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ARCHIV
FUß
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL
UND E. VON MARTENS.
HEEAUSGEGEBEN
Dr. F. Hilgendorf,
CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
DREIUNBFÜNFZIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin 1887.
Nicolaische Verlags-Buchliandlun
B. Stricker.
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
Seite
Ant. Keichenow, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Sängethiere während des Jahres 1886.
1. Allgemeines 1
2. Geographische Verbreitung 13
3. Systematik 18
Ant. Reichenow , Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Vögel während des Jahres 1886.
1. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie . . 47
2.Anatomie, Physiologie, Palaeontologie 51
3. Geographische Verbreitung, Zug, Faunistik. ... 59
4. Biologie, Zucht und Pflege 98
5. Systematik 111
Dr. Oskar Boettger, Bericht über die Leistungen in der
Herpetolofi^ie während des Jahres 1886.
Reptilia. Allgemeines 137
Anatomisches (vgl. auch d. einz. System. Abth.) 140
Ontogenie (do.) 148
Biologisches (do.) 151
Palaeontologisches (do.) 151
Faunistisches (do.) . ; 154
Systematisches 166
Batrachia. Allgemeines 205
Anatomisches (vgl. auch d. einz. System. Abth.) 205
Ontogenie (do.) 208
Biologisches (do.) 210
Faunistisches (do.) 210
Systematisches 214
IV
Seite
Dr. F. Hilgendorf, Bericht über die Leistungen in der
Ichthyologie während des Jahres 1886.
Allgemeines 237
Anatomie und Physiologie 237
Entwicklung 268
Biologie 284
Nutzen und Schaden 288
Fischzucht 289
Faunen 292
Fossile Fische 304
Systematik 306
Dr. Georg Pfeffer und Dr. W. Kobelt, Bericht über die
wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Mala-
kologie während des Jahres 1886.
I. Bericht über Allgem., Anat. Physiol. u. Entwickl. *
von Dr. Pfeffer.
Allgemeines 345
Allgemeine Physiologie und Biologie 347
Allgemeine und spezielle Anatomie, Morphologie u.
Histiologie 353
Entwicklungsgeschichte 370
II. Bericht über geogr. Verbr., System, u. Biol.
von Dr. W. Kobelt.
Verzeichniss der Publikationen 373
Geographische Verbreitung 394
Systematik 410
Biologie, Verwendung, Nutzen etc 449
Zweites Heft.
Dr. Ph. Bertkau, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen im Gebiete der Kntomologie während
des Jahres 1886.
Allgemeines 1
Arachnoidea 58
Acarina 65
Pantopoda 72
Chemetina 72
Seite
Opiliones 73
Anthracomarti 75
Pedipalpi 75
Scorpiones 75
Araneae 80
Myriapoda 100
Peripatina 107
Chilognatha 111
Chilopoda 112
Symphyla 113
Insecta 113
Thysanura 113
Rhynchota 114
Orthoptera 123
0. Geniiina 125
0. Pseudoneuroptera 130
Neuroptera 134
Diptera 136
Aphaniptera 156
Lepidoptera 157
Hymenoptera 212
Coleoptera 233
Dr. G. Herbert Fowler, Bericht über die Leistungen in der
Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886 (Ueber-
setzung von Dr. F. Hilgendorf).
Verzeichniss der Publikationen 320
Uebersicht nach dem Stoff (Morphologie etc.) .... 357
Systematik 361
Drittes Heft.
Dr. von Linstow, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1887.
Allgemeines 1
Nematoden 5
Gordien 37
Acanthocephalen 40
Trematoden 44
Cestoden 51
VI
Seite
Prof. Dr. M. Braun, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der freilebenden
Würmer während der Jahre 1886 — 1887.
I. Vermes im Allgemeinen,
Anatomie und Entwicklung 66
Faunistik, Systematik u. Biologie 63
II. Ringelwürmer.
A. Polychaeta (incl. Archiannelidae).
Anatomie und Entwicklung 66
Systematik, Faunistik und Biologie .... 83
B. Gephyrei.
Anatomie und Entwicklung 91
Systematik, Faunistik 94
C. Oligochaeta.
Anatomie und Entwicklung 95
Systematik, Faunistik und Biologie .... 104
D. Hirudinei.
Anatomie und Entwicklung 118
Systematik, Faunistik 122
III. Aberraute Formen.
A. Myzostomida (1884—1887) 124
B. Enteropneusta 129
C. Echinoderiden 131
D. Gastrotricha 133
E. Chaetognathi 133
F. Dinophilus 133
IV. Freilebende Pathelminthes.
A. Nemertini.
Anatomie und Entwicklung 135
Systematik, Faunistik 138
B. Turbellaria.
Anatomie und Entwicklung 140
Systematik und Faunistik 153
V. Anhang.
Orthonectida und Dicyemida 164
VII
Seite
Prof. M. Braun und Prof. E. v, Martens, Bericht über die
Brachiopodenliteratur der Jahre 1885 und 1886
(nicht 1884 und 1885! Die Berichte über die früheren Jahre
siehe bei den Mollusken).
Brachiopoden- Anatomie (M. Braun) 165
Allgemeines, Faunistik, Systematik (v. Martens) ... 170
Dr. Erich Haase, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der SIcliinoderinen im Jahre
1886.
Allgemeines 174
Physiologie und Anatomie 175
Entwicklungsgeschichte 187
Biologie 193
Verbreitung recenter Foimen 195
Systematik recenter Formen 200
Fossile Formen 206
Dr. A. Ortmann, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Anthozoen in den Jahren 1883 u. 1884,
Ontogenie 219
Biologie 222
Morphologie und Anatomie 222
Systematik und Faunistik 228
Palaeontologie 235
Riffbildung 236
Dr. A. Ortmann, Bericht über die Naturgeschichte der
Anthozoen im Jahre 1885 (nicht 1886!).
Ontogenie 238
Anatomie 238
Biologie 241
Systematik und Faunistik 242
Palaeontologie 243
Riffbildung 245
Dr. W. Wcltner, Bericht über die Leistungen in der ISpon-
giologie für die Jahre 1882—1884.
1. Recente Spongien
Litteraturverzeichniss 247
Allgemeines 260
Anatomie uud Histologie 268
Physiologie , 282
vm
Seite
Ontogenie 295
Phylogenie 310
Verbreitung und Systematik 316
Neue Familien, Genera, Species und Synonymie . 329
2. Fossile Spongien.
Litteraturverzeichniss 352
Dr. Ludwig Will, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886,
1. Allgemeines 355
Technik 357
2. Faunistik 358
3. Ehizopoda 372
4. Sporozoa 377
5. Mastigophora 380
6. Infusoria 390
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Bericht
über die Leistungen in der NaturgescMcMe der
Säugethiere während des Jahres 1886.
Von
Ant. Reichenow.
P. Albrecht, Vogels clinabel und Säugethierlippe ;
Fortschritte d. Mediciii 4. pag. 358 — 359.
Derselbe, Die vier Zwischenkiefer, das Qiiadratum,
das Qiiadratojngulare, das Jiigiüare, die Postfrontalia, das
Basioticum, die epipituitareii Wirbelceiitren der Proatlas
und das Costoide der Säugethiere; Extr. des Compt. rend.
8. sess. Congres Internat, d. Sc. med. Copenhagen 1884.
pag. 1 — 4.
Derselbe, „Herr Paul Albrecht zum letzten Male";
Sitzb. Ges. Würzb. 1886. pag. 84—91.
Derselbe, Sur la place morphologique de rhomme
dans la Serie des mammiferes, suivi d'un essai sur la
criminalite de l'homme au point de vue de Tanatomie
comparee. Hamburg 1886. 8vo. 13 pag. avec 2 gravures.
Derselbe, Ueber die Shepherd'schen Frakturen des
Astragalus; Centralbl. f. Chirurgie 1885. No. 24. Beilage.
Derselbe, Ueber den morpholt>gischen Werth über-
zähliger Finger und Zehen; ebenda 1886. No. 24.
Derselbe, Zur Diskussion der die Hasenscharten und
schrägen Gesichtsspalten betreifenden Vorträge der Herren
Biondi und Morian; ebenda No. 24. Beilage.
Derselbe versucht nachzuweisen, dass die von Th.
Külliker (Biol. Centralbl. 5. pag. 372) abgebildete, links-
Aich. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 1. H. A
2 A 11 1. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
seitige Kieferspalte nicht eine inzisiv-maxillare, sondern
eine intra-inzisive Kieferspalte sei; Biol. Centralbl. 6.
pag\ 79-82, 121—123.
H. Allen, On the Types of Tooth-Strueture in
Mammalia; Amer. Nat. 20. pag. 295 — 296.
F. Ameghino beschreibt eine grosse Anzahl fossiler
Säugethiere aus den Tertiärablagerungen des Parana,
nämlich die neuen Gattungen : Apera, Epihlema, Tetrastylus,
Morenia, Plexochoerus , Strato. , Anchiinys , Stenotephanos,
Tomodus, Nephotherium, Comaphorns und Proeuphractus
und 22 neue Arten der obigen und ferneren Gattungen:
Canis, Megamys, Lagostornus, Morenia, Orthomys, Toxodon,
Ilaplodontheriiim f Diholodon, Promegatheriiim, Pseudo-
lestodon, Scelidotherium und Chlainydotheriurn; Bol. Ac.
Argent. 9. pag. 5 — 228. (s. unter den einzelnen Familien).
R. J. Anderson, On the so-called Pelvisternum of
certain vertebrates; Pr. Z. S. 1886. pag. 163—165.
B. Baginsky, Zur Entwicklung der Gehörschnecke;
Arch. mikr. Anat. 28. pag. 14—36, T. 5 u. 6.
V. Ball zählt die im „Science and Art Museum" in
Dublin vorhandenen fossilen Säugethiere Irlands auf;
Tr. Dublin Soc. (2) 3. pag. 333-348, T. 11.
K. Bardeleben erörtert wiederum die Anlage eines
6. und 7. Fingers bez. Zehe bei den Wirbelthieren ;
Tagebl. Vers. D. Naturf. 59. pag. 96—102.
G. Baur untersuchte, in welchem Skeletstück der
Säugethiere das Quadratum der Sauropsiden und Ichthyop-
siden zu suchen sei und gelangt zu folgenden Resultaten:
Der knorpelige distale Theil der Columella der Saurop-
siden ist dem Hammer der Säugethiere homolog. Der
Hammer entsteht bei Sauropsiden und Säugethieren aus
dem ersten und nicht aus dem zweiten Visceralbogen,
d. h. aus dem epimandibularen Theil des Meckelschen
Knorpels. Mit letzterem ist das sog. Hyomandibulare,
Ceratohyale identisch. Der Quadratknorpel gehört wahr-
scheinlich nicht zum Mandibularbogen, sondern zum Pa-
latinbogen. Das Quadratum der Sauropsiden ist dem
Processus zygomaticus des Schläfenbeins homolog; Stzb.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 3
Ges. f. Morph, u. Phys. München 2. pag. 45 — 57 ; Biolog.
Centralbl. 6. pag. 648—658.
Derselbe hat die bisherige Litteratur über den
,,Astragalus" und das „Intermedium tarsi'' der Säuge-
thiere zusammengestellt. Nach des Verf. Untersuchungen
ist ein ,,Intermedium tarsi" nur bei den Metatheria^ nie-
mals bei den Prototheria und Entheria embryologisch
nachweisbar. Es wird die Frage erörtert, ob das ,,Inter-
medium tarsi" der Marsupialier überhaupt ein Element
des Tarsus ist oder nicht und sind vier Möglichkeiten
aufgestellt, welche weiteren Untersuchungen als Richt-
schnur dienen werden; Morph. Jahrb. 11. pag. 468 — 483,
T. 27.
Derselbe, Ueber die Kanäle im Humerus derAmnioten;
ebenda 12. pag. 299—305.
Derselbe, Ueber die Morphogenie der Wirbelsäule
der Amnioten; Biolog. Centralbl. 6. pag. 332 — 342 und
353—363.
E. van Beneden, Erste Entwickelungsstadien von
KSäugethieren ; Tagebl. 59. Vers. d. Naturf. pag. 374—375.
D. Biondi, Ueber die embryonale Bildung des Gle-
sichts und die Lippen -Kiefer -Gaumenspalten; 8tzb. Pr.
Akad. Wiss. Berlin 1886. pag. 93—97.
R. Blanchard, Les mamelles surnumeraires ; Revue
Scient. (3) 38. pag. 28.
R. Bonnet, Ueber angebliche Chordareste in der
Nasenscheidewand des Rindes; Stzb. Ges. f. Morph, und
Phys. München 1. pag. 171—172.
Derselbe, Ueber die Eihäute der Wiederkäuer;
ebenda 2. pag. 58—73.
R. Boulart et A. Pilliet, Note sur l'organe folie
de la langue des mammiferes; Journ. de l'Anat. Phys. 21.
pag. 337—345.
Dieselben, Sur les papilles foliees de quelques mam-
miferes; Compt. rend. Sc. Soc. Biol. (8) 2. pag. 143—146.
P. Canalis, Sullo svilluppo dei denti nei mammiferi;
Anat. Anz. 1. pag. 187—188.
A*
4 An t. Reich enow: Bericht über die LeistAingen in der
L. Chabry, Sur la longueur des membres des ani-
maux sauteurs; Journ. de l'Anat. Pliys. 21. pag. 356 — 358.
V. Colucci liefert eine Beschreibung der histolo-
gischen Structur der Placenta verschiedener Säugethiere ;
Mem. Acc. Sc. Jstit. Bologna (4) 7. pag. 133—158, T. 1—3.
E. D. Cope, The Vertebrata of the Swift Current
Creek Region of the Cypress Hills; Ann. Report of Geol.
and Nat. Hist. SuiTey of Canada f. 1885 1. pag. 790—850.
Derselbe, Los Mamiferos del valle de Mexico ya
extinguidos; An. Mus. Mex. 3. pag. 325 — 344.
Derselbe berichtet über die Säugethierfauna der
„Ticholeptus Beds" von Oregon und Montana. In den-
selben tritt Mastodon zum ersten Male in Amerika auf,
während Anchitherum in denselben aufhört. Folgende
Gattungen wurden festgestellt: Mastodon, Protohippus,
Hippotherium , Anchitheriwn , Dicotyles, Meryeochoerus , Me-
rychyus, Cyclopidius, Pithecistes, Protolalm, Blastomeryx;
Amer. Natural. 20. pag. 367-369.
Derselbe, The Vertebrata of the Tertiary Formations
of the West. Book 1. (Departm. of the Interior. Rep. of the
Unit. St. Geol. Survey of the Territories. F. V. Hayden,
Un. St. Geol.-in-Charge. Vol. 3).
Derselbe schreibt über das Vorkommen dreihöcke-
riger oberer Molarzähne bei dem Menschen, worin Be-
ziehungen zu den Lemuriden der Eocän - Periode, den
Anaptomorphidae, zu finden sind. Diese Zahnform
findet sich besonders bei den Eskimos, Slawen, Franzosen
und Americanern; Amer. Natur. 20, pag. 941 — 947.
Cornely berichtet über seine Züchtungen im Park
Beaujardin bei Tours; darunter Gazella suhgutturosa,
Dolichotis patagonicus^ Elaphodus michianus; Bull. Soc.
d'Acclim. France (4) 3. pag. 563.
G. Cuccati, Contributo all' anatomia microscopica
della retina del Bue e del Cavallo; Mem. Acc. Bologna
(4) 7. pag. 201—207.
L. Darkschewitsch, Versuche über die Durch-
schneidung der hinteren Gehirncommissur beim Kaninchen
Pflüg. Arch. ges. Physiol 38. pag. 120 — 141.
Naturgesch. der Sängethiere während des Jahres 1886. 5
W. Davies, Note on the Animal Remains in Bone
Caves in North Wales; Qu. Journ. Geol. Sog. 42. pag.
17—19.
J.W. Da WS on, Handbook of Zoology, with Examples
from Canadian Species, recent and fossil. 3. ed. Montreal
1886, 304. pag. — Auf S. 263—273 die Säugethiere.
Ch. Deperet, Nouveaux documents pour la faune
des Mammiferes pliocenes du bassin du Roussillon; Compt.
rend. Ac. Sc. Paris 103. pag. 1208—1210.
J. Dogiel, Neue Untersuchungen über den pupillen-
erweiternden Muskel der Säugethiere und Vögel; Arch.
mikr. Anat. 27. pag. 403-409, T. 18.
A. Dostoiewsky, Ueber den Bau der Vorderlappen
des Hirnanhanges ; Arch. mikrosc. Anat. 26. pag. 592 bis
598, T. 28.
Derselbe, Ein Beitrag zur mikroskopischen Ana-
tomie der Nebennieren bei Säugethieren ; ebenda 27. pag.
272-296, T. 13.
Derselbe, Ueber den Bau des Corpus ciliare und der
Iris von Säugethieren; ebenda 28. pag.91— 120, T.IO— 11.
E. Dubois beschreibt den Larynx verschiedener
Säugethiere, besonders des Ornithorhynchus ; Anat. Anz. 1.
pag. 178—186 und 225—231.
E. Ficalbi, Breve cenno preventivo sulla ossificazione
delle capsule periotiche nei Mammiferi; Atti Soc. Tose.
Sc. Nat. Pisa, Proc. verb. 5. pag. 86—90.
Derselbe schreibt über Vorkommen oder Fehlen von
interparietalia und frontoparietalia bei Säugethieren; Atti
Soc. Toscana Sc. Nat. Pisa 7. pag. 101—133, T. 10.
H. Filhol berichtet über den Charakter der Säuge-
thierfauna des Eocäns von Issel (Castelnaudary) ; Bull.
Soc. Philom. Paris (7) 10. pag. 86—88.
Derselbe , Descriptions de quelques mammiferes
fossiles des phorphorites du Quercy. Toulouse 1884. (4^)
43 pag., 13 T.; Extr.: Ann. Soc. Sc. Phys. Nat. Toulouse.
H. Fischer - Sigwart, Fossile Knochenfunde aus
den interglacialen Kiesschichten in Zofingen und im
unteren Wiggerthale ; Mitth. Aargau Nat. Ges. 4. pag. 1 — 5.
6 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. Fleischmann bestätigt die Ansicht Bischoff's
über die erste Anlage der Placenta bei den Raubthieren;
Stzb. phys. med. Soc. Erlangen 1886 8. Nov.
H. V. Fritsch berichtet über Funde von Mastodon
arvernensis , Cervus sp. u. Bos sp. im Pliocen des Gera-
Thaies in Thüringen; Jahrb. Geol. Landes - Anst. 1884.
pag. 389—423.
A. Froriep, Zur Entwickelungsgeschichte der Wirbel-
säule, insbesondere des Atlas und Epistropheus und der
Occipital Region. IL Beobachtung an Säugethierembryonen ;
Arch. f. Anat. Phys. 1886. pag. 69—150, T. 1—3.
A. Garbini, Note istologiche sopra alcune parti
deir apparecchio digerente nella Cavia e nel gatto; Acc.
Agricolt. Arti e Comm. Verona 63. Ser. 3.
C. Gegenbaur beschreibt die Structur der Zunge
und Unterzunge bei den Lemuriden und anderen Säuge-
thieren; Morphol. Jahrb. 11. pag. 566—606, T. 30—31.
Gottschau, Zur Entwickelung der Säugethierlinse;
Anat. Anz. 1. pag. 381—382.
G. A. Guldberg, Om subfossile og forhistoriske
knokkelfund of Pattedyr i Norge ; Nyt Mag. Naturvid. 30.
pag. 76—80.
A. C. Haddon, On the blastodermic vesicle in Mam-
mals; Scient. Proc. R. Soc. Dublin 4, 1885. pag. 536 — 545;
Journ. Microsc. Soc. (2) 6. pag. 574 — 575.
E. Halperine, De l'origine des Mammiferes. Morlaix
1886. 8 vo. 4 pag.
C. Hasse, lieber die Gefässe in der lamina spiralis
membranacea des Gehörorgans der Wirbelthiere; Anat.
Anz. 1. pag. 96—98.
C. L. Herrick, Notes on the Mammals of Big Stone
Lake and Vicinity; 13. Ann. Rep. State Geologist. pag.
178—186.
0. Hertwig, Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte
des Menschen und der Wirbelthiere. Erste Abt. mit 129
Abbild, und 2 Taf. Jena 1886. 8 vo. 202 pag.
F. C. Hill beschreibt zweckmässige Aufstellungs-
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 7
weisen fossiler Säugethierreste; Amer. Natural. 20. pag.
353—359.
G. B. Howes, On tlie Morphologie of the Mammalian
Coracoid; Nature 34. pag. 537.
L. Hu et berichtet über Geburten und Erwerbungen
in der Menagerie des Naturhist. Museums in Paris während
1886; Bull. Soc. d'Acclim. France (4) 3. pag. 305—308,
566—567.
Derselbe, Note sur la dimension des Clements ana-
tomiques des Mammiferes; Bull. Soc. Linn. Normandie (3)
9. pag. 122—126.
J. F. James, Catalogue of the Mammals, Birds,
Reptiles, Batrachians and Fishes in the collection of the
Cincinnati Society of Natural History; Journ. Linn. Soc.
Nat. Hist. 9. — S. 47 — 52 sind die Säugethiere der
Sammlung aufgezählt.
0. S. Jensen, lieber die Struktur der Samenkörper
bei Säugethieren, Vögeln und Amphibien; Anat. Anz. 1.
pag. 251—257.
W. H. Jessop, On the Anatomy, Histology and Phy-
siologie of the intraocular Muscles of Mammals; Pr. R.
Soc. London 40. pag. 478-484.
G. Kehr er liefert Beiträge zur Kenntniss des Corpus
und Tarsus der Amphibien, Reptilien und Säugethiere,
untersucht insonderheit das Vorkommen von Praepollex
und Praehallux bei den genannten Gruppen und gelangt
zu dem Resultat, dass man „bei der Beurtheilung des
Hand- und Fussskeletes der Wirbelthiere künftighin nicht
mehr von einer pentadactylen, sondern von einer hepta-
dactylen Urform auszugehen und, von diesem Gesichts-
punkte aus betrachtet, auch die sog. überzähligen Finger
und Zehen, so weit sie am äusseren oder inneren Fuss
oder Handrand auftreten, nicht mehr ohne weiteres als
solche, sondern als atavistische Bildungen anzusehen habe";
Ber. naturf. Ges. Freiburg 1. pag. 73—86, T. 4.
F. K ei bei. Zur Entwickelung des Glaskörpers; Arch.
f. Anat. Phys. 1886. pag. 358—368, T. 8.
8 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
E. Kittl, Zur Kenntniss der fossilen Säugethierfauna
von Maragha; Annalen k. k. naturhist. Hofmus. 1. No. 2.
A. Koranyi, Beiträge zur Entwickelung der Krystal-
linse bei den Wirbelthieren ; Intern. Journ. Anat. Hist. 3.
pag. 226—238.
P. Lachi, Degli elementi constituenti il disco proligero
neir ovaia della vitella. Firenze 1886.
F. Lataste erörterte die Frage des Ursprungs der
Hausthiere; Bull. sc. Nord de la France 1884—85. pag.
364—371.
L. Laulanie, Sur les procedes de la regression des
follicules ovariens chez quelques femelles de mammiferes ;
Compt. Rend. Sc. Soc. Biol. (8) 2. pag. 644—647.
Derselbe, Sur les connexions embryogeniques des
cordons medullaires de Fovaire avec les tubes du corps
de Wolff et leur homologie avec les tubes seminiferes;
ebenda 3. pag. 132-135.
Derselbe, Sur la nature de la neoformation placen-
taire et sur l'unite du placenta; Bull. Soc. Toulouse 19.
pag. 23—30.
H. Leboucq, Sur la morphologie du carpe et du
tarse; Anatom. Anz. 1. pag. 17 — 21 (s. Bardeleben).
Lemoine, Note sur les ossements fossiles du terrain
tertiaire inferieur; Bull, Soc. geol. France 3. 14. pag.
467-468.
J. Lilienberg, Beiträge zur Histologie und Histo-
genese des Knochengewebes; Mem. Ac. Sc. St. Petersbourg
(7) 33. pag. 1-11, T. 1.
S. Lothringer, Untersuchungen an der Hypophyse
einiger Säugethiere und des Menschen; Arch. mikrosk.
Anat. 28. pag. 257—290, T. 19—20.
R. Lydekker, Catalogue of the Remains of Siwalik
Vertebrata contained in the Geological Department of the
Indian Museum, Calcutta. Pt. 1 Mammalia. Calcutta 1885.
8 vo. 116 pag.
Derselbe, Catalogue of the Remains of Pleistocene
and Prehistoric Vertebrata contained in the Geological
Naturgesch. der Säugetbiere während des Jahres 1886. 9
Department of the Indian Museum, Calcutta 188B. —
P. 1 — 15 die Säugethiere.
Derselbe, On the Fossil Mammalia of Maragha, in
North -Western Persia; Qu. Journ. Geol. Soc. 42. pag.
173-17G.
Derselbe, Note on some Vertebrata from the Red
Crag*; ebenda, pag. 364 — 368.
Derselbe, Indian Tertiary and Post-Tertiary Verte-
brata. Palaeont. Ind. (10) IV. Pt. 1. Siwalik Mammalia,
Supplement 1, with Addendum, pag. 1—21, T. 1--4. Pt. 2.
The Fauna of the Karnul Caves. pag. 23 — 58, T. 5 — 9. —
Der I. Theil enthält die Beschreibung zweier neuen Arten :
Cynocephalus falconeri und Tetraceros daviesi; der 11. Theil
zählt 40 Arten aus den Karnul Caves bei Madras auf.
L. Matthiessen, Über den physikalisch - optischen
Bau des Auges der Cetaceen und der Fische; Arch. ges.
Phys. 38. pag. 521—528, T. 5.
P. Meuron, Recherches sur le Developpement du
Thymus et de la Glande Thyroide : Rec. Zool. Suisse 3.
pag. 517—628, T. 23—27.
H. Munk, Über die centralen Organe für das Sehen
und das Hören bei den Wirbelthieren ; Stzb. Pr. Akad.
Wiss. Berlin 1886. pag. 111—136, 179—188. T. 2.
A. N eh ring. Zoologische Sammlung der Kgl. Land-
wirthschaftlichen Hochschule in Berlin. Katalog der
Säugethiere. 100 pag. 52 Abb. Berlin, Parey 1886, 8vo.
Derselbe, Über die Abstammung unserer Hausthiere;
Jahrb. u. Abb. Nat. Ver. Magdeburg 1885. pag. 129—144.
Derselbe erörtert die Bedeutung und Anwendbarkeit
des technischen Ausdrucks „Atavismus" mit besonderer
Beziehung auf Hyperdaktylie ; Verhandl. Berl. anthrop.
Ges. 1886. pag. 275—277.
J. F. Nott, Wild Animals Photographed and Des-
cribed. London: 1886. roy. 8 vo. 568 pag.
A. D. Onodi, Über die Entwickelung des sym-
pathischen Nervensystems; Arch. f. mikrosk. Anat. 26.
pag. 568-580, T. 25—27.
W. N. Parker and R. Wiedersheim, Elements of
10 A 11 1. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
the Comparative Anatomy of Vertebrates. London 1886,
8 vo. 345 pag., 270 woodcuts.
C. Parona beschreibt die Eingeweide-Parasiten einer
Anzahl sardinischer und ligurischer Säugethiere; Ann.
Mus. Civ. Genova, 24. Bd. pag. 374 u. 501.
A. V. Pelz ein schreibt über Chlorochroismus, Ge-
raiochroismus, Melanismus und Albinismus bei Säuge-
thieren; Mitth. nat. Ver. Steiermark 20. pag. 84 — 90.
L. Picaglia, Mammiferi, uccelli e molluschi raccolti
durante il viaggio di circumnavigazione della corvetta
„Vettor Pisani" negli anni 1882 — 85; Atti Soc. Natural.
Modena (3) Vol. 3.
A. Pilliet, Sur la texture musculaire de Futerus dans
la Serie des mammiferes; Bull. Soc. Zool. France 11.
pag. 420—460.
A. Pilliet et R. Boulart, Sur l'estomac de l'Hippo-
potame, du Kanguroo de Bennett et du Paresseux Ai;
Journ. de l'Anat. Phys. 22. pag. 402—423, T. 15.
H. Pohlig, On the Pliocene of Maragha, Persia, and
its Resemblances to that of Pikermi in Greece; on Fossil
Elephant Remains of Caucasia and Persia; and on the
results of a Monograph of the Fossil Elephants of Ger-
many and India; Qu. Journ. Geol. Soc. 42. pag. 177 — 282.
H. Rabl-Rückhard, Zur Albrecht - Kölliker'schen
Streitfrage über die vordere Endigung der Chorda dorsalis ;
Anat. Anz. 1. pag. 200—203.
A. Railliet, Elements de Zoologie medicale et agri-
cole. Paris. 1885—86. 8vo. 1053 pag. 705 Fig. — pag.
807—1000. Die Säugethiere.
E. Retterer, Sur le mode de developpement des
cavites articulaires chez les mammiferes; Compt. rend.
Sc. Soc. Biol. Paris (8) 3. pag. 45—48.
Derselbe, Type commun des amygdales chez les
Mammiferes; ebenda, p. 557 — 559.
J. Reuter berichtet über Zwitterbildungen bei Säuge-
thieren; Verhandl. phys. med. Ges. Würzburg 19. pag. 13 — 60.
E. Ri viere führt die in den Quarternärlagern von
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 1 1
Perreux (Seine) vorkommenden Säugethierreste auf; Compt.
rend. Ass. Franc, p. avanc. Sc. 14. 2. Pt. pag;. 401 — 407. .
0. Roger, Kleine paläontologische Mittheilimgen ;
Ber. naturh. Ver. Augsburg 28. pag. 93—118 m. 8 Taf.
E. Rosenberg hat seine Untersuchungen über die
Wirbelsäule der Säugethiere fortgesetzt; Stzb. Naturf. Ges.
Dorpat 7. pag. 366—367.
L. Rosenberg, Über NeiTenendigungen in der
Schleimhaut und im Epithel der Säugethierzunge ; Stzb.
Ak. Wien 93. 3 Abth. pag. 164—198, T. 1—2.
W. Roux, Über eigenartige Kanäle in recenten und
fossilen Knochen; Anat. Anz. 1; pag. 276 — 277.
J. A. Ryder, The Origin of the Amnion; Amer. Nat.
20. pag. 179—185.
P. Schief f erdecke r, Studien zur vergleichenden
Histologie der Retina; Ar eh. f. mikrosk. Anat. 28. pag.
305—396, T. 22—24.
0. Schmidt, Les Mammiferes dans leur rapports
avec leurs ancetres geologiques. Paris 1886. [Vergl. Ber.
1884. S. 102.]
P. L. Sclater berichtet über den Zuwachs der Me-
nagerie der Zoologischen Gesellschaft in London, darunter
Cynaelurus juhatus, Gazella subgutturosa, Herpestes alhicauda,
Rhinoceros lasiotis, Macacus tscheliensis, Brachyurus calvus;
Proc. Z. S. London 1886. pag. 1—2, 176, 266, 417.
Derselbe berichtet über den Zuwachs der Menagerie
der Zoologischen Gesellschaft in London an Säugethieren
während des Jahres 1886; P. Z. S. London 1886. pag.
673—697.
W.L. Sclater referirt über die Säugethier-Litteratur
des Jahres 1885; Zoological Record for 1885 (Red. F. E.
Beddard). London.
R. A. Sterndale and E. H. Aitken, Catalogue of the
Mammalia in the Collection of the Bombay Natural History
Society; Journ. Bombay N. H. Soc. 1. pag. 8 — 14.
J. B. Sutton, On some Specimens of Disease from
Mammals in the Society 's Gardens; Pr. Z. S. London 1886.
pag. 206—217.
12 A n t. R e i c b e 1) 0 w : Bericht über die Leistungen in der
A. Tafani, L'organo delP uclito, niiove indagini ana-
tomiche comparate. Coii. 87 incis. ; Arch. Scuola Anat.
patolog. Firenze, 3. 1885.
H. Virchow, Über die Form der Falten des Corpus
ciliare bei Säugeth.; Morph. Jahrb. 11. p. 437—453, T. 25.
A. Viti, II nervo depressore nell' uomo e negli altri
Mammiferi ricerche di morphologia comparata; Atti Soc.
Toscana Sc. Pisa 6. pag. 151-248, T. 12—18.
W. Waldeyer, Beiträge zur normalen und ver-
gleichenden Anatomie des Pharynx, mit besonderer Be-
ziehung auf den Schlingweg; Stzb. Akad. Wiss. Berlin 1886.
pag. 233—250.
Gr. Westling, Beiträge zur Kenntniss des periphe-
rischen Nervensystems ; Bih. SvenskaVetensk.Akad.Handl.
Stockholm 9. No. 8.
R.Wiedersheim, Lehrbuch der vergleichenden Ana-
tomie der Wirbelthiere. Zweite Aufl. Jena 1886. 890 pag.
M. Wilckens hat auf Grund eines umfangreichen sta-
tistischen Materials Untersuchungen über das Geschlechts-
verhältniss und die Ursachen der Geschlechtsbildung bei
Hausthieren angestellt. Es ergab sich unter anderem, dass
das Alter und die geschlechtliche Energie der männlichen
Erzeuger keinen Einfluss auf Geschlechtsbildung der Nach-
kommen haben, dass aber die Mütter in der Jugend ver-
hältnissmässig mehr weibliche, im xilter mehr männliche
Früchte erzeugen, dass die bessere Ernährung der Frucht
die Entstehung des weiblichen Geschlechts begünstigt, die
schlechtere die des männlichen ; Landwirthsch. Jahrbücher
15. pag. 607-651, s. auch Biol.Centralbl. 6. pag.503— 510.
H. S. Wintle, The Fossil Mammalian Remains of
Tasmania compared with those of the Australian Main-
land; Histor.Nat. Melbourne 3. pag. 27- 34, 40—45, 65—68.
H. H.Winwood, List of Fossil Mammalia found near
Bath; Pr. Bath N. H. and Antiqu. Field Club 6. pag. 95.
J. N. Woldrich behandelt Säugethier-Reste aus den
Breccienfaunen Istriens und der Insel Lesina sowie der
Diluvialfauna Böhmens; Verhandl. k.k. Geolog. Reichsanst.
1886. pag. 176-179.
Natiirgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 13
Oestlich- Gemässigte Region.
E. A. B i e 1 z führt 1 7 Arten von Fledermäusen für Sieben-
bürgen auf, darunter folgende neue : Rhinolophus unihastatus
var. n. Iiomorodalmasiensis, Rh. bUiastatus var. n. kisnyire-
siensis, Vesperus siculus u. V. serotinus var. transsylvanns u.
Myotis nvirina var. nov. spelaea; Verhandl. Siebenbürg, Ver.
f. Naturw. 36. pag. 76—84.
P. Brocchi, Traite de Zoologie agricole. Paris 1886,
8vo. 984 pag. 603 Fig. — pag. 1 — 95 enthält eine Auf-
zählung der Säugethiere Frankreichs.
L. Camerano und M. Lessona, Compendio della
Faunaltaliana. Torino 1885. 8vo. pag. 1—311. — S. 1
bis 28 Aufzählung und kurze Beschreibung der Säuge-
thiere Italiens.
W. E. Clarke, W. D. Roebuck u. W. Storey führen
30 Säugethierarten für Upper Nidderdale auf; Naturalist.
1886. pag. 193—211.
Conventz berichtet über Vorkommen von Sorex
fodiens, Miistela martes, Myoxus glis, Castoi' fihe7\ Sus scrofa
und Cerviis dama in West-Preussen; Schrift. Naturf. Ges.
Danzig. 6 Bd. 3. Hft. pag. 10—14.
G. Doria beschreibt die in Ligurien vorkommenden
Fledermäuse; Ann.Mus.Civ.Gonova, 24. Bd. pag. 385 — 474.
W. Kobelt zählt die Säugethiere (98 Arten) Nord-
afrikas auf nebst kritischen Bemerkungen und eingehenden
Notizen über Verbreitung einzelner Arten. Als Ergebniss
allgemeiner Betrachtungen über die Säugethierfauna des
Gebiets schreibt Verf. : „Die Beziehungen der nordafrika-
nischen Säugethierfauna zur südeuropäischen sind also
keine so engen, dass sie allein einen ehemaligen Land-
zusammenhang mit Spanien, Sardinien oder Sicilien noth-
wendig oder selbst nur wahrscheinlich machen" und weiter:
„Die nordafrikanische Säugethierfauna erscheint als eine
scharf umgrenzte, muss jedenfalls als ein sehr selbständiges
Glied der Fauna palaearctica aufgefasst werden." [Diese
gegen die beliebte faunistische Vereinigung Nordafrikas
mit Südeuropa sich richtende Anschauung erscheint be-
14 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
sonders beachtenswertli] ; Zool. Gart. 27. pag\ 169 — 177,
205—212, 237—243, 312—316.
B. Lang'kavel bespricht das früliere und jetzige
Vorkommen von Bären in Nord -Afrika; Zool. Gart. 27.
pag. 83—87.
F. Lataste, Catalogue provisoire des Mammiferes
sauvages non marins du deptm. de la Gironde; Act. Soc.
Linn. Bordeaux, T. 48. pag. 11 — 45.
A. V. Mojsisovics berichtet über eine Reise nach
Südungarn und Slavonien im Frühjahr 1884, worin Beob-
achtungen über die Säugethiere dieser Länder; Mitth.
naturw. Ver. Steiermark 1884 u. 1885 u. Sep. Graz 1886.
Derselbe schildert das Thierleben der österreichisch-
ungarischen Monarchie, in : Die österr. ungar. Monarchie
in Wort und Bild, pag. 249 u. f.
Derselbe berichtet über das Vorkommen einer Anzahl
von Säugethierarten in Südungarn und Slavonien nebst
biologischen Notizen; Mitth. naturw. Ver. Steiermark 1885.
pag. 83—85.
S. auch Monticelli unter Chiroptera und Pleske
unter Arktische Eegion.
G. Radde, Die Fauna und Flora des südwestlichen
Caspi-Qebietes. Leipzig 1886. 8vo. — Besprechung der
Säugethiere. pag. 3 — 11.
T. Pleske liefert einen Nachtrag zu seiner Arbeit
über die Säugethiere der Kola -Halbinsel; Beitr. Kenntn.
Euss. Reich. (2) 9. pag. 423—439. [Vergl. Bericht 1884.
pag. 107].
S. auch Sclater unter Felidae.
Treichel berichtet über Kämpfe zwischen Bär und
Wildeber, welche in den Jahren 1592 und 1735 in West-
preussen beobachtet wurden, und über das Vorkommen
des Bären in Westpreussen im Jahre 1783; Schrift. Naturf.
Ges. Danzig, 6. Bd. 3. Hft. pag. 125.
Derselbe berichtet über frühere Verbreitung von
Felis lynx in Westpreussen; ebenda, pag. 125 — 126.
A. Waleckiego berichtet über Vorkommen von
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 15
Smmthus suhtilis in Polen; Arch. slav. de Biologie, Paris.
1. pag. -228—229.
A. Wiedemann, Nachträge zu dem Bericht über die
im Regierungsbezirk von Schwaben und Neuburg vor-
kommenden Säugethiere ; Ber. Naturh. Ver. Augsburg. 28.
pag. 69—84.
Aethiopische Region.
Chaper, Rapport sur une mission scientifique dans
leterritoire d'Assinie; Arch. Miss. Sc. litt. (3) 12. pag. 15 — 18.
Nach Em in kommen anthropomorphe Aifen, deren
Art noch nicht festgestellt werden konnte, in Uganda und
Unyoro vor; Pr. Z. S. London 188G. pag. 418.
G. A. Farini, Through the Kalahari Desert. London
1886. 8vo. 475pag., 46Illustr. — Auf S.461— 467 einVer-
zeichniss der in der Kalahari vorkommenden Säugethiere.
H. Johnston, The Kilima-njaro Expedition. London
1886. 8vo. — Enthält Notizen über Säugethiere des Ge-
bietes namentlich in Kap. 18.
S. Jentink unter Simiae.
F. Kohl beschreibt Antilopenarten aus dem Somali-
land; Ann. k. k. Nat. Hofmus. 1. pag. 75 — 86, T. 3 — 6.
B. Lanka vel hat eine Reihe von Notizen über die
Hausziegen Afrikas zusammengestellt; Zool. Gart. 27. pag.
114—121.
F. Quiroga, Apuntes de un viaje por el Sahara Occi-
dental; An. Soc. Espan. H. N. Madrid 15. — Auch Auf-
zählung der beobachteten Säugethiere. pag. 522.
S. Reichenow unter Macroscelidae u. Sciuridae.
P. L. S clater berichtet über Vorkommen von Damalis
senegalensis bei Lamu (Ost - Afrika) und von Strepsiceros
imberbis am Juba-Fluss; Pr. Z. S. London 1886. pag. 176.
Madagassische Region.
S. P. Oliver, Madagaskar: an Historical and Des-
criptive Account of the Island and its former Dependen-
cies. 2 Vol. London 1886. 8vo. — Chapitel 8 enthält eine
Aufzählung der Säugethiere.
16 A n t. R e i c h e n 0 w Bericht über die Leistungen in der
Malayische Region.
R. Germain bespricht die Hausthiere in Cochincliina;
Bull. Soc. d'Acclim. France (4) 3. pag. 388—399, 518-533.
W.T. Hornaday, Two Years in the Jimgle; tlie Expe-
riences of a Hunter and Naturalist in India, Ceylon, the
Malay Peninsula and Borneo. London 1885. 8vo. 512 pag.
0. Thomas berichtet über eine Collection von Säuge-
thieren aus Indien und Malakka, welche durch A.O. Hume
dem British Museum überwiesen wurden, darunter Viverri-
cula malaccensis Cuv. von Sambhar, Herpestes auropunctatus
birmanicus n. var., Mus humei n. sp., Sciuropterus davisoni
n. sp.; Proc. Z. S. London 1886. pag. 54 — 79.
Australische Region.
F. H. Guillemard, The Cruise of the „Marchesa" to
Kamschatka and New-Guinea. London 1886. 8vo. 2 Vol. —
Enthält eingestreut Notizen über verschiedene während
der Reise beobachtete oder gesammelte Säugethiere.
W. Macleay bespricht die Säugethierfauna Austra-
liens; Proc. and Rep. Soc. Tasmania 1885. pag. 285 — 308.
Westlieli - Gemässigte Region.
H. T. Allen schildert die Wiederkäuer der Copper
River-Region in Alaschka: Alces machlis, Rangif er tarandas,
Ovis cariadensis dalli, Mazama montana] Science 7. pag. 57.
S. auch Dawson, oben S. 5.
J. R. Mead, Note on two Kansas Mammals; Bull.
Washburn Coli. Labor. N. H. 1. 1885. pag. 91—92.
E. A. Means weist Sper7nophihis tereticaudus Baird für
Arizona nach; Bull. Amer. Mus. Nat.Hist. 1. pag. 197 — 207.
F. W. True führt 23, von Ch. L. Mckay bei Bristol Bay
auf Alaschka gesammelte Säugethierarten auf; Proc. U. St.
Nat. Mus. 9. pag. 221—224.
Siehe auch Elliott und Kobelt unten S. 17 u. 18.
Naturgesch. der Säiigethiere während des Jahres 1886. 17
Südamerikanisclie Region.
E. Maiiery y Cao, Manual del Cazador Cubano.
Nociones sobre Tiro, las Armas y Accesorios de Gaza,
las Costumbres y Descripcion de las Aves y Mamiferos
de la Isla Seluba. Madrid, 1886 8^. 220 pag.
H. C. Dent, A Year in Brazil, London 1886. 8vo. —
S. 345 — 358 enthalten Notizen über die Säugethiere Bra-
siliens.
F. Ferrari-Perez führt 18 Säugethierarten für die
Republik Mexico auf; Proc. U. St. Nat. Mus. 1886. pag.
127—130.
E. L. Holmberg, Los resultados cientificos, especial-
mente zoologicos y botanicos, de los tres viajes levados
ä cabo, en 1881, 82 y 83, ä la Sierra del Tandil; Act.
Ac. Nac. Cienc. Cordoba 5. pag. 63 — 72. — Führt 13 Säuge-
thierarten als vorkommend in der Sierra del Tandil, im
südlichen Theile der Provinz Buenos Ayres auf.
W. Leche beschreibt einige südamerikanische Hespe-
ro?n?/s-Arten; Zool. Jahrb. 1. pag. 687-702, T. 16.
J. W. Wells, Exploring and Travelling Three Thou-
sand Miles through Brazil. 2 Vol. London 1886. 8vo. —
Eingestreut auch Notizen über brasilianische Säugethiere.
Arktische Region.
H. W. Elliott, An Arctic Province: Alaska and the
Seal Islands. London 1886. 8vo. 474 pag. — Enthält
Notizen über verschiedene nordische Säugethiere, Rhytina
(pag. 4), Enhydra (pag. 127), Callorhinus (pag. 254) u. a.
Vergl. auchTrue S. 16.
F. Fischer und A. v. Pelzehi führen Canis lagopus,
Ursus maritimus, Cystophora cristata, Phoca barhata und
grönlandica für Jan Mayen auf; Vögel und Säugethiere
von Jan Mayen; Abdr. aus: Die Österreich. Polarst. Jan
Mayen, 3. Bd. pag. 109-132.
W. Haacke, Der Nordpol als Schöpfungszentrum der
Landfauna; Biol. Centralbl. 6. pag. 363—370.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 1. H. ß
18 Ant. Reichenow; Bericht über die Leistungen in der
W. Kobelt referirt über die Verbreitung der Pelz-
thiere in Alaschka; Zool. Gart. 27. pag. 378—381.
A. Stuxberg-, Faunan pa och Kring Novaja Semlja;
aus : Dvega - Expeditionens Vetenskapliga Jaktlagelser,
Bd. 5, Stockholm 1886. — Auf S. 12 — 18 sind die ge-
sammelten Säugethiere aufgezählt, nämlich: Cuniculus
torquatus, Myodes obensis, Canis lupus, Vulpes vulgaris
und lagopus, Ursus maritimus, Rosmarus arcticus, Phoca
foetida, grönlandica und barbata, Cystophora cristata,
Rangifer tarandus, Balaenoptera rostrata und musculus,
Monodon monoceros, Delphinapterus leucas.
S i m i a e.
Abel, Account of an Orang-utang; Miscell. Papers relating to
Indo-China, Calcutta 1886.
Blyth, On the diiferent Species of Orang-utang; ebenda.
Bollinger, Ueber Tuberculose bei Affen; Stzb. G-es. f. Morph,
u. Phys. München 2. pag. 5 u. 6.
R. Boulart, Note sur le Systeme vasculaire des poches lary-
giennes de l'orang-outang; Compt. rend. Sc. Soc. Biol. (8.) 3.
pag. 215—216.
J. Cunningham, The Lumbar Curve in Man and the Apes,
with an Account of the Topographical Anatomy of the Chimpanze
and Orang-Utan; Cunningham Memoirs of the Roy. Msh Acad^my
No. 2. pag. 1—148. Dublin 1886. — s. auch Nature 33. pag. 378—379.
J. Deniker, Recherches anatomiques et embryologiques sur
les Singes anthropoides. Theses presentees ä la faculte des sciences
de Paris. Paris 1886. 8vo. 260 pag. — Den Untersuchungen des
Verf. haben Poeten von Gorilla und Gibbon zu Grunde gelegen.
J. Deniker et Boulart, Note sur les sacs laryngiens des
Singes anthropoides ; Journ. de l'Anat. Phys. 22. pag. 51 — 62, T. 3 — 4.
Gc. Eismann, Der Chimpanse in Gefangenschaft in Afrika-
Zoolog. Gart. 27. pag. 24— 26.
Emin giebt eine Notiz über das Vorkommen anthropomorpher
Affen (Art nicht festgestellt) in Uganda und Unyoro; Pr. Z. S_
London 1886. pag. 418.
C. Fere untersuchte die Gehii-nwindungen verschiedener ameri-
kanischer und afrikanischer Affenarten wie Lagothrix, Ateles, Cebus,
Brachyurus, Cynocephalus und Gorilla; Journ. de l'Anat. Phys. 21.
pag. 298—303.
Huet berichtet über das Betragen von Mycetes niger in Ge-
fangenschaft; Naturaliste 8. pag. 371—372.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 1 9
R. flartmann, Les Singes anthropoides et leur Organisation
comparee ä celle de Thornme. Avec 63 figg. Paris, S. Alcan 1886.
8 ". 236 pag.
F. A. Jentink beschreibt Cercapithecus signatus n. sp. von
West- Afrika (?) und C. hüttikoferi von Liberia; Notes Leyd. Mus. 8.
pag. 55—57.
RLydekker beschreibt Cymcephalus falconeri n. sp. foss. von
den Siwaliks; Ind. Tert. and Post-Tert. Vertebrata, Pal. Ind. (10).
IV. Pt. 1.
A. T. Rochebrune hält die Gattung Cölohus für platyrhin,
welche demnach von den anderen afrikanischen Affen abweicht und
den neuweltlichen Affen sich anschliesst; Compt. Rend. Acad. Paris 103,
pag. 940—941.
Derselbe, De la confirmation des organes geniteux externes
chez les femelles de singes anthropomorphes du genre Troglodytes;
ebenda pag. 1084—86.
C. Roy er, Facultes mentales et instincts sociaux des singes;
Revue Scient. (3.) 38. pag. 257—270.
F. Mattozo Santos beschreibt Cercopithecus picturatus n. sp.
von West- Afrika und giebt die Unterschiede der übrigen durch einen
weissen Nasenfleck ausgezeichneten Arten der Gattung an : petaurista
Erxl., ascanias Audeb. u. ludio Gray; Jörn. Sc. Math. Phys. Nat.
Lisboa No. XLII. 1886.
E. Schmidt über die Wirbelsäule der Primaten; Corr. Bl. D.
Ges. f. Anthrop. (Braunschweig) 17. pag. 5—6.
M. Schmidt schildert das Betragen eines Hylohates leuciscus
im Zoologischen Garten in Berlin; Zool. Gart. 27. pag. 7 — 14.
Derselbe giebt einige Notizen über Betragen eines S. satyrus
und eines Callithrix melanochir in Gefangenschaft; ebenda pag. 72
bis 74.
W. H. Stewart, Monkeys Swimming; Zoologist (3) 10. pag. 483.
ß. C. A. Windle, Notes on the Myologie of Midas rosalia
vsrith Remarks on the Muscular System of Apes; Pr. Birmingham
Phil. Soc. 5. pag. 152—166.
Prosimii.
E. D. Cope, On Lemurine Reversion in Human Dentition;
Amer. Natural. 20. pag. 941—947. • .
G. Rüge behandelt die Gesichtsmuskulatur der Halbaffen;
Morph. Jahrb. 11. pag. 243—315, T. 14—16.
Dermoptera.
W. Leche giebt eine eingehende Beschreibung der Muskulatur,
des Nervensystems und der Eingeweide von Galeopithecus und gelangt
unter Berücksichtigung dieser sowie der äusseren Merkmale des
B*
20 A n t. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Skelets und des Zahnsystems zu dem Ergebniss, dass die Form „aus
einem gemeinsamen Stamm mit Insectivora, Prosimiae und Chiroptera
hervorgegangen, zusammen mit letzteren vom Urstamm sich abge-
zweig*t und zuerst in derselben Richtung wie diese sich entwickelt
habe, ohne jedoch dieselbe hohe Differenzirung des Patagium und
der Extremitäten zu erlangen. Sie ist jedenfalls als eine sehr alte
Form und als ein wenig modificirter Nachkomme des Urstammes der
Chiroptera zu betrachten. Von den heutigen Insectivora steht sie
den Menotyphla, speciell den Tupaiidae, am nächsten; am wenigsten
zeigt sie Uebereinstimmung mit den Prosimiae." Verf. sondert die
Gattung deshalb von den Insectivora als besondere Ordnung Galeo-
pithecidae; Kgl. Svenska Vetensc. Akad. Handl. 21. No. 11.
Chiroptera.
H. Allen giebt einige Notizen über den Tarsus der Fleder-
mäuse, nebst Holzschnitten; Amer. Nat. 20, pag. 175—177.
H.A. Blake, Note on the Parturition of a West-Indian Bat;
Pr. Dubl. Soc. 4. pag. 449—450.
F. S. Monticelli liefert eine monographische Abhandlung der
Fledermäuse Italiens, Beschreibung und Synonymie der einzelnen
Arten. 18 species werden aufgeführt. Von Vesperugo huhli unter-
scheidet Verf. zwei Varietäten, albicans und puUatus; Atti Soc. Ital.
Sc. Nat. 28. pag. 169—214 und Pr. Z. S. London 1886. pag. 93 — 96.
Westhoff, Der Fledermausfang im Havixbecker Felsenbrunnen
am 16. März 1886; Jahrb. zool. Sect. Westf. Ver. f. Wiss. 1885. pag.
40—43.
B,hinolophidae. E. A. Bielz beschreibt Rhinolophus uni-
hast atus var. homm-odalmasiensis Daday und Bh. bihastatus hisnyire-
siensis Daday; Verhandl. Siebenb. Ver. f. Naturw. 36. pag. 79—80.
H. A. Macpherson schildert die Lebensweise der grossen Huf-
eisennase; Naturalist 1886. pag. 337— 339,
0, Thomas und Q-. Doria beschreiben Phyllorhina museina und
Ph. papua von Neu-Guinea; Ann. Mus. Civ. Genova (2) 4, 24. Bd. pag.
201-207,
Vespertilionidae. E. A. Bielz beschreibt Vesperus siculus
Daday, V. serotinus var. transsylvanus Daday und Myotis murina var. n.
spelaea von Siebenbürgen; Verhandl. Siebenb. Ver. f. Naturw. 36. pag.
82, 81 und 83.
G. E. Dobson beschreibt Vesperugo merriami n. sp. von New-
York; Ann. Nat, Hist. (5) 18. pag. 124—125.
F. Lataste beschreibt Vesperugo {Vesperus) innesi n. sp. von
Egypten; Ann. Mus, Civ. Genova, 24. Bd. pag, 625—630.
0. V, Löwis berichtet über Vorkommen von Vespertilio mysta-
cinus in Livland; Zool. Gat. 27. pag. 159.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 21
C. H. Merriam beschreibt VespertiUo ciliolabrum n. sp. von den
westl. Vereinigten Staaten; Pr. Biol. Soc. Washington 4. (Sep. Abdr.)
Derselbe, Ueber das Wandern yoio. Atdlapha cinei-ea und Ves-
perugo noctivagans ; Pr. Amer. Ass. Adv. Sc. 35. pag. 269,
F. W. True beschreibt VespertiUo longicwnis n. sp. von Puget
Sound ; Science 8. pag. 588.
Emballonuridae. H. Allen beschreibt die Muskeln der hin-
teren Gliedmassen von Chiromeles torquatus; Science 7. pag. 506.
Insectivora.
H. Filhol beschreibt Cayliixotherium elegans n. g. et sp. Neiiro-
gymnurus cayluxi n. sp., N. minor n. sp., Comphotherium elegans n. g.
et sp. von Quercy ; Descr. de quelques mamm. foss. des phosphor. du
Quercy. Toulouse 1884.
J. A. Mc William, On the Structure of the Intestine in the
Hedgehog and Mole; Rep. Brit. Assoc. Adv. Sc. 1885. pag. 1078.
W. K. Parker, On the Structure and Development of the Skull
in the Mammalia. Pt. 3. Insectivora ; Philos. Trans. 176. pag. 121 bis
275, T. 16—39.
0. Roger beschreibt Trimylus schlosseri n. g. et sp. foss. aus
dem Miocän; Ber. nat. Ver. Augsburg 28. pag. 93 — 118.
Macroscelidae. A.Reichenow beschreibt Bhynchocyon
reichardi n. sp. von Marungu (Central- Afrika) ; Zool. Anz. 9. pag.
316-317.
Erinaceidae. H. Benson beobachtete, dass ein Igel ein zwei
Monate altes Hühnerküken überwältigte; Zoologist. 10. pag. 457.
R. Lydekker beschreibt nach einem Schädel aus dem oberen
Miocän von Oeningen in der Schweiz Erinaceus veningensis n. sp.;
Qu. Journ. Geol. Soc. 42. pag. 23—25, T. 2.
H.Schacht, Ein Igel im Eichhörnchenneste; Zool. G-art. 27.
pag. 293—294.
R. Scott, Olimbing powers of the Hedgehog; Zoologist (3) 10.
pag. 242.
Soricidae. C. Cöster, Ueber die Fortpflanzung von Sorex
araneus u. fodiens; Zool. Gart. 27. pag. 125—126.
G. E. Dobson, Note on the Mandibular Dentition of the Shrews;
Journ. of Anat. Phys. London 20. pag. 359—360.
Eine Monographie der Familie liefert der vorgenannte Autor in:
Encycl. Brit. 21. pag. 843—844.
Derselbe beschreibt Crocidura doriana n. sp. von Schoa, C.para-
doxura n. sp. und C. heccarii n. sp. von Sumatra; Ann. Mus. Civ. Genova.
24. Bd. pag. 564-567.
H. Filhol beschreibt Ämphisorex primaevus n. sp. foss. von
Quercy; Descr. de quelques mamm. foss. des phosph. du Quercy.
Toulouse 1884.
22 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
G. T. Rope berichtet über die Nahrung von Sorex tetragonurus ;
Zoologist. 10. pag. 26.
R. A. Sterndale, On a species of Pigmy Shrew, Journ. Bombay
N. H. Soc. 1. pag. 69—70.
A. Walter erfuhr, dass Sorex vulgaris ölhaltige Sämereien liebt;
Zool. Gart. 27. pag. 63.
Centetidae. Gr. Baur tritt einer Bemerkung R. Bardeleben's
in dessen Aufsatz in Stzb. Jen. Ges. Naturw. 1885 Oct. über die
Centetes- Arten entgegen ; Zool. Anz. 9. pag. 219—220.
Talpidae. L. Camerano berichtet über das Vorkommen von
Talpa europaea in Sicilien ; Bull. Mus. zool. Anat. Torino 1. No. 4.
pag. 1 — 2.
Derselbe giebt anatomische und osteologische Notizen über
Talpa europaea und die Varietät caeca ; Mem. Acc. Sc. Torino (2) 37.
pag. 427—449, T. 1—2.
F. Dahl berichtet über Nahrungsvorräthe im Bau des Maulwurf;
Sehr. Nat. Ver. Schleswig 6. pag. 111—114.
H. Filhol beschreibt Protalpa cadurcensis n. g. et sp. foss.; Descr.
de quelques Mamm. foss. des phosphor. du Quercy. Toulouse 1884.
R. A. Freeman, The Anatomy of the Shoulder and Upper Arm
of the Mole [Talpa europaea); Journ. of Anat. Phys. 20. pag. 201 bis
219, T. 5.
W. Heape schreibt über die Entwicklung des Maulwurfs; Qu.
Journ. Microsc. Sc. 26. pag. 157 — 174, T. 11 u. 27; pag. 123 — 163,
T. 11—13.
Th. Mckenny Hughes, On the form of Molehills thrown up
under Snow; Nature 34, No. 862.
E. P. Larken, Do Stoats and Weasels kill Moles?; Zoologist
(3) 10. pag. 456.
F. W. True beschreibt die neue Gattung Dymecodon: „General
appearance of Urotrichus. Dentition: 3.^l^,C. Vt, Pm.3/3,M.73 X 2=38.
Anterior incisors broad, spatulate." Typus: D.pilirostris n. sp. von
Yenosima b. Yeddo, Japan; Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 97—98.
Creodonta.
M. Schlosser bespricht die verwandtschaftlichen Beziehungen
der Creodonta zu anderen Fleischfressern und gelangt zu dem Schluss,
dass dieselben als selbständige Ordnung, gleichwerthig den Insectivoren
und Carnivoren aufzufassen seien. Verf. scheidet entgegen der An-
schauung Cope's eine Anzahl von Formen aus der Ordnung aus, wie
die Talpiden, Chrysochloriden, Centetiden, Miaciden u. a. und begreift
in derselben folgende Familien und Gattungen: Arctocyonidae mit
Arctocyon, Hyodectes, Heteroharus , Miodaenus? — Proviverridae
mit Deltatherium, Triisodon, Bidelphodus, Quercytherium, Stypolophus,
Proviverra und Cynohyaenodon. — Oxyaenidae mit Pterodon,Oxyaena
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 23
und Protopsalis. — Amblyctonidae mit Ämblyctonus und Palaeo-
nydis. — Mesonychidae mit Mesonyx, Dissacus, Sarcothraustes,
Patriofelis und Thereutherium ; Morphol. Jahrb. 12. Bd. pag. 287—294;
s. auch Amer. Natural. 20. pag. 965—967.
Hyaenodontidae. F. Ameghino beschreibt Äpera sangui-
naria n. g. et sp. foss. aus dem Tertiär Argentiniens (= Eutemnodus
americaniis Brav.); Bol. Ac. Nac. Cienc. Argent. Cordoba 9. pag. 13.
H. Filhol beschreibt Reste you Hyaenodon bracJiyrhynchus, Ptero-
don dasyuroides und Oxyaena galliae; Descr. de quelques Mammif. foss.
des phoph. du Quercy. Toulouse 1884.
S. auch Lydekker unter Carnivora.
Carnivora.
E,. Lydekker, Siwalik and Narbada Carnivora. Palaeonto-
logia Indica 10. Yol. 2. Pt. 6. 1886. — Unter den Mustelidae werden
neue beschrieben: Mellivora punjabiensis, Mellivorodon n. g. palae-
indicus, Lutra bathygnathus, von Ursidae IJrsus theohaldi, Hyaen-
arctos punjabiensis und palaeindicus, von Viverridae Viverra durandi,
von Hyatnidae Hyaena colvini und maerostoma, von Felidae Felis
brachygnathus, ferner ein Hyaenodon, H. indicus.
E. L. Trouessart hat einen Katalog der recenten und fossilen
Carnivoren zusammengestellt mit Litteratur-Nachweisen, Synonymie
und Vorkommen. Verf. unterscheidet 13 Familien, 180 Grattungen
und Untergattungen und 594 Arten. Die Familien-Grruppirung ist
folgende : 1. Subordo Creodonta. Fam. Ärctocyonidae, Mesonyddae,
Hyaenodontidae, Leptictidae, Oxyaenidae, Miacidae. 2. Subordo Ca/rni-
vora fissipedia. Fam. Ursidae, Procyonidae, Mustelidae, Canidae,
Hyaenidae, Viverridae, Felidae; Bull. Soc. Etud. Sc. d' Angers. Suppl.
ä l'Annee 1884. Angers 1885.
Ursidae. H. Allen, On a Post-tympanic Ossicle in Ursus;
Pr. Ac. Philad. 1886. pag. 36.
R. Boulart, Note sur les poches pharyngiennes des ours; Journ.
de l'Anat. Phys. 21. pag. 535—537.
J. D, Ca ton berichtet über vollständige Zähmung des Grisly-
Bären und gelungene Zucht in Gefangenschaft; Amer. Nat. 20.
pag. 434—438.
C. Deperet berichtet über einen Kiefer von Ursus etruscus
aus dem Pliocen von Perpignan; Compt.-Rend. Paris 103. pag. 1208
bis 1210.
B. Langkavel, Der nordwestafrikanische Bär ; Zool. Gart. 27.
pag. 83—87.
S. Lockwood leitet die Abstammung der Gattung Nasua von
den Quadrumanen her ; Cercoleptes verbindet Nasua mit den Creodonta
und durch diese rückwärts mit den lemurinenartigen Taxeopoda;
Amer. Natural. 20. pag. 321—325.
24 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
E. A. Martel und L. de Launay berichten über den Fund
eines Scelets von TJrsus spelaeus neben Resten von Menschenschädeln
in der Höhle von ISabrigas (Lozere); Naturaliste 8. pag*. 226.
Nach A. S. Packard erstreckte sich die frühere Verbreitung
des Polarbären wahrscheinlich bis Casco-Bay an der Küste von Maine ;
Amer. Nat. 20. pag. 655—659.
K A. Sterndale berichtet über das Variiren der Färbung
von TJrsus labiatus; Journ. Bombay N. H. Soc. 1. pag. 69 — 70.
Mustelidae. H. Burmeister weist darauf hin, dass das
Fehlen des inneren Nebenhöckers am unteren Fleischzahn bei der
südlichen Form von Galictis vittata von ihm bereits in seiner syst.
Uebers. Thiere Brasiliens festgestellt sei [s. A. Nehring, Ber. 1885
S. 119]; Stzb. Ges. Naturg. Fr. Berlin 1886 pag. 29 — 31. — Ent-
gegnung auf vorerwähnten Artikel von A. Nehring, ebenda pag. 43
bis 55.
Elliott über Enhydra, s. oben S. 17.
E. Friedel berichtet über Erlegen von Foetorius lutreola bei
Vegesack und bei Eberswalde; Zool. Gart. 27. pag. 261.
A. de Gregorio beschreibt Mustela arzilla n. sp. foss. aus dem
Postpliocän von Palermo; Atti Soc. Toscana Pisa 8. pag. 217 — 248
F. V. Kr au SS beschreibt eine weissgefleckte Abänderung einer
Lutra vulgaris; Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württemb. 42. pag. 344
bis 345.
Lilford, über weisse Dachse; Zoologist 10. pag. 363.
0. V. Löwis, über den Nörz in Gefangenschaft; Zool. Gart. 27.
pag. 316—319 [vergl. Ber. 1885 S. 119].
H. Ludwig vergleicht fossile Dachsschädel aus der Baloer
Höhle mit solchen lebender Dachse und weist bedeutende Unter-
schiede nach, welche darauf schliessen lassen, dass die Dachse der
Vorzeit räuberischer waren, höher entwickeltes Geruchsorgan, aber
schwächer ausgebildetes Gehör besassen als die jetzt lebenden; Zool.
Gart. 27. pag. 281-283.
J. Lumsden berichtet über ein neuerdings in Schottland er-
legtes Exemplar von Maries abietum ; Zoologist Vol. 10. pag. 105.
F. Attwood-Matthews, Martens in Herefordshire ; ebenda
pag. 240-241.
A. P. Morres berichtet über Ottern bei Salisbury; ebenda
pag. 67—70.
A. Nehring erörtert nochmals [vergl. Ber. 1885 S. 119] die
Unterschiede von Meles unakuma und Meles taxus, einer abweichenden
Ansicht von D. Brauns entgegen tretend; Stzb. Ges. Naturf. Fr*
Berlin 1886 pag. 18-26. s. auch Zool. Gart. 27. pag. 47—48.
Derselbe beschreibt Schädel von Lutra hrasiUensis Cuv. und
L. pa/ranensis Eengg.; Stzb. Ges. Naturf. Fr. 1886 pag. 144—148.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 25
Derselbe hält Galera macrodon Cope für eine Galictis und
nahe verwandt mit G. crassidens; ebenda pag. 151 — 152.
Derselbe trennt Hyare und Grison generisch unter Galera
Gray und Galictis Bell. Verf. unterscheidet die Arten Galera
barbara (L.), Galictis vittata Bell und G. allamandi Bell, zu welcher
letzteren G. crassidens Nehr. und wahrscheinlich auch G. intermedia
Lund als Synonyme gehören. Besonders eingehend wird G. allamandi
characterisirt ; Zoolog. Jahrb. 1. pag. 177 — 212; s. auch Stzb. Ges.
Naturf. Fr. Berlin 1886 pag. 43— 55, 95—100 u. 148—151; Zoolog.
Gart. 27. pag. 274—279.
T. H. Nelson, über Vorkommen des Dachses in Nord York-
shire; Naturalist pag. 143.
0. Thomas erörtert die Unterschiede von Helictis personata
Geoffr. u. H. moschata Gray; Proc. Z. S. London 1886 pag. 59.
Derselbe bespricht Veränderungen des Schädels bei Mustela
pennanti mit zunehmendem Alter; Pr. Z. S. London 1886 pag. 125
bis 127, T. 11.
Derselbe liefert den Artikel „Ratel" in: Encycl. Brit 20.
pag. 288.
F. Winterfeld, lieber quartäre Mustelidenreste in Deutsch-
laiid; Zeitschr. Deutsch. Geol. Ges. 37. pag. 826— 865.
Viverridae. F. A. Jentink stellt die neue Gattung Wag-
ner ia (!) auf für den Typus Paradoxurus annulatus Wagn. (= Bassaris
sumichrasti Sauss., B. variabilis Ptrs., B. monticola Cord., B. raptor
Alst.) ; Notes Leyd. Mus. 8. pag. 127—129, T. 4—5.
Th. Noack beschreibt einige Viverren des Hamburger Zool.
Gartens; Zool. Gart. 27. pag. 78—81.
0. Thomas beschreibt Herpestes auropunctatus birmanicus
n. subsp. von Hinterindien; Ann. Mag. N. H. (5) 17. pag. 84 u. Proc.
Z. S. London 1886 pag. 58.
Canidae. F. Ameghino beschreibt Canis paranensis n. sp.
foss. aus dem Tertiär Argentiniens; Bol. Ac. Nac. Cienc. Argent.
Cordoba 9. pag. 11.
C. Deperetu. L. Revolle beschreiben J^mp/wc^ow major var.
pyrenaicus n. var. aus dem oberen Miocän von Cerdagne; Bull. Soc-
Geol. (3) 13. pag. 497—506.
S. Fischer und von Pelzeln oben S. 17.
C. Greve liefert Beiträge zur Naturgeschichte des Wolfes;
Zool. Gart. 27. pag. 133—138.
Hunde-Stamm-Buch. VII. Hannover, Schmorl u. von Seefeld
1886. 8". 128 pag.
S. Lothringer, Ueber die Hypophyse des Hundes. Inaug.
Dissert. Bern, 1886. 8vo. 128 pag.
26 An t. Reiche 11 ow: Bericht über die Leistungen in der
J. Lubbock theilt Versuche über die geistigen Fähigkeiten
des Hundes mit, wobei sich ergab, dass ein Pudel Schriftzüge zu
unterscheiden lernte, Farbenunterschiede aber nicht zu erkennen ver-
mochte; Rep. Britt. Ass. Adv. Sc. 1885 pag. 1089 — 1091, Biolog.
Centralbl. 5. pag. 761— 763.
A. Nehring giebt einige Notizen über eine neue Sendung
mumificirter Inca- Hunde von Ancon; Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin
1886. pag. 100—102.
Derselbe, lieber altperuanische Hundemunien und über Rasse-
bildung bei den sogenannten Inca- Hunden; Verh. Berlin, anthrop. Ges.
1885. pag. 518-521.
F. Noack beschreibt Canis Jiagenbecki n. sp. vom Somaliland;
Zool. Gart. 27. pag. 233-237.
F. Oswald, Der Vorsteh-Hund in seinem vollen Werthe, dessen
neueste Parforce - Dressur ohne Schläge; seine Behandlung in guten
und bösen Tagen. 6. Aufl. Rudolstadt, Härtung 1886. 8».
A. V. Pelz ein behandelt die Abstammung der Hunderassen,
vorzüglich auf Grund äusserer zoologischer Merkmale, der geschicht-
lichen Thatsachen und der geographischen Verbreitung der Formen.
Verf. nimmt 6 Hauptgruppen an: 1. Wolfs artige Hunde, von dem
Wolf, Canis lupus, abstammend, deren älteste Form der im Alterthum
berühmte Albaneserhund sein möchte; 2. Spitzartige Hunde, die
circumpolar den hohen Breiten beider Erdhälften angehören und in
einer ausgestorbenen quaternären Art ihre Stammform haben dürften ;
3. Schakalartige Hunde, von der Balkanhalbinsel herstammend,
wahrscheinlich Abkömmlinge des Schakals, Canis aureus; 4. Wind-
hunde, vielleicht von C. simensis Rüpp. abstammend; 5. Jagdhunde,
zu welchen auch Doggen, Neufundländer, Dachshunde und die ver-
schiedenen Rassen der Schosshunde zu rechnen sind, für welche sich
keine Stammform nachweisen lässt; 6. Indisch-oceanischeHunde,
wozu der Dingo und Japanische Hund gehören, welche von dem in-
dischen Wolf, C. pallipes Syk., abstammen mögen; Zoolog. Jahrb. 1.
pag. 225—240.
K. V. S c h m i e d e b e r g , Illustrirter Kalender für Hundeliebhaber,
Züchter und Aussteller auf das Jahr 1886; Leipzig, Twietmeyer.
V. Shaw, Einiges zur Pflege und Aufzucht der Hunde, Blase-
witz, Wolff 1886.
0. Smith berichtet über einen weissen Fuchs, der in So-
mersetshire erlegt wurde; Zoologist. Vol. 10. pag. 104—105.
Vulpian, Sur l'origine des nerfs moteurs du volle du palais
chez le chien; Compt. rend. Ac. Sc. Paris 103. pag. 671—674.
M. Wilckens referirt über den gegenwärtigen Stand unserer
Kenntnisse der vorgeschichtlichen und Pfahlbau-Hunde, insonderheit
über die neueren Anschauungen hinsichtlich der Frage des Ursprungs
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 27
unserer jetzigen Haushunde; Biolog. Centralbl. 5. pag. 719— 729, 751
bis 757.
J. N. Woldrich, Zur Frage über die Abstammung der euro-
päischen Hunderaceu ; Anz. math. naturw. Classe d. Ak. Wiss. Wien
1886. pag. 12—16; Ann. Nat. Hist. (5) 17. pag. 295—297.
Hyaenidae. A. Gaudry, Note sur les Hyenes de la grotte
de Grargas, decouvertes par F. Regnault ; Bull. hebd. Ass. sc. France
(2) 9. pag. 341—344.
B. Langkavel bespricht die Verbreitung der Hyaena striata
in Asien; Zool. Gart. 27. pag. 49 — 50.
F. Regnault, Un repaire d'Hyenes dans la grotte de G-argas;
Bull. Soc. H. N. Toulouse 19. pag. 30—32.
S. Ameghino unte» Hyaenodontidae.
Felidae. J. Backhouse berichtet über einen Unterkiefer von
Machaerodus aus dem Forest-bed von Suffolk. (Anmerkung dazu von
R Lydekker); Qu. Journ. Geol. Soc. 42. pag. 309—312, T. 10.
V. Ball theilt Beobachtungen über Löwenzucht im zoologischen
Garten zu Dublin mit; Tr. Irisch Ac. 28. pag. 723—758, T. 18.
A. Günther berichtet über einen zweiten Fall von Melanismus
beim afrikanischen Leopard; Pr. Z. S. London 1886. pag. 203—205.
B. Langkavel hat auf Grund einer umfangreichen Litteratur,
namentlich mit Benutzung allgemein geographischer Reisewerke, die
Verbreitung der Luchse zusammengestellt; Zoolog. Jahrb. 1. pag. 703
bis 722.
C. H. Merriam beschreibt das Aussehen, insbesondere die
Zeichnung des Fells eines neu geborenen Lynx canadensis; Bull. N.
H. Soc. New Brunswick 5. 1886.
Th. Noack beschreibt einige Felis- Arten nach lebenden Exem-
plaren, mit Abb. von Felis mormonensis; Zool. Gart. 27. pag. 75—78.
P. L. Sclater ei-wähnt des Vorkommens von Cynaelurus jiibatus
an der Persisch- Afghanischen Grenze; Pr. Z S.London 1886 pag. 1.
T. B. Stowell, The Trigeminus Nerve in the Domestic Cat
{Felis domestica); Pr. Amer. Philos. Soc. Philadelphia 23. pag. 459
bis 478.
F. W. True fand Unterschiede am Schädel bei Lyruc canadensis
und L. rufus; Science 7. pag. 396.
Pinnipedia.
W. H. Flow er liefert einen Artikel über Seehunde in: Encycl.
Brit. 21. pag. 580—581.
A. Nehring bespricht Verbreitung, Wurfzeit und Nahrung der
in der Ostsee vorkommenden Robben; Stzb. Ges. Naturf. Fr. 1886
pag. 119— 124.
S. Southwell unter Cetacea.
F. W. True und F. A. Lucas beschreiben Haut und Scelet
28 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
von Monachus tropicalis Gray; Ann. Rep. Smith Inst. 1884 Pt. 2
pag. 331—335, T. 1—3.
Vergl. H. W. Elliott oben S. 17.
S. auch Fischer und v. Pelzeln oben S. 17.
Rodentia.
F. Ameghino beschreibt folgende neue fossile Nager aus dem
Tertiär von Argentinien: Morenia elephantina, M. complacita, Orthomys
procedens und 0. resecans; Bol. Ac. Nac. Cienc. Argent. Cordoba 9.
pag. 51, 55 u. 56.
Th. Aschen br and t, Das Ganglion nasopalatinum s. incisivum
der Nagethiere; Verhandl. phys. med. Ges. Würzburg u, sep. Würz-
burg, Stahel 1886.
L. Laulanie, La cellule placentaire de quelques rongeurs;
Corapt. Rend. Sc. Soc. Biol. (8) 2. pag. 130—132.
Seiuridae. W. 0 Ayres, Carnivorous Prairie Dogs; Science 8
pag. 105.
G. B. Cor bin beschreibt eine graubraune Varietät von Sciurus
vulgaris; Zoologist Vol. 10 pag. 178.
G. N. Douglass, lieber Farbenvarietäten des Eichhörnchens;
ebenda pag. 456.
H. Fi] hol heschreiht Plesispermophilus angustidens n. g. et sp.
von Quercy, Descript. de quelques mammif. foss. des phosphorites du
Quercy. Toulouse 1884 (pag. 16).
A. Geoffroy Saint-Hilaire berichtet über Zucht und Be-
tragen der Prairiehunde im „ Jardin d'Acclimatation" in Paris ; Bull.
Soc. d'Acclim. (4.) 3. pag. 384— 387.
A. H. Macpherson, über Eichhörnchen mit hellfarbigem
Schwanz ; Zoologist 10. pag. 67.
Derselbe glaubt, dass die schwarze Varietät von Sciurus
vulgaris in England nicht vorkäme, dagegen werde die graue hin
und wieder gefangen; ebenda pag. 211.
E. A. Mearns beschreibt Spermophilus (Ictidomys) tereticaudus
Baird, weist die Art für Arizona nach und schildert dessen Lebens-
weise; Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. New- York 1. pag. 197—207.
C. H. Merriam unterscheidet von Tamias striatus eine süd-
liche und nördliche subspecies ; T. striatus typicus u. lysteri n. subsp. ;
Amer. Natural. 20. pag. 236—242.
Derselbe beschreibt Tamias macrorhabdotes n. sp. von Kali-
fornien; Proc. Biol. Soc. Washington 3. pag. 25—28.
Derselbe beschreibt Sciurus carolinensis hypophaeus n. subsp.
von Sherbourne County, Minnesota ; Science 7. pag. 135.
A. Reichenow beschreibt Sciurus böhmi n. sp. von Marungu,
Central-Afrika; Zool. Anz. 9. pag. 315—316.
S. G. Reid, Habits of the Squirrel; Zoologist 10. pag. 24—26.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 29
G". Rief fei beschreibt die Zucht von Arctomys ludovicianus in
Gefangenschaft; Bull. Sog. d'Acclim. (4) 3. pag. 382—383.
R. W. Shufeldt berichtet über karnivore Neigungen von Cyno-
mys ludovicianus; Science 8. pag. 102.
R. A. Sterndale, On the Flying Squirrel of Western Asia;
Journ. Bombay N. H. Soc. 1. pag. 69—70.
0. Thomas bespricht die Unterschiede der Grattungen Pteromys
und Sciuropterus; Pr. Z. S. London 1886. pag. 60.
Derselbe zieht eine Anzahl von indischen Sciurus - Arten als
subspecies zu Sc. cmiiceps Grray und giebt kurz die Charaktere der-
selben an : Sciurus caniceps pygerythrus Geoffr. (hlanfordi Blyth), Sc. c.
phayrii Blyth, Sc. c. griseimanus Milne Edw. (inornatus Gray, leucopus
Gray), Sc. c. typicus Thomas (dirysonotus Blyth), Sc. c. concolor Blyth ;
Pr. Z. S. London 1886. pag. 68—70.
Derselbe beschreibt Sciuropterus davisoni n. sp. von Malakka
und hält Sciurus badging für identisch mit S. vittatus Raffl. und nigro-
vittatus Horsf. ; Pr. Z. S. London 1886. pag. 74, T. 6 und Ann. Mag.
N. H. (5) 17. pag. 84.
A. Touchard, Ueber Klettern der Prairiehunde an den Käfig-
gittern; Bull. Soc. d'Acclim. France (4) 3. pag. 561—562.
Haplodontidae. C. H. M e r r i a m beschreibt Aplodontia major
n. sp. von Kalifornien; Science 7. pag. 219 u. Ann. New-York Acad.
Sc. 3. pag. 312—328, T. 19—20.
Castoridae. C. Deperet und L. Re volle beschreiben Castm-
jaegeri aus dem oberen Miocen von Cerdagne; Bull. Soc. Geol. (3) 13.
pag. 488—506.
G. N.Douglass beschreibt die gegenwärtige Verbreitung des
Biber in Europa; Zoologist (3) 10. pag. 484.
A. Gir tanner, G-eschichtliches und Naturgeschichtliches über
den Biber in der Schweiz, in Deutschland, Norwegen und Nord-
amerika. M. 10 Taf. St. Gallen 1885.
J. E. Harting, Beavers and their Ways; Zoologist (3) 10.
pag. 266—286.
Muridae. A. W. Butler beschreibt die Lebensgewohnheiten
von Fiber zibethicus; Pr. Amer. Assoc. f. Adv. Sc. 34. pag. 324—328.
0. P. Cambridge, Gurions capture of a Water Rat; Zoologist
(3) 10. pag. 211—212.
G. Doria bespricht die Verbreitung von Chiropodomys penicillatus
Ptrs.; Ann. Mus. Civ. Genova, 24. Bd. pag. 631—635.
F. R. Fitzgerald, Ueber eine schwarze und weisse Varietät
von Arvicola agrestis; Zoologist 10. pag. 485.
E. Fr i edel, Ueber Mus rattus in Vegesack b. Bremen; Zool.
Garten 27. pag. 261.
L. Geisenheyner berichtet über Vorkommen von Mus rattus
in der Gegend von Kreuznach; ebenda, pag. 386.
30 Ant.Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. de Gregorio beschreibt Mus püetus n. sp. foss. aus dem
Postpliocen von Palermo ; Atti Soc. Toscana Pisa 8. pag. 217—248.
H. V. Ihering hält die in den brasilianischen Küstenstädten
häufigste Ratte für Mus alexandrinus (== tectorum) nicht für Mus
decumcmus; Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1886. pag. 102—107.
F. Lataste theilt die Gattung Microtus Schranck in 5 Unter-
gattungen: 3Iyodes Fsi\]., Typus rutilus 'P all,, Microtus, Tyi^us arvalis
Pall., Arvicola Lac, Typus terrestris L., Pitymys, Cuv. Typus pinetorum
Lee, Lasiopodomys n. subg., Typus brandti Radde; Ann. Mus. Civ.
Genova, 24. Bd. pag. 259-274.
W. Lee he hat eine grössere Collection südbrasilianischer
Hesperomys- Arten untersucht und beschreibt auf Grund dieser Unter-
suchungen namentlich die Schädel von H. squayniceps Brts., ratticeps
Hens., flavescens Wat., dorsalis Hens., arenicola Wat. und nasutus
Wat., sowie zweier neuen Formen H. laticeps var. intermedia und
H. suhterraneus var. henseli; Zool. Jahrb. 1. pag. 687 — 702, T. 16.
W. S. Lee, How the Musk Rat {Fiber zibethicus) opens the
Unio; Journ. Trenton Soc. N. H. 1. pag. 8.
A.Milne-Edwards beschreibt die neue Gattung Eliurus, nahe
verwandt mit Hypogeomys, Typus E.myoxinus n. sp. von Madagaskar;
Ann. Sc. Nat. (6) 20, No. 3—4, Art. 2.
J. A. Murray beschreibt Gerbillus gleadowi n. sp. von Sind;
Ann. Mag. N. H. (5) 17. pag. 246—248.
G. T. Rope beschreibt eine schwarze Varietät von Arvicola
ägrestis; Zoologist (3) 10. pag. 332.
0. Thomas beschreibt Mus humei n. sp. von Manipur; Proc. Z. S.
London 1886. pag. 63, T. 5; Ann. Mag. N. H. (5) 17. pag. 84.
Derselbe beschreibt eine neue Art, Hesperomys pyrrhonotus,
eine Maus von Nord -Peru, welche Verf. früher (Proc. Z. S. London
1882. pag. 98) irrthümlich auf JS. pyrrhorhinus Wied bezogen hatte.
Letztere Form gehört zur Untergattung Oryzomys; Ann. Mag. N. JB.
(5) 18. pag. 421—423.
Derselbe beschreibt Hesperomys rufescens n. sp. von Rio Janeiro.
Ann. Mag. N. H. Vol. 17. pag. 250—281.
Derselbe liefert den Artikel „Rat" in: Encycl. Britaun. 20.
pag. 287.
F. W. True, The Florida Musk Rat {Neoßber alleniy, Ann. Rep
Smith. Inst. 1884. Pt. 2. pag. 325—330, T. 1—3.
Geomyidae. G. H. Merriam beschreibt TJiomomys talpoides
perpallidus n. subsp. von Süd-Kalifornien; Science 8. pag. 588.
F. W. True unterscheidet zwei Arten der Gattung Bipodomys,
D. phillipsi mit 4 Zehen und B. agilis mit 5 Zehen, erstere Art ver-
breitet sich weiter nach Süden und Westen, letztere weiter nach
Norden und Osten-, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 409— 413.
Naturgesch. der Sängethiere während des Jahres 1886. 31
Octodontidae. A. deGregorio beschreibt Pellegrina 'panw-
mensis n. g. et sp. foss. aus dem Postpliocen von Palermo ; Atti Soc.
Toscana Pisa 8. pag. 217— 248.
F. La taste beschi-eibt die neue Untergattung Felovia als Unter-
gruppe des genus Massmitiera Lat. : A Massoutiera, simul ac Cteno-
dactylo, diifert dentibus incisivis sulcatis et tuberculo carpino externo
cordato, non integro ovato. — Typus ; F. vae Lat. n. sp. vom Senegal ;
Naturaliste 8. pag. 287.
Hystricidae. 0, Roger beschreibt Hystrix wiedemanni n. sp.
foss. aus dem Miocän; Ber. nat. Ver. Augsburg 28. pag. 93—118.
Chinehillidae. F. Ameghino beschreibt aus dem Tertiär
Argentiniens Megamys xjraepende'n.s n. sp. foss., nahe M. patagonioisis ;
Bol. Ac. Nac. Cienc. Cordoba 9. pag. 39. — Desgleichen Megamys bur-
meistei'i pag. 41, EpiUema n. g. hmridula pag. 44, Tetrastylus n. g.
(Typus Megamys laevigatus Amegh.) p. 46, Tetrastylus diffusus pag.
49, Lagostomus imllidens. pag. 50,
Caviidae. F. Ameghino beschreibt PZea;ocÄoerM5 n. g. (Typus
Hydrochoerus paranensis Amegh. aus dem Tertiär Argentiniens) ; Bol
Ac. Nac. Cienc. Cordoba 9. pag. 58, desgleichen Strata n. g. elevata
n. sp. foss. pag. 70, Anchimys n. g. (Typus Cardiodon leidyii Amegh.)
pag. 72.
C. Cumberland, The Guinea Pig, or Domestis Cavy, for food.,
für, and fancy. London 1886. 12 ". 100 pag.
L. Laulanie, Sur le processus vaso - formatif qui preside ä
l'edification de la zone fonctionnelle du placenta maternel dans le
Cobaye; Compt. Rend. Sc. Soc. Biol. (8) 3. pag. 506—509.
J. L e i d y beschreibt Hydrochoerus robustus n. sp. foss. von
Nicaragua; Proc. Acad. Philadelphia 1886. pag. 275—277.
Dasyproctidae. E. A. Göldi beschreibt einen pathologischen
Paca-Schädel ; Zool. Jahrb. 1. pag. 213—215, mit Holzschnitt.
Lagomyidae.. C. Deperet beschi-eibt eine mit JL. ?we«/en ver-
wandte Lagomys aus dem Pliocän von Perpignan ; Compt. Rend. Paris
103. pag. 1208-1210.
Leporidae. B. B a g i n s k y untersuchte den Ursprung und den
centralen Verlauf des Nervus acusticus des Kaninchens; Stzb. Ak.
Wiss. Berlin 1886. 1. pag. 255—258.
G. Chiarugi, Richerche suUa struttura dell' ovaia della Lepre
(Lepus timidus): Siena 1885. 4to. 26 pag. (Abdruck aus: Atti Acc.
Fisiocrit (3.) T. 4.
S. auch Darkschewitsch, oben S. 4.
W. Flemming, Die ektoblastische Anlage des Urogenitalsystems
beim Kaninchen; Arch. f. Anat. Phys. 1886. pag. 236—248, T. 11.
A. Geoffroy Saint-Hilaire giebt einige Notizen über den
industriellen Nutzen der Haare der Angora - Kaninchen ; Bull. Soc.
d'Acclim. France (4) 3. pag. 129—131.
32 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. deGregorio beschreibt Lepus sp. aus dem Postpliocän von
Palermo; Atti Soc. Toscana Pisa 8. pag. 217— 233.
A.Ne bring berichtet über einen in der Gefangenschaft ge-
züchteten täckelbeinigen Hasen ; Stzb. Ges. Naturf . Fr. 1886. pag. 141
bis 143.
H.Strahl, Zur Bildung der Cloake des Kaninchenembryo;
Arch. f. Anat. Phys. 1886. pag. 156—168, T.4.
R. Warren, Destruction of young Rabbits by Rats; Zoologist
(3) 10. pag. 241—242.
Ungulata.
R. Lydekker, Catalogue of the Fossil Mammalia in the British
Museum. Pt. 3 Ungulata. London 1886. 8vo. 183 pag., 30 woodcuts.
M.Schlosser liefert einen Beitrag zur Stammesgeschichte der
Hufthiere. Die Klassifikation der Perissodactylen gestaltet sich
danach folgendermassen : 1. Selenolophodontidae; 2^,. IIi'pp,dae,\).Chali-
cotheriidae. — 2. OHholopIiodontidae ; a. Bhinoceridae, b. Tapir idae. —
Die Artiodactylen sind zu sondern in: Anoplotheriidae , Dicho-
hunidae, Oreodontidae, Tylopoda, Anthracotheriidae, Suidae. In einem
Schema wird der genetische Zusammenhang und die zeitliche Ver-
breitung der Artiodactylen dargestellt; Zoolog. Anz. 9. pag. 252 — 256
und 432—433. — Bemerkungen zu vorstehender Arbeit von E. D. Cope
S. Amer. :Natural. 20. pag. 719—721, 965—967.
Hyracoidea.
F. A. Jentink beschreibt Hyrax stampflii n. sp. von Liberia;
Notes Leyd. Mus. 8. pag. 209—212.
F. Lataste beschreibt das Zahnsystem der Gattung Procavia
(Hyrax). Drei Untergattungen sind zu unterscheiden: Procavia {Eu-
hyrax), Heterohyrax und Dendrohyrax. Verf. fand das Vorhandensein
oberer Eckzähne, so dass die Zahnformel für die Gattung lautet:
i. V2 c. Vo ni. V7 ; Ann. Mus. Civ. Genova (2) 4. 24. Bd. pag. 5—40 und
Compt. Rend. Sc. Soc. Biol. (8) 3 pag. 394—396.
Condylartlira.
H. Woodward, Ueber Cope's Phenacodus;. Geol. Mag. (3) 3.
pag. 49—52, T. 2.
Prolboscidea.
V. Bieber, Zum Dinotherium-Fund bei Franzensbad im Süss-
wassertertiär Böhmens ; Pogr. d. Staats-Gymnas. Olmütz 1885. pag. 1
bis 34.
A.Bunge, Bericht über fernere Fahrten im Lena -Delta und
Naturgesch. der Säiigethiere während des Jahres 1886. 33
die Ausgrabung eines angeblich vollständigen Mammuth - Kadavers ;
Bull. Ac. St. Petersb. 30. pag. 228-282.
H. V. Fritsch fand Mastodon arvernensis im Pliocän des Gera-
Thaies in Thüringen; Jahrb. geol. Landes -Anst. Berlin 1884. pag.
389 u. f.
C. F. H 0 1 d e r , The Ivory king : a Populär History of the Elephant
and its Allies. London 1886. 8vo. 330 pag. illustr.
F. Kinkelin bespricht die Unterschiede der Unterkiefer junger
Individuen von Elephas primigenius und africanus; Ber. senckenb. Ges.
1886. pag. 145—160.
E. Kittl berichtet über Mammuthfunde in der inneren Stadt
Wien; Annalen k. k. naturhist. Hofmus. 1. No. 2.
B. Langkavel bespricht die jetzige und vorzeitliche Verbreitung
des Elephas sumatranus im Ostindischen Archipel; Zool. Gart. 27.
pag. 350—353.
I. Leidy beschreibt Mastodon (Trüophodon) floridanus n. sp.
foss. von Florida; Proc. Acad. Philadelphia 1886. pag. 11—13.
S. Nadaillac unter Rhinocerotidae.
D. Pantanelli beschreibt Reste von Mastodon arvernensis und
bm-soni von Spoleto; Atti Soc. Toscana Sc. nat. Pisa 7. pag. 93 — 99, T.9.
H. Pohlig, über die fossilen Elephanten Indiens und Deutsch-
lands {E. trogontherü n. sp.); Quart. Journ. Geol. Soc. 42. pag. 177
bis 282; s. auch Verhandl. nat. Ver. Rheinlande 43 u. Bull. Soc
Geol. France 14. pag. 296—297, Zeitschr. Deutsch. Geol. Ges. 37.
pag. 1022—1027.
0. Roger beschreibt Reste von Binotherium bavaricum und
erörtert die Unterschiede dieser Miocän-Form von dem pliocänen
D. giganteum; Palaeontographica Bd. 32. pag. 215— 226.
J. H. Steel, A Manual of the Diseases of Elephant and of bis
Management and Uses. Madras 1885. 8vo. 99 pag. 10 T.
S. Trott er, The Mammary Gland of the Elephant; Amer.
Nat. 20. pag. 927—931.
Toxodontia.
Toxodontidae. F. A m e g h i n o beschreibt folgende neue Fossil-
formen aus dem Tertiär Argentiniens: Toxodon virgatus pag. 93,
HaplodontJierium limum pag. 104, Stenotephanos n. g. (Typus Toxodon
plicidens Amegh.) pag. 106, Diholodon lutafius pag. 110; Bol. Ac. Nac.
Cienc. Cordoba 9. 1. 2. Entr.
E. D. Cope beschreibt Toxodon expansidens n. sp. foss. aus
dem Pliocen der Provinz Bahia in Brasilien; Pr. Amer. Philos. Soc. 23.
pag. 20. Taf. 1.
J. Leidy beschreibt Toxodon burmeisteri von Nicaragua; Proc.
Acad. Philadelphia 1886. pag. 275— 277.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. LH. C
34 Ant.Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
G. de La Moussaye, Notice sur le Neosodon; topographie de
la vallee de Wimereiix; Bonlogne-sur-Mer. 1886. 8"*.
Typotheriidae. F. Ameghino beschreibt Tomodus elautus
n. g. et sp foss. aus dem Tertiär Argentiniens; Bol. Ac. C. Argent.
Cordoba 9. pag. 111.
Amblypoda.
E. D. Cope zielit die in seiner vorjährigen Arbeit über die
Dinocerata [s. Bericht 1885 pag. 137] aufgestellte Gattung TetJieopsis
als Kunstprodukt wieder ein ; ebenso ist der als TJintatherium lacustre
beschriebene Schädel auf einen Palaeosyops zu deuten ; Amer. Nat. 20.
pag. 155.
W. B. Scott beschreibt TJintatherium alticeps n. sp. foss. und
Elachoeeras parvum n. g. et sp. foss. (zwischen CorypJwdontidae und
Dinoceratidae) von den Bridger Beds von Wyoming; Amer. Joum.
Sc. 31. pag. 303—307.
Perissodactyla.
Chalicotheriidae. J. Pethö beschreibt Chalicotherium halta-
varensis aus dem Pliocän von Baltavar ; Jahrb. Ungar. Geol. Anst. 1884
pag. 455—464.
Lophiodontidae. H. Filhol beschreibt ein fast vollständiges
Skelet von Lophiodon aus dem mittleren Eocän von Issel; ebenda
pag. 86—88.
Derselbe beschreibt Hyracotherium quercyi n. sp.; Descr. de
quelques mammif. foss. des phosphorites du Quercy. Toulouse 1884
(pag. 30).
Pouech berichtet über Knochenlager von Lophiodon in der Um-
gegend von Mirepoix (Ariöge) ; Bull. Soc. Geol. France T. 14 pag. 227
bis 284.
Tapiridae. H. Filhol beschreibt die Bezahnung des Unter-
kiefers von Tapirulus; Bull. Soc. Philom. (7.) 10. pag. 5— 6.
J. Pantanelli beschreibt Reste von Tapirus arvernensis von
Spoleto; Atti Soc. Toscana Sc. nat. Pisa 7, pag. 93—99, T. 9.
Macraucheniidae. F. Ameghino heschreiht Scalabrinitherium
hravardi und rothi aus den Tertiärlagern Argentiniens; Bol. Ac.
Arg. 9. pag. 3— 226.
Rhino c er otidae. v. Borries, Bhinoceros tichmrhinus ; Zeit-
schrift f. Naturw. 59. Folge 4 Bd. 5 pag. 55.
W. H. Flower liefert einen monographischen Artikel über die
Familie. Verf. unterscheidet 5 Arten : B. unicornis, sondaicus, suma-
trensis, ericornis u. simus; Encycl. Brit. 20. pag. 521—523.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 35
Nadaillac, Sur la decouverte faite, en Belgique, d'une sepul-
ture de Tage du Mammouth et du Rhinoceros ; Compt. Rend. Ac. Sc.
Paris 103. pag. 490— 492.
Th, Noack beschreibt Bhinoceros lasiotis nach lebenden Exem-
plaren, mit Abbildung; Zool. Gart. 27. pag. 138— 144.
A. del Prato, Rinoceronte fossile nel parmense; Boll. Soc.
geol. ital. 5. Fase. 1.
Römer berichtet über einen bei Perschau, Kr. Polnisch- Warten-
berg, gefundenen Knochen von Bhinocei'os ticJwi'hinus ; 63. Jahresb.
Schi es. Ges. vaterl. Kultur S. 120.
P. L. Sclater erörtert die Unterschiede von Bhinoceros simus
und bicornis; Proc. Z. S. London 1886 pag. 143—144, T. 16.
Menodontidae. E. D. Cope beschreibt Menodus angusti-
genis n. sp. foss. aus dem Oligocan der Swift Current Creek Region,
Canada; Ann. Rep. Geol. Nat. Hist. Surv. Canada 1885. 1. pag. 79
bis 85.
Palaeotheriidae. E. D. Cope beschreibt Anchitherium
ultimum n. sp. foss. aus dem oberen Miocän von Oregon (Tricholeptus
beds, Cottonwood Creek); Proc. Amer. Philos. Soc. Philadelphia 23.
pag. 357 u. Amer. Natural. 20. pag. 368.
Equidae. E. D. Cope beschreibt HipiMherium peninsulatum
u. Protoliipims castilli nn. sp. foss. aus dem oberen Miocän von Mexico,
Vera Cruz ; Proc. Amer. Phil. Soc. Philadelphia 23. pag. 150 — 151
Derselbe beschreibt Hiiypotherium rectidens n. sp. foss. aus
dem oberen Miocän (Loup Fork) von Mexico (Tehuichila, Vera Craz)
Proc. Amer. Philos. Soc. Philadelphia 23. pag. 360.
E. Cuyer et E. Alix, Le Cheval. Paris 1886. 4to. 703 pag.^
16 Taf.
G. Cuccati, Contributo all' anatomia microscopica della retina
del Bue e del Cavallo. Bologna. 4". (Mem. Acc. Istit. Bologna 1.)
C. Deperet u. L. Revolle beschreiben Äpparion gracile aus
dem oberen Miocän von Cerdagne; Bull. Soc. Geol. (3) 13. pag. 488
bis 506.
D. Gronen, Percheronzucht in Amerika; Zool. Gart. 27. pag. 185
bis 186.
B. Langkavel bespricht die Arten und Verbreitung der Tiger-
pferde, Zool. Jahrb. 2. pag. 117—120.
A. G. T. Leisering und H. M. Hartmann, Der Fuss des
Pferdes in Rücksicht auf Bau, Verrichtung und Hufbeschlag. 6. Aufl.
in ihrem zweiten, den Hufbeschlag betreffenden Theil umgearbeitet
von A. Lungwitz. Dresden, Schönfeld 1886. 8 «, 359 pag.
Lesbre, ObseiTation au sujet de ceilains chevaux possedant
des rudiments de cornes; Bull. Soc. d'anthrop. Lyon 1885.
C*
36 Ant. Reichen ow: Bericht über die Leistungen in der
Ch. Marey, Analyse cinematique de la locomotion du cheval;
Compt. rend. Ac. Sc. Paris 103. pag. 538—547.
C. Nörner, lieber den feineren Bau des Pferdehufes; Arch. f.
mikrosk. Anat. 28. pag. 171—224, T. 15.
S. auch Pohlig oben S. 33.
E. Schaff beschreibt ein neu geborenes Fohlen von Equus
hemioniis; Zool. Grart. 27. pag. 259—260.
E. L. Trouessart, La phylogenie du cheval et la theorie de la
convergence, ä propos du recent discours de M. Carl Vogt; Rev. scient.
3. Ann. 6. pag. 557—559.
F. W. True, An ass with abnormally developed hoofs; Illustr.
Science 8. pag. 304.
E. Strut hers, On the Development of the Foot of the Horse;
Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1885. pag. 1103.
Artiodactyla.
Vergl. Allen, oben S. 16.
Beauregard et Boulart, Note sur la placentation des Rurai-
nants; Journ. de l'Anat. Phys. 21. pag. 93—99, T. 5.
Hippopotamidae. W. L. Sigel, DasMlpferd des zoologischen
(rartens in Hamburg; Zool. Gart. 27. pag. 106—114.
M.Weber, Studien über Säugethiere. Beiträge zur Anatomie
von Hijypopotamus amphibius. Jena 1886. Svo.
H.Wood ward bespricht die recenten und fossilen Hippopotamen ;
Geol. Mag. N. Ser.Vol.3 No. 3. pag. 114-118, T. 3.
S. auch Pilliet und Boulart, oben S. 10.
Suidae. C. Deperet und L. Re volle beschreiben Sus major
aus dem oberen Miocän von Cerdagne ; Bull. Soc. Geol. (3) 13. pag.
488-506.
0. Finsch beschreibt Sus niger n. sp. von Neu-Guinea; Proc. Z. S.
London 1886. pag. 217—218.
J. E. Harting berichtet über das frühere Vorkommen des Wild-
schweins in Buckinghamshire ; Zoologist (3) 10. pag. 345—354.
J. Leidy beschreibt Euryodon maximus n. gen. et sp. foss. von
Florida; Proc. Acad. Philadelphia 1886. pag. 37— 38.
E. Meissl stellte Versuche über den Stoffwechsel des Schweins
an, welche den unmittelbaren Beweis lieferten, dass das Schwein
einen grossen Theil seines Körperfettes aus den Kolehydraten der
Nahrung zu bilden vermag; Zeitschr. f. Biologie 12. pag. 63—160.
A. Ne bring weist nach, dass Sus longirostris auch auf Java
vorkommt und beschreibt einen von dieser Insel stammenden Schädel
der Art; Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1886. pag. 80—85.
M. Schmidt berichtet über Verschiedenheiten bei Ferkeln
desselben Wurfes; Zool. Gart. 27. pag. 71— 72.
Natnrgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 37
Deutsches Poland- China -Schweine -Herd buch, herausg. von der
Vereinigung deutscher Poland-China- Schweine-Züchter. 1. Bd. Olden-
burg, Hintzenl886. 8«. 188 pag.
Anoplotheriidae. H. Filhol beschreibt folgende neue Fossil -
formen von Quercy: Xiphodon mcujnum n. sp., Oxacron minimus w. g.
et sp., Plesidacrytherium elegans n. g. et sp., Adrotheriiim depressum
n. g. et sp. -, Descr. de quelques mamm. foss, des phosph. du Quercy .
Toulouse 1884.
Oreondontidae. E. D. Cope beschreibt Blerycochoeriis obli-
quidens n. sp. foss. aus dem oberen Miocän von Oregon (Cottonwood
Kreek); Pr. Amer. Philos. Soc. 23. pag. 359 u. Amer. Natural. 20.
pag. 367.
Caeno theriidae. H. F i 1 h 0 1 beschreibt Spaniotheriimi speciosum
n. sp. foss. von Quercy; Descr. de quelques mammif. foss, des phos-
phorites du Quercy. Toulouse 1884.
Tragulidae. H. Filhol erhielt neuerdings den vorderen
Theil eines Schädels von Bachithei'ium, welcher bestätigt, dass die
Bezahnung dieser fossilen Form vollständig mit derjenigen der jetzigen
Ruminantia übereinstimmte; Bull. Soc. Philom. (7.) 10. pag. 81—82.
Camelidae. Gr. Baur fand bei Camelus hactrianus ein Tra-
pezium und glaubt, solches auch für Procamelus annehmen zu dürfen ;
Morph. Jahrb. 11. pag. 117—118.
E. D. Cope liefert eine Darstellung der Phylogenie der Game
lidae. Die Entwicklung zeigt sich neben dem Verwachsen der Fuss-
knochen insonderheit in der Reduction der Schneide- und Praemolar-
zähne. So hat die niedrigste Form, Procamelus Leidy, 4/4 Prm.j
Pliauchenia Cope 4/3, Camelus IL., Palauchenia Owen u. Protauchenia
Branco 3/2, Auchenia 111. 2/1, Holomenlscus Cope u. Eschatius Cope
1/1. In Nordamerika stellt die Entwicklung der Kamelle eine
Parallele zu derjenigen der Pferde dar. Beide erscheinen im untersten
Eocän und treten nebeneinander in den folgenden Formationen auf,
beide sind gegenwärtig ausgestorben. In der alten "Welt erscheinen
die Kamele erst im Miocän. Als nächster Vorfahre der Familie
ist die Gattung ProtölaUs Cope anzusehen, welche wiederum an die
Poebrotherium sich anschliesst. — Mit Holzschnitten besonders von
Beinknochen und Schädeln von Procamelus, Poebrotherium, Gompho-
therium, Protolabis u. a.; Amer. Natural. 20 pag. 611 — 624.
J. Leidy beschreibt ^wcÄem'a major, minor und minimus n. sp.
foss. von Florida; Proc. Acad. Philadelphia 1886 pag. 11.
J. Meng es berichtet über verwilderte Kamele (ein- und zwei-
höckrige) in Arizona; Zool. Gart. 27. pag. 37 — 39.
A. Pilliet, Note sur la glande de Härder du Charaeau: Bull
Soc. Zool. France 1885 pag. 349— 350.
38 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
E. Schaff beschreibt ein zwei Tage altes Auclienia lama; Zool.
Gart. 27. pag. 292.
Cervidae. H. T. Allen, Ueber Vorkommen von Alces und
Bangifer in der Copper River- Region in Alaschka; Science 7. pag. 57.
J. M. Oornely berichtet über die Zucht you Elaphodus michianus;
Proc. Z. S. London 1886. pag. 320.
E, V. Dombrowski, Die Lehre von den Zeichen des Rothhirsches
in ihrer stufenweisen Entwicklung bis zum Ausgange des 16. Jahr-
hunderts. Blasewitz -Dresden, P. Wolff. 1886. 8. 35 pag.
K.Eckstein beschreibt abnorme Rehgeweihe; Zool. G-art. 27.
pag. 165—166.
A. V. Krüdener, Anomalien beim Elchwilde; Zool. Gart. 27.
pag. 150 — 154,
0. V. Löwis schildert die Lebensweise von Alces pdlmatus in
den Ostsee-Provinzen ; Zool. Gart. 27. pag. 53—59.
A. V. Mojsisovics beschreibt interessante Rothhirschgeweihe aus
dem Draugebiet; Mitth. naturw. Ver. Steiermark 1885. pag. 74—83.
Derselbe beschreibt das Zwölfender - Geweih eines Wapiti-'
hirsches und erörtert die Unterschiede in der Geweihbildung des
Wapiti- und Rothhirsches; Der Weidmann 17. pag. 414— 416.
Derselbe, Einige Bemerkungen über das Geweih des Wapiti,
Cervus strongyloceros ; Der Weidmann 17. pag. 414— 416.
A. N eh ring, Der Sumpf hirsch Süd- Amerikas (Cervus paludosus);
Deutsch. Jägerz. 8. pag. 261—266.
H. Nitzsche berichtet über Haken bei Rehen und Damwild;
Tharand. forstl. Jahrb. 36. Bd. 1. Heft.
Th. Noack beschreibt verschiedene Hirscharten nach lebenden
Exemplaren ; Zool. Gart. 27. pag. 46—47.
E. V. Olfers, I^och einmal das Erstlingsgehörn des Rehbocks
und einige Beobachtungen von morphologisch wichtigen Abnormitäten
beim Rehwild; Deutsche Jäger-Zeit. 7. No. 16. — S. auch v. Dombrowski,
ebenda No. 19. pag. 445—446.
M. Probst glaubt, dass das Geweih, welches laut Urkunde im
Jahre 764 dem König Pipin von zwei burgundischen Edelleuten ge-
schenkt und noch heut in der Nachbildung im Schlosse Amboise an
der Loire zwischen Tours und Orleans aufbewahrt wird, neuerdings
(1864) auch in Nachbildung im Kloster zu Ellwangen aufgehängt
wurde, einem bei Ellwangen in dem oben genannten Jahre erlegten
Cervus euryceros angehört habe; Jahresb. Ver. Vaterl. Naturk. Würt-
temberg 42. pag. 52 — 57.
M. Schmidt über Unterbrechung des Wachsthums beim Renn-
thiergeweih ; Zool. Gart. 27. pag. 69—71.
W.Wurm beschreibt Krankheiten und verschiedene ihm be-
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 39
kannt gewordene Verletzungen des Rehwildes; Zool. Gart. 27. pag.
101—106.
Camelopardalidae. W. L Sigel schildert das Betragen einer
jungen Giraffe im Hamburger zoologischen Garten. Mit Abbild, ver-
schiedener Stellungen; Zool. Gart. 27. pag. 1 — 7, T. 1.
Cavicornidae. H. T. Allen, Ueber Vorkommen von Mazama
montana u. Ovis montana dalli in der Copper River-Region in Alaschka;
Science 7. pag. 57.
G. Baraldi beschreibt Eigenthümlichkeiten des Uterus yon Portax
pictus; Atti Soc. Tose. 8. pag. 205—214.
F. E. Blaauw berichtet über Züchtung einer Gnu-Antilope in
Gefangenschaft; Bull. Soc. d'Acclim. France (4) 3. pag. 494—496.
Blyth, On the Flat-horned Taurine Cattle of S. E. Asia; Mise.
Papers relating to Indo - China. Calcutta, 1886.
S. auch Bonnet, oben S. 3.
Cornevin, Note sur les boeufs decouverts dans les fossiles
executees rue de Trion, ä Lyon; Bull. Soc. d antrop, Lyon 1885.
Derselbe, Recherches sur Torigine de la race bovine sans cornes
ou d' Angers ; Bull. Soc. d'anthr. Lyon 1885.
Dareste beschreibt die stumpfnasige Rinderrasse (Boeufs iiatos)
von welcher ein Paar in den „J ardin d'Acclimatation " in Paris ge-
langte; Bull. Soc. d'Acclim. (4) 3. pag. 376— 381.
H. S. H. Fegler, The Book of Goats: containing füll Parti-
culars of the various Breeds of Goats, and their profitable Management.
3. ed. London, Gill 1886. 8 ". 220 pag.
D. Gronen bespricht die Verbreitung des Bison americanus
Zool. Gart. 27 pag. 353— 355.
Herd - Book de la race bovine normande pure. 2. bulletin des
inscriptions. Gaen, Bulfert 1886. 292 pag.
Huet liefert eine Uebersicht über die bisjetzt bekannten Anti-
lopenarten; Bull. Soc. d'Acclim. France (4.) 3. pag. 465 — 493.
F. K 0 hl beschreibt Gazella pelzelni n. sp. von Berbera (Somali-
land); Verh.Z. B. Ges. Wien 36. pag. 4.
Derselbe stellt für Gazella walleri Brooke die neue Gattung
Lithocranius auf; Ann. K. K. Nat. Hofmus. 1. pag. 79.
B. Langkavel bespricht die afrikanischen Wildziegen und
Hausziegenrassen; Zoolog. Gart. 27. pag. 114— 121.
R. Lydekker beschreibt Tetraceros daviesi n. sp. foss. von den
Siwaliks; Ind. Tert. and Post-Tert. Vertebrata. Pal. Ind. (10.) IV.
Pt. 1.
T. J. Moore, On the Rocky Mountain Goat; Pr. Lit. Phil. Soc.
Liverpool 39. pag. 265-271.
40 An t. Reiche now: Bericht über die Leirtungen in der
F. Negrini, SulF auatomia del piede dei bovin! : appunti e
ricerche. Milano 1886. 8vo. 28 pag. 1 Taf.
A. Nehring weist auf einige Eigenthümlichkeiten des Schädels
und Gebisses von Furcifer antisiensis hin; Stzb. Ges. Naturf. Fr.
Berlin 1886 pag. 17—18.
Th. Noack beschreibt verschiedene Antilopenarten nach lebenden
Exemplaren; Abbildung einer abnormen Aiitüope cervicapra; Zool.
Gart. 27. pag. 39—45.
H. S. H. Pegler, The Book of the Goot. London 1886. 8vo.
3. ed. 222 pag.
H. Pohl ig, über das Verhältniss des persischen Wildschafes,
Ovis orientalis, zu dem indischen aus dem Pendsch-Aab, Ovis cyclo-
ceros; Verh. naturh. Ver. Rheinl. u. Westph. 43. pag. 92—93.
Ponsard, Note sur les moutons chinois prolifiques; Bull. Soc.
d'Acclim. France (4) 3. pag. 241— 243.
N. V. Prschewalski beschreibt Ovis dalailamae n. sp. von
Central-Asien; Journ. Euss. Geogr. Soc. 21. 3. (Nach Zool. Anz.).
P. L. Sclater zählt die z. Z. bekannten "Wildziegen auf nebst
Bemerkungen über deren Verbreitung. 10 Arten sind unterschieden.
Äeg. pallasi ist irriger Weise mit C. caucasica zusammen geworfen.
C. aegagrus und sinaitica sind abgebildet. Proc. Z. S. London 1886
pag. 314-318, T. 81—32.
P. L. Sclater beschreibt Gazella naso n. sp. von Somaliland
und ebendaher eine dem Neotragus Mrki sehr ähnliche Art; Proc.
Z. S. London 1886 pag. 504—505, T. 51.
K. A. Sterndale beschreibt Capra dauvergnii n. sp. von
Kaschmir; Journ. Bombay N. H. Soc. 1. pag. 24— 26.
Derselbe berichtet über Bastardirung von Ovis hodgsoni und
0. vignei; vielleicht ist Ovis hroolcei Ward auf einen derartigen Bastard
zu beziehen; Pr. Z. S. London 1886 pag. 205—206 u. Journ. Bombay
N. H. Soc. 1. pag. 35-37.
Stammbuch Ostfriesischer Rindviehschläge. Herausg. vom Vor-
stand des Ver. Ostfries. Stammvieh-Züchter. 2 Bd. Emden, Hagnel
1886. 8.
S i r e n i a.
G. Capellini beschreibt eine neue fossile Sirenenart, Metaxy-
therium lovisati von Sardinien; Mem. Acc. Sc. Istit. Bologna (4) 7.
pag. 39—53.
Derselbe, Cetacei e Sirenii fossili scoperti in Sardegna; Atti
Acc. Line. Roma (4) 2. pag. 79—81.
S. Elliott oben S. 17.
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 41
L. Flot, Descriptioii de rHalitherium fossile; Bull. Soc. Geol.
France (3.) 14. pag.483— 518.
Cl. Hartlaub hat eingehende Untersuchungen über die Schädel
der Manatus - Arten angestellt. Verf. unterscheidet drei Arten:
31. sencfjalensis Desm., M. latirostris Harl. und M. inunguis Natt. —
M. inunguis ■v^alrde bisher nur im oberen Orinoko und Amazonenstroni
gefunden, M. latirostris bewohnt die Ostküste Floridas, die G-ewässer
der grossen und kleinen Antillen, den Magdalenenstrom, die Ostküste
Südamerikas und ihre Flüsse bis fast zur Mündung des Amazonen-
stroms; Zool. Jahrb. 1. pag. 1—112, T. 1— 4.
Derselbe beschreibt eine neue fossile Sirene aus dem Oligocän
Belgiens, Manatherium delheidi; Zool. Jahrb. 1. pag. 369 —378.
A. Portis beschreibt Felsinotherium siibapenninum u. F. galtaldi
aus dem Tertiär von Piemont und Ligurien; Mem. Acc. Tor. (2) 37.
pag. 247—365.
E. Rosenberg untersuchte die Wirbelsäule von Halicore und
Manatus; Stzb. Nat. Ges. Dorpat 7. pag. 366— 367.
W. H. Tooke, The Manatee; Natura 34. pag. 468— 469.
C e t a c e a.
P. Albrecht erörtert die Eigenschaften, durch welche die Ce-
taceen von allen anderen Mammalien sich unterscheiden und glaubt,
dass dieselben die nächsten Beziehungen zu den hypothetischen Pro-
mammalia haben; Anat. Anz. 1. pag. 338— 348.
S. Capellini unter Sirenia.
Gr. A. Gruldberg berichtet über subfossile oder vorgeschicht-
liche Knochenreste in Norwegen, anscheinend verschiedenen Walarten
angehörig; Nyt Mag. Naturvid. Christiania 30. pag. 76— 80.
H. Jouan berichtet über Exemplare von Hyperoodon rostratiis,
Balaenoptera musculus und Orca gladiator, welche während der Jahre
1879—85 an der französischen Küste strandeten ; Mem. Soc. nat. Sc. nat.
Cherbourg 24. pag. 305—312.
E. Korscheit, Zur Phylogenie der Cetaceen; Kosmos 19. pag.
210-219.
S. Matthiessen, oben S. 9.
E. T. Newton berichtet über die im „Forest-bed" (Norfolk) ge-
fundenen Cetaceen -Reste: Balaenoptera^ sp., Balaena biscayensis,
Phy seter macrocephalus, Monodon monoceros, Delphinus delphis ; Quart.
Journ. geol. Soc. Vol. 42. No. 167. pag. 316—324, T. 11.
Th. Southwell berichtet über Seehund- und Wal-Fang 1885;
Zoologist 10. pag. 98—102.
J. Struthers, On the Carpal Bones in various Cetaceans; Rep.
Brit. Ass. Adv. Sc. 1882. pag. 1056.
4:2 A n t. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
M. Weber, Studien über Säugethiere. 2. Ein Beitrag zur Frage
nach dem Ursprung der Cetaceen. Jena 1886. 8vo.
Delphinidae. F. H. Balkwill berichtet über ein bei Ed-
dystone gefangenes Exemplar von Grampus griseus; Rep. Plym. Inst.
9. pag. 314—317, m. T.
J. Gatcombe berichtet über den Fang von Grampus griseus im
Kanal und von Delphinapterus leueas an der Küste von Devon ; Zoo-
logist Vol. 10. pag. 105 u. 364.
H. G. deKerville berichtet über eine in der Umgegend von
Treport gestrandete Orca gladiator; Bull. Soc. Amis des Sc. Nat. Ronen
20. pag. 105—109.
F. Leydig berichtet über Vorkommen einer Phocaena orca im
Rhein bei Bonn vor 200 Jahren; Verh. naturh. Ver. Rheinl. u. Westph.
43. pag. 60—66.
J. Y. Mackay, The Arteries of the Head and Neck an the rete
mirabile of thePorpoise (Phocaena communis); Pr. Phil. Soc. Glasgow
16. pag. 366-376, T. 9.
A. Porti s beschreibt Chamsodelphis üalicus, ScMzodelphis com-
pressus, Steno hellardi und Tursiops miocaenus, nn. sp. foss. aus dem
Tertiär ; Mem. Acc. Torino (2) 37. pag. 247—365.
S. auch Probst unter Hyperoodontidae.
Th. Purdie, On the chemical composition of the Milk of the
Porpoise; Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1888. pag. 1072.
Th, Southwell berichtet über Lagenorhynchus alhirostris bei
Lowestoft; Zoologist (3) 10. pag. 364.
F. W. True beschreibt einen Prodelphinus doris aus dem Golf
von Mexico; Ann. Rep. Smith. Inst. 1884. Pt. 2. pag. 317—324, T. 1—6.
Hyperoodontidae. 0. W. S. Aurivillius beschreibt Microp-
teron hidens Sow., insonderheit die Osteologie der Art nach einem
an der Küste Schwedens gefangenen Individuum; Bih. Sv. Ak.
Handl. 11. pag. 1—40, T. 1 u. 2.
J. Probst bespricht fossile Reste von Zahnwalen aus der
Molasse von Baltringen OA. Laupheim und beschreibt dabei die
neuen Formen Ziphioides triangulus und Z. obliquus sowie Champso-
delphis denticulatus ; Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württemberg 42
pag. 102—145 T. 3.
T. Southwell und W. E. Clark e berichteten über Vorkommen
von Mesoplodon hidens an der Küste von Yorkshire; Ann. Mag. N.
H. (5) 17. pag. 53-59.
W. Turner schreibt über das Vorkommen von Hyperoodon
rostratus an der Brittischen Küste; Pr. Phys. Soc. Edinburg 9.
pag. 25—47.
Catodontidae. E. T. Newton berichtet über Vorkommen von
Naturgesch. der Säugethiere während des Jahres 1886. 4.3
Fhy seter macrocephalus im Norfolk Forest Bed ; Qu. Journ. Geol. Soc. 42.
pag. 316—324.
A. Portis beschreibt folgende neue fossile Arten aus dem
Pliocen von Piemont; Hoplocetus minor n. sp., Physotherium solterii
n. g. et sp., Priscophy seter typus n. g. et sp., Berardiopsis pliocaenus
n. g. et sp. ; Mem. Acc. Sc. Torino 37. pag. 247-365, T. 1—9.
Balaenidae. P. J. v. ßeneden liefert eine vollständige Mono-
graphie der Balaena biscayensis; Mem. Cour. Belgique. Svo, 28
No 5 pag. 1—44.
Derselbe beschreibt Reste von Cetatherium rathkei vom
Kaukasus; Bull. Acad. Belg. (3) 11. pag. 281— 283.
E. T. Newton berichtet über Vorkommen von Balaena bis-
cayensis im Norfolk Forest Bed ; Qu. Journ. Geol. Soc. 42. pag. 316
bis 324.
J. Struthers, On the Cervical Vertebrae in Balaena mysti-
cetus; Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1885 pag. 1103.
Balaenop teridae. H. B e a u r e g a r d berichtet über Exemplare
von Balaenoptera musculus und rostrata, welche neuerdings an der
französischen Küste gefangen wurden; Compt. rend. Sc. Soc. Biol.
(8) 2. pag. 47 u. 687.
Derselbe berichtet über das Stranden einer Megaptera bei
Toulon; ebenda pag. 753.
A. H. Cocks bespricht die Finnwal-Fischerei an der Nordküste
Europas während des Jahres 1885; Zoologist (3) 10. pag. 121— 136.
R. Collett beschreibt Balaenoptera borealis und erörtert die
Lebensweise, Nahrung und die Parasiten dieses Wales; Pr. Z. S.
London 1886 pag. 243—265 T. 25—26.
J. Gatcombe theilt mit, dass zwei Exemplare won Balaenoptera
musculus todt im Kanal aufgefischt wurden ; Zoologist Vol. 10 pag. 105
bis 106.
J. Struthers berichtet über Vorkommen von Megaptera longi-
mana, Balaenoptera musculus und borealis an den britischen Küsten ;
Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1885 pag. 1053— 1054 [s. Ber. 1885 S. 142].
Derselbe, Account of the Dissection of the Rudimentary Hind-
limb of Balaenoptera musculus; ebenda pag. 1056.
E. Wilson, Notes on a Common Fin Whale lately stranded
in the Bristol Channel ; Pr. Bristol Nat. Soc. 4. pag. 204—210.
Edentat a.
F. Ameghino erörtert die Frage der Identität von Oracanthus
und Coelodon und hält dieselben für verschiedene Gattungen einer
44 A n t. R e i c h e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
und derselben Familie; Bol. Ac. Arg. 8. pag. 394-398 u. Stzb. Ak.
Wiss. Berlin 1886 pag. 463—466 [s. Ber. 1885 S. 127]. — Ueber den-
selben Gegenstand s. H. Biirme ister, Stzb. Ak. Wiss. Berlin
pag. 357—358 ii. 1127-1132.
Gr. Lütken kritisirt die von Burmeister über Coelodon gelieferte
Abhandlung [vergl. B. 1885 pag. 127] ; Overs. Dan. Yidensk. Selsk.
Porh. 1886. pag. 78— 84.
W. K. Parker, Ou the Structure aud Development of the Skull
in the Mammalia. Pt. 2. Edentata; Philos. Trans. 176. pag. 1—119,
T. 1—15.
S. auch Pilliet u. Boulart S. 10.
Megatheriidae. F. Ameghino beschreibt folgende neue
fossile Formen aus dem Tertiär Argentiniens: Promegatherium re-
mulsum pag. 177, Scelidotherium hellulum pag. 181, Nephotherium n. g.
(Typus : Mylodon ambiguus Amegh.) pag. 182, Pseudolestodon aequalis
pag. 186, Bol. Ac. Nac. C. Argent. Cordoba 9.
A. Gaudry und P. Fischer geben Notizen über Scelidotherium,
Stellung der Gattung im System und beschreiben insonderheit ein im
Pariser Museum befindliches Scelet von Sc. leptocephalum ; Naturaliste
8. pag. 202—203, mit Holzschnitt.
R. Lydekker beschreibt Scelidotherium leptocephalum Owen,
S. hravardi n. sp. und S. chiliensis n. sp. von Argentinien ; Pr. Z. S.
London 1886. pag. 491-498, T. 46-49.
Glyptodontidae. E. D. Cope beschreibt eine neue fossile
Armadill - Form, Caryoderma snovianum aus dem Miocen von Kansas
* (Loup Fork Beds); Amer. Natural. 20. pag. 1044—1046.
S. auch Ameghino unter Dasypodidae.
Dasj^'podidae. F. Ameghino beschreibt Comaphorus concisus
n. g. et sp. foss. pag. 197, Chlamydotherium extremum n. sp. foss. pag.
207 und Proeuphractus limpidus n. g. et sp. foss. pag. 208 aus dem
Tertiär Argentiniens ; Bol. Ac. Nac. C. Argent. Cordoba 9.
Fl 0 wer, Exhibition of, and remarks upon, a rare Species of
Armadillo belonging to the Museum of the Scarborough Philosophical
Society; P.Z.S. London 1886. pag. 419— 420.
H. V. Ihering, Ueber Generationswechsel bei Säugethieren
Biol. Centralbl. 6. pag. 532—537. — Giebt Erklärungen und Schluss-
folgerungen zu der in Bericht 1885 p. 127 mitgetheilten Entdeckung»
dass die Leibesfrüchte eines trächtigen Weibchens von Praopus hybridus
zwar je ihr eigenes Amnios, alle zusammen aber nur ein einziges
geraeinsames Chorion besassen.
Naturg'esch. der Säugethiere während des Jahres 188G. 45
Marsupialia.
Macropodidae. 0. Thomas stellt die neue Gattung La-
gostrophus für Lagorchestes fasciatus auf, welches von allen anderen
Gattungen der Subfam. Macropodinae zu sondern ist, die Stellung
wäre somit folgende:
Subfam. Macropodinae
Sectio I. A. Macropus, Petrogale, Onychogale, Lagorchestes.
B, Dendrolagus, Dorcopsis.
Sectio II. Lagostrophus.
Pr. Z. S. London 1886. pag. 544-547, T. 59.
S. auch Pilliet und Boulart, oben S. 10.
Fhalaugistidae. W. A. Haswell beschreibt die Myologie
von Fetaurista taguanoides und stellt insonderheit das Vorhandensein
eines Femoro-caudal-Muskels fest, welcher bei anderen Säugethieren
nicht gefunden wird; Pr. Linn. Soc. N. S. W. (2) 1. pag. 176—182.
Phase olomyidae. R. Owen beschreibt einen Kiefer von
Phascolomys curvirostns Ow. von den Wellington Höhlen in New-
SouthAyales; Qu. Journ. Geol. Soc. 42. pag. 1—2, T. 1, s. auch Ann.
Nat. Hist. (5) 17. pag. 289—290.
Dasyuridae. R. Collett beschreibt Phascologale virginiae
De Tarr. von Nord-Queensland; Pr. Z. S. London pag. 548— 549 T. 9.
A. Mac Cormick beschreibt die Myology der Gliedmassen von
Dasyurus viverrinus; Journ. of Anat. Phys. 21 pag. 103 — 137, T. 3.
0. Thomas beschreibt Phascogale doriae n. sp. vom Arfak-
Gebirge, Neu-Guinea; Ann. Mus. Av. Genova (2) 4. pag 208.
Derselbe bespricht die Arten der Gattung Phascologale;
ebenda pag. 502—511.
A. Sack untersuchte die Geschlechtsorgane von Phascogale
(flavipes) und fand, dass die Schwellkörper der Ruthe mit ihren
Wurzeln von den Sitzhöckern entspringen, so dass äusserlich zwischen
dem Periost des Beckens und der Scheide des C. cavernosum keine
Grenze wahrzunehmen ist. Es finden sich somit auch unter den
Beutelthieren Formen, welche in genannter Beziehung nicht von dem
placentaleu Typus abweichen-, Zoolog. Anz. 9. pag. 164 — 166.
Didelphidae. E. Selenka, Studien über Entwicklelungs-
geschichte. 4. Heft, Erste Hälfte. Das Opossum (Didelphys virginiana).
Wiesbaden. 1886. 4to. pag. 101—132, m. 9 Taf.
Plagiaulaeidae. E. D. Cope beschreibt eine vierte Art von
Plagiaulaciden aus der Puerco Epoche: Neoplagiaulax molestus n. sp.;
Amer. Natural. 20. pag. 451 .
46 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der etc.
Amphitheriidae. H. F. Osborn beschreibt Bromatherium
sylvestre und die neue Form Microconodon tenuirostris aus der oberen
Trias; Proc. Acad. Philadelphia 1886 pag. 359— 363 und Science 8.
pag'. 540.
Monotremata.
C. Gegenbau r, Zur Kenntniss der Mammarorgane der Mono-
tremen, mit einer Tafel und zwei Figuren im Text. Leipzig 1886.
4to. 39 pag.
R V. Lendenfeld fand die Temperatur der Bruttasche von
Echidna verschiedene Grade höher als die des Thieres selbst ; Zoolog.
Anz. 9. pag. 9—10
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der TÖgel
während des Jahres 1886.
Von
Ant. Reichenow.
1. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie.
E. H. Aitken and R. A. Sterndale, Catalogue of
Birds and Eg*gs in the CoUection of tlie Bombay N. H.
Society; Jouni. Bombay Soc. 1886. pag. 14—22.
J. A. Allen berichtet über kleinere die Ornithologie
Nordamerikas betreffende und hauptsächlich über Biologie
oder lokale Verbreitung nordamerikanischer Arten han-
delnde Arbeiten in verschiedenen meist populären Zeit-
schriften der Vereinigten Staaten Auk. Vol. 3. pag. 475—478.
Derselbe berichtet über drei historisch interessante
Exemplare (Ammodramus Lecontei, Helinaia Sivainsoni und
ßaxicola oenanthe) des „American Museum of Nat. Hist."
in New- York; ebenda, pag. 489 — 490.
Siehe auch E. Coues.
J.Audubon — Porträt, nebstBemerkungenüber einige
seiner Bilder; R. W. Shufeldt, Auk. Vol. 3. pag. 417—420.
R. Blasius u. G. v. Hay ek liefern den 2. Bericht über
das permanente internationale ornithologische Comite und
ähnliche Einrichtungen in einzelnen Ländern; Ornis 2.
pag. 1 — 48.
W. Blasius, s. E. v. Boeck.
Eugen v.Boeck, Nachruf von W. Blasius; Monats-
schrift Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 83— 85. — S. auch
Reinecke.
48 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
C. Bolle, Verzeichniss und Eintheilungsplan der zoo-
logischen Abtheilung des Märkischen Provincial-Museums.
Vögel. 2. Ausg.
C. Borromeo, Osservazioni ed Appunti di Ornito-
logia; Atti Soc. Italiana Sc. nat. Milano 29. pag. 299 — 322.
E. Coues, J.A.Alien, R. Ridgway, W. Brewster,
H. W. Henshaw, The Code of Nomenclature and Check-
List of North American Birds. Adopted by the American
Ornithologist's Union. Being the Report of the Committee
of the Union on Classification and Nomenclature. New-
York. Amer. Ornith. Union 188G. — Der Ausschuss hat
zunächst Regeln für die ornithologische Nomenclatur auf-
gestellt, welche auf die Gesetze sich gründen, welche
1842 von dem Concil in Manchester angenommen wurden,
indessen in mancher Beziehung von denselben abweichen.
Als älteste Quelle für die Nomenclatur wird die 10. Aus-
gabe von Linnes Syst. Nat. (1758) angenommen. Es folgt
sodann eine „Check-List", welche die nordamerikanischen
Arten unter den nach jenen Regeln revidirten Species-
namen aufführt. Am Schlüsse ist ein Verzeichniss der
fossilen Arten Nordamerikas gegeben.
A. H. Evans referirt über die ornithologische Litte-
ratur des Jahres 1885; Zoological Record for 1885 (Red.
F. E. Beddard) London.
G. A. Fischer, s. A. Reichenow.
S. Garman, On the Use of Polynomials as Names
in Zoology; Proc. Boston Soc. N. H. 23. pag. 164.
F. V. Hauer giebt unter dem Titel: „Jahresbericht
des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums in Wien für 1885",
eine Darstellung der gesammten Einrichtung des Instituts;
Annalen d. naturh. Hofm. Wien. Bd. 1. pag. 1 — 4().
H. W. Henshaw, s. E. Coues.
J. F. James, Catalogue of the Birds in the CoUection
of the Cincinnati Society of Natural History; Journ.
Cincinn. Soc. N. H. 9. pag. 52 — 64.
L. V. Lorenz, s. A. v. Pelzeln.
Ph. L. Martin, Die Praxis der Naturgeschichte. l.Th.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 49
Taxidermie. 3. Aufl. Revidirt von L. 11. P. Martin , unter
Mitwirkung von Hodek. Weimar 1886; F.Voigt.
W. Meves, Die Grösse und Farbe der Augen aller
europäischen Vögel sowie der in der paläarktischen Region
vorkommenden Arten in systematischer Ordnung. Halle
a. S., W. Schlüter. 8.
Derselbe hat Carl J.Sundevall's Einleitung zu seinem
Versuch einer natürlichen Einleitung der Vogelclasse aus
dem Schwedischen übersetzt und mit Zusätzen versehen.
(Herausgegeben von perman. intern, orn. Comite, R. Blasius
u. G. V. Hayek); Ornis 2. pag. 302—354. — [Bekanntlich
hat der Verfasser selbst die betreffende Einleitung in
seinem Werke in französischer Sprache, und damit für
Jedermann verständlich, wiederholt].
A. V. Pelz ein und L. v. Lorenz führen die Typen
der ornithologischen Sammlung des k. k. naturhistorischen
Hofmuseums in Wien nebst einigen erläuternden Be-
merkungen auf. Der erste Theil umfasst die Rapaces,
Fissirostres und Tenuirostres ; Annalen d. naturh. Hofmus.
Wien. Bd. 1. pag. 249—270.
E. Oustalet, Notices sur quelques especes nouvelles
ou peu connues de la collection ornithologiques du Museum ;
Nouv. Arch. Mus. Paris (2) Tome 8. 1886. pag. 255 bis
306, T. 11—14.
A. Reichenow, Zur Erinnerung an Gustav Adolf
Fischer; Journ. Orn. 34. pag. 613 — 622.
Derselbe bearbeitete ferner den ornithologischen
Theil in dem „Handwörterbuch der Zoologie, Anthro-
pologie und Ethnologie " (Trewendt, Breslau). — Bis Lief.
19 Lit. L. erschienen.
A. Reichenow und H. Schalow haben das Com-
pendium der neu beschriebenen Gattungen und Arten
fortgesetzt; Journ. Ornith. 34. pag. 81— 114, 436 — 452.
G. Reid, Catalogue of the Birds in the Provincial
Museum, N. W. P. d. Oudh., Lucknow, Calcutta 1886.
R. Rein ecke, Eugen v. Bock. Nekrolog von B. Rivas
in Cochabamba, aus dem Spanischen in's Deutsche über-
tragen; Ornis 2. pag. 432 — 436.
Archiv f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. D
50 A n t. R e i c li e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Report on the British Museum for 1885 ; Ibis (5), Vol. 4.
pag. 529—531.
R. Ridgway, A nomenclature of colors for naturalists
and compendium of useful knowledge for ornithologists.
With ten colored plates and seven plates of outline
illustrations. Boston: Little, Brown and Comp. 1886. —
Enthält eine Darstellung der verschiedensten im Vogel-
gefieder vorkommenden Farben systematisch angeordnet,
die Bezeichnungen derselben in englischer, lateinischer,
deutscher, französischer, spanischer, italienischer, nor-
wegischer und dänischer Sprache, ferner ein Wörterbuch
der technischen Bezeichnungen, welche in der beschrei-
benden Ornithologie üblich sind, nebstZeichnungen, welche
die Namen der einzelnen Theile des Vogelkörpers und
Gefieders erläutern, sowie eine Uebertragung des eng-
lischen Zollmaasses in Millimetermaass und umgekehrt.
Siehe auch E. Coues.
B. Rivas, s. Reinecke.
T. Salvadori weist nach, dass der wissenschaftliche
Name der Schleiereule: Striv flammea, herzuleiten sei von
flammeum, der Brautschleier, und nicht von flamma,
Flamme; Ibis (5), Vol. 4. pag. 377.
H. Schalow, s. A. Reichenow.
R. W. Shufeldt, On an old portrait of Audubon,
painted by himself, and a word about some of his early
drawings; Auk 3. pag. 417 — 420. Mit Audubon's Portrait.
W.Stricker bespricht die Abstammung der Worte
Grans und Rabe und giebt einige geschichtliche und my-
thologische Notizen über beide Vögel; Zool. Gart. 27. pag.
212—216, 376—378.
V. V. Tschusi führt die während des Jahres 1885
erschienene, die Ornithologie Oesterreich - Ungarns be-
treffende Litteratur auf; Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 184
bis 192.
Derselbe hat die ornithologische Litteratur Oester-
reich-Ungarns des Jahres 1886 zusammengestellt; ebenda
pag. 271-282.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 5 1
Derselbe giebt eiue Darstellung oruithologischer
Bestrebungen in Siebenbürgen seit 1777 bis zur Gegen-
wart, bespricht insonderheit die vorhandenen Lokal-
sammlungen und führt die einschlägige Litteratur auf;
Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 73—77, 87—88.
Derselbe berichtet in derselben Weise über die
ornithologischen Bestrebungen und Sammlungen sowie
die ornithologische Litteratur in Mähren; ebenda, pag.
219-225.
St. V. Washington führt die deutschen Namen für
die Vögel Steiermarks an; ebenda, pag. 278 — 283.
Wen dt theilt die in einer alten Braunschweiger
Chronik enthaltene Beschreibung des Caprimulgus euro-
paeus, „Läpsch" oder „Weheklage" genannt, mit, welchem
darin klagende, Unglück verheissende Töne zugeschrieben
werden; Journ. Ornith. 34. pag. 125.
II. Anatomie, Physiologie, Paläontologie.
E. Baistrocchi, Sopra un granuloma del proven-
triculo di una gallina con nota istologica sulla struttura
normale dell' organo. Parma 1886. 8^. 16 pag.
G. Baur druckt eine Bemerkung W. K. Parker's über
Archaeopferyx aus dem Geol. Magazine 1. 1864. pag. 55 ab,
welche in der Arbeit von Dames über diesen Vogel nicht
erwähnt wurde und stellt die gesammte Litteratur über
ArchaeofAeryx von 1861 — 85 zusammen; Zool. Anz. 9. pag.
106—109.
Derselbe über dasBecken der Vögel und Dinosaurier-
Morphol. Jahrb. 10. (1885). pag. 613—616. [Zu Bericht
1885. S. 148].
F.E.Beddard beschreibt die Luftsäcke von Casuarius.
Die Gattung nähert sich darin mehr Apteryx als Rhea.
Auf Grund der Beschaifenheit der Respirations - Organe
würde man Apteryx und Casuarius je als besondere Gruppe
aufzufassen haben, während Dromaeus an Rhea und Struthio
sich anschliesst; Proc. Z. S. London, pag. 145 — 146.
Derselbe beschreibt das Stimmorgan (Syrinx) von
52 Ant.Eeichenow: Bericht über die Leistungen in der
Nyctidromus, Aegotheles und Batracliostomus. Bei Capri-
mulgus, Chordeiles und Nyctidromus ist der Syrinx tracheo-
bronchial, bei Batrachostomus, Podargus und Steatornis rein
bronchial; Aegotheles bildet einen Uebergang, doch schliesst
diese Gattung bei Hinzuziehung anderer anatomischer
Kennzeichen enger an die letztgenannten Gattungen sich
an. [Es wird somit Reichenow's systematischer Entwurf,
welcher Steatornis, Podargus nebst Batrachostomus und
Aegotheles von den Caprimulgiden in der Unterfamilie
Podarginae (die den Raken angeschlossen ist) sondert,
theilweise bestätigt]; Proc. Z. S. London, pag. 147— 153.
Mit Holzschnitten.
Derselbe bespricht einige anatomische Eigenschaften
von Chauna chavaria in Vergleich zu denen von Ch. derhiana
und beschreibt insonderheit die caeca; ebenda, pag. 178
bis 181. Mit Holzschnitt.
Derselbe beschreibt die gewundene Luftröhre des
männlichen Nothocrax urumutum — während dieselbe beim
$ einfach ist — und erörtert die Unterschiede hinsichtlich
des Syrinx zwischen den Ardeidae (mit welchen auch
Scopus übereinstimmt) und den Ciconiidae. Die beiden
Gattungen Xenorhynchus und Abdimia weichen von den
typischen Störchen ab und bilden hinsichtlich der Be-
schaffenheit des Syrinx einen Uebergang zwischen Störchen
und Reihern; ebenda, pag. 321 — 325. Mit Holzschnitten.
J. F. V. Be mm eleu, Die Visceraltaschen und Aorten-
bogen bei Reptilien und Vögeln; Zoolog. Anz. 1886. pag.
528—532, 543-546.
W. T. Blanford kritisirt die Ansicht Seebohm's über
den Einfluss der Eiszeit auf die Familien der Chamdriidae
und Scolopacidae-, Ibis (5) 4. pag. 525—528.
G. Boccardi, Ricerche sul lo sviluppo dei corpuscoli
del sangue negli uccelli; Rend. Accad. Sc. Napoli 25. pag.
58—64.
W. B. Canfield, Vergleichend anatomische Studien
über den Accommodationsapparat des Vogelauges ; Archiv
f. mikrosk. Anat. 1886. pag. 121—170, T. 12—14.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 53
Derselbe, Ueber den Bau der Vogeliris. Inaug. Diss.
Berlin, Mayer u. Müller. 8^. 29 pag.
G. Cattaneo, Sulla Struttura e Formazione dello
Strato Cuticolare del Ventricolo Muscolare degli uccelli;
Bollet. scient. Pavia 7. 1886. pag. 87—92.
Derselbe, Ricerche intorno alla normale tessitura
ed alle alterazioni sperimentali dei corpuscoli pacinici
degli uccelli; Atti Acc. Line. (3) Mem. Cl. fis. Vol. 18. pag.
321—355.
M. Cazin, La structure de la muqueuse du gesier des
Oiseaux; Bull. Soc. Philom. Paris (7), T. 10. pag. 57—61.
Derselbe, Recberches sur la structure de l'estomac
des Oiseaux; Comt. Rend. 102. pag. 1031—1033.
Derelbe, Observations sur l'anatomie du Petrel geant
(Ossifraga gigantea); Bibl. de l'ecole des hautes etudes;
Sect. des Sc. Nat. Paris 31. 27 pag.
Cbarbonnel-Salle et Pbisalix, De l'evolution
postembryonnaire du sac vitellin cbez les oiseaux ; Compt.
Rend. 102. pag. 1496-1498.
Dieselben, Sur la secretion lactee du jabot des
pigeons en incubations; ebenda 103. pag. 286 — 288.
J. Cowper beschreibt die Anatomie des fünfzehigen
Fusses des Dorkinghuhnes und hält die fünfte Zehe für
den Daumen, welcher somit den anderen Vögeln fehlte;
Journ. Anat. Phys. 1886. pag. 593—595.
C. Dareste, Nouvelles recherches sur la production
des monstruosites dans l'oeuf de la poule, par une modi-
fication du germe anterieure ä la mise en incubation;
Compt. Rend. 103. pag. 355—356.
Derselbe, Recherches sur l'evolution de l'embryon
de la poule lorsque les oeufs sont soumis ä l'incubation
dans la position verticale; ebenda.^ pag. 696 — 697.
J. Dogiel, Neue Untersuchungen über den Pupillen
erweiternden Muskel der Säugethiere und Vögel; Archiv
mikrosk. •Anat. 1886. pag. 403—409, T. 18.
A. Dostoiewsky, Ueber den Bau der Grandry'schen
Körperchen; ebenda 26. pag. 581—591.
C. L. Edwards, The Relation of the Pectoral Muscles
54 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
of Birds to the Power of Flight; Amer. Natural 1886.
pag. 25 — 29.
Erdmann, s. Jesse.
W. H. Flower, The Wings of Birds; Nature 34.
pag. 204—205.
M. Für b ringe r, lieber das Schlüter- und Ellbogen-
gelenk bei Vögeln und Reptilien; Morph. Jahrb. 11. pag.
118—120.
Derselbe, Ueber Deutung und Nomenklatur der
Muskulatur des Vogelflügels; ebenda, pag. 121—125.
H. Gadeau de Kerville, Note sur un hybride
bigenere de pigeon domestique et de tourterelle ä collier,
suivie de la recapitulation des hybrides uni-et bigeneres
observes jusqu'alors dans l'ordre des pigeons; Bull. Soc.
Amis Sc. Nat. Ronen 1885 2. Sem. und separat Ronen 1886,
8«, 15 pag.
H. Gadow, Fortsetzung der Abth. Vögel in: Bronn's
Klassen und Ordnungen des Thierreichs. Lief. 13 — 15,
Muskeln der Extremitäten und des Visceral -Skelets.
J. G. Goodchild bespricht die Verschiedenheit der
Anlage der Armdecken bei den Vögeln und erläutert seine
Ausführungen durch zahlreiche Holzschnitte; Proc. Z. S.
London, pag. 184 — 203.
J. V. Haast beschreibt die Fossilreste, auf welche
derselbe im Vorjahre die neue Form Megalapteryx Hectori
begründete. Es sind: rechter und linker femur, linke
tibia, fibula und tarso-metatarsus, eine phalanx und ein
Nagelglied. Wie sich als Zeitgenossen von Dinomis eine
Anzahl riesiger Vertreter jetzt lebender neuseeländischer
Vögel gefunden haben, Aptornis als Repräsentant von Ocy-
dromus, Cnemior7iis, eine flügellose Gans, nahe Cereopsis,
Harpagornis, eine wohl am nächsten mit Circus verwandte
Form, Notornis, eine mit Trihonyx verwandte Rasse, so
ist nunmehr auch ein gigantischer Apteryx entdeckt; Trans.
Zool. Soc. London. Vol. 12. pag. 161—169, T. 30.
Derselbe giebt ausführliche Beschreibung der Fossil-
reste, auf welche Dinoimis Oiveni begründet wurde (s. Ber.
f. 1885. pag. 232). Die Art stand hinsichtlich ihrer Dimen-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 55
sionen der bisher bekannten kleinsten Dinornis - Form
(curtus Ow.) noch nach; ebenda, pag. 171 — 182, T. 31 u.32.
W. D. Halliburton, Note on the Colouring Matter
of the Serum of Certain Birds; Journ. of Physiol. 1886.
pag. 324—326, T. 12.
J. E. Hendricks, Note on the problem of soaring
birds; Amer. Natural. 20. pag. 294 — 295.
Derselbe, The mechanics of soaring; ebenda pag.
532—534.
C. L. Herrick, Osteology of the Evening Grosbeak,
Resperiphona vespertina; Bull. Sc. Labor., Denison Univ.,
Granville, Ohio 1885. pag. 5—15.
J. Jesse und Erdmann bestätigen, dass das Hühnerei
in der Regel mit dem stumpfen Ende voran gelegt werde ;
Journ. Ornith. 34. pag. 125. [Vergl. v. Nathusius, Ber.1885.
pag. 153].
L. Kerschner weist den allmählichen Ueb ergang
in Färbung und Zeichnung der Federn an dem Gefieder
des Pfaus, von der einfachsten bis zur Schmuckfeder im
„Eade" des männlichen Vogels nach und knüpft an diese
Veränderungen Betrachtungen in phylogenetischer Be-
ziehung; Zeitschr. wissensch. Zool. 44. pag. 681 — 698.
R. König-Warthausen theilt einige Fälle der Ent-
wicklung junger Vögel (Haushühner und Enten) im Ei
innerhalb des Mutterleibes mit; Jahresh. Ver. vaterl. Naturk.
Württemberg 1886. pag. 316-320.
J. Lancaster, Gravitation and the Soaring birds;
Amer. Natural. 20. pag. 514—521.
Derselbe, The Mechanics of Soaring; ebenda pag.
326—333, 390—391, 653—654.
Derselbe, The Problem of the Soaring Bird; Zoo-
logist (3) 10. pag. 54—67.
Derselbe, The Wings of Birds; Amer. Natural. 20.
pag. 701—708.
F. Laulanie, Sur le mode d'evolution et la valeur
de Fepithelium germinatif dans le testicule embryonnaire
du poulet; Bull. Soc. H. N. Toulouse 1886. pag. 13—16.
56 Ant. Keichenow: Bericht über die Leistungen in der
Lemoine berichtet über Reste von Eupteromis und
Gastornis; Bull. Soc. geol. Ser. 3, T. 12. pag. 357.
F. A. Lucas vergleicht die orteologischen Verhält-
nisse von Chaetura mit denjenigen von Trochilus und
Chelidon und gelangt entgegen Shufeldt [s. weiter unten
pag. 58] zu dem Ergebniss, dass die beiden erst-
genannten Formen nahe Verwandtschaft aufweisen und
danach die Cypselidae nicht in Anschluss an die Hiruyi-
dinidae unter die Passeres gestellt werden könnten, wie
neuerdings wieder geschehen; Ank Vol. 3. pag. 444 — 451.
R. Lydekker entdeckte eine fossile Diomedea in
dem Red Crag; Quart. Journ. Geol. Soc. 1886. pag. 364
bis 368.
A. Marcacci, Influenza del movimento sullo sviluppo
deir novo di pollo: ricerche sperimentali; Ann. Univers.
Perugia, Anno 1. 1885—86.
Marey, Etüde sur les mouvements imprimes par
l'aile d'un Oiseau; Compt. Rend. 102. pag. 1137-1139.
L. Matthiessen, lieber den physikalisch - optischen
Bau des Auges der Vögel; Arch. ges. Phys. (Pflüger) 1886.
pag. 104—112, T. 1.
A. M. Mc Aldo wie, Observations on the Development
and the Decay of the Pigment Layer on Birds' Eggs;
Journ. Anat. Phys. 1886. pag. 225—237.
A.B.Meyer, Abbildungen von Vogel - Skeletten.
Dresden. Pt. 10 u. 11.
A.Müller behandelt in einem ausführlichen Referat
die antetertiären Vorfahren unserer Vögel; Journ. Ornith.
34. pag. 555—569.
W. V. Nathusius hat Bruchstücke des Eis von Stru-
tliioliilius chersonensis Brandt auf die Textur der Schale hin
untersucht und findet dieselben derartig übereinstimmend
mit der Schale von Strausseneiern, dass er nur specifische,
aber nicht generische Verschiedenheit zwischen Struthio
und Struthiolithus anzunehmen vermag ; Zool. Anz. 9. pag.
47—50.
E. T. Newton liefert eine eingehende Beschreibung
der im unteren Eocän von Croydon gefundenen fossilen
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 57
Vogelreste (tibio-tarsi und femur), auf welche die Form
Gastornis klaasseni begründet wurde [s. Ber. f. 1885. pag.
232]. Verf. vergleicht die Reste mit solchen anderer Eocän-
Vögel, unter welchen die Form Cnemiornis am nächsten zu
stehen scheint, und mit entsprechenden Skelettheilen re-
center Vögel. Hinsichtlich des letzteren Vergleiches
ergeben sich nähere Beziehungen zu Anserinen, ins-
besondere zu Cereopsis, als zu den Ratiten. Es wird
sich darum handeln, festzustellen, ob Gastornis ein ge-
kieltes Brustbein hatte oder ein kielloses. In ersterem
Falle würde Gastoriiis klaasseni den grössten der bisher
bekannten Carinaten darstellen, denn er gleicht in seinen
Dimensionen den neuseeländischen Moas. In letzterem
Falle hätten wir eine Ratiten -Form mit Annäherung an
Gruppen der Carinaten. Verf. giebt schliesslich eine Ueb er-
sieht der Brittischen Eocän-Vögel und einiger nächst ver-
wandten Formen; Trans. Zool. Soc. London. Vol. 12. pag.
143—160, T. 28 u. 29.
R. Owen beschreibt das Sternum von Dinomis ele-
phantopus; Trans. Zool. Soc. London 12. 1. pag. 1—3, T. 1.
T. J. Parker, Notes on a Skeleton of Notomis, re-
cently acquired by the Otago University Museum; Trans.
N. Z. Inst. 18. 1885. pag. 78—82.
E. Ravn, Ueber die mesodermfreie Stelle in der
Keimscheibe des Hühnerembryos; Arch. Anat. Phys. 1886.
pag. 412—420, T. 21.
E. Riviere, Faune des oiseaux, des reptiles et des
poissons trouves dans les cavernes des Baousse - Rousse
(Italic) dites grottes de Menton; Materiaux pour l'hist.
prim. et nat. de Fhomme 20. Ser. 3. pag. 525 — 535, T. 3.
F. Rochas, Sur quelques particularites relatives aux
connexions des ganglions cervicaux du grand sympathique
et ä la distribution de leurs rameaux afferents et efferents
chez l'Anas boscas; Compt. Rend. 100. pag. 649 — 651.
Derselbe, De l'existence, chez les oiseaux, d'une
Serie de ganglions cephaliques, de nature sympathique,
correspondant aux nerfs craniens segmentaires ; ebenda
102. pag. 1028—1031.
58 An t. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
G. Romiti, De Fextremite anterieure de la corde
dorsale et de son rapport avec la poche hypophysaire ou
de Rathke chez Fembryon du poulet; Arch. Ital. deBiol.
7. pag. 226—231.
J. A. Ryder, On an unusual relation of the Notocliord
to the Intestine of the Chick; Amer. Natural. 20. pag.
392—394.
P. L. Sclater referirt nach Jeifries und Shufeldt
über die Kralle am Daumen der Vögel und deren Ver-
schiedenheit von den bei einigen Vögeln vorkommenden
Flügelspornen. Mit Abbildung der Handknochen von
Gypayus papa, Chauna derbiana, Plectropterus gambensis,
Parra jacana; Ibis (5). Vol. 3. pag. 147—151, 300—301.
R. W. Shufeldt, Feathered Forms of other Days
(^Archaeopteryx, Hesperornis, Ichthyornis etc.); The Century
Illustr. Monthly Mag. New-York 31. pag. 352-365.
Derselbe lieferte einen Beitrag zur vergleichenden
Osteologie der TrochUidae, Caprimulgidae und Cypselidae;
P. Z. S. London 1885 4. pag. 886—915, T. 58—61, Zusatz:
ebenda 1886. pag. 501—503.
Derselbe beschreibt diejenigen Muskeln des Vogel-
körpers, welche für die Systematik der Klasse Wichtigkeit
haben. Mit Holzschnitten in : Journ. Comp. Medicine and
Surgery Oct. 1887.
Derselbe beschreibt die Osteologie von Conurus
carolinensis; Journ. Anat. Phys.20. pag. 407 — 425 T. lOu. 11.
Derselbe beschreibt die anatomischen Verhältnisse
von Geococcyx californianus; P. Z. S. London 1886. pag. 420
bis 490, T. 42—44 u. Journ. Anat. Phys. 20. pag. 244—266
T. 7—9, u. 21. pag. 101—102.
W. Smith, On Moa and other Remains from the
Tengawai River, Canterbury; New Zeal. Journ. Sc. 1885.
pag. 213—295.
H. Strasser, Ueber den Flug der Vögel. HI. Die
nothw endige Menge und Vertheilung der Musculatur; Jen.
Zeitschr. Naturw. 19. Bd. pag. 329—429.
Th. Studer, Ueber Embryonalformen einiger ant-
arctischer Vögel; Mitth. Naturf. Ges. Bern 1886. p. 25—26.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 59
C. J. Sundevall, On tlie Wings of Birds. Transla-
ted from the original Swedish of the Kongl. Vetensk.
Akad. Handl. 1848 by W. kS. Dallas; Ibis (5) Vol. 4.
pap. 389—457.
J. Tarchanoff theilt Untersiiclmngen über Hühner-
eier mit durchsichtigem Eiweiss mit und liefert fernere
Beiträge zur Frage von der Verschiedenheit zwischen dem
Eiweiss bei Nesthockern und Nestflüchtern ; Arch. f. ges.
Phys. 39. pag. 476—490 [Vergl. Ber. 1884 S. 162].
Tro u es sart, Sur la presence de Ricins dans le tuyau
des plumes des oiseaux; Compt. Rend. 103. pag. 165 — 167.
J. Türstig, Mittheilungen über die Entwicklung der
primitiven Aorten nach den Untersuchungen an Hühner-
embryonen. Inaug.-Dissert. Dorpat 1886. 8<^, 21 pag.
S. Warynski, Sur la production artificielle des
Monstres ä coeur double chez les poulets; Rec. Zool.
Suisse 1886. pag. 261—312, T. 16.
T. White, Remarks on the Feathers of Two Species
of Moa; Trans. N. Zeal. Inst. 1885. pag. 83—84, T. 2 u. 3.
J.Widhalm, Die fossilen Vogel-Knochen der Odessaer-
Steppen -Kalk -Steinbrüche an der neuen Slobodka bei
Odessa. Mit 1 Taf. Odessa 1886, 4^, 9 pag.
J. W. V. Wijhe, UeberSomiten und Nerven im Kopfe
von Vögel- und Reptilien -Embryonen; Zool. Anz. 1886.
pag. 657—660.
H. Woodward, On Flightless Birds, commonly called
Wingless Birds, Fossil and Recent; and a few words on
Birds as a Class; Proc. Geol. Assoc. London 9. pag. 352
bis 376, T. 1—2.
L. Wunderlich, Beiträge zur vergleichenden Ana-
tomie und Entwicklungsgeschichte des unteren Kehlkopfs
der Vögel; Nova Acta Ac. Leop. Garol. T. 48. pag. 1 — 80.
III. Geographische Verbreitung^ Zug, Faunistik.
Allgemeines.
M. V. Menzbier, Die Zugstrassen der Vögel im euro-
päischen Russland; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1886.
No. 2. — Verf. weist anknüpfend an die von Palmen auf-
60 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
gestellten Kategorien von Zugstrassen nach, dass letztere
nicht als allgemein gültig aufrecht erhalten werden können.
Einzelne der von Palmen als charakteristisch für gewisse
Zugstrassen aufgestellten Arten weichen im europäischen
Russland von dem Charakter, welchen sie im westlichen
Europa bezüglich ihres Brutaufenthaltes und ihrer Zug-
strassen zeigen, wesentlich ab. Haematvpus ostralegus
und Strepsilas interpres z. B., welche in Westeuropa an
die Meeresküste gebunden sind und dementsprechend die
„viae marinae litorales" auf dem Zuge verfolgen, brüten
in Russland auch längs der Flüsse und an Binnenseen
und benutzen demgemäss „viae fluvio -litorales" auf der
Wanderung. Verf. lässt nur zwei grosse Kategorien von
Zugstrassen gelten: viae marinae litorales und viae con-
tinentales. Erstere, welche auf der beigegebenen Karte 1
dargestellt sind, zerfallen nach Ansicht des Verfassers in
4 Richtungen: 1. via caspia, welche längs des Ob und
Ural südwärts über das Kaspische Meer führt, also den
östlichen Theil des Gebiets betrifft, 2. via pontica, welche
die Vögel des westlichen Theils über das Schwarze Meer
nach Kleinasien, Arabien und Nordostafrika führt, 3. via
baltica, ein Zug in südwestlicher Richtung, von den
Küsten des Eismeeres über das Weisse Meer, Ladoga-See,
Finnischen Meerbusen zur Ostsee und 4. via norvegica,
in westlicher Richtung längs der russischen Eismeerküste
und dem nördlichen Gestade Norwegens. Die zweite
Karte stellt die Kontinentalstrassen dar und zwar lässt
Verf. zwei, den Wegen 1 und 2 auf Karte 1 entsprechend,
in südwestlicher Richtung je zum Kaspischen (via trans-
caspica) oder Schwarzen Meer (via anatolica) führen,
während der dritte (via turkestanica) in südwestlicher
Richtung aus dem inneren Russland über den Aralsee
nach Turkestan, der vierte (via sibirica) in östlicher R.
durch die sibirische Ebene nach der Mandschurei läuft.
Allgemeine Betrachtungen über die den Zugrichtungen
zu Grunde liegenden biologischen Ursachen beschliessen
die Arbeit. Verf. vertritt die Ansicht, dass die Zugstrassen
bis zu einem gewissen Grade den Weg ausdrücken, auf
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 61
welchem in früherer Zeit die Ausbreitung der Art vom
Verbreitungseentrum her vor sich ging.
A. Reichenow liefert in einer vorläufigen kurzen
Uebersicht einen neuen Plan der Begrenzung zoologischer
Regionen auf Grund der Verbreitung der Vögel. Verf.
tritt insonderheit für die Selbständigkeit der cirkum-
polaren arktischen und antarktischen Zone und für die
EigenartigkeitMadagaskars ein und weist auf den Gegensatz
zwischen der westlichen und östlichen Erdhälfte und den
faunistischen Zusammenhang Europas, Asiens und Afrikas
hin. Danach stellt Verf. 6 grössere Zonen auf: 1. Ark-
tische Z., 2. Westliche Z. (Westlich gemässigte und Süd-
amerikanische Region), 3. Oestliche Z. (Oestlich gemäss.,
Aethiopische und Malayische Region), 4. Südliche Z.
(Australische und Neuseeländische Region), 5. Madaga-
sische Z., 6. Antarktische Z.; Tageblatt 59. Vers. Deutsch.
Naturf. zu Berlin, pag. 195 — 196 und Journ. Ornith. 34.
pag. 549—551.
S. auch Blanford, oben S. 52.
Oestliche gemässigte Region,
Europa: R. Blasius berichtet über den Wanderzug
der Tannenheher durch Europa im Herbste 1885 und
Winter 1885/86. Die wandernden Schaaren gehörten der
sibirischen schlankschnäbligen Form an. Verf. erörtert
die Unterschiede der beiden Formen brachyrhynchus Brehm
und macrorhynchus Brehm und nennt erstere pachyrhynchus,
letztere lepiorhynchus ] Ornis 2. 4. Heft, und separat Wien,
Gerold 1886.
L. Stejneger hält Turdus alpestris Brehm und T.
torqnatus L. für gut unterschiedene Arten; Proc. Un. St.
Nat. Mus. 9. pag. 365—373.
J. Vian beschreibt die Dunen- Jungen der europäischen
Hühner- und Stelzvögel und giebt in Ueb ersichten beider
Ordnungen charakteristische Gattungsmerkmale an, welche
zur Bestimmung solcher Jugendformen benutzt werden
können; Bull. Soc. Zool. France 11. pag. 340 — 419.
Siehe auch 0. des Murs, weiter unten unter Frankreich.
62 A n t. R e i c li e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Deutschland: E,. Blasius, J. Rohweder, R. Tancre
und A. Walter haben den 9. Jahresbericht (1884) des
Ausschusses für Beobachtungsstationen der Vögel Deutsch-
lands veröffentlicht. Auf mehrere Mängel und Irrthümer
in diesem Bericht wurde vom Referenten an anderer Stelle
(Zoolog. Jahrb. 2. Bd. pag. 943) bereits aufmerksam ge-
macht; Journ. Ornith. 34. pag. 129 — 388.
G. Bolle liefert ein Verzeichniss der Vögel der Mark
Brandenburg. 6 Arten sind aufgeführt, welche die von
Schalow 1885 [s. Ber. 1885 S. 158] veröffentlichte Liste
nicht enthält: Buteo tachardas (bei Schwiebus erlegt), Larus
minutas (bei Eberswalde geschossen) sowie Athene passerinaf
Parus cyanus, Tetrao bonasia u. Mei'ops apiaster, deren
Vorkommen jedoch nicht hinreichend verbürgt erscheint;
Verzeichniss und Eintheilungsplan d. Zool. Abth. d. Mark,
Prov- Mus. Vögel, 2. Ausg.
Derselbe beobachtete Nyctliierax ulula (L.) am
Tegeler See bei Berlin; Journ. Ornith. 34. pag. 401.
Nach Demselben brütet Anser cinereas in grosser
Menge amGülpsee in der Priegnitz (Mark), ebenda, pag. 401.
Conventz berichtet über Vorkommen einiger seltenen
Vogelarten in Westpreussen ; Schrift. Naturf. Ges. Danzig
6. Bd. 3. Hft. pag. 11—13.
Dittus giebt einige Notizen über das Vorkommen von
Tetrao tetrix im Allgäu (Württemberg) ; Jahresh. Ver. vaterl.
Naturk. Württemb. 42. pag. 347—348.
R. Fresenius, OrnithologischeMiscellen; Monatsschr.
Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 88—93.
F. Gras sn er berichtet, dass Tichodroma muraria am
24. Nov. 1885 bei Gleisweiler (Rheinpfalz) erlegt wurde;
ebenda, pag. 23.
G. Grellet beobachtete Emberiza melanocephala
zwischen Munderkingen u. Rottenacker (OA. Ehingen) in
Württemberg; Jahresh. Ver. Vat. Naturk. Württ. 1886.
pag. 347.
W. Hanke berichtet über einen ungeheueren Lerchen-
zug bei Langensalza am 27. Februar 1886; Monatsschr.
Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 78.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 63
H. Hintze tlieilt einige Beobaclitungen über Ankunft
und Abzug sowie Brutzeit der Vögel bei Neuwai*p i. P.
im Jahre 1885 mit; Zeitschr. Ornitli. prakt. Geflügelz.
Stettin 7. (10). pag 11—13, 72—73.
A. V. Homeyer, über Anthus rupestris in Mecklen-
burg; ebenda, pag. 1 — 4.
R. Koen ig liefert einen ornithologischen Jahresbericht
für Württemberg und das Jahr 1885. Ausser dem bereits
oben erwähnten Vorkommen von Euspiza melanocephala
sind auffallende Vorkommnisse nicht verzeichnet ; Jahresh.
Ver. vaterl. Naturk. Württemberg 42. pag. 146 — 166.
H. Landois, Westfalens Thierleben. Die Vögel in
Wort und Bild. Paderborn u. Münster, Schoeningh 1886.
Lief. 1 bis 6.
F. Lindner theilt Notizen über Vorkommen, Ankunft,
Abzug und Brutzeit deutscher Vogelarten mit; Monatsschr.
Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 16—20, 39-41, 153—158.
A. B. Meyer u. F. Helm, 1. Jahresbericht (1885) der
Ornithologischen Beobachtungsstationen im' Königreich
Sachsen; Abhandl. Zool. Anthrop. Mus. Dresden. 82 pag.
Pietsch theilt einige Notizen über den Herbstzug
der Vögel bei Torgau für 1885 u. 1886 mit; Monatsschr.
Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 11—13, 175—178.
A. Reichenow berichtet über Vorkommen von Anser
albifrom (L.) und uedemia nigra (L.) bei Rathenow, Mark
Brandenburg; Journ. Ornith. 34. pag. 402.
A. Richter theilt einige Beobachtungen über Früh-
jahrs- und Herbstzug sowie Brutgeschäft der Vögel in der
Umgegend Breslaus für 1885 mit; Monatsschr. Ver. Schutz,
d. Vogelw. 11. pag. 55-60.
0. V. Riesenthal, Die Kennzeichen unserer Raub-
vögel nebst kurzer Anleitung zur Jagd und Fang. 3. um
die rabenartigen Vögel und Würger vermehrte Auflage.
Berlin, Mückenberger 1886.
H. Schacht berichtet über den Zug der Vögel im
Teutoburger Walde im Frühjahr 1886; Monatsschr. Ver.
Schutze d. Vogelw. 11. pag. 264—268.
64 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
J. F. Soldat berichtet über den Fang von Älca torda
am Conventer See b. Börgerende (Mecklenburg); Arch.
Ver. für Naturg. Mecklenburg 40. pag. 100.
Treichel berichtet üb er Vorkommen einiger selteneren
Arten in Westpreussen; Schrift. Naturf. Ges. Danzig 6. Bd.
3. Hft. pag. 124.
A. Walter berichtet über Brüten von Turdus 'pilaris
im Spreewalde (Mark Brandenburg); Journ. Ornith. 34.
pag. 124.
Wiese berichtet über Nistplätze von Turdus pilaris
in Mecklenburg; Zeitschr. Ornith. prakt. Geflügelz. Stettin
7. (10). pag. 174.
Oesterreich. P. BlasiusHanf theilt Beobachtungen
über den Vogelzug am Furtteiche und seiner Umgebung
im Frühjahre 1886 mit; Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 181
bis 183, 313—314.
Derselbe über Beobachtungen von Juni bisDez.1886;
Mitth. Naturw. Ver. Steiermark. 1886, 23. Hft. pag. 69— 73.
V. Capek berichtet über Erscheinen von Circus
cyaneuSj Nucifraga caryocatactes, Picus medius und Plectro-
phanes nivalis in Mähren; ebenda pag. 93.
Derselbe berichtet ühev Emberiza hortulana inMähren ;
ebenda pag. 177 -178.
J. von Csato ergänzt Syrnium aluco und Ruticilla
Cairii Gerb (etwas kleiner als tithys) zu seinem Artikel
über Vögel der Comitate Alsö-Feher u. Hunyad [s. vorj.
Ber. S. 159]; Zeitschrift ges. Orn. 3. pag. 183.
F. V. D a 1 b e r g , Die Waldhühner des westlichen
Mährens; Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 25—27, 37-38.
K. W. V. Dali a Torre berichtet über die Verbreitung
der Nycifraga caryocatactes in Tirol; ebenda, pag. 49 — 50.
K. V. Dalla-Torre und V. v. Tschusi veröffentlichen
den 2. Jahresbericht (1883) des Comites für ornithologische
Beobachtungsstationen in Oesterreich - Ungarn; Ornis
1. Jahrg. pag. 197—576.
G. V. G r e d 1 e r veröffentlicht ein Verzeichniss der
Arten einer Vogelsammlung aus der Umgegend von Bozen ;
Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 169—171.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 65
R. 0. Karls berger berichtet über Brüten von Ephi-
altes sGops in Niederösterreich ; ebenda, pag. 294.
A. Marschal setzt seine Compilationen über das
Vorkommen von Arten der österreichisch-ungarischen Ornis
in anderen Theilen der Erde fort; ebenda, pag. 7 — 8, 19,
30—31, 43, 53—55, 119, 130, 186, 304-305.
A. V. Mojsisovics berichtet über einige seltenere Er-
scheinungen in der Vogelwelt Oesterreich-Ungarns; Mitth.
Naturw. Ver. Steiermark. 23. Heft. 1886. pag. 74—86.
Derselbe, Biologische und faunistische Beobach-
tungen über Vögel und Säugethiere Südungarns und Sla-
voniens in den Jahren 1884 und 1885 (zugleich 2. Nachtrag
zur Ornis von Bellye und Darda); Mitth. naturw. Ver.
Steiermark. Jahrg. 1885.
Derselbe schildert das Vogelleben der österreisch-
ungarischen Monarchie; Die österr.-ungar. Monarchie in
Wort und Bild. pag. 249 u. f.
A. V. Pelz ein erzählt, dass ein Exemplar der Ticho-
droma muraria am 10. Dec. 1886 im k. naturhist. Museum
in Wien gefangen wurde; ebenda, pag. 323 — 324.
0. E eis er, lieber Vorkommen von Picus leuconotus
in Salzburg; ebenda, pag. 184 — 186.
E. Schauer ixdii Melanocorypha tartarica Fall, in Ga-
lizien; Monatsschr. Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 335 — 336.
B. Schiavuzzi berichtet über Otis tarda in Istrien;
Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 182 und Mitth. Orn. Ver. Wien
10. pag. 112.
H. Seebohm schildert das Vogelleben im oberen
Engadin nach den Beobachtungen während einer kurzen
Reise durch das Thal; Ibis (5) Vol. 4. pag. 24 — 29.
J. Talsky berichtet über Erscheinen der Nucifraga
caryocatactes in Mähren im Herbst 1885; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 197—199.
V. V. Tschusi berichtet über Auftreten des Anthus
cervinus in Salzburg und die Verbreitung der Art in
0 esterreich - Ungarn; ebenda, pag. 265 — 267 [s. auch
J. V. Czato ; ebenda, pag. 277].
Archiv f. Naturgesch. 53. Jahrg. Tl. Bd. 1. H. E
66 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe berichtet über Vorkommen von Otis tetrax
in Oberösterreich und Salzburg; ebenda, pag. 7.
Derselbe referirt über die ornithologische Literatur
Oesterreich-Ungarns 1885, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 185
bis 192.
Derselbe liefert einen Nachtrag zu seiner Schrift
„Die Vögel Salzburg's" und stellt die bisher erschienene
Litteratur über die Vogelwelt Salzburgs zusammen; ebenda,
pag. 225—252. Siehe auch v. Dalla-Torre.
V. V. Tschusi und E. v. Homeyer liefern ein neues,
durch einige Nachträge vermehrtes Verzeichniss der Vögel
Oesterreich-Ungarns. Ausser den deutschen, sind die
ungarischen, böhmischen, polnischen, croatischen und
italienischen Bezeichnungen der einzelnen Arten aufgeführt.
Die im ersten Verzeichniss beliebte systematische An-
ordnung und Nomenklatur ist unverbessert beibehalten;
Ornis 2. pag. 149—179.
Fr. V.Ulm -Erb ach giebt ein Verzeichniss der in
Erbach bei Ulm vorkommenden Vögel; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 171 — 172 und Monatsschrift Ver. Schutze
Vogelw. 11. pag. 71— 76.*)
A. Valle giebt eine Ergänzung zu Schiavuzzi's Liste
der Vögel Istriens. Erwähnt werden: Gyps fulvus, Aquila
7iaevia, Cypselus melba, Accentor alpinus, Poecile palustris
und luguhris, Parus cristatus, Cyanecida suecica, Schoenicola
pithyornus, Passer cisalpinus, Somateria mollissima, Alca
torda, Garbo gracidus, Sida bassana, Xema minutum; BoU.
Soc. adriat. sc. nat. Trieste 9. 1885.
G. Vallon, Note sull' Avifauna del Friuli; BoU. Soc.
adriat. sc. nat. Trieste. Vol. 9. No. 2. [Vom Ref. nicht
gesehen.]
St. V. Washington berichtet über Vorkommen von
Aquila pennata in Steiermark; Mitth. Orn. Ver. Wien 10.
pag. 253—254.
Derselbe, Ueber Platalea leucerodia in Steiermark
erlegt; ebenda, pag. 215.
*) Dieser irrthümlich hier eingeschobene Artikel gehört auf S. 64,
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. G7
Schweiz: A. Girtanuer bespricht die Verbreitung
der Nucifraga caryocatactes (subsp. pacliyrhynchus) in den
Schweizer Alpen und weist nach, dass im Herbst 1885
eine Einwanderung der Form leptorliynchus in die Schweiz
und zwar bis in die Standorte der heimischen schweize-
rischen Abart stattgefunden habe; Mitth. Orn. Ver. Wien 10.
pag. 86—87, 97-98.
Russland: E. Büchner hat seine frühere (1881) in
Verein mit Th. Pleske veröffentlichte Uebersicht der Vögel
des St. Petersburger Gouvernements revidirt und, wesentlich
erweitert, neu veröffentlicht. Die Liste umfasst nunmehr
251 Arten (gegen früher 211); Beitr. Kenntn. Russ. Reich.
3. Folge und separat. St. Petersburg 1886.
A. V. Krüdener, lieber einige seltene Erscheinungen
in Livland; Zool. Gart. 27. pag. 158.
0. V. Löwis berichtet über seltene Erscheinungen in
den Ostseeprovinzen; Zool. Gart. 27. pag. 251 — 256.
W. Meves, Ornithologische Betrachtungen grössten-
theils im Sommer 1869 auf einer Reise im Nordwest-
lichen Russland gesammelt, der Kgl. Ak. d. Wiss. zu
Stockholm mitgetheilt 1871 etc. Ins Deutsche übertragen
von Fr. Meves, mit Anmerkungen versehen von E. F.
V. Homeyer in: Ornis 2. pag. 181 — 288. — Uebersetzung
der bereits in den Öfv. Kgl. Vetensk. Ak. Förh. 1871 ver-
öffentlichten, im Auszug auch im Journ. f. Ornith. 1875.
pag. 428 veröffentlichten Arbeit.
E.V. Middendorff und Seidel veröffentlichen Beob-
achtungen, welche während 1885 in dem Gouvernement
Livland (Russland) angestellt wurden. In der Hauptsache
betreffen dieselben nur das Vorkommen, doch vermisst
man in den meisten Fällen die näheren Angaben, ob die
Arten als Stand-, Sommervögel oder Wanderer beobachtet
sind; Ornis 2. pag. 376—396.
Th. Pleske beschreibt die Vogelfauna der Halbinsel
Kola. Drei faunistische Gebiete werden auf derselben
unterschieden: Das arktische Gebiet (Regio alpina), ein
Uebergangsgebiet (R. subalpina), botanisch durch die Birke
gekennzeichnet, die Waldregion (R. sylvatica). Eine Ueber-
E*
68 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Sichtstabelle am Schluss der Arbeit zeigt die Verbreitung
der 201 vorkommenden Arten nach diesen Regionen. Die
speciellen Verbreitungsnotizen geben interessante Auf-
schlüsse bezüglich der Nordgrenze des Vorkommens vieler
europäischen Vögel. Grus cmerea brütet noch bei Muo-
nioniska, Tetrao urogallus am Imandra-See, bei Kola und
am Ivalo, Jynx torquilla fehlt, Sturnus vulgaris wird nur
vereinzelt beobachtet, die Muscicapiden gehen bis zum
Kandalakscha und Imandra, Perisoreus infaustus über-
schreitet nicht die Waldgrenze u. a. ; Beitr. Kenntn. Euss.
Reiches. 2. Folge, auch gesondert erschienen unter dem
Titel: Uebersicht der Säugethiere und Vögel der Kola-
Halbinsel. Th. 2. Vögel. St. Petersburg. 1886.
Seidel, s. v. Middendorff.
Bulgarien: A. Alleon zählt die in der Dobrudscha
und in Bulgarien beobachteten Arten auf; Ornis 2. pag.
397 — 428. [Bei den wenigen Nachrichten, welche wir bis
jetzt über dieses Gebiet haben, wäre es wünschenswerth,
die Arbeit durch Angaben darüber zu ergänzen, welche
Arten als Stand- und Brutvögel u. a. beobachtet wurden.]
Dänemark: A. v. Homeyer zählt die während eines
Besuches der dänischen Insel Möen (in der Ostsee) auf
derselben beobachteten Arten auf; Zeitschr. Ornith. prakt.
Geflügelz. Stettin 7 (10). pag. 66—68.
Derselbe giebt Notizen über die Vogelwelt Born-
holms; ebenda, pag. 153—158, 169—173.
Ch. F. Lütken liefert den zweiten Jahresbericht
(1884) über die ornithologischen Beobachtungsstationen
in Dänemark; Ornis 2. pag. 49 — 100.
Scandinavien : R. Co 11 et traf Phylloscopns horealis
als Brutvogel in Finmarken bis 70 ^ 20'. Verf. theilt aus-
führliche Beobachtungen über Lebensweise, insonderheit
Brutgeschäft der Art mit; Ibis (5) 4. pag. 217—223.
CR. Sundström veröffentlicht ein systematisches
Verzeichniss der Vögel Schwedens mit den landesüblichen
Namen; Ornis 2. pag. 289-301.
Island: B. Gröndal führt 102 Arten als auf Island
vorkommend auf nebst den landesüblichen Namen. [Leider
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 69
ist nur in wenigen Fällen angegeben, ob die betreffende
Art als Brut- oder Zugvogel etc. beobachtet wurde.] Ornis2.
pag. 355—374
P. Nielsen berichtet über lokales Vorkommen von
Limosa melanura und Rallus aqiiaticns als Brutvögel auf
Island; ebenda, pag. 429—431.
H. Slater und Th. Carter geben einige Schilderungen
des Vogellebens des nördlichen Island; Zoologist Vol. 10.
pag. 149—159.
Dieselben führen 17 Arten auf, welche von ihnen
während eines kurzen Sommeraufenthaltes in Nord-Island
beobachtet wurden, die auf Island brütende Acanthis-Art
halten Verf. für A. linaria; Ibis (5). Vol. 4. pag. 45 — 52.
England: 0. V. Aplin, Ornithological Notes from
Oxfordshire; Zoologist 10. pag. 301— 303.
Derselbe, British Examples of the King Duck and
Hooded Merganser at Oxford; ebenda, pag. 335.
J Armistead schliesst seine Notizen über die Vögel
von Solway ab; Naturalist 1886. pag. 69—78. [Vergl. Ber.
1885. S. 162.]
J. R. Ashworth, lieber Emberiza melanocephala in
Nottinghamshire ; Zoologist 10. pag, 73.
Ch. Babington, Catalogue of the Birds of Suffolk;
with an Introduction and Remarks on their Distribution,
London, van Voorst, 1884 — 86.
R. M. Bar rington, s. Harvie Brown.
Ch. W. Benson, Our Irish Jong Birds. Dublin:
Hodges & Co. 1886
E. Bidwell, A Visit to the Isles of Scilly during the
Nesting Season; Trans. Norfolk and Norwich Nat. Soc-
1886. pag. 201—214.
M. Browne setzt seine Aufzählung der Vögel von
Leicestershire fort; Zoologist Vol. 10. pag. 16 — 24, 159 bis
167, 196—202, 233—238, 326—331, 409—415.
Th. Carter, Notes from North Yorkshire; ebenda,
pag. 297—298.
R. W. Chase berichtet über Vorkommen von Lanins
rufus und Serimis hortulanus in Norfolk und von Somateria
70 A 11 1. E e i c h e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
spectabilis im April auf den Farne-Inseln; ebenda, pag.
27—28 und pag. 76-77.
W. E. Clarke, The Birds of Yorkshire ; Trans. York-
shire Nat. Un. Pt. 9. pag. 65—80.
Derselbe berichtet über Vorkommen von Saxicola
deserti in England; Ibis (5) 4. pag. 100.
P. E. Coombe, Eecent Occurrence of the Sea Eagle
in Kent; Zoologist Vol. 10. pag. 27.
G. B. Cor bin, Brent Goose and Fork-tailed Petrel
near Eingwood; ebenda, pag. 213.
J. Cordeaux, s. Harvie Brown.
W. H. Dobie erlegte ein junges Individuum von
Xema sabinii an der Küste von Flintshire, North -Wales;
Proc. Z. S. London, pag. 81.
H. E. Dresser berichtete über Vorkommen von Aegia-
litis vocifera und Saxicola deserti in Grossbritannien; Pr.Z.S.
London 1885. 4. pag. 835—836.
H. M.Drummond-Hay, Report on the Ornithology
of the East of Scotland, from Five to Aberdeenshire inclu-
sive; Scott. Naturalist 1886. pag. 355—380.
Derselbe theilt mit, dass Agelaem phoeniceus im Mai
1886 in Rannoch, Perthshire erlegt wurde; ebenda, pag.
307—308.
H. W. Feil den erhielt Machetes jmgnax und Stema
minuta von den Faeroer-Inseln; Zoologist 10. pag. 487.
R. Fortune berichtet über Nisten von Falco peregnmis
bei Dover; ebenda, pag. 336.
H. Gätke hat seine während der Jahre 1884 und 1885
über den Vogelzug auf Helgoland gesammelten Beob-
achtungen zusammengestellt; Ornis 1. pag. 164 — 196 u. 2.
pag. 101—148.
T. E. Gunn giebt einige Beobachtungs - Notizen aus
Norfolk und Suffolk; Zoologist 10. pag. 471—481.
J. H. Gurney, lieber Poiykyrio chlor onotus u. caerideus
in England; ebenda, pag. 71 — 72.
J. H. Gurney jun. berichtet über neue Kolonien von
Larus ridibundus in Norfolk; ebenda, pag. 110.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 7 1
Derselbe giebt einige Notizen von Nord -Norfolk;
ebenda, pag. 390—393.
Derselbe theilt einige während des Jahres 1885
gesammelte Beobachtungen mit; ebenda, pag. 168—170.
J. H. Gurney jun. and J. South well, Fauna and
Flora of Norfolk. Pt. IL Birds ; Trans. Norfolk and Norwich
Nat. Sog. 1886. pag. 259—286.
R. P. Harper berichtet über Vorkommen von Aegolius
tengmalmi in Yorkshire; Zoologist 10. pag. 214.
J. E. Harting berichtet über früheres Nisten (im
Anfange des 16. Jahrhunderts) von Plataled leucerodia in
Middlesex in der Nähe von London und über Oriolus
galbula auf den Channel-Inseln; ebenda, pag. 81 — 88 und
242—243.
J. A. Harvie Brown erhielt Phylloscopus 'supercüiosus
am 25. September von Shetland; Zoologist 10. pag. 487.
Derselbe, Snow Bunting breeding in Scotland;
ebenda 10. pag. 336.
Derselbe, Further Notes on North Rona, being an
Appendix to Mr. John Swinburne's Paper on that Island
in the Proceedings of this Society 1883 — 84; Pr. Phys.
Soc. Edinb. 1885—86. pag. 284—299, T. 11.
