 p. 214. Er unterscheidet
drei Sectionen mit folgenden Arten: 1. Nesokia Hardwickii (N.
Griffithii, Spalacorays indica Peters). N. ScuUyi Wood-Mason. 2. N.
providens Elliot (Mus indicus Blyth, Mus Hardwickii Kelaart),
N. Blythianus n. sp. aus Nordwest -Indien und Calcutfa, N. Barh-
layanus n. sp. aus dem Purneah District. 3. N. ElUotanus n. sp.
Purneah und Calcutta, N. giganteus Hardwicke (Mus bandikuta Blyth).
Die Schädel sind auf pl. XIII und XIV abgebildet.
Nesokia Huttoni Blyth ist bei Blanford Eastern Persia II p.
59. pl. VI Fig. 1 abgebildet.
Russell Hill beobachtete, wie eine Bisamratte einen Biber-
damm ausbesserte. The American Naturalist XIL p. 398.
der Säugethiere während des Jahres 1878. 247
Uromys Bruynii Peters und Doria Annali Mus civico di Ge-
nova VIII. 1876 p. 336 von Neu-Guinea.
Merionides. GerbiUus nigricaudus von Taita, vicinus von Ukam-
bani und pusiUus von Taita und Ukamba Peters Berliner Monatsber.
p. 200.
GerbiUus persicus und nanus Blanford Eastern Persia II. p. 66
pl. 7 und 5 aus Persien.
Dipodidae. Dipus Loftusi Blanford Eastern Persia II. p. 75
pl. 7 flg. 2 aus Persien.
Kyder beschrieb die einfache Form des Steigbügels bei Dipo-
domys. The American Naturalist 12. p. 125.
Coues gab einen kritischen, beschreibenden und historischen
Bericht über Zapiis hudsonius (Dipus hudsonius Zimmermann). Er
hält das Thier für den Typus einer eigenen Familie Zapodidae.
Die früher für diese Species angewendeten Namen Dipus, GerbiUus,
Jaculus, Meriones sind für diese Gattung nicht haltbar. Daher giebt
ihr Verf. den neuen Namen Zapus. Bulletin M. S. geol. and geogr.
Survey of the territories. No. 5, Second series. 1876. p. 253.
Georychi. Bhizomys erythrogenys Anderson Researches of the
exped. to Yunnan I. p. 324 pl. 13a. von Yunnan.
AcQleata. Hystrix yunnanensis Anderson ib. p. 332 aus Yunnan.
LagOStomi. Gibson schildert die Lebensweise des Viscache,
Lagostomus trichodactylus Brookes. Sie sind schädlich, weil sie so
sehr gefrässig sind. Proceed. nat. bist. soc. of Glasgow III. p. 136.
Sabnngulata. Hensel machte Angaben über die verschiedenen
Töne, welche die Meerschweinchen hervorbringen, er besass auch
singende Individuen. Zool. Garten 19 p. 184.
Leporina. Nach Salvadori kommt Lepus variabilis in Italien
vor. Atti della Accad. di Torino XII. p. 141.
LepKS craspedotis Blanford Eastern Persia II. p. 80 pl. VIII
aus Persien. — L. Biddulphi Blanford Journ. Asiat. Soc. of Bengal
46. p. 324 von Gilgit in Kashmir. (Dabei spricht Verf. über Vulpes
montanus, Lutra vulgaris?, Mus an n. spec? und Lagomys auritus.)
Lagomys rufescens Gray ist bei Blanford Eastern Persia II. p.
83 pl. VI Fig. 2 abgebildet.
Edentata.
Cingnlata. Garrod macht Notizen über die Anatomie von
Tolypeutes tricinctus mit Bemerkungen über andere Gürtelthiere.
Er erörtert zunächst die specifischen Unterschiede von T. tricinctus,
conurus und Muriei durch Abbildung der Kopfschilder; ferner hat
tricinctus vorn 5 Zehen, die beiden anderen Arten nur 4; bei tri-
cinctus ist der Schwanz deprimirt, bei den andern nicht u. s. w.
Dann wird das Gehirn von tricinctus beschrieben und in Holzschnitt
248 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
abgebildet, und Angaben über die Eingeweide hinzugefügt. Endlich
folgen noch Bemerkungen über die Eingeweide anderer Gürtelthiere,
namentlich über Xenurus unicinctus, von welchem letzteren das Ge-
hirn abgebildet ist. Proc. zool. soc. p. 222.
Watson beschrieb die männlichen Geschlechtsorgane von
Chlamydophorus truncatus und Dasypus sexcinctus. Proc. zool. soc.
p. 673 pl. 43.
Pachydermata.
Krueg hat die Furchung der Grosshir^rinde der üngulaten
studirt. Er glaubt einen grösseren Werth auf die Furchen als auf
die Windungen legen zu müssen. Er zieht die Entwickelungs-
geschichte zu Rathe, beschreibt dann die Furchung bei den einzelnen
Familien der üngulaten und stellt einen Vergleich mit den Furchen
der Carnivoren an, da diese in Beziehung auf ihre Furchung am
besten gekannt sind. Er bezeichnet 7 Furchen, oder wenigstens 6,
als bei den Carnivoren constant, und sie entwickeln sich auch bei
den üngulaten zuerst und in einer ähnlichen Reihenfolge. Drei
andere entwickeln sich am spätesten. Diese zehn Furchen werden
Hauptfurchen genannt, dazu kommen noch accessorische. Die Grösse
des Thieres übt einen viel augenfälligeren Einfluss auf die Gestal-
tung der Grossgehirnhemisphären aus, als die Stellung im System.
Zeitschr. für wiss. Zool. 31. p. 297—345, Taf. 20—23.
ProbOSCidea. Mi all and Green wo od, Anatomy of the Indian
Elephant. London 1878. Studies in comp, anatomy No. II.
Stricker gab einen Beitrag zur Geschichte der Elephanten.
Zool. Garten 19 p. 380.
Fayrer ist der Ansicht, dass der Africanische Elephant eben
so gut zähmbar und für den Menschen nutzbar zu machen sei, wie
der Indische. Nature 19 p. 54. Vergl. dazu Jenkins ib. p. 99.
Obesa. Peters liess das Brustbein des Hippopotamus (Choe-
ropsis) liberiensis abbilden. Berliner Monatsber. p. 445 mit einer Taf.
Anisodactyla. Brandt, Versuch einer Monographie der Ticho-
rhinen Nashörner nebst Bemerkungen über Rhinoceros leptorhinus
Cuv. Mem. de St. Petersbourg 24. No. 4 mit 11 Tafeln.
Flow er beschrieb den Schädel eines zweihörnigen Rhinoceros,
welches bei Coraillah in Tipperah erlegt worden war, und welches
als Rhinoceros lasiotis bestimmt worden ist. Proc. zool. soc. p. 634.
D öder lein beschrieb das Skelet des Tapirus Pinchacus. Dies
Archiv p. 37—90.
Sclater liess Tapirus Roulini abbilden. Proc zool. soc. p.
632 pl. 39.
RoUaston schrieb über das Hausschwein der vorhistorischen
Zeiten in Britanien, und über die gegenseitigen Beziehungen dieser
der Säugethiere während des Jahres 1878. 249
Schweine - Varietät mit Sus scrofa ferus, Sus cristatus , Sus anda-
manensis und Sus barbatus. Transact. Linnean Sog. of London I
p. 251. Verf. ist der Ansicht, dass das prähistorische Schwein,
dessen Reste er beobachten konnte, näher verwandt ist mit Sus
scrofa als mit einem wilden asiatischen Schwein; ferner findet er
TJebereinstimmung zwischen den Malar- und Orbital-Rändern des
Thränenbeins in prähistorischen Schädeln von Sus scrofa var. ferus
und besonders in den weiblichen Schädeln derjenigen Varietät von
Sus, welche in anderen Punkten wie in der schlanken Schnauze vom
Torfschwein, dem Repräsentanten des Sus indicus, sich unterscheidet:
und endlich hält er es für möglich, zu beweisen, dass, während Sus
cristatus, leucomystax, vittatus und timorensis eine eng verbundene
Gruppe von Suidae non verrucosi, womit wieder Sus andamanensis
und papuensis zu verbinden sind, alle diese Subspecies in Punkten
von vielleicht specifischem Werth von dem Javanischen Sus verru-
cosus, celebensis und Scrofa der paläarctischen Region, sowie auch
von dem nicht verrucosen Sus barbatus von Borneo abweichen. Er
schliesst mit dem Resultat, dass es unthunlich sei, für das prähisto-
rische Schwein einen andern Stammvater zu fordern als Sus ccrofa.
Anderseits sei es bei der Transportfähigkeit von Sus nicht unmög-
lich, dass das europäische Hausschwein selbst in der Steinzeit einen
asiatischen oder africanischen Ursprung gehabt habe. Ja in der
Bronzezeit, wenn ihr Zink und Kupfer wirklich aus dem Osten kam,
ward eine solche Annahme nicht gerade unwahrscheinlich. Jedoch
ist diese Annahme durch die Thatsachen für ihn nicht eine noth-
wendige.
Landois beobachtete Kloakenbildung bei einem weiblichen
Hausschwein. Zool. Garten 19 p. 79.
Jaeckel trug die Fälle von einhufigen Schweinen zusammen,
die in der Literatur bekannt gemacht sind. Zool. Garten 19 p. 222.
— Vergl. dazu Volger ib. p. 284.
Coues theilt mit, dass in Bexar county, Texas, einhufige
Schweine häufig vorkommen, und dass bei einer Kreuzung eines ein-
hufigen Ebers mit einer gewöhnlichen Sau ein Wurf entsteht, dessen
Majorität die Eigenthümlichkeit des Vaters zeigt. Die unter dem
Huf liegenden Knochen sind in Holzschnitt abgebildet. Bull. U. S.
geol. and geogr. Survey IV. p. 295.
Rnminantia.
Rütimeyer hat von seiner wichtigen Arbeit „Die Rinder der
Tertiär-Epoche nebst Vorstudien zu einer Natürlichen Geschichte der
Antilopen" in den Abhandlungen der schweizerischen paläontologi-
schen Gesellschaft V. 1878 einen zweiten Theil folgen lassen. Auch
250 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
hier würde es zu weit führen und allzuviel Raum erfordern, wollten
wir alle Resultate auch nur in der Kürze wiederzugeben versuchen.
Dies gesteht Verf. selbst in dem Schlusswort, Er giebt daselbst ein
Verzeichniss der lebenden Rinder: Bubalus caffer und brachyceros,
Buffelus indicus und sondaicus, Probubalus (Anoa) celebensis, Bibos
gaurus, gavaeus, sondaicus, indicus und grunniens, Bison europaeus
und americanus, Bos taurus (primigenius und trochoceros). — Die
Bemerkungen über die geographische Vertheilung fasst Verf. dahin
zusammen, dass Südafrica und Indien Schauplätze mehr oder weniger
perennirender Art für Entwickelung von Wiederkäuern bildeten,
während Europa auf wiederholte Auslöschung und neue Aussaat von
Thieren und auch insbesondere von Wiederkäuern hinweist. Allerlei
was früher hier wohnte, ist nicht wiedergekehrt. Der neue Boden
erwies sich nur für diese oder jene neuen Samenkörner keimfähig.
Nur zwei grosse Gruppen unter Wiederkäuern dürfen als kosmo-
politisch gelten. Vor allem die Hirsche, welche sich nach Osten bis
auf jene äussersten Landzungen Polynesiens hinausgewagt haben, wo
nur noch ein kleiner Raum sie an der Eroberung Australiens hemmte,
und nach Westen von der neuen Welt bis hinunter nach Patagonien
Besitz nahmen, und zwar allem Anschein nach auf Brücken von Fest-
land, von welchen heutzutage nur noch die Köpfe im äussersten
Osten Asiens übers Wasser ragen. Weniger kosmolitisch verhält
sich die Gruppe der Gazellen. Ihr Schwerpunkt liegt unverkennbar
im centralen Africa und Indien. Um so bedeutsamer muss es er-
scheinen, dass stark modificirte Gestalten sich nordwärts der Rücken-
gräte der alten Welt bis nach dem Ostende Asiens ausdehnen, und
eine noch viel sonderbarere Gestalt in einer Begleitung einer einzigen
Gemse und einer altweltlichen Form von Schaf bis nach Californien.
Gervina. Fitzinger veröffentlichte eine dritte Abtheilung
seiner kritischen Untersuchungen über die Arten der natürlichen
Familie der Hirsche (Cervi) (vergl. Bericht 1874 p. 72). Er beschreibt
in dieser Fortsetzung die Gattungen Otelaphus mit 3 Arten, Redun-
cina 7 Arten, Gymnotis 1 Art, Blastoceros 2 Arten, Creagroceros 2
Arten. Wiener Sitzungsber. 78 Juli.
Brooke hat eine neue Classification der Hirsche vorgeschlagen,
mit einer Synopsis der lebenden Arten. Er charakterisirt die Hirsche
als Pecora mit zwei Oeffnungen an dem Thränengange, an oder
innerhalb der Orbita, Thränengruben, ein anteorbitaler Raum zwi-
schen dem Thräuenbein und den Nasenbeinen, der erste Molaris
brachyodunt, die Parieto-Squamonasalnath näher dem oberen als dem
imteren Rande der Schläfengrube, und die Placenta mit wenigen
Cotyledonen. Er theilt dann die Hirsche in drei Sectionen. A. Die
Proximalenden der seitlichen Metacarpalia übrig bleibend (Plesio-
metacarpi), der hintere Theil der Nasenhöhle nicht durch den Voraer
in zwei Kammern getheilt, Haarbüschel an der äusseren Fläche des
der Säugethiere während des Jahres 1878. 251
Metatarsus, wenn vorhanden üher der Mitte dieses Knochens, Haar-
büschel an der Innenseite des Tarsus stets fehlend, die aufsteigenden
Aeste der Zwischenkiefer meist mit den Nasenbeinen articulirend.
Dahin die Gattungen Cervulus 2 Arten, Elaphodes 2 Arten, Cervus
(Subgen. Rusa 12 Arten, Rucervus 3 Arten, Elaphurus 1 Art, Axis 1 Art,
Pseudaxis 7 Arten, Cervus 7 Arten, Dama 2 Arten). B. Die Distalenden
der Metacarpalia übrig bleibend (Telemetacarpi), hinterer Theil der
Nasenhöhle nicht durch den Vomer in zwei Kammern getheilt, Haar-
büschel an der äusseren Fläche des Metatarsus, wenn vorhanden
über der Mitte dieses Knochens, Gatt, Alces 1 Art, Hydropotes 1 Art,
Capreolus 2 Arten. C. Distalenden der Metacarpalia übrig bleibend
(Telemetacarpi), hinterer Theil der Nasenhöhle durch den Vomer in
zwei Kammern getheilt, Haarbüschel an der äusseren Fläche des
Metatarsus, wenn vorhanden, unter der Mitte dieses Knochens, Haar-
büschel an der Innenseite des Tarsus häufig vorhanden , die auf-
steigenden Aeste der Zwischenkiefer meist die Nasenbeine nicht er-
reichend. Gatt. Cariacus (Subgen. Cariacus 10 Arten, Blastocerus
2 Arten, Furcifer 2 Arten, Coassus 6 Arten), Pudua 1 Art, Rangifer
1 Art. Bei vielen sind die Geweihe in Holzschnitt abgebildet. Proc.
zool.-soc. p. 883—928 mit Tafel 55.
Oscar von Loewis machte Mittheilungen über das Elenn-
thier in Livland. Zool. Garten 19 p. 65.
Watson und Young berichteten über die Anatomie des Elk
(Alces malchis). Journ. of the Linnean Soc. XIV p. 371 — 390. Die
Verdauungsorgane, Geschlechtsorgaue und namentlich die Musculatur
sind beschrieben. Abgebildet sind die Zunge, die Papillen der Wange
und des Rumen, die Leber, der Larynx und die männlichen Ge-
schlechtstheile. Das Elenn ist nach Allem ein echter aber etwas
aberranter Hirsch; es ist dem Verf. zweifelhaft, ob die Abweichun-
gen hinreichend sind, um die Trennung als eigene Gattung zu recht-
fertigen.
Cones beschreibt einen Fall von Zusammenwachsung der
Hufe bei dem Virginischen Hirsch (Cariacus virginianus). Bull. U. S.
geol. and geogr. Survey IV. p. 293.
Garrod und Jurner beschrieben den trächtigen Uterus und
die Placenta von Hyomoschus aquaticus. Proc. zool. soc. p. 682
pl. 44.
Gavicornia. Endlich ist geneigt anzunehmen, dass die Hörner
der Antilopen abgeworfen werden, da er häufig hohle Hornscheiden
fand. — Cope bemerkt dazu, dass dies jedenfalls nicht periodisch
und auch nicht häufig geschehe. The American Naturalist XII. p. 557.
Barboza du Bocage verzeichnet die Antilopen von Angola.
Es sind 12 Arten, darunter neu Aepyceros Petersi, Cephalophus
Änchietae und Cephalophus i'uficrista. Proc. zool. soc. p. 741. .
252 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Brooke stellte eine neue Gazelle, Gazella Walleri aus dem
westlichen Africa auf. Proc. zool. soc. p. 929, pl. 56 mit Abbildung
des Schädels.
Brooke beschrieb weiter nach neuen Exemplaren seine Ga-
zella Granti (vergl. Ber. 1872 p. 109) mit Abbildung des Kopfes und
der Hörner in Holzschnitt. Proc. zool. soc. p. 723.
Wir erfahren durch Girtanner, dass die Steinbock - Colonie
in den Grajischen Alpen auch nach dem Tode Victor Emanuels,
durch den König Humbert auf Empfehlung von Louis de Pecco be-
schützt und erhalten werden soll. Zool. Garten 19 p. 349; Aus Wald
und Haide IT. Nr. 1, April 1878.
Girtanner, Der Alpensteinbock {Capra Ibex L.) mit beson-
derer Berücksichtigung der letzten Steinwildkolonie in den Grajischen
Alpen. Trier 1878.
Hartmann, Bemerkungen über Schafrassen. Sitzungsber. Ges.
naturf. Freunde zu Berlin p. 152.
Ovis Blanfordi Hume Journal Asiat. Soc. of Bengal 46 p. 327
aus dem Central-Gebirge von Kelat.
Blasius beschreibt unter dem Titel „Eine seltene Jagdbeute"
die Erlegung eines Mähnenschafes (Ovis tragelaphus), welches einem
Menageriebesitzer entsprungen war, und sich drei Wochen bei Krei-
ensen der Freiheit erfreut hatte. Er beschreibt dann das Thier mit
Abbildung des Schädels in verschiedenen Ansichten, und beschliesst
die Abbhandlung mit einer systematischen Zusammenstellung der
wilden Schafarten überhaupt, wobei er der Severtzow'schen Synopsis
im Allgemeinen folgt. L Mnsimon. Die Hörner bilden nur eine
unvollständige Spiralwindung, sind vorn convex ohne deutliche Kante,
nur beim Widder vorhanden. A. Lyrocerotes. Das rechte Hörn ist
rechts, das linke links gewunden, die Enden der Hörner sind rück-
wärts und nach innen gewandt; dahin 0. Burrhel Blyth, orientalis
Gmel., anatolica Val., cypria Blas. B. Cyclocerotes. Das rechte Hörn
ist links, das linke rechts gewunden. Die Enden der Hörner sind
vorwärts und nach innen gewandt, dahin 0. Musimon L. , Vignei
Blyth , cycloceros Blyth. II. Zwischenstufe zwischen den echten
Mufflons und den Schafen, Die Hörner bilden eine vollständige
Spiralwindung, vorn convex ohne deutliche Kanten; die Enden sind
direct nach vorn oder nach vorn und innen gewandt, nur beim
Widder; dahin nur Ovis Arkal Br. III. OviS. Die Hörner bilden eine
vollständige Spiralwindung, beide Ränder kantig vorspringend; die
Enden nach vorn gewandt, selten nach innen, bei beiden Geschlech-
tern das rechte Hörn links, das linke rechts gewunden, a. Dick-
horn- oder Bergschafe Nordamerikas, 0. montana Schreb., californiana
Dougl., b. Schneeschafe von Kamtschatka und Nordsibirien, 0. nivi-
cola Esch., borealis Sev. , c. Eigentliche Argali-Schafe von Central-
Asien, 0. Argali Pall., jubata Peters, Brookei Ward, Hodgsoni Blyth,
der Säugethiere während des Jahres 1878. 253
Blythi Sev., collium Sev. d. Katschare von Turkestan, 0. Polii Blytb,
Karelini Sev., Heinsii Sev., nigrimontana Sev. Separatabdruck aus
der Zeitschr. „Aus Wald und Haide".
Baumgärtner berichtete über die Bastardzucht von Ovis
musiraon und Ovis strepticornis auf der Wand bei Wiener-Neustadt
in Niederösterreich. Die Bastarde sind auch unter sich fruchtbar.
Zool. Garten 19 p. 238.
Endlich entschied die Frage, ob Ovis montana Wolle trage
oder nicht, dahin, dass auf den hohen Bergen im Schnee dieselben
mit einer Lage sehr feiner Wolle, etvra Va ^oU dick, bedeckt sind.
Sie werfen die Wolle ab, und sie wächst sehr schnell wieder. The
American Naturalist XII. p. 556.
Wrzesniowski machte Studien zur Geschichte des polnischen
Tur (ür, Urus, Bos primigenius Bojanus). Die Namen Tur und Zubr
sind oft verwechselt worden, andererseits aber lassen verschiedene Zeug-
nisse keinen Zweifel darüber übrig, dass man mit diesen Namen eigent-
lich zwei verschiedene Rinderarten, d, h. den Bos primigenius und Bison
europaeus bezeichnet habe. Die gegen die Existenz einer besonderen
Tur-Art erhobenen Einwendungen erscheinen nicht stichhaltig. Der
Tur hat sich am längsten in Polen erhalten , wo er in der Jakto-
rowna erst am Anfange des 17. Jahrhunderts, in dem Thiergarten
von Zamojski vielleicht noch später erloschen ist. Zeitschr. f. wiss.
Zool. 30 Suppl. p. 493—555.
Natantia.
Sirenia. Arthur Brown brachte einen Artikel über die Si-
renen, in welchem er namentlich das Verhalten des Mauati schildert,
welches 1876 in der Zoologischen Gesellschaft in Philadelphia in
Gefangenschaft gehalten wurde. Es war ein Weibchen von 6' Länge
aus dem Orinoco. Es frass fast nur ein Potamogeton in grosser
Menge, und lebte vom 15. Juni bis 15. Septeembr. The American
Naturahst XII. p. 291.
George Galliver fand die durchschnittliche Grösse der Blut-
körperchen bei Manatus americanus olnö ^^^^* ^°^^* ■^^'^^'^s nat.
bist. II p. 172.
Delphini. Sparre Schneider beschrieb Delphinus albirostrie
mit Abbildung und besprach einige andere an den nördlichen Küsten
Skandinaviens vorkommende Zahnwale. Tromsö Museums Aarshefter
L p. 54-65.
254 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Die durchschnittliche Grösse der Blutkörperchen bei Beluga
leucas ist nach George Galliver KqTq engl. Zoll. Annais nat. bist.
II. p. 173.
Balaenae. Gasco erklärt Balaena (Macleayius) australiensis,
von der sich im Pariser Museum ein Sklelet befindet, für sehr ähn-
lich mit Balaena biscayensis, wie es bei Tarent 1877 gefangen und
in Neapel als Skelet aufgestellt ist, hält sie aber doch für verschie-
dene Arten, die er vergleicht. Comptes rendus 1878 p. 410; Aunals
nat. bist. II. p. 495.
Die Abhandlung von Gasco über den bei Tarent gefangenen
Walfisch, ist Atti della Accademia sc. fis. e matem. VII. 1877 No. 16
erschienen. Sie bringt eine ausführliche Anatomie.
Sars lieferte einen Beitrag zur näheren Charakteristik der
Norwegischen Bartenwale. Er kennzeichnet durch Diagnosen drei
Arten, Balaenoptera rostrata Fabr., musculus Comp, und Sibbaldii
Gray, wobei er die Grösse, Körpergestalt, Farbe, Muudspalte, Flossen
und die Farbe der Barten verwendet. Alle drei sind abgebildet.
Forhandl. Vidensk. Selsk. Christiania 1878 Nr. 15.
Van Beneden stellte Betrachtungen über die geographische
Verbreitung der Balaenoptera an. Er zeigt, dass diese Wale den
Aequator nicht vermeiden wie die Balaenen, sondern dass sie die
Linie passiren können, sowohl im Atlantischen wie im Stillen Ocean.
Beim Vergleiche des Nord -atlantischen Ocean mit dem Nord-paci-
fischen, bezeichnet er Balaenoptera sulfurea als der Sibbaldi, velifera
der musculus, Davidsonii der rostrata und Megaptera versabilis der
M. boops entsprechend. Er sieht es nun als die Aufgabe der Ceto-
logen an, zu bestimmen, ob diese verschiedenen Formen ähnliche
Species sind, wie gewisse Landsäagethiere der alten und neuen Welt,
oder ob es kosmopolitische Thiere sind, von denen einige dem grösse-
ren oder geringeren Einfluss des Mediums unterlegen sind, in wel-
chem sie während einiger Generationen gelebt haben. Bulletin de
l'acad. de Belgique 47 p. 167. Aehnliches sucht er ib. p. 401 für die
Cetodonten nachzuweisen.
Marsnpialia.
Cunnnigham beschrieb die Musculatur der Schulter und des
Oberarms vou Thylacinus cynocephalus , Phalangista maculata und
Phascogale calura. Report of the British Association advanc. science
1877 p. 107.
Dasyurina Phascogale dorsalis Peters und Doria, Annali Mus.
civ. di Genova VIII. p. 335 von Neu-Guinea.
der Säugethiere während des Jahres 1878. 265
Syndactylina. Perameles longicauda Peters und Doria ib. p.
335 von Neu -Guinea. — P. Raffrayana Alphonse Milne "Edwards
Annales des sc. nat. VII. Art. 11 pl. 8 von Neu-Guinea.
Scandentia. Aiston konnte acht Schädel von Cuscus orien-
talis Pall. untersuchen. In vier derselben war der überzählige obere
praemolaris vorhanden , bald fast so gross wie der erste constante
praemolaris, bald rudimentär, in den anderen vier fehlt er ganz.
Auch die Zahl der functionslosen Zähne des Unterkiefers ist ver-
schieden, jedoch scheint ihre normale Zahl drei zu sein. Proc. zool.
soc. p. 274.
Macropoda. Owen notirte, dass sein neues australisches Beutel-
thier, welches er 1877 beschrieb, bereits von Pierson Ramsay Hypsi-
prymnodon moschatus in Proc. Linnean Soc. of New South Wales,
Sidney 1876 p. 38 genannt sei. Annais nat. bist. I. p. 103.
Parker hat das Kniegelenk des Känguruh untersucht. Er
fand an ihm fünf Ligamente, so dass es viel vollständiger ausge-
bildet ist als beim Menschen. Proc. Philadelphia 1878 p. 222.
Monotremata.
Ryder berichtet über die neu beschriebenen Monotremen, und
glaubt Echidna Ramsay als verschiedene Art von hystrix , sowie
Acanthoglossus als Gattung anerkennen zu müssen. The American
Naturalist XII. p. 320.
Ar mit bestätigt das Vorkommen von Tachyglossus und Or-
nithorhynchus im nördlichen und nordöstlichen Queensland. Jouru.
Linnean Soc. XIV. p. 411.
Murie hat einen durch Armit von Queensland eingesandten
Schädel von Echidna untersucht, und fand ihn nicht verschieden von
Echidna hystrix. Der Gaumen ist in Holzschnitt abgebildet. Ib. p. 413.
Arohiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd.
R
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1878.
Von
Troschel.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs,
wissenschaftlich dargestellt in Wort und Bild, bearbeitet
bekanntlich Hoff mann die Amphibien. Von dieser Ab-
theilung erschienen die Lieferungen 18 — 23 in zwei Heften.
Nach den Abschnitten über Athmung und Fortpflanzung
folgt die Classification und geographische Verbreitung,
womit die Abtheilung zum Schlüsse gelangt ist. Das Re-
gister ist zwar alphabetisch geordnet, aber wenig genau
der alphabetischen Folge entsprechend.
In einer Abhandlung von Goette über die ver-
gleichende Morphologie des Skeletsystems der Wirbelthiere
ist ein längerer Abschnitt über das Brustbein und den
Schultergürtel der Reptilien p. 507—549 und den Amphi-
bien p. 570—612 gewidmet. Wir müssen auf einen Aus-
zug verzichten. Archiv für mikrosk. Anatomie 14 p. 502
—620 mit Tafel 30—33. — Ferner wird ib. 15 p. 315 die
Wirbelsäule mit ihren Anhängen abgehandelt.
Unter dem Titel „Beiträge zur vergl. Anatomie der
Wirbelthiere" machte Hoffmann Untersuchungen über Carpus
und Tarsus der Reptilien bekannt, und vergleicht sie mit
denen der Amphibien; ferner über das Integument und
das Hautskelet sowie über die Chorda dorsalis bei den
Schildkröten. Niederlaend. Archiv für Zoologie IV. p. 103.
Partsch, Beiträge zur Kenntniss des Vorderdarmes
einiger Amphibien und Reptilien. Es handelt sich um die
während des Jahres 1878. 257
das Pepsin bereitenden Zellen. Archiv mikr. Anatomie 14.
p. 179 mit Tafel XII.
Pagenstecher hat in der Allgemeinen Zoologie p.
277 — 335 die Athmung der Amphibien abgehandelt.
Max Braun, Das Urogenitalsystem der einheimischen
Reptilien, entwicklungsgeschichtlich und anatomisch bear-
beitet. Arbeiten d. zool. -zoot. Inst. Würzburg IV p. 113
mit 6 Tafeln.
Kupffer und Benecke, Die ersten Entwicklungs-
vorgänge am Ei der Reptilien. Königsberg 1878. Die
Mittheilungen stützen sich auf Lacerta agilis und Emys
europaea.
Fürbringe r, Zur vergleichenden Anatomie und Ent-
wickelungsgeschichte der Excretionsorgane der Vertebraten,
vorwiegend der Amphibien. Morphol. Jahrbuch IV. p. 1.
Kerbert schrieb über die Haut der Reptilien und
anderer Wirbelthiere. Er unterscheidet eine Epitrichial-
schicht, darunter die Epidermis und die Cutis. Bei der
Betrachtung über die Entwickelung der Schuppen findet
Verf., dass Schuppen, Federn und Haare homologe Gebilde
sind. Archiv für mikrosk. Anatomie 13 p. 215 mit Tafel
18—20.
Leydig hat die Zeichnungen, welche Rösel von
Rosenhof zur Herausgabe eines Werkes über die Eidechsen
angefertigt hatte, in Strassburg wieder aufgefunden, und
theilt eine Beschreibung derselben nebst einigen Briefen
mit. Sie enthalten die Entwickelung der Tritonen, ferner
Lacerta agilis. Verb, des naturhist. Vereines der preuss.
Rheinlande und Westfalens 1878 p. 1 — 41.
F. Müller hat einen Katalog der im Museum und
Universitäts-Cabinet zu Basel aufgestellten Amphibien und
Reptilien verfasst. Verhandl. der Naturf. Ges. in Basel
VI. 4. 1878 mit drei Tafeln. Der Bestand der ganzen
Sammlung ist 920 Amphibien in 11 8 Arten, 1110 Schlangen
in 312 Arten, 738 Saurier in 174 Arten, 23 Crocodile in 8
Arten und 101 Schildkröten in 38 Arten, zusammen 2892
Stücke in 650 Arten. In Form von Anmerkungen zum
Katalog sind 81 Arten näher beschrieben, und zum Theil
als neue Varietäten, oder neue Arten, selbst neue Gattungen
268 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
bezeichnet. Leider sind aber denselben auffallender Weise
keine Namen beigelegt, so dass wir auch nicht in der Lage
sind, dieselben unten am systematischen Orte anzuführen.
Eine neue Gattung und Art der Boaeiden, eine Varietät
von Pliocercus Salvinii, neuen Arten von Ablabes und Cy-
nisca und zwei neue Spelerpes sind abgebildet.
Böttger veröffentlichte Studien über neue oder wenig
bekannte Eidechsen. Er beschrieb daselbst ausser zwei
neuen Arten, die unten namhaft gemacht werden: Hemi-
dactylus frenatus Schi. var. calabaricus Bttg. , Cophotis
ceylanica Peters, Eumeces (Plestiodon) japonicus Peters,
Hemisphaeriodon Gerrardii Gray und Ecpleopus (Pholido-
bolus) montium Peters. 17. und 18. Jahresbericht des Offen-
bacher Vereins für Naturkunde 1878.
J. von Bedriaga theilte Beobachtungen an Reptilien
und Amphibien in der Gefangenschaft mit. Chamäleon,
Stellio, die Faraglioni-Eidechse, Mauer-Eidechsen, Lacerta
ocellata, Platydactylus facetanus, Gongylus ocellatus, Phry-
nosoma orbicularis ; — endlich Axolotl und 01m. Zool.
Garten 19 p. 82.
Gomphe erklärt in seinem Buche „Säugethiere, Am-
phibien und Würmer" p. 61 alle Amphibien, mit Ausnahme
der Kreuzotter, für Freunde der Landwirthschaft, indem sie
andere, den Kulturpflanzen schädliche Thiere vertilgen.
Näher erörtert werden Anguis fragilis, Coluber natrix, Bufo
cinereus, Salamandra maculosa, Rana temporaria, Hyla ar-
borea, Lacerta vulgaris und Emys europaea.
Europa. Zufolge Malm's „Göteborgs och Bohusläns
Fauna" pag. 365 kommen in Göteborg und Bohuslän an
Amphibien vor: 2 Eidechsen, 3 Schlangen und 6 Batrachier.
Co 11 et machte Bemerkungen über die Norwegischen
Reptilien und Batrachier. Er bespricht fünf Reptilien,
Lacerta vivipara, Anguis fragilis, Natrix vulgaris, Coronella
austriaca und Coluber berus; desgleichen fünf Batrachier
Rana platyrrhina, Rana arvalis, Bufo vulgaris, Triton palu-
stris und Triton aquaticus. Forhandlinger i Videnskabs-
Selskabet i Christiania 1878 No. 3.
Fr i edel giebt Nachricht über die Kriech thiere Ir-
lands. Chelonia caretta, Zootoca vivipara, Triton cristatus
während des Jahres 1878. 259
und taeniatus, Rana temporaria und Bufo calamita scheinen
die einzigen dort vorkommenden Arten zu sein. Zool. Gar-
ten 19 p. 366.
Noll erörtert die Verbreitung und die Art der Ein-
wanderung folgender Amphibien im Rheinthale. Lacerta
viridis soll am Rhein von der Schweiz aus eingewandert
sein, ihr nördliches Vordringen an Elbe und Oder deutet
auf Böhmen und Mähren hin. Auch Locerta muralis stammt
aus dem Süden. Von Coluber flavescens und Tropidonotus
tessellatus werden die verschiedenen Ansichten über die Ein-
wanderung zusammengestellt. Alytes obstetricans hat seine
Heiraath in Frankreich , Triton palmatus ebenfalls ; beide
haben sich den Flussthälern folgend nach Deutschland ver-
»breitet. Jahresber. des Vereins für Geographie und Statistik.
In Wiepken und Greve Die Wirbelthiere des Her-
zogthums Oldenburg 1878 sind die Reptilien und Amphi-
bien von Greve bearbeitet. Daselbst kommen nur 3 Ei-
dechsen, 3 Schlangen, 8 ungeschwänzte und 5 geschwänzte
Batrachier vor.
Die „Fauna d'Italia" ist ohne Angabe der Jahreszahl
erschienen, obgleich es doch wohl als eine Pflicht anzu-
sehen ist, die Zeit des Erscheinens auf dem Titel eines
Buches zu bezeichnen. Nach gründlicher Einsicht habe ich
nur in der Vorrede über die Vögel die Jahreszahl 1872,
unter der über die Amphibien 1874 gefunden. Die Säuge-
thiere sind von Cornalia, die Vögel von Salvadori, die
Fische von Canestriüi, die Amphibien von deBetta be-
arbeitet worden. Da ich übersehen habe, über die letzteren
seiner Zeit zu berichten, wahrscheinlich 1874, so sei hier
nachträglich bemerkt, dass nach diesem Buche in Italien
5 Schildkröten, 16 Eidechsen, 16 Schlangen und 22 Ba-
trachier vorkommen.
De Betta machte Bemerkungen über einige italie-
nische Amphibien, namentlich über Phyllodactylus europaeus,
Tropidonotus natrix, Vipera aspis, Pelodytes punctatus,
Salamandra atra, Triton Blasii, Triton vittatus und Triton
taeniatus. Atti del R. Istituto Veneto IV. p. 963.
Nach Lessona kommen Pelobates fuscus und Rana
agilis in Piemont vor. Atti della Accad. di Torino XII. p. 563.
260 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Testi fügte der herpetologischen Fauna des Mode-
nesischen drei Schlangen hinzu : Coronella girundica Daud.,
Elaphis Aesculapii Host, und Tropidonotus tessellatus Wagl.
Damit enthält das Verzeichniss 1 Schildkröte, 3 Eidechsen,
7 Schlangen. Annuario della Soc. dei Naturalisti in Mo-
dena XII. p. 186.
Karoli verzeichnete die Amphibien Ungarns. Von
den geschwänzten wurden angeführt Triton taeniatus, al-
pestris und cristatus , Salamandra maculosa und atra.
Naturh. Hefte vom ungarischen National-Museum IL p. 1.
Ferner ib. pag. 94 von ungeschwänzten Pelobates fuscus,
Bombinator igneus, Hyla arborea, Rana esculenta und fusca,
Bufo vulgaris, variabilis und calamita. — Das Verzeichniss
mit den Fundorten ist p. 177 mit Weglassung des Triton
taeniatus deutsch wiederholt. — Verf. hatte im Obigen Pe-
lobates fuscus als sehr selten bezeichnet; dem widerspricht
Entz ib. p. 272 und macht auf einige Varietäten von Eana
aufmerksam, und behauptet, dass Bufo calamita höchstens
auf einige Oertlichkeiten beschränkt lebt.
Moscary erwähnt in seinen Angaben über die Fauna
der Ungarischen Comitate Zölyom und Liptö nur drei Am-
phibien, nämlich Anguis fragilis, Lacerta vivipara und Rana
temporaria. Math, und naturh. Mittheil, der Ungarischen
Akad. der Wiss. XV. p. 231.
In H e 1 d r e i c h's Fauna der Wirbelthiere Griechenlands,
die er Athen 1878 für die Pariser Ausstellung zusammen-
gestellt hat, figuriren von Amphibien 4 Schildkröten, 25
Eidechsen, 17 Schlangen, 9 Batrachier.
Die Reptilien und Amphibien des Kaukasus- Gebietes
sind von Schreiber in Goerz bestimmt worden. Es sind
3 Batrachier, 4 Schlangen, 10 Eidechsen und 1 Schildkröte.
Naturw. Beitrag zur Kenntniss der Kaukasusländer von
Schneider p. 94.
In den von Beketoff herausgegebenen Arbeiten der
St. Petersburger Gesellschaft der Naturforscher VIII ist im
Anhange die zoologische Reise nach Transkaukasien im
Jahre 1875 von Kessler in russischer Sprache erschienen.
Daselbst wird p. 143 eine systematische Uebersicht der
während des Jahres 1878. 261
Reptilien und Amphibien von Kaukasien gegeben. Es sind
3 Schildkröten, 20 Eidechsen, worunter 2 neue Arten, 21
Schlangen, 6 ungeschwänzte und 4 geschwänzte Batrachier.
Die beiden neuen Eidechsen sind abgebildet.
Africa. Camerano machte Bemerkungen über einige
ungeschwänzte Batrachier von Marocco, Rana esculenta,
eine neiie Art Discoglossus, Bufo vulgaris und pantherinus,
Hyla arborea. Atti della Accad. di Torino XIII. p. 542.
Die Reptilien der Sahara sind nach Largeau, „Le
Sahare'^, Paris 1877 p. 253, sehr zahlreich. Cerastes ae-
gyptiacus und die kleine Viper sind die gefährlichsten.
Python ist selten. Unter den Eidechsen, von denen viele
Arten vorkommen sollen, wird Scincus officinalis hervor-
gehoben.
Klunzinger beobachtete bei Koseir von Reptilien
3 Schildkröten (Chelonia imbricata, Ch. olivacea und Sphar-
gis coriacea), 10 Eidechsen und 3 Schlangen. Zeitschr. der
Ges. für Erdkunde in Berlin 1878 p. 91.
Die durch Hildebrandt in Ostafrica zusammengebrachte
Sammlung ergab nach Peters 3 Schildkröten, 21 Eidech-
sen, 21 Schlangen, 9 Batrachier. Einige neue Arten. Ber-
liner Monatsberichte p. 202.
Oscar Böttger hat zu seinen Reptilien und Amphi-
bien von Madagascar (vergl. vorj. Ber. p. 113) einen ersten
Nachtrag geliefert. Das Material zu demselben stammt von
Nossi-Be und war in einem Glase der früheren Sammlung
des Herrn Ebenau enthalten und tibersehen worden. Zwei
neue Geckonen, darunter eine neue Gattung, sind beschrie-
ben und dadurch die Anzahl der Species von Madagascar
und den unmittelbar benachbarten Eilanden auf 122 erhöhet.
Von den 63 Eidechsen sind 82%, von den 101 Reptilien
74Vo der Insel Madagascar eigenthümlich. Die beiden neuen
Arten, sowie auch Hemidactylus frenatus Schleg., Chamaeleo
nasutus Gray und pardalis Cuv., sind abgebildet.
Nach Dahle „Madagaskar og dets Beboere, Christiania
1876" p. 23 finden sich Reptilien und Schlangen in Mada-
gaskar in Menge, doch ist von letzteren keine giftig. Cha-
maeleo bifidus fiel dem Verf. besonders auf.
Asien. Günther untersuchte fünf Reptilien von
262 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Midian, die alle die Charaktere der circummediterranen
Fauna haben. Es war ein Gongylus, 2 Zamenis und 2
Echis, darunter 2 neue Arten. Proc. zool. Soc. p. 977.
Günther bestimmte auch in Burton „The Gold
Mines of Midian, London 1878" p. 398 die gesammelten
Amphibien. Es sind die folgenden: Acanthodactylus Cantoris,
Uromastix spinipes, Ceramodactylus Doriae, Zamenis ven-
trimaculatus und Bufo pantherinus.
Nach Blanford, der in Eastern Persia Vol. II 1876
p. 305—431 die Reptilien und p. 432—436 die Amphibien
bearbeitet hat, kommen in Persien 5 Schildkröten, 54 Ei-
dechsen, 34 Schlangen und 9 Batrachier vor. Abgebildet
sind auf pl. 19—28 folgende Arten : Stellio nuptus de Fil.,
liratus Blanf., caucasicus Eichw. , microlepis Blanf., Cen-
trotrachelus Asmussi Strauch, Bunopus tuberculatus Blanf.,
Pristiurus rupestris Blanf., Ceramodactylus Blanf., Aga-
mura cruralis Blanf., persica Dum., Lacerta Brandti de
Fil., princeps Blanf., meizolepis Stol., Eremias persica
Blanf., fasciata Blanf., Acanthodactylus Cantoris Gthr., mi-
cropholis Blanf, Euprepes septemtaeniatus Reuss, Ablepha-
rus bivittatus de Fil., Brandti Strauch, Zygnopsis brevipes
Blanf., Typhlops persicus Blanf., Cyclophis persicus Ander-
son, Dipsas rhinopoma Blanf, Bufo olivaceus Blanf.
Blanford beschrieb einige Eidechsen von Sind, unter
denen drei neue Arten. Journal Asiat. Soc. of Bengal 45
pag. 18.
Blanford beschrieb auch einige Reptilien aus dem
Himalaya und Burma, worunter auch eine neue Schlangen-
gattung ülupe. Ib. 47 p. 125.
Bei Anderson Anatomical and zoological researches
ofYunnan sind p. 705— 834 den Reptilien und p. 835—869
den Amphibien gewidmet. Es sind 14 Schildkröten, 16
Eidechsen, 27 Schlangen, 16 ungeschwänzte und ein ge-
schwänzter Batrachier (Tylotriton verrucosus). Dazu ge-
hören 23 Tafeln. Viele Arten sind sehr eingehend be-
schrieben.
Australien. Sau vage verzeichnete die Reptilien von
Neu-Guinea. Daselbst leben 3 Schildkröten, 46 Eidechsen,
34 Schlangen. Bull. Soc. Philomatique de Paris.
wahrend des Jahres 1878. 263
Peters und Doria bearbeiteten einen Catalog der
Reptilien und Batrachier mit Abbildungen, welche sich durch
Beccari, d'Albertis und Brujin aus der Austro-Malayischen
Region in dem Museo civico di Genova befinden. Es sind
5 Schildkröten, 1 Crocodil, 75 Eidechsen (10 Monitores,
34 Scincoiden, 13 Geckonen, 18 Agamen), 55 Schlangen
(4 Typblopini, 2 Elysiae, 25 Colubrina, 1 Acrochordina, 9
Peropodes, 6 Elapina, 7 Hydrophides, 1 Crotalina), 20 Ba-
trachia anura. Die zahlreichen neuen Arten siehe unten.
Annali del Museo civico di Genova XIII. p. 323—450.
Tav. 1—7.
Macleay berichtete über eine Sammlung von Schlan-
gen von Port Darwin, gesammelt durch Spalding, bestehend
aus 12 Arten. Darunter 5 neue Arten mit einer neuen
Gattung. Proc. Linnean Soc. of New South Wales IL p. 219.
Nach Dixon kommen auf Maiden Island 4<*2' Stidl.
Br. und 154^ 58' Westl. L. zwei Eidechsen vor, eine hell-
rothe etwa 6' lange und ein dunkler Gecko. Journ. and
Proc. Soc. New South Wales XL p. 172.
Amerika. Im Bulletin of the U. S. national Museum
Nr. 1 erschien bereits 1875 von Cope Check-List of North
American Batrachia and Reptilia, with a systematic list of
the higher groups and an essay on geographica! distri-
bution, based on the specimens contained in the U. S. natio-
nal Museum. Washington.
Alex. Ross verzeichnet in dem Catalogue of Mam-
mals, birds, reptiles and fishes, Montreal 1878 für Canada
15 Schildkröten, 3 Eidechsen, 19 Schlangen, 8 "unge-
schwänzte und 3 geschwänzte Batrachier, zusammen 48
Arten.
Coues und Yarrow haben die Herpetologie von Da-
kota und Montana nach den im Jahr 1873—74 gesammel-
ten Exemplaren bearbeitet. Es sind verzeichnet 5 Schild-
kröten, 15 Schlangen, 3 Eidechsen und 5 Batrachier. Bull.
U. S. geol. and geogr. Survey IX. p. 259.
Coues und Yarrow haben die Reptilienfauna von
Fort Macon N. C. gegen die erste Mittheilung (Ber. ü. d.
Jahr 1872 p. 121 stark bereichert, indem sie 4 Schildkröten,
264 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
4 Eidechsen, 8 Schlangen und 6 Batrachier hinzufügten.
Proc. Philadelphia 1878 p. 24.
Knapp erwähnt von Amphibien, welche in Cuba vor-
kommen, das Crocodil und den Caiman, die Iguana, ein
Chamäleon, eine Höhleneidechse, die er in den Grotten von
Cubitas fing, und die er für eine Art Proteus hält (?). Von
Batrachiern wird ein Miniatur -Laubfrosch Hyla arborea
genannt. Schlangen sind sehr zahlreich, keine giftig. Ab-
bandl. naturh. Ges. zu Nürnberg VI. p. 58.
Chelonii.
Monks, üeber die Columella und den Stapes bei einigen Nord-
amerikanischen Schildkröten. Proceed. Amer. philos. Society XVII.
No. 101. p. 335.
Rathouis fand bei Trionyx und Emys Reevesii gewisse
Taschen, bei Trionyx sechs, bei Emys vier, deren physiologische Be-
deutung er nicht kennt. Annales des sc. nat. VII Art, 13.
Camerano machte auf die secundären Geschlechtscharaktere
von Testudo ibera Pall. aufmerksam. Atti della Accademia di Torino
Xin. p. 97 tav. IV.
Euchelymys suhglohosa Krefift Annäli Mus. civ. di Genova VIII.
1876 p. 390 von Neu -Guinea. Verf. schliesst daran einige Bemer-
kungen über die Beziehjingen Neu-Guinea's zu der Australischen
Fauna.
Batagur iravadica Anderson Anat. and zool. researches of
Yunnan p. 705 pl. 44, 45, 48, 49 aus Yunnan.
Saurii.
Schöbl, lieber eine eigenthümliche Schleifenbildung der Blut-
gefässe im Gehirn und Rückenmark der Saurier. Verf. fand dies
eigenthümliche Verhalten bei allen Sauriern mit Ausnahme der Cha-
maeleoniden. Bei den Schlangen findet sich eine ähnliche Schleifen-
bildung nicht. Archiv mikrosk. Anatomie 15 p. 60.
Mivart und Clarke haben über den Sacral -Plexus und die
Sacral- Wirbel der Eidechsen und anderer Wirbelthiere Untersuchun-
gen angestellt. Er geht davon aus , dass die Nerven mindestens
eben so viel Bedeutung für die Bestimmung der Sa cral> Wirbel haben,
■wie die osteologischen Charaktere. Untersucht sind in dieser Be-
während des Jahres 1878. 265
Ziehung Chamaeleo vulgaris, Lacerta viridis, Tejus Teguixin, Gram-
matophora barbata, Agama colonorura, Iguana tuberculata und
Monitor arenarius. Transactions of the Linnean Soc. of London I.
p. 513—532 mit zwei Tafeln.
Crocodilini. Rabl-Rückhard beschrieb das Central-Nerven-
system des Alligators ausführlich. Zeitschr. für wiss. Zoologie 30
p. 336—373, Taf. 19 und 20.
Miall, The skull of the Crocodile. A. Manual for Students.
London 1878. Studies in Comp, Anatomy No. 1.
Monitores. Monitor Salvadorn Peters et Doria Annali Mus.
di Genova XIIL p. 337 tab. 2 fig. 1,;2 von Neu-Guinea.
Ameivae. Cnemidophorus maculatus, Taf. 4 aus Columbien und
Cn. divisus Taf. 5 aus Neugranada Fischer Verh. Hamburg-Altona
IIL p. 95.
Die beiden neuen Gattungen Tejovaranus u. Lanthanotus
von Steindachner, die bereits im vorj. Bericht p. 117 erwähnt wor-
den sind, sind in Wiener Denkschriften 38 p. 93 ausführlich be-
schrieben und auf Tafel I und 11 abgebildet.
Lacertae. De Betta mächte kritische Bemerkungen über La-
certa tiliguerta auct. Sowohl die tiliguerta Cetti wie die von De Filippi
und die von Camerano erklärt er einfach für Varietäten von Podar-
cis muralis. Atti del R. Istituto Veneto IV. p. 889.
V. Bedriaga,' Lacerta muralis var. Rasquinettii. Dieses Ar-
chiv p. 128. Kurze Notiz. Diese und andere Varietäten werden
ferner ib. p. 259 — 320 ausführlicher beschrieben und Tafel X abge-
bildet.
Leith Adams fand auf der Insel Filfla bei Malta die Ei-
dechsen auf dem Felsen schön bronze-schwarz gefärbt. Nature 19
p. 53. — Ib. p. 97 macht Giglioli Bemerkungen über die Farben-
Varietäten der Eidechsen.
Lacerta PortschinsJcii Kessler Reise nach Kaukasien 1. c. p.
160 Tab. I. aus Kaukasien.
Camerano beschrieb zwei neue Arten von Lacerta, Podarcis
Deßlippü Sina 'PeTsien unA judaica aus Palästina. Er giebt dabei eine
Charakteristik der übrigen bekannten Arten dieser Gattung. Atti
della Accademia di Torino XIII p. 79 tav. I— III.
Podarcis depressa Camerano (Lac. taurica De Filippi nee
Pallas) von Trapezunt bis Tiflis. Ib. p. 538.
Eremias Strauchi Kessler Reise nach Kaukasien l. c. p. 166
tab. II. aus Kaukasien. — E. rugiceps Peters Berliner Monatsber.
p. 202 Taf. II. Fig. 1 von Taita in Ostafrica.
Agamae. Draco Beccarü Peters und Doria Annali Mus. di Ge-
nova XIII p. 373 von Celebes. — Dr. major Blanford Journal Asiat.
Soc. of Bengal 47. p. 125 aus Tenasserim.
Goniocephalus (Lophosteus) ÄTbertisii, G. (Hypsilurus) Bruynii
266 Tr ose hei: Berieht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
und G. (Arua) geelvirikianus Peters u, Doria Annali Mus. di Genova
XIII p. 377 von Neu-Guinea.
Bronchocela intermedia Peters und Doria Annali Mus. di Ge-
nova XIII p. 375 von Gelebes. — Br. burmana Blanford Journ. Asiat.
Soc. 47 p. 127 aus Tavoy und Tenasserim.
Lophosalea n. gen. Beddome Proc. zool. soc. p. 153. Keine
Schenkelporen, keine seitlichen Flughäute, Tympanum nackt; Kamm
des Rückens und vorderen Theil des Schwanzes sehr hoch, deren
Lappen getrennt; Schuppeu des Rückens und der Seiten gross, un-
regelmässig, dachziegelartig, fast gleich gross, aber mit einigen
kleinen Schuppen untermischt, stark gekielt, die Spitzen nach hinten
gerichtet; einige dreieckige oder dornige Schuppen über dem Tym-
panum; ein grosser Kehlsack; Schwanz massig lang, sehr zusammen-
gedrückt; alle Schuppen gekielt, die unteren sehr vorspringend. Von
Salea durch den Kehlsack, von Cophotis durch das nackte Trommel-
fell unterschieden. L. anamallayana von den Anamallay- Bergen,
6000' ü. M.
Oriocalotes Tcakhienensis Anderson Anat. and zool. researches
of Yunnan p. 806 pl. 76 fig. 1 von Yunnan,
Japalura yunnanensis Anders, ib. p. 803 pl. 76 fig. 2 von Yunnan.
Joh. von Fischer machte ergänzende Bemerkungen zur
Kenntniss der Lebensweise der gemeinen Dorneidechse oder des Har-
dun (Stellio vulgaris Daud.), indem er an den Aufsatz von Simons
vom vorigen Jahre anknüpfte. Zool. Garten 19. p. 135.
Trapelus rubrigularis Blanford Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45
p. 23 aus Sind.
Geckones. Ptyodactylus homolepis Blanford Journ. Asiat. Soc.
of Bengal 45 p. 19 aus Sind.
üroplates Ebenaui Boettger Abhandl. Senckenbergisch. Ges.
XI. Separatabdr. p. 5 Taf. 1 Fig. 1 von Nossi Be bei Madagascar.
Stenodactylus orientalis Blanford Journ. Asiat. Soc. of Bengal
45 p. 21 aus Sind.
Ebenavia n. gen. Boettger Abhandll. Senckenberg.' Ges. XI.
Separatabd. p. 8. Submentalia special ia nulla ; disci scansorii truncati,
trapezium formantes, sulco longitudinali obsolete bipartiti, plani;
pholidosis notaei caiidaeque verticiilatae heterogenea ; digiti omnes
inermes, lineares, subtus serie singula lamellarum transversarum in-
structi; halluces aequa formatione ac digiti caeteri, longi ; plica la-
teralis nulla; pori feraorales et praeanales nulli. E. inunguis Taf.
1 Fig. 3 von Nossi-Be bei Madagascar.
Ptychopleurae. Sau vage hat bei Pseudopus Pallasii, welchem
bekanntlich die äusseren Vordergliedmassen gänzlich fehlen, die
Schulter und das Brustbein nebst den zugehörigen Muskeln be-
schrieben. Von den verschiedenen Stücken , welche den Sterno-
brachial- Apparat zusammensetzen, sind die Clavicula und die Inter-
während des Jahres 1878. 267
clavicula allein knöchern, das Coracoideum ist halb knöchern, die
übrigen Stücke bleiben knorplig. Aunales des sc nat. VII. Art.
No. 15.
Scinci. Lygosoma nigropunctatum Bocourt Annales des sc. nat.
VII Art. 16 p. 2 von Whampoa.
Lygosoma (Mocoa) Sondert und L. {Lygosoma) Mülleri Peters
Sitzungsb. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 191 aus Südaustralien.
— L. (Mocoa) orichalceum Böttger 17. und 18. Jahresbericht des
Offenbacher Vereins, p. 2 aus Australien. L. {Hinulia) consobrinum
von Batjan, undulatum von Misori, elegantulum von Nordaustralien,
L. (Mocoa) lacrymans von Neu -Süd -Wales Peters et Doria Ai^nali
Mus. di Genova XIII. p. 342.
Mocoa exigua Anderson Anat. and zool. researches of Yunnan
p. 797 aus Yuncan.
Eumeces Fischeri Bocourt Annales des sc. nat. VII Art. 16
p. 1 von Puerto Cabello.
Heteropus Beccarü von der Insel Kei, Albertisii und luctuosus
vom südöstlichen Neu-Guinea Peters und Doria Annali Mus. di Ge-
nova XIII p. 361.
Euprepes (Tiliqud) cingulatus und callistictus Peters et Doria
Annali Mus. di Genova XIII p. 352 von Neu-Guinea.
Euprepes planifrons , taitanus und megalurus Peters Berliner
Monatsber. p. 203 Taf. II. Fig. 2, 3, 4 aus Taita. — E. ocellatus
Bocourt Annales des sc. nat. VII. Art. 19. p. 3 aus Südamerica.
Joh. v. Fischer gab einen Beitrag zur Kenntniss der Lebens-
weise der Walzenechsen (Gongylns ocellatus Wagl.) , und beschrieb
ein heizbares Terrarium, welches sich für die Saurier als sehr em-
pfehlenswerth erwiesen hat. Zool. Garten 19. p. 49.
Ecpleopus (Oreosaurus) Petersi Böttger 17. und 18. Jahresber.
des Offenbacher Vereins, p. 9 Taf. I. Fig. 2 aus Para in Nord-
brasilien.
Lessona beschrieb eine Anguis fragilis mit zwei Köpfen. Atti
della Accad. di Torino XII p. 174 tav. V.
Amphisbaenae. Amphishaena leucocephala von Bahia, subocu-
laris von Pernambuco, Müdei von Porto Alegre, cubana aus Cuba
Peters Berliner Monatsber. p. 778 mit einer Tafel Abbildungen. —
Ä. Kraussi Peters Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 192
aus Westafrica.
Serpentes.
Fischer machte den Vorschlag, Zahlenformeln bei Diagnosen
von Schlangen anzuwenden, um die Diagnosen zu kürzen, und die
268 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
erste Orientirung zu erleichtern. Er bezeichnet mit Sl. die Zahl der
Längsreihen von Schuppen in der Körpermitte, 0. die Zahl der
Ante- und Post-Ocularia , L. (als Bruch) die Zahl der Ober- und
ünterlippenschilder, T. die Zahl und Reihen der zwischen Parietale
und Lippenschildern liegenden Schläfenschilder , V. die Zahl der
Bauchschilder bis zum Analschilde exclusive, A. das einfache oder
(als Bruch) das getheilte Anale, Sc. die Zahl der einfachen oder (als
Bruch) der getheilten Schwanzschilder. Er wendet solche Formeln
bei einigen ebenda beschriebenen neuen Schlangen an, z. B. für
Tropidonotus quadriserialis : Sl. 19, 0. 1. 2, L. »/^o, T. l-f-2-|-3, V.
147, A. ^/a, Sc. '^/,9. Verh. d. naturw. Vereins von Hamburg-Altona.
in. p. 78.
C ragin widerlegte die gewöhnliche Ansicht, dass Schlangen
nichts essen, was sie nicht selbst getödtet haben, durch die That-
sache, dass eine Boa constrictor eine von ihm Tags zuvor getödtete
Eutaenia sirtalis verzehrte. The American Naturalist XII p. 820.
Ewart, The poisonous snakes of India for the use of the
officials and others residing in the Indian Empire. London 1878«
Verf. bezeichnet das Buch als ein Supplement zu Fayrer's Thanato-
phidia of India. Er hat die Platten davon benutzt. 23 Arten sind
abgebildet. Das Buch wird gewiss den Zweck, den Bewohnern Indiens
die Giftschlangen leicht kenntlich zu machen, vollständig erreichen.
Yarrow beschreibt eine zweiköpfige Schlange, Ophibolus ge-
tulus L., welche sich im Museum der Smithsonian Institution be-
findet. The American Naturalist XII p. 470. — Kingsley erinnert
ib. p. 694 an die zweiköpfige Amphisbaena, welche einen Kopf an
jedem Ende hatte, beschrieben in Becket and De Hondt Essay on
the Natural history of Guiana 1769.
Epanodonta. Typhlops {LetheoNä) unitaeniatus Peters Berliner
Monatsber. p. 205 Taf. 11 Fip. 5 von Taita.
üropeltina. Beddome beschrieb sechs neue Arten Silybura
aus Indien; S. Broughami, Levingii, ochracea, Dujpeni, Guentheri und
madurensis. Proc. zool. soc. p. 800. — Ebenso Silybura vom Pul-
ney-Gebirge, nitida und Petersi vom Anamalley-Gebirge , maculata
unbekannten Vaterlandes. Proc. zool. soc. p. 154.
Feropodes. Fischer beschrieb ein Fxemplar des Stuttgarter
Museums von Eryx (Rhoptrura) Reinhardtii Schlg. Verhandl. Ham-
burg-Altona III p. 91 Taf. III Fig. 1 — 6 von Begoro in Westafrika.
Liasis papuanus und Albertisii Peters und Doria Annali Mus.
di Genova XIII p. 400 tab. 3 fig. 1 und 2 von Neu-Guinea.
Calamarina. Xylophis n. gen. Beddome Proc. zool. soc. p.
576. Körper cylindrisch, dünn; Kopf kurz, nicht vom Halse abge-
setzt, allmählich nach vorn verschmälert und spitz; Augen sehr
klein mit runder Pupille; Schwanz etwa ein Siebentel der Total-
länge; Kieferzähne sehr zahlreich, gleich; die beiden Gaumenreihen
während des Jahres 1878. 269
sehr deutlich, und die Zähne hinten etwas länger; vier obere Lippen-
schilder, das erste sehr klein, das zweite und dritte treten an die
Augenhöhle, das vierte in Contact mit einem grossen Temporale;
Rostrale sehr klein, ein längliches Zügelschild, nach hinten allmäh-
lich verschmälert, vertritt das Anteoculare und nimmt den ganzen
Raum vom Rostrale bis zum Auge ein. Nasalia einfach, sehr klein;
nur ein Paar grosse Frontalia, ein sehr kleines Superciliarschild und
ein ähnliches Postoculare. Schuppen glatt, ohne Apicalgrube, in 15
Reihen; Anale einfach, Subcaudalia breit, zweitheilig, oder einige
ganz. X. indicus aus dem Madura-District, 5000' ü. M.
Oxyorrhos fusiformis Fischer Verh. Hamburg-Altona III p. 89
fig. 4 von Boeroe.
Golubrina. Bellophis n. gen. Lockington Proceed. California
Acad. VII. p. 52. Körper höher als breit, ausser in der Nähe des
Kopfes; Kopf und Vordertheil des Körpers deprimirt; Kopf viel
breiter als der Hals mit stumpfer Schnauze; Schuppen glatt, rhom-
bisch; Kopfplatten normal; Nasenschilder 2, Naslöcher nahe dem
Hinterrande des vorderen Schildes; ein kleines rectanguläres Zügel-
schild; ein grosses Anteorbitale, und zwei Postorbitalia; die unteren
kleiner, zum Theil in einem Ausschnitt zwischen dem vierten und
fünften Labiale; obere Labialia 6 — 7. ^. ^owa^ws aus Nordcalifornien.
Zamenis elegantissimus Günther Proc. zool soc. p. 977 pl. 62
von Midian in den Gebirgen östlich von El Muwaylah.
Elaphis yunnanensis Anderson Anat. and zool. researches of
Yunnan p. 813 aus Yunnan.
Natricina. Parker schrieb eine Abhandlung über den Bau
und die Entwickelnng des Schädels von Tropidonotus natrix. Er
beschreibt mit seiner gewohnten Gründlichkeit acht Entwickelungs-
stadien des Schädels von Embryonen von ^/^ Zoll bis zum ausge-
wachsenen Thier. Phil. Transact. Royal Soc. 1878 p. 385—417 mit
sieben Tafeln.
Lessona erörterte die Arten von Tropidonotus, welche in
Piemont leben. Diese sind Tr. natrix L., tessellatus Laur. und vipe-
rinus Laur, Eine Varietät von Tr. natrix ist abgebildet. Atti della
Accad. di Torino XII. p. 182 tav. IV.
Tropidonotus quadriserialis Fischer Verh. Hamburg-Altona III.
p. 82 fig. 2 von Mazatlan.
White sah eine Schlange in Colorado, eine Art Eutaenia, die er
Strumpfband-Schlange nennt, auf der Oberfläche des Wassers Luft
verschlucken, die im hintern Theil der Lunge eine Anschwellung des
Körpers veranlasste. Er meint, in dem hintern Theil der Lunge^ der
mit wenigen respiratorischen Capillaren versehen ist, werde die Luft
aufbewahrt, um nach Bedürfniss in den mehr zelligen vordem Theil
vorgeschoben zu werden. The American Naturalist 12 p. 53.
270 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Fordonia varidbüis Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II p. 219 von Port Darwin.
Goronellina. Äbldbes HUdebrandtii Peters Berliner Monatsber.
p. 205 Taf. 11. Fig. 6 aus Ukamba.
Calopisma septemvittatum Fischer Verb. Hamburg -Altena III.
p. 84 aus Mexico.
Coronella Bachmanni Weyenbergh Periodico zoologico II. p.
193 von Cordoba.
Rhachiodontidae. DasypelUs Uneolata Peters Berliner Monats-
ber. p. 206 aus ükamba.
Dendropbidae. DendropMs oUvacea Macleay Proc. Linn. Soc*
New South Wales II. p. 220 von Port Darwin.
Dipsadidae. Leptognathus affinis Fischer Verh. Hamburg- Al-
tena III. p. 78 fig. 1 aus Columbien.
Lycodontidae. OpMtes Gammiei Blanford Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 47 p. 130 aus Sikkim. — 0. fasciatus Anderson Anat. and
zool. researches of Yunnan p. 827 pl. 78 fig. 1 aus Yunnan.
Ulupe n. gen. Blanford Journ. Asiat. Soc. of Bengal 47 p.
128. Corpus gracile, compressum; caput breve, depressum, collo
paullo latius; oculi pupilla elliptica, verticalis; scutum loreale cum
praeoperculari junctum; nasale haud bipartitum; squamae corporis
in 13 seriebus longitudiualibus, laeves, ventrales ad latera angulatae,
subcaudales biseriatim ordinatae. U. Davisoni aus Tenasserim.
Elapsidae. Hoplocepltalus Branshyi Macleay Proc. Linn. Soc.
New-South- Wales III. p. 52 aus Australien.
Pseudechis papuanus Peters und Doria Annali Mus. di Genova
XIII. p. 409 von Neu-Guinea. — Ps. Darwiniensis Macleay Proc. Linn.
Soc. New South Wales II. p. 220 von Port Darwin.
Brachysoma simile Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 221 von Port Darwin.
Elapocephalus n. gen. Macleay Proc. Linn. Soc. New
South Wales II, p. 221. Körper langstreckig, schlank, cylindrisch;
Schwanz ziemlich lang, dünn, zu einer feinen Spitze zugespitzt ; Kopf
hoch, breiter als der Hals, mit kurzer runder Schnauze; Augen
gross, Pupille rund; Kopfschilder wie bei Elaps; Schuppen glatt in
15 Reihen; Aiialschild ganz; Subcaudalen in zwei Reihen, Giftzähne
und Giftdrüsen gross. Von Elaps durch die grossen Augen und den
langen Schwanz verschieden. JE. ornaticeps von Port Darwin. Der
Gattungsname wird später ib. III. p. 54 in JElapocranium umge-
tauft, da der obige bereits von Günther vergeben war.
Hydrini. Pelagophis n. gen. Peters und Doria Annali Mus.
civ. di Genova XIII p. 413. Nasalia duo contigua , caput reliquum
squamatum, squamae corporis magnae, laevissimae, imbricatae, scuta
ventralia distincta, anale divisum, scutella subcaudalia, gastraeum
Bubcarinatum. P. luhricus tav. V. von Neu-Guinea.
während des Jahres 1878. 271
Viperini. Las so na, Ueber das Vorkommen der Vipern in
Piemont. Atti della Accad. di Torino XII p. 412.
Mackenzie giebt in „The Flooding of the Sahara" p. 233
eine Abbildung der Hornviper, Cerastes aegyptiacus.
Echis colorata Günther Proc, zool. soc. p. 978 von Midian bei
Jebel Sharr, 4500' ü. M.
Batrachia.
Knauer, Naturgeschichte der Lurche (Amphibiologie).
Eine umfassendere Darlegung unserer Kenntnisse von dem
anatomischen Bau, der Entwickelung und systematischen
Eintheilung der Amphibien, sowie eine eingehende Schilde-
rung des Lebens dieser Thiere. Mit 120 Illustrationen, 4
Karten und 2 Tabellen. Wien 1878. 340 Seiten. Das dem
Verf. Eigenthümlichste ist wohl der allgemein beschreibende
und schildernde Theil p. 187 — 290, worin er 59 Arten
schildert. Er theilt sie in 1. Bewohner der feuchten Wäl-
der und Sumpf- Auen, Rana temporaria, Hyla, Notodelphys,
Acris, Phyllomedusa, 2. Bewohner der kleinen Moräste,
Wassergräben, Sumpfufer Bombinator, Cystignathus ornatus,
Siren lacertina, 3. die eigentlichen Wasserbewohner, Rana
esculenta, Triton, Amblystoma (Siredon), Menopoma, Am-
phiuma, Cryptobranchus, 4. Bewohner finsterer Verstecke,
unterirdischer Grotten, Pelobates, Bufo, Ceratophrys, Rhi-
nophryne, Alytes, Pipa, Salamandra, Proteus, Siphonops,
Coecilia.
Parker veröffentlichte eine zweite Abhandlung über
den Bau und die Entwickelung des Schädels der Batrachier.
Philos. Transact. of the Royal Soc. 166 p. 601—669 mit
9 Tafeln. Er beschreibt zunächst den Schädel des erwach-
senen Frosches, Rana temporaria, dann den Schädel von
Bufo vulgaris im erwachsenen Zustande und in fünf Ent-
wickelungs-Stadien, ferner den Schädel von Dactyletra ca-
pensis ebenfalls in fünf Stadien, endlich den von Pipa
monstrosa in drei Stadien. Die vorläufige Anzeige von
dieser Arbeit haben wir schon in dem Bericht über das
Jahr 1875 p. 48 citirt.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. S
272 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie
Parker lieferte ib. 167 p. 529—597 mit 9 Tafeln
eine Arbeit über den Bau und die Entwickelung der Uro-
delen Amphibien. Daselbst ist der Schädel des Axolotls
in zehn Entwickehmgsstadien bis zum erwachsenen Ambly-
stoma opacum beschrieben; dann der Schädel vom ausge-
wachsenen Proteus anguinus und zwei Stadien von Seiro-
nota perspicillata. Schliesslich wird eine Vergleichung der
Schädel der Betrachier und der Urodeleu angestellt.
Kolessnikow, Ueber die Eientwickelung bei Ba-
trachiern und Knochenfischen. Archiv mikrosk. Anatomie
15. p. 382 mit Tafel XXV.
Spengel hielt einen Vortrag über die Metamorphose
der Amphibien. Verhandl. des Vereins für naturw. Unter-
haltung zu Hamburg. III. p. 88.
Aldrich sah, dass ein Frosch beim Sprunge eine
Schlange mit einem Wasserstrahl bespritzte, so dass sie
wild umherspringend von der Verfolguug abliess. Dem-
nach ist wohl dieses Ausspritzen des Urins eine Verthei-
digungswaffe. The American Naturalist XII. p. 473.
£caudata.
Hylae. Lessona erzählt einen Fall von üeberwinterung einer
Larve des Laubfrosches (Hyla viridis Laur.). Atti della Accad. di
Torino XIL p. 322.
Hyla (Litoria) arfdkiana (tav. 6 fig. 2), montana (tav. 7 fig. 1),
beide von Hatara, vagabunda (tav. 6 fig. 3), impura (tav. 7 fig. 2)
und congenita (tav. 6 fig. 4, 5) von Neu -Guinea, Peters und Doria
Annali Mus. civ. di Genova XIII p. 421.
Xenol)atrachus n. gen. Peters und Doria Annali Mus. civ.
di Genova XIII. p. 432. Habitus raninus, capite brevi rotundato,
rictus parvus, artus mediocres, digiti liberi, discis terrainalibus me-
diocribus, dentes maxillares et vomerini nuUi, palatini utrinque bini
uncinati , recurvati, post choanas positi, choanae parvae, membrana
tympani sub cute visibiles, lingua cordiformis, postice incisa, i^ro-
cessus sacrales dilatati, apparatus sternalis Calohylae, manubrium
aterni nullum. X. opiiiodon tav. 7 fig. 5 von Hatam.
Sphenophryne n. gen. Peters et Doria Annali Mus. civ. di
Genova XIII. p. 430. Habitus raniformis, caput angulosum, rictus
modicus, artus mediocres, digiti apice dilatati. haud palmati, dentes
nuUi , lingua cordiformis , postice vix incisa , lateribus parteque
posteriore libera, tympanum sub cute distinctum, tubae eustachii
während des Jahres 1878. 27S
coarctatae, cutis laevis, paratoides niillae, xjrocessus sacrales dilatati,
clavicula tenuis, coracoideum dilatatum, sternum latura cartilagineum,
maniibrium nullum. Sph. cornuta tav. 7 fig, 4 von Neu-Guinea.
Hylarana margariana Anderson Anat. and zool. researches of
Yunnan p. 846 pl. 78 fig. 4 von Yunnan.
Ixalus kakhienensis und tuber culatus Anderson ib. p. 845 pl.
78 fig. 6, 7 von Yunnan.
Polypedates yumianensis Anderson ib. p. 843 pl. 78 fig. 3 von
Yunnan.
RyperoUus glandicolor Peters Berliner Monatsber. p. 208 Taf.
II Fig. 9 von Taita.
Flatymantis punctata Peters u. Doria Annali Mus. di Genova
XIII. p. 420 tav. 7 fig. 3 von Hatam.
Litliodytes latrans Cope The American Naturalist 12. p. 186
aus dem südwestlichen Texas.
Ranae. Sarah Monks erwähnt, dass Froschlarven in einem
Teich in Cold- Spring, New- York, die Farbe der Blätter von Ludo-
widgia palustris annahmen, und nimmt dies für Mimikri. The Ame-
rican Naturalist XII p. 695.
Ryder spricht von einem monströsen Frosch, Rana palustris,
der ein überzähliges hinteres Bein hatte, oder vielmehr ein aus zwei
Beinen verwachsenes Glied. The American Naturalist XII p, 751.
Max Weber zeigt, dass Rana arvalis Nilss. (R. oxyrrhinus
Steenstr.) der holländischen Fauna angehört Tijdschrift der neder-
landsche dierkundige vereeniging III. p. 149.
Rana yunnanepsis Anderson Anat. and zool. researches of
Yunnan p. 830 pl. 78 fig. 2 von Yunnan.
Pyxicephalus ornatus Peters Berliner Monatsber. p, 207 Taf.
IL Fig. 7 von Taita.
Discoglossidae. Discoglossus Scovazzi Camerano Atti Accad.
di Torino XIII. p. 548.
Bufones. Melanobatrachus nov. gen. Beddome Proc. zool.
soc. p. 722. Zehen cylindrisch, nicht am Ende erweitert; keine
Kiefer- oder Vomerzähne; Ohr unvollständig entwickelt, keine Paro-
tiden; Sacralwirbel erweitert; Zehen mit Schwimmhäuten; Körper
schlank, langstreckig, gleich weit; Schnauze kurz, stumpf; Finger
und Zehen kurz, Metatarsus mit einem schwach erhabenen undeut-
lichen Höcker. M. indicus Anamallay-Gebirge.
Bufo taitanus Peters Berliner Monatsber. p. 208 Taf. II Fig.
8 von Taita.
Caiidata.
Wiedersheim räumt in einer nachträglichen Bemerkung zu
seiner Arbeit über das Kopfskelet der Urodelen ein, dass Born den
274 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie etc.
wirklichen Thränennasengang beschrieben habe, und dass die von
ihm selbst beschriebene Drüse als Analogen der hintern Nasendrüse
der Amphibien aufzufassen sei. Morphol. Jahrbuch IV. p. 820.
Sc ha low giebt einige Fundorte in der Mark Brandenburg
an, wo er vor zehn Jahren Salamandra maculosa gefunden habe.
Zool. Garten 19 p. 25.
Schreiber beobachtete den Rippenmolch, Pleurodeles Waltlii
Mich., in der Gefangenschaft, und schilderte sein Benehmen. Die
über die Haut hervorragenden Rippenenden hält er nur für eine
Durchbohrung in Folge der Zusammenziehung durch Alkohol mit
starker Biegung des Körpers , da an all seinen lebenden Stücken
von einem eigentlichen Hervortreten der Rippen niemals etwas zu
bemerken war. Zool. Garten 19 p. 321.
V. Bedriaga über das Begattungsorgan der Tritonen in un-
serem Archiv p. 122.
Giglioli nimmt zwei Species der Gattung Euproctus in Italien
an, nämlich Euproctus montanus Savi in Corsica und Euproctus
Rusconii Gene in Sardinien. Annali Mus. civ. di Genova XIII. p. 599.
Kelly sah die hellrothe Farbe von Diemyctilus miniatus sich
in die Olivenfarbe von D. viridescens umändern, und stimmt daher
Hallowell und Cope bei, welche beide für dieselbe Species halten.
The American Naturalist XII. p. 399.
üeber den Hellbender , Menopoma alleghaniense , im Ham-
burger Aquarium machte Bolau eine Notiz. Zool. Garten 19 p. 74.
L es so na berichtete über einen Axolotl im zoologischen Mu-
seum zu Turin, der daselbst schon 6 Jahre lebt. Atti della Accad.
di Torino XHI. p. 137.
v. Török, Ueber formative Differenzirungen in den Embryo-
nalzellen von Siredon pisciformis, ein Beitrag zur Histogenese des
Thierorganismus. Archiv mikrosk. Anatomie 13 p. 756.
Clarke legte Eierklumpen von Amblystoraa opacum ver-
schiedener Grösse in ö(in grosses Gefäss mit reinem Wasser. Die
Eier entwickelten sich sehr schnell, und bald verliessen die Jungen
das Ei. Sie frassen dann einander die Kiemen ab , und einige In-
dividuen zeigten sich stärker und energischer, so dass sie nach
acht bis zehn Tagen um die Hälfte grösser waren als ihre schwäche-
ren gleich alten Brüder und Schwestern. Dann begannen sie , sich
nicht mehr mit den Kiemen zu begnügen, sondern frassen die gan-
zen Körper der Schwächeren auf, so dass sie nach weiteren zehn
Tagen die Schwächeren um zehn bis zwölf mal an Grösse übertrafen.
Wenn dann ihre Kiemen resorbirt sind, verlassen sie das Wasser und
gehen aufs Land. The American Naturalist XII. p. 615.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1878.
Von
Troschel.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs,
wissenschaftlich dargestellt in Wort und Bild, erschien in
des sechsten Bandes erster Abtheilung, Fische, die dritte
Lieferung, bearbeitet von Hubrecht. Sie beschäftigt sich
mit der Wirbelsäule und den Flossen. Die Tafeln 8—10
sind der Wirbelsäule der Elasmobranchier gewidmet.
Günther hat vorläufige Notizen über die Tiefsee-
Fische gegeben, welche auf der Expedition des Challenger
erbeutet wurden. Es werden die neuen Gattungen und
Arten beschrieben, deren Zahl nicht unbeträchtlich ist. Sie
sind unten namhaft gemacht. Diese Tiefsee -Forschungen
haben einen grossen Reichthum merkwürdiger Formen, be-
sonders aus den Familien der Gadiden, Ophidiiden, Scope-
liden, Salmoniden, Alepocephaliden uni Muraeniden zu
Tage gebracht, und lassen ahnen, dass noch zahlreiche
wunderliche Gattungen und Arten sich durch ihr Leben in
den tiefen Regionen den Blicken des Menschen entzogen
haben. Annais nat. bist. IL p. 17—28, 179—187, 248—251.
Sau vage beschrieb neue oder unvollkommen bekannte
Fische aus den Familien der Scorpaenen, Platycephalen und
Triglen. Nouvelles Archives du Museum d'hist. nat. Deu-
xieme Serie Tom. L p. 109 — 158 mit pl. I und IL Von
bereits früher beschriebenen Arten sind zu nennen: Seba-
stes septentrionalis Gaim. , filifer Val. , oculatus C. V.,
Bougainvillei C. V., Neosebastes scorpaenoides Guich.,
276 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Sebastopsis minutus C. V., Scorpaena scrofa L., Ballieui
Sauv., fucata Val., scrofina C. V., Scorpaenopsis veiiosa
C. V., papuensis C. V., Novae Guineae C. V., Prosopodasys
dracaena, nigra und trachinoides C. V., Tetraroge Belan-
gerii und Bougainvillei C. V., Cottus cognatus Rieb., vis-
cosus Hald., meridionalis Gd., Vietleri Dubow., baikalensis
Dubow., Centridermichthys Gruvintii Dubow., Platycephalus
vittatus, bassensis, graridispinis, longiceps und fuscus C. V. ;
Lepidotrigla aspera, phalaena, sphynx und papilio C. V.,
Burgeri Temm. Schi., Agonomalus proboscidalis Barthe.
Die neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
Fritsch, Untersuchungen über den feineren Bau des
Fischgehirns, mit besonderer Berücksichtigung der Homo-
logien bei anderen Wirbelthierklassen. Berlin 1878. fol.
94 Seiten und 14 Tafeln. Verf. führt den Beweis, dass
viele der bisher als dem Fischgehirn eigenthümlich be-
trachteten Bildungen nur veränderte Organe der vollkomm-
neren repräsentiren. Für die einzelnen Theile des Gehirns
werden neue Deutungen und Bezeichnungen gegeben.
Sanders, Contributions to the Anatomy of the Cen-
tral Nervous System in ' Vertebrate Animals. In diesem
Aufsatze wird das Nervensystem der Teleostier abgehan-
delt. Phil. Transact. Royal Soc. 169, 2 p. 735—776 mit
Tafel 58-65.
Goette hat, als Fortsetzung seiner Beiträge zur Ent-
wickelungsgeschichte der Wirbelthiere , die Entwickelung
des Central- Nervensystems der Teleostier behandelt; ferner
folgt ein Abschnitt über die Sinnesplatte der Teleostier^
und dann über die Entwickelung der Wirbelsaite bei Teleo-
stiern und Amphibien. Archiv für mikrosk. Anatomie 15
p. 139-200 mit Tafel VlI-X.
Henle hat eine Arbeit über die Anatomie der Cry.
stalllinse geliefert, die hau])tsächlich histologischen Inhalts
ist, aber doch auch einige Angaben von Verschiedenheiten
der Fischgruppen bringt. Abhandl. K. Ges. der Wiss.
Göttingen XXIII.
Kuhn schildert sehr eingehend das häutige Labyrinth
der Knochenfische. Archiv für mikrosk. Anatomie. 14 p.
264-308 mit Tafel 17—20.
während des Jahres 1878. 277
Solger schrieb über die Seitenorgane der Fische,
deren anatomische Verhältnisse er darlegte, ohne die Frage
nach der Leistung dieser Organe zu erörtern. Er unter-
scheidet freie Seitenorgane, wie sie bei Gobius, Gasterosteus
u. s. w. vorkommen, und Seitenorgane in Kanälen. Leo-
poldina XIV. p. 74. — Li einem Nachtrage ib. p. 159
macht er auf die Untersuchungen von Langerhans (1873)
an Petromyzon Planeri aufmerksam.
Whitmee beobachtete, dass auch Fische Zorn, Furcht
und andere Leidenschaften haben. In der Ruhe schwimmt
ein Fisch mit niedergelegten Stacheln der Dorsale, beim
geringsten Schreck richtet er sie auf; bei Zorn oder Furcht
werden die Stacheln der Dorsale und Anale bis zur äusser-
sten Höhe aufgerichtet; selbst die Schuppen richten sich
auf. Wenn sich Fische spielend jagen, sah Verf. sie oft
mit offenem Maule schwimmen, bei einem Angriff aber
wendeten sie um und schlugen einander mit dem Schwänze;
sie fechten mit dem Schwänze, was besonders bei Acan-
thurus wirksam sein muss. Die dorsalen und analen
Stacheln dienen nie als Angriffswaffen, bilden aber einen
Schutz, wenn sie von einem grösseren Fisch ergriffen wer-
den. Proc. zool. soc. p. 132. ~ Day führt die Ansichten
Whitmee's weiter aus, und bringt zahlreiche Beispiele zur
Erläuterung bei. Ib. p. 214.
Pouch et setzte fort und beendigte seine im Jahr
1876 begonnene Abhandlung über die Entwickelung des
Skeletes der Knochenfische. Journal de l'anatomie et de
Physiologie XIV p. 34 und p. 140 mit Tafel IV— XIIL
Die Resultate werden in 22 Sätzen zusammengestellt.
Von Winther's Abhandlung über das Angesicht der
Fische erschien in Schiödte Naturhist. Tidsskr. XI p. 267
tab. I und 11 eine Fortsetzung. Darin wird sehr gründlich
der Bau des Gesichts der Discoboli (Liparis Montagui und
Cyclopterus lumpus), von Acanthurus chirurgus, von Tria-
canthus biaculeatus , von Balistes vetula und Monacanthus
pardalis abgehandelt, nicht allein in Beziehung auf die
Knochen, sondern auch auf die Ligamente, Muskeln und
Nerven.
278 T roschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Hasse hat morphologische Studien über die Wirbel
der Cestracionten gemacht, wobei denn auch vergleichend
auf den Bau der Wirbel der übrigen Fische Bedacht ge-
nommen wurde. Es wurden interessante Resultate erzielt.
Morphol. Jahrb. IV. p. 214.
Mivart trug eine Abhandlung über die Flossen der
Elasmobranchier vor, mit Betrachtungen über die Natur und
Homologien der Gliedmassen der Vertebraten. Dieselbe
soll vollständig in den Transactions of the zoological So-
ciety erscheinen. Ein Auszug ist Proc. zool. Soc. p. 116
gegeben. Er stellt sich zwei Fragen: 1. Was ist die Natur
der Gliedmassen der Vertebraten im Allgemeinen, 2. Was
ist die Beziehung derer der Fische zu den übrigen ? Er
beantwortet sie folgendermassen: 1. Die Gliedmassen der
Vertebraten sind Differenziationen zusammenhängender seit-
lichen Falten; sie sind daher nicht auf vier beschränkt und
sind für die Locomotion bestimmt. Es konnten daher
mehrere successive paarige Glieder an jeder Seite sein,
grade wie oft mehrere successive dorsale Flossen paarig
sind; und da unpaarige Flossen und Gliedmassen von der-
selben Natur sind, kann jeder besondere Theil ein Ptery-
gium genannt werden, und für die Totalsumme des Ganzen
mag der Ausdruck Sympterygium angewendet werden.
2. Fischgliedmassen verhalten sich zu Finger tragenden
Gliedmassen wie Bildungen, welche weniger von der pri-
mitiven Beschaffenheit abgewichen sind, eine natürliche
Folge davon, dass Fische ihre Flossen in demselben Medium
anwenden, in welchem die primitiven zusammenhängenden
Falten zuerst entwickelt waren.
K. Mob ins hat Beobachtungen über die Bewegungen
der fliegenden Fische durch die Luft bekannt gemacht. Er
leugnet den Gebrauch der Flossen wie Flügel. Die Exo-
coetus machen vielmehr durch Bewegungen des Schwanzes
und der Flossen im Wasser einen Sprung aus demselben,
und werden nun durch die . ausgespannten , unbewegten
Flossen in der Luft getragen; sie machen nicht eine Flug-
bahn, sondern eine Wurfbahn. Ueber den Wellenbergen
steigen sie in die Höhe, indem sie durch aufsteigende Luft-
strömungen , welche von unten her in die Furchen ihrer
während des Jahres 1878. 279
Brustflossen eingreifen , gehoben werden. Obgleich diese
Fische immer nur dicht über dem Wasser sich fortbewegen,
kommen sie doch bei Nacht und nur von der Windseite auf
hohe Schiffe. Verf. erklärt dies durch Luftströmungen,
welche die Fische an den Schiffswänden in die Höhe heben,
und dann auf das Verdeck fallen lassen. Zeitschr. f. wiss.
Zoologie 30. Suppl. p. 343, Taf. XVII.
Vetter, Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie
der Kiemen und Kiefermusculatur der Fische, zweiter Theil.
Sie beziehen sich auf Chimaera monstrosa, Acipenser sturio,
und dann von Knochenfischen auf Esox lucius, C3'^prinus
carpio, Barbus vulgaris, Perca fluviatilis. Jenaische Zeit-
schrift für Naturwissenschaft XII. p. 431—550 mit 3 Taf.
In Betreff Gegenbaur^s Bemerkungen über den Vorder-
darm niederer Wirbelthiere verweisen wir auf die Abhand-
lung selbst. Morphol. Jahrbuch IV. p. 314.
Edinger, Ueber die Schleimhaut des Fischdarmes,
nebst Bemerkungen zur Phylogenese der Drüsen des Darm-
rohres. Er untersuchte 43 Arten. Die Appendices pyloricae
möchte er als eine hinter dem Magen gelegene resorbirende
Darmstelle auffassen, die sich in Anpassung an die Nahrung,
die das Thier zu sich nimmt, bald mehr, bald weniger
ausstülpt. Im Uebrigen verweisen wir auf die Abhandlung
selbst. Archiv mikrosk. Anatomie 13 p. 651 mit Tafel 40
und 41.
Krukenberg hat Versuche zur vergleichenden Phy-
siologie der Verdauung mit besonderer Berücksichtigung
der Verhältnisse bei den Fischen angestellt. Auf einer bei-
gegebenen Tafel sind schematische Darstellungen der
Verbreitung der Verdauungsenzyme bei Wirbellosen und
Fischen gegeben, wobei Pepsin durch Blau, Trypsin durch
Koth und ein Gemisch von beiden durch Violett angedeutet
sind. Als Beispiele sind unter den Fischen gewählt: Se-
lachier, Acipenser, und unter den Teleostiern Zeus, Scom-
ber, Thynnus, Cepola, Scorpaena, Leucisciis, Gobius, Cy-
prinus, Conger, Anguilla, Esox. Kühne's Physiol. Untersuch.
I. p. 327.
Trois hat Untersuchungen über das lymphatische
System der Teleostier angestellt. Er nimmt ausser dem
280 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
oberflächlichen oder tiefen noch eine dritte Schicht an, die
er die submusciüare nennt. Atti del R. Istituto Veneto IV
p. 579.
Ferner hat Trois das Lymphsystem von Lophius pis-
catoriiis, ib. p. 765—782 beschrieben und auf drei chromo-
lithographischen Tafeln dargestellt, auf denen die Puls-
adern roth, die Blutadern blau und die Lymphgefässe gelb
gefärbt sind.
Pagenstecher hat in seiner Allgemeinen Zoologie
p. 223—279 der Athmung der Fische gewidmet.
Job er t, welcher bei Callichthys asper die Darm-
respiration entdeckt hatte, hat im Gebiete des oberen Ama-
zon auch bei anderen Fischen Aehnliches gefunden, so bei
anderen Arten der Gattung Callichthys, Doras, Hypostomus.
Bei Hypostomus wird die verschluckte Luft jedoch nicht
durch den After entleert, sondern kehrt durch den Mund
zurück, auch können die Hypostomus nicht so lange ausser
dem Wasser leben; sie sterben nach fünf bis sieben Stun-
den. Bei Sudis gigas und bei gewissen Erythrini des
Oberen Amazon findet auch eine complementäre Luftath-
mung statt, jedoch nicht durch den Darm, sondern durch
die Schwimmblase. Comptes rendus 1878 April p. 935;
Annais nat. hist. II. p. 105. Vergl. auch Annales des sc.
nat. VII Art. No. 5.
Brock lieferte Beiträge zur Anatomie und Histologie
der Geschlechtsorgane der Knochenfische. Er Jiat einige
Species durch alle Monate des Jahres verfolgt, viele andere
aber im reifen und im unreifen Zustande vor sich gehabt.
Er bringt die Verhältnisse der Eierstöcke der Teleostier in
folgende Uebersicht : A. Eierstöcke ohne Ausführungsgang,
die Eier werden in die Bauchhöhle und durch einen Porus
abdominalis nach aussen entleert. 1. Der Eierstock ist eine
einfache Platte, Anguilla fluviatilis. 2. Der Eierstock ist
aus zahlreichen Blättern zusammengesetzt , Salmoniden.
B. Der Eierstock ist ein vorn blind endigender Schlauch,
dessen hintere Fortsetzung die Tube ist. 1. Eiertragende
Fläche nur auf einen schmalen Streifen der Eierstockswand
beschränkt oder eine Duplicatur derselben bildend, die mit
ihr nur in einem schmalen Streifen zusammenhängt, Scor-
während des Jahres 1878. 281
paena Scrofa, Lepadogaster biciliatus, Ophidium barbatum.
2. Der grösste Theil der Eierstockswand erzeugt Eier. a.
Die Eier entötehen in unregelmässigen höckerförmigen
Hervorragungen der Eierstockswand, Lophobranchier, Blen-
nius viviparus. b. Die Eier entstehen in deutlichen La-
mellen , welche Duplicaturen der Eierstockswand sind.
«. Die Lamellen verlaufen der Längsachse des Eierstocks
parallel. * Die ganze Eierstockswand ist mit Lamellen be-
setzt (centraler Ovarialcanal) , Sargus annularis, Pagellus
erythrinus, Box Salpa, Chrysophrys aurata, Serranus- Arten,
Scomber scomber, Zeus faber, MuUus sp., Sciaen^ remora,
Caranx trachurus, Gadus barbatus, Belone acus, Blennius
sanguinolentus. *^ Ein Theil der Eierstockswand bleibt
frei (seitlicher Ovarialcanal), noch nicht beobachtet, ß. Die
Lamellen verlaufen der Querachse des Eierstocks parallel.
* mit centralem Ovarialcanal, Perca fluviatilis, Lucioperca
Sandra, Cepola rubescens, Uranoscopus scaber, Gobius niger,
Alosa finta, Clupea harengus. ** mit seitlichem Ovarial-
canal, Cyprinoiden, Esoces, Trigla-Arten, Atherina. Mor-
ph olog. Jahrbuch IV. p. 505 mit 2 Tafeln.
Bolau machte einige Bemerkungen über die im Ham-
burger Aquarium lebenden Fische. Zool. Garten 19 p.
75 und 108.
Hoy giebt einige Regeln für die Fischcultur und hält
besonders Coregonus und Salmo fontinalis für geeignet.
Transact. Wisconsin Academy IIL p. 37.
Enropa. Couch, A history of the Fishes of the
British Islands. London 1877 in 4 Bänden. Der erste
Band enthält die Selachier (35 Arten), 2 Störe, und von
Teleosteern 3 Gasterostei, 6 Percoiden, 1 Dentex, 1 Maena,
2 Mullus und 9 Sparoiden. Alle auf 57 Tafeln colorirt
abgebildet. — Im zweiten Bande folgen 16 Cataphracti, 2
Trachinus, 2 Sciaenoiden, I Lepidopus, 1 Trichiurus, 10
Scomberoiden, 1 Echeneis, 8 Carangoiden, 1 Xiphias, 20
Gobioiden einschliesslich Lepadogaster, 1 Lophius, 8 Blen-
nioiden und 3 Bandfische, abgebildet auf 63 Tafeln. — Der
dritte Band bringt 2 Atherina, 5 Mugil, 1 Centriscus, 12
Labroiden, 22 Gadoiden, 5 Ophidii, 20 Pleuronectae auf
282 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
59 Tafeln. — Der vierte Band enthält endlich 22 Cypri-
noiden, 1 Silurus, 1 Clupeoiden, 5 Scomberesoces, 1 Esox,
25 Salmonoiden , 8 Aalartige Fische, 7 Lophobranchii, 5
Plectognathi , 6 Cyclostomi und 1 Amphioxus, abgebildet
auf 73 Tafeln. Die Abbildungen sind gut, die Beschrei-
bungen ausführlich.
Collett beschrieb die Fische der Ausbeute während
der Nordischen Nordsee-Expedition 1876 und 77. Es sind
9 Arten, Sebastes marinus L., Icelus hamatus Kr., Triglops
pingelii Reinh., Careproctus ßeinhardi Kr., Gymnelis viri-
dis Fabr., Lycodes Vahlii Reinh., nebst einer neuen Art, Mo-
tella septemtrionalis Coli, und Glyptocephalus cynoglossus
L. Forhandl. Vidensk Selsk. Christiania 1878 No. 4. —
Reichlicher ist die Ausbeute vom Sommer 1878 gewesen
von der Collet ib. No. 14 33 Arten beschreibt. Darunter
einige neue.
In dem Special- Catalog „LaNorvege", für die Pariser
Ausstellung 1878, ist ein Abschnitt von 70 Seiten der
Fischerei von Norwegen bestimmt. Kabeljau und Hering
bilden den Hauptgegenstand. Vom Kabeljau wird über die
Erträge berichtet, die in den letzten Jahren durchschnittlich
20 Mill. fr. betrugen, wobei jeder Fisch mit gegen V2 fr-
berechnet wurde, ferner über die Geräthschaften , die Zu-
bereitung als Klipfisch, Rundfisch und Laberdan, die Be-
reitung des Leberthrans, des Rogens, Handel u. s. w.
In Broch „Le royaume de Norvege et le peuple nor-
vegien, Christiania 1878 p. 370 ist Aehnliches vom Cabeljau
und Hering und einigen anderen Fischen berichtet.
De Rougemont machte Bemerkungen über die auf
seiner Reise nach Norwegen beobachteten Fische. Bulletin
de Neufchatel XL p. 245.
Die Fischerei lässt sich nach „Royaume de Suede"
von Sidenbladh p. 350 in Schweden in vier Abtheilungen
bringen: 1. Die See- und Küsten-Fischerei, 2. der Lachs-
fang in den Flüssen und in den Archipelen, 3. der Härings-
fang in der Ostsee und an den Küsten, 4. die Fischerei
auf den grossen Bänken des Kategat und der Nordsee. In
den Seen werden besonders Barsch, Zander, Hecht, Blei,
Quappe und Aal gefangen , auch einige Coregonus. Der
während des Jahres 1878. 283
Ertrag des Lachsfanges wird auf jährlich 850,000 fr. ge-
schätzt. Besonders wichtig ist der Häringsfang, der auf
150,000 Tonnen jährlich im Preise von 4,170,000 fr. ange-
nommen wird. Die Fischerei im Kategat und an den
Norwegischen Küsten geht besonders auf Gadus- Arten,
Raja und Hippoglossus aus, sowie an den Küsten von Bo-
huslän auf Makrelen.
Malm behandelt in seiner Fauna von Göteborg und
Bohuslän p. 371—662 im Ganzen 174 Fische. Die 9 Tafeln
stellen theils die Embryologie einiger Fische dar, z. B.
Scomber, Gobius, Ctenolabrus, Perca, Leuciscus, Esox,
Clupea, und bilden einige Gobius-, Latrunculus-, Liparis-
und Pleuronectes-Arten ab. Zwei neue Rochen-Gattungen
s. unten.
Heincke arbeitet an einer Fischfauna der Ostsee,
und macht über dieselbe bereits einige vorläufige Bemer-
kungen. Auch verzeichnet er 14 Species, von denen er
annimmt, dass sie an den Grenzen der Ostsee vorkommen
und bis jetzt nur aus Mangel an Beobachtern nicht ent-
deckt wurden. Schriften des naturw. Vereins für Schles-
wig-Holstein in. p. 133.
Nach Greve scheinen im Herzogthum Oldenburg
nur 68 Arten Fische vorzukommen. Die Wirbelthiere des
Herzogthums Oldenburg von Wiepken und Greve. Olden-
burg 1878.
V. Linstow berichtet, dass Platessa flesus und Alosa
vulgaris in der Weser vorkommen. Zugleich macht er
Bemerkungen über den Fang von Trutta salar bei Hameln,
und beschreibt einen Fisch Leuciscus alburnolucidus, den er
für einen Bastard von Alburnus lucidus und Leuciscus ru-
tilus hält. Unser Archiv p. 246.
Lori hat eine „Fauna der Süsswasser Fische von
Mittel -Europa nach v. Siebold mit einer Anleitung zum
Bestimmen" im 11. Bericht des Naturh. Vereins in Passau
1878 p. 99 — 179 abdrucken lassen. Ein Auszug des von
Siebold'schen Buches.
In dem Catalog „Sezione italiana" der Esposizione
universale del 1878 in Parigi p. 342, werden Xiphias gla-
dius, Thynnus vulgaris und Clupea enchrasicholus und
284 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Sardina als solche Fische hervorgehoben, von denen auch
Conserven gemacht werden , viele andere Fische werden
genannt.
In einer neu begründeten Zeitschrift „Mittheilungen
aus der zoologischen Station zu Neapel, zugleich ein Re-
pertorium für Mittelmeerkunde" I. p. 1 hat Schmidtlein
Beobachtungen über die Lebensweise einiger Seethiere
innerhalb der Aquarien der zoologischen Station nieder-
gelegt. Es werden einige Selachier (Scyllium, Pristiurus,
Mustelus, Centrina, Squatina, Torpedo, Raja, Trygon) und
Teleostier (Uranoscopus, Trachinus , Scorpaena , Gobius,
Blennius), die als Grundfische bezeichnet werden, in ihren
Lebensäusserungen geschildert.
Derselbe verzeichnete Beobachtungen über Träch-
tigkeits- und Eiablage-Perioden einiger Fische des Mittel-
meers. Ib. p. 135.
Moscäry kennt in den Ungarischen Comitaten Zölyom
und Liptö nur drei Fische, nämlich Alburnus bipunctatus
Bl., Cottus poecilopus Heck, und Trutta fario Linn. Math,
und naturh. Mittheil, der Ungar. Akad. der Wissensch. XV
p. 231.
Heldreich hat in seiner Fauna der Wirbelthiere
Griechenland's , Athen 1878, die es für die Pariser Aus-
stellung anfertigte, 246 Fische verzeichnet.
Africa. Die Flüsse und Seen Madagascar's schildert
Da hie ziemlich reich an Fischen, namentlich an Karpfen,
Goldfischen, Müllen und Aalen ; auch ein Lepidosiren soll
daselbst vorkommen. Das Meer um Madagascar soll auch
fischreich sein. Madagascar og dets Beboere p. 25.
Bleeker kennt von der Insel Mauritius 471 Arten
Fische. Die Veranlassung zu diesem Verzeichniss war die
Bestimmung der Fische des Hamburger Museums, die 38
Arten von Mauritius enthielt. Drei Arten werden als neu
beschrieben und abgebildet. Verhandelingen koninkl. Akad.
van Wetenschappen XVIII.
Asien. Von Bleeker's Atlas ichthyologique des Indes
Orientales Neerlandaises erschien als Fortsetzung die 36.
Lieferung. Dieselbe bringt im Text den Schluss der
während des Jahres 1878. 285
Squamipennen und den Anfang der Nandoiden. Unter den
Tafeln sind 7 den Scorpaenoiden, 3 der Gattung Platyce-
phalus gewidmet. Durch das Hinscheiden des Verf. ist die
Vollendung des schönen Werkes einigermassen in Frage
gestellt ; hofPentlicli wird es dem Verleger gelingen, es zu
Ende zu führen, da ohnehin nicht viel mehr zu liefern
übrig geblieben ist.
Bleeker beschrieb nach der Sammlung des Ham-
burger Museums einige neue oder wenig bekannte Fische
von China. Diese Sammlung enthielt 72 Arten, wovon 21
für diese Fauna neu waren. Dadurch stieg die Zahl der
von China bekannten Arten auf ^1030. Nur fünf Arten er-
kannte er als neu. Verhandelingen koninkl. Akad. van
Wetenschappen XVIII.
In Anderson Anatomical and zoological researches
of Yunnan p. 803 sind 22 Fische aufgezählt, von denen
nur die drei neuen Arten beschrieben und abgebildet sind.
Von Bleeker erschien auch in Verhandelingen koninkl.
Akad. van Wetenschappen XVIII eine Aufzählung der
gegenwärtig von Japan bekannten Fische, nebst der Be-
schreibung von drei neuen Arten. Das Verzeichniss ent-
hält 546 Arten.
Günther bestimmte eine Sammlung japanischer Fische
von Tokei, die eine auffallende Aehnlichkeit mit der Mittel-
meerfauna bestätigte. Sie enthielt acht Arten, die in beiden
Meeren vorkommen, nämlich Rhina squatina, Pteroplatea
hirundo, Beryx splendens, Beryx decadactylus, Hoplostethus
mediterraneum, Trachurus trachuruS; Brama Raii, Exocoetus
lineatus. Vier neue Arten sind beschrieben. Annais nat.
bist. I. p. 485.
In einer Schrift für die Exposition universelle de
1878 „Le Japon", 2"^^ Partie p. 125 sind einige essbare
Fische von Japan verzeichnet, die gesalzen, geräuchert oder
getrocknet conservirt werden, namentlich Perca labrax japo-
nicus, ein Pagellus, Thynnus pelamys, Salmo salar, Salmo
plicoglossus , Clupea harengus , Cyprinus haematopterus,
Cyprinus auratus, Carassius longodorii, Gadus raorrhua,
Cybium niphonium.
286 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Australien. Bleeker giebt in einer vierten Abhand-
lung über die ichthyologische Fauna von Neu -Guinea die
von dort bekannten Arten auf 341 an, von denen 73 Arten
noch nicht von Neu -Guinea bekannt waren. Drei Arten
sind neu, eine derselben bildet sogar eine neue Gattung.
Archives Neerlandaises XIII p. 35.
Graf Castelnau beschreibt 32 neue oder wenig be-
kannte Fische von Australien. Wir geben die neuen Gat-
tungen und Arten unten an. Proc. Linn. Soc. New South
Wales IL p. 225. — Ebenso über die Fische des Norman
Kiver, der sich in den Golf von Carpentaria ergiesst. Er
konnte 25 Arten bestimmen, von denen die Mehrzahl neu
erschien. Ib. III. p. 41.
Macleay bestimmte eine Sammlung Fische, die durch
Spalding bei Port Darwin zusammengebracht war. Sie
enthält 112 Arten. Die darunter befindlichen 21 neuen
Arten sind abgebildet und unten namhaft gemacht. Es er-
giebt sich, dass die Fischfauna des nordwestlichen Austra-
liens mehr Aehnlichkeit mit der des holländischen ost-
indischen Archipels hat, als mit der der Torresstrasse und
dem Nordöstlichen Australien, welches mehr den polynesi-
schen Charakter theilt. Proc. Linn. Soc. New South Wales
IL p. 344.
Derselbe beschrieb 10 neue Fische von Port Jackson
und King George's Sound. Ib. IIL p. 33.
Brough Smith beschreibt den Fischfang in Victoria
und erwähnt dabei eine Anzahl von essbaren und häufig
gefangenen Fischen. The Aborigines of Victoria I. p. 199.
Macleay erhielt von einem Damm bei Warialda in
weiter Entfernung von dem Fluss Fische, Therapon uni-
color Gthr., ohne Wasserverbindung, und noch vor einigen
Monaten trocken. Er vermuthet, dass die Eier durch
Wasservögel dahin gebracht seien. Proc. Linn. Soc. New
South Wales IIL p. 15.
Günther bearbeitete im Journal des Museum Go-
deffroy Heft VIII die durch Andrew Garrett in der Süd-
see gesammelten Fische. Unter vielen aufgezählten Arten
sind deren 11 als neu beschrieben.
während des Jahres 1878. 287
America. Lockington gab Notizen über einige Cali-
fornische marine Fische, und beschrieb einen neuen Argy-
reiosus. Proceed. California Acad. VII. p. 84. — Ebenso
ib. p. 108 von zwei Arten.
Lockington erzählt, dass mindestens 17 Arten mit
dem Namen Rock Cod belegt werden, 11 Sebastes, 4 Chi-
ropsis und einige andere. Proceed. California Acad. VII.
pag. 79.
Von Jordan erhielten wir einen Aufsatz über die
Verbreitung der Süsswasserfische der Vereinigten Staaten
Nordamerika's. Er hat nur Arten verzeichnet, von deren
Fundorten er sich sicher überzeugt hatte. Es ist ein
Namensverzeichniss von 245 Arten mit dem Citat einer
guten Beschreibung und Angabe der Fundorte. Annais of
the New York Academy of science (Late Lyceum of nat.
bist.) I. p. 92—120.
Jordan hat ferner einen Catalog der Süsswasserfische
Nordamerika's zusammengestellt. Er fasst das Gebiet mit
Einschluss Mexico's. Er möchte diesen Catalog als eine
neue Ausgabe von Jordan und Copeland Check List of the
fishes of the freshwaters of North America im Bull. Buffalo
Soc. of. Nat. bist. 1876 p. 133 — 164 angesehen wissen.
Es sind 665 Arten verzeichnet mit Angabe des Fundortes.
Bull. U. S. geol. and geogr. Survey IV. p. 407—442.
Nach Alex. Ross Catalogue of Mammals , birds,
reptiles and fishes, Montreal 1878, kommen in Canada vor
34 Acanthopteri, 1 Acanthini, 2 Hemibranchi, 1 Percesoces,
9 Haplomi, 12 Isospondyli, 30 Eventognathi, 9 Nemato-
gnathi, 1 Apodes, 1 Cycloganoidei, 2 Rhomboganoidei, 3
Chondrostei, 3 Hyperoartia, zusammen 108 Arten.
Jordan berichtete über eine Fischsammlung, welche
Coues in Dakota und Montana zusammengebracht hatte.
Bulletin U. S. geol. and geogr. Survey IV. p. 777—799.
Von Jordan und B r a y t o n erschien im Bulletin of the
U. S. national Museum No. 12, 1878 eine Arbeit über die
Verbreitung der Fische des Alleghany Gebietes von Süd-
Carolina, Georgia und Tennessee, mit Beschreibungen neuer
oder wenig bekannter Arten. Er hat 7 Flussthäler unter-
Arohiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. T
288 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
sucht und fand im Santeebecken 40, Savannah 15, Alta-
maha 23, Chattahoochee 21, Alabama 56, Tennessee 84,
Cumberland 64. Er stellt dann in einer Tabelle die Arten
nach dem Vorkommen in den verschiedenen Flussbecken
zusammen. Der Schluss - Abschnitt ist bereits 1877 im
American Naturalist erschienen (vergl. vorj. Ber. p. 144).
Die Namen der neuen Arten geben wir unten.
Jordan, A Partial Synopsis of the fishes of Upper
Georgia. Er sammelte an verschiedenen Punkten des Ge-
bietes, und da die Fischfauna der verschiedenen Flüsse
wesentlich differirt, behandelt er sie getrennt. 1. Das
Wasserbecken des Etowah, Oostanaula und Ooosa, mit 40
Arten; 2. Chattahoochee River mit 6 Arten; 3. Ocmulgee
River mit 17 Arten. In einem Supplement werden dann
noch aus dem French broad und dem Clinch Rivers 23
Arten, aus dem Rock Castle River 27 Arten, aus dem White
River, Indiana 69 Arten erwähnt. Annais Lyceum nat.
bist. New York XL
Der zwölfte Jahresbericht der Commission für Inland-
Fischereien, Boston 1878, zeigt wieder, wieviel Werth die
Nordamerikaner auf diesen Gegenstand legen.
Hoy, über die Ausdehnung der Wisconsin-Fischereien.
Transact. Wisconsin Academy III. p. 65.
Jordan berichtet über eine Sammlung von Fischen
aus dem Rio grande bei Brownsville in Texas. Sie ent-
hält Centrarchidae 3 Arten, Gobiidae 1 , Cyprinodontidae 3,
Cyprinidae 11, Catostomidae 2, Siluridae 1, Labroidei 1 Art.
Bull. U. S. geol. and geogr. Survey IV p. 397 nebst einem
Nachtrage ib. p. 663.
Cope gab eine Synopsis der Fische des Peruanischen
Amazon, die durch Prof. Orton während der Expeditionen
von 1873 und 1877 gesammelt wurden. Das Verzeichniss
enthält 121 Arten, nämlich Symbranchidae 1 Art, Hypo-
phthalmidae 2, Siluridae 36, Aspredinidae 2, Sternopygidae
10, Characinidae 52, Osteoglossidae 2, Cyprinodontidae 1,
Belonidae 1, Tetrodontidae 1, Chromididae 13. Unter ihnen
befindet sich eine Anzahl neuer Arten, die unten nament-
lich aufgeführt werden. Proc. Amer. philos. Soc. XVII.
pag. 673.
während des Jahres 1878. 289
Teleostei.
Acantliopteri.
Percoidei. Megaperca n. subgen. von Percalabrax Hilgen-
dorf Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 155. Radii
branch. 7, Pseudobranchien vorhanden, alle Zähne hechelförmig, auch
auf Vomer und Gaumen, aber nicht auf der Zunge. Rückenflosse
tief ausgeschnitten mit 11 Stachelstrahlen, Afterfl. mit 3 solchen.
Operculum mit 2 schwachen Zähnen, Praeoperculum am Hinterrande
schwach gezähnelt, der ünterrand mit 3 — 4 nach vorn gerichteten,
an den breiten Spitzen gezähnten Dornen, Praeorbitale ungezähnt;
Schuppen klein; Pylorusanhänge in massiger Zahl; Wirbel ^^/i4. M.
Ischinagi von Japan, wird über 1 m lang.
Lates Danoiniensis Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 345 von Port Darwin.
Da lim er berichtet über die glückliche üeberführung von
Zandern nach England. Es scheint, als ob es wichtig wäre, die
Fische dazu aus flachen Seen zu wählen, da die aus tiefen Seen,
wenn sie gefangen werden, treiben, d. h. auf der Seite oder dem
Rücken schwimmen, wozu wohl die zu starke Ausdehnung der
Schwimmblase die Veranlassung sein mag. Glücklich angekommen
sind sie nach der beschwerlichen Reise; ob sie sich erhalten und
fortpflanzen werden, muss erwartet werden. (Der^ersuch der üeber-
siedelung nach Paris im Jahr 1849 ist vollständig misslungen, Ref.)
Circular des Deutschen Fischereivereins 1878 No. 2 p. 53.
Boleosoma stigmaeum Jordan Annais Lyc. nat. hist. New York
XI p. 311 aus Upper Georgia.
Guiliveria n. gen. Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales III. p. 45. Sehr zahlreiche kurze conische, spitze Zähne in
beiden Kiefern, keine Hundszähne, Zunge glatt, eine winklige Linie
von Zähnen am Gaumen; Operculum mit einem flachen weich'en
Dorn ; zwei Dorsalen, die erste mit 6 Stacheln, die zweite mit einem
langen Stachel; Anale mit zwei Stacheln; Schuppen massig oder
ziemlich gross; Seitenlinie reicht bis zur Caudale; Oberkiefer reichen
bis zum Ilinterrande des Auges ; Mundspalte etwas schief. G. fusca
und fasciata aus dem Norman River.
Pseudanthias hypselosoma Bleeker Archives Neerlandaises XIII
pl. II. Fig. 2 von Neu-Guinea.
Serranus guttulatus Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
III. p. 33 pl. II von Port Jackson.
JEpinephelws Playfayri Bleeker Verhandl. k. Akad. van Weten-
schappen XVIII p. 2 von Mauritius.
290 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Nach Steindachner gehört Plectropoma fasciatiis Costa
vielmehr zu Serranus , und wird Serranus Costae genannt. Wiener
Sitzungsber. 77 p. 389.
Äcanthoperca n. gen. Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales III. p. 44. Eine Rückenflosse, aus zwei gleichen Theilen be-
stehend, und in einer schuppigen Scheide ; Schuppen ziemlich gross }
Deckel in einem spitzen Winkel über der Basis der Pectoralen en-
digend, Praeopereulum mit zwei Leisten; Praeorbitale stark gesägt;
Zähne hecheiförmig und einige sehr feine am Gaumen; Seitenlinie
zusammenhängend; Caudale gabiig; Anale mit 3 Stacheln. Form
von Ambassis, jedoch nur eine Dorsale. Ä. Gulliveri aus dem Nor-
man River.
Pseudambassis n. gen. Castelnau Proc. Linn. Soc. New
South Wales III. p. 43. Unterscheidet sich von Ambassis durch den
Mangel eines liegenden Dorns vor der Dorsale. Ps. Macleayi und
elongatus aus dem Norman River, Queensland.
Äpogon opercularis Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 347 pl. 7 fig. 1 von Port Darwin.
Apogonichthys adspersus Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 226 von Rockharapton.
Xystroplites n. gen. Cope Proceed. amer. philos. Soc. 100
p. 67. Untere Schlundknochen weit und stark, mit abgestutzten
Mahlzähnen gepflastert; Kiemendornen der vorderen Hälfte des ersten
Kiemenbogens verlängert, die der hinteren Hälfte und der übrigen
Kiemenbogen sehr kurz und stumpf; kein überzähliger Kieferknochen ;
Deckel mit einem vorstehenden ganzrandigen oberen hinteren Winkel;
keine Zähne auf der Zunge. X. longimanus aus Florida.
Lepomis apiatus und mystacalis Cope Proceed. Amer. philos.
soc. 100 p. 66 aus Florida.
Etlneostomata- Alvordius crassus und Nothonotus thalassinus
Jordan und Brayton Bull. U. S. national Museum 12 p. 12 aus dem
Santeebecken. — Nothonotus inscriptus Jordan und Brayton ib. p.
34 aus Georgia.
Trachinidae. Bathydraco n. gen. Günther Annais nat. bist.
IL p. 18. Körper langstreckig, subcylindrisch; Schwanz verschmälert;
Kopf deprimirt mit verlängerter spateiförmiger Schnauze; Mund
weit, horizontal mit vorspringendem Unterkiefer; Augen sehr gross,
seitlich, dicht bei einander; Schuppen sehr klein, in die Haut ein-
gesenkt; Seitenlinie weit, ununterbrochen; eine Dorsale, Ventralen
jugular ; die unteren Pectoralstrahlen verzweigt; Zähne in den Kie-
fern hecheiförmig; keine am Yomer und am Gaumen; Kiemendeckel
unbewaffnet; zehn Kiemenhautstrahleu; Kiemenhäute frei vom Isthmus
und nur schwach vorn vereinigt ; keine Schwimmblase. B. antarcticuSy
südlich von Heard Island, 1260 Faden.
während des Jahres 1878. 291
Isosillago n. gen. Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
III, p. 34. Körper langstreckig, etwas comprimirt, Mundspalte klein,
Augen seitlich, Schuppen sehr klein, Dorsale mit 13 Stacheln, ver-
bunden mit der zweiten Dorsale, Ventralen thoracisch, untere Pecto-
ralstrahlen verzweigt, Zähne am Voraer und Gaumen, Praeopercalum
gezähnelt, Kopfkuochen mit sehr entwickeltem Schleimsystem, 7
Kiemenhautstrahlen, Pseudobranchien; J. maculata pl. IV fig. 3 von
King George's Sound.
Sillago terrae -reginae Castelnau Proc. Linn. Soc, New South
Wales II p. 232 von Queensland,
Opisthognathiis darwiniensis Macleay Proc. Linn. Soc. New
South Wales II p. 355 pl. 9 fig. 3 von Port Darwin.
Polynemidae. Polynemus coecus Macleay Proc. Linn. Soc. New
South Wales IL p. 354 pl. 9 fig. 1 von Port Darwin.
Trichidion microstoma Bleeker ist Archives Neerlandaises XIII
p. 64 Fig. 5 abgebildet.
Gataphracti. Sebastes Joyneri Günther Annais nat. bist. I. p.
485 von Japan.
Sehastes (Sebastichthys) Bibroni von Sicilien, canariensis von
den Canarischen Inseln. Sauvage, Nouvelles Archives deuxieme serie
L p. 116 pl. L fig. 1—3.
Setarches fidjiensis Günther Annala nat. bist. II p. 179 von
den Fidschi-Inseln, 215 Faden.
Scorpaena Dabryi von China und megastoma von Reunion
Sauvage Nouv. Arch. I p. 124 pl. 1 fig. 8 und 7.
Pterois (Pseudomonopterus) vittata Sauvage Nouv. Archives I.
p. 135 pl. I fig. 10 von Nouka-Hiva.
Agriopus Kieneri Sauvige Nouv. Archives I. p. 133 pl. I. fig.
12 von Peru. — A. melanosoma Bleeker Verband, k. Akad. van
Wetenschappen XVIII. p. 6 pl. IIL von Mauritius.
Prosopodasys Bottae Sauvage Nouv. Archives I. p. 132 p. I.
fig. 11 aus dem Rothen Meer.
Pelor caledonicum Sauvage Nouv. Archives I. p. 147 pl. II.
Fig. 6 von Neu-Caledonien. «
Cottus bathybius Günther Annais nat. bist. II. p. 180 von Ja-
pan, 565 Faden.
Cottus (Acanthocottus) anceps Sauvage Nouv. Archives I. p.
145 pl. I. fig. 13 aus Nordamerika.
Potamocottus zopherus Jordan Annais Lyc. nat. bist. New York
XI. p. 320 aus Upper Georgia.
Centrodermichthys Dabryi Sauvage Nouv. Archives I. p. 146
pl, I fig. 14 aus Südchina.
Beridia n. gen. Castelnau Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 229. Kopf und Körper stark comprimirt, Kopf sehr gross mit
concavem Profil vor den Augen, unten convex; Zähne sehr zahlreich,
292 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
sehr klein, granulaartig, keine am Unterkiefer und Gaumen; zwei
Dorsalen , die erste kürzer als die zweite mit 8 Stacheln , in der
zweiten 3 Stacheln; Caudale sehr lang ; Anale gross mit einem Stachel;
Ventralen hinter den Pectoralen (nach der Abbildung unter den
Pectoralen); Pectoralen gross, ihr oberer Strahl verzweigt, alle
übrigen einfach. B. flava pl. II. von der Westküste von Victoria.
Platycephalus americanus Sau vage Nouv. Archives I. p. 148
pl. II. Fig. 3 aus dem Potomac River.
Lepidotrigla Eydouxii Sauvage Nouv. Archives I. p. 156 pl.
II. fig. 14 von Manilla.
Gasterostei. Evers schildert „zur Charakteristik des Stich-
lings (Gasterosteus aculeatus)" diesen Fisch nach eigenen Beobach-
tungen im Aquarium. Er hebt besonders das cholerische Tempera-
ment desselben hervor, und beschreibt den Nestbau und das Aus-
kommen der Jungen. Jahresber. des naturwiss. Vereins in Elberfeld.
V. p. 26.
Max Schmidt erzählt, dass im Frankfurter zoologischen
Garten eine Anzahl Süsswasserstichlinge (Gasterosteus aculeatus) in
Seewasser gebracht wurden. Dieser plötzliche Wechsel machte nicht
den mindesten Eindruck auf ihr Wohlbefinden. Ihr Hochzeitskleid
erhielten sie einige Wochen früher als im Süsswasser. Zool. Garten
19. p. 203.
Pristipomatidae. Therapon HillU vom oberen Dawson River
und terrae-reginae von Queensland, Castelnau Proc. Linn. Soc. New
South Wales II. p. 226.
Diagramma multivittatum Macleay Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 349 pl. 7 fig. 2 von Port Darwin.
Sciaenoidei. Pseudosciaena poly actis B\eekerYeT}i3i.ndl k. Akad.
van Wetenschappen XVIII p. 5 tab. I. Fig. 1 aus China. — Ps.
acanthodes Bleeker ib. p. 29 tab. I. aus Japan.
Sparoidei. Schmidt beobachtete das Laichen des Cantharus
griseus. Das Männchen bereitete und säuberte den Brutplatz und
bewachte und vertheidigte dann die kleinen durchsichtigen Eier, die
fest» auf dem Cementboden des Aquariums angeklebt werden. Zool.
Garten 19 p. 243.
Lethrinus fusciceps und punctulatus Macleay Proc. Linn. Soc.
New South Wales IL p. 350 pl. 8 fig. 1, 2 voa Port Darwin.
Steindachner giebt Beschreibung und Abbildung von Hoplo-
pagrus Güntheri Gill nach einem wohlerhaltenen Exemplare. Der
Fisch soll durch die Art der Bezahnung einen üebergang zwischen
Percoiden (Lutjaninen) und Sparoiden (Bagrinen) bilden. Wiener
Sitzungsber. 77. p. 379 pl. I und II Fig. 1, 2.
Bleeker hatte früher (vergl. vorj. Ber. p. 141) gemeint, Chry-
sophrys Cuvieri Day (Dentex hasta C. V.) könne vielleicht mit Sparus
Schlegelii identisch sein. Nach Vergleichung der Exemplare hält er
während des Jahres 1878. 293
sie nun für verschieden und bildet Chr. Cuvieri ab. Verslagen en
Mededeelingen koninkl. Akad, XIII. p. 43.
Symphysodon n. gen. Bleeker Archives Neerlandaises XIII.
p. 60. Corpus oblongum; caput superne, lateribus et inferne squa-
matum; dentes maxillis pluriseriati , mandibulares anteriores conici
obtusi antrorsum directi ceteris majores, ceteri parvi acuti; dentes
vomerini et palatini nulli ; maxillae squamatae, superior paulo deor-
sum protractilis antice profunde emarginata incisura edentula , in-
ferior parte dentata postice angulatim elevata; rictus mediocris
obliquus; labia tenuia; praeoperculum denticulatum; operculum
postice biangulatum angulis spinaeformibus ; squamae ctenoideae,
trunco 50 circ. in serie longitudinali ; inguines squama elongata;
pinnae dorsalis et analis infima basi vaginula squamosa humili cete-
rum alepidotae, dorsalis indivisa, parte spinosa parte radiosa vix
longiore, ;^pinis gracilibus 9 et radiis 10 vel 11, analis spinis 3 et
radiis 7 ; pectorales acutae radiis subsuperioribus ceteris longioribus ;
ventrales sub basi pectoralium incertae; caudalis squamata radiis^
mediis 4 exceptis, contiguis immobilibus, profunde emarginata, lobis
gracilibus valde acutis. S. typus Fig. 1 von Neu-Guinea.
Gerres profundus Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 350 pl. 7 fig. 3 von Port Darwin.
MuUidae. Parupeneus spilurus Bleeker ist Archives neerlan-
daises XIII. p. 63 Fig. 3 abgebildet.
Sqaamipennes. Chaetodon aureofasciatus Macleay Proc. Linn.
Soc. New South Wales II. p. 351 pl. 8 fig. 3 von Port Darwin. —
Ch. ocelUpinnis Macleay ib. III. p. 33 pl. HI. fig. 1 von King Ge-
orge's Sound.
Toxotes carpentariensis Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales III p. 47 aus dem Norman River.
Labyrinthici. Schreiber beobachtete, wie Macropterus (Ma-
cropodus venustus) im kleinen Aquarium kleineren Fischen die Augen
ausfrass. Zool. Garten 19 p. 60.
Mngilidae. Mugil Joyneri Günther Annais nat. bist. I. p. 486
von Japan. — M. Tcandavensis Günther Journ. Mus. Godeffroy XIII
p. 215 aus der Südsee.
Ägonostbma Barwiniense 14 Macleay Proc. Linn. Soc. New
South Wales 11. p. 360 pl. 9 fig. 8 von Port Darwin.
G astropterus n. gen. Cope Proc. Amer. philos. Soc. XVII
p. 700. Eine breite Binde Zähne an dem Zwischenkiefer und Unter-
kiefer und ein Haufen am Vomer; Dorsale mit 4 Stacheln, Ventralen
abdominal, zweite Dorsale über der Anale. G. archaeus von Are-
quipa am pacifischen Abhang 7500' ü. M.
Scomberoidei. Poey unterscheidet fünf Amerikanische Arten
der Gattung Cybium, nämlich C. caballa C. V., regale Cuv., acervum
294 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
C. V., maculatum Agass., und immaculatum C. V. und Acanthocybium
peto Poey. Proc. of U. S. national Museum 1878.
Ninni unterscheidet zwei Arten von Zeus im Adriatischen
Meere, Zeus faber und Zeus pungio. Atti del R. Istituto Veneto IV.
p. 1058.
Brama japonica Hilgendorf Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 1 von Japan.
Centropholis n. gen. Hilgendorf ib. in der Nähe von Brama.
Von Pteraclis unterschieden durch das geradlinige Schnauzenprofil,
die subverticale Mundspalte , massig grosse Augen , die erst hinter
den Augen beginnende Rückenflosse, Mangel der Zähne auf Vomer
und Gaumenbein und Vorhandensein eines rückwärtssehenden Dornes
auf den Schuppen. L. Petersii von Enosima.
Carangidae. Argyreiosus pacificus Lockington Proc. California
Acad. VII. p. 84 aus Californien.
Kurtus GulUveri Castelnau Proc. Linn. Soc. New South Wales
II p. 233 aus süssem "Wasser beim Norman River.
Labroidei. lieber das Laichgeschäft des Labrus mixtus im
Aquarium zu Frankfurt hat Max Schmidt eine Beobachtung ge-
macht. Zool. Garten 19 p. 300.
Trochocopus rufus Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
III. p. 35 pl. V fig. 3 von King George's Sound.
Ldbrichtliys nigromarginatus Macleay Proc. Linn. Soc. New
South Wales III. p. 35 pl. III Fig. 3 von Port Jackson.
Änampses neoguinaicus Bleeker Archives neerlandaises XIII.
p. 57 pl. III Fig. 4 von Neu-Guinea.
Platyglossus immaculatus Macleay Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 362 pl, 10 fig. 1 von Port Darwin.
Dacentrus n. gen. Jordan Bull. U. S. geol. Survey IV. p. 667.
Da dieser Fisch völlig verwachsene Schlundknochen, eine ununter-
brochene Seitenlinie und Cycloidschuppen besitzt, so stellt ihn Verf.
eher zu den Labriden als zu den Cichliden, trennt aber die Gat-
tungscharaktere nicht von den Speciescharakteren. D. lucens aus
Texas.
Scarus axillaris Steindachner Wiener Sitzungsber. 77 p. 384
Taf. IIL Fig. 1 von Nord-Australien.
Pseudoscarua spilonotus Kner ist von Bleeker Verhandel. k.
Akad. van Wetenschappen XVIII pl. I abgebildet.
Heteroscarus Castelnaui Macleay Proc. Linn. Soc. New South
Wales III. p. 36 pl. V. fig. 2 von Port Jackson.
Olistherops brunneus Macleay Proc. Linn. Soc. New South
Wales III. p. 36 pl. V. Fig. 1 von Port Jackson.
Pomacentridae. Dascyllus fasciatus Macleay Proc. Linn. Soc.
New South Wales II. p. 361 pl. 10 fig. 2 von Port Darwin.
während des Jahres 1878. 295
Eupomacentrus (Brachypojnacentrus) ater Bleeker Verband, k.
Akad. van Wetenschappen XVIII. p. 5 von Mauritius.
Gbromides. Paretroplus polyactis Bleeker Verslagen en Mede-
deelingen koninkl. Akad. XII p. 195 fig. 2 von Madagascar.
Äcara subocularis und hyposticta Cope Proc. Amer. philos. soc.
XVII. p. 696 aus dem oberen Amazon.
Paracara n. gen. Bleeker Verslagen en Mededeelingen kon.
Akad. XII. p. 193. Dentes maxillis pluriseriati conici acuti serie
externa fortiores, pharyngeales compressi acuti infra apicem emar-
ginati ; corpus oblongum; caput vertice, fronte, genis operculisque
squamatum; praeoperculum edentulum; squamae capite et trunco
antice cycloideae, trunco medio et postice ctenoideae, lateribus 80
circa in serie longitudinali; processus arcus branchialis primi sub-
elongati simplices antice denticulati ; pinnae dorsalis et analis ale-
pidotae, dorsalis spinis 1 et radiis 10, analis spinis 3 et radiis 9.
B. 5. P. typus fig. 3 von Madagascar.
Haplopteri.
Gobioidei. Gobius Taalmankipii Hubrecht Tijdschr. Nederl.
dierkundige Vereeniging III. Zool. Station p. 17 aus der Nordsee.
— G. maxülaris Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wases II. p.
357 pl. 9 fig. 2 von Port Darwin. — G. sauroides Castelnau ib. III.
p. 48 aus dem Norman River. — G. notospilus und neophytus Gün-
ther Journal Mus. Godeffroy XIII p. 173 Taf. 109 Fig B und 108
Fig. E von Viti Levu.
Win t her setzte seine Untersuchungen über die dänischen
Arten der Gattung Gobius fort (Bericht 1875 p. 74), Hier wird
Gobius pictus Malm ausführlich beschrieben, und auf Gobius scor-
pioides Coli. (1874) eine neue Gattung gegründet:
Lebet US. Die Bauchflossen sind nur hinten verwachsen, so
dass sie keinen Trichter bilden, wie die übrigen Gobius-Arten, auch
ist die erste Dorsale nicht dreieckig, sondern viereckig, indem die
Membran sich hinter dem letzten Strahl nicht bis zum Bücken fort-
setzt ; die Analpapille scheint zu fehlen. Dahin gehört ausserdem
auch G. orca Coli. Schliesslich macht Verf. Angaben über die Ver-
breitung von G. niger Schonev., minutus Penn., Ruthensparri Euphras.,
microps Kr. Schiodte Naturhist. Tidsskrift XI. p. 41.
Bleeker bringt jetzt in seine Gattung Stigmatogobius fünf
Arten : St. sadanundio , isognathus von Singapore , singapiirensis
ebendaher, gastropsiius und amUyrhynchus von Java. Verslagen en
Mededeelingen koninkl. Akad- XII. p. 201.
Co 11 et hatte bereits 1872, 74 und 76 in Forh. Vidensk. Selsk.
Christiania Jahrgang 1876 No. 6 mit zwei Tafeln über die Gattungen
296 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Latrunculns Günther und Crystallogobius Gill Mittheilungen gemacht.
Sie zeichnen sich durch den vollkommen durchsichtigen Körper,
durch den Bau der Schuppen, Flossen, und durch die Körperform
aus. Verfasser theilt nun seine Beobachtungen zusammengestellt
auch in Proceed. zool. Soc. p. 318 — 339 mit. Er hält alle Species
von Latrunculus für identisch, nämlich L. pellucidus Nardo, pellu-
cidus Kessl., albus Parn. und StuwitziiDüb. Koren; auch Chrystallo-
gobius enthält nur eine Art Ch, Nilssoni Düb. Koren. Die Männ-
chen beider Species haben eine von dem Weibchen ganz verschiedene
Bezahnung, bei L. pellucidus werden diese Zähne nur in der Laich-
zeit entwickelt. Beim Weibchen von C Nilssonii sind die erste Dor-
sale und die Ventralen rudimentär, und die Ovarien reichen bis
hinter den After, Beide Arten sind jährige Wirbelthiere und vollen-
den ihr Leben im Laufe eines Jahres. Beide Fische werden dann
in ausführlicher Weise beschrieben, und in Holzschnitten abgebildet.
Äpocryptus hivittatus Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
IL p. 357 pl. 9 fig. 5 von Port Darwin.
Gobiosoma guUulatum Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 357 pl. 9 fig. 6 von Port Darwin.
Sicydium albotaeniatum Günther Journ. Mus. Godeffroy XIII.
p. 183 Taf. 110 Fig. D. von Viti Levu.
Eleotris compressus Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 358. pl. 9 fig. 7 von Port Darwin. — JE. simplex und plani-
ceps Castelnau ib. III. p. 49 aus dem Norman River. — E. Godeffroyi
Günther Journ. Mus. Godeffroy XIII p. 188 Taf. 122 Fig. B aus
der Südsee.
Ninni unterscheidet und beschreibt sechs im Adriatischen
Meere vorkommende Arten der Gattung Callionymus. Atti del K.
Istituto Veneto IV. p. 1043.
Callionymus microps Günther Journ. Mus. Godeffroy XIII. p.
192 Taf. 113 Fig. C. aus der Südsee.
Sema n. gen. Jordan Bull. ü. S. geol. Survey IV. p. 399.
Verf. stellt die Gattung fraglich zu den Gobiiden, und trennt in
seinem Zweifel die Gattungscharaktere nicht von den Speciescharak-
teren, S. signifer aus Texas.
Discoboli- Hilgendorf wies nach, dass Cyclopterus lumpus
wie Liparis die Knochenverbindung zwischen dem Infraorbitalring
und dem Praeoperculum besitzt, die ihm fälschlich bisher abge-
sprochen wurde. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 186.
Liparis bathybii Collett Forhandl. Vidensk. Selsk. Christiania
1878 No. 14 p. 32 von den Beeren-Inseln.
Blennioidei. Steenstrup hat das Spix'sche Exemplar aus
dem Münchener Museum, welches Agassiz als Anarrhichas leopardus
beschrieb, verglichen. Er bestimmt es als Anarrhichas minor Olafs.,
und glaubt, dass Spix es' in Gibraltar oder Madeira bekommen habe,
während des Jahres 1878. 297
wohin es als Curiosität aus dem Norden gebracht sein möchte.
Meddelelser nat. Foren, i Kj^benhavn 1877 p. 109.
Petroskirtss atrodorsalis und ater Günther Journ. Mus. Go-
deffroy XHI- p. 198 Taf, 115 Fig B und C aus der Südsee.
Salarias Spaldingi Macleay Proc. Linn. Sog. New South Wales
II. p. 358 pl. 9 fig. 4 von Port Darwin. — S. aneitensis und caudo-
lineatus Günther Journ. Mus. GodefFroy XIII. p. 205 Taf. 118 Fig.
A und 116 Fig. F. von Viti Levu.
Tripterygium marmoratum Macleay Proc. Linn. Soc. New South
Wales III. p. 34 pl. III fig. 2 von King George'a Sound. — Tr.
minutum Günther Journ. Mus. Godeffroy XIII. p. 211 Taf. 118 Fig.
D von Viti Levu.
Trachypteridae. Eegalecus pacificus von Haast Transact. New
Zealand Institute X. p. 246 pl. 7. Dieser Fisch ist 12 Fuss 5 Zoll
lang, von Neu-Seeland.
Cepolidae. Acanthocepola oxylepis Bleeker Verh. k. Akad. van
Wetenschappen XVIII p. 8 tab. 2 fig. 1.
Pediculati. Lütken beschrieb eine neue Art Himantolophus
Reinhardti von Grönland, und bringt dabei Bemerkungen über die
Familie der Pediculaten. Er charakterisirt die von Reinhardt 1837
aufgestellte Gattung folgendermassen : Corpus breve, crassum, obesum,
mediocriter compressum; caput maximum, angulatum, fronte convexo,
declivi, profunde excavato; rictus oris mediocris, oblique surgens,
mandibula prominente; oculi minuti; papilla nasalis utrinque singula;
dentes graciles, elongati, conici, subincurvi, mobiles, pluriseriati in
maxillis ; in vomere et palato nulli; pharyngeales superiores quoque
adsunt; inferiores desunt; apertura branchialis mediocris infra et
post insertionem pinnarum pectoralium ; pseudobranchiae operculares
nullae; arcus branchialis primus branchiam simplicem brevem gerit,
secundus et tertius duplicem, quartus, cute cum osse hypopharyn-
geali conjunctus, simplicem; tubercula mobilia aspera, dentigera, in
latere orali arcuum branchialium, uniseriata in prima et quarta, in
ceteris biseriata; radii branchiostegi utrinque 6; pennae pectorales
breves, pedunculo quoque brevi; ventrales desunt; radius frontalis
fortis, crassiusculus, clavaeformrs, cum osse iuterspinali horizontali
subcutaneo articulatus, sinura frontalem longitudine aequans ; caput
clavae compressum cornua gerit mollia brevia digitata terminalia
duo , nee non tentacula lamiaaria lateralia elongata, simplicia vel
biquadrifida pluria; radius dorsalis secundus liber nuUus; pinna
dorsalis vera et analis breves, caudali mediocri , haut elongatae, ap-
proximatae, sed distinctae; epidermis crassa moUis corrugata ; squa-
mae vel scuta ossea rotundata ovalia magna in spinam centralem
brevem producta posteriorem praecipue corporis partem densius vel
sparsius tegunt; in radio frontali tentaculifero squamae spinigerae
similes minutae dense collocatae; vesica natatoria et appendices
298 Troschel: Bericht üb, d. Leistungen in d. Ichthyologie
pyloricae nullae; ossa sceleti raollia semispongiosa. — Daran schliesst
sich eine Beschreibung des Skelets von Ceratias Holbölli Kr. Vidensk.
Selsk. Skrifter. 5 Raekke. II. V.
Anacanthini.
Gadoidei. Ninni unterscheidet in der Gattung Gadus Gthr.
mit drei Dorsalen, zwei Analen, und bezahntem Vomer drei Arten,
G. minutus L., euxinus Nordm. und potassou Risso. Atti del R.
Istituto Veneto IV. p. 1198.
Lotella marginata Günther Annais nat. bist. II. p. 19 von der
Westküste Südamerikas.
Haloporphyrus rostratus zwischen dem Cap und Kerguelens-
land, 600 und 1375 Faden und australis Magellanstrasse Günther
xAnnals nat. bist, II p. 18.
Motella Beinhardi Kroyer n. sp. bei Collett Forhandl. Vidensk.
Selsk. Christiania 1878 No. 14 p. 83 von der Beeren-Insel.
Melanonus n. gen. Günther Annais nat. bist. II. p, 19. Kopf und
Körper etwas comprimirt, mit massigen Cycloidscbuppen und langem
verschmälerten Schwanz mit Schwanzflosse; Augen massig; Mund
vorn und seitlich; beide Kiefer mit schmalen Binden hechelförraiger
Zähne; Vomer und Gaumen mit sehr schmalen Streifen kleiner
Zähne; kein Bartfaden; eine kurze vordere Dorsale, die zweite be-
ginnt unmittelbar hinter der ersten und hat wohl entwickelte vordere
Strahlen; sie erstreckt sich bis zum Schwanzende; Anale wie die
zweite Dorsale; die äusseren Kiemenrechen des ersten Kiemenbogens
stark und lang, länger als die Kiemenblätter; Ventralen aus mehreren
Strahlen, etwas vor den Pectoralen; Knochen biegsam, Schleim-
gruben des Kopfes klein. Verwandt mit Strinsia, aber mit anderer
Bezahnung. M. gracüis, antarctisch, 1975 Faden.
Bathygadus n. gen. Günther Anuals nat. bist. IL p. 23.
Schnauze nicht vor dem Munde vorstehend; Mund weit, vorn und
seitlich; Augen klein oder massig; Zähne hecheiförmig in ganzer
Länge beider Kiefer; Bartfäden vorhanden oder fehlen; die beiden
Dorsalen fast vereinigt, die vorderen Strahlen der zweiten nicht
verkürzt, sondern in dem schmalen hinteren Theil des Schwanzes an
Länge allmählich abnehmend; Analstrahlen schwach; Kopfknochen
cavernös , weich, obre vorspringende Leisten; Schuppen klein, cy-
cloid, hinfällig. B. cottoide's zwischen Neuseeland und Kermadec-
Insel, 700 Faden.
Lycodidae. Lycodes muraena Collett Forhandl. Videns. Selsk.
Christiania 1878 No.4. p. 15 von Spitzbergen. — L. frigidus Collett
ib. No. 14 p. 45 bei Beeren-Insel und Spitzbergen. — L. pallidus
Collet ib. No. 14 p, 70 von Spitzbergen.
Ophidiidae. Siremho Messieri Günther Annais nat. bist. IL p.
19 von Middle Island, 345 Faden.
während des Jahres 1878. 299
Günther stellte in der Familie Ophidiidae vier neue Gattun-
gen auf. Annais nat. hist. II p. 20:
Bathynectes. Vorderer Körpertheil etwas comprimirt, hin-
terer in einen langen verschmälerten Schwanz ausgezogen , ohne
Caudale; Schnauze nicht verdickt mit gleichen Kiefern; Mund sehr
weit mit hecheiförmigen Zähnen an den Kiefern , am Vomer und
am Gaumen; kein Bartfaden; Ventralen zu einem einfachen oder
bifiden Filament reducirt, dicht bei einander und nahe der Schul-
tersymphysis; Kiemenhäute nicht vereinigt; Kiemenblätter kurz; die
Mittelstücke des ersten Kiemenbogens haben sehr lange steife Dor-
nen in der äusseren Reihe: Knochen des Kopfes weich und cavernös.
Kiemendeckel oben mit sehr schwachem Dorn. Verwandt mit Si-
rembo. B. laticeps, compressus und gracüis bei Neu-Guinea, 2500 Faden.
Typhlonus. Kopf gross, comprimirt, mit knorpeligen Knochen;
die oberflächlichen Knochen mit grossen Schleimgruben, nicht be-
waffnet; Schnauze dick, vor dem kleinen Munde vorspringend: Rumpf
sehr kurz, After unter den Pectoralen; Schwanz dünn, stark com-
primirt, verschmälert, ohne Caudale; Augen nicht sichtbar, zu einem
kleinen unter der Haut verborgenen Rudiment reducirt ; Binden
hecheiförmiger Zähne in den Kiefern , am Vomer und am Gaumen ;
kein Bartfaden; Ventralen zu einfachen Filamenten reducirt, dicht
beisammen an der Schultersymphysis; Kiemenspalten sehr weit,
Kiemenhäute vorn nur schwach verbunden; vier Kiemen, Kiemen-
blätter ziemlich kurz, Kiemendornen von massiger Länge; Schuppen
dünn, hinfällig, klein. T. nasus nordöstlich von Australien, 2440 Faden.
Äphyonus, Kopf, Körper und der verschmälerte Schwanz
stark comprimirt, in eine lose schuppenlose Haut eingehüllt; After
weit hinter den Pectoralen; Schnauze verdickt, vor dem weiten
Munde vorstehend; keine Zähne im Oberkiefer, kleine conische
Zähne im Unterkiefer, vorn mehrreihig, an den Seiten einreihig;
Vomer mit einigen rudimentären Zähnen, Gaumenzähne; Nas-
löcher dicht beisammen, klein; keine äusserlich sichtbaren Augen;
kein Bartfaden; Ventralen zu einfachen Filamenten reducirt, dicht
beisammen und nahe der Schultersymphysis; Kiemenhäute nicht
vereinigt; vier Kiemenbogen, der letzte ohne Kicmenblättchen,
der vordere mit sehr kurzen Dornen und mit ziemlich kurzen
Kicmenblättchen; Kopf mit einem System von weiten Schleim-
kanälen und Gruben bedeckt, die Hautknochen fast häutig, wäh-
rend die anderen sich in einem halbknorpligen Zustande befin-
den ; Chorda dorsalis persistent, aber mit oberflächlicher Andeutung
der Vertebralsegmente. Ä. gelatinosus Nordost- Australien und Neu-
Guinea, 1400 Faden.
Äcanthonus, Kopf gross und dick, vorn und an den Deckel-
stücken mit starken Dornen; Rumpf sehr kurz, After unter den
Pectoralen, Schwanz dünn, stark comprimirt, verschmälert, ohne
300 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Caudale; Augen klein; Mund sehr weit, Binden hecheiförmiger Zähne
in den Kiefern, am Vomer, Gaumen und längs dem Zungenbein;
kein Bartfaden; Ventralen einfache Filamente, dicht beisammen an
der Schultersymphysis; Kiemenhäute nicht vereinigt; Kiemenblättchen
auffallend kurz, Kiemendornen lang, lanzettförmig, steif; Schuppen
ausserordentlich klein; Kopfknochen weich. A. armatus nördlich
von Neu-Guinea, 1075 Faden.
Bhodichthys n. gen. Collett Forhandl. Vidensk. Selsk. Chri-
stiania 1878 No. 14 p. 99. Körper ohne Schuppen und Seitenlinie,
halb durchsichtig, hinter der Bauchhöhle stark zusammengedrückt;
Kopf breit und dick ; Caudale deutlich, bloss an der Wurzel mit der
Anale und Dorsale verwachsen ; After vor den Pectoralen, unter der
Kiemenspalte ; die Ventrale besteht aus einem langen Faden , am
Zungenbein festgewachsen und in seiner äusseren Hälfte gespalten ;
die Anale beginnt weit hinter dem After; eine Dorsale; Zähne am
Zwischen- und Unterkiefer. Bh. regina von Spitzbergen.
Macruridae. Macrurus longirostris Neu-Seeland, holotracJiys »an
der Mündung des Rio Plata, fasciatus Südspitze Südamerikas, Günther
Annais nat. bist. II. p. 23.
Coryphaenoides rudis Kermadec-Insel, aeqiialis Portugal, crassi-
ceps Kermudec-Insel, microlepis Fidschi-Inseln, Murrayi Neu-Seeland,
serntZaiMS. Neu-Seeland, fiUcauda an beiden Seiten Südamerikas, 2650
Faden, variahüis zwischen Cap und Kerguelensland, afßnis östlich
der Mündung des Rio Plata, carinatus Prinz Edward's Insel, Günther
Annais nat. bist. II. p. 24.
Pleuronectae. Steenstrup lieferte einen weiteren Beitrag zu
einer richtigen Auffassung der Augenstellung bei den Flundern. Er
beleuchtet die seit seiner ersten Mittheilung über diesen Gegenstand
erschienenen Ansichten von Wyville Thomson, Traquair , SchijiJdte,
Malm, V. Klein, Reichert und A. Agassiz. Er stellt dann fest, dass
die vollständige Wanderung des Auges von der einen Seite zur an-
dern in sehr wenigen Tagen geschieht, woraus es sich erklärt, dass
noch fast symmetrische Junge und vollkommen umgewandelte Indi-
viduen von derselben Grösse vorkommen, und dass so selten Indi-
viduen in dem Uebergangsstadium zur Beobachtung kommen; dass
der Durchgang des Auges unter einer gewissen Drehung um die
horizontale Achse , durch ein Schielen geschieht, und bereits durch
die erste Drehung um 180^ sein Gesichtsfeld durch den eigenen
durchsichtigen Körper haben kann; dass in demselben Masse, wie
sich das Auge tiefer in den Kopf einsenkt, die vorherige äussere
Umgebung sich mehr und mehr zusammenschnürt, und zuletzt sich
die Oeffnung schliesst. Die Abweichung der Agassiz'schen Ansicht
von der seinigen, dass das Auge der Blindseite unter der Basis der
Dorsale und über dem Stirnbein, nicht unter dem Stirnbein durch-
während des Jahres 1878. 301
gehe, sucht er auszugleichen. Overs. over d, K. D. Vidensk. Selsk.
Forh. 1876, Kjfjbenhavn 1878.
Agassiz schrieb als Fortsetzung seiner Arbeit über die
Jugendzustände der Knochenfische (vergl. vorj. Ber. p. 133) über die
Entwickelung der Fhmdern. Er schildert hier vorzugsweise die
Entwickelung der Farben, und glaubt, dass bei den Flundern Ein-
drücke auf die Retina gewisse Effecte hervorbringen können, und
dass die Veränderungen auf der gefärbten Seite des Körpers wahr-
scheinlich eine Folge der Fähigkeit des Fisches sind, gewisse Farben
von anderen zu unterscheiden. Es wird dabei Bezug genommen auf
die Experimente von Pouchet (vergl. vorj. Ber. p. 135). Proc. Amer.
Acad. of arts and sciences XIV. (New Ser. VI.) p. 1 mit 8 Tafeln.
Nach Tr(Ms ist Platessa vulgaris zum ersten Mal im Adria-
tischen Meer vorgekommen. Atti del E. Istituto Veneto IV p. 321.
Pleuronectes Bogdcüwvii Sandeberg Bull, de Moscou 1878. III.
p. 263 aus dem weissen Meere, verwandt mit PI. flesus.
Synaptura sderolepis Macleay Proc, Linn. Soc. New South
Wales n. p. 363 pl. 10 fig. 4 von Port Darwin.
Apionichthys JBleeJceri Horst Tijdschr. Nederl. Dierkundige Ver-
eeniging IV. p. 30 ohne Angabe des Vaterlands.
Aphoristia orientalis Bleeker Verband, k. Akad. van Weten-
schappen XVIII. p. 31 tab. 2 fig. 1 von Japan.
Flagusia guttata Macleay Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 362 pl. 10 fig. 3 von Port Darwin.
Gynoglossus Joyneri Günther Annais nat. hist I. p. 486 von
Japan.
IScomberesoces.
Scomberesoces. Cope trennt die Gattung Belone von Exo-
coetus als eigene Familie Belonidae, weil sie einen distincten
Coronoid-Knochen besitzt, und weil die Wirbel Zygapophysen dar-
stellen, was unter den Fischen ungewöhnlich ist. Proc. Amer. phil.
Soc. XVII. p. 695.
Goode gibt an, dass Belone latimanus Poey, bisher nur von
Cuba bekannt, auch in Blizzards Bay, Massachusetts vorkommt. Proc.
U. S. national Museum 1878.
Hemiramphus hreviceps Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 240 aus der Mündung des Brisbane River.
Phyi^ostoiui.
Silaroidei. Plotosus elongatus Castelnau Proc. Linn. Soc. New
South Wales II. p. 237 von Queensland.
302 Troscliel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Neosilurus n. gen. Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 239. Eine sehr kurze Dorsale mit einfachem Dorn,
keine Fettflosse, Anale und Caudale vereinigt und schief abgestutzt;
6 Bartfäden; Zähne bilden am Oberkiefer eine Linie isolirter, kurzer
conischer Zähne, mit zwei grösseren, vorn am Gaumen und Vomer,
zahlreiche Höckerzähne entfernt von einander ; am Unterkiefer vorn
conische Zähne, dahinter isolirte Höckerzähne; Mund klein, Augen
ziemlich klein über dem Mundwinkel; Naslöcher von einander ent-
fernt; Kopf und Körper mit weicher Haut bedeckt, das obere Kopf-
profil schief; Dorsale vor den Ventralen inserirt; diese bestehen aus
12 Strahlen ; die seitlichen Strahlen der Caudale überragen den
Schwanz ein wenig, die der Caudale selbst werden fast so lang wie
zwei Drittel des Kopfes, sie nehmen an Länge ab, nachdem sie sich
mit der Anale verbunden haben und geben so der Caudale die
Form einer ziemlich scharfen Spitze; die Strahlen der Anale sind
sehr zahlreich , sie erstrecken sich bis zum After , der ein wenig
hinter der Insertion der Ventralen liegt. Verwandt mit Silurichthys.
N. australis aus dem süssen Wasser bei Rockhampton.
JSypophthalmus perporosus Cope Proc. Amer. philos. Soc. XVII,
p. 673 aus dem oberen Amazon.
Liobagrus n. gen. der Gruppe Bagrina Hilgendorf Sitzungsb.
Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 155. Fettflosse lang, niedrig,
Dorsale kurz mit einem stechenden ungesagten und 6 weichen
Strahlen, Anale kurz, Caudale abgerundet. Ventrale mit 6 Strahlen,
8 Bartfäden; Zähne nur im Zwischen- und Unterkiefer, als Flecken
von Hechelzähnen auftretend, keine Vomer- und Gaumenzähne; Augen
unter der Haut, ohne Falte darum; Kiemenhaut bis ganz nach vorn
hin frei. L. Reinü aus dem südlichen Japan.
Bita sacerdotum Anderson Anat. and zool. researches of Yunnan
p. 864 pl. 79 flg. 3 von Yunnan.
Amiurus hrunneus Jordan Annais Lyc. nat. bist. New York
XI. p. 366 aus dem Ocmulgee.
Jordan charakterisirt 7 Arten der Gattung Noturus, um
eine neue Art N. eleutherus aus dem French Broad in Georgia zu kenn-
zeichneu. Annais Lyc. nat. bist. New- York XI p, 370.
Pimelodus bathyurus und ophthalmicus Cope Proc. Amer. phil.
soc. XVII. p. 674 aus dem oberen Amazon.
Arius Curtisü Castelnau Proc. Linn. Soc. New South Wales
II. p. 236 von Queensland.
Euanemus brachyurus Cope Proc, Amer. phil. soc. XVII. p.
676 aus dem oberen Amazon.
AucJienipterus brevibarbis und isacanthus Cope Proc. Amer.
phil. soc. XVII. p. 676 aus dem oberen Amazon.
Epapterus n. gen. Cope Proc. Amer. phil. Soc. XVII p. 677
aus der Gruppe der Doradinen. Die vordere Dorsale vor den Ven-
während des Jahres 1878. 303
tralen , Kiemenhäute mit der Kehle verwachsen , keine Fettflosse,
der weiche Theil der Dorsale rudimentär; 6 Bartfäden; keine Zähne
an Kiefern und Gaumen; Dorsal- und Pectoraldornen vorhanden;
Ventralen mit einander und mit der Mittellinie des Bauches ver-
einigt; Anale lang, getrennt von der Caudale. Verwandt mit Eu-
anemus, aber verschieden durch das Fehlen der Fettflosse, der
Zähne, und den rudimentären weichen Theil der Dorsale. E. dispi-
lurus aus dem oberen Amazon.
Ghaejiothorax n. gen. Cope Proc. Amer. philos. Soc. XVII.
p. 679. Von Gestalt der Callichthys mit knöchernem Dorsal- und
Pectoraldorn, vorstehendes Occipitalschild, 9 — 11 weiche Strahlen in
der Dorsale, die Coracoidschilder sind seitlich und bedecken nicht
die Brust. Ch. bicarinatus aus dem oberen Amazon.
Steindachner berichtigt die Synonymie einiger Plecostomus-
Arten. Wiener Sitzungsber. 77 p. 383.
Weyenbergh schrieb eine ausführliche anatomische Abhand-
lung über Hypostomus plecostomus Val. Periodic© zoologico II. p.
63 — 166. lieber dieselbe ist schon im vor. Jahr p. 148 berichtet.
Hypoptopoma gulare Cope Proc. Amer. phil. Soc. XVII. p. 679
aus dem oberen Amazon.
Cyprinoidei. Jordan hat eine Synopsis der Familie Cato-
stomidae ausgearbeitet. Es werden 13 Gattungen unterschieden:
Quassilabia Jord. Brayt. mit 1 Art, Placopharynx Cope 1 Art, My-
xostoraa Jordan 17 Arten, Minytrema Jordan 1 Art, Erimyzon 2
Arten, E. Goodei aus Florida neu, Chasmistes Jordan 1 Art, Cato-
stomus Le Sueur 14 Arten, C. retropinnis neu von Montana, Panto-
steus Cope 4 Arten, Cycleptus Raf. 1 Art, Carpiodes Raf. 7 Arten,
Bubalichthys Agass, 8 Arten, Ichthyobus Raf. 1 Art, Myxocyprinus
Gill 1 Art. Im Anhange wird noch Chasmistes liorus Jordan aus
dem Utah-See als neu beschrieben. Bulletin ü. S. National Museum
12 p. 97—237.
Catostomus retropinnis Jordan Bull. U. S. geological and geo-
graphica! survey of the territories IV. p. 781 aus Dakota.
Myxostoma euryops Jordan Annais Lyc. nat. bist. New -York
XI p. 348 aus Ober-Georgia.
Phenacobius catostomus Jordan ib. p. 332 ebendaher.
Noll beschreibt den sogenannten Teleskopfisch mit Abbil-
dung, den er für eine Monstrosität des Goldfisches, Cyprinus auratus,
hält. Zool. Garten 19 p. 359.
Barbus margarianus Anderson Anat. and zool. researches of
Yunnan p. 867 pl. 79 fig. 1.
Couesius n. gen. Jordan Bull. ü. S. geol. and geogr. survey
of the territories IV p. 785. Dorsale über oder ein wenig hinter
den Ventralen, Basis der Anale kurz, Mund normal, Ende des Kie-
fers mit einem kleinen aber deutlichen Bartfaden, Schuppen ziemlich
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jalirg. 2. Bd. TT
3 04 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
klein, Seitenlinie vorhanden, Darm kurz, Zähne 2.4 — 4.2, die dejr
längeren Reihe hakig, scharfrandig, ohne Kaufläche, Oberkiefer
protractil. Dahin Leucosomus dissimilis Gir., Ceratichthys prosthe-
mius, squamilentus und physignathus Cope. — Hierbei giebt Verf.
eine Analyse der Amerikanischen Cypriniden , um die Beziehungen
der neuen Gattung verständlich zu machen.
Solger hat seine Aufmerksamkeit auf „Perlfische" mit be-
sonderer Berücksichtigung des Warzenanschlags der männlichen In-
dividuen von Leuciscus rutilus gerichtet. Er beobachtete diese
Epithelwucherungen auch ausser der Laichzeit. Sitzungsber. Naturf.
Ges. zu Halle Dec. 1878.
Leuciscus australis Castelnau Proc. Linn. Soc. New South Wales
IIL p. 51 aus dem Norman River.
B lecker liess Acanthorhodeus taenianalis Gthr. in Verhande-
lingen k. Akad. van Wetenschappen XVIII. tab. I Fig. 3 abbilden,
und beschrieb denselben.
Älburnops saludanus (nebst einer Gruppirung der Arten), Co-
doma chloristia, Ceratichthys zanemus Jordan und Brayton Bull. U. S.
national Museum 12 p. 16 aus Südcarolina. — Hydrophlox lutipin-
nis Jordan und Brayton ib. p. 36 aus Georgia. — Photogenis leuco-
pus ib. p. 41 aus dem Chattahouchee River. — Codoma trichroistia
ib. p. 50 ebendaher.
Nototropis lirus und stilhiiis Jordan Annais Lyc. nat. bist. New
York XI. p. 342 aus Upper Georgia.
JEpisema callisema Jordan ib. p. 363 aus dem Ocmulgeefluss in
Georgia.
Notemigonus ischanus Jordan ib. p. 364 ebendaher.
Hyhopsis chrosomus und xaenocephalus Jordan Annais Lyc.
nat. bist. New York XI. p, 333 aus Upper Georgia.
Photogenis stigmaturus, callistius, oaeruleus Jordan Ann als Lyc.
nat. hist. New York aus Upper Georgia. — Ph. eurystomus Jordan
ib. p. 356 aus dem Nancy-Bach bei Atlanta in Georgia.
Danio hakhienensis Anderson Anat. and zool. researches of
Yunnan p. 868 pl. 79 fig. 2 aus Yunnan.
CKola chlor a Jordan Bull, U. S. geol. Survey IV. p. 791 aus
Dacota.
Bleeker unterscheidet in der Gattung Hypophthalmichthys
Blkr. vier Arten : H. molitrix Rieh., Dabryi Guich., Simoni Guich.
und nobilis Blkr. Die erste und die letzte sind abgebildet. Vers-
lagen en Mededeelingen koninkl. Akad. XII. p. 209 mit 2 Tafeln.
Lorent, üeber den Mitteldarm von Cobitis fossilis L. Archiv
mikrosk. Anatomie 15 p. 429. mit Tafel XXVII.
Gyprinodontes. Jordan findet die Gattungen der Cyprino-
donten Amerika's in grösster Confusion und giebt deshalb eine Sy-
nopsis derselben. Er unterscheidet 12 Gattungen. Er besehreibt
während des Jahres 1878. 305
dabei eine neue Art Xenisma stellifera aus Upper Georgia. Annais
Lyc. nat. hist. New York XI. p. 322.
Weyenbergh's Abhandlung „l'enfantement des Poecilies",
bereits vom Jahr 1873 datirt, ist im zweiten Theil des Periodico
zoologico p. 57 erschienen.
Poecilia Boucardii Steindachner Wiener Sitzungsber. 77 p. 386
Taf. HI Fig. 2, 3 von Aspinwall, Colon.
Gamhusia episcopi Steindachner ib. p. 387 Taf. II. Fig. 8, 4
aus Wassergräben längs der Isthmus-Eisenbahn.
Gharacini. Aus der Familie der Characinen beschrieb Cope
Proc. Amer. phil. soc. XVII. p. 682 folgende neue Arten aus dem
oberen Amazon : Änodus melanopogon und steatops, Curimatiis dlta-
mazonicus und trachystethus , Prochüodus ortoniacus und ceplidlotes^
Anacrytus limaesquamis, Xipliorhmnpfius abhreviatus und heterolepis,
Giaracidiuni Steindachner i , Schizodon sagittarius, Leporinus holo-
stictus und multifasciatus , Tetragonopterus diaphanus, Serrasalmo
immaculatus , Metynnis n. gen. Myletes mit einem äusseren hori-
zontalen messerförmigen Dorn an der Basis der Rückenflosse , Zwi-
ßchenkieferzähne in zwei Eeihen mit schiefer mehr oder weniger
unsichtbarer Schneide, zwei conische Zähne hinter der Reihe im
Unterkiefer. M. luna, Myletes nigripinnis, PyrrhuUna argyrops.