J. A. Harvie Brown, J. Cordeaux, R. M. Bar-
rington, A. G. More and W. E. Clarke haben in einem
siebenten Bericht die Beobachtungen über den Zug der
Vögel während des Frühjahrs und Herbstes 1885 in
England zusammengestellt: Report on the Migration of
Birds in the Spring and Autumu of 1885. Edinburgh 1886.
Lilford, Coloured Figures of Birds of the British
Islands. London 1886. 8 vo. — Pt. 2 u. 3.
Derselbe, Notes on the Ornithology of Northamp-
tonshire and neigbourhood; Zoologist 10. pag. 465 — 471.
J. E. Littleboy liefert einen Jahresbericht über die
während 1885 in Hertfordshire, besonders über Ankunft
und Abzug der Sommervögel gesammelten Notizen ; Trans.
Hertf. Nat. Hist. Soc. Vol. 4 pag 53-64.
H. A. Macpherson, The Birds of Skye, with special
reference to the Parish of Duirinish. Pt 1.; Proc. Phys.
72 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Soc. Edinb. 1885—86. pag. 118—143 u. Zoologist 10, pag.
366, 367 u. 488.
Derselbe erhielt Larus glaucus imDecember inSkye;
Zoologist 10. pag. 73.
Derselbe berichtet über Auftreten von Buteo vulgaris
und Botaurus stellaris bei Oxford; ebenda pag. 108 — 109.
H. A. Macpherson and W. Duckworth, The Birds
of Cumberland critically studied, including some notes on
the Birds of Westmoreland. Carlisle. 8vo. — Führt 250
Arten auf, wovon 84 Standvögel, 81 regelmässige Wanderer,
85 unregelmässige Wandervögel und zufällige Erschei-
nungen. Besonders die Biologie berücksichtigt.
H. W. Mars den erhielt Procellaria pelagica am 17.
October in Gloucestershire ; Zoologist 10. pag. 488.
J. G. Millais berichtetüberVorkommenvon Charadrius
virginicus und Anthus richardi in Schottland; Zoologist
Vol. 10. pag. 26—27.
Derselbe schoss Larus ehumeus bei einem Schneesturm
am 30. December 1885 bei Thurso, Caithness (England) ;
Proc. Z. S. London pag. 137.
A. G. More s. Harvie Brown.
E. 0. Phillips theilt einige Beobachtungen aus Bre-
conshire mit; Zoologist Vol. 10. pag. 214.
T. N. Postlethwaite, Ornitological Notes from South
Cumberland; ebenda pag. 300 — 301.
G. Pow, Blue-throat in East Lothian; ebenda pag. 249.
W. Read, Ivory Gull and Little Auk in Caithness;
ebenda pag. 109.
Derselbe Habits of the Arctic Skua as observed in
Caithness; ebenda pag. 180—182.
A. G. E-enshaw Nutcracker in Hampshire; ebenda
pag. 182.
H. Saunders, An illustrated Manual of British Birds.
With lUustrations. London: — In 20 Theilen, 1. Th. ersch.
1. April 1888. — Populär.
Derselbe berichtet über ein bei Bath in England
erlegtes Exemplar von ßterna fuliginosa] Proc. Z. S. London
pag. 6.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 73
H. Seebohm berichtet über Vorkommen von Anser
erythropus an der Küste von Northumberland; ebenda
pag. 420.
Derselbe, On the Black-throated Wheatear, Saxicola
stapazina, and its Allies; Zoologist Vol. 10. pag. 19e3 — 195.
G. S i m, über A sio teiigmalmihei Peterhead in Schottland
am 3. Febr. 86; Scott. Nat. 1886 pag\ 308.
G. Smart, Birds on the British List, their title to
enrolment considered, especially with reference to the
British Birds, with a few Remarks on Evolution and Notes
upon the rarer Eggs. London, Porter. 1886.
L. Stejneger beschreibt Favus ijalustris dresseri n.
subsp. von Gross -Britannien; Proc. U. St. Nat. Mus. 9.
pag. 200—201.
R. J. Ussher berichtet über Brüten von Thalassidroma
leachi in Kerry; Zoologist 10. pag. 367 — 368.
Derselbe schildert das Vogelleben auf den Saltees
und Keraghs, Inseln an der Südküste von Wexford, nahe
der Südostspitze von Irland; ebenda pag. 88 — 98.
Derselbe, Lesser Terns breeding on the Keraghs,
Co. Wexford; ebenda pag. 369.
Der selb e, Black GuillemotbreedinginCo. Waterford;
ebenda pag. 370.
R Warre'n, Ornithologische Notizen von Mayo und
Sligo; ebenda pag. 296—297.
J. Whitaker berichtet über ein Exemplar von Ste-
ganopus icilsoni, welches in Leicestershire (England) erlegt
wurde; Proc. Z. S. London pag. 297.
Derselbe über Botaurus stellaris in Nottinghamshire ;
Zoologist Vol. 10. pag. 213.
Derselbe über Oedemia nigra in Nottinghamshire;
ebenda pag. 182.
Derselbe berichtet über Brüten von Atias dypeata
in Nottinghamshire; ebenda pag. 364—365.
F. B. Whitlock führt die auf dem „Derbyshire Peak"
beobachteten Vogelarten auf; Naturalist (London) pag.
130—132.
74 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
Williams berichtet über Tadoma rutila bei Limerick;
ebenda pag. 335.
Kleinere lokalfaunistische Arbeiten und Beobachtungen
über Vorkommen einzelner Arten in England nebst bio-
logischen Notizen befinden sich in: Norfolk and Norwich
Natur. Soc. Trans. Vol. 4.
Niederlande. H. Albarda veröffentlicht einige über
das Vorkommen verschiedener Vögel inNiederland während
des Jahres 1885 gesammelte Beobachtungen; Tijdschr.
Nederl. Dierk. Ver. 1885 pag. 57—68.
Derselbe liefert den 1. ornithologischen Jahresbericht
(1885) aus Holland (Friesland und Zuid-Holland); Ornis
1. Jahrg. pag. 589—631.
J. de Cazanove s. de la Fontaine.
P. Crowley, A Visit to the Breeding Quarters of the
Spoonbill in Holland (Naarden); Pr. Croyd. Club 1886
pag. 21—24.
De la Fontaine liefert eine Liste der Vögel von
Luxemburg; Naturaliste 8. pag. 291 — 292. — Siehe auch
J. de Cazanove, ebenda pag. 317 — 318.
Belgien. A. Dubois hat die von verschiedenen Beob-
achtern des Jahres 1885 gesammelten Notizen über Vor-
kommen, Ankunft und Abzug der Vögel in Belgien zu-
sammengestellt; Bull. Mus. Roy. Hist. Nat. Belgique T. 4
pag. 177—210.
Frankreich. E. Jourdran, Observations sur les
Oiseaux, annee 1885; Bull. Soc. etud. sc. d'Angers 1886
pag. 257.
0. Des Murs, Musee Ornithologique illustre de la
France. Classification, synonymie, description et moeurs
des Oiseaux d'Europe, leur portrait ainsi que leurs oeufs
et nids en couleur. Paris 1886. 4 Vol. roy. 8. 200 pag.
L. Olphe-Galliard, Contributions ä la Faune Or-
nithologique de l'Europe Occidentale. Bayonne. Pt. 37
Gallinae, Pt. 38 Tetraonidae, Pt. 39 Perdicidae, Pt. 40
Cursores.
Italien. E. Arrigoni degli Oddi, Notizie ed Osser-
vazioni fatte dalF Agosto al Dicembre 1885, specialmente
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 7 5
in riguardo alle emigrazioni degli üccelli nella Provincia
di Padova e nelP Estuario Veneto; Bull. Soc. Yen. Trent.
Sc. Nat. T. 3 pag\ 160— 1G8.
0. Ferragni, Avifauna cremonese. Descrizioni e
notizie, con tavole, Cremona 1885. — Aufzählung nebst
kurzerBeschreibung, Bemerkungen überlokale Verbreitung,
wissenschaftlichen und Vulgär-Namen der in der Umgegend
von Cremona vorkommenden Vogelarten.
E. H. Giglioli, Avifauna Italica. Elenco delle specie
di uccelli stazionarie o di passagio in Italia colla loro
sinonimia volgare e con notizie piu specialmente intorno
alle migrazioni ed alla nidificazione. Firenze 1886. —
Führt alle bisher in Italien nachgewiesenen Arten nebst
den volksthümlichen Namen, Notizen über lokale Ver-
breitung, Brut- und Zugzeit auf. 443 Arten sind angegeben,
darunter freilich 80 rein zufällige Erscheinungen, wie
Chelidon cashmiriensis, Serinus canarius, Agelaeus phoeniceus.
Am Schlüsse sind Uebersichten der Stand- und Somnier-
vögel, Wanderer u. s. w. gegeben. Danach besitzt Italien
207 Standvögel, 69 Sommervögel, 36 Wintervögel, 9 regel-
mässige Passanten, 8 unregelmässige Passanten, 28 Arten
von seltenem Vorkommen, wie Carpodacus erythrinus,
Coccystes glayidarius , Pelecanus onoer otalus, 80 zufallige
Erscheinungen und 6, bezüglich welcher der Nachweis
zweifelhaft ist: Oreocincla dauma, Cotile ohsoleta, Capri-
mulgus asiaticus, Buhulcus coromandus, Dendrocycna javanica
u. Oedicnemus senegalensis. Unter den Standvögeln fallen
auf: Fringilla montifringilla und Aegiothus linarms. In
einem Nachtrage sind Instructionen zum Anstellen
regelmässiger Beobachtungen angefügt sowie Kalender,
welche die in jedem Monat ankommenden, abziehenden,
durchwandernden und brütenden. Arten aufzählen.
E. H. Giglioli u. A. Manzella, Iconografia dell'
Avifauna Italica, ovvero tavole illustranti le specie di
uccelli che trovansi in Italia con brevi descrizioni e note.
Prato (Toscana). Pt. 28—33.
A. König hat auf Capri das Vorkommen von 97
Arten festgestellt, darunter Vultur cinereus, Gyps fulvus,
76 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Tichodroma muraria, Sylvia sarda, Saxicola stapazina,
Accentor alpinus, Hirundo rwpestris, Ardea nycticorax, egretta,
garzetta. Als Brutvögel wurden nur 16 Arten beobachtet,
welche geringe Anzahl sich besonders durch die Ver-
nichtungswuth der Einwohner erklärt; es sind: Falco
'peregrinus, tinnunculiis u. cenchris, Corvus cof^ax, Tardus
cyanus, Sylvia melanocephala, Parus major, Alauda brachy-
dactyla, Eniheriza cia, Fringilla cisalpina, coelehs, cannahina,
^erinus, Cypselus melba u. apus, Larus argentatus; Journ.
Ornith. 34. p. 487—524.
E. Ri viere, Faune des Oiseaux trouves dans les
Grottes de Menton (Italie); Compt Rend. 103. pag. 944
bis 946.
T. Salvadori, Elenco degli uccelli italiani; Ann.
Mus. Civ. St. Nat. Genova (2.) Vol 3 (23. Bd.) pag. 1
bis 302. — Führt 428 Arten als in Italien beobachtet
auf. Gegenüber der von Giglioli verfassten Uebersicht
ist in der vorstehenden der Nomenclatur besondere Auf-
merksamkeit gewidmet. Die wichtigsten Synonyme sind
angeführt und die Etymologie derwissenschaftlichen Namen
wird erklärt.
G. Vallon, Note sull Avifauna delFriuli; Boll. Soc.
Adriat. Sc. nat. 1886 pag. 166-217.
Spanien und Portugal: ReyesyProsper, Catalogo
de las Aves de Espana, Portugal e Islas Baleares; Anales
Soc. Espan. Hist. Nat. Madrid. 15. pag. 5—109.
Madeira : W. Hartwig bespricht die Vogelwelt
Madeiras, theilt besonders Beobachtungen über die Lebens-
weise, namentlich über den Gesang der madeirensischen
Vögel mit. Die von Harcourt 1855 aufgestellte Liste der
Brutvögel der Insel, welche 31 Arten aufweist, ist nach
des Verf. Erfahrungen um zwei zu verringern, nämlich
um Sylvia heinekeni , welche nach des Verf. zweifellosen
Beweisen nur ein nicht gar seltener, jedoch ausschliesslich
in dem männlichen Geschlecht vorkommender Melanismus
von S. atricapilla ist, und um Sylvia conspicillata, deren
Vorkommen Verf. überhaupt bestreitet. Von den ver-
bleibenden 29 Arten einheimischer Brutvögel ist nur eine,
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 77
Regulus madeirensisy der Insel eigenthümlicb, 5 (Cypselus
unicolor,SerinusranariuSf Anthiis hertheloti, Columba laurivora
u. Thalassidroma hulweri) sind Madeira mit den Kanaren,
eine (Fringilla tintillon) mit letzteren Inseln und den Azoren
gemeinsam, 22 sind Europäer. Eine afrikanische Art
besitzt Madeira nicht; Journ. Ornith. 34. pag. 452 — 486.
J. Y. Johnson, Madeira: its Climate and Scenery.
A Handbook for Visitors, with Chapters on the Fauna,
Flora, Geology and Meteorology. London 1885. 3. ed. —
Birds pag. 192—198.
Sibirisches Gebiet: R. B. Sharpe beschreibt Pyrrhda
kurilensis n. sp. von den Kurilen; Zoologist 10. pag. 485.
Mandschurisches Gebiet: T. W. Blakiston führt
die in Japan vorkommenden WasseiTÖgel (94) auf, giebt
kritische Bemerkungen zu einzelnen Arten und erörtert
insonderheit die geographische Verbreitung, welche auf
zwei Tabellen übersichtlich dargestellt ist. Es ergiebt
sich, dass die Wasservögel Japans hinsichtlich der Süss-
wasser-Arten europäisch-asiatisch, bezüglich der marinen
Arten asiatisch -pacifisch sind; Proc. Un. St. Nat. Mus. 9
pag. 652—660.
J. H. Gurney erhielt Buho maximus von den Goto-
Inseln, W. S. W. von Nangasaki; Ibis (5) Vol. 4. pag. 523.
E. Oustalet beschreibt Tetraophasis desgodinsi n. sp.
von China; Naturaliste 8. pag. 276.
L. Stejneger beschreibt Rallus jouyi n. sp. von
China; Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 362—364.
L. Stejneger liefert eine Uebersicht der Spechte
Japans, wozu auch die Gattung Jynx gerechnet wird.
Ausser dieser sind 12 Arten der Gattungen Picus, Dryocopus,
Dryohates und Yimgijncus aufgeführt. Neu beschrieben:
FiGus canns jessoensis, Dryobates siihcirris, D. namivei; ebenda
pag. 99—124.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Meisen Japans.
12 Arten der Gattungen Pai^us, Aegiihalus, Remiza und
Sitta sind aufgeführt, neu beschrieben: Sitta amurensis
clara, ebenda pag. 374 — 394.
78 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe hat eine üebersicht der Rallen Japans
veröffentlicht, welche 9 Arten der Gattungen Porzana,
Rallus, Gallicreai, Amaurornis, Gallinula u. Fulica aufzählt;
ebenda pag. 395 — 408.
Derselbe berichtet über eine Vogelsammlung von
den Liu Kiu-Inseln (Japan), gesammelt von M. Namiye.
13 Arten sind aufgeführt, darunter Turnia: hlakistoni und
5 neue species : Treron jyermagna, Hypsipetespryeri, Icoturiis
n. g. namiyei, Chelidon namiyei, Pericrocotus tegimae ; ebenda
pag. 634—651.
F. W. Styan berichtet über Vorkommen von Hirundo
savignyi bei Peking; Proc. Z. S. London 1886. pag. 268.
L. Taczanowski liefert einen Nachtrag zu seinem
früheren Bericht über die Vogelfauna Südwest-Ussuriens
[vergl. Ber. 1885 pag. 167]. Neu für die Fauna sind:
Bubo ignavus u. hlakistoni u. Ardeola prasinoscelis] Bull.
Soc. Zool. France 11. pag. 305—310.
Derselbe berichtet über das Vorkommen von Buho
hlakistoni an vorgenannter Lokalität; Proc. Z. S. London
1886 pag. 125.
Mongolisches Gebiet. V. Bianchi beschreibt Otomela
hogdanowi n. sp. von Nord-Persien; Bull. Ac. Sc. St. Petersb.
30. pag. 514—519.
Derselbe führt 136 Arten von den westlichen Aus-
läufern des Pamir und des Alai (Ost-Buchara) auf nebst
kritischen Bemerkungen über einzelne Arten. Faunistisch
schliesst das Gebiet an russisch Turkestan sich an; ebenda
31. pag. 337—396.
C. D e d i t i u s liefert in deutscher Uebersetzung
einen Auszug der ornithologischen Ergebnisse aus N.
Przewalsky's Reisen von Saisan über Chami nach Tibet
und am oberen Lauf des gelben Flusses in den Jahren
1879 u. 1880. Aus dieser Zusammenstellung gewinnt man
ein allgemeines Bild des ornithologischen Charakters
Centralasiens. Derselbe unterscheidet sich wesentlich von
demjenigen Sibiriens, nähert sich dem iranischen mehr
als dem mandschurischen, unterscheidet sich von ersterem
aber besonders durch grösseren Reichthum an Fasanen
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 79
und wird besonders durch die Gattung Podoces gekenn-
zeichnet; Jouni. Ornith. 34. pag\ 524 — 543.
J. V. Madarasz beschreibt zwei neue Arten von
Tibet: Myioplioneus tihetamis u. Pacrasia meyeri\ Ibis (5)
Vol 4. pag. 145—147.
M. Menzbier berichtet über Zaroudnoi's Forschungen
in der Oase Ahal-Teke, südwestlich der Wüste Kara-Kum.
Die Fauna zeigt den Charakter des sibirisch-indischen
Grenzgebietes wie das östliche Turkestan. Auf Grund
des Vorkommens von Podoces würde man das Gebiet eher
mit Centralasien (Tibet) als mit Persien zu vereinigen
haben; Bull. Soc. Nat. Moskou 1885.
Derselbe beschreibt Gezinus flavirostris aus dem
vorgenannten Gebiet; ebenda 1886 No. 2.
R. B. Sharpe beschreibt Carpodacus severtzovi n. sp.
von Centralasien; Proc. Z. S. London pag. 354.
Derselbe führt einige 40 Arten a^^f, welche von
Miles bei Maskat an der Südostküste Arabiens am arabischen
Meer gesammelt w^urden. Danach zeigt das Gebiet im
Allgemeinen den Charakter der Fauna Palästinas. Es
sind Formen wie Corvvs umhrinus, Laniiis fallaa:, Argya
squamiceps, Pycnonotus xanthopygius, vertreten; jedoch auch
indisch-persische Arten: Scuxicola montana, Coracias indica,
Lohivanellus indicus. Maskat gehört somit noch zur östlich
gemässigten Region, zu dem mittelländischen üebergangs-
gebiet, während die Südküste Arabiens faunistisch zu
Nordost- Afrika zu rechnen ist [s. unten Yerburg S. 80].
Merops muscatensis u. Buho milesi werden neu beschrieben;
Ibis (5) 4. pag. 162—168.
Derselbe beschreibt eine Vogelsammlung von Fao
am Persischen Meerbusen, gesammelt von W. D. Cumming.
In derselben befindet sich eine grö^ssere Anzahl von Arten,
welche in Blanford's Werk über Persien (1876) nicht auf-
geführt sind: Buteo desertorum, Pernis apivorus, Lanius
phoenicuroides , Erithacus p)liilomela, Ortygometra hailloni^
Charadrius geoffroyi und Totanus canescens als Wintergäste,
Corvus capellaniis, Orfygometra porzana, Ardea asha, Ardea
comata und Sterna saundersi als Standvögel, Sylvia cinerea,
80 An t. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
Phylloscopus rufuSfRaticillainesoleaca^SaxiGola moesta, Lanius
nuhicus, Motacilla feldeggi, Cypselus paUidiis auf dem Zuge.
Ferner wurde durch den genannten Eeisenden Hypocolius
ampelinus, dessen Heimath bisher zweifelhaft war, als
Brutvogel bei Fao nachgewiesen. Nest und Eier der Art
sind beschrieben; ebenda pag. 475 — 493.
Derselbe führt 53 Arten auf, welche von A. J. V.
Palmer bei Buschir am Persischen Meerbusen gesammelt
wurden, darunter i:^^;oco^ms a?npelinusviii.d Emberiza cinerea]
ebenda pag. 493 — 499.
Aethiopische Region,
A. Reichenow weist daraufhin, dass die aethiopische
Eegion nur in zwei Provinzen, die westliche und die öst-
liche, wozu auch der Süden des Erdtheils gehöre, zu
sondern sei, erstere ein Wald-, letztere ein Steppengebiet;
Journ. Ornith. 34. pag. 396—397.
Nordost- Afrika. J. W. Yerburg führt 76 Arten als
Bewohner der Halbinsel Aden auf. Ein Theil derselben
ist leider nicht sicher bestimmt. Die Liste bestätigt wieder,
dass die Südküste Arabiens zu der aethiopischen Region
zu rechnen ist, denn wir finden in derselben Hyphantornis
galbula, Estrelda rufibarha, Treron sp. und andere rein
tropische Formen verzeichnet. Im Einzelnen schliesst der
Charakter der Vogelfauna von Aden, wie zu erwarten,
an Abessinien sich an, wenngleich auch eine indische
Art, Cotile obsoleta, als Brutvogel erwähnt wird. Euro-
päische Wanderer wie Charadrius pluvialis, Strepsüas inter-
pres, TereJcia cinerea benutzen das Gebiet als Winter-
aufenthalt; Ibis (5). Vol. 4. pag. 11— 24. T. 2 (Karte).
Ost -Afrika. R. Böhms ornithologische Tagebuch-
notizen, enthaltend zahlreiche biologische Beobachtungen
und Bemerkungen über Verbreitung der Vögel Ostafrika's,
sind von H. Schalow veröffentlicht; Journ. Ornith. 34.
pag. 409—436.
G. Hartlaub beschreibt Tympanistria virgo n. sp. von
Ost- Afrika; Ibis (5) Vol. 4. pag. 2-4.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 81
E. Oustalet berichtet über die ornithologischen Samm-
lungen, welche von G. Revoil 1884 auf einer zweiten Reise
in das Somaliland zusammengebracht wurden, darunter
zwei neue Arten: j\Iachaerha))vphns revoili und Pyrrhu-
lauda signata; Bibl. de l'Ecole de Hautes Etudes, Sect.
Sc. Nat. 31. No. 10.
A. Reichenow beschreibt Hahropyga poliogastra n. sp.
von Mossambik; Journ. Ornith. 34. pag. 121.
[s. auch Reichenow unter: West- Afrika.]
Süd -Afrika. Th. Ayres setzt seine nachträglichen
Noten zur Ornithologie Transvaal's fort [s. Ber. f. 1885
pag. 170]. Autfallend ist die Angabe, dass beide Arten
von Pholidauges, PL leucogaster und verreauxi bei Rusten-
burg vorkommen ; Ibis (5) Vol. 4. pag. 282 — 298.
West -Afrika. J. Büttikofer berichtet über eine
Vogelsammlung des Reisenden F. X. Stampfli von Li-
beria. Unter den 126 gesammelten Arten sind 28, welche
vom Verf. auf dessen früheren Reisen in dem Gebiet noch
nicht angetroffen wurden, darunter Scotopelia bouvieri,
Anthreptes rectirostris, Parisoma plumbeum, Alethe diademata
und Sylvietta stampflii n. sp. Die Gesammtzahl der jetzt
von Liberia bekannten Arten beträgt 213; Notes Leyden
Mus. 8. pag. 243—268.
A. Dubois liefert ein Verzeichniss von Arten, welche
von dem Reisenden Storms am Tanganjikasee gesammelt
wurden. Die Mehrzahl scheint von der Westseite des
Sees (Karema) zu stammen, was leider nicht genauer
angegeben ist. Die Anführung von Symplectes princeps Bp.
aus diesem Gebiet dürfte auf irriger Bestimmung be-
ruhen; Bull. Mus. roy. bist. nat. Belgique 4. pag. 147 — 150.
E. Hartert beschreibt eine Vog-elsammlung aus dem
Niger-Benue-Gebiet, insonderheit von Loko am Benue
und der Gegend von Sokoto. Der senegalische Faunen-
charakter tritt in dem Gebiete stark hervor, insbesondere
ist ein häufiges Auftreten nordostafrikanischer Formen
zu bemerken, wie Plectropterus rüppelli und Lamprocolius
cliry so gaster; Journ. Ornith. 34. pag. 570—613.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jaliig. II. Bd. 1. H. F
82 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
G. Hartlaub beschreibt drei neue Arten: Turdus
stormsi, Ploceus duhoisi und Lagonosticta nitidula aus der
Gegend des Tanganjika-Sees; Bull. Mus. Roy. bist. nat.
Belgique 4. pag. 143 — 146.
E. Oustalet beschreibt sechs neue Arten: Centropus
savorgnani, Coccystes hrazzae, Dendropicus pecilei, Saxicola
tholloni, Cossypha pecilei, Phedina hrazzae vom Kongo;
Naturaliste 8. pag. 299—300.
A. Reichenow beschreibt neue Arten: Orateropus
tanganjicae, Cypselus myochrous und Lohivanellus super-
ciliosus, von Marungu, westlich des Tanganjika-Sees und
Lvsciola höhmi von Ugunda, östlich des Tanganjika-Sees;
Journ. Ornith. 34. pag. 115—116.
J. A. de Sousa liefert Beiträge zur Fauna Angolas
und Benguellas in Verzeichnissen der neuerdings von
den Reisenden Anchieta, Capello, Ivens und Serpa Pinto
gesammelten Vögel. Es werden eine Anzahl bisher für
das Gebiet noch nicht nachgewiesener Arten aufgeführt,
welche bisher zum Theil für östliche Formen gegolten
haben, wie Neophron pileatus, Amauresihes fi^ingilloides^
Erythrocercus thomsoni, Andropadvs flavescens , Gallirex
porphyreolophus (!), Ploceus cahanisi, Anthus rufxdus, Circus
pygargus, Pogonorkynchusfrontatus, Platystira peltata, Tham-
nolaea sJielleyi, Corvvltur alhicollis, Saxicola leucomelaena-
monlicola^ Cinnyris microrhyncha^ Smithorfiis capensis, auch
zwei neue Arten: Bradyomis henguellensis und Bm^hatula
hocagei; Jörn. sc. math. phys. nat. Lisboa No. 42 u. 43.
Westafrikanische Inseln. H.Seebohm berichtet über
das Vorkommen von Phasianus iorquatus auf St. Helena,
welcher 1513 von den Portugiesen dort eingeführt wurde
und sich nicht verändert hat; Zoologist 10. p. 225 — 228.
Malayische Region,
Vorder -Indien. E. F. Becher, Occurrence of the
European Woodcock in Lower Sind; Zoologist Vol. 10.
pag. 183.
H. E. Barnes, Birds Nesting in Rajpootana; Journ.
Bombay Soc. 1886. pag. 38—62.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 83
W. Davison beschreibt Trochaloiotwum cinnamomeum
und Merula enjthrotis von Süd-Travancore; Ibis (5) Vol. 4.
pag. 203— 205.
H. Nevill, A Lesser and Unidentified Pelican bree-
ding in Ceylon; The Taprobanian (Nevill: Bombay) 1886.
pag. 162.
H. Parker führt eine Reihe von Arten auf, welche
von ihm auf Ceylon beobachtet wurden und giebt nament-
tich Notizen über Brutzeit, Brutweise, Nester und Eier;
Ibis (5) Vol. 4. pag. 182—188.
H. Saunders bestimmte eine von G. C. Bourne auf
Diego Garcia, Chagos Gruppe (im Indischen Ocean unter
7^ 13' s. Br. u. 72 ö 23' ö. L. Gr. gelegen) zusammenge-
brachte Vogelsammlung. Dieselbe enthält 13 Arten
Schwimm- und Stelzvögel, darunter Dromas ardeola, Ardea
coromanda, Butorides javanica, zeigt hiernach malayischen
Charakter. Nur ein Landvogel bewohnt die Insel, Foudia
madagascuriensis, welcher von Mauritius eingeführt ist (!) ;
Proc. Z. S. London, pag. 335—337.
R. B. Sharpe beschreibt Coccofhrausfes humii n. sp.
von Attock in Punjab; Proc. Z. S. London, pag. 96—97.
L. C. Stewart giebt ornithologische Notizen aus dem
Himalaya; ZoologistlO. pag.286— 294, 319—325,393—409,
431—448.
Hinter-Indien. E. 0 u s tal e t beschreibt eine von Philip
bei Hue in Annam zusammengebrachte Vogelsammlung
von 32 Arten, unter welchen eine neue : Aegithina Phüipi;
Nouv. Arch. Mus. (2) 8. pag. 267—300.
T. Salvadori führt 111 Arten von Birma auf; Ann.
Mus. Civ. Genova. 24. Bd. pag. 568-617.
Sunda-Inseln. J. Büttikofer bespricht eine von
Klaesi auf dem Hochlande von Padang in West-Sumatra
zusammengebrachte Vogelsammlung. Dieselbe umfasst
189 Arten, darunter 7 bisher auf der Insel noch nicht nach-
gewiesene: Chrysococcyx maculatus, Serilophus lunatus,
Buchanga stigmafops, Miropus melanoleucus, Piita cucullata,
Myiophoneus ßavtrostris, Ortygometra cinerea und Hirundi-
napus Maesii n. sp.; Notes Leyden Mus. 1886. pag. 1—96.
F*
84 A n t. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
A. Everett erhielt Ptilopvs melanoce'phalus und Ortho-
rhani'phus magnirostris auf Borneo; Ibis (5) Vol. 4. pag. 524.
H. 0. Forbes, Wanderungen eines Naturforschers im
Malayischen Archipel. Autoris. deutsche Ausg. Aus d.
Englischen.
W. Ramsay beschreibt Copsychus m^er von Nordost-
Borneo; Proc. Z. S. London, pag. 123—124.
R. B. Sharpe führt 8 Arten von den Perak- Bergen
auf Malacka auf. Aus denselben ergiebt sich für den
faunistischen Charakter dieses Glebietes ein Gemisch von
Sunda- und Himalaja -Formen. Die gesammelten Arten
sind: Niltaim grandis, Rhino cichla mitr ata, Hydrocichla rufi-
capilla, Sibia similUma, Mesia argentauris, Psilopogon pyro-
lophus, Carcineiites pidchellus, Harpacies duvauceli; ebenda
pag. 350-3.53.
T. Salvadori führt 23 Arten von Sumatra und 62
von der Insel Nias auf, unter letzteren die neuen Formen :
Syrnium niasense, Miglypies infnscatus, Terpsiphone insularis,
Cittocincla melanura, Calornis altirostris, Gracula robusta,
Carpophaga consobrina und Macropygia modiglianii. Ab-
gebildet: Cittocincla, Macropygia, Calornis und Gracida.
T. 8 u. 9; Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova Ser. 2a, Vol. 4,
24. Bd. pag. 514—563.
A. G. Vorderman, Oproeping aan alle Vogelkenners
enVogelliefliebbers inNederlandschlndie; Tijdschr.Nederl.
Ind. 45. pag. 525—540.
Derselbe, Bijdrage tot de Kennis van de Avifauna
der Preanger Regentschappen Längs de Wijnkoopersbaai
(West-Java); Tijdschr. Nederl. Ind. 46. All. 1.
Derselbe führt von dem 6700 Fuss hohen Berg Salak
in West- Java 151 Arten auf. In der höchsten Zone des
alten Vulkans wurden angetroffen: Scolopax saturata, Psal-
iria exilis, Aethopyga eximia, Garrulax i^vß/rons und Ptüopus
porphyreus. Brachypteryx salaccensis ist beschrieben [Vergl.
Bericht f. 1884. S. 206]; Natuurk. Tijdschr. Nederl. Indie.
45. Deel. Afl. 3.
Philippinen. W. Ramsay bespricht eine Vogel-
collection von Manilla [vergl. Ibis 1884. pag. 330—335].
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 85
Neu werden beschrieben: Cyomis herioti^ Mlrafra philip-
pinensis und Fericrocoius novus, ferner Hierococcyx bocki
von West- Sumatra. Neu für die Insel sind: Locustella
lanceolata, CisHcola cursitans, Ciconia episcopns, Scelostrix
Candida, Sturnia violacea und Ay^detta sinensis.
Australische Region.
Celebes. W. B 1 a s i u s bespricht eine von J. G. F. Riedel
in der Minahassa auf Nord-Celebes zusammengebrachte,
in dem Museum in Braunschweig befindliche Vogelsamm-
lung von 80 Arten [vergl. Ber. f. 1885. S. 172]. Es werden
u. a. damit frühere, aber unbestimmte Angaben von Rosen-
berg's und Forsten's bezüglich des Vorkommens von
Aegialitis mongolica^ Bidorides macrorhyncha und Sterna
Bergi bestätigt; Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 81—179.
Derselbe behandelt in einem 3. Beitrag zur Vogel-
fauna von Celebes eine von J. G. F. Riedel in der Mina-
hassa auf Nord-Celebes zusammengebrachte Sammlung,
welche sich im Besitz des Petersburger Museums befindet.
Numenius cyanopus (Vieill.) und Nettapus pidchellus Gould
werden hierdurch zum ersten Male für Celebes nachge-
wiesen, Hydrochelidon hybrida (PalL), Ardea sumairana
Raffl. und Totamis inca7ms Gm. von neuem bestätigt;
Zeitschr. Ges. Orn. pag. 194—210.
Neu- Guinea, Molukken. J. Büttikofer berichtet
über eine durch Herrn Riedel auf den Tenimber Inseln
zusammengebrachte Vogelsammlung. Erythrcmyias riedeli
wird neu beschrieben. Ardea jncaia und Fregata minor
sind zum ersten Mal von der Oertlichkeit erwähnt; Notes
Leyden Mus. 8. pag. 58—68.
Derselbe beschreibt Pericrocotus lansbergei n. sp. von
Sumbawa; ebenda pag. 155.
0. Finsch beschreibt zwei neue Arten, Donacicola
hunsteini und Carpophaga subflavescens von Neu -Irland;
Ibis (5) Vol. 4. pag. 1—2. T. 1.
0. Finsch und A. B. Meyer liefern den 2. Theil
ihrer Besprechung der von K. Hunstein auf dem Huf-
eisengebirge in Neu-Guinea gesammelten Vogelarten [vergl.
86 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Ber. f. 1885. pag. 173]. Unter den aufgezählten 69 Species
befinden sich wieder 12 neue: Fsittacella pallida, Ps.ma-
daraszi, Eos incondita, Charmosyna sfellae, Arses henkei,
Rhipidura cinnamomea, Myzomela ramsayi, Melipotes fumi-
aatus, Melidectes emilii, Piiloiisfulvo cinerea, Ptilopus pairuelis,
Eutrygon lencopareia; Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 1 — 29.
T. 1 — 6.
Von Gould's „Birds of Neu-Guinea'' ist Th. 21 u. 22
erschienen.
A. B. Meyer bespricht eine kleine, von L. Laglaize
in Kaiser -Wilhelms -Land auf Neu-Guinea zusammenge-
brachte Sammlung, welche hinsichtlich der lokalen Ver-
breitung einiger Arten Interesse bietet; Zeitschr. Ges. Orn. 3.
pag. 30— 38; s. auch ebenda pag. 180— 182.
T. Salvadori berichtigt einige Bestimmungen der
von A. Nehrkorn [Journ. Orn. 1885. pag. 30 — 35] von
Waigiu aufgeführten Arten. Für Cydopsitiacus aruensis
ist C. diophthalmus zu setzen, für Edoliisoma remotum
E. Meyeri, für Corvus validissimus C. fuscicapillus, für My-
risticivora melanura M. hicolor. Hermotimia auriceps ist in
der Arbeit irrthümlich als von Waigiu stammend ange-
geben, wurde vielmehr auf Halmahera gesammelt. Eines
der als Calomis obscura aufgeführten Exemplare hält S.
für C. cantoroides; Ibis (5) Vol. 4. pag. 151 — 153.
Derselbe giebt einige Berichtigungen zu Guillemard's
Arbeit [Proc. Z. S. London 1885. pag. 258 u. später] über
Vögel der Sulu- Inseln und Molucken. Artamides pollens
wird als Graucalus guillemardi neu benannt. Colluricincla
megarhyncha [1. c. pag. 571] stammt vermuthlich von Waigiu,
nicht von Batanta und Graucalus magnirostris [1. c. pag. 633]
von Batschian, nicht von Waigiu. Manucodia chalyheata
ist verschieden von M. atra, letztere gemein auf den Aru-
inseln, wo erstere nicht vorkommt; ebenda pag. 153 — 155.
R. B. Sharp e giebt einen kurzen Bericht über die
Sammlungen von H. 0. Forbes in den Astrolab-Bergen auf
Neu-Guinea. Zwei neue Arten wurden entdeckt: Melir-
rhophetes hatesi und Pseudogerygone einer eiceps; Nature
Vol. 34 pag. 340.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 87
Australien. E. P. Ramsay giebt in einem Briefe
einige wenige Notizen über den Vogelzug in Australien;
Ornis 1. Jahrg. pag. 581 — 586.
Polynesien. R. Ridgway beschreibt eine neue Aesire-
lata (sandunchensis) von den Sandwich-Inseln; Proc. ün. St.
Nat.-Mus. 9 pag. 95—96.
H. B. Tristram beschreibt Dafila modesia n. sp. von
der Sidney-Insel (Phönix- Gruppe j 4» 30' s. Br. 17P 20'
W.L.Gr.); Proc. Z. S. London pag. 79. T. 7.
Neuseeland. A. Reischek, Notes on New-Zealand
Ornithology; Trans. Proc. New-Zeal. -Inst. 18 pag. 84 — 96
u. 108 — 110.
Westliche gemässigte Region.
The code of nomenclature and check-list of North-
American Birds, adopted by the American Ornithologist's
Union, being the report of the committee of the union
on Classification and nomenclature. New-York 1886. —
Enthält zunächst Gesetze bezüglich der zoologischen No-
menclatur, welche denjenigen des Concils in Manchester
sich anschliessen; jedoch ist als Anfangstermin das Jahr
1758, die 10. Ausgabe von Linne's Systema naturae an-
genommen. Sodann eine Uebersicht der Vögel Nord-
amerika's in systematischer (aufsteigender Folge) nebst
einzelnen Synonymen und Bemerkungen über die Ver-
breitung.
J. A. Allen, A Revised List of the Birds of Massa-
chusetts; Bull. Amer. Mus. N. H. 1 pag. 221—271.
Derselbe berichtet über Colinus ridgwayi in Arizona;
Auk Vol. 3. pag. 275—276.
Derselbe über häufiges Vorkommen von Aegialitis
meloda circumcincia an der Atlantischen Küste; ebenda
pag. 482.
A. W. Anthony zählt 120 Arten von Washington
County in Oregon auf mit Bemerkungen über lokale
Verbreitung und einzelnen biologischen Notizen. U. a.
wird Nest und Ei von Perisoreus obscurus beschrieben;
ebenda pag. 161 — 172.
88 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
Ch. F. Batschelder schildert das winterliche Vogel-
leben in den Bergen von Nord-Carolina; ebenda pag. 307
bis 314.
F. E. L. Beal liefert einige Notizen über den Vogel-
zug in der Gegend von Chicago im Frühjahre 1886;
Amer. Natural. 20. pag. 817—819.
C. W. Beckham, List of the Birds of Nelson County,
Kentucky. Cincinnati 1886. 8. 58 pag.
Derselbe beobachtete Sitta canadensis im Sommer
in Kentucky; Auk Vol. 3. pag. 489.
L. Berier berichtet über auffallende Erscheinungen
auf Long-Island; ebenda pag. 281.
W. Brewster, Bird-Migration. Memoirs of the Nuttall
Ornithological Club. Pt. 1. Observations on Nocturnal
Birds Flights at the Lighthouse at Point Lepreaux, Bay
of Fundy, New-Brunswick. Pt. 2. Facts and Theories re-
specting the general subject of Bird Migration. Cam-
bridge, Mass. Imp. 8. 22 pag.
Derselbe führt 102 Arten auf, welche er während
eines Sommeraufenthalts im Westlichen Nord - Carolina
gesammelt und beobachtet. Notizen über lokale Ver-
breitung und Lebensweise einzelner Arten. Neu: Jnnco
hyemalis carolinensis u. Vireo solitarius alticola; Auk Vol. 3
pag. 94— 112, 173—179.
Derselbe berichtet über ein Exemplar von Stema
anaethetus, welches im August 85 bei Frogmore in Süd-
Carolina erlegt wurde; ebenda pag. 131.
Derselbe berichtet über eine Anzahl für Texas neuer
Vogelarten; ebenda pag. 139.
Derselbe traf HelminthophUa celata in Ost -Massa-
chusetts; ebenda pag. 278.
Derselbe beschreibt Aestrelata scalaris n. sp. von
New- York; ebenda pag. 390— 393.
Derselbe erwähnt Aegialitis meloda circumcincta von
der Küste von Süd-Carolina; ebenda pag. 408.
Derselbe erhielt Vireo solitarius alticola von Char-
leston, Süd-Carolina und berichtet über Vorkommen von
Protonotaria ciirea in Massachusetts; ebenda pag. 410.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 89
Derselbe erhielt Animodramvs leconiei hei Charleston
in Süd-Carolina; ebenda pag. 410.
Derselbe erhielt Nachricht über das Brüten von
Plegadis guaraiina beim See Washington (St. Johnsfluss)
in Florida; ebenda pag. 481.
Derselbe berichtet über Vorkommen des Phaeton
ßavirostris in Florida; ebenda pag. 481.
Derselbe berichtet über eine Varietät der Catharisia
atrata (nicht C. aura) mit rothem Kopf und gelbem Schnabel
von Charleston; ebenda pag. 483.
Derselbe erlegte wiederum Protonotaria citrea in
Massachusetts; ebendapag.487 — 488; ebenso H.A.Purdie,
ebenda pag. 488.
A. W. Butler führt 235 Arten als Bewohner von
Franklin County, Ind. auf; Bull. Brookville Soc. Nat. Hist.
No. 2. 1886.
E. A. Capen, Oology of New-England, A Descrip-
tion of the Eggs, Nests and Breeding Habits of the Birds
known to breed in New-England, with coloured illustra-
tions of their Eggs. Boston 1886. Folio. 116 pag. 25 PI.
A. P. Chadbourne beschreibt Spizella pusilla are-
nacea n. subsp. von Texas; Auk Vol. 3 pag. 248 — 249.
M. Chamberlain, A Catalogue of Canadian Birds
with Notes on the Distribution of the Species. St. John,
N. B. 1887.
F. M. Chapman traf Strix pratincola in Englewood
N.-Y.; Auk Vol. 3 pag. 485.
J. G. Cooper berichtigt eine Anzahl von Druckfehlern
in Baird, Brewer and Ridgway's „Water Birds of North-
America''; ebenda pag. 124 — 126. — Erwiderung hierauf
von Ridgway, ebenda pag. 266 — 268. — Replik von Cooper,
ebenda pag. 401 — 404.
Ch. B. Cory beschreibt Ardäfa neoxena n. sp. von
Florida; ebenda pag. 262.
Derselbe giebt weitere Notizen über vorgenannte
Art sowie über Ardea wi/rdemanni; ebenda pag. 408.
W. Dutcher berichtet über einige seltene Erschei-
nungen auf Long-Island, N.-Y. ; ebenda pag. 432—444.
90 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
L. L. Dyche erlegte Loxia curvirostra siricklandi in
Kansas und giebt einige Notizen über diese seltene Er-
scheinung, sowie Maasse einer grösseren Anzahl von
Exemplaren; ebenda pag. 258 — 261.
J. M. Edson, Birds of Chautaqua County. An Address
delivered before the Chautaqua Society of History and
Natural Science. Jamestown: Tiifani. 8. 14 pag.
B. W. Evermann veröffentlicht eine Liste von Arten,
welche in Ventura (Californien) beobachtet wurden. Auch
Phainopepla nitens wurde gefunden ; die Eier dieser Art sind
beschrieben; Auk Vol. 3 pag. 86—94, 179—186.
W. H. Fox führt 114 Arten auf, welche er in Roane
County in Tennessee beobachtet; ebenda pag. 315 — 320.
J. L. Goodale, Wintering of the White-throated and
Ipswich Sparrows in Main; ebenda pag. 277.
N. S. Goss, A revised Catalogue of theBirds of Kansas,
with descriptive notes of the Nests and Eggs of the Birds
known to breed in the State. Topeka 8vo. pp. VI u. 76. —
Neuer revidirter Katalog der Vögel von Kansas, welcher
gegenüber dem älteren, 320 Arten behandelnden, 335 in
dem Gebiet heimische Species aufführt.
Derselbe liefert einige Nachträge zu seinem Katalog
der Vögel von Kansas. Von mehreren Arten werden Nester
und Eier beschrieben; Auk Vol. 3 pag. 112 — 115.
Derselbe fand Aegialiiis nivosa am Cimarronfluss in
Indiana und in Südwest-Comanche in Kansas brütend und
beschreibt die Eier der Art; ebenda pag. 409.
E. Hargitt beschreibt Ficus arizonae n. sp. ; Ibis (5)
Vol. 4 pag. 115.
H. W. Henshaw beschreibt Aphelocoma insnlarw n. sp.
von Californien; Auk Vol. 3 pag. 452.
Derselbe über Afnmodramus caudacutus nelsoni in
Massachusetts und Cho7idedes grammacus bei Washington,
D. C. ; ebenda pag. 486 u. 487.
J. B. Holder, Catalogue of the Birds noticed in the
vicinity of Lynn, Mass., during the years 1844—46. 1885.
80. pp. 8.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 91
W. Hoxie beobachtete Dend7'oica kirtlandi auf der
St. Helena-Insel, Süd-Carolina; ebenda, pag. 412.
Ch. E. Ingalls erlegte Icterus galhula im November
in Massachusetts, J. H. Sage zu derselben Zeit in Con-
necticut; ebenda pag. 135.
H. Jones and N. E. Jones, Illustrations of the Nests
and Eggs of the Birds of Ohio, with Text. Circleville,
Ohio 1886. Folio. 329 p. 68 pl. — Mit Th. 23 abgeschlossen.
T. M. Jones, s. Sennet.
L. M. Loomis über Fehlen des Ammoclra)nus lecontei
in ehester County, Süd -Carolina, im Winter 1885 — 86;
Auk Vol. 3 pag. 486.
Derselbe berichtet über einen beobachteten Fall des
Brütens von Fsaltrijyaf'^is minimus in Süd-Carolina; ebenda
pa^. 137—138.
Derselbe erlegte Dendroica dominica albüora in
ehester County, South-Carolina; ebenda pag. 139.
Derselbe erwähnt Phoenicopterus ruher von Süd-Caro-
lina; ebenda pag. 108,
Derselbe fand Bonasa umhellus in der Aipin-Region
der Berge (Table Rock) von Süd-Carolina; ebenda pag. 483.
J. M. Macoun, List of Birds CoUected at Lake Mis-
tassini (Canada); Rep. Geol. and N. H. Surv. Canada
pag. 35—36.
0. Th. Miller, Bird-Ways. Boston and New-York:
Houghton, Mifflin&Co. 1885. 16mo. pp.8u. 227. [Referat:
Auk Vol. 3 pag. 400.]
A. F. Park über Elanoides forficatus in Rensselaer
County, New-York; Auk Vol. 3 pag. 484-485.
L, 0. Pin dar fand Branta canadensis bei Reelfoot
Lake, Tenn. brütend; ebenda pag. 481.
H. A. Pur die, s. W. Brewstei*.
G. S. Ragsdale erhielt Syrnüim nebidosum alleni und
Turdus fuscescens salicicola in Cook County, Texas; Auk
Vol. 3 pag. 281.
W. L. Ralph and E. Bagg, Annotated List of the
Birds of Oneida County, N. Y., and its immediate vicinity;
Trans. Oneida Hist. Soc. Vol. 3 1886 pag. 101—147.
92 An t. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
W. C. Rives schildert die Vogelwelt des „Salt Pond
Mountain" in Virginia; ebenda pag. 156 — 161.
J. H. Sage traf Melospiza lincolni und Polioptila cae-
rulea in Connecticut; ebenda pag. 487.
Derselbe über Thryoiorus ludovicianus in Connecticut;
ebenda pag. 489.
Derselbe, vergl. Ch. E. Ingalls oben S. 91.
W. E. D. Scott, On the Avifauna of Pinal Co, with
Remarks on some Birds of Pirna and Gila Co, Arizona,
with Annotations by J. A. Allen; Auk 3 pag. 349 — 358,
383—389, 421—432.
G. B. Sennett qyXylqM Ammodramus princeps aus Texas,
T. M. Jones erlegte die Art in Neu-Schottland; ebenda
pag. 135.
E. T. Seton (E. Thompson) führt 257 Arten von
West-Manitoba auf, mit den englischen und Lokal-Namen
und Bemerkungen über lokale Verbreitung ; ebenda
pag. 145—156, 320—329, Nachtrag pag. 453.
H. M. Smith führt eine Anzahl Arten auf, welche
neuerdings für Columbia nachgewiesen wurden; ebenda
pag. 139—140 u. 482.
H. G. Smith jr. führt eine Anzahl Arten von Colorado
auf, welche bisher in diesem Gebiet nicht beobachtet
waren; ebenda pag. 284 — 286.
Nach L. Stejneger ist Synthlihorhamphus wumizusume
noch nicht in Nordamerika nachgewiesen; Proc. U. St. Nat.
Mus. 9 pag. 524.
P. M. Thome fand Sialia sialis nistend bei Fort Lyon,
Colorado; Auk Vol. 3 pag. 489.
E. Thompson, s. E. T. Seton.
E. C. Thurber erhielt HelminihopMla leucohronchiaUs
von New-Jersey; Auk Vol. 3 pag. 411.
Ch. H. Townsend berichtet über Porzana novehora-
censis, Philade canagica, Mareca penelope und Bonasa sabim)
w^elche in Nord-Californien an der Humboldt-Bai erlegt
wurden; ebenda pag. 490 — 491.
A. T. Wayne berichtet über Vorkommen von Hel-
minthophüa celata in Süd-Carolina; ebenda pag. 138 — 139.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 93
S. W. Willard über Hesperophona vespm^tina in
Wisconsin; ebenda pag. 487.
R. S. Williams beobachtete im April 1885 eine grosse
Schaar von Chen rossii auf dem Missuri in Montana, welche
sich etwa 10 Tage dort aufhielt; ebenda pag. 274.
H. W. Henshaw giebt den Schluss seiner Beob-
achtungen über die Vögel am oberen Pecos-Fluss in Neu
Mexico; Auk Vol. 3 pag. 73—80.
Südamerikanische Region.
Mittelamerika. F. Ferrari -Per ez führt die während
einer Forschungsreise in Mexiko beobachteten Vogelarten
(265) auf, nebst kritischen Bemerkungen von R. Ridgway.
Einige neue Arten Avurden bereits von dem letztgenannten
Ornithologen (in: Auk) beschrieben [s. Fringillidae, Syl-
vicolidae, Anatidae, Tetraonidae]. Ausserdem wird be-
schrieben: Micrathene graysoni] Proc. Un. St. Nat. Mus. 9
pag. 130—182.
F. D. Godman und 0. Salvin haben ihre „Biologia
Centrali-Americana" fortgesetzt. Von dem die Vögel
behandelnden Theil ist Bogen 46 — 56 pag. 361 — 448 u.
T. 25 — 32 erschienen, enthaltend denSchluss der Fringillidae
und den Anfang der Icteridae. HaemopMla lawrencii und
Chrysomitris forreri wurden neu beschrieben. Abgebildet
sind: Cyanospiza rositae, Junco alticola, Zonotricliia vulcani
U. qainquestriata, Haplospiza uniformis, Spizella pinetorum,
Peucaea iiofosticta, Ammoclromus peteniciis, Haemopliila hi-
meralis, rufescenSy super ciliosa u, ruficauda, Chrysomitris
atriceps u. xanthogastra, Ostinops giiatemoziwis.
R. Ridgway beschreibt eine Anzahl neuer Arten,
welche von der Mexicanischen Geo_gTaphischen Forschungs-
Commission unter Leitung von A. Diaz in Puebla in
Mexico gesammelt wurden: Amphispiza ferrariperezi, Fipilo
submaciilatiis, Pipilo complexus, Anas diazi, Philortyx per-
sonatus; ebenda pag. 331 — 333.
Derselbe beschreibt Micrathene graysoni n. sp. von
der Insel Socorro, West-Mexico; ebenda pag. 333.
94 A n t. R e i c h e n ow : Bericht über die Leistungen in der
Derselbe beschreibt Cyclorhis flaviventris yucatanensis
n. subsp. von Yucatan; Proc. ün. St. Nat. Mus. 9. pag. 519.
Derselbe beschreibt Empidonax sahiiii ii. sp. von
Guatemala; Ibis (5) Vol. 4 pag*. 459.
Columbisches Gebiet. H. v. Berlepsch erhielt von
Bucaramanga (Columbien): Xe^ierpestes minlosi n. sp.,
Oncostoma olivaceum Lawr. u. Euplionia nigricollis (Wi^Wi.)]
Ibis (5) Vol. 4 pag. 53—57 T. 4.
P. L. Sclater beschreibt Haemopliila pulchra von
West-Peru; ebenda pag. 258 — 259.
Von L. Taczanowski's Ornithologie du Perou
erschien der dritte (Schluss) Theil. Neu sind beschrieben:
Spodiornisjelskii, Piciminuspunctifrons, Chloronerpes callonotus
peruviaJius, Chrysoptüus punctipectus, Crypturus ruhripes,
NotJioprocta godmani, Rallus peruvianus. Mit einer Karte.
Amazonen-Gebiet. R. Ridgway beschreibt Pyroderus
masoni u. Aulacorhamphus dimidiatus nn. spsp. sowie Myop-
sitta lineola Cass. von Venezuela; Proc. Un. St. Nat. Mus. 9.
pag. 92—94 u. Auk Vol. 3. pag. 333.
Derselbe beschreibt Pzco/ap^^s rikeri n. sp. vom unteren
Amazonenstrom; Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 523.
Derselbe beschreibt Myiarchus coalei n. sp. aus der
Orinocogegend ; ebenda pag. 520.
0. Salvin hat die im Vorjahre begonnene Aufzählung
der von Whitely im Britischen Guiana gesammelten Arten
abgeschlossen. Zwei neue Arten, Eucometis oleaginea und
Pipreola whitelyi sind beschrieben. Bei Hinzuziehung der
von älteren Reisenden für das Gebiet festgestellten Arten
ergeben sich 589 Species als sicher nachgewiesen. Guiana
steht in engem faunistischen Zusammenhang mit dem
Amazonengebiet, demnächst hat es nähere Beziehungen
zu dem südlichen Brasilien, Mittelamerika und den west-
lichen Theilen Südamerikas, sehr geringe aber zu West-
indien und Argentinien. Die in Guiana vorkommenden
27 nordamerikanischen Arten gehören grösstentheils weit
verbreiteten Gruppen derStelzvögel an; Ibis (5) pag. 57 — 78,
168—181, 499—510.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 95
J. W. Wells, Exploring and Travelling- Tliree Thou-
sand Miles througli Brazil from Rio de Janeiro to Maranhao.
London 1886. 8. 2 vol. — Enthält auch ornithologische
Notizen.
Westindien. Ch. B. Cory, A List of the Birds of
the West Indies, including the Bahama Islands and the
Greater and Lesser Antilles, excepting- the Islands of
Tobago and Trinidad. Revised edition. Estes and Lauriat,
Boston 1886.
Derselbe beschreibt drei neue Arten von den West-
indischen Inseln: Thryoihorus guadeloupensis , Loxigilla
harbadensis u. L. richardsoni; Auk Vol. 3 pag. 381 — 382.
Derselbe beschreibt 13 neue Arten von der west-
indischen Insel Gross - Cayman und giebt eine üebersicht
der von W. B. Richardson daselbst gesammelten Arten
(40); Auk Vol. 3 pag. 497—502.
Derselbe liefert ein Verzeichniss der auf den west-
indischen Inseln, Bahamas und Antillen vorkommenden
Arten. Ausführliche Synonymie bei den einzelnen Species-
namen und Diagnosen, mit Ausnahme der nordameri-
kanischen Arten. Habia melanocephala und Molotkrus bo-
nariensis werden aus der Liste westindischer Arten gestrichen.
Cyanocorax pileatus kommt nicht auf Jameica vor, wie
von Gosse irrthümlich angegeben wurde, ebensowenig
Corvus ossifragus auf Cuba; auch Tyrannus sulphurascens
Pr. Württ, welcher auf Cuba und Haiti heimisch sein
sollte, bleibt zweifelhaft. Als vermuthlich neue Art wird
Corvus dominicensis von der Porto Rico-Form C. leucogna-
phalus Daud. gesondert. Die beiden afrikanischen Arten
Habropyga melpoda und Spermesies cucidlatus, auf Porto
Rico eingeführt, sind daselbst jetzt sehr verbreitet. Auk
Vol. 3 pag. 1—59, 187—245, 337—381, 454—472.
N. S. Goss u. R. Ridgway berichten über den Fang
von Milvulus forficatus an der Südost-Küste von Florida;
ebenda pag. 134.
G. N. Lawrence veröffentlicht nach Sammlungen und
Aufzeichnungen von J. G. W e 1 1 s ein Verzeichniss der
96 Ant. Reiclienow: Bericht über die Leistungen in der
Vögel von Grenada (Westindien) nebst biologisclien Be-
obachtungen des Sammlers. 91 Arten sind aufgeführt,
darunter 3 neue : Turdus carribaeus, Calliste versicolor und
Blacicus flaviventris, und 12, welche bisher noch nicht von
den kleinen Antillen bekannt waren: Spermophüa guttu-
ralis (Lcht.), Volatinia jacarina (L.), Dolichonyx orycivorus
(L.), Mihulus tyrannus (L.), Chaetura cinereiventris (Sei.),
Falco columharius (L.), Regerhinus uncinatus (Temm.), Bar-
tramia longicauda (Bchst.), Numenius horealis (Forst.), Anas
boschas (L.), Eh^ismatura rubida (Wils.), Oceamtes oceanicus
(Kühl); Pr. U. St. Nat. Mus. 9 pag. 609—633.
E. Mauery y Cao, Manual del Cazador Cubano.
Nociones sobre Tiro, las Armas y Accesorios de Gaza,
las Costumbres y Descripcion de las Aves y Mamiferos
de la Isla de Guba. Madrid 1886. 8». 220 pag.
R. Ridgway beschreibt neue Arten von den Bahama-
Inseln : Geothlypis coryi und tanneri, Centurus nyeanus und
a blakei; Auk Vol. 3 pag. 334—337.
Derselbe beschreibt eine neue Tyranniden-Gattung:
Lawrencia von St. Domingo; ebenda pag. 382 — 383.
J. G. Wells, s. Lawrence.
Chile. P. L. Sclater bespricht eine Vogelsammlung
von Tarapacä (Nord-Chile), welche von C. Rahmer ge-
sammelt wurde. Dieselbe umfasst 53 Arten, darunter neu:
Fhoeniropterus Jamesi. Folgende 7 Arten sind in Tacza-
nowski's Orn. du Perou nicht erwähnt und zwar ist eine
(Phoenicopterus) dem Gebiet eigenthümlich, eine (Bolbor-
hynchus orbig^iesius) bolivisch, 5 gehören dem südlicheren
Chile an. Dagegen sind 20 Arten in dem südlichen Chile
nicht vertreten, und ähnelt der faunistische Charakter des
Landes mehr Peru als dem südlichen Chile; Proc. Z. S.
London pag. 395—404. T. 36 u. Holzschnitt.
Galapagos -Inseln. R. Ridgway beschreibt j^a^m«-
topus galapagensis n. sp. von den Galapagos-Inseln; Proc.
Un. St. Nat. Mus. 9 pag. 325 u. Auk 3 pag. 331.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 97
Arktische Region,
F. Fischer und A. v. Pelze In zählen die von dem
erstgenannten als Arzt der österreichischen Polarstation
auf der Insel Jan Mayen beobachteten Vogelarten auf.
Am Schlüsse der Arbeit wird eine Zusammenstellung hoch-
nordischer Vog-elarten und ihrer jetzt bekannten Fund-
orte gegeben , und zwar sind von letzteren in Betracht
gezogen: Smith -Sund und Nord-Polar-Bassin, Grönland,
Island, Jan Mayen, Spitzbergen, Nowaja Semlja und Wai-
gatsch. Von Singvögeln sind als Brüter im hohen Norden
erwähnt: Saxicola oenanthe (Grönland und Island), Turdus
iliacus (Island), Motacilla alba (Island), Anthus ludovicianus
(Grönland), A. pratensis (Island), Corvus corax (Smith Sund
u. Grönland), Linota linaria (Grönland u. Island), Zono-
trichia leucophrys (Grönland), Plecfroplianes nivalis (alle ge-
nannten 0 ertlichkeiten), P. calcarata (Grönland), Otocorys
alpestris (Nowaja Semlja). Für Grönland sind 54 Brut-
vögel angeführt, für Island 52, für Spitzbergen 22, für
Smith Sund 18, für Jan Mayen 16, für Nowaja Semlja
u. Waigatsch 13; die österr. Polarst. Jan Mayen. 3. Bd.
u. Mitth. Orn. Ver. Wien 10 pag. 193 — 197, '205 — 212,
217 — 219.
P. Müller fand Larus rossii bei Christianshaab auf
Grönland brütend ; J. Dalgleish ; Auk Vol. 3 pag. 273.
R. Ridgway theilt mit, dass Townsend Plectrophenax
liyperhoreus auf der Hall- und auf der St. Matthew's-
Insel in der Behringssee brütend fand; auf den Pribylow-
Inseln findet sich hingegen P. nivalis ; ebenda pag. 276 — 277.
Derselbe beschreibt Larus barroviantfs n. sp. von
der Behrings-See; ebenda pag. 330 — 331.
A. Stuxberg, Faunan pa och Kring Novaja Semlja;
aus : Dvega-Expeditionens Vetenskapliga Jakttagelser, Bd.5.
Stockholm 1886. — Auf S. 18 — 23 sind 40 daselbst ge-
sammelte Arten aufgezählt.
H. Townsend erlegte Tringa damacensis (Horsf.) auf
der Otter- Insel in der Berings-See; R. Ridgway, Auk
Vol. 3 pag. 275.
S. auch Th. Pleske, oben S. 67.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. LH. G
98 An t. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
IV. Biologie, Zucht und Pflege.
Lebensweise im Allgemeinen. E. T. Bootli, Rougli
Notes on the Birds Observed during Twenty Years' Shoo-
ting and Collecting in the British Islands. London 1886.
Fol. Pt. 10—13.
L. Buxbaum wärmt die alte Anekdote von der Be-
gleitung wandernder Kraniche durch kleine Vögel wieder
auf; Zool. Gart, 27 pag. 60. [Redactionen wissenschaftl.
Zeitschriften sollten derartigen „Seeschlangen" doch nicht
immer von neuem die Spalten ihrer Journale öifnen].
E. Collet berichtet über Lebensweise, Brutgeschäft,
Nest und Eier von Phylloscopus borealis; Ibis (5) Vol. 4
pag. 217—223.
K. W. V. Dalla Torre, Bio-psychologisches aus der
Vogelwelt; Kosmos 19 pag. 379—382.
B. W. Ev ermann beobachtete Stria; flammea americana
in Canada im Winter in Schaaren bis zu 50 Individuen
und mehr beisammen und fand in den Nestern der Art
von 5 bis 10 Eier; Auk Vol. 3 pag. 93.
Derselbe theilt biologisches über Pica nuttalli mit;
Amer. Natural. 20 pag. 607—611.
A. Faleschini, Kampf einer männlichen Schwarz-
amsel (Turdus merula) mit einer Zauneidechse (Lacerta
agilis); Mitth. naturw. Ver. Steiermark 1885. pag. CVII
bis CVIII.
E. A. Goldi schildert die Lebens-, insbesondere Nist-
weise des Töpfervogels (Fvrnarivs) ; Zool. Gart. 27 pag.
265—274.
F, J. Grabowsky liefert biologische Notizen über
einige Vögel Süd-Ost-Borneos; Ornis 1. pag. 149 — 163.
J. Hancock theilt einige Beobachtungen über die
Lebensweise des Kukuks mit; Zoologist Vol. 10 pag. 203
bis 207, s. auch A. C. Chapman, ebenda pag. 243—244;
F. Head, 244-255; H. R Harper, 245 — 246 und
M. Browne, 246.
J. E. Harting, über das frühere Nisten von Platalea
leuce7'odia in Middlesex; Zoologist 10 pag. 81 — 88.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 99
C. Jex, Zur Biologie des Cucuhs canorus; Journ.
Omith. 34 pag. 622—623.
F. C. Keller schildert Einzelheiten der Lebensweise
des Bartgeiers; Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 39—65.
Derselbe theilt biologische Beobachtungen über ein-
zelne Alpenvögel mit; ebenda pag. 252 — 266.
A. V. Krüdener, lieber Balzen der Gallinago major;
Zool. Gart. 27 pag. 291—292.
K. Th. Liebe liefert eine Reihe biologischer Notizen
über Turdus 'pilaris^ Turdus iliacus und Turdus musicns;
Monatsschr. Ver. Schutz, d. Vogelwelt 11. p. 4—11, 30—34,
310—315. Mit Abbildungen.
A. Morris berichtet über die Lebensweise, Nest-
bau etc. von Menura superba; Zoologist Vol. 10 pag. 113
bis 114 u. Zool. Gart. 27. pag. 33—34.
A. Nehrling beschreibt die Lebensweise von Carpo-
dacus frontalis Gray; Zeitschr. Ornith. prakt. Geflügelz.
Stettin 7. (10.) pag. 24—26, 91—92.
Derselbe schildert die Lebensweise von Phaeno-
pepla nitens in Kalifornien ; Zool. Gart. 27 pag. 87 — 90.
Derselbe bespricht eine Anzahl Vogelarten von Texas
in biologischer Hinsicht nach eigenen Beobachtungen;
ebenda pag. 216— 225, 244-251, 303—312.
Derselbe schildert die Lebensweise von Zono&icMa
albicollis; ebenda pag. 381 — 385.
F. C.Noll, die Nebelkrähe als Verbreiter der Kirschen;
ebenda pag. 326.
W. Reid giebt einige Notizen über die Lebensweise
von Lestris parasifica; ebenda pag. 180 — 182.
A. Reischek theilt einige Beobachtungen über die
Lebensweise neuseeländischer Vögel mit; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 109—112; s. auch oben S. 87.
S. W. Rhoads schildert die Schlafplätze von Corvus
americamis und das Betragen der Vögel an denselben;
Amer. Natural. 20. pag. 691—701, 777—787.
H. Schacht, Aus dem Vogelleben der Heimath.
Ornithologische Vorträge. Detmold, Hinrichs 1885. 8^.
302 pag.
G*
100 An t. Reiche 11 ow: Bericht über die Leistungen in der
Nach C. Smitb erhält Falco tijmuncidns erst mit dem
vierten Jahre das voll ausgefärbte Gefieder des alten
Männchens; Zoologist Vol. 10 pag. 110—113.
J. Vi an, Monographie des Poussins des Oiseaux d'Eu-
rope qui naissent vetus de duvet; Bull. Soc. Zool. France
1886 pag. 340-419.
Ad. Walter erörtert von neuem die Frage über die
Fürsorge des Kukuks für seine Nachkommenschaft und
fügt seinen früheren diesbezüglichen Beobachtungen einige
neue hinzu. Das Resultat ist: „Das Kukuksweibchen
entfernt beim Legen seines Eies ein oder mehrere Nest-
eier, um seinem eigenen Ei gehörigen Platz und dadurch
zugleich die richtige Brutwärme zukommen zu lassen, die
übrigen Nesteier, resp. Nestjunge, bringt es erst dann bei
Seite, wenn der Kukuk aus dem Ei geschlüpft ist; nie-
mals wirft es in der Zwischenzeit, also während der
Brütezeit des Nestvogels ein Ei aus dem Nest"; Zeitschr.
ges. Orn. 3. pag. 66—78.
Nisten, Eier. H. B. Bailey über merkwürdigen Nest-
stand des Turdus Wilsoni; Auk Vol. 3. pag. 489.
F. Besant, Swallow nesting in a Tree; Zoologist 10.
pag. 486.
E. Bidwell, Ueber Nisten der Vögel auf den Scilly-
Inseln; s. oben S. 69.
E. W. H, Blagg, Pheasant, Partridge and Wild Duck
laying in the same Nest; Zoologist 10. pag. 295.
W. Brewster, Jwico hyemalis Nesting in a Bush;
Auk Vol. 3. pag. 278.
J. Büttikofer beschreibt Nest und Eier von Fraseria
ocreata; Notes Leyd. Mus. 8. pag. 257.
E. A. Capen, Oologie von Neu-England, s. oben S. 89.
G. H. Caton Haigh, Wild Duck and Pheasant laying
in same Nest; Zoologist 10. pag. 299.
R. Collett, Ueber Brutgeschäft von Phylloscopus ho-
realis, s. oben S. 68.
J. Dalgleish beschreibt das Ei von Larus rossi;
Auk Vol. 3. pag. 273—274.
B. Dürigen s. Willibald.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. IQl
N. S. Goss beschreibt die Eier von Aegialiüs nivosa;
Aiik 3. pag. 409.
H. S. Green ough theilt Beobachtungen über Brut-
pflege und Jungenwachsthum bei Trochilus colubris mit;
Amer. Natural 20. pag. 528 — 532.
H. B. Guppy berichtet über die Bestandtheile von
Salanganen-Nestern von den Salomonsinseln ; Zoologist 10.
pag. 336—327 und Nature 34. pag. 100.
J. H. Gurneyjun., New-Colonies of the Black-headed
Gull in Norfolk; Zoologist Vol. 10. pag. 110.
E. Hart er t beschreibt die Eier von Scotomis longi-
caiidus; Journ. Ornith. 34. pag. 591.
W. Hoxie schildert das Brutverfahren von Caiharista
atrata; Auk Vol. 3. pag. 245—247.
H. u. N. E. Jones, Nester und Eier der Vögel Ohio's,
s. oben S. 91.
Kutter s. 0. Reiser.
J. H. Langille, Nidification of Birds on the St. Clair
Fiats; Bull Buff. Soc. Nat. Sc. 5. pag. 33—39.
H. Parker, lieber Eier ceylonesischer Vögel, s. oben
S. 83.
L. Petit berichtet über das Nisten von Cypselus Sharpei
in Höhlen bei Landana; Ornis 1. Jahrg. pag. 585 — 586.
Derselbe berichtet über merkwürdige Nist- und
Brutweise von Hirundo Poucheü, welche auf der Erde
nisten, nur des Nachts brüten und während des Tages
der Sonne die Erwärmung der Eier überlassen soll (!);
Ornis 1. Jahrg. pag. 587—588.
0. Reiser beschreibt ein Ei des Gypaetus barbatus
aus Dalmatien; Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 230— 232.
[Vergl. auch: Kutter, ebenda pag. 243 u. 315 — 316.]
J. Sargent, Snipe and Redshank laying in the same
Nest; Zoologist 10. pag. 248.
Derselbe, Grey Hen and Partridge laying in the
same Nest; ebenda pag. 298.
W. E. D. Scott beschreibt das Brutgeschäft, Nest und
Eier von Aphelocoma sieberii arizonae, Peucaea rvßceps bou-
carc/i und Lopliophanes ivohveberi ; Auk Vol. 3. pag. 81 — 86.
102 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe beschreibt das Nest von Geococcyx cali-
fornianus; ebenda pag. 425.
H. Seebohm beschreibt das Ei von Larus rossi; Proc.
Z. S. London pag. 82.
R. B. Sharpe beschreibt Nest und Eier von Hypo-
colius ampeliniis Bp. ; Ibis (5) Vol. 4 pag. 477.
H. M. Smith berichtet über ein eigenartiges Nest von
Chelidon erythro gast er ; Auk Vol. 3. pag. 278.
J. G. Wells liefert biologische Notizen, insbesondere
Beschreibungen von Nestern und Eiern westindischer Vögel
[s. oben Lawrence S. 95].
E. Willibald, Die Nester und Eier der in Deutsch-
land und den angrenzenden Ländern brütenden Vögel.
Vollständ. umgearb. 3. Aufl. von B. Dürigen. Leipzig,
Koch 1886.
Nahrung. B. Altum glaubt, dass die Zapfen der
Arve zur Winterzeit die hauptsächliche Nahrung der
Nucifraga caryocatacies und Mangel an denselben die Ur-
sache seiner Wanderungen seien ; Zeitschr. Ornith. prakt.
Geflügelz. Stettin 7. (10.) pag. 49—53, 97—98.
Derselbe schreibt über Färbung des zur Aussaat
verwendeten Kiefernsamens mit Mennige und betont, dass
Vergiftungen durch solches Verfahren noch nicht beob-
achtet seien; Journ. Ornith. 34. pag. 77 — 8L
A. Piccone hat Untersuchungen darüber angestellt,
ob Früchte, welche von Vögeln gefressen wurden, häufiger
der mechanischen Wirkung des Magens und der chemi-
schen der Verdauungssäfte widerstehen, so dass sie nach
Abgang mit den Exkrementen oder Gewöllen keimfähig
bleiben, und führt danach 22 Arten von Baum- und Strauch-
gewächsen an, deren Früchte von den verschiedensten
Vögeln, insbesondere Drosseln und Grasmücken genossen
wurden und ihre Keimkraft behalten, die also auf solche
Weise durch Vögel verbreitet werden, darunter Rhamnus
frangida, Fr iimis- Arten ^ Rubus-Arten^ Crataegus oxyacantha,
PzVws-Arten, Myrtus communis, Olea europaea, Hedera lielix
u. a.; Nuovo Giornale Botanico Italiano 18. pag. 286.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 103
Flugvermögen. H. E. Stockbridge erwähnt eines
Beispiels, wie weite Strecken ein Vogel ohne zu rasten
fliegend zurückzulegen vermöge: ein Charadrius virginicus
Hess sich in vollständig ermattetem Zustande auf einem
Schiffe nieder, welches im stillen Ocean fahrend 1200
bis 1500 englische Meilen von den nächsten Küsten ent-
fernt war; Amer. Natural. 20. pag. 898—899.
Gesang. A. v. Mojsisovics und V. v. Tschusi be-
richten über den Gesang der Nucifraga caryocatactes und
deren Begabung, den Gesang anderer Vögel nachzuahmen ;
Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 113 u. 278.
Mauser. A. Crette de Palluel bespricht die plötz-
liche totale Mauser der Schwingen bei manchen Schwimm-
und Stelzvögeln, welche nach des Verfassers Beobachtungen
ebensowohl die weiblichen wie die männlichen Individuen
betrifft; Naturaliste 8. pag. 267—269, 277—278; s. auch
Bull. Soc. Acclim. France (4.) 3. pag. 534—543.
J. E. Karting, Ueber die Mauser der Schwanzfedern
von Anas hoschas; Zoologist 10. pag. 228 — 233.
G. Rogeron, Ueber die Mauser der Enten; Bull. Soc.
d'Acclim. France (4.) 3. pag. 544 — 549.
Abänderungen, Missbildungen u. Bastarde. J. A. Allen
berichtet über Entenbastarde in der Freiheit; Auk Vol. 3.
pag. 274—275.
W. Brewster berichtet über einen augenscheinlichen
Bastard von Helminthophila pinus und laiorencei; ebenda,
pag. 411 — 412.
R. Collett giebt ausführliche Mittheilungen über die
Bastarde von Tetrao tetrix und Lagopus albus, nebst Ab-
bildungen verschiedener Kleider; Pr. Z. S. London 1886.
pag. 224—240, T. 21 u. 22.
Ch. B. Cory beschreibt und bildet ab einen Campe-
philus prinäpalis hairdi mit monströsem Schnabel, dessen
Oberkiefer zu etwa vierfacher Länge über den Unter-
kiefer hinausgewachsen ist und in einem Bogen bis auf
die Brust sich herab krümmt; Auk Vol. 3. pag. 374.
W. Faxon erwähnt eines Melanismus von Turdus
migratoriiis; ebenda pag. 284,
104 Ant. Reichenow: Bericht über die LeistuDgen in der
A. Fritsch berichtet über einen Bastard von Phasiamis
colchicus und Tetrao tetrix; Mitth. Orn. Ver. WienlO. pag\98
bis 100. Mit Holzschnitten.
H. Gadeau de Kerville, Ueber Zwitterbildungen
s. oben S. 54.
H. Gressner beschreibt Albinismen verschiedener
Vogelarten; Journ. Ornith. 34. pag. 403 — 405.
J. E. Karting, Ueber Bastard von Dompfaflf und
Stieglitz; Zoologist 10. pag. 109—110.
G. H. Henke hält Collett gegenüber seine Ansicht
aufrecht, dass der als Tärao alho-tetrix beschriebene Vogel
ein Bastard von Birk- und Schneehuhn sei ; Zeitschr. ges.
Ornith. 3. pag. 267—269.
A. V. Krüdener beschreibt einige Albinismen; Zool.
Gart. 27. pag. 290— 291.
K. Th. Liebe berichtet über Albinos von Fhyllopneuste
trochüus und Hypolais salicaria; Monatsschr. Ver. Schutz.
Vogelw. 11. pag. 215.
G. Lunel beschreibt einen Lariis ridihundus mit mon-
ströser Fussbildung ; Mem. Soc. sc. nat. Saone-et-Loire 1 884.
pag. 3—9.
A. V. Pelz ein schreibt über Chlorochroismus, Geraio-
chroismus, Melanismus und Albinismus bei Vögeln; Mitth.
nat. Ver. Steiermark 20. pag. 84 — 90.
Derselbe beschreibt einen Albino von Otus vulgaris;
Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 287.
R. Ridgw^ay beschreibt einen vermuthlichen Bastard
von Dryohates nuttalli und D. pubescens gairdneri ; Proc.
U. St. Nat. Mus. 9. pag. 521—522.
Derselbe beschreibt zwei Varietäten von Sialia sialis;
Auk Vol. 3. pag. 282—283.
J. H. Sage beschreibt einen theilweise Albino der
Twxlus aonalaschkae pallasii; Auk Vol. 3. pag. 282.
V. V. Tschusi berichtet über Farben -Abweichungen
der ornithologischen Sammlung des Museums Francesco-
Carolinum in Linz a. D. ; Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag.
183—184.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 105
D er elbe beschreibt eine Anzahl hahnenfedriger Weib-
ehen von Ruücilla phoenicura; Zeitschr. ges. Orn. 3. pag.
219—222.
J. Whitaker, Varieties of Common Birds; Zoologist
Vol. 10. pag. 182.
T. White berichtet über Bastarde von Anas boschas
und supercüiosa; Trans. Proc. New-Zeal. Inst. 18. pag.
134—135.
Vogelschutz, Jagd, Fang. B. Grobe, Das Ver-
schwinden der Nachtigal ; Monatsschr. Ver. Schutz. Vogelw.
11. pag. 66 — 67 [s. auch H. Burghard, ebenda pag. 151
bis 153].
J. E. Karting, A Perfect Booke for Kepinge of
Sparhawkes or Goshawkes. Written about 1575. Now
first printed from the original MS. on vellum, with Intro-
duction and Glossary. London 1886. 8vo. 51 pag.
R. Payne-Gallwey, The Book of Duck Decoys:
their Construction, Management, and History. London 1886.
4. 214 pag. 32 illustr.
Pietsch, Das Verschwinden der Nachtigal in Roitzsch
betreffend; Monatsschr. Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 181
bis 184.
0. Reiser, über Nutzen und Schaden des Garrulus
glandarius und Nucifraga caryocatactes; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 305—307.
V. Riesenthal, Raubvögel s. oben S. 63.
A. Schieb, Das Abholzen der Uferwände in Be-
ziehung zu unserer Vogelwelt; Monatsschr. Ver. Schutz.
Vogelw. 11. pag. 60—66.
A. Schillbach, beschreibt den Vogelfang mit dem
„Kloben" ebenda pag. 93 — 94.
M. J. Schuster, Die Eule im Dienste der Land- und
Volkswirthschaft sowie als Ziervogel. 2. Aufl. Ilmenau,
Schröter, 8 ^. 56 pag.
Fr. V. Ulm-Erbach, Falkenjagd in Japan; Mitth.
Orn. Ver. Wien 10. pag. 114—117.
Erste Wandtafel der wichtigsten deutschen Klein-
106 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
vögel. Herausgeg. v. d. Ver. z. Schutze d. Vogelwelt.
A. Huch, Zeitz 1886.
Das Isländische Vogelschutzgesetz, von dem
Althinge gegeben und von Sr. Maj. dem Könige unter-
zeichnet am 16. Dec. 1885; Ornis 2. pag. 375.
Die nützlichen Vögel oder die Freunde des Land-
manns. Beschreibung der für die Landwirthschaft nütz-
lichsten Vogelarten nach C. G. Friedrich. M. 60 Holzschn.
Im Auftrage des eidgen. landwirth. Departem. bearbeitet.
(Bern u. Lausanne 1886). 8« 126 pag.
Einbürgerung^ Pflege, Zucht. E. T. Adney berichtet
über die Einbürgerung von Carduelis elegans bei New-
York; Auk Vol. 3 pag. 409.
L. Magaud d' Aubusson bespricht diejenigen Vogel-
arten, deren Acclimatisation oder Domestication in Frank-
reich sich empfehlen würde; Bull. Soc. d'Acclim France
(4.) 3 pag. 1, 244—261, 417—429, 573—586.
A. Berthoule referirt über die Straussenzucht in
der Kapkolonie; Bull. Soc. d'Acclim. (4.) 3. pag. 365
bis 368.
W. Bock er, Der Kanarienvogel. Beiträge zur Kennt-
niss der Kanarien mit besonderer Berücksichtigung der
Harzer Edelroller. 2. Aufl. Ilmenau u. Leipzig (A. Schröter)
1886.
Derselbe, St. Andreasberg und seine Kanarienzucht,
ebenda 8. 56 pag.
Derselbe, Der wilde Kanarienvogel und seine Ver-
edelung in der Gefangenschaft, ebenda 8. 52 pag.
H. Bolau berichtet über zwei Gyps fulvus und einen
Licmetis nasicus, welche seit 24 Jahren im Zoologischen
Garten in Hamburg leben; Zool. Gart. 27. pag. 388.
0. Brandner, Wie begründen wir edle Canarien-
stämme? Stettin, Brandner. 1886. 12 », 31 pag.
J. Brazier berichtet über ein Porphyrio vitiensis,
welches in Gefangenschaft während eines Zeitraums von
7 Jahren 491 Eier legte, einmal in einem Jahre 101;
Proc. Z. S. London pag. 330.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 107
C. Cöster, über Gefang-enleben eines Kukuks; Zool.
Gart. 27. pag. 96—99.
Cornely berichtet über seine Züchtigungen im Park
Beaujardin bei Tours, darunter Ceriornis blythi und caboti,
Argus giganteus, Callophasis ellioti; Bull. Soc. d'Acclim.
France (4.) 3. pag. 564 — 565.
Creput giebt neuere Notizen über den Stand der
Straussenzucht in Algier ; Bull. Soc. d'Acclim. France (4.) 3.
pag. 496—501.
F. Grässner, Etwas über Mehlwürmerzucht; Monats-
schrift Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 317—321.
Hu et berichtet über Züchtungen und Erwerbungen
in der Menagerie des Naturhist. Museums in Paris während
1886; Bull. Soc. d'Acclim. France (4.) 3. pag. 305-308,
567—569.
„Ko" berichtet über Abrichtung von J^achypetes minor
auf den Kokosinseln; Zool. Gart. 27. pag. 60.
Th. Koppen, Anleitung zur Züchtung u. Ansiedelung
von Nachtigallen auf Grund eigener Erfahrungen. 2. Aufl.
Berlin Janke. 8. 119 pag.
A. Leniez, La tuberculo-diphterie des Oiseaux, ses
rapports avec la tuberculose et la diphtherie de l'homme
et des animaux; Mem. Soc. Linn. Nord de la France 1884
bis 85 pag. 1—194, T. 1—8.
F. Lindner, Eingewöhnung von Goldhähnchen;
Monatsschr. Ver. Schutz. Vogelw. 11. pag. 184 — 185.
L. Merlato berichtet über Zucht der Strausse in
Algier, deren Krankheiten und vorbeugende Mittel; Bull.
Soc. d'Accl. France (4) 3. pag. 65—72.
A. de Montlezun beschreibt die Arten der Gattung
Beriiicla, nebstBemerkungen über derenZucht in Gefangen-
schaft; ebenda pag. 132—167.
A. Reimer, lieber Canarienzucht ; Zeitschr. Ornith.
prakt. Geflügelz. Stettin 7. (10.) pag 20—23.
G. Roger on, berichtet über Züchtigung verschiedener
Entenarten in Gefangenschaft; Bull. Soc. d'Acclim France (4.)
3. pag. 308—312.
108 An t. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
E. Rüdiger schildert das Betragen des Gebirgsloris
in Gefangenschaft und züchtete Pycnonotus leucotis; Zool.
Gart. 27. pag. 121—125 u. 256-259.
H. Saunders berichtet über einen in Gefangenschaft
gezüchteten Bastard von Fidigida cristata und ferina\ P.
Z. S. London 1886 pag. 550—551.
M. J. Schuster, Der Papageienfreund. Die Be-
schreibung, Zucht, Pflege, Abrichtung etc. sämmtlicher
bis jetztbekannter Papageien. 2. Auf 1. Ilmenau 8^. Schröter.
148 pag.
P. L. Sclater berichtet über den Zuwachs der
Menagerie derZoologischen Gesellschaftin London während
des Jahres 1885; Proc. Z. S. London 1885 pag. 933—956.
Derselbe über den Zuwachs der Menagerie der
Zoologischen Gesellschaft in London, darunter Lencoptemis
palliata, Falco fnsco-caerulescens, Ära leari, Bolborhyncluis
lineolatus ebenda 1886. pag. 2, 137, 176, 318, 417.
Derselbe über den Zuwachs der Menagerie der
Zoologischen Gesellschaft in London an Vögeln während
des Jahres 1886; ebenda pag. 673—697.
Unter dem Titel: „La Voliere. Revue illustree
d'Acclimatation en France et ä l'Etranger" erscheint in
Paris eine neue Zeitschrift für Einbürgerung, Pflege,
Zucht und Schutz der Vögel. Monatlich zwei Nummern.
Hausgeflügel. Allatt, Die Tauben im Kriegsdienste;
Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 81—83.
E. Assmus stellte durch Versuche fest, dass aus der
Form des Hühnereies das künftige Geschlecht des Kükens
sich nicht erkennen lasse; ebenda pag. 213.
Ed. Brinckmeier, Der Hühnerhof. Vollständige und
deutliche Anweisung, die Hühner zu züchten, zu veredeln
u. s. w. 9. Aufl. Ilmenau u. Leipzig, Schröter 1886. 8 o.
172 pag.
J. Bungart, Wasser- und Ziergeflügel. lUustrirtes
Handbuch zur Beurtheilung der Racen und Schläge unseres
Wasser- und Ziergeflügels. 16 Taf. Leipzig, Twietmeyer.
80 80 pag.
Naturgescliichte der Vögel während des Jahres 1886. 109
E. Buruaud, Aufziiclit von Wyandottes; Mitth. Oru.
Ver. Wien 10. pag\ 246—247.
F. Chapuis, Die Abstammung der belgischen Brief-
taube; ebenda pag*. 46 — 47, 58 — 59.
Derselbe, Die Brieftaube in Afrika; ebenda pag. 259
bis 263.
G. F. Dowdeswell, On the Appearances which some
Micro organisms present under ditferent conditions, as
exemplified in the Microbe of Chicken Cholera; Journ.
R. Micr. Soc. London 1886 pag. 32—36 T. 6.
Erdmann theiltFälle ausserordentlicher Fruchtbarkeit
bei Hausgeflügel mit. Eine Pekingente legte in 5 Monaten
223 Eier. Neun Hühner, von welchen 2 gebrütet und
etwa 40 Tage lang die Jungen geführt, legten während
des Frühjahrs und Sommers 1077 Eier; Journ. Ornith. 34.
pag. 405-406.
H. George, Die Eier als Nahrungsmittel; Mitth. Orn.
Ver. Wien 10. pag. 3—10, 21—22.
Derselbe, Der Geflügelhof im alten Rom; ebenda
pag. 45 — 46.
R. Germain bespricht die Hausgeflügel-Rassen (Gans,
Ente, Huhn, Taube) in Cochinchina; Bull. Soc. d'Acclim.
France (4.) 3. pag. 530—533.
H. Gr essner berichtet über Vorkommen von Krallen
am Flügel eines Haushuhns; Journ. Ornith. 34. pag. 402.
S. Hey mann, Graue Schotten; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 236—237.
E. Lemoine, Elevage des animaux de basse-cour.
2. 6d. Paris, Masson 1886.
N. Masson, Die Kalkbeine oder die Krankheit der
Füsse, gewöhnlich „rauhe Läufe" genannt; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 10, 22, 32—33.
Derselbe, Die Perlhühner; ebenda pag. 69 — 70,
79—81, 90—91, 102—103, 118, 175—176, 214—215.
Ollmann, über Geflügelkrankheiten; Zeitschr. Ornith.
prakt. Geflügelz. Stettin 7. (10.) pag. 40—42.
E. Paske, Das Italienerhuhn; ebenda pag. 4 — 7.
110 An t. Reiche now. Bericht über die Leistungen in der
Derselbe, Der Pommersche Kröpfer; ebenda pag.17
bis 20, 45.
J. Pederseii, Das Wyandotte-Huhn als Eierleger,
besonders als Herbst- und Winterleger; Mitth. Orn. Ver.
Wien 10. pag. 213—214.
LaPerre de Roo, Die militärischen Taubenschläge
in Frankreich; ebenda pag. 23, 34.
Derselbe beschreibt die Art der Abrichtung von
Brieftauben, welche zwischen zwei Orten hin- und her-
fliegen sollen; Bull. Soc. d'Acclim. France (4.) 3. pag. 570
bis 572.
E. C. Phillips, Some further remarks on the origin
of domestic poultry; Ornis 1. Jahrg. pag. 577 — 580.
G. Prütz, Illustrirtes Mustertauben-Buch. * (Hamburg,
Richter.) Lief. 26 — 40 erschienen.
A. Rawengel, Langshan - Huhn ; Zeitschr. Ornith.
prakt. Geflügelz. Stettin 7. (10.) pag. 58—61, 73—75, 83
bis 84, 100—102.
C. V. Scherz er, Die Bedeutung der Federviehzucht
in Europa und insbesondere in Oesterreich-Ungarn; Mitth.
Olli. Ver. Wien 10. pag. 296—297.
M. J. Schuster, Das Wassergeflügel im Dienste der
Land- und Volkswirthschaft sowie als Zierde, enthaltend
gründliche Anleitung zur rationellen Zucht der Gänse,
Enten und Schwäne. 2. Aufl. Ilmenau, Schröter. 8^.
Derselbe, Die Gans im Dienste der Land- und
Volkswirthschaft sowie als Ziervogel. 2. Aufl. ebenda74pag.
Derselbe, Der Schwan als Zier- und Nutzvogel.
2. Aufl. ebenda, 21 pag.
J. B. Sutton, Avian Tuberculosis: an Illustration of
Amoebic Warfare ; Journ. Comp. Med. Surg. New-York 1886.
pag. 329—357, T. 2.
C. Stichler, Die Taube im Kriegsdienste; Mitth.
Orn. Ver. Wien 10. pag. 200—203.
K. Tragau, Die Geflügelzucht. Ein ertragreicher
Nebenerwerbszweig der Landwirthschaft; Samml. gemeinn.
Vortr. Prag, No. 101 u. 106.
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1886. m
Fr. V. Ulm -Erb ach beschreibt ein von ihr zweck-
mässig eing-erichtetes Geflügelhaus; ebenda pag. 57—58.
Dieselbe, Das schwanzlose Huhn; ebenda p. 88 — 90.
Voitellier, L'incubation artificielle et la basse-cour.
Traite complet d'elevage pratique. 4. ed. Paris, Firmin-
Didot 1-886.
C. E. Weber, Ueber Hühnerkrankheiten; Zeitschr.
Ornith. prakt. Geflügelz. Stettin 7. (10.) pag. 7—11.
T. C. Wink 1er erzählt von 4 Brieftauben, welche von
Leyden nach Haarlem (30 km) in 30 Minuten flogen und
nach V4 Stunden Rast, nachdem sie Nahrung genommen,
denselben Weg zurück in 20 Minuten durchmassen; Bull.
Soc. d'Acclim. France (4.) 3. pag. 452 — 454.
A. Zecha, Versuche mit der Truthühnerzucht auf
Racebildung; Mitth. Orn. Ver. Wien 10. pag. 284—287.
Zürn, Tuberculose der Hühner; ebenda p. 249 — 250.
— ? Die Spanierhühner; ebenda pag. 274 — 275.
Ueber das Gewicht der Eier verschiedener Hühner-
rassen befindet sich eine Zusammenstellung in: Zool.
Gart. 27. pag. 94.
Parasiten. C. Parona führt die Eingeweide-Para-
siten einer Anzahl sardinischer und ligurischer Vogel-
arten auf; Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova Ser. 2 a. Vol. 4.
24. Bd. pag. 372—373 und 500.
Y. Systematik.
Familie Sylviidae.
Äccentor ocularis n. sp. aus dem Gebiet des Kaspischen Meeres,
nahe A. fulvescens; G. Radde, Fauna u. Flora Casp. Geb. pag. 19.
Acrocephalus orientalis specifisch verschieden von stentoreus;
W. Blasius, Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 102.
Locustella lanceolata auf Luzon ; W. Ramsay, Ibis (5) Vol. 4,
pag. 160.
Lusciöla höhmi n. sp. von Simbile in Ugunda (Ost- Afrika), nahe
L. phüomela (Bebst.); A. Reichenow, Journ. Ornith. 34. pag. 115.
Merula erythrotis n. sp, von Süd-Travancore, ähnlich M. simülima
Jerd.; W. Davison, Ibis (5) Vol. 4. pag. 205.
Myiophoneus s. unter Timeliidae.
Phyllopseuste : J. Vian bespricht die auf Helgoland beobachteten
112 An t, Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
asiatischen Arten dieser Grattuug : Ph. horealis, nitida, viridana, coro-
nata, fuscata, tristis, proregidus u. superciliosa und führt die charac-
teristischen Kennzeichen, insbesondere in Vergleich zu den europäischen
Arten an; Bull. Soc. Zool. France 11. pag. 652—670.
Saxicola deserti in England; W. E. Clarke, Ibis (5) 4. pag. 100. —
S. stapazina, Unterschiede der westlichen und östlichen Form (melano-
leuca), S. dresseri neuer Name für die westliche Form-, H. Seebohm,
Zoologist Vol. 10. pag. 193—195, — S. tholloni n. sp. vom Kongo,
ähnlich S. arnotti und pileata; E. Oustalet, ISaturaliste 8. pag. 300.
Turdus alpestris Brehm u. torquatus L. verschiedene Arten;
L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 365—373. — T. carri-
baeus Lawr. anscheinend unterschieden von T. gymnophthalmus Gab. ;
G. N. Lawrence, Pr. Un, St. Nat. Mus. 9. pag. 610. — T. pilaris, über
Nistplätze in Mecklenburg; Wiese, Zeitschr. Ornith. prakt. G-eflügelz.
Stettin 7. (10) pag. 174. — T. stormsi n. sp. vom Tanganjika-See;
Gc. Hartlaub, Bull. Mus. roy. bist. nat. Belgique 4. pag. 143, T. 3.
Familie Timeliidae.
Ärses henJcei n. sp. von den Artrolab-Bergen, Neu-Gruinea, ähnlich
Ä. aruensis; A. B. Meyer, Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 16 T. 3 F. 1—2.
Cittocincla melanura n. sp. von der Insel Nias bei Sumatra, sehr
ähnlich C. macrura; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd.
pag. 549 T. 8.
Copsychus niger n. sp. vonElopura, Nordost-Borneo; W, Ramsay,
Proc. Z. S. London p. 123.
Cossypha pecilei n. sp. vom Kongo, nahe C. emerina Hartl.;
E. Oustalet, Naturaliste 8. pag. 300.
Erythrocercus thomsoni in Angola gefunden; J. A. de Sousa,
Journ. Sc. Math. Phys. Natur. Lisboa No. 42.
Harporhynchus crissalis u. lecontei, weitläufige Beschreibungen
beider Arten, Verbreitung und eingehendes über Lebensweise;
E. A. Mearns, Auk Vol. 3. pag. 289—307.
Icoturus n. g. Timeliidarum : Bill rather long and slender, slightly
hooked and notched at tip; culmen straight to near the tip; gonys
slightly couvex, equal in length to the distance from nostrils to tip;
nostrils at the anterior end of the nasal groove overhung by the
membrane, oval and slightly oblique, and removed from the feathering
a considerable distance; bristles at base of upper mandible tolerably
well developed. Wings short, rounded, and very concave; distance
of secondaries from tip of lougest primary less than the length of
the exposed culmen. Tail much shorter than wing, slightly rounded.
Feet long; tarsus nearly 'twice as long as exposed culmen, rounded
behind, booted; toes long and slender, outer toe longer than inner;
hind toe long, with a strong curved claw. Type: Icoturus namiyei
n. sp. von den Liu-kiu-Inseln, Japan. — Ferner ist in diese Gattung
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 113
zu rechnen : Sylvia Jcomadori Temra. ; L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat.
Mus. 9. pag. 643—646.
Mimocichla ravida n. sp. von Gross-Cayman, W.-Ind.; C. B. Cory,
Auk Vol. 3. pag. 499.
Myiophoneus tihetanus n. sp. von Tibet, ähnlich M. temmincki;
J. V. Madaräsz, Ibis (5) Vol. 4. pag. 145.
Sylvietta stampßii n. sp. von Liberia, nahe S. flaviventris; J. Bütti-
kofer, Notes Leyden Mus. 8. pag. 252.
Thryothorus guadeloupensis n. sp. von Guadeloupe; Ch. B. Cory,
Auk Vol. 3. pag. 381.
Trochalopterum cinnamomeum n. sp. von Süd-Travancore, ähnlich
T. cackinnmis Jerd. ; W. Davison, Ibis (5) Vol. 4. pag. 204.
Troglodytes hirtensis identisch mit T. parvulus; H. E. Dresser,
Ibis (5) Vol. 4. pag. 43—45.
Familie Paridae.
L. Stejneger giebt eine Uebersicht der japanischen Pariden —
[s. oben unter Faunistik S. 77].
Parus griseiventris Rchw. abgebildet; Journ. Ornith. 34, T. 2. —
P. palustris dresseri n. subsp. von Gross -Britannien; L. Stejneger,
Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 200—201.
Fsaltrites helviventris Cab. identisch mit (vielleicht $ von) Psal-
trites melanotis (Hartl.); R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 9
pag. 134.
Bemiza n. g. (=: Aegithalus Boie nee Herm. u. a), Typus : Aegithalus
consohrinus Swinh. ; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 387.
Familie Certhiidae.
Sitta amurensis clara n. subsp. von Yesso nebst Uebersicht der
japanischen Ä'^a- Arten; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. p. 392.
— S. haicalensis Tacz., amurensis Swinh., albifrons Tacz., Unter-
schiede der drei Arten; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 390.
Ticliodroma muraria am 24. Nov. 1885 bei Gleisweiler (Rhein-
pfalz) erlegt; F. Grässner, Monatsschr. Ver. Schutze Vogelw. 11.
pag. 23.
Familie Dacnididae.
P. L. Sclater liefert eine Monographie der CoereUdae. Die
als Familie aufgefasste Gruppe wird in vier Unterfamilien getheilt:
1. Mit gradem Schnabel, Oberkiefer gebogen, mit der Spitze den
Unterkiefer überragend : Biglossinae. Gattungen: Diglossa mit 16 Arten
und Biglossopis mit 1 Art. 2. Mit gradem, spitzem Schnabel, beide
Kiefer von gleicher Länge : Bacnidinae. Gattungen : Oreomanes (1 Art)^
Conirostrum (8), Xenodacnis (1), Hemidacnis (1), Bacnis (14), Cer-
thidea (2). 3. Mit gestrecktem Schnabel, beide Kiefer gebogen:
Coerebinae. Gattungen: Chlorophanes [2], Coereba (4), Certhiola (19).
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. H
114 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
4. Mit kurzem, conischem, etwas gebogenen Schnabel : Glossiptilinae.
Eine Gattung Glossiptüa mit einer Art. Im Ganzen 12 Gattungen
mit 70 Arten. Neu beschrieben Bacnis Sahnoni. Abgebildet: Biglossa
mystacalis T. 1 , Conirostrum fraseri ^ und Bacnis Salmoni $ T. 2,
Bacnis coerebicolor (J u. $ T. 3, Oilorophanes purpurascens ^ T. 4,
Certhiola martinicensis u. dominicana T. 5. Die Verbreitung der
Coerebiden erstreckt sich nach Angabe des Verf. von Süd-Mexico bis
zum Golf von Guyaquil an der Westküste Südamerikas, dem grossen
Amazonen-Thal an der Ostseite der Anden und der Grenze des Wald-
gebietes Südost-Brasiliens. [Hierzu ist darauf aufmerksam zu machen,
dass Taczanowski 28 Arten von Coerebiden für Peru aufführt, dass
u. a. Conirostrum cinereum nach Jelski bei Lima , Biglossa brunnei-
ventris nach Jelski bei Tarma, nach Whitely bei Paucartambo , die
erstgenannte Art nach d'Orbigny sogar bei Tacna und in der Provinz
Sicasica in Bolivien vorkommt, so dass die Südgrenze der Ver-
breitung der Familie auch an der Westküste Südamerikas viel weiter
südlich, etwa auf dem 18. " zu ziehen ist. Ref.]; Cat. B. Brit. Mus. 11
pag. 1—48. T, 1—5.
Certhiola atrata vermuthlich Melanismus von C. saccharina,
C. B. Cory, Auk Vol. 3. pag. 53. — C. sharpii n. sp. von Grand Cayman,
W. I., ebenda pag. 497. — C. sundevalli Ridgw. vermuthlich ein Ent-
wicklungsstadium von C. dominicana Taylor und C. finschi ein solches
von C. martinicana^chh.; Ch. B. Cory, Auk Vol. 3. pag. 52 u. 53.
Bacnis salmoni n. sp. von Antioquia (nach $ beschrieben);
P. L. Sclater, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 11. pag. 27. T. 2. F. 2.
Bicaeum nehrlcorni n. sp. von Nord-Celebes, nahe B.flammeum;
W. Blasius, Braunschweig. Anzeigen No. 52, 3. März 1886. — B.pecto-
rale abgebildet; Gould, B. Neu-Guinea Th. 21.
Pardalotus, Schlüssel der Arten dieser Gattung, Notizen über
P. affinis u. assimilis, letztere als subspecies der ersteren Art auf-
zufassen; L. Stejneger, Pros. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 294—296.
Familie Nectariniidae.
Aethopyya cara Shelley u. seheriae (Tick.), Unterschiede, T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd. pag. 593.
Familie Meliphagidae.
Euthyrhyncha fulvigula, Unterschiede zwischen Exemplaren vom
Arfak-Gebirge und solchen vom Hufeisengebirge ; A. B. Meyer, Zeit-
schrift Ges. Orn. 3. pag. 181—182.
Meliarclms sclateri abgebildet; Gould, B. New-Guinea Th. 21.
Melidectes emilii n. sp. vom Hufeisengebirge, Neu-Guinea, ähnlich
M. torquatus; A. B. Meyer, Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 22. T. 4. F. 2.
Meli'potes fumigatus n. sp. vom Hufeisengebirge, Neu -Guinea,
ähnlich M. gymnops; A. B. Meyer, Zeitchr. Ges. Orn. 3. pag. 22.
T. 4. F. 1.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 115
Melirrhophetes batesi n. sp. von Süd-Neu-Gruinea-, R. B. Sharpe,
Nature 34. pag. 340. — Abbildung; Gould, B. New-Guinea Th. 22.
Myzomela ramsmji n. sp. von den Inseln Kapaterong und Nusa,
nordwestlich von Neu-Irland, ähnlich M. nigrita] 0. Finsch, Zeitschr.
Ges. Orn. 3. pag. 21.
Ptüotis fulvocinerea n. sp. von dem Hufeisengebirge, Neu-Guinea,
ähnlich Ft. unicolor; A. B. Meyer, Zeitschr. Ges. Orn. pag. 24.
T. 5. F. 1.
Stigmatops kebirensis u. squamata abgebildet; Gould B. Neu-
Guinea, Th. 21.
Xanthotis chrysotis abgebildet; ebenda.
Familie Brachypodidae.
Aegithina philipi u. sp. von Hue in Annam ; E. Oustalet, Nouv.
Arch. Mus. Paris (2) T. 8. pag. 286.
Ändropadus flavescens in Angola gefunden; J. A. de Sousa,
Journ. Sc. Math. Phys. Natur. Lisboa No. 42.
Crateropus tanganjiccte n. sp. von Marungu, westliche Seite des
Tanganjika; A. Reichenow, Journ. Ornith. 34. pag. 115, T. 3.
Hypsipetes p-gefi-i n. sp. von den Liu-kiu-Inseln (Japan), ähnlich
H. amaurotis Temm.; L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 642.
Familie Alaudidae.
Mira fr a philippinensis n. sp. von Manilla, ähnlich M. parva;
W. Ramsay, Ibis (5) Vol. 4. pag. 160.
PyrrJmlauda signata n. sp. von Somaliland, ähnlich P. verticalis;
E. Oustalet, Bibl. Ecole de Hautes Etudes, Sect. Sc. I^at. 31. No. 10.
Familie Sylvicolidae.
P. L. Sclater hat die „Familie Tanagridae" monographisch
bearbeitet, in welche ausser den eigentlichen Tangaren auch die
Ruderfinken (Pitylinae) eingeschlossen werden. Verf. unterscheidet
6 Unterfamilien: 1. Procniatinae, Gattung Frocnias mit 1 Art. 2. Eu
phoniinae: Chlwophonia (9 Arten), Euphonia (33), Hypophaea (1)
Pyrrhuphonia (1). 3. Tanagrinae: Tanagrella (4), Chlorochrysa (3)
Pipridea (1), Procnopis (1), Calliste (61), Pseudodacnis (1), Iridornis (5)
Delothraupis (1), Stephanophorus (1), Poecilothraupis (5), Buthraupis (6)
Compsocoma (4), Dubusia (1), Tanagra (14), Spindalis (6), Bham
phocoelus (12), Phlogothraupis (1), Calochaetes (1), Pyranga (16)
Cyanicterus {1} , Orthogonys (1), Chlcyrothraupis {^) , Lanio {Q), Tachy
phomis (12), Creurgops {!), Malacothraupis [\), Eucometis {5), Tricho-
thraupis [l], Cypsnagra {\\ Pyrrhocoma (1), Nemosia{7), Thlypopsis {%).
Phoenicothraupis (9). ^. Lamprotinae mit 2 Gattungen: Lamprotes {\),
Sericossypha (1). 5. Phoenicophilinae mit den beiden Gattungen Phoe-
nicophüus (2) und Calyptophilus (1). 6. Pitylinae: Chlorospingus (32),
H*
116 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Urothraupis (1), Mia-ospingus (1), Pesopetes (1), Buarremon (35),
Nesospingus (1), Arremon (14), Biucopis (1), Conothraupis (1), Psi^o-
spiza{'2), Saltator (19), Lamprospiza (1), Orchesticus (1), Oreothraupis{l),
Cissopis (2), Schistochlamys (2), Pitylus (8). Im Ganzen sind 59
Gattungen und 376 Arten aufgeführt.
Neu sind die Gattungen Fseudodacnis u. Delothraupis. Neue
Arten : TIilypopsisamazonumu.Ärremonnigrirostns. Abgebildet werden :
Chl&rophonia roraimae (J u. Chlorophonia flavirostris T. 6 , Euphonia
concinna (^ $ T. 7, Euphonia finschi u. saturata T, 8, ^. melanura ^ $
T. 9, ^. vittata (^ T. 10, Phoenicothraupis gutturalis ^ TAI, Nemosia
albigularis (^ $ T. 12, Thlypopsis (yrnata u. inm-nata T. 13, Buarremon
leucopis T. 14, jB. comptus T. 15, 5. tricoloi' T. 16, Arremon wuchereri
T. 17. Bezüglich der Verbreitung bemerkt Verf., dass die Tanagridae
der Neotropischen Region angehören mit Ausnahme einiger Arten
der Gattung Pyranga, welche Nordamerika als Sommervögel be-
wohnen-, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 11, pag. 49—307, T. 6—17.
Anthus richardi in Schottland erlegt; J. G. Millais, Zoologist
Vol. 10, pag. 26—27.
Arremon nigrirostris n. sp. von Süd-Peru; P. L. Sclater, Cat. B.
Brit. Mus. Vol. 11, pag. 276.
Calliste versicolor Lawr. verschieden von C. cucullata Sws. ;
G. N. Lawrence, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 613.
Dendroeca vitelUna n. sp. von Gross - Cayman, W. Ind.; C. B.
Cory, Auk Vol. 3 pag. 497.
Delothraupis n. g. AUied to Iridornis, from which it differs in
its longer and more compressed bill. Typus: Calliste castaneoventris
Sei; P. L. Sclater, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 11. pag. 142.
Eucometis oleaginea n. sp. von dem Brittischen Guiana, ähnlich
E. Cassini; 0. Salvin, Ibis (5) Vol 4 pag. 57.
Euphonia nigricolUs (Vieill.) in Bucaramanga (Columbien);
H. V. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 4 pag. 57.
Geothlypis coryi und tanneri nn. spsp. von den Bahama-Inseln,
ähnlich G. heldingi Ridgw. ; R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 334 u. 335.
— G. trichas, Veränderungen des Gefieders nach Alter und Jahres-
zeit; Th. W. Beckham, ebenda pag. 279— 281.
Helminthophila celata in Süd-Carolina, A. T. Wayne, Auk Vol. 3
pag. 138—139.
Phonipara fumosa Lawr. identisch mit Amaurospiza unicolor Cab. ;
0. Salvin, Ibis (5) Vol. 4 pag. 502.
Pipilo complexus u. submaculatus nn. spp. von Puebla, Mexico,
ersterer ähnlich P. macronyx Sws.; letzterer P. maculatus Sws.;
R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 332.
Pseudodacnis n. g. General characters of Calliste, but bill rather
longer and more slender. Wings rather long, first four primaries
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 117
equal and longest. Plumage of Dacnis. Typus: Dacnis hartlaubi
Sei; P. L. Sclater, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 11. pag. 138.
Pyranga rubra, Beschreibung des ersten Sommerkleides; A. W.
Beckham, Auk Vol. 3 pag. 487.
Spindalis salvini u. sp. von Gross Cayman, W. Ind. ; C. B. Cory,
ebenda pag. 499.
Spodiornis jelskii n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Orn. Perou
T. 3 pag. 42.
Thlypopsis amazonum n. sp. von Bolivien und Peru; P. L. Sclater,
Cat. B. Brit. Mus. Vol 11. pag. 229.
Familie Fringillidae.
E. Brooks liefert in Anschluss an eine frühere Arbeit (Ibis 1885
pag. 381) einige Bemerkungen über die Unterschiede der Acanthis-
Arten. A. exilipes weicht nur durch geringere Grösse von hornemanni
ab. Im Ganzen sind 5 Arten zu unterscheiden: A. hornemanni,
exilipes, rostrata, linaria, rufescens und eine zweifelhafte: holboelU;
Ibis (5) Vol. 4 pag. 359— 364 [Vergl. Stejneger, Bericht f. 1884 pag. 216].
Acanthis linaria auf Island brütend; H. Slater u. T. Carter,
Ibis (5) 4. pag. 47.
Ammodramus petenicus abgebildet; Godman u. Salvin, Biol.
Centr. Amer. T. 28 F. 2. — A. p-inceps in Texas und in Neu-
Schottland erleg-t ; G. B. Sennett u. T. M. Jones, Auk Vol. 3 pag. 135.
Amphispim ferrariperezi n. sp. von Puebla, Mexico, ähnlich
A. quinquestriata ; R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 332.
Carpodacus severtzovi n. sp. von Centralasien, nahe Crubicillus;
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London pag. 354.
Chrysomitris atriceps und xanthogastra abgebildet; Godman u.
Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 31. — Ch. forreri n. sp. von Mexico,
ähnlich Ch. notata; Godman u. Salvin, Biol. Centr. Amer. pag. 429.
Coccothraustes humii n. sp. von Attock in Punjab (= C. vulgaris
Hume, Ibis 1869 pag. 456 und Stray Feathr. 1877 pag. 413 u. 462);
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London pag. 96—97.
Cyanospiza rositae ^ u. $ abgebildet; Godman u. Salvin, Biol.
Centr. Amer. T. 25.
Emberiza melanocephala bei Rothenacker b. Ehingen in Württem-
berg beobachtet; G. Grellet, Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württem-
berg 42. pag. 347. — in Notts, England ; J. R. Ashworth, Zoologist
pag. 73. — E. stewarti n. sp. von Koteghur, Himalaya; L. C. Stewart^
Zoologist pag. 435.
Euethia (Phonipara) marchii Baird identisch mit Euethia bi-
color (L.); Ch. B. Cory, Auk Vol. 3 pag. 209.
Rabia melanocephala (Sws.) scheint nicht auf Cuba vorzukommen
(vergl. Journ. Oruith. 1856 pag. 9); Ch. B. Cory, Auk Vol. 3 pag. 203.
118 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Haemophüa humer alis, rufescens, supercüiosa u. ruficauda ab-
gebildet ; Godman u. Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 20 u. 30. —
H. lawrencii n. sp. von Mexico, ähnlich H. ruficauda; ebenda pag. 397
— H. pulchra n. sp. von West-Peru; P. L. Sclater, Ibis (5) Yol. 4
pag. 258—259 T. 8.
Haplospiza uniformis abgebildet ; Grodman u. Salvin, Biol. Centr.
Amer. T. 27 F. 1.
Junco aUicola abgebildet ; Godman ii. Salvin, Biol. Centr. Amer.
T. 26 F. 1. — J. hyemalis carolinensis n. subsp. vom Westlichen Nord-
Carolina ; W. Brewster, Auk Vol. 3 pag. 108.
Loxia curvirostra stricMandi in Kansas erlegt; L. Dyche, ebenda
pag. 258—261.
Loxigüla harhadensis n. sp. von Barbados, ähnlich L, noctis u.
L. richardsoni n. sp. von Santa Lucia (West-Indien); Ch. B. Cory,
ebenda pag. 382.
Melospiza palustris, Beschreibung des jungen $ ; R. H. Bulley,
ebenda pag. 277.
Passer pyrrhonotus am See Mancha, Sind; E. F. Becher, Zoologist
pag. 430.
Peucaea notosticta abgebildet; Godman u. Salvin, Biol. Centr
Amer. T. 28 F. 1.
Plectrophenax hyperboreus brütet nach Townsend auf der Hall-
und St. Matthews -Insel in der Behringssee, auf den Pribylow-Inseln
hingegen P. nivalis; R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 276—277.
Poliospiza flegeli n. sp. vom Benue, nahe P. reichardi Rchw. ;
E. Hartert, Joum. Ornith. 34. pag. 583.
Propasser rhodometopus Bidd. von Yarkand verschieden von
P. rhodochlamys Brandt vom Altai und von P. grandis Blyth (= rhodo-
chlamys Bidd.) vom Himalaya; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London
pag. 353.
Pyrrhula kurilensis n. sp. von den Kurilen, nahe P. orientalis;
R. B. Sharpe, Zoologist pag. 485.
Spizella pinetorum abgebildet ; Godman u. Salvin, Biol. Centr.
Amer. T. 27 F. 3. — S. pusilla arenacea n. subsp. Wintervogel in
Süd -Texas, Sommeraufenthalt unbekannt; A. P. Chadbourne, Auk
Vol. 3 pag. 248.
Zonotrichia vulkani u. quinquestriata abgebildet; Godman und
Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 26 F. 2 u. Taf. 27. F. 2.
Familie Ploceidae.
G. E. Shelley liefert eine Monographie der Ploceidae der
äthiopischen Region. Verf. folgt der zuerst von Sundevall, später
von Reichenow vorgenommenen Eintheilung, indem er die Familie in
zwei Untergruppen trennt: Ploceinae mit langer und Viduinae
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 119
(Spe)-mestinae Rchw.) mit kurzer 1. Schwinge. Der vorliegende 1. Theil
der Arbeit behandelt die Viduinae [doch stellt Verf. in diese Gruppe
auch die Grattung Phüetaerus, obwohl diese Form nur 9 Handschwingen
hat, also vielmehr unter die FringüUdae zu rechnen ist. Ref.]. Be-
schreibungen werden nicht gegeben, nur kurze „Schlüssel" zum Be-
stimmen der Arten, dagegen ist ausführlich die Sjmonymie behandelt.
Die Verbreitung wird nur im Allgemeinen bezeichnet. Die auge-
nommenen G-attungen sind: 1. Nigrita mit 7 Arten, 2. Phüetaerus
mit 3 Arten (ausser socius auch die sonst zu Nigrita gestellten species
Cabanisi und Arnaudi [!]), 3. Spermestes (5 Arten), 4. Munia (5),
5. Amadina (2), 6. Pyrenestes, 1 Art (coccineus Cass., ostrinus Vieill.
und personatus Dub. zusammengezogen [!]), 7. Spermospiza (2),
8. Cryptospiza (1), 9. Hi/j^rgus (S), 10. Pytilia (7), 11. Lagonosticta
(11),' 12. Estrelda (20), 13. Ortygospiza (2), 14. Hypochera (1 Art,
nitens und aenea zusammengezogen), 15. Vidua (6 sp., paradisea und
verreauxi vereinigt), 16. Coliuspasser (11) (hiermit Orynx Rchb. ver-
einigt), 17. Pyromelana (13), 18. Quelea (4, sanguinirostris u. lathami
vereinigt [!]); Ibis (5) Vol 4 pag. 301— 359. Estrelda atricapilla und
Pyromelana aurea sind abgebildet T. 9.
Amauresthes fringüloides in Angola gefunden; J. A. de Sousa,
Jörn. Sc. math. Phys. Natur. No. 43 Lisboa.
Cinnamopteryx n. subgen., Typus: Ploceus castaneofuscus Less,,
A, Reichenow, Zool. Jahrb. I. pag. 126.
Bonacicola Imnsteini n. sp. von Neu-Irland; 0. Finsch, Ibis (5)
Vol. 4 pag. 1 T. 1.
Eiiplectes nigrifrons Böhm abgebildet; Journ. Ornith. 34. T. 2.
Habropyga poliogastra n. sp. von Mossambik, sehr ähnlich
H. incana Sund.; A. Reichenow, Journ. Ornith. 34. pag. 121.
Hyphantica: A. Reichenow unterscheidet drei Arten der Gattung
und eine Abart: H. sanguinirostris (L.) von Nordwest - Afrika,
H. aethiopica (Sund.) von Nordost-Afrika, H. aethiopica var. inter-
media Rchw. n. var. von Ost -Afrika und H. lathami (Smith) von
Süd-Afrika. Die einzelnen Formen sind beschrieben, Synonymie und
genaue Verbreitung angegeben; Journ. Ornith. 34. pag. 391 — 394.
Lagonosticta nitidula n. sp. vom Tanganjika-See, nahe L. rufo-
pida; G. Hartlaub, Bull. Mus. roy. bist. nat. Belgique 4. p. 145, T. 4.
Melanopteryx n. subgen., Typus: Ploceus nigerrimus Vieill.;
A. Reichenow, Zool. Jahrb. 1. pag. 125.
Ploceus: A. Reichenow liefert eine Monographie der Gattung.
38 Arten sind aufgeführt, von welchen 32 afrikanisch, 5 malayisch,
1 madagassisch. Sechs Untergattungen sind angenommen: Xantho-
philus Rchb., Melanopteryx Rchw. n. subg,, Cinnamopteryx Rchw.
n. subg., Hyphantoruis Gray, Sitagra Rchb. u. Ploceus Cuv. — Ab-
gebildet sind Ploceus xanthops, sakalavus, dimidiatus und subpersonatus ;
120 Ant. Reiche now: Bericht iiher die Leistungen in der
Zooh Jahrb. 1. pag. 113 — 164 T. 5. — P. duboisi n. sp. vom Tan-
ganjika-See, nahe P. capitalis Lath. ; G. Hartlaub, Bull. Mus. roy.
bist. nat. Belgique 4. pag. 144; F. heugUni nom. uov. für Textor
atrigularis Heugl. nee Voigt; Zool. Jahrb. 1. pag. 147. — P. reichardi
Rchw. n. sp , nahe P. vitelUnus , von Karema am Tanganjika - See ;
A. Reichenow, Zool. Jahrb. 1. pag. 150; abgebildet; Journ. Ornith. 34.
Taf. 2.
Familie Icteridae.
P. L. Sclater giebt eine Monographie der Icteridae. Im
Allgemeinen ist die Familie in derselben Weise behandelt wie in der
früheren Bearbeitung desselben Gegenstandes [vergl. Ber. f. 1883
pag. 359 u. f. 1884 pag. 219]; nur einige Aenderungen werden vor-
genommen: Ostinops montezumae, hifasciatus, guatimozinus u. y^ra-
carium werden in der neuen Gattung Gymnostinops abgesondert.
Ebenso ist Cassicus solitarius u. holosericeus in der Gattung Ambly-
cercus Gab. gesondert und Cassidix Less., welche früher zu den
Quiscalinae gezogen war, unter die Cassicinae gestellt. Zu den
Icterinae ist Gymnomystax hinzugezogen, welche früher den Ägelaeinae
eingereiht war. Von den Ägelaeinae werden Trupialis und Sturnella
als Sturnellinae getrennt. Die früher unter der Gattung Xantho-
somus Gab. getrennten Arten icterocephalus, flavus, frontalis und
ruficapillus sind mit Agelaeus vereinigt und A. forhesi ist neu be-
schrieben. Icterus nigerrimus Orb. wird unter der Gattung Nesopsar
Sei. getrennt. Cyrtotis maxillaris (d'Orb. et Lafr.) Bp. hält Verf.
für Molothrus honariensis ^ mit deformem Schnabel. Vermehrt
wurde die Familie ferner um den 1885 entdeckten Icterus hauxivelli,
welcher auf T. 18 abgebildet wird. Im Ganzen sind nunmehr
29 Gatt. u. 128 Arten bekannt. Die Verbreitung anlangend, erstreckt
sich die Familie von dem Polarkreis bis Patagonien, ist aber in
Mittel- und dem Norden von Süd- Amerika am reichsten vertreten;
Gat. B. Brit. Mus. Vol. 11. pag. 308—405 T. 18.
Agelaeus forhesi n. sp. von Pernambuco, Brasilien (vielleicht —
Agelaius pustulatiis Sws.); P. L. Sclater, Gat. B. Brit. Mus. Vol. 11
pag. 345.
Gymnostinops n. g. Base of lower mandible naked. Typus
Cacicus montesuma Less. ; ebenda pag. 312.
Icterus bairdi n. sp. von Gross - Gayman, W.-Ind.; G. B. Gory,
Auk Vol. 3 pag. 500.
Molothrus honariensis (Gab,), erwähnt von Bisque, Jungfern-
Inseln (Ibis 1860 pag. 308) ist aus der Liste der westindischen Vögel
zu streichen ; Gh. B. Gory, Auk Vol. 3 pag. 220.
Ostinops guatemozinus SihgehMet; Godman u. Salvin, Biol. Gentr.
Amer. T. 32.
Quiscalus caymanensis n. sp. von Gross-Gaymann, ebenda pag. 499.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 121
Familie Sturnidae.
Cälornis altirostris sp. n. von der Insel Nias b. Sumatra, ähnlich
C. chalyhaea (Horsf.); T. Salvadori, Ann Mus. Civ. Genova 24. Bd.
pag. 553. T. 9. — C. feadensis ahgebildet; Gould, B. Neu-Guinea Th. 21.
Gracida robusta sp. n. von der Insel Nias bei Sumatra, ähnlich
G. javanensis {Oy\).)\ T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd.
pag. 554, T. 9.
Melanopyrrhus anais u. orientalis abgebildet; Gould B. Neu-
Guinea Th. 22.
Familie Paradiseidae.
0. Finsch and A. B. Meyer, On some new Paradise Birds;
Ibis (5) 4. pag. 237 — 258 T. 7. — [Uebersetzung, vergl. Ber. 1885
S. 173.]
d'Hamonville bespricht die in neuester Zeit entdeckten
Paradiesvögel und giebt eine Uebersicht über sämmtliche (52) Arten
der Familie. Falculia palliata ist hierin nicht eingeschlossen; Bull.
Soc. Zool. France 11. ann. pag. 503 — 511.
Ämblyornis suhalaris abgebildet ; Gould, B. New-Guinea Th. 22.
Drepanornis JBruijnii abgebildet ebenda Th. 21.
Lophorina minor (Rams.), Berichtigungen bezüglich der Dar-
stellung des Nackenkragens auf Taf. 17 der Zeitschr. f. Ges. Orn.
2. Jahrg. ; A. B. Meyer, Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 180 mit Holzschn.
Bhipidornis Gulielmi-tertii vermuthlich auf Neu-Guinea heimisch,
nicht auf Waigiu; A. B. Meyer, Proc. Z. S. London pag. 297 — 298.
Paradisornis rudolphi abgebildet Ibis (5) 4. T. 7.
Familie Corvidae.
Aphelocoma insularis n. sp. von Californien; H. W. Henshaw^,
Auk Vol. 3 pag. 452.
Cycmocorax jnleatus nicht auf Jamaica; Gh. Cory, ebenda pag. 230,
Corvus dominicensis von San Domingo vermuthlich n. Abart
von C. leucognaphalus Daud. von Porto Rico ; ebenda pag. 228.
Corvus ossifragus nicht auf Cuba; ebenda pag. 230.
Nucifraga caryocatactes am 8. Februar in Hampshire erlegt,
A. G. Renshaw, Zoologist Vol. 10 pag. 182. — N. caryocatactes macror-
hynchus Brehm: Wanderzüge der Art im Herbst 1885 und Winter
1885/86, Unterschiede der Formen bracJiyrhT/nchus Brehm (des typischen
N. caryocatactes L. des westlichen Europas) und macrorhynchus Brehm,
der östlichen (asiatischen) Form, für welche beide die neuen Namen
pachyrhynchus und leptorhynchus angewendet werden; R. Blasius,
Ornis 2. 4. Heft u. separat: Wien, Gerold 1886.
122 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Laniidae.
Ärses s. unter Timeliidae.
Cyclorhis flaviventris yucatanensis n. subsp. von Yucatan ; R. Ridg-
way. Proc Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 519.
Lanius excubitor. R. Collett weist darauf hin, dass in Norwegen
die Form L. excubitor neben L. major und zwar jede von beiden in
den verschiedensten Altersstufen und in verschiedenen Geschlechtern
angetroffen werde. Verf. fand beide Formen als gepaarte Paare,
hierbei in der Regel major als $, und ferner als Junge derselben
Brut. Verf. schliesst daraus, dass beide Formen nicht als verschiedene
Arten, sondern nur als Varietäten zu betrachten seien, wobei allerdings
der typische excubitor vorzugsweise den südwestlichen, der typische
major den nordöstlichen Theilen der Palaearktischen Region angehöre.
Ersterer wird noch in Finnmarken, bei Archangel, am Ob gefunden,
letzterer bis Ungarn und Osterreich. Ausser major betrachtet Verf.
als Ausläufer der Variabilität von L. excubitor noch die Formen
mollis, horealis von Nordamerika, homeyeri und leucoptefi'us von Süd-
Sibirien; Ibis (5) Vol. 4 pag 30—40.
Otomela hogdanoivi n. sp. von Nord-Persien, nahe 0. romanowi
Bogd.; V. Bianchi, Bull. Ac. Sc. St. Petersb. 30 pag. 514-519.
Pachycephala coUaris abgebildet; Gould B. Neu-Guinea Th. 21.
Vireo alleni n. sp. von Gross Cayman, W. Ind.; C. B. Cory,
Auk Vol. 3 pag. 500. — V. solitarius dlticola n. subsp. vom westlichen
Nord-Carolina; W. Brewster, ebenda pag. 111.
Familie Campophagidae.
Edoliisoma poliopse abgebildet; Gould B. New-Guinea Th. 22.
GraucaUis guillemardi n. sp. von den Sulu-Inseln (=Ärtamides
pollens Guill. nee Salvad., Proc. Z. S. London 1885 pag. 258); T.
Salvadori, Ibis (5) Vol. 4 pag. 154.
Ldlage leucopygialis, Unterschiede von terat\ W. Blasius, Zeitschr.
Ges. Orn. 3. pag. 112. — L. melanothorax Sharpe ist zu unterdrücken,
da das Exemplar, auf welches die Art begründet wurde, sich als
Kunstprodukt erwiesen hat; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London pag. 354.
Pericrocotus lansbergei n. sp. von Sumbawa; J. Büttikofer, Notes
Leyden Mus. 8. pag. 155. T. 6. — P. novus n. sp. von Manilla,
ähnlich P. exsul von Java; W. Ramsay, Ibis (5) Vol. 4. pag. 161. —
P. tegimae n. sp. von den Liu Kiu Inseln (Japan), ähnlich P. cinei-eus;
L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 648.
Familie Muscicapidae.
Bradyornis henguellensis n. sp. von Benguella, nahe B. murinus;
J. A. de Sousa, Jörn. Sc. Math. Phys. Natur. Lisboa No 43.
Cyornis albo-oUvacea Hume identisch mit Seta/ria pectoralis Salvad.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 123
u. Bhinomijias pcctoralis Sharpe, C. poUogenys Brooks mit Siphia
cacharensis Mad.; R. B. Sharpe, Pr. Z. S. London pag. 354. — C.
herioti n. sp. von Manilla, ähnlich C. elegans; W. Ramsay, Ihis (5)
Vol. 4 pag. 159.
Dioptrornis hrunnea Gab. und B. fischeri Rchw. $ und juv. ab-
gebildet; Journ. Ornith. 34. T. 1.
Erythromyias riedelin. sp. von den Tenimber Inseln; J. Büttikofer,
Notes Leyden Mus. 8. pag. 62 T. 3. — E. pyrrhonota Müll, abgebildet
ebenda.
Myiarchus coalei n. sp. vom Orinoco; R. Ridgway, Proc. Un. St.
Nat. Mus. 9. pag. 520.
Fseudogerygone cinereiceps n. sp. von Sogeri, Neu-Guinea; R. B.
Sharpe, Nature 34. pag. 340. — Ps. woiato abgebildet; Gould B. New-
Guinea Th. 21. — Ps. chrysogastra und cinereiceps abgebildet;
ebenda Th. 22.
Bhipidura ruhrofrontata abgebildet; ebenda Th. 21. — Bh. hy-
perythra abgebildet; ebenda Th. 22. — Bh. cinnamomea n. sp. von
dem Hufeisengebirge, Neu- Guinea, als ^ bezeichnetes Exemplar dem
9. von Bh. brachyrhynchu nahe stehend; A. B. Meyer, Zeitschr. ges.
Orn. 3. pag. 17. T. 3. F. 3.
Siphia poUogenys (Brooks), {Cyornis poUogenys Brooks) identisch
mit S. cacharensis v. Madar. (1884), aber verschieden von Cym-nis
oUvacea Hume; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London pag. 354.
Tei'psiphone insularis n. sp. von der Insel Nias bei Sumatra,
ähnlich T. affinis (Ray); T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd.
pag. 539.
Familie Hirundinidae.
R. B. Sharpe u. t). W. Wyatt, A Monograph of the Hirundi-
nidae, or Family of Swallows. London 1886. 4to. Pt. 3 u. 4 er-
schienen. — Enthält Abbildungen und Text von: Cotüe concoloi' u.
ohsoleta, Uirundo smithi, nigrorufa, cucuUata, atrocaerulea , melano-
crissa, griseopyga u. nigrita, PetrocheUdon ariel, PsaUdoprocne holo-
melaena u. pristoptera.
CheUdon namiyei n. sp. von den Liu Kiu Inseln (Japan), ähnlich
Ch.javanica (Sparrm.); L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 646.
Cotüe ohsoleta, Brutvogel bei Aden; J. W. Yerburg, Ibis (5)
Vol. 4. pag. 14.
Hirundo gutturalis specifisch verschieden von H. rustica; W. Bla-
sius, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 108. — H. lunifrons Say kann nicht
auf H. pyrrhonota Vieill. bezogen werden nach R. Ridgway, Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 9. pag. 139.
Phedina brazzae n. sp., vom Kongo; E. Oustalet, Naturaliste 8.
pag. 300.
124 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Anabatidae.
Picolaptes rikeri n. sp. von Santarem , unterer Amazonenstrom ;
R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 523.
Xenerpestes n. g. Dendrocolaptidarum ; Rostro brevi, gracili,
conspicue deorsum curvato, basi latiore, dein subito angustato, maxillae
tomiis ad oris angulum projectis, tumidis, deute finali nullo. Narium
aperturis oblongis, pone rostri basin, lateralibus, membrana partim
obtectis nee plumosis. Tarsis brevibus fortibus, digitis brevissimis,
unguibus fortioribus, valde incurvis instructis. Digito externo interno
valde longiore. Trunci pennis quam in genere Synallaxidi firmioribus,
plumis in fronte rigidis setaceis, supra narium aperturas valde pro-
minentibus. Alis pro mole longioribus. Remigum primariorum
decem 2., 3., 4. longissimis, fere aequalibus; 2. = 7. secundariis multo
longioribus. Cauda modice gradata, rectricibus externis mediis circiter
15 mm brevioribus: rectricibus omnibus laxis, latitudine aequali, api-
cibus rotundatis nee acuminatis. Coloribus insolitis, sexibus similibus,
ptilosi aetatis juvenilis diversa. Typus: X minlosi n. sp. von Buca-
ramanga (Columbien); H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 4. pag. 54. T. 4.
Familie Tyrannidae.
Blacicus flaviventris n. sp. von Grenada, West -Indien, nahe
B. brunneicapHlus; G. N. Lawrence, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 617.
Emjyidochanes fuscatus (Wied), Unterschiede von Empidochanes
fuseatus, fringillaris und oliva. E. vireoninus vermuthlich n. sp.
von Tobago; R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 4. pag. 460—461.
Empidonax, Unterschiede von Mitrephanes und Empidochanes,
Uebersicht der Arten des Genus: fulvifrons, rubicundus, pygmaeus,
alhigularis, hrunneus, griseipectus , pusillus, minimus, acadicus, diffi-
cilis, flaviventris, hairdi, salvini, flavescens, hammondi, obscurus, fulvi-
pectus, mit Angabe deren Verbreitung; Ibis (5) Vol. 4. pag. 461 — 468.
— E. salvini n. sp. von Guatemala; R. Ridgway. Ibis (5) Vol. 4.
pag. 459.
Lawrencia n. g. Tyrannidarum : Wing very much rounded, the
first quill shortest, the second quill not longer than secondaries, and
fifth and sixth longest; longest primaries exceeding secondaries by
less than the distance from tip of second to that of longest quill;
distance from tip of first quill to that of the longest considerably
greater than the length of the tarsus. Tarsus long (about twice the
length of the exposed culmen), the posterior face, on both sides»
booted. Bill small, much depressed, triangulär, the lateral out lines
slightly concave; distinctly notched, the rictal bristles streng; length
of bin from nostril about equal to its width at base. Tail nearly as
long as the wing, slightly rounded. Color olive above, browner on
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1886. 125
remiges and rectrices, grayer on head, the wing-coverts with two
whitish bands; lower parts whitish; tinged with sulphuryellow late-
rally and posteriorly. Type: Empidonax nanus Lawr.; R. Ridgway,
Auk Vol. 3. pag. 382—383.
Müvulus forßcatus an der Südost-Küste von Florida gefangen;
N. S. Goss, Auk Vol. 3. pag. 134; Ridgway ebenda.
Myiarchus coalii n. sp. vom Orinoeo ; R. Ridgway , Pr. Un. St.
Nat. Mus. 9. pag. 520. — M. denigratus n. sp. von Gross - Cayman,
W.-Ind.; Ch. B. Cory, Auk Vol. 3. pag. 500.
Oncostoma olivaceum Lawr. in Bucaramanga (Columbien) ; H. v.
Berlepsch, Ibis (5) Vol. 4. pag. 57.
Pip-a dubia n. sp. Vaterland unbekannt ; J. v. Madarasz, Zeit-
schr. ges. Ornith. 3. pag. 270, abgebildet T. 9.
Familie Ampelidae.
HypocoUus ampelinus Bp. Brutvogel bei Fao in Persien; R. B.
Sharpe, Ibis (5) Vol. 4. pag. 477.
Pipreola whitelyi n. sp. von Roraima im Brittischen Guiana;
0. Salvin, Ibis (5) Vol. 4. pag. 502. T. 12 {^ u. $).
Pyroderus masoni n. sp. von Venezuela, sehr ähnlich P. m^eno-
censis Lafr., Unterschiede dieser und der Arten P, scutatus Shaw. u.
grenade7isisJj2ih\\ R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 92—93,
Auk Vol. 3. pag. 333.
Familie Trochilidae.
H. V. Berlepsch giebt eine Uebersicht über die Colibri-
Literatur nebst kritischen Bemerkungen; Festschr. Ver. f. Naturk.
Cassel 1886.
d'Hamonville beschreibt einige weniger bekannte Kolibri-
Arten; Bull. Soc. Zool. France 11. pag. 311—318.
Familie Cypselidae.
Chaetura; Anatomie; s. Lucas S. 56. — Ch. poliura (Tem.) auf
St. Vincent; Ch. B. Cory, Ibis (5) Vol. 4 pag. 473.
Cypselus myochrous n. sp. von Karema am Tanganjika, nahe
C. parims; A. Reichenow, Joum. Ornith. 34. pag. 116.
Hirundinapus Uaedi n. sp. von Tadang, W.- Sumatra, nahe
H. nudipes Hodgs. ; J. Büttikofer, Notes Leyd. Mus. 1886 pag. 40.
Familie Caprimulgidae.
Caprimulgus europaeus s. oben Wendt S. 51.
S. auch Beddard oben S. 51— 52.
126 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Coraciidae.
Aegotheles wdllacii abgebildet; Gould, B. Neu-Gruinea Th. 21.
Familie Meropidae.
Von H. E. Dresser 's „Monograph of the Meropidae or Family
of the Bee-eaters" ist Th. 5 erschienen und das Werk damit abge.
schlössen. Verf. unterscheidet 5 Gattungen : Nyctiornis, Meropogon
(forsteni), Merops, Dicrocercus (hirundineus) u. Melittophagus. Mero-
piscus gularis und Verwandte sind zu Melittophagus gestellt [!].
Merops viuscatensis n. sp. von Maskat am Arabischen Meer;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 4. pag. 15 u. 165.
Familie Alcedinidae.
Ceyx gentiana abgebildet; Gould, B., Neu-Guinea Th. 22.
Ceryle varia Strikl. und rudis, Unterschiede beider Arten;
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd. pag. 586.
Familie Bucerotidae.
Buceros casuarinus Gray ist juv. von Bycanistes cylindricus;
P. L. Sclater, P. Z. S. London 1885 pag. 851.
Familie Picidae.
L. Stejneger liefert eine Uebersicht der Spechte Japans [vergl.
oben unter Faunistik S. 77]; Proc. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 99— 124.
Centurus Uakei u. nyeanus nn. spp. von den Bahama-Inseln, beide
ähnlich C. superciUaris (Tem.); R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 337 u.
336. — C. caymanensis n. sp. von Gross-Cayman, W.-Ind. ; C. B. Cory
ebenda pag. 499.
Chloronerpes callonotus peruvianus n. subsp. von Peru ; L. Tacza-
nowski, Orn. Perou T. 3 pag. 80.
Chrysophlegma , Monographie der Gattung. 6 Arten werden
unterschieden: flavinucha Gould, mystacale Salvad., mentale Temm.,
squamicolle Less . , miniatum Forst. , malaccense Lattr. ; E. H a r g i 1 1 ,
Ibis (5) Vol. 4 pag. 260—281.
Colaptes gundlachi n. sp. von Gross-Caynian, W.-Ind.; C. B. Cory,
Auk Vol. 3 pag. 498.
Chrysoptüus punctipedus Sei. n. sp von Peru; L. Taczanowski,
Orn. Perou T. 3 pag. 88.
Dendropicus pecilei n. sp. vom Kongo ; E. Oustalet, Naturaliste 8.
pag. 299.
Dryobates namiyei n. sp. von Japan, Südwesten der Mittelinsel
und D. subcirris n. sp. Norden der Mittelinsel, beide ähnlich D. leuco-
notus, letztere Art vermuthlich Brutvogel auf Yesso; L. Stejneger,
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 127
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol.'9 pag. 116, 113 u. 114. B. namiyä
abgebildet ebenda T. 2. — D. nuttaUi -{-D. pubescens gairdneri, ver-
muthlicher Bastard, beschrieben; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat.Mus.9.
pag. 521—522.
Gezinus flavirostris n. sp. aus der Oase Ahal-Teke, südwestlich
der Wüste Kara-Kura; Ball. Soc. Nat. Moskou 1886 No. 2.
Miylyptes infuscatus n. sp. von der Insel Nias bei Sumatra;
T. Salvadori,, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd. pag. 531.
Picumnus punctifrons n. sp. von Peru (P. aurifrons Tacz. 1874);
L. Taczanowski, Orn. Perou T. 3 pag. 65.
Picus arizonae n. sp. von Arizona, ähnlich P. stricMancU; Ibis
(5) Vol 4 pag. 115. — P. canus jessoensis 11. subsp. von Yesso; L. Stej-
neger, Proc. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 106. — P. canus viridi-canus
(Mey. Wolf) von Mitteleuropa unterschieden von der typischen nor-
wegischen Form P. canus Gm,; ebenda. — P. canus peft-pallidus n. subsp.
von Sidinij, Ussuri; ebenda pag. 107.
Familie Capitonidae.
Barbatula bocagei n. sp. von Caconda (Angola) ; ähnlich B. leu-
cotis Sund.; A. de Sousa, Jörn. sc. math. phys. nat. Lisboa No. 43.
Trachyphonus shelleyi n. sp. von Somaliland, nahe T. erythroce-
phalus; Synonymie und Verbreitung der bekannten 9 Arten der
Gattung: caffe)- Vieill., margaritatus Rüpp., arnaudiVreY. et Desm.,
böhini Fisch, et Rchw,, versicolor Hartl, erythrocephalus Gab., shelleyi
Hartl., purpuratus Verr., goffini Schleg. ; G. Hartlaub, Ibis (5) Vol. 4
pag. 105— 112 T. 5.
Familie Rhamphastidae.
Äulacorhamphus dimidiatus n. sp. von Venezuela, ähnlich A. atro-
gularis Sturm, R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 93 und
Auk 3. pag. 333.
Familie Cuculidae.
Centropus savorgnani n. sp. vom Kongo; E. Oustalet, NaturalisteS.
pag. 299.
Coccystes brazzae n. sp. vom Kongo, nahe C.jacobinus; E. Oustalet,
Naturaliste 8. pag. 299.
Geococcyx californianus, ausführliche"' Beschreibung der Anatomie,
hinsichtlich welcher sich insonderheit grosse Verschiedenheiten zwischen
genannter Form und der Gattung Coccyzus ergeben und durch welche
die von anderen Autoren vorgenommene Sonderung der Unterfamilieu
Centropodinae {Zanclostoniinae) und Cuculinae neue Bestätigung erhält;
R. W. Shufeldt, P. Z. S. London 1886 pag. 420-490 T. 42-44.
128 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Hierococcyx hocU n. sp. von West - Sumatra , ähnlich H. spar-
verioides; W. Ramsay, Ibis (5) Vol. 5 pag. 157.
Microdynamis parva abgebildet; A. B. Meyer, Zeitschr. Ges.
Orn.3. T. 5. F. 2.
Familie Musophagidae.
H. Schalow liefert eine Monographie der Familie. Verf. unter-
scheidet 6 Gattungen: Musophaga, Corythaix, Gallirex, Corythaeola
und Gymnoschizorhis n. g. (mit unbefiedertera Gesicht und Kehle),
Typus: Schisorhis leopoldi Shell. Die Familie umfasst 25 Arten.
[Bezüglich des Vorkommens von C Uvingstoni ist berichtigend zu
bemerken, dass die von Fischer angeführten Fundorte in Ostafrika
auf C. cahanisi, zum Theil auf C. reichenowi sich beziehen [vergl.
Journ. Orn. 33. pag 123]. Wahrscheinlich sind in gleicher Weise
die Angaben Kirk's bezüglich des Vorkommens dieser Art richtig zu
stellen. Auch Fundortsangabe Mossambik bedarf der Bestätigung.
Für C. buffoni ist irrthümlich „Kamerun (Reichenow)" angeführt;
letztere Notiz vielmehr bei C. persa zu ergänzen] ; Journ. Ornith. 34.
pag. 1—77.
Gallirex porphyreolophus in Angola; J. A. de Sousa, Journ.
Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa No, 42.
Familie Pionidae.
Chrysotis caymanensis n. sp. von Gross Cayman, W. Ind.;
C. B. Cory, Auk Vol. 3 pag. 497.
Familie Conuridae.
Conurus rubritorques n. sp. (Vaterland unbekannt), ähnlich C. euops\
P. L. Sclater, P. Z. S. London 1886 pag. 539 T. 56.
Myiopsitta lineola (Cass.). alt und jung beschrieben ; R. Ridgway
Proc. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 94.
Familie Trichoglossidae.
Charmosyna stellae n. sp., ähnlich papuensis, vom Hufeisen-
gebirge, Neu-Guinea; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 11 T. 2
Eos fuscata abgebildet; Gould B. New-Guinea Th. 21.
Eos incondita n. sp. nahe E. fuscata von Jobi; A. B. Meyer
Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 6 T. 1 Fig. 2.
Familie Micropsittacidae.
Cyclopsittacus salvadorii, Beschreibung der Geschlechter und
des Jugendzustandes, Unterschiede von verwandten Arten mit Abb.
[mangelhaft]; E. Oustalet, Nouv. Arch. Mus. Paris (2) T. 8. pag.
301—303. Taf. 12.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 129
Psittacella madaraszi n. sp. nahe modesta und Fs. palUda n. sp.
(nach einem § beschrieben) nahe Ps. hrehmii vom Hufeisengebirge,
Nen-Guinea; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 4 u. 3, T. 1 F. 1
(Ps. madaraszi). — P. madaraszi abgebihlet; Gould B. New-Guinea
Th. 22.
Familie Platycercidae.
Platycercus auriceps, Varietät beschrieben; Trans. Proc. New-
Zeal. Inst. 18. pag. 129—130. — P. unicolor Vig., welche Art auf
ein einzelnes 1831 in London lebend gehaltenes Exemplar begründet
und seitdem nicht wieder gefunden war, wurde neuerdings auf der
Antipoden-Insel an der Küste Neu-Seelands angetroffen ; F. W. Hutton,
Ibis (5) Vol. 4 pag. 385.
Ordnung Raptatores.
Siehe 0. v. Riesenthal oben S. 63.
Familie Strigidae,
Aegoliiis tengmalmi in Yorkshire erlegt; R. P. Harper, Zoologist
Vol. 10. pag. 214.
Bubo maximus auf den Goto-Inseln, W. S. W. von Nangasaki;
J. H. Gurney, Ibis (5) Vol. 4 pag. 524. — JB. milesi n. sp. von Maskat
(Arabien), am nächsten Biibo magellanicus; R. B. Sharpe, Ibis (5)
Vol. 4 pag. 163. T. 6. — B. virginianus: Vorkommen auf Jaraaica
erscheint zweifelhaft; C. B. Cory, Auk 3. pag. 464.
MegasGops elegans auf den Liu-Kiu- Inseln wiedergefunden;
L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat. Mus. Vol. 3. pag. 640.
Micrathene graysoni n. sp. von der Insel Socorro, W. Mexiko,
ähnlich M. whitneyi; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 9
pag. 166 u. Auk 3. pag. 333.
Ninox dimorpha abgebildet; Gould B. New-Guinea Th. 22.
Strix flammea, Etymologie des Namens, s. Salvadori oben S. 50.
Syrnium niasense n. sp. von der Insel Nias bei Sumatra, sehr ähnlich
S. leptogrammicum u. myrtha; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova
24. Bd. pag. 526.
Familie Falconidae.
Astiir melanochlamys abgebildet; Gould, B. New-Guinea Th. 22.
Buteo abhreviatus Gab., ausführliche Beschreibung, Synonymie,
Verbreitung in den Vereinigten Staaten; E. A. Mearns, Auk Vol. 3
pag. 63—69.
B. latissimus{Wih.), Melanismus der Art beschrieben; R. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 248—249. — B. vulgaris bei Oxford
erlegt; A. H. Macpherson, Zoologist Vol. 10 pag. 108.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jalirg. II. Bd. 1. H. J
130 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Erythrotriorchis doriae abgebildet; Gould B. New-Gruinea Th. 21.
Falco tinnunculus, Beschreibung verschiedener Alterskleider;
Zoologist 10. pag. 110—113; s. auch H. T. Frere, ebenda pag. 180.
Gypoictinia melanosternon (Gould), Beschreibung des Nestkleides ;
J. H. Gurney, Ibis (5) Vol. 4 pag. 457—458.
Machaerhamphus remili n. sp. von Somaliland, zwischen M. al-
dnus u. andei'ssoni; E. Oustalet, Bibl. Ecole de Hautes Etudes, Sect.
Sc. Nat 31 No 10.
Urubitinga anthracina (Lcht.) nistend in Arizona: ausführliche
Beschreibung und Synonymie; E. A. Mearns, Auk Vol. 3 pag. 69 —73.
Familie Vulturidae.
Neophron pileatus in Angola gefunden; J. A. de Sousa, Jörn.
Sc. Math. Phys. Natur. No 43. Lisboa.
Familie Tetraonidae.
Cupidonia americana Hchb. (Tympanuchus americanus) ist die
richtige Bezeichnung für die westliche Form des Cupidohuhns, C. cupido;
C. pinnata Brewster [S. Ber. f. 1885 S 223] ist gegen diesen älteren
Namen wieder einzuziehen; Ank Vol. 3 pag. 132 — 133,
Tetrao lagopoides. Ausführliche Beschreibung dieser Bastardform
von T. tetrix und Lagopus albus, Verbreitung, Erörterung der Eltern-
frage, welche Verfasser offen lässt Der neue Name Lagopus tetrici-
alhus wird für die Form vorgeschlagen. Ferner werden andere
Bastardformen des Genus Lagopus, L. scoticus u. Tetrao tetrix, L. albus
u. L. mutus, Bonasa bonasia u. L. albus besprochen; R. Collett,
Proc. Z. S. London pag. 224—240. Taf. 21 u. 22. — T. urogallus
hat 18 oder 20 Schwanzfedern; W. Wurm, Zool. Gart. 27. pag. 226-
Familie Perdicidae.
Colinus ridgwayi, über Verbleib des typischen Exemplars der
Art berichtet J. A. Allen, Auk Vol. 3. pag. 483.
Phüortyx personatus n. sp. von Puebla, Mexico, ähnlich P. fasciatus
Gould; R. Ridgway, ebenda pag. 333.
Familie Phasianidae.
Numida marchei n sp., nahe meleagris, vom Ogowe und Congo
(Franceville) ; E. Oustalet, Nouv. Arch. Mus. Paris (2) T. 8 pag. 306
T. 14.
Phasianus komaroivü n., nahe colchicus und persicus. Herat, Land
• der Ssaryk-Turkmenen; M. Bogdanow, Bull. Acad. imper. Sc. St.
Petersbourg T. 30 No. 3 pag. 356.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 131
Pucrasia meyeri n. sp. von Tibet, nahe P. xanthospüa ; J. v. Ma-
daräsz, Ibis (5) Vol. 4 pag. 145.
Bheinartius verbessert für Bheinardius ; E. Oustalet, Rev, Trav-
scient. 1883 T. 3 pag. 723. — B. ocellatus beschrieben und abgebildet'
E. Oustalet, Nouv. Arch. Mus. Paris (2) T. 8 1886. pag. 256—266
T. 11.
Tetraophasis desgodinsi n. sp. von China (Yer-ka-lo), nahe T. ob-
scurus; E. Oustalet, Naturaliste 8. pag. 276. — T. szechtnyii Mad.
[Zeitschr. Ges. Orn. 1885 pag. 50] stammt von Central-Tibet, nicht
von Ost-Tibet wie 1. c. unrichtig angegeben; J. v. Madaräsz, Ibis (5)
Vol 4. pag. 145.
Familie Megapodiidae.
Megapodius brenchleyi abgebildet; Gould, B. New-Guinea Th. 22
Familie Tinamidae.
Crypturus rubripes n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Orn.
Perou T. 3 pag. 303.
Nothoprocta godmani n. sp. von Peru; L. Taczanowski, ebenda
pag. 305.
Familie Columbidae.
Chdlcophaps stephani identisch mit hombroni und wallacei;
"W. Blasius, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 137.
Engyptüa collaris n. sp. von Gross-Cayman, W. Ind. ; C. ß. Cory,
Auk Vol. 3 pag. 498.
Eutrygon leiicopareia n. sp. von dem Hufeisengebirge, Neu-
Guinea, ähnlich Eu. terrestris; A. B. Mayer, Zeitschr. Ges. Orn. 3.
pag. 29.
Macropygia macassariensis wahrscheinlich Jugendkleid von M. albi-
capilla; W. Blasius, Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 133. — M. modiglianii
n. sp. von der Insel Nias bei Sumatra ; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ.
Genova 24. Bd. pag. 559 T. 8.
Peristei'ci pretiosa neuer Name für Columba cinerea Temm. (nee
Scopoli); Ferrari-Perez, Proc. Un. St. Nat. 3Ius. 9. pag. 175.
Tymimnistria virgo n. sp. von Djanda (Inneres Ost-Afiika), nahe
T. bicolor (=fraseri Bp.J); G. Hartlaub, Ibis (5) Vol. 4 pag. 2.
Zenaida spadicea n. sp. von Gross- Cayman, "W. Ind.; C. B. Cory
Auk Vol. 3 pag. 498.
Familie Carpophagidae.
Carpophaga consobrina n. sp. von der Insel Nias bei Sumatra;
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 24. Bd. pag. 558. — C. sub-
flarescens n. sp. von Neu- Irland, nahe C. spüorrhoa; 0. Finsch, Ibis (5)
Vol. 4 pag. 2.
J*
132 Ant. Reiclienow: Bericht über die Leistungen in der
Ftilopus (llhamphiculus) marcliei n. sp., nahe P. occipitalis und
fischeri, von Luzon; E. Oustalet, Nouv. Archiv. Mus. Paris (2) T. 8
pag.SOo.T. 13. [mangelhaft]. — F. melanocejyhalussii^f Borweo; A.Everett,
Ibis (5) Vol. 4 pag. 524. — P. patruelis n. sp. von dem Hufeisengebirge,
Neu-Guinea, ähnlich Ft. hellus; A. B. Meyer, Zeitschr. ges, Orn. 3.
pag. 27 T. 6.
Treron permagna n. sp. von den Liu-Kiu-Inseln (Japan), nahe
T. fonnosa; L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 637.
Familie Ardeid ae.
Siehe Beddard, oben S. 52.
Ärdea picata auf den Tenimber Inseln nachgewiesen ; J. Bütti-
kofer, Notes Leyden Mus. 8. pag. 67.
Ardetta neoxena n. sp. von Florida; Ch. B. Cory, Auk Vol. 3
pag. 262.
Botaurus stellaris bei Oxford erlegt; A. H. Macpherson, Zoologist
Vol. 10 pag. 108. — In Nottinghamshire erlegt; J. Whitaker, Zoologist
Vol. 10 pag. 213.
Butorides javanica (Horsf.) specifisch verschieden von B. ma-
crorhyncha (Grould); W. Blasius, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 167 u. 169^-
Demiegretta asha Standvogel bei Fao in Persien; E.. B. Sharpe
Ibis (5) Vol. 4 pag. 490.
Ciconiidae.
Siehe Beddard oben S. 52.
Familie Phoenicopteridae.
PJwenicopterus jamesi n. sp. von Tarapacä (Nord-Chile) ähnlich
Fh. andinus; P. L. Sclater, Proc. Z. S. London pag. 399. T. 36.
Familie Turnicidae.
Turnix hkikistoni Swinh. auf den Liu-Kiu-Inseln (Japan) nach-
gewiesen; L. Stejneger, Pr. Un. St. Nat. Mus. 9. pag. 635.
Familie Rallidae.
L. Stejneger giebt eine Uebersicht der Rallidae Japans [s.
oben Faunistik S. 78]; Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 395-408.
Porphyrio ellioti Salvad. wahrscheinlich identisch mit palliatus
Brügg.; AV. Blasius, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 155.
Forzana tabuensis auf den Philippinen; W. Ramsay, Ibis (5) 4
pag. 161.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. 133
Eallus jouyi n. sp. von Chijia, Unsterschiede von B. striatus
imd B. gularis; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 362—364.
— B. 2)eriivianus n. sp. von Peru ; L. Taczanowski, Orn. Perou T. 3
pag. 313. — B. plateni n. sp. von Nord-Celebes, ähnlich B. elegans;
AV. Blasius, Braunschw. Anzeigen No 52, 3. März 1886.
Familie Scolopacidae.
Himantopus. H. Seebohni fasst die drei Formen Himantopus,
Avocetta und CladorhipicJnis zu einer Gattung zusammen, von welcher
er 10 Arten unterscheidet. Letztere werden kurz charakterisirt, mit
Angabe der Verbreitung und der Synonymie ; Ibis (5) Vol. 4 pag. 224
bis 237.
Numenius, Uebersicht über die Arten der Gattung; N.arcuatus,
arcuatus lineatus, tenuirostris, phaeopus, phaeopus variegatiis, tahitiensis,
hudsonicus, minoi', horealis, longirostris, cyanopus; H. Seebohm,Zoologist
Vol 10. pag. 137—148. — N. cyanopus (Vieill.) durch Riedel auf
Celebes nachgewiesen; W. Blasius, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 199.
Scolopax. H. Seebohm liefert eine Uebersicht über die Arten
dieser Gruppe, in welche er die Waldschnepfen (Scolopax) mit den
Sumpfschnepfen (GaUinago) zusammenwirft. Verf. führt 28 Arten
auf (die Namen ohne Autor und Synonymie) und bespricht deren
geographische Verbreitung; Ibis (5) Vol. 4 pag. 122 — 144. — S. rusticola
in Sind; E. F. Becher, Zoologist Vol. 10 pag. 183.
Steganopus wilsoni in Leicestershire (England) erlegt; J. Whi taker,
Proc. Z. S. London pag. 297.
Tringa damacensis (Horsf.) auf der Otter-Insel in der Behiings
See erlegt, R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 275.
Familie Charadriidae.
Aegialitisgeoffroyif'ünteYSchiede wonasiatica; W. Blasius, Zeitschr.
ges. Orn. 3. pag. 147. — Äe. mongolica specifisch verschieden von
pyrrhothorax; ebenda pag. 148. — Ae. vereda specifisch verschieden
von asiatiaca und montana; ebenda pag. 143. — Ae. vociferiis auf
Madeira; J. Y. Johnson, Madeira, its Climate etc. pag. 192.
Charadrius fidvus specifisch verschieden von virginiamis;
W. Blasius, Zeitsch. ges. Orn. 3. pag. 140. — Ch. virginianus in
Schottland erlegt; J. G. Millais, Zoologis£ Vol. 10 pag. 26—27.
Cursorius. Uebersicht über die 12 Arten der Gattung mit Be-
schreibung und Angabe des Vorkommens: somalensis, gaUicus, rufus,
senegalensis, coromandelicus, chalcopterus, cinctus, hicinctus, hisignatus
und gracilis, welche beiden Formen als Subspecies von hicinctus be-
trachtet werden, hitoi'qiiatus, aegyptius. Verf. hält es für wahr-
134 An t. Reich eiiow: Bericht über die Leistungen in der
scheinlich, dass das Verbreitungscentrura der Gattung in dem Mittel-
meergebiet gelegen sei, von wo aus die Ausbreitung über Indien und
Afrika während der Glacialzeit stattgefunden. [Gründe für diese
Anschauung fehlen, dürften auch schwer zu finden sein. Richtiger
wird die Gattung für eine typisch aethiopische Form zu betrachten
sein. Ref.]; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 4 pag. 115— 121.
Haematopus, Uebersicht über die Arten der Gattung; H. See-
bohm, Zoologist pag. 41 — 49. — H. galapagensis n. sp. von den
Galapagos (Chatam- Insel), ähnlich H. palUatus; R. Ridgway, Auk
Vol. 3 pag. 331. — H. palliatus Tem., galapagensis Ridgw. u. leucopus
Garn. ; Unterschiede der drei Arten ; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat.
Mus. 9. pag. 325.
Löbivanellus superciliosus n. sp. von Marungu, westlich des
Tanganjika; A. Reichenow, Journ. Ornith. 34. pag. 116, T. 3.
Orthorhamphus magnirostris auf Borneo; A. Everett, Ibis (5)
Vol. 4 pag. 525.
Vanellus resplendens hat keine Hinterzehe ; P. L. Sclater, Proc.
Z. S. London pag. 403.
Familie Anseridae.
Änser erythropus an der Küste von Northumberland erlegt;
H. Seebohm, P. Z. S. London 1886 pag. 420.
Bernida brenta bei Ringwood (England) erlegt; G. B. Corbin,
Zoologist Vol. 10 pag. 213.
Familie Anatidae.
Anas, Uebersicht der nordamerikanischen Arten der Gattung
in engerem Sinne: boschas L., obscura Gm., fulvigula'Riägw. [Water
Birds of N. America 1884 pag 503], diazi Ridgw., aberti Ridgw.;
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 9. pag. 173.
Anas boschas. Beschreibung verschiedener Alterskleider und
Varietäten-, L. d'Hamonville, Bull. Soc. Zool. France 11. pag. 286—293.
— Ä. diazi n. sp. von Puebla, Mexico, ähnlich Ä. fulvigula; R. Ridg-
way, Auk Vol. 3 pag. 332. — A. mergoides Kjärb. 0. Wolschke be-
richtet über ein in der Sammlung des verstorbenen Herrn F. Schmidt
in Wismar befindliches, jetzt in des Verf. Besitz übergegangenes
Exemplar dieser Bastardform, welches im Februar 1865 in der Nähe
von Pol erlegt wurde. Verf. hat die gesammten Notizen über ge-
nannte Form aus der Litteratur zusammengestellt und wieder abge-
druckt, wobei man jedoch die neueste Nachricht von G. Kolthoff
(Öfvers. Vet. Ak. Förh. 1884 No. 9 pag. 185 — 199) vermisst. Das
erwähnte Stück ist abgebildet; Siebenter Jahresb. d. Annaberg-Buch-
holzer Vereins f. Naturk. (Annaberg 1886) S. 112— 127 m. Taf.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1886. ] 35
Bafila modesta n. sp. von der Sidney- Insel (Phoenix-Gruppe,
4» 30' S. Br., 171" 20' W. L. Gr.); H. B. Tristram, Proc. Z. S.
London pag. 79 T. 7.
Fuligula rufina, Beschreibung des Dunenkleides; H, A. Mac-
pherson, Zoologist 10. pag. 489.
Nettapus pulchellus Gould durch Riedel auf Celebes nachgewiesen ;
W. Blasius, Zeitschr. Ges. Orn. 3. pag. 202.
Familie Sulidae.
Fregata minor auf den Tenimber-Inseln nachgewiesen ; J. Bütti-
kofer, Notes Leyden Mus. 8. pag'. 68.
Familie Graculidae.
Plotus chantrei Oust. identisch mit P. levaillanti, auch P. novae
hollandiae nicht zu trennen von melanogaster Gm. [s. unten], somit
nur drei Arten : anhinga L. Tropisches Amerika, levaillanti Lcht.
Afrika bis Syrien, melanogaster Gm. Madagaskar, Indien, Malayische
Inseln und Australien; H. B. Tristram, Ihis (5) Vol. 4. pag. 41—43
T, 3. (P. chantrei). — P melanogaster specifisch verschieden von
novae hollandiae [s. vorher]; "W. Blasius, Zeitschr. ges. Orn. 3. pag. 175.
Familie Sternidae.
EydrocheUdon hybrida auf Celehes; W. Blasius, Zeitschr. Ges.
Orn. pag. 204.
Sterna anaethetus in Süd-Carolina erlegt; W. Brewster, Auk
Vol. 3 pag. 131. — St. fidiginosa heiBüth. in England erlegt; H.Saunders,
Proc. Z. S. London pag. 6. — St. saundersi Hume Brutvogel bei Fao
in Persien; R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 4 pag, 493.
Familie Laridae.
Larus barrovianus n. sp. aus der Behrings-See, nordwärts bis
Point Barrow, südwärts bis Japan (im Winter), ähnlich L. glaucus und
leucopterus; R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 330 — 331. — Larus rossii
bei Christianshaab in Grönland brütend gefunden; J. Dalgleish, Auk
Vol. 3 pag. 273-274.
Familie Procellariidae.
Ueber eine fossile Diomedea s. Lydekker oben S. 56.
Äestrelata sandioicliensis n. sp. von den Sandwichsinseln, nahe
Ae. haesitata (Kühl), vielleicht identisch mit Ae. phaeopygia Salv.
Mit Ae. haesitata ist Procellaria meridionalis Lawr. identisch ; R. Ridg-
way, Proc. Un. St. Nat. Mus 9. pag. 95—96. — Ae. scalaris n. sp.
von New- York; W. Brewster, Auk Vol. 3 pag. 390—393.
Pealea n. g. Similar to Oceanites Keys, and Blas., but claws
very broad, flat, and blunt (as in Pelagodroma Rchb.), the tarsus ex-
136 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen etc.
ceeding- the middle toe with claw by the length of the culmen (to
nasal tube), and the first quill equal to or longer than the third.
Type: Thalassidroma lineata Peale; R. Ridgway, Auk Vol. 3 pag. 334.
Tkalassidroma leucorrhoa bei Ringwood (England) erlegt;
G. B. Corbin, Zoologist Vol. 10 pag. 213.
Familie Aleida e.
Brachyrhamphus perdix (Fall.); specifische Unterschiede von
B. hrevirostris (Vig.) und B. marmoratus (Grm.) ; L. Stejneger, Zeitschr.
Ges. Orn. 3. pag. 210—219. — B. perdix abgeb. ebenda T. 8.
Synthliborhamphus icumizusume nicht in Nordamerika nachge-
wiesen; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 9. pag. 524.
Brevipennes.
F. E. Beddard über die Luftsäcke von Casuarius, s. oben S. 51_
J. V. Haast über Megalapteryx hectori und Dinornis oweni
s. oben S. 54.
W. V. Nathusius über das Ei von Struthiolithus, s. oben S 56,
E. T. Newton über Gastornis Klaasseni, s. oben S. 56.
R. Owen über das Sternum von Dinornis, s. oben S. 57.
Bericht
über die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1886.
Von
Dr. Oskar Boettger
in Frankfurt a. Main.
Reptilia.
Literatur. Den Bericht über die Leistungen in der
Herpetologie während des Jahres 1885 im „Zool. Jahr.-
Bericht, herausgeg. v. d. Zool. Station in Neapel, Abth. IV,
Leipzig, W. Engelmann" lieferte 0. Boettger (Reptilia
pag. 131 — 181, Batrachia pag. 108 — 130), den Bericht für
F. J. Bell's Zool. Record for 1885; Vol. 22 of the Record
of Zool. Literatiire (Reptilia pag. 1 — 21, Batrachia pag. 21
bis 26) G. A. Boulenger. Letzterer gibt darin zahl-
reiche synonymische Bemerkungen, die Ref. grossentheils
schon im vorjährigen Bericht benutzen konnte.
Geschichte. E. A. Goeldi berichtet über zwei ältere,
unbekannt gebliebene, illustrierte Manuscripte portugie-
sisch-brasilianischer Naturforscher. Speciell erwähnt wer-
den Zeichnungen A. R. Ferreira's von Emys, Chelone caretta
und HeterodactyliLs imhricatas Spix aus Brasilien. Zool.
Jahrbücher Bd. 2 pag. 175—184.
Eine Notiz über deutsche Benennungen für Eidechsen
und Schwanzlurche in der Nahegegend gibt L. G eisen -
heyner. Bei Münster a. St. heisst nicht blos Lacerta
viridis ,,die Grünedis", sondern überhaupt jede Lacerte;
in Gemünden u. a. Orten des Hunsrückens gilt derselbe
J**
138 Dl'' Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Name aber für die Tritonen und speciell für Molge al-
pestris. Salamandra heisst in der Kreuznacher Gegend,
z. B. bei Oberheimbach, „das Regenmännclien". Zool.
Garten 27. Jahrg. pag. 386.
C. Gould, Mythical Monsters (Dragons, Sea Ser-
pent etc.). London, 8 ^. 406 pag.
Über die Eideclisen im Volksglauben gibt H, M.Grimm
eine kurzgefasste Skizze. Mitth. Nat. Ver. Steiermark,
Jahrg. 1885, Mise. pag. 109— 112.
Museen. In einem Jahresbericht für 1885 bringt
F. V. Hauer umfassende Mittheilungen über Einrichtung
des neuen Wiener Museums, über Personal und in 1885
gemachte Musealarbeiten und Neuerwerbungen. Die aus-
zustellenden Batrachier sind auf weisse Glasplatten theil-
weise angeklebt, grössere Exemplare einfach vor solche
Platten eingeklemmt. Die Etiquetten sind geschrieben.
Ein gedruckter Katalog der Reptilien der Wiener Samm-
lung von F. Steindachner wird im Laufe der nächsten
3 — 4 Jahre in Aussicht gestellt. Ann. k. k. Nat. Hof-Mus.
Bd. 1 pag. 1—46, Taf. 1.
A. Haly gibt in First Report on the CoUection of
Lizards in the Colombo Museum, 18 pag. und in First
Report on the Collection of Snakes in the Colombo Mu-
seum, 8 pag. Colombo, 8 ^. zwei Spezieslisten ceylanischer
Reptilien, die nach Günther's Reptiles of British India
und nach Boulenger's British Museum Catalogues zu-
sammengestellt sind. Einige Notizen über Fundorte und
Färbung während des Lebens werden beigefügt.
Betr. der Sammlung der Bombay Nat. Hist. Society
s. unten Ophidia unter H. M. Phipson.
British Museum Guide to the Department of Geology
and Palaeontology, 4. ed. ist der Titel eines aus 117 pag.
mit 49 Fig. bestehenden neuen Führers durch die reichen
palaeontologischen Schätze des British Museums. Die Rep-
tilien, die in Pterosauria, Crocodilia, Dinosauria, Ano-
modontia, Ichthyosauria, Ophidia, Lacertilia, Plesiosauria
und Chelonia eingetheilt werden, sind auf pag. 70—87
kurz und übersichtlich abgehandelt. Die Anomodontia
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 139
umfassen als Unterordnungen dieTheriodontia, Dicjmodon-
tia, Rhynchocephalia, Cryptodontia, Endothiodontia und
Placodontia. Die Mosasauriden stehen als Familie bei den
Lacertilia. Abbildungen von Rhamphorhynclius, Pterodac-
tylus, Dirnorplwdon, Iguanodon, Megalosanrus, Ichthyosaurus,
Plesiosaurus , Megalania und Chelonc schmücken das von
H. Woodward zusammengestellte Buch. Angeheftet ist
ein Plan der palaeontologischen Abtheilung des neuen
Gebäudes. — Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 428—430.
R,. Lydekker, Catalogue of the remains of Siwalik
Vertebrata, contained in the geological department of the
Indian Museum, Calcutta Pt. IL Aves, Reptilia et Pisces.
Calcutta, 80.
Technische Hilfsmittel. P. L. Martin gibt Bemer-
kungen und Rathschläge für das Sammeln, Ausstopfen
und Aufbewahren von Reptilien und Batrachiern. Die
Praxis der Naturgeschichte. I. Th. Taxidermie. 3. Aufl.
mit Atlas. Weimar, B. F.Voigt, pag. 61 — 63, 85 und
153—154.
Werke allgemeineren Inhalts. Der Artikel ,,Reptiles"
in der neuen 9. Auflage der Encyclopaedia Britannica
Bd. 20 pag. 432 — 473, Figg. ist von A. Günther und
St. George Mivart verfasst. Der erster e übernahm die
Mittheilungen über das Allgemeine, die Literatur, Klassi-
fication und Verbreitung in Raum und Zeit, der letztere
die über die Anatomie der Reptilien.
N. C. Rom, 325 kolorerede Afbildninger til de kold-
blodede Hvirveldyr og lavere Dyrs Naturhistorie. Kjöben-
havn, Fol. gibt auf 30 Taf. und 4 pag. Text Abbildungen
von Reptilien und Batrachiern nach Schubert's Atlas.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs:
Reptilien, bearbeitet von C. K. Hoffmann, erschienen in
1886 die Lieferungen 50 — 55 mit pag. 1569—1776 und
Taf. 129 — 137. Sie enthalten den Rest der Anatomie der
Schlangen — Circulations- und Respirationsorgane — und
einen systematischen Theil, der die Klassification und geo-
graphische Verbreitung der Schlangen bringt. Die Auf-
140 Dl*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Zählung und Charakterisierung* der Familien und Gat-
tungen reicht bis zum Genus 341 Hydrojiliis. Einige der
gegebenen anatomischen Abbildungen sind nach Originalen
angefertigt.
In G. B. Goode's The Fisheries and Fishery Indu-
stries of the United States. Sect. I, Nat. Hist. of üseful
Aquatic Animals. Washington 1884 (1886), 4^. 34, 895 pag.,
292 Taf. behandelt F. W. True pag. 137—163 Verbreitung,
Lebensweise und Nutzen der nordamericanischen Alli-
gatoren, Schildkröten und von Rana cateshyana.
Allgemein Anatomisches. K. B. Brühl gibt auf
23 Tafeln 314 nach der Natur radierte anatomische Figuren
des Kopfes von Crocodiliern , Sphenodon, Eidechsen und
Schlangen. Günther's Angaben über Sphenodon werden
mehrfach berichtigt. Zootomie aller Thierclassen für
Lernende nach Autopsieen skizziert. Wien, A. Holder, 4 ^.
Lief. 34—39 mit Text und Taf 133—156. — Auch separat:
Eeptilienkopf (Crocodile, Eidechsen, Schlangen) aus dessen
Zootomie aller Thierclassen. Wien, A. Holder, 4^. Text
115 pag., Atlas 23 Taf.
R. Wiedersheim bekämpft die Gegenbaur'sche Hy-
pothese über die Entstehung der Gliedmaassen der Wirbel-
thiere aus einem Archipterygium und erörtert, dass die-
selben vielmehr Auswachsproducte der einzelnen Leibes-
segmente darstellen. Hand- und Fusswurzel in ihrer ge-
schichtlichen Entwicklung werden besprochen und nament-
lich der siebenstrahligen Urform der Hand und des Fusses,
sowie der sogenannten sechsten Zehe der Anuren gedacht.
Die Abbildungen beziehen sich auf die Vorder- und Hinter-
extremität eines Molches. Humboldt (Krebs) 5. Jahrg.
pag. 361-370, Figg.
Sceletsystem. Wegen G. Baur'sHomologieen einiger
Schädelknochen der Reptilien und Stegocephalen s. unten
Stegocephala.
In einer Mittheilung über Morphogenie der Wirbel-
säule der Amnioten gibt derselbe in sehr lichtvoller
Darstellung die Geschichte der beiden sich gegenüber-
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 141
stehenden Wirbeltheorien von Gaudry - Fritsch und von
v.Meyer-Cope-Credner und weist nach, dass nur die letztere
Ansieht die richtige sein könne. Ein primitiver Wirbel
bestehe aus 6 Elementen, nämlich den 2 oberen Bögen,
den 2 Pleurocentren und den 2 unteren Bögen (Intercen-
tren). Das Intercentrum sei meist ungetheilt, aber bei
Sphargis und Trimeroi^hachis in zwei seitliche Theile ge-
spalten. Der Wirbelkörper werde durch Verschmelzung
der beiden Pleurocentren gebildet, was besonders bei
Hemivertebrie deutlich hervortrete. Verf. stellt die ver-
schiedenen Meinungen über die Morphologie der Wirbel-
säule bei den Batrachiern der Permformation tabellarisch
zusammen und wägt die verschiedenen AufPassungen gegen
einander ab. Er hat jetzt auch bei Tarentola Hypapo-
physen gefunden und weiter nachgewiesen, dass das knor-
pelige, scheibenförmige Intercentrum an den unteren Bögen
von Sphenodon auch zwischen den praecaudalen
Wirbeln vorhanden ist, und dass nur sein basilarer Theil
verknöchert und das ,, Zwischenwirbelbein" vorstellt. Da-
raus schliesst er, dass die Intercentra (die unteren Bögen
der Schwanzwirbel) von Cricotus homolog den Intercentren
von Sphenodon sein müssen, und weiter weist er nach,
dass sich dasselbe auch bei Archegosaurus nachweisen
lasse. Danach sind auch die Pleurocentra die eigent-
lichen Wirbelkörper der Amnioten; also nicht gleich den
Praezygapophysen , was eingehend nachgewiesen wird.
Entspricht der Wirbelkörper der Amnioten aber den Pleuro-
centren, so muss sich zeigen lassen, dass derselbe sich
aus zwei lateralen Elementen bildet. Dies scheint in der
That der Fall zu sein. Zum Schluss werden die Reptilien,
bei denen wolentwickelte Intercentra vorkommen, auf-
gezählt. Sphenosaurus wird wieder zu den Reptilien ver-
wiesen. Bei den Batrachiern fehlen nach Cope eigentliche
Wirbelkörper; sie besitzen nur Intercentra. Die Homologien
der Wirbelsäule werden sodann in einer Tabelle über-
sichtlich zusammengestellt. Biol. Centr.- Blatt Bd. 6 pag.
332—342, 353—363.
lieber den morphologischen Werth der Wirbelgelenke
142 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
bei Reptilien und Batrachiern hat auch P. Alb recht eine
Mittheilung gemacht. Ebenda pag. 603 — 604.
Gelegentlich einer Besprechung von Archaeopteryoc und
seiner Literatur bemerkt G. Baur, dass das Pubis der
Vögel dem der Reptilien homolog sei. Das Pubis der
Crocodilier stehe im embryonalen Zustand beinahe senk-
recht zum Ilium und drehe sich successive nach vorn;
der Fortsatz der Dinosaurier sei höchstwahrscheinlich
homolog dem Acetabularknochen. Wäre dieser Fortsatz
in der That das Pubis, so hätten wir hier den in der
ganzen Wirbelthierreihe einzig dastehenden Fall, dass
die distalen Enden des Pubis nach aussen und nicht
nach innen gerichtet sind. Zoolog. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 107 Anm.
Auch W. D'Arcy Thompson hat Untersuchungen
über den Beckengürtel bei Vögeln und Reptilien angestellt.
Roy. Soc. Edinburgh, Sitz. v. 15. März.
In einer Arbeit über die Kanäle im Humerus der
Amnioten recapituliert G. Baur die Kenntnisse H.v.Meyer's
über den Entepicondyl- und Ectepicondyl-Kanal und macht
auch Mittheilung darüber, dass v. Meyer bereits beide
Kanäle zugleich an Permsauriern gekannt habe. Die
Pelecysauria Cope's besitzen den Entepicondyl-Kanal aus-
nahmslos ; der Ectepicondyl-Kanal fehlt nach Cope. Gegen
die Annahme, dass die Pelecysaurier die directen Vorfahren
der Säugethiere sind, spricht der einfache Hinterhaupts-
condylus und das mit der Scapula verwachsene, kleine
Coracoid. Die hypothetische Gruppe zwischen Batrachiern
und Reptilien des Perm, aus denen Verf. die Säugethiere
hervorgehen lässt, nennt er Sauro-Mammalia. In einer
instructiven Tabelle werden die Beziehungen zwischen
Batrachiern der Permformation, Pelecysauriern, Rhyncho-
cephalen, Säugethieren und Sauro-Mammalien wieder-
gegeben; die Unterschiede in Bezug auf die Kanäle des
Humerus, die Intercentra und den Unterkiefer rühren
vom Verf. her. Morph. Jahrb. Bd. 12 pag. 299—305.
In seinen Beiträgen zur Kenntniss von Carpus und
Tarsus der Batrachier, Reptilien und Säugethiere hat
iu der Herpetologie während des Jahres 1886. 143
G. Kehrer u. a. auch Hand- und Fusswurzel jüngerer
Exemplare von Cryptohranchus japonicus, Ranidens, Iso-
dactylium schrenchi^ sodann von Sphenodon jninctatus, Emys
und Testudo eingehend untersucht. Er hat bei den ge-
nannten Caudaten Spuren theils nur von einem Praehallux,
theils von PraepoUex und Praehallux gefunden. Praepollex
und Praehallux der Anuren weisen auf Abstammung der-
selben nicht von den Caudaten, sondern von einer ungleich
älteren Gruppe der Batrachier. Bei Reptilien fand Verf.
Spuren eines Praepollex nur bei den Schildkröten und
kommt zu dem Schlüsse, dass alle Wirbelthiere nicht von
einer fünf-, sondern von einer siebenzehigen Urform ab-
zuleiten seien. Literaturübersicht über den Gegenstand
und Abbildung der wichtigsten vom Verf. untersuchten
Carpal- und Tarsalelemente sind angeschlossen. Ber.
Naturf. Ges. Freiburg i. Br. Bd. 1 pag. 73—88, Taf. 4.
G. Baur bemerkt in seiner Arbeit über den Astragalus
und das Intermedium tarsi, dass der Tarsus der Thero-
morphen die grösste Ähnlichkeit mit dem der Säugethiere
habe. Es sei wahrscheinlich, dass der ganze Astragalus
bei dieser Ordnung dem Intermedium homolog ist. Onto-
genetische Untersuchungen an Reptilien zeigen niemals
eine doppelte Anlage des Astragalus; derselbe entsteht
vielmehr aus einem einzigen Knorpelelement. Sehr wahr-
scheinlich hat auch der Fuss der Schildkröten, Crocodile
und Eidechsen auf der tibialen Seite Reductionen er-
litten; es ist möglich, dass wir auch hier im Astragalus
das Intermedium tarsi zu sehen haben, und dass das
Tibiale reduciert worden ist. Erhalten ist es noch bei
den Theromorphen und bei den Embryonen einiger Schild-
kröten. Morph. Jahrb. Bd. 11 pag. 468— 483, Taf. 27.
Nervensystem. H. F. Osborn sucht nachzuweisen,
dass der untere Querfaserzug des Reptil- und Batrachier-
gehirns der Comrnissura anterior des Säugethiergehirns
sammt der Pars olfactoria und der Pars temporalis ent-
spricht, während der obere Querfaserzug mit dem Corpus
callosum homolog sei. Auch Elemente des Fornix glaubt
144 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Verf. im Gehirn der Schildkröte nachgewiesen zu haben.
Die Untersuchungen wurden an Querschnitten von Testudo,
Emys, Menopoma, Amphiuma, Menohranchus, Proteus, Sah-
mandra und Rana gemacht. Zool. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 200—205.
In einer weiteren Notiz über die Gehirncommissuren
bei den niederen Wirbelthieren und über ein anscheinend
im Gehirn von Tropidonotm auftretendes Fornixrudiment
bemerkt derselbe, dass das Corpus callosum sowol bei
den Batrachiern als auch bei den Sauropsiden vorhanden
sei; die Pars olfactoria scheint bei Emys zu fehlen, ist
aber sammt einer Pars frontalis bei Tropidonotus gut ent-
wickelt. Das Corpus callosum von Emys w4rd besprochen
und eine gewisse Homologie desselben mit der Commissura
cornu ammonis hervorgehoben. Weitere Mittheilungen
beziehen sich auf die wahrscheinliche Anwesenheit eines
Fornixrudiments bei Tropidonotus. Ebenda pag. 577 — 578.
Jn seiner grösseren Arbeit über den Ursprung des
Corpus callosum, welche in zwei Theilen erschien, be-
handelt derselbe die Batrachier pag. 225 — 227 und
pag. 236— 241, Taf. 2, Taf. 13, Fig. 13 — 14, Taf. 14,
Fig. 7 — 12, die Reptilien pag. 227 — 228, 241 — 244 und
531 — 533, Fig. 4— 5 und Taf. 13, Fig. 15-19, Taf. 25,
Fig, 20 — 21. Morph. Jahrb. Bd. 12. ~ Ref. in Science
Bd. 8 pag. 167-168, 5 Figg.
W. Kühne' s Untersuchungen über die motorische
Nervenendigung stützen sich auf Beobachtungen an zahl-
reichen Reptil- und Batrachierformen. Zeitschr. f. Biol.
Bd. 23. 148 pag., 16 Taf.
M. M i u r a ' s Forschungen über die motorischen
Nervenendigungen der quergestreiften Muskelfasern sind
wesentlich an Muskeln der Extremitäten von Eidechsen
angestellt. Virchow's Archiv Bd. 105 pag. 129-135, Taf. 7.
Sinnesorgane. Die Entdeckung eines dritten Auges
oder Parietalauges bei gewissen Reptilien ist zweifellos
die wichtigste herpetologische Entdeckung während des
Jahres 1886. H. W. De Graaf hat das Verdienst zuerst
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 145
klar gezeigt zuhaben, dass bei Anguis das von Leydig
mit der Stirndrüse des Frosches verglichene, sogenannte
Frontalorgan die Structur eines Invertebratenauges besitzt.
Die Zirbeldrüse sei nichts anderes als der Stiel dieses
Scheitelauges. Sie entstehe bei den Batrachiern wie bei
den Reptilien als eine blasenförmige Ausstülpung des
Zwischenhirndaches dort, wo das Zwischenhirn in das
Mittelhirn übergeht. Die Thatsache, dass ein vollständig
abgeschnürtes Epiphjsenstück bei den Anuren excranial
unter der Oberhaut, bei Lacerta und Anguis aber excere-
bral unterhalb des Foramen parietale zu liegen kommt,
lässt über die Homologie beider Gebilde keinen Zweifel
aufkommen. Beachtet man ferner, dass schon bei den
Stegocephalen sich in der Parietalnaht ein Loch findet,
das in seiner Lage dem bei den lebenden Sauriern voll-
ständig entspricht, so müssen wir annehmen, dass die
Epiphyse bei den Vorfahren der heutigen Wirbelthiere
eine grosse Rolle gespielt haben muss und vielleicht als
ein uns bis jetzt unbekanntes Sinneswerkzeug fungiert
hat. Die Untersuchungen erstreckten sich auf Siredon,
Molge, Salamandra, Rana, Alytes, Bombinator, Bufo, Hyla ;
Lacerta, Anguis. Bijdrage tot de Kennis van den Bouw
en de Ontwikkeling der Epiphyse by Amphibien en Rep-
tilien. Leiden, 4^. 62pag., 4 Taf. und Zool. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 191—194. — Ref. in Tijdschr. Nederl. Dierk.
Ver. (2) Bd. 1, Versl. pag. 133—134.
W. B. Spencer bringt eine ausführliche Darstellung
des Scheitelauges, die sich auf die Untersuchung von
29 Saurierarten stützt und den Beweis liefert, dass es sich
dabei zweifellos um ein in Rückbildung begriffenes Organ
handelt. Je nach den verschiedenen Eidechsenarten zeigt
sich diese Rückbildung mehr oder weniger weit vorge-
schritten; nur heiSphenodon ist die Verbindung des Scheitel-
auges mit der Zirbeldrüse noch erhalten. Die histologi-
sche Untersuchung ergab die volle Übereinstimmung mit
dem Bau eines Sehorgans, ähnlich dem der Tunicaten.
Quart. Journ. Microsc. Sc. Bd. 27 pag. 165 — 238, 7 Taf.,
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. IL Bd. 1. H. K
146 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Proc. Roy. Soc. Bd. 40 pag. 559—565 und Nature Bd. 34
pag. 33—35, 2 Figg.
Auch L. Darkewitscli hält nach vergleichend ana-
tomischen Untersuchungen am Frosch und an Säugethieren
die Glandula pinealis für ein nervöses Gebilde. Neurol.
Centr.-Blatt pag. 29—30.
F. E. Schulze konnte das unpaare Auge besonders
schön an Lacerta vivipara demonstrieren. Sitz.-Ber. Ges.
Naturf. Fr. Berlin pag. 160.
Bezugnehmend auf De Graaf s oben erwähnte An-
gaben über die Function der Zirbeldrüse weist H. Rabl-
Rückhard nach, dass ähnliche Deutungen schon früher,
1872 und 1881 von Leydig, 1882 und 1884 von ihm aus-
gesprochen worden sind. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag.
405—407.
R. Wiedersheim nimmt an, dass das Parietalauge
der Saurier heute noch, wenn auch nur in beschränkter
Weise, als Sehorgan functioniert, da das darüber liegende
Bindegewebe vielfach noch völlig pigmentlos und durch-
sichtig ist. Ohne die Annahme einer physiologischen
Leistungsfähigkeit hält Verf die Vollkommenheit im Bau
dieses Auges für unerklärlich. Anat. Anzeiger 1. Jahrg.
pag. 148—149.
Eine werthvolle Zusammenfassung aller im Laufe
des Jahres über diesen Gegenstand erschienenen Arbeiten
bietet E. Korscheit. Kosmos (Vetter) Bd. 19 pag. 177
bis 185, 4 Figg. — Ref. in Rev. Scientif. (3) Bd. 38 pag.
806—809, Fig.
Nach E. D. Cope wird es durch die Entdeckung
Ahlborn's und Rabl-Rückhard's wahrscheinlich, dass auch
die Diadectiden der Ordnung Theromorpha ein hochent-
wickeltes Parietalauge besessen haben. Amer. Naturalist
Bd. 20 pag. 736.
H. Credner zufolge entsprach dem Foramen parietale
bei den Stegocephalen ein drittes unpaares Auge, dessen
Vorhandensein er namentlich aus der Stellung, Form und
Grösse der Parietalschuppen des fossilen Anthracosaarus
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 147
raniceps Gold., aber auch aus der Analogie des Parietal-
augenrudiments der lebenden Rhynchocephalen und Ei-
dechsen in hohem Grade wahrscheinlich macht. Zeitschr.
D. Geol. Ges. Bd. 38 pag. 697—698.
P. Schiefferdecker dehnte seine Studien zur ver-
gleichenden Histologie der Retina auch auf Reptilien und
Batrachier aus. Zur Untersuchung kamen Tropidonotus,
bei dem concentrische Stützzellen nicht nachgewiesen
werden konnten, Lacerta, Emi/s, Chelone, Siredon, Sala-
mandra, Molge und Rana. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 28
pag. 305-396, Taf. 22— 24.
A. Koränyi gibt Beiträge zur Entwicklung der
Krys tallinse bei den Wirbelthieren. Die Reptilien und
Batrachier werden pag. 234 — 235 abgehandelt. Intern.
Monatschr. Anat. Eist. Bd. 3 pag. 226—238.
Von F. Mercanti erschien eine Arbeit über den
Ciliarmuskel auch der Reptilien [vergl.Ber.f. 1883 pag. 380].
Mem. R. Accad. Lincei (3) Bd. 19 pag. 61—66, 1 Taf.
Verdauungsorgane. J. L. Wortman, Comparative
Anatomy of the Teeth of the Vertebrata. Reprint, fr. the
Amer. System of Dentistry (1.) 8^ 153 pag.
P. de Meuron hat in seiner Arbeit über Thymus und
Thyreoidea genannte Drüsen bezüglich ihrer Anatomie
sowol bei erwachsenen Reptilien und Batrachiern, als auch
bezüglich ihrer Entwicklung bei Embryonen eingehend
untersucht. Rec. Zool. Suisse Bd. 3 pag. 517—628, 4 Figg.,
Taf. 23-27.
Beiträge zur Histologie des Verdauungsapparates bei
Batrachiern und Reptilien gab M.Sacch i. Die auf Embryo-
logie bezüglichen Angaben bringen nichts Neues. In Bezug
auf den Bau des Magens und seiner Drüsen ist grosse
Übereinstimmung bei beiden Thierklassen, nur die Einzel-
formen weichen in untergeordneten Punkten ab. Zur
Untersuchung dienten Magen und Darmtractus von 3 Arten
Caudaten, 3 Anuren, Crocodil, 2 Schildkröten, 2 Eidechsen
und 3 Schlangen. Atti Soc. Ital Sc. Nat. Milano Bd. 29
pag. 361— 409, Taf. 10— 11.
148 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
In einer Studie über Bürstenbesätze an Drüsenepi-
tbelien schildert 0. Tornier eingehend und bildet ab die
von ihm an Magendrüsen von Anguis und Lacerta, an
Fundusdrüsen von Axolotl, Molge, Salamandra und Bufo
und an der Niere von Anguis, Molge und Rana gefundenen
Bürstenbesätze. Sie hängen offenbar mit der Secretions-
thätigkeit zusammen. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 27 pag.
181—191, Taf. 9.
Respirationsorgane. Zur Morphologie des Larynx
bei Reptilien und Batrachiern bringt E. Dubois in einer
vergleichenden Studie Notizen. Anat. Anzeiger 1. Jahrg.
pag. 178—186, 225—231, 12 Figg.
Circulationsorgane. Über die Blutproteide gewisser
niederer Wirbelthiere macht W. D. Haliburton Mitthei-
lungen. Journ. of Physiol. Bd. 7 pag. 319—323.
Urogenitalsystem. Der erste Theil der Arbeit H. Ga-
dov^'s über Cloake und Geschlechtswerkzeuge der Amni-
oten beschäftigt sich nach einer vorläufigen Mittheilung
mit dem Sphincter und den copulatorischen Muskeln, dann
folgt eine eingehende Beschreibung der Cloake. Sphenodon
steht hierin den Batrachiern am nächsten. Den Cloaken-
raum theilt Verf. ein in Proctodaeum, Urodaeum und als
innersten Raum Coprodaeum. Viele Übereinstimmungen
im Bau der Cloake mit den Säugethieren zeigen nament-
lich die Schildkröten und die jungen Crocodile. Proc. Roy.
Soc. London Bd. 40 pag. 266—267.
Mittheilungen über Penis, Penoid und Pseudopenis
bei den Wirbelthieren macht P. Albrecht in seinen Ver-
gleichend-anatomischen Untersuchungen Bd. 1, Heft 1.
Hamburg, 8«. 42 pag., 5 Fig. und Biol. Centr. -Blatt Bd. 6
pag. 204—212. Die freien Gliedmaassen der Batrachierund
Amnioten sollen nach einer angeschlossenen Auseinander-
setzung des Verf. nicht den meta-, sondern den meso-
pterygischen Abschnitten der paarigen Selachierflosse ent-
sprechen.
Ontogenie. G. Assaky, Origine des feuillets blasto-
dermiques chez les Vertebres. These ä la Faculte de
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 149
Medecine de Pai'is. Paris, Aselin & Houzeau, 8^ 136 pag.,
2Taf., 36 Fig. behandelt compilatorisch die Keimblätter
der Batrachier pag. 45 — 63, der Reptilien pag. 64 — 73.
Auch W. Wolff's Arbeit über die beiden Keimblätter
und den Mittelkeim ist hier zu erwähnen. Über die frühesten
Embryonalstadien der Reptilien und Batrachier hat Verf.
eigne Untersuchungen angestellt. Arch. f. mikrosk. Anat.
Bd. 28 pag. 425—448, Taf. 27.
Über die Geschichte des Primitivstreifens bei mero-
blastischen Eiern macht J. Kollmann Mittheilungen. Bei
den Reptilien hat er die Form eines Knopfes; auf ihm
erscheint die Primitivrinne in Gestalt des Canalis neur-
entericus. Für diesen Kanal treffen alle für den Primi-
tivstreifen aufgestellten Merkmale zu, und infolgedessen
ist seine Deutung als eine Form der Gastrula nicht zu-
lässig. Verf. kommt zu dem Schlüsse, dass sich bei allen
Wirbelthieren bis zu den Knochenfischen für den Primitiv-
streifen Übereinstimmung ergebe, und dass die vorhan-
denen Unterschiede andeuten, wann die verschiedenen
grossen Abtheilungen phylogenetisch ihre specifischen
Bahnen eingeschlagen haben. Tagebl. 58. Vers. D. Naturf.
u. Ärzte pag. 204 und Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 8, Heft 1.
9 pag.
H. F. A. Sasse hat die Entwicklung und phyloge-
netische Bedeutung der Hypophyse auch an Tropidonotus
und Lacerta studiert und bestätigt die ecto dermale Ent-
stehung derselben aus der Mundhöhle. Bijdrage tot de
Kennis van de Ontwikkeling en Beteekenis der Hypo-
physis cerebri. Akad. Proefschr. Utrecht. 71 pag., 1 Taf.
J. W. van Wijhe gibt in einer Notiz über Somiten
und Nerven im Kopfe von Reptilembryonen eine wört-
liche deutsche Übersetzung der bereits im Ber. f. 1883
pag. 382 referierten Originalarbeit. Zool. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 657 — 660.
A. Raub er wendet sich in einer Mittheilung über die
Mitosen des Medullarrohrs gegen die Lehre vom Wachs-
thum der Hirnwand ausschliesslich aus dem Ventrikel-
150 Dr- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
epithel und wiederholt gegenüber Merk [vergl. Ber. f. 1885
pag. 272], dass beim Frosche ausser den ventricularen auch
ultraventriculare Kerntheilungsfiguren sowohl im Gehirn
als auch im Rückenmark vorkommen. Auch bei Tropido-
notus finde er ultraventriculare Mitosen, freilich gegenüber
den ventricularen in sehr geringer Anzahl. Zool. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 159—164.
In einer Arbeit über das Quadratum der Säugethiere
bestätigt G. Baur die Ansicht, dass der Hammer aller
Sauropsiden nicht vom Hyoidbogen aus entstehe, sondern
als ein Derivat des ersten Kiemenbogens aufzufassen sei.
Ber. Ges. Morph, u. Physiol. München pag. 45 — 57.
J. F. van Bemmelen bemerkt in einer Mittheilung
über die Visceraltaschen und Aortenbögen bei Reptilien
und Vögeln, dass er bei Embryonen von Lacerta muralis
und Tropidonolus natrix 5 Paar Kiemenspalten gefunden
habe. Das Schicksal der hinteren vier von diesen Spalten
sei bei Schlangen und Eidechsen gänzlich verschieden von
einander, was eingehend ausgeführt wird. Die Entwick-
lung der Aortenbögen fand Verf. übereinstimmend mit
Rathke's Auffassung. Von den hinteren Bögen entwickelt
sich der sechste zur Aorta pulmonalis, während der fünfte
sich sehr frühzeitig rückbildet. Ahnlich bei Schildkröten.
Bei allen Reptilien bleiben ausser der Thymus noch manche
andere Derivate der Kiemenspalten erhalten, die sich
sämmtlich durch ihren epithelialen Bau der Thymus gegen-
überstellen, und unter diesen ist nur eines allen Reptilien
gemeinsam, nämlich eine epitheliale Carotisdrüse, wahr-
scheinlich ein Derivat der dritten Kiemenspalte. Weitere
Notizen beziehen sich auf die frühen Stadien von Anguis,
Platydactylus und Varanus und auf Vergleichung der bei
Vögeln gefundenen analogen Verhältnisse. Versl. Buiten-
gew. Wetensch." Vergad. Nederl. Dierk. Ver. Sitz. v. 30. Jan.
und 27. März 1885 und Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 528
bis 532, 543—546 fs. auch Ber. f 1885 pag. 244]. — Vergl.
auch G. Fritsch's kurze Notiz zur Abwehr in Zool. An-
zeiger 9 Jahrg. pag. 573 — 574. — P. de Meuron be-
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 151
schäftigt sich ebenfalls mit der Entwicklung- der Kiemen-
spalten bei den Reptilien und ihrem Verhältniss zu Thymus
und Thyreoidea. Rec. Zool. Suisse Bd. 3 pag. 517—628,
4 Fig., Taf. 23 — 37. Beide Forscher sind in Bezug auf
die Derivate der Visceraltaschen vielfach zu von einander
abweichenden Resultaten gelangt.
P. deMeuron findet, dass die Obliteration des Lu-
mens des Oesophagus in gewissen weiter vorgeschrittenen
Entwicklungsstadien auch u. a. bei Eidechsen und Anuren-
larven nachweisbar ist. Compt. Rend. Acad. Sc. Paris
Bd. 102 pag. 1401—1403.
Bemerkungen zu Fraisse's Arbeit über Regeneration
von Geweben und Organen [vergl. Ber. f. 1885 pag. 244]
macht 0. Zacharias. Biol. Centr.-Blatt Bd. 6 pag. 225
bis 230.
0. E. Eiffe hat bei Lacerta vivipara eine schwanz-
ähnliche Neubildung an Stelle eines verloren gegangenen
halben Unterschenkels und Fusses unterhalb der Bruch-
stelle gefunden. Das Gebilde hatte 7 Wirbelkörper von
etwa SmmGesammtlänge entwickelt. Zool. Garten 2 7. Jahr-
gang pag. 324.
Biologisches. F. A. Lucas bringt eine Notiz über
die Überwinterung von Reptilien. Journ. Trenton Nat.
Hist. Soc. Bd. 1 pag. 14—16.
In seinem Aufsatz über die Nachtheile der einseitigen
Anpassung kommt E. Krause auch auf Anpassungser-
scheinungen bei Batrachiern und Reptilien zu sprechen.
Kosmos (Vetter) Bd. 19 pag. 168—170.
Über ,,mal de gueule", eine schwere und oft zum
Tode führende, dem Scorbut ähnliche Krankheit bei Rep-
tilien und namentlich bei Schlangen, die in 34 Fällen be-
obachtet werden konnte, berichtet Magitot. Compt. Rend.
Acad. Sc. Paris Bd. 103 pag. 896—899.
Palaeontologisches. C. W. De Vis, On a fossil Sau-
rian. Proc. Roy. Soc. Queensland Bd. 2 pag. 181 — 192,
Taf. 10— 15. .
152 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
W. Roux beobachtete in Schliffen von Wirbeln fos-
siler Saurier zahlreiche von Haversischen Kanälen aus-
gehende feinere Kanäle, die durch besondere, ihr My-
celium im Knochen entwickelnde Fadenpilze (Myceliies
ossifragus) bedingt sind, welche also schon in der Secundär-
zeit vorkamen. Anat. Anzeiger 1. Jahrg. pag. 276 — 277.
E. D. Cope gibt eine systematische Aufzählung aller
bis jetzt im nordamericanischen Perm gefundenen Ba-
trachier und Reptilien. Es werden pag. 286 verzeichnet
16 Batrachier und zwar die Ganocephalengattungen Tri-
merorhachis mit 2 Arten, die Rhachitomen Zatrachys mit 2,
Eryops mit 4, Acheloma mit 1, Anisodexis mit 1, die Stego-
cephalen Diplocaulus mit 2 und die Embolomeren Cricotus
mit 4 Arten. Die 39 Reptilien pag. 287 sind sämmtlich
Theromorphen und zwar a) Clepsydropiden: 1 Lysorhophns,
1 Archaeohelus , 6 Clepsydrops , 4 Dimetrodon, 3 Naosaurus,
4 Thecopleura, 2 Embolophorus und 1 Edaphosaurus, b) Pari-
otichiden: 2 Pariotichus, 3 Ectocynodon und 1 Pantylus,
c) Bolosauriden: 1 Bolosaurus und 1 Chüonyx, d) incertae
sedis: 1 Metarmosaurus und e) Diadectiden: 1 Diadectes,
5 E7npedias und 2 Helodectes. Synonymie und Literatur
werden genau verzeichnet und die neuen Arten eingehend
beschrieben und abgebildet. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16
pag. 285—297, Taf. 2—3.
Über Lagerungsverhältnisse und Alter des reptilfüh-
renden Sandsteins von Elgin in Schottland vergl. J.W. Judd
in Proc. Roy. Soc. London Bd. 39 pag. 394 — 404. Derselbe
enthält vonRhynchocephalen Telerpeton und Hyperodapedon,
von Crocodiliern Stagonolepis, von Dinosauriern 2 Vertreter,
darunterwahrscheinlichi>as?/p'na/Ä?45, und von Theromorphen
Dicy?iodon; er gehört unzweifelhaft zur Trias und nicht
zum 0. Old Red, wie bisher angenommen wurde.
Aus triassischen Schichten von Pennsylvania nennt
E. D. Cope die Reptilien Belodon priscus Leidy von York
Co. und Phoenixville, carolinensis Emm. von ebenda, lept-
urus Cope, Falaeosaurus fraseridnus, Suchoprion cyphodon
und aulacodus Cope, sämmtlich von York Co., Clepsysaurus
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 153
Ijcnnsylvanicus Lea von Phoenixville und veatleianns, Pa-
laeoctonns appalachianus und Thecodontosaurus gibhidens
Cope von York Co. , sowie den Batrachier Eupelor durus
Cope von Phoenixville. Verf. parallelisiert diese Schichten
mit dem Keuper Europas. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 403—404.
Vorläufige Mittheilungen über die Saurier der bitu-
minösen Triasschichten von Besano in der Lombardei
macht F. Bassani. Die Lagerstätte ist vom Alter der
unteren Raibler Schichten. Nach einem geschichtlichen
Überblick gibt Verf. Diagnosen eines neuen Ichthyosaurus
(s. unten Ichthyopterygia) und beschreibt dann mehr oder
weniger ausführlich Fachypleura edwardsi Com. (s. Sau-
ropterygia) und ein neues Genus Tribelesodon (s. Ptero-
sauria). Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 29 pag.l5— 30.
H. E. Quilter zählt aus dem U. Lias von Leicester-
shire auf Plesiosaurus megacephalus , Ichthyosaurus com-
munis, tenuirostris , intermedius und platyodon Con. Geol.
Mag. (3) Bd. 3 pag. 6L
Cornuel verzeichnet aus dem Neocom (U. Kreide)
der Haute-Marne Reste von Plesiosaurus, Ichthyosaurus und
Iguanodon. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 14 pag. 313.
Andeutungen über eine mitteleocäne Vertebratenfauna
von Issel bei Castelnaudary, Frankreich, mit Lophiodon,
in der sich Reste zahlreicher grosser Schildkröten und
Crocodile finden, macht H. Filhol. Bull. Soc. Philomath.
Paris (7) Bd. 10 pag. 86—88.
In seiner Monografia degli strati pontici del Mioceno
superiore nell' Italia settentrionale e centrale führt D. Pan-
tanelli drei Reptilien aus der pontischen Stufe des nord-
und mittelitalienischen 0. Miocaens mit Synonymie und
Fundorten auf. Mem. R. Accad. Sc. Modena (2) Bd. 4.
T. C. Winkler gibt in seiner Histoire de l'Ichnologie
eine Studie über fossile Fussspuren und Thierfährten und
eine Beschreibung der Gesteinsplatten mit Fährten, welche
sich im Museum Teyler befinden. Verf. führt 66 Fundorte
für Fussspuren auf. Gewisse Fährten auf Solenhofer Platten
154 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
schreibt er Rhamphorhynchus phyllarus Mrsh. und Ftero-
dactylus kochi v. Myr. zu, andre, zumeist von Hessberg
stammende werden ebenfalls abgebildet. Ein Verzeicbniss
aller von 1828 — 1886 erschienenen Schriften über fossile
Thierfährten ist beigefügt. Arch. Mus. Teyler (2) Bd. 2
pag.239- 440, Taf. 8—19. — Ref. in N. Jahrb. f. Min.
1888 I. pag. 462.
H. Pohlig hat die von Cotta 1848 im U. Rothliegenden
von Friedrichsroda in Thüringen zuerst nachgewiesenen
Thierfährten wieder aufgefunden und nennt sie Saurich-
nites coitae; sie passen in Form und Dimensionen unge-
fähr zu dem grossen Richelsdorfer Proterosaurus. Be-
achtenswerth ist nach Verf das Vorkommen von Saurich-
niten in drei aufeinanderfolgenden Systemen (Carbon,
Perm und Trias) am Südrand des sächsisch- thüringischen
Beckens als Markstein alter Küstenlinien; es beweist eben-
sowol das hohe Alter der betreffenden Gebirgserhebungen
als solcher, wie die vielfache Wiederholung genau auf
gleiche Weise und in gleichen Gegenden sich abspielender
Hebungs- und Senkungsvorgänge während Ablagerung
aller jener drei Formationen. Verh. Nat. Ver. Bonn Jahr-
gang 42 (1885), Sitz. Ber. pag. 285—286.
Faunistisches. P. Parenti & L. Picaglia geben
die Liste der von P. Parenti auf der Fahrt der italieni-
schen Corvette Vettor Pisani in 1882—85 und von V. Ra-
gazzi an den Küsten des Rothen Meeres und Südamericas
1879 — 84 gesammelten Reptilien. Erwähnt und z. Th.
kurz charakterisiert werden 38 Eidechsen, 54 Schlangen,
5 Schildkröten und ein Crocodil verschiedener Provenienz,
deren interessanteste im folgenden nach den Vaterlands-
angaben geordnet angeführt werden sollen. Leider sind
die Bestimmungen eines sehr erheblichen Theiles falsch.
Atti Soc. Nat. Modena, Mem. Orig. (3) Bd. 5 pag. 26—96.
Palaearctische Region. Dieselben nennen Clemmys
caspia Wgl. von Tuzla auf Greta, Acanthodactylus boskianus
Fitz, von Port Said und Ismailia und Agama pallida Rss.
von Ismailia, Aegypten. Ebenda Bd. 5.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 155
F. de P. Martine z y Saez hat die wenigen Rep-
tilien der F. Quiroga'schen Reise nach der West-Sahara
bestimmt. Es sind Tarentola delalandei D. & B., Chakides
viridanus Grav. [fälschlich ocellatus genannt. Ref.], Lacerta
galloti Gerv. und Thalassochelys caretta L., sämmtlich von
Gran Canaria, Canaren, und Acanthodactylus savignyi Aud.
von Rio de Oro, W.-Sahara. Anal. Soc. Esp. H. N. Bd. 15
pag. 522.
F. E. Schulze erwähnt Tarentola mauritanica L. und
Agama colonorwti Daud. [ist bibroni A. Dum. Ref.] von
Tanger, Trogonophis wiegmanni Kaup und Acanthodactylus
lineomacidatus D. & B. von Casablanca, Psaniynodromus his-
panicus Fitz, [ist sicher falsch bestimmt. Ref.] von Tanger,
Plestiodon auratus Sehn, [ist Eumeces algeriensis Pts. Ref.],
Gongylus ocellatus Forsk., Seps viridanus Grav. [ist mion-
ecton Bttg. Ref.] und Chamaeleon vulgaris Daud. von Casa-
blanca; Coronella cucullata GeofFr. und Ti^opidonotus vipe-
rimis Merr. von Tanger und Feriops hippocrepis L. und
Coelopeltis laceiiina Fitz, von Casablanca, die Quedenfeldt
aus Marocco eingeschickt hatte. Sitz.-Ber. Ges. Naturf.
Fr. Berlin pag. 1, 32.
E. Sequeira bringt in seiner verdienstvollen Geo-
graphischen Verbreitung der Reptilien [und Batrachier]
in Portugal ausser den bereits in der Literatur aufge-
zählten noch zahlreiche neue Fundpunkte für die meisten
portugiesischen Kriechthiere. Von mehr als localem Inter-
esse ist, dass pag. 17 Vipera aspis L. in Portugal bestimmt
fehlt, dass dagegen pag. 18 Coronella austriaca Laur. in
Alemtejo, Algarve und Ponte do Lima (Entre Douro e
Minho) und pag. 19 Acanthodactylus vulgaris D. & B. bei
Abrantes (Estremadura) vorkommen. Bol. Soc. Geograph.
Lisboa (6) No. 5. 20 pag.
0. Goldfuss gibt Fundortsnotizen für einige deutsche
Reptilien. Coronella und Tropidonotus natrix finden sich
in der Goetsche bei Bitterfeld, Vipera berus fehlt in der
Umgegend von Halle und in der Götsche; Lacerta vivipara
lebt bei Thale und Leipzig, fehlt aber bei Halle. Zeitsch,
Naturw. Halle Bd. 59 pag. 265.
156 Dl*. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
R. Gassner gibt Lebensschilderungen der 6 nord-
böhmischen Reptilien. Er nennt Vipera herus, sodann
Coronella laevis vom Spitzberg bei Leipa, Tropidonotus
natrix, Lacerta agilis, vwipara bei Leipa und Schoenfeld
und Angnis fragilis. Stücke von Emys europaea bei Künast
dürften verschleppt gewesen sein. Mitth. Nordböhm. Exc-
Club 8. Jahrg. (1885) pag. 102—108.
A. V. Mojsisovics nennt aus der Umgebung von
Bellye, S. -Ungarn, pag. 93 Tropidonotus natrix und tesse-
latus, aus dem Keskenderwald pag. 95 — 96 Anguis und
Coluber aesculapii. Mitth. Nat. Ver. Steierm. Jahrg. 1885,
Abhandl.
J. Kolombatovic, Imenik Kraljesnjaka DalmacijelL
Dio Dvoznivci (Reptilien), Gmazovi (Batrachier) etc. —
3. Aggiunti ai Vertebrati della Dalmazia. Split, 8^. 12 pag.
[vergl. Ber. f. 1882 pag. 510].
F. Sordelli's Rettili di Orta-keuei (Adrianopoli) rac-
colti e donati al Civico Museo di Milano dal Sign. Cavre.
L. De Magistris sind mir leider bis heute unzugänglich
geblieben. Rend. Ist. Lomb. (2) Bd. 19 pag. 295—304.
G. Radde verzeichnet beiläufig Fundorte einiger Rep-
tilien aus dem russisch-persischen Grenzgebiet, so Testudo
ihera Fall. pag. 339 von Lenkoran und pag. 251 aus der
Mugansteppe, Emys orhicularis L. pag. 90 aus dem Ascha-
ganyady-Bach im Süden von Lenkoran, Clemmys caspia
Gmel. pag. 90 von ebenda und pag. 250 aus der Mugan-
steppe; Stellio caucasius pag. 187 vom Ambaran-tschai in
Aderbaidshan, Persien ; Zamenis airovirens Shaw var. tra-
halis Fall., Elaphis sauromates Fall, und E. dione Fall,
pag. 251 und Tropidonotus natrix L. pag. 246 von Bela-
suwar am Rande der Mugansteppe, letztere Art auch pag.
110 zwischen Futasar und Taengrut im Süden von Len-
koran, Tr. tesselatus Laur. var. hydrus Fall. pag. 347 in
den Morzi bei Lenkoran und fraglich Vipera mauritanica
pag. 254 in der Mugansteppe bei Belasuwar. Reisen a.
d. pers.-russ. Gränze: Talysch u. seine Bewohner. Leipzig,
F. A. Brockhaus. 18, 450 pag., 12 Fig., 4 Taf., 1 Karte.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 157
0. Boettger hat die Reptilien und Batrachier in
G. Radde's Fauna und Flora des südwestl. Kaspi-Gebietes.
Wissenschaftl. Beiträge z. d. Reisen a. d. pers.-russ. Gränze.
Leipzig-, F. A. Broekliaus. 13, 425 pag., 3 Taf. auf pag. 30
bis 82 bearbeitet. Verf. gibt nach Materialien des Herrn
H. Leder einen Überblick über die Reptilien des Ta-
lyschgebiets und zählt 3 Schildkröten, 15 Eidechsen und
17 Schlangen auf. 5 Batrachier. Von diesen 40 Arten
sind 36 mit Transkaukasien, 32 mit Persien gemeinsam ;
nur 4 Species (Lacerta hra7idti, Agama ruderata, Phryno-
cephalus per5zc2<s und Trigonocephalus halys) erreichen in
Talysch ihre Nordwestgränze. Von genaueren Fundorten
sind zu verzeichnen Clemmys caspia (GmeL), Ophisaurus
apus (Fall.), Anguis fragilis var. orientalis And. und Tro-
pidonotiis tesselatus var. hydrus Fall, von Lenkoran, La-
certa praticola Eversm. und L. muralis var. defilippii Cam.
von Lenkoran und Rasano, L. hrandti Def., Ophiops ele-
gans Men. , Eremias velox var. persica Blfd., arguta (Fall.),
Ablepharus bivittatus (Men.), Agama rude7'ata OL, Stellio
caucasius Eichw. , Phrynoceplialus p)ersicus Def., Coronella
austriaca Laur., Tarbophis vivax (Fitz.), und Eryx jaculus
L. von Rasano, Lacerta viridis Laur. var. strigata Eichw.
und f. quinqiievittata Men. von Lenkoran, Rasano und Ha-
marat und Trigonocephalus halys (Fall.) von Lyrik. Von
vielen der genannten Arten lagen sehr zahlreiche Exem-
plare vor, so dass wichtige Mittheilungen über die Va-
riationsgränzen derselben gemacht werden konnten.
N. Zaroudnoi behandelt die Wirbelthierfauna Trans-
kaspiens. Die Subregion der Wüste Kara-kum, deren
Reptilwelt z. Th. bis in die Achal-tekke Subregion reicht,
bewohnen Phrynocephalus interscapidaris und helioscopus,
Agama sanguinolenta, Varanus scinc^us , Testudo und Naja
oxiana, die des Achal-tekke Gebietes Phryn. helioscopus
und Ag. sanguinolenta ; in der Subregion des Gebirges
leben Vipera euphratica, die auch die Juniperus-Bäume
besteigt, Agama sanguinolenta, ein Stellio und Eremias velox.
Eine Notiz über ganz auffällige Fähigkeit des Farben-
wechsels bei Agama ist pag. 280 Anm. beigefügt. Bull.
158 I^J'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Soc. Imp. Nat. Moscou Jahrg. 1885, Bd. 61, I pag. 262
bis 280.
A. Becker nennt von Kisil-arwat, Transkaspien, Gym-
nodadylus casjnus, Agama sanguinolenta, Phrynocephalus
caudivolvulus und Eremias variahilis. [Das Vorkommen der
beiden letztgenannten Arten ist dem Ref. unwahrschein-
lich.] Ebenda pag. 192.
A. M. Nikolsky bringt Materialien zur Kenntniss der
Wirbelthierfauna Nordost-Persiens und Transkaspiens, die
dem Ref. unbekannt geblieben sind. Die Reptilien und
Batrachier werden auf pag. 403 — 406 abgehandelt. Trudi
St. Petersb. Naturf. Ges. Bd. 17 pag. 376 ff. (russ.).
Derselbe zählte im Zool. Theil seiner Reise nach
dem Altaigebirge im Sommer 1882 auch 4 Reptilien und
3 Batrachier von dort auf. Ebenda Bd. 14, 1883 pag. 150
bis 218 (russ.).
Nordamericanische Region. E. Hughes bringt eine
vorläufige Liste der Reptilien von Franklin County, Indiana.
Bull. Brookville Soc. Bd. 2 pag. 40—45.
Von Stadt Chihuahua in Mexico zählt E. D. Cope
11 Eidechsen und 13 Schlangen auf. Es sind Phrynosoma
cornutum Harl., inodestum Grir., Holhrookia texana Trosch.,
maculata B. & G., Crotaphytas coUaris Say, Uta hicarinata
Dum. , Sceloporus torquatus Gr. & P. var. , undulatas Latr.,
grammicus Wgm., Cnemidophorus sexlineatus L. und vars.,
Eumeces obsoletus B. & G., Salvadora grahamiae B. & G.,
Rhinechis elegans Kenn., Pityophis sayi Schlg. var. mexicana
D. & B., Coluber emoryi B. & G., Bascaniiim taeniatum Hall.,
flagelliforme Cat. , Eutaenia multimaculata Cope , megalops
und cyrtopsis Kenn., Hypsiglena ochrorhynGhus Cope, Cro-
taliis adamanteus var. airox B. & G. und var. scutulata Kenn.,
sowie einen neuen Tnmorphodon (s. Dipsadidae). Diese
reiche Fauna ist die der Rocky Mountain-Subregion im
Sinne von Wallace ; nur 2 oder höchstens 3 Formen davon
sind tropisch-mexikanisch. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 282—287.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 159
Indische Region. P. Parenti & L. Picaglia nennen
Lyriocephalus scutatus (L.), Calotes mystaceus D. & B., Trigo-
nocephalus nigromarginatus Wg'L, Trojndonotus quincimciatus
Schlg. , Cynophis hele.na Daud. , Chrysopelea ornata Shaw
und Rhinophis philipp)inus Cuv. von Kandy auf Ceylon,
Ptyas mucosus L. von Amoy, China, Enicognathus ornatus
Schi, von Singapore, Hemidactylus frenafas Schi., Spatho-
scalabotes niiitilatus Gthr. [?Ref.], Lopliura amhoinensis
Schloss. und Dendrophis pmictulatus und caudolineatus Gray
von der Insel Ticao, Philippinen. Atti Soc. Nat. Modena,
Mem. Orig. (3) Bd. 5.
G. C. Bourne kennt als Bewohner von Diego Garcia,
Chagos- Inseln, nur einen Gecko und eine Süsswasser-
schildkröte. Proc. Zool. Soc. London pag. 333.
Cantor's Katalog der Reptilien der Malayischen
Halbinsel ist wiederabgedruckt in: Miscellaneous Papers
relating to Indo-China. Reprint, f. the Straits Brauch of
the Asiat. Soc. from Dalrymple's Oriental Repertory. Cal-
cutta, 8 0. 2 Bde., 330 und 310 pag., Figg.
0. Boettger nennt ausDeli, N. Sumatra, von Schild-
kröten einen Triony^c, von Eidechsen Gecko stentor Cant.,
Calotes cristatellus Kühl und Varanus salvator Laur. , von
Schlangen Typhlops muelleri Schleg. , Simotes trinotatus
D. & B., Compsosoma melanurum Schlg., Ptyas fuscus Gthr.,
Tropidonotus ßaviceps D. & B. und chrysargus Boje var.
juncea Cant., Chrysopelea ornata Shaw, Tragops prasinus
Boje, Ophites subcinctus Boje, Python reticulatus Schnd.,
Naja tripudians L. , Callophis gracilis Gthr. und Trime-
resurus wagleri Schlg., und gibt biologische Notizen über
diese Arten. Ber. Senckenberg. Ges. Frankfurt a. M. pag.
81—86.
Derselbe zählt alle bisher in der Literatur von den
Philippinen aufgeführten Reptilien und Batrachier mit
Literaturangabe, wichtigster Synonymie und Beifügung der
Specialfundorte auf. Es sind 5 Schildkröten, 2 Crocodile,
48 Eidechsen, 85 Schlangen und 27 Anuren. Von falsch be-
stimmten oder irrthümlich den Philippinen zugeschriebenen
160 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Arten werden anhangsweise verzeichnet 1 Schildkröte,
7 Eidechsen, 11 Schlangen und 1 Anure. Register ist bei-
gegeben. Ebenda, Vortr. u. Abh. pag. 91 — 134.
Derselbe gibt Diagnosen von 3 neuen Reptilien aus
S. -China. S. unten unter Oligodontidae, Colubrinae, Scin-
cidae. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 519 — 520.
Afrikanische Region. P. Parenti & L. Picaglia
nennen Psammosaurus arenarius Geoffr. und Gongylus ocel-
latus Forsk. von Dschidda und Zamenis fiorulentus Schlg.
von Aden, Arabien, Chamaeleon vulgaris Daud., Eryx jaculus
L. var. sennaariensis Jan und Ahaetulla irregularis Leach
von Assab, Danakil, und Hemidactylus turcicus L. und Echis
carinata Merr. von Assab und Buja. Atti Soc. Nat. Modena,
Mem. Orig. (3) Bd. 5.
H. H. Johnston erwähnt der Reptilien und Batra-
chier des Kilima-Njaro-Gebietes pag. 338 — 340 und 511
nur mit wenigen Worten. Mit Namen wird pag. 338 nur
Monitor niloticus von Taweta am Kilima-Njaro verzeichnet.
Der Kilima-Njaro, Forschungsreise im östl. Aequatorial-
Africa, nebst einer Schilderung der naturgesch. Verhält-
nisse. Aut. deutsche Ausg. Leipzig, F. A. Brockhaus.
534 pag., Portr., 80 Fig. , 4 Karten [vergl. Ber. f. 1885
pag. 257].
In einer Mittheilung über die von E. Storms in der
Tanganjika-Region gesammelten Reptilien und Batrachier
zählt L. Dollo vom Tanganjika 6 Eidechsen auf: Ägama
atricoUis Smith , j9/ö!?2?ceps Pts. , Varamis niloticus L. , Eu-
jyrepes varius Pts., Chamaeleon dilepis Leach und gracilis
Hall, und 11 Schlangen: Typhloj^s schlegeliBmnc.j Boodon
infernalis Gthr. , Biicephalus capensis Smith, Philothamnus
smitlii Boc, FsainynopJiis sibilans L., Rhamphiophis rostratus
Pts., Atractaspis hibroni Smith, Causus rhombeatus Licht.,
Vipera arietans Schlg. und 2 n. sp. (vergl. unten Natricinae,
Elapidae). Bull. Mus. Roy. H. N. Belg. Bd. 4 pag. 151 bis
160, 5 Fig.
In Beiträgen zur Herpetologie Südwest -Africas be-
schreibt 0. Boettger aus der Ausbeute des Herrn Pohle
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 161
aus Angra-Pequena von Schlangen Dipsina multimaculata
(Smith), Psammophis sihilans (L.), Vipera caudalis Smith und
eine neue Vipera, von Eidechsen Ptenopus garrulus (Smith),
Agama atra Daud. und Scapteira depressa (Merr.) und nennt
ausserdem als Bewohner von Angra Acontias lineatus Pts.
und Pachydactylns hibroni (Smith). Aus der Wüste Kala-
hari wird pag. 21 nur Lygodactylus capensis Smith erwähnt.
Ber. Senckenberg. Ges. Frankfurt a. M. , Vortr. u. Abh.
pag. 3—15, 21, Taf. 1.
J. BarbozaduBocage beschreibt je 2 neue Typhlops
und Stenostoma aus West- und Central- Africa. Jörn. Scienc.
Math., Phys. e Nat. Lisboa Bd. 10 pag. 171—174.
Derselbe zählt von der Insel S. Thome auf 1 Schild-
kröte, 5 Eidechsen und 4 Schlangen; neu ein Geckonide.
Ebenda pag, 65—75, 103—104.
Tropisch-americanische Region. P. Parenti & L. Pi-
caglia nennen Cinostemmn leucostomum D. &B. , Theca-
dactylus rapicauda Houtt., Sphaerodactylus fantasticus D. &B.,
Norops auratus Wgl. , Mabuia spixi Coct. , Pelamis hicolor
Sehn., Drymohias ^nargaritiferus Schlg., Ahaetulla occiden-
talis Gthr., Dryiophis acuminatus Wied, Leptodh^a annulata
L. , Cloelia anomala Jan und Idiotyphlops flavoterrninatusf
Pts. von Panama, Crocodilus pacificus Boc. und Cteno-
saura acanthura? Gray vom Rio Grande, Panama, Cnemi-
dophorus undulatus Wgm., Boa constrictor L. , Dryiophis
fidgidus Daud. und Elaps corallinus L. von der Insel Taboga
bei Panama, Gonatodes albogularis D. & B., Phyllodactylus
tuberculosus Wgm., Iguana tuberculata Laur. , Liocephalus
iridescens Gthr., Trachyboa gularis Pts., Boa diviniloquax
D. & B., Enicognathus vittatus Rapp, Geoptyas collaris Stdr.,
Ahaetulla occidentalis Gthr., Dryiophis acuminatus Wied, Lep-
todira annulata L., Elaps bocourti Jan, dumerili Jan, semi-
partitusT>. & B. und Idiotyphlops flavoterminatusf Pts. von
Guayaquil, Crocodilus pacificus Boc. vom Rio Guayas
bei Guayaquil. Aus Peru werden verzeichnet Dromicus
lineatus L. und Elaps fulvius L. var. von Payta und Chim-
bote, Oxyrrhopus fitzingeri Tsch. von Chimbote, Phyllo-
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. IL Bd. 1. H. L
162 Dl". Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
dactylus micro])hyllus Cope von Deserto di Piiira, Epicrates
cenchris Wgl., Botlij^ops pictusTsch.^ Xiphosoma caninumlj.^
Oxyrrhopus tergemijius D. & B., Elaps marcgravii Wied und
fulvius L. von Chan cliamayo, Bothropspictus, Leptodira annu-
lata, Leptognathm catesbyi D. & B., Elaps fulvius und var.
und Stenostoma albifrons Wgl. von Cerro de Pasco, Elaps
fulvius var. auch von SuUana und Stenostoma albifrons auch
von Callao. Von Montevideo, Uruguay, stammen Tejus
monitor Merr., Eirem's agassizi Jan, Coronella jyulchellaBibY.^
Helicops spixi Jan, Herpetodryas boddaerti Seetz. und Dryo-
phylax viridissimus L. , von hier und vom Rio Parana,
Argentina, Leptogiiathus ocellatus h. und von den Gala-
pagos-Inseln Oreocephalus cristatus Bell von der Insel
Chatham und Liocephalus pacificus Stdr. von Indefatigable
Island. Atti Soc. Nat. Modena, Mem. Orig. (3) Bd. 5.
Von F. Bocourt erschien die 10. Lieferung der Mission
Scientifique au Mexique et dans l'Amerique centrale.
3. partie: Etudes sur les Reptiles et les Batraciens. Paris,
fol. pag. 593—660, Taf. 36—41. Sie enthält Abbildung,
Beschreibung und Synonymie zahlreicher Calamariiden und
Coronellinen Mexicos und Centralamericas, die unten auf-
gezählt werden sollen [vergl. Ber. f. 1884 pag. 296].
F. Ferra ri-Perez zählt die in Mexico von der Co-
mision Geographica Mexicana gesammelten Kriechthiere
auf. Die Bestimmungen rühren von E. D. Cope her, der
auch die 5 neuen Species beschreibt. Es sind 90 Arten
Reptilien. Ausser den schon im Ber. f. 1885 pag. 258 bis
259 unter Cope aufgeführten Arten und Fundorten sind
es folgende. Aus der Prov. Veracruz von Veracruz
selbst Crocodilus americanus Schnd., von Jalapa Stenostoma
phaenops Cope, Boa imperator Daud., Sibon annulatus L.,
Spilotes corais erebe^mus Cope, Eataenia proxima Say, Rha-
dinaea decorata Gthr. , Rliabdosoma semidoliatum D. & B.,
Bothrops at? ox L. ; Coelonyx elegans Gray, Sceloporus tor-
quatus formosusWgm., variabilis Wgm.^ Discoglossus stein-
dachneri Cope, Cnemidophorus guttatus Wgm. , Oligosoma
gemmingeri Cope, von Jicaltepec Boa imperator Daud.,
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 163
Iropidonotus mesomelanus Jan, Eutaenia sirtalis L., Ninia
diademata B. & G. , Enicognathus annulatus cyclurus Cope;
Aiiolis nannodes Cope, Ctenosaura teres Harl., Gerrhonotus
liocephalusW^m.^ von Misantla Drymohius margaritiferus
Schlg., Ophibolas polyzonus Cope; Corythophanes hernandezi
Wgm., Laemanctus serratus Cope, von San Jose Aeatino
Dipsas cenchoa L., Rhinecliis deppei D. & B., Eutaenia sca-
laris Cope, Elaps bernadi Cope, von Actopam Drymobius
boddaerti Seetz., Ophryacus undidatus Jan; Anolis nannodes
Cope, Laemanctus longipes Wg*m., von Arroyo del Potrero
Erythrolamprus fissidensQfihx.^ Enicognathus annulatusD.&B.^
von Vega de Alatorre Tguana tuberculata Laur., Ctenosaura
teres Harl. Aus der Prov. Puebla ßceloporus scalaris
Wgm., sodann von Puebla selbst Eutaenia scalaris Cope,
flavilabris Cope, Crotalus basiliscus Cope; Sceloporus micro-
lepidotiis Wgm. , aeneus Wgm. , Fhrynosoma orbiculare L.,
Barissia imbricata Wgm., Cnemidophorus sexlineatus L., cos-
tatus Cope, von Teziutlan Stenostoma macrolepis Pts., Dry-
mobius margaritiferus Schlg. , Eutaenia pulchrilatus Cope,
Opliibolus polyzonus Cope; Eumeces furcirostris Cope, von
Tlapanala Uta bicarinata A. Dum., Sceloporus grammicus
Wgm., aeneus Wgm., variabilis Wgm., Cnemidophorus sex-
lineatus L. , communis Cope, von Izucar Ctenosaura teres
Harl., pec^mato Wgm., Cnemidophorus communis Cope; Ci-
nosternum leucostomum A. Dum. , von Tepexi Anolis nebu-
losus Wgm., von Chachapa Crotalus basiliscus Cope, von
Chiantla Iguana tuberculata Laur., Cnemidophorus lineatis-
simus Cope und von Tehuacan Sceloporus spiriosus Wgm.
Aus der Prov. Chiapas Boa imperator Daud., Sibon annu-
latus L. , Dipsas gemmistrata Cope , Dryiophis acuminatus
Wied, Coluber üavirufus Cope, Spilotes auribundus Cope,
corais Cuv. , Oxyrrhopus cloelia Daud., Conophis pulcher
Cope, Ophibolus polyzonus Cope, Erythrolamprus puncti-
gularis Cope, Elaps nigrocinctus Gir., Crotalus durissus L. ;
Basiliscus vittatus Wgm., Fhrynosoma asio Cope; Cinosternum
leucostomum A. Dum. Aus der Prov. Chihuahua von
Huajuguilla Fhrynosoma cornutum Harl. Aus der Prov.
Baja California Cinosternum leucostoynum A. Dum. und
L*
164 Dl". Oskar Boettger: Berieht über die Leistungen
Chelonia imhricata L. Proc. ü. S. Nat.-Mus. Bd. 9 pag. 182
bis 199.
In einem 13. Beitrag zur Herpetologie des tropischen
Americas bringt E. D. Cope Listen von Reptilien aus
Nicaragua und Panama. Von Nicaragua werden pag.276
aufgezählt Ameiva festiva Licht. , Corythophanes cristatus,
Anolis copei und roderiguezi Boc. , crassulus Cope, capito
Pts. , oxylophiis und quaggalus Cope; Rhadinaea decorata
Gthr., Ophibolus polyzonus var. micropholis Cope, Dendro-
pliidium dendrophis Schlg. , Hapsidophrys saturatus Cope,
Elaps nigrocinctus Gir., multifasciatus Jan und je ein neuer
Sphaerodactylus (s. Geckonidae) und Herpetodryas (s. Drya-
dinae). Von 31 Reptilien und Batrachiern aus Nicaragua
sind 4 weitverbreitete südamericanische, 3 mexicanische,
24 centralamericanische Formen; die Verwandtschaft mit
dem Norden ist geringer als die mit dem Süden. Von
Panama pag. 279 stammen Dipsas cenchoa L., Drymobius
boddaerti Seetz., Elaps nigrocinctus Gir., Botkrops atrox L.
und je eine neue Rhadinaea (s. Coronellinae) und Lepto-
gnathus (s. Amblycephalidae). Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 271—281.
Derselbe verzeichnet von Tarapota in Peru Neustic-
urus ecpleopus Cope und Polychrus marmoratus L. , vom
Mamore-Fluss in Ost-Bolivia A^nphisbaena alba L., einen
neuen Pseuderyx (s. Homalopsidae) , Liophis almadensis
Wgl., Herpetodryas fuscush., einen new-en Xetiodon (s. Coro-
nellinae) und Elaps surinamensis Cuv. Ebenda pag. 94
bis 95, Anm.
Derselbe bringt einen Katalog der von J. Hauxwell
bei Pebas am oberen Amazonas gesammelten Reptilien.
Es sind von Eidechsen Mabuia agilis Raddi, die neue
Gattung Mionyx (s. Tejidae), ein neues Leposoma (s. desgl.),
Centropyx dorsalis Gthr., Ameiva surinamensis Gray, Hypsi-
batus agamoides Spix, Hyperanodon peltigerus Cope, Enyalius
laticeps Guich., Anolis bucHeyi O'Sh., bouvieri Boc. nnd ein
neuer Anolis (s. Iguanidae), von Schlangen Typhlops reti-
culatus L., Boa constrictor L., Rhabdosoma brevifrenum Jan,
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 165
microrhynchum Cope, Contia serrata n. sp. (ohne Diagnose),
Ehadinaea nicaga Cope (s. Coronellinae), Opheomorphus
meleagris Shaw, Helicojys angulatus L., Oxyrrhopus scolopax
Kl., Dipsas cenchoa L., Rhinohothryum lentiginosum Scop.,
Leptognathus cateshyi Weig. , Leptophis marginatus Cope,
Dryiophis argenteiis Daud. , Elaps lemniscatus L. und Bo-
tlirops hrasiliensis Latr. Bekannt sind von dort jetzt 14 Ei-
dechsen und 23 Schlangen. Ebenda pag. 94 — 103.
Derselbe verzeichnet von Canutama und von Marra-
han am mittleren Purus im Stromgebiet des Amazonas
Liophis almadensis Wgl., Ehadinaea nicaga Cope, Pseaderyx
callostictus Gthr. (Hydrops) und Tortrix scytale L. Ebenda
pag. 103, Anm.
G. A. Boul enger gibt in seiner Synopsis der Reptilien
und Batrachier der brasilianischen Provinz Rio Grande do
Sul nach den Sammlungen von Hensel und v. Ihering ein
Verzeichniss aller (63) bis jetzt aus diesem Theile Süd-
amerikas bekannten Reptilarten. Sie vertheilen sich auf
6 Schildkröten, 1 Crocodilier, 14 Eidechsen und 42 Schlan-
gen. Vielfach sind Schlüssel für die Unterscheidung
schwierigerer Gattungen und Arten beigegeben. Die für
die Provinz neu verzeichneten Formen und zahlreiche
synonymische Bemerkungen sind unten namhaft gemacht.
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 423—445.
Australische Region. W. Macleay bringt in seiner
Zoologie von Australien pag. 291 — 293 auch eine kurze
Uebersicht der Reptilfanna. Proc. Roy. Soc. Tasmania 1885
pag. 285—308.
Da mir erstjetzt dielO erstenDecaden vonF.McCoy's
Prodromus of the Zoology of Victoria, Melbourne 1885,
8 ^ zugänglich geworden sind, tra^e ich unten die noch
nicht in diesen Berichten aufgeführten Abbildungen nach.
In 1886 erschienen die Decaden 12 und 13.
W. Macleay nennt von Cairns, Queensland, von
Schlangen Tropidonotus jncturaüis Schi. ^ Dipsas boydi Msicl.,
Hoplocephalus assimilis Mach, nigrostriatus Krefft, Nardoa
crassa Mach und Dendrophis hilorealis Macl., von Eidechsen
166 I^i". Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Varanus ocellatus Gray, Varanus sp., Hinulia n. sp. und u. a.
4 anscheinend neue Geckoniden. Proc. Linn. Soc. N.-S.-
Wales, Sitz. v. 25. Aug.
G. A. Boulenger beschreibt die Gesammtreptilfauna
der Salomoninseln, aus der er schon früher [vergl. Ber.
f. 1884 pag. 275] Diagnosen der neuen Arten gegeben
hatte, ausführlich und bildet alle noch nicht illustrierten
Formen ab. Diese Fauna besteht aus vier Gruppen,
nämlich 4 Arten, welche dem papuanischen und poly-
nesischen District gemeinsam sind (Gymnodactylus pela-
gicus, Gehyra oceamca, Mahuia cyanura und Platurus fas-
ciatus), 6 rein indomalayischen oder papuasischen Arten
( Crocodüus porosus, Gecko vittatus, Varanus indicus, Keneuxia
smaragdina, Enygrus carinatus undDipsas irregularis), 4 rein
polynesischen Arten (Gonyocephalns godeffroyi, Mabuia
cartereti, nigra und Enygrus hihroni) und 5 für die Inseln
(und Neu-Irland) eigenthümlichen Species (Lepidodactylus
guppyi, Lipinia anolis, Corucia zehr ata, Dendrophis solo-
7nonis und Hoplocephalus par). Die Fauna wird mit der
der Duke of York-Insel verglichen, und 12 Arten werden
als identisch bezeichnet. Trans. Zool. Soc. London Bd. 12
pag. 35—62, Taf. 7.
Systematisches. Unter dem Titel Herpetologische
Notizen bringt J. G. Fischer Mittheilungen über 6 Schlan-
gen und 4 Eidechsen verschiedener Provenienz, die unten
verzeichnet werden sollen. Abb. Naturw. Ver. Hamburg
Bd. 9, Heft 1. 19 pag., Taf. 1—2.
Theromorpha
(nur fossü).
E. D. Cope's Arbeiten über Gehirn und inneres Ohr eines
permischen Theromorphen , auf die schon im Ber. f. 1885 pag. 262
hingewiesen werden konnte, finden sich in Proc. Amer. Ass. Adv.
Sc. Bd. 34 pag. 336—341 und in Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 234—237, 1 Taf. Die Untersuchungen stützen sich auf Gehirn-
abgüsse von "Vertretern der Familie Diadectidae.
Desselben Arbeit „Structure of the Columella auris in the
Pelecysauria" [vergl. Ber. 1 1884 pag. 275] steht in Mem. Nat. Acad.
Washington Bd. 3, 1886 pag. 93—95, Figg.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 167
Wegen des Parietalauges der Diadectidae s. oben Cope
pag. 146.
Mittheilungen über Theromorphen mit langen Dornfortsätzen
aus dem Perm von Texas macht gleichfalls E. D. Cope. In ihren
Hauptcharakteren, namentlich nach Gebiss und Wirbelbildung, kurz
beschrieben wird die zu den Clepsydropiden gehörige Gattung
Bimetrodon (incisivus). Der Dornfortsatz ist hier mehr als zwanzigmal
länger als sein Wirbelkörper lang ist. Vielfach neu sind die Notizen
über drei Arten von Naosaurus (cruciger, microdus, claviger), deren
Unterschiede hervorgehoben werden, und die sich dadurch von Bime-
trodon trennen, dass die Neuraldornen ihrer Wirbel Querfortsätze
tragen. Besonders merkwürdig ist bei allen diesen Formen, dass die
Dornen hohl und an der Spitze offen sind. Naosaurus microdus
Cope war übrigens schon vom Yerf. als Edaphosaurus [vergl. Ber.
f. 1884 pag. 264] beschrieben worden. Amer. Naturalist Bd. 20
pag. 544 — 545.
In seinem systematischen Katalog der Wirbelthiere des ameri-
canischen Permsystems [s. oben pag. 152] stellt derselbe einen
neuen Ectocynodon {incisivus n, pag. 290, Taf. 2, Fig. 4 — 5) nach dem
Schädel auf. Er ist aus dem Perm von Texas und steht zwischen
E. ordinatus und aguti. Von Bimetrodon werden pag. 292 Rippen,
Wirbel, Sternum (Taf. 3, Fig. 5), Clavicula und Hinterfuss beschrieben.
Naosaurus pag. 293 unterscheidet sich von Bimetrodon nur durch die
Anwesenheit von Querfortsätzen an den Neuraldornen. Beschrieben und
abgebildet werden -ZV^. claviger n. pag. 294, Taf. 2, Fig. 1 — 2, Taf. 8,
Fig. 1—2 aus dem Perm von Texas, N. cruciger Cope Taf. 3, Fig. 3
und JV^. microdus Cope Taf. 2, Fig. 3, Taf. 3, Fig. 4. Die Unterschiede
der drei Arten dieser wunderbaren Gattung werden nach Schädel^
Wirbeln und Rippen festgelegt. Von Thecopleura pag. 293 wird
Taf. 3, Fig. 6 der Hinterfuss abgebildet. Für 1884 bereits beschriebene
und abgebildete Reste schlägt Verf. pag. 287 den neuen Namen
Embolophorus doUovianus vor und beschreibt schliesslich pag. 296 und
bildet ab Taf. 3, Fig. 7 den Sporn eines Pelecysauriers, der in auf-
fallender Weise dem Sporn von Ornithorhynchus (Fig. 8) nahekommt.
Die Clepsydropiden haben also vermuthlich schon die bei den Batrachiern
persistierende sechste Zehe besessen. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16
pag. 285—297, Taf. 2—3.
Vorläufige Notiz über den Bicynodon- Fund bei Elgin [vergl.
Ber. f. 1885 pag. 263] bringt R. H. Traquair auch in Rep. Brit.
Ass. Adv. Sc. 1885 pag. 1024—1025. — Ueber das Alter dieser
Bicynodon ■'Reste vergl. oben unter Judd pag. 152.
Eine vorläufige Mittheilung über Schädelreste und Bezahnung
von Galesaurus planiceps Owen s. in Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 572—573
und in Nature Bd. 35 pag. 94. Auch bei dieser Gattung sind die
Zähne in Schneidezähne, Eckzähne und Molaren differenziert.
168 1^1'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Chelonia.
Integumentalgebilde. A. Pilliet hat neben anderem auch die
Hautknochenplatten der Schildkröten und die Art der Knochenbildung
vermittelst des Knochenmarks zur Unterlage einer Studie gemacht.
Die Untersuchungen pag. 628 — 632 wurden an Emys europaea angestellt.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 11 pag. 623—651.
Sceletsystem. G. Baur macht Mittheilungen über die Homologie
der Nuchalplatte bei den Schildkröten. Zoolog. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 688.
Respirationsorgane. Bei den amerikanischen Trionyx-Arten sind
nach S. H. u. S. Phelps Gage die Lungen nicht die einzigen
Athemwerkzeuge [vergl. Ber. f. 1885 pag. 265] ; vielmehr ist die mucöse
Membran des Pharynx dicht besetzt mit fadenförmigen Anhängen,
die, durch reichliche Blutzufuhr geschwellt, die Function innerer
Kiemen, analog denen der Batrachierlarven, angenommen haben.
Dass dies in Wahrheit der Fall ist, wird durch Versuche erhärtet.
Der Vergleich der freien Gase des Wassers mit den Gasen desselben
Wassers, in dem ein Triomjx, unter Abschluss von der äusseren
Luft, längere Zeit geathmet hatte, ergab eine Abnahme des Sauer-
stoffs der im Wasser gelösten Luft. Die Schildkröte, die ein Kilo
wog, hatte den im Wasser gelösten Gasen in 10 Stunden 71 mgr
freien Sauerstoffs entnommen und 318 mgr Kohlensäure zugefügt.
Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 233-236. — Ref. in Rev. Scientif. (3)
Bd. 37 pag. 701 und in Biol. Centr.-Blatt Bd. 6 pag. 213—214.
Ueber einen neuen Respirationsmechanismus bei den Seeschild-
kröten berichtet G. Rouch. Er weist nach, dass bei der Athmung
auch von Thälassochelys caretta der Brustpanzer Bewegungen ausführt,
aber in etwas anderer Weise wie es Charbonnel-Salle von Emys
europaea nachgewiesen hat. Die Exspiration wird durch die Elasticität
des Panzers bewirkt. Eingehend werden die Muskeln, welche die
Inspirationsbewegungen ausführen, besprochen. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 11 pag. 461—470.
Urogenitalorgane. Nach H. List sind die Zellen der obersten
Lage in der Blase von Testudo graeca becherähnlich, aber doch keine
wahren Becherzellen, vielmehr eher dem Magenepithel ähnlich. Das
Epithel der Blase von Emys europaea ist ein gewöhnliches geschichtetes
Pflasterepithel. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 28 pag. 416—421, Taf. 26.
Bemerkungen über den Urin der Schildkröte mit besonderer
Rücksicht auf den Gehalt desselben an Harnsäure und Harnstoff
bringt T. W. Mills. Journ. of Physiol. Bd. 7 pag. 453—457.
OntOgenie. Das wichtigste Resultat der von K. Mitsukuri u.
0. Ishikawa an Embryonen von Trionyx japonicus angestellten
Untersuchungen über die Entwicklung der Keimblätter der Schildkröte
ist, dass sie vollständig mit der der Batrachier übereinstimmt. Qu.
in der Herpetologie während des Jahres 1886, 169
Jonrn. Micr. Science Bd. 27 pag. 17—48, Taf. 2—5. — Ref. in Journ.
Roy. Micr, Soc. London (2) Bd. 6 pag. 936—937.
H. Gadow hat die bemerkenswerthe Entdeckung gemacht, dass
Landschildkröten im Stande sind, Theile ihres knöchernen Hautscelets
und der Hornplatten zu reproduciei-en. Ein Theil des Panzers wurde
bis herab auf die weichen Hautlagen entfernt; letztere erzeugten die
neue Cutis, und diese erfuhr dann den normalen Process der Ver-
knöcherung, bis der Panzer vollständig verheilt war. Journ. Anat.
Phys. Bd. 20 pag. 220—224, Taf. 6.
Biologiscbes. Ueber das auffallend langsame Wachsthum der
Schildkröten macht J. Sehn eck kurze Mittheilungen und hebt den
Fall hervor, dass eine 1824 authentisch mit einem Zeichen versehene
Cistudo Carolina L. im Freien mehr als 60 Jahre alt geworden sei.
Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 897.
Obgleich man die Seeschildkröten gewöhnlich für herbivor hält,
wurden doch von G. Pouch et u. J. de Guerne im Magen einiger
bei den Azoren gefangener Stücke von Thalassochelys caretta L. Ptero-
poden, Lepadiden, Amphipoden, Medusen und kleine Fische gefunden.
Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 102 pag. 877—879.
Palaeontologisches. S. Calderon verzeichnet den Rest einer
Art von Hellochehjs May. aus dem Wealden von Nordspanien. Bull.
Soc. Geol. France (3) Bd. 14 pag. 406.
Notizen über Schildkröten aus dem mitteloligocaenen Rupelthon
Belgiens pag. 12 — 14 und über eine neue Schildkröte aus der Kreide
von Maestricht pag. 15 — 25, 4 Figg. bringt G. Smets. Ann. Soc.
Scientif. Braxelles 10. Jahrg.
B. Rames verzeichnet Panzerreste zweier an Ptychogaster
emydoides und Testudo erinnernder Schildkröten aus mitteloligocaenen
Thonen von Brons bei St. -Flour im Cantal, Frankreich. Bull, Soc.
Geol. France (3) Bd. 14 pag. 358. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887
I pag. 313.
In einer Mittheilung über die Wirbelthiere aus der Swift Current
Creek Region der Cypress Hills nennt E. D. Oope aus dem Oligocaen
der White River Epoche von Assiniboia im Nordwest -Territorium
Canadas pag. 2 Fragmente von Trionyx und Stylemys, ohne sie näher
zu beschreiben. Ann. Rep. Geol. and N. H. Sui-vey Canada 1885
(Mai 1886). Sep.-Abdr. 7 pag.
C, S. Wilkinson bringt kurze Notiz über den Fund fossiler
Schildkröteneier, die zusammen mit Megalania-^esten in den Korall-
sandschichten von Lord Howe's Insel vorkamen. Proc. Linn. Soc.
N.-S.- Wales (2) Bd. 1, Pt. 1. — Ref. im Zool. Anzeiger 9. Jahi-g.
pag. 264,
FaunistiSChes. L. L o r t e t schildert eingehend in Tracht, Färbung
und Lebensweise und bildet ab die Land- und Süsswasserschildkröten
des Mittelmeergebiets Testiido ibera'PoW., graecalt., marginataSchoe^fi,
170 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
die aiisschliesslich in G-riechenland und auf den griechischen luseln
lebt, und Meinmanni n. sp., sowie Lutremys europaea Gray, Emys
sigriz D. & ß. und caspia Gmel. Erwähnt werden ausserdem Trionyx
aegyptiacus Geoffr., den Verf. im See Tiberias, Syrien, beobachtete,
aber nicht erbeuten konnte, und Thalassochelys caouana, die sehr
häufig an den Küsten von Syrien und Kleinasien gesehen und ge-
fangen wurde. Die Unterschiede der verwandten Arten werden scharf
hervorgehoben und eine grosse Anzahl neuer Fundorte — worin der
Hauptwerth der Arbeit neben den vortrefflichen Abbildungen liegt —
für die einzelnen Species festgelegt. Arch. Mus. H. N . Lyon Bd. 4.
26 pag., 8 Taf.
J. H. Sears nennt als Bewohner von Essex County, U. S. A ,
nach den Materialien des Peabody Museums von Sphargididen Dermo-
chelys coriacea Blv., von Chelydriden Chelydra serpentina Schwgg.,
von Cinosterniden Äromochelys odm^ata Gray und von Emydiden
Chrysemys picta Gray, Cistudo carinata Flem., Nanemys guttata Ag.,
Emys meleagris Bon. und Glyptemys insculpta Ag. Bull. Essex Inst.
Bd. 18 pag. 94.
E. A. Goeldi zählt aus Brasilien nach einem Manuscript des
J. M. da Silva Coutinho mit Randbemerkungen A. Dumeril's meist
nur mit Localnamen bezeichnet auf von Chelydiden 5 Podocnemis-
ähnliche Arten und 1 Chelys und von Testudiniden 3 Testudo. Eine
ganz junge Podocnemis wird als n. sp. kurz beschrieben und abge-
büdet. Ber. St.-Gall. Nat. Ges. 1884—85 pag. 273—280.
Systematisches. L. Dollo hat in seinen Arbeiten über foss.
Schildkröten das Strauch'sche Eintheilungssystem verlassen und das
Cope'sche angenommen, das er erweitert und modifiziert. Als hypo-
thetische Vorläufer der typischen Schildkröten werden die Marsh'schen
Macelognatha unter den ^Namen Procheloniens oder Odontochelones
den andern gegenübergestellt, die als Eucheloniens oder Rhynchochelones
bezeichnet werden. Die letzteren zerfallen wieder in Athecae und
Thecophora, und letztere setzen sich endlich aus Cope's Cryptodira
und Pleurodira zusammen. Die Epiplastra sind nach Verf. nicht
den Claviculae der übrigen Reptilien homolog. Die Cryptodira werden
in die drei Untergruppen Dactyloplastra, Clidoplastra und Lysoplastra
eingetheilt und den Dactyloplastren die Familien Chelonidae, Triony-
chidae, Eurysternidae und Chelydridae zugewiesen. Discutiert wird
überdies die Frage über die Homologie des Bauchschildes der Schild-
kröten mit dem Brustbein der übrigen Wirbelthiere, sowie die Nomen-
clatur der einzelnen Knochen des Bauchpanzers. Bull. Mus. Roy.
H. N. Belg. Bd. 4 pag. 75-96, Taf, 1—2. — Ref. in N. Jahrb. f.
Min. 1887 I pag. 462—463 und in Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 521-522.
— E. D. Cope rügt in einer Kritik dieser Arbeit, dass Dollo ^wi/-
sternum von den Chelydriden abtrenne und wegen der vorhandenen
Plastronfontanelle daraus eine eigne Familie Eurysternidae bilde, was
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 171
er nicht gutheissen könne. Dollo vereinige auch die Propleuriden
mit den Cheloniden, während er sie doch in einer zweiten späteren
Arbeit (Cheloniens Landeniens) wieder als TJnterfamilie zu denselben
stelle. Mit Recht tadelt er auch die Aenderung der Namen Dactylo-
sterna, Clidosterna und Lysostema in Dactylo „plastra" etc. Amer.
Naturalist Bd. 20 pag. 967—968.
G. B aur wendet sich gegen die Abtrennung der Dermatochelydidae
s. Athecae von den Cheloniden als einer durchaus künstlichen und
sucht dies an der Schädel- und Halswirbelübereinstimmung und an
der Gestalt der Klauen, des Plastrums und der Nuchalplatte zu be-
weisen. Psephodemia v. Myr. aus der Trias der bayrischen Alpen
gehöre zweifellos zu den Schildkröten. Zool. Anz. 9. Jahrg. pag. 687.
Sphargidae. Anatomisches. Bemerkungen über ein an der
Essex-Küste Nordamericas gefangenes Exemplar und wenig bekannte
literarische Nachweise über frühere Funde von Dermochelys coriacea L.
bringt J. H. Sears. Bull. Essex Inst. Salem Bd. 18 pag. 87—94.
Ghelydridae. Sceletsystem. G. Baur beschreibt die Schwanz-
wirbel und die beiden Centralia carpi von Chelydra serpentina. Nicht
alle Schwanzwirbel seien opisthocoel, sondern die 2 oder 3 ersten
procoel, der nächste amphicoel. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 740—742.
Palaeontologisches. L. Dollo beschreibt eingehend eine
neue Gattung Pseudotrionyx (mit delheidi n.) aus Bruxellien (M. Eocaen)
von Melsbroek bei Yilvorde, Belgien. Sie unterscheidet sich von
Änostira Leidy dadurch, dass Rücken- und Bauchschild nicht durch
Naht, sondern durch kurze Ausstrahlungen verbunden sind, und durch
die Sculptur des Rückenpanzers. Bull. Mus. Roy. H. N. Belg. Bd. 4
pag. 75—96, Taf. 1—2. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 967—968,
in Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 523 und in N. Jahrb. f. Min. 1887 I
pag. 462—463.
Testudinidae. Yerdauungsorgane. Eine Mittheiluug über
Grösse und Form von Magen und Darmcanal bei den herbivoren
Schildkröten bringt L. Vaillant. Untersucht wurden Testudo- und
Cinyxis-AYten, Kachuga tectum Gray und Nicoria incisa Boc. Auch
Batagur haska Gray sei herbivor. Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 10
pag. 135—138.
Palaeontologisches. R. Lydekker beschreibt und bildet
ab einen prachtvoll erhaltenen Panzer von Clemmys imtsoni n. sp. aus
dem Pliocaen der Siwaliks von der Insel Perim, Arabien. Er wird
mit Ocadia sinensis (Gray) und mit der miocaenen Cl. pygolopha
Pts. verglichen. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 42 pag. 540—541,
Taf. 15.
P er on erwähnt Clemmys sigris&ViS dem Pleistocaen der algerischen
Teilregion. Ann. Sc. Geol Bd. 14, Heft 4 (1883); auch sep.: Essai
d une description geologique de l'Algerie. Paris , Masson 1883, 8 °.
202 pag.
172 "Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Faunistisches. Gr. A. Boulenger nennt aus der brasil.
Prov. Rio Grrande do Sul Clemmys dorbignyi (D. & B.). Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 18, pag. 424.
Systematisches. Derselbe unterscheidet 7 Arten süd-
afrikanischer Testudo aus der Verwandtschaft der T. geometrica, nämlich
T. geometrica L. Cap-Halbinsel, tentoria Bell Beaufort West, verreauxi
Smith Quellen des Oranje River, semiserrata Smith Gegend zwischen
Latakoo und dem Wendekreis des Krebses, und 3 n. sp. Proc. Zool.
Soc. London pag. 540-542, Taf. 57—58.
G. Smets, Note sur trois Testudinides de l'Afrique australe.
Ann. Soc. Scientif. Bruxelles 10. Jahrg. pag. 1—11; auch sep. :
Bruxelles, 8 ». 13 pag.
Clemmys caspia Gmel. abgeb. Taf. 8. — Cl. sigriz D. & B, abgeb.
Taf. 7. Lortet, Arch. Mus. H. N. Lyon Bd. 4.
Emys dorbignyi D. & B. = Clemmys. Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 18 pag. 424. — E. europaea Gray abgeb. Lortet, Arch.
Mus. H. N. Lyon Bd. 4, Taf. 6.
JSomopus nogueyi n. sp. verwandt areolatus Thunbg. Medine,
Haut-Senegal. Lataste, Naturaliste (Deyrolle) 8. Jahrg. pag. 286-287
Lebt von Vegetabilien und Insekten.
Testudo fiski n. sp. Hopetown, Capland. Boulenger, Proc. Zool.
Soc. London pag. 542, Taf. 58. — T. graeca L. abgeb. Taf. 2 und 3,
Fig. 1. — T. ibera Pall. abgeb. Taf. 1. — T. Tdeinmanni n. sp. [= leithi
Gthr. Ref.] U. Aegypten pag. 11, Taf. 5. — T. marginata Schoepff
abgeb. Taf. 3, Fig. 2 und Taf. 4. Lortet, Arch. Mus. H. N. Lyon Bd. 4.
— T. smithi n. sp. S.-Afrika pag. 542. — T. trimeni n. sp. Mündung
des Oranje River, pag. 541, Taf. 57. Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London.
Chelonidae. Nervensystem. Nach T. W. Mills sind bei
Chelone mydas der Sympathicus und der Vagus während des grössten
Theils ihres Verlaufs mit einander verbunden, wenn auch nicht un-
trennbar, bei Chelone caretta und imbricata aber verlaufen sie weit
von einander. Journ. Anat. Phys. Bd. 21 pag. 1—20, Taf. 1 [vergl.
auch Ber. f. 1885 pag. 265—266].
Palaeontologisches. Nach R. Etheridge jun. stammt die
in Journ. R. Soc. N.-S.-Wales Bd. 17, 1884 pag. 87 beschriebene
Notochelys costata Ow. aus den Kreideschichten von Landsborough
Creek in N.-S.-Wales. Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 239—240 [vergl. auch
Ber. f. 1882 pag. 515].
Eingehende Mittheilungen über Chelone vanbenedeni bringt
G. Smets. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles 10. Jahrg. pag. 109—128,
22 Fig.
In einer ersten Arbeit über die foss. Schildkröten des belgischen
Landenien (U. Eocaen) beschreibt L. Dollo das neue Genus Pachy-
rhynchus, verschieden von Chelone durch die sehr lange und flache
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 173
Mandibularsymphyse und die Stellung der Choanen. Dazu gehören
Chelone longiceps, planimentum und trigoniceps Owen und P. gosseleti
n. sp. von Erquelinnes. Die Gattung wird zugleich als Unterfamilie
Pachyrhynchinae den Chelouinae gegenübergestellt. Bull. Mus. R. H. N.
Belg. Bd. 4 pag. 129—141, 4 Fig. — Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 3
pag. 523 und in N. Jahrb. f. Min. 1887 I pag. 326. — E. D. Cope
vermuthet in einer Kritik dieser Arbeit, dass Dollo's neues Genus
zu Euclastes oder zu Lytoloma Cope gehöre; die Pachyrhynchinae
würden dann mit den Propleuriden Copes zusammenfallen. Die neuen
Familiencharaktere seien übrigens besser als die früher von ihm auf-
gestellten. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 967— 968. — G. A. Boulenger
bemerkt, dass der Name Pachyrhynchus vergeben sei, dass aber Cope
1871 bereits die generische Benennung Puppigerus für die oben
genannten Owen'schen Arten vorgeschlagen habe. Zoolog. Record
f. 1886 Rept. pag. 8.
Faunistische s. Eine vorläufige Notiz über die Seeschildkröten
der chilenischen Küste von R. A. Philippi findet sich in Proc.
Zool. Soc, London, Sitz. v. 16. Nov.
ffliolaniidae Blgr. (foss). Palaeontologisches. R. Owen
beschreibt weitere [vergi. Ber. f. 1883 pag. 398] fossile Reste, darunter
Kreuzhein, Metatarsal- und Zehenknochen, die er seiner gigantischen
Landeidechse Megalania prisca Ow. zuweist, von King's Creek in
Queensland. Proc. Bd. 40 pag. 93 und Phil. Trans. Roy. Soc. London
Bd. 177 pag. 327—330, Taf. 13—15.
C. S. Wilkinson erwähnt des Fundes von Resten des Rücken-
und Bauchpanzers einer Süsswasserschildkröte und von Hornschildern,
Theilen der Körperbedeckung, und Knochen einer Megalania, die
eine dritte Species dieser grossen Saurier vermuthen Hessen. Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 1, Sitz. v. 24. Nov.
R. Owen beschreibt ein neues foss. Genus oder Subgenus
Meiölania (mit minor n. und platyceps n.) aus den Korallsandschichten
von Lord Howe's Insel in N.-S.-Wales. [Huxley hat dasselbe in-
zwischen als Schildkrötengattung erkannt, Boulenger dieselbe zu einer
eignen Familie erhoben. Ref.] Kleiner als Megalania hatten beide
Arten zwar zahnlosen Hornschnabel , aber sauroide Schädel- und
Wirbelcharaktere. Sieben Homkegel zeigen sich auf dem Kopfe;
der Schwanz ist lang und steif und seine Wirbel sind in eine knöcherne
Scheide eingebettet, welche mit den Wirbeln correspondierende, her-
vorragende Fortsätze entwickelt. Diese Schwanzbewehrung ist also
ähnlich wie bei Megalania, aber schwächer. Proc. Bd. 40 pag. 315—316
und Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 177 pag. 471—480, Taf. 29—32.
— Notizen über Vorkommen und Lagerstätte dieser Reste bringen
auch C. S. Wilkinson und E. P. Ramsay. Proc. Linn. Soc, N.-
S.-Wales (2) Bd. 1, Sitz. V. 26. Mai.
174 Dl". Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Chelydidae. Biologisches. E. A. Goeldi's Mittheilungen
über Bedeutung, Fang und Verwerthung der Schildkröten am Amazonas,
die sich auf ein Manuscript des J. M. da Silva Coutinho stützen,
beziehen sich im wesentlichen auf Podocnemis expansa, die von Januar
bis Juli in den überschwemmten Uferwaldungen und Uferseen lebt
und sich fast ausschliesslich von abgefallenen Baumfrüchten ernährt.
Die Fangmethoden der Indianer mit Harpune und Pfeil zu dieser
Zeit werden geschildert, auch des Netzfanges im August Erwähnung
gethan. Die Begattung erfolgt im Wasser; die Eiablage geschieht
Ende September bis October in der Morgenfrühe. 80 — 200 Eier
füllen die 0,44— 0,58 m tiefe Grube. Die Eier werden gegessen, oder
es wird aus denselben in grossem Maasstabe „Butter" gewonnen, die
zumTheerzusatz, zu Beleuchtungszwecken, seltener zur Speisebereitung
verwendet wird. Selbst die eben ausgeschlüpften Jungen werden
nicht geschont. Die Schildkröten haben durch diese rücksichtslose
Vertilgung schon fühlbar abgenommen, was mit Ziffern belegt wird.
Empfohlen wird, um völlige Ausrottung zu verhindern, das Halten
derselben als Hausthiere und das Verbot der Butterherstellung aus
den Eiern. Zool. Garten 27. Jahrg. pag. 329 — 335, 366 — 372, 2 Fig.
Palaeontologisches. G. Burmeister beschreibt aus dem
Tertiaer vom Parana eine neue Platemys (torrentium). Anal. Mus.
Nac. Buenos Aires Bd. 3, Entr. 14 pag. 147 [vergl. Ber. f. 1885 pag. 249].
Systematisches. G. A. Boulenger gibt einen Schlüssel
für die Unterscheidung der drei in Rio Grande do Sul vorkommenden
Flatemys- Arten und nennt als dort gefunden PI. hüairei D. & B. von
Rio Grande selbst und PI. spixi D. & B. von S. Lorenzo. Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 18 pag. 424.
G. Burmeister macht Mittheilungen über die Hydromedusa-
Arten der Argentina. Anal. Soc. Cientif. Argent. Bd. 21 pag. 5—6,
Chelymys macquariae Cuv. [= Emydura Ref.] abgeb. Mc Coy,
Prodr. Zool. Victoria Taf. 82—83.
Hydromedusa platensis Gray und H. wagleri Gthr. =maxi'miliani
Wgl. vars. (nach Boulenger = tectifera Cope). Burmeister, An. Soc.
Cient. Argent. Bd. 21 pag. 5.
Podocnemis coutinhii n. sp. (juv.) Rio-Negro. Goeldi, Ber. St.-
Gall. Nat. Ges. 1884—85 pag. 278, Taf. 5.
Spatulemys lasalae Gray =^Platemys hüairei D. & B. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 424.
GarettOChelydidae Blgr. Systematisches. E. P. Ramsay
beschreibt als Carettochelys eine wunderbare Schildkröte, die er
als einen Uebergang zwischen den Süsswasser- und Seeschildkröten
auffasst :
Carettochelysn. gen. Nach Boulenger augenscheinlich eine pleurodire
Süsswasserform mit Gliedmaassen von ähnlicher Bildung wie bei den
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 175
Seeschildkröten und ohne Epidermalschilder auf dem Panzer. Das
Bauchschild besteht aus 9 Knochenstücken; die Finger sind sehr ver-
längert, nur die zwei inneren tragen Nägel. Der Nacken ist nicht
zurückziehbar. — Hierher G. insculpta n. sp. Fly-River, Neuguinea.
Länge 46 cm. Ramsay, Proc. Linn. Soc. N,-S.- Wales (2) Bd. 1 pag.
158—167, Taf. 3—6.
Sauropterygia
(nur fossil).
Gr. Baur kommt zu dem Schlüsse, dass die Extremitäten der
Saui'opterygier nnd Ichthyopterygier keine primaere Structur zeigen,
sondern wie die der Cetaceen als sekundäre Bildungen aufzufassen
sind, hervorgerufen durch Anpassung an das Wasserleben. Die Ahnen
der Enaliosaurier waren also Landreptilien, weil erstens es unter
den Sauropterygiern Formen gibt mit Extremitäten, welche genau
so gebildet sind wie die der auf dem Lande lebenden Reptilien, und
weil zweitens, wenn sie sich aus den Ichthyopsiden entwickelt hätten,
sie Kiemenbögen besitzen müssten, was nicht der Fall ist. Zool.
Anzeiger 9. Jahrg. pag. 245— 252.
NothOSauria. Ueber Pachypleura edwardsi Com. aus der Trias von
Besano in der Lombardei, die Literatur über dieselbe und über ihre
Unterschiede von Lariosaurus balsami Cur. macht F. Bassani
Mittheilungen. Macromerosaurus plinii Cur. sei identisch mit Lario-
saurus balsami Cur. ; Neusticosaurus pusülus Fraas sei ebenfalls ein
Lariosaurus und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch mit L. balsami
übereinstimmend. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 29 pag. 21
bis 28.
Ueber Lariosaurus und einige andere Saurier der lombardischen
Trias arbeitete auch W. De ecke. Der beschriebene X. balsami Cur.
aus dem Muschelkalk von Perledo ist ein sehr schön erhaltener Rest,
dem freilich Kopf, Hinterextremitäten, Schwanz und Theile der Vorder-
extremität fehlen. Lariosaurus Cur. gehört mit Notkosaurus, Simo-
saurus, Pistosaurus und Neusticurus zu den Nothosauriden und wird
vom Verf. eingehend besonders mit Nothosaurus und Neusticosaurus
verglichen. Eine neue Diagnose der Gattung siehe pag. 187, eine
solche der Gattung Macromerosaurus Cur. ebenfalls aus dem Muschel-
kalk von Perledo pag. 189. Letztere wird von den Sauropterygiern
abgetrennt und provisorisch zu den Lacertiliern (was aber nach Baur
und Dames sicher irrthümlich ist) in die Nähe von Proterosaurus
verwiesen. Pachypleura aus dem Muschelkalk von Besano wird da-
gegen zu den Nothosauriern gestellt und als Neusticosaurus sehr
nahe verwandt bezeichnet. Erwähnt wird ferner ein an Neusticosaurus und
Pachypleura sich anschliessender Saurier unbekannten Alters aus den
steyrischen Alpen pag. 187 und 193. Angeschlossen ist eine Uebersicht
176 Dr. Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
der bis jetzt aus lombardischer Trias bekannten Reptilien, meist
wenig klarer Reste. Zeitschr. D. Greol. Ges. Bd. 38 pag. 170—197,
Taf. 3-4. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887 I pag. 463—464.
Ueber den eben erwähnten an Pachypleiira und Neusticosaurus
erinnernden Saurierrest aus dem Alluvialschutt der Steiner- Alpen
in Krain berichtet derselbe. Am besten erhalten ist das linke
Hinterbein; der Tarsus besteht aus zwei Knochen, an die sich
5 Metatarsalen anschliessen. Der Schwanz ist stärker und länger
als bei den genannten Gattungen. Verb. Geol. Reichsanst. Wien
pag. 50—52.
Nach G. Gürich besitzt Dactylosaurus [vergl. Ber. f. 1884
pag. 279] 3 Carpalknochen ; ob ein Interclaviculare vorhanden war
oder fehlt, bleibt unentschieden. Zeitschr. D. Geol. Ges. Bd. 38 pag.
457—458. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887 I pag. 464.
Für Neusticosaurus Seel., Macromerosaurus Cur. (aus dem Lias
vom Comersee 1 847), dessen Organisation nach den vorhandenen Literatur-
angaben discutiert und mit der von Neusticosaurus verglichen wird,
weiter im Dactylosaurus Gür. und Pachypleiira Corn. schlägt G. Baur
die neue Familie Macromerosauridae vor. Zool. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 246. — Derselbe macht auf die Synonymie dieser Familie,
die er wieder einzieht, mit den Lariosauridae Gerv. 1859 aufmerksam.
Ebenda pag. 323.
Placodontia. Eine kurze Notiz über ein Oberkieferfragment von
Placodus cf. gigas aus dem Muschelkalk von Freyburg a. U. bringt
K. V. Fritsch. Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 59 pag. 643.
Plesiosauria. Vorläufige Mittheilung über einen neuen Plesio-
saurus [degenhardti) aus dem mittleren Wealden von Bückeburg und
Obernkirchen macht E. Koken. Zeitschr. D. Geol. Ges. Bd. 38
pag, 664.
Ichthyopterygia
(nur fossil).
Die Vielstrahligkeit der Ichthyosaurus -Ylosse beruht nach
G. Baur zum grössten Theil auf Spaltung der distalen Enden der
Strahlen. Nur bei Bapta?iodon (Sauranodon) seien 6 vollständige
Strahlen vorhanden; den sechsten Strahl denkt sich Verf. aus der
Verlängerung und Difierenzierung des Pisiforme entstanden. Vergl.
im übrigen oben pag. 175 unter Sauropterygia. Zool. Anzeiger 9. Jahrg^
pag. 245 — 252.
In seiner Notiz über den morphologischen Werth überzähliger
Finger und Zehen bemerkt P. Albrecht, dass die Flosse von Ichthyo-
saurus nicht siebenstrahlig, sondern fünfstrahlig sei mit Dactyloschisie
der ersten und fünften Zehe. Centr.-Blatt f. Chirurg, pag. 105—107.
A. Smith Woodward weist nach und beschreibt die Columella
(Epipterygoid) des Schädels bei einem britischen Ichthyosaurus, die
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 177
sehr grosse Aehnlichkeit mit der von Sphenodon zeigt. Proc. Zool.
Soc. London pag. 405—408, 4 Fig. — Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 3
pag. 430.
F. Bassani beschreibt einen ne\ien Ichthyosaurus (cornalianus)
aus der Trias von Besano in der Lombardei, verwandt dem I. com-
munis Con. and I. tenuirostris Con. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milane
Bd. 29 pag. 20—21.
Ob Pouech, Memoire sur un fragment de mächoire d'un grand
Saurien fossile de la famille des Ichthyosaures trouve ä Bedeille
(Ariege). 24 pag., 4 Tai 1886 erschienen ist oder früher, und in
welcher Zeitschrift, ist mir unbekannt geblieben.
Croeodilia.
Sceletsystem. G. Baur weist nach, dass das Huxley'sche
Unterscheidungsmerkmal zwischen Crocodiliern und Dinosauriern an
den unteren Wirbelbögen haltlos sei ; bei den Crocodiliern zeigten sich
alle Übergänge von freien und geschlossenen oberen Enden der unteren
Bögen. Sodann verfolgt Verf. das Quadratojugale der Crocodilier und
zeigt, dass alle Gavialiden und Crocodiliden einen deutlich sichtbaren
spitzen vorderen medianen Fortsatz am Quadratojugale haben, der
den Alligatoriden stets fehle. Weitere Bemerkungen beziehen sich
auf das Postfrontale und das Postorbitale und die hintere, wahr-
scheinlich fünfzehige Extremität von Belodon. Zool. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 738—740.
Auch eine Mittheilung über Proatlas, Atlas und Axis der Cro-
codilier bringt derselbe. Bei ihnen entwickelt sich der Proatlas
aus zwei verschiedenen Knorpeln in derselben Weise wie alle Neura-
pophysen. Diese beiden Theile können noch bei älteren Thieren
deutlich sein, vereinigen sich aber gewöhnlich schon früh im Embryo
zu einem Element. Möglich ist auch das Vorhandensein eines Proatlas
bei dem Sphenodon nahe verwandten Rhynchosaurus Ow. und wahr-
scheinlich bei den Proterosauria. Weiter bemerkt Verf., dass es
keinem Zweifel unterliege, dass Atlas und Axis des tertiaeren Alli-
gator darivini Ludw. und des Crocodilus ehertsi Ludw. dieselbe Structur
und insbesondere das untere Schlussstück des Atlas ebenso besassen
wie alle lebenden Crocodiliden. Die Beziehungen von Axisrippe zu
Atlas und Axis bei Teleosaurus, Enaliosuchus, Gavialis, Alligatoi' und
Crocodilus werden eingehend besprochen und abgebildet. Alle Croco-
diliden besitzen Atlas- und Axisrippen. Bei den Teleosauriern und
bei dem untercretaceischen Enaliosuchus hat die Axisrippe ein wol-
entwickeltes Capitulum und Tuberculum, und das letztere articuliert
mit einer wol entwickelten Diapophyse. Bei den jüngeren Crocodiliern
wird die Diapophyse und mit ihr das Capitulum rudimentär; die
Axisrippe verliert ihre Articulation mit der Axis und legt sich auf
den Atlas. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 288—293, 5 Fig.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jalirg. II. Bd. 1. H. M
178 Df- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Über die Anzahl der praesacralen (23 — 25) und der sacralen
(2 — 3) Wirbel bei Gavialis gangeticus, Crocodilus acutus, Alligator, Aeo-
lodon pi'iscus v. Myr. und Bhacheosaurus gracilis v. Myr. berichtet
derselbe. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 689 — 690.
Nervensystem. Im Rückenmark von Alligator findet sich nach
W. H. Gras kell eine G-ruppe von Nervenzellen weit entfernt von
der centralen grauen Masse an der Peripherie des Rückenmarks ge-
legen. Verf. ist geneigt, diese isolierten Granglien für ein Stück des
hinteren "Wurzelganglions anzusehen. Proc. Physiol. Soc. , Sitz, vom
12. Dec. 1885. — Ref. in Journ. of Physiol. Bd. 7, 2 pag. XXIX.
Verdauungsorgane. Über Form und Lage des Peritoneums
von Crocodilus acutus macht F. E. Beddard eine Mittheilung. Proc.
Zool. Soc. London 1885 pag. 836—844, 2 Figg.
Circulationsorgane. Über die Physiologie des Herzens beim
Alligator schrieb F. W. Mill s. Journ. Anat. Phys. Bd. 20, Pt. 4 [vergl.
Ber. f. 1885 pag. 268].
Palaeontologisches. A. Smith Woodw^ard gibt eine Ge-
schichte der fossilen Crocodilier. Auch durch Abbildungen erläutert
er die wichtigsten Typen derselben, indem er die in England ge-
fundenen besonders hervorhebt. Proc. Geol. Assoc. Bd. 9 pag. 288
bis 344, Figg. [vergl. Ber. f. 1885 pag. 267]. — Ref. in Nature Bd. 33
pag. 331.
Nach E. Koken gehören die Crocodilier -Reste des norddeut-
schen mittleren Wealden zu den Gattungen Pholidosaurus , Macro-
rhynchus und Goniopholis. Diese Genera entfernen sich in wichtigen
Punkten von den älteren Teleosauriern und nähern sich bereits den
heutigen procoelen Crocodilen und namentlich dem lebenden Tomistoma.
Von ihnen sind namentlich schöne natürliche Ausgüsse der Schädel-
höhle und der Gehörgänge bekannt, die aber in wesentlichen Theilen
schon mit den- entsprechenden Gebilden der heutigen Crocodilier über-
einstimmen, was eingehend ausgeführt wird. Sitz.-Ber. Ges. Naturf.
Fr. Berlin pag. 2 — 4.
Über das Vorkommen fossiler Crocodilier in den Wealdenbildungen
I^orddeutschlands und über die Systematik der mesozoischen Croco-
dilier bringt derselbe eine weitere vorläufige Mittheilung. Im mitt-
leren Wealden von Bückeburg und Obernkirchen wurden neuerdings
Reste von J2 Goniopholis- und von 3 Macrorhynchus- Arten gefunden.
Maerorhynchus, zu welcher Gattung auch Pholidosaurus schaumbur-
gensis v. Myr. gehört, erinnert zwar in den amphicoelen Wirbeln , in
der Bepanzerung, der Grösse der Schläfengruben und der Grösse und
Lage der Choanen an die Teleosauriden , schliesst sich aber in der
Gestaltung der Gehirnhöhle und der Gehörgänge eng an Tomistoma
an. Macrorhynchus wird daher mit Tomistoma zu einer Familie Ma-
crorhynchidae vereinigt, die ausserdem Thoracosaurus neocaesariensis
(De Kay), Gavialis macrorhynchus Blv., Gavialosuchus eggenhurgensis
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 179
T. &K,, Tomistoma champsoides (Ow.), Steneosaurus geoffroyi Ow.,
latifrons Ow. (wahrscheinlich zu Macroi'hynchus zu stellen) und Petro-
suchus lemdens Ow. umschliesst , also Crocodilier des Jura, der
Kreide und des Tertiaers. Pelagosaurus entfernt sich schon etwas
weiter. Verf. weist nach, dass man die Crocodilier nur in zwei grosse
G-ruppen theilen dürfe, Parasuchia und Crocodilina, welch' letztere
aus den in einander übergehenden Mesosuchia und Eusuchia zu hilden
sei. Zeitschr. D. Geol. Ges. Bd. 38 pag. 664—670.
E. Lydekker gibt eine kurze Geschichte unserer Kenntniss
der Gattung Tomistoma Schlg. und rechnet zu dieser Gattung auch
den foss. Melitosaurus champsoides Ow. (Schnauzenspitze abgeb. Taf. 2)
aus dem Miocaen von Malta, Crocodilus gaudensis Hlke. aus dem
Miocaen von Gozzo, Gavialosuchus eggenburgensis T. & K. [vergl. Ber.
f. 1885 pag. 267] und die Genera Bhamphostoma und Bhynchosuchus.
Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 42 pag. 20—22, Taf. 2. — Ref. Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 17 pag. 294 und in N. Jahrb. f. Min. 1886 n, pag.
382—383.
H. Burmeister bemerkt, dass der tertiaere Crocodilus australis
Bravard vom Parana auf zwei Formen basiert sei, nämlich auf einen
Alligator und auf einen Gavial, für welch' letzteren pag. 151 der Name
Bhamphostoma neogaeum n. vorgeschlagen wird. Anal. Mus. Buenos
Aires Bd. 3, 1885 pag. 148- 152 [vergl. Ber. f. 1885 pag. 249].
Die Crocodilfauna der ostindischen pliocaenen Siwalikbildungen
ist nach R. Lydekker nahe verwandt der jetzt noch in Indien
lebenden Fauna, aber reicher und dadurch besonders bemerkenswerth,
dass die Gaviale auffallend in den Vordergrund treten, von denen
zwei grösser sind als der jetzt lebende. Beschrieben und abgebildet
werden 2 Crocodilus [sivaUnsis n. verwandt palustris Less. aus den
Siwaliks vom Pundjab bis Burma pag. 213, Taf. 28, Fig. 1—2, Taf. 29,
Fig. 3 — 4 und palaeindicus Falc), 5 Gavialis {gangeticus Gmel., hysu-
dricus n. für Leptorhynchus leptodus Falc. part., curvirostris n. U. Siwaliks
von Sind pag. 224, Taf. 31, Fig. 1—2, leptodus F. & C. und pachyrhynchus
n. U. Siwaliks von Sind pag. 227, Taf. 33, Fig. 1—2, 4) und eine neue
Gavialidengattung Bhamphosuchus mit crassidens (F. & C.) von den Si-
waliks bis zum Pundjab pag. 230, Taf. 33, Fig. 3, 5, Taf. 34 u. 2 Fig.
Bei ihr passt der erste Unterkieferzahn wie bei Alligator in eine seit.
liehe Einbuchtung des Oberkiefers, der 4. in^ eine Höhlung im Ober-
kiefer ; alle Zähne des Oberkiefers beissen aussen über die des Unter-
kiefers hinaus. Nach Verf. pag. 212 ist Gavialosuchus T. & K. = To-
mistoma Schlg. Palaeontologia Indica (10) Bd. 3 pag. 209 — 240,
Taf. 28-35, 2 Fig. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 159—161,
in Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 173 — 174 und in N. Jahrb. f. Min. 1887 II,
pag. 367—369.
"W. Dam es bringt eine kurze Notiz über einen subfossilen,
wahrscheinlich zu Crocodilus robust us Vaill. & Grd. gehörigen, früher
M*
180 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
von Gruldberg zu Äepyornis gestellten Humerus von Madagascar.
Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin pag. 68—70.
Über einen im Modenesischen gefundenen Scliädel eines fraglichen
tertiaeren Crocodilus n. sp., den er dem Cr. arduini De Zigno ver-
wandt nennt, macht G. ITzielli Mittheilungen. Boll. Soc. Geol.
Ital. Bd. 5 pag. 355-361, Taf. 9— 10.
Faunistisches. Auf Andros, Bahamas, sollen früher öfters
Alligatoren angetrieben worden sein. Von einem neueren Fall auf
Inagua berichtet J. Gardiner. Die Thiere mögen hier auf Treibholz
von San Domingo herrühren; die auf Andros angetriebenen können
nur von Nordwest- Cuba stammen. Nature Bd. 34 pag. 546.
Systematisches. R. Lydekker gibt eine Zusammen-
stellung der Hauptunterscheidungsmerkmale der vier lebenden indi-
schen Crocodilus- Arten. Palaeontologia Indica (10) Bd. 3 pag. 213.
Crocodilus palustris Less. Schädel abgeb. Lydekker, ebenda
Taf. 29, Fig. 1.
Dinosauria
(nur fossil).
"Wegen Ornithochirus hüsensis Kok. s. unten Pterosauria.
Orthopoda. Iguanodontidae. Ein Referat R. Lydekkers über
Dollo's Nachweis der im Laufe der Zeit complicierter werdenden
Structur der Zähne herbivorer Dinosaurier [vergl. Ber. f. 1885 pag. 269]
ist dadurch von besonderem Literesse, dass in demselben Abbildungen
aus der schwer zugänglichen Originalarbeit gegeben werden. Es sind
abgebildet Zähne von Morosaurus, Scelidosaurus, Hadrosaurus, Iguan-
odon prestwichi und Craspedodon lonzeensis. Geol. Mag. (3) Bd. 3
pag. 274—276, 10 Fig.
J. W. Hulke beschreibt und bildet ab einen Oberkiefer von
Iguanodon mantelli aus dem Wealden von Cuckfield. Er ist 30 cm
lang und besitzt 19 Alveolen ; 3 mögen noch zu ergänzen sein. Qu.
Journ. Geol. Soc. London Bd. 42 pag. 435 — 436, Taf. 14. — Ref. in
N. Jahrb. f. Min. 1887 I, pag. 461.
L. Dollo fand beim Iguanodon von Bernissart verknöcherte
Sehnen an den Wirbeln und dem Ilium, die dem Musculus sacro-
lumbaris und den darunter liegenden Muskeln entsprechen und erst
ligamentös waren, dann ossifizierten. Diese Verknöcherung hat wie
bei den Vögeln die Bedeutung, die Beckengegend zu verfestigen.
Warum auch die Schwanzwirbel so verbunden waren, ist noch nicht
hinreichend aufgeklärt. Arch. de Biol. Gand Bd. 7 pag. 249 — 264,
Taf. 8-9. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887 I, pag. 325-326.
Hadrosauridae. E. D. Cope bildet das Stemum von Diclonius
mirabilis Leidy und 7on Monoclonius crassus Cope ab und vergleicht
es mit dem von Iguanodon. Die langen Fortsätze zeigen nach hinten
und dürften zum Ansatz der Rippen gedient haben. Deutliche Ge-
lenkstellen für das Coracoid, ähnlich wie beim Crocodil, lassen sich
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 181
am oberen Theile des Knochens nachweisen. Verf. ist also in der
Deutung des Schultergürtels von Ljuanodon in Übereinstimmung mit
Dollo gegen Hulke [vergl. Ber. f. 1885 pag. 269— 270j. Die Scapula
von Diclonius wird mit der von Hadrosaurus foulkei verglichen. Amer.
Naturalist Bd. 20 pag. 153—155, 2 Fig.
Theropoda. Zanclodontidae. Eine Mittheilung über die über-
zähligen Gelenkfortsätze der Rückenwirbel von Zanclodon bringt
G. Baur. FAicamerotus HWlq., Bothriospondijlus Ow. part. und Chon-
drosteosaurus Ow. sind mit Ornithopsis Seel. synonym. Zool. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 742—743.
miynchocephalia.
Hatteriidae. Allgemein Anatomisches. K. B. Brühl, Hat-
teriakopf (aus dessen Zootomie aller Thierclassen). Wien, A. Hoelder,
4^2 Taf. mit 12 pag. Text.
F. E. Schulze macht unter Vorlage eines lebenden Exemplars
auf die Ordnungscharaktere von Sphenodon aufmerksam. Sitz. -Ber.
Ges. Naturf. Fr. Berlin pag. 125.
Sceletsystem. A. Smith Woodward gibt die Abbildung
der Columella (Epipterygoid) von Sphenodon punctatus. Proc. Zool.
Soc. London pag. 407, Fig. 4.
G. Baur beschreibt das Quadratojugale, das Opisthoticum, Proo-
ticum und Epioticura, sowie den Vomer von Sphenodon. Beim jungen
Thiere fand er in der Mitte jedes Vomers einen deutlich ausgebildeten
Zahn. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 685.
Derselbe critisiert die Nomenclatur gewisser Knochen des
S^JÄenoc^on-Schädels in dem Artikel über Anatomie der Reptilien in
Encyclopaedia Britannica, indem er diese Arbeit Günther zuschreibt.
Ebenda pag. 685. — A. Günther verwahrt sich gegen Äusserungen,
die er gar nicht gemacht habe und bemerkt, dass der Name Sphenodon
zu Gunsten von Hatteria einzuziehen sei. Ebenda pag. 746.
E. D. Cope weist nach, dass bei Sphenodon die Chevronknochen
der Schwanzwirbel in der Hauptsache nicht an die Centra, sondern
an ein knorpliges, scheibenförmiges Intercentrum befestigt sind, das
dem vor Cricotus sehr ähnlich ist. Dadiu'ch werde es noch wahi"-
scheinlicher, dass die Embolomeren die Vorfahren der heutigen Rep-
tilien sind. Die Centra von Sphenodon sind übrigens in der Form
sehr verschieden von denen von Cricotus und ähneln mehr denen der
Pelecy Saurier. In der Cervicalregion des rhachitomen Eryops ver-
muthet Verf. ein pleurales Hypocentrum. — Amer. Naturalist Bd. 20
pag. 175. — G. Baur hat auch in den praecaudalen Wirbeln von
Sphenodon das Intercentrum gefunden; Fritsch's Fund von angeb-
lichen Pleurocentren in den Halswirbeln junger Exemplare konnte
er nicht bestätigen. Ebenda pag. 465 — 466. — Entgegnung von
A. Fritsch s. ebenda pag. 736.
182 Dr- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Eine Abbildung der Wirbelsäule von Sphenodon guentheri Bull,
gibt E. D. Cope. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16, Taf. 1, Fig. 10.
Gr. Baur theilt neue Beobachtungen mit über die Wirbelsäule
von Sphenodon. Das Intercentrum I besteht aus zwei lateralen
Hälften. Freie Praezygapophysen an den Wirbeln, wie sie Fritsch
beschreibt, fehlen den Wirbeln ganz bestimmt. Wie bei Champso-
sauriis verlässt die Rippe das Centrum niemals vollkommen. Der
Satz Albrecht's, dass die Columella von Sphenodon nichts anderes sei
als das Alisphenoid der Crocodilier, wird nach einer historischen und
bibliographischen Abschweifung über die Columella bei den verschie-
denen Reptilordnungen bestätigt. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 733
bis 738.
Derselbe beobachtete bei Sphenodon zweiköpfige Rippen am
1. bis 4. Halswirbel und einköpfige Rippen an den übrigen Hals- und
Rückenwirbeln, ganz analog wie bei den permischen Pelecysauriern,
bei denen Cope das Capitulum der zweiköpfigen Rippen an das Inter-
centrum angeheftet fand. Auch alle Crocodilier, Dinosaurier und
wahrscheinlich auch Ornithosaurier zeigten die erste Atlasrippe
zwischen dem Occipitalcondylus und dem Atlas an dem Intercentrum
befestigt. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 979—980.
Nach demselben hat zuerst Bayer [vergl. Ber. f. 1884 pag. 292]
die beiden Centralia im Carpus von Sphenodon beschrieben. Er selbst
fand auch ein fünftes freies Carpale. Weitere Notizen wenden sich
gegen die Deutung verschiedener Fusselemente bei Sphenodon durch
Bayer Verf. hält pag. 1.89 Cope's neues Genus Stereosternum [vergl.
Ber. f. 1885 pag. 249] nach der Form der Schwanzwirbelsäule und der
Extremitäten für ein mit den Rhynchocephalen verwandtes Reptil.
Die Gattung hat 5 isolierte Tarsalia der zweiten Reihe, der einzige
Fall bei einem Reptil. Dadurch wird es wahrscheinlich, dass das
Cuboideum in der That aus zwei Elementen besteht. Endlich hat
Verf. Hypapophysen (Intercentra) zwischen allen Wirbeln nachge-
wiesen. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 188—190.
Sinnesorgane. Über das Parietalauge von Sphenodon vergl.
oben Spencer pag. 145.
Ontogenie. Über das Verhalten der grossen Halsarterien und
Vaguszweige zu den embryonalen Kiemenspalten bei Sphenodon be-
richtet J. F. van Bemmelen. Die Verhältnisse sind denen der
typischen Lacertilier und besonders denen der Geckoniden sehr ähnlich.
Tijdschr. Nederl. Dierk. Ver. (2) Bd. 1, Heft 4.
Biologisches. Mittheilungen über die Lebensweise von Sphe-
nodon macht A. Reischek. Trans. N.-Zeal. Inst. Bd. 18 pag. 108
bis 110.
Palaeontologisches. W. Colenso beschreibt Knochenreste
eines angeblich neuen Sphenodon (diversus) von Hawke's Bay, N.-See-
land. Ebenda pag. 118—123.
in der Herpefcologie wähi'end des Jahres 1886. 183
Choristodera. V. Lemoine macht Mittheilungen über Simoido-
5awrM5- Reste im U. Eocaen von Sezanne. Es sind Neuralbögen,
Schwanzwirbel, Scapula, Coracoid, Beckentheile, Femur, Tibia, Astra-
galus, Kieferbruchstücke und Zähne, die dem *S'. ijeroni zugeschrieben
und auf 3 Taf. abgebildet werden. Diese neuen Funde werden ein-
gehend mit den americanischen und belgischen Resten Cope's und
Dollo's von Champsosaurus und mit den indischen Resten Lydekker's
von Hyperodapedon verglichen. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 14
pag. 21— 32, Taf. 3—5. — Dazu bemerkt L. Dollo, dass sowol Cope
als Lydekker ihm in der Identification von Simoidosauriis = Champso-
saurus beistimmten. Ebenda pag. 95 — 96. — Entgegnung von V. Le-
moine, der auf seiner Ansicht beharrt. Ebenda pag. 167— 168.
In dem Factum, dass bei Champsosaurus die Rippe das Centrum
wie bei Sphenodon nie verlässt, findet G. Baur einen neuen Beweis
dafür, dass die fossile G-attung ein Rhynchocephalier (Lydekker) sein
muss und nicht in eine besondere Ordnung Simoidosaurier (Dollo)
gehört. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 735.
Pythonomorpha
(nur fossil).
Mosasauridae. Eine Notiz von "W. Swanston über den Fund
eines Theiles der Wirbelsäule von Mosasaiirus graciUs Ow. im Kalk
der 0. Kreide von Whitewell bei Belfast, Irland, bringen Geol. Mag. (3)
Bd. 3 pag. 134 und Nature Bd. 33 pag. 348.
Ueber Lagerstätte und Alter der Schichten, in welchen sich
Uainosaurus bernardi Dollo fand, vergl. M. F. L. Com et. Qu.
Journ. Geol. Soc. London Bd. 42 pag. 330, 337.
Ophidia.
Museen. A. Haly gibt eine Aufzählung der nach Günther's
Reptiles of British India auf Ceylon vorkommenden Schlangen. First
Report of the Collection of Snakes in the Colombo Museum. Colombo,
8 «, 18 pag.
Eine Namenliste der im Museum der Naturhist. Gesellschaft
in Bombay aufgestellten Schlangen bringt H. M. Phipson. Journ.
Bombay N. H. Soc. Bd. 1 pag. 84—86.
Sceletsystem. A. Carlsson fand- bei einer kleinen Anzahl
von Schlangen einen Plexus brachialis und Reste von Schul termusculatur.
Die hintere Extremität erhielt sich länger als die vordere. Bei einigen
Schlangen kommen Scelettheile, Musculatur und Plexus vor, bei anderen
ist nur der letztere vorhanden, bei noch anderen fehlt auch dieser.
Anat. Anzeiger 1. Jahrg. pag. 189. — Dieselbe untersuchte, um
Material für die Abstammungsgeschichte der Schlangen zu erhalten,
eingehend die vorhandenen Reste von Extremitäten, besonders den
184 Dl*. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
conservativsten Bestandttheil derselben, die Plexusbildungen, an Ver-
tretern zahlreicher Schlangenfamilien und an einzelnen fusslosen
Eidechsen, sowie an Siren und Siphonops. Typhlops braminus hat
kein Beckenrudiment, das bei T. mirus existiert. Beim ^ von Python
sind die Gliedmaassen mehr entwickelt als beim $. Der Plexus
lumbosacralis fehlt gänzlich nur bei Trigonocephalus rhodostoma und
bei Vipera berus. Bihang tili K. Svenska Vet. Akad. Handl. Bd. 11,
No. 11. Stockholm. 38 pag., 3 Taf. [vergl. auch Ber. f. 1885 pag. 272]
und Meddel. fr. Stockholms Högskola No. 41. Stockholm 8 ^
Sinnesorgane. Eine Notiz Lockington's, welche zeigen
soll, dass die Form der Schlangenpupille keine Beziehungen zu den
giftigen oder ungiftigen Eigenschaften der Schlangen hat, bringt
nichts Neues. Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia pag. 300.
Verdauungsorgane. In einer Mittheilung über die Gift-
drüsen der Gattung AdeniopJiis Pts. bemerkt A. B. Meyer, dass er
von Adeniophis-KYi^n kenne intestinalis (Laur.), malayanus (Gthr.),
philippinus (Gthr.), nigrotaeniatus Pts., bivirgatus (Schlg.) und tetra-
taenia Bleek. , von ächten Callophis-Arten aber japonicus Gthr.,
macuUceps {Gthr. ),macclellandi (Reinh.), trimaculatus (Daud.), annularis
Gthr., nigrescens Gthr. und gracilis Gray ; auch den Gattungen Hemi-
bungarus und MegaeropMs fehlten die grossen in der Leibeshöhle
gelegenen Giftdrüsen. Sitz.-Ber. Akad. Berlin Bd. 36 pag. 611 — 614.
Ontogenie. Beobachtungen über die 5 Kiemenspalten von
Trimeresurus bringt J. F. van Bemmelen. Tijdschr. Nederl. Dierk.
Ver. (2) Bd. 1, Heft 3.
Biologisches. Eine Notiz darüber, ob junge Schlangen im
Maul, resp. Magen ihrer Mutter Zuflucht suchen und Schutz finden,
bringt J. Le Conte. Nature Bd. 33 pag. 441.
S. Gar man beobachtete Äncistrodon contortrix von N.-Carolina
in der Gefangenschaft. Die Schlange legte ihre Wildheit nicht ab.
Mäuse tödtete ihr Biss in 1 — 4 Minuten; hungrig verschlang sie die-
selben sogleich, zu anderen Zeiten Hess sie sie bis zu einem Tage
lang liegen. Fische berührte sie nicht. Bei der Häutung wurde sie
durch eine schweissartige Perspiration sehr unterstützt, die Verf. auch
bei Coluber, Ophibolus, F/utaenia und Heterodon beobachten konnte.
Äncistrodon schwingt ähnlich der Klapperschlange das Schwanzende
mit hörbarem Geräusch. Boston Scientif. Soc. Sitz. v. 12. Oct.
E. D. Cope beschreibt das Verhalten von Heterodon platy-
rhinus und von Tropidonotus sipedon gegenüber einem Äncistrodon
contortrix. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 744 — 745.
Da die Schlangen in der Freiheit ihre Eier nicht unmittelbar
in die reine Erde oder in Sand, sondern in Löcher, Spalten, sowie
zwischen oder unter Steine ablegen, darf nach J oh. v. Fischer bei
der Züchtung die Erde nur mittelbar oder gar nicht auf den Eiern
lasten. Zwei erprobte Methoden für die künstliche Zeitigung von
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 185
Schlangeneiern werden eingehend beschrieben, die eine für Bewohner
trockener Orte, wie Coelopeltis, Coronella, Periops und Rhinechis, die
andre für Liebhaber feuchter Oertlichkeiten und des Wassers, wie
Äblabes leopardiniis und Tropidonotus. Zool. Garten 27. Jahrg. pag. 297
bis 303.
Ueber Mimicry vou Basypeltis scabra L. nach Vipera atropos
L. macht W. HamondTooke eine kurze Mittheilung. Nature Bd. 34
pag. 547. - A. B. Meyer bringt auf diesen Gegenstand bezügliche
Literaturangaben. Ebenda pag. 596.
A. B. Me y e r betrachtet das Zusammeuvorkommen von Adeniophis
phüippinus (Gthr.) neben Hemibungarus calligaster (Wgm.), wie das
von Ä. bivirgatus (Schlg.) neben Megaerophis flaviceps (Reinh.) und
das von Ä. nigrotaeniatus (Pts.) und malayanus (Gthr.) neben Callophis
gradlis Gray als Mimicry. Sitz.-Ber. Akad. Berlin Bd. 36 pag. 611—614.
V. Richards, The Land -Marks of Snake-Poison Literature,
being a Review of the more important Researches into the Nature
of Snake-Poisons. Calcutta 1885, 16 ". 176 pag.
AV. Mitchell &E. T. Reichert, Researches upon the Venoms
of Poisonous Serpents. Washington, Fol. 186 pag. mit col. Taf. und
in Smithsonian Contrib. Knowledge pag. 674 ff. — Ref. in Rev. Scientif.
(3) Bd. 40 pag. 476—477 und in Biol. Centr.-Blatt Bd. 7, 1887 pag. 477—480.
Die ausführliche Arbeit von R. N. Wolf enden über das Gift
voniVöy'a tripudiam L. [vergl. Ber. f. 1885 pag. 274] findet sich in Journ.
of Phys. Bd. 7 pag. 327—356.
In einer zweiten Abhandlung berichtet derselbe über das Gift
von Vipera BusseUi. Auch in ihm fand Verf. drei Eiweisskörper als
Träger der Giftwirkung, wie bei der Brillenschlange, ein Globulin,
welches vorwaltet, eine kleine Menge Serumalbumin und eine Art
Albumose. Ebenda pag. 357 — 364.
Derselbe hat auch die von Wynter Blyth beschriebene Cobra-
säure darzustellen versucht, ist aber zu dem Resultat gekommen, dass
diese Säure nicht existiert, und dass die von ihrem Entdecker be-
schriebenen Krystalle nichts anderes waren als Gyps. Ebenda pag. 365
bis 370.
W. Heidenschild hat die Wirkung des Giftes der Brillen-
und der Klapperschlange auf lebende Thiere untersucht und gefunden,
dass die Zahl der Leucocyten im Blut bis auf 25*'/o der vorher vor-
handenen Anzahl herabsinkt. Das Gift ist diffundierbar. Auf Spalt-
und Schimmelpilze und auf einzellige Thiere konnte keine Wirkung
beobachtet werden, schon Hydra viridis aber erlag der giftigen Ein-
wirkung und alle höheren Thiere anscheinend um so schneller, je
höher ihre Organisation ist. Untersuchungen über die Wirkung des
Giftes der Brillen- und der Klapperschlange. Dorpat, 8 ". 52 pag.
Ueber einen Todesfall nach Biss von Naja berichtet Nature
Bd. 35 pag. 111—112. Dem Thiere waren die Giftzähne ausgebrochen
186 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
gewesen. Der Gebissene blieb trotz der Lähmung aller Bewegungs-
nerven bei Bewusstsein ; er starb nach kurzer Besserung am 5. Tage.
— Ref. in Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 62-63.
G. Giovanoli macht Mittheilungen über Vergiftungsfälle von
Haussäugethieren durch Schlangenbiss und über die ärztliche Be-
handlung der verletzten Thiere. Zur Beobachtung kamen Bissfälle
von Vipera an Rindern, Ziegen und Schafen. Schweiz. Arch. f.
Thierheilk. Bd. 28, Heft 1.
Faunistisches. Ueber die geographische Verbreitung der
Schlangen über den Erdball bringt A. Senna nach den Materialien
des Mailänder Museums, oder richtiger nach dem bereits zur Zeit
seines Erscheinens in systematischer Beziehung vollkommen antiquierten
Werke von Jan, eine lange Arbeit. Schade, dass so viel Fleiss auf
ein absolut ungenügend durchgearbeitetes und vielfach unkritisches
Material verwendet wurde! Das Resultat ist infolgedessen auch
gleich Null und die Arbeit überhaupt unbrauchbar, da sie im grossen
wie im kleinen von der Verbreitung der Schlangen ein absolut ungenaues,
ja vielfach falsches Bild gibt. Was seit 30 Jahren überdies für die
Systematik der Schlangen hauptsächlich in England und in Nord-
america gearbeitet und durch Druck zugänglich gemacht worden ist,
scheint dem Verf. vollkommen unbekannt geblieben zu sein. Atti
Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 29 pag. 477—516.
Systematisches. E. D. Cope gibt eine analytische Tabelle
aller bekannten Schlangengattungen. Seine Haupteintheilung ist von
dem 1864 durch ihn veröffentlichten Schema nicht verschieden; die
feinere Eintheilung dagegen ist vielfach neu. Da aber der Verf.
nicht speciell das Neue als solches hervorhebt, so ist ein Referat über
die gehaltreiche und äusserst mühsame Arbeit schwierig. Eine end-
giltige Definition der Unteii'familien mit Ausnahme der Homalopsinae
wird nicht gegeben; die der Gattungen stützt sich im wesentlichen
auf Furchung oder Nichtfurchung der hinteren Zähne, auf Mangel
oder Vorhandensein und Zahl der Schuppenporen und auf Theilung
oder Nichttheilung des Analschilds. Immerhin dürfte der hier ge-
gebene Schlüssel ein Fortschritt sein in der Systematik der Schlangen,
und er darf, trotz seiner auch dem Verf. nicht unbekannten Mängel,
mit Dank aufgenommen werden. Die Typhlopidae werden in 6 Gattungen
gespalten, die Stenostomatidae und die Tortricidae in je 2, die Rhin-
ophidae in 7, die Xenopeltidae in 1, die Pythonidae in 8, die Boidae
in 16, die Charinidae in 1, die Acrochordidae und die Nothopsidae je
in 2. Die grosse Familie der Colubridae wird in 12 Unterfamilien
zerspalten, von denen die Calamariinae 58 Genera erhalten, die Coro-
nellinae 22, die Scytalinae 18, die Colubrinae 36, die Philodryadinae 9,
die Dryiophidinae 7, die Psammophidinae 3, die Lycodontinae 17, die
Leptognathinae und die Dipsadinae je 7, die Dasypeltinae 2 und die
Homalopsinae 29. Die Acontiophidae erhalten 1, die Hydrophidae 8, die
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 1§7
Najidae 19, die Elapidae 3, die Dendraspididae 1, die Causidae 3, die
Atractaspididae 1, die Viperidae 7 und die Crotalidae 12 Genera. Im
ganzen kennt Verf. 315 Gattungen. Betreffs der zahlreichen Neuerungen
in der Synonymie der Gattungen muss auf die Originalarbeit ver-
wiesen werden. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 479 — 499.
Der systematische Theil über die Schlangen in Bronn's Classen
und Ordnungen ist leider nicht mit derselben Umsicht und Sach-
kenntniss gearbeitet, wie die übrigen Theile des grossen Werkes, und
die Verwechslungen, das Aufführen einer und derselben Gattung unter
zwei oder drei Namen oder in zwei verschiedenen Familien sind leider
sehr häufig. Eine feinere systematische Anordnung wird ganz vermisst.
Immerhin hat die Arbeit als Nachschlagebuch insofern einigen Werth,
als sie die wichtigsten Charaktere und die Literatur weniger bekannter
Gattungen zu finden erleichtert und viel zerstreutes Material zu-
sammenträgt. Vergl. oben Hoff mann pag. 139.
G. A. Boulenger gibt einen Schlüssel zur Unterscheidung der
17 in der brasilianischen Prov. Rio Grando do Sul vorkommenden
Gattungen colubriformer Schlangen und der Arten der in mehr als
einer Species dort repraesentierten Genera. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18
pag. 429.
E. D. Cope macht darauf aufmerksam, dass die Fam. Erycidae
kaum genügend von der Farn. Boidae getrennt sei und schlägt vor,
beide zu vereinigen. Für die problematische Gattung Charina Gray
eiTichtet er die Fam. Oharinidae und gibt die osteologischen Merkmale
derselben im Vergleich zu denen der Pythoniden und Boiden. Amer.
Naturalist Bd. 20 pag. 293—294.
Typhlopidae. Systematisches. Typhlops (Onychocephalus)
anchietae n. sp. verwandt haUotveUi Jan. Huilla, Angola pag. 172. —
T. (Onychocephaliis) humbo n. sp. verwandt dinga und riparius Pts.
ym^peteisi Barb. Quissange, Benguella pag. 171. Barboza du Bocage,
Jörn. Sc. Lisboa Bd. 11.
Stenostomatidae. Systematisches. Stenostoma dissimile n.
sp. Weisser Nil pag. 174. — St. rostratum n. sp. verwandt macro-
rhynchum Jan. Humbe am Cunene, W.-Afr. pag. 173. Barboza du
Bocage, Jörn. Sc. Lisboa Bd. 11.
Uropeltidae. Systematisches. R. H. Beddome gibt eine
Synopsis der Gattungen und Arten der Familie, deren 39 Species auf
die feuchten Wälder und den Gebirgsfuss von Britisch-Ostindien und
Ceylon beschränkt sind. Im allgemeinen sind dieselben sehr local
und selbst an ihren Fundplätzen sehr selten. Sie beissen, wenn ge-
fangen , niemals , sind ovovivipar und leben von Regenwürmern. In
Gefangenschaft haben sie sich bis jetzt nicht fortgepflanzt. Verf. bringt
die Arten in 7 Gattungen, von denen eine neu beschrieben wird; 4n.
sp. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 17 pag. 3—33.
188 Dl*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Platyplectrurus biUneatus n. sp. Madura, S.-Ind. pag. 33. — PL
Iiewstoni Bedd. = Teretrurus sanguineus Bedd. var. pag. 28. Beddome,
ebenda.
Plecirurus davidsoni n. sp. Anamallays in 4700' pag. 25. — PI.
scabricauda n. sp. AnamaHaj'S pag. 27. Beddome, ebenda.
Süyhura dupeni Bedd. = ochracea Bedd. pag. 17. — S. levingii
Bedd. = broughami Bedd. pag. 11. — S. madurensis Bedd. = arcticeps
Gthr. = nilgherriensis var. arcticeps Gthr. pag. 16. — S. nilgherriensis
Bedd. (= ceylanicaCxjiY.) ^di,Y.annulata n. Wynad pag. 15, var. myhendrae
n. S.-Travancore pag. 15 und var. j^icta n. N.-Travancore pag. 16. —
S. shortii Bedd. = nilgherriensis var. pag. 15. Beddome, ebenda.
Teretrurusn.g^i^. Schwanz allmählich verschmächtigt; Endschuppe
mit einer einzigen scharfen Spitze ; Kinn ohne mediane Längsfurche.
— Für Plectrurus sanguineus Bedd. und T. travancoricus n. sp.
Zwischen Travancore und Tinevelly in 3000—5000'. Beddome, ebenda
pag. 28-29.
Bhinophis microlepis Bedd. = sanguineus Bedd. Beddome,
ebenda pag. 8.
Calamariidae. Systematisches. E. D. Cope gibt einen
Schlüssel zur Unterscheidung der drei mexicanischen Chivnactis-Kri&n
varians Jan, diazi n. sp. und acutus n. sp. Proc. U. S. Nat. Mus. pag. 189.
Chionactis acutus n. sp. Tuchitan, Isthmus von Tehuantepec
pag. 189. — Ch. diazi n. sp. (= Conopsis Uneatus Boc. non Kenn.)
Puebla, Mexico pag. 188. Cope, Proc. U. S. Nat. Mus.
Elapomorphus biUneatus D. &B. abgeb. Taf. 36, Fig. S.~E. blumi
Schlg. abgeb. Fig. 2. — E. coronatus Sauv. abgeb. Fig. 1. Bocourt,
Miss. Scient. Mexique, Rept.
Geophis dugesi Boc. abgeb. Bocourt, ebenda Taf. 37, Fig. 1. —
G. fuscus n. sp. Jalapa, Mexico. J. G. Fischer, Abh. Naturw. Yer.
Hamburg Bd. 9 pag. 11, Taf. 2, Fig. 5.
Homalocranium bimaculatuyn Cope , abgeb. Taf. 36 , Fig. 6. —
H. coronatum B. & G. abgeb. Taf. 37, Fig. 5. — H. deppei Boc. abgeb.
Taf. 36, Fig. 11. — H. gracile B. & G. abgeb. Fig. 5. — H. maestum
Gthr. abgeb. Fig. 9. — H. melanocephalum L. abgeb. Taf. 37, Fig. 4. —
H. planiceps Blv. abgeb. Taf. 36, Fig. 7. — K praeoculum Boc. ab-
geb. Fig. 8. — R. rubrum Cope abgeb. Taf. 37, Fig. 6. — H. schistosum
Boc. abgeb. Taf. 36, Fig. 10. — H. taeniatum Boc. abgeb. Taf. 37,
Fig. 3. — H. virgatum Gthr. abgeb. Taf. 36, Fig. 4. Bocourt, Miss.
Scientif. Mexique, Rept.
Ogmius acutus n. sp. Tehuantepec. Cope, Proc. U. S. Nat. Mus.
pag. 189.
Bhabdosoma longiceps n. sp. verwandt muUitorques Cope. Vera-
cruz, Mexico. Cope, ebenda pag. 189.
Scolecophis atrocinctus Schlg. abgeb. Bocourt, Miss Scient.
Mexique, Rept. Taf. 37, Fig. 2.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 189
Stenorhina degenhardti Berth. abgeb. Taf . 37 , Fig. 7 und var.
kennicottiana Cope abgeb. Fig. 9. — St, freminvillei D. & B, abgeb.
Fig. 8 und var. apiata Cope abgeb. Fig. 10. — St. quinquelineata Hall,
abgeb. Fig. 11. Bocourt, Miss. Scient. Mexique, Rept.
OligOdontidae. Systematisches. J. Gr. Fischer vervoll-
ständigt Günther's Beschreibung von Simotes formosanus Gthr. nach
Stücken aus S.-Fonnosa. Abb. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9 pag. 12.
Eine Notiz über einen fraglichen Oligodon subpunctatus D. & B.
bringt Gr. Vidal. Journ. Bombay N. H. Soc. Bd. 1 pag. 144.
Holarchus n. gen. für alle Simotes -Arten mit ungetheiltem Anale.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 488.
Simotes herzi n. sp. [= Coluher rufodorsatus Cant. Ref.] Shanghai.
Boettger, Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 519.
Tripeltis n. gen. Von Oligodon Boje verschieden durch ein ein-
ziges Internasale. Typus: 0. brevicauda Grthr. Cope, Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 23 pag. 487.
GolUbridae. a, Coi^onelUnae. Faunis tisch es. Mittheilungen
über Coronella austriaca JjdMY . in England macht 0. P. Cambridge.
Proc. Dorset N. H. Club Bd. 7 pag. 84—92, Taf. 6.
Wegen Verbreitung von Coronella in Deutschland s. unten
N otthaft unter Viperidae.
J. Kolombatovic nennt auf Sp. Brusina's Autorität hin Coro-
nella girundica Daud. fälschlich [ergab sich = Elaphis quaterradiatus
Grmel. Ref.] aus N.-Dalmatien. Imenik Kraljesnjaka Dalmacije II.
Dio Dvoznivci, Grmazovi etc. Split. pag. 5.
G. A. B 0 u 1 e n g e r zählt pag. 432 Liophis typhlus (L.) und
pag. 435 Tomodon ocellatus D. & B. von S. Lorenzo in Rio Grande
do Sul auf und pag. 434 Heterodon histricus Jan vom Rio Cahy nächst
S. Joäo de Mte. Negro. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18.
Systematisches. Aporophis anomalus Cope = Coronella
pag. 431. — A. flavifrenatus Cope = Dromicus pag. 433. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18.
Cohiher poecilogyrus Wied = Liophis, gute Art. Boulenger,
ebenda pag. 432.
Coniophanes fissidens Gthr. abgeb. Taf. 41 , Fig. 3 und var. U-
punctata Gthr. abgeb. Taf. 40, Fig. 8. — C. piceivittis Cope abgeb.
Taf. 41, Fig 2. Bocourt, Miss. Scient. Mexique, Rept.
Conophis lineatus D. & B. abgeb. Tai 38, Fig. 5. — C. pulchei-
Cope abgeb. Fig. 6 und var. similis n. pag. 647. — C. vittatus Pts.
abgeb. Taf. 38, Fig. 7. Bocourt, ebenda.
Coi-onella coccinea Schlg. abgeb. Taf. 39, Fig. 1. — C. doliata L.
abgeb. Fig. 2, var. conjuncta Jan abgeb. Fig. 6 und var. gentilis B. & G.
abgeb. Fig. 5. — C. formosa Schlg. abgeb. Fig. 3, var. abnorma n.
Ober-Verapaz, Guatemala pag. 614, Taf. 39, Fig. 4, var. oligozona Boc.
(= Ophibolus polijzonus Cope non Sum.) abgeb. Fig. 8 und var. polyzona
190 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Cope abgeb. Fig. 7. — C. multifasciata n. sp. Californien pag. 616,
Taf. 40, Fig. 2. Bocourt, ebenda.
Biadophis decoratus Gthr. abgeb. Taf. 40, Fig. 3. — D. punctatus
L. abgeb. Fig. 1 , var. laeta Jan abgeb. Fig. 4 und var. modesta n.
Californien pag. 623. Bocourt, ebenda.
Enicognathus annulatus D. & B. abgeb. Taf. 40, Fig. 6. — E. qod-
mani Grthr. abgeb. Fig. 5. — E. aumichrasti n. sp. Cocopriets, Isthmus
von Tehuantepec pag. 628, Taf. 41 , Fig. 5. — E. vittatus Jan abgeb.
Fig. 1 . Bocourt, ebenda.
Erythrolamprus venustissimus Wied var. abgeb. Bocourt, ebenda
Taf. 38, Fig. 4.
Heterodon nasicus B. & Gr. abgeb. Taf. 38, Fig. 1 und var. ken-
nerlyi Kenn, abgeb. Fig. 2. Bocourt, ebenda.
Liophis elapoides Cope abgeb. Taf. 41, Fig. 6, var. aequdlis Gthr.
abgeb. Fig. 7 und var. diastema n. Plateau von Gruatemala pag. 636,
Taf. 41, Fig. 8. Bocourt, ebenda. — L. merremi Jan = fuscus Cope
pag. 431. — L. merremi Blgr. und merremi var. poecilogyra D. & B.
= poecilogyrus Wied pag. 432. — L. poecilostictus Jan = Philodryas
schotti (Schlg.) pag. 435. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18, —
L. reginae L. var. alhiventris Jan abgeb. Bocourt, Miss. Scient. Mexique,
Rept. Taf. 41 , Fig. 4. — L. reginae L. vars. ornatissima Jan, suh-
lineata Cope und viridicyanea Jan = poecilogyrus Wied. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 432.
Lygophis nicagus Cope = Ehadinaea Cope, Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 23 pag. 102. — L. rutilus Cope = Coronella anomala Gthr. Bou-
lenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 431.
Mesotes obtrusus Jan = Thamnodynastes strigatus (Gthr,). Bou-
lenger, ebenda pag. 437.
Opheomorphus fuscus Cope = Liophis, gute Art. — 0. meleagris
Cope = Liophis poecilogyrus Wied. Boulenger, ebenda pag. 432.
Bhadinaea fulviceps n. sp. Panama pag. 279. — Mh. nicaga Cope
neu diagnosticiert pag. 102. — Bh. quinquelineata n. sp. verwandt
taeniata Pts. Hidalgo und Puebla, Mexico pag. 277, Anm. Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 23.
Bhinochilus antonii n. sp. Mazatlan. A. Dug^s, ebenda pag. 290,
5 Fig. — Bh. lecontei ß. & G. abgeb. Bocourt, Miss. Scient. Mexique,
Rept. Taf. 40, Fig. 7.
Tachymenis hypoconia Cope = Thamnodijnastes strigatus (Gthr.).
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 437.
Tomodon lineatus Gthr. & Salv. = Conophis pulcher Cope var.
similis n. Bocourt, Miss. Scient. Mexique, Rept. pag. 647. — T. strigatus
Gthr. = Thamnodynastes. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18
pag. 437.
Xenodon bijoraeoculis n. sp. Fluss Mamore, O.-Bolivia. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 95, Anm. — X severus L var.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 191
angustirostris Pts, abgeb. Bocourt, Miss. Scient. Mexique, Rept.
Tal 38, Fig. 3.
b. Colnh'inae. Biologisches. Beobachtungen über Eiablage
und Brutdauer von Elaphis quaterradiatus Grmel. theilt M. Peracca
mit. Das ^ scheint seltner zu sein als das ^. Verf. hat nach 56 Tagen
Junge aus dem Ei schlüpfen sehen, deren Färbung eingehend be-
schrieben wird. Boll. Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 1, No. 16. 8 pag.
Bhinechis Scolaris Schz. ist nach A. v. Feoktistow entgegen
Joh. V. Fischer's Erfahrungen [vergl. Ber. f. 1884 pag. 299] weder eine
sehr bissige noch unzähmbare Schlange. Sie frisst auch todte Mäuse
und dürfte in der Freiheit den Mäusen bis in ihre Nester folgen.
Eingehend wird über Erfassung der Beute, Fress- und Schlingact
berichtet. Die Verdauung erfolgt rasch. Im Monat vertilgt sie etwa
20 Mäuse und kann 4 Stück nach einander verschlingen. Verf. kneipt
den lebend gereichten Mäusen die Spitzen der unteren Nagezähne
ab, um die Schlange vor etwaigen Bissen derselben zu schützen.
EJmiechis sammelt Erfahrungen, sie lernt todte von lebenden Mäusen
unterscheiden und richtet danach ihr Benehmen ein. Auch über die
Färbung der alten Thiere gibt Verf. von den allgemein angenom-
menen Anschauungen abweichende Schilderungen. Zool. Garten
27. Jahrg. pag. 177 — 185. — In einer Erwiderung darauf beharrt
Joh. V. Fischer bei seiner Ansicht, dass diese Schlange die jäh-
zornigste aller europäischen Nattern und die flinkste aller Schlangen
des Welttheils ist. In Bezug auf die Färbung sei Schreiber's Dar-
stellung ganz correct. Ebenda pag. 286—288.
Faunistische s. G. A. Boulenger nennt Ptyas panthei-inus
(Daud.) von Porto Alegre, Prov. Rio Grande do Sul. Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 18 pag. 433.
Systematisches. Ar izo7ia elegans Kenn. =: Bhinechis. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 284.
Bothrophthalmus modestus n. sp. Kamerun. J. G. Fischer, Abh.
Naturw. Ver. Hamburg Bd. 9 pag. 13.
Cynophis moellendor/fi n. sp. Prov. Guang-hsi und Guang-dung,
S.-China. Boettger, Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 520.
Pityophis elegans Cope = Bhinechis. Cope, Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 23 pag. 284.
c. Bryadinae. F a u n i s t i s c h e s. G. A. Boulenger nennt
Bromicus flavifrenatus (Cope) von S. Lorenzo, Prov. Rio Grande
do Sul. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 433.
Systematisches. Dendrophidium chloroticum n . sp . verwandt
dendrophis Schlg. Guatemala. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 278, Anm.
Bromicus amdbilis Jan = flavifrenatus (Cope) pag. 433. — B. me-
lanocephalus Pts. = Coronella poecilopogon Cope pag. 431. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18.
192 Dr. Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
Euophrys modestus Gthr. = Phüodryas schotti (Schlg.). Bou-
lenger, ebenda pag. 435.
Herpetodryas melas n. sp. verwandt grandisquamis Pts. Nica-
ragua. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 278.
Phüodryas carinatus Hens. = aestivus (Schlg.). Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 435.
d. Natricinae. Systematisches. Ätomarchus muUimaculatus
Cope = Eutaenia. Zugleich mit systematischen Notizen. Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 284—285.
Bothrodytes n. gen. für die Amphiesma- Axttn mit 2 Schuppen-
poren. Typus: A. subminiatum Reinw.; eine zweite Species ist
A. tigrinum Boje. Cope, ebenda pag. 495.
Grayia giardi n. sp. Tanganjika. DoUo, Bull. Mus. R. H. N. Belg,
Bd. 4 pag. 158, 2 Fig.
Trojndonotus collaris Jan = Eutaenia cyrtopsis Kenn. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 285.
Homalopsidae. Systematisches. Einen Schlüssel für die
feinere Eintheilung der Homalopsiden und für die Unterscheidung
der von ihm dieser Familie zugetheilten Gattungen bringt E, D. Cope.
Ebenda pag. 494— 495.
Ein fragliches Homalopsidengenus aus den Centralprovinzen Ost-
indiens beschreibt F. Dreckman. Journ. Bombay N. H. Soc. Bd. 1
pag. 24. — Nach J. Murray gehört die Art zu Ferania sieboldi Schlg.
Ebenda pag. 219.
Dimades Gray = Pseuderyx Tschudi. Cope, Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 23 pag. 94, Anm.
Helicops trwittatus Cope = carinicaudus (Wied). Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 436.
Hydrops Wgl. = Pseuderyx Tsch. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc
Bd. 23 pag. 94, Anm.
Hypsirhinapolylepis n. sp. Fly-River, Süd-Neuguinea. J. G. Fischer,
Abh. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9 pag. 14.
Pseuderyx mimeticus n. sp. ähnlich Hydrocalamus quinquevittatus
(D. & B.). Fluss Mamore, O.-Bolivia. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 23 pag. 94, Anm.
Dendrophidae. Systematisches. Nach E. D. Cope unter-
scheidet sich Hapsidophrys Fisch, von Leptophis durch das Vorhanden-
sein eines Frenale und von Phüothamnus Smith durch gekielte
Schuppen. Von americanischen Arten gehören zu Hapsidophrys:
mexicanus D. &B., diplotropis Gthr, und saturatus Cope, zu Leptophis:
hilineatus, occidentalis Gthr., sargi Fisch, und praestans Cope, zu Philo-
thamnus: aeruginosus Cope, modestus Gthr. und depressirostris Cope.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 279.
Dryiophidae. Biologisches. Ein ^ von Dryiophis prasinus,
das seit 15. Aug. trächtig sein musste, gebar am 9. Jan. 8 lebende
In der Herpetologie während des Jahres 1886. 19 3
Junge. Proc. Zool. Soc. London pag. 124—125 und C. C. Hopley
in Nature Bd. 33 pag. 295.
Dipsadidae. Systematisches. E. D. Cope gibt eine Syno-
nymie der 7 ihm bekannten Arten von Trimoi'phodon. Es sind Tr. lyro-
phanes, tau, yimlon und coUaris Cope und biscutatus D. & ß. , sowie
2 n. sp. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 286.
Sibon frenatus n. sp. verwandt p&rsonatus Cope. Jalapa, Mexico.
Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. pag. 184.
Thamnodynastes nattereri var. laevis Blgr. und Th. punctatissimus
Hens. non Wgl. = stngatus (Gthr.). Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 18 pag. 437.
Trimoi'phodon lambda n. sp, verwandt lyrophanes Cope. Gruaymas,
Sonora pag. 286. — Tr. wilkinsoni n. sp. verwandt biscutatus D.&B.
Stadt Chihuahua, Mexico pag. 285. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23.
Scytalidae. Faunistisches. G. A. Boulenger nennt Oxyr-
rhopus cloelia (Daud.) von Rio Grande do Sul. Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 18 pag. 437.
Systematisches. Oxyrrhopus bipraeocularis D.&B. = ^jeia-
larius (L.). — 0. immaculatus Hens. non D. & B. = dathratus D. & B.
Boulenger, ebenda.
Phimophis n. gen. für JRhinosimus D. & B. (Name vergriffen).
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 489.
LyCOdontidae. Systematisches. Ophites ruhstrati n. sp.
S -Formosa. J. G. Fischer, Abh. Naturw. Ver. Hamburg Bd. 9 pag. 16,
Taf. 2, Fig. 6.
Amblycephalidae. Systematisches. Leptognathus stratissima
n. sp. Panama. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 280.
Pythonidae. Palaeontologisches. R. Lydekker beschreibt
und bildet ab Wirbel von Python molurus (L.) aus dem Pliocaen der
Siwaliks bis zum N.-Pundjab. Palaeontologia Indica (10) Bd. 3 pag.
237, Taf. 35, Fig. 2—7.
Systematisches. E. D. Cope stellt die mexicanische Gattung
Loxocemus Cope zu den Pj^thoniden. Amer, Naturalist Bd. 20 pag. 293.
Morelia variegata Gray abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria
Taf. 13.
Boidae. Systematisches. E. D, Cope bringt die mexicanische
Gattung Lichanura Cope jetzt zu den Boiden. Amer. Naturalist
Bd. 20 pag. 293.
Charinidae. Systematisches. Dieser neuen Familie fehlen
nach demselben sowol Postfrontal- als auch Supraorbital- und
Coronoidknochen ; hierher nur die mexicanische Gattung Charina Gray.
Ebenda pag. 293—294.
Arch. f. Natuvgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H, N
194 -f^^- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Elapidae. Biologisches. Morton isiiid in einem Hoplocephalus
curtus 109 Junge, nachdem er früher derselben Art höchstens 32 Junge
entnommen hatte ; verwandte Species sollen bis 70 Junge haben. Nach
Meet. Roy. Soc. Tasmania in Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 903 und
in Nature Bd. 34 pag. 201.
Faunistische s. Eine Notiz über Naja oxiana Eichw. bringt
A. M. Nikolsky. Trudi St. Petersburg. Naturf. Ges. Bd. 17
pag. 405.
P. Parenti &L. Picaglia verzeichnen Gruayaquil als Vater-
land des bis jetzt heimatlosen Elaps bocourti Jan. Atti Soc. Nat.
Modena, Mem. Orig. (3) Bd. 5, S. A. pag. 58.
Systematisches. TJeber die Unterschiede von Adeniophis und
Callophis, Hemibu7igarus und Meyaerophis s, oben Meyer pag. 184.
W. Macleay bemerkt bei Gelegenheit der Publication einer
n. sp., dass aus Australien bis jetzt 24 Hoplocephalus- Äxten beschrieben
seien. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 1 pag. 1111—1112.
Acanthophis antarctica Shaw abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria
Taf. 12.
Boulengei'ina n. g. verwandt Naja. Eine Reihe von 3—4 einfachen
Zähnen hinter dem Giftzahn. Rostrale massig gross; 2 Nasalen, in
Contact mit dem Praeoculare; 2 Postocularen. Hals nicht erweiterungs-
fähig. Schuppen glatt, in 21 nicht schief gestellten Reihen; Anale
einfach; Subcaudalen doppelt. — Mit B. storinsi n. sp. Tanganjika.
Dollo, Bull. Mus. R. H. N. Belg. Bd. 4 pag. 159, 3 Fig.
Diemenia aspidorhyncha Mc Coy abgeb. Fig. 4. — D. microlepidota
Mc Coy abgeb. Fig. 2—3. — B. superciliosa Fisch, abgeb. Fig. 1.
Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 23.
Elaps ephippifer n. sp. verwandt aglaeope und euryxanthus,
Pacif. Seite des Isthmus von Tehuantepec. Cope, Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 23 pag. 281, Anm.
Furina hicucullata Mc Coy abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria
Taf. 32.
Hoplocephalus coUaris n. sp, Beza, N.-S- Wales. Macleay, Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 1 pag. IUI. — H. coronoides Gthr.
abgeb. Taf. 11, Fig. 2. — H. curtus Schlg. abgeb. Taf. 3. — H. flagellum
Mc Coy abgeb. Taf. 11, Fig. 1. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria. — H. par
Blgr. abgeb. Boulenger, Trans. Zool. Soc. London Bd. 12, Taf. 7, Fig 4.
— H. superbus Gthr. abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 2.
Micrurus spixi Wgl. = Elaps corallinus (L.). Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 438.
Pseudechis porphyriacus Shaw abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool.
Victoria Taf. 1.
Vermicella annulata Gray abgeb. Mc Coy, ebenda Taf. 52.
Atractaspididae. Systematisches. F. Mocquard zählt die
11 bekannten Arten von Atractaspis mit Angabe ihrer Literatur auf
iu der Hei-petologie während des Jahres 1886. 195
und beschreibt eine n. sp., die er mit Ä. bibroni Smith vergleicht.
Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 10 pag. 14—18, Taf. 5.
Ätractaspis leucura n, sp. Assinie, Groldküste. Mocquard, ebenda
pag. 15, Taf. 5.
Hydrophidae. Biologisches. Bemerkungen über die Lebens-
weise der Seeschlaugen bringt Kneeland. Proc. Boston N. H. Soc.
Bd. 23 pag. 163.
Crotalidae. Biologisches. Betr. Ancistrodon contm'trix s. ohen
Cope und Gar man pag. 184.
Faunistische s. Ueber das Vorkommen von Crotalus hcnridus
L. im südlichen Neu-England berichtet A. S. P a c k a r d. In Connecticut
und Rhode Island ist er wol fast gänzlich ausgerottet, in Massachussetts
aber stellenweise noch häufig. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 736—737.
Systematisches. T. W. van Lidth de Jeude bespricht
in einer Studie die Unterscheidungsmerkmale, die Synonymie und die
Varietaeten von Bothrops wagleri Boje und von B. sumatranus Raffles
und beschreibt eine anscheinend neue Art. Notes Leyden Mus. Bd. 8
pag. 43—54, Taf. 2, Fig. 6.
Von Trimeresurus mucrosquamatus Cant. theilt J. Gr. Fischer
eine Schuppenformel mit. Abb. Naturw. Ver. Hamburg Bd. 9 pag. 18.
Bothrops hageni n. sp. an B. sumatranus Raffl, juv. ? Sumatra,
Banka. Lidth de Jeude, Notes Leyden Mus. Bd. 8 pag. 54, Taf. 2, Fig. 6.
Trigonocephalus formosus Müll. & Schlg. = Bothrops sumatranus
Raffl. Lidth de Jeude, ebenda pag, 51. — T. (Bothrops) pubescens Cope
= diporus Cope. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 438.
Tropidolaemus formosus Bleek. = Bothrops wagleri Schlg, Lidth
de Jeude, Notes Leyden Mus. Bd. 8 pag. 44.
Viperidae. Biologisches. H. Lachmann macht über die
Nahrung von Vipera berus in der Gefangenschaft Mittheilungen. Seit
Jahren bemühte er sich vergeblich, seine Ottern zum Fressen zu bringen;
jetzt hat endlich einmal bei ihm eine Otter eine Maus gebissen und
verschlungen. Zool. Garten 27, Jahrg. pag, 226.
Ueber die Frage, ob Kreuzottern ihre Jungen verschlingen, bringen
J. C. Mansel-Pleydell und P. Ren dal 1 Bemerkungen. Zoologist
(3) Bd. 10 pag. 340 und 370—371,
Faunistische s. In einer Notiz übei- die Verbreitung der
Kreuzotter in Deutschland bemerkt J. Notthaft, dass da, wo in
Deutschland Vipera berus häufig sei, Coronclla fehle und umgekehrt.
Beide Schlaugenarten scheinen sich auf sehr umfangreichen Gebieten
auszuschliessen. Die grösste Ausdehnung der von Ottern freien
Landschaft in Südwestdeutschland zeigt das Rheinthal von Basel bis
Coblenz. Die Ostgrenze dieser freien Zone wird anfangs durch die
Höhen des Schwarzwaldes gebildet, dehnt sich dann aber weiter gegen
Osten bis Ansbach, Rotenburg a. d. Fulda und Cassel aus. Das ganze
N*
196 Dl". Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Rheinland mit Ausnahme der Umgebung von Metz, sodann Luxemburg,
der grösste Theil der Rheinprovinz und ein beträchtliches Stück von
Westfalen sind ebenfalls otternfrei. Von kleineren otternfreien Gebieten
werden die Umgebung von Passau, Nossen und Freiberg i. Sachsen
genannt. Frei von Coronella sind dagegen Pommern, Westpreussen,
Mecklenburg, der Unterlauf der Weser, das Fichtelgebirge und fast
ganz Brandenburg. Auch die Verbreitung in Schwaben und in
Oldenburg wird kurz angezogen. Diese eigenthümliche Dispersion
sucht Verf. auf klimatische Momente zurückzuführen. Vipera scheine
feuchte, Coronella sonnige und trockne Lagen vorzuziehen. Zool. Anzeig.
9. Jahrg. pag. 450—454 und Kosmos (Vetter) Bd. 19 pag. 219—221.
L. Holtz gibt als Fundort für Vipera herus die Insel Furillen,
östlich von Gothland, Schweden, an, beschreibt das Terrain, auf dem
die Art namentlich in Pommern lebt, bringt die Lebensgeschichte
derselben, ohne viel neues zu bieten, gibt dagegen zahlreiche Einzeln-
heiten über Fundorte in allen Bezirken Pommerns, über Bisswirkungen
und Heilmethoden des Bisses; sehr selten ist dieser tödtlich. Dass
Sturmfluten im tiefen Winter zur Verbreitung der Kreuzotter beitragen
möchten, bezweifelt Ref. Mitth. Naturw. Ver. Neu -Vorpommern
u. Rügen 17. Jahrg. pag. 45—62.
Nach einer Notiz im Zool. Garten 27. Jahrg. pag. 199 sind in
Deutsch-Lothringen nach amtlichen Nachrichten im Jahre 1884—85
230 Ottern erlegt und dafür Mk. 284 Fanggeld bezahlt worden. Dazu
seien im Jahre 1885 — 86 bereits weitere 302 Ottern zur Anmeldung
gekommen.
H. Fischer-Sigwart verzeichnet Vipera aspis als zahlreich
in der Gegend nördlich von Trimbach, von der Strasse von Trimbach
nach Hauenstein und von Rickenbach im Gau, alles Örtlichkeiten
in der Nähe von Ölten im Schweizer Jura. Über die Färbung der-
selben wird Mittheilung gemacht. Mitth. Aargau. Nat. Ges. Heft 4
pag. 6—8.
Systematisches. Vipera Schneider i n. sp. verwandt caudalis
Smith. Angra Pequena. Boettger, Ber. Senckenberg. Ges. Vortr. u-
Abh. pag. 8, Taf. 1, Fig. 1.
Laoertilia.
Museen. A. Haly gibt eine Aufzählung der nach Günther's
und Boulenger's einschlägigen Arbeiten von Ceylon angeführten
Geckoniden und Agamiden. First Report on the CoUection of Lizards
in the Colombo Museum. Colombo, 8 ". 18 pag.
Scelet System. R. J. Anderson macht Mittheilungen über
das sogenannte Pelvisternum gewisser Wirbelthiere und beschreibt
bei dieser Gelegenheit das Becken von lyuana tuberculata, Varanus
gouldi, Lacerta viridis, Moloch horridus, Ameiva und Chamaeleon.
Proc. Zool. Soc. London pag. 163—164.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 197
Muskelsystem. Werth volle Aufschlüsse über die Homologie
zahlreicher Muskeln von Sauriern und Schlangen und über ihre
Innervation bringt A. Carlsson. Bihang Svenska Vet. Akad, Handl-
Bd. 11, No. 11.
Nervensystem. S. Trinchese beobachtete die Art, wie die
jungen Muskelfasern sich mit den Nervenfasern verbinden, bei Tarentola
maiiritanica. Atti Acc. Lincei Eend. (4) Bd. 2 pag. 77—79 und Arch.
Ital. Biol. Bd. 7 pag. 376—378 [vergl. auch Ber. f. 1885 pag. 284].
0 u 1 0 g e u i e. In einer Arbeit über Dottersackswand und Parablast
der Eidechse gibt H. Strahl eine Übersicht über die Entwicklung
der Dottersackswand bei Lacerta vivipara und beschreibt das Verhalten
der sogenannten parablastischen Zellen von den Furchungsstadien an
bis zur Zeit des Ausschlüpfens. Beim Reptilembryo tritt ein Über-
einanderliegen des Gefässhofes des Mesoblasten und des Keimwulstes
vomEntoblasten erst ein, wenn die erste Gefässbildung bereits abgelaufen
ist. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 44 pag. 282 — 307, Taf. 16, 10 Fig.
Desselben Untersuchungen an Embryonen von Lacerta agilis
und vivipara ergaben, dass die erste Anlage der Segmentalbläschen
und des Wolff'schen Ganges in den Urwirbeln zu suchen ist. Eine
Beziehung der Urnierenganganlage zum Ectoblast liess sich nicht
nachweisen. Marburg. Sitz. -Ber. pag. 43—46.
Biologisches. 0. ßoettger erklärt die schwarzweisse Färbung
gewisser Wüsteueidechsen und Wüstenkäfer für eine Anpassung an
Mondschatten und Mondlicht. Ber. Senckenberg. Nat. Ges., Vortr. u.
Abb. pag. 15.
Palaeontologisches. Die Arbeit über Knochen und Zähne
einer grossen ausgestorbenen Eidechse von C. W. De Vis ist mir
unbekannt geblieben. Proc. Roy. Soc. Queensland Bd. 2 pag. 25 — 31,
Taf. 1—3.
Systematisches. In einer sehr lobenden Besprechung von
Boulenger's Catalogue Lizards Brit. Mus. Bd. 1 und 2 wird von
E. D. Cope darauf aufmerksam gemacht, dass bei der Trennung der
Lacertilier in Familien auch noch andere Kennzeichen, wie z. B. die
Form des Prooticums und der Einschluss oder Nichteinschluss der
Lobi olfactorii durch die Frontalia zu berücksichtigen seien. Auch
die Zusammensetzung des Ramus mandibuli erlaube leicht die Anoliden
von den Iguaniden, die Acontiadiden von den" Scinciden zu scheiden,
Familien, welche von Boulenger nicht anerkannt würden. Amer.
Naturalist Bd. 20 pag. 256—257.
Die Arbeit von C. W. De Vis über eine neue Eidechsengattimg
und Art ist mir unbekannt geblieben. Proc. Roy. Soc. Queensland
Bd. 2 pag. 56-61.
Geckonidae. Sceletsystem. Bei Gecko verticillatus hat
G. Baur Hypapophysen (Intercentra) zwischen allen Wirbeln ähnlich
198 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
wie bei Sphenodon nachgewiesen. Amer, Naturalist Bd. 20 pag. 174
und Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 190.
Faunistisches. Masters nennt Phyllurus inermis von Eli-
zabeth Bay; bei Sidney sei er selten geworden. Proc. Linn. Soc.
N.-S.- Wales (2) Bd. 1, Sitz. v. 28. Juli.
Systematisches. Über einige Geckonen im Queensland-Mu-
seum berichtet C. W. De Vis. 2 n. sp. Ebenda pag. 168—170.
Diplodactylus venicauda n, sp. Chinchilla, N. -Queensland. De Vis,
ebenda pag. 169.
Hemidadylus greeffi n. sp. verwandt mahuia. S. Thome, "W.-Afr.
Barboza du Bocage, Jörn. Sc. Lisboa Bd. 11 pag. 66, 71, 103. — H. na-
varri Dug. [vergl. Ber. f. 1884 pag. 287J = Gehyra mutilata Wgm.
Boulenger, Zool. Record f. 1885 Rept. pag. 10.
Lepidodactyhis guppyi Blgr. abgeb. Boulenger, Trans. Zool. Soc.
London Bd. 12, Taf. 7, Fig. 1.
Nephrurus laevis n. sp. N.- Queensland. De Vis, Proc. Linn. Soc.
N.-S.-Wales (2) Bd. 1 pag. 168. — .IV. platyurus n. sp. Adelaide. Bou-
lenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 91.
Sphaerodactylus homolepis n. sp. verwandt sputator. Nicaragua.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 277.
Eublepharidae. Biologisches, über die Lebensweise von
Eublepharis variegatus Baird macht E. D. Cope Mittheilungen. Die
Art lebt paarweise unter Steinen. Der Schwanz wird in einer Verti-
calrichtung eingerollt wie beim Spitzhund auf der einen Riickenseite
getragen. Die Eidechse hat Stimme wie ein Gecko und frisst bei
der Häutung die alte Hülle wie ein Batrachier. Die Nase wird mit
der Zunge wie bei einem Hunde geleckt. Nördlich des Plateaus im
Nordwesten von S. Antonio in Texas scheint die Art nicht mehr vor-
zukommen. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 735—736.
Pygopodidae. Sceletsystem. A. Carl sson hat das von Für-
bringer bei Lialis entdeckte Os postcloacale auch hei Pygopus lepi-
dopus gefunden. Bihang Svenska Vet. Akad. Handl. Bd. 11, No. 11.
Agamidae. Sceletsystem. Über die Gestalt der Intercl avicula
von Chlamydosaurus Gray bringt L. Dollo eine Notiz. Rev. Quest.
Scientif. Bd. 19 pag. 318.
Biologisches. Nach Joh. v. Fischer hat TJromastix acanthin-
urus Bell, den er von Gafsa in Tunesien und von Laghouat in Al-
gerien erhielt, eine Stimme, zischt im Zorn und ist auch nicht immer
so verträglich wie früher [vergl. Ber. f. 1885 pag. 287] bemerkt wurde.
Ausser der Brunstzeit kommt es auch manchmal wegen der Schlaf-
plätze zum Streit. Leckerbissen für ihn sind Blüthen von Malven
und Hibiscus, Luzerneheu und Rosinen. Auch Frost erträgt er unter
Umständen gut, wofür ein Beleg gegeben wird. Der Farbenwechsel
in der Wärme kann auch in der Gefangenschaft bei geeigneten Vor-
kehrungen gut beobachtet werden. Zool. Garten 27. Jahrgang pag. 146
in der Herpetologie während des Jahres 1886. ] 99
bis 149. — Auch A. v. Feoktistow theilt biologische Beobachtungen
über diese Eidechse mit. Danach schadet nicht Wasser an und für
sich dem Thiere, sondern vermuthlich nur kaltes AVasser oder an-
haltende starke Bodenfeuchtigkeit. Athemfrequenz 8 — 22 in der Mi-
nute, bei Lacerta ocellata und Ophisaurus apus 20—32. Hauptnahrung
ist trockenes Luzerneheu; frische Früchte verschmähen die Thiere-
Im übrigen fressen sie eine grosse Anzahl wildwachsender Blätter
und Blumen. Bestimmte Arten von Heuschrecken und Schaben fressen
alle; Mehlwürmer werden ungern genommen. Tast- und Geschmacks-
gefühl der Zunge sind entwickelt. Uromastix soll 13 Jahre in der
Gefangenschaft leben können und ca. 12— 15 mm pro Jahr wachsen.
Häutung etwa dreimal im Jahre. Die Fähigkeit des Farbenwechsels
ist bei den einzelnen Stücken sehr verschieden. Ihre Intelligenz
nennt Verf. hoch, sie seien gutraüthig, verträglich und würden schnell
handzahm. Ebenda pag. 340 — 350.
Systematisches. Agama houlengeri n. sp. verwandt hirM Blgr.
Medine, Haut Senegal. Lataste, Naturaliste (Deyrolle) 8. Jahrg.
pag. 212.
Amphibolurus barbatus Kaup abgeb. Taf. 121. — A. muricatus
Shaw abgeb. Taf. 111. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria.
Physignatlius lesueuri var. hoivüti Mc Coy abgeb. Mc Coy, ebenda
Taf. 81.
Iguanidae. Faunistisches. E. D, Cope nennt Sceloporus
grammicus Wgm. von Corpus Christi und San Diego in Südwest"
Texas. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 283.
Systematisches. Derselbe gibt eine Synopsis der Arten
und Gattungen von Cydiira, Ctenosaura, Cachryx, Brachylophics, Iguana,
Conolophus und Amblyrhynchus , die er als zu einer Unterfamilie
Iguaninae gehörig betrachtet und als Iguaniden definiert ohne Ab-
dominalrippen und ohne freie Hautsäume an den Fingern, aber mit
den Naslüchern auf der Canthallinie und mit dem compressen Rumpf
von Baumbewohnern ; nur Conolophus sei theilweise von terrestrischer
Lebensweise. Für alle Alten werden eingehende Literaturnachweise
gegeben. Die starke Variationsfähigkeit bei Cyclura (Metopoceros)
cornuta Daud. wird pag. 263 — 266 eingehend erläutert. Von Cteno-
saura werden 2 n. sp. und 1 n. subsp. beschrieben. Ebenda pag. 261
bis 271.
G. A. Bou lenger vereinigt CacJiryx'^ Co])e mit Ctenosaura zu
einer einzigen Gattung und berichtigt einen Irrthum Cope's betreffs
der Verwandtschaft des ersteren Genus. Proc. Zool. Soc, London
pag. 241.
Anisolepis iheringi Blgr. = undulatiis Wgm. Boul enger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 426,
Anolis macropus n. sp. (nach Boulenger = leptoscelis Blgr.) Pebas,
Ob. Amazonas. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 101.
200 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Cachryx Cope = Ctenosaura Wgm. Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London pag. 241.
Ctenosaura Irevirostris n. sp. W. -Mexico. Cope, Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 23 pag. 268. — Ct. erythromelas n. sp., zwischen Cteno-
saura \m^ Cachryx. Unbek.Vaterl. Boulenger, Proc. Zool. Soc. London
pag. 241 , Taf. 23. — Ct. multispinis n. sp. Mexico pag. 267. — Ct.
teres subsp. brachylopha n. Mazatlan pag. 269. Cope, Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 23.
AngUidae. Circulationsorgane. In der Seitenfalte des
lebenden Ophisaurus apus sah F. Leydig fadig aufgereihte grau-
weisse Körperchen, die bei der Section nicht mehr aufzufinden waren,
und vermuthet jetzt darin Weliky'sche Lymphherzen. Zool. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 317-318.
Systematisches. Biploglossus (Celestus) ohlendorfß n. sp.
(nach Boulenger = striaius Gray) Haiti. J. G. Fischer, Jahrb. wiss.
Anst. Hamburg Bd. 3, S.A. pag. 3, Fig. 1.
Helodermatidae. Biologisches. Eine Notiz über Heloderma
suspectum [nicht horridum Ref.] in der Gefangenschaft bringt A. Zip-
perlen. Das beinahe 2' lange Exemplar befindet sich seit über
3 Jahren im Zool, Garten von Cincinnati. Es liegt den ganzen Tag
unbeweglich da, häutet sich viermal im Jahre und frisst wöchentlich
3 — 4 rohe Hühnereier. Es scheint eine nächtliche Lebensweise zu
führen ; dass es sich in den Sand einscharrt, konnte nicht beobachtet
werden. Zool. Garten 27. Jahrg. pag. 162.
Varanidae. Biologisches. Mittheilungen über Varanus griseus
macht N. K. Senger. Nachr. Kais. Ges. Fr. Naturw. Moskau Bd. 8,
Protok. pag. 188—191 (russ.). — N. Zaroudnoi fand im Magen des-
selben mehrfach Junge der eignen Art und Agama sanguinolenta.
Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou Jahrg. 1885 Bd. 61 pag. 266, Anm.
Palaeontologisches. K Lydekker beschreibt und bildet ab
Varanus sivalensis¥a]c. aus den pliocaenen Siwalikbildungen Ostindiens.
Palaeontologia Indica (10) Bd. 3 pag. 236, Taf. 35, Fig. 1.
Systematisches. C. W. De Vis diagnosticiert eine wahr-
scheinlich neue Species von Varanus (an V. prasinus var. ? ) vom
Herbert River, Queensland, ohne ihr einen Namen beizulegen. Proc.
Linn. Soc. N.-S.- Wales (2) Bd. 1 pag. 1137.
Varanus var/wsShaw abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 41.
Tejidae. Systematisches. E. D. Cope gibt eine Kritik der
Peters'schen Ecpleopodinae oder cercosaurinen Tejiden und stimmt
mit Boulenger darin überein, sie nur als eine Unterfamilie der Tejiden
gelten zu lassen. Er definiert sie als eine Gruppe derselben, in der
das Nasloch in einem einfachen Nasale liegt. Nach der Zahl und,
Form der Klauennägel u. a. Charaktere trennt er sie in 7 Gattungen
deren Hauptkennzeichen in einer Synopsis gegeben werden. Er zählt
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 201
dann die hiehergehörigen Arten 1 Mionyx, 2 Iphisa, 2 Neiisticuriis,
IPlacosoma, 28 Leposoma, 7 Proctoporiis und 1 Emphrassiotis namentlich
auf. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 96-98.
Derselbe gibt auch eine Bestimmungstabelle für die von
Längsstreifung bis in Querstreifung variierenden sechs Hauptformen
von Cnemidophorus sexlineatus L. Ebenda pag. 283—284.
Leposoma picticeps n. sp. (nach Boulenger = Arthrosaura reti-
culata O'Sh.). Pebas, Ob. Amazonas. Cope, ebenda pag. 99.
Mionyx n. gen. Erste Zehe an Hand und Fuss mit gradem
Nagelrudiraent; Nägel der übrigen Zehen klein, grade, conisch. Prae-
frontalen und Frontoparietalen vorhanden und von einander getrennt.
Trommelfell sichtbar. Kein deutliches Collare. Femoralporeu vor-
handen. Körper beschuppt, Schuppen von nahezu gleicher Beschaffenheit.
— Mit M. parietalis n. sp. Pebas, Ob. Amazonas. Cope, ebenda pag. 98.
Lacertidae. Biologisches. L. Camerano beschreibt eine
melanotische Lacerta viridis (Laur.) aus der Umgebung von Asti. Das
Thier ist oberseits sehr dunkel olivengrün, fast schwarz, hie und da
mit feinsten grüngelben Pünktchen; Kopfseiten und Kehle schwarz-
blau, Unterseite olivenschwarz mit schmalen helleren Schuppenrändera
und hie und da mit lebhaft hellgelben Makeln. Nur Gachet habe
bisher ein ähnlich gefärbtes Stück von Bordeaux beschrieben. Verf.
weist darauf hin, dass die dunkle L. serpa Raf. von den Faraglionen
ebenfalls als melanotisch aufzufassen sei. Boll. Mus. Zool. Anat. Torino
Bd. 1, No. 11. 2 pag.
Nach M. Braun lebt Lacerta melisellensis Br. des Scoglio Brusnik
nächst Lissa auf dunkel aschgrauem Diallagit. Sie wird als dreist
geschildert. Das lebende Thier ist oben schwarz, unten azurblau: ein
Stück war kaffeebraun mit hellerer Seitenbinde und mit helleren Fleck-
reihen. Auf der aus licht gelblichem oder weisslichem Kalkstein be-
stehenden Insel St. Andrea fand Verf. die schwarze Varietaet ebenfalls.
Dass der Boden also auf die Dunkelfärbung der Eidechse in diesem
Fall keinen Einfluss hat, leuchtet ein. Auf den Inseln Busi, Torcola
und Pelagosa findet sich nur die braune L. muralis. Auf Pelagosa
lebt von Schlangen nur Zamenis viridiflavus in einer oben kaffeebraunen,
unten grüngelben Varietaet; Coelopeltis fehlt. Zool. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 426—429.
Über den Kampf einer Schwarzamsel mit einer Lacerta agilis L.
berichtet A. Faleschini. Mitth. :Nat. Ver. Steierm. Jahrg. 1885,
Mise. pag. 107—108.
Faunistisches. Nach L. Camerano fehlt Lacerta taurica
Pall. in Italien-, die von ihm früher als taurica subsp, genei (Cara)
aufgefasste Form ist L. muralis var. Italien besitzt also vier Formen
der engeren Gruppe der muralis, nämlich L. muralis (Laur.), muralis
subsp. genei (Cara), oxycephala D. &. B. subsp. bedriagae Cam. und
serpa Raf. Boll. Mus, Zool. Anat. Torino Bd. 1, No. 7.
202 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Über die Verbreitung der drei Lacerta-Arten im Modenesischen
berichten L\ Picaglia und P. Parenti. Atti Soc. Nat. Modena (3)
Bd. 3, Rendic. S. A. 1 pag.
Faunistische Notizen über NutophoUs nigropunctataD. &B. aus
der Gegend von Belluno und die Abbildung eines Exemplares von
Goerz bringt A. P. Ninni. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 29
pag. 339—343, Taf. 13.
Systematisches. Mit „Beiträgen zur Kenntniss der Lacertiden-
Familie" hat uns J. v. Bedriaga beschenkt. Aus dem reichen
Inhalte der mit grossem Fleisse und an der Hand umfassenden
Materials gearbeiteten Monographie sei hier hervorgehoben, dass
liodactyle und pristidactyle Lacertiden aufs engste mit einander
verknüpft sind, und dass deshalb die Dumeril & Bibron'sche Eintheilung
verlassen werden muss. Lacerta pater Lat., bedriagae Cam. und graeca
n. sp. werden als selbstständige Arten, delalandei'K.'Edw. als Vertreterin
einer neuen Untergattung bezeichnet, andere werden eingezogen oder
als pristidactyle Formen von der Arbeit ausgeschlossen. Die Gattung
Lacerta L. wird pag. 6, die Untergattungen Lacerta L., Algiroides
Bibr., Zerzumia Lat., Tropidosaiira Fitz, und Bettaia n. werden
pag. 7 — 8 eingehend diagnosti eiert; pag. 8—11 wird ein Schlüssel für
die Unterscheidung der 26 vom Verf. angenommenen Xrtcerte-Arten,
pag. 11—12 werden kurz ihre Diagnosen, pag. 22—23 wird ein Schema
für ihre Verwandtschaft gegeben. Dann werden die einzelnen Arten
sorgfältig beschrieben, aufs eingehendste ihre Verbreitung festgestellt
und systematisch besonders wichtige Theile abgebildet. Abb. Senckenberg.
Nat. Ges. Bd. 14 pag. 17-444, Taf. 1. Auch sep.: Frankfurt a. M.,
M. Diesterweg, 4 ". 438 pag., 1 Taf. [citiert nach dem S. A.]
Algiroides moreoticus D. & B. abgeb. Fig. 30, 32 und subsp.
äoriae n. Zante pag. 388. — A. nigropunctatus D. & B. abgeb. Fig. 17.
Bedriaga, ebenda.
Bettaia n. subgen. (nach Boulenger = Nucras Gray) für Lacerta
delalandei M. Edw. Bedriaga, ebenda pag. 7, 419.
GastrophoUs n. gen. Sehr verwandt Lacerta, aber die Bauch-
schilder mit deutlichem Längskiel; eine Gruppe grösserer, ebenfalls
mit Längskielen versehener Praeanalschilder. — Hierher G. vittata
n. sp. Sansibar. J. G. Fischer, Abb. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9 pag. 3,
Taf. 1, Fig. 1.
Lacerta agilis Wolf abgeb. Fig. 26 und var. doniensis n. S.- und
S.-O.-Russland pag. 135. — L. atlantica Pts. & D. abgeb. Fig. 27,
33—34. — A. ledriagae Cam abgeb. Fig. 6, 20. — L. cameranoi n. sp.
(nach Boulenger = tesselata Smith) Tette, O.-Afr. pag. 362, Fig. 2,
9, 11, 31. — L. echinata Cope abgeb. Fig. 24. — L. galloti D. & B.
abgeb. Fig. 36. — L. graeca n. sp. für oxijcephala vars. modesta und
maculata Bedr. (nach Boulenger = danfordi Gthr.) S.-Morea pag. 274,
Fig. 4, 12. — L. laevis Gray abgeb. Fig. 18, 22. — L. muralis fusca
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 203
var. persica n. Persien pag. 183 und subsp. steindachneri n. [— var-
hispanica Steind. Ref.] Spanien pag. 166, 240. — L. orientalis Kessl.
= agilis var. chersonensis Andrz. pag. 180. — L. oxycephala D. & B.
nur in Dalmatien, abgeb. Fig. 16, 29 und subsp. bedriagae Cam. ist
Species pag. 268. — L. paradoxa n. sp. (nach Boulenger = agilis
var.) Kieff, Krim, Suchum pag. 154, Fig. 10, 23. — L. pater Lat-
Name besser als oceWa^a var. viridissima Roz. pag. 39. — L.peloponnesiaca
D. & B. abgeb. Fig. 7, 13. — L. tuurica Fall, abgeb. Fig. 25, 28.
Bedriaga, Abh. Senckenberg. Nat. Ges. Bd. 14. — L. taurica subsp.
genei Cara = miiralis Laur. subsp. Camerano, Boll. Mus. Zool. Anat.
Torino Bd. 1, No. 7. — L. tesselata Smith abgeb. Fig. 3, 14—15 und
«ubsp. pseudotesselata n. Tette pag. 361, Fig. 8, 21. — L. viridis Laur.
var. trilineata n. Balkan -Halbinsel, Kl. -Asien, Syrien pag. 72, 83 und
var. vaillanti n. Persien pag. 79, 84. Bedriaga, Abh. Senckenberg. Nat.
Ges. Bd. 14.
Tropidosaura algira L. var. doriae n. Insel Galitone. Bedriaga,
ebenda pag. 409.
Scincidae. Biologisches. Notizen über Ablepharus pannonicus
Fitz, gibt G. Te schier. Math. Naturw. Mitth. Ung. Akad. Budapest
21 Köt., 1 sz.
G. A. Boulenger bemerkt, dass die pflanzenfressende Corucia
zeh'ata Gray die einzige Scincide mit Greifschvi^anz ist. Trans. Zool.
Soc. London Bd. 12 pag. 44.
Systematisches. Eine Unterscheidungstabelle für die 5 ihm
bekannten ijpiwi« - Arten gibt derselbe ebenda pag. 42— 43, eine
vervollständigte Diagnose von Corucia Gray ebenda pag. 43.
Corucia zehrata Gray abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 7, Fig. 3.
Cyclodus gigas Bodd. (= Tiliqua scincoides Wh.) abgeb. Mc Coy,
Prodr. Zool. Victoria Taf. 72.
Eumeces dugesi Thom. [vergl. Ber. f. 1883 pag. 405] = brevirostris
Gthr. Boulenger, Zool. Record f. 1885, Rept. pag. 16. — Eu. microlepis
n. sp. (nach Boulenger = adspersus Stdr.) Upolu, Samoa- Inseln pag. 10,
Taf. 2, Fig. 4. — Eu. serratus n. sp. (nach Boulenger = Scincus atrocosfatus
Less.) Murray Insel, Torresstrasse pag. 8, Taf. 2, Fig. 3. J. G. Fischer,
Abh. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9.
Euprepes cupreus n. sp. (nach Boulenger = raddoni Gray) S. Thome,
W.-Afr. J. G. Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamburg Bd. 3, S. A.
pag. 6, Fig. 2. — Eu. (Tiliqua) ruhstrati n. sp. (nach Boulenger =
Eumeces siamensis Gthr.) S.-Formosa. J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver.
Hamburg Bd. 9 pag. 7, Taf. 1, Fig. 2. — Eu. virgatus Pts. = Mabuia
dorsivittata Cope. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd 18 pag. 429.
Lipinia anolis Blgr. abgeb. Boulenger, Trans. Zool. Soc. London
Bd. 12, Taf. 7, Fig. 2.
204 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Mdbuia jüherti Thora. == dorsivütata Cope. Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 18 pag. 429.
Hhodona officeri Mc Coy { = Lygosoma pundatovittatum Grthr.)
abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 51.
Scincus miiscatensis n. sp. verwandt arenarius. Maskat, Arabien.
J. A. Miirray, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 17 pag. 67—68.
Tropidophorus sinicus n. sp. verwandt berdmorei Blyth. Prov.
Guang-dnng, S.-China. Boettger, Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 519.
Chamaeleontidae. Sceletsystem. Nach G. A. Boulenger
ist in Parker's Arbeit Trans. Bd. 11, 1881 pag. 77 der Schädel des
jungen Chamaeleon piimüus als der des Ch. vulgaris ausgegeben, und
infolgedessen fallen auch alle daraufhin von Parker aufgestellten
Schlussfolgerungen. Die Trennung des Praefrontale von dem Post-
frontale ist ein specifischer Charakter des Ch. pumüiis; beiläufig be-
merkt sei diese Art seit 1825 als ovovivipar bekannt. Proc. Zool. Soc.
London pag. 543.
G. Baur beschreibt Proatlas, Supratemporale (= Parietale Parker,
= Epioticum Dollo) und Beckengürtel von Chamaeleon vulgaris, an
dem er ein Supraüium fand. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 686.
Respirationsorgane. R. Wied ersheim hat Chamaeleon
vulgaris aus Syrien und monachus [angeblich auch aus Syrien; die
Riebeck'schen Stücke dieser Art stammen aber sicher aus Socotra.
Ref.] in Bezug auf ihre Athmungsorgane untersucht. Vom Kehlkopf
werden Knorpelgerüst, Kehlsack und Musculatur, dann Trachea und
Lunge eingehend beschrieben. Verf. fand eine sehr eigenartige Lungen-
structur und namentlich eine grössere Anzahl von Blindsäcken, die
uns die Fähigkeit der Chamaeleonten sich aufzublasen verstehen
lassen. Ber. Naturf. Ges. Frei bürg i. Br. Bd. 1, Heft 3. 15 pag.,
Taf. 2 — 3.
Pterosauria
(nur fossil).
Betreffs unserer heutigen Kenntniss dieser Ordnung vergl.
E. T. Newton's Artikel „Pterodactyle" in Encyclopaedia Britannica
9. Ausg. Bd. 20 pag. 86—87, Figg.
Provisorisch zu den Pterosauriern stellt F. Bassani ein neues
Genus Tribelesodon (longobardicus n.j aus der Trias von Besano. Es
soll Verwandtschaft mit Pterodactglus Cuv., Wiamphorhynchiis v. Myr.
und Dimorphodon Ow. besitzen, aber in der Bezahnung wesentlich
verschieden sein, die vielmehr an die gewisser Dinosaurier und La-
certilier erinnere. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 29 pag. 25—30.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 205
Rhamphorhynchidae. E. Koken hält in einem Schlusswort gegen-
über Meyer und Williston [vei'gl. Ber. f. 1885 pag. 300] die Ptero-
sauriernatur von Oi-nithochirus hilsensis Kok. aufrecht; der betref-
fende Knochen sei nicht blos hohl, sondern auch pneumatisch. Zool.
Anzeiger 9. Jahrg. pag. 21—23. — S. W. Williston's Gegenkritik,
die nichts neues bringt, vergl. ebenda pag. 282— 283. — Ref. über
Meyer's, Koken's und Williston's Streitfall s. in N. Jahrb. f. Min. 1886,
II, pag. 113-114.
Batracliia.
Museen. G. A. Boulenger bringt eine Erste Mit-
theilung über den Zuwachs an Batrachiern in den Samm-
lungen des British Museums seit Herausgabe der neuen
Cataloge. Er zählt 63 Anuren, 4 Caudaten und 7 Apoden
auf, die seit 1882 erworben worden sind. 4 Anuren (s.
Eanidae und Cystignathidae) und eine Caudatengattung und
Art (s. Amblystomatinae) werden neu beschrieben. Proc.
Zool. Soc. London pag. 411— 416, Taf. 39.
A. Haly gibt in einem First Report on the CoUection
of Batrachia in the Colombo Museum. Colombo, 8<>. 8 pag.
eine Speciesliste ceylanischer Batrachier, die nach Gün-
ther's Reptiles of British India und nach Boulenger's
British Museum Catalogues zusammengestellt ist. Einige
Notizen über Fundorte und Färbung während des Lebens
sind beigefügt.
Allgemein Anatomisches. Gr. Paladino sucht nach-
zuweisen, in welcher Art die Karyokinese unter physio-
logischen Verhältnissen zur histologischen Erneuerung
einiger Gewebe und Organe beitrage und welche Modi-
ficationen dieselbe zeige, obwohl sie fundamental immer
dieselbe bleibe. Die Karyokinese wurde beobachtet im
Endothel der Capillaren von Tritonlarven, hauptsächlich
in den Capillaren der Muskeln, der nervösen Stämme und
der Haut. Contrib. alla conoscenze sulla cariocinesi. Estr.
d. Riforma Medica 1886.
Integumentalgebilde. In seiner Arbeit über die Phy-
siologie und Pathologie des Hautpigmentes bringt S. Ehr-
mann auch Untersuchungen über Bildung und Fortschaf-
206 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
fung des Pigments bei Frosch und Salamander. Viertel-
jahrsschr. f. Dermat. u. Sypli. Bd. 13 pag. 57—77.
Sceletsystem. Das Knochengewebe der Batrachier
stimmt nach D. Bergendal mit dem der Reptilien im
Bau genau überein. Bei vielen Batrachiern treten in der
Entwicklung der Knochen periostale Schichten und Ha-
vers'sche Kanäle auf. Resorption abwechselnd mit Appo-
sition bedingt das Knochenwachsthum ; dass metaplastische
Verknöcherungen von grösserer Bedeutung daran Theil
haben, ist nicht sicher bewiesen. Wirkliches Knochen-
gewebe tritt in den Carpal- und Tarsalknochen auf. Ein
eigenthümlicher Ossificationsprocess zeichnet die kurzen
Knochen schon bei den Reptilien aus. Jemförande Studier
och Undersökningar öfver Benväfnadens Struktur, Utveck-
ling och Tillväxt. I. Hist. Inledning. IL Benväfnaden
hos Amfiberna. Lund, 4^. 152, 11 pag., 6 Taf. ; auch in:
Acta Univ. Lund Bd. 22. — Ref. in Anal Anzeiger 1. Jahrg.
pa^. 189—190.
H. C. Geelmuyden hat auch eine Reihe von Unter-
suchungen über das Knochenmark als Stelle der Ent-
wicklung rother Blutkörperchen bei Fröschen, Kröten und
Tritonen vorgenommen, die aber nicht sehr entscheidend
ausgefallen sind. Arch. Math, og Naturvid. Kristiania
Bd. 11 pag. 1—198.
Muskelsystem. S. Mayer untersuchte an Kaul-
quappen die sogenannten Sarcoplasten, die er zwar als
selbständige und specifische Gebilde anerkennt, aber nur
als Producte eines Zerfalles normaler quergestreifter Mus-
keln auffassen kann. Anat. Anzeiger 1. Jahrg. pag. 231
bis 235.
Eine Regeneration von organischer Musculatur bei
Molge taeniata bewirkten H. Stilling & W. Pfitzner.
Arch. f. mikrosk. Anat Bd. 28 pag. 396—412, Taf. 25.
Sinnesorgane. Wachsthum und Regeneration des Epi-
thels der Linsenkapsel — auch bei Frosch- und Triton-
jarven — geschieht nach S. Robin ski nicht vom Rande
her durch Anfügung, sondern hier und da mitten zwischen
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 207
den übrigeu, durch Theilung, durch Bildung und also
Einlagerung neuer Zellen. Berlin. Klin. Wochenschr.
23. Jahrg. pag. 646 — 650.
Circulationsorgane. C. Rabl hat an Embryonen von
Salamandra und Molge Beobachtungen über die Bildung
des Herzens angestellt. Morph. Jahrb. Bd. 12 pag. 252
bis 273, Taf. 15—16, 2 Fig. und Wien. Med. Presse No. 2
pag. 47—48.
A. Blaschek brachte Untersuchungen über Ent-
wicklung von Herz, Pericard, Endocard und Pericardial-
höhle bei Eana, Bnfo und Siredon. Seine Angaben stehen
mit denen Goette's und mit den eben erwähnten, etwas
später veröffentlichten RabFs in offenem Widerspruch.
Mitth. Embryol. Inst. Wien (2) Heft 1 pag. 33— 50, 3 Fig.
S. Mayer hat Studien zur Histologie und Physiologie
des Blutgefässsystems veröffentlicht, die er hauptsächlich
an der Membrana hyaloidea des Froschauges gemacht hat.
Sitz.-Ber. Akad. Wien Bd. 93, Abth. HI pag. 45—55.
Urogenitalsystem. Beobachtungen über das secer-
nierende Epithel der Batrachierniere hat J. Bouillot
angestellt. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (8) Bd. 3 pag.
325—326.
Über Becherzellen im Blasenepithel verschiedener
Batrachier s. auch J. H. List im Biol. Centr. -Blatt Bd. 5
(1885) No. 12. — Derselbe gibt eine erschöpfende Dar-,
Stellung der Literatur und der Geschichte der Becher-
zellen, der von ihm angewendeten Untersuchungsmetho-
den, der Form der unbefussten und der befussten Becher-
zellen und der Grösse derselben. Weiter wird der Inhalt
der Theca in Bezug auf Filarmasse, Interiilarmasse, Inhalt
des Fusses und Stieles und Kern besprochen und die
Secretion, Stomabildung, Ausstossung, Entwicklung, Vor-
kommen, Verhältniss von Becherzellen zu Leydig'schen
Zellen und Schleimdrüsenzellen, Bechermetamorphose und
Bedeutung der Becherzellen klargestellt. Sie sind stets
als secernierende Gebilde und zwar als einzellige Drüsen
208 Dl*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
aufzufassen. Arcli. f mikrosk. Auat. Bd. 27 pag. 481 bis
588, Taf 25—30 [vergl. Ber. f. 1885 pag. 305].