Elopomorphus n. gen. Gill. Field and Forest May; Annais
nat. hist. II. p. 112. Körper langstreckig, Bauch gerundet, Kopf
conisch mit sehr schiefem Operculum, Mund terminal und quer, be-
deutender Erweiterung fähig, die Oberkiefer ganz beweglich, die
Unterkiefer unter dem Auge eingefügt, Kieferränder schneidend,
keine Zähne, Dorsale mitten und über den Ventralen, Anale kurz,
die Kiemenbogen scharf gebogen und mit verlängerten Schenkeln,
und die Kiemenrechen sehr zahlreich und borstenförmig. E. Jor-
dani aus Bolivia. Anodus elongatus Spix scheint in dieselbe Gattung
zu gehören.
SalmoneS« Goll hat eine Monographie über den Salm, Salmo
salar Val., verfasst. Er erwähnt seine Lebensweise, seine Wanderun-
gen, die Verschiedenheit zwischen Laichsalm und Wintersalm u. s. w.
Bulletin de la Soc. Vaudoise XV. p. 483—496.
Salmo mendocinensis Gibbons Proceed. California Acad, VI p.
142. von Mendocino. — S. leptosoma und pomatops Bleeker Verh. k.
Akad. van Wetenschappen ' XVIII. tab. 2 fig. 3 und 2 aus China.
Hilgendorf hält Salmo macrostoma Günther 1877 für ein
junges Exemplar seines Oncorhynchus Perryi, den er in Mitth. der
deiitsch. Ges. für Natur- und Völkerkunde Ostasiens Heft II, p. 28,
1876 beschrieben hatte. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde p. 156.
Grube sagt in einer Notiz über Coregonus albula, dass sie
nicht mehr in Schlesien vorkomme, seit der Schwiebusser Kreis aus
S06 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
der Provinz ausgeschieden ist. Sie laicht im November. 55. Jahres-
bericht der schlesischen Ges. für vaterl. Cultur p. 75.
M. von dem Borne spricht sich für die Züchtung der Ma-
ränen (Coregonus) aus, als ein Mittel die Volksnahrung zu vermehren.
Sie leben nur in tiefen Seen. Verf. giebt die Mittel an , sie durch
künstliche Fischzucht zu vermehren. Die angebrüteten Eier sollen
versendet, und später die gewonnene Brut ausgesetzt werden. Cir-
cular des Deutschen Fischereivereins 1878 No. 2. p. 47.
Haak schildert den Transport junger Blaufelchen und Madue-
Maränen in den Bodensee und in den Schliersee, der recht gut ge-
lang. Ob die Fische dort gedeihen werden, ist abzuwarten. Ib.
p. 59.
B athylagus n. gen. Günther Annais nat. bist. II. p. 248.
Körper länglich, comprimirt, mit dünnen hinfälligen Schuppen von
massiger Grösse; keine phosphorescirenden Organe; Kopf kurz, etwas
comprimirt, mit dünnen häutigen Knochen; Mund sehr klein, quer,
vorn, der Rand des Oberkiefers durch den Zwischenkiefer und sehr
kurzen Oberkiefer gebildet; Zwischenkieferzähne rudimentär; Unter-
kieferzähne ausserordentlich klein, auf den Rand des Knochens ein-
gesetzt, eine kleine Serratur bildend, quer über den Vomer und
längs den Gaumenbeinen eine Reihe kleiner Zähne. Augen sehr
gross; Pectoralen und Ventralen entwickelt, die letzteren sieben-
strahlig und der Dorsale gegenüber inserirt, weit entfernt von den
Pectoralen; Dorsale in der Mitte der Körperlänge, Adipose klein,
nicht sehr weit von der Caudale. Anale massig oder vielstrahlig ;
Kiemenspalten eng, beginnen gegenüber der Basis der Pectoralen
und erstrecken sich über den Isthmus, Kiemenhäute vereinigt und
nicht an den Isthmus angeheftet ; Kieraendornen lanzettförmig, ziem-
lich lang; Kiemen klein; Pseudobranchien wohl entwickelt. B. an-
tarcticus und atlanticus.
Sternoptychidae. Chauliodus Sloanü ist in Thomson The Vo-
yage of the Challenger 1877 p. 350 in Holzschnitt abgebildet.
Gonostoma elongatum von Neu-Guinea, gracile von Japan, mi-
crodon aus dem atlantischen und stillen Ocean, Günther Annais nat.
bist. II p. 187.
Scopelidae. Lockington verrauthet, dass Saurus lucioceps
Ayres identisch sei mit Saurus foetens Cuv. Val. Annais nat. bist.
II p. 348.
Harpodon microchir Günther Annais nat. bist. I. p. 487 von
Japan.
In der FamiHe der Scopoliden stellte Günther Annais nat.
bist. II. p. 181 drei neue Gattungen und mehrere neue Arten ^uf,
alle aus grossen Tiefen des Meeres auf der Challenger -Expedition
erhalten, nämlich: Bathysaurus n. gen. Körpergestalt wie bei
Saurus, subcylindrisch, langstreckig, mit kleinen Schuppen; Kopf
während des Jahres 1878. 307
deprimirt, mit vorstehender Schnauze, oben flach ; Mundspalte sehr
weit mit vorstehendem Unterkiefer; Zwischenkieferzähne sehr lan^,
stielförmig, verschmälert, nicht beweglich; Kieferzähne in breiten
Binden, nicht von den Lippen bedeckt, gekrümmt, ungleich, am
Ende mit Widerhaken ; eine Reihe ähnlicher Zähne längs jeder Seite
des Gaumen ; einige Zähne auf der Zunge und Gruppen kleinerer an
dem Hyoidbein; Auge massig, seitlich; Pectoralen von massiger
Länge; Ventralen achtstrahlig; dicht hinter den Pectoralen inserirt;
Dorsale in der Mitte der Körperlänge, mit etwa 18 Strahlen; Fett-
flosse vorhanden oder fehlend ; Anale von massiger Länge ; Caudale
ausgerandet; Kiemenspalten sehr weit , Kiemenhäute von einander
und von dem Isthmus getrennt; 11 oder 12 Kiemenhautstrahlen,
Kiemenblättchen wohl entwickelt, getrennt, Kiemendornen höckerig;
Pseudobranchien wohl entwickelt. B. ferox von Neuseeland , ohne
Fettflosse, mollis von Yeddo mit Fettflosse.
ChloropJithalmus nigripinnis von Twofold Bay und gracilis
Neuseeland, Juan Fernandez, mitten im südatlantischen Ocean.
Bathypterois n. gen. Körperform wie bei Aulopus; Kopf
massig, vorn deprimirt mit vorstehender Schnauze, der grosse Man-
dibel sehr vorstehend; Mundspalte weit; Oberkiefer sehr entwickelt,
sehr beweglich, hinten sehr verbreitert; Kieferzähne in schmalen
hecheiförmigen Binden, an jeder Seite des breiten Vomer ein kleiner
Haufen ähnlicher Zähne, keine am Gaumen und an der Zunge; Augen
sehr klein; Schuppen cycloid, anhängend, massig; Pectoral strahlen
sehr verlängert, einige der oberen von den übrigen getrennt und
bilden eine besondere Abtheilung; Ventralen abdominal, mit ver-
längerten Aussenstrahlen , achtstrahlig; Dorsale in der Mitte des
Körpers über oder dicht hinter der Wurzel der Ventralen inserirt,
von massiger Länge; Fettflosse vorhanden oder fehlt; Anale kurz;
Caudale gabiig ; Kiemenspalten sehr weit, Kiemenblättchen wohl ent-
wickelt von einander getrennt, Kiemendornen lang ; Pseudobranchien
fehlen. B. longißis Kermadec Island, longipes Ostküste von Süd-
amerika, quadrifilis Brasilien, longieauda Südpacific.
Scopelus antarcticus antarctisches Meer, mizolepis Neu- Guinea,
crassiceps atlantisches und antarctisches Meer, macrostoma Stiller
Ocean, microps Cap und Kerguelensland.
Ipnops n. gen. Körper langstreckig. subcylindrisch , mit
grossen hinfälligen Schuppen und ohne phosphorescirende Organe»
Kopf deprimirt mit breiter langer spateiförmiger Schnauze, deren
ganze Oberfläche von einem höchst eigenthümlichen Sehorgan (oder
Leuchtorgan) eingenommen ist, der Länge nach in zwei symme-
trische Hälften getheilt; Kopfknochen verknöchert; Mund weit, mit
vorstehendem Unterkiefer, Oberkiefer hinten verbreitert; beide Kiefer
mit schmalen Binden hecheiförmiger Zähne. Gaumen zahnlos; Pe-
ctoralen und Ventralen wohl entwickelt und in Folge der Kürze des
308 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Rumpfes dicht zusammen; Dorsale nahe hinter dem After, keine
Adiposa; Anale massig; Caudale abgestuzt; keine Pseudobranchien.
/. Murrayi im südatlantischea Ocean.
Stomatiadae. EcMostoma microdon und micripnus Günther
Annais nat. hist. IL p. 180 von Australien, 2440 und 2150 Faden.
Malacosteus indicus Günther Annais nat. bist- IL p. 181 aus
dem Stillen Ocean, 500 Faden.
BatJiyophis n. gen. Günther Annais nat. hist. II. p. 181.
Körper sehr schmal und langstreckig, Schlaugen ähnlich, nackt;
After weit hinter der Mitte der Körperlänge; Kopf gross, com-
primirt mit massig langer Schnauze , Mundspalte fast so gross
wie der Kopf. Kieferzähne überaus gross, zahlreich, ungleich,
niederlegbar; ähnliche Zähne an der Zunge und an jeder Seite
des Vomer; Auge ziemlich klein; Deckelpartie des Kopfes schmal;
ein langer Bartfaden vorn am Zungenbein; die Dorsale be-
ginnt über den Ventralen und reicht fast bis zur Anale, die Anale
ist auch lang und beginnt hinter dem After; keine Pectoralen; Ven-
tralen vor der Mitte der Körperlänge inserirt; ein kleines phos-
phorescirendes Organ über der Mitte des Oberkiefers, und eine Reihe
kleiner glänzender Flecken längs jeder Seite des Abdomen und längs
dem äusseren Ventralstrahl; ähnliche Organe am Schwanz, Kiemen-
spalten zehr weit. B. ferox Nord-Atlantischer Ocean, 2750 Faden.
Bathytbrissidae. Plilgendorf erklärt Günther's Bathythrissa
dorsalis (vergl. vorj. Ber. p. 151) für identisch mit seinem Ptero-
thrissus Gissu, den er Leopoldina Heft XIII. p. 127 beschrieben hat.
Er macht es von weiterer eingehender Untersuchung abhängig, ob
der Fisch als eigene Familie betrachtet werden darf, oder ob er zu-
sammen mit Albula eine solche bilden muss, oder endlich ob er in
der Heringsfamilie bleiben kann. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 156.
Glupeidae. In dem Jahresbericht der Commission zur wissen-
schaftlichen Untersuchung der deutschen Meere in Ki^l für die Jahre
1874 — 76 hat die Erforschung der Naturgeschichte des Herings die
Arbeiten mehrerer Forscher in Anspruch genommen: 1. Kupffer
über Laichen und Entwicklung des Herings in der westlichen Ost-
see p. 23—35. Die Mehrzahl der Embryonen schlüpft am 7. Tage
aus, unabhängig von der Temperatur und dem Salzgehalt des Wassers.
Die Gesammtlänge des Fisches beträgt dann 5,2 — 5,3 mm. Er soll
anfänglich kein Blut und kein specielles Athmungsorgan haben. —
2. Heincke, die Varietäten des Herings p. 37—134 mit drei Tafeln.
Nachdem Hering und Sprott als Arten verglichen waren, und dann
zahlreiche Heringe unter einander, erkannte er die Stellung der
Rücken- und Bauchflosse als unabhängig von Geschlecht, Grösse
und Reife als wichtigen Charakter, ebenso Strahleuzahl einiger
Flossen, sowie Stellung des Afters und Länge der Analflosse. Er
während des Jahres 1878. 809
erklärt die Heringe der Nordsee und der Ostsee für zwei gute,
strong wissenschaftlich unterschiedene Varietäten , die beide wieder
in locale Gruppen von geringerem systematischen Range zerlegt
werden können. Aus der Thatsache, dass die Varietätenunterschiede
beim Ostseehering während der Uebergangsperiode vom Larven-
stadium zur definitiven Heringsform sich ausbilden, kommt er
zu der Hpothese, dass in dieselbe Lebensperiode auch der erste An-
stoss gefallen ist, welcher zur Entstehung der Heringsvarietäten Ver-
anlassung gab; dieser Anstoss würde sich wohl zum grössten Theil
auf Differenzen in der physikalischen Beschaffenheit der Laichgebiete
innerhalb der Nord- und.Ostsee zurückführen lassen. Endlich äussert
sich Verf. über die Stellung zum Darvvinismus. — 3. Hensen,
Resultate der statistischen Beobachtungen über die Fischerei an den
deutschen Küsten p. 133—171. Hier v/ird auf den Heringsfang be-
sondere Rücksicht genommen. Ferner auf den Lachsfang und den
Fang der Plattfische. — 4. Kupffer, die Entwickelung des Herings
im Ei p. 175—226. — 5. H. A. Meyer, Beobachtungen über das
Wachsthum des Herings im westlichen Theile der Ostsee p. 227
bis 250.
Es ist H. A. Meyer die Aufzucht junger Heringe aus künst-
lich befruchteten Eiern gelungen, nachdem alle früheren Versuche
missglückt waren. Biologische Beobachtungen bei künstlicher Auf-
zucht des Herings der westlichen Ostsee. Mittheil, der Kommission
zur wiss. Unters, der deutschen Meere in Kiel. I. Berlin 1878.
Ljungman handelte in einer zweiten Nummer seiner Arbeit
„Bohusläns Hafsfisken och de vetenskapliga hafsfiskeundersöknin-
garna, Göteborg 1878^' über die gegenwärtige Kenntniss des Ganges
und Zuges der Heringe. Er bespricht in 68 Paragraphen die zahl-
reichen physikalischen und biologischen Verhältnisse, wie sie die
jährlichen und die säculären Wanderungen beeinflussen. Es ist nicht
thunlich, aus dem reichen Inhalt einen genügenden Auszug in diesen
Berichten zu geben und wir müssen daher auf die Abhandlung selbst
verweisen.
Aus einer Abhandlung von W int her, welche in Nordisk
Tidsskrift for Fiskeri 1876 erschienen war, ist ein Auszug über die
Rassen des Herings im Sunde in Annais nat. bist. L p. 295 mitge-
theilt.
Goode spricht über einen 1802 von Latrobe beschriebenen
Fisch, für den Dekay den Artnamen tyrannus anwendete. Verfasser
zweifelt nicht, dass dieser Fisch Brevoortia menhaden Gill sei, und
er müsse daher den Namen Brevoortia tyrannus bekommen. Proc.
U. S. national Museum 1878.
Brown Goode schrieb über die zahlreichen populären Namen
des Menhaden, Brevoortia menhaden. The American Naturalist XII.
pag. 735.
810 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
Etrumeus JacJcsoniensis Macleay Proc. Linn. Soc. New South
Wales III. p. 36 pl. IV. fig. 1 von Port Jackson.
Eugraulis nasutus Castelnau Proc. Linn. Soc. New South Wales
III. p. 51 aus dem Norman River.
Brisbania Staigeri, welchen Castelnau in den Official Records
of the Philadelphia Centennial Exhibition, Melbourne 1875 publicirt
hat und ihn nach einer Zeichnung für einen Cyprinoiden hielt, er-
wies sich später nach Ansicht eines Exemplarea als ein Clupeide
in der Nähe von Chatoessus. Proc. Linn. Soc. New South Wales 11.
p. 241 pl. m.
Alepocephalidae. Gegenbaur schildert das Kopfskelet von
Alepocephalus rostratus Risso, und bespricht dabei eine Einrichtung
bei Clupea und anderen verwandten Fischen, die sogenannte Kiemen-
schnecke. Morphol. Jahrbuch IV. Supplement p. 1 — 42 mit Tafel
I und II.
In der Familie der Alepocephaliden errichtete Günther aus
der Ausbeute der Challenger - Expedition drei neue Gattungen und
mehrere neue Arten, sämmtlich aus grossen Tiefen, Annais nat. bist.
II. p. 248. Es sind die folgenden:
Alepocephalus niger von Nordaustralien.
Flatytroctes n. gen. Körper ziemlich kurz, sehr compri-
mirt,* mit kleinen gekielten Schuppen ; Mund massig weit, Oberkiefer,
Zwischenkiefer und Unterkiefer mit einer Reihe kleiner Zähne,
Gaumen zahnlos; Augen ziemlich gross; Dorsale und Anale gegen-
überstehend, am Schwanz, massig lang; keine Fettflosse; Caudale
gabiig; Pectoralen klein, keine Ventralen; der Schultergürtel endet
in der Mitte der Brust in einen langen, vorstehenden spitzen Dorn;
Kiemenspalten weit, sechs Kiemenhautstrahlen ; Kiemen sehr klein;
Pseudobranchien vorhanden, Kiemendornen lang, lanzettförmig; Ap-
pendices pyloricae rudimentär. PI. apus Atlantischer Ocean.
Bathytroctes n. gen. Körper ziemlich langstreckig, com-
primirt, mit massigen Schuppen; Mundspalte ziemlich weit, der
Oberkiefer reicht bis unter die Mitte des grossen Auges ; Zwischen-
kiefer, Oberkiefer und Unterkiefer mit einer Reihe kleiner Zähne;
Vomer und Gaumen mit ähnlichen Zähnen ; keine Zähne auf der
Zunge; Augen sehr gross ; Dorsale und Anale massig lang, die erstere
hinter den Ventralen ; keine Fettflosse ; Caudale gabiig; Kiemen sehr
schmal, Pseudobranchien vorhanden, Kiemendornen lang, lanzett-
förmig; Appendices pyloricae in massiger Zahl; Eier ziemlich klein.
B. microlepis südöstlich von Cap St. Vincent, rostratus bei Per-
nambuco.
Xenodermichthys n. gen. Körper ziemlich langstreckig,
comprimirt, ohne wahre Schuppen, Haut ziemlich zähe, fein längs-
gerunzelt mit zahlreichen regelmässig geordneten Knötchen; kleine
rudimentäre schuppenähnliche Bildungen liegen in der Haut beson'
während des Jahrea 1878. 311
ders am Rumpfe; Mund sehr klein mit schwachen Kiefern und rudi-
mentären Zähnen im Zwischenkiefer, im Unterkiefer und einige im
Oberkiefer; Gaumen zahnlos; Dorsale und Anale gleich lang, Caudale
gabiig; Kiemenspalten weit, aber nicht weit über die Brustflosse
ausgedehnt, Kiemen wohl entwickelt mit langen Dornen; Pseudo-
branchien. X. nodulosus von Yeddo.
Halosaaridae. Halosaurus macrochir Cap und Kerguelen, ro-
stratus mitten im Atlantischen Ocean. Günther Annais nat bist.
IL pag. 150.
Gymnotidae. Fritsch glaubt den Beweis liefern zu können,
dass die Gymnotini näher den Siluroiden als den Maraenoiden ver-
wandt seien. Er stützt sich dabei besonders auf die Beschaffenheit
des Gehirns, die rudimentären Oberkiefer, die Bildung des Kiemen-
deckelapparates u. s. w. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Ber-
lin p. 5. — V. Märten s widmet dieser Ansicht einige Worte der
Zustimmung. Ib. p. 10.
Mnraenoidei. Max Schmidt beschrieb Aalbrut von 4 — 5 cm.
Länge und von Dicke eines Bindfadens. Sie sind fast ganz durch-
sichtig. Sie befinden sich im Aquarium zu Frankfurt. Zool. Garten
19 p. 203.
Freud hat zahlreiche Aale von Triest auf das von Syrski
beschriebene Organ, dessen Hoden, untersucht und beschrieben. Er
konnte die Angaben von Syrski fast durchgeh ends bestätigen. Die
histologische Untersuchung des Lappenorgans machte es ihm jedoch
nicht möglich, der Meinung, dass dieses der Hoden des Aals sei,
entschieden beizupflichten oder sie mit sicheren Gründen zu wider-
legen. Wiener Sitzungsber. 75 p. 419.
Packard fand in Anguilla bostoniensis reife Eier, und glaubt,
dass sie in Salzwasser und in brakischem Wasser vom October bis
Ende November laichen. Die Eier hatten etwas weniger als V2 Mm.
Durchmesser. Die Weibchen sind grösser als die Männchen und
haben einen weissen Bauch, während die Männchen einen dunklen
Bauch und einen schmalen silbernen oder goldenen Mittelstreifen
haben. Nature 19 p. 174.
Gonger japonicus Bleeker Verh. k, Akad. van Wetenschappen
XVIII. p. 32 tab. 2 fig. 2.
Ophichthys episcopiis Castelnau Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 244 von Moreton Bay.
Nemichthys infans Günther Annais nat. bist. II. p. 251 mitten
im atlantischen Ocean, 2500 Faden.
Cyenia n. gen. Günther Annais nat. bist. IL p. 251 bildet
den Typus einer neuen Gruppe in der Familie der Muraeniden, ver-
wandt mit den Nemichthyina. Sie verbindet die Schnauzenform eines
Nemichthys mit dem weichen kurzen Körper eines Leptocephalus,
aber die Kiemenspalten sind sehr eng dicht nebeneinander an der
312 Troschel: Bericht üb. d. Lsistungen in d. Ichthyologie
Bauchfläche; After etwa in der Mitte der Körperlänge, die verti-
calen Flossen wohl entwickelt umgeben den Schwanz, Pectoralen
wohl entwickelt; Augen sehr klein. C. atrum Pacifisches und an-
tarctisches Meer.
Plectognathi.
Gymnodontes. Tetrodon Bibroni und Staigeri Castelnau Proc.
Linn. Soc. New South Wales IL p. 247 aus dem Brisbane River. —
T. fasciatus Macleay ib. p. 365 pl. 10 fig. 5 von Port Darwin.
Cyclocheüiclitliys sinensis Bieeker Verh. k. Akad. van Weten-
schappen XVIII. p. 10 tab. I fig. 2 aus China.
Sclerodermi. Monaccmthus guttulatus Macleay Proc. Linn. Soc.
New South Wales III. p. 37 pl. IV fig. 2 von King George's Sound.
— M. Yagoiy Santi Joanni und Peronii Castelnau ib. p. 245 aus
Australien.
IiOpliol>ra]icliii.
Syngnathidae. IcMliyocampus annulatus Macleay Proc. Linn.
Soc. New South Wales II. p, 364 pl, 10 fig. 6 von Port Darwin.
Doryiclithys Falkensteini Reichenow Sitzungsber. Ges. naturf.
Freunde zu Berlin p. 92 von der Loango-Küste.
Palaeichthyes.
Oanoidei.
Ghondrostei. Bridge bearbeitete die Osteologie von Polyodon
folium. Phil. Transact. Royal Soc. of London Vol. 169. IL p. 683
mit drei Tafeln, Verf. scheidet die beiden Unterordnungen der Gö-
noiden durch folgende Merkmale:
a. Ganoidei Selachoidei. Pterygoidfortsätze in einer mitt-
leren Symphyse vereinigt. Notochord persistirend und nicht segmen-
tirt, Spirakel und Mandibularkiemen persistirend. Gatt. Polyodon,
Acipenser, Scaphirhynchus und Chondrosteus.
h. Ganoidei Teleo st eoid ei. Pterygoidfortsätze nicht mitein-
ander vereinigt, sondern direct oder indirect durch Vermittlung
eines Gaumenbeins mit der Stirngegend des Schädels verbunden ;
Wirbeisäule gewöhnlich in deutlichen Wirbeln ossificirt, Notochord
abortirt, keine Mandibularkiemen. Gatt. Amia, Polypterus, Calamo-
ichthys, Lepidosteus.
Jourdain und Friant haben den Bau des Mundes und der
während des Jahres 1878. 313
Schnauze beim Stör anatomisch untersucht. Bull. Soc. des sciences
de Nancy III. fasc. 7, 10© annee p. 116 mit einer Tafel.
Holostei. Oscar Hertwig sprach über das Hautskelet von
Lepidosteus und Polypterus. Sitzungsber. der Jenaischen Gesellschaft
für Medicin und Naturwissenschaft. 1878 p. 80.
AI. Agassiz gelang es, junge Lepidosteus aus dem Ei schlüpfen
zu sehen und die Jungen zu erhalten, bis sie wenigstens äusserlich das
Ansehen der Alten hatten. Er verfolgte das schnelle Wachsthum
vom 28. Mai bis zum 14. Juni, wo sie eine Länge von ^1^ Zoll er-
reicht hatten, und wo sie sich in dem Stadium befanden, welches
zuerst von Wilder beschrieben wurde. Als Resultat seiner Beob-
achtungen über die äussere Entwickelung von Lepidosteus stellt er
hin, dass trotz seiner Aehnlichkeit mit den Stören^ in gewissen
Wachsthumsstadien, trotz seiner Affinität mit Haien und Eochen
durch die Bildung der Pectoralen aus einer seitlichen Falte, sowie
durch die Art der Entstehung der Kiemenspalte und der Kiemen-
bogen, Lepidosteus trotz alledem doch nicht so weit von den Knochen-
fischen entfernt ist, wie man vorausgesetzt hat. Im Gegentheil
nähert er sich ihnen nicht allein durch die Entwickelung des allge-
meinen Ansehens der hinteren Extremität, durch die Art der Bil-
dung der unpaarigen Flossen aus der embryonalen Flossenfalte, durch
die Entwickelungsweise der Flossenstrahlen, sondern auch durch die
der Ventralen. Die Pigmentzellen , so wohl entwickelt in ihren jungen
Stadien vor dem Auftreten der Schuppen, sind denen der Knochen-
fische ähnlich; mit der Ausnahme, dass wir ausserdem in frühen
Stadien Zellen mit weissem Silberglanz haben, die unzweifelhaft die
erste Anlage des Schmelzes an dem Panzer des Lepidosteus sind.
Proceed. Amer. Acad. of arts and sciences XIV. p. 65 mit fünf
Tafeln.
Wilder, Ueber die Respiration von Amia. Dieser Fisch hat
eine grosse, zellige Schwimmblase mit weitem Luftgang. Luft wird
darin ein- und ausgeathmet, die ausgeathmete Luft enthält minde-
stens 1 Procent Kohlensäure. Proc. Amer. Assoe. for the advance-
ment of science. 26. Meeting held at Nashville. p. 806.
Selachii.
Hasse giebt die Grundzüge eines natürlichen Systems der
Elasmobranchier auf Grundlage des Baues und der Entwickelung
der Wirbelsäule. Subclassis Elasmobranchii aspondyli. I. Ordnuog
Holocephali, Chimaerinen. Ischyodonten, Psammodonten. II. Ord-
nung Plagiostomi cyclospondyli. I. Unterordnung Plagiostomi
asterospondyli. A. Scyllia, B. Scylliolamnidae, C. Acrodonten. 2.
314 Troschel: Beriebt üb. d. Leistungen in d. Icbtbyologie
Unterordnung Spinaces. A. Laemargi. B. Spinacidae, C, Echinorhini.
3. Unterordnung Plagiostorni tectospondyli. A. Pristiopboridae, B.
Trygones. C. Eajae. Zoologischer Anzeiger 1878.
Rohon hat das Centralorgan des Nervensystems der Selacbier
untersucht, und dasselbe mit dem Gehirn der Säugethiere und des
Menschen verglichen. Dazu 9 Tafeln. Wir verweisen auf die Ab-
handlung selbst. Wiener Denkschriften 38. II. p. 43 — 104.
Ehlers, Ueber die Epiphyse am Gehirn der Plagiostomen.
Zeitschr. für wissensch. Zoologie 30. Suppl. p. 606, Taf. 25 und 26.
Parker, Abhandlung über Bau und Entwickelung des Schä-
dels bei Haifischen und Rochen (vergl. ßer. 1876 p. 158) ist nun-
mehr vollsändig in Transactions zool. soc. of London X. p. 189 mit
9 Tafeln. Vwf. schildert zunächst die Entwickelung von Scyllium
canicula in vier Stadien, dann von Raja maculata und Pristiurus,
erstere in zwei Stadien und Raja clavata im dritten und vierten
Stadium. Er vergleicht dann die Schädel von Scyllium und
Raja unter sich und mit den Selachiern überhaupt, ferner mit
den Chimären, Dipnoi und Amphibien, endlich mit den Ganoiden und
Teleostiern. Die Abhandlung eignet sich nicht zu einem kurzen
Auszuge, wir verweisen daher auf das Original selbst.
Reichert theilte die Ergebnisse seiner Untersuchungen über
das vordere Ende der Chorda dorsualis frühzeitiger Haifischembryonen
(Acanthias niger) in den Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin
p. 161 mit. Die Abhandlung selbst erschien in den Abhandl. der
Berliner Akademie 1877 p. 49—122, Tafel I und IL
Blanchard, Recherches sur la structure et le developpement
de la glande superanale (digitiforme) des poissons cartilagineux.
Journal de l'anatomie et de physiologie XIV p. 442.
Petri hat eine ausführliche Arbeit über die Copulations-
organe der Plagiostomen geliefert. Er verwirft die früheren Be-
nennungen dieser Organe , und führt sie den Namen Pterygopodien
oder Flossenfüsse ein. Er untersucht dann die Anatomie derselben
bei Acanthias vulgaris, Scyllium eatulus und canicula, Torpedo
marraorata und Raja clavata , Schultzii und miraletus , ferner die
mikroskopische Anatomie der Pterygopodiendrüse. Nach unserem Ver-
fasser bestehen sie aus zweierlei Elementen, aus primären dem
Flossenskelet wesentlich zugehörenden Theilen, und aus secundären,
welche von den primären und der übrigen Flosse zu trennen sind.
Obgleich Verf. darauf verzichtet, eine endgültige Deutung der Fun-
ction der Pterygopodien zu geben, so glaubt er doch vorläufig an-
nehmen zu dürfen, dass die Pterygopodien vor allem als dilatatorisehe
Organe bei der Begattung dienen, und ausserdem besonders bei den
Rochen auch als Locomotionsorgane fungiren. Die dilatatorisehe
Function rechtfertigt er folgenderraassen : Die Organe werden in die
Vagina eingeschoben, was durch ein Zusammenfalten des Dilatators
während des Jahres 1878. 315
und durch eine in der Brunstzeit aussergewöhnliche Weite der Klo-
akenöfFnung ermöglicht wird. In den Mündungen der Eileiter an-
gelangt, wird das Pterygopodium ausgebreitet, wodurch die Oeffnung
der Eileiter vergrössert wird. Zugleich vermag das Männchen das
Weibchen näher an sich zu ziehen, es wird die beim Männchen vor-
handene Papille, auf welcher die Samenleiter ausmünden, aus der
Kloake vorgestülpt, und zwischen den Pterygopodien hindurch in
die Vagina gepresst und der Samen in die Kloake des Weibchens
ergossen, von hier aus kann derselbe leichter in die durch die Pte-
rygopodien erweiterten Eileitermündungen eindringen. Zeitscbr. wisa.
Zool. 30 p. 288.
Bolau beobachtete die Paarung von Scyllium catulus im Ham-
burger Aquarium , die. jedoch mit den Angaben von Petri wenig
übereinstimmen. Die Entwickelung der Jungen im Ei währt 165
bis 178 Tage. Verh. Hamburg-Altona III. p. 122.
Balfour, A monograph on the development of Elasmobranch
Fishes. London 1878. 8° 287 Seiten und 20 Tafeln. Der Wiederab-
druck einer Reihe von Abhandlungen aus dem Journal of Anatomy
and Physiology der Jahre 1876, 77, 78.
Holocephala. Chimaera plumhea Gill Proc. Philos. Soc. Dec.
1877; Amer. Journ. of sc. and arts XV p. 226 aus 350 Faden Tiefe,
südwestlich von der La Have Bank.
Lamnidae. Von Pavesi erschien eine längere Abhandlung
Seconda contribuzione alla morfologia e sistematica dei Selachi (Vergl.
ßer. 1875 p. 82). Hier wird die Anatomie des Thieres beschrieben,
und dann eine weitläufige Erörterung angestellt über das Verhält-
niss der Selache rostrata zu maxima. Er kommt zu dem Resultat,
dass erstere der Jugendzustand von maxima sei. Annali del Museo
civico di Genova XII. p. 348—418 tav. III.
Pavesi zeigte den Fang einer Selache im Adriatischen Meere
an. Rendiconti del R. Ist. Lombardo X p. 410.
Hasse, Die Verwandtschaftsverhältnisse der Gattung Selache
sucht nachzuweisen , dass sich diese Gattung aus der Gattung Car-
charodon entwickelt hat, und dass diese Entwickelung in der tertiä-
ren Epoche statt fand und vielleicht erst mit dem Pliocän vollendet
war. Morphol. Jahrbuch IV. Supplement, p. 43 mit Tafel III u. IV.
Scylliidae. Bolau schildert das Leuchten der Augen der
Scyllium-Arten und Rochen. Verh. Hamburg-Altona III. p. 126.
Scyllium canescens Günther Annais nat. bist. IL p. 18 von der
Südwestküste Südamerika's.
Vaillant beschreibt das Ei von Stegostoma tigrinum und
macht Bemerkungen über die übrigen Eier der Elasmobranchier, so-
weit sie bisher bekannt sind. Comptes rendus 86 p. 1279.
Spinacidae. Trois spricht von einem Echinorhinus spinosus
als zum ersten Mal im Adriatischen Meere beobachtet. Er wurde
316 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
am 5. Mai in Quarnero gefangen. Atti del R. Ist.Veneto III. p. 1179.
Torpedihidae. Alexander Schultz hat, als einen Beitrag
zur Entwickelungsgeschichte der Knorpelfische , Torpedo oculata
untersucht. Er gelangte zu folgenden Resultaten. 1. Die Befruch-
tung des Torpedoeies erfolgt in dem der Eileiterdrüse entsprechen-
den Abschnitt des Oviductes. 2. Mit der Befruchtung scheidet sich
ein Theil des sogenannten Bildungsdotters als eigentlicher Keim ab,
auf den allein die Furcbung beschränkt beibt, 3. Ausser den auch
an andern Wirbelthiereiern beobachteten Bewegungen des Ei- und
Keimprotoplasma kommt am Torpedokeim noch eine mit der Fur-
chung stetig fortschreitende Form Veränderung vor, bei welcher der
anfangs linsenförmige Keim allmählich in eine mehr weniger voll-
kommene Kugelgestalt übergeht, ohne jedoch dabei an Gesammtmasse
zu- oder abzunehmen. 4. Zu Ende der Furchung treten in dem die
untersten Furchungszellen begrenzenden Dotter eine Reihe von freien
Kernen auf, welche aus Theilung oder Sprossung der Furchungs-
zellenkerne hervorgegangen sind. Dieselben werden durch Schmel-
zung der angrenzenden Dotterelemente zu secundären Keimzellen.
Ein Uebergreifen der Furchung vom Keim auf den Dotter muss bei
der Genesis dieser Zellen ausgeschlossen werden. 5. Bei der Bildung
der Keimschichten geht der grössere Theil der primären oder Fur-
chungszellen in das obere Keimblatt über, während der Rest der-
selben an der obern Fläche der untern vorherrschend a*us secundären
Keimzellen gebildeten Keimzellenschicht anzutreffen ist. Letztere
theilt sich im embryonalen Keimabschnitt in das mittlere und untere
Keimblatt. 6. Die Chorda entsteht aus einer Verschmelzung der
oberen mit der unteren Keimzellenschicht, wobei letztere in dem
der Chordaanlage entsprechenden Abschnitt Elemente des mittleren
Keimblattes führt. 7. Das embryonale Blut stammt von den se-
cundären Keimzellen. Archiv für mikrosk. Anatomie 13 p. 465 mit
Tafel 30.
Rajidae. v. Nathusius-Koenigsborn beschreibt die Schale
des Eies von Raja clavata. Sie ist von fibrillärer Structur und Verf.
zeigt auch hier, dass sie nicht aus eigentlichen Zellen besteht, ob-
gleich sie in der inneren markartigen Schicht zahlreiche Hohlräum-
chen besitzt. Unters, über nicht celluläre Organismen 1877. p. 26.
Raja hyperhorea Collett Forhandl. Vidensk. Selsk. Christiania
1878 No. 14 p. 7 von Spitzbergen.
Ämblyraja n. gen. Malm Göteborgs och Bohusläns Fauna
p. 120 und 607 von Raja clavata durch den Mangel der Dornen
unterschieden, dahin Raja radiata Donav. und Raja circularis Couch.
Leucoraja n. gen. Malm ib. p. 121 und 609 von Laeviraja
unterschieden , weil der Körper unten rein weiss ist , während bei
letzterem der Körper unten weiss mit schwarzen Streifen und Punk-
ten ist. Dahin Raja fuUonica L., und R. lintea Fries.
während des Jahres 1878. 317
Leiobatis (Trygoii) nuda Günther ist bei BleekerVerh. koninkl.
Akad. van Wetenschappen XVIII p. 33 tab. 3 abgebildet und be-
schrieben.
Cyclostomi.
Petromyzontidae. Perepelkiue hat dieStructur der Chorda
dorsalis von Petromyzon fluviatilis untersucht und giebt darüber
vorläufige Mittheilung. 1. Das eigene Gewebe der Chorda dorsalis
hat nichts mit dem zelligen Knorpel gemein ; die Zellenhäute dieses
Gewebes sind nicht porös , wie W. Müller behauptet. 2. Zwischen
dem eigenen Gewebe der Chorda dorsalis und ihrer häutigen Um-
hüllung existirt eine schuppige Hülle , aus platten Zellen gebildet?
die Elastica interna Köll. 3. Die häutige Hülle rechtfertigt nicht
ihre Benennung, sie besteht aus fasrigem Bindegewebe, worin man
zellige Elemente trifft; zwisQJien dieser Hülle, tunica fibrosa Köll.,
und der 'oberflächlichen Zellenschicht, Epithelschicht Gegenb., besteht
keine Verbindung, denn sie sind durch die elastica interna getrennt;
das was Gegenbaur und W, Müller für Porenkanäle ansahen, die die
Dicke dieser Hülle durchsetzen , ist nichts anders als der optische
Ausdruck der lokalen Faltung der Fasern. 4. Die Elastica externa
besteht aus elastischem Fasergewebe mit Oeffnungen , wie sie bei
Kölliker figuriren. 5. Auf Kosten def skelettbildenden Schicht ent-
wickeln sich nicht allein die Elemente der oberen Bogen der Wir-
belsäule, sondern auch die Quer-Apophysen, denen die Knorpel,
welche die Wände der Respirationshöhlen stützen, sich nähern und
sich ihnen beweglich anfügen, so dass diese Knorpel sich als Homo-
loga der Rippen darstellen. Bull. Soc. imp. de Moscou 1878. I.
pag. 107.
Calberla beobachtete den Befruchtungsvorgang beim Ei von
Petromyzon Planeri. Ein Spermatozoon tritt durch die äussere
Mikropyle in den Raum zwischen Eihaut und Eidotter. Die Be-
rührung des letzteren durch das Spermatozoon löst einen Reiz aus,
welcher eine geringe Contraction des gesammten Dotters zur Folge
hat; diese äussert sich dadurch, dass eine Lösung der körnchenfreien
Schicht des Dotters von der Eihaut in der Umgebung der Mikro-
pylen eintritt, in welche Wasser einströmt. Durch das Wasser wird
die körnchenfreie Randzone des Wassers in feine Fäden, oder wo die
Protoplasmamasse mächtiger augeordnet war, zu einem Strang, dem
Leitband des Spermatozoon, ausgezogen. Durch das Leitband dringt
der Kopf des Spermatozoon in die innere Mikropyle in den Sperma-
gang, und gelangt so zum Eikern. Mit der weiteren Entfernung
der Eihaut vom Eidotter reisst jener Strang körnchenfreien Proto-
318 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Ichthyologie
plasmas, und bleibt sein peripheres Ende als Randtropfen an der
Eihaut, sein centrales als Dottertropfen vor der innern Mikropyle
liegen. In den meisten Fällen zieht sich das centrale Ende für
kurze Zeit in den Dotter zurück, um dann in Folge eines Contra-
ctionsvorganges im Innern des Eies, der mit der „Sonnenstellung"
der Dotterkörnchen zusammenhängt, nochmals hervorzutreten. So-
wie durch die Conjugation des Eikerns mit dem Spermakern (Kopf)
der Furchungskern sich gebildet hat, lässt jene Contraction im
Dotter nach und der Dottertropfen zieht sich ganz in den Eidotter
in den Spermagang zurück. Damit ist der Befruchtungsvorgang
beendet. Zeitschr. für wiss. Zoologie 30 p. 436—481 Tafel 27—29.
Kupffer und Benecke, Der Vorgang der Befruchtung am
Ei der Neunaugen. Koenigsberg 1878. Gratulationsschrift für
Schwann.
v. Nathusius-Koenigsborn untersuchte die Schale des
Eies der Lamprete , Petromyzon marinus. Untersuchungen über
nichtcelluläre Organismen, Berlin 1877. p. 24.
Horst zeigte Petromyzon Planeri , in der Nähe von Arnhem
gefunden, als neu für die liolländische Fauna an, Tijdschrift nederl.
dierkundige Vereeniging III. p. 139.
Leptocardii.
Schneider hat Untersuchungen an Amphioxus lanceolatus
angestellt. Sie beziehen sich auf die Musculatur, das Nervensystem,
das Herz, die Kiemenstäbchen und den Nahrungsschlauch. 17. Bericht
der Oberhess. Ges. p. 112. Annais nat. hist. I. p. 252.
Renaut und Duchamp untersuchten die Chorda dorsalis
von Amphioxus lanceolatus, und fanden sie in ihrer Structur nicht
vergleichbar mit der der übrigen Wirbelthiere. Comptes rendus 1878
p. 898; Annais nat. hist. I. p. 492.
Kowalevsky machte weitere Studien über die Entwicke-
lungsgeschichte des Amphioxus lanceolatus bekannt, nebst einem
Beitrage zur Homologie des Nervensystems der Würmer und Wir-
belthiere. Er sucht zu erweisen, dass das ganze über der Chorda
liegende Nervensystem der Wirbelthiere homolog ist dem ganzen
centralen Nervensystem der Würmer resp. deren Gehirn und Bauch-
seite. Archiv mikrosk. Anatomie 13 p. 181 mit Tafel 15 und 16.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1878.
Von
Troschel. •
Von Küster's Systematischem Conchylien-Cabinet er-
schienen im Jahr 1878 die Lieferungen 268—278, enthal-
tend Theile der Gattungen Oliva Schuss, Ancillaria von
We Inka uff, Littorina, Planorbis, Doryssa, Claviger, Hemi-
sinus und Melanatria von Brot t, Triton vonKobelt, Cor-
bicula von Clessin, Neptunea von Kobelt, Neritina von
V. Martens und Marginella von Weinkau ff.
Von Kiener's Sjjecies general et iconographie des
coquilles Vivantes, fortgesetzt von Fischer, sind die Liefe-
rungen 156—161 während des Jahres 1878 in zwei Heften
erschienen. Sie enthalten die Fortsetzung der Gattung
Trochus von der 128. bis zur 197. Species. Keine neue.
Von Rossmässler's Iconographie der Europäischen
Land- und Süsswasser-Mollusken, fortgesetzt von Kobelt,
erschien Band VI Lief. 1—3 mit 15 Tafeln, die Heliceen
und Unionen bringen.
In dem dritten Theil von Pagenstecher's Allgemeiner
Zoologie oder Grundgesetze des thierischen Baues und
Lebens, der die Athmung der Thiere behandelt, ist p. 156
—223 den Mollusken gewidmet, und bietet einen reichen
Inhalt. Auffallend mag es erscheinen, dass den doppelten
Athmungsorganen , Lungen und Kiemen, der Ampullarien
keine Erwähnung geschieht.
Kossmann hat in seinem Buche ,, Elemente der wis-
senschaftlichen Zoologie zum Zweck der ersten Orientirung,
sowie der Repetition, München 1878" die Organisations-
verhältnisse der einzelnen Thierklassen in kurzen allge-
meinen Zügen geschildert. Von Familien, Gattungen und
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. V
320 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Arten, also überhaupt von Systematik ist wenig in dem
Buche enthalten. Zu den Mollusken p. 239—261 werden
gezählt die Amphineura, Gastropoden, Solenoconchen, Ptero-
poden, Cephalopoden, Lamellibranchier, Brachiopoden, Bryo-
zoen, Tunicaten, welchen letzteren denn auch die Leptocar-
dier, also Amphioxus, beigegeben werden.
^ Dogiel beobachtete, dass die Herzcontractionen bei
einigen von ihm untersuchten Mollusken von dem Nerven-
system beeinflusst werden, und dass in der quergestreiften
Herzmusculatur dieser Thiere apolare Nervenzellen einge-
lagert sind. Archiv mikrosk. Anatomie 14 p. 59. — Da-
gegen äussern sich Foster und Dew-Smith ib. p. 317;
wogegen Dogiel ib. 15 p. 95 bei seiner Ansicht vorläufig
beharrt.
Sherriff Tye hielt vor der naturhistorischen Ge-
sellschaft in Birmingham einen Vortrag über fadenspinnende
Mollusken. Die Arten, denen diese Fähigkeit, Fäden zu
spinnen, zukommt, sind häufiger als man glaubt, am häu-
figsten unter den Limnaeaceen, aber sie kommt auch bei
Limax, bei Megalomastoma und Chondropoma vor; ferner
bei Bythinia tentaculata, Rissoa, Odostoraia, Barleeia, Eu-
lima, Cerithium, Cerithiopsis, Pleurotoma, Litiopa, Neritina.
Quarterly Journal of Conchology I. p. 401.
Schmidtlein verzeichnete Beobachtungen überTräch-
tigkeits- und Eiablage -Perioden einiger Mollusken des
Mittelmeers. Mittheilungen aus der Zoologischen Station
zu Neapel I. p. 132.
Bobretzky machte Studien über die embryonale
Entwickelung der Gasteropoden an Nassa mutabilis Lam.,
einem Fusus und einer Natica. In Betreff des Inhalts
müssen wir auf die Abhandlung selbst verweisen. Archiv
mikrosk. Anatomie XIII p. 95.
Gr edler legte seine Ansichten über den Albinismus
der Mollusken dar. Nachrichtsbl. p. 33.
Hesse erklärt im Einverständnisse mit Hartmann,
dass der Albinismus bei Schnecken durch Nässe, Kälte und
Mangel des Sonnenlichts bedingt werde, und bringt einige
Beobachtungen bei. Nachrichtsbl. p. 70.
Stearns erwähnte Bulimus pallidior Sby und Helix
der Mollusken während des Jahres 1878. 321
Veatcbii Newc. als Schnecken , die ohne Nahrung Jahre
lang lebendig blieben. Beide sind abgebildet. Proceed.
California Acad. VI. p. 185.
V. Natbusius-Koenigsborn hat in einer längeren
Abhandlung, Unters, über nichtcelluläre Organismen, Berlin
1877 mit 16 Tafeln p. 46, die Entstehung und den Bau
der Gehäuse der Mollusken erih'tert. Sowohl Gastropoden,
wie Muscheln, auch Nautilus unter den Cephalopoden, bil-
den die Objecte der Untersuchung. Er kommt zu dem Re-
sultat, dass es sich wirklich um lebende und wachsende
Organisationen und nicht um mechanisch geformte Secre-
tionen handelt. Auch betrachtet er es als vollständig er-
wiesen , dass die Epidermis von Mytilus keineswegs aus
Zellen im histologischen Sinne besteht, und dass im Thier-
reich Organisation und Leben ausserhalb des Gebietes der
Zelle in reichem Maasse bestehen kann.
Braun beschreibt das Semper'sche Verfahren, ana-
tomische Präparate von Mollusken trocken darzustellen und
aufzubewahren. Nachrichtsbl. p. 49.
Geoffroy Nevill hat von einer Hand -List of Mol-
lusca in the Indian Museum , Calcutta, den ersten Theil,
Calcutta 1878 bearbeitet, welcher die Gastropoda Pulmo-
nata und Prosobranchia-Neurobranchia enthält. Es ist eine
einfache Aufzählung der Namen mit Angabe der Anzahl,
Fundort und Geber der Exemplare. Dieser Band von 338
Seiten giebt Zeugniss von der Reichhaltigkeit der Samm-
lung.
Im Periodico zoologico, Organo de la Sociedad zoo-
logica argentina II p. 275 ist ein systematisches Verzeich-
niss der ausländischen Conchylien des dortigen zoologischen
Nationalmuseums erschienen, als Anhang zu dem Jahres-
bericht von Weyenbergh.
Brauer machte Bemerkungen über die im kaiserlich
zoologischen Museum aufgefundenen Original-Exemplare zu
Ign. V. Born's Testaceis Musei Caesarei Vindobonensis.
Einige Notizen über die allmähliche Entstehung der Wiener
Conchylien-Sammlung eröffnen die Abhandlung. Die Born'-
schen Original -Exemplare sind grösstentheils erhalten ge-
blieben, es sind 419 Arten, die alle nach der Born'schen
322 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. NatiirgescMclite
Reihenfolge verzeichnet sind. Jedenfalls eine sehr dankens-
werthe Arbeit, weil dadurch die Born'schen Original-Exem-
plare ermittelt sind, und nun unzweifelhaft erhalten wer-
den. Wiener Sitzungsber. 77 p. 117—192.
H. V. Ihering hat zwei allerdings wenig bekannte
Abhandlungen George Cuvier's aus dem Jahre 1775 ab-
drucken lassen , in denen derselbe zuerst den Typus der
Mollusken begründete, nämlich 1. Memoire sur la structure
interne et externe , et sur les affinites des animaux aux-
quels on a donne le nom de vers, 2. Memoire sur les ani-
maux ä sang blanc, dans lequel on traite de la structure
des Mollusques et de leur division en ordre. Ein dankens-
werthes Unternehmen. Malak. Bl. 25 p. 37.
E. V. M arten s identificirt einige Gattungen. So Do-
naciocardium Vest = Hemidonax Mörch, Pagodulina Clessin
= Pagodina Stabile, Edentulina Clessin = Isthmia Gray;
ferner Turbo coraliinus Reeve = Sangarinus Schrenck, Turbo
corallinus Risso = sanguineus L., Turbo californieus Tro-
schel Philippi = Leptothyra sanguineus Carpeuter, Scalaria
simillima Tapp. Canefri = ducalis Mörch, Ennea quadri-
dentata Martens = Dupuyana Crosse , Clausilia acrolepta
Martens = acuminata Mouss. Nachrichtsbl. p. 37.
Die Mollusken spielen nach Thomson The Voyage of
the Challenger, The Atlantic, London 1878 II. p. 349 in
der Tiefseefauna keine grosse Rolle^^, einige kleine Species
kommen zerstreut vor. Nur ein einziges Exemplar von
Spirula mit dem Thier wurde gefangen. Verf. nimmt an,
dass die Faunen entweder der Oberfläche, oder dem Grunde
des Meeres angehören, mit einer mittleren Zone, in wel-
cher die grösseren Thierformen , Vertebraten wie Everte-
braten fast ganz fehlen.
Kobelt hat als Fortsetzung seiner Arbeit über die
geographische Verbreitung der Mollusken die „Inselfaunen"
folgen lassen. Er lässt den einzelnen Abschnitten die Ver-
zeichnisse der Binnen-Mollusken der einzelnen Inseln oder
Inselgruppen folgen. So von den Acoren, Madeira, Canaren,
Marocco und vom Westabhang des Atlas, Capverden, Ilha
do Principe, San Thome, Fernando Po, St. Helena, — Ma-
dagascar,Comoren, Mauritius, Bourbon, Rodriguez, Seychellen,
der Mollusken wahrend des Jahres 1878. 323
Abd-el-Giiry , Socotara, — Ceylon, Nicobaren, Anda-
manen, MaUcca und Singapore, Sumatra, Java, Borneo,
Labuan, kleine Inseln nördlich von Borneo, Celebes, kleine
Sundainseln, Timor, Molukken. Eine Fortsetzung ist wobl
noch zu erwarten. Jahrbuch d. Malak. Ges. V. p. 10,
170, 322.
Gloyne setzte seine Bemerkungen über die geogra-
phische Verbreitung der Landmollusken (vergl. vorj. Ber.
p. 161) fort. Quarterly Journal of Conchology L p. 281—320.
Schmeltz lieferte einen Beitrag zur Molluskengeo-
graphie, indem er in einer Tabelle von einer grösseren
Anzahl von Arten mariner Gattungen die sicheren Fund-
orte auf den Inseln des stillen Oceans angab. Verhandl.
des Vereins für naturwiss. Unterhaltung zu Hamburg III.
p. 159.
Elsworth Call hat gesehen, wie Wasserschnecken
an Wasserpflanzen haftend durch Wasserhühner fortgetragen
wurden, und dass eine Muschel sich an dem Fuss festge-
klammert habe. Ebenso kann es mit jungen Muscheln ge-
schehen , und so bestätigt sich die von Darwin ausge-
sprochene Vermuthung, dass Muscheln und Schnecken aus
einem Gewässer in das andere übertragen werden können,
während andererseits auch durch Kanäle die Verbreitung
geschehen kann. So ist Unio rubiginosus Lea bei Mohawk
gefunden, und wohl durch den Erie-Kanal dahin gekom-
men. Anders verhält es sich mit Unio pressus, eine ent-
schieden westliche Art, der in einem kleinen See gefunden
wurde, der mit dem Eriekanal keinen Zusammenhang hat,
sondern nur durch Gebirgsbäche gespeist wird. The Ame-
rican NaturaKst XII. p. 472. — Math er bemerkt in Bezug
darauf, dass im Pamunky River keine Enten gross gezogen
werden können, weil sie durch Unionen an den Beinen
festgehalten und bei steigendem Wasser ertränkt werden.
Ib. p. 695.
R. Ellsworth fand viele Buccinum undatum L. an
dem Köder in den Hummertöpfen. An ihnen sass zuweilen
Trachydermon (Leptochiton) ruber Carp. , wodurch sich
seine Verbreitung erklärt. The American Naturalist XII.
p. 397.
324 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Europa. Friele bearbeitete die Mollusken von Jan
Mayen, wie sie durch die Norwegische Noi;d- Atlantische
Expedition im Jahre 1877 erlangt waren. Es sind 2 Brachio-
poden, 20 Muscheln, 2 Pteropoden, 24 Schnecken. Eine
Terebratula und eine Rissoa sind als neu beschrieben.
Nyt Magazin for Naturvidensk. 24 p. 221 mit Tafel I.
Leche gab eine Uebersicht über die durch die Schwe-
dische Expedition nach Novaja Semlja und Jenissei 1875
und 1876 gesammelten Meeresmollusken. Aufgezählt werden
3 Tunicaten, 51 Muscheln, 3 Brachiopoden, 1 Siphonoden-
talium, 103 Schnecken, wobei freilich die zahlreichen Varie-
täten mitgezählt sind. Wenige neue Species. Es folgt zum
Schluss eine Tabelle der Arten von Novaja Semlja nach ihrer
Tiefenverbreitung, wobei fünf Zonen unterschieden werden :
von 0—5 Faden, 5— 15 Faden, 15-50 Faden, 50—80 Faden
und 80—150 Faden, und endlich eine Tabelle über die
Verbreitung der bei Novaja Semlja und Jenissei gefundenen
Arten in den Arktischen Regionen mit folgenden Columnen;
Karisches Meer, Westlich von N. Semlja, Fossil bei Jenissej,
Russische Küsten von Lappmarken, Norwegisch- arktische
Region, Schwedische und Norwegische Quartärformation,
Spitzbergen, Island, Grönland, Behrings- und angrenzende
Meere. Die drei neuen Arten, sowie einige andere sind
auf zwei Tafeln abgebildet ; auch einige Radulae von Buc-
cinum. Kongl. Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlingar
XVI. No. 2.
G. 0. Sars gab unter dem Titel „Bidrag til kund-
skahen om Norges arktiske fauna I. Mollusca regionis ar-
cticae Norvegiae. Oversigt over de i Norges arktiske region
forekommende Bl0ddyr. Med et Kart og 52 autographiske
plancher. Universitets programm for forste halvaar 1878.
Cbristiania" einen stattlichen Band heraus. Die Aufzählung
von 6 Brachiopoden, 131 Muscheln, 9 Solenoconchien, 252
Gastropoden, 4 Pteropoden, 5 Cephalopoden, denen in einem
Supplement noch einige Arten hinzugefügt werden, giebt
einen Begriff von dem Reichthum jener nordischen Meere
an Mollusken. Alle Familien, Gattungen und Arten sind
durch lateinische Diagnosen kenntlich gemacht. Die geo-
graphische Verbreitung der Arten ist in einigen Tabellen
der Mollusken während des Jahres 1878. 325
anschaulich gemacht. Auf 34 Tafeln sind die Conchylien,
auf weiteren 17 Tafeln die Radulae und auf einer Tafel
die Deckel abgebildet. Ein werthvolles Buch.
Godet berichtete über die Conchylien, welche Rouge-
mont in Norwegen gesammelt hatte. Die meisten Arten
sind an allen europäischen Küsten verbreitet, was sich da-
durch erkläre, dass die Tiefseefauna gleichförmiger sei, als
die oberflächliche. iVuch giebt er an, dass einige Arten,
wie Lima Sarsi Loven in Norwegen der oberflächlichen
Fauna angehört, während sie im Mittelmeer nur in grossen
Tiefen lebt. Bulletin de la Soc. de Neuchatel XL p. 215.
In den zoologischen Bemerkungen über Norwegen von
de Rougemont, ib. p. 232, sind auch einige auf die
Mollusken bezügliche.
Clessin bearbeitete eine von Anderson in Sater, Pro-
vinz Dalarne im nördlichen Schweden veranstaltete Samm-
lung von Mollusken. Er fand darunter 7 neue Varietäten,
die wir unten namhaft machen. Malak. Bl. 25 p. 67.
Cooke und Gwatkin lieferten ein Verzeichniss der
auf Guernsey, Sark und Herm gefundenen Conchylien. Es
enthält 143 Arten. Quarterly Journal of Conchology L p.
321. — Marshall erinnert ib. p. 380, dass die Verfasser
Thracia papyracea var. villosiuscula für Cochlodesma prae-
tenue genommen haben.
Alfred Brown hat eine Schrift über die Mollusken
des Firth of Clyde, Glasgow 1878 herausgegeben. Es wer-
den darin 290 Arten aufgezählt , nämlich 2 ßrachiopoda,
95 Conchifera, 2 Solenoconchia , 138 Gasteropoda und 3
Cephalopoda.
Nach Robertson kommt Pisidium fontinale undPla-
norbis in Schottland, Helix villosa in England vor. Proc.
nat. bist. soc. of Glasgow III p. 172.
Van Haren Noman stellte eine Liste der im Jahr
1877 in der zoologischen Station der Nederl. dierkundige
Vereeniging zusammengebrachten Mollusken zusammen, 30
Muscheln, 16 Schnecken, 3 Cephalopoden und 3 Tunicaten.
Tweede Jaarverslag omtrent het zoologisch Station der
nederl. dierk. Vereeniging p. 21.
326 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Clessin setzte seine conchyliologische Studie „Vom
Pleistocen zur Gegenwart" fort. (Vergl. vorj. Ber. p. 166).
Wir entnehmen aus dieser Fortsetzung p. 60, dass die re-
cente Moliuskenfauna Deutschlands aus 248 Arten besteht.
Von diesen sind 125 über den grösseren Theil Europa's
verbreitet ; 23 haben ihre hauptsächlichste Verbreitung im
Osten Europa's und erreichen in Deutschland ihre West-
gr enze ; 16 sind südliche, die ihre Nordgrenze in Deutsch-
land finden; 9 sind westliche, die ihre Ostgrenze bei uns
erreichen; 25 sind nördliche, die hier ihre Südgrenze fin-
den ; 29 sind auf die Alpen oder ihre nächste Umgebung
beschränkt; 19 sind Deutschland eigenthümliche, auf ein
eng begrenztes Gebiet beschränkt; 2 folgen der Meeres-
küste , die für Deutschland nur im Norden liegt. Corre-
spondenzbl. zool. miner. Vereins in Regensburg 32 p. 42.
Lenz bearbeitete in dem Jahresbericht der Commis-
sion zur wissenschaftlichen Untersuchung der Deutschen
Meere in Kiel für die Jahre 1874—76 p. 295 die wirbel-
losen Thiere der Travemünder Bucht. Er kennt von dort
17 Lamellibranchia, 8 Opisthobranchia, 14 Prosobranchia,
1 Cephalopoden und 4 Tunicaten. Der Cephalopode ist
Loligo breviceps. Derselbe ist abgebildet.
V. Heimburg fügt der Oldenburgischen Mollusken-
fauna zehn Arten hinzu. Nachrichtsbl. p. 4.
Hesse stellte als Beitrag zur Molluskenfauna West-
falens ein Verzeichniss der Mollusken zusammen, die er
besonders bei Minden gesammelt hat. Es enthält 1 Vitrina,
7 Hyalina, 17 Helix, 2 Buliminus, 2 Cionella, 4 Pupa, 6
Clausilia, 3 Succinea, 1 Carychium, 6 Limnaea, 2 Physa,
9 Planorbis, 2 Ancylus, 1 Cyclostoma, 2 Paludina, 2 Bi-
thynia, 2 Valvata, 1 Neritina, 4 Unio, 2 Anodot^a, 3 Sphae-
rium 1 Calyculina, 10 Pisidium, 1 Dreissena, zusammen
91 Arten überall mit näheren Fundortsangaben. Verh. d.
naturh. Vereines der preuss. Rheinlande und Westfalens
1878 p. 83-103.
Clessin findet die Schnecken aus den Buchenwäldern
des Garenberges merkwürdig durch die Dünnschaligkeit
und eigenthümlichen Sculpturverhältnisse. Er glaubt dies
durch die Feuchtigkeit und die dicke Bedeckung des
äer Mollusken während des Jahres 1878. 327
Bodens durch Humus erklären zu können. Malak. Bl. 25
p. 143.
Boettger gab anknüpfend an die Arbeit von v. Här-
tens einige Schneckenfunde aus dem südlichen Theile des
Thüringer Waldes. Nachrichtsbl. p. 1.
Boettger bezeichnet einige Arten als Vervollständi-
gung der Molluskenfauna von Thüringen, welche L. von
Hey den auf dem Ihlefeld, zwischen Eisenach und Langen-
salza gesammelt hatte, 7 Arten. Nachrichtsbl. p. 130.
Als Beitrag zur Molluskenfauna des Elsass verzeich-
nete Andreae 18 Arten, die er auf einem Ausfluge in die
Vogesen sammelte. Nachrichtsbl. p. 87.
. Noll erwähnt in seiner Schrift „Einige dem Rhein-
thale von Bingen bis Coblenz eigenthümliche Pflanzen und
Thiere" von Mollusken Cyclostoma elegans, Amalia (Limax)
marginata, Daudebardia rufa und brevipes, Helix carthu-
siana, die er alle für von Frankreich und der Schweiz ein-
gewandert ansieht.
Boettger lieferte einen Beitrag zur Molluskenfauna
des Gebiets der fränkischen Saale (Unterfranken). Nach-
richtsbl, p. 106. -^ Derselbe machte ib. p. 108 eine No-
tiz über die Molluskenfauna des Vogelsbergs.
Otto Boettger fand in Weissenbach bei Zeitlofs
unweit Bad Brückenau Arion empiricorum und subfuscus,
Limax cinereo-niger und ciuereus, sowie Helix nemoralis
in der Bänderform 12 3 4 5. Nachrichtsbl. p. 86.
Obernd orfer fand Pupa Heidi Cless. in Günzburg.
Nachrichtsbl. p. 69.
Gredler veröffentlichte das Verzeichniss der Con-
chylien TiroFs, 194 Schnecken und 20 Muscheln. Berichte
des naturw. mediz. Vereins in Innsbruck VIH. 3 p. 22.
Cless in bespricht einige hochalpine Mollusken. Er
theilt sie in zwei Gruppen, solche die sich ausser in den
Alpen auch in anderen höheren Gebirgen oder nördlichen
Gegenden finden, und solche, die auf die Alpen beschränkt
sind. Nur solche Species, deren Wohnorte feuchter Gras-
boden, am Boden liegende Steine oder befeuchtete Felsen
sind, können bis an die Schneegrenze aufsteigen. Es wer-
den dann Helix unidentata var. alpestris^ Succinea Pfeifferi
328 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
var. microstoma, Pupa eumicra Bourg., Clausilia dubia var.
alpicola und Clausilia plicatula var. alpestris als solche
alpine Formen bezeichnet. Malak. Bl. 25 p. 81 Taf. 3. Daran
reiht er die von Koch in der Zeitschrift des deutsch-öster-
reichischen Alpenvereins Bd. VII p. 217 beschriebenen Ar-
ten, Arion nivalis, Vitrina membranacea und hiemalis.
Auf Grund der Terver'schen Conchyliensammlung hat
Locard eine Malacologie Lyonnaise geschrieben. Sie be-
handelt die Mollusken, welche in Lyon selbst oder in seiner
unmittelbaren Umgebung leben. Nach einer Biologie Ter-
ver's folgt zuerst eine Aufzählung der Species mit den
wichtigsten Synonymen, dem Fundort, Bemerkungen, geo-
graphische Verbreitung und geologische Verbreitung. Dieses
Verzeichniss enthält 8 Limaceen, 82 Heliceen, 2 Auriculacee,
22 Limnaeaceen, 4 Orbaceen, 3 Pristomeen, 2 Valvataceen,
1 Neritacee , 10 Najaden, 5 Cardeaceen, 1 Dreissenacee,
also 145 Arten. Daran schliesst sich eine dichotomische
Tabelle der Gattungen, eine solche der Arten, ferner die
Diagnosen der Gattungen und Arten. Annales de la Soc.
d'Agriculture, histoire naturelle et arts utiles de Lyon IX.
p. 409-569.
Locard fand bei Lyon drei Schnecken, Helix trochoi-
des Poir., Helix acuta Müll, und Pupa quinquedentata Born,
die einer südlichen Fauna angehören, und er glaubt, dass
sie durch den Einfluss des Menschen eingewandert seien.
Mehrere Arten hält er für eingewandert aus den Alpen-
Dreissena polymorpha ist neuerlicb in dem Rhone und in
der Saone beobachtet worden. Annales de la Soc. d'agri-
culture de Lyon. 1878.
Zwei Aufsätze von Folin und Berillon über die
conchyliologische Fauna des äussersten Südwestens von
Frankreich, Dax 1876 und Bayonne 1877 sind mir nicht
zugänglich geworden. Nach einer Anzeige im Journ. de
Conchyl. sind darin eine neue Gattung und einige neue
Arten aufgestellt. S. unten.
Saint-Simon schrieb bereits 1876 über die Mollus-
ken der Pyrenäen der Haute Garonne in Bull. Soc. d'hist.
nat. de Toulouse XL Der Bezirk zerfällt in zwei Regio-
nen: Die Bergregion und die Ebene. In der Bergregion
der Mollusken während des Jahres 1878. 329
leben 70 Arten, in der Ebene über 100. Neunzehn Arten
der Bergregion fehlen in der Ebene.
Fagot, Catalogue des MoUusques des petites Pyre-
nees de la Haute - Garonne , comprises eutre Cazeres et
Saint-Martory. Eine neue Clausilia. Bull. Sog. d'hist. nat.
de Toulouse XI. 1877.
Fischer zeigt in einem zweiten Nachtrage zur mala-
kologischen Fauna des Thaies von Cauterets einige neue
Fundorte der von dort bekannten Arten an, und fügt drei
weitere Arten hinzu, wodurch die Zahl auf 57 erhöht wird.
Journ. de Conchyl. 26 p. 137.
Strobel schrieb über die geographische Verbreitung
der Mollusken am Nordabhange der Appenninen vom Ti-
done bis zur Secchia. Er verzeichnet zunächst die in
diesem Gebiet vorkommenden Arten, nämlich 1 Testacella,
4 Limax, 1 Amalia, 3 Vitrina, 7 Hyalina, 2 Arion, 20
Helix, 4 Buliminus, 3 Cionella, 10 Pupa, 1 Balea, 7 Clau-
silia, 3 Succinea, 1 Carychium, 2 Limnaeus, 2 Planorbis,
1 Ancylus, 1 Acm.e, 1 Cyclostoma, 1 Amnicola, 1 Paludi-
nella, 1 Unio, 1 Anodonta, 1 Cyclas, 3 Pisidium, zusam-
men 82 Arten. Dann folgen 12 Arten, die irrthümlich als
in diesem Theil der Appenninen lebend angezeigt sind;
dann fünf Arten, die wahrscheinlich daselbst noch aufge-
funden werden; endlich zwei Arten, Helix vermiculata und
adspersa, die dort acclimatisirt sind. In einem zweiten
Abschnitte werden dann die Arten der beiden Abhänge
der Appenninen verglichen. Zuerst werden die Arten und
Varietäten aus den oberen Thälern des Serchio und der
Magra genannt, welche am Nordabhange fehlen, nämlich
2 Genera, 15 Species und 4 Varietäten; ferner umgekehrt
die nördlichen Arten, die in den genannten südlichen
Thälern fehlen, 8 Genera, 41 Species und 7 Varietäten;
schliesslich die Arten, welche an beiden Abhängen vor-
kommen, 17 Genera, 41 Arten und 4 Varietäten. Im dritten
Abschnitt werden die Arten der Ebene mit denen des Ge-
birges verglichen. Bulletino della Soc. Malacol. Italiana
III. p. 81—135.
Gredler machte Conchyliologische Bemerkungen auf
einer Excursion nach dem Lago dTdro. Nachrichtsbl. p. 17.
330 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Nach Borsari kommen im Modenesischen 71 Mol-
lusken vor, nämlicli 1 Arion, 4 Limax, 3 Succinea. 2 Zo-
nites, 19 Helix, 2 Bulimus, 1 Cionella, 5 Pupa, 1 Vertigo,
2 Clausilia, 1 Carychium, 8 Limnaea, 1 Physa, 6 Planor-
bis, 1 Cyclostoma, 2 Paludina, 1 Bytinia, 3 Valvata, 1 Ne-
ritina, 5 Unio, 2 Anodonta, 3 Cyclas, 1 Pisidium. Annu-
ario della Soc. dei Naturalisti in Modeua. XII. p. 27.
Kobelt tbeilte Einiges über seine Italienischen Beise-
Excursionen, von Culoz, Genua und Carrara mit. Nach-
richtsbl. p. 97 und 117.
Mascarini hatte zu Tauschzwecken ein Verzeichniss
der im Gebiet von Ascoli-Piceno lebenden Binnenconchy-
lien, 48 Arten, drucken lassen, welches Kobelt im Nach-
richtsbl. p. 81 wieder zum Abdruck gebracht hat.
Issel bearbeitete die marinen Conchylien, welche von
Capt. d'Albertis auf der Fahrt von Genua nach Constanti-
nopel auf dem Schiff Violante gesammelt wurden. Die
Sammlung enthielt 215 Arten, die mit Schleppnetz an 22
verschiedenen Orten in Tiefen von 10 bis 100 Meter ge-
wonnen sind, besonders bei Tunis, im Griechischen Ar-
chipel und in der Strasse der Dardanellen. Keine neuen
Arten. Es sind 144 Schnecken und 71 Muscheln. Dazu
kommen dann noch 37 Arten Land- und Süsswasser-
schnecken.
Der Marquis de Monterosato Hess in Giorn. di
scienze ed Econ. Vol. XIII eine Enumerazione e sinonimia
delle Conchilie Mediterranee erscheinen. Danach enthält
die Fauna des Mittelmeers 12 Brachiopoden, 302 Conchi-
feren, 15 Solenoconchen, 683 Gasteropoden, 19 Pteropoden,
2 Cephalopoden , zusammen 1033 Arten. Dazu kommen
noch • ungefähr 150 schalenlose Mollusken, Nudibranchier,
Cephalopoden u. A. Selbst wenn man die Trennung man-
cher Varietäten von denen nördlicher Arten als eigene
Species nicht anerkennen will, darf man die Mollusken-
fauna des Mittelmeers wohl auf mehr als 2000 Arten
schätzen.
Die Marchesa M. Paulucci hat eine Schrift heraus-
gegeben „Materiaux pour servir ä l'etude de la Faune ma-
lacologique tcrrestre et fluviatilc de l'Italie et de scs iles.
der Mollusken während des Jahres 1878. 331
Paris 1878". Es ist ein Catalog der in Paris ausgestellt
gewesenen Sammlung, mit Beschreibung neuer Arten. —
Die Diagnosen dieser neuen Arten hat Kobelt in den
Jahrb. d. malak. Ges. V p. 355 abdrucken lassen. Diese
citiren wir unten.
Hidalgo hat eine Arbeit über die Land -Mollusken
der Balearen geliefert. Im Jahr 1814 finden sich in einer
Abhandlung von Ramis nur 6 Arten von den BMearen er-
wähnt. Diese Zahl stieg allmählich auf 70 nach einem
Verzeichniss von Barcelö, Moluscos terrestres de las Bale-
ares 1876. Der gegenwärtige Catalog bringt 72 Arten,
worunter drei neue Helix. Sie vertheiien sich nach Gat-
tungen folgendermassen : 3 Limax, 1 Amalia, 1 Testacella,
1 Succinea, 2 Leucochroa, 36 Helix, 5 Bulimus, 1 Acha-
tina, 3 Ferussacia, 5 Pupa, 1 Truncatella, 1 Cyclostomus,
1 Tudora und 5 Alexia. Die Fauna ist sehr ähnlich der
von Spanien, mehr als mit der von Sicilien, Frankreich
und Algerien. Journ. de Conchyl. 26 p. 213—247.
Aus dem Journal de Conchyl. 26. p. 370 ersehe ich,
dass von Brugnone zwei Hefte Miscellanea malacologica,
Palermo 1873 und 1876 erschienen sind, die mir nicht be-
kannt wurden. Es ist aus der Anzeige nicht ersichtlich,
ob und in welcher Zeitschrift sie erschienen sind. Verf.
beschreibt darin 8 lebende Arten als neu.
Monterosato erlangte durch das Schleppnetz bei
Palermo 161 Mollusken, und zwar 1 Brachiopoden , 45
Conchiferen, 3 Solenoconchier, 110 Gastropoden und 2 Pte-
ropoden. Einigen Arten sind kritische Bemerkungen ge-
widmet, auch sind lüehrere neue Arten aufgestellt. Journ.
de Conchyl. 26 p. 143.
E.V. Martens zeigte 34 Arten Russischer Land- und
Süsswasser-Conchylien vor, welche Polenoff bei Olschonka,
District Borissoglebsk , an der Worona gesammelt hatte,
wonach die Fauna im Ganzen mit der Norddeutschen über-
einstimmt. Er schloss daran allgemeine Bemerkungen über
die Vertheilung der Landschnecken im Europäischen Russ-
land, welche von grosser Belesenheit zeugen, und viel
Interessantes enthalten. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 82.
332 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Krol hat als Beitrag zur Kenntniss der Mollusken-
fauna Galiziens ein Verzeichniss der Arten mit Angabe der
Fundorte bekannt gemacht. Es sind 140 Schnecken und
14 Muscheln. Verhandl. zool. botan. Gesellschaft in Wien
28 p. 1.
Moscäry zählt als zur Fauna der Ungarischen Co-
mitate Zölyom und Lipto gehörig 28 Landschnecken auf,
nämlich 1 Hyalina, 12 Helix, 1 Bulimus, 1 Biiliminus, 1
Cionella, 3 Pupa und 9 Clausilia. Math. u. naturh. Mitth.
der Ungarischen Akad. der Wissensch. XV. p. 231.
Wo 11 as ton hat in einem eigenen Buche: Testacea
atlantica or the Land- and Freshwater Shells of the Azores,
Madeiras, Salvages, Canaries, Cape verdes, and Saint He-
lena die malacologischen Faunen der genannten Insel-
gruppen zusammengestellt. Er verzeichnet von den Azoren
71 Arten, von Madeira 176, von Salvages 8, von der Ca-
narischen Gruppe 189, von der Cap Verden 41, von St.
Helena 29. Wenn man die entschieden mediterranen For-
men abzieht, und dem Katalog nur das eigentlich Atlan-
tische Element übrig bleibt, dann ist die Zahl der Arten,
welche mehreren Archipelen gemeinschaftlich sind, sehr
geringe: etwa 4 oder 5 sind Madeira und den Azoren ge-
mein, etwa 5 oder 6 Madeira und den Canaren, und etwa
1 den Canaren und den Cap Verden, den Azoren und Ca-
naren nur etwa 5, und Madeira und den Cap Verden etwa
1 gemein. Verfasser vermuthet sogar, dass diese wenigen
Arten durch menschliche Beihülfe erst in neuerer Zeit
tibergeführt sein mögen, so dass die Urfaunen ganz unab-
hängig von einander sein würden. Die 28 neuen Arten
sind unten namhaft gemacht.
S tu der berichtete über die Schleppnetz-Untersuchun-
gen an der Westküste von Africa während der Reise S.
M. S. Gazelle. Darin werden auch viele Mollusken er-
wähnt. Diese Untersuchungen zeigen, wie in hohem Grade
die Meeresfauna von der Temperatur des Mediums beein-
flusst wird. Der kalte antarctische Strom , welcher längs
der Westküste Africas heraufzieht, bewirkt unter dem Ae-
quator und bis zum 9^ N. Br. ein Sinken der Temparatur
auf 150 c. schon bei 50 Faden Tiefe , bei 100 bis 150
der Mollusken während des Jahres 1878. 833
Faden auf 11—12«, bei 300—400 Faden auf 6« C. Dem
entsprechend ist die Fauna in 50 Faden unter dem Ae-
quator der der gemässigten Meere entsprechend , bei 400
Faden bereits eine polare oder in gleichen Breiten der-
jenigen <ler Tiefen von 1000—2000 Faden entsprechend.
Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 135.
Marrat fügte seiner Liste westafrikanischer Con-
chylien (vorj. Bericht p. 170) 22 fernere Arten hinzu. Quar-
terly Journal of Conchology I. p. 381.
Monte rosato ergänzte sein Verzeichniss der Con-
chylien Algiers (vergl. vorj. Ber. p. 170) durch 63 Arten,
so dass er im Ganzen nunmehr 212 Arten kennt. Drei
neue Arten. Journ. de Conchyl. p. 313.
Say sammelte in einem ausgetrockneten See im In-
nern der Sahara einige subfossile Mollusken, von denen es
ungewiss bleibt, ob sie fossil oder recent sind, da man die
lebende Fanna dieser Gegend nicht kennt. Es sind fünf
Arten, Limnaea limosa L., Physa Brocchii Ehrbg., Planor-
bis Duveyrieri Desh., Melania tuberculata Müll, und eine
neue Corbicula. Es werden dann die aus verschiedenen
Punkten der Sahara bekannten Arten aufgezählt. Die
quaternäre Fauna der Sahara reducirt sich danach auf etwa
ein Dutzend Süsswasser-Arten. Im Norden schliesst sich
die Fauna an die circummediterrane an, im Süden an die
ägyptische. Journ. de Conchyl. 26 p. 74.
E. V. Märten s bestimmte die durch Hildebrandt aus
Ostafrica mitgebrachten Land- und Süsswasser-Conchylien:
3 Cyclostomiden, 13 Stylommatophoren, 1 Limnaeacee, 6
Taenioglossen. Berliner Monatsber. p. 288. Mehrere neue
Arten.
Asien. Westerlund bearbeitete die Land- undSüss-
wassermollusken Sibirien's, welche auf der Expedition zur
Untersuchung der Möglichkeit des Befahrens der Jenissey-
Mündungen gesammelt waren. In einem Nachtrage theilt
er auch die von Theel gesammelten irrten mit, unter denen
zwei neue Pupa und eine neue Physa. Danach sind aus
Sibirien 48 Landmollusken und 89 Wassermollusken be-
kannt. Kgl. Svenska Yetensk. Akad. Handlinger 1877.
Vergl. anch Malak. Bl. 25. p. 107.
334 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Schneider hat die kaukasischen Conchylien in seinen
„Naturwissenschaftlichen Beiträgen zur Kenntniss der Kau-
kasusländer, auf Grund seiner Sammelbeute", veröffentlicht
von der naturw. Ges. Isis in Dresden 1878, bearbeitet. Wir
ersehen aus dem einleitenden Malacozoologischen Sammel-
bericht, mit v^elchem Erfolge der Reisende die Umstände
benutzt hat, um eine ansehnliche conchyliologische Ausbeute
zu erlangen. Die Arten haben schon eine vorläufige Ver-
öffentlichung durch V. Härtens (vergl. Ber. ü. d. J. 1876
p. 183) gefunden, auch die Arten der Gattung Pupa durch
Reinhardt (vergl. Ber. u. d. J. 1877 p. 199). Das jetzt
vorliegende Verzeichniss enthält nur die in Kaukasien bis-
her nachgewiesenen Arten. Es sind 185 in Kaukasien
nachgewiesene Land- und Süsswasser-Mollusken, 33 an der
kaukasischen Küste des schwarzen Meeres beobachtete
Meeres-Conchylien und 33 Arten der Conchylienfauna des
kaspischen Meeres.
Theo bald, Notes on the land and freshwater shells
of Kashmir , more particularly of the Ihilum valley beiow
Srinagar and the hüls North of Jamu. Er giebt ein Ver-
zeichniss von 67 Arten. Zwei neue Arten. Journal Asiat.
Soc. 47 p. 141.
Theobald hatte schon früher einige neue Land- und
Süsswasser-Mollusken aus Indien und Burmah beschrieben.
Ib. 45 p. 184.
Godwin-Austen beschrieb die Cyclostomaceen vom
Daflagebirge in Assam mit 12 neuen Arten. Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 45 p. 171. — Ferner einige Heliciden eben-
daher, 15 neue Arten. Ib. p. 311.
Edgar Smith zählt 75 marine Conchylien von den
Andaraanen auf, unter denen mehrere neue, die nebst eini-
gen wenigen bekannten abgebildet sind. Proc. zool. soc.
p. 804 pl. 50.
Gr edler lieferte einen Beitrag zur Conchylienfauna
von China. Er erhielt aus dem Innern des mittleren China
5 Heiix, 1 Buliminus, 1 Clausilia, 1 Limnaea, 3 Paludina,
2 Bythinia, 1 Anodonta und 1 Unio. Zwei Helixarten sind
neu. Nachrichtsbl. p. 101.
der Mollusken während des Jahres 1878. 335
Für Andersons Anatomical and zoological Resear-
ches coniprising an account of the zoological results of the
two expeditions to Western Yunnan bat Nevill die Mol-
lusken bearbeitet. Er führt 40 Helicidae, 6 Limnaeidae,
8 Cyclopboridae, 12 Paludinidae, 5 Melanidao, 1 Ampul-
laria, 7 Unionidae, 3 Cyrenidae an. Die aus diesen Expe-
ditionen bervorgegaugenen Arten und eine neue Gattung
Margarya sind bereits 1877 im Journal Asiat. Soc. Bengal
Vol. 46 bekannt gemacbt, und aucb Ijereits im vorj. Be-
richte berücksichtigt worden. Diese sind auf Tafel 80 ab-
gebildet.
Kobelt bearbeitete nach den von Professor Rein ge-
machten Sammlungen eine Fauna japonica extramarina in
den Abhandlungen der Senckenbergischen Naturf. Ges. XI.
p. 285. Daselbst sind berücksichtigt 17 Hyaiina, 56 Helix,
1 Buliminus, 2 Pupa, 1 Balea, 34 Clausilia, 2 Succinea, 1
Auricula, 1 Carychium, 3 Limnaea, 4 Planorbis, 1 Ancylus.
Eigentlich neue, d. h. hier zum erstenmal bekannt gemachte
Arten finden sich nicht darunter, da sie alle schon anderen
Ortes durch Diagnosen veröfiPentlicht sind.
Tapparone Oanefri verzeichnete die Mollusken,
welche Beccari bei den Inseln Amboina und Ceram gesam-
melt hat. Es sind 2 Cephalopoden , 53 Schnecken , 10
Muscheln. Keine neue Art. Annali Mus. civ. di Genova
IX p. 293.
Australien. Tapparone Canefri zählte als dritten
Beitrag zur malakologischen Fauna der Papuanischen In-
seln bereits 1876 die durch Beccari, d'Albertis nnd Bruijn
in der Geelvink-Bai gesammelten Mollusken auf. Es sind
65 Gasteropoden und 30 Muscheln , darunter ein neuer
Fusus und eine neue Neverita. Annali del Museo civico
di storia naturale di Genova VIII. p. 323.
Tapparone Canefri lieferte einen neuen Beitrag
zu einer malakologischen Fauna der Papuanischen Inseln,
indem er die durch d'Albertis an der Insel Sorong an der
Nordwestküste von Neu -Guinea gesammelten Mollusken
aufzählte und die neuen Arten beschrieb. Es sind 2 Ce-
phalopoden (1 neu), 140 Schnecken (14 neu), 27 Muscheln
(4 neu), 2 Brachiopoden. Annali Mus. civ. di Genova IX.
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. W
336 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Tapparone-Canefri berichtete über die Mollusken-
fauna von Neu-Guinea nach einer Sammlung von 320 Ar-
ten, die von Raffray bei Port Dorey zusammengebracht
waren. Unter den marinen Formen sind die Gattungen
Conus, Mitra, Turbinella und Strombus am reichsten ver-
treten. Im Ganzen schliesst sich die Papuanische marine
Molluskenfauna an die grosse Indo-Pacifische Region an,
namentlich an die der Molukken. Die Landmollusken von
Neu-Guinea haben einen mehr eigenthümlichen Charakter
und scheinen sich an die Fauna der Oceanischen, Salo-
mons- und Admiralitätsinseln anzuschliessen. Die Helices
gehören fast alle in die Gruppen Papuiua, Geotrochus,
Cloritis nud Albersia, unter den Operculaten prädominirt
Leptopoma. Eine neue Gattung Perieria in der Nähe von
Clausilia und eine neueHelix werden beschrieben. Comp-
tes rendus 1878 Mai p. 1149; Annais nat. bist. IL p. 110.
Petterd wurde durch Gloyne's Arbeit über die geo-
graphische Verbreitung der Landmollusken (vorj. Ber. p.
161) veranlasst, Bemerkungen über die Mollusken Austra-
liens zu machen. Sie erstrecken sich über Neu-Guinea,
die Salomonsinseln und Tasmania, welche Verf. aus eigener
Anschauung kennen gelernt hat. Quarterly Journ. of Con-
chology I. p. 394.
Brazier fügte der Fauna von Port Jackson und Neu-
Caledonien fünf Mollusken hinzu. Proc. Linn. Soc. New
South Wales IL p. 369.
Tenison -Woods Hess die Diagnosen der von Gould
in den Proceed. of the Boston Soc. of Nat. bist, beschrie-
benen australischen Mollusken in den Proc. Linn. Soc. New
South Wales II p. 250 wieder abdrucken.
Derselbe beschrieb ib. p. 262 einige neue marine
Conchylien von Port Jackson aus einer Tiefe von 45 Fad.
Brazier verzeichnet neun Schnecken als Fortsetzung
der Mollusken der Chevert - Expedition. Proc. Linn. Soc.
New South Wales. Leider habe ich die früheren Hefte
dieser Zeitschrift mir nicht zur Ansicht verschaffen , und
daher nicht über die Arbeit, von der dies die Fortsetzung
ist, berichten können.
der Mollusken während des Jahres 1878. 337
An gas, welcher 1865 ein Verzeichniss von 328 Con-
cbylien, die damals von der Provinz Stidaustralien bekannt
waren, veröffentlicht hatte, fügte nun 54 Gasteropoden und
21 Muscheln hinzu, so dass jetzt von dort 403 Arten be-
schrieben sind. Proc. zool. soc. p. 864.
Hutton hat eine neue Liste der Mollusken von Neu-
seeland und den Chataminseln zusammengestellt. Dieselbe
enthält 8 Cephalopoden, 2 Pteropoden, 3 Heteropoden, 2G0
Gasteropoden, 127 Lamellibranchier und 9 Brachiopoden,
zusammen 419 Arten. Einige neue Arten sind beschrieben,
auch diejenigen Arten, welche Verf. 1873 in dem Catalogue
des Mollusques marins im Geological Survey Department
aufgestellt hatte. Die neuen Arten sind unten namhaft
gemacht.
Filhol legte der französischen Academie eine Ab-
handlung über die marinen Mollusken der Insel Stewart
(Neu Seeland) vor. Er sammelte 179 Arten, von denen
134 sich auch in der Cookstrasse finden, 99 bei Aukland,
8 bei Campbell, 6 bei den Aukland-Inseln, 28 bei den Cha-
tam-Inseln, 22 sind auch fossil gefunden. Comptes rendus
86 p. 702.
E. V. Martens legte einige Conchylien aus den käl-
teren Meeresgegenden der südlichen Erdhälfte vor. Die
von den Auckland-Inseln erinnern im Habitus auffallend
an die der Nordischen Meere, namentlich an die Fauna der
Nordsee; die von der Kerguelen - Insel mehr an die des
nordischen Eismeers. Die zehn neuen Arten sind unten
namhaft gemacht. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu
Berlin p. 20.
Nachträglich erwähnen wir ein Verzeichniss über die
Mollusken von Kerguelensland, bearbeitet von Dali in dem
Bull. U. S. National Museum Nr. 3. 1876 p. 42. Es ent-
hält 1 Cephalopoden, 7 Gasteropoden und 6 Muscheln.
Einige neue Arten und zwei neue Genera.
Amerika. Cooper erörtert die Frage über den Ur-
sprung der Californischen Landschnecken. Landschnecken
existirten lange vor der Eocen-Periode. Er nimmt an, dass
die ersten Wanderungen von einem gemeinsamen nördlichen
338 Troschel: Bericht üb. d. Loistungen in d. Naturgeschichte
Centrum nach dem Süden stattgefunden haben. Proeeed.
California Aead. VI. p. 12.
Cooper macht Mittheilung über die Schnecken des
Westabhanges von Nord -Amerika. Daselbst wird eine
grössere Anzahl von Arten besprochen. Proeeed. California
Acad. VI. p, 14.
Binney Hess von dem Werke seines Vaters The
terrestrial air-breathing Mollusks of the United States and
the adjacent territories of North America den fünften Band
erscheinen. Er bildet den vierten Band des Bulletin of
the Museum of Comparative Zoology. Er hat darin nicht
nur die Beschreibungen und Figuren der Species, sondern
alles was sich auf ihre Lebensweise, geographische Ver-
breitung, Gebiss, Anatomie und Classification bezieht, zu-
sammengestellt. Die Eintheilung ist folgende: A.Ägnatha,
ohne Kiefer, Seitenzähne stachelartig oder viereckig, Gatt.
Glandina. B. Holognatha Vitrinea, Kiefer aus einem
Stück, Seitenzähne stachelartig, Gatt. Macrocyclis, Zonites,
Vitrina, Limax. C. Holognatha Ilelicea, Kiefer aus
einem Stück, Seitenzähne viereckig, Gatt. Patula, Micro-
physa, Hemitrochus, Holospira, Onchidella, Tebennophorus
Helicodiscus, Ferussacia, Caecilianella, Stenogyra, Pupa,
Vertigo, Strophia, Arion, Ariolimax, Prophysaon, Veroni-
cella, Binneya, Hemphillia, Pallifera, Strobila, Gonostoma,
Polygyra, Polygyrella, Stenotrema , Triodopsis , Mesodon,
Acanthinula , Vallonia , Fruticicola , Dorcasia, Turricula,
Aglaja, Arionta, Glyptostoma, Euparypha, Tachea, Pomatia,
Cylindrella, Macroceramus, Bulimulus. D. Goniognatha,
Kiefer aus getrennten Stücken, das obere mittlere meist
dreieckig, Seitenzähne viereckig, Gatt. Liguus, Orthalicus,
Punctum. E. Elasmognatha, Kiefer mit einem accesso-
rischen oberen Stück, Seitenzähne viereckig. Gatt. Succinea.
Von sehr vielen Arten ist die Schale, Kiefer und Radula
in sehr guten Holzschnitten abgebildet. Ausserdem bilden
74 Tafeln mit Schalen und 16 mit dem Gebiss und den
Geschlechtsorganen einen zugehörigen Atlas ; die ersteren
sind schon in Vol. III. enthalten und von daher wieder
übernommen, die letzteren erscheinen hier neu.
Aughey fertigte ein Verzeichniss der Land- und
der Mollusken während des Jahres 1878. 339
Süsswasser-MoUusken von Nebraska an. Es enthält 1 Vi-
trina, 14 Hyalina, 1 Macrocyclis, 1 Limax, 28 Helix, 1
Cionella, 9 Pupa, 2 Vertigo, 8 Succinea, 6 Zonites, 1 Teben-
nophorus, 13 Limnaea, 6 Physa, 2 Bulinus, 11 Planorbis,
1 Segmentina, 3 Ancylus, 2 Valvata, 3 Vivipara, 3 Melan-
tho, 2 Amnicola, 1 Pomatiopsis, 1 Pleurocera, 3 Gonio-
basis, 1 Anculosa, 67 Unio, 1 Margaritana, 14 Anodonta,
zusammen 208 Arten. Nacktes Namensverzeichniss. Bulle-
tin U. S. geol. and geogr. survey of tbe territories III.
p. 697.
Witter verzeichnete die bei Muscatine, Jowa, gesam-
melten Mollusken, 49 Schnecken, 51 Muscheln. Quarterly
Journal of Conchology I. p. 383.
Coues und Yarrow verzeichneten von Fort Macon
N. C. an Mollusken: 2 Cephalopoden, 14 Gastropoden, 1
Tectibranchiaten, 1 Pteropoden, 14 Lamellibranchiaten und
3 Tunicaten. Proc. Philadelphia 1878. p. 301.
Von Strebel erschien der dritte Theil seines Bei-
trages zur Kenntniss der Fauna mexikanischer Land- und
Süsswasser - Conchylien mit 22 Tafeln. Hamburg 1878.
Durch Vermehrung seines Materials konnte er theils eine
Anzahl neuer Arten beschreiben, theils durch anatomische
Untersuchung der Thiere der Arbeit ein höheres Interesse
verleihen. Dieses Heft behandelt die Familie Testacellacea.
Wir werden unten am systematischen Orte näher auf den
Inhalt der Arbeit eingehen.
Der erste Band der siebenten Abtheilung der Recher-
ches zoologiques pour servir ä l'histoire de la Faune de
l'Amerique centrale et du Mexique ist 1878 erschienen. Er
enthält Etudes sur les Mollusques terrestres et fluviatiles
du Mexique et du Guatemala par Fischer et Crosse.
Ein Quartband mit 702 Seiten und 31 Tafeln. Darin sind
beschrieben aus der Familie Testacellidae 1 Strebelia, 39
Streptostyla mit Anatomie der Gattung, 1 Petenia, 52 Glan-
dina mit den Subgenera Varicella, Euglandina, Oleacina
und einer neuen Art, und Anatomie der Gattung; — aus
der Familie Limacidae 19 Zonites mit Anatomie und den
Untergattungen Moreletia, Habroconus, Hyalinia, 1 Limax;
— aus der Familie Tebennophoridae 1 Tebennophorus mit
340 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Anatomie; — aus der Familie Helicidae 4 Xanthonyx, 54
Helix mit der Anatomie von H. Ghiesbreghti und eximia
aus der Gruppe Odontura, sechszehn Subgenera angehörend,
1 Berendtia, 3 Pupa, 1 Vertigo, 11 Holospira, 8 Coelocen-
trum, 19 Eucalodium; — aus der Familie Cylindrellidae
10 Cylindrella, 3 Macroceramus; — aus der Familie Or-
thalicidae 10 Orthalicus mit Anatomie der Gattung; — aus
der Familie Bulimidae 74 Bulimulus mit Anatomie, 3 Sim-
pulopsis; — aus der Familie Stenogyridae 1 Caecilianella
mit Anatomie, 6 Opeas mit Anatomie, 11 Spiraxis, 2 Lep-
tinaria mit Anatomie, 9 Subulina mit Anatomie ; — aus der
Familie Succineidae 14 Succinea mit Anatomie; — aus der
Familie Vaginulidae 1 Vaginula mit Anatomie; — aus der
Familie Oneidiidae 1 Oncidiella mit Anatomie. Das Werk
ist sehr gut ausgestattet. Von den meisten Species sind
die Schalen abgebildet, von einigen auch das Thier; auf
den der Anatomie gewidmeten Tafeln haben vorzugsweise
das Gebiss, das Nervensystem und die Geschlechtsorgane
Berücksichtigung gefunden.
Weatherby sammelte in Texas einige Landschnecken.
Eine Varietät Helix vultuosa Var. Copei ist abgebildet.
The American Naturalist 12 p. 184.
Jeffreys hat 75 Mollusken verzeichnet, welche in
grossen Tiefen aus der Davisstrasse erhalten wurden. Es
sind 3 Brachiopoden , 39 Conchiferen, 11 Solenoconchier
und 22 Gasteropoden. Er bezeichnet als Abyssal-Zone die
zwischen 100 und 1000 Faden, als Benthal-Zone die, welche
1000 Faden tibersteigt. Biological Section of the British
Association, Plymouth 1877,
Verkrüzen hat bei Neu-Schottland (Nova Scotia und
Neufundland) mit dem Schleppnetz gesammelt, und eine
reichliche Ausbeute erzielt, 109 Arten, die verzeichnet sind,
und darunter auch einige neue Arten. Jahrb. D. malak.
Ges. V. p. 208. — Einige Berichtigungen in einem Nach-
trage ib. p. 350.
Verrill berichtet vorläufig über einige Mollusken der
Ostküste Nordamerika's, welche im Sommer 1877 gedredscht
wurden, darunter drei neue Cephalopoden, und eine neue
Scyllaea. Amer. Journ. sc. and arts XVI. p. 207.
der Mollusken während des Jahres 1878. 341
AI. Agassiz erstattete einen vorläufigen Bericht über
die Schleppnetz-Operationen an der Amerikanischen Küste
nördlich von Tortugas bis nördlich von Tampa Bay, in
einer Ausdehnung von etwa 200 Meilen, mit Einschluss des
Berichtes über die Mollusken von Dali. Die Küstenfauna
des Caraibenmeeres erstreckt sich vom Rande des Landes
bis zu verschiedenen Tiefen gemäss der localen Tempera-
tur, aber selten im lebenden Zustande bis unter 250 Faden.
Todte Exemplare aus dieser Region, die von Fischen oder
Vögeln verschluckt oder durch Strömungen verspült sind,
werden in der Tiefseefauna gefunden und machen Vorsicht
für die Feststellung der echten Tiefseeformen erforderlich.
So wurde eine Pupa in einer Tiefe von über 800 Faden
gefunden. Einige neue Arten und Gattungen werden ge-
nannt, aber noch nicht beschrieben. Bull. Mus. Compar.
Zoology Vol. V. Nr. 6 p. 55.
Angas beschrieb neue Arten aus den Gattungen He-
lix, Cyclotus und Bulimus von Costa rica. Proc. zool. soc.
pag. 72.
Gibbons schildert die Massenhaftigkeit des Vorkom-
mens von Schnecken bei St. Ann in Curagao. Er nennt
Strophia uva L., Tudora megacheila P. et M., Bulimulus
multilineatus, Macroceramus inermis, Pupa Parraiana und
pellucida, Cylindra Raveni, Cistula Raveni. Quarterly
Journal of Conchology I. p. 370.
Miller hat die Binnenmollusken von Ecuador bear-
beitet, wozu ihm Sendungen von Theodor Wolf und Boetz-
kes die Veranlassung gaben. Im 25. Bande der Malaco-
zoologischen Blätter p. 158 sind die Familien Testacellidae
mit 3 Glandina und Helicidae mit 5 Hyalina, 34 Helix, 21
Bulimus, 14 Orthalicus, 1 Simpulopsis, 16 Otostomus, 15
Bulimulus, 1 Achatina, 1 Cylindrella, 1 Tornatellina, 7
Stenogyra, 2 Pupa, 3 Clausilia, 1 Succinea, zusammen 124
Arten enthalten. Besondere Rücksicht ist auf Subgenera
genommen , deren auch ein neues von Ophiogyra aufge-
stellt ist. Die neuen Arten sind unten genannt. Wird fort-
gesetzt.
342 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Cephalopoda.
Schöbl beschreibt die Blutgefässe des Auges der Cephalo-
poden , und bildet sie prächtig ab. Archiv für mikrosk. Anatomie
15 p. 215 mit Tafel XII und XIII.
Brock hat eine umfangreiche Abhandlung über die Geschlechts-
organe der Cephalopoden geschrieben, in welcher er über die männ-
lichen und weiblichen Geschlechtsorgane von Sepia officinalis, Loligo
vulgaris, Sepiola Rondeletii, Eledone moscbata und eine unbestimmte
Art Octopus von Rio de Janeiro handelt. Die erlangten Resultate
beziehen sich besonders auf den histologischen Bau, und die Ver-
änderungen zur Brunstzeit. Die Theile der männlichen Geschlechts-
organe sind die Keimdrüse, das Yas doferens und der Spermato-
phorensack, zwischen welchen letzteren accessorische Drüsenorgane,
Vesicula seminalis und Prostata, eingeschoben sind. Diese drüsigen
Apparate sind so übereinstimmend, dass Verf. den Satz aufstellt,
dass die männlichen Geschlechtsorgane der Cephalopoden histolo-
gisch und physiologisch nur ein accessorisches Drüsenorgan be-
sitzen, dessen Function die Bildung der Spermatophoren ist. Von
den weiblichen Geschlechtstheilen findet Verf. , da die Eileiterdrüse
der Decapodeu nur eine Wiederholung der Nidamentaldrüse ist, in
der Gruppe der Decapoden zwei histologisch verschiedene accesso-
rische Drüsenapparate, in der der Octopoden nur einen, wenn nicht
etwa in deren Eileiterdrüse zwei verschiedene Drüsen vereinigt sein
sollten. Hervorgehoben mag noch werden , dass der ausführende
Apparat niemals mit dem Hoden in directer Verbindung steht.
Zeitschr. für wiss. Zool. 32 p. 1 — 116, Taf. I — IV; vorher Sitzungsber.
phys. med. Societät zu Erlangen X. p. 204.
Octopoda. Lockwood fand eine vollständige Schale von Ar-
gonauta tuberculosa bei Point Comfort, New Jersey. The American
Naturalist XII. p. 560.
Ein Ungenannter theilt mit, dass Argonauta auch an der
Küste von Florida vorkomme. Wenn er weiter erzählt, er habe im
Indischen Ocean sie bei ruhigem Wetter an der Oberfläche segeln
sehen, so spricht das sehr wenig für seine Beobachtungsgabe. The
American Naturalist p. 396.
B 0 1 a u erzählt von Octopus , dass er die Weichtheile der
Strandkrabben , die er besonders gern frisst , vollständig aus der
Schale herauslöst, so dass die Rücken- und Bauchschale je in einem
Stücke und die Beine völlig unversehrt zurückbleiben. Er hat fer-
der Mollusken während des Jahres 1878. 343
ner eine grosse Geschicklichkeit, sich zu verbergen, indem er sich
mit leeren Krebs- und Muschelschalen bedeckt, and sich an Farbe
und Beschaffen!ieit der Oberfläche seiner Umgebung anzupassen
weiss, Zool. Garten 19 p. 151.
Dawson erzählt, wie eine junge Indierin beim Baden durch
einen grossen Octopus ergriffen und ertränkt wurde. The American
Naturalist XII. p. 398. Vergl. auch Lockington ib. p. 509.
Fritsch machte Mittheilungen über die Untersuchung des
Nervensystems von Eledone, wie sie durch Mantey angestellt wor-
den ist. Sie bezieht sich auf die Commissur zwischen den Gan-
glia stellata (vergl. vorj. Ber. p. 181). Fritsch hält sie mit v. Ihering
eher für eine Anastomose. Sitzungsber. Ges. Naturf. Freunde zu
Berlin p. 7.
Decapoda. Sepia hrachycheira Tapparone Canefri Annali Mus.
civ. di Genova IX p. 278 von Sorong.
Rossia Uyatti und sublaevis Verrill Amer. Journ. sc. and arts
XVI p. 208 von Massachusetts.
Sepiola leucopteraY erriW ib. p. 378 aus dem Busen von Maine.
Baumgartner sah in Venedig einen Calamajo, Tintenfisch,
dessen Maasse er angiebt. Er war 1,64 m lang und wog 11 kg 500
gr. Zool. Garten 19 p. 190.
Architeuthis wegaptera Verrill Amer. Journ. sc. and arts XVI.
p. 207 von Cap Sable N. S., 43 Zoll lang.
Tetrabranchiata. Owen schrieb eine beachtenswerthe Ab-
handlung über die relative Lage des Bewohners der gekammerten
Schalen der Cephalopoden. Er erörtert ausführlich die verschiede-
nen Ansichten der Autoren und erläutert die Lage des Thieres von
Nautilus und Spirula durch Abbildungen. Proc. zool. soc. p. 955
—975.
Heteropoda.
Claus kommt nochmals auf den acustischen Apparat im Ge-
hörorgan der Heteropoden (vergl. Ber. 1876 p. 191) zurück, um
seine Anschauungen gegen Rauke zu vertheidigen. Archiv mikrosk.
Anatomie 15 p. 341 mit Tafel XXI.
Edinger studirte die Endigung der Hautnerven bei Ptero-
trachea. Es ergiebt sich der Befund , dass die vollständige Ent-
wicklungsreihe eines Sinnesorganes in der Haut eines Thieres ver-
treten ist. Die Reihe geht aufwärts von dem Nerven aus , der zu
noch nicht von der Umgebung sich unterscheidenden Epithelzellen
geht, durch scharf ausgeprägte Nervenendzellen zu Anhäufungen der
letzteren, nervenreichen Epidermispapillen; oder die Nervenendzellea
344 Troschel: Bericht üb. d. I^eistungen in d. Naturgeschichte
liegen flächenhaft ausgebreitet beisammen, die umgebenden Epithel-
zellen wandeln sich allmählich zu Becherzellen um, und so führen
zahlreiche Uebergänge bis zu den grossen Seitenschöiben, die wahr-
scheinlich dem Tastsinn dienende Apparate sind. Archiv mikrosk.
Anatomie 14 p. 171 mit Tafel XL
Gasteropoda.
Simroth hat Untersuchungen über die Thätigkeit der will-
kürlichen Muskulatur unserer Landschnecken angestellt. Bekanntlich
kriechen die Schnecken durch Wellen, welche von hinten nach vorn
über die Fusssohle hingleiten. Zunächst richtete Verf. seine Auf-
merksamkeit auf die Leistungsfähigkeit der locomotorischen Musku-
latur. Er kam zu dem Resultate, dass 1. die locomotorischen Wellen
um so wirksamer sind, je kleiner das Thier, sowohl in der Geschwin-
digkeit des Thieres, wie auf die Fortschaffung von Lasten, 2. eine
mittlere Wellengeschwindigkeit von 30—40 Cm in der Minute hat
den grössten Erfolg, 3. die Leistungsfähigkeit der einzelnen Wellen
ist umgekehrt proportional der Wellenzahl, 4. es ist der Schnecke
nicht vergönnt, über eine gewisse Geschwindigkeit hinauszugehen,
die bei Helix pomatia 8, bei H. hortensis 9 Cm sein dürfte, bei
Belastung kann jedoch die Leistung gesteigert werden. In einem
zweiten Abschnitt folgen dann Untersuchungen über Wesen und
Wirkung der willkürlichen Muskeln. Verf. unterscheidet Muskeln,
welche durch Contraction wirken (contractile Fasern) und solche,
deren Fasern sich in der Thätigkeit verlängern (extensile). Letztere
besorgen die Locomotion, erstere die Lageveränderung der einzelnen
Körpertheile gegeneinander. Eines weiteren Eingehens in diese in-
teressanten Untersuchungen müssen wir uns enthalten und empfehlen
das Studium der Abhandlung selbst. Zeitschr. für wiss. Zoologie 30.
Supplement p. 166 mit Tafel VIII.
E. V. Martens kam auf die Rechts- und Linksdrehung der
Schneckenschalen, was bekanntlich im umgekehrten Sinne, als von
den Botanikern aufgefasst wird. Er erwähnt einige bekannte Bei-
spiele von Gattungen, deren Arten alle links gewunden sind, dann
solche, bei denen einzelne Arten in allen Individuen links gewunden
sind, drittens solche Arten, bei denen rechts und links gewundene
Individuen in etwa gleicher Anzahl vorkommen, die er amphidrome
nennt, wie Nanina amphidroma, Bulimus perversus , inversus und
interruptus u. s. w., und endlich solche Arten, wo links gewundene nur
als grosse Seltenheiten vorkommen. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
in Berlin p. 81.
Pfeffer schrieb Beiträge zur Kenntniss des Hermaphroditis-
der Mollusken während des Jahres 1878. 345
mus undder Spermatophoren bei nephropneusten Gasteropoden. Unser
Archiv p. 420 mit Tafel XIII.
Aciculacea. Äcme cryptomena Folin et Berillon 1. c. aus Süd-
frankreich.
Pomatiacea. PomaUas tergesUnus von Triest und plumbeus
Italien , Ungarn u. s. w. Westerlund Nachrichtsbl. p. 109. — P.
Cassiniacus Saint Simon Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 359 von Neapel.
— P. insubricum Pini Atti della Soc. Italiana dl sc. nat. XIX 1876
p. 496 aus der Lombardei. — P. grandis Godwin- Austen Journal
Asiat. Soc. of Bengal 45. p. 181 pl. 7 Fig. 13 aus Assam.
Cyclotacea. Cyclotus corpulentus Edgar Smith Annais nat. bist.
II. p. 482 aus Neu-Granada. — C. Boucardi Angas Proc. zool. soc.
p. 73 pl. V. Fig. 3, 4 von Costa rica.
Cyathopoma Jawaiensis von Jawai, Nevilli vom Khasi- und
Naja-Gebirge, garoense aus dem Garo- Gebirge in Assam Godwin
Austen Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 182 pl. 8 A.
Alycaeus notatus, daflaetisis, mutatus Godwin-Austen ib. 45 p.
176 pl. 7 fig. 9, 12, 11 aus Assam.
Biplommatina Homeii und laevigatus Godwin-Austen ib. 45 p.
178 pl. 7 fig. 6, 7 aus Assam.
Gyclopliorus Angolensis Dohrn Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 151
von Angola. — C. Hüdehrandti v. Martens Berliner Monatsber. p.
289 Taf. I. Fig. 1—3 von Ukamba in Ostafrica. — C. fuscicolor
Godwin-Austen Journal Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 173 pl. 8A fig. 1
aus Assam,
Micraulax n. subgeu. Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal
45 p. 185. Cyclophori habitu planorbulari , testa sulco brevi intus
instructa; operculo? M. scabra pl. 14 fig. 4 von Travankor in Süd-
indien.
Myxostoma hathyraphe Edgar Smith Proc. zool. soc. p. 497
von Borneo. Holzschnitt.
LeiicoptycJiia n. gen. Crosse Journ. de Conchyl. 26 p. 163.
Testa umbilicata, globoso-turbinata, longitudinaliter suboblique striata,
transversim funiculato-costulata, tenuis, translucida, parum nitens;
spira turbinato-conica, apice obtusulo; sutura subimpressa; aufractus
convexiusculi, ultimus sat magnus, spiram vix superans, costulatus,
lamellis longitudinalibus, prominulis, compressis, albis, pone margi-
nem externum, sicut in genere Acroptychia, elegantissime ornatus;
apertura subcircularis, intus alba; peristoma brevissime expansum,
subreflexum, album, in vicinio anfractus penultirai vix subangulatum,
marginibus callo teuui junctis, coluraellari vix expanso, versus basin
subdilatato, basali et externo reflexiusculis. Operculum rotundatum,
tenuissimum, corneum, spiratum , supra polygyratum, infra minus
conspicue spiratum, nucleo centrali, concaviusculo. L. Tissotiana
von Neu-Guinea.
846 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Megälostoma tanycheilus Godwin-Austen Jouru. Asiat. Soc. of
Bengal 45 p. 180 pl. 7 fig. 5 aus Assam.
Mascaria n. gen. Angas Proc. zool. soc. p. 310, Deckel hor-
nig, oval, oben spitz, mit wenigen Windungen, Nucleus nahe der Basis
des Spindelrandes, Schale geritzt, länglich oval, conisch thurmför-
mig, fast glatt oder schwach längsgestreift, Mündung oval, unten
gerundet, oben winklig, Peristom zusammenhängend, einfach, Aussen-
lippe verdickt und schwach erweitert. Diese Gattung ist auf einige
Arten von Megalomastoma gegründet, die auf Madagaskar und den
Mascarenen leben; M. croceum und litteratum.
Streptaulus Blanfordi Godwin-Austen Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 45 p. 178 pl. 8 A fig. 2 — 4 aus Assam.
Pterocyclus magnus Godwin-Austen ib. 45 p. 174 pl. 7 fig. 4
aus Assam.
Spiraculum Master si Blanford Journal Asiatic Soc. of Bengal
46 p. 314 aus Assam. Journ. de Conchyl. 26 p. 301. — Sp. Nevilli
Godwin-Austen Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 174 pl. 7 fig. 2
aus Assam. — Sp. Rhamoense und hituMferum Theobald ib. 45 p.
186 aus Burmah.
Gyclostomacea. Cydostoma anceps v. Martens Berliner Mouats-
ber. p. 288 Tafel I Fig. 4.
Trancatellacea. Truncatella subsulcata und cerea Gassies Journ.
de Conchyl. 26 p. 838 aus Neu-Caledonien.
Omphalotropis aurantiaca Desh. kömmt nach Nevill nicht
von Pondichery, sondern lebt auf Mauritius Journ. de Conchyl. 26
pag. 61.
AmpuUariacea. Lanistes cüiatus v. Martens Berliner Monats-
ber. p. 296 Taf. II Fig. 8—10 von der Sansibar-Küste.
Paludinacea. Melantho ratisbonnensis v. Ammon. Malak. Bl.
25 p. 89 aus dem Diluvium der Donau.
Bythinia tentaculata var. hottnica Clessin Malak. Bl. 25 p. 71
Taf. 3 fig. 7 vom Ufer des bottnischen Meerbusens der Landschaft
Medelpad.
Assiminea adriatica Clessin Malak. Bl. 25 p. 119 von Görz.
Amnicöla globosa Dalmatien, Stossichi Dalmatien, negropontina,
clevata Croatien, apennina Italien, numidica Algerien Clessin Malak.
Bl. 25 p. 115 Taf. 4 Fig. 1—5 und Taf. 5 fig. 4.
Fischer hat die Synouymie der Gattung Hydrobia und der
verwandton Gattungen durch Zurückgehen auf die Quellen geprüft.
Er kommt zu dem Resultat, dass Hydrobia und Paludestrina syno-
nym sind, obgleich sie fluviatile und marine Arten enthalten. Palu-
dinella gehört in die Synonymie von Assiminea; Amnicöla ist aus-
schliesslich amerikanisch; die kleinen fluviatilen Paludinen mit
spiralem Deckel würden den Namen Bythinella führen müssen ; die
kleinen marinen Arten raöclitc er Littorinella nennen. Schliesslich
der Mollusken wälirond des Jahres 1878. 347
zweifelt Fischer an dem generischen Wertlie der Unterschiede zwi-
schen Bythinella und Littorinella. Journ. de Conchyl. 26 p. 133.
Faludina {Hydrohia) Darrieuxi, Folin et Berillon 1. c. von
Bayonne. — Hydrohia acliaja Clessin Malak. Bl. 25 p. 121 Taf. 5
fig. 3 von Euboea.
Somatogyrus trothis Doherty Quarterly Journ. of Conchology I.
p. 341 pl. IV fig. 1 aus dem Ohio.
Paludinella Neivcombiana Herophill Proceed. California Acad.
VTI. p. 49 aus Californien,
Clessin giebt Abbildung und Beschreibung der Radula von
Bythinella Schmidtii Charp. Malak. Bl. 25 p. 149 pl. VI.
Bythinella Welehitana Clessin Malak. Bl p. 121 Taf. 4^fig. 10
aus Croatien.
Clessin bespricht die Gattung Belgrandia Bourg., die jetzt 8
fossile und 6 recente ArtejQ enthält. Für Bythinella Lacheineri
schlägt er den Genusnamen Frauenfeldia vor. Nachrichtsbl. p,
127. — Belgrandia occidentalis Clessin Malak. Bl. 25 p. 120 Taf. 4
fig. 7—9 von Coimbra.
Palndomus africana und exarata v. Martens Berliner Monats-
ber. p. 297 Taf. II. Fig. 11— 13 und 14—16 von der Sansibar-Küste.
— P. Grandidieri Crosse et Fischer ist Journ. de Conchyl. 26 p. 73
pl. I Fig. 3, 4 abgebildet.
Melaniaceä. Brott bearbeitete in Küster's Conchylien-Cabinet
die Gattungen Doryssa von der 12. bis 17. Art, Schluss, Claviger
Hald. mit 7 Arten , Hemisinus Swains. No. 1 — 36 und den Beginn
von Melanatria Bowd. Als neu sind aufgestellt : Doryssa incon-
spicua aus Brasilien , Hemisinus Martorelli von Cuba, meizensis aus;
Columbia, lüanogyrus von Lima, Schneideri aus Brasilien und distor-
tus ohne Vaterlandsangabe.
Melanin formosensis , DicJcsoni, ohliqidgranosa , subplicatula
Edgar Smith Proc. zool. soc. p. 728 pl. 46 fig. 4—10 von Formosa.
— M. singularis Tapparone Canefri Annali Mus. eiv. di Genova
IX. p. 284 von Sorong. — M. oncoides Tenison-Woods Proc. Linn,
Soc. New South Wales III. p. 5 aus dem Darling River. — M. Bossi-
teri Gassies Journ. de Conchyl. 26 p. 340 von Neu-Caledonien.
Weatherby zeigt das Wiederauffinden d^r seltenen Melania
pleuristriata Say durch Marmoek in Texas an. Sie ist nahverwandt
mit der Gattung Pachycheilus Lea. The American Naturalist XIL
p. 254.
Pyrgula TMesseana Godet Jahrb. D, malak, Ges. V. p. 321 aus
einem Sumpfe bei Missolunghi. Durch Clessin Malak. Bl. 25 p. 127
Taf. V. Fig. 8 abgebildet.
Clessin vermuthet, dass die Gattungen Latertia Bourg. und
Baicalia Mart. eine besondere Familie zwischen den Rissoiden und
Melaniiden bilden müssten. Nachrichtsbl. p. 125.
348 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Littorinacea. In Küster's Conchylien-Cabinet werden für die
Gattung Littorina zunächst Nachträge zu den früher von Küster
bearbeiteten 26 Arten gebracht , worauf dann die Arten 27—35
folgen.
Tenison-Wood legte seine Ansicht über die australischen
Littorinen dar. Er hält sie mit den Europäischen Arten so nahe
verwandt , dass sie generisch nicht getrennt werden können ; das
Genus Risella müsse unterdrückt werden, da es nicht durch bestän-
dige Charaktere definirt ist; die Tectaria pyramidalis sei nur eine
Littorina, Littorina raauritiana sei identisch mit L. coerulescens von
Europa, L. ziczac, unifasciata und undulata seien nur Varietäten;
alle australischen Arten haben vorn in der Mündung eine Furche
oder Linie , oft merklich hell gefärbt , welche gewissermassen mit
den Reproductionsorganen in Verbindung steht. Proc. Linn. Soc.
New South Wales lU. p. 55..
Gibbons erwähnt einiger Littorinen, welche in brakischem
Wasser leben nnd dünnschaliger sind, L. intermedia Roe und angu-
lifera Link. Quarterly Journal of Conchology L p. 389.
Tectaria Montrouzieri Fischer Journ. de Conchyl. 26 p. 212
von der Insel Art.
Baulinia hadia Tenison -Woods Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 264 von Botany Bay. Ein lebender Repräsentant der
Fossilen des Pariser Eocen.
Plesiotrochus n. gen. Fischer Journ. de Conchyl. 26 p. 212.
Testa imperforata, conico-elongata, non varicosa; anfractus nume-
rosi; apertura subrhombea, intus laevigata, haud margaritacea, ad
basin in canalera brevem producta ; labro medio subrostrato ; co-
luraella simplici, edentata. Operculum corneum, spirale, striatum;
anfractibus paucis; nueleo excentrico. PL Souverbianus von der
Insel Lifu. Verf. zweifelt, ob er die Gattung in die Familie der
Littorinen, oder Cerithien oder zu Planaxis stellen soll.
Rissoacea. Bissoa sibirica Leche Kgl. Sv. Vetonsk. Akad.
Handlingar XVI. 2 p. 38 Tab. 1 fig. 10 von Novaja-Semlja. — Bissoa
papuana Tapparone Canefri Annali Mus. civ. di Genova IX. p. 285
von Sorong. — B, flammulate Hatten Journ. de Conchyl. 26 p. 28
von Auckland. — Bissoa Jan Mayeni Friele Nyt Magazin for Na-
turvidensk. 24 p. 224 Tab. I Fig. 4 von Jan Mayen. Abbildung von
Schale, Deckel und Radula.
Bissoina cretaeea und cylindracea Tenison-Woods Proc. Linn.
Soc. New South Wales II. p. 265 von Port Jackson.
Ceratia variegata Tapparone Canefri Annali Mus. civ. di Ge-
nova IX p. 285 von Sorong.
Cingula tumidula Sars Bidr. tili kundsk. om Norges arctiske
fauna I. p. 174 tab. 10 fig, 2 von Norwegen.
der Mollusken während des Jahres 1878. 349
Pyramidellacea. Odostomia turgida Sars Bidr. Norges arktiske
fauiia T. p. 202 tab. 11 fig. 0 von Norwegen. — 0. {Äuriculina)
fusulus Monterosato Journ. de Conchyl. p. 316 von Algier. — 0.
{Pyrgiilina) nanodea ib. p. 317 von Algier.
Äuriculina coarctata Sars P>idr. Norges arktiske fauna I. p.
205 tab. 11 flg. 10 von Norwegen.
Liostomia Sars ib. Testa rimata, glabra, habitu Odostomia-
rum, columella vero omnino laevi ne rudimentum quidem minimum
dentis vel plicae praebente, operculo tenuissimo, auriculiformi, spira
minuta terminali. Dahin Rissoella eburnea Stimpson und L. clavula
Loven.
Parthenia gracilis Angas Proc. zool. soc. p. 862 pl. 54 fig. 9
von Südaustralien.
Cingulina torcularis Tenison-Woods Proc. Linn. Soc. New South
Wales II. p. 263 von Port Jackson.
Eulimacea. EuUma heryllina und cionella Monterosato Journ.
de Conchyl. 26 p. 154 von Palermo.
Gerithiacea- Lovenella Sars Bidr. Norges arktiske Fauna I.
p. 187. Testa subulata, anfractibus numerosis applanatis transversim
cingulatis vel longitudinaliter plicatis , basi latiuscula , planulata,
apertura in semicanalern distinctum subtortum exserta, operculo tenui
auriculiformi , spira minuta laterali. Radula perangusta, linearis,
lamellis medianis parvis , subquadratis apice recurvo , tridentato;
lateralibus brevibus, fere transversis, apice subhamato, acie dorsali
cuspide unica permagna postice vergente armata; uncinis brevissi-
mis, unguiformibus , aequalibus, inermibus. Dahin Cerithium me-
tula Loven.
Triplioris {MastoniaJ lusorius, minutissimus, lineolatus Tappa-
rone Canefri Annali Mus. civ. di Genova IX. p. 282 von Soroug.
Gerithiopsidae. Cerithiopsis scabrella Tapparone Canefri Annali
civ. di Genova IX. p. 282 von Sorong. — C. contigua Monterosato
Journ. de Conchyl. 26 p. 156 von Palermo.
Turritellacea. Turritella incisa Tenison-Woods Proc. Linn. Soc.
New South Wales II. p. 262 von Port Jackson. — T. infraconstricta
Smith Proc. zool. soc. p. 817 pl. 50 fig. 20 von den Andamanen.
Turritellopsis n. gen. Sars Bidr. Norges arktiske fauna I.
p. 186. Testa forma et sculptura eidem Turritellae simillima. Ra-
dula vero structura valde discrepante, sat magna et robusta, obscure
fusco colorata, lamellis medianis tenuibus , membranaceis, erectis
apice non recurvo. bilobato, lobis rotundatis et fimbriatis; laterali-
bus validissimis, curvatis, apicem versus dilatatis, subspathulatis, acie
dense serrulata; uncinis nullis. Dahin Turritella acicula Stimps.
Kobelt nimmt in seinem Catalog der Gattung Struthiolaria
6 Arten an. Jahrb. d. malak. Ges. V. p. 239.
Paulucci machte einige kritische Bemerkungen über die
350 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Arten der Gattung Struthiolaria L im. Bulletino della Soc. Malacol.
Italiana III. p. 49.
Gapuloidea. Capulus {Thyca) elegans Tapparone Canefri Annali
Mus. civ. di Genova IX p. 286 von Sorong.
Garret fand Crepidula aculeata Gm. auch bei den Marquesas.
Quarterly Journal of Conchology I. p. 335. — Gibbons spricht ib.
p. 41ß über die Hypothesen zur Erklärung der weiten Verbreitung
von Crepidula aculeata.
Alata. Bostellaria luteostoma Angas Proc. zool. soc. p. 313
pl. 18 flg. 8, 9 von Kurrachi, nahe der Mündung des Indus.
Onustidae* Xenophora digitata Martens Sitzungsber. Ges. na-
turf. Freunde zu Berlin p. 135 von der Westküste Africas.
Marseniadae. Guppy beharrt bei seiner Ansicht (vergl. vorj.
Ber. p. 195) , dasa die Gattung Haliotinella zu den Marseniaden ge-
hört, während sie Mörch zu den Pleurobranchus bringen wollte.
Journ. de Conchyl. p. 321 pl. X Fig. 1.
Naticacea. Natica grisea, seulpta und N. (Ämauropsis) per-
scalpta v. Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin p. 24
von Kerguelen. — N. subcostata Tenison -Woods Proc. Linn. Soc.
New South Wales II. p. 263 von Port Jackson.
Neverita (Lunatia) parvula Tapparone Canefri Anuali Mus. civ.
di Genova VIII. p. 325 von Andai.
Lunatia australis Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 25 von
Auckland.
Cypraeacea. Edgar Smith Hess Proc. zool. soc. p. 731 pl.
46 fig. 13, 14 ein monströses Exemplar von Cypraea Peasei Sow.
abbilden.
Button bildete Cypraea spadicea Gray ab, und gab als Fund-
ort San Diego in Californien an. Journal de Conchyl. 26 p. 67 pl.
I fig. 2.
Cypraea ingloria Crosse Journ. de Conchyl. 26 p. 166 pl. III
fig. 2 von Südafrica.
Tritonidae. Kobelt theilt in einem Catalog die Gattung Tri-
ton Lam. in sechs Subgenera: Triton mit 6, Simpulura Mörch mit
29, Cymatium Ad. mit 6, Gutturnium Ad. mit 37, Epidromis Ad.
mit 33, Argobuccinum Klein mit 4 Arten, wozu noch 10 Species
minus notae kommen, so dass die Zahl im Ganzen 125 beträgt.
Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 241 und 360.
Calkins fand Ranella clathrata Gray an der Küste von Flo-
rida, also eine Art mehr, die an beiden Küsten Amerikas vorkommt.
The American Naturalist 12. p. 124.
Cassidea. Kobelt verzeichnet in dem Catalog der Gattung
Oniscia Sow. (Morum Bolten) 10 Arten. Jahrb. D. malak. Ges. V.
p. 238.
der Mollusken während des Jahres 1878. 351
Rbipidoglo^sa.
Helicinacea. Helicina colombiae Edgar Smith Aimals nat. bist.
II. p. 483 aus Neu-Granada.
Neritacea. v. Martens' Bearbeitung der Neritinen in Küsters
Conchylien-Cabinet ist von Nr. 80 bis 111 vorgeschritten (Neu: Ne-
rüina discors von Flores, haemastoma Philippinen, retropicta Japan),
woran sich dann Theodoxus, mit N. Danubialis und fluviatilis be-
ginnend, anschliesst.
Neritina incerta, flexuosa, Lifouana, Savesi, sübauriculata
Gassies Journ. de Conchyl. 26 p. 841 aus Neu-Caledonien.
Neritina {Theodoxus) viridissima Tapparone Canefri Annali
Mus. civ. di Genova IX p. 287 von Sorong. — N. pulligera Var.
sulcata Tenison -Woods Proc. Linn. Soc. New South Wales III. p.
3 aus Queensland.
Trochacea. Fischer ergänzt sein Verzeichniss der Gattungen
Turbo, Calcar und Trochus, wie sie in den Meeren des Caledonischen
Archipels gesammelt sind (1875) durch acht fernere Arten, und fügt
die Liste der Arten von Delphinula, Liotia und Phasianella hinzu.
Zwei neue Arten Trochus. Journal de Conchyl. 26 p. 205. Verf.
schliesst daran ib. p. 210 kritische Bemerkungen über einige Tro-
chus-Arten.
Turbo {Senectus) johiensis Tapparone Canefri Annali Mus. civ,
di Genova XII p. 97 von Neu-Guinea.
Cyclostrema Tatei Angas Proc. zool. soc. p. 862 pl. 54 fig. 10
von Südaustralien, Holdfast Bay, — C. areolatum Sars Bidr. Norges
arktiske fauna p. 345 tab. 33 fig. 6.
Ädeorbis fragilis Sars Bidr. Norges arktiske fauna I. p. 213
tab. 22 fig. 19 von Norwegen.
Delphinulopsis n. gen. Wright Journal de Conchyl. 26 p.
160. Testa sinistra, umbilicata, depressa, suborbicularis, inter Turbines
et Delphinulas media, transversim lirato-costata; spira planata: su-
tura profunda; aufractus pauci, ultimus basi coronam spinarum
emittens; apertura rotundata, intus margaritacea ; peristoma Sim-
plex, margine columellari haud margaritaceo , albido. Operculum?
D. Lesourdi pl. III Fig. 1 von Japan. — Bayle verwirft den Namen
Delphinulopsis weil bereits vergeben, und schlägt dafür Ängarina
vor. Ib. p. 325.
Trochus Goudoti und Suarezensis Fischer Journ. de Conchyl.
26 p. 62 von Madagascar. — Tr. Freycineti, Flindersi, Baudini
Fischer ib. p. 64 von Südaustralien. — Fr. (Minolia) pudibundus
Fischer ib. p. 66 von Neu-Caledonien.
Tectus Fabrei Fischer ib. p. 64 von Neu-Caledonien.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. X
352 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Trochus (Clanculus) flosculus Fischer Journ. de Conchyl. 26 p.
211 von den Sechellen.
Euchelus Stellio Fischer ib. p. 63 ohne Vaterlandsangabe.
TroehocochUa mimetica Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 32
von Auckland.
Monilea lifuanus Fischer ib. p. 63 von der Insel Lifu.
Gibbula oppressa Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 34 von
Auckland. — G. scamnatus Fischer ib. p. 66 Oceanien.
ZizipMnus jucundus Sowerby Proc. zool. soc. p. 798 pl. 48
fig. 6 von Japan.
Trochus (Thalotia) yokohamensis Bock Proc. zool. soc. p. 727
pl. 46 fig. 3 von Japan.
Trochus (Cantharidus) Gilberti Montrouzier und Artensis
Fischer Journ. de Conchyl. 26 p. 207.
Stomatia pallida Tapparone Canefri Annali Mus. civ. di Genova
IX. p. 288 von Sorong.
Toxoglossa.
Gonoidea. Garrett gab ein Verzeichniss von 81 Conus von
den Südseeinseln mit Angabe des Fundortes. Quarterly Journal of
Conchology I. p. 353.
Die Nachforschung von Edgar Smith über den echten Conus
pastinaca Lam. hat zu keinem rechten Resultate geführt , denn in
Genf, wohin die Lamarck'sche Sammlung gekommen ist, finden sich
nur vier Exemplare unter dem Namen. Zwei davon sind kleine
Exemplare von Conus quercinus, eins ist ein ebenfalls kleines Stück
der von Kiener als pastinaca abgebildeten Art, das vierte gleicht
der von Reeve unter diesem Namen abgebildeten Art. Beide letzte-
ren entsprechen jedoch nicht der Lamarck'schen Diagnose. Proc.
zool. soc. p. 781.
Conus Melvüli Sowerby Proc. zool. soc. p. 795 pl. 48 fig. 1
von Key West. — G. carnalis Sowerby ib. p. 796 pl. 48 fig. 2 ohne
Vaterlandsangabe, catenatus ib. fig. 3 von Panama. — C. andama-
nensis Smith ib. p. 804 pl. 50 fig. 1 von den Andamanen. — C.
Grosseanus Bernardi Var. ß Journ. de Conchyl. 26 p. 168 pl. III fig.
3 von Neu-Caledonien.
Terebracea. Ter ehr a Lauretanae Tenison -Woods Proc. Linn.
Soc. New South Wales iL p. 262 von Port Jackson.
Pleurotomacea. Pleurotoma novaja-semljensis Leche Kgl. Sv.
vet. Akad. Handlingar XVI. 2 p. 53 tab. 1 fig. 15 von Novaja
Semlja. — PI. Studeriana Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 22 von Kerguelen.
der Mollusken während des Jahres 1878. 353
Brülia tricarwata Teuison-Woods Proc. Linn. Soc. New South
"Wales II. p. 265 von Port Jackson. — Dr. Wilmeri Smith Proc.
zool. soc. p. 805 pl. 50 fig. 4 von den Andamanen. — Dr. Clieese-
mani Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 16 von Neu-Seeland.
Bela Uarveyi von Neufundland, Gilpini, muUicostata und un-
data von Fundy Bai, Verkrüzen Jahrb. d. malak. Ges. V. p. 225. —
B. ohliqua. angulosa, scalaroides, assimiUs, conoidea, expansa Sars
Bidr. Norges arktiske fauna I. p. 220 von Norwegen.
Daphnella canccUata Hutton Journ. de Conchyl. pag. 18 von
Auckland.
Baphitoma amoena Sars Bidr. Norges arktiske Fauna I p. 220
von Norwegen.
Spirotropis n. gen. Sars Bidr. Norges arktiske fauna I p.
242. Testa elongata, turrita, spira producta, apice mamilliformi
obtuso, anfractibus numerosis medio carinatis, apertura angusta,
obliqua, iuferne in canalem brevem continuata, sinu labiali profun-
dissimo a sutura remoto , operculo distincto , ovato-pyriformi , soli-
dulo. Radula bene evoluta, linearis, lamellis medianis minimis et
rudimentaribus, lateralibus distinctis, semilunaribus, transversis, acie
fortiter dentata , uncinis utrinque uniseriatis, lanceolatis, oblique
intus vergentibus, manubrio haud distincto. Dahin Sp. carinata Phil.
Rhacliiglossa.
Volutacea. Voluta Prevostiana Crosse Journ. de Conchyl. 26
p. 165 (V. lyriformis Kien, non Swains.) von Japan.
Sars gründete eine neue Gruppe von Gastropoden auf die
Charaktere der Radula, und nennt sie Prionoglossa: Radula an-
gusta, elongata, lamellis medianis singulis, vaüdissimis , reclinatis,
in cuspidem magnam postice vergentem excurrentibus ; lamellis late-
ralibus et uncinis nullis ; laminis vero marginalibus tenuissimis,
planis, transversis, in modo Solenoconchiarum utrinque uniseriatis
instructa; formula radulae 1 — 1 — 1. Dahin die Familie Homalo-
gyridae mit der Gattung Homalogyra Jeffr. Bidr. Norges arktiske
fauna p. 214.
Marginellacea. Wein kauf f hat begonnen, die Gattung Mar-
ginella in Küsters Conchylien-Cabinet zu bearbeiten. Bisher sind
48 Arten erschienen. Als neu ist beschrieben M. Loebheckeana aus
dem Indischen Ocean.
Fasciolariacea. In der Familie der Fasciolarien gründete Sars
Bidr. Norges arktiske fauna 1. p. 278 eine neue Gattung Boreo-fusus.
Testa elongata, spiraliter cingulata, epidermide distincta pilosa tecta,
spira producta, apice regulari , cauda exserta, columella laeviplicis
354 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
nullis. Lamellae radulae medianae dente singulo magno, utrinque
irregulariter serrulato armatae; laterales fere quadrangulares , vix
duplo latiores quam longiores, acie arcuata. Dahin B. Berniciensis
King. (Vergl. vorj. Ber. p. 198.
Tudicla inermis Angas Proc. zooi. soc. p. 610 von Singapore.
Holzschnitt.
Latirus cayohuesonicus Sowerby Proc. zool. soc. p. 796 pl. 48
fig. 4 von Key West.
Mitracea. Mitra SchombmgTci Angas Proc. zool. soc. p. 313
pl. 18 fig. 12 — 13 von Süd-Australien. — Müra Berthae, fulvolirata,
acuta , alle von China , Debourghiae von Tahiti , puncturata ohne
Vaterlandsangabe, Sowerby Proc. zool. soc. p. 797 pl. 48. — M. Tatei
Angas ib. p. 861 pl. 54 fig. 8 von Süd -Australien. — M. Wrigliti
Crosse Journal de Conchyl. 26 p. 57 pl. I Fig. 1 von Japan.
Fusacea. Fusus BruynU Tapparone Canefri Annali Mus. civ.
di Genova VIII p. 323 von der Insel Jobi. F. ahnormis Smith Proc.
zool. Soc. p. 811 pl. 50 fig. 10 von den Andamanen.
Buccinacea. Kobelt Hess die aus der Ausbeute des Schiffes
Voeringen herrührenden und durch Friele verzeichneten Arten der
Gattung Sipho abbilden, nämlich Sipho ebur Mörch, turgidulus Jef-
freys, togatus Mörch, turritus Sars, lachesis Mörch, Mohni Friele und
Buccinum Mörchii Friele. Jahrb. d. malak. Ges. V pag, 276 Taf. IX.
V. Nathusius-Koenigsborn zeigte, dass die ganze Hüll-
masse der Eiertrauben von Buccinum undatum einen organischen
Zusammenhang und die grösste Aehnlichkeit mit elastischen Faser-
häuten haben, Untersuchungen über nichtcelluläre Organismen p, 28.
Buccinum tiirrüum, Amaliae und elegans Verkrüzen Jahrb. D.
malak. Ges. V. p. 217 von Neufundland. — B, conoideum, pidchellum,
tumidulum Sars Bidr. Norges arktiske fauna I. p. 258 tab. 24 fig. 7,
9, tab. 25 fig. 5, 6 von Norwegen.
Kobelt hat in Küsters Conchylien-Cabinet die Gattung Nep-
tunea von No. 36 bis 57 gefördert. Neu ist N. crehricostata Dali von
Unalaschka.
Der Catalog der Gattung Euthria Gray von Kobelt weist 10
Arten nach. Jahrb. d. malak. Ges. V. p. 237.
Euthria chlorotica von Kerguelen und F. lineata var. pertinax
von Auckland Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin
pag. 22.
Nassacea. Kobelt's Catalog der Gattung Cominella Gray ent-
hält 34 Arten, wobei C. Quoyana Adams in C. Huttoni umgetauft
ist. Die Arten der so beschränkten Gattung gehören sämmtlich den
gemässigten Gebieten der südlichen Hemisphäre an, Cap, Neuseeland
und Südaustralien. Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 231.
Cominella nodocincta von Auckland und C. (Chlanidota) vestita
von Kerguelen Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin
der Mollusken während des Jahres 1878. 355
p. 23. Letztere wird wegen der an Dolium erinnernden form und
Sculptur der Schale, sowie wegen der Radula zur Aufstellung einer
neuen Untergattung benutzt.
Kobelt's Catalog der Gattung Adamsia Dkr. enthält nur zwei
Arten. Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 236.
Biillia persica Edgar Smith Proc. zool. soc. p. 730 pl. 46 fig.
11 aus dem Persischen Meerbusen.
Gibbons giebt eine Notiz über die Lebensweise von Bullia
rhodostoma. Quarterly Journal of Conchology 1. p. 368.
Nassa fringens Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu
Berlin p. 134 von der Westküste Africas. — N. (Telascö) interstincta
Marrat Quarterly Journal of Conchology L p. 381 von Corisco Bay,
West-Africa.
Golumbellacea. Cölumhella {Mitrella) fiUcincta, C. (Ätilia) do-
liolum, C. (Stromhina) callosiiiscula und Älbertisii Tapparone Canefri
Annali Mus. civ. di Genova IX. p. 279 von Sorong. — C. (Änachis)
nigricostata Smith Proc. zool. soc. p. 807 pl. 50 fig, 6 von den An-
damanen.
Pyrene flexuosa Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 25 von
Auckland.
Olivacea. Wein kau ff hat einen Catalog der Gattung Oliva
Brug. angefertigt. Er verwirft die Adams'schen Gruppen Strephona,
Porphyria, Ispidula und Cylindrus, und verzeichnet 77 Oliva s. str.
nebst 13 Olivancillaria, 5 Agaronia, 2 Callianax und 7 Lamprodoma,
zusammen 104 Species. Jahrb. D. Malak. Ges. V. p. 108. — Daran
schliesst sich ib. p. 123 die vom Verfasser anerkannte Gattung Oli-
vella Swains., deren Arten einen Deckel tragen. Die Gruppe Dacty-
liola ist durch 14, Olivella s. str. durch 26 und Olivina durch 11
Arten vertreten.
Wein kau ff hat auch in Küster's Conchylien-Cabinet die Gat-
tung Oliva mit 163 Arten zum Abschluss gebracht.
Wein kau ff hat in Küster's Conchylien-Cabinet die Gattung
Ancillaria mit 49 Arten vollendet; dazu 12 Tafeln.
Strigatellacea. Costellaria Uncolnensis Ängas Proc. zool. soc.
p. 313 pl. 18 fig. 10, 11 aus Südaustralien.
Muricea. Kobelt hat in Küster's Conchylien-Cabinet die Mo-
nographie der geschwänzten und bewehrten Purpurschnecken (Murex,
Ranella, Tritonium, Trophon, Hindsia) fortgesetzt und beendigt. In
den Lieferungen dieses Jahres erschienen Triton von No. 85 — 120,
nebst 17 Arten, die dem Verfasser nicht zugänglich geworden, und
noch nirgends abgebildet sind, ferner Trophon mit 57 Arten, neu
Tr. phiUppianus Dunker von der Südspitze Südaraerika's, Dalli Ko-
belt Behringsstrasse, LoebbecTceiy Maltzani von Alaschka, und Hindsja
Ad. mit 15 Arten.
356 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Stearns hält Murex (Ocinebra) erinaceoides für identisch
mit Murex californicns Hinds. Proc. Philadelphia 1878 p. 395.
Trophon duhius Hutton Journ. de Couchyl. 26 p. 13 von Neu-
seeland. — Tr, clavatus Sars Bidr. Norges arktiske fauna I. p. 249
tab. 15 fig. 12, tab. 23 fig. 14 von Norwegen.
Purparacea. Polytropa retiaria und biconica Hutton Journ. de
Conchyl. 26 von Neu-Seeland.
Kobelt stellte einen Catalog der Gattung Pseudoliva Swains.
zusammen, er enthält 12 Arten. Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 235.
Stearns erklärt Macron aethiops Reeve und M. Kellettii
Hinds für identisch. Er bildet vier Varietäten ab. Proc. Phila-
delphia 1878 p. 397 pl. 7 fig. 3—6.
Latiaxis elegans Angas Proc. zool. soc. p. 74 pl. Y. Fig. 1 u.
2 ohne Angabe des Fundorts.
Ptenoglos^a.
Scalariacea. Scälaria symphylla v. Martens Sitzungsber. Ges.
naturf. Freunde zu Berlin p. 25 von der Kerguelen - Insel. — Sc.
striatissima Monterosato Journ. de Conchyl. 26 p. 151 von Palermo.
Aclidae. Sars Bidr. Norges arktiske Fauna I p. 195 bildet
aus der Gattung Aclis Lov. eine eigene Familie , die er zu den
Ptenoglossen stellt. Er giebt ihr folgende Diagnose: Testa minuta,
turrita, rimata, spira plus minusve producta, apice regulari, anfracti-
bus numerosis, apertura integra, peristomate disjuncto, operculo
tenui, auriculiformi, nucleo submarginali. Radula minima, valde
curvata, uncinis numerosis minutis simplicibus dense hirsuta. Dahin
eine neue Art Äclis exigua p. 196 pL 22 fig. 8 von Norwegen. Des-
gleichen eine neue Gattung Hemi aclis p. 197. Testa angusta ri-
mata, turrita, glabra, spira conico-producta, apice obtusiusculo, re-
gulari, basi plus minusve dilatata, anfractibus convexis laevibusque,
apertura sat magna, labro externo arcuato. üncini radulae tenuis-
simi, piliformes. Dahin H. ventrosa Jeffr. und H. glabra n. sp. tab.
11 fig. 14, 15 von Norwegen.
Solariacea. Trachysma Jeffreys M. S. bei Sars Bidr. Norges
arktiske fauna I. p. 211. Testa globularis, sublaevis, habitu Cyclo-
strematum, sed multo tenuior, apertura patula, peristomate disjuncto,
labro tenuissimo, simplice. Dahin Cyclostoma delicatum Phil.
Docoglossa.
Patellacea. Hawkshaw glaubt den Einfluss der Patellen
auf die Kalkfelsen bei Dover erklären zu können. Die Riefen im
Kalk werden vermittelst der Radula beim Abweiden des jungen
der Mollusken während des Jahres 1878. 357
Seegras, welches den Kalk bedeckt, gemacht. Die Vertiefungen, in
die sie sich einsenken, sollen durch den Druck entstehen, den der
scharfe Rand der Schale auf den Kalk ausübt. The Journal of the
Linnean Soc. XIV. p. 406.
Nacella parva Augas Proc. zool. soc. p. 862 pl. 54 fig. 12 von
Südaustralien.
Garrett fand Gadinia reticulata Sow. bei den Gesellschafts-
und Paumotu-Inseln. Quarterly Journal of Conchology I p. 325.
Gadinia nivea Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 36 von Otago.
Ghitenidae. Dali berichtete in Scientific results of the explo-
ration of Alaska, Article IV, über die Patallen und Chitonen von
Alaska und den nördlichen Regionen, mit Beschreibungen neuer
Gattungen und Arten. Diese Arbeit hatte Carpenter übernommen
und begonnen , ist aber darüber gestorben. Dali geht nun auf die
Ansichten, die Carpenter in den Vorarbeiten niedergelegt hat, ein.
Er giebt dessen Terminologie der Chitonen an, ein Verzeichniss der
von Carpenter erkannten Chitonen nach den Verschiedenheiten des
Gebisses (33 Gattungen) und eine Uebersicht der von Carpenter an-
genommenen Gruppen, nämlich l. Reguläre Chitonen, Kopf- und
Schwanzplatte ähnlich. A. Leptoidea. Ohne Zähne oder geschlitzte
Insertionsplatten. B. Ischnoidea. Insertionsplatten geschlitzt,
scharf, dünn, mit Höhlen versehen. C. Lopliyroidea. Insertions-
platten breit, gekämmt, Jugularbucht breit, gezähnt. D. Acan-
thoidea. Insertionsplatten scharf, aussen ausgehöhlt. Höhlen unten
gefurcht, Mucro hinten ausgedehnt. H. Irreguläre Chitonen.
Schwanzplatte hinten mit einem Sinus. E. Schizoidea. Mantel
und Schwanzplatte hinten geschlitzt. F. Placiphoroidea. Hintere
Insertionsplatten nur durch ein Paar geschwollene Rippen vertreten,
Mantel haarig. G. Mopaloidea. Schwanzplatte jederseits mit einem
Schlitz und hinten wellig. H. Cryptoiäea. Klappen mit hinteren
und vorderen Suturallamellen bedeckt. 1. Chitonelloidea. Schwanz-
platte zu einer Röhre zusammengedreht, Körper vorn ausgedehnt.
— Als neu sind bezeichnet: Deshayesiella n. gen. Carpenter Ms.
Lorica elongata; valvae curvatae, antice tendentes, mucro planatus,
zona spiculosa, lam. insert. nuUis, lam. sut. trianguläres, extantibus.
Dahin Leptochiton curvatus; — Nuttallina n. gen. Carpenter M-
S. Lorica elongata, valvis antice projectis; mucro posticus, elevatus;
laminae acutae, laeves, elongatae ; v. centrales bifissatae ; sinus haud
laminatus, planatus; zona spinosa. Dahin Chiton scaber Reeve; —
Äcmaea {Collisella?) apicina von den Aleuten.
Dali beschrieb einige neue Chitoniden von Alaska. Zuerst
wird ein Subgenus Chlamydochiton der Gattung Amicula Gray
bezeichnet als Amiculae similiter sed branchiae ambientes, dahin
Chiton amiculatus Pallas. Dann folgt Leptochiton Belknapi n. sp.
Ferner ein neues Subgenus Trachyradsia von Trachydermon Cpr.,
358 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
valvis centralibus bi-seu plurifissatis , dahin Chiton fulgetrum Reeve
und Tr. äleutica n. sp. von den westlichen Aleuten. Dann Tonicella
saccharina n. sp. von den Aleuten. Schliesslich ein neues Genus
Schizoplax testa et zona Tonicellae similans, valvae centrales sulco
jugali mediane, antico argute incisae, branchiae subambiantes, dahin
Chiton Brandtii Midd. Proc. Unit. Stat. national Museum 1878.
Hemiarthrum n. gen. Carpenter Dali Bull. U. S. National
Museum IIL p. 44. Valvae terminales laminatae, haud articulatae,
laminae laterales obsoletae; zona lanuginosa, porifera; branchiae
posticae. U. setulosum von Kerguelensland.
Sars stellte in der Chitonenfamilie zwei neue Arten von Nor-
wegen auf: Lepidopleurus ar oticus tab. 7 fig. 7 und Lophyrus exa-
ratus tab. 8 fig. 1. Ferner theilte er die Gattung Leptochiton Gray,
und unterscheidet Craspedochilus, valvulae externae, subculmina-
tae, antica et postica semilunaribus, intus radiatim punctato-striatis,
limbo angusta indentato instructis, mediis brevibus et latis, laminis
articularibus medio late sejunctis, incisura brevi laterali. Zona sat
lata, tenuis, superficie dorsali corpusculis minutis globoso-conicis non
imbricatis granulosa, margine spinulis longis fimbriato. Lamellae
laterales radulae apice tricuspidato , cuspide mediana longiore , mit
Cr. marginatus Penn. — und Boreochiton, valvulae externae con-
vexae, vix vero culminatae, antica et postica intus radiatim poroso-
striatis et limbo tenui indentato instructis, mediis mediocribus, la-
minis articularibus medio plus minusve approximatis, incisura laterali
distincta. Zona sat lata, nunc membranacea et fere laevis, nunc
crassa et granulis minutis obtusis dense obtecta, spinulis marginali-
bus inconspicuis. Lamellae laterales radulae apice breviter securi-
formi, obsolete tridentato, dentibus submuticis, mit B. ruber Lowe
und marmoreus Fabr. Bidrag tili kundskaben om Norges arktiske
fauna L p. 112.
Dentaliacea. Dentalium concinnum Martens Sitzuugsber. Ges.
naturf. Freunde zu Berlin p. 134 von der Westküste Africas.
Sars theilt die Gattung Siphonodentalium seines Vaters in
zwei Genera: Siphonodentalium, testa leviter attenuata, apice
inciso-lobata ; discus terminalis pedis medio concavus, tentaculo me-
diane nullo. Dahin S. vitreum. Siphonentalis, testa attenuata,
orificio apicali margine integro , circulari; discus terminalis pedis
medio convexus tentaculo singulo mediane elongato. Dahin S. lofo-
tensis, affinis und tetragona. Bidr. tili kundsk. om Norges arktiske
Fauna L p. 103.
Cadulus propinquus Sars ib. p. 106 tab. 20 fig. 15 von Nor-
wegen.
der Mollusken während des Jahres 1878. 359
Puliuouata. «
Helicea. Kobelt hat angefangen, die von Döring beschrie-
benen Argentinischen Landconchylien in den Jahrbüchern der Deut-
schen malak. Ges. V. p. 143 zu reproduciren und abzubilden, nament-
lich Helix mouographa Burmeister, Hidalgonis Döring, HieronymiD.,
Yocotulana D., Tucunamensis D., Bulimus Stelzneri Dohrn, alle auf
Taf. VI abgebildet.
Gwyn Jeffreys hat Notizen über einige Britische Land-
schnecken aus den Gattungen Succinea, Helix, Vertigo, Clausilia.
Annais nat. bist. IL p. 377.
Paulucci hat die Originalexemplare der Helix von Ferussac,
welche der Italienischen Fauna angehören, untersucht. Helix Car-
soliana ist richtig, signata ist = Carsoliana; circumornata ist auch
eine eigene Art, und nicht, wie Westerlund meint, eine, Varietät
von muralis. Journ. de Conchyl. 26 p. 247.
Gibbons notirte die weite Verbreitung von Helix aspersa in
Brasilien, Südaustralien und am Cap, Helix cellarius in St. Helena,
Madeira und Cap, wo sie Äh colonisirt haben. Quarterly Journal
of Conchology I. p. 367.
Oberdorf er theilte seine Beobachtungen von Bändervarietäten
und Missbildungen an Heliceen mit. Nachrichtsbl. p. 65.
Helix Brenchleyi Angas Proc. zool. soc. p. 861 pl. 54 fig. 7
von den Solomonsinseln. — H. Prietoiy Ponsi und Pollenzensis Hi-
dalgo von den Balearen. Journ. de Conchyl. 26 p. 230 pl. 9 fig. 3
5, 6. — H. tretuiniaca Mabille Guide du Naturaliste I. p. 10 aus
Frankreich. — H. suhtersa Gassies Journ. de Conchyl. 26 p. 330 aus
Neu-Caledotiien. — H. induta, pictilis und arenicola Täte Proc. Linn.
Soc. New South Wales II p. 290 aus Südaustralien. — H. Baffrayi
Tapparone-Canefri Comptes rendus p. 1149; Annais n<it. bist. IL p.
111 von Neu-Guinea. — H. Boucardi, Adela, und aesopus Angas
Proc. zool. soc. p. 72 pl. V von Castarica. — H. assimilaris und
Fuclhsi Gredler Nachrichtsbl. p. 102 von U-Tschang-fu in China.
Fagot zeigt, dass Helix solitaria Poiret eine Monstrosität von
Helix unifasciata ist, wie es schon Moquin Tandon gesagt hatte.
Journal de Conchyl. 26 p. 326.
Wetherby hält Helix chilhoweensis Lewis für specifisch ver-
schieden von H. diodonta Say. Ebenso äussert er sich über andere
Arten. The American Naturalist XH. p. 390.
Godet fand Helix (Patula) ruderata Stud. im Jura von Neu-
chatel bei Creux-du-Van. Bulletin de la Soc. de Neuchatel XL
p. 210.
Patula garachicoensis WoUaston Testacea atlantica p. 326 von
Teneriffa.
360 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Sesara Bungerfordiana und inermis Theobald Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 45 p. 184 pl. 14 lig. 1, 2 aus Maulmein.
Gonostoma crispo-lanata, von Palma, beata von Fuertoventura
und Gomerae von Gomera Woüaston Testacea atlantica p. 387.
Helix fruticum var. Andersoni Clessin Malak. Bl. 25 pl. 68
Taf. 3 fig. 2 aus der Provinz Dalarne in Schweden.
Gibbons nennt Newcastle als das nördlichste Vorkommen
von Helix cantiana, er fand sie bei Bempton near Flambro Head,
wo sie nicht füglich eingeführt sein kann. Quarterly Journal of
Conchology I. p. 369.
LemnisciaWatsoniana WoWastonTestaceB. atlantica p. 411 von
den Canaren.
Kobelt über Helix bathyomphala Charp. Nachrichtsbl. p. 40.
Kobelt erkannte Helix foetens Studer als in den Formen-
kreis von cisalpina Stabile gehörig. Jahrbuch D. Malak. Ges. V
p. 283. •
Histricella echinoderma und Leacockiana Wollaston Testacea
atlantica von Portosanto.
Coronaria Grdbhami Wollaston ib. p. 196 von Madeira.
Macularia gibhoso-hasalis WollasÄn Testacea atlantica p. 339
von Tenerififa.
Strebel schildert die Anatomie von Helix alonensis Fer. Er
spricht von einem Knaben, der die Männchen und Weibchen mit
Sicherheit habe unterscheiden können, zweifelt aber an der Richtig-
keit. Verhandl. des Vereins für naturw. Unterhaltung zu Hamburg
HI p. 150 mit 2 Tafeln.
Iberis forensis Wollaston Testacea atlantica p. 99 von Madeira.
Hemicyda vermiplicata und granomalleata von Palma, nivariae
von Teneriffa Wollaston Testacea atlantica p. 350.
Leptaxis subroseotincta Wollaston Testacea atlantica p. 498
von den Cap Verden.
Lampadia Lederi Boettger Nachrichtsbl. pag. 121 aus dem
Caucasus.
Helix (Pomatia) Godetiaua und Thiesseana Kobelt JaKrb. D.
malak. Ges. V. p. 319 vom Griechischen Archipel.
Dentcllaria tridentula und latidentata Miller Malak. Bl. 25 p.
165 Taf. VII fig. 5, VIH. Fig. 1 aus Ecuador.
Isomeria granulatissima , parietidentata Miller Malak. Bl. 25
p. 168 Taf. Vlli Fig. 3, 26 Taf. IL fig. 3 aus Ecuador.
Corasia JBourdillonii Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45
p. 185 aus der Provinz Travankor.
Psadara nov. subgen. von Helix Miller Malak. Bl. 25 p. 162.
Testa umbilicata, orbiculato-depressa, superne plana vel concava,
infra convexa, fragilis et tenuissima, pilosa, fasciis rufis interruptis
ornata, anfr. 4—5, regulariter accrescentes , rotundati, ultimus non
der Mollusken während des Jahres 1878. 361
vel vix descendens ; sutura profunda ; apertura parum obliqua , lu-
naris ; peristoma expansum, non iucrassatum, subtus reflexum, mar-
gine columellari dilatato, marnfinibus conniventibus. Dahin Solaropsis
andicola, rosarium, catenifera, selenostoma, hians, Castelnaudi Albers,
H. monile Brod., Incarum Phil. Ps. iris und Boetzkesi Taf. VII Fig. 3
aus Ecuador.
Helix (Camena) congener Edgar Smith Pj-oc. zool. soc. p. 105
von Japan. Holzschnitt. — H. Leivisii und congenita Edgar Smith
ib. p. 495 von Japan. Holzschnitt.
Pfeffer hat eine Reihe von Arten aus der Gattung Cochlostyla
untersucht, und bildet Platten der Radula, Kiefer und Geschlechts-
apparat ab. Jahrb. D. Malak. Ges. V, p. 195 Taf. VII.
Semper spricht sich dahin aus, dass die Gattung Pfeififeria
mit Vitrina nichts zu thun hat, sich dagegen ganz eng an die typi-
schen Cochlostylen anschliesst. Nachrichtsbl. p. 24.
Bulimus Joseplius, irazuensis und navarrensis Angas Proc. «ool.
soc. p. 73 pl. 5 von Costa rica. — B. Watersi Angas ib. p. 311 pl.
18 fig. 1 von Madagaskar, bildet mit obtusatus Gmel. und Moreleti
Desh. eine eigenthümliche Gruppe. — B. suhseniUs, arenosus, ab-
hreviatus, Gaudryanus Gassies Journ. de Conchyl. 26 p. 331 aus Neu-
Caledonien. — B. palmensis von Palma, osoriensis, chrysaloides und
interpunctatus von den Canaren, Loivei von Teneriffa, savinosa von
Gomera, Canaren Wollaston Testacea atlantica p. 427. — B. Masoni
Godwin-Austen Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 316 aus Assam.
Odostomus quadrifasciatus und napo Angas Proc. zool. soc.
p. 312 pl. 18 flg. 2—5 von Ecuador.
Borus Garcia- Moreni Miller Malak. Bl. 25 p. 172; 26 Taf. I
fig. I aus Ecuador.
Eurytus eros Angas Troc. zool. soc. p. 312 pl, 18 fig. 6, 7 von
Ecuador. — E. Taylorioides und aureonitens Miller Malak. Bl. 25
p. 180; 26 Taf. HI. Fig. 2 aus Ecuador.
Achatina albopicta, zehroides, dimidiata, bisculpta, simplex und
transvaalensis Edgar Smith Quarterly Journal of Conchology I. p.
346 aus Africa.
Lovea (ÄmpJiorella) iridescens Wollaston Testacea atlantica p.
262 von Madeira.
Drymaeus petasites Miller Malak. Bl. 25 p. 189, 26 Taf. IV.
Fig. 2 aus Ecuador.
Orthalicus (Zebra) fulgur Miller Malac. Bl. 25 p. 186, 26 Taf.
III. Fig. 1 aus Ecuador.
Hapalus travancoricus Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal
45 p. 186 pl. 14 fig. 5 von Travankor.
Gloyne reducirt die Anzahl der Species der Gattung Partula
beträchtlich, und meint im Besitz grösserer Reihen von Exemplaren
362 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
würde eine Vereinigung von Arten noch weiter stattfinden können.
Quarterly Journal of Conchology I. p. 337.
Cionella (Zua) Morseana Doherty Quarterly Journal of Con-
chology I. p. 342 pl. IV. Fig. 2 aus Kentucky.
Glessula Duflaensis Godwin- Austen Journ. Asiat, soc. of Bengal
45 p. 316 pl. 8 fig. 10 aus Assam.
F a g 0 1 erkennt von der Gattung Azeca in Frankreich 7 Arten
an, von denen neu: Azeca MabüUana, Bourguignati und Dupuyana.
Bull. Soc. agr. scient. et litt, des Pyrenees Orienteies ; Journal de
Conchyl. 26 p. 389.
De Folin und Berillon gründeten 1. c. auf eine neue kleine
Schnecke eine neue Untergattung von Azeca, die sie Cryptaseca
nennen. Sie unterscheidet sich besonders durch einen Schleimporus
auf dem hinteren Theil des Thieres. Cr. monodonta Bayonne. Ver-
handl. zool. bot- Ges. in Wien 28 p. 183.
Stenogyra (Opeas) sinulabris v. Martens Berliner Monatsber.
p. 295 Taf. I. Fig. 3, 4 von Kipopotue und Ukamba.
Opeas viviparum Miller Malak. Bl. 25 p. 197, 26 Taf. III. Fig.
4 aus Ecuador. — 0. Nevüli Godwin- Austen Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 45 pl. 8 fig. 12 aus Assam.
Subulina melanioides Wollaston Testacea atlantica p. 550 von
St. Helena.
E. V. Martens hält nach Ansicht des Originalexemplares Pupa
Hassiaca Ffr. für ein durch Verletzung während der Bildung des
vorletzten Umganges missbildetes Exemplar von P. avenacea. Nach^
richtsbl. p. 89.
Pupa cincinnatiensis Judge Quarterly Journal of Conchology
I. p. 343, Holzschnitt, vom Ohio. — P. Theeli und inermis Wester-
lund Sibirische Mollusken p. 102 aus Sibirien. — P. Loweana Wolla-
ston Testacea atlantica p. 217 von Madeira.
Pupa {Craticula) corneocostata, relevata, degenerata Wollaston
Testacea atlantica p. 227 von Porto santo.
Boettger gründete auf Pupa cylindracea Da C. = umbilicata
Drap., Semproni Chpr. , anglica Fer., superstructa Mouss., und cau-
casicaParr. eine neue Section Beinhardtia der Gattung Pupa. Nach-
richtsbl. p. 122.
Gibbons fand auf Curagao eine Monstrosität von Cylindrella
Raveni mit zwei Mündungen. Quarterly Journal of Conchology I.
p. 340. — Marshall sucht sie durch Verstopfung der natürlichen
Mündung zu erklären , wodurch die Schnecke gezwungen sei , sich
eine neue Apertur zu bilden. Er hat dergleichen auch bei Cläusilia
und bei Littorina beobachtet. Ib. p. 380.
Eucalodiuni Sumichrasti und Blandianum Crosse und Fischer
Journ. de Conchyl. 26 p. 250 aus Mexico.
Wiegmann machte Bemerkungen zur Anatomie der Clausilien.
der Mollusken während des Jahres 1878. 363
Er meint, znr Entscheidung über Verwandtschaft und Verschieden-
heit der Arten , sei hauptsächlich der Geschlechtsapparat geeignet,
und erläutert dies an einigen Beispielen. Er verkündet seine Ab-
sicht, sich näher mit der Anatomie der Clausilien zu beschäftigen,
und bittet um üeberlassung von Material. Jahrb. D. Malak. Ges. V.
p. 157. — Derselbe gab die Anatomie von Clausilia Reiniana Kobelt.
Ib. p. 202 Taf. VIII.
Böttger hat ein „Systematisches Verzeichniss der lebenden
Arten der Landschneckengattung Clausilia Drap, mit ausführlicher
Angabe der geographischen Verbreitung der einzelnen Species"
herausgegeben. 17. und 18. Bericht des Offenbacher Vereins für
Naturkunde p. 18—101.
Boettger hat nach Benutzung der Sammlungen der Akade-
mie und der Universität Petersburg, so wie des Museums in Tiflis
u. 8. w. die sämmtlichen innerhalb der Grenzen des russischen Reichs
vorkommenden Clausilien verzeichnet. Geographisch trennen sie sich
in zwei räumlich scharf geschiedene Gruppen, die des sarmatischen
Tieflandes und die der pontisch-caspischen Bergländer. Verf. kennt
41 Arten, worunter eine neu : Clausilia StraucM aus Transkaukasien.
Bull, de l'Acad. de St. Petersbourg 25 p. 163.