Einen Fall von Hydropisie des Ovariums bei Molge
jjunctata erwähnt J. Jullien. Bull. Sog. Zool. France Bd. 11,
Proc.-verb. pag. 40.
C. K. Ho ff mann hat die Entwicklungsgeschichte
der Urogenitalorgane an Embryonen von Molge cristata
und von mehreren Anuren eingehend studiert. Von der
wichtigen und umfangreichen Arbeit lässt sich nicht wol
ein kurzer Auszug geben. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 44
pag. 570—643, Taf. 33—35, 4 Fig.
Ontogenie. In einer Notiz über Furchung und Achsen-
bildung theilt A. Raub er mit, dass die erste Furchung
das Batrachierei in der Eegel in eine vordere und in eine
hintere, nicht in eine linke und in eine rechte Hälfte
theile. Der Winkel der ersten Furche zur zukünftigen
Längsachse beträgt bei Rana in 5 von 7 Fällen, bei Proteus
in 10 von 15 Fällen nahezu 90 o. Die Theilung in eine
rechte und in eine linke Hälfte ist also nicht durch das
ganze Thierreich hindurch Gesetz. Zool. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 157—159 [vergl. Ber. f. 1884 pag. 314].
Erwähnt seien hier auch noch W. Roux' allgemeinere
Arbeiten über Entwicklungsmechanik des Embryo in Zeit-
schrift f. Biol. Bd. 21 (1885), 118 pag. und über die Be-
stimmung der Hauptrichtungen des Froschembryo und über
die erste Theilung des Froscheies in Breslau. Arztl. Zeit.
1885 No. 6ff., 54 pag. , weil sie sich auf Versuche und
Beobachtungen am Ei von Eana temporaria stützen [vergl.
Ber. f. 1884 pag. 312].
Über Kerntheilungsfiguren im Medullarrohr der Batra-
chier macht A. R a u b e r Mittheilungen. Neben einer
historischen Entwicklung bringt Verf. eigene Beobachtun-
gen aus Hirn und Retina von Froschembryonen, aus Hirn,
Rückenmark und Epithel des Geruchgrübchens von Frosch-
larven. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 159 — 164 und Arch.
f. mikrosk. Anat. Bd. 26 pag. 622—644, Taf. 31.
in der Herpetülogie während des Jahres 1886. 209
G. Born gibt weitere Beiträge [vergi. Ber. f. 1883
pag. 424 und f. 1885 pag. 314] zur Bastardierung zwischen
den einheimischen Anuren. Er weist überzeugend nach,
dass die Kreuzung zwischen den verschiedenen Arten
(namentlich zwischen Rana temporaria S und arvalis $)
nicht blos möglich, sondern dass auch die reciproke Be-
fruchtung zwischen $ und $ zweier Arten nicht selten ist.
Befruchtungsfähigkeit ist übrigens nicht zu verwechseln
mit voller Entwicklungsfähigkeit, die recht selten ist und
auch dem Verf. nur in zwei Fällen bis zur Vollendung
der Metamorphose gelang. Es waren das Bastarde von
Rana temporaria S mit R. arvalis § und von Bufo varia-
hilis S mit B. vulgaris $, die auch durch Mischung von
väterlichen und mütterlichen Charakteren sich als solche
erkennen Hessen. Im allgemeinen gilt auch jetzt noch
der Satz, dass die Bastardbefruchtung am besten in der
Hochbrunst beider Geschlechter gelingt, aber sie hängt
in auffallender Weise von der Concentration des Samens
ab. Die Procentzahl der regelmässig gefurchten Eier
nämlich nimmt mit der Verdünnung der Samenflüssigkeit
stetig zu, zugleich wächst aber auch die Zahl derer, welche
ganz unverändert bleiben, also ganz unbefruchtet sind.
Bei einer Verdünnung, bei welcher der Samen der eignen
Art auf die Eier noch vollkommen wirksam ist, versagt
der fremde Samen vollständig. Das Vorhandensein von
mehr als einem Spermakern im Ei ist ein Umstandj
welcher in den meisten Fällen die Entwicklung eines nor-
malen Wesens auf das Schwerste bedroht. Alle gröberen
Unregelmässigkeiten, die bei der Kreuzung der Batrachier
auftreten, beruhen somit wahrscheinlich auf Polyspermie.
Im grossen und ganzen aber finden wir, dass fast in allen
Fällen, in denen in der Natur die Gefahr einer Kreuzung
nahe liegt, die Befruchtung entweder durch besondere
Verhältnisse am Ei oder Samen ganz vereitelt wird, oder,
wenn doch eine solche eintritt, wenn die Samenkörper
an das Ei herangelangen, dass dann im Ei nicht die rich-
tigen Vorgänge, welche auf Ausschluss aller Samenkörper
mit Ausnahme eines einzigen abzielen, ausgelöst werden,
Aach. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. Q
210 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
sodass durcli das Übermaass der Befruchtung selbst der
zeitige Untergang der bastardierten Eier herbeigeführt
wird. In anderen Fällen, in denen auch der complicierte
Vorgang der Befruchtung selbst ganz normal verläuft,
sterben die bastardierten Eier doch ab, wie es scheint,
nur weil sich die verschiedenartigen, im Samenkörper und
im Ei enthaltenen Entwicklungstendenzen nicht vereinigen
lassen. In den meisten Fällen aber, wo nicht nur die
Befruchtung, sondern auch die Entwicklung regulär ab-
läuft, sichert die Natur die Erhaltung der Artcharaktere
sehr einfach und wirksam dadurch, dass die Bastarde
unfruchtbar werden. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 27 pag.
192—271, Taf. 10—12.
Über Regeneration der glatten Muskelfasern s. oben
Stilling & Pfitzner pag. 206.
F. Tu ck er man fand ein überzähliges Bein beim S
von Bana 'palustris. Journ. of Anat. a. Phys. Bd. 20 pag.
516—519, Taf. 16.
Über eine Missbildung bei Rana esculenta berichtet
R. Lauterborn. An Stelle des linken Hinterbeins fand
sich ein von Haut bedeckter, dünner, abgerundeter Stum-
mel ; auch das linke Auge fehlte und war nur durch einen
bräunlichen Fleck angedeutet. Zool. Garten 27. Jahrg.
pag. 164.
Biologisches. Joh. v. Fischer behandelt in seiner
bekannten, anschaulichen Weise den Nutzen der Batrachier
für Landwirthschaft und Küche und speciell den von Rana
esculenta und temporaria^ Discoglossus, Pelodi/tes^ Alytes^ Bom-
binator, PelobateSy Bufo vulgaris, variabilis, calamita und
panthermus, Hyla, Salamandra maculosa und atra, Sala-
mandrina, Chioglossa, Pleurodeles, Molge cristata, helvetica,
punctata, alpestris, pyrenaea, blasii und marmorata und von
Spelerpes fuscus und Proteus. Hole des Amphibiens en
Agriculture. Publication du Progres agricole et viticole.
Montpellier, Grollier & Fils, 8^. 23 pag.
Faunistisches. P. Parenti & L. Picaglia geben die
Liste der von P. Parenti auf der Fahrt der italienischen
Corvette Vettor Pisani in 1882-r-85 und von V. Ragazzi
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 211
an den Küsten des Rothen Meeres und Südamerikas 1879
bis 84 gesammelten Batrachier. Es sind 14 Anuren ver-
schiedener Provenienz. Die wichtigsten sind: Bufo regularis
Rss. von Ismaila, Aegypten, Rhacophorus maculatus Gray
von Ticao, Philippinen, Dendrobates tinctorius Schnd., En-
gystomops stentor Esp. und Bufo marinus L. von der Insel
Taboga bei Panama, Paludicola hihroni Tsch. und Bufo
spinnlosus Wgm. von Coronel, Chile, und Bufo marinus und
dorhignyi D. & B. vom Rio Parana, Argentina. Atti Soc.
Nat. Modena, Mem. Orig. (3) Bd. 5. 73 pag.
Palaearctische Region. F. E. Schulze zählt von
Tanger, Marocco, auf Hyla arhorea L., Bufo vulgaris Laur.,
variabilis Pall. [ist mauritanicns Schlg. Ref.], Discoglossus
pictus Grav. und Pleurodeles icaltli Mich., die Quedenfeldt
daselbst gesammelt hat. Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Fr.
Berlin pag. 1.
Die geographische Verbreitung der Batrachier in
Portugal mit Anführung zahlreicher neuer Fundorte bringt
E. Sequeira. Bol. Soc. Geograph. Lisboa (6) No. 5.20 pag.
R. Gassner bringt Lebensschilderungen der 11 nord-
böhmischen Lurche. Er nennt Bufo vulgaris^ variabilis^
Bombinator igneus mit rothem Bauche zwischen Leipa und
Kosel, Pelobates fuscus unterhalb Leipa uud am Kahlen-
berge, Hyla arborea^ Rana esculenta^ temporaria^ Salamandra
angeblich bei Bodenbach und Schönfeld, Molge cristata,
alpestris bei Nassendorf nächst Schönlinde und punctata.
Mitth. Nordböhm. Exc.-Club 9. Jahrg. pag. 25—30.
G. Rad de verzeichnet beiläufig Fundorte einiger
Batrachier aus dem russisch -persischen Gränzgebiet, so
pag. 347 Rana esculenta L. var. cachinnajis Pall. aus den
Morzi bei Lenkoran und pag. 162 Hyla arborea L. von
Ardebil in Aderbaidshan, Persien, pag. 339 von Lenkoran.
Reisen an der persisch-russischen Gränze: Talysch und
seine Bewohner. Leipzig, F. A. Brockhaus. 18, 450 pag.,
12 Fig., 4 Taf., 1 Karte.
0. Boettger zählt aus dem Talysch-Gebiet nur 4
Anuren auf, wozu G. Rad de in einer Nachschrift pag. 81
noch einen Caudaten hinzufügt. Von genaueren Fund-
0*
212 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
orten sind zu verzeichnen Rana esculenta var. ridibunda
PalL, agilis Tho., Bufo viridis Laur. und Hyla arborea (L.)
vonLenkoran und Molge kareliniStr. von Anitino in Talyscb.
G. Radde's Fauna und Flora des südwestl. Caspi- Gebietes.
Leipzig, F. A. Brockhaus. pag. 76 — 82.
Eine Ueb ersieht der braunen Frösche des nördlichen
Asiens gibt G. A. Boulenger. 3 neue Arten. Bull. Soc.
Zool. France Bd. 11 pag. 595-600.
Nordamerikanische Region. E. Hughes bringt eine
vorläufige Liste der Batrachier von Franklin County,
Indiana. Bull. Brookville Soc. Bd. 2 pag. 40 — 45.
Indische Region. Wegen der bis jetzt von den
Philippinen in der Literatur verzeichneten Anuren vergl.
0. Boettger. Ber.Senckenberg. Nat. Ges. Frankfurt a. M.,
Vortr. u. Abb. pag. 121 — 125.
Africanische Region. In einer Mittheilung über die
von E. Storms in der Tanganjika- Region gesammelten
Batrachier zählt L. Dollo vom Tanganjika auf die beiden
Anuren Rappia marmorata Rapp und Bufo regidaris Rss.
Bull. Mus. Roy. H. N. Belg. Bd. 4 pag. 151—160, 5 Fig.
J. V. Barboza du Bocage zählt von der Insel S.
Thome auf 1 Caecilie und 4 Anuren, darunter je eine nene
Rana und Hyperolius (s. Ranidae). Jörn. Sc. Math., Phys.
e Nat. Lisboa Bd. 11 pag. 65—75.
Tropisch -americanisclie Region. F. Ferrari-Perez
zählt die in Mexico von der Comision Geographica
Mexicana gesammelten 13 Batrachierarten auf. Die Be-
stimmungen rühren von E. D. Cope her. Ausser den schon
im Ber. f. 1885 pag. 309 unter Cope aufgezählten Arten
sind es aus der Prov. Veracruz von Jalapa Rana halecina
Kalm, Lithodytes rhodopis Cope und Bufo valliceps Wgm.,
von Jicaltepec Bufo marinus L., aus der Prov. Puebla
von Puebla Rana halecina Kalm und Bufo compaciilis Wgm.,
aus der Prov. Chiapas Bufo canaliferus Cope, aus der
Prov. Hidalgo von Huasca Amblystoma tigrinum Green
und aus der Prov. Durango^von Villa Lerdo Bufo cognatus
Say. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 9 pag. 197—199.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 213
In einem 13. Beitrag zur Herpetologie des tropischen
Americas bringt E. D. Cope Listen von Batrachiern aus
Nicaragua, Panama und Chiriqui. Von Nicaragua pag.
272 stammen Bufo haematitiois Cope, ynarinus L., vaUiceps
Wgm., Dendrohates tinctorius Schnd. , typographus Kef.,
llypsihoas alhomarginatas Spix, Agalychnis helenae Cope,
Lithodyies diastema Cope, Raiiula chrysoprasina Cope, und
je ein neues Engystoma (s. Engystomatidae), Hypsihoas
und Hyla (s. Hylidae), Hylodes und 2 Lithodytes (s. Cys-
tignathidae) ; von Panama pag. 279 kommt Herpele
ochrocephala Cope, von Chiriqui pag. 281 eine neue Hyla.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 271—282.
Derselbe bringt eine Aufzählung der von J. Hauxwell
bei Pebas am oberen Amazonas gesammelten Anuren.
Es sind eine neue Hyla^ sodann Hyla marmorata Daud.,
Pithecopiis tomopternus Cope, Ceratophrys dorsata Wied,
Dendrohates tinctorius Schnd. und triviftatus Spix. Bekannt
sind von dort jetzt 15 Batrachier. Ebenda pag. 95 — 96.
Derselbe verzeichnet von Canutama und von
Marrahan am mittleren Purus im Stromgebiet des Amazonas
Bufo agua L., Hyla leucophyllata var. Beir. und einen neuen
Lithodytes (s. Cystignathidae). Ebenda pag. 103, Anm.
In seiner Synopsis der Reptilien und Batrachier der
brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul zählt Gr. A.
Boul enger 28 Batrachier — 27 Anuren, 1 Apoden — von
dort auf. Für die Provinz neue Formen und die zahl-
reichen synonymischen Bemerkungen sind unten ver-
zeichnet. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 423—445.
E. D. Cope verzeichnet aus Peru von Tarapota
Dendrohates trivittatus Spix und Leptodactylus poecilochilus
Cope, von Tombez Bufo haematiticus Cope und Hyla phaeota
Cope. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 94, Anm.
Australische Region. W. Macleay bringt in seiner
Zoologie von Australien pag. 291 — 293 auch eine kurze
Übersicht der Batrachierfauna. Proc. Roy. Soc. Tasmania
1885 pag. 285—308.
Da mir jetzt erst die 10 ersten Decaden von F. Mc
214 Dl'- Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
Coy's Prodromus of the Zoology of Victoria, Melbourne
1885, S^ zugänglich geworden sind, trage ich unten die
noch nicht aufgeführten Abbildungen nach.
J. J. Fletcher nennt von Cairns, Queensland, Hyla
dolichopsis^ caerulea ^ lesueuri^ peroni^ nasuta^ gräcilentay
Limnodynastes or^natus und 2 unbestimmte Arten. Proc.
Linn. Soc. K-S.- Wales (2) Bd. 1, Sitz. v. 25. Aug.
G. A. Boulenger beschreibt eingehend und bildet
ab die Anuren der Salomonsinseln, von denen er schon
früher [vergl. Ber. f. 1884 pag. 316 u. f.] Diagnosen ge-
geben hat. Alle 9 Arten sind für die Inseln eigenthümlich.
Trans. Zool. Soc. London Bd. 12 pag. 35—62, Taf. 8—13.
Systematisches. Derselbe beleuchtet die Kritik,
mit der R. Blanchard [vergl. Ber. f. 1885 pag. 316] seine
Eintheilung der Anuren bemängelt. Die Form der Wirbel
als Haupteintheilungsprincip anzunehmen sei unausführbar;
es habe z. B. unter den Pelobatiden Xenophrys procoele,
Megalophrys opisthocoele Wirbel, unter den Salamandriden
sei Pletliodon amphicoel, Desmognathus opisthocoel. Über-
haupt sei der grössere Theil der Salamandriden nicht
opisthocoel, sondern amphicoel. Irrig sei auch das Urtheil
über die geringe systematische Bedeutung des Sacral-
wirbels und seiner Apophysen, wie Verf. schlagend nach-
weist. Die angeführten Beispiele genügen zu dem Beweise,
dass Blanchard in diesen Dingen ohne genügende Sach-
undLiteraturkenntniss geurtheilt hat. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 11 pag. 320—321. — Eine Erwiderung darauf bringt
R. Blanchard. Ebenda pag. 322—323.
E. D. Cope zählt in einer Synonymenliste der nord-
americanischen Vertreter der Gattungen Bufo und Rana
10 Species von Bufo mit 4 Subspecies und 11 Species
von Rana mit 13 Subspecies sammt ihrer Synonymie auf,
und beschreibt sodann als neu 1 Bvfo^ 2 Subspecies von
Rana, 1 Plet1iodo7i (s. Plethodontinae) und 3 Amhlystoina
(s. Amblystomatinae). Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag.514
bis 526.
in der Hei-petologie während des Jahres 1886. 215
Ecaudata*
Allgemein Anatomisches. Von J. c. Ewart, The Dissection
of the Frog [vergl. Ber. f. 1884 pag. 310] erschien eine neue Auf-
lage in 4 ".
Integumentalgebilde. Über die Pacini'schen Körperchen beim
Frosche macht AV. N. Weliky Mittheilungen. Arbeit. St. Petersburg.
Naturf. Ges. Bd. 15 (1884), Protoc. pag. 39—40 (russ.).
In seiner Arbeit über schröpfkopfartige Gebilde und Haftorgane
im Thierreich behandelt J. Niemiec auch die Schröpf köpfe der
Froschlarven, die er als rein epidermale Gebilde auffasst. Rec. Zool.
Suisse Bd. 2 (1885) pag. 1—148, Taf. 1—5.
P, Mitrophanow fasst in einer Mittheilung über die ^Nerven-
endigungen im Epithel der Kaulquappen und über Koelliker's Stiftchen-
zellen [vergl. Ber. f. 1885 pag. 310—311] die im Laufe der letzten
beiden Jahre über diesen Gegenstand veröffentlichten Arbeiten zu-
sammen und sucht den Nachweis zu führen, dass die Kölliker'schen
Stiftchenzellen der Batrachierlarven den Leydig'schen Zellen der
Salamandrina-lj3iYYeTa. entsprechen, also drüsenartige Elemente sind.
Die Verwandlung der Kölliker'schen Zellen der Kaulquappen in die
Rudneff'schen Zellen der Frösche sei nicht unmöglich. Zool. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 548—553.
Betreffs A. B. Macallum's Arbeit über die Nervenendigungen
im Hautepithel der Froschlarve in Proc. Canad. Inst. Bd. 3 pag. 276 — 277
vergl. Ber. f. 1885 pag. 311. — Ref. in Journ. R. Micr. Soc. London (2)
Bd. 6 pag. 947.
Sceletsystem. C. Lloyd Morgan fand in der Wirbelsäule von
Bana teniporaria mehrfach den 8. Wirbel procoel statt wie gewöhnlich
amphicoel, bei einem Stück aber den 8. und 9. Wirbel in noch com-
plicierterer Weise abnorm. Nature Bd. 35 pag. 53.
G. B. Howes gibt eine Beschreibung abnormer Wirbelsäulen
bei zwei Stücken von Eana temporaria. An der einen findet sich
ein überzähliger 10. Wirbel, an der andern sind die 8 vorderen
Wirbel normal, der 9. aber nimmt mittelst mächtiger Processus
transversi den Beckengürtel auf. Anat. Anzeiger 1. Jahrg. pag. 277
bis 281, Figg.
Nervensystem. S . F r e n k e l untersuchte den Froschlarvenschwanz
mit Rücksicht auf die Eberth-Pfitzner'schen Gebilde in den Epithelien.
Arch. f. Anat., Phys. Abth. pag. 415—431, Taf. 13. ~ Anmerkung
dazu von J. Gaule, ebenda pag. 429.
Ueber den feineren Bau der peripheren markhaltigen Nervenfaser
berichtet E. J acobi nach Beobachtungen am Ischiadicus des Frosches-
Verb. Pbys. Med. Ges. Würzburg.
216 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Eingehende Mittheilungen über Nervenfasertheilungen in den
Nervenstämmen der Froschmuskeln macht K. Mays. Zeitschr. f. Biol.
Bd. 22 pag. 354-372, 1 Taf.
M. V. Lenhossek stellt eingehende Untersuchungen an über
die Spinalganglien von Bana esculenta. Während bei den Fischen
die Nervenzellen der Wurzelganglien bipolar, d. h. mit zwei Fort-
sätzen versehen sind, sind die der höheren Thiere sämmtlich unipolar
Verf. sucht diesen auffallenden Befund dadurch zu erklären, dass
dieselben nur anatomisch unipolar sind, physiologisch aber könne
man sie ebenfalls als bipolare, im Verlauf der sensitiven Fasern
eingestreute Zellen betrachten. Ein Schlusskapitel behandelt die den
Spinalganglien des Frosches constant anhaftenden sogenannten Kalk-
säckchen, die Verf. für zusammengesetzte tubulöse Drüsen ohne
Ausführungsgang hält. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 26 pag. 870—453,
Taf. 15—16 und Math. Nat. Ber. Ungarn Bd. 3 pag. 68—70.
A. Braun beschreibt die Varietäten des Plexus lumbosacralis
von Bana. Inaug.-Dissert. Bonn, 8 ". 26 pag. [vergl. auch Davidoff
in Ber. f. 1885 pag. 320].
Mittheilungen über die Nervatur des Musculus rectus abdominis
beim Frosche bringt K. Mays. Dieser Muskel zeichnet sich dadurch
vor anderen aus, dass er von mehreren Nerven versorgt wird, die an
verschiedenen Orten aus dem Wirbelcanale treten. Festschr. Euperto-
Carola v. Nat. Med. Ver. Heidelberg pag. 19—43, 1 Taf.
L. Po'gosheff beschreibt die Nervenendigungen in den Fasern
des Musculus sartorius beim Frosche. Melang. Biol. Petersbourg
Bd. 12 pag. 321—324.
E. Lahousse berichtet über die Granglienzellen der Scheidewand
des Herzens und über die Spina] ganglienzellen beim Frosche. Anat.
Anzeiger 1. Jahrg. pag. 114 — 116.
Der Nervenplexus in der Vorhofsscheidewand des Froschherzens
zeigt nach demselben die Structur eines der Neuroglia analogen
Zellennetzes. Arch. f. Anat., Phys. Abth. pag. 191—196, Taf. 8.
Mittheilungen über den Verlauf und die Function der Gefäss-
nerven beim Frosche macht J. Arkharoff. Arch. Slav. Biol. Bd 1
pag. 570—574.
Sinnesorgane. M. Schiff gibt einen Bericht über K. Schipiloff's
Untersuchungen über den Einfluss der Nerven auf die Erweiterung
der Pupille bei Fröschen. Untersucht wm-den der Antagonismus
zwischen den verengernden und erweiternden Pupillennerven, die
SpinalnervenwurzeJn, aus denen beim Frosch Erweiterer der Pupille
entspringen, der Einfluss der sympathischen Ganglien auf Erweiterung
und Verengerung und die Einwirkung der Reflexthätigkeit auf Er-
weiterung der Pupille, der Einfluss des Lichtes auf die Pupille des
ausgeschnittenen Auges und die Folgen der Verletzung desSympathicus
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 217
nach Zerstörung des Rückenmarkes. Pflüger s Arch. f. Phys. Bd. 38
pag. 219—273.
Ueber circiimvasale Safträume der Glaskörpergefässe von Bana
esculenta macht W. Zimmermann Mittheilungen. An den Capillaren
der Hyaloidea sei in der That ein Saftlückensystem nachweisbar, das
vom Gefässlumen ausgefüllt wird. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 27
pag. 410-418, Taf. 19.
Über den Bau des Geruchsorgans bei den Batrachiern und speciell
bei Bana temporaria berichtet A. Dogiel. Verfasser findet drei
Arten von Zellen. Es Hess sich ein scharfer Unterschied zwischen
Stützzellen und Riechzellen feststellen; die Stützzellen sind beim
Frosch als Schleimzellen zu bezeichnen. Die Bowman'schen Drüsen
gehören ihrem Bau nach zu den serösen Drüsen. Biol. Centr.-
Blatt Bd. 6 pag. 428-431, Arbeit. Naturf. Ges. Kasan Bd. 16, Heft 1,
82 pag., 1 Taf. (russ.) und Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 29 pag. 74
bis 139, 3 Taf.
E. Kaufmann stellte sich die Aufgabe, das Verhalten der
Epithelial- und Riechzellen zu studieren, wenn dieselben verschiedenen
Bedingungen und Einflüssen ausgesetzt sind, und zwar sowol am
lebenden Thier (Bana), als an der im Zusammenhang mit dem
Olfactorius herauspräpariei-ten Schleimhaut. Verf. ist geneigt, die
Empfindung der Geruchsthätigkeit in sämmtliche Endorgane, d. h. in
die Epithelial- und in die Riechzellen, zu verlegen. Med. Jahrb.
Wien (2) Jahrg. 1 pag. 79—96.
Circulationsorgane. Mittheilungen über den Bau der rothen
Blutkörperchen bei Bana macht G. Boccardi. Albini, Lavori eseg.
neir Ist. Physiol. Napoli Bd. 1 pag. 15-21.
Bei 20— 35 mm langen Froschlarven fand W. "Weliky an jeder
Seite der Schwanzflosse 3 — 4 Lymphherzen pulsierend und in die
Seitenvenen mündend, die wie beim Salamander und Axolotl längs des
Sulcus lateralis, dem Rumpfe näher, gelagert sind. Zool. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 524 — 525.
ürogenitalsytem. M. N u s s b a u m beschreibt eingehend und bildet
ab den Gefässapparat der Froschniere. Abgehandelt werden die
zuführenden Gefässe, Arterien und Vena portarum renis, und das
ableitende , die Vena cava inferior. Sodann bespricht Verf. die
Circulation in der Niere, den Bau der Malpighi'schen Körperchen
und ihrer Verbindung mit dem Hodennetz, ihre Entwicklung, die
Secretion der Vorniere, die Einmündung der Wimpertrichter in die
Wurzeln der Vena cava inferior, die Anastomosen der Ovarial- und
Mastdarmarterien und die von ihm angewendeten Untersuchungs-
methoden. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 27, pag. 442—480, Taf. 21
bis 24.
G. Kabrehl bestätigt die Existenz eines Lymphsystems in der
Froschniere. Med. Jahrb. Wien (2) Jahrg. 1 pag. 385—391, 2 Taf.
218 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
In seinen Spermatologischen Beiträgen III macht A.v.la Valette
St. George Mittheiluugen über den feineren Bau der Samenkörper
von Bufo cmereus, Hyla arhorea und Rana esculenta und gibt neue
Zeichnungen derselben. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 27 pag. 385
bis 397, Taf. 14—16. — Ref. in Journ. R. Micr. Soc. London (2) Bd. 6
pag. 935.
Ontogenie. Mittheilungen über Reifung und Befruchtung des
Eies von Bana temporaria bringt 0. S c h u 1 1 z e. Er bespricht
Follikelepithel des fast reifen Eies, Dotterhaut und Gallerthülle des
gelegten Eies, Drehung des Eies und die Eikerne nach der Befruchtung.
Verf. bestätigt die Angaben von Bambeke, Hertwig und Born über
die Befruchtung. Anat. Anzeiger 1. Jahrg. pag. 149—152.
Über den Nucleus des Froscheies berichtet G. Thin. Rep. Brit.
Ass. Adv. Sc. 1885 pag. 1069—1071.
Eine Notiz über den Blastoporus als bleibenden After bei den
Anuren bringt J. Perenyi. Magy. Tud. Akad. Ert. 5. Köt. pag. 11
bis 15 (ungar.).
Eine Beobachtung über die Anwesenheit eines Canalis neur-
entericus, der nichts mit dem Blastoporus zu thun hat, macht
H. E. Durham bei Bana. Qu. Journ. Micr. Sc. (2) Bd. 26 pag. 509
bis 510, Taf. 27.
Nach D. Barfurth werden durch Hunger die letzten Stadien
der Verwandlung von Bana temporaria abgekürzt. Bei den Hunger-
thieren kommen die Vordergliedmaassen schneller zum Vorschein.
Auch gefütterte Thiere fressen in den letzten Stadien der Verwandlung
weniger als vorher. Abschneiden des Schwanzes bleibt ohne Einfluss
auf die Verwandlung oder verlangsamt dieselbe. Sämmtliche Thiere
regenerierten den Schwanz; selbst solche, die sich schon kurz nach
der Verstümmelung verwandelten, hatten wenigstens die Regeneration
eingeleitet. Bei Verwandlung der Froschlarven geht immer die eine
Körperseite, und zwar meistens die rechte, voraus. Tagebl. 59. Vers."
D. Naturf. u. Ärzte pag. 139, Biol. Centr.-Blatt Bd. 6 pag. 609—613
und Anat. Anzeiger 1. Jahrg. pag. 314 — 317.
Nach S. Cecchini's vorläufiger Mittheilung wird die Milz bei
Bana nur dann reproduciert , wenn Stückchen des Milzparenchyms
während der Operation in der Bauchhöhle ausgesäet worden sind.
Rassegna Sc. Med. 1. Jahrg. No. 5. 10 pag.
Biologisches. In Notizen über die Laichzeit der Frösche und
Kröten im Venetianischen zeigt A. P. Ninni, dass diese Periode
bestimmt wird durch atmosphärische Bedingungen, indem sie früher
eintritt bei mildem, später bei kaltem Wetter im Vorfrühling. Atti
Ist. Veneto (6) Bd. 4 pag. 1509—1533 und Rivista Scientif. Industr.
vom Nov.
G. A. Boulenger weist pag. 51 — 52 nach, dass Bana opisthodon
Blgr. von den Salomonsinseln zu den Arten mit abgekürzter Ver-
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 219
Wandlung gehört und ihre Entwicklung im Ei vollendet. Das Ei
misst 6 — 10mm. Das Junge hat beim Ausschlüpfen keine Spur eines
Schwanzes, keine Kiemen, aber auf jeder Bauchseite mehrere regel-
mässige Querfalten, die wol Reste von Athemorganen sein dürften.
Die Schnauzenspitze trägt einen conischen Eizahn, der offenbar
zur Durchbohrung der Eihülle bestimmt ist. Auch bei Cornufer
solomonis Blgr. pag. 55. dessen Ei einen Durchmesser von 5 mm zeigt,
und bei Ceratobatrachus pag. 58 wird eine abgekürzte Verwandlung
vermuthet. Trans. Zool. Soc. London Bd. 12.
Nach H. V. Ihering legt Phyllomedusa ihcringi Blgr. ihre
Eier nicht ins Wasser, obgleich sich die Larve darin entwickelt,
sondern zwischen zwei oder drei zusammengelegte Blätter, welche
über stehendem Wasser hängen. Die Laichmassen haben bei 40 — 50 mm
liänge 15 — 20mm Breite. Beigefügt ist eine kurze Notiz über geringe
Intelligenz, Stimme und Erscheinungszeit dieses Laubfrosches. Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 17 pag. 461—463, 1 Fig.
Im Anschluss daran bemerkt G. A. Bouleuger, dass Chiromcmtis
rufescens Gthr. = guineensis B. & Pts. eine ähnliche Brutpflege zeige.
Es bringt die bis jetzt bekannten Thatsachen über Brutpflege bei den
Anuren in folgendes Schema:
I. Ei klein. Die Larve verlässt es in relativ frühem Embryonal-
stadium.
A. Das Ei wird im Wasser abgelegt (bei den meisten
Batrachiern ; alle europäischen Arten mit Ausnahme
von Ahjtes).
B. Das Ei wird ausserhalb des Wassers abgelegt.
a. auf dem Boden trockner Pfützen [Leptodactylus
oeellatus L., mystacinus Burm., Faludicola yracilis
Blgr.).
b. in Blättern über dem Wasser (Chiromantis rufescens
Gthr., Phyllomedusa iheringi Blgr.).
II. Ei gross. Die Larve macht einen Theil oder die ganze
Metamorphose innerhalb desselben durch.
A. Das Ei wird auf feuchtem Boden oder in Blättern
abgelegt (Bana opisthodon Blgr., Hylodes martinicensis
D. & B.).
B. Die Eier werden herumgeschleppt
a. durch das $
1. um die Beine gewickelt (Alytes),
2. im Kehlsack (Bhinoderma).
b, durch das $
1 . am Bauch befestigt (Bhacophorus reticulatus Gthr.),
2. auf dem Rücken befestigt (Pipa),
3. in einer Rückentasche (Nototrema),
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 17 pag. 463—464.
220 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Untersuchungen über die Entwicklung der Sexualität der Frosch-
larven und über den Einfluss von Wellenschlag auf die Entwicklung
stellte E. Yung an. Compt. Rend. Ass. Fr. Sc. Bd. 14, I pag. 151.
F. E. Schulze hielt Larven von Discoglossus pictus in drei
Behältern, in denen in dem einen nur mit Fleisch gefüttert wurde,
im andern sich gewöhnliche Wasserpflanzen befanden, im dritten nur
alte, in Auflösung begriffene, oder kranke Hydrodictyum utriculatum.
Letztere gediehen am besten, dann die mit Fleisch gefütterten, am
wenigsten die, denen nur die Wasserpflanzen zu Gebote standen. Im
übrigen sind sie wie alle Froschlarven omnivor. Sitz.-Ber. Ges. Naturf.
Fr. Berlin pag. 31—32.
Beobachtungen und Notizen über die Feinde der Frösche bringen
W. A. Carter (Mäuse pag. 109, Schildkröten pag. 155), H. Ling
Roth (Ratten, Mantiden, Blutegel, Schlangen und Agamiden pag. 194)
und T. Martyr (Katzen pag. 217—218). Nature Bd. 34. — Eine
ähnliche Notiz von H. Ling Roth s. Zoologist (3) Bd. 10 pag. 340.
PalaeontolOgiSChes. AV. Wolter stör ff bringt im Eingang
seiner mit Liebe verfassten Arbeit über fossile Frösche und speciell
über das Genus Palaeobatrackus I. Theil eine Aufzählung der bekannten
Literatur über fossile Anuren und gibt dann die eingehende Osteologie
der Gattung Palaeobatrackus Tsch. und seiner Larve. Da der Brust-
schultergürtel und die procoelen Wirbel auf die Areiferen hinweisen,
könnte das Genus als Ordnung Palaeobatrachidae zwischen diese und
die Aglossa gestellt werden. Palaeohatrachus weist in den wich-
tigeren Theilen Ähnlichkeit mit Dactylethra , Pipa, Pelodytes und
Batrachopsis auf und ist vielleicht, da diese Gattungen vier Familien
und vier Erd theilen angehören, als Collectivform zu betrachten. Von
den 9 Arten der Gattung werden eingehend beschrieben und abgebildet
Palaeobatrackus düuvianus {GoMf), äsinnfritsc/nn. aus der miocaenen
Braunkohle von Kaltennordheim, Rhön pag. 51, luedeckei n. aus der
von Markersdorf, Böhmen, und Zittau, Sachsen pag. 67; vorläufig nur
abgebildet ist eine unbenannte Species aus der Braunkohle von Kalten-
nordheim und aus den Miocaenablagerungen von Weisenau bei Mainz.
Jahrb. Nat. Ver. Magdeburg f. 1885 pag. 1—81, Taf. 1—6 u. zahl-
reiche Maasstabellen.
E. Ri viere hat im Pleistocaen der Höhlen von Mentone, Italien,
nach den Bestimmungen von Brocchi gefunden Reste von einem Bufo
von etwas grösseren Dimensionen als B. vulgaris, für die er den Namen
B. vulgaris var. spelaea n. vorschlägt, und solche von Bana temporaria.
Compt. Rend. Ac. Sc. Paris Bd. 103 pag. 1211.
J. N. Woldf ich nennt aus dem Pleistocaen der Höhle Certova
dlra bei Stramberg in Mähren Reste von Bana und Bufo. Verh.
Geol. Reichsanst. Wien pag. 409.
Systematisches, in einer Notiz über die Stellung des Afters
bei den europaeischen Anurenlarven weist G. A. Boul enger nach.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 221
dass die Stellung, welche Heron-Eoyer nach Studien an Thieren im
Larvenstadium den Hylideu in unmittelbarer Nähe der Raniden an-
weist, gestützt wird durch die gleiche Lage der Afteröffnung bei den
LaiTcn von Hijla und Bana. Bull. Soc. Zool. France Bd. 11 pag. 319.
Derselbe gibt einen Schlüssel für die Unterscheidung der in
der brasilianischen Provinz Rio Grrande do Sul vorkommenden Gattungen
und Arten der Cystiguathiden, Bufoniden und Hyliden. Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 18 pag. 439 ff.
Ceratobatrachidae. Systematisches. Ceratöbatrachus guenthefi'i
Blgr. abgeb. Boulenger, Trans. Zool. Soc. London Bd. 12, Taf. 12—13.
Banidae. Sceletsystem. A. Borelli hat Untersuchungen
über die osteologischen Verschiedenheiten der 3 braunen Frösche Italiens
angestellt. Er beschreibt die relativen Längenverhältnisse von Kopf
und Rumpf, von Vorder- und Hinterextremität , Länge, Breite und
Höhe des Schädels und Form und Maasse der charakteristischeren
Schädelknochen und macht auf die specifischen Verschiedenheiten
derselben aufmerksam. Boll. Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 1, No. 14,
16 pag.
Biologisches. H. Fischer-Sigwart verzeichnet unter einer
grossen Menge frisch ausgekrochener Larven von Hana tempwaria
eine ganze Brut albiner. Mitth. Aargau. Nat. G-es. Heft 4 pag. 7.
B. Hai 1er bemerkt, dass seine Beobachtung über ein blaues
Kleid des Grasfrosches [vergl. Ber. f. 1885 pag. 316] sich wol auf
Bana arvalis Nilss. beziehen möge; ein weissliches, leicht bläulich
irisierendes Pigment aber, welches sich in den obersten Schichten
der Lederhaut ausbreite, wie es Leydig von den blauen Stellen der
Bana tempm-aria L. beschreibe, habe er nicht gesehen. Zopi. Anzeiger
9. Jahrg. pag. 12—13.
Faun istisches. Notizen über Bana iherica und latasteiBlgv.
und über ihre drei deutschen Verwandten bringt 0. Boettger. Ber.
Senckenberg. Nat. Ges. Frankfurt a. M. pag. 87.
Bemerkungen über Hauptunterscheidungsmerkmale und geogra-
phische Verbreitung der fünf deutschen Eawa-Formen macht G. A.
Boulenger. Danach lebt E. esculenta L. typ. in ganz Deutschland,
Dänemark, Südschweden, Polen, Frankreich, Schweiz, Italien und
Corsika, B. esculenta var. ridihunda Pall. in den Spreeseen bei Berlin,
in Böhmen, Ungani, Polen, Russland, W.- und Central-Asien, B. tempo-
raria L. in ganz N.- und Central-Europa und in Asien bis zur Mongolei,
in S. -Europa nur in den Gebirgen, B. arvalis Nilss. in N.-, 0.- und
Central-Europa, den Rhein westlich nicht überschreitend, dann in
W.-Sibirien, im Kaukasus-Gebiet und N.-Persien und B. agilis Tho.
in Frankreich, Schweiz, Italien, Dalmatien, Oesterreich, Griechenland;
in Deutschland bis jetzt nur im Elsass. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr.
Berlin pag. 67—68.
222 E^i*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Eine weitere Notiz über das Vorkommen von Eana latastei Blgr.
in Piemont [vergl. Ber. f. 1885 pag. 316] und einen Vergleich der
Eier derselben mit denen der B. agilis Thom. bringt M. G. Peracca.
Boll. Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 1, No. 5.
G. A. Boul enger constatiert im palaearctischen Asien 8 Arten
von braunen Fröschen, nämlich Rana temporaria L. aus N.-Asien
bis Insel Yesso, ausserdem Amurprovinz, Abrekbusen in 0. -Sibirien,
Wiloni-Fluss und Mongolei, macrocnemis Blgr., arvalis Nilss. von
Sarai Gor am Ob, aus der Kirghisensteppe, Buchtarma-Thal im Altai,
Albistan und Sultanie in Persien, agilis Tho., japonica Blgr., hierher
sehr wahrscheinlich auch die Przewalski'schen Stücke von „temporaria"
aus dem Ordosgebiet, Mongolei, und 3 n. sp. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 11 pag. 595—600.
Derselbe nennt Nyctibatraclms margaritifefr Blgr. von den Willis
Mts. auf Java. Proc. Zool. Soc. London pag. 412.
Systematisches. G. A. Boulenger wendet sich gegen die
Auffassung De Betta's, dass alle europäischen braunen Frösche nur
Rassen der einen Art Bana temporaria [vergl. Ber. f. 1885 pag. 317]
seien. Innere Öffnungen zu Schallsäcken fehlten dem $ von JB. agilis,
latastei und iberica, während sie bei temporaria und arvalis deutlich
zu beobachten seien. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 17 pag. 248—250. —
M. Lessona lässt gleichfalls De Betta's genannte Arbeit Revue
passieren und bemerkt, dass B. temporaria, agilis und latastei zweifellos
gute Arten sind und keine Übergänge in einander zeigen. Atti R.
Accad. Sc. Torino Bd. 21 pag. 288— 290. — Auch A. P. Ninni
vertritt die Ansicht, dass De Betta keine einzige stichhaltige That-
sache beigebracht hat, dass die drei braunen Frösche Oberitaliens
einer einzigen Art zugehören, und schliesst mit Recht, dass die Valenz
aller drei Species unanfechtbar sei. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano
Bd. 28 pag. 248— 252. — Dieselbe Ansicht vertritt L. Camerano
in Atti Ist. Veneto (6) Bd. 4 pag. 833—848, in Boll. Mus. Zool. Anat.
Torino Bd. 1, No. 8 und in Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 195—196.
Auch erneute Untersuchung habe ihm ergeben, dass das (^ von B.
temporaria Schallsäcke und innere Schallsacköffnungen besitze, die
B. agilis und latastei vollkommen fehlten. — E. De Betta's
Conveniente Risposta ad un Cenno critico del Dott. A. P. Ninni.
Verona, G. Franchini, 8" wendet sich gegen die oben citierte
Ninni'sche Arbeit, ohne Neues zu bringen.
Auch Heron-Royer kämpft gegen die De Betta'sche Auf-
fassung und zeigt an den Embryonen und kiementragenden Larven
von Bana temporaria und agilis tiefgehende Unterschiede. Die
Copulatiousbürsten des ^, die Stimme und die Eiablage beider Arten
sind wesentlich von einander abweichend. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 11 pag. 681—690, Tai 21.
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 223
Gr. A. Boul enger erwähnt, dass bei Bana arvalis Nilss. weder
die Form der Schnauze, noch das Vorhandensein von grauen oder
schwarzen Copulationsbürsten am Daumen, noch auch die Ausdehnung
der Schwimmhäute, noch auch die Vomerbezahnung ganz constante
Unterscheidungsmerkmale von temporaria sind, wol aber die Form des
Metatarsaltuberkels und der Spermatozoen. Die Art wird von Breslau,
aus Schweden und von Kopenhagen verzeichnet. Interessant ist auch,
dass nach dem Verf. die Stellung der Vomerzähne bei den europaeischen
Fröschen überhaupt nicht ganz constant ist, und dass B. esculenta sogar
öfters die Vomerzähne hinter der Choanenlinie inseriert zeigt. Proc.
Zool. Soc. London pag. 242—243, Tal 24.
Betreffs Synonymie der nordamericanischen Arten von Bana vergl.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 517—521.
Über die wichtigsten Unterschiede der Larven YowBana temporaria
und arvalis in Bezug auf Färbung und die Anzahl der Hornzähnchen-
reihen berichtet Gr. Born. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 37 pag. 207
bis 210.
Cornufer guppyi Blgr. abgeb. Fig. 1. — C. sölomonis Blgr. abgeb.
Fig. 2. Boulenger, Trans. Zool. Soc. London Bd. 12, Taf. 11.
Hyperolius thomensis n. sp. [= Bappia. Ref.] verwandt spinosus
Pts. S. Thome, W.-Afr. Barboza du Bocage, Jörn. Sc. Lisboa Bd. 11
pag. 70, 74.
Ixalus asper n. sp. Larut in Perak. Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London pag. 415, Taf. 39, Fig. 1.
Bana amurensis n. sp. Amur. Boulenger, Bull. Soc. Zool. France
Bd. 11 pag. 598. — B. areölata subsp. aesopus n. Florida. Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 517. — B. arvalis I^ilss. abgeb. Boulenger,
Proc. Zool. Soc. London Taf. 24. — B. aurora B. & G. = agilis aurora
Cope pag. 521. — B. herlandieri Baird=7mZecwa halecina Kahn pag. 517.
— B. boylei Baird, gute Art pag. 521. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 23. — B. bufoniformis Blgr. abgeb. Boulenger, Trans. Zool. Soc.
London Bd. 12, Taf. 8, — B. camefrani n. sp. [nach Boulenger i. litt.
ist der Diagnose beizufügen: Innerer Metatarsaltuberkel ziemlich
kräftig, oval, weich wie bei JR. agilis ] ein kleiner äusserer Metatar-
saltuberkel. Ref.] Russ. - Armenien. Boulenger, Bull. Soc. Zool. France
Bd. 11 pag. 597. — B. cantahridgensis subsp. latiremis n. See Allo-
knagits , Alaska pag. 520. — B. capito Lee. ^= areölata capito Cope
pag. 518. — B. eirculosa R. & D. = areölata circulosa Cope pag. 518.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23. — B. guppyi Blgr. abgeb. Boulenger,
Trans. Zool. Soc. London Bd. 12, Taf. 9. — B. halecina Blgr. = halecina
hrachycephala Cope pag. 517, subsp. austricola n. Mexico pag. 517,
subsp. hrachycephala n. Centr.- und Sonora - Districte und subsp.
sphenocephala n. S.-O.-Nordamerica pag. 517. — B. lecontei B. & Gr.
= nigricans Hall. = draytoni B. & Gr. pag. 521. — B. lecontei Blgr.
part. (aus Mexico) = halecina subsp. austricola Cope pag. 517. — B.
224 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
leeontei Gthr. & Blgr., non B. & G. = haledna Daud. pag. 517. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23. — B. leybarensis n. sp. verwandt dela-
landei Tsch. Leybar, Senegal. Lataste, Naturaliste (Deyrolle) 8. Jahrg.
pag.230 — 231. — B. macroims n. sp. für Ixalus japonicus Hall. Ohosima,
Liu-Kiu. Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 415. — B. martensi
n. sp. verwandt temporaria. Yeddo, Japan. Boulenger, ebenda pag. 414
und Bull. Soc. Zool. France Bd. 11 pag. 599. — B. newtoni n. sp. verwandt
oxyrhynchus Sund. S. Thome, W.-Afr. Barboza du Bocage, Jörn.
Sc. Lisboa Bd. 11 pag. 70, 73. — B. onca Cope = draytoni onca Cope.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 521. — B. opisthodon Blgr.
abgeb. mit Ei und Jungem. Boulenger, Trans. Zool. Soc. London
Bd. 12, Taf. 10. — B. oxyrhynchus Hall. = halecina sphenocephala
Cope pag. 517. — B. pretiosa B. & Gr. = temporaria pretiosa Cope
pag. 519. — B. utricularia Harl. = halecina Daud. pag. 517. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23.
Engystomatidae. Sceletsystem. G. A. Boulenger hat den
von Vaillant [vergl. Ber. f. 1885 pag. 308] beschriebenen Stemal-
apparat von Bhomhophryne Bttg. ebenfalls untersucht und gefunden,
dass die Praecoracoide und der grössere Theil des Sternums bei der
Praeparation des Vaillant'scheu Stückes weggeschnitten worden
waren. Vaillant's bogenförmige Epicoracoide seien die knorpligen
proximalen Enden der Coracoide eines jungen Exemplars. Zool.
Record f. 1885, Rept. pag. 24.
Systematisches. Engystoma pictiventre n. sp. Nicaragua.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 272.
Cystignathidae. Faunistisches. G. A. Boulenger nennt
Pseudis mantidactyla Cope von Montevideo, Rio de la Plata, Hylodes
hrocchii Blgr. von Verapaz, H. augusti Brocc. von Ventanas, Paludicola
gracilis Blgr. von Uruguay und P. falcipes Hens. und Leptodactylus
gracilis D. & B. von Rio Grande do Sul. Proc. Zool. Soc. London
pag. 412—413.
J. J. Fletcher kennt Mixophyes fasciolatus Gthr. vom Mt.
Wilson in 3000', vom Tweed River in N.-S.-Wales und vom Pine
Mountain, Queensland. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 1, Pt. 1.
— Über Exemplare einer ähnlichen, aber wahrscheinlich neuen Art
vom Richmond River berichtet ebenda Masters.
Systematisches. Hylodes (Lithodytes) hransfordi n. sp.
verwandt diastema. Nicaragua pag. 274. — H. [Lithodytes) cinereus
n. sp. Mittl. Purus, Amazonasgebiet pag. 103, Anm. — H. polyptychus
n. sp. Nicaragua pag. 276. — H. {Lithodytes) ranoides n. sp. verwandt
rhodopis. Nicaragua pag. 275. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23. —
R. vertebralis n. sp. verwandt bucJcleyi. Intac , Ecuador. Boulenger,
Proc. Zool. Soc. London pag. 415.
Limnodynastes dorsalis Gray abgeb. Fig. 2. — L. tasmanienm
Gthr. abgeb. Fig. 1. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 42.
iu der Herpetologie während des Jahres 1886. 225
Liuperus marmoratiis Burni. noii D. & B. in Rio Grande.
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 440.
Bufonidae. Sceletsystem. Eine Mittheilung über die zahn-
förmigen Vorspriinge auf dem Gaumenbein einiger Bufo-Arten bringt
Heron-Royer. Sie spielen dieselbe Rolle wie die Vomerzähne anderer
Anuren, sind aber bei einer und derselben Species oft sehr ungleich
entwickelt oder fehlen mitunter ganz. Bull. Soc. Zool. France Bd. 11
pag. 324-327, 2 Fig.
Biologisches. Eine kurze Notiz über Ei und Larve von
Pseudophryne bihroni Gthr. bringt J. J. Fletcher. Proc. Linn. Soc.
N.-S.-Wales (2) Bd. 1, Sitz. v. 28. Apr.
Faunistisches. G. A. Boulenger nennt Bufo ander soni
Blgr. von Tatta in Sind und B. pundatus B. & G. von La Paz, Cal.
Proc. Zool. Soc. London pag. 413.
Systematisches. Betreffs Synonymie der nordamerikanischen
Arten von Bufo vergl. C o p e in Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 514 — 516.
Bufo dlvarius B. & G. und B. heldingi Yarr. = pundatus B. & G.,
gute Arten pag. 514. — B. copei Y. & H. = lentiginosus americanus
Lee. pag. 516. — B. diptermis Cope = cocjnatus Say, gute Art pag. 516.
— B. frontosus Cope = lentiginosus icoodhousei Gir, pag. 516. —
B. halophilus B.&G. = microscaphus Coi^e = pidus Co^e = columbiensis
B. & G. pag. 514. — B. hemiophrys n. sp. N. -Montana pag. 515. —
B. mu&icus Latr. = lentiginosus lentiginosus Shaw pag. 516. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23.
Chilophryne dialophus Cope. Ostküste von Nordamerica = Bufo
quercinus Holbr., gute Art. Cope, ebenda pag. 516.
Hylidae. Respirationsorgane. Mittheilungen über den
Branchialapparat der Embryonen und Larven von Hijla arborea und
meridionalis macht Heron-Royer. Beide Arten zeigen wesentliche
Verschiedenheiten in der Entwicklung der äusseren Kiemen; bei
letztgenannter Form seien sie rudimentär. Bull. Soc. Zool. France Bd. 11
pag. 687—688, Taf. 21, Fig. 6—7.
Biologisches. Über die Brutpflege von Phyllomedusa iheringi
Blgr. vergl. oben H. v. I bering pag. 219.
Faunistisches. G. A. Boulenger nennt Hyla nasica Cope
von Soriano in Uruguay und H. staufferi Cope aus Guatemala. Proc.
Zool. Soc. London pag. 413.
Derselbe bezeichnet das Vorkommen von Hyla mesophaea Hens.
in der Prov. Rio Grande do Sul als fraglich und erwähnt H. rubra
Daud. von Rio Grande. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 18 pag. 444.
Systematisches. Hyla bradeator Hens. = pulchellaJ). & ß.
Boulenger, ebenda pag. 445. — H. favosa n. sp. verwandt leucophyllata.
Pebas, oberer Amazonas. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23 pag. 95.
— H. granulata Pts. und H. vauteri Hens., non Bell = nasica Cope
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H, P
226 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
pag. 444. — H. guentheri n. sp. für leucotaenia Gthr., non Burm.
(= bt-acteator Blgr., non Hens.) pag, 445. Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 18. — H. macrops Blgr. abgeb. Boulenger, Trans.
Zool. Soc. London Bd. 12, Taf, 11, Fig. 3. — E. microcephala n. sp.
Chiriqui pag. 281. — H. (Hypsiboas) miUaria n. sp. verwandt marmorata.
Nicaragua pag. 272. — H. quinquevittata n. sp. verwandt eximia Baird.
Nicaragua pag. 273. Cope, Proc. Auier. Phil. Soc. Bd. 23. — H. the-
saurensis Pts. abgeb. Boulenger, Trans. Zool. Soc. London Bd. 12,
Taf. 11, Fig. 4.
Ranoidea aurea Less. (= HylaJ abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool.
Victoria Taf. 53.
Pelobatidae. Biologisches. In einer Fortsetzung seiner
Mittheilungen über die Lebensweise der in Frankreich einheimischen
Batrachier bringt H er on -Roy er Beobachtungen über die Arten von
Pelohates und Pelodytes. Bull. Soc. Etud. Scientif. Angers Bd. 15
pag. 61—111; auch sep.: Notices sur les moeurs des Batraciens
Fase. II, Angers, 8 « pag. 45—90 [vergl. Ber. f. 1885 pag. 315].
Über Lebensweise von Scaphiopus solitarius Holbr. berichtet
N. Pike. Bull. Amer. Mus. N. H. New- York Bd. 1 pag. 213—220.
F a u n i s t i s c h e s. Eine Notiz über das Vorkommen von Pelodytes
punctatus Daud. bei Castino in Piemont und über Laichzeit,
Stimme und Ei dieser Art bringt M. Gr. Peracca. Boll. Mus. Zool.
Anat. Torino Bd. 1, No. 1. 3 pag.
F. Ley dig weist nach, dass schon 1838 M. Rusconi den Pelohates
fuscus aus Oberitalien gekannt habe, Zoolog. Anzeiger 9. Jahrg.
pag. 291—292. — L. Camer ano bemerkt dagegen, dass Rusconi
und Panizza schon 1817 diese Art aus der Lombardei erwähnen, und
dass Spallanzani sie sogar schon 1780 in Italien gefunden habe. Boll.
Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 1, No. 9. 3 pag.
DiSCOglOSSidae. Ontogenie. F. E. Schulze macht auf die
Verschiedenheit in der Bildung der Haftpapillen an der Unterseite
des Kopfes bei Discoglossus-EmbvyonQii im Gegensatz zu Rana auf-
merksam. Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin pag. 5—6.
Biologie. Über Vererbung von Albinisnms, über Begattung
und Fortpflanzung und über den Einfluss des Spermas auf die Eihüllen
von Alytes obstetriccms hat Heron-Royer Versuche angestellt und
eingehende Beobachtungen veröffentlicht. Das Auge der vorliegenden
albinen Larven hatte kein Schwarz, während das eines erwachsenen
männlichen Albinos schwarze Pupille zeigte. Die von diesem
albinen ^ befruchteten Eier ergaben normal gefärbte Quappen, da-
gegen zeigten sich alle Brüten, bei denen beide Eltern Albinos
waren, regelmässig albin. Das $ dürfte jährlich zweimal Eier legen.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 11 pag. 671—679.
Systematisches. G. A. Boulenger gibt scharfe Unter-
scheidungsmerkmale für die auffallend lange verkannten beiden
in der Herpetologie wahrend des Jahres 1886. 227
europäischen Arten von Bomhinator, B. homhinus L. [jetzt pachypus
Bon., die gelbbäuchige Art. Ref.] und B. igneus Laur. [mit rother
Grundfarbe des Bauches. Ref.]. B. pachypus findet sich in Belgien,
Frankreich, Rheinpreussen, Hessen -Nassau, Hannover, Thüringen,
Oberfranken, Oberbayern, Schweiz, Ungarn, Tirol, Dalmatien, Ober-
italien bis Florenz und in der Moldau, B. igneus bei Berlin, Dresden,
Bitterfeld und Magdeburg und in der Moldau. In Deutschland
wohnt B. pachypus in Gebirgsgegenden, igneus immer in der Ebene.
Proc. Zool. Soc. London pag. 499—501, Taf. 50.
Bomhinator igneus Laur. abgeb. Fig. 2. — B. pachypus Bon.
abgeb. Fig. 1. Boulenger, ebenda Taf. 50.
Caudata.
Verdauungsorgane. P. Eisler's Untersuchungen über die
Histologie der Magenschleimhaut wurden an Salamandra, Molge und
Proteus angestellt. Ber. Naturf. Ges. Halle (1885) pag. 4—36.
Circulationsorgane. Über die Lmervation der Lymphherzen
berichteten W. N. Weliky in Arbeit. St. Petersburg. Naturf. Ges.
Bd. 15 (1884), Protoc. pag. 34 — 35 (russ.) und G. Kabreh 1 in Med.
Jahrb. Wien (2) Jahrg. 1 pag. 393-420.
Urogenitalsystem. Die von G. Bellonci als Nuclei polimorfi
bezeichneten Kerne der Sexualzellen vom Axolotl und von Molge
haben eine sehr variable Gestalt. Sie finden sich entweder an der
Peripherie des Ovariums oder auch tiefer zwischen Eiern von ver-
schiedener Grösse. Ln Hoden zeigen sie sich an derselben Stelle,
wo bei Bufo das Pseudoovarium liegt. Verf. glaubt, dass sie durch
einen nicht zum Abschluss gelangenden Process der Karyokinese
entstehen und schliesslich der Degeneration anheimfallen. Rendic.
Acc. Bologna 1885—86 pag. 70 — 71 und Mem. Accad. Bologna (4)
Bd. 7 pag. 169—182, 2 Taf.
Ontogenie. Desselben Untersuchungen über die Spermato-
genese der Vertebraten sind an Siredon und Molge angestellt. Im
Einklang mit La Valette St. George findet Verf., dass die Primordial-
eier und die Spermatoblasten erster Ordnung in allen Beziehungen
identisch sind. Rendic. Acc. Bologna 1885—86 pag. 70—71.
Salamandridae. a. Salaniandrlnae. Integumental-
gebilde. E. Pauls en behandelt in seinen Bemerkungen über
Secretion und Bau von Schleimdrüsen auch die der Haut von
Salamandra maculosa. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 28 pag. 413—415.
In seiner Arbeit über Becherzellen und über Leydig'sche Zellen
gibt J. H. List auch Beschreibung und in Fig. 8— 10 Abbildung
von letzteren aus dem Schwanz von Molge-lL&vYen. Sie besitzen
niemals ein Stoma und ihre Bedeutung ist unbekannt. Ebenda
Bd. 26 pag. 543-552, Taf. 22.
p*
228 ^Y- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Scelet System. Über Morphologie von Carpus und Tarsus
beim Salamander macht H. Leboucq Bemerkungen. Anat. Anzeiger
1. Jahrgang pag. 17—21.
Sinnesorgane. Eingehende Mittheilungen über die
Entwicklungsgeschichte hauptsächlich der Spinalnerven und der
Yerdauungsorgane von Molge cristata machen A, Johnson & L.
Sheldon in Qu. Journ. Micr. Sc. Bd. 26 pag. 573—589, Taf. 34—36
und in Stud. Morph. Lab. Cambridge Univ., London Bd. 2, Pt. 2, 3 Taf.,
speciellere TSfotizen über die Entwicklung der Cranialnerven in Proc.
Roy. Soc. London Bd. 40 pag. 94 — 95.
Urogenitalorgane. Über den Bau der Samenkörper von Molge
cristata und taeniata macht 0. Jensen Mittheilungen. Anat. Anzeiger
1. Jahrg. pag. 251 — 257.
Beobachtungen über Entstehen und Vergehen, Entwicklung und
regressive Metamorphose der Samenkörper bei Molge bringt Gr. v.
Wiedersperg. Med. Jahrb. Wien (2) Jahrg. 1 pag. 307—334, 2 Taf.
Ontogenie. C. Kupffer konnte an Eiern von Salamandra atra
eine Metamerie des Centralnervensystems, während dasselbe noch im
Zustande einer Medullarplatte mit leicht erhöhten Rändern war, be-
obachten. Auf das Hirn entfallen 8, auf das Rückenmark 13 — 14
Segmente, ohne dass aber die Gliederung das hinterste Ende des-
selben erreichte. Sitz.-Ber. Akad. München, Math. Phys. Kl., Sitz.
V. 5. Dec. 1885.
Biologisches. Über eine Stimme bei Salamandfi'a atra und
wacw?05a finden sich kurze Bemerkungen von Heron-Royer, J. de
Bedriaga und J. G-azagnaire in Bull. Soc. Zool. France Bd. 11,
Proc. -verb. pag. 35.
Fortsetzung seiner Beobachtungen [vergl. Ber. f. 1885 pag. 321]
über die Lebensweise von Salamandra maculosa bringt H. Fischer-
Sigwart. Ln Aquarium scheint die Begattung stets in der Nacht
etwa im Laufe des Februar stattzufinden. Von Mitte März bis Mitte
Mai ist die Brutzeit; ausnahmsweise und abnorm werden aber auch
im Herbste schon Junge abgesetzt. Die Geburt erfolgt innerhalb der
vom Wasser durchströmten Schlupfwinkel, immer in der Nähe des
fliessenden Wassers, und das Wasser befördert erst die neugeborenen
Jungen ans Tageslicht, was Verf. direct beobachten konnte. Solche
Junge sind 25 — 26 mm lang und werden als Larve bis zu höchstens
55 mm gross. Eine Tabelle für die Grössenentwicklung in der Freiheit
in Quellen beobachteter Jungen und für die Temperatur dieser Quellen
ist beigegeben. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf die Aufzucht
der Larven, die als Objecte zur Demonstration des Blutlaufs in den
Kiemen besonders zu empfehlen seien. Natur (Müller) 35. Jahrg.
pag. 462—465, 472—475.
Eine Notiz über Fortpflanzung von Salamandra maculosa in der
Gefangenschaft im Winter gibt F. C. Noll. Danach gebar ein $ vom
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 229
6. — 13. Januar in 5 !N ächten 14, 4, 1, 1, und 4, in Summa 24 Junge.
Zool. G-arten 27. Jahrg. pag. 167.
F.Richters beobachtete in zwei Fällen plötzliches Absterben
sämmtlicher Aquarienfische infolge von Vergiftung des Wassers durch
das Drüsensecret sterbender Salamandra maculosa. Ebenda pag. 128.
Joh. V. Fischer gibt eine Schilderung des Gefangenlebens von
Salamandrina perspicülata Savi. Die zierliche Art variiert sehr in
der Brillenzeichnung des Kopfes ; beim $ kann sie sogar ganz fehlen.
Die gewöhnliche Grösse erwachsener Stücke ist nur 6 — 8 cm. Ob-
gleich häufig an den Orten ihres Vorkommens, wird sie doch nur selten
und nur im Frühjahr oder Herbst gefunden. Bei Berührung oder
Störung bleiben sie regungslos liegen. Sie sind gegen Temperatur-
einflüsse nicht so empfindlich wie CJiioglossa; die Haut ist schleimlos
und trocken. Salamandrina ist ein Tagthier und wird in erster Linie
durch das Auge geleitet. Stimme besitzt sie nicht. Der zweitbeste
Sinn scheint der Geschmack zu sein. Von Geräuschen nehmen sie
keine Notiz. Die Häutung geschieht ähnlich wie bei Chioglossa. Ausser
der Paarungszeit suchen sie das Wasser nicht auf. Sie sind ver-
träglich, ignorieren aber ihren Pfleger gänzlich; ihre Intelligenz ist
eine äusserst geringe. In der Gefangenschaft ist die Art hart und un-
gemein ausdauernd. Die Fütterung geschieht mit lebenden Fliegen und
Käferlarven. Ebenda pag. 14—23.
Beobachtungen über die Lebensweise von Molge viridescens Raf.
bringt N. Pike. Neu dürfte das Verschlucken kleiner Muscheln
sammt ihrem Inhalt sein. Eingehend wird besonders über die Art
der Eiablage, über Fütterung und Aufzucht der Larven berichtet,
sowie über Färbungsunterschiede bei den erwachsenen Thieren. Amer.
Naturalist Bd. 20 pag. 17—25.
Faunis tisch es. 0. Boettger eTwä^hni Salamandra maculosa
Laur. und Molge vulgaris (L.) var. meridionalis Blgr. von der Sutomorska
planina und zwar auf dalmatinischem wie auf montenegrinischem
Gebiet. Jahrb. D. Malakozool. Ges. 13. Jahrg. pag. 35.
Derselbe bringt eine Notiz über den Fund von Salamandra
caucasia Waga bei Bad Abas-tuman in Transkaukasien. Ber. Sencken-
berg. Nat. Ges. Frankfurt a. M. pag. 86.
Das Vorkommen von Molge palmata in Lancashire berichtet
L. Greening. Zoologist (3) Bd. 10 pag. 250.
Notizen über italienische Stücke von Molge cristata var. Tcarelini
Str. gibt A. P. Ninni. Namentlich die Form des Rückenkammes
des brünstigen (J, Färbung und Grössenverhältnisse werden ein-
gehend gewürdigt. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Milano Bd. 29 pag. 327
bis 338, Taf. 7.
Über das Vorkommen von 3Iolge alpestris (Laur.) bei Castino
in Piemont bringt M. Borzone eine Notiz. Auch er kann das
Auftreten einer abranchiaten und einer branchiaten Form — letztere
230 Dl*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
selbst in niederen Lagen von 300— 450 m — bei dieser Art bestätigen,
ßoll. Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 1, No. 6.
Systematisches. M. G. Peracca discutiert die specifische
Valenz von 3Iolge Uasii de l'Isle, die sich nicht nur in der Bretagne,
sondern auch in der Touraine und bei Angers findet, und kommt zu
dem sicheren Schlüsse, dass sie eine Bastardform von M. cri&iata $
und M. marmorata ^ sei; auch der Bastard von M. marmorata ^
und M. cristata $ wird als hybr. trouessarti n. beschrieben und ab-
gebildet. Ebenda No. 12. 13 pag., 1 Tat'.
Mittheilungen über die Larve von Molge boscae Lat. macht
E. Mattozo Santos. Jörn, Sc. Math. Lisboa Bd. 11 pag. 99 — 102.
Molge Uasii de ITsle hybr. Uasii abgeb. Fig. 1 und hybr. trouessarti
n. Angers abgeb. Fig. 2. — M. marmorata Latr. abgeb. Fig. 3. Peracca,
Mus. Zool. Anat. Torino Bd 1, No, 12.
Triton alensoi Seoane [vergl. Ber, f. 1884 pag. 322] = Molge
palmata Schnd. Boulenger, Zool. Record f. 1885, Rept. pag. 25.
b. Atnhlystofnatinae. I n t e g u m e n t a 1 g e b i 1 d e. Unter-
suchungen über Entstehung und Vertheilung der Pigmentzellen beim
Axolotl hat G. Cattaneo angestellt. Boll. Scientif. Pavia Bd. 8
pag. 42—46.
Nervensystem. In seinen Mittheilungen über den Bau des
Gehirns yoth Protopterus vergleicht G. Füll iquet dasselbe eingehend
mit dem von Siredon. Eec. Zool. Suisse Bd. 3 pag. 1—130, Taf. 1 — 5.
Biologisches, B. Dührigen, Fremdländische Zierfische.
Nebst Anhang: Bemerkungen über den Axolotl. Berlin, P. Matte, 8 ".
52 pag., 1 Taf.
S. G ar m an macht kurze Bemerkungen über einen in ÄmUystoma
mavortium schmarotzenden Gordius und über eine höhere Intelligenz
bei diesem Molche, als man ihm gewöhnlich zuschreibe. Boston
Scientif. Soc, Sitz. v. 11. Mai.
Derselbe nennt den Schwanz von ÄmUystoma pwnctatum
gradezu ein Greiforgan, mit dem es sich in vielen Fällen anklammern
und vor dem Falle schützen könne ; bei Ä. opaeum sei diese Fähigkeit
nicht so ausgesprochen. Ebenda und Science Observer 1887. 1 pag.
Mittheilungen über die Lebensweise von ÄmUystoma opaeum
Gr. macht auch N. Pike. Bull, Amer. Mus. N. H. New- York Bd. 1
pag. 209—212.
Kurze Notiz über ein lebendes ÄmUystoma tigrinum und seinen
Unterschied von der Larve bringt F. E. Schulze Sitz-Ber. Ges.
Naturf. Fr. Berlin pag. 133.
Systematisches. ÄmUystoma anmdatum n. sp. verwandt
microstomum. Vaterl unbek. pag. 525, — Ä. decorticatiim n. sp. verwandt
paroticum Baird. Port Simpson, Alaska pag. 522. — Ä. leptitrum n. sp.
verwandt cingulatwn. Vaterl. unbek. pag. 524. Cope, Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 23.
Geomolge n. gen. In der Bezahnung zwischen Onychodactylus
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 231
und Banidens, ohne Nägel, mit langem, ein Landthier andeutendem,
an der Basis cylindrisehem, hinten compresseui Schwanz. Zunge gross,
fast kreisrund, an den Seiten frei. Gaumenzähne in zwei leicht
winkeligen Querchevrons , die durch einen schmalen Zwischenraum
getrennt werden. 5 Zehen. — Hierher G. fischeri n. sp. Chaborowka
am Ussuri, Manschurei. Bou] enger, Proc. Zool. Soc. London pag. 416,
Taf. 39, Fig. 2.
c. JPlethodontinae, Sceletsystem. Weitere Mittheilungen
[vergl. Ber. f. 1884 pag. 323] über die Bildung der Wirbelcentra bei
Anaides luguhris Hall, bringt L. Vaillaut. Am trocknen Praeparat
seien sie in der That amphicoel, physiologisch [? Kef.] aber opis-
thücoel zu nennen. Die Art frisst Käfer; Verfasser vermuthet,
dass sie ovovivipar sei. Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 10
pag. 42—44.
Eine Abbildung der Wirbelsäule von Plethodon hiUneatus Green
gibtE. D. Cope. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16, Taf. 1, Fig. 11.
Systematisches. Plethodon crassidiis n sp. verwandt oregonensis.
Californien pag. 521. — PI jecanus Cope = Anaides pag. 526. Cope,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23.
Amphiuraidae. Sceletsystem. F. A. Lucas beschreibt und
bildet ab das Kreuzbein von Menopoma (Cryptobranchus) , das viel
häufiger aus einem als aus zwei Sacralwirbeln bestehe. Auch die
Anzahl der Rückenwirbel wechsle bei Menopoma von 19 bis 20, bei
Muraenopsis (Amphiiima) von 105 — 111. Amer. Naturalist Bd. 20
pag. 561—562, 3 Fig.
Respirationsorgane. S. H. & S. Phelps Gage haben die
Beobachtung gemacht, dass erwachsene Cryptobranchus unter Wasser
Athembewegungen ausführen, welche den Zweck zu haben scheinen,
die durch den Mund eingeführte Luft durch die Kiemenspalten streichen
zu lassen. Science Bd. 7 pag. 395. — J. Le Conte sieht diese Be-
wegungen sich noch über den Pharynx hinaus erstrecken; wahrscheinlich
treibt das Thier auf diese Weise die in den Lungen enthaltene Athem-
luft nochmals durch die Kiemen, um den Sauerstoff derselben besser
auszunützen. Ebenda pag. 462.
Biologisches. Über das Leben von Amphiuma tridactyla Cuv.
in der Gefangenschaft und über anatomische Verhältnisse derselben
hatR. W. Shufeldt Beobachtungen veröffentlicht. Ebenda (1883)
pag. 159—163.
Systematisches. Über Organisation und Verwandtschaft der
Amphiumiden macht E. D. Cope interessante Mittheilungen. Er will
die Familie Amphiumidae mit Amphiuma von der Familie Protonopsidae
mit Protonopsis und Megalobatrachus nach Verschiedenheiten in der
Form und Stellung der Schädelknochen getrennt wissen. In einigen
osteologischen Beziehungen hat der Schädel der Amphiumiden auch
mit Caecilia Verwandtschaft (s. unten Apoda). Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 23 pag. 442—445, Taf. 6—7.
232 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Nach demselben sind Ämphiuma tridactyla Cuv. und Ä. means
Gard. nur Formen einer und derselben Art, die er Ä. means nennt.
Ebenda pag. 526.
Ämphiuma means Gard. Abbild, des Schädels und eines vorderen
ßückenwirbels. Cope, ebenda Taf. 6.
Proteidae. Allgemein Anatomisches. Notizen über die
Anatomie von Necturus bringt S. H. Gage. Rep. Proc. Amer. Soc.
Microsc. 1885.
Sceletsystem. F. A. Lucas hat bei Necturus 18—19 prae-
sacrale Rückenwirbel gefunden. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 562.
Circulationsorgane. J. W. Mills vergleicht das Fischherz
mit dem von Menöbranchus besonders in Bezug auf Reflexhemmung
und unabhängigen Herzschlag. Journ. of Phys. Bd. 7 pag. 81 — 95.
Faunistisches. Über das Vorkommen von Proteus anguinus
Laur. in der Umgebung von Monfalcone [vergl. auch Ber. f. 1885
pag. 324] berichtet auch A. P. Ninni. Atti Ist. Veneto (6) Bd. 4
pag. 1315.
Systematisches. M. Katuric beschreibt in seinen Note
zoologiche kurz den Proteus anguinus Laur. von Carpano bei Albona in
Istrien als verwandt der var. xanthosticta Fitz., aber doch in einigen
Eigenthümlichkeiten von ihr abweichend. Boll. Soc. Adriat. Sc. Nat.
Trieste Bd. 9 (1886) pag. 219.
Sirenidae. Sceletsystem. F. A. Lucas fand bei Siren 101
bis 108 praesacrale Rückenwirbel. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 562.
Apoda.
Integumentalgebilde. In einer Notiz über den Bau der Epidermis
und über directe Communication des Blutes mit dem umgebenden
Medium zeigen 0. F. & P. B. Sara sin bei der Larve Yon Epicrium,
dass das freie Canalsystem, welches zwischen den Substanzbrücken
der Epidermiszellen liegt, durch einzelne Gänge mit der Aussen weit
unmittelbar communiciert. Arb. Zool. Inst. Würzburg Bd. 8 pag. 94
bis 101.
Nervensystem. Mittheilungen über die Anatomie des Gehirns
und des Nervensystems der Apoden bringt J. Waldschmidt. Die
Hemisphaeren sind relativ und absolut massiger entwickelt als bei
unseren einheimischen Batrachiern, ähnlich übrigens mehr dem Anuren-
als dem Caudatentypus. Zwischenhirn und Mittelhirn sind nicht von
einander diiferen ziert ; das Kleinhirn fehlt als nervöser Abschnitt
ganz. Sehnerv und Hörnerv sind rudimentär. Jena. Zeitschr. f.
Naturw. Bd. 20 pag. 461—476, Taf. 30—31, Biol. Centr.-Blatt Bd. 6
pag. 731—732 und Tagebl. 59. Vers. D. Naturf. u. Ärzte pag. 196.
— Discussion zwischen F. E. Schulze, C. Hasse und R. Wieders-
heim über dieses Thema s. ebenda pag. 196.
Sinnesorgane, in einem Aufsatz über Rückschritt in der Natur
kommt A, Weismanu pag. 7 auch auf die Verkümmerung des
in der Herpetologie während des Jahres 1886. '233
Gehörorgans bei den Caecilien zu sprechen. Ber. Natiirf. Ges. Freibarg
i. Br. Bd. 2 pag. 1—30.
Systematisches. E. D. Cope hält die Apoden nicht für eine
eigene Ordnung der Batrachier, sondern für eine modifizierte Familie
der Caudaten, die mit den typischen Schwanzlurchen durch die
Familie Amphiumidae verknüpft sei. Er sucht diese Ansicht ausführlich
durch die wenig scharfe Trennung der Unterscheidungsmerkmale von
denen der Caudaten zu begründen. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23
pag. 443—444. — Kef. in Nature Bd. 35 pag. 280.
Chthonerpetum indistinctum R. & L. Abbild, von Schädel und
Wirbeln. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 23, Taf. 7.
Stegocephala
(nur fossil).
G. Baur stellt die von ihm angenommenen Homologien einiger
Schädelknochen (Opisthoticum, Squamosum und Supratemporale) der
Stegocephalen und der Reptilien in einer Tabelle zusammen. Anat.
Anzeiger 1. Jahrg. pag. 348—350. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887
II pag. 371.
Über den Zweck des Foramen parietale bei den Stegocephalen
s. oben Credner pag. 146.
E. D. Cope ist zu dem Resultate gekommen, dass bei den
Pelecysauriern und bei dem rhachitomen Genus Eryops die Chevron-
knochen der Wirbel mit dem Intercentrum (Hypocentrum Gaudry's)
continuierlich verschmolzen sind; die Intercentra seien mithin bei
Cleysydrops und Eryops homolog. In der Schwanzwirbelreihe des
embolomeren Cricotus seien die Intercentra so gross wie die Centra,
und abgesehen davon, dass sie mit den Chevronknochen in eins ver-
schmolzen wären, glichen sie denselben und nähmen mit ihnen Theil
an der Stützung des Neuralbogens. In der Rückenwirbelreihe von
Cricotus dagegen verliere der Neuralbogen seine Gelenkverbindung
mit dem Intercentrum und stehe ausschliesslich auf dem Centrum.
Die Gründe, welche den Verf. bestimmen, die entgegenstehenden
Ansichten von Gaudry und Fritsch für irrthümlich zu halten, werden
geltend gemacht. Cope schliesst aus allen Untersuchungen, dass die
Hauptwirbelkörper der Sphenosauriden [SpJienosaurus und Chelydo-
saurus) Intercentra und keine Centra seien, hält es für wahrscheinlich,
dass die wahren Centra in den Batrachier-Naehkommeu dieser Familie
verschwinden, so dass die soliden Wirbel solcher Batrachier Inter-
centra und nicht Centra darstellen, und bemerkt, dass die Kenn-
zeichen von Cricotus dagegen auf den Verlust oder die Reduction
der Intercentra hinweisen, wie wir es bei den pelecysauren Reptilien
finden, und die Möglichkeit andeuten, dass die Embolomeren die Vor-
fahren der Reptilien sind. Die Sphenosauriden aber sammt dem
Genus Sparacjmites stünden zwischen den Rhachitomen und den
Embolomeren, ähnlich den letzteren in der Vollständigkeit eines
234 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Wahren Centrums, verwandt den ersteren in der Unvollständigkeit
ihres Intercentrums. Amer. Naturalist Bd. 20 pag. 76—77.
In einer Arbeit über das Intercentrum der auf dem Lande
lebenden Wirbelthiere beschreibt der selbe und bildet ab die Wirbel-
säulen von Trimerorhachis , Eryops {megalocephalus Fig. 2 und 6),
Cricotus [crassidiscus Cope Fig. 3) und Ärchegosaurtis und kommt
zu dem Schlüsse, dass mit Ausnahme der Rhachitomen und Embo-
lomeren die foss. Batrachier keine wahren Centra, sondern nur Inter-
centra besessen haben. Es folgt dies daraus, dass 1. die lebenden
Batrachier keine Intercentrum-ähnlicheu Körper zeigen, dass 2. die
Rippen, welche bei den Reptilien vom intercentralen Knorpel oder
vom Intercentrum entspringen, bei den Batrachiern aus den Haupt-
wirbelkörpern ihren Ursprung nehmen, und dass 3. die Chevronknochen
bei den Reptilien mit den Intercentren verschmolzen sind, bei den
Batrachiern aber mit den Schwanzwirbelkörpern. Die Embryologie
der Urodelen und Anuren lehrt überdies, dass den jetzigen Batrachiern,
trotzdem dass sie zweifellos von den Rhachitomen abstammen, auch
im Larvenzustand die rhachitome Wirbel structur verloren gegangen
ist. Die Ganocephalen (mit Trimerorhachis und Archego säur us) sind
nach dem Verf. die Ahnen der übrigen Batrachier und indirect auch
der Reptilien. Dagegen zeigen die Embolomeren Tendenz, die
Intercentra zu reducieren, während die Centra vorherrschen; sie
müssen daher als diejenige Batrachierordnung betrachtet werden,
von der in erster Linie die heutigen Reptilien abstammen. Die
Sphenosauriden bilden eine Familie der Rhachitomen. Ein Schluss-
kapitel wendet sich vornehmlich gegen die Deutung der Homologien
der rhachitomen Wirbelbildung, wie sie durch Gaiidry und Fritsch
versucht worden ist. Taf. 1 bringt endlich noch Abbildungen der
Wirbelsäule von Eryops {erythrolithicus Cope Fig. 1), Cricotus
{hypantricus Cope Fig. 2— 6), beide aus dem Perm von Texas, von
Cricotus (heteroclitusCoi^e Fig. 7—8) aus dem von Illinois, von CZepsi/tZrqps
{natalis Cope Fig. 9) aus dem von Texas, und von den lebenden
Sphenodon guentheri Bull, aus Neuseeland Fig. 10 und Spelerpes
bilineatus Gr. aus N.-America Fig. 11. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd.l6
pag. 243—253, Taf. 1 und 6 Fig.
Auf die Wirbelbildung von Cricotus kommt auch A. Fritsch
in Erwiderung von Cope's Kritik [Ber. f. 1885 pag. 326] nochmals zu
sprechen. Geol. Mag. (3) Bd. 3 pag. 44.
In seinem systematischen Catalog der Wirbelthiere des
americanischen Permsystems [vergl. oben pag. 152] bemerkt E. D. Cope
pag. 289, dass Eryops platypus Cope (Fig.) identisch sei mit Ichthy-
acanthus Cope olim, und dass seine Tarsalcharactere denen der
Theromorphen ähnlich seien. Von Zatrachys serratus Cope wird
ebendaselbst der Schädel beschrieben. Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 16
pag. 285—297, Taf. 2—3.
A. Gaudry beschreibt und bildet ab ein neues Genus Haptodus
in der Herpetologie während des Jahres 1886. 235
(haijlei u.j aus dem 0. Perm von Autim. Die Schnauze erscheint
relativ stark verlängert; die Kopfknochen sind glatt und nicht nach
Art der Labyrinthodonteu sculptiert, die Zähne anscheinend
acrodont, den Kiefern so fest angefügt, dass sie von denselben kaum
unterschieden werden können, dichtstehend, spitz, seitlich comprimiert
und aussen gestreift. Weder Endosternum noch Episternum noch
Supraclaviculare; Wirbel aus einem Stück bestehend; vordere Rippen
schmal, nicht verbreitert. Ein Schwanz ist nicht erhalten; Reste von
Hautossificationen fehlen. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 14 pag. 430
bis 433, Taf. 23 und Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 103 pag. 453 — 454.
— Ref. in Naturaliste (Deyrolle) 8. Jahrg. pag. 353.
Eine Notiz desselben über die von Fritsch im böhmischen
Perm entdeckten und beschriebenen Stegocephalen enthält nichts
Neues. Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 102 pag. 898.
Auch F. Stand fest's Stegocephalen, die eine Schilderung des
Körperbaus von Branchiosaurus nach Fritsch und Credner bringen,
enthalten nichts Bemerkenswerthes. Humboldt (Krebs) 5. Jahrg. pag.401
bis 404, 3 Fig.
ArchegOSauridae. in einer Mittheilung über den ältesten Tarsus
macht Gr. Baur auf eine wenig bekannte Abbildung Quenstedt's
aufmerksam, welche die hintere Extremität von ArcJiegosaurus dar-
stellt. In dem auffällig grossen Räume zwischen Tibia, Fibula und
den Metatarsalen liegen in ungestörter Lage mindestens 10 Tarsal-
elemente, von denen entweder 3 oder 4 als Centralia gedeutet werden
müssen. Axolotl mit zuweilen 3 Centralien kommt diesem Tarsus
somit am nächsten, ximer. Naturalist Bd. 20 pag. 173—174 und
Zool. Anzeiger 9. Jahrg. pag. 104—106.
Tecklenburg fand im Kalke des Mittel-Rothliegenden bei
Offeubach a. M. ca. 170 m unter Tage den Unterkiefer eines Ba-
tracliiers, den H. Credner kurz beschreibt und als einem Archcgo-
sauriis zugehörig erkennt. Zeitschr. D. Geol. Ges. Bd. 38 pag. 681,
696-697.
Apateonidae. H. Credner gibt die Entwicklungsgeschichte
von Branchiosaurus a^nhlystomus Crdn. aus dem Rothliegenden des
Plauen'schen Grundes bei Dresden, aus der sich ergibt, dass Br.
(jracüis Crdn. = amhlystomus Crdn. juv. ist. Die Art durchläuft
ähnlich wie die Salamandriden, denen die Branchiosauriden gleich-
werthig sind, eine Metamorphose von eimem Larvenzustande mit
Kiemenathmung bis zur Reife mit Luftathmung, was Verf. am
Wachsthum der Schädeldecke (Taf. 17, Fig. 1—16), an den Änderungen
in der Gestalt der Schädelbasis (Taf. 18, Fig. 8— llj, der Orbitae, der
Augenkapsel, am Foramen parietale und dem Parietalauge und am
Visceralscelet, insbesondere an den Kiemenbögen, überzeugend nach-
weist, die wie bei den lebenden Caudaten jederseits in der Vierzahl
auftreten, und deren Dorsalsegmente Reihen von zahnartigen Hart-
gebilden trugen, während von den Ventralsegmenten nur das des
236 Dl'- Oskar Boettger: Bericht etc.
ersten Bogens verknöcherte. Weiter wird die Entwicklung des
Schultergürtels (Taf. 16, Fig. 1-11, Taf. 18, Fig. 12—20), der Rumpf-
wirbelsäule, der Kreuzbeinwirbel und der Schwanzwirbelsäule, die
nach und nach im Verhältniss zur Rumpf länge kürzer wird, beschrieben ;
stattgehabte Regenerationen des Schwanzes konnten nicht nachgewiesen
werden. Endlich wird der Beckengürtel, die höchst auffallende distale
Verschiebung des Beckens im Laufe der Entwicklung, die Extremitäten
und das Schuppenkleid der Bauchseite (Taf. 19) einer eingehenden
vergleichenden Betrachtung unterzogen. Ein übersichtlicher Rückblick
über die Hauptzüge der Entwicklungsgeschichte schliesst die wichtige
Arbeit. Zeitschr. D. Geol. Ges. Bd. 38 pag. 576—633, Taf. 16—19,
3. Fig. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887 II pag. 369 — 371 und
Humboldt 6. Jahrg. 1887 pag. 298—299, Fig.
Labyrinthodontidae. Über Reste eines Mastodonsaurus , ver-
muthlich M. robiistus, von Cockatoo Island, Port Jackson berichtet
W. J. Stephens. Verf. nimmt bei dieser Gelegenheit Veranlassung,
sich über die ehemaligen geographischen Verhältnisse der südlichen
Halbkugel zu verbreiten. Proc. Linn. Soc. N. - S. - Wales (2) Bd. 1
pag. 931.
Derselbe macht Mittheilungen über weitere Labyrinthodonten-
reste aus dem Hawkesbury-Wianamatta- Sandstein von N.-S. -Wales
und beschreibt als neue Gattung Platyceps (non Platyceps Blyth 1860
t. Boulenger) wilkinsoni n., eine Larvenform aus diesen Schichten. Kopf,
Thoraxplatten und Wirbelsäure bis zum Beckengürtel sind erhalten,
ebenso sind die Kiemenbögen deutlich zu sehen. Das Stück stammt
aus Gosford, während die andern beiden Labyrinthodontiden - Reste
von Bowral kommen. Ebenda pag. 1175—1192, Taf. 22.
Derselbe bringt eine zweite Miittheilung über den Biloela-
Labyrinthodonten. Ebenda pag. 1113—1121, Taf. 14.
Fusspuren, die auf Labyrinthodonten deuten, bildet L. P.Gratacap
aus triassischen Sandsteinen von Weehawken, N. J. , ab. Amer.
Naturalist Bd. 20 pag. 246.
Bericht
über die Leistungen in der Ichthyologie während
des Jahres 1886.
Von
Dr. P. Hilgendorf.
Allgemeines.
G. y. Hayek, Handb. d. Zoologie, III. Enthält Fische
S. 239—414. Viele Xyl. 1885, 8«.
Perier, Zoologie, les Poissons (1. Partie); Conference
faite ä la faculte de medicin et pharm, de Bordeaux,
Febr. 86, Bordeaux, 8^, 8 S.
L. Vaillant warnt Sammler, Zinn-Etiquetten mit
Kupfer- oder Eisendraht für Alkoholfische zu verwenden;
der elektr. Strom zerstört Draht und Fisch; Bull. soc.
philom. Paris, XI 50.
Abstammung der Fische (Vertebraten) von Wirbel-
losen s. Phylogenie.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines. R. Wiedersheim, Lehrb. d. vergl.
Anat. d. Wirbth. , 2. Aufl. Ist sehr wesentlich verändert
u. vergTÖssert. 614 Xyl. — Von dem kleineren „Grund-
riss" eine engl. Übers, v. Parker: „Elements of comp.
anat.'\ London 86, 8^.
A. Nuhn, Lehrb. d. vergl. Anatomie, 2. Aufl., Heidel-
berg, 8 0.
F. Leydig, Zelle und Gewebe. Wegen der viel-
fachen histor. Notizen u. der allgem. Betrachtungen wichtig;
238 l^r« ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Fische werden u. a. berücksichtigt (keine Abb.): bei der
Haut (S. 88), Riechhaut 92, Sinnesplatte der Mundhöhle
V. Cypriniden 94, Seitenlinie 98, Verwandtschaft v. Drüsen-
u. Sinneszellen 105, Muskel (besonders die dunklen der
Seitenlinie) 151, 157, elektr. Org. 162, Zirbel 177. Zur
Unters, dienten Süsswf. : Tinea, Lota, Alosa. Bonn,
1885. 80. 219 S., 6 Tf.
M. Braun. Das zootomische Practicum (Fische,
Perca, S. 181 bis 190, 7 Xyl.) Stuttgart. 8«.
H. Dewitz, Anl. z. Anfertigung u. Aufbew. zootom.
Präparate, Berlin, 8«; 96 S., 12 Taf. — Fische S. 54— 57,
Taf. 8. Nur Üebersichts-Präparate.
Brühl, Zootomie s. Skelet.
Chitt. u. Cumm., Verdaulichkeit d. Fische, s. Rep.
U. S. Fish Comm. XII unter Fischzucht.
Haut (nebst Seitenorganen). J. H. List, „Strukturen
V. Drüsenzellen", auch Becherz. der Haie erwähnt. Filar-
masse der Zelle nicht mit der des Kerns im Zusammen-
hang; die ganze Zellsubst. verschwindet in der reifen Z.,
die nur Filar- u. Interfilarmasse (= Schleim) enthält. Nach
e. Vortr. auf 59. Vers, deutsch. Natf. u. Ae. im Biol. Centr.-
blatt VI 592.
J. H. L i s t , „ üb. Becherzellen u. Leydig'sche Z.
(Schleimz.)", beide früher oft verwechselt, unterscheiden
sich dadurch, dass bei Bechz. ein Stoma u. oft ein Fuss
auftritt, ihr Kern der Wand anliegt u. diese glatt ist; sie
sind einzellige Drüsen. Bei Leydig'schen Z. ist die Wand
gerieft, sie bleiben immer in der Tiefe, Funktion fraglich.
Abb. V. Bz. aus Cloakenepithel v. Squatina u. Scyll., Obh,
V. Torp. marm., Cobitis foss. Arch. f. mikr. Anat., Bd. 26.
543 — 552, Tf. 22. — Weiter ausgeführt u. die Unters, auch
auf Raja marg. u. miral. , sowie auf Salmo fario ausge-
dehnt in: „Über Becherzellen," ebd. 27, 481-588, Tf. 25
bis 30.
J. H. List, „Sekretion u. Struktur der Becherzellen,"
erwidert auf Merk's Kritik, dass bei Forellen 3 versch.
Arten v. Becherz. vorkommen, sie entsprechen den ersten
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 239
Entwstad. der reiferen, an die Oberfläche gerückten Zellen
der Selachier etc. ; das Fadennetz letzterer ist kein Kunst-
gebilde sondern schon beim lebenden Obj. vorhanden
(Tritonlarven). Ebd., 28. B., 48—53.
J. H. List, „z. Morph, wandernder Leucocyten" bildet
zahlr. Formen aus dem Cloakenepithel von Raja miral. ab;
Kern u. Zellsubstanz bei Osmiumpr. deutlich. — Ebd.,
28. Bd., 251—56, Tf. 18.
E. Schaff, Unters, üb. das Integument der Lopho-
branchier. Siphonost. typhle, Ner. ophid. u. Hippoc. ramu-
losus sind berücksichtigt; es wird der Hautpanzer nach
Form und Struktur, sowie die Histologie der Epidermis
u. Cutis geschildert. Bemerkenswerth ist die jährliche
Entwickl. u. Eückbildung von Knochenleisten an den
Schildern d. zum Schutz der Eier jeden Sommer neu entste-
henden Bruttasche; diese Leisten sollen nach Retzius bei
S. acus durch Zusammenklappen der beiden Hälften der
Schilder entstehen. Die Flammenzellen der Haut von
Hipp. ram. weniger variebal als bei H. brevir. , nämlich
immer kurz birnförmig. Farbenwechsel an lebenden sehr
deutlich; in weissen Gefässen tritt ein unnatürlich heller
Ton auf. Abb. des Schädels v. Siph. t. u. Hipp. ram. —
Kiel 1886. 8«. 36 S., 1 Taf. (Diss.).
G. Fritsch, „äuss. Haut u. Seitenorgane des Ma-
lopter. electr. " Die Haut ist mit Zotten u. zwischen diesen
mit Gruben versehen. Kolbenzellen, Becherz., gewöhnl.
Epidermz. u. Kornz. werden beschrieben; letztere (zu-
sammengezogen Chromatoph. Leydig, Leucocyten List)
sind viell., wenn überhaupt Leucocyten, eher Lymphk. als
normale weisse Blutkörper, u. aus ihnen bilden sich cuti-
culare Zellschüppchen an der Oberfläche der Haut. Am
Kopfe (wo die Zotten fehlen) zeigen die gew. Epidermz.
den feinstreifigen Saum wie bei anderen Fischen. — Die
Seitenkanäle besitzen Knochenhüllen, die Mündungskanäle
eine Ringfalte. In den Nervenendhügeln der Seitenlinie
tragen die Solger'schen Basalz., bei Mal. fadenf. Fortsätze,
ähnl. den Fadenz. des Gehörorgans, wodurch Gehör- u.
Seitenorg. noch gleichartiger erscheinen. In den engen
240 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Kopfkanälen entdeckte Verf. zw. den Epitlielz. Körner-
zellen, die nur aus der Haut von Petromyzen bekannt;
die Nervenköpfe sind in dem Kopfkan. selten und sind
nicht linear. — Die Kolbenz. d. Haut gelten als die Homo-
loga der Zellen des electr. Organs. Sitzb. Ak. W. Berlin,
1886, 415—436, Xyl. (Vergl. auch electr. Org.)
F. Raffaele, Hautpapillen u. Hautsinnesorg. von
Solea, Revista ital. scienze nat., Napoli, Anno H, S. I — HL
V. V. Ebner, Schleimabsonderung an der Oberhaut
der Forellenembryonen; Anz. Ak. Wiss. Wien, XXIII, 57 — 8.
B. S [olger], functionelle u. phylogen. Bezieh, der
Seitenlinie zum Grehörorgan der Wirbelth. , Zusammen-
stellung der Arbeiten von Leydig, F. E. Schulze, Mayser,
Beard; Kosmos Bd. 18, 388—91.
Vergleiche unter Muskelsystem Fritsch (Malapt.);
Gef ässsystem , de Sede; Nervensystem, Sc hol er; Ent-
wicklung, Beard (Kiemensinnesorg. ); Systematik, Ba-
trachus, Ryder (Bauchfl. hat Tastsinn).
Skelet (und allgemeine Morphologie). Omer van der
Stricht, „Unters, üb. Hyalinknorpel." Spinax acanth.
unters. Die intercapsularen „Kanälchen" sind hier deut-
lich Fibrillenbündel; diese sind kollagen, in Chromsäure
unlösl. Die sie umgebende Zwischen- od. Kittsubstanz
in Chrs. schwerlösl. Die Ausläufer der Zellen zeigen
wenige Anastomosen. Die Grundsubst. hat lamellären
Bau, die Lam. bestehen aus Fibrillen und sind durch
Faserzüge verbunden (ähnl. d. Sharpey'schen F.). — Arch.
de Biolog. VII, 1—92, Tf. 1—3; Ausz.: Biol. Centrbl. VI, 431.
W. Roux, „eigenart. Kanäle in rec. u. fossilen
Knochen," welche durch Pilzmycelien (Mycelites ossifra-
gus) hervorgebracht werden ; häufig in foss. Fischwirbeln.
In Schuppen schon von Kölliker (Z. w. M. 1860 X) beob.
Anat. Anz. I 276.
C. B. Brühl, Zootomie aller Thierklassen, enthält (bis
1888 incl.) folg. ichthyol. Tafeln nebst Erklärungen (bisher
nur Osteologie): Lief. 1 (1874) Tfl. 1, 2, 3. Cyprinus carpio,
Kopf; Lf. 2 (1875) Tf. 5. Rhombus max., Schädel; Lf. 5
(75) Tf. 18, Mandibel u. Suspensorium von Amia, Lepi-
in der Iclithyologie während des Jahres 18Ö6. 241
dosteus, HydrocYon; Tf. 19, 20, Cyprinus carpio, ganzes
Skelet; Lf. 6 (76), Tf. 24, Balistes sp.; Lf. 16 (1880),
Tf. 61 — 64, Dipnoi (Lep. parad., Prot, ann., Gerat, forst.);
Lf.17 (80) Tf. 65, 66, 67, Chimaera Callorhynclmsfu. Dipnoi);
Lf. 23 (81), Tf. 89—92, Schädel von Labrax lupus; Lf. 24,
Tf. 93, 94, Schädel von Rhombus max.; Lf. 33 (1884),
Tf. 131— 2, Synodontis membr. (Silur.). — Wien, 4«.
T. J. Parker, Skeleton of Regalecus argenteus. Be-
nennung nach Parker (Schädel) u. Huxley. Supraocc.
durch die Epiot. vom For. magn. abgeschlossen, trennt
die Parietalia; die Proot. sehr klein, die Opisthot. sehr
gross [wenn man sich Vf.'s Proo. u. Op. vereinigt denkt,
erhält man etwa die gewöhnl. Form u. Lage des Proo. bei
Teleost, ein hintobererZipfel von Vf.'s Proo., der durch eine
kräft. Linie in der Abb. abgegränzt scheint, würde dem
Opisth. (= Intercal. Gg.) andrer Tel. entsprechen]; das
Sphenot. (Postfr.) sendet einen Fortsatz abwärts bis zum
Parasphen. (vergl. v. Klein S. 242); die Orbitosph. bilden
einen Boden hoch über dem Parasph., das durch eine vorn
doppelte subcranielle Crista tief nach unten gedrängt
wird; an der Cr. sind betheiligt: Basiocc, „Ophisthot.",
Sphenot, Parasph.; Basisph. u. Praesphenoid fehlen. Nur
2 Suborb. [= Praeorb.] vorh, ; Mesopteryg. z. Th. ohne
Knorpelgrundlage. Palat. sehr kurz; 1. u. 2. Kiemenbogen
mit dors. überzähligem Endknorpel „Parahranchial" ; die
Knorpel zw. den knöchernen Copulae des Visceralskel.
betrachtet Vf. als eigentliche Copulae, welche wie die
Kmbög. der Gränze zweier Somiten entsprechen, die
Copulae autt. werden „InterhrancMals." Den letzten, an-
scheinend halben Wirbel will VI als natürl. Ende der
Wirbelsäule betrachten (gegen Lütk.) {es würde dann ein
morphol. Abschluss des Endes fehlen, der sonst bei allen
Fischen vorh.] Die Interspinalia [Flossenträger deutscher
Autt.] nennt Vf. „Pterygiophoren'' u. wendet diesen Ausdr.
auch auf die Basalia der Brustfl. u. auf die knorp. Flos-
sentr. der Elasmobr. etc. an. Am Schultergürtel ist das
Posttemp. ungegabelt, weit auf den Schädel vorgerückt,
die Scapula sehr klein, (»fast wie die 3 Brachialia, das
Arch. f. Natargesch. 53. Jahrg. IT. Bd. 1. H. Q
242 Dl'- F. Hilgeiidorf: Bericht über die Leistungen
Corac. nach hinten zu stark entwickelt, so dass das untere
Ende der P. nach oben gerückt wird. — New Zeal. Ich-
thyol. I, Transact. Zool. Soc, Lond., XII 5—33, (col)
Taf. 2— 6. 40. (Vergl. Syst.)
E. Rosenberg, üb. d. Kopfskelet einiger Selachier.
Bei jungen Mustelusembr. liegt der Stamm des N. vagus
zwischen der Labyrinthregion des Schäd. u. wirbelähn-
lichen Elementen; von letzteren wird eins nebst seinem
Bogenpaar später in den Schädel verschmolzen. Bei
Carcharias ist im alten Thier von dem hintersten (3.) der
eingeschmolzenen Wirbel nur der Neuralbogen, nicht aber
der Körper mit dem Schädel verwachsen; diese ontogen.
Verschmelzung kann unsymmetrisch erfolgen. (Vergl.
Ber. 84, S. 331.) Sitzb. Naturforscherges. Dorpat, VIII,
Heftl, S. 31— 34. (1887?)
H. E-abl.-Rückh., z. Albrecht-KöUiker'schen Streit-
frage üb. d. vord. Endigung der Chorda dors., bezieht sich
auf die Verhältn. bei Fischen, um gegen A. zu entscheiden;
Anat. Anz. I 200.
V. Klein, Beitr. z. Bild. d. Schädels d. Knochenf. HI
(s. Ber. 85 S. 336), betrachtet das Sphenoideum (= Para-
sphenoid Hxl.) S. 205, die Alae temporales (= Prootica Hxl.)
S. 234 u. den Vomer S. 272. Das Sph. erreicht das Fron-
tale posterius (vergl. ob. Parker, Regalecus) bei Histio-
phorus. Die Gatt. Gerres gehört nicht zu den Pharyn-
gogn. und eher zu den Pristipomat. als zu den Spariden.
S. 238. Die Balistina besitzen Ähnlichkeit mit den Acro-
nuridae S. 230, 269. Der Vomer unterscheidet sich von
dem der höhern Vertebr. durch seine horizontale statt
vertikale Lage [also etwa den Proc. palat. der Maxiila
superior entsprechend] ; er scheint bei Hyperopisus (Mor-
myr.) zu fehlen; bei Muraeniden ist er mit dem Inter-
maxillare u. mit dem Septum verwachsen. — Jahresh. V.
vaterl. Natk. Württ., Jg. 42, S. 205—300, Taf. 7, 8.
R. R. Wright, on the skull and auditory organ of
the Siluroid Hypophthalmus ; Proc. trans. r. soc. Canada
(Montreal) III, sect. 4, 107—118. 1885. 3 Tf.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 243
F. Hilgendorf. Die Kieferknochen werden bei F.
mit sog. zusammengesetzten Zähnen mit abgekaut [ähn-
liche Abnutzung der Kn. bei Flossenstacheln etc. häufig].
Der sog. Zahn v. Chimaera viell. ein Kieferknochen
[wie diess schon Newton 1876 angenommen] Szb. G. natf.
Fr. Berlin, S. 87 (vergl. bei Darm S. 259).
G. Baur, Morphogenie d. Wirbels d. Amnioten, nimmt
an, dass das Intercentrum der A, 2 Elemente enthält u.
diese den Basilarknorpeln der Knorpelf. homolog seien.
Biol. Centralbl. VI 361.
J. A. Eyder, Heterocercy and evolution of uns, zieht
die Schhissfolgerungen aus eignen u. fremden Untersuch.
(Vergl. bei Entwickl.u.Ber. 85, 337,353.) Alle Lyrifera (d.h.
Fische excl. Leptocard. u. Marsipobr.) besitzen als Embr.
sog. Hornfasern, welche mit den sog. Hornfäden der er-
wachs. Sei. u. der Fettfl., sowie den knöch. Flossstr. der
höh. Fische homolog sind. Knorplige Anlagen kommen
derartigen Theilen zwar nie zu (die in den Fl. der Sei.
dafür angesprochenen medianen Knorpel sind nur Stützen
der Str.), sie legen sich aber, besonders im basalen Theil,
so tief an, dass sie nicht mehr dem Corium zugerechnet
werden können, also nicht als Hautknochen gelten dürfen.
Noch weniger sind sie Hörn- d. h. Epiblastbildungen ;
auch chemisch u. histol. weichen sie ab. Am besten pa-
rallelisirt man sie mit einem Perichondrium. Die Str.
von Ceratodus (Dermoneurals Gth.) sind übrigens nicht
Knorpel, sondern gleichfalls solche „Hornf.". — Es sind
alle Abtheilungen der Medianflossen unter einander ho-
molog, so auch der hypaxiale Th. der Schwanzfl. (geg.
HuxL, Balf.); bei jungen Anguilla kann man erkennen,
dass zw. Str. u. Haemaldorn die vermissten Interhaemalia
vorhanden sind. Nach der Thacher-Balf. 'sehen, vom Vf.
acceptirten Theor. sind dann auch die Str. der paar. Fl.
homolog. — Durch Druck können benachb. Th. ver-
schmelzen; so sind die D.-Str. bei Polypterus aus meh-
reren an der Basis verwachs. Str. entstanden, worauf die
Mehrzahl der Wirbel hindeutet; besonders ist dies für die
Genese der Schwanzfl. wichtig, bei der die Wirbel ver-
Q*
244 Dr. F. Hilg-endorf: Bericht über die Leistungen
wachsen, die Interhäm. mit den Hämaldornen sich ver-
binden etc. ; auf der Oberseite des Schw. werden die neu-
ralen Elem. sogar gänzl. zum Schwinden gebracht. Die
hypaxialen Stützen werden durch Gebrauch andrerseits
vergrössert, wonach der untere Lappen (urspr. bei Existenz
des langen Endfadens lediglich eine 2. Analis darstellend)
schliesslich allein die Caudalis bildet. Der Verlust der
Eadialia in der Pect, von Gastrostomus (Eurypharyngidae)
ist hier zu beachten, sowie die Differenz zw. Wirbelzahl
u. Z. der Neuralbogen bei Lophobr. (zu viel Bogen) u. bei
Amia (zu wenig B.). — Als Endziel d. phyl. Entw. gilt
die Gephyrocerkie, die schon bei Salmo salar angedeutet;
die Rückbildung des Urostyl lässt schliesslich die epax.
u. hypax. Str. dicht zusammentreten. Die extremste Ausb.^
bei Mola, ontogen. verfolgt. — Ausnahmen von der allge-
meinen Regel der Flossenentw. kommen meist dadurch
zu Stande, dass sehr specialistirte Bild, schon früh im
Embryo angelegt werden: der Mangel des vollst, embryon.
Flossensaums bei Hippocampus, andrerseits des Saums
Entw. weit kopfwärts bei Gadiden u. Pleureneet, weiter
die starke Ausb. hinten in Form einer „lophocercalen
Homocerkie" bei Alosa (hier wird das heterocerke Stad.
in der Ont. übersprungen) gehören hierher. Der mangelh.
Saum bei Gambusia wird aus der Viviparität erklärt.
Betreffs der Kopffl. der Torpedin. (besonders der von Hyp-
nos, Hasw. 1884) schwankt Vf., ob sie wirklich als Vorder-
theil des P. oder als eigne Bildung anzusehen. Wie in
obigen Fällen die ursprüngl. Continuität der unpaar. Fl. im
Embr. verleugnet wird, so scheint das ehemalige Zusam-
menhängen der paarigen Fl. durch die Seitenfalte bei
Teleost. ontog. unterdrückt zu sein ; die P. u. V. des Embr.
sind hier nie mehr vereinigt. — Vf. sucht die Entwick-
lungsvorgänge stets mechanisch zu erklären; selbst Nütz-
lichkeitseinrichtungen können so direkt durch den Ge-
brauch herbeigeführt werden, wie schon Lamarck richtig
angedeutet. — Den Ausdr. „homonym" benutzt Vf. für
ungleichartige Theile desselben Antim er enab Schnitts,
etwa syn. mit „zur gleichen Metameren-Nummer gehörig"!
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 245
Tf. 1 — 11, meist Copien, Abb. v. Mola u. Salmo-Embr. ori-
ginal; Xyl. — Report Commiss. U. S. Fish C. XII for 1884,
981—1107.
G. Baur weist daraufhin, dass Gervais (1856) schon
vor Humphry (1871) die Homologie der iinpaaren Flossen
mit den paarigen behauptet hat ; Intern. Monatsschr. Anat.
Hist. III 6.
K. Bardeleben, „Hand u. Fuss," berührt die Glied-
maassentheorie und spricht sich gegen einen einfachen
Achsenstrahl aus, Tagebl. 59. Vers. d. Natf u. Ä. 1886,
S. 96—102.
D'Arcy W. Thompson, bind limb of Ichthyosaurus
and morph. of vertebrate appendages. Vergleicht mit I.
u. Sauranodon auch die Fische, wonach Gegb.'s Theorie
unhaltbar scheint. Polypterus hat 4 (selten 3) Basalia.
Bei Protopt. ist das mit d. Becken artikulirende Stück
ein echtes Basipterygium (= femur), darauf folgen 2 kl.
Knorpel, zw. welchen die Hauptaxe der Flosse; dies sind
die 3 Basalia, von denen nur das eine lang und gegliedert
ist (während bei Ichth. alle es sind). Bei Ceratodus müssen
wir annehmen, dass der einz. segmentirte Strahl Seiten-
sprossen entwickelte. — Rep.55. meet. Br. ass. adv. sc. 1885,
1065—6. Desgl. Journ. of Anat. Ph. XX 532—5, Xyl.
P. AI brecht, „morph. Bedeut. der Penischisis, Epi-
u. Hypospadie des Menschen." An der Brustfl. von Raja
bezeichnet Vf. die 3 Basalstücke des Pro-, Meso- u. Me-
taptergiiims, bez. als 1., 2., 3. Humerus, sowie an der
Bauchfl. des Pro- u. Metapt. als 2. bez. 3. Femur ; der
2. Hum. (nicht das Metapt.) entspricht dem Hum. der höh.
Vert., u. das 2. Femur dem Femur der h. V., das 3. Femur
dem Rochenpenis einer Seite u. dejai halben Penis der
Säuger. Zahlreiche Termini techn. — Biolog. Centralbl. VI
204—212.
P. Alb recht. Über Penis, Penoid u. Pseudopenis
der Wirbelth., nebst e. Nachweis, dass die freien Gliedm.
der Amphib. u. Amnioten nicht den meta-, sondern den
mesopterygialen Abschnitten der paar. Selachierflossen
246 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
entsprechen. Vgl. anat. Unters. I, 1. Heft, 42 S., 5 Xyl.
Vergl. auch Centrbl. f. Chirurg. 1886, 68—71.
T. J. Parker, Claspers of Callorhynchus [= Notes
Otago Un. Mus. VIII] betrachtet den vorderen „Clasper"
[= Sägeplatte] als viell. ein mittleres, drittes Fusspaar
darstellend; Bau u. Drüse entsprechen wesentlich denen
des hinteren Cl. [= Pterygopodium]. Beim Weibch.ist nur
eine Tasche mit Drüse vorhanden, der vord. Cl. fehlt.
Nature, Bd. 34, S. 635.
C. Emery u. Simoni, Rech, sur la ceinture scapu-
laire des Cyprinoides. Bezügl. des „Spangenstücks" Gegb.
(= Praecoracoid Prk. , Humerus Ow. , Procoracoid Wie-
dersh., von den Vff. als Brücke, „Pont", bezeichnet) be-
stätigen Vff. die embr. Untersuch. Swirski's (80), verwerfen
jedoch dessen direkt mechanische Hypothese üb. die Ent-
stehung dieses Knochens ; sie gehen auf die urspr. (nach
Thacher's Theorie) horizontale Lage des Schultergürtels
zurück u. weisen an der Innervation nach, dass das jetzt
ventrale Coracoid-Loch urspr. das hintere, im Gegensatz
zu dem jetzt dorsalen, ehedem aber vorderen Scapularloch
gewesen ist. Der dorsale Rand der jetzigen Brustfl. der
Tel. entspricht dem vorderen (propterygialen) Rand der
Selachier-FL, der ventrale dem hintern. Der propt. Rand
der Sei. entspr. dem radialen Theil der höh. Verl, der
metapt. R. dem ulnaren. Interessant ist die Verschieden-
heit des Nervenverlaufs (1., 2. u. 3. Spinalis) je nach den
Gattungen (Cypr., Car. , Tinea, Leuc). Archives ital. de
Biol. VH 390—4.
P. Albrecht, eine in 2 Zipfel auslaufende Vorderfl.
bei Protopterus. Vf. sucht eine Missbildung (nur rechts)
zu Gunsten der Götte-Wiedersh. 'sehen Theorie von dem
zweiästigen Bau der Extrem, zu venverthen; er giebt seine
frühere Zustimmung zur Th. der einaxigen, gefiederten
Extr. auf. Sitzb. k. Ak. Wiss. Berlin, 86, 27. Mai, S. 545—6,
Tf. 6.
Vergleiche ferner unter Haut, Schaff (Lopho-
branch.); Athmungsorgane, Clelland(Homol.d.Spritzlochs)
u. Sagemehl; Entwickl., Perenyi (Wirbel v. Torpedo);
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 247
Phylogenie, Wiedersh. u.Ryd er (Flossen); in Systematik
des Ber. f. 85: Schufeidt bei Micropterus, Albula, Me-
g-alops, Amia u. Ber. 86 bei Pleuronectidae (Pfeffer u.
Facciolä), bei Muraenidae (Ficalbi), bei Ganoiden
(Orr), bei Dipnoi (Schneider), bei M}^ine (Clelland),
und fossile Fische (Wo od ward, Kieferapp.).
Muskelsystem und elektrische Organe. G. Fritsch,
Anatomische Untersuchung üb. d. Zitterwels (Mal. el.).
Das el. Organ wird morphologisch durch Drüsenzellen der
Haut gebildet (s. Ber. 84, 335); die el. Scheiben gewöhnlich
transversal gestellt, richten sich am Schwanz der Ober-
fläche parallel u. schwenken dann selbst soweit um, dass
der Nervenansatz statt schwänz- kopfwärts liegt, u.
schliesslich bildet sich ein „taubes Gewebe," d. h. ohne
Riesenz., aus. In einer Längsreihe liegen etwa 1600 el.
Scheiben, im Fisch überhaupt giebt es 2 Millionen, bei
jungen u. alten gleich viel; das Organ wiegt Vs des Körper-
gewichts. Die ganze Scheibe bildet eine „celluläre Ner-
venendigung." Die Innervirung erfolgt durch einen Vagus-
Ast (wie bei allen Siluriden, bei den meisten andern
Fischen vom Trigem.); am Ursprung besitzt der elektr.
Nerv nur einen Axencylinder, der sich bis zum Ende
millionenfach theilt, und der sich bis zum Rückenmark
verfolgen lässt, wo die ihn aufnehmende Riesenganglien-
zelle mit der der andern Seite durch zahlreiche Commissur-
fasern verbunden ist. Die letzten Punkte (19 — 21) be-
treffen die Haut, der 22. die Generationsorg., der 23. die
Parasiten (vergl. im syst. Th.). Sitzb. pr. Ak. Wiss. Berlin,
Jg. 86, 1137—40.
W. Krause, „d. Nervenendigung im elektr. Organ"
Torp. ocell. Der „Terminalplexus" der Nerven enthält
übereinander fortlaufende aber nicht verschmolzene
platte Nervenfasern; dorsalwärts auf diesen stehen die
Palissaden, die dem Neurilem angehören, aber keine
N.-Endigungen sind. Die dors. Enden des Pal. tauchen
in die Gallertsubstanz mit Kernen und Körnchen, welche
wieder von der elastischen Dorsalmembran bedeckt wird.
248 I^J'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Diese Schichten nebst 2 ventral anliegenden Nerven und
1 Gefässschicht bilden eine el. Lamelle ; diese Lam. werden
durch eine 5 fach dickere eiweisshaltige Flüssigkeitsschicht
von einander getrennt. In der Gallertsubst. der Lam.
wies Vf. ein System von Fasern nach, die ventral sich
umbiegen u. horiz. über den Termpl. hinlaufen; sie ent-
sprechen den Längsfibrillen der Muskelfasern, die Kerne
der Gallertsbst. den Muskelfaserkernen, der Termpl. einer
motorischen Endplatte, welche (vermöge der Fibrillen-
biegung) an die Längsseite der Fibr. herantritt. Die
Termpl. heisst daher „elektr. Endplatte." Danach ist der
el. Schlag ursprünglich eine negative Schwankung des
Muskelstroms vom Quer- zum Längsschnitt u. entspricht
einer Muskelzusammenziehung. Die Palissaden, schon
1856 von Kemak beob. , geben in der Flächenansicht
Boll's (73) el. Punktirung. Intern. Monatsschr. f. Anat.
u. Hist. III 285—308, Tf. 14.
W. Krause, Resection der elektr. Nerven des Zitter-
rochen. Der sog. Eam. electr. n. trigemini (er gehört
thatsächlich zum facialis) wurde durchschnitten ; die ein-
tretende Atrophie der Endigungen erstreckte sich nicht
auf die sog. elektrische Punktirung, d. h. eine Stäbchen-
schicht der el. Platte (nach Fritsch ein Gerinnungsphä-
nomen einer porösen Membran), die man als Nei*ven-
Endorgan gedeutet hat, welche Ansicht mithin hinfällig
ist. Sitzb. pr. Ak. W. Berlin 86, S. 675 — 680, 1 Xyl.
Gotch, the electrical discharge of Malapt. el. Auf
electr. Reizung des Fisches erfolgt sehr schnell ein Schlag
des el. Organs (1/500 Sek.); wenn die Reizung das el.
0. selbst berührt (durch die Haut), erfolgt ein einfacher
Schlag; am Vorderende des el. Org. (Stirngegend) werden
mehrfache Schläge mit 10 Sek. Zwischenraum ausgelöst;
el. Reizung der Fühler u. des Schwänzendes blieb
wirkungslos. Proc. physiol. soc. 1885 IV p. XXVII— XXIX
in: The journ. of Physiol. (Foster), Cambridge, VII.
W. Stirling, Red and pale muscles in fishes. Die
Vertheilung der dunkleren Muskelpartieen bei Clupea,
Scomber, Gadus, Pleuronectes durch Abb. erläutert; bei
in der Ichthyologie wählend des Jahres 1886. 249
Cl. u. Sc. ist die Färbung roth, bei G. ii. PL gelb. Sie
wird hervorgebracht durch in die Substanz der Fibrillen
eingelagerte Fettpartikel. Vf. denkt daher bei rothen M.
an fettige Degeneration od. Infiltration. Nur bei Sc.
sind die rothen Partien durch ein Septum von Bindegew^.
begrenzt; jede einzelne Faser ist aber bei allen Gatt,
gegenüber den Fas. der blassen M. durch kleineren
Querschnitt mikrosk. kenntlich. — 4. Ann. rep. Fish.
B. Scotl. 166 — 71, Tf. 3 — 5. (Vergl. auch Leydig,
Zelle u. Gew.).
G. W. Baird, Flug d. flieg. Fische, Science VIII 10—12.
Muskeln der Kiemen, s. McWilliam bei Athemorg.;
elektr. Org. v. Torpedo, Fritsch, s. Syst.
Nervensystem. J. Steiner, üb.d. Gehirn d. Knochenf.,
weist experimentell nach, dass diese (bei Leuciscus ce-
phalus) nach Fortnahme des Grosshirns noch Geschmacks-
und Farbenempfindung und Überlegung besitzen, die also
bei F. noch im Mittelhirn ihren Sitz haben, bei den
höhern Vertebr. aber in das Grosshirn wandern. Sitzb.
pr. Ak. W. Berlin, S. 5 — 9, 1133—5; Abdr.: Biol. Cen-
tralbl. VI 676.
J. Steiner, „üb. d. Centralnervsyst. des Haifisches
u. des Amphioxus u. üb. die halbzirkelf. Canäle des H.''
und ,, weitere Unters, über das Centralnervs. des H."
Scyllium sowohl wie Amphioxus machen nach Decapi-
tirung noch ganz normale Locomotionsbewegungen; beim
Hai können aber durch Laesion einer bestimmten Zone
der Med. oblong, diese Bewegungen unterdrückt werden.
Sehr merkwürdig ist, dass ein Hai, der durch einseitige
Abtragung des Mittelhirns in Zwangsbewegung versetzt
ist, diese nach der Decapitirung beibehält. — Die Zer-
störung der halbzirkelf. Canäle einer oder beider Seiten
wirkt beim Hai nicht störend auf die Einhaltung des
Gleichgewichts. Ebd. I 495, II 539.
J. Steiner, „Funktioneller Beweis für d. Richtigk.
d. morph. Ansicht von der Entstehung des asymmetr. Baues
d. Pleuronectiden. " In Übereinstimmung mit der aus Anat.
250 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
u. Ontog. folgenden Ans., dass die PL morphologisch als
seitlich comprimirte u. nur umgelegte Fische zu betrachten,
zeigt Vf. experimentell, dass Zwangsbewegungen (Reit-
bahnbew.) nach Abtragung einer Mittelhirnhälfte die bei
einem depressen Rochen in einen horiz. Kreis erfolgen,
bei PL in einem vertik. Kr. vor sich gehen. Die Asym-
metrie ergreift auch das Grehirn (Solea, Abb.). Verh. d.
naturh. -med. Ver. Heidelberg V (VI?) 127 — 137 (u. als
Festschr., Heidelb. 86, 8«).
Vulpian, bestätigt nach anderer Methode Steiner's
Schlüsse betreffend das Fortbestehen (des Sehens) des
Willens und der Willensäusserungen bei Fischen, denen
die Lobi cerebrales u. die Zirbel abgetragen worden. Das
Tliier lebte über 6 Monat u. starb zufällig. Das Gehirn
zeigte keinerlei Verwachsungen oder sonstige Folgen einer
Entzündung; das Fett der Hirnhöhle, ebenso Knochen
und Haut hatten sich regenerirt. Compt. rend. Ac. Paris,
Bd. 102, S. 1526-30, Bd. 103, S. 620—2.
T. J. Parker, nomenclature of the brain and its ca-
vities (= Not. Otago un. mus. IX), ist mit B. Wilder (N.York
medical J. 41, 325 u. 354, 1885) zieml. übereingekommen;
er benennt (Encephalon, richtiger Encephalos, wird englisch
„encephal"): Neuron (mit Neurocoele), Encephal (Ence-
phalocoele), Myelon (Myelocoele) ; 3 entwickig. Abth.
heissen: Protencephal (Protocoele), Deuterenc. (Deutero-
coele), Tritenc. (Tritocoele); 5 Hauptabth. des Hirns:
1. Prosthi encephal (Prosthiocoele) , 2. Diene. (Diacoele),
3.Mesenc. (Mesocoele), 4.Epenc. (Epicoele), 5. Metenc. (Me-
tacoele). Davon zerfällt wieder 1 in die paarigen Rhinen-
cephals (Rhinencoele), paar. Prosenc. (Prosocoele), u. das
unpaare Basicerebrum (Aula); 3 in paar. Optencephals
(Optocoele) u. den unp. Basiopticus (Iter) ; 4 in das Epen-
cephal (Epicoele) u. das Basicerebellum (Atrium). Dazu
Xyl. eines entwg. Schemas u. des Gehirns von Scymnus
lichia. Nature Bd. 35, 208—10.
R. Fusari, fina anatomia delF encefalo dei Teleostei.
Die 2 Golgi'schen Typen von Ganglienz. auch bei Tel.,
der 2. Typ. ist sensitiver Natur. Die Neurogliaz. von
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 251
den Ganglz. nur durch Mangel des nervösen Fortsatzes
verschieden. Die äuss. Fasern des Tectum opt., von
welchen der N. opt. entspring-t, stammen nicht von
Ganglz. , sondern aus dem nervösen Fasernetz. Boll.
scient. (Maggi) Pavia, VIII, 6 S.
Rabl-Rückhard, die Priorität der Auffassung der
Zirbeldrüse als Sinnesorgan gebührt Leydig (1872); Vf.
hat schon vor Fulliquet die Ähnlichkeit des Gehirns von
Protopterus mit dem d. Amphibien betont; Zool. Anz.
IX 405.
H. F. Osborn, die extensiven Commissuren des Fisch-
hirns repr'äsentiren, abgesehen vom Fornix, in primitiver
Form die Comm. anterior u. das Corpus callosum ; bei ver-
schiedenen Gattungen (Cyprinus, Salmo) sind sie sehr ver-
schieden. Zool. Anz. IX 204. — Die C. interlobularis der
Fische ist wahrsch. homolog der C. ant. u. dem Crp. call.
S. 577. - Vergl. Science VIII 167-8.
H. F. Osborn, origin of Corpus callosum. Übersicht
üb. die Literatur, Ausführung des Vorigen. Abb. des Ge-
hirns V. Cyprinus carpio. Morphol. Jahrb. XII 223 — 251,
Tf. 13, 14. — (In den „General conclusions,'' ebd. 538,
1887, wird aus Rabl-R. u. Fulliquet's Unters, gefolgert,
dass die Dipnoi auch ein Corp. call, haben dürften.)
A. Milnes Marshall, Segmental value of the cranial
nerves. Es gehören zur 1. Visceraspalte (Nase): N. olf. ;
zur 2. (lacrymal): oculomot. u. trochl. ; zur 3. (buccal): V;
4. (spirac. od. hyomand.) VII u. VI; 5. (1. Kiemensp.) IX;
zur 6.— 11. (= 2.— 7. Kiemensp.): 1. — 6. Ast des Vagus.
Stud. biol. lab. Owens Coli. Vol. I, S. 87—123. Ob für
Fische (Scyllium) dasselbe Schema gilt, ist noch unklar.
Abdr. aus Q. J. micr. Sc. XXI. 1881 ; Am. Nat. XX 1066.
J. Beard. Findet bei Haien auch 11 Kopfsegm.,
aber die lange Wurzel des Ciliar -Gangl. u. der Acust,
gelten als segm. Nei-ven, dem facialis werden 2 Segm.
zugetheilt, wogegen dem Vagus nur 4 zukommen. (Ber.
85, .340) Am. Natur. XX 1066.
G. F ritsch, Centralnervensystem von Lophius pisc,
vergl. Ber. 84, S. 338. Es dringen in die der Medulla oblong.
252 Di"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
aufgelagerten Eiesenzellen Gefäss-Schlingen ein, die aber
den Kern nicht durchbohren. Die Zellen des Ganglion
Gasseri besitzen ausser dem Hauptfortsatz noch mehrere
kleinere, deren Existenz dadurch, dass für sie eine Öff-
nung in der Kapsel besteht, zweifellos wird. Vielleicht
sind auch bei andern Thieren die Zellen der Ganglien-
knoten nie unipolar. Arch. mikr. Anat. Bd. 27, S. 13 — 31,
Taf. 3, 4.
Vignal, „Lobes accessoires de la moelle du mole
(Orthagor. mola)." Das Eückenmark eines 1,30 m 1. Orth.
hat nur 20 mm Länge ; äusserlich sind weder paarige noch
unp. Anschwellungen (lobi acc.) zu beobachten; ob im
Innern wenigstens microscopisch eine Reihe von Ganglien
(an den hint. Hörnern) nachweisbar ist (Ussow, 1882,
Arch, de Biol. HI), bleibt zu untersuchen; Xyl. des Gehirns
u. Em. von 3 Seiten; C. r. h. Soc. de Biol. (8) HI 144—6.
M. üssow, Bau der sog. Lobi accessorii des Eücken-
marks einiger Teleosteer. Verh. natf. Ges. Kasan, XV,
69 S. (russ.).
E. Seh öl er, „Beitr. z. K. der Nerven in der Epidermis
der F.," findet (gegen Merkel), dass in der Cornea der F.
(ähnl. wie Zelinka sah) N. vorhanden u. nach dem Schema
der höhern Vert. angeordnet sind. — Die Haut des Dotter-
sacks bei Forellen zeigt deutliche sensibl. Nervengeflechte,
weniger sicher in der subepith. Schicht Endzellen, eine
Endigung in Sinnes- oder Epithelz. ist ausgeschlossen,
freie Nervenendigungen sind fraglich. Die Nerven selbst
sind schon in den Flossenhäuten (von Esox, Tinea) zu
sehen. Situs des Dotters im Bauche beschrieben. —
Bonn 1885, 8^, 33 S., 1 Taf. (Diss.)
F. Fulliquet, Eech. sur le cerveau du Protopterus
ann. Der N. oculom. fehlt nicht (IV, VI u. XI aber auch
von F. vermisst) ; der Lobus olf. ist der dors. Fläche des
Vorderhirns aufgelagert u. an Schnitten sehr deutlich;
das Chiasma nerv. opt. wurde im Innern des Geh. be-
obachtet; in den N. acust. tritt eine fibrillär werdende
Mauthner'sche Faser!; ein N. acust. accessorius; die bis-
her übersehenen Ganglien zur Seite des Gehirns sind vor-
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 253
lianden; das Mesenceplialon ist viel breiter als bisher ge-
zeiclmet. Die Grösse des Prosenceph. nähert Protopt.
den Amphibien, während Ceratodus den Fischen ähnlicher
bleibt, dessen ganz abgesonderter Lohns olf. unterscheidet
ihn haupts. voa Prot, im Hirnban. Im Rückenmark u.
Gehirn erkennt Vf. bei Prot, embryonale Charaktere. —
Recueil zoologique suisse, III 1 — 130, Tf. 1 — 5.
M. Iversen, „Bem. üb. die dorsalen Wurzeln d. N.
hypoglossus", erhärtet durch Auffinden 2 dors. W. bei Pro-
topterus (die zugehör. 2 ventr. W. schon durch Wieders-
heim nachgewiesen) die Ansicht, dass der hyp. ein selbst.
Nerv, nicht die ventr. W. des X ist; Fulliquet fand nur
die hintere und übersah die alternirende Stellung zw.
dors. u. ventr. W. ; die hintere dorsale W. mit starkem
Ganglion. Beim jungen Prot, sind (Wiedh.) die 2 ersten
Wirb, mit d. Schädel noch nicht vereint. — Sep. A. aus:
Ber. natf. Ges. Freiburg i. B. II, Heft 1, 4 S.
A. Sanders, Contr. anat. central nerv. System Plagi-
ostomata. Untersucht Raja batis, Rhina, Scyll. cat.,
Acanth. vulg. Die brauch. X-Äste bei Rh. ähnl. wie Hex-
anchus mit 1 Ram. post- u. praebranchialis aber ohne
R. phar., bei Sc. umgekehrt von den 3 R. nur phar. vor-
handen. Histol. des Lobus olf. (bei Raja sind Lob. u.
Tract. olf. u. Hemisph. ohne Lumen) , des Cerebrum, der
Lobi opt. (deren 3., innerste Schicht mit grossen Zellen,
die bei Sc. u. Raja ein flaches Lager, bei Rh. u. Ac. eine
mediane Gruppe bilden), des Cerebellum, der Med. spin.
(keine Mauthner'schen Fasern, wovon bei Ceratodus 2 vorh.
u. durch mehrere Axencyl. ausgezeichnet sind). Ursprung
der Hirn- u. Spinalnerven. Pr. roy. s. London, XL 10 — 14.
A. D. Onodi, „neurolog. Unters, an Selachiern, Id.
Vagusgruppe," unters.: Carch. (3 Sp.), Galeus, Must,
Lamna, Alop. , Notid. (2), Scyll. (2), Pristiur., Acanth.,
Centroph., Squat., Scymnus, Rhinob., Torp. (2), Raja (3),
Trygon, Myl. Nur bei Notid. gris. u. ein. u. bei Lamna
corn. wurden ventrale Vaguswurzeln gefunden, bei Not.
jederseits 3, für die fast stets besondere Nervlöch. am
Schädel vorhanden sind (Abb. v. gris.), bei L. nur 1 Paar;
254 Dr. F. Hilgendorf: Bericlit über die Leistungen
diese W. verbinden sich bei g'ris. mit 3, bei ein. mit 5,
bei L. mit 8 Spinalnerven, um die ventralen Längsmuskeln
zu versorgen. Bei Scyll. u. Ac. vereinigt sich (Fig. 2—8)
fast stets der Ram. intestin. n. vagi in verschiedener, öfter
indivuell variirender Weise mit den Spinalnerven. Der
aus mehreren der vordersten Spinain. gebildete Stamm
versorgt die ventr. Längsm. ; deren Zahl ist nicht 2 (Vetter),
sondern bei Not. 4 (+ 3vord. Vagw.), bei Lamna 8 (+ 1 vord.
Vagw.), bei Ac. u. bei Scyll. cat. 5 (+ Ast des R. intest.
vagi), bei Sc. can. 3 (+ Ast d. R. i. X.), bei Carch. glauc. 11.
Die dors. Vagw. besitzen meist nur 1 Schädelloch, bei
Scymnus aber 2. Die vorderste Vagw. entspringt dorsal-
wärts vom Glossophar., u. legt sich auch dorsal auf die
übrigen Vagw. — Bei Myliobatis sind die einzelnen Kie-
mennerven ausserh. des Schädels mit e. Glanglion ver-
sehen; die vorderste W. bildet, dorsal von den übr. ver-
laufend, den Stamm des Ram. intest, u. lateralis n. vagi
u. besitzt kein makrosk. Ganglion, ebenso bei Mustelus
(Abb.), wo die Kiemn. bis zur MeduUa obl. hin isolirbar
sind; bei Raja clav. zeigt der 2. u. 3. Kn. eine flache
spindelf. Anschwellung. Intern. Monatssch. An. Hist. III
325—9, Tf. 14.
J. Petelenz. Von elektrischen Nerven wurden bei
Torpedo marmorata R. an 35 Expl. immer nur 4 echte
gefunden, der 5. Nerv ging stets nur bis in den Kiemen-
korb. Zool. Anz. IX 226—9, Xyl.
G. Fritsch. Im Centralnervensystem elektr. Fische
verschmelzen Protoplasmafortsätze zur Bildung von Axen-
cylindern; über Structur der Spinalganglien von Lophius-
Dazu Discussion von Kollmann, Waldeyer. Tagebl. 59.
Vers. d. Ntf. u. Ä., 376.
W. B. Ransom, Spinal and visceral nerves of Cy-
clostomata. Die graue Subst. des Rückenmarks ist bei
Petrom. nicht in Vorder- u. Hinterhörner gesondert u.
zeigt keine Spur von Segmentirung. Der dors. Ast der
dors. Wurzel scheint Fasern zum N. lateralis zu senden ; da
der N. lat. auch mit dem X. VII. u. V.? in ähnl. Ver-
bindung steht, stellt er eine weitausgedehnte Commissur
in der Ichthyologie wahrend des Jahres 1886. 255
der dorsalen Aste der dors. W. dar; älinl. bei Amphioxus.
Die unregelm. Anordnung der Hautsinnesorg. spricht gegen
deren enge Beziehung zu den streng segmentalen Spinal-
ganglien; die segm. Gliederung der Seitenlinie ist seeundär
erzeugt. — Bei Bdellost. u. Myx. entsprechen 2 ventr. Würz.
einer dors. W., wie bei Amphioxus. — Der Vagus enthält
bei Petromyzon starke (motorische) Fasern u. communicirt
mit den vorderen Spinalnerven (Zusammenhang mit der
Beweglichkeit des Kiemenkorbs), bei Bd. u. Myx. nicht. —
Aus dem Vagus kommen bei Petr. zarte, den dors. W. der
Gehirn- u. Spinain. entstammende Fasern zum Herzen etc.
(gegen Owsj.). Dies Verhalten ist die wesentliche Grund-
lage eines sog. sympath. Nervensystems; das Auftreten
von Längssträngen ist von secundärer Wichtigkeit. Zool.
Anzeig. IX 421—6.
F. Nansen, vorl. Mitth. üb. Histol. des Centralnerven-
systems bei Ascidien u. bei Myxine giut. Im Allg. wird
zw. Myx. u. Petromyzon zieml. Übereinstimmung gefunden.
Nach Vf.s früheren Beob. bei Myzostoma, sowie denen
von Golgi beim Menschen u. Haller bei Mollusken scheinen
die histol. Verhältn. bei allen Thieren mit entwick. Nerven-
system wesentlich die gleichen zu sein. Bergens Mus.
Aarsberetning for 85, S. 55 — 78 (dänisch); Übers.: Ann.
Mag. n. h., 18. Vol., 209—226.
Vergleiche ferner bei Skelet, Emery u. Simoni
(1. — 3. Spinalnerv der Cyprin.) ; bei Muskelsystem, Krause
u. Fritsch (N. der elektr. Org.); Entwicklung, Beard
(Gangi. d. Hirnnerven); in System., Eyder (Batrachus).
Sinnesorgane. AI. Dogiel, „Band. Geruchsorg, bei
Fischen u. Amph." Acipenser u. Esox unters. Stütz-
z eilen: Distaler Theil bei E. ohne Flimmerhaare, mit
Schleim, der oft in Tropfen ausgestossen wird ; bei A. mit
od. ohne Flh., kein Schleim. Kern dicht am verjüngten
Fuss. Proximal die trompetenf. Sohle. — Riechzellen:
Distal bei A. mit Riechhaaren, bei E. mit einem Stift;
3 Formen d. Rz. 1. M. Schulze's mit 1 dist. stäbchenf. u.
Iprox. fadenförmigen varikösen Fortsatz; 2. dicke Cylinder
256 Dl'- F- Hilg-endorf: Bericht über die Leistungen
mit dickerem prox. Forts.; 3. näher d. Oberfl. gelegen,
zapfenf. od. tonnenf., bei Ac. der Kern prox., bei E. in
der Mitte; „Riechzapfen," während 1 u. 2 „Riechstäb-
chen." — Nerven: Nie ein subepith. Plexus, bei E. aber
ein intraepitheliarer von dem aus Faserverbind, zum Forts,
der Riechzellen isolirbar. — Biol. Centralbl. VI 428-431.
Dogiel, Bau d. Geruchsorg, bei Ganoiden, Knochf.
u. Amph.; Arbeiten Kasan natf. Ges. XVI, 1. Heft, 82 S.
J. M a d r i d - M 0 r e n 0 , „morph. Bedeut. der End-
knospen in der Riechschleimhaut d. Knochenf.," vorl.
Mitth. von C. Emery. Blaue's Ansicht (Ber. 84, 341), dass
das Riechorgan einer Anhäufung von Endknospen ent-
spricht, wobei die Bild. v. Belone mit noch spärlichen,
durch gewöhnl. Epithel weit getrennten Endkn. den phylog.
Ausgangspunkt bilden soll, wird durch ontogen. Unter-
suchungen an Bei., Trigla, Carassius, Zoarces, Cyprinodon
nicht gestützt. Frühe Stadien bei Car. zeigen keine ein-
zelnen aus einer Kn. heiTorsprossenden und später ver-
schmelzenden Knospen; die Rieclih. v. Bei. ist zuerst ganz
u. gar aus Sinnesepithel gebildet, das Pflasterep. entsteht
später inselartig und bildet darauf Brücken, welche die
einzelnen Riechfelder der Schleimh. immer mehr ver-
kleinern u. zu Knospen reduciren. Zo. u. Cy. wieder-
derholen im erwachs. Zustand das Felderstad. v. Bei. In
der Nasenhöhle von Cy. veranlasst öfter ein Schmarotzer-
copepode d. pathol. Umwandl. des Riech- in Pflaster-
epithel; das Pflep. ist wohl ein Schutz für die Sinnes-
härchen. Biol. Centralbl. VI 589.
W. Krause, „Die Retina, II d. R. der Fische," schil-
dert nach früheren u. nach Originalforsch, den Bau bei
35 Sp. Unter den Abb. sind neu: Acip. ruth., Esox, Hippo-
campus; eingehender sind ausserdem behandelt: Petro-
myzon, Myxine, Anguilla, Perca. Intern. Monatsschr. f.
Anat. u. Eist. III 8—38, 41—73, Tf. 1—3.
J. Carriere, Sehorgane der Thiere. München
1885, 80. — Fische S. 61—69 u. passim bis 87. Abb. bez.
Ammocoetes u. Hippocampus; die Retina des letzteren
durch zahlreiche Ganglienschichten ausgezeichnet.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 257
C. Emery, la fovea centrale della retina dei Lofo-
branchi. Bei Hippocampus 2 Fov. centr., eine im Ceutriim
des A^ugengTundes , die 2., stärkere am hinteren Rande;
die Opticuspapille zw. beiden, Rendic. Acc. Bologna
83/84, 93 (1884).
L. Matthi essen, „pliysikaliscb-optisch. Bau des Auges
der Cetaceen u. d. Fische," Cyprinus carpio u. Gadus
callarias unters.; Pflüger's Arch. f. Phys., Bd. 38, 525 — 8,
u. Forts. : Auge von Silurus glanis (Xyl. des Durchschn.),
Bd. 39, 204—8.
Vergleiche ferner Hautsinnesorg. bei Haut; bei
Darmcanal D oderlein (Schwimmblase v. Pteridium);
bei Nervensystem Steiner (Funkt, d. halbzirkf. Canäle);
beiEntwickl.Koranyi (Linse); beiSkelett Wright (Gehör).
Gefässsystem (nebst Thymus und Thyreoidea): Biz-
zozero u. Torre, produzione dei globuli rossi etc. (s. Ber.
1884, 341) auch in: Atti accad. dei Lincei, Mem. (3) XVIII
421—47, 1 Tf. (1884).
Wl. Nikolsky, sieht „Vacuolenbild. in d. rothen
Blutkörp. unter d. Einfluss von Chlorammonium etc." auch
beim Hecht (viell. gasf. Ammoniak); Arch. f. mikr. Anat.^
Bd. 27, 437.
W. D. Halliburton, Blood Proteids of lower
Vertebrata. Acanthias hat nur 1,62% an Proteiden im
Blut: Serum-Globulin 1,17, S. -Albumin 0,45; der Aal bez.
6,73 = 5/28 4-1,45. — Das Fibrinogen aller Vert. coagulirt
bei 56 ö C, das Serglob. bei 75 o. Von Perca u. Cypriniden
coag. d. Serumalb. bei 73 ^ («-Alb.), nur der Aal (72 bez. 77 o)
u. Acanth. (74 — 80^) haben auch Seralb., dass bei höh.
Temp. coag., wie das /S-Alb. der Vögel u. Säuger; letzteres
fehlt bei Rept. u. Amphib. The journ. of physiol. (Foster)
Cambridge, VII, 319—23.
Mills, Heart of the fish compared with that of
Menobranchus. Für Fische (Batrachus) nichts Neues
(Ber. 85, 342). Journ. of Physiol. (Foster), Cambr. VII 81—95.
M'Intosh, „on a male Tunny" beschreibt in Bulbus
art. von Orc. thynnus Reihen von elastischen Taschen,
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. R
258 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
die z. Th. nach Art der Taschen im Conus art. der Elas-
mobr. functioniren ; auch die Wundernetze der Leberwerden
behandelt. Ann. Mg. n. hist. Vol. 17, 326. Tf. 11.
T. J. Parker, Blood-vessels of Mustelus antarct, a
contr. to Morphol. Vertebr. Vf. verglich Embryonen von
Scymnus. Der Verlauf der Kiemengetässe eingehender
beschrieben. Die Laterale Vene, homolog der V. epigastr.
bei Amphib. u. Eept, empfängt das Blut der V.- u. P.-
Flosse, soll von dem Gefäss der hypothet. Seitenflosse der
Provertebraten stammen. Die Caudalvene communicirt
mit den Cardinal-V. (deren rechte grösser) nicht direct,
sondern mittelst 2 Nieren -Pfortader -Venen. — (Vorlf.
Mitth.) Pr. roy. s. London, XL 472—4.
P. de Sede erkennt complicirte Gefässnetze in den
Schuppentaschen und an den Leydig'schen Knospen der
Seitenlinie. (Kaltes Ranvier'sches Blau injicirt.) Compt.
rend. Ac. Paris, Bd. 102, S. 1183.
P. deMeuron, Unters, üb. Entw. der Thymus u. Thy-
reoidea, studierte ältere Embr. von Acanthias vulg. (Tf. 23).
Die Suprapericardialkörper van Bemmelen's (Ber. 85,
S. 362) werden als accessorische Thyreoidea betrachtet,
denen die bei Vögeln etc. bekannte acc. Th. völlig homolog
ist, wie diese Bildungen auch der eigentlichen (vorderen)
Th. in Bau u. Entw. ganz entsprechen. Die Thymus der
Teleostier u. Sei. ist mit der Th. der Batr., Eept. u. Vögel
homolog; die der Mamm., welche an der ventralen (statt
dors.) Wand des Schlundes u. als Ausstülpung des Schlun-
des (statt solide Anlage) entsteht, ist dagegen nicht streng
homolog. — Recueil zoologique suisse III, 517 — 628,
Tf. 23—27.
Fr. Maurer bringt den Hauptinhalt der Arbeit üb.
Thyr. u. Thym. (Ber. 85, 343) in: Sitzb. Jenaische Ges. f.
Med. u. Natw. für 85, S. 44-52.
Vergleiche bei Ontogenie Dohrn (Gef der Pseu-
dobr.), Wenckebach, Prince, Ziegler (Entw. d. Gef).
Darmcanal und Schwimmblase. P. Pancritius,
Nahrung u. Verdauung unserer Fische. Die Anatomie u.
Physiol. wird skizzirt. Ungekochte Stärke wird auch von
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 259
Cyprinus u. Chondrostoma nicht verdaut. Ber. des Fisch.-
Ver. der Prov. Ost- u. Westpreussen 85/86, No. 2, Königsb.,
Oct. 85. (Bull. F. C. VI 145—8).
F. Hilgendorf, „sog. zusammengesetzte Fischzähne/'
unterscheidet zwischen riesigen, aber morphol. einfachen
Zähnen (Sphaerodon, Cestracion, Myliobatis) und Zahn-
combinationen die durch Zusammenkittung mittelst
Knochenmasse entstehen. „Ein zusammengesetzter Zahn"
im Sinne der D. compositi bei Säugethieren, d. h. ein
einfacher, aber phylogenetisch durch Theilung in mehrere
Lamellen gespaltener Zahn (Rodentia) kommt bei Fischen
nie vor, weshalb die Bez. zusammengesetzter Zahn hier
zu vermeiden. Ausser Hoplognathus (nahe der Fam. Squa-
mipinnes), den Scariden u. Gymnodonten existirt eine
solche Zahnverschmelzung vielleicht auch bei Chimaera.
(Vergl. System.) Die Z. der genannten Gatt, sowie von
Callorhynchus u. Ceratodus kurz beschrieben. Es wird
nach Vf. bei den betreffenden Fischen nicht nur der Zahn
sondern auch der ihn einschliessende Kieferknochen
durch Kauen abgewetzt, woher er diese F. als Kiefer-
käuer bezeichnet, in Bezug auf die Zähne heisst er die
F. kryptodont, die Zähne selbst heissen D. ohtecti. Die
Kryptodontie tritt polyphyletisch in wenigstens 3 versch.
Abth. der Fische auf. Szb. Ges. naturf. Freunde Berlin,
1886 S. 87—94.
Giac. Cattaneo, Istologia e sviluppo del tubo
digerentedei pesci. Vf.erkennt eine parallele Entw. zwischen
der Ontogenie (v. Salmo salar) und der aufsteigenden
syst. Reihe (Amphioxus, Petrom., Sei., Gan., Tel.). Beim
Stör sind tubulöse Drüsen im Magen u. im Darm vor-
handen, nur ist deren Halstheil (mit Cylinderz.) sehr
lang, der Fundus (mit rundl. Zellen) kurz. Auch bei
Tinea fehlen tub. Dr. weder (!) im Magen noch Darm, es
sind immer 5 — 6 vereinigt ; die Muskeln sind quergestreift,
was wohl mit dem willkührlichen Hineindrücken ver-
schluckter Luft in die Schwimmbl. zusammenhängt.
Jede Muskelschicht fehlt bei Amphi., die Epithelcilien
übernehmen hier deren Funktion. Uranoscopus ist da-
R*
260 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
gegen durch sehr dicke Msksch. ausgezeichnet. Abb. v.
Amph. , Petrom. , Acanthias, Raja, Acip., Esox, Tinea,
Perca, Lota, Uran., Anguilla- u. Salmo-Euibr. ; beob.
wurden noch viele andere Gatt. Litteraturverzeichniss. —
Atti soc. ital. di sc. nat., Milano XIX 73—133, Tf. 1—3.
Cattaneo, Vorkommen von Magdr. bei Acip. u.
Tinea, Abdruck aus vorig. Arbeit, 1 Tfi. (Acip.) ; R. Istit.
Lombardo di sc. e lett., Rendic. (2) XIX, 676—82.
Cattaneo, Strutt. e sviluppo dell' intest, dei P.,
vorl. Mitth. und : Ulteriore ricerche sulla strutt. delle gland.
peptiche dei Selachi, Gan. e Tel.; Boll. scientif. (Maggi),
Pavia VIII 4—11, bez. 90—99.
Cattaneo, physiol. Bedeutung der Magendrüsen
von Acip. u. morphol. Werth ihrer Zellen (geg. Wieders-
heim) ebd. 105—10.
A. B. Macallum, the alimentary canal and pancreas
of Acipenser [rubicundus], Amia and Lepidosteus. Oeso-
phagus: Bei Ac. gehört der vorderste Th. (Os. autt.) mit
Papillen wegen seiner Geschmacksknospen u. des mehr-
schichtigen Epithels noch zum Pharynx; der eigentl. Os.,
durch Flimmerepithel gekennzeichnet, erstreckt sich noch
ein Stück hinter die Mund, der Schwimmbl. , allerdings
hat er keine quergestr. Muskeln, nur wenig abweichende
„peptic tubules" u. ist auch makrosk. dem Magen
gleich, zu dem man ihn zu rechnen pflegt. Bei Amia
kommen ausser den auch bei Ac. u. L. vorhandenen 3 Epi-
thelgruben-Arten des Os. eine 4. Art vor: kurze Tubuli
mit niedrigem Zellen, die an der Mund, der Schwbl. aber
dann auch im Duct. pneum. u. sogar in d. Schwimmbl.
selbst gefunden wurden ; die Schwbl. scheint danach
ursprünglich eine Drüse gewesen zu sein. Am. u. Lep.
können den Eingang zur Schwbl. kehlkopfartig schliessen,
Ac. aber nicht. — Magen: Bei allen 3 Gatt, allmählich
in den Ös. übergehend. Bei Ac. am Pylorus 2 scheibenf.
gegen einander wirkende Muskelplatten. Cilien fehlen bei
Ac. im ganzen, bei L. im mittleren Magen, bei Am. nir-
gends ; auffällig ist der Mangel des Mucigen in dem Epithel
des Cardialtheils; typische für Ac. bisher geleugnete Pep-
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 261
tondrüsen sind (bei Ac. rub.) vorhanden. — Mitteldarm:
Bei Am. ist sein mittl. u. hint. Theil nicht enger als d.
vordere (geg. Autt.), der Spiralklappentheil nur V12 <ier
Länge des Md. Bei Lep. ist (wie bei Amiurus) der
Mittd. der Jungen (Abb.) weniger windungsreich, weil
verhältnissm. kürzer, als bei Alten, er ähnelt also zuerst
noch dem v. Amia; die Windungszahl der Spiralklappe
verringert sich dagegen mit dem Alter von 3V2 auf kaum 2-
Die Epithelzellen bei Lep. mit einem, bei Ac. u. Am. mit
mehreren basalliegenden Kernen zur Bild, der Ersatzz. Die
Spiralklappe trägtbei Ac. Tubuli ohneBecherz., mitkürzerm
Wimperbesatz, die functionell den Lieberkühn'schen
Drüsen der höh. Vert. entsprechen; innen birgt die Spirkl.
von Ac. zahlreiche Lymphfollikel (die ausserdem noch
bei Dipnoern u. Selach. bekannt sind), die zu förmlichen
Peyer'schen Plaques zusammentreten. — Enddarm:
Immer kurz, bei Ac. öfters fehlend; bei Lep. mit ven-
tralem Mesenterium (Balf. u. Park.). — Pylorusan-
hänge: Bei jungen Lep. noch einzeln in den Darm mün-
dend, erst später mit gemeinsch. Gang (so auch Entw. bei
Ac. nach Balf.); das Epith. bei L. u. Ac. ähnl. dem des
Mittd. (Am. hat keine App. pyl.)- I^ass bei Ac. App. pyl.
u. Spiralklappe beide stark entwickelt sind, spricht gegen
ihr gegenseitiges Vicariiren (geg. Wiedh.). Pepsin u. Trypsin
konnten bei vorsichtiger Behandl. in der Substanz der
A. p. von Ac. nicht nachgewiesen werden, beide kommen
aber leicht vom Darm aus hinein. Ursprüngl. hatten
indess wohl die A. p. alle Funktionen von Leber, Pan-
creas, Schwimmbl. , Darm gemeinsch. zu leisten; viell.
haben sie auch heute noch einen Rest dieser funct. Viel-
seitigkeit bewahrt, daher die verschied. Resultate bei
versch. Forschern. — Pancreas: Das von Wiedersh. als
P. bei Ac. angesehene Organ ist in Wahrheit die Milz;
das P. hüllt die Arteria coeliaco-meseni, sowie den vor-
dersten Th. des Spiralklappendarms etc. ein, es dringt
auch in die Leber u. in die accessorische Milz vor u.
mündet zusammenmitdem Galleng. in den Darm. Bei Am.
ist das P. gleichfalls disseminirt u. seine Mündung auf
262 Dl". F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
gemeinscli. Papille mit d. Galig. Bei Lep. hält es sich
hauptsächl. an die Pfortader (Balf. u. Parker's P. ist ein
Lymphoidg-ewebe). Im Lumen der Alveoli kommen
bei Ac. centro-acinäre Langerhans' sehe Zellen vor, die
durch amöboide Form und intensive Färbbarkeit auffallen
u. sonst bei Fischen unbekannt sind. — Bei Amphioxus
fand Vf. Geschmacksknospen im Darmtractus v^eit rück-
wärts bis zur Mündung des Leberblindsacks (p. 605 Anm.)
Journ. of Anat. Physiol. XX, 604—36, Tf. 20.
P. D oderlein findet bei Pteridium arm. (Ophidiidae)
die Verbindung der Schwimmblase mit dem Schädel
wesentlich anders, als de Filippi sie bei Pt. atrum sah.
Ein bindegewebiger Strang geht jederseits bald in einen
grössern Knopf über; von diesem zieht dann ein Muskel
an dem Opisthoticum vorbei u. sich gabelnd theils zum
Prooticum theils weit nach vorn zum Vomer. Der letztere
Theil des Muskels soll sonore, von der Schwimmbl. auf-
genommene Klänge durch die berührten Knochen hin-
durch dem Gehörorgan zuleiten, der andre (wie auch
Fil. will), die Schwimmbl. nach vorn ziehen, um den
Schwerpunkt des Körpers zu verlegen. Naturalista sicil. V
73, 105, Tf. 1. (=Giorn. Sc. Nai Palermo. 17, S. 73.)
P. Alb recht, „Sur la non-homologie des poumons
des vertebres pulmones avec la vessie natatoire des pois-
sons" und „discuss. entre Dr. Renson et Albrecht." Ab-
druck aus: Presse medic. Beige 1884 u. 85; Paris u.
Brüssel, 86, 8«. 44 S., 4 Xyl. — Erörtert seine Theorie s.
Ber. 85, S. 346; die ventralen Ausstülpungen heissen (im
Gegens. zur dors. „Schwimmblase") „Stimmblase." Kritik
der Theorie v. Boas.
Vergleiche ferner im syst. Theile M'Intosh bei
Thynnus und Sim bei Blennius u. Lumpenus (Blenn.)
Athmungsorgane. N. Grehant, neuer Apparat zum
Stud. der Respi^'ation an Wasserthieren u. -Pfl. Es wird
nicht luftf. Sauerstoff eingeleitet, sondern in Wasser ge-
löster; vor u. nach der Einleitung wird die Gasanalyse
gemacht. Ein Fisch, dessen Muskeln durch elektr. Schläge
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 263
gereizt werden, absorbirt die 3 — 4 fache 0-Menge. Experi-
menteller Vergleich der Resp. zweier F., die in abge-
schloss. Gefässen, der eine mit, der andere ohne Pflanzen
(im Sonnenlicht) athmen. C. r. soc. debiol. (8) III 421 — 4.
J. A. Mc William, on the striated muscles in the
gills of f. Von oben ein medialer M. längs dem Bogen
bei Sei. u. Tel. Bei Tel. innerhalb jedes Paars von Kie-
menfäden zahlr. Muskelbündel vom Bogen distalwärts;
bei Sei. verlaufen diese in der Scheidewand von je 2 Kie-
menspalten. Innervation vom Vagus, dessen Reizung be-
wegt die Bögen u. erigirt die Filamente der Tel.; Reiz,
des Rückenmarks löst durch Reflex Contraktionen der
Kmm. aus. — Rep. 55. meet. Br. ass. adv. sc. 1885, 1077.
Clelland, Spiracles of fishes in its relation to the
head in higher Vert. Das Spritzloch liegt vor dem Man-
dibularbogen u. über dem Maxillarlobus ; es kann daher
nicht dem Tympanum u. meat. aud. ext. der höh. Vert.,
welche postoral, homolog sein, eher dem Ductus lacry-
malis. Ebd. 1069 (14 Zeilen).
M. Sagemehl, „accessorische Branchialorgane von
Citharinus." Dies Organ besteht (wie bei versch. Clupe-
iden) in einer canalartigen Ausstülpung der letzten Kie-
menspalte, was aus der Fortsetzung der Reusenzähne in
den Can. gefolgert wird; der C. kann durch das knopf-
förm. obere Ende des 4. Ceratobranchiale geschlossen
werden, in ihn münden 24 Läppchen, deren jedes einen
baumf örmigen , von Knorpel dilatirten u. durch Muskel-
fäden contrahirbaren Hohlraum enthält. Vielleicht dient
das Org. zur Luftathmung, wie auch bei einheimischen
Süsswf., wenn das Wasser irrespirabel wird (Vf. bewirkte
dies durch Zuführung von Kohlensäure), an der ent-
sprechenden Stelle oben u. hinten in der Kiemenhöhle
sich die von den F. geschnappte Luft fängt. Die Gef äss-
beziehungen des Organs noch unklar, Innervirung vom
Ram. intestin. des Trig. Am Skelet ist eine Verbreiterung
des 4. Epibranchiale , ein Fortsatz der hint. Pharyngobr.
u. ein hinterer Knochen (nach Gegenbaur's Note ein
Rudiment des 5. Kiembg., ähnl. wie bei Clupea u. Alepo-
264 Dl". F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
ceph.) zum Schutz des Organs bemerkenswerth; erstere
diente Hyrtl bereits dazu die Existenz des Org. vorher-
zusagen, was er auch für Prochilodus that. Morph. Jahr-
buch XII, 307—24, Tf. 18.
N. Zograff, üb. d. sog. Labyrinthapparat der Laby-
rinthfische, unters, haupts. Macropodus ven. und fand kleine
oberflächliche Wundernetze von Rosettenform (Xyl.) ; die
wabigen Platten können kein Wasser zur Kiemenbe-
feuchtung aufspeichern, dienen vielmehr zur Einathmung
kühler Luft. Ausser dem 3. Glied des vorletzt. Kiemenb.
(Peters) ist noch ein kleiner Hautknochen betheiligt. —
Biol. Centralbl., Bd. 5, S. 679—686.
Vergleiche auch bei Ontogenie, Dohrn (Homol.
der Pseudobr. etc.) u. im Ber. 85, 431 Wilder (Serrulae
V. Amia).
Niere. S. Grosglik, „Üb. die Persistenz der Kopf-
niere bei den Teleosteern.^' Der einzige bekannte Fall,
dass die Kopfn. im Alter noch funktionirt (Fierasfer) ist
durch die parasitische Lebensweise zu erklären, welche
hier mehrfach Embryonales fortbestehen lässt. Zool. Anz.
Bd. 9, S. 196—8.
Vergleiche ferner bei Entwickl. v. Wijhe (Vor-
nierg.), Hoffmann (Salmo u. Selachier) u. im syst. Th.
bei Gymnotus (Clelland).
Generationsorgane (Hermaphroditismus, secundäre
Geschlechtscharaktere). M. Weber, „Abdominalporen der
Salmoniden nebst Bem. üb. die Geschlechtsorg, der Fische."
Die männl. Org. der Salm, weichen wenig von denen d.
übrigen Tel. ab, indem ein vollst. Vas def. u. ein einziger
Porus uro-genitalis für beide Hoden u. Nieren vorh.
ist; nur die gelegentl. Scheidung des Hodens in eine
vordere u. hint. Partie ist bemerkenswerth. Beim W. ist
wie bei andern T. der P. genitalis vom P. urethralis
geschieden u. liegt zw. letzterem u. Anus; auch bei S.
werden nur durch diesen P. gen. die Eier entleert; der
Untersch. der Salm, besteht darin, dass der Gang, der
von dem Ovarium zum P. gen. führt, durchbrochen ist,
in der Ichthj'ologie während des Jahres 1886. 265
also die Leibeshöhle durch den „Peritonealtrichter"
u. dem R gen. mit der Aussenwelt frei communicirt; diese
Trichter sind in beiden Fällen nur Gebilde des Meso-
variums u. haben nichts mit Müller'schen Gängen u, daher
auch nichts mit den Eileitern der Sei. u. höh. Vertebr. zu
thun. Unabhängig von dem P. genit. der Weibchen u.
den P. uro-gen. der M. kommen nun bei Salm, in beiden
Geschl. noch 1 Paar Offnungen in der Bauchhöhle vor,
neben dem After gelegen; diese beiden Löcher haben mit
der Ausführ, der Geschlechtsprodukte nichts zu schaffen
u. sie allein sollten Pori abdominales heissen; homolog
damit sind die P. abd. der Holoceph., Selach., Ganoiden,
Mormyr., Dipnoi; sie sind viell. als Reste von Segmental-
gängen zu betrachten. Dagegen sind die Öffn. der Petro-
myz. u. Muraen., welche die Geschlechtspr. ausführen, nicht
homolog, sondern vielmehr dem P. genit. der Salm, ver-
gleichbar. Die specielle Struktur der versch. Gatt. s. im
syst. Th. bei Argentina, Salmo, Coregonus, Osmerus,
Mallotus. Morph. Jahrb. XTI 366—406, Tf. 21, 2 Xyl.
G. F ritsch. Die Gestalt der Cloake ist in beiden
Geschlechtern verschieden bei Malopterurus , Sitzb. Ak.
Wiss. Berlin, 86, 1140.
D. Barfurth's, „Biol. Unters, üb. die Bachforelle,"
beziehen sich auf die Unfruchtbarkeit, die zumeist durch
Nichtablaichen (bei schlammigem Boden, vielleicht auch
Mästung) herbeigeführt wird. Die zurückgehaltenen Ge-
schlechtsstoffe werden resorbirt, die Resorptionsthätigkeit
hemmt die Bildung der jungen Eier der nächsten Brutzeit.
In einem spätem Jahre kann der Fisch jedoch wieder
laichen (also nicht sterile Formen, wie Siebold wollte,
sondern nur e. sterile Periode). Die Resorption wird
durch fettige od. schleimige Entartung eingeleitet, weisse
Bluttk. spielen keine wesentliche Rolle dabei. Der Laich
vorübergehend unfruchtbar gewesener For. ist weniger
kräftig, daher sind nicht Teich- (od. Mast-) For. zur Züch-
tung zu wählen, sondern Bachforellen. — Arch. f. mikr,
Anat, Bd. 27, S. 128—179, Tf. 7, 8.
266 ^^- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
E. Ballowitz, „z. Lehre v. d. Struktur d. Sperma-
tozoen," auch bei F. lässt sich, wenn auch schwerer, die
fadige Str. der Geissei (an Esox u. Zoarces) nachweisen,
wie bei and. Classen u. Typen. Anat. Anz. I 372.
E. E. Prince, „Ölkugeln im Dotter der Teleostier-
Eier." Für Species u. auch noch für Genera charakte-
ristisch, sind sie für grössere Gruppen ohne systematischen
Werth. Ihr Vorhandensein u. Fehlen entspricht nach
statistischen Vergleichen auch nicht der Fähigkeit bez.
Unfäh. zu flottiren, noch dem Salzgehalt des Wassers.
Als Nährstoff für den Embryo, lassen sie sich nicht be-
trachten, weil sie erst nach völligem Aufbau des Fisch-
chens zur Resorption kommen. Chemisch sind sie (nach
His) eine dem Lecithin verwandte Substanz; von echten
Ölen unterscheidet sie die schwache Färbbarkeit durch
Osmium. Da sie für ihre jetzigen Eigenthümer keine
praktische Bedeutung zu haben scheinen, glaubt Vf., dass
sie phylogenetisch eine aus dem früher viel grösseren
Dotter der Teleostierahnen abstammende, damals normale,
jetzt aber überschüssige Lecithinmasse seien. [Bei Sink-
eiern können hebende Ölkugeln vielleicht das harte Auf-
liegen u. Quetschen des unten placirten Embryo mindern.
Ref.] Ann. mag. n. h. Bd. 18, 84—90.
Mc Intosh, Eggs of British marine f., vergl. Cottus,
Anarrhichas, Gadus. Nature, Vol. 34, S. 147 — 8. Vergl.
auch denselben unten bei Entwickl.
F. E. Beddard untersuchte verschiedene Stadien der
Eier innerhalb des Ovariums bei Protopterus, wonach sich
ergiebt, dass die Dottersubstanz zunächst in den Folli-
cularzellen gebildet wird und diese Zellen dann in das
Ei eintreten, um es mit Dotter zu versehen. Zool. Anz. IX
373__5. — Aber das Ei selbst ist ursprünglich schon aus
einer Verschmelzung einer grösseren Zahl von Zellen ent-
standen (ähnlich, wie bei Myxomyceten Z. zum Plas-
modium verschmelzen). Neben diesen complicirten kom-
men indess noch Eier vor, die in der Entw. dem Amphi-
bien-Ei gleichen ; sie wurden von Ayers beschrieben. Bei
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 267
Ceratodus wird das einfache Ei fast ausschliesslich ge-
funden. Z. Anz. IX 635—37.
F. E. Beddard, „Obs. on the ovarian ovum of Le-
pidosiren (Protopt.)," Ausführung der vorherg. Mitth. Von
den Eimembranen entsteht zuerst die äussere (vitelline
membr.), dann die innere (z. rad.), danach verschwindet
die z. rad. , endlich auch die äuss. M. ; auch die letztere
besitzt, wenigstens später, Canäle. Die Eimembranen also
ähnlicher den Elasmobr. als d. Amphibien. Als Analogon
einer multicellularen Eibildung ist, nachdem Apus und
Bombinator hinfällig geworden, nur Lacinularia (Rotif.)
bekannt. Pr. zool. soc. London, 86, S. 272—292, Tf. 18, 19.
Ferner : Obs. dev. struct. of the ovum in the Dipnoi, ebd.
505—527, Tf. 52—4.
Et. Jourdan, Struktur des Keimbläschens; bei Sipho-
nostoma diplochaetos Otto Eier 130 |W, Keimbl. 50 ///; der
Nucleolus und das Reticulum des Zellkerns sind völlig
unabhängig von einander; der Hauptnucleolus kann im
ruhenden Ei Chromatinkörnchen absondern. Compt. rend.
Ac. Paris, Bd. 102, S. 1495.
Vergleiche ferner über männl. Org. von Thynnus
Mc Intosh, üb. Ovarien von Gymnotus Gl eil and u. üb.
Spermatophoren bei Lamna Ehlers im syst. Th. — Bei
Entwickl., Hoffmann. Üb. Penis Albrecht S. 245.
Zwitter s. bei Acipenser (Pancritius).
Eier von Clupea (auch Spermatoz.) Matthews, von
Leuciscus Solger, von Osmerus u. von Myxine (auch
Sperma) Cunningham, von e. weibl. Laemargus (Squali)
Calderwood im syst. Theil. — Ferner bei Entwickl.:
ein unbek. ovales Ei (Kowalewski) , unb. Ei mit
Leistchen (Wenckebach) , Flottiren der Eier Ryder,
von Gradus, Pleuronectes, Trigla (Pfince), von Torpedo
(Perenyi).
Secundäre Geschlechtscharaktere, s. im syst.
Th. bei Liparis (Discoboli, Lütken), Rhomboidichthys.
(Facciolä), Callionymus (Clelland) u. im Ber. 1885,
S. 390 bei Neoanthias.
268 I^i*- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Entwicklung.
Ontogenie. 0. Hartwig, Lehrbuch der Entwick-
lungsgeschichte des Menschen und der Wirbelthiere.
1. Abth. 1886, Jena, 8», der Schluss erschien 1888),
507 S., 304 Xyl., 2 Taf. — Klare, anziehende Darstellung.
Von Fischen nur Amphioxus u. Selachier etwas mehr
berücksichtigt.
C. 0. Whitman empfiehlt für embr. Unters. Osmi-
ums. (V2%) ^ — 10 Minuten, worauf Waschen u. Chroms.
(P/o) nebst Platinchlorid (V4V0) 1 — 3 Tage. Am. Nat.
XX, 201.
G. Brook, The spawning period of Brit. food-fishes;
vorl. Zusammenst. nach der bek. Literatur, üb. ca. 130 Sp.,
mit mehrf. selbst. Bem. — Ebd. 242—54.
M'Intosh, Eggs and young of food other fishes;
kurze Bem. (nach Prince's Beob.) üb. 22 Sp., vergl. in
Syst. Anguilla, Zoarces. 4. Ann. r. F. B. Scotl. 211—4.
L. Örley, zur Physiol. der Haiembryonen (ung. u.
deutsch). Termeszetrajzi Füzetek 1X3, 1885, S. 221. 1 Tf.
Liebeneier, „Dauer der Befruchtungsfähigkeit der
Geschlechtsprodukte der Bachforellen," nach Benecke's
Versuchen 1884 kann der Rogen von S. fario in e. ver-
korkten Glase bei 3^ R. 8 Tage, die Milch 6 T. wirksam
bleiben. Circ. deut. Fisch.-Ver. 86, S. 281—3 und Mitth.
westpreuss. Fisch.-V. I, No. 1, S. 4.
J. A. Ryder. Warum schwimmen gewisse Fisch-
Eier? 1. weil das spec. Gew. des Dotters selbst geringer
ist als das des Wassers (Gadus, Ryder 1884); 2. weil
Öltropfen den Dotter leichter machen, was im höchsten
Grade bei Macropodus der Fall, dessen Ei selbst im Süss-
wasser flottirt, aber nach Entfernung des Öls sinkt. Amer.
Nat. XX 986—7.
J. A. Ryder. Ursprung der Pigmentzellen, welche
die Öltropfen pelag. Fischeier umkleiden. Die Proto-
plasmahülle des Öltr. hängt mit dem Periblast zus. u. ist
hypoblastischer Herkunft. Am. Nat. XX 987.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 269
B. S 0 1 g e r , Dottertropfen in der intracapsulären
Flüssigkeit von Fischeiern, findet bei Leuciscus rut. in
dem Raum zw. Kapsel u. Eikörper: 1. vollst, homogene
Kugeln, 2. fein granulirte K. mit grob. Körnern, öfter auch
mit Vacuolen, 3. freie Körner aus 2. Die intrac. Flüssig-
keit (Perivitellin Sehn.) trübt sich auf Wasserzusatz; sie
entspricht dem Fruchtwasser der Amnioten. Funde u.
Deutungen früherer Autt. — Arch. f. mikr. Anat., Bd. 26,
S. 321—334, Tf. 12; J. r. micr. soc. (2) VI 211—12.
C. Kupffer, Befrucht. des Forelleneies; Bayer.
Fischereizeit. 86, S. 1—12, 4 Xyl.
J. Kollmann, „üb. Furchung am Selachier-Ei", die
später im Boden der Furchungshöhle auftretenden Zellen
stammen nicht von Dotterkugeln her, sondern sind echte
Furchungszellen. Compte r. des Travaux de la sect. d'anat.
(des intern. Congr. f. Medicin, Kopenhagen 85), u. in: Verh.
der natf. Ges. Basel VIII 103—5.
J. K oll mann, „d. Geschichte des Primitivstreifens
bei den Meroblastiern," unterscheidet 3 Primitivorg. in
der Keimhaut, die nach einander auftreten: 1. den Rand-
wulst, 2. den Primitivstreif, 3. die Medullarfurche mit den
Med. -Wülsten; was man früher bei den Sei. als Medullar-
rinne deutete, ist in Wahrh. Primitivrinne. Die Rand-
knospe des Salmoeies ist ein Abschnitt des Primitivstreifens,
zum Prstr. sind auch zu rechnen: „die sich elf. Streifen,
die sich nach hinten, in dem Randwulst, anschliessen"
u. ein kleines vor der Randkn. liegendes Gebiet, in dem
am 15. Tage ein Abschnitt der Primitivrinne auftaucht,
die aber, ebenso wie di.e Prmr. der Randkn., schnell ver-
schwindet. Der Can. neuroenter. Kpff. u. Ben. ist die
Primitivrinne; der C. n. ist daher nicht eine Gastrulabild.
Verh. natf. G. Basel VIII, 106—114, u. Tgbl. 58. Vers. d.
Natf. u. Ae. Strassb. 85, S. 204. (Vergl. Ber. 85, 355.)
Kollmann, Gesch. d. Primitivstr. d. Merobl., findet
wie bei den Selach. auch bei den Teleost, dass die Me-
dullarrinne sich selbstständig von der Primitivr. vorn in
der Keimscheibe anlegt, erst später wächst die Medr.
nach hinten in das Gebiet der ehemaligen Primr. hinein
270 d'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
(diese Gegend dalier in Public, v. 85 Tf. 7, Fig. 7 wenig-
passend mit PiT. u. Prw. bezeichnet). Die Randknospe
der Tel. zeigt nur für sehr kurze Zeit eine Primitivrinne;
vor der Randkn. tritt später auf kurze Zeit noch ein
andrer bisher unbek. Abschnitt der Pr. rinne auf. — (Nach
Vortr. auf 58. V. d. Natf referirtin:)Biol. Centralbl. VI, 314.
J. Kell mann sieht das Grundprincip der Gastru-
lation in der Herstellung des Entoblasts; nach der ein-
fachen Gastrula des Amphioxus zu urtheilen ist der G.-
Rand (= ürmund) bei Selach., Reptil, u. Vögeln in dem
sog. Umschlagrand der Keimscheibe zu finden. Tagebl.
59. Vers. d. Ntf. u. Ä., S. 271.
E. Selenka, Gastrulation der Knochenf. Bei Poly-
acanthus u. Car. aur., furcht sich der Keim so, dass die
Blastula bald aus 2 Zelllagen, die eine flache Furchungs-
höhle zwischen sich lassen, besteht; die Einstülp, am hint.
Ende der Keimscheibe (Primitivrinne) stellt die Mesento-
blasthöhle dar (nicht AUantois, Kupffer), von ihr nach
vorn entstehen die Chorda u. 2 Coelomlappen; am Boden
der Höhle bildet sich der Darmentoblast. Dasselbe Schema
passt für das Vogelei. Die Einstülpungsstelle ist ein Theil
des Prostoma, welches aber nicht abgrenzbar. Ebd.
S. 270, 271.
J. T. Cunningham, Bezieh, des Dotters zur Gastrula
bei Teleost. u. andern Wirbelthiertypen. Untersuchte
Gadus aegl., morrh. u. merl., Trigla gurn. Die invaginirte
Lamelle bleibt unter der Furchungshöhle stets durch-
brochen, sie hängt nicht mit dem Periblast zus. ; bei der
Concrescenz des Randwulstes wird sie zum dors. Theil
des Hypoblast, wogegen der Boden des Darms vom Peribl.
geliefert wird. Bei Tel., Gan., Petrom. u. Amphibien
repräsentirt die ganze Umschlagkante des Blastod. den
ursprüngl. Blastoporus, u. die Bildung des Embryo durch
Concrescenz besteht lediglich in der Schliessung des
Blastop. von vorn nach hinten. Die Kante des Blastod.
bei Elasm. ist nicht der der Tel. homolog ; man muss sich
das Blastod. der Tel. in der Medianlinie vor dem Kopf
des Embr. vom Rand her gesprengt denken durch den ver-
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 271
gross. Dotter der EL; der ganze Bl.-Rand der Tel. wird
dann zum hintern Randtheil des El.-Blastod.; nur dieser
zeigt bei El. Invagination. Der Peribl. der Tel. bildet
nach Entstehung des Darms, einen Theil des Splanchno-
pleuren-Mesoblasts. — Q. journ. of micr. science, Bd. 26,
S. 1—38, Tf. 1—4 (1885!) Ausz. in: J. r. micr. soc. (2)
VI 46 u. Am. Nat. XX 467.
Miecz. V. Kowalewski, erste Entw.-Processe d.
Knochenf., gewinnt an Carass. aur., Polyacanthus viri-
diaur. (Macropode), Gobius sp. u, ovalen pelag. Eiern
(Genus?) aus der Adria folg. Resultate: Nicht nur die
Keimhöhle, sondern auch d. Furchungsh. sind wahrsch.
Kunstprodukte. Das hintere Ende des Embr. ist sicher
schon im 4-Zellenst. durch steileres Vortreten deutlich.
Freie Kernbildung im Dotter nicht beob. Beim Goldf.
strömt die Hälfte des Protoplasmas erst nach Beginn der
Furchung zur Keimscheibe; die 1. horiz. F.-Ebene hat
deshalb noch eine dicke Schicht der Keimscheibe unter
sich, worin ein reichlicher Nachschub durch Abfurchung
V. Zellen sich bildet. Hierdurch Car. aur. von allen unter-
suchten Tel. abweichend. Bei Car. aur. bildet sich die
„intermediäre Schicht" nicht nur aus den zelligen Elem.
im Rand des Blastod., sondern auch aus solchen unterh.
der Mitte des Keims. Die int. Seh. (zu der auch die
Oberfl. des vom Keim unbedeckten Dotters gerechnet
wird) liefert keine Zellen zum Aufbau des Embr., sie ist
ein vergängl. Ernährorg. Bei Umwachsung des Dott.
bleibt der Hinterrand des Blastod. sehr bald fixirt, was
namentlich an den langgestreckten pel. Eiern deutlich war.
Das Mesoderm entsteht durch Umschlag am Keimrand
(Zellen der Deckschicht betheiligen sich dabei nicht), das
Entoderm darauf (am Hinterrande^ aus einer Zellpartie
der Umschlagkante. Z. f. wiss. Zool. Bd. 48, 434—480,
Taf. 17; vorl. Mitth.: Sitzb. phys.-med. Soc. Erlangen,
15. Dec. 85, Heft 18. — In einer Ergänz, (ebd., Sitz.
7. Juni 86) wird die Entod. -Anlage der 1. Publik, nur als
ein Theil der wirkl. Anlage bezeichnet, eine andre Zell-
schicht darüber gehört noch dazu, erstere bildet den
272 I^i"- ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Boden, letztere die Decke des Kupffer'sclien Bläschens,
das Vf. mit K., Henneguy u. A. als Gastrula-Darm ansieht.
Zuerst erscheint es an der Ei-Peripherie (aber unterh.
der Decksch.) u. rückt dann nach innen. Taf. 1.
K. F. Wenckebach, „Beitr. z. Entwg. der Knochenf.,
kommt nach Unters, an Eiern v. Belone u. a. (lebend u.
an Schnitten) zu dem Resultat, dass die freien Periblast-
Kerne aus Blastodermz. unten am Keim und am Rande
desselben stammen ; die Wände dieser Z. u. auch die
Kerne selbst zerfallen schliesslich; nie treten sie zum
Embryo, weder zur Bildung eines Hypoblast noch eines
Darmtheils noch zur Gef ässerzeugung, viell, helfen sie bei
der Resorption des Dotters. Die Existenz eines Parablast
bei Knochenf. wird danach geleugnet. — Das Herz bildet
sich aus indiiferenten Mesoblastz. im Kopfe, die unter den
Darm wandern; durch eine Spaltung erzeugt sich die
hinten geschlossene Herz-Höhle ; das Hypoblast bleibt (als
Darmrohr) ausschliesslich über dem Herzen. Der Herz-
sack wächst schlauchförmig nach vorn, immer dem Dotter
unmittelbar aufgelagert zuletzt weit vor den Kopf des E.
hervor u. communicirt mit dem Raum zw. Dott. u. Horn-
blatt, aus dem er die Flüssigkeit nach oben leitet. So
lange der grosse D. noch unter u. vor dem Kopf des E.
liegt, muss der Strom natürlich schwanzwärts fliessen,
erst mit dem Schwund des D. schwenkt sich das Herz mit
seinem venösen Ende nach hinten ; der venöse Eingang zum
H. liegt stets mehr od. w. linksseitig. Bei der Bildung
der Gefässe auf dem Dotter spielen amöboide Wander-
zellen aus einem mesoblast. Embryonalsaum eine grosse
Rolle, sie bilden die Bekleidung der Rinnen auf dem D.
u. am Boden u. Dach des Sinus venosus. Vor diesem
sammeln sich pigmentirte Wanderz. Auch die Gef. im
im Embryo werden durch Wanderz. gebahnt. Bei den
meisten pelagischen Eiern bilden sich kleine Gefässe auf
dem Dotter. Da die Furchungshöhle von Anfang an mit
der Herzh. in Verbindung steht, ist diese wie das ganze
Getässsystem als ein Theil des Blastocoels zu betrachten
(wie Bütschli bez. der Invertebr. darthat). — Die Her-
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 273
kuiift der Blutkörper ist ebenfalls rein mesodermatisch
u. auf die subchordale „intermediäre Zellmasse", welche
schon ÖUacher u. Ziegler beschrieben, zurückzuführen
(cf. Ber. 85, S. 358), sie wird bei Belone unpaar bei Salmo
aber paarig angelegt. — Arch. mikr. Anat. , 28. Bd., 225
bis 251, Tf. 16, 17.
G. Brook, „Devel. of. Herring" Part II (cf. Ber. 85,
S. 428). Bei Cl. har. bleibt d. Sperma nur 3, die Ova
aber 40 Stunden nach dem Tode des Thiers für Befruch-
tung brauchbar. Die Eikapsel trennt sich vom Dotter nur
nach Befrucht., vorher ist d. Kapsel für Wasser ungang-
bar. Die erhärtende Kittmasse kann noch 24 St. nach
der Eiablage von Spermatozoon durchbrochen werden. Das
reife Ei im Ovarium zeigt keine Protoplasmarinde; eine
Keimscheibe tritt erst nach der Befr. auf; die Bildung
des Ksch. kann nur an Schnitten, nicht im Leben studirt
werden. Kupffer's Vacuolen sind Protoplasmastränge, die
peripher zur Rinde hin ziehen, zur Bild, einer äuss.
Schicht; diese u. direkte Stränge vom Centrum gehen zum
Keimhügel („germinal mouncV — „Keimscheibe"). Auch
am Gegenpol des Eis tritt oft ein kleinerer Wall auf
(Gegenhügel Kpff,). Weder im lebenden Ei noch in
Schnitten waren Nuclei zu sehen, bevor die 3 ersten
Furchen entstanden waren (zuerst 2 merid., dann 1 aeq.).
Das durch die 1. aeq. F. vom Archiblast getrennte Proto-
plasma bildet mit dem von ihm umschlossenen Dotter eine
einzige grosse Zelle, die des veget. Pols: den Parablast;
dieser enthält keinen einfachen, sichtbaren Nucleus, aber
wohl disseminirte Nucleussubstanz , aus der später s. g.
frei gebildete Zellkerne entstehen. Die um solche Zk.
sich entwickelnden Zellen treten sehr früh in den sich
furchenden Archiblast (so dass bei Clupea das Ectoderm
z. Th. parablastischen Ursprungs wäre). Eine echte In-
vagination des Archibl. am Blastodermrande findet nicht
statt, sondern der primitive Hypobl. wird fast ganz aus
Parablz. aufgebaut; aus ihm sondern sich dann Mesoderm,
secund. Hypobl. (Entoderm) u. Chorda. Vf. verweist auf
die ähnl. Resultate Rückert's u, hält die Homologie mit
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H, S
274 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
der Entw. bei Rana u. Amphioxus für hergestellt. 4. Ann.
Rep. Fish. Board f. Scotl., S. 31—43, Tf. 1, 2., Ausz.: Na-
ture, Bd. 35, 129.
E. E. Prince, Early stages in the developpement of
the foodfishes, studierte Gadus merl., aegl. u. morrhua,
Trigla gurn., Pleuron. flesus, plat. u. lim., deren Entw. im
Allgem. sehr ähnlich verläuft; von allen ökon. wichtigen
F. weicht überhaupt nur Clupea wesentlich ab. Vf. be-
spricht in seiner vorl. Mitth. 1. Spermatozoa. 2. Ei im
Eierstock: Trigla reift immer nur wenige Eier gleich-
zeitig. 3. Reifes Ei: Die Kapsel, dünn bei Pleur., dick bei
Tr. , ohne Poren u. Streifung mit sanduhrf. Micropyle.
4. Laichen: Nur bei wenigen Sp. kleben schwimmende
Eier zusammen. 5. Befruchtung: ünbefr. Eier sinken nach
2 — 8 Stunden zu Boden, bald nach Befr. erscheinen kern-
lose Zellen im Centrum d. Dotters. 6. Blastodiscbildung:
Das Protoplasma des Dotters zieht sich in d. 1. Std. nach
unten, um die Keimsch. zu bilden. 7. Furchung: Zu Auf-
der F. trennt eine Höhle die mittlere Keimsch. vom Dotter,
die bekannte Furchungshöhle erscheint aber erst später;
bei den ersten Furchen schon oft Unregelmässigk. ; die
erste horiz. Abfurchung, wenn 50 — 80 Blastomeren vorh.
8. Periblast: Nur nahe der Keimsch. furcht er sich.
9. Invagination des Randwulstes: Der Rw. wahrsch. von
Zellen des Blastod. und d. Peribl. gebildet; keine Dela-
mination. 10. Bild. d. Embryo: Im Neuralstrang ent-
wickelt sich der Centralcanal nicht durch mediane Ein-
faltung des Hornblatts, welche bei Syngnathus von Cal-
berla gesehen, sondern durch innere Spaltung; im Hypobl.
hebt sich vorn die Chorda dors. zwischen rechts u. links
undeutlich abgegränzten Mesodermz. heraus; die epibo-
lische Umhüll, des Dott. hat am 3. Tag den Aequator pas-
sirt, am 5. — 6. ist der Randw. zu e. Scheibe um den
punktf. Blastoporus zusammengeschnurrt; die wahrsch.
zur Bild, des Analdarms etc. verbraucht wird, nicht aber
zur Schwanzplatte; der Schwanz wird nicht nach Rauber-
His-Ryder'scher Concrescenztheorie entwickelt, da er flach
mit einer Seite dem Dotter aufliegt, also rechter u. linker
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 275
Randwulst der eine den dors. der andre den ventr. Theil
des Schw. liefern müsste ; der voll. Abschluss der Ch. dors.
kommt zieml. gleichzeitig mit Schliessung des Blasto-
porus. 11. Sinnesorg., Herz, Coelom, Wolff'scher Gang:
Auge u. Ohr sind zuerst nicht Blasen sondern solide
Sprossen, auch das Herz höhlt sich durch Spaltung; schon
am 4. Tag tritt ferner eine horiz. Spalte jederseit in der
Muskelplatte als Anfang des Coeloms auf; ihr medialer
Rand differenzirt sich als W.Gg. , dessen Vorderende zu
einem Trichter nebst Capsel, bald wandert dann der W.Gg.
ventralw'arts unter die Vena vert. 12. Notochord u. Wir-
belbogen. 13. Kiemenbogen: Sie entwickeln Knorpel erst
nach dem Ausschlüpfen und noch später brechen die
Spalten durch. 14. Flossen: Die P. zuerst horizontal mit
breit ansitzender Basis. 15. Cranium: Beim Ausschlüpfen
liegt die basilare Knorpelplatte in einer Ebene, die fast pa-
rallel den Kiemenbogen; die Chorda ist noch stärker ge-
knickt, 900. 16, Stomodaeum u. Proctodaeum: das St.
bricht erst 7 T. nach d. Ausschl. durch, der Anus noch
später. 17. Gefässsystem: Nicht nur die Venae vertebr.,
wie Wenckebach sah, sondern auch der Aortenstamm
ist früh mit embr. Blutkörp. gefüllt ; Eintreten von Peri-
blastzellen in das Herz oft beobachtet; deutl. Circulation
in der protopl. Dotterrinde fehlt bei Gasterost. , Cottus,
Liparis. 18. syst. Diagnose der Eier u. Embryonen;
Monstra. 19. Einfl. d. Temperatur etc. Ann. Mg. N. Hist.,
Vol. 17, S. 443—461, kürzer in: Rep. 55. meet. Br. ass.
adv. sc. 1885, 1091-3.
J. V. Perenyi, „B. z. Embryol. v. Torpedo marm."
Das Ei besitzt eine structurlose Cuticula vitellina. — Die
subblastodermen Nuclei treten theils in das Entoderm u.
werden theils? zu Blutzellen. Die Unterwand des Darmes
wird durch Einstülpung u. Wucherung des Entod. ge-
bildet. — Die Chorda d. schnürt sich canalartig vom
Entod. ab. Ihre nächste Hülle besteht nicht nur aus einer
structurlosen Haut, sondern auch aus den peripheren Zellen
der Ch. u. soll deshalb „Membr. propria chordae," nicht
Cuticula eh., heissen. — Der Subchordalstrang entsteht
276 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
aus mesod. Zellen u. vereint sich später mit der skeleto-
genen Scheide. Der Can. neurentericus kommt haupts.
zu Stande dadurch, dass das hintere, gabiige Chorda-Ende
die Vereinigung der Seitentheile an der Unterwand des
Medullarrohrs u. an der Oberwand des Darms auf kurze
Zeit hindert. — Die skeletogene Scheide der Ch. entsteht
aus denj, Z. der Splanchnopleura, welche sich bei der
Abschnürung der Urwirbelkörper (Somiten) von denselben
ablösen; im Innern des Schädels fehlt sie; sie legt sich
an die Membr. pr. chordae an, wird aussen durch An-
lagerung von (den Somiten entstammenden) Bindegewbz.
verstärkt. Bei 30 mm 1. Embr. entsteht am Innenrand
der skel. Seh. ein glänzender Knorpelstreif, Stria pelluc,
der zw. die Zellen vordringt; sodann treten Knorpelpunkte
u. danach ringf. Hügel als Anfänge der Wirbel auf, cen-
tralwärts vordringend. Die skel. Seh. bildet im Embr.
einen grossen Theil der Wirbels., später aber nur schmale
verkalkte Ringe im Wirbelkörper, aber stets einen wich-
tigen intervertebralen Theil. Zool. Anzeig. IX 433 — 36.
A. E. Golubeff, Embryologie v. Salmo fario, Verh.
d. natf. Ges. St. Petersb. XVI, 74—78.
J. A. Ryder, Entw. von Umbra limi. Eier 1,6 mm
werden an Pflanzen geklebt. Bei Bildung der Keim-
scheibe vollführt der Dotter ungewöhnlich starke amö-
boide Beweg. Nach 6 Tagen schlüpfen die J. aus, 5 mm 1.;
ihre Chorda dors. endigt in einen schmalen Fortsatz, ähnl.
dem Opisthuron v. Chimaera u. von der Lepidosteus-
Larve, der aber später verschwindet; nur bei Esox noch
ähnliche Entwickl. Am. Naturalist XX 823 — 4.
J. A. Ryder findet Anfänge einer Amnionbildung be-
reits bei Fischen. Eine straff anliegende Eihülle (Zon.
rad.) kann den Embryo in den Dotter eindrücken u. dann
kann ein Theil der Somatopleura als Falte neben dem
Embryo emporsteigen. Bei Säugethieren wirkt der Druck
der Decidua reflexa ganz ähnlich, die Kopf beuge des
Embr. fördert hier die Kappenbildung. Amer. Nat. XX
179, Xyl. — [Sollten hier die Hörner des Dottersacks
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 277
von Gambusia (Ber. 85, S. 354) nicht Beachtung ver-
dienen? Ref.]
J. A. Ryder. Entw. v. Fundulus heteroclitus. Von
der Entvv. viviparer Cyprinodonten sehr abweichend. Die
Zona rad. mit zahlr. Fäden wie Belone, aber feineren.
Eier 2 mm, schlüpfen in 24 T. aus. Am. Nat XX 824.
J. A. Ryder konnte ein frühes, einschichtiges Fur-
chungsstad. (15 Zellen) bei Raja erin. beobachten. Die
Anordnung der Furchen ist ganz der bei Teleost. ähnlich,
aber die Zellen sind nach unten zu nicht vom Dotter
abgeschnürt. Noch keine Furchungshöhle. Die fein-
körnige Masse zieht von der Keimscheibe auf die Ober-
fläche des Eis hinüber. Freie Kerne im Dotter nicht
vorhanden. Amer. Natur. XX 470—3, Xyl. und Bull. U. S.
Fish C. VI 8—10.
J. Rückert, resumirt s. vorjähr. Arbeit (Ber. 85, 356)
u. erläutert dann die Bild, des mittleren Keimblatts bei
Selach: Sie geht, wie beim untern, auch vom Urmund-
rande aus u. zwar als e. Art von Cölombildung; zunächst
lebhafte Wucherung der Zellen, die zwischen ob. u. unt.
Blatt eindringen; die Entoblastz. werden dabei z. Th. ver-
braucht, der dadurch erzeugte Defekt repräsentirt die
Einstülp, einer typ. Cölombildung, hier der Mesobl. kein
einheitl. epitheliales Zellblatt. Diese Mesoblastbild. er-
streckt sich den Rand entlang vorwärts, vorn rudimen-
tärer. Somit auch bez. des mittl. Keimbl. die Sei. dem
Amphioxus ähnlich. Der Rand der Keimscheibe schliesst
sich nun von beiden Seiten an die Mittellinie an (sein
Mesoblasttheil zeigt schon vorher Spuren metamerer Glie-
derung) und bildet die Axe des Embryo, der Rest des
Randes wird zum Can. neurent. ; der übrige [vordere]
Randtheil stellt einen cenogenetiscli modific. ürmundrand
dar, er führt die Umwachs, des Nahrungsdotters aus.
Tagebl. 59. Vers. d. Natf. Ä. 86, S. 270.
B. Hatschek. Bei Amphioxus krümmt sich das
Medullarrohr hinten um die Chorda herum und hängt bis
zu Ende der Embryonalzeit dort mit dem Darmrohr zus. ;
währ, des Larvenlebens liefert der betreifende Theil (Neu-
278 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
rointestinelcanal) dann das Material zur Bild, der neuen
Metameren, worauf er endlich degenerirt. Tagebl. 59. Vers,
d. Natf. u. Ä. 86, S. 271. — Die Entw. v. Amphioxus ist
ausführlich wiedergegeben in Hertwig's Lehrb.
A. Koranyi, „Beitr. z. Entw. der Krystalllinse bei
d. Wirbelth." (Torpedo, Scyll., Pristiurus, Salmo salar u.
fario), bei Fischen, wie bei höh. Vert., bildet sich die
Linse durch Einstülp, u. Abschnür, des gewucherten Ecto-
derm; die wesentl. Theile gehen aus Veränderungen der
tiefern Schichten des Ect. hervor, die Zellen der ge-
wucherten oberfl. Schicht füllen erst die Linsengrube,
dann die Linsenblase aus, wo sie endlich völlig zugrunde-
gehen. Int. Monschr. Anal Hist. III 235 — 7.
J. W. van Wijhe hält Dohrn's Polemik gegenüber
fest daran, dass die Augenmuskeln parietale, aus den
3 vord. Kopfsomiten stammende M. seien, dass ferner
N. opt. u. olf. vor dem Kopfsegm. liegen, u. dass der trochl.
eine ventr. Wurzel darstelle ; Bem. üb. d. Natur des Vagus.
Zool. Anz. IX 678—682.
J. W. van Wijhe. „Die Betheiligung des Ectoderms
an d. Entw. des Vornierenganges" findet, wie schon bei
Säugern beobachtet, auch bei Raja clav. statt, indem die
von der Somatopleura sich ausstülpende Vorniere die
Haut durchbricht u. gemeinschaftlich mit dem Ectod. den
Gang nach hinten zu entwickelt; dies jedoch nicht vor
dem Acranienstadium. Die ersten Cranioten dürften daher
keinen Vorniereng. besessen haben. Vf ist gegen eine
Herleitung der Vertebr. von Anneliden, weil bei letzteren
der Blastoporus zum Munde (statt After) wird u. das Coe-
lom hier nie als Darmausstülpung entsteht; auch die Be-
zieh, des Ectod. zur Vorniere sprechen nicht dafür. —
Amphioxus ist kein degenerirter Fisch. Zool. Anz. IX
633—5.
C. K. Hoffmann, „Entwicklgesch. der Urogenital-
org. bei den Anamnia," hält bez. der Knorpelfische Sem-
per's Ansichten aufrecht, besonders darin, dass die Seg-
mentaltrichter selbst (nicht die „outgrowths" der Segmen-
talcanälchen, wie Balf. annimmt) es sind, welche die Vasa
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 279
effer. erzeugen; Abb. v. Embr. v. Torp., ScylL, Acanth. —
Von Knochenfischen wurde Salmo untersucht. Rosen-
berg's Schilderung (67) der Entw. des Pronephros ist
richtig (nur bleibt der Segmentalgang in der That eine
Zeit lang vorn gegen die Leibeshöhle offen); der mediale
„Glomerulus des Pron." bildet sich u. liegt extra cavum
peritonei (bei Amphib. intra). Im Mesonephros bildet
sich für jedes Myotom je ein Segmentalcanälchen als
solider Zapfen vom Peritonealepithel aus, in dem Caudal-
theil der Niere, wo kein Per.-Ep. mehr in der Nähe ist,
entstehen sie viell. durch Sprossung von den hinteren
Canälchen, wie auch später in der Abdominalgegend
mehrere Glomeruli u. Sammelröhren auf ein Segment
fallen. Die Segmentalgänge münden zunächst in den
Fundus der Harnblase und durch diese nach Art einer
Cloake in den (derzeit noch afterlosen) Darm. Der Pron.
ist ein embry. Organ, der Segmentalgang wird hinter ihm
bald lumenlos. Die Geschlechtsanlage ist auch bei Tel.
zunächst eine indifferente, sodass Eier und Spermatozoiden
aus ganz gleichen Geschlechtszellen (Ureier, Vorkeim-
zellen) hervorgehen. Die sehr früh auftretenden Ureier
bilden sich am ganzen dorsalen Theil des Peritoneums,
erst später beschränken sie sich auf die Genitalfalte
(Wanderung oder Vergehen?); der Ausführungsgang der
Geschlechtsdrüsen, der sich urspr. auch beim W. von
Salmo anlegt, nimmt keinerlei Bestandtheile der Niere
auf. — Zeitschr. f. wiss. Zool., Bd. 44 S. 570 — 643,
Tf. 33— 35.
A. Dohrn, „Stud. z. Urgesch. d. Wirbelth. XI, Spritz-
lochkieme der Selach., Kiemendeckelk. d. Gan. , Pseudo-
branchie d. Teleostier." Vergl. Ber. 85, S. 359. Bis 1870
wurde allgemein die Homologie obiger Theile mit J. Müller
dahin aufgefasst: Die Spritzlk. der Sei. entspricht den
Pseudobr. bei Gan. u. Tel., die Hyoidk. der Sei. (an der
Vorderwand der 1. echten Kiemenspalte) aber der Kiemen-
deckelk. der Gan.; Gegenbaur parallelisirte dann wegen
der Lagerung zum Skelet die Ps. d. Tel. der Hyoidk. d.
Sei. u. Hoffmann die Choroidealdrüse der Tel. der Spritzlk.
280 E)!"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
d. Sei. Dohrn stellt die M.'sche Auffassung wieder her,
da nicht nur bei Gan. sondern auch bei Tel., wenigstens
im Embryo, die zuführenden u. abführenden Gefässe der
Ps. dieselben sind wie bei Sei.; ausserdem legt sich die
Ps. bei Tel. zuerst vor dem im Embr. sichtbaren Spritz-
loch an und wandert erst später rückwärts zum Hyo-
mandibulare. Jene zuf. Gef. sind 1. die Art. hyo-opercu-
laris der Tel. (= hyoidea d. Sei.), 2. die A. thyreo-spira-
cularis (nom nov. für die von D. früher bei Sei. als th.-
mandib., bei Tel. aber allg. als A. hyoidea bezeichnete
Arterie). Das Homologon der Hyoidk. d. S. bei Tel. ist
nach D. wegen der Invasculirung die Membr. branchi-
ostega. Mitth. zool. St. Neapel VII 128—176, Tf. 2, 3
(Embr. v. Salmo fario).
J. T. Cunningham, Dohrn's Studien (I — X) über
Entw. der Chordata (Referat); Q. journ. micr. Science,
Bd. 27, S. 265—284.
A. E. Shipley, „Devel. of nerv. System in Petro-
myzon fluv." Das Rückenmark entsteht aus e. soliden
Strang, nicht durch Einfaltung. Die Ganglien des 5. u.
7. Nerven verschmelzen mit der Haut und der 7. N. ver-
zweigt sich um e. Kiemenspalte, die später verschwindet.
Die nächstfolgende Ksp. ist die vorderste beim erwach-
senen P. u. entspricht der 1. Athemkieme („branchial
gill") der höhern Formen. Das Spritzloch ist somit bei
P. nicht repräsentirt. Pr. Cambridge philos. s. V. 374
(13 Zeilen).
J. Beard, System of branchial sense organs and their
associated ganglia in Ichthyopsida. (Vorl. Mitth. s. Ber. 85
S. 340). Die Bez. „segmental sense organs'' wird ver-
lassen, weil die Org. ursprünglich für die einzelnen Kie-
men bestimmt u. daher nur dem Vorderkörper eigen-
thümlich waren; sie lagen über der Spalte und sollten
den K. drohende Gefahren wittern u. den Verschluss der
Sp. einleiten; erst später wurden sie zu anderen Sinnes-
org. umgewandelt (Nase, Ohr), und verbreiteten sich auch
über den Hinterkörper (Lin. lat). Jedes der 11 Org. hatte
dicht bei sich ein Ganglion, jetzt von der Haut entfernt
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 281
(das Gangl. des N.olf., G. ciliare, G. Gasseri, 2 G. des
Fac., G. des Acust., des Glossophar., u. 4G. d. Vagus sind
dahin gehörig); zu jeder Kiemensp. gehörten als typische
Nervenäste ein „suprabranchialer" (der sog. „dorsale"
Ast, der aber nicht dem dors. A. eines Spinalnerven ent-
spricht; der N. lateralis ist der suprabr. Ast des Vagus),
einpostbr., ein praebr.; der suprabr. u. praebr. entstammen
(wie das Ganglion) dem Epiblast des Org., der postbr.
kommt mit der dors. Wurzel vom Fortsatz der Neural-
leiste. Die Seitenorg. der Capitelliden haben keine Ver-
wandtschaft mit den Kiemensinnesorg. Das Auge ist keine
frühere Kiemensp., auch der Anus nicht; Nase u. Ohr
entsprechen zwar dem Sinnesorg., ab. nicht der Spalte
ihrer (1. u. 6.) Segmente; es sind von den 11 urspr. Sp. also
nur noch vorh.: die 2. (Hypophysis?), 3. (Mund), 5. (Hyoid-
sp.) u. 7. — 11. (Kiemensp.). Der Hypoglossus gehört
schon zum Hinterkörper, der mit dem kiemenführenden
Vorderk. nicht homologisirt werden kann. Selbst bei
höheren Vert. haben sich in Nase u. Ohr noch 2 Kiemen-
sinnesorg. erhalten (Froriep). — Untersucht meist an
Torpedo. — Q. J. micr. science, Bd. 26, S. 95—156, Tf. 8
bis 10 (1885). Eine Kritik bei Dohrn, Stud. XL
H. E. Ziegler, Entstehung d. Blutkörp. bei Knochenf -
Embr., fand beim Lachs nie (geg. Gensch, der Esox unters.)
eine Umwandlung von Dotterzellen (der D. enthält keine
Z. sondern grosse Kerne) in Blutk. Das Endothel des
Herzens geht aus mesodermat. Zellstreifen, die lateral am
Kiemendarm lagern, hervor. Die Hauptmasse der Blutk.
kommt aus einer intermediären Zellmasse, die zu der
medianen Vene (unterhalb der Aorta) wird (Öllacher,
Ziegler 82, Wenckeb. 85) ; von der int. Zellm. aus legen
sich auch die ersten Gefässe des Dotters incl. Randvene
der Area vasculosa an. (Nach e. Vortr. auf 58. Vers,
deutsch. Natf. u. Ä., ref. in:) Biol. Centralbl. VI 284.
J. A. Ryder, Werth d. Flossenstrahlen u. ihres Ent-
wicklungsmodus für die Classific. nebst Bem. üb. die
Theorie der Degeneration. Die phylog. Entw. bei Fischen
beginnt (von Amphiox. u. Petrom. ist abzusehen) mit der
282 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
lophocercalen Flosse der Dipn., die ohne definitive
[Knochen- od. Hörn-] Strahlen u. daher ohne interradi^le
Flächen, nur mit Actinotrichien in einf. Reihe jederseits
ausgestattet (der Knorpel gehört immer nur den Actino-
phoren an) u. ohne Einschnitte ist; ein 2. Stad. zeigen
die Chimaeren, wo durch Schwund eine abgetrennte
Rückenfl. u. ein Opisthur erzeugt wird. Das 3. Stad.
zeigen die Elasmbr. mit mehrreihigen Actinotr. u. An-
bahnung einer Bildung wahrer Strahlen. 4. Stad. (Knorpel-,
Knochenganoiden, Crossopter. u. Teleosi), die Actinotr.
verschwinden mehr od. wen. zwischen je 2 Strahlen, so
dass absolut stützenlose („eradiate") interradiale Flächen
entstehen; die noch bleibenden Act. verwachsen um für
ossificirende „weiche Strahlen^' einen Ausgangspunkt zu
bilden, die Dichotomie der letzteren rührt von der Grup-
pirung der Act. her; die Gliederung der Knochenstäbe
wird dagegen durch mechanische Brüche vermöge der
Schwimmbewegungen erzeugt. [5.] Bei vielen Physo-
clysten entwickeln sich vor der bisher betrachteten em-
bryonal continuirlichen Fl. die Stacheln der D. u. A. (wohl
stets ohne vorgängige Actin.) in Epiblast-Taschen. — Die
Haie rangiren über d. Dipnoern, weil die Dipn. noch
einreihige Act. wie die Haiembr. haben; die Rochen stehen
höher als die Haie, weil ihre Act. (Hornfäden) in den
paar. Fl. schon verkümmert u. durch Knorpelelemente
funktionell vertreten sind ; die Salmoniden tiefer als andre
Physost., weil die Fettfl. noch ganz embryol. bleibt, und
auch der Embryo die Act. in allen Fl. noch sehr stark
entwickelt hat; die Cyprin. höher als die Silur., weil in
ihren Barteln kein Knorpel mehr auftritt u. solche im
Embr. später erscheinen; die Jugulares üb. d. Abdom-
nales, weil bei ersteren die V. im Embr. zuerst hinter der
P. liegt; — Bez. der Degeneration unterscheidet Vf.
1. wirkliche ontogenetische Deg. (Saugmund v. Lepidos-
teus), 2. Retardation (Fettflossen) [= Hemmungsbild.],
3. wirkl. phylog. Deg. (Hinterextrem, d. Wale), deren Pro-
dukte als „vestiges" [phylog. verdorrte Org.] bezeichnet
werden, im Gegensatz zu „rudiments" d. h. noch unvoll-
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 283
kommnen, aber in der Entw. begriffnen Theilen [phylo-
genetisch knospende Org.] Proc. U. S. nat. miis. IX 71—82.
Vergleiche über Entw. ferner unter Skelet Ryder
(Flossen) S. 243, Rabl-R. (Chorda) S. 242; unter Nervens.
Schöler (Dotterhaut) S. 252; unter Sinnesorg. Madrid
(Riechhaut) S. 256; unter Gefässs. Meuron S. 258; sodann
im syst. Th. : Ewart (Clupea), Ryder (Batrachus u. vivi-
pare Sebastes), Prince (Gasterosteus), Robson (Torpedo),
Garman u. D. (abnorme Embr. v. Salmo).
Eiablage vergl .im syst. Th.: Richters (Rhodeus),
Benecke (Lucioperca).
Jugendformen. M'Intosh, „very young Cod and
other food-fishes" (= Notes St. Andrews mar. lab. VI), s.
Gadus, Molva, Trigla im syst. Theil; Ann. Mg. n. h. (5)
Bd. 18, 307—311 (nach Vortr. in Meet. Brit. Ass. 86).
Vergleiche ferner im syst. Th.: Aphredoderus
(Ber. 85 S. 392), Cyclopt. (M'Intosh), Liparis u. Lycodes
(Lütken), Gadus hat e. seröse Schwimmkappe (Ryder),
Pleuronect. (Pfeffer), Hemipimelodus (Ramsay u. D.),
Belone subtr. hat jung ausnahmsw. kleinere Augen als
alt (Jordan u. F., Pr. n. m. IX 347), Prionotus (Jord.)
u. bei Entwickl. : Pleuron., Gad., Trigla, (Prince, S. 274).
Phylogenie. W. Bateson, Ancestry of Chordata.
Die 3 Hauptcharaktere, durch welche die Chord. von dem
Rest der Thiere abweichen: die Chorda dors., die Kiemen-
spalten, die Entw. des Nervensyst. aus einfacher, dorsaler
Anlage, hat nur die bisher davon getrennt gehaltene Abth.
der Enteropneusta (Balanoglossus) aufzuweisen (Chorda
erst von B. entdeckt); diese Form, noch unsegmentirt u.
sonst unentwickelter, scheint die Verbindung mit den
niederen Thieren herzustellen. Der Stammbaum s. in Heft 3
(Braun, freileb. W.). Amphiox. u. Petrom. werden nicht
als degenerirte Formen aufgefasst. Q. j. micr. science,
Bd. 26, S. 535—571; Ausz.: Pr. Cambridge philos. s. V 321.
V. Wijhe, Vertebr. stammen von Balanogl. u. Echi-
nod., nicht von Anneliden; s. Entwickl. S. 278.
Cope. Die ersten Abzweigungen des Fischstammes,
284 Dl". F« Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Mycterops, Pterichthys, Placogan., Cephalasp., Marsipobr. ;
s. unter foss. F.
Ryder, Phylog. d. Flossen, s. Skelet S. 243u. S. 281.
Wiedersheim, Urgeschichte der Gliedmaassen.
Humboldt V, Heft 10, 15 Xyl.
Variabilität. Pleuronectiden mit Augen auf der un-
gewöhnlichen Seite, R. B 0 s ; s. System.; Variiren
schottischer Heringe, Matthews, s. bei Clupea.
Bastarde. Day (Salmo), s. Systematik.
Biologie.
Allgemeines. Athmung in schlechtem Wasser, s. Sage-
mehl S. 263; Tiefenverbreitung im Genfersee s. Forel,
Ber. f. 85 , S. 373 ; Kraft des Saugnapfs v. Cyclopterus
(M'Intosh), Balistes Benedict, Gobiiden (nackter
Vorderkörper), Jordan, s. Systematik.
Nahrung. Clupea pilchardus, s. Syst.
Bewegung. Gadus - Larven mit Schwimmkappe,
Ryder, s. Syst. — Wanderungen: Clupea, Brook;
Variation d. Wndzeit. v. Salmo salar. Benecke; Salmo,
Day; s. Syst. W. v. Anguilla, Hermes 84, Übers, in: Rep,
F. Comm. Xll.
Stimme. Schlaf. Mimicry. Druck.
Färbung. P. de Viscovi, Note prelim. sulle fun-
zioni cromatiche dei pesci. Verwendet weisse, schwarze
u. farbige Umhüllungen, um den Farbenwechsel (21 Sp.
der Adria) zu studiren. Uranoscopus (weil im Sande
versteckt lebend) reagirt kaum, Mullus u. Blennius sehr
schnell, Scorpaena wird hell, dunkel, braun, roth, grau.
Atti r. istit. veneto sc. lett. arti, (6) IV 533-546.
Leuchten. W. C. Mc Intosh, üb. Phosphorescenz
d. Seethiere. Rep. 55 meet. Br. ass. adv. sc. 1885, Fische:
S. 1050—1.
Zusammenleben. Vergl. bei Systematik: Rhodeus,
Richters; Fierasfer als Commensale der Perlmuschel,
Günther; Mullus, Giglioli; Verhältn. des j. Gadus
morrhua zu Quallen, kurze Bem., M'Intosh, Ann. Mg.
XVIII 311. — Parasiten d. F., siehe bei Krankheiten.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 285
Jul. Hazay, „Fisch u. Muschel," Eier v. Rhodeus in
Musch. ; Fische (besonders Acerina) als Pfleger der Unio-
niden-LaiTen u. daher Werth d. F. (bes. Salmo fario) für
Erzeugung v. Perlen in Flussmuscheln. Circ. d. deut.
Fisch.-Ver. 86, S. 231—5.
Wärme. Vergl. in Syst. : Phycis, Aufsteigen aus der
Tiefe bei kaltem Wetter, Jord. u. Ev.
J. Willcox. Starke Januarkälte vernichtete zahlr.
Süss- u. Salzwasserfische in Westflorida: Sargus probatoc,
Cynoscion, Caranx, Elops u. Megalops im flachen Wasser;
Ostracion, Diodon u. Hippocampus in tieferm. Bull. F. C.
VI 123.
Licht. J. E. Benedict, Surface - collecting on the
„Albatross," Wirkung des elektr. Lichts auf Clupea und
Exocoetus. Benehmen des Balistes beim Fressen von
Lepas; Science, N. Y., VH 300.
Salzgehalt.
Sexualdimorphismus, Laichen, Bastarde s. S. 267,
268, 284.
Brunst.
Brutpflege. Vergl. System.: Cyclopterus, M'Intosh;
Gasterosteus , Prince; Callichthys, Vipan; Hemipime-
lodus, Ramsay; Ehodeus, Richters; Siphonostoma, Noll ;
Torpedo, Robson. — Schaff (Lophobr.), s. Haut, S. 239.
B a 1 b i a n i , Poissons vivipares ; Revue scient. (3)
T. 37, 732.
Gefangenleben. Vergl. System. : Salmo trutta im Aq.
fruchtbar; Myxine (Cunningham).
Feinde. G. D i m m o c k , Belostomatidae u. einige
andre fischvertilgende Wanzen. Bei. bis 3V2 Zoll 1., sehr
schädl. ; Eier unter ausgelegten Brettern zu sammeln, die
fliegenden durch Leuchtfallen zu fangen. Bull. F. C. VI
353—9, Xyl. (nach Rep. F. Com. Mass. 86).
Vergl. Syst.: Anguilla gegen Cl. alosa. Adickes.
Krankheiten. F. Piesbergen, Ekto- u. Entopara-
siten der bei Tübingen lebenden Fische. Neu: riesige
Prorospermien (0,6 mm) im Darmschleim bei Perca u. in
e. Cyste am D. der Forelle (Abb.), ein paras. Räderthier
286 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
(Callidina) auf Gasterosteus ac, Echinorh. tuber. neu für
Phoxinus, Echin. proteus u. clavaeceps neu für Sq. leu-
ciscus. Jaliresh. V. vaterl. Natk. Württemb. , J. 42, S. 73
bis 88, Taf. 2.
L. Örley, die Entozoen der Haie u. Rochen (ung.
u. deutsch); Budapest, 1885, 8». 35 S., 2 Tf.
M'Intosh, Diseases of fishes. Fälle v. mehrfachem
Tumor bei Pleur. flesus (in 1 Tumor 2 unreife conjug.
Diplozoon par.), Saprolegnia auf Thymallus, etc.; 4. ann.
r. Fish. B. Scott. 214—5.
Ch. Riebet, Exper. üb. das Leben der F. in versch.
Medien u. üb. d. Wirkung versch. Natronsalze. Bestimmt
das Quantum des Salzes, das Julis vulg. (in 24 Stunden)
tödtet; die Chlorverbind, wird in grösster Menge ver-
tragen (71 gr. auf 1 Liter); wenn nach Molecülen gerechnet
wird folgen die Stoffe so: Ohlorür 25, Azotate 5,4, Sul-
fate 5,3, Fluorure 3,5, Bromure3,3, Formiate2,2, Chlorate 2,1,
Tartrate 2, Azotite 1,9, Acetate 1,9, Citrate 1,6, Jodure 1,
Oxalate 0,8, Salicylate 0,22. Die Salze der andern Metalle
sind stark giftig, am wenigsten (molecular) Magnesium u.
Calcium. — In einer angehängten Mitth. untersucht Vf.
die Giftigkeit von Säuren u. Alkalien; ein Aequival. Säure
od. Alk. von 0,05 Gr. CaO (auf 1 Liter) tödtet. Auch
Harnstoff u. Cloral unters. C. r. soc. de biol. (8) HI 482—9.
C. Weigelt, 0. Sacre u. L. Schwab untersuchen
Verunreinigungen des W. mit Säuren, Alkalien, Metall-
salzen, Gasen auf die Schädlichkeit für Fische, Chemical
News (Nach Science, N. Y., VH 458); Bull. F.Comm. VI 144.
F. Richters, Giftigkeit der Salamandra mac; 1 ster-
bendes Ex. im Aquar. verursacht über Nacht Absterben
von Rhodeus, Zool. Gart. XXVII 128.
A. H. Glennan, Ströme röthlichen Wassers im Meere
' westl. bei Florida tödten durchgeführte lebende (gefangene)
Fische; todte Seefische treiben in grossen Schaaren ebenda.
Ob durch Vergiftung mittelst Cornus sericea von den
Flüssen her? Bull. Fish. C. VI 10.
J. G. Webb schreibt den Giftstoif den im Boden
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 287
Floridas durch unterirdische Ströme aus Schwefelkies
entwickelten gift. Gasen zu. Ebd. S. 11 — 13.
H. M. Knowles, todte Fische an der Küste von
Rhode Island; Clupeiden, in grossen Schaaren seit einigen
Wochen dort lebend, starben plötzlich nach einem Ge-
witter am 8. Juli 86. Am 3. Juli wurde bei Nordcaro-
lina grosses Fischsterben beobachtet, wobei eine Olschicht
Meer u. Flussmündungen bedeckte. Bull. F. C. VI 194 — 5.
A. Ernst, Grosse Schaaren von todten Fischen (dann
Ribazones genannt) oder lebenden (Turbios), die aber
auf den Strand getrieben dort auch meist zu Grunde
gehen, nicht selten in Venezuela (bei Carüpano) be-
obachtet; die Todesursache bei den Rib. soll unterirdisch
ausbrechender Schwefelwasserstoff sein. Nature, Bd. 33,
S. 321—2; Naturforscher, J. 19, S. 112—4.
F. L. Washburn, Fischsterben im See Mille Lac,
Minnesota; mehrere Jahre erfolgte während der heissen
Zeit eine viele Species betreffende Vernichtung, die einem
Schmarotzerkrebs (Gruppe Siphonostomata) von Form
einer Holz-Zecke zugeschrieben wird; benachbarte kleinere
Seen mit kälterem Wasser blieben verschont. Amer.
Nat. XX 896.
J. M u r i e , Krümmung der Wirbelsäule bei Gadus
aegl., Zoologist X 33.
V. Kr aus s, Kopfmissbild, bei Salmo fario, Verkürzung
der Oberkieferpartie, Jahrh. Ver. vat. Ntk. Württb., Jg. 42,
345—6.
Vergleiche ferner im syst. Th. : Malopterurus (Pa-
rasiten) Fritsch; Amia (Taenien) Leidy; Cyprinodon
(Copepoden in der Nase), Madrid; Gasterosteus u. Salmo
fario; Salmo (monströse Embi7onen), G arm an u. Denton;
Clupea (Gut-poke), Brook. — Krankh. von Süssw.-
Fisch., Dürigen, s. bei Fischzucht. — Die Arbeit Ker-
bert's üb. Chromatoph. paras. [= Holophrya multifilis
nach Bütschli] übers, in: Rep. U. S. Fish C. XII. — Mon-
stra v. Trigla u. Pleuronectes, Prince s. S. 275; Pleuron.
288 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
mit lialbgewandertem Auge, R. Bos u. Augenmangel bei
Acipenser, Pancritus, s. bei System. — Zwitter s. S. 267.
Riesen u. Zwerge, s. Syst.: Alopias, grosse Junge,
Vaillant.
Nutzen und Schaden.
P. Savtschenko, Atlas des poissons veneneux, des-
criptions des ravages produits par eux sur l'organisme
humain, et des contre-poisons ä employer. St. Petersburg
1886, 54 S., 40. (russ. u. franz.) 10 col. Taf. — Kurze Dar-
stellung der neuern Forschungen (bei den frisch durch
Genuss schädlichen Arten — nur solche behandelt Vf. —
enthalten lediglich die Eier das Gift und die anliegenden
es daraus imbibirenden Theile.) Copie von Abb. u. Be-
schreibungen folgender verdächtigen Sp. (aber ohne An-
gabe, wie jede schädlich wirkt): Serranus ouatalibi,
creolus, Niphon spin., Chrysophrys sarba, Pagrus vulgaris,
Holacanthus imp., Scorpaena diabolus u. grandicornis,
Synanceia verr., Pterois antenn., Acanthurus chirurgus,
Scomber pneumatoph., Thynnus pelamys, thynnus u. alal,
Caranx crumenophth. u. hippos, Trachynotus glaucus,
Thalassophryne retic, Lophius setigerus, Cottus scorpius,
Gobius criniger, Sphyraena jello u. picuda, Pseudoscarus
capitaneus u. pyrrhost., Plotosus anguill., Genidens cuvi-
eri, Engraulis ringens, Clupea fimbriata, sindensis, thrissa,
Muraena moringa, Tetrodon laevig. , vermic, rivulatus,
porph., rubripes, lunaris, stellatus, pardalis, Chilomyct.
tigr., orbic, Orthagor. mola, Trygon past.
0. Tybbing, „Giftige Fiske"; keine eignen Beob.
Norsk Fiskeritidende, Bergen Oct. 85 (Bull. F. C. VI
148—151).
[Benecke.] Über Fisch- u. Muschelvergiftungen.
Pop. Mitth. üb. dem Menschen gef ährl. F. Mitth. Küsten-
u. Hochseefisch. 1885, 98—102.
W. G. Farlow, vegetab. Parasiten des Gadus morr-
hua; 3 Formen verderben das gesalzene Fleisch. Bull.
F. Comm. VI 1—4, Xyl.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 289
Vergleiche über Synaneeia (tödtl. Verwund, bei
Tahiti) und giftiges Fleisch des Lethrinus rostr., Lutj.
argentim. u. Serranus louti (Vaillant) im syst. Th. —
Über Verdaulichkeit des Fleisches (Chitt. u. C.) s. bei
Fischzucht (Rep. F. Comm. XII).
Fischzucht.
Deutscher Fischerei-Verein, „Mittheilungen der
Section für Küsten- u. Hochseefischerei." Diese neue
Publ. (monatl. in 8^) beginnt mit Juni 1885; d. Jahrg. 85
u. 86 enthalten wesentl. Praktisches, u. a. pop. Mitth. üb.
Nutzfische d. deutschen Meere mit Abb. : Labrax, Mujlus,
Cottus scorpius, Trigla gurn., Trach. draco, Scomber sc.
u. trachurus, Gobius niger, Cyclopt. , Anarch., Zoarces,
Lophius, Labrus mixtus, Belone, Ammodytes. — Ausser-
dem veröffentlicht d. Ver. seine ,,Circulare" in 4^.
Die „Bayerische Fischerei-Zeitung" heisst von 1886
ab: Allgemeine Fischerei-Zeitung.
Mittheilungen des Westpreussischen Fische-
rei-Vereins, Bd. I (Juli bis Dec. 86, No. 1—4).
4. Annual report of the Fishery Board for Scotland
(for 85), Edinburgh, 1886. 8^. 84. u. 346 S., 10 Tf.
Rep. U. S. Fish Commission Part. XII for 84. Ausser
dem Verwaltungsbericht der Commission im Appendix:
mehre Artikel (Übersetz, nach skandinavischen Autoren)
über Fischerei Islands, üb. Fischereibetrieb in Schweden,
Jütland; Nicklas, die Fischwirthschaft (Übersetz, p. 467
bis 658), Ryders Arbeit über Fischflossen (s. S. 243); einen
Aufsatz von Chittenden u. Cummins über Verdaulich-
keit des Fischfleisches S. 1109—22 (Abdr. aus Am. Chem.
Journ. VI); Hermes, Wanderung der Aale (1884, Übers.),
Kerbert, Chromatophagus parasiticus (1884, Übers.)
p. 1127 — 36 (Tfl.) etc. Vergl. Tann er: Nordamer. u.
Westindien. — Bull. ü. S. Fish Comm. Vol. VI for 1886.
Atti della commissione consultativa per la pesca,
Sessione 1886, Roma, 1886, 97 S. 8«, 3 Tf.
A. Labaletrier, Traite - Manuel de pisciculture ;
Paris 86, 8», 356 S. 64 Abb.
Archiv f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. T
290 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
F. Buckland, Log Book of a Fislierman u. Zoologist;
London 86, 8», 111. new. ed.
H. C. Pennel, Fisliing, Vol. I Salmon and trout,
II Pike and other coarse fish. London 85, 8 ^. ill.
B. Dürigen [u. Matte], Fremdländische Zierfische,
Winke zur Beob., Pflege und Zucht der Macropoden,
Guramis, Gold-, Telescop-, Hundsfische u. a. Berl. 1886, 8^,
52 S. 1 Tfl. Bezieht sich auf die Gatt. Macropus, Os-
phrom., Anabas, Carass., Tinea, Umbra, Silurus, Callich-
thys, „Fundula cyprinodonta C", N. Amer., „poisson arc-
en-ciel" Indien [diese Sp. viell. Betta pugnax, die auch
Ref. von Saigon leicht nach Europa brachte, der 1870
auch Poecilia unimaculata von Brasilien im Aquar. zu
Hamburg hielt.]
(Anonym.) Saccobranchus fossilis (Silur.) u. Ophioceph.
striatus aus Indien im Aq. der Colonial u. Indian Exhib.
in London, Nature, Bd. 34, 501. Desgl. Gymnotus aus
Guiana, S. 246.
F. Zenk, Fischz. in Gärten u. Aquarien. Pop. Vor-
trag, mehr das ästhet. betonend, auch histor. ; Zool. Gart.
XXVII 154—8, 191—6.
W. Hess, d. Süsswasseraq. u. s. Bewohner, 255 S.,
105 Abb., Stuttg. 80.
K. G. Lutz, d. Süsswasseraq., 171 S., 16 col. Taf.,
40Xyl., Stuttg. 80.
(Anonym.) Einführung deutscher Fische nach Italien
(Salmo salar, fario u. salvel., Thymallus, Coreg. Wartm. ;
Bull, di notiz. agrar., No. 1. Genapo 1886 (nach Zool.
Gart. XXVII 130).
M. V. demBorne, der Schwarzbarsch u. d. Forellenb.
[Grystes], ihr wirthsch. Werth u. ihre Züchtung; Sep.-
Abdr. aus: Deutsche landwirthsch. Presse. 10 S. 8^, 2Xyl.;
auch in Mitth. üb. Landw., Gartb. u. Hausw., Berlin VIII,
53 — 55. „Forellb." neuer N. für Micropt. salmoides Lac,
large mouthed black bass, wogegen M. dolomieui Lac.
(small m. bl. bass) „Schwarzb." heissen soll.
V. Stemann, im Juni u. Juli 86 Acip. sturio an der
in der Ichthj^ologie während des Jahres 1886. 291
untern Elbe künstlich gezüchtet; Circ. deut. Fisch. -Ver. 86,
S. 212 u. 263.
C. Weigelt, „die Schädigung von Fischerei und
Fischzucht durch Industrie- u. Hausabwässer," Arch. f.
Hygiene III, Heft 1 u. S.A. München 1885. (Vergl. auch
oben S. 286.)
R. Leuckart, Gutachten üb. Verunreinig, von Fisch-
wässern. Als M. S. gedr., Cassel, 8». 16 S.
Als Forellenfutter benutzt man in Japan ein Gemenge
von Seidenraupen-Puppen u. Mehl. Zool. Garten XXVII 95
(nach Bull. d'Acclimat. Sept. 85).
Das preussische Fisohereigesetz, mit Anm. u. 28 Abb. ;
Berlin 86, 8«. 80 S.
H. Landois, Fischerei -Verhältnisse des Münster-
landes. Jahres-Ber. der zool. Sekt. d. westphäl. Prov.-Ver
f. Wiss. u. K. für 86/87, S. 39—43.
E. Friedel, ,,Fischereiverhältn. in Osterr., Ungarn
u. Kroatien, Eeiseberichte. Circ. d. d. Fischerei-V. 1886,
105—127.
Ninni berichtet über das Grego'sche Unternehmen,
die ungesunden Küsten-Sümpfe am Nordende der Adria
für Fischzuchtzwecke zu verwerthen; T. C. Boll. di nat.
agr. Roma, 1885, Ausz. in: Zool. Garten XXVII 67.
W. Watt, Statistics of Scottish fisheries, Rep. 55. meet.
Br. ass. adv. sc. 1885, 1175—6.
F. Heincke, die Seefischereien Norwegens. Mitth.
d. Section für Küsten- u. Hochsee-Fischerei, Berlin, 1886,
Juli, August; Übers.: Bull. F. C. VI 265—272.
K. Jto, Fischereigewerbe im Hokkaido (Insel Yeso).
Im Norden Japans spielen die Haupü'olle: Oncorhynchus
haberi u. perryi, Gadus brandtii [?= morrhua], Clupea
melanosticta u. harengus; Statistik für 1884. Bull. F. C.
VI 342—5. Vergl. auch: J. C. Cutter ebd. 383.
Poliakoff's Reise auf Sakhalin, übers, von Arzruni,
Berlin. Behandelt Fischerei.
Emma M. Beckley, Fischgeräth auf Hawaii; Bull.
F. C. VI 245—56.
292 I^i*. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
J. Petroff, Report on tlie population etc. of Alaska,
Washington 1884, 4». 189 S. (Auch Fischerei).
Vergleiche ferner im syst. Th. : Lucioperca, Hüb-
ner; Gadus (Brutapparat für schwimmende Eier) Ryder;
Clupea, Brook u. Andere; Salmo, Young u. Char-
pentier; Anguilla, Nitsche u. A.; Acipenser. —
Krankheiten s. S. 285.
Faunen.
Allgemeines. L. Vaillant, fasst die Ergebnisse der
bisherigen Tiefseeforschungen besonders bez. der Abdo-
minales zusammen. Es fehlen völlig die Leptocardier,
Ganoiden, Dipnoer; Cyclostomen gehen nur bis 600 m,
auch hier noch selten ; Elasmobranchier sind ziemlich gut
durch Haie schwach durch Rochen vertreten. Unter den
Teleost. fehlen Lophobr. u. Plectogn. Die Acanthopt.
erscheinen unter 500 m nur ausnahmsweise, so Pediculaten
(Melanocetus) u. Notacanthus. Apoden sind zahlreicher.
Die Abdominales und Anacanthini herrschen weitaus;
unter den Abd. sind es meist die zwischen den Haupt-
typen stehenden Fam. (vergl. Ber. 83 S. 500), die Scopel,
Sternopt, Stomiat, ausserdem Halosaur., Bathythriss. und
Alepoceph. ; die 3 letzteren sind ausschliesslich Tiefseef.
Die Alep. umfassen bereits 6 Gatt, und 15 Sp. ; Ano-
malopterus (n. g.) mit auffallend gestellten Fettfl. , das
langgestreckte Leptoderma (n. g.) mit hoher D. u. A.,
Alepoc-, Bathytroctes- , Xenodermichthys- Arten wurden
durch die Talisman-Exped. entdeckt. Die meisten dieser
F. tragen die Fl. in hechtartiger Anordnung. Compt. rend.
Ac. Paris, Bd. 103, S. 1237—9.
H. Filhol, la vie au fond des mers. Paris 1885, 8^;
poissons, S. 79 — 117, Abb. von Melanocoei, Malacost.,
Bathypterois , Eurypharynx , Neostoma , Neoscopelus
(S. 65), u. a.
L. DoUo, La vie au sein des mers, et les poissons
abyssaux; Rev. des questions scient. (Brux.), XX 181 — 92
(Schluss 1887, XXI 33—64 Xyl.).
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 293
Vergleiche bez. Tiefsee: Linophryne, Collett bei
Pediciilati in Syst.
K. Kräpelin, Fauna der Hamburger Wasserleitung.
Das Wasser kommt aus der Elbe ohne Filter in die Lei-
tung, daher können zufällig u. auf kürzere Zeit alle Thiere
der Elbe angetroffen werden; wirklich angesiedelt ist von
Fischen nur Anguilla vulg., u. zwar nicht selten als Albino
(jedoch finden sich diese Albinos, wenn schon unvoll-
kommen, auch in der Elbe). Sonst Gastrosteus acuL,
Lota und Plat. flesus beobachtet. Abh. a. d. Geb. der
Natw., herausg. v. Natw. Ver. Hamburg IX No. 3.
Europa. H. G. Seeley, The fresh- water fishes of
Europe. 450 S., 214 Xyl. London, Paris etc. 1886. 8^-
Compilation, Abb. aus Heckel u. Kner; Kritik in Nature,
Bd. 34, 569.
Nordeuropa. C. F. Lütken, Dijmphna-Togtets zoo-
logisk-bot. Udbytte, Kopenh. 1887, 8«. Beitr. z. K. der
Fische des Karischen Meeres (Lütken) S. 115—154, Tf. 15
bis 17 (Aug. SQ). 10 Sp. : Aspidophor. olrikii, Icel. ham.,
(Centrid. uncin., westl. v. Nowaja-S.), Gymnel. vir., Lump,
med., Gadus saida, Lycod. lütk., palL, retic, Lipar. fahr.,
reinh. ; Liste der bek. 47 nordeur. Sp. ; französ. Resume
S. 499—506.
F. Steindachner, Fische von Jan Mayen, gesamm.
V. Dr. F. Fischer. 9 Sp. : Cottus scorpius, Icelus ham.
(nur dies Sp. häufig), Triglops ping., Cyclopt. (Eumicr.)
spinosus, Liparis lin., L. (Carepr.) reinh., Lump, lampetr.,
Lycod. retic, Gymnelis vir. ; Bemerkungen (s. Syst.). —
Intern. Polarforsch. 1882/3, österr. Polarstation Jan Mayen,
Beobaciitungs-Ergebnisse, herausgeg. v. d. Kais. Ak. d.W.,
m, 105—8. 40. 0. J.
Die Süsswasserfischerei in Island; bezieht sich nur
auf Salmoniden, ausschliessl. praktisch; Bull. F. C. VI
161 — 176 (nach d. dän. Fiskeritidende Juli u. Aug. 85).
W. Kükenthal u. B. Weissenborn geben eine
Liste von 26 bei Bergen gesammelten Fischen; Myxine
häufig; Jenaische Zeitschr. f. Natw. XIX 788—9.
294 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
W. Liljeborg, (s. Ber. 85, 373) Sver. Norg. Fauna,
Heft 4; 1886.
C. G. J. Petersen, „nye Bidrag til den danske Hav-
Fiskefauna^' hat 526 Schleppnetzzüge ausgeführt u. auch
das Material des Kopenhagener Mus. benutzt, um Winther's
Prodr. ichth. danicae marinae (1879) bis 86 zu ergänzen;
30 Sp. behandelt: Gasterost. acul., Pagell. centr., Sebast.
viv., Zeus fab., Orcynus thyn., Gob. pictus, Callion. mac,
Liparis mont. u. lin., Lump. lamp. , Careloph. asc, Tra-
chypt. arci, Lahr, berg., Gadus min. u. lusc, Onos mustela,
Coryphaenoid. rup., Arnogl. lat., Zeug, norv., Maurol. penn.,
Argent sil, Scomberes. säur., Engr. encras., Syngn. rostell.,
Mola rot, Alop. vulp., Scyll. can., Somn. microc, Tryg.
past. , Branehiost. lanc. (Vergl. Systematik). Vidensk.
Meddel. fra den naturh. Foren. 1884, 151 — 160, 1888
(S. Abdr. 86).
Vergleiche im syst. Th. : Scopelus, Day; Eegalecus,
Grieg. Ferner Norwegen, Heincke, S. 291.
Mitteleuropa. Erl, in die südbayerischen Seen werden
Coreg. albus (amerik.), maraena, albula, wartm., Salmo
lacustris, sebago (am.) u. carpio (ital.) eingeführt; Circ. d.
deut. Fisch.-Ver. 86, S. 164.
V. d. Borne, Salmo lacustris u. salvelinus nach Nord-
deutschland importirt; Übersicht der Vertheil. von Fisch-
Eiern üb. Deutschi.; ebd. 183, 199.
1000000 Coregonus albus u. 50000 Salvelinus namay-
cush von Nordam. in 10 Orten der Schweiz eingesetzt;
Bull. Fish. C. VI 129.
J. Kolombatovic, Imenik kraljesnka Dalmacije II,
Spalato 86, 8^. 12 S. (Rept. Batrach. u. Fische Dalmatiens).
Salmo salvelinus u. Trutta lacustris in Belgien ein-
geführt; Bull. F. C. VI 258 (nach Ministerialber.).
Vergleiche: Hamburger Wasserl. , Kräplin S. 293;
Deutsche Seefische S. 289 ; u. in System. : Liparis in Nord-
u. Ostsee, Lütken; Pleuronectes bei Holland, R. Bos;
Lamna cornub., Ehlers; ferner bei S. (Salv.) fontin. u.
Amiurus.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 295
Britische Inseln. M'Intosh, British Weevers, Bib
and Poor-Cod, Ann. Mag. n. h. (5) XVIII 441—3, u. F. Day,
Br. Weev., Bib and Poor-Cod, ebd. 526 — 7 (s. Trachinus
u. Gadus).
Fishery Board for Scotland, 4. Ann. report, s. S. 289.
Cholmondeley- Penneil, the sporting fish of Great
Britain, with notes on ichthylogy; London 86. 8^. 185 S.,
18 col. Tf.
G. Brook u. Th. Scott, List of marine fauna at
Tarbertlaboratoryl; im Lockfyne(Westschottl.) wurden 1885
56 Meerf. beob., Bern. üb. Häufigkeit, einh. Namen;
4. ann. r. Fish. B. Scotl. 232—4.
M'Intosh, remarks on food-fishes. Vergl. bei System. :
Myxine, Thynnus (Tf. VIII), Trachinus Zoarces, Gadus,
Gadiculus Molva, Clupea, Raja füll.; kurze Bem. über
10 weitere Sp. Ebd. 201—14.
G. Brook, [13] ichthyological notes. Betrifft Sebast.
norv., Carel. ascan., Ctenol. rup. u. exol., Motella cim. u.
tric. (I8V2 Zoll), Phyc. blenn., Hippogl., Zeugopt. unim.
(col. Abb. Tf. 9) u. punct., Pristiu. melan., Laemarg. micr.
Rhina sq. Ebd. 222—7.
Vergl. in System.: Thynnus, Cyclopt., Liparis, Care-
lophus u. Myxine, M'Intosh; Clupea, Matthews; Lum-
penus, Sim; Salmo, Young; Lamna Gatcombe; Lae-
margus, Calderwood; Amphioxus, Köhler; Lampris
u. Brama; sowie M'Intosh S. 266 u. 268 u. Brook
(Laichzeiten) S. 268.
Prankreich, v. dem Borne, Coregonus maraena
nach Frankreich verpflanzt, Circ. d. deut. Fisch. -Ver. 86,
5. 203.
Vergl. auch: Mittelmeer.
PortugaL Furtado, Arruda: Nomes vulgares de
peixes, Liste von 186 Sp. portugiesischer Fische mit
178 beigefügten Trivialnamen; Jornal de sienc. math.,
phys. e naturaes, Acad. sc. Lisboa, No. 42, Juni 86,
S. 49—64.
296 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Italien, P. Pavesi verpflanzte 1885 Coregonus Wart-
manni aus dem Bodensee in den Comersee; desgl. wurde
S. salar, salvelinus u. Thymallus vulg. nach Italien über-
führt. Sog. ital. nat. sc. Milano, Rendic. 1886; Brief an
Benecke. Übers, in Bull. F. C. VI 263.
R. Canestrini, i pesci del Trentino e la piesca;
Rovereto 1885, 8», 63 S.
Vergl. auch über Einf. deutscher Fische S. 290.
Mittelmeer. A. F. Marion, „Documents ichthyo-
logiques,'' seltene Seefische der Provence nach Beob. seit
20 Jahren. (Vergl. Ber. 83, S. 463): Pristiurus mel, Zyg.
mall., Centrina vulp. (6 Expl.), Echinorh. spin. (1), Squat.
ang., Torp. nobil. (1), Rhinob. columnae (1), Raja und.,
Myl. aq. (4), Chim. monst. (3 Ex., in 200 m), Syngn. phlegon
(pelagisch), buccul. u. argent. im Brackwasser, Baiist.
capr. (1), Gobius geniporus V., Epineph. gig. (1,40 m. 1.,
2 Ex.), Anthias sac. (zeitweis häufig), Lichia amia (2),
Capros aper (häufig), Lampris luna (1), Centrl. pomp. (1),
Schedoph. med. (1), Strom, fiat. (1), Astrod. eleg. (1),
Coryph. hipp., Echen. rem. u. naucr. (1), Lepidop. arg. (2),
Trachypt. falx (1 Ex. 2 ml. ohne V., 1 Ex. 3 m), spin. (1),
Julis pavo u. Chromis cast. (häuf.), Sphyr. spet(l), Ammod.
cic. (in verirrten Zügen), Phycis med. u. Bothus rhomb.
(häufig), Exoc. rond. u. vol. (3 u. 5 Ex.), Säur. fasc. (häufig
geworden), Ophis. serp., Sphagebr. imb. (1). — Zool.
Anzeig. IX 375—380.
A. Cocco's Indice itt. (s. Ber. 85, 374) schliesst mit
dem Rest der Muraenidae (11 Sp.), Petromyz. (1 Sp.),
Amphioxus (ISp.), No. 304 — 316 u. den Berichtigungen
und Facciolä's Resume; Naturalista siciliano V 109 — 112,
143—9.
A. Cocco, Brief an Ranzani [Coryphaena, Schedoph.]
ebd. 161, 189.
A. Colombo, Raccolte zoolog. eseguite dal „Was-
hington" 1885. Es wurden auf der Fahrt von Italien zum
Bosporus 15 Sp. Fische erbeutet, wovon e. Liste. Rivista
maritt., Anno XVIII (85) 3. Q., S. 23—54.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 297
M. Katuric, Notizie zoologiche. Von Dalmatien
der Fang von 3 seltn. Sp. erw.: Zygaena mall., Luvarus
(1ml.), Tetrapt. belone (Xiphiid. [l,8om]); 3 Ang-uilla-
formen s. Syst. — Bollettino della soc. adriatica sc. nat.
Triest, IX 218—21.
Vergleiche in Syst.: Ophidiidae, Doderlein; Pleu-
ronect. (Rhomboidi.) Facciolä; Solea, Raffaele; 2 Sp.
Belone, Jordan ii. F.; Alopias, Vaillant.
Osteuropa. G. Rad de, Verz. der (74) aus dem Caspi
u. seinen üferländern bek. Fischarten, insbes. a. d. Talysch-
Gebiet (26); nach Kessler's Arbeit (1877), im Sefidrud
bereits einige iranische Cypriniden. In: Fauna u. Flora
des südwestl. Caspi -Gebietes, Leipzig 1886. 8^, S. 83
bis 86. (s. Salmo.)
N. Warpachowski, Ichthyol. Fauna des Gouvern.
Kasan (russ.); Zapiski Ak. nauk, St. Petersb., LH 1 — 71,
Karte. 46 Sp. 1 neu?
Warpachowski, Fische des Ilmen-Sees u.Wolchow-
FL, Gouv. Nowgorod (russ.), ebd. LIII 31—68.
Vergleiche in Syst.: Phoxinus, Warpachowski.
Africa. H. Morstat t reproducirt Pappe's Beschrei-
bungen zu 36 Aquarellen essbarer Fische vom Cap. Colo-
nial and Indian Exhibition, Cape of Good Hope, Cata-
logue of exhibits. London, 8^. S. 34.
(Anonym.) Eine Ausstellung von Brazza's Samm-
lungen (Congo) in Paris enthält zahlreiche Fische, worunter
viele neue Sp. Am. Nat. XX 1062.
Vergleiche im syst. Th. : Thominot über Cteno-
poma (Westafr. l^N.), Brachyalestes, 2 Barbus, Pimelodus,
Hemirhamphus (Cap); ferner Güntber üb. Pachymetopon
(Sparidae); Linophryne (Tiefsee bei Madeira), Collett;
Malopterurus, Fritsch; Protopterus, Schneider.
Asien. Hüll, Fishes of the Sea of Galilee, = Ber. 85,
375. Rep. 55. meet. Br. ass. adv. sc. 1066—8.
Nikolski, die Fische des Balchasch See zeigen
sämtlich östliche Verwandtschaft, (vergl. Ber. 85, S. 376.)
298 ^^' F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Ausz. in: Nature, Bd. 34, 201 u. Arch. slaves Biol. I 2,
S. 468—9.
A. Haly, ,Note on the coli, of fish in the Colombo
Museum; The Taprobanian I 165 — 7. Eine Zahl F., welche
neu f. Ceylon.
Vergi. Chlamydoselachus, Garman bei System.
G. C. Bourne, Fauna of Diego Garcia, Chagos Group
[7^8], erwähnt einige Fische, Periophthalmus (Notiz üb.
Lebensweise), Ophichthys, Novacula, Zygaena, Carcharias
glaucus, etc.; Pr. Zool. soc. London, 86, S. 331 — 4.
T. Jrvine Rowell Esq., M. D. bringt eine Liste von
186 Malayischen See -Fischen mit Malayischen Namen,
desgl. von 25 Süsswf. Colonial and Indian Exhibition.
Catal. of exhibits in the court of the Straits Settlements.
London 8<^.
Vergleiche üb. Asien: Fischerei von Japan (Jto)
u. Sakhalin (Poliakoff) bei Fischz. S. 291 u. in Syst.
Hemirhamphus (Kambodgia) Thominot.
Australien. E. P. Ramsay u. J. Douglas-Ogilby,
Contrib. to Fish-fauna of New -Guinea. Durch Frogatt
und Smithurst von der SO-Küste 25 Sp., wobei 12 sp. n.
u. 10 n. f. N.-G.: Ambassis agr. u. sp. n., Scolopsis sp. n.,
Synagr. not., Lethr. mahsenoides, Gazza min., Equula sp.n.,
Gobius sp. n., Eleotris poroc, butis, gyrinoides, Periopth.
schl., Nematocentris 2n., Arius 2 n., Hemipimel. 2 n.,
Engraulis 1 n., Chatoe. nas., Kurtus gulL, Corica In. —
Pr. Linn. S. N.S.Wales (2) I 8—20.
Dieselben, note on Xiphasia from Port Jackson,
ebd., S. 1.
Dieselben, Descript. of two new fishes, Myripristis
(Admiralitäts-J.) u. Syngnathus (Clarence R.); ebd.,
474—5.
Dieselben, Undescr. Chilodactylus ; ebd. 879.
Dieselben, Undescr. Sciaena from N.S.Wales; ebd.
941—2.
Dieselben, Beschr. [4] neuer Fische; Gob. u. Monac.
von Sidney, Solea u. Galaxias v. Südaustr. Pr. Linn. S.
N.S.Wales (2) I 4—7.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 299
Dieselben, 2 new f. from PortJackson; Nannocampus
Seriola; ebd. X 757.
Dieselben, a new Coris, ebd. X 851.
Dieselben, Descr. of new or rare Australian f.; In.
Pteroplatea (Ber. 85), Cirrhitichthys, 1 n. Sebastes, 1 n. Pla-
tyceph., Lepidotrigla; ebd. X 573—9.
Douglas-Ogilby, Remarks on Trachichthys ; ebd.
X 580—2.
W. Macleay, Dules hasw., Aristeus rufesc., Serranus
lanceol. (neu f. Austr.), Eleotris sp. n.? mit winzigen
Schuppen, bei Cairns (Queens!.); Pr. L. Soc. N.S.Wales,
(2) I 882.
W. Macleay, merkw. Fisch, v. Lord Howe I. [Cte-
nodax = Tetragonurus], ebd. X 718, Tfl. 47 u. (2) I 511.
N. de Miklouho-Maclay u. W. Macleay, Plagi-
ostomata of the Pacific; 1 Heterodontus, 1 n. Myliob., In.
Discobatisn. g.; Pr.Linn.S.N.S.Wales,X 673— 8,Tfl. 45,46.
W. Macleay, Zoology of Australia, Pap. pr. and
rep. of r. soc. Tasmania (Hobarton) 1885, 285 — 308;
Fische 285—308.
W. Sav. Kent, New or rare f. taken in Tasm. waters;
Rep. Fish. Tasm. 1886, 13—14.
F. Mc Coy, Prodromus of Zool. of Victoria. Dec. 11
mit 10 Tf. Melbourne 1885 (Trachichthys, Chironectes^
Trachypterus. Lanioperca [Sphyraen.], Monac).
H. Filhol, Rech, zoolog, bot. et geol. faites ä File
Campbell et en Nouv.-Zel. (= Recueil de Mem. obs.
Passage de Venus III, 2.). Paris, Acad. sc, 1885. 4^
L. Vaillant, Mater, p. serv. ä l'hist. Ichthyol, des
Archipels de la Societe et des Pomotous. Nach den
Samml., Notizen u. Farbenskizzen von Jngouff und Pra-
dier wird über 24 Sp. vom südöst. Stillen Meere berichtet:
Tetrodon, Ostrac, Ophichthys, Chanos, Saurus, Rhomboidi.,
Cheilinus, Fistul. , Caranx, Platax, Zanclus, Dactylopt.,
Synanceia, Sphyraena, Mulloides,Upen., Myripr., Lethrinus,
Diacope, Lutj., Serranus. Fundorte: Tahiti (Gesellsch.-I.)
Rangiroa u. Marutea (Pomotou-L), Rikitea (Gambier-!).
300 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Alle Formen noch der indischen Fauna zugehörig. Bull,
s.philom. Paris XI 49—62 (IS.Dec. 86.). Vergl. p. 238, 289.
— ? Nach Neuseeland sind importirt von 1875 — 81:
Salvel. fönt , Amiurus catus, Salmo quinnat. Bull. F. C.
VI 304. — Desgl. Salmo salar; S. fario schon zahlreich,
Nature, Bd. 34, 501.
Vergleiche bez. Australien in Syst.: Atherinidae
(Ctenodax) Macleay; Pimelepterus u. Girella, Dougl-
Og.; Sparidae (kein Pachymetopon in Austr.) Günther;
Mola, Hamilton.
America. D. S. Jordan, Cuv. Val.'s Typen im Mus.
zu Paris; auch Originalex. v. Guichenot, Desmarest u. A.
wurden untersucht, im Ganzen 88 No., nur amer. Teleost;
1 sp. n. (Saurus), 1 g. n. Marcgravia (Batrachus e, p.); die
zahlr. wichtigen Änderungen der Syn. im syst. Theil ref. ;
Proc. nation. mus. IX 525—546 (S. 545—6 erst 87 ersch.).
Vergleiche bez. des ganzen Amer. im syst. Th. :
Gerres, Everm. u.M.; Prionotus, Jordan u. H. ; Juli-
dinae, Jordan u. H. ; Belone, Jordan u. F.; Tetrodon,
Jordan u. E.
Nordamerika. Salmo fario von Deutschland nach
N. Amer. (hier „brown trout"), Coregonus albula desgl.
McDonald, Bull. Fish. Comm. VI, 133, 388, 386. (Vergl.
auch V. Behr, Circ. d. deutsch. F.-V. 1886, S. 140, u. Ber.
85, 426.)
J. F. Whiteaves, Catal. of Canadian Pinnipedia,
Cetacea, Fishes and mar. invert.; Ottawa, 8^, 42 S.
D. Honeyman, Nova-Scotian Ichthyology; Pr. Tr.
N.-Scot. Instit. nat. sc. (Halifax), VI 328—30.
B. W. Evermann, List of f. in the vicinity of Brook-
ville, Franklin Co., Indiana; Bull. Brookv. soc. n. h., Nr. 2,
S. 3^11.
D. S. Jordan, Liste der von Beaufort (N.Car.) bek.
Fische; 114 Sp. incl. 5 Süsswf. (4 Cyprinodonten u. 1 Lepi-
dosteus); davon 22 neu von Jenkins gesammelt. Notizen
üb. Serranus dispil., Gobius enc, Blennius (Hypl.) gemin.,
Citharichthys, Hippocampus. Proc. U. S. nat. mus. IX
25—30.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 301
Bart. W. Evermann u. Ch. H. Bollman, Coli, of
f. from Monongahela-R. , (im Südw. Pensylv.) enthält:
1 Lepidosteus, 3 Silur. (1 Not., 2 Ict), 4 Catost, 14 Cypri-
nidae (vergl. Notr. Imds. im syst. Th.), 1 Clup. (Doros.),
1 Percopis, 4 Centrarch., 10 Etheost, 1 Sciaen. (Aplod.),
1 Cottus. Ann. New- York Aead. of Sc. III, 335—340.
D. S. Jordan u. Ch. H. Gilbert, Listen der in
Arkansas, Indian Territory u. Texas Sept. 84 ges. Fische.
Nach Texas zu verarmt die Fauna an Artenzahl wegen
der isolirten Flussläufe u. der trocknen Sommer, ändert
aber sonst ihren Charakter nicht. — Die Expedition
sammelte im White-R. : Siluridae 2 Spec, Catost. 2, Cy-
prinidae 12, Cyprinodont. 2, Labidesthes (Atherin.) 1, Cen-
trarch. 3, Perc. 5, Cott, 1. — Im Arkansas-R. an d. Grenze
V. Ind.-T.: Lepidost. 2, Sil. 6, Cat. 4, Cypr. 14, Dorosoma
(Clup.) 1, Cypdt. 2, Labid. 1, Perc. 12, Centr. 6, Aplo-
dinotus (Sciaen.) 1. — Im Washita-R. : Sil. 3, Cat. 4, Cypr. 8,
Clup. 2, Hyodon 1, Cypdt. 3, Esox 1, Serran. 1, Centr. 6,
Perc. 17. — Im Red-R.: Ganoid. 2, Sil. 2, Cat. 2, Cypr. 5,
Clup. 2, Hy. 1, Cypdt. 2, Centr. 3, Perc. 2, Serr. 1, Aplod. 1. —
Im Sabine -R. (Texas): Sil. 1, Cat. 2, Cypr. 7, Cpdt. 2,
Centr. 2, Perc. 4. — Bei Dallas (Tx.): Sil. 2, Cypr. 6,
Cpdt. 2, Centr. 1, Perc. 2. — Bei Beiton (3PN.) im Rio
Lampasas: Lepid. 1, Sil. 3, Cat. 2, Cypr. 6, Cydt! 2, Centr. 4,
Perc. 2. — Bei Austin: Sil. 3, Cat. 3, Cypr. 8, Anguilla 1,
Cpdt. 2, Centr. 4, Perc. 2, Aplod. 1. — Bei San Marcos:
Lepid. 1, Sil. 1, Cat. 1, Cypr. 5, Cpdt. 1, Ang. 1, Centr. 2,
Perc. 4. — Bei New-Braunfels (29V4<^N.): Cat. 1, Cypr. 6,
Doros. 1, Cpdt. 1, Centr. 3, Perc. 2. — Zahlreiche Notizfen,
haupts. bei Percidae (n. sp. von Uloc. u. Hadropi), Cyprin.
(n. sp. von Notropis) u. Silur. (Notur. n. sp.). Proc. nat.
mus., IX 1—25.
D. S. Jordan, Fische bei Pensacola ges. von Stearns:
2 Exoc. , 1 Siphost. , 1 Chaetod. sp. n. , Schlüssel d. am.
Callyodon, 1 Prionotus, 1 Gnathypops, 1 Tetrodon; Liste
von 11 weiteren Sp. , die im Magen von Lutj. aya ge-
funden. Pr. nat. mus. IX 225—9.
Jordan u. B. W. Evermann, 6 n. Sp. etc. aus dem
302 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Golf von Mexico, Serranus, Prionotus, 2 Pseudoscarus,
Callechelys, Steinegeria g. n. (Bramidae) ; Not. üb. Synon.
u. Vork. von 12 and. Sp. auf den Snapper Banks (östl.
Florida), meist aus dem Magen v. Serranus morio (red
grouper). ebd. 466—475.
Evermann u. Ford., List off. Kansas, (Ber. 85, 383)
abgedruckt in: Bull. Washburn coli. lab. nat.h. I 184 — 6.
Ch. H. Gilbert, „3. series of notes on Kansas fishes,"
zählt auf als neu gefunden 18 Sp.: 4 Silur.; 4 Kotropis
(s. Syst.), 2 Hybopsis (1 sp. n.), 1 Cliola; 1 Zygonectes;
5Perc. ; 1 Lota. Von 17 Sp. vermehrte Fundorte. Mehr-
fach krit. Bem. B. Washb. lab. I 207—211.
Ch. H. Bollman, Fische des Escambia-Fl. [Flor. u.
Alab.] u. n. Sp. von Zygonectes: 2 Catast., 4 Cyprinidae,
3 Clup., 2 Cyprinod., 1 Esox, 6 Centrarch., 3 Etheostoma,
1 Labrax. Proc. n. mus. IX 462 — 5.
Z. L. Tann er, Rep. on the work of the U. S. Fish
Comm. Steamer „Albatross" for 1884, berichtet über die
Fahrten nach den Antillen u. an der Ostküste N. Amer.
Mehrfach Fische erwähnt, enthält auch den „Report of
the naturalist J. E. Benedict." — Rep. of Commissi-
oner, U. S. Comm. of Fish and Fisheries, Part. XII (for 84)
pag. 3—116; 1886. 8«.
Vergleiche bez. Nordamerika im syst. Th. : Poly-
nemus(Californ.)Thominot; Batrachus, Ryder; Gobiidae,
Jordan u. E. ; Gastrosteidae, Eigenmann; Merlucius,
Neye; Rhombus max. u. Solea (v. Europa eingef.); Sco-
pelidae (Benthos.) Goode u. Bean; Phoxinus, Smith
(s. Ber. 85, 421); Ophichthys (Ber. 85, 430); Syngnathus
Bean u. Dresel (Biol. soc. Wash.); Rhinoptera, Smith;
Petromyzon, Jordan u. Ford; ferner oben bei „America":
Gerres etc. u. unten bei ,,Mittel-Amer." (Goode u. B).
Mittelamerika. D. S. Jordan, Liste von F., ges.
in Havana Dec. 83; 204 Sp., wobei 1 Gambusia u. 3 Go-
biiden aus Süssw.; 1 g. n. Scartella (Blenn.) u. 2 sp. n.
Prionotus, Cithari. (Pleuron.); neu für Cuba: 3 Gerres,
1 Callyodon (Cott.), 2 Scarus, 1 Cithari. Viele Bemerk.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 303
zur Syiion. Poey'scher Sp., üb. Färb. etc. Auf den Markt
von H. kommen auch einige Arten von Florida! Pr. U. S.
nation. mus. IX 31 — 55. (Eine Liste der westiud. F. IX
554 [87]).
Jordan, als Nachtrag zum Cat. u. zur Liste pacif.
Sp. : Pempheris mex. u. Microspathodon sp. [Glyphidodon],
Proc. n. mus. IX 38.
G. Br. Goode u. T. H. Bean, Descr. of 13 Sp. and
2 Gen. of fishes from the ,, Blake" collection. Die Ex.
stammen von Agassiz' Beute 1877 — 9 im Golf v. Mexico
u. Caraiben-M. : 3 Pleuron., 1 Macrur, , 3 Brotulinae (Ba-
rathronus g. n.), 1 Gad., 2 Cataphracti, 1 Scopel. (Bentlio-
saurus g. n.); 90 — 1850 Fd. — • Bull. mus. comp, zool., Harv.
Coli., Cambridge. XII No. 5, S. 153—70, Juli 86.
W. Nye, Fischen bei Abaco (Bahama-L); B. Fish.
C. VI 125.
Vergleiche oben bei „Nordam.": Tann er und bei
„America": Gerres etc.; sowie in Syst.: Salmo, Cope;
Acanthoclinus, Mocqard.
Südamerica. Vergleiche oben bei „America": Ger-
res etc.
E. L. Holmberg, V.alTandilyälaTinta (Ber.85,385),
bespricht 7 Sp.: Pimelodus sapo, Lebias lineata, Tetranopt.
scabrip. u. interrupta, Xiphorh. jenynsii, Synbranchus
pardalis Val. ; biolog. u. krit. Notizen. In den südlichen
Gebirgen der Prov. Buenos Aires nur Malacopterygii. —
Actas Ac. n. cienc. en Cord. V 99. 1884.
Anhang. Systematisehe Arbeiten ohne fau-
nistische Begrenzung:
Thominot, Poissons nouveaux du Museum d'Hist.
nat. — 7 sp. n.: Polynemus, Pimelodus, Barbus, Puntius,
2 Hemirhamphus , Brachyalestes (Californ., Hinterindien,
Westafr.); Bull. soc. philom. Paris X 161—8.
A. Günther, Artikel „Shark", u. „Ray" Encyclo-
paedia Britannica, 9. Ed., XXI 774—9 (Xyl.), bez. XX
299—300 (Xyl.).
J. F. Cunningham, Artikel „Salmonidae", ebd,
XX 221—7.
304 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Fossile Fische.
A. V. Alth, Zusammengehörigkeit der den Fisehgatt. Pteraspis,
Cyathaspis u. Scaphaspis zugeschrieb. Schilder. Beitr. z. Paläont.
Österr.-Ungarns V 61—73, Tf, 24. — Quelques remarques sur las
ecailles des Pterasp. et Scaph.; Arch. slaves biol. I 217. Vollständiger
in: Mem. Acad. Krakau, XI 160.
Bassani, Su alcuni Pesci del deposito quaternario di Piänico
in Lombardia, Atti soc. ital. sc. nat. Milano, XXIX 344—51, Tf. 11.
(Anguilla vulg., Cypr. carpio, Leuc. aula.)
Branco, Über eine neue Lepidotus-Art. Jahrb. preuss. Landes-
anst. f. 1884 (ersch. 86), 181—200, Taf. VIII, IX. L. degenhardti sp. n.
Branco, Beitr. z. K. der Gatt. Lepidotus; Abh. z. geol. Special-
karte V. Preussen u. Thüringen. VII Heft 4, 84 S., 8 Tf. — L. degenh.
var. dubia, L. hauchecornei sp. n., L. hauch, var. paucidens., L. beyrichi
sp. n., L. köneni sp. n.
E. D. Cope, An interesting connecting genus of chordata. Die
Cephalaspididae sind den Marsipobranch. verwandt durch Mangel des
Unterkiefers u. Schildergürtels, sind aber ohne jeden Nasengang; bei
einer neuen sonst ähnlichen Gatt. Mycteroijs (Kohlenformation),
drängt sich aber in den Interorbitalraum von vorn her eine Platte
mit einem paarigen Nasenloch. Dadurch vermittelt Myct. den Über-
gang von Tunicaten (wozu Pterichthys gehört, s, Ber. 85, 333) zu
den Marsipobr. u. den echten Fischen. [Die sog. Nasenlöcher könnten
viell. nur für Tentakeln bestimmt gewesen sein, Rf.]. Das mediane
Loch oben im Kopf-Panzer von Pterichthys soll dem Prostoma ent-
sprechen, aus dem sich Geruchsorg. u. Augen differencirten. Amer.
Nat. XX 1027-31, Xyl.
Cope, Älocopodon n. g. (Myliobatidae) Pr. Araer. phil. soc.
XXIII, S. 2. — Chiromystus n. g. (Hyodontidae) ebd. S. 4. —
Enchodus subaequilateralis u. Diplomystus longicost. spp. nn. (Clu-
peidae), ebd. S. 3.
C 0 s m 0 V i c i , les poissons foss. en Roumanie, Rev. scient. (3) XI 115.
J. W. Davis, Notes on a coli, of fossil fish-remains from the
Mountain Limestone of Derbyshire. Geol. Mag. (3) III 148—157, Abb.
J. W. Davis, Über die Priorität zw. Erisichte u. Protosphy-
raena; ebenda 141, — Dazu Cope, ebd. 239.
J. W. Davis, Fish-remains from the Tertiary strata of New
Zealand; Q. Journ. geol. soc. London, Vol. 42 p. 4.
L, P. Gratacap, Fish remains and tracks in the Triassic
rocks at Weenhawken N. J. Amer. Natur. XX 243—6, Xyl.
A. V. Koenen, Coccosteus obtusus v. Koen. aus dem Oberdevon
bei Gerolstein; Verh. nath. Ver. Rheinl., Bd. 43, S. 55—57 Abb.
Gorjanovic-Kramberger, dessen Abh. Ber. 85, S. 386 ist
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 305
(in kroatischer Spr.) vollständiger ersch. in: Rad d. südslavischen
Akad. d. Künste u. AViss., Bd. 72, 1884, S. 10—66, 5 Tf.
Lazaret, Des pieces de la peau de quelques Selaciens fossiles.
Bull. SOG. geol. XIV 255—277, Tf. 13—16. — Dynatolatis, Acan-
thohatis, genn. nn. für 2 Typen v. Hautschildern.
P. Lennox, Machaeracanthus sulcatus, ein Selachier-Stachel,
Pr. Canad. Inst. (3) HI 120.
R. Lydekker, Indian tertiary and post-tert. Vertebrata. Tertiary
fishes. Palaeont. Ind. (10) III, 241—258 Tf. 35—7.
G. F. Matthew, Pteraspidian Fish in the Silurian rocks of
New Bi'unswick; Canadian rec. of sc. II 251.
H. Mitchell, Fish from the lower Old Red Sandstone of
Forfarshire. Rep. 55. Meet. Br. Ass. Adv. Sc. 85, 1023. (6 Zeilen,
kein Speciesname.)
Newberry, Notizen über Titanich thys, Dinichthys u. Diplo-
gnathus; Tr. N.-York Acad. V, 25—28.
F. Noetling, fossile Haifischzähne; Sitzb. Ges. naturf. Fr.
Berlin, 86, S. 13. -- Ginglymostoma, Odontaspis, Squatina aus bel-
gischem Tertiär.
Platnauer, Zahn v. Strophodus rigauxi; Rep. Yorks, phil. soc.
86, S. 36, Tf. 1.
J. Probst, Fossile Wirbel v. Haien u. Rochen aus der Molasse
von Baltringen (Württemberg). Die Bestimmungen von Hasse aus-
geführt. Jahresh. V. vaterl. Natk. Württemb., J. 42, S. 301—315, Tf. 9.
E. Ri vi ere, Des reptiles et des poissons tronves dans la grotte
de Menton; Comptes r. Ac. sc. Paris, CHI 1211—3
Roux, Pilz-Canäle in fossilen Wirbeln, siehe Skelet.
F. Sacco, sur q. restes foss. de poissons du Pliocene du Pie-
mont. (Kiemenstrahlen von Selache.) Bull. soc. geol. XIV 360—8.
Sau vage in: Deperet, descr. geol. du bassin tert. du
Rüuissillon, Paris 1885. 8«. S. 223. Tf. 4. Über den Stachel eines
Siluriden aus dem Tertiär von Roussillon.
D. Stur, Vorlage des ersten fossilen Schädels von Ceratodus
aus den Rheingrabner Schiefern: Verh. geol. Reichsanst. Wien, 1886,
S. 381—3.
W. Szajnocha. 0 Kilku gatankach ryb Kopalnych z Monte-
Bolca pod Werona etc. (polnisch). Krakau,- Abhandl. d. Akad. XII,
4 Tf. Hacquetia g.n.
B. Thompson, üb. Lepidotus gigas; Journ. Northampton n. bist.
soc. V, 27, Taf.
R. H. Traquair, On Harpacathus, n. g. of Carboniferous
Selachian Spines. Ann. Mg. N. Hist., Bd. 18 S. 493. Xyl. — Basirt
auf Tristychius fimbr. Stock.
R. H. Traquair, New Palaeoniscidae from the English Coal-
Measures ; Geol. mag. (3)111,441. N. sp. v. Elonichthys u. Rhadinichtbys.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. IL Bd. 1. H. U
306 I^i"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Wettstein. Über die Pischfauna des tertiären Glarnerscbiefers ;
Abhandl. Schweiz. Palaeont. Gresellschaft, XIII, 103 S. 7 Doppel-
tafehi. Ärchaeoteuthis nov. gen, verwandt mit Teuthis. Echeneis
nachgewiesen (E. glaroneum). Cytto'ides nov. gen. d. Cyttiden. Anen-
chelum fällt mit dem leb. Lepidopus zusammen.
A. Smith Woodward, Relation of mandibular and hyoid arches
in a cretaceous shark (Hybodus dubriensis). Die Anordnung ähnlich
wie bei Notidanus; der Pterygoq. -Knorpel articulirt durch einen
postorbitalen Fortsatz mit dem Schädel. — Pr. Zool. Soc. London, 86,
S. 218, Tf. 20.
A. S. Wo od ward, anat. and syst, position of Squaloraja poly-
spondyla Ag. Als eigne Fam. Squalorajidae angesehen, ähnl. den
Pristlophoridae, aber ohne Rostralzähne u. mit dem chimaera-ähnl.
Schnauzenhaken beim Männchen. Proc. zool. soc. London, 86, 527, Tf. 55.
A. S. Wo od ward, on the Selachian g. Notidanus Cuv. ; G-eol.
Mag. (3) III 205—17, 253—9, Tf. 6. — Üb. einen Zahn v. Notid.
amalthei, ebd. 525.
A. S. Woodward, Notid. gigas u. meneghinii; Rep. Yorks,
phil. soc. 1886, Tf. 1.
A. S. Wood ward, Remarkable Ichthyodorulite fr. the Carboni-
ferous Series of Western Australia; Geol. Mag. (3) III S. 1—4. Als
modificirter Brustflossen-Stachel gedeutet, mit Pelecopterus verglichen.
Yergl. auch Cope und W. Davies, ebd. S. 141.
V. Zittel, über Ceratodus. Sitzb. math.-ph. Gl. k. bayer. A. K.
W., 1886, Heft 2, 9 S., 1 Tf.
V. Zittel, vermeintl. Hautschilder fossiler Störe. — Die betreff.
Stücke (Molasse, Oberschwaben) gehören zur Rochengatt. Acantho-
batis. Ebd., 4 S.
Systematik.
Bemerk. Die in dieser Abtheil, referirten Arbeiten sind sämmt-
lich im Vorhergehenden (besonders unter „Faunen") aufgeführt, u. dort
meist ausführlicher citirt. — Die neuen G-att.- u. Artnamen sind
schräg gedruckt.
Allgemeines. Systemat. Werth der Ölkugeln im Dotter, s.
Prince, S. 266; vergl. auch Ryder, S. 243 (Flossen) u. S. 282
(Phylogenie).
Acanthopteri,
Allgemeines. Kopfknochen s. von Klein, S. 242.
Pereidae. Percafluv. : Anatomie, Braun, S. 238; Schwanzfl.,
Ryder, 243; Retina, Krause, 256; Darm, Cattaneo, 259; Psoro-
spermien, Piesbergen, 285.
Luciop. Sandra, alle zusammenlebenden Ex. laichen oft an einem
Tage, daher es schwierig, Eier für künstl. Zucht zu gewinnen,
hl der Ichthyologie wälirend des Jahres 1886. 307
Benecke, Circ. deut. Fisch.- V. 1886, S. 41. „Zur Zanderziicht",
Hübuer, ebd. 127—8.
Acerina, besond. stark mit Larven von Uniouiden behaftet, s, S. 285.
Lates calcarifer hat auf d. Zunge Felder von granulösen Zähn-
chen, Douglas -Ogilby, Pr. L. s. NSW. (2) I. 853.
(Labrax.) Roccus lineatus, Escambia-Fl., 2. A-St. kürzer als
bei nördl. Ex. ; Bloch's Fig. auf die anier. Art zu beziehen, also nicht :
R. septentr.; B ollmann, Pr. n. m. IX 465; Verbreit, in Südcarolina,
F. Bums, Bull. Fish Comm. VI 124. L. lupus: Skelett, Brühl,
s. S. 240.
Etheostoma squamic. beschr., mit beani u.nigrof. im Escambia-R.,
B oll mann, Pr. n. m, IX 464. — E. coerul., dazu lepidum als nackt-
wangige Var., Kansas; Gilbert, Bull. Washb. lab. I 209. — E. (Poec.)
jessiae, Var. von Texas; E. (Poec) lepidum, viell. mit coerul. durch
Überg. (var. spect.) verbunden, Beschr. ; Jordan u. Gilb., Pr. n. m.
IX 16, 19. — E. (Rhoth.) zonale arcansanum, mit nackter Brust,
Ozark-Geb,, Jordan u. G. ebd. 5. Alvarius fönt. (85) nur durch ein-
stachelige A. u. Färb. v. punct. versch., Texas; Jordan u. G. ebd. 23.
Cottogaster copelandi, Expl. vom Arkansas-R. mit beschuppten
Wangen; Jord. u. G. ebd. S. 9.
Ulocentra histrio, Praemax. „fast protractil", Schädel schmal u.
stark quergewölbt in der Scheitelgegend; (als Etheostoma histrio S. 12;)
keine Diagn. od. Beschr.!; Jord. u. G. ebd. 9.
Hadropterus scierus var. serrula eine südl. Form, Sq. 68—71,
blasser mit deutlicheren Flecken, Texas; Jord. u. G. ebd. 16.
Boleosoma olmstedi macul., Nacktheit u. L. lat. variabel, Gil-
bert, Bull. Washb. lab. I 209.
Ammocrypta vivax, ob = pelluc. var.?, Jordan ü. Gilb., Pr.
n. m. IX, 9.
Crystallaria aspr.,! 14/13, 1/12, 83, 7/x; Jord. u. G., ebd. 12.
Centropomus undec, dazu append. P.; ensif. P., dazu affinis St.,
aber arm. Gill (pacif.) versch.; Jordan, Pr. n. m. IX 39.
Centropristis, Jordan unters. C. V.'s Origex. von atrobranchus,
brasil., rufns; atr. ist nahe Serr. phoebe Poey, Färb, versch.; bras.,
dazu wohl syn. C. dispil. Gth. u. sublig. Cp.; rufus nur durch runde
(statt dreilapp.) Caud. v. atrar. L. versch.; alle 3 zur Gatt. Serranus
s. s. typ. scriba). Jordan, ebd. 533.
(Centropristis.) SeiTanus tabac. Färb.; Jordan, ebd. 39.
Serranus hexagonatus bis 1,50 m. 1.; S. louti, Fleisch immer
giftig, Vaillant, Pomotou-I. Bull. soc. philom. XI, 62. — S. lanceol.
Blk. in Australien, Macleay, Pr. L. s. NSW. (2) I 883.
Serranus, Jordan unters. C. V.'s Origex. von undulosus (wird
Mycterop. scirenga Raf.) u. ein Ex. v. niveatus (wozu als sehr abw.
Altersfärb. viell. flavolimb. Poey syn.); Pr. n. m. IX 532. Ebenso
Jordan u. Ev. ebd. 475.
U*
308 Dl'- F. Hilg-endorf: Bericht über die Leistungen
(Serranus.) Mycteroperca tigris C. V., dazu camelop. P. (als
rothe Var.); M. venenosa L. u. M. v. var. apua Bl. (wozu syn. Bod.
margin. Bl. Sehn.), Synonymie; Epin. catus C. V., dazu E. lunul. P.;
Enneacentrus fulvus L. (syn. punctul. P.), E. f. ruber BL Sehn. u. E.
f. punctat. L. nur starke Farbvar.; E. guttat. L., syn. Petr. apiar. P.
u. zu E. g. coron. C. Y. syn. Petr. gutt. P, ; Jordan ebd. 39—41.
Serranus dispilurus Gth. 67 (als Centropr.), dazu syn. subli-
garius Cp. 70, Auge u. Kopf gross, als bei phoebe, in N. Carolina;
Jordan, ebd. 27.
Serranus ocyurus, 82 mit trifurcus L. vermengt, vom nördl.
atrar. durch Färb, (dem jungen atr. hierin ähnl). Kiemd., Wangensch.,
Praeopd. u. entwick C. versch. ; östl. Florida, Jordan u. Everm., Pr.
n. m. IX 468.
Plectropoma. Hypoplectrus indigo P., dazu als adult. bovinus P. ;
Färb.; Alphestes afer Bl., dazu chloropt. P. Jordan, ebd. 39.
(Anthias.) Aylopon martinic. Guich. (68) von Anth. vivan. u.
asperil. versch,, Beschr. des Origex. ; Jordan, ebd. 533.
Protonogrammus mit multif. u. viv. (Lebensfärb. beschr.) von
Anthias zu trennen; Jord. u. Everm., Pr. n. mus. IX 474.
Platyinius syn. zu Aprion; s. unt.
Aprion, dazu Plat. viresc. 0. V. u. Centropr. macrophth. M. Tr.;
Jordan, ebd. 535.
Apsilus, dazu Syn. Tropidinius, mit fusc. C. V. u. dent. Guich.;
Jordan, ebd. 535.
Diacope gibba, Färb.^ Pomotou-I.; Vaillant, Bull. s. phil. XI 61.
Lutjanus bohar, Färb, etc., Tahiti; L. argentimac. ?, Fleisch in
einigen Monaten giftig, Pomotou-I.; Yaillant, ebd.
Lutjanus. Origex. in Paris unters.: Mes. cyanopt. C. V., dazu
syn. cubera P. (als adult. ohne schwarze Achsel), pargus, canina St.,
dentatus; M. litura zu jocu; linea, flavesc. u. cynodon zu caxis Bl.
Sehn.; M. mohogoni, dazu ojanco P. u. ricardi C. V. als juv.; vivanus
wird juv. V. aya Bl.; Jordan, Pr. n. mus. IX 534, — L, aya, Fischsp.
in dessen Magen, Jord., ebd. 229.
Priacanthus macrophth. C. V. wird catalufa Poey; Jordan
Pr, n. m. IX 41.
Apogon pigment. P., Färb.; Jordan, ebd. 43.
Ambassis gigas, l^i^, V^ ; 39, V^g; flöhe 2V2 in Totl.; gelb,
Seh. braunrandig, Fl. hint. 2. Dstach. ; Strickland R., N.-Guinea; A.
agr. in N.G.; Ramsay u. D., Pr. L. s, NS Wales (2) I 9, 8,
Lanioperca u. Nematocentris s, S. 318.
Lepomis megalotis, abweichende Färb., Texas; Jordan u. Gilb,,
Pr, n. m. IX 19.
Micropterus salm,, Ex. v. Texas mit klein. Mund und abweich.
Färb., Jord. u. G., ebd. 21. — Vergl. v. dem Borne, S. 290.
in der Iclitbj^ologie während des Jahi'es 1886. 309
Pristipomatidae. (Pristipoma.) Orthopristis chrysopt. L., dazu
Poeyi Sc; Anisotr. virg., dazu virg. u. spleniatus P.; Jordan, Pr.
n. m. IX 42.
Haemulon, die Orig. in Paris unters.; canna C. V., parrae J. u.
Sw. u.? caudim. C. V. werden bonariense; zu parra Desm. kommt:
acutum J. u. Sw., chromis C. V., ferner? caudim. C, ? xanthopt. u.?
canna Ag. ; scbranki Ag. viell. zu steindachneri ; chrysarg., dazu taen.
P.; striat. L. = ? rimator; 4-lin. C. V. = ? trivitt. Bl. Sehn.; hians
Haly 75 zu ? sciurus; Liste der amerk. 19 Sp. Jordan, Pr. n. m. IX 535.
Scolopsis macrophthalmus, Sq. 38, Vis; H. SVe in Totl., Auge 2^5
in K. ; olivbrauu, Scli. m. silberf. Basis, P., V. u. occiput dunkel,
unt. C. orange, goldne Fl. unt. L. 1.; Port Moresby; Ramsay u. D.,
Pr.L.s.N.-S.-W. (2)110.
Gerres, Kopfknocben u. syst. Stellung, s. v. Klein, S. 242.
B. W. Evermann u. Setih E. Meek, geben eine 2. Revision
der am. Gerres-Sp. (vergl. Ber. 83, S. 480). Änderungen der 1. gegen-
über: jonesi Gth. 79 wird pseudogula P. 75; gracilis Gill. anerk., von
pseudog. versch.; patao P. zu bras. ; dowi ist pac. und atl.; also 7 atl.,
5 pac, 3 gemeinsame Sp., Schlüssel, Beschr., etc. Pr. ac nat. sc
Philad. 86, S. 256— 272. — Bei Havana fand Jordan 10 Sp. ; in
Poey's pseudog. sind jonesi u. grac vermischt, in dessen rhomb. auch
olist. enthalten; Pr. n. m. IX 44, 589.
Sparidae. Girella tricusp. hat Palatinzähne, Douglas -Og.,
Pr. Zool. s. London, 1886, 539 Anm.
Pachyraetopon güntheri Std. wohl = graude, dessen Typus auch
vom Gap stammt; Gatt, nicht in Australien (cf. Pimelept.); Günther,
Ann. Mg. XVIII 367.
Sargus, Cuv. Val.'s Typen unters.; argent., dazu- caudim. P.,
aber holbr. Bean versch.; ascens., diesem holbr. sehr ähnl.; flavol.,
Körper höh. als bei unimac; aries, Zähne schmaler als bei probatoc. ;
lineatus u. fasc. ungenügend erhalten; Jordan, Pr. n. m. IX 538. —
Diplodon unimac. nicht nordamerik., verwechs. mit flavol., ebd. 42.
Lethrinus rostratus, Fleisch erzeugt Dysenterie mit Krämpfen,
Pomotou-I.; Vaillant, B. s. philom. XI 60.
(Chrysophrys.) Calamus, die Orig. Guichenot's unters.; pluma-
tula ist bajonado juv. ; microps trotz kleiner Augen wohl zu penna;
Jordan, Pr. n. m. IX 537.
Pimelepterus meridionalis, 10—11/12, 3/10, Sq. 57—59, 10/19;
hinter der gewöhnl. Reihe gross. Kieferzähne schmale Binden kleinerer
[fälschlich als Ersatzzähne der vordem betrachtet], Vom., Pal. u, Zunge
mit kleinen Z. dicht besetzt. Felsiges Ufer, Port Jackson, nom. ind. :
Drummer, 28 Zoll 1.; J. Douglas Ogilby, Proc zool. soc London
86, 539. — P. Sydneyanus, 30 Zoll, wie fuscus, aber D. 11/11, L. tr.
9/18 u. horiz. Wurzel der Zähne kürzer (dazu : Pachymetopon (!) grande
Macl. nee Gth.); ausserdem P. tahmel in Austr. (wozu Pach. squam.
310 Dl*- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Macl u. Abb. AUeyue's); Günther, „Fach, and Austral. sp. of Pim.",
Ann. Mag. n. h. (5) XVIII 367—8.
Hoplognathidae. Zahnbaii, vgl. Hilgendorf S. 259.
Squamipinnes. Chaetodon aya, 12/18, 3/17, 9/36/17; 2
schwarze Qb, uut. 1. u. 2. u. nnt. 4. u. 5. D-Stach., sonst gelb ; Pen-
sacola; Jordan, Pr. n. m. IX 225; Ch. maciüocinct. G. zu ocellatus ; ebd.
Mullidae. Upenoides parvus Poey, gute Sp., nicht = martin.
(geg. Hall u. Mc C); Jordan, Pr. n. m. IX 539.
Mullus, Farbenwechsel, Viscovi S. 284; M. barb., lebendes Ex.
in e. Pyrosoma, Giglioli, Nature Vol. 34, 313.
Mulloides flavolin., Bemerk., Tahiti; Vaillant, B. s. phil. XI 58.
Upeneus macronemus, Färb., Tahiti; Vaill. ebd. 59.
Cirritidae. Cirrhitichthys, hierzu syn. Neocirrhites ; aprinus
e.V. bei Port Jackson, beschr.; dazu syn. graphid. Blk, (nur niedriger);
Ramsay u. D., P. L. s. N.-S.-W. X 575.
Neocirrhites Castelnau s. Cirrhithichthys.
Chilodactylus wonüow^;, D. 18— 19/27— 29, A. 3/16— 17, P. 8/7;
L. 1. 55 + 6, tr. 7/18 — 19, Sidney; ob = carpon. C. V.?; in d. vorl.
JVIitth. polyaccmthus genannt. Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W.
(2) I 879.
Latris mortoni, Saville-Kent, Rep. Fish. Tasmania 1886, 13.
Seorpaenidae. J. A. Ryder, Die Intraovarialschwangerschaft
bei Sebastes marinus. Von der dors. Wand des Ovar, hängen ver-
zweigte, stark vasculirte Fortsätze in den Hohlraum hinab, die für
das Athembedürfniss der Embryonen sorgen; oft sind die E. von einer
Haut umgeben, die nicht die Eihaut zu sein scheint (sie ist ohne
Canälchen), sondern eine dünne, von den Zotten gelieferte Eikapsel,
sie klebt oft noch an den Zotten fest. Bull. Fish C. VI 92—94.
Sebastes vivip. neu f. Dänemark; Petersen, Vid, Medd. nath.
For. 1884, 152. — S. scaher, I2V9, ^j^, L. 1. ca. 37, längster (6.) Dst.
= Augd., 2. Ast. = 172 Augd.; rosa mit unreg. dunklen Fl.; Port
Jackson, 2V2 Zoll; Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W. X 577.
Scorpaena, C. V.'s Or. untersucht : scrofina (nahe grandicornis),
brasil., inermis (dazu wohl occip. P. u. calcar. G. B.) 3 gute Sp.,
Jordan, Pr. n. m. IX 545 (1887). — Sc. plum. dazu rascacio P.,
Jord. ebd. 50. — Farbenwechsel bei Scorp,, Viscovi s. S. 284.
Synanceia verr., Färb., giftige Wunden, Tahiti; Vaillant,
Bull. s. philom. XI 58.
ÜSTandidae, Polycentridae, Teuthidae.
Beryeidae. Trachichthys jackson., intermed. u. elong. syn, zu
austr., sodass in Austr. nur 1 Sp.; Douglas-Og. , Pr. L. s. N.-S.-W.
X 580. — Tr. aust., Beschr. u. Abb., Mc Coy, Prod. zool. Vict., Tf. 114.
Myripristris carneus, 12/15, 4/11; Sq. 36, 4/9; gleichf. roth;
Admiralitäts-L, Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W. (2) 1474. — M.,
murdjan, Tahiti, Vaillant, Bull. s. philom. XI 59. — M. jacobus
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 311
dazu lychnus P. u. als juv. Rhinoberyx chryseus Cp„ Färb., Jordan,
Pr. n. m. IX 38.
Holocentrum ascens. (= matajuelo P.). Färb., Jord. ebd.
Kurtidae. (Kurtus.) Cyrtus gulliveri, Beschr. verbessert,
Strickl. R., N.-Guin., Ramsay ii. D., Pr.L. s. N.-S.-W. (2) 1 10.
Pempheris schomburgki, dazu müUeri P. ; J o r d a n , Pr. n. m. IX 38.
Polynemidae. Polyuemus californiensis, Thominot, Bull,
soc. phil. Paris, X 161 [? = approximans juv., s. Ber. 87].
Sciaenidae. Larimus, hierzu Johnius batabanus P., Beschr.;
Jordan, Pr. n. m. 1X43.
Micropogon founi., dazu undul. P. nee L. ; Jord. ebd. 44.
Sciaena necjlecta, D. 10, 1/27; L. 1. 51—54, tr. 9/21; bisher mit
antarct. Gast, confundirt, aber versch. durch läng. Max. (bis z. hin-
tern Augenr.), durch unregelm. kleinere Z. zwischen den geki"ümmten
der Mand., kürzere Schnauze etc.; von aq. versch. durch A., welche
unt. d. 12. D.Strahl beginnt; der gewöhnl. Jew-fish in Sidney ; Ram-
say u. D., Pr. L. s. N.-S.-W. (2) I 941.
Umbrina (Menticirrus), die Orig. C. V.'s unters. ; martin., dazu
gracilis, sehr nahe alburnus; Jordan, Pr. n. m. IX 539.
Otolithus (Cynoscion), C. V.'s Orig. unters.; guatuc. u. leiarch.
gute Sp., nebul. u. Carolin, wird C. macul. Mitch. nee K. v. H.;
Jord. ebd. 540.
Corvina trispinosa C. V., Orig. unters., wahrsch. zu stellif. Bl.
u. st. Steind., aber stell. Gth. zu microps Std.; Jord. ebd. 540.
Xiphiidae, Trichiuridae.
Acronuridae. Acanthurus, die Umändr. in Teuthis (84)
unnütz; A. coer., dazu brevis u. Acr. coeruleat. P.; zu A. tractus P. :
nigric. P.; zu hepat. : chir. , phlebot. u. Acr. carneus P.; Jordan,
Pr. n. m. IX 48.
Carangidae. Caranx. Trachurops crumenophth., dazu plumieri
P. ; bartholomaei C, dazu cibi P.; sexfasc. Q. Gr., dazu lat. u, leptur
Ag. u. fallax 0. V.; C. crinit. M., dazu crin. u. analis P. ; Jordan,
Pr. n. m. IX 36. — Caranx sexfasc. Q. G. unidentificirbar, daher der
Name latus Ag. zu brauchen; Bern. üb. d. Origex. v. barth. C. V. ;
Jordan, ebd. 531. — C. affinis. Bemerk., Tahiti; Vaillant, B. s.
philom. XI 55.
Vomer setip. M. ist Zeus cauda bifurca L. (Mus. Ad. Fr.), also
nicht als "Vomer vomer (L.) zu bezeichnen; Jord. Pr. n. m. IX 37.
Seriola simplex, 7^32, 2^^^; durch H. 32/3 in Totl. u. Schnauze
=■■ Augd. von lalandii versch.; ? Port Jackson; Ramsay u. B.,'
Pr. L. s. N.-S.-W., X 757. — S. rivoliana C. Y., Origex. beschr. /-'dazu
syn. bonar. u. falc. ; wenn fasc. Bl. die Jugendf., als f?LSc."i,\i^%e^ß,^
Jord., Pr. n. m. IX 532. .- .09fr..tjß0
Trachynotus. Bern. üb. Origex. ; arg. C. V. wird Wl^MpIIJ cay.
312 ^Y- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
C. V. von ov. durch zahlr. Flstr. versch.-, paitensis C. V. von cay.
versch. (D. 28, A. 27); Jord. ebd. 531.
Platax vespert, jun., Färb., Gambier-I, (S.O.-Pacif.), Vaillant,
B. s. philom. XI 56.
Zanclus corn., Bemerk., Tahiti; Vaillant, ebd. 56.
Equula smühursti, L. 1. tub. 62; H. 27. in Totl., 2 Dörnchen
vorn üb. d. Auge, das innere mehr vorn, 2. Dstach. üb. halbe Totl.;
2, Astach. von Kopfl. ; Schnauze u. Streif hint. Auge schv^^arz; Hood
Lagune, N. Guinea; Ramsay u. D., Pr. L. s. N.S.W. (2) I IL
Cyttidae. Zeus faber, neu f. Dänem., Petersen, Vid. Med.
nath.For. 84, S. 153.
Stromateidae.
Coryphaenidae. Coryphaena pavo , ,,? C. equisetis ? Risso
non L.", Beschr. u. anat. Bern. ($), Messina; Cocco in e. nach-
gelassenen Brief an Ranzani, publ. von Facciolä in Natur, sicil. V
161—6, 189—192 {s. Ber. 85, 399).
Schedophilus medusoph., Färb. u. Lebensw. Cocco, Nat. sie.
V 190 (vergl. Coryphaena).
Lampris luna, bei d. Shetland-I., 5 F. l, 80 kg.; Nature, Bd. 34,
Zoologist, X 341.
Brama raji, bei Penzance in einem Loch im Meeresgrunde ge-
fangen; Th. Cornish, Zoologist X 371.
Steinegeria n. g. nahe Grammicolepis, Psenes, Beschr. des
einzigen Expl., ohne Gatt.- od. Sp.-Diagnose; D 11, 1/18, A. 20, L. 1.
ca. 50 — 26 [56?], jede Seh. mit 1 Haupt- u. mehr. Nebenkielen; Z.
klein in Binden in Pal., Intm. u. Mand., Vomz. 0.; aus dem Mag. e.
Epineph. bei Pensacola; Jordan u. Evermann, Pr. n. mus. IX 467.
Nomeidae, Icosteidae, Comephoridae.
Scombridae. Scomber, rothe Muskeln; Stirling, s. S. 248.
Orcynus thynnus. Maasse eines 9 Fuss 1. Männchen, Beschr.
des Darms, des Herzens, Leber, Generationsorg., Kritik d. bisherigen
Abb.; M'Intosh, „Notes from St. Andrews mar. lab. IV Onamale
tunny", Ann. Mg. n. h. Vol. 17, 326—337, Tf. 11. Erwiderung darauf
von F. Day, ebd. 400. Antwort darauf „Zusatzbem. über die äuss.
Erscheinung des Thunfisches"; M'Intosh, ebd. 523. Besprech.
u. Abb. des Exemplars : 4. Ann. Rep. Fish. B. Scotl. 207, Tf. VIII.
Cybium. Acanthoc. solandri, dazu sara Ben., petus P. u. veranyi
Dod. Jordan, Pr. n, m. IX 36 u. Cat. f. N-A. 68.
Echeneis naucr. var. , Länge der Saugsch. nur 272 nial in
Totall.; Marion, Zool. Anz. IX 378. — Ech., fossil; Wettstein,
s. S. 306.
Trachinidae. Uranoscopus, wechselt nicht seine Färb, nach
der Beleucht. Viscovi s. S. 284., hat dicke Darmmusculatur,
Cattaneo, s. S. 259.
Trachinus vipera soll der junge draco sein, M'Intosh, 4. ann.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 313
rep. fish. b. Scoth 207 u. Ann. Mg. (5) XVII 441, was Day ent-
schieden bestreitet, ebd. 526.
Malacanthidae.
Batraehidae. J. A. Ryder, Entwickl. von Batrachus [tau]
Eier 6 mm , werden (im Jnli) in Löchern unter Steinen angeklebt
u, vom Männchen bewacht. Nachdem die Eihülle aufgesprengt, bleibt
das Junge mittelst des Dottersacks noch in derselben festgeklebt. —
Die V. liegt anfangs hinter der P., schiebt sich aber dann unten an
der P. vorbei und nimmt die Nerven mit, welche nun mit denen der
P. sich kreuzen. — Die L. 1. gabelt sich am Schultergürtel u. ver-
läuft theils neben der D., theils neben der A. bis auf den Schwanz;
auch am Erwachsenen noch sichtbar, mit zahlreichen Papillen. —
Die Köpfe der angeklebten Jungen sind alle nach der Oeffnung des
Loches gekehrt; durch das Licht wird die Entwicklungsachse ge-
richtet [oder durch d. Wasserstrom ? Ref.]. — Der Dotter ist ganz
klar. — Das Körperende des Embr, heterocerk. Amer. Nat. XX
77—80. — Dasselbe mit 1 Tfl. in Bull. U. S. Fish. Comm. VI 4—8.
Das gefaltete Integument d. 1. St. der V. scheint ein Tastorgan zu sein.
Batrachus tau, Herz; Mills, s. S. 257.
Marcgravia g. n. für Batrachus cryptoc, grunn., diem. etc.
ohne Achselforamen; Orig. v. B. cryptoc. C. V. beschr.; Jordan, Pr.
nat. mus. IX 546 (1887).
Psyehrolutidae.
Pedieulati. Lophius, Nervenhistol. , Fritsch, s. S. 251.
Flossen, Ryder s. S. 243.
Chironectes bifurcatus Mc Coy, Beschr. u. Abb.: Mc Coy, Prod.
Zool. Vict., Tf. 123.
Linophryne g. n. der Farn. Ceratiidae, ähul. Melänocetus, Kopf
gross (üb. ^'g d. Krpl.j, Körper comprimirt, Mund schräg, DI nur
durch einen keulenf. Tentakel üb. d. Mundrand vertreten, D. II u. A.
sehr kurz, V. fehlt, ein langer zweizipfliger Kehltentakel, Bauch-
höhle einen herabhängenden Sack bildend, Haut glatt, Zähne lang,
in Kfrn., Vomer u. ob. Schlundkn. L. lucifer, D. II 3, A. 2, P. 14-15,
C. 9; ein Dorn üb. d. Auge, Auge klein aber entwickelt, Kiemenöffn.
kleiner als Augd., Intermax. = Vs Körpl. ; schwarz, die beiden Tent.
weissspitzig ; 49mm; Madeira. R. Collett, Pr. Zool. Soc. London,
86, S. 138, Tf. 15.
Cottidae. Flossen v. Cottus, s. Ryder, S. 243.
Cottus scorpius. Eier werden alle gleichzeitig abgelegt, durch
eine erhärtende Masse verkittet, sind nicht pelagisch u. der aus-
schlüpfende Embryo ist hoch entwickelt, also völlig von Ag. u. Wh.'s
Beschreibung v. C. groenl. abweichend (Mem. mus. comp. Z. XIV 1885).
McIntosh, Nature, Bd. 34, 147. — C. scorp., 1 Ex. zw. var. grönl.
u. typ., Steindach ner, Beoberg. Polarst. Jan Mayen III 105.
Centridermichthys unc, Barents-See; Lütken, Dijmphna, 124,
314' Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Icelus hamatus, 30 ^ bis 75 mm 1., 36 $ bis 85 mm im Kara-M.,
alle ohne Schilder neben der A. ; Seh. der L.l. mitunter schon bei Jungen
bis zur C, eher nach dem Fundort variirend; Ltitken, Dijmphna,
S. 123, 502. — I. harn., viele Ex., bis 6 cm 1.; S teind., Jan Mayen, 105.
Triglops pingelii, V. 3., Sexualchar. von Collett's Beschr. abw.;
S teind., ebd.
Platycephalus arenarius, 7/13—14, 13—14; Interorb. Vs Augd.;
Ende der A. schwarz, C. weiss mit Schrägbinden; „Sand Flathead"
in Sidney genannt; Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W., X 577.
Prionotus rubio n. nov. für punctat. autt. (nee. Bl.); punct. Bl.,
dazu viell. syn. carol. Bl. u. scitulus; Jord., Proc. nation. mus. IX 50.
— Prionotus, Review of sp, of gen. Pr., 15 Sp. aufgeführt, wovon
2 viell. einzuziehen (in Gth. Cat. nur 8Sp.): 1. alatus 83, 2. punct.
C. V. (? BL), 3. carol. L. (nee Bl.), 4. scitulus 82 (punct. J. u. G. nee Bl.
nee carol. BL), 5. stephano. 80, 6. rubio 86 (punct. Poey nee Bl.) hat
lange P. u. sehr kurze Kiemendornen , 7. ophryas 84, 8. stearnsi 84,
9. strig. C. (T. lin. Mit. nee BL), viell. nördl. Var. von evol., 10. evolans
L. (sarritor J. u. Gr.) fehlt in Gth. Cat., 11. miles, 12. tribulus C.
(carol. Bl. nee L.), 13. horrens (? miles juv.), 14. birostr., 15. jap.
Es gehören zur westind. Fauna No. 2 (u. Brasil.) u. 6, zur F. des atl.
Nordam. 1, 3, 4, 7—10, 12, zur calif. 5, zur F. Panama's 11, 13, 14,
z. Japan. 15. Bei Jungen sind die Kopfstacheln entwickelter u. mehr
compress, die Stirn concaver, P. kürzer, Kiemd. länger, Querb.
deutlicher, Flecken schwächer. Ausführlicher Schlüssel. Jordan
u. Eliz. Hughes, ebd. 327—338. — Pr. roseus, früher mit scitulus
verwechselt, Poren der L. 1. 60 — 65 (statt 52), ungefleckt; östl.
Florida, Magen v. Epineph.; Jord. u. Everm., Pr. n. m. IX 470. —
Pr. stearnsi, beschr., 14 Va Zoll; Jord. ebd. 228. — Pr. punct., Orig.
V. C. V. unters., Jord. ebd. 544.
Lepidotrigla, hierzu pleurac. Rieh., beschr. 9/13, 10; 58, 5/11;
Port Jackson, Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W., X 578.
[Trigla gurn.] „gurnard" jung die Finger der P. noch mit
Verbindungshaut, P.-Saum weiss; M'Intosh, Ann. Mg. XVIII 311.
— Ei u. Entw., Cunningham, s. S. 270., desgl. Prince, S. 274.—
Riechhaut v. Tr., s. Madrid, S. 256.
Cataphracti. Aspidophoroides olriki Ltk. 76, beschr., Kara-
Meer; $ wahrsch. mit läng. V. u. weissem (leuchtenden?) Fleck in
D., V., A.; Lütken, Dijmphna, 120-3, 502, Tf. 15, F. 1—3.
Peristedium longispatha , D. 8, 19, A. 19, Praeorb. Processus =
V2 Schnauzl, (incl. Pr. pr.), diese = V2 Kpfl., rosa, schwarze FL an P.-
u. O.-Spitze, D. schwarzrandig, St. Cruz , 314 Fd. u. P. platycephalum,
Körph. 6^/4 in TotL, Praeorb. Pr. = V3 SchuzL, D. 8, 17, A. 17, roth,
dunkler gefleckt, Barbadoes, 123 — 288 Fd., Goode u. Bean, Bull,
mus. comp. Z. XII, Nr. 5, 166-7.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 315
Dactylopterus orient., am Schwanzstiel unten 6 Fortsätze, Färb.,
Tahiti u. Pomotoii-I. ; Vaillant, B. s. philom. XI 57.
Pegasidae.
Discololi. Cyclopterus lumpus, „on the paternal instincts",
ein M. lag 6 Wochen, bei Ebbe nur halb im Wasser, vor dem Laich;
davon durch Vf. entfernt, schlich es wieder dazu. Die Jungen
heften sich nicht an das M., aber an Tang. Jugendformen beschr.
Laichzeit Febr. bis Mai. Grosse Menge u. Feinde des Cycl. Der
kräftige Saugnapf trägt über 43 Pfund. M'Intosh (Notes St. Andr.
Mar. Lab. Y) Ann. Mg. n. h. (5) Bd. 18, 81.
Eumicrotremus spin., juv. mithaarförm. Dornen, Steindachner
Beoberg. Polarstat. Jan Mayen III 106.
Careproctus reinhardi, 2 Ex. Steind. ebd. 107. — Car. keine
selbst. Gatt., s. unt. bei Lütken.
Liparis lin., juv.: zart braun gefl. u. gestreift, Steind. ebd. 106.
Liparis. C. F. Lütken hat das reiche Material des Copenh.
Mus. revidirt (Amer. Sp. nur kurz erwähnt). Ähnlich wie Collet u.
Lilljeb. nimmt er als hochnord. fabricii, reinhardtii u. bathybii an
u. in Nord- u. Ostsee nur 2 Sp. : L. montagui Don. u. tunicata Reinh. ;
Streifenzeichn. kann bei diesen beiden Sp. u. in jedem Geschlecht u.
Alter vorkommen; mont. ist durch kleinere Flosszahl,, durch Mangel
des hinteren Nasenlochs, durch Trennung der D. von der C. (nicht durch
Form der P. !) von tun. (= lineata u. vulg. Autt.) versch. In Dänem.
kommt mont. u. tun., in Brit. viell. nur mont. vor, in Grönl. tun.
häufig, reinh. seltener, mont. u. fahr, nicht sicher; die Form
der östl. Ostsee (barb.) konnte Vf. nicht untersuchen. Bei L. fahr.
(Taf. 15, F. 4) fand Vf. an e. alten M. am Vorderkörp. zerstreute
gewölbte Schupp, mit einem Stachel, forma leprosa (Fig. 5), diese
Papillen period. abfallend (auch bei grösseren tunic. M. u. ? W.); bei
sehr gross. Ex. (145 — 170 mm.) einfache Zähne (Fig. 6) wie bei reinh.
(Char. d. Gatt. Careproctus, welche unhaltbar); fabr. häufig im Kara-M.,
reinh. (Carepr.) dort seltener (1 Ex.), beschr. Dijmphna, 139 — 153,
504 — 6. — L. montagui u. lineata, die 2 einz. Sp. Dänemarks,
L. mont. ohne hinteres Nasenloch u. ohne Haut zw. D. u. C; Peter sen^
Vid. Med. nath. For. 84, S. 154. — „L. picta?" col. Abb. u. Beschr.]
M'Intosh, Rep. mar. lab. St. Andrews No. 11 in: 3. Ann. Rep. Fish.
Board of Scotl, App. F., S. 64. 1885!
Gobiidae. Jordan u. Eigen mann, review of the Gobiidae
of N.-Amer. Im ganzen 57 Sp. (einige mittelamer. incL), wovon
30 haltbare noch nicht in Gth.'s Cat. , 20 Gatt. u. 4 Unterf. Die
„Notes on skeletons" S, 513 beziehen sich auf Umriss und Leisten-
bildung der oberen Schädelfläche u. auf Wirbelzahl. 1. Subf.
Oxymetopinae mit V. V4, nur loglos sus calliurus, Florida. 2. Subf.
Eleotridinae mit getrennten V. ganz nach Eig. u. Ford. 85. 3. Subf.
Gobiinae mit verw. V. 10 G., von denen 2 G. Sicyopterus (mit
316 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Kerbzähnen, gymnog. u. salvini 84 aus Süssw. d. westL Centralam.) u.
Sicydium (plumieri, wozu syn. siragus P. u. ?antill. 84) durch
angewachsene V. ausgezeichnet. Die G. Evorthodus hat Kerbz.,
E. brevic. Süssw. Südam. Lophogobius 62 mit Nackenkamm für
L. cyprinoides, westind., Schädel mit lochf. Depression vor dem Auge.
Zur G. Cr ob ins, die keinerlei auffäll. Char. zeigt, gehören 15 der 1874
von Blk. geschaffenen Gatt., Typ.: G. niger L., dessen am. Vertreter
G. soporator ist; Schädel bei allen gleichgebildet, auch bei dem
aberranten gestreckten u. langschwänz, oceanicus, nur G. minutus
ist durch schmale Stirn versch., aber doch durch 4-mac. mit echten
Gob. verbunden; 19 Sp.: sopor. (mit mapo P. , lacertus P. , Carolin.
Gill. 63); nicholsi 81, nordpac. ; glaucofr. 63, nordpac. (Typ. v. GiU's
Coryphopt. 63, dieses subg. aber von Ctenog. 58 nicht wesentl. versch.) ;
stigmaturus 82 Flor.; shufeldti n. nov. für G. würdem. Jord. nee Gir.,
nur der Medianstreif des Nackens schuppenlos, sonst ähnl. bol.,
Flor.; boleosoma 82, Flor.; fasciatus, Flor. (?zu bol.); stigmaticus
P. 61, westind., Übergang zu den gestreckteren Gobileptes u.
Gobionellus; encaeomus 82, Flor., nahe stigm. ; lyricus, Tex., Cuba
(costalesi P., ? würdem. Gir.); smaragdus 0. V. (valenc. P.) westind.;
poeyi 67, westind.; kraussi 79, Surinam; sagittula, pac; ocean.
(lanceol. Bl. ; L. 1. 60 — 90), atl. ; paradoxus, pac; seminudus, pac,
der nackte Vorderkörper findet sich noch bei 3 anderen Gobiiden
derselben Gegend, näml. bei G. parad., Gymnel. seminuda u. Microg.
emblem.; Gob. sp. (= lineatus P. nee Jen., ob haltbare Sp.?); G. sp.
(= brunneus P. nee Schi, ob haltb. ?). Chonophorus P. 61, viell.
syn. mit dem asiat. Rhinogob. Gill. (= Awaous Blk. 74), innere
Kante des Schultergürtels mit Hautlappen; Ch. flavus C. V. Sur.;
taiasica 22 (banana 0. V., buccul. P., contr. P., dolichoc. 69) Süssw.
Mittelam.; mexic, Süssw. Lepidogobius (Cyclogob. St.), auch mit
Schulterlappen, aber DI 7—8 u. Seh. klein, cycloid ; lepidus, pac; newb.,
Calif. Microgobius P. 75, Dil 7, Körper comprimirt; gulosus,
Flor.; thalass. 82, atl; siguatus 75, westind.; emblematicus 81, pac.
Gobiosoma, nackt; ceuth. 84, Flor.; histrio 84, Cal, nahe mol;
molestum, südl Form von bosci; bosci Lac. 1798 (alep. Bl Sehn. 1801)
nordatl; multifasc 70, westind.; zoster. 81, pac; longip. 79, Cal;
ios 82, nordpac. Gillichthys (Gillia, Saccostoma), Oberkiefer sehr
lang, hierzu die asiat. mystac. C. V. u. Sacc. gulosum Sauv. 82);
mirabilis 63, Süssw. Calif. Typhlogobius79, DI 1 — 2, Augen
rud., nackt; californ. St. 4. Subf. Gobioidinae, D. u. A. mit C. ver-
wachsen (Amblyopina Gth.). Tyntlastes 62, Zähne einreihig;
sagitta Gth. 62, Cal; brevis 64, pac. Gobioides Lac, Z. in Binden,
von Taenioides (= Amblyopus) durch kleine Flossenzahlen versch.;
broussoneti Lac. nee C. V. nee Gth. (brouss. Cuv. r. an. ill Steind. 79;
barreto P.; ? Ambl mex. O'Sh. 75; der A. br. Gth. ist peruanus),
Süssw. östlMex., Südam., Westind. — Ausführl Schlüssel, chronol.
u. syst. Übersicht. — Proc. nation. mus. IX 477—518.
in der Ichthyologie wahrend des Jahres 1886. 317
Gobius, Entwickl., s. Kowalewski, S. 271.
Gobius depressus, D. 6 Vio, A. Va, L. 1. 42 ?, tr. 12. Kopf depress, UntM.
länger, Aussenr. der Zähne viel grösser; gelbbraun, Kopf u. Fl.
dunkler; Port Jackson; Ramsay u. D., Pr. L. soc. N.-S.-W. (2)14.
— G. concavifrons , 6Vio, Vg, L. 1.34, tr. 10; Z. der äusseren E,.
grösser; hellbraun, Seh. dunkelfl., Dil u. C. fleckig; Strickl. R.,
N.-Guin.; R. u. D., p. 12.
Gobius encaeomus J. u. G. zur Gatt. Gobionellus, von Gbn.
stigmat. nur durch schlank. Körper, ungefleckten Kopf u. Schwanz
u. oft Vorhand, blasse Qb. versch. ; Jordan, Pr. n. in. IX 28. —
G. ocean. Pall. dazu Gobionellus lanceol, u. bacalaus P. u. hastat.
Gir.; Jord. ebd. 49, 596.
(Gobius.) Chonephorus (u. Lophogob.) Gen. von zweifelh. Werth,
der N. Arraous Gill. formell unzulässig; Ch. taiasica dazu G. doli-
choceph. Cp., mart., bauana, Rhinog. bucc. u. contract. P. ; G. sopor.,
dazu mapo P.; Jord., ebd. 49.
(Gob.) Microgobius sign. P., Färb. ; zu Microg. gehört emblemat. u.
thalass. Jord. ebd. 49, 50.
Gobius, C. V.'s Orig. von bauana, martiu., flavus, brasil. unter-
sucht, Jord. ebd. 543.
Periophthalmus, auf d. Chagos-IsL, Landleben; Bourne, s. S.298.
Eleotris, C. V.'s Orig. unters.; sima wird Dorm, macul. ; grandi-
squama wird Dorm, grsq.; Jord., ebd 544. — E. pisonis, dazu gyr.
u. Cul. perniger P.; Jord., ebd. 49.
Callionymus maculatus, zieml. häuf, bei Dänemark, frisst kl.
Muscheln u. Grust., Petersen, Vid. Med. nath. For. 84, S. 153. —
„Ova of C. lyra (the Skulpin)", Mc lutosh (=Ber. 85, 404), Rep. 55.
meet. Er. ass. adv. sc. 1885, 1073 (22 Zeilen). — C. reevesii Rieh, ist
nicht Wb. zu curvic. C. V. , da unter curv. auch W. vorkommen ;
C. reev. bei Port Jackson; Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W. (2) 1942.
Cepolidae, Trichinotidae, Heterolepidotidae.
Blenniidae. Anarrhichas, Junge beim Ausschlüpfen hoch
entwickelt, Mcintosh, Nature, Bd. 34, 148.
Blennius, Farbenwechsel, s. de Viscovi , S. 284. — B. pautherinus
C. V., Not üb. d. Orig.; Jordan, Pr. n. m. 1X544.
Scartella gen. novum für Blennius microstoma Poey, Beschr. ;
wenn man die Gen. Isesthes u. Hypopleur. neben Bl. beibehält, muss
Sc. als 4. G. aufgestellt werden: freie Kiemenhaut wie Bl. u.
gleichraäss. Zähne wie Js, (von oy.a^Ti]?, Springer); Jordan, Proc.
Nat. Mus. IX 50.
Hypleurochilus gemin., dazu syn. multif. als $\ Jordan,
Pr. n. m. IX 28.
Clinus johnstoni, Tasmanien , Saville-Kent, Rep. Fish.
Tasm. 86, S. 13.
Acanthoclinus n g. [praeocc, Jenyns 1842] Körper comprimirt,
318 ^^' F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Schlippen cycloid; Mund zieml. weit, oben u. unten eine Reihe
conischer Zähne u. kleinere dahinter, Z. am Gaumen; in D. nur
Stacheln; Kopftentakeln, Kiemenspalte weit, Rad. br. 6; L. 1. unter-
brochen. Ä. chaperi; D. 31, A. 2/19, V. 2, L. 1. 35; 1 Nasen-, 1 Augen-,
1 Nackententakel jederseits; braun ; ca 40 mm., Venezuela. Mocquard,
Bull. soc. philom. Paris (17) X 18 (25. Nov. 85).
(Stichaeus.) Lumpenus lampetraef., lEx. beschr., Steinda ebner,
Beoberg.Polarstat. Jan Mayen, 111107. L. lamp., 60 Expl., Vert. 80,
Xyl. des Darmcan. (desgl. v. Zoarc. u. Centron. gun., womit auch
sonst verglichen), in der tiefen Stelle 57^4° N. bei Aberdeen, üb.
1 Fuss 1., frisst haupts. niedere Crust. , gräbt sich in den G-rund,
laicht Ende Juli, W. u. juv. ohne verläng. C. -Zipfel; G. Sim,
occurr. of L. larap. on N. Coast of Scotl. ; J. Linn. Society '(Lond.),
Zool. XX 38—48. — L, lamp.; neu f. Dänem. Petersen, Vid. Medd.
nath. For., 84, S. 156. — L. medius, Kara-M. ; Lütken, Dijmphna 126.
Centronotus, Darm s. oben bei Lumpenus, Sim.
(Blenniops.) Carelophus ascanii, neu f. Dänem., Petersen,
Vid. Med. nath. For., 84, S. 156. Hat eine L. 1.; Var. ohne Qb.;
mehr. Expl. v. West-Schottl.; Brook, 4. ann. rep. F. B. Scotl 222.
Zoarces viv., Ovarium u. Brunstzeit, kurze Bem.; M'Intosh,
4. ann rep. F. B. Scotl. 213. — Riechhaut. s. Madrid, S. 256;
Spermatozoen, s. Ballowitz, S. 266; Darm s. bei Lumpenus, Sim.
Xiphogadus s. bei den Ophidiidae.
Acanthoelinidae, Mastacembelidae.
Sphyraenidae. Lanioperca mordax Gth., Beschr, u. Abb.;
Mc Coy, Proc. Zool. Victor., Tf. 115.
Atherinidae. Atherina stipes, dazu laticeps P. u. veliana
Goode u. B.; Jordan, Pr. n. m. IX 36. — A. martinica u. boscii C. V.
Typen unters, u. beschr., sollen heissen: Menidia mart. C. V. bez.
M. menidia L.; M. lacin. Swain wohl = mart.; Jord. ebd. 530.
Nematocentris novae-guineae, D. 1/5, 1/14, A. 1/22—23, L. 1. 35
tr. 11, Vert. 36, H. 2*/5 in Totl. (jung niedriger); braun. Seh. gold-
streifig, vertic. Fl. roth, schwacher Fl. auf C.-Wurzel; Strick]. R,
N. G., 4^4 Zoll. N. ruhrostriatus, 1/5, 1/11, 1/20; 32, 11; 33; 9 rothe
Längsb., D II mit rothen Basalfl.; ebd. 2^4 Z.; Ramsay u. D.,
Pr. L. s. N.-S.-W. (2)113, 14.
Ctenodax wilkinsoni g. n., sp. n., Lord Howe I. (südl. pac. 0.);
später :=Tetragonurus sp., viell. nur durch Augengrösse und Zahnform
von T. cuvieri versch.; W. Macleay, Pr. L. s. N.-S.-W., X 718-20,
Tf. 47, u. (2) I 511.
Mugilidae : Mugil liza, dazu lebranchus P. u. ? brasil. Ag. nee
autt. ; M. curema, dazu brasil. Poey ; loturus stipes 82 zu J. pichardi
P., Zähne nicht stumpf conisch, sondern breit, abgestutzt und gesägt.
Jordan. Pr. n. m. IX 35 u. 530.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 319
Gastrosteidae. C. H. Ei gen mann, review of ainer. Gastero-
steidae. Nach der Bild, von Schnauze, Becken, Kiemenhaut, D.-
Stachelzahl u. -Richtung werden SG-enera unterschieden : 1. Pygosteus
Brev. mit P. pungitius L. (syn. : occid., concin., maiu., nebul. dekayi Ag.,
blanchardi 74.) u. var. brachypoda Bean; 2. Eucalia Jord. mit inconstans
(syn. ; micropus 65, globiceps 74, var. pygm. Jord. part.) u. var. cayuga
76 u. var. pygm. Ag.; 3. Gasterosteus L. mit acul. L. (sjai.: bisp.,
biacul., noveb., niger, trachur., loric, neoborac, dekayi Ay., suppos. 74)
u. var. cataphr. (syn.: obol., insculptus Rieh., serr., interm.), G. atkinsii
79, microceph. (syn. : pleb., inop., pugetti), wheatlandi 67 (syn. : trachurus
Gc. B. nee Cuv.), dimidiatus (syn. biac. C. nee Shaw, cuvieri; viell. aber
ident. mit gymnur.), williamsoni, viell. sind aber alle diese Sp. nur
stark veränderte acul; 4. Apeltes Dek. mit quadracus (syn.: apeltes,
millep.); 5. Spinachia mit spinachia, ob americ? Also wohl nur 4 G.
mit je 1 Sp. — Pr. ac. n. sc. Philad. 86, 233—252.
Gast, spinachia, Nest u. Entw., Prince Rep. 35 meet. Br. ass. adv.
sc, 1885, 1093; kürz. Not., vergl. Ber. 85, 353. — [G. ac], „ordinary
stickleback" 4 Zoll 1. , mit geschwollenem Leib [Schistocephalus ?]
Nature, Bd. 35, S. 58. — G. ac. mit paras. Rotatorien; Pies bergen,
s. S. 285.
Fistularidae. Fistularia serrata. Bemerk., Pomotou-I.;
Vaillant, B. s. philom. XT 55.
Centriscidae, Gobiesooidae, Ophiocephalidae.
Labyrinthiei. Üb. d. Labyrinthapp. s. Zograff S. 264.
Ctenopoma maculata, D. 15, Vg, A. 6, Vg; Höhe ^/g d. Körpl.(o. C),
1 schwarzer Seitenfleck; multifasciata 15 Vg, 77?, L. 1. 27, tr. 12, hinter
der postorbitalen Schuppenreihe 2 stark gezähnte Reihen mit 4 bez.
2 Seh.; beide im San- Benito (W. Afr.); Thominot, Bull, soc philom.
Paris, X 195.
Macropodus. Schwimmen der Eier, s. Ryder S. 268; erste
Entwickl. , Kowalewski, S. 271 u. Selenka S. 270; Zucht,
Dürigen, S. 290, welcher auch Betta, Anabas u. Osphrom. erwähnt.
Lucioeephalidae, Nothacanthi, Lophotidae.
Trachypteridae. Trachypterus falx (3 M. 1.) bei Marseille,
Marion, Zool. Anz. IX 378. — Tr. taenia, beschr.; Mc Coy, Prod.
Zool. Victor., Tf. 122.
Regalecus glesne, W. mit reif. Ovar., 249 cm. l, 9/3 1886 nördl.
bei Bergen, 38 cm hoch, D. 145 (incl. 13 Nackenstr.), Kopfl. 23 cm;
Anus von Schnauzsp. 188 cm., welches Maass auf Verlust e. Schwanz-
theils u. eine Totall. v. 470 cm. schliessen lässt; J. A. Grieg, Nyt
Mag. f. Naturvid. XXX 232—4. ~ Regalecus argenteus; D. 15/190, P.
1 rud. + 13 ungeglied.; Höhe V^o, Kpfl. Vn der Krpl., Au. Vg Kpfl.,
Hauthöcker ohne Knochen; Zähne 0, schwarze unregelm. Qb.; Vert.
93, 8.-25. mit Rippen; 12,5 Fuss 1., Neuseeland (col. Abb. d. Vorder-
körpers Tf. II). T. J. Parker, Trans. Zool. S. Lond., Xn 5—33
(vergl. S. 241).
320 Di'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Acanth, Pharyngognathi,
Allgemeines. Kopfknoclien, v. Klein, s. S. 242.
Pomacentridae.
Labridae. Labnis, Farbenwechsel; de Viscovi, s. S. 284.
Cheilinus, sp.indet. u, chlorurus (?), Bemerk., Tahiti u. Poniotou-I. ;
V aillant, B. s. philom. XI 54.
Xyrichthys, C. V.'s Orig, unters., martinic. u. unioc. gute Sp.,
vitta zu mart. Jordan, Pr. n. m. IX 541.
Julidinae Amerika's (15 Sp.) revidirt, d. h. die 4 Gen. Platy-
glossus (Umgränz. wie in Gth. Cat. ; 9 steife D-Stach. ein bint. Caninus,
Oxyjulis Gill (mit rudim. h. C. u. schwachen D-St), Pseudojulis Blk.
(ohne h. C, mit starken D-St.), Thalassoma Sw. (Julis Gth. Cat. nee
Cuv. nee Swains., nur 8 stechende D-St., kein h. C); falls die 4 G.
in eins vereinigt werden sollen, ist dies Thalass. Sw. zu nennen.
Bleeker's G. Macrophar. , Güntheria, Hemitaut. (61) nicht anerkannt;
Schlüssel für Gatt. u. Sp. Jordan u. Hughes, Pr. n. mus. IX 56—70.
Platygiossus radiatus L. X (rad. in Syn. u. Cat., cyanost., opal. u.
princip.Gth. Cat.), Florida bis Brasilien; PI. semicinctus, pacif. ; PI.
nicholsi (81), pac; garnoti (mit cinctus u. ruptus Poey), westind.,
Lebensfärb.; dimidiat. (internas. P.), trop. atl., Färb. ; maculip., N. Carol.
bis Westind.; bivitt, Bl. (Spar, radiat. L. XII, humeralis, grandisq. 63,
floreal. 82 , arangoi 75 , rad. J. u. G. 82 n. 84 nee 83 u. 85) Nordcar.
bis Brasil., variabel; dispilus Gth. 64, pac; caudalis P. (crotaph. C.
Y. et Gth. nee C, ?pictus, ?poeyi 67), westind., Bras.; Schlüssel
dieser 9 Sp. Jord. u. H. ebd. 57—65.
Oxyjulis calif. Gth. 61. (Pseudoj. mod. Gir. nee Blk.); einz. am.
Sp ; Jord. u. IL, Pr. n. m. IX 65.
Pseudojulis notospilus 64, einz. amer. Sp., Westmex. ebd. 66.
(Julis) Thalassoma, 4 amer. Sp : lucas. (pacif.), nitid. (atl.), bifasc.
(mit detersor C. V. u. gillian. P. , atl.) , melanochir (pac. bis Asien) ;
ebd. 66-G9.
Julis. C. V.'s Orig. unters. ; detersor zu (Thalassoma) bifasc. ;
psittac. zu (Platygl.) bivitt.; crotaph. zu (Platygl.) caudalis; garnoti
wird Platygl. garn.; Jordan Pr. n. m. 540 (vergl. oben).
Julis vulg., Vergiftungsexperimente, Eichet, s. S. 286.
Coris rex, ^/i.^, ^\^^\ 98, ^'/ss; Qb. unter 7. u. 8 Dstach., gelber
Fl. unter P-spitze, Hinterkörper mit 12 M-förm. weiss. Qb. ; Bondi Heads
(Port Jackson?); Ramsay u. D., Pr. L. s. N. - S. - W., X 851. — C.
mriegata. Neue Hebriden, R u. D. ebd. (2) I, 131. (Wird ebd. II 1024
[1887] als syn. zu aureomac. Benn. bezeichnet, damit also auch =
cingulum u. ayg. Lac.)
Scarina, Zähne dieser Gruppe, Hilgendorf, vergl. S. 259.
Scarus, C. V.'s Or. unters.; frondosus wird flavesc. Bl. Sehn.,
wogegen Sparis. frond. J. u. Sw. 84 zu brachiale P. kommt, Jordan,
Pr. n. m. IX 542.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 321
(Callyodon.) Cryptotomus ustus C. V. heschr.; retract. P. zu?
dentiensP.; Schlüssel der 5 am. Sp.: d., ii., aurop., roseus, beryll; Jord.,
ebd. 226. — C. V.'s Or. von Callyo. unters. ; ustus u. aurop. gute Sp.
(von Cryptot.); ebd. 542. — Cryptot. dentiens P. beschr., syn.?:
retractus P.; Jord.ebd.45. — Neue Verwendung des Namens Calliodon,
s. bei Pseudoscarus.
(Pseudoscarus.) Sc. taeniopt. Desm. statt punctul. C. V., wozu
viell. auch diadema C. V. syn., Jord. ebd. 45. — Sc. evermanni, wie
croicensis, die Streifen der Brust dintenblau statt weiss; boUmani,
wie punctul. n. virgin. ; grün, 1 orange Längsb. bis üb. After, Basis
d. P. mit dunkl. PI.; beide aus d. Magen v. Epineph., Florida; Jord.
u. Everm., Pr. n. m. 1X470.
Pseudoscarus Blk., Gth. wird jetzt Calliodon Gronow (statt
Scarus Forsk. 84); C. V.'s Or. unters.; coelestinus u quadrispin. C. V.
gute Arten ; turches. C. V. ist guncaniaia Cuv. (nee C. V.) ; taeniopt.
Desm. (nee Gth.), dazu psitt. Gth. nee. L. nee Forsk. u. virginalis J. u.Sw. ;
Jordan, ebd. 542.
Ctenodax n. g., Macleay, s. Atherinidae, S. 318.
Embiotocidae.
Chromides. Astronotus Sw. Name für Steind.'s Zusammen-
fassung von Heros, Acara, Uaru, Hygrogonus (=:Astr.) etc; A. tetrac.
C. V., dazu Ac. fuscom. P.; Jordan, Pr. n. m. IX 48.
Anacanthini*
Allgemeines, Kopfknochen v. Klein s. S. 242.
Gadopsidae, Cerdalidae.
Lyeodidae. Lycodes reticul., bisher nur v. Grönl. bek.,
2j. Ex. (= perspic.) aus 100 Fd. beschr., Steindachner, Beoberg.
Polarst. Jan Mayen m 107. — Lyc. lütkenii erhält erst bei 225 mm.
Schuppen, es scheint deshalb die Gatt. Lycodalepis, welche wegen
Schuppenmangel abgetrennt wurde, schlecht begründet ; dem L. reti-
culatus sehr ähnl., wird aber selbst ausgewachsen kaum dessen
Zeichnung erwerben; die Zahl der P.-Str. bei jungen (60 mm.) 16,
bei alten 23 ! ; Kara-M., häufig; 6 Altersstufen Tf. 16, F.1-6. -L. pallidus
schon bei 85 mm mit Seh., bei 140 mm verschwinden die Querbinden,
Kara-M., Taf. 17, Fig. 1—3. — L. reticulatus?, 2 junge Expl. (? =
L. perspicillum) Kara-M; Taf. 17, F. 4, 5; ein gleiches Ex. von West-
grönland Fig. 6. Lütken, Dijmphna, S. 128—138, 503—504.
Lycodalepis Blk. zu Lycodes s. oben.
Gymnelis viridis, dazu wohl pictus aus Bareuts- u. Kara-See als
Farbvar.; Lütken, Dijmphna, 125, 502. — G. viiid., 2 Ex. bei Jan
Mayen, Bem.; Steind., Beob. Pol. Jan M., III 107.
Gadidae. Gadus, Entwickl. v. morrhua, aeglef. u. merl.,
Cunningham, s. S. 270, u. Prince, S. 274. G. call., Auge,
Matth., s. S. 257; rothe Muskeln bei aegl. u. merl., Stirling, s.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. V
322 I^r- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
S. 248; Krümm, d. Wirbelsäule, Murie, S. 287; Verderben des
Fleisches, Farlow, S. 288.
Gadus morrhua. Laicht bei Schottland meist im April, wächst
bis Mai auf 6 mm, im Aquarium weitere Zucht nicht gelungen; bis
Anf. Juni auch im Meere unfindbar, dann verhältnissm. hoch entwickelt
30 mm. 1. in grossen Schaaren; dies sind indess wahrsch. schon Fische
vom Vorjahr. M'Intosh, Ann. Mg. XVIII 307. — J. A. Ryder,
sucess in hatching the eggs of cod. Chester's (metallfreier) Apparat
gestattet vermöge eines heberförmigen Ablaufsrohrs ein sanftes
Schwanken des Wasserspiegels; diese Bewegung ist für die Aeration
schwimmender Eier sehr vortheilhaft. — Nach dem Ausschlüpfen
besitzen die Jungen (wie bei Cybium) eine grosse Serum-Höhle über
dem Kopf, welche bei richtiger Concentration d. Wassers ein Flottiren
bewirkt. Science, N. Y. VII 26, Xyl. — Gadus aeglef., künstl. Entwickl.
durch Frost gehemmt, Mcintosh, Nature Vol. 34, 148. — „Prelim.
rep. of food of haddock", aeglef. frisst weniger Fische u. mehr
Echinodermen als morrhua; desgl. ,,Pr. r. of f. of. cod"; G. Brook,
4. ann. rep. Fish. B. Scotl. 128—34 bez. 134—147. — Gadus minut.
u. lusc, in Dänemark, Petersen, Vid. Med. nath. For. 84, S. 157;
G. min. (poor- oder power -cod) als junger luscus (bib) betrachtet
von Mc Intosh, was Day nicht für bewiesen hält, Ann. Mg. (5)
XVn 442 bez. 527 ; auch 4. Ann. rep. Fish. B. Scotl. 208. — Gadus
saida, Kara-M. u. junge? Form, Kara-Meer; Lütken, Dijmphna 127.
Merlucius bilinearis, Lebens w., W. Nye, B. F. Com. VI 208.
Phycis florid. steigt ausnahmsw. nach kaltem Wetter aus der
Tiefe, Jordan u. Everm., Pr. n. mus. IX 475.
Lota, Darm, Cattaneo, s. S. 259.
Molva vulgaris, Ei mit einer einzigen blassgrünen Ölkugel (wie
Lota), Prince Ann. Mag., Bd. 18 S. 85. — Bei 7=^/^ Zoll erhält der
„Ling" Flecken statt Streifen, M'Intosh, 4. ann. r. F. B. Scotl. 209.
— Ein Pterichthyid-Stadium, d. h. Junge mit langen ockerf. V., beschr. ;
M'Intosh, Ann. Mg. XVIII 310.
Bregmaceros atlanticus, ähnl. macclell. ab. A. 15 (16) H- x (7 od. 8)
-f 21 (22) u. D. u. A. niedriger, Caraiben 90—305 Fd., Goode u. Bean,,
Bull. mus. comp. Z. XU Nr. 5, 165.
Ophidiidae. Neobythites rohustus, Cuba 130 Fd, und marginatus,
Barbadoes 209 Fd. Goode u. Bean, Bull. Mus. comp. Z. XII Nr. 5,
161 bis 2.
Aphyonus mollis , nahe gelat., Golf v. Mexico 24" N. 955 Fd.,
Goode u. Bean, ebd. 163.
Barathronus gen. n., Kopf dick, Körp. u. Schw. comprimirt.
Schuppenlos, Mund weit, Untkf. länger, Zähne im Intermax. rudim.,
3 grosse auf Vomer u. 5 auf Mand., Pal. 0. Auge (475 in Kopf 1.)
von Haut bedeckt, Bartel 0, Pseudobr. 0, Kiemdorn. lang u. zahlr.
Kopf mit vielen Schleimkanälen. V. 1, am Schulterbogen, D. u. A.
iu der Ichthyologie während des Jahres I880. 323
weit rückwärts, C. kaum von D. u. A getrennt. B. hicolor, Kopf .o'/g
in Totall., Stirnbr. = Augd., Max. bis hint. Auge. D. 70 (beginnt
54 mm. hinter Schnauzsp.), A. 57 (beg. unt, 14. D.-str.). Gelblich,
schwarze Zone zw. Ventr. u. Anus, vert. Streif, über Anus, 120 mm 1.,
Guadaloupe 769 Fd. Goode u. Bean ebd. 164.
Pteridium armatum, D. 96, A. 82 ; 115 mm 1., 25 hoch; schwarz
punktirt; Op. mit 2 starken Dornen; D., C. u. A. subcontinuirlich;
hintere Mandbz. kräftiger; üstl. Sicilien; ßellottia (ohne V., dicker
Körper) wohl nicht juv. zu Pt. arm., jedoch nahe verwandt. Durch
diese Formen werden die Ophidiina mit der Brotulina verknüpft.
P. D oder lein, Natur, sicil. V 73-80, 105-8, Tf. 1; abgedr. in:
Giorn. Sc. nat. ed econ. Palermo XYII 155, Tf. 1. (Vergl. üb.
Schwimmbl. S. 262).
(Xiphogadus.) Xiphasia setif. bei Australien; ob von madagasc.
Playf. 68 versch. ?; Gatt, mit ßlk. zu den ßlenniiden gestellt; Ramsay
u. Dougl., Pr. Linn. s. N.-S.-W. (2) I 582.
Fierasfer. Ein Expl., welches statt zwischen beide Mautelhälften
zw. Mantel u. Schale einer Perlmuschel gekommen, liegt durch Schalen-
masse überzogen in der Schale. A. Günther, Pr. zool. soc. London,
86, 318, Xyl. — Pronephros, Grosglik, s. S. 264; Flosse, Ryder,
s. S. 243.
Macruridae. Bathygadus arcuatus, D. 2/10, 135, A. 120. Sq.
140, Martinique 334—580 Fd. ; favosus D. 2/9, 125, A. 110, Sq. 135.
^Vie; Martinique 472 Fd., Goode u. Bean, Bull. Mus. comp. Z. XII,
Nr. 5, S. 159, 160.
Ateleopidae, Xenocephalidae.
Pleuronectidae. Flossen, Ryder, s. S. 243; Zwangsbe-
wegungen u. Theorie der Schiefheit, Steiner, S. 249 ; Eier, Embryonen,
Entwickl., Prince, S. 274; rothe Muskeln, Stirl in g, S. 248; Haut-
papillen, Raffaele, S. 240.
G. Pfeffer, „Schiefheit der Pleuronectiden." Die morphol
Medianlinie liegt zw. beiden Augen (mit Traq., Reich., Klein), da das
wandernde u. dabei rotirende Auge die ganzen derzeit vorhandenen
Partien der beiden Stirnbeine vor sich herschiebt. Die Knochenbrücke
am dorsalen Rande der blinden Seite ist eine spätere Hautverknöcherung
morpologisch die oberflächlichste Schicht des einen jetzt auf der
Augens. befindl. aber urspr. blindseitigen Stirnbeins. — Abh. Naturw.
Yer. Hamburg IX Nr. 5, 8 S.4».
W. Mars hall, Asymetrie besonders der Schollen. Populäre
Darstellung. Humboldt V, Heft 7, 15 Xyl.
Hippoglossus vulg. ausuahmsw. in flachem W. (20 Fd.), A. H. C 0 ck s,
Zoologist X 28.
Rhombus max. (u. Solea vulg.), in America 1880 ausgesetzt, Hess
1886 noch keine Spur von Nachkommen erkennen; Bull. F. 0. VI. 312.
— Skelett, Brühl, s. S. 240.
Y*
324 ^Y. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Zeugopterus norvegicus , neu f. Dänem. , Vomerzähne vermisst,
Petersen, Vid. Med. nath. For. 84, S. 158. — Z. unimaculatus, Beschr.
u. col. Abb., punct. häufiger; Brook, 4. ann. rep. F. B. Scotl. 225
bis 6, Tf. 9.
Arnogl. laterna, neu f. Dänem., Petersen, Vid. Med. nath. For.
84, S. 158.
Platophrys lunatus L. beschr. ; ellipt. P. beschr.. Färb, abweichend;
nebularis ist höher u. versch. gefärbt, viell. = maculif. P. juv., Jordan,
Pr. n. m. IX 51.
Citharichthys dinoceros, 91, 73, Sq. 48, ^Vis^ graubraun, Caraiben
175 Fd., Goode u. Bean, Bull. mus. comp. Z.XH, Nr. 5, 157. — C.
(subg. Hemirh. Blk.) aethalion, Hemirh. fuscus Poey part. (= C. spilopt.),
nahe ovalis Gth. (pac), D. 92, A. 64; Sq. 18, 65, 18; Havana; Jordan,
Pr. nat mus. IX 52. — C. macrops, ein 2. Expl.; Jordan, ebd. 29; C.
microst. wahrsch. zur Gattung
Etropus, Beschr.; E. crossotus nördl. bis Nordcarolina; ebd.
Bomboidichthys mancus. Unters, der Generation sorg. u. d. Jugend-
stadien lehrt, dass podas das W. von m. ist, Facciolä, sul dimorfismo
sessuale del Rh. m., Natur, sie. V 213, 231. — Die Umänderung des
pelluciden E,h. candidiss. in den dunklen gefleckten mancus, sowie
die späteren Stadien der Augenwandrung, besonders die Bildung einer
dritten Augenhöhle (beim ^ weit hinten in der Verticalebene des
Hinterhauptlochs) für das wandernde Auge werden geschildert; die
Brücke unter dem Vorderende der D. gilt als Fortsatz der blind -
seitigen (rechten) Parietale. Ob das Auge in der Tiefe des Kopfes
oder oberflächlich von der einen zur andern Kopfseite dringt, war
nicht mehr nachweisbar. Ein Abheben der vordem D. vom Schädel
wurde nur ausnahmsw. beobachtet. Facciolä, sul stato giovanile
del R. mancus., ebd. VI 39, 50, 74. (December 86— März 87). - Rh.
pantherinus. Bemerk., Tahiti; Vaillant, B. s. philom., XI 54.
Pleuronectes flesus, ein monstr. Expl. mit halbgewandertem
Auge beschrieben; die Blindseite war schwarz, jedoch die dem Wander-
auge noch sichtbare Partie mit chromatischer Function wie die Augen-
seite des Thieres; die Abflachung der Blinds. nicht ganz in normaler
Stärke. In der Zuidersee unter 10 Ex. durchschn. 1 mit links stehenden
Augen. J. Ritzema Bos, Biol. Centralbl. VI 270— 3.
Solea (Aserragodes) textiUs, 60, 43. L. 1. 68. ; sandfarbig. Seh.
schwarzrandig, Golf St. Vincent, 12 Fd.; Ramsay u. D., Pr. L. S.
N.-S.-W., (2) I 6. — S. vulg. in America vergl. bei Rhombus. Die
Charakter. Anordnung von Papillen u. Sinnesorg. d. Haut bei ital.
Solea-Sp. siehe S. 240 Raffaele.
Monolene atrimana, D. 124, A. 100, Sq. 105, 30/32, hellbraun,
Floss. dunkler, P. u. Augenlid schwarz, Barbados 228 Fdn. ; Goode
u. Bean, Bull. m. comp. Zool. XII No. 5, 155.
Aphoristia marginata, D 96—100, A. 86, Sq. 88, 34, braun, dunkle
in der Ichthyologie während des Jahres 188H. 325
Linie neben der Basis v. D., C. u. A. und p/^m, Höhe 37? in L.,
Sq. stark gezähnt, 65, D 90, A. 69—75, grau od. braun, jung mit
unreg Fl., Golf. v. Mexico. 321 bez. 250 Fd. ; Goode u. Bean,
ebd. 153—5.
Aphoristia plagiusaL.(= orn. P. nee Gth.), elong. Gth., atricauda
J. G., fasc. (= orn. Gth.) alle 4 viell. nur Var., Schlüssel; Jordan,
Pr. n. m. IX 53.
Physostofni.
Allgemeines. Kopfknochen, v. Klein, s. S. 242.
Siluridae. Silurus glanis, Auge, Matthiessen, s. S. 257-,
Zucht Dürigen, S. 290.
Saccobranchus, im Aquarium in London, s. S. 290.
Schübe Steindachneri Guimaräes 1884. J. sc. Lisboa
Vol. X Nr. 37 S. 1. D. 2/6 A. 62, ähnl. dispila, Untkf. länger,
Angola.
Hypophthalraus, Schädel u. Gehörorg.; Wright, s. S. 242.
Amiurus catus 1885 nach Deutschi, gebracht lieferte 1886 schon
310 Junge; Bull. F. C. VI 311 (v. d. Borne). — „Catfish" nach
Hawaii übersiedelt 1879; Beckley, Bull. F. C. VI 256. — Desgl. in
das Pariser Aquar., ebd. 257. — Nach Neuseeland s. S. 300. Flossen-
entwicklung, Kyder, s. S. 243.
Noturus nocturnus, A, 15 — 16, nahe leptacanthus, ab. mit stärk.
Stacheln u. kräftig. Körper; Arkansas Jordan u. Gilbert, Pr. n.
mus. IX 6.
Pimelodus guirali, 1/7, 6, P. 1/7, Oberkopf glatt, längste Barteln
(unt. äuss.) bis Schultergürtel; 5 Reihen Fl. auf dem Körp., Flossen
(excl. A.) gefleckt; 0,i7m, [Westafrica?]; Thominot, Bull. s. philom.
Paris, X 162 (Beschreib, unvollst.).
Arius froggatti, D. 1/7, A. 19; Occproc. gleich lang wie breit,
Mxbart. bis Pbasis ; Zähne in Mand. in 2 Feldern, im Intmx. desgl.,
„palatines with 2 small oval patches anteriorly"; Körperseiten warzig;
weisser Fleck am Occiput u. hinten in der D. ; Strickl. R., N. G. ;
A. spatula 1/7, 20; Untkf. die Intmzähne nicht bedeckend; Occpr.
halb so breit als 1., Mxbart. bis zum unt. AVinkel des Op., äuss.
Mandbart. zur Pbasis ; Kiefer mit breiter Zahnbinde ; Vomz. in 2 weit
getrennten Feldern, mit Palz. zusammenstossend ; länglicher w. Fl.
am Occiput.; ähnl. stormi Blk. ; ebd. Ramsay u. Dougl. , Pr. L. s.
N.-S.-W. (2) I 14, 15.
Hemipimelodus dayi, A. 20—21, P. 1/10; Mxbart. bis zum Op.,
Occipproc. kaum halb so br. als l, Basis d. Fettfl. ^4 ^- Bas. der D.;
Junge werden im Maul der Alten aufgezogen; Strickl. R., N. G.;
H. crassüahris , 18, 1/12; Occiput schwach granulirt, Occpr. fast
gleich 1. wie br., Mxbart. kaum zum Op.; Bas. d. Fettfl. V4 der Dbas.;
Ramsay u. D. ebd. 17, 18, 127.
32() r)i'. F. Hilgendorf: Bericlit über die Leistungen
Synodontis membr., Skelet; Brühl, s. S. 240.
Malopterums electr. Das Vorkommen von Parasiten, wichtig
wegen der Frage von der Immunität des Fisches gegen die eignen
Schläge, wird constatirt: 2 Cestoden (Corallobothrium n. g. u Taenia)
und 1 Trichosomum im Darmtractus und 1 unreifer Nematode in der
Leibeshöhle, Muskulatur, ja selbst im el. Organ; G. Fritsch, Paras.
des Zitterw., Szb. Ak. Wiss. Berlin 86, S. 99—108, Tf. 1. — Haut,
el. Org., Kloake (bei (J u. $ versch.), Fritsch, s. S. 239, 247;
Physiol. d. el. Org., Gotch, S. 248.
CalHchthys littoralis, Nestbau im Aquarium, das Männchen
bewacht den Laich, C. punctatus haut kein Nest. J. A. M. Vipan,
Proc. Zool. soc. London 86. 330. — Zucht, Dürigen, s. S. 290.
Scopelidae. Saurus synodus C. V Bahia, Origexpl. beschr.,
Synon. ; versch. von allen 8 Sp. in Meek's Kev. (Ber. 84, S. 404) syn.:
interm. Spix u. atlant., viell. auch der Esox synodus L., dann ., Synodus
synodus" zu nennen; intermedius Poey nee Spix wird Syn. poeyi J. ;
S. saurus L. versch. vom amer. foetens; Jordan, Pr. n. m. IX 525.
— Synod. myops, dazu brevir. P., Jordan ehd. 34. — Säur, myops,
Bern., Tahiti; Yaillant, Bull. s. philom. XI 53.
Benthosaurus g. n. Pect, nur l'/s der Kpfl. u. von gewöhnl.
Bau, sonst Benth. fast mit Bathypterois stimmend, u. nahe Bathy-
saurus. B. grallator, 11, 12, Sq. 55, 9/8—^9, braun, Maul innen, Kiemen-
haut n. Operkellappen schwarz, 38 ctm. 1., westl. v. Florida u. östl.
V. New -York 1850 u. 1537 Fd. Goode u. Bean, Bull. mus. comp
zool. XII Nr. 5, 168.
Scopelus mülleri, 1 Expl. zw. Jan Meyen u. Grönland, 2 Zoll 1.
beschr., F. Day, Nature, Bd. 34, S. 571.
Cyprinidae. Schultergürtel, Emeryu. S., s. S. 246.
I Catostomina. Placopharynx car., beschr. J ordan u. Gilb ,
Pr. n. m. IX 11.
Ictiobus velifer von Texas beschr. Jord. u. G. ebd. 18; J. carpio
von Texas, gestrecktere Form, ebd. 20.
n Cyprinina. Cyprinus carpio: Gehirn, Osborn, S. 251;
Auge, Matthiessen, S. 257; fossil, Bassani, S. 304.
Carassius vulg., var. oUongus, Kasan; Warpachowski, Zapiski
Ak. nauk St. Petersb. LH 54. — Car. aur. (u. Var. Teleskopfisch) ;
Entwicklung, Kowalewski, s. S. 271; Riechhaut, Madrids. 256;
Zucht, Dürigen, S. 290.
Barbus: Flosse, Ryder, s, S. 244. — B. matozzi, Angola Vs^ ^/s*»
Sq. 33, 5V2/ 3; Stirn Vg Augd.; Z. 5, 3, 3., 4 Bartf., der Maxillarf. =
Augd.; 4. Dst. gezähnt, Schnauze glatt, fast 2 Augd. Guimaraes 1884,
J. Sc. Lisboa X, Nr. 37, S. 7, Tf. 2. — B. guirali, 11, 7, L. 1. 20, tr. 7,
4 Barteln länger als Augd., D-Stach. knöchern u. gezähnt, Maul klein,
Fleck auf Anf. der D.: 95 ctm., Westafr., San Benito; Thominot,
Bull. s. philom. Paris, X 163.
in der Iclitliyologie während des Jahres 1886. 327
Puntius tholonianus, 3/8, 1/5; 21—23, 3/3; Profil vom 1. D— St.
an convex, Nase dick, 4 Barteln, D. ohne knöch. St.; Seh. der L. 1.
mit schw. Fleck, am Schwänze ein Streif; 10 ctni., San Benito;
ebd 164.
in — Vn Rhoteichthyina, Leptobarb., Rasbor.,
Semiplot, Xenocypridina.
VIU Leuciscina. Leiiciscus rutilus; periphere Flüssigk. im
Ei, Solger s. S. 269. — L. aula: fossil, Bassani S. 304. — Sq.
leucisciis: Parasiten. Piesbergen S. 285. — Sq. cephalus: Experim.
bei Grosshirnmangel, Steiner, S. 249 — Leuc. lucidus Yar.ümenensis,
Ilmen-See; W a r p a c h o w s k i, Zapiski Ak. nauk., Petersb. LIII,
63, Abb.
Phoxinus stcujnalis, Kopf von Form einer schräg abgestumpften
Pyramide; V. näher der C. als der Schnauzensp., Anf. der D. gleich
weit vom Operc. u. C, Sq. 70—80. 17— 18 9— 10; Moor-See Schumjer
(Kasan); N. Warpachowski, Zool. Anz. IX, 76,Xyl. u. Zapiski
Ak, nank. Petersb. LII 53. — Ph. phox.: Parasiten, Piesbergen,
S, 285.
Notropis (Huds.) hudsonius (Clint), dazu syn. (in Übereinstimm.
mit Jord., Cat. p. 24) : storerianus Cope, Gth. etc. (nee Rutilus stör.
Kirtl., welcher ein Hybopsis), fluv. Gir., amarus Gir. (nicht einmal
eine Var., weil Zahnformel variabel u. Caudfl. bei Ex. aus schilfigen
Flüssen), phaenna Cope, saludanus J. u. Br. , selene Jord., euryopa
Bean; ausserdem noch 6 Sp. von Notr. im Monongahela-R , B. W. E ver-
mann u. Bollmann, Ann. N.-York Ac. Sc. III 336.
Notropis (Lux.) zonatus Ag., Beschr. (S. 2), N. (Hydrophl.)
scabriceps Cp. (ob = zon. juv. ?) (S. 3, 7); Jordan u. Gilbert Proc.
nation. mus. IX.
N. (Notr.) micropteryx, Beschr. ebd. S. 4; dilectus, jung schwarz
gesprenkelt (ionthas J. G., M. S.), S. 11.
N. (Cypr.) venustus. dazu urostigma (J. u. M. 81), cercost. Cp. u.
Lux. chickasav. Hay, ebd. S. 14; Färb., S. 19; viell. dazu auch notatus
Gir., S. 20.
N. (Alb.) sabinae, D. 8, A. 7, Sq. 33, 4/2, Z. 4-4, nahe deliciosus,
ab. Form wie Moxostoma, Sabine - R. (Tx.). ebd. S. 15; Synonymie
V. delic. (vergl. Ber. 85), S. 23; N., (Alb.) texanus Gir., in Synopsis u.
Cat. mit N. (Cypr.) venusta vereinigt, -^viedergefunden u. beschr.,
ebd. S. 17.
Notropis ? lateralis Ag. [fehlt in Synop. u. Cat.] ist nahe
deliciosus, aber Kopf höher u. stumpfer, Schnauzesteiler, Auge kleiner;
viell. = Scylla. N. dilectus viell. zu atherinoides. Girard, Bull.
Washb.Cab. 1207-8.
Hybopsis tetranemus, nahe aestivalis, ab. Kopf u. Leib schlanker,
Auge kleiner u. 2 Bartf. jederseits, 5 Ctm., Kansas. Girard, Bull.
328 Dr. F. Hilg-endorf: Bericht über die Leistungen
Washb. 1. I 208. H. gelidus , Färb. n. Hochzeitstuberk. ; ebd. — H.
aestivalis Gir. beschr.. Jord. u. Gr., Pr. n. m. IX 8.
Tinea. Hautnerven, Seh öl er S. 252; Darm, Gatt an eo, S. 259;
T. aurata, Zucht, Dürigen, S. 290.
IX. Rhodeina. Ehodens amarus, 5 Jahre im Aq, Eiablage Febr.,
Mai, Juni; mehrere Junge erhalten, Männchen zerquetscht ein grosses,
die Legeröhre verstopfendes Ei; F. Richters, Zool. Gart. XXVII 159.
— Biol., Hazay s.S. 285; Entw. des Nerv, olf., Beard (Abb.)
s. S. 281.
X. Danionina. XL Hypophthalmichthyina.
XII. Abramidina. Leucaspius delinatus „ein für die belgische
Fauna neuer Süsswasserfisch" in den Festungsgräben Antwerpen's,
laicht Anf. Mai. Ob durch Vögel übergesiedelt? E. Gens, Bull. ac. r.
Belg. (3), Bd. 11, S. 150-3.
XIII. Homalopterina.
XIV. Cobitidina. Cobitis: Becherzellen im Bartel, List,
S. 238.
Kneriidae.
Characinidae. Suprabranchialorgan von Citharus u. Prochilodus,
Sagemehl, s. S. 263.
Brachyalestes mocquardianus, 10, 20; 37, ^6 ; H Ctm., (Westafr.)
San Benito; Thominot, Bull. s. philom. Paris, X 167.
Cyprinodontidae. Cyprinodon calar.: Riechhaut, Madrid,
s. S. 256.
Zygonectes, hierzu Fund, cingulatus C. V. , Beschr, d. Origex. ;
T. zonatus C. V. (nee Esox z. Mitch.) entw. = cing. od. = zonifer J.
u.M., diese beiden viell. ident. ; zu Z. notti Ag. wahrsch. craticola
G. u. B.; Jordan Pr. n. mus. IX 527. — Zyg. escambiae, Krph. 5 in
Krpl.; D. 6—7, A. 8—9, L. 1. 36, tr. 12, dunkle Längsstreifen nach
den Schuppenreihen, alle Fl. dunkel; Z. cingul, C. V. beschr.; Escambia-
R., Bollmann, ebd. 463.
Fundulus: Entw., Ryder, s. S. 277; Zucht, Dürigen. S. 290
— F. fonticola C. V., Bem. üb. das Origex.; Jordan Pr. n. m. IX 526;
F. cing. vergl, Zygonectes.
Heterandria omm., s. Rivulus.
Rivulus, hierzu Heter. ommatus J. ; Gatt, neu f. N. Am. ; Jordan,
Pr. n. m IX 527.
Gambusia brachypt. nebst gracilis (= hura.) viell. nur Var. v.
patruelis, Jordan u. Gilb., Pr. n. m. IX 22. — Flossen, s. Ryder,
S. 244.
Heteropygii, Dalliidae.
Umbridae. Umbra, Entwickl, Ryder, s.S. 276; Zucht,
Dürigen, S. 290.
in der Ichthyologie wähi-end des Jahres 1886. 329
Seombresoeidae. Belone, Entwickl., Wenckebach, s. S.272;
Riechhaut, Madrid, S. 256.
Belone, Rev. amer. spec. Es werden 3 Gen. anerkannt: Belone
(mit deutl. Kiemendoruen, Typ.: B. belone L.) nicht amerik., Tylosiirus,
Potamoi'h. Gth. (nur 1 Sp.). Zu B. bei. gehören wohl auch acus (Risso
nee Lac), eux., grac. , cornidii. Von Tyl. sind amer.: 1. notatus,
2. scnpularis 81, 3. subtrunc. (depressa P. nee Gth., sagitta 84, ?bras. L.),
4. euryops 84, 5. diplot. 71, 6. microps, 7. amaz. 75, 8. ardeolus (? ard.
C. V., ?cigon. C. V., ?orgalus Les., depressa Gth. necP.), 9. stolzm. 78
(sierrita 81), 10. exilis, 11. marinus Bl. Sehn, (longirostris, trunc,
scrut.), 12. almeida (?bras. L., timucu, trunc. var guian. Gth. nee
M. Tr.), 13. fodiator 81, 14. raphidoma (gerania, crassa, melanochir,
gladius 82), 15. galeatus, 16. pacif. 75, 17. acus Lac. nee Risso (?imper.
Rf., caribb. Gth. nee Les., ?cantrainii, latim., jonesi 77) anscheinend
Mittelmeer u. Ostam., 18. caribb. Les. nee Gth. (= 17. ?; altip. P.),
19. T. (subg. n. Athlennes, stark comprimirt, Körphöh. üb. doppelte
Dicke) hians. Pot. guianensis M. Tr. nee. trunc. var. g. Gth. (taen.
Gth., scolopac). Ausserhalb Am. nur Nr. 17., gleichz. pac. u. atl. nur 19.;
vicariirend [im Pac. 2. für 3. atl., 9. südl. pac. für 10. calif. ; 11. nördl.
für 12. westind., 13 pac. für 14. atl.; 16 pac. für 17. atl.; nordam. atl. 11,,
gleichz. westi.: 1, 3, 14, 17, 19; Flüsse südam. : 6, 7. u. P. guan.
Ausführl. Schlüssel. — Jordan u. Fordice, Pr. n. m. 1X339—61.
Belone, C. V.'s Typen unters, u. beschr. : carribaea timucu u.
scolopac. Dagegen waren die Typen von cigonella, ardeola, gerania
u. galeata nicht mehr findbar. Jordan, Pr. n. mus. 1X529. — B.
macul. P. zu hians, crassa u. melanoch. P. zu raph., euryops (84) zu?
depressa P. ; ebd. 35.
Hemirhamphus mocquardianus , ähnl. far. ; 1/11, 1/10, L. 1.45;
Untkf. 4 in Krpl. (o. C.) (statt 5), Kpf 1. 4V4 in Krpl.; 20 ctm Cam-
bodgia; H. ccqoensis, ähnl. calabar., aber Symphyse 2-/3 in Krpl.
(0. C.) (statt 474), V. näher an C. als Kopf, D. u. A. schuppenlos,
0. halbmondf, ; 20 ctm., Cap; Thomiuot, Bull. s. philom. Paris,
X 165, 166.
Hemirh. browni 0. V.'s Typus unters., ist wie pleii, brasil.,
macrochirus als balao Les. aufzuführen; Jordan, Pr. n. m. 1X529.
— Hem. filam. P. zu pleei; H. poeyi P. zu unifasc; Jord. ebd. 35,
Exocoetus, C. V.'s Typen unters, u. bekehr. : melanm'us u. volitans
(nee L.) ist heter. Raf.; gibbifrons eigne Art; cyanopt. nur durch
A. 11 von bahiensis (9—10) versch., also wohl nur, wie auch albidact.,
Var. von bah.; lineatus von heter. durch mehr rückstehende V. versch.,
Jordan Pr. n. m. IX 527. — Exoc, Benehmen im elektr. Licht,
Flattern; Benedikt, S. 285.
Esocidae. Esox: Hautnerven, Schöler, s. S. 252; Riech-
haut, Dogiel, S. 255; Retina, Krause, S. 256; Vacuolen in d.
330 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Blutkörp., Nikolsky S. 257; Darm, CattaneoS. 259; Spermatozoen,
Ballowitz, S. 266.
Galaxidae. Galaxias hayi, 10, 11, Vert. 33/20; oben oliv, unten
gelb mit olivf. Binden; 5. Creek, S. Australien; Ramsay u. D.,
Pr. L. S. N.-S.-Wales, (2) I 6.
Mormyridae. Mormyrus, Osteologie, v. Klein, S. 242. —
Morm. anchietae Guimaraes 1884, J. sc. Lisboa Vol. X Nr. 37, S. 4,
Tf. 1, F. 3 — 5. Form ähnlich longirostr. u. mucupe; D. 62 (66),
A. 18— 20, L. 1. 86, tr. 30.; Schnauze ähnl. wie muc, aber kürzer.
Cunene-Fl.
Sternoptychidae, Stomiatidae.
Salmonidae. J. T. Cunningham, Art „Salmonidae" in Ency-
clopaedia Brit., 9. Ed. XX 221-7. — F. A. Smitt „Kritisches Ver-
zeichniss der im Reichsmuseum [zu Stockholm] befindl. Salmoniden".
K. svenska vetensk. akad. Handlingar, Bd. 21, N. 8. 2«. 290 S., 13
Tabellen, 6 Taf. Schwedisch, nur die Schlüssel u. Tabellen lateinisch.
Vergl. die vorl. Mitth. in Ber. 83. S. 509. Vf. verwerthet absichtlich
nicht Wirbelzahl, Blinddarmz. u. Vomergestalt. Zunächst untersucht
er an 5 der Körperlänge nach gebildeten Grappen, welche vermischt
S. salar, trutta (incl. fario) enthalten, die Veränderungen die mit
zunehmender Grösse an 59 Charakteren auftreten [doch wohl nicht
als reine Altersverschiedenheiten aufzufassen], S. 8 — 27. Sodann
werden 17 Paare geschlechtsreifer je zusammengefangener (J u. $
verschiedener Grösse verglichen um die Geschlechtsdiff. zu ergründen
(S. 27—44) ; es folgt Vergleichungstab. zw. S. salar u. trutta (— S. 96);
Kritik von Nilsson's Arten (S. 100), der mitteleur. Arten (—105);
Untersuch, üb. die Salvelini, auch südeur. u. amerik. ( — 151) ; üb. Subg.
Oncorhynchus (S. 151—160); Schlüssel zu Salmo (S. 160—3), worin
(ebenso wie bei dem von Coregonus) die binäre Nomencl. für 4 versch.
einander untergeordnete Kategorien verwandt wird, auch die Maas-
tabellen geben keinen Aufschluss, welchen Verwandtschaftsgrad Vf.
als Species auffasst; Osmerus (—169); Mallotus (—196); Argentina
(—198); Thymallus (—206); Stenodus (-211); Coregonus (—288);
Phylogenetisches (—290), in erster Linie ist die Entwicklung, in 2.
Geschlechtsverschiedenheit, in 3. geogr. Einwirk, bei der Artbildung
betheiligt.
Im Caspi-See ausser caspius K. noch eine Sp. (salar ?), u. in den
Bergen v. Talysch S. fario, sonst von Salmoniden nur noch Luciotr.
leucichthys im Nordcaspi. Rad de, Fauna u. Fl. des südw. Caspigeb.
S. 85. — Süssw. - Salmoniden Islands (ohne syst. Namen) s. S. 293. —
In Amer. weit nach Süden, s. unten : purpuratus. — F. Day, Migration
of the Salmonidae. I Notes on early and late Salmon rivers, II Periods
of raigr.; Naturalist 1886, 19—29 bez. 115-128.
Salmo. (Meist S. salar, vergl. weiter unten bei S. fario.) Entwickl.
der Keimscheibe, Kollmann, s. S. 269; Darmentw., Cattaneo,
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 331
S. 259; Entw. d. Seitenorg., Beard, S. 280; Entw. d. Flossen, Ryder,
S. 282; Entw. d. Urogenitalorg., Hoff mann S. 278; abnorme Embr.,
G-arman u. Denton, Science Observer V 1—7, Xyl.
Salrao. Die Abdominalporen sind typisch bei M u. W. neben
dem After vorhanden, doch zieht öfter die äussere Haut darüber fort
oder sie fehlen zuweilen ganz ; besonders bei S. fario ist das Auftreten
variabel. Gewöhnlich fein (dabei schräg nach hinten gerichtet). Bei
nördl. Expl. v. S. trutta grösser. Bei Salv. fontin. u. Oucorh. quinnat
ebenfalls fein od. fehlend. Die Verödung des hintern Theils der
Geschlechtsdrüsen deutet bei S. den Höhepunkt der phylog. Entw. an,
vergl. Argentina. Auch Salmo besitzt Peritoneal trichter. M. Weber,
Morph. Jb. Xn 379. Abb. (Vergl. S. 264).
Salmo. Hybridation of Salmonidae at Howietoun, Day, Rep. 55.
meet. Br. ass. adv. sc. 1885, 1059 — 63; Historisches üb. Bastarde,
Hauptpunkte seiner Ergebnisse. (Vergl. Ber. 84 u. 85). — Im Aq. in
London trutta $ x fario (J. I^ature Bd. 34, S. 84. — Üb. Wandrungen
s. ob. Day.
A. Young , Salmon fisheries in the Hebrides, 4. ann. r. F. B. Scotl.
261—311, als Anhang: Local movements of Salmonidae, by W. Anders.
Smith u. The biennial spawning of salmon by Ch. G. Atkins
(Abdr. des amer. Orig., betr. Beob. an markirten S. salar), ebd. 312 — 20.
J. Charpentier, et. sur les saumons, moyens econ. de repeupler
les fleuves. Montreuil sur mer 86, 8 ", 12 S.
Salmo. Smith zerfällt diese Gatt, in 2 Subg. : Oncorh. u.
Salmo; Salmo enthält (es werden immer nur die Arten des Mus. in
Stockh. bemcksichtigt) die Abth. salar mit grösseren Schuppen des
Vorderkörpers u. 3 Abth. (fluviat., purpur., umbla) mit kleineren. Die
1. Abth. wird zerlegt in trutta (Kiemendornen w^eniger als 18, Maxiila
lang, A. höher als Schwanzstiel; hierher 1. die eigentl. trutta u. 2.
[die fario-ähnl. :] ocla, lacustris, irid. e. p.) und salar s. str. (Kd. üb. 18,
Mx. kurz, A. niedr. als Schwst., Bauch mit wenigen Flecken ; hierzu
1. hardinii = venern., irid. e. p. u. 2. salar). S. fluv. zerf. in fl. s. str.
(mit läng. 3Iittelkopf) u. hucho; die Schuppen üb. A. grösser u. Obkf.
breiter als bei purp. u. umbla. S. umbla (rothfleckig, währ. purp.
schwarzfl.) mit namaycush u. fontin. u. dem europ. Typus salvelinus (=
alpinus -f- stagn. -f salvel.). Die Abb. stellen dar: S. alpinus ($ Tf. I
fig. 3, (^ f. 4. m, 49, 52—5; alp. var. an-hybr.? senex sterilis? 1 1,
HI; 50, 51, 56), S. salvelino - stagn. ^ (1,2), S. alp. - stagn. (HI.
41—6, Grönl.), S. salv. (HI, 32-6, 38 Spitzb.), S. stagn. (III 37,
40 (^, 39 $ Spitzb., 47. u. 48 GrönL), S. fluv. (IH 31), S. trutta (II 1 juv.,
2 (^, 3 $. 4 unrf. $, 5 unr. •^, 6—8 ster. $, 13—14 unrf. $, 12 reif. $),
S. salar (11 9 2 Monat alt, H 10 reif (J 2 Jahr, 11 unr. 2 J., 15 juv.,
16 reif (J, 17 $ juv., 18 $ juv., 19 unr. $ „salmulus" Fries, 2 unr. ^),
S. salar brevipes (II 21 unrf. $, 22 reiferes $).
Salmo salar. Nach Italien, Pavesi, s. S. 296. — Auch Weibchen
332 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
mit hornigem Kieferhaken; Harvie Brown, Zoologist, X 215. —
S. salar (u. trutta,) der Aufstieg erfolgt in der Küddow (Nebfl. d. Oder)
(50 geogr. M. vom Meere im Aug. bis Nov., hauptl. Anf. Nov., in del'
Rheda (Küstenfl. bei Danzig), das ganze Jahr (hptl. Juli); nach
Geschlecht u. Art keine Unterschiede hierin; Tabelle üb. Maass u.
Gewicht; bei salar schwankt Höhe in Länge zw. 3,6 u. 6,2, bei trutta
zw. 3,5 u. 5,0 sowohl bei alten als bei j.; Benecke, „Beob. üb. d.
Aufst. des Lachses in d. Fl.", Circ. d. deutschen Fisherei-V.86, S. 79—82.
(Vergl. ob. bei Smitt.)
Salmo sebago, lacustris u. carpio in die Südbayr. Seen, Erl,
s. S. 294; S. lac. nach Norddeutschi., v. d. Borne, S. 294; S. lac. nach
Belgien, Bull. F. Comm. VI 258.
Salmo trutta im South - Kensington - Aquarium nach 3 jährig.
Gefangenschaft fruchtbar; Smiley, Bull. F. C. VI 308. — Vgl. bei
Smitt.
Salmo fario. Befruchtung, Kupffer, s. S. 269; Embryol.,
Golubeff, S. 276; Schleimabsondr. der Embr., v. Ebner, S. 240
Entw. d. Pseudobr., Dohrn, S. 279; Entw. d. Linse, Koranyi, S. 278
Nerven u. Situs des Dottersacks, Schöler, S. 252; Becherzellen d
Haut, List, S. 238; Parasiten, Piesbergen S. 285.; Missbild, v
Kraus s, S. 287; Unfruchtbarkeit, Barfurth, S. 265; Auf bewahr
V. Laich, Liebeneier, S. 268; Futter, S. 291. — Nach Nordamerika,
McDonald, S. 300. — Ex. mit monströs aufgebogener Wirbelsäule;
Nature, Bd. 35, S. 38. — Vergl. bei Smitt.
E. D. Cope erhielt Salmo purpuratus (?) aus amerikanischen
Flüssen 7—8000 F. hoch (Sierra Madre) in ca. 27 " N. Br. ; das südlichste
Vorkommen v. Salmo; Amer. Nat. XX 745. — S. purp. s. ob. bei Smitt.
Salmo [Salv.] hucho u. fluv., s. ob. bei Smitt.
Salmo salvelinus, nach Italien gebracht, Pavesi, s. S. 296; nach
Belgien, Bull. F. Comm. VI 258. — Vergl. oben bei Smitt.
Salmo [Salvel.] fontinalis, vor 9 Jahren nach Camborne (England)
gebracht, über 2 Fuss lang; Th. Cornish, Zoologist X 251. — S. fönt.
,, American brook trout" in der Schweiz 1883 eingebürgert u. fort-
gepflanzt; (1883 ebenfalls 25 000 Eier davon nach Deutschland ;) Bull.
F. Comm. VI 206—8. — Laicht in England, Nature, Bd. 35, S. 16. —
Vergl. üb. fönt. u. namacush ob. bei Smitt.
Oncorhynchus. Als Subgenus durch mehr A-Str. (üb. 13) u. A-
Basis länger als D-Basis von Salmo geschieden; 2 Sp. (im Stock. Mus.):
1. Orientalis (wozu tschawytscha [mit tschaw. u. skisutsch] und nerka),
2. Proteus (wozu tschawitschiformis u. gorbuscha). Abb.: tsch. (Tf. II
f. 23 juv.); kis. (II 24) -. nerka (II 25 reifes ^, 26 u. 27 r. $ Behrings-L);
gorb. (in 28 r. ^, 29 r. $, Behr.-L); tschform. (III 30, ^ Alaska). —
0. quinnat nach Neuseeland, s. S. 300.
Luciotrutta. Stenodus, hierzu auch Coreg. lucius (clupeoides) ;
der sibir. St. nelma (Kopflänger etc.) mit dem kasp. leucichthys nicht
in der Ichthyologie wahreiifl des Jahres 1886. 333
ganz gleich. Smitt, S. 207 — 211, Abb. v. nelma $ Tf. 4, Fig. 57,
jnv. F. 58.
Osmerus. Die Abdomiualporen bei M. u. Wb. fehlend, Peritoneal-
trichter für den P. geuit. des W. gross. M. Weber, Morph. Jb. XTE
389. — 0. eperlanus, „mode of attachment of ovura". Die Eihülle
spaltet sich in eine Zona radiata int. n. eine grobporigere Z. r. ext.,
letztere reisst, löst sich bis auf einen Fleck ab, stülpt sich um n.
bildet so einen dicken, faltigen Stiel, der an fremden Körpern fest-
klebt. Das augebliche Ei v. 0. mordax, das nach A. Agassiz pelagisch
sein soll, gehört wohl zu e. andern Gatt. J, T. Cunningham, Pr.
Zool. SOG. London, 86, 292 — 5, Tf. 30. — 0. dentex Pacif. Oo. hat
Kieniendornen 30, spirinchus (1883 dwinensis) u. eperl. 32; Höhe der
A. bei d. u. sp. 0,077 der Körperl., bei ep. 0,083. Smitt 1. c. S. 166.
Mallotus. Ovarien in der Zweizahl (geg. Cuv. Val.), das rechte
klein, sonst ähnl. Osmerus; Por. abdom. bei M. u. AV. fehlend, aber
beim M. neben dem P. uro - genit. 2 halbkuglige Papillen. Dass die
Ovarien jedes in seinen Perotonealtrichter hineinragen, wird gegen
Huxley's Auffassung, wonach der Tr. ein wahrer Ovidukt sei, geltend
gemacht. M. Weber, Morph. Jb. S. 391, Abb. — M. arcticus Fabr.
(von Grönl.), Kopf länger etc. als bei villosus (Europa); Smitt, S. 195.