Boettger gab von einer Anzahl Clausilien neue und neu be-
stätigte Fundorte im westlichen Deutschland, vornehmlich in Nassau
und den beiden Hessen, an, Nachrichtsbl. p. 131.
Boettger beschrieb eine ganze Reihe neuer Clausilien, sowohl
neue Arten wie Varietäten, nämlich Cl. laminata Mntg. var. triloba
aus Krain, gibbula Z. Subsp. pelagosana von der Insel Pelagosa im
adriatischen Meere, Stossichi aus Dalmatieu, pirostoma aus Croatien,
tschetschenica Pfr., thessalonica Friv. Var. major aus Macedonien,
subgibhera aus Japan, expansilabris aus Japan, digonoptyx aus Ja-
pan, tau aus Japan, aculus Bens,, javana Pfr., japonica Crosse Var.
nipponensis Kob., valida Pfr. , vasta aus Japan, viridiflava aus Ja-
pan, validuscula Martens var. bilamellata aus Japan, Uickonis aus
Japan, ptychochita aus China, attrita aus Japan, platydera Martens.
Alle sind auf Tafel II — IV abgebildet. Jahrb. D. malak. Ges. V. p.
83—61. — Ferner ib. p. 97— 107: Cl. platydera Martens var. lambda^
strictaluna, aurantiaca , bilabrata Smith sämmtlich aus Japan und
perlucens aus dem Kaukasus. — Desgleichen ib. p. 291—306 : Cl.
pleuroptychia Syrien, agnatha Rossm. var. cognata Dalmatien, letico-
rapJie Insel Skiatho nördlich von Euboea, rudicosta Sicilien, Strauchi
Transkaukasien, digamma Albanien, confusa (kaevosa Pfr. non Fer.)
Clausilia Lederi Boettger Nachrichtsbl. p. 123 aus Trans-
caucasien, und Cl. aggesta Boettger ib. p. 124 aus Ciscaucasien. —
Cl. transitans, Deburghiae, Boettgeriana Paulucci Jahrb. D. malak,
Ges. V. p. 357 aus Calabrien. — Cl. (Iphigenia) Andreana Fagot
Bull, de Toulouse XI aus den Pyrenäen.
364 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
E. V. Martens erklärt Clausilia Martensi Herkl. für identisch
mit Cl. Reiuiana Kob. Nachrichtsbl. p. 90.
Perrieria n. gen. Tapparone Canefri Journ. de Conchyl. 26
p. 169; Comptes rendus p. 1149; Annais nat. hist. II p, 111. Testa
sinistrorsa, fusiformis, multispira, apice truncata; apertura elliptica;
peristoma continuum, expansum ; axis sinuosus , basi contortus et
columellam truncatam et subdentatam simulans. Forma generi Clau-
siliae vicina sed columella plicis destituta et truncaturam simulante
distinguenda. P. dausiliaeformis von Neu-Guinea.
Swipulopsis fulgurata Miller Malak. Bl. 25 p. 187, 26 Taf. III.
Fig. 6 aus Ecuador.
Simpulopsis corrugata Gnppy ist Journ. de Conchyl. p. 323
pl. X fig. 3 näher beschrieben und abgebildet.
Tschapeck über Succinea Pfeifferi und oblonga in Oester-
reich. Nachrichtsbl. p. 137. — S. putris var. suecica Clessin Malak.
Bl. 25 p. 70 Taf. 3 fig. 9 aus der Landschaft Medelpad in Nord-
schweden.
Gwyn Jeffreys bemerkte in Beziehung auf Baudon's Mono-
graphie von Succinea (vergl. Ber. 1877 p. 202), dass dessen Succinea
parvula L. und Pfeifferi Rossra. = S. elegans Risso sei ; S. Baudoni
Drouet, acrambleia Mabille = S. putris L.; S. arenaria Bouchard,
humilis Drouet, Crosseana Baudon, breviuscula Baudon = S. oblonga.
Er erkennt jedoch S. virescens Morelet als eigene Art an. Annais
nat. hist. II. p. 377.
Succinea caUfornica Crosse et Fischer Journ. de Conchyl. 26
p. 68 von San Tomas in Californien.
Horaalonyx felinus Guppy ist Journ. de Conchyl. p. 524 pl. X
Fig. 2 abgebildet. Die Orthographie des Namens ist berichtigt.
Vitrinidae. Vitrina subconica Boettger Nachrichtsbl. p. 121
aus dem Caucasus. — V. Paulucciae Fischer Jahrb. D. malak. Ges.
V. p. 355 aus Calabrien.
Clessin hat der Gattung Vitrella, die er in seiner p]xcur-
sions-Molluskenfauna aufgestellt hat, und die wegen ihres Aufent-
haltes in Höhlen der Kalkformation der Augen entbehrt, eine neue
Art V. TschapecM aus Kärnthen hinzugefügt. Er verheisst eine"
Monographie des Genus. Nachrichtsbl. p. 9.
Zingis n. gen. v, Martens Berliner Monatsber. p. 290. Gehört
zu den Vitriniden in die Nähe von Zonites und Nanina. Kiefer
glatt mit mittlerem Vorsprung; Radula nach dem Typus der Na-
ninen. Z. radiolata von Ndi in Taita. Taf. I Fig. 8—17.
Helicarion verrucosus, minutus, radha, cinereus Burtii Godwin-
Austen Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 313 aus Assam; alle auf
Taf. 8 abgebildet.
Philomycus (If^cillaria) campestris Godwin-Austen Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 45 pl. 8 fig. 3 aus Assam.
der Mollusken während des Jahres 1878. 365
Pfeffer hatte seinen Beitrag zur Naturgeschichte der Nani-
niden, den er im vorigen Jahre zu seiner Dissertation benutzt hatte,
wiederholt zum Abdruck gebracht. Er charakterisirt die Vitrinaceen
als Stylommatophoren mit glattem an der concaven Seite häufig mit
einem mittleren Vorsprung versehenen Kiefer, mit Seitenzähnen der
Radula, die nie mehr als drei Spitzen tragen und mit Randzähnen,
deren Längsausdehnung die in die Quere weit übertrifft, mit einer
einzigen Spitze versehen, wenn nur die Mittelspitze, mit zweien,
wenn auch der Aussenzacken den Randzähnen noch verblieben ist.
Ihnen gegenüber werden die Helicaceen charakterisirt, als Stylommato-
phoren mit vorwiegend radialer Sculptur des Kiefers , mit Seiten-
zähnen, die zur Bildung von Wucherzacken neigen, und Randzähnen,
bei denen die Längsentwickelung hinter der in die Quere im Allge-
meinen zurücksteht , und die eine stärkere Tendenz zur Spitzen-
bildung zeigen als die entsprechenden der Vitrinaceen. Die Vitri-
naceen zerfallen dann in solche mit Schwanzpore, Naniniden und
Zonitiden, und solche ohne Schwanzpore. Die Randzähne der Nani-
niden bestehen immer aus Mittelspitze und Aussenzacken , die der
Zonitiden entsprechen nur der Mittelspitze des Mittelzahnes. Jahrb.
D. malak. Ges. V. p. 251—276.
Nanina büineata pl. 8 fig. 8 und glöbosa Godwin-Austen Journ.
Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 311 aus Assam.
Hemiplecta jamuensis Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal
47 p. 142 aus dem Thal Jawi in Kashmir.
Nevill berichtigt die Synonymie von Nanina (Macrochlamis)
semifusca Desh. (Helix rufa aut.), und Woodiana Pfr. (semifusca
aut.) und giebt an, dass sie nicht von Pondichery, sondern von Mau-
ritius stammen. Journ. de Conchyl. 26 pag. 59.
Trochonanina hifilaris Dohrn Jahrb. D. Malak. Ges. V. p. 155
aus Liberia.
Doherty sieht in einer gezähnten Varietät von Zonites (Co-
nulus) fulvus Drap,, welche sich im Westen der Union findet , ein
Beispiel von der Assimilation einer weit verbreiteten Art an die
dort vorherrschenden Formen. Quarterly Journal of Conchology L
p. 344.
Zonites pergranulatus Godet Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 320
von der Insel Amorgo.
Zonitoides nitidus var. borealis Clessin Malak. Bl. 25 p. 69 Taf.
3 fig. 4, 5 aus der Landschaft Medelpad in Schweden.
Shepman erweist die Artverschiedenheit von Hyalina pura
Aid., Hammonis Ström und excavata Bean durch Untersuchung der
Radula. Nachrichtsbl. p. 52.
Hyalina mariannae Westerlund Nachrichtsbl. p. 108 aus
Frankreich, Depart. du Gers. — H. etrusca vom Arno, Alleryi Si-
cilien, Carotii Calabrien und fragrans Calabrien Paulucci Jahrb. D.
366 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
malak. Ges. V. p. 355. — H. suhrupicola Dali Bull. U. S. geol. and
geogr. Survey III. p. 163 aus der Höhle von Utah. — H. osoriensis
von den Canaren und MeUissii von St. Helena Wollaston Testacea
atlantica p. 319 und 536.
Hydlinia {Vitrea) effusa Boettger N^chrichtsbl. pag. 122 aus
Transcaucasien.
Pfeffer fand bei den sogenannten Aguathen doch einen zar-
ten Kiefer. So bei Daudebardia, Testacella, Streptaxis und Ennea.
Nachrichtsbl. p. 41.
Testacellacea. Pfeffer hat einen Beitrag zur Naturgeschichte
der Lungenschnecken geliefert, indem er die Agnathen bearbeitete.
Er beschreibt aus der Familie der Streptaxiden die Anatomie von
Ennea insignis Pfr. und Streptaxis apertus Mart. , aus der Familie
Testacellidae Testacella haliotidea und Daudebardia transsylvanica,
in der Familie Glandinidae beruft er sich auf die Arbeit von Strebel.
Daraus folgert Verf. eine allgemeine Schilderung dieser drei Fami-
lien, und schliesslich entwirft er eine allgemeine Charakteristik der
Agnathen. Er findet die Agnathen im Ganzen zusammengehörig
und ihre Zusammengehörigkeit wird ihm noch klarer , wenn man
nicht nur die Merkmale berücksichtigt, die allen drei Familien zu-
kommen, sondern auch die, welche jede derselben mit der einen oder
andern der beiden übrigen theilweise gemeinsam hat. Jahrbuch D.
Malak. Ges. p. 62.
Streptaxis denticulatus von Mombas in Ostafrica und Schweitzeri
aus Liberia Dohrn Jahrb. D. Malak. Ges. V. p. 152. — Str. enneoides
V. Martens Berl. Monatsber. p. 295 Taf. II. Fig. 5, 6 von ükamba. —
Str. Daflaensis Godwin-Austen Journ. Asiat. Soc. ofBengal45 p. 317
pl. 8 flg. 14 aus Assam.
Gibbons hebt die Aehnlichkeit zwischen Streptaxis und Ennea
hervor. Quarterly Journ. of Conchology I. p. 336.
Ennea müium Godwin-Austen Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45
p. 317 pl. 8 flg. 11 aus Assam.
Dohrn machte eine Bemerkung über die Gattung Streptostele.
Jahrb. D. Malak. Ges. V. p. 154.
In Strebel's bereits oben erwähntem Beitrag zur Kenntniss
der Fauna Mexicanischer Land- und Süsswasser-Conchylien III. ist
die Familie Testacellacea abgehandelt. Diese Familie zerfällt in
zwei Unterfamilien :
1. Testacellidae, Gehäuse äusserlich, dem hinteren Theile
des Körpers aufsitzend ; Thier nicht in das kleine Gehäuse zurück-
ziehbar; Cutis ziemlich glatt; Lippentaster fehlen; nur ein sackför-
miger Magen, Oesophagus kurz, Speicheldrüsen an den Magen ge-
heftet; Leber zum grossen Theil oder ganz in der Körperhülle
sitzend; Samentasche kurz gestielt. Dahin die Gattungen Testacella
Cuv., Daudebardia Hartm., Strebelia Crosse et Fischer.
der Mollusken während des Jahres 1878. 367
2. Glandinidae, Gehäuse äusserlich, mehr dem mittleren
Theile des Körpers aufsitzend; Thier ganz in das Gehäuse zurück-
ziehbar, mit einer medianen Rückenfurche; Cutis stark runzelig,
Lippentaster vorhanden; Zähne ohne Widerhaken; Oesophagus lang,
Speicheldrüsen auf oder um den Oesophagus liegend; Leber ganz
im Gehäuse sitzend, Samentasche lang gestielt; Zwilterdrüse in die
Leber gebettet. Dahin die Gattungen Streptostyla Shuttl. in fünf
Gruppen zerfallend, Salasiella n. gen. Gehäuse Glandinaartig,
mit röhrenförmiger , abgestutzter Spindel ; Lippentaster ?, Mantel-
haut an den Leberwindungen gefleckt; die Cerebral-Ganglien in
eine Gruppe vereinigt; Mittelzahn vorhanden, Seitenzähne stark,
mit breit sohlenförmiger Basis; Randzähne mit schmal sohleuför-
miger Basis ; nur ein beuteiförmiger Magen ; Zwitterdrüsenbüschel
wie bei Streptostyla gelagert ? und Glandina mit 5 Gruppen. Die
Gattung Petenia bleibt unberücksichtigt, da Verf. das Thier nicht
untersuchen konnte. — Als neue Arten sind beschrieben: Strepto-
styla plicatula, similis, Quirozi, Schneiderin crassa und vexans, —
Salasiella Joaquinae (in diese Gattung gehört auch Oleacina perpu-
silia Pfr. und modesta Pfr.) — Glandina Miradorensis, Estefaniae,
lineata, polita. Auf den Tafeln sind meist anatomische Details ge-
geben: so Taf. 1 — 2 von Strebelia Berendti , 3 — 6 von Arten der
Gattung Streptostyla, Taf, 10 von Salasiella, 13 — 21 von Arten der
Gattung Glandina.
Testacella dikrangensis Godwin- Austen Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 45 p. 314 pl. 8 fig. 7 aus Assam.
Daudebardia hassiaca Clessin Malak. Bl. 25 p. 96 von Cassel.
Verf. verzeichnet bei dieser Gelegenheit die bisher beschriebenen
Arten der Gattung, die er in zwei Gruppen theilt: Gruppe Rufina,
testa umbilicata mit 12, und Gruppe Libania Bourg., testa obtecte
perforata mit 4 Arten. — D. Heydeni Boettger Nachrichtsbl. p. 120
aus dem Caucasus.
Glandina ecuadoriana Miller Malak. Bl. 25 p. 159 Taf. 7 fig.
1 aus Ecuador, Val de Pilaton.
Glandina (Euglandina) longula Crosse et Fischer Recherches
zool. 1. c. p. 111 aus Mexico.
Äuriculacea. Fischer hat bei Etretat (Sei ne-Inferi eure) Auri-
cula (Alexia) denticulata beobachtet. Sie lebt in der subterrestren
Region über Littorina, und Verf. bestätigt die Luftathmung, und
dass die Fühler stark contractu, jedoch nicht retractil sind. Journ.
de Conchyi. 26 p. 309.
Carychium Mariae Paulucci Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 358
aus der Lombardei. — C. Tchasianum Godwin-Austen Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 45 p. 318 pl. 8 fig. 3 aus Assam.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. Y
368 Troscliel: Bericht üb. d. Leistanoren in d. Naturgeschichte
Melampus Liberianus und obovatus Adams sind nach Dohrn
identisch. Jahrb. D. malak. Ges. V. p. 151.
Marinula Füholi Hatton Journ. de Conchyl. 26 p. 42 von
Neu-Seeiand.
Leuconia ohsoleta Hutton Journ. de Conchyl. 26 p. 43 von
Auckland.
Limnaeacea. Pauly hat eine von der Münchener Universität
gestellte Preisfrage „über die Wasserathmung der Limnaeiden, Mün-
chen 1877" bearbeitet. Er geht natürlich von den v. Siebold'schen
Beobachtungen der letzten Jahre aus. Er unterscheidet für das
Aufgeben der gewöhnlichen Luftathnmng an der Oberfläche drei
Gruppen von Phallen: 1. Die ausserordentliche Höhe der über den
Thieren lagernden Wasserschichte, 2. dass sie trotz der Seichtigkeit
des Wassers nicht an die Oberfläche kommen^ 3. dass sie durch Yor-
richtungen absichtlich von der atmosphärischen Luft abgehalten,
doch geraume Zeit ihr Leben erhalten. Für den zweiten Fall, der
namentlich im Ferchensee stattfindet, erweist er klar, dass die Ath-
mung durch Aufsaugen der zahlreich am Grunde an Steinen u. s. w.
haftenden Luftblasen geschehe. In den anderen Fällen nimmt er
hauptsächlich Hautathmung und Verwendung der Lunge als Kieme
an. Das letztere scheint mir jedoch durch die Beobachtungen des
Verf. keineswegs erwiesen, und möchte ich mich der Annahme der
Hautathmung allein zuneigen. Für die Bestätigung des sogenannten
Adoptirungsvermögens, d. h. Umwandlung der Luftathmung in Kie-
menathmung würde also weiteren Beobachtungen und Beweisen ent-
gegen zu sehen sein. Die Frage für den Uebergang einer Lungen-
schnecke in eine Kiemenschnecke, oder umgekehrt , ist zu wichtig,
als dass der Beweis so leichten Kaufes zu führen sei.
Pliysa aenigma Westerlund Sibirische Mollusken p. 104 aus
Sibirien.
Gl e SS in brachte in der 270. Lieferung von Küster's Conchy-
lien-Cabinet Allgemeines über die Gattung Plauorbis mit Angabe
der bis jetzt aufgestellten 13 Gruppen.
Planorbis {Gyraulus) Gibhonsi Nelson Quarterly Journal of
Conchology L p. 379 pl. IV flg. 3 von Zanzibar. — PI, graecus
Euboea und Stossichi Dalmatien. Clessin Malak. Bl. 25 p. 125 Taf.
V. Fig. 5 und 9.
Limnaea stagnalis var. bottnica, L. auricularia var. Andersoni,
L. palustris var. maritima Clessin Malak. Bl. 25 p. 72 Taf. 3 Fig.
6, 8, 17 aus Nordschweden. — L. Steenstriipii Clessin ib. p. 79 Taf.
3 fig. 16 aus Island. — L. Delaunayi Folin Journ. de Conchyl. 26
p. 329 pl. X. Fig. 3 aus Spanien.
Kilian in Bufifalo erklärt Limnaea catascopium und elodes
Say für identisch, da er Eier der ersteren sich in reissend fliessen-
dem Wasser zu letzterer entwickeln sah. Nachrichtsbl. p. 80.
der Mollusken während des Jahres 1878. 369
Alfred Brown zeigt an, dass die Gattung Limnaea auch in
Australien vertreten sei ; er erhielt zwei oder drei Arten von Queens-
land. Annais nat. hist. II. p. 493.
Onchidiacea. Semper wiederholt seine Angaben über das dem
Wirbelthierauge entsprechende Auge von Onchidium (vergl. vorj.
Ber. p. 205), spricht dann von Penisdrüsenstachel und Peniszahnen
bei Onchidium, und äussert sich endlich gegen die Schlüsse, welche
V. Ihering für die Abstammung der Chiton, Haliotis und Fissureila
aus dem sogenannten Strickleiternervensystem abgeleitet hat. Archiv
für mikrosk. Anatomie 14 p. 118.
Nach Stearns sind Oncbidella Ca>'penteri Stearns und Onchi-
dium Carpenteri Binney identisch. Proc. Philadelphia 1878 p. 399
Pl. 7 fig. 7; 8.
Ampullaceridae- Schacko beschrieb die Zungenbewaffnung
von Amphiboia. Kein Kiefer; die Piadula hat eine vollkommen aus-
gebildete Mittelplatte, eine kleine rudimentäre Nebenplatte, eine grosse
Nebenplatte und eine Reihe winklig gebogener grätenförmig -spitzer
Seitenplatten. Die Eadula von drei Arten , Amphiboia solida Mar-
tens, fragilis Lam. und Burmana Nevill ist abgebildet. Jahrb. Malak.
Ges. V. p. 1 Taf. 1.
Ei^otobraiichia.
Von Sempers Reisen im Archipel der Philippinen erschien
vom zweiten Theil des zweiten Bandes das 13. und 14. Heft. Es
enthält die Fortsetzung der Malacologischen Untersuchungen von
Bergh. Darin sind enthalten die Gattungen Hexabranchus Ehrbg.
mit 19 Arten, worunter neu H. faustus, Änaiteus, Petersi, notatus.
Audura n. gen. Forma corporis depressa, nothaeum sublaeve; ten-
tacula digitiformia; branchia foliis bipinnatis; podarium margine
anteriore bilabiatum; labio superiore latiore, medio diviso. Arma-
tura labialis e baculis minutis inaequalibus forraata; lingua rhachide
nuda, pleuris multidentatis; dentes hamati ; ventriculus liber; penis
hämo armatus; hasta amatoria? Ä. maima von Luzon. — Halla n.
gen. Forma corporis sat depressa; corpus satmolle; tentacula nulla ;
branchia e foliis simpliciter lamellatis composita; podarium non la-
tum, antice emarginatum et ope lobi utrinque capite connatum. Ar-
matura labialis e hamulis minutis formata; radula rachide nuda,
pleuris pluridentatis ; dens primus latus a reliquis diversus; reliqui
subhamati, erecti, margine externo denticulato; penis inermis; H.
decorata Philippinen, — Thorunna n. gen. Forma corporis ut in
Chromodoribus ; branchia foliis simpliciter pinnatis. Armatura labia-
lis nulla; radula rhachide nuda, pleuris multidentatis; dens intimus
a reliquis diversus, latus, apice hamato denticulato; dentes reliqui
370 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
hamati, apice bifidi. Th. furtiva Philippinen. — Staurodoris n*
gen. Corpus subdepressum , supra tuberculatura ; rhinophoria sicut
branchia tuberculis elongatis valviformibus defensa. Armatura labia-
lis nuUa; lingua rhachide nuda, pleuris multidentatis, dentibus ha-
matis; penis inermis. Dahin verrucosa Cuv. , Bertheloti d'Orb.,
Januarii Brasilien, d'Orbignyi Gray. — Sphaerodoris Bergh. mit 4
Arten, wovon punctata und papillata von den Philippinen neu. —
Phlegmodoris n. gen. Corpus molle quasi subgelatinosum, dorso
tuberculoso; tentacula pro majore parte affixa, applanata; branchia
e foliolis tripinnatis paucis formata ; podarium sat latum ; sulco mar-
ginali anteriori non profundo, labio superiore capite affixo. Arma-
tura labialis nuUa; radula rhachide nuda, pleuris multidentatis;
dentes Intimi forma simpliciore , reliqui hamati; penis inermis.
Dahin Phl. mephitiba Philippinen, areolata Alder Hanc. und spongi-
osa Kelaart. — Fracassa n. gen. Corpus sat molle, supra subnodu-
losum; tentacula parva conica; branchia e foliolis tripinnatis paucis
formata; podarium sat latum, sulco marginal! anteriore sat pro-
fundo , labio superiore fisso. Armatura labialis : lamellae duae , e
baculis minutis formata; radula rhachide nuda, pleuris multiden-
tatis, dentibus hamatis; penis inermis. Fr. zihetliina Philippinen. —
Lamellidoris Aid Hanc. mit 17 Arten , wovon neu L. varians und
hystricina Insel Kyska im pacifischen Ocean. — Ärchidoris n. gen.
Corpus sat molle, subdepressum ; tentacula humilia , plicaeformia,
dorsum tuberculosum et granulosum; branchiae foliis tripinnatis for-
mata; podarium sat latum, margine anteriore superficialiter sulcatum.
Armatura labialis nuUa; radula rhachide nuda, pleuris multidentatis,
dentes hamati, ventriculus liber; penis inermis. Dahin A. tuberculata
Cuv., flammea Aid. Hanc, Montereyensis Cooper. — Asteronotus
Ehrbg. mit 6 Arten, wovon neu Ä. marmoratus Zanzibar, hertrana
Philippinen und Palaosinsel , mahilla Seychellen. Darauf folgt eine
üebersicht der im philippinischen und pacifischen Meere von Semper
gefundenen Nudibranchien, 86 Arten, und eine üebersicht der zum
Vergleiche hier untersuchten anderen Formen von Nudibranchien,
56 Arten ; ferner ein alphabetisches Register ; dann ein Catalogus
animalium hucusque sub nomine Aeolidiae descriptorum , ein Cata-
logus animalium hucusque sub nomine Doridis descriptorum, und
endlich ein Verzeichniss der Schriften über die Nudibranchien.
Doridae. Bergh untersuchte Chromodoris elegans und villa-
franca anatomisch. Die Goniobranchen Pease findet er mit Chro-
modoris identisch. Er charakterisirt die Gattung folgendermassen :
Forma corporis fere ut in Goniodoridibus, sed colores hilares, saep^
magnifici, ut plurimum striati vel maculati, branchia (retractilis)
foliis simpliciter pinnatis. Armatura labialis lata, e hamulis minu-
tissimis confertis composita; radula rhachide nuda, pleuris multiden-
tatis, dentes hamati, primus utroque latere hami denticulatus, reliqui
der Mollusken während des Jahres 1878. 371
externo solnm margine, extimi vero humilea, obtusi, apice denticu-
lati. Aus dem Mittelmeer werden 17 Arten genannt. Chr. elegans
und villafranca werden dann ausführlich beschrieben. Malak. Bl. 25
p. 1 Taf. I und II.
Doridunculus n. gen. Sars Bidr. Norges arktiske Fauna I.
p. 309. Corpus subdepressum , pallio breviusculo partem posticam
corporis minime tegente, spiculis elongatis farcto, antice rotundato,
postice complanato, laraelloso, tubtruncato vel emarginato , medio
dorsi cristis 2 longitudinalibus erectis ornato, tentaculis oralibus
minutis, conicis , dorsalibus elongatis , brachiis minutis non recon-
deudis, coronam imperfectam formantibus. Radula parva, lamellis
medianis nullis, lateralibus subquadrangularibus , acie inaequaliter
dentata, uncinis lamelliformibus extus sensim minoribus, contiguis,
faciera regulariter areolatam exhibentibus. D. echinulatus tab. 27 fig.
2 von Lofoten.
Polyceridae. Triopella Sars Bidr. Norges arktiske fauna I. p.
310. Corpus oblongum, altum, angulosum, spiculis elongatis ubique far-
ctum, pallio quam solito majore, antice fere clypeiformi, caput et latera
corporis omnino obtegente, postice medio corpori confluente utrinque
in lobos 2 liberos producto, superficie dorsali appendicibus clavatis
sparsis et cristis 2 ornata; tentaculis oralibus inconspicuis, dorsali-
bus brevibus, perfoliatis, retractilibus, branchiis minutis et paucis
orificium anale non complete circumdantibus. Radula latiuscula, la-
mellis medianis et lateralibus nullis, uncinis numerosis, aequalibus,
hamatis. Gegründet auf Triopa incisa Sars.
Tritoniidae. JDendronotns velifer Sars Bidr. Norges arktiske
fauna I. p. 315 tab. 28 fig. 2 von Norwegen.
Scyllaea Edwardsii Verrill Araer. Journ. sc. and arts XVI p.
211 von Massachusetts.
Grillo hat Cirropteron semilunare Sars näher untersucht. Die
zweite von Sars unterschiedene Art, C. ovale, hält er für die Larve
eines Gasteropodeu. Zugleich mit dem ersteren fing er bei Messina
eine Form , welche mit dem Jugendzustande von Triforis grosse
Aehnlichkeit hat, und welche er für ein neues Subgenus MonO'
phorus nimmt. Bullettino della Soc. malac. italiana III. p. 54.
Dotonidae. Die F^^nilie Dotonidae charakterisirt Bergh Ver-
handl. zool. bot. Gesellsch. in Wien 28 p. 574 folgendermassen :
Forma corporis ut in Aeolidiabus: rhinophoria vaginata, clavo sim-
plici; papillae dorsales uniseriatae, inflatae, tuberculatae, caducae;
anus latero-dorsalis. Margo masticatorius laevis; radula serie denti-
culorum unica vel dentibus medianis et lateralibus; penis inermis.
Verf. ^trennt in dieser Gruppe 2 Gattungen. Doto Oken Radula uni-
seriata, Dotilla Bergh. Erstere mit 15 Arten, letztere mit l Art,
Dotilla pygmaea Bergh.
372 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Aeolidiadae. Bergh setzte seine Beiträge zur Kenntniss der
Aeolidiaden fort. Er bringt die Gattungen Lomanotus Verany mit
5 Arten, Phidiana Gray Bergh mit 6 Arten, wovon Selencae neu,
Caryphella Gray, wovon C. bostoniensis Couth. von Spitzbergen und
Groenland näher beschrieben ist, Favorinus Gray mit F. branchialis
(Doris branchialis 0. F. Müll), Tergipes Aid. Hanc. mit 6 Arten,
F. despectus Johnst ist beschrieben, Hermissenda n. gen. Corpus
gracilius, elongatum; rhinophoria porfoliata, tentacula elongata; pa-
pillae dorsales in series obliquas et transversas, areis compluribus
collatas dispositae; podarium antice angulis elongatis. Margo masti-
catorius mandibulae singula serie denticulorum praeditus; radula
dentibus uniseriatis denticulis elongatis praeditis et cuspide iiifra
serrulato; penis inermis. Dahin H. opalescens Cooper aus dem stillen
Meere. Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien 28 p. 553.
Actaeonidäö. Buccinulus intermedius Angas Proc. zool. soc.
p, 862 pl. 54 flg. 11 von Südaustralien, Aldinga Bay.
Acera. Philine fragilis, eingulata, velutinoides Sars Bidr. Norges
arktiske fauna I. p. 296 tab. 18 fig. 10, tab. 26 fig. 7, tab. 26 fig.
•10 von Norwegen. Mit einer Synopsis der 16 an den Norwegischen
Küsten lebenden Arten der Gatt. Philine.
Utriculopsis densistriata Leche Kgl. Sv. Vet. Akad. Handlingar
XVI. 2 p. 74 tab. 1 fig. 20 von Novaja-Semlja.
Morlet bearbeitete eine Monographie der Gattung Ringicula.
Er liess einige Stücke mit dem Thier in Weingeist von Fischer
untersuchen, der auch die Zunge sah. Nach dieser würde die Gat-
tung mit Philine und Scaphander grosse Aehnlichkeit haben, denen
er sie auch vorläufig anreiht. Er beschreibt dann 25 lebende Arten,
und zwar 16 aus dem Indischen und pacifischen Ocean , 2 von Ost-
america und den Antillen , 3 von Westafrica und 4 von Europa.
Unter ihnen sind neu : B. Savignyi aus dem Rothen Meer , Folini
von Singapore. Journ. de Conchyl. 26 p. 113 — 133. Es folgen dann
ib. p. 251—295 48 fossile Arten.
Boog Watson beobachtete in Madeira das Thier von Ringi-
cula auriculata. Er fand es sehr ähnlich einem Actaeon. Journ. de
Conchyl. 26 p. 312.
Aplysiacea. BoldbeUa californica Stearns Proc. Philadelphia
1878. p. 395 pl. 7 fig. 1, 2 aus der Mulege Bay in Californien.
Äclesia glauca Cheeseman Proc. zool. soc. p. 277 pl 15 fig. 4
von Auckland Harbour, Neuseeland.
Monopleiirobraiichiata.
Plearobranchidae. Pleurobranchus omatus Cheeseman Proc.
zool. soc. p. 275 pl. 15 fig. 1, 2 von Auckland Harbour, Neu-
seeland.
der Molluskeu währPud dos Jahres 1878. 373
Pleurobranchaea novae-zelandiae Cheeseman Proc. zool. soc. p.
276 pl. 15 flg. 3 von Auckland llarbour.
Siphonariacea. Siphonurla albida ATigas Proc. zool. soc. p 314
pl. 18 fig. 14, 15 von Südaustralien.
Dali hat von Liriopa peltoides (Nacella peltoides Carp.) das
Gebiss untersucht , und gefunden , dass die Zungenbewaffnung im
Wesentlichen mit Siphonaria übereinstimmt, v^^ogegen der Kiefer
Abweichungen zeigt. Journ. de Conchyl. 26 j) 68 pl. II. Fig. 6.
Lamellibranchiata.
Posner veröffentlichte seine weiteren Studien über die Kie-
men der abephalen Mollusken , und stellt die Hauptergebnisse in 7
Sätzen zusammen. Die Annahme der Kollmann'schen Theorie des
Gallertgewebes hält er nicht für geeignet, das Verständniss der
Kieme zu fördern. Archiv für mikrosk. Anatomie 14 p. 132 mit
Tafel IX.
Sluiter lieferte Beiträge zur Kenntniss des Baues der Kiemen
bei den Lamellibranchiaten. Er beschreibt die Kiemen von Mytilus
edulis , Donax trunculus, Mactra stultorum, Mya truncata, Venus
Gallina, Ostrea edulis, Solen vagina, Anodonta cygnea. Er schreibt
den Kiemen der Lamellibranchier ein ganz geschlossenes Gefäss-
system zu; er betrachtet sie als Lamellen, entstanden durch ver-
schiederfe Grade von Verwachsung der primitiv getrennten Fila-
mente. Niederl. Archiv für Zoologie IV p. 75.
Peck. The minute structure of the gills of Lamellibranch
Mollusca. Quarterly Journal of microsc. sc. XVII pag. 43—66
pl. 4—7.
Flemming, lieber die Blutzellen der Acephalen und Bemer-
kungen über deren Blutbahn. Archiv mikrosk. Anatomie 15 p. 243
mit Tafel XIV.
Pectmiforniia.
Ostreacea. H. v. Ihering machte interessante Beobachtungen
über Anomia, deren Zugehörigkeit zur Familie der Ostreaceen er
bestätigt, namentlich über die Deutung der Muskeln , die er auch
auf andere Gattungen ausdehnt. Er stellt die Resultate folgender-
massen zusammen: 1. Die Schliessmuskeln der Muscheln, besonders
der hintere, erleiden vielfach eine Differenzirung in zwei morpho-
logisch und physiologisch verschiedene Theile, einen muskulösen und
einen ligamentösen. Letzterer bewirkt als Antagonist des Schalen-
ligameutes den anhaltenden Schluss der Schalen, ersterer besorgt die
plötzliche rasche Schliessung derselben. Die muskulöse Portion be-
374 Tro schel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
steht aus glatten Muskelfasern, in denen zuweilen mehr oder minder
deutlich Querstreifung auftritt. Die Muskelfasern der iigamentösen
Portion zeigen stets einen exquisiten fibrillären Bau. 2. Eine solche
Differenzirung in eine ligamentöse und eine muskulöse Portion findet
sich bei Anoraia, und nur bei ihr, auch im Retractor posterior
pedis , welcher sich an das Schliessknöchelchen anheftet. An dem
genannten Muskel sind beide Schenkel oder Hälften, die rechte so
gut wie die linke, entwickelt. 3. Das Schliessknöchelchen ist das
Product eines besonderen, an der rechten Seite des Körpers gelege-
nen Faltenorganes, welches nach Bau und Lage nicht als Byssusdrüse
in Anspruch genommen werden kann. Zeitschr. für wiss. Zoologie
80 Suppl. p. 12—26 Tafel IL
Aus einem Aufsatze von W int her über die Austern -Cultur
in Dänemark (1876) ist in Annais nat. bist. L p. 185 ein Auszug
über die geographische Verbreitung der gewöhnlichen Auster abge-
druckt.
Nucalacea. Nucula micans Angas Proc. zool. soc. p. 864 pl.
54 fig. 16 von Südaustralien.
Leda {Ädrana) Newcomhi Angas Proc. zool. soc. p. 314 pl. 18
fig. 16, 17 von Navy Bay, Aspinwall.
Toldia angulata Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 134 von der Westküste Africas.
Ärcacea. Leidy beobachtete in grosser Menge an der san-
digen Küste von New Jersey die Mactra solidissima, die häufig mit
runden Löchern nahe dem Wirbel von Natica heros durchbohrt war.
Im Nahrungsschlauch fand er zahlreiche Diatomeen, die vorzugsweise
die Nahrung der Muschel zu bilden scheinen. Proc. Philadelphia
1878 p. 332.
Änomalocardia striatella Tapparone Canefri Annali Mus. civ.
di Genova IX p. 292 von Sorong.
Barbatia Paulucciana Tapparone Canefri ib- pag. 292 von
Sorong.
I^ucimformia.
Aviculacea. Avicula fäleata Tapparone Canefri Annali Mus.
civ. di Genova IX p. 291 von Sorong.
Najades. Braun hat durch Experimente an Fischen und An-
odonten in einem Aquarium dargethan, dass die jungen Larven der
Anodonten, wenn sie aus den Kiemen ausgestossen sind, sich an die
Fische ansetzen und sich daselbst encystiren. Die aus den Kiemen
ausgestossenen Muschellarven liegen auf dem Rücken mit weit offe-
ner Schale und langem Byssusfaden. Es ist anzunehmen, dass letz-
terer an den Fischen anklebt, wodurch die Larve durch Contractioneu
der Mollusken während des Jahres 1878. 375.
oder Verkürzen des Fadens so nahe an die Haut des Fisches ge-
langt, dass sie dieselbe fassen kann, wo sie sich dann die Schalen-
aufsätze wie Krallen einschlagen. Eine locale Wucherung der Fisch-
haut umschliesst schon nach 2 bis 3 Tagen die Muschellarve völlig,
so dass sie zu einem Parasiten in der Haut der Fische geworden
ist. Der einzige Schliessmuskel der Larve schwindet, und es kommt
am 17. Tage nach der Anheftung zur Neubildung der beiden blei-
benden Schliessrauskeln. Die Kiemen bilden sich als faltenartige
Erhebungen, ebenso die Mundlappen, jederseits nur einer, der kurz
vor dem Verlassen der Cyste in zwei Zipfel auswächst. Der Fuss
erhebt sich als ein kleiner Kegel aus der Mitte der Larve und be-
kommt vor dem Aufhören des parasitischen Zustandes die Zungen-
form des ausgebildeten Fusses. Der embryonale Mantel, den Verf.
vorläufig als ein Organ zur Lösung und Resorption des gefassten
Stückes des Flossenstrahls betrachtet, schwindet, und der eigentliche
Mantel bildet sich ganz neu. Beim Austreten aus der Cyste hat das
Thierchen alle Organe bis auf die Geschlechtsorgane. Schon nach
acht Tagen begann das Randwachsthum der Schale. Phys. med.
Gesellschaft zu Würzburg, 4. Mai 1878; Zool. Garten 19 p. 161,
Jahrb. D. malak. Ges. V p. 307. Vergl. auch einen Bericht über
diese Arbeit von Blanchard Revue internationale des sciences l.
p. 636.
Schierholz fügt den Untersuchungen von Braun über die
Entwickelungsgeschichte unserer Süsswassermuscheln einige Bemer-
kungen hinzu. Die Larven von Anodonta, nachdem sie vom Mutter-
thier ausgestossen sind, und sich mittelst ihrer Haken an Fischen
befestigt haben, schiessen in der Richtung nach dem Fisch eine An-
zahl langer spitzer Stacheln aus sich heraus, die vermuthlich einen
Reiz auf die Fischhaut hervorrufen, damit diese durch die Zell-
wucherung die später schmarotzende Larve einschliessen kann. Er
giebt ferner an, dass der einzige embryonale "Schliessmuskel nicht
vollständig verloren geht, wie Braun meint, sondern morphologisch
dem späteren vorderen entspricht. Einige Berichtigungen der
Braun'schen Auffassung möge man in der kurzen Abhandlung selbst
nachsehen. Zeitschr. für wiss. Zool. 31 p. 482.
Lewis macht darauf aufmerksam, dass Unio subrostratus Say
wohl nicht mit U. iris Lea identisch sei. Er findet vielmehr die
Männchen von'U. Nashvillianus der Beschreibung Say's entsprechend.
Proc. Philadelphia 1878 p. 273.
Uiiio Tootei Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal 45 p. 187
pl. 14 fig. 9 aus dem Fluss Kistna.
Weatherby verkündet vorläufig, dass Margaritana dehiscens
Say von den übrigen Arten der Gattung ganz abweicht. Diese Art
scheint zur Gattung Leptodea Raf. zu gehören; sie zeigt Charaktere,
•376 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
welche sie mit den südamerikanischen Mycetopus zu verbinden
scheint. The American Naturalist XII. p. 254.
Mytilacea. Modiolaria coralUna Tapparone Canefri Aunali
Mus. civ. di Genova IX. p. 291 von Sorong.
Modiolarcidae. Kidderia n. gen. Dali Bull. U. S. National
Museum III. p. 46. Schale klein, byssustragend, mit zwei kleineu
Schlosszähnen an jeder Schale, und einem theilweise inneren Liga-
ment angeheftet an einem mehr oder weniger vorspringenden Fort-
satz an dem inneren Schlossrande jeder Schale. Mantelhnie einfach.
K. minuta von Kerguelensland.
Ästartidae. Actinoholus Africanns Marrat Quarterly Journal
of Conchology I. p. 382 von Westafrica.
Cardita astartoides Martens Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde
zu Berlin p. 25 von Kerguelen.
Crassatella africana Marrat Quarterly Journal of Conchology
I. p. 382 von Westafrica.
Leptonidae. Lepton parasiticum Dali Bull. U. S. National
Museum III. p. 45 von Kerguelensland. — L. lepisma Mouterosato
Journ. de Conchyl. p. 314 von Algier. — L. australis Angas Proc.
zool. soc. p. 863 pl. 54 fig. 14 von Südaustralien.
Tellimya nivea Sars Bidr. kundskaben om Norges arktiske
fauna I p. 71 tab. 20 fig. 2 von den Lofoten. T. ovalis Sars ib. p.
341 tab. 33 fig. 1 ebendaher.
Ungulinidae. Axinopsis u. gen. Sars Bidr. til kundskaben om
Norges Arktiske Fauna I. p. 63, Unterscheidet sich von Axinus
durch die starke Schlossleiste und einen Schlosszahn in jeder Schale.
A. orUcidata tab. 19 fig. 11 von Norwegen.
Lacinacea. Lucina citrina und rosea Angas Proc. zool. soc. p.
860 pl. 54 fig. 5, 6, letztere von Natal. — L. (Codakia) Tatei Angas
ib. p. 863 pl. 54 fig. 15 von Südaustralien.
Lucina Schrammi Crosse ist Journ. de Conchyl. 26 p. 328 pl.
X Fig. 6 abgebildet.
Veneriformia.
Cycladea. Sphaerium Primeanum Oregon, californicum Cali-
fornien Clessin Malak. Bl. 25 p. 122 Taf. V. Fig. 1, 2.
Pisidkm Foulseni Clessin Malak. Bl. 25 p. 124 Taf. 5 Fig. 6
aus Dänemark, — P. Bomhayanum aus Indien, Nevillianum von Rurki
und Athinsonianum aus Sikkim Theobald Journ. Asiat. Soc. of Ben-
gal 45 p. 188. — P. hijdaspicola Theobald ib. 47 p. 147 aus
Kashmir.
Clessin setzte in Küster's Conchilicn-Cabinet die Monographie
der Gattung Corbicula von Nr. 50—119 fort. Als neu werden be-
schrieben: C. umhonata ohne Vaterlandsangabe, Jickeli aus Afrika,
der Mollusken während des Jahres 1878. 377
ovata aus China, Hohenackeri vom Caucasus, nüotica Nil, surinamica
Südamerika, picta Ostindien, inflata Ostindien, javana Java, violacea
Ostindien, elongata 'Phihipipinen, sulcata Jüys,, glahra, MrtHew.su Japan,
Beiniana Japan, Boenitziana Japan.
Temple Prime beschrieb eine neue Art Corbicula MoUkiana
von Sumatra, und fügte daran die Beschreibungen von Cyrena pul-
lastra Mörch, Velorita parvula Prime, Batissa laevigata Schum.,
Pisidium Steenbuchii Moll., die auch sämmtlich abgebildet sind.
Bull. Mus. Compar. zoology Vol. V. Nr. 4 p. 43 pl. II. — Prime
fügt daran eine Uebersicht der Litteratur über die Anatomie der
Corbiculadae, und übersetzt die Anatomie von Cyclas (Sphaerium)
Cornea nach Jacobson, welche 1828 in dänischer Sprache erschienen
war. Ib. Nr. 4 p. 47 pl. III.
Reinhard unterscheidet unter den Japanischen Corbicula 6
Arten, C. strarainea Reinh. , Sandai R., biformis R., fuscata Lam.,
ovalis Prime und pexata Prime, die alle abgebildet sind. Jahrb. D.
Malak. Ges. V. p. 185 Tafel VI.
Corbicula saharica Fischer Journ. de Conchyl. 26 p. 77 pl. II.
Fig. 1.
Veneracea. Venus joenia Benoit et Grillo Bulletino della Soc.
malac. italiana'III. p. 61 von Sicilien.
Tellinacea. TdUna Wrobleivskyi Bock Proc. zool. soc. p. 727
pl. 46 fig. 1, 2 aus China.
Semele Hanleyi aus Japan, aphrodite aus China, aspasia und
phryne Angas Proc. zool. soc. p. 859 pl. 54 fig. 1 — 4.
Leidy fand bei Cap May N. J. in grosser Menge Donax fos-
sor Say, welcher sich schnell in den Sand einbohrt. Er beherbergt
viele Parasiten, namentlicli in der Leber Larven von Distomum
cornifrons, die sich wahrscheinlich in Wasservögeln, denen die Mu-
schel als Nahrung dient, weiter entwickeln. Proc. Philadelphia p. 382.
Capello, Description du genre Galatea du Bengo et du Quanza.
Lisbonne 1878 4 ». 15 Seiten mit 2 Tafeln. Das Museum in Lissa-
bon erhielt zwei Arten aus dem Fluss Bengo , Galatea Bengoensis
und Cumingii Dkr., 4 Arten aus dem Fluss Quanza, G. laeta Phil,
und vier neue Arten: G. Bocagii pl. I Fig. 8 und pl. II Fig. 2 — 4.,
pseudoradiata, Äyuiarii, Quanzae.
3Iysella donaciformis Angas Proc. zool. soc. p. 863 pl. 54 ng.
13 von Südaustralien.
Ptaolacliformia.
Änatinacea. Neaera subtorta uud glacialis Sars Bidr. til
kundsk. om Norges arktiske fauna I. p. 87 tab. 6 fig. 6 und 8 von
Norwegen.
378 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Go.rbulacea. Gorhula fortisulcata Smith Proc. zool soc. p. 819
pl. 50 fig. 23, Südsee. — C. Haastiana Hutton Journ, de Conchyl.
26 p. 44 von Neuseeland.
Saxicavacea. Robertson spricht von der Reparatur der
Schale, welche Saxicava rugosa angewendet hat. um die von Schnecken
gebohrten Löcher durch die Schale von innen wieder zu schliessen.
Proc. nat. bist. soc. of Glasgow IIL p. 198.
Fholadacea. Gibbons fand Pholas crispata L. bei Aberdeen
in Gneiss bohrend. Quarterly Journal of Conchology I. p. 369.
BracMopoda.
Gwyn Jeffreys berichtete über die Brachiopoden der euro-
päischen Meere, 22 Arten, darunter neu: Terebratula tüberata, tri-
gona, suhquadrata, Ehynchonella sicula Seguenza. Zwölf Arten sind
abgebildet. Proc. zool. soc. p. 393.
Terebratula arctica Friele Nyt Magazin for Naturvidensk. 24
p. 221 Taf. I. Fig. 1 von Jan Mayen.
Friele beschrieb die Entwickelung der Schalenapophysen bei
Waldheimia cranium und septigera. Archiv for Mathematik og Na-
turvidenskab 1877.
Tunicata.
Ascidiae. Heller bildete 7 Tunicaten der k. k. österreich-
ungarischen Nordpol-Expedition ab: Cliona intestinalis L., Cynthia
aggregata Müll., Cynthia rustica L., Didemnum sp. und Leptoclimim
spec. Denkschriften der Wiener Akademie 35 p. 43 Tafel I Fig.
6—10.
Heller beschrieb 30 neue Arten von Tunicaten aus verschie-
denen Meeren, und konnte sich von der ausserordentlichen Gleich-
förmigkeit der Gruppe in den verschiedenen Meeren überzeugen,
indem säramtliche Arten zu Gattungen gehören, die auch in unseren
Meeren ihre Repräsentanten haben. Wiener Sitzungsber. 77 p. 83«
Die neuen Arten sind die folgenden:
Ascidia canaliculata fig. 1 vom Cap, caudata Fig. 2 vom Cap,
depressiuscula Fig. 3 von Ceylon, incrassata Fig. 8 vom Cap, inter-
rupta Fig. 9 von Jamaica, prostrata Fig. 4 von Jamaica.
Ehodosoma seminudum Fig. 5 von Jamaica, Cynthia stolonifera
Fig. 10 vom Cap, laevigata Fig. 11 von Jamaica, arcuata Fig. 12
von Neu-Süd-Wales, praeputialis Fig. 16 und 22 von Sidney, pallida
Fig. 17, 18 von Mauritius, Jamaica, Palau, Tahiti, grandis Fig. 26
von Sidney.
der Mollusken während des Jahres 1878. 379
Microcosmus affmis Fig. G von Neuholland , exasperatus Fig.
19 von Jamaica, variegatus Fi^r. 27 von den Antillen, distans Fig.
20 von Jamaica und Neu Süd Wales, oUgophyllus Fig. 21 vom Cap.
Folycarpa nigricans Fig. 23 von Mauritius, niollis Fig. 24
ohne Vaterlandsangabe, tumida Fig. 15 von Jamaica, obscura Fig.
28 aus der Bassstrasse, Samoa, Stimpsoni Fig. 29 von Sidney, pedun-
culata Fig. 30 aus der Bassstrasse, nebulosa Fig. 25 von Bowen, elata
Fig. 31 von Bowen.
Styela pupa Fig. 13 vom Cap , arcolata Fig. 14 vom Ceylon,
humilis Fig. 7 von Neuseeland.
Boltenia gibbosa Fig. 32 aus der Bassstrasse.
Heller hat in der dritten Abtheilung seiner Untersuchungen
über die Tunicaten des Adriatischen und Mittelmeeres in den Wiener
Denkschriften 37 p- 241 die Cynthien bearbeitet. Er theilt die Gat-
tung Cynthia Sav. in zwei Gattungen: Microcosmus n. gen. mit
einfacher glatter Rückenfalte, dahin M. vulgaris (Cynthia microcos-
mus), polymorphus n. sp,, scrotum Delle Chiaje und claudicans Sav.;
Cynthia s. str. mit Fortsätzen an der Rückenfalte, dahin C. papu-
losa L., scutellata n. sp., dura n. sp., und squamulosa Alder. Auch
Styela wird in zwei Gattungen getheilt, bei Styela s. str. Sav. bil-
den die Geschlechtsdrüsen einfache oder gelappte längliche Schläuche,
St. canopoides und gyrosa (Cynthia verrucosa Phil.); bei Polycarpa
bilden sie zahlreiche rundliche oder längliche Säckchen im Peri-
branchialraume und der Darmkanal hat einen abweichenden Verlauf,
dahin P. varians (Cynthia polycarpa Sav.), tuberosa Macg., gracilis
n. sp., sabulosa n. sp., discoidea n. sp. , glomerata Alder. Ferner
werden beschrieben Gymnocystis ampulloides v. Ben., Molgula oc-
culta Kupffer, impura n. sp,, appendiculata n. sp. Alle sind auf
den zugehörigen 7 Tafeln abgebildet.
Macleay sah Ascidien sich auf dem Boden bei der Ebbe be-
wegen, so dass sie auf dem feuchten Sande eine Spur hinterliessen.
Proc. Linn. Soc. New South Wales III. p. 54.
Salpae. Salensky, Ueber die Entwicklung der Hoden und
über den Generationswechsel der Salpen. Verfasser kritisirt die An-
gaben und Ansichten von Kowalewsky, Todaro und Brooks. Für
die Entwickelung der Hoden gibt er folgendes Bild : In einem ziem-
lich jungen Zustande der Entwickelung der Salpenketten bildet sich
am hinteren Ende des Salpenkörpers ein Zellenhaufen, welcher später
immer mehr und mehr nach vorn wächst, den Hinterdarm umhüllt
und eine hodenbildende Schicht darstellt. Aus den Seitentheileu
dieser Zellenschicht bilden sich die Hoden, während der obere und
untere Theil derselben, welche der oberen und unteren Wand des
Hinterdarms anliegen, bei der Bildung der Hoden keine Rolle spielen;
wahrscheinlich schwinden sie später vollkommen. Die Entwicklung
der Hoden steht in keinem Verhält niss zu dem Elaeoblast und des-
380 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte etc.
wegen kann dieses letztgenannte Organ keineswegs als Homologen
der Hoden betrachtet werden. Darauf geht Verfasser zu der Be-
sprechung der Frage über , ob die Entwickelung der Salpen zum
Typus des Generationswechsels gehöre, oder ob dieselbe an irgend
eine andere Fortpflanzungsart angereiht werden müsse? Er resultirt:
Da die solitären Salpen keine Geschlechtsorgane besitzen, so haben
wir keinen Grund, dieselben als Geschlechtsformen zu betrachten,
wir haben ebenfalls keinen Grund, die Eier der Kettensalpen als
den solitären Salpen angehörende und aus denselben in die Ketten-
salpen übergehende Gebilde anzusehen, und wenn die solitären Sal-
pen die ungeschlechtlichen, die Kettensalpen die geschlechtlichen
Generationen sind, so stellt die Fortpflanzung der Salpen eine typische
Form des Generationswechsels dar. Zeitschr. für wiss. Zoologie 30.
Supplement p. 275, Taf. XHI.
Mosel ey beschrieb zwei neue Tiefsee -Ascidien, die zugleich
zwei neue Gattungen bilden, und die bei der Challenger-Expedition
erlangt wurden: Uypohythius cälycodes ausgezeichnet durch eine
Reihe Kuorpelplatten in dem sonst weichen Mantel, aus einer Tiefe von
2900 Faden im nördlichen pacifischen Ocean. — Otacnemus hy-
thius von achtstrahiiger Form ; der Kiemensack ist flach, fast hori-
zontal und ohne Netzwerk ; eigenthümliche Entwickelungen des
muskulösen Mantels sind in 8 conische Vorsprünge verlängert , die
Eingeweide sind zu einem kleinen runden Nucleus zusammengezogen,
wie bei Salpa; aus einer Tiefe von 1070 Faden, bei den Schonten
Inseln. Transact, Linnean Soc. of London I. p. 287.
Hart mann machte Mittheilungen über Appendicularien, die
er lebend im Lunnevik zu Gäsö beobachtete. Er fand sie ziemlich
ähnlich mit OikoxDleura spissa Fol, und behält ihnen, falls sie sich
als neue Form erweisen sollten, den Namen Oikopleura Mdlmi vor.
Sitzungsber. Ges. Naturf. Freunde zu Berlin p. 97. — Reichert
bemerkte dazu, ib. p. 101, dass der Schwanz dieser Appendicularie
ganz ausserordentlich mit dem Schwänze der Botryllus-Larven über-
einstimme.
¥
Bericht über die Leistungen in der Naturgescinchte
der Vögel während des Jahres 1878.
Von
August von Pelzein
in Wien.
In hohem Grade erfreulich ist der Reichthum an werth-
vollen Beiträgen zur Förderung der Ornithologie, welche
diese Wissenschaft im Laufe des Jahres 1878 erhalten hat.
Neue abgeschlossene Werke sind: Wallace, Tropical
Nature und Anderson: Yunnan Expedition.
Begonnen wurden: Legge: Birds of Ceylon, v. Rosen-
berg: Malayischer Archipel, Reich enow, Vogelbilder aus
fernen Zonen, Giglioli Iconografia dell' Avifauna italiana.
Neue periodische Schriften: Schlegel: Notes from
the Leyden Museum, Carus, Zoologischer Anzeiger, We-
stern Oologist (Milwaukie), Schleswig-Holsteinische Blätter
für Geflügelzucht, Oesterreichisch- ungarische Blätter für
Geflügel- und Kaninchenzucht, Monatschrift des Deutschen
Vereins zum Schutze der Vogelwelt (Neue Folge der Mo-
natsber. des Sächsisch-Thüringischen Vereins f. Vogelkunde.
Dem im vorjährigen Verzeichnisse von Zeitschriften ist
beizufügen: Leipziger Blätter für Geflügelzucht, Organ des
Verbandes mitteldeutscher Vereine Red. E. W. Fritzsch
3. Jahrg. 1878.
Fortgesetzt wurden: Dresser: Birds of Europe, Du-
bois Faune de Belgique, Milne Edwards et Grandi-
382 P elzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. NaturgescMchte
dier Ois. de Madagascar, D. G. Elliot Monograph of the
Bucerotidae, Shelley Monograph of the Cinnyridae, Gouid
Birds of New Guinea, Maynard Birds of Florida, Dr. A.
D.Meyer Mittheilungen aus dem zoologischen Museum zu
Dresden, Dr. Brehm Thierleben 2. Aufl., Dr. Russ Fremd-
ländische Stubenvögel, Baldamus Illustrirtes Handbuch der
Federviehzucht. — Von Gould's Birds of Asia ist Ref. in
diesem Jahre keine Lieferung zugekommen.
Ihren Abschluss haben gefunden: Mulsant Hist. nat.
des Oiseaux mouches, G. D. Rowley Ornithological Miscel-
lany, StiUker die Alpenvögel der Schweiz, beide letztere
durch Krankheit und Tod des Verfassers, v. Riesen thal,
Raubvögel Deutschlands.
Die Wissenschaft hat den Verlust zahlreicher und
hervorragender Vertreter zu beklagen, welche ihr der Tod
im Laufe des Jahres 1878 geraubt hat, den um die Orni-
thologie so hoch verdienten Präsidenten der Zoological So-
ciety in London Marquis of Tweeddale, den ausgezeich-
neten Forscher Prof. Giuseppe Bianconi in Bologna, Mr.
Andrew Anderson, der für die indische Ornis so viel ge-
leistet hat, Mr. G. D. Rowley, den Herausgeber von Orni-
thological Miscellany, den jugendlichen strebsamen Dr. F.
Brüggemann, den trefflichen Kenner der Schweizer
Vogelwelt Dr. C. Stölker, Dr. W. F. G. Behn, bekannt
durch seine Reisen in Südaraerica, Mr. W. Chapman He-
witson, Mr. Ch. Pickering, den Naturforscher auf Adm.
Wilkes Unit. St. Exploring Expedition 1838— 1842, die ver-
dienten Reisenden Ernst Freiherrn von Bibra, J. J. Mon-
teiro (t zu Delagoa Bay), E. C. Buxton (f auf der Niger-
reise), die Africa-Reisenden Schweizer, Höpfner, H. Durn-
ford (t in Bolivien), F. Hübner (f auf einer Insel der Duke
of York Gruppe) und den berühmten Präparator Hermann
Ploucquet.
Nachruf an Mr. R. Swinhoe Ibis 125, Mr. A. Ander-
son ib. 492, H. Durnford ib. 493, E. C. Buxton ib. 493.
Dr. A. Girtanner zur Erinnerung an med. Dr. Karl
Stölker St. Gallen 1878.
v. Tschusi Nachruf an Dr. med. Carl Stölker Mitth.
Orn. Ver. Wien 88.
der Vögel während des Jahres 1878. 888
Allgemeines.
Zoological Record for 1876. Edited by E. C. Rye
London 1878 Aves by 0. Salvin. Sehr reichhaltig und
trefflich bearbeitet.
Carus Zoologischer Anzeiger 1878.
Rundschau im Ornith. Centralblatt 1878 (Dr. Reiche-
now, H. Schalow, Dr. Blasius etc.)
Dr. P. P. C. Hoek, Die Zoologie in den Niederlan-
den, die im Laufe des Jahres 1877 erschienenen Arbeiten
im Niederl. Arch. f. Zool. (herausgegeben von C. V. Hoff-
mann) IV 1878 Aves S. 263.
V. Tschusi Bibliographia ornithologica (der österr.
ung. Monarchie vgl. Europa).
Dr. Reichenow und H. Schalow Biographische No-
tizen über Ornithologen der Gegenwart Ornith. Centralbl.
115, 139.
Bericht über die (III.) Jahresversammlung der allge-
meinen deutschen ornithologischen Gesellschaft zu Berlin,
abgehalten zu Berlin am 3.-6. October 1878. Journal für
Orn. 357.
Rules for Zoological Nomenclature drawn up by the
late H. E. Strickland (assisted by many Zoologists, Bri-
tish and Foreign) at the instance of the British Association.
Edited by P. L. Sclater London 1878. 8.
E. D. Cope, Report of the Committee of the American
Association of 1876 on Biological Nomenclature Americ.
Naturalist 1878. 517.
A. Hume, Notes on Nomenclature III Stray Feath.
Vn 124.
A. Hume, Polemisches über Nomenclatur ib. 521.
Pelz ein, Von H. Grafen Marschall angeregte Auf-
forderung wegen zoologischer Nomenclatur Verh. zool. bot.
Ges. Wien XXVIII Sitzgsber. 39.
Dr. F. Low, lieber den Gebrauch der Autor-Namen
Verh. zool. bot. Ges. Wien XXVIII Sitzgsber. 54.
Dr. Kutter, Betrachtungen über Systematik und
Oologie vom Standpunkte der Selectionstheorie Journ. für
Orn. 300 (Schluss, siehe Jahrg. 1877 396.)
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. Z
384 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
W. V. Nathusius, Abgrenzung der Ordnung der
Oscines von den Clamatoren, Scansoren und Columbiden
durch die Struetur der Eischalen. Zeitschr. f. wissensch. Zool.
2 ser. XVIII. 69.
Joh. Müller, On certain Variations in the Vocal Or-
gans of the Passeres that have hitherto escaped notice,
the translation by F. Jeffrey Bell. Edited, with an Appen-
dix by A. H. Garrod 4. Oxford 1878 mit Tafeln.
Gadow, Ueber Systematik der Vögel mit besonderer
Berücksichtigung der Splanehnologie Journ. f. Orn. 367;
über Pterylographie ib. 369.
A. Macalister, An Introduction to the systematic
Zoology and morphology of Vertebrate Animals. Dublin
1878. 8.
F. Lescuyer, Les Oiseaux dans les harmonies de la
nature 2 edit. Paris 1878. 8.
F. Lescuyer, Introduction a l'etude des Oiseaux
Paris 1878. 8.
Lescuyer, Etüde sur les Oiseaux, Architecture des
nids 2 ed. rev. et augm. Bar le Duc, Paris 8.
Lescuyer, Langage et chant des oiseaux Bar le
Duc, Paris 1878. 8.
G. Dawson Rowley, Ornithological Miscellany XII,
XIII, XIV (Conclusion S. 251) dann Titel, Index etc.
Schlegel, Notes from the Ley den Museum N. I— XII
(?) 1878.
Dr. A. ß. Meyer, Mittheilungen aus dem zoologischen
Museum zu Dresden Hft. 3. fol. 1878.
Von der Revue d. Zoologie sind Ref. nur Nro. 1—10
zugekommen.
R. Owen, Memoirs of the Exstinct Wingless Birds
of New Zealand with an Appendix on those in England,
Australia etc. London 1878. 4.
E. Oustalet, Description de quelques esp^ces nou-
velles de la collection ornithologique du Museum d'hist.
nat. Bull. Soc. Philomat. Paris 7 Ser. I N. 3 1877.
Cabanis, Besprechung von Sharpe Catal. Birds Brit.
Mus. III Journ. f. Orn. 100.
der Vögel während des Jahres 1878. 885
Dr. Weyenbergh, Instrucciones generales pora la Gaza
Zoologica Periodo Zoologico Soc. Zool. Argentina II 47.
A. R. Wallace, Tropical Nature and other Essays
London 8 1878 (auch über geograph. Verbreitung und geo-
logische Veränderungen).
Dr. Brehm, Thierleben 2. Aufl. 2 Abth. Vögel 1. Bd.
mit 140 Abbild, und 17 Tafeln. Leipzig 1878. 8.
lieber R. Swinhoe's Sammlung Ibis 492.
Dr. R. Blasius, Ueber eine Sammlung algierischer
Vögel und Eier des Capit. Loche, welche in den Besitz
des Grafen Turati übergegangen ist. Journ. f. Orn. 364.
Pelzeln, Ueber die Acquisitionen der ornithologischen
Sammlung des Kais. Museums während des Jahres 1877
Mitth. orn. Ver. Wien 22.
E. von Homeyer, Ueber die Sammlung des Majors
von Kirchhoff (Anführung seltener Stücke) Ornith. Cen-
tralbl.) 31.
A. F. Wiener, Die Vogelsammlung im Museum zu
Brighton Gefied. Welt 66.
Alfred von Reumont, Biographische Denkblätter.
Nach persönlichen Erinnerungen. Leipzig 1878 (darunter
Karl Freiherr von Hügel und seine Reisen vgl. Wiener
Abendpost 25. und 26. Juni 573, 578).
Reports on the Collections of Birds made during the
Voyage of H. M. S. „Challenger" (vgl. Bericht f. 1877 5, 31
u. 78). Nr. IV. On the Birds of Tongatabu, the Fiji Is-
lands, Api (N. Hebrides) and Tahiti By Dr. 0. Finsch Proc.
Z. S. 1877 S. 723 Nr.V. On the Laridae by HowardSaun-
ders ib. 794, Nr. VI. On the Birds of Ternate, Amboyna,
Banda, the Ke Islands and the Aru Islands. By T. Sal-
vadori Proc. 2, S. 1878. 78., Nr.VIL On the Birds of Cape
York and the neighbouring Islands, (Raine, Wednesday and
Borby Islands.) By W. A. Forbes ib. 120, Nr. VIII. On
the Birds of the Sandwich Islands. By P. L. Sclater
ib. 346 , Nr. IX. On the Birds of Antartic America By
P. L. Sclater and 0. Salvin ib. 431, Nr. X. On the Birds
of the Atlantic Islands and Kerguelens Land and on the
Miscellaneous Collections by P. L. Sclater ib. 576, Nr. XL
On the Steganopodes and Impennes. By P. L. Sclater and
386 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
0. Salvin ib. 650, XII. The Proceliariidae. By 0. Sal-
vin ib. 735.
E. Fr i edel, Thierleben und Thierpflege in Irland
Zool. Garten 1. Dublin und der Osten 271. b. die Stadt
339, 366.
E. Friedel, Zoologisches von Paris Zool. Gart. 303.
Dr. W. Stricker, Zur Geschichte der Kurfürstlich
Sächsischen und Königlich Polnischen Menagerie in Dresden
Zool. Garten 244.
Cordeaux, Birds striking the Lanterns of Light
houses Zoologist III Nr. 16. 132.
Adams and Giacomelli, The Bird-world descr.
with pen and pencil N. York 1878. 8 lUustr.
L. Paolucci, II canto degli Uccelli, Note di Fisio-
logia e Biologia Zoologica in rapporto alla scelta sessuale
e alla lotta per l'esistenza Milano 1878. 8.
J. A. Allen, An inadequate Theory of Birds - nests
Bullet. Nuttal Ornith. Club. III 23.
A. G. Butler, Inability of Birds to distinguish eggs
Zoologist II N. 21. 340.
Die Macht des Beispiels in der Vogelwelt Gefied. Welt
181 u. 194. Zusatz von Dr. Russ.
E. Rüdiger, Ueber die Grenzen der Nestgebiete
ib. 291.
A. F. Wiener, Einfluss der Witterung auf die Vögel
ib. 302.
J. Vian, Causeries ornithologiques (Puffin manks, P.
yelkouan, P. obscur; P. baroli, Fuligule milouinan, F. mi-
louinette) Bullet. Soc. Zool. France III 54.
Ph. L. Martin, Die Praxis der Naturgeschichte 3.
Theil. Naturstudien erste Hälfte mit einem Atlas von 12
Tafeln gezeichnet von L.Martin jun. 1878. gr. 8. Weimar.
Crusius, Etymologische, ornithologische Plaudereien
Gefied. Welt 185.
Jütte, Volkssagen aus der Vogelwelt (Schluss)Zeitschr.
d. ornith. Vereins in Stettin II. 12.
Th. ß. Die gefiederte Welt der Perser in Sage und
Dichtung Gefied. Welt 477.
L. v. Loczy, Die Liczkowaer Höhle. Eine vorge-
der Vögel während des Jahres 1878. 387
schichtliche Höhlenwohnung. Budapest 1878. 8. (Knochen
einer Ente, Gans und eines hühnerartigen Vogels.)
Albinism in Birds Nature 1878 Herbert W. Page 540,
E. Balfour 568, W. Lyall ib.
E. Rüdiger, Farbenwechsel der Vögel. Gefiederte
Welt 475.
Karl Müller, Betrachtungen über den Federwechsel
der Stubenvögel Zool. Garten 317.
Th. Studer, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der
Feder Zeitschr. f. wisg. Zool. XXX. 1878. 421 t. 25, 26 beson-
ders über Federn der Spheniscidae und Megapodidae (M.
Freycineti auch Ei) und Dromaeus Novae Hollandiae.
Monteil, Etüde sur le vol naturel et nouvelle theorie
generale. Vannes impr. Galles. 1878. 9 taf. (Bullet. Soc.
philomat. du Morbihan) 1878. 1. semestre.
H. Strasser, Zur Mechanik des Fluges Arch. f. Anat.
u. Entwickl. 1878. Hft. V5 319 1 Taf. u. 4 Holzschn.
R. Blas ins, Ueber die anatomischen Arbeiten seines
Bruders Dr. W. Blasius Journ. f. Orn. 369.
M. C. Dareste, Recherches sur la production arti-
ficielle des monstruosites ou essais de teratologie experi-
mentale Compt. rend. par. M. M. Girard Rev. de Zool.
1878. 104.
J. C. de Man, Mededeeling over eenige Monstra af-
konftig uit de Rotterdamsch Diergaarde in Tijdschr. Nederl.
Dierkundige Vereeniging III. Deel 4 Afl. 1878. 153 (einge-
schlossenes Ei einer Cochinchina Henne u. s. w.)
W. K. Parker, On the Skull of the Aegithognathous
Birds Part II Transact. Z. S. London Vol. X. P. 6. 1878.
251 t. 46-54.
W. K. Parker, On the structure and development of
the skull of the common snake (Tropidonotus natrix) in Proc.
Roy. Soc. Vol. XXVIL Nr. 185. 13. Vergleich mit den
Vögeln.
A. Goette, Zur Entwicklungsgeschichte des Glied-
massen-Skeletes der Wirbelthiere (Hühnchen) Carus Zool.
Anzeiger 1878. 246.
St. George Mivart, Abstract of a Memoir entitled:
388 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Notes on the Fins of the Elasmobranchs with considera-
tions on the Nature and Homologies of Vertebrate Limbs
Proc. Z. S. 116 (auch für die Ornithologie von Interesse).
St. George Mivart and R. Clark e. On the sacral
Plexus and sacral Vertebrae of Lizards and other Verte-
brata Transact. Linnean Soc. London 2 ser. Zool. Vol. I.
P. VII 1878 513 t. 66, 67.
M. Fürbringer, Zur vergleichenden Anatomie und
Entwicklungsgeschichte der Excretionsorgane der Verte-
braten in Gegenbauers Morpholog. Jahrb. IV 1878 1 t.
1—3.
H. V. Ihering, Das peripherische Nervensystem der
Wirbelthiere als Grundlage für die Kenntniss der Regio-
nenbildung der Wirbelsäule. Mit 5 Taf. u. 36 Holzschn.
Leipzig 1878. 4.
A. H. Garrod, Notes on the Anatomy of Passer ine
Birds Part IV Proc. 2 S. 143.
L. Maggi, Süll apertura del foro del Botello nel
cuore di Uccelli a completo sviluppo. Atti Soc. Ital. Sc.
nat. Vol. 21.
C. K. Hoffmann, Zur Anatomie der Retina III.
Ueber den Bau der Retina bei den Vögeln. Niederl. Arch.
f. Zoologie (herausgegeben vonC. V. Hoffmann) III 1877
217 t. 14.
D. de Jonge, Ueber das Secret der Talgdrüsen der
Vögel und sein Verhältniss zu den fetthaltigen Hautsecreten
der Säugethiere, insbesondere der Milch. Vorlauf. Mitth.:
Zeitschr. f. physiologische Chemie II 1878. 156.
Cadiot, Developpement de la portion cephalo-thora-
cique de l'embryon des Vertebr^s Compt. rend. Acad. Paris
LXXXVII. 277.
F. M. Balfour, On the structure and development
of the Vertebrate Ovary Quart. Journ. microsc. Sc. Vol. XVIII
383 with 3 pl.
0. Hertwig, Beiträge zur Kenntniss der Bildung,
Befruchtung und Theilung des thierischen Eies. 3. Th. in
Gegenbauer's Morpholog. Jahrb. IV 1878 156 et 177 t.
1-5, 9-n.
Dr. Raub er, Ueber die erste Entwicklung der Vögel
der Vögel während des Jahres 1878. 389
und die Bedeutung der Primitivrinne Sitzgsber. d. naturf.
Gesellsch. zu Leipzig III 1876. 8.
E. Gasser, Der Primitivstreifen bei Vogelembryonen
(Huhn und Gans) 1878. Mit 10 Taf. Cassel 1879 auch unter
dem Titel: Schriften zur Beförderung d. gesammt. Natur-
wissensch. zu Marburg Bd. 11. Suppl. I 4.
M. Duval, Etüde sur la ligne primitive de l'embryon
du Poulet Annal. des sc. nat. 6 ser. T. VII N. 5 — 6 Article
17. 13-18.
J. Bisse, Die Entwicklung des mittleren Keimblattes
im Hühnerei Arch. f. microsc. Anat. XV. Bd. 1 Hft. 67 t. 5.
M. Milnes Mars hall, Note on the early stages of
the development of the nerves in the chick. Proc. Roy. Soc.
London Vol. 26. N. 179. 47.
Dr. Frommann, Ueber die Structur der Dotterhaut
des Hühnereies Jenaische Zeitschr. f. Naturwiss. XII Suppl.
Hft. 1879 LXXXVI.
G. V. Ciaccio, SulP origine e struttura delP umor
vitreo specialmente negli embrioni delle due prime classi
diVertebrati in Rendiconto Acc. Sc. Bologna 1877/78 172.
C. Dareste, Nouvelles recherches sur la Suspension
des phenomenes de la vie dans l'embryon de la poule
Compt. rend. Acad. Paris LXXXVII. 1045.
Dr. A. W. Malm, Die Erscheinung des Wanderns
oder Ziehens in der Thierwelt im Allgemeinen und der
Vögel im Besonderen. Uebers. aus Göteborgs och Bohus-
läns Fauna Göteborg 1876—1877 26—49 in TroschePs
Arch. XLIV 1878 129.
E. V. Homeyer, Die Heerstrassen und die Stationen
der Vögel mit Rücksicht auf die ererbten Gewohnheiten
Journ. f. Orn. 113.
A. Weis mann, Ueber das Wandern der Vögel. Samm-
lung gemein verständl. wiss. Vorträge, herausgegeben von
Virchow u. Holtzendorff. Berlin 1878 XIIL 291.
A. deBrevans, La migration des oiseaux. Avec vign.
et carte Paris 1878. 8.
E. V. Homeyer, Die Wanderungen der Vögel in Be-
zug auf die selteneren Erscheinungen Ornitholog. Central-
bl 41.
390 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Natarge schichte
E. V. Homeyer, Wanderungen im Herbste 1877.
(Zeitschr. orn. Verein Stettin IL ?)
V. Tschusi, Aufzeichnung über den Frühjahrs- und
Herbstzug der Vögel in der Gegend von Hallein (1877)
Mitth. orn. Ver. Wien 63.
Dr. Quistorp, Zug der Wandervögel im Herbste
1877 Orn. Centralbl. 35.
E. T. Booth, The migration of birds in automn Zoo-
logist n 100 (Beobachtungen an Bord von Schiffen).
Cordeaux, On some Peculiarities in the Migration
of Birds in the Automn and Winter of 1877—78 Quart.
Journ. Meteorol. Soc. 1878. 157.
Röttiger, lieber das Wandern der Vögel Gefied.
Welt 182, 192, 202 u. 224.
Prof. Ho ff mann, lieber Vogelzug und Witterung
Oesterr. Landwirthsch. Wochenblatt N. 29, 326.
V. Tschusi, Ornithologische Bemerkungen. Ornithol.
Centralbl. 61 (lieber Verhalten der Zugvögel bei schlechtem
Wetter).
J. Neu, Noch etwas über den Drang zum Zuge bei
gefangenen Vögeln Gefied. Welt 418. — Klein ib. 468.
Dr. Karl Russ, Die fremdländischen Stubenvögel,
ihre Naturgeschichte, Pflege und Zucht. Erster Band. Die
Körnerfressenden Vögel (mit Lieferung 7, 8, 9 geschlossen).
Hannover 1879. gr. 8. (vergl. Ploceidae). Vom 3. Bd. Papa-
geien erschien Lief. 1 mit 2 Taf. 1878. 8.
Dr. Reich enow, Vogelbilder aus fernen Zonen. Atlas
der bei uns eingeführten ausländischen Vögel mit erläu-
terndem Text. Folio Cassel 1878 Part. I Papageien, Aqua-
relle von G. Mützel.
Dr. Carl Russ, Handbuch für Vogelliebhaber, Züch-
ter und Händler. I. Fremdländische Stubenvögel, 2. Aufl.
Hannover 1878.
Dr. E. Baldamus, lllustrirtes Handbuch der Feder-
viehzucht. 2. Bd. Die Tauben und das übrige Ziergeflügel.
Mit 123 Holzschnitten. Dresden 1878. 8.
R. A. Boulart, Ornithologie du salon. Synonymie,
description, moeurs, nourriture des oiseaux de vollere euro-
der Vögel während des Jahres 1878. 391
p6ens et exotiques. Orne de 15 vignettes et de 40 chromo-
typ. etc. Paris 1878. 8.
Fleuriot, L'art d'elever les oiseaux en cage et en
vollere, cont. la descr. etc., une notice sur les peruches et
les perroquets etc. Paris 1877. 18.
C. E. Dyson, Bird-Keeping : a Practical Guide for
the Menagement of Siuging and Cage Birds Rev. and en-
larged London 1878. 12.
Morean, Education de diverses especes d'oiseaux de
Voliere Paris 8. (Bull. Soc. Acclimat. 1878.)
Dispositions des habitations d'oiseaux in Les Mondes
T. XLVII Nro. 4. 160 (Praktische Bemerkungen über
Volieren).
Leipziger Blätter für Geflügelzucht, Organ des Ver-
bandes mitteldeutscher Vereine f. Vogelkunde, Vogelschutz,
Geflügel- und Vogelzucht. Red. E. W. Fritzsch. 3. Jahrg.
1878. Leipzig.
Schleswig - holsteinische Blätter für Geflügelzucht.
Herausgegeben im Auftrage des schleswig-holsteinischen
Vereins für Geflügelzucht-Fauna vom Vorstand. I. Jahrg.
1878/79. Kiel 1878.
Monatschrift des Deutschen Vereins zum Schutze der
Vogelwelt. Neue Folge der Monatsschrift des Sächsisch-
Thüring. Vereins f Vogelkunde N. 1 1878.
Oesterreichisch - ungarische Blätter für Geflügel- und
Kaninchenzucht, Sing- und Ziervögel, Organ des ersten
österr. Geflügelzucht- Vereines in Wien 1878.
Die Vögel des Prinzen Ferdinand von Sachsen-Ko-
burg Gotha. Gefiederte Welt 348, 360, 370, 386.
Aus den Vogelhäusern der Frau Prinzessin L. von
Croy ib.
Die Vögel des Herrn Wiener in London ib. 86.
Dr. K. Russ, Bunte Bilder aus der Vogelstube ib.
4. 14.
Dr. K. Russ, Aus meiner Vogelstube ib. 369, 388, 428.
Graf Y 0 r c k , Mittheilungen aus der Vogelstube ib. 120.
A.F.Wiener, Aus meinen Vogelhäusern ib. 348, 401.
E. Rüdiger, Aus meiner Vogelstube ib. 38, 401,
A. Schuster, Aus meiner Vogelzucht ib. 445.
392 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
H. Arpert, MittheiluDgen aus meiner Vogelstube
ib. 24.
J. Meissl, Aus meiner Vogelstube ib. 132.
Dr. W. Jantzen, Pfäffchen und andere Bewohner der
Vogelstube ib. 387.
A. Roth, Aufzucht- Versuche ib. 480.
E. Lieb, Freuden und Leiden bei der Stubenvogel-
zucht ib, 184.
Dr. K. Russ, Schätze in der Vogelstube ib. 531.
Catalog zur vierten Ausstellung der „Aegintha^, Ver-
ein der Vogelfreunde in Berlin vom 22. bis 26. November
1878 in den Reichshallen, Leipzigerstrasse 77. Zusammen-
gestellt von Dr. A. Reichenow. Berlin 1878. 8.
Dr. K. Russ, Die vierte Ausstellung der „Aegintha".
Gefied. Welt 498, 510.
Die sechste Gefltigelausstellung der „Cypria^' ib. 54.
Dr. K. Russ, Von der Wiener Vogelausstellung ib.
212, 234, 257, 268, 278, 298.
J. Dusek, Ein Vogelfutterplatz in Schloss Libejic
Mitth. ornith. Ver. Wien 25.
J. Lechner, Vogelfütterung in Weidlingbach ib. 26.
F. Nachtmann, Beiträge zum Kapitel der Vogel-
ftitterung Gefied. Welt 378.
E. Linden, Getrocknetes Eigelb zur Vogelfütterung
Orn. Centralbl. 3.
Liebe, Nestbau gefangener Vögel Monatschr. f. Schutz
der Vogelwelt 1878. 8.
E. Linden, Wie sollen wir unsere „gefangenen Vögel^'
überwintern? Orn. Centralbl. 10.
Dr. K. Russ, Die Ueberwinterung der fremdländi-
schen Stubenvögel Gefied. Welt 436, 446, 456.
Dr. K. Russ, Fang und Beobachtung überseeischer
Vögel in ihrer Heimath ib. 378.
Neue und seltene Erscheinungen des Vogelmarktes ib.
5, 87, 186, 237, 269, 301, 479.
Dr. Max Schmidt, Die Lebensdauer der Thiere in
Gefangenschaft Zool. Garten, Vögel 41, 49.
L. Martin, Ueber denselben Gegenstand ib. 219.
der Vögel während des Jahres 1878. 393
L. Martin, Zum Alter gefangengehaltener Vögel Ge-
fied. Welt 364.
Ueber Vogelkrankheiten: v. Hinckeldey, Gefied-
Welt 7 (Hühner), Dr. 0. Papp, ib. 248 (Papageien), E.
Exner, ib. 419 (Kanarien, Papageien), W. Böcker, ib. 459,
468 (Kanarien), H. Krause, ib. 479 (Kanarien), Dr. Fran-
ken, ib. 512 (Bandwurm), E. Rüdiger, ib. (plötzliche
Todesfälle), J. Neu, ib. 522 (die ansteckende Unterleibs-
entzündung), Dr. Max Schmidt, Zool. Gart. 107 (Hühner
und anderes Geflügel).
Borggreve, Die Vogelschutzfrage nach ihrer bis-
herigen Entwicklung und wahren Bedeutung mit besonde-
rer Rücksicht auf die Versuche zu ihrer Lösung durch
Reichsgesetzgebung und internationale Vereinbarung. Ber-
lin u. Leipzig 1878. 8.
Die Vogelschutzfrage (Gutachten der allgem. deutsch.
Ornith. Gesellschaft). Ornith. Centralbl. 9.
Zum Vogelschutz. Gefied. Welt 1, 11, 43, 53, 97,
153, 163, 191, 201, 223, 233, 245, 255, 267, 277, 287, 297,
307, 317, 337, 347, 377, 425, 476.
J. Rohweder, Die Kultur, die schlimmste Feindin
der Vögel. Ornith. Centralbl. 1.
L. Martin, Zum Vogelschutz ib. 4.
E. V. Homeyer/Der italienische Vogelfang ib. 29.
Bartels, Die Hege-Manie ib. 37.
Groner, Die Waldstreunutzung und ihr Einfluss auf
die Vögel. Baur, Monatschr. f. d. F. u. J. 1877. 36.
Dr. AI tum, Ueber samenfressende Vögel und deren
Bedeutung für die Forstwirthschaft. Journ. f. Orn. 104.
The Oologist A. Monthly Journ. to the Study of Birds
and their Eggs. L. Willard Editor. Utica N. Y. EI Jahrg.
(Ref. nur der Titel bekannt.)
In Milwaukee erscheint ein neues ornith. Journal
„Western Oologist "^ in monatlichen Bogen von vier Seiten.
W. H. Ballon, Methods of Labeling in Oological
CoUections Amer. Natural. XII 306 mit Holzschn.
H. Fournes, Einiges über Eiersammlungen. Mitth.
orn. Ver. Wien 93.
394 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Prof. C. Liebermann,' lieber die Färbungen der
Vogeleierschalen. Aus dem Bericht der deutschen chemi-
schen Gesellschaft. Berlin 1878. 11. Jahrg. N. 6. Auszug
in Naturf. 1878 293.
The Tournament of Incubators Nature 1878 629.
Europa.
Während des Jahres 1878 erschienen von Dresser's
History of the Birds of Europa Parts LXIII— LXXII
vgl. über dieses Werk Ibis 387.
F. Siepi, Nomenclature systematique des oiseaux
d'Europe classes d'apres la theorie de leur mode d'appa-
rition sur la terre etc. Nimes 1878. 8. (Bullet. Soc.
d'etudes etc.)
Dr. G. Fr. Müller, Beobachtungen über das Leben
und die Fortpflanzung gefangener einheimischer Körner-
fresser (Forts. V. 1877). Ornith. Centralbl 1878 19, 50, 81,
90, 133.
E. Rüdiger, Seltenere deutsche Käfigbewohner
(Forts. V. 1877). Gefiederte Welt 1878 (Gallinula crex 87,
Coccothraustes vulgaris 385.)
Prof. Cabanis, lieber palaearctische Formen, welche
als Wanderer im Winter die aethiopische Region besuchen
und von denen sich Exemplare in den Sammlungen der Herren
Hildebrandt und v. Kaikreuth befinden. Journal für
Ornith. 288.
Verschlagene Wanderer (nach der Allgem. Schweizer
Zeitung). Ornith. Centralbl. 23, Gir tanner ib. 53, Th.
Liebe ib. 150, Dr. Böhm ib. 160.
A. R. v. Becker, Arktische Reise der englischen
Yacht Pandora unter Commando des Capitain Sir Allen
Young. Wien 1878.
Aglaia von Enderes, lieber nordische Vogelberge
(Vortrag von Dr. Brehm). Mitth. orn. Ver. Wien 8.
A. C a r 1 s 0 n , Sveriges jagtbare Foglar Jonköping
1878. 8.
C. A. Westerlund, Skandin. Foglarnes Fortplant-
nings historia 1878. 8. (Lund?)
der Vögel während des Jahres 1878. 895
R. Sievers, Ornithologiska Antekningar uüder resor
e Guvernementet Olonetz Sonimarne 1875 och 1876. Aus
Meddelcnder of Soc. pro Fauna et Flora Fennica. Hft. 2.
Uelsingfors 1878.
J. Michalowski^ Vier Vogelarten der St. Petersbur-
ger Ornis. Ornith. Centralbl. 28 (Muscicapa luctuosa, M.
parva, Pbyllopneuste sibilatrix, Parus borealis).
Pleske, Der St. Petersburger Vogelmarkt. Ornith.
Centralbl. 163.
Th. Pleske, Ornithologische Notizen aus Ost-Russ-
land (Basehkirien). Journ. f. Orn. 89, auch Nisten.
M. V. Chlapowski, Bilder aus dem Vogelleben in
Russisch-Litthauen. Ornith. Centralbl. 67.
K. Kessler, Ueber die Vögel der Krym. Bullet. Soc.
Moscou 1878 N. 3. 203.
K. Kessler, Reisebriefe aus der Krym dd. Tatakoi
10./22. August 1878. Separatabdruck aus einer russischen
Schrift. Ueber die dortige Vogelwelt. Wohl Separatabdr.
a. d. vorher, cit. Abh.
Dr. Radde und Dr. Brehm, Ueber Vögel des Kau-
kasus. Journ. i. Ornith. 363.
E. Lieb, Ornithologische Plaudereien aus Russland.
Gefied. Welt 477.
L. Taczanowski, Listes des Vertebres de Pologne.
Bull. Soc. Zool. de France 1877 121.
IL Jahresbericht (1877) des Ausschusses für Beobach-
tungsstationen der Vögel Deutschlands. Journ. f. Oin. 370.
E. V. Homeyer, Ueber den I. Jahresbericht für Be-
obachtungsstationen der Vögel Deutschlands. Journal für
Ornith. 98.
Deutsches Jagdbuch. Herausgegeben vom Deutschen
Jagd-Schutz- Verein. Berlin 1878 (mit einer nützlichen
tabellarischen Ueberschau der einheimischen Raubvögel).
0. V. Riesenthal, Die Raubvögel Deutschlands wurde
abgeschlossen.
G. Jäger, Deutschlands Thierwelt nach ihren Stand-
arten eingetheilt. Neue Lieferungs -Ausgabe. Stuttgart
1878 1. Lief.
396 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
E. V. Homeyer, Unsere nordischen Gäste. Ornith.
Centralbl. 173.
A. Nehrkorn, Ausnahmen von der Regel (beim Nest-
bau) ib. 11.
Bartels, Miscellen ib. 21, 36.
J. V. Meyerinck, Miscellen ib. 107.
August Müller (Halle a./S.), Ornithologische Mit-
theilungen. Zool. Garten 362 (Brutbeobachtungen).
H. Schacht, Die Schlal'stätten unserer Vögel. Zool.
Gart. 129, 178, 204.
R. Th. Liebe, Ornithologische Notizen. Orn. Cen-
tralbl. 180.
C. F. Wiepken, Eine kleine ornithologisch interes-
sante Insel bei Vegesack. Journ. f. Orn. 132.
C. F. Wiepken, Seltene Gäste aus der Vogelwelt,
in jüngster Zeit im Herzogthum Oldenburg beobachtet ib.
Hennig, Beiträge zur Geologie der Nordsee-Insel
Borkum nebst Bemerkungen über deren Flora und Fauna.
Sitzungsber. d. naturf. Ges. zu Leipzig V. 1878 26.
A. Grunack und H. Thiele, Die Sommervögel der
Insel Sylt. Orn. Ceutralbl. 153.
Böckmann, Ornithologische Beiträge zur Fauna der
Niederelbe. Verhandl. Ver. f. Naturw. Unterh. Hamburg
III 252.
Hintze, Jahresbericht über Ankunft und Abzug der
Vögel im Jahre 1877 bei Stettin. Zeitschr. Ornith. Verein
Stettin 1878.
J. Rohweder, Ornithologische Notizen über Schles-
wig-Holstein in Schriften des naturwiss. Ver. f. Schleswig-
Holstein. 3. Bd. 1 Hft. 136.
Dr. R. Böhm, Die Vogelwelt des Spreewaldes, Ex-
cursionsskizzen. Orn. Centralbl. 105.
Ad. Walter, Ein Julitag im märkischen Kiefernwalde.
Orn. Centralbl. 83, 92.
Beobachtungsnotizen ib. 87 (Greifswald, Görlitz etc.)
Dr. Quistorp, Miscellen ib. 100, 108.
Dr. R. B 1 a s i u s , Ornithologica aus Braunschweig,
ib. 145.
der Vögel wählend des Jahres 1878. 397
A.Herold, Miscellen: Seltene Vorkommnisse in West-
falen. Ornith. Centralbl. 29.
R. Koch, Die Brutvögel des Mtinsterlandes. VII.
Jahresber. Westtal. Prov. Verein f. Wissensch. u. Kunst für
1878. 58.
R.Koch, Ankunft der Zugvögel in diesem Frühjahr,
ib. 7.
V. Krieger, Die hohe und niedere Jagd in ihrer
vollen Blüthe zu Zeiten des regierenden Fürsten Günther
Friedrich Carl I. von Schwarzburg -Sondershausen. Trier
1878.
Dr. K. Th. Liebe, Die Brutvögel Ost-Thüringens und
ihr Bestand. Journ. f. Orn. 1 (Nisten).
Meteorologische und phaenologische Beobachtungen
aus der Fuldaer Gegend, gesammelt vom Verein f. Naturk.
1877. Fulda 1878.
Thienemann, Die innerhalb meiner vier Pfähle
nistende Vogelwelt (Forts.). Monatschr. Deutsch. Ver. zum
Schutze der Vogelwelt 1878. 11.
G. Thienemann, Einige Bemerkungen über die von
mir beobachteten Sumpf- und Wasservögel ib. 16.
C. Sachse, Beobachtungsnotizen (Altenkirchen). Orn.
Centralbl. 61.
Dr. R. Blasius, Skizzen aus dem Riesengebirge.
Ornith. Centralbl. 121, 129.
V. Schilling, Miscellen aus dem Beobachtungsjahr
1877 ib. 177, 185.
K. Krezschmar, Ornithologische Beobachtungen in
der Umgebung von Görlitz. Gefied. Welt 488.
P. Müller (Dindersbühl) , Nachträge zum Verzeich-
niss der hiesigen Vögel (Zool. Garten XVII 289). Zool.
Gart. XIX 1878. 252.
E. Tauber, lieber einen in Tückelhausen (Bayern)
geschossenen Numenius , der N. tenuirostris gleicht , aber
Abweichungen zeigt. Journ. f. Orn. 210.
V. Freyberg, Der Vogelfang auf dem Ammersee.
Zool. Gart. 140.
„Fünfzehn Tage auf der Donau". Dieses nicht im
Buchhandel erschienene Werk Sr. K. und K. Hoheit des
398 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Erzherzog Kronprinzen Rudolf enthält meisterhafte Schil-
derungen der so eigenthümlichen Natur in den bereisten
Gegenden , sowie eine wahre Fülle von für die Wissen-
schaft wichtigen und genauen Beobachtungen, insbesonders
über die an der untern Donau so reich vertretenen Raub-
vögel, deren Leben und Sitten in der anziehendsten Weise
dargestellt werden.
V. Tschusi, Bibliographia ornithologica. Verzeich-
niss der gesammten ornithologischen Literatur der öster-
reichisch-ungarischen Monarchie in Verh. zool. bot. Gesell-
schaft Wien XXVIII (1878) Abh.491. Eine so sachkundig
und sorgfältig gearbeitete Literatur der Monarchie , wie
nur wenige Länder Aehnliches aufzuweisen haben dürften.
V. Tschüs i, Ornithologische Mittheilungen aus Oester-
reich und Ungarn (1877). Journ. f. Ornith. 1878. 94.
Pelz ein, lieber den Plan einer vom Grafen Mar-
schall, Dr. V.Ende res und ihm herauszugebenden Ornis
Vindobonensis. Mitth. Orn. Ver. Wien 39.
J. Newald, Seltene Vögel in der Umgebung Wiens
ib. 1, 18.
J. N e w a 1 d , Seltene Gäste in der Sammlung des
Stiftes Melk in Nieder -Oesterreich ib. 26 (in der Umge-
bung Melks erbeutet : Larus Sabini Leach , Lestris crepi-
data Brehm, Parus cyanus PalL).
P. Blasius Hanf, Ornithologische Miscellen (vom Furt-
teiche in Steiermark). Verh. zool. botan. Gesellsch. Wien
XXVIII Abb. 13.
V. Tschusi, Ein Besuch bei Pfarrer Blasius Hanf in
Mariahof (Ober-Steiermark). Mitth. Orn. Ver. Wien 113.
V. Tschusi, Aufzeichnungen über den Frühjahrs- und
Herbstzug der Vögel in der Gegend von Hallein ib. 63.
J. Talsky, Zum Vorkommen von Circaetus brachy-
dactylus und Aquila chrysaetus in Mähren ib. 106.
J. Talsky, Steinröthel und Blaumerle in Mähren
(Nisten beider Arten). Ornith. Centralbl. 122.
Dr. R. Blasius, Skizzen aus dem Riesengebirge
(vgl. oben).
Bern. Schiayuzzi Elenco degli Uccelli viventi nell'
der Vögel während des Jahres 1878. 399
Istria ed in ispecialitä- nell' agro Piranese in Boll. Soc.
Adr. Sc. nat. Trieste Vol. IV Nr. 1. 53—76 (196 Arten).
E. Schauer, Ueber die Vogel weit in den Umgebun-
gen von Krakau. Mittb. Orn. Ver. Wien 59, 70, 81,
W. Rowland, Beitrag zur Kenntniss der Ornis des
Arvaer Comitates und des anstossenden Theiles der hohen
Tatra ib. 90, 95.
V. Tschüs i, Briefl. ornith. Mittheilungen (Vögel aus
Ost- Ungarn betreffend). Journ. f. Orn. 360.
W. Hausmann, Vogelvarietäten in Siebenbürgen
aufgefunden und beschrieben in Verh. u. Mitth. d. sieben-
bürg. Ver. 28. Jahrg. 57 (Raben, Krähen, Enten, Drosseln,
Lämmergeier u. s. w.)
Hausmann, Anomalien von Vögeln Siebenbürgens
(Amsel mit abnormer Zunge, weisser Eichelheher, Saxicola
rubetra mit weisslich gelben Federn etc.) Gesellschaft für
Naturgeschichte. Hermannstadt 1878 ?
K. Henrich, Limicola pygmaea Koch, ein für Sieben-
bürgen neuer Vogel und über Phalaropus cinereus Meyer,
eine ornith. Seltenheit. Verh. und Mitth. des siebenbürg.
Ver. 28. Jahrg. 44.
E. Hodek, Meine Frühjahrsreise 1878 (an der unteren
Donau). Mitth. orn. Ver. Wien 120.
G. M. S i n t e n i s , Miscellen (Dobrudscha, auch über
Eier). Ornith. Centralbl. 165.
Th. de Heldreich, La Faune de Grece I. partie Ani-
maux vertebres Athenes 1878.
Proposed British Ornithol. Unions List of British Birds
Ibis 386.
Provincial names of British Animals by J. H. Gurney
etc. Zoologist II Nr. 20 287, Harvie Brown, Atkinson,
Durnford etc. ib. 21 329 385.
J. Cordeaux, Autumnal migration of birds on the
N. E. Coast. Zoologist II 47.
J. Cordeaux, Migration of birds in the winter
1877/78 ib. 102 (N.-0,-Küste Englands).
J. Cordeaux, Birdmigration in the spring of 1878
ib. 240 (nach Beobachtungen von Gaetke).
J. H. Gurney jun. Notes on the Fern Islands and
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. AA
400 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistuiigerx in d. Naturgeschichte
some of the Birds wbich are found there Proc. N. H. See.
Glasgow 1878.
Harvie Brown , Supplementary Notes on the Birds
found breeding in Sutherland ib. 1877 226.
Mr. E. T. Bo 0 th's Dyke-Koad Museum, Brigbton Ibis 387.
J. J. Dalgleish, List of tbe Birds wbieb have been
observed in tbe Distriet of Arduamarchon, Argyllsbire Proc.
Nat. Hist. Sog. Glasgow 1877 259.
A. Newton, Hawking in Norfolk Reprinted from
Lubbock, Fauna of Norfolk 2 edition.
H.Stevenson, Ornitb. Notes from Norfolk Zoologist
n 41.
Netters on tbe Ornitbology of Norfolk by eminent
deceased naturalists edited by Prof. Newton Transact. Nor-
folk and Norvicb Naturalists Soc. 1877.
Stevenson, Ornitbological Notes ib.
A. A. Murray, Wading Birds in autumn at Holy
Island Zoologist II Nr. 13. 22.
J. Gatcombe, Ornitbol. Notes from Devon and Corn-
wall ib. IL 52 et 249—251 (Ankunftszeiten) 430 ?
Gatcombe, Ornitb. Notes from Devon ib. 131.
T.M.Pike, Natural bistory Notes from Poole ib. 130.
A. Newton, Tbe Rooks and Rookeries of London ib. 144.
G. D. Rowley, On Sussex Heronries. Orn. Mise. XII
56 mit 2 Taf.
G. D. Rowley, A few words on Fen-Land. Ornitb.
Mise. XIV 203 t. 105—109.
A. Vonge, Additions de 10 especes ä la faune ornitb.
belvetique ßull. Soc. Sc. nat. Neufcbatel XI 2. 274.
Scblegel, De Vogels van Nederland. 2. verbess. Aufl.
Amsterd. 1878. 8 mit 58 color. Taf.
Dubois, Faune illustr. vertebres de Belgique Serie
II Les Oiseaux Bruxelles (wird nach d. Ornitb. Centralbl.
fortgesetzt).
A Catalogue oi works ant articles relating to the
Ornitbology of France Zoologist IL 95.
Amb. Gentil, Ornithologie de la Sarthe, Rapaces,
grimpeurs, Pigeons, Gallinac^es Le Maus 1878 (aus Bullet.
Soc. d'agriculture, Science et Art de la Sarthe).
der Vögel während des Jahres 1878. 401
Amb. Gentil, Catalogue des Oiseaux obs6rves dans
la Sarthe Caen 1878. 8. (aus Bullet. Soc. Linu. deNorman-
die 3 S. Vol. 1).
L. Lacordaire, Catalogue des Oiseaux observes de
1845 a 1874 dans les departements du Doubs et de la Haute
Säone par feu M. L. Lacordaire Kev. et public par D.
L. Marc haut Besangon 1878. 8. Mem. Soc. d'Emul. du
Doubs 5 ser. 2. Vol. 1877 ßesangon 1877).
LeMeunici er, Catalogue des oiseaux observes dans
le depart. de la Manche plus particulierement dans Tarron-
dissement de Saint-Lo depuis pres de vingt cinq ans St.
Lo 1878. 8.
E. H. Giglioli, Iconografia dell' Avifauna Italicacon.
Tavole di Alberto Manzelli Firenze 1878 Uscira in 80
fasc. con. 5. tav.
Dr. A. und Dr. R. Brebm, lieber den spanischen
Gypaetus, Aquila pennata u. minuta. Journ. f. Orn. 364.
Asien.
P a 1 a c k y , lieber die Vogelfluglinien in Asien.
Sitzungsber. d. böhmischen Gesellsch. der Wissenschaft in
Prag 1Ö78. 161.
Prof. Nordenskiold's Bericht nach Briefen vom 27.
August von der Mündung der Lena (Reise der Vega und
Lena) in Gothenburg „Handels Tidning" Nature 1878 102
(auch über die angetroffenen Vogelarten).
H. Seebohm, Contributions to the Ornithology of
Siberia Ibis 173 (Reisebericht, 322, spec. Th., auch Eier)
Taf. 9.
Max V. Middendorf f, Kurzgefasster Auszug aus Reise-
briefen , geschrieben während einer Rundreise aus Oren-
burg durch das Ferghana Thal , das frühere Kokand.
Bull. Soc. Moscou 1878 Nr. 3. 217 einige ornith. Notizen.
L. Taczanowski, Liste des oiseaux recueillis par
M. Jankowski dans File Askold (Mantschourie). Bullet.
Soc. Zool. France IH 133.
L. Taczanowski, Quelques mots sur lesPie grieches
ä quene rousse de l'Asie centrale ib. 36.
402 Pelzeln: Bericht üb. d. Liistungen in d. Naturgeschichte
Dr. Radde, Die Chewsuren und ihr Land. Cassel
1878?
Przewalski, The Birds of Mongolia^ the Tangut
Country and the solitudes of Northern Tihet (Forts, und
Schluss). Orn. Mise. XII 87, XIII 145 Tabellen über geo-
graphische Verbreitung, Wanderung u. s. w.
Reise des russischen Generalstabs -Obersten N. B.
Przewalski von Kuldscha über den Thian-Schan an den
Lob-Nor und Altyn-Tag 1876 und 1877. Uebersetzung des
an die Kais, russische geographische Gesellschaft in St.
Petersburg gerichteten officiellen Berichtes von Przewalski
dd. Kuldscha 18. August 1877. Petermann's Mittheil. Er-
gänzungsheft Nr. 35.
Sclater, On the Birds of the Atlantic Islands and
Kerguelens Land and on the Miscellaneous Collections (Rep.
Coli. Birds Voy. Challenger Nr. X) Hongkorg, Meangis Is-
lands, at sea, Japan.
0. F. V. Möllendorff, The Vertebrates of the Pro-
vince of Chili whit Notes on Chinese Zoological Nomen-
clature N. China Brauch R. As. Soc. 1877 41.
John Andrew Anderson, Anatomical and Zoological
Researches comprising on accdunt of the Zoological Results
of the two expeditions to Western Yunnan in 1868 and
1875 and a Monograph of the two Cetacean Genera Pla-
tanista and Orcella. Mit Atlas (84 Taf.) London 1878 fol.
Aves S. 567.
T. Blakiston and H. Pryer, A Catalogue of the
Birds of Japan. Ibis 209 (auch Eier).
Capt. Blakiston, Ueber Vögel von Hakodate, Japan.
Ibis 385.
Dr. A. Rein icke, Vogelzucht in Japan. Gefied. Welt
246, 257, 320.
C. G. Danford, A Contribution to the Ornithology
of Asia Minor. Ibis I (Schluss nach Ibis 1877). Lebensweise
Eier, Nester.)
Jerdon, Birds of India Ed. by H. Godwin-Austen
with suppl. notes 3 vol. 1878. 8. with plates.
A. Hunie, Pennant's Indian Zoology Stray Feath.
VII 506.
der Vögel während des Jahres 1878. 408
Journal of the Asiatic Soc. of Bcngal (excerp. Vol.
XLVII P. II 1878 H. 1, 2, 3.)
Proceedings of tlie As. Soc. Beng. 1878 excerp. N. 1
— 8 (January- August).
A. Hume, Birds occurring in India not described in
Jerdon or hitberto in Stray Feathers. Stray Feath. VII
320, 451, 511, 528.
Republications. — Recently described Species ib. 143
et 318 mit Noten von A. Hume.
A. H u m e, Remarks on tbe Genus Suya Stray Feath.
VIT. 1.
H. Seebohm, On tbe Identity of Horornis fortipes
Hodgs, Neornis assimilis Gray, Horeites robustipes Swinb.,
H. pallidus Brooks and H. brunnescens Hume Proc. Z.
S. 980.
C, T. Bingham, After the Adjutants (Leptoptilus ;
Eier, Nester) Stray Feath. VII 25.
A. Hume, Further Notes on the Swans of India ib. 101.
W. T. Blanford, Wild Swans in Sind ib. 99.
W. T. Blanford, Exhibition of skins of adult wild
Swans from Sind and the Punjab. Proc. A. S. B. June 138.
H. Saunders, üeber indische Eier (besonders von
Sterna Bergii und Larus Hemprichii) Proc. Z. S. 976.
S. D 0 i g , Nidification of aquatic birds Stray Feath.
VII 466.
Godwin-Austen, Sixth List of Birds from the Hill-
ranges ef the North east Frontier of India Journ. A. S. B.
XLVII P. II 12 t. 10, 11 (Auszug Proc. A. S. B. April
108) Notes on Species recorded in formes Lists J. A. S. B.
a. a. 0. 22.
J. A. Murray, Further Addition to the Sindh Avi-
fauna Stray Feath VII 108 Note by the Editor ib. 114. —
Berichtigungen von Murray ib. 467. — W. T. Blanford
ib. 526.
Capt. E- A. Butler, My last Notes on the Avifauna
of Sind ib. 173, auch über Nisten.
Doig, Some Notes on Sindh Birds ib.
E. Lockwood, Natural history, Sport and Travel
40 1 Pelzeln: Bericht üb d. Leistungen in d. Naturgeschichte
London 1878 (Beobachtungen über die Thiere des Districtes
Monghyr in Bengalen).
A. Hume, Gleanings from the Calcutta Market Stray
Feath VII 479.
J. D. Inverarity, Woodcook at Tanna, Pintail, Snipe
and Bitterns ib. 525.
A. Hume, The Birds of a Drought (gesammelt zu
Jodhpour zur Zeit der Dürre) ib. 52.
A. Hume, Influence of Rainfall on Distribution of
Species ib. 501 with col. map.
A. Hume, A Lake in Oudeypore ib. 95.
V. Ball, From the Ganges to the Godaveri ib. 191
—235, auch Literatur. — Mit Noten von A. Hume.
J. R. Gripps, First List of the Birds of Furreedpore.
Eastern Bengal. ib. 238, auch Nisten, Eier.
A. H u m e , A second list of the Birds of Southern
Travancore ib. 33 (Sendung ^^. Mr. Bourdillon).
Davidson und Wenden, A Contribution to the Avi-
fauna of the Deccan ib. 68 mit Karte (auch Nester, Eier).
Capt. W. V. Legge, A History of the Birds of Cey-
lon (Tafeln von Keulemans) Imp. 4. P. I Accipitres, Pi-
cariae 1878; Besprechung von A. Hume. Stray Feath.
Vn. 471.
W. V. Legge, lieber einige Vögel von Ceylon. Ibis 201.
E. W. Gates, Notes on the Nidification of some Bur-
mese Birds II. Stray Feath VII 40 (auch Eier).
A. Hume and W. Davison, A Revised List of the
Birds of Tenasserim Stray Feath V. 1878 N. 1—6 (nimmt
den ganzen Band ein).
E. Gustalet, Description de quelques especes nou-
velles de la Cochinchine et de la Nouvelle Guinee Bull.
Soc. Philomat. Paris Dec. 1877.
Dr. A. B.Meyer, Description of two Species of Birds
from the Malay Archipelago Ornith. Mise. XIII 163.
V. Rosenberg, Die Papageien von Insulinde. Zool.
Gart. 344 (geogr. Verbreit.).
C. B. H. V. Rosenberg, Der malayische Archipel.
Land und Leute in Schilderungen gesammelt während
eines 30jährigen Aufenthaltes in den Kolonien. Mit zahl-
der Vögel während der Jahres 1878. 405
reichen Illustrationen, zumeist nach den Originalen des
Verfassers und einem Vorwort von Professor P. J. Veth
in Leiden. 1. Abth. Sumatra. Leipzig 1878. 8. Säugethiere
und Vögel 99.
•J. S neuem an, Zoologie der Niederländischen Suma-
tra-Expedition: über die Fauna von Mitten-Sumatra. Tijd-
schr. van het Ardrijks Kdg. Genootsch. to Amsterdam
1877/78 Bijllad N. 1-4, 11— 12 etc. (ob Ornithologisches?)
0. Beccari, Lettera a Giacomo Doria. Ornith. Reise-
bericht aus Sumatra. Annal. Mus. Genova XIII 1878. 451.
R. B. Sharpe, Contributions to the Ornithology of
Borneo P. III. On two CoUections of Birds from Sarawak
Ibis 414 (eine von M. Everett).
Dr. F. Brüggemann, Weitere Mittheilungen über
die Ornithologie von Central - Borneo. Abband, nat. Ver.
Bremen V 525 (Sammlungen von Dr. G. Fischer aus
Moora Teweh).
Marquis Tweeddale Contributions to the Ornithology
of the Philippines. N. IV. On the Collection made by M.
A. H. Everett in the Islands of Dinogat, Buzol, Nipah
and Sakuyok Proc. Z. S. 106, t. 6—8, N. V. On the col-
lection made by Mr. A. H. Everett in the Islands of
Negros ib. 280, N. VI. On the Collection made by Mr. A.
H. Everett in the Islands of Leyte ib. 339, N. VIL On
the collection made by Mr. A.H. Everett in the Island of
Panaon ib. 379, Nr. VIII. On some Luzon Birds in the
Museum öf Darmstädt ib. 429 t. 26 (Vögel gesammelt von
H. V. Othberg), N, IX. On the collection made by Mr.
A. H. Everett in the Island of Palawan ib. 611 t. 37 et
38; N. X. On the Collection made by Mr. A. H. Everett
in the Island of Bohol ib. 708, XL On the collection made
by Mr. A. H. Everett at Zamboanga in the Island of
Mindanao ib. 936 t. 57—59.
Dr. G. Fischer, Bemerkungen über zweifelhafte cele-
bensische Vögel. Abh. nat. Ver. Bremen V. 538.
Salvadori, Descrizione di tre nuove specie di Uccelli
e note intorno ad altre poco conosciute delle isole Shangir
Atti Acc. Torino XIII. 1181.
406 Pelz ein: Bericht üb, d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Africa.
s
Henry M. Stanley: Through the Dark Continent,
or the Sources of the Nile round the Great Lakes of
Equatorial Africa and down the Livingstone River to the
Atlantic Ocean 2 vol. Portraits, Maps and Illustr. 1878.
H. Stanley, Durch den dunklen Welttheil. Autori-
sirte deutsche Ausgabe. Leipzig und London 1878. 2
Bde. 8.
Cabanis, Ueber palaearctische Formen, welche als
Wanderer im Winter die aethiopische Region besuchen und
von denen sich Exemplare in den Sammlungen der Herren
Hildebrandt und v. Kaikreuth befinden. Journal für
Orn. 288.
Journal of a Tour in Marocco and the Great Atlas
by J. Dalton Hocker and J. Ball with an Appendix in-
cluding a sketch of the Geology of Marocco by G. M a w.
London 1878. 8.
E. Cavendish Taylor, A few additional Notes on
Birds of Egypt. Ibis 368, auch Eier, Nester.
E. M a r n 0 Reise in der aegyptischen Aequatorial-
Provinz und in Kordofan in den Jahren 1874 — 76. Mit 10
Tafeln, 41 Abbild., 4 Gebirgspanoramen und 2 Karten.
Wien 1878.
A. Bouvier, Sur une collection ornithologique de
rUganda, royaume de M Tesa, Afrique centrale (1. article)
Bullet. Soc. Zoolog, de France 1877 437 (Sammlung von
Piaggia).
H. S eebohm, On a new species of Sylvia from Abys-
sinia and on some other Abyssinian Sylvians Proc. Z.
S. 978.
Dr. C. B. Klunzinger, Zur Wirbelthierfauna in und
am Rothen Meer. Zeitschr. d. Gesellschaft f. Erdkunde. Ber-
lin 1878.
Mrs. Gill, Six Months in Ascension. London 1878.
Skizzen aus Westafrika. Selbsterlebnisse von Dr.
Oscar Lenz. Berlin 1878.
Barbozadu Bocage, Aves dos possess. portug. d' Africa
der Vögel wäbreuil des Jahres 1878. 407
Occidental Listos XVI, (Caconda von S. Anchieta) XVII
(Cacouda von S. Anchieta, Cazengo S. Fo uscca) Jörn. Sc.
Math., phys. et nat. XX Lisboa XXIII, XXIV 1878.
Barboza du Bocage, Melanges ornithologiques IV,
V. Especes nouvelles d'Angola ib.
R. B. Sharpe et A. Boiivier, Etudes d'ornithologie
africaine. Nouvelle liste d' oiseaux recueillis dans la re-
gion du Congo par Mss. le Dr. Luc an et L. Petit de
septembre 1876 a septembre 1877 (suite). Bullet. Soc. Zool.
France 1877 470, III (1878) 73.
Oustalet, lieber Glareola nuchalis und Vögel gesam-
melt von M. Mar che in GabonBull. Soc. Philomath. Paris
7 ser. I 1877 42 (?).
F. Nicholson, On a collection of Birds from Abeo-
kuta (W. Africa) (gesammelt von Mr. Henry Robin) Proc.
Z. S. 128 t. 10.
P. Güssfeldt, J. Falken st ein, E. Bechüel-
L 0 e s c h , Die Loango-Expedition ausgesandt v. d. deut-
schen Gesellschaft zur Erforschung Aequatorial -Africas
1873-76.
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Transvaal. Communicated by J. H. Gurney (cfr. Ibis 1877
339—354) Ibis 1878 281, 406.
Prof. C a b a n i s , Ueber die Sammlungen von Vögeln,
welche von den Herren J. M. H ild e b r andt und von Ka 1 k-
reuth in Ost-Afrika speciell Zanzibar, Monbassa und weiter
im Innern gemacht wurden (Auszüge aus den Diagnosen
d. neuen Species). Journ. f. Orn. 205.
Uebersicht der Vögel Ost - Afrikas , welche von den
Herren J. M. Hildebrandt und von Kaikreuth gesam-
melt worden sind. Bearbeitet von J. Cabanis. (Mit einer
Einleitung und biologischen Notizen der Reisenden) ib. 213.
Dr. G. A. Fischer, Briefliche Reiseberichte aus Ost-
Africa (an Dr. Reichenow) III ib. 268 Lobow, auch Eier,
Nester. Sansibar März 1878.
Dr. G. A. Fischer und Dr. Reichenow, Ueber-
sicht der von Dr. G. A. Fischer auf Sansibar und wäh-
rend einer Reise durch das Küstenland vonMombassa bis
408 Pelz ein: Bericht üb. d Leistungen in d. Naturgeschichte
Wite gesammelten oder sicher beobachteten Vögel ib. 247,
auch Nester, Eier.
E. Marno, Bericht über eine Excursion von Zanzi-
bar nach Koakiora. Mit einer Karte. Mitth. k. k. geogr-
Gesellsch. Wien 1878.
F. Nicholson, A List of the Birds collected by Mr.
E. C. Buxton at Darra-Salam, on the coast of Africa,
opposite Zanzibar. Proc. Z. S. 353 (auch einige Vögel aus
Darra-Salam gesammelt durch Mess. J. und F. Moir).
A. Grandidier, Hist. phys., nat., et polit.de Mada-
gascar Vol. XIII. Hist. nat. des Oiseaux par M. M. A.
Milne Edwards et A. Grandidier T. IL, Atlas L 2
partie 1878. 4.
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Birds of Madagascar and N. Zealand. Orn. Mise. XIV 237
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H. J 0 u a n , Les satellites de Madagascar. Les iles
Comores et les iles Sechelles Congres des Soc. savantes
et Rev. scientif N. 55. 11. Mai 1878.
Dr. Richard v. Dräsche, lieber die Insel Reunion.
Wien 1878 (ob auch Zoologisches?).
R. B. Sharpe, On the Birds of Rodriguez Natural
History of Venus Exped. Birds (anch Eier, Nester) Anhang :
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E. Oustalet, lieber Vögel von den Sechellen. Bull.
Soc. Philom. Paris 7 ser. I 1877 43.
E. Oustalet, Etüde sur la faune ornithologique des
iles Seychelles Bullet. Soc. Philomat. Paris 1878 161 (Samm-
lung von de l'Isle und Lantz.
P. L. Sclater, On the Birds of the Atlantic Islands
and Kerguclens Land and on the Miscellaneous Collection
(Rcp. Coli. Birds Voy. Challenger N. X). Proc. Z. S. 576
(Cap i^erden, Tristan d'Acunha Gruppe, Kerguelens Land).
Vclain I, La faune des iles St. Paul et Amsterdam
II Description geologique de la presqu'ile d'Aden, de Tile
de la Reunion, des iles St. Paul et Amsterdam Rev. scientif.
France et Etr. N. 52 29. juin. 1878. 1222.
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in 4 Parts General Notes 37, 92, 146, 187.
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pulär edit. 3 vol. Philadelphia and London.
The Naturalists Directory for 1878 Salem 1878.
The Oologist, a Monthly Journal to the Study of Birds
dan their Eggs. Editor Willard Utica, N. York III. ? Jahrg.
In Milwaukee ein neues ornithol. Journal ,, Western
Oologist", in monatlichen Bogen von 4 Seiten.
M. C. Read, The rearing of wild Birds in confine-
ment in Science News VoL I N. 2 15. (Nov. 1878) 29.
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gration of Birds Bull. Nutt. Orn. Club III 75.
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T. M. Brewer, Variations in the Nests of the same
Species of Birds Americ. Natur. 1878. 35.
W. J. Hoffmann, Remarks upon Albinism in several
of our Birds ib. 474.
E. A. Mearns, A Description of unusually develop-
ped individuals of three Species and Remarks on uucom-
mon plumages in several others , taken near West Point
N. Y. Bullet. Nutt. Orn. Club. III 69.
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various Species of N. American Birds ib. 15, 56, 115, 175.
H. Nehrling, Nordamericanische Vögel im Freileben
geschildert, Gefied. Welt 2, 13, 86, 100, 143, 171, 182, 193,
204, 214, 235, 268, 278, 322, 330, 371, 387, 399, 410, 446,
497, 510, 535.
R. Ridgway, A review of the American species of
the genus Scops Sav. Proc. U. St. Nat. Mus. 1878 85—117
(7 sp. of which 1 n. sp.)
W. A. Cooper, Notes on the breeding habits ofVireo
410 Pelzeln: Bericht üb. cl. Leistungen in d. Naturgeschichte
Huttoni and Lophophanes inornatus with a description of
their Nests and Eggs. Bull. Nutt. Orn. Club III 68.
H. W. H e n s h a w , On the species of the Genus
Passerella ib. 3.
T. M. B r e w e r , Notes on Junco canieeps and the
closely related forms ib. 72.
R. Ridgway, Studies of the American Herodiones.
Bullet. Un. St. Geol. and Geogr. Survey of the Territories
IV N. 1. 1878 219 Part I. Synopsis of the American Ge-
nera of Ardeidae and Ciconiidae; including Descriptions
of three New Genera and a Monograph of the American
Species of the Genus Ardea Linne.
S. Lockwood, The Night Herons and their Exodus
Americ. Natural. 1878. 27.
Narrati ve of a Voyage to the Polar Sea during 1875
—76 in H. M. Ships Alert and Discovery By Capt. Sir
G. S. Nares With Notes on the Natural History edited by
H. W. Feilden 2 Vol. 8. London 1878.
Edw. Adams, Notes on the Birds of Michalaski,
Norton Sound. Ibis 420 (mit einer biographischen Notiz
über Edw. Adams), Lebensw., Eier, Nester.
A. Milton Boss, Catalogue of Mammals, Birds, Rep-
tiles and Fishes of the Dominion of Canada Montreal
1878. 8.
D. S. Jordan, Manual of the Vertebrates of the North
United States 2 ed. Chicago 1878. 12.
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in the Lower Hudson Valley Bull. Nutt. Orn. Cl. III 128.
C. Hart Merriam, Remarks on some of the Birds
of Lewis County N. N. York with notes by J. Dayon ib.
'52, 123.
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T. M. Brewer, Notes on certain species of N. Eng-
land Birds with Additions to his Catalogue of the Birds
of N. England. Proc. Bost. Soc. N. H. XIX 301.
Ch. Cary, A Naturalist on the Magdalen Islands.
Giving a description of the Islands and a jist of the Birds
der Vögel während des Jahres 1878. 411
taken there with other ornithological notes. Ilhistr. from
Sketches by the Autbor Boston 1878.
Tb. A. Brubin, Vergleicbendc Pbänologie (Potosi in
Wisconsin und Neu-Coeln). Zool. Garten 282.
Tb. A. B r u b i n , Correspondenz aus Potosi (Wisconsin)
ib. 375.
Tb. A. Brubin, Früblingsboten. Eine Pbänologie in
gereimten Disticben ib. 125.
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Birds Transact. Kansas Acad. Sc. Vol. VI 1878. 38.
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Carmel. S. Illinois Bull. Nutt. Orn. Club III 162.
N. C.Brown, A List of Birds observed at Coosada,
Central Alabama ib. 168.
Maynard, Birds of Florida (witb tbe Water and
Game Birds of eastern N. America) P. IV. V. VI. (naeb
einer Unterbrechung wieder fortgesetzt).
W. L. Tiffnay, Notes on threeRare Birds of Minne-
sota (Ampelis garrulus, Hesperiphona vespertina, Cotur-
niculus Lecontei) Americ. Natural. 1878. 470.
Capt. Bendire, Notes on Birds found in S. E. Ore-
gon (concluded) Proc. Bost. Soc. N. H. XIX P. II 111.
L. Bei ding, A Partial List of the Birds of Central
California Proc. Un. St. Nation. Mus. I 388.
L. Ridgway, Descriptions of several new Species
and geograpbical races of Birds contained in the collection
of the Un. St Nat. Mus. in Proc. Un. St. Nat. Mus. I. 247.
G. Ridgway, Descriptions of new Species and
Races of North American Birds , including a Synopsis of
tbe genus Tyrannus Cuv. Proc. Un. St. Nat. Mus. I. 466.
Dr. Coues, Fi cid Notes on Birds observed in Dakota
and Montana along tbe Fortby ninth Parallel during tbe
seasons 1873 and 1874. Bull. Geol. and Geogr. Surv. Terri-
tories IV 1878. N. 3. 545. Mit einem bibliographischen An-
hang (Lebensw., Nisten).
Elliott Coues, Birds ot the Colorado Valley. A Re-
pository of Scientific and Populär Information concerning
N. Americ. Ornithology Part I Passeres to Laniidae. Biblio-
grapbical Appendix. Unit. St. Geol. Survey of tbe Terri-
412 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
tories Miscellaneous Publications N. 11. Illustrat. (wood-
cuts) 8. Washington 1878.
T. M. Brewer, Ueber Vögel der Rio Grande Region
(auch Eier, Nester). Ibis 487.
J. C. Merrill, Notes on the Ornithology of Southern
Texas, being a list of Birds observed in the vicinity of Fort
Brown, Texas from February 1876 to June 1878 with 3 pl.
Proc. Un. St. National Museum 1878 118 (enthält auch
Anmerkungen von T. M. Brewer und R. Ridgway).
T. M. Brewer, Ueber Forschungen des Dr. Merrill
in Texas (auch Eier, Nester). Ibis 116.
G. B, Sennett, Notes on the Ornithology of the
Lower Rio Grande of Texas, from Observations made du-
ring the Season of 1877 edited with Annotations by Dr.
ElliottCoues Bullet, ün. St. Geol. and Geogr. Surv. Territor.
IV N. 1. 1 (auch Eier, Nester).
G. B. Sennett, Later Notes on Texas Birds I in
Science News Vol. I N. 4 15. Dec. 56.
R. Ridgway, Notes on some of the Birds of Cala-
verasCounty, California and adjoining Localities Bullet. Nu tt.
Orn. Club III 64.
Bat es. Central America, Westlndies and S. America
With ethnolog. App. by A. H. H e a v e , Illustr. London
1878. 8.
0. Salvin, Description of two new species of Birds
from Central America and one from South America.
Ibis 445.
P. L. Sclater, Preliminary Remarks on the Neotropi-
cal Pipits. Ibis 356 t. 10 und Holzschnitte.
R. Ridgway, Description of two new Species of
Birds from Costa Rica and notes on (3) other rare Species
from that Country in Proc. Un. St. Nat. Mus. 1878 252.
R. Ridgway, On a new Humming-Bird (Atthis
Ellioti) from Guatemala with cuts ib. 8.
A. Boucard, On Birds collected in Costa Rica Proc.
Z. S. 37 t. 4.
A. Boucard, Liste des Oiseaux recoltös en Guate-
mala en 1877. Ann. Soc. Linn. Lyon 1878.
Rev. de Bibliographie Zoologique de TAraerique
der Vögel während des Jahres 1878. 413
meridionalc IV. Period. Zoolog. Soc. Zool. Argentina IL
178, V. ib. 261.
P. L. Sclater and 0. Salvin, On the Collection of
Birds made by Prof. S teere in Soutb America. Proc. Z. S.
135 t. 11 — 13. (Prof. Steere durchkreuzte S. America von
Para bis Callao ; eine Skizze seiner Reiseroute wird ge-
geben.)
Oustalet, Notice sur quelques Pelicans nouveaux ou
peu connus de l'Amerique meridionale Bull. Soc. Pbilom.
Paris 1878. 208.
Ch. Waterton's Wanderings in South America, the
north West of the United States and the Antilles in the
years 1812, 1816, 1820 and 1824 with original Instruction
for the perfect preservation of birds etc. for cabinets of
nat. bist. New edit. Edited with biographical introduction
and explanatory Index by J. G. Wood with 10 illustr.
London 1878. 8.
Lawrence, Description of supposed new Species of
Birds from the Islands of Granada and Dominica W. Ind.
Ann. N. Y. Acad. Sc. I 160.
Lawrence; A Provisional List of the Birds procured
and noticed by Mr. Fred. A. Ober in the Island of Do-
minica Forest and Stream Dec. 6 1877 vgl. Ibis 195.
G. N. Lawrence, Catalogue of the Birds of Domi-
nica from collections made for the Smithsonian Institution
by Fred. A. Ober togetherwith bis notes and observations
in Proc. ün. St. Nation. Mus. 1878. 48.
Lawrence, Description of Seven new Species of
Birds from the Island of St. Vincent, W. Ind. Ann. N. Y.
Ac. Sc. I 147.
Lawrence, Catalogue of the Birds of St. Vincent
from Collections, made by Fred. A. Ober under the Di-
rection of the Smithsonian Institution with bis notes
thereon Proc. Un. St. Nation. Mus. 1878 185.
Lawrence, Catalogue of the Birds of Antigua and
Barbuda from collections made f. the Smiths. Inst, by M.
Fred. A. Ober with bis observations. ib. 232.
Lawrence, Catalogue of the Birds of Grenada from
a collection made by M. F. A. 0 b e r for the Smithsonian
414 Pelze In: Bericht üb- d. Leistungeü in d. Naturgeschichte
Institution including others seen by him, but not obtained
ib. 265.
Lawrence, Catalogue of the Birds collected in Mar-
tinique by M. Fred. A. Ober for tlie Smitbsonian Insti-
tution ib. 349.
Lawrence, Catalogue of a Collection of Birds ob-
tained in Guadeloupe for the Smitbsonian Institution by
F.A.Ober 449.
Lawrence, A general Catalogue of the Birds noted
from the Islands of the Lesser Antilles visited by Fr.
Ober (Barbuda, Antigua, Guadeloupe, Dominica, Martini-
que, St. Vincent, Grenada) ib. 486. Tabelle.
J. Gundlach, Apuntes para la Fauna Puerto —
Riquena Annales Soc. Espanola de Eist. Nat. Madrid VII
(1878) 135 Primere Parte I. Mamiferos, Aves 135, Secunda
Parte Aves ib. 343.
Dr. J. Gundlach, ISI^ue Beiträge zur Ornithologie
der Insel Porto Rico. Journ. f. Orn. 157 (Neue Liste). Auch
Lebensw., Eier.
Dr. J. Gundlach, Briefliches über eine neue Dy-
sporus-Art auf Cuba ib. 298.
Fr. Knapp, Mittheilungen aus der cubanischen Thier-
und Pflanzenwelt. Abh. naturhist. Gesellsch. zu Nürnberg
VI 1877 53.
N. B. Moore, List of Birds chiefly visitors from N.
America seen and killed in the Bahamas in July, August,
October, November, December 1876. Proc. Bost. Soc. N. H.
XIX 241.
N. B. Moore, Observations on some Birds seen near
Nassau, New Providence in the Bahama Islands ib. 243.
L. Brace, Notes on a few Birds observed et New
Providence, Bahamas, not included in Dr. Bryant's List
of 1859 ib. 240.
J. M. Spence, The Land of Bolivar, or War, Peace
and Adventure in the Republic of Venezuela With Maps
and Illustr. 2 vol. London 1878. 8. Mit Anmerkungen des
Herausgebers.
C. Sachs, Aus den Llanos: Schilderung einer natur-
der Vögel während des Jahres 1878. 4l5
wissenschaftlichen Reise nach Venezuela. Mit Abbildungen.
Leipzig 1879 (bereits 1878 erschienen). 8.
A. Gering, Notizen über die Vogelwelt Venezuelas.
Orn. Centralbl. 96.
Petersen, Reiseskizzen aus Columbien (Schluss).
Zeitschr. d. Ornith. Vereins in Stettin 1878. 23.
P. L. Sclater und 0. Salvin, Descriptions of three
new Species of Birds from Ecuador (gesammelt von M. C.
Buckley). Proc. Z. S. 438 t. 27, 28.
Pelz ein, Weitere Sendungen von Vögeln aus Ecuador.
Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien XXVIII (1878). Abb. 15.
Cabanis, lieber eine Sammlung von Vögeln der Ar-
gentinischen Republik (von Dr. A. Döring). Journ. f. Orn.
194 und 353.
Dr. Ad. Döring, Noticias ornithologicas de las re-
giones riberenos del Rio Guayquirarö. Organo Soc. Zool.
Arg. Tom. I. Entr. III Buenos Aires 1875.
Dr. H. Burme ister, Notes on Conurus hilaris and
other Parrots of the Argentine Republic. Proc. Z. S. 75
(auch Brasilien).
H. Durnford, Notes on the Birds of Central Pata-
gonia. Ibis 389 (auch Eier, Nester).
J. Gibson, On certain Birds collected by the late
Capt. (Rear Admiral) P. P. King in the Straits of Ma-
gellan between the years 1826—27. Proc. R. Physic. Soc.
Edinb. Vol. IV (1878) 183.
P. L. Sclater and 0. Salvin, On the Birds of An-
tarctic America (Rep. Coli. Birds Voy. Challenger N. IX).
Proc. Z. S. 431.
S. Barrington Brown and W. Lidstone Fifteen
Thousand Miles on the Amazon. London 1878 (ob Orni-
thologisches ?)
Th. P. Bigg-Wither, Pioneering in South Brazil.
ThreeYearsof Forest and Prairie Life in the Province of
Paranä 2 Vol. With Map and Illustr. London 1878.
Dr. D. H. Weyenbergh, Informe sohre una excur-
sion zoologica ä Santa F6 (Paranä) in Periodico zoologico
Organo de la Sociedad Zool. Argent.) Cordoba III 1878 39,
auch über Vögelfauna.
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. BB
416 Pelzein: Bericht üb. d.' Leistungen in d. Naturgeschichte
H. Durnford, Notes on the Birds of the Province
of Buenos Ayres. Ibis 58 (cont.fr. Ibis 1877 203) Lebensw.,
Eier, Nester.
Australien.
T. Salvadori, Prodromus Ornithologiae Papuasiae
et Moluccarum V. Accipitres Annal Mus. Genova XII 32,
VI Picariae (Cuculidae) ib. XIII 456.
T. Salvadori, On the Birds of Ternate, Amboyna,
Banda, the Ke Islands and the Aru Islands (Rep. on the
Coli. Birds Voy. Challenger N. VI). Proc. Z. S. 78.
T. Salvadori, Descrizione di trentuna speeie nuove
di uccelli della sottoregione papuana e note intorno ad
altre poco conusciute Annal. Mus. Genova XII 317.
Salvadori, Due nuove speeie di uccelli dei generi
Calornis e Carpophaga della sottoregione Papuana Atti Acc.
Torino XIII 535.
D. A. B. Meyer, Description of two Species of
Birds from the Malay Archipelago (Zeozephus Rowleyi und
Surniculus Musschenbroeki). Orn. Mise. XIII 163.
V. Rosenberg, Die Papageien von Insulinde. Zool.
Gart.;;344 (geogr. Verbreit.).
Studer, Ein Besuch auf Timor. Deutsche geograph.
Blätter :i878 Hft. N. 230.
Gould, The Birds of New Guinea P. VI- VIII 1878.
P. VI. Tanysiptera nympha, Artamus maximus, A. in-
signis, A. monachus, Lophorhina superba, Xanthomelus
aureus, Nasiterna pygmaea, maforensis, misoriensis, Bruijni,
Beccarii, pusio, 'Keiensis.
P. VII. Tanysiptera nigriceps, Epimachus speciosus,
Paradigalla carunculata, Pitta coeruleitorques, maforensis,
celebensis, rubrinucha, Phlogoenas jobiensis, Johannae, Or-
thonyx Novae Guineae, Cyclopsitta suavissima, melanogenys,
Dicaeum eximium.
P. VIII. Dicranostreptus megarhynchus, Oedirhinus
insolitus, Astrapia nigra, Eclectus polychlorus, Geoffroyius
heteroclitus, Cinnyris maforensis, mysorensis, sangirensis
Todopsis cyanocephala, Bonapartii, Wallacii, Grayi.
der Vögel während des Jahres 1878. 417
R. B. Sharpe, On the Collection of Birds made by
Dr. Meyer during bis expedition to New Guinea and
sonie neighbouring Islands. Mittb. k. zool. Museum Dresden
Hft. III 1878 349 t. 28—30 I Accipitres II Dieruridae III
Campopbagidae.
R. B. Sbarpe,^ Contributions to tbe Ornithology of
New Guinea P. III Journ. Linn. Sog. London Zool. XIII
457—488. — P. IV. On tbe Collection of Birds brougbt by
M. Octavian C. S t o n e from soutb - eastern N. Guinea ib.
486-505.
E. P. Ramsay, Contributions to tbe Zoology of
New Guinea Mammals and Birds Proc. Linn. Soc. New
Soutb Wales III 241 (Sammlungen von M. M. A. Morton,
Goldie, Sbaw, Blanden, demM. M.flngbam undBroad-
bent V. d. S. 0. Küste).
E. P. Ramsay, Zoology of tbe „Cbevert" Ornitbology
II ib. III 100 (Neu Guinea).
E. Oustalet, Description de quelques especes nou-
velles de la Cocbincbine et de la Nouvelle Guin6e Bull.
Soc. Pbilomat. Paris Dec. 1877.
Salvadori, Descrizione di una nuova specie di uccelli
del genere Cbalcopsittacus Bp. e note intorno ad altre
specie di uccelli della Nuova Guinea Atti Acc. Torino
XIII. 309.
Salvadori, Catalogo di una collezione di uccelli
di Tarowai fatta dei cacciatori del Sign. A. A. Bruijn ib.
317 (vgl. aucb Oustalet Bull. Ass. Sc. France Nr. 553
Jan. 1878).
J. P. Ramsay, Notes on a Collection of Birds from
Port Moresby, wbit Descriptions of some new Species Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales I 386. (Mr. Goldie's Sammlung.)
P. L. Sclater, On tbe Birds of tbe Atlantic Islands
and Kerguelens Land and on tbe Miscellaneous Collection
(Rep. Coli. Birds Voy. Cballenger N. X N. Seeland, Hum-
boldts Bay, N. Guinea. Proc. Z. S. 576.)
P. L. Sclater, On a second Collection of Birds from
Duke of York Island, NewBritain and New Ireland recei-
ved from Mr. G. Brown Proc. Z. S. 289.
P. L. Sclater, On a tbird Collection of Birds made
418 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
by Mr. G. Brown in the Duke of York Group of Islands
and its vicinity ib. 670 t. 42.
E. P. Ramsay, Note of a Collection of Birds from
New Britain, New Ireland and Duke of York Islands, with
some Remarks on tbe Zoology of the Group. Proc. Lina.
Soc. N. S. W. I 369.
E. P. Ramsay, Descript. of some new species of
Birds from New Britain, N. Ireland, Duke of York Island
and th. S. E. coast of New Guinea ib. II 104.
Salvador i, Intorno agl' Individui del Genere Her-
motimia dell' Isola del Duca di York Acc. Torino XIII.
E. P. Ramsay, Descriptions of three supposed new
Species of Birds from tbe New Hebrides Proc. Linn. Soc.
N. S. W. II 286 (aus einer Sammlung von Dr. Mackinlay).
E. L. Layard and E. C. Layard, Notes on some
Birds collected or observed by Mr. E. C. Layard in the
New Hebrides With Remarks byTristram Ibis 267, auch
Eier. Uebersicht der Vertheilung der Arten in der Neu-He-
briden-Gruppe.
E. L. Layard und E. C. Layard, Notes on the Avi-
fauna of New Caledonia With Remarks by Tristram Ibis
250 (auch Loyalty's Islands. Vgl. d. Fauna N. Caledoniens,
Australiens und der Fidschis).
E. L. Layard, Description of new Species of Birds
from the Island of Lifu, New Caledonia Ann. nat. bist. 5
ser. I 379.
E. P. Ramsay, Notes on some Birds from Savage
Island , Tutuela etc. Proc Linn. Soc. N. S. W. II 139
(Sammlung von Mr. Withmee).
R. B. Sharp e, On a small Collection of Birds from
the Ellice Islands With a Note on other Birds found by
S. J. Whitmee Proc. Z. S. 71.
W. A. Forbes, On a small Collection of Birds from
the Samoan Islands and the Island of Rotumah , Central
Pacific Proc. Z. S. 351 (gesammelt von Mr. G. Brown).
Dr. F i n s c h , On a new species of Finch from the
Feejee Islands ib. 440 t. 29 (Amblyura Kleinschmidti).
P. L, Sclater, On the Birds of the Sandwich Islands
(Rep. Coli. Birds Voy. Challenger N. VIII) ib. 346.
der Vögel während des Jahres 1878. 419
Procccdings of the Linnean Society of New South
Wales Vol. I part 3 et 4, Vol. II 1—4, III 1—3 (Vol. 1
enthält die Verhandl. des Jahres 1876, II von 1877 , III
von 1878).
E. P. Ramsay, Tabular List of the Birds of Austra-
lia Proc. Linn. Soc. N. S. Wales II 137 mit Karte und
Bemerkungen über viele Arten.
E. P. Ramsay, Notes on „List of Australian Birds"
ib. III 38.
E. P. Ramsay, Remarks on the large number of
Game Birds which have of late been ofifered for sale in
Sydney ib. I 215.
E. P. Ramsay, List of Australian Game Birds and
other Species which should be protected by the Game Pre-
servation Act. ib. I 182.
E. P. Ramsay, Descriptions of five species of (new)
Birds from Torres Straits and N. Guinea ib. III 72.
E. P. Ramsay, Descript. of a new species of Rhipi-
dura from Torres Straits and of a new species of Eopsal-
tria from the Rockingham Bay District, with remarks on
some rare Queensland Birds ib. II 371.
E. P. Ramsay, Note on a specimen of Arses tele-
scophthalmus from Cape York ?, Arses Kaupi Gould and
the young of Cracticus Quoyi Less. ib. 379.
W. A. Forbes, On the Birds of Cape York and the
neighbouring Islands (Raine, Wednesday and Booby Is-
lands) (Rep. Coli. Birds Voy. Challengcr N. VII). Proc. Z.
S. 120.
Comte Castelnau and E. P. Ramsay, Ou a Col-
lection of Birds from the Norman River, Gulf of Carpen-
taria. Proc. Linn. Soc. N. S. W. I 379.
G. Masters, Notes on a Collection of Birds from
Port Darwin Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 269, Ann. nat.
bist. 5 ser. I 269.
Capt. W. E. Ar mit, Note on Australian Finches of
the genus Poephila. Journ. Linn. Soc. London Zoology
XIV 95.
R. B. Sharp e, A description of two apparently over-
420 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
looked species of Flycatchers of the Genus Arses Notes
from the Leyden Mus. VI 1.
E. P. Ramsay, On two new species of Gerygone
Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 116 (auch über verwandte
Arten).
E. P. Ramsay, Description of some rare Eggs
of Australian Birds and a note on the Eggs of certain
Species of Megapodius ib. 11 107 (wurde schon im vorigen
Berichte angef.)
W. L. B u 1 1 e r , Notes on the Ornithology of New
Zealand Transact. N. Zeal. Instit. X 191.
W. L. Buller, Further Notes on the Ornithology of
New Zealand ib. 201.
D. C. Wilson, Disappearance of the Small Birds of
New Zealand ib. 239. — Firth, Bemerkungen hiezu ib.
553. — Barston ib. 553.
R. Gillies, Notes on some Changes in the Fauna of
Otago ib. 306.
G. D. R 0 w 1 e y , Remarks on the exstinct gigantic
Birds of Madagascar and N. Zealand. Orn. Mise. XIV 237
t. 112-115.
Accipitres.
Allerlei gesammelte ornithologische Beobachtungen. Mittheil,
des ornithol. Vereins Wien 101 (I. Vultur cinereus, V. fulvus), 109
(11. Aquila fulva, A. imperialis), 117 (III. Aquila naevia, A. pennata,
A. Bonellii). Diese Aufsätze enthalten eine Fülle der werthvollsten
und wichtigsten Beobachtungen in höchst anziehender Darstellung.
0. V. Riesenthal, Die Raubvögel Deutschlands und des an-
grenzenden Mitteleuropas hat in diesem Jahre seinen Abschluss er-
halten.
Ed. Hodek, Europäische Raubvögel Mittheilungen Orn. Ver.
Wien 36, 48.
L. Martin, Miscellen. I, In Gefangenschaft brütende Ubus,
II. Raubvögel-Fangeisen auf Stangen, III. Das Ausnehmen der Raub-
vogelhorste. Ornith. Centralblatt 98.
Gypäetidae. Dr. Brehm, lieber den Bartgeier (über einen
von Seiner K. u. K. Hoheit dem Erzherzog Kronprinzen Rudolf
im Oberennsthal gesehenen Gypäetus) Ornith. Centralblatt 119.
der Vögel während des Jahres 1878. 421
Dr. A. Girtanner, Etwas, jedoch weniger über als wegen
Gypäetus barbatus Mitth, orn. Ver. Wien 85.
Valturidae. G. M. Sintenis, Zur Naturgeschichte des Kutten-
geiers (Vultiis cinereus) Orn. Centralbl. 146.
J. H. Giirney, On the colour ofthe irides in the two sex es of
Otogyps calvus Stray Feath. VII 170.
A. H u m e , Differences between Gyps indicus Scop. and G.
pallescens Hume ib. 165.
Dr. H. Lenz, Vultur f ulvus in Holstein geschossen. Ornith.
Centralbl. 126.
Nach Angabe der Eingebornen soll im Innern Ostafricas, 8 — 9
Tagereisen von Bagamoyo ein Vogel vorkommen , der grösser als
ein Strauss, sehr lange Beine, einen raubvogelähnlichen Kopf und
Schnabel trüge, sehr gut fliegen könne und sich von Aas nähre. Dr.
G. A. Fischer Journ. f. Orn. 297.
Falconidae- J. H. Gurney, Notes on a „Catalogue of the
Accipitres in the British Museum" by R. Bowdler Sharpe (1874)
(Forts. Ibis a. 1877 437) Ibis 1878 84 (Spizaetinae, Circaetinae), 145
(Circaetinae), 352 (Circaetinae) 451 (Haliaetinae, Milvinae).
Salvador i, Prodromus Ornithologiae Papuasiae et Molucca-
rum Annali Mus. Genova XII 32 V Accipitres Falconidae 82.
R.B. Sharpe, On the collection of Birds made by Dr. Meyer
duriug bis expedition to New Guinea and some neighbouring Islands
Mitth. a. d. Dresdener Museum III (I Accipitres, auch Liste der Mo-
lukkischen und Papuanischen Habichte und Sperber, Beschr. v. Astur
Meyerianus etc.)
A.Newton, Hawking in Norfolk. Reprinted from Lubbocks
Fauna of Norfolk. 2 edit.
Capt. Dugmore, The rivival of Falconry Zoologist II 73.
J. E. Harting, Gazelle hawking in Egypt. ib. 335.
J. H. Gurney, Ueber zwei in Grossbritannien erlegte Ex. des
Buteo desertorum und über ein abnormes Ex. von Accipiter nisus
Ibis 118.
C.M.Prior, Nesting habits of the Kestrel and Sparrowhawk
Zoologist II 34.
J. Talsky, Zum Vorkommen des Circaetus brachydactylus und
Aquila chrysäetus (Mähren) Mitth. Orn. Ver. Wien 106.
J. W. Stack, Tradition über Tödtung eines gigantischen
Raubvogels (Parrakai) in N. Seeland (ob in Beziehung zu Harpagor-
nis Moorei ?) Transact. N. Zeal. Instit. X 63.
E. Grobe, Ueber die Gruppe der Polyborinen im 55. Jahres-
ber. Schles. Gesellsch. f. vat. Cult. 94.
J. H. Gurney, Notes on a specimen of Polyborus lätely living
in the Societys Gardens (vgl. Proc. Z. S. 1876 333 c. tab.) Proc. Z.
S. 1878 230.
422 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Dr. ^rehm. lieber einen bei Wien beobachteten Buteo, der
von Sr. K. u. K. Hoheit dem Erzh. Kronprinzen als B. desertorum
angesprochen wurde Journ. f. Orn. 368.
V.Krieger, lieber Bussarde und eine kleine Varietät, welche
sich dem B. tachardus nähert. Journ. f. Orn. 366 et 368.
E. H 0 d e k , lieber ein auf dem Gallizinberge bei Wien ge-
fangenes Ex, von ßuteo desertorum. Mitth. Orn. Ter. Wien 26.
Ad. Walter, Kühnheit eines Bussards. Orn. Centralbl. 27.
Dr. ßrehm, lieber die beabsichtigte Monographie des Stein-
adlers , an welcher sich Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz und
H. V. Homeyer betheiligen werden. Journ. f. Orn. ^68.
E. Hodek, Steinadler — Goldadler; Aquila fulva — A. chry-
saetos. Mitth. Orn. Ver. Wien 53, 73, 80, 91.
Brooks, Aquila naevioides und A. vindhiana Stray Feath.
VII. 166.
Dresser, Text von Aquila pomarina und clanga B. Eur P.
LXV— LXVI.
J. Rohweder, Der Schlangenadler in Schleswig - Holstein.
Orn. Centralbl. 35.
A. Grunack, Der Fischadler (Pandion haliaetus Cuv.) ib. 99.
Felix L. Oswald, The Home of the Harpy-Eagle Americ.
Naturalist XII Nr. 3 146. Sehr wichtige Schilderung von Harpyia
destructor und ihres Lebens , Nisten , Ei , auch Schilderung von
Oaxaca.
A. Anderson, lieber einen Bambusstock aus dem Neste
von Haliaetus leucoryphus. Proc. Z. S. 393.
Nach J. H. Gurney ist der Falke von Socotra (Ibis 1877
149 et 397) F. peregrinus Ibis 1878 380-
N. S. Goss, Breeding of the Duck Hawk in Trees Bullet Nutt.
Orn. Club HI 32.
J. Rohweder, Aus dem Leben des Wanderfalken. Ornith.
Centralbl. 57.
A. Anderson, lieber Falco barbarus (babylonicus Proc. Z.
S. 1876 t. 23). Proc. Z. S. 1878. 2.
Marq. Tweeddale, Polihierax insignis Orn. Mise. XIV. 169.
J. Kolazy, Der Thurmfalke. Mitth. orn. Ver. Wien 45.
Pralle, lieber Falco rufipes. Orn, Centralbl. 160.
Dresser, Text von Milvus aegyptius B. Eur. P. LXXI
— LXXII.
Sachse, Unter dem Wespenbussardhorste. Orn. Central-
blatt 12.
Baza ceylonensis Legge from the Wynaad Hume Stray Feath.
VII. 151.
H.Schlegel, On Nisus rufitorques and N. poliocephalus Notes
from the Leyden Mus. Dec. 1878 Note I.
der Vögel während des Jahres 1878. 423
Falco nisus fossil: S. Caldoron, Enumeracion de los Verte-
brados fossiles de Expana Madrid 1877. 8.
J. H. Gurney, lieber das Singen der Asturinula mono-
grammica. Proc. Z. S. 791.
0. V. Krieger, Ueber das Leben des Hühner-Habichts (Astur
palumbarius). Orn. Centralbl. 33, 49.
Neue Arten: Spizaetus Kelaarti W. V. Legge (nipalensis
Auct. aliq. wohl subspecies) Ibis 202 and Birds of Ceylon 52 Ceylon.
— Lopliotriorchis Lncani R. B. Sharpe et Bouvier Bullet Sog. Zool.
France 1877 470 Congo Region. — Astur Meyerianus R. B. Sharpe.
Journ. Linn Soc. London Zool. XHI 457 und Mitth. Dresdener Mus.
HI 354 Ins. Jobi. — Ä. Sharpei E. P. Ramsay (cruentus Salvad. et
Sharpe). Proc. Linn. Soc. N. S. W. HI 173 et 248 Port Moresby.
Abbildungen : Aquila clanga Dresser B. Eur. LXVII— LXVIII
— A. pomarina ib. — Neopus malayensis Holzschnitt des Fusses
Legge Birds Ceylon I S. 50. — Spizaetus Kelaarti Legge Birds Cey-
lon t. (f. et m. j.) Holzschnitte der Brustfedern von Sp. Kelaarti und
Sp. nipalensis ib. S. 54. — Harpyopsis Novae Guineae Sharpe. Mitth.
zool. Mus. Dresden III t. 28. — Haliaetus vociferoides A. M. Edwards
et Grandid. Ois. de Madagascar t. 9 A bis (Skelet). — Falco
Feldeggii Dresser B. Eur. LXXI— LXXII. — Polihierax insignis
Marq. Tweedd. Orn, Mise. XIV t. 103. — Baza ccylonensis Legge
B. Ceylon t. — Dryotriorcbis spectabilis J. H. Gurney. Ibis t. 2. —
Astur Meyerianus Sharpe Journ. Linn. Soc. London Zool. XIII. t. 22.
— A. etorques Sharpe. Mitth. zool. Mus. Dresden t. 29. — Astur
Henstii juv. M. Edwards et Grandid. Ois. Madag. t. 80. — Accipiter
Stevensoni Gurn. M. Tweeddale Proc. Z. S. t. 57. — Circus cine-
raceus Dresser B. Eur. LXVII— LXVIII. — C. Swainsoni ib. — C.
aeruginosus ib. LXXI —LXXII. — C. melanoleucus Forst. J. A. Ander-
son Yunnan Exped. t. 45 m, t. 46 f et j.
Strigidae. Salvadori Prodromi Ornithologiae Papuasiae et
Moluccarum V. Accipitres Annal Mus. Genova XII 32 Strigidae 39.
R. B. Sharpe, On the Collect, of Birds mode by Dr. Meyer
during his expedition to New Guinea and some neighbouring Islands«
Mitth. Dresdener Mus. III (I Accipitres).
J. Oellacher, Drei freie Hirntumoren aus der Schädelhöhle
einer jungen Strix. Ber. nat. med. Ver. Innsbruck 1877. 1 Heft
1878 mit 1 Taf.
W.Kühne, Notiz über die Netzhaut der Eulen in Untersuch,
physiol. Instit. Heidelberg II Bd. 2 Heft 25 (Syrnium aluco).
PL Sclater, Ueber Athene variegata (Ninox Salomonis Sharpe)
Proc. Z. S. 290.
G. D. Rowley, Sceloglanx albifacies (Forts, v. P. I 36), Orn.
Mise. XIV 249.
424 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
S. W. Williston, The Prairie Bog, Owl and Rattle — snake
Americ. Natur. XII 203.
G. N. Lawrence, Oa the Members of the Genus Gymnoglaux.
Ibis 184.
Major Fitzgerald and J. H. Gurney, lieber Huhua nipa-
lensis. Ibis 119.
Stengel, Eine alte Uhu-Familie. Monatschr. Deutsch. Ver. zum
Schutze der Vogelwelt 1878. 20.
L. Martin, In Gefangenschaft brütende Uhus. Orn. Central-
blatt 98.
L. Martin , Fortpflanzung des Uhu in Nill's Thiergarten in
Stuttgart. Zool. Garten 199.
R, Ridgway, A Review of the American Species of the genus
Scops Sav. Proc. Un. St. Nat. Mus. 1878. 85—117 (7 sp. of which
1 n. sp.) Von Ref. nicht gesehen.
W. V. Legge, Description of a new Scops Owl from Ceylon.
Ann. nat. hist. 5 ser. I 174.
Dresser, Text von Asio capensis Birds Eur. P. LXIII — LXIV.
Prof. Altum, Ueber Strix uralensis aus Ost-Preussen, Journ.
f. Orn. 353.
Dresser, Text von Syrnium lapponicum B. Eur. P. LXXI—
LXXII.
C. Sachse, Ein seltsames Wochenbett (Syrnium aluco). Orn.
Centralbl. 86.
H. Schlegel, On Strix inexpectata Notes from the Leyden
Museum N. XVIJI (Dec. 1878).
Hume, Jerdon in error in quoting Philipp as an authority
for the occurrence of Scelostrix Candida near Hodal Stray Feath.
VII 162.
A. MilneEdwards, Observation s sur les affinites zoologiques
du Genre Phodilus et Description d'un nouveau genre de Rapace
nocturne. Nouv. Arch. Mus. H. N. 2 ser. I 1878 185 (die neue Gat-
tung ist der bereits im vorigen Berichte aufgeführte Heliodilus).
A. Grandidier, Note sur un nouveau Strigide de Madagascar
Bull. Soc. Philomat. Paris 7 ser. 1165. Phodilus. (Heliodilus M. Edw.)
Soumagnei vgl. vorj. Bericht.
Neue Arten: Nmox aTbomaculata E. P. Ramsay Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales III 249 N. Guinea. — N. undulata Ramsay ib. 249
N. Guinea. — N. spüocephala M. Tweedd. Proc. Z. S. 939 Mindonao
M. Everett. — Glaucidium ferrugineum (u. sp. ?) Sennett. Bull. Un.
St. Geol. and Geogr. Surv. Territor. IV N. 1. 40 Texas Mr. Sennet^
Arizona Mr. Beudire ? — Speotyto amaura Lawrence Proc. Un. St.
Nat Mus. 1878. 85. Ins. Antigua Mr. Ober. — Scops minutus W. V.
Legge Ann. nat. hist. 5 ser. I 174 et Birds of Ceylon I 175 Ceylon.
— Sc. Cooperi Ridgway Proc. Un. St. Nat. Mus. 1878 85 Costa Rica.
der Vögel während des Jahres 1878. 425
— Sc. Everetti M. Tweedd. Proc. Z. S. 942 Mindanao M. Everett.
— AsioBuÜeri Hume Stray Feath VII 31G Omara, Makari Küste? —
Pseudoptynx Gurneyi M. Tweed. Proc. Z. S. 940 Mindanao M. Everett.
— Strix iiiexspectata Schlegel Notes from tho Leyden Mus. Note
XVIII 51 (Dec. 1878) N. Celebes.
Abbildungen: Glaucidium castanonotum Legge B. Ceylon
t. — Scops minutus Legge ib. t. — x4sio capensis Dresser B. Eur. LXIII
— LXIV. — Pseudoptynx Gurneyi M. Tweedd. Proc. Z. S. t. 58. —
Syrnium indrani Legge Birds of Ceylon t. — Strix flammea Dresser
B. Eur. P. LXXI— LXXII. — Phodilus badius (Skelet) A. Milne
Edwards N. Arch. Mus. H. N. 2 ser. I t. 4. — Ph. assimilis Hume
Legge B. Ceylon t. — Heliodilus Soumagnei A. Milne Edwards et
Grandid. Ois. Madag. t. 36^, 36^ (Skelet) 36^ (Osteologie).
Passeres flssirostres.
Caprimulgidae. A. Hume, lieber Batrachostomus - Arten.
Ibis 120.
Brooks und Hume, Caprimulgus tamaricis Tristram iden-
tisch mit C. asiaticus Lath. Stray Feath VII 169.
V. Tschusi, Ueber das Gefangenleben der Nachtschwalbe
(Caprimulgus europaeus). Mitth. orn. Ver. Wien 47.
Neue Arten: Caprimulgus SJbelleyi Bocage Jörn. Sc M. Ph.
Nat. Lisboa XXIV (Lista XVII) Caconda W. Africa. — Lyncornis
mindanensis Marq. Tweedd. Proc. Z. S. 944 Mindanao M. Everett.
Abbildungen: Caprimulgus madagascariensis A. Milne
Edwards et Grandid. Ois. Madag. t. 77, t. 78 (Skelet und osteol.
Details). — C. enarratus t. 79.
Cypselidae. Cornelius, Die Nahrung des Mauerseglers. Orn.
Centralbl. 164.
Col. Jrby, lieber Nisten, Eier und Jungen von Cypselus pal-
lidus von Gibraltar. Proc. Z. S. 976.
G. Savile Reid, Egg of the pallid Swift (Cypselus pallidus
Shelley). Zoologist II 25.
J. Davidson, Cypselus batassiensis breeding on the fronds
of the Areca Palm Stray Feath VII 172.
H u m e , Blyth's name leucopygialis to stand for the Malayan
Grayrumped Spine — Tail (Chaetura) Stray Feath VII 518.
Neue Arten: Chaetura coclmichinensis Oustalet Bullet. Soc.
Philomat. Paris Dec. 1877 Saigon. — Ch. picina M. Tweed. Proc.
Z. S. 944 Mindanao M, Everett. — Ch. dominicana Lawrence
(poliura ante) Ann. N. Y. Ac. Sc. 1 255 Ins. Dominica. — Hinindi-
426 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
nopus celebensis Salvad. (Chaetura gigantea part. Auct. aliq ) Ann.
Mus. Genova XII 320 Celebes.
Abbildungen: Cypsslus parvus A. M. Edwards et Grandid.
Ois. de Madagascar t. 71 f. 1, t. 73 f. 1 (Skelet) t. 74 (Osteol.) —
Collocalia francica ib. t. 72 (Vogel, Nest, Eier), t. 73 f. 2 (Skelet),
t. 74 f. 2 (anat.), t. 75 (Osteol.). — Chaetura Grandidieri ib. t. 71
f. 2, t. 76 (Osteol.] — Ch. picina Marq. Tweedd. Proc. Z. S. t. 59.
Hirundinidae. T. M. Brewer, üeber Schwalbennester. Americ.
Natural. XII 336.
E. Hodek, Das Wandern der Schwalben. Mitth. orn. Ver.
Wien 24.
Dr. V. Enderes, Schwalben in der Gefangenschaft ib. 25.
G. Lechner, Schwalben und Bienen ib. 43.
H. Neweklowsky, Absonderliche Färbung (bei Hirundo
rustica) ib. 25.
Dr. Brehm, Nest einer Hirundo rustica aus Mähren von
Knochenkohle gefertigt. Journ. f. Orn. 368.
C. Schorler und Dr. W. Schütte, Ueber eine gezähmte
Kauchschwalbe. Zool. Gart. 26.
Hubert W. Page, A white Swallow — Albinism in Birds Na-
ture 1878 540.
David Robertson jun. , White Swallows (2 weisse Hirundo
riparia) ib. 618.
G. D. Rowley, Cotyle riparia. Orn. Mise. XII t.
Dr. Elliott Coues, Petrochelidon lunifrons Bull. Nutt. Orn.
Club III 105.
Sp. Trott er, Description of a Hybrid (Hirundo horreori-luni-
frons) between two N. Amer. Swallows ib. 135.
Neue Art: Hirundo ruflgula Bocage Jörn. Sc. M., Ph. Nat.
Lisboa XXIV Angola.
Abbildung: Cotyle riparia Nistcolonie G. D. Rowley. Orn.
Mise. XH t.
Goraciadae« Abbildungen: Coracias indicus Dresser B. Eur.
P. LXXI— LXXII. — Eurystomus glaucurus A. M. Edwards et
Grandid. Ois. Madag. t, 80, t. 81 (Skelet), t. 82 (Osteol.). — Lepto-
somus discolor t. 83 m, t. 84 f et pull, t. 85 (Skelet), t. 86 (Osteol.),
t. 87 et 88 (anat.). — Brachypteracias leptosomus ib. t. 96, t. 97
(Skelet), t. 98 (Osteol.), t. 99 f. 1 (anat.). — B. squamigera ib. t.
100, t. 99 f. 2 (anat.), t. 101 (Skelet), t. 102 (anat.). — B. Crossleyi
ib. t. 103. — B. pittoides ib. t. 104, t. 103 f. 5—11 (Osteol.). —
Plumes des Coraciides ib. t. 103-^ f. 1—4.
Momotidae. A. H. Garrod, On the Systematic Position of
the Momitidae Proc. Z. S. 100.
Abbildung: Holzschnitt des syrinx von Momotus Lessoni
Proc. Z. S. 101.
der Vögel während dea Jahres 1878. 427
Trogonidae. F. Bourdillön, Nidification of Harpactes fascia-
tus Stray Feath VII 172.
Aloedinidae. Fr. Lichter Feld, Die Eisvögel im zoologischen
Garten zn Berlin. Gefied. Welt 396, 408.
A. niimc, Halcyon chloris from the Ruturgherry district
about 75 miles S. of Bombay Stray Feath VII 168.
G. D. Rowley, On the Genus Cittura (mit wichtigen Bei-
trägen von Dr. A. B. Meyer). Orn. Mise. XIII 131 (irrthüral. schon
im vorigen Berichte aufgeführt).
Neue Arten: Tanysiptera Salvadoriana E. P. Ramsay Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales III 259 N. Guinea. — Melidora Goldiei E.
P. Ramsay ib. I 389 Port Moresby M. Goldie?
Abbildungen: Tanysiptera nympha Gould Birds N. Guinea
P. VI. — T. nigriceps ib. P. VII. — Cittura cyonotis (Temm.) Row-
ley. Orn. Mise. XIII t. 99. — C. sanghirensis (Sharpe) ib. t. 100.
— Ceyx argentata Marq. Tweedd. Proc. Z. S. t. 6. — Ispidina ma-
dagascariensis A. M. Edwards et Grandid. Ois. de Madag. t. 89, t.
91 f. 2 (Osteol.) — Corythornis cristatus ib. t. 90 f. 2, t. 91 (Skelet
und osteol. Det.)
Meropidae. D r e s s e r , Text von Merops apiaster und M. persi-
cus B. Eur. LXIII— LXIV.
A. Hume, Specific name Swinboei for the Indian representa-
tive of Merops quinticolor must stand Stray Feath. VII 455.
Neue Art: Merops modestus Oustalet Bull. Ass. Sc. France
N. 553 Jan. 1878 Ins. Tarawai. Nach Salvadori = M. ornatus vgl.
Ibis 482.
Abbildungen: Merops persicus Dresser B, Eur. LXV— LXVl.
— M. apiaster ib. — M. superciliosus A. M. Edwards et Grandid.
Ois. Madag. t. 90 f. 1, t. 92 Skelet u. osteol. Det. (M. madagasc.)