Coregonus. Die Pori abdom. sind bei jungen Weibch. u. bei
M. vorhanden, bei reifen W. des C. oxyrh. (nicht des lavar.) ver-
schliessen sie sich. Der Hoden ist jederseits in 2 weit entfernte
Stücke (das hintere sehr klein) zerfallen. Abb. — M. Weber, Morph.
Jb. XII 383.
Coregonus Smitt (s. ob.) weicht gegenüber der vorl. Publ. (83)
darin ab, dass er jetzt merckii nur als Subsp. (von albula) betrachtet;
autumnalis wird omul (mit subsp. omul u. autumn.); cyprinoides wird
pelet (mit sbsp. cypr. u. peiet) ; C. lucius gehört zur Gatt. Luciotrutta
(pag. 207). — Pycnocentrische (d. h. mit gedrängten Kieniendornen)
Formen und manocentr. F. (mit weit gestellten Kd.) sind artlich
nicht als verschieden anzusehen, sie laichen auch wohl fruchtbar
zusammen (S. 284). Die tapinorhynchen Formen d. h. mit niedrigem,
oft verkürztem Kostrum (Abth. der Blasik-artigen, d. h. Blau-
Coregonen), sind meist pycnocentr.; die hypsilorhynchen (Fetsik)
sind meist manoc. — Der Blau-Cor.-Typus hat 3 Zweige, 1. albula,
2. omul, 3. pelet -\- tugun. C. albula enthält den Grundstock albula
-f vimba u. zwei abw. Formen: pollan u. merckii; omul ist eine Fort-
setzung des pollan-Zweiges (S. 239), autumn. nur östl. Var. von omul;
tugun -f pelet (= Allosomus) verhalten sich zu omul (= Argyrosomus)
wie Oncorh. zu Salmo, d. h. sie haben die A. entwickelter; tug. -f- pel.
erweisen sich durch Anwachsen der Stirnbreite als Fortsetzer des
omul-Typus, sonst weicht tug. durch niedre Zahl der Kmdornen,
kurzes Subop. , niedr. Schwanzstiel u. geringere Postabdominallänge
sehr von pelet ab. — Bezüglich der hochnäsigen Cor. hält Yf. (S. 285)
334 Dl". ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
alle versch. Formen für genetisch verbunden. Die Ursprungsf. der-
selben (sie war ähnlich bolmeniensis) scheint eine niedrige, wenig
oder nicht über den Unterkiefer vorspr. Schnauze u. etwa 30 Kiemen-
dornen am 1 Bog. gehabt zu haben; als Charakter für die Geschlechts-
reife ist wahrsch. eine Tendenz zum Auswachsen der Schnauze
dagewesen. In einer Richtung entwickelte sich der Urtypus durch
nilssonii zu aspius u. muksun, in der andern durch wartm. zu lavar.
u. tschir [nasus]. Selbständig oder auch als Erbe von der Untgatt.
Argyros. her trat eine Unterscheidung in der Kiemendorn-Zahl ein,
welche bei den fortgeschrittensten (maraena u. lavaretus) zu Lucio-
trutta zurückführt. — An Abb. liefert Vf.: C. tugun (Taf. IV
fig. 59 cji; C. merckii (IV 60 ^); C. vimba (IV 61 <^); 0. omul polylepis
(IV 62 ^ juv.) ; C. autumn. (IV 63 $) ; 0. cyprin. (IV 64 ^); C. muksun
(IV 65 <S) ; C. maxill. (IV 66 $) ; C. oxyrh. (IV 67 5); C. aspius (IV 68 $) ;
C. lavar. (I 5 $ Kopf, IV 72 $, V 73—75, 83, 85-91, VI 92—94);
C. lav. wartm. bolmeniensis {16 i^); C. bolmeniensis (V 76 — 77); 0. lav.
pycnocentrus arctorh. (IV 70 $) ; C. lav. pycnoc. (IV 71 ,^) ; C. nilsonii
V 78—82); C. microps (V 84 $); C. polcur (V 95—98) ; C.polcur brachy-
mystax (VI 99, 100 $^); C. nasus (VI 101 <^).
Coregonus-Arten wurden übersiedelt : 4 Sp. in die Südbayr. Seen,
s. Erl, S. 294; C. wartm. nach Italien, Pavesi, S. 296; maraena
nach Frankreich, v. d. Borne, S. 295; albula nach Nordamerika,
McDonald, S. 300, u. nach England, Nature, Bd. 34, 276.
Thymallus arcticus Fall, (statt Pallasii C. V.), Kiemendornen
16—17 (bei vulg. 20—28), Maxiila länger, ob die amer. Th. von den
asiat., noch zweifelhaft, Smitt, S. 205. — Th. thym. nach Italien
Pavesi, s. S. 296.
Argentina, (sil.u. hebrid.) Ovarium bei jungen W. in 1 vorderes u,
1 hint. Stück getrennt, bei alten W. einfach, beim M. bleibt das.
Spermarium immer zweitheilig; jederseits ein spaltenf. grosser Porus
abdom. neben d. After bei Männch. u. W. ; Arg. bildet mit seinen
weit nach hinten ragenden (Geschlechtsdrüsen die primitive Form
gegenüber Salmo. M. Weber, Morph. J. XII 375. Abb.
Argentina sphyr. u. silus beide vom Skagerack, Maasse; Smitt
S. 196 u. Tabelle VII.
Haploehitonidae, Pereopsidae, Gonorhynchidae, Hyo-
dontidae, Pantodontidae, Osteoglossidae.
Clupeidae Engraulis scratchleyi, 12, 38, Sq. 43, 10; 16 + 11
Abdschilder; kein verläng. Pstr., kleine gleich! Z., die ganze D. vor
A., Mx. nicht bis zur Kiemöffn., stahlblaues Seitenband; Strickl. E,.,
N. G.; Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W. (2) 1 18. — E. argyroph. 0.
V., Origex. beschr., A. 1/16; dazu wohl Stol. eurystole (A. 1/18),
Jordan, P. n. m. IX 525.
Centengraulis edent. C, dazu brevis P., Jord. ebd. 33.
Clupea (haupts. harengus). Anlage der Keimblätter, s. Brock,
in der Ichtliyologie während des Jahres 1886. 335
S. 273; Visceralskelett V. Clupea(u. Alepoc), s. G-eg-enbaur, S. 263:
Flossenentw. von Alosa, s. Ryder, S. 244; rotheMiiskellagen, Stirling,
S. 248; Laich von Anguilla gefressen. Adickes, s. bei Anguilla.
Clupea. Das „Whitebait" der Themse besteht im Winter meist
ans Gl. sprattus u. fast ganz das bei Edinburgh Im Sommer treten
(in London) zahlreiche harengus darin auf. Da bei jungen har. die
V. nach Art von spr. vor der D. steht, ist die tiefere Stellung des
Auges u. die grössere P.- u. Wirbelzahl bei har. für die Bestimm, ent-
scheidend (Heincke). J. C.E war tu. J.D.Matt he ws, 4. ann. rep. Fish.
Board Scotl., 98— 100. — Üb. Whitebait vergl. auch Ewart in Proc.
r. physicaJ s. Edinb. 1885/6, 78 — 81, wo derselbe auch üb. Fortpfl. des
Herings (S. 47) spricht. — Ausz. : Zoologist X 418.
Clupea harengus. Die „Nahrung des Herings" wechselt nach
der Jahreszeit; sie ist bei Schottland reiner pelagisch als in der Ost-
see (Möbius) ; Ost- u. Westküste Schottlands haben verschiedene
Mästungszeiten; Copepoden, Schizopoden u. junge Clupea har. u. spr.
bilden den Haupttheil der N., seltner sind Cl.-Eier; G. Brook u.
Calderwood, 4. Ann. r. f. b. Scotl. 102—128. Die im Süssw. acclim.
Her. halten sich kümmerlich bei Regenwurm - Nahrung , Salzwasser
tödtet sie, M'Intosh, ebd. 210. — Untersuchungen vieler Ex. von
Schottland zeigen, dass der Sommerhering meist kleiner ist und kleinern
Kopf besitzt als der Winterh., dass D., V. u. A. weiter nach hinten
stehen [d. h. er also längeren Brusttheil hat] ; ob beide als Var, zu trennen,
fraglich, sie stimmen nicht mit Heincke's Abtheilungen; „Var. among
Herring", D. Matthews, ebd., S. 61—98 (Ausz.: Nature Bd. 35, 130).
— „Herring - Fish, of Loch Fyne 1885", doppelte Laichzeit, Frühl.
u. Herbst; die als „Gut-Poke'' bekannte Krankheit ist nur Darm-
überfüllung mit Copepoden, macht aber den Fisch unconservirbar.
Es scheinen hier eine lokale u. 2 wandernde Rassen vorzukommen.
G. Brook, 4. ann. r. Scotl., S. 47 — 61. — Durch Versenken künstl.
befruchteten Laichs in 104 Fd. wird practisch bewiesen , dass die
Eutwickl. kräftig, nur wegen Kälte langsamer verläuft, dass mitbin
flache Bänke für die Vermehrung des H. unnöthig sind; J. C. Ewart,
ebd. 43—6 (Ausz. : Nature Vol. 35, 130.). —
Clupea pilchardus, „La nourriture de la sardine sur les cötes du
Boulounais" besteht (im Juni) meist aus Hydroidpolypen ; Sau vage
Bull. soc. zool. France XI 621.
Clupea sardina Poey von sard. C. V. versch.; Cl. clupeola C. V.,
dazu syn. humeralis Gth. nee C. V., latulus u. (?) AI. striata C. V. ;
Cl. hum. C. V., dazu jaguana P. u. pensacolae G. u. B.; Cl. macrophth.
Ranz.-Gth. dazu maculosa C, V.; Jordan, Pr. n. m. 1X33.
Coricdi papuensis, 12-14, 21; L. 1. 40, tr. 10; silberf., Occip. u.
Seitenb. stahlblau, ob. C.-spitze schwarz; Strickl. R,N. G.; Ramsay
u. D., Pr. L. s. N.-S.-W. (2) I 19.
336 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Chanos salmoneus (oder andrer Clupeid?) bis 1 Mtr., Bern., Tahiti;
Vaillant, B. s. philom. XI 53.
Bathythrissidae, Chirocentridae.
Alepoeephalidae. Die neuen Entdeck, des „Talisman" ergaben :
Änomalopterus n. g. pinguis;
Leptoderma n. g. macrops;
Alepocephalus macropterus ;
Bathytroctes homopterus, melanocephalus, attritus:
Xenodermichthys socialis; bei sämmtlichen bloss die Namen
genannt. L. Vaillant, Compt. r. Bd. 103, S. 1239. (vergl. S. 292).
Alepocephalus, Visceralskelett, s. Gegenbaur, S. 263.
Notopteridae. Halosauridae.
Gymnotidae. Gymnotus electricus. „Ou the viscera of. G. e.".
Unterhalb des Darms läuft ein langer Nierengang, so weit als der
Darm, u. mündet unmittelbar hinter dem Anus; in den Gang münden
2 Oviducte. Das morphologisch vordere Ende jedes Ovariums ist nach
hinten gerichtet. Gl eil and, Rep. 55. meet. Brit. Ass. adv. sc. 1885,
1068 (16 Zeilen); = Ber. 85 S. 429. — Im Aq. in London s. S. 290.
Symbranchidae. S. pardalis Val. (Voy, d'Orb.) fehlt in Gth.
Cat., Holmberg (s. S. 303).
Eurypharyngidae. Brustflosse, Ryder, s. S. 244.
Muraenidae. E. Ficalbi, sulla conformazione dello scheletro
cefalico dei pesci murenoidi italiani. Beschr. des Schädels von Ang.
vulg., Conger vulg., Ophis. serpens, Mur. helena. Allen (4) Mur.
gemeinsam sind: grosses Parietale; Verwachs, dreier Kn. zum
Praemaxillo- ethmo - vomerinum; starkes Maxillare u. Unterkiefer-
suspensorium, ein Coronoideura, Ablösung der Schluudzähne-Knochen
von ihren zugehör. Knorpelknochen. [Ablös. des Schultergürtels v.
Schädel]; es mangeln Opisthot., Orbitosph., Symplect., Angulare,
Interhyale (Os styloid.), Hypohyalia; reducirt sind Ectethm. (oft
knorplig), der Palatopter.-Bogen (nur 1 Knochen), die 4 Operc.-Stücke,
das Supraoccip.
Am geringsten weicht Conger vom gewöhnl. Typus ab, nur er
hat entwick. Lacrymale (Praeorb.), das von Einigen für das Praemax.
gehalten wurde, u. das obere Ende der Kiembg. noch unter dem
Schädel, 3 Basibranch., den Schädel oben nach hinten entwickelt, im
Ggsatz. zu A. ein langes Urohyale u. verwachsene Parietalia. — Ihm
steht sonst nahe Ang. mit 2 Basibr., verkümm. Nasale u. Lacr., kurz,
üroh., senkr. Nuchalfläche des Seh. — Oph. ähnelt der Mur. bereits
durch kleines Postfront., nicht nach vorn, sondern abwärts gerichtetes
Susp., Fehlen der Basibr.; das Uroh. ist lang, griffelf. —
Mur. ist das Extrem : Das Pteryg. ist nur ein kleiner hinterer
Kn., der Operc. - Apparat sehr klein, vom Hyoidbogen ist nur ein
dünnes Epih. u. Ceratoh. übrig, die 2 vord. Kiembög. bestehen nur
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 337
aus je 2 Stücken (statt 3), der 1. — 3. dünn, der 4. kräftig mit ob. ge-
zähnten Schlimdkn. , der 5. bildet unt. gez. Schldkn. (die Haut- u.
Knorpelkn. sind bei Mur. verwaschsen) ; M. allein hat ein Ectethmoid. —
Atti soc. Toscana sc. nat. Pisa, Memorie VIII, fasc. 1, 101 — 158,
Tf. 11.
Anguilla vulg.^Turt., OsteoL, Ficalbi s.ob., v. Klein, s. S. 242;
Schwanzfl., Ryder, S. 243; Retina, Krause, S. 256; Darmentw.,
Cattaneo, S. 259; Blut, Halliburton, S. 257; unterirdisch in
Hamburg, Kräpelin, S. 293; fossil, Bassani, S. 304. Vergl. auch
bei rostrata.
„D. Flussaal u. seine wirthsch. Bedeut." H. Nitsche, Vortrag;
Mitth. ökon. Ges. im Köu. Sachsen Nr. 41, 17 S., 6 Xyl. 8«. Popul.
Darst. mit einigen prkt. Winken. — P. Pavesi, Beob. üb. männl. Aale,
1880, übers, in Bull. F. C. VI 222 — 4. — Aalzucht in Behältern u.
Teichen; Norsk Fiskeritidende V Nr. 1, Übers.: Bull. F. C. VI 91. —
Reife Eier im Juni, haben Ähnl. mit pelag. Eiern; M'Intosh (Prince),
4. ann. rep. F. B. Scotl. 212. — Frisst den Rogen aus lebenden Clupea
alosa; Adickes, Circ. deutsch. F.-V. 85, S. 154.
In Dalmatien 3 Anguilla- Formen: in der Zrmanja der „Ugor"
= A. eurystoma; in der Narenta ein echter fluviat. („Isenka") u.
daneben eine Zwischen! zw. eur. u. fluv.: „Capor", A. fl. var. Umacula;
Katuric, Boll. soc. adriat. Triest IX 220.
Anguilla rostrat., soll sich in einem vom Meer abgeschnittenen
Teich fortgepflanzt haben; Sa wy er. Bull. F. Com. VI 218. — A. cubana
P. = A. ang. rostr. [mit Gthr.]; Jordan, Pr. n. m. IX 34.
Conger conger. Schädel, Ficalbi s.ob. — Die Entw. eines
Expl. von Leptocephalus zu einem jungen C. (von 93 mm Länge) \^^.lrde
im Aquarium beobachtet, die Umformung währte vom 1. Mai bis
Anf. Juli; Y. Belage, Compt. r. Ac. Paris, Bd. 103, S. 698— 9. —
C. coug., dazu escul. Poey, Jordan, Pr. n. m. IX 34. —
Conger, Cocco führt als versch. Sp. auf: verus = Echelus gruncus
Raf., niger = E. macropterus Raf., Cassini = E. ciuciara Raf., u. einen
C. hyalinus Rüpp. ined. einem Leptoceph. ähnlich; Nat. sie. V 109.
Myrus. Conger myrus = Echelus auratus Raf.; Cocco, Nat.
sie. V 109.
Myrophis punct., dazu lumbr. 82 u. microst.; Jord. u. Everm.,
Pr. u. m. IX 474.
Ophisurus serpens, Schädel; Ficalbi, s. oben.
Sphagebranchus imberbis bei Marseille, Notizen ; Marion, Zool.
Anz. IX 380.
Sphagebranchus rostr. Bl. , dazu syn: Echelus oxyrh. Raf. ? u.
Leptoc. spallanzani Risso ; Apterichtys serpa = ? Sph. coecus Bl., Bern.;
Cocco, Nat. sie. V 110.
Brachisomophis crocodilinus , Auge sehr vorspringend, Tahiti;
Vaillant, B, s. philom. XI 52.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. IL Bd. 1. H. "W
338 Dl'- ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistuiigen
Callechelys muraena, von den übr. Sp, versch. durch Ähnlichk.
mit Mur. in Färb, und Dicke des Körpers; Snapper Banks (Florida);
C. teres zu scutic; Jord. u. Everm., Pr. n. m. 1X466 (606).
Sidera nigromarg. von ocell. versch.; Flecken kleiner, Mundsp.
Sin Kpfl.; Jord. u. Everm., Pr. n. m. IX, 473.
Muraena helena, Schädel; Ficalbi s. oben.
Sidera moringa, dazu rostr., pictur. u. ? versipunct. Poey;
S. vicina neu f. Cuba; Jordan, Pr. n. m. iX 34.
Tilurus. Oxystomus hyalinus, dazu: Lept. trichiur.; Cocco,
Nat. sicil. V 110.
Leptocephalus gussoni, dazu: candidiss. u. ? Pterurus flexuosus
ßaf.; ebd. 111.
LophohranchiU
Solenostomidae.
Syngnathidae. Kopfknochen, v. Klein, S. 242; Haut, Brut-
tasche, Schädel, (v. Siphon. typhle, Neroph.oph.,Hipp.ram.), E. Schaff,
S. 239; Auge (v. Hippoc), Krause, S. 256, Emery S. 257 u.
Carriere, S. 256; Flossen, Ryder (Syngn. u. Hippoc), S. 244.
Siphonostoma typhle. Junge aus der Bruttasche schlüpfend beob.,
Noll, Zool. Gart. XXVII 327. — Vergl. oben. — S. argent. im
Brackw. bei Marseille, Marion, Zool. Anz. IX 377.
Nannocampus ruber, D. 11, Knochenr. 19 -f 50; Port Jackson,
41/2 Zoll, Ramsay u. D., Pr. L. s. N.-S.-W., X 757.
Synguathus bucculentus bei Marseille in schwachsalz. W. ; M a r i 0 n ,
Zool. Anz. IX 377. — S.^parviceps, D. 29 auf 1.— 7. C.-.Ring, P. 14.,
Ringe 15 -f 42, Op. mit Leiste; Clarence R., Austr.; Ramsay u. D.,
Pr. L. s. N.-S.-W. (2) I 475. —
(Syngnathus) Siphonostoma mackayi, var. von Key West (Fl.);
miurum MS.-Name, erloschen; Jordan, Pr. n. m. 1X225.
Nerophis, vergl. oben. Schaff.
Hippocampus punctul. u. hudson.. Bemerk., Jordan, Pr. n. m.
1X30. — Vergl. oben bei Schaff, Krause, Emery, Carriere,
Ryder.
JPlectognathu
Sclerodermi. Balistes, Schädel v. Klein, s. S. 242; Benehmen,
Benedikt, S. 285. — B. Carolin. [= caprisc. autt.], adult = taeniopt.,
juv. = uebul. P.; Jordan, Pr. n. m. IX 54.
Monacanthus mosaicus, 35, 33 ; Bauchdoru sehr kurz, unbewegl.,
D-St. mit4R. v. Spitzen, die Vorderr. genähert; roth mit blauen
Linien, C. braun; 'PoH Jackson, Ramsay u. D., Pr. L. S. N.-S.-W. (2)
15. — M. browni u. hippocrepis, Beschr. u. Abb., McCoy, Prodr.
Zool. Vict., Tf. 124—5.
Ostracion cornutus, Notizen, bei Tahiti; Vaillant, B. s.
philom. XI 52.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 339
Gymnodontes. Zähne, Hilgendorf, S. 259. — Jordan u.
Ch. L. Edwards, Review am. spec. of Tetraodontidae. Die Vff. er-
kennen an: I Lagoceph. Sw, (= Gastroph. M.) : 1. laevig. L. atl, ? 2.
luuaris Bl. Seh., ob amer. ?; 11 Sphaeroides Lac. (= Cheili. M.) : 1.
pachyg. (atl.), 2. trichoc. 70 atl., 3. fürthi 74 pac, 4. angustic. p. , 5.
spengleri (mit tnrgid. P. n. nephelus 82) atl. , 6. maculatus Bl. Sehn,
(dazu turg. Mitch.) nördl. v. Florida, 7. politus (ob = testud. adult.)
p. , 8. testudineus typ., atl, u. var. annulatus Jen. (heraldi Gth.) p. -, 9.
formosus (? = testud.); III Tetraodon L. (= Arothron M.), 1. erethizon,
85, p. ; IV Colomesus Gill. (= Batrachops Bibr.), 1, psitt. , Süssw.
Südam.; V Canthigaster Sw. (= Anosm. P.), 1. rostr. (caudac. R. u.
ornat. P.) atl., 2. punctatiss. (oxyi'h. 81) p. Ausführl. Schlüssel für
Gatt. u. Arten. Pr. n. mus. IX 230—47.
(Tetroden.) Sphaerioides spengl. , dazu turg. Poey (nee Mitch.)
u. nephelus G. B.; Jord. ebd. 54. — T. leopardus Day, Auge kleiner,
Färb, abweich., Gambier-I.; Vaillant, B. soc. philom. XI 51.
Diodon hystrix L., syn. : holac. L., litur. Shaw, macul. u. spinosiss.
Gth., Jord., Pr. n. m. IX 55.
Orthagoriscus mola. Rückenmark, Vignal s. S. 252; Schwanzfl.,
Ryder, S. 244. — Ex. bei Hawke's Bay, Neu Seeland; A. Hamilton,
Tr. N. Z. Inst. (Well.) XVin 135.
Ganoidei,
Allgemeines. Darm u. Anhänge, Macallum, s. S. 260.
H. Orr, „Beitr. zur Phylogenie der Ganoiden". Für d. Gan.
existirte eine niedre Ausgangsform in den primitivsten Selachiern,
ähnlich der von Hasse angenommeneu, das Palatoq. war aber bei ihr
schon vom Schädel abgelöst u. der ganze Kieferapparat am Hyomand.
suspendirt; die andern Charaktere sind solche, welche G. u. Sei.
gemein haben ; eine Schwimmbl. (bei Selachierembryonen nachgewiesen)
besass der Stammtypus ebenfalls. Durch die starke Knochenentw.
am Schädel (Parietalia, Frontal., Ethm., Parasphenoid. Vomer), hohe
Ausbild, der Schwimmbl. und Auftreten eines Kiemendeckels ent-
fernten sich dann die ersten Gan. (Proganoiden) von den Sei. Unter
den G. sind die Chondrostei bez. der Schwimmbl. u. der Extrem, am
wenigsten differenzirt , die Crossopterygier u. Dipnoer am stärksten,
sodass letztere den mit Stützbeinen u. Lungen versehenen Amphibien
als Stamm dienen konnten, während die typischen Ganoiden (Lepi-
dopleur. , Lepidost. ) durch die Amiaden zu den Teleost. führen. —
Cephalasp., Placod. u. Acanthoden lösten sich von dem Stamm ab, ehe
die Gan. sich völlig aus der Urform herausgebildet hatten. — Eine
Theorie üb. Entstehung der Brustfl. der Dipnoi aus der der Sei.
mittelst der Crossoptfl. ähnl. der Günther'schen (2 Xyl.). Jena 1885,
8°, 37 S. (Diss.).
W*
340 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Aiuiidae. Amia, Darm, s. ob. Macalluin. — In Amia calva
wahrsch. die Taenia filicol[l]is das Gasterosteus ; J. Leidy, Pr. Ac.
nat. sc. Philad. 86, S. 62. — Die Serrulae sind keine access. Atbmorg. ;
B. Gr. Wilder, Pr. amer. ass. adv. sc, Yol. 34, 313—5.
Polyp teridae. Polypt, Flosse, Thompson, s.S. 24511. Ryder,
S. 243.
Lepidosteidae. Dann, Macalhim s. ob.; Flossen, Ryder,
S. 243.
Lepidosteiis osseiis, Expl. von Texas mit deutl. Flecken u. gross.
Augen; Jordan u. Gilb. Pr. nat. mus. IX 18,
Aeipenseridae. Acipenser, Darm , Cattaneo, S. 259 u.
Macallum s. ob.; Riechhaut (v. ruth. u. güldenst.) Dogiel, S. 255;
Retina, Krause, S. 256.
Acipenser sturio, künstliche Zucht bei Glückstadt (Elbmünd.),
schlüpfen schon nach 88 St. aus; im Aq. zu Hamburg; H. Bolau, Zool.
Gart. XXVII 294. — Ausführlicher berichtet über diese Zucht-
versuche V. Stemann u. Eisner, Circ.dtsch. Fisch.-V. 1886u. Mitth.
westpr. F.-V. I Nr. 3, S. 7, — „Störe u. Störfischerei an d. preuss. Ost-
seeküste", Nahrung kl. Crustaceen u. Ammodytes; ein blinder Stör
von 22 kg, ohne Augenhöhlen, sehr mager; Zwitter; Pancritius,
Deutscher Fisch.-V., Mitth. f. See-Fischerei, Juli 86, 106—110.
Polyodontidae.
JDipnoi,
Sirenidae. Protopterus, Skelett, Brühl s.S. 240; Flossen,
Thompson, S. 245 u. monstr. Fl. Albrecht, S. 246; Gehirn, Rabl-
R., S.251, Osborn, S. 251, Fulliquet, S. 252; Nerv, hypogl, Iver sen,
S. 253; Eibildung, BeddardS. 266, 267.
Ant. Schneider, „Flossen d. Dipnoi u. Syst. v. Lepidosiren u.
Protopterus". Vord. u. hint. Extremität sind zwar ähnlich, aber
die dorsale Hälfte der einen Fl. entspricht der ventr. H. der andern.
Bei Gerat, ist die Pect, ventralwärts reicher gegliedert, u. bei Prot,
mit ventralem Saum versehen. Knorpelige Nebenstrahlen an den
Gliedern des Axenstrahls (als Stütze des Saums) kommen nur einer
der beiden bisher confundirten Prot.-Arten, dem amphibius Pet., zu,
bei annectens Ow. fehlen sie; der Flossensaum fehlt Lepidos. parad.
— Lepid. ist ausserdem durch nur 4 Kiemenspalten von Prot. (5) versch.
— Pr. ann. hat 35, amph. 30 Rippen (Lep. par. 56) ; amph. nur in
MoQambique, ann. ausserdem im Gambia (grüne Rippen!), Ugalla,
weiss. Nil. — Zool. Anz. IX 521—4.
Ceratodus. Flossen, Ryder, S.243u.Thompson, S.245; Nervens.
(Mauthnersche Fasern), Sanders, S.253; Zähne, Hilgendorf, S.259;
fossile, Zittel, S. 306.
in der Ichthyologie während des Jahres 1886. 34I
Selachii,
Allgemeines. Haut (Becherzellen), List, s. S. 238; Skelett,
Rosenberg,S.242,Albrecht245,Ryder243,Brühl240,v.d.Stricht
240; Darm, Cattaneo S. 259, Thymus u. Thyi\, de Meuron
S. 258, Blut, Halliburton S. 257, Parker 258; NeiTensystem,
Parker S. 250, Steiner 249, Sanders 253, Onodi 253, Beard 251,
Marshall 251; Auge, Koranyi S. 278; Eutwickl., KoUm. S. 269,
Hoffm. 278, van Wijhe 278, Ryder 277; Elektr. Org. u. Nerven s.
bei Torpedo.
Chimaeridae. Skelet, Brühl, s. S. 240; Flossen, Ryder,
S. 282.
Chimaera. Die einzelnen Knötchen in den Kauplatten können
viell. als einzelne Zähnchen gedeutet werden, der sog. Zahn demnach
als ein Kieferknochen. Bei Callorhynchus ist eine Verticalreihe solcher
Knötchen viell. verwachsen zur Bildung der harten Säule an der
Hinterseite des Zahns, die Säule selbst zerfällt wieder in eine Zahl
kleiner Verticalprismen ähnlich wie beim Z. von Pristis. Hilgendorf,
Szb. natf. Fr. Berlin, Jhg. 86 S. 89. (s. S. 259). — Callorhynchus, Säge-
platten des (J, s. Parker S. 246,
Squali. Allgemeines. A. Günther, Artikel „Shark", Ency-
clop. Brit., 9. Ed. XXI 774-9, Xyl.
Carchariidae. Carcharias, Wirbel im Schädel, Rosenb.,
s. S 242. — C. [Scoliodon] terrae novae, davon longurio (pac.) nur durch
läng. Schnauze versch.; Jordan, Pr. n. m. IX 32.
Mustelus, Wirbel im Schädel, Rosenb., s. S. 242; Gefässe,
Parker, 258; Vagus, Onodi, 253. Ein „Smooth hound", gebiert
im Aq. London immer nach 20 Stunden 2 Junge, zus. 10; Nature
Bd. 34, 277.
Lamnidae. Lamna, Vagus, Onodi, s. S. 253. — L. com. an
der ostfriesischen Küste, Ein $, das am 2. Nov. 86 strandete, 2,34 m 1.,
Hess Spermatophoren erkennen; Körpermaasse ; E. Ehlers, Nachr.
k. Ges. d. Wiss., Göttingen 86, Nr. 18, S. 547—550. — L. corn., nicht
häufig bei Plymouth; J. Gatcombe, Zoologist X 114.
Alopias vulpes, ein Ex. von Cette 4,70 m 1. hatte 4 Foetus (1 $)
von 1,50 m, sodass die Jungen sehr grosser Expl. reife, aber von kleineren
Eltern stammende Ex. an Grösse übertreffen; L. Vaillant, Bull,
soc. philom. Paris, X 41 (12. Dec. 85.)
Rhinodontidae.
Notidanidae. Vagus, Onodi, s. S. 253; vergl. Woodward,
S, 306.
Chlamydoselachidae. „Frilled shark" ; Garman, Pr. amer.
ass. adv. sc, Vol. 38, 537.
342 ^^- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Scylliidae. Scyllium. ^"Nervensystem , Onodi, Steiner,
Marshall, Sanders; Haut, List; Thymus, de Meuron; Linse,
Koranyi; Entw., Hoffm.; s. oben.
Pristiurus, Linse, Koranyi, s. oben.
Cestraciontidae. C. philippi, Abb. u. Beschr.; Mo Coy,
Prodr. Zool. Vict., Tf. 113. — Heterodontus zebra Gray von japon.
versch., nach e. jungen Expl. von Swatow beschr.; Miklouho-M.
u. W. Macl., Pr. L. s. N.-S.-W., X 673, Tf. 45.
Spinacidae. Acanthias, Knorpelhist, v. d. Stricht; Nervs.,
Sanders, Onodi; Darm, Cattaneo; Blut, Hallib.; Entwickl.
Hoff mann, s. oben.
Scymnus, Gehirn, Parker, s. S. 250,
Laemargus microc. 2 $ 11 bez. 5 Fuss 1. bei Schottl. gefangen,
wo nicht selten ; Lernaeopoden am Auge ; Schilderung d. Darms nach
Turner; Abb. der Generationsorg. (Tf. X), wahrsch. vivipar, keine
Oviduktdrüse ; Bulb. arter. mit 4 vollst, u. 1 rud. Klappenreihen, Sinus
venös, beschr.; Gehirn klein; Skelett ganz ohne Verkalkung; das
jüngere Ex. mit je 1 weissen Flecken um die Schleimporen. W. L.
Calderwood, 4. ann. rep. F. B. Scotl. 228—31.
Rhinidae. Rhina: Haut, List; Nerven, Sanders, s. oben.
Pristiophoridae.
Rajae. Allgemeines. A. Günther, Artikel „Ray", Encyclop.
Brit. 9. Ed. XX 299-300, Xyl. — Vgl. Ryder 282.
Pristidae, Rhinobatidae.
Torpedinidae. Torpedo: El. Org. u. dessen Nerven, Petelenz
s. S. 254, Krause 247, 248; Skelett, Ryder 244 u. Entw. v. Perenyi
275; Entw. d. Nervens., Board 280; Linse, Koranyi 278; Haut,
List 238; Entw. d. Urogenits., Hoffm. 278 — G. Fritsch, Ergebn.
etc. (s. Ber. 84, 335 u. 415) reprod., Arch. f. Anat. u. Ph. 86, 358—70.
— Torp. fairchildi. Junge; Robson, N. Zeal. J. Sc. II 27, 123. —
Narcine brasil, dazu umbr. 84; Jord. u. Everm., Pr. n.
m. IX 472.
Rajidae. Raja: Haut (v. miral. u. marg.), List s. S. 238, 239;
Skelett d. Flossen, Ryder 242 u. Albrecht 245; Nervs., Sanders
253; Darm, Cattaneo, 259; Entw. (v. erinac.) Ryder 277, des
Vornierg. v. Wijhe 278.
Raja, „Food of Rays"; Ammodytes, Cephalopoden, Buccinum;
J C. Wilcocks, Zoologist X 28. — [R. fullon.] „Shagreen ray"
monstr. mit Auswuchs an der rechten Schnauzenseite, M'Intosh,
4. ann. r. F B. Scotl. 210.
in der Icbth3''ologie während des Jahres 1886. 343
Trygonidae. Discobat is g. n. zu den Trygonidae ohne
Schwanzstachel gehörig; Schwanz cylindrisch, nach der Spitze zu
dünner, kürzer als die Scheibe; Scheibe kreisf., glatt; V. ohne Einschnitt.
D, marginipinnis, 33 Zahnr. ob. u. unten, im Untkf. jederseits 1 R.
mit lang gespitzten Z.; Totall. 541mm Admiral.-L; Miklouho-M.
u. Macl., Pr. L. s. N.-S.-W., X 676, Tf. 46, F. 7-15.
Myliobatidae. Myliobatis, Vagus, Onodi, s. S. 253. — M.
inmctatus, die Kopfflosse in einen spitzen Schnabel verlängert;
Admiralitäts-I, 1,43 m breit, Miklouho-M. u. Macl., ebd. 675, Tf. 46,
F. 1—6.
Rhinoptera encenadae, nach e. TJntkfr. von Niedercalifornien,
ähul. polyodon, aber Zähne unsymmetr., Gatt, neu f. pac. N. Am.;
Rosa Smith, Pr. n. mus IX 220.
Cyclostofni,
Petromyzontidae. Darm , Cattaneo s. S. 259; Nervs.,
R a n s 0 m u. d' Arcy W. T h o m p s o n , S. 254 [wo letzterer Autor einzu-
fügen]; Auge, Carriere u. Krause 256; Entw., Shipley 280.
Jordan u. Fordice [u. Meek], Review of N.-Amer. Species
of Petromyzontidae, erkennen an : 1, ßathym. bairdi 83, generisch nicht
von marinus versch., Tiefsee ; 2, Petrom. (s. s.) marinus L., mit den
Syn. bicolor (Larve), nigricans (jung), appendix (älter), americanus
(alt), ?lamottei, atlant. anadrom; unicolor Dek. ist die kleinere binnen-
stete Form des Cayuga See (N. Y.), wozu fluv. Jord. 77, nigric. Synops.
u. dorsat. Synops. u. Cat. synonym ; 3, P. (Ichthyom.) concolor (urspr.
Name der Larve), dazu syn. argent. Kirtl. nee Bl., bdellium (85), ?
boreal. Ag. u. ? aepypt. Abbott. (Larven), Seen-District; 4, P. (J.)
castaneus, Missis.-Thal, wozu ? hirudo. Die Gatt. Ammocoetes (mit
Subg. Entosphenus) durch seitlich gerückte Maxillarz. von Petr.
versch. enthält: 5, E. tridentatus (J. trid. Gth. Cat., ciliat., livid.,
astori, epihexodon) anadrom an der Westküste; 6, Amm. aureus 81
(? fluviat. Rieh. ? boreal. Gir., dem eur. fluv. verwandt), Alaska; 7,
A. cibarius Gir. (als Larve) (syn. plumb. Ayr. nee Shaw, ayresi Gth.)
Nordwestam.; 8, A. branchialis L. (planeri Bl, nigrum, aep. Jord.
Cat. nee Abbott) Wisconsin u. Indiana. Proc. N. York Ac. Sc. (gelesen
21 Dec. 85) S. 279—296.
Myxinidae. Myxine: Nervens. Nansen, s. S. 255 u. Ransom
u. Th. (auch Bdellost.) 254; Retina, Krause 256.
Myxine glut. Die Untersuch, der Geschlechtsorg, ergab, dass
die Eikapsel sammt deren Fäden an den Polen im Eifollikel producirt
werden u. einer Zona radiata von Tel. od. Petromyzon entsprechen,
dass die Micropyle durch das Vorwachsen eines Zapfens von Granulosa-
zellen erzeugt wird (so auch wohl bei anderen Fischen), dass die
jung. Myx. meist Zwitter sind, indem der hintere Theil des Ovars
Testikelkapseln bildet, genau, wie sie bei den seltenen Männchen
344 Dl*« F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen etc.
auftreten; nur bei den Zw. wurden reife Spermatozoen gefunden. —
Lebensw. d. gefangenen Myx. J. T. Cuuningham, Struct, and devel.
of reproduct. elem. in M. glut.; Q. j. micr. science, Bd. 27, S. 49—76,
Tf. 6, 7, — M. glut. häufig an Angeln mit Mytilus-Köder gefangen
(Schottland), Eier reif im April; M'Intosh, Rep. Lab. St. Andrews
No. II, in: 3 Ann. Rep. Fish. Board Scotl., App. F., S. 66. 1885!
Cleland, On the tail of Myxine glutinosa, beschreibt eine
Platte unter dem Ende der Chorda dors. mit 20 ventralen Fortsätzen
und einer Gabel vorn; ihr Gewebe ist cellularer, dem Chordagew.
ähnl. Knorpel. Der Schwanz wird durch sie heterocerk u. dem der
Elasmobr.vei-wandt. Rep. 55. meet.Br. ass. adv, sc. 185, 1069 (10 Zeilen);
4. ann. rep. Fish. B. Scotl. 211. — Myx. frisst in Schottl. wenig
Fische, mehr Mytilus, M'Intosh, ebd. 204.
Leptoeardii»
Cirrostomi. Branchiostoma: Nerven, Ransom u. Th. 254,
Steiner (Physiol.) 249; Darm, Cattaneo 259, Macallum 260;
Entw., Hatschek 277, Hertwig 268 — Br. ist kein degenerirter
Fisch, V. Wijhe, s. S. 278, desgl. Bateson283 —
Amphioxus lanc. sehr häufig u. gross bei der Normannischen
Insel Herm, Köhler, Ann. Mg. n. h. Vol. 18, 355. — Die Entwickl.
von A. öfters citirt von Hyatt, Larval theory of the origin of tissue.
ebd. 193. — 14 neue Fundorte bei Daenem.; Petersen, Vid. Medd.
nath. For., 84, S. 160. — Bei Sicilien, anat. Notizen; Cocco, Natur,
sie. V 111.
Bericht
über die wissenscliaftliclien Leistungen im Gebiete
der Malakologie während des Jalires 1886.
Von
Dr. Georg Pfeffer
(Allgemeines, Anatomie, Physiologie und Entwicklungsgeschichte)
und
Dr. W. Kobelt
(Geographische Verbreitung, Systematik, Biologie).
I.
Bericht über Allgemeines, Anatomie, Physiologie
und Entwicklungsgeschichte.
Von
Dp. Georg" Pfeffer.*)
Allgemeines.
Conchologische Zeitschriften, Jahresberichte, Sam-
melwerke, Handbücher etc. Malakozoologische Blätter,
herausgegeben von S. Clessin. Neue Serie, Band VIII,
IX. Cassel u. Berlin.
Jahrbücher der Deutschen Malakozoologischen Ge-
sellschaft, herausgegeben von W. Kobelt. Bd. XIII.
Frankfurt a./M.
Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen
Gesellschaft. Bd. XVIII. Frankfurt a./M.
Journal de Conchyliologie , herausg. v. Crosse u.
Fischer. Vol. XXXIV (ser. 3 vol. XXVI) Paris.
Bulletins de la societe malacologique de France, sous
*) Eine Anzahl von Referaten über Arbeiten, die dem Referenten
nicht zugänglich waren, ist mit Bewilligung von Herrn W. E. Hoyle
den „Zoological Records" entnommen.
346 Dl'- Georg Pfeffer: Ber. üb, die wissensch. Leistungen
la direction de C. F. Ancey, J. R. Bourguignat, P. Fagot,
A. Locard, G. Servain et d'autres. Vol. III. Paris.
Annales de Malacologie , herausg. v. G. Servain.
Vol. II. Paris.
Annales (et Bulletin) de la societe royale mala-
cologique de Belgique, Vol. XX (ser. 3 vol. V) annee
1885 (1886). Bruxelles.
Proces verbaux des seances de la Societe royale
malacologique XV, 1886. Bruxelles. — Status de la soc.
roy. mal. 2nie edit.
Journal of Conchology V, Leeds, Berlin und
Hobart Town.
Bolletino della societä malacologica Italiana
vol. XII. Pisa.
Conchologist's Exchange, by W. D. Avereil, vol. I.
Philadelphia.
W. E. Hoyle, Mollusca in: The Zoological Record
for 1886 (Ersch. 1887).
Schiemenz, Zoologischer Jahresbericht für 1886,
Mollusca (Ersch. 1888).
Pfeffer, Bericht über die Leistungen in der Mala-
kologie während des Jahres 1886. Arch. f. Naturg. XLIII.
Locard, A. Prodrome de Malacologie francaise.
Lyon, Paris^l886. Darin Bibliographie des Gegenstandes.
Coates*, H. Report on the Bibliography of the Land
and Freshwater- Mollusca of the Counties of Aberdeen,
Kincardine, Forfar, Fife, Kinross, andPerth. Scot. Nat.XI
p. 216—224.
Martini-Chemnitz, Systematisches Conchylien-
Cabinet, herausgeg. v. Kobelt. Lief. 338 — 344. Nürnberg.
Sowerby, G. B. Thesaurus Conchyliorum. London.
Vol. XLIII.
Tryon, G. W. Manual of Conchology, Structural and
Systematic. Philadelphia. Vol. VIII und (2. Ser.) Vol. II
abgeschlossen.
im Gebiete der Malakologie wälirencl des Jahres 1886. 347
Kobelt, W. Prodromus Faimae Molluscorum Testa-
ceorum maria europaea inhabitantium. I. Nürnberg.
Kobelt, W. Rossmässlers Iconog-raphie der Euro-
päisclien Land- und Süsswasser-Mollusken. Neue Serie IL
Wiesbaden.
Ward, H. A. Catalogue of Specimens of Mollusca
for sale by — . Rochester N. Y. 120 pp. Hzschn.
Sammeln und Conservirung. Kobelt, W. Das Mol-
luskensammeln in den Mittelmeerländern. Nachr. mal.
Ges. XVIIL p. 111—118 (auch: der Sammler, Berlin VIII
No. 282.)
Moseley,H. N. Zoology: Article XIII in : A Manual
of Scientific Enquiry for the use of Officers in H. M. Navy
and Travellers in General. London 1886. 450 pp. (Mol-
lusken p. 379—383).
Noll. Meine Reise in Norwegen im Sommer 1884.
Ber. senck. Ges. 1885. Appendix, 42 pp.
Fickert. Über Sammeln von Tieren. Naturforscher
XIX. p. 71.
Gray, A. B. S. a. Wo od ward, B. B. Seaweeds,
Shells, and Fossils. London 1886.
Nomenklatur. Williams, H. S. Devonian Lamelli-
branchiata and Species - making. Am. J. Sei. XXXII
p. 192—198.
Woodward, B. B. Varietal Nomenclature. Zoologist
(3) X p. 29—31.
Roberts, G. Conchological Difficulties Zool. (3)
X p. 31, 32. -
Schröder, H. Erklärung (gegen Bourguignat). Nachr.
mal. Ges. XVIII p. 33.
Allgemeine Physiologie und Biologie.
(Vergl. auch Kobelt's Bericht.)
Atwater, W. 0. Contributions to the knowledge of
the chemical composition and nutrition values of Ameri-
can food-fishes and invertebrates. U. S. Comm. Fish. Re-
port. Part. XI (for 1883) p. 432— 494. 2Taf.
348 JDr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Über das Gift der Miesmuscheln s. unten.
Mac M u n n , CA. Furtber Observation» on Ente-
rochlorophyll, and Allied Pigments. Pbil. Trans. LCXXVII
p. 235—266. (Mollusken p. 237—239, 254, 257).
Mac Munn, C. A. Researches on Myohaematin and
the Histiohaematins. T. c. p. 267—298. (Mollusken p. 270
bis 272, 285).
Mac Munn, CA. Note on a Metbod of obtaining
üric Acid Crystals from the Malpighian Tubes of Insects,
and from the Nephridium of Pulmonate Mollusca. Journ.
Physiol. VII p. 128, 129. — Auszug: Journ. Roy. Micr. Soc.
(2) VII p. 52 u. 166.
Mac Munn, C A. On the Presence of Haemato-
porphyrin in the Integument of certain Invertebrates.
Journ. Physiol. VII p. 240—252. (Mollusken p. 245—248.)
Phi Salix, C. Sur le mode de formation des chro-
matophores chez les Cephalopodes. C R. CII p. 775 — 777.
— Auszug: J. R. Micr. Soc. (2) VI p. 407.
Girod, P. Recherches sur les pigments animaux.
Revue d'Auvergne. 9 pp.
Dali, W. H. Distribution of Colours in the Animal
Kingdom. Science VII p. 572. Über das Vorkommen be-
sonders von Grün, Violet und Blau bei Mollusken.
Simroth, H. Über localen Rothalbinismus von Palu-
dina vivipara bei Danzig. Zool. Anz. IX p. 403 — 405. Bei
den Thieren aus der Mottlau ist das schwarze Pigment,
selbst aus den Augen, entschwunden, ohne übrigens die
Licht-Empfindlichkeit zu ertödten. Verf. weist auf analoge
von ihm bei Nacktschnecken beobachtete Erscheinungen
hin (s. Bericht 1885.) — Über schwarze Stücke von Arion
empiricorum (die sonst im Norden schwarz, im Süden roth
sind) s. Simroth, Über einige Nacktschnecken. SB. Ges.
Leipzig XII p. 3, 4. — Derselbe, Steyerische Nackt-
schnecken. Nachr. mal. Ges. XVIII p. 65 — 80.
Cockerell, T. D. A. Limax arborum and the influ-
ence of altitude on color. Zoologist (3) XI p. 476, 477.
Auf den Bergen von normaler Färbung, in der Ebene
gefleckt.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 349
Cockerell, T. D. A. Chamaeleonic Arions. Sei. Goss.
XXII p. 140.
Cockerell, T. D. A. Slug- Variation. Sei. Goss.
XXII p. 258.
Roberts, G. Garden Slugs. Sei. Goss. XXII p. 118.
Der junge Arion ater ändert seine Farbe je nach der
Umgebung'.
Schlichter, H. Einiges über Anodonta mutabilis
am Federsee. J. H. Ver. Württ. XLII p. 348—350. Die
Farbe der Kiemen ist ein veränderlicher Charakter.
Collinge, W. E. The Coloring of Land Shells. Sei.
Goss. XXII p. 44. Veränderung der Farbe in der Ge-
fangenschaft.
Perroud, C. De l'influence du regime des eaux sur
les variations malacologiques. Ann. Mal. II p. 283 — 290.
Der Einfluss der Isolation von Thieren auf Inseln wird
an dem Beispiel der Rhone-Inseln erläutert.
Cockerell, T. D. A. The Variation and abnormal
development of the Mollusca. Sei. Goss. XXII p. 98, 123, 124.
Heilprin, A. Vitality of Mollusca. P. Ac. Philad.
1886 p. 30—35 pl. IL Stücke von Nassa obsoleta hielten
ein Jahr lang im trockenen Zustande, zum Theil an einer
heissen Wand, aus.
Gardner, J. S. Does Teredo inhabit Fresh Water?
Geol. Mag. III, p. 336. Teredo nausitoria lebt im Flusse
Corner in völlig süssem Wasser.
Cunningham, J. T. The Resting Position of Oysters.
Zoologist (3) X p. 79, 80.
Saunders, S. The Resting Position of Oysters.
Zoologist (3) X p. 114, 115. — Auszug: J. Roy. Micr. Soc.
(2) VI p. 412, 413. Verfasser stimmt mit Cunningham
(s. auch Bericht für 1885 Seite 6) überein, dass die linke
(convexe) Klappe der Austernschale gewöhnlich die obere
ist und gleicht die Meinungs-Verschiedenheiten dadurch
aus, dass er die jungen Austern im ersten oder zweiten
Jahre sich loslösen und in umgekehrter Lage sich wieder
festsetzen lässt.
Merkel, E. Planorbis corneus als Gärtnergehülfe.
350 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Nachr. mal. Ges. XVIII p. 151. Madagassische Ouvirandren,
welche im Breslauer botanischen Garten nicht gedeihen
wollten, weil sich Algen zwischen den Blattrippen ange-
siedelt hatten, wurden durch Planorben, welche in die
Wasserbehälter gesetzt wurden, von ihren Schmarotzern
gereinigt und gedeihen seitdem ganz gut.
Waters, A. H. Observations on Marine Gastropoda.
Zool. (3) X p. 78. Über das Leben einiger Arten im
Aquarium.
Benedict, J. E. Surface collecting on the Albatross.
Science VII p. 300. Über das Schwimmen von Argonauta.
Poulton, E. B. Note upon the habit of Testacella.
Nature Vol. 34 p. 617, 618. Testacella kommt aus dem
Boden heraus, wenn er zu nass ist und umgiebt sich inner-
halb des Bodens mit einer Schleimcyste, wenn er zu
trocken ist.
Scott, T. Some Preliminary Notes on the Land and
Fresh- water Mollusca about Tarbert, Loch Fyne. J. of
Conch. V p. 72 — 78. Helix arbustorum ist häufiger an
milden trockenen Abenden, H. nemoralis nach Regen.
Shrubsole, G. W. On the Erosion of certain Fresh-
water Shells. J. of Conch. V p. 66—71. (s. Kobelt's Bericht.)
Wo od ward, H. Animals commensal or parasitic on
the shell of Meleagrina margaritifera. Proc. Zool. Soc. 1886
p. 176 u. 177 (s. Kobelts Ber.).
Günther, A. Fierasfer imbedded in a Pearl Oyster.
Ebd. 318—320 Hzsclm. (s. Kobelt's Ber.)
Der Annelide Leucodore ciliata Haswell bohrt die
Schalen der Austern an den Bänken von N.-S. -Wales an
und tötet dadurch die Thiere. Nachrichtsbl. XVIII p. 28.
Fulgur caricum frisst Austern, deren Schale sie zer-
drückt. Ingersoll, s. unten p. 351.
Urosalpinxundverwandte Formen bohren Löcher in die
Austerschalen. Tarr, R. S., Natural Ennemies of Oysters.
Rev. Sc. (3) XXXVII, 285.
Sabellaria vulgaris frisst Austern. Verrill, Report ot
Shell-Fish Commissioners of the State of Connecticut for
1885, 1886. Auszug Science VII p. 59, 60.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 351
Ullyett, H. Limnaea stagiialis. Sei. Goss. XXXII
p. 214. Limnaea stagiialis greift Stichlinge an.
Loligo stellt Häringen nach. E,ep. Fish. Scot. III
App. F. p. 67.
Boas, J.E.V. Spoliaatlantica(s. Kobelt'sBer.). Theko-
somePteropoden leben von kleinen pelagischen Organismen,
die durch Flimmerung gefangen werden. Liste über das
Contentum ihres Darmkanales p. 33. Die Gymnosomen sind
räuberisch ; in ihrem Magen haben sich Theile von The-
kosomen vorgefunden; p. 147.
Ingersoll, G. Mollusks in General. The Fisheries
and Fish Industr. U. S. sect. I p. 685—710. 6 pls. Was-
hington 1884 (publ. 1886). Auf p. 683 und 703 werden
50 Schnecken und 34 Muscheln aufgeführt, welche Fischen
zum Futter dienen.
Brook, G. u. Calderwood, W. L. Report of the
Herring. Rep. Fish. Scot. IV App. F. p. 231—242.
Brook, G. Preliminary Account on the Food of the
Haddock. Id. op. p. 128—134. — Id. Preliminary Report
on the Food of the Cod. Id. op. p. 134—147. — 24 Arten
aus dem Magen des Schellfisches und 12 aus dem des
Dorsches.
Nehring. Über die Robben der Ostsee, namentlich
über die Ringelrobbe. SB. nat Fr. 1886 p. 119—124.
Verschiedene Mollusken, darunter Mytilus edulis und
Teilina baltica, im Magen und den Faeces von Phoca
annellatä.
Pouchet, G. u. de Guerne, J. Sur l'alimentation des
Tortues marines. C. R. CII p. 877— 879. Mollusken als
Nahrung der Meeres-Schildkröten.
Egers, Nachr. mal. Ges. XVIII, p. 58. Land- uud
Süsswasser-Mollusken aus dem Magen der Möven.
Brocchi, P. Traite de Zoologie agricole comprenant
des Clements de Pisciculture, d'Apiculture, de Sericulture,
d'Ostreiculture etc. Paris 1886. 8^. 984 pagg. 603 Hzsch.
(Mollusken p. 752—819.)
Ryder, J. A. A Contribution to Life History of the
352 Dr. G-eorg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Oyster. The Fisheries and Fish Industr. U. S. sect. I
p. 711—758, 1 pl. Washington 1884 (publ. 1886).
Ryder. A New System of Oyster Cultnre. Science
VI, 1885 p. 462—467. — Auszug: Kobelt, Nachrichtsbl.
mal. Ges. XVII p. 28. Die trächtigen Austern werden in
einen Teich gesetzt, der durch einen gewundenen Canal
mit dem Meere in Verbindung steht. Zum Auffangen der
Schwärmlinge ist der Canal mit Rahmen besetzt, die
mit galvanisiertem Draht besponnen und mit alten Austern-
schalen angefüllt sind. Unreinigkeit wird durch Schütteln
des Rahmen vermieden. Schliesslich werden die jungen
Austern mitsamt ihrer Unterlage ausgesetzt.
Bouchon-Brandely, G. Report on the artificial
fecundation und generation of oysters. Transl. by Herman
Jacobson. Bull. U. S. Fish Comm. Vol. VI p. 225—240.
Thamm, W. Austernbänke in der Ostsee. Nachr.
mal. Ges. XVIII p. 188. Von dem 1880 im Kleinen Belt
und Alsensund ausgesetzten amerikanischen Austern lebte
1883 keine mehr. Von den 1884 ausgesetzten kanadischen
Austern von den Prinz Edwards -Ins ein lebten 1886 nur
einige ganz abgemagerte, sodass die Versuche der An-
siedelung vorläufig als gescheitert zu betrachten sind.
Lankester, E. R. Green Oysters (Ber. 1885 p. 8).
Auszug: Rev. Sei (3) XXXVII p. 243—245 und: Senoner,
Zool. Gart. XXVII p. 292.
Anon. Les huitres vertes. Rev. Sei (3) XXXVII p. 243
bis 245.
Gerte s, A. Encore les huitres vertes. Rev. Sei. (3)
XXXVII p. 476, 477. — Idem; sur la viridite des Huitres.
Bull. Soc. Zool. Fr. XI p. XX— XXII. Verfasser nimmt für
Puysegur (1880) die Entdeckung aller wesentlichen Punkte
hinsichtlich der grünen Austern in Anspruch, (s. auch
Ryder.)
Möbius, K. Über Miesmuscheln als Nahrungsmittel.
Mitth. D. Fisch. Ver. Abth. Küsten- u. Hochsee -Fisch,
p. 151—156.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 353
Allgemeine und spezielle Anatomie, Morphologie und Histiologie.
Grobbeu, C. Zur Kenntniss der Morphologie und
Verwandtseliaftsverliältnisse der Cephalopoden. Arb. z.
Inst. Wien VII p. 61—82. (Auszug: J. R. Micr. Soc. (2) VI
p. 950.951). Es wird die nabe Verwandtschaft der Cephalo-
poden mitdenScaphopoden dargethan, indem die Homologie
der Kopfcirren der Dentalien mit den Armen der Dinten-
lische auf Grund der gleichen Innervirung aus dem Gehirn
bewiesen und unter Corrigirung der bisher falsch ge-
deuteten Orientirung des Dentalium -Leibes die Homo-
logien beider Klassen durchgeführt werden. Die Ver-
wandtschaft der Cephalopoden mit den Pteropoden ist
eine nur scheinbare.
Boas, J. E. V. Zur Systematik und Biologie der
Pteropoden. Zool. Jahrb. I p. 311—340. Taf. VII. (Vor-
läufiger Auszug der folgenden Arbeit). — Spolia Atlantica.
Bidrag til Pteropodernes Morphologi og Systematik samt
til Kundskaben om deres geografiske Udbredelse. Avec
resume en frangais. Danske Vidensk. Selsk. Skrifter (6)
4. Bd. 231 pp.j 8 Tff. Das umfangreiche Werk bildet einen
Abriss der allgemeinen und speziellen Naturgeschichte
der Pteropoden in historischer, morphologischer, syste-
matischer und geographischer Hinsicht.
Warlomont, R. Etüde sur quelques points de structure
des Firoles. J. de l'Anat. Phys. XXII p. 331—350, pl. XII.
(Auszug J. R. Micr. Soc. (2) VI p. 952 u. 953. Der Aufbau
des Körpers von Pterotrachea aus Muskel- und Gallert-
gewebe wird beschrieben; letzteres enthält zahlreiche
grosse Zellen mit grossen Kernen. Im post-analen Schwanz
laufen die Muskeln in vier Bündeln, und die grossen
runden Zellen sind durch sternförmige ersetzt; die Flosse
besteht aus zwei Muskelplatten. Vier Ganglien-Gruppen:
1) drei Paar Cerebralia, 2) ein Paar Pharyngealia, 3) ein
Paar Pedalia, 4) zwei unpaare Visceral-Ganglien. Das
Wimperorgan wird ausführlich beschrieben, ebenso die
Leibeshöhlen- und Pericardial-Verhältnisse ; schliesslich
ein aberranter Heteropode (wahrscheinlich eine junge
Carinaria).
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 1. H. X
354 Dl'- Greorg' Pfeffer: Ber. üb. die wissensch Leistungen
Furtado, A. Sobre o logar que devem occupar nas
respectivas Familig^s os Molluscos nüs. J. Sei Lisb. XLII
p. 88 — 94. Über die Stellung der einzelnen Gruppen
nackter Mollusken im natürlichen System.
Bergh, R. Die Nudibranchien, gesammelt während
der Fahrten des „Willem Barents" in das nördliche Eis-
meer. Bijdr. Dierk. XIIL 37 pp. 3 Tff.
Trinchese, S. Ricerche anatomiche sul gener e
Govia. Mem. Acc. Bologn. (4) VII p. 183—191, Taf. —
Vorläufige Mittheilung: Rend. Acc. Bologn. 1885/86 p. 89.
Lacaze-Duthiers, H. de. Contribution ä l'histoire ^u
Phoenicure. Arch. Zool. exper. (2) IV p. 77—108, pls IV,
IV bis. — Auszug: Ann. N. H (5) XVI p. 157 — 162; und
J. Roy. Micr. Soc. (2) VI, p. 585, 586. — Verfasser beschreibt
anatomisch genau den Phoenicurus, als selbständigep
Schmarotzer betrachtet, und sodann als Rückenanhang
von Tethys betrachtet.
Bergh, R. Sur la nature du Phoenicure. Arch. Zool.
exp. (2) IV p. 73—76. — Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI
p. 585. Phoenicurus ist eine Rückenpapille von Tethys.
Spengel, J.W. Phoenicurus redivivus. Biol. Centralbl.
VI p. 19 — 21. Wendet sich gegen die Auffassung von
Lacaze-Duthiers.
Möbius, K. Zusatz zu der Spengel'schen Mittheilung:
„Phoenicurus redivivus". Biol. Centralbl. VI p. 95. —
Vervollständigt die Literatur- Angaben des SpengeFschen
Aufsatzes.
Sem per, C. Reisen im Archipel der Philippinen.
3. Band. Landmollusken. 7. Heft; p. 291—327.
Simpson, G. B. Anatomy of theSnail, Helix thyroides.
Rep. N. York Mus. XXXIX. pag. 127.
Jhering, H. V., Peltella. Mal. Bl. VIII. p. 57 — 81,
Taf. III, IV.
Simroth, H. Weitere Mittheilungen über pala^-
arktische Nachtschnecken. Jahrb. mal. Ges. XIII p. 16 — 34,
Taf. 1.
Simroth, H. Über bekannte und neue palaearktische
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 355
Nachtschnecken. 1. c. p. 311 — 342, Taf. X, XI. (Albino
von Arion Bourgignati.)
Simroth, H. Über eine Nachtschnecke von Samarkand,
die Amalia maculata Heynemann, besser Agriolimax
maculatus. Sitzb. Ges. Leipzig- XII p. 11, 12.
Simroth, H. Über den Geomalacus maculosus Allm.
1. c. p. 12, 13.
Simroth, H. Steierische Nachtschnecken. Nachr.
mal. Ges. XVIII p. 65—80.
Bouvier, E. L. Observations sur Fanatomie du
Xenophore et de la Calyptree. Bull Soc. Phil. (7) X
p. 121—123. Xenophora Cavalieri hat einen massig ent-
wickelten nicht vorstreckbaren Rüssel, lange Tentakeln
mit subbasalen Augen und eine lange gekrümmte Kieme.
Endstück und Mündung des Genitaltractus wird vom
Mastdarm und Anus geschieden. Das Nerven-System ist
chiastoneurisch und zygoneurisch. Calyptrea entspricht
demselben Typus des Nerven-Systems, hat jedoch einen
kopfständigeu Penis.
Sarasin, C. F. u. P. B. Über zwei parasitische
Schnecken. Zool. Anz. IX p. 19 — 21. — Auszug: J. Roy.
Micr. Soc. (2) VI p. 412, 413. Tyca (fälschlich Concholepas
genannt) und Stylina an dem Seesterne Linckia multiforis
Lam.
Bouvier, E. L. La loi des connexions appliquee ä
la morphologie des organes des Mollusques et parti-
culierement de l'Ampullaire. C. R. CHI, p. 162 — 165.
Auszug: Journ. Roy. Micr. Soc. (2) VI, p. 949 u. 950.
Ampullaria ist zugleich chiastoneurisch und zygoneurisch;
der rechte Pallial-NeiT geht zum Penis, der absonderlicher
Weise ein Mantelanhang ist. Das Epipodium ist pallialen
Ursprungs und wird von den Commissural-Ganglien versorgt.
Die Kiemen sind homolog der linken Kieme und dem
Osphradiumder Zeugobranchier. Die Gattungmuss zwischen
die zygoneurischen Taenioglossen in die Nähe der
Calyptraeiden gestellt werden.
Bouvier, E. L. Observations anatomiques relatives
aux Solarides et aux Janthinides. Bull. Soc. Phil. (7) X
X*
356 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
p. 151 — 156. Die Betrachtung der anatomischen Ver-
hältnisse im allgemeinen und des Nerven-Systems im
besonderen erhebt Einspruch gegen die nahe Verwandtschaft,
in welche Trouhel auf Grund der Bezahnung beide Gruppen
gebracht hat.
Bouvier, E. L. Contribution ä l'etude des Proso-
branches ptenoglosses. Bull. Soc. Mal. France III p. 77
bis 130, pls. III — V. Die Ptenoglossen stehen neben den
Taenioglossen; ihre Kadula leitet sich von der jener
(Genus Torinia) dadurch ab, dass der Mittelzahn ver-
kümmert und die Lateralzähne sich vervielfältigen. Die
Solariiden sind die höchste der dialyneurischen Formen;
die Scalariiden stehen über ihnen, oder in der Nähe der
Turritelliden , falls sie sich als zygoneurisch heraus-
stellen sollten. Janthina steht über den Vermetiden unter
den zygoneurischen Formen.
Boutan, L. Recherches sur l'anatomie et le deve-
loppement de la Fissurelle. Arch. Zool. exp. (2) III bis;
173 pp. 14 pls. — Auszug: Rev. Sei. (3) XXXVIII pag. 754
bis 756. — Die Haupt-Resultate der umfangreichen Arbeit
sind die folgenden: Fissurella bietet im Larven-Stadium
Ähnlichkeiten mit Rimula und Emarginula, vielleicht auch
mit Parmophorus, Haliotis und Trochus. Parmaphorus
ist eine Emarginula, bei welcher der Schlitz der Schale
eine einfache Ausbuchtung bleibt, während er bei Haliotis
in Zwischenräumen geschlossen ist. Fissurella unter-
scheidet sich von Haliotis durch die Ausbildung von vier
Speicheldrüsen, die Abwesenheit der beiden oberen
Schlund-Taschen und des spiralig eingerollten Blinddarms;
ferner in der Lage des Afters und in der Abwesenheit
der linken Niere. Das Nerven-System von Parmophorus
und Emarginula bildet zwei Stadien zwischen Haliotis
und Fissurella; bei der letzteren ist die Verwachsung der
Pedal- und unsymmetrischen Nerven-Centren am meisten
ausgebildet. Als Larve hat Fissurella eine spiralige
Schale, die sich direkt in die symmetrische des er-
wachsenen Thieres umwandelt. Das Nerven-System ist
nach dem normalen Gastropoden-Typus gebildet. Fissurella
im Gebiete der Malakologie Avähreiid des Jahres 1886. 357
und Verwandte sind nicht als primitive Gastropoden zu
betrachten, wie es Jhering und Spengel thun. — Über die
beschreibende Anatomie und EntvAdcklung-sgeschichte von
Fissuruella gibba und reticulata ist das Werk selbst ein-
zusehen.
Bergh, R. Report on the Marseniadae collected by
H. M. S. Challeng-er during the years 1873—76. Challenger
Reports Vol. XV. 24 pp. 1 Taf.
Bergh, R.in: C.Semper, Reisen im Archipel der Philip-
pinen. IL Malakologische Untersuchungen. Supplement-
Heft 3: Die Marseniaden. Wiesbaden 1886. 4*«^- I.Hälfte,
p. 131—225; Tafl. M.— R.
Bergh, C. Die Marseniaden. Zool. Jahrb. I p. 165
bis 176. (Vorläufige Mittheilung zum vorigen.)
Marion, A. F. et Kowalewsky, A. Organisation
du Lepidomenia hystrix, nouveau type de Solenogastre.
C. R. CHI, p. 757—759. — Auszug : Journ. Roy. Micr. Soc-
(2) VII p. 218.
Apathy, S. Studien zur Histologie der Najadeen,
auf Grund selbständiger Untersuchungen. Mathematische
und naturwissenschaftliche Berichte aus Ungarn. HI.
p. 109, 110. (Das Original ungarisch in: Nat. Abh. Ungar.
Akad. XIV. 121 pp. 4 Taff. 1885.)
Ein ausführliches Referat nach dem mündlichen
Auszuge des Verfassers s. Schiemenz, Mollusca p. 20 — 25
in: Zool. Jahresbericht für 1886.
Cattie, CT. Les Lamellibranches, recueillis dans
les courses du „Willem Barents" durant les mois de Mai
ä Septembre 1880 et 1881. Bijdr. Dierk. XIII. 48 pp. 4 Taff.
Pelseneer, P. Notice sur les Mollusques recueillis
par M. le Capitaine Horms dans la region du Tanganyka.
Bull. Mus. Belg. IV, 28 pp. Hlzschn. Beschreibung von
Pliodon.
Simpson, G. B. Anatomy and Physiology of Ano-
donta fluviatilis. Rep. New York Mus. XXXV, 1884, p. 169
bis 191, pls. III— XIII.
Dali, W. H. Neaera. Nature XXIV p. 122.
358 JDr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Mayoux. Sur l'existence d'un rudiment cephalique,
d'un Systeme nerveux stomato-gastrique et quelques autres
peculiarites morphologiques de la Pintadine. (Meleagrina
margaritifera.) Bull. Soc. Phil. (7) X p. 97—101. Ausser
dem in der Überschrift angegebenen Kopfrudiment mit vier
Tentakeln und der Gegenwart eines stomatogastrischen
Nerven-Systems ist ein über dem Anus in der Fortsetzung
des Rectums liegender geblätterter Deckel hervorzuheben,
ferner, dass die Herzkammer nicht vom Rectum durch-
bohrt ist und dass die Vorkammern nicht seitlich sondern
vorn von der Herzkammer entspringen.
Integument und Bindegewebe.
Über Färbung siehe oben pag. 348 und 349.
Jeffery, W. Nature and Development of the Hairs
or Bristles on some Land and Freshwater Shells. Journ.
of Conch. V. p. 17—25.
Hoyle, W. E. Report on the Cephalopoda Challenger
etc. Rep. Chall. Exp. XVI; (siehe pag. 58 und 114).
Riefstahl, E. Die Sepienschale und ihre Bezie-
hungen zu den Belemniten. Palaeontogr. XXXH. p. 201
bis 214, Taf. XXVH, XXVHI. — Auszug: J. R. Micr. Soc.
(2) Vn p. 569. An der Sepienschale sind alle für die
Belemnitenschale charakteristischen Bestandtheile nach-
zuweisen; freilich fehlt ein Sipho bei den Sepien; den
Luftkammern der Belemniten entsprechen die mit Flüssig-
keit gefüllten Räume zwischen den Wulstlamellen. Auch
die hydrostatische Bedeutung der Sepienschale wird er-
örtert. Der Phragmokon der Belemniten wächst durch
Intussusception, das Rostrum durch Apposition ; das Proo-
strakum war vom vorderen Theile des Rostrum bedeckt;
ebenso wie das Rostrum besass auch der Phragmokon
einen dünnen, verkalkten Rand.
Verdauungs- System.
Dybowski,W. Studien über die Zahnplatten einiger
der Abtheilung Stylommatophora angehörigen Schnecken.
Bull. Soc. Moscou, 1885 p. 50—66. Taf. I— HL — Aus-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 359
zug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 774, 775. — Charakteristik
der Zahnplatten von Limax, Hyalina, Vitrina, Succinea,
Helix, Arion. — Missbildungen einer Zahnplatte bleiben
nicht nur für die betreffende Längsreihe constant, sondern
können auch in spiegelbildlicher Wiederholung auf der
andern Längshälfte der Radula auftreten.
Dybowski, W. Studien über die typischen Formen
der Zahnplatten der lithauischen lungenathmenden Binnen-
schnecken. Mal. Bl. Vm p. 124—146, Taf. VII, VIII.
Erörterung des systematischen Werthes der Radula und
genaue Beschreibungen, vorzüglich von Amphipeplea und
Planorbis.
Über die Mundlappen der Muscheln s. pag. 361.
Pilliet, A. Structure des glandes oesophagiennes
de rOctopus vulgaire. Journ. de F Anatom. Physiol. XXII
p. 398— 401, pl. XIV. — Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2)
VI p. 951, 952.
Frenzel, J. Mikrographie der Mitteldarmdrüse (Leber)
der Mollusken. Allgemeine Morphologie und Physiologie
des Drüsenepithels. Nova Acta Acad. Leop. XL VIII p. 83
bis 296, Taf. V— VII. — Auszug J. Roy. Micr. Soc. (2) VII
p. 215. — Idem. Nachträgliches über die Mitteldarmdrüse
(Leber) der Mollusken. Boll. Soc. Adr. IX p. 226—239. —
Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VII p. 57. — Idem. Du foie
des Mollusques. Arch. Zool. exper. (2) IV p. XXIV— XXVL
GircQlations- System.
Vignal, W. Sur l'endothelium de la paroi interne
des vaisseaux des Invertebres. C. R. CII p. 1027, 1028.
Roule, L. Sur quelques particuliarites histologiques
des Mollusques acephales. C. R. CHI p. 936—938. Aus-
zug: J. R. Micr. Soc. (2) VII p. 60. Die sogenannten Arte-
rien der Muscheln sind keine solchen, sondern Lacunen,
die umhüllenden Muskeln gehören ihnen nicht zu; der
ganze Apparat entspricht dem lymphatischen der Wirbel-
thiere. Der gewöhnliche Zustand ist der Turgor ; die Blut-
masse ist genügend für alle Volum -Veränderungen der
360 ^i*- Georg Pfeffer: Ber. üb. .die wissenseli. Leistungen
Organe, ohne dass Wasser ein- und Blut auszutreten
brauclite.
Sarasin, C. F. u. B. P. Notiz über die direkte Com-
munication des Blutes mit dem umgebenden Medium. Arb.
zool. Inst. Würzb. VIII p. 94—101.
Riebard, J. Recberches pbysiologiques sur le coeur
des Gasteropodes Pulmones. II. Revue d'Auvergne, 16 pp.
Simpson, G. B. Anatomy of tbe Snail, Helix tby-
roides. Rep. N. Y. Mus. XXXIX p. 127. 50 Contraktionen
in der Minute konnten durcb die Haut des lebenden Thieres
beobachtet werden.
Trambusti, A. SulF innervazione del cuore nell'
Helix pomatia. Rev. Ital. Sei. Nat. II p. 54, 55. — Aus-
züge: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 954; Rev. Internaz. Med.
e Chir. II p. 12. Die Herznerven von Helix pomatia sind
marklos, aber mit einer kernhaltigen Scheide versehen.
Es finden sich zwei Stämme, deren stärkerer einen Plexus
bildet, während der schwächere ein Ganglion von fünf
oder sechs Zellen hat, und sich dann im Ventrikel ver-
zweigt. Die Muskeln sind von Nervenfäden in ihrer
ganzen Länge begleitet.
Respirations- System.
Osborn, H. L. Development of the Gill in Fasciolaria.
Bull. Biol. Lab. J. Hopk. Univ. III p. 217—226 pl. XIII.
(Auszug: A.m. Nat. XX p. 567; J. R. Micr. Soc. (2) VI
p. 775, 776. Die Kiemen von Fasciolaria entwickeln sich
als eine Reihe von Falten auf dem Rücken des Veliger,
unbedeckt vom Mantel; später werden sie plattenförmig
und nehmen ihre gewöhnliche Lage ein, indem sie an
der Innenfläche des Mantels in einer eigenen Höhle hangen.
Das Herz liegt erst vor den Kiemen; erst mit dem
Wachsthum ändert sich das Verhältniss. Die Kieme des
Erwachsenen hat denselben Bau wie bei Fulgur, aber
seine Entwicklung ist ursprünglicher. Die bei Fasciolaria
auftretende ktenobranchische Entwicklung ist ursprüng-
licher als die aus dem Ctenidium.
Davis, J. R. A. Note on the Rudimentary Gills,
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 361
etc., of the Common Limpet (Patella vulgata). Nature
XXXIV p. 185, Hzschn. Es scheint, dass die rudimentäre
Kieme hier die Funktion als Geruchs-Organ völlig* ver-
loren hat.
Thiele, J. J. Die Mundlappen desLamellibranchiaten.
Zeitschr. wiss. Zool. LXIV p. 239— 272; Taf. XVII u.XVIII.
— Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VH p. 220. — Die Mund-
lappen einer grösseren Anzahl von Muscheln werden be-
schrieben und als charakteristische Gattungs-Merkmale
hingestellt. Die Histiologie wird dargestellt und mit den
bisher beschriebenen Funden über Mollusken-Bindegewebe
in Beziehung gebracht. In ihrer physiologischen Be-
deutung sind die Mundlappen in erster Linie Organe,
welche die Zuleitung des Wasserstroms von den Kiemen
nach dem Munde zu bewerkstelligen haben, in zweiter
Linie Nebenkiemen.
Excretion und Wasser -Aufnahme.
Grobben, C. Die Pericardialdrüse der Lamelli-
branchiaten und Gastropoden. Zool. Anz. IX p. 369 — 371.
— Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 586. — Pericardial-
drüsen von freilich verschiedenen Typen der Lagerung
und bestimmter excretorischer Funktion kommen den
Muscheln in zweierlei Formen zu; den niederen (Hetero-
myaria, Monomyaria) als drüsige Läppchen am Vorhofe,
den höheren als in den Mantel hinein entwickelte Blind-
säcke desPericardialraumes. Die niedersten Prosobranchier
(Rhipidoglossen) haben ebenfalls eine Pericardialdrüse.
Sie ist dem sog. Kiemenherzenanhang der Cephalopoden
homolog. Eine ausführlichere Besprechung wird bei
Gelegenheit derinzwischen (1888) erschienenen umfassenden
Bearbeitung des Themas erfolgen,
Amaudrut, lastructure et la circulation dans l'organe
de Bojanus de quelques Mollusques pulmones. Bull. Soc.
Philom. (7) X p. 88— 92. Die Niere der Pulmonaten
bietet grosse Ähnlichkeit mit der Lunge; sie empfängt
kein arterielles Blut von der Aorta, sondern einen kleinen
Teil venösen Blutes aus der Körperhöhle und einen grossen
362 Di"- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Teil arteriellen Blutes aus der Lunge; dies letztere ist
in einem, die ganze Länge der Niere oberhalb des
Excretionskanales einnehmenden Behälter aufgenommen,
von wo aus es sich verbreitet und mit dem venösen Blut
mischt. Darauf kehrt das Blut in die Lungenvene zurück.
Wahrscheinlich hat die Niere eine Bedeutung für die
Respiration und Circulation.
Barrois, T. Le glandes du pied et les Pores aqui-
feres chez les Lamellibranches. Lille 1886, 4<^, 175 p.
10 pls. (S.Jahresbericht für 1885 p. 18) Auszüge in: Biill.
Sei. Nord (2) IX p. 35—40. — Journ. Roy. Micr. Soc. (2)
VIp. 586. — Ann. Nat. Hist. (5) XVIII p. 161 — 163. —
Journ. de Micrographie X p. 93 — 95.
Osborn, H. L. The Byssal Organ in Lamellibranchs.
Am. Nat. XX p. 1059 u. 1060. (Ein Auszug der Barrois'schen
Arbeit.)
Cattie, J. T. Les Lamellibranches recueillis dans
les courses du „Willem Bärents" durant les mois de Mai
ä Septembre 1880 et 1881. Bijdr. Dierk. XIII, 48 pp. 4 pls.
(Auszug J. R. Micr. Soc. (2) VI, p. 777. Zahlreiche Beob-
achtungen über die Byssus-Drüsen und Anheftungs-Arten
von Muscheln.
Nerven -System.
Hall er, B. Über die sogenannte Leydig'sche Punkt-
substanz im Central -Nervensystem. Morph. JB. XII
p. 325 — 332. Bei niedrigen Gastropoden (Chiton, Patella,
Rhipidoglossen) nimmt das Bindegevrebe keinen Antheil
an der Bildung des centralen Netzes, sondern dies wird
ausschliesslich von Fortsätzen der Ganglienzellen gebildet.
Bei höheren Thieren ist es nur theilvreise ein nervöses
und wird als solches von den Fortsätzen der Ganglien-
zellen gebildet; die Nerven haben einen doppelten Ursprung
(die inneren Fasern aus dem zentralen Fasernetze, die
äusseren direkt aus Ganglienzellen). Das zentrale Nerven-
netz ist (entsprechend der Anschauung von 0. und R.
Hertwig) als ein ursprünglich um die ganze Körper-
oberfläehe gleichmässig verbreitetes zu erklären.
im G-ebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 3G3
Lacaze-Diithiers, H. de. Considerations sur le
Systeme nerveux des Gasteropodes. C.R.CIIIpag'.583 — 587.
— Auszug-: J. Roy. Micr. Soc. (2) VII p. 57, 58; und Rev.
Sei (3) XXXVIII p. 475. Es entwickeln sichan besonderen
Stellen des Verdauung'straktes Hülfs-Ganglien, denen j edoch
eine fundamentale Bedeutung nicht beizumessen ist, die
ferner nicht mit dem stomatogastrischen Centrum ver-
wechselt werden dürfen.
Amaudrut, sur le Systeme nei-veux de quelques
Mollusques pulmones (Achatine, Bulime, Helix, Nanina,
Vaginule). Bull. Soc. Philom. (7) X p. 107—119. Das
Nervensystem von Achatina panthera and Bulimus Funki
wird beschrieben. Die von Sicard bei Zonites als Mm.
retractores der Central -Ganglien beschriebenen Gebilde
sind wahrscheinlich Nerven. Bei Vaginula ist keine
eigentliche sub - cerebrale Commissur vorhanden, sondern
eine der sogenannten Labial-Commissur von Limnaea
ähnliche Verbindung. Das Visceral-System besteht aus
5 (vielleicht auch 6) Ganglien, welches einen Grund gegen
Jhering's Klassiiication von Vaginula neben Onchidium
abgiebt. Weitere Beschreibungen finden sich von Helix
adspersa, Nanina cambojiensis, Onchidium und Onchidiella.
Amaudrut. Sur le Systeme nerveux de la Dolabella
Rumphii. Bull. Soc. Philom. (7) X p. 68— 74^ Bei Dola-
bella Rumphii sind die Gg. cerebralia durch eine kurze
Commissur verbunden und geben 6 NeiTenpaare ab, als
wichtigste den tentacularis, opticus und acusticus. Das
Cerebro-pedal-Connectiv ist dick, das cerebro-viscerale
dünn. Abgesehen von Verbindungssträngen geben die
Gg. visceralia 2 Nervenpaare ab für Haut und Mantel.
Es finden sich 12 — 13 Paare Fussnerven. Die hintern
Visceral-Nerven liegen dicht bei einander rechts von der
Mittellinie und geben die Branchial- und Genitalnerven
ab. Die Anordnung des stomato- gastrischen Systems
entspricht der des Verdauungs-Kanales mit seinen drei
Hauptabtheilungen.
Bouvier, E. L. Sur le Systeme nerveux typique
364 Dl'- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
des Prosobranches dextres ou senestres. C. E. CHI p. 1274
bis 1276. Auszug: Journ. Roy. Micr. Soc. (2) VIT p. 218.
Die Visceral - Commissur der Prosobrancliier ist chiasto-
neurisch: sie entspringt im Commissural-Gang-lion und hat
einen subintestinalen Zweig, der von links nach rechts
unter dem Oesophagus läuft und das Subintestinal-Granglion
bildet. Ein anderer Zweig verläuft quer über den Darm
und verbindet sich eventuell mit dem Subintestinal- Aste.
Bouvier, E. L. Sur le Systeme nerveux typique des
Mollusques ctenobranches. C. E,. CHI p. 938, 939. Auszug:
Journ. Roy. Micr. Soc. (2) VII p. 60. Die Ktenobranchier
haben keine Proboscidal-Commissur, dagegen ein Connectiv
zwischen dem rechten Commissural-und dem Subintestinal-
Ganglion; es wird gebildet durch die Vereinigung der
vom rechten Commissural-Ganglion entspringenden rechten
Commissural-Ganglien mit dem Intestinal-Ganglion. Bei
den Cerithien kann diese Bildung Schritt für Schritt
verfolgt werden. Bei Ampullaria ist der linke Pallial-
Nerv in ein Connectiv verwandelt.
Bouvier, E. L. Note sur les Systeme nerveux des
Toxiglosses, et considerations generales sur le Systeme
nerveux des Gasteropodes prosobranches. Bull. Soc. Philom.
(7) X p. 44 — 56. Das Nerven-System von Conus hat im all-
gemeinen Ähnlichkeit mit dem von Buccinum undatum, ist
aber chiastoneurisch ; Cerebral-, Commissural- und Supra-
intestinal-Ganglien sind nahe an einander gerückt, während
Pedal- und Subintestinal-Ganglien in einiger Entfernung
davon auf der rechten Körperhälfte liegen. Die Unterschieds-
punkte sind: lange sympathische Connective, zwei lange
sympathische Commissuren (die hintere länger), eine
Visceral-Commissur, welche zwei Äste nach unten und
links entsendet und drei Ganglien trägt. Die Terebriden
haben eine retractile Rüsselscheide, deren Unterschiede
Troschel die Gruppe in fünf Gattungen trennen Hess, was
schwerlich gerechtfertigt ist, da sie übereinstimmen in
dem Besitze zweier in der Mittellinie verbundener Speichel-
drüsen, einer doppelten Oesophagealfalte (wie bei Buccinum),
im Gebiete der Malakologie wahrend des Jahres 1886. 365
in welcher die Nerveii-Centren liegen, schliesslicli dem
Penis, dem Sipbo und der Purpurdrüse. Die Anordnung
des Nerven-Systems ist charakteristiscli ; jedes Cerebral-
Ganglion sendet zwei starke Äste in den Rüssel, deren
äusserer einen dünnen Nerven abgiebt, der zugleich nervus
tentacularis und opticus ist. Zwischen diesen Bündeln
liegen zwei durch die Pedal-Nerven gebildete. Die rechte
Visceral-Commissur gabelt sich meist zugleich und ent-
sendet einen kräftigen Zweig in die benachbarten Gewebe ;
die Visceral -Schlinge ist lang und schmal. Bei Pleu-
rotoma babylonia ähnelt das Nerven-System dem von
Terebra in allen wesentlichen Stücken, während es bei
P. nodifera nach dem Typus desjenigen von Conus virgo
gebaut ist. Es scheint, dass die Toxoglossen durch vor-
wiegend negative Merkmale zusammengehalten werden;
man kann sie in einer Reihe anordnen, welche von Buccinum
beginnt und vielleicht mit den Cancellariiden endigt,
während die Prosobranchier im übrigen eine Constanz
im Bau des Nerven-Systems zeigen, die ihre Aufstellung
als Ordnung bei Milne-Edwards rechtfertigen. In dieser
Gruppe scheiden sich zwei Abtheilungen, die eine mit
zwei, die andere mit drei Nerven-Ringen.
Bouvier, E. L. Sur le Systeme nerveux et certains
traits d' Organisation des Neritidae et des Helicinidae. Bull.
Soc. Philom. (7) X p. 93—97. Die Neritiden und Heli-
ciniden zeigen drei allen Scutibranchiern gemeinsame
Merkmale: 1) vier vordere Nei*venringe um den Schlund,
2) den Ursprung des stomogastrischen Systems von einem
gangliösen Lappen der Central -Ganglien, 3) zwei lange
mehr oder weniger gangliöse Pedal-Aste, die gewöhnlich
durch quere Anastomosen verbunden sind. Von allen
andern Prosobranchiern unterscheiden sie sich durch das
orthoneurische Pallio-Visceral-System. Diese und andere
Merkmale mögen durch die allmähliche Anpassung vom
Meeres- zum Süsswasser- und Landleben entstanden sein;
dieser Fortschritt wird bezeichnet durch die folgenden
Formen: Nerita peloronta, Neritina canalis, Navicella,
Helicina brasiliensis, H. Sagraiaua.
366 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Bouvier, E. L. Sur le Systeme nerveux des Turbo-
nides et des Neritides. Bull. Soc. Philom. (7) X p. 61—67.
Das Nerven-System von Turbo setosus wird beschrieben.
Das Nervensystem der Neritiden und Navicellen gleicht
demjenigen von Turbo; merkwürdigerweise ist es nicht
— wie bei Turbo — soweit die bisherigen Untersuchungen
reichen, chiastoneurisch.
Bouvier, E. L. Observations relatives au Systeme
nerveux et ä certains traits d'organisatiou des Gastero-
podes scutibranches. C. R. CII p. 1177 — 1180. Auszug:
Journ. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 584, 585. Die beiden
Gruppen der Scutibranchier, nämlich die Cyclobranchier
und Aspidobranchier haben folgende Charaktere primor-
dialen Charakters: 1) eine lange Cerebroid-Commissur,
die Ganglien mit vorderem Lappen, der mit dem der
Gegenseite durch eine suboesophageale Commissur ver-
bunden ist; 2) die Entstehung des stomatogastrischen
Systems von diesen Lappen und die weite Trennung der
Gg. sympathica; 3) die kräftige Entwickelung der Pedal-
Ganglien und -Nerven; 4) die Vereinigung der Pallial-
und Pedal-Ganglien.
Pelseneer, P. Recherches sur le Systeme nerveux
des Pteropodes. Arch. Biol. VII p. 93—129 pl. IV. Die
Pteropoden haben eine unsymmetrische Visceral - Kom-
missur, welche an die gewisser Gastropoden erinnert und
zum Theil parallele Ausbildungs-Stadien mit diesen dar-
bietet. Die Pleural-Ganglien sind paarig, nicht, wie Jhering
behauptet, unpaarig; die Buccal-Anhänge werden von den
Cerebral-Ganglien versorgt, sind also nicht homolog den
Armen der Cephalopoden. Spengel betrachtet die Ptero-
poden mit Recht als euthineurisch.
Sinnes -Organe.
Drost, K. Über die Sinnesepithelien der Herzmuschel
(Cardium edule) nebst einigen Mittheilungen über den his-
tiologischen Bau ihres Mantels und ihrer Siphonen. Morph.
Jahrb. XII p. 163—201. Der 1, Theil der Arbeit giebt die
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 367
Beschreibung der morphologisclien Verhältnisse des Ner-
vensystems. Die Ergebnisse des 2., den Sinnesepithelien
gewidmeten Teile, gipfeln in den Sätzen: Cardium hat
vier verschiedene Sinnesepithelien, zyvei lokalisirte und
zwei über die Körperfläche ausgebreitete. Es besitzt
erstens das pigmentirte, lichtempfindliche Sinnes-Epithel
an der Wölbung unterhalb der Cirrenspitzen an der Sipho-
nal- Öffnung, zweitens das aus Stützzellen und den
äusserst langhaarigen Sinneszellen zusammengesetzte
Organ, welches in einer Einsenkung der Cirrenspitze ge-
legen ist; es besitzt drittens die normalen Pinselzellen
mit den längeren Härchen, welche durch die Cuticula-
wärzchen vorragen. Entsprechender Weise ist das Nerven-
system sehr komplicirt, so dass ohne Zweifel Cardium
edule eine sehr hoch organisirte Muschel zu nennen ist.
Die Augen vermögen nur Licht und Schatten zu unter-
scheiden. Im letzten Teile der Arbeit wird der Bau der
Epithelien, Drüsen, Muskeln, des Stütz- und Schwell-
gewebes des Mantels und der Siphonen abgehandelt.
Patten, W. Eyes ofMolluscs and Arthropods. MT.
z. Stat. Neap. VI p. 542—756, Taf. 28—32. (Auszug J. R.
Micr. Soc. 1887 p. 53 — 57). Die umfangreiche Arbeit, welche
besonders über das Auge von Area und Pecten handelt
und eine grosse Anzahl technischer Ausdrücke einführt,
ist im Original nachzulesen. Eine Kritik der Arbeit findet
sich in Quart. Journ. Micr. sei. XXVII p. 285 ; des Autors
Replik in Zool. Anz. X p. 256—261.
Sharp, B. On the Eye of Pecten. Proc. Acad. Phi-
lad. 1886, p. 61, 62. — Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI
p. 586. Das sogenannte Auge von Pecten ist wahrschein-
lich ein phosphorrescirendes Organ.
Bütschli, 0. Notiz zur Morphologie des Auges der
Muscheln. Festschrift zur Feier 500 jähr. Best. d. Univ.
Heidelberg. Naturh. Theil p. 173— 180 (Auszug: J. R.Micr.
Soc. 1887 p. 220, 221. Per Umstand, dass das Pigment-
Epithel in die Retina übergeht und die Stäbchen nach
368 Dl". Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch, Leistungen
innen gewandt sind, ebenso die Lage der Linse geben
die Handhabe zur richtigen morphologischen Auifassimg
des Muschelauges und zur Vergleichung mit den übrigen
Mollusken- und Wirbelthier-Augen.
Carriere, J. Kurze Mittheilungen aus fortgesetzten
Untersuchungen über die Sehorgane. 5. Die Retina von
Helix pomatia. Zool. Anz. IX p. 220 — 223. — Auszug:
J. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 585. Anschliessend an die
Arbeit Hilgers (Beiträge zur Kenntniss des Gastropoden-
Auges, Morph. Jahrb. 1885) hat Verf. das Auge von Helix
pomatia untersucht. Seine Ergebnisse weichen von denen
Hilgers darin ab, dass er die Stäbchenzellen Hilgers für
pigmentlose Stütz-(Secret-)Zellen, die Pigmentzellen Hil-
gers für pigmentirte Stäbchenzellen hält. Das von Hilgers
vermisste kegelförmige Ganglion fand sich in allen Prae-
paraten.
Lendenfeld, R. v. Preliminary Report on the Histo-
logical Structure of the dorsal papillae of certain Species
of Onchidium. Proc. Lin.Soc. N.S. Wales X p. 730—732. —
Auszug: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI, p. 775. Onchidium cha-
maeleo hat kleine Papillen, aber keine Augen, 0. Dae-
meli dagegen 3 auf jeder Papille; sie vermehren sich
durch Theilung. Die Histiologie des Auges wird be-
schrieben. 0. Daemeli zieht die Augen bei dichter An-
näherung eines fremden Körpers nicht zurück, woraus man
auf Weitsichtigkeit schliessen kann.
Grenacher, H. Abhandlungen zur vergleichenden
Anatomie des Auges. IL Das Auge der Heteropoden.
Abb. naturf. Ges. Halle XVII, 65 pp. 2 Taf. Die umfang-
reiche und eingehende Arbeit ist in kurzem Auszuge nicht
wiederzugeben.
Delage, Yves. Sur une fonction nouvelle des oto-
cystes chez les Invertebres. C. R. CHI p. 798— 80L —
Auszug : Rev. Sei. XXXVIII p. 603. Sepia, der Augen beraubt,
schwimmt in gewöhnlicher Weise, nur langsamer. Bei
Entfernung des Otocysten (gleichgültig ob zu gleicher Zeit
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 369
auch des Auges oder nicht) verliert das Thier die Con-
trolle über seine Bewegungen. Diese Versuche werden
verglichen mit denen von Flourens an Kaninchen.
Generations- Organe.
Simroth, H. Über eine Nacktschnecke von Samar-
kand, die Amalia maculata Heynemann, besser Agriolimax
maculatus. SB. Ges. Leipz. XII p. 11 u. 12. Beschreibung
der Genitalien.
Dutilleul, G. Essai comparatif sur les organes copu-
lateurs et leurs annexes dans les genres Helix et Zonites.
Bull. Sei. Nord IX p. 397 — 407, pl. IV. Die männlichen
Geschlechtstheile von Helix und Zonites entsprechen sich
mit Ausnahme des Flagellums. Die Vagina hat eine drü-
sige und eine copulatorische Abtheilung. Bei Zonites ist
die drüsige ursprünglicher als bei Helix. Die Formen
mit einem Pfeilsack und zwei Bündeln der vielteiligen
Anhangsdrüse sind die höchst-entwickelten.
Simroth, H. Über den Liebespfeil der Vitrinen.
SB. Ges. Leipz. XII p. 6, 7. Er stellt einen mittleren Aus-
bildungszustand dar zwischen den von Semper bei Ten-
nentia und Ariophanta beschriebenen durchbohrten Formen
und den bei den übrigen Heliciden vorkommenden.
Wiegmann, F. Der sogenannte Liebespfeil der
Vitrinen. JB. mal. Ges. XIII p. 74—75. Holzschn. Der
Liebespfeil ist nicht homolog mit dem der Heliciden. Die
Vitriniden stellen die Zwischenstufe dar zwischen den
Hyaliniiden und Limaeiden.
Simroth, H. Weitere Mittheilungen über palae-
arktische Nacktschnecken. SB. mal. Ges. XIII p. 16 — 34
pl. 1. Genitalien von Limax tenellus.
Bietrix. Un cas de monstruosite de l'appareil geni-
tal chez FHelix pomatia. Bull. Soc. Philom. (7) X p. 74—78.
Der Apparat war in drei völlig getrennte Gruppen zer-
fallen. Phylogenetische Schlüsse lassen sich nicht ziehen.
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. H. Bd. H. 1. Y
370 Dl"- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Hoyle, Wm. E. Rep. on the Cephalopoda (Chall.
ßep.) beschreibt einen frühen Entwicklungs-Zustand des
hektokotylisirten Armes von Tremoctopus gracilis Eyd.
Soul., p. 71.
Sterki, V. Die Mollusken der Umgebung von N. Phi-
ladelphia, 0. Nachr. mal. Ges. XVIII p. 10—25, 54—58.
Sexual- Verschiedenheiten in den Schalen, p. 56.
Entwicklungs - Geschichte.
Platner, G. Zur Bildung der Geschlechtsprodukte
bei den Pulmonaten. Arch. mikr. Anat. XXVI p. 599—621,
Taf. XXIX, XXX. Auszug: Journ. Roy. Micr. Soc. (2) VI
p. 773, 774.
Dewitz, J. Über die Gesetzmässigkeit in der Orts-
veränderung der Spermatozoen und in der Vereinigung
derselben mit dem Ei. Pflügers Arch. XXXVIII p. 358
bis 385. Taf.
Platner, G. Über die Entstehung des Nebenkerns
und seine Beziehung zur Kerntheilung. Arch. mikr. Anat.
XXVI p. 343—369, Taf. XIV.
Zacharias, 0. Über einen Fall von Kern-
verschmelzung bei Furchungskugeln. Zool. Anz. IX p. 400
bis 403. Pathologischer Vorgang, bei Limnaea beobachtet.
Sabatier, A. Quelques observations sur la Constitution
de l'oeuf et de ses enveloppes chez les Chitonides. Rev.
Sc Nat. Montpellier (3) IV p. 429—444, Taf. 18, 19.
Platner, G. Über die Befruchtung von Arion
empiricorum. Arch. mikr. Anat. XXVII p. 32 — 72. Die
Arbeit bietet die eingehende Schilderung der Vorgänge
im befruchteten Ei von Arion nebst vergleichender Be-
trachtung der gewonnenen Resultate mit der Gesamtheit
der bisher über den Gegenstand vorliegenden Befunde.
Über Einzelheiten ist die Arbeit selber einzusehen.
Bolot, E. Sur la ponte de Doris. C. R. C II. p. 829
bis 831. (Auszug in: Journ. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 413.
— Revue des Sciences Naturelles XXXVII p. 474). Das
befruchtete Ei von Doris ist beobachtet während seiner
im Grebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 371
Wanderung durch den Oviduct; in der sog. Eiweissdrüse
erhält es seine Eiweiss-Umhüllung, in der folgenden mit
dem Ausdrucke Schalendrüse bezeichneten Portion die
Schale ; der unterste Teil sondert die gallertige Substanz
ab, die die Eier zu einem Strang verbinden. Die Histiologie
der einzelnen drüsigen Abschnitte wird beschrieben.
Bruce, A. T. Segmentation of the Egg and Formation
of the Germ Layers of the Squid (Loligo Pealei). John
Hopkins Univ. Circ. VI p. 45 u. 46. — Auszug: Journ.
Roy. Micr. Soc. (2) VII 1887 p. 216. Behandelt die Keim-
blattbildung in ihren ersten Stadien.
Schimkewitsch, W. Note sur le developpement
des Cephalopodes. Zool. Anz. IX p. 205—207 n. 484,
3 Hzschn.
Brock, J. DieEntwickelung des Geschlechtsapparates
der stylommatophoren Pulmonaten nebst Bemerkungen
über die Anatomie und Entwicklung anderer Organsysteme.
Zeitschr. wiss. Zool. XLIV p. 333 — 395. Auszug: Journ.
Roy. Micr. Soc. (2) VII p. 58—60.
Mc Murrich, J. P. A. Contribution to the Embryology
of the Prosobranch Gasteropods. Stud. Biol. Lab. J. Hopk.
Univ. m p. 403—450 pls XXIV-XXVII. — Auszug: Journ.
Roy. Micr. Soc. (2) VH p. 217, 218. — Vorläufige Notiz
zu vorstehender Arbeit: Notes on the Embryology of the
Gasteropods. John Hopk. Univ. Circ. V p. 85, 86; Ann.
N.H. (5) XVIII p. 76— 78; ferner: J. Roy. Micr. Soc. (2) VI
p. 583, 584. Verfasser studirt die Embryonal-Entwicklung
vornehmlich von Fulgur caricum, ferner von Fasciolaria
distans, Purpura floridana, Crepidula fornicata, plana und
convexa, schliesslich Eupleura caudata. Er beschreibt
das Vorhandensein einer grösseren Anzahl von Eiern in
den einzelnen Eikaspeln, von denen sich jedoch nur wenige
auf Kosten der andern wirklich entwickeln. Der Vorgang
wird erklärt, indem der Verfasser annimmt, eine Anzahl
der Eier sei in früheren Zeiten unnormaler Weise zer-
fallen und habe den überlebenden als Nahrung gedient;
dieser Prozess sei dann durch natürliche Zuchtwahl zu
Y*
372 Dr« Georg Pfeffer: Ber.üb.d.wissensch. Leistungen etc.
dem normalen geworden. Er nimmt ferner an, dass die un-
gleiche Theilung die Mollusken mit den Platyhelmintlien,
Anneliden und Molluskoiden auf einen gemeinsamen
Ursprung verweise. In der Beschreibung und Auffassung
der Entwickelungsvorgänge gelangt Verfasser zu mehr
oder minder beträchtlichen Abweichungen von Hatschek,
Selenka und Bobretzky.
Patten, W. The Embryology of Patella. Arb. zool.
Inst. Wien VI p. 149 — 174, 5 Taf. (Auszug: J. R. Micr.
Soc. (2) VI p. 407—410; Am. Nat. XX p. 563—564.)
Wilson, J. On the Reproduction in the Common
Mussei (Mytilus edulis L.). Rep. Brit. Assoc. 1885 p. 1094
und 1095.
Wilson, J. Report on the Development of the
Common Mussei. Rep. Fish Scot. VI. App. F. p. 218—222.
II.
Bericht über die geographische Verbreitung, die
Systematik und die Biologie etc. der Mollusken.
Von
Dr. W. Kobelt.
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et 1874. In le Naturaliste Annee 8 p. 220—222.
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p. 231. —
— Diagnoses de quelques especes de Buliminus de
l'Asie centrale Russe. Ibid. p. 270.
— Notes rectificatives. Ibid. p. 292. —
— Note sur certaines sections du genre Physa et diverses
formes de ce genre. Ibid. p. 357. —
— sur l'babitat de deux especes d'Helix. Ibid. p. 366.
— Supplement ä l'essai monographique sur les Buliminus
de l'Asie centrale russe et de l'Afghanistan. In Bull.
Soc. mal. France Vol. 3 No. 2.
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du Honduras. In Annales Malac. Vol. 11. p. 237 — 260.
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In Bijdr. tot de Dierk. Nat. Art. Mag. 13. Afl.
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und Japans. In Jahrb. Mal. Ges. Bd. 13. p. 1 — 16.
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im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 375
Böttger, D. 0., vide Stussiner.
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— erste Oligoptychie der Crucita- Gruppe aus Klein-
asien. In Nachr.-Bl. Mal. Ges. Jahrg. 18 p. 81. 82.
— Beiträge zur Herpetologie und Malakozoologie Süd-
west-Afrikas. In Ber. Senckenb. naturf. Gesellsch.
1886 p. 3—29 t. 1. 2. —
— ein Fundort von Daudebardia brevipes Fer. westlich
des Rheins. In Nachr.-Bl. Mal. Ges. Jahrg. 18 p. 145.
— zur Kenntniss der Neritinen Chinas. In Jahrb. Mal.
Ges. Bd. 13 p. 211—223.
— Abbildungen und Beschreibungen von Binnenmollusken
aus dem Talysch- Gebiet im Südwesten des Caspi-
sees. Ibid. p. 241—258 t. 8. —
— die Binnenmollusken des Talyschgebietes. InG.Radde,
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Call, R. Ellsw., Notes on the Land Mollusca of Kan-
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— Beitrag zur Fauna der Binnenmollusken Dalmatiens.
Ibid. Bd. 9 p. 43—66.
— vide Martini-Chemnitz.
378 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
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aus Vorder- und Hinterindien, Borneo und Sumatra.
In Mal. Bl. N. F. Vol. 9 p. 68—80 Taf. 2. 3.
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Cockerell, ,T. D. A., the Variation and abnormal
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im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 379
Crosse, H. , Description d'une nouvelle espece de
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Wattebled, G. , Description de Mollusques inedites de
l'Annam. Recolte du capitaine Dorr aux environs de
Hue. In Journ. Conch. (3) Vol. 26 p. 54— 71 pl. 34.
Watson, Rev. R. B. , Report on the Scaphopoda and
Gasteropoda. — In Rep. Scient. Result. Voy. Challenger
Zoology Vol. 15. 4 0. 756 p. 50 pl.
Westerlund, C. Ag., Fauna der in der palaearktischen
Region lebenden Binnenconchylien. I. Testacellidae,
Glandinidae, Vitrinidae et Leucochroidae. — Berlin,
Friedländer (93 p.)
— V. Succinidae, Auriculidae, Limnaeidae, Cyclostomidae
et Hydrocenidae (185 p.).
— VI. AmpuUaridae , Paludinidae, Hydrobiidae, Me-
lanidae, Valvatidae, u. Neritidae (156 p.)
Williams, J. W. , on the Variation and Continental
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Wiegmann, Fr., der sogenannte Liebespfeil der Vitrinen.
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of Meleagrina margaritifera. In Pr. Z. S. London
pag. 176.
Wotton, F. W. , List of Land- and Freshwater Shells
of Cardiff. In Journ. of Conch. Leeds Vol. 5 p. 52.
394 Dl*- W. Kobelt: ßer. üb. die wissensch. Leistungen
1. Geographische Verbreitung.
a. Binnenconchylien.
Palaearctisches Gebiet. Kobelt (7) behandelt im
zweiten Bande der neuen Folge von Eossmässlers Icono-
graphie ausschliesslich paläarctische Najadeen (85 sp.).
Von West er lund 's Fauna sind erschienen die erste
Abtheilung, die Testacelliden, Glandiniden, Vitriniden
und Leucochroiden enthaltend; die fünfte, Succinidae,
Auriculidae, Limnaeidae, Cyclostomidae und Hydrocenidae,
und die sechste, Ampullaridae, Paludinidae, Hydrobiidae,
Melanidae, Valvatidae und Neritidae.
Ar ctisches Gebiet. Esmark und Hoyer zählen aus
dem arctischen Theile von Norwegen 50 sp. auf (3 n. sp.),
darunter 10 Pisidien; 4 sp. kommen noch am Nordcap
vor. Dali (2) zählt aus dem nördlichen Labrador vier
Pulmonaten auf, Limnaea Vahlii, Agriolimax hyperboreus,
Conulus chersinus var. egena und Pupa decora. Derselbe
(3) nennt von den Commander-Inseln 9 Pulmonaten.
Norwegen. Esmark gibt eine Schilderung der
norwegischen Binnenconchylienfauna, anscheinend haupt-
sächlich in der Absicht, die englischen Sammler zur
Betheiligung an der Erforschung des Landes zu veranlassen.
England. T. Cockerell (2) macht einen Versuch,
die britischen Binnenmollusken nach ihrer Abstammung
in nördliche, östliche und westliche zu scheiden. Be-
merkungen und Berichtigungen dazu gibt Kobelt (5).
Williams bespricht die Variation der englischen Nackt-
schnecken und ihre Verbreitung auf dem Continent.
T. Cockerell (1) behandelt die in England beobachteten
Abnormitäten. Scott zählt die Mollusken von Tarbert
am Loch Fyne auf; die Fauna ist, dem Boden, silurischem
Quarzit, entsprechend, arm (32 sp.) ; von Interesse ist das
Vorkommen von Helix aspersa, die allerdings nur an den
Ruinen eines Schlosses, wahrscheinlich angesiedelt, vor-
kommt. T. C 0 c k e r e 1 1 (4) zählt eine Anzahl weniger
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 395
verbreiteten Varietäten englischer Arten auf und gibt (5)
die ersten Anfänge zu einer Fauna des nördlichen Wilt-
shire. S. Cock ereil (2) bespricht das Vorkommen von
Helix nemoralis und hortensis in Dorset, und (C)) zählt
eine Anzahl englischer Limnäenvarietäten auf. Tomlin
zählt die Binnenconchylien von Llandudno auf, Richard-
son die von Clapham in Yorkshire. Coates stellt die
Literatur über die Mollusken einer Anzahl schottischer
Grafschaften zusammen. Hudson zählt die Fauna der
Lower Tees auf, Rowe die von Surrey, Wotton die von
Cardiff. Nelson und Taylor setzen die kritische Auf-
zählung der Mollusken von Yorkshire fort.
Einzelne Arten und Fundorte führen auf da Costa,
Grain, Hele (2), Musson, Taylor (2 u. 3), Quilter.
Iberische Halbinsel. Simroth (1) bespricht von
Ehlers gesammelte Arioniden (1 n. sp.). Maltzan (1)
veröffentlicht eine Anzahl neuer Heliciden aus Portugal
(1 n. subg.). S. Cockerell (4) bespricht die Parmacella
von Gibraltar.
Chia gibt das Verzeichniss der Mollusken der Um-
gebung von Gerona in Catalonien. Fagot (3) zählt von
Panticosa im Hochthal von Cinca in den Pyrenäen 20 sp.
auf (keine n. sp.). Hidalgo (3) zählt 14 bei Bayona
in Galizien gesammelte Arten auf; keine n. sp. Bofill
beschreibt 5 n. sp. aus Catalonien. Fagot (5) zählt 38 sp.
aus Catalonien auf (11 n. sp.).
Nobre (1) zählt die Binnenconchylien aus dem Gebiet
des Tajo und des Sado in Portugal auf (75 sp. keine n. sp.).
Es ist im wesentlichen eine Rekapitulation der Angaben
von Morelet und Hidalgo; die Arten von Servain sind
nicht berücksichtigt. Derselbe (2) zählt die Arten aus
der Umgegend von Coimbra und aus dem Flussgebiet des
Mondego auf (74 sp., keine n. sp.), darunter eine Anzahl
Anodonta, die SilvaeCastroin einer ausserhalb Portugal
unbeachtet gebliebenen Arbeit 1883 aufgestellt hat.
Balearen. Moragues reproduzirt die Diagnosen
einiger von Kobelt beschriebener balearischer Arten.
396 Dl'- W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Prankreich. S. Cockerell (1) zählt eine Anzahl in
der Normandie gesammelter Binnenconchylien auf. Balle
fand im Arrondissement Vire in Calvados auf Granit und
Schiefer nur die bekanntesten Arten (keine n. sp.).
Fagot (4) erörtert das Vorkommen der Gruppe der
Helix carascalensis in den Pyrenäen (5 sp. 2 n. sp.).
Derselbe zählt die Fauna der Umgebung von Toulouse
auf. Hierher auch Fagot (2). Coutagne beschreibt
5 n. sp. Clausilia. Locard (3) erörtert die Gruppe der
Helix striata. Florence beschreibt 3 n. sp. von Le Luc,
Dep. Var.
Belgien. Dreissena cochleata Ny st ist nach Pelseneer
eine exotische, zufällig nach Antwerpen eingeschleppte
Art und durch die Hafenbauten wieder ausgerottet.
Norddeutschland. Reinhardt (3) zählt die Fauna
der Mark Brandenburg auf (71 sp. Land-, 64 sp. Süss-
wasserconchylien, 112 Univalven, 23 Bivalven). Von be-
sonderem Interesse sind Conulus praticola, Patula ruderata,
Helix obvia, Pupa arctica, Lithoglyphus naticoides, Valvata
macro Stoma.
Mitteldeutschland. S a n d b e r g e r (1 ) zählt die Fauna
der Umgebung von Wunsiedel im Fichtelgebirge auf
(15 sp.). — Flach (1) beschreibt 5 n. sp. Vitrella aus dem
Maingenist bei Aschaffenburg.
Simroth (2) hat Daudebardia brevipes bei Eisenberg
im Muldethal aufgefunden. — Kobelt (6) beschreibt eine
neue Margaritana aus Nassau. — Eisenach zählt die
Mollusken des Kreises Rotenburg a. d. Fulda in Hessen
auf, die gewöhnliche mitteldeutsche Fauna.
Kobelt (8) gibt einen Nachtrag zu seiner Fauna von
Nassau, der sich besonders mit die Unioniden beschäftigt;
25 Arten werden dem früheren Verzeichniss beigefügt,
darunter von besonderem Interesse P. substriata Jeffr.
(5 n. sp.).
Schedel veröffentlicht ein von H. C. Küster nach-
gelassenes Verzeichniss der Molluskenfauna von Bamberg.
Böttger hat eine Daudebardia brevipes von der
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 397
Kyrburg im Nabetlial erhalten, das erste Vorkommen
westlicli vom Rlieintlial.
Pohlig' (2) hat die Unionenformen des Rheins bei
Bonn zusammengestellt und erkennt nur zwei Arten an,
pictorum und batavus; tumidus stellt er als Varietät zu
pictorum.
Sandberger (2 u. 3) beschäftigt sich eingehend mit
der geographischen Verbreitung der Mollusken Unter-
frankens und ihren Beziehungen zur Pleistocänfauna.
Ostdeutschland. Thamm zählt die Molluskenfauna
von Bad Landeck in Schlesien auf.
Oesterreichische Alpenländer. Simroth (3) bespricht
die steirischen Nacktschnecken und erörtert die Ursachen
ihrer besonders lebhaften Färbung.
Pfeiffer zählt die Fauna von Kremsmünster auf.
Reuleaux sammelte in Oberkärnthen 32 Arten
(keine n. sp.).
Tschapeck erörtert das Vorkommen von Claus.
Grimmeri in Steyermark.
Ungarn. Brancsik (1) zählt die bei Rajecz-Teplicz
gesammelten Mollusken auf.
Croatien. Hirc zählt 23 für dort neue Formen auf
und bringt die Arteuzahl damit auf 113; er erörtertauch
Faunen des Litorals und Westindiens.
Dalmatien^ Böttger (2) erhielt durch Herrn A. Walter
von Spitza-Sutomore in Süddalmatien 23 sp. (1 n. sp.,
2 n. var.).
Cl essin (2) berichtet über die Ausbeute seiner Reise
nach Dalmatien; nur das Küstengebiet, soweit die feuchte
Seeluft reicht, ist sehr reich an Iijdividuen und Arten;
im Innern findet man ausser in den bewässerten Fluss-
thälern an den dürren Karstkalken nur ausnahmsweise
lebende Mollusken.
Brancsik (2) gibt eine Schilderung einer kurz nach
Clessin unternommenen Reise durch Dalmatien, bei welcher
auch die Crivoscie besucht wurde ; die neuen Arten werden
von Clessin beschrieben.
398 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Letourneux beschreibt 3 n. sp. von Tanouisia.
Italien. Paulucci zählt die Fauna des isolirten,
von Forsyth Major als Ueberrest der versunkenen
Tyrrhenis angesehenen und durch eine üppige südliche
Vegetation ausgezeichneten Monte Argentaro und der
umliegenden Inseln an der toskanischen Küste auf (58 sp.,
7 n. sp.). Neben den gemeinen toskanischen und Strand-
arten und endemischen Formen kommen auch eine Anzahl
Iberus vor, die ihre Verwandten weiter südlich haben.
Pol Ion er a gibt eine Anzahl Nachträge zu seiner
Fauna von Piemont, welche die Zahl der bekannten
Arten auf 223 bringen (2 n. sp., 1 n. var.).
Adami beschreibt aus Oberitalien 13 n. sp.
Pini beschreibt zwei neue Xerophilen aus der Ver-
wandtschaft der Helix variabilis.
Imhof zählt 6 sp. aus dem Tiefwasser des Gardasees
auf, Gr edler einige Arten aus dem Val Vestino.
Sicilien. Maltzan (2) beschreibt zwei neue Iberus
aus Westsicilien und von Maretimo. Platania bereichert
die sicilianische Fauna um mehrere Varietäten.
Malta. Platania beschreibt eine Clausilia n. sp.,
durch die Zugehörigkeit zu Albinaria von Interesse.
Sardinien. Maltzan (2) beschreibt einige neue
Iberus und Tacheocampylaea.
Lampedusa. Reinhardt (1) zählt 12 von Herrn
Ross auf dieser Insel gesammelte Arten auf (keine n. sp.),
lauter am Mittelmeer verbreitete Arten mit Ausnahme von
Claus. Lopedusae. Die vier grösseren Arten (Hei. vermi-
culata, aspersa, Mazzullii und melanostoma) dürften als
Nahrungsmittel eingeschleppt sein.
Nordafrika. K o b e 1 1 (4) setzt seine Exkursionsberichte
aus Algerien und Tunisien fort.
Hidalgo (1) beschreibt eine Macularie von der
Saharaküste; die europäische Fauna reicht also die Küste
entlang weit südlich. Auch Quiroga hat dieselbe Art
am Rio de Oro als einzige Landschnecke gefunden.
Die ausgedehnte Arbeit von Pechaud, obwohl von
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 399
1883 datirend, ist dem Referenten erst jetzt zugänglich
geworden; sie behandelt die Zonitiden und einen Theil
von Helix und vermehrt die Zahl der bekannten Arten sehr
erheblich.
Rumänien. Clessin (1) zählt aus der Moldau und
Dobrudscha 60 Arten auf. Die Fauna von Sinaja und
Brostheni am Ostabhang der siebenbürgischen Randgebirge
schliesst sich eng an die siebenbürgische an und hat
16Clausilien, darunter Vertreter von Pseudalinda, Uncinaria
und Alopia; der Dobrudschafauna ist eine ganz andere
und nähert sich durch ihre Xerophilen wie Buliminus der
Krimfauna..
Balkanhalbinsel. B ö 1 1 g e r (3) hat die von Prof
Hausknecht im Pindusgebiet im westlichen Thessalien
gesammelten Mollusken bearbeitet (68 sp., 9 n. sp. et var.).
Krim. Retowski gibt ein weiteres Verzeichniss der
von ihm am Meeresstrand der Krim zwischen Theodosia
undSudak angeschwemmt gefundenen Landschneckenarten.
(79 sp., 8 n. sp.)
Kleinasien. B ö t tg e r (5) beschreibt eine Oligoptychia
von Adana im südlichen Kleinasien, die erste dieser sonst
rein griechischen Clausiliengruppe. — Eine Anzahl bei
Adalia und Smyrna gesammelter Arten zählt Clessin (5)
auf (15 p., keine n. sp.).
Persien. Pohlig (1) fand Conchylien in nennens-
werther Anzahl nur in den Waldgebieten südlich und
südwestlich vom kaspischen Meer und am Unterlaufe des
Araxes und des Safirud ; Hei. taurica Kryn. geht bis zum
Karadagh, sie wird von den Armeniern ^-egessen ; verkümmert
kommt sie auch um Urmia vor; Hei. atrolabiata var.
stauropolitana kommt in der Buschregion von Rustemabad
mit Hei. derbentina zusammen vor, var. Lenkoranea in
den sumpfigen Urwäldern von Rescht und Astara. Im
Araxesthale oberhalb Dschulfa herrscht Helix djulfensis
Dub. mit derbentina zusammen, weiterhin kommen die
Buliminus der centralasiatischen Steppen.
400 Dl"- W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Kaukasuisländer. In No. 9 seiner Verzeiclinisse zählt
Böttger (4) 71 sp. auf von verschiedenen Lokalitäten
(4 n. sp.,) darunter eine zweite Art der Testacellidengattung
Trigonochlamys Bttg.
Derselbe (9 u. 10) behandelt die Fauna des Talysch-
gebietes südwestlich vom Caspisee; es wurden 75 sp. g-e-
sammelt, davon sind 24 paläarktisch, 8 mediterran, 4 vorder-
asiatisch, 14 kaukasisch, 22 persisch, 10 eigenthümlich ; von
den vertretenen Gattungen sind 4 tropisch oder subtropisch.
Sibirien. Dybowski (2) beschreibt zwei neue Arten
Valvata aus dem See Balschojsor und dem Baikalsee.
Afrika,
Nigergebiet. Jousseaume zählt die von französischen
Officieren im Gebiet des oberen Niger gesammelten Arten
auf (14 n. sp., 1 n. gen.).
Portugiesisches Westafrika. N o b r e (3 u. 4) zählt
die Mollusken der portugiesischen Besitzungen in West-
afrika auf; die Fauna von San Thome wird durch zwei
neue Cyclostomiden auf 1 1 Arten gebracht.
Congogebiet. Ro chebrune beschreibt aus dem Congo
und seinen Zuflüssen IG n. sp. und 2 n. gen. (Chelidonura
und Zairia).
Südwestafrika. Böttger (6) gibt die ersten Nach-
richten über die Molluskenfauna der deutschen Besitzungen
in Südwestafrika; Angra pequena hat nur einen noch
unbestimmbaren jungen Buliminus geliefert, die Kalahari
sechs (5n.sp.), den Gruppen Dorcasia, Mastus, Lercochi-
loides, Pupa Sect. Microstele n. und Unio angehörend.
Ostafrika. Crosse (2) gibt eine Uebersicht der
Fauna von üsagara; ausser der Gattung Ennea, welche
hier sehr entwickelt ist, finden sich Rhachis, Limicolaria,
Streptaxis, Otopoma, im Süsswasser Lanistes, Paludina
und Melania.
Die wesentlich aus dem Sambesigebiet stammende
Ausbeute der Herren Capello und Ivens zählt Furtado auf
im Gebiete der Malakologie wälirend des Jahres 1886. 401
(39 sp.); der Charakter der Fauna ist tropisch-afrikaniscli,
doch ist auch Cyclostoma vertreten. Die Reisenden be-
richten, dass sie fast niemals eine lebende Schnecke zu
Gesicht bekamen.
Bourguignat (2) bearbeitet die Ausbeute Soleillets
in Schoa (44 sp., 1 n. gen., 35 n. sp.). Die Fauna schliesst
sich eng an die abyssinische an, doch kommen auch zwei
Naniniden von südlicherem Typus, zu Bourguignats Gattung
Ledoulxia gehörend, vor und die kosmopolitischen Bul.
insularis und Melania tuberculata.
Derselbe (1) beschreibt aus dem Ukerewe 3 n. sp.,
aus dem Tanganyika 11 n. sp. (4 Grandidieria, 1 Unio,
1 Mutela, 3 Cameronia, 1 Brazzaea n. gen. und 1 Moncetia
n. gen.)
Pelseneer (4) zieht bei der Bearbeitung der
Storm'schen Sammlungen fast sämmtliche Bourguignat'sche
Gattungen als überflüssig wieder ein.
Madagascar. Mabille (2) beschreibt 17 n. sp. und
eine neue Gattung Anceyiella.
Canaren. Mabille bringt die Fauna der Canaren
auf 263 Arten, davon 27 eingeschleppt, 222 den Inseln
eigenthümlich, 14 mit anderen Gegenden gemeinsam; Helix
und Bulimus überwiegen weit. 13 Arten sind mit den
Acoren und Madeira gemeinsam. [Die zahlreichen neuen
Arten sind schon 1883 in Bull. Soc. philomath. veröffentlicht
worden, mir aber damals nicht zugänglich geworden.]
Asien,
China. Böttger (1) zählt die Melanien aus China
(und Japan) auf (35 sp., 2 n. sp., X n. subg.). Gredler
(1) gibt eine Fortsetzung seiner Studien zur Fauna von
China (8 n. sp.) ; sie stammen aus Hunan , Hupe und
Hensang. Möllendorff setzt ebenfalls seine Ver-
öffentlichungen fort (13 n. sp.) und bildet zahlreiche, im
vorigen Jahre beschriebene Arten zum ersten Male ab;
das räthselhafte Vorkommen der Gattung Pomatias im
Himalaya löst sich dadurch, dass die betreffenden Arten
Aich. f. Naturgesch. 53. Jahrg. n. Bd. 1. H. AA
402 Dr. W. Kobelt: Ber. üb, die wissensch. Leistungen
nicht zu dieser Gattung-, sondern zu den Pupiniden zu
reclinen sind. Heu de (1) zählt 35 n. sp. und 2 n. gen.
auf, welche theils bei Ta-li-fu in Yunnan, theils bei
Tschen-K'rou gesammelt sind. Böttger (8) zählt die
Neritinen Chinas auf (4 sp., keine n. sp.).
G r e d 1 e r (3) gibt ein systematisches Verzeichniss
der bis jetzt aus China ausschliesslich der Inseln be-
kannten Binnenmollusken, ca. 550 Arten mit zahlreichen
Varietäten. Bezüglich der Artunterscheidung sagt der
Verfasser: „China besitzt gewisse Typen, Fixsterne, um
welche jedesmal ein Dutzend Trabanten aller Grössen
und verwandtschaftlichen Beziehungen herumstehen, so
dass kaum in einem Lande die Abgrenzung der Arten
schwieriger erscheint." — Zwei neue chinesische Melanien
beschreibt Brot.
Heu de (2) behandelt die Cyreniden aus dem Gebiet
des blauen Flusses (49 n. sp.).
Japan. Martens (1) beschreibt eine Hydrocena n. sp.,
die Gattung für Japan neu. — Böttger (1) zählt die
japanischen Melanien auf (1 n. sp.) — Smith (3) beschreibt
3n. sp. Süsswasserconchylien aus Japan; — Brot beschreibt
eine neue Melanie.
Korea. Über die Fauna dieses seither fast unbekannten
Gebietes spricht Martens (1) nach den Sammlungen von
Dr. Gottsche. Die Landschneckenfauna scheint schwach
ausgebildet, sowohl die Gruppe der japanesischen Hei.
peliomphala wie die der nordchinesischen Hei. pyrrhozona
fehlen, ausser einigen Clausilien wurde nur eine grössere,
mit Hei. Hermanns eni Pfr. verwandte Helix gefunden.
Sehr reich ist dagegen die Süsswasserfauna, die sich
unmittelbar an die chinesische anschliesst; in ihr finden
sich Unionen mit auffallend grossen Schlosszähnen und
knotiger Sculptur, wie in Nordamerika und im europäischen
Tertiär. (7 n. sp.).
Tropisches Asien. Eine Anzahl Corbicula aus Vorder-
und Hinterindien, Borneo, Sumatra etc. beschreibt
Clessin(4). — Eine neue Melanie beschreibt Brot.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 403
Hinterindien. Wattebled beschreibt 20n.sp.meistens
fluviatil, welche der Kapitän Dorr in der Umgebung
von Hue in Annam gesammelt; Landschnecken sind dort
äusserst selten. — Morlet(l) beschreibt 3 n. sp. (Helix,
Amphidromus, Canidia) aus Kambodscha. — Derselbe (2)
publicirt 4 n. sp. (Helix, Anodonta, Unio) aus Tonkin.
— Derselbe (3) beschreibt weitere 14 n. sp. aus Tonkin
und gibt (4) eine Übersicht der bisher in Tonkin gesammelten
Arten (57 sp.). Auffallend ist die Ähnlichkeit mit China
und mit Hainan und Formosa; Hei. Hainanensis, cicatricosa
begegnen sich in Tonkin mit Hei. Perakensis, Trocho-
morpha bicolor und einem Hypselostoma n. sp. Unter
den Süsswasserconchylien sind zwei Dipsas, die beiden
charakteristischen langen Unio aus Südchina und 9 sp.
Corbicula. Auffallend ist das völlige Fehlen von Nanina
und verwandten Gruppen, die in Tonkin unbedingt vor-
kommen müssen. — Eine Anzahl neuer Corbicula beschreibt
Cl es sin (4). — Drei neue Melanien von Slam beschreibt
Brot.
Celebes. Eine neue Nanina beschreibt Mar tens (3).
Philippinen. Kobelt(2)hat die von Semper auf den
Philippinen gesammelten Deckelschnecken bearbeitet und
zählt 93 sp. auf, davon 21 n. sp. (Die Diagnosen theil-
weise schon früher veröffentlicht.) Die Fauna ist eine
äusserst selbstständige; ausser den stets weiter verbreiteten
strandbewohnenden Truncatellen überschreiten nur wenige
Leptopoma, die vermuthlich mit Baumstämmen verbreitet
worden sind, die Grenzen der Inselgruppe. Charakteristisch
ist das Zurücktreten der Diplommatinaceen. — Auch
H i d a 1 g 0 (2) und C r o s s e (4) beschreiben neue Land-
schneckenarten von den Philippinen. — Die seltene Helix
Linneana Pfr. , seither unbekannten Fundortes, stammt
nach Ancey(6) aus dem Sangir- Archipel zwischen
Philippinen und Celebes.
Palaos. Zwei neue Melanien beschreibt Brot.
AA*
404 JDr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Australien,
Australien. Täte weist nach, dass auch bei den
Süsswasserpulmonaten sehr wenige Arten Australien und
Tasmanien gemeinsam sind.
Neu-Guinea. R e i n h a r d t (2) bespricht die Mollusken,
die Finsch von seiner letzten Reise mitgebracht hat (2 n. sp.,
1 n. var.).
Kobelt (15) gibt eine Zusammenstellung der Fauna
von Neuguinea, wesentlich auf Tapparone gestützt, und
zerlegt dieselbe in ihre einzelnen Localfaunen, welche
mit den Nachbarfaunen verglichen werden. Das Resultat
ist, dass Neuguinea als ein selbsständiges Hauptentwicklungs-
centrum betrachtet werden niuss, zu welchem auch die
Mollukken zu rechnen sind, und dass die Einflüsse
Nordaustraliens bei den Mollusken auffallend geringer sind
als bei den Säugethieren. Leptopoma, Batissa und die
Helixgruppe Papuina strahlen von Neuguinea nach allen
Seiten aus. — Die Arbeit wird theihveise überholt durch
ein Supplement, das Tapparone-Canefri auf Grund einer
Anzahl Arten gibt, welche sich unter der Ausbeute von
d'Albertis und Beccari nachträglich vorgefunden haben;
auch er gibt ein vollständiges Verzeichniss der papuanischen
Molluskenfauna; der Gesammtcharakter erfährt durch das
Supplement (24 n. sp.) keine wesentliche Veränderung.
Einige neue von Miclucho-Maclay gesammelte Arten, die
Brazier (2) beschreibt, sind bei Tapparone berücksichtigt
und mit abgebildet (5 n. sp.). — Zwei neue Partula von
Woodlark Isl. beschreibt Hartmann.
Neu-Caledonien. Einen neuen Placostylus von Neu-
caledonien beschreibt Crosse (5).
Neue Hebriden. Drei neue Partula beschreibt
Hartmann.
Ameriha,
Nordamerika. Sterki zählt die Mollusken der
Umgebung von New -Philadelphia in Ohio auf; die Land-
schneckenfauna ist arm und auf wenige Punkte be-
schränkt, die Najadeenfauna um so reicher. — S. Cocke-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 405
rell (3) bespricht das Vorkommen von Hei. piilchella am
Niagara. — Helix filieosta Pfr. kommt nach Ancey (6)
von einer kleinen Insel nördlich von Eleuthera in der
Bahamasgruppe. — Call (2) beschreibt einen neuen Unio
und (3) 4 n. sp. aus dem westlichen Nordamerika; Call
et Pilsbry 1 n.gen. und 2n.sp. — Die Fauna von Franklin
County u. Indiana zählen Moore et Butler auf (62 sp.).
— Call (7) zählt aus dem Mississippigebiet 33 Anodonta
16 Margaritana und 248 Unio auf und gibt deren genaue
Fundorte an. — Sampson verzeichnet aus Missouri
56 sp., darunter ein neuer Planorbis. — Call (8) be-
spricht die Verbreitung der Campeloma - Arten in den
Vereinigten Staaten. Die Arten überschreiten den
Mississippi nicht, sondern beschränken sich auf das Gebiet
des oberen Ohio, des Cumberland, des Tenessee und
einen Theil von New York ; das Centrum liegt in der
Cumberlandregion. Fossil findet sich die Gattung da-
gegen in den Laramieschichten des Westens.
Centralamerika. Die achte und neunte Lieferung
von Crosse et Fischer behandeln die central-
amerikanischen Auriculacea, Limnaeidae(4:.n.sp.),Physidae
(5 n. sp.), Thalassophila und Cyclophoridae. — Martens
(4) beschreibt 3 n. sp. aus Guatemala. — Aucey zählt
aus Honduras 19 sp. auf (7 n. sp.).
b. Marine Mollusken.
Allgemeines. P e 1 s e n e e r (2) reproduzirt die Angaben
über die allgemeine Verbreitung von Lasaea rubra Mtg.,
die er auch von der Fichteninsel bei Neukaledonien
erhalten hat.
Hoyle (4) theilt die Cephalopoden in pelagische,
abyssale und litorale; die beiden ersteren Abtheilungen
werden vorläufig nach den drei H^uptmeeren abgetheilt;
66 Arten finden sich nur in einem Ocean, 15 in zweien,
nur 3 in allen dreien. Die Küstenarten vertheilt er auf
17 Provinzen, da auch das rothe Meer als eigene Provinz
anerkannt und in Europa die skandinavische, die lusi-
406 Dr. W. Kobelt: ßer. üb. die wissensch. Leistungen
tanische und die mediterrane Provinz unterschieden
werden; 80 Vo sind auf eine Provinz beschränkt, nur eine
Art ist über zehn Provinzen verbreitet und somit kosmo-
politisch.
Boas (1) unterscheidet bei den Pteropoden drei
geographische Hauptgruppen, welche sich den Breitegraden
entsprechend verbreiten; die erste ist circumpolar im
Eismeer und umfasst Limacina helicina und L. balea, die
zweite, aus Cleodora australis und Cl. andrea bestehend,
bewohnt die südliche gemässigte und antarktische Zone,
der Rest ist über alle tropischen Meere verbreitet, doch
lassen sich hier der atlantische Ocean, der indische Ocean
mit dem rothen Meer, der westliche stille Ocean und der
östliche nebst den Küsten Südamerikas als Provinzen
unterscheiden.
Tiefsee. Hoyle (2) bespricht das Vorkommen von
Cephalopoden in grossen Tiefen.
Perrier gibt eine reich illustrirte populäre Übersicht
über die modernen Tiefseeforschungen.
Arktisches Gebiet. Becher zählt die von der
österreichischen internationalen Expedition 1882 — 83 auf
Jan Mayen gesammelten Arten auf (51 sp., 3 n. sp.).
Buccinum inexhaustum Verkr. , Margarita groenlandica
Chemn., M. umbilicaris Brod. et Sow., Pecten islandicus
Müll, und groenlandicus Sow. waren die häufigsten Arten;
Dendronotus lacteus Thoms. und Rossia Mölleri Steenstr.
wurden zum ersten Mal seit ihrer Beschreibung wieder-
gefunden.
P feff er beschreibt die Molluskenausbeute des Grafen
Waldburg -Zeil aus dem karischen Meer (1 n. sp.).
Dali (2) zählt von Ungava Bay in Nordlabrador
19 Arten auf (1 n. gen. et sp.). Derselbe (3) zählt die
Mollusken der Kommander-Inseln auf. Von 74 sp. sind
arktisch 41, mit den Aleuten gemeinsam 63, mit Kamschatka
44, nach Japan reichen 28, nach Californien 17.
Friele hat die zweite Abtheilung der Mollusken der
norwegischen Nordmeer -Expedition erscheinen lassen;
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 407
sie behandelt hauptsäclilich Bela, ausserdem einige n. sp.
von Rissoa, Odostomia, Eulima, Solariella und ein neues
Bivalvengenus Asbjoernsenia.
Dali (4) beschreibt eine Anzahl neuer Mollusken aus
dem Beringsmeer und macht eine Anzahl wichtiger
synonymischer Bemerkungen.
Guerne zählt aus dem Warangerfjord 94 Arten auf,
darunter 6 bis jetzt noch nicht von dort bekannte. Er
glaubt sich überzeugt zu haben, dass die arktische Fauna
nicht scharf mit dem Nordcap abschneidet, wie Sars will,
sondern dass sich isolirte Kolonieen derselben im Hinter-
grund aller grösseren Fjords bis nach Soröe herab er-
halten haben.
Cattie zählt 30 von Barents gesammelte Bivalven
auf, keine neu.
Ostatlantisches Reich. Von K ob elf s Iconographia
marina (9) sind zwei Lieferungen erschienen, die Buc-
ciniden bis zum Anfang von Nassa enthaltend. Der-
selbe (11) stellt in einem Prodromus die Diagnosen und
wichtigsten Citate sämmtlicher schalentragender euro-
päischer Meeresconchylien zusammen; die erschienene
Lfg. 1 enthält die Pectinibranchia proboscidifera.
Quiroga gibt ein Verzeichniss der im Rio de Oro
sowie an den Canaren gesammelten Meeresmollusken, aus
welchem heiTorgeht, dass die Fauna noch wesentlich
paläarktisch-lusitanisch ist, allerdings mit westafrikanischer
Beimengung.
England. Hoyle (1) bespricht die in 1885 bei Liver-
pool vorgekommenen Cephalopoden (Eledone cirrosa,
Sepiola atlantica, Loligo media).
S. Cockerell (5) hat Skenea nitidissima bei Margate
gefunden. Smart und Co oke geben einen Nachtrag zur
Molluskenfauna der Scilly-Inseln. Somerville hat einen
Katalog der britischen marinen Fauna (nach Jeffreys)
für Sammlerzwecke veröffentlicht. Millet beschreibt
einen riesigen Cephalopoden, wahrscheinlich Architeuthis,
welcher in der Bucht von Mounts Bay in Cornwall zur
408 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Beobachtung kam. Darbishire zählt die schalentragenden
Mollusken der Bai von Liverpool auf (70 sp., keine n. sp.);
ebenso Herdmann (1) die Nudibranchien (42 sp.).
Tregelles zählt die schalentragenden Meermollusken von
Cornwall auf (keine n. sp.).
Pelseneer(3) stellt die vom Triton im Faroe-Canal
gesammelten Pteropoden zusammen (keine n. sp.).
Herdmann (2) gibt eine üebersicht über die am
Südende der Insel Man lebenden Mollusken.
Frankreich. Locard(l) gibt den Catalog der an
den französischen Küsten lebenden Meeresmollusken; da
er ziemlich alle jemals beschriebenen Arten anerkennt
und die meisten Varietäten zu Arten erhebt, ist die Arten-
zahl eine sehr erhebliche ; ein reiches Literaturverzeichniss
ist beigegeben, die kritische Behandlung lässt viel zu
wünschen übrig.
Köhler bereichert die seither von den Kanalinseln
bekannte Fauna um 22 sp., besonders aus dem Muschel-
sand von Herm. — Girard hat die Zusammenstellung
der an der französischen Nordküste lebenden Arten be-
gonnen.
Pyrenäenhalbinsel. Hidalgo (3) zählt die bei Bayona
in Gralizien gesammelten Meeresconchylien auf (125 sp.,
keine neu); im Ganzen sind jetzt von der spanischen
Nordküste bekannt 328 sp.
Nobre(l) gibt das Verzeichniss der an der portu-
giesischen Küste beobachteten schalentragenden Mollusken
(190 sp. , keine n. sp.). Von besonderem Interesse ist
Sigaretus haliotoideus [bekanntlich eine für die europäischen
Meere zweifelhafte Art] aber er wurde auch nur in einem
Exemplar am Strande gefunden; Cypraea, Dolium, Euthria
und die ächten Fusus fehlen in der Liste, während Ranella
gigantea sich findet.
Mittelmeer. De Gregorio (1) stellt eine Menge
neuer Varietäten und Untergattungen auf und gibt (2) einen
Anhang dazu.
Bucquoy, Dautzenberg et Dollfuss haben die
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 188f). 409
Univalven von Roussillon zu Ende geführt. — Tr in diese
beschreibt 1 n.g. 2 n. sp. Aeolidiaden von Neapel. —
Vayssiere zählt in seiner wesentlich anatomischen Arbeit
37 sp. Opisthobranchia Tectibranchia von Marseille auf;
in der Gruppirung schliesst er sich an Fischer an (keine
n. sp.).
Adria. B ru s in a berichtigt die Jeffreyss'schen Angaben
über die adriatische Fauna und streicht zahlreiche von
ihm angeführte Arten (Spondylus Gussonii, Pecten Philippii,
Mytilus pictus, Nucula aegeensis, Astarte triangularis,
digitaria und bipartita, Lutraria oblonga, Solen pellucidus,
Mya truncata, Scissurella crispata, Gibbula cineraria,
Rissoa dictyophora, Natica sordida, Cancellaria cancellata,
Aporrhais Serreseanus, Bittium lacteum). Böttger(2)
erwähnt einige Arten von Volo.
Westatlantisches Reich,
Westindien. Dali veröffentlicht die erste Hälfte der
Bearbeitung der Ausbeute des Blake im Golf von Mexiko
(1877—78) und im karibaeischen Meer (1879 — 80), die
Brachiopoden und Pelecypoden umfassend. Die Haupt-
ausbeute lieferte wie immer, der Raum zwischen der
Litoralregion, die Dali bis zur unteren Grenze der Algen-
vegetation rechnet, und der Abyssalregion, die mit einer
Durchschnittstemperatur von 40 ^ Fahrenheit beginnt;
Dali nennt sie die Archibenthal- Region. Ihre Fauna
stimmt nur selten mit der der benachbarten Küstenregion
überein, aber der grössere Theil der Arten kommt auch
sonst, nur in seichterem Wasser vor.
Brasilien. Ihering(2) zählt die von derbrasilianischen
Küste beschriebenenNudibranchier auf(6sp., 2n.sp.,ln.g.).
Tropisches Westafrika,
Westafrika. N o b r e (4) zählt von San Thome 34
sämmtlich schon bekannte Arten auf.
Indischer Ocean,
Rothes Meer, de Gregorio(l) zählt 5 sp. (3 n. sp.)
auf, welche Capt. Caramagna in der Bai von Assab sammelte.
Cooke(2) vergleicht die Molluskenfauna von Suez
410 Dl'- W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
mit der anderer Meere; er reduzirt die Zahl der von
Mac Andrew gesammelten Arten auf 608 ; von den 419
Gastropoden kommen 214 auch an den Philippinen vor
[bei genauerer Untersuchung der Philippinenfauna wohl
mehr], 55 an Japan, 35 an Natal, 24 an Australien, 38 an
Havaii , aber nur 4 an Neuseeland. 4 gehen bis an die
Antillen, 2 finden sich auch an der amerikanischen West-
küste. Das Vorkommen mittelmeerischer Arten im rothen
Meer und umgekehrt, mit Ausnahme der Überwanderung
von Cardium edule, Mactra olorina und Mytilus variabilis
hält C. für unerwiesen.
Ostafrika. Ancey(l) zählt die von Raffray an der
abessynischen Küste und in Zanzibar gesammelten marinen
Arten auf (1 n. sp.).
Japan. Appellöf hat die von der Vega an Japan
gesammelten Cephalopoden bearbeitet. (3 n. sp.).
Südafrika. Sowerby (1) zählt 165 zu Port Elizabeth
am Cap gesammelte einschalige Arten auf (10 n. sp.). Von
besonderem Interesse sind Argonauta Kochiana Dkr.,
Fusus rubustior Sow. , Melapium bulbus Wood, dessen
Verschiedenheit von lineatum behauptet wird, Voluta
bullata, Cypraea fuscodentata.
2. Systematik.
a) Cephalopodac
Allgemeines.
Hoyle (4) gibt einen sehr dankenswertben Katalog aller lebend
bekannten Arten, mit sorgfältiger Synonymie, 388 sp. mit 68 gen-
und 14 Familien, davon aber 70—80 ungenügend beschrieben und ver-
schollen. Sein System ist folgendes: I. Dibranchiata. A. Octopoda:
1. Pteroti, Cirrhoteuthis, Stauroteuthis, Opisthoteuthis ; — 2. Amphi-
tretidae: Amphitretus; — 3. Argonautidae : Argonauta, Ocythoe
(= Parasira Steenstr.) ; — 4. Philonexidae [melius Tremoctopodae] :
Tremoctopus; — 5. Alloposidae: Alloposus; — 6. Octopodidae: Octopus
mit Tritaxeopus, Pinnoctopus, Cistopus, Scaeurgus, Eledone, Hoylea^
Eledonenta, Eledonella, Japetella und Bolitaena. — B. Decapoda-
a) Myopsida. — 7. Sepiolini: Sepiola, Stololeuthis, Nectoteuthis, Rossia,
Heteroteuthis, Promachoteuthis ; — 8. Sepiarii mit den Subfam. Sepia-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 411
darii: Sepioloidea, Sepiadarinm ; — Idiosepii: Idiosepius, Spinila, —
und Ensepii: Sepia incl. Metasepia, Sepiella, Hemisepius; — 9. Loli-
ginei: Sepioteuthis, Loligo, Loliolus, Loligimcula. — b) Oigopsidae-
10. Ommastrephini mit Subf. Thysanoteuthidae : Thysanoteuthis; —
Ommastrephidae : Ommastrephes, Dosidiscus, Todarodes, Illex, Archi-
teuthus, Mouchezia, Tracheloteuthis, Bathyteuthis, Steeustrnpiola; —
und Mastigoteuthidae: Mastigoteuthis; — 11, Onychii mit Subfam.'
Onychoteuthidae: Enoploteuthis, Cucioteuthis, Ancistrocheirus,Abralia
Veronia, Onychoteuthis, Ancistroteuthis, Teleoteuthis, — und Gona-
tidae: Gonatus; — 12. Taonoteuthi: Chiroteutbis , Histiopsis, Calli-
teuthis , Brachioteuthis, Doratopsis. Histioteuthis ; — 13. Cranchiae-
formes : Ci'anchia inclusive Liocranchia, Taonius, Pyrgopsis, Leacbia,
Loligopsis; — IL Tetrabranchiata; — 14. Nautilidae: Nautilus.
Derselbe (B) bringt die im vorigen Bericht aufgezählten neuen
Arten des Challenger zur Abbildung.
a) Octopoda.
Argonautidae.
Argonauta (L.) gracilis n. Neuseeland; Kirk p. 58 pl. 13.
Octopodidae.
Octopus (L.) globosus n. Japan; Appellöf p. 7 t. 1 f. 4, 5.
b) Dekapoda.
Sepiolini.
Inioteuthis ( Ver.) Morsei Yerill abgebildet beiAp pell oft. 2 f. 15,
16. t. 3 f. 16, 19, 20, 23.
Sepiarii.
Sepia (L.) Peterseni n. und Tullbergi n. Japan; Appellöf p. 23,
26 pl. 3.
b) Pteropoda.
Boas (1) kassirt einfach diese Ordnung und reiht die Ptero-
poden als Untergruppe den Opisthobranchiern an, wo sie den Tecti-
branchiern und zwar speciell den Tornatellidae und Bullidae nahe
stehen. Die Thecosomata und Gymuosomata sind so verschieden von
einander, dass sie zwei gleichwerthige Abtheilungen bilden müssen»
für welche der Autor statt der alten wenig passenden Namen die
Bezeichnungen Eupteropoda (mit Limacintdae, Hyaleidae und Cym-
buliidae) und Pterota (nur Clionidae) vorschlägt. Die neuerdings noch
von Ihering hervorgehobene Aehnlichkeit mit den Cephalopoden ist
nur eine scheinbare Analogie. — Derselbe (2) gibt seine wichtigsten
Resultate auszugsweise.
a) Eupteropoda.
Limacinidae.
Limacina (Cuv.) ? turritelloides u. südl. atlantischer Ocean ; Boas
(1) p. 196 f. 35.
412 T)i'- W. Kobclt: Bor. üb. die wissensch. Leistungen
Spirialis (Byd. et Soul.) Nach Boas (1) p. 195 kommt auch bei
Limacina ein Deckel vor und sind beide Gattungen somit zu ver-
einigen.
b) Pterota.
C 1 i 0 n i d a e.
Pneumodermon(Cuv.) macrocotylum n. tropische Meere und Mittel-
mecr; Boas (1) p. 152.
Dexiobranchiaea (Boas) simplex n. Chili; Boas (1) p. 223; —
paucidens n. atlantischer Ocean, id. p. 223 f. 105, 106; — polycotyla
n. Chili, id. p. 224.
Cliopsis (Troschel) grandis n. China; Boas (1) p. 22ö.
Tbliptodon n. gen. für Tbl. Gregenbaueri , eine von Gegenbauer,
Unters, über Pteropoden und Heteropoden beschriebene Larvenform;
Boas (1) p. 174.
Notobranchaea n. gen. mit nur einer Hinterkieme, die aus drei
Blättern besteht, davon nur das mittleie gefranzt; Fuss mit schmalem,
langem Vorder- und Hinterlappen, der Hinterlai)pen auf zwei Drittel
der Länge frei; N. Macdonahli neu, atlant. Ocean; Pelseneer.
Hyaleidae.
Cleodora (Peron et Les.) Chierchiae n. Panama; Boas (1) p. 202
f. 39 — 43; — Andreae n. atlantischer Ocean; id. p. 203 f. 1, 12, 49,
92; — pygmaea n. indischer und stiller Ocean; id. p. 204 f. 50, 57, 90.
Hyalaea (Lam.) rotundata n. unbekannten Fundortes; Boas (1)
p 213 f. 59 — 61; — tridentata wurde von Pouchet und Guerne im
Magen von Schiklki-öten gefunden.
Cuvierina, neue Schreibart für das schon mehrfach vergebene
Cuvieria; Boas (1) p. 215.
c) Gastropoda.
I. Prosobranchia.
A. Pectinibranchia.
a) Proboscidifera.
Muricidae.
Murex (L.) trispinosus n. Mittelmeer, Locard (1) p. 559; —
braiularifonnis n. ibid., id. p. 560; — porrectus n. ibid., id. p. 561; —
subaciculatus n. ibid., id. p. 562 ; — Edwardsi var. vimus n. Solunt,
Sicilien; de Gregorio (1) p. 129.
Purpuridae.
Pseudomurex (Monteros.) aedonius n. Tristan daCunha; Watson
p. 161 t. 17 f. 5.
Purpura (Lam) oceanica n. atlant. Ocean; Locard (1) p. 555
[haemastoma]; — celtica n. Golf von Biscaya; id. p. 556.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 413
Concholepas (Lam.). Mabille (8) zerspaltet die eine bekannte
Art in 10 n. sp. (similis, decipiens, granosus, densestriatus, rhombicus,
splendens, verecundus, patagonicus, peruvianus nnd minor).
Neptuneidae.
Euthria (Gray) fusco-tincta n. Port Elizabeth; Sowerby (1)
p. 2; — connlus Aurivillius = Sipho Martensi Krause; Dali (4) p. 302-
Sipho (Klein) amblyterus (Siphonorbis) n. Küste von Portugal'
Watson p. 305 t. 17 f. 6.
Buccinidae.
Canidia (Ad.) Dorri n. Kao-hai, Annam; Watte bled p. 58 t. 3
f 5; — Paviei n. Makong, Kambodscha; Morlet (1) p. 75.
Cominella (Gray) puncturata n. Port Elizabeth, Sowerby (1)
p. 2; - unifasciata n. ibid., id. p. 3; — angusta n. ibid., id. p. 4.
Columbellidae.
Columbella (Lam.) procera n. = rustica var. elongata aut., Mittel-
meer; Locard (1) p. 538; — lanceolata n. = scripta var. elongata;
Mittelmeer; id. p. 539.
Nassidae.
Nassa (Lam.) isomera n. französische Küsten; Locard (1) p. 549;
— interjecta n. Mittelmeer; id. p. 550; — valliculata n. = maculaPayr.
nee Mtg., ibid., id p. 550; — Jousseaumi n. ibid., id. p. 551 ; — elongatula
n. ibid., id. p. 551; — Guemei n. ibid., id. p. 552; — ovoidea n. West-
küste von Frankreich; id. p. 553; — subcostulata n. Mittelmeer; id.
p. 553; — (Araycla) Monterosatoi n. ibid., id. p. 554; — elongata n.
ibid., id. p. 554; — dissimilis n Neuseeland, 2200 m.; Watson p. 175
t. 17 f. 6.
Phos (Montf.) Smithi n. Pernambuco; Watson p. 221 t. 17 f. 7.
Sphaeronassa n. gen für die Gruppe der Nassa mutabilis Locard
(1) p. 548; — globulina n. [= mutabilis var. minor] Mittelraeer; id.
p. 548.
Fasciolariidae.
Fusus (Lam.) carinulatus n. Mittelmeer; Locard (1) p. 562
[an = caelatus Reeve?]
Latirus (Montf.) Bairstowi n. Port Elizabeth, Cap; Sowerby
(1) p. 8; — Kousi n. ibid., id. p. 8.
Fasciolaria (Lam.) maderensis Watson := armata A. Ad.; Watson
p. 243.
Olividae.
Ancillaria (Lam.) nana (Anaulax) n. Neuseeland; Watson p. 230
t. 17 f. 10.
Mitridae.
JVIitra (Lam.) congesta n. Mittelmeer; Locard (1) p. 540; —
obtusa n. ibid., id. p. 541 ; — (Mitrolumna) major u. ibid., id. p. 542; —
(Mitr.) granulosa n. ibid., id. p. 542.
414 ^^' W. Kobelt: Ber. üb, die wissensch. Leistungen
Marginellidae.
Marginella (Lam.) lineolata n. Port Elizabeth, Cap; Sowerby
(1) p. 9 ; — Bairstowi n. ibid., id. p. 9 ; — (Grlabella) pachia n. Nordost-
Australien; Watson p. 265 1. 16 f. 5; — (Gl.) agapeta n. Port Jackson,
id. p. 266 t. 16 f. 9; — (Gl.) chrysea n. Cap, id. p. 267 t. 16 f. 8; —
(Gl.) valida n. Cap York; id. p. 267 1. 16 f. B; -^ (Gl.) bracliia n. ibid.,
id. p. 268 t. 16 f. 4; — (Gl.) alta n. ibid., id. p. 268 1. 16 f. 2; — (Gl.)
elata n. Westindien, id. p. 269 1. 16 f. 7 ; — (Granula) agger n. ibid.,
id. p. 271 t. 16 f. 6.
Volutidae.
Voluta (L.) Günther! n. Westaustralien ; Smith (4) p. 62.
Guivillea nom. nov. für Wyvillea Wats. 1881 nee Haswell 1880 ;
Watson p. 261.
Tritoniidae.
Tritonium (Lam.) glabrum n. Mittelmeer; Locard (1) p. 558; —
Danieli n. Brest; id. p. 559; — curtum n. Mittelmeer; id. p. 559.
Cassididae.
Cassidaria (Lam.) Bucquoyi u. Mittelmeer; Locard (1) p. 557; —
Dautzenbergi n. ibid , id. p. 558.
Cassis (L.) Gmelini n. = sulcosa var. elongata, Mittelmeer;
Locard (1) p. 546; — Wyvillei n. Philippinen; Watson p. 408
t. 14 f. 13.
Naticidae.
Natica (Adans.) neustriaca n. Westküste von Frankreich; Locard
(1) p. 576; — complanata n. Kanal, id. p. 577; — crassatella n. Mittel-
meer, id. p. 576; — seychellium n. = maheensis Reeve nee Dufo;
Watson p. 434; — effossa n. Port Jackson, id. p. 439 t. 28 f. 3; —
insularum n. Neuguinea, i^d. p. 440 t. 28 f. 2; — psila n. Cap, id.
p. 443 t. 28 f. 1.
Marseniadae.
Bergh (1 u, 2) vereinigt in dieser Familie die Gattungen Chely-
notus Sw., Marsenia Leach, Marseniella Bergh, Marseniopsis Bergh,
die getrennten Geschlechtes, und Marsenina Gray und Onchidiopsis
Bergh, die Zwitter sind. Auch die Zungenbewaffnung ist sehr ver-
schieden und dennoch gehören sie unverkennbar zusammen.
Marsenia (Leach) diegöensis n. Dali mss. Californien; Bergh (1)
p. 171; — dubia n. Cap Verden; Derselbe (4) p. 16 t. 1 f. 1—6.
Marseniella n. gen. Animalia dioecia, Marseniis propriis similia.
Lamellae branchiales, lam. mandibulares et armatura lingualis ut in
Marseniis. Proventriculus deest. Pars inferior vasis deferentis ut in
Marseniis libera. Testa fere Cornea spira minuta; anfr. ultimus
maximus, postice solutus. — M. borealis n. Norwegen ; Bergh (4) p. 14.
Marsenina (Leach) Dalli n. Behringsmeer; Bergh (1) p. 185.
Marseniopsis n. g. Animalia dioecia forma generali Onchidiopsi-
dibus similia, corpore ita quasi sphaeroideo, quasi inÜato, sed solum-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886, 415
modo plica et semicanali (inspiratoria antica); es externum subanticum;
lamellae mandibulares minores, angustae. Armatura lingualis fere
ut in Marseninis et in Onchidiopsidibus. Testa interna calcarea ut
in Marseniis. — M. pacifica n. Stiller Ocean; Bergh (4) p. 18 t. 1
f. 7—21; — Murrayi n. ibid., id. p. 22 t. 9 f. 22— 34.
Veliitinidae.
Velutina (Blainv.) derugata n. Jan Mayen; Becher p. 8 t. 6 f. 3;
— conica n. Beringsmeer; Dali (4) p. 305 t. 3 f. 10.
Morvillia (Gray) grandis n. Jan Mayen; Becher , p. 8 t. 6 f. 4.
Lamellaria (Mtg.) Wilsoni n. Südaustralien; Smith (4) p. 270.
Solariidae.
Bifrontia (Desh.) ? pernambucensis n. Pernambuco; Watson
p. 137 t. 8 f. 13.
Scalariidae.
Scalaria (Lam.) vermetiformis n. Pernambuco; Watson p. 142
t. 9 f. 6; — philtata n. Tristan da Cunha, id. p. l42 t. 9 f. 5; —
(Acirsa) pyrrhias n. Westindien; id. p. 145 t. 9 f. 7; — obsita n. Mittel-
meer; Locard (1) p. 568; — (Crisposcala) flexilamella nom. nov. für
crispa Kiener nee Lam.; de Boury.
Crisposcala n. subg., Typus Sc. crispa Lam.; de Boury.
Aclis (Lov.) minutissima n. Nordaustralien; Watson p. 504
t. 33 f. 9.
Styliferidae.
Stylifer (Brod.) crotaphis n. Bassstrasse; Watson p. 525 1. 37 f. 10.
Eulimidae.
Eulima (Eisso) Laurae n. nördl. Eismeer; Friele p. 30 t. 11;
f. 13, 14.
Mucronalia (A. Ad.) xanthias n. Tongatabu, Cap York, Philippinen
Watson p. 523 t. 37 f. 8.
Scalenostoma (Desh.) lubrica n. Mauritius; — Mariei n. Neu-
Caledonien; Fischer (3) p. 295, 296.
Pyramidellidae.
Parthenina (Bucq.) flexicosta n. und Bucquoyi n., Mittelmeer;
Locard (1) p. 572.
Odostomia (Flem.) sublustris n. p. 29 t. 11 f. 11; — Normani n.
p. 29 t. 11 f. 12, nördl. Eismeer; Friele; — convoluta n, Cap York;
Watson p. 482 t. 33 f. 8; — hyphala n. Neuseeland, id. p. 483 t. 31
f. 2; — corpulenta n. Cap York, id. p. 484 t. 31 f. 3; — oxia n. ibid., id.
p. 484 t. 31 f. 4; -— scopulorum n. Honolulu, id. p. 485 t. 31 f. 5; —
Codes n. Cap York, id. p. 485 t. 31 f. 6; — pupa n. ibid., id. p. 486
t. 31 f. 7; — kymatodes n. ibid., id. p, 486 t. 31 f. 8.
Turbonilla (Risso) scalpidens n. Port Jackson; Watson p. 489
t. 32 f. 1; — philomelae n. Tristan da Cunha, id. p.490 t. 32 f. 2; —
homoeotata n. Cap York, id. p. 490 t. 32 f. 3; — rhabdota n. West-
416 I^i*. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
indien, id. p. 491 t. 32 f. 4; — rhabdoides n. Cap York, id. p. 492 t. 32
f. 5; — kymatoessa n. "Westindien, id. p. 492 t. 32 f. 6; — phrikalea
n. ibid., id. p. 493 t. 32 f. 7; — dipsycha n. Cap York, id. p. 494 t. 32
fg. — ? amoebaea n. ibid., id. p. 495 t. 33 f. 1.
Eulimella (Forbes) rudis n. Pernambuco; Watson p. 496 t. 33
f. 2; — acerrima n. Cap York, id. p. 496 t. 33 f. 3; — angusta n. ibid.,
id. p. 497 t. 33 f. 7; — laxa n. ibid., id. p. 497 t. 33 f. 6; — coacta
n. ibid. , id. p. 498 t. 33 f. 4 ; — subtilis n. Torresstrasse, id. p. 499
t. 33 f. 5.
Menestho (Moll.) Dollfusi n. Mittelmeer; Locard (1) p. 572.
Cerithiopsidae.
Cerithiopsis (F. et H.) (Stejnegeri var.) truncata n. Beringsmeer;
Dali (4) p. 304 t. 4 f. 5; — ridicula n. Cap York; Watson p. 528
t. 38 f. 1 ; — turrigera n. Honolulu, id. p. 529 t. 38 f. 2.
Ib) Toxoglossa.
Terebridae.
Terebra (Adaus.) mamillata n. Philippinen; Watson p. 381
t. 16 f. 1.
Conidae.
Melvill theilt die Untergattung Cy linder Montfort in fünf
weitere Abtheilungen: Textilia mit den Untergruppen Vera, Abbates
und Pyramidalia; — Retiferi; — Lucidi; — Aulici mit den Unter-
gruppen Crocati und Episcopi; — und Aurei. Von C. gloria maris,
der zu den Pyramidalia gehört, sind 11 Expl. in Sammlungen bekannt
und M. neigt zu der Ansicht, dass er ausgestorben sei.
Pleurotomidae.
Tryon nimmt folgendes System der Familie an:
1. Pleurotominae mit ovalem Deckel und endständigem Nucleus.
Hierhin: Pleurotoma Lam. mit Gemraula Wkff., — Genotia Ad. ein-
schliesslich der fossilen Gattungen Pseudotoma Beil., Dolichotoma Beil.,
Oligotoma Beil., Rouaultia Beil., Cryptoconus Koenen ; — Columbarium
Mts. ; — Ancistrosyrinx Dali ; — Drillia Gray mit den Untergattungen
Crassispira Swains., Conopleura Hinds, Clavus Montf. und Brachytoma
Swains. ; — Spirotropis Sars ; — Bela Gray mit den Sectionen Typhlo-
mangilia Sars, Haedropleura Monteros., der fossilen Etallonia Desh.,
und der Untergattung Belomitra Fischer; — Lachesis Risso; —
Borsonia Bell.
2. Clavatulinae, Deckel birnförmig mit dem Nucleus am Innen-
rand. Hierher Clavatula Lam. mit den Untergattungen Perrona Schum.
und Clionella Gray; — Pusionella Gray; — Surcula Ad. mit den
fossilen Gruppen Clinura Brocchi und Surculites Conrad.
3. Mangiliinae, ohne Deckel. Als Gattungen werden anerkannt:
Mangilia Risso, mit den Sectionen Mangilia s. str., Cythara Schum.,
Cytharopsis A. Ad. nee Pease, und Glyphostoma Gabb. — Clathurella
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 417
Oarp. (Defrancia Millet) einschliesslich Ditoma Bell, und Atoma
Beil.; — Daphnella Hinds mit den Sectionen Raphitoma Beil.,
Homotoma Beil., Teres Bucq. , Bellardiella Fischer, Zafra A. Ad.,
Seminella Pease, Thesbia Jeffr., Taranis Jeffr., Pleurotomella Verrill,
Mitromorpha A. Ad. und dem Subgenus Aphanitoma Bell. ; und Halia
Risso [durch neuere Untersuchungen definitiv zu den Rhachiglossen
verwiesen].
Bela (Leach). Tryon gibt folgende synonymische Aenderungen:
gigas Beck, laevigata Dali, tenuilirata Dali, Mörchi Leche, arctica
A. Ad. = schantarica Midd. ; — violacea Migli. , cylindracea Moll.,
Beckii Moll, livida Moll., groenlandica Reeve., brevis Leche, ventricosa
Mörch, rugulata Möller = bicarinata Couth.; — borealis Rve., leu-
costoma Rve., reticulata Vahl , tenuicostata M. Sars, viridula Moll,
Kobelti Verk., incisula Verrill, hebes Verr., pygmaea Verr. = decussata
Couth. ; — elegans Moll, angulosa Sars = cancellata Migh ; — scalaris
Moll, scalaroides Sars, Woodiana Moll, nobilisMöll, exarata Moll,
rugulata Sars, assimilis Sars, mitrula Lov. = turricula Mtg. ; —
rugulata v. clathrata n., v. Spitzbergensis n., v. bergensis n. nördliche
Meere; Friele p. 4 t. 7 f. 2— 8; — scalaris v. abyssicola n. ibid., id.
p. 6 t. 7 f. 12, 13; — Schmidtii nom. nov. für Mangilia? plicifera
Schm. nee Clath. pl Wood, id. p. 11; — decussata v. finmarchica n.
ibid., id. p. 12 t. 8 f. 11; — Koreni n. ibid., id. p. 19 t. 8 f. 23; —
sculpturata n. Beringsmeer; Dali (4) p. 299 t. 4 f. 7; — Krausei n.
ibid., id. p. 301 t. 4 f. 4; — solida n. ibid., id. p. 301 t. 3 f. 4; —
climakis u. Tiefwasser des mittelatlantischen Oceans, 3700 m.; Wat-
son p. 315 t. 26 f. 7.
Clathurella (Carp.) Bucquoyi u. Bretagne; Locard (1) p. 544; —
Dollfusi n. Mittelmeer; id. p. 546; — Lavalleana d'Orb!, Vespucciana
d'Orb. = antillarum d'Orb. var.; — Auberiana d'Orb. = rubricata
Rve.; — albibalteata Rve. = Cumingii Powis; — rufinodis Martens
= granicostata Rve., — lactea Rve. = tricarinata Rve.; — infra-
sulcata Garr. = cavernosa Rve.; — rosea Dkr. = Blanfordi Nev.; —
tumida Pease, concinna Dkr. = Reeveana Desh.; — albifuniculata
Rve., rubroguttata Rve,, corrugata Dkr. = tincta Rve.; — apicalis
Montr., picta Dkr., maculosa Pease = felina Hinds; — solidula Dkr.,
cincta Dkr. = rugosa Migh.; — pinguis Garr. = Malleti Recl; —
pulchella Garr. = purpurascens Dkr. ; — violacea Pease = clandestina
Desh.; — reticulata Garr. — pumila Migh.; — teste Tryon; — cola
n. südostatlantischer Ocean, 2850 m., Watson p. 361 t. 26 f. 11; —
homoeotata n. mittlerer atlant. Ocean, 3700 m., id. p. 362 t. 26 f. 12; —
porcellana n. Pernambuco, id. p. 363 t. 26 f. 13: — phyxanor n. mittlerer
atlant. Ocean, id. p. 364 t. 26 f. 14.
Clavatula (Lam.) Tryon gibt folgende Synonymie: bimarginata
Lam., diadema Kien., gravis Hinds, sacerdos Rve., mystica Rve. =
muricata Lam.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 1. H. BB
418 Dr. W. Kobelt: ßer. üb. die wissensch. Leistungen
Daphnella (Hinds). — Tryon macht folgende synonymische
Neuerungen: decorata C. B. Ad. und patula E.ve. = lymneiformis
Kiener; — Philippiana Dkr. = delicata Rve. ; — Reeveana Tryon,
nom. nov. für casta Rve. nee Hds.
Drillia (Gray) Trailli Hutton, zum erstenmal abgebildet bei
Tryon t. 34 f. 90; — Awamoensis Hutt. desgl., ibid. t. 12 f. 35; —
minuta Tenis. Woods desgl. ibid. t. 34 f. 93 ; — horrenda n. Pernam-
buco; Watson p. 308 t. 26 f. 4; — kymatoessa n. Bassstrasse, id. p. 309
t. 26 f. 5; — spadix n. Port Jackson, id. p. 310 t. 26 f. 6.
Tryon triift in seiner Monographie folgende synonymische
Neuerungen: Tayloriana Rve., Sumatrensis Petit und Grriffithi Gray
= crenularis Lam.; — Dunkeri Wkft'., Saulcydiana Recl. = umbilicata
Gray; — seminifera Gould = interrupta Lam.; — penicillata Carp. =
inermis Hds. ; — vidualoides Garr., vidua Reeve, nigrozonata Wkff., ?
Beckii Wkff. = unizonalis Lam.; — bilineata Reeve = pulchella
Reeve; — formosa Reeve = laeta Hinds; — Beraudiana Crosse =
Angasi Crosse; — pulchella Reeve, laevisulcata Maltz. = coccinata
Reeve; — paria Reeve = fucata Reeve; — (Crassispira) excentrica
Sow. = rudis Sow. abn.; — (Cr.) strigata Sow. und Rougeyroni Souv.
= Barkliensis H. Ad. ; — carbonaria Reeve = callosa Val. ; — solida
Ad., cuprea Rve., nigrescens Ad. = fuscescens Gray; — affinis Gray
= flavescens Rve. ; — atrior C. B. Ad., discors Sow., Melchersi Mke.,
rustica Carp., zonulata Rve. = aterrima Sow.; — cornuta Sow.,
unicolor Sow., rustica Sow., tiarella Kien., rugifera Sow. und ? Han-
leyi Carp. = nigerrima Sow. ; — albinodata Rve., albocincta C. B. Ad.,
albomaculata d'Orb , albopustulata Smith, ornata d'Orb., zebroides
Wkff., pulchra Gray, Jayana C. B. Ad., cinerea Wkff. , collaris Sow.,
sämmtlich = zebra Lam.; — intertincta Smith, Metcalfei Angas,
consimilis Smith, Coxi Angas, spicata Hinds = sinensis Hinds; —
aemula Angas = Trailli Hutton ; — pusilla Garrett = exilis Pease.
Mangilia (Risso) Paciniana var. Eliensis n. Sicilien; de Gregorio
(1) p. 131; — melanostoma Garrett, scalata Souv. = angicostata Rve,;
— Leuckarti Dkr. = costulata Dkr. var. ; — lyra Rve. = citharella
Lam. ; — nana Rve. = cincta Rve. ; — (Cythara) columbelloides Rve.
= marginelloides Rve. var.; — Guestieri Souv., Richardi Crosse =
reticulata Rve.; — brevis Pease =: cithara Gould; — bella Pease,
gemmulata Desh. = interrupta Rve.; — novae Hollandiae Rve. =
gibbosa Rve.; — trivittata Ad. et Rve. = pellucida Rve. var.; —
(Glyphostoma) canaliculata Pease, Peasei Nev., Bertiniana Tapp.,
exquisita Nev. = rubida Hds.; fide Tryon.
Pleurotoma (Lam.) Rousi n. Port Elizabeth, Cap; Sowerby(l)
p. 6; — Bairstowi n. ibid. id. p. 6; — Philippinen Tenn. Woods zum
erstenmal abgebildet bei Tryon t. 34 f. 82.
Tryon macht in der Monographie von Pleurotoma folgende
synonymische Neuerungen: spectabilis Reeve und venusta Reeve =
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 419
babylonia L. ; — crispa Lam. = grandis Gray juv. ; — hastula Reeve
= marmorata Lam. juv.; — amicta Smith = cingulifera Lara.; —
Antillarum Crosse, Jelskii Crosse und Gruneri Phil. = virg-o Lam.;
— Deshayesii Doumet = indica Desh.; — nobilis Hinds, albicarinata
Sow. und leucotropis Hinds = oxytropis Sow. ; — brevicaudata Reeve
= fascialis Lam. juv.; — vertebrata Smith = violacea Hinds; —
(Gemmuhi) monilifera Pease, fusca Honibr. undV amabilis Jick. =
gemmata Hds.
Pusionella (Gray). Tryon reduzirt die Zahl der Arten auf 6, ein-
schliesslich P. rapulum Rve. = Wallaysi Petit, deren Zugehörigkeit
noch zu erweisen ist; Candida Phil. = valida Dk. juv.; — Catelini
Petit = aculeiformis var. ; — buccinata Lam. vulpina Born, albocincta
Petit, Recluziana Petit = vulpina Born; [grandis A. Ad., von Tryon
auch zu vulpina gezogen ist = valida Dk.]; — subgranulata Petit,
lirata A. Ad., lupina Phil. = Miletti Petit,
Spiro tropis (Sars) aganactica n. mittlerer atlantischer Ocean,
3800m.; Watson p. 323 t. 26 f. 8.
Thesbia (Jeffr.) membranacea n. Neuseeland, 2200 m.; Watson
p. 333 t. 26 f. 9; — xanthias n. ibid., id. p. 334 t. 26 f. 10.
Surcula (H. et A. Ad.). — Tryon zieht folgende Arten ein:
turris Val. = australis Roissy ; — fulminata Kien. = tornata Dillw. var. ;
— coreanica Ad. et Rve. und lurida Ad. et Rve. = javana L.; —
punctata Rve. = tuberculata Gray; — funiculata Val., duplicata Sow.
= olivacea Sow. ; — versicolor AVkif. , raduliformis Wkff. = radula
Hinds; — dissimilis n. Philippinen; Watson p. 298 t. 26 f. 3,
Cancellariidae.
Cancellaria (Lam.) Tryon erkennt 77 Arten au. Die wich-
tigsten synonymischen Neuerungen sind : undulata Sow. = Spengleriana
Desh. ; — ovata Sow. und acuminata Sow. = obesa var. ; — eburnae-
formis Reeve = reticulata var. ; — bulbulus Sow. = solida Sow. juv. ;
— excavata Sow. = spirata var.; — bullata Sow. = tuberculosa
var. ; — brevis Sow. und rigida Sow. = goniostoma Sow. ; — lamel-
losa Hds. und serrata Reeve = crenifera Sow.; — textilis Kien.,
articularis Sow., contabulata Sow,, pusilla Sow., Forestieri Montr.,
Rougeyroni Souv., Montrouzieri Souv., tenuis Ad. = scalata Sow. ; —
Souverbiei Crosse = costifera Sow.; — coctilis Rve, = Verreauxi
Kien. juv.
C. Grayi n. Philippinen; Tryon p. 70 t. 3f. 33; — Cooperi
Gabb mss., Californien; id. p. 76 t. 4 f. 66 [schwerlich eine Can-
cellaria, wahrscheinlich zu Fasciolaria zu rechnen].
c) Rostrifera.
S t r 0 m b i d a e.
Strombus (L.). — Tryon (1) führt folgende synonymische
Neuerungen ein: alatus Gmel., pyrulatus Lam., dubius Sow. = pugilis
var. -, — isabella Lam. = canarium var. ; — melanostoma Swains. =
BB*
420 Dl"- W. Kobelt: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
aurisDianae var.; australis Sow., novae zeelancliae Chemn. =pacificus;
— turritus Lam., sulcatus Chemn. = vittatus L.; — robustus Sow.
= marginatus L.; — septimus Duclos = snccinctus var.; — deformis
Kiener, Kieneri Tapp. = Sibbaldi Sow.; — erythrinus Chemn., ru-
gosus Sow., pulchellus Reeve = dentatus L.; — mauritianus Issel =
gibbenüns L. ; — macnlatus n. Nuttall mss.; Polynesien; Tryon (1)
p. 120 t. 7 f. 84.
Cypraeidae.
Trivia(Gray) Jousseaumi n. Westküste von Frankreich; Locard
(1) p. 535.
Cerithiidae.
Triforis (Desh.) dolicha n. Cap York; W atson p. 565 t. 42 f. 1 ;
— rufula n. ibid., id. p. 566 t. 42 f. 2.
Cerithium (Lam.) provinciale n. Provence; Locard (1) p. 563;
— subvulgatum n. ibid., id. p. 564; — Bourguignati n. ibid., id. p. 564;
— Servaini n. ibid., id. p. 564; — muticum n.ibid., id. p. 564; — steno-
deum n. ibid., id. p. 564; — strumaticum n. ibid., id. p. 565; — massi-
liensis n. Marseille; id. p. 566.
Aphanistylus (Petit) Moreleti n. Hue, Annam; Wattebled
p. 59 t. 4 f. 5.
Bittium (Leach) bifasciatum n. Mittelmeer; Locard (1) p. 567;
— perparvum n. Polynesien; W atson p. 554 t. 38 f. 3; — diplax n.
Amboyna id. p. 555 t. 38 f. 4; — furvum n. Port Jackson, id. p. 556
t. 38 f. 5; — xanthum n. Torresstrasse, id. p. 557 t. 38 f. 6; — leuco-
cephalum n. Honolulu, id. p. 558 t. 38 f . 7 ; — porcellanum n. Cap
York, id. p. 559 t. 38 f. 8.
Vermetidae.
Vermetus (Adans.) ? cyclicus n. Cap Y^ork; W atson p. 465
t. 51 f. 1.
Melaniidae.
Melania (Lam.) subcrenulata n. Hue, Annam; Wattebled p. 60
t. 3 f. 3; — minutissima n. Thuan-an, ibid., id. p. 61 t. 4 f. 6; —
Koahaiensis n. ibid., id. p. 62 t. 8 f. 2. — (Sulcospira) Schmackeri n.
Hunan; Böttger (1) p. 3. — (Semisulcospira) multigranosa n. Japan;
id. p. 7; — Andersoni n. Japan; Smith (3) p. 58; — Mariesi n. ibid.,
id. p. 59; — Gottschei n. Korea; Martens (1) p. 78; — forticosta
n. ibid., id. p. 78; — Coreana n. ibid., id. p. 79; — nodifila u. ibid.,
id.p. 79; — globus n.ibid., id. p. 79; — Kowiayensis n. und Walloriensis
n., Kowiay an der Tritonsbai, Neuguinea; Brazier (1) p. 843; —
clavus V. pirenoidea n. Nicobaren?, Nevill p. 224; — acutissima v.
perstriatula n. Guan; id. p. 227; — subula v. contracta n. Philippinen,
id. p. 228; — hastula v. subacutissima n. Katschall, v. subcrenulata
n. Andamanen, v. subflammulata n. Guimares; v. subcostata n. Samar,
v. subpicta n. Ternate, v. pseudaculeus n. Marianen, id. p. 229; —
im Gebiete der Malakologie während des Jahi'es 1886. 421
Zelebori v. nana n. Nicobaren; — Arthnri v. pseudomaurnla n. Neu-
kaledonien; — scitula v. subcylindrica n. Schifferinseln; id. p. 234;
— siiblutosa n. Nicobaren, id. p. 234; — andamanica n. Andamanen,
id. p. 236; — Nevilli v. semilaevigata n. mid v. appressa n. Anda-
manen, id. p. 236; — nicobarica v. canalicnlata n. , v. fusiformis n.,
V. perstriatula n., Andamanen und Nicobaren, id. p. 237; — tuber-
culata V. snbcanalicnlata n. Seychellen, v. siibcrebra n. Ceylon, id.
p. 241, V. orissaensis n. Orissa, id. p. 243; v. cochinchinensis n. Cochin-
china, v, chiuensis n. Swatow, v. flavida n. Beludschistan, id. p. 244,
V. myadoungensis n. Oberbirma, v. gigantea n. Wargla, id. p. 245, v.
pseudotrimcatula n. und v. appressa n., Maskarenen, id. p. 246; —
rivularis v. subunifascialis n. Andamanen, id. p. 247; — Reevei v.
lanceolata u. Burma, v. solidiuscula n. Pegu, id. p. 249; — tourannensis
V. compacta u. Pegu, v. beddomeana n. Mulmein, id. p. 251 ; — variabilis
V. subvaricosa n. Arakan, id. p. 253; v. binodulifera n. Khasi Hills, id.
p. 259 ; — - subasperata n. Shangebiet , id. p. 262 ; — testudinaria v.
elongata und v. subangulata n. Java; — (Pachychilus) Hungerfordiana
n. Pegu, Burma, id. p. 270; — Hügeli v. compacta n. Cauvery River,
d. p. 270; — (Acrostoma) assamensis n. Assam, id. p. 271; — batauai
V. sublineata n. Cochinchina, id. p. 274; — rudis v. ceylonica n. Ceylon,
id. p. 275 ; — acanthica v. roepstorffiana n. v. brevispira n. , v. sub-
scabran. Andamanen, id. p. 281; — Verbecki v. Tonkiniana n. Tonkin;
Morlet (4) p. 264; — Siamensis n. Rehang, Siani; — cylindrus n.
Siam ; — biconica n. Canton ; — citrinoides n. Siam ; — subcylindrica
n. China; — Tayloriana n. Borneo; — liratula n. Japan; — Godef-
froyana n. Palaos; — Kubaryi n, Mousson mss. Palaos; Brot.
Semisulcospira n. subg., ostasiatische Arten zunächst mit Sul-
cospira verwandt, aber mit ovalem Deckel und basalem Nucleus;
Böttger (1) p. 4.
Nevill trifft folgende synonymische Neuerungen: macrospira
Morel., aspirans Hds„ picta Hds. = fuscata var.; — sobrius Lea,
cochlidium Lea, plana v. d. B. = clavus var.; — confusa Dohrn,
Tirouri Per. = crenulata ; — Mageni Gass. = Montrouzieri var. ; —
exusta Rve., Gouldiana Rve , Jouani Gass. = Arthuri; — bicolor Brot,
ferrea Rve. tahitensis Dkr., luteola Dkr. = corporosa; — cylindroides
Bäird = laxa Mouss. ; — oahuensis Brot, contigua Pease = Newcombi;
— gloriosa Anth., peguensis Hanley-touramiensis ; varicosa Troschel,
sumatrensis Brot, Brookei Reeve, infracostata Mouss., Hainesiana
Lea, episcopalis Lea, pontificalis Busch, Menkeana Lea = variabilis ;
— inquinata Desh. = asperata Lam. ; — Doriae Tapp. = libertina
var. ; — intermedia v. d. B. = Largillierti var. ; — flavida Dkr. = lineata
var.; — cornuta Lea, thiarella Lam. = amarula var.; — doreyana
Lesson, Cochlea Brot, myurus Brot, elegans Benson, granum v. d. B .
= scabra var.
422 Dl"- W. Kobelt: Ber. üb. die wissenscb. Leistungen
Pseudhemisinus n. subg. für Melanopsis Esperi und Verwandte ;
Nevill p. 214.
Doryssa (Ad.) subdevians n. Amazonas; Nevill p. 216.
Mainwaringia n. subg. Melaniae, die Gattung mit Paludomus
verbindend; Typus paludomoidea n. Brakwasser bei Port Canning;
Nevill p. 286.
Hilacantha nom. nov. für Tipbobia Smitb; Ancey (5).
Paludomus (Swainson) conica v. cherraensis n., v. dibiriensis n.,
V. chittagongensis n., v. sibsaugorensis n., v. Pealiana n., v. jaintica n.,
V. kopiliensis n., v. nana n. Südindien; Nevill p. 289; — borneensis
n. Borneo, id. p. 292 ; — constricta v. kadapaensis n., Madras, id. p. 294 ;
V. malabarica n. Malabar, id. p. 294; — rotunda v. microstoma n.
Annamalays, id. p. 295; — ajanensis v. silhouettensis n, Seycbellen, id.
p. 296; — sulcata v. contracta n. und v. compacta n. Ceylon, id. p. 299;
— nigricans v. subgranulosa n. Ceylon, id. p. 299; — erronea n. =
parva Theob. et Hanley nee Layard, Ceylon, id. p. 300; — subdentata
n. ibid., id. p. 300 ; — erinaceus ßve., Skinneri Dohrn, undatus Rve.,
nodulosus Dobrn, aereus Rve., Reevei Lay., Layardi Rve., funiculatus
Rve., pictus Rve., distinguendus Dohi-n, torrenticola Dohrn = aculeatus
var. ; — dilatatus Rve., Gardneri Rve., Thwaitesi Lay., Tennenti Rve.,
dromedarius Dohrn = neritoides var. ; — similis Lay. = violacea var.
Tipbobia (Smith) longirostris n., Jouberti n., Bourguignati Ancey
mss., Tanganika; Bourguignat (4) figg.
Strepomatidae.
Goniobasis (Hald.) Stearnsiana n. Dykes Creek, Georgia; Call (3).
Ampullaridae.
Ampullaria (Lam) malabarica Phil., Layardi Reeve = globosa
Swains. var.; — Theobaldi Hanley = maura Reeve var., — saxea
Rve., olea Rve. = aperta Phil, var.; — compacta Rve., orientalis
Phil., scutata Phil., borneensis Phil. = conica Gray; — Martensiana
nom. nov. für columbiensis Reeve nee Phil.; — guianensis Lam.,
crocostoma Phil. = glauca L. var. fide Nevill., — ampullacea var.
javensis n. = celebensis Mousson nee Quoy, Java; id. p. 6; — turbinis
V. subglobosa n. Java; id. p. 6; var. subampullacea n. Perak, id. p. 6; —
polita V. compressa n. Cochinchina, id. p. 7 ; — africana n. Goldküste ;
Härtens (3) p. 114. —
Lanistes (Montf.) magnus n. Luapula; Furtado p. 147 t. 6 f. 3; —
Zambesianus n. Sambesi, id. p. 149 t. 7 f. 1; — ellipticus v. trapezi-
formis n. und v. luapulensis n. ibid., id. p. 151.
Val vatidae.
Valvata (Drp.) Sorensis (Cincinna) n. See Balschojsor in Sibirien;
Dybowski p.llB t. 4 f. 1, 3, 5; — bathybia n. Baikalsee; id. p. 119
t. 4 f. 2, 4; — utahensis n. Utah; Call (3). —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886 . 423
Paludinidae.
Bithynia (Leach) Morleti n. Hiie, Ann am; Watte bl od p. 62
t, 3 f. 8; — subcarinata n. ibid., id. p. 63 t. 3 f. 7; — Dautzenber-
giana n. ibid., id. p. 64 t. 3 f. 6; — tentaculata v. Kaschmirensis n.
Kaschmir; Nevill p. 39; — Chaperi n. Tonkin, Morlet (4) p. 286
t. 14 f. 3; — subbadiella u. Schoa; Bourguignat (2) p. 30, — allopoma
U.Kärnten; Westerlund (3)p. 15; — cettinensis n. Almissa ; Clessin
(2) p. 62.
Hydrobioides n. subg. für Bithynia tiirrita; Nevill p. 42.
Stenothyra (Mouss.) Tonkiniana n. Tonkin; Morlet (4) p. 286
t. 14 f. 4. —
Bythinella (Moq.) chilodian. Dalmatien; Westerlund (3) p. 54;
— byale n. Croatien, id. p. 58. — pupula u. Kärnten, id. p. 60; —
haustans n. Dalmatien; id. p. 65; — duplicata n. Ragusa, id. p. 65; —
nothites n. Krain, id. p. 68; — Hoffmanni n. ibid., id. p. 68. —
Campeloma (Raf.) Call (8) gibt eine Monographie dieser Gattung
die in Nordamerika seit dem Laramie auftritt (9 lebende und 4 fossile,
keine n. sp.). Campeloma producta White wird zu den Strepoma-
tidae verwiesen.