Passeres tenuirostres.
üpupidae. A. M o r r e s , Hoopoes near Salisbury Zoologist
II. 24.
A. Hume, The Indian Hoopoe should stand äs U. ceylonensis
Reich. Stray Feath VII 517.
Abbildungen: Upupa marginata A. M. Edwards et Grandid.
Ois. Madag. t. 93, t. 94 (Skelet) t. 95 (Osteol.) — Epimachus speciosus
Gould B. N. Guinea P. VII.
Fromeropidae. Von Shelley's Monograph of Cinnyridae wer-
den hier nachträglich die Tafeln von P. IV und P. V (Sept. 1877)
angeführt, eine spätere Lief, ist Ref. nicht zu Gesicht gekommen.
428 Pelz ein: Bericht üb. d, Leistungen in d. Naturgeschichte
Salvadori, Intorno agli individui del genere Hermotimia
deir Isola del Duca di York Atti Acc. Torino' XIII 530.
A. Hume, Additional specimens of Arachnothera simillima
Stray Feath VII 170.
Neue Gattung: Loxioides Oustalet Bullet. Soc. Philomath.
Paris 7 ser. I 1877 (L. Bailleni n. sp.)
Neue Arten: Nectarinia Anchietae Bocage Jörn. Sc. Lisboa
XXIII Angola. — N. Oustaleti Bocage ib. XXIV Angola. — N.
n. sp. Bocage ib. XXIV (Longmarii Boc. ib. XXIII) Caconda. — N.
n. sp. Bocage ib. XXIV (Tacazze Boc. ib. XXIII). — Cinnyris (Ghal-
conitra) KalkreutJii Gab. Journ. of Orn. 205 , 227 et 260 Ostafrica
Hildebr. , v. Kalkr., Dr. Fischer. — C. Bouvieri Shelley Monogr.
Cinnyr. P. III (descr. Abbild. P. IV) Westafrica. — C. Salvadorii
Shelley (Hermotimia nigriscapularis part. et H. sp. Salvad. 1875 et
1877) ib. P. IV Jobi ? — Aethopyga dubia Marq. Tweedd. Proc. Z.
S. 112 Dinagot, Philippinen M. Everett. — Araclmotliera flammiferä
M. Tweedd. ib. 343 Ins. Leyte, Philippinen M. Everett. — Arach-
nechthra Edeni Anderson (asiatica Auct. aliq.) Yunnan Exped. 661
Yunnan. — Hermotimia Cornelia Salvad. Atti Acc. Torino XIII 319
Ins. Tarawai N. K. N. Guinea. — H. Corinna Salvad. (aspasia Shelley
u. Sclater) ib. 532 Herzog York Insel. — Cyrtostomus aurora Marq.
Tweedd. Proc. Z. S. 620 Ins. Palawan, Philippinen Mr. Everett. —
Loxioides Bailleni Oustalet Bull. Soc. Philomath. Paris 7 ser. I N. 3
1877 Sandwich Ins. — Dicaeum sumatranum Gab. Journ. f. Orn. 101
Sumatra H. Schoeling. — D. modestum Marq. Tweedd. Proc. Z. S.
380 Ins. Panaon, Philippinen M. Everett. — Melanocharis unicolor
Salvad. Annal. Mus. Genova XII 336 Ins. Jobi v. Kosenberg, — M.
sp. E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. Wales III 226 N. Guinea.-
Abbildungen: Ginnyris maforensis, C. mysorensis, G. san-
girensis Gould Birds N. Guinea P. VIII. — G. andamanicus Shelley
Monogr. Ginnyr. P. IV. — G. Rhizophorae ib. — G. Bouvieri ib. —
C. bifasciatus ib. — C. speratus ib. — G. minimus ib. — G. asiati-
cus ib. — C. porphyrolaemus ib. — G. sanghirensis ib. — G. Reichen-
bachi ib. P. V. — G. sanghirensis m. j. et f. ib. — G. auriceps ib.
— C. morotensis ib. — G. nigriscapularis ib. — G. Salvadorii Shel-
ley ib. — G. Proserpinae ib. — G. aspasioides ib. — G. aspasia ib. —
C. maforensis ib. — G. mysorensis ib. — G. Theresiae ib. — G. lo-
tenius ib. — Chalcostetha insignis ib. P. IV. — Eudrepanis Duyven-
bodei ib. P. V. — Arachnechthra Edeni Anders. Yunnan Exped. t.
49 ob. Figur. — Dicaeum eximium Gould B. N. Guinea P. VII. —
C. schistaceum Marq. Tweedd. Proc. Z. S. t. 8 f. 1. — D. Everetti
M. Tweedd. ib. t. 8 f. 2. — Prionochihis olivaceus M. Tweedd. ib.
t. 8 f. 3.
Caerebidae. Neue Arten: Certhiola atrata Lawr. Ann. N. Y.
der Vögel während des Jahres 1878. 429
Ac. Sc. I 150 Ins. St. Vincent M. Ober. — C. saccharina Lawr. ib.
151 St. Vincent M. Ober.
Neue Var.: Dacnis pu Icherrima /S aurinucha Ridgw.
Proc. Ün. St. Nat. Mus. I 453. Ecuador.
Trochilidae. Mulsant, Hist. nat. des Oiseaux Mouches Vol. IV
livr. 3. 4. Schluss des Werkes.
A. R. Wo 1 1 a c e , On Humming Birds Tropical Nature
chapter 4.
Dr. G.Ell iot, Notes on the Trochilidae. The Genus Thauma-
tias Ibis 35.
H. W. Henshaw, Additional Remarks on Selasphorus Alleni
Bullet. Nutt. Orn. Club III 11.
Neue Gattung: Arena Mulsant Ann. Soc. Linn. de Lyon 12.
Octob. 1877 et Ilist. nat Ois. Mouch. IV 193 (Ä. Boucardi n. sp.)
Zum vorigen Berichte nachgetragen.
Neue Arten: Jolaema lummosa Gould msc. D. G. Elliot
Ibis 188 Ecuador? — Eugenes viridiceps Boucard Ann. Soc. Linn.
Lyon. 1878 Guatimala. — Arena Boucardi Muls. Ann. Soc. Linn.
Lyon 12. Oct. 1877 et Hist. nat. Ois. Mouchei IV 194 Costa Rica M.
Boucard. — Thaumatia nigricauda D. G. Elliot Ibis 47 Trinidad,
Brit, Guiana (Verr.) Cayenne (Verr.), Bahia (Gf. Berlepsch). — lli,
nitidicauda n. sp. ? Elliot ib. 47; Mulsant Hist. n. Ois. Mouch. IV
176 Cayenne. —J.ii7ws Ellioti Ridgway Proc. Un. St. Nat. Mus. 1878.
8. Guatimala.
Abbildungen: Lepidolarynx mesoleucus Muls. Hist. nat. Ois.
Mouch. t. — Calligenia dichroura ib. t. — Oreotrochilus chimborazo
ib. t. — Docimaster ensiferus ib. t. — Primnacantha Langsdorfi ib.
t. — Tilmatura Duponti ib. — Eugenes fulgens ib. t. — Patagona
gigas ib. t.
Meliphagidae. W. A. Forbes, Beschreibung von Myzomela
charmesina G. R. Gray von Rotumah Island (Mr. Brown). Proc.
Z. S. 352.
W. L. Buller, On the Disappearence of the Korimako (An-
thornis melanura) from the North Island Transact. N. Zeal. Instit.
X. 209.
A. Hume, Zosterops auriventer to stand as Z. lateralis Temm.
and be iucluded in the Indian List Stray Feath VII 452.
Neue G attung : Glycichara Salvad. Annal. Mus. Geuova XII
335 (G. fallax n. sp., G. poliocephala n. sp.)
Neue Arten: Myzomela rubrotincta Salvad. Annal. Mus. Ge-
nova XII 334 Obi H. Bernstein. — GlycipMla 7iisoria (Müller) (Meli-
phaga nisoria Müller Mus. Lugd.) Salvad. ib. 335 Neu-Guinea S. Müller.
— Glycichaera fallax Salvad. (Euthyrhynchus sp. Salv. 18^5, 1876)
ib. 335 N. Guinea, Aru Ins. — G. poliocephala Salvad. (Eutyrhynchu8
sp. Salv. 1877) ib. N. Guinea d'Albertis. -— Stigmatops squamata
480 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Salvad. (Glyciphila n. sp. Rosenb. 1867) ib. 337 Choor v. Rosenberg.
— St. albiauricularis E, P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. W. III
75 et 285. S. 0. Küste N. Guineas. — Ptilotis germana E. P. Ram-
say ib. 2. Torres Strasse. — Pt.? ixoides Salvad. Anna! Mus.
Genova XII 835 N. Guinea H. Bernstein. — Phüemon Meyeri Salv.
(Tropidorhynchus inornatus Meyer 1874 , 1875) ib. 339 N. Guinea
Dr. Meyer. — Zosterops fuseifrons Salvad. ib. 339 Halmahera H.
Bernstein. — Z. hypoleuca Salvad. ib. 340 N. Guinea (Frank). —
Z. aureigula Salvad. (albiventer minor Meyer 1874) ib. 340 Insel
Jobi Dr. Meyer. — Z. Novae Guineae Salvad. ib. 341 Arfak Geb.
Beccari, Bruijin). — Z. huruensis Salvad. ib. 341 Buru M. Wallace.
— Z. frontalis Salvad. ib. 342. Aru. Ins. v. Rosenberg. — Z. minuta
M. M. Layard Ibis 259 et Ann. nat. bist. 5 ser. I 375, Lifu, Loyalty
Group. — Z. inornata M. M. Layard Ibis et Ann. nat. bist. ib. Lifu.
Z. GulUveri Casteln. et E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
I 353. Golf von Carpentaria. — Z. longirostris E. P. Ramsay ib.
III 288 N. Guinea. — Z. nigrorum Marq. Tweedd. Proc. Z. S. 286
Ins. Negros, Philippinen M. Everett.
Neuer Artname: Glyciphila Gouldi Layard (Gl. fasciata
Gould nee Forster). Proc. Z. S. 655.
Anabatidae. Edd. of the Ibis: lieber Lochmias sororia, welche
als L. obscurata Cabanis beizubehalten wäre. Ibis 192.
Hume, Dendrophila frontalis and corallina, identical Stray
Feath. VII 459.
Neue Arten: Furnarius tricolor Döring msc. Caban. Journ.
f. Orn. 196 Sierra de Cordova, Argentina. — P. pileatus Sclater et
Salvin Proc. Z. S. 139 Santarem, Amazon (M. Steere). — Synallaxis
Sdateri Döring msc. Caban. Journal f. Orn. 196 Sierra de Cordova.
— Pseudocolaptes Latvrencii Ridgway Proc. Un. St. Nat. Mus. I
253 Costa Rica.
Abbildung: Lochmias sororia J. M. Spence: Land of Boli-
var. I 266 Holzschn.
Certhiidae. Neue Gattung: Hylypsornis Bocage Jörn.
Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa N. XXIII 1878 (Lista XVI et Mel. orn.)
(H. Salvadorii n. sp.)
Neue Art: Hylypsornis Salvadorii Bocage Jörn, Sc, Lisboa
XXIII Angola.
Menuridae. Abbildung: Orthonyx Novae Guineae Gould B,
N. Guinea P. VII.
Troglodytldae. R. Ridgway, Description of a new Wren
from the Tres Marias Islands Ballet. Nutt. Orn. Club III 10.
Neue Arten: Tliryothorus musicus Lawr. Ann. N. Y. Ac. Sc.
I 149 St. Vincent M. Ober. — Thr. grenadcnsis Lawr. ib. 160 Ins.
Grenada. — Thr.felix ß Lawrencii Ridgway Bull. Nutt. Orn. Club III
10 Tres Marias Ins, vgl. Ibis 196.
der Vögel während des Jahres 1878. 431
Passeres dentirostres.
Luscinidae. H. Seebohm, üeber Sylviidae und die Begren-
zung- dieser Familie. Ibis 489.
li. Seebohm, On a new Species of Sylvia from Abyssinia,
and on some other Abyssinian Sylvians. Proc. Z. S. 978.
A. Hume, Orthotomus maculirostris shot at Singapore Stray
Feath. VII. 452.
H. S e e b 0 h m , On the Identity of Horornis fortipes Hodgs,
Neornis assimilis Gray, Horeites robustipes Swinhoe , H. pallidus
Brooks and H. brunnescens Hume Proc. Z. S. 980.
A. Hume, Remarks on the Genus Suya Stray Feath. VII 1.
W. E. Brook's Rufous young of Drymoipus inornatus Stray
Feath. VII 468.
E. P. Ramsay, Vitia ruficapilla = Drymochaera badiceps
Proc. Linu. Soc. N. S. W. IH 14.
Graf Casimir Wodzicki, üebersetzung seiner Aufsätze über
Calamoherpe luscinioides (Journ. f. Orn. I) Orn. Mise. XIV 223.
A.Grunack, Die erste Begegnung mit dem Seggenrohrsänger
(Calamodyta aquatica) in der Mark. Ornith. Centralbl. 109.
Dresser, Text von Acrocephalus arundinaceus B. Eur. P.
LXIX-LXX und von Locustella certhiola ibl LXVII— LXVHI.
Hume, Type of Dumeticola cyanocarpa missing Stray Feath.
VII 461.
Nach H. Seebohm sollte Bradypterus platyurus Swains. Brad .
brachypterus Vieill. und der europ. Vogel Cettia sericea Temmink
heissen Ibis 381 (bei letzterem wäre wohl als Autor „Natterer'' bei-
zubehalten. Ref.).
Fr. Wagner, Die künstliche Aufzucht der feuerköpfigen Gold-
hähnchen (Sylvia ignicapilla). Gefied. Welt 108, 118.
E. Brooks, On an overlooked species of Reguloides Stray
Feath. VII 128.
E. Brooks, Further Notes on Reguloides superciliosus and
R. Humei ibi 236.
W.E.Brooks, Further observations on Reguloides super-
ciliosus and. R. Humei, also on R. subviridis and Calliope Yeatmani
Tristram ib. 475.
Dresser, Text von Phylloscopus plumbeitarsus B. Eur. P.
LXIX-LXX.
H. Schalow, Nach H. Gätke ein Ex. von Phylloscopus viri-
danus auf Helgoland erbeutet. Orn. Centralbl. 181.
Hume, Seebohm suggests identity of Phylloscopus plumbei-
tarsus and. P. viridanus Stray Feath. VII 454.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. CG
432 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Hume: Seebohm asserts identity of Phylloscopus presbyti^
and Ph. viridipennis; later name Stands ib. 453.
W. E. Brooks, A few Notes on Phylloscopus plumbeitarsus
Swinh. and Ph. viridanus Blyth ib. 508.
Masters, Notes on the Nidification of Geobasileus reguloides
and chrysorrhous. Proc. Linn. Soc. N. S. W. I 361.
E. P. Ramsay , On two new species of Gerygone ib. III 116
(auch über verwandte Arten).
Kessler, Zur Kenntniss der Nachtigall (schlagendes Weib-
chen). Gefied. Welt 234.
Karl Müller, Ueber eine Nachtigall von ganz eigenthüm-
lichem Schlag. Zool. Gart. 190.
C. Sachs, Ueber Brutstätten von Ruticilla tithys. Orn. Cen-
tralbl. 172.
D r e s s e r , Text von Ruticilla erythrogastra B. Eur. LXV.
-LXVI.
W. T. Blanford, Description of Ruticilla schisticeps Hodgs.
Journ. A. S. B. XL VII IL 1 t. 1.
J. Dusek, Temporärer Albinismus bei einem Rothkehlchen.
Mitth. Orn, Ver. Wien 43.
Sclater, Saxicola stapazina in Lancashire erlegt. Proc. Z. S.
881 (nach Davenport). Proc. Z. S. 977.
Tomlinson, Nesting Habits of the Stonechat, Wheatear and
Whinechat Zoologist II 294.
H. Seebohm, Ueber Pratincola maura (Pall). Proc. Z. S. 980.
Hume, Beschreibung eines W. von Pratincola insignis von
ßusti Stray Feath. VII 454.
E. W. Cleveland, Haunts of Pratincola insignis ib. 519.
L a y a r d , Ueber Petroica Kleinschmidti Finsch. Proc. Z«
S. 655.
E. L. L a y a r d , Ueber Lamprolia Victoriae und L. minor.
Ibis 199.
E. Rüdiger, Der Hüttensänger (Sylvia sialis). Gefiederte
Welt 339.
C. Staib, Zur Kenntniss des Alpenfluevogels Accentor alpinus.
Gefied. Welt 397.
Neue Gattung: Pseudogerygone Sharpe Notes from the
Leyden Museum X (24 sp.)
Neue Arten: Prinia poUocephala Andrew Anderson Proc.
Z. S. 370 Kumaon, Indien. — Cisticola sp. Marq. Tweedd. Proc. Z. S.
285 Ins. Negros , Philippinen Mr. Everett. — Eliopophüus deserti
Przewalski Reise Lob Nor, Centralasien. — Ellisia seycliellensis
Oustalet Bull. Soc. Philomath. Paris 7 ser. I N. 3 1877 et 1878 161
Ins. Marianne , Sechellen. — Tricholais pulchra Bocage Jörn. Sc
Lisboa XXIV Angola. — Thamnöbia simplex Gab, Journ. f. Orn. 205
der Vögel während des Jahres 1878. 433
et 221 Ostafrica II. Hildebrandt. — Sylvia Blanfordi Seebohm
(melanocephala Blanf.) Proc. Z. S. 979 Abyssinien. — Ährornis fla-
vigularis Godw. Austen Journ. A. S. B. XLVII II 19 Sadiye, N. 0.
Indien M. Ogle. — Bcguloides Hiimei E. Brooks Stray Feath. VII
131 N.W. Indien (auch Eier). — Gerygone cinerascens R. B. Sharpe
Journ. Linn. Soc. London Zool. XIII 486 S. O.N. Guinea M. Stone. —
G. notata Salvad. Annal. Mus. Geuova XII 344, N. Guinea Beccari,
Mysol Wallace. — G. hypoxantha Salvad. (xanthogastra Mus. Leyden)
ib. 345 Ins. Mysore von Rosenberg. — G. inconspicua E. P. Ram-
say Proc. Linn. Soc. N. S. W. III 116 Lalekie River, N. Guinea. —
G. insularis E. P. Ramsay ib. 117 Lord Howe's Insel. — Pseudo-
gerygone rubra Sharpe Notes from the Leyden Museum X 9 Hab.?
Poecilodryas cinerea Sharpe ib. VIII Arfak Berge.
Abbildungen: Prinia poliocephala A. Anders. Proc. Z. S.
t. 19. — Suya superciliaris Anders. Yunnan Exped. t. 51 ob. Figur.
— Acrocephalus arundinaceus Dresser B. Eur. P. LXVH - LXVIII. —
Locustella certhiola ib. LXIX — LXX. — Phylloscopus borealis ib.
— Ph. trochilus ib. — Ph. collybita ib. — Culicipeta tephrocephala
Anders. Yunnan Exped. t. 50 untere Figur. — Ruticilla rufiventris
Dresser B. Eur. LXVII— LXVIII. — R. erythrogastra ib. — R.
schisticeps W. T. Blanford Journ. A. S. B. XLVII II t. 1. — Nemura
cyanura Dresser B. Eur. LXVII— LXVIII.
Paridae. J. Kolazy, Die Meisen, Mitth. orn. Ver. Wien 64.
Cabanis, lieber Cyanistes Pleskii. Journ. f, Orn. 109 (Beschr.
des jungen Vogels).
J. N e w a 1 d , Parus cyanus in der Umgebung von Melk in
Nieder-Oesterreich erbeutet, in der dortigen Stiftssammlung. Mitth.
orn, Ver. Wien 26.
Hume, lieber Melaniparus semilarvatus Salvad. Stray Feath.
VII 458.
W. A. Cooper, Notes on the breeding habits of Vireo Huttoni
and Lophophanes inornatus whit a description of their nests and eggs
Bull. Nutt. Orn. Club III 68.
Neue Art: Parus rufiventris Bocage Jörn. Sc. Lisboa XXII
et XXIII Angola.
Neue Var. : Parus rufescens ß. negJectus Ridgway Proc. Un.
St. Nat. Mus. I 485 Californien.
Abbildungen: Suthora brunnea Anders. Yunnan Exped. t.
49 unt. Figur. — Chleuasicus ruficeps Blyth. Anders, ib. t. 47 unt.
Figur. i
Mniotiltidae. O.'Salvin, A Synopsis of the Genus Setophaga
Ibis 302 t. 18.
W.Brew^ster, Protonotaria citrea Bullet. Nutt. Orn. Club III 153.
Neue Arten: Panda nigrilora Cones. Sennett Bullet. Surv.
Territor, IV 11 T. M. Brewer Ibis 204. Texas Dr. Merrill. — Leu-
434 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
copeza Bishopi Lawr. Ann. N. Y. Ac. Sc. I 147 Ins. St. Vincent Mr.
Ober. — Setophaga chrijsops 0. Salvin (flaveola Kaup. nee Lafr.)
Ibis 314 Columbien. — S. Bairdi Salvin (ruficoronata Anct.) ib. 317
Ecuador.
Abbildungen: Setophaga chrysops Salvin Ibis t, 7 f. 2. —
S. ruficoronata Kaup. ib. f. 1. — S. Bairdi Salvin ib. t., 8 f. 1. —
S. albifrons Sei. et Salv. ib. t. 8 f. 2.
Motacillidae. Brooks und Hume, lieber indische Motacilla-
Arten. Stray Feath VII 519.
W. E. Brooks, Observations on Motacilla alba L. and other
Wagtails ib. 136.
E. v. Homeyer, Beiträge zur Gattung Budytes, Journal f.
Ornith. 126.
Hume, Henicurus nigrifrons Hodgs. = H. Scouleri Vig. juv.
Stray Feath. VII 457.
W. Brewster, Nesting of Siurus motacilla Bull. Nutt. Orn.
Club III 133.
P. L. Sclater, Preliminary Remarks on the Neotropical Pipits
Ibis 356 t. 10.
Hume, Ocourence ofAnthus pratensis in India, doubtful Stray
Feath. VH 455.
Hume, Anthus montanus of Blyth and Jerdon a very distinct
form (bedarf vielleicht eines neuen Namens) ib. 461.
Hume, Anthus obscurus nicht aus Indien bekannt ib. 521.
Dresser, Text von Anthus ludovicianus B. Eur. LXIX — LXX.
Neue Arten: Motacilla amurensis H. Seebohm (alba var. lu-
gens Schreak) Ibis 345 Golf von Abrek , Japanische See , Amur
Schrenk, Japan Whitely, Kurilen oder Aleuten? — Budytes melano-
griseus E. v. Homeyer. Journ. f. Orn. 128, Indien. — B. aralensis
V. Hom. ib. 128 Aralsee, Severzow. — B. leucostriatus v. Hom. ib.
Baikalgegend vgl. auch Taezanowski Bull. Soc. Zool. France HI
136. — B. hrevicaudatus v. Hom. ib. 131 Indien. — Ephthianura
crocea Casteln. and E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. W. I 380
Golf von Carpentaria. — Anthus Nattereri Sclater (correndera Pelz.)
Ibis 366 S. Brasil. Natterer. — A.peruvianus F. Nicholson Proc. Z.
S. 390 (rufus et chii Auct. aliq.) Peru M. Whitely. — Macronyx te-
nellus Gab. Journ. f. Orn. 205 und 220 Ostafrica Hildebr.
Abbildungen: Motacilla amurensis Seeb. Ibis t. 9. — Anthus
Nattereri Sclater Ibis t. 10; Holzschnitte von Kopf und Fuss ib. S.
366. — A. bogotensis, Holzschn. d. Flügelendes und Fusses Sclater
ib. S. 358. — A. furcatus, Holzschn. einer Schwanzfeder und des
Fusses Sclater. ib. S. 358. — A. ludovicianus Dresser Birds Eur.
LXXI— LXXII. — Macronyx tenellus Gab. Journ. f. Orn. t. 2 f. 3.
Turdidae. Dresser, Text von Turdus varius B. Eur. LXXl
-LXXII.
der Vögel während des Jahres 1878. 435
B. TcichmüUer, Brütende Wacholdcrdrussel. Orn, Central-
blatt 161.
G. Schumann, Uebor die Wacholderdrossel ib. 172.
Prof. AI tum, Turdus Sibiriens am 10. October 1877 bei Grün-
haus erlegt. Journ. f. Orn. 107.
J. Vian, Note sur le Merle brun et le Merle Naumann (Tur-
dus). Bull. Sog. Zool. France III 113.
Dr. A. Lyle, The Robins food (Turdus migratorius). Americ.
Naturalist XII 448.
G. N. Lawrence, Characters of a supposed new Species of
South American Thrush Ibis 57.
J. Talsky, Steinröthel und Blaumerle in Mähren. Orn. Cen-
tralbl. 122 (Nisten beider Arten).
H. Nehrling, Die Katzendrossel (Turdus carolinensis). Gefied.
Welt 2, 13, Turdus mustelinus Ergänzungen ib. 193, T. migratorius
ib. 399, T. fuscescens ib. 410, Harporhynchus rufus ib. 278.
Hume, Myiophoneus Horsfieldi breeding at Poorbender in
Kattiawar Stray Feath VII 150.
E. A. Butler, Nest and eggs Myiophoneus Horsfieldi from
Purandkur not Poorbender S. 467. .
Neue Arten: Turdus hrunneus Lawr. Ibis 57 Oberer Amazon
Mr. Hauxwell. — T. Fritzbueri M. M. Layard Ann. nat. bist. 5 ser
I 374 (Lifu) et Ibis 254 Lifu, Loyalty Group. — T. nigrirostris Lawr.
Ann. N. Y. Ac Sc. I 147 St. Vincent Mr. Ober. — T. caribheus
Lawr. ib. 160 Ins. Grenada. — T. Piaggiae Bouvier Bull. Soc. Zool.
France 1877 437 Uganda, C. Africa. — T. teplironotus Gab. Journ
f. Ornith. 205 et 218. Ost-Africa H. Hildebrandt. — Bessornis inter-
cedens Gab. ib. 205 et 219 West and Ost Africa.
Neue Var.: Bhodinocichla rosea ß. scMstacea Ridgw. Proc.
Uu. St. Nat. Mus. I 247 W. Mexico.
Abbildungen: Turdus brunneus Lawr. Ibis t. 1. — T.
tephronotus Gab. Journ. f. Orn. t. 3 f. 2. — T. obscurus Dresser
B. Eur. LXIX— LXX.
Hydrobatidae. Prof. A 1 1 u m , lieber Ginclus aquaticus bei
Eberswalde. Journ. f. Orn. 107.
J. E. Harting, Hearing Water Ouzels (Ginclus) in Gonfinement.
Zoologist II 293.
Eapetidae. Alph. Milne Edwards, Remarques sur le genre
Mesites et sur la place, qu'il doit oecuper dans la serie ornithologi-
que Annal. des sciences nat. 6 ser. VII 1878 art. 6 t. 7.
Alph. Milne Edwards, Observatious sur les affinites zoolo-
giques du genre Mesites Compt. rend. April 1878 1024 (oach Verf.
einziger Repräsentant einer Familie nahe den Rallen und Reihern);
M. unicolor Des Murs nach Verf. = W. von M. variegatus, Uebers,
Annal nat. bist. 5 ser. I 493.
436 Pelzelu: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue Art: Eupetes Goldiei E. P. Rarasay Proc. Linn. Soc.
N. S. W. III 303 N. Guinea.
Abbildungen: Mesites, Osteologie A. Milne Edwards Annal.
des sc. nat. 6 ser. VII art. 6 t. 7.
Pycnonotidae. Huber, Der Schopfbülbül. Monatschr. deutsch.
Ver. f. Schutz der Vogelwelt 1878 16.
Hume undDavison, Uebersicht von Hypsipetes Arten. Stray
Feath. VI 296 et 298.
Lieut. Wardlaw Ra m s ay, A Synopsis of the Genus Pomato-
rhinus Ibis 129 t. 3—5.
Hume, Trochalopteron rufigulare Gould extremely variable
in plumage Stray Feath VII 155.
Hume, The title Trochalopteron simile must stand for the
gray N. Western race of T. variegatum ib. 457. *"
Hume, Actinodura Khasiana Godw. Aust. not specific, distinct
from A. Egertoni Gould ib. 153.
Ueber Arten von Pellorneum , Trichostoma und Minla (Pro-
parus) A. Hume, Ibis 114, Godw. Austen ib. 115.
Neue Arten: Brachypus cinereifrons M.Tweed. Proc. Z. S.
617 Ins. Palawan, Philippinen M. Everett. — Ixus Germaini Oustalet
Bull. Soc. Philom. Paris Dec. 1877 Saigon. — Ixidia paroticalis R.
B. Sharpe Ibis 418 Sarowak, ßorneo. — Griniger pälawanensis M.
Tweedd. Proc. Z. S. 618 Palawan. — Jole terricola sp. nov? Hume
Stray Feath. VII 141 Malacca (possibly but not probably J. cinerea
A. Hume ib. 451). — Grateropus hypoleiicus Gab. Journ. f. Orn. 205
et 226 Ostafrica Hildebrandt. — Garrulax subcoerulatus Hume
Stray Feath VII 140 Khasia Hills.
Abbildungen: Pycnonotus xantorrhous Anders. Yunnan Ex-
ped. t. 51 unt. Figur. — Hypsipetes yunnanensis Anders, ib. t. 50
ob. Fig. — Pomatorhinus schisticeps Hodgs. W. Ramsay Ibis t. 3. —
P. ferruginosus Blyth ib. t. 4 f. 1. — P. Phayrei Blyth ib. f. 2. —
P. albigularis ib. t. 5 f. 1. — P. stenorhynchus Godw, Aust. ib. f. 2.
— Chotorhaea gularis (Blyth) Anders. Yunnan Exped. t. 48 ob. Fig.
— Garrulax nuchalis Godw. Austen Journ. A. S. B. XLVil II t. 10.
— Actinura Oglei Godw. Austen ib. t. 11.
Dicruridae. Marq. Tweeddale, Notes on the Dicruridae
and on their Arrangement in the Catalogue of the Coliection of the
British Museum Ibis 69.
R. B. Sharpe, On the Coliection made by Dr. Meyer during
his expedition to N. Guinea and some neighbouring Islands. Mitth.
Dresdener Museum IH (II Dicruridae).
Sclator, Dicrurus marginatus Blyth (Ibis 1865) = Muscipipra
vetula (Vieill.). Proc. Z. S. 339.
R. B. Sharpe, A Note on Poeoptera lugubris Bp. Proc. Z. i.
802 t. 49 (üntorsch. von P. lugubris und P. cryptopyrrhus).
der Vögel währeud des Jahres 1878. 437
Neue Arten: Dicrurus palawanensis Marq. Twecdd. Proc.
Z. S. 614 Ins. Palawau, Philippiueu M. Everett. — Dicruropsis axil-
laris Salvador! Ätti Acc. Toriiio XIII 1184 Shaugir Ins.
Abbildungen: Dicranostreptus megarhynchus Gould B. N.
Guinea P. VIII. — Poeoptera lugubris Bp. Sharpe Proc. Z. S. t. 49.
Artamidae. M. T w e e d d a 1 e , Ueber Arten von Artamus.
Ibis 883.
R. B. Sharpe, A Note on the Genus Artamus and its geo-
graphical Distribution. Orn. Mise. XIV 179.
Dr. F. Brüggemann, Note on Artamus monachus Ann. nat.
bist. 5 ser. 1 348.
Neue Art: Artamus venustus Shaipe Ornith. Mise. XIV 198
N. W. Australien.
Neuer Artname : Artamus spectabilis Brüggemo-nn Ann. nat.
bist. 5 ser. I 348 (für A. monachus).
Abbildungen: Artamus maximus Gould B.N.Guinea P. VI.
— A. insignis ib. — A. monachus ib.
Oriolidae. Neue Art: Broderipus palawanensis M3,Tq. Twecdd.
Proc. Z. S. 616 Ins. Palawau, Philippinen M. Everett.
xlbbildung: Xanthomelus aureus Gould B. N. Guinea
P. VI.
Pittidae. 0 u s t a 1 e t , Descriptlon de la famille de la Pitta
Ellioti Bull. Soc. Philom. Paris 1878 206.
Neue Art: Pitta Novae Hiberniae E. P. Ramsay Proc. Linn.
Soc. N. S. W. III 73 Neu Irland.
Abbildungen: Pitta coeruleitorques Gould B. N. Guinea
P. VII. — 0. maforensis ib. — P. celebensis ib. — P. rubrinucha
ib. — Erythropitta Kochi (Brüggemann) Marq. Tweedd. Proc. Z.
S. t. 26.
Formicariidae. Neue Art: MyrmotJierula nigrorufa Boucard
Ann. Soc. Linn. Lyon 1878. Guatimala.
Aegithinidae. Hume, Allothrius aenobarbus of Dr. Jerdons
work not this species at all, and includes two other distinct species
(melanotis and xantochloris Hodgs.) Stray Feath VII 456.
Ueber Arten von Pellorneum, Trichostoma und Minla (Pro-
parus). A. Hume Ibis 114; Godwin Austen ib. 115.
Hume, Layardia rubiginosa Godw. Austen identical with
Pyctorhis longirostris Hodgs. Stray Feath VII 153.
Hume, Acanthoptila nipalensis quite distinct from Timalia
(Malacocercus) pellotis ib. 459.
Hume, All the Joras obtained in Gourgaon are nigrolutea
ib. 454.
Godwin Austen, Differences between Turdinus brevicaudatus
of Tenasserim and T. striatus of Assam. Journ. A. S. B. XLVII
1878 ib. ; Hume Stray Feath. VII 462.
438 Pülzelu: Bericht üb. d. Liistungen in d. Naturgeschichte
Neue Gattungen: Turdinuliis A. Hume Stray Feath. VI
235 (Pnoepyga Roberti G. Austen et Wald.) — Da.sycrotaplia
Marq. Tweedd. Proc. Z. S. 114 et 285 (D. speciosa n. sp.)
Neue Arten: Tricliostoma rufifrons M. Tweedd. Proc. Z. S.
616. Ins. Palawan, Philipp. Mr. Everett. — Brymacataiolms cmcrei-
ceps M. Tweedd. ib. Ins. Palav/an M. Everett. — JDasycrotapha
speciosa Mr. Tweedd. ib. 114 Ins. Negros , Philipp. M. Everett. —
Turdirostris rufescens Reichenow Journ. f. Ornith. 209 Liberia H.
Schweizer,
Abbildungen: Pteruthius aeralaius Tick. Anders. Yunnan
Exped. t. 47 ob. Fig. — Alcippe Pbayrei Blyth Anders, ib. t. 48 unt.
Figur. — Mixornis capitalis M. Tweedd. Proc. Z. S. t. 7 f. 2. —
Dasycrotapha speciosa M. Tweedd. ib. t. 9. — Trichostoma rufifrons
M. Tweedd. ib. t. 38.
Mascicapidae. R. B. Sharpe, On the Collection of Birds made
by Dr. Meyer during his expedition to • New Guinea and some
neighbouring Islands. Mitth. Dresdener Museum III (III Gampepha-
(j gidae ; Aufzählung der Arten von Artamides).
R, B. Sharpe, A description of two apparently overlooked
Species of Flycatchers of the Genus Arses Notes from the Leyden
Museum Note VI.
E.P. Ramsay, Note on a specimen of Arses telescophthalmus
from Cape York, A. Kaupi Gould and the Young of Cracticus Quoyi
Proc. Linn. Soc. N. S. V^. II 379.
R. ß. Sharpe, On Muscicapa rufigula „Kühl" Notes from the
Leyden Mus. IX 1.
A. Hume, Cyornis Mandellii shot at Maddapore Stray Feath.
VII 456.
A. H u m e , Cyornis unicolor distinct from C. cyanopolia
ib. 516.
G. D. Rowley, Machaerirhynchus nigripectus (Schlegel). Orn.
Mise. XIII 119.
E. P. Ramsay, Description of a species of Edoliosoma from
New Ireland , supposed to be the adult of Ceblepyris schisticeps
(Hombr. et Jacqu.) Proc. Linn. S. N. S. W. II 222.
Neue Gattung: Clytomyias Sharpe Notes from the Leyden
Museum XI (A insignis n. sp.) ,
Neue Arten: Monarcha diaäematus Salvad. Annal. Mus. Ge-
nova XII 321 Ins. Obi Dr. Bernstein. — M, Bernsteinii Salvad. ib.
322 Salwatti Dr. Bernstein. — 31. püeatns Salvad. ib. 322 Halmahera
Mus. Lugd. — Arses hatantae Sharpe Notes from the Leyden Mus.
VI 1. Batanta. — A. aruensis Sharpe ib. 2 Arn. Ins. und N. Guinea.
— Muscicapa (Butalis) FinscJd Bocage Jörn Sc. LisboaXXIV An-
gola. — Microeca alhofrontata E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S.
W. III 304 N. Guinea. — M. laeta Salvad. (flavigaster Salvad. nee
der Vögel während des Jahres 1878. 439
Gould 1876). Annal. Mas. Genova XTI 323 N. Guinea S. Beccari. —
Platifstcira mentalis Bocage Jörn. Sc. Lisboa XXIV Angola. —
Rhipidura castancothorax E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. W.
III 270 N. Guinea. — B. amhusta E. P. Ramsay ib. N. Guinea. —
E. cpiscopalis E. P. Ramsay ib. II 371 Torres Strasse. — R. saturata
Salvad. Annal Mus. Genöva XII 323 Salwatti Mus. Lugd. — B. elegan-
Ulla Sharpe Notes from the Leyden Mus. VII Ins. Lettie. — Clytomyias
insignis Sharpe ib. XI Arfak Geb. — Zeocephus Boivleyi Dr. A. B.
Meyer. Orn. Mise. XIII 163 Gross Sangi. — CTioenorliamplms cyano-
pectus Oustalet Bull. Ass. Sc. France N. 553 Jan. 1878 (nach Salva-
dori = Todopsis Grayi vgl. Ibis 482) Ins. Tarawai. — Campephaya
poUoptera Sharpe Mitth. Dresdener Mus. III 370 Cochinchina. —
Ch'aucalus suhalaris Sharpe ib. 364 S. 0. N. Guinea. — G. parywZws
Salvad. Annal Mus. Genova XII 324 Halmahera Dr. Bernstein. —
G. Sclaterii Finsch msc. (raelanolorus et papuensis Sclat.) Salvad. ib.
325 N. Irland M. M. Fergusson, Brown. — G.fortis Salvad. ib. 326
Buru H. Hoedt. — Artamides schistaceus Sharpe (Teraminckii Wall.
nee S. Müller) Mitth. Dresdener Mus, III 363 Sulu Ins. Mr. Wallace.
— Ä. floris Sharpe ib. Flores. — EdoUisoma Salvadorii Sharpe ib.
367 Tambakon, Gross Sangi Insel. — E. timoriense Sharpe ib. 369.
— E. ariiense Sharpe ib. — E. remotum Sharpe ib. Neu Hannover. —
E. Meyeri Salvad. (E. sp. Salv. 1875) Annal Mus. Genova XII 327
Ins. Mysore Dr. Meyer , S. Beccari. — E. dispar Salvad. ib. 328.
Ke Ins., Banda, Matabello, Monowolka. Pulo-Padjang, Tijor, Goram
— E. obiense Salvad. ib. 329 Obi Dr. Bernstein. — E. sp, E. P.
Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. W. III 284 N. Guinea. — Volvoci-
vora mindanensis M. Tweedd. Proc. Z. S. 947 Mindanao M. Everett.
— Lalage Whitmeei Sharpe Mitth. Dresdener Mus. III 371 Savage
Ins. — Myiolestes nigrogularis E, P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S.
W. III 12 Fidschi Ins. (nach Verf. = Lalage nigrogularis Layard).
Abbildungen: Hypothymis coelestis L. M. Tweedd. Proc.
Z. S. t. 7 f. 1. — Machaerirhynchus nigripectus (Schlegel) G. D.
Rowley Orn. Mise. XIII 163. — Todopsis cyanocephala Gould B.
N. Guinea P. VIIL — T. Bonapartii ib. — T. Wallacii ib. — T. Grayi
ib. — Graucalus maforeusis Sharpe Mitth. Dresdener Mus. III t. 30.
Tyranuidae. Sclat er and Salvin, Euscarthmus zosterops?
aus Moyobomba, Peru Proc. Z. S. 138.
H. A. Pur die, The Nests and Eggs of Empidonax flaviventris
Bull. Nutt. Orn. Club III 166.
R. Ridgway, Description of new Species and Races of N.
American Birds including a Synopsis of the Genus Tyrannus Cuv.
Proc.'Un. St. Nat. Mus. I 466.
Neue Arten: Myiarchus Sclateri Lawr. Proc. ün. St. Nat.
Mus. 1878 357 Martinique Mr. Ober. — M. semirufus Sclater and
Salvin. Proc. Z. S. 138 Pocasmayo, Peru M. Steere. — Blacicus
440 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
hrunneicapillus Lawr. Ann. N. Y. Ac. Sc. I 160 Ins. Dominica. —
Tyrannus Luggeri Ridgway Proc. Unit. St. Nat. Mus. I 466 Guiana.
NeueVar.: Lichenops perspicillatus ß. andinu s Ridgw.
Proc. Un. St. Nat. Mus. I 453 W. America von Chile bis N. Granada.
Abbildung: Myiarchus semirufus Sclater et Salvin Proc. Z.
S. t. 11.
Ampelidae. Prof. Alt um, Auftreten von Bombycilla garrula
1877. Journ. f. Orn. 107.
Scheitter, Schaaren von Bombycilla garrula in Rzezow,
Galizien. Orn. Centralbl. 7.
J. Dusek, Gefangene Seidenschwänze. Mitth. Ornith. Verein
Wien 43.
Ch. Bendire, Ueber Myiadestes Townsendi Audb, Briefl. Mitth.
Gefied. Welt 165.
Neue Art: Myiadestes sibilans Lawr. Ann. N. Y. Ac. Sc. I
148. St. Vincent Mr. Ober.
Gotingidac. P. L. Sclater, Revision of the Species of the
Cotingine Genus Pipreola. Ibis 164 t. 6.
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Abbildung: Pipreola frontalis Sclater Ibis t. 6.
Vireonidae. W. A. Co o per, Notes on the breeding habits of
Vireo Huttoni and Lophophanes inornatus with a description of
their nests and eggs Bullet. Nutt. Ornith. Club III 68.
0. Salvin, Note on the Type of Malaconotus leucotis Swains.
(ist Vireolanius leucotis = icterophrys Bp.) Ibis 443 t. 11.
H. Nehrling, Icteria viridis Gml. Gefied. Welt 446.
Abbildung: Vireolanius leucotis (Sw.) Salvin Ibis t. 11.
Laniidae. Salvadori Osservazioni intorno alla supposta iden-
tita specifica della Rectes cirrhocephala (Less) e della R. dichroa
Bp. e descdzione di due nuove specie del genere Rectes Rchb. Ann.
Mus. Genova XII 471.
Ell. Coues, History of the Shrike's name (Lanius) in Science
News Vol. I N. 1 Nov. 1878. 15.
Arth. P. Mo r res Grant, Shrike (Lanius) nesting near Salis-
bury Zoologist II 56,
v. Tschusi, Ueber Lanius major Pall. in Oesterreich und Un-
garn (auch über L. Homeyeri). Mitth. Orn. Ver. Wien 30 und Orn.
Centralbl. 108.
H. Schalow, Lanius major Pall. in Oesterreich. Ornith. Cen-
tralbl. 95.
L. Stejneger, Lanius major Pall. in Norwegen ib. 109.
Dr. R. Blas ins, Lanius cxcubitor und L. major bei Braun-
schweig und am Harze ib. 145.
der Vögel während des Jahres 1878. 441
H. Schalow, Ein Ex. vou Lanius major von H. Grafen Bcr-
lepsch in der Nähe seines Schlosses geschossen ib. 181.
L. Stejneger, Underslaegten Lanins med sacrligt hensyn paa
den norske arten. Arch. f. Mathem. og Naturvideusk. 1878. 323.
R. Co Hat, Nogle Benaerkningar auledning of H. Caud. L.
Stejuegers afhandl. Underslaegten Lanius ib. 180.
Dresser, Text zu Lanius isabellinus B. Eur. LXVII— LXVIII.
L, Taczanowski, Quelques mots sur les Pie — grieches
a queue rousse de l'Asie centrale Bull. Soc. Zool. France III 36.
H. V. B e r 1 e p s c h , Lanius collurio von Turdus musicus er-
zogen. Gefied. Welt 256.
Baron Freyberg , lieber Lanius spinitorques. Zool. Gart. 318.
H. Schalow, Das Subgenus Collurio Bp. Journ. f. Orn. 133.
Ausführliche Monographie.
H. Nehrling, Collurio ludovicianus var excubitoroides. Gefied.
Welt 535.
H. Nehrling, Collurio borealis ib. 335.
Neue Arten: Beetes decipiens Salvad. (cirrhocephala Auct.
part.) Annal Mus. Geuova XII 473. — R. holerythra Salvad. ib. 474
Jobi, S. Beccari, Bruijn. — Myiolestes nigrogularis E. P. Ramsay
Proc. Linn. Soc. N. S. W. III 12 Fidji Ins. (= Lalage nigrogularis
Layard ; Ramsay note). — Cractictis Spaldingi G. Masters ib. II 271
et Ann. nat. hist. 5 ser. I 209 Port Darwin Mr. Spalding. —
Fachycephala Littayei M. M. Layard Ibis 255 et Ann. nat. hist. 5
ser. I 375 Lifu, Loyalty Group. — P. sqiidlida Oustalet Bull. Soc.
Philom. Paris Dec. 1877 Amberkaki, N. Guinea. — P. occidentalis
E. P. Ramsay (gutturalis Gould) Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 112
W. Australien. — P. pallida E. P. Ramsay ib. II 224 Golf von
Carpentaria. — P. fuliginata E. P. Ramsay ib. 11 74 et 202 S. 0.
Küste von N. Guinea. — P. collaris Ramsay ib. 74 et 287 Cour-
tonie Island S. 0. Küste von N. Guinea. — P. sp. Ramsay ib. III
283 N. Guinea. — P. sp. incerta W. A. Forbes Proc Z. S. 122
Booby Island, Torres Strasse Exped. Challenger. — P. ohiensis Sal-
vad. Annal Mus. Genova XII 330 Obi Dr. Bernstein. — P. cineras-
cens Salvador! (lineolata Salv. nee Wall.) ib. 332 Ternate, Tidore,
Morotai. — Eopsaltria? hrunnea E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N.
S. W. I 891 et III 282, 289 Port Moresby, N. Guinea Mr. Goldie.
— E. placens Ramsay ib. III 272 N. Guinea. — E. nana Ramsay
ib. II 371 (auch Eier). — Lanius Äntinorii Salvad. Annal. Mus.
Genova XII Donakil Land M. Antinori. — L. Souzae Bocage
Jörn. Sc. Lisboa XXIII et XXIV Angola. — Lanius (Fiscus) dorsalis
Cab. Journ. f. Orn. 205 et 225 Ostafrica H. Hildebrandt. — Nilaus
affinis Bocage Jörn. Sc. Lisboa XXIII Angola. — Laniarius melam-^
prosopus Reichenow Journ. f. Orn. 209 Liberia H. Schweizer.
442 Pelzeln: Bericht u». 0. Leistungen in d. Naturgeschichte
Abbildung: Lanius isabellinus Dresser B. Eur. P. LXIX
-LXX.
Passeres conirostres.
Corvidae. D, G. Elliot, Remarks on certain Species of the
Corvidac and Paradiseidae with a Description of on apparently uew
Species of Cyauocorax Ibis 54 (lieber die Gattung Platylophus, dann
Cyanocorax inexspectatus).
Dr. F. Brügge manu, On the Young of Pityriasis gymnoce-
phala Ann. nat. bist. 5 ser. I 37.
W. A. Forbes, üeber Garrulus Lidthi Bp. Ibis 491.
Dr. V, Ende res, Absonderliche Zungenlage bei einem Eichel-
häher (Garrulus glandarius). Mitth. ornith. Verein Wien 75 vgl.
Ardcidae.
H. Nehrling, Cyanura cristata. Gefied. Welt 497 et 510.
Dr. Hector, Albino of Glaucopis Wilsoni Transact. N. Zcal.
Instit. X 522.
A. Hume, Distinction between Dendrocitta assimilis, sinensis
and himalayensis Stray Feath, VII 519.
Schalow, Ueber Nucifraga caryocatactes in der Mark Bran-
denburg. Journ. f. Orn. 103.
H. W. Henshaw, Nests and eggs of the Blue Crow (Gymno-
kitta cyanocephala) Bullet. Nutt. Orn. Club III 112.
V. Schönaich, Ueber den Neststand und die Brütezeit der
Elster. Ornith. Centralbl. 101.
L. Hügel, Zähmung und Abrichtung der Elster. Gefiederte
Welt 466.
A. N ehr körn, Zur Mäuseplage (Nützlichkeit der Krähen).
Journ. f. Orn. 348.
H. Seebohm, Ueber Corvus cornix und C. corone. Proc. Z.
S. 976.
H. Neweklowsky, Pyrrhocorax alpinus am Oetscher. Mitth.
ornith. Ver. Wien 114.
A. Hume, The correct name of the Chough is Graculus ere-
mitus L. Stray Feath. VII 149.
Neue Arten. Podoces tarimensis Przewalski (nicht beschr.)
Reise an den Lob Nor Centralasien. — Cijanocorax inexspectatus
D. G. Elliot Ibis 55. S Paulo in Brasilien (Ang. St. Hilaire) — Cor-
vus pusillus M. Tweedd. Proc. Z. S. 622 Palawan , Philippinen M.
Everett.
Paradiseidae. Dr. A. B. Meyer, Mittheilung über orangefarbe
Paradisvögel (P. minor var? oder n. sp.?) Proc. Z. S. 792.
der Vögel während des Jahres 1878. 443
PI. Viallane, Note sur les muscles peauciers de Lophorkina
superba Annal. des sc. nat. G scr. T. VII N. 5 — 6 Art 13 t. 10
et IIa.
Abbildungen: Lophorhina superba Gould B. N. Guinea P.
VI; Hautmuskeln dieser Art. Viallane. Annal. des sc. nat. 6 ser. T.
VII t. 10 et IIa.
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Corvidae and Paradiseidae (Phonygama Keraudreni and Ph. Jamesi
Sharpc , Manucodia jobiensis) with a Description of an apparently
new Species of Cyanocorax Ibis 54.
E. V. Schlechtendal, Meine Starvögel. Gefied. Welt 34.
Ed. de B e 1 1 a , On the appearance and breeding of Pastor
roseus in the Province of Verona Zoologist II 16.
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Dr. Finsch, Ueber Arten von Sturnus. Proc. Z. S. 712.
E. V. Homeyer, Ueber Staarenkästen. Orn. Centralbl. 70.
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ib. 129.
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W. L.Bulle r, Further descriptive Notes of the Huia (Hetera-
locha acutirostris) Transact. N. Zeal. Instit. X 211 t. 5 (auch
Schnabeldeformität).
W. L. Buller, On the Egg of the Huia ib. 212.
Neue Gattung: Macruropsar Salvad. Annal Mus. Genova
XII 345 (Lamprotornis major Rosenb.).
Neue Untergattung: Coccycolius Oustalet in Assoc. scient.
de France Bull. N. 580 1878 (Lamprocolius iris).
Neue Arten: Sturnus Poltaratzkyi 0. Finsch Proc. Z. S.
712 Chinesischer Hoch Altai Finsch, Seebohm, N. W. Indien, Pei*sien,
Beludschistan Brit. Mus. (St. humei Gould nee Brooks). — Lampro-
colius iris Oustalet Assoc. Scient. France Bull. N. 580 1878 Loss
Islands. S. von Seuegambien. — Notauges Hildehrandti Gab. Journ.
f. Orn. 205 et 233 Ostafrica H. Hildebrandt (Hartlaub Proc. Z.
S. 721). — Calornis purpureiceps Salvad. (Calornis sp. ine. Sclater
P. Z. S. 1877 554) Atti Acc. Torino XIII 535 Admiralitäts-Inseln
(Challenger Exp.)
Abbildungen: Paradigalla carunculata Gould B. N.
Guinea P. VII. — Astrapia nigra ib. P. VIII. — Köpfe von Hetera-
locha acutirostris Buller Transact. N. Zeal. Instit. X t. 5 f. 1 f. j.,
f. 2 mj., f. 3 f. ad, f. 4 deformer Schnabel. — Notauges Hildehrandti
Gab. Journ. f. Orn. t. 3 f. 1.
Icteridae. E. v. Schlechtendal, Meine Starvögel. Gefied.
Welt 34.
H. Nehrung, Yphantes baltiraore. Gefied. Welt 330, Age-
444 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
laius phoeniceus ib. 371, A. icterocephalus ib. 387, Sturnella magna
ib. 268, Dolichonyx oryzivorus ib. 204, Molothrus pecoris ib. 214.
E. A. B arber, Ueber Molothrus pecoris und Sturnella major
Americ. Naturalist 1878 477.
Neue Art e'n : Quiscalus luminosus Lawr. Ann. N. Y. Acad.
Sc. I 160 Ins. Grenada. — Q. guadeloupensis Lawr. Proc. ün. St. Nat.
Mus. 1878. 457 Guadeloupe Mr. Ober.
Ploceidae. Dr. K. Russ, Fremdländische Stubenvögel. Bd. I
Die Körnerfressenden Vögel. Mit 14 chramolith. Tafeln. Hannover
1879. gr. 8. Enthält eine Fülle sorgfältiger Beobachtungen und
Studien über Lebensweise u. s. w. sowie practische Anleitungen zur
Zucht und Pflege.
F. K. Göller, Der Prachtfinken Zucht und Pflege. Weimar
1878. 8.
A. F. Wiener, Zur Kenntniss der Samenknacker Amandinen.
Gefied. Welt 310.
E. H a 1 d , Zur Bastardzucht ib. 377.
Zenker, Prachtfinken-Zucht ib. 498.
A. Nehrkorn, Wegen Eiern von Ploceus Cabanisi ib. 390.
H. Forkeimann und Dr. K. Russ, Der Larvenastrild
(Aegintha larvata Ruepp.) ib. 361.
Dr. K. Russ, Dührings blutrother Astrild ib. 299 et 311.
Prof. Gab anis, Ueber Etymologie des Gattungsnamens Pitylia.
Journ. f. Orn. 102.
J. Kolazy, Pytelia subflava im Freien. Mitth. Orn. Verein
Wien 20.
W. E. A r m i t , Note on Australian Finches of the Genus
Poephila Journ. Linn. Soc. London XIV N. 74. 95.
E. Pierson Ramsay, Remarks on a supposed new Species of
Poephila Proc. Linn. Soc. N. S. W. I 197.
E. P. Ramsay, Notes on Poephila Gouldae ib. 281.
E. P. Ramsay, Some further Remarks on Poephila Gouldiae
and P. mirabilis ib. II 70 (irrth. schon im vorigen Berichte).
Wagner, Ueber Züchtung der Reisvögel (Spermestes oryzivora
L.) Gefied. Welt 290.
E. Hald, Beitrag zur Kenntniss des Japanesischen Mövchens
ib. 425.
Neue Gattung: Sharpia Bocage Jörn. Sc. LisboaXXIV (Sh.
angolensis n. sp.)
Neue Arten: Hijphanturgus melanoxantlms Caban. Journ.
f. Orn. 205, 232 et 263 Ostafrica Hildebr., v. Kaikreuth, Dr. Fischer.
— Sliarpia angolensis Bocage Jörn. Sc. Lisboa XXIV Angola. —
Euplectcs diadematus Fischer et Reichenow Orn. Centralbl. 88 et
Journ. f. Orn. 264 et 354 Ost-Africa Dr. Fischer. — Nigrita
Lucieni Sharpe et Bouvier Bull. Soc. Zool. France III 75 Congo. —
der Vögel während des Jahres 1878. 445
Penthetria Hartlauhi Bocage Jörn. Sc. Lisboa XXIV Angola. —
Pyrenestes unicolor Fischer et Reicheuow Orn. Centralbl. 88 et Journ.
f. Orn. 264 et 354 Zanzibar, Ost-Africa Dr. Fischer. — Habropyga
minor Gab. (H. astrild var. minor ante) Journ. f. Orn. 229 Ost-
Africa Hildebrandt ; Fischer et Reichenow ib. 266 Zanzibar , Ost-
Africa Dr. Fischer. — Pitylia cinereigula Gab. ib. 101 Mombassa
Hildebr. Zanzibar, Ost-Africa Dr. Fischer; Fischer et Reichenow ib.
265 V. Kalkr., Zanzibar Dr. Fischer. — Äegintha Dühringi Russ
Gefied. Welt 299 et 311 Benguela. — Donacola nigriceps E. P. Ram-
say Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 392 Port Moresby N. Guinea Mr.
Goldie. — Poephüa atropygialis Diggles. Gastein. et E. P. Ramsay
ib. 382 Golf von Garpentaria. — Amadina Sharpii F. Nicholson Proc.
Z. S. 130 Abeocuta W. Africa M. Robin. — Amblynura Kleinschmidti
Finsch. Proc. Z. S. 440 Viti Levu Fidschi Ins. H. Kleinschmidt. —
Erythrura cyaneifrons M. M. Layard Ibis 260 et Ann. nat. bist. 5
ser. I 375 Lifu, Loyalty group. Mr. Guilianton.
Abbildungen: Amadina Sharpii F. Nicholson Proc. Z. S.
t. 10. — Amblynura Kleinschmidti Finsch ib. t. 29. — Äegintha
cinerea Russ Fremdländ. Stuben vögel I t. I f. 1. — Ae. astrild ib.
f. 2. — Ae. coerulescens ib. f. 3. — Ac. melpoda ib. f. 4. — Ae.
sanguinolenta ib. f. 5. — Ae. minima ib. t. II f. 6. — Ae. Phaeton
ib. f. 7. — Ae. rubricata ib. f. 8. — Ae. amandava ib. f. 9. — Ae.
phoenicotis ib. f. 10. — Ae. Bichenovi ib. t. III f. 11. — Ae. tem-
poralis ib. f. 12. — Ae. modesta ib. f. 13. — Ae. phoenicoptera ib-
f. 14. — Ae. Dufresnei ib. f. 15. — Spermestes castanotis ib. t. IV
f. 16. — Sp. guttata ib. f. 17. — Sp. cincta ib. f. 18. •— Sp. casta-
nothorax ib. f. 19. — Sp. prasina ib. f. 20. — Sp. cucullata ib. t.
V f. 21. - Sp. bicolor ib. f. 22. — Sp. rugillina ib. f. 23. — Sp.
melanopygia ib. f. 24. — Sp. acuticauda var. alba ib. f. 25. — Sp.
cantans ib. t. VI f. 26. — Sp. malabarica ib. f, 27. — Sp. punctu-
laria ib. f. 28. — Sp. ferruginosa ib. f. 29. — Sp. sinensis ib. f. 30.
— Sp. malaccensis ib. f. 31. — Vidua nitens ib. t. VII f. 34. — V.
principalis ib. f. 35. — V. paradisea ib. f. 36. — V. caffra ib. f. 37.
— V. macroura ib. f. 28. — Spermestes fasciata ib. t. 8 f. 32, —
Sp. oryzivora ib. f. 33. — Ploceus sanguinirostris ib. f. 39. — PI.
Russi ib. f. 40. — PI. erythrops ib. f. 41. — PI. baya ib. f, 42. —
PI. vitellinus ib. f. 48. — PI. melanogaster ib. t. IX f. 43. — PI.
franciscanus ib. f. 44. — PI. capensis ib. f. 45. — PI. oryx ib. f.
46. — PI. madagascariensis ib. t. 47. — PL melanocephalus ib. t. X
f. 49. — PI. larvatus ib. f. 50. — PI. castaneofuscus ib. f. 51. —
PI. Alecto ib. f. 52.
Tanagridae. H. Nehrling, Pyranga rubra. Gefiederte
Welt 235.
T. Salvadori und Edd. lieber Identität von Euphonia chalco-
pasta und E. mesochrysa Ibis 200.
446 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen iu d. Naturgeschichte
Neue Arten: CalUste versicolor Lawr. Ann. N. Y. Ac. Sc.
I 153 St. Vincent. Mr. Ober. — Clüoroclirysa Sodiroi Pelzein Verh.
zool. bot. Gesellsch. Wien XXVIII Abb. 19 Ecuador. — Buarremon
leucopis Sclater et Salvin Proc. Z. S. 439 Ecuador, Mr. Buckley.
Abbildungen: Tanagra brasiliensis Russ Fremdl. Stuben-
vögel I t. XIV f. 68. — T. rubra ib. f. 69 — T. fastuosa ib. f. 70.
— T. aestiva ib. f. 71. — T. melaleuca ib. f. 72.
Fringillidae. Dr. Karl Russ, Fremdländische Stubenvögel.
Bd. I vgl. Ploceidae.
H. Nehrling, lunco hyemalis. Gefied. Welt 86, 100, Passe-
rella iliaca ib. 143, Noch etwas über Hedymeles ludovicianus ib. 171,
Pipilo erythrophthalma ib. 182.
E. Rüdiger, Verunglückte Bastardbrut (Buchfink und Ka-
narienhenne). Gefied. Welt 438.
P. Blasius Hanf, lieber Bastardirung zwischen Fringilla
spinus und Fr. linaria Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien XXVIII
Abh. 11.
E. V. Wald, Ein weisser Stieglitz. Orn. Centralbl. 158.
Hume, Very doubtful that Fringilla montifringilla occurs in
India Stray Feath. \ll 465.
E. Rüdiger, Zeisigzucht. Gefied. Welt 2.
J. Kolazy, Der Zeisig. Mitth. orn. Ver. Wien 31.
Dr. W. Sedlitzky, Noch einiges über den Zeisig ib. 57.
J. Dusek, Der Girlitz ib. 51.
G. Schumann, üeber den Girlitz. Orn. Centralbl. 172.
Dr. JE. Coues, The ineligibility of the European House Sparrow
in America. Americ. Naturalist 499.
Die Spatzen in der Fremde (aus California Staatszeitung). Orn.
Centralbl. 76.
Th. A. ß ruh in, Sperlinge in Wisconsin bis Monitowoc vor-
gedrungen. Zool. Gart. 25.
A. Hörne (in Frankfurt a. M.), Fast ganz weisser Sperling
ib. 253.
R. Ridgway, Racen von Embernagra rufivirgata Lawr. Proc.
Un. St. Nat. Mus. I 248.
R. Th. Liebe, Pipilo erythrophthalmus. Orn. Centralbl. 148.
T. M. Brewer, Notes on lunco caniceps and the closely allied
forms. Bullet. Nutt. Orn. Club III 72.
T. M. Brewer, lieber Nisten und Eier von Zonotrichia coro-
nata Baird Ibis 117.
A.W. Ilenshaw, On the species of the genus Passerella Bull.
Nutt. Orn. Club III 3.
Dr. Elliott Coues, Note on Passerculus Bairdi and P. prin-
ceps Ib. 1.
der Vögel während des Jahres 1878. 447
J. S a i 1 1 e r , lieber das Verfärben des Pabstfink. Gefiederte
Welt 322.
E. Rüdiger, lieber den Pabstfink (Fringilla ciris L.) und
seine Mauser ib. 489.
F. Schlag, Der Schwarz- oder Mohrengimpel. Gefiederte
Welt 512.
W. Kluhs, Der Kanariengesang musicalisch zergliedert ib. 5,
35, 77, 121, 184, 214, 380.
W. Kluhs, Die Kanarien auf der 3. Ausstellung der Aegintha
ib. 44.
W. Bock er. Die Nachtigall im Dienste des Kanarienzüchters
ib. 270 et 279.
W. Böcker, Aus meiner Kanarienzucht ib. 225, 236.
W. Bock er, Die Kanarienhecke ib. 120, 133, 144, 155, 165.
W. Kitsert, Ein Besuch bei H. Kontroleur Böcker in Wetz-
lar ib. 390, 401.
W. Böcker, Die Farbe der Kanarien, insbesondere der Har-
zer und die Entstehung der Spielarten ib. 311, 322, 350, 362, 3Z2.
Dr. K. Russ, Die Pflege und Farbenzüchtung der englischen
Kanarienvögel ib. 6, 15, 25, 35, 44, 57. '
J. D 0 c k y , Zur Fütterung der Kanarien mit Kayennepfeffer
ib. 174.
Fr. Pantzer, Fütterung der Kanarien während der Brutzeit.
Orn. Centralbl. 149.
Dresser, Text von Carpodacus rubicillus B. Eur. LXVII —
LXVIII.
W. A. Cooper, Notes on the breeding habits of Carpodacus
purpureus var. californicas Bull. Nutt. Orn. Club III 8.
Hume, Propasser frontalis Blyth = P. thura Bp. Stray Feath.
VII 459.
Hume, Bucanetes githagineus shot in the Gourgaon District
ib. 454.
C. L. Z i g a n n , Cardinalis virgianus Brss. Gefiederte Welt
65, 100.
Dr. Altura, Auftreten von Pyrrhula enucleator 1877. Journ.
f. Orn. 107.
Neue Arten: Zomtrichia Vulcani Boucard Proc. Z. S. 57
(vergl. lunco vulcani Ridgway Proc. Un. St. Nat. Mus. I 255 Costa
Rica Mr. Zeledon), Costa Rica. — Pyrgisoma occipitale Salvin (Cha-
maeospiza torquata Sei. et Salv., P. leucote Salv. nee Cab.) Ibis 446
Guatimala. — Onjzoborus atrirostris Sclater et Salvin Proc. Z. S.
136 Moyobamba, Peru M. Steere.
Neue Var.: Loxigüla violacea ß. hahamensis Ridgway Proc.
Un. St. Nat. Mus. I 250 Bahamas Dr. Bryant.
Abbildungen: Zonotrichia Vulcani Boucard P. Z. S. t. 4. —
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. DD
448 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgesobicb te
Carpodacus rubicillus Dresser B. Eur. LXIX— LXX. — Serinus ca-
narius ib. LXIII — LXIV. — Holzschnitte der Köpfe von Oryzoborus
crassirostris f. 1 und 0. atrirostris Sclater et Salv. Proc. Z. S. 5.
136. — Loxia leucoptera Dresser Birds Eur. LXIII — LXIV. — L.
bifasciata ib. bis — Linota brevirostris ib. LXXI — LXXII. — Frin-
gilla musica Russ Fremdl. Stubenvögel I t. XI f. 53. — Fr. buty-
racea var. Hartlaubi ib. f. 54. — Fr. flaviventris ib. f. 55. — Fr-
brasiliensis ib. f. 56. — Fr. tristis ib. f. 57. — F. ciris ib. t. XII
f. 57 a, — Pyrrhula purpurea ib. f. 58. — Fringilla cyanea ib. f.
59. — Fr. canora ib. f. 60. — Coccothraustes intermedius ib. f. 61.
— Fringilla frontalis ib. f. 62. — Coccothraustes virginianus ib. t.
XIII f. 60. — C. ciicullatus ib. f. 64. — C. dominicauus ib. f. 65.
— cristatellus ib. f. 66. — C. lucovicianus ib. f. 67.
Emberizidae. Hume, Doubtful wether Gmelins name mela-
nicterus should stand for our Crested Black and Chestnut Bunting
(Melophus) Stray Feath. VII 517.
Hume, Emberiza Huttoni must stand as E. Buchanani Blyth.
ih 150.
Dresser, Text von Emberiza rustica B. Eur. P. LXIII—
LXIV. E. cinerea ib., E. piisilla ib.
T. M. Brewer, On Plectrophanes ornatus Towns. in New
England Proc. Boston Soc. N. H. XIX 239.
Neue Gattung: Lophospingus Gab. Journ. f. Orn. 195
(Gubernatrix pusilla Burm).
Abbildungen: Emberiza cinerea Dresser B. Eur. P. LXV—
LXVI. — E. schoeniclus et pyrrhuloides ib. LXIX — LXX.
Alaudidae. II. Nehrliug, Eremophila cornuta. Gefiederte
Welt 322.
Dr. Ch. B o d i n , Die Lerche im Volks- und Dichtermunde
ib. 21.
Neue Art: Megaloplionus Fischeri Reichenow Journ. f. Orn.
266 Ostafrica Dr. Fischer.
Musophagidae. Neue Art: Corythaix Fischen Reichenow
Orn. Centralbl. 1878. 88 u. Journ. f. Orn. 252 et 354 Ostafrica Dr.
Fischer.
Abbildung: Corythaix Fischeri Rchw. Journ. f. Orn. t. 4 f.
1 (Kopf und Hals).
BucerotIdae. D. G. Elliot, A Monograph of the Bucerotidae
small folio 1877 P. II— V (die Abbildungen hier nach Ibis 474
citirt).
D. G. Elliot, Description of on apparently new Species of
Hornbill from Cochinchina of the Genus Anthracoceros Ann. nat.
bist. 5 ser. I 85.
Godwin Austen, Ueber Anorhinus Tickelli Blyth Ibis 206.
Hume, Oxyceros (Anorrhinus) Tickelli Stray Feath. VII 499.
der Vögel während des Jahres 1878. 449
Hume, Anorhinns Austeni Jerd. probably a pfood and distinct
species ib. 1G7.
D. G. Elliot, Quelques observations sur les especcs du genre
Bucorvus Bull. Soc. Zool. France III 34.
Neue Arten: Buceros scwigaleatus Marq. Tweed. Proc. Z.
S. 277, 341 et 380 Ins. Leyte and Pauaon, Philippinen. — Anthra-
cocerofi fraterculus D. G. Elliot. Ann. nat. bist. 5 ser. I 85 Cocbin-
cliiua.
A])bildungen: Bucorvus abyssinicus, Elliot Mon. Bucerotidae
P- II. — Hydrocorax planicornis ib. — Anthracoceros malabaricus
ib. — Rhytidoceros undulatus ib. — Anorrhinus comatus ib. —
Tockus flavirostris ib. — Buceros rhinoceros ib. P. III. — Anthra-
coceros malayanus ib. — Cranorrhinus cassidix ib. — ßycanistes
cristatus ib. — Lophoceros nasutus ib. — Tockus Hemprichii ib. —
Dichoceros bicornis ib. P. IV, — Aunorrhinus leucolophus ib. —
Penelopides panini ib. — Anthracocerus coronatus ib. — Tockus
gingalensis ib. — T. griseus ib. — Aceros nepalensis ib. P. V. —
Pholidocephalus fistulator ib. — Penelopides Manillae ib. — Rhyti-
doceros plicatns ib. — Tockus fasciatus ib. — T. semifasciatus ib.
— JLiophoceros birostris ib. — Buceros albotibialis Gab. et Reichenow
Journ. f. Orn. t. 1 — Holzschnitte der Köpfe von Buceros minda-
nensis f. '1. 2, S. 278 und von Buceros semigaleatus f. 3. 4. S. 279
Marq. Tweedd. Proc. Z. S. — B. rhinoceros Holzschnitt des Kopfes
vom jungen Vogel v. Rosenberg: Der malayische Archipel S. 105.
— Tockus gingalensis (Shaw) Legge Birds of Ceylon t. — Köpfe
von Buceros abyssinicus f. 1, B. guineensis f. 2 et 6, B. cafer f. 3,
4, B. pyrrhopsis Bullet. Soc. Zool. France III t. 1.
Scansores.
Ramphastidae. Abbildung: Ramphastos ariel Holzschn. des
Vomer Garrod Proc. Z. S. S. 933 f. 2.
Psittacidae. Dr. Reichenow, Vogelbilder aus fernen Zonen.
Aquarelle von Mützel. Lief. 1, 2 (Papageien).
G. V. Ciaccio, Nota preventiva sulla interna struttura della
lingua de' papagalli Rendiconto Accad. Sc. Bologna 1877/78 157.
G. Percheron, Le perroquet, bist, nat., hygiene, maladies
avec 25 pl. col. Paris 1878.
Dr. K. Russ, Die Papageien auf der 3. Ausstellung der Ae-
gintha. Gefied. Welt 2, 12, 22.
E. V. Schlechten dal, Die Langflügelpapageien auf der Aus-
stellung der Aegintha ib. 66.
V. Rosenb*erg, Die Papageien von Insulinde, Zool. Gart. 344
460 Pelzela: iBericht üb. d. Leistungen in (i. Naturgeschichte
(geogr. Verbreitung). Bemerkungen hiezu von Dr. A. B. Meyer
ib. 377.
Dr. Franken, Zur Kenntniss von Platycercus pulcherrimus
Gould. Gefied. Welt 478.
Hume, The Indian Blossom breasted Paroquet to stand as P.
fasciatus Müller Stray Feath. VII 163.
Hume, Ueber Palaeornis derbianus ib. 165.
Hume, Hodgson's name Palaeornis nipalensis equals and super-
sides P. sivalensis Hutton; the eastern form to stand as P. indo-
burmanicus ib. 458.
Dr. K. Russ, Eine wahrscheinlich bisher noch nicht beschrie-
bene Papageienart (Psittacus — Palaeornis — Bodini). Gefiederte
Welt 359.
P. L. Sclater, lieber Ära Spixi Proc. Z. S. 976 t. 61.
Dr. H. Burmeister, Notes on Conurus hilaris and other
Parrots of the Argentine Republic (und Brasilien) Proc. Z. S. 75.
G. D. Rowley, Domicella coccinea Orn. Mise. XIII 123 (irrth.
schon im vorigen Berichte angeführt).
Dr. A. B. Meyer, Die Farbenunterschiede in den Geschlech-
tern bei den Edelpapageien (Eclectus Wagl). Orn. Centralbl. 119.
Dr. A. B. Meyer und A. R. Ueber Edelpapageien ib. 137.
Dr. A. B. Meyer, Noch einmal die Geschlechtsverschieden-
heiten in der Papageiengattung Eclectus (Wagler). Zool. Gart. 577.
Ueber Eclectus- Arten vgl. auch Meyer in Gould's Birds N.
Guinea (Eclectus polychlorus).
Mr. Brown erklärt sich dafür, dass Eclectus polychlorus und
E. Linnei M. u. W. einer Art seien. Ibis 379.
E. P. Ramsay, Ueber Farbenübergänge bei Eclectus poly-
chlorus Ibis 379.
J. D. E. Schmelz, Ueber Edelpapageien (Eclectus). Orn. Cen-
tralbl. 135.
E. Linden, Der Kaka (Nestor meridionalis) ib. 156.
H. Soyaux, Beitrag zur Kenntniss des Graupapagei. Gefied.
Welt 97.
Dr. K. Russ, Die Amazonen - Papageien ib. 416, 435, 455,
487, 519.
H. Wünn, Zur Zucht des Sperlingspapagei (Psittacus passeri-
nus L.) ib. 533.
Lor. Camerano, Intorno all' anatomia della Nasiterna pusio
Sei. Atti Accad. Torino XIII Geonaio 1878.
Ig. Dusek, Spätes Eierlegen bei Cacatua moluccensis (nach
21jähriger Gefangenschaft). Mitth. orn. Ver. Wien 26.
A. Reischek, Strigops habroptilus in der Gefangenschaft
ib. 10.
der Vögel während des Jahres 1878. 451
Neue Arten: Platycercus mastersianus E. P. Ramsay (irrth.
schon im vorigen Berichte). Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 27 N. 8.
Wales. — Äprosmictus chloropterus E. P. Ramsay ib. III 251 Neu
Guinea. — Palacornis BodiniRuss Gefied. Welt 359. — Lorius Guilielmi
E. P. Ramsay (hypoenochrous var. ? P. L. S. N. S. W. III 78, 106, 259
Cloudy ßay S. N. Guinea. — Chalcopsittacus insignis Oustalet Bull.
Ass. S. France 20. Jan. 1878; nach Ibis 482 wohl = Ch. Bruijni. —
Ch. Bruijni Salvad. Atti Acc. Torino XIII 310 Ins. Amber pon, Geel-
winks Bai. — Chrysotis lactifrons G. N. Lawrence Ann. N. Y. Acad.
Sc. Vol. I N. 4 Bahia?
Neuer Artname: Pälaeornis indöburmanims Hume Stray
Feath. VII 458 (ösü. Form).
Abbildungen: Platycercus Barrabandi Reichenow Vogel-
bilder aus fernen Zonen Lief. I t. 3 f. 1. — P. semitorquatus ib. f.
2. — P. erythropterus ib. f. 3. — P. scapulatus ib. f. 4. — P. me-
lanurus ib. f. 6. — P. Pennanti ib. Lief. II t. 6 f. 1. — P. flavi-
ventris ib. f. 2. — P. flaveolus ib. f. 3. — P. adelaidensis ib. f. 4.
— P. icterotis ib. f. 5. — P. palliceps ib. f. 6. — P. eximius ib. f.
7. — Pälaeornis eupatrius ib. II t. 5 f. 1, 2. — P. Alexandri ib. f.
3. — P. fasciatus ib. f. 4. — P. cyanocephalus ib. f. 5, 6. — P.
torquatus ib. f. 7. — P. iongicauda ib. f. 8. — P. Calthropae (Layard)
Legge Birds of Ceylon t. — Ära Spixi Sclater Proc. Z. S. t. 61. —
Sittace militaris Reichenow Vogelbilder I t. 1 f. 1. — S. ararauna
ib. t. 2 f. 1. — Conurus aureus ib. f. 2. — , C. haemorrhous ib. f.
3. — C. luteus ib. f. 4. — C. Jendaya ib. f. 5. — C. solstitialis ib.
f. 6. — C. patagonus ib. f. 7. — C. carolinensis ib. f. 8. — Lori-
culus indicus (Gm.) Legge Birds of Ceylon t. juv. t. — Domicella
coccinea G, D. Rowley Orn. Mise. XIII t. — D. garrula Reichenow
Vogclb. I t. 3 f. 5. — Domicella atricapilla ib. f. 7. — Eclectus
polychlorus Gould B. N. Guinea Part VIII. — Geoffroyius hetero-
clitus ib. — Chrysotis festiva Reichenow Vogelb. I t. 1 f. 2. — Ch.
Bodini Finsch ib. f. 3. — Ch. Levaillanti ib. f. 4. — Ch. ochroptera
ib. f. 5. — Ch. amazonica ib. f. 6. — Ch. aestiva ib. f. 7. — Ch.
albifrons ib. f. 8. — Ch. xantholora ib. f. 9. — Cyclopsitta suavis-
sima Gould B. N. Guinea P. VII. — C. melanogenys ib. — Nasiterna
pygmaea ib. P. VI. — N. maforensis ib. — N. misoriensis ib. — N.
Bruijni ib. — N. Beccarii ib. — N. pusio ib. — N. Eeiensis ib. —
Plictolophus sulphureus Reichenow Vogelb. II t. 4 f. 1. — P. citri-
nocristatus ib. f. 2, — P. leucolophus ib. f. 3. — P. moluccensis ib.
f. 4. — P. galeritus ib. f. 5. — P. Leadbeateri ib. f. 6. — Licmetis
nasica ib. f. 7.
Gapitonidae. Dr. C. Giebel, Pterylose von Tetragonops Zeit-
schr. f. d. ges. Naturwiss. 3 F. III 377.
Neue Arten: Pogonorhynchus irroratus Cab. Journ. f. Orn.
205, 239 et 253 Ostafrica H. Hildebrandt und Dr. Fischer. —
452 Pelzelu: Bericht üb. d. Leistungen in d, Naturgeschichte
Trichdlaema stigmatotJiorax Caib. ib. 205 et 240 Ostafrica Hildebrandt
u. V. Kalkreutb. — Tr. lacrymosa Gab. ib. 205 et 240 Ostafrica H.
Hildebr. — Trachyphonus erythrocephalu^ Gab. ib. 206 et 240 Ost-
africa H. Hildebr. — Capito Steerii Sclater et Salv. Proc. Z. S. 140
Moyobamba, Peru Mr. Steere.
Abbildungen: Megalaema zeylonica (Gm.) Legge Birds Gey-
lon t. — M. flavifrons ib. t. — Xantholaema rubricapilla (Gm.) ib. t.
— Trachyphonus erythrocephalus Gab. Journ. f. Orn. t. 2 f. 1, 2.
, — Gapito Steerii Sclater et Salvin Proc. Z. S. t. 12.
Picidae. Prof. AI tum, Unsere Spechte und ihre forstliche Be-
deutung mit 35 Originalfiguren in Holzschn. Berlin 1878. 8. Bespr.
H. S. Orn. Centralbl. 143.
H. G. Tomlinson, Notes from the New Forest. On Wood-
pockers Zoologist II 845.
H. Band, Das Schnarren der Spechte. Gefied. Welt 11, 33.
Dr. L. Bureau, Picus major mit monströsem Schnabel. Bull.
Soc. Zool. France III 97.
A. Lacroix, Le Pic de Sharp dans le departement de la
Haute Garonue ib. 1877 486.
A. Hume, üeber Blj^thipicus pyrrhotis Blyth (porphyromelas
Boie) Stray Feath. VII 520.
Pleske, Heldenthaten des Schwarzspechtes. Ornith. Gentral-
blatt 46.
L. Taczanowski,' Notiz über den kaukasischen Grünspecht
Gecinus Saundersi n. sp. Journ. f. Orn. 349.
Hume, Southern Yellow naped Woodpecker should stand as
Ghrysophlegma chlorigaster Jerd. Stray Feath. VII 517,
J. S. Laird, Southern Woodpecker (Micropternus gularis)
feeding on larvae of ants ib. 470 Note von A. Hume.
Hume, Yunx indica Gould not Indian ; founded almost cer-
tainly on an African specimen ib. 459.
Neue Arten: Gecinus Saundersi Taczanowski Journ. f. Orn.
349 Kaukasus II. v. Mlokosiewicz. — Thriponax pectoralis Marq.
Tweedd. Proc. Z. S. 340 et 379 Ins. Leyte und Panaon, Philippinen
Mr. Everett. — 2'iga Everetti Marq. Tweedd. (T. javcnsis Sharpe?)
Proc. Z. S. 612 Palawan, Philippinen M. Everett.
Abbildungen: Ghrysocolaptes Stricklandi (Layard) Legge
Birds Geylon t. — Tiga Everetti Marq. Tweedd. Proc. Z. S. t. 37.
Gucalidae. Salvador!, Prodromus Oruithologiae Papuasiae et
Moluccarum VI Picariae (Guculidae) Annal. Mus. Genova XII 1 456.
R. B. S h a r p e , On a new Species of Indicator with Remarks
on other Species of the Genus Proc. Z. S. 793 mit Schlüssel zum
Genus Indicator.
A. II. Garrod, Notes on the Anatomy of Indicator major ib.
930 mit Holzschn.
der Vögel wälirond des Jahres 1878. 453
Dresser. Text von Cuculus canorus B. Eur. P. LXIX— LXX.
Pralle, Zur Fortpflauzungsgeschichte des Kukuks. Orn. Cen-
tralbl. 44.
Ad. Walter, Der Kukuk, Entgegnung und Enthüllung ib.
G5, 73.
Pralle, Zur Fortpflanzungsgeschichte des Kukuks , Entgeg-
nung und Nachtrag ib. 44, 124, 130, 137, 158, 169.
Zum Kukukstreit (aus dem Oberammergauer Tagblatt mitgo-
theilt V. Major Born) ib. 126.
Ad. Walter, Berichtigung (Kukuk) ib. 187.
E. V. Homeyer, Der Kukuk ib. 75.
C. Jex, Eine Wahrnehmung in Bezug auf den Kukuk ib. 109.
A. R. Zur Naturgeschichte des Kukuks ib. 114.
A. N e h r k 0 r u , Zur Fortpflanzungs-Geschicbte des Kukuks
ib. 149.
• A. Grunack, Einfarbige Kukuks-Eier ib. 125.
Dr. Heller, Kanarienvögel als Pflegeeltern eines Kukuks
ib. 126.
H. Hesselink, Ein Kukuksei in Gefangenschaft gelegt ib. 150.
Ad. Walter, Der Kukuk als Eierräuber ib. 155.
August Müller, Einiges über unseren Kukuk (Cuculus cano-
rus). Zool. Gart. 170 (Eier).
Neue Gattungen: Bhamphomantis Salvad. Anual Mus.
Genova XIII 459 (Rh. megarhynchus G. R. Gray). — Microdyna-
mis Salvad. ib. 461 (Eudynamys parva Salvad. 1875).
Neue Arten: Indicator maJayanus Sharpe Proc. Z. S. 794
Malacca? — Neomoi'phus radiolosus Sclater et Salv. Proc. Z. S. 439
Ecuador Mr. Buckley. — Nesocentor ariiensis Salvad. (Centropus
menebiki Auct. aliq.) Annal Mus. Genova XII 317 et XIII 462 Am-
ins. Wallace und Rosenb. — Cacomaiitis aeruginosus Salvad. (vire-
seens Salv. nee Brüggera. ante) ib. XIII 458 Buru^ Amboina, Ceram.
— Lamprococcyx poecüuroides Salv. ib. 460 N. Guinea , Tarawai.
— L. crassirostris Salvad. ib. (Chrysoc. lucidus part. S. Müller et
Cuculus palliolatus Schlegel). — Surniculus Musscheribroeki Dr. A.
B. Meyer Orn. Mise. XIII 164 Batjan. — Eudynamis sp. nova ? (niger
Brüggem. et Fischer) Salvad. Atti Acc. Torino XIII 1188 Sanghir.
Abbildungen: Indicator major Holzschn. des Gaumens Gar-
rod Proc. Z. S. S. 932 f. 1, syrinx ib. S. 935 f. 3. — Phoenicophaes
pyrrhocephalus (Forst.) Legge Birds Ceylon t. — Neomorphus radio-
losus Sclater et Salv. Proc. Z. S. t. 27. — Cuculus canorus Dresser
B. Eur. LXIII— LXIV.
454 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Columbae.
Golumbidae. B. P. Brent, Pigeon Book containing the de-
scription and Classification of all known varieties of the domestic
Pigeon 3 ed. London 1878. 12.
G. Prütz, Die Arten der Haustauben. 3. Aufl. Leipzig 1878.
A. Gobin, Les Pigeons de voliere, des colombiers, messagers
Paris 1878.
Th. Stevenson, Carrier Pigeons Nature 1878 (XIX) 5.
L. Carl, Untersuchungen über den Schädelbau domesticirter
Tauben, Osterprogramm 1878 der Realschule zu Pirna. Meist auf
das mit grösster Liberalität zur Verfügung gestellte Material im
Dresdener Museum begründet.
de Quatrefages, Mem. sur un pigeon monstrueux du genre
Derodelphe (Is. Geoffr.) d. synanencephale Paris 1878. 8. Assoc. frang.
avane. Sc. Congres de Havre 1877.
D. G. E 1 1 i o t , On the Fruit Pigeons of the Genus Ptilopus
Proc. Z. S. 500 t. 33, 34 und Holzschnitte, Monographie.
G. D. Rowley, On the Genus Ptilopus (Cont) Orn. Mise.
Xn 59, Xin 113, XIV 171 mit werthvollen Beiträgen von Dr. A.
B. Meyer.
Salvadori, Monografia del sottogenere Globicera Bp. Cro-
naca del R. Liceo. — Ginnasio Cavour dell anno scolastico 1877 — 78.
A. II. Garrod, Note on the Gizzard and other Organs of
Carpophaga latrans Proc. Z. S. 102.
H. Vi allane, Note sur le tube digestif de Carpophaga Goliath
Annal des sc. nat. 6 ser. T. VII N. 5-6 Art 12 t. 9.
Salvadori, Intorno alla Trerolaema Leclancheri Bp. Nota
Atti Acc. Torino XIII 425 = Leucotreron Gironieri vgl, auch Ell iot
Proc. Z. S. 568.
Salvadori, Nuovae specie di Colombi dei generi Megaloprepia
Rchb. e Macropygia Sw. Ann. Mus. Genova XII 426 mit üebersichten
der Gattungen.
Salvadori, Beschreibung von Macropygia Keyensis und Unter-
scheidung von verwandten Arten. Proc. Z. S. 89.
J. J. Dalglaish, Ueber drei Fälle des Vorkommens von Co-
lumba oenas in Schottland Ibis 382.
Schacht, Die Hohltaube. Orn. Centralbl. 59.
G. D. Rowley, Chloroenas subvinacea. Orn. Mise. XII 75-
G. D. Rowley, Leptoptila Cassini Lawr. ib. 77.
Dresse r, Text von Turtur risorius B. Eur. LXIII — LXIV, T.
isabellinus ib.
dor Vögel wäbreiul des Jahres 1878. 455
E. A. Butler, Albinos of Turtur risorius Stray Feath.
VII 171.
A. H u m e , Identity of the Indian Turtur cambayensis and
the African T. senegalensis ib. 463.
G. D. Rowley, Geotrygon rufiventris Lawr. Ornitb. Mise.
XII 77.
Neue Gattung: Aechmoptila Coues : G. N. Seuett Bull,
ü. S. Surv. Territor. IV N. 1 48 (Leptoptila albifrons).
Neue Arten: Ptilopiis pictiventris EUiot Ann. nat. bist. 5
ser. I 349 et Proc. Z. S. 530 (fasciatus Whitmee, apicalis Lay.) Nu-
kahiva Mus. Paris, Samoa (Whitmee) Savage Ins. (Brencbley) Navi-
gator und Freundschafts Ins. (Layard). — Ptil. Wliitmeei E. P.
Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 139 Savage Ins. Mr. Whitmee.
— Carpopliaga melanochroa Sclater Proc. Z. S. 672 Herzog Yorks
Ins. Mr. Brown. — C. rufigiila Salvadori (rubricera pt, Gray Bp.)
Atti Acc. Torino XIII 536 et Monografia Globicera 14 Salomon Ins.
Mr. Gillivray. — Janthoenas pallidiceps E. P. Ramsay Proc Linn.
Soc. N. S. W. n 248 Herzog Yorks Ins. — Megaloprepia poliura
Salvad. Ann. Mus. Genova XII 426 (puella et assimilis Auct.) S. N.
Guinea, Jobi. — Macropygia buruensis Salvad. (amboinensis et turtur
Auct.) ib. 428 Buru Wall, Hoedt Bruijn. — M. maforensis (turtur,
doreya, griseinucha Auct.) ib. 429 Ins. Mafor Dr. Meyer, v. Rosen-
berg. — 31. sliangirensis Salvad. Atti Acc. Torino XIII 1185 Shan-
gir Ins. — M, eurycerca Marq. Tweedd. (tenuirostris part. Tr. Z. S.
IX 218 N. 146) Proc. Z. S. 288 Ins. Negros Dr. A. B. Meyer, Mr.
Everett. — M. Mackinlayi E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S. W.
286 Tanna N. Hebriden. — M. rufa E. P. Ramsay ib. Sandwich
Island (N. Hebrid ?) — Osciilatia purpurata Salvin Ibis 448 Ecuador.
— Chalcopliaps ehrysochlorei var. sandwichensis E. P. Ramsay Proc.
Linn. Soc. N. S. W. II 288 Sandwich Ins. N. Hebriden.
Neue Artnamen: Ptüopus regina Elliot Proc. Z. S. 531
(Col. purpurata var. regina Swains.) — Pt. jobiensis Elliot. ib. 548
(Pt. humeralis jobiensis Schleg.) — Pt. lettiensis Elliot ib. 572 (Pt.
cinctus lettiensis Schleg.).
Abbildungen: Ptilopus pictiventris D. G. Elliot Proc. Z. S.
t. 33. — Pt. Gestroi Elliot ib. t. 34. — Pt. Miqueli (Rosenb.) Orn.
Mise. XII t. — Pt. Musschenbroeki (Rosenb.) ib. XIII t. 95. — Pt.
speciosus (Rosenb.) ib. XIV t. 104. — Drepanoptila holosericea
Holzschn. des Flügels D. G. Elliot Proc. Z. S. 513. — Oedirhinus
insolitus Gould B. N. Guinea P. VIII. — Carpophaga melanochroa
Sclater Proc. Z. S. t. 42. — C. Goliath, Verdauuugskanal Vialiane
Annal. des Sc. nat. 6 ser. T. VH N. 5—6 art. 12 t. 9. — C. latrans
A. H. Garrod Holzschnitte des Kopfes Proc. Z. S. S. 103 und syrinx
ib. S. 104. — Columba livia Dresser B. Enr. LXVII— LXVIII. —
C. palumbus Dresser ib. LXV — LXVI. — Chloroenss subvinacea
456 Pelzelu: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Lawr. Oru. Mise. XIV t. 90. — Leptoptila Cassini Lawr. ib. t. — Turtur
risorius und T. isabellinus Diesser B. Eur. LXV — LXVI. — Geo-
trygon rufiventris Orn. Mise. XIV t. — Phlogoenas jobiensis Gould B.
N. Guinea t. — Ph. Johannae ib.
Diduncülidae. A. Newton, Didus und Didunculus Nature 1878
251. — Searles V. Wood jun. ib. 301. — A, Newton ib. 331.
Dididae. Der Dodo. Von Prof. A. Newton. Mit Erlaubniss
des Verf. aus der PJncycl. Brit. ed. 9. Juni 1877 übers, von Frau
Marie Pteichenow. Orn. Centralbl. 132, 179.
A. Newton, Didus und Didunculus Nature 1878 251. —
Searles V. Wood jun. ib. 301. ~ A. Newton ib. 331.
Prof. A. Newton, lieber einen wahrscheinlich aus dem Kröpfe
der Pezophaps solitaria herrührenden Stein. Proc. Z. S. 291.
Prof. Owen, On the Solitaire (Didus solitarius Gm; Pezophaps
solitarius Strickl). Ann. nat. bist. 5 ser. I 87 (auch über nicht
fliegende Vögel im Allgemeinen vgl. Ibis 469).
Abbildungen: Didus solitarius Owen, Ann. nat. bist. 5 ser.
I t. 7, 8.
Gallinae.
Pteroclidae. D. G. Elliot, A Study of the Pteroclidae or
Family of the Sand. Grouse Proc. Z. S. 233, Monographie.
H u m e , Diagnosis of the Indian Pteroclidae Stray Feath.
VII 159.
GracidaO' Sclater, Notice of a supplementary memoir on the
Curassows (Cracidae) Proc. Z. S. 656. Das Memoire wird in den
Transact. Z. S. erschemen.
Megapodidae. Th. Stude r, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte
der F'eder bei Megapodidae (M. Freycineti, auch Ei). Zeitschr. f. wiss.
Zool. XXX 1878 421.
Dr. Th. St u der, Ueber die Bildung der Federn bei dem Gold-
haarpinguin und Megapodius. Act. Soc. Helv. des Sc. nat. Aout
1877 60 u. 240.
Th. Studcr, Das Embryonalkleid der Fusshühner (Megapo-
didae) Kosmos II Jahrg. 180 (Ausz. aus Zeitschr. f. wiss Zool. XXX
Suppl. Heft.
Prof. Giebel, lieber embryonales Gefieder bei Megapodius
nach Studer. Zeitchr. f. d. gesammt. Naturwiss. 3 F. III 1878 222.
A. H. Garrod, On the Anatomy of the Maleo (Megacephalon
raaleo). Proc. Z. S. 629 mit Holzschn.
Neue Art: Megapodius decollatus Oustalet Bull. Ass. Sc.
der Vögel währciiil dea Jahres 1878. 457
Frauce N. 553 Jau. 1878 Taravvai. Nach Salvador! = M. affiuis
Meyer vgl. Ibis 482.
Abbildungen: Megacephalon maleo Holzschn. des unteren
larynx A. H. Garrod Proc. Z. S. 630 f. a. b.
Phasianidae. A. Hume, Pavo muticus, correctur Stray Feath.
VII 455.
D. G. Elliot, Antwort auf M. Hume's Bemerkungen hinsicht-
lich Arten von Polyplectrou, Euplocamus und Pucrasia Ibis 124.
Rediscovery of Polyplectron emphanes (durch Mr. Everett auf
der Insel Palawan). Ibis 386.
Marq. Tweed dale, lieber Auffindung von Polyplectron em-
phanes auf Palawan , Philippinen , durch Mr. Everett. Proc. Z. S.
623 auch Weibchen und M, Der correcte Artname wäre P. Napo-
leonis Less. Marq. Tweedd. ib. 792.
F. von Etzel, Der Fasan in der elsässischeu Ebene. Baurs
Monatsschr. f. d. F. J. 1877 36.
Fasanenhenne mit befiederten Ständen (wahrscheinlich Bastard
zwischen Birkhahn und Fasanhenne). Der Weidmann IX 1877.
D. G. Elliot, Remarks upon the Phasianus ignitus of Latham
and the allied Species Ibis 411.
Prof. Jeitteles, Neue Beiträge zur Geschichte des Haushuhns
Mitth. orn. Ver. Wien 4 u. 15.
Fr. Baron Bibra, Unser Haushuhn. Die äusseren typischen
Merkmale der verschiedenen Rassen. Nach den verlässlichsten Quel-
len zusammengestellt. Dresden 1878. 8.
Dr. Reichenow und Dr. Bolle, Ueber Hühnerracen. Journ.
f. Orn. 211.
Les poules de la race de la Campine Ann. Soc. d'Agricult. Sc.
Art. etc. d'Indre et Loire Dec. 1878.
Freih. von Oefele, Das Hühuervolk und die Pflichten seiner
Gebieter. Gegründet auf eigene Anschauung und Erfahrungen. Mit
77 in den Text eingedruckten Holzschn. 8. Frankfurt.
H. Meyer, Beiträge zur Kenntuiss des Stoffwechsels im Or-
ganismus der Hühner. Inaug. Diss. Königsberg 1878. 8.
Ed. Schary, Beiträge zur Kenntniss des Stofi'wechsels im Or-
ganismus der Hühner. Inaug. Diss. Königsberg 1878. 8.
F. M. Balfour and A. Sedgwick, On the existence of a rudi-
raentary Head-Kidney in the embryo chickProc. Roy. Soc. Vol. XXVII
N. 188 443.
H. Landois, Ueber eine analoge Missbildung bei einem
Haushuhn und einem Jagdhunde. Mit 1 Taf. im 6. Jahresber. West-
fäl. Prov. Ver. 53 (überzähliges linkes Hinterbein).
H. Landois, Missbildungen bei Hühnereiern mit 26 Abbildun-
gen monströser Formen (Holzschn.) Zool. Gart. 17.
±58 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Godwin Austen, üeber neuerlich von Capt. Brydon erlangte
Exemplare von Ceriornis Blythi. Ibis 206.
A. Hume, Ceriornis Blythi Jerd. Stray Feath. VII 472.
Abbildungen; Phasianus Sladeni Anders. Yunnan Exped.
t. 52. — Fasanhenne mit befiederten Ständern. Der Weidmann IX
1878 S. 3. — Explocamus Andersoni Elliot Anderson Yunnan Ex-
ped. t. 53.
Tetraonidae. Dr. Wurm, Die deutschen Waldhühner. Zool.
Gart. 289 u. 331.
Hume, Ceylon Spur Fowl (Galloperdix) to stand as bicalcara-
tum Stray Feath. VII 453.
Dresser, Text von Perdix cinerea B. Eur. LXVII—LXVIII.
Coturnix communis ib. LXIX— LXX.
Adr. Lacroix, La Perdrix gambra — Perdix petrosa Lath.
dans les environs de Toulouse Bull. Soc. Zool. France III 144 et 340.
Hume, Indian Jungle and Rock Bush Quails ; their differences
and correct scientific names Stray Feath. VII 156.
K. R, Krezschmar, Das Auerhuhn in der Görlitzer Haide.
Gefied. Welt 429.
Dir. Pohl, üeber das Wechseln der hornigen Schnabeldecke
bei den Auerhähnen. Journ. f. Orn. 368.
J. A. Harwin Brown , The Capercaillie in Scotland. Zoologist,
H 342.
L. Holtz, lieber das Birkhuhn (Tetrao tetrix L.) und dessen
Einführung in Pommern. Zeitschr. d. ornith. Ver. in Stettin 1878
28. 44.
Sachse, üeber Tetrao bonasia. Journ. f. Orn. 108.
Sir J. Fayrer, A White Grouse Nature 1878. 518.
Prof. Newton, üeber einen supponirten Bastard zwischen
Lagopus scoticus und L. mutus Proc. Z. S. 793.
Neue Arten: FrancoUnus {Sderoptera) Hüdehrandti Csib.
Journ. f. Orn. 206 et 243 Ostafrica H. Ilildebrandt. — F. sp. Bo-
cage Jörn. Sc. Math. phys. e nat. Lisboa XXIV Caconda S. Anchieta.
— Odontophorus spodiostethus Salvin Ibis 447 Veragua.
Abbildungen: Francolinus (Sderoptera) Hildebrandti Cab.
Journ. f. Orn. t. 4 f. 2. — Perdix cinerea Dresser B. Eur. LXIII —
LXIV. — Coturnix communis ib. -- Bambusicola Fytchii Anders.
Yunnan Exp. t, 54. — Tetraogallus caucasicus Dresser B. Eur. LXV
— LXVI. — T. caspius ib.
der Vögel während des Jahres 1878. 459
Struthiones.
Struthionidae. L'Antmche Son elevage dans les fermes du
Cap, Commerce des plumes. Rev. scientif. France et Etrang. VIII 2.
ser. Nro. 1878. 443.
H. Sayaux, Strausse und Straussenzucht. Gefied. Welt 288,
308, 338.
Casnariidae. Ueber Casuarius altijugus Sclater, Salvadorii,
Sclateri Salvad., Beccarii Sclater, tricarunculatus Beccari, occipitalis
Salvad., Westermanni, papuanus and Edwards! Oustal. vgl. Ibis 481.
Dr. A. B.Meyer, üeber einen Papuanischen Casuar im Dres-
dener Museum. Journ. für Orn. 199 mit Uebersicht der bekannten
Arten.
Dr. A, B. Meyer, Nachschrift zu diesem Aufsatz ib. 299 ;
zweiter Nachtrag ib. 300.
Salvadori, Ueber Casuarius bicarunculatus Sclat. und C.
uniappendiculatus Blyth. Ann. Mus. Genova XII 346.
Salvadori, Intorno ad alcune specie di Casoari poco note
ib. 419.
E.P. Ramsay, Note on the Australian Cassowary (C. australis)
Proc. Linn. Soc. N. S. W. II 376 t. 11.
Th. Studer, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Feder.
Zeitschr. f. wiss. Zool. XXX 1878 421 t. 25, 26 (Dromaeus Novae
Hollandiae).
Neue Arten: Casuarius Salvadorii Sclater Proc. Z. S. 212
Wandammen, Geelwink Bay. — C. Edwardsi Oustalet ib. 359. Bei
Dorey, N. Guinea M. M. Raffray et Maindron. — G. Sclaterii Sal-
vad. Ann. Mus. Genova XII 422. S. N. Guinea.
Abbildungen: Casuarius Salvadorii Sclater Holzschnitt von
Kopf und Hals. Proc. Z. S. S. 213. — C. Edwardsi Oustal. ib. t. 21.
— C. australis Kopf und Hals E. P. Ramsay Proc. Linn. Soc. N. S.
w. n t. 11.
Dinornithidae. R. Owen, Memoirs of the Exstinct Wingless
Birds of New Zealand with an Appendix an those in England, Au-
stralia etc. London 1878. 4.
G. D. Rowley, Remarks on the exstinct gigantic Birds of
Madagascar and N. Zealand Orn. Mise. XIV 237 t. 112—115.
G. G. Bianconi, Di alcuni giganteschi avanzi di Uccelli rife.
ribili probabilmente all' Aepyornis o Ruck in Rendiconto Accad. Sc.
Bologna 1877/78 167 (Geschichtliche Notiz über Reste in St. Denys
und der Sainte Chapelle).
J. v. Haast, üeber Malereien auf Felsen in N. Seeland (auch
Darstellung eines Vogels) Transact. N. Zealand Instit. X 49 t. 1 f. 9.
4G0 Pelzein: Bericht üb. cl. Leistungen in rl. Naturgeschichte
A. Mactier, Note on the Discovery of Moa Romains atAwitu
(Dinornis giganteus Owen) Auckland Instit. Abstract. ib. 552.
T. H. Potts, Moa Remains Nature 1878 21.
F. W. Hutton, On the Number of Cervical Vertebrae in Di-
nornis. Ann. nat. bist. 5 ser. I 407.
F. W. H u 1 1 o n , On the Number of Cervical Vertebrae in
Dinornis robustus ib. II 494 (auch über D. casuarinus).
Abbildungen: Ei von Aepyornis maximus G. D. Rowley.
Orn. Mise. XIV t. 112. — Eifragraent von Aepyornis maximus ib.
t. 113 f. 3. — Eifragment von Ae. Grandidieri Rowley ib. f. 4. —
Kropfstein des Moa ib. t. 113 f. 1 (zur Vgl. solche von Apteno-
dytes Pennanti ib. f. 2.) — Ei von Dinornis ingens ib. t. 114. — Ei
von D. crassus (und Anatora.) ib. t. 115.
Tinamidae. Neue Arten: Crypturits iransfasciatus Sclater et
Salvin Proc. Z. S. 141 Santa Rosa, Ecuador Mr. Steere. — Notho-
procta Doeringi F. Schulz (Nothura Doeringi F. Schulz in litt.) Cabanis
Journ. f. Orn. 198 Argentina (auch Lebeusw., Eier).
Abbildungen: Crypturus transfasciatus Sclater et Salvin
Proc. Z. S. t. 13. — C. cerviniventris Holzschnitt. J. M. Spence
Land, of Bolivar I 267.
Grallae.
Otididae. Graf York, Ueber das Vorkommen der Zwergtrappe
in Deutschland. Gefied. Welt 90.
H. Schale w, Zwergtrappen in der Mark. Zool. Garten 25
(auch üb. Grosstrappen).
Charadriadae. Dresser. Text von Halopterus spinosus B. Ear.
LXV— LXVI. '
A. H. Garrod, On the Trachea of Tantalus loculator and of
Vanellus cayennensis Proc. Z. S. 625 mit Holzschn.
Abbildungen: Vanellus cayennensis Holzschn. d. Trachea
A. H. Garrod Proc. Z. S. S. 628 f. 2. — Hoplopterus spinosus
Dresser B. Eur. LXIII— LXIV. — Aegialitis Geofifroyi and asiatica
ib. LXIX— LXX.
Glareolidae. Abbildung: Pluvianus aegyptius Dresser B.
Eur. LXV— LXVI.
Haematopodidae. Dresser, Text von Ilaematopus ostralcgus
B. Eur. LXIII— LXIV.
Neue Art: Haematopus n. sp.? Castelnau and E. P. Ramsay
Proc. Linn. Soc. N. S. W. I 384 Golf von Carpentaria.
Grnidae. D r e s s e r , Text von Grus leucogeranus B. Eur.
LXIX- LXX.
der Vögel währond dos Jahyos 1878. 461
A. Nehrkorn, Späte Krnnichzüge. Orn. Centralbl. 14.
Abbildung: Grus loiicogeranus Dresser B. Eur. LXXI —
LXXII.
Ardeidae. R. Ridgway, Studies of the American Herodiones
Bullet. Unit. St. Geol. and Geogr. Survey of the Territories Vol. IV
1878 N. 1 Part. I. Synopsis of the American Genera of Ardeidae
and Ciooniidae , including Descriptions of three New Genera and a
Monograph of the American Species of the Genus Ardoa Linne 219
(über Balaeniceps 223).
G. D. Rowley, On Sussex Hcronrics Orn. Mise. XII 56 mit
2 Tafeln.
E. Hodek, Abnorme Zungenlage bei Reihern. Mitth. orn.
Ver. Wien 124 (vgl. die Notiz des Dr. v. Ender es über Garrulus
glandarius).
H u m e , Abnormal specimen of Demiegretta gularis Stray
Feath. VII 453.
0. St. John, On the occurence of Ardetta cinnamomea near
Ajmere ib. 171.
Dr. Brehm, Ueber ein in der Sammlung Sr. K. u. K. Hoheit
des Kronprinzen befindliches bei Dublin erlegtes Exemplar der Ar-
dea minor Gm. (Botaurus lentiginosus). Journ. f. Orn. 210.
Dresser, Text von Botaurus lentiginosus B. Eur. LXXI —
LXXII.
S. D o i g , The Chestnut Bittern on the Eastern Narra etc.
Stray Feath. VII 468.
S. Lockwood, The Night Herons (Nycticorax Gardeni) and
their Exodus Americ. Naturalist XII 27.
F. W. Bourdillon, Goisakius raelanolophus in S. Travancore
Stray Feath. VII 524. — A. Hume Zusatz ib.
Neue Gattungen: Dichromana ss a Ridgw. Bull. Surv.
Territ. IV 224 et 246 (Ardea rufa ßodd). — Syrigma Ridgw. ib.
224 et 247 (Ardea sibilatrix Tem.) — Hy dr onassa Ridgw. ib.
(Typus?)
Neue Art: Ardetta mclaena Salvad. Atti Acc. Torino XIII
1186 Ins. Shangir.
Giconiidae. R. Ridgway, Synopsis of the American Genera
of Giconiidae Studies of the Amer. Herodiones Bull. Surv. Territ.
vgl. Ardeidae.
S c I a t e r , üeber Ciconia maguari und G. episcopus Proc. Z.
S. 633.
J. Dusek, Ein Storchnest und seine Bewohner. Mitth. orn.
Ver. Wien 33.
A. F. Wiener, Warum gibt es in England keine Störche?
Gefied. Welt 363.
462 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
C. T. Binghäm, After the Adjutants (Leptoptilus , Nester,
Eier) Stray Feath VII 25.
Neue Gattung: Euxenura Ridgw. Bull. Surv. Territ. IV
250 (Ardea maguari Gmel.)
Abbildung: Euxenura maguari (Gm.) Ridgw. I.e. 250 Holz-
schn. d. Schwanzes.
Tantalidae. A. H. Garrod, On the Trachea of Tantalus lo-
culator and öf Vanellus cayennensis Prpc. Z. S. 625 mit Holzschn.
P. L. Sclater, Note on the Breeding of the Sacred Ibis in
the Zoological Society's Gardens Ibis 449 t. 12 -auch Ei.
Oustalet, Observations sur le Groupe des Ibis et Descrip-
tion de deux especes nouvelles Nouv. Arch. Mus. Hist. nat. 2 ser. I
1878 167. Mit einer üebersicht der Gattungen und Arten der Tan-
talidae; die beiden neuen Arten sind die bereits im vorigen Be-
richte aufgeführten Ibis giganteus und J. Harmandi. Nach dem
Appendix sollte letzterer Pseudibis Davisoni (Hume) heissen.
Abbildungen: Tantalus loculator Holzschn. der Trachea
A. H. Garrod Proc. Z. S. 626 f. 1. — Ibis aethiopica Sclater Ibis
t. 12 (junger Vogel und Ei). — I. Harmandi Oustalet Nouv. Arch.
Mus. H. N. 2 ser. I t. 6 f. 1—3 Kopf. — I. papulosa Kopf und
Papillen ib. f. 4 — 5. — I. gigantea Oust. ib. t. 7. — Plegadis fal-
cinellus Dresser B. Eur. LXXI— LXXII.
Scolopacidae. E. Tauber, Ueber einen in Tückelhauseu
(Bayern) geschossenen Numenius, der N. tenuirostris ähnlich ist, aber
Abweichungen zeigt. Journ. f. Orn. 210.
Rob. Warren, Godwits andKnots retaining their winter plu-
mage in summer Zoologist 341.
T. M. Brewer, Notes on the occurrence of Micropalama hi-
mantopus in New England Proc. Boston Soc. N. H. IX 252.
D r e s s e r , Text von Tringa maculata B. Eur. LXIX — LXX.
Pralle, Ueber das Meckern der Bekassine. Ornith. Central-
blatt 124.
J. S. Laird, Woodcocks (Scolopax rusticola) in Belgarum and
N. Komara Stray Feath. VII Note von A. Hume.
J. Wood Mason, On the Structure and Developement of the
Trachea in the Indian Painted Snipe (Rhynchaea capensis) Proc. Z.
S. 745 t. 47.
C. Gubbins, Ueber Fortpflanzung der Painted Snipe Stray
Feath. VII 526.
Abbildungen: Sympheraia semipalmata pull. Marchand Rev.
de Zool. t. 10. — Himantopus candidus Dresser B. Eur. LXIII —
LXIV et LXV— LXVI (f et j). — Machetes pugnax ib. LXIX— LXX
(f et j). — Tringa subarquata ib. LXVII— LXVIII. — T. maculata
ib. LXXI— LXXfI. — Calidris arenaria Eier Nares and Feilden
der Vögel während des Jahres 1878. 463
Voyage to the Polar Sea. — Macroramphus griseus Dresser B. Eur.
LXVII— LXVIII. — Gallinago gallinaria ib. LXIX— LXX. — Rhyn-
chaea capensis Trachea Wood Mason Proc. Z. S. t. 47 und Holz-
schn. f. 1 et 2 S. 748.
Phalaropodidae. S. W. Willis ton, On the adalt male plu-
mage of Wilson's Phalarope (Stegonopus Wilsoni) Transact. Kansas.
Acad. Sc. Vol. VI 1878 39.
H u m e, Lobipes hyperboreus from the Sooltanpur Salt Works
Stray Feath. VII 150.
Rallidae. W. L. Buller, On the Species forming the Genus
Ocydromus a peculiar Group of brevi-pennate Rails Transact. N. Zeal.
Instit. X 213.
Dresser, Text von Rallus aquaticus B. Eur. LXVII— LXVIII,
Porzana maruetta ib. LXV — LXVI., P. Baillonii ib.
H u m e , Porzana zeylonica apud Blyth , Jerdon etc. to stand
as euryzonoides Stray Feath. VII 465.
Hume, Does Crex pratensis really occur in India ib. 464.
Neue Arten: Ballina telmatopMla Hume Stray Feath. VII
142 Malacca (= Rallus superciliaris A. Hume ib. 451). — Äramides
calopterus Sclater et Salvin Proc. Z. S. 439 Ecuador Mr. Buckley.
Abbildungen: Äramides calopterus Sclater et Salvin Proc.
Z. S. t. 28. — Rallus aquaticus Dresser B. Eur. LXV— LXVI. —
Porzana parva ib. — P. maruetta ib. LXIII — LXIV. — P. Baillonii
ib. LXVII -LXVIII. — Crex pratensis ib.
Gallinulidae. D. G. E 1 1 i o t , The genus Porphyrio and its
Species Stray Feath VII 6 mit 2 Taf.
D. G. Elliot, Description of a new Species of Water bird
from Cochinchina belonging to the Genus Porphyrio Ann. nat. hist.
5 ser. I 98.
A. Hume, Porphyrula chloronotus Blyth is the young of P.
Alleni Thompson Stray Feath. VII 456.
Sclater, lieber das typische Ex. von Fulica gallinuloides
King, das zu Fulica leucoptera Vieill. gehört. Proc. Z. S. 291.
Neue Arten: Porphyrio Edtvardsi D. G. Elliot Ann. nat!
hist. 5 ser. I 98 et Stray Feath. VII 23. Cochin China, Saigon (Ger-
main) Bankok (Bocourt). — Fulica Novae Zealandiae Colenso Buller
Transact. N. Zeal. Instit. X 192 N. Seeland (ausgestorben?)
Abbildungen: Porphyrio Edwardsi Elliot Stray Feath. VII
t. — P. calvus Köpfe ib. t.
Parridae. Neue Art: Parra Novae Guineae E. P. Ramsay
Proc. Linn. Soc. N. S. W. III 298 N. Guinea.
Palamedeidae. Prof. H. Weyenbergh, Annotations a l'occa-
sion d'une Squelettopee de Palamedea chavaria L. in Period. Zoo-
Archiv für Naturg XXXXV. Jahrg. 2. Bd. EE
464 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
logico, Organo de la Soc. Zool., Argentina Buenos Aires und Cor-
doba T. II Entr. 1 1878 29 (Aufsatz datirt 1874).
Anseres.
Anatidae. F. Merkel, Die Tastzellen der Ente im Arch. f.
micr. Anat. 15 Bd. 3 Hft. 415 t. 26 (auch Tagbl. 51. Naturf. Vers.
Cassel 1878 154).
Fr. Hesse, Ueber die Tastkugeln des Entenschnabels. Tagbl.
51. Vers. Naturf. Cassel 1878 153 und Arch. f. Anat. u. Entwickl.
1878 Hft. 4-5 288 mit 1 Taf.
G. A. Venema, Ret fangen von Eendeu (Enten) met slag-
netten (Schlagnetz) Album d. Natuur 8. Afl. 253.
Dresser, Text von Bernicla brauta B. Eur. LXIII — LXIV,
B. leucopsis ib. LXV — LXVI, Anser albifrons ib., Fuligula marila
ib., F. ferina ib. LXVII — LXVIII, Erismatura leucocephala ib. LXV
—LXVI.
E. P. Ramsay, On the Tracheae of some Australian Ducks
Proc. Linn. S. N. S. W. HI 154.
• Dr. Max Schmidt, Fortpflanzung von Cereopsis Novae Hol-
landiae im zool. Gart, zu Frankfurt. Zool. Gart. 116.
Venema. Over de tamme ganz in Album der Natuur. 2. Afl.
1878 33 (Lebensw., Zucht und Pflege der Hausgans in der Provinz
Groningen).
J. E. Harting , On the occurrence in Ireland of the Lesser
Snow Goose, Anser albatus Cass. Zoologist 1878 419.
W. T. Blanford, Exhibition of skins of adult wild Swans
from Sind and the Punjab. Proc. A. S. B. June 138.
W. T. Blanford, Wild Swans in Sind Stray Feath. VII 99.
A. Hume, Further Notes on the Swans of India ib. 101 vgl.
auch ib. 464.
H. Schal ow, Casarca rutila (Pall.) undVulpanser tadorna (L)
in der Mark. Orn. Centralbl. 76.
H. Sc ha low, Casarca rutila Pall. in der Mark? ib. 12.
Dr. Brehm, Ceber systematische Stellung von Casarca rutila
Journ. f. Orn. 365. — E. v. Homeyer ib.
H. Neweklowsky, Beiträge zur Kenntniss der Stockente
(Anas boschas Mitth. orn. Ver. Wien 99.
E. Rüdiger, Ein Kapitel zur Kennzeichnung der Hausente.
Gefied. Welt 426.
W. Thienemann, Die schwedische Ente und ihre Zucht
ib. 352.
der Vögel während des Jahres 1878. 466
M. T we e d ie, Rarity of the Pink — headed Duck Stray Feath.
Vn 527.
A. Hume, Ein zweites Ex. von Chaulelasmus angustirostris
im Calcutta ßazar ib. 523.
A. Hume, Clangula glaucion from the Indus ib. 464.
J. Vian, CauseHes ornithologiques : Puffinus, — Fuligula
miloninan, F. miloninette (F. affinis Eyton) Bull. Soc. Zool. France
III 54.
G. D. Rowley, On the Breeding Places of two Members of
the British Anatidae (Anas fuligula and A. ferina) Ornith. Mise.
XIV t. 100.
P. L. Sclater, Further Remarks on Fuligula Nationi Proc.
Z. S. 477 t. 32.
J. C. H. F i s c h e r , En Gammel han of Konge Eiderfuglen
Naturh. Tidsskrift stiftet af H. Kroyer adgiven af J. C. Schi^dte
tredie Raekke EUenta Bind, tredie Hefte Kjobenhovn 1878.
Elliott Coues, Peculiar feathers of the young Rudely Duck
(Erismatura) with a fig. Americ. Naturalist XII 123.
A. Hume, Mergus castor bei Ajmere geschossen Stray Feath.
VII 149.
Neue Arten: Anas WyvilUana Sclater (boschas Auct. aliq.)
Proc. Z. S. 350 Sandwich Ins. Challenger Exp. ; Beschreibg. des W.
R. Ridgway Proc. Un. St. Nat. Mus. I 251. — A. Aberti Ridgway
ib. 250 Mexico Col. Abert.
Abbildungen: Anser cinereus Dresser B. Eur. LXXI — LXII.
— A. brachyrhynchus ib. — A. albifrons ib. LXIII — LXIV. — Ta-
dorna cornuta ib. LXVII — LXVIIl. — Brutplätze von Anus fuligula
G. D. Rowley Orn. Mise. XIV t. 100. — Fuligula Nationi Sclater
Proc. Z. S. t. 32; Holzschnitte der Trachea dieser Art ib. S. 478 f.
1, 2. — F. marila Dresser B. Eur. LXIII— LXIV. — F. ferina ib.
LXV— LXVL — Clangula islandica ib. — Cl. albeola ib. LXIII—
LXIV. — Somateria spectabilis m. J. C. H. Fischer Naturh. Tidsskr,
a a 0. t. 13. — Oederaia nigra Dresser B. Eur. LXIII— LXIV. —
Erismatura leucocephala ib.
Podicipidae. Dresser, Text von Podiceps nigrieollis B. Eur.
LXXI— LXXII.
Abbildung: Podiceps griseigena Dresser B. Eur. LXXI —
LXXH.
Alcidae. Dresser, Text von Alca troile und Fratercula arctica
B. Eur. LXIII— LXIV.
L. Bureau, Recherches sur une mue du bec chez certains
oiseaux de la famille des Alcidae (auch über Sagmatorhina, welches
Genus nicht bestehen kann). Bull. Soc. Zool. France III 335 et 340
466 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sehr wichtig. Verf. schlägt vor, eine Familie der Mormoniden ab-
zutrennen.
Abbildung: Alca torda Dresser B. Eur. LXIII— LXIV.
Spheniscidae. P. L. Sclater and 0. Salvin, On the Stegano-
podes and Impennes Rep. Coli. Birds Voy. Challenger N. XI Proc.
Z. S. 650.
Dr. Th. Studer, lieber die Bildung der Federn bei dem Gold-
haarpinguin und Megapodius Act. Soc. Helv. des Sc. Nat. Aout 1877
60 u. 240.
Dr. Th. Studer, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der
Feder. Zeitschr. f. wiss. Zool. XXX 1878 421 t. 25, 26 (Spheniscidae).
Prof. Giebel, üeber Pinguine, Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss.
3 F. III 216.
D. Holländer, Zusatz dazu ib. 222.
Prof. Hutton, lieber Eudyptes Schlegeli Finsch Otago Insti-
tut Transact. N. Zeal. Instit. X 560.
Abbildung: Kropfsteine (gizzard stones) von Aptenodytes
Pennanti G. D. Rowley Orn. Mise. XIV t. 113 f. 2.
Uriidae. Dresser, Text von üria grylle und U. Mandti B.
Eur. LXHI— LXIV.
Procellariidae. 0. Salvin, The Procellarüdae Bep. Coli. Birds
Voy. Challenger N. XH Proc. Z. S. 735.
J. Viau , Causeries ornithologiques (Puffin manks. Puffin yel-
"kouan, Puffin obscur et Puffin baroli, Fiiligule milouinan, Fuligule
milouinette Bullet. Soc. Zool. France III 54.
W. L. Bull er, Notice of the Occurrence of the Shy Albatros
(Diomedea cauta) in the North Island Transact. N. Zeal. Instit. X 217.
Abbildungen: Oceanites oceanicus et columbinus Dresser B.
Eur. LXVII— LXVIH. - Fulmarus glacialis ib. LXIX-LXX.
Laridae. H. Saunders, On the Geographica! Distribution of
the Gulls and Terns (Laridae). Journ. Linn. Soc. London Zoology
XIV 890.
H. Saunders, On the Laridae or Gulls Proc. Z. S. 155 mit
Holzschnitten, Monographie.
Dresser, Text von Larns Audouini B. Eur. LXIX — LXX, L.
gelastes LXXI — LXXII, L. ridibundus ib., L. melanocephalus ib.,
Sterna media ib.
H. Saunders, Ueber indische Eier, besonders von Sterna
Bergii und Larus Heraprichii. Proc. Z. S. 976.
J. Newald, Larus Sabini Leach. und Lestris crepidata Brehm
in der Umgebung von Melk in Niederösterreich erbeutet und in der
dortigen Stiftssammlung. Mitth. orn. Ver. Wien 26.
H. W. Feil den, Ueb^^iRhodostethia rosea von H. J. Payer
zwischen Now^;Sß*ilj;auiKid »F-rapz Josef Land erlegt. Ibis 200.
der Vögel während des Jahres 1878. 467
H. Wharton, On the orthography of the Genua Chroicoce-
phalus Eyt. Zoologist II 105.
V. Tschusi, Zum Vorkommen der Silbermöve (Larus argen-
tatus) in Ungarn. Mitth. orn. Ver. Wien 67.
Jacke 1, Larus marinus in Bayern. Zool. Garten 28.
H. G ä t k e , Erlegung eines Ex. von Larus affinis Reinh. in
Helgoland Ibis 489.
G. D. Rowley, Larus tridactylus. Orn. Mise. XIV 233 t. 111.
J. Rohweder, Neue Brutplätze der Sterna anglica. Orn. Cen-
tralblatt 2.
R. B. Sharpe, Note on Anous Transit of Venus Expedition
Birds 9.
H. Saunders, üeber Anous caeruleus (Bennett) and A. cine-
reus Gould Proc. Z. S. 211 vgl. auch R. B. Sharpe ib. 271.
Neue Arten:' Brachygavia hngirostris E. Masters Proc. Linn.
Sog. N. S. W. II 113 König Georgs Sund. — Änoiis superciliosus
Sharpe Trans. Venus Exped. 10 W. Indien. — A. gälopagoensis
Sharpe (stolidus juv. Saund.?) ib. 11 Galopagos Ins. — Ä. plumbei-
gularis Sharpe ib. Rothes Meer.
Abbildungen: Holzschnitte von 3 äusseren Primarien von
Larus Novae Hollandiae Saunders Proc. Z. S. S. 185 f. 1 jr., f. 2
S. 186 ad. f. 3 (old) S. 187, 3 erste Primarien von L. scopulinus f.
4 S. 188, 3 erste Primarien von L. Hartlaubi f. 5 S. 189, 3 äussere
Primarien von L. BuUeri alt f. 6 S. 190, fast erv\^achsen f. 7 S. 191,
3 äussere Primarien v. L. gelastes juv. f. 8 S. 192, 3 äussere Pri-
marien von L. serranus ad, f. 9 S. 196, 3 äussere Primarien von L.
brunneicephalus ad. f. 10 S. 197, 3 äussere Primarien von L. mela-
nocephalus f. 11 S. 199, 3 äussere Primarien von L. ridibandus j.
f. 12 S. 201, 3 äussere Primarien von L. maculipennis alt f. 13 S.
202, 3 äussere Primarien von L. glaucodes alt f. 14 S. 203, 3 äussere
Primarien von L. Saundersi f. 15 S. 205, 3 äussere Primarien von
L. philadelphiae jr. f. 16 S. 207. — Larus gelastes und Audouini
Dresser B. Eur. LXXI— LXXII. — Rissa tridactyla ib. — Larus tri-
dactylus G. D. Rowley Orn. Mise. XIV t. 111. — Sterna anglica
Dresser B. Eur. LXIX— LXX.
Phaetontidae. W. L. Buller, On the Addition of the Red-
tailed Tropic Bird (Phaeton rubricauda) to the Avifauna of New
Zealand Transact. N. Zeal. Instit. X 219.
Plotidae. A. H. Garrod, Note on Points in the Anatomy of
Levaillants Darter (Platus Levaillantii) Proc. Z. S. 679.
Abbildung: Holzschnitt des Magens von Plotus Levaillanti
A. H. Garrod Proc. Z. S. S. 680.
Pelecanidae. P. L. Sclater and Salvin, On the Steganopodes
and Impennes. Rep. Coli. Birds Voy. Challenger N. XI Proc. Z.
S. 650.
468 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte etc.
St. G. M i V a r t. On the Axial Skeleton of the Pelecanidae
Transact. Zool. Soc. Vol. X P. 7 1878 315 t. 55-61.
S. Doing, Nidification of Phalacrocorax carbo Stray Feath.
VII 468.
Oustalet, Notice sur quelques Pelicans nouveaux ou peu con-
nus de l'Amerique meridionale Bull. Soc. Philomat. Paris 1878 208.
Neue Arten: Dysporus Hernandesi Gundlach Journ. f. Orn.
298 Cuba. — Pelecanus Barbieri Oustalet Bull. Soc. Philomat. Paris
1878 208 Peru.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in
der Naturgeschichte der niederen Thiere während
der Jahre 1876—1879.
(Fortsetzung.)
Von
Dr. Rud. Leuckart.
IL Echinodermata.
Häckel wiederholt seine Ansicht von der Stockbil-
dung der Echinodermen, der zufolge diese Thiere bekannt-
lich aus fünf (oder mehr) Individuen zusammengewachsen
seien und von ausgestorbenen Gliederwürmern abstammten,
erklärt dieselbe für die einzig haltbare und findet in den
sog. Cometenformen der Seesterne einen neuen schlagenden
Beweis für ihre Richtigkeit. Diese Cometenformen ent-
stehen durch Knospung an der Bruchstelle von Armen,
die bei gewissen Seesternen, besonders Ophidiaster, wie
es scheint, freiwillig von der Scheibe sich abtrennen und
dann zu neuen Sternen auswachsen. An den jüngsten
Cometenformen ist eine eigentliche Scheibe noch nicht vor-
handen, da die neugebildeten Arme unmittelbar aus der
Wundfläche hervorsprossen. Die Mundöffnung wird zu-
nächst nur durch das offene centrale Ende des Spezial-
darmes gebildet. Erst nachdem die neugebildeten vier
oder fünf Arme eine gewisse Grösse erreicht haben, ge-
staltet sich die centrale Verbindung derselben zu einer
kleinen Mittelscheibe. Der Mund rückt dann in die Mitte,
und an der Wurzel des Hauptarmes entsteht jederseits eine
Arohiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. FF
470 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
kleine Madreporenplatte. Verf. betrachtet diese Vorgänge
als Erscheinungen eines wirklichen Generationswechsels
und findet in der sog. Metamorphose der Echinodermen
eine Wiederholung derselben Keimungsform. Die sog. Larve
ist ihm, wie der spontan abgelöste Arm, eine Amme —
aber der Arm hat doch vermuthlich eine geschlechtliche
Entwicklung (Ref.) — nur dass dieselbe durch innere, nicht,
wie letzterer, durch äussere Knospung den Stern erzeugt.
Verf nennt sie desshalb auch Sternamme (Astrolithene),
den Stern selbst Sternstock (Astrocormus), und glaubt
von diesen Gesichtspuncten aus den Stamm der Echino-
dermen oder Estrellen am natürlichsten in drei Haupt-
classen eintheilen zu können, die besonders durch eine
verschieden weit fortschreitende Centralisation von einander
sich unterschieden, in die Protestrellen (mit den Asterien,
die natürlich, da sie die Stockbildung am deutlichsten
zeigen, die ältesten Echinodermen sind), die Anthestrellen
(mit den Ophiuren und Crinoiden) und in die Thece-
strellen (mit den Blastoiden, Echiniden und Holothurien).
Dass bei dieser Classification natürlich Verwandtes ge-
trennt. Verschiedenes zusammengestellt wird, ist für die
phylogenetische Construction kein Hinderniss. (Die Co-
metenform der Seesterne und der Generationswechsel der
Echinodermen, Ztschrft. für wissensch. Zoologie Bd. XXX.
Supplem. S. 424-445. Tab. XX.)
Herb. Carpenter handelt (Quarterly Journ. micro-
scop. sc. Vol. XIII. p. 351-383, Vol. XIX. p. 1—31) in
zwei Aufsätzen „on the oral and apical Systems of the
Echinodermata" und erörtert dabei die Frage nach dem
morphologischen Aufbau und den Homologieen dieser Thiere.
Im Anschluss zumeist an die von Müller und Agassiz
vertretenen Ansichten unterscheidet Verf. bei denselben
drei von einander verschiedene Skeletsysteme, ein apicales,
orales und intermediäres. Das erstere besteht in der
Regel aus einer Centralplatte, welche von zwei Reihen
kreisförmig gestellter Skeletstücke umgeben ist, einer proxi-
malen, deren fünf Stücke (Basalia) eine interradiale, und einer
distalen, deren fünf Stücke eine radiale Anordnung be-
sitzen. In den einzelnen Gruppen sind diese Stücke frei-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 471
lieh von sehr versehiedener Bildung. Am einfaehsten und
regelmässigsten erscheinen dieselben bei den Crinoiden,
die der Verf. desshalb auch seinen Betrachtungen zu Grunde
legt. Aber auch hier finden sich schon mancherlei Modi-
ficationen, wie das Verf. durch eine specielle Analyse des
sog. Calyx bei paläozoischen und recenten Formen nach-
weist. Die sog. Parabasalia sind, wo sie vorkommen,
tiberall die echten Basalia. . Die Centralplatte glaubt Verf.
in dem Endstück des Stieles wiederzuerkennen, nicht in
dem Centrodorsalstücke, das er mit AI Im an für das obere
Stielglied hält. In gleicher Weise ist auch bei den See-
sternen das System der Radialia, wie schon J. Müller nach-
wies, zu den Endgliedern der Arme geworden, obwohl
dasselbe bei den Seeigeln (in den sog. Genitalplatten)
seine gewöhnliche Anordnung beibehält. Die Basalia re-
präsentiren bei den Seeigeln die sog. Ocularplatten, bei
den Seesternen die Genitalplatten (Costalia). In den
Gruppen der Holothurien ist das gesammte Apicalsystem
untergegangen, obwohl das Oralsystem gelegentlich (Pso-
lus) wohl entwickelt ist. Was nun dieses letztere anbe-
trifft, so zeigt sich dasselbe in seiner typischen Bildung
nur bei den Palaeocrinoiden, hier aber in einer Form,
welche sich eng an die Verhältnisse des Apex anschliesst,
indem es aus einem von fünf interradialen Platten um-
gebenen Centralstücke besteht. Die Anwesenheit eines
Centralstückes hängt damit zusammen, dass die betreffen-
den Thiere der sonst bei den Echinodermen vorkommenden
Mundöffnung entbehrten oder richtiger vielmehr eine sub-
tegminale Mundöffnung besassen, indem der Tentakelvor-
raum, in den der Mund sich öffnet, geschlossen bleibt,
wie das nach Götte auch bei der pentacrinoiden Ante-
donlarve anfangs der Fall ist. Bei den übrigen Crinoiden
beschränkt sich das betreffende System auf die fünf Oralia,
welche den Mund umgeben, und auch diese gehen bei den
recenten Arten im Laufe der Entwicklung gewöhnlich durch
Resorption verloren. Die Deutung, welche Verf. — gegen Bi 1-
lings und Loven — der Bildung der Palaeocrinoiden giebt,
stammt übrigens ursprünglich von Schnitze und Wa c h s m u t h
(dessen wichtige Arbeit über die Organisation der paläo-
472 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zoischen Crinoiden wir später noch besonders anziehen wer-
den). Carpenter stimmt demselben auch insofern bei, als er
die von den Saumplättchen (superambulacralia) tiberdachten
Ambulacralrinne von den Armen in den Tentacularraum
eintreten und den eigentlichen Mund umfassen lässt.
Unter den übrigen Echinodermen ist das Auftreten be-
sonderer Oralia nur selten. So findet man dieselben bei
einigen Holothurien und bei Leskia, während sie den
übrigen Echinoiden, wie den Seesternen abgehen. Cha-
rakteristisch für die Oralia ist der Umstand, dass sie um
den linken embryonalen Peritonealsack entstehen, während
die Stücke des Calyx zu dem rechten die gleichen Be-
ziehungen haben. Zeigen die Echinodermen nun schon in
Betreff ihres apicalen und oralen Systemes grosse Ver-
schiedenheiten, so gilt dieses in noch höherm Grade für
die intermediäre Skeletzone, deren jedesmalige Bildung
für die definitive Gestaltung maassgebend ist. Zu dieser
letzteren gehört zunächst die Corona der Seeigel und das
derselben entsprechende Hautskelet der Holothurien, wel-
ches sich, wie die erstere, einfach zwischen das Peristom
und den Apex einschiebt, dessen Theile sämmtlich unter
sich vereint sind. Bei den Crinoideen ist der Zusammen-
hang zwischen den Apicalstücken der gleiche, aber die
Aequatorialzone breitet sich in horizontaler Richtung aus,
und bekommt als Stütze einen Skeletapparat, der durch
Vermehrung und Wiederholung der Radialia seinen Ur-
sprung nimmt. Auch bei den Seesternen findet sich eine
solche Ausbreitung der Ventralfläche, aber die Rückwand
derselben entspricht nicht dem Armskelete der Crinoiden,
sondern ist eine Neubildung, welche sich zwischen die von
einander getrennten Basalia und Radialia einschiebt. Die
Arme der Seesterne und Crinoiden lassen sich unter sol-
chen Umständen auch nicht ohne Weiteres mit den Ambu-
lacren der Seeigel homologisiren. Die beiden erstem
unterscheiden sich auch in dem Mechanismus ihres Wachs-
thumes, indem die neuen Glieder bei den Seesternen vor
das Endglied (die Radialia) sich einschieben, bei den
Crinoiden aber an der äussersten Spitze entstehen. Dem
Verf. erscheint dieser Umstand so bedeutungsvoll, dass er
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. n. Jahre 1876—1879. 473
ihn als einen schwer wiegenden Einwurf gegen die (auch
aus andern Gründen zu verwerfende) Häckel'sche Hypo-
these von der Stockbildung der Echinodermen betrachtet.
Die von Götte und Agassi z über die Homologieen
der Echinodermen gelegentlich ausgesprochenen Ansichten
werden weiter unten (s. den Bericht über Crinoideen und
Asteriden) Berücksichtigung finden.
Greeff setzt seine Untersuchungen „über den Bau
und die Entwicklung der Echinodermen" fort und vermehrt
die frühern Mittheilungen in den Sitzungsber. der Gesellsch.
zur Beförder. der Naturwiss. in Marburg um eine vierte
(1876 S. 16—37), fünfte (1876 S. 83-95) und sechste (1879
S. 47—54). Die neuen Beobachtungen, welche später noch
besonders angezogen werden sollen, beziehen sich vornehm-
lich auf die Asteriden und Crinoiden.
An diese Beobachtungen von Greeff schliessen sich
Teuscher's „Beiträge zur Anatomie der Echinodermen"
an (Jenaische Ztschft. für Naturwiss. 1876. Bd. X, Suppl.
S. 243—281. Taf. YI u. VII, S. 493—562. Taf. XVIII—
XXII), die gleichmässig über alle Gruppen unserer Abthei-
lung sich verbreiten. Die allgemeinen Resultate seiner
Untersuchungen hat der Verf. selbst in eine Anzahl von
Sätzen zusammengefasst, die wir nachstehend mit dem
Vorbehalte reproduciren, auf die Einzelnheiten der Dar-
stellung geeigneten Orts weiter zurückzukommen. Bei allen
Echinodermen finden sich zwei Blutgefässsysteme,
welche miteinander in Verbindung stehen oder nicht: das
eine gehört den Eingeweiden, das andere dem Nerven-
system. Das Eingeweideblutsystem besitzt ein eignes ring-
förmiges Centrum (um den After), bei den Asteriden sicher,
bei den Echiniden höchst wahrscheinlich. Das Nervenge-
fässsystem besitzt überall einen centralen Gefässring, wel-
cher mit dem Nervenring den Schlund umgiebt. Bei Co-
matula ist derselbe noch nicht nachgewiesen; für Echinus
existirt ein Nervengefässring wahrscheinlich nicht neben
dem Nerven-, sondern etwas höher, neben dem Wasserge-
fässring. Communication der beiden Circulationssysteme
ist nachgewiesen bei Asteriden, Ophiuren, Echiniden; sie
fehlt bei den Holothurien. Der Radialnerv ist im Nerven-
474 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
gefäss mit seiner äusseren breiten Fläche angeheftet bei
Crinoiden, Echiniden und Holothurien (weiche Ambulacral-
rinnen), oder mit den Seitenrändern, so dass er beiderseits
von Blut umspült wird, bei Ophiuren, Echinen und Spatangen
(verkalkte Ambulacra). Der Abgang eines Zweiges des
Nervengefässes zu den Füsschen und an diesen entlang ist
erwiesen bei Asteriden, Echinen, Holothurien; findet sich
aber wohl überall. Communication desselben durch zwi-
schen den Füsschen hindurchtretende Zweige mit einem
seitlichen Gefässnetz findet sich bei den Ophiuren und
Asteriden. Eine besondere Complication im Bau des
Nervengefässes findet sich bei den Asteriden durch das
Vorhandensein von durch Querscheidewände getheilten
seitlichen Kammern neben dem eigentlichen Nervengefäss.
Das bei den Asteriden und Echiniden vorkommende Herz,
welches immer in der Verbindungslinie des Eingeweidege-
fässcentrums (Canalring) und des Nervengefässcentrums
liegt, stellt bei dem erwachsenen Thiere weder eine Drüse
noch ein Pumpwerk vor, das geeignet wäre, den Blutlauf
zu befördern, sondern bildet vielleicht nur ein Ueberbleib-
sel einer früheren Entwicklungsperiode. Bei den Ophiuren
steht das Nervengefäss in direkter Verbindung mit der
Leibeshöhle; bei Echinothrix ausserdem mit der Aussen-
welt durch die Canales interradiales. Das sogen. Wunder-
netz der Holothurien ist ohne erwiesenen organischen Zu-
sammenhang mit den Kiemen. Bei Echinus findet sich
eine Verdoppelung eines Theiles des Rückengefässes. Das
Nervengefäss der Echinodermen ist dem Bauchgefäss der
Würmer homolog. Alle Echinodermen besitzen ein Wass er-
gefässsystem, bestehend aus einem Schlundring und Ra-
dialgefässen. Sein Inhalt steht in mittelbarer Verbindung
mit der Aussenwelt bei Comatula, in unmittelbarer bei
Asteriden, Echinen und den mit Steincanal versehenen
Ophiuren; er communicirt mit der Leibeshöhle bei den
Holothurien. Das Wassergefässsystem communicirt mit den
Blutgefässen bei Crinoiden, Ophiuren, Asteriden und Echi-
niden, nicht bei Holothurien. Die Verbindung findet statt
zwischen Wassergefässring und Eingeweidegefässen bei
Comatula; zwischen Wasser- und Nervengefässring durch
iti d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187(J — 1879. 475
den Steincanal bei den Ophiuren; ebenso bei den Asteri-
den unter Vermittelung der Madreporenplatte ; bei Echinus
unsicher, ist sie bei Spatangus doppelt: zwischen Stein-
canal und Darmgefäss, und zwischen Wassergefässring
und Darmgefäss. Das Nervensystem besteht überall aus
einem Nervenring und aus Radialnerven von demselben
histologischen Bau. Die wesentlichen Elemente des Ner-
vensystems sind Längsfasern und peripherisch liegende
Zellen. Die Querfasern, welche sich nur da finden, wo
der Nervenstrang nach Aussen nicht durch Kalkgewebe
geschützt wird, sind bindegewebiger Natur, stammen aus
der dem Nerven innerlich anliegenden Bindegewebschicht
und dienen dazu, die Resistenz des Nervenstranges zu
vermehren. Die Nervenzellen hängen nicht mit den Quer-
fasern zusammen, vielleicht aber mit den Längsfasern. Bei
Echinen scheint der Nerv seitlich doppelt, weil seine
Substanz in der Mittellinie verdünnt ist. Die Breite des
Ambulacralnerven ist in der Nähe des Nervenrings am
grössten und nimmt gegen die Spitze allmählich ab. Die
Körperbedeckungen bei Asteriden, Echinen und Holo-
thurien bestehen ausser der Cuticula aus einer Cutis,
welche in zwei auch durch ihren Bau verschiedene Schich-
ten zerfällt, eine untere und eine obere. Bei den Ophiuren
erlaubte das Material keine nähere Untersuchung. Die
obere Schicht allein überzieht die Ambulacralrinne der
Asteriden. Bei Comatula ist in der allgemeinen Körper-
bedeckung eine Differenzirung in die beiden Cutisschichten
nicht wahrzunehmen, auch die Cuticula ist undeutlich.
Dagegen findet sich in der Ambulacralrinne die obere
Cutisschicht und die Cuticula ebenso ausgebildet, wie bei
den Asteriden. Die innerste Schicht des Darms ist ebenso
die direkte Fortsetzung der unteren Cutisschicht. Bei
Echinus sowohl, als bei Spatangus findet sich ein Darm-
divertikel mit doppelter Einmündung in den Darm.
Ebenso erhielten wir von Ludwig in der Zeitschrift
für wissensch. Zool. (Bd. XXVIII bis XXXII an versch.
Stellen) eine Reihe von wichtigen Abhandlungen über den
Bau der Echinodermen, die später vielfach von uns werden
angezogen werden. Um dieselben allgemeiner zugänglich
476 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ZU machen, hat der Verf. sie auch in einem besonderen
Werke (Morphologische Studien über Echinodermen. Leipzig
1877—79. Bd. I. 300 Seiten mit vielen Tafeln) der Oeflfent-
lichkeit übergeben. Ein zweiter Band ist in Vorbereitung
begriffen. Die darin niedergelegten Untersuchungen haben
schon jetzt unsere Kenntnisse über die Echinodermen viel-
fach geklärt und vervollständigt, und uns dem Ziele, das
Verf sich gesteckt hat, und das dahin geht, den Bau dieser
Thiere in ein morphologisches Gesammtbild zusammenzu-
fassen, nahe gebracht.
Derselbe macht (Zoolog. Anzeiger. Jahrg. IL S. 541)
darauf aufmerksam, dass die Darmwindungsrichtung bei
allen Echinodermen die gleiche ist, indem sie überall bei
Betrachtung von der Mundseite aus von links nach rechts
geht. Bei den Ophiuren fehlt freilich die Windung, und
ebenso bildet die rückläufige zweite Windung bei den
Echinoideen eine Eigenthümlichkeit dieser Gruppe. Aus
den übereinstimmenden Beziehungen des Steinkanales und
der Darmwindung ergeben sich neue Gesichtspunkte für
die Zurückführung der Körperregionen des ausgebildeten
Echinoderms auf die Körperregionen des Echinopaediums.
Auch wird dadurch bewiesen, dass die Radien des Triviums
und Biviums bei Holothurien und Spatangen nicht die
gleichen sind.
Die Untersuchungen, welche Krukenberg über die
Enzymbildung in den Geweben und Gefässen der Ever-
tebraten angestellt hat (Untersuch, des physiol. Instit. der
Univers. Heidelberg. Bd. IL S. 338 ff.), führten in Betreff
der Echinodermen zu dem Resultate, dass bei ihnen die
Enzymbildung keineswegs immer im Darme lokalisirt ist.
So liefert z. B. die linke Hälfte der Wasserlungen mit
ihrem Gefässgeflechte bei Holothuria tubulosa ein pepti-
sches Enzym, während das Darmgewebe als enzymfrei
befunden wurde. Für die Echiniden Hess sich dagegen
die Existenz einer peptischen Darmsecretion mit Sicher-
heit nachweisen. Bei Cucumaria Planci werden die Ver-
dauungsflüssigkeiten in den vordem Darmanhängen gebildet.
Ebenso bei den Ästenden in den Leberschläuchen, die somit
in functio neiler Hinsicht den Lebern der Arthropoden und
in d. Naturgesch. d. nied. Thicre währ. d. Jahre 1876—1879. 477
Mollusken gleichstehen. Auch die Tiedemann'schen Kör-
perchen von Astropecten aurantiacus sind enzymbildende
Organe.
Fredericq stellt die enzymbildende Function der
Leberanhänge von Asteracanthion durch seine Untersu-
chungen gleichfalls ausser Zweifel. Vergl. „la digestion
des matieres albuminoides", Arch. Zoolog, exper. T. VII.
pag. 399.
Wyv. Thomson stellt in seiner „notice of some
pecularities in the mode of propaga+ion of certain Echino-
derms of the southern sea" (Journ. Linnaean .society T. VIII.
p. 55 — 79 mit Holzschnitten) die auch in dem Reisewerke
des Challenger „the Atlantic" (London 1877, 2 starke
Bände mit zahlreichen Holzschnitten und werthvollen Mit-
theilungen über Echinodermen), auf welche wir noch öfter
zurückkommen werden veröffentlichten Beobachtungen über
Brutpflege bei den antarctischen Echinodermen zusammen.
Wir werden diese auch von andern Forschern (Verrill,
Agassiz, Studer) zum Theil an denselben Formen ge-
machten Beobachtungen später noch weiter anziehen und
bemerken hier nur so viel, dass, von den Crinoideen ab-
gesehen, sämmtliche Echinodermengruppen dazu ihr Con-
tingent gestellt haben.
Unter dem Titel „die Echinodermen des Mittelmeeres"
veröffentlicht Ludwig in den Mittheilungen der Zool. Stat.
in Neapel (Bd. I. S. 523—580) eine Aufzählung der bisher
daselbst aufgefundenen Arten, die durch eine sehr voll-
ständige Zusammenstellung der einschlägigen Litteratur
eingeleitet wird und als Prodromus einer spätem mono-
graphischen Bearbeitung dieser Thiere dienen soll. Ausser
27 nur unsicher als Glieder der mediterraneischen Fauna
zugerechneten Arten werden im Ganzen 93 Species aufge-
führt: 2 Crinoiden, 19 Asteriden, 25 Ophiuriden, 18 Echi-
niden, 29 Holothurien. Interessant ist die Thatsache, dass
der früher auf die indische Fauna beschränkte Heterocen-
trotus mamillatus seit der Eröffnung des Suezcanales in
das Mittelmeer eingewandert ist. Den einzelnen Arten sind
überall die litterarischen Nachweise angefügt.
Gasco's Descrizione di alcuni Echinodermi nuovi o
478 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
per la prima volta trovati nel Mediterraneo (Rencond. reale
Accad. sc. Napoli 1876. Auno XV. Fase. 2. p. 9-11) sind
Verf. nicht zu Gesicht gekommen.
Den „wirbellosen Thieren der Travemünder Bucht"
von Lenz (Anhang I zum Jahresber. 1874/75 der Commiss.
z. wissensch. Untersuch, d. deutschen Meere) entnehmen
wir die Notiz, dass von den 6 Echinodermen der Ostsee
nur zwei (Asteracaiithion rubens und Ophioglypha albida)
die genannte Bucht bewohnen. Die Kieler Bucht weist
deren noch 5 auf.
Der dritte Band der Fauna littoralis Norvegiae (Ber-
gen 1877) enthält auf p. 49 — 75 eine dem Nachlass des
unvergesslichen M. Sars entstammende Abhandlung über
neue Echinodermen (mit Taf. VII— XI), in der ausser
zweien schon früher vom Verf. erwähnten Holothurien auch
noch zwei interessante Seesterne eingehend beschrieben
werden.
Storm zählt in seinem Bidrag til kundskab om
Throndhjem fiordens Fauna (kgl. norske vidensk. selsk.
Skrifter 1878. p. 18—22) die daselbst vorkommenden
Echinodermen auf.
Danielssen und Koren beginnen mit den Echino-
dermen die Bearbeitung der bei Gelegenheit der norwegen-
schen Nordmeer-Expedition von Ersterm gesammelten nie-
dern Thiere (fra den norskse Nordhavs expedition, Nyt
Magazin for Naturvidensk. Bd. XXII. Heft 3. p. 45—84
mit 5 Tafeln, Bd. XXIV. Heft 3. p. 229—268 mit 4 Ta-
feln, beide aus dem Jahre 1877, Bd. XXV. Heft 2. p. 23-
140 mit 6 Tafeln. 1879). Die erste der bis jetzt veröffent-
lichten Abhandlungen bringt die Beschreibung eines neuen
gestielten Crinoiden und Bemerkungen über Seesterne,
während die beiden anderen den Holothurien gewidmet
sind und uns mit dem äussern, wie Innern Baue einer An-
zahl neuer Formen, besonders aus der Gruppe der fuss-
und lungenlosen, bekannt machen. Wir werden später auf
die Darstellungen der Verff. zurückkommen.
Zu den bei Gelegenheit der k. k. österreichisch-un-
garischen Nordpol- Expedition gesammelten und von v. Ma-
ren z eil er untersuchten niedern Thieren gehören u. a.
in d. NaturgcBch. d. nied. Thierc währ. d. Jahre 1876— 1879. 479
auch 2 Crinoiden (Antedon-Arten, von denen namentlich
die eine, A. celticus Barret, näher beschrieben wird), 7
Ophiuriden, 5 Asteriden (mit Corethraster hispidus Wyv.
Th., dessen Merkmale hier zum ersten Male vollständig
geschildert werden) 1 Echinide und 2 Holothurien, von
denen eine, Haplodactyla arctica, neu ist. Coelenteraten,
Echinodermen und Würmer der k. k. öst.-ung. Nordp.-
Exped. (Denkschrift der k. Akad. d. W. Bd. XXXV.) Wien
1877. S. 24-32.
Ebenso veröffentlichen Dune an und S laden (Ann.
nat. bist. Vol. XX. p. 448—470) einen „report on the Echi-
nodermata coUected during the arctic expedition 1875 — 76",
in welchem sie neben einer Holothurie und einem Echini-
den 8 Asteriden, ebenso viele Ophiuriden und 2 Crinoiden
aufzählen. Formen, welche übrigens bis auf einen Astera-
canthion sämmtlich schon bekannt sind.
In dem von Stuxberg aufgestellten Verzeichniss der
während der Nordenskjöldschen Expedition auf Novaja
Semlja gesammelten Echinodermen werden 8 Holothurien,
1 Echinus, 13 Asteriden, 9 Ophiuriden und 1 Crinoide
aufgeführt. Darunter sind zwei neue Asteriden. Am
Schlüsse wird die Echinodermenfauna von Grönland, Spitz-
bergen und Novaja Semlja übersichtlich zusammengestellt.
Sie zeigt in allen drei Fällen eine grosse Verwandtschaft.
(Öfvers. kgl. vetenskaps-acad. forhandl. 1878. No. 3. p.
27-40.)
Norman macht (Proceed. roy. Soc. Vol. XXV. p. 202ff.)
einige Mittheilungen über die bei der Fahrt des Valorous
nach der Davis-Strasse zur Beobachtung gekommenen
Echinodermen.
Unter den Wirbellosen des Vineyard-Sund zählt Ver-
rill 7 Holothurien, 4 Echinoiden, 5 Asteriden, 5 Ophiuren,
1 Crinoiden auf. Darunter eine neue Synaptide. Rep. upon
the invertebr. animals of Vineyard sound, Washington
1874. p. 421-428.
Elliot Coues und Yarrow geben (Proceed. Phil.
Acad. 1878. p. 305 — 307) ein Verzeichniss der von ihnen
in der Nachbarschaft von Fort Macon beobachteten Echi-
nodermen (6 Holothurien, 4 Echinoiden, 3 Asteroiden, 3
Ophiuriden).
480 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Die „recent additions to the marine fauna of the
eastern coast of North- Amerika by Verrill" (Amer. Journ.
sc. and arts. Vol. XVI u. XVII, div. 11.) enthalten gleichfalls
mancherlei Angaben über Echinodermen, auch Beschrei-
bungen neuer Arten.
In seinem Preliminary check- list on the marine inver-
tebrate of the atlantic coast from cap Cod to the gulf of
St. Lawrence (1879. p. 13—15 mit Nachtrag p. 32) zählt
derselbe 22 Holothurien, 3 Echinoiden, 30 Asteriden, 21
Ophiuren, 2 Crinoiden, im Ganzen also 73 Echinoder-
men auf.
Rathbun veröffentlicht (Transact. Connecticut Akad.
1879. Vol. V. p. 139—158) „a list of the Brasilian echino-
derms, with notes on their distribution etc.", in der im
Ganzen 64 Arten (4 Holothurien, 11 Echiniden, 13 Aste-
riden, 32 Ophiuriden und 4 Crinoiden) aufgeführt werden.
Entschieden neu darunter ist nur eine Art Leptasterias;
drei andere, 2 Holothurien und 1 Antedon, konnten mit
Sicherheit nicht auf bekannte Arten zurückgeführt werden.
lieber die Echinodermen-Fauna der Kerguelen er-
hielten wir von dreierlei Seiten nähere Mittheilungen.
Zunächst durch Verrill, der die von Kidder gesammelten
Arten einer Untersuchung unterwarf und darunter einige
neue Species erkannte, Bullet, unit. stat. nat. mus. 1876.
T. III. p. 68.
Sodann durch Stud er, der nicht nur in seinem Be-
richte über die Echinodermenausbeute, welche die Gazelle
in den südlichen Meeren gemacht hat (6 Holuthurien, 6
Echiniden, 9 Asteriden, 11 Ophiuriden), die Formen der
Kerguelen berücksichtigt (Berliner Monatshefte 1876. S.
452—465), sondern dieselben später auch (Fauna der Ker-
guelen, Arch. für Naturgesch. 1879. Th. I. S. 122) sämmt-
lich, so weit sie bekannt sind, zusammenstellt. Die Mehr-
zahl derselben lebt ausschliesslich auf den Kerguelen,
andere erinnern an magelhaenische und patagonische Ar-
ten oder sind gar damit, wie Sigmodonta purpurea und
Ophiacantha vivipara, identisch. Auffallend ist die Zahl
der in den antarctischen Meeren vorkommenden viviparen
Arten, so gross, dass es Verf. niemals gelang, in den Ge-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 481
wässern um Kerguelen frei lebende Echinodermenlarven
aufzufinden. (Berl. Monatshefte 1876. S. 452-465.) Die
gleiche Thatsache ist, wie wir schon oben bemerkten,
bereits von Wyv. Thomson beobachtet und auch in dem
„Atlantic" (T. IL p. 218) veröffentlicht worden.
Smith zählt in der Zoology of Kerguelen Island
(Transact. Philos. Soc. Vol. 168. p. 270-281. PI. XVI und
XVII) 14 Echinodermen auf: 1 Holothurie, 2 Echinoiden,
8 Asteriden, 3 Ophiuren, eine Zahl, welche von Studer
später (Arch. für Naturgesch. a. a. 0.) noch um 2 Holo-
thurien, 2 Asteriden und 1 Ophiure vermehrt wird. Die
neuen Arten, meist Asteriden, werden später dem Namen
nach angezogen werden. Die Beschreibung der Smith'schen
Species ist übrigens (ohne Abbildungen) schon vorher in den
Annais and Mag. nat. history 1876. T. XVII. p. 105-113
veröffentlicht worden.
Auf der Insel Rodriguez wurden von den Mitgliedern
der englischen Venus-Expedition nach demselben (ibid.
p. 564-568. T. II) 1 Crinoide, 4 Ophiuren, 2 Asteriden,
5 Echinoiden gesammelt, von denen die erstere Species
und 2 Ophiocomaarten neu sind.
Hutton veröffentlicht in den Transact. and Proc.
New-Zealand Instit. (1878. Vol. XI) Notes on some New-
Zealand Echinoderms with descriptions of new species.
Nicht gesehen.
Dune an und Sladen handeln über Echinoiden,
Asteroiden und Ophiuriden aus Korea (Journ. Linnaean Soc.
Vol. XIV. p. 424-482. PL VIII— XI). Sladen beschreibt
darin die Seeigel (10 Arten) und Seesterne (6 Arten),
Duncan die Ophiuren (16), die zum grossen Theile neu
sind. Wir werden später darauf zurückkommen.
1. Scytodermata.
Was Teuscher in seinen „Beiträgen zur Anatomie
der Echinodermen" (Jenaische Zeitschr. für die Naturwissen-
schaften Bd. X. Supplem. S. 542-560. Taf. XVII) über
die Holothurien, besonders die H. tubulosa mittheilt, betrifft
ausser der Haut vornehmlich die Bildung des Gefäss- und
482 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Nervenapparates. Das Ambulacrum, von dem er bei seiner
Darstellung ausgeht, enthält zuinnerst, wie bekannt, ein
Wassergefäss, das bei Cuvieria aber nur in dem Trivium
entvrickelt ist und bei Synapta vollständig fehlt, obgleich
es bei der gleichfalls fusslosen Caudina deutlich, wenn-
gleich enger als gewöhnlich, vorhanden ist. Nach aussen
folgt, durch eine bindegewebige Scheidewand davon ge-
trennt, ein zweites meist engeres Gefäss, das Nervengefäss,
das den Längsnerv begleitet und vom Verf. dem Bauch-
gefässe der Würmer verglichen wird. Dasselbe steigt
mit dem Wassergefässe nach dem Munde zu empor bis
dahin, wo dasselbe sich sammt den Längsmuskeln, die
flügeiförmig an letzteres sich ansetzen, an den Kalkring
anlegt, um dicht an dessen Innenfläche hinab zum Wasser-
gefässring zu laufen. Hier trennt sich das Nervengefäss
und der Nerv von ihm, um in die äussere Lage der
Schlundhaut einzutreten, innerhalb deren sich der Nerven-
ring und der ihn begleitende Nervengefässring befinden.
Der Nervengefässring liegt nach innen vom Nervenringe,
der Höhle des Schlundes zugewandt. Der Längsnerv, der
die Form eines ziemlich dicken Bandes hat, wird seiner
ganzen Breite nach von einer Bindegewebsschicht durch-
setzt, die ihn in eine äussere und innere Platte abtheilt,
von denen die erstere aber die bei weitem dickere ist.
Seine Hauptmasse besteht aus Längsfasern, die wie bei
andern Echinodermen rechtwinklig von einem senkrechten
Fasersystem gekreuzt werden, auf der Aussenfläche aber
zu jeder Seite der Mittellinie noch eine grössere Zellen-
gruppe tragen, welche Verf. ohne Bedenken für Nervenzellen
in Anspruch nimmt. Die abweichenden Angaben, welche
Sem per über den histologischen Bau dieser Nerven macht,
erklären sich dadurch, dass derselbe das Nervengefäss
tibersehen hat und die Scheidewand zwischen diesem und
dem Ambulacralgefässe den Nerven zurechnete. Das von
Greeff nach Aussen vom Nervenbande beschriebene Ge-
fäss hält Verf. für das Product einer zufälligen Zerreissung.
In der Magenwand findet Verf. eben so, wie in der äussern
Haut, einzellige Drüsen. In Betreff" der Darmblutgefässe
scbliesst sieh Verf. an Semper an. Ringförmige Anasto-
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 483
mosen zwischen Rücken- und Baiicbgefäss fehlen, indem
beide nach den Enden zu allmählich einschrumpfen. Neben
den beiden ersten Drittheilen des Darmes verdoppelt sich
das Rtickengefäss und zertheilt sich von da aus in das
Wundernetz, aus welchem das Blut sich zu einem dritten
Rückengefäss wieder ansammelt. Ein Zusammenhang des
Wundernetzes mit der linken Kieme fehlt bei Hol. tubu-
losa entschieden. Ebenso sind die Spitzen der Kiemen-
läppchen ohne die von Sem per hier beschriebenen trich-
terförmigen Oeffnungen, durch welche das Seewasser
direct in die Leibeshöhle eintreten sollte.
Auf Grund der Beobachtung, dass die Cuvier'schen
Organe bei gewissen Holothurien gelegentlich in Form
milchweisser Fäden von klebriger und elastischer Be-
schaifenheit aus dem After hervortreten, deutet Greeff
(Sitzungsber. der Gesellsch. f. Naturw. zu Marburg 1876.
S. 29 — 34) diese Organe in Uebereinstimmung mit Sem-
per als Waffen, die zum Zwecke der Vertheidigung nach
Aussen hervorgeschleudert würden. Während Sem per nun
aber diese Gebilde als solide Stränge beschreibt, findet
Greeff darin ein deutliches Lumen, das dieselben in
ganzer Länge durchzieht. Histologisch unterscheidet Verf.
darin eine äussere Körnerschicht, die sich nach Innen in
zahllose eng an einander liegende Blinddärmchen fortsetzt
und die oben erwähnte grosse Klebrigkeit zu bedingen
scheint, und eine innere breite und dicke Faserschicht,
von der vermuthlich die Elasticität der Gebilde abhängt.
Wyville Thomson beobachtet (Voy. of the Challen-
ger T. IL p. 213 ff.) bei Cladodactyla crocea Lss. in der
Beschaffenheit der dorsalen Ambulacralfüsse , die das
Bivium bilden, bei männlichen und weiblichen Individuen
gewisse Unterschiede, und constatirt die Thatsache, dass
die letztern an diesen Füsschen ihre Jungen mit umher-
tragen (Fig. 38). Bei einer neuen Psolusform (Ps. ephip-
pifer) fand Verf. gleichfalls (ibid. p. 220. Fig. 39, 40) eine
Brutpflege, die freilich insofern abwich, als die Eier und
Jungen hier unter den Schildern der Rückenseite getragen
wurden, welche, statt in ganzer Ausdehnung der Haut aufzu-
liegen, damit nur durch eine centrale Säule in Verbindung
stehen.
484 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Selen ka veröffentlicht die schon in unserm letzten
Berichte (1875. S. 319) nach einer vorläufigen Mittheilung
angezogenen Untersuchungen „zur Entwicklung der Holo-
thurien" (Ztschft. für wissensch. Zoologie Bd. XXVII. S.