Cleopatra (Troschel) Pauli n. Schoa; Bourguignat (2) p. 27
f. 3; — Soleilleti n. ibid.. id. n. p. 28 f 1. — percarinata n. ibid., id.
p. 28 f. 2. — Guillemei n. Ukerewe. Bourguignat (1) p. 6. — Die
afrikanischen Paludomus, auf welche Fischer neuerdings die Gattung
Zanguebaria gegründet hat, gehören nach demselben p. 8 hierher.
Hydrobia (Hartm.) miliacea v. gibbosula n., subangulata n. und
minor n., Bengalen; Nevill p. 52; — algerica n. Algerien; Wester-
lund (3) p. 35. — Brusinae n. Dalmatien; id. p. 36. — Thiesseae n.
Nordeuboea; id. p. 37. — Maltzani n. Creta, id. p. 37; — albonensis n.
Albona, id. p. 40; — Walderndorfi n. Dalmatien; Clessin (2) p. 63;
— texana n. Texas; Pilsbry.
Paludina (Lam.) longispira n. = Ingallsiana Kob. nee Lea , Ja-
pan; Smith (3) p. 57; — chinensis v. subampulliformis n. Formosa,
Nevill p. 20; v. compacta n. ibid., id. p. 20; — var. Bichthofeni n,
Java id. p. 20; — bengalensis v. phaeostoma n. Calcutta, id. p. 21, var.
canaliculata n. Raniganj, id. p. 21; — Philippinensis n. Luzon; id. p.
24; — siamensis v. burmanica n. Burma; id. p. 26; — dissimilis v.
subobtusa n. und v. sindica n. Vorderindien^ id. p. 27; v. assamensisn.
Assam; id.p.27, v.bhamoensis n.Bhamo, id. p. 28, v. kutchensis n. Kutsch,
id. p. 30; V. subcarinata n. Moulmein; id. p. 30; — lecythoides Bens.,
stelmaphora Bourg., ampullacea Charp., ampulliformis Soul. = chinensis
var.; — elongata Swains., gigantea v. d. B., doliaris Gould, poly-
gramma Martens, lineolata Mouss. nee Martens, sumatrensis Dkr.,
speciosa Desh., cingulata Mart., cochinchinensis Mor., obscurata Desh.,
Ingallsiana Reeve nee Lea, Frauenfeldi Mor. nee Desh. = bengalen-
sis; — Remossii Bens., carinata Swains., olivacea Sow., fulva Rve.
424 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
obtusa Troscliel, variata Frfld., cej^lonica Dohrn, heliciformis Ffld.,
viridis Hauley, decnssatula Ffld. = dissimilis; — Delavayi n., Fran-
cheti n., tropidophora n., limnophila n., secernenda n,, Ta-li See;
Mabille (4) figg. — kowayensis n. Neuguinea; Brazier (2) p. 843. —
Für P. bellamya n. und Duponti Rochebrune errichtet Jousse-
aume die neue G-attung Bellamya.—
Pseudamnicola (Paul.) brachia n. Greta; Westerlund (3) p. 76.
Pyrgulopsis n. gen., von Pyrgula durch die grössere, mehr ge-
rundete Mündung und die rissoa - artige Zungenbewaffnung unter-
schieden; Typus Pyrgula Nevadensis Stearns und 2 n. sp. (missisip-
piensis Pilsbry von Illinois und spinosa von Texas); Call etPilsbry.
Vitrella (Clessin) Sandbergeri n. p. 162 t. 9 f. 1 ; — gibbula n.
p. 163 t. 9 f. 2; — elongata n. p. 163 t. 9 f. 3; — gracilis n. p. 164 t. 9
f. 4; — moenana n. p. 164 t. 9 f. 4, sämmtlich aus dem Maingenist
bei Aschaffenburg; Flach (1); — Blanci n. Cefalonia; Westerlund
(3) p. 45; — Flachi nom. nov. für gracilis Flach nee Cless., id. p. 46,
Wattebledia n. gen. für Bithynia Crosseaua Wattebl., von Bithynia
hauptsächlich unterschieden durch den buchtigen Aussenrand, welcher
zwei Sinus besitzt, mit einem Vorsprung dazwischen; Deckel kalkig,
Thier mit langen Fühlern; Crosse (1) p. 78. Die fossile Nassa?
Tarraconensis Tournouer scheint zu derselben Gattung zu gehören.
Lithoglyphidae.
Lithoglyphus (Mühlf.) modestus n. Pe-shang, Hunan, China;
Gredler (1) p. 7; — ? Hilberi n. ibid., id. p. 19.
ßissoidae.
Barleeia (Clark) elongata n. Mittelraeer; Locard (1) p. 576; ~
imbricata n. Torresstrasse und Viti-Inseln; Watson p. 584 t. 43 f. 2.
Ceratia (Ad.) glaphyra n. Tristan da Cunha; "VVatson p. 601
t. 45 f. 6 ; — pachia n. Pernambuco ; id. p. 602 t. 45 f . 7 ; — tran-
senna n. Marioninsel, id. p. 603 t. 45 f. 9; — macra n. Tristan da
Cunha, id. p. 603 t. 45 f. 10.
Cingula (Mühlf.) rustica n. Pernambuco; Watson p. 604 t. 44
f. 11; — scopulorum n. Honolulu, id. p. 605 t. 45 f. 4; — alvearium
n. AVestindien, id. p. 605 t. 46 f. 1.
Eissoa (Frem.) protensa n. und neglecta n. Mittelmeer; Locard
(1) p. 575; — Verrilli n. nördl. Eismeer; Friele p. 27 t. 11 f. 5; —
(Cingula) islandica n. ibid., id. p. 28 t. 11 f. 8, 9; — (Setia) Griegi
abgeb. id. t. 11 f. 10; — (Cingula) robusta var. Martyni n. und v.
Scipio n. Beringsmeer; Dali (4) p. 306 t. 3 f, 9 t. 4 f. 10; — (Onoba)
cerinella n. ibid., id„ p. 307 t 4 f. 12; — (0.) aleutica n. ibid., id.
p. 307 t. 3 f. 11; — pyrrhias n. Westindien; Watson p. 588 t. 44
f. 4 ; — xanthias n. ibid., id. p. 588 t. 44 f. 5 ; — fayalensis n, Azoren,
id. p. 589 t. 44 f. 7; — amblia n. Canaren, id. p. 590 t. 44 f. 8; —
pernambucensis n. Pernambuco, id. p. 590 t. 44 f. 9; — microstoma
n. Westindien, id. p. 591 t. 44 f. 10.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 4'25
Setia (Ad.) Marionensis n. Marion -Insel; Watson p. 007 t. 44
f. 12; — principis n. Kerguelen; id. p. 608 t. 44 f. 13; — australis
u. ibid., id. p. 608 t. 45 f. 1; — philomelae n. Tristan da Cunha; id.
p. 609 t. 45 f. 2; — quisquiliarum n. Azoren id. p. 609 t 45 f. 3; —
edwardiensis n. Prinz Eduards -Insel; id. p. 610 t. 45 f. 11; — sinapi
n. Kerguelen; id. p. 610 t. 45 f. 13; — triangularis n. Ascension, id.
p. 611 t. 46 f. 2.
Scrobs (Watson) scrobiculator n. Port Jackson; Watson p. 611
t. 46 f. 4; — badia n. ibid., id. p. 612 t. 46 f. 3.
Alvania (Leach) Russinoniaca n. Mittelraeer; Locard (1) p. 574;
— castanella n. Beringsmeer; Dali (4) p. 307 t. 3 f. 5; — Aurivillii
n. ibid., id. p. 308 t. 4 f. 8; — didyma n. Westindien; Watson p. 594
t. 44 f. 1; — tarsodes n. Azoren; id. p. 595 t. 44 f. 2; — trajectus
n. Torresstrasse, id. p. 596 t. 44 f. 6; — lusciniae n. Tristan da Cunha;
id. p. 597 t. 44 f. 3.
Fairbankia (Blanf.) bombayaua v. depauperata n. Bombay; Nevill
pag. 99.
Onoba (Ad.) brachia n. Westindien; Watson p. 599 t. 44 f. 8;
— aedonis n. Tristan da Cunha ; id. p. 600 t. 45 f. 5 ; — mercurialis
n. Cap York, id. p. 600 t. 45 f. 12.
Rissoina (d'Orb.) ambigua v. perpusilla n. Mauritius; Nevill
p. 74; — woodmasoniana n. Andamanen, id. p. 74; — indica n. Süd-
indien, id. p. 75 ; — subdebilis v. perlanceolata n. Mauritius ; id, p. 75 ; —
raicans v. perstriatula n. persischer Meerbusen; id. p. 76; — monilifera
n. Japan; id. p. 79; — (Schwartziella) Mainwaringiana n. persischer
Meerbusen ; id. p. 83 ; — Montrouzieri v. substriolata n. und v. convexior
n. Andamanen, id. p. 91 ; — Orbignyi v. subspirata n., v. pachylabris
n. und V. submarginata n. indischer Ocean, id. p. 92 ; r- insolita v.
deformis n, Mauritius, id. p. 96; — pseudocoucinna n. = concinna Sow.
nee Ad., Japan; id. p. 98; — cincta Dkr., myosoroides Recl. = am-
bigua var. ; — Schwartziana Dkr. == obeliscus Recl. ; — orientalis Nev.,
exigua Dkr., Rissoi Aud. = triticea var.; — Jickelii Wkff. = Blan-
fordiana Nev.; — Schmeltziana Dkr. = Mohrensterni Desh., — turrita
Garr. = insignis Ad. et Rve. ; — artensis Montr. = striolata A. Ad. ;
— Lamberti Souv. = spirata var.; — scalariformis n. Honolulu;
Watson p. 617 t. 46 f. 6; — triangularis n. Nordaustralien; id. p. 618
t. 46 f. 7; — mercurialis n. ibid., id. p. 619 t. 46 f. 8; — honoluluensis
n. Honolulu, id. p. 619 t. 4S f. 9; — transenna n. Viti- Inseln; id.
p. 620 t. 46 f. 10.
Pyramidelloides n. subg., Typus Rissoina miranda A Ad., —
Nevill p. 95.
Janthinidae.
Recluzia (Petit) Rollandiana v. annamitica n. Annam; Watte -
bled p. 67 t. 3 f. 4.
426 Dl'. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Planaxidae.
Alaba (Ad.) "Woodmasoniana n. Andamanen; Nevill p. 182; —
albugo n. Cap. York; Watson p. 568 t. 42 f. 3; — (Stiliferina) striata
n. Tahiti; id. p. 509 t. 42 f. 6; — (St.) sulcata n. Cap York; id. p. 570
t. 42 f. 7; — (St.?) fnlva n. ibid. id. p. 571 t. 42 f. 5.
Planaxis (Lam.) breviculus v. tessellata n. persischer Meerbusen;
!Nevill p. 186; — strigatus Sow. = lineolata Gould var.; — virgatus
Smith = ineptus var.; — succinctus A Ad. = lineatus var.; — plum-
beus Pease, striatulus Phil. = labiosus var. ; — similis Smith = acutus
Krauss fide Nevill.
Quadrasia n. gen., anscheinend ein Süsswasserplanaxis aus Berg-
bächen der Philippinen; Crosse (5); Hidalgoi n. Balabac, id. p. 161
t. 8 f. 7.
Skeneidae.
Skenea (Flem.) trochiformis n. "Westküste von Frankreich; Lo-
card (1) p. 581.
Truncatellidae.
Truncatella (Risso) fasciata n. Aru- Inseln; Tapparone p. 193
t. 2 f. 24.
Fargesia n. gen. T. conico-turriculata, spira acuminata, rimoso-
perforata ; apertura recta, peristomate circulari, subduplice, incrassato ;
operculo corneo, tenuissimo, anfr. 4 sutura marginata pellucida. —
F. Cornea n. Chen Kiu, China; Heude (1) p. 211.
Littorinidae.
Littorina (Lam.) Danieli n. Brest; Locard (1) p. 578; — armori-
cana n. ibid., id. p, 579; — sphaeroidalis n. Canal, Biscaya; — scabra
V. tenuis n. Arakan; Nevill p. 146; — filosa v. subcingulata n. Port
Jackson, id. p. 149; — conica v. delicatula n. Port Canning, id. p. 149;
— erronea n. Ceylon, id. p. 152.
Lacuna (Turton) intermedia n. Westküste von Frankreich ; Lo-
card (1) p. 581.
Aquilonaria n. gen., Gehäuse wie bei Lioplax, aber ganz dünn,
undurchbohrt, glatt, fast häutig, mit einer zottigen rauhen Epidermis
bedeckt, Deckel subspiral, innen mit einer erhabenen Leiste, Thier
wie bei Littorina. — Aq, Turnerin. Nord-Labrador; Dali (2) p. 204
t. 3 f. 1—3.
Haloconcha nora. nov. für Lacunella Dali nee Desh.; Dali (3).
Peasiella n. subg. Risellae für Trochus tantillus Gould, mit
concentrisch vielgewundenem Deckel; Nevill p. 159.
Risella (Cray) Roepstorffiana (Peasiella) n. Andamanen, Hong-
kong; Nevill p. 161 ; — Templiana n. und v. nigrofasciata n. An-
damanen, id. p. 161.
Fossarus (Phil.) mirabilis n. Arakan; Nevill p. 165; — imper-
foratus n. Penang, id. p. 165. — (Couthouya) appressus n. persischer
Meerbusen, id. p. 167; — styliferinus n. Singapore, id. p. 167; —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 427
solutus n. persischer Meerbusen, id. p. 167; — subreticulatus n. Bombay,
id. p. 168.
Conradia (A. Ad.) Stoliczkiana n. Singapore; Nevill p. 169; —
Adamsiana n. Oman, id. p. 169; — doliaris v. minor n. Bombay, id.
p. 169.
Iphitus (Jeifr.) tuberculatus n. Westindien; Watson p. 583
t. 46 f. 5.
Caecidae.
Caecum (Flem.) angustum n. de Folin, Cap York; Watson
p. 688 t. 50 f. 8; — eburneum n. ibid., id. p. 688 t. 50 f. 9.
B. Seutibranehiata.
a) Podophtlialmata.
Neritidae.
Neritina (Lam.) euxina n. Dobrudscha; Clessin (1) p. 55; —
hieroglyphicula n. Hue, Annam; Wattebled p. 68 t. 3 f. 1; — funesta
n. Secaar, Neuguinea; Tapparone p. 121.
Hydrocenidae.
Hydrocena (Pfr.) Japonica n. Prov. Tosa, Japan; Märten s
(1) p. 78.
Cyclostremidae.
Cyclostrema (Marr.) millipunctatum n. nördliches Eismeer; Friele
p. 33 1. 11 f. 17; — Willei n. ibid., id. p. 34 1. 11 f. 19; — profundum
Fr. abgeb. id. t. 11 f. 20 — 22. — excavatum n. Westindien; Watson
p. 121 t. 8 f. 10; — sulcatum n. Pernambuco; id. p. 121 t. 8 f. 11; —
conicum n. ibid. id. p. 122 t. 8 f. 9. —
Basilissa (Watson) alta v. oxytoma n. mexikanischer Meerbusen;
Watson p. 100 t. 7 f. 8a. —
Trochidae.
Margarita (Leach) striata v. margaritifera n. nördl. Eismeer;
Friele p. 32 1. 12 f. 2, 3. — illota n. Nordwest-Patagonien; Watson
p. 86 ; — streptophora n. südöstlich der Philippinen in 1000 m. , id.
p. 91 t. 17 f. 4. —
Minolia (Ad.) semiusta n. Neucaledonien; Fischer (1) p. 73
t. 1 f. 6. —
Trochus (Gibbula) Mariei n. Mayotte, Comoren; Fischer (1)
p. 72 t. 1 f. 5; — (Gibb.) protumida n. Mittelmeer; Locard (1) p. 583.
— (Ziziphinus) stephanophorus n. Philippinen, Watson p. 58 t. 17
f. 1 ; — (Z.) tinctus n. Bassstrasse, id. p. 63 t. 17 f. 2.
Turbo. (L.) Die Monographie bei Sowerby (2) enthält, die
Gattung im weitesten Sinn genommen , 138 sp. (keine n. sp.). Zum
erstenmal abgebildet: henicus Watson 1. 12 f. 144; — transenna Wats.
1. 13 f. 166; — indutus Wats. t. 13 f. 168.
428 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
Solariella (J. Wood) laevis n. nördl. Eismeer; Friele p. 30 1. 12
f. 4 — 9, — Machaeroplax Friele wird von Autor ibid. für synonym
mit Solariella erklärt. —
Cocculinidae.
Propilidium (Forbes) aquitanense n. Westküste von Frankreich;
Locard (1) p. 584.
Addisonia Dali. — Die Synonymie von Add. (Gadinia) lateralis
Req. = Gad. excentrica Dali. = Addisonia paradoxa Dali. = Add-
eccentros Jeffreys erörtert Dautzenberg.
])) Edriophthalmata.
Scissurellidae.
Scissurella (d'Orb.) alta n. Westindieu, Azoren; AVatson
p. 113 t. 8 f. 1. — aedonia n. Pernambuco, Tristan da Cunha; id.
p. 114 t. 8 f. 3; — coronata n. Tahiti; id. p. 114 t. 8 f. 4; — declinans
n. Nordost- Australien; id. p. 115 t. 8 f. 2; — obliqua n. Kerguelen;
id. p. 116 t. 8 f. 5. —
Schismope (Jeffreys) tabulata n. Westindien; Watson p. 117
t. 8 f. 7; — lacuniformis n. ibid., id. p. 118 t. 8 f. 8; — carinata n.
Port Jackson, id. p. 119 t. 8 f. 6.
Woodvi^ardia (Crosse et Fischer) = Schismope Jeffr. prior =?
Trochotoma Deslongch.; Watson p. 116.
IL Opisthobranchia.
a) Tectibranchia.
Cylichnidae.
Cylichna (Lov.) elongata n. Canal; Locard (1) p. 533; — trun-
catella n. Cannes; id. p. 533. —
Amphisphyra (Lov.) hiemalis var. Loveni n. nördliches Eismeer;
Friele p. 35 t. 12 f. 7, 8; — globosa Lov. = hiemalis Couth., id. p. 35;
— Seguenzae n. nordatlantischer Ocean; Watson p. 646 t 48 f. 5. —
Aplustridae.
Akera (Müll.) elegans n. Quiberon, französische Westküste;
Locard (1) p. 79.
Haminea vitrea A. Ad. = tenera A. Ad.; — H. aequistriata Smith
= curta A. Ad. = Atys Isseli A. Ad.; Cooke (2) p. 130. —
Tornatinidae.
Tornatina (A. Ad.) olviaeformis Issel = fusiformis A. Ad; Cooke
2) p. 129; — inconspicua H. Ad. = planospira A. Ad., id p. 130. —
Aplysiidae.
Aplysia (Gmel.) Willcoxi n. Vereinigte Staaten, Ostküste; Heil-
prin p. 361.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 429
Corambidae.
Corambe (Bergh) batava ii. holländische Küste; Kerbert p. 137.
b) Nudibrauchia.
Doridae.
Stanrodoris(Bgh.)psendoverrucosan. Neapel; Ihering (2) p. 233.
Etidoris n. gen., von Archidoris Bgh. nur durch die ganz ver-
schiedene Radula unterschieden. Typus E. Ladislavis n. Südbrasilien ;
Ihering (2) p. 234.
Aporodoris n. gen., cryptobranche Doriden mit Rückentuberkeln,
tief eingeschnittenem vorderem Fussrand, fingerförmigen Tentakeln.
Typus Doris millegrana A. etH.; Ihering (2) p. 238.
Hermaeidae.
Lafontia nom. nov. für Actaeonia Quatref. (wegen Actaeon und
Actaeonina); Locard (1) p. 532.
Aeolidiadae.
Govia n. gen. , den Aeolidiidae ähnlich, aber mit 4 — 5 finger-
förmigen Randpapillen am Kopf, die Rückenpapillen in einer einzigen
Reihe längs den Rändern und mit kürzeren dreieckigen Papillen be-
waifnet, kein Cnidophorensack , die Cnidocysten auf der convexen
Seite der Dorsalpapillen ; Radula dreireihig. — G. viridis n. und G.
rubra n. Bucht von Neapel ; T r i n c h e s e.
Chlamylla n. g., „Corpus elongatum, brevicaudatum ; limbo dorsali
lato, prominenti, papillis elongato-conicis caducis obtecto, tentacula
elongata; rhinophoria elongata non perfoliata; podarium sat latum
antice angulis productis. Mandibulae validae, margine masticatorio
non denticulato. Radula dentibus triseriatis, dentes laterales vix
denticulati. Prostata elongata; penis non armatus.'' Bergh (3)
C. borealis n. nördliches Eismeer ; id. p. 9 t. 1 f. 9 — 22.
Dendronotidae.
Campaspe (Bgh.) major n.Vardö; Bergh (3) p.21 1. 1 f. 23— 26,
t. 2 f. 1—12.
Pleurophyllidia.
Pleurophyllidia (Meck.) Mülleri n. Südbrasilien; Ihering (2)
p. 223.
III. Neurobranchia.
Assimineidae.
Assiminea (Leach) ? obtusa n. Tlmnan, Annam; Wattebled
p. 65 t. 5 f. 1; — elegaus n. ibid., id. p. 65 t. 4 f. 7; — subcornea n.
== Cornea Pfr. nee Leith, Borneo, Japan?; Nevill p. 68.
Cyclotidae.
Alycaeus (Gray) elevatus n., diminutus n., pentagonus n. Se-
tschuan, China; Heude p. 210— 211; — cristatus n. Hunan; MöUen-
dorff p. 168 t. 5 f. 6; — inflatus n. ibid., id. p. 168 t. 5 f. 7; —
430 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
globulus abg. ibid. t. 5 f. 3; — anthostomus n. ibid. t. 5 f. 4; —
plicilabris n. ibid. id. p. 167 t. 5 f. 5; — nanns n. ibid. id. p. 170 t. 5
f. 8. —
Fargesia n. gen. t. conico turriculata, spira acuminata, rimoso-
perforata; apert. recta, perist. circnlari, subduplice, incrassato. Operc.
corneo, tenuissimo, anfr. 4, sutnra marginata, pellucida. Typus F.
Cornea n. Se-tschuan, China; Heude p. 211.
Mesostoma n. gen. , t. pupiniformi , apert semilunari , perist. in-
terrupto; columella fissa, margine dextro integro, callo parietali dentem
fissuram pupinalem simulante. Typus Pupina destructa Heude; China;
Heude p. 211.
Cyelotus (Guild.) fossorn. Yi-tschang, China; Heude p. 210; —
acenthoderma n. Ramoi, Neuguinea, Tapparone p. 166 t. 2 f. 20. 21;
— tunicatus n. Arfakberge, Nordküste von Neuguinea, id. p. 167
t. 2 f. 18. 19. —
Adelomorpha n. subg. t. turbinata, tenuicula, saepe epidermide
crassiuscula induta; apert. plus minusve rotundata; perist. simplex,
interruptum , marginibns callo tenui junctis; operc. calcareum, 3 — 5
(an 6?) spiratum, operculo secundo corneo, facile deciduo intus sub-
sutum. Typus Cyelotus tristis Tapp, von Neuguinea; Tapparone
p. 165. —
Pterocyclus (Benson) Hensanensis n. Hensan, China; Gredler
(1) p. 11. — Nach Möllendorff p. 157 ist Pt. cycloteus Gredler zu
Ptychopoma zu stellen, dagegen Myxostonia aureum Heude ein Ptero-
cyclus; — Danieli n. Tonkin; Morlet (4) p. 285 t. 14 f. 2.
Opisthoporus (Bens.) Simonianus n. Cochinchina; — borealis n.
Se-tschuan, China; Heude p. 209.
Diplommatinidae.
Diplommatina (Benson) latilabris n. 0. Semper mss., Nord-Luzon;
Kobelt (2) p. 77; — consularis n. Peshang, Hunan; Gredler (1)
p. 13; — contracta n. Hubei; Möllendorff p. 173; — Herziana n.
Hainan, id. p. 177. — (Palaina) Balansai n. Tonkin; Morlet (4) p. 284.
Cyclophoridae.
Cyclophorus (Montf.) Trouiensis n. Hue, Ann am; Wattebled
p. 55 t. 4 f. 1 ; — (acutimarginatus var. ?) alabatensis n. Alabat, Philip-
pinen; Kobelt (2) p. 18 t. 3 f. 14—16; — intercedens n. ibid., id.
p.22 t. 4 f. 9 — 11; — umbilicatus n. Malannam, ibid., id. p. 26 t. 4
122, 23; — (Scabrina) fimbriosus n. Hubei; Möllendorff (1) t. 5
f . 1 ; — dilatatus n.p.208; Solöensis n. p. 209, Talifu, Yunnan; Heude;
— Jourdyi n. Tonkin; Morlet (4) p. 281 t. 14 f. 1; — Vandellii n.
und MoUeri n. SanThome; Nobre (4).
Eucyclophorus n. subg. für die „Cyclophori elevati"; Möllen-
dorff (1) p. 162.
Lagocheilus (Blfd.) glabratus n. mittleres Hunan ; Möllendorff
(1) p. 163 t. 5 f. 2; — Crossei n. Tonkin; Morlet (4) p. 277 t. 13 f. 2;
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 431
— Fischeri n. ibid., id. p. 278 t. 13 f. 3; — Mariei n. ibid., id. p. 279
t. 13 f. 4.
Myxostoma (Troschel) subalatum n. Se-tschuan, China; Heu de
p. 209. — Mülle ndorff p. 158 bestreitet entschieden, dass die
chinesischen Arten zu dieser Gattung gehören.
Leptopoma (Pfr.) manhanense n. Manhan [Richtiger Mauban,
Luzon ; K 0 b e 1 1 (2) p. 32 1. 5 f . 1 , 2 ; — pyramis n. Malennami, Philippinen ;
id. p. 33 t. 5 f. 3—5 ; — dubium n. Tabuntug ; id. (3) p. 52 ; (2) t.6 f.l3, 14 ; —
bipartitum n. Mindanao; id. (3) p. 52; (2) t. 6 f. 19—23; — Amaliae
n. Philippinen; id. (3) p. 53; (2) t. 6 f. 24 — 26; — approximans n.
Dohrn mss. Mariguit; id. (3) p. 53; (2) t. 6 f. 27; — (helicoides var.?)
boholense n. Bohol; id. (2) p. 48 t. 6 f. 17, 18; — distinguendum n.
Dohrn mss., Philippinen; id. (2) p. 55 t. 7 f. 13, 14; — pumilum n.
Arf akberge, N ordküste von Neuguinea ; T a p p a r o n e p. 1 73 1. 2 f . 14, 1 5 ;
— apicale n, Westküste, ibid., id. p. 175 t. 2 f. 6, 7; — aurantiellum
n. ibid., id. p. 176 t. 2 f. 45; — callichloros n. ibid., id. p. 178 t. 2
f. 16, 17; — puniceum n. Jobi, Geelvinkbai; id. p. 180 t. 2 f. 8, 9; —
nigrilabrum n. Westküste, id. p. 182 t. 2 f. 12. 13; — Gianellii n. Süd-
küste, Mündung des Fly; id. p. 183 t. 2 f. 10, 11. —
Cyclostomidae.
Anceyella n. gen. für Cyclostoma aequivocum Pfr. von Mada-
gaskar; Mabille (2) p. 128.
Cistula (Gray) subangulata n. Guatemala; Martens (4) p. 161. —
Cyclostoma (Montf.) Andre wsae n. Honduras; Ancey (8)p. 251;
— Denansi n., spartopolium n., cognatum n., subzonatum n., crassum
n., omoium n., subcampanulatum n., dyganum n., Jousseaumianum n.,
cerastum n., myrtiuum n., sämmtlich von Madagaskar; Mabille (2). —
Aciculidae.
Acicula (Hartm.) lauta n. Mte. Argentaro; Paulucci p. 46
t. 2 f, 4. —
Pupiuidae.
Callia (Gray) microstoma n. Bislig, Mindanao; Kobelt (2) p. 64
t. 7 f. 22.
Pseudopomatias (Moll.). Die Gattung zählt nun 5 sp.; - amoenum
Moll, abgeb. Möllendorff t. 5 f. 11.
Pomatiidae. ^
Pomatias (Stud.) auritus var. meridionalis Süd-Dalmatien;
Böttger (2) p. 41 ; — Perseianum n. Tunisien; Kobelt (4) p. 48;
— var. ziguense n. Zaghuan, ibid., id. p. 108; — Henricae v. illasyacus
n. Valle dTllasi, Oberitalien; Adami p. 228; — labrosus n. Mont-
sen-at; Westerlund (2) p. 117; — Boettgeri n. Sicilien; id. p. 118;
— corcirensis n. Corfu id. p. 120; — oribates n. Corfu id. p. 121; —
yapygium n. Otranto, id. p. 122; — tortivus n. Karst; id. p. 124; —
banaticus n. Fagot mn., Banat, id. p. 124; — attivanicus n. Fagot
432 Dr. W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
mn., Friaul; id. p. 125; — alloglyptus n. Ostpyrenäen; id. p. 127; —
segnis n. Vicenza, id. p. 131 ; — Henricae v. illyricus n. Illyrien ; id.
p. 134; — gracilis v. turritella n. Dalmatien, rugosus n, Almissa;
Clessin (2) p. 60— 61. —
Helicinidae.
Helicina (Lam.) Derouledei n. Touran, Annam; Wattebled
p. 66 t. 5 f. 2; — Caroli n. Si-Aigar, Philippinen; Kobelt (2) p. 70
t. 7 f. 26, 27; — Amaliae n. Mindanao; id. p. 73 t. 7 f. 25; — Jo-
biensis n. Jobi, Geelvinkbai; Tapparone p, 189 t. 2 f. 22, 23; —
neglecta n. ibid., id. p. 190 t. 2 f. 16, 17.
Trochatella (Swains) Sirapsoni n. Honduras; Ancey (8) p. 253. —
IV. Pulmonata.
a) Stylominatophora.
Agnatha.
Ennea (Ad.) usagarican t. 1 f. 1 ; — subringens n. (= ringens Cr.
1885 schon früher von Ancey in E. Bourguignatiana umgetauft) p. 84
t. 1 f. 3; — galactochila t. 1 f. 2, Usagara; Crosse (2) p. 81 [Cfr.
Ber. 1885 p. 83]; — (Elma) sinensis n. Hunan; Moll endorff p. 179
t. 5 f. 12.
Streptaxis (Gray) Fischeri n. Tonkin; Morlet (4) p. 284 1. 12 f. 1.
Trigonochlaniys (Böttger) semiplumbius n. Kusary im östlichen
Kaukasus; Böttger (4) p. 127.
Streptostyla (Marts.) Thomsoni n, Honduras; Ancey (8) p. 257.
Limacidae.
Arudo Furtado (3) spricht sich entschieden gegen die Zu-
sammenfassung der Nacktschnecken in eine Gruppe aus, ohne we-
sentlich Neues beizubringen.
Agriolimax (Malm) altaicus n. Altai; Simroth (1) p. 28.
Amalia (Moq. Tand.) Reuleauxi n. nebst var. punctata n., Süd-
dalmatien; Clessin (2) p. 46; — maculata Heyn, gehört zu Agrio-
limax; Simroth (5) p. 12; — (Lytopelte) longicoUis n. Talyschgebiet;
Böttger (10) p. 266 t. 2 f. 1.
Irona n. gen. für Arien ascensionis Lesson, limaxförmig schlank,
vorn verschmälert, hinten zugespitzt und scharf gekielt, in der Mitte
etwas verbreitert; Schild rundlich, klein, hinten glatt, vornen quer-
gefurcht; Athemöffnung ganz vornen am rechten Schildrand; Ma-
bille p. 217.
Limax (L.) armeniacus n. Armenien; Simroth (1) p. 27; —
tigris n. Talyschgebiet; Böttger (10) p.269 t.2 f. 2— 4; — talyschanus
n. ibid., id. p. 270 t.2 f. 5; — Poirierii n. Gran Canaria; Mabille
p. 214.
Lytopelte n. subg. Differt ab Amaliis typicis clypeo magis
recedente, latiore, magis soluto, antice Vs überis, ad latera liberrimo,
postice non emarginato, superne piano, sulcis impressis non signato.
im G-ebiete der Malakologie wahrend des Jahres 1886. 433
Orificium genitale secundum tentaculum dextrum situm. Böttger
(10) p. 266, (9) p. 241.
Milax (Gray) Yerneaui n. Tenerife; Mabille p. 215; — Gaymardi
n. ibid., id. p. 216.
Vitrinidae.
Helicarion (Gray)? Capelloi n. Luopala, Südostafrika; Furtado
p. 141 t. 6 f. 1.
Hyalina (Alb.) Derbentina (Polita) n. Derbent am caspischen
Meer; Böttger (4) p. 130 t. 3 f. 3; — (Pol.) decipiens n. Schah Dagh,
Cancasus; id. p. 131 t. 3 f. 1; — subeffusa var. Daghestana id. p. 133
t. 3 f. 7; — de Bettana n. Oberitalieu; Adami p. 205 t. 1 f. 1—3; —
scotophila var. notha n. Mte. Argentaro, Toscana; Paulucci p. 12
t. 1 f. 2; — Majori n. ibid., id. p. 12 t. 1 f. 1; — (Retinella) piliüa
n. ibid., id. p. 14 1. 1 f. 3; — (Polita) Stabilei n. piemontesische Alpen,
11 — 1200 m.; Pollonera p. 2; — Anceyi n. Pyrenäen; Wester-
lund (1) p. 37; — mixta n. Mte. Codano, Oberitalien, id. p. 45; —
oropaensis n. Paul, mss., Maretimo; id. p. 47; — diducta n. Paul, mss.,
Lampedusa, id. p. 49 ; — zonulata n. Krim, id. p. 50 ; — sylvicola n.
Toskana, id. p. 59; — opima n. Paul. mss. Spezia, id. p. 59; — ne-
cessai'ia n. = superflua West, et Bl. nee Rossm., Greta; id. p. 70; —
pilula n. Paul, mss., Isola de Giglio, Italien, id. p. 71; — themera
n. Gran Canaria; Mabille p. 225; — Eochebruni n. Gomera, id.
p. 227 t. 16 f. 7; — Bouthyana n. p. 12, — Hagenmüll eri n. p. 13; —
cheliella n. p. 15, — ignarii n. (= tetuanensis var. Kobelt Iconogr.
N. F. 1 F. 20) p. 19; sämmtlich aus Nordafrika; Pechaud. — Beau-
forti n. Dalmatien; Clessin (2) p. 50; — Harlei n. Catalonien;
Fagot (5) p. 173; — arabiae n. ibid., id. p. 175.
Leucochroa (Beck) hispanica n. (= cariosula Rossm. nee Mich.,
Malaga; Westerlund (1) p. 87; — titanodolena n. p. 28; — spei-
ranomala n. Bourg. mss. p. 31; — octinella n. Bourg. mss. p. 33,
sämmtlich Nordafrika; Pechaud.
Macrochlamys (Bens.) pedisequae n. Talifu, China; Heude
p.212. —
Nanina? (Beck) indurata n. Se-tschuen, China; Heude p. 212. —
(Xesta) Atropos n. Mafor, Geelvinkbai, Neuguinea; Tapparone
p. 147; — (Rhysota) Achilles n. Maclay- Küste, Neuguinea; Brazier
(1) p. 842 ; — limbifera n. und var. bangurensis; Celebes; Martens (3)
p. 113.
Sitala (H. Ad.) carinigera n. Ramoi, Neu-Guinea; Tapparone
p. 152 t. 1 f. 10. 11 ; — propinqua n. Arfakberge, ibid., id. p. 153 t. 1
f. 6, 7. —
Trochomorpha (Albers) morio n. Jobi, Geelvinkbai, Neuguinea;
Tapparone p. 126 t. 1 f. 8, 9. —
Vitrina (Drp.) diaphana v. Jetschini n. Schlesien; Westerlund
(1) p. 16; — excisa n. Galizien, id. p. 18. —
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 1. H. CG
434 Dl'- W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Zonites (Montf.) albanicus var. narentaua n. Narenta; Böttger
(2) p. 36; — Mauritii n. Bosnien; Westerlund (1) p. 77; — aulacus
n. Amorgo, id. p. 81; — carniolicils v. cassis n. Ci'oatien, id. p. 81; —
gemonensis v. ruralis n. Norditalien, id. p. 82.
Tryon vermutliet, dass Zonites ciiltellatus Thoms. auf zufällig
nach Californien impoitirte Exemplare von Z. albanicus gegründet sei.
Helicidae.
Achatina (Lam.) Capelloi n. p. 143 t. 7 f. 2; — Ivensi n. p. 145
t. 6 f. 2; Sambesigebiet; Furtado.
Amphidromus (Alb.) Begini n. Kambodscha; Morlet (1) p. 74. —
Arion (Fer.) hispanicus n. Serra Estrella, Portugal; Simroth
(1) p. 23.
Azeca (Leach) etrusca n. Mt. Argentaro, Toscana; Paulucci
p. 36 t. 2 f. 5.
Angrandiella n subg. für Helix Angrandi Morelet; Ancey (9)
p. 20. —
Buliminus (Ehrbg.) montanus var. carpaticus n. Sinaja, Rumä-
nien; Clessin (1) p. 166; — (Zebrina?) crassus il Strand der Krim;
ßetowski p. 26 t. 1 f. 6; — (Petraeus) ponticus n. ibid., id. p. 28
t. 1 f. 9; — quinquedentatus var. nanus n. ibid., id. p. 31; — lamel-
liferus var. angustatus n. ibid., id. p. 32; — dubius n. ibid., id. p. 33
t. 1 f. 11; — Sturmii var. substurmii n. ibid., id. p. 34; — Böttgeri
var. connivens n. Letschgum im Caucasus; Böttger (4) p. 144 t. 3
f. 2; — Kuschakewitzi n. , Herzensteini n., trigonochilus n., Ujfalvi-
anus n., Potaninianus n., russisches Centralasien ; Ancey (3) p. 270;
— (Mastus) psammophilus n. p. 23 t. 2 f. 2; — (Leucochiloides) Cala-
haricus n. p. 24 t. 2 f. 3; Kalahari; Böttger (6); — Ilqui n. Soleillet
mss., Sclioa; Bourguignat (2) p. 11; — Chefneuxi n. Sol. mss., ibid.,
id. p. 12; — Soleilleti n. ibid., id. p. 13 f. 5; — pupa v. vestita n.
Etna; Platania p. 16.
Bulimulus (Alb.) Jonasi var. StoUi n. Guatemala; Martens
(4) p. 161; — interpunctus n. Brasilien; id. p. 162. —
Bulimus (Scop.) Humbloti n. Madagaskar; Mabille (2) p. 127;
— herculeus n. ibid., id. p. 182.
Caecilianella (Bourg.) Barbozae n. Algarve; Maltzan (1) p. 26;
— (Terebrella n.) Clessini n. ibid., id. p. 27; — binodosa n. ibid., id.
p. 27; — lauta (Acicula) n. Mte. Argentaro, Toscana; Paulucci
p. 46 t. 2 f. 4; — Soleilleti n. Schoa; Bourguignat (2) p. 22 f. 10.
Rhaphidiella n. subg., keulenförmig mit langsam zunehmenden
Windungen, eckiger Mündung und gezahnter Spindel; Typus Caec.
Barbozae n.; Maltzan (1) p. 26.
Terebrella n. subg., durch zwei Knötchen auf der Spindel aus-
gezeichnet; Maltzan (1) p. 27.
Clausilia (Drp.) clandestina var. trisuturalis n. Thessalien;
Böttger (3) p. 60; — saxicola var. Thessala n. Pelion; id. p. 60; —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 435
(Albinaria) Haiissknechti n. ibid., id. p. 61 t. 2 f. 6; — bicristata var
Piudica n. ibid., id. p. 62; - dipolauchen var. multistriata n. Küste
der Krim; Retowski p. 37; — (Euxina) siibaggesta n. ibid., id.
p. 37 t. 1 f. 4; — (Eux.) pontica n. ibid., id. p. 39 t. 1 f. 5; — (Eux.)
laevestriata n. ibid., id. p. 40 1. 1 f. 2; — dolium Cless. = persica
Bttg. , id. p. 36; — (Üligoptychia) Amaliae n. Adana, Kleinasien;
Böttger (5) p. 81 ; — (Pseudonenia) pallidocincta n. Hunan; Möllen-
dorff (1) p. 198 t. 6 f. 7; — (Ps.) breviplica n. Bodmig, Prov. Hubei,
China; id. p. 199; — gigas n. abg. t. 6 f. 8; — pnrpurascens n. Ba-
duüg; id. p. 201 t.6 f. 9; — Laurentiana n. abg. t.6 f. 10; — francis-
cana n. f. 11; — Laurae n. Foggia, Apulien; Adami p. 223 f. 10—12;
— Paroliniana v. intermedia n. Oliero, Oberitalien; id. p. 225; —
plicatula v. latecostata n. Yal Cismon, ibid., id. p. 226; — inversa n.
p. 296; — infecta n. p.297; — margaritacea n. p.297; — aprivora n.
p.298; — vnlpina n. p. 298; — snccinea n. p.298; — labiosa n. p. 299;
— indurata n. p. 299; — siderea n. p. 299; — binaria n. p. 300; —
bucciuella n. p. 300; — clavulus n. p. 301; — cylindrella p. 301; —
constellata n. p. 301; — sämmtlich aus Innerchina; Heude; —
(Siciliaria) Benoiti n. =proxima Ben. nee Wald., Palermo; Platania,
p. 86; — (Albinaria) Degregorii n. Malta, id. p. 87; — Queyrasiana
n., hypochra n., jurensis n., provincialis n., andusiensis n. Frankreich;
Coutagne; — catalonica n. , clavorsiana n. Catalonien; Fagot (5).
Cochlostyla (Fer.) Quadrasi n. p. 154 t. 8 f. 3; — Graellsi n.
p. 155 t. 8 f. 5; Philippinen; Hidalgo (2): — Cossmanniana n. ibid.,
Crosse (4) p. 156 t. 8 f. 6.
Coelocentrum (Crosse) clathratum n. Guatemala; Marteus (4)
p. 161.
Coelospira n. subg. für Hei. Macneilli Crosse; Ancey (9). Der
Name schon vergeben.
Coliolus n. subg. Helicis, t. elevato-conica, polygyra, anfr. setigeris
oblique costulatis, apice obtuso, mamillari basi depressa, peristomate
marginibus callo junctis. — Zunächst vielleicht mit Trochomorphoides
Nev. verwandt, doch auch davon weit verschieden. Typus Hei ix
Arfakiensis n. von Neu-Guinea; Tapparone p. 131.
Cylindrella (Pfr.) Bourguignatiana n. Honduras , A n c e y (8)
p. 213; — pulchella n. Guatemala; Marte^is (4) p. 101.
Fauxellus nom. nov. für Paula Ad.; Ancey (5).
Ferrusacia (Risso) gravida n. Yar; Florence.
Geostilbia, (Crosse) Blandiana, Para, abgebildet Crosse (3)
t. 1 f. 4.
Garnieria (Bourg). Über diese Gruppe und ihr Verhältniss zu
Clausilia cfr. Möllendorff p. 207.
CG*
436 I)i'- W. Kobelt: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen
Helix (L.).
PalaearctiSChes Gebiet. (Xerophila) Montandoni n. Dobrudscha;
Clessin (1) p. 51; — trizona var, Dobrudschae n. ibid , id. p. 54; —
(Jacosta) Milachewitscbi n. Krim; Eetowski (l)p. 82; — (Campylaea)
Walteri n. Süddalmatien ; B ö 1 1 g e r (2) p. 37 t. 2 f. 1; — (Carthus.)
Haussknechti n. Pindusgebirge; Derselbe (3) p. 53 t. 2 f. 4; — (Camp.)
Pindica n. ibid., id. p. 54 t. 2 f. 3; — (Camp.) cboristochila n. ibid., id.
p. 55 t. 2 f. 5; — pomatia var. thessalica n. ibid., id. p. 56; — (Xerophila)
Strucki n. Algarve; Maltzan(l) p. 26; — (Trichia) densecostulata
n. Strand der Krim; Betowski p. 23 t. 1 f. 13; — (Xerophila)
nummuliformis n. ibid. id. p. 25 1. 1 f. 7. — (Fruticocampylaea) phaeolaema
n. Schahdagh im Caucasus; Böttger (4) p. 137 t. 3 f. 4; — planospira
V. occulta n. Mte. Argentaro, Toscana; Paulucci p. 20 t. 1 f. 4; —
(Iberus) Argentarolae n. Argentarola ibid., id. p. 22 t. 1 f. 5, — (Ib.)
Forsythi n. ibid., id. p. 23 t. 2 f. 1; — var. orta n. ibid., id. p. 24 t. 2
f. 2; — (Ib.) saxetana n. ibid., id. p. 25 t. 2 f. 3; — (Jacosta) Hamudae
n. Tunisien; Kobelt (4) p. 101; — (Macularia) Duroi n. Saharaküste;
Hidalgo (1) p. 152 t .8 f. 1; — (Helicogena) Eaddei n. Talyschgebiet;
Böttger (10) p. 295 t. 2 f. 6; — (Trichia) Vagienna n. Piemont,
21 — 2500m; Pollonera p. 3; — (Campylaea) flavovirens var.
monozonata n. ibid., id. p.4; — (Camp.) planospira v. illasyana n. Valle
d'lllasi, Oberitalien ; A d a m i p. 208 ; — cingulata v. Pinii n. und
v.incerta u. Oberitalien, id. p. 209; — colubrinav.medoacensis n.Rivalte
Vicentino; id. p. 212; — (Camp.) Nicolisiana n. Vicentino; id. p. 214
f. 4—6; — (Xerophila) Bonaldai n. Brixen; id. p. 216 f. 7 — 9; — pomatia
V. Lagarinae, Trentiuo; id. p. 219. — (Carthusiana) daphnica n. und
V. flavida n., Castelbuono , Sicilien; Platania p. 83; — hiberna v.
vulcanica n. Etna, id. p. 85; — Olivieri v. rufescens n. Agnone,
Syrakus; id. p. 86; — (Pomatia) Uthicensis n. Bourg. mss. p. 35; —
(Macul.) acatergastra p. 39; — (M.) speiratropa n. p. 40; — (M.)
euglyptolena p, 41 (= Dupotetiana var. rugosa Kobelt Iconogr. f. 64);
— (M.) Brevieri. n. p. 44; — (M.) Bouthyana n. p.49; — (M.) Parisotiona
n. Bourg. mss. p.50; — (M.) Hermieri n. Bourg. mss. p. 51; — (M.)propeda
n. Bourg. mss. p. 67; — (M.) charieffa n. p. 67; — (M.) Seguyana
n. p. 69; — (M.) Doubleti n. p. 76; — (M.) anoterodon n. p. 82; —
(M.) alabastra n. p. 83; — (M.) broclia n. Bourg. mss. p. 90; — (M.)
dicallistodon n. Bourg. mss, p. 91; — Miloni n. p. 110; — Sollieri n.
p. 112, sämmtlich aus Nordafrika; Pechaud; — oppidi n. p. 273 und
transfuga n. p. 275, Pyrenäen; Fagot (4); — (Trichia) Kusmici n.
Dalmatien; Clessin (2) p. 51; — Chiae n. Fagot mss. und Martoreri
n. Fagot mss.; Catalonien; Chia; — idiophya n. Var; Florence;
— ripacurcica n. Catalonien; Bofill; — Bofilliana n., carascalopsis
n., salaunica n. , monistroliensis n. Catalonien; Fagot (5); — soc-
caliana n. Corfu; Letourneux.
China. Franciscanorum n. Pe-shang, Hunan; Gredler (1) p. 2;
— Gerlachi var. hmiaucola n. Hunan; id. p. 4; — Hupeana n. Hupe;
im Gebiete der MaJakologie wähi'eiul des Jahres 1886. 437
id. p. 5; — (Pseudobuliminus n.) doliolum n. Pa-tong, Hupe; id. p. 7; —
Pinchoniana n., buema n., mellita n. p. 213, mellitiila n., permellita
n., oithoeheilis n. p. 214, Samara n., bicallosiila n. p. 215; Heiule; —
(Plectopylis) lamiiiifera MöU abgeb. Möllendorff t 6 f. 1; — scbistop-
tychia u. Himaii, id. p. 185 t. 6 f. 2; — (Gouost.) diplomphala abg". ib.
t. 6 f. 3; — (Gou.) binodata n. ibid., id. p. 191 t. 6 f. 4; — (Medodontia
n. subg.) hemipleuris ibid., abg. t. 6 f. 5; — lepidostola v. trochospira
n. Hubei; id. p. 194; — (Satsiima) raicrotrochus n. Gui-dshou, id. p. 195
t. 6 f. 6; — taivaiiica nora. nov. für Biüimus incertus Pfr., id. p. 197.
Südafrika. (Dorcasia) Alexandri var. minor 11. Kalahari ; B ö 1 1 g e r
(6) p. 22 t. 2 f. 1.
Ostafrika. Hericourtiana n.Schoa ; B 0 u r g lü g n a t (2) p.lO f.8, 9. —
Bladagascar. (Ampelita) galactostomella u., gaudeusu.. campelica
n., paropta n., subfunebris n., gaudiella n. Madagaskar ; Mabille (2). —
Ganaren. Ahmarina ü. Bourg. mss., Gran Canaria, Marocco;
Mabille p. 234 t 16 f. 16; [lactea var.J; — Jacqueraetana n. ibid., id.
p. 236, [lactea var.]; — Ledrui n. ibid., id. p. 239 t. 18 f. 15; —
Barckeriana 11. ibid., id. p. 241 t. 18 f. 22; — cacopista n. ibid., id.
p. 242 t. 16 f. 1; — subgravida 11. Tenerife; id. p. 244 t. 18 f. 16; —
cateiicta n. Gran Canaria-. id. p. 245 1. 15 f.3; — tliaumalea n.Lanzarote;
Fuerta Ventura ; id.p. 247 1. 16 f.3; — bathycampa n. Fuertaventura ; id.
p. 248 t. 15 f. 1; — embritha n. Gran Canaria; id.p. 249; — baja
n. ibid. id. p. 253 t. 18 f. 6: — crypsidoma n. ibid.; id. p. 254 t. 18 f. 14;
— stulta n. ibid., id. p. 255 t. 18 f. 3; — atavorura n. ibid., id. p. 256
t. 16 f. 15; — glyceia n. Tenerife; id. p. 260 t. 18 f. 18; — empeda
n. Gran Canaria; id. p. 261 t. 18 f. 7; — Justini n. (= Poirieri Mab.
olim nee Tappar.) Tenerife; id. p. 264 t. 18 f. 4; — Perrieri n. ibid.,
id. p. 266 t. 18 f. 1; — Verneaui n. ibid., id. p. 267 t. 18 f. 2; — caco-
plasta n. ibid., id. p. 268 t. 18 f. 13; — callipona n. ibid., id. p. 269
t. 18 f. 8; — hedeia n. ibid., id. p. 270 t. 16 f. 2; — thoryna n. ibid.,
id. p. 272 t. 17 f. 15; — heligaia n. ibid., id. p. 274 t. 18 f. 17; —
idryta n. ibid., id. p. 275 t. 18 f. 9; — hedouica n.ibid., id. p. 276 t. 18
f. 10; — eardiobola n. ibid., id. p, 277 t. 18 f. 21; — evergasta n.
ibid., id. p. 278 t. 17 f. 1; — ethelema n. Gran Canaria; id. p. 280
t. 16 f. 14; — agaetana n. ibid., id. p. 281 t. 17 f. 3; — galdarica n.
ibid., id. p. 282 t. 16 f. 17. —
Hinterindien. Dorri n. Hue Annam; Wattebled p. 56 t. 4 f. 1
— Hueensis n. ibid. id. p. 57 t. 4 f. 3; — Fouresi n. Cambodscha
Morlet (1) p. 74; — Jourdyi n. Tonkin; Derselbe (2) p. 75, (4
t. 12 f. 3; — (Trachia) Balansai n. ibid., Morlet (4) p. 270 t. 12 f. 4
— (Plectopylis) Schlumbergeri n. ibid., id. p. 272 t. 12 f. 2.
Neu -Guinea. — Gerrardi var. obtecta n. Südcap; Reinhardt (2)
p.59. — (Coliolus n.) Arfakiensis n. Arfakberge, Tapparone p. 131 1. 1
f. 21 ; — (Papuina) rhynchonella n. Jobi in der Geeivinkbai ; id. p. 134;
438 Dl'- W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Leonardin.ibid.id.p,136; -- (Chloritis)Maforensisn.Mafor, Geelvinkbai,
d. p. 130 t. 1 f. 1—3; — (Papnina) Gorenduensis n. Maclayküste ;
Brazier (1) p. 841; — (P.) Maclayensis n. ibid., id. p. 840.
Nordamerika. (Triodopsis) Sanburni n. (Tr.) Harfordiana n. und
(Tr.) Hemphilli n. Idaho; Binney.
Synonymisches. — Tabuensis nom. nov. für patruelis Ad. nee
Ad. et Angas; Ancey (4) p. 293; — Spinelliana nom. nov. für
Blanci Pollon. ; — arvensis var. tanrinensis Poll. = lamalouensis Reyn.,
Pollonera p. 3; — Moiissoniana nom. nov. für Adonis Mousson nee
Angas; Mabille p. 233; — iisurpans nom. nov. für torrefacta Lowe ;
Purtado (4) p. 86 [überflüssig, da Hei. torrefacta Ad. eine Sagda ist].
Hypselostoma (Benson) Crossei n. Tonkin; Mo riet (4) p. 275
t. 12 f. 5.
Limicolaria (Sclnim.) d'Hericourtiana n. Schoa; Bourguignat
(2) p. 15 f. 20; — Choana n. (= Henglini var. B. Martens) ibid., id,
ip. 17; — pyramidalis n. ibid., id. p. 17 f. 23; — Chefneuxi n. ibid.
id. p. 18 f. 22; — glandinopsis n. ibid., id. p. 19 f. 21; — Soleilleti
n. ibid., id. p. 22; — Bellamyi n. Senegal; Jousseaiime p. 471 1. 12
f. 1 ; — Hyadesi n. ibid., id. p. 475 t. 12 f. 2.
Mabiliella n. gen. für Bulimus notabilis Smith; Ancey (2) p. 231.
Microstele n. sect. Pupae für P. Noltei n. Kalahari; Böttger
(6) p. 25.
Placostylus (Beck) Savesi n. Neu-Caledonien; Crosse (5) p. 163
t. 7 f. 3.
Plectopylis (Bens.). Möllendorff zählt 14 sp. dieser Gruppe,
die er als Gattung auffasst, aus China auf.
Pupa (Drp.) pulchra var. bilabiata n. Küste der Krim; Re-
towski p. 35 t. 1 f. 12; — (Charadrobia) superstructa var. unibasalis
n. Suanetien; Böttger (4) p. 149 t. 3 f. 5; — (Microstele n.) Noltei
n. Kalahari; Böttger (6) p. 25 t. 2 f. 4; — pagodula v. Lederi n.
Talyschgebiet; Böttger (10) p. 305 t. 3 f. 8; — avenacca v. pliculata
n. Valle d'Jlasi, Verona; Adami p. 221; — granum v. meridionalis
n. Apulien; id. p. 222; — Bofilli n., montserratica n. Catalonien;
Pagot (5) 189; — lilietensis n., catalonica n., pulchella n., derotensis
n., Catalonien; Bofill.
Succineidae.
Succinea (Drp.) Meneliki n., Chefneuxi n., Soleilleti n. Schoa;
Bourguignat (2) p. 8. 9. 10; — Bofilli n. Catalonien, Pagot (5)
P. 171. — ,
B. Basommatophora.
Auriculacea.
Pythia (Link) propinqua n. West - Neuguinea ; Tapparone
p. 158 t. 1 f. 13; — latidentata n. Katen, Südküste von Neuguinea;
id. p. 160 1. 1 f. 14. 15; — obscura n. Mafora, Geelvinkbai; id. p. 162
t. 1 f. 12.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 439
Limnaeidae.
Amphipeplea (Nilss.) Queeiislandica n., QiieensLand ; Clessin
(3) p. 405 t. 53 f. 2 = involuta Mouss. - [Die Namensänderung im-
nöthig da Limnaea involuta Harvey keine Amphipeplea ist]
Limnaea iDrp.) anuamitica Hue, Annam; Wattebled p. 57
t. 4 14; — palustris var. angulata n. England; Cockerell (6) p. 45;
— amicularia var. Coreana n. Korea; Martens (1) p. 80; — atki-
nensis n. Dali mss., Aleuten; Clessin (5) p. 390 t. 53 f. 11; — auri-
formis n. Indien; id. p. 391 t. 53 f. 12; — Chefouensis n. China; id.
p, 391 t 55 f. 6; — Heudei n. ibid., id. p. 394 t. 55 f. 10; - Mollen-
dorffianus n. ibid., id. p. 394 t. 55 f. 5; — Mighelsianus nom. nov. für
ampla Migh. nee Stud.; — stagnalis v. violacea n. Trentino; Adami
p. 231; — Gravieri n., Schoa; Bourguignat (2) p. 23 f. 6; —
Soleilleti n. ibid., id. p. 24 f. 7; — prisca n. Schweden, subfossil,
AVesterlund (2) p. 36; — (Radix) Utahensis n. Utah; Call (3); —
contracta n. Currier mss., Michigan; de Camp p. 14 t. 1 f. 1.
Physa (Drp.) Novae - Guineae n. Neuguinea; Clessin (3) p. 335
t.47 f. 3; — Tapparoniana n.ibid., id. p.337 t. 47 f. 6; — moderata n,
Tahiti; id. p. 338 t. 47 f. 12; — (Isidora) crystallina n. Morelet mss.,
Angola ; id. p. 338 t. 47 f. 7 ; — Peasei n. Sandwichsinseln ; id. p. 339
t. 47 f. 8; — nitidula u. Honduras; id. p. 339 t. 47 f. 9; — Moreletiana
n. Sandwichs-Inseln; id. p. 341 t. 48 f.3; — naticoidesn ibid., id. p. 341
t.48 f.5; — Sandwichensis n. ibid., id. p. 342 t. 48 f. 7; — lacustris n.
Centralamerika ; id. p. 344 t. 48 f. 9; — Albertisi n. Neuguinea; id.
p. 347 t. 49 f. 2. — Semperi n. Philippinen ; id. p. 348 t. 49 f. 6 ; —
speculosa n. Morelet mss. Campeche ; id. p. 349 t, 49 f. 5 ; — Rohlfsi
n. Tschadsee ; id. p. 349 t. 49 f. 6 ; — Celebensis n. Martens mss.,
Celebes; id. p. 350 t. 49 f. 8; — Hildebrandti n. Madagaskar; id. p. 351
t. 47 f. 12; — Polakowskii n. Guatemala; id. p. 352 t. 49 f. 12; —
tortuosa n. Neusiidwales, id. p. 360 t. 51 f. 1; — conica n. Südaustralien;
id. p. 360 t. 51 f. 3; — multisp.rata n. Neusüdwales, id. p. 361 t. 51
f. 4. — Waterhousei n. Südaustralien; id. p.361 1. 51 f. 6; — Zanzebarica
n. Sansibar, id. p. 362 t. 51 f. 5; — Aschersoni n. Oase Dachel, id.
p.362 t.51 f. 2; — Lincolnensis n. Port Lincoln; id. p. 363 t. 51 f. 7; —
flavida n. Sandwichsinseln; id. p. 364 t. 51 f. 9; — cingulata n. Süd-
australien; id. p. 364 t. 51 f. 8 ; — Mosambiquensis n. Mosambique;
id. p. 366 t. 54 f. 1; — Chilensis n., Chile; id. p. 369 t. 54 f. 3; —
contortula n. Australien; id. p. 369 t. 54 f. 6; — Kreftii n. Neusüd wales,
id. p. 370 t. 54 f. 12; mediana n. Per. mss., Lima; id p. 370 t. 54 f. 10;
— Hartmanni u. Havaii; id. p. 371 t. 54 f. 9; — Tennisoni n. Neu-
seeland, id. p. 371 t. 52 f. 11; — Novae Seelandiae n. ibid., id. p. 372
t. 54 f. 7.
(Aplexa) bullula n., (A) tapuuensis n., (Ph.) Boucardi n., Strebeli
n., tehuantepecensis n., Centralamerika; Crosse et Fischer.
Die Clessin'sche Momographie enthält 264 sp.
440 Dl'- W. Kobelt: Ber. üb. die wissen seh. Leistungen
Ancey(5) ziehlt den Gattungen Pyrgophysa Crosse und Glyp-
tophysa Crosse zu Grünsten von Isidora Ehrbg. und Ameria Adams
ein und errichtet für Ph. scalaris Jay eine neue Untergattung
Thomsonia.
Ph. Craveni nom. nov. für Ph. lirata Craven nee Tristr., Binneyana
für diaphana Tryon nee Dkr., carinifera für scalaris Jay necKrauss;
Ancey(5) p. 358.
Physopsis (Krauss) Soleilleti n. Schoa; Bourguignat (2) p. 25
f. 11; — Meneliki n. Soleillet mss., ibid., id. p. 25,
Planorbis (Guett.) polaris n. Nordnorwegen; EsmarketHoyer
p. 115; — (Hippeutis) distinctus n. Süd-Hunan, China; Gredler (1)
p. 15; — borealis v. angigyrus n und frigidus n. Nordscandinavien ;
Westerlund (2) p. 80; — ancylus n. Tirol, id. p, 83; — thermalis
n. Kärnten, id. p. 83; — ancylostomus n. , Belizensis n., Sumichrasti
n. und Yzabalensis n. Central - Amerika ; Crosse et Fischer; —
Sampsoni n. Missouri, Ancey mss. in Sampson.
Onchidiidae.
Onchidium (Lam.) Chameleon n. Polynesien; Brazier (1) p. 729.
d. Lamellibranchiata.
Fischer (4) zerfällt die Acephaleu in zwei Hauptgruppen,
Tetrabranchia mit vier Kiemen und Dibranchia mit zwei; jede zer-
fällt wieder in Inappendiculata und Appendiculata, je nachdem die
äusseren Kiemen hinten einen Anhang haben oder nicht. Zu den
Tetrabranchia gehören die Ostreacea, Pectinacea, Arcacea und Sub-
mytilacea, zu denen auch die Najadeen gerechnet werden; Mono-
myarier und Dimyarier sind in diesen neuen Abtheilungen durch-
einander gemischt.
Pholadidae.
Xylophaga (Turton) abyssorum n. Westindien ; Dali p.317 t. 9 f. 7.
Clavagellidae.
Tiria n. subg, für Cl. aperta Sow. und pluta de Gregorio n. =:
melitensis Weinkauff nee Brod., ausgezeichnet durch den Mangel eines
abgegrenzten Tubus; die Röhre ist elliptisch, kurz und zusammen-
gedrückt; de Gregorio (2) p. 263.
Myidae.
Mya (L.) elongata n. Westküste von Frankreich; Locard (1)
p. 586.
Corbulidae.
Corbula (Lam.) curta n, französische Küsten; Locard (1) p. 588.
Anatinidae.
Asthenothaerus (Carp.) Hemphillii n. Westindien; Dali p. 308.
Bushia n. subg. Astenothaeri , ungleichschalig, ungleichseitig,
hinten abgestutzt, doch nicht klaffend, porcellanartig, das Schloss un-
im Gebiete der Malakologie während des Jnlires 188(), 441
gezahnt, aber mit einem U-förmigen Ossiculum; ein starkes äusseres
Band; Dali p. 309; — elegans n. Westindien, id. j). 310.
Eucharis (Recluz) caledonica n. Neiicaledonien; Fischer (2)
p. 200 t. 11 f. 1. Der Autor zählt 10 sp. lebend und 2 sp. fossil auf.
Tliracia (Leach) crassa u. Jan Mayen; Becher p. 5 t. 6 f. 1; —
Stimpsoni n. Westindien; Dali p. 307.
Poromyidae.
Poromya (Forbes). — Cetoconcha n. subg. mit fast ganz äusser-
lichem Knorpel, verkümmerten Grübchen, fast obsoletem äusserem
Band, die Zähne verkümmert bis auf den Hauptzahn der linken Klappe ;
Dali p. 280; — albida n. p. 282; — elongata n. p 283; — margarita
n. p. 284, alle Westindien.
Cuspidariidae.
Myonera (Dali et Smith) laticella n. Westindien; Dali p. 805. —
Tellinidae.
Teilina (L.) neustriaea n. Westküste von Frankreich; Locard
(1) p. 594.
? Asbjoernsenia n. gen. für Asb. striata n. klein, durchsichtig,
in der rechten Schale ein einfacher centraler Hauptzahn, in der linken
ein doppelter mit kleinem Nebenzahn; Tiefwasser des nördlichen
Eismeeres; Friele p. 36 t. 12 f. 14. —
Veneridae.
Cytherea i Lam. ) ( Veneriglossa) vesica n. Westindien ; D a 1 1 p. 275. —
Dosinia (Scop.) Rissoiana n. Mittelmeer; Locard (1) p. 594; —
inflata n. ibid., id. p. 594,
Tapes (Mühlf.) extensus n. Mittelmeer; Locard (1) p. 595; —
reconditus n. ibid., id. p. 596; — Derselbe (2) hat die Tapes der
französischen Küsten monographisch bearbeitet und unterseheidet
unter Wiederherstellung aller Lamarck'scher Arten 26 sp., von denen
19 abgebildet werden. Die neuen Arten sind : pullicenus n. p. 259
t. 7 f. 4; — Mabillei n. p. 270 t. 7 f. 5 (= texturatus Hid. t. 47 f. 1,
3 — 7, nee Lam.); — nitidosus n. p. 272; == texturatus Hid. t. 46a
f. 1, 5, 6); — rostratus n. p. 274 t. 7 f."^8; — Grangeri n. p. 276
t. 7 f. 7; — Rochebrunei n. p. 278 t. 8 f. 5; — Bourguiguati n. p. 285
t. 8 f. 9 ; - anthemodus n. p. 290 t. 8 f. 4 (= floridus Hidalgo t 45.
f. 2, 3, 5, 12 ; -- lucens n. p. 298 (= nitens Phil, nee Turton) ; — retor-
tus n. p 304 t. 8 f. 10 (= aureus var. Hidalgo t. 45 a f. 4); — Ser-
vaini n. p. 309 t. 8 f. 1; — lepidulus n. p. 317 t. 8 f. 11 (= virgineus
Forbes, Jeffreys). —
Venerupis (Lam.) Quadrasi n. Philippinen; Hidalgo (2) p. 155
t. 8 f. 8. ~
442 ßi'- W. Kobelt: ßer. üb. die wissenscli. Leistungen
Cyrenidae.
Corbicula (Mühlf.) Annamitica n. Hue, Annam; Wattebled
1). 69 t. 5 f. 3; — Souverbiana n. ibid., Cochinchina; id. p. 70 t. 5 f. 4;
— Tonkiniana n. Tonkin, Morlet (4) p. 292 t. 14 f. 5; — Bandoni
n. ibid., id. p. 293 t. 14 f. 6; — Petiti n. Clessin mss., Cambodja, id.
p. 294; — Soleilleti n, Schoa; Bourguignat (2) p. 36; — callipyga
n. ibid., id. p. 87. — G-ravieriana n. ibid., id. p. 38 ; — Tongkinensis
n. Tongkin; Clessin (4) p. 68 t. 2 f. 1; — flava n. ? id. p. 68 t. 2
f. 2; — pisidioides n. Borneo; id.p.69 t.2 f. 4; — Nevilli n.Assam; id.
p. 70 t. 2 f. 5; — Petiti n. Cochinchina; id. p. 71 t. 2 f. 6; — tenuis
n. ibid., id. p. 72 t. 2 f. 7; — cochinchinensis n. ibid., id. p. 73 t. 2 f. 8;
— Jullieniana n. ibid., id. p. 73 t. 3 f. 1 ; — solida u. Ceylon, id. p. 76
t. 3 14; — subnitens n. ibid.? id. p. 77 t. 3 f. 5; — Huttoniana n.
Ahundabad, Vorderindien; id. p. 77 t. 3 f. 6; — Suniatranan. Sumatra;
id. p. 78 t. 3 f. 7; — Verbecki n. ibid , id. p. 79 t. 3 f. 8; — obtrun-
cata n. , adunca n., gentiliana n., bezauriana n., foukiensis n, astro-
nomica n.. Cordieriana n., bicolor u., leleciana n., diminuta n., aquilina
n., uucinulata n., Colombeliana n., vicina n., cornica n.. porcellanea n.,
concinna n., ingloriosa n., gravis u., indigotina n., Rathouisiana n.,
Derbrixiana n. , Fenouilliana n., scholastica n., montana n., cheniana
n., gryphaea n., polychromatica n., lapicida n., portentosa n., ignobilis
n., bilineata n., Grilloana n. , papyracea n. , cantatoris n., sphaerica
n., ferruginea n., iridinea n., praeterita n, aurea n., presseplicata n.,
squalida n., variegata n., subquadrata n., iodina n., fluitans n., borealis
n., Soriniana n., Delavayana n, sänmitlich aus China; Heude (1).
Batissa (Gray) Finschi n. Neu-Guinea; Reinhardt (2) p. 61;
— angulata n. ibid., id p. 62. —
Sphaeriidae.
Soleilletia Bourg n. g., pisidienartig, aber mit einem Schloss wie
Galatea, ohne Seitenzähne, Vielehe durch längliche Anschwellungen
ersetzt v^erden, in der rechten Klappe mit einem Hauptzahn, in der
linken mit zwei; — Abbadiana n. und Hamyana n. Schoa; Bour-
guignat (2) p. 34, 35.
Sphaerium (Scop.) Uintaense n. Lake Uinta, Utah; Call (3).
Pisidium (C. Pfr.) Lilljeborgi n. Clessin mss., Nordnorwegen;
Esmark & Hoyer p. 119; — Hoyeri n. id. mss. ibid., id. p. 120; —
Piattii n. G-ardasee bei Sermione; Adami p. 232.
Cardiidae.
Cardium (L.) obtritum n. Westküste von Frankreich; Locard
1) p. 598; — ceramidiim n. Westindien; Dali p. 269 t. 4 f. 6.
Isocardiidae.
Isocardia (Lam.) (Meiocardia Ad.) Agasizzii n. Westindien;
Dali p. 271.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 443
Callocardia (Ad.) — Yesicomya n. subg. , zunächst mit Meio-
cardia verwandt, aber ohne Seitenzähne, die Lunula mit einer Furche
umzogen; Dali p. 272; — venusta n. Westindien, id. p. 274.
Chamidae.
Chama (Brug.) hictuca n. Westindien; Dali p. 2(58.
Lucinidae.
Lucina (Brug.) sorabrerensis n.. leucocyma n., sagrinata n. West-
indieu; Dali p. 264.
Cryptodon (Turton) pyriformis n, Yucatanstrasse, 6— 7U0Faden;
Dali p. 267.
Laseidae.
Cyamium (Phil.). - Smith (2) verficht die Verschiedenheit
dieser Gattung, welche ein inneres und ein äusseres Band besitzt,
von Turtonia Aid., deren Band nur äusserlich ist.
Astartidae.
Astarte (Sow.) Smithii n. Westindien; Dali p. 259 t. 7 f. 5.
Crassatellidae.
Crassatella (Lam.) Löbbeckei n? Kobelt in Löbbecke et Ko-
belt p. 18 t. 2 f. 6, t. 5 f. 5; — simplex n. ? id. p. 24 t. 7 f. 10; —
sublamellata n. Japan; iid. p. 25 t. 7 f. 11; — Adamsii nom. nov. für
compressa Ad. et Rve. , nee Lam.; — acuminata n. Singapore; iid.
p. 29 t. 8 f. 7; — fuscan. Senegambien; iid. p. 30 t. 8 f. 8; — fulvida
n. Angas mss. Port Jackson ; iid. p. 36 t. 9 f. 7.
Carditidae.
Cardita (Brug.) laxa n. Mittelmeer; Locard (1) p. 598.
Aetheriidae.
Aetheria (Caill.) Bourguignati n. Congo; Roche brune p. 14.
Najadeae.
Anodonta (Lam.) Jourdyi n. Tonkin; Morlet (2) p. 76 (4) t. 15
f. 1; — Ambrosiana n. Toblinosee, Oberitalien; Adami p. 250 f. 30:
— Cobelliana n. Lago di Cavedino, Trentiuo; id. p. 252; — var
toblinica n. Toblinosee, id. p. 254; — Strobeliana n. Levico, Trentiuo
id. p. 255; var. medoacensis n. Lago di Calgonazzo, Brentathal; id,
p. 257; — Zenii n. Pomarolo, Trentiuo; id. p. 258 f. 28; — Henriquesi
ü. Silva e Castro p. 123; — subregularis n. id. p. 127; — Giraldesi
n. id. p. 130; — Bocageana n. id. p. 138; — Rosai n. id. p. 148, alle
aus dem Gebiet des Mondego in Portugal. — Kobelt (7) bildet zum
444 Dl" W. Kobelt: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
erstenmal ab: alseria Drouet f. 290; — longirostris Drouet f. 301; —
utinensis Drouet f. 302 ; — cristata Drouet f. 303 ; — scapulosa Drouet
f. 304 ; — Romana Drouet f. 305 ; -— leprosa Parr. f. 306.
Grandidieria (Bourg.) Anceyi n. p. 15; — insignis n. Ancey mss.,
p. 16; — Hauttecoeuri n. p. 17; — Locardiana u. p. 18, Tanganyika;
Bourguignat (1). Der Autor zählt bereits 21 sp. aus dem Tan-
ganyika auf.
Margaritana (Schum.) Freytagi n. Westerwald; Kobelt (6) p. 88;
id. (8) p. 100 t. 8 f. 1—4. —
Pharaonia (Bgt.) Bellamyi n. oberer Senegal; Jousseaume
p. 486 t. 12 f. 7; — Bourguignati n. Congo; Roche brune p, 13.
Pteranodon n. subg. für Anodonta magnifica Lea; Fischer (4)
p. 1003.
Reneus n. gen. für kleine afrikanische Arten, Typus, R. reneus
n. Senegal; Jousseaume p, 481 t. 12 f. 4; — Faidherbei n. ibid.,
id. p. 483 t. 12 f. 5; — fouladongonensis n. ibid., id. p. 486 1. 12 f. 6. —
Spatha (Caillaud) Bourguignati n. Ancey mss., Ukerewe; Bour-
guignat (1) p. 12; — Bellamyi n. oberer Senegal. Jousseaume
p. 491 t. 13 f. 2; — Renei n. ibid., id. p. 492 t. 13 f. 3; — Rochebrunei
n. ibid., id. p. 494 t. 14 f. 1 ; — Mabillei n. ibid., id. p. 495 t. 14 f. 2;
— tristis n. ibid. id. p. 496 t. 14 f. 3; — corneola n. Congo; Roche-
brune p. 9.
Spathella (Bourg.) Protchei n. Congo; Rochebrunep. 8; —
Adansoni n. oberer Senegal; Jousseaume p. 498 t. 14 f. 4. —
Unio (Retz.) Dorri n. Hue, Annam; Wattebled p. 71 1. 5 f. 5;
— Jourdyi n. Tonkin; Morlet (2) p. 76; — Micheloti n. ibid., id. p. 77;
— Heldreichi n. Thessalien; Böttger (3) p. 71; — Coreanus n. Korea;
M a r t e n s (1) p. 78; — Popenoi n. Kansas; Call (2) p. 48 t. 1. —
rhenanus n. Rheingau; Kobelt (8) p. 98 t. 5 f. 4; — Kochii n. Nister,
id. 99 t. 6 f. 1; — (Hyridella) Hygapanus n. p. 26 t. 2 f. 5; — (H)
fissidensn. p. 27t. 6. 7; Becken des Hygap inderKalahari; Böttger (6);
— Bourguignatianus n. Oglio, Oberitalien; Adami p.234 f. 13. 14; —
athesinus n. Etsch; id. p. 236 f. 16. 17; — Piccinellii n. Bergamo; id.
id. p. 239 f. 18. 19. — Tommasii n. Mantovano; id. p. 241 f. 20. 21; —
Christophori n. Levici-See, Trentino ; id. p. 242 f. 24. 25. - Gredleri
n. Caldonazzo-See, ibid., id. p. 245 122; — Ruffonii n. Conegliano
bei Treviso, id. p. 248 f. 26. 27. — Kobelt (7) bildet zum erstenmal
ab: croaticus Drouet f. 269; — decipiens Drouet nee Ziegler f. 270;
— Graudioni Drouet f. 271; — striatulus Drouet f. 272; — nitidosus
Drouet f. 273 ; — truucatulus Drouet f. 274 ; — neocomieusis Drouet
f. 276; — mingrelicus Drouet f. 277; — Stepanoffi Drouet f. 278; —
Sieversi Drouet f. 279; — Raddei Drouet f. 282; var. Koutaisiana n,
1283; — colchicus Drouet 1 284; — araxeuus Drouet 1 285; —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886. 445
subtilis Drouet f. 287; - Paucici Drouet f. 288; — jonicus Drouet f. 289;
— athesiuus Adami f. 299; — Ruffonii Adami f. 300; — Soleilleti n.
Schoa; Bourguignat (2) p. 39; — Ilqui 11. ibid., id. p. 40; — Meneliki
n. Soleillet mss., ibid,, id. p. 41; — Hamyanus 11. ibid., id. p. 42; —
Alfierianus n. ibid , id. p. 43 ; — calathus n. Tanganyika ; B 0 11 r g u i gn a t { 1)
p. 23; — Joiiberti n. p. 8, — Charbonnieri n. p. 9; — Moineti n. p. 11 ;
— Coulboisi n. p. 12; — Bridouxi n. p. 13; — Lavigerianus n. p. 14;
— Gmllemeti n. p. 15; — Dromauxi n. p. 17; — Vinckei n. p. 18;
— Josseti n. p. 19; — Menardi 11. p. 20; — Visseri n. p. 21; —
Raiidabeli n. p. 22, säramtlich Tanganyika; Bourguignat (3).
Zairia (n. gen ) disciformis n., araneosa n., Toirieri n., elegans
n., sordida n., sämmlich aus dem Congo; Rochebrune p. 10—13.
Mutelidae.
Mutela (Scop.) Bourguignati n. Ancey mss., Ukerewe; Bour-
guignat (1) p. 8; — soleniformis Tanganyika, id. p. 25; — Bridouxi
n. ibid., Bourguignat (3) p. 55; — Lavigeriana n. ibid., id. p. 26;
— Morneti n. ibid., id. p. 27; — Jouberti n. ibid., id. p. 28; — Monceti
n. ibid., id. p. 29; — Visseri n. ibid., id. p. 31. —
Chelidonura n. subg. für Spatha hirundo Mts., Rochebrune
p. 1 ; — arritiua n. sp. Congo ; id. p. 3 t. 1 f. 1—4.
Mutelina (Bourg.) legumen n., Tholloni n., prasina n. , Mabilli
n., paludicola n. Congo; Rochebrune; — complanata n. oberer
Senegal; Jousseaume p. 489 t. 13 f. 1. —
Pelseneer (4) p. 127 begründet die Familie auf anatomische
Differenzen hin.
Iridinidae.
Brazzaea n. gen. für Br. Anceyi n., Tanganyika, dünnschalig,
halbkugelig, ungleichklappig, die linke Klappe über die rechte am
Oberrand vorn mit einem häutigen Flügel vorspringend, beiderseits
klaffend, Schloss kaum entwickelt, ausser dem vorderen und hinteren
Muskeleindruck noch ein dritter viertheiliger unter dem Nabel vor-
handen; Bourguignat (l) p. 33; — ventrosa n. ibid., Bourguignat
(3)p. 45 ; — Raudabeli n. ibid., id. p.46; — Morneti n. ibid., id. p. 47;
— Jouberti n. ibid., id. p.48; — Coulboisi n. ibid., id. p. 50; — elongata
n. ibid., id. p, 51; — Charbonnieri n. ibid., id. p. 52; — Lavigeriana
n. ibid., id. p. 53; — Bridouxiana n. ibid., id. p. 54; — Newcombiana
n. Ancey mss., ibid., id. p. 56; — eximia n. ibid., id. p. 57; — Bour-
guignati u. Joubert mss., ibid., id. p. 58.
Moncetia n. gen. aus dem Tanganyika, ungleichseitig, zusammen-
gedrückt, vornen klaffend, rauh, Schloss ohne deutliche Zähne, mit
zwei inneren Bändern; M. Anceyi n. p. 35; Bourguignat (l)p. 35;
— Lavigeriana n. p. 60; — Moineti n. p. 61; — Rochebruniana n.
p. 62; — Jouberti n. p. 63; — Bridouxi n. p. 65, Tanganyika; Bour-
guignat (3).
446 Dr. W. Kobelt: ßer. üb. die wissensch. Leistungen
Cameronia (Bourg.) Bourgiügnati n. Ancey mss. , Tanganyika ,
Bourguignat (1) p. 26; — Marioniana n. ibid., id. p. 28; — Anceyi
n. ibid., id. p. 30; — gigantea n. ibid., Bourguignat (3) p. 68; —
admirabilis n, ibid., id. p. 69; — Bridouxi n. ibid., id. p. 71; — Gruil-
lemeti n. ibid., id. p. 72; — puldiella n. ibid., id. p. 73; — Landeaui
n. ibid., id. p. 74; — obtusa n. ibid., id. p. 75; — complanata n. ibid.,
id. p. 76; — Coulboisi n. ibid., id. p. 77; — Locardiana u. ibid., id.
p. 78 ; — Revoiliana n. ibid., id. p. 79 ; — Vynckei n. ibid., id. p. 81 ;
— Josseti n. ibid., id. p. 82; — Charbonnieri n. ibid., id. p. 83; —
Dromauxi n. ibid., id. p. 84; — Lavigeriana n. ibid., id. p. 85; —
Mabilliana n. ibid., id. p. 86; — Jouberti n. ibid., id. p. 88; — Moineti
u. ibid., id. p. 89; — Randabeli n. ibid., id. p. 90; — paradoxa n. ibid.,
id. p. 91.
Nach Pelseneer (4) p. 111 ist die Gattung überflüssig; die an-
geblichen Charaktere des Schlosses variiren bei den einzelnen In-
dividuen.
Burtonia (Bourg.) Moineti n. p. 33; — elongata n. p. 34; —
subtri angularis n. p. 35; — Lavigeriana n. p. 36; — Bridouxi n. p. 37;
— Bourguignat! n. Joubert mss., p. 38; — contorta n. p. 39; —
Jouberti n. p. 40; — magnifica n. p. 41; — Grandidieriana n. p. 41,
Tanganyika; Bourguignat (3).
Mytilidae.
Modiola (Lam.) Lamarckiana n. Canal, Golf von Biscaya; Lo-
card (1) p. 600; — strangulata n. ibid., id. p. 600.
Mytilus (L.) petasunculinus n. Canal; Locard (1) p. 601.
Dreissena (von Ben.) Pelseneer (1) behauptet das Vorkommen
von Dr. cochleata Nyst in der Amstel.
Aviculidae.
Avicula (L.) Caledoniensis n. Neucaledonien ; de Gregorio (1)
p. 123.
Vulsella (Lam.) assabensis n., Caramagnae n., peregrina n. Assab,
rothes Meer; de Gregorio (1) p. 121.
Cooke (1) erkennt in seiner Monographie nur 3 sp. (lingulata,
rugosa und spongiarum) an und zieht die übrigen als Varietäten ein.
Mulletia n. subg. für Perna Mulleti; Fischer (4) p. 956,
Pinna (L ) nigella De Greg. = ensiformis Monteros. prior.,
de Gregorio (1) p. 126; — rudis var. blama und var. belma n., Mittel-
meer; id. p. 126, 127.
Verticordiidae,
Verticordia (S. Wood). — Haiiris n. subg., kugelig, mit kurzem
viereckigem Ossiculum, flacher Lunula, die Zähne in der rechten
Schale wie bei Trigonulina, in der linken Schale ein Hauptzahn und
im Gebiete der Malakologie währeiid des Jahres 1886. 447
ein kurzer starker Seiteuzahii nahe dem Wirbel; Dali p. 287; —
perversa n. Westindien; id. p. 289; — Seguenzae u. ibid , id. p. 290.
Pectinidae.
Pecten (L.) Raffrayi n. Ostafrika; Ancey (1) p. 221; —
(Propeamusium) Pourtalesianum n. = lucidum Dali olim, p. 211 t. 4
f. 3 t. 5 f. 12; — (Pr.) Holraesii p. 214 t. 5 f. 5, 11 ; — (Pi.) Sayanum
n. p. 214 t. 5 f. 3. 9; — phrygium n. p. 217; — effluens n. p. 219; —
(Pseudamusium) reticulus n. p. 221 t. 5 f. 8, 10; — (Pr.) thalassinus
n. = fenestratus Verr. p. 221 ; — (Ps ) Sigsbeei p.223 t. 4 f. 2. sämmtlicb.
aus dem Tiefwasser des Antillenmeeres; Dali.
Aequipecten n. subg-., Typus P. opercularis L., Fischer (4). —
Hinnites (Defr.) Adamsi n. Tiefwasser des Antillenmeeres; Dali
p. 223 t. 5 f. 6. —
Arcidae.
Area (L.) ectocomata n. Westindien ; Dali p. 243 t. 6 f. 9, 10.
Cooke (2) gibt folgende synonymische Neuerungen: Kraussi
Phil. = arabica Forsk.; — setigera Reeve = lacerata L. ; — striata
Rve. = lactea L.; — pygmaea H. Ad. = clathrata Rve. juv.; —
transversa H. Ad. = scapha Ohemn.
Nuculidae.
Nucula (Lam.) cymella n. Yucatanstrasse, 540 F., Dali p. 246.
Pseudomalletia n. subg. Yoldiae für Malletia obtusa Sars;
Fischer (4).
Limidae.
Lima (Brug.) albicoma n. Westindien; Dali p. 225.
Limatula (S. Wood) setifera n. = ovata Dali nee Wood, West-
indien; Dali p. 225.
Limaea (Brown) Bronniana n. Westindien; Dali p. 226.
Dimyidae.
Dimya (Rouault) argentea n. Westindien; Dali p. 228 t. 4 f. 5.
3. Biologie, Verwendung, Jfntzen etc.
(Vergl. auch Pfeffer's Bericht S. 347.)
Parasitismus. Die Gebrüder Sara sin haben bei
Trincomale auf Ceylon zwei neue parasitische Gastropoden
entdeckt, geben aber nur eine vorläufige Mittheilung; die
eine erinnert an Concholepas oder Capulus und sitzt stets
an der Unterseite eines Armes von Linckia so, dass der
vordere Theil des rechten Schalenrandes auf der Ambula-
cralfiirche liegt; die andere ist eine Stylina, welche in
448 ^^' W. Kobelt: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
einer kugeKgen Verdickung am Arme von Linckia sitzt und
nur mit der Schalenspitze vorragt.
Woodward hat in einer festsitzenden Perle von
Meleagrina margaritifera das Männchen eines Pinno-
theres (wahrscheinlich P. pisum) überkapselt gefunden;
da die Perlmuschel nicht zu den Arten gehört, welche von
den Weibchen von Pinnotheres bewohnt werden, muss das
Thier auf der Suche nach Weibchen aus Versehen unter
ihren Mantel gerathen sein. — Günther legte ein Exemplar
mit einem überkapselten Exemplar von Fierasfer vor (Ausz.
von beiden: Nachrbl. mal. Ges. XVIII, 187).
Variabilität. Brusina erklärt die eigenthümliche
Varietät der Calyptraea chinensis (Cal. spirata Brus.), die
sich konstant und nur im italienischen Litorale findet,
daraus, dass dieselbe auf dem Schlammboden keinen anderen
Anhalt zum Ansetzen findet, als Turritella communis, und
sich dieser anpassen muss.
Shrubsole hat das Auftreten von Cariosität bei
Planorbis corneus, der aus kalkreichem Wasser in kalk-
ärmeres gebracht wurde, genauer beobachtet und schreibt
dasselbe der Kohlensäure, verbunden mit dem Kalkmangel
zu. Die Mitwirkung von Schmarotzern aus niederen Thier-
klassen hat der Autor leider nicht in Betracht gezogen.
Ptegelsperger beobachtete in einem Bassin des
Marinespitals in Rochefort-sur-mer, das durch einen arte-
sischen Brunnen mit mineralischem Wasser von 37 — 38 ^ G.
gespeist wurde, Physa acuta eigenthümlich deformirt mit
kantigen Umgängen und auffallend starker Spindelfalte.
Farbenanomalieen. Simroth (4) berichtet über einen
Fall von Rothfärbung des Thieres von Paludina vivipara
und sucht diese Anomalie in derselben Weise zu erklären,
wie bei Arion empiricorum, wo er sie auf experimentellem
Wege hervorrufen konnte, indem er die jungen Thiere
einer gleichmässigen Wärme aussetzte (Vergl. PfefFer's
Bericht S. 348).
Hele (1) beobachtet, dass eine Colonie von Hyalina
Draparnaldi, einmal an Fleischkost gewöhnt, sich trotz
Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen im Gebiete der Entomologie
während des Jahres 1886
(Crustacea 1885 und 1886).
Inhalt
Seite
Allgemeines von Dr. Pli. Bert kau ......... 1
Araehnoidea von Dr. Ph. Bert kau 58
Acarina 65
Pantopoda 72
Chernetina 72
Opiliones 73
Anthracomarti 75
Pedipalpi 75
Scorpiones 75
Araneae 80
Myriapoda von Dr. Ph. Bertkan 100
Peripatina 107
Chilognatha 111
Chilopoda 112
Symphyla 113
Inseota von Dr. Ph. Bertkau 113
Thysanura 113
Ehynchota 114
Orthoptera 123
0. Genuina 125
0. Pseudoneuroptera 130
Neuroptera 134
Diptera 136
Aphaniptera 156
Lepidoptera 157
Hymenoptera 212
Coleoptera 233
Crustacea von Dr. Gr. H. Fowler ( Uebersetzung von Dr.
F. Hilgendorf).
Verzeichniss der Publikationen 320
Uebersicht nach dem Stoff (Morphologie etc.) . . . 357
Systematik 361
Bericht
über die wisseuschaftliclien Leistungen im Gebiete
der Entomologie während des Jalires 1886.
Von
Dr. Ph. Bertkau
in Bonn.
A. C. Oudemans äussert über die gegenseitige
Verwandtschaft, Abstammung und Klassifikation
der sogenannten Arthropoden: „Es ist wünschen swerth
die Gruppe der Arthropoden aufzugeben. Die Gruppen der
Acaroidea, Arachnoidea, Crustacea, Pantopoda, Onycho-
phora, und Insecta sind unabhängig von einander und
sollen darum auch einzeln in den Lehrbüchern behandelt
werden. Das ganze verworrene Bild wird dann auch für
den Studierenden klarer werden .... Die Hexapoda und
Myriapoda können vorläufig bei einander bleiben unter
dem Namen Lisecta. Die Gruppe der Tardigrada wii'd
vielleicht im Laufe der Zeit mehr Verwandtschaftsbeziehungen
zu gemssen Süsswasserchätopoden aufzuweisen haben, und
soll daher aus dieser Gemeinschaft völlig entfernt werden."
In der Begründung dieser Ansichten schHesst sich der
Verfasser grösstentheils den Ausführungen Haller's über
die Acariden, Dohrn's über die Pantopoden und Kay-Lan-
kester's über Limulus an und verwechselt dabei Behauptung
und Beweis. Die Arachnidennatur der Acariden wird dazu
z. Th. auf Grund ganz irriger Meinungen bestritten (dass
z. B. die Milben 3 Kieferpaare und eine Tastertragende
Unterlippe, dagegen kein Herz und kein Endosternit be-
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. U. H. 2. ^
2 Dr. Ph. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
sitzen). — Tijdschr. d. Nederl. Dierk. Vereeniging (2. S.)
Deel I. S. 37-56.
C. Emery referirt über F. Brauer's „Systematisch-
zoologische Studien" 1 und 2 und äussert seine eigenen
Gedanken über Phylogenie und Systematik der In-
sekten. Für die Gruppirung der Ordnungen scheint
Emery die Zahl der Malpighi' sehen Gefässe weniger wichtig
zu sein, als das Vorhandensein oder Fehlen der sog. Dotter-
zellen; demnach macht Emery folgende Gruppirung:
Ametabola et hemimetabola ovariis holoisticis.
Dermatoptera. Amphibiotica. Orthoptera.
Ametabola ovariis meroisticis.
Psocidae. Rhynchota (incl. Pediculis).
Metabola ovariis holoisticis.
Pulicidae. Coleoptera non adephaga.
Metabola ovariis meroisticis.
Coleoptera adephaga. Neuroptera. Panorpata. Tri-
choptera. Lepidoptera. Diptera. Hymenoptera.
Biolog. Centralblatt V S. 648—656.
Auch Packard sieht sich veranlasst, folgendes New
arrangement of the Orders of Insects aufzustellen
(American Naturalist 1886 S. 808).
1. Flügellos, oft mit einer Sprunggabel . Thysanura.
2. Vorderflügel klein, Elytraähnlich . . . Dermaptera.
3. Flügel netzaderig; Vdfl. schmal, Htfl. gefaltet
Orthoptera.
4. Vier netzadrige Flügel; Mundtheile beissend
Platyptera (= Corrod.).
5. Flügel netzaderig, gleich Odonata.
6. „ „ ungleich . . Plectoptera (= Ephe-
meridae).
7. Mund schnabelförmig, aber mit Tastern . Thysanoptera.
8. Mundtheile einen Saugschnabel bildend, aber ohne
Palpen Hemiptera.
9. Flügel netzadrig; Verwandig. vollkomm. Neuroptera.
10. Flügel lang und schmal . Mecaptera (= Panorpid.).
11. Flügel nicht netzadrig Trichoptera.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 3
12. Vdfl. die Htfl. bedeckend Coleoptera.
13. Flügellos, parasitisch Siphonaptera.
14. Ein Flügelpaar Diptera.
15. Die 4 Flügel und der Körper mit Schuppen bedeckt.
Lepidoptera.
16. Die 4 Flügel hell; Htfl. klein; eine Zunge. Hymenoptera.
Unter dem gemeinsamen Titel : I. progenitori degli
Insetti e dei Miriapodi, bezw. I progenitori dei
Miriapodi e degli Insetti hat B. Grassi 5 Abhand-
lungen zur Morphologie der Tracheaten geliefert. Mem. I:
Morfologia delle Scolopendrelle; Mem. R. Accad. d.
Sei. di Torino (S. II) T. XXXVII S. 1—34 Tav. I, II. —
Mem. IL L'Japyx e la Campode a; Atti dell' Accad.
Gioenia di Sei. Nat. in Catania (S. 3) Vol. XIX S. 1—83
(Sep.)Tav. I — V. Mem. III: Contribuzione allo studio
dell' Anatomia dei genere Machilis; ibid. S. 1 — 28;
1 Taf. Mem. IV: Cenni anatomici sul genere Nico-
letia; Bull. Ent. Ital. 1886 S. 173—182 Tav. VII— VIII;
Mem. V: Intorno ad un nuovo Aracnide artra^astro
(Koenenia mirabilis) rappresentante di un nuovo
ordine (Microthelyphonida); ibid. S. 153—172 Tav. IX
bis X. — Die Mem. IL ist eine weitere Ausführung einer
kürzeren Schilderung in dem Natural. Sicil., über die ich
früher (1884 S. 78, 79) berichtet habe. Ich wiU hier
daher nur die kurzen Angaben des Verfassers über die
Entwicklung von Japyx wiederholen. In dem Embryo
von Japyx geht die Segmentierung in derselben Weise wie
bei den ,, typischen" Insekten vor sich; die sog. rudi-
mentären Abdominalfüsse fehlen noch. Er besitzt wie der
Embryo von Hydrophilus, Gryllotalpa und den Collembola
das sog. Rückenorgan, das Grassi in Uebereinstimmung
mit Korotneff geneigt ist als ein Organ anzusehen, das
den Verschluss des „Nabels" zu bewerkstelligen hat. Ist
diese Deutung richtig, so muss man annehmen, dass sich
während der Entwickelung des Jap3rx ein Amnion bildet.
— Die Memoria über die Morphologie von Scolopendrella
beginnt mit einer Revision der Arten notacantha Gew.,
nivea Scop. und immaculata Neivp. Unter letzterem
A*
4 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Namen findet er zwei Arten vereinigt, deren eine er als
Sc. Isahellae neu beschreibt. — Von den anatomischen
Angaben seien folgende hervorgehoben. Die Bauchkette
erstreckt sich bis zum letzten Beinpaar; dem letzten
Segmente entspricht kein Ganglion. Die Ganglienkette
gleicht einem in regelmässigen Abständen schwach er-
weiterten Cylinder ; die Erweiterungen entsprechen den
Beinen. Ein Sympathikus wurde vermisst, dagegen ist
ein g. frontale wahrscheinhch vorhanden. Von Sinnes-
organen ist das von früheren Beobachtern ohne Diskussion
Auge genannte Organ durch seinen komplizirten Bau aus-
gezeichnet. Es besteht aus einer feinen Kapsel mit Inhalt;
vor derselben ist ein Hohlraum, der durch einen Kanal
mit der Aussenwelt in Verbindung steht. Am Grunde der
Kapsel finden sich Zellen, die einerseits Fortsätze an die
Kapsel abgeben und andererseits mit anderen Fortsätzen
mit dem Gehirn in Verbindung treten; Pigment ist nicht
vorhanden. Grassi neigt noch immer dazu, sie als rudi-
mentäre Augen anzusehen. Besondere Sinneshaare finden
sich an Fühlern, Tastern und den beiden grossen Papillen
zwischen dem letzten Beinpaare und der Schleimpapille.
Die Athemorgane sind sehr einfach und schon durch
Haase richtig geschildert worden. Mit dem Verdauungs-
kanal stehen ein Paar Speicheldrüsen und ein Paar Mal-
pighi'scher Gefässe in Zusammenhang. Das Herz erstreckt
sich durch die ganze Länge des Rumpfes und besitzt
Spalten und Klappen, über die aber nichts weiter mit-
getheilt wird, lieber der Ganglienkette verläuft ein beim
ersten Anblick einer Eiesennervenfaser ähnHches Gefäss,
das sich am Gang!, infraoesoph. gabelt; eine Mündung
desselben in das Rückengefäss wurde nicht wahrgenommen ;
doch bezeichnet es Grassi als „vaso supraspinale". Die
an den Papillen am Körperende ausmündenden Schleim-
oder Spinndrüsen haben, soweit sie ausserhalb der Papillen
liegen, ausser dem Drüsenepithel noch einen Muskelbelag.
— An dem 3. — 10. Beinpaare finden sich die Blasenanhänge
in wohl ausgebildetem Zustand, am 2. und 11. in rudi-
mentärem; am 1. und letzten fehlen sie; ihr Bau weicht
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 5
etwas von dem bei Campodea und Nicoletia ab. Die Aus-
führungsgänge der paarigen Geschlechtsdrüsen münden
vereint in einer unpaaren OefFnung zwischen dem vierten
Beinpaare aus.
Eine Vergieichung von Scolopendrella mit den Klassen-
verwandten (Pauropoda, Chilopoda und Diplopoda und den
ausgestorbenen Protosyngnatha und Archipolypoda), sowie
mit Peripatus und den Apterygogenea führt Grass i zu
den beiden Hypothesen: 1) Bei den Vorläufern der Arthro-
poden dienten Segmentalorgane zur Ausleitung der Ge-
sclüechtsprodukte. Diese Funktion wurde später auf
2 Paare, ein vorderes und ein hinteres, beschränkt, von
welchen in der weiteren Entwickelung das eine ausser
Dienst trat und sich schloss, das hintere bei den Crustaceen,
Arachniden, Symphylen, Pauropoden und Diplopoden, das
vordere bei den Insekten , Chilopoden und Onychophoren.
2) Die Gliedmaassen der ursprünglichen Tracheaten waren
einschliesslich der Antennen zweiästig wie bei den Cru-
staceen. Spuren dieser Einrichtung haben sich bei den
Tracheaten erhalten in der der zweiästigen Antenne von
Pauropus, in den Mundtheilen sämmtlicher Tracheaten, in
den doppelten Beinpaaren der Diplopoden.
In der Memoria über Machilis beschreibt Grassi in
der Hypodermis zweierlei Zellen mit rundlichem und läng-
lichem Kern; letztere sind drei bis vier mal so zahlreich wie
erstere, welche wahrscheinlich die MutterzeUen von Schuppen
und Haaren sind. — Von dem unteren vorderen Theile
des Gehirns gehen zwei Nerven aus, die sich zu einem
Bogen vereinigen und sowohl in ihrer Vereinigungsstelle
als auch zwishen dieser und ihrem Ursprung eine gangiior
näre Anschwellung bieten. Die Bauchgangiienkette hat
11 Ganglien, von denen drei auf die Brust kommen. Be-
sondere Nervenendigungen kommen an den Antennen, den
Unterkiefern und Lippentastern vor. — Am Thorax kommt
ein grosses Stigma zwischen dem 1. und 2. Ring, und am
Hinterleib 7 (vom 2.-8. Ring) vor; vielleicht kommt auch
der Grenze zwischen dem 2. und 3. Bauchring, sowie dem
1. Hinterleibsring ein Stigma zu. Alle Stigmen sind einfach,
6 Dr. Ph. Bei'tkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
und die von ihnen ausgehenden Tracheen gabeln sich zu-
nächst in einen dorsalen und einen ventralen Ast; eine
Anastomose gehen sie nicht ein. — In dem Kopfe finden
sich 2 röhrige Speicheldrüsen, die an dem Vorderende der
Unterlippe ausmünden. — Das Rückengefäss ist durch
Bindegewebsstränge an der Körperhaut befestigt; ein Strang
verbindet das Herz mit dem Darm. — Die weiblichen
Geschlechtsorgane bestehen aus zahlreichen Paaren von
Ovarialschläuchen, den paarigen Tuben, dem unpaaren Ei-
leiter, der vagina und 2 Paaren äusserer Geschlechts-
anhänge. Die Hoden haben zwei Paare von Ausfiihrungs-
gängen; die derselben Seite gehen mehrere Anastamosen
ein und dann vereinigen sich die beiderseitigen zu einem
unpaaren duct. ejaculatorius. — Eine Vergleichung der ge-
wonnenen Resultate führt Grassi zu dem Schlüsse, dass
in MachiHs, die wegen zahlreicher Eigenthümlichkeiten
eine besondere Familie bilde, eine dem Vorfahr der In-
sekten zunächst stehende Form vorliege. Diese weist zu-
gleich auf die Orthopteren, speziell Blatta, hin, wie es noch
deutlicher Lepisma thut, während Japyx und Campodea
entfernter stehen. — Vgl. auch dies. Ber. für 1884 S. 78.
Die Untersuchung von Nicoletia konnte wegen des
unzureichenden Materials nur unvollständig sein. Der
Haut fehlen die Schuppen. Das Nervensystem hat in der
Bauchkette ausser dem Unterschlundganglion 3 Thorakal-
und 8 Abdominalganglien. Augen fehlen. Es sind 10 Paar
von Stigmen vorhanden, die am Vorderrande des 2. und
3. Brustsegmentes und zwischen dem 3. Brust- und 4—8. Ab-
dominalsegment liegen. Das vorderste Stigma ist das
geräumigste. Die 8 Abdominalstigmen sind homolog denen
von Japyx. Der weibHche Geschlechtsapparat besteht aus
zahlreichen Ovarialröhren , die in 2 Tuben einmünden;
diese vereinigen sich an der Grenze des 7. und 8. Segmentes
zu einem unpaaren Eileiter, der am 8. Segment mündet,
auf einer unpaaren Platte. Davor befindet sich eine Drüse,
die glandola genitale anteriore. Zwischen dem 8. und 9.
oder am Anfang des 9. Segmentes entspringen 2 Paare von
stabförmigen Anhängen, die Ovipositore. Die männlichen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 7
Geschlechtsorgane sind nur unvollkommen beobachtet
worden. Die beiden Ausfuhrungsgänge vereinigen sich zu
einem unpaaren duct. ejaculat., der in einer Spalte nach
aussen mündet; zu beiden Seiten dieser Spalte münden
einzellige Drüsen, und sie wird überragt von einem Paar
zweigliedriger Anhänge. — Nicoletia nähert sich mehr
Lepismina und Lepisma als Machilis und nimmt eine Mittel-
stellung zwischen Japyx und Campodea und den Ortho-
pteren ein.
Die Memoria über Koenenia geht näher auf die Ana-
tomie dieses Thieres ein als es in der vorläufigen Mittheilung
geschehen war (s. den vor. Ber. S. 61) und erläutert die-
selbe durch Abbildungen. Im Cephalothorax findet sich
eine Drüse (Cephalothoraxdrüse), welche mit der Krohn'schen
Drüse der Opilionen homologisirt wird. Ein Endosternit
von lang dreieckiger Gestalt ist vorhanden, dessen nach
hinten gekehrte Spitze verlängert ist und verbreitert ab-
gestutzt endet; die vorderen Ecken sind in lange schmale
Balken ausgezogen. Der Mitteldarm hat 5 Paare von Di-
vertikeln, von denen das letzte getheilt ist; sämmtliche
Divertikel münden ohne Einschnürung direkt in den Darm.
Der Verfasser findet nahe Beziehungen zwischen den
Arthrogastra und den Insekten, die sich in einer Scheidung
des Cephalothorax in Kopf und Thorax, in der Zahl der
Hinterleibssegmente, Beinpaare (incl. Mundwerkzeuge),
Tracheensystem, Blindsäcke des Mitteldarmes, fadenförmigem
Schwanzanhang kundgeben. Bei einigen Arthrogastra sind
auch Spuren von Antennen vorhanden. Die sog. Coxal-
drüsen der Arachniden sind nach dem Verfasser vielleicht
den (abdominalen I) Segmentblasen der Thysanuren und
Symphylen „analog."
Auch E. Haase schreibt über die Vorfahren der
Insekten, Sitzb. u. Abhandl. Naturw. Gesellsch. Isis, 1886,
S. 85 — 91 mit 3 Holzschn., wobei er sich hauptsächlich an
die Anschauungen Brau er 's anlehnt. Als die Form, welche
unter den jetzt lebenden den Vorfahren der Insekten als
den Archentoma am nächsten kommt, kann Scolo-
pendrella gelten, bei welcher „Abdominalzapfen" und Ab-
g Dr. P h. B e r t k a 11 : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
domiiialtaschen vorkommen , erstere das Homologon von
Hüftspornen, letztere von „Coxaldrüsen" bei Thysanuren,
Peripatus und Myriapoden. „Die Vorinsekten standen also
den Symphylen nahe und führten durch letztere zu den
Myriapoden und aufsteigend zu den Thysanuren." Als Ur-
insekt, Protentomum, hat eine der Campodea ähnliche
Form zu gelten, und unter den Insektenlarven stehen die cam-
podeiformen dieser Urform am nächsten. Die Flügel sind
Duplikaturen der Kückenplatten und als solche wie bei den
Jugendformen einer Heuschrecke auch bei Thysanuren
(Machilis) und sogar an den Zahnfortsätzen von Lithobius zu
erkennen. Vgl. auch Entom. Nachr. 1886 S. 308.
F.Brauer: Beziehungen der Larvenformen der
Thiere zur Abstammung; Schriften d. Ver. z. Verbr.
naturw. Kenntnisse in Wien, XXVI S. 249—272.
Ueber die Stellung von Platypsyllus im Sy-
stem äussert sich Kolbe dahin, dass die Coleopterennatur
nicht ganz zweifellos sei, dass namentlich den Flügeldecken
nicht die Wichtigkeit zuzuschreiben sei, die Le Conte
und Hörn ihnen beilegten, indem auch die Polyctenidae
solche besitzen. Platypsyllus verhält sich zu den Mallo-
phagen wie die Polyctenidae zu den Pediculidae. Unter den
Mallophagen bietet Ancistronaprocellariae die nächsten
Beziehungen zu Platypsyllus. Ohne Kenntniss der Ent-
wickelungsweise der Gattung lässt sich über ihre syste-
matische Stellung mit Sicherheit nicht entscheiden. Berl.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 103-105.
P. C. T. Snellen giebt de entomologische Inhoud
van de Bijdragen tot de Natuurkundige We-
tenschappen, verzameld door H. C. van Hall, W. Vrolik,
en G. J. Mulder, (7 Deelen, 1826—1832) an; Tijdschr. v.
Entom. XXVIII S. 207—212.
J. H. Fahre hat eine 3. Ser. seiner Souvenirs
entomologiques. fitudes sur l'instinct et les moeurs des
Insectes folgen lassen; Paris 1886. S^. 439 Ss. (Habe ich
nicht gesehen.)
Humming in the air caused by Insects; W.'Har-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886, '9
court Bath, The Nature 34 S. 547; L. Blomefield
ebenda S. 572.
Eine neue Insektenwanderung (von Belostoma
americanum im April) s Ausland 1886 S. 460.
Lepidoptera and migration; W. A. Bath in Na-
ture 34 S. 618.
J. Schäfer bespricht die Verwendung gewisser Insekten
zum Schmuck und zur Speise; Societas Entomologica I
S. 34 f.
Th. Barrois: Role des Insectes dans la fecondation
des vegetaux. Avec fig. Paris 1886, 4^, 124 Ss.
E. A. Göldi sieht in der Aehnhchkeit der Eier zweier
brasilianischer Gespenstheuschrecken (Phasmo-
de a) mit Pflanzensamen eine Schutzfärbung, indem die
Eier, wenn sie auch von einigen Körnerfressenden Vögeln
mit verschluckt werden, dafür den Nachstellungen Insekten-
fressender Vögel entgehen (Troglody tes furvus ; Crotophaga-
Arten); Zool. Jahrb. I S. 724-729.
J. W. Slater zeigt an zahlreichen Beispielen, dass
G. Allen 's Behauptung, lebhafte Farben kommen bei
Insekten nur unter Blumenbesuchern oder solchen vor, die
sich von lebhaft gefärbten Insekten nähren, nicht allgemein
gültig sei.* Proceed. Ent. Soc. London 1886 S. XIX— XXIII.
Einiges über Form und Farbenschutz in An-
wendung auf Calocampa Solidaginis i?6. Von Aug.
Hoffmann; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 161—166.
Die von J. Schilde angestellten Betrachtungen
über die Variabilität an der Schmetterlings-
Gattung Pyrgus weisen auf mehi^ere Erscheinungen hin,
die für eine in dem Entwickelungsgang der Gattung selbst
liegende bestimmte Richtung der Variabilität und die dadurch
bedingte Entstehung neuer Formen, nicht aber für den
Darwinismus sprechen; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 39
bis 62 Taf IL
Die Notes on the so-called „Vegetable Cater-
pillar" of New Zealand von A. Hamilton beschäftigen
sich mit Cordyceps Robertsii, jenem Pilze, dessen Mycel
die Raupen von Hepialus virescens anfüllt, und der aus
1 0 Dl'- P h. Bertkaii : Bericht üb. die wissensch. Leistnngen
dem Nacken der Raupe seinen bis zu 12 Zoll langen
Sporenträger entsendet. Der Verfasser fand die meisten
dieser Pilze unter Coprosoma grandifolia, während andere
Autoren den Metrosideros als die häufigste Fundstelle
derselben angeben; die Raupe lebt wahrscheinlich auf den
Blättern jedes dieser beiden Bäume. Eine andere Cordyceps-
Art, C. Sinclairii, greift die Larve einer Neuseeländischen
Cicade an. Trans, a. Proc. N. Z. Institute XVIII. S. 209
bis 213.
lieber Empusa puparum s. Teich im Korrespbl.
Naturf.-Ver. Riga XXIX S. 13.
Torubia sobolifera auf Proculus Gorei-Larve (V);
Mitth. Schweiz. Entom. Gesellsch. VII S. 209.
J. Krassiltschik: De insectorum morbis qui fungis
parasitis efficiuntur ; Annal. d. Neuruss. Gesellsch. d. Natur-
forscher, Odessa, XI. 97 Ss.
Balbiani findet, dass saprophy tische Bazillen, in das
Blut eingeführt, für eine grosse Zahl von Arthropoden
pathogen sind. Der Tod erfolgt innerhalb 12—48 Stunden,
je nach der äusseren Temperatur, Zahl und Ursprung der
Sporen, Grösse, Alter und EmpfängHchkeit des Objektes.
Alle sterben mit den Symptonen der als ,,flacherie" be-
kannten Krankheit der Seidenraupe, eine Krankheit, die
der Entwickelung verschiedener Arten von Bakterien ihren
Ursprung verdankt. Insekten verschiedener Ordnungen
sind nicht in gleichem Grade empfänglich; diejenigen, welche
eine geringe Menge Blut im Verhältniss zur Körpermasse
enthalten (Lepidopt., Dipt., Hymenopt.) werden rascher
und sicherer getödtet als diejenigen, bei denen die relative
Blutmenge grösser, und namentlich das Blut reicher an
Blutkörperchen ist, wie bei den Grylliden. Es rührt dies
daher, dass die Körperchen mit ihren Pseudopodien die
Bazillen ergreifen und unschädlich machen, ebenso wie die
Elemente des perikardialen Gewebes.^ Diese Ueberein-
stimmung in der Wirkung der beiden Zellarten erklärt
sich durch die genetischen Beziehungen zwischen ihnen.
C. R. Acad. Sei. Paris CHI S. 952—954.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. H
H. Roedel stellte Versuche über das vitale Tem-
peratur-Minimum wirbelloser Thiere an; Zeitschr.
f. Naturwissensch. (Halle) 59. S. 183—214; auch besonders
als IV. in Samml. naturw. Vorträge von Dr. E. Huth. Als
allgemeine Resultate stellt der Verfasser folgende auf.
Niedere Thiere erfrieren, je nach Genus und Species, bei
sehr verschiedenen Temperaturen, die für den Specialfall
eigens bestimmt werden müssen. In den einzelnen Ent-
wickelungsstadien widerstehen die Thiere in verschiedener
Weise der^Kälte. Die geographische Verbreitung der Thiere
gestattet ohne weiteres keinen Rückschluss auf das Ver-
mögen der vollkommenen Entwickelungsform, Kälte zu
ertragen. Völlig gefrorene niedere Thiere, die
einen Circulationsapparat besitzen, beleben sich
nicht wieder. TödtHch waren für folgende Thiere die
angegebenen Temperaturen während der Zeitdauer: Apis
mellifica 1,5^ während 210 Minuten; Formica rufa 15 ^
180 M.; Lema sp. 6^ 30 M.; Paederus riparius 4^ 45 M.;
Phytonomus sp. 12^ 20 M.; Raupe von Vanessa Cardui lö*^
600 M. ; Raupe von Smerinthus Populi 10 ^ 150 M. ; Bombyx
dispar 4^ 30 M.; Larve von Culex pipiens 4^ 60 M.; Musca
domestica 12^ 5M., oder 8^^ 20 M., oder 5« 40 M.; Pha-
langium opilio 9^ 60 M., Tegenaria domestica 8 — 9^ 45 M.,
oder 6'^60M. ; Argyroneta aquatica4<^ 180 M.; Hydrachna
cruenta 4^ 30 M. — Die angegebenen Grade sind Kälte-
grade der lOOtheiligen Scala.
Eine Puppe von Deilephila Euphorbiae hatte
eine Temperatur von + 70 ^ R. ohne Schaden eine kurze
Zeit (weniger als 10 Minuten) vertragen; Gauckler, Entom.
Nachr. 1886 S. 246 f.
H. Redlich beobachtete die Entwickelung ange-
stochener Naenia typica-Raupen zu normalen Puppen;
die Insektenwelt, 3. Jahrg. S. 6.
Frangois fand eine ausgewachsene Larve von Lampyris
noctiluca, welche an Stelle des Kopfes eine grosse Chitin-
platte besass, die Narbe einer Verletzung, in Folge deren
der Kopf verloren gegangen war. Bei einer Zergliederung
stellte sich heraus, dass der Schlund sich seitwärts zurück
12 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
an den Kropf gelegt hatte. Das Gehirn war rückwärts
verschoben und lag auf dem Kröpf, und der Schlund,
statt von dem Schlundring umgehen zu sein, hatte sich
seinerseits um denselben herumgeschlagen. C. R. Acad.
Sei. Paris cm S. 437, 438.
Meyrick und Hudson melden von einerleuchtenden
Insektenlarve von Neuseeland, die sich als die einer Myce-
tophilide auswies; Entom. Monthl. Magaz. XXII S. 266,
XXIII S. 90— 101; 133, 134.
L. Glaser: Die Kleinthiere in ihrem Nutzen
und Schaden für die Haus-, Land-, Garten- und
Forstwirthschaft . .. Magdeburg 1886. — Eine Be-
sprechung von Seiten Schlechte ndal's mit Nachweis
mehrerer Flüchtigkeiten und Unrichtigkeiten s. Zeitschr. f.
Naturwissensch., Halle, 59. S. 287-293.
Insekten aus Sämereien Deutschlands und Italiens s.
in der Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr.
S. XVI (8 Coleopt., 1 Hemipt.).
Entomologische Beiträge im Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou 1887 No. 1 S. 193—205 von K. Lindeman be-
ziehen sich auf Lebensweise und Entwickelung der Haltica
vittula Redt\ Scolytus Amygdali Guer. in Trans-
kaukasien; Lebensweise und Verwandlungen der Gleigastra
flavipes Mg.
0. Nickerl's „Bericht über die im Jahre 1885
der Landwirthschaft Böhmens schädlichen In-'
sekten," Prag 1886, beschäftigt sich mit folgenden Arten:
Jassus sexnotatus war auf Hafer-, Weizen- und Gersten-
feldern schädlich; die Rübenkulturen hatten von dem
Engerling, Drathwurm, Cassida nebulosa und namentlich
von der Raupe der Agrotis segetum zu leiden: ein ein-
gezwingerter Carabus auronitens, den man mit den ge-
nannten Raupen fütterte, zeigte nach einigen Tagen einen
Widerwillen gegen dieselben, ähnlich wie ein seit längerer Zeit
mit Regenwürmern genährter Calosoma sycophanta diese
zuletzt verschmähte. An den Rapsarten zeigte sich Athalia
spinarum in der Herbstgeneration in verheerender Menge;
aus verbildeten Futterrüben entwickelten sich neben Phora
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 13
n. sp. und Cyrtoneura stabulans in grosser Menge Hypopus
muscarum Deg., welcher letztere die ausschlüpfenden
Fliegen in grosser Menge bewohnte; Nickerl möchte ihm
den Hauptantheil an der monströsen Verbildung zuschieben.
Als Nelkenverwüster macht sich in Prag Hypera Polygoni
unangenehm. Auf dem Wein zeigte sich die polyphage
'lortrix Pilleriana, während die im Vorjahre häufige
Charaeas graminis in diesem Jahre verschwunden war.
E. V. Friedenfels tlieilt weitere Beobachtungen
über Artemia salina und die Salzburger Soolen-
t ei che mit; Verh. u. Mitth. Siebenb. Ver. f. Naturw. in
Hermannstadt, XXXV S. 24 — 31. Beobachtet wurden ausser
Artemia salina (die Larve von) Culex annulipes; Stratiomys
longicornis; Berosus spinosus; Helochares dilutus; Corisa
Fussii, Geoffroyi; in dem Tökölyi, der bis dahin seines
hohen Salzgehaltes wegen als nur von Artemia bevölkert
angesehen wurde, fanden sich Larven von Culex annulipes
und eine sehr gefrässige und bewegliche unbekannte Larve,
die vermuthungsweise für die eines Tabaniden erklärt wird,
sowie ein Acilius sulcatus.
Der Report of the Entomologist (C. V. Riley) in dem
Report of the Commissioner of agriculture 1885 S. 207—343
mit 9 Taff. bezieht sich auf Silk culture S. 214; Caloptenus
spretus S. 228; Melanoplus devastator S. 229; Cicada se-
ptendecim S. 233; Dermestes vulpinus S. 258; Eurycreon
rantahs S. 265; Agrotis messoria S. 270; Anthonomus mu-
sculus S. 278, Diplosis nigra (?) S. 283; Caloptenus diffe-
rentialis S. 295; Trimerotropis pseudofasciata S. 296; einige
andere Acridier S. 297; Isosoma Tritici und grande S. 311;
Sphenophorus parvulus S. 315; Lachnostema fusca S. 316;
Blissus leucopterus S. 318; Pissodes strobi S. 322; Epi-
zeuxis aemula S. 325; Oxyptilus nigrociliatus S. 326;
Pheocyma lunifera; Cleora pulchraria S. 327; Paraphia
deplanaria; Therina fervidaria S. 328, semilunaria; Amorbia
humerosana; Cacoecia argyrospila S. 329; Eccopsis per-
mundana S. 330, versicolorana ; Gelechia caryaevorella n. sp.
S. 331; Teras viburnana; Gracilaria purpuriella S. 332;
Experiments in apiculture S. 333.
14 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
F. A. Wachtl theilt einige Resultate seiner
Zuchten mit; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 307 (5 schma-
rotzende Fliegen und 7 Hymenopteren mit Angabe ihrer
Wirthe).
The insects of Betula in North America by
A. K. Dimmock; Psyche, Januar — Maerz 1885; ausgezogen
und ergänzt von Mö schier, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 172
bis 176.
S. Calandruccio; Insetti parassiti dell'uomo.
Con 6 incis. (13 Ss.); estr. dalla gazzetta degli Ospitali,
1885, No. 84 u. 85.
Heylaerts theilt eine Observation de larves
vivant dans l'estomac d'un homme mit, die 0. Hoff-
mann in Regensburg gemacht und über die er in der dortigen
medicinischen Gesellschaft Vortrag gehalten hatte; die
Originalmittheilung ist mir nicht zugänglich. Die Larven
gehörten zu Homalomyia incisurata Zett, einige auch H.cani-
cularis L. Angeschlossen sind Beobachtungen über Insekten
in menschlichen Leichen (Phora albipennis Meig.y perennis
Mg.; PyreUia cadaverina); BuU. Ent. Belg. 1886, S.130, 131.
P. Stepanoff in seinen Materiali k isutschenio
fauni slavjanskich sodianich oser führt aus den
Salzteichen folgende Ghederfiisser auf (S. 190): Argyroneta
aquatica; Corisa striata; Notonecta Fabricii; Hydroporus
nigrolineatus ; Philydrus testaceus; Ochthebius marinus;
Hydrobius aeneus; Bull. Soc. Imp. Natural. MoscouLXII
S. 185—200.
Seinen vorläufigen Notizen über die horizon-
tale und verticale geographische Verbreitung der
pelagischen Fauna der Süsswasserbecken fügt
0. E. Imhof die im Lej Sgrischus (2640 m. ü. M.) in
ca. 25 m. Tiefe erbeuteten Thiere hinzu; es waren von
Tracheaten eine Hydrachnide, ein Tardigrade und ,, zahl-
reiche Fliegenarten". Zool. Anz. 1886 S. 335—338.
Unter dem Titel „Beiträge zur Kenntniss der
kleinen und kleinsten Griiederthie rwelt Brasiliens''
beginnt E. A. Göldi eine Reihe von Mittheilungen über
verschiedene Arthropoden, besonders über die Zwerge unter
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886, 15
ihnen. Die erste derselben beschäftigt sich mit einer
Tingis-Art, brasilianischen Aleurodes-Arten und Dorthesia
Urticae. - Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 231—255.
Contributions a l'etude de la faune litorale des iles angio-
normandes (Jersey, Guernsey, Herrn, Sark); par R. Köh-
ler; Ann. Sei. nat., Zool., Ser. VI, t. XX Art. No. 4 und
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVIII S. 229—243, 290-307, 351
bis 367, PL XL
Ein Essai de l'entomologie de la Haute-Au-
vergne (Mont-Dore et Plomb-du-cantal) von A. Fauvel
beschränkt sich zunächst auf Coleoptera und Orthoptera;
Revue d'Entomol. V S. 265—317.
Den Mittheil. Schweiz. Ent. Ges. VII H. 5 und 6 sind
mit besonderer Paginierung der einzelnen Ordnungen die
analytischen Bearbeitungen der Neuroptera planipennia,
Perlidae, Odonata und Orthoptera genuina beigefügt, die
einen Theil einer Fauna insectorum Helvetiae aus-
machen, deren Herausgabe der Verein beschlossen hat.
Die Neur. planipennia, Perlidae und Orth. genuina sind
von G. Schoch, die Odonata von F. Ris bearbeitet.
Die Insekten- Fauna der Alpen ist nach von
Gumppenberg zum grossen Theile noch identisch mit
der vor der Vergletscherung vorhandenen Urfauna, verstärkt
durch Zuzüge aus. Asien (Kleinasien und Altai) und Nord-
afrika. Dass dagegen Sibirien Europa nach den wieder-
holten Vergietscherungen neu bevölkert habe, ist sehr
unwahrscheinlich. — Von den 48000 in Europa nach-
gewiesenen Insektenarten kommen etwa 10% in den Alpen
vor. Mitth. d. deutsch, u. Österreich. Alpen Vereins 1886
S. 2—5; vgl. Rogenhof er in den Sitzb. Zool. Bot. Ges.
Wien 1886 S. 5.
A. Costa hat eine Memoria Vita seiner Notizie ed
osservazioni sulla Geo-Fauna Sarda erscheinen
lassen ; Atti R. Accad. Sei. Fisiche e Matern, di Napoli (Ser. II)
Vol. II No. 8; S. 1-40.
Th. Steck bucht Entomologische Ergebnisse
einer Excursion nach Sicilien; I. Coleoptera u. He-
miptera; Mitth. naturf. Gesellsch. in Bern, 1886 S. 178—188.
1 6 Dr. P h. B e r t k a u : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Mina' Palumbo's „Contribuzione alla fauna ento-
mologica sicula ist eine aus der Literatur der letzten
Jahre entlehnte Zusammenstellung; II Naturalisto Siciliano
VI S. 33—38.
G. Kiggio trägt Materiali per una fauna ento-
mologica dell' isola d'Ustica zusammen ; II Naturalista
Siciliano, V, S. 85—91.
Von Dirk ter Haar wird een blik in de ento-
mologische Fauna van den Alblasserwaard ge-
worfen; Tijdschr. v. Entomol. XXIX S. 26—32. (Spinnen,
Käfer, Wanzen, Schmetterlinge).
Die Ausbeute von Insekten und Spinnen während
eines Ausfluges nach Valkenveen ist aufgezählt ebenda
Versl. S. XXXIV— XXXVI.
Liste de quelques insectes rares rec. en Belgique
et dans le Grand-duche; Coubeaux, Bull. Ent. Belg.
1886 S. 191-193.
Hofmann erwähnt unter der Ueberschrift : „Insekten
von Württemberg" Tettigometra obliqua Bmi. auf
Weizenfeldern; Typhlocyba tenerrima auf Kirschbäumen;
Trioza alacris Flor (= Lauri Targ.-Tozz.) auf Lorbeer-
bäumchen, Centranthi Vallot auf Fedia olitoria; Trypeta
Cardui aus Gallen des Circium arvense; Cecidomyia-Galle
an Galium Mollugo; Limneria ebenina aus Kaupen der
Pieris Brassicae. Jahresh. Vereins für vaterländ. Naturk.
Württemberg, 42, S. 350—352.
Hymenopteren und Dipteren der Türken-
schanze bei Wien; Handlirsch in den Sitzb. Zool. Bot.
Ges. Wien 1886 S. 33.
Einige Insekten aus der Umgebung Ebersbachs (Lausitz)
sind aufgezählt von A. Weise in der Festschrift des
Humboldt -Vereins zur Feier seines 25 jährigen Bestehens
S. 18-22.
Ergebnisse einer zoologischen Exkursion in
das Glatzer-, Iser- und Riesengebirge; von Dr. 0.
Zacharias; Zeitschr. wiss. Zool. 43 S. 252-289 Taf. IX, X.
Die Fauna und Flora des südwestlichen Caspi-
Gebietes. Wissenschaftliche Beiträge zu den Reisen an
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 17
der persisch-russischen Grenze. Von Dr. Gustav ßadde;
Leipzig 1886. Die Arthropoden sind auf S. 89—254 be-
handelt, aber nur Coleoptera, Lepidoptera und Hemiptera,
von Leder, Christoph und Horväth beziehungsweise zu-
sammengestellt. Die Beschreibung der neuen Käferarten
haben Reitter, Eppelsheim, Chevrolat, Ganglbauer und
Kraatz übernommen. Dabei sind manche bereits früher
beschriebene Arten als n. sp. bezeichnet. — Ich werde
dieses Werk zitiren: Radde a. a. 0.
Zur nördlichen Verbreitung einiger Insekten-
Arten macht Bergroth Insektenarten namhaft, die in
Lappland und Finnland in den letzten Jahren gefunden,
bis dahin nur aus Süd- und Mitteleuropa oder Sicihen be-
kannt waren. Entom. Nachr. 1886 S. 378— 380.'
C. Kölbel beschreibt Crustaceen, Pycnogoniden
und Arachnoideen von Jan Mayen; Oesterreich. Po-
larstat. Jan Mayen, Beob.-Ergebn. 3. Bd. Zoolog. S. 39—58,
2 Taff. (34 Crustac, 6 Pycnogoniden, 3 andere Arachniden).
E. Becher: Insekten von Jan Mayen, gesammelt
von Dr F. Fischer; in: Die internationale Polarforschung
1882 — 1883. Die österreichische Polarstation Jan Mayen.
Beobacht.-Ergebn. 3. Bd. S. 59 — 66 (und besonders, Wien,
C. Gerold's Sohn in Commiss., 1886. 4») mit 1 Taf. (Habe
ich noch nicht benutzen können.)
Faunan pä och kringNovaja Semlja. Af Anton
Stuxberg. (Aus Bd. V von ,,Vega-Expeditionens Vetens-
kapliga jaktagelser; Stockholm 1886). Nachdem das von
den 3 schwedischen Expeditionen nach Novaja Semlja 1875
1876 und 1878 mitgebrachte zoologische Material in Zeit-
schriften (die hier in Betracht kommenden Klassen in K.
Sv. Vet. Akad. Handling. und Öfversigt Förhandlingar, sowie
Entomolog. Tidskrift und Ann. a. Mag. Nat. Hist.) zerstreut
mitgetheilt war, giebt Stuxberg in gegenwärtigem Bande
eine Uebersicht über die gesammte Thierwelt der genannten
Insel und des benachbarten Meeres. S. 23 — 50 sind die
tracheaten Arthropoden aufgezählt: Coleoptera 16, Pseudo-
neuroptera 1, Neuroptera 3, Hymen optera 46, Lepidoptera
Arch. f. Natuigesch. 53. Jahrg. Bd.H. H. 2. ü
18 Dr. Pli. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
10, Diptera S2j Oollembola 16, Myriapoda 1, Araneae .19,
Acarina 29.
In F. Quiroga's Apuntes de un via je por el
Sahara occidental sind einige Gliederfüsser namhaft
gemacht; An. Soc. Esp. Hist. Natur. XV S. 495-523.
Ch. Alluaud erstattet Relation d'un voyage ento-
mologique dans le territoire d'Assinie (Goldküste);
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 363—368.
Nach D. Gronen sind auf den Nikobaren „Termiten
und Ameisen in ungeheurer Menge verbreitet, ebenso die
Arachniden, besonders die Gattung Epeira und Thomisus.
Weniger allgemein sind Skorpione und Skolopender". Be-
merkungen zur Flora und Fauna der Nikobaren-Inseln im
Ausland, 1886 S. 578, 579.
In ähnlicher Weise wie Huxley's Buch über den
Flusskrebs für die Kruster, so ist gewissermaassen als
Paradigma für die Anatomie, Physiologie und Entwickelungs-
geschichte der Insekten ein Büchelchen über die Schabe
erschienen: The structure and lifehistory of the cock-
roach (Periplaneta orientalis). By L. C. Miall and
Alfred Denny. London, Lovell Reeve & Co. 1886. Ich
beschränke mich auf die Inhaltsangabe der einzelnen
Kapitel: I. Writings on Insect anatomy. IL The zoological
Position of the cockroach. III. The natural history of
the cockroach. IV. The outer skeleton. V. The muscles;
the fat-body and coelom. VI. The nervous System and
sense organs. VII. The alimentary canal and its appendages.
VIII. The Organs of circulation and respiration. IX. Re-
production. X. Development. XL The cockroach of the
past (letzteres von S. H. Scudder bearbeitet). — Ein
Appendix enthält: Parasites of the cockroach. Sense of
smell in Insects. Eine kurze Besprechung von Plateau
s. im Bull. Soc. Ent. Belg. 1886 S. 189 f.
Auf dem am 12. — 19. Aug. 1886 in Nancy abgehaltenen
Congress der Association frangaise pour l'avancement des Sci-
ences wurden nach dem Bull. Soc. Ent. France 1886 S. CXXX
folgende Gegenstände entomologischer Natur behandelt:
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 19
Künckel d'Herculais: Stinkdrüsen der Wanzen ; Bour-
geois: Einige Einzelheiten des Baues der Lyciden; Künckel
d'Herculais: Bau der Athemorgane bei Käfern und ihre
Verwendung bei der Klassifikation; Nicolas: Verzögerte
Entwickelung der Larve von Osmia; Beziehung zwischen
der Nahrungsmenge und der Ausscheidung von Gespinnst-
stoff; Viallanes: Bau des Gehirns bei Wespen; R. Du-
bois: Leuchten der Eier von Pyrophorus«
G. Maclos kie giebt von seinem auf dem 33. Meet.
der Americ. Associat. for the advancement of Science ge-
haltenen Vortrag: the dynamics of the Insect-crust
in den Proceed. S. 521 folgenden Abstract: Allgemeine Be-
schreibung des Chitinskelets und seine verschiedenen Aus-
und Einstülpungen, seiner Verdickungen und Skulpturen.
Vergleich zwischen den Tracheen und Speichelgängen.
Bau der Tracheen; ihre spiraligen Crenulirungen wurden
bisher als Spiralfäden missverstanden. Thätigkeit der
Tracheen in Bezug auf die Zuleitung der Gase direkt zu
den Geweben (und nicht durch Vermittelung des Blutes).
Die Tracheen sind nicht direkt durch Muskeln kon-
trolliert; ihre Thätigkeit hängt von der successiven Her-
stellung eines partialen Vacuums und der Verdichtung der
Luft um dieselben ab. Diese Thätigkeit wird durch Pul-
sationen der Hinterleibswände hervorgebracht, die reichlich
mit Muskeln ausgerüstet sind.
Aehnlich sind die Entfaltung und das Zusammenlegen
der Flügel, des Rüssels und anderer Organe, ,,in erster
Linie ausschliesshch mechanisch, und nur in entferntem
oder subsidiärem Maasse muskulär."
On the skin of insects. By Dr. Gh. S. Minot.
Proceed. Americ. Associat. Advancement of Science XXXHI
S. 520, 521. — Der Verfasser sucht die Homologieen
zwischen den Bestandtheilen der Insektenhaut und der
Körperhaut der übrigen Thiere auf und findet demzufolge
die für die ersteren üblichen Benennungen nicht gerecht-
fertigt. Die Hypodermis entspricht der Epidermis, die
darunterliegende Bindegewebehaut der Dermis der übrigen
B*
20 Dr. Ph. Bertkan: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
Thiere; die Bezeichnung Epidermis für die Kutikula ist
ganz zu verwerfen. In der Kutikula der Raupen lassen
sich zwei Schichten unterscheiden, deren äussere, dünne,
allein pigmentirt und „ornamentirt" ist. Das Pigment ist
in mikroskopischen Zeichnungen verbreitet, die in jeder der
untersuchten 20 Arten verschieden sind; vgl. unten, Lepi-
doptera.
Korscheit ' fand bei den Eiern von Ranatra eine
von der gewöhnlichen Bildungsweise abweichende Ent-
stehung des Chitins. . Während nämlich gewöhnlich das
Chitin als kutikulare Abscheidung erscheint, wird es in den
beiden langen (als Athemröhren dienenden) Anhängen an den
Eiern der Ranatra im Inneren von Epithelzellen gebildet,
unter gleichzeitiger Formveränderung der Kerne, die rhizo-
podenartig Ausläufer nach den sich bildenden Chitinstäben
hinsenden. 59. Versamnü. deutsch. Naturf. u. Aerzte; s.
Entom. Nachr. 1886 S. 306 f.
Viallanes: La morphologie du squelette cephalique
des Insectes. Bull. Soc. Philomath. Paris (7) X S. 84-86.
A. Rehberg: lieber die Entwickelung des Insekten-
Hügels. Marienwerder 1886. 4^ 12 Ss., 1 Taf.
J. Redtenbacher hat vergleichende Studien über
das Flügelgeäder der Insekten angestellt; Annal. k. k.
naturhist. Hofmuseums Wien I S. 153—232 Taf. IX— XX.
Der Verfasser geht von der Anschauung aus, dass dem
Geäder des Insektenflügels ein gemeinsamer Bauplan zu
Grunde liege, der sich aus alternierend konvexen und kon-
kaven (Längs)- Adern zusammensetze, die aber vielfach aus
rein mechanischen Gründen nach der Insertionsstelle der
Flügel hin mit einander verschmolzen sind zu Adersystemen.
Als Ausgangspunkt seiner Bezeichnungen und Betrachtungen
wählt er den Flügel von Micromus, in dem er 5 Felder
mit ebensovielen Konvexstämmen unterscheidet (bei anderen
Insekten sind es noch mehr), die durch konkave Adern
oder Falten von emander getrennt sind. Diese 5 mit den
ungeraden römischen Ziffern I — IX bezeichneten Felder,
bezw. Adern sind das Kostalfeld mit Kosta (I), das Radial-
feld mit dem Radius (III), ein bisher bald zum Radius,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 9 1
bald zum Kubitus gezogene Feld der 5. Ader, Medial-
feld (V), das Kubitalfeld mit dem Kubitus (VII) und das
Analfeld (IX). Die zwischen 2 Konvexzügen verlaufenden
Konkavzüge werden mit den geraden römischen Zahlen
bezeichnet. Aeste eines Konvexstammes werden mit den
ungeraden arabischen Zahlen als Indices hinter der Ziffer
des Stammes bezeichnet, z. B. III3 der zweite Sektor des
Radius, konkave Adern zw^ischen den Aesten eines Konvex-
stammes durch gerade arabische Zahlen als Indices hinter
der Ziffer des Stammes, z. B, III2 eine Konkavlinie zwischen
den beiden ersten Aesten des Radius.
Die Vergleichung einer grösseren Anzahl von Formen
zeigt, dass sich eine allgemein gültige Schilderung des
Flügels einer ganzen Ordnung nicht geben lässt und dass
daher das Flügelgeäder zur Charakterisierung der Ordnungen
unbrauchbar ist. — Der grösste Theil der Abhandlung
ist der speziellen Darstellung der Flügel 15 flügeltragender
Ordnungen gewidmet.
H. A. Hagen's ,, Kurze Bemerkungen über das
Flügelgeäder der Insekten" vermissten bei den Arbeiten
Adolph's und Redtenbacher's die Berücksichtigung der be-
kannten Thatsche, „dass jeder Insektenflügel zwei sich
deckende Adernetze hat, die nur an wenigen Stellen ver-
schieden sind und gerade dort wichtige Aufschlüsse geben."
Um die beiden Platten eines Flügels zu trennen, muss
man den an der Basis abgeschnittenen Flügel frisch aus-
geschlüpfter Insekten unter Wasser tauchen, beide Platten
mit einer Pincette an der Basis lösen und dann durch ein
eingeführtes Röhrchen aufblasen. Dann wird der aufge-
blasene Flügel mit Wasser gefüllt, und es lassen sich dann
die beiden Platten längs des Hinferrandes mittels einer
feinen Nadel trennen. Der Flügel wird dann auf Glas
oder steifes Papier ausgebreitet und getrocknet.
„Alle starken Längsadern (bei Libellen) sind auf der
Innenseite flach, und jeder enthält auf ihrem oben ge-
wölbten Innern eine besondere Trachee und ein besonderes
Blutgefäss. Die Tracheen und Gefässe der Oberseite ver-
22 Dl". Ph. B e r t k a u : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
binden sich mit den gleichnamigen der Unterseite am
Hinterende des Flügels." — „Ein Moment, das mit Unrecht
nicht genügend berücksichtigt ist, bildet die bekannte
Quertheilung des Flügels, die Durchschneidung des Geäders,
die namentlich bei Cicaden sehr deutlich ist. Da ich
Gründe habe, den Flügel für einen transformirten Fuss zu
halten, so werden manche Abänderungen im Geäder sich
wohl besser erklären lassen." Wien. Entom. Zeitg. 1886
S. 311 f.
J. Chatin: Sur les trachees reticulees. Bull.
Sog. Philom. Paris (7.) T. IX. No. 4 S. 128.
A. S. Packard macht eine kurze Mittheilung On the
nature and origin of the so-called ,,spiral-thread"
of Tracheae; Americ. Natural. 1886 S. 438— 442 u. 558.
mit 3 Holzschn. Der ,, Spiralfaden" ist kein Spiralfaden,
sondern besteht aus parallelen, nicht nothwendiger Weise
mit einander verbundenen Verdickungen („taenidia") der
(inneren) Tracheencutikula (,,endotrachea"). Diese band-
artigen Verdickungdn entstehen als Verlängerungen der
Kerne (!) der Matrix der Trachee („ektotrachea").
Die Frage: Welche Insekten-Organe dürften
homolog den Segmentalorganen der Würmer zu
halten sein? beantwortet Nassonow auf Grund von
Untersuchungen an Campodea, Machilis, Lepisma und Ver-
gleichung mit Orthopteren und Hymenopteren dahin, dass
ein Theil der Ausführungsgänge der männlichen Geschlechts-
organe sich aus dem Mesoderm entwickelt, und dass die
Thorakalspeicheldrüsen der Insekten homolog den Seg-
mentalorganen der Würmer sind. Es ist ferner wahr-
scheinlich, dass auch die Ovidukte, einige Nebendrüsen der
Geschlechtsorgane der Insekten und ebenso die Abdominal-
röhrchen (jene bekannten hervorstülpbaren Bläschen) bei
Campodea und Machilis die Reste der Segmentalorgane sind.
Eine ausführliche Bearbeitung dieser Frage stellt der Ver-
fasser in einer Arbeit über die Organisation der
Thysanuren in Aussicht. Biolog. Centrablatt VI S. 458
bis 462.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 23
J. Gazagnaire lässt in den C. K. Acad. d'. Sei., Paris,
CII S. 1501—1503 eine Note des glandes chez les
Insectes. Sur un pretendu „nouveau type de tissu
elastique" einrücken; s. auch Bull. Ent. France 1886 S. CIV
bis GVL Nach Gazagnaire sind die nach Viallanes
eine neue Form des elastischen Gewebes darstellenden
Zellen in den Athemröhren der Eristalislarven nichts weiter
als einzellige Drüsen, welche den Zweck haben, die Haut
an der betreffenden Stelle schlüpfrig zu erhalten; vgl. den
Bericht über 1884 S. 102 und 103.
A.. Knüppel schreibt über Speicheldrüsen von
Insekten; dies. Archiv 1886 S. 269—303 Taf. XIII, XIV.
Zur Sprache kommen Periplaneta orientalis; Pyrrhocoris
apterus; Musca domestica, Calliphora erythrocephala und
andere Fliegen. — Die von Kupffer an den Speichel-
drüsen von Periplaneta nachgewiesenen zweierlei ZeUarten
fand auch Knüppel in den meisten Fällen auf; doch boten
sich ihm auch Bilder dar, wo das ganze Läppchen der
Speicheldrüse nur von einerlei Zellart (centralen Zellen
Kupffer's) angefüllt war, und diese Bilder deutet der Ver-
fasser in dem Sinne, dass die centralen die eigentlichen
Sekretzellen sind, während die peripheren Ersatzzellen sind.
Nur im Zustand der Ruhe ist ein Unterschied beider
wahrzunehmen, während bei der Thätigkeit dieser Unter-
schied geschwunden ist. Die Sekretionskapseln, die den
Anfangstheil des Ausführungsganges enthalten, liegen nach
Knüppel nicht innerhalb der periperischen Zellen, sondern
sind extracellulär. — Den Bau der Speicheldrüsen von
Pyrrhocoris apterus (und Capsus griseus) fand der Ver-
fasser im Allgemeinen übereinstimmend mit der von Mayer
geheferten Darstellung. — Bei den Dipteren fand Knüppel
durchweg zwei Paare von Speicheldrüsen, indem er das
von Kraepelin beschriebene, am Uebergang des Fulcrum
zum Oesophagus befindliche dritte Paar als eine Anhäufung
von Zellen des Fettkörpers ansieht. Der Bau der Drüsen-
zellen bietet nach der gegebenen Schilderung nichts Be-
merkenswerthes.
V. Wielowiejski macht eine vorläufige Mittheilüng
24 Dl'- Ph. Bertkaii: Bericht üb. rlie wissensch. Leistungen
Über das Blutgewebe der Insekten, das er zunächst
an einer grossen Anzahl von Vertretern aus verschiedenen
Insektenordnungen schildert, um es dann zu klassifiziren.
Am massigsten sind die „Fettzellen" vertreten, meist
einkernige, selten zwei- oder gar mehrkernige Zellen, deren
Inhalt flüssiges Fett ist, das in seltenen Fällen durch
eiweissartige Einschlüsse oder harnsaure Konkremente er-
setzt werden kann. Eine zweite Zellenart nennt der Ver-
fasser ,,Oenocyt[h]en" wegen ihrer weingelben Färbung;
sie sind kleiner oder grösser, entweder in grösseren Gruppen
vereinigt, oder vereinzelt, dann aber in den verschiedenen
Segmenten in derselben Weise angeordnet. Eine dritte
Hauptklasse der Blutzellen machen die Per ikardi alz eilen
aus, die in den verschiedenen Insektenfamilien so viele
Unterschiede aufweisen, dass eine Definition von ihnen
schwer zu liefern ist. — Neben diesen verbreiteteren Ele-
menten kommen nun auch noch vereinzelte und weniger
leicht aufzufindende Gebilde vor. Alle diese Elemente
möchte der Verfasser von dem sekundären Entode rm
(Tichomiroff) herleiten. Zeitschr. wiss. Zool. 43 S. 512 — 536.
0. Poletajewa's Mittheilungen Du coeur des In-
sectes in dem Zool. Anz. 1886 S. 13 15 sind nach Unter-
suchungen von Bombus und der Larve von Cimbex ge-
macht. Das Herz besteht bei Bombus aus 5, bei Cimbex
aus 10 getrennten Röhren, die vorn verschmälert und seit-
lich zusammengedrückt sind, so dass ein senkrechter Spalt
entsteht; diese Röhren sind so an einander gerückt, dass
das Vorderende des folgenden in das erweiterte Hinter-
ende des vorhergehenden hineinragt. Nur die Ecken
der senkrechten Spalte sind an die Innenwand
des vorhergehenden Rohres befestigt, während der
übrige Rand frei bleibt und die sog. Ostien bildet. Das
letzte Rohr endet hinten blind, das vorderste geht vorn
in die Aorta über (Bombus) oder ergiesst das Blut un-
mittelbar in den Kopf.
Zur Kenntniss des Baues der Insektenmuskeln.
Von Dr. R. v. Limb eck; Sitzgsber. Kais. Akad. Wissensch.
Wien. XCI. 3. Abth. S. 322—349 mit 1 Taf. — Der Ver-
im Gebiete der Entomologie Avährend des Jahres 1886. 25
fasser fand die auch bereits von Anderen angedeutete Ver-
schiedenheit zwischen den Flugmuskehi und den übrigen
Muskeln der Insekten bestätigt und schildert beide Muskel-
arten genauer. Die ersteren fallen schon durch ihre
gelbliche Farbe, die gegen die weisse Farbe der zweiten
absticht, auf. Sie bestehen aus feinen Fibrillen, die durch
eine Kittsubstanz von einander geschieden sind, aber weder
ein Sarkolemm noch Muskelkerne enthalten. Der Zu-
sammenhalt der Fibrillen wird vielmehr durch feinverästelte
Tracheen hergestellt. Der Forscher glaubt daher die Auf-
fassung vertreten zu können, dass „diese Thoraxmuskeln
nicht aus Muskelfasern bestehen, welche denjenigen der
Wirbelthiere entsprechen, dass sie vielmehr durch Fibrillen
gebildet werden, von denen immer eine grössere Anzahl
durch ein System von Tracheennetzen zusammengehalten
wird, und so als Analogen einer Muskelfaser erscheint."
Aehnliche ,, Muskeln" finden sich auch bei Spinnen, z. B.
im Thorax von Tegenaria domestica, jedoch mit folgenden
Unterschieden: Sie führen keine Tracheen; die Kittsubstanz
ist in geringerer Menge vorhanden; die Querschnitte der
einzelnen Fibrillen sind kleiner; sie führen Kerne und be-
sitzen wahrscheinlich auch ein Sarkolemm. —
Die Beinmuskeln haben einen Bau, den der Verfasser
im Widerspruch gegen Retzius schematisch mit folgenden
Worten schildert: ,,Die Muskelfaser ist ein Cylinder mit
einem axialen Strang nicht kontraktiler Substanz, welche
sich allseitig in äusserst dünne Längsplatten fortsetzt, die,
im wesentlichen radial gefaltet, sich bis an den Mantel
des Cylinders fortsetzen. Der Abstand zwischen je zwei
dieser Kittsubstanzplatten ist gleich dem Durchmesser der
Primitivfibrillen, welche den spaltförmigen Zwischenraum
zwischen je zwei Kittplatten in radial gestellten Reihen
ausfüllen. Jedem Querstreifen entsprechend haben die Kitt-
platten leistenartige rechtwinkelig zur Cylinderaxe ver-
laufende Verdickungen, die Kittsubstanz, welche in totaler
Verkürzung gesehen als dunkele, in Quer- und Längsreihen
angeordnete Punkte erscheinen, während die Kittplatten
26 Dl'- Ph. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
hierbei als feine, diese Punkte in der Längsrichtung ver-
bindende Linien sichtbar werden."
ü. Gabbi bringt eine Contribuzione allo studio
dei nervi motori e della loro terminazione nei
muscoli striati degli artropodi; Bull. Ent. Ital. 1886
S. 310 — 333, Tav. XI, XI bis. Der Verfasser untersuchte
die Nervenendigungen an den Muskeln von Musca vomitoria,
Larve einer Libelle, Blatta germanica, Silpha und Ateu-
chus, und bei Geophilus Gabrielis. Indem er noch die
mikroskopischen Unterschiede der Nervenendigungen und
Tracheen hervorhebt, stellt er als Resultat der vergleichenden
Untersuchungen folgende Punkte hin, die zum grössten
Theile anerkannte Wahrheiten enthalten: Bei Musca,
Libellula, Oryctes, Silpha etc. zeigt die Primitivfaser der
Muskeln einen ähnlichen Bau wie die Wirbelthiere. Die
Nervenscheide des Nervs, der eine innige Verbindung mit
den Muskeln eingeht, setzt sich in dessen Sarkolemm fort
und bildet die Umhüllung des sog. Doyere'schen Hügels.
Der in den Scheitel derselben eingedrungene Achsencylinder
theilt sich in zwei Aeste, die sich bei Musca wiederum
gabeln und an der Basis des Hügels enden. Die granulierte
Substanz, welche den Hügel ausfüllt, — oder der nicht
nervöse Theil der motorischen Endigung — zeigt sich
versehen mit Kernen, verschieden nach Zahl und Gestalt
bei allen angeführten Gliederfüssern, ausser bei Geophilus.
Die aus der terminalen Zweitheilung des Achsencylinders
hervorgehenden Aeste besitzen auf ihrem weiteren Verlauf
keine Kerne. Mit Ausnahme von Blatta scheint bei allen
übrigen nur ein Doyere'scher Hügel an jeder Primitivfaser
vorzukommen. Bei Blatta und Oryctes tritt der motorische
Nerv, bevor er an der Muskelfaser endet, mit einer Nerven-
zelle in Verbindung. In allen untersuchten Arten ist der
Nerv sehr häufig von Tracheenfäden begleitet.
H. Viallanes: Sur la structure de la substance
ponctuee des Insectes; Bull. Soc Philom. Paris (7)
T. X S. 56.
F. Plateau hat seine Experiences sur le role des
palpes chez les Arthropodes maxilies fortgesetzt und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 27
in einer deux. part. die palpes des Myriopodes et des
Araneides behandelt; Bullet. Soc. Zool. de France XI
S. 512 — 530. Die Tausendfiisser bedienen sich ihrer
Palpen nur, um die Beute in die bequemste Lage zu
bringen, damit sie dann von den Mandibeln zerstückelt
werden könne. Exemplare von Lithobius forficatus,
denen die Palpen exstirpirt waren, fanden und verzehrten
ihre Beute ganz wie früher. Ausser der Hülfeleistung bei
der Nahrungsaufnahme kommt den Palpen der Chilopoden
auch wohl noch die Rolle zu, die Antennen, unter Um-
ständen auch die Beine zu reinigen. — Die Spinnen, deren
Taster ,,nach Ansicht der Araneologen" entweder bei dem
Ergreifen der Beute oder bei der Herstellung des Gewebes
mitwirken, ertragen ihren Verlust, ohne in ihren gewohnten
Verrichtungen beeinträchtigt zu sein ; zum Versuche dienten
Tegenaria domestica, Amaurobius ferox, Agalena laby-
rinthica, Epeira diademata und Meta segmentata. Dagegen
nahm ein Phalangium opilio und ein Androctonus occitanus,
die der Palpen beraubt waren, bis zu ihrem nach 1 1 resp.
2 Tagen erfolgten Tode keine Nahrung zu sich. Aus dem
ganzen Verhalten der Taster der kauenden Arthropoden
ist der Schluss zu ziehen, dass dieselben verkümmerte Beine
eines Kopfsegmentes sind, deren Hüftghed beim Kaugeschäffc
Verwendung findet.
V. Grab er stellte vergleichende Grundversuche
über die Wirkungen und Aufnahmestellen che-
mischer Reize bei den Thieren an und benutzte zu
einigen dieser Versuche auch Insekten ; Biolog. Centralbl. V
S. 385, 449, 483 ff. Die gedachten Versuche hatten bei
Insekten den Zweck, einmal zu erfahren, mit welcher re-
lativen Intensivität dasselbe Insekt a-uf verschiedene Riech-
stoffe reagirt und zweitens, welcher Körpertheil als Sitz
der Empfindung anzusehen ist. Ich führe einige der zahl-
reichen Versuchsresultate an, aus denen sich die Schlüsse
von selbst ergeben. Formica rufa wird durch den Geruch
der Blüthe von Philadelphus coronarius angezogen, durch
Rosenöl und Wanzengeruch dagegen abgestossen. — Peri-
planeta wird durch Limburger Käse und Ammoniak ab-
28 Dr. Ph. Bertkan : Bericlit üb. die wissensch. Leistungen
gestossen; Pyrrhocoris apterus durch dieselben Riechstoffe
angezogen. — Manche Insekten benahmen sich schwach
riechenden (nicht ätzenden oder beissenden) Stoffen gegen-
über ziemlich gleich, wenn sie der Fühler beraubt waren
wie mit den Fühlern; so zog sich die fühlerlose Formica
rufa vor Rosenöl zurück, suchte die fühlerlose Lucilia
caesar faulendes Fleisch auf. Ein seiner Fühler beraubter
Aphodius zeigte dagegen keine Vorhebe mehr für Kuhdung.
— Die Stigmen sind nicht als der Sitz der Geruchs-
empfindung anzusehen, da eine Silpha thoracica viel später
auf einen mit riechender Substanz befeuchteten Glasstab
reagirte, wenn er dem hinteren Körperende, als wenn er
dem vorderen genähert würde; fühlerlos reagirte sie später
als mit Fühlern (auf Rosenöl); auf Asa foetida trat bei
der fühlerlosen Silpha innerhalb 60 Sekunden gar keine
Reaktion ein. — Bei Gryllotalpa wirkte Rosenöl auf die
Palpen rascher ein als auf die Fühler; auf die sog. After-
fühler innerhalb 60 Minuten gar nicht. — Bei Lucanus
verhielten sich Fühler und Palpen gegenüber den meisten
Riechstoffen gleich; für Buttersäure scheinen aber bloss
die Palpen empfindlich zu sein.
Eine Periplaneta reagirte auf die stärkeren Riech-
stoffe auch nach ihrer Köpfung ( — sie lebte noch 20 Tage),
und aus diesem Umstände sowie daraus, dass stärkere
Riechstoffe durchgehends eine heftige abstossende Wirkung
hervorbringen, ist zu schliessen, ,,dass die betreffenden
Reaktionen überhaupt nicht auf einer Geruchsempfindung,
sondern auf einer im Anfang sehr schmerzhaften Erregung
des Gefühlssinnes beruhen, welcher letztere bei diesen
Thieren vielfach offenbar von ganz ausserordentlicher Fein-
heit ist."
Une experience sur la fonction des antennes
chez la Blatte (Periplaneta orientalis) brachte
F. Plateau zu der Ueberzeugung, dass bei der Schabe
die Fühler der Siez der Geruchsempfindung sind; Compt.
rend. Soc. Ent. Belgique 1886, 5. juin, S. 118—122.
Leydig spricht auf Grund fremder und eigener Mit-
theilungen seine Ansichten über dieHautsinnesorgane
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 29
der Arthropoden und deren Zusammenhang unter ein-
ander und mit der allgemeinen Hautbedeckung aus; Zool.
Anz. 1886 S. 284—291, 308—314. Die gewöhnlichen
Haare der Arthropodenhaut, namentlich die dickeren,
sind als eine Ausstülpung der allgemeinen Körperhaut an-
zusehen, deren Hohlraum von einem fadigen Fortsatz des
Zellkörpers erfüllt ist. Indem sich der letztere in Spongio-
plasma und Hyaloplasma differenzirt, und auch der faden-
förmige Fortsatz an dieser Differenzierung Theil nimmt,
erscheint der Inhalt des Haares aus netzartigen Strängen
bestehend, deren Zwischenraum von einer Flüssigkeit er-
füllt ist. Letztere kann verschwinden und durch Luft
ersetzt werden, wie es bei so manchen w^eissen oder silber-
glänzenden Haaren und Schuppen der Fall ist. Es kann
aber die Flüssigkeit auch den Charakter eines Sekretes
annehmen, das durch eine an der Spitze des Haares be-
findliche Oeffnung entleert wird und je nach seiner beson-
deren Beschaffenheit das Haar zu einem Gifthaar, Hafthaar
oder einer Duftschuppe stempelt. Deutlicher ist dieser Cha-
rakter da ausgeprägt, wo geradezu eine (ein- od. mehrzellige)
Drüse in das Haar ausmündet. Das gemeinsame Merkmal
der Sinneshaare liegt nun darin, dass Nerven gangliös an
ihnen enden, so dass die Hautborste als Endausrüstung
einer Endgangiienzelle des Nervs erscheint. Der plas-
matische Inhalt der Borste, deren Aussehen übrigens sehr
verschieden sein kann, lässt sich von der nervösen Sub-
stanz optisch nicht sondern. Die als Riechkolben in An-
spruch genommenen Kutiliularanhänge haben ihren eigen-
thümlichen Charakter darin, dass der Plasmainhalt blass
und homogen, nach einigen Beobachtern auch feingekörnelt,
erscheint, während die chitinige Umhüllung, die nach dem
Aufenthalt des Thieres im Wasser oder auf dem Lande
feiner oder derber ist, an der Spitze eine von einem dunklen
Kutikularring umgebene Oeffnung aufweist. Unter Um-
ständen kann der Inhalt des Kiechkolbens aus der Oeffnung
hervorquellen und sich in Ballen oder Stiftchen differenzieren,
hinsichtlich deren Beurtheilung, ob Sekret, ob Differen-
zierung der Nervensubstanz, es auf den jeweiligen Stand-
30 Dl'- P h. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
punkt ankommt. Es führt aber diese Form der Riechkolben
zu einem Vergleich mit den innerlich vorkommenden „Hör-
stiften". „Der Hör Stift ist die Verbreiterung einer Nerven-
röhre, und insofern letztere aus einem Gerüst oder Spongio-
plasma und dem homogenen Inhalt oder Hyaloplasma
besteht, unterscheidet man auch an dem Hörstift eine
Umhüllung, welche zart anfängt, sich allmählich verdickt
und den dunkelen Rand erzeugt; dieselbe schwillt ferner
an zu dem durchbohrten Knopfe, von dem weg wieder das
Spongioplasma, verdünnt, zum Intergument zieht. Die
helle homogene Masse im Inneren entspricht nervösem
Hyaloplasma." Diesen Organen sind auch die flaschen-
förmigen von Forel aus den Fühlern der Ameisen be-
schriebenen Organe zu vergleichen als eine Form stärker
chitinisirter Chordotonalorgane. Die zur Haut ziehende
Röhre ist für die „Distalchorda" zu nehmen, die Flasche
sammt Härchen könnte der Einstülpung und ihren Härchen
entsprechen; fehlen würde der schlauchförmige Theil.
Tast- und Hörhaare können über den ganzen Körper
verbreitet sein und sich auch an gewissen Stellen anhäufen.
Letztere können eine solche Lage haben, dass man an eine
Geschmacksempfindung denken muss, und so wenig physio-
logisch zwischen Tasten und Schmecken eine strenge Grenze
gezogen werden kann, so wenig lassen sich auch morpho-
logisch überall Tast- und Schmeckborsten auseinander-
halten. Dasselbe gilt hinsichtlich der Schmeck- und
Riechhaare.
Das gangliöse Ende der Nerven der hier behandelten
Organe kann dieselbe Erscheinung wiederholen, die sich
z. B. an dem Augenganglion zeigt, dass es endlich in zwei
hinter einander liegende, durch streifig nervöse Züge ver-
bundene Abtheilungen zerfällt. Wie aber manche der hier
besprochenen Organe gezeigt haben, können Nervenorgane
zugleich sekretorischer Natur sein. Vgl. auch Biol. Centralbl.
VI S. 462-464.
Die Schlüsse, zu denen F. Plateau durch seine Re-
cherches sur la perception de la lumiere par les
Myriopodes aveugles kam, schliessen sich den von
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 188ß ;-^l
Grab er erlangten Resultaten seiner Versuche über den
Helligkeitssinn der Thiere an, und sind folgende: Die blinden
Chilopoden nehmen das Tageslicht wahr und können
zwischen diesem Licht und der Finsterniss unterscheiden.
Bei den mit Augen ausgerüsteten und bei den augenlosen
Chilopoden bedarf es im Allgemeinen einer ziemlich langen
Zeit, um diese Thiere merken zu lassen, dass sie von einer
relativen oder vollständigen Dunkelheit ans Tageslicht ge-
kommen sind, und diese latente Periode ist bei den blinden
Chilopoden nicht grösser als bei den mit Augen versehenen.
Hiermit steht in Zusammenhang, dass diese Thiere einen
kleinen verdunkelten Raum in einer grösseren Fläche
passieren können, ohne ihn zu merken und ohne ihn hernach
wiederzufinden, nachdem sie seine Grenzen überschritten
haben. Wenn sich die auf den Boden gelegten Chilopoden
beeilen, sich in die erste beste Ritze zu verkriechen, so
geschieht dies nicht nur, um sich dem Licht zu entziehen,
sondern auch um ein feuchtes Versteck aufzusuchen. Journ.
de l'anatomie et de la physiologie XXH S. 431—457.
A. Forel machte Experiences et remarques cri-
tiques sur les sensations des Insectes; Recueil
zoologique Suisse IV. Premiera partie S. 1 — 29; Deuxieme
partie S. 30-50, 145-?; PI. L Der erste Theil ist eine
franz. und mit Zusätzen versehene Uebersetzung eines 1878
in den Mitth. des Münchener entomol. Vereins erschienenen
Aufsatzes. In dem zweiten Theile stellt der Verfasser
neue Experimente an und unterzieht ältere einer Kritik. Hin-
sichtlich der Versuche, durch die Plateau beweisen zu
können glaubte (s. den Ber. 1885 S. 9), dass die Insekten
die Gestalt der umgebenden Gegenstände nicht oder nur
sehr unvollkommen unterscheiden können, spricht Forel
mit Recht aus, dass die erwähnten Versuche das nicht
beweisen, was Plateau aus ihnen geschlossen hatte.
Indem Forel dann seine Beobachtungen über das Benehmen
von Insekten im fi-eien Zustande und die Ergebnisse von
verschiedenen Versuchen zu Rathe zieht, kommt er zu
folgenden Thesen:
1 . Die Insekten werden im Fluge fast allein und auf
32 Dl'- Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
dem Boden z. Th. durch ihre zusammengesetzten Augen
geleitet. Die Fühler und Mundsinnesorgane können nicht
zu einer Richtung in der Luft dienen; ihre Beseitigung
vermindert in keiner Weise ihre Fähigkeit, sich im Fluge
zu richten.
2. Die Theorie Joh. Müller's vom musivischen
Sehen ist die allein richtige. Die Betinulii der zusammen-
gesetzten Augen empfangen nicht jede ein Bildchen, sondern
je ein einfaches Bündel von Lichtstrahlen, das von einem
anderen Orte herkommt als das der benachbarten Retinulä.
Gottsche's Theorie ist ganz falsch.
3. Je grösser die Zahl der Facetten ist und je länger
die Kry Stallkegel sind, um so deutlicher ist das Sehen und
um so weiter reicht das deutliche Sehen.
4. Die Lisekten nehmen besonders gut die Bewegungen
der Gegenstände wahr, d. h. die Lageveränderungen der
Gesichtsbilder im zusammengesetzten Auge. Sie sehen
daher besser im Fluge als in der Ruhe, denn während des
Fluges verschiebt sich das Bild ruhender Gegenstände mit
Rücksicht auf das Auge. Die Wahrnehmung der Be-
wegungen von Gegenständen nimmt im Verhältniss der
Entfernung ab.
5. Die Insekten unterscheiden den Umriss, die Gestalt
der Gegenstände nur undeutlich, und um so undeutlicher,
je geringer die Zahl der Facetten, je kürzer die Krystall-
kegel, je entfernter die Gegenstände oder je kleiner die
Augen sind. Die Insekten mit grossen Augen mit mehreren
Tausend Facetten sehen ziemlich deutlich.
6. Die Insekten nehmen im Fluge mit Hülfe ihrer
zusammengesetzten Augen sehr gut die Richtung und die
Entfernung der Gegenstände wahr. Wenigstens gilt dies
für die geringeren Entfernungen. Sogar in der Ruhe
können sie den Abstand unbewegter Gegenstände wahr-
nehmen.
7. Manche Insekten (Bienen, Hummeln) unterscheiden
gut die Farben und erkennen besser die Farben als die
Gestalt. Bei anderen (Wespen) scheint im Gegentheil die
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 33
Unterscheidung der Farben sehr unvollkommen zu sein.
Die Ameisen nehmen die ultravioletten Strahlen wahr.
8. Die Ocellen scheinen ein nur unvollkommenes Sehen
zu ermöglichen und bei Insekten mit zusammengesetzten
Augen nur accessorisch zu sein. —
Zu dem letzten Satze in No. 7 stellte Forel eigene
Untersuchungen an, um zu entscheiden, ob die Wahr-
nehmung der ultravioletten Strahlen bei Ameisen mittels
der Augen oder der allgemeinen Körperhaut erfolge, welches
letztere die Meinung Graber's war. Die Versuche wurden
mit Ameisen angestellt, deren Augen mit einem dunkelen
Firniss überzogen waren. Die so behandelten Ameisen
gingen ihrer gewohnten Thätigkeit in derselben Weise und
mit derselben Sicherheit nach, wie die normalen. Der
Bericht über ihr Verhalten gegen verschiedenfarbiges Licht
und namentlich gegen die ultravioletten Strahlen ist nur
z. Tl\^ in dem mir vorliegenden Heft enthalten. Dagegen
finde ich im Journ. R. Microsc. Soc. 1887 No. 1 S. 73 das
Referat, dass Forel im Arch. Sei. Phys. et Nat. XVI S. 346
bis 350 die Resultate über ähnliche Versuche veröffentlicht
habe, die ihn veranlassen, auf die Seite Lubbock's zu treten.
Allerdings müsse zugegeben werden, dass die photoder-
matische Wahrnehmung die Empfindung mittels der Augen
unterstützt.
Westhoff referirte über Plateau's Versuche über
das Sehvermögen von Insekten (s. den vor. Ber. S. 9) und
knüpft daran seine Bedenken gegen die Beweiskraft der
von Plateau angestellten Versuche; 14. Jahresb. Westf.
Prov.-Ver. S. 27— 29.
Lacaze-Duthiers referirt in seinem Arch. de Zool.
etc. (2. Ser.) IV S. XIII der Resumeä über Hickson, The
eye and optic tract of Insects.
G. Bell onci's Memoria intorno al ganglio ottico
degli artropodi super iori in der Internat. Monats-
schrift für Anatomie und Histologie III S. 195-204 T. VII
meldet bei Musca einen das linke G. acust. mit dem
rechten g. opticum und umgekehrt verbindenden Faserzug und
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. 11. H. 2. C
34 Dl". Ph. Bert kau: Bericht üb. die wissensch, Leistungen
einen zweiten Zug feiner Fasern, der vom G. acust. zu dem
oberen Gehirnlappen, dem ,, Pilzförmigen Körper" zieht.
Die Beziehungen zwischen dem g. optic. und g. acustic.
sind daher bei Musca ähnlich wie bei Gryllotalpa.
Kurze Mittheilungen aus fortgesetzten Unter-
suchungen über die Sehorgane im Zool. Anz. 1886
S. 141-147, (220—223), 479 -481, 496-500 von J. Car-
riere beziehen sich auf die ,, Doppelaugen" bei männlichen
Insekten, die Carriere von Cloe, Bibio (und Gyrinus) be-
schreibt; akone und pseudokone Insektenaugen, zwischen
denen eine Trennung nicht durchzuführen ist; Zahl und
Stellung der Retinulazellen von Musca, Culex und Bibio,
die Carriere in Uebereinstimmung mit Grenacher zu
7 fand ; Ocellen der Dipteren und Orthopteren, welche bei
letzteren vielfach rudimentär, und überhaupt nicht als Seh-
organe zu betrachten sind, bei Chernetiden aber doch als
solche zu fungiren scheinen und ausser der Linse deren
Bildungszellen und Retinazellen, aber ohne Stäbchen und
Pigment enthalten. Die Entwickelung |der Ocellen wurde
bei Chrysididen und Ichneumoniden verfolgt; sie beginnt
mit einer Verlängerung und Anordnung der Hypodermis-
zellen in 2 Schichten mit taschenförmiger Einstülpung von
der Peripherie der Augenanlage her.
W. Patten hat eine sehr ausführliche Abhandlung
erscheinen lassen: Eyes of Molluscs and Arthropods;
Mitth. Zool. Nat. Neapel VI S. 542—756 Taf 28—32. Die
Untersuchung der Augen von Arthropoden beschränkt sich
auf die zusammengesetzten Augen einiger Crustaceen und
von Mantis rehgiosa. Da der Verfasser selbst Penaeus
in den Vordergrund stellt und Mantis mit diesem im
wesentlichen übereinstimmt, so referire ich nur über das
Auge des ersteren. — Hinter jeder der quadratischen und
schwach konvexen Korneafacetten finden sich 2 flache
Zellen, die die Matrixzellen der Facette sind (corneal
hypodermis); darauf folgt die ,,ommateal hypodermis", von
der Kornea bis zur Basalmembran reichend und aus 19
oder 20 Zellen bestehend, die in 4 Kreise angeordnet sind.
Die wichtigsten unter diesen sind die vier unpigmentirten.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 35
von Patten Retinopliorä genannten Zellen, deren distale
Enden rektangulär sind und die bisher als Krystallkegel
bezeichneten Gebilde darstellen. Sie bilden, in der Tiefe
sich verjüngend, zunächst den „calyx" genannten Theil,
ver schmälern sich dann zu dem „style", um bei Penaeus
hierauf wieder zu dem umfangreichen, spindelförmigen Körper,
dem ,,pedicel" anzuschwellen; letzterer verschmälert sich
dann wieder dicht über der Basalmembran, wo die Zellen
ihr Ende erreichen. Zwei von ihnen sind hier verschmolzen
und die Enden dieser 3 Zellen fahren über der Basal-
membran auseinander um sich, in mehrere Fasern aufgelöst,
an sie anzuheften. Das Rhabdom Grenacher's ist nun
das „pedicel", nicht ein Sekret oder Theil der ,,Retinulae",
sondern der untere Theil der Betinophorae, d. h. derselben
Zellen, die oben den Krystallkegel bildeten. Umgeben
sind diese Retinophorä von 2 Gruppen pigmentführender
Zellen: einer oberen, aus vier gebildeten, die einen Ring
in der Gegend des Calyx bilden und nach der Tiefe in
schmale Fortsätze (bacilli) auslaufen, die sich später näheren
und mit wurzelähnlichen Enden ebenfalls an die Basal-
membran anheften. Zwischen diesen und der Basalmembran
liegen 7 Zellen, die sich in 2 Gruppen sondern : 3 gTÖssere
haben braunes Pigment und ihr den Kern tragender er-
weiterter Körper liegt etwas oberhalb des von den vier
übrigen schwarz pigmentirten, schmächtigeren. Alle 7
setzen sich übrigens sowohl nach oben als auch nach der
Basalmembran hin fort, oben eine Scheide um die Re-
tinophorä bildend. Vielleicht ist eine von den drei grösseren
eine „doppelte" Zelle. Endlich finden sich noch zwischen
den Kernen der Retinulä und der Basalmembran Zellen,
deren Zahl nur unsicher auf 4 angegeben wird, deren
Körper mit stark lichtbrechenden, Fettkrystallen ähnUchen
Krystallen erfüllt ist, die sich auf Zusatz von ganz dünner
Kalilauge mit purpurner Farbe auflösen.
Die Basalmembran besteht aus Bindegewebsmassen
von der Gestalt griechischer Kreuze; alle diese Kreuze
liegen so regelmässig angeordnet, dass zwischen ihnen, von
je \aeren begrenzt, ein viereckiger Raum bleibt, dessen
C*
36 Dr. P h. Bertka^^ : Bericht üb, die wisseiisch. Leistungen
Lumen an der äusseren Seite der Basalmembram durch
eine ringförmige Membran eingeengt ist; die gegen-
einander gewendeten Arme der benachbarten Kreuze sind
ebenfalls durch eine hyaline Membran mit einander ver-
bunden. Endlich zieht durch die Rechtecke von einer
Ecke zur gegenüberliegenden ein Faserbündel, das sich
an der letzteren verbreitert; alle diese Bündel sind gleich-
gerichtet; eine durch sie gelegte senkrechte Ebene nennt
der Verfasser Diagonalebene. Sämmtliche zu einer
Fazette gehörenden Zellen enden nun in ganz gesetz-
mässiger Weise auf den Kreuzen, bezw. in den ein-
springenden Ecken derselben: die Retinophorä auf den
Kreuzen, nahe dem Mittelpunkte in einer Diagonalebene,
und zwar so, dass die beiden vereinigten Zellen der Ecke
genähert sind, in denen das Faserbündel verbreitert endet,
die andern dem Ursprung eines zweiten Faserbündels.
Von den 7 Retinulä begeben sich die 4 schwarz pigmentirten
in 2 Gruppen an 2 gegenüberliegende, nicht in die Diagonal-
ebene fallende Ecken, die 3 anderen in eine Diagonalecke, und
zwar eine solche, von der das Faserbündel entspringt. Die
Basis der 7 Retinophorä ruht auf der Ringmembran, die
über den rechteckigen Zwischenraum ausgespannt ist. Die
4 Bacilli endlich enden vereinigt zwischen den starken
diagonalen Fasern, gegenüber der Ecke, an der die drei
braunen Pigmentzellen endeten. Der an die Basalmembran
herantretende Nerv löst sich nun entsprechend jedem
Quadrat in Bündel auf; an jedem Quadrat theilt er sich
in 4 Bündel pigmentirter Fasern, die nach den Ecken des
Quadrates ziehen und sich von hier auf die Pigmentzellen
verbreiten; somit versorgt also ein in ein Quadrat ein-
tretendes Bündel die Pigmentzellen von 4 Ommatidien.
Für die Retinophorä treten 4 farblose Bündel von Nerven-
fasern ein, und endlich tritt ein unpigmentirter Ast als
Achsenfaden zwischen die Retinophorä ein, zieht durch
])edicel und style bis in den vorderen, Retinidium genannten
Theil (Krystallkegel der früheren Autoren), den er eben-
falls ganz durchzieht, dabei rechts und links Fasern ab-
gebend. — Bei Mantis religiosa sind die Verhältnisse ganz
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 37
ähnliche. Die Basalmembran ist siebartig durchbrochen,
nicht mit der Regelmässigkeit wie bei Penaeus; jede Oeffniing
entspricht einem Ommatidium, und durch dieselbe tritt
ein Bündel Nervenfasern ein, von denen der Achsen cylinder
bis zu dem Retinidium reicht, sich im calyx in 4 Aeste
theilt, von denen jeder auf seinem weiteren Verlauf eine
Unzahl horizontaler Zweige abgiebt.
Es lassen sieb demnach über das Auge der Arthro-
poden folgende Sätze aussprechen. Das zusammengesetzte
Auge besteht aus Ommatidien, deren jedes ein doppeltes
Zelllager besitzt: Das Ommateum und die korneale Hypo-
dermis. Die Elemente der letzteren sind vielleicht nicht
ausschliesslich zur Produktion der Kornea berufen, haben
vielmehr in einigen Fällen auch die Bedeutung einer Iris.
Der wesentlichste Theil des Ommateums sind die Reti-
nophorae, deren Zahl fast ausnahmslos vier beträgt. Ihr
Ende trägt als cuticulare Ausscheidung die Stäbe (Krystall-
kegel früherer Autoren), zu deren Umfassung dasselbe in
eine napfartige Ausbreitung, den „calyx" umgewandelt ist,
während das proximale Ende in eine dünne Röhre re-
duzirt ist, die als Träger des calyx und als Schutzkanal
des Achsenfadens dient. Der „Pedicel" ist nicht wesentlich,
wie seine häufige Abwesenheit beweist; er scheint am
meisten bei Nachtthieren vorzukommen , und dies möchte
in Verbindung mit seiner Plättchenstruktur darauf hindeuten,
dass er als „Reflector" dient. Während also die Retino-
phorae die eigentlichen Licht empfindenden Elemente sind,
sind die Retinulä einfach Pigmentzellen, die mit der Ab-
scheidung des „Rhabdoms" (= Style und Pedicel Patten's)
Nichts zu thun haben.
Steht also Patten in diesem wichtigen Punkte im
Gegensatz zu Grenacher so auch hinsichtlich der Zurück-
führung des zusammengesetzten Auges auf das einfache
Auge. Nach Patten fehlt jeder Hinweis darauf, dass das
zusammengesetzte Auge durch Häufung reduzirter einfacher
entstanden sein könnte (ausgen. Limulus), und alle Ver-
hältnisse weisen darauf hin, dass es durch innere Modi-
fikation eines Einzelauges unter Vermehrung der Elemente
38 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
desselben entstanden ist. Es ist nur eine unabweisliche
Folgerung aus den bisher referirten Anschauungen Patten's,
wenn er auch die Müller 'sehe Theorie des musivischen
Sehens verwirft. Das durch die konvexe Fazette ent-
worfene umgekehrte, im „Krystallkegel" erscheinende Bild-
chen kann in seinen Einzelheiten wahrgenommen
werden, da nicht der ganze Krystallkegel, sondern jede
einzelne der zahlreichen in ihm (oder in dem Pseudoconus
der Fliegenaugen) sich verzweigenden Nervenfasern ein
perzipirendes Element ist.
H. de Wielowiejski theilt seine Observations
sur la Spermatogenese des Arthropodes mit; Archiv.
Slaves de Biolog. II. S. 28 — 36. — Entgegen der Ansicht
mehrerer Beobachter der Spermatogenese bei den Wirbel-
thieren behauptet Wielowiejski, dass der chromatische
Kernfaden der Spermatocyten sich nicht unmittelbar in den
Kopf des Spermatozoid umwandelt, sondern zerfäUt und
in der achromatischen Substanz vertheilt. Während Gilson
vielkernige Spermatogonien auf endogene Zelltheilung zu-
rückführt, entstehen dieselben nach Wielowiejski durch
sehr vollständige Verschmelzung von Zellen. Bei Insekten
beschrieb Gilson die sich entwickelnden Spermatozoiden
umgeben von den Plasmaresten des Spermatogonium mit
einem oder mehreren (weiblichen) Kernen in der Wand.
Nach Wielowiejski ist die Hülle um solch ein Sperma-
tozoenbündel zelliger Natur, thatsächlich ein Epithel. Zum
Schluss erwähnt er das Vorhandensein accessorischer Zellen
zwischen dem Sperma in den duct. ejaculat. der Melolontha
vulgaris, augenscheinHch das direkte Resultat der Sperma-
togenese. (Nach Journ. R. Microsc. Soc. 1887 No. 1
S. 69, 70).
V. la Valette St. George 's „Spermatologische Bei-
träge" II und IV s. unten bei Orthopteren und Coleopteren;
ebenso J. Dewitz' Mittheilung über die Gesetzmässig-
keit in der OrtsverändeTrung der Spermatozoon
und in der Vereinigung derselben mit dem Ei bei
Orthopteren.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 39
G. Platner benutzt die Karyokinese bei den
Lepidopteren als Grundlage einer Theorie der
Zelltheilung; Internat. Monatsschr. f. Anatomie und
Histologie, III S. 341—398, Taf. XVII und 2 Holzschn. —
Die an den Spermatocyten von Sphinx Euphorbiae und
Phalera bucephula studierte Karyokinese verläuft im All-
gemeinen nach dem bekannten Schema, lässt aber theils
einige Besonderheiten, theils einige fragliche und in ihrer
Deutung noch streitige Erscheinungen deutlicher als an
anderen Objekten erkennen. Die ruhende Spermatocyte
besitzt neben dem Kerne ein später verschwindendes Ge-
bilde, das nicht mit dem Nebenkerne verwechselt werden
darf Wenn dieselbe sich zur Theilung anschickt, so rückt
vder bis dahin central gelegene Kern an die Spitze der
abgerundet kegelförmigen Zelle; an zwei, um etwa 90^
entfernt und zur Achse symmetrisch gelegenen Punkten
tritt eine Anhäufung homogener heller Substanz auf
(Polkegel), die bei weiterem Wachstum die Zellhaut er-
reicht, welche dann an diesen Stellen ihre Kontinuität
verliert und büschelförmig aus einanderfahrende Proto-
plasmastrahlen in das freie Lumen des HodenfolHkels
hineinragen lässt; die Aster entwickeln sich also ausser-
halb der Zellgrenzen. Die Aster rücken weiter aus-
einander, bis sie um 180^ und später noch mehr, aus-
einander stehen ; an dem dazwischen liegenden Kern gehen
die Veränderungen in der bekannten Weise vor sich, wobei
zu bemerken ist, dass die Zahl der Chromatinstäbchen der
Aequatorialplatte 30 beträgt, wie auch für einige andere
Objecte nachgewiesen ist. Die aus der letzten Theilung
hervorgehenden Spermatiden zeigen insofern ein besonderes
Verhalten, als der grössere Theil der Spindelfasern körnig
zerfäUt und in einen mit Hämatoxylin sich färbenden
runden granulirten Körper umwandelt, den Nebenkern, der
den Kern um das vier- bis fünffache im Durchmesser
übertrifft.
In dem theoretischen Theil legt sich nun der Verfasser
die Frage vor, wie man sich die Umlagerungen und Ver-
änderungen in Zelle und Kern zu erklären habe, und würdigt
40 1^1". Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
namentlich die von Carnoy gelieferte Erklärung einer ein-
gehenden Darstellung, erkennt aber ihre Unzulänglichkeit
für einige Hauptphänomen. Dafür glaubt Platner nun die
mechanischen Wirkungen durch Plasmaströmungen in An-
spruch nehmen zu können und stellt folgende Sätze auf,
die er des näheren erläutert:
.1. Das Auseinanderweichen der Tochterelemente bei
der Dislokation der Aequatorialplatte ist das Resultat einer
cirkulir enden Strömung. 2. Die Form- und Lageveränderung
der Spindel sind das Resultat der mechanischen Wirkung
der in derselben stattfindenden und von den Polen aus-
strahlenden Flüssigkeitsbewegung. 3. Wenn die Aster
primär auftreten, so ist ihre Entstehung abhängig von
der Richtung, in welcher der Strom der Ernährungs-
ilüssigkeit die Zelle durchzieht ; die Spindel entwickelt sich
senkrecht hierauf. Der gleichen Ursache sind die Wan-
derungen des Kernes zuzuschreiben. 4. Die Bildung des
Knäuels sowie die Anordnung der Aepuatorialplatte ist
das Resultat von Plasmaströmungen, welche in bestimmter
Richtung den Kern durchziehen. 5. Die achromatische
Substanz ist das aktive Element bei der Karyokinese.
6. Die Annahme anziehender und abstossender Kräfte
vermag die Erscheinungen der Karyokinese nicht zu er-
klären. 7. Die Theilung des Protoplasma ist ein rein
mechanischer Vorgang. — Diese Sätze werden von dem
Verfasser näher erläutert und begründet.
P. Hallez findet die vorjährige Beobachtung an Peri-
planeta (vor. Ber. S. 125) auch bei zwei anderen Insekten
bestätigt: Loi de l'orientation de l'embryon chez
les Insectes; C. R. Acad. Sei. Paris CHI S. 606-608.
Auch an den Eiern der Locusta viridissima und des Hy-
drophilus piceus Hess sich konstatieren, dass die Längs-
achse des Embryos und der Mutter zusammenfiel und
dass Embryo und Mutter mit Rücksicht auf vorn und
hinten gleich gerichtet sind; bei der ersteren auch noch,
dass oben und unten und rechts und links bei beiden
zusammenfallen.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 41
Zur Morphologie des Insektenovariums macht
V. Wielowiejski noch einige Mittheilungen; Zool. Anz.
1886 S. 132- 139. Er bestreitet auch hier ein Hervor-
gehen von Eizellen aus Elementen des Endfaches oder gar
des Endfadens; die Eizellen werden sehr früh angelegt und
sind von den Elementen des Endfaches schon früh zu
unterscheiden. Letztere sind bei den Hemipteren Dotter-
zellen, bei anderen Insekten haben sie vielleicht dieselbe
Bedeutung, obwohl „Dotterstränge" von den Eizellen nicht
in sie hineinragen; vielleicht ist hier die Endkammer aber
auch ein rudimentäres 'Organ. Ganz ausgeschlossen ist die
Herleitung von Elementen des Ovariums von dem Endfaden,
welcher letzterer seiner Entstehung nach die Fortsetzung
der vom eigentlichen Ovarium ganz gesonderten Umhüllungs-
schicht ist. Nach dem Verhalten der Endkammer unter-
scheidet der Verfasser drei Gruppen von Insektenovarien.