155 — 188) und illustrirt dieselben durch eine ganze Anzahl
vortrefflicher Abbildungen (Tab. IX— XIII). Er betont
dabei die Thatsache, dass die Peritonealblasen, sowie das
Wassergelasssystem, bloss abgeschnürte Ausstülpungen des
Urdarmes seien und sucht auf Grund dieses Umstandes den
Bau der Echinodermen mit dem der Coelenteraten zu ho-
mologisiren. Dass die Verwandlung der Echinodermen
als Metamorphose, nicht als Generationswechsel aufzufas-
sen sei, dürfte heute wohl ziemlich allgemein zur Aner-
kennung gekommen sein. Die Beobachtung, dass eine
mangelhafte Ventilation während der Eifurchung zu ab-
normen Bildungen (vorzeitiger Einstülpung, warzen- oder
wulstartiger Ausstülpung, theilweiser oder gänzlicher Auf-
lösung des Embryo in Wimperzellen) Veranlassung giebt,
glaubt Verf. durch die Annahme erklären zu können, dass
die Ansammlung von Kohlensäure eine Contraction der
Embryonalzellen hervorzurufen im Stande sei.
Schmelz berichtet über einen „Holothurienzwilling"
(Verhandl. des Vereins für naturw. Unterhaltg., Hamburg
Bd. IV. p. XV), der aus zwei mit ihrem Hintertheile seit-
lich verwachsenen Exemplaren von Cucuraaria acicula
bestand.
Die sonderbaren Rhopalodina lageniformis, die Sem-
per bekanntlich als Repräsentanten einer eigenen durch
die Lage von Mund und After im Centrum desselben Poles
charakterisirten Echinodermen-Classe der Diplostomiden
anzusehen sich veranlasst sah, erwies sich den Untersu-
chungen Ludwig 's zu Folge (Echinodermenstudien Th. I.
S. 141 oder Ztschft. für wissensch. Zool. Bd. XXIX. S.
197—206. Tab. XIII) als eine füsschentragende Lungen-
holothurie, bei der durch die enorme Verkürzung des
mittlem dorsalen Interradius der After in die unmittelbare
Nähe des Mundpoles emporgerückt ist. Die zehn Radialge-
fässe, welche Semper am hintern Körperende endigen
Hess, reducireu sich in Wirklichkeit auf fünf, indem je
in d. Naturgesch. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 485
zwei derselben hinten in einander übergehen und somit als
die Schenkel eines einzigen schlingenförmig verlaufenden
Canales sich ergeben. Das hintere Körperende hat demnach
nicht die Bedeutung eines Poles, wie sonst bei den radiären
Thieren, sondern stellt die Mitte einer stark convexen
Bauchfläche dar.
Unter dem Namen Elp idia glacialis beschreibt T h e e 1 in
den kgl. Sv. Vet.-Akad. Hdl. (Bd. XIV. No. 8. 1877. 30 Seiten
in Quarto mit 5 Tafeln, Memoire sur TElpidia, nouv. genre
d'Holothuries — eine vorläufige Mittheilung veröffentlichte
Verf. bereits 1876 in dem Bihang k. sv. Vet.-Akad. Handl.
Bd. IV. No. 4 — ) eine interessante kleine Holothurienform
von 22 mm, die der Tiefe des Sibirischen Nordmeeres
entstammt und während der Nordenskjöld'schen Expedition
in mehreren Exemplaren zur Beobachtung kam. Auf
den ersten Blick konnte es zweifelhaft sein, ob das Thier
eine Nachtschnecke oder eine bilaterale Holothurienform
darstelle, da der abgeplattete Körper auf der mit zahl-
reichen verästelten Kalknadeln durchsetzten Aussenfläche
eine wechselnde, im Ganzen aber nur massige Anzahl horn-
förmiger Fortsätze trägt, die durch Aussehen und sym-
metrische Anordnung an Kiemenanhänge erinnern. Am
Seitenrande springen ausserdem vier Paare starrer Zapfen
vor, die in ziemlich gleichmässigen Abständen hinter ein-
ander stehen und förmliche Fussstummel darstellen. Im
Umkreise des Mundes stehen zehn Tentakelwtilste, je mit
zwei retractilen Anhängen, wie solche auch in einfacher
Zahl dem Ende der Fussstummel aufsitzen. Der innere
Bau zeigt gleichfalls mancherlei Eigenthümlichkeiten. So
findet sich nicht bloss an den vier paarigen Nervenstämmen
in geringer Entfernung hinter dem Schlundringe, auch
nicht bloss je an der Basis der Fussstummel neben dem
Nervenpaare des Triviums ein Gehörbläschen mit 5 — 20
geschichteten Otolithen — an dem hintern Fusse, bisweilen
auch an dem einen oder andern der vorhergehenden ist
die Zahl der Otolithenkapseln sogar eine doppelte — , son-
dern weiter nur ein einziges Paar von Wassergefässen,
das gleichfalls den obern Radien des Triviums entspricht
und ebensowohl in die retractilen Ambulacralanhänge der
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. GGr
486 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Fussstummel hinein durch einen Seitenzweig sieh fort-
setzt, wie auch an deren Basis zu einem conischen An-
hangsbläschen sich ausweitet. Die den einzelnen Füsschen
entsprechenden Territorien der Wassergefässe sind je durch
eine diagonale Scheidewand (Klappe Ref.?) gegen einander
abgesetzt. Am Wassergefässringe, dessen Zusammenhang
mit den Längsgefässen übrigens nicht nachgewiesen werden
konnte, hängt ausser einer grossen Polischen Blase noch
ein Steinkanal, der gegen die Medianlinie des Rückens
sich erhebt und dicht vor der Geschlechtsöffnung an die
Leibeswand sich anlegt, aber keine Madreporenplatte be-
sitzt. Der Blutgefässapparat ist auf den Darm und die
Geschlechtsorgane beschränkt. Der Darm macht eine
starke Schlinge, wie gewöhnlich bei den Holothurien, und
wird im Kopfende von einem Kalkringe umgeben, der nur
aus den fünf radialen Stücken besteht, deren jedes von
einer einzigen regelmässig in Strahlen verästelten ansehn-
lichen Kalknadel gebildet ist. Wasserlungen fehlen. Die
Geschlechtsorgane bestehen aus einem ramificirten Schlau-
che, zeigen aber bei männlichen und weiblichen Thieren
ein etwas verschiedenes Verhalten. Den fusslosen herma-
phroditischen Synaptiden lässt sich das neue Genus nicht
verbinden ; es repräsentirt offenbar unter den lungenlosen
Holothurien eine eigne kleine Gruppe und wird von unserm
Verf. zunächst — spätere Beobachtungen über verwandte
Formen der Challenger- Expedition haben hier manche
Aenderungen nöthig gemacht — folgendermaassen cha-
rakterisirt:
Elpidia n. gen. Corps parfaitement bilateral. Bouche sur
la face ventrale et anus ä l'extremite posterieure du corps avec
tendance du meme cöte. Tentacules cylindriques avec deux appen-
dices digitiformes aux sommets. Toujours quatre pieds de chaque
cote du Corps et opposes deux ä deux, d'une longeur ä peu pres
egale ä la moitie de la largeur du corps. Sur le dos appendices en
forme de pieds, au nombre de sept ä treize, variable de dimension
et de Position. Canaux ambulacraires le long du corps reduits ä
deux, s'ecartant par leur structure du type ordinaire. Pas de
poumons. Sexes separes.
Durch ihren bilateralen Bau, ihre Körperform und ihre
innere Organisation schliessen sich an Elpidia zwei andere
d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 487
Tiefseeholothurien von unbedeutender Grösse, welche von
Danielssen und Koren unter dem Namen Ispa ahyssicola
(Nyt. Magaz. 1. c. Bd. XXIV. p. 258) und Kolga hyalina
(ibid. Bd. XXV. p. 83 ff.) ausführlich beschrieben wurden.
Wir lassen zunächst die Diagnosen der beiden Genera
folgen :
Is'pa n. gen. Körper nahezu cylindrisch, bilateral. Mund-
öffnung nahezu central. After am hintern Leibesende. Zehn kurze
dicke bandförmig geschlitzte Tentakel. Jederseits 1 Paar langer,
steifer (nicht retractiler) Füsse, die in regelmässigen Abständen ein-
ander gegenüberstehen. Ebenso ist auch das hintere Leibesende
mit sechs Füsschen besetzt. Der Rücken trägt zwei Reihen (4 Paar)
Papillen, zwischen denen noch zwei vereinzelte angetroffen werden.
In der Haut stäbchenförmige Kalkkörperchen.
Kolga n. gen. Körper bilateral. Die mit 10 Tentakeln ver-
sehene Mundöffnung ist dem Bauche, die Analöffnung dagegen dem
Rücken zugewendet. Am Vordertheile des Rückens eine mit Papil-
len besetzte kragenartige Erhebung, vor der zwei Oeffnungen, ein
Geschlechtsporus und ein Wasserporus, gelegen sind. Acht Fuss-
paare, die den Körperrand bis an das hintere Ende umfassen. Lun-
gen fehlen. Geschlechter getrennt.
Darmkanal, Kalkring, Wassergefässsystem und übrige
Organe zeigen Verhältnisse, wie wir sie bei Elpidia finden,
nur fehlt bei Ispa die Ausmündung des Steinkanales auf
der Aussenhaut. Gehörorgane werden nur bei Kolga er-
wähnt. Die beiden Rückennerven tragen deren je ein Paar
während die zwei Seitennerven nicht bloss an der Wurzel
der sechs vorderen Füsse ein solches Gebilde besitzen,
sondern auch noch in den Zwischenräumen, hier sogar je
zwei, im Ganzen also 16. Die Gehörorgane der Rücken-
nerven sind durch beträchtliche Grösse ausgezeichnet. Die
Zahl der (wie bei Elpidia geschichteten) Otolithen wird
auf etwa 26 angegeben.
Durch Theel's „preliminary j-eports on the Holo-
thuridae of the exploring voyage of the Challenger" (Bi-
hang til k. Sv. Vedensk. Akad. Handl. Bd. V. N. 19,
Stockholm 1879, 20 Seiten mit 2 Taf.) erfahren wir, dass
die Holothurienausbeute des Challenger aus etwa 200 ver-
schiedenen Formen besteht, von denen mehr als die Hälfte
neu ist. Eine grosse Menge der meist aus beträchtlicher
488 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Tiefe heraufgebrachten Arten, mehr als 30 — 40 Species, zum
Theil von gigantischen Dimensionen, gehören in die Ver-
wandtschaft von Elpidia Theel und Ispa Dan. et Kor. Sie
unterscheiden sich von den übrigen Holothurien, den Pe-
data und Apoda, in einem solchen Grade, dass Verf. sich
gegenwärtig veranlasst sieht, sie unter dem Namen Elas-
mopoda als eine eigne Ordnung den eben erwähnten
hinzuzufügen. Einstweilen beschreibt Verf deren 17, sämmt-
lich (ausser Elpidia glacialis) neu und zum grossen Theile
Repräsentanten neuer Arten: Deima (n. gen.) validum^
Still. Oc. zwischen Japan u. den Sandwichs-Ins., D. fasto-
sum, Atl. Oc, Oneirophanta (n. gen.) mutahiliSj Antarct.
Meer, Orphnurgus (n. gen.) asper, Atl. Oc, Gryodora
(n. gen.) spongiosa, Austral., Laetmogone (n. gen.), Wy-
ville-Thomsoni, Antarct. Meer, L. violacea^ Austral., Ilyo-
äaemon (n. gen.) maculatus ebendah., Ächlyonice (n.
gen.) ecalcarata, Japan. Meer, Elpidia glacialis Theel, Ant-
arct. Meer, E. mollis, ebendah., E. glöbosa, Südl. Ocean,
E. verrucosa, Sandw.-Ins., Elp, nana, West-Iud. Meer,
E. Miirrayi, Südsee, E. papulosa, Atlant. Oc, E. elongata.
Stiller Oc. Die neue Ordnung wird folgendermassen cha-
rakterisirt :
Elasmopoda Theel. Body distinctly bilateral. Ambulacra well
defined. The lateral ambulacra of the trivium bearing* large, slightly
retractile pedicels, disposed either in a single row, or sometimes in
two rows, along each side of the ventral surface, and sometimes
with another series of larger highly elongated not retractile pro-
cesses placed externally and above the pedicels; pedicels of the two
lateral ambulacra symmetrically arranged, being more or less di-
stinctly opposed across the ventral surface. The odd ambulacrum
naked or very seldom^with a few rudimental pedicels. Bivium pro-
vided with very long not retractile processes, often disposed in one
or more rows along each of its ambulacra and more or less di-
stinctly opposed across the dorsal surface, or with only a few rudi-
mental ones in its anterior part, or with a Single very large one,
resembling a broad, branched or uDbranched lobe, and near to it
some small papillae. No respiratory trees. Integument naked, spi-
culous, or plated.
Die Genus-Charactere lauten:
Deima (n. gen.). Back highly convex; ventral surface flat.
Mouth unterior, ventral; anus posterior, ventral. Tentacles sraall,
in d. Naturgesch. d. nied. Thierc währ. d. Jahre 1876—1879. 489
perfectly retractile, about twenty(?). The lateral ambiilacra of the
trivium with large pedicels, slightly retractile at their ends alone,
disposed in a single row all along eaoh side of the ventral surface,
and with another series of highly elongated. conical, rigid, not re-
tractile processes, placed externally and above the pedicels all along
each side of the body and directed straight outwards. The odd
ambulacrum naked. Bivium with processes, resembling those of the
trivium, disposed in a single row all along each of its ambulacra.
Processes formiug transverse rows, more or less distinct. Integu-
ment with crowded, irregularly rounded, perforated plates.
Oneirophanta n. gen. Back highly convex ; ventral surface
flat. Mouth anterior, subventral; anus posterior, ventral. Tentacles
twenty, large and retractile at their ends alone. Tbe lateral ambu-
lacra of the trivium with large pedicels, slightly retractile at their
ends alone, disposed in a double row all along each side of the
ventral surface, and with another series of highly elongated, conical,
more or less flexible, not retractile processes, placed externally aud
above the pedicels all along each side of the body. The odd ambu-
lacrum with a few more or less rudimental pedicels. Bivium with
processes, resembling those of the trivium, disposed in a single row
all along each of its ambulacra. Processes not forming transverse
row^s or very indistinct ones. Integument with crowded, irregularly
rounded, perforated plates, often provided with minute processes.
Orphnurgus n. gen. Back convex; ventral surface almost
flat. Mouth anterior, terminal, subventral; anus posterior, terminal,
slightly dorsal. Tentacles twenty. The lateral ambulacra of the
trivium with very large, not retractile pedicels, disposed in a single
row all along each side of the ventral surface, and with another
series of slender, very flexible, for the raost part apparently re-
tractile processes, placed above the pedicels all along each side of
the body. The odd ambulacrum naked. Bivium with a crowded
series of numerous processes, resembling those of the trivium, appa-
rently disposed in two rows all along each of its ambulacra. Inte-
gument with spicula of various forms, but destitute of wheels.
Cryodora n. gen. Back highly convex; ventral surface al-
most flat. Mouth anterior, subventral; anus posterior, terminal,
subdorsal. Tentacles fifteen. The lateral ambulacra of the trivium
with large, slightly retractile pedicels, disposed in a single row all
along each side of the ventral surface. The odd ambulacrum naked.
Bivium with slender, flexible, not retractile processes, disposed in a
Single row all along each of its ambulacra. Integument spongy
without calcareous deposits.
Laetmogone n. gen. Back highly convex; ventral surface
slightly so. Mouth anterior, terminal, subventral; anus posterior,
490 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
terminal, slightly dorsal. Tentacles fifteen. The lateral ambulacra
of the trivium with large, not retractile, only a little contractile
pedicels, disposed in a Single row all along each side of the ven-
tral surface. The odd ambulacrum naked. Bivium with highly elon-
gated, flexible, cylindrical, not retractile processes, disposed in a
Single row all along each of its ambulacra. Integument with nume-
rous wheel-shaped plates and other calcareous deposits.
Ilyodaemon n. gen. Back highly convex; ventral surface
nearly flat. Mouth anterior, almost ventral; anus posterior, ter-
minal, subdorsal. Tentacles fifteen. The lateral ambulacra of the
trivium with large, not retractile pedicels, apparently disposed in a
double row all along each side of the ventral surface. The odd
ambulacrum naked. Bivium with a crowded series of very nume-
rous, completely retractile, slender, rather long processes, disposed
in three or four irregulär close-set rows all along each of its
ambulacra. Integument with numerous, wheel-shaped plates and
dichotomously branched bodies.
Achlyonice n. gen. Back highly convex; ventral surface flat
or almost concave. Mouth anterior, ventral; anus posterior, dorsal.
Tentacles twelve. The lateral ambulacra of the trivium with more
or less retractile pedicels, disposed in a single row all along each
side of the ventral surface. The odd ambulacrum naked. Bivium
with a few very soft and flexible processes in its anterior part alone.
Integument thick, spongy, destitute of calcareous deposits.
Elpidia Theel (Char. emend.). Body ovate, more or less
elongated, sometimes cylindrical. Mouth anterior terminal or sub-
ventral, anus posterior, terminal, subventral or subdorsal. Tentacles
ten. The lateral ambulacra of the trivium with large, slightly re-
tractile pedicels, disposed in a single row along each side of the
ventral surface. The odd ambulacrum naked. Bivium with one or
a few pairs of often very elongated, not retractile processes on each
of its ambulacra, or with only a few more or less rudimental ones
in its anterior part. Integument with spicula of various shapes.
M. Sars liefert in dem dritten Hefte der Fauna litto-
ralis Norvegiae (p. 58—65 PI. VII) eine eingehende Dar-
stellung von den Organisationsverhältnissen der von ihm
schon früher erwähnten Holothuria natans, die jetzt als eine Art
des Gen. Stichopus erkannt wird. Rücken und Bauch sind
durch Form und Bildung der Ambulacralanhänge scharf gegen
einander abgesetzt; das mediane Ambulacrum verkümmert.
V. Marenzeller giebt in seinen „Beiträgen zurHolo-
thurienfauna des Mittelmeeres" (Verhandl. der zoolog.-bot.
Gesellsch. in Wien 1877 S. 117-122, Tab. V) eine Be-
in d. Naturgesch. d. nied. Thieru währ. d. Jahre 1876—1879. 491
Schreibung von Cucumaria Marionii n., Thyone raphanus
Dub. et Kor., und Holothuria affinis Hell., für die er jetzt,
nachdem er sich von der specifischen Natur der Art über-
zeugt hat, den Namen H. Helleri in Anwendung bringt.
Taschenberg veröffentlicht in der Ztschft. für die
ges. Naturwiss. 1879 S. 319 eine Notiz über eine Holo-
thuria aus Neapel, welche mit der rätbselhaften Haplo-
dactyla mediterranea Gr. identificirt wird. Ludwig, der
das fragliche Thier näher untersuchte, erkannte darin ein
verstümmeltes Exemplar von Thyone aurantiaca (Mitth.
der zool. Stat. in Neapel Bd. IL S. 71).
Pentactella laevigata n. sp., Kerguelen, Verrill, Bull,
un. st. nat. Mus. IIL p. 68.
S tu der beschreibt als neu von den Kerguelen (a. a. 0.
S. 452—454): Cuvieria porifera (ohne eigentliche Rücken-
schuppen), Trachy thyone (n. gen.) muricata und Molpa-
dia violacea (nach Dan ielssen und Koren = Trochostoma
borealis Sars). Auf Synapta purpurea Less. gründet Verf.
der Bildung der Kalkkörperchen wegen ein besonderes
neues Genus Sigmödonta.
Char. gen. n. Trachy thyone Btnä, Corpus fusiforme, undique
papillis conicis, singulos pedicellos gerentibus, aequaliter sparsis te-
ctum. Tentacula decem arborescentia, quorum duo minora. Anus
dentibus quinque calcareis munitus. Tabulae calcareae cribrosae in
Stratum continuum subcutaneum, in papillas extensum coalitae.
Char. gen. nov. Sigmödonta Stud. Tentacula duodecim di-
gitiformia; cutis moUis, laevis, corpuscula calcarea rara sigmoidea.
M. Sars giebt in dem dritten Hefte der Fauna litto-
ralis Norvegiae (p. 49—57) eine eingehende Darstellung
seines Oligotrochus vitreus und entwirft auf Grund der-
selben nachstehende Genusdiagnose:
Oligotrochus M. Sars. Gen. ex Holothuridarum apneu-
moneum et apodura ordine. Corpus crassiusculum seu haud multo
elougatum, teres, subcylindricum aut subfusiforme, cute tenui, gla-
berrima, praeter corpuscula perpauca minutissima calcarea, rotiformia,
multiradiata, singula (non acervatim accumalata), sparsa, non pe-
tiolata, sed cuti immersa, laminis calcareis destitutum. Discus oralis
paulo inclinatus. Tentacula 12, in partem eorum basalem quasi in
vaginam retractilia, non autem in corpus abscondenda, brevissima,
elongato-conica, utrimque digitata. Musculi corporis longitudinales
5 gracillimi, duo dorsales (bivium) magis approximati, quam ceteri
492 Leuokart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
fere aequidistantes ftrivium). Intestinum ansam duplicem componens.
Os anticum, subventrale; anus posticus, circularis, haud lobatus.
Vesica Poliana unica; tubercula madreporiformia 1 — 3. Tubi genitales
ramosi, breves, crassi, fasciculos duos componentes. Annulus calcareus
pharyngeus bene evolutus, humilis, e laminis, ut videtur, 10 compo-
situs intime connatis, fere aeque latia, ventralibus altis, dorsalibus
humilioribus, margine anteriore cuspidibus 12 triangularibus ornato.
Den Untersuchungen zufolge, welche Danielssen
und Koren in der schon oben angezogenen Abhandlung
(1. c. Bd. XXV. p. 107—115) über das Gen. Myriotrochus an-
gestellt haben, kann es nicht länger zweifelhaft sein, dass
TheeTs Myr. Rinckii nicht mit der gleichnamigen Art
Steenstrup's identisch ist, sondern mit der Chirodota
brevis Huxl. zusammenfällt und fortan als M. brevis zu
bezeichnen ist. Die Angabe, dass bei ersterer Art die
Kalkrädchen gestielt seien, bedarf übrigens insofern einer
gewissen Beschränkung, als dieselben für gewöhnlich (am
Rücken, wo sie auch grösser und zahlreicher sind, als am
Bauche) die Haut nur auftreiben. Bei stärkerer Zusammen-
ziehung des Rückens ragen sie gelegentlich allerdings eine
Strecke weit daraus hervor. Der Darmkanal enthält nicht
selten parasitische Planarien von röthlicher Farbe. Die der
Innenfläche der Leibeswand, besonders vorn, aufsitzenden
klöpfelartigen Anhänge, die schon The el gesehen und den
pantoffelförmigen Körperchen der Synaptiden verglichen
hatte, werden auch von unsern Verff. mit diesen Organen
zusammengestellt. Nach erneuten Untersuchungen müssen
die Verff. jetzt übrigens auch den Sars 'sehen Oligotrochus
vitreus, von dem Sars erst vor kurzer Zeit (in der
Fauna litt. Norweg. Fase. III. p. 49) eine eingehende Dar-
stellung gegeben hat, dem Myriotrochus brevis zurechnen,
so dass die frühere Bezeichnung damit hinfällig wird. Dafür
aber beschreiben sie eine nahe verwandte neue Form (von
10 cm) unter dem Namen Äcanthotrochus mirahilis, einem
Genus zugehörig, welches sich vorzugsweise durch die
Bildung seiner Kalkkörperchen charakterisirt. An der Ur-
sprungsstelle tragen die Radialnerven jederseits ein Ge-
hörbläschen ohne Otolithen.
Äcanthotrochus n. gen. Der fusslose Körper hat eine
Cylinderform und ist am Hinterende abgerundet. Wasserlungen
in d. Naturgesch, d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 493
fehlen. Die Haut enthält zweierlei Kalkrädchen, die einen mit flügei-
förmigen Radien und Zähnen, welche von dem Innenrande der Peri-
pherie ausgehen, die andern ähnlich, aber mehr als doppelt so gross
und mit langen Zähnen, die von dem Aussenrande sich erheben.
Zwölf fingerförmige Tentakel, die sich nach Innen zurückziehen
können. Geschlechter getrennt.
Nach den Ausführungen TheeFs (note sur quelques
Holothuries des mers de la nouvelle Zemble, aus den Nova
Acta reg. Soc. sc. Upsal. Ser. III, 1877, 16 Seiten in Quart
mit 2 Tafeln), muss übrigens das Gen. Myriotrochus mit
seinen Verwandten neben den Eipididen und Synaptiden
als Repräsentant einer besondern Familie der Myriotro-
chiden betrachtet werden. Die Auszeichnungen dieser
Gruppe findet Verf. theils in der charakteristischen Rad-
form der Kalkkörperchen, theils auch in der cylindrischen
Körperform und der Abwesenheit von Füsschen und Ambu-
lacralkanälen. Die Geschlechter sind getrennt und der
Darm ist schlingenförmig gewunden. An der Verbindungs-
stelle der fünf Nervenstämme mit dem Schlundringe tragen
erstere je ein Paar Gehörbläschen, in denen Verf. aber
weder bei Myriotrochus, noch bei Trochoderma Otolithen
nachzuweisen vermochte. Die Kalkrädchen waren auch
bei Myriotrochus einfach in die Körperhaut eingelagert,
und keineswegs, wie es nach Lütken der Fall sein soll,
durch einen Stiel damit in Zusammenhang, ein Umstand,
der um so auffallender ist, als Verf. genau die gleiche Art
(M. Rinkii Steenstr.) unter Händen hatte. Das neue Gen.
Trochoderma {T. elegans n., eine kleine nur 10 mm
lange Form) unterscheidet sich vornehmlich durch die
Zehnzahl der Tentakel ~ Myriotrochus hat deren 12 —
und durch die abweichende Form und Gruppirung der
Kalkrädchen. Die Diagnose lautet folgendermassen:
Trochoderma Theel. Corps cylindrique, sans pieds. Sexes
separes. Point d'organes de respiration. Peau dnre et fragile, ä
cause de formations calcaires sous la forme de roues, qui, pressees
les unes contre les autres, composent plusieurs couches, tout en
etant libres, c'est-ä-dire, non entourees de papilles. Tentacules au
nombre de dix.
V. Marenzeller findet unter denVorräthen der k. k.
öster.-ung. Nordmeer-Expedition eine mit Molpadia borealis
494 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Sars verwandte fusslose Holothurie, die er als eine Haplo-
dactyla in Anspruch nimmt und unter dem Namen H. arctica
n. beschreibt. A. a. 0. S. 29—32.
Auch Danielssen und Koren beobachteten eine ähn-
liche Form, sehen sich aber ausser Stande darin eine
Haplodactyla zu erkennen und betrachten sie als Reprä-
sentanten eines neuen Genus Trochostoma, für das sie
(1. c. Bd. XXIV. p. 229—257) folgende Diagnose auf-
stellen.
Trochostoma Dan. et Kor. Körper von länglicher Cylinder-
form, vorn abgestutzt, hinten in einen kurzen dünnern Fortsatz
ausgezogen. Haut rauh, mit verschieden geformten Kalkkörperchen.
Mundscheibe mit 15 wulstförmigen hohlen Erhebungen, durch eben
so viele längliche Gruben getrennt, die je einen papillarförmigen
Tentakel enthalten. Analöffnung mit fünf Zäpfchen. Fusslos, aber
mit zwei verzweigten Wasserlungen.
Die Art, welche zur Aufstellung dieses neuen Genus
veranlasste, wird von unseren Verff. nach ihrem äussern
und Innern Bau eingehend beschrieben. Wir heben aus
den darüber mitgetheilten Angaben hervor, dass die Kalk-
körperchen von zweierlei Art sind, indem die einen ein-
fache Körnchen darstellen, die andern aber verästelte Drei-
strahler sind, die sich nicht selten in Form einer Spitze
oder eines Stühlchens erheben. Eine eigentliche Cloake
fehlt, so dass die Wasserlungen als directe Anhänge des
Darmes erscheinen, mit dem sie bei Jüngern Exemplaren,
in denen sie auch weniger verästelt sind, den gleichen
Inhalt besitzen. Ausser der Polischen Blase zeigt der Ring-
kanal des ambulacralen Apparates auch einen Steinsack,
der mit seinem Ende der Körperhaut anhängt, vorher aber
eine knopfartig vorspringende förmliche Madreporenplatte
trägt. Die Längskanäle entsenden in ihrem Verlaufe zahl-
reiche, in den Körperhüllen blind endigende Zweige. Die
Geschlechter sind getrennt.
Bei einer spätem Gelegenheit (ibid. Bd. XXV. p. 124
—127) überzeugen sich die Verf., dass auch die Molpadia
borealis Sars — der zugleich die antarctische M. violacea
Studer's zugerechnet wird ~, so wie die Haplodactyla
arctica Mar. dem neuen Genus zugehören. Ueber beide geben
die Verif. gleichzeitig einige neue Aufschlüsse. Auch Mol-
in d. Naturgesch. d. nied, Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 495
pädia oolithica Pourt. muss als besondere Art dem Gen.
Trochostoma verbunden werden.
Ihm nahe verwandt ist das von denselben Verff.
(1. c. Bd. XXV. p. 128—140) neu aufgestellte Gen. An-
hyroderma^ das mit seinen zwei Arten — A. Jeffreysii
und A. affine — andererseits zu Synapta hinführt und
diese seine vermittelnde Stellung besonders durch die
eigenthtimliche Bildung der Kalkkörperchen zur Schau
trägt. Was unsere Thiere weiter charakterisirt, ergiebt
sich aus der nachfolgenden Diagnose.
AnJcyroderma Dan. et Kor. Der cylindrische Körper ist vorn
abgesetzt und hinten schwanzartig verlängert, wie bei Trochostoma,
mit dem das Genus auch die Bildung der Kopfscheibe und die
Analpapillen theilt. Die Haut ist mit durchbohrten Papillen und
eigenthümlichen Kalkkörperchen versehen, die aus 5 — 6 sternartig
zusammengruppirten spateiförmigen Kalkstäben bestehen, aus deren
Mitte sich ein Kalkanker erhebt. Füsse fehlen. Darmanhänge vor-
handen.
Molpadia turgida n. sp. Nordostküste Amerika's,
Verrill, Amer. Journ. Vol. XVII. p. 473.
2. Actinozoa.
Die interessanten und wichtigen „Beiträge zur Kennt-
niss der Bildung, Befruchtung und Theilung des thierischen
Eies", welche 0. Hertwig in dem morphologischen Jahr-
buche Bd. I. S. 347—435 (Tab. X-XII), Bd. III. S. 1-86
(Tab. I-V) und S. 271—279 veröffentlicht hat, beruhen
zum grossen Theile auf Untersuchungen, die an Toxo-
pneustes lividus angestellt sind. Der ganze erste Abschnitt
der Beiträge ist den Eiern dieses Seeigels gewidmet.
Das Keimbläschen, so erfahren wir durch diese Untersu-
chungen, geht schon innerhalb der Geschlechtsorgane ge-
raume Zeit vor der Befruchtung als morphologisches Ge-
bilde zu Grunde. Trotz seiner beträchtlichen Grösse rückt
es aus der Tiefe des Dotters allmählich an die Oberfläche,
wo seine Membran sich auflöst und sein Inhalt bis auf
den Keimfleck zerfällt. Der letztere gelangt wieder in den
Dotter hinein und wird hier zum bleibenden Kerne des
befruchtungsfähigen Eies. Richtungskörper, wie sie bei
496 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
den Hirudineen u. a. unter Bildung eines sog. Amphiaster
durch eine Art Knospung entstehen, werden nicht beobachtet.
Der Kern verharrt als ein einfaches homogenes und mem-
branenloses Gebilde bis zur Befruchtung. Die letztere wird
durch ein einziges Spermatozoon vermittelt, welches in das
reife Ei eindringt und sich im Innern des Dotters in ein
ganz kleines dichtes Körperchen verwandelt, in den Sper-
makern, welcher in seiner Umgebung alsbald die Bildung
eines homogenen Protoplasmahofes und einer Strahlenfigur
veranlasst. In 10—15 Minuten wandert derselbe nach dem
central gelegenen Eikern, um schliesslich mit diesem zu
einer gemeinschaftlichen Masse zu verschmelzen. Durch
die Verschmelzung dieser zwei geschlechtlich differenzirten
Kerne, des Ei- und Samenkernes, entsteht nun der Fur-
chungskern, der dann unter gewissen, zuerst von Auer-
bach in den Ascariseiern (J. B. 1874 S. 543) näher stu-
dirten Veränderungen, (Strahlenfigur, Spindel- und Faser-
metamorphose), die Verf. auf amoeboide Bewegungser-
scheinungen zurückzuführen geneigt ist, sich theilt und
damit die Dotterfurchung einleitet. Später, nach der in-
zwischen erschienenen vorläufigen Mittheilung von Fol,
hat Hertwig die Angabe, dass der Eikern aus dem per-
sistirenden Keimflecke hervorgehe, aufgegeben und weitere
Untersuchungen mitgetheilt, welche sich im Wesentlichen an
die Darstellung des Letztern anschliessen (a. a. 0. Bd. IV.
S. 157—213. Tab. VI-XI). Und das nicht bloss in Betreff
dieses einen Punctes, sondern weiter noch insofern, als Verf.
jetzt auch die Bildung von Richtungsbläschen, sowohl bei
Echinus, wie bei Asteracanthion, den er inzwischen gleich-
falls einer nähern Untersuchung unterzog, zur Beobachtung
gebracht hat.
Im Gegensatz zu der Hertwig'schen Angabe von der
Persistenz des Keimfleckens liefert vanBeneden (contri-
butions a Thistoire de la vesicule germinative, Bruxelles
1876, 50 Seiten mit 1 Tafel, aus Bullet. Acad. roy. Belgique
T. LXI) den Nachweis, dass dieses Gebilde bei Astera-
canthion rubens nach dem Emporsteigen des Keimbläschens
eben so gut wie letzteres verschwindet, indem die Contou-
ren verblassen, und die Masse in kleine Stückchen aus-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 497
einander fällt. Der Dotter zieht sich darauf zusammen,
stösst ein Paar Richtungsbläschen aus und beginnt sich
zu klüfteu. Zum Unterschiede von dem späteren Fur-
chungskerne bringt van Beneden für den weiblichen und
männlichen Eikern die Bezeichnung Pronucleus in Vorschlag.
War schon durch die voranstehenden Beobachtungen
und besonders die von Hertwig ein bedeutungsvoller
Schritt in der Erkenntniss der Vorgänge der Befruchtung
geschehen, so blieb es doch den Untersuchungen von Fol
und Selenka vorbehalten, die neue Lehre zu einem vor-
läufigen Abschluss zu bringen. (Eine gedrängte Darstel-
lung dieser Entdeckungen s. in v. Ihering's Abhandlung
über Befruchtung und Furchung des thierischen Eies und
Zelltheilung, nach dem gegenwärtigen Stande der Wissen-
schaft dargestellt. Leipzig 1878, 56 Seiten mit Holzschnitten.)
Der Erstere hat seine Beobachtungen zunächst in
einer Reihe vorläufiger Mittheilungen niedergelegt, die in
dem 83. und 84. Baude der Cpt. rend. Acad. sc. veröffent-
licht sind (besonders wichtig darunter ist für uns die Ab-
handlung sur le Premier developpement d'une etoile de
mer, 1. c. T. LXXIV. p. 357), und später in einem umfang-
reichen Werke: „recherches sur le fecondation et le com-
mencement de Tenogenie" (Geneve, 1879, 308 Seiten in
Quarto mit 10 Tafeln, Mem. Soc. phys. de Geneve T. XXVI,
im Auszuge Arch. de Geneve T. LVIII. p. 439 ff. — das
Wort Henogenie will Fol aus etymologischen Gründen
an Stelle der Häckel'schen Bezeichnung Ontogenie ver-
wendet wissen) verarbeitet wurden. Der bei Weitem grös-
sere Theil dieser Beobachtungen bezieht sich auf Asterias
glacialis und Toxopneustes lividus, die, trotz einiger Unter-
schiede, beide im Wesentlichen in Betreff der hier in Frage
kommenden Erscheinungen (der Reifung, Befruchtung und
Klüftung der Eier) unter sich übereinstimmen. Aus den
hier vorliegenden Untersuchungen geht unzweifelhaft her-
vor, dass der Eikern, anstatt den persistirenden Keimfleck
darzustellen, aus dem Ueberreste des Keimbläschens ent-
steht, w^elches keineswegs völlig untergeht, obwohl es seine
frühere Form und Beschaffenheit verliert. Die Bildung der
Richtungsbläschen repräsentirt eine förmliche Dotterthei-
498 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
luDg oder Knospung, indem diese unter Theilnahme des
verblassten Keimbläschens, das dabei spindelförmig aus-
wächst und den bekannten Doppelstern (amphiaster de
rebus) bildet, wie sonst bei der Zelltheilung, aus der
übrigen Dottermasse sich abschnüren, also keineswegs
bloss ein Theilstück des Keimbläschens repräsentiren. Der
Ueberrest zieht sich, wie schon oben angedeutet, auf den
sog. Eikern zusammen, der dann schliesslich mit dem
Spermakerne zusammenfliesst. Die Abstammung des letzte-
ren aus einem in den Dotter eingedrungenen Samenfaden
ist für unsern Verf. nicht zweifelhaft, obwohl derselbe
dessen Umwandlung nicht so vollständig zu verfolgen im
Stande war, wie Selenka das gethan hat. In der Regel
dringt nur ein einziger Faden ein und zwar meist da, wo
früher das Richtungsbläschen ausgestossen wurde, und zur
Aufnahme des Eindringlings pseusodopodienartige Fortsätze
der Dottersubstanz sich erheben. Dem Eintritte einer
grossen Menge von Samenfäden wird nach Fol dadurch
vorgebeugt, dass sich nach dem Eindringen des Kopfes
von der Oberfläche des Dotters eine feine Membram ab-
hebt, die von der betreffenden Stelle aus rasch über den
ganzen Umfang der Dotterkugel sich ausbreitet und die
spätem Eindringlinge abhält. (Nach den letzterwähnten
Untersuchungen Hertwig's soll übrigens diese Membran
schon im unbefruchteten Ei vorhanden sein, aber erst
unter gewissen Umständen in ganzer Ausdehnung vom
Dotter sich abheben.) Wo trotzdem mehrere Spermatozoon
eintreten, wie es unter Umständen der Fall ist, da dürften
dieselben vielleicht zur Entstehung von Missbildungen Ver-
anlassung geben. Im Umkreis der eingedrungenen Samen-
elemente bildet sich ein Strahlenkranz ganz derselben Art,
wie es später bei Einleitung der zur Dottertheilung hin-
führenden Kernmetamorphose im Umkreis des Furchungs-
kernes der Fall ist.
Die Beobachtungen Selenka's werden von uns später,
bei Gelegenheit der Echiniden, angezogen werden.
Perez stellt auf Grund seiner Beobachtungen an Echi-
nus esculentus in Abrede, dass die Samenfäden bei der Be-
fruchtung in die Substanz der Dottermasse eindringen, und
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 499
hält die zapfenartigen Erhebungen, denen Fol die Aufgabe
zuschreibt, das Samenkörperchen aufzunehmen, für eine
zufällige und bedeutungslose Erscheinung. (Sur la fecon-
dation de l'oeuf chez l'Oursin, Cpt. rend. T. 84. p. 619—621.
T. 85. p. 353.)
Auch bei Echinus miliaris sah Giard keinen Samen-
faden in den Dotter eindringen, obwohl er die Erhebung
des Befruchtungszapfens deutlich beobachtete. Er ist
desshalb geneigt, die Befruchtung auf einen Diffusions-
vorgang des männlichen und weiblichen Protoplasma zu-
rückzuführen, der durch die Eihaut hindurch erfolge, und
bezweifelt, dass der Kern des männlichen Pronucleus der
veränderte Kopf eines Samenfadens sei. (Note sur les
primices phenomenes du developpement de TOursin, ibid.
p. 720—722. T. 85. p. 408—810.)
In einer „reponse a quelques objections formulees
contre mes idees sur le penetration du zoosperme" (Archiv,
zoolog. exper. T. VI. p. 180-192) unterwirft Fol die
Einwürfe von Perez und Giard einer Kritik und experi-
mentellen Prüfung, in Folge deren er sich für völlig be-
rechtigt hält, bei seiner frühern Auffassung zu beharren.
EcMnoidea.
Teuscher untersucht den Bau sowohl von Echinus
esculentus, wie von Spatangus meridionalis, und liefert
davon in seinen „Beiträgen" u. s. w. (Echinidae, Jenaische
Ztschft. für Naturwissensch. Bd. X. Suppl. S. 517—541.
Taf. XX und XXI) eine eingehende Darstellung mit be-
sonderer Berücksichtigung wieder des Gefässapparates. Die
von Tiedemann als Darmarterie und Darmvene gedeute-
ten Gefässe bezeichnet Verf. richtiger als Rücken- und
Bauchgefäss. Ausser ihnen aber findet sich längs der un-
tern Darmwindung von Echinus noch ein zweites frei in die
Leibeshöhle hineinhängendes Rückengefäss, welches mit dem
eigentlichen Rückengefässe durch zahlreiche Anastomosen
verbunden ist und eine Anbahnung zu den wunderlichen
Circulationsverhältnissen der Holothurien bildet. Von der
Existenz eines Analringes konnte Verf. sich nicht mit
500 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Sicherheit überzeugen, obwohl er sie nicht bezweifelt;
wohl aber fand er an der Oberfläche der Laterne einen
Gefässring, der zunächst von dem hier stärkern Bauch-
gefässe ausgeht. Das Herz ist nach der Ansicht unsers
Verf.'s für die Functionen des erwachseneu Thieres ohne
Bedeutung und als ein rudimentäres Gebilde zu betrachten.
Das Nervengefäss, welches auch den Echinen nicht fehlt,
umspühlt den Nerven beiderseits, nicht bloss auf der In-
nenseite, wie bei der Mehrzahl der Echinodermen. Dage-
gen aber entbehrt der Nervenring der sonst ihm anliegenden
Gefässbahnen, indem die Nervengefässe direct aus dem
schon erwähnten, weit abliegenden Gefässringe hervortre-
ten. Der Wassergefässring liegt in der Nähe dieses Ge-
fässringes. Er trägt fünf kleine, last verkümmerte Polische
Blasen und entsendet die Ambulacralstämme, die, getrennt
von den dem Oesophagus anliegenden Nervengefässen, an
der Aussenfläche der Laterne emporsteigen, bis sie an die
Innenseite der Nervenstämme sich anlegen. Die letztern
bestehen, wie gewöhnlich, ihrer Hauptmasse nach aus
Längsfasern. Querfasern fehlen, dafür aber liegt auf der
äussern, der Schale zugewandten Fläche eine Schicht voia
deutlichen, wenngleich nur kleinen Zellen. Am Eintritte des
Oesophagus in die erste Darmwiudung findet sich eine
sackartige Erweiterung, die dem Divertikel der Spatan-
giden entspricht und den Anfangstheil eines Nebendarmes
bezeichnet, der hier ganz wie bei den Spatangiden vor-
kommt. Derselbe zieht sich als ein enges Rohr längs
der Ventralseite der ersten Darmwindung hin, zwischen
ihr und dem Bauchgefässe, und lässt sich bis zu dem
letzten Viertel der Windung verfolgen. Auf der Aussen-
fläche der Laterne beschreibt Verf noch eine zarte Mem-
bran, welche die in derselben enthaltenen Hohlräume von
der allgemeinen Leibeshöhle absetzt. Das Herz von Spa-
tangus zeigt keinerlei wesentliche Unterschiede von dem
der Echinen und kann unmöglich unter einem andern Ge-
sichtspuncte aufgefasst werden, wie Hoff mann das will.
Dafür aber differirt Spatangus insofern, als das Blut- und
Wassergefässsystem nicht abgetrennt sind, sondern an
mehreren Stellen unter sich zusammenhängen. So commu-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1870—1879. 501
nicirt nicht bloss der Steinkanal mit dem ventralen Blut-
gefässe der ohern Darmwindung, es findet sich auch ausser-
dem noch eine Verbindung mit dem Wassergetassringe,
die durch einen besondern Zweig des Bauchgefässes ver-
mittelt wird. Dabei hat es übrigens den Anschein, als
wenn das Wassergetasssystem mit seinen feinen Ambula-
lacralröhren für die Oeconomie und namentlich die Orts-
bewegung der Spatangen eine verhältnissmässig nur unter-
geordnete Bedeutung habe. Obwohl die Anwesenheit eines
analen und oralen Blutgefässringes unsern Spatangus dem
Echinus annähert, finden sich doch in der speciellen An-
ordnung der Getässe viele Unterschiede zwischen beiden.
Dahin gehört auch der Umstand, dass der Mundring an
der Oberlippe eine exorbitante Weite besitzt, so dass er
den Wassergefässring und den Nervenring daselbst in Form
einer losen Membran zu überdecken vermag. Die histolo-
gische Bildung der Nerven zeigt die oben für Echinus er-
wähnten Verhältnisse.
Frödericq behandelt in seinen „Contributions äl'ana-
tomie et a la histologie des Echinides" (Cpt. rend. T. 83.
p. 860—862) gleichfalls den Bau des Nervenapparates bei
Echinus, kommt aber dabei in einiger Hinsicht zu einem
abweichenden Resultate. Besonders insofern, als der be-
treffende Apparat, Längsnerven und Mundring, nach ihm
im Innern eines besondern, dicht auf den Ambulacralge-
fässen hinlaufenden Canals gelegen ist und nur durch die
von ihm abgehenden Aeste in seiner Lage erhalten wird.
Eine Unterscheidung in Ganglien und Commissuren ist
nicht durchführbar ; die ganze Masse hat genau die gleiche
Structur, indem die untere resp. innere Schicht überall
fibrillär ist, die äussere oder obere aber aus einer Lage
äusserst kleiner bipolarer Zellen besteht. Die den Nerven-
apparat umhüllenden grossen Pigmentzellen hält Verf. für
Bindegewebselemente. Die Muskeln sind ohne Querstreifen,
zeigen aber eine fibrilläre Beschaffenheit und enthalten
einen oder mehrere Kerne. Das Experiment stellt übrigens
die nervöse Natur des hier beschriebenen Apparates ausser
Zweifel (ibid. 1. c. p. 908—910, experiences physiol. sur
les fonctions du Systeme nerveux des Echinides). Wird der
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. HH
502 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Schlundring in den Interradien durchschnitten, dann ver-
lieren die Thiere die Fähigkeit eines Zusammenwirkens
der Ambulacren, ohne dass dieselben einzeln ihre Beweg-
lichkeit verlieren. Ebenso wenig vermögen die Thiere sich
umzudrehen und mit dem Mundpole nach unten zu legen,
wenn die Ambulacralnerven durchschnitten sind. Andrer-
seits kann man dieselben in den Interradialräumen stark
verletzen, ohne ihre Bewegungsfähigkeit zu alteriren. Da-
gegen hat die Reizung der Ambulacralnerven eine rasche
Zusammenziehung der Füsschen zur Folge. Der Umstand,
dass eine locale Reizung der unteren Körperfläche eine
Bewegung der benachbarten Pedicellarien und Stacheln zur
Folge hat, lässt übrigens vermuthen, dass auch die Körper-
haut von Nerven versorgt sei, obwohl es nicht gelingen
wollte, deren Existenz auf directem Wege nachzuweisen.
Die „Contributions a l'etude des Echinides" desselben
Verf's. (Arch. zool. exper. T. V. p. 429-440. PI. XVIII)
enthalten eine weitere Ausführung der hier dargelegten
Verhältnisse, besonders jener, welche die Anatomie und
Histologie des Nervensystems betreffen.
Die von Noll bei verschiedenen Echiniden auf der
Mundscheibe aufgefundenen und in dem zoologischen An-
zeiger (Jahrg. II. S. 405) als vermutbliche Geruchsorgane
beschriebenen zehn „Pseudopedicellien^' sind den Bemer-
kungen Ludwig's zufolge (ebendaselbst S. 455) nichts
Anderes, als die längst bekannten Mundfüsschen.
Stewart macht u. a. auf fünf eigenthümliche Organe
aufmerksam (Transact. Linnaean Soc. 1879. Vol. I. p. 369),
die bei den Cidariten dicht um den Zahnapparat stehen
und in ihrer äussern Form, vielleicht auch in ihrer Func-
tion den sog. Kiemen der Desmostichen gleichen, aber
dünnere Wände besitzen und Diverticula der Peritoneal-
kammer darstellen, welche den Zahnapparat in sich ein-
schliesst. Neben den dreiarmigen Pedicellarien besitzt
Derocidaris papillata häufig auch einarmige.
Der bei den Echiniden und Spatangiden vorkommende
sog. Nebendarm, der bekanntlich an beiden Enden mit
dem Darmlumen in offner Communication steht, ist, wie
Ludwig nachweist (Nachr. der kgl. Gesellsch. d. W. zu
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 503
Göttingen 1877. No. 24), nicht erst von Hoffmann oder
Te US eher entdeckt, sondern von delle Chiaje, der in
seinen Memorie denselben (von Spatangus) beschreibt und
abbildet.
Giard hebt die Thatsache hervor, dass die Genitalien
der Seeigel vor der Reife, die während des Winters und
im Frühling eintritt, einen Zelleninhalt von sehr eigenthüm-
licher Beschaffenheit besitzen. Die Zellen enthalten um
diese Zeit eine oder zwei ansehnliche Vacuolen, die durch
Kernmetamorphose entstanden sind, und daneben noch
bräunliche Secretkörner, Dotterkörperchen, welche später
von den specifischen Genitalproducten aufgenommen werden.
Ebenso zahlreiche Krystalle von phosphorsaurem Kalk,
die gleichfalls den letztern bei ihrer Entwicklung zu Gute
kommen. Verf. schliesst aus diesen Beobachtungen, dass die
Geschlechtsdrüsen der Seeigel während eines grossen Theils
des Jahres als Excretionsorgane und Dotterstöcke zu fungi-
ren hätten. (Sur une fonction nouvelle des glandes geni-
tales des Oursins, Cpt. rend. T. 85. p. 858—860.)
Selenka veröffentlicht „Beobachtungen über die Be-
fruchtung und Theilung des Eies von Toxopneustes varie-
gatus" (Erlangen 1877, 8 Seiten in Octav), sowie weiter
über die „Keimblätter- und Organenanlage bei Echiniden''
(Sitzungsber. der physik.-med. Soc. in Erlangen 1879, Mai,
9 Selten), zwei vorläufige Mittheilungen, denen Verf. sehr
bald eine eingehende, mit schönen Abbildungen illustrirte
Darstellung (Zoologische Studien I, Befruchtung des Eies
von Toxopneustes variegatus, Leipzig 1878, 18 Seiten in
Quart mit 3 Tafeln; Keimblätter und Organenanlage bei
Echiniden, Ztschft. für wissensch. Zool. Bd. XXX. S. 39
—54. Tab. V-VII) folgen lässt.
Was die erste dieser Mittheilungen betrifft, so stimmen
die Beobachtungen, welche Verf. darin veröffentlicht, in
allen wesentlichen Puncten mit den Angaben FoTs so voll-
ständig überein, dass wir — unter ausdrücklichem Hin-
weis darauf, dass dieselben ohne Kenntniss dieser Unter-
suchungen angestellt wurden — von einer detaillirten
Wiederholung absehen können. Wir begnügen uns damit,
hervorzuheben, dass auch nach unserm Verf. das Keim-
504 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bläschen einen grossen Theil seiner Substanz mit den sog.
Richtungsbläschen ausstösst und in seinen Ueberbleibseln
(obwohl solches nicht mit aller Schärfe verfolgt werden
konnte) zum Eikerne wird, welcher dann mit dem Samen-
kerne, dessen Entstehung aus dem eindringenden Samen-
faden Schritt für Schritt verfolgt werden konnte, zur Bil-
dung des Furchungskernes zusammentritt. Ebenso deutlich
und vollständig beobachtete Verf. die Umwandlung des
Furchungskernes in die Kernspindel und die Bildung der
neuen Furchungskerne. Das Eindringen des Samenfadens
geschieht gewöhnlich an der kugelförmig prominirenden
Ursprungsstelle der Richtungsbläschen. Wo mehrere Samen-
fäden eindringen, da bildet ein jeder derselben seine eigne
Strahlenfigur und seinen Samenkern, Gebilde, die jedoch
nicht sämmtlich mit dem Eikerne verschmelzen, sondern bis
auf einen, wie es scheint durch Resorption zu Grunde gehen.
Die Porenkanäle der glashellen Zona werden nach unserra
Verf. von pseudopodienartigen Ausstrahlungen der auch
sonst mit activen Bewegungskräften ausgestatteten peri-
pherischen Dotterschicht gebildet, die sich schon frühe, zu
einer Zeit, in welcher der Dotter noch weit hinter seiner
spätem Grösse zurücksteht, erheben, schliesslich aber
wieder zurückziehen.
Der zweiten Mittheilung unseres Verf.'s entnehmen wir
zunächst die Thatsache, dass die Eintrittsstelle des Samen-
körperchens in den Dotter zugleich den Ausgangspunct
der Längsachse des spätem Embryo bezeichnet, mit der
die erste Furchungsebene rechtwinklich sich kreuzt. Wo
bereits die ersten Furchungskugeln, wie bei vielen Echino-
dermen, von ungleicher Grösse sind, da bezeichnet die
grössere beständig den hintern Körperpol. Auch bei Toxo-
pneustes, bei dem ein solcher Grössenunterschied fehlt, ver-
muthet Verf. eine derartige Differenzirung. Den centralen
Gallertkern des Blastoderms, der schon frühe bei der Fur-
chung entsteht und von der hellem Rindenschicht des
Dotters abstammen soll, betrachtet Verf. als eine Art
Nahrungsdotter. Das Entoderm markirt sich zunächst am
hinteren Pole (an den Abkömmlingen der hintern resp.
grössern Furchungskugel) als eine scheibenförmige Ver-
in d. Natiiri^^esch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 505
dickling, die dalier rührte, dass die betreffenden Zellen an
Höhe die übrigen überragen. Zusammenfallend mit der
Längsachse des Embryo entsteht in Mitte dieser Scheibe
eine spaltförmige Rinne, die aber bald wieder schwindet,
nachdem jederseits neben derselben durch Theilung einer
geringen Anzahl von Zellen die paarigen Mesodermkeirae
ihren Ursprung genommen haben: zwei Zellencomplexe,
welche sich bald von dem Mutterboden abtrennen und in
amoeboide, den Gallertkern durchschwärmende, mehrfacher
Theilung unterworfene Zellen auflösen. Im Normalzustande
nehmen sämmtliche Mesodermzellen von dieser Anlage ihren
Ursprung; wo eine anderweitige Ablösung von Mesoderm-
zellen stattfindet, wie Greeff es beschrieben hat, da han-
delt es sich immer um pathologische Zustände. Ein Theil
dieser Mesodermzellen erzeugt unter Beibehaltung der
amoeboiden Natur das Kalkskelet, dessen Theile sich zu-
nächst — in streng symmetrischer Anordnung — als cuti-
culare Ausscheidung unter der Form von Kalkkörnchen
im Innern derselben ablagern. Wenn diese späterhin in
einen regelmässigen Dreistrahler auswachsen, dann zieht
sich die skeletogene Zelle auf einen Strahl zurück, um unter
steter Ablagerung von Kalksalzen an der weiterwachsenden
Spitze fortzuschieben, während andere neue Mesodermzellen
an die übrigen Strahlen sich anlegen und dieselben in
gleicher Weise verändern. Ein anderer Theil der Meso-
dermzellen, dieselben, welche J. Müller für Ganglien-
kugeln hielt, bilden die Ringsmusculatur des Munddarmes,
während die übrigen zu spindelförmigen Suspensorien
werden oder bei der Umbildung in das Radiärthier die
Bildungsherde der Körper- und Darmmuskeln abgeben.
Der Urdarm entsteht durch Einsenkung der Entoderm-
scheibe als ein Blindschlauch, der frei in den Gallertkern
vorragt und unter massiger Vermehrung seiner Zellen in
die Länge wächst, bis er an den vordem Pol der Gastrula
stösst und mit einer hier auftretenden Einsenkung des
Entodermes, dem spätem Munddarme, verwächst. Schon
vorher haben sich aus dem blinden Ende des Urdarmes
die beiden Peritonealsäcke ausgestülpt, die beide, statt sich
isolirt, wie bei den Asteriden, abzulösen, vorher zu einem
506 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
gemeinschaftlichen „wurstartigen" Körper verwachsen, später
aber wieder aus einander fallen. Der linke derselben lie-
fert ausser der linken Peritonealhälfte noch die Gefäss-
blase. Die Holothurien bilden im Gegensatze zu den übri-
gen „altern" Echinodermen nur eine einzige unpaare ,,Vaso-
peritonealblase", die schon frühe mit der Aussen weit in
Communication tritt, die Wassergefässblase aber erst später
bildet. Wie sämmtliche Entodermzellen, so tragen auch
alle Zellen des Urdarmes und dessen Derivate je eine lange
bewegliche Geissei. Bis zur Bildung der Wassergefäss-
blase braucht die Larve von Echinus militaris eine Ent-
wicklungszeit von etwa viertehalb Tagen. Angesichts der
Thatsache, dass sämmtliche Larvenorgane als paarige
(Mesodermkeime, Sceletstücke, Peritonealsäcke) oder medi-
ane Organe entstehen, und als solche sich auch zum Theil
noch im Radiärthiere unverändert behaupten, glaubt sich
Verf. berechtigt, die Echinodermen als bilateral-symme-
trische Thiere zu betrachten, bei denen jedoch eine An-
zahl von Organen (Tentakel, Wassergefässe, Hautskelet,
Muskulatur und Nervensystem, dessen ectodermatischen
Ursprung Verf. bei einer viviparen Chirodota deutlich ver-
folgen konnte) eine radiäre Ausbildung erfahren haben.
Mit den Beobachtungen Selen ka's stimmen auch die
Angaben überein, welche R. S. Bergk über die Klüftung
und die Keimblätterbildung bei den Seeigeln macht (Vi-
densk. meddel. naturh. foren. Kjöbenh. 1879 u. 80. p.
254—263, bidrag til opfattelsen af k^vning og kimblad-
dannelse hos Echiniderne). Nur insofern findet sich eine
Abweichung, als Verf. nach Bildung der Gastrula auch
von den peripherischen Ectodermzellen eine Anzahl von
Mesodermelementen sich abtrennen sah, ganz wie das
früher Greeff beschrieben hat.
Schenk handelt (Sitzgsb. d© k. Akad. d. W. in Wien
1876. Bd. 73, 9 Seiten, 1 Tafel) über „die Verbreitung
des Farbestoflfes im Eichen von Echinus saxatilis während
des Furchungsprocesses" und findet, dass der Bewegung
der grössern und kleinern Dotterkörnchen eine nicht
unwesentliche Rolle an den Furchungsvorgängen zu-
kommt.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 507
Ludwig lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Vor-
kommen ,, beweglicher Stachelplatten bei Ecbinoiden'', auf
Gebilde, welche man diesen Thieren bisher — im Gegen-
satze zu den Seesternen — abzusprechen sich veranlasst
sah. Allerdings hat man gelegentlich wohl die Schuppen-
platten an dem Peristom der Cidariden, sowie die Skelet-
stücke der Asthenosomen als „beweglich" bezeichnet, allein
die Bewegungen derselben beschränken sich, da die be-
treffenden Theile der Muskulatur entbehren, in Wahrheit
nur auf Dehnungserscheinungen. Anders aber ist das, wie
Verf. nachweist, an den Skeletplatten des hintern unpaaren
Interradius bei den Spatangiden, deren beide Reihen auf
der Innenfläche durch einen Muskelapparat mit quer ver-
laufenden Fasern versehen sind. Der streifenförmige
Muskelbelag beginnt dicht über dem obern Rande des
Periproctes und erstreckt sich von da je nach der Art ver-
schieden weit gegen den Apex, den er jedoch in den bis-
her beobachteten Fällen niemals erreicht. (Echinodermen-
studien Th. I. S. 131 oder Ztschrft. für wissenschaftl. Zoo-
logie Bd. XXIX. S. 77-87. Tab. VII.)
V. Martens erwähnt in den Sitzungsber. der Ge-
sellsch. naturf. Freunde in Berlin 1879. S. 93) eines Psam-
echinus pulcherrimus, dessen Gehäuse offenbar während
des Lebens durch äussere Gewalt zerbrochen und einge-
drückt worden war und dann mit Beibehaltung des Ein-
druckes an den Bruchstellen verheilte.
Mackintosh setzt seine Untersuchungen über den
Bau der Seeigel stacheln fort und macht darüber in dem
Dubliner micröscopischen Club zu verschiedenen Malen
Mittheilung (vergl. Journ. microscop. sc. Vol. XXIV. div.
loc.) So über die Stacheln von Echinothrix Desorii (1. c.
p. 107), Phyllacanthus baculosus (ibid. p. 341) und Ph. gi-
ganteus (ibid. XXV. p. 104), Cidaris tribuloides, C. metu-
laria und C. Thouarsii (ibid. p. 303), Echinothrix annellata
(ibid. p. 463), Diadema mexicanum (ibid. Vol. XXVI. p. 104),
Echinostrephus molaris (ibid. p. 106), Amblypneustes ovum
(ibid. p. 212 u. 213). Toxopneustes variegatus (ibid. p. 346),
Mespilia globulus (ibid. p. 348), Echinus acutus (ibid.
p. 349), Temnopleurus toreumaticus (Vol. XXVIL p. 121),
508 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungeii
Strongylocentrotus nudus (ibid. p. 122), Salmacis rarissima
(ibid. 439), Phyllacanthus imperialis (ibid. p. 440).
Die hier vereinzelten Beobachtungen werden vom
Verf. zum grossen Theile in einer mit schönen Abbildungen
begleiteten Abhandlung der Transact. roy. Irish Academy
(Vol. XXVI. p. 475-490. PL IX— XI, Report on the acan-
thology of the Desmosticha Part. I, on the acanthological
relations of the Desmosticha) zusammengestellt und verar-
beitet. Verf. findet es nicht schwieriger, ein Diadema,
einen Echinus oder eine Arbacia nach der Bildung der
Stacheln zu erkennen, als nach der Anordnung der Poren
und des apicalen Plattenapparates, und unterscheidet dar-
nach in der Abtheilung der desmostichen Echinoiden vier
Gruppen, die er als Acanthocoelota, Acanthodictyota, Acan-
thostraca und Acanthosphenota bezeichnet und folgender-
maassen charakterisirt:
Acanthocoelota. Spines for the most part hollow, with the
central cavity sarrounded by a solid ring from whicb pass off solid
wedges, making up the greater part of the spine (Diadematidae).
Acantliodictyota. Spines for the most part with the axis occu-
pied by a calcareous reticulation.
Äcanthostraca. Acanthodictyote spines, haviug the periphery
bounded by a crust, which differs in structure from the rest of the
spine (Cidaridae und Salenidae).
Acanthosphenota. Acanthodictyote spines, having the peri-
phery bounded by a ring of solid wedges scparated more or less
widely by reticular tissue. The spines may present one (Monocyclic),
or several circles (Polycyclic).
Bell's „observations on the characters of the Echi-
noidea'^ I u. II : (on the species of the Genus Brissus and
on the allied forras Meoma and Metalia, so wie on the
species of the genus Tripneustes (Proceed. zool. Soc. 1879.
p. 249—255, 655—662) sind Ref. bis jetzt eben so wenig zu
Gesicht gekommen, wie desselben Verf. 's „note of the
number of anal plates in Echinocidaris" (ibid. p. 436 u. 437).
An letzterer Stelle liefert Verf. den Nachweis, dass
die Zahl der Analplatten keineswegs so constant ist, wie
es nach den vorliegenden Angaben den Anschein hat.
Verf. zählt deren 3—10, die dann auch in ihrer Gestaltung
an Grösse mannigfach wechseln. Die Mittheilungen über
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 509
Tripneustes betreffen vornelimlicb den Zabnapparat, den
Verf. bei drei Arten schildert und so verschieden findet, dass
er der Ansicht ist, es durfte die jedesmalige Bildung dessel-
ben für die Artunterscheidung von grossem Werthe sein.
Verrill beschreibt einen Hemiaster cordatus n. sp.
von Kergueleusland, bei dem die Geschlechter sich durch
verschiedene Grösse der Genitalöffnungen und, was auf eine
Brutpflege hindeutet, durch ungleiche Tiefe der seitlichen
Ambulacralgruben von einander unterscheiden. (Nach Smith,
Philos. Trausact. Vol. 168. p. 271) soll die neue Art übri-
gens mit H. cavernosus Philippi zusammenfallen.)
Wyville Thomson handelt über die Brutpflege eini-
ger antarctischer Seeigel: Goniocidaris canaliculata A. Ag.,
Cidaris mitrix. n. sp., Hemiaster Philippii Gr., und liefert
von denselben hübsche Abbildungen, Voy. of the Challenger
T. II. p. 223-233. Fig. 41—46, sowie ferner Journ. Lin-
naean Society, Zoology 1876. T. XIII. p. 57.
Dasselbe gilt von A. Agassiz, der (Proceed. Amer.
Academy 1876. T. XI, im Auszuge übersetzt Annales
sc. natur. T. V. Art. 6. p. 1 — 5, Observations sur des
Echinides vivipares provenant des iles Kerguelen) die
gleiche Erscheinung bei Hemiaster cordatus Verr. (ver-
muthlicb = H. cavernosus und H. australis) constatirt und
in den tief ausgebuchteten zwei hintern Ambulacren nicht
weniger als acht Junge von 2 mm im Durchmesser auf-
findet. Auffallender Weise gleichen diese jungen Seeigel
übrigens mehr einem Echiniden, als einem Spatangiden,
indem ihre Mundöffnung, und ebenso auch der von der
Saumlinie umfasste After eine nahezu centrale Lage be-
sitzt. Der letztere trennte das Bivium vollständig von dem
Trivium und zeigte somit Eigenthümlichkeiten, wie sie
sonst nur bei den fossilen Collyritiden gefunden werden,
wesshalb denn Agassiz die letztern auch als die' ältesten
Repräsentanten der Spatangiden betrachtet. Die Genital-
platten waren einstweilen noch völlig abwesend. Verf.
bezweifelt übrigens, dass die Ausbuchtungen der Ambula-
cralrosette in allen Fällen bei den Spatangiden zur Auf-
nahme der jungen Brut dienen, da der mittelmeerische
Schizaster canaliferus pinen Pluteuszustand durchlaufe.
510 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Unter den von Studer (Berl. Monatshefte a. a. 0.)
auf den Kergueleu beobachteten Echiniden sind gleichfalls
viele, die ihre Eier und Jungen in der Nähe der Genital-
öffnungen bis zur völligen Ausbildung unter dem Schutze
der Stachelreihen oder Pedicellarien umhertragen. Einige
derselben gebären lebendige Junge, wie Goniocidaris
memhrmiipora n. und G. vivipara n. Arbacia alternans
Troschel trägt ihre Eier auf dem stachellosen Analfelde,
Abatus cordatus Verr. in den vertieften Ambulacren. Als
neu beschreibt Verf. weiter noch Echinus diadema^ sowie
von den Papua- Inseln Schleinitsia (n. gen.) crenularis
und Astropyga elastica. Letztere Form erinnert durch die
biegsame Beschaffenheit ihrer Schale an Asthenosoma Gr.,
während das neue Gen. Schleinit^ia, das durch die cre-
nulirten Stachelwarzen und die durch Furchen zusammen-
hängenden Ambulacralporen an das fossile gen. Rhabdoci-
daris sich anschliesst, folgendermaassen charakterisirt wird:
Schleinitzia Stud. Testa globosa, supra et infra complanata,
poris sulco connexis, tentacnla perforata et crenulata. Areola tuber-
ciilorum paullum immersa, ovalis, circulo granulorum circumdata.
Zona ambulacralis angusta, paullum flexuosa. Area abactinalis pcr-
magna, scutellis analibus numerosis, tabulae genitales ab ocellaribus
plane sejunctae. Aculei primarii inaequales ; infimi spatulati, margine
crenulati; vicini bacilliformes, longi, apice excavati, sulcis scabris;
superiores acuti, longi.
AI. Agassiz veröffentlicht in den Bullet. Mus. com-
par. zoology (1878 Vol. V. No. 9. p. 183—196. Tab. I— III)
eine Uebersicht der von dem „Blake" im mexicanischen
Meerbusen gesammelten Echiniden. Es sind im Ganzen 33
Arten, eine Zahl, die freilich durch die Tiefseefischereien
des Challenger noch durch zahlreiche weitere Arten
vergrössert ist. Als neu erwähnen wir: Dorocidaris BlaJcei,
Salenia Pattersoni^ Gonoclypus Sigsheij Eupatagus longi-
spinus, Rhinobrissus micrasteroides, Schizaster (Periaster)
Umicola.
Auch in Wyv. Thomson's Voy. of Chall. Atlantic
werden eine Anzahl neuer Seeigel beschrieben und zum
Theil abgebildet. So Phormosoma Uranus Kap St. Vincent
(p. 147, Fig. 33 und 34), Ph. hormacantha Südsee (p. 148.
Fig. 35, fussgross, mit Stacheln, deren grössere an der
in d. Naturgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 511
Orallläche eine coniscbe Endspitze tragen, Äceste (n. gen.)
hellidifera Gomera-Ins. (p. 376. Fig. 95 und 96), Calymne
(n. gen.) relicta Golf Str. (p. P.96. Fig. 102 und 103) Aerope
(n. gen.) rostrata Golf Str. (p. 380. Fig. 99). Die Genus-
charactere, welche wir dem Zool. record 1876 und 1877
entnehmen, lauten wie folgt:
Aceste n. gen., allied to Pourtalesia. Test oval, depressed;
apex with two ovarian apertures near the posterior extremity; mouth
at the bottom of a deep anterior groove; nearly the whole ot" the
dorsal surface occupied by a large depression; vent posterior; apical
System not disjunct; feet of the odd ambulacrum with large flower-
like terminal disk; pores of the paired ambulacra single.
Calymne n. gen., allied to the Ananchytidae. Test oval, with
a lougitudiual ridge above, nearly flatbelow; a peripherical fasciole;
mouth oval (in the longitudiual direction) placed anleriorly; apical
System disjunct; two ovaries and two ovarian pores, answering to
the anterior iutörambulacra; vent posterior; ambulacral pores single,
miuute.
Aerope a. gen., allied to Pourtalesia and Archiacia. Shape
subcyliudrical, sloping anteriorly; ambulacral system excentric, cou-
fined to the anterior slope, circumscribed by a fasciole; one ambu-
lacrum the largest, situated in a broad but shallow depression;
lateral ambulacra short; mouth inferior, not situated in a groove;
anal aperture dorsal, nearly flush with the surface.
Die zuletzt hier erwähnte Aerope rostrata wird auch
von Norman unter den von dem „Valarous" in der Davis-
Str. gesammelten Echinodermen aufgefunden (Proceed. roy.
Soc. Vol. XXV. p. 211).
An diese Mittheilungen schliesst sich dann später
(Proceed. Amer. Akad. Vol. XIV. p. 190—212) der von
Agassi z verfasste „Preliminary report ou the Challenger-
Echini'^ an, welcher uns mit nicht weniger als 38 (Verf.
sagt 44) neuen Species bekannt macht. Dieselben stammen
theils aus grösserer, theils auch aus geringerer Tiefe und
vertheilen sich über fast alle Familien, mit Ausnahme na-
mentlich der Clypeastriden, welche den Tiefen so gut
wie gänzlich abgehen. Besonders reich ist der Zuwachs
zu der Gruppe der Pourtalesien, so gross, dass sich da-
durch auch die Beziehungen dieser sonderbaren Formen
zu lebenden (Brissus), wie fossilen (Anauchytes u. a.) Arten
anderer Familien nachweisen Hessen. Die Pourtalesien
512 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
repräsentiren vorzugsweise die Tiefseeformen der Echiuiden
und scheinen namentlich in dem südlichen Theile des
Indischen Oceans in Menge vertreten. Ebenso reich ist
die Gruppe der Echinothuriden im stillen Ocean und be-
sonders dessen nördlicher Hälfte, die nicht weniger als 11
dahin gehörige Arten lieferte. Auch zwei bisher nur im
fossilen Zustande gekannte Genera (Cottäldia und Cato-
pygus) sehen wir in der Sammlung vertreten. Ebenso
einige Arten, die, wie Hemiaster gibbosus u. a., gewissen
fossilen Formen sehr nahe stehen. Hem. cavernosus wurde
in den verschiedensten Entwickelungszuständen aufgefunden,
die keinen Zweifel lassen, dass die bisher als besondere
Species unterschiedenen H. antarcticus, H. Philippii und
H. cordatus sämmtlich zu H. cavernosus Phil, gehören.
Manche bisher nur aus den nördlichen Europäischen Mee-
ren bekannte Formen (besonders des Gen. Echinus s. str.,
auch Echinocyamus pusillus) haben eine ausserordentlich
weite Verbreitung, obwohl sich sonst zwischen dem nörd-
lichen Atlantischen Ocean und der Südsee ein auffallender
faunistischer Unterschied herausstellt. Die neuen Arten
werden unter folgenden Namen aufgeführt und beschrieben :
Dorocidaris hracteata Amboina, Podocidaris elegans Neu
Süd- Wales, Goniocidaris florigera Ki-Ins.. Salenia liasügera
Cebu, Äspidodiadema (n. gen. Fam. Diademat.) tonsum
Cebu, Ä. 7nicrotuherculatum aus grosser Tiefe, Micro-
ptjga fn. gen. Fam. Diademat.) tuber cidata Cebu, Ästheno-
soma pellucidtim Cebu, Ä. Grubei Zamboanga (mit A. varium
Gr. vielleicht zu einem besonderen Subgenus zu verbinden),
Ä. coriaceum Tongatabu, Ä. tessellatum, Phormosoma lumlen-
tum, Ph. tenue, Prionechinus (n. gen. Fam. Temnopleur)
sagittiger, Cottaldia Forbesiana, Trigonocidaris Monolini,
Echinus horriduSj Catopygus recens, Palaeotropus Loveni,
Pourtalesia hispida, P. lagunmla^ P. carinata, P. ceratopyga,
P. rosea, Gionobrissus (n. gen. Fam. Pourtal.) revinctus,
Echinocrepis (n. gen. Fam. Pourtal.) cuneata, Spatago-
ctjstis (n. gen. Fam. Pourtal.) Challengeri, Urechinus (n.
gen. Pourtal.) Naresianus, Gystechinus (n. gen. Fam. Pour-
tal.) Wyvillij G. clypeatus, G. vesica, Homolampas fulva, Ar-
gopatagus (n. gen. Fam. Spatang.) vitreus, Palaeopneustes
in cl. Natuigesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187G— 1879. 513
Murrayi, Genicopatayus (ii. gen. Farn. Spatang.) afßniSy
Hemiaster gibhosuSj IL zonatus^ Rhinobrissus hemiasicroides
Taliati, Schisaster claiidicans, Seh, japoniciis.
Zur Charakteristik der neuen Genera entnehmen wir
den Beschreibungen des Verf. 's die nachstehenden Angaben:
Aspidodiadcwa A. Ag. This genus is intermediate between
tho Cidaridae proper and the Diadeniatidae. It has, like the latter,
a thin test with the spines characteristic of that family. It has,
like Centrostephanus, buccal plates. Bat the primary tubercles are
few in number, as in the Cidaridae, occupyiug with the scrobicular
area and accompanying secondary spines nearly the whole of the
interambulacral plate. The most characteristic feature of the genus
is the arabulacral System. The plates of a nearly uniform size are
small, forming, as in Cidaridae, a narrow ring of ocular and genital
plates placed side by side surrounding a large anal System.
Micropyga A. Ag, Allied to Astropyga; it has, like it, a flat
test, short spines, but a more compact abactinal System, a small ac-
tinostorae with deep indentations for the passage of the gills, and
primary tuberculation exteuding both in ambulacral and interambu-
lacral areas to the abactinal System.
Prion ecJiinus A. Ag. The apical System of this genus is si-
milar to that of Salmacidae. Single row of plates of pores on each
side of median ambulacral line. Actinal membrane covered by
plates. Spines serrated, somewhat flattened, radically different frora
those of any other genus of Triplechinidae.
Cionobrissus A. Ag. This genus is interesting, pointing as
it does to the affinity of the Pourtalesiae and Brissina. It resembles
Brissopsis somewhat, has like it a peripetalous fasciole and petaloid
ambulacra, and also possesses a well-marked subanal fasciole sur-
rounding what corresponds to a rudimentary anal snout, somewhat
like the beat of Echinocardium. The large tubercles within the
peripetalous fasciole recall Macropneustes, and the groove, at the
ond of which is placed the actinostome, with the rounded actinal
surface with its keeled actinal plastron, remind us somewhat of the
Pourtalesiae. The spines of the test are pretty uniform in size,
with the exception of the larger ones within the peripetalous fascioles.
Echinocrepis A. Ag. This genus has, like Pourtalesia, a
deeply suuken actinal groove and simple ambulacral pores piercing
the test.
Spatagocystis A. Ag. The present genus has a thin test, an
outline from above resembling Holaster, but when seen in profile
a well-developed actinal anal snout shows its affinity to the Pourta-
lesiae. Seen in profile, the outline is regularly arched until it
reaches the posterior extremity, which is pointed, projecting above
514 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
the anal snout. This genns has a short but deeply sanken actinal
groove and a small anal pouch.
ürechinus, A. Ag. ürechinus and Cystechinus have not the
sunken actinal groove with characters as the Pourtalesiae. In this
genera the actinostome is niore or less central, and does not differ
materially in its structure or position from that of the raore normal
Spatangoids. The structure of the ambulacra, however, is as in
Pourtalesiae and the other deep-water forms allied to them, quite
differeut from that of the Spatangoids, with which externally they
present many points of resemblance. ürechinus in outline and ge-
neral appearance resembles, at first gbnce, Neolampas, but in the
structure of the test it is raore closely allied to Cystechinus, having
like it a nearly flat actinostome and large ambulacral plates. The
anal System alone recalls Neolampas by its position in a shallow
groove placed above the ambitus.
Cystechinus, A. Ag. This genus has the general appearance
of Ananchytes, with the simple ambulacral System of the Pourtale-
siae; actinostome much less labiate than in that group of Spatan-
goids. This genus and ürechinus, as well as Homolampas and
Palaeotropus, with the actinostome nearly in one plane, form a
ready ^ransition to the actinostome of the Nucleolidae and Echino-
lampadae by additional development of the interambulacral tubercles
in immediate proximity to the actinostome and their crowding to-
gether to form bourrelets more or less prominent, and thus pass into
such types as Neolampas, which have the simple ambulacra of this
group, with the actinostome of the Echinolampadae proper.
Ärgopatagus, A. Ag. This genus is allied to Homolampas.
It has, like it, a subanal fasciole, but no lateral fasciole, a more
labiate actinostome. The abactinal surface is covered by distant
primary tubercles of uniform size both in ambulacral and interam-
bulacral areas. They are more numerons, but smaller, on the acti-
nal siirface.
G enicopatagiis , A. Ag. This genus has striking affinities
with Ilolaster, Toxaster. and Cardiaster. The lateral ambulacra and
the odd ambulacrum have an identical structure, as in Toxaster, tho
ambulacra are slightly sunken, the double pores giving the ambu-
la(;ra above the ambitus a slight petaloid appearance, much as in
Paleopneustes.
Als Rhabdocidaris recens n. sp. beschreibt Troschel
(Arch. für Naturgescb. 1877. Tb. I. S. J27 -134. Taf. VIII)
einen jetzt noch lebenden Seeigel mit gekerbten Höckern,
wie solche so häufig bei fossilen Arten gefunden werden.
Das Exemplar stammt von Singapore und unterscheidet
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d. Jahre 1876—1879. 515
sich, wie Verf. iu einem Nachtrage zu seiner Beschreibung
(ehendas. S. 260) hervorhebt, von der gleichfalls noch le-
benden verwandten Form, welche Loriol in den Mem.
Soc. natur. Neufchatel 1873. T. V. als Rhabdocidaris (Ste-
phanocidaris Ag.) bispinosa Lam. beschrieben hat, nicht
bloss durch die für letztere Art nicht hervorgehobene
Kerbung der Höcker, sondern auch dadurch, dass die Am-
bulacralfelder vier Höckerreihen besitzen, nicht sechs, wie
solche bei der Loriol'schen Form vorkommen.
Giebel berichtet über Phyllacanthus verticillatus von
den Viti-Inseln, Ph. baculosus und Ph. dubius von Mauri-
tius, Hallische Ztschft. für Naturwiss. 1878. S. 864.
Dunkan handelt „on the Salenidae" (Ann. nat. bist.
Vol. XX. p. 70-73 u. 245—257 mit Abbild.). Er beschreibt
zunächst die bisher bei denselben übersehenen Sphaeridien,
sowie die Pedicellarien von einer wahrscheinlich mit Sal.
vari Spina A. Ag. identischen Art, die er dem Gen. Peltaster
= Hyposalenia zuweist, geht sodann auf eine morphologische
Analj^se des Körperbaues, besonders der abactinalen Area
über, die bei den einzelnen Arten mancherlei wesentliche
Unterschiede aufweist, und stellt schliesslich unter dem
Namen S. profundi eine neue recente Art auf.
Später macht derselbe (ibid. Vol. IL p. 59 ff.) darauf
aufmerksam, dass die von Wyv. Thomson in der Reise
des Challenger (p. 144. Fig. 31) abgebildete Salenia, die an
der spanischen Küste gedredgt war, auf eine dritte recente
Art zu deuten sein dürfte, obwohl sie für identisch mit
L. varispina Ag. gehalten wurde. An diese Bemerkung
schliesst Verf. dann noch weiter (p. 61—68) eine Darstel-
lung der Salenieu aus dem Tertiär und dem Eocän.
Loriol veröffentlicht iu seiner „Note sur quelques
especes nouvelles appartenant a la classe des Echinoder-
mes" (Geneve 1876, 17 Seiten in Quart mit 2 Tafeln, extr.
Mem. soc. de Geneve S. XXIV. p. 650 ff.) die Beschreibung
zweier neuen Echiniden von Mauritius, einer Echinolampas
Alexandra einem Genus zugehörig, das in der Jetztwelt
nur durch wenige Arten vertreten ist, von denen die eine
E. oviformis Gm. zur Vergleichung mit der Sp. n. ausführ-
lich beschrieben wird, und Brissus (Metalia) Rohülardi
516 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Zugefügt sind weiter noch die Beschreibungen einiger fos-
silen neuen Formen: Enallaster Karsteni aus Peru, Fseu-
docidaris Saussuri aus Mexico, so wie eines Astropecten
{A. Filleti aus der Umgebung von Aix-les-Bains).
Metalia Costae n. sp. Mittelmeer, beschreibt Gasco,
Kenc. Accad. Napoli T. XV. p. 4.
Linthia rostrata n. sp. Still. Oc, Smith, Ann. nat.
bist. 1878. Vol. I. p. 67-70.
Humbert handelt in Eev. et Mag. Zoologie 1876
über Discoidea cylindrica, Agassizia gibherida und EcMno-
lampas Orhignyi.
Rathbun giebt in dem Americ. Journ. arts and sc.
(Vol. XV. p. 82 — 84) eine Zussammenstellung der an der
brasilianischen Küste aufgefundenen 11 Seeigel, von denen
drei (Meilita sexforis A. Ag., Hipponoe esculenta A. Ag.,
Diadema setosum Gray) bisher von dort nicht bekannt waren.
Lockington veröffentlicht in den Proceed. Californ.
Acad. nat. sc. 1875 eine dem Ref. sonst nicht näher bekannt
gewordene „List of Echinidae new in the collection of the
Californian Academy."
Die von S laden untersuchten Koreanischen Seeigel
(Journ. Linnaean Soc. Vol. XIV. p. 434—444) sind sämmt-
lich schon früher von andern Localitäten beschrieben worden.
Von besonderm Interesse unter ihnen ist ein junges Exem-
plar von Temnopleurus toreumaticus Ag. und Echinocardium
australe Gray.
Tenison-Woods, on the Echini ofAustralia (Proceed.
Linn. Soc. New-South-Wales 1878. Vol. II. p. 4 ff.) ist Ref.
nicht zu Gesicht gekommen.
Asterida.
Lange liefert in dem morphologischen Jahrbuche
(Bd. II. S. 241-286. Tab. XV— XVII) einen „Beitrag zur
Anatomie und Histologie der Asteriden und Ophiurcn",
der vornehmlich die Organisation des Nervenapparates zum
Gegenstande hat und in seinen Resultaten mehrfach von
den bisherigen Darstellungen abweicht. So sind nach der
Ansicht des Verf's die nervösen Elemente des Seesternes
in d. Naturgesch d. nicd. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 517
(Asterias rubens) nicht in den gegabelten Cylinderzellen
zu suchen, welche, eine Modification des gewöhnlichen
Epithel, in dichter Schicht das flimmernde sog. Nervenband
bedecken, auch nicht in den feinen Längsfasern, welche
zwischen den Cylindern durch die Länge des Armes hin-
ziehen, sondern in besondern, durch eine Bindegewebsla-
melle abgetrennten Zellplatten, welche in das Lumen der
darunter liegenden zwei Nervencanäle vorspringen und
in dem Augenkolben, in den hinein sie sich verfolgen
lassen, zu einem umfangreichen Ganglienkuoten anschwel-
len. Das Septum, welches die Höhlung der radialen Nerven-
bahn durchzieht und dasselbe in die eben erwähnten zwei
Canäle auflöst, giebt in regelmässigen Intervallen, immer
zwischen zwei auf einander folgenden Wirbelstücken, zu-
gleich mit dem Ambulacralcanale und ventralwärts von
demselben nach beiden Seiten Zweige ab, welche die Lu-
mina durchkreuzen und zu der Annahme verleitet haben,
als wären die beiden Nervencanäle selbst wiederum in
einen dorsalen und einen ventralen Hohlraum abgetrennt.
Was übrigens die Seitenzweige des ambulacralen Längs-
gefässes betrifft, welche die Saugfüsschen und die Ampullen
speisen, so sind diese mit Ventilen versehen, welche so
angeordnet sind, dass sie sich bei der Contraction der
Ampullen regelmässig schliessen. Das Ende des Ambula-
cralgefässes bildet die Höhlung des Augenkolbens, die
keineswegs von den Nervencanälen gebildet ist. Die
Augen sind von den frühern Beobachtern nicht richtig
beschrieben worden. In Wirklichkeit bestehen dieselben
aus einer Anzahl trichter- oder kegelförmiger Einstülpungen
der Haut, deren Innenfläche von einer unmittelbaren Fort-
setzung des integumentalen Cylinderepithels bekleidet wird,
>nur dass die Zellen desselben mit Pigment gefüllt sind
und auf ihren Köpfchen lichte Stäbchen tragen, welche
gegen die Achse des Hohlkegels vorragen. Wahrscheinlich,
dass diese Stäbchen, die an den vordem Zellen eine mehr
plattenförmige Bildung tragen und den Eingang in den
Trichter nahezu verschliessen, zu der Annahme verführt
haben, als wenn die Augen der Seesterne mit Linsen ver-
sehen wären. Bei den Ophiuren, (0. texturata) zeigt das
Arch. f. Naturgesch. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. JJ
518 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistung-en
radiale Nervensystem insofern eine höhere Entwicklung,
als es aus einer Ganglienkette besteht, deren paarige
Knoten durch Längs- und Quercommissuren mit einander
in Verbindung stehen. Die Kette liegt symmetrisch zu
den Seiten eines unpaaren Längsgefässes auf einem
Bande, welches Verf. dem Integumente der radialen Ner-
venbahn des Seesternes homologisirt. Die Zahl der Gan-
glienknoten entspricht der Zahl der Metameren. Jeder
Knoten eines Paares giebt zwei Nerven ab, einen stärkern,
welcher den Wirbel durchsetzt, um zu den Muskeln zu
gelangen, und einen schwächern, welcher mit einem Ge-
fässzweige zum entsprechenden Saugfüsschen geht. Die
charakteristische Concentration und scharfe Gliederung,
durch welche sich das Nervensystem der Ophiuren so
auffallend von dem der Asteriden unterscheidet, erinnert
den Verf. so stark an die Organisation des Nervenappara-
tes bei den Anneliden, dass derselbe geneigt ist, die be-
kannte Häckel'sche Hypothese von der Wurmnatur der
Echinoderraen für durchaus berechtigt zu halten.
In einer spätem „Bemerkung" zu diesem Beitrage
kommt Lange auf den Bau der radialen Wassergefässe
und des Nervensystems zurück (ebendas. Bd. IIL S. 449
— 452), um seine Darstellung zu vervollständigen und ge-
wissen von Simroth und Teuscher dagegen erhobenen
Zweifeln zu begegnen.
Die Angaben, welche Letzterer über die Anatomie
der Asteriden macht (Beiträge u. s. w., a. a. 0. S. 493—516.
Tab. XVIII und XIX) fussen vornehmlich auf Untersu-
chungen, welche derselbe an Astropecten angestellt hat.
Sie betreffen die gesammte Organisation unserer Thiere,
bedürfen aber (besonders in Folge der Ludwig 'sehen
Entdeckungen über die Perihaemalräume) mehrfach der
Correctur. Wir können uns deshalb darauf beschränken,
dem schon früher (S. 473) Mitgetheilten nur Weniges hin-
zuzufügen. Dabei erwähnen wir besonders der eingehenden
Darstellung, welche Verf. dem in den Armen zwischen
Ambulacralgefäss und Nervenband hinziehenden Canalsy-
stem gewidmet hat, dessen Räume, durch Septen von
einander abgetrennt, sowohl bei den einzelnen Arten,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ, d Jahre 1876 — 1879. 519
wie an den einzelnen Stellen desselben Armes mancherlei
Verscbiedenheiten darbieten. Wie Verf. bervorhebt, verlaufen
diese Septen übrigens nicht bloss der Länge nach, sondern
auch in die Quere, so dass das Nervengefäss — denn da-
für hält unser Verf. dieses Canalsystem — in eben so viele
hinter einander liegende Kammern zerfällt, als Wirbel vor-
handen sind. Die Kammern füllen sich von dem centralen
Nervengefässe aus, obwohl es nicht gelang, die Communi-
cationsöifnungen nachzuweisen. Von letzterm entspringen
übrigens, den einzelnen Quersepten entsprechend, vordere
und hintere Gefässäste, die an der Aussenwand der Ner-
vengefässkammern in ein Längsgefäss eintreten, aus dem
dann weitere, die Füsschen schlingenförmig umfassende
Zweige hervorkommen. Diese Nervengefässe sind aber
nicht nur mit dem Mundringe in Verbindung, sondern
auch durch den Steincanal hindurch mit dem Wasserge-
fässsystem. Das Herz besteht bei jungen Thieren aus
einem dichten Convolut feiner Gefässe, soll aber später
völlig solide sein. An dem Nervenbande unterscheidet
Verf. drei Schichten, eine Bindewebsschicht, welche nach
Innen das Epithel des Nervengefässes trägt, eine eigent-
liche Nerven- und eine Hautschicht. Der mittlere nervöse
Theil besteht aus Längsfasern, Querfasern und Zellen,
welche letztere am weitesten nach aussen liegen, von den
darüber hinziehenden Hautzellen aber deutlich verschieden
sind. Die Querfasern betrachtet Verf. hier, wie überhaupt
bei den Echinodermen, als einen bindegewebigen Stützappa-
rat, der mit den Nervenelementen keinerlei directe Bezie-
hung habe. Was Lange bei den Asteriden als Nervensystem
beschrieben hat, ist nach unserm Verf. nur das geschichtete
Epithel auf der Innenseite der Bindegewebsschicht. Noch
weniger aber kann derselbe die Beschreibung anerkennen,
welche Lange von dem Nervensystem der Ophiuren macht,
denn in den Ganglienknoten, die derselbe beschrieben,
glaubt Verf. nichts Anderes, als die abgerissenen oder ab-
geschnittenen Ursprünge der Nerven zu erkennen, welche
aus dem Nervenbaude nach oben in die Wirbel eintreten.
Durch Ludwig 's „Beiträge zur Anatomie der Asteri-
den" (Echinodermeustudien Th. I. S. 150—212 oder Ztschft.
520 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
für wissensch. Zool. Bd. XXX. S. 99—162. Tab. V— VIII)
sind unsere Kenntnisse über die Organisationsverhältnisse
dieser Thiere in einem noch liöhern Grade gefördert worden.
Eine wichtige Ergänzung alles dessen, was bisher über
Asteriden geschrieben, bilden dieselben ein würdiges Seiten-
stück zu Tiedemann's berühmter Monographie über den
pommeranzenfarbigen Seestern. In unserem Referate dürfen
wir uns um so eher auf die Aufzählung der wichtigsten
Ergebnisse beschränken, als die Arbeit von Niemand ent-
behrt werden kann, der sich specieller mit dem Bau der
Echinodermen vertraut machen will. Was zunächst die
Madreporenplatte betrifft, so führen die mit dem Alter an
Zahl stets zunehmenden Porenkanäle einzig und allein in
den Steinkanal, niemals aber in den umhüllenden schlauch-
förmigen Canal oder irgend einen andern Hohlraum. An
seiner Verbindungsstelle mit dem Wassergefässringe erweist
sich dieser Steinkanal beständig als eine einfache Röhre,
aber nach der Madreporenplatte zu nimmt derselbe durch
innere Faltenbildung eine je nach den Arten verschiedene
Bildung an. In einzelnen Fällen (Asterina) zerfällt der-
selbe sogar in ein Bündel paralleler Röhren. Die Communi-
cation mit den Porenkanälen wird durch ein System radiär
verlaufender Sammelröhren hergestellt, die in horizontaler
Richtung unter den schon bei äusserer Betrachtung sicht-
baren Furchen gelegen sind. Wo er an die Madreporen-
platte herantritt, da bildet er am aboralen Rande eine (schon
von Greeff beschriebene) weichhäutige Ampulle, in die
sich eine Anzahl dieser Sammelröhren einsenkt. Wenn
Teuscher den Wassergefässring von einem kräftigen ora-
len Ringsmuskel begleitet werden lässt, so beruht das auf
einem Irrthum, der wahrscheinlich dadurch entstanden ist,
dass der erste Armwirbel einen doppelten Quermuskel be-
sitzt, weil er aus der engen Vereinigung zweier Wirbel
hervorgegangen ist. Die sog. Tiedemann'schen Körperchen
erwiesen sich unserm Verf. als verästelte Ausstülpungen
des Wassergefässringes, die keinerlei Zusammenhang mit
dem Blutgefässapparate besitzen. Nirgends findet sich in
den einzelnen Theilen des Wassergefässsystemes irgendwo
gleichzeitig eine deutliche Längs- und Ringsmuskulatur,
in d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 521
vielmehr ist immer nur (und so namentlich auch in den
Füsschen und Ampullen) die eine oder andere zur Ausbil-
dung gekommen. Dafür aber ist überall an der Eintritts-
stelle der radiären Wassergetasse in die Füsschen und
deren Ampullen der neuerdings von Lange beschriebene
(aber schon von Jourdain entdeckte, J. B. 1867. S. 233)
taschenformige Ventilapparat vorhanden. Die Vierzahl der
Füsschenreihen, welche das Gen. Asteracanthion u. a. aus-
zeichnet, resultirt übrigens keineswegs aus einer Ver-
mehrung der Fusszahl, die überall doppelt so gross ist,
wie die der Armwirbel, sondern nur aus einer durch räum-
liche Verhältnisse bedingten Dislociruug. Wie das Wasser-
gefässsystem, so setzt sich auch der Blutapparat aus einer
ganzen Anzahl zusammenhängender Theile zusammen. Als
Centraltheil desselben ist das schon von Tiedemann
richtig erkannte Herz zu betrachten, das neben dem Stein-
kanale liegt und mit diesem zusammen in das sog. schlauch-
förmige Organ, einen Peritonealraum, eingeschlossen ist.
Greeff, der das letztere als Herz deutete, beschrieb das
wahre Herz als ein kiemenartiges Gebilde. Die falsche Auf-
fassung erklärt sich durch den Umstand, dass das Herz
der Seesterne trotz seiner Pulsationen kein einfaches Ge-
fäss ist, sondern aus einem dichten Geflechte anastomo-
sirender Gefässe besteht. Sobald dasselbe an dem Peri-
stom angekommen ist, setzt es sich in ein den Mund um-
kreisendes Gefäss oder ein Gefässgeflecht fort, in ein Ge-
bilde, welches bisher meist übersehen worden ist. Aller-
dings beschreibt schon Tiedemann und mit ihm auch
die Mehrzahl der spätem Forscher einen oralen Blutge-
fässring, was sie aber so nennen, ist nichts Anderes,
als ein Perihaemalkanal, der in der Mitte durch ein
den wahren Gefässring durchsetzendes Septum getheilt ist.
Auch die blutführenden Radiärgefässe, welche aus dem
Ringgeflechte hervorgehen, und unter der Ambulacralrinne
hinziehen (Nervengefässe Greeff 's) sind von einem ganz ähn-
lich getheilten Perihaemalraume umgeben. Eine Fortsetzung
dieses Raumes umgiebt sogar die Seitenzweige des Radiär-
gefässes, die an die Basis der Füsschen hinantreten. Sie
umfasst die Füsschen und mündet dann in einen Canal-
522 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
räum ein, der am Rande der Ambulacralrinne den Arm
durchbricht, aber nicht mehr den Namen Perihaemalraum
verdient, weil er kein Blutgefäss in sich einschliesst. In
ähnlicher Weise, wie das Herzgeflecht an der ventralen
Seite des Seesternes den oralen Gefässring und die daraus
hervorkommenden Radiärkauäle abgiebt, verhält es sich
auch an seinem dorsalen Abschnitte. Auch hier entsteht
ein der Körperwand dicht anliegender Gefässring, der mit
den daraus hervorkommenden Gefässen von einem — früher
meist den Gefässen selbst identificirten — Perihaemal-
raume umgeben ist. Der letztere steht in Communication
mit dem schlauchförmigen Canale. Ebenso die Perihae-
malkanäle der zum Magendarme tretenden zwei Gefässe,
welche eigentlich noch von dem Herzen abgehen, während
die der zehn Gefässe, welche die Geschlechtsorgane ver-
sorgen, aus dem perihaemalen Ringgefässe hervorkommen.
Das Endstück des Herzgeflechtes tritt in die kleine Höh-
lung ein, welche die Ampulle der Madreporenplatte ent-
hält und befestigt sich schliesslich an der Rückenhaut nahe
dem Centrum. Das den Boden der Ambulacralrinnen bil-
dende Cylinderepithel vermag Verf nicht als Nervensystem
aufzufassen. Ebenso wenig die von Lange als ganglio-
när beschriebenen Zellenwülste, die Verf als integrirende
Theile der die Perihaemalräume der Radiärgefässe aus-
kleidenden Epithelschicht betrachtet. Dafür aber unter-
scheidet er zwischen den wurzel- oder stielförmig ausge-
zogenen untern Enden der erst erwähnten Cylinderzellen
ein System von Längsfasern, die er mit den hier und da
zwischen ihnen eingelagerten Zellen für das Nervensystem
erklärt. Die topologischen Beziehungen desselben zu den
darauf liegenden Epithelzellen lassen übrigens auch nach
unserm Verf über den ectodermalen Ursprung des Nerven-
apparates keinen Zweifel aufkommen. Die anatomische
Uebereinstimmung dieser Radiärnerveu mit dem oralen
Nervenringe stellen beiderlei Gebilde als völlig gleich-
werthig dar, so dass es unrichtig ist, die Radiärnerven
allein als Centraltheile, den Nervenring aber nur als se-
cundäre Commissur zu betrachten. Die Hacke l'sche Hypo-
these von der Abstammung der Echiuodermen von stock-
in d. Niiturgüsch. d. niod. Thiere währ. d. Jabre 1876—1879. 523
bildenden Gliederwürmern, welche an diese Auflfassung
anknüpft, hält Ludwig schon aus letzterm Grunde für un-
zulässig. Die Gefässe, welche, wie oben erwähnt, an die
Genitalien treten, verhalten sich insofern eigenthümlich, als
sie im Umkreis der einzelnen Schläuche je zu einem Blut-
sinus sich erweitern, der aber weder mit dem Lumen der
Schläuche in Zusammenhang steht, noch auch nach Aussen
führt. Dagegen aber sind die Genitalien selbst ganz cou-
stant mit einem Ausführungsgange versehen, der nach einem
bald längereu, bald auch kürzeren Verlaute in den Inter-
radialräumen der Rückenfläche, selten mehr am Arme,
ausmündet, wie das schon von Müller und Troschel
richtig bemerkt ist. Bald finden sich für jeden Büschel
von Genitalschläuchen mehrere Genitalporen dicht neben
einander, bald nur ein einziger. Die Leibeshöhle ist, wie
bei andern Echinodermeu, von zahlreichen bindegewebigen
Strängen und Fäden durchsetzt, die zum Theil dazu dienen,
die Eingeweide zu fixiren, zum Theil aber auch zu ver-
kalkenden Bindesträngen zwischen dem dorsalen und ven-
tralen Perisome werden. Das Perisom selbst aber besteht
aus zwei ungleich dicken Schichten, zwischen denen das
vonGreeff aufgefundene Canalsystem hinzieht. Die äussere
dieser Lamellen ist die Trägerin des Kalkskelets bis auf
die Armwirbel, welche der sonst nur dünnen und weichen
Innenschicht angehören und desshalb denn auch nach Innen
von dem eben erwähnten Canalsystem gelegen sind. Mit
diesem Hautgefässapparate communiciren nun die radiären
Perihaemalcanäle mittelst der die Basis der Füsscheu um-
gebenden Räume, sie bilden also, da sämmtliche Perihae-
malräume, denen auch der schlauchförmige Canal zuge-
hört, unter sich zusammenhängen, mit diesen ein einheit-
liches Canalsystem, das Verf. um so eher geneigt ist als
einen Abschnitt der Leibeshöhle aufzufassen, als es genau
dieselbe Flüssigkeit enthält, wie letztere, und von ganz
demselben Epithelium bekleidet ist. Auch der Umstand,
dass der Steinkanal bei der Mehrzahl der Echinodermeu
direct in der Leibeshöhle liegt, legt die Annahme einer
morphologischen Beziehung des schlauchförmigen Organes,
das doch nichts Anderes darstellt, als den Perihaemalraum
524 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
des Herzgefiechtes, mit der Leibeshöhle nahe. Vielleicht,
dass man den Perihaemalapparat der sog. perivisceralen
Leibeshöhle der Crinoideen an die Seite stellen könnte.
Dieser Darstellung vom Bau der Asteriden lässt Lud-
wig später (Echinodermenstudien a. a. 0. S. 29U— 295 u.
ebendas. S. 222—240) noch ein Paar Nachträge folgen,
von denen der erste (Ztschft. für wissensch. Zool. Bd. XXXL
S. 395. Tab. XXVIIL) „über die Genitalorgane der Aste-
rina gibbosa" handelt, der andere aber (ebendas. S. 216.
Tab. XV.) „die Gattung Brisinga" zum Gegenstande hat.
Asterina gibbosa hat, wie wir aus diesen Mittheilun-
gen erfahren, statt der dorsalen Geschlechtsöffnungen ab-
weichender Weise ventrale, wie das schon früher von
Gas CO in der oben angezogenen, sonst aber mir unbe-
kannten Abhandlung bemerkt worden ist. Der Umstand
ist um so auifallender, als die übrigen Arten des betreffen-
den Genus, so weit Verf. dieselben untersuchen konnte,
auch die sonst zum Verwechseln ähnliche A. cephea der
westeuropäischen Küsten, ganz die gewöhnliche Bildung
zeigen.
Die Gattung Brisinga ist, wie Verf. des Näheren nach-
weist, trotz ihres ungewöhnlichen Habitus eine echte Aste-
ride. Die Theile des Mundskelets lassen sich genau auf
die ambulacralen und adambulacralen Skeletstücke der
übrigen Seesterne zurückführen, nur dass bei dem er-
wachsenen Thiere auch noch die zweiten Wirbel — im
Ganzen also drei ~ in das Peristom mit eingehen. Ebenso
ist der Blutgeiassapparat mit seinen perihaemalen Bäumen
ganz wie gewöhnlich vorhanden. Der subcentral auf dem
Rücken der Scheibe gelegene Porus ist keineswegs, wie
Sars wollte, die Oeffnung eines excretorischen Apparates,
sondern ein After, die Ausmündung des mit interradi-
alen Blindsäcken versehenen Euddarmes. Der Steinkanal
der Brisinga besitzt ein einfaches Lumen, wie der von
Echinaster, der auch sonst einige Annäherung an Bri-
singa zeigt. Die Cuticula ist besonders dadurch ausge-
zeichnet, dass sie von unverkennbaren Porenkanälchen für
den Durchtritt der Wimperhaare durchsetzt ist. Kiemen-
bläschen fehlen — doch das ist vielleicht das einzige Merk-
iu d. Naturgescli. d. nicd. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879, 525
mal, in dem Brisinga von den übrigen Ästenden völlig
abweicht, ein Merkmal überdiess, welches durcb die ausser-
ordentliche Zartheit des dorsalen Integumentes, besonders
an den Armen, physiologisch verständlich wird. Immerbin
mag unsere Form übrigens als Repräsentant einer eignen
Familie unter den Asteriden angesehen werden dürfen, wie
das Sars vorgeschlagen bat. Die von demselben gleich-
falls betonten Beziehungen zu gewissen paläozoischen For-
men scheinen dem Verf. dagegen in das Bereich kühner Ver-
muthungen zu gehören und einer haltbaren Begründung
völlig zu entbehren.
Haacke beschreibt „eine Abnormität am Darm von
Asteracanthion rubens" (Zoolog. Anzeiger Jahrg. IL S. 641),
welche darin bestand, dass dem Darmstücke des einen,
sonst durchaus normalen Armes die leberartigen Anhänge
fast gänzlich fehlten.
Nach den Beobachtungen Giard's sind die sechsar-
migen Exemplare von Asterias rubens zum grossen Theile
mit doppelten Steinkanälen versehen, die beide von einer
offenbar aus zwei Hälften zusammengesetzten Madreporen-
platle ausgehen. Verf. betrachtet derartige Thiere als
förmliche Doppelmonstra, während er da, wo nur ein ein-
ziger Steinkanal vorhanden ist, nur eine Polymelie sieht.
(Sur certaiues monstruosites de l'Asteracanthiou rubens,
Cpt. rend. T. 85. p. 973, 974.)
Derselbe berichtet (Bullet, scientif. dep. du Nord
T. II. p. 296—304), particularite de reproduction de certains
Echinodermes en rapport avec l'ethologie de ces animaux)
über die Lebensweise und die Brutpflege von Asterina
gibbosa, die dabei übrigens für eine locale Varietät der
A. cephea erklärt wird.
Ueber die Brutpflege antarctischer Asteriden vergl. man
Wyv. Thomson, voy. of the Challenger, Atlantic T. IL
p. 231—241, Fig. 47—49. Besonders interessant in dieser
Beziehung erwies sich Leptoptychaster kerkuelensis Sm. (s.
später) und Hijmenaster nohilis n. sp., von denen der erstere
seine Eier und Junge zwischen und unter den arcadenartig
einander zugeneigten Paxillen der Rückenfläche trägt, der
andere aber, wie Pteraster, in einem eigenen Brutraume.
526 Lcuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicheu Leistungen
Greeff behandelt (Sitzungsber. der Gesellsch. zur
Beförderung der Naturw. in Marburg, 1876. S. 34—37)
„die Entwicklung des Asteracanthion rubens vom Ei bis
zur Bipinnaria und Brachiolaria^' und ergänzt diese Mit-
tbeilungen später noch durch Zusätze, die theils (ebendas.
S. 83—85) die Parthenogenesis desselben, theils auch (eben-
das. S. 85—87 und 1879 S. 47—51) das Verhalten des
Keimbläschens und Keimfleckes, so wie die Entstehung
und Metamorphose des Mesoderms (1879 S. 51 u. 52) be-
treffen. Die erste Mittheilung ist vorzugsweise der Frage
nach der Entstehung der Larve gewidmet, die — wenn-
gleich laugsamer als in befruchteten Eiern — auch in sol-
chen vor sich geht, welche direct dem Ovarium entnommen,
vermuthlich also unbefruchtet sind. Ein vollgültiger Be-
weis für die Richtigkeit dieser Vermuthung wird freilich
nicht beigebracht. Verf. selbst hebt die Möglichkeit her-
vor, dass die Eier schon vor dem Ablegen, noch während
des Verweilens im Ovarium, befruchtet sein könnten. Und
diese Möglichkeit wird nicht bloss durch das analoge Ver-
halten gewisser Chaetopoden nahe gelegt, sondern gewinnt
— ganz abgesehen davon, dass weder Fol, noch Ludwig
die Parthenogenese zu constatiren vermochten — noch da-
durch an Wahrscheinlichkeit, dass Verf. in seiner letzten
Mittheilung gewisse der Furchung vorausgehende Vorgänge
beschreibt, die, wie er selbst bemerkt, mit der von Hert-
wig, Fol u. A. beobachteten Copulation eines männlichen
und weiblichen Kernes völlig übereinstimmen. Dass der
Spermakern von einem eingedrungenen Samenfaden ab-
stamme, wie Selenka und Fol das mit aller Bestimmt-
heit erkannten, hat Verf. freilich nicht nachweisen können :
er ist geneigt, die beiden Kerne als Ueberbleibsel des
Keimbläschens in Anspruch zu nehmen, das bei dem Ab-
stossen eines ersten und zweiten Richtungsbläschens, die
keineswegs fehlen, seiner Hauptmasse nach verloren gehe.
Auch der Keimfleck participirt an diesem Schrumpfuugs-
vorgange, obwohl Verf. eine Zeitlang der Meinung war,
dass er persistirc und den Eikern liefere. Nach Durch-
furchung des Dotters entsteht zunächst eine einschichtige
Keimblase, deren Höhlung mit gallertartigem Inhalt er-
in d. Naturgoscb. d. uied. Thierc währ. d. Jaliro 187G— 1879, 527
füllt ist, in die schon vor Bildung des Entoderms und
zwar allseitig ~ nicht blos, wie Verf. Anfangs glaubte,
von dem spätem Gastrulamunde aus — die Mesoderm-
zellcn einwandern. Das Endoderm bildet sich durch Ein-
stülpung an einer vorher verdickten Stelle, bleibt aber
immer in einem weiten Abstände von dem Ectoderm, allseitig
vom Gallertkern umgeben. Wenn dann die inzwischen
mit Wimpern besetzte Larve ihre Eihülle gesprengt hat,
bildet sich am Ectoderm eine zweite Verdickung und Ein-
stülpung, die schliesslich in die Entodermblase durchbricht
und damit den Darmtractus der Larve vervollständigt. Die
erste der durch Einstülpung entstandenen Oeffnungen ist
der After, die zweite auf der Bauchfläche gelegene der
Mund. An der erstem bildet sich Enddarm und Magen, an
der zweiten der Schlund. Sehr bald nach dem Durchbruche
des Darmkanales erhebt sich beiderseits von dem Magen
eine helle, mehr oder weniger kuglige Blase, die erste An-
lage des Wassergefässsystemes und des Rückenporus, wel-
cher der linken Blase augehört. Die Mesodermzellen,
welche nach Anlage des Darmapparates auch von dem
Entoderm sich ablösen, haben schöne Pseudopodien, welche
allmählich zu langen verästelten und anastomosirenden
Fäden werden und schliesslich, zu Strängen vereinigt, die
Muskulatur liefern. Wie die Muskeln, so nimmt aber auch
das ganze Kalkgerüste im Mesoderm seinen Ursprung.
Barrois untersucht die Entwicklungsgeschichte von
Asteriscus verruculatus mit Rücksicht auf das Verhalten
der Keimblätter und den Antheil, welchen dieselben au
der Bildung der Innern Organe nehmen. Wie von vorn
herein zu vermuthen, haben sich dabei mancherlei Abwei-
chungen von den Formen mit vollständiger Metamorphose
herausgestellt. Am auffallendsten ist das Verhalten des
Endoderms, das statt direct und mit ganzer Masse, wie bei
den letztern, in den Larvendarm sich zu verwandeln, der
später die Peritouealschläuche und das Wassergefässsystem
aus sich hervorbildet, zunächst einen weiten den Körper
des Embryo gleichmässig erfüllenden Sack darstellt, der
bei der Umformung des Embryonal leibes, bei der Entwick-
lung also des zweilappigen Bewegungsapparates, alsbald
528 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
in alle jene Organe sich auseinanderlegt. Darm und Peri-
tonealschläuche erscheinen Anfangs unter der Form dreier
neben einander liegender Blindsäcke, die, durch Einfaltung
des Entoderms entstanden, eine Zeitlaug noch mit der
entodermalen Auskleidung der Kriechlappen in Zusammen-
hang stehen. Nach der Abtrennung von den letztern bricht
der mittlere der Schläuche an seinem untern Ende nach
aussen durch. Es ist der Mund des spätem Sternes, der
auf diese Weise seinen Ursprung nimmt, dicht über der
hornförmig gekrümmten Anlage des Wassergefässsystemes,
die rasch um denselben herumwächst und mit ihren fünf
Aussackungen dann in die ersten Ambulacralanhänge aus-
wächst. Das Feld, welches dieselben umgeben, repräsen-
tirt die Bauchfläche des Seesternes, der freilich erst all-
mählich seine regelmässige definitive Form annimmt. Die
Vermehrung der Ambulacralfüsschen geschieht — und
ebenso verhält es sich auch bei den Echiniden — durch seit-
liche Sprossung, die vor dem unpaaren Endtentakel statt-
findet, wie die Segmentbildung des Wurmkörpers vor dem
Analringe. Die Skeletbildungen treten ausschliesslich im
Mesoderm auf, das sich schon bei der Differenzirung des
Entoderms als eine besondere Schicht nachweisen lässt.
Embryogenie de l'Asteriscus verruculatus, Journ. Anat. et
Physiol. 1879. p. 1—8. PI. I u. IL
Die nouvelles Archives du Museum d'hist. nat. enthalten
in dem ersten Bande ihrer zweiten Serie (1878. p. 1—108)
eine „Etüde sur la repartition geographique des Asterides"
von Perrier, in der dieser nach einer Darlegung der Be-
deutung und der Aufgaben derartiger Untersuchungen die
geographische Verbreitung zunächst der Familien, dann
der Genera und schliesslich der Arten behandelt. Unter
den vom Verf. aufgestellten sieben Familien ist nur eine
einzige, die der Astropectiniden, die, zugleich von allen die
artenreichste, über alle Meere, kältere so gut, wie wärmere
ziemlich gleichmässig verbreitet ist. Wohl giebt es auch
sonst kosmopolitische Familien, aber die Vertreter der-
selben leben mit besonderer Vorliebe, wie die der Aste-
riden und Echinasteriden, in den kältern, oder, wie die
der Linckiaden und Goniasteriden, in den wärmern Meeren.
i
in (\. Natnrgesch. d. niecl. Thierc währ. d. Jahro 187G— 1879. 529
Die wenig umfangreiclie Familie der Asteriniden ist
(mit Ausnahme des Gen. Asterina) nur in den warmen
Meeren zu finden. In den kältern Zonen wird dieselbe
von der gleichfalls nur kleinen Familie der Pterasteriden
vertreten. Was schliesslich die Familie der Brisingiden
betrifft, so enthält diese nur zwei Arten, die beide der
Tiefe des Atlantischen Oceaus angehören. Aehnliche Ver-
hältnisse wiederholen sich in Bezug auf die Verbreitung
der Genera, indem es solche giebt, deren Arten in allen
Meeren vorkommen, und andere, welche nur auf bestimmte
Gegenden beschränkt sind. Zu den erstem gehören na-
mentlich die Genera Asterias, Pentagonaster, Asterina,
Astropecten, zugleich von allen die artenreichsten, da sie
nahezu die Hälfte aller bekannten Species (210 von 445)
in sich fassen. Artenreichthum und geographische Ver-
breitung stehen überhaupt in einem unverkennbaren Zu-
sammenhange derart, das mit ersterm auch zugleich die
Ausbreitung zunimmt. Was die Verbreitungsbezirke selbst
betrifft, so sind die Gebiete der nordamerikanischen Ost-
küste und der europäischen Westküste scharf gesondert,
indem beiden nur die hyperboräischen Arten, sowie solche,
welche in grosser Tiefe leben, gemeinschaftlich zukommen.
Zahlreicher und ausgebreiteter sind die Beziehungen zwi-
schen der Ostküste Südamerikas und der Westküste Afrikas,
während dagegen zwischen der Ost- und Westküste Ameri-
kas, sowie zwischen dem Mittelländischen und dem Rothen
Meere keinerlei Gemeinschaft obw^altet. Unter Berück-
sichtigung aller dieser Umstände unterscheidet Verf schliess-
lich sieben faunistische Gebiete: ein arctisches, ein bore-
ales, celtisches und lusitauisches, dem auch das Mittelmeer
zugehört, ein nordamerikanisch-atlantisches, ein brasiliani-
sches und ein pacifisches, das übrigens, von allen räumlich
am ausgebreitetsten, wieder in eine Anzahl von Unterbe-
zirken zerfällt.
Die von AI. Agassiz in den Memoirs Mus. compar.
zoology Vol. V. N. 1 veröffentlichte umfangreiche Abhand-
lung über „North americau starfishes" (Cambridge, 1877,
136 Seiten in Quart mit 20 Tafeln) enthält in ihrem ersten
83 Seiten langen Theile einen hier und da durch Zusätze
530 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
vermehrten; sonst aber unveränderten Abdruck der schon
1864 veröffentlichten Entwicklungsgeschichte von Astera-
canthion berylinus und A. peilucidus (J.-Ber. 1864. S. 57),
die dem damals vorbereiteten fünften Bande der Contri-
butions nat. bist. United States von L. Agassiz als Ein-
leitung der Darstellung vom Bau der Echinodermen bei-
gegeben werden sollte, jener Zeit aber nur in engern
Kreisen Verbreitung fand, weil die Bearbeitung des be-
treffenden Bandes unvollendet blieb, und die Herausgabe
nicht erfolgte. Ebenso sind auch die prächtigen Kupfer-
tafeln, welche dem zweiten, die Hautgebilde amerikanischer
Seesterne behandelnden Theile des Werkes zugehöreu, be-
reits damals für die Contributions gefertigt worden. Was
AI. Agassiz an Text denselben hinzufügt, erscheint im
Wesentlichen als eine eingehende Erklärung der Kupfer-
tafeln, ist aber für die Morphologie des Echinodermen-
skeletes und die Kenntniss der spezifischen Unterschiede
im Skeletbau der einzelnen Arten und Familien um so
wichtiger, als dabei mehrfach Charaktere in Frage kommen,
welche bisher nur geringe Berücksichtigung gefunden haben.
Eingeleitet wird diese Darstellung durch einen Excurs über
die Homologieen der Echinodermen, die unser Verf. in
mancher Hinsicht anders auffasst, als solches gewöhnlich
geschieht. Er geht dabei von dem in seiner Larve eben
angelegten Echinoderme aus, das überall, wie er hervor-
hebt, sehr gleichmässig gebildet ist, indem es in allen Fällen
aus einer actinalen und abactinalen Hälfte besteht, von
denen die erste die pentagonale Rosette des Wassergefäss-
apparates enthält, während die andere eine centrale Platte
aufweist, in deren Peripherie fünf radiale und ebenso viele
intcrradiale Skeletstücke vorhanden sind. Während diese
Bildung im Wesentlichen nur bei den Crinoiden beibehalten
wird, breitet sich das abactinale Perisom bei den übrigen
Echinodermen allmählich immer weiter aus, bis es schliess-
lich den grössten Theil des Körpers mit den Ausstrahlungen
des Wassergefässsystems überwachsen hat. So ist es An-
fangs auch bei den Asteriden, indessen wird das Perisom
hier in der ventralen Mittellinie der Arme bald wieder re-
sorbirt. Auf diese Weise entsteht bei denselben die
in d. Naturgesch. d. nierl. Thicro wnhr. d. Jahrp 1876—1879. 531
Ambulacralfiirchc, von deren Rändern dann durch sporn-
artige Fortsetzungen, welche in die Tiefe hineinwachsen, erst
secundär die ambulacralen Skeletplatten ihren Ursprung
nehmen. Auch bei den Ophiuren geschieht die Bildung
solcher Arabulacralplatten, ohne dass dabei jedoch, wie
bei den Asteriden, die aus dem ventralen Armperisom her-
vorgehenden Interambulacralplatten in der Mittellinie re-
sorbirt werden. Die Häckel'sche Ableitung der Echino-
dermen von fünf mit einander verwachsenden Urwürmern
findet nach der Ansicht des Verf.'s weder in der Entwick-
lungsgeschichte noch in der Palaeontologie irgendwelche
Stütze. Bei der speciellen Darstellung des Skeletbaues
berücksichtigt der Verf. vornehmlich Asteracanthion beiy-
liuus, Echinaster sertus, Crossaster (Solaster) papposus,
Pycnopodia helianthoides, Brisinga, Linckia Guildingii,
Asterina folium, Asteropsis imbricata, Pentaceros reticulatus,
Solaster endeca, Cribrilla sanguinolenta, Astropecten arti-
culatus, Luidia clathrata. Für die Einzelnheiten verweisen
wir auf das Original, doch heben wir so viel hervor, dass
Solaster papposus und S. endeca nach der Bildung ihres
Skelets unmöglich demselben Genus zugerechnet werden
krmnen, indem ersterer mit Pycnopodia an Brisinga sich
anschliesst, letzterer aber mit Cribrilla den Asterinen zu-
zurechnen sein dürfte. Zum Schluss handelt Verf. noch
über die in regelmässiger Anordnung zwischen den Skelet-
platten gewisser Seesterne (besonders Luidia und Astro-
pecten) und an andern Stellen hinziehenden kleinen Sta-
cheln, die den Saumlinien der Seeigel verglichen werden
und gleich diesen dazu dienen sollen, das die Körperober-
fläche umfliessende Wasser zu sieben und die dasselbe ver-
unreinigenden Substanzen zurückzuhalten.
Wie Agassiz, so liefert auchViguier eine verglei-
chende Darstellung des Skeletbaues bei den Asteriden mit
gelegentlichen Rückblicken auf die Verhältnisse der ver-
wandten Echinodermen, besonders der Ophiuriden (Ana-
tomie comparee du squelette des Stellerides, Archives zool.
exper. T. VII. p. 33—250. PI. V— XVI). Aber schon der
Umfang der Arbeit lässt erkennen, dass dieselbe ihren
Gegenstand weit eingehender behandelt, als es bei Agassiz
532 Leuckari: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
geschehen ist. Sie besteht aus einem allgemeinen und
einem speciellen Theile, von denen der erstere nach einer
historischen Einleitung die Zusammensetzung und den mor-
phologischen Aufbau des Skelets im Ganzen behandelt,
der andere aber der Skeletbildung einer grössern Anzahl
typischer Formen (46 Arten) gewidmet ist. Es stellt sich
dabei die Thatsache heraus, dass die Eigenthümlichkeiten
derselben einen hervorragenden classificatorischen Werth
besitzen, nach der Ansicht des Verf. 's sogar das einzige
Mittel abgeben, die Geschlechter ihrer natürlichen Ver-
wandtschaft gemäss zu gruppiren. Bei der Darstellung der
beweglichen Skeletstücke werden ausser der Form und
Verbindungsweise überall auch die Muskeln in Betracht
gezogen. Natürlich handelt es sich für unsern Verf. vor-
nehmlich um das ambulacrale und adambulacrale, das inter-
brachiale und das orale Skeletsystem, doch findet daneben
auch die Bildung der Madreporenplatte, der Pedicellarien
und der isolirten Skeletstücke in den Füsschen und andern
Weichtheilen Berücksichtigung. Auf diese Weise erfahren
wir u. a., dass die Madreporenplatte von Heliaster aus
mehrern einzelnen Stücken sich zusammensetzt, und bei
einigen Arten Kalkkörperchen auch im Grunde der Ten-
takelrinne neben dem Nervenbande vorkommen. Das inter-
brachiale Skelet bildet nach unserm Verf. nur bei gewissen
(den sog. ambulacralen) Asteriden eine directe Fortsetzung
des Ambulacralsystemes, während es sonst eine eigene
Gruppe von Skeletstücken darstellt. Von besonderm Inter-
esse sind die Mittheilungen, welche Verf. über die Natur
des Mundskelets macht, und die morphologischen Be-
ziehungen, welche zwischen den einzelnen Theilen des-
selben und den übrigen Skeletsystemen obwalten. In allen
Fällen, so behauptet derselbe auf Grund seiner Unter-
suchungen, besteht das Mundskelet der Asteriden aus fünf
Mal so viel Stücken, als Arme oder Radien bei denselben
gefunden werden. Vier dieser Stücke sind paarweise vor-
handen und der Art angeordnet, dass die des einen
Paares am centralen Ende der Ambulacralrinne stehen und
niodificirte Ambulacralstücke darstellen, während die des
andern, die dazwischen gelegen sind, als Adambulacral-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 533
stücke aufzufassen sind. Das fünfte Skeletstück ist un-
paar und wird von Vi guier als Odontoplior bezeichnet.
Es soll für die Systematik von ganz besonderer Bedeutung
sein und liegt genau in der Trennungslinie zweier benach-
barter Arme, die es in zwei symmetrische Hälften theilt.
Wenngleich insoweit übereinstimmend, zeigt sich der Bau
dieses Mundapparates doch dadurch verschieden, als bald
die ambulacralen, bald auch die adambulacralen Stücke
nach Innen in die Mundöffnung hinein vorspringen. Den
ersten Fall (Asteracanthion) bezeichnet Verf. als den am-
bulacralen, den andern (Pentaceros) als adambulacralen
Typus. Nach diesen beiden Typen glaubt derselbe sogar
die ganze Ordnung der Asteriden in zwei Unterordnungen
bringen zu können, von denen die erste die Perrier'schen
Asteriden, Heliasteriden und Brisingiden, die zweite aber
sämmtliche übrigen Familien in sich einschliesst. Zu
den typischen Unterschieden gesellen sich daneben aber
noch andere, besonders solche, welche den Odontophor
betreffen, wie das aus der von unserm Verf. auf Grund
seiner Untersuchung entworfenen und dem Schluss unseres
Berichtes angehängten systematischen Uebersicht hervor-
geht. Bei den Ophiuriden glaubt Verf. den Odontophor
in den sog. Peristomalplatten wiederfinden zu können.
Selbst die Zähne der Echinen und Cassiduliden wurden
demselben als Homologon an die Seite gestellt. Aus der
beiläufigen Kritik der Häckel'schen Wurmtheorie, die
übrigens, wie Viguier nachweist, andeutungsweise schon
1837 von Duvernoy (später von Reichert) ausgespro-
chen wurde, ersehen wir, dass Verf. eben so wenig, wie
die Mehrzahl der übrigen Zoologen, geneigt ist, derselben
beizustimmen. Das oben erwähnte System unseres Verf.'s
schliesst sich der Hauptsache nach an Perrier an, wie die
nachfolgende Tabelle das nachweist:
Asteries ambulacraires. Bouche du type ambulacraire.
Pedicellaires pedoncules droits ou croises. Ambulacres le plua
ordinairement quadriseries.
I. Odontophore simple, ambulacres quadriseries.
Farn. I. Asteriadae.
A. Squelette dorsal reticule, bras ordinairement au nombre de
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. KK
534 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicben Leistungen
cinq, dix ou douze au plus, disque petit lorsque las bras
sont nombreux Asterias.
B. Squelette dorsal presque nul, bras au nombre de cinq.
Anasterias.
C. Squelette dorsal forme de pieces allongees transversale-
ment, imbriquees et disposees en series longitudinales.
Stichaster.
D. Squelette forme de plaques imbriquees aussi longues que
larges, peau nue Calvasterias.
E. Squelette dorsal presque nue, bras tres-nombreux.
Pycnopodia.
II. Odontophore resultant de la coalescence de deux pieces:
A. Ambulacres quadriseries F. II. Heliasteridae.
Un seul genre Heliaster.
B. Ambulacres biseries F. III. Brisingiäae.
a. Des pedicellaires droits et des pedicellaires croises, bras
nombreux Labidiaster.
b. Des pedicellaires croises seulement:
I. Dix ä douze bras Brisiuga,
II. Cinq bras seulement Pedicellaster.
Asteries adamJbulacraires. Bouche du type adambulacraire.
Pedicellaires sessiles, en pince ou valvulaires. Ambulacres presque
toujours biseries.
I. Squelette dorsal forme de pieces reticulees, minces, etraites et
imbriquees, et laissant entre elles des mailies au moins aussi
grandes que les ossicules constitutifs du reseau; pas de soutiens
ambulacraires F. IV. Echinasteridae.
A. Dents tres-petites, tronquees; odontophore simple, systemes
interbrachiaux reduits ä quelques pieces pres de l'angle des
deux faces du corps, pas de epicules dans les ambulacres,
bras ordinairement au nombre de cinq . T. 1. Echinasterinae.
a. Ossicules portant des mamelons pour l'insertion d'epines
isoclees Echinaster
b. Ossicules saus mamelons distincts pour l'insertion des
tres-petites epines qui les recouvrent dans toute leur
etendue , . . . . Cribrella
B. Dents petites, arrondies; odontophore etrangle lateralement;
pas de systemes interbrachiaux, pas de spicules dans les
ambulacres, bras au nombre de cinq . T. 2. Mithrodinae.
Un seul genre Mithrodia.
C. Dents petites, mais massives et pointues; odontophore ayant
des apophyses articulaires bien raarquees; systemes inter-
brachiaux puissants, rosettes de spicules dans les ambu-
lacres, grands pedicellaires valvulaires sur le bord des bras.
T. 3. Valvasterinae.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahro 187G— 1879. 535
Un seul genre Valvaster.
D. Denis tres-grosses, arrondies; odontophore ayant des apo-
physes articulaires et iine apophyse dorsale; systemes inter-
brachiaux tres-minces, triangulaires, ä somraet portant sur
Podontophore; pas de spicules dans les ambulacres; bras
uombreux T. 4. Solasterinae.
a. Ossiciiles dorsaux portant des piquants rayonnants; une
seale plaque madreporique Solaster.
b. Ossicules dorsaux ne portant chacun qu'une seule epine
tres-longue; plusieurs plaques madreporiques. Acanthaster.
II. Squelette forme d'ossicules arroudis ou quadrangulaires, dis-
poses en series longitudinales, au moins sur la face ventrale;
des soutiens ambulacraires F. V. LincTciadae.
A. Dents tres-petites; odontophore ä apophyses peu marquees;
systemes interbrachiaux en muraille souvent incomplete;
soutiens ambulacraires portant sur la premiere rangee ven-
trale; face ventrale des bras aplatie, formee au moins par
trois rangees longitudinales de plaques, entre lesquelles on
ne voit pas de pores tentaculaires :
a. Squelette dorsal n'affectant jamais sur les bras une regu-
larite absolue, au moins chez l'animal adulte, et n'etant
pas constitue par des ossicules sureleves; des spicules
dans les ambulacres Linckia.
b. Squelette dorsal des bras tres-regulier, constitue par les
ossicules sureleves et reunis en dessous par des pieces
connectives; pas de spicules dans les ambulacres.
Chaetaster.
B. Dents moyennes; odontophore ä apophyses bien marquees;
pas de systemes interbrachiaux; soutiens ambulacraires por-
tant sur la deuxieme rangee ventrale; face ventrale porifere:
a. Dents arrondies ; squelette dorsal tres-regulier ; bras
arrondis; spicules dans les ambulacres . . Ophidiaster.
b. Dents pointues; squelette dorsal irregulier; bras aplatis
en dessous; pas de spicules dans les ambulacres. Scytaster.
III. Dents aigues ; bouche presque fermee ; pas de soutiens ambula-
craires ; squelette formee, au moins sur la face ventrale, d'ossi-
cules disposes de maniere ä constituer une sorte de pavage;
des plaques marginales generalement bien distinctes.
F. VI. Goniasteridae.
A. Odontophore mince, et sans apophyses bien developpees;
pas de systemes interbrachiaux; pas de spicules dans les
ambulacres T. 1. Pentagonasterinae.
a. Pores tentaculaires sur la face ventrale . . . Froraia.
(A placer peut-etre ä la suite de ce genre . Metrodira.)
b. Pas de pores sur la face ventrale:
536 Leuckart: Boricht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
1. Plaques marginales indistinctes Ferdina.
2. Plaques marginales tres-distinctes :
a. Dents assez minces Pentagonaster.
b. Dents tres-fortes, grands pedicellaires valvulaires
sur les deux faces du corps . . . Hippasteria.
B. Odontophore massif ä apophyses tres-developpees, des sy-
stemes interbrachiaux, variables de forme, mais constants;
des rosettes de spicules dans les ambulacres.
T. 2. Gouiasterinae.
a. Plaques du squelette ventral portant chacune un grand
pedicellaire vulvulaire:
1. Squelette dorsal reticule ou forme de pieces arrondies;
systemes interbrachiaux fermant toute l'aire inter-
brachiale, et faisant saillie sur les deux faces du corps.
Anthenea.
2. Squelette dorsale reticule; systemes interbrachiaux en
arcs portant sur les odontophores, et non apparents
ä l'exterieur Goniaster.
b. Plaques squelettiques, dorsales etoilees . Goniodiscus.
(Place encore indeterminee Nectria.)
c. Squelette dorsal reticule ou forme d'ossicules allonges,
plaques ventrales couvertes de granules, avec parfois de
petits pedicellaires:
1. üne paire de plaques marginales ä l'extremite de
chaque bras Asterodiscus.
2. Corps epais, pentagonal, sans bras; plaques marginales
peu distinctes Culcita.
3. Cinq bras courts et gros; plaques marginales non
apparentes Choriaster.
4. Corps pentagonal, carenes branchiales presque nulles,
plaques marginales tres-distinctes . . . Nidorellia.
5. Bras bien distincts, presque toujours carenes; plaques
marginales dorsales peu apparentes . . Pentaceros.
6. Derme lisse, recouvrant entierement les ossicules sque-
lettiques qui sont tres-plats .... Gymnasteria.
IV. Dents grosses et arrondies, bouche largement ouverte; odonto-
phore massif ä apophyses peu developpees; des systemes inter-
brachiaux variables de forme; pas de soutiens ambulacraires ;
pas de spicules dans les ambulacres; ossicules du squelette
imbriques, arrondis ou disjoints ... F. VII. Ästeridinae.
A. Plaques marginales plus petites que les autres, ou tout au
plus egales:
a. Ossicules non imbriques, recouverts de piquants. Patiria.
b. Ossicules imbriques:
d. Naturgosch. d. nicd. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 537
1. Corps plus au moins coiivcxe, ä bras Ic plus generale-
meut courts et robustes Asterina.
2. Corps tres-aplati Palmipes.
c. Ossicules disjoints, peau nue Disastcriua.
B. Corps borde d'une double rangee de plaques marginales,
plus graudes que toutes Ics plaques dorsales et ventrales:
a. Ossicules dorsaux etoiles; plaques ventrales ne laissaut
pas d'espaces eutre elles:
1. Reticulation du dos a peu pres reguliere et hexa-
gonale Asteropsis.
2. Reticulation irreguliere, bras tres-marques.
Dermasterias.
b. Ossicules dorsaux en forme de rectangles ä cotes ecbau-
crees et ä angles arrondis; plaques ventrales ne se tou-
chant pas partout leur contour:
1. Corps pentagonal Porania.
2. Bras bien marques Ganeria.
V. Revetement dermique Supporte par des piquants rayonants
autour d'ossicules saillants du squelette. F. VIII. Pterasteridae.
Uu seul genre Pteraster.
(ä la suite duquel il faudra sansdoute en placer plusieurs d'autres.)
VI. Dents saillantes ä la surface ventrale, bouche largement ouverte;
pas de systemes interbracbiaux; des soutiens ambulacraires;
point d'anus; plaque ucellaire tres-developpee; ambulacres co-
uiques, squelette dorsal forme d'ossicules sureleves, sans dispo-
sition completement reguliere ... F. IX. Ästropectinidae.
A. Dents larges, plaques marginales verticales, tres-minces, et
ä crete saillante; face ventrale imbriquee; bras courts; ossi-
cules du dos ne formant pas de series regulieres. Ctenodiscus.
B. Dents minces, en lames; face ventrale constituee seulement
par les plaques marginales inferieures; bras allonges:
1. Plaques marginales ventrales seulement, ossicules du dos
formant trois ou quatre series regulieres sur les cotes
des bras Luidia.
2. Plaques marginales dorsales et ventrales, ossicules du dos
ne formant pas de series regulieres . . Astropecten.
VII. Dents triangulaires, pointues, ne faisant pas saillie ä la sur-
face ventrale et fermant presque completement la bouche; des
systemes interbrachiaux; pas de soutiens ambulacraires; un
anus; plaque ocellaire petite ; ambulacres munis de ventouses;
squelette dorsal forme d'ossicules sureleves ä disposition tres-
reguliere; des plaques marginales dorsales et ventrales, ces der-
nieres constituant toute la face ventrale. F. X Archasteridae.
Un seul genre Archaster.
538 Letickart: Bericht üb. d. wisseu schaftlichen LeistuDgeii
Ludwig, der sich die Deutung des Mundskelets bei
den Asterien und Ophiuren gleichfalls zur Aufgabe gemacht
hat, kann sich der Auffassung Viguier's nicht anschlies-
sen. Er unterwirft dieselbe (das Mundskelet der Asterien
und Ophiuren, Ztschft. für wissensch. Zoologie Bd. XXXII.
S. 672—688) einer eingehenden Kritik, und stellt ihr seine
eigne zur Seite, der entsprechend der Odontophor die erste
intermediäre Skeletplatte darstellt, und an Stelle der übrig
bleibenden zwei ambulacralen und zwei adambulacralen
Skeletstücke deren nur drei, zwei ambulacrale und ein
adambulacrales, in den Aufbau des Peristoms eingehen.
Ebenso wenig kann Ludwig in den Peristomalplatten der
Ophiuren das Homologon des Odontophors wiederfinden;
er sieht vielmehr die zehn, welche regelmässig vorhanden
sind, als die umgewandelten ersten Ambulacralstücke an,
und betrachtet die übrigen als accessorische Bildungen.
Bei Astrophyton und Ophiothrix sind die zehn Peristomal-
stticke übrigens paarweise mit einander verwachsen.
Die Entgegnung, welche Viguier (squelette buccal
des Asteries, Journ. zool. exper. T. VIII. p. I— IV) gegen
Ludwig 's Kritik veröffentlicht, dürfte kaum hinreichen,
die Frage, um die es sich hier handelt, endgültig zu ent-
scheiden.
Der inzwischen (Archiv, zool. exper. T. V. p. 1—104
und 209—309) in extenso erschienene zweite Theil der
Perrier'schen „Revision de la collection des Stellerides
du Museum d'histoire naturelle,^' den wir nach einer vorläu-
figen Mittheilung des Verf s. bereits in unserm letzten Be-
richte anziehen konnten, enthält die Bearbeitung der Go-
niasteriden, Asteriniden, Astropectiniden und Pterasteriden.
Die Behandlung des Materials ist durchaus die gleiche,
wie in dem ersten Theile: die Beschreibung der Arten
stützt sich überall auf eigne, sorgfältige Untersuchung, die
Synonymie ist vielfach berichtigt, die Nomenclatur von der
bisher bei uns üblichen häufig, wenn auch vielleicht nicht
immer in glücklicher Weise, verändert. Nachdem wir bereits
in unserem früheren Berichte gar Manches, was hierauf Bezug
hat, angezogen, dürfen wir uns unter nochmaligem Hinweise
auf den Werth, den die Arbeit unseres Verf s. für systema-
111 d. Naturgescb. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 539
tische und diagnostische Zwecke besitzt, damit begnügen,
die neu von demselben charakterisirten Arten namhaft zu
machen. Hieher: Pentagonaster Gunnii Austral., P. mini-
mus Fundort unbek., P. dilatatus Neu-Seeland, P. gihhosiis
von unbek. Herkommen, P. mirabilis Smyrna, P. granulo-
sus Austral., Goniodiscus rugosus unbek. woher, G. forficu-
latus Migupou, Pentaceros nodulosus Austral., P. alveolatus
NeuCaled., Änthenea Grayi Fundort unbek. (= Hosia fla-
vescens Gr. p. p.), Ggmnasteria valvidata Lord Hoods-Ins.,
Disasterina (n. gen.) abnormalis Neu-Caled., Asterina
Gayi Valpar., A. pusilla Talkahuano, A. fimhriata Ile Bour-
bon, A. novae Zelandiae, A. Wesseli Barbados, A. granu-
losa Sandw. Ins., A. squamata Seneg., A. stellaris Vaterl. ?,
A. (Nepanthia) Belcheri ebenso, A. (Nep.) brevis Prince of
Wales Str., Ghaetaster nodosus Guadel., Luidia elegans
Florida, L. variegata Mündung des Missisippi, Archaster
echinulatus Barbad., Astropecten arenarius Vaterl. unbek.;
A. Bussumieri ebenso, A. Richardi Cayenne, A, alatus
unbek. woher, A. spatuliger Nicaragua.
In Anschluss an diese Revision macht Verrill (note
on some of the starfishes of the New-England. Coast, Ame-
ric. Journ. Vol. XL p. 116 — 120) auf die grosse Variabili-
tät aufmerksam, welche die Seesterne und besonders die
Arten des Gen. Asterias darbieten und die Artunterschei-
dung in hohem Grade erschweren. Auf diese Weise findet
es denn auch seine Erklärung, dass Perrier aus den
zwei häufigsten nordamerikanischen Asteriasarten nicht
weniger als fünf verschiedene Species gemacht hat, die
natürlich nicht beibehalten werden können. Unser Verf.
erkennt — von A. (Leptasterias) littoralis Stimps. abge-
sehen — deren, wie gesagt, nur zwei an: eine nördliche
Form, A. vulgaris St. (=^ A. Stimpsoni, A. Fabricii und
A. pallida Perr.) und eine mehr südliche, A. Forbesi Des.
(= A. berylina und k. arenicola Perr.), deren diagnostische
Unterschiede besonders bei Vergleichung der Pedicellarien
und der Ambulacraldornen hervortreten.
Weiter veröffentlicht Perrier (x4nn. and Mag. nat.
history Vol. XVII. p. 34—36) „diagnoses of new species
of Asteridae and Linckiidae in the british Museum", mit
540 Leuckart: ßüricht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
folgender Bezeichnung: Ästerias Budolphi Raoul-Isl., Ä.
rarispina Cap d. g. H., Ä. Vancouveri Vancouv. Isl., Ä.
nuda Torres-Str., Ä. capensis Süd-Afrika, Ä. siniisoida
Vandiemens-Land, Ä. Gunninghami Magelhaens-Str., Ä. me-
ridionalis unbek. woher, Scytaster gomophia Neu-Caledonien,
Sc. obtusus Philippinen. Asterias Buglasi Peru ist einer
angehängten Notiz zufolge nur eine Varietät der anschei-
nend sehr polymorphen A. polaris.
Unter dem Namen Forcelianaster coeruleus be-
schreibt Wyv. Thomson in der Reise des Challenger (T. I.
p. 178. Fig. 97) — ausser Hijmenaster nohilis n. (s. o. S.
525) — einen zumeist mit Ctenodiscus verwandten kleinen
Seestern des Golfstromes der Südsee, der sich vorzugs-
weise dadurch auszeichnet, dass die zwei ersten Randplat-
ten der Interradien mit regelmässig in Verticalreihen an-
geordneten Schuppen bedeckt sind.
M. Sars giebt in der Fauna littor. Norveg. (Heft III.
p. 65 — 75. PL VIII) Beschreibung und Abbildung zweier
neuer nordischer Seesterne, des Pteraster midtipes und des
Goniaster Jiispidus.
Danielssen und Koren beschreiben in ihrer Ab-
handlung über die Asteriden der norwegenschen Nordmeer-
expedition (1. c. p. 58—77) Solaster affinis Brdt., Archaster
tenuispinis Dub. et Kor., A. Parelii Dub. et Kor. Var.
longobrachialis, Astropecten pallidus n., Hymenastcr pellu-
cidus Wyv. Th.
Unter den von Stuxberg in Novaja Senil ja aufge-
fundenen Asteriden (Ofvers kgl. vetensk. acad. forhandl.
1877. Nr. 3. p. 31 und 32) wird als neu erwähnt: Solaster
tumidus und Asterias panopla.
Als Micrasterias (n. gen.) foliacea beschreibt Jul-
lien im Bullet. Soc. zool. de France (T. III. p. 141) einen
vcrmuthlich in der Adria lebenden Seestern, der von der
sonst nahe verwandten Asterias glacialis dadurch abweicht,
dass seine Randplatten mit einer membranösen Fortsetzung
versehen sind, welche die in einfacher Reihe stehenden
conischen Randdornen in sich cinschliesst.
Gas CO beschreibt aus dem Mittelmeere als neu (1. c.
p. 7) Ophidiaster Lessonae, Aster opsis capreensis^ Aster iscus
Pancerii.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wälir. d. Jahre 1876—1879. 541
Asterias rupicola n. sp. aus Kergueleiisland, Verrill,
Bull. U. St. nat. Mus. III. p. 71.
Ebendaher beschreibt Smith (Philos. Transact. Vol.
WS. p. 272—278, Ann. nat. bist. Vol. XVII. p. lOG ff.)
als neu : Ästerias Perrieri, Pedicellaster scaber, EcJdnaster
spicidifer^ Fteraster affinis, Porania antarctica^ Pentayona-
ster meridionalis, Leptopty chaster (n. gen.) herguelensis.
Das letzterwähnte zumeist mit Luidia verwandte neue
Genus wird charakterisirt, wie folgt:
Leptoptycliaster^mith.. Discus quinque-radiatus, deprossua;
radii modice longi; superficies dorsalis fasciculis spinarum nüuuta-
rum peduuculatis coufertim obsita; radii serie iiuica laterali tesscUa-
rum tenuium transversarum lamelliformium usque ad ambulacra vix
prodiictarum muuiti, serieque altera fasciculorum spiuarum ininuta-
rum (fasciculis unicis cum tessellis ordinale dispositis) iuter tessellas
et ambulacra interposita; tesselia madreporiformis super marginem
in aiigulo interradiali locata.
Studer findet (ßerl. Monatshefte a. a. 0. S. 457) auf
den Kerguelen u. a. auch den von Loven aus unsicherm
Fundorte beschriebenen Labidiaster radiosus. Da die grös-
sern Arme sich leicht und zum Theil, wie es scheint, frei-
willig ablösen, trifft man fast nur Exemplare mit ungleich
entwickelten Radien. Verf. vermuthet, dass die Ablösung
zum Zwecke der Fortpflanzung geschehe, da die Eier nach
der Reife in die Leibeshöhle fallen und durch die Wunde
ihren Ausgang finden. Von neuen Arten führt Verf auf:
Asterias moUis, Othilia sexradiata, Porania magellanica,
Astropecten meridionalis.
Als Tremaster n. g. charakterisirt Verrill (Proc.
U. St. nat. Mus. 1879. IV. p. 201) einen neuen Seestern
mit folgender Diagnose:
Body thin, pentagonal, the rays united by a thin interradial
web exteuding to their tips. Five interradial openings, situated
toward the centre of the disk, pass directly through to the lower
side, where they open at the aboral side of the yaw-plates. Ambu-
lacral grooves wide toward the mouth. Suckers in four rows. Upper
surface covered with imbricated flat plates, which may bear granu-
les and marginal spinales. Lower surface with small imbedded
plates bearing spines. Tr. mirabilis Nordostküste von America.
Ausserdem beschreibt derselbe (ibid.) weiter noch
als neu Porania spinulosa von gleichem Fundort.
542 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Asteracanthion palaeocrystallus n. sp. Discovery-Bay,
Dune an und Slaclen, Ann. nat. liistor. Vol. XX. p. 455.
Leptasterias Harthii n. sp. Brasil. Rathbun 1. c. p. 145.
Ästerina borealis n. sp. Verrill, Golf of Maine (Amer.
Jouru. Vol. XVI. p. 213).
Weiter beschreibt derselbe als neu (ibid. p. 371—
373) Ästerina pygmaea, Porania grandiSy Ärchaster Florae^
alle drei von der nordamerikanischen Ostküste.
Ebenso Solaster Earllii n. sp. Verrill ibid. Vol. XVII.
p. 473.
Goniodiscus gramdifer n. sp. von unbekanntem Fund-
ort, zunächst mit G. conifer Moeb. und G. armatus Gray
verwandt, Giebel, Hallische Ztschft. für Naturw. 1878.
p. 471-474.
Aus Korea beschreibt Sladen (Journ. Linnaea soc.
Vol. XIV. p. 424-432. PI. VIII) als neu: Ästropecten for-
mosusj Cribrella densispina^ Asteracanthion ruhens var.
migrata.
Grube erwähnt (Sitzungsber. der schles. Gesellsch.
f. r. C. 1876. naturw. Sect. S. 28) einer vermuthlich neuen
Luidia (L. chefooensis Gr.) aus dem nördlichen China.
Ophiurida.
Die Mittheilungen, welche Teuscher — nach Unter-
suchungen vorzugsweise an Ophiothrix fragilis - über
den Bau der Ophiuren macht (Beiträge zur Anatomie der
Echinodermen, II Ophiuren, Jenaische Ztschft. für die
Naturw. Bd. X. Supplem. S. 263-280. Tab. VIII) beziehen
sich fast ausschliesslich auf den Gefässapparat und das
Nervensystem. In Betreif des erstem berichtigt Verf. zu-
nächst einen Irrthum Müller's, der darin besteht, dass
dieser das ambulacrale Längsgefäss der Arme übersehen
und in einem mehr oberflächlich gelegenen weiten Kanäle
gesucht hat, den Verf. wegen seiner Beziehung zum Ner-
vensystem als Nervengefäss bezeichnet. Beide bilden im Um-
kreis des Mundes je einen Gefässring. Dieselben sind aber
namentlich dadurch verschieden, dass der letztere mehr nach
innen gelegen ist und den Nervenring in sich einschliesst.
iu d. Naturgesch. d. niod. Thiere währ. d. Jahro 187G -1879. 543
Nach unserm Verf. bildet dieses System der Nerveugefässe
den eigentlichen Blutapparat. Die Nervengefässe des Ar-
mes entsenden an den einzelnen Wirbeln je ein Paar Ge-
fässbögen, welche nach dem Rücken zu emporsteigen und
hier, wie in den Seitentheilen der Arme, durch Längscom-
missuren unter sich vereinigt sind. Auch die Skeletstücke
und Stacheln sollen von diesem Apparate aus mit Zweigen
versorgt werden. Rückengefäss und Seitengetass ergiessen
sich unmittelbar in die Leibeshöhle. Bei Ophiothrix be-
steht auch eine directe Verbindung der Nervengefässbahn
mit der Aussenwelt und zwar mittels eines Kanales, wel-
cher auf der Ventralseite frei in den Mundecken ausmündet.
Die Arten mit Polischer Blase entbehren dieser Oeffnungen;
an Stelle derselben aber findet sich eine Verbindung des
Canales mit der Leibeshöhle. Was Verf. als Ambulacral-
nerv beschreibt, ist übrigens keineswegs dasselbe Gebilde,
welches Lange (S. 518) als solchen in Anspruch nimmt,
sondern entspricht dem „Längsbande", welches nach Letz-
term erst seinerseits das Nervensystem tragen soll. Verf.
findet denselben nach seinem histologischen Bau mit dem
Ambulacralnerven der Comatuliden vollständig überein-
stimmend und statuirt nur insofern einen Unterschied, als
ersterer aus zwei gesondert neben einander hinlaufenden
Hälften besteht, welche durch einen in der Mitte entlang
ziehenden runden Strang von einander getrennt sind.
Ludwig corrigirt in den Nachrichten der königl.
Gesellsch. der W. zu Göttingen (1878. Nr. 6) unsere bis-
herigen Ansichten von den Geschlechtsorganen der Ophiu-
riden, die bekanntlich dahin gingen, dass die Genitalpro-
ducte in die Leibeshöhle gelangten und von hier aus durch
die Genitalspalten nach Aussen gebracht würden. Er sieht,
wie an den Rand einer jeden Genitalspalte ein dünnhäuti-
ger Sack sich ansetzt, der in die Leibeshöhle eindringt,
am hintern blinden Ende sich in mehrere Zipfel auszieht
und die Oeffnungen der einzelnen Genitalschläuche in sich
aufnimmt. Da die Bildung dieser Bursae beiden Ge-
schlechtern gleichmässig zukommt und schon vor der Ge-
schlechtseutwicklung vollendet ist, die Einmündungen der
Genitalschläuche auch nahe der Spaltöffnung sich finden.
544 Leuckart: Bericht üb. d. xvissenscliaftlichGn Leistungen
SO meint Verf. den betreffenden Bildungen noch ausser
den Beziehungen zu dem Geschlechtsleben eine weitere
Bedeutung beilegen zu müssen. Er vermuthet in ihnen
Respirationsorgane, obwohl er einstweilen — bei Spiritus-
präparaten — weder Wimperhaare, noch sonst Einrichtun-
gen zum Wasserwechsel an ihnen nachzuweisen im Stande
war. Wo eine Vermehrung der Genitalspalten auf vier in
jedem Interradius stattgefunden hat (Ophioderma), finden
sich übrigens, wie sonst, nur zwei Bursae, indem die
hinter einander liegenden zwei Spalten beide in dieselbe
Bursa hineinführen. In diesen Bursae glaubt Verf. auch
das Homologen der bei Pentatremites vorkommenden sog.
Hydrospiren gefunden zu haben, die nach Rose und Bil-
lings gleichfalls als Säcke zu betrachten sind, welche
mit ihrer gefalteten Innenwand in die Eingeweidehöhle
hineinragen und nach aussen durch eine Reihe hinter ein-
ander gelegener Poren ausmünden. („Die Bursae der Ophiu-
riden und deren Homologen bei den Pentatremiten.")
Die hier in ihren wesentlichen Resultaten angezoge-
nen Beobachtungen hat Ludwig später in ausführlicher
Weise mitgetheilt und zusammen mit andern Untersuchun-
gen, welche die vergleichende Anatomie des Arm- und
Mundskeletes der Ophiureu betreffen, in der Zeitschft. für
wissensch. Zool. (Bd. XXXI. S. 346-394. Tab. XXIV--
XXVII), sowie in den Echinodermenstudien (a. a. 0. S.
241 ff.) unter dem Titel; „Beiträge zur Anatomie der
Ophiuren" veröffentlicht. Die neuerdings mehrfach (von
Gaudry und Lyman) bezweifelte Homologie der Wirbel
mit den gleichnamigen Skeletstücken der Asteriden scheint
dem Verf. eben so unzweifelhaft, wie die der Seitenschilder
mit den Ambulacralstücken. Die Verschiedenheiten, die darin
sich ausdrücken, dass der bei den Ophiuren zum Füsschen
gehende Wassergefässzweig zum grossen Theil im Innern
der Wirbelsubstanz liegt, und die (ampullenloseu) Füsschen
auf der Ventralseite der Wirbel selbst aufsitzen, erklären
sich, sobald man annimmt, dass, wie Verf. das wahrscheinlich
macht, die Wassergefässzwcige mit ihren Füsschen ursprüng-
lich zwischen zwei Wirbeln gelegen waren und erst secun-
där durch Umwachsung von Seite des hintern Wirbelendes
in (\. Naturgeach. d. ninrl. Thiero währ, d. Jahrp 1876 — 1879. 545
ihre spätere Lagerung gefniuleu haben. Die Bauchschilder
hält Verf. (mit Joh. Müller) für eigne, sonst bei den
Seesternen fehlende subambulacrale Stücke. Im Bereiche
der Scheibe verhalten sich die Wirbel mitsammt den Sei-
tenplatten und Bauchplatten ganz wie an der Wurzel der
Arme, aber am Peristom erfahren dieselben eine Umbil-
dung, in Folge deren das Mundskelet der Ophiuren zu
Stande kommt. Es sind, wie Verf. des Nähern nachweist,
zwei Paare von Ambulacralstücken mit den zugehörigen
Adambulacral- und Subambulacralstücken, welche das Mund-
skelet derart construiren, dass die erstem zu Peristomal-
platten und ambuiacralen Mundeckstttcken werden, die Ad-
ambulacralstücke beider Wirbel aber die interambulacralen
Mundeckstücke so wie die Seitenmundschilder, und die
Subambulacralstücke derselben die obern und untern Bauch-
schilder liefern. Das Mundschild, welches stets einfach ist,
lässt sich nicht auf Theile des Armskelets zurückführen,
sondern kann der ersten intermediären Interambulacral-
platte der Asterien gleichgestellt werden. Der auf das
Mundskelet folgende (dritte) Wirbel zeigt gleichfalls schon
gewisse Besonderheiten, die sich zum Theil auch — ein
sicherer Beweis für die Homologie der Ambulacralstücke
bei Ophiuren und Asterien — bei Brisinga vorfinden.
In dem schon oben angezogenen Aufsatze über „das
Mundskelett der Asterien und Ophiuren" (Ztschft. für wiss.
Zool. Bd. XXXII. S. 672—688) vertheidigt Ludwig diese
Auffassung des Mundskelets bei den Ophiuren gegen die
abweichende Deutung Viguier's, der in den Peristomal-
platten derselben seinen Odontophor wiederzuerkennen
glaubt, und macht dabei neue Angaben über die Skelet-
bildung des Mundes (besonders die Mundschilder Mül-
ler's und Troschel's). Die Mundschilder, die nirgends,
weder bei lebenden, noch — trotz der abweichenden An-
gaben Pohlig's — fossilen Ophiuren paarig sind, erklärt
Verf. schliesslich für homolog mit den Oralplatten der
Crinoiden und den Genitalplatten der Echinoiden, wie das,
für die erstem wenigstens, auch schon von dem Jüngern
Gar p enter geschehen ist.
Schliesslich entnehmen wir einer vorläufigen Notiz
546 Lemckart: Bericht ül3. d. wissenschaftlichen Leistung-eu
von Ludwig (Zool. Anzeiger Jahrg. IL S. 541) die weitere
Mittheilung, dass das Blutgefässsystem und die Perihae-
mah'äume bei den Ophiuren in derselben typischen Weise
ausgebildet sind, wie bei den Asterien und Echinoideen.
Auch sie besitzen einen bisher übersehenen aboralen Blut-
gefässring, welcher Zweige zu den Genitalorganen abgiebt
und durch ein dem Steinkanale angelagertes Herzgeflecht
mit dem oralen Ringe in Verbindung steht. Die Gestalt
desselben ist insofern eine ungewöhnliche, als er mit fünf
nach dem Centrum zu gerichteten tiefen Einbuchtungen
versehen ist, die nach der Ventralseite herabsteigen und
mit ihren Umbiegungsstellen dicht über den Mundschilderu
liegen. Durch ihre Beziehungen zu diesem Gefässringe und
zum Steinkanale ergeben sich letztere als die Homologa
der Genitalplatten bei den Echinoiden und Asteriden. Die
früher vom Verf. vertretene Ansicht, der zufolge die erste
intermediäre Skeletplatte (Odontophor) der Asterien dem
Mundschilde der Ophiuren entspreche, lässt sich somit
nicht länger festhalten. Dafür aber muss jetzt das peria-
nale Feld der Echiniden dem gesammten Perisom der
Ophiurenscheibe mit Ausnahme der Arme und der Mund-
schilder homologisirt werden.
Die Zahl der sog. viviparen Ophiuren wird, wie wir
weiter unten sehen werden, besonders durch Studer's
Beobachtungen an antarctischen Formen nicht unbeträcht-
lich vergrössert. Wyv. Thomson giebt (Atlantic T. IL
p. 242. Fig. 50) von einer dieser Arten, der Ophiocoma (?)
vivipara Ljungm. (= 0. didelphis Wyv. Th.), eine Abbil-
dung mit Jungen auf der Scheibe.
Siraroth handelt eingehend über die „Anatomie und
Schizogouie der Ophiactis virens" (Ztschft. für wissen-
schaftliche Zoolog. XXVII, S. 417—485. Taf. XXXI—
XXXV. Nachtrag S. 554—506 und Bd. XXVIIL S. 556—
560. Taf. XXII— XXV). Die Bedeutung der Arbeit liegt
in dem Versuch, die Neubildung des kleinen, sich durch
Thcilung vermehrenden Schlangensternes möglichst auf
mechanische Grundlagen zu stützen. Für diesen Versuch
die Basis zu gewinnen, ist im ersten Theile die Anatomie
behandelt, bei der Kleinheit des Thieres nicht ganz ohne
in d. Natiirgesch. d. niod. Thiore währ. d. Jahro 1876 -1R79. 547
Fehlgriffe. Zuerst schildert Verf. das Skelet, inneres wie
äusseres, wobei namentlich die Thatsache betont wird,
dass die Mundeckstücke, da sie mit doppelter Durchboh-
rung für zwei übereinander gestellte Tentakel verschen
sind, durch Längstheilung zweier verschmolzenen Wirbel
entstanden zu sein scheinen, indem die übrigen Wirbel
je nur ein Tentakel paar tragen. Die Histologie umfasst
Cuticula, Kalktheile, Zellgewebs- und Bindegewebsfasern,
an welche letztere eine eingehende Beschreibung der
Bänder sich anschliesst. An den Armen kommen nur
Intervertebral- und Stachelmuskeln vor, welche die Stacheln
aufrichten, das Niederlegen aber den elastischen Bändern
überlassen. Einen grösseren Muskelreichthum entfaltet die
Scheibe, deren Mundeckstücke durch zwei zwischen Was-
sergefäss und Nervenband eingeschaltete Muskeln gegen
einander bewegt werden. Der Magen bildet einen rund-
lichen, plattgedrückten Sack, dessen lange Cylinderepithel-
zellen sich häufig zu Zotten erheben (und nach der Zeich-
nung Fig. 31 auch wohl zu verdauenden Syncytien ver-
schmelzen). Was Verf. über die Genitalien mittheilt, geht
über die ältere, inzwischen durch Ludwig und Lyman
berichtigte Darstellung nicht hinaus. Aehnlich ist die
Schilderung der Blutgefässe hinfällig geworden, da das,
was bisher als solche galt, inzwischen von Ludwig als
Perihaemalsystem erkannt wurde. Das Herz wird in dem
weiten Schlauche gesucht, der nach der Müll er-Tro sehe T-
schen Darstellung den Steinkanal bildet. In Wirklichkeit
umschliesst derselbe (zusammen mit einer Poli'schen Blase)
den engen Steinkanal, der, obwohl er in der Madreporenplatte
mannichfach sich erweitert, doch nur mit einem einfachen
Porus ausmündet. Im Anschluss daran wird der frei in's
Leibesinnere hängende Schlauch der Holothurien, den der
Entdecker Grab er zunächst als zweifelhaftes Organ be-
zeichnete, gleichfalls als Herz gedeutet, womit auch Gra-
ber später übereinstimmt. Ausser den Poli'schen Blasen
(öfters auch denselben verbunden) hängt am Wasser-
gefässring in jedem Interradialraum noch eine grössere
Anzahl langer Blindschläuche, welche den braunen, drüsigen
Körperchen der Seesterne homologisirt werden. An den
548 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ambulacralen Wassergefässen unterscheidet Verf. einen
senkrecht zwischen den Mimdeckstücken aufsteigenden
Abschnitt und einen horizontalen, der sich bis zur Arm-
spitze verfolgen lässt. Ersterer versorgt die beiden Paare
der Mundtentakel, letzterer sendet in jedem Wirbel einen
Ast senkrecht nach oben, der sich in zwei Zweige gabelt,
die nach einem schlingenförmigen Verlaufe, den Bogen
nach der Scheibe gerichtet, in die Tentakel einmünden.
Nach der Armspitze zu verkürzen sich die Schlingen, und
schliesslich sitzen die Tentakel fast direkt rechts und
links dem Stammgefässe auf. Das im allgemeinen mus-
kellose Wassergefäss hat zwischen je zwei Wirbeln eine
Ringmuskelschicht, den Inhalt mit seinen kernlosen Kör-
perchen in die Saugfüsschen hineinzupressen. Das Ner-
vensystem folgt in seiner Anordnung dem Wassergefäss.
Der Mundring ist allerdings enger und weniger zu einem
Polygon erweitert. Der peripherische Theil zerfällt eben-
falls in einen hier schräg aufsteigenden und einen horizon-
talen Abschnitt. Letzterer, ein breites dickes Band, schwillt
über jeder Armbauchplatte zu einer schwachen Verdickung
an, ohne dass die histologischen Elemente von denen der
dünneren Verbindungsstellen verschieden wären, üeberall
erkennt man eine äussere (untere) Kern- und eine innere
(obere) Faserschicht, in der sehr zarte längsgestreckte
bipolare Ganglienkugeln sichtbar werden. Die obere fa-
serige Hälfte des Bandes zerfällt in einen medianen und
zwei Paar seitlicher Stränge, von denen die äusseren die
Tentakel versorgen. Diese haben nur eine einschichtige
Längsmuskellage und sind, nach der Armspitze abnehmend,
rings dicht mit langen Epithelialwarzen bedeckt. Die
Spitze trägt einen kugligen Endknopf. Der unpaare
Endfühler ist von seinen Nachbarn nicht verschieden.
Als Sinnesorgane werden lediglich die Tentakel in An-
spruch genommen. — Im zweiten Theile (Schizogonie) con-
statirt Verf. zunächst die Thatsache, dass die Fähigkeit,
Arme zu regeneriren, allen See- und Schlangensternen
zukommt. Die Neubildung verläuft in derselben Weise,
mögen blosse Armspitzen oder ganze Arme zur Regenera-
tion kommen. An den Stümpfen übernimmt die sich herab-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 549
biegende Rückenhaut den Wundenverschluss und Vernar-
bung, während die Rölircnorgane der Bauchfläche es sind,
von denen die Erneuerung ausgeht. Der Hauptuntersehied
zwischen neugebildeten Armspitzen und jungen Armen
liegt darin, dass die erstem, die viel später zur thätigen
Theilnahme an den Lebensäusserungen gezwungen werden,
auch Muskulatur und Skeletgliederung erst später zur
Ausbildung bringen. Hautkiemen und Pedicellarien ent-
stehen aus denselben soliden Integumentwucherungen. Von
Grund aus neu gebildete Arme entbehren bei den Asteriden
nicht selten der Leberschläuche. Es findet sich das jedoch
um so seltener, je länger Magenwand und Rückenhaut
nach dem Zerreissen zusammenklebten. Aus diesem Grunde
pflegen denn auch da, wo mehrere Arme regenerirt werden,
meist nur die beiden äussersten leberlos zu sein. Bei Astera-
cauthion haben die jungen Arme interessanter Weise zu-
nächst nur zwei Füsschenreihen, die dann erst allmählich
zu vier sich zusammenschieben. Da bei Ophiactis Thiere
jeden Alters oder jeder Körpergrösse in Regeneration ge-
funden werden, kann die Theilung hier unmöglich unter
dem Gesichtspunkte eines Generationswechsels aufgefasst
werden. Dabei wird übrigens auf Grund gelegentlich
beobachteter zweiarmiger Hälften angenommen, dass die
Thiere ursprünglich mit nur fünf Armen versehen sind.
Nach der Theilung werden sie durch die Bildung von drei,
bezw. vier jungen Armen stets sechsarmig; spätere Thei-
lungen zerlegen das Thier immer in zwei gleiche Hälften,
gleich wenigstens in Bezug auf die Armzahl. Im Uebrigen
werden die Organe, welche in der Theilungsebene liegen,
Magen, Darmgefässe, Nerven, Rückenhaut etc., sehr unre-
gelmässig zerrissen, so dass z. B. der einen Hälfte bald
zwei, bald drei, bald auch vier Poli'sche Blasen zufallen.
In der Bruchfläche erfolgt alsbald Vernarbung, indem die
beiden Mesenterialblätter, das des Darmes und das der
Haut, verschmelzen, Magen aber und Rückenhaut verkle-
bend die äussere Decke bilden, wobei sie im Falle allzu
spärlicher Erhaltung durch Hautwucherungen noch unter-
stützt werden. Dadurch, dass die beiden Seitenarme sich
einander entgegenbiegen, kommt eine Art Mundverengerung
Arohiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. LL
550 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
oder Mundverschluss zu Stande. Wenn das Thier nun aber
in diesem Zustande nicht verharrt, sondern zu der frühern
Radiärform zurückkehrt, so kann der Grund davon allein
in einer inneren Gleichgewichtsstörung gesucht werden.
Verf. denkt hier zunächst an die radiäre Anlage der commu-
nicirenden Röhrenorgane, vor allem des Wassergefässsy-
stems. Ein an den Enden blind geschlossener, verklebter
Halbkreis, mit drei Armstämmen und mehreren Poli'schen
Blasen, an den ersteren mit der ganzen Reihe der Füss-
chenpaare, muss bei jeder Körperbewegung, die fast allein
durch Flüssigkeitsverschiebung innerhalb des communici-
renden Systems geleistet wird, einem fortwährenden leb-
haften inneren Wanddruck ausgesetzt sein, der rings sich
ausgleicht, an den beiden blinden Enden aber in der
Bruchfiäche gewissermassen sich verfängt. Diese Enden
werden dadurch zunächst erweitert und bald durchbrochen,
indem sich eine reiche Masse angehäufter Lymphzellen in
dem Bogen über dem Munde zwischen dem Mesenterium
und der Verschmelzungslinie von Magen und Rückenhaut
einen Ausweg sucht und bald von beiden Seiten her in
Communication tritt. Damit ist der Wassergefässring durch
einen nach oben gerichteten Bogen geschlossen. Die
Lymphkörperchen verkleben, erzeugen Kerne und organi-
siren sich zu dem wuchernden Bildungsgewebe für die
neue Hälfte. Durch dieses Gerinnsel bahnt sich der Strom
einen immer entschiedeneren Weg, der durch eine eigne
Wand bald vom Nachbarbildungsgewebe abgeschieden wird.
Alsbald folgt an der unteren Seite der Schluss des oralen
Nervenringes, indem die betreffenden Theile des Bildungs-
gewebes von den alten Ringenden aus in die charakteristi-
schen Substanzen sich umformen. Der Hauptmotor für die
weitere Entwickelung besteht nach unserm Verf. in dem
Stosse, der in Folge der Körperbewegungen von dem alten
horizontalen Theile des Wassergefässringes in seinen
Schliessungsbogen erfolgt. Dadurch wird derselbe aus
seiner schrägen Ebene in die horizontale herabgedrückt,
erweitert und, da die Ströme in tangentialer Richtung
eintreten, durch Spannung geknickt, so dass er den be-
stehenden Theil des Wassergefässrings (mit drei Ecken
in d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 551
am Anfange der Arme) zu einem Fünfeck ergänzt. In den
beiden neuen Ecken wird die Wand des Schliessungsbogens
nach aussen aufgetrieben zu zwei Poli'schen Blasen, die
alsbald fungiren. Und indem diese durch ihre Contractio-
nen einen Druck auf die entgegengesetzte innere Wand
des Ringes ausüben, werden als erste Armanlagen drei
Blindschläuche, anfangs nach innen, nach dem Munde zu
gerichtet, und nicht in den Ecken, sondern in den Halbi-
rungspunkten der Polygonseiten, ausgestülpt. Durch die
Masse des Wulstes von Bildungsgewebe im Umfange des
Mundes werden sie beim Weiterwachsen nach unten ge-
drängt, bis sie sich schliesslich, nachdem sie eine Pendel-
schwingung durchgemacht, fast horizontal nach aussen
strecken. Jetzt nehmen sie die Flauptsumme der Stösse
im Wassergefässsystem in sich auf, suchen sich dadurch
möglichst vom Ring zu entfernen und ziehen ihre Ansatz-
punkte zu Ecken aus. Dabei haben sie eine dicke Haube
von Bildungsgewebe über sich mitgenommen, das Material
für die jungen Arme mit Ausnahme ihrer Rückenhaut, die
sich von der der alten Hälfte, resp. deren wucherndem
Rande herleitet. Indem die junge Armwassergefässspitze
sich in ihren kegelförmigen Mantel von Bildungsgewebe
vorwärts wühlt, drückt sie die Haube vor sich so zusam-
men, dass sie dem Vordringen einen festen Widerstand
entgegensetzt. Der Druck findet daher in den Seiten we-
niger Widerstand und führt zur Ausstülpung des ersten
Tentakelpaares. Während es sich bildet, erfährt die zu-
sammengepresste Haube durch Zellwucherung eine neue
Erweichung; der Hauptstrom geht von neuem in die weiche
Spitze, bis er sie abermals zusammengequetscht hat, wo-
rauf ein zweites Tentakelpaar erscheint u. s. f. Schliess-
lich bricht die Armwassergefässspitze gleichzeitig mit allen
oder doch mit den benachbarten Tentakeln nach aussen
durch. Die ruckweise fortschreitende Bildung der Ten-
takeln und der Armspitze findet ihren prägnantesten Aus-
druck in dem Nervenbande, das damit in seiner Differen-
zirung gleichen Schritt hält. Während jeder Pause im
Vordringen der Gefässspitze drückt es sich, unausgesetzt
wachsend, in das Bildungsgewebe der Bauchhaut (die
552 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
künftigen Armbauchplatten) ein, so dass es anfangs einen
Rosenkranz darstellt, der erst durch nachträgliche Dehnung
seine spätere mehr gestreckte Form annimmt. Bis dahin
gleicht der junge Arm einem Asteridenarme mit weit offener
Leibeshöhle. Die typische Neubildung liegt in der Knickung
des ambulacralen Wassergefässes zu einem auf- (besser ab-)
steigenden und einem horizontalen Theil. Dadurch wird
die Ebene des Armes herabgedrückt, bis die Rückenhaut
desselben mit der noch ungegliederten Wirbelsäule in den
durch den Austritt der Tentakelgefässe etwas aufgetriebe-
benen Punkten in Berührung kommt und damit verschmilzt.
Da aber das Wachsthum des Armes an seiner Bauchseite
überwiegt, bleiben die oberen Verschmelzungspunkte zu-
rück, die Wirbel bekommen ihre charakteristische Form,
und die Tentakelgefässe werden zu Schlingen ausgezogen.
Auf diese Weise vollzieht sich nach unserm Verf. die Aus-
bildung der jungen Hälfte symmetrisch zur alten durch
Herstellung des frühern Gleichgewichts. Ob der Verf.
dabei in allen Punkten das Richtige getroffen hat, mag
dahin gestellt sein. Aber so viel ist für den Ref. ausser
Zweifel, dass eine Methode, wie sie vom Verf. hier ver-
sucht worden, ihre volle Berechtigung hat. Auch auf die
Histogenese wird dieselbe ausgedehnt. So macht der Verf.
namentlich geltend, dass die Skeletabgliederung des Armes
immer nur an den Punkten des geringsten Widerstandes
erfolgt, und die Zellenmasse da, wo die Knickung den
Saft aus ihr herauspresst, durchweg degenerirend in ein
trocknes, fibrilläres Bandgewebe zerfällt, mit dem das
Schwundgewebe bei der Bildung (z. B. an den Hautstellen
vor dem Tentakeldurchbruch) völlig identisch ist. Der
herausgequetschte Zellsaft macht sich in der Nachbarschaft
durch um so compactere Kalkabsonderung im Skelete be-
merkbar. Die Bedeutung, welche nach unserm Verf. die
Knickung des ambulacralen Wassergefässes auf die typi-
sche Ausbildung des Armes und somit des Thieres über-
haupt übt, veranlasst denselben, auch die übrigen Echino-
dermenklasscn von diesem Gesichtspunkte aus einer kurzen
Betrachtung zu unterziehen, in Folge deren dann die An-
sicht ausgesprochen wird, dass von den Crinoiden, deren
in d. Natiirgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 553
Armwassergeiässe vom Ringe schräg nach unten abgehen,
in einer Reihe die Seesterne mit horizontal nach aussen
gestreckten und die Holothurien mit nach oben gebogenen,
in einer zweiten aber die Ophiureu mit schwach und die
Seeigel mit stark geknickten Armwassergefässanhängen
abzuleiten seien. Die erstere Reihe wird noch gestützt
durch die Homologisirung der Darmblindsäcke der See-
sterne mit den Wasserlungen der Holothurien, wie sich
denn überhaupt aus der Eigenart des Standpunktes eine
Reihe neuer morphologischer Auffassungen ergiebt.
V. Martens beschreibt in den Sitzungsber. der Ge-
sellsch. naturf. Freunde in Berlin (1879. S. 127—130) einen
sehr eigenthümlichen sechsarmigen Seestern, der auf Me-
litaea ochracea lebt und als eine Ophiothela Verr. (0. dividua
n. sp.) erkannt wird. Der Umstand, dass die Arme der
einen Körperhälfte (2, 3, oder 4) constant eine grössere
Länge besitzen, als die der andern, wird sicherlich mit
Recht auf eine Theilung zurückgeführt, wie solche von
Ophiactis virens voranstehend beschrieben ist.
Eine Ophiuride, die v. Wille moes-Suhm an der
chinesischen Küste beobachtete, trug in einem grossen,
neben dem Munde befindlichen Tumor einen parasitischen
Cirripedien. Zeitschft. für wissenschaftl. Zool. Bd. XXVL
S. LXXX.
Die von Wallich im Jahre 1860 aus einer Tiefe von
1260 Faden in dem nord-atlantischen Ocean hervorgezogenen
Ophiuren, die uns den ersten Nachweis von der Existenz
einer Tiefseefauna lieferten, gehören nach den Untersuchun-
gen Duncan's zu Ophiacantha spinulosa M. Tr., unter-
scheiden sich aber von den gewöhnlichen Formen dieser
Art durch eine beträchtliche Grösse und ein etwas abwei-
chendes Verhalten der Seitenarmplatten und der Mundpa-
pillen (Ann. and Mag. nat. history Vol. III. p. 382—384).
Auch Marion macht die Bemerkung (Annal. des sc.
natur. T. VIII. Art. 7. p. 39), dass die aus grösserer Tiefe
(unter 60 Faden) hervorgeholten Marseiller Exemplare von
Ophioglypha texturata durch Beschuppung und Armbildung
merklich von der gewöhnlichen Form abweichen.
Ludwig beschreibt eine neue Art des Gen. Trichaster,
554 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
Tr. elegans aus der Bai von Bengalen, und macht dabei
namentlich auf zwei Eigenthümlichkeiten aufmerksam, auf
das Vorhandensein eines einfachen Wasserporus mit Stein-
kanal in jedem Interradius und das Vorkommen pedicel-
larienartiger Gebilde. Eigentliche Madreporenplatten fehlen :
sie sind auch bei den übrigen Arten mit Steinkanälen
wenig auffallend und im Gegensatze zu den Arten mit
einfacher Madreporenplatte mit einer nur geringen — wenn
auch wechselnden — Zahl von Wasseröffnungen versehen.
Die Pedicellarien bestehen aus einem Basalstück, dessen
Ende zwei klauenförmige bewegliche Aufsätze trägt. Sie
fehlen in der untern Hälfte der Arme, an der sie durch
zwei verkalkte Tentakelpapillen vertreten sind, die sich
auf einem nach der Scheibe hin allmählich kürzer und
plumper werdenden Basalstücke erheben, welches selbst
beweglich mit den Seitentheilen jedes Armwirbels ver-
bunden ist. Ganz ähnliche Pedicellarien finden sich auch
bei Astrophyton asperum, wie sich denn vermuthlich auch
die Hakeneinrichtungen anderer Arten auf dieselben werden
zurückführen lassen. (Echinodermenstudien Th. I. S. 213
oder Zeitschft. für wissensch. Zool. Bd. XXXL. S. 59—68.
Tab. V. Trichaster elegans.)
In einer nachträglichen „Notiz über Trichaster elegans"
(Zoolog. Anzeiger Jahrg. IL S. 18—20) spricht sich Lud-
wig, der inzwischen Gelegenheit hatte, denselben mit Tr.
palmiferus zu vergleichen, nochmals für die Selbständig-
keit seiner Art aus. Der auffallendste Unterschied zwischen
beiden bestehe in der Bestachelung der Dorsalseite der
Arme, welche bei Tr. elegans völlig fehle, bei Tr. palmi-
ferus aber von der Scheibe an bis fast zur ersten Bifur-
cation der Arme sich erstrecke. Was Müller-Troschel
bei letzterm als Mundschilder beschrieben, ist nicht den
Mundschildern der Ophiuren homolog, sondern repräsentirt
die bis zur Berührung in der Medianebene der Interradial-
felder einander genäherten dritten Ambulacralplatten. Die
wirklichen Mundschilder sind auch bei Trichaster unpaar.
Abweichend von den Ophiuren gehen übrigens bei Tricha-
ster (wie bei Brisinga) nie mehr als drei ambulacrale
Skeletsegmente in die Bildung der Scheibe ein.
in d. Naturgesch. d. nicd. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 555
Lyman veröffentlicht eine Abhandlung über „the mode
of forking among Astrophytons" (Proceed. Bost. Sog. nat.
bist. Vol. XIX. 1871. Marcb, 8 Seiten mit 4 Tafeln) und
liefert darin den Nachweis, dass die Arme der Astrophyton-
arten eine ungleiche und uuregelmässige dichotomische
Spaltung eingeben, indem die Zweige alternirend rechts
und links nicht bloss verschieden stark und lang werden,
sondern auch verschieden häufig sich spalten, so dass die
Gesammtzahl der Armzweige keineswegs nach der Spal-
tungsziffer bestimmt werden kann. Trotz dieser Gemein-
schaft des Spaltungstypus zeigen die einzelnen Arten übri-
gens in ihrem Habitus manche Unterschiede, die vornehm-
lich durch die absolute und relative Länge der Zweigab-
stände bestimmt werden.
Percy Sladen handelt (Zoolog. Anzeiger Jahrg. IL
S. 10—12) über „Astrophiura permira, an Echinoderm
intermediate between Ophiuroidea and Asteroidea'^ Er
erhebt die von ihm aufgefundene merkwürdige Form zum
Typus einer besondern Familie der ÄstropMurida mit
folgender Diagnose: Brachia cum disco ophiurano in corpore
pentagonali inclusa. Dentes absunt. Oris armatura Sim-
plex et imperfecta. Fori pedum ambulacralium septis an-
gustis ad perpendiculum radii directis disjuncti. Cava
interbrachialia perlata.
Astrophiura permira n. gen. et n. sp. Corpus pentagonale,
aiipra convexam, infra paulo concavum; obtectum squamis concinnis
et planis, in dimidio interiore more disci ophiurani dispositis, di-
midio exteriore scutellorum lateralium brachiorum simultantibus
maxime prolatis. Brachia incipientia ab angulis disci producta,
series radiales continuantia. In superficie actinali es medium, decem
magnis ossiculis oralibus cinctum, prostantibus scutellis dorsalibus.
Unum acutum buccale adest; dentes, scutella oralia et tori angulares
absunt. Papulae orales ternae aut quaternae, cum una magna, ad
angulos oris apposita. Series scutorum quadratorum a rimis oris
per radios procedunt, scutellis ventralibus prostantibus, et per brachia
inchoata producuntur. Foramina pedum ambulacralium septis an-
gustis disjuncta; permagaa, protecta singula longa papilla ambula-
crali ad margines interbrachiales, lanceolata et sqamaeformi, altera
minore ad partem interiorem radii juxta scutella brachiorum ven-
tralia posita. Areae interbrachiales squamis parvis hexagonalibus
obtectae, marginem appropinquantes decrescunt, relinqueutes lim-
556 Leuokart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bum angustum expositum; disci margine cincta densis spinis, brcvi-
bns et compressis. Hab. in mari ad oras insulae Madagascar.
Eine eingehende Beschreibung und Abbildung dieser
sonderbaren Ophiuride veröffentlicht Verf. in den Annais
and Mag. nat. history Vol. IV. p. 401—415 PL
Unter den im mexicanischen Meerbusen von dem
„Blake" gesammelten Ophiuriden (62 Arten, mit Einschluss
von 6 Astrophyten) unterschied Lyman, der dieselben
einer nähern Untersuchung unterwarf, (Bullet. Museum
compar. Zoology 1878. Vol. V. N. 9. p. 217—238. Tab.
I— III.) nicht weniger als 21 neue Arten, die unter den nach-
verzeichneten Bezeichnungen beschrieben werden: OpJiio-
pesa Peter si, Ophiomastus secundus, OpJiiomusium plenunty
Ophiolipus (n. gen.) Ägassim, Ophioconis miliaria, Ophio-
cJiaeta (?) mixta, Opliiozona tessellata^ 0. (?) dubia^ Ämphiura
tiimida, A. cuneata^ Ä. lunaris, OpMocnida abnormis^ Opliio-
psila fidva, Ophiacantha aspera, 0. scutata, 0. echimdata,
OpJiiomitra exigua, OpMocamax hystrix, Sigsbeia (n. gen.)
murrJiina, Ästroschema intectum, A. arenosum. Für die zwei
neuen Genera stellt Verf. folgende Diagnose auf:
Ophiolipushym. Entire animal covered with a thin smooth
skin, which mors or less obscures the underlying platcs. Mouth-
papillae; teeth ; no teeth-papillae. Tentacle-pores only at the baäal
linder arm-plates; beyond these there are none. Upper arm-plates
rudimentary and scarcely calcified. Two genital openings in each
interbrachial space. (Von Ophiomusium, dem es sonst nahe steht,
durch Hautbcdeckung und rudimentäre Beschaffenheit der obern
Avmschilder unterschieden.)
Sigsbeialiym. Disk small. covered with heavy plates or sca-
Ics, and passing without line of demarcation into the stoiit arms,
which can be rolled in a vertical plane. Teeth and mouth-papillae;
no tooth-papillae. Arms bearing the usual plates and in addition
a iarge supplementary piece extending downward from the uppcr
arm-plate. Two genital openings in each interbrachial space, ex-
tending to margin of disk. (Unterscheidet sich von Hemieuryale,
mit der es eine besondere kleine Gruppe bildet, durch den Besitz
gewöhnlicher oberer Armschilder.)
Eine ausserordentliche Bereicherung erhielt unsere
Arteukenntniss durch die von dem Challenger gesammelten
Ophiuriden, unter denen Lyman, der dieselben unter-
suchte, nicht weniger als 159 neue Species — darunter
in d. Naturgesch. d. uiod. Thierc währ. d. Jahre 1876—1879. 557
Repräsentanten von 15 neuen Geschlechtern — auffand. Einst-
weilen liegt uns freilich nur eine systematische Zusammen-
stellung und Beschreibung dieser Arten vor; die ausführ-
liche Darstellung wird erst später, in dem grossen Werke
über die Challenger-Expedition, welches die Englische Re-
gierung vorbereitet, veröffentlicht werden. (Ophiuridae and
Astrophytidae of the Challenger-Expedition, Bullet. Mus.
compar. Zoology Vol. V. N. 7 p. 65—168. mit 10 Umriss-
tafeln, und VI. N. 2. p. 17-83 mit PI. XI— XIX). Wir
beschränken uns darauf, die Namen der neuen Arten auf-
zuzählen und die Diagnosen der neu aufgestellten Genera
hinzuzufügen. Das Gen. Ophioglypha erhielt einen Zu-
wachs von 34 neuen Arten, die fast sämmtlich den süd-
lichen Meeren angehören und theilweise aus sehr beträcht-
licher Tiefe stammen: 0. ferruginea Bass-Str. u. s. w.,
0. flagellata Atl. Oc, 0. pdliata Austral., 0. lepida Ber-
mudas, 0. Ljungmanni Atl. Oc, 0. aequalis Südsee, 0. im-
hecüis ebendah., 0. irrorata Antarct. Meer aus 1900 Faden
Tiefe, 0. orhiculata Japan. Meer ebenfalls aus grosser
Tiefe, 0. imdulata ebenso, 0. costata Cap g. Hoffn., 0. al-
bata Jap., 0. jejuna Atl. Oc, 0. amhigua Kerguelen, 0.
Loveni Antarct. Meer aus grosser Tiefe, 0. fraterna ebenso,
0. elevata Cap d. g. Hoffn., 0. convexa Atl. Oc. aus 2350 Faden
Tiefe, 0. scidptilis ebendah., gleichfalls aus grosser Tiefe,
0. varidbüis Südsee, 0. ornata ebendah., 2000 Faden tief,
0. Lacazei Südsee bis 2600 Faden Tiefe, 0. radiata, 0.
undata, 0. lapidaria, 0. solida, 0. riigosa, sämmtlich aus der
Südsee von versch. Stationen, 0. ponderosa ebendah., 0. mi-
nuta Atl. Oc, 0. inermis Tristan d'Acunha, 0. Deshayesi
Kerguelen, 0. inornata Atl. Oc, 0. confragosa Bras. Küste,
0. intortaMarion-lns. Darauf folgt weiter: OpJiioctcn anii-
timim Kerguelen, 0. umbraticum Atl. Oc. aus 2650 Faden
Tiefe, 0. pallidum ebenso, 0. hastatum Südsee, OpJiio-
mastus (n. gen.) tegiditius Atl. Meer, Ophioplinthus (n.
gen.) medusa und 0. grisea, beide aus dem Antarct. Meere
u. aus grosser Tiefe. Dem Gen. Ophiomusium fügt Verf
zwölf neue Arten hinzu: 0. serratum Canar. Ins., 0. armi-
geruni Jap., 0. corücosum Südsee aus gr. Tiefe, 0. can-
cellatum ebendah., 0, archaster Atl. Oc, 0. laqueatum ebend.,
558 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
0. LütJceni ebendah., 0. sim2)lex Amhoinsi, 0. toare Südsee,
0. scalare Antarct. Meer, 0. grcmosum Jap. Meer, 0. fla-
helliim Port Jacks. Ferner beschreibt derselbe Opliio-
X)yrgus (n. gen.) Wyville-TJiomsoni Tongatalu, Ophiernus
(n. gen.) vdllincola Atl Oc, Antarct. Meer, Südsee in grosser
Tiefe, Ophioceramis (?) clausa u. A. (?) obstricta, imausge-
wachsene Thiere, beide aus der Südsee, Opliiosona stellata
Südsee, 0. insularis Fidschi-Ins., 0. anüllarum, 0. depressa
Südsee, Ophiotrochus (n. gen.) panniculus, OpJiiophyl-
lum (n. gen.) petüum. Ophiobyrsa (n. gen.) rudis sämmt-
licb aus der Südsee von versch. Stationen, Ophiochiton
(n. gen.) fastigatus Atl. Oc, Ophiopyren (n. gen.) hre-
vispinus Fidscbi-Ins., 0. longispinus West-Ind. Zu Opbia-
cantha kommen 16 neue Arten: 0. tuherculosa, 0. vepratica,
0. granulosa, von verscb. Stationen der Südsee, 0. rosea
Atl. Oc, 0. imago Kerguelen, 0. sentosa Südsee, 0. sti-
mulea ebendab., 0. segesta West-Ind., 0. Troscheli Bermu-
das, 0. cuspidata Atl. Oc, 0. longidens Cebu, 0. nodosa
Canar. Ins., 0. cornuta Atl. Oc, 0. cosmica auf der ganzen
sttdl. Hemisphäre, in grosser Tiefe, 0. levispina Südsee,
0, serrata ebendab., an die sieb dann als nabe verwandte
Formen anscbliessen: OphiotJiamnus remote Agulbas-Bank,
Ophiomitra plicata Südsee, 0. Sarsii Atl. Oc, 0. Carduus
Madeira aus ansehnlicher Tiefe, 0. dipsacos West-Ind. u.
Ophiocamax (n. gen.) vitrea Südsee. Aus dem Gen. Ophio-
scolex M. Tr. beschreibt Verf. 0. dentatus Atl. Oc und 0,
tropicus St. Thomas, aus dem neuen Gen. Ophiolebes:
0. scorteus Atl. Oc und 0. vestitus Westk. S.-Amer., von
Ophiosciasma (n. gen.): 0. attenuatum Bras. Küste u.
von Opliiogeron (n. gen.): 0. edenüdus Südsee. Die bis-
hieher aufgezählten Arten sind diejenigen, welche Verf.
in dem ersten der oben erwähnten Theile beschrieben hat.
Der zweite Theil enthält die Beschreibung von 19 Species
Amphiura, 2 Ophiocnida, 3 Amphilepis, 7 Ophiactis, 1 Ophio-
stigma, 1 Ophiopholis, 1 Ophiochondrus, 2 Ophioconis,
2 Ophiomyces, 2 Pectinura, t Ophiopeza, 4 Ophiothrix, so
wie weiter nachträglich noch die eines neuen Ophiochiton,
1 Ophioglypha u. 4 Ophiacantha. Schliesslich macht uns
Verf. auch noch mit 12 neuen Astrophytiden bekannt. In
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 559
dem angefügten Index sind ausser den hier neu aufge-
stellten Arten auch noch die vom Verf. früher beschriebenen
Tiefseeformen aufgenommen — die bei Weitem grössere
Mehrzahl aller, die bisher bekannt sind. Das Verzeichniss
der in diesem zweiten Theile enthaltenen Arten umfasst
folgende Namen : 1) Ophiurida. Ämphiura niaxuna, Ä.helliSy
beide aus der Südsee, A. incana Cap d. g. H., Ä. argentea
Südsee, A, acacia Jap. Meer, A. constricta Port Jackson,
A. iris Jap. Meer, A. tomentosa Kerguelen, A. lanceolata
Südsee, A, gldhra ebendah., A. angularis Antarct. Oc, A.
düatata Cap d. g. H., A. concolor Austr., A. dalea Westk.
Bras., A. cernua Südsee, A. glauca ebendah., A. Verrilii
Westind., A. canescens Südsee, A. patula Atl. Oc, OpJiio-
cnida püosa Austral., Ophiocnida scahra Bras., AmpJiilepis
patens Patag. Küste, A. papyracea Südsee, A. tenuis Jap.,
Ophiactis resiliens Port Jackson, 0. flexuosa, 0. cuspidata,
0. nama^ 0. hirta sämmtlich aus der Nähe Australiens, 0.
poa Tristan d'Acunha, 0. canotia Atl. Oc, wie die vor-
hergehende aus ansehnl. Tiefe, Ophiostigma africanum St.
Vincent, Ophiopholis japonica, Ophiochondrus stelliger Bras.
Küste, Ophioconis antarctica, 0. pulverulenta Austral.,
Ophiomyces grandis Tristan d'Acunha, 0. spatifer Bras. K.,
Pedimira arenosa Austral., P. heros Philipp., Ophiopeza
aster Cap. d. g. H., OpMothrix aristulata ebendah., 0. capil-
laris Philipp., 0. herheris ebendah., 0. caespitosa Port
Jackson, Ophiochiton lentus Südsee, Ophioglypha meridio-
nalis Bras. Küste, Ophiacantha discoidea Philipp., 0. Va-
lenciennesi ebendah., 0. Normani Japan, 0. abnormis Phi-
lipp., 2) Astrophy tiden : AstrotomaMurrayiV\n[v^'^.^ Astro-
ceras (n. gen.) pergamena Japan. Meer, Ophiocreas car-
nosiis Bras. Küste, 0. caudatus ebendah., 0. ahyssicola
Atl. Ocean aus grösster Tiefe, 0. oedipus Atl. Oc, Astro-
scliema liorridum Austr., A. salix ebendah., A. hrachiatum
Westind., A. tumidimt Philipp., A. nihrum Bras. Küste,
Asfroclon (n. gen.) propugnatoris Südsee. In sehr jungen
Exemplaren gleichen, wie Verf. hervorhebt, die Astrophyten
den Ophiuren in einem solchen Grade, dass es einer ge-
nauen Untersuchung bedarf, beide Formen aus einander
zu halten. Die Hauptunterschiede liegen in der Skelet-
560 Lcuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bilclung der Arme, besonders deren Seitenschildern, die
immer mehr nach unten herabrücken, in der Bildung der
Haken und der geringen Entwicklung der Mundschilder.
Zur nähern Charakteristik der neuen Genus lassen wir die
vom Verf. entworfenen Diagnosen folgen.
Ophiomastus Lyra, Disk arched and extremely high, covcred
with a few large thik plates, among which the piimaries are con-
spicuous for superior size. Arms short, with large thik side arm-
plates. First under arm-plate similar to and nearly as large as those
beyond. Mouth-papillae arranged in a narrow close-set line; teeth
rather slender; no tooth-papillae. Sraall smooth arm-spines arranged
along oiiter edge of side arm-plates. Two narrow genital openings
in each interbrachial space.
Opliioplinthus Lym. Disk smooth and covered by a thin skin
bearing irregulär delicate scales and radial shields. Genital scales
wide and divided in several pieces. Small, blunt, close-set mouth-
papillae; no tooth-papillae; short angular teeth; very minute, peg-
like arm-spines on outer edges of side arm-plates. Second pair of
mouth-tentacles and first two pairs of arm-tentacles rising from
round pores near the inner end of the under arm-plates; those
beyond are smaller and stand close to the under arm-spine. Arms
narrow, cylindrical and gradually tapering. Two genital openings,
running only a part of the way toward the margin. Mouth-frames
Seen from above, after removing the top of the disk, long and rising
in a ridge, so that in the interbrachiale space is a wide angle, and
in the brachial space a deep trough. Arm-bones long and cylindri-
cal, with only a faint upper furrow. Genital scales long, slender
and cylindrical. (Repräsentirt trotz einzelner Annäherungen au
Ophioglypha und Ophiomusium eine besondere Form.)
Ophiopyrgus Lym. Disk high and dome-shaped, covered
with thik swollen plates, and surmounted by a central primary plate,
which rises like a cone. Arms slender, smooth and tubulär, with
side arm-plates very large, and upper and under arm-plates small.
Basal tentacle-pores very large; those beyond sraall and situated
near sides of arm. An arm-comb. Arm-spines minute and standiug
on outer edge of side arm-plate. Two long genital openings in each
interbrachial space. (Ein höchst seltsamer Schlangenstern, der durch
die Bildung seiner Scheibe auf den ersten Blick einem stiellosen
Crinoiden gleicht.)
OphiernusLym. Central portion of disk inside radial shields
covered by a thik skin; round the margin a broad band of scaling,
interrupted only by radial shields, and covering also the lower inter-
braohial space, the whole more or less hidden by the skin. Radial
shields nacked. Teeth and small numerous close-set mouth-papillae.
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 561
First under arm-plate rather large and bearing some of the scales
of the second pair of mouth-tentacles. Upper arm-plates covering
the whole width of arm. Sraall smooth arra-spincs, arranged along
oiiter edge of side arm-plate. Two large long genital openings in
each interbracliial space. (Hat manche Aehnlichkeit mit Ophio-
glypha.)
Ophiotrochus Lym. Disk flat and round, covered with thin
more or less granulated scales and nacked radial shields. Arms
slender, tubulär, each Joint constricted at its base; side arm-plates
meeting widely above and below; upper arm-plates rudimentary.
Scale of second pair of mouth-tentacles lying between side mouth-
shield and outer mouth-papillae. There are teeth and mouth-pa-
pillae; no tooth-papillae. Sraooth arm-spines on outer edges of side
arm-plates.
Ophiophyllum Lym. Disk extremely thin and flat, covered
with scales and large radial shields and bordered by a row of plates,
which are movable and attached by their inner margins. Mouth-
papillae arranged in a close row; no tooth-papillae; teeth. Arm-spines
thin and broad, standing on outer edge of side arm-plates. Two
genital openings in each interbrachial space. (Ein ziemlich isolirt
stehendes Genus, dessen Randplatten einigermassen an die platten
Stacheln von Podophora erinnern.)
Ophiobyrsa Lym. Entire animal clothed in a thick skin,
which hides the underlying plates and is beset on the disk with
spines. Arm nearly cylindrical. Side arm-plates projecting as short
flap-like spine-ridges, which bear slightly rough spines on their outer
edge. Tentacles large and simple. Few or no mouth-papillae, but
at apex of mouth-angle the teeth and tooth-papillae are represented
by a clump of little spines. Two large genital openings in each
interbrachial space.
Ophiochiton Lym. Disk covered with fine imbricated scales
and small radial shields. Numerous sharp mouth-papillae with teeth,
but no tooth-papillae. Upper and under arm-plates about as broad
as long and separatiug the side arm-plates, which project slightly
and are rather small. Under plates furnished with a median longi-
tudinal ridge. Arm-spines slender and smooth, arranged on the
sides of the side arm-plates, near the outer edge. Two long genital
openings in each interbrachial space. (Von Ophiarachnia durch die
Bedeckung der Scheibe verschieden.)
Ophiopyrenliym. Disk granulated. Teeth; no tooth-papillae;
numerous mouth-papillae arranged in a close line, Mouth-framea
long and conspicuous. Side mouth-shields small and widely sepa-
rated by the mouth-shield. Under arm-plates divided in two parts
by a crease or Joint. Arm-spines standing on outer edge of side
arm-plates. Two genital openings in each interbrachial späce.
562 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ophiocamax Lym. Disk besetwith thorny spines or stumps,
and covered by scales or irregulär plates and large radial shields.
Besides teeth there are tooth-papillae and mouth-papillae, numerous,
and all of the same spine-shape; they are arranged in tufts on the
mouth-frames and jaw-plate. The spiniform scales of the mouth-
tentacles are borne on the edge of a little supplementary plate in
a way similar" to Ophioglypha. Numerous thorny arrn-spines, arran-
ged along the sides of the side arm-plates, which are prominent
and meet nearly or quite above and below. In each interbrachial
Space two genital openings, which begin close outside the mouth-
tentacle. (Unterscheidet sich von den verwandten Geschlechtern be-
sonders durch die büschelweise zusammengruppirten Mund- und
Zahnpapillen und die von einer eignen Platte getragenen Mund-
tentakelschuppen.)
Ophiolebes Lym. Disk and arms stout and covered by a thin
skin, which bears grains or stumps and hides more or less the uuder-
lying plates. Arm-spines short, blunt, thorny, covered by thick skin
and arranged on the sides of the side arm-plates, which project but
slightly. Long stout mouth-papillae and teeth, no tooth-papillae.
Yaw-covers large and wide, making a circle by their connecting
ends. Arm-plates rather small, but normal, nearly as in Ophia-
cantha. Two genital openings in each interbrachial space. (Ent-
hält ausser den vom Verf. neu beschriebenen zwei Arten auch
Ophiactis clavigera Ljungm.)
Ophiosciasma Lym. Disk covered with thick soft spin finely
grannlated. Arms very slender, with lower and side plates imper-
fectly calcified, and no upper plates. Mouth-papillae and teeth re-
presented by a bunch of spines or thorns, at apex of yaw. Arm-
spines arranged on sides of side arm-plates. Two large genital
openings in each interbrachial spaco. (Ein eigenthümliches Genus,
das sich von dem sonst nicht unähnlichen Ophioscolex durch die
Granulationen seiner Scheibe und die langen knotigen Arme unter-
scheidet.)
Ophiogeron Lym. Disk covered by a nacked skin. Mouth-
angles nacked, except a few sraall teeth on jaw-plate. Under arra-
platcs small and with a large tentacle-pore on either side. Side
arm-plates somcwhat flaring and carrying thorny arm-spines covered
with skin. No upper arm-plates. (Mit Ophiomyxa und Ophioscolex
vorwandt.)
Astroceras Lym. Disk and arms covered with smooth, soft
skin. Disk small; its interbrachial outlines rc-enteringly curved;
radial shields narrow and rather high, running nearly to centre.
Arms somewhat knotted ])y a contraction between each pair of
jointa, Upper arm-platns divided in halves like high ribs, bearing
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 563
a jointed spine at their upper end. Side arm plates, toward middle
of arm, having a long process to which are articulated the two
spine-like tentacle-scales. Teeth. A clump of grains on sides of
mouth-angles, answering to mouth-papillae. Two vertical genital
openings. (Steht zwischen Ophiocreas und Astroschema.)
Ästroclon Lym. Arms beginning to branch at a considerable
distance from the disk, and having but few forks, nearly as in
Trichaster, Disk rising well above the arms, and granulated, as are
the latter. The tips of the twigs are encircled at each Joint by a
double belt of hook-bearing grains. Along the under surface of
the base of the arm are two longitudinal lines of large transverse
slits, a pair to each Joint, from which issue short tentacles; and
above these on either side is a row of peg-like tentacle-scales.
Mouth-angles nacked on their sides, but with a bunch of spine-like
papillae at the apex. Two very large genital openings in each inter-
brachiai space.
In der Ausbeute der norvvegensclien Nordmeer-Expedi-
tion finden D an i eisen und Koren (1. c. p. 77-84) zwei
neue Ophiuren, Ophiopleura (n. gen.) horealis und Ästro-
pliyton Malmgreni. Das neue Genus, welches Ophiomyxa
am nächsten steht und damit, unsern Verff. zufolge, am
besten zu einer eignen kleinen Familie (den Ophiopleuri-
deen) verbunden wird, charakterisirt sich folgendermaassen.
OpliiopleAira n. gen. Scheibe mit fester, nackter und glatter
Haut, unter der jedoch eine reiche Beschuppung sich verbirgt.
Auch die Arme sind mit einer glatten und dünnen Haut bekleidet,
die bis über die Seitendornen sich erstreckt, aber die Armschilder
durchscheinen lässt. Rücken der Scheibe mit zehn vorspringenden
Rippen. Mundpapillen an beiden Seiton der Mundspalte, flach mit
abgerundetem glattem Rande. Zähne in unregelmässigen Reihen,
flach gedrückt, mit breiter Basis. Zwei Genitalspalten in jedem
Interbrachialraum.
Als neu beschreibt Studer von den Kerguelen (Berl.
Monatsh. a. a. 0. S. 460 ff.) ausser einer eigenthümlichen
Varietät von Ophiacantha vivipara Ljgm. noch Ophiolepis
carinata, Ophiogona (n. gen.) laevigafa, Pectinura verru-
cosa, Amphiura cmtarctica (ein Name, den Lyman, da es
schon eine A. — Amphipholis — antarctica giebt, mit A.
Studeri vertauscht hat), Ophiomyxa vivipara. Die Ent-
wicklung der Jungen geschieht bei letzterer in eigenen
Bruttaschen von ovaler Form, in welche die grossen Ge-
nitalschlitze einmünden. Dieselben reichen von der Basis
564 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der Arme bis zum Centrum der Scheibe und enthalten je
2—3, zum Theil vollständig entwickelte Junge. Ebenso
verhält es sich bei Ophiacantha vivipara, nur dass hier,
der Zahl der Genitalschlitze entsprechend, nicht 10, son-
dern 14 Bruttaschen vorhanden sind. Das zwischen Pecti-
nura und Ophiolepis stehende neue Gen. wird characte-
risirt, wie folgt:
Ophiogona St. Discus pentagonus, incisuris radialibus nnllis
Cutis dorsi moUis, scutellis non contiguis parvis tecta. Scuta
oralia magna, scutiformia, in spatium interambulacrale prolongata.
Papulae orales 7, papillae dentales nuUae, dentes biseriati; papillae
ambulacrales 3—5, Spinae brachiales 7—9, appressae, breves.
Durch Smith (Transact. philos. Soc. Vol. 168. p. 278
-280, Ann. nat. bist. T. XVII. p. 111 und 112) erhielten
wir gleichfalls Kenntniss von zweien neuen Ophiuren aus
Kerguelensland : Ophioglypha hexacüs und 0. hrevispina.
Die erstere derselben gehört nach Studer gleichfalls zu
den viviparen Arten, indem auch bei ihr sich die Eier in
(zwölf) Bruttaschen bis zur völligen Ausbildung des See-
sternes entwickeln.
Von Rodriguez beschreibt Smith (11. c. p. 565 resp.
39) weiter als neu Ophiocoma variegatum und 0. brcvispi-
nosmn, sowie von Ceylon (Ann. nat. bist. Vol. I. p. 464)
OpJiiothela Iloldsivoothii.
Nach einem von Neu-Secland stammenden Exemplare
stellt Smith (Ann. nat. history Vol. XIX. p. 305-308)
unter dem Namen Opliiopteris antipodum ein neues Genus
mit folgender Diagnose auf.
Opliiopteris Sm. Disk covered with a granulous skin, as
in Ophiocoma; teeth, tooth papillae, oral and adoral shields, and
the mouth-fissurcs as in Ophiothrix; oral papillae present; brachial
shields and true spines similar to Ophiocoma; the arms provided
with 2 — 3 compressed imbricating scales or compressed spines above
Iho uppermost spines; two genital slits; ambulacral scales present.
Auch Dunkan beschreibt ein neues Ophiurengenus
LutJcenia {L. arcüca n. aus der Discovery-Bai) und giebt
demselben (ibid. Vol. IL p. 188—193. PL IX) nachfolgende
Diagnose :
Lutkcnia Dank, Disk notched, covered with very small
scales. Radial shields small, widely separate. Mouth-papillae niime-
in d. Naturgfesch. d. nied. Thierc währ. d. Jahre 1870—1879. 5G5
rous. Tooth-papillae. Teeth resemblin^ tooth-papillae iu double
series, with accessory knobs. Geüeration-slits small, mid\yay betweeu
mouth-shiolds and margin. Accessory scales to tentacular opeuings;
tentacle-scales numerous; on midarm two. Spines small, distant,
irregulär. Lower arm-plates very broad and short within the disk,
and small and triangulär withont. Side arm-plates meeting below
throughout but not above. Upper arm-plates broad and keeled
near the disk.
Später fügt üunkan übrigens die Bemerkung hinzu
(ibid. p. 266), dass sein neues Gen. mit Ophiopleura Da-
ni eisen und Koren zusammenfalle.
Als Ästrochele (n. ^qvl.) Lymani beschreibt Verrill
in dem Americ. Journ. Vol. XVII. p. 374 eine auf Acanella
Normani kletternde Astrophytonform mit unverästelten Ar-
men, die folgendermassen charakterisirt wird.
Ästrochele n. gen. Disk covered with small scales, above
and below. Radial ribs well developed. Genital openings small
oblique, close to base of armes, at each end of a depression in edge
of disk. Teeth and tooth-papillae spiniform, mouth-papillae irregulär,
small or rudimentary, few or solitary. Arm -spines thorny and claw-
like. Arms annulated, granulated, long, slender, undivided.
Smith stellt (Journ. Linnean Soc. Vol. XIII. p. 335
—337. PL XVIII unter dem Namen Acantharachna
ein neues Subgenus von Ophiomastix mit folgender Dia-
gnose auf:
Acantharachna d. subgen. Discus cuti molli, minuto squa-
mata, spinas paucas supra et infra gerente, indutus; scuta radialia
nuda; dentes, papillae dentales oralesque ut in Ophiocomidis; squamae
ambulacrales nullae; rimae genitales duae; spinae brachiales supremae
maximae irregulariter positae. Sp. n. A. mirdbüis von Manilla.
Aus Korea beschreibt Dune an (Journ. Linnaean Soc.
Vol. XIV. p. 449—482. PL IX-XI) als neu: Ophiofßypha
Forhesi, 0. striata, 0. sculptaj 0. Sladeni, OpMolexns mira-
bilis, OpJiionereis variegata, AmpMura Lütlceni, A. Koreae^
Hemipliolis microdiscus, Ophiactis affinis, OpJiiacantha Dal-
lasii, Ophiothrix Koreana, OphiotJiela VerrilU. Besonders
interessant unter ihnen ist die erstgenannte Art, da sie in
mehrfacher Hinsicht an das Lyman'sche Gen. Ophiomusium
sich annähert. Ebenso zeigt Ophiolepis mirabilis eine
eigenthümliche Mischung der Charaktere von Ophiolepis
und Ophiopholis.
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. IdM
566 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Weiter heben wir von neuen Arten hervor:
Ophionereis albo-maculata Gallopagos, Smith, Pro-
ceed. zool. Soc. 1877. p. 92. PL XL Fig. 1-5.
Ophiarachna armata mit Radialschilclern und 8 — 9
Stachelreihen an den Armen, Troschel, Sitzgsber. der
niederrh. Gesellsch. Bonn 1879. S. 137.
OpUoglypha hullata, eine Tiefseeform von weiter Ver-
breitung, Wyv. Thomson, Voy. Challenger T. L p. 400.
Fig. 104 und 105.
Ophiacantha chelys, ebendas. T. IL .p. 64—68. Fig.
16 und 17) und Ophiomusium pulchriim (Fig. 18 und 19),
beide aus dem südl. AtL Ocean.
Zum Schlüsse unseres Ophiurenberichtes erwähnen
wir noch einer Arbeit von Po hl ig über „Aspidura, ein
mesozoisches Ophiuridengenus^' (Ztschft. für wissensch. Zoo-
logie Bd. XXXI. S. 235—260. TaL XVI und XVII), das
sich nach der vorliegenden Darstellung durch den Besitz
sehr grosser, fest an einander geschlossener Radialschilder,
sowie durch bilaterale Furchung der Mundschilder auf-
fallend vor den recenten Geschlechtern auszeichnen soll.
Die vom Verf. untersuchten zwei Formen vertheilt derselbe
über zwei Subgenera Hemiglypha und Amphiglypha, von
denen das erstere (mit H. loricata n.) breitere, in der Mitte
der Ventralseite längsgefurchte Arme und stärkere Kalk-
tafeln besitzt, während das andere (mit Ä, prisca n.) eine
schlankere Gestalt und längere Armstacheln hat. Die
im Muschelkalke bisher aufgefundenen Ophiuren lassen
sich sämmtlich unter diese beiden Arten einreihen. Die
natürliche Stellung des neuen Genus, das man auf den
ersten Blick leicht den Asteriden zurechnen könnte, — VerL
vergleicht dasselbe in dieser Beziehung mit Brisinga — ist
bei den Ophiolepiden zwischen Ophioglypha und Ophiopus.
In seinen „Bemerkungen" zu dieser Abhandlung Poh-
lig's (Zoolog. Anzeiger Jahrg. IL S. 41 — 43) bestreitet
übrigens Ludwig, dass die Skeletstücke, welche der Autor
Mundschilder nennt und bei seinen Formen im Gegensatze
zu den übrigen Ophiuren doppelt sein lässt, in Wirk-
lichkeit die Mundschilder darstellten. Bei Hemiglypha
seien dieselben nichts anderes als Adambulacralplatten,
in (1. Natnrpi-ospli. d. niofl. Thioro wTilir. d. Jahrn 1R70— 1879. 66"!
während sie bei Amphiglypha blosse Platten des Inter-
radialfeldes darzustellen scheinen.
3. Crinoidea.
Ludwig veröffentlicht (Ztschft. für wissenschaftl.
Zoologie 1876. Bd. XXVI. S. 361 und 382) eine vorläufige
Mittheilung ,,zur Anatomie der Crinoiden" und betont da-
rin besonders die Thatsache, dass diese Thiere nach Un-
tersuchungen an Comatula mediterranea ein Wassergefäss-
systera besitzen, das — entgegen der Behauptung Semperas,
der unsern Thieren den Besitz eines solchen Apparates ab-
sprach — ganz nach Art der übrigen Echinodermen aus einem
Ringkanal und den davon entspringenden radiären Stämmen
bestehe und die Tentakel versorge, üer Ringkanal, der
den Eingang des Schlundes umgiebt, ist ringsum mit zahl-
reichen Schläuchen versehen, welche in die Leibeshöhle
hineinhängen und vermuthlich den Steinkanälen entsprechen.
Dieser Mittheilung folgt nach kurzer Zeit (Sitzungs-
ber. der Gesellsch. d. Naturw. zu Marburg 1876. Nr. 1.
S. 16—29) eine Abhandlung Greeff's „über den Bau der
Crinoideen", in der nicht bloss die Angaben Ludwig's
über das Wassergefässsystem ihre Bestätigung finden,
sondern auch die übrigen Organe bis auf den Darmappa-
rat besprochen werden. Das peripherische Nervensystem
erkennt Verf. in den am Boden der Ambulacralrinnen hin-
ziehenden bandartigen Gebilden, die schon von Perrier
gesehen und von Sem per auch bereits vermuthungsweise
als Nerven gedeutet wurden. Sie stimmen nach Lage und
histologischem Bau vollständig mit den Armnerveu der
Aster ien und vereinigen sich, wie diese, im Umkreise des
Mundes zu einem den letztern umschliessenden Nerven-
ringe, während sie andrerseits von den Armen bis auf die
Pinnulae, die überhaupt nichts anderes sind, als echte
Seitenzweige der Arme, sich verfolgen lassen. Dicht unter-
halb der Armnerven, zwischen ihnen und dem Wasserkanal e,
verläuft ein bisher übersehenes enges Blutgefäss, ein sog.
Nervengefäss, wie bei den Asterien, während der Müller'-
sche Tentakelkanal, der bei Comatula in zwei neben ein-
568 Leuckart: Bericht üli. d. wissenschaftlichen Leistungen
ander liegende Hälften zerfallen ist, mit dem darunter hin-
ziehenden „untern" Canale zusammen der Leibeshöhle
angehört, die sich vom Kelche aus, in dem sie ein com-
plicirtes System von lacunären, die Eingeweide umgeben-
den Räumen bildet, in die Arme und die Pinnulae hin-
ein fortsetzt. In der diese Röhren trennenden Scheide-
wand verläuft die Genitalröhre, deren Innenraum durch
die von der Wand sich lösenden Geschlechtszellen nicht
selten verengt oder verschlossen wird. Die davon aus-
gehenden Seitenzweige treten auf die Pinnulae über, in
deren Leibeshöhlenraum sie einmünden. Ein Gleiches gilt
für einen bisher übersehenen kanalartigen Hohlraum, der
die Genitalröhre in sich einschliesst und von der Leibes-
höhle aus sich injiciren lässt. Die ventrale Bekleidung
des Kelches ist, besonders in der Nähe des Mundes, von
zahlreichen kleinen Oeffnungen durchbrochen, die auch
den früheren Beobachtern nicht völlig entgangen sind und
mit Hülfe besonderer röhrenförmiger Schläuche in die
Leibeshöhle hineinragen. Sie bilden augenscheinlicher
Weise eine Einrichtung zur Aufnahme des Seewassers.
Das vielfach seiner Bedeutung nach angezweifelte Herz,
welches, von einer dicken weissen Wandung umgeben,
mitten im Kalkskelete des Scheitels gelegen ist, hält Verf.
in der That für das Centralorgan der Ernährungsflüssigkeit,
die in einem geschlossenen Gefässapparat circulirt und
mit dem Inhalte der Leibeshöhle keinerlei directe Bezie-
hung hat. Auffallender Weise ist die Höhlung des Herzens
aber nicht einfach, wie man bisher meist angenommen hat,
sondern durch fünf radiär gestellte und in der Längsachse
sich vereinigende Septa in fünf Kammern getheilt, die je
in zwei nach aussen und vorn ausstrahlende Hauptgefässe
sich öffnen. Davon verschieden sind die Radialgefässe,
die mit der das Herz umgebenden faserigen Hülle in die
dorsalen Kalksäulen der Arme und Nebenarme eintreten,
und hier die von J. Müller als Nerven beschriebenen
Stränge bilden. Auch die Girren bekommen ihre eignen,
direkt aus dem Herzen hervortretenden Gefässe. Der durch
das Zusammentreten der fünf Septa gebildete Achsenstrang
des Herzens ist gleichfalls von Gefässen durchzogen, die
in d. Naturj^escli. cl. nied. Thierc währ. d. Jahro 1876 — 1879. 569
aus einem weit in die Leibeshöhle sich erstreckenden
drüsenartigen Strange hervortreten.
Bei einer spätem Gelegenheit kommt Greeff (eben-
das. 187G. Nr. 5. S. 88—95 mit Holzschnitten) nochmals
auf dieses sonderbare Herz zurück. Er wiederholt die
Angabe, dass es ihm öfters gelungen sei, das Herz und
die davon ausgehenden Gefasse bis weit in die Arme hinein
zu injiciren. Auch da, wo der Achsenstrang der Arme
solide erscheint, glaubt er annehmen zu müssen, dass in
demselben Gefasse verlaufen, nur dass diese in solchem
Falle durch die weiche Fasermasse verdeckt seien. Die
Kanmierung des Herzens lässt sich übrigens auch bei fos-
silen Crinoideen, namentlich Encrinus liliiformis, mit ziem-
licher Sicherheit nachweisen. Dagegen erscheint dasselbe
bei den gestielten Larven von Comatula, so lange wenig-
stens die Tentakel noch nicht zum Durchbruche gekommen
sind, als ein einfacher Hohlraum, der aber bereits von
einer dorso-ventralen Gefässachse durchsetzt wird. Der
letztere entspringt aus einem ringförmig den Rand umfas-
senden Blutraume und lässt sich nach hinten auch durch
den Stiel hindurch verfolgen.
Eine dritte spätere Mittheilung über das fünfliamme-
rige Herz (ebendas. 1879. Nr. 4. S. 53) ist dazu bestimmt,
die Priorität dieses Nachweises gegenüber den alsbald
hier anzuziehenden Beobachtungen W. B. Carpenter's a. A.
zu wahren. Greeff hat dabei freilich übersehen, was von
dem Jüngern Carpenter später geltend gemacht wird
(Zoolog. Anzeiger Jahrg. IL S. 569—571), dass Ersterer
bereits 1865 die Kammerung des sog. Herzens bei den
Crinoiden in Kürze hervorgehoben hat.
Nahezu gleichzeitig mit den ersten der hier angezo-
genen Arbeiten von Ludwig und Greeff erschien eine
Mittheilung von W. B. Carpenter „on the structure,
physiology and development of Antedon rosaceus*' (Pro-
ceed. roy. Soc. 1876. Nr. 166. p. 211-231. PI. VIII und
IX), in welcher dieser die Resultate der von ihm schon
seit längerer Zeit für die Fortsetzung seiner Crinoiden-
Monographie gemachten Untersuchungen in Kürze darlegt.
Im Grossen und Ganzen zeigen die Angaben unseres Verf.'s
570 Leuckart: BericlU üIj. d. vvisseaschaftlicheii Leistuugen
eine Uebereinstimmung mit den eben berichteten Verhält-
nissen, aber in einzelnen Punkten finden sich auch Ab-
weichungen. So in Betreff des Wassergefässapparates,
den Carpenter auf die Radialkanäle (tentacular canals)
beschränkt, welche des Ringgefässes entbehrten und direct,
wie die darunter hinziehenden Röhren, die „subtentacula-
ren" und „cöliacalen" Canäle, von der perivisceralen Lei-
beshöhle aus gespeist würden. Sie sollen eine vorzugsweise
respiratorische Bedeutung haben, während die Subtentacu-
largefässe den Arterien, die Cöliacalge fasse aber den Venen
verglichen werden. Das Wasser wird durch die auch von
unserm Verf. aufgefundenen Flimmeröffnungen der oralen
Fläche in die Leibeshöhle aufgenommen. Das dorso-ven-
trale Achsengefäss lässt Verf. am untern Ende gleichfalls
mit dem Perivisceralraume zusammenhängen. Er sieht
darin Nichts als einen abgekapselten Theil dieses Hohl-
raumes, der aus demselben erst allmählich, während des
Entwicklungslebens, sich hervorbilde. Das fitnfkammerige
Organ (Herz nach Müller und Greeff) wird als Central-
organ des Nervensystems gedeutet. Es soll keinerlei Zu-
sammenhang mit dem Achseukanale haben, wohl aber eine
Anzahl von Nerven abgeben, die theils an die Girren treten,
theils auch in der von Müller beschriebeneu Weise das
Armskelet durchsetzen. Dass die Anwesenheit von Hohl-
räumen im Innern dieser Deutung nicht widerspreche,
sucht Verf durch einen Hinweis auf die Lateralventrikel
des Wirbelthierhirnes plausibel zu machen. Selbst der
abweichende histologische Bau des Apparates scheint un-
serm Verf. kein genügender Gegengrund, da er sich da-
von überzeugt hat, dass eine Reizung des fünfkamme-
rigen Organcs noch an dem exenterirten Sterne eine
kräftige Einrollung der Arme herbeiführt. Der Anibulacral-
rinne wird keinerlei Beziehung zu dem Nervenapparate
beigelegt; sie soll mit der sie auskleidenden Flimmer-
rinne nur für die Herbeischaffung der aus einer fein
vertheilten organischen Substanz bestehenden Nahrung von
Werth sein.
Nachträglich hat Carpenter übrigens, nachdem er
inzwischen mit den weitern Untersuchungen Ludwig 's
in d. Naturgesch, d. niod. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 571
bekannt geworden war, auf die wir alsbald zuriickkom-
uien werden, in letzterer Hinsicht seine Meinung geändert
(supplemental note on the structure etc. 1. c. Nr. 1G9).
Er erkennt an, dass die in den unteren Scliicliteu des am-
bulacralen E[)ithels hinziehenden Faserstränge, von deren
Existenz er sich an den von seinem Sohne H. Carpenter
gefertigten Präparaten selbst überzeugen konnte, als Nerven
zu deuten seien, allein diese Nerven sollen blosse Empün-
duugsnerveu darstellen, während der motorische Apparat
durch die peripherischen Ausstrahlungen des fünfkamme-
rigen Organes repräsentirt sei. Die Berechtigung dieser
Auffassung scheint ihm um so weniger zweifelhaft, als er
bei erneuter experimenteller Prüfung die frühern Resultate
durchaus bestätigt findet.
Hubert Carpenter kann eben so wenig, wie sein
Vater, die Ansicht theilen, dass die sog. Achsensträuge
der Crinoidenarme blosse weich gebliebene Theile der
bindegewebigen Grundlage der Kalkglieder seien, die zur
Fortleitung der Ernährungsfiüssigkeit dienten, sondern sieht
in ihnen die Hauptnervenbahnen der betreffenden Thiere.
Er wird in dieser Annahme noch dadurch bestärkt, dass er
(besonders deutlich bei Comatula Eschrichtii). au den ein-
zelnen Gliedern von ihnen Zweige nach oben und unten
abgehen sieht, welche die Kalkmasse durchsetzen und mit
ihren Aesten sich bis in die Muskeln und das Perisom
verfolgen lassen. Eine weitere Bestätigung seiner Annahme
findet er darin, dass die oralen Pinnulae von Autedon
rosaceus, trotzdem sie durch eine grosse Reizbarkeit sich
auszeichnen, der Ambulacralfurclie und der von Ludwig
darunter aufgefundenen Nervenstränge vollständig entbeh-
ren. Bei den Acanthometren kehrt solch ein Verhalten
nicht selten sogar in viel grösserer Ausdehnung wieder:
man trifft bei A. armata u. a. ganze Arme, deren Pinnulae
ohne Ambulacralfurchen sind. Gleichzeitig fehlt dann auch
das Flimmerepithel mit Nervenband, das Nervengefäss und
der Tentakelapparat, während die subtentacularen und
coeliacaleu Canäle an den Seiten der Geschlechtsorgane
durch zahlreiche weite Anastomosen unter sich zusammen-
hängen. (Remarks on the anatomy of the arms of the
572 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlicheu Leistungen
Crinoids, Part I und II, Journ. Anat. and Physiol. Vol. X.
p. 571-585 und Vol. XL p. 87-95.)
Die gleiche Ansicht wiederholt Verf. bei Gelegenheit
der englischen Naturforscher- Versammlung 1879 (Report
br. assoc. p. 418). Er zweifelt allerdings nicht an der
Existenz von ambulacralen Nerven, findet aber keine Ver-
bindung zwischen diesen und den locomotiven Muskeln,
die nur von den Achsensträngen der Arme versorgt werden,
und überzeugt sich auf experimentellem Wege, dass die
fibröse Umhüllung des gekammerten Organes in der That
den Centraltheil des motorischen Nervensystems darstellt.
Wie Ludwig und Greef, so macht auch Teuscher
die Comatula mediterranea zum Gegenstande einer ein-
gehenden anatomischen Untersuchung (Beiträge zur Ana-
tomie der Echinodermen, L Comatula mediterranea. Jenai-
sche Ztschft. für Naturwissensch. Bd. X. Supplem. S. 243
—262. Taf. VII und VIII). Die Resultate derselben zeigen
im Ganzen eine grosse Uebereinstimmung mit den Angaben
der erstgenannten Forscher, doch finden sich im Einzelnen
mancherlei Abweichungen. Das Herz, welches Teuscher.
wie Greeff, als „Gefässcentrum" betrachtet, enthält in
seinem peripherischen Theile fünf grössere und in seinem
Centrum eben so viele kleinere Gefässräume, alle mit
deutlichem Epithelium ausgekleidet. Die Umgebung des-
selben wird von einem Faserringe gebildet, der sich con-
tinuirlich in die Achsenstränge der Arme fortsetzt, in
Gebilde, von denen Verf. es zweifelhaft lässt, ob sie als
Nerven oder Bindegewebsstränge zu betrachten seien. Da-
gegen aber findet er, wie Greeff, unterhalb der Ambula-
cralrinnen eine von Längsfasern durchzogene Gewebsschicht,
die nach Analogie der bei den Asteriden vorkommenden
Verhältnisse unbedenklich als Ambulacralnerv gedeutet
werden darf. Ebenso erkennt derselbe in dem Semper'-
schen Genitalstrang eine deutliche Röhre, die, wie auch
Greeff angiebt, im Innern eines besondern Canales gele-
gen ist. Obwohl er die Beziehungen kennt, welche zwi-
schen derselben und den Geschlechtsorganen obwalten,
kann er sich übrigens nicht entschliessen, dieselbe als
genuine Geschlechtsröhre zu deuten. Er sieht in ihr viel-
i
iü d. Naturgesch. d. nied. Thiero währ. d. Jahre 1876—1879. 573
mehr ein rudimentäres Organ, das den Weg bezeichnet,
durch welchen die ursprünglich der Leibeshöhle angchö-
rigen Sexualorgane in die Pinnulae übergewandert sind.
Das peripherische Gefäss steht mit den anliegenden Längs-
kanälen der Arme mehrfach in Communication, wie denn
auch letztere keineswegs vollständig von einander getrennt
sind. Dass dieselben Fortsetzungen der Leibeshöhle sind,
wird übrigens in Abrede gestellt. Verf. sieht darin Ge-
fässe, die im Innern des Kelches vielfach mit denen der
übrigen Arme anastomosiren und zu einem wirren Netz-
werke zusammentreten, welches den Kaum zwischen Darm
nnd Kelchdecke ausfüllt, auch den Darm in dünner Schicht
äusserlich umgiebt „ohne aber mit der Bauchhöhle zu
communiciren". Der Austritt der Geschlechtsstoffe ge-
schieht bei den Weibchen durch Dehiscenz, bei den Männ-
chen durch bleibende Poren. Die trichterförmigen Kelch-
poren lässt Verf. nicht in die Leibeshöhle einmünden,
sondern mit den Anostomosen der seitlichen Armgefässe
zusammenhängen, so dass durch sie der Gefässinhalt direct
mit dem Meereswasser communicire. Gleichzeitig statuirt
er aber eine indirecte Beziehung zu den auch bei den
Crinoiden keineswegs fehlenden Ambulacralgefässen, so
dass dadurch eine gewisse Analogie mit den Poren der
Steinkanäle hergestellt werde. Sie soll durch büudelförmig
vereinigte Gefässzotten vermittelt sein, die den Ambulacral-
gefässen anhängen und mit ihren blinden Enden frei in die
auastomosirenden Hohlräume der Seitengefässe hineinragen.
Auch Ludwig setzt seine Untersuchungen über Cri-
noiden fort und veröffentlicht deren Resultate zunächst in
den Nachrichten der kgl. Gesellsch. der Wiss. zu Göttingen
(1876. Nr. 5. S. 105-114 und Nr. 13. S. 1-97 „Beiträge
zur Anatomie der Crinoideen"). Der vorläufigen Mitthei-
lung folgt später (Echinodermenstudien Th. I. S. 1—100
oder Ztschft. für wissensch. Zoolog. Bd. XXVIII. S. 255—
354. Taf. XII— XIX) eine ausführliche Darstellung, in der
Verf. nicht bloss die Anatomie der Arme und der Scheibe
mit den dabei in Betracht kommenden Organenapparaten
eingehend schildert, sondern auch die Angaben der übrigen
Forscher, besonders von Carpenter; Greeff, Teu scher,
574 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
soweit dieselben von dem eignen Befunde abweichen,
kritisch beleuchtet. Obwohl es verhältnissmässig nur we-
nige Arten sind, an denen Verf. seine Beobachtungen
anstellte (vornehmlich Antedon rosaceus und Ant. Eschrich-
tii), so liefern die hier vorliegenden „Beiträge^' doch das
Vollständigste, was bisher über den Bau der Criuoideeu
veröffentlicht ist. In unserm Berichte beschränken wir
uns natürlich auf die wichtigsten Thatsachen von allge-
meiner Bedeutung. Obenan steht hier die Erkenntniss,
dass die Crinoideen echte Echinodermen sind — was
eigentlich kaum ausdrücklich hervorgehoben zu werden
brauchte, wenn nicht der ältere Gar p enter, der doch
einer der besten Kenner unserer Thiere ist, einige Zweifel
daran ausgesprochen hätte. Gleich den übrigen Echino-
dermen besitzen die Grinoideen zunächst einen den Mund
umgebenden Nervenring und fünf davon ausstrahlende
radiäre Stämme, die genau, wie bei den Asteriden unter
der Tentakelrinne gelegen sind. Nach unserm Verf. ist
freilich nicht die gesammte epitheliale Auskleidung der
Tentakelrinnc dem Nervenapparate zuzurechnen, sondern
nur die subepitheliale Faserlage, welche von den faden-
förmigen Verlängerungen des darüber gelegenen Epithels
durchsetzt wird. Die Faserstränge in der Achse der Arme
und Pinnulae vermag Verf. schon desshalb nicht als ner-
vöse Apparate gelten zu lassen, weil sie auch in den Girren
sich finden, die doch jeder Bewegung baar sind. Wie der
Nervenapparat, so stimmt auch das Wassergefässsystem
bei unsern Grinoideen durchaus mit den typischen Verhält-
nissen der übrigen Echinodermen, indem es gleichfalls aus
einem den Mund umkreisenden Gefässringe und aus am-
bulacralen Radialkanälen sich zusammensetzt. Die Ab-
weichungen beschränken sich auf nebensächliche Momente,
auf die Abwesenheit der Ampullen an den Tentakeln, die
echte Ambulacralfüsschen sind, und die Bildung der Stein-
kanäle, die der Verkalkungen entbehren und ohne Verbin-
dung mit dem Perisom von dem Ringkanale in die Leibes-
höhle hineinhängen und in diese sich öffnen. Natürlich
fehlen unter solchen Umständen auch die Madreporen-
platten, keineswegs aber die Madreporenöffnungen, als
i
ui d. Nutiir^a-6cb. d. nicd. Thicrc währ. d. Jalirc 1870—1871». 575
welche Verf. die Kelcliporen imserer Thiere in Anspruch
nimmt. Sie führen je zunächst in eine kundige mit Flim-
merepithel im Innern ausgekleidete Höhlung, die dann
durch einen engen Canal direct in die Leibeshöhle führt.
Die sonst zur Füllung der Füsschen vorhandenen Ampullen
sind durch Muskelfäden vertreten, welche das Lumen der
Wassergefässe durchsetzen, und um so wirksamer sind,
als die Wassergefässe bei dem gänzlichen Mangel an
Kingsmuskeln einer eigenen Contractionsfähigkeit entbeh-
ren. Bei den übrigen Echinodermeu besitzen die einzelnen
Abschnitte des Wassergefässsystemes mit Einschluss der
Füsschen entweder blosse Längsfasern oder blosse Rings-
fasern, nicht beide neben einander. In der Bildung des
Blutgefässsy Sternes wiederholt sich derselbe Typus, welchen
wir in dem Nerveuapparate und den Wassergefässen an-
trafen: auch das Blutgefässsystem besitzt einen oralen
Ringkanal und fünf davon ausgehende radiäre Gefässe,
welche x\este zu den Teutakelgruppen entsenden. Die
Radiärgefässe liegen, wie schon Greeff erkannt hat, dicht
unter den Nerven. Mit dem oralen Ringe steht, vermittelt
durch Aussackungen desselben, höchst wahrscheinlich ein
das Anfangsstück des Darmes umgebender Gefässplexus
in Zusammenhang, in welchen sich das dorsale Organ
autlöst, ein Gebilde, welches Verf. dem sog. Herzen der
Asteriden vergleicht und als das Centralorgan des Blut-
gefässapparates auffasst. Dem gekammerten Organe, das
auf die Gruppe der Crinoideen beschränkt zu sein scheint,
kann Verf. nur eine untergeordnete Bedeutung beilegen.
Er sieht in ihm das Product einer Erweiterung von fünf
peripherisch und radiär gelegenen Gefässen, welche aus
dem in ein Gefässbündel aufgelösten untern Ende des
dorsalen Organes hervorkommen. Die aus der fasrigen
Umhüllungsmasse des fünfkammerigen Organes hervorkom-
menden Stränge sah Verf. stets ohne Gefässe; er betrachtet
sie als unverkalkt gebliebene Theile der bindegewebigen
Grundlage der Kalkglieder, deren Aufgabe es sei, aus dem
Blutgefässsystem, genauer aus den fünf Kammern, die er-
nährende Flüssigkeit aufzunehmen und den Arm- und
Pinnulaegliedern zuzuführen. Die nicht zu Kammern er-
576 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
weiterten Gefässe des dorsalen Organes gehen an die
Cirren. Da dieselben gleichfalls von Fasermasse umhüllt
sind, liegt die Vermuthung nahe, dass auch die Faser-
stränge der Arme Anfangs ein Blutgefäss enthalten. Ein
den Darm umspinnendes interviscerales Gefässnetz, das
gleichfalls mit dem dorsalen Organe in Verbindung steht,
führt schliesslich noch in den bereits von Greeff beschrie-
benen Blutraum, der die Genitalröhre in sich einschliesst
und durch die Arme bis in die Pinnulae hinein sich ver-
folgen lässt. Was die zuerst von Carp enter und Semper
richtig erkannten Geschlechtsorgane betrifft, so sind auch
diese bei den Crinoideen, wie den übrigen Echinodermen,
in der Fünfzahl vorhanden. Ein jedes derselben gleicht
(bei Antedon) einem Bäumchen, welches mit seiner Wur-
zel in der Scheibe liegt, mit seinen Hauptstämmen die
Arme durchzieht, und seine Zweige in die Pinnulae hinein
entsendet. Nur diese in die Pinnulae eintretenden End-
zweige entwickeln übrigens reife Geschlechtsproducte,.
während der Genitalstrang der Arme selbst steril bleibt.
An der der Spitze der Arme zugekehrten Seite der Pinnu-
lae findet man (wenigstens bei den männlichen Individuen)
eine Anzahl vorgebildeter Oeffnungen, durch welche die
Geschlechtsproducte austreten. Da die Arme nur radiär
gerichtete Ausweitungen der Leibeshöhle sind, die Canal-
räume in der Umgebung der Genitalröhren auch deutlich
als Fortsetzungen dieser Leibeshöhle sich erweisen, so
zeigt die Anordnung der Genitalien der Crinoideen keines-
wegs eine principielle Abweichung von dem Verhalten
der übrigen Echinodermen. Und das um so weniger, als
die Generationsorgane bei den letztern nicht selten
im Innern eines Blutraumes gelegen sind. Dass die Lei-
beshöhle weder in den Armen, noch im Calyx einen
einzigen und ungetheilten Raum bildet, sondern von Binde-
gewebszügen durchsetzt wird, und dadurch in ein System
communicirender Gänge und Maschenräume zerfallen ist,
kehrt in ähnlicher, vielleicht nur weniger charakteristi-
scher Weise auch bei andern Echinodermen wieder. Bei
unsern Crinoideen entsteht auf diese Weise ein achsialer,
ein intervisceraler und ein circumvisceraler Abschnitt der
in d. Naturgesch. d. nied. Thierc währ. d. Jahre 1876—1879. 577
Leibeshöhle, Räume, die sich in Form von ventralen und
dorsalen Gängen, so wie von Genitalcanälen (im Umkreise
des blutführenden Genitalgefässes) in die Arme hinein
forstsetzen. Zahlreiche blinde Ausstülpungen an der Rücken-
wand der dorsalen Gänge der Pinnulae, die mit Wim-
perhaaren ausgekleidet sind, werden von dem Verf. den
pantoffelförmigen Organen der Synaptiden verglichen und
als Gebilde gedeutet, welche eine lebhaftere Bewegung der
Leibeshöhlenflüssigkeit zu unterhalten hätten. Die rothen
sog. kugligen Körper, die nicht bloss neben der Tentakel-
rinne an den Armen, sondern auch auf dem Perisom,
längs des ganzen Verbreitungsbezirkes des Wassergefäss-
systems, gefunden werden, betrachtet Verf. als Excretions-
organe. Sie liegen im Bindegewebe und entleeren ihren
Inhalt mit Leichtigkeit nach aussen, obwohl an ihnen eine
praeformirte Oeffnung nicht wahrzunehmen ist.
Eine wichtige und erwünschte Ergänzung dieser
Darstellung bilden die Beobachtungen, welche Ludwig
nachträglich noch an Rhizocrinus lofotensis anzustellen
Gelegenheit fand („zur Anatomie des Rhizocrinus lofotensis",
Echinodermenstudien Th. L S. 101—130, Ztschrft. für
wissensch. Zoolog. Bd. XXIX. S. 47—76. Tab. V und VI,
in vorläufiger Mittheilung: Nachrichten von der kgl. Ge-
sellsch. der Wissensch. zu Göttingen 1876. Nr. 23). An
erster Stelle ist daraus die grosse Uebereinstimmung
hervorzuheben, welche die anatomischen Verhältnisse die-
ses gestielten Crinoiden mit denjenigen der ungestielten
Formen darbieten. Weder das Wassergefässsystem mit
seinen Anhangsgebilden und den Kelchporen, noch das
Nervensystem, der Darmkanal und das dorsale Organ
mit den damit in Zusammenhang stehenden Theilen (ge-
kammertes Organ, Faserstränge und Gefässe), sell)st nicht
die Geschlechtsorgane und die Leibeshöhle bieten wesent-
liche Abweichungen von den entsprechenden Gebilden der
ungestielten Formen. In den Einzelheiten zeigt sich aller-
dings eine grössere Einfachheit. So enthalten die Arme
statt der sonst in mehrfacher Zahl vorhandenen canalar-
tigen f^ortsetzungen der Leibeshöhle nur einen einzigen
radiären Hohlraum, der bloss in den Basalstücken eine
578 Leuckart: Bericht üb. cl. wissenschaftlichen Loistnngen
Scheidung in einen ventralen und einen dorsalen Raum
aufweist. Auch die Leibeshöhle des Kelches zeigt eine
einfachere Bildung. Wimperorgane fehlen. Ebenso die
kugligen Körper, während die Tentakel, auch die Mund-
tentakelj und die Steinkanäle in viel geringerer Anzahl
vorhanden sind. Von letztern findet man in jedem Inter-
radius nur einen einzigen, wie denn auch in jedem Inter-
ambulacralfelde nur ein einziger Kelchporus vorhanden ist,
wie es Anfangs (nach Perrier) auch bei Antedon der
Fall ist. Es ist also nicht bloss der Besitz eines Stengels,
durch welchen das pentacrinoide Jugendstadium des An-
tedon mit dem dauernd gestielten Rhizocrinus überein-
stimmt. Der Stiel des letzteren wird von einer Fortsetzung
des gekammerten Organes durchzogen, die bis in die Wur-
zelranken sich verfolgen lässt und trotz der Muskellosigkcit
des Stengels von der bekannten Fasermasse begleitet wird.
Die Mittheilungen, welche Hub. Carpenter (Journ.
Anat. and Physiol. Vol. XII. p. 35 — 53) „on some points
in the anatomy of Pentacrinus and Rhizocrinus" macht,
betreffen vorzugsweise die Anordnung des Blutgefässappa-
rates mit dem gekammerten Organe, sowie die Bildung
der Basalia, zwei Puncte, über welche die hier vorliegen-
den Untersuchungen in mehrfacher Hinsicht neue Auf-
schlüsse geben. Der Stiel wird bei beiden Arten (auch
vermuthlich den fossilen Verwandten) nicht von einem, son-
dern von sechs Längsgefässen durchzogen, in die sich der
gefässhaltige Achsenstrang (Herz nach Ludwig), der bei
Pentacrinus aber nur ein einziges Gefäss enthält, nach
hinten über das fünfkammerige Organ hinaus fortsetzt.
Die fibrilUire Umhüllung des letztern liefert einen die Ge-
fässe scheidenartig umgebenden Ueberzug. Eines dieser
Gefässe verläuft in der Achse des Stieles, während die
übrigen eine peripherische Lage haben. Die letztern ver-
sorgen bei Pentacrinus und den pentacrinoiden Jugend-
formen von Comatula auch die in regelmässigen Abständen
um den Stiel gruppirten Girren, und zwar mit Gefässzweigen,
die sich an ihren Abgangsstellen in den betreffenden Seg-
menten beträchtlich erweitern und Bildungen veranlassen,
die man fast alsMiniaturwiederholunc:en des fünfkammeriü:en
in (i. Natnrpfcsch. d. nind. Tln('rc währ. d. Jahro 187G— 1879. HTO
Organes betrachten kihintc. Hei der jungen Comatula lassen
sieb die Üurcblassöffnuugen dieser Gefässe auf der Aussen-
fläcbe des Centrodorsale nocb eine Zeit lang deutlicb wabr-
nebnien. Bei Pentacrinus liegt das fiinfkammerige Organ
übrigens b()ber, als bei Comatula, in der Kelcbböble zwischen
den Radialia, nicht in den obern Stielsegmenten, denen
das Centrodorsale entspricht. Die fossilen Apiocriniden
nehmen durch die Lage desselben eine vermittelnde Stel-
lung ein. Aehnlich verhält sich Rhizocrinus, falls wenig-
stens, wie Verf. meint, das Skeletstück, welches das fiinf-
kammerige Organ enthält, nicht das obere Stielglied dar-
stellt, sondern aus der Verschmelzung der in ihrer Bildung
und ihrem Zusamuienhange so vielfach wechselnden Ba-
salia hervorgegangen ist.
Götte verfolgt die Metamorphose der Comatulalarven
mit Hülfe der Schnittmethode und lehrt uns die Vorgänge
kennen, durch welche diese bis zum pentacrinoiden Sta-
dium sich entwickeln. Dieselben schliessen sich weit enger
an die Erscheinungen der gewöhnlichen Echinodermenent-
wicklung an, als die bisher darüber (von Busch, Thom-
son, Mecznikoff) vorliegenden Beobachtungen vermuthen
lassen, und zeigen namentlich mit den Fällen einer unvoll-
ständigen Metamorphose (d. h. ohne Pluteuszustand) eine
unverkennbare Aehnlichkeit („Vergleichende Entwicklungs-
geschichte der Comatula raediterranea", Arch. für mikrosk.
Anatom. Bd. XII. S. 583-648. Taf. XXV— XXVII). In den
reifen Larven erkennt man trotz der ungewöhnlichen Tonnen-
form und der kranzförmigen Anordnung der Flimmerhaare
ein gastrulaartiges Geschöpf mit ansehnlich entwickelter
Mesodermschicht, ganz wie das auch auf den entsprechenden
Entwicklungszuständen bei den verwandten Thieren der
Fall ist. Die Muudöffnung liegt an der concav gekrümmten
Bauchfiäche, zwischen dem 3. und 4. Wimperreifen. Bald
nach der Geburt aber geht dieselbe verloren. In Folge
dessen löst sich der Zusammenhang des Eutoderms mit
dem Ectoderm. Aber schon nach kurzer Zeit entsteht eine
neue Verbindung zwischen beiden, indem ein vorderer
Zipfel des Darmsackes (der spätere Schlund) an die ven-
trale Oberhaut zwischen den beiden vordem Wimperreifen
580 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
angelöthet wird, ohne zunächst jedoch nach aussen hin
durchzubrechen. Während dieser Vorgänge erfährt der
Darmsack eine bedeutende Ausdehnung, vornehmlich durch
Bildung dreier localer Aussackungen, zweier seitlicher, die
mehr dem hintern Abschnitte angehören und den Darm der
Art umwachsen, dass der linke Schlauch sich auf den
vordem Abschnitt der Bauchseite, der rechte aber mehr
nach hinten auf dessen Rückseite herumschlägt, und einer
unpaaren, die sich über die ganze Breite der Bauchseite
ausdehnt. Die erstem schnüren sich sehr bald vom Darme
ab und werden zur Leibeshöhle, oder richtiger vielmehr
zu zweien Leibeshöhlen, da sie nicht zusammenfliessen,
sondern durch ein dünnes Mesenterium von einander ge-
trennt bleiben. Die unpaare Aussackung, die erst später
von dem Darme sich abtrennt, nachdem sie weit nach vorn
emporgerückt und von dem oralen Peritonealschlauche
vollständig umwachsen ist, repräsentirt die erste Anlage
des Wassergefässsystemes, des Ringcanales und der Ten-
takel. Nachdem dieselbe im Umkreis der an der Ver-
löthungsstelle mit dem Darme trichterartig eingesenkten
Leibeswand ringförmig sich gestaltet hat, löst sich der
umgebende Theil der oralen Leibeshöhle durch Bildung
einer Art Diaphragma von den übrigen mehr in der Tiefe
gelegenen Abschnitten, so dass der Wassergefässring mit
den daraus hervorwachsenden Tentakeln fortan in einem
eigenen sog. Vorräume gefunden wird. Während diese
Vorgänge im Innern ablaufen, hat die Larve aber auch
äusserlich eine Formveränderung erlitten. Die hintere Kör-
perhälfte, welche ausser einer zusammengeschrumpften Fort-
setzung der dorsalen Leibeshöhle nur ein dichtes Bildungs-
gewebe (Mesoderm) in sich einschliesst, hat sich durch
Verschmächtigung und Verlängerung allmählich zu dem
spätem Stiele gestaltet, und der keulen- oder kopfartig
demselben aufsitzende Vorderleib seine frühere symmetrisch
laterale Bildung mit einer mehr radialen vertauscht. Es
oifeubart sich solches dadurch, dass die ventralen Organe,
Mund, Ringwulst, orale Leibeshöhle, an das Vorderende,
die dorsale Leibeshöhle mit dem Darme aber genau da-
hinter rücken, und alle diese Theile mit relativ gleichen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 581
Radial segmeuteii sich um die Längsachse des Körpers ord-
nen. Dabei nehmen denn auch die zehn Skeletanlagen
des Kelches, die sich zunächst um eine nach der Bauch-
fläche geneigte Achse angelegt hatten, ihre spätere Lage
ein. Die Zahl der Stengelglieder beläuft sich gleich in der
ersten Anlage auf acht. Eine Zeitlang bleibt dieselbe
unverändert, bis sich später an der Kelchbasis neue Glieder
anlegen. Dass einige derselben zu dem Centrodorsalstücke
verschmelzen, stellt Verf. in Abrede; er glaubt sich davon
überzeugt zu haben, dass die Skeletzone, aus welcher letz-
tere hervorgeht, mehr im Anschluss an die Basalia, vielleicht
als rudimentäre Wiederholungen derselben sich entwickelt,
und beruft sich dabei auf die nicht seltenen stiellosen
Missbildungen, die in der hinteren Körperhälfte anstatt
der Stielglieder grosse Skeletplatten tragen, welche den
Raum zwischen den Basalia und dem Endknopf ausfüllen.
Die Tentakelanlagen entstehen an dem Ringgefässe als
Auswüchse, welche die Substanzmasse des oben erwähnten
diaphragmaartigen Wulstes zapfenartig heben und in den
oralen, immer mehr sich erweiternden Vorraum hinein sich
verlängern, bis die Decke des letztern schwindet und die
früher darin eingeschlossenen Theile frei werden. Der
Mund hat sich schon vorher in Mitte des Tentakelkranzes
in den Vorraum hinein geöffnet, genau da, wo früher die
trichterförmige Einsenkung der Leibeswand, die bei der
Erweiterung des Vorraumes allmählich geschwunden ist,
mit dem oralen Darmzipfel in Verbindung stand. Zu den
im Anfang vorhandenen fünf Gruppen von je drei Tenta-
keln, an denen der mittlere übrigens vielleicht der älteste
ist, gesellen sich später noch andere von solider und starrer
Beschaffenheit — Verf möchte dieselben am liebsten den
Stacheln der übrigen Echinodermen vergleichen — die je
zu zweien in den Zwischenräumen stehen. (Die mit diesen
Beobachtungen unvereinbaren Angaben Busch's, denen
zufolge die Tentakel frei an der Bauchfläche hervorbrächen
und eine Zeitlang zum Kriechen benutzt würden, glaubt
Verf. durch die Annahme einer Verwechselung mit andern
Larvenformen erklären zu müssen.) Die Anlage des Afters
erfolgt erst spät, aber noch vor Oeffnung des oralen Vor-
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. NN
582 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
raumes, indem ein Darmzipfel im Mesenterium bis gegen
die früher ventrale Leibeswand etwa in der Höhe des
obern Randes der Basalia vorwächst und dann nach aussen
durchbricht. Die weitere Entwicklung der Comatulalarven
hat Verf. nicht verfolgt, dafür aber lässt derselbe der vor-
anstehenden Darstellung noch eine längere Erörterung
folgen, in welcher er die Ergebnisse seiner Untersuchung
mit den Entwicklungsvorgängen der übrigen Echinodermen
vergleichend zusammenstellt, um schliesslich daraus ein
Bild von der allgemeinen Morphologie dieser eigenthüm-
lichen Thierklasse zu gewinnen. Dabei kommt Verf. zu
der Erkenntniss, dass die Echinodermenlarven, obwohl sie
als seitlich symmetrische bezeichnet werden, diesen Typus
(Wurmtypus Verf.) niemals ganz vollständig darstellen,
davon vielmehr bald mehr, bald minder stark (besonders
durch die Anlage und Entwicklung des Wassergefäss-
systemes) abweichen, und um so früher und vollständiger
ihn aufgeben, je unvollkommener derselbe in der embryo-
nalen Anlage sich ausprägt. Die Umwandlung in die ra-
diäre Form beruht aber nicht, wie Mecznikoff für die
Seesterne behauptet hat, auf Vorgängen einer ungleichen
Entwicklung, sondern lediglich auf einer Umlagerung der
einzelnen Theile, die übrigens selbst wieder in verschie-
dener Weise ausgeführt wird. Die Entwicklung der Arme
knüpft Verf. direct an die Tentakelanlagen an; sie sind
für ihn nichts Anderes, als Tentakelbäumchen, welche mit
einer Fortsetzung des Perisoms bekleidet wurden und so-
mit als Homologa der Holothuriententakel betrachtet wer-
den müssen. Morphologisch von untergeordneter Bedeutung,
können dieselben unmöglich, wie Häckel wollte, zum
Ausgangspunkte der gesammten Echinodermenentwicklung
gemacht werden. Wenn man bei der Vergleichung der
verschiedenen Echinodermengruppen, wie es unter solchen
Umständen erlaubt ist, die Arme ausser Betracht lässt,
dann kommt man zu der Ueberzeugung, dass die ab-
orale Körperhäifte bei den Sternen (mit Einschluss der
Crinoiden) aus dem dorsalen Scheibencentrum besteht,
aus einem Stücke, das also nicht bloss dem Apex der
Seeigel, sondern dem ganzen convexen Abschnitte derselben
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 583
gleich zu setzen ist. Die Parallelisirung findet darin noch
eine weitere Begründung, dass dieser Rückentheil, ganz,
wie das dorsale Scheibencentrum der Seesterne, aus der
rechten Hälfte des Larvenkörpers hervorgeht. Die Holo-
thurien bilden durch die mächtige Entwicklung ihrer ab-
oralen Körperhälfte das Gegenstück der Seesterne. Was
die Beziehungen der Echinodermen zu den übrigen Typen
des Thierreiches betrifft, so sieht Verf. in denselben eine
selbstständige Gruppe, die weder mit den Würmern, noch
den Coelenteraten in einen nachweisbaren genealogischen
Zusammenhang gebracht werden kann, in gewisser Hin-
sicht aber zwischen beiden steht.
Nach einer vorläufigen Bemerkung Ludwig 's (Zool.
Anzeiger, Jahrg. IL S. 540) hat die gestielte Larve von
Antedon anfänglich nur einen einzigen Steinkanal und
ebenso nur einen einzigen Kelchporus, Gebilde übrigens,
die trotz ihrer Einzahl zu einander und zur Leibeshöhle
bereits in dem spätem Verhältnisse stehen. Der Inter-
radius, in welchem dieselben gelegen sind, folgt unmittel-
bar auf denjenigen, in dem sich der Enddarm und die
Afteröffnung befinden. Bei den Asterien hat der Stein-
kanal die gleiche Lagenbeziehung zum Darme. Aus dem
Umstände, dass der primäre Kelchporus der Crinoideen
in einer Oralplatte liegt, folgt, dass letztere zum Wasser-
gefässsystem in demselben Verhältnisse stehen, wie die
Genitalplatten der Echinoideen und Asteriden.
Nach den „Notes on the internal and external struc-
ture of palaeozoic Crinoids^' von Wachs muth (Silliman's
Amer. Journ. 1877. T. XIV. p. 115—128, p. 181-191, oder
Annais and Mag. natural history Vol. I. p. 377 — 392,
p. 453 — 463) kann wohl kaum noch länger darüber ein
Zweifel obwalten, dass die scheinbar mundlosen palaeo-
zoischen Crinoiden, wie das schon früher von Schnitze
und Lütken vermuthet ist, mit einem innerlichen Munde
versehen waren, d. h. dass der Mund derselben von den
Skeletstücken des Vorderkörpers überwölbt war. Die in
dem einen Interradius gelegene Oeönung, welche gelegent-
lich wohl als ein gemeinsamer Mund und After gedeutet
wurde, ist dann natürlich Nichts, als der After. Es gelang
584 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
dem Verf. die Ambulacralrinuen der Arme unter das Ge-
-wölbe hinein zu verfolgen. Früher Rinnen, wurden sie
hier zu geschlossenen Kanälen, die inmitten des actinalen
Poles zu einem Ringkanale zusammentraten und im Cen-
trum desselben eine kleine Oeffnung, die wirkliche Mund-
öffnung umfassten. Der Ringkanal selbst wird bestimmt
mit vollem Rechte als die geschlossene periostale Ambula-
cralrinne in Anspruch genommen. In dem Bulla-artig ge-
wundenen Orgaue, welches den grösseren Theil der Leibes-
höhle erfüllt, glaubt Verf. den Darmapparat unserer Thiere
wieder zu erkennen. Die sog. Proboscis hat bei den ein-
zelnen Arten eine verschiedene Bedeutung, je nachdem
sie die Afteröffnuug auf ihrer Spitze oder an ihrer Basis
trägt, indem sie im letztern Falle einen ansehnlichen Theil
der Leibeshöhle in sich einschliesst. Palaeozoische Crinoiden
mit einem weichen Peristom, wie solches bei den jetzt
lebenden Formen gefunden wird, gab es nicht: sie besassen
sämmtlich ein festes Actinalskelet, welches keinen Vergleich
mit dem weichen Peristom zulässt, so verschieden auch im
Einzelnen sein Bau war. Dagegen aber lassen sich die
palaeozoischen Crinoiden ohne Zwang den Jugendformen
der heutigen Arten vergleichen, deren Actinalfläche nach den
darüber vorliegenden Beobachtungen gleichfalls geschlossen
ist. Aus all diesen Thatsachen zieht Verf. am Ende sei-
ner werth vollen Abhandlung den Schluss, dass die be-
treffenden Formen als „Palaeocrinoiden" am natürlichsten
in einer besonderen Unterordnung den übrigen Crinoiden
gegenübergestellt würden.
H. Carpenter veröffentlicht (Journ. Linn. Soc. Vol.
XIIL p. 439—456) eine vorläufige Mittheilung „on the genus
Actinometra, with a morphological account of a new species
(A. pohjmorpha) from the Philippine Islands", der später
(Transact. Linn. Soc. 1879. Vol. II. p. 1-122. PL I— VIII)
unter demselben Titel eine ausführliche, durch Beifügung einer
historischen Einleitung vermehrte Darstellung gefolgt ist.
Der raaassgebende und wesentliche Unterschied zwischen
Antedon und Actinometra besteht nach den Untersuchungen
des Verf s. nicht in der Zahl der auf dem Peristom ver-
laufenden Ambulacralrinnen, deren Verschiedenheiten einen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 585
Charakter von nur geringerer Bedeutung abgeben, sondern
in der Lage des Mundes, der bei Antedon eine subcentrale,
bei Actinometra aber eine excentrische Stellung hat. Dazu
kommt, dass, wie Verf. zuerst durch Lütken erfuhr, die
oralen Pinnulae, die bei Antedon nur geringe Auszeich-
nungen besitzen, bei den xlctinometren stets auffallend von
den übrigen abweichen, indem sie am Ende kammartig
gezackt sind. Da der After von Antedon eine interradiale
Lage hat, eine durch After und Mund gelegte senkrechte
Ebene also den Körper in zwei symmetrische Hälften theilt,
darf der unpaare Radius, dem der Mund angehört, als der
vordere bezeichnet werden. Auch bei einer Anzahl von
Actinometren (A. solaris, A. fimbriata und drei neuen west-
indischen Arten) hat der Mund eine ganz ähnliche radiale
Stellung, aber bei der grössern Menge (A. multiradiata,
A. polymorpha u. s. w.) nimmt derselbe eine interradi-
ale Lage an, so dass der unpaare Arm nach hinten von
dem Munde gefunden wird. (Auf Grund der hier festge-
stellten Verhältnisse giebt Verf. in der grössern Abhand-
lung eine Revision der unter dem alten Genusnamen Co-
matula beschriebenen Species.) Die excentrische Lage des
Mundes erklärt auch die ungleiche Entwicklung der Ambu-
lacralrinnen und namentlich den Umstand, dass die hintern
bei Weitem die längsten sind und bogenförmig um den
After herumgreifen. Bei den Arten mit interradialem Munde
sind diese Bogen übrigens ungleich entwickelt, da der
hintere unpaare Radius, statt seine eigne Rinne zu be-
kommen, von einem Nebenaste der längern linken Rinne
versehen wird. Trotzdem wird übrigens auch in diesem
Falle die Normalzahl der Ambulacralrinnen nicht selten
dadurch überschritten, dass die Spaltung der Rinnen für
die Doppelarme bis an die Ursprungsstelle zurückverlegt
wird. In vielen Fällen (A. polymorpha u. a.) sind die hin-
tern Arme übrigens — und das bedingt einen neuen Unter-
schied von Antedon — ohne Tentakel, ja gelegentlich so-
gar in mehr oder minder langer Ausdehnung ohne Ambu-
lacralrinne, ohne dass Bewegung und Empfindung darunter
leiden, so dass die Ansicht von der nervösen Natur des
subepithelialen Ambulacralbandes, die besonders durch
586 Lcuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ludwig vertreten wird, kaum aufrecht erhalten werden
kann. Auch die Arten mit radialem Munde besitzen ten-
takellose hintere Arme, nur dass dieselben in diesem Falle
dem Bivium, nicht dem Trivium zugehören. Die Unter-
schiede zwischen den vordem und hintern Armen sprechen
sich übrigens auch noch darin aus, dass die erstem nicht
bloss schlanker, länger und reichlicher gegliedert sind,
sondern auch Pinnulae von anderer Form besitzen. Selbst
die Genitaldrüsen derselben sind stärker entwickelt. Die
specifischen Charaktere der neuen Ä. polymorpha, die Verf.
in der grössern Abhandlung in detaillirter Weise darlegt,
können wir hier nicht anziehen. Wir beschränken uns
auf die Thatsache, dass dieselben eine ungewöhnliche
Variabilität darbieten, nicht bloss in der Zahl der Arme, die
zwischen 13 und 39 schwankt, sondern auch in der Bildung
und Zusammenfügung der Skeletstücke. Ebenso müssen
wir es unterlassen, die Untersuchungen des Verf. 's über den
Bau und die Morphologie des Calyx, die auch auf die ge-
stielten Crinoiden ausgedehnt werden und vielfach sogar
fossile Formen betreffen, im Detail hier anzuziehen. Das
Centrodorsale, das übrigens bei Actinometra des Knopfes
entbehrt, der das Gen. Antedon auszeichnet, wird aus einer
Verschmelzung der obersten Stielglieder abgeleitet, und die
Rosette auf die embryonalen Basalia zurückgeführt. Freilich
haben letztere bei den Comatuliden, besonders Antedon,
durch Resorptionsvorgänge und Apposition neuer Skelet-
massen eine beträchtliche Umformung erlitten, eine weit
grössere, als bei Pentacrinus und Solanocrinus. Der Ver-
such, Comaster mit letzterm zusammenzustellen, ergiebt
sich nach der Bildung des Calyx als durchaus verfehlt.
Gleotremites Goldf. wird, wie das auch von anderer Seite
geschehen ist, als das isolirte Centrodorsale einer Coma-
tulide gedeutet.
Demselben verdanken wir weiter „a preliminary re-
port upon the Comatulae of the Challenger" (Proceed. roy.
Soc. 1879. N. 194, p. 383—393). Das Material, welches
dem Verf. zu Gebote stand, ist an 45 verschiedenen Locali-
täten gesammelt, meist aus einer Tiefe unter 1000 Faden,
und besteht aus etwa 111 Species, von denen 59 zu Ante-
i
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 587
don gehören, 48 zu Actinometra (mit excentrischem Munde),
1 zu Ophiocrinus (mit bloss 5 Armen) und 3 zu einem
neuen Gen. Fromachocrinus, dessen Arten sich dadurch
charakterisiren, dass die Arme bis zur Basis gespalten sind,
so dass das radiale Pentagon im Umkreise des Antrodor-
salsttickes aus 10 Platten besteht, statt aus 5. Die bei
Weitem grössere Menge der Arten ist neu, da nur 7 sich
mit Sicherheit auf bekannte Formen zurückführen Hessen.
Die drei Promachocrinus-Arten (Pr. Jcerguelensis mit 20,
P. ahyssorum und P. Naresii mit 10 Armen) stammen
sämmtlich aus dem Stillen Ocean, die eine aus grosser
Tiefe. Auch Ophiocrinus bewohnt den Stillen Ocean, hat
aber hier, wie es scheint, eine weite Verbreitung. Actino-
metra ist ein ausschliesslich tropisches Genus, das nur
wenig in die Tiefe steigt — selten über 20 Faden — , dessen
einzelne Arten aber mit wenigen Ausnahmen (A. solaris)
eine nur beschränkte locale Verbreitung haben. Anders
Antedon, dessen Arten (wie Aut. rosacea und A. Eschrichtii)
zum Theil sehr weit verbreitet sind und oftmals auch mehr
in der Tiefe gefunden werden, obwohl die Comatuliden
im Ganzen die obern Wasserschichten bewohnen, während
die gestielten Formen dagegen meist Tiefseebewohner sind.
Durch die Untersuchungen dieses Materiales ist auch ein
unerwartetes Licht auf zwei bis dahin ziemlich räthselhafte
Crinoiden gefallen, auf Hyponome Sarsii (J. B. 1868. S. 264)
und Phanogenia typica (J. B. 1866. S. 291), welche wir be-
kanntlich durch Loven kennen gelernt haben. Was die er-
stere betrifft, so hat sich diese als eine des übrigen Skeletes
beraubte Scheibe einer Comatula ergeben, an der die anam-
bulacrale Täfelung stark entwickelt ist, und die Ambulacral-
rinnen in mehr oder minder grosser Ausdehnung von den ein-
ander entgegengewendeten beweglichen Randläppchen über-
dacht werden. Eine derartige Bildung findet sich sowohl bei
gewissen Actiöometreu, wie bei Antedonarten, doch gehört
die Lov^n'sche Hyponome wegen der centralen Lage des
Mundes zu den letztern. Ein wirklicher Verschluss der
Ambulacralrinnen, wie er bei palaeozoischen Crinoiden
vorkommt, ist nirgends vorhanden. Die Charaktere, auf
welche das Gen. Phanogenia gegründet ist, die flache Stern-
588 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
form des Centrodorsalstückes und die geriüge Entwicklung
der Girren, ergaben sich nach den Beobachtungen, die
Verf. an Adinometra Jukesii n. und A. stellata Lütk. ange-
stellt hat, als Alterszustände, die erst allmählich nach der
Ablösung vom Stiele sich hervorbilden. Sie reduciren sich
zum grossen Theile auf eine Aenderung in den Beziehungen,
welche zwischen den ßadialia obwalten. Die Kinne, die
durch das Wachsthum der Radialia im Umkreis des Dorso-
centralstücks entsteht, verwandelt sich bei Act. stellata (u.
Phanogenia) allmählich in fünf blinde Gruben, die ver-
muthlich den Oeffnungen entsprechen, welche bei Apiocri-
nus zwischen den Basalia und Radialia gefunden werden.
Der Umstand, dass die grössere Hälfte der vom Verf. unter-
suchten Actinometraarten Arme hat, welche mehr oder
minder vollständig der Ambulacralrinne entbehren, während
der axale Faserstrang überall vorkommt, erscheint ihm
als ein gewichtiger Gegengrund gegen die Annahme, dass
die epitheliale Auskleidung der Rinne als Nervensystem
zu deuten sei.
V. Willemoes-Suhm erwähnt gelegentlich einer
Comatula, deren Kelch nicht bloss von Myzostomen und
kleinen Aphroditeen besetzt war, sondern auch schma-
rotzende Ophiuren, Amphipoden und einen Alpheus trug,
sämmtlich von derselben Färbung (weiss und schwarz ge-
fleckt), wie der Träger. Ztschft. für wissensch. Zool. Bd.
XXVI. S. LXXIX.
Marion liefert in seiner Abhandlung über die Tief-
seefauna der Marseiller Bucht (Annal. des scienc. natur.
T. VIII. Art. 7. p. 40-45. Fig. 11) eine eingehende Be-
schreibung der fast in Vergessenheit gerathenen zweiten
mittelmeerischen Antedonart: A. Phalangium Müll. Die
Auszeichnungen derselben bestehen vornehmlich in der
Bildung des Centrodorsale, das eine conische Form hat
und weit vorspringt, so wie in der beträchtlichen Länge
der Girren, die weit ansehnlicher ist, als bei irgend einer
andern europäischen Art. Freilich sind diese Girren so
hinfällig, dass man dieselben kaum jemals alle erhalten
siebt.
Comatula indica n. sp. von Rodriguez, Smith, Phi-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 589
los. Transact. Vol. 168. p. 564. oder Annais nat. bist. Vol.
XVII. p. 406.
Pourtales berichtet in den „reports on the dredging
Operations of the Blake" (Bullet. Mus. compar. Zoolog.
Vol. V. N. 9. p. 213—216) über die im Mexicanischen
Meerbusen aufgefundenen Crinoiden und beschreibt bei
dieser Gelegenheit ausser drei neuen Comatuliden (Antedon
alata, A. granulifera und A. pulchella) auch den jugend-
lichen Zustand eines Holopus, der freilich erst zur Beob-
achtung kam, als er bereits aufgetrocknet war. Das einem
Steine mit unregelmässig geformter Basis aufsitzende Thier
(Tab. II) erschien als ein kleiner und niedriger Kegel
von 3 mm Breite und 1 mm Höhe, der in ganzer Aus-
dehnung mit einem Skeletüberzuge versehen war. Derselbe
bestand aus einem ringförmig geschlossenen Basaltheile,
an dem keinerlei Zusammensetzung nachweisbar war, und
zweien kreisförmig angeordneten Gruppen von je fünf
Platten, die mit ihren Rändern dicht aneinander lagen und
die Arme, falls solche schon vorhanden waren, einschlössen.
Die untern Platten sind grösser und von pentagonaler
Form, während die obern eine dreiarmige Gestalt besitzen
und mit ihren Spitzen zusammenstossen. Die erstem ver-
gleicht Verf. den Radialia axillaria Wyv. Thomson 's.
Die letzteren haben im ausgebildeten Thiere keinen Ver-
treter; Verf. vermuthet, dass sie im Laufe der Zeit mit
den darunter liegenden Stücken verschmelzen.
W. Thomson 's Abhandlung on the structure and
relations of the genus Holopus (Proceed. roy. Soc. Edinb.
1876/77. p. 405—410) hat Ref. nicht einsehen können.
Von hohem Interesse ist die Entdeckung dreier
neuer gestielter Crinoiden, die wir, wie so viele andere
kostbare Funde, dem Challenger verdanken. Dieselben
stammen aus dem Atlantischen Ocean und sind in dem
schon oft citirten Reisewerke (Atlantic I. IL p. 92—100,
p. 124 ff., sowie in dem Journ. Linnean Soc. Vol. VIH.
p. 47 — 55) von Wyv. Thomson beschrieben worden. Der
eine derselben ist ein schöner Pentacrinus von 13 cm
Länge, P. Macleaanus, mit einigen dreissig kräftigen Armen,
die durch mehrfach wiederholte Spaltung ihren Ursprung
590 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
nehmen und verhältnissmässig breite und flache Pinnulae
tragen. Der Stiel hat eine kurze und gedrungene Form,
und ist mit kräftigen Girren besetzt, die stets nur von be-
stimmten, knotig aufgetriebenen Gliedern entspringen und
nach abwärts gekrümmt sind. (Vergl. über diese Form
auch Nature 1878. Vol. XVII. p. 185. Fig. 5.) Thomson
vermuthet, dass derselbe ohne Befestigung gewesen sei.
Die beiden andern Arten gehören, wie Rhizocrinus, zu der
Familie der Apiocriniden, die eine zu dem schon früher
von unserm Verf. aufgestellten Genus Bathycrinus (B. Äldri-
chianus, (Fig. 23, 200 — 250 mm hoch, mit 10 schlanken
Armen, eine Form, die Verf. am liebsten als eine Zwischen-
form zwischen dem Pentacrinuszustand von Antedon und
Rhizocrinus betrachten möchte), während die zweite, die
Verf. in mancher Hinsicht an das fossile Genus Platycrinus
erinnert, als Typus eines neuen Gen. Hyocrinus (H. Be-
thelUanus Fig. 24 — 27) beschrieben wird. Die fünf Arme,
die einem 170 mm langen Stamme aufsitzen, messen
60 mm und tragen Pinnulae von geringer Anzahl, aber so
beträchtlicher Länge, dass dieselben mit ihren Spitzen
bis an das Ende der Arme reichen. Die Mundfläche des
Calyx ist mit unregelmässig geformten Skeletplatten be-
deckt, welche die fünf grossen dreieckigen Oralia umgeben
und in Form einer fünfseitigen Pyramide die Mundöffnung
überwölben. Der After liegt auf einem kurzen und be-
schuppten Interradialtubus. Die Ovarien sind an den 2
oder 3 untersten Paaren Pinnulae angebracht und erstrecken
sich nahezu über die ganze Länge derselben.
Auch Danielssen und Koren machen uns mit einer
interessanten neuen Form aus der Familie der Apiocriniden
bekannt, mit dem etwa spannelangen Ilycrinus (n. gen.)
Carpenteriij der aus der Tiefe des Nordmeeres (1050—1500
Faden, unter 63— 65 ^ N. Er.) hervorgehoben wurde, aber
weder mit Rhizocrinus, noch mit Bathycrinus oder Bour-
gueticrinus zusammengestellt werden kann (1. c. Bd. XXIL
Heft 2. p. 45-57. Tab. I u. IL Die Verff. beschreiben
ihr neues Genus folgendermassen :
Ilycrinus Dan. et Kor. Stamm lang, ohne Girren, aus
Gliedern zusammengesetzt, deren Gelenkflächen im obern Abschnitte
in d. Naturgesch. d. nied. Thicre währ. d. Jahre 1876—1879. 591
ruud, im mittleren oval, unten aber, wo der Stamm die grosseste
Dicke erreicht, vollständig elliptisch erscheinen. Am untern Ende
eine förmliche Wurzel mit 2 — 3 Plaupt- und Nebenzweigen. Calyx
schmächtig, von den mit einander verwachsenen kleinen Basalia und
den fünf untern Radialia gebildet, die gleichfalls der Länge nach
zusammenhängen. Zehn unverästelte Arme mit Pinuulae vom 11.
Segmente an.
Zum Schlüsse unseres Berichtes erwähnen wir noch
der „Iconographia crinoideorum in stratis Sueviae silu-
ricis fossilium auctore An gel in" (Holmiae 1878 mit 29 Ta-
feln in Folio), die aus dem Nachlasse des Verfassers von
Seiten der schwedischen Akademie herausgegeben wurde,
ein Werk, das um so werthvoller ist, als es uns mit einer
Menge bisher unbekannter und zum Theil höchst eigen-
thümlicher Formen bekannt macht. Sind es doch nicht
weniger als — mit Einschluss der 23 Cystideen — 199
verschiedene Arten, die uns in trefflicher Abbildung und
kurzer lateinischer Diagnose hier vorgeführt werden, da-
runter zahlreiche neue, mit Repräsentanten von 22 neuen
Genera. Wenn wir es unterlassen, hier näher auf das
Werk einzugehen, so geschieht solches nur desshalb, weil
wir die paläontologischen Befunde auch sonst nur neben-
her zu erwähnen pflegten und eigentlich nur in soweit, als
dieselben für das Verständniss der Organisation und zur
Ergänzung der lebenden Fauna von besonderer Wichtig-
keit sind.
Ebenso verweisen wir auf Zittel's Handbuch der
Palaeontologie Bd. I. S. 315 ff., in welchem Verf. eine
auf eigne Untersuchungen gestützte neue Systematik der
Crinoideen entwirft.
111. Coelenterata.
Die Gebrüder Hertwig glauben in der Abtheilung
der Coelenteraten (mit Ausschluss der „in jeder Beziehung
sehr abseits stehenden" Spongien) nach der Beschaffen-
heit der Geschlechtsorgane am natürlichsten zwei Gruppen
unterscheiden zu können, die sie als Entocarpae und
592 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ectocarpae benennen. Zu jenen gehören alle Anthozoen
und Acraspeten mit den Charybdeiden und Lucernarien,
zu diesen die Hydromedusen (+ Siphonophoren) und die
Ctenophoren. Den wichtigsten Unterschied zwischen beiden
Abtheilungen finden die Verff. darin, dass bei den Ento-
carpen die Geschlechtsorgane aus dem Entoderm, bei den
Ectocarpen aus dem Ectoderm stammen, dass sie dement-
sprechend bei den erstem im Innern des Körpers in den
Aussackungen des Gastrovascularsystems geborgen sind,
bei den letztern dagegen frei zu Tage liegen. Dazu kommt,
dass die reifen Geschlechtsproducte bei den erstem, mehr
oder minder fest abgekapselt, einzeln im Mesoderm liegen
und durch das Gastrovascularsystem hindurch in's Freie ge-
rathen, während sie bei den Ectocarpen im Ectoderm ver-
bleiben oder haufenweise in die Tiefe rücken (Cteno-
phoren), und direkt, vielleicht mit Ausnahme der Rippen-
quallen, durch Platzen der ectodermalen Bedeckung frei
werden. Die Mesenterial- oder Gastralfilamente sind aus-
schliesslich auf die erste Gruppe beschränkt. Sollten sich
die Angaben der Verff. in ihrer Allgemeinheit bestätigen,
dann würden die Hydromedusen von den Akalephen, deren
Form und Organisation sie doch sonst so auffallend wieder-
holen, weit schärfer und bestimmter verschieden sein, als
es bisher den Anschein hatte. (Die Actinien, Jena 1879.
S. 166, sowie Sitzungsber. der Jenaischen Gesellsch. f. Med.
u. Naturw. 1879. S. 116 — 121, „über die Geschlechtsorgane
der Coeleuteraten und ihre systematische Bedeutung".)
Die Mittheilungen, welche 0. Hertwig (Sitzungsber.
a. a. 0. S. 142—146) „über die Muskulatur der Coeleute-
raten" macht, betreffen sowohl die Form, wie die Anord-
nung der Muskelzellen. Als die ursprünglichste und ein-
fachste Form betrachtet Verf die Epithelmuskelzellen, d. h.
Muskelzellen, welche noch an der epithelialen Begrenzung
des Körpers vollständig theilnehmen. Durch die inter-
epitheliale Form hindurch gehen dieselben in die subepi-
thelialen Muskelfasern über, bei denen der kernhaltige
Abschnitt aus dem Epithel (durch Verkürzung) gänz-
lich ausgeschieden ist. Was die Anordnung der Fasern
betrifft, so sind diese zunächst zu einer glatten Lamelle
i
in d. Naturgesch d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 593
zusaramengruppirt, welche Epithel und Mesoderm von ein-
ander trennt, bei starkem Wachsthum aber sich faltet und
in einzelne Blätter auflöst, welche senkrecht zur Ober-
fläche stehen und sich bisweilen sogar mit Nebenblättern
besetzen.
Die Experimentaluntersuchungen, welche Kruken-
berg (über die Enzymbildung in den Geweben und Ge-
lassen der Evertebraten, Untersuch, des physiol. Instituts
zu Heidelberg Bd. IL S. 338—344 und besonders S. 366
—376) über die Ernährungsvorgänge bei den Coelenteraten
angestellt hat, haben das überraschende Resultat ergeben,
dass der flüssige Inhalt des Gastrovascularapparates bei
diesen Thieren (Medusen, Polypen, Spongien) keinerlei
enzymatische Secrete enthält, also für sich auch nicht ver-
dauen kann. Wenn trotzdem in den Räumen dieses Appa-
rates eine Verdauung von Krebsen, Mollusken, Fischen
erfolgt, wie der Augenschein es lehrt, so kann solches nur
durch die Annahme erklärt werden, dass dieselbe durch
die Enzyme der Beutethiere selbst vermittelt werde. Der
Organismus der Coelenteraten kennt somit nur eine Er-
nährung per resorptionem; er ist nicht befähigt, durch
einen Verdauungssaft sich die enzym freie feste Kost selbst
resorptionsfähig zu machen. Dafür aber konnte auf-
fallender Weise bei einigen Coelenteraten im Körpergewebe
selbst das Vorkommen von Pepsin deutlich nachgewiesen
werden: ein Fleischfaden, der durch die Körperwände von
Actinien und Medusen hindurchgezogen war, wurde ver-
daut, während er aus dem Magenraume nach einiger Zeit
unverändert wieder ausgeworfen wurde.
Unter dem Titel „Versuch einer vergleichenden Ana-
tomie der Coelenteraten" Heft I veröffentlicht Korotneff
in den Abhandlungen der Gesellschaft naturforschender
Freunde in Moskau 1878 eine russisch geschriebene Ab-
handlung über den Bau der Lucernarien, auf die wir wei-
ter unten zurückkommen.
Das dritte 1877 erschienene Heft der berühmten „Fauna
littoralis Norvegiae'' enthält eine ganze Reihe von Aufsätzen
über Coelenteraten, die zum Theil noch aus dem Nachlasse
des ursprünglichen Herausgebers M. Sars herrühren. Diese
594 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
letztem betreffen die Gruppe der Hydromedusen, während
die übrigen Aufsätze von Koren und Danielssen den
Anthozoen gewidmet sind. Wir werden später auf die-
selben zurückkommen.
Nach den Angaben, welche Claus (Verhandl. der
zoolog.-bot. Gesellsch. Wien 1877. Bd. XXVI. Sitzungsber.
S. 8—11) über die Siphonophoren- und Medusenfauna von
Triest macht, ist der Reichthum des Adriatischen Meeres
an diesen Coelenteraten viel grösser, als man nach Will's
bekannten Horae tergestinae erwarten konnte. Von Sipho-
nophoren lebt daselbst nicht bloss Diphyes Kochii mit
ihren Endoxien, auch nicht bloss Praya und Galeolaria, son-
dern weiter auch ein Haiistemma (H. tergestinum n.) und
eine Forskalia, von Rippenquallen ausser den bekannten
Arten noch Euramphaea vexilligera. Die Akalephen sind
durch Rhizostoma, Chrysaora, Aurelia und eine mit letz-
terer in mehrfacher Beziehung verwandte neue Form (Disco-
medusa lohata n. gen. et n. sp.) vertreten. Noch reicher
ist die Fauna an Hydroidmedusen, von denen ausser Turris
digitalis, Tima pellucida, Schizodactyla Forskaliana, Car-
marina hastata, einer als Liriopsis campanulata (n.
gen. et n. sp.) bezeichneten kleinen Geryonide mit 4 Ra-
dialkanälen und 8 ziemlich gleichlangen Tentakeln, viele
noch nicht geschlechtsreife kleine Medusen (Oceania, Sarsia,
Steenstrupia, Eucope, Cladomena) zur Beobachtung kamen.
Daneben einstweilen 9 verschiedene Hydroiden aus den
Gruppen der Campanulariaden, wie Tubularien.
Spagnolini liefert in den Atti della Soc. Ital. di
sc. natur. (Vol. XIX. fasc. 2. p. 1—45. Tab. I— VI) einen
„Catalogo sistematico degli Acalephi del Mediterraneo",
in dem er 33 Siphonophoren und 99 craspedote Scheiben-
quallen aufführt. Dieselben sind sämmtlich bekannt, dürf-
ten aber nicht alle einer kritischen Untersuchung gegenüber
Stich halten.
Unter den bei Gelegenheit der k. k. österreichisch-
ungarischen Nordpol-Expedition gesammelten zoologischen
Objecten findet v. Marenzeller 26 Coelenteraten (5 Hy-
dromedusen, 8 Anthozoen, 13 Spongien), von denen viele
bereits aus den Meeren um Grönland und Spitzbergen be-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 595
kannt sind, manche aber zum ersten Male vom Verf. be-
schrieben werden. Wir werden später auf dieselben zurück-
kommen. „Die Coelenteraten, Echinodermen und Würmer
der k. k. österr.-ung. Nordpol-Exped.*' Wien 1877 (aus
dem 35. Bande der Denkschriften der Wiener Akad. be-
sonders abgedruckt).
Studer stellt in seiner Fauna von Kerguelensland die
bisher daselbst bekannt gewordenen Coelenteraten zusammen
(Arch. für Naturgesch. 1879. Th. I. S. 119— 122). Ernennt
dabei 9 Hydroiden, 5 Anthozoen, 5 Poriferen).
Ebenso geben EUiot Coues und Yarrow in den
Proceed. Acad. Philad. 1878. p. 307—313 ein Verzeichniss
der von ihnen bei Fort Macon aufgefundenen Coelenteraten
(1 Acalephe, 12 Hydroiden, 3 Siphonophoren, 19 Antho-
zoen, 8 Poriferen). Die darunter aufgezählten zwei neuen
Hydroiden werden später namhaft gemacht werden.
In dem schon mehrfach erwähnten Check-list of the
marine invertebrata zählt Verrill von der Westküste
Nordamerikas nicht weniger als 44 Anthozoen, 5 Cteno-
phoren und 145 Hydromedusen, der grössern Mehrzahl nach
Hydroiden, auf (1. c. p. 15—18, mit Nachtrag S. 31 und 32).
Von den dort lebenden Spongien werden vorläufig 50 nam-
haft gemacht.
Derselbe macht in seiner Notice of rec. additions
to the marine fauna of the eastern coasts of North Ame-
rika (Amer. Journ. arts and sc. Vol. XVI und XVII div.
Cl.) mancherlei Mittheilungen über (meist neue) Polypen.
Normann berücksichtigt in seinen Beiträgen zur Bio-
logie der Valarous-Fahrt (Proceed. roy. Soc. Vol. XXV.
p. 202 ff.) auch die Polypen und Schwämme.
Die Oberflächenfauna des nördlichen Eismeeres ent-
hält nach Mo SS (preliminary notes on the surface fauna
of the arctic seas, Journ. Linnean Soc. Zoology Vol. XIV.
1878. p. 122—126) u. a. auch eine Anzahl Coelenteraten:
Beroe, Nanomia (N. nana Ag.?), sechsstrahlige Medusen.
1. Ctenophora.
Im Gegensatze zu der von Huxley u. A. vertrete-
nen Annahme einer näheren Verwandtschaft zwischen den
596 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ctenophoren imd Anthözoen glaubt Ha e ekel („Ursprung
und Stammesverwandtschaft der Ctenophoren", Sitzungsber.
der Jenaischen Gesellsch. für Med. u. Naturw. 1878 Mai)
an der Ansicht festhalten zu müssen, dass es die Medusen
seien, welche zu den Rippenquallen die nächsten Be-
ziehungen hätten, und als deren Stammeltern in Anspruch
zu nehmen wären. Er glaubt sogar in einer der Familie
der Cladomeniden zugehörigen Anthomeduse, Ctenaria
ctenophora (n. gen. u. n. sp.), deren Organisation bei
dieser Gelegenheit geschildert und durch einen Holzschnitt
illustrirt wird, eine Form gefunden zu haben, welche diese
Beziehungen ausser Zweifel setzt. In der That erinnert
dieselbe durch die Kugelform ihres mit zwei Randfäden
versehenen Schirmes, so wie durch die Dichotomie ihrer
vier Radiargefässe und den Besitz von acht meridional an-
geordnete Reihen von Nesselzellen („vielleicht auch von
Flimmerzellen ?") einigermassen an eine Rippenqualle, ob-
wohl der Besitz eines mit vier Geschlechtsdrüsen ausge-
statteten, wenn auch nur kurzen Magenrohres unser TJiier
auffallend davon unterscheidet und als eine echte Meduse
zur Genüge kennzeichnet. Nichtsdestoweniger wird darauf
hin alsbald eine vollständige Homologie zwischen den
Rippenquallen und den Medusen aufgebaut. Die Magen-
höhle der Ctenophoren wird als Schirmhöhle gedeutet, deren
Magen rückgebildet sei, die sog. Mundöifnung der Schirm-
öffnung, der Trichtermund der eigentlichen Mundöffnung,
und der Trichter der Centralhöhle als homolog zur Seite
gestellt. Die Senkfäden entsprechen natürlich den Rand-
tentakeln, deren Zahl ja auch bei den Medusen nicht sel-
ten auf zwei herabsinkt, die Greifzellen den Nessclzellen
und die Flimmerrippen den Nesselrippen, denen ja „mög-
licher Weise" auch Flimmerhaare aufsitzen! Obwohl die
Verhältnisse des Geschlechtsapparates keine Rückführung
auf Anthomedusen gestatten, machen es die hervorgehobe-
nen Homologieen — nach Ansicht des Verf's — doch
höchst wahrscheinlich, ,,dass die Ctenophoren von dieser
letztern Medusengruppe wirklich abstammen, und dass mit-
hin ihre frühern Vorfahren ebenfalls Hydropolypen aus
der Tubulariengruppe waren". Bekanntlich hat man einst
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere wähf. d. Jahre 1876—1879. 597
auch den Versuch gemacht, die Echiniden mit ihrer Kugelform
von Asteriden herzuleiten, deren zurückgekrümmte Arme mit
einander verwachsen seien, während es doch weit näher
liegt, die Existenz von sphaeroidalen und scheibenförmigen
Körpern auf die verschiedene Bildung (resp. Länge) des
axialen Durchmessers zurückzuführen.
Was Chun in seiner Habilitationsschrift über „das
Nervensystem und die Muskulatur der Rippenquallen^
(Frankfurt 1878, 50 Seiten in Quart mit 2 Kupfertafeln,
Abdr. aus d. Abhandl. der Senkenberg. Gesellsch. Bd. XI.)
berichtet, lautet in vieler Beziehung anders, als Eimer
diese Gebilde beschrieben (J.-B. 1873 S. 386) und neuerdings
bei verschiedenen Gelegenheiten wiederholt hat. So findet
derselbe im Gegensatze zu der Angabe, dass beiBeroe ein
centrales Nervensystem körperlich noch nicht differencirt
sei, bei sämmtlichen Ctenophoren einen solchen Apparat in
dem sog. Sinneskörper, der als ein in die Gallertmasse des
aboralen Poles eingesenktes Ectodermgebilde von kugel-
förmiger Gestalt geschildert wird und — was Verf. freilich
nirgends hervorhebt — mit dem an dieser Stelle von zahl-
reichen Forschern beschriebenen Ganglion identisch sein
dürfte, obwohl dieses nach der gewöhnlichen Darstellung
ein besonderes von dem Ectoderm getrenntes Organ sein
soll. Die oberflächlichen Zellen des Sinnesköpers und die
daran sich anschliessenden Polplatten sind mit Cilien ver-
sehen, die an den Randzellen des ersteren eine mächtige
Entwicklung gewinnen und zu einem glockenförmigen Ge-
bilde verschmelzen, welches den dem Sinneskörper auf-
liegenden Otolithenhaufen in sich einschliesst. Auch inner-
halb der Glocke haben die Cilien nicht überall die gleiche
Bildung. Den Quadranten des Körpers entsprechend unter-
scheidet man hier vier stark flimmernde Felder, die nach
innen zu je in eine federartig gebogene Gruppe von Flim-
merhaaren auslaufen, welche den Otolithenhaufen tragen,
während sie nach Aussen sich strangartig verschmälern,
die Glockenwand durchsetzen und durch dichotomische
Spaltung sodann zu den an die acht Ruderreihen hinan-
tretenden Flimmerrinnen werden. In diesen Cilienrinnen
sieht Verf. die Ursprünge eben so vieler Nerven, die in
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. 00
598 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ihrem weiteren Verlaufe unter den Rippen hinziehen und
zu den Basalpolstern der Schwimmplättchen anschwellen.
Was Eimer als Rippennerven deutet, sind nach unserem
Verf. acht Züge feiner Muskelfasern, die unterhalb der
Nerven gelegen sind. Durch das Spiel der vier an den Oto-
lithenhaufen anschlagenden Federn, das sich continuirlich in
die Flimmerrinnen und Rippen hinein fortsetzt, soll nun
die Ortsbewegung der Ctenophoren regulirt werden. Denn
dass es die Flimmerrippen sind, welche trotz dem Wider-
spruche Eimer's die Ortsbewegung zunächst und in den
meisten Fällen nahezu ausschliesslich vermitteln, wird eben
so wohl durch die Beobachtung lebender Thiere, wie durch
die anatomische Anordnung der Muskelfasern ausser Zweifel
gestellt. Nur Cestus besitzt in seinen oberflächlich hin-
ziehenden kräftigen Längsmuskeln einen Apparat, der in
wirksamer Weise bei der Locomotion sich betheiligt, wäh-
rend die schlagenden Bewegungen der Lappen bei den
Lobaten auf das Schwimmen einen nur geringen Einfluss
ausüben. Die von Eimer im Innern des Gallertgewebes
beschriebenen Nervenelemente (Fasern und Zellen) kann
Chun als solche nicht anerkennen ; er betrachtet dieselben
fast sämmtlich als Muskelfasern und lässt sie von Wander-
zellen abstammen, die von dem Magenbelag und dem Ecto-
derm aus in die Gallertmasse sich verbreitet und ver-
ästelt hätten. Ein Eintreten von Primitivfibrillen in Kern
und Kernkörperchen polygonaler Ectodermzellen ist um so
weniger nachzuweisen, als Beroe ein solches Ectoderm über-
haupt nicht besitzt. Bei Cestus beobachtete Chun noch ein
eigenthümliches, sonst nirgends weiter bei den Ctenophoren
vorkommendes Farbenspiel, das auf einen äusseren Reiz
hervortritt und die für gewöhnlich durchsichtigen und fast
farblosen Thiere plötzlich blaugrün oder ultramarin er-
scheinen lässt. Die Fähigkeit dieses Farbenwechsels inhärirt
bestimmten, eigenthümlich charakterisirten Ectodermzellen,
die in der Ruhe blassgelblich erscheinen, sonst aber keiner-
lei besondere Structurverhältuisse erkennen lassen.
Eimer macht (Archiv f. microscop. Anat. Bd. XVIL
S. 219—240) zum Zwecke der Controle seiner morpholo-
gischen Befunde über das Nervensystem der Beroiden eine
iii d. Natutgesch. d. üied. Thiere wäbr. d. Jahre 1876 — 1879. 599
Anzahl „VersucheüberkünstlicbeTheilbarkeit" dieser Thiere.
Er zerschnitt dieselben in verschiedener Hlihe und Tiefe
der Quere nach in zwei oder mehrere Stücke, und über-
zeugte sich dabei, dass die Theilstücke wie unverletzte
Thiere sich bewegten, wenn auch vielleicht Anfangs eine
kurze oder längere Ruhepause eintrat. Das aborale Endstück
begann in diesem Falle meist zuerst seine Thätigkeit, wie
es denn auch dasjenige war, weiches bei eintretendem Tode
zuletzt abstarb. Die auf diese Weise gewonnenen Resultate
bestärken unseren Verf. in der Annahme, dass bei den
Rippenquallen ein körperlich umschriebenes und streng
localisirtes Nervensystem überhaupt nicht vorhanden ist,
das Nervensystem derselben vielmehr durch zahlreiche
Nervenzellen repräsentirt wird, welche über die ganze
Aussenfläche des Körpers in der Gallerte verbreitet sind,
gegen den Afterpol aber an Menge bedeutend zunehmen.
Einer anderweitigen gelegentlichen Mittheilung zufolge (in
dem später noch näher anzuziehenden Medusenwerke S. 276)
ist Verf. jetzt auch geneigt, den sog. Sinneskörper als ein
Ganglion zu betrachten, obwohl die Bewegungen der
Schwimmplättchen davon in keinerlei Weise abhängig sind.
Was diese letztern betrifft, so hat Verf. übrigens nunmehr
erkannt, dass sie bei der Locomotion der Rippenquallen eine
maassgebende Rolle spielen, jedenfalls eine weit grössere,
als die Muskulatur. Dabei ist er freilich nach wie vor
der Ansicht, das die Fähigkeit zum Sinken und Empor-
steigen, die nicht nur den ganzen Thieren, sondern auch
einzelnen Theilstücken zukommt, an eine willkürliche
Aenderung ihres specifischen Gewichtes anknüpft.
Zu sehr abweichenden Resultaten kommt Hartmann
durch seine Untersuchungen über die Organisation von
Pleurobrachia pileus, bei der er Ganglien am Mundpole
auffindet, welche Nervenfäden sowohl an die Schwimm-
blättchen, wie in das Körperparenchym hinein senden, auch
durch Commissuren mit einander in Verbindung stehen
sollen. Sitzungsber. der Gesellsch. naturf. Freunde, Berlin
1879, S. 25.
Buekers veröffentlicht „bydragen tot de kennis der
anatomie van Cestum Veneris" (Inauguraldissert. Hoorn,
600 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
1878, 66 Seiten in Octav mit 1 Tafel) und berücksichtigt
dabei vornehmlich den Gastrovascularapparat, die äusseren
Bedeckungen und die histologische Structur. Der Verf.
erklärt nach seinen Untersuchungen die Cestiden für
vierstrahlige radiär symmetrische Thiere. Ausser Stande,
die von Eimer in der Gallertmasse beobachteten Nerven-
fasern und Ganglienkugeln als solche zu deuten, nimmt
er dieselben als Bindegewebstheile in Anspruch, die
von den Muskelfasern wohl zu unterscheiden seien. Dafür
aber glaubt Verfasser unterhalb der Rippen und der dor-
salen Sinneszellen wirkliche Nervenelemente aufgefunden
zu haben, Zellen und Fasern, welche von den Canälen
aus zum Ectoderm emporsteigen. In den Oeffnungen
der Trichtergefässe sieht er Einrichtungen, durch welche
die Ctenophoren ebensowohl im Stande seien , Wasser
aufzunehmen, wie den Inhalt ihres Gastovascularapparates
zu entleeren und damit einen Mechanismus zu üben, der
bei Auf- und Absteigen im Wasser und der Füllung ihrer
Senkfäden von grosser Bedeutung sei. Die oralen Rand-
gefässe sollen dem Ringkanal der Ctenophoren entsprechen.
Die schon von Chun auf den Tastpapillen von Cestus
gesehenen Zellen werden für Sinneszellen erklärt.
Chun, der die Tastpapillen von Cestus und Eucharis
gleichfalls einer näheren Untersuchung unterzog, unter-
scheidet in dem Zellenbelag derselben zweierlei Elemente:
Zellen mit Tasthaaren und andere, deren Inhalt im Laufe
der Zeit eine eigenthümliche Umwandlung in Körner ein-
eingeht, zwischen denen sich bei Cestus noch ein Haufen
morgensternartig gruppirter Krystallnadeln ablagert. Auch
bei anderen Rippenquallen finden sich an reizbaren Stellen
sehr ähnliche Tasthaare. So bei den Lobaten an der Innen-
seite der Lippen, bei den Beroiden am Mundrande. Uebri-
gens ist Chun jetzt geneigt, die Ganglienzellen Eimer 's mit
ihren reich verästelten Ausläufern, wie das auchBuekers
gethan, als ßindegewebszellen zu betrachten, da er ausser
Stande war, daran eine Contractilität nachzuweisen. Mor-
phologisch dürfte bei niederen Thieren überhaupt eine
scharfe Grenze zwischen Bindegewebe und glatter Mus-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 601
kulatur schwer zu ziehen sein. Das sonst gleichmässig
flimmernde Entoderm zeigt in den peripherisch verlaufen-
den Gefässen an der nach aussen gekehrten Fläche einen
nicht flimmernden dicken Zellenbelag, der das Licht ent-
sendet und auch den Mutterboden für die Geschlechtspro-
ducte abgiebt. Wimperrosetten (besser Flimmertrichter)
fehlen dieser verdickten Gefässwand. Für die Vertheilung
der Geschlechtsorgane gilt das Gesetz, dass die einander
zugekehrten Hälften zweier peripherischen Gefässe stets
gleichartige Producte erzeugen, und zwar der Art, dass
Magengefässe und Tentakelapparat von den Ovarialseiten,
die im Winkel von 45 <> dazu stehenden Partieen von den
Spermaseiten je zweier Gefässe eingerahmt werden. („Histo-
logische Bemerkungen über Rippenquallen", Zoolog. Anzeiger
1879, S. 329—332.)
Auch Eimer beschreibt (Archiv für microscop. Anat.
Bd. XVII. S, 324-346 mit Holzschn.) die „Tastapparate
von Eucharis multicornis", die er unabhängig von den
übrigen Beobachtern und, wie er angiebt, schon vor Chun
beobachtete. Er lässt es jedoch zweifelhaft, ob die Körner-
zellen, zwischen denen die Tastborsten zu 3 und 4 ange-
bracht sind, als Sinneszellen oder Secretbläschen fungiren.
Die gegen die Epidermis hin aufsteigenden, verästelten
Fäden ist derselbe geneigt, für Nervenfasern zu halten.
Chun überzeugt sich bei Cydippe hormiphora davon,
dass die bisher meist für Nesselkapseln gehaltenen Auf-
lagerungen der Fangfäden eigenthümliche Gebilde dar-
stellen, die er als Greifzellen bezeichnet. Der im Innern
derselben liegende Spiralfaden ist ein Muskel, der sich
streckt und wieder einrollt, und die ihm kuppenartig auf-
liegende klebrige Masse bald fortschnellt, bald auch wieder
auf das Niveau der Tentakeloberfläche zurückzieht. („Die
Greifzellen der Rippenquallen", Zoolog. Anzeiger Th. I.
S. 50—52.)
Hertwig macht einige Bemerkungen über die Be-
schaffenheit der Eier von Gegenbauria cordata, bemerkt
an der Oberfläche je zwei neben einander liegende Proto-
plasmakörperchen (Richtungsbläschen) und findet auch an
Präparaten, welche mit Osmium-Carmin behandelt wurden,
602 Leiickart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
am Uebergange der Rinden- und Markschicht einen deut-
lichen Eikern. „Beiträge zur Kenntniss der Bildung, Be-
fruchtung und Theilung des thierischen Eies", Morpholog.
Jahrbuch, Bd. V. S. 187.
Ebenso handeln die Gebrüder Hertwig (Actinien,
Jena 1879 S. 141) über die Geschlechtsorgane der Cteno-
phoren, die sie nicht aus dem verdickten Epithel des En-
toderms ableiten, sondern aus dem Ectoderm entstehen
lassen. Dieselben bilden sich als kleine Säckchen, welche
anfangs noch nach Aussen münden, später aber von der
Aussenfläche sich abschnüren, obwohl sie eine Zeit lang
noch durch einen Zellenstrang mit dem Ectoderm in Ver-
bindung bleiben. Wenn die Säckchen bei tieferm Ein-
dringen schliesslich auf die Rippenge fasse stossen, platten
sie sich ab. Durch ihre Vereinigung entsteht dann ein
den Rippengefässen aufliegender Längsstreifen, dessen Zellen
in den untern Lagen zu Sexualzellen werden und zapfen-
artig in die anliegenden Entodermzellen hineinwuchern,
während die peripherische Epithelseite steril bleibt. An
den männlichen Genitalsäckeu verwandelt sich letztere in
einen von platten Zellen ausgekleideten Genitalsinus, der
an den weiblichen Säcken, an denen die peripherischen Zellen
eine blasige Beschaffenheit besitzen, fehlt.
Chun veröffentlicht in den Mittheilungen aus der
zoologischen Station zu Neapel (Bd. L S. 180—218. Taf.
VI) eine wichtige Abhandlung über ,,die im Golfe von
Neapel erscheinenden Rippenquallen", durchweiche unsere
Kenntnisse von diesen interessanten Thieren in vielfacher
Hinsicht erweitert und berichtigt werden. Während seines
mehrjährigen Aufenthaltes beobachtete der Verf. daselbst
nicht weniger als 14 Arten, meist sehr charakteristische
Vertreter der bisher unterschiedenen Familien, in den ver-
schiedensten Entwicklungszuständen. Der Artbeschreibung
voraus gehen Angaben über das Vorkommen und die Er-
scheinungszeit der Rippenquallen, der wir die (hier zum
ersten Male auf directem Wege festgestellte) Thatsache
entnehmen, dass die Jugendformen bald nach ihrem Aus-
schlüpfen, wenn die heisse Jahreszeit beginnt, in die Tiefe
wandern, hier zu «ausgebildeten Thieren heranwachsen und
iu d. Natargesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 603
erst gegen den Herbst hin im Wasser wieder aufsteigen.
Da die Lobaten und Cestiden in der Jugend durchaus die
Gestalt und Organisationsverhältnisse echter Cydippen
haben, so müssen dieselben mit diesen auch systematisch
zusammengestellt werden, wie das Ref. schon im Jahre
1850 vorgeschlagen hat. Die von diesem für die be-
treffende Gruppe vorgeschlagene Bezeichnung Stenostomata
glaubt Verf. freilich eben so wenig acceptiren zu können,
wie die Benennung der Beroiden als Eurystomata, da unter
den ersteren Formen vorkämen, die, wie Lampetia Fan-
cerina (n. gen. et n. sp.) eine breitere Mundöffnung und
einen geräumigeren Magen besässen, als gleich grosse
Beroiden. Er substituirt diesen Bezeichnungen desshalb
die Namen Tentaculata und Nuda, darauf Bezug
nehmend, dass die Glieder der erstem Gruppe ausnahmslos
mit Fangfäden versehen seien, welche den Beroiden eben
so ausnahmslos abgingen, vergisst dabei aber, dass unsere
systematischen Namen termini technici sind, deren etymo-
logische Bedeutung keineswegs — man denke nun daran,
dass Amphioxus ein Wirbelthier ist oder Synapta ein
Echinoderm — jedem Einzelfalle gerecht werden. Uebrigens
muss auch unser Verf. zugeben, dass unter den Cestiden
und Lobaten Formen vorkommen, bei denen die eigentlichen
Tentakel von blossen Büscheln einfacher Senkfäden ver-
treten sind. Dass letztere mit den Tentakeln der Cydippi-
den nicht gleichwerthig sind, geht daraus hervor, dass diese
bei den betreffenden Formen im Cydippenzustande gleich-
falls vorhanden sind, nach Anlage der Lappen oder dem
bandartigen Ausziehen des Körpers aber schwinden und
dann später erst durch die neuen Fangfäden ersetzt wer-
den. Durch gemshornartig gebogene Cilien werden die-
selben in besondern durch eine Hautduplicatur gebildeten
langen Rinnen festgehalten. In Betreff des coelenterischen
Apparates macht Verf die Angabe, dass keine Rippen-
qualle, auch keine gelappte oder bandartig gestreckte, ein
den Mund umkreisendes Ringgefäss besitze. Die Beobach-
tung, dass der Gefässapparat aus den bei den ersten Fur-
chungsvorgängen abgetheilten grossen Entodermzellen seinen
Ursprung nimmt, der Magen dagegen secundär durch eine
604 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
EinstülpuDg vom Ectoderm aus entsteht, veranlasst Verf.
den coelenteri sehen Apparat mit Ref. als Leibeshöhle zu
deuten, zumal diese ja bei vielen Wirbellosen durch Ab-
schnürung vom Urdarm aus entstehe. Auf Grund seiner
Untersuchungen entwirft Verf. sodann für eine systematische
Uebersicht der Ctenophorenordnung folgendes Schema:
I. Mit Fangfädeu Subord. Tentaculata.
1. Zwei lange einfache oder mit Seitenfäden besetzte Tentakel.
Sämmtliche Gefässe endigen blind . . Fam. Cydippidae.
2. Büschel von zahlreichen Fangfäden, welche jederseits in
eine längs der Mundränder streichende, mit einem aus
Cilien gebildeten Aufhängeapparat versehene Rinne zu liegen
kommen. Haupttentakel können vorhanden sein oder fehlen.
Die Gefässe communiciren mit einander. Die Jugendformen
sind Cydippen.
a) Zwei Mundlappen Fam. Löbatae.
b) Körper bandförmig Fam. Cestidae.
IL Ohne Fangfäden Subord. Nuda.
3. Die Gefässe treiben allseitig Ramificationen Fam, Beroidae.
Dieser Uebersicht folgen sodann die Beschreibungen
der vom Verf. selbst beobachteten Arten mit zahlreichen
historisch kritischen Bemerkungen und neuen, zum Theil
sehr interessanten Thatsachen. Dieselben betreffen aus
der Familie der Cydippiden: Hormiphora plumosa Ag.,
Pleurohrachia rJiodopis n., Euplocamis (n. gen.) stationis
n., Lampetia (n. gen.) Pancerina n., die sämmtlich der
Gruppe der Pleurobrachiden zugehören, sowie weiter
Haeckelia rubra Carus, Charistephane (n. g.) fulgens n.,
Callianira bialata Delle Ch. (= Escholtzia cordata Köll.),
Thoe (n. g.) paradoxa n. aus der Gruppe der Mertensien.
Die Lobaten sind durch Lesueuria vitrea Milne-Edw.,
Eurhamphaea vexilligera Gegenb. (=Mnemiaelegans Sars),
De'iopea (n. gen.) hälodenota n., Bolina hydatinan., Eucharis
multicornis Eschsch. vertreten, die Cestiden durch Cestus
— nicht Cestum, da dieses Wort nicht existirt — Veneris
Les. und Vexillum parallelum Fol, die Beroiden endlich
durch Beroe ovata Delle Ch. (= Beroe albens Forsk.
mit Einschluss von B. cucumis Fabr. und Idyia roseola
Ag.) und B. Forskalii Milne-Edw. (p. p. = B. rufescens Forsk.,
Idyia penicillata Hertens). Euplocamis, eine jener Cy-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiero währ. d. Jahre 1876 — 1879. 605
dippenformen, die in ihrem Habitus sich den Beroiden
nähern, charakterisirt sich vornehmlich durch die spiralige
Aufrollung der den Tentakeln anhängenden Senkfäden, die
durch ein elastisches Band bewirkt wird, dessen eine bei
der Aufrollung nach Aussen liegende Hallte mit einer dicken
Schicht schön quergestreifter Muskelfasern bedeckt ist.
Lampetia Pancerina (dieselbe Form, welche Verf. in der
vorhin angezogenen Abhandlung als Pancerina singularis
bezeichnet und auch schon beschrieben hatte) gleicht in
einem vielleicht noch höherem Grade einer tentakeltragen-
den Beroide. Sie ist, wie schon oben erwähnt, mit einem
weiten und äusserst dehnbaren Munde versehen, dessen
Rand sich flächenhaft ausbreiten kann und dann eine Scheibe
bildet, mit der die Thiere — für eine Rippenqualle aller-
dingseine ungewöhnliche Leistung — nach Art der Schnecken
an der Oberfläche des Wassers oder an den Gefässwan-
dungen hinkriechen (Fig. 4). Eben so eigenthümlich ist
die Art der Gefässvertheilung, indem die von dem Trichter
entspringenden zwei Schenkel längs der oberen Hälfte des
Magens abwärts laufen und etwa in der Mitte des Körpers
durch dichotomische Theilung der unter den Rippen ver-
laufenden Gefässe den Ursprung geben. Die vom Verf.
als Charistephana beschriebene kleine Rippenqualle ist
vermuthlich mit der von Claus (J.-B. 1864 S. 138) als
Larve beschriebenen eigenthüralichen Form identisch, die
statt der acht Rippen zwei den hintern Körper umfassende
Flimmerkränze besitzt. Sie ist jedoch ein geschlechtsreifes
Thier, dessen Flimmerkränze sich bei näherer Untersuchung
in acht enorm verbreiterte Schwimmplättchen auflösen, in
Wirklichkeit also gleichfalls acht Rippen repräsentiren, die
freilich je nur aus zwei mächtigen Schwimmplättchen be-
stehen. Die Geschlechtsproducte werden nur in den zu
den Seiten des Tentakelapparates verlaufenden vier Ge-
fässen und auch hier nur an den oralen Enden gebildet.
Ob Thoe paradoxa eine selbständige Art repräsentirt, und
nicht vielleicht die Larve von Pleurobrachia rhodopis oder
Lampetia ist, lässt Verf. unentschieden, obwohl er der letz-
teren Annahme zuneigt. Es ist ein kleines, nur 2 mm
messendes Geschöpf, das einen durch seine Grösse impo-
606 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
nirenden Tentakelboden und nur einen Fangfaden besitzt,
der aus einer neben dem Sinneskörper gelegenen sipho-
artig ausgezogenen Oeffnung hervorgestreckt wird. Bei
den jüngsten Larven ist dieser Fangfaden einfach, und erst
die grossesten zeigen ihn reichlich mit Seitenfäden besetzt.
Bei den gelappten Formen gelang es Verf., die Umwand-
lung der ursprünglich cydippenartigen Larve in das aus-
gebildete Thier Schritt für Schritt zu verfolgen. Besonders
geeignet für diese Untersuchung erwies sich Eucharis, bei
der Verf aber zu seiner grossen Ueberraschung weiter
die Beobachtung machte, dass sich in einem Falle die
Mehrzahl der etwa 5 mm grossen Larven nach ziemlich rasch
eintretender Hitze binnen wenigen Tagen in geschlechts-
reife Thiere verwandelte, ohne ihre Larvencharaktere ab-
zulegen. Constant waren es jedoch nur vier Gefässe, und
zwar die sich später unter den vier langen Rippen er-
streckenden, welche die Geschlechtsprodukte entwickelten.
Die von den Thieren abgelegten Eier lieferten wiederum
Cydippeu, w^elche sich nur durch eine geringere Grösse
von den aus den Eiern der erwachsenen Eucharis erhaltenen
Cydippen unterschieden. Deiopea (Fig. 1, 2, 3) besitzt
einen äusserst zarten und durchsichtigen Leib und einen
bei völliger Ruhe helmförmigen Habitus. Dazu kommt
weiter eine starke Compression in der Tentakelebene, auf-
fällig breite und in weiten Abständen gruppirte Schwimm-
plättchen, die Garnirung der Rippen mit weisslich hervor-
tretenden Tastpapillen und die horizontal nach Innen ge-
richtete Stellung der Aurikel. Die Umwandlung der
cydippenartigen Larve von Cestus wird nach den Beob-
achtungen des Verf 's zunächst durch eine Verbreiterung
des je ersten Schwimmplättchens der acht Rippen eingeleitet.
Hand in Hand damit geht eine auffallende Verkümmerung
der folgenden 3—4 Schwimmplättchen, so dass man schliess-
lich Larven findet, deren acht Rippen aus je nur einem einzigen
Schwimmplättchen bestehen. Die kurz sackförmigen peri-
pherischen Gefässe wachsen bald länger aus, und frühzeitig
beginnen die beiden Magengefässe je zwei rechtwinklig
abgehende Schenkel zu treiben. Während dessen gleicht
sich zunächst die Längendifferenz der beiden Querdurch-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 607
raesser aus. Bald ist auch eine leichte Abplattung in der
Tentakelebenc bemerkbar. Die sich in der Richtung
des Längenwachsthums neu anlegenden Schwimmplättchen,
die zuerst durch weite Abstände getrennt sind, werden
breiter und schieben sich zur Bildung der vier langen
Rippen neben- und übereinander. Im Gegensatze zu die-
sen immer länger auswachsenden äussern Rippen bleiben
die vier andern, die nach Innen davon gelegenen sind,
zeitlebens auf ein einziges Schwimmplättchen beschränkt,
so dass sie als vollständige Bildungen leicht übersehen
werden. Schon jetzt ist die typische Form der Qualle
unverkennbar. Die Gefässe haben sich noch mehr ver-
längert. Die vier unter den langen Rippen verlaufenden
Stämme sind durch das bandförmige Auswachsen scheinbar
an den obern Rand gedrängt, indess die vier von den
kleinen Rippen beginnenden Gefässe vom Sinnespol ab in
schräger Richtung nach vorn und aussen verlaufen. Wenn
dann noch die langen Schenkel der Magengefässe mit den
Gefässen der langen und kurzen Rippen in Communication
getreten sind, und der definitive Tentakelapparat entstanden
ist, zeigen die Thiere im Wesentlichen schon die spätem
Verhältnisse. Es ist somit unrichtig, wenn man, wie es
gewöhnlich geschieht, bei Cestus nur von vier Rippen und
Rippengefässen spricht.
2. Hydromedusae.
Häckel erklärt (Jenaische Ztschrft. für Naturw. Bd.
XI. S. 76) die Hydroidpolypen und niedern Medusen mit
zellenloser Gallertscheibe für zweiblätterige Thiere, wäh-
rend er den höhern Medusen in dem mit Zellen impräg-
nirten Gallertgewebe ein wahres Mesoderm zuspricht. (Und
doch sind die zwischen Ectoderm und Entoderm einge-
lagerten Gallertmassen in beiden Fällen, wie das Ref. wohl
zuerst bei denSiphonophoren nachgewiesen hat, desselben Ur-
sprungs, eine Ausscheidung der anliegenden Zellenlager,
und nur insofern verschieden, als bald Zellen in dieselben
einwandern, bald auch nicht).
Aehnlich lauten übrigens die Angaben der Gebrüder
608 Leucjkart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Hertwig und von Böhm, wie das später noch besonders
hervorgehoben werden wird.
Die nach einer vorläufigen Mittheilung bereits in un-
serm letzten Berichte erwähnten Experimentaluntersuchun-
gen, welche Romanes zum grossen Theile gleichzeitig
mit Eimer über die Bewegungen der Medusen und deren
Abhängigkeit von bestimmten Centren angestellt hat, sind
inzwischen in extenso veröffentlicht und weiter fortgeführt
worden. („Preliminary observations on the locomotor System
of Medusae",Philos. Transact. Vol. 166. p. 269—313 und
„further observations on the locomotor System of Medusae"
Vol. 167. p. 659—752.) Wir müssen es uns versagen, auf
die interessanten Resultate derselben specieller einzugehen,
und können das um so eher, als sich zwischen ihnen und
den Angaben Eimer 's im Ganzen eine sehr erfreuliche
Uebereinstimmung herausgestellt hat. Verf. schliesst aus
seinen Untersuchungen, dass die . spontane Anregung zu
einer Bewegung ausschliesslich von Centren ausgehe (cen-
tres of sponlaneity), .welche im Scheibenrande gelegen sind
und beiSarsia sowohl wie Aurelia mit den Randkörperchen
zusammenfallen. Bei den Sarsien sind die Randkörperchen
auch für Lichteflfecte empfänglich. Zu Reflexactionen bleiben
die Medusen übrigens auch nach der Entfernung der Rand-
körper und des Randes befähigt , da sie , wenngleich
oftmals in abnormer Weise, auf Reize verschiedener Art
(Electricität, Säure, Wärme u. s. w.) ihre Bewegungen
wieder aufnehmen. Ebenso gelingt es, unsere Thiere durch
passende Behandlung zu tetanisiren oder durch Gifte ver-
schiedener Art vollständig zu lähmen.
Die von demselben Verfasser in den Proceed. roy.
Instit. 1878 (Vol. VIII. p. 427—448) veröffentlichte Ab-
handlung über „the evolution of nerves and nervo-systems"
betrifft im Wesentlichen gleichfalls die hier angezogenen
Experimentaluntersuchungen. Was von positiven anato-
misch-histologischen Befunden darin raitgetheilt wird, ist
wenig erschöpfend und eingehend, und beschränkt sich
fast ausschliesslich auf den Umstand, dass Sarsia mit einem
Ringnerven versehen ist.
Auch Eimer setzt seine Untersuchungen „über künst-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 609
liehe Theilbarkeit und über das Nervensystem der Medusen"
fort (Arch. für microscop. Anat. Bd. XIV. S. 394—408) und
stellt schliesslich seine experimentellen und microscopi-
schen Beobachtungen in einem selbständigen grössern Werke
(„die Medusen, physiologisch und morphologisch auf ihr
Nervensystem untersucht", Tübingen 1879, 277 Seiten in
Gross-Quart mit 31 Holzschnitten und 13 lithographirten
Tafeln) zusammen. In dem ersten physiologischen Theile
schildert Verf. die von ihm angestellten Experimente, die
mit ihren anatomischen Consequenzen grossentheils schon
in unserm früheren Berichte angezogen sind. Neu ist
eigentlich nur die Thatsache, dass Medusen, die durch Aus-
schneiden ihrer contractilen Randzonen (der Randkörperchen
mit Umgebung) gelähmt wurden, nicht selten sich nach
einiger Zeit wieder erholen, auf mechanische Reize rhyt-
misch sich contrahiren, dann aber bewegungslos werden
und zu Grunde gehen. Zur Lähmung der einzelnen Ab-
schnitte bedarf es übrigens nicht der vollständigen Ent-
fernung der contractilen Zone; es genügt schon, dieselben
mittels eines durch die Subumbrelle geführten Schnittes zu
isoliren. Das Absterben der Theilstücke beginnt an dem
centralen Ende und geht von da successive nach der Rand-
zone vor sich, so dass diese am längsten intact bleibt. Der
Verf. schliesst aus seinen Experimenten, dass das Nerven-
system der Acraspeten wohl seinen Hauptsitz in den
Randlappen hat, aber keineswegs ausschliesslich hier lo-
calisirt sein kann. Auch bei den Craspedoten ist das
Nervensystem nach den meist an Sarsien angestellten Ex-
perimenten des Verf.^s, die im Wesentlichen mit denen von
Romanes übereinstimmen, gegen den Schirmrand hin am
vollständigsten ausgebildet, aber nicht an bestimmten Stellen
concentrirt, wie bei den Akalephen, sondern im ganzen
Umfang ziemlich gleichmässig verbreitet. Mit Rücksicht
auf diese Ergebnisse bezeichnet Verf. die Akalephen als
toponeure, die Craspedoten dagegen als cycloneure Medusen.
Die von den contractilen Zonen zunächst beherrschten
Muskelbezirke betrachtet Verf. nach wie vor als Pump-
apparate, obwohl er daneben auch den ganzen Thieren
jetzt einen derartigen, wenngleich untergeordneten Einfluss
610 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
auf die vegetativen Functionen einräumt. Dabei findet auch
die schon von Ehrenberg bei Aurelia gemachte (später
auch an andern Formen wiederholte) Beobachtung von Poren
am Schirmrande, durch welche der Gastrovascularapparat
direct nach aussen ausmündet und im Stande ist, Koth-
massen und sogar Embryonen zu entleeren, ihre Bestätigung.
Dieselben sind an den acht unverästelten Radiärkanälen an-
gebracht. Die dem morphologischen Theile einverleibten
mikroskopischen Untersuchungen stimmen in ihren Resul-
taten vollständig mit den Schlüssen, die Verf. seinen Ex-
perimentalbeobachtungen entnommen hat. Sie liefern aber
insofern noch eine Erweiterung, als sie zeigen, dass das
Nervensystem der Medusen durchaus ectodermatischen Ur-
sprungs ist und grossentheils sogar von kaum veränderten
Ectodermzellen gebildet wird. Bei den Toponeuren sind
es zunächst die Stiele der Randkörperchen, an denen die-
ses ectodermatische Nervensystem localisirt ist. Die Zellen,
welche der Stützmembran aufliegen, meist cylindrische
Geisseizellen und Stäbchenzellen, ähnlich jenen, die bei
den höheren Thieren in der Retina gefunden werden, ziehen
sich nach unten in ausserordentlich feine Fädchen aus, die
durch wiederholte dichotomische Theiiung einen dichten
Filz von Nervenfäserchen bilden. Verf. glaubt diese Fäd-
chen bei den Geisseizellen so gut, wie bei den Stäbchen-
zellen durch den Kern hindurch in das Anhangsgebilde
hinein verfolgen zu können. Auch die platten, den Oto-
lithensack bedeckenden Zellen setzen sich in Fasern fort,
welche gegen den Randkörperstiel gerichtet sind, jedoch eine
Lage bilden, die an Dicke beträchtlich zurückbleibt. Die
unter dem Nervenfilz des Randkörperchenstiels gelegenen
Zellen betrachtet Verf. gleichfalls als Nervenzellen. Sie
haben eine meist langgezogene Gestalt und tragen Fort-
sätze, welche theils mit den Nervenfäden des Epithels zu-
sammenhängen, theils auch in der unterliegenden Gallert-
wand ihren Verlauf nehmen. Doch die Randkörperchen
sind es nicht allein, welche diese Verhältnisse zeigen. Eine
an der Aussenfläche der Medusen gegenüber der Rand-
körperchenwurzel gelegene kleine Grube (bei Cyanea mehr
ellenförmig), die gleichzeitig auch von Claus beschriebene
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 611
Riecbgrube, zeigt in ihrer Auskleidung genau dieselben
Eigenschaften, nur dass die Zapfen fehlen und der Nerven-
filz nicht so mächtig ist. Ebenso verhält es sich, wenn
auch bei den einzelnen Formen in wechselnder Ausdehnung,
mit der Aussenfläche der Lappen, welchen die Randkörper
ansitzen , und von welchen diese bedeckt werden , und
nicht minder mit ihrer Unterseite in dem dort gelegenen
muskelfreien Bezirke. In dieser Gegend ist auch das Gal-
lertgewebe besonders reichlich und in gewissen Richtungen,
besonders von der Peripherie nach den Randkörperchen zu,
von Fäden durchzogen, welche nach der Ansicht des Verf.'s
dem Nervensystem zugerechnet werden müssen. Nerven-
zellen liegen unter dem Epithel und sehr zahlreich auch
unmittelbar unter der angrenzenden Muskelhaut, deren Ele-
mente hier, wie überall, nach Art der Neuromuskelzellen
gebaut sind. Es sind nun aber diese Einrichtungen an
den Randlappen, wie an den Randkörperchen offenbar nichts
Anderes, als eine Modification derjenigen, welche sich an
der gesammten Körperoberfläche finden. Am besten lässt
sich das bei Cyanea erkennen, deren ganze Körperober-
fläche mit einem Cylinderepithel bekleidet ist, welches viel-
fach, zum Theil auch durch Geisselbesatz, dem localisirten
Sinnesepithel ähnlich ist. Die percipirenden Elemente des
Seh-, Hör-, Riech- und Tastsinnes sind also blosse modi-
ficirte Ectodermzellen. Wo das Gallertgewebe Zellen führt,
sollen diese gleichfalls zum Theil dem Nervenapparate zu-
gehören, zumal jene, welche im Gebiete der contractilen
Zone liegen und theilweise deutlich durch Nervenfäden
verbunden sind. Bestimmte Unterscheidungsmerkmale zwi-
schen Bindegewebs- und Nervenzellen lassen sich freilich
bei den Medusen eben so wenig aufstellen und durchführen,
wie bei den Rippenquallen. Das Nervensystem der craspe-
doten Cycloneuren untersuchte Verf. vornehmlich bei Car-
marina. Statt eines Nervenringes, wie Häckel ihn be-
schreibt, fand Verf. deren zwei, einen untern, und darüber
einen zweiten, aus dem die Sinnesbläschen mit je zwei
Strängen gespeist werden. Diese Ringnerven aber sind
nichts Anderes, als eine Sammlung von Fibrillen, welche
aus der Auffaserung des untern Theils der ihnen aufliegen-
612 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
den Ectodermzellen hervorgehen. Zwischen letztern liegen
ausserdem noch spindelförmige Zellen, die je in einen
gleichfalls dem Nervenstrange sich hinzugesellenden Faden
(vielleicht eine StützfaserP) auslaufen. Auch zwischen den
Fibrillen selbst werden vielfach noch spindelförmige Zellen
beobachtet. Mehr äusserlich, dem aufliegenden Epithel zu-
gewendet, liegen noch prachtvolle multipolare Ganglien-
zellen, deren Ausläufer gleichfalls an der Bildung der
Ringnerven theilnehmen. Eben solche Zellen findet Verf.
auch unter den Ectodermzellen des Velums und am Schirm-
rande. Der Plasmainhalt derselben zeigt eine fibrilläre
Differenzirung, eine Beschaffenheit, die Verf. vielfach auch
an den dem Schirmrande und der Unterseite des Schir-
mes angehörigen Ectodermzellen und sogar den axialen
Tentakelzellen antrifft, so dass er kaum Bedenken trägt,
auch diese dem Nervenapparate zuzurechnen. Die Zwei-
fel, welche dabei an der entodermatischen Natur der
letzterwähnten Zellen ausgesprochen werden, sind frei-
lich in keiner Beziehung begründet. Uebrigens sollen
die Ectodermzellen des Schirmes auch vielfach sich auf-
fasern und dann direct in Nervenzellen übergehen. Unter
ihnen findet Verf. an der Unterseite des Schirmes zum
Theil wieder prachtvolle Ganglienzellen. Ebenso unter-
scheidet er an der hintern Wand des Schirmrandringes
noch eine Reihe von Nervenzellen, welche von den Ring-
nerven unabhängig sind und je unter der Basis eines
Sinnesbläschens eine Ansammlung bilden. Auf diese Weise
entstehen die Ganglien, welche Häckel in den Verlauf
des Ringnerven selbst verlegte. Von ihnen setzt sich
nach oben je noch ein Zellenstrang fort, um über die
Sinnesbläschen hinweg und unter dem Ectoderm an der
Aussenfläche des Thieres eine Strecke weit nach auf-
wärts zu ziehen. Häckel hat diesen Zellenstrang, dessen
seitliche Faserausläufer, verstärkt mit solchen, welche
direct vom Ganglion kommen , Spangennerven , neben
ihm radial nach aufwärts ziehen, unter dem Namen
der Mantelspange als einen knorpligen Stützapparat be-
schrieben. Hacke l's Basalganglien konnte Verf. nicht
auffinden, und in den Sinnesganglien desselben erkannte
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 613
er die den Otolithen umgebenden percipirenden Sinnes-
zellen, die je nach unten in ein Nervenfädchen auslaufen,
das dem Gehörnerven sich einfügt und am entgegenge-
setzten freien Ende in einen langen Geisselfaden sich fort-
setzt. Nervenfädchen und Geissei kann man im Innern
der Zelle bis gegen den Kern hin verfolgen, so dass
die Vermuthung eines directen Zusammenhanges zwischen
beiden nahe liegt. Bei den übrigen Craspedoten fand Verf.
das Nervensystem nicht so ausgeprägt differenzirt, wie bei
Carmarina. Die Nervenfädchen sind äusserst fein und in
den meisten Fällen nur als Fortsätze der Sehzellen oder
Ganglienzellen nachzuweisen. Auch die Ganglienzellen
sind höchst unscheinbar und von gewöhnlichen Ectoderm-
zellen kaum zu unterscheiden. Ein eigentlicher körperlich
umschriebener Ringnerv dürfte sich bei den meisten niedern
Craspedoten noch nicht als ausgebildet erweisen. Die den
Schirmrand deckenden Ectodermzellen sind dagegen durch
ihre grossen Kerne und die fasrige Bildung ihres Inhalts
leicht als Nervenzellen zu erkennen. Auf die dem Schluss-
kapitel eingefügten phylogenetischen Erörterungen können
wir hier nicht näher eingehen. Verf. sieht in dem „Deck-
nervensystem" der Medusen so gut, wie der Beroiden
eine wichtige Uebergangsform, eine Einrichtung, aus der
durch Localisirung, Concentration und weitere Entwicke-
lung der Nervenapparat der höheren Thiere hervor-
gegangen sei. Die Neuromuskeltheorie hält er dabei für
völlig gerechtfertigt. Seine Ansicht über die hohe Bedeu-
tung des Zellenkernes, in dem er das eigentliche nervöse
Centralorgan aufgefunden zu haben glaubt, hat derselbe
auch anderweitig (Arch. für microscop. Anat. Bd. XIV,
S. 94) dargelegt.
Einen bedeutsamen Fortschritt in der Erkenntniss
sowohl der Organisation der uns hier interessirenden Thiere,
wie der vergleichenden Anatomie des Nervenapparates be-
zeichnen die Untersuchungen, welche die Gebrüder Hart-
wig über „das Nervensystem und die Sinnesorgane der
Medusen" veröffentlicht haben. Es geschah das zunächst
in dem XL Bande der Jenaischen Zeitschrift für Natur-
wissenschaften (1877, S. 355 — 374) durch eine vorläufige
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. PP
614 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Mittheilung, der die Verff. aber schon nach kurzer Zeit
eine ausführliche und eingehende Darstellung („das Nerven-
system und die Sinnesorgane der Medusen", Leipzig 1878,
136 Seiten in Gross-Quart mit X Kupfertafeln) folgen Hessen.
Bei dem ungemeinen Reichthum neuer und wichtiger That-
sachen, welche diese Schriften enthalten, müssen wir uns
damit begnügen, unter ausdrücklichem Hinweis auf die
hohe Bedeutung und die mustergültige Behandlung des
Gegenstandes dasjenige hier hervorzuheben, was ein mehr
allgemeines Interesse in Anspruch nimmt. Die craspedoten
Medusen, mit deren Betrachtung die Verff. ihre Darstellung
beginnen (unsere Hydromedusen) besitzen sämmtlich einen
Ringcanal, dessen einfache Epithelschicht auf der untern
Seite aus hohen Cylinderzellen, nach der Schirmoberfläche
zu aus platten Elementen sich zusammensetzt. Bei einigen
(generisch abzutrennenden) Arten des Gen. Cunina hat
dieser Ringcanal durch Oblitteration eine Rückbildung er-
fahren, doch lässst sich derselbe auch in diesen Fällen
noch als ein dünner, mit den trichterförmigen Aussackungen
des Gastrovascularsystems durch rudimentäre Radialkanäle
zusammenhängender Zellstrang nachweisen. Das Velum,
welches sich neben dem Ringkanale an den Schirmrand
ansetzt, geht aus der Ectodermschicht des Körpers hervor
und besteht aus zwei Zellenlagen, die durch eine homo-
gene, oft ziemlich dicke Stützmembran von einander ge-
schieden sind. Die letztere spaltet sich am Schirmrand
und setzt sich einerseits in eine zarte Membran fo-rt, welche
von den Ectodermzellen der Schirmoberfläche ausgeschie-
den ist, während sie anderseits mit der derben Stütz-
membran der Subumbrella zusammenhängt. Genau
in dem Spaltungswinkel liegt der Ringkanal. Unmittelbar
auf der Unterseite der Stützlamelle verläuft ringförmig eine
einfache Schicht quergestreifter Muskelfibrillen, welche der
Basis der Ectodermzellen rechtwinklig ansitzen und als
directe Fortsetzungen derselben zu betrachten sind.
Radial gerichtete Muskelfasern fehlen im Velum und
sind auch in der Subumbrella nur selten aufzufinden. Zur
Vcrgrösserung der mit Muskelfasern bedeckten Oberfläche
erhebt sich die Stützlamclle sowohl an dem Velum (Gery-
in (1. Naturgesch. d. iiied. Thiere währ. d. Jahre 1870—1879. 615
onia), wie an der Subumbrella (Thauinantias, Aequorea)
nicht selten in Falten, die in letzterm Falle bisweilen
(Aequorea) so weit vorspringen, dass die muskelbildenden
Epithelzellen von der oberflächlichen Zellenlage der Sub-
umbrella sich abtrennen und eine eigne, das Mesoderm in
seinen ersten Anfängen repräsentirende Zellenlage dar-
stellen. Uebrigens sind die Muskellagen des Velums und
der Subumbrella an der Anheftungsstelle des erstem überall
durch eine mukelfreie Schicht Epithelzellen von einander
getrennt. Die Tentakel, die durch Wucherung der ento-
dermatischen so gut, wie der ectoderraatischen Zellen ent-
stehen, sind meist unmittelbar über dem Velum angebracht,
in seltenen Fällen aber auch höher emporgerückt. Wo
dieselben solide sind, bilden die Entodermzellen den Achsen-
faden, dessen Elemente bekanntlich eine grosse Aehnlich-
keit mit Pflanzenzellen haben. Einen ähnlichen Bau lassen
die Mantelspangen der Geryoniden erkennen, deren Zellen
aus dem Epithel des Ringkanales abstammen und damit
auch stets in Zusammenhang bleiben. So weit dieselben
von der ectodermatischen Epithellage überzogen sind, laufen
die Zellen der letztern zum Theil in Muskelfibrillen aus,
wie das auch an den Tentakeln, deren Zellenlagen übrigens
stets durch eine oft beträchtlich dicke Stutzlamelle von
einander getrennt sind, der Fall ist. Eine noch höhere
morphologische Bedeutung erhält der Schirmrand aber da-
durch, dass sich in ihm auch das Nervensystem und die
Sinnesorgane localisirt haben. Was ersteres betrifft, so
lassen sich in demselben, obwohl es eine sehr niedrige
Entwicklungsstufe repräsentirt und zeitlebens eigentlich nur
einen integrirenden Theil des Ectoderms darstellt, be-
reits ein centraler und ein peripherischer Abschnitt unter-
scheiden. Das centrale Nervensystem bildet am Schirm-
rand einen obern und einen untern Faserstrang, die beide
unmittelbar der Stützlamelle des Velums aufliegen und auf
ihrer Oberfläche von Ectodermzellen überzogen werden.
Sie bestehen beide aus feinen Fibrillen, die in dem be-
trächtlich dickern obern Ringe theils bündelweis ange-
ordnet, theils auch unregelmässig durchflochten sind und
ziemlich zahlreiche kleinere und grössere Ganglienzellen in
616 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich einschliessen. Die grössern Zellen, die in dem untern
Ringe trotz seiner geringern Dicke fast häufiger sind, als
in dem obern, entsenden Fasern von oft beträchtlicher
Länge, die sich allmählich in feine Fibrillen auflösen. Sie
liegen besonders am Rande der Nerven und sind vielfach
nur durch einen dünnen Ueberzug von platten Epithelien
von der Oberflächenbegrenzung des Körpers ausgeschlossen.
Das den obern Ringnerven tiberziehende Sinnesepithel ist
einschichtig und an seiner Oberfläche mit langen Flimmer-
haaren besetzt. Die einzelnen Zellen besitzen eine theils
cylindrische, theils auch spindelförmige Gestalt und sind
nach innen in einfache oder zahlreichere Protoplasmafort-
sätze ausgezogen, welche unterhalb der Epithelschicht recht-
winklig sich umbiegen und in die Fibrillen des Ringnerven
hinein sich fortsetzen. Einzelne Zellen bilden sogar förm-
liche Uebergangsbildungen zu den zelligen Elementen der
Nerven. Uebrigens sind die beiden Nervenringe keines-
wegs von einander isolirt und unabhängig, sondern durch
zahlreiche fibrilläre Bündel in Zusammenhang, welche von
der untern Fläche des obern Ringes abgehen, die Stütz-
lamelle des Velums durchbohren und auf der entgegenge-
setzten Seite, da, wo zwischen der Muskulatur des Velums
und der Subumbrella der oben erwähnte Zwischenraum
bleibt, zur Bildung des untern Ringes zusammentreten,
lieber die mancherlei Verschiedenheiten, welche die ein-
zelnen Familien der craspedoten Medusen in der Aus-
bildung des Nervenringes zeigen, können wir mit der
Bemerkung hinweggehen, dass die Scheidung in einen
obern und untern Theil bei den Aeginiden, bei denen die
Stützlamelle des Velums am Schirmrand eine nur sehr
unbedeutende Dicke hat, am wenigsten ausgesprochen ist.
Den ansehnlichsten und am besten entwickelten Nerven-
ring besitzen die Geryoniden, bei denen derselbe übrigens
in Folge einer eigenthümlichen wulstförmigen Wucherung
des Ectoderms am Mantelrande aus seiner gewöhnlichen
Lage verdrängt und weiter auf das Velum hinausgeschoben
ist. Die Beschaffenheit des peripherischen Nervensystems
wurde vorzugsweise an Carmarina studiert. Dabei hat sich
die Thatsache ergeben, dass der obere Nervenring ausser
iu d. Naturgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 617
den paarweise an die Gehörbläseben tretenden Fibrillen-
biiudeln kaum stärkere Seiteuzweige abgiebt, und höchstens
noch die Tentakel versorgt. Statt seiner ist es der untere
Ringnerv, der die Beziehungen zu dem peripherischen
Nervensysteme unterhält. Von diesem und den dazu ge-
hörigen grossen Ganglienzellen gehen zahlreiche feine Fi-
brillenzüge aus, die sich an der untern Seite des Velums
und der Subumbrella verbreiten, hier die Form eines sub-
epithelialen Plexus annehmen und auch zahlreiche
Ganglienzellen in sich einschliessen. Die Lage dieser
Fibrillenzüge unmittelbar zwischen der Muskelfaserschicht
und deren Matrixzellen lässt kaum einen Zweifel, dass die
Ausläufer der Fibrillen mit den Muskelfasern in einem
directen Zusammenhange stehen. Der primitive Zustand,
der im Bau des Nervensystems zu Tage tritt, spricht sich
naturgemäss auch in der Beschaffenheit der Sinnesorgane
aus, nicht bloss in den Tastorganen, sondern auch den
Seh- und Hörorganen. Als erstere deuten die Verff. ge-
wisse, besonders in der Familie der Trachynemiden vor-
kommende Epithelzellen, die vornehmlich an den Tentakeln
und dem Mantelrande auftreten und mit längeren und
steifen Haaren oder Borsten besetzt sind. Hier und da
sind diese Borsten zu förmlichen Tastkämmen aneinander
gereiht und dann auch, wie es scheint, durch Faserzüge
mit dem Nerveuring in Zusammenhang. Die Sehorgane,
die bekanntlich nur bei den von Tubulariaden abstammen-
den Ocellaten gefunden werden und hier die Stelle der
Gehörorgane vertreten, bestehen aus einer pigmentirten
Ectodermstelle, über welcher die Cuticula bisweilen (Lizzia)
linsenartig sich verdickt. Die Zellen sind von fadenför-
miger Gestalt und am Basaltheil in Fibrillen verlängert,
sonst aber insofern verschieden, als die einen pigment-
haltig sind, die andern aber des Pigments entbehren. Nur
die letztern werden von den Verff. als lichtempfindende
Elemente in Anspruch genommen. Unter den in morpho-
logischer Hinsicht besonders interessanten Gehörorganen
unterscheiden die Verff. zwei nach Bau und Genese ganz
abweichende Typen. Den einen bilden die Gehörorgane
der Aeginiden, Trachynemiden und Geryoniden, die frei-
616 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
lieh in den Specialitäten ihrer Bildung mancherlei Unter-
schiede darbieten, indessen keine, die es verhinderten, die
betreffenden Organe in eine continuirliche Entwicklungs-
reihe zusammenstellen. Bei den Aeginiden, welche die ein-
fachste Form dieser Gehörorgane besitzen, bestehen die-
selben aus zapfenartigen Vorsprüngen, die unmittelbar dem
Ringnerven aufsitzen und gleich den Tentakeln, denen sie
— wie das vom Kef. wohl zuerst erkannt ist — als homologe
Bildungen sich anreihen, aus einem grossblasigen Achsentheil,
der vom Entoderm abstammt, und einem Ectodermüberzuge
bestehen. Der letztere bildet an der Basis ein von langen
Cylinderzellen gebildetes Polster, das Gehörpolster, dessen
Elemente an ihrer Wurzel in Nervenfibrillen übergehen und
am freien Ende je ein langes Gehörhaar tragen, so lang,
dass das dazwischen sich erhebende Gehörkölbchen bis zur
Spitze von denselben umgeben ist. Die am Ende des
Kölbchens gelegenen Achsenzellen umschliessen nun je nach
den Arten ein oder mehrere rundliche Otolithen. Aehnlich
ist es bei den Trachynemiden, nur dass hier im Laufe der
Zeit gewöhnlich insofern eine Complication eintritt, als
sich im Umkreis des Kölbchens und der Hörhaare durch
Wucherung des Yelumepithels eine ringförmige Falte er-
hebt, welche den Gehörapparat allmählich umwächst und
in eine blasenartige Hülle einschliesst. Auch die Ge-
ryoniden besitzen derartige Gehörblasen mit Kolben und
Haaren im Innern, aber die Bläschen sitzen nicht mehr
frei auf dem Nervenringe, sondern sind in die Tiefe gertickt
und fast allseitig von der Mantelgallerte umschlossen. In
Folge dessen müssen die Nervenfibrillen, in welche die
Hörzellen übergehen, einen weiten Weg zurücklegen, um
bis zum Nervenring zu gelangen. Sie erscheinen als zwei
Faserbündel, die von der Insertion des Klöpfels an der
Innenwand des mit sehr platten Epithelzellen ausgeklei-
deten Bläschens nach dem entgegengesetzten Pole verlaufen
und hier in den Nervenring sich einsenken. Nach dem
zweiten Typus sind die Gehörorgane der Eucopiden, Ae-
quoriden und Thaumantiaden (der Vesiculaten) gebaut.
Sie sind insofern einfacher, als sie ausschliesslich Ecto-
dermbildungen sind und von dem schmalen Streifen Sinnes-
in d. Natnrgesch. d. uied. 'J'hiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 619
Zellen ausgehen, welcher sich auf der untern Seite des Velums
unmittelbar unter dem Nervenringe hinzieht. In seltenen
Fällen (Mitrocoma Annae) behalten die Gehörorgane ihre
ursprüngliche Lage auf der Oberfläche des Integumentes,
obwohl das letztere gewöhnlich auch dann schon zur Auf-
nahme der specifischen Elemente muldenförmig sich ver-
tieft. In der Regel aber schliesst sich diese Vertiefung
zu einem Bläschen, wie bei den Geryoniden u. a., nur dass
dasselbe des Klöpfels entbehrt, und die Otolithen einfach
in die Ectodermzellen eingelagert sind. Auf je eine Con-
crementzelle kommen 3 — 5 Sinneszelien, die sich central-
wärts in einen feinen nervösen Fortsatz ausziehen, an
ihrem peripherischen Ende aber ein starres Haar tragen
und mit diesem die Concrementzellen, deren Zahl bekannt-
lich bei den verschiedenen Arten eine schwankende ist,
umgreifen. Daneben finden sich im Innern der Bläschen
noch platte Epithelien, welche sich vornehmlich nach rechts
und links und nach der Seite des freien Velumrandes hin
ausbreiten. Was nun die acraspeden Medusen, unsere
Akalephen, betrifft, so wurde deren Bau von unsern Verff.
vornehmlich an Nausithoe und Pelagia studirt. Die An-
gaben unserer Verff. haben zunächst also auch nur auf diese
Formen Bezug. Dass die Verhältnisse des Nervenapparates
hier mehrfach von denen der Craspedoten abweichen, Hess
sich von vornherein schon aus der Bildung des Schirm-
randes entnehmen. Ringgefäss und Velum fehlen ; der Rand
ist gekerbt und die Muskulatur der Subumbrella nicht in
ganzer Ausdehnung entwickelt, sondern in Form eines acht-
seitigen Polygons, dessen Ecken den ürsprungszellen der
Tentakeln entsprechen, während die Seiten den tentakel-
losen Einkerbungen gegenüber liegen. Dem entsprechend
finden wir denn auch an Stelle eines zusammenhängenden
Nervenringes acht getrennte Anlagen, welche mit den
Sinnesorganen vereint auf besondern Erhebungen des Schirm-
randes sitzen. Die Verff. bezeichnen diese Erhebungen, die
Randkörperchen der früheren Beobachter, als Sinnesträger.
Es sind Gebilde, welche mit den acht Tentakeln alterniren
und auch im Allgemeinen deren Bau besitzen, so dass sie,
wie solches vom Ref. schon vor längerer Zeit hervorgehoben
620 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichcu Leistungen
ist, auch morphologisch denselben parallelisirt werden
müssen. Die Otolithen, welche ausschlieslich dem terminalen
Abschnitte der Sinnesträger angehören, sind von Zellen
erzeugt, welche von dem Epithel der Ausstülpung abstam-
men, wie bei den Aginiden u. a., also dem Endothel zu-
gehören. Auch insofern erinnern die Sinnesträger unserer
Medusen an die Gehörkolben dieser Formen, als die den
basalen Abschnitt überziehenden hohen Ectodermzellen auf
ihrem freien Ende je ein Haar besitzen, das freilich eine
nur zarte Beschaffenheit hat, aber doch als Hörhaar zu
betrachten ist. Das centrale Ende der Zellen verlängert
sich in ein oder mehrere Fäserchen. Letztere durchflechten
sich mit andern Ausläufern und bilden ein beträchtlich
dickes Gewirr, das zwischen dem Epithel und der dem
Entoderm zunächst aufgelagerten Stützlamelle hinzieht und
mit den zugehörigen Zellen das Nervensystem unserer Thiere
darstellt -- einen Zustand repräsentirend, der noch pri-
mitiver ist als selbst bei den craspedoten Medusen. Bei
Nausithoe erreicht der Sinnesträger übrigens insofern eine
höhere Entwicklung, als das Nervenepithel hier weniger
diffus ist, vielmehr ausschliesslich auf die frei vorspringende
untere Seite des basalen Abschnittes beschränkt bleibt und
in seiner Mitte durch Aufnahme von Pigment zu einem
eigenen Ocellus entwickelt ist. Die Gallertmasse oberhalb
der Sinneskörper ist zu einer Nische ausgehöhlt und oftmals
auch durch Erhebungen auf der Unterfläche kanalförmig
abgeschlossen. Auf die der monographischen Darstellung
beigefügten theoretischen Erörterungen — wir haben uns
in unserm Berichte wesentlich an den Inhalt der vorläufigen
Mittheilung gehalten — können wir hier nicht näher ein-
gehen. Wir erwähnen nur soviel, dass die Verff. darin
ihre Deutung sowohl des Nervensystems, wie der Sinnes-
organe histologisch und physiologisch begründen, und ihre
Befunde für die Morphologie, wie Phylogenie in ausgie-
biger Weise verwerthen. Die Verff. erweisen sich dabei
als Gegner der sogen. Neuromuskeltheorie, indem sie an-
nehmen, dass die histologische Sonderung in sensitive und
motorische Elemente nicht auf eine Trennung und ein
Selbständigwerden verschieden differenzirter Zelltheile, son-
iu d. Naturgesch. d. uicd. Thicre wälir. d. Jahre 1876 — 1879. 621
dem auf die verschiedene Differenzirung getrennter und
urypriinglich gleichartiger Zellen zurückzuführen sei. Die
ursprünglich indifferenten Ectodermzellen sollen durch
Arbeitstheilung zunächst Sinnes-, Muskel- und Ganglien-
zellen geliefert haben, die dann erst nachträglich durch
Versclimelzung von Protoplasmafortsätzen unter sich in
Verbindung getreten seien. Die systematischen Cönse-
quenzen der von unsern Verff. dargelegten Eigenthümlich-
keiten in der Bildung des Nervensystems und der Sinnes-
organe brauchen kaum specieller hervorgehoben zu werden.
Die charakteristischen Eigenthümlichkeiten, welche zwischen
den darnach sich herausstellenden grösseren Abtheilungen
unter den Medusen obwalten, glauben die Verff. aber um
so mehr betonen zu müssen, als es in der Neuzeit bei der
Systematik der Hydromedusen mehr und mehr Brauch ge-
worden sei, die Hydroidgeneration zu Grunde zu legen und
die Medusen den darnach gebildeten Hauptgruppen einzu-
ordnen.
Als Ergänzung und weitere Ausführung der voran-
stehenden Arbeit veröffentlichten dieselben Verfasser
kurz darauf eine Abhandlung über „den Organismus der
Medusen" (Jena 1878, 70 Seiten in gross Quart mit 3 Tafeln),
in der sie unter besonderer Berücksichtigung der bisher
noch nicht von ihnen besprochenen Gewebe und Organen-
systeme ein Gesammtbild von dem Aufbau des Medusen-
körpers entwerfen. Es handelt sich dabei vornehmlich um
die organologischen und histologischen Sonderungen des
Ectoderms und Entoderms, jener zwei Zellenlagen, die
Huxley zuerst bei den Medusen aufgefunden und schon
damals den Keimblättern der höhern Thiere parallelisirt
hat. Dass auch Ref. sehr bald nach Huxley (1854) und
lange vor Kölliker diese Zellschichten bei den Siphono-
phoren nachgewiesen und ihre genetischen Beziehungen zu
den spätem Organen der Medusen in kurzen Zügen ge-
schildert hat, scheint den Verff. unbekannt geblieben zu
sein. Das Ectoderm, mit dem die Verff. ihre Darstellung
beginnen, hat, im Gegensatze zu dem Innern Keimblatt,
sehr verschiedenartige genetische Leistungen zu erfüllen.
Aus ihm entstehen nicht bloss die Nesselzellen, sowie die
622 Leuükart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
glatten und quergestreiften Muskeln, die Nerven- und Sinnes-
organe, sondern weiter auch, wie die Verff. nachweisen,
bei den Craspedoten die beiderlei Zeugungsproducte. Diese
Leistungen sind nun aber nicht gleichmässig, wie noch bei
den Hydroiden, über das gesammte Ectoderm verbreitet,
sondern mehr oder minder vollständig — am wenigsten
bei den 'Nesselzellen — localisirt, so dass man bei unseren
Thieren vielfach schon von gesonderten Organen zu sprechen
das Recht hat. Es ist namentlich der Scheibenrand und
die untere ventrale Fläche des Schirmes, die den Sitz dieser
Organenbildung abgeben, lieber die Nesselzellen können
wir hier rasch hinweggehen. Sie gehören den untern
Schichten des Ectoderms an, dem Klein enberg'schen
interstitiellen Gewebe, für welches die Verff. die Bezeich-
nung subepidermoidal in Anwendung bringen. Sind die
Nesselkapseln entwickelt, dann drängen die Mutterzellen
nach aussen, bis sie mit den sog. Cnidocil über die ge-
wöhnliche Epidermis hervorragen. Die Muskulatur besteht
aus glatten oder quergestreiften Fibrillen, quergestreift an
der Subumbrella und dem Velum, glatt am Magen und
einigen anderen Stellen. An den Tentakeln trifft man je
nach Umständen die eine oder andere Form. Dieselben liegen
meist flächenhaft ausgebreitet auf der Stützmembran, die
sich jedoch nicht selten in Falten erhebt, so dass die Fi-
brillen dann in Bandform zusammengruppirt sind. Die
dazu gehörenden Zellen sind meist protoplasmareiche Körper,
welche die Muskellamelle äusserlich bedecken und eben
sowohl dem epithelialen, wie dem subepithelialeu Ectoderm
zugehören. Dass die Geschlechtsorgane nach den Beobach-
tungen unserer Verff. bei den Weibchen so gut, wie bei
den Männchen aus dem Ectoderm hervorgehen, ist schon
oben erwähnt worden. Sie haben Angesichts der hierüber
vorliegenden Controversen und der bekannten Theorie des
Jüngern van Beneden diesem Punkte eine besondere Auf-
merksamkeit geschenkt, aber immer nur, so weit sie ihre
Untersuchungen auch ausdehnten, das gleiche Resultat
constatiren können. Auf Querschnitten gewinnt man bei
allen Crapcdoten — die Acraspeten verhalten sich, wie wir
später sehen werden, in dieser Hinsicht anders — besonders
iu (1. Naturgesch. d nied. Thierc währ. d. Jahre 1876—1879. G23
an jüngeren Thieren, die bestimmteste Uebcrzeugung, dass
die den subepithelialeu Scbichtcn angebürendenGescblecbts-
zellen nacb aussen von der Stützlamelle liegen, mit dem
Ectoderm also keinerlei Gemeinsehaft baben. Bei Männeben
und Weibeben findet sieb Anfangs aucb in der Bescbaffen-
beit dieser Zellen nicbt der geringste Unterscbied. Später
drängen sieb allerdings die Eier, deren Entwicklung aus
den Subepitbelialzellen man Scbritt für Scbritt verfol-
gen kann , bisweilen in das Entoderm binein , aber
aucb in solcben Fällen lässt sieb immer nocb die Stütz-
lamelle zwiscben beiden nacbweiscn. Nacb x^ussen sind
die Eier, wie die Samenelemente, von stark abgeplatteten
Epitbelzellen bedeckt. Die Aeginiden und Tracbynemiden
bringen die Eier immer nur einzeln oder in geringer Anzabl
zur Reife. Dieselben bilden sieb durcb einfacbe Vergrösserung
der Subepitbelialzellen, wäbrend die Samenelemente aus
einer kleinzelligen Masse bervorgeben, die einer mebrfacb
wiederbolten Tbeilung ibren Ursprung verdankt. Die Epi-
tbellage wird durcb die Entwicklung dieser Masse von
der Stützlamelle weit abgeboben, obwobl beide durcb ver-
ästelte und vielfacb anastomosirende Stützfasern stets unter
sieb in Verbindung bleiben. In anatomiscber Beziebung
ist zunäcbst der Umstand bervorzubeben, dass die Ge-
scblecbtsorgane bei den Aeginiden nur wenig localisirt
sind, indem sie meist die ganze untere Wand des Magens
und der Magentascben einnebmen. Bei den Tracbymedusen
und den Vesiculaten liegen dieselben bekanntlicb an den
Radiärkanälen und zwar entweder in Form von blattartigen
Erweiterungen oder von sackartigen Falten, welcbe in die
Scbirmböble berabbängen. Eine Individualität ist diesen
Organen nirgends zuzuscbreibeu; dieselben sind nacb
ibrem morpbologiscben und anatomiscben Verbalten durch-
aus nicbt als Knospen zu betracbten (A lim au). Ein in
der untern Wand der Radialkanäle binlaufender Radial-
muskel tbeilt dieselben bäufig in zwei symmetrische Hälften.
Aebnlicb ist es bei Lizzia, obwobl die Gescblecbtsorgane
bier, wie überhaupt bei den Ocellateu, dem Magen ange-
boren. Sie liegen in der Verlängerung der Radialkanäle
und sind durcb einen Muskelstreifen gleichfalls in zwei
624 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscliaf blichen Leistungen
Hälften getheilt. Oceania dagegen hat vier interadiale
Genitalien, die vermuthlich durch eine Verschmelzung der
einander zugewandten Hälften zweier Geschlechtsdrüsen
ihren Ursprung genommen haben. Der Umstand, dass die
Muskulatur der Subumbrella durch die Geschlechtsorgane
überall unterbrochen ist, findet wohl dadurch seine Er-
klärung, dass beiderlei Gebilde aus den Subepithelialzellen
hervorgehen. Ebenso dürfte die constante Verbindung der
Genitalien mit dem Gastrovasculärapparate durch das be-
trächtliche Nahrungsbedürfniss der reifenden Geschlechts-
produkte ihre Motivirung finden. Die Funktion des Ento-
derms beschränkt sich in den von den Verff. beobachteten
Medusen darauf, die epitheliale Bekleidung des Gastrovas-
culärapparates zu liefern. Ausser den chylusftthrenden
Hohlräumen gehören dazu aber noch gewisse Theile, die
bei den ausgebildeten Thieren damit keinen weiteren Zu-
sammenhang haben. So nicht bloss die Achsengerüste der
Hörkölbchen und starren Tentakel, die trotz ihrer hohen
Insertion aus dem Gefässapparate hervorgehen und selbst
nach ihrer Abtrennung damit zeitweilig oder beständig
mittels eines Zellstrangs in Verbindung bleiben, son-
dern auch gewisse zwischen den Radialkanälen und den
Ringefässen ausgespannte membranöse Theile, die bis jetzt
trotz ihrer allgemeinen Verbreitung erst wenig Beachtung
gefunden haben. Bei Sarsia bilden dieselben die von Fr.
E. Schulze als „Leibeshöhle" beschriebenen Spalträume,
die in gleicher Weise, wahrscheinlich von einer flüssigen
Gallerte erfüllt, auch den übrigen Ocellaten zukommen.
Sie sind von einer einschichtigen Zellenlage ausgekleidet,
welche als dünne Lamelle auf der Stützmembran der Sub-
umbrella auch in denjenigen Fällen sich nachweisen lässt,
in denen jener Spaltraum geschwunden ist, wie bei den
Vesiculaten und Trachymedusen. Ueber die Genese dieser
Gel)ilde haben die Verff. allerdings keine eigenen Beob-
achtungen angestellt, indessen glauben dieselben auf Grund
der allgemeinen morphologischen Verhältnisse und der Dar-
stellimg, welche Agassiz von der Medusenentwicklung ge-
geben hat, mit Bestimmtheit behaupten zu können, dass an
ihrer Stelle ursprünglich ein gastrovasculärer Hohlraum
in (l. Naturgesch. d, nied. Thierc währ. d. Jahre 1870—1879. G25
bestand, der mit den spätem Radiärgefässen und dem Ring-
kanale continuirlich zusammenhing, in Folge der Gallert-
ausscheidung aber bis auf letztere verödete oder doch
wenigstens davon sich abtrennte. (Wir vrerden später sehen,
dass durch die Claus 'sehen gleichzeitig angestellten Beob-
achtungen über die Entwicklung der medusoiden Siphono-
phorenknospen diese Vermuthungen ihre Bestätigung ge-
funden haben.) Die Verff. tragen desshalb auch keinerlei
Bedenken, die betreffende Lamelle, die nach Claus auch
bei den Akalephen vorkommt, als Entodermlamelle (Ge-
fässplatte Cl.) zu bezeichnen. Für die Reduction der Medusen
auf Hydroidpolypen ist dieser Umstand insofern von
Bedeutung, als er den Beweis liefert, dass Ringkanal und
Radiärkanäle bei den Medusen keine Neubildungen sind,
sondern nur die Ueberbleibsel eines bis an den Schirm-
rand reichenden Hohlraumes, welcher dem Magenraume
der Hydroiden parallellisirt werden muss. Der Schirmrand
der Meduse entspricht also dem Peristomrande des Hydroi-
den, wie denn auch die Randtentakel in beiden Fällen
einander gleichstehen. Das Velum dagegen ist als eine
Neubildung anzusehen. Bei Aequorea Forskalea beobachteten
die Verff. auf der subumbrellaren Seite der Schwimmglocke
unterhalb des Ringkanales eine Anzahl kleiner von hohlen
Papillen getragenen Stomata, welche wohl, wie die von
Mecznikoff schon früher (Jahresber. 1871 S. 134) bei
verwandten Arten an derselben Stelle aufgefundenen Oeff-
nungen, zur Entleerung von Excretstoffen dienen dürften. Die
Stellung der Medusen zur Keimblättertheorie, welche die
Verff. in einem besondern Abschnitte ihrer Abhandlung
beleuchten, entscheiden dieselben dahin, dass sie die be-
treffenden Thieren im Allgemeinen den zweiblättrigen
Organismen zuweisen, weil die Mehrzahl überhaupt nur
zwei Körperschichten besitzt und ihre Gewebe sich unter
allen Umständen auf eines der beiden primären Keimblätter
zurückführen lassen. Dabei aber geben sie zu, dass bei
einer, wenn auch relativ nur kleinen Anzahl der Medusen
eine höhere Differenzirung erreicht wird, indem zwischen
Ectoderm und Entoderm noch ein unzweifelhaftes Mesoderm
sich entwickele. Dahin rechnen sie alle jene Formen, in denen
626 Leuckart: Bericht, üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die Zwischenschicht eigne Zellen enthält, die mit denen
der primären Keimblätter keinen Zusammenhang besitzen.
Gewebe dieser Art finden sie in der Gallerte, sobald die-
selbe, wie bei Aurelia, Zellen enthält, in den abgeschnürten
Achsenzellen der soliden Tentakel und der suburabrellaren
Miiskellamelle von Aequorea und Microtoma. Dass die Zellen
dieser Gewebe von dem der primären Keimblätter ab-
stammen, bedingt kein Hinderniss für ihre Anschauungs-
weise, da ja das Mesoderm nirgends etwas anders ist, als
das Product der histologischen Differenzirung des Ectoderms
und Entoderms.
Die zuerst von Busch beobachtete Tetraplatia voli-
tans ist nach Claus (Archiv für microscop. Anatomie
Bd. XV. S. 349-359. Tab. XXIL „Ueber Tetrapteron
volitans") eine Zwischenform von Polyp und Meduse, welche
sich durch die einfache Gestaltung des Gastrovascular-
raumes an erstem (besonders die Hydroidpolypen) an-
schliesst, durch die Schwimmbewegung, die kuppeiförmige
Wölbung des aboralen Körperendes, sowie die Entwicklung
von Randanhängen und Randbläschen aber mehr den Me-
dusen nähert. Die Mundöflfnung liegt auf dem schlanken,
fast rüsselartig gestalteten Körperende, entbehrt aber sonst
jeder Auszeichnung. Vier in Mitte des Leibes hinziehende,
allseitig vom Entoderm umschlossene Zellenstränge, die
wulstförmig in den Innenraum hinein vorspringen und
letztem! eine Strahlenform geben, möchte Verf als Ge-
nitalanlagen deuten. (Die Beobachtungen, welche Krohn
in Müller' s Arch. 1853 über dasselbe Thier veröffentlicht
hat, sind dem Verf. unbekannt geblieben. Schon hier ist
die Coelenteratennatur des früher so problematischen Wesens
erkannt, auch die Bildung der flügeiförmigen Anhänge
richtig dargestellt worden.)
Haeckel veröffentlicht als Prodromus eines grössern,
inzwischen auch in zwei Abtheilungen erschienenen Werkes
eine Uebersicht über das System der Medusen, mit welcher
er eine vollständige Reform der bisher hierüber geltenden
Anschauungen anzubahnen den Versuch macht. (Sitzungsb.
der Jen. Gescllsch. f. Med. und Naturwiss. 1876. S. LXXVIII
—LXXX). Dieselbe lautet wie folgt:
in d, Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahro 1876—1879 627
I. Hauptgruppe: Craspedotae Gegenb. (oder Cryptocarpae
Pischsch. oder Gytnnophthalmae Forb.) Schirm mit Velum. Am Schirm-
rand ein zusammenhängender Nervenring, durch die Vehim-Insertion
in zwei Ringe geschieden. Magenhöhle stets ohne Gastral-Filamente.
Geschlechtsorgane stets perradial (in den Radien erster Ordnung).
Abstammung (ursprünglich) von Hydra-Polypen (ohne Gastral-Fila-
mente). Die Craspedoten zerfallen in 4 Ordnungen:
1. Ordnung: Anthomedusae (Familien: Sarsiadae, Tiaridae,
Cytaeidae, Hippocrenidae, Wüliadae, Cladonemidac). Keine Sinnes-
bläschen. Stets Ocellen an der Tentakel-Basis. Geschlechtsorgane
in der Magenwand, entweder (Sarsiadae) gleichmässig in der ganzen
Wand vertheilt, oder in vier perradialen Gruppen gesondert, letztere
oft durch die perradialen Längsmuskeln in 8 adradiale Paare ge-
theilt. Abstammung von Tubularien.
2. Ordnung: Leptomedusae (Familien: Thaumcmtiadae, Be-
renicidae, Melicertidae, PolyorcMdae, Eucopidae, Mitrocomidae, Olin-
diadae, Geryonopsidae, Octorchidae). Sinnenszellen an der Unterseite
des Velum oder der Velum-Insertion am Schirmrand entweder zer-
streut, oder in Hörgrübchen oder Hörbläschen von verschiedener
Zahl vereinigt. Otolithen -Zellen aus dem Ectoderm stammend.
Ocellen bald vorhanden, bald fehlend. Sinnesbläschen nicht Ten-
takeln homolog. Geschlechtsorgane bandförmige oder krausenförmige
Wülste im Verlauf der Radialkanäle (4, 8 oder zahlreiche). Abstam-
mung von Campanularien.
3. Ordnung: Trachymedusae (Familien: Trachynemidae,
Petasidae, Aglauridae, Geryonidae). Sinnesbläschen aus Tentakeln
entstanden, 8 oder mehr. Otolithen-Zellen aus dem Entoderm stam-
mend. Ocellen meist fehlend, bisweilen vorhanden. Geschlechtsorgane
weite Aussackungen oder blattförmige Ausbreitungen im Verlaufe
der Radialkanäle. Abstammung von Hydroid-Polypen wahrscheinlich,
aber unbekannt.
4. Ordnung: Narcomedusae (Familien: Campanellidae, Fo-
veolidae, Aeginidae). Sinnesbläschen aus Tentakeln entstanden, 8
oder mehr. Ocellen meist fehlend, bisweilen vorhanden. Geschlechts-
organe in der oralen Magenwand, oder in taschenförmigen radialen
Ausbuchtungen derselben. Eigenthümliche Tentakel- Wurzeln. Ab-
stammung von Hydroid-Polypen wahrscheinlich, aber unliekannt.
H. Hauptgruppe: Acraspedae Gegenb., (oder Phanerocarpae
Eschsch,, oder Steganophtalmae Forb.) Schirm ohne Velum (oder
mit Pseudovelura). Am Schirmrand kein zusammenhängender Nerven-
ring, sondern mehrere (4, 8, 16) getrennte Nervencentra (Hertwig).
Magenhöhle stets mit 4 oder 8 interradialen Gruppen von Gastral-
Filamenten. Geschlechtsorgane stets interradial (in den Radien
628 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zweiter Ordnung). Abstammung (ursprünglich) von Scyphistoma-
Polypen (mit Gastral-Filamenten). Die Acraspeten zerfallen in 4
Ordnungen :
5. Ordnung: Scyph omedusae (Familien: ScyphelUdae ,
Depastridae, Lucer naridae). Keine Sinneshläschen. Kein Pseudovelum.
Geschlechtsorgane 4 Paar bandförmige Wülste, welche neben den
4 schmalen (interiadialen) Septen paarweise an der Oralwand der
4 breiten (perradialen) Gastrokanal-Tasehen befestigt sind.
6. Ordnung: Conomedusae (Familien: Caryhdeidae, Bursa-
ridae, Chiropsälmidae). Vier perradiale Sinnesbläschen. Ein breites
Pseudo-Velum. Geschlechtsorgane 4 Paar blattförmige Wülste, welche
von den 4 schmalen (interradialen) Septen frei in die 4 breiten
(perradialen) Gastrokanal-Tasehen hineinragen. Ein breites Pseudo-
Velum.
7. Ordnung: Peromedusae (Familien: PeripliyUidae, Peri-
cryptidae). Vier interradiale Sinnesbläschen. Gastrokanal-System
besteht aus drei Abtheilungen : einem basalen (oder aboralen) Grund-
magen mit 4 interradialen Gastral-Wülsten und Filament-Gruppen,
einem Mittelmagen, welcher durch vier perradiale Spalten mit
einem mächtigen (^/g des Schirms umfassenden) Ringsinus com-
municirt, und einem (oralen) Schlundmagen mit vier weiten, perra-
dialen Backentaschen. Ein mächtiges Pseudo-Velum mit 8 oder 16
Hauptabtheilungen. Die beiden Wände des Ringsinus unten durch
4 kleine interradiale Pfeiler zusammenhängend. Geschlechtsorgane
4 Paar würfelförmige interradiale Wülste in der oralen Wand des
Ringsinus.
8. Ordnung: Discomedusae (mit 3 Unterordnungen): A:
Cubostomae, Familien: Protephyridae, Nausithoidae, EphyreUidae,
ÄtolUdae, Cychrchidae ; B: Semostomae, Familien: Pelagidne,
Cyaneidae, Sthenonidae , Aurelidae; C; Bhizostomae, Familien
a : Tetragameliae oder Wi. imperviae {Stomolophidae , Gepheidae,
Pnlyclonidae, Cassiopeidae) und b: Monogameliae oder Eh. perviae:
{Leptohrachidae, Catostylidae, Cramhessidae). Acht oder mehr Sinnes-
bläschen, 4 perradiale und 4 interradiale, ausserdem oft noch acces-
sorische (adradiale). Mund entweder ein einfaches Rohr {Cubostomae)
oder in vier Arme oder Armpaare gespalten {Semostomae und Bhiso-
stomae). Die centrale Mundöffnung verwächst bei den Rhizostomen.
4 oder 8 Geschlechtsorgane interradial, in der oralen (unteren)
Magenwand. Bei den Semostomen und Rhizostomen entwickeln sich
4 besondere (respiratorische) Subgenitalhöhlen ; diese vereinigen sich
bei den Monogamelien zu einem einzigen, zwischen Magenhöhle und
Mundscheibe gelegenen Subgenital-Raum ; sie fehlen den Cubo-
stomen.
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 629
Acalephae.
Claus publicirt „Studien über Polypen und Quallen
der Adria", deren erste bis jetzt allein erschienene Ab-
theilung die Acalephen oder Discomedusen behandelt (Wien
1877, GO Seiten in Grossquart mit 9 lithographirten Tafeln,
aus dem 38. Bde. der Wiener Denkschriften, mathem.-naturw.
Cl. besonders abgedruckt). Es ist eine reiche Sammlung von
Beobachtungen und Untersuchungen, die hier vorliegt,
reich in Betreff des Inhaltes nicht bloss, sondern auch der
Resultate. Das Hauptaugenmerk des Verf.'s ist freilich
auf die morphologischen und anatomischen Verhältnisse
gerichtet, doch diese können zu ihrer Klarstellung bei
unsern Thieren nirgends der histologischen Analyse ent-
behren. Und somit enthält die Abhandlung denn auch
nach dieser Richtung zahlreiche wichtige Angaben, die sich
— trotz ihres durchaus selbständigen Ursprungs — viel-
fach bestätigend und ergänzend an die Untersuchungen
der Gebrüder Hertwig anschliessen. Zunächst ist es der
Scyphistomazustand und die Strobilation, welche unser Verf.
behandelt (S. 1—19). Von da wendet er sich zu der
Metamorphose und Organisation von Aurelia, Chryaora,
Discomedusa (n. gen.) und Rhizostoma (S. 19—51), um
dann schliesslich die Beziehungen zwischen den Akalephen
und den Hydromedusen einer nähern Erörterung zu unter-
ziehen. Bei Chrysaora, die Verf. in dem ersten Abschnitt
seines Werkes neben Aurelia vornehmlich zu Grunde legt,
verläuft die gesammte embryonale Entwicklung innerhalb
des Ovariums, sodass die Embryonen meist schon als zwei-
schichtige Larven durch die Mundöffnung ihrer Mutter aus-
schwärmen. Die Klüftung beginnt bereits zu einer Zeit,
in der das beständig membranenlose Ei noch sehr klein
ist. Während der weitern Stadien aber wächst dasselbe
sehr bedeutend, so dass die Larven an Grösse nicht hinter
denen der verwandten Formen zurückstehen. Das Product
der nicht ganz gleichmässigen Furchung ist eine einschich-
tige Keimblase, die sich durch Embolie sodann in eine
Gastrulaform verwandelt, meist aber erst geboren wird,
wenn die Eiostülpungsstelle wieder geschlossen ist. Die
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. - QQ
630 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Festsetzung geschieht mit demjenigen Körperpole, welcher
beim Schwimmen vorangetragen wird und eben sowohl
durch seine grössere Breite, wie durch die drlisenartige
Beschaffenheit seiner Ectodermzellen sich vor dem hintern
auszeichnet. Nach dem Festsetzen bildet der jetzt ver-
kürzte Larvenleib am freien Pole eine Einstülpung, die
schon nach kurzer Zeit in den Innenraum durchbricht, aber
keineswegs, wie Kowalewsky dargestellt hat, tiefer in den
Leibesraum hineinwächst. Die ursprüngliche Gastralhöhle
bildet den einzigen Innenraum der Larve, und das nicht
bloss jetzt, sondern auch späterhin. Höchstens dass der
sich schon frühe erhebende Mundsaum gelegentlich kragen-
artig nach Innen umgeschlagen wird und dann einigermassen
an das Magenrohr der Anthozoen erinnert. Was man ge-
legentlich als besondere, im Umkreis des Gastralraumes
vorhandene Leibeshöhle beschrieben hat, reducirt sich auf
eine helle Lage flüssiger Gallerte, welche mesodermartig
zwischen Entoderm und Ectoderm sich einschiebt und von
letzterm durch eine zarte, am Fussende dicke und feste
Stützmembran geschieden ist. Ebenso wenig findet sich
bei unsern Larven jemals ein System von (vier) Längs-
kanälen und ein Ringkanal, obwohl auch solche oftmals
beschrieben sind. Die Annahme derselben beruht auf einer
falschen Interpretation gewisser Bilder, die von der Be-
schaffenheit der ziemlich bald sich erhebenden Magen-
wülste herrühren. Bevor dieselben jedoch ihren Ursprung
nehmen, hat die junge Larve bereits die ersten Tentakel
bekommen, welche paarweise hervorknospen, und am hintern
Ende einen Fussstiel entwickelt, der zum grössten Theile
von einer cuticularen Ausscheidung des Ectoderms gebildet
ist. Eine Knospung hat Verf. niemals an seinen Scyphi-
stomen beobachtet, so dass er geneigt ist, die darauf hin-
zielenden Angaben in Zweifel zu ziehen und durch die
Annahme zu erklären, dass die sog. Knospensprösslinge
jüngere Larven gewesen seien, welche von ihren Trägern
verschluckt wurden. Die zwischen den vier ersten Tentakeln
sprossenden vier neuen Arme entstehen weder gleichzeitig,
noch überall in übereinstimmender Form, so dass man nicht
selten (besonders von Aurelia) noch bei beträchtlich grossen
in (1. Naturgesch. d. niod. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 631
Scyphistomen nur 5 oder 6 oder 7 Arme findet. Auf solche
abnorme Formen glaubt Verf. auch die nicht seltenen
Ephyren mit einer geringern Radienzahl zurückführen zu
dürfen, wie er denn andererseits auch geneigt ist, die ge-
legentlich bei Ephyren und Akalephen vorkommende Ver-
mehrung der Radien von Scyphistomen abzuleiten, die, wie
es gleichfalls mitunter vorkommt, 5 oder (3 primäre Arme
besitzen. Die vier gastralen L'ängswülste entspringen übri-
gens nicht, wie von den frühern Beobachtern behauptet
ist, unter den vier ersten Tentakeln, sondern in den Inter-
radien, da, wo inzwischen auch die Tentakel zweiter Ord-
nung entstanden sind. Offenbar, dass diese irrthümlichen
Angaben durch die Beobachtung älterer Scyphistomen mit
acht schon gleichmässig entwickelten Tentakeln oder deren
16 entnommen sind, an denen die relative Lage der Wülste
nicht mehr mit Sicherheit zu erkennen ist. Solche grössere
Exemplare auch sind es, welche die oben erwähnte helle
Mesodermschicht aussondern. Die kleinen Ectodermzellen
tragen lange peitschenförmig schwingende Wimpern, zwi-
schen denen eine Unzahl langer und steifer Haarfortsätze
(Palpocils) hervorragen. Dieselben gehören zu den Zellen
mit kleinen Nesselkapseln, während die Zellen mit grossen
Nesselkapseln kürzere Fortsätze aufweisen. Aber die Nessel-
zellen sind keineswegs auf das Ectoderm beschränkt, viel-
mehr vermag auch die gesammte innere Zellenbekleidung
in gleicher Weise solche zu erzeugen. Nicht bloss die
Ränder der Gastralwülste, die Verf. mit Recht den Mesen-
terialfilamenten homologisirt, sind damit versehen; man
findet dieselben auch in der Tiefe des Leibesraumes und
an der Innenfläche des Mundaufsatzes, an der die grossen
ovalen Formen eine förmliche Batterie bilden, üebrigens
werden die vier Magenwülste nicht ausschliesslich von
einer mit Nesselkapseln durchsetzten Entodermwucherung
gebildet. Sie umschliessen auch einen flüssigen Achsentheil
des Mesoderms und einen mehr dem Ectoderm genäherten
Faserstrang von wahrscheinlich musculöser Beschaffenheit,
der vorn, an der Ansatzstelle der Wülste, mehr nach aussen
abbiegt und dadurch die Annahme eines rudimentären
Ringkanales (Schneider) veranlasste. Verf. vergleicht
632 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliclien Leistungen
diese Stränge den Längsmuskelsträngen der Cylicozoen,
die er in Uebereinstimmuug mit vielen andern Forschern
als Formen betrachtet, welche im Scyphistomazustande
weiter ausgebildet und zur Geschlechtsreife gekommen
sind. Die Strobilation wird nicht, wie man eine Zeit-
lang angenommen hat, durch eine Knospung, sondern
durch Quertheilung vermittelt, in Folge deren die sich
abschnürenden Scheiben je mit einem Abschnitte der
Längswülste ausgestattet werden. Dieselben ergeben sich
als die Anlagen der den Ephyren zunächst in vierfacher An-
zahl zukommenden Filamente, deren Mesodermachse schliess-
lich nur noch in der Peripherie der Mundscheibe ansitzt,
während die Faserstränge eine Rückbildung erleiden. Die
Magenfilamente der Akalephen lassen sich somit auf den
gleichen Ausgangspunkt zurückführen, wie die der Antho-
zoen. Dabei hebt Verf. übrigens ausdrücklich hervor, dass
Magenwülste mit Entodermwucherung auch den Hydroid-
polypen nicht völlig fremd seien. Er glaubt sogar den
Allman sehen Stephanoscyphus geradezu als einen Hydroid-
polypen mit vier Magenwülsten betrachten zu dürfen. So
lange die Ephyrascheiben, von denen die älteste natürlich
auch die (später verkümmernden) Scyphistomatentakel
übernimmt, unter sich vereinigt sind, sieht man in der
Wand des zu einem Mundrohre ausgezogenen Theiles der
Mundscheibe, der den Zusammenhang zunächst vermittelt,
noch die vier fadenförmig ausgezogenen Mesodermwülste
hinlaufen. Selbst nach Ablösung des Mundrohres erhalten
diese Fadenreste noch eine Zeitlang den frühern Verband
aufrecht. Die Art und "Weise, wie die Ephyren in die
ausgebildete Qualle sich umwandeln, wie aus der ursprüng-
lich 8-strahligen Form durch Auswachsen der intermediären
Radien die spätere Scheibe mit ihrem definitiven Gastro-
vascularapparate sich hervorbildet, können wir hier nicht
näher anziehen, obwohl Verf. alle diese Vorgänge eingehend
studiert hat. Die Wucherung der Gefässwände, welche
die allmählige Entwicklung des letztgenannten Apparates
begleitet, geht überall in der Ebene einer schon von Köl-
liker bei mehrern Akalephen aufgefundenen Zellenplatte
vor sich, die Verf. eben wegen ihrer Beziehungen zu den
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 633
Gefässen und ihren Ramificationen als Gefässplatte be-
zeichnet. Die Arme entstehen durch Auswüchse der den
vier primären Tentakeln (den Radien erster Ordnung) ent-
sprechenden Ecken des Mundstieles, während die Geni-
talien mit den Filamenten den Radien zweiter Ordnung
angehören. Beide sind auch bei allen Akalephen an der
gleichen (untern) Seite des Magens angelegt. Die Rand-
körperchen, welche Verf. für Augen hält, enthalten in dem
verdickten und Wimpern tragenden Ectodermepithel des
Stieles eine tiefe Lage von Ganglienzellen und Nerven-
fibrillen. Ebenso findet sich an der Basis derselben in der
Augenbucht eine gleichfalls mit Ganglienzellen und Nerven-
fibrillen ausgestattete Ectodermverdickung in Form zweier
Zapfen, die vermuthlich zu dem vom Verf. hier aufgefun-
denen und als Riechwerkzeug gedeuteten Sinnesorgane
Bezug hat. Dasselbe erscheint als eine mit Flimmerhaaren
und Sinnesepithel bekleidete flach trichterförmige Einsen-
kung in den die Randkörperchen überdeckenden Lappen
des Scheibenrandes. Ausser den zu diesen Sinnesorganen
bezüglichen Ganglien, die Verf. als sensible Centren und
als Ausgangspunct für die spontanen Bewegungen des
Schirmmuskels betrachtet, beschreibt derselbe übrigens noch
eine Menge grösserer Ganglienzellen, welche unter dem
Epithel der mächtig entwickelten quergestreiften Rings-
muskulatur zerstreut liegen und, mit langen fibrillären
Ausläufern versehen, als motorische resp. reflectorische
Centren zu fungiren scheinen. In ihrer Reaction gegen
electrische Reize verhalten sich die quergestreiften Fasern
vollständig wie die Körpermuskeln der Vertebraten, während
die glatten Fibrillen darin den organischen Muskeln gleichen.
Und doch zeigen sich beide nach ihrer Genese insofern ver-
wandt, als die erstem durch einseitige Differenz irung des
Protoplasma aus dem Stratum der Ectodermzellen sich ent-
wickeln, während die andern, nach Art der Neuromuskel-
zellen, als Fortsätze und Ausläufer in der Tiefe der Ecto-
dermzellen ihren Ursprung nehmen. Gegenüber der Klei-
nenberg'schen Deutung dieser Gebilde nimmt Verf. übrigens
genau dieselbe Stellung ein, wie die Gebrüder Hertwig.
Die Genitaltaschen gehören auch bei Aurelia nicht, wie
634 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Agassiz wollte, den Radiärkanälen, sondern dem Magen-
raum an, aus dem sie durch Aussackung sich hervorbilden.
Ihre Anlage geschieht bereits frühe und zwar in Form eines
Epithelstreifens, der dem Entoderm angehört und die all-
mählich in grösserer Zahl entstandenen und bogenförmig
zusammengruppirten Filamente peripherisch umfasst. Gegen
die Schirmhöhle hin sind die Genitaltaschen (im Normal-
zustande) völlig geschlossen, obwohl die Gallertscheibe
unter derselben glockenartig (zu den sog. Genitalhöhlen)
vertieft ist. Verf. ist geneigt, diesen Genitalhöhlen, die
übrigens bei Discomedusa fehlen und bei Chrysaora nur
wenig entwickelt sind, eine respiratorische Bedeutung bei-
zulegen. Der Boden derselben trägt unter dem Ectoderm-
überzuge einen dünnen Muskelüberzug. Dass die Ephyren der
Pelagia ohne Scyphistomazustand direct aus den flimmern-
den Larven hervorgehen, findet durch unsern Verf. seine
Bestätigung. Ebenso der Hermaphroditismus der Chrysaora
isoscella, der freilich nicht bei allen Exemplaren sich nach-
weisen lässt. Die Samenkapseln, die gleichfalls vom Ecto-
derm aus sich bilden sollen und ihren Inhalt durch De-
hiscenz direct nach aussen entleeren, finden sich übrigens
nicht bloss an der äusseren Epithelbekleidung der Mund-
arme, sondern ebenso auch in der Nähe des Mundes, im
Magenraume und besonders an der Gastrogenitalmembran
und an den Filamenten, hier und da sogar an den Gefäss-
taschen. Neu ist der Nachweis, dass die sogen. Magen-
taschen bei Chrysaora in ihrer Peripherie zahlreiche Ge-
fässverästelungen entwickeln, die sich auf den Bereich der
Gefässplatte beschränken. Auch in den Winkeln der Magen-
taschen finden sich reich ramificirte Saftkanäle, welche in
der Gallerte emporsteigen und den Saftgefässen der Alcyo-
narien zur Seite gestellt werden. Bei Discomedusa wuchern
die Gefässräume gleichfalls über die Gefässplatte hinaus in
die Gallertsubstanz. So besonders in der Magenperipherie,
in der an dem innern Rande der Genitalwülste ein überaus
zierlicher fransenähnlicher Saum von Saftkanälen vor-
kommt. Von Rhizostoma beobachtete Verf. ein jugend-
liches Exemplar von nur 15 mm Schirmweite mit vier noch
in ganzer Länge isolirten Armpaaren, die bereits die obern
iu d. Naturgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 635
blattförmigen Anhänge hatten, der tentakelförmigen Fort-
sätze aber noch entbehrten. Die Seitenhälften der Arme
waren in ganzer Länge getrennt und mit einem gekräuselten
Randsaume besetzt, der zahlreiche Tentakel trug und am
freien Ende in Form zweier Querblätter auseinander wich.
Die Polystomie entsteht erst später durch Verwachsung
der Randsäume und Verschluss der Mundöffnung, wie sol-
ches auch anderweit bekannt ist. Was die Abgrenzung
der Acalephen und Hydroidpolypen betrifft, so ist diese
nicht leicht auf einen scharf bestimmten Gegensatz zurück-
zuführen, obwohl Randkörper, Geschlechtsorgane undVelum
im Connex mit andern Eigenthümlichkeiten die Berechti-
gung derselben ausser Zweifel stellen. Ob Verf. übrigens
im Rechte ist, wenn er in den Augen- und Randlappen
der Akalephen ein Aequivalent des Velums sieht, steht
dahin, da letzteres nach Hertwig auf eine einfache Ecto-
dermduplicatur zurückzuführen ist, während die von Claus
demselben parallelisirten Organe eine complicirtere Bildung
haben. Ein besonderes systematisches Gewicht legt Verf.
noch den Gastralfilamenten und der Entwickelungsgeschichte
bei, insofern den Hydroiden die als Ephyra bekannte Durch-
gangsform abgeht. Auch die Charybdeiden und Lucerna-
riaden glaubt Verf. den Acalephen anreihen zu können,
freilich nur als Vertreter besonderer den typischen Formen
(Discomedusen Gl.) untergeordneten Gruppen, für die er die
Bezeichnung Lobophora und Cylicozoa Lt. in Anwendung
bringt. Und auch das nur unter der Voraussetzung, dass die
Gegenbaur'sche Darstellung des Charybdeenbaues, wie
Verf. sich in der That durch Untersuchung eines Spiritus-
exemplares überzeugt zu haben glaubt, in einiger Hinsicht
unrichtig ist. Um die Analogie zwischen ihnen und den
typischen Formen in das rechte Licht zu stellen, müsste
man von einer Ephyraform ausgehen, welche der vier
Radien zweiter Ordnung der Randkörper sowohl, wie der
Magenausstülpung entbehrte, von einem vierstrahligen Thiere
also, das in vieler Beziehung an Scyphistoma erinnert.
Lucernaria lässt sich sogar geradezu als ein höher entwickel-
tes und geschlechtsreifes Scyphistoma betrachten, wie das
schon oben erwähnt wurde. Die Aeginiden hält Verf. da-
636 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
gegen im Gegensatze zu den letzterwähnten Formen für
Hydroidmedusen. Als ein weiteres Resultat der hier in
ihren wesentlichsten Ergebnissen angezogenen Studien er-
gibt sich eine richtigere Charakteristik der von unserm
Verf. neben den Rhizostomiden unterschiedenen Familien
der Aureliden, Pelagiden und Discomedusiden.
Die Aureliden charakterisiren sich zunächst durch
den Besitz einer flachen Scheibe mit tiefen Schirmhöhlen
und vier starren, horizontal ausgebreiteten, am Rande ge-
fransten Armen. Der Rand der Scheibe ist dorsalwärts
mit dicht gedrängten kurzen Tentakeln besetzt, während
die acht durch schwache Einschnitte abgesetzten Augen-
läppchen mit einem ventralwärts verlaufenden Hautsaum
(Velum), der aus den intermediären Randlappen der Ephyren
hervorgegangen ist, in continuirlichem Zusammenhange
stehen. Die vier krausenartig gefalteten Genitalbänder
liegen in besondern Gastrogenitaltaschen und erscheinen
durch Annäherung ihrer seitlichen, dem centralen Magen-
raume zugewendeten Enden fast geschlossen. Als Träger
der Armscheibe sind neben den unpaaren Pfeilern in den
Radien der Mundwinkel paarige Nebenpfeiler betheiligt,
welche als paarige Brückenbögen in die innere Seite der
Gallertwand der Schirmhöhlen eintreten. Die Gefässkanäle
haben eine schmale und gestreckte Form ; die acht Radiär-
stämme zeigen eine unregelmässig trichotomische, nicht
netzförmige Verzweigung. Die einfacher bleibenden Radi-
ärgefässe des Mundkreuzes tibertreffen die gleichfalls ein-
fachen Gefässe der Genitalradien an Länge.
Die Pelagiden sind Monostomeen mit 16, 32 und
mehr Randlappen, 8 Randkörperchen und 8 (beziehungs-
weise 24 und mehr) Randtentakeln. Der centrale Gastral-
raum hat 16 (bei Nausithoe nur 8) breite Randgefässe ohne
Ringkanal. Vier lange, bandartige Mundarme. Die Ge-
schlechtsorgane liegen nicht in besondern Gastrogenital-
taschen, sondern am Boden der ventralen Gastralhöhle und
bilden in langen Schleifen aufgezogene gewulstete Bänder,
deren Mittelabschnitt aus der Oeffnung der Schirmhöhle
hervorragen kann. Die Schirmhöhlen sind mit Ausschluss
des adaxialeu Randes von starken Wülsten der Schirm-
iu d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 637
Substanz umsäumt, welche in den Radien des Mundkreuzes
mehr oder minder zusammenliiessen, ohne eine Bonderung
von unpaarigen und paarigen Pfeilern des Mundstieles
möglich zu machen. Die Lappenbildung des Schirmrandes
geschieht durch Wachsthum und Spaltung der Augenlappen
der Ephyra. Die Randtentakel gehören ihrer Entstehung
nach der oralen Scheibenfläche an. (Die Genera Melan-
aster und Polybostricha müssen mit Chrysaora vereinigt
werden.)
Die D i s c 0 m e d u s i d e n, deren Vertreter Verf. anfangs
(Verhandl. des botan. zool. Vereins in Wien a. a. 0. S. 8)
den Aureliden zurechnen zu können glaubte, sind Aka-
lephen mit flachem Schirm, weiter Mundöffnung und
schwachen, mit Papillen besetzten Mundarmen. Schirmrand
und Randtentakel Pelagiden-ähnlich. Gefässsystem mit
engmaschigem Randnetz, fast wie bei den Rhizostomiden.
Die flach convexen Genitalbänder legen sich in den Radien
der Mundecken kranzförmig zusammen, entbehren aber der
besondern Genitaltaschen und der Schirmhöhlen. Das neue
Gen. Discomedusa wiederholt durch die Bildung von
Schirmrand (32—48 Randlappen) und die 24 Tentakel
den Chrysaorentypus der Pelagiaden, besitzt aber 16 schlanke
durch ein Ringgefäss vereinigte Radialkanäle, von denen
die 8, die den Randkörperchen entsprechen, jederseits
3 Seitenäste abgeben und durch deren Verästelungen ein
dichtes, hier und da auch den (sonst unverästeltenj Ten-
takelgefässen verbundenes Netzwerk bilden.
NachSchaefer (observations on the nervous System
of Aurelia aurita, Philos. Transact. T. 169. P. 2. p. 563
—575. PL L u. LI) besteht das Nervensystem von Aurelia
aus drei verschiedenen Theilen, den Randkörperchen, deren
centrale Function von Romanes zur Genüge nachgewiesen
sei, einem eigenthtimlich entwickelten Nervenepithel, das
zwei an der Basis der Randkörperchen gelegene Vertie-
fungen — oben und unten — auskleidet, und einer Lage
von Nervenfasern, welche sich über die ganze untere
Schirmfiäche zwischen Ectoderm und Muskulatur ausbreitet,
dem Subumbrellarplexus. Letzterer setzt sich nach der
Darstellung des Verf. 's aus zahlreichen Fasern zusammen,
638 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die im Allgemeinen einen radiären Verlauf einhalten, in
der Nähe des Randes aber am spärlichsten sind. Verbin-
dungen der Fasern wurden niemals beobachtet. Eine jede
Faser verläuft isolirt und besitzt zwei freie Enden, die
bald zugespitzt sind, bald auch eine mehr plattenartige
Bildung zeigen. In der Mitte des Verlaufs ist eine bipo-
lare Ganglienzelle eingelagert. Die Foveae nervosae sind
mit flimmernden Cylinderzellen ausgekleidet, deren Wurzel-
enden sich in dünne Fäden ausziehen und zu einem fibril-
lären Stratum zusammentreten. Aehnlich verhalten sich
die Ectodermzellen an der Basis und dem Mittelstttcke
der Randkörperchen, während die Ectodermzellen des End-
stückes, das die dem Entoderm zugehörigen Otolithenzellen
einschliesst, eine nur dünne Lage bilden. Ganglienzellen
wurden unter dem Nervenepithel nirgends aufgefunden.
Eine Zusammenstellung der in dem vorliegenden Be-
richte angezogenen Untersuchungen über das Nervensystem
der Medusen (von Romanes, Eimer, Hertwig, Claus
und Schaefer) liefert Balfour, Journ. microscop. Soc.
Vol. XXVI. p. 340—344.
Die von Joseph an Rhizostoma Cuvieri angestellten
Untersuchungen Hessen denselben erkennen, dass grössere
Nervenäste und Ganglien in der Umgebung der Randkörper,
kleinere an der Basis der Arme eingebettet seien, während
die übrige Gallertmasse des Körpers von äusserst feinen
und zarten Nervenfädchen durchsetzt werde, welche den
Netzen der Canal-Anastomosen entsprechen. Ber. der schles.
Gesellsch. f. vaterl. Cultur 1877. Naturhist. Sect. S. 32.
Nach Hartmann's Untersuchungen (Sitzungsber. der
Gesellsch. naturf. Freunde 1875. S. 4) erscheint das Gallert-
gewebe von Cyanea capillata als eine an spindel- und
sternförmigen Bindesubstanzkörperchen reiche Grundsub-
stanz, welche von vielen ein Netzwerk bildenden dunkel-
contourirten elastischen Fasern durchzogen ist. Die Muskel-
fasern der Subumbrella zeigen an ihren Fibrillen eine un-
rcgelmässige Runzelung, die aber unmöglich einer Quer-
streifung identificirt werden kann. Die Tentakel enthalten
einen zelligen Achsenstrang, in dessen Innerm sich noch
ein Hohlraum zu befinden scheint.
in d. Naturgesch. d. uieü. Thiere währ. d. Jahre 1876-1879. 639
Giard schildert die Veränderungeu, welche das Ei
vom Rhizostoma Cuvieri bis zu seiner Reife durchläuft.
Aufaiig's aus einem nackten hellen Dotter mit Keimbläs-
chen und Keimtleck bestehend, füllt sich dasselbe nach
einiger Zeit mit einem Deutoplasma, welches das Keim-
bläschen unsichtbar macht, um dann später unter der in-
zwischen gebildeten und innen mit einer dünnen Lage
körnigen Protoplasmas belegten Dotterhaut eine Schicht
heller Kugeln auszuscheiden, die rasch an Grösse zunehmen
und schliesslich bis an die Dotterhaut reichen, während das
früher peripherische Protoplasma strahlen- oder säulenartig
zwischen den Kugeln vertheilt ist. Bei dem Uebergange
in den Reifezustand gehen diese Säulen bis auf geringe
üeberreste, die Harting (J.-B. 1878. S. 394) für Porenkanäle
ansah, verloren. (Sur les modifications, que subit l'oeuf
des Meduses phanerocarpes avant la fecondation, Cpt. rend.
T. 84. p. 564-566).
Durch die Untersuchungen von Grenacher und Noll
(Beiträge zur Anatomie und Systematik der Rhizostomeen,
Frankfurt 1878, 61 Seiten in Quart mit 8 lithographirten
Tafeln aus den Abhandlungen der Senkenbergschen Ge-
sellschaft Bd. X. S. 119—180 besonders abgedruckt) hat
die von Häckel in der Mündung des Tajo aufgefundene
und als Crambessa Taji beschriebene Rhizostomide (vergl.
J. B. 1879. S. 276) die isolirte Stellung, welche dieselbe
bisher einnahm, verloren. Was Häckel als wichtigste
Eigenthümlichkeit seiner Form bezeichnete: „eine einzige
centrale kreuzförmige Genitaltasche über dem Magen",
hat sich als ein Irrthum herausgestellt, der aus einer fal-
schen Auffassung des Schirmstieles hervorgegangen ist.
Der Häckelsche Magen, der die Genitalien tragen sollte,
ist überhaupt kein Theil des coelenterischen Apparates,
sondern eine in den Interradien nach aussen offene weite
Höhle, die vermuthlich dadurch entstanden ist, dass die
bei den verwandten Formen an der Unterfläche des Schirmes
vorhandenen vier Genitaltaschen sich stark vertieften und
den Anfangstheil des sonst bei den Rhizostomiden in gan-
zer Länge soliden Armstieles kreuzförmig durchbrachen.
Auf diese Weise wird die Basis des Armstieles in vier
610 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
radiär gestellte starke Pfeiler aufgelöst, die durch die Ein-
gänge des also entstandenen centralen Hohlraumes von ein-
ander getrennt sind und erst in einiger Entfernung von
der Schirmfläche zu einem gemeinschaftlichen kurzen Stücke
(der Armscheibe) zusammenfliessen und dann in die acht
Arme sich auflösen. Im Innern der Armscheibe treten die
Canalräume der Arme, die bis dahin natürlich getrennt
waren, paarweise zusammen, um dann die vier Pfeiler zu
durchsetzen und in den Schirm überzutreten, in welchem
dieselben zunächst einen centripetalen Verlauf einhalten,
bis sie schliesslich zu einem gemeinschaftlichen kleinen
Centralraume zusammenfliessen. Dass dieses ungewöhn-
liche Verhalten durch die Auflösung des basalen Armstieles
in die Pfeiler bedingt ist, braucht vielleicht kaum beson-
ders bemerkt zu werden : bei den Arten mit solidem Arra-
stiele vereinigen sich die Armgefässe bekanntlich zu einem
gemeinschaftlichen axialen Stamme, der nach der Scheibe
zu immer mehr sich erweitert und ohne scharfe Begren-
zung schliesslich in die Centralhöhle übergeht. Das peri-
pherische Gefässsystem setzt sich aus 16 radial verlaufen-
den Canälen zusammen, die in der Peripherie des Schirmes
durch einen Ringcanal und ein weitmaschiges Netz, wie
gewöhnlich bei den Rhizostomiden, zusammenhängen. Vier
dieser radialen Stämme, diejenigen, welche den Haupt-
radien entsprechen, nehmen ihren Ursprung da, wo die
Armgefässe aus den Pfeilern in die Scheibe abbiegen. Sie
sind natürlich von unbedeutender Länge, viel kürzer, als die
interradialen, welche aus den Ecken des gemeinschaftlichen
Centralraumes hervorkommen. Die adradialen halten durch
Länge wie Lage eine Mittelstellung ein. Was übrigens
die vier weiten Canäle betrifft, welche durch die Pfeiler
hindurch in den Centralraum der Scheibe eintreten und
die sonst einfache Centralhöhle (den sog. Magenraum) der
Quallen vertreten, so ergeben sich diese bei näherer Unter-
suchung nicht als einfache Röhren, sondern als Hohlräume,
welche im Querschnitt eine fast T-förmige Gestalt haben.
Sie setzen sich mit andern Worten in zwei spaltförmige
Seitenräume fort, die dem adoralen Segmente angehören
und nach dem interbrachialen Hohlräume eine nur dünne
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876— 1879. 641
und vielfach gefaltete membranöse Begrenzung haben. Diese
gefalteten Streifen nun sind es, welche die Genitalproducte
in sich entwickeln, wesshalb die Verff. sie auch als Gastro-
genitalmerabranen bezeichnen. Bei dem Uebertritte auf
die untere Schirmfläche nehmen dieselben an Breite be-
trächtlich zu, ohne sonst irgendwie merklich sich zu ver-
ändern. Sie verlaufen hier bis gegen das Centrum, wo
sie bogenförmig auf die Streifen der benachbarten Pfeiler
tibergehen. Während der Geschlechtsentwicklung nehmen
die Falten und Wtilste der Genitalmembrau, die auf der
Innenfläche mit zahlreichen beweglichen tasterartigen Fort-
sätzen, den sog. Magenfäden, versehen sind, eine fast krau-
senartige Beschaffenheit an. Sie würden in diesem Zu-
stande frei in den interbrachialen Hohlraum, wie sonst in
die sog. Genitaltaschen, hineinhängen, wenn die Gallert-
masse des Schirmes nicht längs dem Aussenrande der Ge-
nitalmembranen eine lamellöse Erhebung bildete, die sich
dem wulstförmig vorspringenden mittlem Canalraume zu-
neigt und die Krausen somit klappenartig bedeckt. Die
Verff. sehen in diesem Klappenapparate wohl nicht mit
Unrecht die weitere Entwicklung einer Hervorragung, die
auch bei den Rhizostomumarten vor dem Eingange in die
Genitaltaschen gefunden wird, hier aber höchstens durch
eine leichte Impression an der Aussenseite eine Zusammen-
setzung aus zwei symmetrischen Hälften andeutet. Eigent-
liche Kapseln konnten die Verff. in den Genitalwülsten
nicht nachweisen. Sie sahen statt ihrer — freilich standen
ihnen keine völlig geschlechtsreifen Exemplare zu Gebote
— blosse locale Verdickungen, welche die Falten stark
bauchig auftreiben und dadurch den Anschein spin-
delförmiger Kapseln bedingen. Die auf den knöpf- oder
lappenartigen Armvorsprüngen gelegenen sog. Mundöff-
nungen haben eine ebenso ungewöhnliche, wie beträcht-
liche Weite, denn die Vorsprünge selbst sind nichts Anderes
als die trichterförmigen Wandungen dieser Oeffnungen, die
nur desshalb nicht gleich als solche erkannt werden, weil
sie in zahllose kleinere und grössere Falten zusammenge-
legt sind. Wir müssen es den Verff. Dank wissen, dass sie
uns gelehrt haben, den auffallenden Bau der Crambessiden
642 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
auf die gewöhnlichen Verhältnisse der Rhizostomen zurück-
zuführen. Und das um so mehr, als sie durch eine kri-
tische Sichtung der Arten den überzeugenden Nachweis
liefern, dass die Crambessa Taji keineswegs so isolirt steht,
als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Nicht bloss,
dass die Verff. in der von Quoy und Gaimard beschrie-
benen und später auch von Huxley beobachteten Cephea
mosaica (Catostylus Ag.) eine nahe verwandte Form er-
kennen, sie heben weiter noch die Thatsache hervor, dass
eine von Fr. Müller an der südbrasilianischen Küste
aufgefundene und kurz erwähnte Cephea, vermuthlich die-
selbe Form, welche Lesson als Rhizostoma cruciatum auf-
führt, so wie die Forskal'sche Medusa (Rhizostoma) octo-
styla in ihren wichtigsten Charakteren, dem Besitze nämlich
eines durchbrochenen Schirmstieles mit Crambessa überein-
stimmen. Was übrigens das Vorkommen der Crambessa
Taji betrifft, so sind die Verff. keineswegs geneigt, dieselbe
mit Hack el für eine Brackwasserform zu halten. Sie be-
trachten sie als durchaus oceanisch, und sehen den Beweis
für ihre Ansicht nicht blos in dem noch völlig oceanischen
Charakter der den Tajo bei Lissabon bewohnenden Thier-
welt, sondern auch darin, dass sie die Crambessa bis weit
in das Meer hinein zu verfolgen im Stande waren. Zur
richtigen Würdigung der Crambessiden lassen die Verff.
übrigens auf ihre Darstellung noch die Beschreibung des
bei Gibraltar von ihnen beobachteten Rhizostoma luteum
Eysenh. folgen (S. 42 ff.), der einzigen Rhizostomumspecies,
die sich mit Sicherheit in den europäischen Meeren neben
dem Rh. Cuvieri unterscheiden lässt. Ueber die Angaben,
welche VerflP. in Betreff derselben machen, können wir hier
jedoch mit der Bemerkung hinweggehen, dass die Unter-
schiede beider Arten eigentlich nur in der Bildung der
Arme sich aussprechen, darin, dass der Endanhang bei
Rh. luteum eine beträchliche Entwicklung nimmt, während
der flügeltragende Unterarm dagegen verkümmert. Zum
Schlüsse unseres Berichtes reproduciren wir noch die
synoptische Uebersicht der Familien, wie diese sich in
der Ordnung der Rhizostomiden nach der Auffassung
unserer Verff. gestalten.
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187G— 1879. G43
I. Rhizostomeae perviac. Mit durchbohrtem Stiel.
Arme mit vier isolirt entspringenden Pfeilern am Schirm be-
festigt, die keine Genital-(Subgenital-) höhlen bilden (oder, wenn man
lieber will, nur eine einzige mit vier interradialen Oeffnungon).
Centralhöhle in vier Aeste getheilt, die an den Pfeilern in die
Höhe steigen, und unter dem Schirme hinlaufend sich in dessen
Centrum vereinigen. Vier Genitalbänder, die in je zwei Schenkel
zerfallen, welche paarweise die Aeste der Centralhöhle jederseits
begleiten.
Fam. Crambessidae Häckel (Char. ref.). Mit einfachen,
langen, unverzweigten Armen ohne Cirren, die im grössten Theil
ihrer Länge mit Mundkrausen von gewöhnlichem Bau versehen sind ;
mit vier perradialen und vier interradialen Sinnesorganen (Rand-
körpern). Vier stark entwickelte, aus zwei rechtswinklig zusaramen-
stossenden Schenkeln gebildete Genital- (Subgenital-)- Klappen be-
decken den Schirmtheil der Centralhöhle und der Genitalien fast
vollständig. Catostylus. Crambessa.
IL Rhizostomeae imp er viae. Mit nicht durchbohrtem Stiel.
Armtragende Pfeiler nicht isolirt, sondern durch die Gastro-
genitalmembranen verbunden , welche gegen die Centralhöhle
mehr oder weniger tief eingestülpte Höhlen, die Genital- oder Sub-
genitalhöhlen, begrenzen; in ihnen liegen die (4 oder 8) Genital-
bänder. Centralhöhle einfach, ungetheilt.
A. Mit 4 Genitalhöhlen.
a. Mit einfachen ungetheilten Armen, ohne Cirren; mit 8
Sinnesorganen.
Fam. Rhizostomidae. Arme am Ursprung mit je 2 sogen,
„oberen blattförmigen Anhängen" (ob allgemein vorkommend?),
unten dreiflügelig; Ehdtheil derselben oft mehr oder weniger knlben-
oder fadenartig verlängert, und dann ohne Mundkrausen, auch ganz
mit einander verwachsen. Rhizostoma, Stomolophus, Mastigias,
Himantostoma, Toxoclytus, Melitaea, Thysanostoma, Evagora {Rha-
copüus?).
Fam. LeptobracJiidae. Arme fadenartig verlängert, nur
ganz oben am Ursprünge und unten vor dem Ende mit Mundkrausen.
Leptohrachia.
b. Mit getheilten Armen.
«. Mit acht Sinnesorganen.
Fam. Cepheidae. Die kurzen Arme sehr verwickelt, vieltheilig,
mit langen Cirren und gestielten nesselnden Knöpfen. Cepliea,
Folyrrliiza, Diplopilus, Hid/roticus, Catylorhiza, Phyllorhiza (Cephea
octostyla ?).
644 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ß. Mit 12 Sinnesorganen.
Farn. Polyclonidae. Die langen Arme sind wiederholt
dichotomisch getheilt, ohne gestielte Nesselknöpfe und ohne Girren;
vier perradiale und 8 interradiale Sinnesorgane. Polyclonia, Salamis,
Homoimeusis.
B. Mit acht Genitalhöhlen.
Farn. Cassiopejidae. Die baumförmig verzweigten Arme bilden
eine achtstrahlige, einfache oder doppelte Rosette, ohne Cirren;
mit 8 Sinnesorganen. Cassiopeja, Crassostonia, Stomaster, Haligo-
cladodes.
Durch weitere Untersuchung der mittelmeerischen
Charybdea ist Claus später in den Stand gesetzt worden,
die früher mehr hypothetisch gehaltene Deutung des Chary-
bdeenbaues in allen wesentlichen Punkten zu bestätigen
und eine eingehende Darstellung dieser interessanten Me-
duse zu liefern („Untersuchungen über Charybdea marsu-
pialis" Wien 1878, 56 Seiten mit 5 Tafeln in Octav, aus
den Arbeiten des zoolog. Institutes in Wien Bd. I beson-
ders abgedruckt). Nach Beseitigung der Unrichtigkeiten,
welche der Beschreibung Gegenbaur's anhaften, ergiebt
sich dabei zwischen Charybdea und Tamoya Fr. Müll.
(J.-B. 1859 S. 181) eine so wesentliche Uebereinstimmung,
dass die Gründe für eine generische Trennung dieser
Formen, wenigstens der T. haplonema, hinwegfallen. Wie
bei Lucernaria wird der Magenraum, der fast den ganzen
Glockengrund einnimmt, durch senkrechte Verwachsungs-
streifen, welche den Schirmkanten zulaufen, in vier ausser-
ordentlich weite und breite Gefässtaschen gesondert, die
mittels quergestellter schlitzförmiger Spaltöffnungen mit
der Centralböhle des Magens communiciren und durch eine
lippenartig von der Subumbrella einspringende Klappenein-
richtung davon vollständig abgetrennt werden können.
Das Ende der Gefässtaschen wird durch einen radial vom
Randkörperchen bis zum Glockenrande hinziehenden breiten
Verwachsungsstreifen wieder in zwei Seitenhälften abge-
theilt. Das sehr breite Velum, in welches der Glockenrand
unter fast rechtwinkeliger Umbiegung sich fortsetzt, zeigt
höchstens in den vier Radien der Randkörper eine schwache
Einkerbung, ist sonst aber, wie bei Tamoya, ganzrandig und
nicht bloss mit kräftigen Rings-Muskeln, sondern auch über-
in d. Naturgeach. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187C— 1879. 645
aus zierlichen Gefässramificationen versehen, die, gleichfalls
wie bei Tamoya, von der Peripherie der beiden Gefäss-
taschen in die Stützlamelle eintreten. Der schon von Fr.
Müller aufgefundene Nervenring setzt sich, wie bei den
Craspedoten, aus zwei durch einen hellen Strang getrenn-
ten Fibrillenzügen zusammen, verläuft aber nicht in einer
Ebene, sondern zickzackförmig, indem er in den Radien
der Tentakelanhänge dem Glockenrand am meisten ge-
nähert ist. Das kleinzellige Epithel, welches die Fibrillen-
stränge deckt, ist ein mit den Fibrillen in Continuität
stehendes Nervenepithel , unterhalb dessen auch noch
zwischen den Fibrillen vereinzelte Ganglienzellen vor-
kommen. An der Basis der Schirmlappen, an der Fr.
Müller den Nerven ganglionär sich verdicken lässt, finden
sich keine Anschwellungen, wohl aber sind oberhalb der
Randkörperchen Anhäufungen grosser Ganglienzellen nach-
weisbar. Auch die peripherischen Theile des Nerven-
systems bestehen aus Nervenfasern und Ganglienzellen,
welche die des Nervenrings aber an Grösse und Stärke
übertreffen. Die Ausbreitung derselben ist eine ausser-
ordentlich reiche, obwohl die Elemente meist vereinzelt
bleiben. Nur unterhalb der Randkörperchen gruppiren
sich die Fibrillen zu Strängen zusammen, welche theils an
die Sinnesorgane treten, theils auch (als Radialnerven) auf-
wärts im Schwimmsack emporsteigen. Die Geschlechts-
organe bilden 8 dünne und breite Platten, welche paar-
weise, aber ohne Zusammenhang, an den Seiten der vier
Anwachsstreifen befestigt sind und frei in die Höhle der
Gefässtaschen hineinragen. Auch die Faserlage der Sub-
umbrella bildet keine zusammenhängende Schicht, da die
Ringsmuskulatur in den vier Radien durch eine sehr aus-
geprägte, aber nicht quergestreifte Radialfaserlage unter-
brochen ist. Von besonderm Interesse noch sind die Mit-
theilungen, welche Verf. in dem zweiten, dem feinern Bau
und den Geweben gewidmeten Theile seiner Abhandlung
über die Sinnesorgane der Charybdeiden macht. Zunächst
mag in dieser Beziehung bemerkt sein, dass Verf. den über
den Nervenring ausgebreiteten Belag von Nervenzellen als
Sitz einer feineren Gefühls- und Tastempfindung deutet, von
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. RK
646 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
einer der Tricliterplatte der Akalephen als Geruchsorgan
zu vergleichenden Differenzirung aber Nichts hat nachweisen
können. Was die hier vornehmlich in Betracht kom-
menden Randkörperchen betrifft, so zeigen diese in ihren
untern Partieen ein Nervenepithel, das durchaus das Aus-
sehen hat, wie bei den übrigen Akalephen. In den Kopf
desselben aber ist nicht bloss ein Gehörorgan, sondern auch
eine Gruppe von sechs Augen eingelagert, die so regel-
mässig und symmetrisch angeordnet sind, dass man sie um
so bestimmter als Theile eines einheitlichen Sehapparates
betrachten darf, als die zugehörigen Ganglienzellen einem
gemeinsamen bogenförmigen Ganglienkerne angehören. Die
mittleren Augen sind durch ihre Grösse ausgezeichnet.
Sie bilden die Hauptaugen, während die zwei andern
Paare, die in ihrer Form übrigens etwas abweichen, als
Nebenaugen anzusehen sind. Im Wesentlichen aber stim-
men dieselben nach Bau und Structur mit einander überein,
indem sie sich sämmtlich auf Gruben oder becherförmige
Einstülpungen des stark verdickten Ectoderms zurückführen
lassen, deren Raum peripherisch von einer lichtbrechen-
den hellen Substanz (Glaskörper), im Centrum aber von
einer Linse erfüllt wird. In den zwei grossen Medianaugen
ist übrigens diese Differenzirung weit vollständiger vor
sich gegangen, als in den Nebenaugen. Nicht bloss, dass
die Augenbecher hier allseitig geschlossen sind , auch
die Linse ist weit selbständiger und aus Zellen zu-
sammengesetzt , die in lange Fasern ausgezogen sind
und eine Anordnung zeigen, welche an die Zusammen-
setzung der Vertebratenlinse erinnert. Die Anwesenheit
einer Linsenkapsel dient noch weiter dazu, die Aehnlichkeit
mit diesem Gebilde zu erhöhen. Die Wand des Augenbechers
besteht in allen Augen aus Pigment- und Stäbchenzellen,
welche wie die Stütz- und Nervenzellen des Epithels mit
einander wechseln. Die erstem halten eine mehr oberfläch-
liche Lage ein, und bilden in den grossen Medianaugen
vorne eine fast irisartige Begrenzung, während die viel
längeren Stäbchenzellen mehr in die Tiefe reichen und
einer kernhaltigen Zellenschicht aufliegen, die vermuthlich
ganglionärer Beschaffenheit ist und mit den Faserzügen der
in d. Naturpfesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187C— 1879. 047
Randkörper in Verbindung steht. Der Verf. ist überhaupt
geneigt, den unter den Ausläufern der Epithelzellen liegen-
den kleinen Zellen in einem weit höheren Grade, als solches
von den Gebrüdern He rtw ig geschehen ist, die Bedeutung
von Ganglienzellen zu vindiciren, und theilt desshalb auch
keineswegs die Ansieht, dass die Acraspeden in Betreff der
Gestaltung ihres Nervensystems eine niedrigere Entwick-
lungsstufe einnehmen, als die Craspedoteu. Das Gehör-
organ wird von einem allseitig geschlossenen Sacke ge-
bildet, dessen Inhalt aus einer fest zusammenhängenden
Masse von concentrisch strahligem, radiär geklüftetem Ge-
füge besteht, lieber die damit in Beziehung stehenden
Nervenelemente ist Verf. — der nach Untersuchung von
Charybdea auch die Ueberzeugung gewonnen hat, dass
der Krystallsack der Akalephen ein selbständiges, von den
Augen wohl zu trennendes Sinnesorgan darstellt — leider
zu keinem sichern Ergebnisse gelangt. Die Gefässlamelle
zeigt bei den Charybdeiden ganz deutlich zwei über ein-
ander liegende Zellschichten, ist aber bei der geringen
Breite der Verwachsungsstreifen räumlich nur begrenzt.
Sie bildet eine directe Fortsetzung des Entoderms, das nach
unserm Verf. auch bei den Charybdeiden das Keimlager der
Geschlechtsorgane und das Epithel der Gastralfilamente
liefert. Die letztern sind im Gegensatze zu den übrigen
Akalephen mittels eines einzigen starken Stammes an der
Magenwand befestigt.
Die Mittheilungen, welche die Gebrüder Hertwig
(Actinien u. s. w. S. 141 — 145) über die von Claus nur an
jugendlichen Exemplaren beobachteten Geschlechtsorgane
der Charybdea machen, lassen keinen Zweifel, dass die
Eier sich auch hier ursprünglich im Gastralepithel befinden,
allmählich aber in die Stützlamelle sich einlagern. Für die
Discophoren, wenigstens Pelagia noctiluca , haben die
Beobachtungen unserer Verff. (ebendas. S. 145—154) gleich-
falls die Abstammung der Genitalstoffe aus dem Entoderm
mit aller Bestimmtheit nachgewiesen. Die reifen Eier liegen
allerdings getrennt von dem Gastralepithel in der Gallert-
schichte, aber an der dieselben liefernden Keimzone, die
auf die Basis der Ovariallamelle beschränkt ist, erkennt
648 Leuckart: Bericht üb. d. wissenscbaftlichen Leistungen
man deutlich den Uebergang der primitiven Eier in Epi-
thelzellen des Magens. Und genau derselbe Zusammenhang
lässt sich zwischen den Spermatoblasten und dem Entoderm
nachweisen.
Cylicozoa.
Wenn wir die Lucernarien bisher mit den Anthozoen
zusammen bei den Polypen beliessen, so geschah das, wenn
auch vielleicht nicht ausschliesslich, so doch vorzugsweise
auf Grund des Umstandes, dass sie nach Polypeuart be-
festigt sind. War man doch früher gewohnt, die fest-
sitzenden Coelenteraten sämmtlich als Polypen zu bezeich-
nen. Dass beide Gruppen auch anatomisch übereinstimmten,
sollte durch diese Zusammenstellung keineswegs ausgedrückt
werden. Wusste doch Ref. schon seit 1848 seit seinen
ersten Untersuchungen über Lucernarien, dass diese, wie
das auch S a r s ein Jahr früher hervorgehoben hatte, in
ihrem inneren Bau weit grössere Aehnlichkeit mit den
Medusen darboten , als mit den Actinien , mit denen sie
noch neuerlich vielfach vereinigt wurden. Es ist das auch
bei verschiedenen Gelegenheiten in diesen Berichten aus-
drücklich hervorgehoben. So besonders im Jahre 1862
(Bericht für 1860), wo es heisst: „Will man die Lucernarien
von den Polypen entfernen und den Medusen zurechnen,
was einst vielleicht nothwendig wird, so dürften es die
höheren Scheibenquallen sein, mit denen man sie, gewisser-
maassen als persistirende Jugendformen, zusammenstellen
könnte. Schon die Existenz von Genitaltaschen und der
sog. Magenfäden lässt hierüber keinen Zweifel." Was die
hier erwähnten Genitalhöhlen betrifft, so waren diese von
den frühern Beobachtern sämmtlich unrichtig aufgefasst und
gedeutet. Bei derselben Gelegenheit wurde auch zum ersten
Male auf die wichtigen und charakteristischen Unterschiede
aufmerksam gemacht, welche in der Bildung der Stielcanäle
und der Stielmuskeln bei den bis dahin bekannten Arten ob-
walten. (Ich sehe mich zu diesen Bemerkungen dadurch veran-
lasst, dass man von gewisser Seite neuerlich mit der Behaup-
tung hervorgetreten ist, ich hätte den Bau der Lucernarien
vollständig verkannt und diese mitGegenbaur u. A. ohne
in d. Naturgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 649
Weiteres den x\ctinien angereiht.) Was Ref. damals vor-
iiusgesclicn , ist heute eingetreten. Die Untersuchungen,
über welohe wir in Nachstehendem zu berichten liaben,
lassen kaum noch einen Zweifel aufkommen, dass die Ver-
bindung der Lucernarien mit den Akalephen natürlicher ist
und besser die verwandtschaftlichen Beziehungen ausdrückt,
als deren Stellung bei den Anthozoen. Nur darüber könnte
einige Meinungsverschiedenheit obwalten, ob die Lucernarien
als festsitzende Medusen zu betrachten seien und somit
direct den Akalephen beigezählt werden müssten, wie das
Häckel will, der (S. 628) dieselben als Scyphomedusen
bezeichnet und aus ihnen die erste Ordnung seiner Acra-
speden macht, oder ob sie die festsitzenden Jugendzustände
derselben in weiterer Ausführung wiederholten. So lange
die Entwickelungsgeschichte noch unbekannt ist, wird diese
Frage sich kaum in befriedigender Weise entscheiden
lassen. Einstweilen aber dürfte die letztere Annahme die
wahrscheinlichere sein. Und diesem Umstände ent-
nehme ich denn auch die Berechtigung , an der von mir
einst aufgestellten Gruppe der Cylicozoen (oder Calycozoen)
zunächst noch festzuhalten.
Die erste der hier anzuziehenden Arbeiten ist die
Inauguraldissertation 0. T a s c h e n b e r g's : ^Anatomie,
Histiologie und Systematik der Cylicozoa, einer Ordnung
der Hydrozoen'', Halle 1877 (104 S. mit 3 Tafeln, abgedruckt
aus Giebel's Zeitschrift f. d. ges. Naturwissenschaften
Bd. XLIX). Die Untersuchungen sind hauptsächlich an
der bei Helgoland vorkommenden Art, Lucernaria Leu-
ckarti Verf. (== Craterolophus Tethys Clark), angestellt wor-
den. Der Gastrovascularraum zerfällt in den centralen
Magen , vier damit im Zusammenhang stehende, durch
schmale Scheidewände von einander getrennte Radiärkanäle
und den im Stiele gelegenen Hohlraum. Der letztere ist,
wie das von Ref. schon früher herrvorgehoben wurde, bei
den einzelnen xVrten sehr ungleich ausgebildet. Bei L. auri-
cula einfach, ist derselbe bei L. quadricörnis und campa-
nulata durch vier Längsfalten unvollständig abgetheilt
und bei L. octoradiata und Leuckarti durch Vereinigung
der Falten in vier Canäle geschieden. Mit Ausnahme von
650 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
L. campanulata und Leuckarti wird der Stiel von vier
Muskelbündeln durchzogen , wie gleichfalls schon früher
von Ref. hervorgehoben ist. Die Radiärkanäle coramuni-
ciren nicht durch einen Ringkanal mit einander , setzen
sich aber in den Hohlraum von je zwei Armen fort, sowie
auch in die bei L. auricula und octoradiata zwischen den
letzteren vorhandenen (den interradialen Tentakeln der
Geryoniden verglichenen) Randpapillen. Der Magen nimmt
nicht den ganzen Kelchhohlraum ein, sondern wird durch
vier tutenförmige Ectodermeinsackungen, welche von der
oralen Fläche ausgehen (Genitaltaschen), in seiner Form
der Art modificirt, dass man an ihm einen mittleren Raum
und vier davon ausgehende Aussackungen unterscheiden
kann. Die ungleiche Entwicklung, welche die Genital-
taschen besitzen, lässt diese eigenthümliche Form bei den
einzelnen Arten bald mehr, bald minder stark hervortreten.
Es hat das gelegentlich zu der Annahme Veranlassung
gegeben , dass bei den Lucernarien zweierlei Typen sich
unterscheiden Hessen, eine Annahme, der auch Ref. bei mehr-
facher Gelegenheit —schon vor Clark — in diesen Berichten
das Wort geredet hat. Der Magenwandung sitzen vier
Gruppen von Magententakeln an. Die Geschlechtsorgane,
welche in den Genitaltaschen liegen, bilden acht band-
förmige Längswulste, die von dem Kelchrande aus nach
dem Anfang des Stieles herabreicheu und so angeordnet
sind, dass die je zwei verschiedenen Genitaltaschen ange-
hörigen zu einem Paare vereinigt erscheinen. Die Musku-
latur ist in Form von Längs- und Ringsmuskelbündeln ent-
wickelt. Die ersteren stellen acht von der Basis des
Kelches bis zu den Tentakelbüscheln verlaufende Stränge
dar, welche sich da, wo im Stiele ebenfalls Muskeln sind,
je zu zweien in die vier Stielmuskelbündel vereinigen.
Durch Contraction dieser Längsbündel wird der Kelchrand
eingeschlagen. Ausserdem zieht nach Aussen von den
letzteren von Arm zu Arm ein Ringsmuskel, welcher die
Arme und Tentakel bewegt. Die histologischen Elemente
der Muskulatur sind glatte Fasern mit anliegendem kern-
haltigen Protoplasma. Sie stehen nicht mit Epithelzellen
im Zusammenhange, nehmen daher eine höhere Stufe der
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 187G — 1879. 651
Ausbildung eiu, als die Ncuromuskelzellen von Hydra. Die
äussere Körperwand setzt sich aus hohen, sehr schmalen
Cylinderzellen zusammen, die namentlich in der Fussscheibe
eine bedeutende Länge erreichen, nach aussen hin eine Cuti-
cula abscheiden und an ihrej: Basis Ersatzzellen zwischen
sich nehmen. Von den in ihnen gelegenen Nesselkapseln
linden sich in den Tentakeln solche, welche sich in einen
centralen Faden fortsetzen, der jedoch nicht als Nervenfaser
in Anspruch genommen wird (Korotneff ). Die an der freien
Oberfläche sich erhebenden Cnidocils werden für Ver-
längerungen der Zellmembran angesehen, welche die Cuti-
cula durchsetzen. Die Nesselkapseln sind an gewissen
Stelleu zu sog. Nesselbatterien angehäuft. Die zwischen
Ectoderm und Entoderm gelegene Gallertschicht, welche
gegen beide durch eine derbe Grenzmembran abgesetzt ist,
enthält stark lichtbrechende Querfasern und wird als
Mesoderm in Anspruch genommen. Das den Gastrova-
scularraum auskleidende Entoderm besteht aus kubischen
Epithelzellen, deren Grenzen sehr undeutlich sind. In den
Tentakeln gehen dieselben in ein grossblasiges, knorpel-
artiges Stützgewebe über. Die von einer Gallertschicht
gestützten Magententakeln und das Mundrohr enthalten
Becherzellen mit grobkörnigem Inhalte. Die beiderlei
Geschlechtsprodukte werden vom Entoderm abgeleitet, be-
sondere Ausführungsgänge aber in Abrede gestellt. Was
den systematischen Theil der Arbeit betrifft, so werden die
Cylicozoen als selbständige Ordnung zwischen Hydroiden
und Acalephen gestellt und (mit Ref. und Agassiz) als
Medusen gedeutet, welche auf dem Larvenzustande des
Scyphistoma geschlechtsreif geworden seien. Da Verfasser
allen hierher gehörigen Formen das Vorhandensein von
Genitaltaschen zuschreibt, verwirft er die von Clark auf-
gestellten beiden Familien der Cleistocarpidae und Eleu-
therocarpidae und vereinigt sämmtliche Arten mit Ausnahme
von Depastrum cyathiforme unter der einen Gattung Lu-
cernaria. Es werden folgende Arten beschrieben: A. Ohne
Randpapillen : L. quadricornis Müll., L. campanulata Lmk.,
L. Leuckarti Tschb. B. Mit Randpapillen : L. auricula Fbr.,
L. octoradiata Lmk.
652 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Claus findet nicht bloss nahe Beziehungen zwischen
Lucernaria und Scyphistoma, sondern auch zwischen ersterer
und Charybdea. In beiden sieht er — im Gegensatze zu
den achtstrahligen Discomedusen — vierstrahlige Aca-
lephen. Eine nähere Vergleichung derselben stellt aller-
dings in Körperform, Gestaltung des Magenraumes und
der Scheibenperipherie so grosse Unterschiede heraus,
dass beide als Repräsentanten besonderer Gruppen zu be-
trachten sind. Da die Genitaltaschen bei den einzelnen
Arten der Lucernariaden sehr ungleich entwickelt sind,
hält Claus auch die Clark'sche Unterscheidung der
Cleistocarpiden und Eleutherocarpiden für völlig gerecht-
fertigt. Ebenso glaubt er, dass die Genitalwülste nicht,
wie Taschenberg und Clark behauptet haben, in der
Wand der Genitaltaschen entständen, sondern im Verlaufe
der Radiärkanäle , aus denen dieselben erst nachträglich
in den Raum der Geschlechtstaschen sich einsenkten. Die
Triestiner Lucernaria, welche Verf beschreibt, gleicht bis
auf ihre geringere Grösse der L. campanulata Lam. Der
Fussstiel enthält in seiner Axe eine drüsenartige Entoderm-
einstülpung , welche mit ansehnlicher Oeffnung an der
Fussscheibe mündet und die Anheftung unterstützt. Auch
bei L. Leuckarti ist dieselbe vorhanden. Jugendliche
Exemplare tragen in den Radien erster und zweiter Ord-
nung eine tentakelartige Randpapille , welche später der
Rückbildung unterliegt, zu einem pigmentirten Wärzchen
einschrumpft und schliesslich schwindet. Verf. vermuthet
die Anwesenheit dieser Gebilde auch bei den übrigen Arten
ohne Randpapillen. (Polypen und Quallen der Adria S. 57 ff.)
Die schon im letzten Jahresberichte nach einer vor-
läufigen Mittheilung in Kürze angezogenen (inzwischrn auch
in den Arch. zool. experiment. P. V. p. 369— 400 „histologie de
riiydre et de la Lucernaire'' weiter dargelegten) Untersuchun-
genKorotnef f s finden in den bekanntlich russisch geschrie-
benen Nachrichten der kaiserl. Gesellschaft der Freunde
der Naturwissenschaften (Bd. XVIII Heft 3, 68 Seiten in
Quart, mit 4 Taf., Moscau 1876) unter dem Titel „Versuch
einer vergleichenden Anatomie der Coelenteraten Th. I"
ihre ausführliche Darstellung. Die Angaben des Verf 's be-
ziehen sich vorzugsweise auf Lucernaria octoradiata , die
iii (1. Naturgt'sch. d, nied. Thiere währ. d. Jalire 1876 — 1879. 653
mit der zur Vergleicbung auch mehrfach herangezogenen
Luc. campanulata in der zoologischen Station Roskoff nicht
eben selten ist. In der allgemeinen Beschreibung des
Thieres, die der anatomisch-histologischen Darstellung vor-
ausgeht, lehnt sich Verf. eng an Ke ferst ein an, doch
weichen die von demselben beigefügten Abbildungen in
sofern ab, als in ihnen die Radiärkanäle gegen den cen-
tralen Magenraum nicht abgegrenzt sind. Dazu kommt,
dass die Radiärkanäle durch eine Oeffnung in den sie
trennenden Verwachsungsstreifen mit einander commuui-
ciren sollen. Die „Nebenvertiefungen", welche sich im
Umkreis des vorstehenden Mundrohres in den Magenraum
einsenken, sind unsere Geuitaltaschen, deren Bedeutung
dem Verfasser jedoch unbekannt geblidben ist, obwohl er
dieselben mit den acht Geschlechtswulsten ausstattet. Die
Leibeswand besteht histologisch aus dem mit einer Cuti-
cula versehenen Ectoderm, der Gallertsubstanz, einer Mem-
brana propria (Stützlamelle) und dem Entoderm. Die
Cuticula fehlt an den Tentakeln. Das Ectoderm wird von
langen Cylinderzellen gebildet, die zwischen ihren Basen
stellenweise ein interstitielles Gewebe einschliessen. Die
Gallertsubstanz enthält zahlreiche elastische Fasern ; sie
fehlt im Stiele von L. campanulata, wo statt ihrer die
Membrana propria bedeutend entwickelt ist. Auch bei
L. octoradiata ist eine solche auf der Aussenfläche der
Gallertsubstanz nachweisbar und in sofern von Bedeutung,
als sie die Funktion eines Antagonisten gegen die Längs-
muskulatur des Thieres besitzt. Das Entoderm besitzt
gleichfalls Elemente des interstitiellen Gewebes, welche
die Bildungsstätte von Nesselkapseln abgeben. Die als
Peristom bezeichnete Subumbrella besteht aus Ectothel und
Endothel , zweien Schichten , die von dem Ectoderm
und Entoderm durchaus verschieden sein sollen und da-
durch sich auszeichnen , dass die Zellen des ersteren mit
feinen Muskelfibrillen in Verbindung stehen, die des letz-
teren aber Flimmer- und Beoherzellen darstellen. Einen
besonderen Bau zeigen die Mesenterialfilamente, welche auf
der einen Seite Flimmer-, auf der andern Becherzellen
tragen. Die vonCuvier aus den Tentakeln beschriebenen
und mit Ambulacren verglichenen Bläschen dienen dazu,
654 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
fremden Körpern den Eintritt in die Tentakelhöhle zu ver-
hindern. Die Muskulatur zerfällt in Längs- und Rings-
faserzügen. Erstere erstrecken sich (bei L. octoradiata) in
Form von vier Bündeln durch den Fuss hindurch , bis
sie im Kelche sich spalten und dann einzeln an den Arm
und dessen Tentakel gehen. Von den vier Hauptbündeln
stammen auch Muskelfasern ab, die in der Mundröhre sich
nachweisen lassen. Ringsmuskeln finden sich am freien
Glockenrande zu acht Bündeln, im Mundrohre und in den
Tentakeln. Histologisch besteht die Muskulatur aus Myo-
blasten, deren Basis sich in ein Fibrille fortsetzt. Von
letzteren betheiligt sich eine ganze Anzahl am Aufbau
einer Faser. Die Endtheile der Tentakel sind dicht
mit Nesselkapseln besetzt, die in einer Zelle liegen. Letz-
tere steht nach aussen mit einem Cindocil in Verbindung
und trägt centralwärts einen fibrillenartigen Fortsatz, der
in der Hälfte seiner Länge durch eine spindelförmige
Nervenzelle hindurchgeht, um schliesslich an der Membrana
propria zu enden. Die einzelnen Nervenzellen stehen
wahrscheinlich mit einander in Verbindung. Die Cindo-
cils werden als Nervenendapparate betrachtet, deren
Reizung durch Vermittelung der Nervenzelle zum Aus-
stossen des Nesselfadens hinführe. In der Sohle kommen
bei L. campanulata zwischen den langen fibrillenartigen
Ectodermzellen einzellige, schleimabsondernde Drüsen vor,
welche Verf. als Elemente des interstitiellen Gewebes in
Anspruch nimmt. Die bei L. octoradiata vorhandenen
Randpapillen (Saugnäpfe nach Verf.) enthalten gleich den
Armen und Tentakeln eine Fortsetzung der Radiärkanäle.
Sie sind die Reste der primären Tentakel, während die
Tentakel selbst erst secundäre Gebilde darstellen. An
der Basis der Tentakel , am Ende der Geschlechtsorgane
und an der Innenfläche des Peristoms, stehen förmliche
Nesselbatterien, flimmernde Hohlräume, in welche die Nessel-
kapseln nach vollständiger Ausbildung übertreten, um dann
schliesslich durch einen Ausführungsgang nach aussen zu
gelangen. Die Geschlechtsorgane entwickeln sich je zu zweien
in den Radiärkanälen. Sie bestehen aus einer Anzahl von
Kapselchen, die bei L. octoradiata von einander getrennt,
in (1. Naturgesch. d. uicd. Thierc währ. d. Jahro 1876 — 1879. G55
bei L. campulata zu einem zusammenbäDg'enden Baude ver-
einigt siud. Jede Kapsel zeigt ein Endothel, eine Mem-
brana propria und ein eibildendes Stratum. Die Zellen
enthalten viel Pigment, ein Umstand, den Verf. dabin
deutet, dass sie viele Wärme schluekten und dadurch zur Aus-
])ildung der Eier beitrügen. Die letzteren bilden sich in
Vorsprüngen des keimbereitenden Stratums , welche mit
einem Discus proligerus verglichen werden. Durch Platzen
derselben werden sie frei und gelangen in den Hohlraum
der Kapsel , der mit einer Follikelflüssigkeit gefüllt ist.
Sie besitzen eine Membran und an dieser in einer Ver-
tiefung eine Mikropyle. Der Keimfleck tritt höchst wahr-
scheinlich als glänzender Körper aus, während das Keim-
bläschen mit schwachen Contouren in der Nähe der Mikro-
pyle sichtbar bleibt. Während die Eier reifen, bildet sich
in jeder Kapsel auch ein Oviduct aus. Wenn mehrere
Kapseln mit einander verschmelzen, wie es vorkommt, dann
behält übrigens eine jede ihren eigenen Ausführungsgang.
Die Sameuelemente haben einen uagelförmigen Kopf und
einen langen Schwanz. Sie treten wahrscheinlich durch ein
Vas deferens aus, das man jedoch auf Querschnitten nicht
sieht. Da Verf. das interstitielle Gewebe des Ectoderms
und Entoderms nebst dem dazwischen liegenden Gallert-
gewebe als Mesoderm in Anspruch nimmt, kommt er zu
der Behauptung, dass die Geschlechtsproducte als Ab-
kömmlinge des interstitiellen Gewebes dem Mesoderm an-
gehörten. Die Eier werden gleichzeitig in grösserer An-
zahl ausgestossen, als wenn sie in eine weisse Wolke gehüllt
wären. Nachdem der Dotter eine vollkommene Furchung
durchlaufen hat, bildet derselbe noch im Innern der Eihülle
eine einschichtige Blase von etwas länglicher Gestalt, von
grossen Cylinderzellen ausgekleidet. Auf einer weiteren
Ausbildungsstufe wird die Blase kuglig und mehrschichtig,
und mittels eines Flimmerkleides beweglich. Leider
konnte diese mundlose Larve in ihrer Entwicklung nicht
weiter verfolgt werden. Die bei dieser Gelegenheit ange-
führte Mittheiiung von F o 1, der zufolge dieselbe nach ihrem
Festsitzen zunächst die Greeff scheProtohydra Leuckarti
darstelle, klingt übrigens nur wenig wahrscheinlich. Die
656 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
jüngsten festsitzenden Individuen, welche Verf. auffinden
konnte, hatten fast die Form der erwachsenen, erman-
gelten aber der Geschlechtsorgane und besassen eine ge-
ringere Anzahl von Tentakeln und Mesenterialfilamenten.
Ausser der gewöhnlichen Vermehrung soll Lucernaria auch
eine ungeschlechtliche Fortpflanzung durch Theilung be-
sitzen, auf welchen Vorgang Verf. ein von ihm beobachte-
tes .und abgebildetes Doppelindividuum zurückführt.
Was die verwandtschaftlichen Beziehungen der Lucer-
narien anlangt, so hebt K. zwar die unverkennbare Aehn-
lichkeitmit dem Scyphistoma-Stadium der Acalephen hervor,
erkennt aber daneben auch eine grosse Aehnlichkeit mit
den Actinien. Darauf hin werden die Actinozoa in die 4
Gruppen der Actinien, Lucernarien (geschlechtliche Scyphi-
stomen), der ungeschlechtlichen Scyphistomen und Pelagien
eingetheilt. Diesen gegenüber stehen die Hydrozoa mit
folgender Eintheilung: 1. Geschlechtsgeneration von der
ungeschlechtlichen nicht geschieden (Hydra). 2. Geschlechts-
generation nicht vollständig von der ungeschlechtlichen
individualisirt (Hydractinia u. a.) 3. Geschlechtsgeneration
vollständig individualisirt (Gewöhnliche Hydroiden). 4. Ge-
schlechtsgeneration selbständig, ungeschlechtliche Generation
fehlt (Geryonia u. a.).
Auch Kling behandelt den Bau der Lucernarien
und zwar derselben Art, die von Taschen berg untersucht
ist („über Craterolophus Tetliys'', Morphol. Jahrbuch Bd. V.
S. 141 — 166. Taf. IX — XI). Im Allgemeinen stimmen die
Angaben desselben mit denjenigen T.'s überein, nur be-
schreibt Kling in den Scheidewänden der Radiärkanäle eine
ohrförmige Ocfi'nung, so dass der Scheibenrand eine Art
Ringkanal besitzt. Uebrigens ist es vornehmlich der histo-
logische Bau, den Verfasser zum Gegenstand seiner Dar-
stellung gemacht hat. In dieser Hinsicht bemerkt er zu-
nächst, dass das Ectoderm au der äusseren Kelchwandung
einen etwas anderen Charakter hat, als an der Innenwand
und dem Magenrohre. An ersterer Stelle wird es von einem
hohen pigmeutirten Cylinderepithel gebildet, welches durch
den Besitz von Nesselkapseln und Drüsen ausgezeichnet
ist und eine dicke streifige Cuticula ausscheidet. Durch
in (1. Naturgesch. d. niod. Thiero währ. d. Jahre 1876—1879. G57
das Drüsensekret wird das ganze Thier in eine ansehnliche
Schleimschicht eingehüllt. Besonders hoch sind die Cylin-
derzellen am Fitsse des Stieles, welcher mittels seiner gru-
benförmig vertieften Fläche festsitzt und hier von zahl-
reichen radialen Furchen durchsetzt wird. Der andere
Abschnitt des Ectoderms entbehrt des Pigments und ent-
hält eine grosse Menge säbelförmiger Nesselkapseln, neben
welchen auch noch Nesselbatterien vorhanden sind, die
ihre Entstehung aus dem Ectoderm durch einen verbin-
denden Zellenstrang auch dann noch bekunden, wenn sie
in die mesodermale Gallertschicht eingesenkt sind. Die
letztere bildet eine hyaline Substanz, welche am Glocken-
rande nur als eine dünne Stützlamelle, im Inneren des
Körpers aber als eine dicke, von elastischen Fasern durch-
setzte Gallerte entwickelt ist. In derselben liegen die acht
Rand- und Längsmuskelstränge, deren histologische Ele-
mente nicht überall ganz gleich geartet sind. Die ober-
flächlich gelegenen Muskelfasern am Magen und den Ten-
takeln sind noch Fortsätze der Epithelzellen, stehen mithin
auf der Ausbildungsstufe, wie die von Kleinertberg be-
schriebenen Epithelmuskelzellen der Hydra, während da-
gegen die tiefer gelegenen selbständige mit Kern versehene
Fasern bilden. Die wimpertragenden Entodermzellen sind
ebenfalls cylindrisch und gleich den Zellen des Ectoderms
mit Nesselkapseln versehen. Daneben aber enthält das Ento-
derm noch zahlreiche Drüsen, welche ein verdauendes Secret
liefern, wie das auch die einer wurmförmigen Bewegung
fähigen Gastralfilamente thun. Die letztern sind im Quer-
schnitt planconvex und in der Mitte von einer hyalinen
Stützlamelle durchzogen, welche von Entodermzellen um-
geben ist. Die Zellen der ebenen Seite sind ausschliess-
lich drüsiger Natur, während die übrigen Nesselkapseln
enthalten. In den Tentakeln nehmen die Entodermzellen
einen durchaus anderen Charakter an; sie erscheinen ela-
stisch , knorpelzellenartig , so dass man sie als Antago-
nisten der Muskelfasern betrachten kann. Diese letzteren
stehen an den Tentakeln im Zusammenhange mit den
Ectodermzellen, welche als einfache Schicht der hyalinen
Stützlamelle anliegen. Die Zellen in den Tentakelknöpf-
658 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
eben haben eine sebr cbarakteristiscbe Beschaffenbeit, in-
dem sie in Fasern auslaufen, welcbe an der Stützlamelle
eine füsscbenartige Verbreiterung besitzen, und in ibrer
Mitte meist einen Kern erkennen lassen. Am äusseren
Ende erbebt sieb auf der nesselkapseltragenden Zelle ein
Cnidocil, welcbes die Cuticula durcbsetzt. Obgleich diese
Zellen in einiger Hinsiebt an nerv()se Elemente erinnern,
lässt sieb docb bislang über ibre Natur keine Entscheidung
treffen. Selbst die grosse Reizbarkeit der Tentakelknöpfe
gegen Licbteiniluss dürfte dazu nicht ausreichen. Zwischen
je zwei Armen finden sich am Glockenrande zuweilen
Randpapillen von der Struktur unentwickelter Tentakeln.
Die Genitalien nehmen als acht pigmentirte gefaltete Bän-
der von den entodermalen Magentaschen ihren Ursprung,
um später in das Mesoderm bineinzuwuchern. Sie ent-
leeren ibre reifen Producte vermuthlich durch Platzen des
Ectodermüberzuges nach aussen.
Bekanntlich bat H. James Clark im Jahre 1863
(s. B.) als „Prodromus of the bistory, structure and physio-
logy of the order Lucernariae" eine Abhandlung veröffent-
licht, die zunächst und vorzugsweise die Artenkenntniss
und Systematik unserer Tbiere behandelt. Die Absiebt,
derselben eine eingehende Darstellung der Organisation
und Lebensverhältnisse folgen zu lassen, wurde damals
durch eine schwere und schliesslich zum Tode führende Er-
krankung desVerf.'s vereitelt. Fünfzehn Jahre später ist dieses
grössere Werk nun, Dank der Liberalität der Smith sonian
Institution, unter dem Titel „Lucernariae and their allies"
(Washington 1878, 180 Seiten in gross Quart mit XI
Kupfertafeln) erschienen, allerdings, wie es den Anschein
hat, in nicht ganz fertiger Bearbeitung, da es eigentlich
nur eine Darlegung der Untersuchungen enthält, welcbe
unser Verf. an einer einzigen Art, seinem Haliclytus auri-
cula (nicht mit der Lucernaria auricula Fabr. zu verwech-
seln) angestellt bat. Dieselben betreffen den anatomischen
und histologischen Bau, und schildern diesen, wenigstens
erstem, bis in's Einzelne, eingehender und ausführlicher, als
das von irgend einer andern Seite geschehen ist. Im
Grossen und Ganzen scbliessen sich die Resultate des
in d. Naturgcsch d. niod. Thiere währ, d. Jalire 1876—1679. 059
Verf.'s an die Darstellnngeu an, welche wir den voranstehend
erwähnten Forschern verdanken. Die Nomenclatur ist
allerdings vielfach abweichend, und der histologische Theil
unscrn heutigen Kenntnissen und Anschauungen eben so
wenig entsprechend, wie die einleitenden Bemerkungen
über Individualität, Cephalisnnis, cephalo-caudale Repetition
und dergleichen, allein das Alles tritt doch der Hauptsache
gegenüber weit in den Hintergrund. Besonders werthvoll
sind die Untersuchungen über die Jugendformen der Lu-
cernarien, die unseru Verf. in den Stand setzten, manche
Verhältnisse vollständiger zu erkennen und richtiger zu
deuten, als das seinen Vorgängern und Nachfolgern mög-
lich war. Es gilt das besonders, wie wir alsbald sehen
werden, in Betreif der Tentakel und der Geschlechtsorgane.
In vollständiger Weise hat freilich auch Verf. die Ent-
wicklungsgeschichte unserer Thiere nicht zu verfolgen ver-
mocht, denn die jüngsten Exemplare, die er untersuchte,
waren trotz ihrer geringen Grösse (Vie Zoll, also kaum Vs
Linie) bereits festsitzende Lucernarien, Lucernarien aller-
dings noch ohne eigentliche Arme und mit nur vier Ten-
takeln an Stelle der spätem Büschel. Genitalien fehlten
noch, und die Stielkanäle waren erst unvollständig geson-
dert. Ob Verf. freilich mit Recht daraus schliesst, dass
den Lucernarien ein pelagisches Larvenleben abgehe, ist
besonders mit Rücksicht auf die Beobachtungen Korotneff s
zweifelhaft. Dagegen aber darf man wohl als wahrschein-
lich annehmen, dass der Schwärmzustand nur eine kurze
Zeit dauert und die gastrulaartige Larve sich direct in
die Lucernarie verwandelt. Es stimmt das auch insofern
mit den Ansichten unseres Verf.'s, als dieser die Lucernarien
als eine Scyphistomenform auffasst, deren Vorderende an
Stelle zahlreicher Eph^a-en nur eine einzige Charybdeaartige
Scheibe entwickelt habe, und mit dieser Zeitlebens in Zu-
sammenhang bleibe. In den Charybdeiden erkennt Verf.
überhaupt die nächsten Verwandten der Lucernarien.
Aus den Mittheilungen über die Organisationsverhältnisse
unserer Thiere können wir hier nur Weniges hervor-
heben und auch dieses nur insoweit, als es zur Ergän-
660 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zung* der frühern Mittlieilungeii dient. Und so erwähnen
wir denn zunächst, dass die Enden der Stielgefässe zahl-
reiche seitliche Ausläufer treiben, die labyrinthartig die
Gallertsubstanz durchziehen und die sonst in ganzer Länge
getrennten Canäle in Comniunication bringen. Dass die
Stelle der spätem Tentakelbüschel in der Jugend nur
von einigen wenigen Tentakeln eingenommen ist, haben
wir schon oben bemerkt; es ist sogar als zweifellos anzu-
nehmen, dass das spätere Büschel nur mit einem einzigen
Tentakel anhebt. Es ist derjenige, welcher der abaxialen
Spitze des Armes aufsitzt. Der zweite Tentakel entsteht
weiter nach Innen zu, vor dem ersten, der dritte und
vierte dazwischen mehr zur Seite, und so geht es weiter,
bis schliesslich eine Summe von einigen hundert Tentakeln
reihenweise gruppirt und in regelmässiger Anordnung, wie
das Verf. specieller nachweist, vorhanden ist. Die Aus-
bildung der Tentakel ist rechts und links in demselben
Büschel stets eine ungleiche; wohl aber ergeben sich die
benachbarten Büschel, mögen dieselben den Radien oder
den Interradien zugekehrt sein, als durchaus symmetrische
Bildungen. Dass die Aurikel oder Randkörperchen , wie
schon früher mehrfach vermuthet wurde, blosse modificirte
Tentakel darstellten, hat sich durch die Untersuchungen
des Verf.'s als richtig erwiesen. In den jüngsten Formen,
die derselbe beobachtete, hatten sie noch durchaus die
Bildung eines . gewöhnlichen geknöpften Tentakels. Die
einzige Auszeichnung derselben bestand in der Anwesen-
heit eines wulstförmig vorspringenden Haftapparates, der
in einiger Entfernung von dem mit Nesselkapseln durch-
setzten Endknopfe der Aussenfläche des Stieles sattelartig
auflag und zahlreiche Klebzellen (Colletocysten) in sich
einschloss, wie sie ganz ähnlich auch in der Haftscheibe
des Fussendes gefunden werden. Dadurch, dass dieses
Haftpolster immer stärker auswächst und mit seinen beiden
Schenkeln immer weiter um den Stiel herumgreift, geht
nun im Laufe der Zeit die Tentakelform fast vollständig
verloren, obwohl man bei näherer Untersuchung immer
noch am Ende der muschelförmig aufgetriebenen Anhänge
das Nesselköpfchen des frühen Tentakels nachzuweisen im
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1 879. 661
Stande ist. Dass die Thiere sich dieser Gebilde zum Fest-
heften, wie der Anker, bedienen, ist schon früher mehrfach
bemerkt worden. Vor der weitern Ausbildung des Haft-
polsters tragen dieselben auf der dem Munde zugekehrten
Stiel-Fläche einen förmlichen Ocellus, der freilich der
Linse entbehrt und später auch schwindet, ihnen aber
doch eine gewisse Aehnlichkeit mit den Randkörperchen
der höhern Medusen aufprägt. Die Gastralfilamente (di-
gitiforme bodies) sind vielfach gruppenweis verbunden und
besitzen eine ausserordentliche Beweglichkeit, so dass sie
nicht bloss weit aus der Mundöffnung hervorgestreckt
werden und zum Fangen der Beute benutzt werden können,
sondern auch ihre Form auf das Mannichfaltigste ändern.
Nicht selten sieht man sie unter starker Verkürzung löffelartig
sich einkrümmen, so dass sie eine convexe und eine con-
cave Fläche zeigen, im Zusammenhang wohl damit, dass
der histologische Bau derselben nicht im ganzen Umfange
derselbe ist, sondern, wie auch sonst schon hervorgehoben
wurde, an den gegenüberliegenden Segmenten auffallend
abweicht. In diesem Zustande gleichen die Gastralfilamente
den neben ihnen in dicht gedrängter Menge der Gastral-
wand aufsitzenden Genitalsäckchen in einem solchen Maasse,
dass Verf. fast geneigt ist, beiderlei Bildungen in einen
nähern Zusammenhang zu bringen. Erscheinen doch auch
die Genitalsäckchen als löffeiförmig eingekrümmte Anhänge,
d. h. als kuglige Gebilde, die einen Hohlraum in sich
einschliessen und diesen in der Nähe ihrer Anheftungs-
stelle durch eine Oeffnung in die Radialtaschen ausmünden
lassen. Eier und Samenelemente entwickeln sich in der
Wand dieser Säckchen und gelangen nach ihrer Reife
durch die eben erwähnte Oeffnung nach aussen zu-
nächst in den Gastralraum. Die erste Anlage der Geni-
talien erfolgt bereits sehr früh, bei Thieren von etwa Vio
Zoll, deren Arme kaum angedeutet sind und je erst 9 Ten-
takeln tragen. Die Säckchen der den vier Hauptradien
zugekehrten Randseiten sind die ältesten und auch dieje-
nigen, welche bei dem entwickelten Thiere eine grössere
Ausbildung besitzen.
Auch die Gebrüder Hertwig untersuchen (Actinien
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. SS
662 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
a. a. 0. S. 154) die Geschlechtsorgane der Cylicozoen.
Sie beschreiben dieselben als zwei auf eine Tasche ver-
theilte bandartige Streifen, von denen je zwei benachbarte
verschiedenen „Gastrogenitaltaschen" angehören. Jedes
Band besteht aus zahlreichen Drüsensäckchen, welche je
einen Aus führungsgang und Genitalsinus besitzen und
durch diesen in die Gastrogenitaltaschen einmünden. Die
letzteren sind Ausstülpungen des Magens und entsprechen
den „Magentaschen" Kling' s, während die von Leuckart
und Taschenberg als Genitaltaschen bezeichneten, an
der Basis des Kelches blind endenden Räume (infundibula
Clark) vonHertwig Jntergenitaltaschen", von Kling „py-
ramidale Räume" geheissen werden, und mit der Entste-
hung der Geschlechtsprodukte nichts zu thun haben sollen.
Hydroidea.
Fr dies medusiformis. R. Hertwig macht in seinen
^Beiträgen zur Bildung, Befruchtung und Theilung des thie-
rischen Eies" (Morphol. Jahrb. Bd. V. S. 177-183) einige
Mittheilungen über die Eier der Medusen. Im reifenden
Ei, so bemerkt derselbe, rückt das Keimbläschen bis dicht
unter die Oberfläche und bildet sich hier noch im Ovarium
zurück, indem wahrscheinlich aus Theilen seines Inhaltes
eine Richtungsspindel angelegt wird. Die Bildung der
Richtungskörper geschieht gleichfalls vor der Ablage und Be-
fruchtung innerhalb der Abfuhrwege. Bei einem Theile
der Medusen, deren Eier keine Hüllen besitzen, fallen die
Richtungskörper vom Dotter gleichfalls ihrer Abschnürung ab
und gerathen in die umgebende Flüssigkeit (Aeginopsis,
Mitrocoma u. s. w.), bei andern aber (Pelagia, Nausithoe)
werden dieselben durch eine Gallertschicht, in welcher die
Eier eingehüllt sind, auf der Dotteroberfläche festgehalten,
so dass sie noch eine Zeitlang nach der Eiablage aufzu-
finden sind. Die nach aussen gelangten Eier besitzen
sämmtlich schon vor der Befruchtung einen Eikern, mit
welchem unmittelbar nach der Befruchtung ein zweiter
kleinerer Kern, der Spermakern, verschmilzt, um damit zu-
sammen dann die Kernspiudel zu bilden.
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876 — 1879. 663
Nach Hartmann (Sitzungsber. der Gesellsch. naturf.
Freunde 1878. S. 17) enthält das Parenchym derUmbrella
von Cladonema radiatum in seinen peripherischen Schichten
grosse Zellen mit sternförmigen Ansläufern imd darunter
eine breite Schicht quergestreifter Quer- und Ringsfasern,
während die Fasern der Subumbrella, der Tentakel und
des Magenstiels der Querstreifung ermangeln.
Mereschkowsky beobachtet im weissen Meere zwei
Arten des Gen. Bougainvillea, von denen die eine als
B. paradoxa bezeichnet wird. Auffallender Weise fanden
sich unter den in grosser Menge beobachteten Exemplaren
bei beiden Arten einzelne ohne Manubrium und Mund-
öflfnung. Obwohl es vielleicht nahe gelegen hätte, an
einen zufälligen Verlust zu denken, der durch nachträgliche
Neubildung ersetzt werde, glaubt Verf., dass die betref-
fenden Thiere niemals einen Mund besessen und sich
durch Absorption der im Meereswasser gelösten organischen
Substanzen von Seiten des Ectoderms ernährt hätten (?)
Ann. and Mag. nat. bist. Vol. III. p. 178—181. PL XX.
Romane s beschreibt in seinem „account of some
new species, varieties and monstruous forms of Medusae"
(Journ. Linnaean Society Vol. XII. p. 524 — 531) zunächst
als neu: Tiaropsis indicans, T. oligoplocoma, T. polydiade-
matüj Sarsia erytJirops. Boiigainvillea gigantea, B. fruticosa
sämmtlich von der Schottischen Küste, berichtet sodann
über einige Varietäten von Stomobrachium octocostatum und
eine sechsstrahlige Sarsie, und schildert schliesslich (ebenso
Nature 1876. Vol. XIII. N. 338) eine Anzahl monströser
Formen von Aurelia aurita mit theils vermehrter, theils
verminderter Organenzahl. In der Regel betreffen diese
Anomalien nicht einzelne Theile — solche Fälle wurden
nur an den Randkörperchen und Ovarien beobachtet —
sondern ganze Segmente, und zwar der Art, dass diese ent-
weder, statt, wie gewöhnlich, die Achtzahl (mit 16 Hauptge-
fässen, 8 Randkörpern und 4 Ovarien) zu repräsentiren, eine
Zwölfzahl zeigen (24 Hauptgefässe, 12 Randkörperchen und 6
Ovarien) oder auch in Minderzahl vorhanden sind, indem
sie auf drei und selbst auf zwei sich reduciren. In seltenen
Fällen betraf die Anomalie auch nur die eine oder andere
664 Leuckart: Bericlit üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Körperhälfte. Gegen Ende August nahm sowohl die Grösse,
wie die Färbung der Aurelien um ein Merkliches ab, ohne
dass sich dafür eine bestimmte Ursache auffinden Hess.
Nachträglich liefert derselbeVerf.(ibid. 1877. T. XIII.
p. 190—194. PI. XV und XVI, „an account on some new
species, varieties and monstruous froms of Medusae 11")
ausser einer Abbildung der von ihm beschriebenen drei
Tiaropsisarten noch eine Darstellung von Tatimantias
crucifera n. und T. lialicobostrycha n. Die Bezeichnung
Bougainvillea fruticosa wird in B. Älmanii verwandelt.
Dazu kommen schliesslich noch Abbildungen und Erläu-
terungen einiger Exemplare von Aurelia mit vermehrter
und verminderter Radienzahl.
Die von Claus in Triest beobachtete Liriopsis cam-
panulata (n. gen. et n. sp.) besitzt einen hohen, fast glo-
ckenförmigen Schirm und einen ausserordentlich langen
Magenstiel mit mächtig entwickeltem Rüssel. Die lang-
gestreckten, nicht lappenförmigen Geschlechtsorgane ver-
laufen im Magenstiele und, von einem freien Intervall unter-
brochen, bis zum Scheibenrande. Vier Radialkanäle und acht
Randbläschen zwischen den acht ziemlich gleichlangen
Tentakeln. Verhandl. der zool. bot. Gesellsch. a. a. 0.
In den Abflussgräben des Salzwerkes Villeroy bei Cette,
mehrere französische Meilen vom Meeresufer entfernt, beob-
achtete du Plessis (Bullet. Soc. Vand. 1879. Vol. XVI.
p. 39, übersetzt Ann. and Mag. nat. bist. Vol. III. p. 385—
389) eine zwischen Süsswasseralgen und andern Bewohnern
süsser Gewässer lebende Oceanide von etwa 1 Ctm. im Durch-
messer die, von ihrer geringeren Grösse abgesehen, mit
der im Mittelmeere w^eit verbreiteten Cormetira punctata
übereinstimmt und unter dem Namen C. salinarum vom
Verf. näher beschrieben wird. lieber die Entwicklung der
Meduse Hess sich leider Nichts feststellen.
Unter dem Titel „Helgolander Leptomedusen" veröf-
fentlicht Böhm in der Jenaischen Zeitschrift für Natur-
wiss. (Bd. XII. S. 68-203. Tab. II— VII) eine Abhandlung,
in welcher er nicht bloss die von ihm in Helgoland auf-
gefundenen 14 Hydroidmedusen nach sorgfältiger Unter-
suchung eingehend beschreibt und kritisch beleuchtet, son-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wäbr. d. Jahre 1876 — 1879. 665
dern auch die Anatomie, Histologie und Entwicklungsge-
schichte dieser Thiere auf Grund seiner Beobachtungen
einer ausführlichen Darstellung (S. 69—167) unterzieht.
Er hebt dabei zunächst die Thatsache hervor, dass die
Producte der schon bei den Hydroiden vorhandenen zwei
primitiven Keimblätter hei den geschlechtlich entwickelten
Medusen zu einer viel höheren Diflferenzirung gelangen,
indem daraus nicht bloss eine Anzahl charakteristischer und
sehr verschiedener Gewebsformen hervorgehen, nicht bloss
Nerven und Sinnesorgane gebildet werden, sondern auch
an Stelle der kernlosen Fasern der Neuromuskelzellen
kernhaltige quergestreifte Muskelfasern zur Entwicklung
kommen. Diese letztern repräsentiren nach Verf. das
Mesoderm unserer Thiere und zwar, da sie durch Abspal-
tung aus den Ectodermzellen hervorgehen, das Hautfaser-
blatt der höhern Metazoen. Die Hydroidmedusen ergeben
sich demnach, nur wenige Arten, wie die Obelien, bei
denen die Subumbrella mit ihren Muskelfasern nicht diffe-
renzirt ist, machen hier eine Ausnahme — im Gegensatz zu
den Hydroidpolypen — als Triblasterien. Producte des
gesammten Ectoderms sind die Epithelien der Umbrella,
der die Unterseite des Ringkanales am freien Rande des
Schirmes bekleidende Zelleustraug (Knorpelring nach Hä-
ckel) mit seiner directen Fortsetzung (dem Velum), die
Magen- und Tentakelmuskeln, das Epithel der Subum-
brella mit seinen Fortsätzen auf das Velum, und die
Magenwandung, sowie schliesslich — vielleicht fraglich —
das Nervensystem. Die oft mächtig entwickelte Gallert-
substanz der Umbrella ist ein secundäres Erzeugniss der
Umbrellarepithelien. Dem Entoderm gehört die Zellenwand
des gesammten Gastrovascularsystems an, sowie deren un-
mittelbare Fortsätze, die Inuenzellen der Tentakel, und das
auch da, wo diese in einfacher Reihe den ganzen lunen-
raum ausfüllen, der Tentakel also solide ist. Besondere
Gewebsbildungen für die Geschlechtsorgane fehlen, indem
die männlichen Producte — nach unserm Verf. ~ sich
aus dem Ectoderm, die weiblichen aber aus dem Entoderm
entwickeln. Die zuerst von Schulze beschriebenen subum-
brellaren Hohlräume kann Verf. eben so wenig, wie andere
666 Leuckart: Beriebt üb. d. wisaeaschaftlichon Lei8tuu<ren
Forscher, als eine coelomatöse Leibeshöhle betrachten.
Er sieht darin eine bloss zu locomotorischen Zwecken vor-
handene Bildung, „welche auf eine im Ectoderm entstan-
dene Spaltung zurückzuführen ist". Die Medusen haben
nach unserm Verf. mit den Coelomaten überhaupt nur den
Magen gemein, „denn die von diesem ausgehenden Gastro-
vascularkanäle sind ganz eigenartige Fortsätze der primi-
tiven Darmhöhle, phylogenetisch wohl durch eine Modifi-
cation der Tentakelhohlräume entstanden". Das Nerven-
system, das seinen Sitz längs des Marginalstranges am
freien Rand der Umbrella hat, zerfällt in zwei Theile,
den Nervenring und die Sinnesorgane. Der erstere ist ein
zarter blasser Strang, welcher an der einen Seite des Mar-
ginalstranges hinläuft und da, wo die Basis des Sinnes-
bläschens in das Gewebe tief eindringt (Obelia, Tiaropsis)
sogar in dessen Innerm gelegen ist. Die faserigen Ele-
mente desselben schwellen von Zeit zu Zeit zu kleinen
multipolaren, aber nur wenig verästelten kernhaltigen
Ganglienzellen an. Ob an die Ocellen Nerven hinantreten,
lässt Verf. zweifelhaft, dafür aber überzeugt er sich, dass
die Randbläschen, deren specifische Natur er übrigens
unentschieden lässt, auf ihrer gesammten Innenfläche mit
einer Nervenmasse ausgekleidet sind, welche an der Basis
zu einem mehr oder weniger voluminösen Polster anschwillt.
In diese Nervenmasse sind die Concretionen mehr oder
minder tief eingesenkt. Dass die Tentakelbulbi die Stätte
für die Neubildung der Chyluszellen abgeben, ist von Ref.
schon vor längerer Zeit (J.-B. 1864 S. 202) hervorgehoben.
Die Anwesenheit einer Stützlamelle zwischen den zwei
Muskellagen des Magens wird vom Verf. in Abrede ge-
stellt. Auch in den Tentakeln vermochte derselbe eine
solche nicht nachzuweisen. Die Eier, welche, wie schon
oben bemerkt, dem Entoderm entstammen, häufen sich bei
ihrer Reifung zwischen der Zellenbekleidung des Gefäss-
apparates und dem Subumbrellar-Epithel an, bis letzteres
schliesslich zerreisst, und die Eier hervortreten. An der
Bildung der Samenfäden nimmt die Gastro vascularschicht
keinen Antheil. Dafür aber verdickt sich das dieselbe
deckende Subumbrellarepithel, indem die Zellen desselben
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 667
wiederholt sich theilen und schliesslich zu Samenmutter-
zellen werden. Die Knospung neuer Medusen geht unab-
hängig von der Geschlechtsreife vor sich, theils vor, theils
noch neben derselben, und öfters mit einer solchen Inten-
sität, dass die Knospensprösslinge vor ihrer Abtrennung
schon wieder Knospen tragen. Die erste Anlage der Knos-
pen besteht aus einer durch Zellentheilung sich bildenden
Ectodermverdickung, in die dann ein gleichfalls zelliger
Entodernizapfen sich einsenkt. Bald darauf sieht man die
Magenhöhle in Form eines feinen Centralkanales in diesen
Zapfen sich fortsetzen, eines Raumes, der möglicher Weise
schon bei der ersten Erhebung des Zapfens vorhanden
war. Der definitive Gastrovascularapparat entsteht durch
successive Ein- und Ausfaltung dieses Zapfens. Die Ra-
diarcanäle erscheinen dabei zunächst als Blätter, die sich
mit ihren Rändern berühren, am untern Ende auch zur
Bildung eines gemeinsamen Ringkanales fest mit einander
verwachsen, später aber sich verschmälern und durch
Längsstreckung ihre definitive Form annehmen. Eine Ver-
flüssigung des ectodermatischen Knospenkernes lässt sich
zu keiner Zeit beobachten, indem der Glockenraum, der
Anfangs sehr eng ist, einfach durch Schichtung seinen Ur-
sprung nimmt. In dem letzten der „Tectologie" und Phy-
logenie gewidmeten Abschnitte des allgemeinen Theiles
spricht sich Verf. mit Entschiedenheit dafür aus, dass der
gesammte Leib der Medusen (mit Einschluss der Ge-
schlechtsorgaue) als ein einfaches Individuum anzusehen
sei, wie der Polyp, aus dem er durch Kuospung seinen
Ursprung nimmt. Uebrigens ist Verf. wenig geneigt, die
Meduse phylogenetisch von einer durch Anpassung an die
freie Lebensweise weiter entwickelten Polypenform abzu-
leiten; er glaubt vielmehr beide auf eine gemeinsame
Urform zurückführen zu können, die in der Hauptsache der
noch jetzt existirendeu merkwürdigen Eleutheria ähnlich
gewesen sein dürfte. Bei dieser Gelegenheit mag dem
Ref. übrigens die Bemerkung gestattet sein, dass nicht
Gegen b au r, sondern er es gewesen, der die sog. Ge-
schlechtsorgane der Hydroidpolypen zuerst als sessile Ge-
schlechtsthiere erkannt und gedeutet hat. Der specielle
668 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Theil der Abhandlung betrifft, wie schon oben bemerkt,
die vom Verf. beobachteten Arten: Cytia Johnstoni Aid.,
der Verf. auch zahlreiche vonForbes, Gegenbaur, Ke-
f er st ein beschriebene Thaumantiaten (Eucope) zuzurech-
nen geneigt ist, Campanularia acuminata Aid. (C. tenuis
van Ben. mit Phialidium viridicans Lt.), Obelia dichotoma
Lin. und Ob. species (Ob. geniculata Linn., Ob. commis-
suralis Mc. Gr.), Tima pellucida Will, T. sp., Tiaropsis
scotica (?) Allm., Lizzia octopunctata Sars, L. blondina Forb.,
Bougainvillea ramosa van Ben., Syncoryne (Sarsia) eximia
Allm., Tiara plicata Forsk., Hybocodon prolifer Ag. und Ec-
topleura Dumortieri van Ben. Neue Arten sind darunter
nicht vertreten, doch bietet die Beschreibung des Verf.'s
(auch abgesehen von den synonymischen und kritischen Be-
merkungen) manches Neue, für das wir freilich auf das
Original verweisen müssen.
Der schon früher (S. 627) angezogenen Uebersicht
über die von Haeckel bei den Hydroidmedusen unter-
schiedenen Ordnungen lässt derselbe später noch zum
weitern Ausbau seines Systemes eine Gharakteristik der
einzelnen Familien folgen. So behandelt er zunächst (a.
a. 0. S. GV — GVII) die Glassification der Anthomedusen,
dann die der Leptomedusen (ebendas. 1879 8. 1—3), der
Trachymedusen (ebend. S. 108 u. 109) und schliesslich
auch der Narcomedusen (ebendas. S. 125 — 127). Wir
reproduciren in Nachfolgendem die von dem Verf. entwor-
fenen Familien-Diagnosen.
Ord. Änthomedusae Haock. (= Oceanidae Gegeub., Tubula-
riae Ag.).
I. Familie Codonidae: Sexualzellen, in der ganzen Peripherie
der Mageuwand gleichmässig entwickelt, bilden ein einziges röhren-
förmiges Geschlechtsorgan, welches das lange Magenrohr in grösserer
oder geringerer Aasdehnung umschliesst. Mundöffnung einfach,
ohne Mundlappen und ohne Mundgriffel. Vier (selten sechs) einfache,
enge, unverästelte Radial-Kanäle. Vier (selten sechs) einfache Ten-
takel, die bisweilen rückgebildet sind. Ammen sind Hydropolypen
aus den Tubularien-Gattungen Syncoryne, Corymorpha etc.
Als Subfamilien unterscheidet Verf. die Gruppe der Sarsiden
mit 7 Genera, die der Euphysiden mit 4 und der Amalthaeiden
mit 3 Genera.
II. Familie: Tiaridae. Vier getrennte Geschlechtsdrüsen in
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 669
der Magenwand, oft zu gelappten Blättern entwickelt, bisweilen in
acht gespalten. Mundöffnung mit 4 perradialeu, am Rande vielfach
gespalteten Muudläppen oder Muudarmeu. Vier breite, bisweilen
an den Rändern gezackte oder gefiederte Radial-Kanäle. Tentakel
selten 4 oder 2, meist zahlreich, bisweilen in 2 Reihen. Die Ammen
gehören zu den Tubularieu-Gattungeu Clava, Tiarissa etc.
Hieher drei Subfamilien: die Protiarideu (2 Gen.), Dinemiden
(3 Gen.) und Paudeiden (7 Genera).
III. Familie: Margclidae. 4 oder 8 getrennte Geschlechts-
drüsen in der Mageuwand. Muudöffnung nicht gefaltet, mit 4 oder
mehr einfachen oder verästelten Muudgriffeln (cylindrischen soliden
Mundtentakeln, die am Ende einen Nesselknoj^f tragen). 4 schmale
Radial-Kanäle. Tentakel selten 4 oder 2, meist zahlreich; bald
längs des Schirmrandes vertheilt, bald in 4 oder 8 Büschel grup-
pirt (4 perradiale und 4 interradiale). Die Ammen gehören zu den
Tubularien-Gattungen Eudendrium, Bougainvillea etc.
Subfamilien: Cytaeidae (6 Genera), Thamnostomidae (2 Gen.)
Lizusidae (2 Gen.), Hippocrenidae (5 Gen.).
IV. Familie : Cladonemidae. 4, 6 oder 8 Geschlechtsdrüsen in
der Magenwand. Mundöffnung einfach, ohne Mundlappen. Tentakel
verästelt oder gefiedert (mit secundären Tentakeln). Die Ammen
gehören zu den Tubularien-Gattungen Clavatella, Cladonemissa etc.
Hieher 4 Subfamilien: Pteronemidae mit 2, Gemmaridae mit
1, Dendronemidae mit 2 und Eleutheridae mit 1 Genus.
Ord.LeptomedusaeBaeckel. * Ohne Gehörbläschen, stets mit
Ocellen (Ocellatae).
I. Farn. Thaumcmtiadae, 4—8 Radialkanäle, einfach, unverästelt
und nicht gespalten. Ocellen an der Tentakel-Basis. Keine Rand-
bläschen.
Subfam. Laodicidae mit 6 Geschlechtern und Melicertidae
mit zweien.
II. Familie: Cladocannidae. 4, 6 oder 8 Radial-Kanäle, ver-
ästelt, gabelspaltig oder gefiedert.
Hieher 3 Subfamilien: die Polyorchidae mit 4 Genera, Bere-
nicidae mit 3 und Williadae mit 4 Geschlechtern.
** Mit Gehörbläschen, meist ohne Ocellen (Vesiculatae).
ni. Familie: Eucopidae. Stets nur 4 einfache Radial-Kanäle.
8 oder mehr Randbläschen. Ocellen bald vorhanden, bald fehlend.
Als Subfamilien werden unterschieden: die Obelidae (4 Gen.),
Phialidae (5 Gen.), Saphenidae (4 Gen.), Irenidae (3 Gen.).
0 IV. Familie: Aequoridae. Zahlreiche Radial-Kanäle (8—16
oder mehr). 8 oder mehr,, meistens zahlreiche Randbläschen. Ocel-
len bald vorhanden, bald fehlend.
670 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Hieher als Subfarailieu: die Octocannidae (2 Gen.), Olindiadac
(2 Gen.), Polycannidae (8 Gen.) und Zygocanuidae (2 Gen.).
Ord. Trachymedusae.
I. Familie: Pctanidae. 4 Radial-Kanäle und 4 bläschenförmige
oder leistenförmige Gocadea; kein Magenstiel; Hörkölbchen meistens
frei am Schirmrande.
IL Familie: Trachynemidae. 8 Radial-Kanäle und 8 bläschen-
förmige oder sackförmige Gonaden ; kein Magenstiel ; Hörkölbchen
meistens in Randbläschen eingeschlossen.
HL Familie: Aglaiiridae. 8 Radial-Kanäle und 8 sackförmige
Gonaden; Magen am Ende eines freien Magenstiels befestigt; 4
oder 8 freie Hörkölbchen am Schirmrande.
IV. Familie: Geryonidae. 4 oder 6 Radial-Kanäle und 4 oder
6 blattförmige Gonaden. Magen am Ende eines freien Magenstiels
befestigt. Hörkölbchen 8 oder 12, in Randbläschen eingeschlossen
und mit diesen in die Gallerte des Schirmrandes versenkt.
Ord. Narcomedusae.
L Familie: Cunanthidae. Hörkölbchen mit Hörspangen. 4—
8 — 32 pernemale Mageutaschen durch Perouial-Kanäle mit dem Rand-
Kanal verbunden.
IL Familie: Peganthidae. Hörkölbchen mit Hörspangen. Keine
Magentaschen und keine Radial-Kanäle, Ring-Kanal in einen Kranz
von getrennten bogenförmigen Lappen-Kanälen zerfallen.
III. Familie: Aeginidae. Hörkölbchen ohne Ilörspangen, Ma-
gen durch 4 — 8 — 16 Peronial-Kanäle mit dem Rand-Kanal verbunden ;
zwischen je 2 Peronien stets 2 internemale Magentaschen.
IV. Farn.: Solmaridae. Hörkölbchen ohne Ilörspangen. Kein
Ringkanal und keine Peronialkanäle.
Was Haeckel in diesen vorläufigen Mittheilungen
darlegt, das findet seinen Abschluss in dem grossen, „das
System der Medusen" behandelnden Werke, welches der-
selbe in den Denkschriften der medicinisch-naturwissen-
schaftlichen Gesellschaft zu Jena (Bd. I) veröifentlicht hat.
Es bildet dieses Werk den ersten Theil einer ,. Monogra-
phie der Medusen^ und zerfällt in zwei Hälften, von denen
einstweilen nur eine, die den Craspedoten gewidmet ist,
(360 Seiten in Folio mit einem Atlas von 40 Tafeln, Jena
1878) unserm Berichte vorliegt. Zur richtigen Würdigung
des Werkes dürfen wir wohl daran erinnern, dass seit
dem Erscheinen von Eschscholtz's Akalephcnsystem unsere
Kenntnisse von den Medusen niemals vollständig gesamrSelt
und kritisch verarbeitet sind, obwohl inzwischen ein Zeit-
in d. Nuturgescb. d. nied. Thiüio währ. d. Jiibie 1876 — 1879. 671
räum von nicht weniger als fünfzig Jahren vertiossen ist,
ein Zeitraum überdies, in welchem unsere Kenntnisse von
den Medusen nach jeder Richtung hin eine vollständige
Umwandlung erfahren haben. Selbst der flüchtigste Blick
in das vorliegende Werk muss dem Leser diese Ueber-
zeugung aufdrängen. Und wäre es nicht die Behandlung
und Darstellung des Gegenstandes, schon der Umfang des
Werkes, der Rcichthum der darin beschriebenen Formen
ist hierzu genügend, denn die Zahl der Arten, die bei Esch-
scholtz nur 70 beträgt, ist in demHäckel'schen System
auf 400, also auf fast das Sechsfache vermehrt, die Zahl
der Genera aber — ungerechtet die vielen Subgenera —
um nahezu das Achtfache (von 21 auf 160) gestiegen.
Dabei macht es freilich den Eindruck, als wenn der Verf.
in der Aufstellung seiner Einheiten, besonders der Genera
und Subfamilicn, öfters gar zu schablonenhaft verfahren,
und vielfach über das nothwendigeMaass hinausgegangen ist.
Ebenso scheinen die einzelnen Arten nicht selten von zwei-
felhaftem Werthe. Aber wie könnte es in einer Thier-
gruppe, deren Repräsentanten, wie Verf. bei verschiedenen
Gelegenheiten betont, auf den verschiedensten, bald frü-
hem, bald auch spätem Entwicklungsstufen, zur Geschlechts-
reife kommen, und dann vielfach in Charakteren abweichen,
die zur Aufstellung nicht bloss von Species, sondern oft-
mals auch von Genera benutzt wurden, anders sein? Nicht
ohne Grund fragt der Verf. — und bestimmt auch der
Leser ~ bei vielen der aufgestellten Gruppen: „doch was
ist denn hier eine bona species ?'' Da überdies zahlreiche
der neu aufgestellten Arten — und deren Zahl mag sich
nahezu auf die Hälfte der überhaupt beschriebenen Species
belaufen — auf Spiritusexemplare gegründet sind, welche
dem Verf. von verschiedenen Seiten, besonders dem Kopen-
hagener Museum und der Challenger Expedition, in libe-
ralster Weise zur Disposition gestellt wurden, steht wohl
zu fürchten, dass viele derselben über kurz oder lang
wieder aus unserm Systeme verschwinden werden. Doch
das Alles kann die Bedeutung des vorliegenden Werkes
eben so wenig beeinträchtigen, wie die vielfach ohne
zwingende Gründe vorgenommene Aenderung der Nomen-
672 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
clatur, die leicht zu Irrthum und Verwechselung hinführt.
Manche der neu aufgestellten kleinern und grössern Grup-
pen bezeichnen übrigens einen wirklichen Fortschritt und
eine Bereicherung unserer Kenntnisse, sowohl in Betreff
der Arten, wie der natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse.
Unter den erstem machen wir namentlich auf die (meist
durch den Challenger gefischten) Tiefseemedusen aufmerk-
sam. Andererseits könnte man freilich die Frage auf-
werfen, ob es den Anforderungen einer auf die natürliche
Verwandtschaft basirten Systematik entspräche, die frei
lebenden Medusen ohne Rücksicht auf die ihren Jugend-
zuständen homologen bloss gonophorentragenden Hydroid-
polypen zu einer geschlossenen Einheit zusammenzufassen,
ob mit anderen Worten ein „System der Medusen", das doch
zunächst nur ein Bruchstück aus der Lebensgeschichte der Hy-
droiden behandelt und auf dieses sich aufbaut, den natür-
lichen Zusammenhang der hierbei in Betracht kommenden
Organismen in richtiger und erschöpfender Weise darstelle.
Die Schwierigkeiten, die in dieser Beziehung dem Systema-
tiker entgegentreten, werden dadurch nicht beseitigt, dass
den Jugendzuständen und der Entwicklung der Medusen,
wie das Verf. in gebührender Weise gethan hat, Rück-
sicht getragen wird. Gleich eingehend hat unser Verf.
übrigens auch die Organisationsverhältnisse seiner Thiere
erörtert, indem er den einzelnen Familien überall eine mehr
oder minder eingehende Darstellung des Gesammtbaues
vorausgeschickt hat, in der er die frühern Anschauungen
häufig berichtigt und ergänzt. Von besonderer Wichtigkeit
in dieser Hinsicht sind die Mittheilungen, welche Verf.
über die Gruppe der bisher nur unvollständig bekannten
Aeginiden (Narcomedusen) macht. Leider müssen wir aus
räumlichen Gründen uns versagen, auf die Einzelheiten des
Werkes näher einzugehen, indessen mag doch soviel noch
bemerkt sein, dass die Darstellungen des Verf.'s im We-
sentlichen den Beobachtungen entsprechen, die inzwischen
auch von anderer Seite, besonders durch die Gebrüder
Ilertwig, uns geworden sind. Die kritischen und ge-
schichtlichen Excurse sind vielleicht nicht überall mit der
in klassischen Werken doppelt nothwendigen Objectivität
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 673
gehalten. Noch auffallender ist der Umstand, dass Verf.
bei der Aufzählung der für die einzelnen Arten maassge-
benden Litteratur vielfach einen von ihm verfassten Pro-
domus Systeraatis Medusarum (1877) anzieht, der niemals
veröffentlicht wurde, sondern nur im Manuscript existirt;
ein Verfahren, das kaum jemals bisher als zulässig erschie-
nen ist. Im Folgenden geben wir eine Uebersicht über
den systematischen Inhalt des Werkes.
Ord. Anthomedusae (s. S. 627).
Farn. Codonidae {s.S. 668).
Subfam. Sarsiadae. Vier (oder sechs) gleichmässig entwickelte
Tentakel. (Ammen meist zu Syncoryne gehörig).
(ren. n. Godonium Haeck. Mit vier perradialeu, gleichmässig
entwickelten Tentakeln. Magen massig lang, nicht oder nur wenig
aus der Schirmhöhle vortretend, von einer einzigen röhrenförmigen
Gonade umschlossen. Schirm mit Scheitelaufsatz und Stielkanal.
Exumbrella glatt, ohne vortretende Armatur von Nesselknöpfen.
4 Arten mit C. princeps n. Grönld. und C. codonophorum n, Mit-
telm. (mit Medusenknospeu an Tentakelbasis).
' Gen. Sarsia Less. Ebenso, aber Schirm ohne Scheitelaufsatz
und Stielkanal (Generationswechsel mit Syncoryne.)
Subgen. u. Sarsella. Ohne Knospenbildung. 4 Arten.
Subgen. n. Sarsona. Mit Knospenbildung. 4 Arten, darunter
auch S. siplionophora von den Canar. Inseln (mit äusserst langer
und in ganzer Länge mit Knospen besetzten Magenröhre.)
Gen. Syndictyon A. Ag. Von Sarsia durch eine netzförmige
Nessel- Armatur der Exumbrella verschieden. 2 bek, Arten.
Gen. Ectopleura A. Ag. Mit vier Paar radialen Nesselrippen.
Sonst wie Syndictyon. 2 Arten (Ammen zu Tubularia s. st.).
Gen. Dipurena Mc. Cr. Vier perradiale , gleichmässig ent-
wickelte Tentakel. Magen sehr verlängert, weit aus der Schirm-
höhle hervortretend, von zwei oder mehreren übereinander gereihten
Gonaden ringförmig umschlossen. Radialkanäle ohne Drüsenreihen
an den Rändern. Tentakel ohne Saugnäpfe. Exumbrelle glatt, ohne
vortretende Armatur von Nesselknöpfen.
Subgen. Slabberia Forb. Tentakel glatt , cylindrisch , kurz,
am Ende kolbenförmig augeschwollen. 3 Arten.
Subgen. n. Tetrapicrena H. Tentakel rosenkranzförmig mit
einer Reihe von Nesselknöpfen besetzt, am Ende nicht kolbenförmig
angeschwollen. 2 Arten.
Gen. n. Batliycodon H. Durch den Besitz von Drüsenreihen
an beiden Räudern der Radialkanäle und von Saugnäpfen an den
Tentakeln, sowie die vierkantige Form der mit vier Medianreihen von
674 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Nesselknöpfen besetzten Exumbrella von Dipurena verschieden.
B. pyramis n. Corfu.
Subfam. Dinemidae. Zwei gegenständige perradiale Tentakel.
Gen. n. Dicodonium H. Auf dem Scheitel des Schirms ein
conischer Gallertaufsatz mit axialem Stiel -Kanal. Magen massig
lang, nicht oder nur wenig aus der Schirmhöhle vortretend. D. cor-
nutum n. Roth. Meer, D. dissonema n. Austral.
Gen. Dinema van Ben. Auf dem Scheitel ein Gallertaufsatz.
Magen meistens sehr verlängert, weit aus der Schirmhöhle hervor-
tretend. 2 Arten.
Subfam. Euphysidae. Mit drei Tentakelrudimenten und einem
einzigen stark entwickelten, bisweilen gespaltenen Tentakel. (Ammen
meist zu Corymorpha gehörig.)
Gen. Steenstrupia Forb. Schirm regelmässig tetramer ; ein
conischer Scheitelaufsatz mit axialem Stiel. 3 Arten.
Gen. Euphysa Forb. Ohne Scheitelaufsatz, sonst wie Steen-
strupia. 3 Arten.
Gen. Hylocodon A. Ag. Schirm bilateral, indem die dorsale
Seite (mit Haupttentakel) stärker entwickelt ist , als die centrale.
4 Arten.
Gen. n. Amphicodon. An der Stelle des vierten Tentakels ein
Tentakelbüschel. Schirm bilateral.
Subgen. Diplura Allm. Büschel mit zwei Randfäden. 1 Art.
Subgen. n. TripluraU. Büschel mit drei Randfäden. 2 Arten.
Tr. globosus Sars und Tr. ampMpleurus n. Küste der Normandie
(mit Medusenknospen an der Basis der Randfäden.)
Subfam. ÄmaUhaeidae. Alle vier Tentakel rudimentär.
ÄmaUhaea O.^chw. Magen sehr verlängert (Amme: Corymorpha),
3 Arten, darunter Ä. amoebigera n. Canar. Ins. (mit amoebenartig
beweglichen Eiern auf der Magenwand).
Gldbiceps Ayres. Magen massig gross, nicht aus Schirmhöhle
hervorragend (Amme : Pennaria). 2 Arten, darunter Euphysa globa-
tor Lt.
Fam. Tiaridae.
Subfam. Protiaridae. Mit vier perradialen Tentakeln.
Gen. n. Protiara H. Kein Magenstiel; keine Mesenterien;
Magen mit breiter Basis sitzend. Gonaden vier einfache perradiale
Längswülste in der Magenwand, mit glatter Oberfläche. Hieher
Oceania tetranema. Per. et Les.
Gen, Mooderia Forb. Mit freiem Magenstiel. Sonst wie
Prototiara. 2 Arten mit M. ircniuni n, Azoren.
Gen. Corynetes Mc. Cr. Magenstiel durch vier perradiale
Mesenterien mit den vier Radialkanälen verbunden , so dass vier
Trichterhöhlen vorhanden sind. Gonaden vier einfache perradiale
Längswülste in der Magenwänd, mit höckriger Oberfläche. 2 Arten :
in d. Naturgesch. d. nied. Thiore währ. d. Jahre 187G— 1879. 675
C. Agassizii Mc. Cr. (Amme : Halocharis spiralis) und C. arcuata n.
Brasilien.
Subfam. Amphinemidae. Mit zwei gegenständigen perradialen
Tentakeln.
Gen. r\. AmpliinemaVi. Kein Magenstiel ; keine Mesenterien;
Magen mit breiter Basis sitzend. Gonaden vier Paar adorale Längs-
wülste mit Querfalton od. vier perradiale gefiederte Blätter. 2 früher
zu Saphenia gerechnete Arten.
Gen. n. Codonorchis H. Ebenso, aber Gonaden sind vier
flache interradiale Blätter ohne Querwülste , welche sich von der
Magenoberfläche auf die Subumbrella fortsetzen und somit eine
glockenförmige Umhüllung des Magens bilden. C. oetaedrus n. Atl.
Küste Frankreichs.
Gen. Stomotoca L. Ag. Magen auf einem besondern Stiele,
aus Schirmhöhle hervorragend oder ganz ausserhalb derselben. Keine
Mesenterien. Gonaden vier gefiederte oder doppelt gefiederte Blätter.
Subgen. n. Stomatoca nn a H. Magen ganz ausserhalb der
Schirmhöhle. Gonaden doppelt gefiedert. St. pterophylla n. Westind.
Meer.
^nhgen.StomatocallaB.. Magen grösstentheils od. ganz inner-
halb der Schirmhöhle. Gonaden einfach gefiedert. 1 Art.
Subfam. Pandaeidae. Mit zahlreichen Tentakeln, von acht an
bis über hundert.
Gen. Pandaea Less. Acht bis sechszehn Tentakel und mehr
noch in einer Reihe. Abaxiale Ocellen aussen auf der Tentakelbasis.
Magenstiel fehlt. Magenkanten durch vier perradiale Mesenterien
mit den Radialkanälen verbunden. Vier einfache Gonaden mit glatter
Oberfläche. In der Exumbrella longitudinale Nesselrippen. 2 Arten.
Gen. Conis Brdt. 8—16 oder mehr Tentakel in zwei Reihen;
die innere mit langen Fäden, die äussere mit kurzen Ocellarkolben.
Kein Magenstiel. Magen sitzend , durch vier Mesenterien mit den
vier Radialgefässen verbunden. Gonaden vier einfache Längswülste
des Magens, mit glatter Oberfläche. Ausser C. mitrata Brdt. noch
C. cyclophthalma n. Gibraltar.
Gen. Tiara Less. Zahlreiche (8 — 16 und mehr) Tentakel in
einer Reihe, Abaxiale Ocellarflecke aussen auf der Tentakelbasis.
Magenstiel fehlt. Magenkanten oben durch vier Mesenterien den
Radialkanälen verbunden. Gonaden vier gefiederte Blätter oder acht
Längswülste in der Magenfläche, die unregelmässige, zuweilen netz-
förmig verbundene Querwülste tragen.
Subgen. n. Tiaranna H. Constant 8 Tentakel. 3 Arten.
Subgen. n. Tiarissa H. Mit mindestens 12—16 Tentakeln.
Ausser der vielfach variirenden und desshalb auch oftmals abweichend
bezeichneten, weit verbreiteten T. pileata Forsk. noch T. conifera
n. Grönld., u. T. articulata n. Südatl. Oc.
676 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gen. Tunis Less. Mit zahlreichen Tentakeln in zwei Reihen alter-
nirend (oder einer?) Abaxiale Ocellen aussen auf der Tentakelbasis.
Magenstiel fehlt. Magen sehr gross, oft die ganze hohe Schirmhöhle
ausfüllend, oben durch vier Mesenterien mit den Radialkanälen ver-
wachsen. Gonaden vier doppelt gefiederte Blätter; die Fiederpaare
gegenständig , durch Querwülste der äussern Magenfläche gebildet.
T. papalis Auct. und T. neglecta Less. (Amme: Clavula Gossei Str.
Wrght;.
Gen. n. Catahlema H. Zahlreiche Tentakel in einer Reihe.
Kein Magenstiel. Keine Mesenterien. Magen mit breiter Basis im
Grunde der Schirmhöhle sitzend; Gonaden in dessen Aussenfläche
mit Längsfalten oder fächerförmig. Radiärkanäle und Ringkanal in
ganzer Ausdehnung mit unverästelten Drüsenläppchen besetzt. C. cam-
pamila n. Grönld. (= Medusa campanula 0. Fabr. ?) C. vesiearium
AI. Ag., C. eurystoma n. Grönld. (mit rückgebildeten Mundlappen,
vielleicht als Typus eines besonderen Gen. n. Catabletnium zu be-
trachten).
Gen. Turritopsis Mc. Cr. Mit zahlreichen Tentakeln, die in
einer Reihe stehen, und Magenstiel; keine Mesenterien. Gonaden
vier einfache oder zweitheilige Längswülste, durch eine tiefe Furche
getrennt , mit glatter Oberfläche. Mundlappen am Rande mit ge-
stielten Nesselknöpfen. Ausser der typischen T. nutricola Mc. Cr.
noch Oceania armata Köll. Oc. polycirca Keferst. und Melicerta pleu-
rostoma Per. et Less.
Gen. n. Callitiara H. Zahlreiche lange Tentakel in zwei
gleichmässig entwickelten Reihen alternirend ; an der Basis je mit
einem äussern abaxialen und einem Innern axialen Ocellus. Magen-
stiel vorhanden. Gonaden vier einfache Längswülste mit glatter Ober-
fläche. C. pölyophthalma n. Canar. Ins.
Farn. Margelidae. (Ammen: Eudendrium, Podocoryne u. a.)
Medusenknospung an der äussern Magenwand weit verbreitet.
S. S. 669.
Subfam. Gytaeidae. Mit einfachen , nicht verästelten Mund-
grifi'eln und mit gleichmässig entwickelten, nicht in Bündel gruppirten
Tentakeln.
Gen. Gytaeis Eschsch. Vier einfache perradiale Tentakel.
Subgen. Nigritina Steenstr. Ohne Magenstiel. 3 Arten.
Subgen. n. Gytaei ä i u m H. Mit Magenstiel. C. pusiUa
Gegenb.
Gen. Cuhogaster H. Zwei gegenüberstehende perradiale Ten-
takel. 2 Arten, darunter neu : C. dissonema Franz. Küste.
Gen. Dysmorpliosa Phil. Mit vier perradialen und vier inter-
radialen Tentakeln.
Subgen. n. Blastogaster H. Ohne Magenstiel. D. carnea
Hincks (= Lizzia blondina Böhm) und D. fulginans A. Ag.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 677
Subgen. n. Gastr ohlastus H. Mit Magenstiel. 2 Sp. nn.
G. minimus Helgold. u. G. octostylus Corfu.
Gen. n. Cytae andr a H. Mit zahlreichen, mindestens 16,
gleichmässig vertheilten einfachen Tentakeln. 2 Arten , darunter
C. polystyla n. Bretagne.
Subfam. Lizusidae. Mit einfachen , nicht verästelten Mund-
griffeln und vier oder acht Tentakelbündeln. (Ammen meist zu Eu-
dendrium u. Perigonimus gehörig.)
Gen. n. Lizusa H. Vier Tentakelbündel. L. octocilia Dal.
mit 2 Tentakeln in jedem Büschel (wie sie vorübergehend bei zahl-
reichen Margellidenarten vorkommen) und L. muUicilia n. Gibraltar,
mit 10 — 12 Tentakeln an jedem Ocellarbulbus.
Gen. Lizzia Forb. Mit 8 ungleichen Tentakelbündeln, indem
die 4 perradialen mehr Fäden enthalten , als die 4 interradialen.
3 Arten mit L. Claparedi Hack. u. L. Elisabethae n. Jersey.
Gen. n. Lizzella H. Acht gleiche Tentakelbündel. L. octella
n. Japan.
Subfam. Thamnostomidae. Mit verästelten oder zusammen-
gesetzten Mundgriffeln und mit gleichmässig vertheilten , nicht in
Bündeln gruppirten Tentakeln.
Gen. n. Thamnitis H. Vier einfache perradiale Tentakel.
2 Arten mit T. tetrella n. Brasilien.
Gen. n. Thamnostylus H. Mit zwei gegenständigen, per-
radialen Tentakeln. Th. dinema n. Antarct. Ocean.
Gen. n. Thamnostoma H. Mit vier radialen und vier inter-
radialen einfachen Tentakeln. Ausser Lizzia dibolia Busch noch
Hl. macrostoma n. Ind. Oc.
Gen. Limnorea Per. Mit zahlreichen (16—32 oder mehr) nicht
zu Büscheln vereinigten Tentakeln. Hieher die bisher sehr ver-
kannten L. triedra Per. (L. proboscidea H.).
Subfam. Hippocronidae. Mit verästelten oder zusammengesetz-
ten Mundgriffeln und mit 4 oder 8 Bündeln von Tentakeln.
Gen. Margeiis Steenstr. Vier perradiale Tentakelbündel. Magen
klein, ohne Stiel, aber mit schmaler Basis im Vereinigungspunkte der
Radialkanäle. Kein verlängertes Schlundrohr. Mundöffnung eng. Mund-
griffel am Ursprung sich berührend. Gonaden nicht auf die Radial-
kanäle fortgesetzt. 4 Arten.
Gen. Hippoercna Martens. Vier perradiale Tentakelbündel.
Magen gross mit breiter quadratischer Basis , in deren Ecken die
vier Radialkanäle getrennt einmünden. Magendecke convex nach
unten vorgewölbt. Kein verlängertes Schlundrohr. Mundöffnung
weit. Mundgriffel am Ursprung getrennt. Gonaden nicht auf die
Radialkanäle fortgesetzt. 4 Arten , darunter H. platygaster n. Atl.
Inseln.
Archiv für Natnrg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. TT
678 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gen. Nemopsis L. Ag. Vier perradiale Tentakelbündel. Magen
klein, ohne Stiel, mit verlängertem Schlundrohr. Magengriffel an
der Basis des Schlundrohrs getrennt entspringend. Gonaden von
den Magenkanten auf die Radialkanäle fortgesetzt. Ausser der
typischen N. Bachei Ag. noch N. heteronema n. Nordsee u. N. fa-
vonia H. (= Favonia octonema Per. et L.),
Gen. n. Margellium H. Mit acht ungleichen Tentakelbündeln.
2 Arten.
Gen. RathJcea Brdt. Mit acht gleich grossen Tentakelbündeln.
3 Arten , darunter Köllikeria fasciculata Ag. (= Lizzia KöUikeri
Gegenb.).
Farn. Cladonemidae s. S. 669.
Subfam. Pteronemidae. Mit 4 (selten 6 — 8) einfachen, nicht
getheilten Radialkanälen. Mundöfifnung mit 4 einfachen Lippen od.
Mundlappen, ohne Mundgriffel.
Gen. n. Pteronema H. Vier Radialkanäle u. vier mit Nessel-
fäden oder gestielten Nesselknöpfen besetzte Tentakel. Ueber dem
Magen eine geräumige Scheitelhöhle, die als Bruthöhle dient. Vier
einfache Gonaden in der Magenwand. Mund vierlippig. Exumbrella
glatt ohne Nesselrippen. Pt. Darwini n. Austr, u. L. (Microstoma)
ambiguum Less.
Gen. Zanclea Gegenb. Aehnlich, aber ohne Scheitelhöhle und
mit vier radialen Nesselrippen. 1 Art.
Gen. Gemmaria Mc. Cr. Zwei mit Nebenfäden oder gestielten
Nesselknöpfen besetzte gegenständige Tentakel. Die zwei andern
rudimentär oder gänzlich geschwunden. Keine Scheitelhöhle. Vier
einfache Gonaden in der Magenwand. Exumbrella mit vier radialen
Nesselrippen. 4 Arten, darunter G. sagittaria n. von Cuba u. G. im-
plexa Aid. (= Coryne Briaraeus Aid.).
Gen. Eleutheria Quatref. Mit 4—8 (meist 6) einfachen Radiär-
kanälen und eben so vielen gabelspaltigen einfachen Tentakeln mit
Nesselknopf oder Saugnapf am Ende, üeber den Magen eine an-
sehnliche Scheitelhöhle (Bruthöhle). Mund einfach , ohne Lippen,
geöffnet kreisrund oder eckig. Nesselrippen fehlen. El. dichotoma
Quatref. mit zahlreichen Varietäten — H. zählt u. benennt deren 12 —
die theils in der Zahl der Radialkanäle und Tentakel , theils auch
in der Beschaffenheit der Tentakelarme ihren Ausdruck finden.
(Amme : Clavatella prolifera Hincks.)
Subfam. Dendronemidae. Mit 4 (selten 5) gabelspaltigen Radial-
kanälen. Mundöffnung mit einfachen oder verästelten Mundgriffeln,
ohne Mundlappen.
Gen. n. Ctenar ia H. Zwei gegenständige Tentakel, welche
halbgefiedert oder mit einer Reihe von Nesselfäden besetzt sind.
Die zwei andern Tentakel geschwunden. Ueber dem Magen eine
grosse Scheitelhöhle. Vier einfache Gonaden in der Magenwand.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 679
Einfacher Mundgriffel. Exumbrella mit 8 radialen Nesselrippen.
(Soll sich nach iinserm Autor den Ctenophoren annähern, vergl. S. 580.)
Ct. ctenophora n. Japan.
Gen. Cladonema Duj. Mit 4 (selten 5) gabelspaltipen Radial-
kanälen (od. 8 resp. 10 einfachen Canälen). Tentakel 8 (selten 10),
wiederholt dichotomisch oder mit einfachen oder verästelten Neben-
fäden besetzt; die proximalen Aeste mit Saugnapf, die distalen mit
Nesselknopf am Ende. Keine Scheitelhöhle. Vier (selten fünf) ein-
fache Gonaden in der Magenwand. Mund mit 4 (oder 5) einfachen
Griffeln. Exumbrella ohne Nesselrippen. Cl. radiatum Duj. mit 4
Varietäten. Die junge Larve gleicht Eleutheria (Amme: Stauridium
cladonema).
Gen. n. Dendronema H. Vier gabelspaltige Radialkanäle u.
acht dichotomisch verzweigte Tentakel; die proximalen Aeste mit
Saugnapf, die distalen mit Nesselknopf am Ende, üeber dem Magen
eine weite Schirrahöhle. Vier einfache Gonaden in der Leibeswand.
Mund mit vier Büscheln dichotomisch verästelter Griffel. Ohne Nessel-
rippen. D. stylodendron n. Canar. Ins.
Ordn. Leptomedusae s. S. 627.
Fam. Thaumantidae s. S. 669.
Subf. Laodicidae. Mit vier Radialkanälen.
Gen. n. Tetr anema H. Mit vier Gonaden im Verlauf der
vier Radialkanäle. Vier perradiale Tentakel. Keine marginalen Kol-
ben und Girren. 2 Arten mit T. eucopium n. Str. Gibralt.
Gen. n. Dissonema H. Mit nur zwei gegenständigen per-
radialen Tentakeln. Sonst wie voriges Genus.
Gen. Sp. n. D. saphenella, Küste v. Austral.
Gen. n. Octonema H. Mit vier Gonaden und acht Tentakeln
und vielen Kolben und Girren am Schirmrande. Sp. n. 0. eucope
Sandwich-Ins.
Gen. Thaumantias Eschsch. Zahlreiche (16 u. mehr, oft meh-
rere Hundert) Tentakel, keine Kolben und Girren. Vier Gonaden.
Mund und Magen selbständig, ohne Gastrogenitalkreuz. 4 Arten,
darunter Th. Forbesii n. Norweg. Küste (Th, Thompsoni Forb.?) u.
Th. EschschoUzii n. Grönld.
Gen. n. Staurostoma H. Vier Paar Gonaden im Verlaufe
der vier Radialkanäle , nach innen eine offene Rinne bildend (ein
krauses Genitalkreuz). Magen und Mund verstrichen. Zahlreiche
Tentakel, 16 und mehr. Keine marginalen Kolben u. Girren. 2 Sp.,
unter denen als neu: St. arctica Spitzbergen.
Gen. Laodice Less. Vier Gonaden ; zahlreiche Tentakel (oft
mehrere Hundert), an der Basis mit Bulbus und Augenfleck. Da-
zwischen am Schirmrande viele Kolben und Girren. Augen und
Mund nicht verstrichen. 3 Arten mit L. ulothrix n. Canar. Ins.
Subfam. Melicertidae. Mit 8 Radialkanälen.
680 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gen. n.Melicertella H. Acht Gonaden, acht Tentakel, keine
marginalen Kolben und Girren. M. panocto n. sp. Azoren.
Gen. n. Melicertissa H. Ebenso, nur mit vielen marginalen
Kolben. Sp. n. M. clavigera Canar. Ins.
Gen. n.Melicer tum A. Ag. Zahlreiche Tentakel ohne marginale
Kolben und Girren. 2 Sp.
Gen. n. Melicertidium H. Ebenso, aber mit vielen mar-
ginalen Kolben. 2 Sp. (Oceania costata Sars).
Subfam. Orchistomidae. Mit zahlreichen Radialkanälen (12,
16—32 oder mehr).
Gen. n. Orchistoma H. Jeder Radialkanal trägt eine Gonade.
Zahlreiche Tentakel. Viele Ocellen. 2 Arten, darunter 0. Steeyi-
strupi n. Antillen.
Fam. Cannotidae (= Cladocannidae, vergl. S. 669).
Subfam. Polyorchidae. 4 oder 5 Radialkanäle mit Fäden oder
blinden Seiteuästen, welche den Ringkanal nicht erreichen.
Gen. n. Staurodiscus H. Vier kreuzförmige Radialkanäle,
deren jeder ein Paar blinde Seitenäste mit Gonaden trägt. Ausserdem
eine Gonade am Distalende jedes Kanales.
'^nhgen.n. Staurodiscalma H. Die beiden Seitenäste gegen-
ständig, in gleicher Höhe abgehend. St. tetrastaurus n. sp. Ganar.
Inseln.
Subgen. n. Staur odiscema H. Seitenäste wechselständig.
St. heteroscoles n. sp. Can. Ins.
Gen. Gonynema A. A. Vier gefiederte Radiärkanäle , deren
alternirende Fiederäste sämmtlich einfache Gonaden tragen. Magen
ein langes Rohr, mit 4 grossen Mundlappen. 1 Art.
Gen. PtycJiogena A. Ag. Die alternirenden Fiederäste tragen
sämmtlich blattförmige, gespaltene, gezackte oder zusammengesetzte
Gonaden. Magen eine flache weite Tasche , ohne eigentliche Mund-
lappen. Ausser 1 bek. Art noch Pt. pinnulata n. Nordsee.
Gen. Stauropliora Brdt. Die alternirenden Fiederäste sämmt-
lich mit faltigen Gonaden. Magen u. Mund verstrichen, rudimentär.
An deren Stelle der Proximaltheil der Radiärkanäle mehr od. minder
weit gespalten, eine kreuzweise offene Rinne bildend. Keine selbst-
ständige Magenwand, keine Mundlappen. 1 Art.
Gen. Polyorchis A. Ag. Die gefiederten Radiärkanäle tragen
im Proximaltheile mehrere frei herabhängende schlauchförmige Go-
naden, im Distaltheile mehrere Paare von gegenständigen geschlechts-
losen Fiederästen. Magenrohr lang, mit 4 deutlichen Mundlappen.
P. pinnata n. Stiller Oc, ausserdem noch zwei bekannte Arten.
Subfam. Berenicidae. Die Seitenäste der 4 od. 6 Radiärkanäle
erreichen gleich diesen den Ringkanal.
Gen. n. Cannota H. Die vier Radiärkanäle geben je zwei
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 681
gleiche Seitenäste in gleicher Höhe ab. Zwölf Gonaden im Distal-
theil der 12 Endäste. C. dodecantha n. Loango Küste.
Gen. n. Dy scann ota H. Die zwei Seitenäste sind ungleich
und gehen in verschiedener Höhe ab. Vier Gonaden im Proximal-
theil der vier Radialkanäle. D. dyspleura H. (= Willia ornata A. Ag.)«
Gen. Berenice Per. et Les. Die vier Radialkanäle mit vielfach
verzweigten Seitenästen , die sämmtlich wie die Hauptkanäle das
Ringgefäss erreichen. Zahlreiche distale Gonaden an den Endästen
bis zum Schirmrande.
Subgen. n. Berenicanna H. Zwischen den Tentakeln keine
Raudkolben. B. rosea Auct. u. B. capülata n. Atlant. Oc.
Subgen. n. Berenicetta H. Zwischen den Tentakeln viele
Randkolben. B. Huxleyi n. Atlant. Oc.
Gen. Dipleurosoma A. Boeck. Die sechs verästelten Radial-
kanäle gehen von den Enden des lang ausgezogenen Magens ab und
entsenden unregelmässige Seitenäste, welche ebenso wie die Haupt-
kanäle das Ringgefäss erreichen. Sechs Gonaden an dem ungetheil-
ten Innenstücke der Radialgefässe. D. ampliithectum n. Norw. Küste
und D. typicum B. (mit Einschluss von D. Stuvitzii B.).
Subfam. Williadae. Die 4 oder 6 Radialgefässe zeigen eine
Gabelung oder dichotomische Verästelung. Die Gabeläste allein er-
reichen den Ringkanal.
Gen. n. Dicranocanna H. Die vier Radialkanäle spalten
sich und münden mit den acht Endästen in den Ringkanal. Vier
Gonaden im ungetheilten Proximaltheil der Radialkanäle. D. fur-
cillata n. W^estküste von Africa.
Gen. n. Toxorchis H. Sechs gabelförmige Radiärkanäle,
welche sich einmal in zwei Aeste spalten und mit 12 Endästen in
den Ringkanal münden. Sechs {oder 12 — 18) Gonaden im gabelför-
migen Distaltheil der Radiärkanäle. T. arcnatus n. Canar. Ins.
Gen. n. Wi lletta H. Mit 4 doppelt gabelspaltigen Radiär-
kanälen, so dass 16 Endäste in das Ringgefäss münden. Vier Go-
naden im ungetheilten Proximalstück der Radialkanäle, von da bis-
weilen auf den Magen übergehend. W. ornata Mc. Cr.
Gen. Willia Forb. Mit 16 doppeltspaltigen Radiärkanälen
(u. 24 Endästen). 6 Gonaden im ungetheilten Proximalstück der-
selben, bisweilen von da auf den Magen übergehend. 2 Arten mit
W. furcata n. Bretagne.
Gen. Prohoscidactyla Brdt. Vier gabelspaltige Radialkanäle,
welche sich wiederholt dichotom verästeln und mit zahlreichen Eud-
ästen (32 u. mehr) in den Ringkanal münden. Vier Gonaden im
ungetheilten Proximalstück, von dort bisweilen auf den Magen über-
gehend. 2 Arten, Pr. flavicirrata Brdt. u. Pr. brevicirrata H. (= Pr.
flavicirrata A. Ag.).
Gen. n. Gladocanna H. Mit sechs gabelspaltigen Radial-
682 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
kanälen, welche sich wiederholt dichotomisch spalten und mit zahl-
reichen Endästen (48 u. mehr) in das Ringgefäss münden. Zahl-
reiche Gonaden (48 und mehr) im distalen Theil der Radialkanäle,
an deren Aesten. Ausser Berenice thalassina Per. noch Gl. polydada
n. Neu-Guinea.
Farn. Eucopidae. S. S. 669.
Subfam. Obelidae. Ohne Magenstiel, mit 8 adradialen Rand-
bläschen.
Gen. n. Eucopium H. Vier perradiale Tentakel. Marginal-
cirren fehlen. Vier Gonaden im Umkreis der vier Radialkanäle.
3 Sp. mit Euc. primordiale n. Mittelmeer..
Gen. n. Saphenella H. Zwei gegenständige perradiale Ten-
takel. Sonst wie Eucopium. S. dissonema n. Still. Oc.
Gen. Eucope Gegenb. Durch die Achtzahl der Tentakel von
dem vorigen Gen. verschieden. 3 bek. Sp.
Gen. Ohelia Per, et Les. Zahlreiche Tentakel (12—24, oft
über 200). Randbläschen an der axialen Innenseite der Tentakel-
basen. Keine Marginalcirren. Vier Gonaden im Verlaufe der vier
Radialkanäle. Subumbrella u. Velum rudimentär.
Subgen. n. Obeletta H. Beim Austreten aus der Brutkapsel
gewöhnlich mit 16 Tentakeln. 3 Sp.
Subgen. n. Obelissa H. Neugeborene Obelia gewöhnlich mit
24 Tentakeln. 4 Sp.
Subgen. n. Ohelomma H. Neugeborene Obelia gewöhnlich
mit 48 Tentakeln. 3 Sp.
Gen. Tiaropsis A. Ag. Zahlreiche Tentakel (16 u. mehr, bis
gegen 300) und Randbläschen zwischen je zwei Tentakeln. Keine
Marginalcirren. Vier Gonaden im Verlauf der vier Radialkanäle.
2 Sp.
Gen. Euchilota Mc. Cr. Mit marginalen Girren , sonst ähn-
ich. 1 Sp.
Subfam. Phialidae. Ohne Magenstiel. Mit zahlreichen Rand-
bläschen (12, 16, 32 od. mehr).
Gen. u. Phialium H. 12 Randbläschen u. 4 Radialtentakel,
dazwischen marginale Girren. Vier Gonaden im Verlauf der vier
Radialkanäle. Euchilota duodecima A. Ag. (p. p.) und Ph. dode-
casema H.
Gen. n. Phialis H. Zwölf Randbläschen u. zahlreiche Ten-
takel (16 — 48 und mehr). Sonst wie Phialium. Halopsis cruciata
A. Ag.
Gen. n. Mitrocomium H. Sechszehn Randbläschen u. acht
Tentakel. Sonst wie die vorausgehenden Geschlechter. M. cirratum
n. Mittelm.
Gen. Epenthesis Mc. Gr. Sechszehn Randbläschen und sechs-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 683
zehn damit regelmässig alternirende Tentakel. Keine Marginal -
cirren ; vier Gonaden im Verlaufe der 4 Radialkanäle. 4 Sp.
Gen. n. Mitrocomella H. Sechszehu Randbläschen u. zahl-
reiche Tentakel (20 — 48 u. mehr), dazwischen zahlreiche Randeirren.
Vier Gonaden an den Radialgefässen. Hieher Tiaropsis polydiade-
mata Romanes.
Gen. Phialidimn Lt. Zahlreiche (mindestens 12 — 20) Rand-
bläschen, unregelmässig vertheilt zwischen den zahlreichen (minde-
stens 12, meist 24 — 30 oder mehr) Tentakeln, keine Marginalcirren.
Vier Gonaden an den 4 Radialkanälen. 3 Arten, von denen Ph. va-
ridbile (= Ph. viridicans Lt. und Ocearia phosphorica Per.) in Zahl,
Vertheilung der Tentakel u. Randbläschen auf das Mannichfaltigste
wechselt , so dass darauf vielfach besondere Species gegründet
wurden.
Gen. Mitrocoma H. Mit zahlreichen offenen Randbläschen
(20—80 u. mehr) und zahlreichen Tentakeln (20—200 und mehr).
Dazwischen zahlreiche Randeirren. Vier Gonaden. 2 Sp., darunter
M. Minervae n. Südküste von Afrika.
Subfam. Eutimidae. Mit Magenstiel und 8 adradialen Rand«
bläschen.
Gen. n. Eutimium H. Vier Radialtentakel; keine Marginal-
cirren; vier Gonaden; ein langer Magenstiel. E. elephas Ji. Hei golä.
Gen. Eutima Mc. Cr. Ebenso, aber mit Marginalcirren.
4 Arten, darunter Siphonorhynchus insignis Keferst.
Gen. Saphenia Eschscb. Zwei gegenständige Radialtentakel
mit zahlreichen dazwischen stehenden Cirren. 4 Gonaden. Ein langer
Magenstiel. 3 Sp., darunter Goodsiria mirabilis Str. Wrght.
Gen. n. Eutimeta H. Zwischen den acht Tentakeln margi-
nale Cirren. Vier Gonaden im Verlaufe der vier Radialgefasse. Ein
langer Magenstiel. Eut. gentiana n. sp. Canar. Ins.
Gen. n. Euti malphe s H. Zahlreiche (12 — 16 oder mehr)
Tentakel und marginale Cirren. Vier Gonaden. Ein deutlicher
Magenstiel. Ausser Tiaropsis indicans Roman, noch Eut. pretiosa
n. sp. Austral. Küste.
Gen. n. Octorchidium H. Vier perradiale Tentakel, keine
Cirren und Tuberkel am Schirmrande. Acht Gonaden im Verlauf
der vier Radialgefässe (vier an Subumbrella, vier am Magenstiel).
Magenstiel lang, weit aus Schirmhöhle hervortretend. 0. tetranema
n. sp. Mittelm.
Gen. Octorchis H. Zwischen den acht Tentakeln zahlreiche
Cirren und Tuberkel. Sonst wie Octorchidium. 2 Arten, darunter
Liriopsis campanulata Claus (S. 664).
Gen. n. Octorcliandr a H. Zahlreiche (12—16 oder mehr)
Tentakel und Cirren. Sonst wie Octorchis. 3 Arten, von denen 2
neu sind : 0. germanica (= Tima sp. Fr. E. Seh.) u. 0. canariensis.
684 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Subfam. Irenidae. Mit Magenstiel und zahlreichen Randbläs-
chen (12, 16, 32 od. mehr).
Gen. n. Irenium H. Zwischen den vier Tentakeln zahlreiche
Girren. Vier Gonaden. I. qiiadrigatum n. Westk.-Afrika's.
Gen. Irene Eschsch.. Zahlreiche (12—16 und mehr) Tentakel
und Girren. Vier Gonaden, die aber nicht die ganze Länge der
Radialkanäle einnehmen. Magenstiel kurz, wenig oder gar nicht aus
Schirmhöhle vorstehend. 4 Arten, darunter Tima pellucida Auct. und
Geryonopsis Forbesii van Ben. (= I. viridula Esch.) , beide viel-
fach variirend und vielleicht nur als geographische Arten zu trennen-
Gen. Tima Eschsch, Aehnlich, aber Gonaden im ganzen Ver-
lauf der Radialkanäle, Magenstiel lang, weit aus Schirmhöhle vor-
ragend. 4 Arten mit T. Teuscheri n. Küste Brasiliens.
Farn. Äequoridae. (Mit tetracanalen Larvenformen, den Eu-
copiden ähnlich.) S. S. 669.
Subfam. Octocannidae. 8 einfache Radialkanäle.
Gen. n. Octocanna H. Radialkanäle entspringen getrennt
aus Magenperipherie. Magen weit und flach, ohne Magenstiel, Mund
mit grossen Mundlappen.
Subgen. n. Octocanella IL Mit acht Tentakeln. 0. octonema n.
Rothes Meer.
Subgen. n.Octocanissa E. Mit zahlreichen (16 u. mehr) Ten-
takeln. 0. polynema n. Ind. Oc.
Subfam. Zygocannidae. Mit 8—16 oder mehr gabelspaltigen
(selten weiter verästelten) Radialkanälen, deren Gabeläste die Gonaden
tragen.
Gen. n. Zygocanna H. An jedem Gabelast der 16 (oder
mehr) Radialkanäle eine einfache oder bilamellare Gonade. Magen
ohne Magenstiel, weit und lang. Mundrand in viele faltige Mund-
lappen gespalten. 2 Arten, darunter Z. costata n. Neu-Guinea.
Gen. n. Zygocannota IL Mit zwölf gabelspaltigen Radial-
kanälen, deren 24 Gabeläste zusammengesetzte Bündel von krausen-
förmigen Gonaden tragen. Magen weit und flach, ohne Magenstiel;
Mundöfi"nung weit. Mundrand einfach, ohne Lappen und Fransen.
1 Art. (Aeq. purpurea Auct.)
Gen. n. Zygocannula H. Sechszehn und mehr Radialkanäle,
deren Gabeläste je eine Gonade tragen. Magen am Ende eines
grossen conischen Magenstieles, fast bis zur Basis in viele, aber grosse
und faltige Mundlappen gespalten. Z. diploconus n. Ind. Ocean. Ausser-
dem Aeq. undulosa Per. et Les.
Gen. Halopsis A. Ag. Zahlreiche (16—32 und mehr) einfache
Radialkanäle entspringen in vielen Büscheln vereinigt aus der basalen
Theilung von vier perradialen Hauptstäramen. Magen klein und
flach , vierlappig , mit kurzem Schlundrohr und vier Mundlippen.
1 Sp.
in d. Naturgesch. d. nicd. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. G85
Subfam. Polycannidae. Zahlreiche einfache Radialgefässe (min-
destens 12, oft über 100).
Gen. Äequorea Per, et Les. Die Radialkanäle (16 — 32 oder
mehr) entspringen getrennt aus der Magenperipherie, Magen weit
und flach, ohne Schluudrohr. Seitliche Magenwand rudimentär, sehr
niedrig, Mundöffnung weit klaffend. Mundrand einfach, ohne Lappen
und Fransen.
Subgen. n. Äequor antia H. Die Radialkanäle sind zahl-
reicher, als die Tentakel. Äeq. discus n. sp. Mittelm.
Subgen. n. Äequorella H. Radialkanäle so zahlreich, wie die
Tentakel, in welche hinein sie sich fortsetzen. 2 bek. Sp.
Subgen. n. Äequoroma H. Radialkanäle so zahlreich, wie
die Tentakel, mit denen sie alterniren. 2 bek, Sp,
Subgen. n, Aequorissa H, Randkanäle weniger zahlreich),
als die Tentakel. 1 Sp.
Gen. Ehegmatodes AI, Ag. Die zahlreichen (16 — 32 od. mehr)
einfachen Radialkanäle entspringen getrennt aus der Magenperipherie,
Magen klein , trichterförmig oder umgekehrt conisch , nach unten
verengt. Seitliche Magenwand hoch und faltenreich. Mundöffnung
sehr klein und eng. Mundrand einfach, glatt und gekräuselt, aber
ohne Lappen and Fransen.
Subgen. n. Ehegmatella H. Radialkanäle so zahlreich, wie
die Tentakel.
Subgen. n. Ehegmatissa H. Radialkanäle weniger zahlreich,
als die Tentakel. 2 bek. Sp,
Gen. Stomobrachium Brdt, Die 12 Radialkanäle entspringen
getrennt aus der Magenperipherie und tragen je eine Gonade. Magen
ganz flach, mit 4 grossen einfachen und gekräuselte Mundlappen. 2 Sp.
Gen. n, Staurobrachium H. Zahlreiche einfache Radialkanäle
(12—32 oder mehr), die getrennt aus der Magenperipherie ent-
springen. Magen weit und flach, ohne Schlundrohr. Seitliche Magen-
wand in vier grosse dreieckige Mundlappen gespalten, deren Rand
mit zahlreichen krausen Fransen besetzt ist.
Gen. Mesonema Eschsch. Seitliche Magenwand rudimentär,
sehr niedrig ; Mundöffnung weit klaffend, Mundrand mit zahlreichen
gekräuselten Falten od. Lappen, Sonst wie Staurobrachium.
Subgen. n. Mesonemanna H. Radialkanäle zahlreicher als
Tentakel. 2 Sp.
Subgen. n. Mesonemella H. Radialkanäle u. Tentakel gleich
zahlreich. 2 Sp,, mit M. eurystoma n. Adriat. Meer.
Subgen. n. Mesonemissa H. Radialkanäle weniger zahlreich
als Tentakel. 3 Sp.
Gen. n. Poli/canna H. Radialkanäle, wie bei Staurobrachium.
Magen gross, an Basis weit. Seitliche Magenwand unten in ein
faltiges Schlundrohr verlängert. Mundöfifnung gross , aber ver-
686 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
schliessbar. Mundrand mit zahlreichen schmalen und langen ge-
kräuselten Mundlappen.
Subgen. Bhacostoma L. Ag. Radialkanäle zahlreicher, als Ten-
takel. Bh. fungina n. sp. Norwegen.
Subgen. Crematostoma AI. Ag. Radialkanäle so zahlreich, wie
Tentakel. P. germanica n. Heigold., P. italica H. (= Aequorea Risso
Peron).
Subgen. Zygodactyla Brdt. Radialkanäle weniger zahlreich,
als Tentakel. 4 Sp.
Ordn. Trachymedusae. S. S. 627.
Fam. Petasidae. S. S. 670.
Subfam. Petachnidae. Ohne blinde Centripetalkanäle zwischen
den vier Radialkanälen.
Gen. n. Petasus H. Vier interradiale freie Hörkölbchen u.
4 radiale solide Tentakel. P. atavus n. Mittelm. , P. tetranema n.
Canar. Ins.
Gen. n. Dipetasus H. Vier interradiale freie Hörkölbchen
und 2 gegenständige solide Tentakel. D. digeminus n. Kerguelensland.
Gen. Tl. Petasata E. 8 adradiale Hörkölbchen und 8 solide
Tentakel. P. eucope n. Rothes Meer.
Gen. n. Petachnum H. 8 adradiale freie Hörkölbchen und
zahlreiche solide Tentakel. P. tiaropsis n. Chin. Meer.
Gen. Äglauropsis Fr. Müll. Zahlreiche (16 — 24 und mehr)
geschlossene Hörbläschen und zahlreiche solide (?) Tentakel, welche
nicht in regelmässigen Gruppen alterniren. 1 Art.
Gen. Gossea L. Ag. Acht adradiale Gruppen von geschlosse-
nen Gehörbläschen (16 — 24 oder mehr), welche mit acht Gruppen
hohler Tentakeln (16—24 oder mehr) regelmässig alterniren. 2 Arten
mit G. circinata n. Bretagne.
Subfam. Olindiadae. Blinde Centripetalkanäle zwischen den
vier Radialkanälen.
Gen. Olindias Fr. Müll. Zahlreiche geschlossene Gehörbläs-
chen (16 und mehr) und zahlreiche hohle Tentakel, zwischen denen
viele Randkolben stehen. Hörbläschen paarweise an der Basis
exumbraler Schirmspangen oder Perouien unterhalb der Tentakel.
0. Mülleri n. Mittelm. Ausserdem noch 1 Sp.
Fam. Trachynemidae. S. S. 670.
Subfam. Marmanemidae. Mit flimmernden Tentakeln ohne
Saugnäpfe. Radiale Geschlechtsgekröse fehlen.
Gen. Tracliynema Gegenb. Acht Gonaden im Verlaufe der
acht Radialkanäle ohne Centripetalgefässe. Vier intercanale Hör-
bläschen.
Subgen. /Smmi/iea Gegenb. Acht Tentakel am Ende der Radial-
kanäle. 2 Arten mit Tr. octonarium n. Canar. Ins.
Subgen. TJwlus Less. Ausser den acht percanalen Tentakeln
noch acht intercanale. 2 Arten, darunter Tr. ciliatum Gegenb., die
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 687
einzige Trachynemide, deren Entwickelung (ohne Generationswechsel)
bekannt ist.
Gen. n. Marmanema H. Durch Achtzahl der intercanalen
Gehörbläschen unterschieden.
Subgen. n. Sminthonema H. Nur acht percanale Tentakel.
Ausser Sminthea tympanum Gegenb. (+ Sm. globosa Gegenb.) noch
31. mammaeforme n. Canar. Ins.
Subgen. n.CordylonemaE.. Tentakel zahlreicher als Radial-
kanäle. M. clavigerum n. Canar. Ins. und Calyptra umbilicata Lt.
(deren Genusnamen Verf. nicht anerkennt, weil er — in Folge einer
Verwechselung mit Calyptraea — behauptet, dass derselbe bereits
vergeben sei).
Gen. Rhopalonema Gegenb. 2 neue Arten: Eh. coerulcum
Canar. Ins. und Bh. polydactylum Mittelm., 1 bekannte.
Subfam. Pectyllidae. Saugnäpfe an den Tentakeln und radiale
Geschlechtsgekröse.
Gen. n. Pectyllis H. Acht Gonaden an den acht Radial-
kanälen, durch blattförmige Aufhängebänder halbirt u. der Magen-
basis verbunden. Centripetalkanäle fehlen. Tentakel mit Saug-
näpfe äusserst zahlreich, dicht gedrängt, in mehreren Reihen über-
einander. Zahlreiche Hörkölbchen. P. arctica n. Grönland.
Gen. n. Peetis H. Zwischen den mit Gonaden versehenen
acht Radialkanälen blinde Centripetalkanäle. Sonst wie voriges
Genus. P. antarctica v. Kerguelensld. Wie vorige Art aus grosser
Tiefe (1250 Faden).
Gen. n. Pectanthis H. Ohne Centripetalkanäle. Sonst bis
auf die in 16 isolirte adkanale Büschel vertheilten zahlreichen Ten-
takel und die Zahl der Gehörkölbchen (16) den vorigen ähnlich.
P. asteroides n. Gibraltar. Tiefseeform.
Fam. Aglauridae. S. 670.
Subfam. Aglanthidae. Mit 8 Gonaden.
Gen. n. Äglantha H. Gonaden an den Radialkauälen der
Subumbrella. Vier interkanale Hörkölbchen. Ausser Medusa digitale
0. Fr. Müll, und Circe camschatica Brdt. noch Ä. glohulifera n.
Canar. Ins.
Gen. Aglaura Per. et Les. Gonaden an den Radialkanälen
des Magenstiels. 8 interkanale Hörbläschen. Ä. Nausicaa n. Adr.
Meer, Ä. lanterna n. Canar. Ins. Ausserdem A. hemistoma Per. et Les.
noch Lessonia radiata Eyd. et Soul.
Gen. n, Ägliscra H. Gonaden an der Subumbrella; 16 inter-
kanale Hörkölbchen. A. elata n. Cap d. g. H. und Circe elongata
Less.
Subfam. Persidae. Mit vier od. zwei Gonaden.
Gen. n. Stauraglaura H. Vier sterile, vier gonadentragende
688 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Kanäle. Gonaden am Magenstiel. Vier interkanale Hörkölbchen.
St tetragonema n. Küste Austr.
Gen. Persa Mc. Cr. Zwei gegenständige Gonaden an Sub-
umbrella. Dazwischen je drei starke Radialkanäle. 8 interkanale
Hörkölbchen. 'Ausser der einen bekannten Art noch P. lucerna n.
Mittelm. u. P. dissogonima n. Str. Gibralt.
Farn. Geryonidae. S. S. 670.
Subfam. Liriopidae. Vier Radialkanäle, vier Gonaden u. acht
Gehörbläschen.
Gen. n. Liriantha H. Ohne blinde Centripetalkanäle. Acht
permanente Tentakel.
Subgen. n. Lirianthella H. Ohne Zungenkegel. 3 Sp.
Subgen. n. Lirianthissa H. Mit Zungenkegel. 2 Sp.
Gen. Liriope Less. Nur vier permanente Tentakel au den
Radialkanälen.
Subgen. n. Liriopella H. Ohne Zungenkegel. 4 Sp., darunter
L. cerasus u. Canar. Ins.
Subgen. n. Liriopissa H. Mit Zungenkegel. 3 Sp. mit
L. crucifera n. Ind. Oc.
Gen. n. Glossoconus H. Mit blinden Centripetalgefässen u.
acht permanenten Tentakeln. Gl. canariensis n.
Gen. Glossocodon H. Mit blinden Centripetalgefässen u. vier
permanenten Tentakeln. Gl. Lüthenii n. Atlant. Oc. u. Gl. agaricus
n. Neuseeland.
Subfam. Carmarinidae. Sechs Radialkanäle, sechs Gonaden,
12 Gehörbiäschen.
Gen. n.Geryones H. Ohne Centripetalgefässe. 12 permanente
Tentakel. G. elephas n. Südafrika.
Gen. Geryonia Per. et Les. Ohne Centripetalgefässe. Nur 6
permanente Tentakel an den Radialkanälen. 2 Sp.
Gen. n. üarmaris H. Mit Centripetalgefässen u. 12 perma-
nenten Tentakeln. C. umbella n. Stiller Oc, C. GiUschü u. Küste
Austral.
Gen. Garmarina H. Mit Centripetalgefässen und nur 6 per-
manenten Tentakeln. 3 Sp.
Ordn. Narcomedusae S. S. 627.
Fam. Cunanthidae S. S. 670.
Gen. n. Guna^ithia H. Vier perradiale Tentakel an den
Enden von vier einfachen Magentaschen. Lappentaschen fehlen.
G. primigenia n., G. petasoides n., G. striata n., sämmtlich dem
Mittelmeer angehörig.
Gen.n.Gunarcha II. Ebenso, nur Magentaschen aussen in je
zwei Lappentaschen gespalten. G. aeginoides n. Canar. Ins.
Gen. n. Gunoctantha H. Acht Tentakel an den Enden von
acht einfachen Magentaschen. 4 Sp. mit G. polygonia n. Corfu.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 689
Gen. n. C uno et o na H. Durch Gabeltheilung der Magen-
taschen von Cunoctantha unterschieden. G. Lanzerothae n., C. Nau-
sithoe u. Südafrika.
Gen. Cunina Eschsch, Zahlreiche (9—20 und mehr) Tentakel
an eben so vielen einfachen Magentaschen. 10 Sp. , worunter neu :
C. oligotis Süd-Afrika und C. multifida Ind Oc.
Gen. n. Gunissa H. Ebenso, aber mit Lappentaschen, G.poly-
porpa n. Ind. Oc, G. polypera n, ebendaher.
Fam. Peganthidae. S. S. 670.
Gen. n. Polycolpa H. Geschlechtsorgan ein gürtelartig zu-
sammenhängender einfacher Ring in der untern Magenwaud. ohne
äussern Säckchenkranz. P. gonaria n. Mittelm., P. zonorchis n. Atl.
Oc, P. Forslcalii n. Rothes Meer.
Gen. Polyxenia Eschsch. Geschlechtsgürtel ein Kranz , der
aussen in jede Lappenhöhle ein Blindsäckchen schickt. Ausser 3 bek.
Arten noch P. cyanoUna n. Ind. Oc.
Gen. Fegasia Per. et Les. Geschlechtsgürtel doppelt , ein
innerer einfacher Ring in der untern Magenwand und ein äusserer
Kranz von getrennten Säckchen in den Lappenhöhlen. 2 Sp. mit
P. Sieholdii n. Atl. Oc.
Gen. n. Pegantha H. Geschlechtsgürtel in einen Kranz von
Säckchen zerfallen, eines oder mehrere in jeder Lappenhöhle. Zahl-
reiche (10 — 30) Kragenlappen und eben so viele damit alternirende
Tentakel. 6 sp. n. P. martagon Chin. Meer, P. pantheon Stille Süd-
see, P. hiloha Sandwich-Ins., P. triloha Ind. Oc, P. quadrüöba Atl.
Oc, P. magnißca Still. Oc.
Fam. Aeginidae. S. S. 670.
Subfam. Aeginetidae. Vier perradiale doppelte Peronial-
kanäle.
Gen. Äegina Eschsch. Vier perradiale Tentakel und 8 Genital-
taschen, je 2 zwischen zwei Doppelkauälcn. 6 Sp. mit Äeg. rhodina
n. Canar. Ins., Äeg. EscJischoUzii n. Atl. Oc, Äeg. canariensis n.
Gen, n. Äeginella H. Zwei gegenständige perradiale Ten-
takel und 8 internemale Genitaltaschen. Äeg. dissonema n. Canar.
Ins. und Aeginopsis bitentaculata J. Müll.
Gen. Äegineta Gegenb. Acht Tentakel und acht internemale
Genitaltaschen. Äeg. octonema n. Atlant. Oc, Aeg. hemisphaerica
Gegenb.
Subf. Aeginuridae. Acht peroniale Doppelkanäle,
Gen. Aeginopsis Brdt. Vier perradiale Tentakel u. 16 interne-
male Genitaltaschen. Ausser Aeg. Laurentii Brdt. noch Äeg. Mer-
tensii n. Japan. Meer.
Gen. n. Äeginura H. Durch Achtzahl der Tentakel charak-
terisirt. Äeg. myosura n. Stille Südsee.
Subfam, Aeginodoridae. Sechszehn peroniale Doppelkanäle.
690 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Gen. B. Äeginodiscus H. Acht Tentakel mit 32 internemalen
Genitaltaschen. Äeg. actinodiscus n. Ind. Oc.
Gen. n. Aeginoderus H. Ebenso, aber mit 16 Tentakeln.
Aeg. Alderi Forb.
Gen. n. Äeginorhodus H. Ebenso, aber mit 32 Tentakeln.
Aeg. rosarius n. Südatl. Oc.
Fam. Solmaridae. S. S. 670.
Subfam. Solmissidae. Mit pernemalen Magentaschen, an deren
Ende je ein Tentakel.
Gen. n.Solmissus H. Mit zahlreichen (9— 32) Magentaschen.
Ausser Cunina albescens Gegenb. (= C. moneta Lt.) noch S. ephesius
n. Küste Kleinasiens, S. Faheri n. Atl. Oc, S. Bleekii n. Süd-Afr.
Subfam. Solmundinae. Mit pernemalen Magentaschen u. Ten-
takeln, die je mit 2 oder 4 Magontaschen alterniren.
Gen. n. Solmundus H. Vier perradiale Tentakel und acht
adradiale Magentascheu. S. tetralinus n. Canar. Ins.
Gen. n. Solmundella H. Zwei gegenständige perradiale Ten-
takel und acht adradiale Magentaschen. Ausser Aeginopsis medi-
terranea Müll, noch S. Mülleri n. Canar. Ins.
Subfam. Solmonetidae. Ohne Magentaschen in der Subum-
brelle.
Gen. n. Solmoneta H. Mit zahlreichen (9 — 32) Tentakeln u.
eben so vielen damit alternireuden Lappen des Schirmkragens. Ga-
straler Geschlechtsgürtel in einen Kranz von getrennten Gonaden zer-
fallen. Ausser Pachysoma flavescens Köll. u. Polyxcnia flavibranchia
Brdt. noch S. lunulata n. Canar. Ins., S. aureola n. Rothes Meer.
Gen. n. Solmaris H. Ebenso, aber Geschlechtsgürtel einfach,
ein geschlossener Ring in der untern Magenwand.
Siibgen. n. Solmarium H. Der Geschlechtsgürtel ist durch
radiale Furchen in Lappen getheilt. S. Godefroyi n. Samoa- Insel,
S. astrozona n. Chin. Meer. Ausserdem noch 2 bek. Arten.
Subgen. n. Solmarinus H. Geschlechtsgürtel einfach, glatt,
nicht strahlig. Ausser Polyxenia leucostyla Will und andern bek.
Arten noch S. lenticulus n. Ind. Oc. u. S. coronantha n. Canar. Ins.
Fr Öles hydriformes. Mereschowsky veröffentlicht
;,Studies on the Hydroida" (Annais and Mag. natural bist.
Vol. L p. 239 ff.) und schickt denselben eine Reihe von
morphologischen Betrachtungen voraus, die in mehrfacher
Hinsicht von der jetzt üblichen Auffassung des Hydroiden-
baues abweichen. Die oftmals in regelmässigen Abständen
hinter einander bei den nackten Hydroiden angebrachten
Tentakelkränze geben dem Verf. zunächst Veranlassung,
diese Thiere als gegliederte oder metamerisch entwickelte
in d. Naturgesch. d. nied. Thicre währ. d. Jahre 1876—1879. 691
Geschöpfe in Anspruch zu nehmen. Er vergleicht dieselben
mit einem Scyphistoma und glaubt, dass sie zunächst durch
günstige Nahrungsbedingungen die Fähigkeit gewonnen
hätten, in die Länge zu wachsen und eine unvollständige
Quertheilung einzugehen. Die Thatsache, dass die Polypen
mit deutlicher Metamerie durchweg mit geknöpften kurzen
Tentakel versehen sind, führt Verf. auf den Umstand zu-
rück , dass letztere bei der beträchtlichen Längsstreckung
des Körpers mehr für die Zwecke der Vertheidigung
als des Nahrungserwerbs zu dienen hätten. Schliess-
lich widerspricht Verf. der Annahme, dass der Hydroid-
polyp ein einfaches Individuum mit Anhängen darstelle.
Er sieht vielmehr in diesen Anhängen gleichfalls indivi-
duelle Gebilde von wesentlich dem gleichen Bau, wie der
Polyp selbst ihn besitzt, und betrachtet letztern demnach
als eine polymorphe Colonie von Einzelwesen (Archehydren,
im Wesentlichen gebaut, wie Greeff's Protohydra Leu-
ckarti), die durch Knospung aus dem Mutterthiere hervor-
gingen und nach dem Gesetze der Arbeitstheilung fun-
ctionell, wie anatomisch differenzirt seien. (Eine Ueber-
tragung dieser Theorie auf die Medusen, die doch unmög-
lich unter anderen Gesichtspunkten aufgefasst werden kön-
nen, dürfte grosse Schwierigkeiten haben.)
Auf diese Erörterungen lässt Verf. sodann (p. 251 —
256) einige Beobachtungen über die Fortpflanzung von
Obelia flabellata folgen. Der Knospungsprocess zeigt nach
der Darstellung desselben kaum irgendwelche Besonder-
heiten und liefert schliesslich eine Meduse, die sich eng
an die von Obelia dichotoma anschliesst. Die Eier der-
selben sind gross und mit einer dünnen Membran umgeben.
Der Keimfleck ist Anfangs einfach , zerfällt aber unter
amöboider Bewegung später in zahlreiche Stücke, die je
eine Vacuole in sich einschliessen. Von besonderem In-
teresse ist die Beobachtung, dass unser Thier im polypoi-
den Zustande, ganz wie Schizocladium (J. B. 1870) sich
durch einzelne abgetrennte Protoplasmastücke fortpflanzt,
welche sich mit Flimmerhaaren bedecken und aus dem
Polyparium ausschwärmen.
Ciamician liefert „Betrachtungen über den Gene-
692 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
rationswechsel der Hydroiden" (Ber. des naturwiss. Ver-
eins an der technischen Hochschule in Wien III. 1878
S. 1 — 10 Taf. I) und nimmt darin die Hydroidmedusen als
freischwimmende individualisirte Gonophoren, diese selbst
aber als die Geschlechtsorgane der Polypen in Anspruch.
Die Anhänge der Siphonophorencolonie werden dement-
sprechend als Organe des ersten embryonalen Polypen
gedeutet. Die Schwierigkeiten, welche die Quallen der
Aeginidengruppe dem Verf. bereiten, sucht er dadurch zu
beseitigen, dass er dieselben für umgewandelte Polypen
(nicht Gonophoren) erklärt.
Die Mittheilungen, welche Korotneff in seiner Ab-
handlung „histologie de THydra et de la Lucunaire" (Ar-
chiv, zoolog. exper. T. V. p. 369 ff.) über Hydra macht,
betreffen vornehmlich die Muskelfasern, deren Beziehungen
zu den aufliegenden Ectodermzellen von Kleinenberg
nur unvollständig erkannt seien. Sie sind, wie bei vielen
andern Coelenteraten, rechtwinklig dem Fussende der Zel-
len verbunden, so dass diese gewissermassen die Stelle
des sog. Muskelkernes einnehmen. Auf Grund dieser That-
sache stellt Verf. auch die Neuromuskelnatur der betref-
fenden Gebilde in Abrede. Ebenso wenig kann er die
Ansicht theilen, dass das Ectoderm der Hydren durch die
Schalenhaut repräsentirt ist und den freilebenden Thieren
fehle (Kleinenberg), eine Ansicht, die sich schon dess-
halb als irrig ergiebt, weil die äussere Leibeswand von
Hydra genau dieselbe Beschaffenheit hat, wie bei Coryne
u. a. Hydroiden ohne feste Eischale.
Die Uebereinstimmung in dem histologischen Bau
von Hydra und den damit zunächst verwandten Formen
geht mit Entschiedenheit auch aus den Untersuchungen
hervor, welche R. S. Bergh („nogle bidrag til de athecate
Hydroiders histologie^', Videnskab. meddelels. nat. foren.
Kjobenhavn 1877/80 p. 182 — 208 Tab. III) über diese
Thiere veröffentlicht hat. Findet derselbe doch bei Clava
squamata nicht bloss die Neuromuskelzellen der Hydren mit
mehr oder minder langen (bisweilen auch mehrfachen)
„nervösen" Verbindungsfasern, sondern auch ein sog. inter-
stitielles Gewebe und Entodermzellen, die, ganz wie bei
in d. Naturgesoh. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 693
Hydra, unter den Augen des Beobachters ihre Geissein ein-
ziehen und durch Bildung pseudopodienartiger stumpfer Fort-
sätze eine amöboide Beschatteuheit annehmen. Die Samen-
elemente entstehen, wie das schon von Kleinenberg be-
merkt ist, aus den Zellen des sog. interstitiellen Gewebes,
das Verf. aber keineswegs (mit Korotneff) als Anlage
eines Mesoderms auffassen kann, sondern als untere Ecto-
dermschicht betrachtet. Der Kern nimmt an der Bildung
der Samenfäden keinerlei Antheil: dieselben sollen sich
(und das überall, nicht bloss bei den Hydroiden) ganz un-
abhängig davon aus dem Zellenprotoplasma entwickeln
und somit einen reinen Protoplasmakörper darstellen.
Bei Myriothela bestehen die Körperwandungen nach
Korotneff („histologische Notizen über Myriothela", Zoo-
log. Anzeiger Jahrg. I. S. 363—365) aus einem mehr-
schichtigen Ectoderm mit Nematocysten und Längsmuskel-
schicht, einer gerippten Stützlamelle und einem Ento-
derm mit Geissein und anhängenden Muskelfibrillen. Das
letztere ist mit zahlreichen conischen Auswüchsen versehen,
welche die innere Körperhöhle ausfüllen und aus grossen
Saftzellen bestehen, die einen protoplasmatischen, amöboide
Fortsätze bildenden Saum tragen und mittelst des letztern
sich ernähren. In den Gonophorenträgern sind die drei
Schichten weniger entwickelt, besonders die Muskelfibrillen,
welche Anfangs imEntoderra vollständig fehlen. Grosse, un-
mittelbar auf der Stützlamelle entodermisch liegende grob-
körnige Zellen dienen zur Entwicklung der Geschlechts-
producte. Der Fuss ist ohne Muskeln, hat aber dafür Ec-
todermzellen von ausserordentlicher Länge und grobkör-
niger Beschaffenheit, welche eine starke chitinöse Rinden-
schicht absondern. In den Tentakeln trifft man auf
Muskelepithelialzellen, Stützlamelle und ein einfaches Ec-
toderm. Das Köpfchen trägt Nematocysten von vier ver-
schiedenen Formen, Gebilde, die an den zur Fixirung der
entwickelten Eier dienenden tentakelähnlichen Organen
(claspers Allm.) durch Drttsenzellen vertreten sind.
Ciamician handelt (Ztschrft. für wissensch. Zoologie
Bd. XXX S. 501-510 Tab. XXXI u. XXXII) „über die
Entstehung der Geschlechtsstoffe bei den Hydroiden" und
Archiv f. Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. UU
694 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
kommt durch seine Untersuchungen zu dem Resultat, dass
bei Tubularia (T. mesembryanthemum) sowohl Eier wie
Samen aus dem Ectoderm hervorgehen, während bei Eu-
dendrium (E. ramosum) die Eier aus dem Ectoderm, die
Zoosporen aber aus dem Entoderm sich entwickeln, gerade
umgekehrt also, wie es van Beneden für Hydractinia an-
giebt. Zur weitem Entwicklung verlassen die Zellen übri-
gens ihren ursprünglichen Platz, bis sie schliesslich zwi-
schen Ectoderm und Entoderm zu liegen kommen. Ein
Gesetz, nach welchem die beiderlei Geschlechtsstoffe immer
nur aus einer bestimmten Keimschicht sich bildeten, exi-
stirt also nicht. Dass die von van Beneden als Hoden-
anlage gedeutete Ectodermwucherung in den weiblichen
Gonophoren von Hydractinia nur die Anlage einer medu-
soiden Bildung repräsentire, ist in derselben Weise schon
von Ref. (J. B. 1874. S. 418) hervorgehoben.
Später lässt derselbe diesen Mittheilungen noch eine
Abhandlung „über den feinern Bau und die Entwicklung
von Tubularia mesembryanthemum" folgen (ebendah. Bd.
XXXII S. 323—347 Tab. XVHI u. XIX), durch welche die
altern Angaben über dieses Thier, besonders auch die von
V. Koch (J. B. 1872 S. 411), in vielfacher Hinsicht er-
gänzt und berichtigt werden. Wir entnehmen derselben
zunächst die Bemerkung, dass bei Tubularia das Muskel-
gewebe insofern stärker, als sonst bei den Hydroidpolypen,
differenzirt ist, als die Muskelzellen von der Ectoderm-
schicht völlig abgetrennt sind und ihren eigenen Kern be-
sitzen. Mit diesen Fasern sah Verf. auch die fadenförmi-
gen Ausläufer der kleinen Ectodermzellen in Zusammen-
hang, welche die Nesselkai)seln in sich entwickeln. Nach-
dem Gleiches inzwischen auch von andern Coelenteraten
bekannt geworden ist, glaubt Verf. diese Ausläufer da-
raufhin (mit Claus) als muskuhis betrachten zu dürfen.
Von den ursprünglich in grosser Menge vorhandenen Ei-
zellen kommen immer nur einige wenige — höchstens
acht — zur vollen Entwicklung. Sie wachsen auf Kosten
der übrigen und füllen sich mit einem grossblasigen Dotter,
welcher zahlreiche scharf umschriebene Kugeln (Pseudo-
zellen) enthält, die eine verschiedene Grösse besitzen und
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jaliro 1876—1879. 695
dmcb Theiliing sieb vermehren. Die übrigbleibenden Ei-
zellen tbeilen sieb wiederbolt, so dass die reifen Eier von
kleinen Ectodermzellen umgeben sind, und werden in ein-
zelnen Fällen sogar zu Samenzellen — ein Umstand, der
über die gleiche Abstammung der beiderlei Zeugungsstoffe
keinen Zweifel mehr aufkommen lässt. Da die Samen-
elemente dieser hermaphroditischen Gonophoren aber immer
erst spät sich entwickeln, nachdem die Eier schon längst
zur Reife gekommen, ist auch in diesen Fällen eine Selbst-
befruchtung ausgeschlossen. Andererseits steht auch dem
Eindringen der Samenkörpercheu in das Innere der Go-
nophoren kein Hinderniss im Wege, da dieselben im ausge-
bildeten Zustande sämmtlich an ihrer Spitze eine Oeffnung
tragen, so weit, dass das Ende des Spadix daraus her-
vorragt. Die reifen Eier sind ohne Dotterhaut und unter-
liegen einer Furchung, die insofern eigenthümlich ist, als
die Theilfurchen, statt gleichmässig das ganze Ei zu
durchsetzen, immer nur an einer Seite auftreten und
erst später in das Innere vordringen. Die Furchung ist
also eine inaequale und liefert Theilstücke von verschiede-
ner Grösse, solche, die sich rascher vermehren, und andere,
die in der Theilung zurückbleiben. Die erstem umwach-
sen die übrigen und bilden dadurch das Ectoderm, wäh-
rend das Entoderm von den grössern Zellen geliefert wird.
Die Gastrovascularhöhle entsteht durch Auseinanderweichen
der Entodermzellen, wie bei den Aeginiden, mit denen die
Tubularien auch darin übereinstimmen, dass die Tentakel
zunächst in der Zw^eizahl entstehen, und zwar, wie dort,
durch Umwandlung des ursprünglich ellipsoidischen Em-
bryonalleibes in einen spindelförmigen Körper. Später,
wenn die Zahl der Tentakel sich vergrössert hat, wach-
sen die Pole zapfenförmig aus, der vordere Anfangs so-
gar stärker als der hintere, der sich dafür aber durch eine
unterhalb der Tentakel hinziehende Ringfurche absetzt.
Die Veränderungen, welche mit der so gebildeten Actinula
nach dem Ausschlüpfen vor sich gehen, betreffen vornehm-
lich die aborale Leibeshälfte, welche ihre ursprünglich
conische Form zunächst in eine cylindrische verwandelt
und an ihrer Spitze durch Wucherung des Ectoderms einen
696 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
halbkugelförmigen, etwas seitlich geneigten Auswuchs bil-
det. Ein dünnes Häutchen, welches diesen Auswuchs und
auch den daran sich anschliessenden stielförmigen Abschnitt
bekleidet, ist die erste Anlage des Perisarks. Mit dem
Auswachsen der halbkugelförmigen Hervorragung zu dem
kriechenden Stamme, der Verdickung des Perisarks und
der histologischen weitern Differenzirung ist die Metamor-
phose des Polypen zum Abschluss gekommen.
Im Gegensatze zu Ciamician spricht sich v. Koch
auf Grund seiner Beobachtungen an Coryne fruticosa, Hy-
dractinia echinata und Tubularia larynx für die Ansicht
van Beneden's aus, der zufolge die Eier sich aus dem
Entoderm, die Samenfäden aber aus Ectodermzellen ent-
wickeln sollen. Der Umstand, dass die Samenzellen von
Eudendrium ramosum, wie auchC iamician das verfolgt hat,
paarweise hintereinander zur weitern Ausbildung kommen
und an den Gonophoren kuglige Anschwellungen hervor-
rufen, wird von v. Koch als eine Knospung gedeutet und
mit dem Auftreten der Scyphistoma und Strobilaformen
der höhern Medusen in Beziehung gebracht. (Mittheilun-
gen über Coelenteraten, Morpholog. Jahrbuch 1876 Bd. IL
S. 84. Tab. IV.)
R. S. Bergh macht (Morpholog. Jahrbuch Bd. V.
S. 22-— 61) „Studien über die erste Entwicklung des Eies
von Gonothyraea Loveni" und schildert darin die Beschaf-
fenheit und Veränderung des Eies von seiner ersten An-
lage an bis zur Befruchtung und Furchung. Die Eier, so
erfahren wir durch unsern Verf., entstehen aus Zellen des
Entoderms, während die Samenelemente aus dem intersti-
tiellen Gewebe des Ectoderras hervorgehen. Sie sind, wie
wahrscheinlich bei allen Hydroiden, ohne Dotterhaut, und
enthalten anfangs ein Exoplasma und ein Endoplasma, deren
Differenzirung aber mit zunehmendem Wachsthum allmäh -
lig schwindet. Dabei wird auch das ursprünglich central
gelegene Keimbläschen, wahrscheinlich durch amöboide
Contractionen des Dotters, gegen die Peripherie getrieben.
Der Keimfleck verschwindet, nachdem er vorher in eine
Anzahl von Stücken sich getheilt hat, das Keimbläschen
selbst wird undeutlich, und verwandelt sich schliesslich
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 697
nach Abstossung eines Richtuügsbläscheny, dessen Bildung
auch hier durch Auftreten eines Amphiaster eingeleitet
wird, in den Eikern. Nach der Befruchtung, die, wie bei
den Echinodermen, das Auftreten eines (abnormer Weise
nicht selten mehrfachen) Spermakernes zur Folge hat, be-
ginnt das Ei sich zu furchen. Die Furchung ist eine to-
tale und regelmässige, doch beginnt die zweite Furche schon
zu einer Zeit, in welcher die erste noch nicht vollständig
zum Abschluss gekommen ist. Während der Furchung
ist der Dotter in ununterbrochener amöboider Bewegung
begriften und von schönen Sternfiguren durchsetzt. Die
Eier von Clava squamata und Aurelia aurita scheinen sich
nach unserm Verf. in den wesentlichen Zügen sehr ähnlich
zu verhalten. Auch sonst zieht Verf. die Verhältnisse der
Eibildung und Befruchtung, wie sie besonders durch Hert-
wig's Untersuchungen bekannt geworden sind, vielfach
zur Vergleichung herbei, um dann schliesslich an die Dar-
stellung des empirischen Materiales eine Reihe theoretischer
Betrachtungen, besonders über Ei und Eiklüftung, anzu-
knüpfen.
Nach Korotneff (Zoolog. Anzeiger Jahrg. IL S. 187
— 190 „Entwicklung der Myriothela") wird die Bildung
der Eier bei Myriothela durch eine Theilung der im Grunde
des Ectoderms am Blastostyle vorhandenen Zellen einge-
leitet, durch die dann eine Agglomeration entsteht, welche
die Stützlamelle und das Ectoderm vor sich hertreibt
und sich allmählig der Art differenzirt, dass die periphe-
rischen Zellen zu einer besondern Eihülle werden, die darin
eingeschlossenen aber eine einzige grosse Eizelle liefern,
welche auf Kosten der andern wächst und diese schliesslich
auf eine Körnermasse reducirt. Während dieser Vorgänge
bildet sich am freien Ende der Auftreibung (der Gono-
phore) eine Oeffnung, durch welche hierdurch das Ei nach
der Befruchtung, die nicht erst an den Eiträgern erfolgt,
hervortritt. Die Samenbildung geschieht nach demselben
Typus, nur dass keine Differenzirung der Zellen eintritt,
und die reifen Samenfäden in die Gastralhöhle übertreten.
Eine eigentliche Dotterfurchung fehlt, die ersten Zellen
sollen durch eine Art freier Bildung im Innern des Dotters
698 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ihren Ursprung nehmen, sich später theilen, und schliess-
lich zu einem Zellenballen werden, in dem schon ziemlich
frühe sich drei Keimschichten unterscheiden lassen. Die
Gastralhöhle entsteht durch Auseinanderweichen der Ecto-
dermzellen, bricht aber erst spät nach aussen durch, nach-
dem der Embryo die Form einer Actinula mit zweierlei
Tentakeln angenommen hat. Erst nach der Bildung des
Mundes iixirt sich die Actinula, um dann die zuerst ge-
bildeten (larvären) Tentakel zu resorbiren und die Gouo-
phorenträger hervorsprossen zu lassen. Die histologische
Differenzirung geht noch vor dem Anheften vor sich.
Mit der Darstellung, welche Kleinenberg in seiner
bekannten Monographie von der Eibildung der Hydra ge-
geben hat, kann Korotneff sich nicht einverstanden er-
klären (Cpt. rend. T. 88 p. 412—414, „sur la reproduction
de l'Hydra"). Wohl geschieht in den untern Lagen des
Ectoderms zu diesem Zwecke eine Ansammlung von Zellen,
es wächst auch eine derselben, deren Kern dann zum
Keimbläschen wird, aber diese eine Zelle verschmilzt da-
rauf mit den zunächst anliegenden zu einem Plasmodium,
in welchem das frühere Keimbläschen wieder zu Grunde
geht, die übrigen Kerne aber später zu Fettkörnern wer-
den, nachdem die peripherischen Zellen des Haufens schon
vorher sich abgehoben und in eine besondere Umhüllungs-
schicht sich verwandelt haben. Die letztern sind von Klei-
nenberg vermuthlich als Blastoderm gedeutet, und die
centralen Zellen für Klüftungskugeln gehalten.
Gerbe behandelt im Journ. Anat. et Physiol. (Vol.
XI p. 441—451, Tab. XI— XIII) „le developement et les
metamorphoses du Coryne squamata". Er findet, dass die
Colonieen keineswegs immer desselben Geschlechtes sind,
sondern sowohl männliche, wie weibliche Individuen ent-
halten, sah aber niemals beiderlei Zeugungsstoffe in dem-
selben Thiere. lieber die Beziehungen, welche die letz-
tern zu den Zellcnlagen haben, konnte Verf. zu keinem
entscheidenden Resultate kommen. Er fand dieselben von
ihren frühesten Stadien an dicht unterhalb des Ectoderms,
zwischen diesem und dem in das Innere der Geschlechts-
knospen hineinhängenden Entoderraschlauche. Die Eier
in d. Naturgescli. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1870—1879. 699
sind gewöhulich nur in einfacher, bisweilen aber auch in
doppelter Zahl in den Knospen vorhanden. Im ausge-
reiften Zustande findet man sie in einem besondern kleinen
Hohlräume zwischen Entodermzai)fen und Ectoderm, über
dessen Entstehungsweise Verf. im Unklaren blieb. Eine
Eihaut fehlt, so dass der Dotter frei im Innern des Hohl-
raumes gelegen ist. Er unterliegt hier nach der Befruch-
tung durch die ausschwärmenden Sameuelemente einer
Furchung, die durch Ausscheidung eines Polbläschens ein-
geleitet wird, und verwandelt sich noch im Innern des
Brutsackes binnen 48 Stunden in eine zweischichtige Flim-
merlarve, welche eine längliche Gestalt hat, einige Tage lang
kriechend, nur selten schwimmend, sich bewegt, und schliess-
lich sich festsetzt. Die Flimmercilien schwinden, und der
schon früher vorhandene, damals aber geschlossene Innen-
raum bricht am vordem Ende auf, worauf dann die Ten-
takel (zunächst in Zweizahl) sprossen und den Uebergang
in den polypoiden Zustand einleiten.
Nach Mereschowsky bilden sich auch an den Kno-
spensprösslingen von Hydra zuerst nur zwei Tentakel, die
einander gegenüberstehen. Die übrigen entstehen gleich-
falls paarweise, doch so, dass von ihnen immer einer dem
andern vorausgeht, und das um so mehr, je später die-
selben erscheinen. Der letzte (achte) Tentakel bleibt
nicht selten völlig unentwickelt. In diesen Thatsachen
findet Verf. einen neuen Beweis für die an anderm Orte
von ihm vertretene Ansicht, dass die Grundzahl im Bau
der Hydroiden die Zahl zwei sei. (,,0n the mode of de-
velopment of the tentacles in the genus Hydra" Annais
and Mag. nat. bist. Vol. II. p. 251—257 PL XH).
Engelmann wiederholt (Zoolog. Anzeiger Jahrg. I.
S. 77) T r e m b 1 e y 's berühmten Umkehrungsversuch an Hydra,
kommt dabei aber zu Resultaten, die den positiven Angaben
Trembley's widersprechen. Der umgekekrte Polypenleib
geht, falls er sich nicht bald in die normale Lage repo-
nirt, stets nach kurzer Zeit zu Grunde.
Auch Jentink ist durch die gleichen Versuche zu nega-
tivem Resultate gekommen. (Tydschr. nederl. dierk. Vereen.
Deel IV p. LI— Lin.)
700 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
du Plessis veröffentlicht (Bullet. Soc. Vaud. T. XV.
N. 117 — 120), „remarques sur la coloration des Hydres, ä
propos de quelques hydres vertes accidentellement teintes
en rose".
Price macht auf das häufige Vorkommen von meh-
reren Mundkegeln an den Polypenköpfen von Cordylophora
aufmerksam und zeigt, dass man derartige Bildungen leicht
durch eine Verletzung hervorrufen kann. Die Kegel sind
bald einfache Zapfen mit einer Endöffnung, bald auch mit
eignen Tentakeln besetzt. (On a polystomatous condition
of the hydranths of Cordylophora, Journ. microscop. sc.
Vol. XXIV p. 25—26 mit Holzschnitten.)
Zufolge einem über Panceris „intorno alla sede del
movimento luminoso nelle Campanularia" (Atti Acc. Napol.
1876 Vol. VII) in den Archiv, zool. exper. Vol. V p. LH
enthaltenen Referate inhärirt das Leuchten bei den Cam-
panularien den Zellen des Ectoderms, und zwar eben so-
wohl denen der Zweige und Stolonen, wie der Polypen.
Auch bei Pelagia noctiluca ist es das äussere Epithel, von
dem das Licht ausgeht.
Ueber den Bau und die Verbindungsweise der Inter-
nodien bei Sertularia pumila, S. gracilis, 8. cupressina und
S. tenera vergleiche man Winther, naturhist. Tidsskrft.
1879. Bd. XII. p. 303—320. Tab. VI.
Kirchenpauer veröffentlicht im 6. Bande der Ab-
handl. des naturwiss. Vereins zu Haraburg-Altona den zwei-
ten Theil seiner Untersuchungen „über die Hydroidenfa-
milie Plumularidae" (Hamburg 1876, 59 Seiten in Quart
mit 8 lithographirten Tafeln). Der erste Theil dieser Un-
tersuchungen, der bereits im Jahre 1871 (im Bande V der
genannten Abhandlungen) erschien, war bekanntlich (vergl.
J. B. 1871 S. 452) dem Gen. Aglaophenia gewidmet, dem
Verf. alle jene Plumulariaden zurechnet, bei denen die
Nessel becherchen und Nematotheken je zu dreien mit den
dicht gedrängten Polypenkelchen der Art verwachsen sind,
dass zwei derselben oben seitwärts neben der Mündung ste-
hen, einer aber unten an der Basis. Die zweite Abtheilung,
der die vorliegende Monographie gewidmet ist, umfasst
nun im Gegensatze zu den Aglaophenien diejenigen Plu-
in d. Naturgeech. d. nied. Thiere währ. d. Jabro 1876—1879. 701
mulariaden, bei denen die Polypenkelche mehr oder we-
niger weit von einander entfernt angebracht sind, und die
Nebenkelche isolirt stehen. Dazu kommt noch, dass die
letztern — nach den bis jetzt bekannten Fällen zu urthei-
len ~ der eigenthümlich modificirten Fruchtzweige ent-
behren, so dass die Gonangicn mit kurzen Stielchen
oder unmittelbar, ganz wie die übrigen Anhänge, dem
Stamme oder dessen Aestchen aufsitzen. Höchstens dass
dieselben, wie es bei manchen Arten vorkomait, mit eini-
gen wenigen , aber verhältnissmässig grossen Nemato-
theken besetzt sind. Alle diese einzelnen Theile, Polypeu-
zellen, Fruchtkapseln, Nesselbecherchen und Stamm, linden
nun in der Abhandlung unseres Verf.'s eine eingehende
Berücksichtigung. Es sind zahlreiche Modificationen in
Form und Anordnung, die uns dabei vorgeführt werden,
— und immer finden sich noch neue, wie die inzwi-
schen erschienenen Darstellungen All man 's (Plumularia-
den des Golfstromes) gezeigt haben. Die augenfälligsten
dieser Modificationen betreffen die Bildung des Stammes,
der bei Aglaophenia bekanntlich stets fiedrig erscheint,
bei den Plumulariaden der zweiten Abtheilung aber zweier-
lei Hauptformen zeigt , die unser Verf. für so bedeu-
tungsvoll hält, dass er dieselben daraufhin in zwei Haupt-
gattuugen zerlegt, in das Genus Plumularia, dessen Arten
sämmtlich einen gleichfalls gefiederten Stamm besitzen,
und das Gen. Nemertesia, das alle nicht gefiederten Arten
umfasst. Beide Genera lassen sich nun aber nach der
Beschaffenheit der den Stamm zusammensetzenden Glieder
noch weiter abtheilen. So das erste Hauptgenus in die
Untergeschlechter Isocola n., Änisocola n. und Monopyxis
Ehrbg., das zweite in die Subgen. Heteropyxis Krchp.
(non Hell.) und Antennularia Lamk. Die Merkmale dieser
Geschlechter ergeben sich aus der nachfolgenden Zusam-
menstellung :
Geu. Plumularia. Polyparia hydrocladiis biseriatis ponuiforraia.
Subgen. Isocol a. Hydrocladiorum articulis aequalihus, Om-
nibus polypiferis.
Subgen. Änisocola. Hydrocladiorum articulis inaequalibus
alternatim polypiferis.
702 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Subgen. Monopyxis. Hydrocladiis hydrothecam singulam
ferentibus.
Gen.Nemertcsia. Polyparia hydrocladiis pluriseriatis, uon pen-
niformia.
Subgen. llcteropyxis. Hydrocladiorum articulis aequalibus,
onmibus polypiferis.
Subgen. Antennularia. Hydrocladiorum articulis inaequali-
bus, alternatim polypiferis.
Die Geüusbezeichnuiigen Halicornaria Busk, Aniso-
calyx Douati u. a. glaubt Verf. bei Seite lassen zu dürfen,
da sie theils mit andern Benennungen zusammenfallen,
theils auch in sehr verschiedenem Sinne gebraucht sind
(was freilich in derselben Weise auch für das ursprüng-
lich Hell er 'sehe Gen. Heteropyxis gilt). Die Ophiodes
parasitica Sars, die sich von Plumularia eigentlich nur
dadurch unterscheidet, dass sie in den Nesselbecherchen
an Stelle der gewöhnlichen Nematophoren lange tentakel-
artige Organe mit kugligen, Nesselzellen tragenden Köpf-
chen besitzt, glaubt Verf. unter dem Genusnamen Ophio-
nema Hincks. als eine besondere Form neben Plumularia
und Nemertesia aufführen zu müssen. Auf den hier ange-
zogenen allgemeinen Theil folgt sodann eine Uebersicht
der bis jetzt bekannten Arten. Er zählt dabei 31 echte
Aglaophenien (darunter 7 neue: Ä. phyteuma Tonga-Ins.,
A. tenerrima Chili, Ä. Graeffti Südsee, Ä. arhorea Neu-
Engl., A. Francishana Californien, A. tongensis Südsee, ^1.
Huttoni Neuseeland), 4 Pachyrhynchiae, 8 Lytocarpiae, 21
Macrorhynchiae (darunter M. pansa n. Tonga-Ins.), sodann
aus der Gruppe der Plumularien 11 Species Isocola, 15
Anisocola, 2 Monopyxis und von Nemertesien: 4 Hetero-
pyxis, 8 Antennularia und schliesslich noch 1 Ophionema,
Formen, zu denen dann weiter noch 28 mehr oder weniger
zweifelhafte Arten kommen, die sich über die verschiedenen
Gruppen vertheilen. Als neu werden dabei aufgezählt:
Isocola tuha Süd-Afr., L cylindrica Java, I. hodia Austr.,
1. effusa Singapore, 1. obconica Austr., Anisocola rugosa,
A. filicaulis Chile, A. oligopyxis Fidschi-Ins., Heteropyxis
intermedia Madeira, Nemertesia antennina var. minor Ma-
deira, N. paradoxa ebendah., N. hexasticha Java, N. John-
stoni Süd-Afr., N. decussata n. sp., Arten, deren Bau am
iu d. Naturgeach. d. nied. Tliiere währ. d. Jahre 187C— 1879. 703
Schlüsse der Abhandlung säinmtlich — die Beschreibung
der neuen Aglaophenien, die einstweilen bloss namentlich
aufgeführt sind, behält sich Verf. für eine spätere Gelegen-
heit vor — eingehend erörtert und durch Abbildungen
illustrirt wird. Vorher findet noch die geographische, ba-
thymetrische und geologische Verbreitung unserer Thiere
Berücksichtigung. Es ergiebt sich dabei u. a. die That-
sache, dass Aglaophenia eine vorzugsweise der südlichen
Hemisphäre angehörige Gattung ist, während die Plumu-
larien und Nemertesien über beide Hemisphären ungefähr
gleichmässig vertheilt sind. Uebrigens ist nur eine Spe-
cies (PL frutesceus) ihnen beiden gemeinsam; sie findet
sich sowohl bei den Hebriden, wie bei den Kerguelen.
Auffallend ist der — auch schon in Betreff anderer For-
men festgestellte ■— Unterschied in der Plumulariadenfauna
Australiens und Neuseelands, indem von den 32 austra-
lischen Arten nur zwei an den Küsten Neu- Seelands ge-
funden wurden. Die obern Meereszonen scheinen sehr arm
an Plumulariaden zu sein. Erst in der Korallinenzone
wird ihre Zahl grösser, aber nur wenige Arten sind eigent-
liche Tiefseeformen. Fossile Plumulariaden sind nicht be-
kannt, und auch die übrigen Hydroidengruppen haben nur
wenige fossile Vertreter aufzuweisen. Ob die Graptolithen
derartige Formen darstellten, ist zweifelhaft, obwohl es
immerhin zulässig erscheint, die Zellen derselben, die All-
mann bekanntlich als blosse Nematotheken gelten lassen
willj als Hydrotheken zu deuten.
Die Memoirs of the Museum of the comparative Zoo-
logie at Harvard College enthalten in ihrem fünften Bande
Nr. 2 Allman's „report on the Hydroida, coUected during
the exploration of the Golf-stream by Pourtales'^ (Cam-
bridge 1877, 66 Seiten in Gross Quart mit 34 lithogra-
phirten Tafeln). Nachdem wir bereits in unserem vorigen
Berichte nach der im Jahre 1873 veröffentlichten vorläu-
figen Mittheilung eine Uebersicht über die hier vorliegen-
den reichen Funde gegeben haben, beschränken wir uns
im Wesentlichen auf die Aufzählung der neuen Arten und
die Charakteristik der neu aufgestellten Genera. Auffal-
lend ist die geringe Zahl der gymnoblastischen Formen,
704 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die überdies sämmtlich, bis auf einige wenig kenntliche
Reste von Tubularien (mit T. indivisa) und eine neue Art
Bimeria, demselben Genus angehören, besonders wenn
wir sie mit den in grosser Menge vertretenen Plumula-
riden (unter denen von Europäischen Arten auch Antennu-
laria ramosa und Plumularia Catharina aufgefunden wur-
den) zusammenhalten. Zu ihnen gehören als neu: Euäen-
driwm eximium^ Eiul. exiyuuni, Eud. fruticosum^ Eud. atte-
nuatimiy Eud. laxum, Eud. gracile, Eud. tenellum, Eud.
cocJdeatuni und Bimeria Jiumilis. Die Gonophoren sind bei
der ersten und letzten Art den Polypenstielen, sonst, so-
weit sie zur Beobachtung kamen, dem Hinterende der Po-
lypenköpfchen angeheftet. Aus der Gruppe der Campa-
nulariden beschreibt Verf. als neu von Campanulariaden:
Obelia marginata, 0. longicyatha, Thyroscyphus (n. gen.)
ramosusj Canipanularia macroscyphus, von Lafoeiden: La-
foea venusta, L. tenellula^ L. convallaria, L. coalescens (eine
Form, die durch Verwachsung der Stämmchen ein unge-
wöhnliches Aussehen erhält), Cuspidella pedunculcda, 02)1 o-
rhiza (n. gen., wie Lafoeina Sars mit Nesselbecherchen am
Polypenstocke, den Nematophoren der Plumulariaden ver-
gleichbar) parv'ula^ von Haleciden: Halecium fdicula, U.
macrocephalum (mit fast sessilen Polypenzellen). Die Gruppe
der Sertularinen bereichert Verf. durch Cryptolaria con-
ferta (mit gruppenweise verwachsenen flaschenförmigen
Gonangien, die je ein Ei enthalten, wegen ihrer Aehnlich-
keit mit Coppinia aber nur fraglich ihrem Träger zuge-
rechnet werden), Cr. longitheca, Cr. alles und O. elegans
aus der Fam. der Grammariden, durch Sertularella conica,
S. ampJiorifera, S. Gayi var. rohusta^ Sertularia margi-
nata^ S. tumida, S. tubitheca, S. exigua, S. distans. Des-
moscyphus longitheca (mit Intcrnodieu , die regelmässig
zwischen zwei Polypenzellen sich einschieben, so dass die
ursprüngliche Genusdiagnose einer Modificatiou bedarf),
Thuiaria distans, TL plmmdifera, Th. pinnata, Th. sertu-
larioides aus der Fam. der Sertulariaden. Die Gruppe
schliesslich der Plumulariden enthält von neuen Formen:
Plumularia fdicula, PI. macrofJieca, PI. attenuafa, PI. me-
galocephala , PI. gcminata (mit paarweise angeordneten
in (1. Naturgesch. d, nied. Thiere währ. d. Jahre 187G — 1879. 705
Endzweigeu), Halopterisi (n. gen.) carinata (eine Form,
die Dach unsenii Verf. iusoferu den Uebergang von Plu-
mularia zu Aglaopheuia repräsentirt, als sie der letztern
durch die mit den Polypenzellen verwachsenen paa-
rigen Nematophoren, der erstem aber durch die Mehr-
zahl der zwischen den Internodien stehenden Nematopho-
ren sich anschliesst), Antcmmlaria simplex, Antenno])sis
(n. gen., durch den bloss einfachen Canalraum im Stamme
von Antennularia verschieden) hippiiris^ HippureUa (n.
gen., mit Charakteren, die es sowohl Plumularia, wie An-
tennularia und Antennopsis annähern) anmdata, Mono-
sfaechas (n. gen.) äichotoma (eine Form, die bei mancher
Aehnlichkeit mit Pium. Catharina durch die Eigenthüm-
lichkeiten ihrer Ramification von allen übrigen Plumula-
riaden abweicht), AnteneUa (n. gen., ausgezeichnet da-
durch, dass die Fiedern keinem Stamm aufsitzen, sondern
direct von dem Wurzelgeflecht entspringen) graciliSj Aglao-
phenia ramosa, A. rhynchocarpa^ A. loplwcarpa^ A. apo-
carpa, A. gradlis^ A. rigida, A. distans (mit offenen Cor-
bulae, deren Rippen an der Basis noch gewöhnliche, wenn-
gleich etwas kleinere Polypenzellen tragen und sich da-
durch ganz unverkennbar als modificirte Fiedern zu er-
kennen geben), A. sigma, A. hispinosa (mit Corbulae, die
im Wesentlichen denen von A. distans gleichen), A. con-
strida, A. 2)er2msilla (die kleinste der bis jetzt bekannten Plu-
mulariadeu, mit Internodien, welche vorn je in einen Zahn-
fortsatz sich ausziehen — in einer Nachschrift giebt Verf.
an, dass er nachträglich noch eine zweite sehr ähnliche
Form aus dem Golfe von Mexiko kennen gelernt und A.
lote - carinata genannt habe — ), Gladocarpus (von Macro-
rhynchia Kirchenp. dadurch verschieden, dass die an Stelle
der Corbulae vorhandenen Fruchtzweige — All mann
benennt sie Phylactogonien und betrachtet sie als zweig-
artig ausgewachsene Nematophoren — gewöhnlichen poly-
pentragenden Aesten aufsitzen) dolichothcca, Gl. ventricosus,
(beide mit hirschgeweihartig verästelten Fruchtzweigen,
welche die weiter unterhalb ansitzenden Gonangien be-
decken), Gl. paradisea (mit gefiederten Fruchtzweigen, de-
nen die Gonangien direct aufsitzen), Halicornaria speciosa.
706 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Die Genusbezeichnung Halicornaria möchte Verf. für solche
Plumulariaden beibehalten wissen, welche den allgemei-
nen Typus von Aglaophenia besitzen, aber weder Corbu-
lae, noch Phylactogonien haben.
Die vom Verf. neu aufgestellten oder emeudirten Ge-
nera werden folgendermaassen charakterisirt.
Thyroscyphus n. gen. e fam. Campanul. Hydrocaulus divi-
ded into iuternodes, each internode carrying a hydrotheca. Hydro-
thecae pedunculate; orifice closed by an operculum, which is formed
hy four converging valves, Gonosome not knowu.
Oplorhiza n. gen. e fam. Lafoen. Hydrothecae tubulär, pro-
vided with a floor and having the orifice cut into thin collapsible
Segments; borne by peduncles which spring from a creeping net-
work of tubes. Ilydrorhizal network carrying peculiar appendages
which are in the form of tubulär receptacles with an orifice in the
summit, and which euclose a granulär fleshy column, supporting a
Cluster of thread-cells. Gonosome not known.
Desmosci/phus AUm. (Char. emend.). Hydrocaulus joinled, each
internode corresponding to one or more pairs of hydrothecae. Hy-
drothecae adnate to one another in pairs, each pair adnate to the
aide of the hydrocaulus. Gonangia simple, borne along the front of
the hydrocaulus.
Halopteris n. gen. e fam. Plumul. Hydrosoma pinnate, i>lu-
mose; stem and pinnae divided into internodes. Hydrothecae ad-
nate to side of pinnae, unilateral. A pair of nematophores flanking
the hydrotheca, one on each side, and adnate to it. Mesial nema-
tophores two (or more), not adnate to the hydrotheca, fixed, mono-
thalamic, with an oblique aperture contiaued into a lateral slit. Go-
nosome not known.
Antennopsis n. gen. e fam. Phimular. Stem jointed, sen-
ding off scattered jointed ramuli which carry the hydrothecae. Hy-
drothecae with entire margin, unilateral, associated with a pair of
movable supracalycine nematophores and with a movable azygous
nematophore borne along the hydrothecal side of the ramuli. Go-
nangia not protected by corbulae or other appendages,
Hippurella n. gen. e fam. Plumular. Hydrocaulus bran-
ched, ultimate ramuli pinnate on the proximal portion of the bran-
ches, but distributed on all sides towards their distal extremities.
Hydrothecae borne on the ultimate ramuli, iinilateral, with entire
margin, associated with a pair of supracalycine nematophores, and
with azygous nematophores along the hydrothecal side of the ra-
mulus. Gonosome not known.
Monostäechas n. gen. e fam. Plumular. Stem branched;
in (1. Natnrgesch. d. nied. Thiern währ. d. Jahro 187r.~1879. 707
hydrotliecal ramuli confined to one side of their aupporting bran-
ches. Hydrothecae unilateral, vvith entire margin, associated with
a pair of supracalycine uomatojdiores, and with free mesial nema-
tophores. Gonangia not contained in oorbulae, or connected with
special branches.
Änteneila n. gen. e fam. Plumul. Hydrocanlns consisting of
simple stems, which spring frora a congeries of tubulär filaraents;
stems divided into interuodes, destitute of pinnae and directly bea-
riug the hydrothecae. Hydrothecae with entire margin. Nemato-
phores free and movable. Gonosome not known.
Cladocarims Allm. (Char. omend.) Hydrosoma pinnate, plu-
raose. Nematophores fixed; supracalycine uematophores one on each
aide of the orifice of the hydrotheca; mesial nematophores either
adnate to the front of the hydrotheca or free. Gonangia not inclu-
ded in corbulae, but 1)orne ou the sides or at the base of special
protective branches which are appendages of the pinnae.
Im Busen von Mexico zeigt die Hydroideiifauna
des Golfstromes nach den Mittheilimgeu, welche Clark
über die von Agassiz darin gesammelten Objecte macht
(Bullet. Museum comparat. Zoology at Harvard College
Vol. V. N. 10 p. 239-252 PL I -V) eine grosse Aehnlich-
keit mit derjenigen, welche Pourtales in dem Atlantischen
Theile dieser gewaltigen Meeresströmung aufgefunden hat,
wie schon daraus hervorgeht, dass von den daselbst beob-
achteten 26 Arten die Hälfte von AI Im an in der voran-
stehend angezogenen Abhandlung beschrieben sind.
Unter den übrigen 18 Species aber linden sich nicht we-
niger als 10, die für die Wissenschaft neu sind, darunter
eine, die den Typus eines neuen Plumulariadengenus (Nc-
matophorns) darstellt. Von Gymnoblasten kamen überhaupt
nur drei Arten zur Beobachtung, darunter eine nicht be-
stimmbare Tubularia. Ausserdem Pennaria symmetrica n.
und Enäendrmm disfichum. n. Die neuen Calyptoblasteen
werden unter folgenden Namen aufgeführt und beschrie-
])en : Camxmmäaria coronata, Ohdia hyalina, Lafoea rolmsta,
L. scrrata, Sertularia complexa, Phimiäaria gracilis, Cla-
docarpns tenuis, Nematophorus (n. gen.) grandis. Die-
selben stammen grossentheils aus einer Tiefe von 100
— 500 Faden. Das neue Genus schliesst sich durch Ha-
bitus und Bildung seiner Polypenzellen resp. deren Ver-
708 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
bindung mit Nematotheken an Aglophenia an, unterscheidet
sich aber von allen sonst bekannten Formen durch die
Anwesenheit einer eigenthümlichen ovalen Zelle an der
Basis der Fiedern und zweier direct an den einzelnen
Stammgliedern ansitzenden Nematotheken. Die Nemato-
phoren laufen in eine Anzahl von vier tentakelartigen
Fäden aus.
Nematophorus n. gen. Hydrosoma piunata, plumose; stem
and pinnae divided into internodes. Hydrotheca adnate to the pin-
nae, nnilateral. A peculiar rounded process at the base of each
pinna, with a small opening on the median line near the inner or
proximal end.Supra-calycine, mesial, and caulice nematophores present.
In seinen j,descriptions of new and rare species of
Hydroids from the New England Coast" (Transact. Con-
necticut Akad. T. III. p, 57—66 PI. IX u. X) zählt der-
selbe zwölf Species auf, deren grössere Zahl neu ist: Ohc-
lia Inscuspiäata^ Oh. bidentata, Campanularia pygmaea, Go-
'^lothyraea tenuis, Opercularella pwnila, Haleckim articulosum^
Sertularia argentea AI. var. dwaricata, Plumnlaria VerrüUi.
Aus der schon mehrfach angezogenen Fauna des
Forts Macon werden von Elliot Coues und Jarrow
(nach Verrill's Bestimmung) zwei neue Hydroiden be-
schrieben: Campanularia carolinensis und Sertularia (Desmos-
cyphus) ÄcJiilleae. Proceed. Acad. Philad. 1878 p. 307 u. 308.
Clark behandelt weiter (1. c. p. 249—265 PL XXXVIII
— XLI) „the Hydroids of the pacific coast of the united
States south of Vancouver Island, with a report upon those
in the museum of Yale College" mit Beschreibung und Ab-
bildung von 16 Arten, unter denen als neu aufgeführt wer-
den: Bimeria (?) grarilis, Tuhularia elegans, Campanularia
erecta^ C. cylindrica, C. fusiformiSj Sertularia anguina var.
robusta. Die Gesammtzahl der zwischen San Diego und
Vancouver Island (auf eine Strecke von 1300 engl. Meilen)
bisher beobachteten Arten wird auf 24 geschätzt, während
die Küste von Neuengland, obwohl sie nur etwa 100 Mei-
len lang ist, deren mehr als fünf Mal so viel aufweist.
Unter den von Smith und Harger an der St.
Georgs Bank gedredgten Hydroiden (Transact. Connecticut
Akad. T. III. p. 53) finden sich keine neuen Arten. Eben-
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiore währ. d. Jahre 187G— 1879. 709
sowenig unter den übrigen von dort aufgezählton Coelen-
teraten.
Weiter erhielten wir von Clark einen ,,report on Hy-
droida of Alaska and the Aleutian Islands" (Proeeed. Philad.
Soc. 1876 T. III. p. 209—235 PL VII— XVI), in welchem
derselbe 41 Arten (37 Thecophoren) mit 21 neuen be-
schreibt, die unter den nachfolgenden Bezeichnungen aufge-
führt werden: Campanularia denticulata, C. circulay C. tur-
gida, C. comprcssa, C. speciosa^ C. iirceolata, Halecium (?)
plunmlarioideSj II. scutmn, Sertidaria similiSj S. ciipressoides,
S. variahiliSj S. inconstans^ S. tJiuiarioides^ Sertidarella ro-
husta, S. pinnatttj Thuiaria cylindrica^ Th. rohusta, Th. plii-
mosa^ Th. turgida, MacrorhyncJiia Dallii, Bhizonema (n.
gen.) corneum, Tuhularia hasaliSy Eudendrium pygmaeum.
Als einen fast durchgehenden auffallenden Charakter dieser
Formen hebt Verf. die ungewöhnliche Grösse derselben
hervor, besonders der Campanulariaden. Das Genus Rhi-
zonema repr'äsentirt eine so eigenthümliche Form, dass
Verf. darauf hin eine eigene Familie der Rhizonemiden
aufstellt, die den Athecathen zugehört und sich ebenso-
wohl durch die Anwesenheit mehrerer Hunderte fadenför-
miger Wurzelfasern an den solitären Polypen, wie durch
den Besitz von zweierlei Tentakeln auszeichnet, von denen
die des Innern Kranzes verästelt sind.
J)\2ign. gQn. n.Bhizonema C\. Polypes solitary, unconnected.
Basal portion of the polypite swollen, mamillate, with the thread-
like processes for attachment developed therefrom.
Unter den von Ver rill und Smith in demVinegard-
Sund aufgefundenen zahlreichen Hydroiden (Report u. s. w.
p. 431—445) werden als neu aufgeführt: Halecium glaciale
und Plumularia tenella.
Winther giebt in der Naturhistor. Tidssk. 1879 (Bd.
XII p. 223—278) eine Zusammenstellung der sowohl an
den dänischen Küsten, wie bei den Faröern und Island
aufgefundenen Hydroiden. Von den erstem werden 56,
von den andern 40 Arten aufgeführt.
All man beschreibt (Annais and Mag. nat. history
Vol. XVII p. 103-115. Philos. Transact. Vol. 168 p. 282
—285 PL XVni) die während der Englischen Venusexpe-
dition auf den Kergueleu aufgefundenen Hydroiden, die
Archiv für Naturg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. W
710 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sämmtlich neu sind und unter nachfolgenden Namen aufge-
führt werden: SerUdarella unüateralis, S. lagena,, Halecium
mutüumj Campanularia (?) cylindrica, Hypanthea (n. gen.)
repens und Coryne (?) conferta. Das neue Gen. Hypanthea
besitzt Polypen, welche sich nicht zurückzuziehen vermö-
gen, und wird folgendermaassen charakterisirt.
Hypanthea AUm. e fam. Campaniilar. Hydrothecae pedun-
culate, inoperculate, with walla euormously thickened and so far
enchroaching upon the cavity as to render impossible the complet
retraction of the hydranth. Gonang-ia inclosing fixed sporosacs.
Ebendaher beschreibt Studer später noch TuUdaria
(?) Jcerguelensis n. und Hydractinia antarctica n., Arch. f.
Naturgesch. 1879 Th. I. S. 120.
Coughtrey veröffentlicht in den Annais nat. history
Vol. XVII p. 22—32 PI. III) „critical notes on the New-
Zealand Hydroida, suborder Thecaphora" und liefert darin
eine Revision der von Hutton und ihm selbst (J.B. 1871/74
S. 438) mit unzureichenden Hülfsmitteln beschriebenen
Arten. Beiläufig erwähnt er auch einer auf Neu -Seeland
lebenden Hydra mit 7 deutlich geringelten und an den Rin-
geln gezackten Armen, sonst aber der H. viridis nicht un-
ähnlich. Die Bemerkungen des Verf.'s betreffen folgende
Arten: Obelia geniculata Linn., 0. pygmaea n. sp., Cam-
panularia bilabiata Cought., C. integra (?) Hutton, Hale-
cium delicatidum n. sp., Sertularella Johnstoni Clray, Sert.
subpinnata und Sert. delicatula Hutt, Sert. simplcx Hutt.,
Sertularia bispinosa Gray, Sert. ramulosa Cought., S. tri-
spinosa Cought., S. abietinoides Gray, S. fusiformis Hutt.,
S. pumila n. sp., (= Synthecium gracile Cought.), S. ele-
gans Allm., Hydrallmania (?) hicalicula n. sp., Diphasia
(?) moniliferaHutt., Thuiaria subarticulata Cought., Anten-
nularia antennina Auct., Aglaophenia pennatula Cought.
(verschieden von A. pennatula Hincks), A. Huttoni und
A. invisa Cought., Plumularia simplex Cought.
Auch von d'Arcy W. Thompson erhielten wir eine
Abhandlung „on some new and rare hydroid zoophytes
from Australia and New Zealand" (ibid. Vol. III. p. 97 —
114 PL XVI -XIX) mit Beschreibungen von 20 verschie-
denen Species aus den Familien der Sertulariaden und
in (1. Natuigesch. d. nied. Thiero wiilir. d. Jahre 187G— 1S79. 711
Thuiariiden, unter denen als neu aufgeführt werden : ^Ser-
tulardla neglecta Australien, S. cxigua Neu-Seeland, S. sp.?
Australien, S. raniosa Neu-Seeland, Serhäaria flexüis Austra-
lien, S. flosculus Australien, S. sp.? St. Vincent, S. pul-
chella (vielleicht = ;S'. hicnspida Lam., Georgetown), S.
insignis Georgetown, Thuiaria amhigua Neu-Seeland, Peri-
cladium novae-Zelandiae. Die Neuseeländischen x\rten sind
fast durchweg von den Australischen verschieden.
Mereschowsky gibt in seinen „Studies on the Hy-
droida" (Annais and Mag. nat. hist. Vol. L p. 322—340
PL XIII) eine Zusammenstellung sämmtlicher im weis-
sen Meere und an der benachbarten Küste von ihm auf-
gefundenen Arten. Es sind deren nicht weniger als 22,
darunter eine Hydra (H. oligactis n. aus dem Süsswasser)
und 10 nackte, die übrigen zur Gruppe der Thecophoren
gehörig. Der Gesammtcharakter ist ein borealer, wie schon
die vollständige Abwesenheit von Plumulariaden beweist,
und das in einem noch höhern Grade, als es für die Fauna
von Norwegen gilt. Für die Annahme eines Zusammen-
hangs mit der Ostsee ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte,
wie das schon von Grimm in einer russisch geschriebenen
Abhandlung „über die Fauna des baltischen Meerbusens
und deren Ursprung" (Petersburg 1877) hervorgehoben ist,
wohl aber stellen sich manche Beziehungen zu der Fauna
des nördlichen stillen Oceans heraus, so dass es den An-
schein gewinnt, als sei das weisse Meer in faunistischer
Hinsicht ein Theil des circumpolaren Gebietes. Ak neu
beschreibt Verf vier Species: Oorhiza (n. gen.) horealis,
Leptoscyphtis Grigorieivi, Sertularia alhimaris^ Folyserias
(n. gen. mit Polypenbechern , die in Wirtein von 6 und
mehr angeordnet sind) Hinclcsii (verschieden von P. mira-
bilis, die Verf. früher als P. Hincksii bezeichnete).
Diagn. gen. n. Oorhiza. Hydrorhiza a continuous layer con-
ßisting of a mass of anastomosing tubes, covering the shells of Ga-
steropods. From its surface rise spines and sexual and nutritive
individuals. Trophosome cyliudrical, with a single whorl of filiform
tentacles. The sporosacs rise directly from the hydrorhiza, without
the Intervention of blastostyles. (Mit Hydractinia nahe verwandt.)
Schon früher hatte derselbe (1. c. Vol. XX. p. 220—
712 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
229 PI. V u. VI) aus dem weissen Meere eine sehr eigen-
thümliche, der Gruppe der Athecata zugehörige Hydroiden-
form beschrieben, die auf Tellinenschalen nahe den Si})ho-
nen lebt und durch die Einzahl ihrer Tentakel in auffallender
Weise sich auszeichnet. Verf. benennt dieselbe als Meno-
hrachium (n. gen.) parasitum und glaubt darin den Re-
präsentanten einer eigenen Familie zu erkennen. Die Diag-
nose des neuen Genus wird folgendermaassen festgestellt.
Menobrachium Meresch. Hydrorhiza consisting of a continu-
ous expansion, not composed of a mass of anastomosing stolonic
tubes; hydranth cylindrical, trimcated above, with a single filiform
tentaole, placed higher than the middle of body. Gonophores with-
out blastostyles ; medusiform planoblasts; medusa with fonr radia-
ting canals, sixteen tentacles and eight well-developed generative
sacs, two from each radiating caual.
Verf ist übrigens keineswegs geneigt, die Einzahl
der Tentakel für etwas Ursprüngliches zu halten, sondern
sieht darin nur das Zeichen einer Verkümmerung, die
durch die Lebensweise des Polypen und die damit zu-
sammenhängende Erleichterung der Nahrungszufuhr bedingt
sei. In dem Umstände, dass auch der mit nur zwei
Tentakeln versehene Lar sabellarum ein parasitäres Leben
führt, findet er eine Bestätigung seiner Ansicht. Diese
Zweizahl der Tentakel glaubt Verf. übrigens als die Grund-
zahl bei den Hydroiden (und den Coelenteraten überhaupt)
ansehen zu dürfen, aus der sich dann erst durch Multi-
plication ein höherer Numerus entwickelt habe.
Eine neue Sertulariade {Sertularia alhimaris) besitzt
an Stelle der isolirten Wurzelfäden eine durch deren Ver-
schmelzung entstandene Platte.
Nach Norman ist die von Mereschkowsky hier
erwähnte Polyserias Hincksii mit Diphasia mirabilis Verr. iden-
tisch. Das Genus Polyserias selbst fällt mit Selaginopsis
Allm. zusammen, einem Genus, das, wie Pericladium, einen
durchaus arctischen Charakter trägt und nach unserm Verf.
drei Arten, Sei. fusca Auct., ;S. Allmanni (= Sei. fusca
Allm.) und Sei. mirabilis enthält („Note on Selaginopsis
and on the circumpolar distribution of certain Hydrozoa'^
Ann. nat. bist. Vol. I. p. 189—192).
in d. Naturgesch. d. nied. Tliierc währ. d. Jahre 187ü— 1879. 713
Auch Mereschkowsky überzeugt sich von der Iden-
tität seines Genus Polyscrias mit Selaginopsis Allm., glaubt
demselben jetzt aber auch das Gen. Pericladium zurechnen
zu müssen. Gleichzeitig beschreibt Verf. noch eine Anzahl
neuer, hierher gehöriger Arten aus dem nördlichen stillen
Ocean, Formen, welche weiter den Nachweis liefern, dass
die Gonophoren in sehr wechselnder Zahl, bis zu zehn,
um den Stamm sich vertheilen. Wo die Zahl eine
grössere ist, da haben die Gonophoren eine deutlich spi-
ralige Anordnung, welche Verf. durch die Annahme einer
Spiraldrehung des Stammes erklären möchte. Die neuen
Arten tragen die Bezeichnungen Selaginopsis triserialis
Kamschatka, Sei. pinnata von unbekanntem Fundort, Sei.
pacifica Metschigman-Bay, Sei. thuja Nordmeer, Sei. oclio-
tensis, Sei. decemserialis Nordmeer. Die Zahl der bis jetzt
überhaupt bekannten Arten steigt durch sie auf 11, zu
deren Unterscheidung Verf. eine analytische Tabelle an-
fügt. Zum Schluss seiner Abhandlung (on new Hydroida
from the north pacific ocean, ibid. Vol. IL p. 433 — 451
PL XVI u. XVII) entwirft Verf. noch die Beschreibung
von Sertularia compressa n. und Sertularella Clarkii n.,
beide gleichfalls aus dem Nordmeere.
Hincks „Contribiitions to the history of the Hydroi-
da" (Ann. and Mag. nat. history, Vol. XIX p. 148—152
PI. XII) enthalten eine Beschreibung von Plumularia
siliqiiosa n. sp. Guernsey und Perigonimus (?) nutans n.
sp., sowie Bemerkungen über Podocoryne carnea Sars,
Acharadria larynx T. S. Wrght und Lafoeina tenuis Sars.
Die erstere erweist sich darnach als kaum minder polymorph,
als Hydractinia echinata, da sie ausser den Spiralanhängen
noch Tentakelfäden besitzt, die beide als Homologa der
Polypen erscheinen. Bei Acharadria besitzen die Polypen
in Folge der weichen und nachgiebigen Beschaffenheit des
Skelets eine ungewöhnliche Beweglichkeit.
Armstrong liefert eine Beschreibung und Abbil-
dung folgender neuen Hydroiden der Ostindischen Küste:
Lafoea elongata, Halicornaria setosa, H. plumosa^ Himaria
compressa, Antennella Allmannij Sertularella rigostty Des-
moscyphus hunülis und Eudendrmm ramosum. Die letztere.
714 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die einzige nackte Form, unterscheidet sich von den ver-
wandten dadurch, dass ihre Gonophoren von Polypen mit
verkümmerten Tentakeln aufgeammt werden. Journ. Asiatic
Soc. Bengal. 1879 p. 98 mit 4 Tafeln.
Verrill berichtet über drei neue Arten des Gen. Clado-
carpus von der nordamerikanischen Ostküste: Cladocarpus
Pourtalesiij Gl, cornutus und Gl. speciosus (Amer. Journ.
arts and sc. Vol. XVII p. 309—311).
M. Sars beschreibt in der Fauna littoralis Norvegiae
(Heft III S. 28—32 PI. II Fig. 37—43) einen kleinen zur
Familie der Atractyliden gehörigen Hydroidpolypen mit
sessilen Geschlechtsthieren, welche einzeln dem auf Tubu-
laria indivisa hinkriechenden Stamme aufsitzen und in
beiden Geschlechtern eine sehr reducirte medusoide Bil-
dung haben. Die weiblichen Gemmen, die immer nur be-
sondern Colonieen angehören, enthalten 8 — 10 Ovula. Verf.
gibt seinem Polypen den Namen JR/^^^öra^^wm roseum und
charakterisirt das neue Genus wie folgt.
Gen. n. JRhizoragi um Sars. Polyparium corneum e tubulo ra-
moso repente et surculis polypiferis de illo surgentibus, singulis
erectis filiformibus, non ramosis constans. Capitula auimalium cla-
vata seu fusiformia, non retractilia, medio tentaculis filiformibus
uniserialibus circumdata; ore in proboscide prominente terminali.
Gemmae medusinae singulae sessiles, nunquam caducae, globosae seu
ovatae, breviter pedicellatae, absque ore et cirris marginalibus, non
in capitulis animalium, sed e tubo repente enascentes, in aliis co-
louiis omnes niasculae, in aliis femineae.
Nach Clark (a newlocality for Cordylophora, Amer.
Natural. Vol. XII. p. 232) findet sich die Cordylophora
auch in Nordamerika.
Die Beschreibung, welche M. Sars in dem dritten
Hefte der Fauna littoralis Norvegiae (p. 23—28 PI. II)
von der Myriothela phrygia gibt, bleibt insofern hinter
unsern heutigen Kenntnissen zurück, als darin der von
All man (vergl. Ber. 1875 S. 417) entdeckten merkwürdigen
Oophoren keine Erwähnung geschieht. Ob die von Sars
beobachteten zwei Exemplare derselben Art angehören
dürfte überdies zweifelhaft sein, indem die Geschlechts-
gemmen bei der einen traubenförmig zusammengruppirt,
bei der andern aber einzeln sind oder höchstens zu zweien dem
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 715
Stamme anliegen. Der Verf. selbst sieht in diesem Unterschiede
nur Altersdifferenzen, da die Gemmen im ersten Falle nur
klein und wenig entwickelt waren. Die Gemmen des
zweiten Thieres enthielten einen bereits völlig entwickelten
Embryo, der, wie inzwischen auch von Allman beob-
achtet ist, die Form einer Actinula hat und in dieser auch
nach der Geburt alsbald sich festsetzt. So lange er in
seiner Mutter verweilt, soll er der Mundöffnung entbehren.
Die Genusdiagnose wird foldendermaassen festgestellt.
Myriothela Sars, Animal solitarir.m, nudum, cylindraceura,
appeiidicibiis cirriformibus liberis ab inferiore parte corporis exeun-
tibus et apice disciformi corneo alienis corporibus adnatis affixum.
Tentacula numerosa brevissimi apice globoso in parte corporis supe-
riore undiqiie sparsa. Os terminale. Animalia generationis (capsu-
lae sie dictae) numerosa, sessilia (nunquam decidua) globosa absque
ore, breviter pedicellata, singula, dupla aut in pedunculis arceraatim
conservata, in inferiore parte corporis sparsa. In hisce capsulis,
velut in Tubulariis qiiibusdara et Hydris, puUus evolvitur animali
nutrici similis globosus seu ovalis, tentaculis cylindricis, apice glo-
boso undique sparsis ornatus.
Eine mit Myriothela (und Acaulis) verwandte Hydroi-
denform wird von Verrill unter dem neuen Genusnamen
Blastothela beschrieben. Es ist vermuthlich dieselbe, welche
in der eben erwähnten Fauna littor. Norvegiae der Myrio-
thela phrygia zugerechnet wird und durch die isolirten Gono-
phoreu ausgezeichnet ist (Amer. Journ. Vol. XVII p. 374).
Verf. gibt seinem Polypen, der sich von Acaulis vor-
nehmlich durch den Mangel der Blastostylen, von Myrio-
thela durch den der basalen Tentakel unterscheidet, fol-
gende Diagnose:
Blastothela Verr. Body elongated, sessile, attached at base
by slender, simple, root-like processes; a circle of slender tentacles
near the base; above this are many stout simple processes (blasto-
ttyles), which bear the small sexual zooids (gonophores) on their
sides ; upper portion of body elongated, covered with small capitate
sentacles. Bl. rosea n. sp.
Was M. Sars in der Fauna littoralis Norvegiae (I.e.
p. 1—68 PL I und II) über das Genus Corymorpha und
die dahin gehörigen vier Arten (C. nutans Sars, C. Sarsii
Hinkö, C. annulicornis Sars, C. glacialis Sars) mittheilt,
stimmt in allen Punkten mit den Angaben tiberein, welche
716 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der Verf. schon früher (vergl. Bericht 1860 S. 313) über
diese interessanten Polypenformen gemacht hat. Durch
die zum ersten Male hier beigefügten Abbildungen erhält
die Reproduction jedoch ihren besondern Werth. x\uch
die vermuthlich zu einer der drei erstgenannten Arten als freie
Geschlechtsgeneration gehörende Steenstrupia globosa Sars
(vergl. denselben Bericht S. 316) — die Cor. glacialis hat
sessile Geschlechtsthiere — findet a. a. 0. (S. 20) Be-
schreibung und Abbildung. Nach Hacke 1 ist übrigens
die C. nutans Sars von der englischen gleichnamigen Art,
die derselbe auf Helgoland beobachtete, verschieden. Die
Meduse der erstem Form ist, wie die von C. annulifor-
mis ein Hybocodon {H. nutans^ H. annuliformis)^ die der
Cor. nutans Hincks eine Steenstrupia {St. galanthus H.).
Vergl. System der Medusen Th. I S. 35 u. 31.
V. Willemoes-Suhm berichtet (Ztschr. f. wissensch.
Zoologie Bd. XXVII S. CV) von einem im Stillen Ocean
gefischten Corymorpha-artigen Polypen mit zahlreichen Gono-
phoren, der nicht vs^eniger als 7 Fuss 1 Zoll maass.
Von besonderem Interesse ist die Entdeckung eines
zumeist mit Pennaria verwandten solitären Hydroiden (Tia-
rella singularis)j die wir Fr. E. Schulze verdanken. Es
ist ein etwa 2 mm langes keulenförmiges Tbierchen, das
von einer Gallertscheide umhüllt wird und mit seinem
schlanken Stiele in der Bai von Muggia auf Cystosira-
büscheln aufsitzt. Das Vorderende trägt drei Wirtel ge-
köpfter Tentakel, einen adoralen, einen intermediären und
einen basalen Fühler , die nach unten an Länge und
Zahl (von 4—14) zunehmen. Die Geschlechter sind ge-
trennt, doch kamen dem Verf. nur männliche Gonophoren
zu Gesicht, einfache sackartige Ausstülpungen der Leibes-
wand, die in geringer Zahl zwischen dem mittleren und
dem basalen Armwartel ansassen. Das Merkwürdigste aber
besteht darin, dass unser Polyp auch abfallende Knospen
erzeugt, wie das bei Meereshydroidpolypen bis jetzt noch
nicht beobachtet ist. Dieselben entstehen in geringer An-
zahl unter dem basalen Armwirtel, und zwar gleichfalls
als locale Aussackungen der Leibeswand, welche allmäh-
lich sich strecken und mit Tentakeln besetzen, ja selbst ge-
iu d. Naturgescb. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 717
legeutlich schon vor der Abtrennung die Anlagen der spä-
tem Gonophoren bilden. Statt des Stieles besitzt der
Knospensprössling Anfangs eine knopfförmige Basalscheibe,
deren Ectodermzellen ein klebriges Secret liefern, mittels
dessen derselbe sich festsetzt, um dann durch Auswachsen
des zunächst sehr kurzen Verbindungsstückes zwischen
Scheibe und Köpfchen die spätere Bildung anzunehmen.
(Tiarella singularis, ein neuer Hydroidpolyp, Ztschft. für
wissensch. Zoologie Bd. XXVII S. 403-416 Taf. XXIX
u. XXX.)
Asper handelt über „die Hydra der Limmat" (Hydra
fusca), beschreibt deren Bau und Lebensweise, und hebt
dabei u. a. die Thatsache hervor, dass dieselbe constant
zweigeschlechtlich sei. Vierteljahrschrift der naKirf. Ge-
sellsch. in Zürich 1879 Bd. XXIV. p. 115—120.
Nachdem bereits in unserm letzten Berichte bei Ge-
legenheit des AI Im an 'sehen Stephanoscyphus der Arbeit
'gedacht ist, welche Fr. E. Schnitze über die damit an-
scheinend identische „Spongicola fistularis" veröffentlicht
hat (Arch. für microscop. Anat. Bd. XIII p. 795—817 Taf.
XLV— XLVII), können wir uns hier mit einem Hinweis
auf dieselbe um so eher begnügen, als wir schon damals
die wichtigsten Differenzpunkte zwischen beiden Forschern
hervorgehoben haben. F. E. Schulze erklärt den be-
treffenden Polypen für die Scyphistomaform einer acra-
spedoten Meduse, bemerkt aber zugleich, dass die Natur
derselben erst nach Erforschung des ganzen Zeugungs-
kreislaufes mit Sicherheit festgestellt werden könne.
Anders bekanntlich Claus, der (s. S. 632) den Ste-
phanoscyphus als einen Hydroidpolypen in Anspruch nimmt.
Unter den von Jeffreys in der Davis-Strasse gesam-
melten Hydrozoen findet Allman (Proceed. roy. Soc. Vol.
XXV. p. 223) die Ueberreste einer zweiten Stephanoscy-
phusart.
Haacke verspricht in einer demnächst erscheinenden
Arbeit den Nachweis zu liefern, dass sich bis jetzt nur
zwei nicht grüne Hydra- Species mit Sicherheit unterschei-
den lassen, eine H. Trembleyi n., bei der die Tentakel
sämratlich gleichzeitig an der Knospe erscheinen, und eine
718 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
H. Roeselii, die zunächst nur zwei gegenständige Tentakel
besitzt, zwischen denen dann die übrigen Knospen einzeln
zum Vorschein kommen. (Zoolog. Anzeiger, Jahrg. II.
S. 622),
Carter knüpft an die Beschreibung einer neuen Hy-
dractinia vom Cap Palmas, die sich durch den Besitz eines
massiven Kalkskelets vor den bis jetzt bekannten Arten
auszeichnet {H. calcarea), eine Darstellung der fossilen,
gleichfalls nach Verf. kalkigen H. pliocena Allm. und H. Vi-
caryi aus dem obern Grünsand, und versucht schliesslich den
Nachweis, dass die bisher für Sandforaminiferen gehalte-
nen Parkeria und Loftusia, welche in ihrem Innern einen
Kern von Fremdkörpern einschliessen, und ebenso auch
die bisher den Schwämmen zugerechnete Stromatopora im
Wesentlichen gleichfalls den Bau der Hydractienskelette
besässen. (On the close relationship of Hydractinia, Par-
keria and Stromatopora , Ann. and Mag. nat. bist. Vol.
XIX p. 44-76 PL III.)
In einem spätem Aufsatze beschreibt derselbe ausser
einer recenten neuen Hydractinie mit zweigartigen Erhe-
bungen des chitinigen Skelets (H. arhorescens auf einem
polynesischen Buccinum) eine gleichfalls neue fossile Kalk-
hydractinia (H. Kingii), an die er sodann eine Darstellung
des Skeletbaues von Millepora alcicornis und M. Wood-
wardii (sp. fossil.) anknüpft, um auf Grund der dabei ge-
wonnenen Resultate die verwandtschaftlichen Beziehungen
von Stromatopora mit den Hydroiden noch weiter zu be-
gründen. (On new species ofHy dractinia, recent and fossil,
and on the identity in structure of Millepora alcicornis
with Stromatopora, ibid. Vol. I p. 298—311 PI. XVII.)
Andererseits hat Dawson dagegen (ibid. Vol. IL p.
28—30) durch erneute Untersuchung von Stromatopora die
Ueberzeugung gewonnen, dass letztere von Millepora weit
verschieden sei, wohl aber mit Eozoon und Loftusia eine
gewisse Verwandtschaft besitze.
Der Widerspruch D a w s o n's veranlasst Carter
zu einer erneuten Untersuchung, durch deren Resultate er
in seiner Ansicht noch weiter bestärkt wird. Und das um
so mehr, als er in Caunopora eine förmliche Zwischenform
iu d. Naturgesch. d. nicd. Thicrc währ. d. Jahre 1876—1879. 719
zwischen Millepora und Stromatopora kennen gelernt hat.
(Ibid. p. 304—324.) Später gewinnt er über die Natur von
Caunopora insofern freilich eine andere Ansicht, als er
darin — mit Roemer und v. Rosen ~ eine auf hornigen
oder kalkigen Hydroidpolypen wachsende und diese um-
schliessende Stromatopora zu erkennen glaubt. („On the
mode of growth of Stromatopora, including the commen-
salism of Caunopora", ibid. Vol. III. p. 101 — 106).
Schliesslich veröffentlicht Carter (ibid. Vol. IV. p.
253—265 PI. XV) noch eine Abhandlung „on the structure
of Stromatopora", in welcher er die Frage nach der natür-
lichen Stellung dieses merkwürdigen Fossils nochmals er-
örtert und weitere/Anhaltspunkte für die früher schon aus-
gesprochene Ansicht findet, dass Stromatopora nicht zu
den Schwämmen gehöre, sondern zumeist mit Millepora
und Hydractinia verwandt sei.
Zittel (ibid. 1877 Vol. XX p. 516) u. Steinmann
(über fossile Hydrozoen aus der Familie der Coryniden,
Palaeontographica 1877. IV. F. Bd. I. S. 101—124, Tab.
XII— XIV) schliessen sich in Betreff der systematischen
Stellung sowohl von Stromatopora.. wie von Loftusia und
Parkeria der Auffassung von Carter an. Steinmann
bereichert zugleich unsere Kenntnisse von den fossilen
Kalkcoryniden durch eine Anzahl neuer meist mit Loftusia
und Parkeria verwandten Formen (Sphaeradinia, Ellips-
adinia, Cijlindrophasma^ ForospJiaera).
Anders Nicholson und Murie, die auf Grund ihrer
Untersuchungen gegen die Zusammenstellung der Stromato-
poren und Hydrozoen eine Reihe von Gründen geltend
machen und mehr geneigt sind, die erstem bis auf Weiteres
wenigstens den Schwämmen zuzurechnen. Allerdings müssten
sie hier wegen der compacten Bildung ihres Kalkskelets
eine besondere jetzt nicht mehr repräsentirte Ordnung
(Stromatoporoidea) bilden. On the minute structure of Stro-
matopora and allies (Journ. Linnaean society, Vol. XIV
p. 187-241 PI. I— IV).
Die Behauptung Nelson's (Ann. and Mag. nat. bist.
T. XVII p. 354—359), dass auch die Milleporinen nur mit
Unrecht den Hydroidpolypen zugerechnet würden, hat um
720 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
SO weniger Gewicht , als dieselbe durch den Hinweis auf
die Bildung der Polypeoköpfchen von Millepora alcicornis,
das Einzige, was Verf. zur Charakteristik dieser Formen
beibringt, in keinerlei Weise begründet ist. Jedenfalls
dürften die vier geknöpften Tentakel dieser Köpfchen eher
für, als gegen die Hydroidnatur sprechen. Die Existenz
eines zweiten und dritten Tentakelwirtels über dem ersten
glaubt Verf. durch die Annahme erklären zu müssen, dass
die alten Polypen von ihrem Lippenrande aus neue Spros-
sen getrieben hätten.
Durch Moseley sind übrigens inzwischen alle Zweifel
über die Natur der Milleporinen gehoben worden. Die in
ihren ersten Anfängen schon bei Gelegenheit des letzten
Berichtes von uns angezogenen Untersuchungen haben nicht
bloss die Richtigkeit der schon von Agassiz ausgespro-
chenen Behauptung bestätigt, dass die Milleporinen den Hy-
droiden zugehören, sondern weiter noch das unerwartete
Resultat geliefert, dass Gleiches auch von den Stylasteriden
gilt, und beide Gruppen in den wesentlichen Zügen ihres
Baues unter sich übereinstimmen. Das Bild der gewöhn-
lichen Hydroidpolypen lässt sich freilich nicht ohne Wei-
teres auf dieselben tibertragen; sie repräsentiren eine be-
sondere Modification des Hydroidtypus, eine Gruppe, für
welche Verf. die Bezeichnung Hydrocorallinae in An-
wendung bringt.
Die Beobachtungen über Milleporinen sind vornehmlich
an einer Art von Tahiti angestellt, die dem Verf. x\nfangs
neu schien, später aber als M. nodosa Esper (nach Mi Ine
Edwards synonym mit M. gonagra) erkannt wurde. („On
the structure of a species of Millepora, occurring at Ta-
hiti" Proceed. roy. Soc. T. XXIV p. 448 — 450, ausführ-
licher und mit Abbildungen veröffentlicht in den zugehö-
rigen Transactions 1877 p. 117—135 PI. II u. III). Das
Kalkgerüste besteht aus einer spongiösen Masse, deren
einzelne Theile einen lamellösen Bau besitzen und netz-
förmig von feinen Kanälen durchzogen sind, die mit den
grössern Sinuositäten zusammenhängen. Die Aussenfläche
zeigt zweierlei Calices, grössere und kleinere, von denen
die letzteren bei weitem die zahlreicheren sind und bei M.
in (1. Naturgechs. d, nied. Thiero währ. d. Jahre 1876—1879. 721
nodosa kranzförmig (zu 5—8) die erstem umgeben. Bei
andern Arten sind beiderlei OefFnungen unregelmässig über
den Polypenstock verbreitet. Eine jede dieser Oeifnungen
trägt einen retractilen Polypen. Auffallender Weise aber
sind die Polypen der grössern Calices von denen der kleineren
merklich verschieden. Die erstem sind kurze und dicke
Thiere mit Mundöffnung und einem Kranze von 4 — 6
geknöpften Tentakeln, vrährend die Polypen der kleinen
Calices nicht bloss weit schlanker und länger sind, son-
dern auch des Mundes entbehren, dafür aber mit einer
grössern Menge unregelmässig vertheilter Tentakel ver-
sehen sind. Die Körperwände enthalten kräftige Längs-
muskelzüge, die sich nach innen bis auf die Canäle ver-
folgen lassen, welche aus dem Ende des Leibesraumes
hervorkommen und nach allen Richtungen in die Hohl-
räume des Kalkgerüstes übertreten. Scheidewände und
Magenrohr fehlen, wie das bekanntlich bei den Hydroiden
allgemein der Fall ist. Die Aussenfläche sowohl des Ske-
lets, wie der Polypen ist mit einer Scheide von Ectoderm-
zellen bekleidet, die besonders im Umkreis der letztern
zahlreiche Nesselkapseln enthalten, durch Form und Grösse
nicht bloss, sondern auch durch die Beschaffenheit des
Nesselfadens verschieden von jenen, welche dem Tentakel-
ende inhäriren. Die entodermatische Auskleidung der Po-
lypen setzt sich direct in den Canalapparat fort und durch-
zieht das gesammte Netzwerk bis in die feinsten Zweige,
die zum Theil sogar vollständig mit den Elementen der-
selben erfüllt sind. Das Letztere gilt namentlich von
dem peripherischen Gefässnetze, welches unterhalb des
Ectoderms hinzieht und in eine anscheinend homogene Sub-
stanzmasse eingelagert ist. Geschlechtsproducte Hessen sich
leider nicht auffinden.
Glücklicher in dieser Hinsicht war Verf. bei den Styl-
asteriden, deren Organisation er bei einer ganzen Reihe
verschiedener Arten zu verfolgen im Stande war (on the
structure of the Stylasteridae, a group of the hydroid stony
corals, Proceed. roy. Soc. Vol. XXV p. 93—101, ausführ-
licher und von Abbildungen begleitet Transact. royal Soc.
1878 p. 425-503 PL 34—44). Der Bau des Skeletappa-
722 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
rates wiederholt im Wesentlichen die Verhältnisse derMille-
porinen. Auch bei den Stylasteriden findet man kleinere und
grössere Calicularöffnungen in verschiedener, mehr oder min-
der regelmässiger Anordnung, auch bei ihnen im Innern der
Hartgebilde ein reiches Netzwerk feinerer und engerer
Kanäle, bald dichter, bald weiter, je nach den einzelnen
Arten. Nur insofern existirt eine Abweichung, als die Hart-
gebilde meist in den oberflächlichen Lagen zwischen den
Calices zahlreiche ampulläre Hohlräume einschliessen, welche
bei manchen Arten buckeiförmig vorspringen und eben so
wohl mit dem Canalsystem zusammenhängen, wie sie, zu
bestimmten Zeiten wenigstens, durch unregelmässig geformte
kleine Foren nach aussen sich öffnen. In einzelnen Fällen
liegen die Ampullen aber auch weniger oberflächlich, gelegent-
lich sogar (Astylus, Cryptohelia) in der Tiefe der grösseren Ca-
lices, so dass sie dann, da sie in solchen Fällen immer nur ein-
zeln gefunden werden und mit den Calices zusammenhängen,
fast wie eine Absackung derselben aussehen. Bei Styl-
aster und Cryptohelia scheinen auf den ersten Blick nur
einerlei Calices vorhanden zu sein, und zwar Calices mit
sternförmig vorspringenden Leisten, wie bei den Madre-
poren. Durch die Untersuchungen des Verf.'s hat sich jedoch
die Thatsache herausgestellt, dass die Septa dieser Calices
nur Pseudosepta sind, die keinerlei Beziehung zu den im
Innern enthaltenen Polypen besitzen, sondern blosse kreis-
oder kranzförmig um den Calyx gruppirte x4LUsbuchtungen
begrenzen, auf deren Grunde erst die kleinen Calices ange-
bracht sind. Die beiderlei Calices enthalten auch bei den
Stylasteriden je eine besondere Form von Polypen. In
den grössern Calices findet man grössere Polypen mit Mund
und Magenepithel, wie bei den Milleporiden, in den klei-
nern dagegen solche, welche dieser Gebilde entbehren, ob-
wohl auch sie gelegentlich eine verschiedene Grösse be-
sitzen. Die erstem, Gastrozoidien , wie Verf. sie später
nennt, sind cylindrisch und dick, die andern, Dactylozoi-
dien, welche natürlich in viel grösserer Anzahl vorkom-
men, lang und schlank. Die letztern entbehren auch ganz
allgemein der Tentakel, so dass sie eine einfache Finger-
form besitzen und bei den Arten mit Pseudosepta bis auf
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahro 1876—1879. 723
unscni Verf. allgemein für die genuinen Tentakel gehal-
ten werden konnten. Und das um so eher, als die Gastro-
zoidien selbst bei den hierher gehörigen Formen oftmals
(Cryptohelia und Astylus) der Tentakel entbehren. In der
Regel freilich sind derartige Gebilde in wechselnder Zahl
(4, 0, 8, 12) bei unsern Thieren vorhanden. Sie sind aber
meist nur kurz und kranzartig um die Basis eines zapfen-
förmig vorspringenden Mundkegels angebracht. Das hin-
tere Ende der Polypen ist sackartig geschlossen, besonders
bei den Gastrozoidien, in deren Innenraum von unten her
ein griffeiförmiger Skeletfortsatz emporragt, aber dafür
entspringen im Umkreis desselben mehrere (mindesten vier,
oftmals auch viele) strahlenartig auslaufende Canäle, die
in das Maschenwerk eintreten und dasselbe, so weit es
nicht abgestorben ist, wie bei den Milleporinen, in ganzer
Ausdehnung mit ihren Verzweigungen durchziehen. Auch
darin gleichen unsere Thiere den Milleporinen, dass die
Nesselkapseln eine zweifache Form besitzen. Die kleinern,
die sich freilich in einiger Beziehung von den entspre-
chenden Gebilden der Milleporinen unterscheiden, finden sich
an den Tentakeln und den Dactylozoidien, welche in gan-
zer Ausdehnung mit ihnen besetzt sind, während die grös-
sern sich in dem ectodermatischen Ueberzuge des Skelets
entwickeln und namentlich im Umkreis der Calices grup-
penweise sich anhäufen. Die geschlechtliche Fortpflanzung
wird durch einfache blasen- oder sackartig gestaltete Go-
nophoren vermittelt, welche einzeln oder in geringer Menge
(zu 2—4) und dann meist von verschiedener Entwicklung
den Innenraum der Ampullen einnehmen. Eine jede Go-
nophore enthält einen Spadix, der sich in den weiblichen
Stöcken — alle Stylasteriden sind dioecisch — während
der Entwicklung des immer nur in einfacher Anzahl darin
vorhandenen Eies quastenförmig in eine Anzahl kurzer
Zweige auflöst, welche den Embryo umfassen und demsel-
ben fast das Aussehen einer Actinula geben. Die ausge-
bildeten Embryonen haben die Form und Bildung soge-
nannter Planulae. Nach Art von anderen Hydroidpolypen
werden die Gastrozoidien gewisser Stylasteriden gelegent-
lich auch von Pycnogonidenlarven bewohnt und zur Ver-
724 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
kümmerung gebracht. Daneben trifft man nicht selten
noch andere Parasiten , wie das zum Theil schon von
frühern Beobachtern angemerkt wurde. So besonders eine
Aphroditee und eine Nemertinenform, die beide vorzugs-
weise die jüngeren Zweige bewohnen und an diesen man-
cherlei abnorme Bildungen hervorrufen.
Die ausführlichere Darstellung in deii Philos. Trans-
actions enthält (pag. 473 ff.) neben der Anatomie der vom
Verf. beobachteten einzelnen Formen noch einen syste-
matischen Theil, in welchem Moseley die einzelnen
Genera auf Grund seiner Untersuchungen neu charakteri-
sirt — zwei derselben werden nur kurz, in einem Post-
script, behandelt — , sodann die dahin gehörenden Arten
aufzählt und schliesslich den Versuch macht, die verschie-
denen Formen genealogisch aus einander zu entwickeln.
Wir entnehmen diesem Theile zur Vervollständigung unse-
res Berichtes die nachfolgenden Diagnosen.
Sabord. Hydrocorallinae. Compound hydroid Stocks growing
by gemmation. Hydrophyton consisting of a meshwork of ramified
coenosarcal canals, composed of an ectoderm and pigmented endo-
derm, lodged within Channels permeating a hard calcareous support
(corallum) which is deposited by the ectodermal investment of the
canals and forms masses of very various shape- Surface of the
hydrophyton covered with a continuous layer of ectoderm. Zooids
of two forms, the one provided with a mouth and gastric cavity
(gastrozooid), the other mouthless and simple tentaculae in function
(dactylozooid). Tentacles, when present, mostly with knobbed extre-
mities. A well-defined muscular layer present in the zooids. Zooids
lodged within Chambers excavated in the substance of the hydro-
phyton (gastropores and dactylopores), lined by reflections of the
surface layer of the ectoderm, forming the sacs of the zooids. Zooids
of the two forms either scattered irregularly over the surface of the
stock, or gathered into groups more or less regulär, in each of
which a centrally-placed gastrozooid is surrouuded by a riog of
dactylozooids. Cavities of zooids communicating with coenosarcal
meshwork by large canal ofFsets.
Farn. Milleiioridae. Corallum irregulär in growth, arborescent
or incrusting, composed of a thin superficial living layer, supported
by a dead mass made up of succession preceding dead layers.
Pores devoid of styles, divided into a series of vertically succeeding
Chambers by transverse calcareous partitions (tabulae). Usually scatte-
red irregularly, but in some species grouped with tolerably regu-
in d. Naturgescb. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 725
larity into Systems, in which a centrally-placed gastropore is sur-
rounded by a ring" of dactylopores. Nematocysts of two kinds present,
the one, the three-spined form , occurring only in Hydroids ; the
other ovoid in shape, with a thread beset witb a spiral of spines.
Gastrozooids short, cylindrical, with from four to six tentacles with
knob-like tips, set in a single whorl. Dactylozooids long, filiform,
and tapering, with an irregulär number of short knob-bearing ten-
tacles set on at irregulär intervals. Gonophores uraknown, but not
containet within special cavities in the substance of corallum (am-
puUae).
Gen. MilleporaL. Genus with the characters of the family.
Fam. Stylasteridae. Corallum arborescent, with a strong ten-
dency to assume a flabellar form and to the development of the
zooid pores on one face only of the flabellum or on the lateral
margius only of the branches composing it. In some genera a super-
ficial layer of the coral is living; in others nearly the entire mass
retains its vitality. Pores with tabulae in two genera also. The
gastropores usually provided with a conical calcareous protection
(style) at their bases. In some genera a rudimentary style present
only in the dactylopores. Pores scattered irregularly or grouped into
more or less symmetrica! Systems, composed of a centrally-placed
gastropore, surrounded by a circlet of dactylopores. In some genera
the mouths of the dactylopores appear as elongate Chambers, dis-
posed radially towards the centre of the gastropore, into which they
open, and the Chambers being separated from one another only by
their partitions (pseudosepta) ; the Systems (cyclo-systems) simulate
closely calicles of hexactinian corals. Nematocysts of two kinds,
large and small, and of uniform shape in all the genera. Three-
spined nemato-cysts absent. Gastrozooids cylindrical or flash-shaped
in form always entirely retracted within the gastropores when at
rest ; those of the former shape with four to twelve tentacles, set in
one whorl, and regulär in number in all the gastrozooids of each
species ; those of the latter devoid of tentacles. Dactylozooids simple
elongate-conical bodies, devoid of tentacles, sometimes capable of
entire retraction within the pores, sometimes not. Stocks of distinct
sexes. Gonophores adelocodonic, developed within sacs (gonangia)
which are contained within special cavities in the substance of the
corallum. Stocks of the two sexes alike in form as far as known,
except in the size of the ampullae, which are larger and more
prominent in the females. Ampullae containing in male Stocks
several goonophores ; in female , in some genera , a single gono-
phore, in others several. Spadix, in the female gonophores, cup-
shaped, embracing a single ovum only, which bekomes developed
into a planula within the gonangium.
Archiv für Naüirg. XXXXV. Jahrg. 2. Bd. WW
726 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Sporadopora gen. n. (Zuerst Polypora benannt , mit
einem bereits anderweit vergebenen Namen.) CoralUim pure white,
coraposed of finely reticular, but compact coenenchym, forming stout
vertical stems usually compressed from before backwards , so as to
be oval in transverse section. Stern giving ofif a limited number of
irregularly dichotomous branches, which are flattened like it and
tend to coalesce by their lateral margins and assume a flabcllate
form, which is sometimes somewhat curved. Surface of the coral-
lum smooth and entirely even. Peres of both kinds with simple
circular mouths; irregularly scattered. Gastropores larger, less nu-
merous, with a deeply seated brush-like style and very thin and
delicate tabulae placed at irregulär intervals, Dactylopores devoid
of a style. Ampullae, in male Stocks, ovoid, entirely immersed
beneath the surface of the corallum. Peres and ampullae more
abundant on one face of the flabellum, than on the other. Gastro-
zooids cylindrical, with four club-shaped tentacles, dividing at their
bases into four main canals. Dactylozooids of various sizes, retracted
entirely within the pores when at rest. Gonophores in male
Stocks ovoid, with a club-shaped spadix ; one, two or three present
in each gonangium , attached directy to offsets of the coenosarcal
canals. Female Stocks unknown. Sp. dichotoma n. sp. Rio de la Plata.
Pliobothrus Pourt. Corallum branching with a tendency to
form a flabellum. Surface smooth, marked with small linear openings
arranged in rows, which in the recent state contain branches of the
superficial coenosarcal meshwork. Inner parts of the corallum very
coarsely porous. Pores irregularly scattered. Gastropores circular
mouthed, their cavity tubulär above, but expanding below into a
basin-shaped Chamber, without a style, often with one or two ta-
bulae. Dactylopores showing as minute openings at the tips of
small tubulär projections, devoid of styles. Ampullae rounded cavi-
ties; in the female very large, in the male smaller; placed deeply,
often in the axis of the corallum. Gastrozooids flask-sliaped, devoid
of tentacles, communicating with the coenosarcal meshwork by
nuraerous offsets arising all around their bases. Dactylozooids enti-
rely retracted when at rest. In the female a single gonophore in
each gonangium; in the male a group of gonophores (?) in each am-
pulla.
Errina Gray. Corallum branching with a tendency to form
an irregulär flabellate expansion. Pores most abundant at the tips
of the branches; irregularly scattered. Dactylopores with delicate
nariform or scale-like projections, which vary mucli in form, being
sometimes drawn into tubes opening on one side by a slit as the
pore-mouth, but often coalescing, so that two or three projections
have a common base and form long scales perforated by the pores ;
devoit of styles; scales all with a tendency to incline towards the
in d. Naturf]^esch. d. nied. Tliiere währ. d. Jahre 1876—1879. 727
tips of the branchcs. Gastropores with irregularly circular mouths,
often seated in depressions ; with a deeply seatcd style. The mouths
of the gastropores frequeutly covered by the dactylopore projections
inclined more or less over them. Sometimes the margin of the
gastropore itself is raised up on ooe side into a scale inclined over
the pore mouth, bat this is usually fused with ncighbouring dactylo-
pore projections. Ampullae on both sides of the flabellum; promi-
nent in the female. Gastrozooids cyliudrical, with four club-shaped
tentacles and four basal canals. Dactylozooids entirely retracted.
Gonophores, in the female, solitary in the gonangia. The free margin
of the cup-shaped spadix becomes converted into a ramified fringe,
embracing the embryo, as development proceeds. Planula as in
Pliobothrus. Structure of male Stocks unknown. Er. labiata n. sp.
Kio de la Plata.
Lahiopora n, gen. Corallum minutely reticulate in texture,
composed of a few rounded branches with tapering extremities. The
entire surface covered with nariform projections, with elongate ca-
vities, which are arranged in rows along the lengths of the branches,
often disposed with great regularity for long Stretches. The pro-
jections of very uniform shape, and rising frora the branches to a
uniform hight. All inclined in the directions of the tips of the
branches. The elongate cavities, which are extended in the direction
of the lengths of the branches, have a defined rounded margin at their
ends, situated towards the tips of the branches, but gradually merge at
their opposite extremities in the deep and complex hollow^s by which
the surface of the coral is excavated, and which are made up of the con-
iluences of cavities of adjacent nariform projections with the other
irregularities of the surface. Dactylopores devoit of styles; two
kiuds present, larger and smaller. The nariform projections are
the outgrown margins of the larger dactylopores, which are conti-
nued into the substance of the corallum from the cavities of the
projections as tubulär pits. Tho smaller dactylopores have mouths
of the same general form as those of the larger ones, but with their
loDger diameters directed at right angles to these latter. They
have their walls fused with those of the nariform projections, or
often appear as if excavated in the sides of these. They are of
one-third or one-fourth the dimensions of the larger pores. Mouths
of the gastropores deeply seated in depressions at the bases of the
nariform projections. Circular in outline. Gastropores provided
with deeply seated styles with brush-like tips. No ampullae in the
unique species. Soft structure unknown. (Porella antarctica Gray,
fälschlich als Bryozoon beschrieben.)
Spinipora n. gen. Corallum branching. Branches rounded.
•Entire surface thickly beset with long spiuous projections inclined
towards the tips of the branches so as to present spout-like openings,
728 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
which are the mouths of the larger dactylopores. Dactylopores of
the smaller kind also present; their mouths appear as minute oval
apertures over the bases and sides of the spines. Styles absent in
the dactylopores. Gastropores deeply seated in hollows between the
bases of the spines; wiih deeply placed styles. Ampullae absent in
the unique specimen. Dactyloaooids oftwo kinds, the larger attached
by elongated bases within the spout-like cavities of the larger dactylo-
pores, incapable of retraction within the pores; the smaller minute ;
entirely retracted when at rest. Gastrozooids cylindrical, with six
tentacles and four basal canals. Gonophores unkown. Sp. ecliinata
n. sp. Rio de la Plata.
AUopora Ehrbg. Corallum branching, but frequently not so
as to form a flabellum. Pores in regulär cyclo-systems only, excep-
ting in A. nobilis Kent, where some of the Systems are not perfected.
Tendency to alternate gemmation present, but weak and usually
obscured by an abundant growth of coenenchym. Cyclo-systems al-
ways scattered over the faces of the branches as well as situated at
their lateral margins; often entirely sporadic in disposition. Dactylo-
pores with a more or less rudiraeutary style affixed to those parts
of their walls which are outermost in the Systems. Gastropores
simple tubulär, with a brush-like style. Ampullae sometimes pro-
minent, sometimes scarcely showing at the surface, Dactylozooids
attached by elongated bases to the sides of their pores occupied by
the styles ; partly retracted within the pores, partly beut upwards,
when at rest within the wide pore-mouths. Gastrozooids dome-like
in shape, with twelve tentacles and numerous basal canals. Gonangia
in male Stocks containig two or three ovoid gonophores with club:
shaped spadices. Structure of gonophores of female Stocks unknown.
St. profunda n. sp. Rio de la Plata.
Stylaster Gray. Corallum arboresceut usually Üabelliform.
Pores in regulär cyclo-systems only. A strong tendency to the deve-
lopment of these cyclo-systems on the lateral margins of the bran-
ches only. Cyclo-systems arising from one another by alternate
gemmation. Dactylopores and zooids as in Allopora. Ampullae
usually prominent on both faces of the flabellum. Gastrozooids cylin-
drical, with numerous basal canals and eight tentacles. Gonophores
of male Stocks as in Allopora. Structure of female unkown. St.
densicauUs n. sp. Rio de la Plata.
Astylus n. gen. Corallum forming a small and delicate fla-
bellum. Pores in regulär cyclo-systems , all placed on one face of
the flabellum. Cyclo-systems forming cylindrical masses prominent
from the branches and with their axes directed at right angles to
the plane of the flabellum. Style absent in both kinds of pores.
Gastropores divided into two Chambers, an upper and an lower, by
a constriction of their walls. Opening between the Chambers reu-
in d. Naturgescli. d. uiod. Thieru währ. d. Jahre 1876—1879. 729
dered horseshoe-shaped by the projection across it, in the direction
of the tip8 of tho branches, froin that aide of its margiu placed
uearest the bases of the branchea, of a tonguc-like excrescence. Am-
pullae in the male Stocks in a ring around the cyclo-system masses ;
nonc scattcred on the branches. Dactylozooids, whcn at rest, doubl-
ed down within the upper Chambers of the gastropores. Gastro-
züoids flaak-shaped, devoid of tentacles, with nnmerons basal canals.
Gonaugia in the male Stocks containing a central mass of cclls, frum
the surface of which arc doveloped as buds numerous pedicellate
lobular sacs, in which the spermatozoa are produced. Femalc Stocks
unknown. A. suhviridis n. sp. Meangis-Ius.
Cryptohelia M.-Edw. = H. Corallum closely resembling that
of Astylus in all respects, excepting the cyclo-system masses are not
so preminent, that the opening between the upper and lower Cham-
bers of the gastropores is circular in outline, and that a lid-like
lamina of calcareous matter is directed horizontally across the mouths
of all the cyclo-systems. The lids are supported on stout columns
arising from the margin of the cyclo-systems and inclined over them.
They spring from the sides of the Systems nearest the bases of the
branches and are directed towards the tips of the branches. In
female Stocks ouly a single ampulla and gonangium developed in
relation with each cyclo-system. No ampullae on the connecting
branches. In the males several ampullae in the walls of each cyclo-
system. Soft structure as in Astylus. In female Stocks numerous
gonophores present in each gonangium in all stages of development.
Spadix cub-shaped, developing, as in Erinna, into a friuged network
at the margin. A solitary ovum developed in relation with each
spadix. Planula very long and worm-llke.
Stenohelia Kent. Corallum delicate, branching flabelliform ;
pores in regulär cyclo-systems only. Cyclo-systems all turned to-
wards one face of the flabellum. Däctylopores without a columella
or with a very rudimentary one. Gastropores very deep and curv-
ed, so as to tabulate in all but the older branches the eutire
lengths of the axes of the branches; with small styles, seated at
the bottoms of these tubes and directed parallel to the axes of the
branches at right augles to those of the mouths of the cyclo-systems.
St. profunda n. sp. St. Thomas.
Conopora n. gen. Corallum delicate; with pores in regulär
cyclo-systems; branching irregularly, the cyclo-systems having their
mouths turned in all directions. Cyclo-system masses conical in
form. Both kinds of pores devoid of a style. Gastropore with two
Chambers, the upper opening iuto the lower by a circular aperture.
Difiers from Cryptohelia and Astylus in having no lid or tonguelike
process and in not formiug a regulär flabellum. C. tenuis n. sp.
Kermadec-Ins.
730 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Distichopora Lam. Corallum branching flabelliförm with bran-
ches usually flatened in the plane of a flabellum; composed of very
compact coenenchym. Pores confined to narrow lines or rows runn-
ing aloug the exact centres or edges of the sides of the branches,
geuerally absent on their faces, except as occasional abnormalities
or rudimentary branches budding in a direction out of the plane of
the flabellum. The lines of pores composed of three rows, a central
row of larger gastropores with circular or oval niouths; and a row
on each side of this of smaller dactylopores, sometimes very minute,
often slit-like in aperture , the length of the slit being directed at
right angles to the line of the row. Pores very deep, prolonged in
curved lines side by side in the plane of the flabellum inwards
and downwards towards the bases of the branches; forming
thus throughout the flabellum a thin continuous tract of fragile tu-
bulate tissue, in which the successively-developed curved pore-tubes
stand out fanwise, separating from one another the compact masses
of coenenchym forming the opposito faces of the branches. The
branches may therefore be readily split iuto two halves along this
tubulär tract. Older gasteropores with immeusely long filiform styles.
Styles much shorter in the younger gastropores. Dactylopores de-
void of styles. Ampullae sometimes in one, sometimes in both faces
of tho flabellum , prominent and often forming conflueut masses.
Soft strukture unknown.
Die hier angezogenen Diagnosen sind, soweit sie die
Unterordnung Hydrocorallinae und die dazu gehörigen zwei
Familien betreffen, vonMoseley unter dem Titel „on the
hydroid story corals" auch in dem zoologischen Anzeiger
Th. I. S. 336—338 zum Abdrucke gebracht.
Distichopora contorta n. sp. Mex. Meerbusen, Pour-
tales 1. c. p. 210.
Studer zählt unter den von der Gazelle gesammelten
Oculiden gleichfalls eine Anzahl hieher gehörenden Formen
auf (Berlin. Monatsber. 1877. S. G34— 637). Neu darunter
sind Stylaster laevis Three -kings IsL, St. verrucosus Still.
Oc, St. ohliquus Three-kings Isl.
Ebenso erwähnt Lindström in seinen später noch
weiter anzuziehenden Contributions to the actinology (kgl.
vetensk. acad. handl. Bd. XIV) einer Cryptolielia virginis
n. aus dem Atlantischen Ocean.
Wyville Thomson veröffentlicht in dem schon viel-
fach citirten Reisewerke (Atlantic T. I. Fig. 65) eine schöne
in d. Natiirgosch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1876—1879. 731
Abbildung von Cryptohelia pudica M.-Edw. (= Cr. Piercei
Pourt).
K 1 u n z i n g e r erkennt (Corallenthiere des rothen
Meeres Bd. III S. 85) in Millcpora clavaria Ebrbg. die M.
exaesa Forsk., in der M. alcicornis var. B. Ebrbg. (= M.
Forskalii M.-Edw. = H.?) die M. diebotoraa Forsk. und in
M. verrucosa M.-Edw. = H: die M. platypbylla Ebrbg.
Unter dem neuen Genusnamen Arachnopora be-
scbreibt Tenyson- Woods (Proeeed. Linnean Sog. New
Soutb Wales Vol. III. p. 6) eine Milleporine, A. argentea
n. sp., die sieb in Form eines kleinen und zarten Gewebes
über andere Korallen ausbreitet.
Siplioiiophora.
Claus veröffentlicbt (Arbeiten des zoolog. Institutes
in Wien 1878 Bd. I. S. 1-56. Taf. I-V) eine Abhandlung
über ,, Haiistemma tergestinum", die uns nicht bloss mit
einer neuen — vielleicht freilich dem Hai. pictum
Meczn. identischen — Siphonophore der Adria bekannt
macht, sondern im Anschluss daran auch die Organisation
und den feineren Bau der Physophoriden (insbesondere von
Physophora, Forskalia und Agalmopsis) in eingehender
Weise behandelt. Die neue Art schliesst sich in den
wesentlichen Zügen an Hai. rubrum an, ist aber beträcht-
lich kleiner und weiter noch dadurch verschieden, dass
ihre Nesselknöpfe an der oberen Hälfte von einem glocken-
förmigen Mantel überlagert sind, wie bei Stephanomia. Da
diese Umhüllung nichts weiter darstellt, als eine zu einer
Duplicatur sich entwickelnde Aufwulstung des Ectoderms,
durch welche die Beschaffenheit der Nesselknöpfe selbst in
keiner Weise alterirt wird, glaubt Verf. dieselbe als ein
Gebilde von untergeordneter Bedeutung in Anspruch nehmen
zu dürfen , dessen Bildung einen nur secundären Werth
habe. Die mit Hülfe der Schnittmethode ausgeführte Unter-
suchung lässt keinen Zweifel, dass die Muskelfasern unserer
Thiere — wie das Ref. übrigens schon in seinen Mitthei-
lungen über die Siphonophorenfauna von Nizza hervorge-
hoben hat — eben sowohl dem Ectoderm, wie dem Entoderm
entstammen. Die ersteren liegen, wie am Stamme, so auch
732 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
an sämmtlichen Anhängen, als Längsmuskelfasern nach
aussen von der Stützlamelle, die bald einfach erscheint,
bald auch (zur Production einer ausgedehnten Verbindungs-
fläche) in radiäre Lamellen ausstrahlt, während die andern
unter der Form einer zarten Ringsmuskellage an deren
Innenfläche sich ausbreiten. Kerne Hessen sich an den
Muskelfasern nirgends nachweisen, wohl aber erscheinen
die Zellen, welche dieselben bilden (Myoblasten Verf.), an
manchen Stellen, besonders den quergestreiften Fasern des
Schwimmsackes, als ein der Faserschicht aufliegendes,
flaches oder auch cylindrisches Epithelium. Von beson-
derm Interesse ist die Angabe, dass die Radiärgefässe der
Schwimmglocken nicht als Ausstülpungen der ursprünglich
einfachen Centralhöhle entstehen, sondern, wie es Verf.
auch für die Hydroidmedusen und Acalephen plausibel zu
machen sucht, durch Oblitterirung der intermediären Felder
aus einem ursprünglich becherförmigen Hohlräume, der
natürlich Anfangs in ganzer Ausdehnung von dem Entoderm
ausgekleidet ist. Auch später noch lässt sich die Zellen-
lage der Intermediärfelder als eine zarte Membran zwischen
den Radiärgefässen nachweisen. Es ist die auch bei den
Medusen hier vorkommende sog. Gefässplatte, ein Gebilde,
dessen Anwesenheit uns auf diese Weise zum Verständniss
kommt. Freilich gilt die hervorgehobene Bildung nur für
die radiären Hauptgefässe, indem die etwaigen weiteren
Complicationen der Gefässentwicklung, und zunächst das
Ringgefäss, secundär durch nachträgliche Aushöhlung der
Gefässplatte von den Gastrovascularräumen aus ihren
Ursprung nehmen. Weiter erwähnen wir noch die That-
sache, dass die Spiraldrehung an Schwimmsäule und
Stammesachse stets nach verschiedener Richtung erfolgt.
Physophora lässt an dem sackförmigen Stamme eine bisher
fast übersehene Felderung erkennen, die unserm Verf zufolge
vornehmlich von einer eigenthümlichen Muskelanordnung
herrührt und es möglich macht, dass die je in Mitte der
Felder entspringenden Tentakel einander sich annähern.
Die Anlage des Luftapparates vergleicht Verf. dem Knospen-
kernc einer Schwimmglocke. Eine Ausmündung am apicalen
Pole wird als normale Bildung in Abrede gestellt. Dieselbe
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere wälir. d. Jahre 1870—1879. 733
soll, wenn sie wirklich vorkommt, erst durch Ruptur ent-
standen sein. Dass die von den Cnidoblasten ausgehenden
Fasern nervöser Natur seien , wird in Abrede gestellt.
Die sog. Leberwülste der Polypen und die bei Physalia
an deren Stelle vorkommenden Zotten glaubt Verf. als
Aequivalente der bei den Akalephen imScyphistomazustande
vorkommenden Magenwülste, so wie der spätem Gastral-
lilamente in Anspruch nehmen zu können. Die Geschlechts-
gemmen sollen niemals (auch nicht bei den Diphyiden?
Ref.) direkt am Stamme ansitzen, sondern immer mit
Tastern, wenn auch gelegentlich nur mit kurzen und ver-
kümmerten, verbunden sein. In Betreff der Frage nach
dem Polymorphismus der Siphonophoren stellt sich Verf.
im Wesentlichen auf Seite des Ref. Er weist die dagegen
gemachten Einwürfe (von Huxley, Mecznikoff, Müller)
mit nahezu denselben Gründen zurück, wie letzterer, glaubt
aber die Begriffe von Individuum und Theilstück keineswegs
scharf gegen einander abgrenzen zu sollen. Er betrachtet
dieselben in gleicher Weise, wie die von Organ und Indi-
viduum, als Verhältnissbegriffe, welche je nach dem Ver-
gleichsobjecte eine wechselnde Anwendung gestatteten.
Die gleichfalls von Claus (Arbeiten des zoolog. Inst.
in Wien. Bd. IL S. 199-202. Taf. XVIII) als neu be-
schriebene spannelange „Agalmopsis utricularia"' unter-
scheidet sich von der sonst ähnlichen Ag. Sarsii vornehm-
lich dadurch, dass die beständig nach aufwärts gerichteten
Endblaseu der Nesselknöpfe eine beträchtliche Grösse be-
sitzen und an ihrer Basis von acht langen Nesseltaden
kranzförmig umgeben sind.
Die Darstellung, welche M. Sa rs in dem dritten Hefte
der Fauna littoralis Norvegiae (p. 32—48. PI. V) von seiner
Physophora borealis giebt, ist im Wesentlichen eine mit
Abbildungen ausgestattete Reproduction einer Beschreibung,
die derselbe bereits im Jahre 1860 von demselben Thiere
geliefert hat (s. Bericht 1860. S. 365). In dem angehängten
kurzen Zusätze berichtigt Verf. einige der früheren Be-
merkungen besonders insoweit , als diese den Bau der
Nesselknöpfe betreffen. Dabei stellt sich denn heraus, dass
die Ph. borealis in Betreff dieser Organe fast völlig mit
734 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der mittelmeerischen Ph. hydrostatica übereinstimmt. Auch
sonst ist die Aehnliclikeit beider Formen so auffallend, dass
Claus in seiner Arbeit über Haiistemma tergestinum (S. 14
Anm.) keinen Anstand nimmt, dieselben geradezu mit ein-
ander zu ideutificiren.
Studer lenkt unsere Aufmerksamkeit auf „die Sipho-
nophoren des tiefen Wassers" (Zeitschrift für wissenscb.
Zoolog. Bd. XXXI. S. 1-24. Taf. I-III). Bei den zahl-
reichen Tieflothungen, welche während der Reise der Cor-
vette Gazelle in allen Oceanen angestellt sind , wurden
wiederholt ganze Siphonophoren oder Stammstücke, sowie
nesselnde Fangfäden emporgezogen. Sie wurden am häufig-
sten in einer Tiefe von 800 — 1500 Faden angetroffen und
gehörten sämmtlich zu Rhizophysa oder deren Verwandt-
schaft. Ersteres gilt namentlich in Betreff zweier Formen,
die in leidlich erhaltenem Zustande zur Beobachtung kamen
und als Uli. conifera und Eh. inermis von unserm Verf. be-
schrieben und abgebildet werden. Die erstere unterscheidet
sich von den bis jetzt bekannten Arten besonders durch
die einfachen Tentakel, welche der mit Nesselknöpfen ver-
sehenen Anhangsfäden entbehren, so wie durch die tannen-
zapfenförmigen Gonophorenträger, die freilich nur ein ein-
ziges Mal zwischen zweien der in weiten Abständen von
einander angebrachten Polypen zur Beobachtung kamen.
Bei Rh. inermis sind die Polypen sogar gänzlich ohne Ten-
takel, aber dafür trägt eine jede der traubenförmig zusam-
mengruppirten Gonophoren einen Senkfaden mit secuudären
Nesselknöpfen. Theils äusserlich am Stamme, theils auch
im Innern des Höhlenapparates wurden bei der erstem Art
häufig Entozoen getroffen: kleine, kaum 0,5 mm lange ge-
schlechtsreife Distomen (D. BJmophysae n.) und eine Scolex-
form mit Rüssel und vier Sauggruben. Die stark nesseln-
den Fangfäden wurden mit Hülfe zweier in dem Berliner
Museum aufbewahrten Präparate, die bei den Kabelunter-
suchungen des Schiffes Faraday aus grosser Tiefe gefischt
waren, auf eine neue Siphonophorenform von ansehnlicher
Grösse zurückgeführt. Verf. giebt derselben den Namen
Bathtjphysa ahyssorum und entwirft davon nach den vor-
handenen Bruchstücken nachfolgendes Bild.
in d. Naturgesch. d. uied. Thierc währ. d. Jahre 187G— 1879. 735
Bathyphysa Studer. Am oborn Ende des langen Slammos
eine grosse Lnftkammer mit anscheinend geschlossenem Luftsacke.
Auf dieselbe folgt zunächst ein GOctm langer und schlanker Stamm-
theil, der keinerlei Anhänge oder Spuren von solchen zeigt, obwohl
mau darin vielleicht die Achse einer Schwimmsäule vermuthen könnte.
Dafür aber trägt das dicke in langer Spiraltour gekrümmte End-
stück oben in zwei alternirenden, unten in einer Reihe, langgestielte
grosse Polypen und Gonophorentrauben, sowie deckstückartige Ge-
bilde, deren Ansatzstellen aber eben so wenig, wie die der Nessel-
fäden, wenn diese überhaupt dazu gehören, mit Sicherheit festge-
stellt werden konnten. Die letztern sind verzweigt und mit bohnen-
förmigen Nesselknöpfen versehen, die denselben Bau zeigen, wie die
Nesselorgane der Physophora.
Fewkes handelt in seiner „Note on the structure of
Rhizophysa filiformis" (Proceed. Bost. Soc. natur. bist. Vol.
XX. p. 292—303. Tab. II) vornebmlicb über die Entwick-
lung der Fangfaden und die Luftblase. Da sich in den
sog. Geschlechtsanhängen keine Zeugungsstoffe nachweisen
Hessen, denkt Verf. an die Möglichkeit, dass dieselben ab-
fallende Knospen seien. Dass die das untere Ende der
Luftblase umgebenden sog. Coeca einfache Zellen von an-
sehnlicher Grösse sind, wie Ref. das schon vor mehreren
Jahren gefunden hat, ist dem Verf. unbekannt geblieben.
Ebenso gibt de r selbe (;,the tubes in the larger calyx
of Abyla pentagona", ibid. p. 318—324 PI. III) eine ein-
gehende Darstellung von dem Gefässverlaufe in den
Schwimmglocken mit einem vergleichenden Rückblicke auf
die entsprechenden Verhältnisse von Apolemia uvaria und
Epibulia aurantiaca. Er weist dabei nach, dass die An-
ordnung der Gefässe in der grossen Glocke von Abyla
keineswegs so einfach ist, wie bisher angenommen wurde,
indem der eine Seitenstamm nicht bloss sich spaltet, son-
dern auch nur mit einem seiner Schenkel dem Ringcanale
sich verbindet, während der andere blind endigt. Wo das
hintere, der Crista anliegende Radiärgefäss in den Ring-
canal einmündet, erhebt sich ein aufsteigender Ast (Mantel-
geiäss?), der diesem blinden Ende entgegenwächst, ohne
damit sich zu verbinden.
Die von Hertwig in den schon mehrfach citirten
Beiträgen zur Kenntniss des thierischen Eies (Morphol.
736 Leuckart: Bericht üb. d. "wissenschaftlichen Leistungen etc.
Jahrb. Bd. V. S. 184—186) angezogenen Eier von Physo-
phora und Hippopodius bilden beide schon vor der Be-
fruchtung zwei oder drei Richtungskörperchen von ansehn-
licher Grösse, von denen eines mitunter noch durch einen
dünnen Stiel mit dem Dotter in Verbindung gesehen wurde.
Es sind dieselben Gebilde, welche Müller (bei Hippo-
podius) für eindringende und veränderte Samenelemente
gehalten hat. Durch Ausscheidung dieser Gebilde ist das
aus der Tiefe allraählig zur Peripherie emporgestiegene
Keimbläschen zu einem Eikern geworden.
(Fortsetzung folgt.)
Üniversitäts-Buchdruckcrei von Cail Georgi in Bonn.
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