Die erste enthält solche, „an deren Spitze in Jugendstadien
angehäufte Embryonalzellen sich alle in Ei- resp. Dotter-
bildungs- und Epithelzellen umwandeln können. Hierzu
würden die Ovarien der Dipteren, Hymenoptoren, Lepi-
dopteren, Orthopteren und der Geodephaga und Hydrade-
phaga unter den Coleopteren gehören. Die zweite Gruppe
enthält Ovarien, deren Spitze oberhalb der Eizellen und
Eianlagen lebenslang einen mehr oder weniger voluminösen
soliden Zellhaufen (Endkammern) besitzt, der aber mit den
ersteren in keinem näheren Zusammenhang steht: Co-
leoptera (mit Ausnahme der Geodeph. und Hydradeph.)
und z. Th. auch Aphiden. Zur dritten Gruppe wären
endlich Ovarien zu rechnen, deren Spitze oberhalb der
Eianlagen einen stark entwickelten, als Dotterbildungs-
organ fungirenden Zellhaufen darstellt, zwischen dessen Ele-
mente spezielle, von heranreifenden Eizellen entsendete
wurzelähnHche Ausläufer eindringen: Hemipteren " S. auch
desselben: 0. Budowie jajnika u owadöw; Krakau
1886, S. 1-111 Taf.in— VI.
Ein weiterer Beitrag zur Lösung der Frage
nach dem Ursprung der verschiedenen Zellen-
42 Dr. Ph Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
elemente der Insektenovarien von Korscheit (eben-
da S. 256 — 263) ist dem wiederholten Nachweis gewidmet,
dass die Zellen der Eiröhre durch Differenzirung aus einer
gleichartigen Zellmasse entstehen. Diese Differenzirung
kann sehr frühzeitig vor sich gehen, es kann dieselbe aber
auch noch im Imagozustaud vorkommen, wo sich Koste
der gleichartigen Zellmasse in den Endkammern erhalten
haben. — Dem Endfaden schreibt Korscheit nicht die
Bedeutung zu, die Wielowiejski in falscher Interpretirung
der Kor schelt' sehen Darstellung angenommen hatte. —
Ausführlicher in Zeitschr. wissensch. Zool. 43 S. 537 — 720
Taf. XX— XXIV mit 6 Holzschnitten : lieber die Ent-
stehung und Bedeutung der verschiedenen Zellen-
elemente des Insektenovariums.
M. J. Perez veröffentlicht ebenfalls eine Note sur
1' histogenese des Clements contenus dans les
gaines ovigcres des insectes; C. R. Acad. d. Sei. Paris,
IS.janvier 1886, CXI S. 181-183. Ei, FoUikelzellen und
Dotterzellen gehen aus identischen Zellen hervor, welche
den Inhalt der jungen Eiröhre ausmachen. Gewöhnlich
sind es axiale Zellen, welche sich in die Eianlage um-
wandeln, während die peripheren unter starker Vermehrung
sich in Gestalt eines follikulären Epithels um das Ei an-
ordnen. Wenn Dotterzellen vorhanden sind, so gehen die-
selben aus einer wiederholten Zweitheilung einer axialen
Zelle hervor; sämmtliche Tochterzellen bleiben, bis ihre
für jede Art konstante Zahl erreicht ist, von der Zellhaut
der Mutterzelle umschlossen, lassen sich in dieser zählen
und werden frei durch Zerreissen derselben. Die unterste
dieser Zellen wandelt sich in die Eizelle um, die übrigen
in Dotterzellen, die demnach Schwester- und nicht Tochter-
zellen des Eies sind. Die Dotterzellen gehören demnach
der Zahlenreihe (0), 1, 3, 7, 15, 31, 63, 127 an. Dotter-
zellen fehlen bei Käfern (mit Ausnahme von Carabiden
und Dytisciden), Orthopteren, Hemipteren, bei Termes,
Agrion, Ephemera, Perla, Thrips, Lepisma, Podura; 1 ist
vorhanden bei Forficula, 3 bei Panorpa, Troctes, Psocus
(?bei Psocus fand ich früher constant 2 Dotterzellen; Re-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 43
ferent); 7 bei Schmetterlingen Phryganea, Hippobosca, Pe-
diculus; Proctotrypiden ; 15 bei fast allen Fliegen, bei Ca-
rabiden und Dytisciden; Cynipiden und Chalcidiern ; 31 bei
Evaniaden, Ichneumonen; Mutilliden, Formieiden; 63 bei
Tenthrediniden, Grabwespen (ausg. MutilL), Vespiden,
Apiden; 127 bei Carabus und Procrustes.
A. Sabatier tritt Perez entgegen und sucht seine
frühere Behauptung, nach der die Kerne der Follikel- und
Dotterzellen von der Eizelle abgeschnürt werden, aufrecht
zu halten. FoUikel- und Dotterzellen sind nur durch ihre
Grösse und die Zeit ihres Erscheinens unterschieden, und
ein w^esentlicher Unterschied zwischen Insekten mit und
ohne Dotterzellen besteht nicht; ebenda S. 181—183, 441
bis 443.
Perez hält Sabatier 's Ansichten und Darstellungen
für ganz irrig und seine Methode der Zählung der Zellen
in einem Eifache für unzuverlässig, und giebt seine eigene
Methode an. Hinzugefügt ist eine Angabe über den End-
faden; ebenda S. 557 — 559.
Als Oogenetische Studien I schildert L. Will in
der Zeitschr. wiss. Zool. 43 S. 329-368 Taf. XIII, XIV
die Entstehung des Eies von Colymbetes fuscus L.
An der Eiröhre ist ein Endfach nicht differenzirt. In
dem dem Endfaden zunächst liegenden Theil drängen sich
Kerne zusammen, die dadurch, dass sie sich mit einer,
wenn auch sehr geringen Schicht Plasma umgeben, zu
Primordialeiern werden. Diese sind die einzigen Elemente
der Eiröhre, und von ihnen nehmen die übrigen Bestand-
theile, die sog. Dotter- und Epithelzellen ihren Ursprung.
Der Eikern schnürt nämlich Tochterkerne in verschiedener
Grösse ab: die grossen sammeln sicli an einem Ende, um-
geben sich ebenfalls mit Plasma und werden dadurch zu
den früher sog. Dotter- oder EinährzeUen, die Will
Riesenepithelzellen nennt ; die kleineren Zellen ordnen sich
in einfacher Lage an und bilden die Epithelschicht um
das Ei. Die anfänghch einzellige, einkernige und später
mehrkernige Eianlage ist nun in ein mehrzelliges Stadium
44 I^i"- Ph.Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Übergetreten, umgeben von den Follikelzellen (Follikelei).
Während anfänglicb eine bestimmte Orientierung des Eies
in der Eiröhre nicht zu beobachten war, tritt eine solche
jetzt in der Weise ein, dass die Anhäufung der Riesen-
epithelzellen den oberen Eipol, die ursprüngliche Anlage
des Eies, die auch allein in das definitive Ei übergeht,
den unteren Pol einnimmt und hier den Eikern umschliesst.
Mit diesem sind mannigfache Aenderungen vor sich ge-
gangen. Er hat unter stetem Wachsen mehr und mehr
Kernsaft erhalten, seine Chromatinsubstanz ist in kleine
und kleinere Granula zerfallen; er rückt an die Oberfläche
und verbreitet sich hier z. Th. auf der Eioberfläche, sich
in Eiplasma umwandelnd. Nur ein kleiner im Ei zurück-
bleibender Theil wandelt sich nicht um, sondern nimmt
die Gestalt eines kleinen, einige feste Chromatinkörperchen
enthaltenden Bläschens an: der im Vergleich zu früher
vielmals kleinere Kern des fertigen Eies, an welchem bald
darauf die Spindelbildung eintritt, welche zur Ausstossung
der RichtungskÖrperchen hinführt.
Während aller dieser mit dem Kern vor sich gehenden
Veränderungen haben sich stets die oberflächlichen Schichten
desselben in Eiplasma umgewandelt, so dass also der
Plasmaleib des Eies auf Kosten des Kernes wächst.
Theoretische Erwägungen führen zu dem Schlüsse, dass
auch der erste schmale Saum von Plasma um den Kern
des Primordialeies auf dieselbe Weise entstanden ist, so
dass das gesammte Primordiale von einem Stadium ab-
zuleiten ist, wo die ganze Zelle noch Kern war und die
BegTiffe Zelle und Kern sich deckten.
Das anfangs achromatische Eiplasma, das seiner Be-
schaffenheit nach wohl mit dem Kernsaft identisch ist,
wird durch die vom Kern hinzugefügten Chromatin-
körperchen chromatisch. Indem der Zellenleib in grössere
und kleinere Kügelchen zerfällt, wird die Bildung der
Dotterelemente eingeleitet.
Von den Riesenepithelzellen wird keinerlei Dotter-
material geliefert; diese gehen vielmehr zu Grunde, ohne
eine physiologische Rolle gespielt zu haben. Will ist
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 45
geneigt, sie und ebenso die kleinen Epithelzellen für
Homologa von Zellen zu halten, die im männlichen Ge-
schlecht zur Bildung der Samenzellen hinfuhren, in ihnen
also den Rest eines Zwitterzustandes zu sehen. — Das
fertige Ei ist einfache Zelle, nicht ganz äquivalent dem
Primordialei, sondern nur einem Theil derselben. Es um-
fasst das Primordialei nach Abgabe der Tochterzellen.
Dieselbe Frage studierte J. H. List an einem zu einer
Ordnung gehörigen Objekt, aus welcher sowohl Will als
auch V. Wielowiejski andere Vertreter benutzt hatten:
lieber die Entstehung der Dotter- und Eizellen
bei Orthezia cataphracta Shaiv, und die Resultate,
zu denen List gelangte, weichen von denen der beiden
genannten Vorgänger ab, wenn sie sich auch mehr an die
V. Wielowiejski's als Will's anschliessen. Nach List kann
man an den Ovarialröhren der Orthezia das End- oder
Dotterfach von dem Eifach stets leicht unterscheiden.
Letzteres hat ein hohes Cylinderepithel; wie das Epithel
des ersteren beschaffen ist, lässt sich vorläufig nicht an-
geben, da die jüngsten Stadien fehlten. Die Epithelzellen
des Eifaches verschmelzen in grösseren Gruppen mit ein-
ander und zwar von der dem Lumen zugewendeten Spitze
aus nach dem Fusse hin, und bilden so die sog. Dotter-
schollen, die auf ihrer der t. propria zugewendeten Seite
anfänglich noch die Kerne der Epithelzellen aufweisen,
durch deren Verschmelzung die Dotterscholle gebildet ist.
Später verschwinden diese Kerne und dafür tritt in der
Dotterscholle ein neuer, grosser sphärischer Kern auf:
„aus der Dotterscholle hat sich die Dotterzelle her-
vorgebildet". Die Dotterzellen rücken gegen das Eifach
vor, zerfallen in Granula und liefern so, ohne dass ein
Dottergang zwischen Ei- und Dotterfach sich ausbildete,
den Dotter des Eies. Das letztere entsteht ziemlich später
im Eifach aus einer sich vergrössernden Epithelzelle, die
sich entweder ganz in die Eizelle umwandelt, oder letztere
abschnürt. — Biol. Centralbl. VI S. 485-488.
Ueber die Reifung der Eier bei Ameisen und
Wespen findet sich in der Festschrift zur Feier des
46 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
500 jährigen Bestehens der Ruperte - Carola (B. Natur-
historischer Theil) S. 141 — 172, mit Doppeltafel eine Ab-
handlung von F. Blochmann, die eine nähere Ausführung
der von dem Verfasser in einer vorläufigen Mittheilung
bereits früher bekannt gemachten Beobachtungen an Eiern
von Camponotus ligniperda und Formica fusca enthält;
vgl. diesen Bericht über 1884 S. 170. — In dem Umkreise
des Eikerns treten allmählich wachsende, anfangs wandungs-
lose Vakuolen auf, in denen sich später Chromatinkörnchen
einstehen und die dadurch zu Nebenkernen werden, die in
einem gewissen Stadium eine vollständige Schicht um den
Kern bilden. Später wandern dieselben von dem Kern an
die Oberfläche des Eies und gehen schliesslich zu Grunde.
Der Kern des Eies bleibt dagegen erhalten und ist jeder-
zeit an dem oberen (animalen) Eipole nachweisbar.
Die Dotterelemente treten zuerst in Form kleiner Va-
kuolen am Umfang des Eies auf; in diesen Vakuolen zeigen
sich bald mehr und mehr Körnchen, die schliesslich die
ganzen Dotterbläschen anfüllen. Wenn man auch annehmen
musS;, dass das Material zu den Dotterbestandtheilen des
wachsenden Eies aus den Epithelzellen und Nährzellen ge-
nommen wird, so werden sie in jenen Zellen doch nicht
fertig gebildet, da sie in ihnen nie nachweisbar sind; mit
dem Wachsthum des Eies gehen Epithel- und Nährzellen
zu Grunde. In dem Plasma des reifenden Eies finden
sich eigenthümliche Stäbchen (gleich den sog. Bakteroiden
in den Leguminosenwurzeln), die vielleicht parasitische (oder
vielmehr symbiotische) Bakterien sind und bei F. fusca
auch in den Ovarien der Larven, bei Camp, ligniperda in
gewissen Zellen des Larvendarmes vorkommen. — In den
abgelegten Eiern liess sich ausser dem Eikern, resp. dessen
durch indirekte Theilung entstandenen Abkömmlingen, ein
kernähnliches Gebilde wahrnehmen, das als der Kern des
Richtungsbläschens gedeutet wird. Es findet sich am oberen
Eipol. — Zum Schlüsse legt der Verfasser seine Ansichten
über die von Stuhlmann mitgetheilten Untersuchungs-
resultate über denselben in weiterem Umfang studirten
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886, 47
Gegenstand dar. Ein Autoreferat: „lieber die Eireifung
bei Insekten" s. Biol. Centralbl. IV. S. 554— 559.
Stuhlmann schildert die Reifung des Arthro-
pode neies nach Beobachtungen an Insekten, Spinnen,
Myriapoden und Peripatus; Ber. Naturf. Gesellsch. Frei-
burg i. Br. I S. 101—228 Taf. V— X. Von Insekten wurden
zahlreiche Käferfamilien (Carabiden, Dyticiden, Silphiden,
Lamellicornier, Chrysomeliden, Malacodermen), Orthopteren,
Fliegen, Schmetterlinge, Hautflügler, namentlich Ichneu-
monen, Zirpen, von Arachniden Epeira und Phalangium,
von Myriapoden Julus, Glomeris und Peripatus untersucht.
Die wesentlichen Resultate dieser ausgedehnten Unter-
suchungen sind folgende. Aus den Kernen des Keimepithels
entwickelt sich durch Wachsthum und innere Differenzirung
das Keimbläschen, das sich mit Plasma umgiebt und von
nun an den Kern der Eizelle darstellt. Eine Ausscheidung
von Chromatinkörnern führt, wenn sie überhaupt stattfindet,
nicht zur Bildung des Follikelepithels, das vielmehr auf
Kerne des Keimepithels zurückzuführen ist, wohl aber
vielleicht zur Bildung von Dotterkernen, die in verschiedener
Form auftreten können und wohl nur ein von dem ge-
wöhnlichen verschiedenes Nährmaterial darstellen. DieDotter-
kernederHymenoptereneier gehen dagegen ganz sicher nicht
aus dem Keimbläschen hervor, wenn sie auch in dessen
Nachbarschaft und unterdessen Einfluss entstehen. Anfänglich
liegt das Keimbläschen in der Mitte der wachsenden Ei-
zelle, wandert dann aber bald auf die Peripherie zu, und
zwar gewöhnlich in die Nähe des oberen Poles. Hier gehen
nun verschiedene Veränderungen mit ihm vor, unter denen
der Verfasser als die wichtigste das Ausstossen grosser
Ballen (,, Reifungsballen") ansieht. Zwar wurde der Vor-
gang des Ausstossens dieser Ballen nicht unmittelbar be-
obachtet, aber das Auftreten von Richtungskörperchen bei
Peripatus begünstigt obige Deutung sehr, wie anderer-
seits Gründe vergleichender Entwickelungsgeschichte dafür
sprechen, diesen Vorgang als eine direkte Kerntheilung an-
zusehen. Nach Ausstossung der ReifungsbaUen rückt das
Keimbläschen gewöhnlich in das Innere und ist hier,
48 Di*- Ph- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
wenigstens in den dotterreichen Eiern, gewöhnlich nicht
mehr nachzuweisen, „es hat sich aufgelöst," indem es ent-
weder amöboid zerflossen ist, oder seine Struktur verändert
hat. Da aber in dotterarmen Eiern ein Bestehen des Keim-
bläschens oder vielmehr des Eikernes bis zur Furchuns"
beobachtet ist, so nimmt der Verfasser an, dass „auch in
dotterreichen Eiern eine Continuität des Eikerns statt-
finden muss". S. auch Biol. Centralbl. VI. S. 397—402.
A. T. Bruce macht Observations on the embryo-
logy of Insects and Arachnids als vorläufige Mit-
theilung über ein im Erscheinen begriffenes Werk bekannt ;
Johns Hopkins üniversity Circulars, No. 49, May 1886,
S. 85 und Ann. a. Mag. N. H. (5) XVIII S. 74—76. „Die
Entwickelungsgeschichte der Arachniden, wenigstens der
Spinnen, zeigt manche Punkte der Uebereinstimmung mit
den Insekten. Die erste Andeutung des Spinnenembryos,
der sog. Primitivhügel, ist nicht unähnlich dem jüngsten
Embryo der Orthopteren. In der Kopfgegend des vor-
geschritteneren Spinnenembryos zeigen sich Falten, die den
Amniosfalten des Insektenembryos gleichen.
Von Insekten wurden Vertreter aus der Ordnung
Lepidoptera, Coleoptera, Orthoptera, in unvollständigerer
Weise Neuroptera studirt; von Musca die Reifung des
Eies; von Spinnen verschiedene Arten.
Die Furchung des Eies von Thyridopteryx ephemerae-
formis entspricht den von Bobretzky für die Schmetter-
linge geschilderten Verhältnissen. Sie kann nicht wohl
eine centrolecithale Furchung genannt werden, insofern in
den frühesten Stadien sich Zellen, nicht eine centrale
Dottermasse umgebend, sondern innerhalb des Dotters
finden, von wo sie an die Oberfläche zur Bildung des
Blastoderms wandern. Einige der primitiven Embryonalzellen
erreichen bei Thyridopteryx die Oberfläche nicht, sondern
verbleiben im Dotter, umgeben sich später mit Dotter-
kugeln und bilden so die Dotterballen oder -Segmente.
Bei den Heuschrecken dagegen giebt es ein Stadium, in
dem alle undifferenzirten Zellen an der Oberfläche er-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 49
scheinen, während sich der Dotter in Pyramiden entsprechend
denen von Artoeiis anordnet. Bei Meloe kommt ebenfalls
ein Stadium vor, in welchem alle Zellen sich an der Ober-
fläche befinden; es fehlen aber die Dotterpyramiden. Hier
und bei den Heuschrecken entstehen also die Dotterzellen
wahrscheinlich durch Abspaltung von den den Dotter um-
hüllenden Zellen.
Der Embryo von Thyridopteryx und anderen Insekten
entsteht als eine Verdickung der Oberfläche des Eies, nicht
unähnlich dem Primitivhügel der Spinnen.
Die Amniosfalten erheben sich als Blastodermfalten
an allen Seiten des Embryos und vereinigen sich zuletzt
auf der Mittellinie der Bauchseite ; dementsprechend kommt
der Embryo (Primitivstreifen) in den Dotter zu hegen, be-
deckt von der inneren Amniosfalte oder dem wahren Amnion,
w^ährend die äussere Falte oder die „Serosa" mit dem
Blastoderm in Zusammenhang bleibt.
Bei Meloe und Mantis gleichzeitig mit, bei Thyri-
dopteryx nach der Bildung dieser Häute geht eine Ein-
wucherung in der Mittellinie der Bauchseite des Embryos
vor sich, -welche z. Th. eine Abspaltung, z. Th. eine Ein-
stülpung ist. Durch dieselbe wird das innere Keimblatt
gebildet, welches bei Thyridopteryx sicherlich dem Meso-
derm und Entoderm zugleich entspricht. Die Dotterzellen
nehmen bei Thyridopteryx keinen Antheil an der Bildung
des Entoderms; ebenso wenig bei den Heuschrecken.
Bei Thyridopteryx wächst das Amnion dorsal stärker
als die Körperwände und seine beiden gegenüberliegenden
Falten vereinigen sich, bevor die Körperwände zusammen-
gewachsen sein können. Folglich bildet das Amnion in
diesem Falle einen Theil der Rückenwand des Körpers,
während der ganze Embryo zeitweilig wie in einen Sack
durch die äussere Falte des Amnion eingeschlossen ist,
welche keinen Antheil an dem Schluss der Rückenober-
fläche nimmt.
Ein dem von Brandt für die Neuropteren beschriebenen
Rückenorgan entsprechendes Organ wurde in keinem der
Arch. f. Natuigesch. 53. Jahrg. Bd. U. H. 2. j)
50 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
untersuchten Insekten gefunden. Das Nervensystem ent-
steht in allen untersuchten Insekten als zwei ektodermale
Stränge zu beiden Seiten des „Blastoporus", wie die Mittel-
linie, an der das innere Blatt seine Entstehung nimmt,
genannt werden mag. Im Verlauf zerfällt es in eine den
Segmenten entsprechende Zahl von Ganglien. Das Supra-
ösophagealganglioii besteht aus zwei Theilen : einem hinteren,
welches die paarige Oberlippe" ( — labium ist wohl Druck-
fehler — ) ,,innervirt, und einem vorderen, welches die
Fühler mit Nerven versorgt. Die Schlundkommissur ist
gebildet von einem Stück des hinteren Theiles des Supra-
ösophagealganglions und einem Stück des mandibularen
Theiles des Infraösophagealganglions. Bei Thyridopteryx
werden die beiden Hälften des Supraösophagealganglions
durch eine doppelte Kommissur verbunden, von denen die
eine über, die andere unter dem Schlünde hergeht. Nachdem
sich das Nervensystem von dem oberflächlichen Ektoderm
abgeschnürt hat, beginnt bei Thyridopteryx eine mediane
ektodermale Einwucherung zwischen die Nervenstränge;
die dieselben zusammensetzenden Zellen verlängern sich
und liegen den Nervensträngen dicht an.
Auf diesem Stadium scheint es, als ob diese mediane
Einwucherung eine Kommissur zwischen beiden Strängen
herstellte, wie es von Hatschek für die von ihm unter-
suchten Raupen in Anspruch genommen war; thatsächlich
ist dies aber nicht der Fall. In einem späteren Stadium
gehen die verlängerten Epithelzellen eine Theilung ein und
geben Wanderzellen den Ursprung, welche anderen meso-
dermalen Wanderzellen entsprechen. Zellen dieser Art
bilden die Peritonealhülle um die Nervenstränge, nehmen
aber keinen Antheil an der Bildung von dessen Kom-
missuren. — Die 3 Paar von Thorakalgliedmaassen fallen
in allen Embryonen durch ihre Grösse auf.
Bei den Heuschrecken haben beide Maxillen an ihrer
Basis an der Aussenseite zwei Lappen. Diese erinnern
an das Exopodit und Epipodit der Krustaceengiiedmaassen,
obwohl sie wahrscheinlich mit diesen nicht homolog sind.
Aehnliche Lappen sind von Patten für Blatta beschrieben
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 51
worden. Tracheale Einstülpungen kommen an dem
Maxillarsegment der Heuschrecken vor. Zum Schluss
bleibt ein interessantes Stadium des Spinnenembryo zu
erwähnen, bei welchem eine abdominale Gliedmaasse durch
den Vorgang einer Einstülpung in eine Lunge umgewandelt
wird."
B. Grassi: Sur le developpement de l'abeille
dans l'oeuf; Archives Italiennes de Biologie VII S. 242
bis 273. — War vorher in italienischer Sprache erschienen;
vgl. den vor. Ber. S. 27.
Karsch schreibt über bemerkenswerthe Ana-
logieen in der Pflege der Brut bei Gliederfüsslern
und Wirbelthieren, an Pycnogoniden und Diplonychus
und Zaitha unter den Belostomiden erinnernd; Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 105, 106.
Derselbe hielt einen Vortrag über Insekten als
Zwischenwirthe; ebenda, Sitzber. S. XXVIII— XXXI.
Bertkau referirte über Fahre's „fit. s. la repart.
des sexes chez les Hymen." und zeigte, dass Fahre's Miss-
trauen gegen v. Siebold's Lehre von der Parthenogenesis un-
gerechtfertigt ist, und dass sich die von Fahre mitgetheilten
Thatsachen aus jener Lehre in ganz einfacher Weise er-
klären lassen. Sitzber. Niederrh. Ges. f. Natur- u. Heilk.
1886 S. 134.
A. Tichomiroff fand, dass gewisse Eeize (Bürsten;
Eintauchen in konzentrirter Schwefelsäure während 2 Mi-
nuten) die parthenogenetische Entwicklung (der Eier von
Bombyx mori) begünstigt. Arch. f. Anat. u. Physiol. (Physiol.
Abth.) 1886, Supplem. S. 35 f.
Riley giebt von Isosoma einen Generationswechsel
an; Proceed. Ent. Soc. London 1886 S. XXXVIL
F. Will glaubt einen neuen FaU von Parthenogenesis
bei Käfern gefunden zu haben. Er beobachtete nämlich
ein unausgefärbtes Weibchen von Halyzia ocellata, das
entwickelungsfähige Eier legte, und meinte, es sei nicht
wahrscheinHch, dass dasselbe im unreifen Zustande be-
gattet sei. Entom. Nachr. 1886 S. 200.
D*
52 I^i"- Ph. Bert kau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Dazu giebt J. Mik in einer dipterologisclien Notiz
seine Beobachtungen an Limnobiaden zum besten, denen
zufolge eine Begattung von frisch den Puppen ent-
schlüpften, noch unausgefärbten Mücken gar nicht selten
ist ; die Begattung solcher Weibchen wurde bei Cylindrotoma
distinctissima M. ; Dicranomyia trinotata M. und Trochobola
caesarea 0. S. beobachtet; ebenda S. 315 f.
E. Abeille de Perrin regt im Interesse einer ver-
ständlichen und verständigen Nomenklatur die Frage an:
Priorite absolue ou prescription? Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 273-283.
D. Sharp wendet sich in seinem On some proposed
tr ans fers ofnamesofgenera betitelten Aufsatze gegen
gewisse Revolutionäre unserer entomologischen Nomen-
klatur, namentlich gegen des Gozis; Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 181—188.
Brauer spricht seine Ansichten über die paläo-
zoischen Insekten und deren Deutung aus; Ann.
K. K. Naturh. Hofmus. Wien I S. 87-126 Taf. VII, VIIL
Der scheinbare Gegensatz, in dem die paläozoischen In-
sekten zu den übrigen gleichalterigen Thieren insofern
stehen, als die ersteren sich bequem heutigen Ordnungen
einreihen lassen, die letzteren dagegen keine jetzt mehr
lebenden Ordnungsverwandten haben, erklärt sich nach
Brauer aus der von ihm schon früher (vgl. den vor. Ber.
S. 2) ausgesprochenen Ansicht, dass die Unterschiede
zwischen den und innerhalb der allgemein angenommenen
7 — 8 Insektenordnungen grösser seien als bei den Säuge-
thierordnungen z. B., und dass die Zahl der Insektenord-
nungen demnach vermehrt werden müsste. Bei der Be-
urtheilung fossiler Insekten sind dann zunächst die lebenden
zu Rathe zu ziehen, und ob die ersteren alle in heutige
Ordnungen einzureihen sind, ist zweifelhaft, da manche
Punkte, welche die Ordnung bestimmen, sich an den fossilen
Insekten nicht mehr ermitteln lassen. Eine Vereinigung
der meisten paläozoischen Insekten in die Scud der 'sehe
Ordnung der Palaeodictyoptera ist ganz ungerechtfertigt.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 53
und die Ordnung überhaupt nicht zu halten. Der Zeit
nach ist folgende Reihenfolge anzunehmen: Im Silur zeigt
sich die als Blattide, also Orthopt. genuin, gedeutete Pa-
laeoblattina, im Devon Odonaten- und Sialiden-artige Formen,
also Odonata und Neuroptera, im Carbon zahlreiche Or-
thoptera genuin., dann Odonaten, Ephemeriden, Neuropteren,
Homopteren, Thysanuren. In der Trias zeigen sich die
Coleopteren, im Jura Hemipteren und Hymenopteren, im
Oolith Lepidopteren (?), Dipteren, so dass jetzt alle Ord-
nungen vertreten sind, wenn die Deutung der oolithischen
Lepidopteren richtig ist.
In der speziellen Besprechung einiger von Brongniart
abgebildeten Formen erklärt Brauer die Palaeoblattina
Douvillei scheine mehr Aehnlichkeit mit einer Gryllide,
spezieller einer Gryllotalpide, als mit einer Blattide zu haben;
die Gryllotalpinen scheinen eine Mischform von Blattiden,
Mautiden, Grylloden und „auch anderer weiter entfernten
Gruppen" darzustellen. — Woodwardia nigra, von Brongni-
art mit Corydaloides u. a. als Megasecopteride zu den
Pseudoneuropteren gestellt, lässt in seinem Flügelgeäder
Vergleiche mit verschiedenen Abtheilungen der Orthopt. s. 1.
zu und ist wahrscheinlich eine Schalttype zwischen den
Ordnungen der Plecopteren, Odonaten und Ephemeriden. —
Corydaloides Scudderi Brongn. ist am ehesten den Sialiden
zuzuzälilen und hat mit Woodwardia keine nähere Ver-
wandtschaft, ebensowenig wie Breyeria, die Mac Laclilan
zu den Ephemeriden bringen wollte; vielleicht gehörte der
Flügel der Breyeria einem Homopteron an. — Meganeura
Monyi Brongn. hat in ihrem Flügelgeäder gemeinschaftliche
Züge mit Mantiden und Plecopteren, doch mehr mit ersteren,
während andere Körpertheile an Phasmiden und Grylliden,
auch Locustiden erinnern, so dass sie wohl als echtes
Orthopteren anzusehen ist. — ProtokoUaria ingens, von
Brongniart seinen Protoperliden zugerechnet, hat in
ihrem Flügelgeäder manches von dem der Perliden ab-
weichendes aber mit Locustiden gemeinsames. — Homa-
loneura ist keine Protephemerine, sondern ein Mega-
lopteron und wohl am nächsten mit Myrmecoleon verwandt.
54 Dr. Ph. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Die Neurorthopteren- Familie der Platypteriden', obwohl
bei flüchtiger Betrachtung nur Beziehungen zu den Orth. gen.
aufweisend, ist doch wohl mehr als Neuropteron denn als
Orthopt. anzusehen, wie Brauer für Lamproptilia Grand'
Euryi ausführt. — Spilaptera Packardi und Zeilleria fusca
Brongn. sind nach den Abbildungen nicht zu deuten;
Leptoneura, von Brongniart zu den Neurorthopteren ge-
rechnet, ist den echten Orthopteren zuzuzählen, und die
Leptoneura sp. Fig. 3 eine Phasmide.
Hinsichtlich einiger von Scudder abgebildeten und
gedeuteten Flügelresten ist Brauer ebenfalls abweichender
Meinung. Plat ephemer a antiqua ist wahrscheinlich ein Gom-
phide und verwandt mit Stenophlebia. — Ger ephemer a
simplex ist wegen seiner Verstümmelung schwer zu deuten;
neben Phasmiden sind auch Mantiden in Betracht zu ziehen,
nicht dagegen Ephemeriden und Odonaten. — Lithentomum
Hartii ist ebenfalls zu fragmentarisch, um eine Deutung
zuzulassen. — Homothetus fossilis ist mit Hagen für eine
Sialide zu halten. Dasselbe gilt wahrscheinlich auch für
Xenoneura antiquorum. — Genentomum validum ist in die
Nähe von Corydalus zu verweisen. — Die Hemeristinen
enthalten einige entschieden Mantidenartige Orthopteren,
so z. B. Lithomantis carbonaria Woodw. und Hemeristia
occidentalis Scudd. ; Pachytylopsis ist dagegen wahr-
scheinlich den Sialiden zuzuzählen. - Auch die als Ge-
rarina zusammengefassten Reste gehören schwerlich zu-
sammen einer systematischen Gruppe an: Manche, wie
Megathentomum pustulatum, sind Homopteren- ähnlich. —
Die Palaeodictyoptera hemipteroidea enthalten ebenfalls
theils Orthopteren s. str. wie Eugereon, theils Homo-
ptera, wie Fulgora Ebersii Gldbg., deren Flügel die gerade
für diese Unterordnung und speziell für Fulgoriden charak-
teristische Querfalte besitzen. - Die von Scudder für
die Palaoblattaria hervorgehobenen Merkmale, welche sie
von den heutigen Blattiden unterscheiden sollen, sind nicht
auf die paläozoischen Blatten beschränkt.
Weiterhin giebt Brauer noch eine systematische Ueber-
sicht der paläozoischen Insekten nach Brongniart und eine
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 55
solche nach Scudder und stellt dann in einer vergleichenden
Tabelle, die von Fischer, Scudder, Brunner v. Wattenwyl
und Eaton für homologe Adern gebrauchten Benennungen
zusammen. Die Schlussbemerkungen folgen hier wörtlich.
„1. Die paläozoischen Insekten widerlegen in keiner
AVeise die Ansichten der Biologen über den Ursprung der
Insekten, rücken denselben aber in eine sehr ferne Zeit
hinaus.
2. Die paläozoischen Insekten bildeten keine besondere
Insektenordnung, welche die gemeinsame Basis der heutigen
Insektenordnungen war.
3. Von den jetzigen Insektenordnungen sind die Rhyn-
choten, genuinen Orthopteren, Plekopteren, Ephemerinen,
Odonaten und genuinen Neuropteren durch paläozoische
Repräsentanten nachzuweisen, und zwar so, dass gewisse
Gruppen ausschliesslich (von Rhynchoten nur Homoptera)
oder vorzüglich (von Neuropteren Sialiden, von Orthopteren
Cursoria und Gressoria, von Odonaten Agrioniden) ver-
treten waren.
4. In einer oder mehreren dieser heute noch er-
haltenen Ordnungen dürften zwar Formenreihen zur Aus-
bildung gelangt sein, welche die Keime der anderen meta-
bolen Insektenordnungen bildeten, von welchen letzteren
aber in den erhaltenen paläozoischen Resten nichts zu
entdecken ist. — Umgekehrt führt aber ein Vergleich dieser
heutigen sicheren Ordnungen zur Erkenntniss eines ana-
tomischen Bandes zwischen einigen derselben und zu muth-
masslichen Schaltordnungen, welche in der paläozoischen
Zeit noch nicht existirten.
5. Die mangelhafte Erhaltung der fossilen Insekten
macht es überhaupt unmöghch, mit Bestimmtheit eine
Schaltordnung festzustellen; unter den von Brongniart
abgebildeten Formen giebt es aber solche, die, mit Rück-
sicht auf eine Unterscheidung von 16 Ordnungen, Schalt-
formen zwischen den einstigen Familien der Orthoptera
genuina oder Zünften der Orthoptera amphibiotica zu bilden
scheinen ; niemals aber, aus anatomischen und biologischen
56 Dl'- P h. ß e r t k a 11 : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Gründen, solche zwischen Orthopteren s. lat. undNeuropteren
s. str. Die Orthopteren zeigen heute noch in den Gryllo-
talpen, Phasmiden und Grylliden morphologische Schalt-
typen zwischen Cursorien, Gressorien und Saltatorien, und
die Amphibiotica sind morphologisch und anatomisch ver-
bunden, obschon eine Zwischenform nicht zur Erscheinung
kommt. Die Aelmlichkeit der letzteren mit metabolen
Neuropteren lässt sich nirgends als Verwandtschaft deuten.
6. Wir sind der Ansicht, dass die Coleopteren keine
transitorische Type von den Neuropteren oder anderen
paläozoischen Insekten zu den späteren metabolen Insekten
bilden, sondern das Ende einer typischen Entwicklungs-
richtung darstellen, und dass die Eintheilung der Insekten
in Heterometabola und Metabola unnatürlich ist und die
Charaktere dieser Gruppen unwahr sind.
7. Es ist somit weder für die Palaeodictyoptera im
Sinne Scudder's noch für die Neurorthoptera im Sinne
Brongniart's ein Beweis ihrer einstigen Existenz zu er-
bringen. Fassen wir die Insekten aber nicht in ihre alten
7 Ordnungen, dann giebt es keine besseren Formen für
den Namen Neurorthoptera, als die heute noch lebenden
Plecoptera, wobei wir unter Neuroptera aber niemals die
Metabola, sondern Odonaten und Ephemeriden zu verstehen
haben.
8. Eine Vereinigung der Gruppen der Pseudoneuroptera
Erichson's in eine Ordnung und eine Verbindung dieser
mit den wahren Neuropteren ist ganz unnatürlich und lag
auch Erichson ganz fern. Es gab eine Vereinigung der
Pseudoneuropteren und genuinen Orthopteren incl. Thysan-
uren, es gab eine Zusammenfassung aller dieser und der
metabolen Neuropteren als Gymnognatha (Bimneister),
aber niemals eine Ordo Pseudoneuroptera. — Bei Linne
waren letztere mit den metabolen Netzflüglern als Neu-
roptera vereinigt. Charakter war nur der gemeinsame
Habitus."
In Vol. III N. XIII der Memoirs of the Boston Society
of Natural History veröffentlicht Send der 3 Aufsätze über
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 57
fossile Insekten. Der erste derselben ist betitelt The
oldest known Insect-larva, Mormoluco'ides articu-
latus, from tlie Connecticut River rocks (8.431 bis
*438, PL 45 nebst einem Holzschnitt) und beschäftigt sich
mit dem Bau und der Deutung des in der Ueberschrift ge-
nannten triassischen Restes. Derselbe besitzt eine abge-
plattete Gestalt und weist ausser dem Kopf 12 Leibesringe
auf, von denen die 3 ersten bisweilen nur undeutlich als
Brustringe differenzirt erscheinen. Das letzte Körper-
segment zeigt bei einigen Exemplaren zwei Paare von
fadenförmigen Anhängen, ein äusseres längeres und ein
inneres kürzeres, welches letztere vielleicht nur Hervor-
ragungen des Pygidiums sind. Bei der Deutung dieses von
Hitclicock zuerst für einen Isopoden gehaltenen Fossils
kommen die Larven von Neuropteren und Käfern (Silphidae,
Lampyridae und Heteroceridae) in Betracht. Die letzteren,
die eine aquatische Lebensweise führen, entbehren der End-
anhänge ; Silphiden und Lampyriden sind terrestrisch. Mehr
Wahrscheinlichkeit ist für eine „Neuropteren"-Larve vor-
handen, und zwar, da gegen Ephemeriden und Perliden
einige negative Merkmale sprechen, die grösste für eine
Sialiden-Larve. Bei einem Exemplar glaubt Scudder
sogar den Darm erkennen zu können, der im hinteren
Theile dreifach nebeneinander läuft und sieht hierin eine
weitere Stütze für die Sialidennatur des Mormolucoides, da
eine solche Darmschlinge z. B. von der Larve des Corydalus
cornutus bekannt ist.
Der zweite Aufsatz, Note on the supposed Myria-
podan genus Trichiulus, S. 438, erkennt in der vor
einigen Jahren aufgestellten Gattung Trichiulus (s. dies.
Ber. für 1884 S. 72) die noch eingerollten jungen Wedel
einer Pecopteris.
Der dritte, A review of mesozoic Cockroaches,
S. 439 — 485 PL 46—48, enthält eine Revision der meso-
zoischen Blatt iden, von denen einschliesslich der hier
zum ersten Mal beschriebenen im Ganzen 77 Arten be-
kannt sind; s. unten.
58 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
Derselbe giebt eine Systematic review of our
present knowledge of fossil Insects including
Myriapods and Arachnids; Bull. ü. S. Geol. Survey
No. 51 S. 1 — 128. — Ist eine, namentlich in den jetzt
lebenden Ordnungen und Familien vervollständigte Ueber-
setzung desselben Verfassers „Arthropoden" in Zittel's
Handbuch, aber ohne die Abbildungen des letzteren; eine
französische Uebersetzung ist ebenfalls zu erwarten.
J. V. Deichmüller behandelt die Insekten aus
dem lithographischen Schiefer im Dresdener Museum.
Cassel, Th. Fischer, 1886. 4^. (X. 84 Ss., 5 Taff.). - Mitth.
aus dem kgl. mineralog.-geolog. und prähist. Museum in
Dresden. 7. Heft. (N. G.: Fycnophlehia, Protolindeida,
Cy ni atophlehia, Ps endo liydr op h ilu s).
Die neueren Entdeckungen fossiler Insekten in der
Steinkohlenformation, dem Devon und gar im Silur ver-
anlassen H. Goss zu einer Mittheilung in den Proc. Geo-
logist's Association IX No. 3: On some recently dis-
covered Insecta from Carboniferous and Silurian
rocks; übersetzt in's Italienische im Bull. Ent. Ital. 1886
S. 143-152.
Arachnoüdea.
E. Ray Lankester: Professor Claus and the
Classification of the Arthropoda; Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVII S. 364 - 372. Ray Lankester erhebt hier An-
spruch auf die Priorität einiger von Claus aufgestellten
Ansichten über die Genealogie der Arthropoden; Claus
rechtfertigt sich gegen Ray Lankester; ebenda XVIII S. 55
bis 65 und „Arb. d. zool. Institutes zu Wien, VII, S. 119
bis 132: Professor E. Ray Lankester's Memoir ,,Limulus
an Arachnid and the pretensions and charges founded upon
it; Ray Lankaster antwortet noch einmal: Professor
Claus: a Rejoinder; ebenda S. 179 — 182; Claus ebenso:
Reply to Prof. E. Ray Lankester's „rejoinder", ebenda
S. 467—470.
Die in der Litteratur zerstreuten Mittheilungen ana-
tomischen und entwickelungsgeschichtlichen Inhaltes über
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 59
die verschiedenen Ordnungen der Arachniden benutzt
B. Weiss enborn zu einer vergleichenden Zusammen-
fassung: Beiträge zur Phylogenie der Arachniden;
Jen. Zeitschr. Naturw. XX S. 33-119. Aus dem Umstände,
dass der Verfasser die Pycnogoniden, Acarinen und Lingua-
tuliden überall berücksichtigt, die Limuliden dagegen nicht,
lässt sich entnehmen, dass er die erstgenannten, deren
Arachnidennatur von verschiedenen Seiten angezweifelt war,
für echte Arachniden hält, die letzteren dagegen aus der
Klasse der Arachniden ausschliesst. Da nicht alle Organ-
systeme für die zu erörternde Frage der natürlichen Ver-
wandtschaft von gleicher Bedeutung sind, so werden nur
Nervensystem, Skelett und Gliedmassen und die Athem-
organe einer eingehenden Betrachtung gewürdigt.
Die ursprünglichsten Verhältnisse des Nervensystems
weisen wohl die Skorpione auf, bei denen 7 thorakale und
12 abdominale Ganglien angelegt werden, von welchen
letzteren im erwachsenen Thier nur 1 1 nachweisbar bleiben.
Von den 7 thorakalen liegen zwei über resp. vor dem
Schlund, und diese beiden, die „oberen thorakalen Knoten"
sind nicht dem ,, Gehirn" der übrigen Arthropoden als homo-
log zu erachten, da bei diesen das Gehirn die Augen und
Antennen, nicht aber die Mandibeln innerviert, bei den
Arachniden aber von den oberen thorakalen Knoten neben
den Augen auch die „Cheliceren" mit Nerven versorgt
werden, welche der Verfasser den Mandibeln der übrigen
Arthropoden homologisiert. Hinsichtlich ihres Nervensystems
stehen die Arachniden den Tausendfüssern und Insekten
näher als den Krebsen; von den embryonalen Segmenten
entwickelt bei den Arachniden das präorale, die Scheitel-
lappen, nie Anhänge, während bei den Crustaceen, Pro-
tracheaten, Myriapoden und Hexapoden dieses Segment
die Antennen trägt, doch ist das folgende, das die Cheli-
ceren entwickelt, von den Scheitellappen nur sehr undeutlich
abgesetzt und erscheint verhältnissmässig erst spät. Die
übrigen 5 Segmente tragen je ein Gliedmaassenpaar. Die
Zahl der abdominalen Segmente ist bei den Skorpionen 12,
die sich in ein 7 gliederiges Präabdomen und ein 5 gliederiges
60 D''- Ph. Bertkau: Beriebt üb. die wissenscb. Leistungen
Postabdomen differenzirt haben; der Giftstachel ist als ein
abgegliederter Anhang des letzten, After tragenden Segments
anzusehen. Mit Ausnahme der Skorpione haben die
Arachniden im erwachsenen Zustande keine Abdominal-
giiedmassen und Haller's Annahme, dass bei den Milben
die beiden letzten Beinpaare dem Hinterleib angehörten, da
die Spinnerorgane nicht als solche anzusehen sind, zurück-
gewiesen wird, wohl aber treten bei der Entwickelung
vorübergehend solche auf, bei den Skorpionen an den
6 ersten Segmenten. Es bleiben aber nur die des zweiten
Segments als die ,, Kämme" erhalten, während an der
Stelle der 4 letzten Paare, aber nicht aus ihnen, die
Stigmen entstehen.
Das Rostrum der Arachniden ist nicht aus zwei An-
hängen verschmolzen, also auch nicht einem Extremitäten-
paar homolog; wohl aber ist eine Homologie desselben mit
der Oberlippe der übrigen Arthropoden, namentlich der
Insekten, sehr wahrscheinlich. Dennoch hält der Verfasser
an einer Homologie der Cheliceren, die doch über, resp.
vor der Oberlippe liegen, mit den Oberkiefern der In-
sekten fest. Die Unterkiefer entsprechen dem ersten
Maxillenpaar, das 1., 2., 3., 4. Beinpaar, dem 2. Maxillen-
paar und dem 1., 2., 3. Beinpaar der Insekten. Die Unter-
lippe der Arachniden ist nicht der der Insekten gleich-
zusetzen, da sie bei diesen mit den Maxillen des zweiten
Paares verschmolzen ist.
Die in der Form von Röhren- und Fächertracheen
auftretenden Athmungsorgane sind als Modificationen eines
und desselben Typus anzusehen, und zwar von Büschel-
tracheen ähnlich denen des Peripatus. Von diesen haben
sich sowohl die baumartig verästelten Röhrentracheen als
auch die büschelförmig verbleibenden und die letzteren
nahe verwandten Fächertracheen entwickelt. Eine Ab-
leitung der Athmungsorgane der Arachniden von den Kiemen
eines Limulus-ähnlichen Thieres ist nicht annehmbar.
W. Schimkewitsch: Les Arachnides et leurs
affinites; Archives Slaves de Biologie I S. 309 — 319. Der
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 61
Verfasser bespricht die Umgrenzung und die verwandt-
schaftlichen Beziehungen der Arachniden mit einem kri-
tischen Rückblick auf die Geschichte. Haller's Abtrennung
der Acariden findet er durch Croneberg genügend ab-
gewiesen. Den Rüssel der Pycnogoniden vergleicht er mit
dem Rostrum der Spinnen; die Mandibeln sind den Che-
liceren homolog und ebenso enstprechen die 4 Beinpaare
einander in beiden Ordnungen. Die Palpen sind denen
der Spinnen homolog, und die Eierträger können vielleicht
von einer modifizirten Entwickelung des maxillaren Endo-
podiums hergeleitet werden. Die Ansicht v. Graff's be-
züglich der Tardigraden und Linguatulinen, die mit den
Myzostomeen die Klasse der Stelechopoden bilden sollten,
scheint nicht haltbar. Ein Vergleich der Spinnen mit In-
sekten zeigt für die Fühler der Insekten kein Homologon;
das Insektenlabrum ist dem Rostrum, die Mandibeln den
Cheliceren, die ersten Maxillen den Maxillen, die zweiten
Maxillen dem ersten Beinpaar und die 3 Beinpaare den
3 hinteren Beinpaaren der Spinnen homolog. In ähnlicher
Weise lässt sich ein Vergleich des Chilognathen-Embryos
mit der Larve einer Milbe durchführen. Limulus bleibt
ein Crustaceum, wenn auch seine beiden ersten Gliedmaassen-
paare mit denen der Arachniden und seine Abdominal-
gliedmaassen mit den embryonalen der Arachniden homolog
sind. Zum Schluss bringt der Verfasser seine Anschauungen
auf einer Tafel zur übersichtHchen Darstellung.
G. Saint -Remy veröffentlicht in den C. R. de l'Acad.
d. Sei., Paris, CHI S. 525-527 Recherches sur la struc-
ture des centres nerveux chez les Arachnides,
die sich auf Skorpione, Spinnen (Tegenaria, Epeira) und
Opilionen erstreckten. Bei den Spinnen und Phalangium
findet er das Gehirn in Uebereinstimmung mit dem Skorpion
gebaut, die Oberkiefernerven von den Kommissuren ent-
springend. Die Nervenzellen sind zweierlei Art: Kerne,
die nur von wenig Plasma umgeben sind, und solche mit
reichlichem Plasma; die ersteren scheinen nur im Gehirn
vorzukommen und namentlich an dem Gangl. optic. einen
Hauptantheil an der Rindenschicht zu nehmen. — Die
62 Dr. Ph. Bertkaii : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Bauchkette besteht bei Spinnen und Phalangium aus
6 Ganglien, von denen die 5 ersten die Gliedmaassen, das
letzte den Hinterleib versorgt. Beim Skorpion folgen auf
die zu einer Masse verschmolzenen 5- Brustknoten
und Bauchknoten, deren Zahl nicht angegeben ist, 7 feine
Ganglien des Hinterleibes. Die verschmolzenen vorderen
Ganglien des Hinterleibes nehmen das hintere Fünftel der
gemeinsamen Unter schlundnervenmasse ein und entsenden
die Nerven zu den Kämmen. In dem Umstände, dass die
Struktur dieses Theiles mit der durch Dietl für die Fühler-
lappen angezeigten übereinstimmt, sieht der Verfasser eine
Stütze für die Ansicht, dass die Kämme Sinnes- (Tast-?)
Organe seien. Vgl. auch unten bei Scorpiones.
Bertkau macht Zwei Bemerkungen zu E. Ray-
Lankester's Artikel: Prof. Claus and the Classi-
fication of the Arthropoda; Zool. Anz. 1886 S. 430
bis 432. Diese Bemerkungen beziehen sich auf die Coxal-
drüsen der Arachniden, bezüglich deren Bertkau zunächst
wiederholt, dass Ray-Lankester sich mit Unrecht den Ent-
decker derselben nenne. Ferner weist Bertkau darauf
hin, dass er zuerst die Ausführungsgänge dieser Drüsen
nachgewiesen habe, und zwar bei jungen und erwachsenen
Tetrasticta, wo sie am Hinterrande der Hüften des 1 . und
3. Beinpaares liegen. Er benutzt dann diese Lage der
Ausmündungsöffnung, um die Homologie der Gliedmaassen
der Arachniden und Crustaceen (Phyllopoden) zu stützen:
Kieferfühler der Spinnen = 2. Antennen; 1. Beinpaar der
Arachniden = 2. Maxillenpaar der Crustaceen.
W. Winkler beschreibt das Herz der Acarinen
nebst vergleichenden Bemerkungen über das Herz der
Phalangiiden und Chernetiden; Arb. a. d. zool. Inst, der
Univers. Wien und der zooL Station in Triest VII S. 111
bis 117, 1 Taf, 1 Holzschn, Der Verfasser beobachtete das
Herz zuerst an jungen Exemplaren mehrerer Gamasus-
Arten und bei Ixodes. Dasselbe ist bei ersteren flach-
gedrückt, kurz und breit, einkammerig. Auf der Ober-
seite besitzt es zwei mit Lippenklappen versehene Spalten
und am Vorderende eine zarte Aorta, die oberhalb des
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 63
Gehirns frei in die Leibeshöhle mündet. Die Lippen der
Spaltöffnungen zeigen je einen Muskelkern, die obere
Herzwand ausserdem vier symmetrisch angeordneter Paare
ebensolcher Kerne. Am Vorder- und Hinterende ist das
Herz durch seitliche lange Bindegewebsfasern an der
Rückendecke und vielleicht auch seitlich an Muskelfasern
befestigt; es liegt im vorderen Abschnitt des Hinterleibes.
Das Herz von Ixodes ricinus stimmt in Gestalt und Lage
mit dem der Gamasiden ziemlich überein, lässt sich aber
weniger gut beobachten. Das Herz von Cyphophthalmus
duricorius Jos. (Siro duricorius) ist dem von Tulk und
Treviranus beschriebenen Herzen der Opilionen ähnlich,
aber kürzer gedrungen; es besitzt 2 seitliche Spaltenpaare.
Das Herz der Chernetiden, das Winkler als noch un-
beschrieben wähnte, beschreibt er ähnlich wie Daday;
vgl. dies. Ber. für 1880 S. 55. — Der Verfasser schliesst
sich den • Ansichten Claus' an, der in dem Acarinenherz
eine ähnliche Verkümmerungsform des mehrkammerigen
Herzen der Skorpione u. s. w. sah, wie in dem Clado-
cerenherzen eine solche des Phyllopodenherzens ; vgl. den
vor. Ber. S. 57.
De l'absence de mouvements respiratoires
perceptibles chez les Arachnides. Par F. Plateau;
Archives de Biologie VH S. 331—348. — Bei den Arach-
niden (Skorpionen, Spinnen und Opilionen) konnte sich der
Verfasser weder durch die Beobachtung mit der Lupe,
noch durch die graphische, noch durch die Projektions-
methode, welche beiden letzteren bei den Insekten so
sichere Resultate gehefert hatten, von dem Vorhandensein
von Respirationsbew^egungen überzeugen. Auch die sorg-
fältige Beobachtung der Stigmen Hess keinerlei Veränderung
an ihren Lippen wahrnehmen, selbst nicht, wenn das Thier
in eine Atmosphäre scharfer Dämpfe gebracht wurde.
Indem nun der Verfasser sich der Hypothese der Entstehung
der Fächertracheen der Arachniden aus den Kiemen des
Limulus zuneigt, findet er auch gar nichts Befremdliches
darin, dass bei den Arachniden der Mechanismus der
Athmung ein anderer ist als bei den „wahren Tracheaten".
64 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Vielleicht haben die wahren Athembewegungen ihren Sitz
in den AVandungen der Lungenblättchen, zwischen denen
ja Mac Leod Muskeln angenommen hatte, obwohl Plateau
zugesteht, dass die durch Locy gegebene Darstellung
der Entwickelung der Fächertracheen von diesen Muskeln
nichts weiss.
Von Ray-Lankester's „New Hypothesis as to the
relationship of the lung-book of Scorpio to the gill-book
of Limulus" ist ein Referat auch in Lacaze-Duthiers' Ar-
chives etc. (2. S.) IV S. XV der Resumes erschienen; vgl.
den vor. Ber. S. 54 f.
Das 18. Memoire der fitudes Arachnologiques von
E. Simon enthält Memoires pour servir h la faune
des Arachnides du Senegal und in einer Appendice
die Description de plusieurs especes africaines nou-
velles; Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 344 — 336; 387
bis 396.
Simon beschreibt Arachnides recueillis en 1882
— 1883 dans la Patagonie meridionale, de Santa
Cruz a Punta Arena, . . . . ; Bull. Soc. Zool. de France XI
S. 1—20 (Separ.).
Calderon y Arana verzeichnet einige spanische
Arten (29 Spinnen, 1 Solifuge, 4 Opilionen); Act. Soc. Esp.
Hist. Natur. XV S. 26-28.
Simon zählt auf die (42) Arachnides recueillis
par M. A. Pavie .... dans le royaume de Siam, au
Cambodge et en Cochinchine; Act. Societe Linn. de
Bordeaux XL S. 1 — 31 (Separat). Es sind 36 Araneae,
2 Pedipalpi, 2 Scorpiones, 1 Dinorhax, 1 Opilionide.
F. Karsch giebt ein Verzeichniss der von G. A.
Fischer während der im Auftrage der geographischen Ge-
sellschaft in Hamburg unternommenen Reise in das M assai-
Land gesammelten Myriapoden und Arachniden;
Jahrb. Hamburg. Wiss. Anstalt 2. Jahrg. S. 131 — 139 mit
1 Taf (nach Zool. Anz. 1886 S. 383 15 Arachn., von denen
5 neuen Arten angehören; n. G. Ceroma).
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886 65
Die Aracliniden Australiens nach der Natur be-
schrieben und abgebiklet von Dr. L. Koch sind von Graf
E. Keyserling mit Lieferung 33—35, S. 49 192, Taf. V
bis XVI fortgesetzt. Diese Lieferungen enthalten den
Schluss der Chernetinen, die Opilionen (von W. Sörensen
bearbeitet) und dann (von S. 87 an) Nachträge, die bis
jetzt erst bis Epeira reichen , z. Th. Berichtigungen und
bessere Abbildungen von bereits früher beschriebenen Arten,
z. Th. aber auch Beschreibungen und Abbildungen nicht
wenig neuer Arten enthalten.
Acarina.
Haller' s „Vorläufige Nachrichten über einige
noch wenig bekannte Milben" im Zool. Anz. 1886 S. 52
bis 55 haben folgenden Inhalt: Eine Untersuchung der
Mundtheile von Cytolichus sarcoptoides Ger lach ergab
die Uebereinstimmung mit denen der echten Tyroglyphiden,
wozu ein gleicher Körperbau und gleiche Extremitäten-
bildung kommt. — Tetranychus molestissimus Weijenh.,
der Bicho colorado der Argentiner, ist während des De-
zembers^ Januars und Februars eine unerträgliche Plage
der Menschen, vergleichbar unserem Leptus autumnalis und
der bosch luys der Boers nach den Berichten Delegorgue's,
welche die Natal-ziekte und Natal-zeere hervorrufe. —
Von Halarachne Halichoeri Alhi. erhielt Haller auch
Larven und Nymphen, w^elche letztere „bis auf den Mangel
der Genitalorgane" vollkommen den ausgebildeten Weibchen
gleichen. Der Umstand, dass Kram er nur ausgebildete
Weibchen, H aller dagegen nur Larven und Nymphen aus
derselben Quelle erhielt, ist wohl so zu erklären, dass die
verschiedenen Entwickelungsstufen kolonieenweise getrennt
leben. — Die Gattung Halacarus, bisher zu den Oribatiden
gestellt, ist eine Hydrachnide, zu den Loricaten gehörig; mit
den Oribatiden hat sie nur den harten Panzer gemein. Das
Auge dieses Thier es wurde von Grube für ein Stigma gehalten.
G. Fritsch's Bemerkungen zu Herrn Haller's
Aufsatz: Vorl. Nachr. u. s. w. ebenda S. 229, 230, be-
ziehen sich auf die Natal-ziekte und bosch-luis. Letztere
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd.U. H. 2. £
L
QQ Dr. P h. B e r t k a 11 : Bericht üb, die wissensch. Leistungen
ist niclit die Veranlasserin der ersteren und überhaupt dem
Mensclien wenig lästig, da sie hauptsäclilich AVild und
Zugthiere befällt. Gefürcliteter ist eine kleine Milbe, von
den Kolonisten „Tampans" genannt, deren wissen-
schaftliclier Name niclit angegeben ist. Ursache der ,,Natal-
beulen" ist wahrscheinlich ein Mikroorganismus.
P. Megnin theilt die Resultate seiner nouvelles
etudes anatomiques et physiologiques sur les
Glyciphages mit; CR. Acad. Sei. Paris CHI. S. 1276
bis 1278. Die von Fumouze und Robin bei der ganzen
Familie der Sarcoptiden vermissten Athemorgane sind bei
Glyciphagus vorhanden und münden an derselben Stelle
wie bei Chorioptes, nämlich in einer verlängerten, von
einer gefiederten Borste geschützten Spalte an der Basis
des ersten Beinpaares ; über die Beschaffenheit des Tracheen-
systems selbst fehlen nähere Angaben. — Die kurze cy-
lindrische Verlängerung am Hinterleibsende der Weibchen
enthält den Eingang in die Samentasche; durch die an
ihrem Ende befindliche Oeffnung geht die Begattung vor
sich; nach derselben obliterirt die Röhre und die in die
Samentasche aufgenommenen Spermatozoen können durch
die beiden Gänge, mittels deren die Samentasche mit je
einem Hörn des Uterus in Verbindung steht, zu den Eiern
gelangen. Später verschwindet auch die Samentasche selbst,
und die Ablage der Eier erfolgt durch die unter dem Thorax
befindliche Oeffnung. Bei allen übrigen Sarcoptiden geht
die Begattung durch die Analspalte vor sich. — Bei un-
zuträglichen Lebensbedingungen, die eine Glyciphagus-
colonie mit dem Tode bedrohen, findet bei den achtfüssigen
Nymphen eine Verwandlung statt, die denselben Zweck
verfolgt, wie die Annahme der Hypopusform bei den Tyro-
glyphen. Der ganze Leibesinhalt zieht sich unter Histolyse
von der Körperwand zurück, sannnelt sich im Cephalo-
thorax in Gestalt einer Kugel an und umgiebt sich mit
einer Chitinhülle. In diesem Zustande kann der encystirte
Glyciphagus, wie der Versuch lehrte, 2 Jahre lang ein
latentes Leben führen, als Staub überall hin verweht
werden, um dann, wenn er wieder günstige Lebens-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 67
bedingungen antrifft, aufzuleben. Auf diese Weise lässt
sich das plötzliche massenhafte Auftreten dieser Milben an
Orten erklären, wo sie vorher fehlten.
Das Herz der Gamasiden war zuerst von Kramer
beobachtet worden, wie derselbe Zool. Anz. 1886 S. 553 f.
erinnert; vergl. den vor. Ber. S. 57.
Auch Michael nimmt aus einer lieber setzung der
Claus'schen Anzeige in den Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII
S. 168 — 170 Veranlassung, auf die Priorität Kram er 's hin-
zuweisen; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 472.
In einer vorläufigen Mittheilung The life-historyof
an Acarus one stage whereof is known as Labido-
phorus talpae (Kramer) and upon an unrecorded
species of Disparipes im Zool. Anz. 1886 S. 399 be-
richtet Michael, dass Labidophorus talpae die Hypopus-
form einer Milbe sei, die er Glyciphagus Crameri zu nennen
vorschlägt; er erhielt die erwähnte Hypopusform aus ge-
wöhnlichen Nymphen und erzog andrerseits aus ihr ge-
schlechtsreife Männchen und Weibchen. — Die neue Dis-
paripes ist D. exhainnlatns genannt. — Ausführlicher im
Journ. R. Microsc. Soc. (2) VI S. 377-390 PI. X, XL
P. Kramer's Aufsatz über Milben (dies. Arch. 1886
S. 241 — 268 Taf. XII) besteht in Beiträgen zur Kenntniss
einiger Gamasiden (Hypoaspis minimus Kr., horridus
Kr.; Celaenopsis cuspidata Ä>. ; Laelaps pteroptoides Megn.;
Dinychus perforatus n. g. n. sp. ; Sejus cornutus n. sp.) und in
der Beschreibung neuer Milben aus anderen Familien
(aus den Gattungen Histiostoma, Tarsonemus und Rhyncho-
lophus).
G. Canestrini fährt in seinem Prospecto dell'
Acarofaunaltaliana fort; Padova, 1886, 8l^, S. 159 bis
311, tav. X— XXII (Fam. Erythraeini, Cheyletini, Bdellini,
Eupodini e Analgesini).
C. J. Neuman: Om Hydrachnider anträffade vid
Fredriksdal pä Seland 1883. Göteborgs K. Vet. och
Vitt. Samhäller Ilandling. (2) B. 20. 1885. 12 pag. — (Ne-
saea n. sp., Limnesia n. sp. — Pteroptus n. sp. auf Vesper-
tilio Daubentoni). S. Entom. Tidskr. 1886 S. 12.
E*
68 Dl'- Pb. Bertkau: Beriebt üb. die wissenscb. Leistungen
Haller' s im vorigen Bericht (S. 62) angezeigten Bei-
träge zur schweizerischen Milbenfauna sind in der
Vierteljahrsschrift d. Naturf. Ges. in Zürich, 30 S. 77 bis
92 mit Taf. I erschienen und enthalten eine Beschreibung
und Abbildung der Rhyncholophus-Arten und zweier neuen
Hydrachniden (Äsperia Lemani und Nesaea Koenikei)
sowie von Pachygaster tauinsignitus Leb. juv. Die Mund-
theile von Rhyncholophus schildert Hall er auch hier als
aus 3 Paaren von Kiefern und einer Tastertragenden Unter-
lippe bestehend.
G. Canestrini und A. Berlese geben eine Nota in-
torno a due Acari poco conosciuti (Trichodactylus
Xylocopae Z>/i^. und Leptorchistis micronychus i>er/.) ; Atti
Soc. Venet.-Trent. Sei. Natur. T. IX fasc. 2 S. 206—208 mit
2 Tafeln.
Alfr. Duges: Description d'un nouvel Acarien,
Alophus (n. g.) Arttonii; Bull. Soc. Zool. France 1885
pag. 432-435.
Phytoptidae. A, Nalepa macbt eine vorläufige Mittheihmg
über die Anatomie und Systematik der Phytopten; Anzeig.
kais. Akad. Wissenscb. Wien 1886. No. XXIV (18.Novbr.) S. 220, 221.
An dem stark reducirten Cepbalothorax finden sieb ausser den Mund-
tbeilen nur 2 Paar deutlicb 5gliedriger Beine. Die Mundtbeile stellen
einen mebr oder weniger stark gekrümmten Rüssel dar: die Man-
dibeln sind stiletförmig, die Kiefertaster viergliedrig. Beiderseits
des Afters finden sieb zwei balbmondförmige, zurückziebbare Platten,
welcbe das Tbier bald vorwärts stossen, bald festbeften. Zu beiden
Seiten des Centralnervensystems liegen die gebäuften einzelligen
Speicbeldrüsen, am engen Enddarm birnförmige Drüsen. Die un-
paaren Gescblecbtsdrüsen münden binter dem zweiten Beinpaar aus;
neben der weiblicben Gescblecbtsdrüse öffnet sich jederseits ein
kleines drüsiges Organ (Samentascbe?). Das Nervencentrum ist von
einem verbältuissmässig grossen cylindriscben G-anglion gebildet, von
dessen vorderem Tbeil 8, und von dessen hinterem Tbeil 2 Nerven
ausgehen. — Untersucht wurden 24 Arten. Auf Carpinus fand der
Verfasser eine Art, deren Hinterleib auf dem Rücken mit schild-
förmigen Halbringen bedeckt ist. Auf Populus nigra fand P. Olschar
missbildete Knospen gleich denen von P. tremula, die wahrscheinlich
noch nicht beschrieben sind. — S. auch Ann. a. Mag, N. H. (5) XIX.
S. 165 f.
J. J. Kieffer macht eine Mittheihmg übei- lothringische
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 69
und zum Theil neue Phytoptocecidien; Zeitschr. f. Natur-
wissensch. Halle LVIII (4. F. IV) S. 113—133, indem er verschieden-
artige Missbildimgeu an 72 Phanerogamen beschreibt.
Derselbe bringt Neue Beiträge zur Kenntniss der in
Lothringen vorkommenden Phytoptocecidien, ebenda S. 579
bis 589, in denen Gallen von 31 Pflanzen aufgeführt werden.
Ein dritter Beitrag zur Kenntniss etc. von demselben
ebenda LIX (4. F. V) S. 409—420 macht 18 Pflanzen mit ihren Miss-
bildungen namhaft.
D. von Schlechtendal macht Bemerkungen zu der Arbeit:
über lothringische und z. Th. neue etc., a. a. 0. LVIII. S. 133 — 140,
die die Beschreibungen Kieffer's in einigen Punkten ergänzen.
Thomas macht 57 Suldener Phytoptocecidien bekannt;
Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien XXXVL S. 295-^306.
D. V. Schlechtendal bringt weitere Beiträge zur Kennt-
niss der Phytoptocecidien der Rheinprovinz; Jahresb. Ver.
f. Naturk. zu Zwickau, 1886, S. 11—24.
A botanical study of the mite-gall found on the petiole
of Juglans nigra, known asErineum anomal um Schw. Von Miss
L.J.Martin; s. Proc, Americ. Assoc Advancem. of Science XXXIII.
S. 507-8.
Tyroglyphidae. Michael schreibt On some undescribed
Acari of the genus Glyciphagus, found in mole's nets; Journ.
Linn. Soc. London, Zoolog., XIX. S. 269—284. PI. 34, 35. Die Arten,
Gl. lüatygaster und dispar, wurden um Weihnachten in dem zum
Auspolstern des Nestes verwandten Heu- und Blätterwerk gefunden,
während eine Untersuchung mehrerer Maulwürfe keine Milben lieferte.
Die zweite Art ist besonders durch die Verschiedenheit beider Ge-
schlechter bemerkenswerth. Sie wurden wiederholt in copula be-
obachtet, wobei das viel kleinere Männchen etwa mit der Hälfte
seines Leibes auf dem Rücken des Weibchens liegt, während die
Eudhälfte den Hinterleib des Weibchens überragt ; die beiden vorderen
Beinpaare halten sich auf dem Rücken fest, die hinteren sind unter
den Bauch des Weibchens geschlagen. Bei dieser Gelegenheit gelang
es auch, die frühere Behauptung, dass die retroanale Röhre die
bursa copulatrix sei, zu bestätigen. Aus der Oeffnung dieser bursa
führt ein langer Gang in das rec. senainis, aus welchem kurze
Gänge in die Eierstöcke leiten. An den Seiten des Körpers der
Männchen findet sich zwischen den Hüften des ersten und zweiten
Beinpaares ein eigenthümliches, verzweigtes Haar, das den Weibchen
zu fehlen scheint.
Gl. Crameri; derselbe, Zool. Anz. 1886. S. 399 und Journ. R.
Microsc. Soc. (2) VI. S. 384 PI. X, XI. Fig. 13—19.
Histiostoma pulchrum; Kr am er a. a. 0. S. 259. Fig. 18.
70 Dl'- Ph. Bert kau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Tyroglyphus wmi*^tes;Targioni-Tozzetti, Bull. Soc. Ent. Ital.
1886 S. 426; vgl. unten bei Cecidomyidae,
Gamasidae. Kr am er tritt der Meinung Canestrini's»
Hypoaspis (Gamasus) minimus Kram, gehöre in den Entwicklungs-
gang von Laelaps tumidulus, durch den Hinweis entgegen, dass er
Generation auf Generation in beiden Geschlechtern habe entstehen
und vergehen sehen und beschreibt die sechsfüssige Larve (Fig. 1),
das Männchen (Fig. 2) und die Rückenplatte des Weibchens (Fig. 3).
Ferner beschreibt er die einzelnen Entwicklungsstadien von H.
horridus Kr. (sechsfüssige Larve, erste und zweite achtfüssige Larve).
Von Celaenopsis (Gamasus) cuspidata Kr. wird auch das Männchen
beschrieben (Fig. 4). Den Gamasus pteroptoides Megii. deutet Kramer
auf eine von ihm auf Fledermäusen gefundene Laelaps - Art, von der
er eine genaue Beschrdbung nebst Abbildungen liefert, Fig. 5 — 11.
Eine neue Art steht unter den bisher im gemässigten Europa
gefundenen Gamasiden durch den Mangel des Bauchtasters isoliert
da und stimmt darin mit dem der indomalaiischen Fauna angehörigen
Holothyrus überein. Kramer beschreibt sie unter dem Namen
DinycJiiis (n. g.) perforatiis S. 255, Fig. 12-15. Die Diagnose der
Gattung lautet: Körper stark gepanzert. Rücken- und Bauchpanzer
berühren sich längs des Seiten- und Hinterrandes. Der Bauchtaster
fehlt. Die Füsse sind gleichmässig , kurz, mit Krallen, Haftlappen
und zwei Klebehaaren versehen. Der Stigmalkanal ist eigenthümlich
gewunden und noch über die Luftöffnung nach hinten verlängert.
Die männliche Geschlechtsöffnung zwischen den hinteren Hüftpaaren.
Mandibeln lang und sehr schmal. — Dieses Archiv 1886 S. 243 - 257.
Taf. XII.
Pteroptus n. sp. auf Vespertilio Daubentoni auf Seland; Neu-
man; s. oben S. 67.
Pteroptus sp. auf Semnopithecus leucoprymnus Otto von
Ceylon; Kar seh, Berl. Ent. Zeitschr. 1886, Sitzber. S. XXIII.
Sejus mrnutus\ Kram er a. a. 0. S. 257, Fig. 16, 17.
Oribatidae. Disparipes exhamulatus (New Forest) ; Michael,
Zool. Anz. 1886 S. 391 und Journ. R. Microsc. Soc. (2) VI. S. 388.
PL XL Fig. 20-23.
A. B er lese veröffentlicht in dem Bull. Ent. Ital. 1886 S. 334
bis 354 Tav. XV. eine Memoria: La sottofamiglia dei Tar-
sonemidi. In dieser Unterfamilie vereinigt er Tarsonemus, Dis-
paripes, Pediculoides Targ.-Tozz. {— Sphaerogyna Laboulb.; siehe
den vor. Ber. S. 71), Pygmephorus Kram. — Tarsonemus oryzae $
und Pediculoides ventricosus $ sind im Holzschnitt, Disparipes
Bombi Fig. 1, 4, 5; Tarsonemus Kirchneri Fig. 2 (Kopie), Buxi Fig. 3,
floricolus Fig. 6, 8 ; Pygmephorus aestivus Fig. 7 ; Pediculoides ventri-
cosus Fig. 9 (Kopie) auf Taf. XV abgebildet. Als neu ist Disparipes
nudiis S. 344 beschrieben, nach Nymphen, die sich in faulenden
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 71
Substanzen fanden. Znm Schluss stellt der Verfasser folgende Sätze
anf: Die Tarsonemidae bilden eine wohl unterschiedene Gruppe in
der Familie der Oribatidae und bilden den Uebergang zwischen
diesen und den Sarcoptiden. Nach der Bewaflnung des 4. Beinpaares
im weiblichen Geschlecht lassen sie sich in zwei Gruppen theilen.
Von Tarsonemus sind die vier Arten: floricolus, Kirchneri, Buxi und
Oryzae bekannt, von Disparipes die beiden Bombi und nudus. Die
Gattung Heteropus Newp. (Physogaster LicJit., Sphaerogyna Lab.)
muss den Namen Pediculo'ides bekommen, und diese Gattung nebst
Disparipes gehört zu den Tarsonemidae und nicht zu den Trombidiadae.
— Die Gattung Claviceps ist synonym mit Murcia. — Beim Weibchen
ist die Theilung des Rückenschildes in 5 Segmeute bemerkenswerth.
— Es besteht ein scharf ausgeprägter Geschlechts-Dimorphismus in
der Körpergestalt und dem Bau des 4. Beinpaares.
Tarsonemus graminis; Kr am er a. a. 0. S. 260 Fig. 19 — 22.
Ixodidae. Argas reflexus var. Leonhardi (Aschersleben);
Bühl, Societas Entomologica I S. 67.
C. W. S. Au ri villi US meldet den Fund eines Ixodes (ri-
cinus De Geer, Nymphe) in der Haut von Canis vulpes und giebt
eine Abbildung und des längeren und breiteren eine Beschreibung
des Schmarotzers. Entom. Tidskr. 1886 S. 105— 111; 139—142.
Trombidiadae. Caligonus virescens; Targioni-Tozzetti,
Bull. Soc. Ent. Ital. 1886 S. 427; vgl. unten bei Cecidomyidae.
Rhyncholophus Vertex; Krämer a. a. 0. S. 263. Fig. 23-26.
Tetranychus D-ugesii (Mexico, auf Medicago denticulata Willd.);
D. Cano y Alcacio, La Naturaleza VII S. 197 ff. L. II Fig. 1—5.
Hydrachnidae. Zacharias zählt 9 Arten von Giersdorf
(Riesengebirge) auf; 63. Jahresb. Schles. Ges. S. 192; vergl. auch
S. 188 und 190.
Derselbe führt in seinen Ergebnissen einer zoologischen
Exkursion in das Glatzer-, Iser- und Riesengebirge,
Zeitschr. wiss. Zool. 43 S. 252 — 276, auch die erbeuteten Hydrach-
nideu auf, darunter als interessantesten Fund Pachygaster tau-insignitus
Leb. = Lebertia insignis Neiim.
Könike beschreibt im Anschluss daran zwei neue Hydrach-
niden aus dem Isergebirge; ebenda S. 277— 284. Taf. IX Fig. 12
bis 24.
Arrhenurus Zachariae (Kleine Iser)"; Könike a.a.O. S. 277
Fig. 12—16.
Asperia (n. gen.) Lemani (Genfer See); Haller, Viertel-
jahressch. Naturf. Gesellsch. Zürich 30 S. 88. Taf. I Fig. 9; vgl. den
vor. Ber. S. 75 und Zool. Anz. 1886 S. 51, wo Haller an der Selb-
ständigkeit der Art festhält, und S. 223— 236, wo Könike zum
zweiten Mal die Identität der Art mit Midea elliptica (Müll.) be-
hauptet und zu erweisen sucht.
Halacarus Gösset; Haller, Zool. Anz. 1886 S. 54.
72 Dr. P h. B e r t k a u : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Limnesia n. sp. von Fredriksdal auf Seland; Neuman,
s. oben S. 67.
Nesaea Koenikei (Genfer See); Hai 1er, Vierteljahrsschr. Naturf.
Gesellsch. Zürich 30 S. 90 Taf. I Fig. 10— 12; vgl. den vor. Bericht
S. 75, Zool. Anz. 1886 S.50 und 223, wo dasselbe gesagt ist, was
oben von Asperia Lemani berichtet wurde.
Nesaea n. sp. von Fredriksdal, Seland; Neuman, s. oben S. 67.
Hai 1er bildet das Genitalfeld von Pachygaster tau-insignitus
Leb. im Nymphenstadium ab ; a. a. 0. Fig. 13.
Sperchou glanclulosus (Kleine Iser); Könike a. a. O. S. 279
Fig. 17 — 24; von der Gattung wird eine erweiterte Diagnose gegeben.
Pantopoda.
H. J. Hansen macht eine vorläufige Mittheilung über
Pycnogoniden und Crustaceen aus dem nördlichen Eis-
meer, von der Dijmphna- Expedition mitgebracht; Zool. Anz. 1886
S. 638, 639. — Von Pycnogoniden wurden 13 Arten (12 aus dem
carischen Meere ) erbeutet ; 9 Nymphon ( 1 n. sp.) , 2 Colossendeis,
1 Eurycyde (hispida), 1 Pseudopallene (intermedia Kr.). Ascorrhynchus
abyssi Sars, vielleicht auch die von Hoek beschriebenen Asco-
rhynchus- Arten und die Gattung Barana Böhm, sind zu Eurycyde
Schiödte zu ziehen. Die bei den jugendlichen Exemplaren von Eur.
hispida gut ausgebildeten Scheeren der Fühlerkiefer werden im
geschlechtsreifen Zustand so umgebildet, dass sie als Greiforgane
unbrauchbar sind. Die Eier wandern nur in die beiden ersten Bein-
glieder. — Pseudopallene discoides [Kr.) ist nur eine jugendliche Ps.
intermedia. Die Gattung Pseudopallene Wilson ist aufrecht zu
halten und von Pallene durch die Entwicklungsweise, den Bau des
Schnabels, der Fühlerkiefer und Eierträger, Füsse, auch die Be-
schaffenheit der Haare auf Körper und Beinen unterschieden. Zu
Pseudopallene gehören intermedia {Kr), spinipes {Kr.), malleolata
(Sars), vielleicht auch 2 Hoek'sche Arten von der südlichen Halb-
kugel; zu Pallene brevirostris Johnst., die 4 Dohrn'schen Arten von
Neapel und vielleicht eine der Hoek'schen Arten. —
Als Bewohner des Estuaire de la Seine erwähnt Gadeau
de Kerville Pycnogonum litorale; Nymphon gracile ; Phoxichilidium
femoratum; Annuaire normand 1886 S. 11; vgl. den vor. Ber. S. 38.
Nymphon longitarse Kroey., Stroemii iCroei/. und Pycnogonum lito-
rale 0. F. Müll, werden von Kükenthal und Weissenborn als
an der Westküste Norwegens gedretscht aufgeführt; Jen. Zeitschr. 19
S. 788. ,ri
Chernetini. t,
CheVif er 2>ygm(ieus (Gr&ynäah); Keyserling, Arachn. Austral.
S. 49 Taf. VI. Fig. 8.
Olpium longiventer (Peak Downs); Keyserling, Arachn.
Austral. S. 50 Tab. VI. Fig. 9.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 73
Opiliones.
W. Sörensen hat in Arachniden Australiens von
Koch und Keyserling die Bearbeitung dieser Ordnung
(in lateinischer Sprache) übernommen und auf S. 53 — 86
ausgeführt. Die Palpatores sind nur mit der Familie der
Phalangiadae mit den Gattungen Pantopsalis (1 A.) und der
n. A/acropsalis (Antennae corpore multo longiores; articulo
primo tuberculum inferius basale non praebente, . . . .) für
M. .'^erritarsis (Sidney) S. 55 Taf. V Fig. 1. vertreten.
Die Laniatores haben einen grösseren Reichthum an
Arten, die zur Aufstellung von neuen Familien Veranlassung
gaben, die mit den bekannten in folgender Uebersicht
charakterisirt sind:
A. Pedes omnes unguiculis singulis instructi.
Triaenonychoidae.
B. Pedibus primi et secundi parium unguiculi singuli, pedibus
tertii et quarti parium unguiculi bini ad sunt:
1. Lobus maxillaris coxarum secund. paris exsertus, cum
ipsa coxa articulatione conjunctus, mobilis:
a. Articulis tarsalibus ped. post. scopula plane deest:
"^ Spiracula perpusilla, orbicularia, integra.
Phalangodidae.
** Spir. maxima, lunaria, cancellata, nivea quia
cancelli tuberculis microscopicis ornati.
Zalmoxioidae.
b. Art. tars. 2 ultimi ped. post. scopula instructi.
Epedanoidae.
2. Lobus maxillaris coxarum secundi paris deest:
a. Artic. tars. 2 ult. ped. post. scopula instructi,
Samoidae.
b. Art. tars. ped. post. scopula plane deest:
* Spiracula obtecta . . . . Dampetroidae.
** Spiracula detecta . . . . Gonylepto idae.
Zu den Triaenonycliidae (n. f) gehören Tviaenonyx
(n. g.) S. 57, mit Tr. rapax (Viti Ins.) S. 58 Taf V Fig. 2
74 ^Y. P h. Beitk au • Bericht üb. die wi.ssensch. Leistungen
und Triaenoho'iius (n. g.) S. 59, mit Tr. hicar'matas (Sid-
ney) S. 60 Fig. 3;
zu den Phalangodidae Phalangodes aastralis S. 62
Fig. 4;
zu den Zalmoxidae (n. f.) Zahnoxis (n. g.) S. 64 mit
Z. robusta (Viti) S. 64 Fig. 5 und pygmaea (ibid.) S.65 Fig. 6;
zu den Epedanidae (n. f.) Mesoceras (n. g.) S. 67 mit
M. anmdipes (Viti) S. 68 Fig. 7, spinigerum (Viti Levu) S. 70
Fig. 8; ausserdem die Gattungen Hinzuanius Kar seh, Iba-
lonius Karsch, Epedanus Thor.;
zu den Samoadae (n. f.) Samoa (n. g.) S. 72 mit
8. variahilis (Upolu) S. 73 Taf. VI Fig. 1, ohscura (ibid.)
S. 74 Fig. 2; Feretrius E. Sim. mit F. Kochii (ibid.) S. 75
Fig. 3 und Bades sa (n. g.) S. 76, mit B. ampycoules (Viti
Levu?) S. 77 Fig. 4;
zu den Dampetridae (n. f.) Dampretus Karsch, mit
D. fuscas (Queensland) S. 80 Fig. 5, genicu latus (Gayndah)
S. 81, tabercidatus (ibid.), gramdatus (Rockhampton) Fig. 6
S. 82, crisiatas (Sidney) S. 83;
zu den Gonyleptidae endlich Sadocas (n. g.) S. 84,
mit S. üitellinosidcatus (?) S. 85 Fig. 7.
H. Henking stellte Untersuchungen über die
Entwicklung der Phalangiden an, deren 1. Theil,
Zeitschr. wiss. Zool. XLV S. 86—175 Taf. VII- X, den ersten
Vorgängen im Ei nach dessen Ablage gewidmet ist und
wesentlich den Nachweis zu liefern sucht, dass das Keim-
bläschen verschwinde und sich mehrere Kerne durch freie
Kernbildung bilden (als Protokarya). Indem um dieselben
sich Dottermaterial ansammelt, entstehen die Dotter-
zellen, von denen einige an die Peripherie rücken, ohne
dort aber direkt in Blastodermzellen überzugehen. Sie
theilen sich vielmehr erst noch in 2 Zellen, wobei die beiden
Kerne fast radiär zu stehen kommen, und während der
innere der Kern einer Dotterzelle bleibt, wird der äussere
zu dem einer Blastodermzelle.
Systenocentrus (n. g. Gagrellae valde affine) quinquedentatus
(Siam); Simon, Arachn. Siara S. 31.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 75
Egaenus mexicaviis (Mexico); L. Becker, Bull. Soc. Ent. Belg.
1886 S. 26. Die Art ist nach Simon, ebenda S. 132, ein Phal angin m
und synonym mit Ph. (Opilio Duges) ischionotatum (Duges) (s. unten);
Dnges ebenda S. 126.
Opilio ischionotatiis (Mexico); A. Duges, La Naturaleza VII.
S. 194 ff. L. II. Fig. 1~10.
Anthracomarti.
Ueber die Schichten, in denen Anthracomartus trilobitus
Scudd. in Nord- Arkansas vorkommen s. Harvey, Proc. Acad. Nat-
Sei. Philad. 1886 S. 231.
Pedipalpi.
Dämon australis i,Patagonien): Simon, Arachn. Patag. merid. S. 18.
G. Marx' „Notes on Thelyphonus Latr."' in Entomologica
Americana II. No. 2, PI. I., May 1886, S. 38-40 führen zunächst
den Nachweis, dass Th. excubitor Gir. das Männchen von Th. gi-
ganteus Latr. ist. Die Zahl der Augen dieser Thiere ist 12, indem
auf dem Hügel der Seitenaugen sich nicht 3, sondern 5 beftuden;
die zwei kleinen Seitenaugen sind zwischen den grösseren bisher
übersehen w-orden. Eine Giftdrüse in den Mandibelu fehlt ihnen,
doch haben sie in dem stark nach Essigsäure riechenden Sekret des
Schwanzes eine wirksame Vertheidigungswaffe.
Scorpiones.
G. Saint-Remy theilt in einer Note in den C. R.
de l'Ac. des Sei., Paris, CXI S. 1492— 1494 die Resultate
seiner recherches siir la structure du cerveau du
scorpion mit. Das Gehirn besteht aus Marksubstanz,
die hinten nackt ist, oben, vorn und an den Seiten aber
eine Bekleidung mit Zellen hat. Es bildet 2 Ganglien,
das g. opticum und das g. mandibulare (g. des cheliceres).
Ersteres nimmt die beiden oberen Drittel des Gehirns
ein und entsendet 2 Nervenpaare, ein mittleres, für die
Mittelaugen, von der vorderen und oberen Fläche der
seitlichen Markmasse entspringend, und ein seitliches,
für die Seitenaugen, das unterhalb des ersteren ent-
springt. Das untere Drittel des Gehirns wird von dem
Oberkieferganglion eingenommen. Beim erwachsenen
Skorpion beginnt dasselbe etwas über dem Durchgang
des Schlundes, setzt sich auf die Kommissuren fort und
nimmt in geringem MaasseTheil an der Bildung des unter-
76 I^i'. P h. B ertk au: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
schlundgaiiglions ; „mit anderen Worten, der Schlund
durchbohrt das Ganglion der Oberkiefer.'' Aus dem-
selben entspringen drei Nerven: ausser den beiden Ober-
kiefernerven, die in der Markmasse der Kommissur
wurzeln, sich dann aber schräg nach oben und vorn
wenden, ein bisher übersehener unpaarer medianer, der mit
zwei Wurzeln in den Kommissuren beginnt und dessen
weiterer Verlauf nicht ermittelt wurde.
Ebenda CHI S. 354 f. macht F. Houssay eine Note
sur le Systeme arteriel des scorpions. — Das
Arteriensystem besteht aus einer dorsalen und ventralen
Gruppe. Erstere besteht aus vier Arterien, die am Ende
der vorderen Aorta entspringen und sich zu den Augen
und den Oberkiefern begeben, sowie aus den kleinen
Arterien, die die hintere Aorta, 2 Paare in jedem Schwanz-
segment, entsendet. Die ventrale Gruppe besteht aus
einem Blutsinus, der die Nervenmasse des Thorax um-
giebt und jederseits 5 Arterien in die Taster und Beine
entsendet, sowie aus einem von der Scheide der Bauch-
ganglienkette umgebenen Gefäss. Die dorsale und ven-
trale Gruppe hängen vorn durch ein Paar von verbindenden
Gefässen zusammen und hinten durch einen unpaaren
Stamm, der in der Mitte des 7. Hinterleibssegmentes
von der hinteren Aorta zu dem perineuralen Kanal ver-
läuft und diesen in der Höhe des Ganglions des ersten
Schwanzsegmentes erreicht. — Auch übersetzt in Ann.
a. Mag. N. H. (5) XVEI S. 248.
Bertkau legte die Abhandlung Lindström's und
Thorell's über Palaeophonus nuncius vor und nahm
daraus Veranlassung, seine Ansicht über die Herleitung der
Limuliden von Eurypteriden und der Fächertracheen der
Arachniden von Kiemen der Eurypteriden auszusprechen.
Er findet diese Versuche, die die Tracheen anderer
Tracheaten, namentlich des Peripatus, unberücksichtigt
lassen, imbefriedigend und in dem Vorkommen des
silurischen Scorpions einen weiteren Grund gegen die
Richtigkeit dieser Ableitung. Sitzb. Niederrh. Gesellsch.
f. Natur- u. Heilk. 1886 S. 68 f.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 77
Blochmann's Mittbeilung (vgl. den vor. Ber. S. 24
und 78) führt den Titel: üeber direkte Kerntlieiliing- in
der Embryonalbülle der Skorpione; Morpb. Jabrb. X
S. 480 — 485. lieber den Inhalt kann ich nichts berichten,
da mir die Abhandlung nicht zu Gesicht gekommen ist.
Skorpionologische Beiträge von F. Karsch in
Berl. Ent. Zeitschr. 188G S. 75—79 Taf. III enthalten die
Synonymie von Orthodactylus olivaceus Karsch; eine
Uebersicht der Buthina (x^ndroctonina) und die Be-
schreibung eines neuen Opisthacanthus. — Die von
Simon für Grosphus madagascariensis als Artmerkmal
hervorgehobene Verschiedenheit der Zahnlamellen der
Brustkämme ist bei anderen Gattungen bloss ein Ge-
schlechtsunterschied, indem die Weibchen eine stark
verbreiterte innerste Zalmlamelle haben, Avährend die
Zähne beim Männchen völlig gleich sind.
A. Kowalewsky und M. Schulgin machen eine
Mittheilung zur Entwickelungsgeschichte des Skor-
pions (Androctonus ornatus); Biol. Centralbl. VI
S. 525 — 532. Das einschichtige Blastoderm nimmt eine
kreisförmige Stelle an einem Pol des Eies ein; im Dotter
finden sich keine Kerne. Von der Mitte der unteren
Seite des Blastoderms keilen sich Zellen in den Dotter
hinein aus und bilden die Anlage des unteren Blattes,
des vereinigten Ento-Mesoderms. Hieraufgeht die Bildung
der Embryonalhäute vor sich und die Kernscheibe streckt
sich: ihr vorderes Ende bleibt dünn und breit, das hintere
wird dicker und länger. Von dem unteren, jetzt schon
mehrschichtigen Blatt lösen sich Zellen ab und vertheilen
sich im Dotter; als ,, Dotterzellen" haben sie die Aufgabe,
den Dotter zu verflüssigen. Vorder- und Hinterdarm
entstehen durch Ektodermeinstülpiing, ersterer zwischen
den beiden Hirnlappen, letzterer vom vorletzten Körper-
segmente aus. Der ganze übrige Theil des Nahrungs-
schlauches bleibt für den Mitteldarm übrig, der vom Ento-
derni gebildet wird. „Nach Herausbildung der Keim-
scheibe trennt sich von der entomesodermischen Schicht
eine dichte Reihe von Zellen ab, die sich dicht an den
78 1^1'- P h. B e r tk au : Bericht üb. die wisseiiscli. Leistungen
Dotter anlegen. Diese Schicht ist das eigentliche Ento-
derm." Jetzt erst sind alle Schichten des Embiyonal-
körpers zur Ausbildung gekommen. Dieselben umwachsen
mit verschiedener Geschwindigkeit den Dotter, das Ento-
derm am langsamsten. Nachdem der Dotter ganz vom
Entoderm umwachsen ist, bildet sich das Postabdomen
in Form eines Hügels aus. Das röhrenförmige Ento-
derm wächst in dasselbe hinein bis es im vorletzten
Segmente mit der von aussen eingestülpten Grube als
Anfang des Afters zusammenstösst. Eine Differenzirung
des Mitteldarmes in den röhrenförmigen Theil und die
als „Leber" bezeichneten lappenförmigen Anhänge erfolgt
erst später.
Der von dem unteren Blatt des bis dahin zwei-
blättrigen Keimstreifens nach Abspaltung des Entoderms
übrig bleibende Theil ist das Mesoderm. Die Zahl der
mesodermalen Segmente stimmt mit der des Körpers
überein, und dabei existirt ein präorales Segment, das
eine Kavität enthält. Das Mesoderm zerfällt in zwei
Blätter, von denen das somatische weit dicker ist als
das splanchnische. Die Seiten des Mesoderms wachsen
zwischen Ektoderm und Entoderm in die Höhe, wobei
natürlich am höchsten Punkte die beiden Blätter
(splanchnisches und somatisches) in einander übergehen.
Die Eandzellen dieser Schicht trennen sich von den
übrigen, werden kugelig und begeben sich nach dem
Eücken und werden als primäre Blutkörperchen be-
trachtet, die einen langen breiten Spalt längs des Rückens
des Embryos anfüllen. Durch Annäherung der seitlichen
mesodermalen Blättchen wird dieser Spaltraum enger,
endlich wachsen jene zusammen, und zwar auf der
oberen (Ektoderm-) Seite früher als auf der unteren.
Nach der Verwachsung wird ein paariges Blättchen ge-
bildet, das die Rolle des Mesokardinus spielt, des jetzt
schon ausgebildeten Herzens, das noch mit dem meso-
dermalen Blättchen zusammenhängt.
In jedem Segment bildet das Ektoderm zwei Paar
nebeneinanderliegende Erhebungen. Die äusseren ent-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 79
wickeln sich zu den Gliedmaassen, die inneren zu dem
Nervenstrang. Die Verdickung des Ektoderms zur Bildung
des Nervensystems geht von dem Auftreten von 10 — 12
sich bald schliessenden Gruben an jedem Körpersegment
aus; am Kopf bilden sieh 15 — 20 solcher Gruben. Erst
nachdem der ganze Strang ausgebildet ist, lösen sich
die Ganglien von dem Ektoderm los.
x\m Kopfe bekommt die nervöse Platte jederseits
eine halbkreisförmige Einsenkung, die sich zu der paarigen
Gehirnblase schliesst. Ueber der geschlossenen Hirn-
blase bildet sich eine neue Falte, wodurch zwei gegen
die Mundöffnung geöffnete Taschen gebildet werden ; auf
der Mitte des Kopfes nähern sich die beiderseitigen
Falten und verwachsen miteinander. Auf jeder Hälfte
der verwachsenen Falte hebt sich nun eine runde, mit
Pigment versehene Platte als Anlage der Mittelaugen ab ;
die Seitenaugen haben eine von den Mittelaugen ver-
schiedene Entstehungsweise, die aber nicht genauer ver-
folgt wurde. Die Coxaldrüsen erscheinen erst spät als
ein paariges, an der Basis des zweiten (?) Fusspaares
ausmündendes Rohr, das später zahlreiche Schleifen bildet.
Die Ausführungsgänge der Geschlechtsdrüsen werden
von zwei Ausgangsstellen aus gebildet. Das innere Rohr
nimmt vom splanchnischen Blatt seinen Ursprung und
hat die Gestalt eines Trichters, der sich mit seiner weiten
Oeffnung gegen die Körperhöhle öffnet; der enge Theil
ist gegen den als äussere Einstülpung ihm entgegen-
wachsenden zweiten Theil des Ausführungsganges ge-
richtet.
Die Lungensäcke entstehen ziemlich spät als ein-
fache Einstülpimg in einen an Blutelementen reichen
Raum.
E. H. Thompson theilt seine Erfahrungen on the effect
of the Scorpion sting mit: Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia
1886 S.299.
Nach Baer kann man den Skorpion (er operirte mit Pandinus
humilis Sim.), durch ein ihn fesselndes Spinngewebe derart in Wuth
bringen, dass er sich selbst mit seinem Stachel mehrere tödtliche
Stiche beibringt. Baer hält diesen Versuch für den „Selbstmord"
<S0 ^Y. P h. B e r tk a u : Bericht.üb. die wisseiisch. Leistungen
des Skorpions für beweisender als der bisher gewöhnlich angeführte
mittels Feuer; Bull. Ent. France 1886 S. LXXV f.
Karsch ersetzt in seiner Uebersicht der Gruppe Buthina
a. a. 0. S. 76 — 79, den Gattungsnamen Odonturus durch Rhoptrurus
S. 77 und beschreibt ferner Bahycurus (n. g.) Büttn&ri (Gabun)
S. 78 Fig. 1 und centrurimoi'pJms (Madagaskar) S. 78 Fig. 2.
Opisthacanthus duodecim-dentatus (Gabun) ; Karsch a. a. 0. S. 79.
Karsch erkennt seinen Orthodactylus oiivaceus als syn-
onym mit Buthus Schnei deri L. Koch; später wurde er noch
von Simon als Butheolus Aristidis beschrieben. Die Gattungen
Orthodactylus und Butheolus sind aber nicht synonym; Type der
letzteren ist thalassinus Siin. Berl. Ent. Zeitsch. 1886 S. 75 f.
On the Proscorpius Osbornei Whitf. äussert Thorell
einige von Whitfield abweichende Ansichten; Americ. Naturalist 1886
S. 269—274. Die grossen Platten des Abdomens , die Whitfield als
Ventralplatten angesehen hatte, gehören der Rückenseite an, deren
Haut der Länge nach durchgerissen ist. — Das Thier trug seinen
Schwanz wahrscheinlich eben so über den Rücken gekrümmt, wie
dies unsere jetzigen Skorpione thun. — Proscorpius besass wahr-
scheinlich keine 2 Krallen an den Füssen und gehört daher, wie Pa-
laeophonus, zu den Apoxypodes, mit denen er auch durch den Besitz
der queren Furche über den Cephalothorax übereinstimmt, während
ihn die Kleinheit der Augen von den Eoscorpioiden , zu denen
Whitfield ihn gebracht hatte, entfernt. — Da jede Spur von Kiemen
fehlt, so ist die Ansicht WhitfiekVs, dass Proscorpius ein Bindeglied
zwischen den wasserathmenden Eurypterus und Pterygotus und den
luftathmeuden Skorpionen der späteren Erdperioden darstelle, nicht
gerechtfertigt. — Vergl. den vor. Ber. S. 80.
Araneae.
T. Thorell schreibt On Dr. Bertkau's Classi-
fication of the Order Araneae or Spiders, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XVII S. 301—326. Der Verfasser geht
nach einer historischen Einleitung- dazu über, die von
Bertkau in seinem Versuch einer natürlichen Anordnung etc.
gegen die bisherige Eintheilung der Spinnen, namentlich
gegen das von Thorell seinen „On European Spiders I"
zu Grunde gelegte System erhobenen Einwürfe zu be-
sprechen. Den Einwand, dass einige dieser Unter-
ordnungen fremdartige Elemente enthalten, erkennt
Thorell als berechtigt an: So werden die Eresiden von
den Attiden enfernt und finden in der Nähe der Aman-
im Gebiete dei'Eiitoniologio während des Jahi-es 1886. 81
robiaden ihren Platz unter den Tubitelarien, zu denen
auch die Palpimaniden g-ehören. Ferner wird Pachy-
giiatha von den Retitclaricn zu den Tetrag-nathiden unter
den Orbitelarien gebracht. Dagegen sind die Tubitelariae
und Orbitelariae in dem Umfange Thorell's aufrecht zu
halten. Die ersteren gruppiren sich um die Drassiden
als ihren Stamm, und wenn auch die Dysderiden von
den übrigen Tubitelarien in manchen wichtigen Punkten
abweichen, so sind sie doch mit den typischen Tubitelarien
näher verwandt als mit irgend w eichen anderen Spinnen.
Die weitere Forderung, die Bertkau gestellt hatte, dass
die mit gleichen Namen belegten Kategorieen des natür-
lichen Systems auch gleichwerthig sein müssten, lässt
sich, so berechtigt diese Forderung auch klingen mag,
nicht erfüllen, und wird speziell für das Thorell'sche
Spinnensystem zurückgewiesen. Nur darin erkennt
Thor eil einen Fortschritt bei der Erfüllung dieser
Forderung, dass er die früher jeder einzelnen der übrigen
Unterordnungen gleichgestellten Territelariae jetzt der
Gesammtheit derselben gegenüberstellt, wie Bertkau ver-
langt hatte. — Ebensowenig lassen sich in einem System
scharfe (Irenzen zwischen den Kategorieen ziehen, wo
die Natur allmähliche Uebergänge geschahen hat, wie
dies namentlich bei den Spinnen der Fall ist: obwohl die
Laterigraden eine natürliche Gruppe bilden, so lässt sich
eine scharfe Grenze zwischen den zu ihnen gehörenden
Heteropodiden und den Drassiden nicht ziehen; die Ly-
cosiden sind einerseits einigen Drassiden (Zora z. B.)
nahe verwandt, gehen andrerseits (durch Sphedanus) in
die Agaleniden über. — Endlich lassen sich die Namen
der Unterordnungen nicht aus dem Grunde beanstanden,
weil sie biologische Eigenthümlichkeiten bezeichnen, da
in der Zoologie überall solche Namen gebräuchlich sind.
(Hier ist Bertkau von Thoreil vollständig missverstanden
worden; Refer.).
Nachdem Thoreil so die Haupteinwände gegen sein
System berücksichtigt hat, geht er dazu über, die Grund-
lage des Bertkau'schen Systems zu prüfen. Er findet
Aich. f. Naturgescli. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. P
S2 I)i'- Ph- Bertkau: Bericht, üb. die wisseiisch. Leistungen
hierbei, dass der Beschaütenheit und Zahl der Athem-
organe nicht die Bedeutung- zuzuerkennen ist, die diese
Org-ane in dem Bertkau'schen System gefunden haben.
Auch die Wichtigkeit der Geschlechtsorgane ist in dem
Bertkau'schen System überschätzt worden; sowohl die
Beschaffenheit der Geschlechtsdrüsen als auch der
äusseren Begattungstheile (Epigyne; Tasterbulbus) sind
verschieden bei nahen Verwandten, gleich bei entfernter
stehenden Arten. Zuletzt hat auch das Cribellum nicht
den systematischen Werth, um alle mit einem solchen
ausgerüsteten Formen in eine Gruppe zu vereinigen.
Denn gerade die Spinnwarzen zeigen mit Rücksicht
auf ihre Zahl und Gliederung bei unzweifelhaft nahe
stehenden Gattungen Verschiedenheiten. (Für die Formen,
deren Spinndrüsen ausschliesslich auf Spinnwarzen aus-
münden, gebraucht Thoreil die Bezeichnung Ecri-
bellatae; Bertkau hatte siealsMeromammillata bezeichnet,
wobei bemerkt sein mag, dass der erste Bestandtheil
nicht fj^oog, sondern merus = purus sein sollte). Das
modifizirte Thorell'sche System ist nun das folgende:
Ordo Araneae.
Subordo I. Tetrapneumones : Tribus I. Territelariae mit
Familie 1. Liphistioidae, 2. Teraphosoidae,
3. Atypoidae etc.
Subordo IL Dipneumones.
Tribus IL Tubitelariae (Ecribellatae) Fam. L Dysde-
ro'idae, 3. Palpimanoidae, 4. Myrmecioidae,
5. Drassoidae, 7. Argyronetoidae, 8. Agale-
noidae, 11. Zodarioidae, 12. Hersilioidae,
14. Urocteoidae, (Cribellatae) Fam. 2. Fi-
listatoidae, 6. Zoropseoidae, 9. Dictynoidae,
10. Ereso'idae, 13. Oecobioidae etc.
Tribus III. Retitelariae. Fam. 1. Scytodoidae. 2. Phol-
ciodae. 3. Theridioidae etc.
Tribus IV. Orbitelariae (Cribellatae) Fam. 1. Dinopoidae.
2. Miagrammopoidae. 3. Uloboroidae. (Ecri-
im Gebiete der Eiitomologie während des Jahres 1888. 83
bellatae). Fani. 4. Tetragiiathoidae. 5. Epei-
roidae. 6.Celaenioidae. T.CryptotheloYdaeetc.
Tribiis V. Laterigradae. Farn. 1. Heteropodoidae. 2. Ste-
plianopoidae. 3. Thomisoidae etc.
Tribus VI. Citigradae. Farn. 1. Lycosoidae. 2. Oxyo-
poidae.
Tribus VI. Saltigradae. Farn. 1. Attoidae.
A. Hörn stellte Untersuchungen über die Gift-
drüsen der Spinnen an; 24. Bericht, oberhess. Gesellsch.
Giessen S. 25 — 53, Taf. I. — „Der Giftapparat der Spinnen
besteht aus zwei langgestreckten cvlindrischen Blind-
schläuchen, die nach aussen durch eine dünne, binde-
gewebige Membran, die Adventitia, an die umgebenden
Körpertheile befestigt sind. Die ganze Drüse wird von
den Fasern eines doppelt gefiederten (Brust-) Muskels
umschlossen. Auf die Adventitia folgt die Muscularis,
eine aus vielen neben einander angeordneten und meist
spiralig verlaufenden Muskelfasern bestehende Schicht,
die eine deutliche Querstreifung und eine schmutzig gelbe
Farbe besitzt und zur Kontraktion der Drüse dient,
welche Wirkung durch den doppelt gefiederten Muskel
noch unterstützt wird. Diese Muscularis liegt der eigent-
lichen Drüsenhaut, der M. propria, auf, die die Trägerin
der Drüsenzellen ist. Letztere besitzen überall eine
spindelförmige Gestalt und gehen aus kegelförmigen
Randzellen der Drüsen hervor, sitzen mit einem Basal-
fortsatz der Drüsenmembran auf, während ein anderer
längerer Fortsatz nach dem Lumen der Drüse gerichtet
ist. Der Kern ist im Verhältniss zum Zellleib ziemlich
gross mit vielen Kernkörperchen, die theils zerstreut,
theils auf einem Punkt vereinigt, der nach dem Lumen der
Drüse sieht, angeordnet sind. Das Sekret entsteht durch
Zerfall dieser Spindelzellen, die je nach dem Stadium
ihres Entstehens, ihrer Ausbildung und ihres Zerfalls ein
verschiedenes Aussehen bieten. Eine Intima ist nicht
vorhanden.
Die Drüse geht an ihrem vorderen Ende in einen
84 E)i^ P h . B e r t k a u : Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Ausftilirungsgang über, welcher in die hohle Kralle ein-
tritt, nachdem er deren Basalglied nicht in gerader
Richtung-, sondern etwas gewunden, durchzogen hat. In
der Kralle legt er sich der inneren Wand dicht an, und
mündet an der konvexen Seite derselben etwas unterhalb
der Spitze in eine kleine Längsspalte aus, nachdem
er sich kurz vorher erweitert und dann wieder verschmälert
hatte. Er zeigt ein einschichtiges Pflasterepithel und ist
von der Adventitia, mit der die Ausläufer der eigentlichen
Drüsenmuskeln (Sehnenhaut?) verschmelzen, und von
einer Membr. propria, der Fortsetzung der M. propr. der
Drüse umhüllt. Er ist . . . ohne Muskulatur."
W. A. Locy theilt seine Observations on the de-
velopment of Agelena naevia mit; Bull. Mus. Compar.
Zoology, Cambridge, XII No. 3 S. 63—103 PL I— XII. Im
Inneren des von einer dünnen Dotterhaut und einem
körnchentragenden Chorion umgebenen Eies liegt der
Furchungskern, der sich mehrfach theilt. Die Tochter-
kerne wandern durch den Dotter in das oberflächliche
Keimhautblastem ein und jetzt erst beginnt die wahre,
oberflächliche Furchung. — Von den 4 Paaren Abdominal-
gliedmaassen geht das zweite spurlos zu Grunde; an der
Stelle des ersten entstehen die „Lungen" durch eine ekto-
dermale Einstülpung, und die 2 hintersten Paare wandeln
sich in 2 Paare von Spinnwarzen um, die also den Beinen
homodynam sind. — Von den Organen wurden am ge-
nauesten die Lungen und Augen auf ihre Entwickelungs-
geschichte untersucht. Die Augen entstehen zunächst als
eine Verdickung der Hypodermis, die durch eine schräge,
tiefer und tiefer in die Verdickung einschneidende Ein-
stülpung, zweischichtig wird. Die innere Schicht dieser
Einstülpung bildet die Wandung des Augenbulbus; die
äussere differenzirt sich in 2 Lagen, deren innere die Re-
tina, und deren äussere den Glaskörper bildeL — Die
Lungen entstehen als ein Paar ausgedehnter Einstülpungen
ungefähr gleichzeitig mit dem Euddarm. Als einzelnes
„Blatt" der Lunge sieht Locy nicht das plattgedrückte
Säckchen an, in dessen Lumen die Luft von aussen
im Gebiete der Entomologie walirend des Jahres 188(i. 35
hineingelangt, sondern vielmehr die benachbarten Hälften
zweier solcher Säckchen, zwischen welchen Hälften das
Blut cirkulirt, eine Auffassung, die natürlich nur mit der
Kiemennatur der „Lungen" verträglich wäre. — Die
Oberkiefer sind, obw^ohl sie später vor dem Munde ent-
springen, keine präoralen Gliedmaassen, sondern postorale,
indem die Mundeinstülpung vor ihnen entsteht.
Die Observations on the embryology of spiders
in dem Americ. Natur. XX S. 825 von A. T. Bruce be-
ziehen sich einmal auf die Entstehung der Lungen und dann
auf die zuerst von Balfour als eine Glrube beschriebene
Blastodermfalte in der Kopfgegend des Embryos. Die
Entwickelung der Lungen wird von Bruce als eine Ein-
faltung (involution) eines oder zweier Paare von Abdominal-
füssen beschrieben, wobei sich aber nicht entscheiden
Hess, „ob die Umwandlung der Abdominalfüsse in die
Lunge anzusehen ist als eine Einfaltung gewisser paariger
Organe, wie Lankester aus theoretischen Gründen an-
nahm, oder als eines Theiles des Hinterleibes, über
welchem sich eine Gliedmaasse entsprechend dem Kiemen-
deckel des Limulus ausdehnt." Die Blastodermfalte
des Kopfes entspricht dem Ammion der Insekten, von
welchem sie sich dadurch unterscheidet, dass die beider-
seitigen Hälften des Ammion bei den Spinneu nur in der
Kopfgegend sich vereinigen, bei den Lisekten dagegen
meist in der ganzen Länge des Embryos.
A. Lendl schreibt über die Begattung der ge-
krönten Kreuzspinne (Epeira diademata) und ihre
Geschlechtswerkzeuge; Temesz. Füzet. X S. 131 — 141,
•209—213 Taf. VH mitHolzschn. An den männlichen Tastern
findet er dieselben 8 Glieder wieder, die er auch an
den Beinen unterscheidet: das Cymbium entspricht dem
6. Gliede der Gangbeine, die „Blase" ist die sehr er-
weiterte Gelenkhaut zwischen dem 6. und 7. Gliede; aus
dem 8. Gliede ist das Spermophor (so nennt Lendl noch
im Anschluss an Menge das kleine Stückchen des Bulbus,
in dem das eigentliche Spermophor ausmündet) hervor-
gewachsen und die hakenförmige Spitze entspricht der
(S() Dl"- PJi- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Kralle. „Meine Ansicht beruht auf anatomischen und
embryolog-ischen Studien" setzt Lendl hinzu.
Van Hasselt demonstrierte in der 40. Zomervergad. der
Nederl. Entomol. Vereen. Präparate zur Veranschaulichung
des anatomischen Baues der Palpen der männlichen
Spinnen und in der 19. Wintervergad. solche der weib-
lichen Begattungstheile ; Tijdsch. V. Entomol. XXIX. Versl.
S. XXII— XXIV.; XCVII— C.
Sul dimorfismo di stagione negli Araneidi
lässt sich nun auch noch G. Cavanna im Zool. Anz. 1886
S. 139—141 , und Bull. Ent. Ital. 1886 S. 367, 368 ver-
nehmen, indem er der über diese Frage bekannten
Literatur eine von ihm in dem Bull. Ent. Ital. VIII S. 93
bis 97 veröffentlichte Notiz hinzufügt, die einen Di-
morphismus bei Meta segmentata, Linyphia triangularis
und Chiracanthium nutrix mittheilt und damit schliesst,
dass bei den genannten 3 Arten die durch ihre schlanken
Formen ausgezeichnete Varietät solche Weibchen enthält,
welche befruchtet überwintern und erst im Frühjahr zur
Ablage der Eier kommen.
Landois vermuthet, dass die Spinne unbrauchbar
gewordene Spinnfäden verzehre und stellt Beobachtungen
über diesen Gegenstand in Aussicht; 14. Jahresb. Westf.
Provinz.-Ver. S. 30.
Bertkau sprach über Ameisenähnlichkeit unter
Spinnen und einen besonderen Fall dieser Er-
scheinung; Corrbl. Naturh. Ver. preuss. Rheinl. etc. 1886
S. 66—69. Nachdem er die Bedingungen ausgesprochen
hatte, die eine habituelle Aehnlichkeit eines Insekts oder
einer Spinne mit einer Ameise zur Folge haben, zeigte
er, wie diese Bedingungen unter den Spinnen bei Attiden
und einigen Drassiden am vollkommensten erfüllt sind,
die auch mehrere ameisenähnliche Formen enthalten.
Einen neuen Fall von Ameisenähnlichkeit bietet das
entwickelte Männchen einer Theridiadengattung, der La-
saeola procax, die sich hauptsächlich an und unter der
Rinde der von Ameisen (Lasius brunneus und F. gagates)
bewohnten Ulmen aufhält. Der Umstand, dass nur die
im Gebiete der Entonioloo-ie wäliiend des Jahres 18S(i. <^7
entwickelten Männchen Ameisenähnlichkeit besitzen,
ist vielleicht als eine Schutzvorrichtung zu erklären, deren
die verborgener lebenden Weibchen und jungen Männchen
nicht bedürfen.
Simon giebt eine Note sur le Mico, araignee
venimeuse de Bolivie; Bull. Ent. Belg. 1886 S. 168
bis 172. Der Biss des „Mico" ruft nach Simon's Ge-
währsmann, Dr. Sacc, eine starke Entzündung hervor
und hat den Tod nach einigen Stunden zur Folge, wenn
keine Gegenmittel ergriffen werden. Als solche sind
kaustisches Ammoniak, Ausbrennen mit glühendem Eisen,
Abtragung der gebissenen Stelle in Gebrauch. — Das
Gift wird von Dr. Sacc mit dem der Klapperschlange
verglichen. — Der Mico stellte sich als ein Dendry-
phantes heraus, von dem zwei Arten eingeschickt waren,
die Simon noMosus und Sacci nannte.
Von E. Keyserling's „Die Spinnen Amerikas".
Theridiidae ist die 2. Hälfte (2. Bandes) erschienen; Nürn-
berg 1886, 4^ S. 1—295, Tab. XI— XXI.
Karsch bringt Araneologisches aus Südame-
rika; 1. Von Rio de Janeiro; 2. Von Paraguay; Berl.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 92—94 Taf III Fig. 8.
F. A. A. Skuse: British Stalk-eyed Crustacea
and Spiders. London, S. v. Sonnenschein, Lowrey &
Co., 1886, 126 Ss.
Van Hasselt stellt einen Catalogus Aranearum,
hucusque in Hollandia inventarum auf; Tijdschr. v.
Entom. XXXXIII S. 113— 188; XXIX S. 51— 110. Der-
selbe ist in lateinischer Sprache abgefasst und enthält
mannigfache Bemerkungen über Artenmerkmale, Lebens-
weise, Vorkommen. 346 Arten sind namhaft gemacht.
Dahl bringt einen Nachtrag zur Spinnenfauna
Schleswig-Holsteins; Schrift, naturw. Ver. f. Schles-
wig-Holstein VI S. 103—105.
Derselbe schreibt eine Monographie der Eri-
gone-Arten im Thorell'schen Sinne; ebenda S. 65
bis 102. Die zahlreichen Arten dieser „Gattung", die
88 ßi'- P li B e i'tk au : Bei-'clit üb. die wissensch. LeistuugeTi
von Bertkau zum grössten Theile zu einer Familie er-
hoben wurde, aus der nur die Arten mit 4 einfachen
Tracheenröhren oder ohne Tracheen ausscheiden, werden
hier wesentlich nach der Zahl und Stellung- der „Hör-
haare" und des „Hörbechers" in Gruppen gebracht, für die
der Verfasser theils von anderen Autoren geschaifene
Gattungsnamen verwendet, zum grösseren Theil aber
neue Namen schafft. Die 5 ersten Gattungen sind solche,
welche einfache Tracheen haben, nach dem Bertkau'schen
System also zur Familie der Theridiaden gehören würden,
während der Rest echte Micryphantiden enthält. Dahl
führt diesen Unterschied auch an, wozu nur zu be-
merken ist, dass Ctenium überhaupt keine Tracheen be-
sitzt. — Als Gattungsnamen kommen einige bereits ver-
gebene Namen zur Anwendung.
H. Lenz bringt Beiträge zur Kenntniss der
Spinnenfauna Madagaskars; Zool. Jahrb. I S. 379 bis
408 Taf. X.
A. T. Urquhart schreibt on the Spiders of New
Zealand, indem er (13) Theridiadae, (1) Thomisidae,
(1) Lycosidae, (3) Attidae beschreibt und abbildet; Trans,
a. Proc. N. Z. Institute XVHI S. 184—205 PL VI— VHI.
Tetrasticta.
Teraphosidae. A])oroptychus (n. g. Cyrtanchenio affine!
australis (Patagonien) S. 15;
Mitura (n. g.) caudmtla (Patagonien) S. 18; Simon, Arachn.
Patag". merid.
Hapalothele (n. g.) Beuteri (Madagaskar); Lenz a. a. 0. S. 397.
Synonymische Bemerkungen üb. afrikanische Vogel-
spinnen-Grat tun gen von F. Karsch in Berl. Ent Zeitschr. 1886
S. 81 — 84 sprechen aus, dass Stromatopelma alicapillatum
Karsch = Scodra Aussereri Becic. und die Gattung Phoneuusa
Karsch (früher Phoneyusa; vgl. dies. Bericht für 1884 S. 52) am
nächsten mit Selenocosmia verwandt sei. Beide unterscheiden
sich so, dass bei Selenocosmia $ der „Metatarsus" IV. unterseits
eine schwache, durch ein Borstenband breit unterbrochene Skopula
trägt, bei Phoneuusa dagegen eine sehr dichte ungetheilte Skopula.
Die zuerst als Selenocosmia Greeffi beschriebene Art gehört
nebst einer neuen, Ph. JJättneri S. 83 von Gabun, zur Gattung
im Gebiete der Entomologie wälireiul des Jahres 188H. §9
Phoneunsa, die dem afrikanischen Festlande und seinen westlichen
Inseln eigen zu sein scheint, während Selenocosmia austral- asiatische
Arten enthält.
Scodra liheriensis Becker = (Aranea) calceata F.; Avicularia
de Borrei Becker = Tapinauchenins plumipes C. L. Koch: Simon,
Bull. Ent. Belg. 1886 S. 132 f.
Acattjana cunicularia (Cochinchina) S. 28, Dacidi (Mou-Pin)
S. 29; Simon, Arachn. Slam.
Calommata ohesa (Bankok); Simon, Arachn. Slam S. 25.
Idiops Bhodei (Paraguay); Kar seh. Beil. Entoni. Zeitschrift
1886 S. 95.
Geo. E. Atkinson: A family of young trap-door spiders
(Pachylomerus quadrispinosus ) ; Entom. Americ. IL S. 87-92, 1 pls.
Derselbe: Descriptions of some new trap-door spiders,
t h e i r n 0 1 e s and f 0 0 d h a b i t s ; (P. quadrispinosus und carabivorns),
ebenda S. 109—117; 128—137. (6 n. A. und die n. G. Nidivalvata;
Myrmeh i aph ila).
Derselbe: A new trap-door-spider (Pachylomerus carabivorns);
Americ. Natur. 1886 S. 583—593, 2 pls.
Phrictus Paviei (Slam) S. 26, dyscolus (Saigun) S. 27. Anm. ;
Simon, Arachn. Slam.
Selenocosmia cdhostriata (Siam ; Cambodscha) ; Simon, Arachn.
Slam S. 27.
Stenoterommata Goimellei (Valdivia) S. 16, segne (ibid.) S. 17;
Simon, Arachn. Patag, merid., Nota.
Dysderidae. A. W. M. van Hasselt schreibt E tu des sur
le genre Nops; Tijdschr. voor Entomologie XXX. S. 67—86 PI. 69
Gelegenheit zu diesen Studien gewährte ein Exemplar dieser noch
wenig gekannten Gattung, das von Neervort van de Poll auf der
Insel Bonaire unter einem Stein gefunden worden war. Der Ver-
fasser giebt eine kritische Bibliographie dieser Gattung und beschreibt
dann auf's eingehendste den äusseren Bau der Art, die als neu
erkannt und N. glaiica genannt wurde, S. 77 Fig. 1 — 4, 10. Die
Entdeckung Keyserling 's von den eigenthümlichen Anhängen an
Tarsus und Metatarsus konnte van Hasselt auch an seinem Exem-
plar bestätigen; es sind ihrer 3, von denen der eine fast die ganze
Länge des Tarsus einnimmt, der zweite sich in Gestalt eines „Sporns"
an der Basis des Metatarsus und der letzte am Ende dieses Gliedes,
dicht vor den Krallen, befindet. Die Funktion dieser Anhänge, die in
ihrem Bau und ihrer Vertheilung verschieden sind von den Anhängen der
Solifugen und die ein wesentliches Gattungsmerkmal enthalten, ist
zweifelhaft; vielleicht sind sie als Tastorgane anzusehen. Die
6 Spinnwarzen sind in 2 Querreihen angeordnet, deren vordere 4 nahezu
gleiche, cylindrische . am Ende abgestutzte Warzen enthält; die
2 Spinnwarzen der hinteren Reihe sind etwas länger und dicker als
90 Dr. Pli. Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
die der vorderen. Die „Epigyne" war noch nicht voll entwickelt. —
Ueber die Athemöifnungen macht der Verfasser die Angabe, dass
hinter der Epigyne und mit ihr im Zusammenhang beiderseits ein
ziemlich grosses Spiraculum vorhanden ist, „ohne Spur eines zweiten
Paares von Athemöffnungen" ; ich vermuthe indessen, dass das be-
schriebene eben das zweite Paar ist und dass sich vor ihm, in gleicher
Höhe mit der G-eschlechtsöifnung, das erste befindet.
Die Gattung Nops stellt van Hasselt als Unterfamilie zu
den Dysderiden, in die Tribus der „Tubitelariae", welche letztere
aufrecht erhalten wird. Ob neben Nops noch die Gattung Diops
Tac^;. berechtigt ist, ist zweifelhaft ; vielleicht ist Diops Branickii
Tacz. ein sehr junges Exemplar von N. variabilis Keijs. Dann
wären mit Sicherheit nur 3 Arten bekannt: N. Guanacoboa Mac
Leay, variabilis Keyserl. und glauca van Hass., die sämmtlich
dem tropischen Amerika und seinen Inseln angehören.
Tristicta.
Attidae. Stenaelurillus (n. g. Aelurillo affine) nifjricauda
(Dakar), nigritarsis (Bou-Saada), trigiittatus (Tybet) S. 351 ;
Cyllohelus (n. g. Phlegrae affine) ciUatus (Agaos, Abyss.), ni-
(jrocyaneus (ibid.) S. 390, hicipeta (Zanguebar) S. 391;
Tarne (n. g. Saiti affine) dives (Landana, Congo) S.392;
Hispo (n. g.) cingulata (Madagascar) S 394;
Holcolaetis (n. g. praecedenti affine) xerampelina (Sansibar)
S. 394; Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885.
^ Thiratoscirtus (n. g. Hylliii. Viciriae proximum) Patagonicus
(P.) S, 3 mit Holzschn., niveimanus (Ober-Amazon.) S. 4; derselbe,
Arachn. Patag. merid.
Aelurillus catus (Dakar), Mamdroni (Saint -Louis, Senegal);
Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 350.
Attus auricomus S. 202 PI. VIII Fig. 8, {zanthofrontaUs ! S. 203
Fig. 9), saxatiUs S. 204 Fig. 10 (Neu-Seeland) ; Urquhart a. a O.,
alhomarginatus (Madagaskar); Lenz a. a. 0. S 406.
Cyrba bimaciilata (Landana, Congo); Simon, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S.392.
Dendryphantes noxiosus S. 169, Sacci S. 170 (Bolivien); Simon,
Bull. Ent. Belg. 1886; vgl. oben S. 87.
Harmochirus luculentus (Zanguebar); Simon, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 387.
Hasarius insignis (Mayotte); Simon, Ann. Soc. Ent, France
1885 S.392.
Heliophanus hamifer (Mozambique) S. 388, orchesta (Sansibar)
S. 389 mit Holzschnittabbildung der Taster; Simon, Ann. Soc. Ent.
France 1885
im Gebiete der Entomologie währeiKl des Jnhres 1886. 91
Homalattus sulfureus (Saint-Loiiis, Senegal); Simon, Ann. Sog.
Ent. France 1885 S. 352.
Hyllus coccineovittatus (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.348.
Linus Africanm (Landana, Congo); Simon, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 893.
Maevia comosissima (Landana. Congo) S. 387, vibrabimda (Mada-
gascar) S. 388; Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885-
Neaetha catiila (Zangnebar); Simon, Ann. Soc Ent. France
1885, S. 391.
Phlegra maveruhens (Dakar) S. 349, Bairstowi (Port-Elizabeth)
S. 389; Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885, didelphis (Bolivien);
derselbe, Bnll. Ent. Belg. 1886 S 171.
Salticus ichneumon (Sansibar); Simon, Ann Soc. Ent. France
1885 S. 387, Paviei (Tepong); derselbe, Arachn. Slam p. 3.
Thyene sqiiamulata (Dakar; der Attiis Tamatavi Vinson, die
Phyale Tamatavi PecMa?«, ist ebenfalls eine Thyene); Simon, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 347.
Viciria scoparia (Siam); Simon, Arachn. Slam S. 4.
Thomisidae. Simon beschreibt Especes et genresnouveaux
de la famille des Thomisidae; Actes de la Societe Linneenne
de Bordeaux XL ; S. 1 — 22 des Separat.
Gelotopoeus (n. g., . . . ., clypeus proclivis, altitudine areae
oculorum mediorum ) scytodimorphus (Ostafrika); Karsch,
Berlin. Ent. Zeitschr. 1886 S. 96 Taf. III Fig. 10.
Ulocymiis (n. g. Aphantochilin. Cerarachnae affine) Gounellei
(Brasilien) S.4;
Fseudoporrhopis (n. g. Porrhopin., Porrhopi affine) granum
(Madagaskar) S. 7 ;
Tal aus (n. g. Porrhopin. Palaephato affine) triancßdifer (Su-
matra) S. 8;
Holopelus (n. g. Bomin.) biifoninus (Sumatra) S. 9;
Plancinus (n. g. Thomisin. Pistio et Runciniae affine) run-
cinioides S. 10, cormitus, breviceps S. 11 (Banda oriental del Uruguay);
Cyriogonus (n. g. Thomisin. Pistio affine) lactifer S. 12. tri-
quetrus S. 13 (Madagaskar);
Phireza (n. g. Thomisin.) sexmaculata (Amazonas) S. 18;
Trichopagis (n. g. Thomisin.) manicata (Madagaskar) S. 20;
Acentroscelus (n. g. Thomisin. Tmaro affine) albipes (Brasilien)
S. 21;
Cleocnemis (n. g. Philodromin. Thanato affine) heteropoda
(Brasilien) S. 22 ; Simon a. a. 0.
P et rieh US (n. g. Philodromin.) wcw'>«orrt^tt5 (Patagonien) ; der-
selbe Arachn. Patag. merid. S. 8.
Cerarachne Germaini (Brasilien); Simon, Thomis. S.S.
f)2 Dr. Ph. B ertk a u : Bericht.üb. <1ie wif-seiisch. Leistungen
Coriarachiie J«/pomcrt {Yokohama) ; Simon, Thomisid. S. 19, ni-
grostriata (Bachiou); derselbe, Arachn. Siam S.U.
Corynethrix tuberculata (Bankok); Simon; Arachn. Siam
S. 12 Anm.
Daradius scrupeus (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 363; in dieselbe Gattung- gehören Thom. tripnnctatus Luc,
pugil StoliczJm, pustulosus L. Koch, farinarius Walck., annulipes
Thoreil, Laglaizei Sim. etc.
Dieta argenteo-oculata (Zanguebar); Simon, Thomisid. S. 15.
E. A. Göldi erklärt Gestalt imd Färbung der Eripns hetero-
gaster, die einer Orangebliithe täuschend ähnlich sieht, für ein
Lockmittel, ähnlich wie es Forbes mit Ornithoscatoides that. Zool-
Jahrb. I S. 411-416 Taf. XI
(Hemiclaea Plautus, von Dunedin und Auckland; als identisch
mit H Rogenhoferi L. Koch erkannt; Urquhart a.a.O. S. 199
PI. VIII. Fig. 6).
H. Walteri (Transvaal, die erste Art ausserhalb d. australischen
Region); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 151.
Heriaeus Mellottei (Yokohama); Simon, Thomisid. S. 13.
Oxyptila parvimnna (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 364.
Phrynarachne cucullata (Halmahera); Simon, Thomisid. S. 14.
Stephanopsis rhomhoidalis S. 5 , octolobata S. 6 (Madagaskar);
S imon, Thomis.
Die Gattung Cyrsillus Camhr. (1883) ist synonym mit Stiphropus
Gerst. (1873); eine neue Art ist St. niger (Sierra Leone); Simon,
Thomisid. S. 6.
Synaema hcitjense (B.) S. 15, leyitiginositm (Zambesi) S. 16,
himacidatmn (Madagaskar) S. 17; Simon, Thomisid., opiüentum
(Siam, und mit einer lokalen Farbenvarietät auf Sumatra); derselbe,
Arachn. Siam. S. 10.
Tharrhalea superpicta (Madagaskar) S 18, cerussata (ibid ) S. 19;
Simon, Thomisid.
Xysticus egenus (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 365.
Sparassidae. Heteropoda ^w-essitZa (Bachiou) ; Simon, Arachn.
Siam S. 9.
Selenops modestus (Madagaskar); Lenz a, a. 0. S. 399 Fig. 6.
Tibellus rohustus (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 366.
Anyphaenidap. Gayenna tridentata (Patagonien); Simon,
Arachn. Patag. merid. S. 13.
Tomopisthes Lebruni S. 13 Fig. 7, taeuiatus S. 14 (Patagonien) ;
Simon, Arachn. Patag. merid.
Drassidae. Simon stellt in den Ann. Soc. Ent. France 1885
im Gebiete der Eiitomolooie während des Jahres 1886. 93
S. 873 die neue Unterfi;milie der Miturgini mit folgender Diagnose
anf: Laminae maxillares haud impressae. Mammillae inferiores
snbcontiguae , snperiores sat longe biarticulatae, artic. 2°tereti
! " gniciliore. Pedum tarsi cuncti metatarsique I et II densissime
scopnlati, tibia I intus in parte secunda leviter scopulata. Meta-
tarsi I et II aculeis duobus prope basim instructi. -- Dieselbe
enthält 3 Gattungen, die in folgender Weise aus einander gehalten
werden :
1. Oculi postici lineam paulum procurvam formantes. Oculi lateral.
ant. a post. multo minus quam med. ant. a med. post. remoti . . 2.
Ocul. post. lin. recurvani formantes. Oc. lat. ant. a post. latius
quam med. ant. a med. post remoti Miturga Thor.
2. Oculi medii ant. lateralibus minores. Clypeus oculis anticis
angustior Prochora.
Oculi medii ant. lat. majores. Cl3q)eus oc. ant. latior vel saltem
haud angustior Syrisca.
Die Gattung Frochora ist für Agroeca lycosiformis Cambr.
= Liocranum fasciatum Si77i. aufgestellt. Zu Syrisca gehört
(vielleicht) Tegenaria senegalensis Walck. und die neuen Arten
pictilis (Dakar), russula (Abj^ssinien) S. 375. vittata (ibid.) S. 376.
In derUtf.Corinnini, zu der Simon auchTrachelas und Tylophora
rechnet, stellt derselbe das n. g. Coi^a Tylophorae affine auf, S. 395,
für C. flavcyplumosa S. 396 vom Congo (Landana). — Die Gattung
Corinnorama Karsch erklärt derselbe für = Corinna Thor.; S. 377.
Chiracanthium geniculosum (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 380.
Clubiona rava (Saint-Louis, Senegal): Simon, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 379.
Corinomma Harmandi (Toule Sap, Indo-Chine); Simon, Arachn.
Slam S. 24 Anm.
Creugas Äewe^rtZe^iSiÄ (Dakar) S. 376, «v7/miz<s (Sansibar) S. 395;
Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Drassus semitectus (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 381.
Microctenus ravidus (Patagonien); Simon, Arach. Patag. me-
rid. S. 10.
Oedignatha sima (ßachiou); Simon, Arach. Slam S. 23.
Philisca obscara (Patagonien) ; Simon, Arach. Patag. merid. S. 12.
Prosthesima insiijiens, subaenea S 382, comparilis, impe-ca S 383
(Dakar); Simon, Ann. Soc Ent. France 1885.
Pythonissa lynx (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 384.
Trachelas j>wnc-to.^ws (Saint-Louis, Senegal); ;Simon, Ann. Soc.
Ent. France 1885 S. 376, sericeus (Patagon.) S. 11 Fig. 6, cingulipes
94 Dr. Pli Bei'tkau: Beviclit üb. die wisseiisch. Leistungen
(Buenos Aires) S. 12; derselbe, Araclm. Patag. merid., areifer (Bo-
livien); derselbe, Bull. Bnt. Belg. 1886 S. 171.
Tylophora miearia (Dakar) S. 378, loricifera (ibid. i S. 379 ; Simon,
Ann. Soc. Ent. France 1885.
Lycosidae. Simon reserviert den Namen Ocyale für die
mehr mit Lycosa (Gruppe Arctosa) als mit Dolomedes und Pisaura
verwandte Art Atalanta Äucl; für mirabilis wird die neue G-attung-
Pisaura errichtet; Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 354 und 358.
Lycosa proxima (Name neben Pardosa proxima C. L. Koch wohl
nicht haltbar; Auckland); Ur quhart a. a. 0. S. 201 PI. VIII Fig. 7,
(Hogna) migdilyhs S. 355, oryx S. 356 (Dakar); Simon, Ann. Soc
Ent. France 1885, (Alopecosa) (moesta Holmhg. nochmals beschrieben
und Epigyne Fig. 2 abgebildet S. 4), nigricans (Patagonien) Fig. 3,
(sect. nov.) Patagonica (P) Fig. 4 S. 6; derselbe, Arachn. Patag.
merid., (L.) inominata (Kambodscha); derselbe, Arachn Siam S. 8,
melanogastra S. 401 Fig. 11, signata S. 402 Fig. 10 (Madagaskar);
Lenz a a. 0.
Ocyale Madagascariensis (M.); Lenz a. a. 0. S. 402. S. 8, 14.
Oxyopes squamosus S. 353, rufovittatus S. 354 (Dakar); Simon,
Ann. Soc. Ent. France 1885.
Pardosa praepes (Dakar); Simon, Ann. Soc. Ent, France 1885
S. 359, irretita (Bachiou); derselbe, Arachn. Siam S. 6, accurata
(Mexiko); Becker, Bull. Ent. Belg. Ib86 S. 24.
Phoneutria faseiata (Madagaskar); Lenz a. a. 0. S. 404 Fig. 7.
Pisaura (s. oben) ?7a?/cü« (Dakar) ; Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 354.
Hersiliadae. Hersilia Siamensis (Bankok); Simon, Arachn.
Siam. S.22.
Agalenidae. Descriptions de quelques especes nouvelles
de la famille des Agelenidae par E. Simon; Bull. Ent. Belg.
1886 S. 56—61.
Cicirra (n. g. Cicurinae affine) decemmaculata (Tasmanien) S. 61;
Simon a. a 0.
Tetrilus (n. g. Cicurinae affine) j«;pomcws (Yokohama) : Simon
a. a. 0. S. 60.
Cicurina Mellottei (Yokohama), tersa (Washington-territ.) S. 58,
Nevadensis (N.), simpilex (Washington-territ.) S. 59, robusta (Colorado)
S.60; Simon, Bull. Ent. Belg. 1886.
Cybaeus reticulatus (Washington territ.), signifer (Mt. Hood)
S. 56, morosus (Washington territ.), pusiUus (ibid.) S. 57, Simon,
Bull. Ent. Belg. 1886.
Hahniadae. Scotospilus (n. g. Hahniae affine) hicolor (ibid.);
Simon, Bull. Ent. Belg. 1886 S. 61; vgl. auch unter Agalenidae.
Hahnia Chyzeri [Szimvdiko. Ungarn); Becker, Bull. Ent. Belg.
1886 S. 26.
im Gebiete der Entoniölooie während des Jahres 188f>. 95
Dictynidae. Dictyna Biigesi (Mexiko) S. 23, ColmnUana
(Caracas) S. 24 ; Becker, Bull. Ent. Belg. 1886.
Dinopidae. Dinopis Madagascariensis (M.); Lenz a. a. 0.
S. 405 Fig. 9.
Miagrammopidae. Miagrammopes rimosns (Siam); Simon,
Arachn. Siam S. 21.
Zodariadae. Storena /S'ewe^/r/Zens/^ (Dakar) ; Simon, Ann See.
Ent. France 1885 S. 372, ie&ntm (Patagonien); derselbe, Arachn.
Patag. merid. S, 9 mit Holzschnitt des Tasters.
Zodarium gallicnm E. S. bei Brüssel; Becker, Bull. p]nt.
Belg. 1886 S. 22.
Mieryphantidae. Eustichothrix n g. für (Erig.) saii-
guinolenta, obscnra, S. 78;
Micrargus n. g. für (E.) herbigradiis, diceros, latebricola S. 79;
Microctenonyx n. g. für (E.) subitaneus, ovatus, longimanus
S. 80;
Paractenonyx n. g. für (E.) parallelns S. 85;
Brachycentrum n. g. für (E.) elongatum, Moebi S. 86;
Hypomma n. g. für (E.) bifrons, bitnberculata S. 87;
Hgpselomma n. g. für (E.) altifrons S. 91;
Moehelia n. g. für (E.) penicillata, picina S. 91;
Trematocephalus n. g. für (E.) peiforatus S. 92;
Trachynotus (! mehrfach vergebener !Name) n. g. für obtusus,
psilocephalus, unicornis, cuspidatus S. 95 ;
Phylloeca, bereits früher aufgestellt, für (E.) Sundevalli und
marginella Reuss = marginata Dahl); Dahl a. a. 0.
Erigone (s. 1.) humiliceps (Washington) S. 148 Taf. XVI Fig. 214,
polaris (Alaschka) S. 148 Fig. 215, vicana (Peru) S. 149 Fig. 216,
peruana (Pumamarca) S. 151 Fig. 217, Ma(r)xii (Lake Superior)
S. 152 Fig. 218, percisa (Baltimore) S. 153 Fig. 219, monocerosl
(Washington terr.) S. 156 Fig. 222, Matei (Peru) S. 159 Fig. 224,
dentimandibulata (Neu -Granada) S. 163 Fig. 226, ectrapela (Lima)
S. 164 Fig. 227, fabra (Alabama; Texas) S. 167 Taf. XVII Fig. 229,
coloradensis (C.) S. 168 Fig. 230, simiUima (Unalaschka) S. 170 Fig 231,
praepidchra (Peru; Unalaschka) S. 172 Fig. 233, proxima (Lima
S. 174 Fig. 234, edax (Neu-Granada) S. 175 Fig. 235, solüaris (Cave
City Cave, Kentucky) S. 179 Fig. 238, inferncdis iReynoldscave, Kent.)
S 180 Fig. 239, calcarata (Lake Superior) S. 181 Fig. 240. Sehn-
maginensis (Alaska) Fig. 241, famulatoria (Lake Supeiior) S. 242,
Fig. 182, hulhosula (Baltimore) S. 183 Fig. 243, ululaUlis (Alaska)
S. 184 Fig 244, famelica (Alaska) Fig. 246, rostratula (Baltimore)
Fig. 247 S. 186, purpmrescens\ (Crescent City. Georgia) S. 187 Fig. 248,
sihiriana (Commander Isld.) S. 189 Fig. 249, perplexa (Washington
terr.) S. 190 Fig. 250, Xanthippe S. 192 Taf. XVIH Fig. 251, tisur-
pabilis {AXtwttu) Fig. 252, wv<s'to, Fig. 253 S 193, umhraticola {K.\-A^'k^\
Of) Dr. Pli. Bert kau: Bericht üh. die wissensch. Leistungen
Aleuten) S. 195 Flg. 255, zonaria (Georgia) S. 196 Fig. 256, sygia
(ibid.) S. 197 Fig. 257, famularis (Alaska) S. 198 Fig. 258, falsifica
(Aleuten) S. 199 Fig. 259, vacerosa (Baltimore; Unalaska) S. 200
Fig. 260, umhratüis (N. Carolina) S. 201 Fig. 261, altehabitans (Peru)
S. 202 Fig. 262, folUa (Peru) S. 203 Fig. 263, amaUlis (Amable
Maria) S. 204 Fig. 264, ruhicunda (ibid.) S. 205 Fig. 265, defloccata
(Peru) S. 207 Fig. 266, zabluta (Peru) S. 208 Fig. 267, striaticeps
(Buenos -Ayres) S. 209 Taf. XIX. Fig. 268, ludibunda (Peru) S. 211
Fig. 269, dysphorica (Lima) S. 212 Fig. 270, lasdva (Peru) S. 214
Fig. 271, neoterica (ibid.) S. 215 Fig. 272, Jelskn (Cayenne) S. 216
Fig. 273, fastibiUs (Brasilien) S. 217 Fig. 274, purpurea (Mexiko)
S. 218 Fig. 275, minutissima (Texas) S. 219 Fig. 276, tumidosa (Buenos
Ayres) S. 320 Fig. 277, bimaculata (Darien) S. 221 Fig. 278, nigrianus
(Rio) S. 222 Fig. 279, bogotensis (B.) S. 224 Fig. 280, intoleranda
(Neu-Granada) S. 225 Fig. 281, famosa (Buenos Ayres) S. 226 Fig. 282,
paranaensis (P.) S. 228 Fig. 283, ignihda (Brasilien) S. 267 Taf. XXI.
Fig. 315, ignigena (ibid.) S. 268 Fig. 316, desolata, Fig. 317, prativaga
Fig. 318 S. 269 (Blumenau), veniaUs (Blumenau) S. 270 Fig. 319,
diversicolor S. 271 Fig. 320, labiata S, 272 Fig. 321, velox Fig. 322,
semiatra Fig. 323 S. 273, latühorax S. 274 Fig. 324 (alle von Blumenau) ;
Keyserling a. a. 0.
Nematogmus dentimanus (Siani); Simon, Arachn. Slam. S. 21.
Theridiadae. Keyserling bringt in der 2. Hälfte (Nürnberg
1886) des 2. Bandes seiner „Spinnen Amerikas" vorstehende Familie
zum Abschluss. Dieser Band enthält auch die in der 1. Hälfte ver-
sprochene Uebersicht der Gattungen. Letzterer unterscheidet Keyser-
ling 51, wobei mehrere neue aufgestellt sind, andererseits aber auch
von anderen Forschern aufgestellte Gattungen, namentlich der Micry-
phantiden, die hier mit den Theridiaden vereinigt erscheinen, nicht
angenommen sind. In dieser 2. Hälfte werden die Gattungen Asagena
(2 A.), Mimetus (3 A.), Ero (2 A.), Ulesanis (2 A.), Tecmessa (1 A.),
Wib7'ada n. g. (lA.), Phoroncidia (l A.), Wirada n. g. (1 A.),
Heribertus n. g. (1 A.), Theridula (4 A.), Beliana n. g. (1 A.), Cru-
stulina (2 A.), Dipoena (4A.), Euryopis (3A.), Linypliia (23 A.), La-
bulla (1 A.), Frontina (16 A.), Antrobia (lA.), Willibaldia n. g.
(1 Ä.), Phanetta n. g. (1 A.), Pedanostethus (2A.). Statilatlas
n. g. (1 A.j, Wendilg arda n. g. (5 A.), (Erigone 80 A.), in den Nach-
trägen ausserdem noch weitere Arten von Theridium (6), Steatoda
(1), Lithyphantes (1), Chrysso (1), Spintharus (1), Hetschkia n. g.
(1), Ogulnius (2), Ero (1), Amazula n. g. (1), Umfila n. g. (1),
Theridula (1), Dipoena (2), Euryopis (4), Pedanostethus (1) beschrieben;
unter den beschriebenen Arten sind 153 neue. Mit Europa gemeinsam
sind Ero furcata; Crustulina sticta; Linyphia pusilla, marginata,
phrygiana, lineata^. nebulosa, insignis, concolor; Frontina clathrata;
Pedanostethus lividus. — Folgende neue Gattungen sind aufgestellt:
im Gebiete der Entomologie während des Jnhres 1886. 97
Wibrada S. 22, für W. lomjiceps (Peru) S. 22 Taf.XI. Fig. 145;
Wirada S. 25, für W. punctata (Peru) S. 26 Fig. 147;
Herihertus S. 27, für H. ruhromacidatus (Brasilien) S. 28
Fig. 148 ;
Beliana S. 35, für D. spinithorax (Peru) S. 35 Fig. 153;
Willihaidia S. 122, für W. cavernicola (Reynoldscave, Kent.)
S.123 Taf XV Fig. 204;
Phanetta S. 124,, für Ph. (Linypliia) subterranea (Emerton);
Statilatlas S. 127, für St. l/ara^n (Unalaschka) S. 128 Fig. 207;
Wendilgarda S. 129, für W. mexicana (M.) S. 130 Fig. 208,
bicolor (Amazonas) S. 131 Fig. 209, clara (ibid.), S. 132 Fig. 210, ob-
scura (Rio Grande) S. 133 Fig. 211, nigra (Blmnenau) S. 266 Taf. XXI
Fig. 314;
Hetschkia S. 246, für H. gradlis (Blmnenau) S. 247 Taf. XX
Fig. 299;
Amazula S. 254, für K. Hetschkii (Blumeuau) S. 255 Fig. 304;
Umfila S. 256, für U. granulata (Blmnenau) S. 257 Fig. 305.
Centromerus u. gen. für (Erig.) aequalis, silvaticus, pabulator
u. s. w. S. 73;
Macrargus n. gen. für (Bathyph.) rufus S. 76; Da hl a.a.O.
Asagena alticeps (Neu -Granada); Keyserling a.a.O. S. 4
Taf. XI Fig. 136.
Chrysso perplexa (Blumenau); Keyserling a. a. 0. S. 242
Taf. XX Fig. 296; Helvibis sulcata gehört auch in die Gattung Chrysso.
Crustulina lasdvula (Georgia); Keyserling a. a. 0. S. 39
Taf. XII Fig. 155.
Dipoena crassiventris (Georgia) S. 41 Taf. XII Fig. 156, buccalis
(Philadelphia; Fort Monroe) S. 42 Fig. 157, w«^m (Pumamarca) S. 43
Fig. 158, alta (Peru) S. 45 Fig. 159, cordiformis S. 259 Taf. XXI
Fig. 307, foliata S. 260 Fig. 308 (Blumenau); Keyserling a.a.O.
Ero humilitharax (Pevas, Amazonas) S. 15 Taf. XI Fig. 141,
Catharinae (Blumenau) S. 251 Taf. XX Fig. 302; Key serling a. a. 0.
Euryopis Taczanoivskii (Peru) S. 47 Taf. XII Fig. 160, floricola
S. 261 Taf. XXI Fig. 309, variabilis S. 262 Fig. 310, 2ius[s]illa S. 263
Yig. SU, p)umicata S. 264 Fig. 312 (Blumenau); Keyserling a.a.O.
Frontina horaea (S. Fe de Bogota) S. 101 Taf. XIV Fig. 189,
lurida (Neu -Granada) S. 103 Fig. 190, hospita (S. Fe de Bogota)
S. 104 Fig. 191, Upunctata (Peru) S. 105 Fig. 192, calcarifera (Neu-
Granada) S. 107 Fig. 193, oligochronia (Pumamarca) S. 109 Fig. 194,
subtilis (Amable Maria) S. 111 Taf. XV Fig 195, virgata (Pumamarca)
S. 113 Fig. 196, excelsa (Peru) S. 114 Fig. 197, pet^uaiia (P.) S. 115
Fig. 198, adstricta (Utah) S. 116 Fig. 199, ludihunda (Pumamarca)
S. 118 Fig. 200, fei-entaria (Peru) S. 119 Fig. 2ul, turUdula (Amable
Maria) S. 120 Fig. 202; Keyserling a. a. 0.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. U. H. 2. Q
98 Dl"- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Labulla altioculata { Wasbiugton terr.) ; Keyserling a. a. 0.
S.94 Taf.XIV Fig. 186.
Linyi)hia diloris S. 184 PI. VI Fig. 1, trisp\h:\at1mlata S. 186
Fig. 2 (Neu -Seeland); Urquhart a. a. 0., liUgiosa (Washington
terr.) S. 62 Taf. XII Fig. 166 , rubrofasciata (ibid.) S. 66 Taf. XIII
Fig. 168, digna (ibid., Calif.) S. 68 Fig. 169. sabulosa (Salt Lake,
Utah) S. 70 Fig. 170, fructuosa (Spring Lake, Utah) S. 72 Fig. 171,
reducta (Washington terr.) S. 73 Fig. 172, arcuata (ibid.) S. 74 Fig. 173,
gcdhea (Georgia) S. 83 Taf. XIV Fig. 178, arctica (Sitka, Alaska) S. 85
Fig. 179, Sitkaensis (S.) S. 86 Fig. 180, brevipes (Washington terr.)
S. 87 Fig. 181, rubella (Peru) S. 88 Fig. 182, albonotata (Darien) S. 89
Fig. 183, inonticola (Peru) S.90 Fig. 184, grandaeva (Pennsylvanien)
S. 92 Fig. 185; Keyserling a. a. 0.
Lithyphantes Iheringii (Rio Grande, Brasil.); Keyserling
a. a. 0. S. 240 Taf. XX Fig. 295.
Theridium varium S. 187 PI. VI Fig. 3, veruculatum! S. 188
PI. VII Fig. 1, blatteus Fig. 2, pimilio Fig. 3 S. 190, ccdyciferum S. 192
Fig. 4, cruciferum S. 193 Fig. 5, trilmis S. 194 PI. VIII Fig. 1, squa-
lide! S. 195 Fig. 2, setiger! S. 196 Fig. 3, zantholaUo! S. 197 Fig. 4,
sericum! S. 198 Fig. 5 (Neu Seeland): Urquhart a. a. 0., illecebrosum
(Dakar); Simon, Ann. Soc. Eni France 1885 S. 372, quadri-
lineatum (Madagaskar); Lenz a.a.O. S. 394, impegrum! Taf. XX
Fig. 286, pigrum Fig. 287 S. 232, perniciosum S. 233 Fig. 288, deco-
loratum S. 234 Fig. 289, jji'ri^we S. 235 Fig. 290, ramm S. 237 Fig. 291
(alle von ßluraenau); Keyserling a. a. 0.
Theridula triangularis (Peru; Brasilien; Guatemala) S. 30
Taf. XI Fig. 149, quinqueguttata (Pumamarca, Peru) S. 31 Fig. 150,
quadripunctata (Enterprise, Florida) S. 32 Fig. 151, mtdtiguttata
(Blumenau) S.258 Taf. XXI Fig. 306; Keyserling a. a. 0.
Den Nahrungserwerb und Nestbau von Theridium
riparium Blackw. schildert H. Henking folgendermaassen. Von
ihrer zuckerhutförmigen Wohnung, die 10 —25 Cm. oberhalb des Erd-
bodens angelegt wird, zieht die Spinne zahlreiche, klebrige Fäden
nach dem Boden, die sie an Sandkörnchen u. s. w. befestigt. Wenn
sich eine Ameise an diesen Fäden gefangen hat, so wird sie von der
Spinne in die Höhe gezogen, oder, die letztere steigt, wenn die Ameise
sich am Boden anklammert, hinab und bewirft dieselbe mit ihren
Spinnfäden, worauf dieselbe los lässt und dann wie früher behandelt
wird. Kosmos 1886 I Bd. S. 1—11 mit 4 Holzsch.
Mimetus Brasilianus (Amazonas) S. 9 Taf XI Fig. 138, trian-
gularis (Pevas, Alto Amazonas) S. U Fig. 139; Keyserling a.a.O.
Ogulnius obsciirus S. 249 Taf. XX Fig. 300, darus S. 250 Fig. 301
(Blumenau); Keyserling a a. O.
Pedanostethus riparius (Lake Superior); Keyserling a.a.O.
S. 265 Taf. XXI Fig. 313.
im Gebiete der Entomologie währenrl des Jahres 188B. 99
Spintharus gracilis (Blimienau); Keyserling a.a.O. S. 244
Taf. XX Fig. 298.
Steatoda rubra (Blumenau) ; K e y s e r 1 i n g a. a. 0. S. 237 Taf. XX
Fig. 294.
Tecmessa lieruana (Amable Maria) S. 20 Taf. XI Fig. 144, tu-
herosa (Blumenau) S. 252 Taf. XX Fig 303; Keyserling a.a.O.
Epeiridae. Paraplectanoides (n. g. Paraplectanae affine,
clypeo alto tibiisque claviformibus diversum) crassipes (Sidney;
Gayndah) S. 112 Taf. IX Fig. 1;
Ordgarius (n. g., clypeo altissimo, thorace tuberculoso et
spinoso distinctum) monstrosus (Peak Downs) S. 114 Fig. 2;
Heurodes (n. g. Epeirae affine, pedibus non aculeatis etc.
diversum) turrita S. 116 Fig. 3; Keyserling, Arachn. Austral.
Acrosoma Stübeli (Cerro Pelado, Bogota); Kar seh, Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 340.
Argiope curvipes (Gayndah; Peak Downs) S. 135 Taf. XI Fig. 1,
pelewensis (Pelew I.) S. 136 Fig. 2; Keyserling, Arachn. Austral.
Carepalxis hüobata (Peak Downs ?) S. 118 Taf. IX Fig. 4, tuher-
culata (ibid.; Sidney; Rockampton) S. 119 Fig. 5, furcula (Peak
Downs) S. 121 Fig. 6; Keyserling, Arachn. Austr.
Epeira strupifera, cereola S. 368, Blondeli S. 369 (Dakar, letztere
auch Saint-Louis) ; Simon, Ann. Soc Ent. France 1885, mitifiea
(Kambodscha), Paviei (Snakes [?]); derselbe, Arachn. Siam S. 16,
Göldii (Rio; wahrscheinlich identisch mit E.undulataJ5eriZ;.); Kar seh,
Berl. Ent. Zeitschr 1886 S. 92 Taf. HI Fig. 9, alhomaculata S. 388
Fig. 1, lanuginosa S. 389, cinerea S. 390 Fig. 13 Madagaskar); Lenz
a. a. 0., annulata {■=■ transmarina L. Koch nee Keyserl.) S. 141,
collina (Peak Downs) S. 141 Taf. XI Fig. 5, lutulenta (ibid.) S. 143
Fig. 6, furcifera (Rockhampton) S. 144 Taf. XII Fig. 1 , arenacea
(Sidney; Peak Downs) S. 145 Fig. -2, 3, ehurna\ (Bowen; Sidney)
S. 148 Fig 4, vallata (Rockhampton) S. 149 Fig. 5, squamifera (Peak
Do^vns) S. 149 Fig. 6, scutifera (Sidney) S. 152 Fig. 7, mamiUana
(Sidney) S. 154 Fig. 8, sidneyica (ibid.) S. 155 Taf. XIH Fig. 1, 2,
lancearia (ibid.) S. 157 Fig. 3, lodicula (ibid.) S. 159 Fig. 4, urbana
(ibid.) S. 160 Fig. 5, riibicundula (ibid.) S. 164 Taf. XIV Fig. 1,
Bradleyi (N. S. Wales) S. 165 Fig. 2, talipedata (?) S. 169 Fig. 4,
psittacina (Sidney) S. 173 Fig. 7, anatipes (Palao-I. ; Peak Downs)
S. 175 Taf. XV Fig. 3, 4, idonea (Peak Downs) S. 177 Fig. 5, rotundula
(ibid.; Rockhampton) S. 178 Fig. 6, 7, cyrtarachnoides (Sidney) S. 181
Fig. 8, 9, fastidiosa (Rockhampton) S. 183 Taf. XVI Fig. 1, stolida
(Sidney) S. 186 Fig. 3, albotriangula (ibid.) S. 187 Fig. 4, 5, inquieta
(ibid.) S. 189 Fig. 6, drculissparsa (ibid.) S. 190 Fig. 7, quieta S. 192
Taf. XVn Fig. 1; Keyserling, Arachn. Austral.
Gasteracantha annamita (Kambodscha; Cochinchina; Simon,
G*
100 r)i*- Ph. Bertkau: Bericht üh. die wissensch. Leistungen
Araclin. Slam S. 14, i^Isacantba) Heuttri S. b82 Fig. 3, maculosa S. B88
(Nossi cumba bei Madagaskar) ; Lenz a. a. 0., rufospinosa (beide Ge-
schlechter); Marx, Entomol. Americ. II l^o. 2 S 25 f. mit Holzschn.,
Simoni (Neu-Caledonien) S. 90 Taf. VII Fig. 2, fracjispina (ibid.)
S. 92 Fig. 3; Keyserling, Arachn. Austral.
Nephila senegalensis Walck. <^ beschrieben; Simon,
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 371.
Poltys ladniosus (Peak Downs) S. 123 Taf IX Fig. 7, mammeatus
(ibid.) S. 125 Taf. X Fig. 1, cm-onatus (Cap York) S. 128 Fig. 2,
Keyserlingi (G-ayndah) S. 129 Fig. 3, hhnaculatus (ibid.) S. 131 Fig. 4;
L. Koch! Arachn. Austral., Beuteri S. 386, Madagascariensis S. 387
(Madagaskar); Lenz a.a.O.
Tholia turrigera Ij. Koch wahrscheinlich = (Aranea) notacantha
Quoi et Gaimard; Kar seh, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 300.
Th. peltata (?) S. 100 Taf. VII Fig. 6, tuberculata S. 102 Taf. VII
Fig. 7, Taf. VIII Fig. 1, pilosa (Peak Downs) S. 105 Taf. VIII Fig. 2, 3,
mammeata (?) S. 107 Fig. 4, 5, conifera (Peak Downs) S. 109 Fig. 6,
simpla! (Sidney) S. HO Fig. 7; Keyserling, Arachn. Austral.
Myriapoda.
On tlie anatomy of Spliaerotherium. By G. C.
Bourne; Journ. Linn. Soc. London, Zoolog'., XIX S. 161
bis 173 PI. 27 — 29. — Bourne imtersuclite S. obtnsum
und retusum; der Konservierungszustand der Exemplare
gestattete nur, über einige Organsysteme abschliessende
Resultate zu erlangen. Die Zahl der Grliedmaassenpaare
ist bei den Weibchen 24: Fühler, 2 Paar Mundwerkzeuge
und 21 Beinpaare; bei den Männchen kommen dazu noch
3 Paar Kopulationsanhänge hinter dem letzten Beinpaare,
zwischen diesem und dem After. Diese sind als ac-
cessorische, nicht den Beinen homodyname Anhänge an-
zusehen, da für jedes der Beinpaare ein Nervenknoten
des Bauchstranges vorhanden ist und jedem auch ein
Stigmenpaar entspricht, während die Kopulationsanhänge
von dem letzten Ganglion innerviert werden und keine
Stigmen neben sich haben. Die beiden ersten Paare
sind dreigliedrig und die beiden letzten Glieder bilden
eine Scheere; an dem 2. Glied des zweiten Paares ist
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 101
ein von Moseley entdeckter Stridulationsapparat an-
gebracht; einen accessorischen Stridulationsapparat glaubt
Bourne auch an der Scheere des ersten Paares bei 8.
obtusum gefunden zu haben. Das 8. Paar ist eingliedrig*;
es zeigt an der Spitze eine Oefltnung und im Inneren
einen Hohlraum; Bourne sieht es als die Pen es an,
obwohl er in dem Hohlraum keine Samenelemente auf-
finden konnte. Beobachtungen über den Begattungs-
vorgang und die Vorbereitung dazu an lebendem Material
sind hier sehr zu wünschen.
Die Stigmata führen zunächst in einen Sack, von
dem aus sich verzweigende, mit Spiralfaden ver-
sehene Tracheen ihren Ursprung nehmen; in dieser
Hinsicht stimmt also das Tracheensystem des Sphaero-
therium mehr mit dem der Chilopoden, als der übrigen
Chilognathen überein.
Das Nervensystem ist dasselbe, wie es Leydig von
Glomeris beschrieben und abgebildet hat. Das von
Leydig entdeckte Sinnesorgan neben der Einlenkung
der Fühler wird von Bourne als Gehörorgan gedeutet.
Die Sinneskegel des letzten Fühlergliedes variieren
in ihrer Zahl von 15 — 20; Bourne beschreibt den Nerven-
verlauf zu denselben übereinstimmend mit Bütschli
(vergi. dies. Bericht für 1884 S. 7), hält aber die proxi-
malen ,, Grossen Ganglienzellen" Bütschli's für keine
Ganglienzellen.
G. Saint-Remy's „Recherches sur la structure
du cerveau des Myriapodes, angestellt an Scolo-
pendra morsitans, hatten folgendes Resultat: Das Gehirn
scheint, von oben betrachtet, aus 2 birnförmigen Lappen
zu bestehen, die sich mit ihrer Basis berühren und an
ihrem Ende, dem 1. opticus, die n. optici hervorgehen
lassen. Auf ihrer Unterseite, jederseits der Mittellinie,
hangen sie mit einer queren Masse zusammen, die nach
vorn stark zur Bildung der 1. antennarii anschwillt,
während der mittlere Theil vollständig abgelöst von der
oberen Gehirnmasse, eine kurze Querkommissur darstellt,
von der der unpaare n. visceralis entspringt.
102 T^i'- Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
Das Gehirn bestellt liauptsächlicli aus Marksubstanz,
welche oben, an den 1. opt. und an der Innenseite der
1. antenn. von einer Rinde von Zellen umkleidet ist.
Von den 1. antenn. greift die Bekleidung mit Zellen
auch auf die Querkommissur über. Eine kleine scharf
umschriebene Stelle des Vorderrandes jedes Hirnlappens
ist frei von Zellen; diese Stelle färbt sich stark mit
Osmiumsäure; ihre genauen Beziehungen zur Umgebung
Hessen sich nicht ermitteln; von Insekten ist nichts
ähnliches bekannt geworden.
Der 1. opticus bietet keine Besonderheiten hinsichtlich
seines Baues; auch der 1. antenn. stimmt mit den von
Insekten bekannten Verhältnissen überein. Von seiner
Basis gehen oben und unten ein kleiner Nerv aus, welche
sich mit der Masse der vorderen Bündel verbinden; es
sind wahrscheinlich die Bewegungsnerven.
Die Fasern der Schlundkommissuren begeben sich
bei ihrem Eintritt ins Gehirn theils in die 1. antenn.,
theils in die 1. optic, theils in die untere Querkommissur,
von der in der Mitte sich der n. visceralis abzweigt. —
Das Myriapodenhirn hat demnach einen eigenen, ziemlich
einfachen Bau, der sich mehr dem des Insekten- als des
Crustaceen- und Arachnidengehirn nähert.
lieber Plateau 's Versuche mit augenlosen Chilo-
poden s. oben S. 30 f.
0. vom Rath beschreibt die Sinnesorgane der An-
tenne und der Unterlippe der Chilognathen; Arch. f.
mikr. Anat., XXVII S. 419—437 mit 1 Taf.
Derselbe bringt Beiträge zur Kenntniss der
Chilognathen; Inaug. Dissert. Strassburg; Bonn, M. Co-
hen & Sohn, 1886. 8i^; 38 Ss., 4 Taff.
J. Chalande stellte Recherches anatomiques
sur l'appareil respiratoire chez les Chilopodes
de France an; Bull. Soc. Hist. Nat. Toulouse, XIX
S. 39 — 65, mit 2 Tafeln. — Die rückenständigen Athem-
organe der Scutigera bezeichnet er als Lungen, die Scu-
tigeriden als Chilopodes pulmones gegenüber den Ch.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 188H. 103
tracheates, und sieht sie als Bindeglied zwischen Myria-
])oden und Arachniden an. Die Athemorgane von Scu-
tigera longipes, Geophiliis eleetricus, Himantariuni Ga-
brielis, Scolopendra hispanica, Cryptops hortensis und
Lithobius forficatus sind genauer beschrieben.
Mace theilt seine Beobachtungen sur la phos-
phorescence des Geophiles mit; C. R. Acad. Sei.
Paris CHI S. 1273 f. Er schreibt die Phosphorescenz
einem farblosen, wenig zähen, sehr rasch eintrocknenden
Sekrete zu, das wahrscheinlich von eigenthümlichen
Zellen abgeschieden wird, die in 2 seitlichen Längsreihen
des Körpers in der Nähe der Stigmen liegen. Beim
Leuchten machen sich nämlich diese beiden Längslinien
durch grössere Intensität besonders bemerkbar, und wenn
das Leuchten abnimmt, so leuchten zuletzt noch 2 seit-
liche Längsreihen von Punkten, die vom Körperende bis
zum Kopf reichen und deren letzter sich an der Basis
der Antennen befindet. Das Leuchten wurde bei einem
Weibchen von Geophilus simplex Gerv. beobachtet um
7 Uhr Abends zu Beginn des Novembers. Nachdem es
aufgehört hatte, konnte es auf keine künstliche Weise
wieder hervorgerufen werden.
Auch R. Dubois berichtet über das Leuchten der
Myriapoden; C. R. Soc. de biologie, 1886, (Ser. 8.) T. III
S. 518. Derselbe hatte Gelegenheit, Scolioplanes crassipes
zu beobachten, der bei seiner Bewegung in einer Länge
von mehreren Centimetern isolierte leuchtende Punkte
zurückliess, die nach 10 — 20 Sekunden erloschen. Die-
selben hatten mit den Exkrementen der Insekten grosse
Aehnlichkeit und stammten, wie die Untersuchung lehrte,
aus dem hinteren Theile des Darmes. Sie gleichen den
doppelt brechenden Körperchen aus den Leuchtorganen
der Pyrophoren und Lampyriden und ergeben die Merk-
male des Guanin. Ausser dieser Fähigkeit, leuchtende
Stoffe als Zerfallprodukte der Zellen abzugeben, besitzt
Scolioplanes auch noch eine vom ganzen Körper aus-
gehende Leuchtfähigkeit, die an kein bestimmtes Organ
104 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
gebunden ist und auf Reizung stärker hervortritt. Männ-
chen und Weibchen verhalten sich hinsichtlich des
Leuchtens gleich.
F. G. Heathcote schildert the early development
of Julus terrestris in folgender Weise. Der Kern
theilt sich in 2, 4 u. s. w. Tochterkerne, die zwar aus-
einanderrücken, aber durch Plasmafäden mit einander
zusammenhängen und zwischen den Dotterkörnern ver-
theilt sind. Von einem gewissen Punkte der Entwickelung
an steigen einige der Kerne an die Oberfläche des Eies,
breiten sich über dieselbe aus und bilden, indem sie sich
reichlich durch Theilung vermehren, das Blastoderm; ein
Theil bleibt zwischen den Dotterkörnern zerstreut zurück
und bildet das Entoderm, dessen Elemente mit denen des
Ektoderms durch Plasmafäden zusammenhängen. Indem
sich an der späteren Bauchseite des Thieres Elemente
des Entoderms ansammeln und sich dicht ans Ektoderm
anlagern und dabei zugleich ihre frühere sternförmige
Gestalt in die grosser polygonaler Zellen ändern, wird
das Mesoderm angelegt, das also entodermalen Ursprungs
ist. Soweit der Mesodermstreifen reicht, gehen die
übrigens abgeflachten Ektodermzellen eine ähnliche Ge-
staltänderung ein, und der auf diese Weise entstehende
bauchständige Verdickungsstreifen wird von Heathcote
Kiel genannt; er ist mehrere Zelllagen hoch. Später
flachen sich die Mesodermzellen ab und spalten sich in
zwei Lagen, welche nach den Seiten hin sich ausdehnen,
hier dicker werden, dagegen in der Mittellinie sich ver-
flachen, so dass zwei mesodermale Längsbänder zu unter-
scheiden sind. In diesen tritt, entsprechend der Zahl
der Segmente, mit denen der Embryo das Ei verlässt,
eine Segmentierung in 8 Segmente auf. — Mund- und
Afterdarm entstehen als eine tiefer und tiefer ein-
dringende Einstülpung, während der Mitteldarm sich
dadurch bildet, dacs die meisten der im Dotter zerstreuten
Entodermzellen sich zu einem Rohr zusammenschliessen,
dessen Lumen später mit Mund- und Afterdarm kommu-
niziert. Die Ganglienkette entsteht als eine Verdickung
im Gebiete der Eiitoinoloo-ie während des Jahres 1886. 105
des Ektoderms beiderseits der ventralen Mittellinie ; später
trennt sich der so gebildete Doppelstrang vom Ektoderm
und rückt in die Tiefe. Durch eine zwischen den
7 ersten und dem letzten Segment tief einschneidende
Furche kommt die Bauchkrümmung zu Stande, in Folge
deren das letzte Segment nach vorn auf die vorher-
gehenden eingeschlagen erscheint. — Am Anfang des
Afterdarms entstehen die Malpighi'schen Gefässe als Aus-
stülpungen des Darmrohres. Zwischen den bis jetzt an-
gelegten Organen und der Körperwand befindet sich,
namentlich auf der Rückenseite, noch reichlich Dotter mit
vereinzelten Zellen, aus denen das Herz und die Muskeln
hervorgehen; sie werden in Folge dessen dem Mesoderm
zugerechnet. — Quarterly Journal Micr. Sei. CHI S. 449
bis 470 und Stud. from the Morphological laboratory
Cambridge II S. -220—240 PI. XXII, XXIIL
In der Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, N. F. XI
S. 7 — 64 setzt E. Haase seine Bearbeitung der schlesischen
Myriapoden fort: Schlesiens Diplopoden (Erste Hälfte,
die Polyxenidae, Glomeridae, Polydesmidae, Chordeu-
midae enthaltend). Die Behandlung dieser Abtheilung
ist ganz wie früher und durch die kritische, umsichtige
Benutzung der Literatur und ein näheres Eingehen auch
auf den inneren Bau, die Entwickelungsgeschichte und
Lebensweise ausgezeichnet. In der Deutung der sog.
Unterlippe oder „Mundklappe" kehrt Haase wieder zur
Anschauung Savigny's zurück und sieht in derselben
die verwachsenen Anhänge zweier Kopfsegmente, die
Unterkiefer des ersten und zweiten Paares. Ausser dem
mittleren unpaaren Stück, das als der Sternaltheil der
beiden Segmente anzusehen ist, besteht die Mundklappe
aus 3 paarigen Stücken, von denen die beiden oberen
dem vorderen, das dritte dem hinteren Segmente an-
gehören; erstere sind die Laden der Unterkieferstämme,
letztere die der Unterlippe (im engeren Sinne). Diese
Auffassung begründet Haase durch einen Vergleich mit
den Larven gewisser Elateriden (Pyrophorus und Alans);
dass die Entwickelungsgeschichte nur ein Paar von
lOB Dr. Pli. Bertkau: Bericht üb. die Avisseiisch. Leistungen
Segmentanhängen in der Mimdklappe aufdecken konnte,
ist durch die abgekürzte Entwickelung der Diplopoden
zu erklären, welche in der vollen Gestalt des späteren
Thieres das Ei verlassen und nur noch eine Anamorphose
durchzumachen haben.
Aus Schlesien sind bekannt geworden Polyxenus 1 A.,
Gervaisia 1 A., Glomeris 3 (oder 4) A., Brachydesmus 1 A.,
Polydesmus 2 A., Strongylosoma 1 A., Atractosoma 2 A.,
Craspedosoma 3, Scotherpes 1 (n.) A., Chordeuma 1 A.
Derselbe sprach über Verwandtschafts-
b e z i e h u n g e u der M y r i a p o d e n ; Tagebl. 59. Vers.
Deutsch. Naturf. S. 303.
F. Meinert zählt Myriapoda Musei Cantabri-
gensis, Mass., auf; Proc. Amer. Philosoph. Soc. XXIII
S. 161—233. Part I. Chilopoda. In der Einleitung legt
der Verfasser seine Ansichten über die Homoiogieen und
Benennung der Theile des Kopfes und der Beine dar.
Die Benennung der Kopftheile folgt den in desselben
Verfassers „Caput Scolopendrae" gemachten Vorschlägen;
bezüglich der Beine wird eine Uebereinstimmung der
Theile derselben mit den Insektenbeinen zurückgewiesen,
indem die beiden auf das Femur folgenden Glieder (das
4. und 5.) als zur Tibia gehörig, der Fuss demnach als
2gliedrig betrachtet wird, wofern er nicht, wie bei den
Scutigeriden, mehrgliedrig ist.
F. W. Cragin: First contribution to a know-
ledge of the Myriapoda of Kansas; Bull. Washburn
Laborat. Nat. Eist. Vol. 1 No. 4/1885 S. 143—145. Habe
ich nicht gesehen; enthält nach Zool. Anz., 1886 S. 383,
12 Arten.
Julidi del Museo di Firenze. Contributo alla
fauna Miriapodologica Italiana di A. Berlese; Bull. Ent.
Ital. 1886 S. 42^96, 183—238, Tav. XII, XIII, XIV.
F. Kar seh stellt ein Verzeichniss der .... Massai-
Land gesammelten Myriapoden (und Arachniden) zu-
sammen; Jahrb. Hamburg. Wiss. Anstalt. 2. Jahrg. S. 131
bis 139 mit 1 Tafel (1 n. sp. Myriapod.).
Send der erkennt in seiner Gattung Trichiulus
im Gebiete der Eiitoniologic während des Jahres 188(5. 107
(vgl. dies. Ber. 1884 S. 72) junge Wedel von Pecopteris
und zieht demnacli die Gattung ein; Memoirs Boston So-
ciety Nat. Hist. III S. 438.
Peripatina.
J. Kennel hat den "2. Theil seiner Entwickelungs-
geschichte von Peripatus Edwardsii Blanch. und
Peripatus torquatus n. sp. folgen lassen; Arb. a. d.
zoologisch. Institut in Würzburg VIII S. 1—94 Taf. I— VI.
Von äusseren Veränderungen ist die an Körper, Füsschen
und Tentakeln auftretende Ringelung und die zuerst am
2. Eumpfsegment erfolgende Einstülpung des Ektoderms
zur Bildung der äusseren Mündungdes hier sich in die sog.
Speicheldrüse umwandelnden Segmentalorgans wichtig.
Später treten, von vorn nach hinten folgend, auch an
den übrigen Segmenten ähnliche Grübchen auf, auch im
letzten Segment, das als Aftersegment nie ein Extre-
mitätenpaar entwickelt. Hier senkt sich aber die Haut
auch in der Verbindungslinie der beiderseitigen Grübchen
ein. Am wichtigsten sind die Veränderungen, welche in
der Kopfgegend vor sich gehen. Zwischen den beiden
Kopfblasen springt auf der Unterseite ein Zapfen hervor,
die Oberlippe; die Kiefer rücken in die Tiefe, und in
ihrem Umkreise, zugleich noch den vorderen Theil des
folgenden, die „Schleimpapillen" tragenden Segmentes
umfassend, tritt ein mit 6 kurzen Papillen versehener
Wulst auf, im Umkreise dessen bisweilen noch ein
schwächerer Wall von Papillen sich zeigen kann. Indem
ersterer auch die Mündungen der sich zu den Speichel-
drüsen umwandelnden Segmentalorgane des 2. Rumpf-
segmentes von hinten her umfasst, werden dieselben in
die Mundhöhle gezogen ; sie liegen nun in einer quer ver-
laufenden Falte, die allmählich immer tiefer und zugleich
enger wird. So entsteht aus der Falte ein dorsoventral
abgeplatteter Kanal, der gemeinsame Ausführungsgang.
Das Nervensystem des Rumpfes nimmt als eine
segmental gegliederte, sowohl nach aussen wie nach innen
vorspringende Verdickung des Ektoderms beiderseits der
108 Dl'. PI'- Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
ventralen Mittellinie seinen Ursprung. Von der gebildeten
Verdickung wird durch einen von der Seite* nach der
Mittellinie vordringenden Spalt der innere Theil von einem
äusseren abgespalten. Nur der erstere wandelt sich in
den Nervenstrang um, während der äussere, mit dem
Ektoderm in Zusammenhang bleibende Theil näher an
den der anderen Seite heranrückt bis zur Berührung
und eine allmähliche Eückbildung erfährt, so dass er
bei den erwachsenen Thieren von den bisherigen Unter-
suchern übersehen ist. Durch einen Zellstrang, der von
diesem, „Ventralorgan" genannten, Organe, dessen mor-
phologische und physiologische Bedeutung noch dunkel
ist, in jedem Segment beiderseits zu dem Nervenstrang
führt, bleibt der ursprüngliche Zusammenhang beider
Organe erhalten. Auch in dem Kopfsegment tritt das
Ventralorgan auf. Hier wird es aber durch eine mit
T-förmigem Spalt erfolgende Einstülpung in G-estalt einer
in das Gehirn eindringenden Blase später vom Ekto-
derm abgeschnürt, von dem zurückweichenden Gehirn
mehr in das Innere des Kopfes gezogen, und hängt
zuletzt dem Gehirn, das sich auch von ihm zurück-
gezogen hat, als längliche Blase an. An der oberen
Grenze des Ventralorgans des Kopfes entstehen die
Augen ebenfalls durch eine sich später abschnürende
Einstülpung des Ektoderms. Während der Boden dieser
Einstülpung aus mehreren Zellschichten besteht, deren
Elemente sich auch später noch vermehren, sind die
Seiten- und vorderen Wände aus einer einfachen Zell-
lage gebildet. In dem Körper der dem Inneren der
Augenblase zugewandten Zellen tritt schwarzes Pigment
auf, als schmalerSaum dasLumen derBlase austapezierend.
Im Centrum der Höhle tritt die Linse auf und zwischen
ihr und der Pigmentschicht Fortsätze der Zellen als
„Stäbchen". Eine Verbindung dieser Augenanlage mit
dem Gehirn ist natürlich ursprünglich nicht vorhanden
und erfolgt erst sekundär durch Hervorwachsen eines
N. opticus aus dem Gehirn, welcher sich mit der Faser-
substanz auf der hinteren Seite des Augenbulbus in Ver-
im Gebiete der Entomologie während de? Jahres 1886. 109
bindung setzt. Als Ektodermeinstülpimg an der Spitze
des Extremitäteiipaares des zweiten Rumpfs egmentes ent-
stehen auch die Schleimdrüsen, die später immer weiter
nach hinten, bis fast zum Körperende wachsen und auch
kurze Seitenschl'äuche treiben, während der vordere Theil,
unter Aenderung der histiologischen Beschaffenheit seiner
Wandung sich zum Sammelbehälter umbildet.
Dass die Segmenthöhlen später fast ganz in die
Füsschen gezogen werden und durch Abheben von der
Darmwand eine ungegliederte Leibeshöhle hervorgehen
lassen, ist schon früher (1884 S. 84) bemerkt worden.
Durch eine von dem stark verdickten Boden nach oben
sich erhebende Falte zerfällt die ursprüngliche Segment-
höhle zunächst in 2, und durch eine weitere, in dem
lateralen Theil der Höhle entstehende Falte in 3 Räume.
Gleichzeitig hat sich der als Wall erhebende Boden der
Mesodermhöhlen von dem Ektoderm abgehoben, dabei
aber Zellen zurückgelassen, die sich theils in Binde-
gewebe, theils in Muskulatur umwandeln. Von den drei
Abtheilungen, in die die Segmenthöhle zerfallen ist, zieht
sich die äusserste ganz in die Füsschen zurück unter
Abgabe von Zellen, die zum Aufbau der Muskeln u. s. w.
der Extremitäten verwendet werden. Die innerste, der
Mittellinie genäherte, giebt ebenfalls reiches Zellenmaterial
ab zur Auskleidung der Leibeshöhle und Muskulatur des
Darmrohres. Die mittlere Abtheilung allein behält die
epitheliale Anordnung der Zellen bei; ihr kommt eine
ektodermale Einstülpung entgegen, die zuletzt durch-
bricht, womit das Segmentalorgan fertig ist, dessen meso-
dermaler Antheil bloss den „Trichter" bildet, während
alles übrige aus der Ektodermeinstijlpung hervorgeht. An
den drei ersten definitiven Beinpaaren bleibt das Seg-
mentalorgan in seiner ursprünglichen Einfachheit, w^ährend
es an den folgenden durch weiteres Wachsthum, Schlingen-
und Blasenbildung komplizierter wird, und am Schleim-
papillensegment die schon früher beschriebenen Um-
wandlungen eingeht, und am Kiefersegment als ein enger
Kanal sich darstellt, der von der Basis des Kiefers durch
1 10 Dr. Ph. Bertkaii : Bericht üb. die wisseiisch. Leistuiig-en
etwa zwei Segmente fast gerade nacli hinten zieht. Ei-
lst von der gleichen Masse angefüllt, aus der die Kiefer-
haken bestehen, und an sein blindes Hinterende setzt
sich ein feiner Strang von Muskelfasern an.
Auch die Geschlechtsorgane nehmen von einer Seg-
menthöhle ihren Ursprung, die sich anfänglich in nichts
von der eines anderen Segments unterscheidet. Während
aber bei letzterer von den 3 Abtheilungen nur der mittlere
(als Trichter) erhalten bleibt, bleibt hier auch der innere
Abschnitt bestehen, ohne sich in Bindegewebe und Mus-
kulatur umzuwandeln, wächst nach vorn und bildet durch
Verdickung der Zellen seines Bodens die Geschlechts-
zellen. Der „Trichter" bleibt mit ihm in offener Kom-
munikation. Zu den als Ektodermeinstülpung entstehenden
paarigen Ausführungsgängen kommt noch die als Vagina,
resp. Spermatophorenbilder und ductus ejaculatorius fun-
gierende mediane unpaare Einstülpung hinzu, während
die rec. seminis an den Eileitern in der früher von
Gaffron geschilderten Weise entstehen. Zwischen den
rec. semin. und den Eierstöcken befindet sich die „zipfel-
förmige Drüse" früherer Autoren, der „Ovarialtrichter"
Gaffron 's, das receptaculum ovorum Kennel's, in der
Weise aus, dass eine bruchartige Ausstülpung des Ei-
leiterepithels an ihrer Spitze platzt, sich aber nicht in
die Leibeshöhle öffnet, sondern vom Bindegewebe über-
zogen bleibt. Da dieser Sack sich mit befruchteten
Eiern füllt, so verdient er die vom Verfasser vorge-
schlagene Bezeichnung. Die männlichen Geschlechts-
organe sind nach demselben Tj^pus gebaut; die beider-
seitigen Hoden vereinigen sich aber nicht durch ge-
meinsamen Bindegewebsüberzug und die unpaare Ekto-
dermeinstülpung streckt sich ungeheuer in die Länge.
Der mesodermale Segmentaltrichter stellt den kleinen
trichterförmigen Gang vor, der den schlauchförmigen
Hoden mit der Vesica seminalis, dem „Blasenhoden
Gaffron's," verbindet; letztere ist noch ektodermalen
Ursprungs, so dass die Homologieen der männlichen und
weiblichen Geschlechtsorgane sieh so ausdrücken lassen:
im Gebiete fler Entomologie wahrem! des Jahres 1886. Hl
Ovarium = Hoden; Rec. seminis und rec. ovorum = vas
efFerens; Uterus = Vesicula seminalis und vas deferens;
Vag'ina = Spermatopliorenbilder und ductus ejaculatorius.
Am letzten, dem Aftersegiiient, bleiben die Segment-
hölilen in ihrer ursprünglichen Gestalt lange Zeit erhalten,
ohne sich in mehrere Abtheilungen zu sondern. Die ihnen
entgegenwachsende Ektodermeinstülpung setzt sich beim
Weibchen mit dem mesodermalen Hohlraum nie in
Kommunikation, und in diesem Geschlecht verschwindet
die Einstülpung wieder in demselben Maasse, wie der
Eest der Mesodermhöhle zu weiterer Gewebsbildung auf-
gebraucht wird. Im männlichen Geschlecht aber ent-
wickelt sie sich weiter und schiebt die an ihrem Ende
befindliche Mesodermblase vor sich her bis über das
Geschlechtssegment hinaus. Die Einstülpung setzt sich
mit der Blase, die man mit Grund als bloss dem Trichter
der übrigen Segmentalorgane homolog ansehen kann, in
oifene Verbindung und so ist die „Analdrüse" des Männ-
chens fertig. „Der Perikardialraum entsteht gleich in
seiner ganzen Länge, in sehr kurzer Zeit von vorn nach
hinten fortschreitend als Spaltraum in den medianen
Theilen des Bindegewebes, das dorsal über dem Darm
lieg-t, und das Herz in demselben aus der Vereinigung
anfangs lockerer Zellen zu einem Schlauch." üeber
die Entwickelung der Tracheen konnte Nichts ermittelt
werden.
Auch A. Sedgwick hat einen P. H von The de-
velopment of the Cape species of Peripatus er-
scheinen lassen; Quart. Journ. Microsc. Sei. Vol. XVI
S. 175-212 PI. XII— XIV.
Peripatus in Dem'arara, Brit. Guiaua; J. J. Q.iielch, Na-
ture 34 S. 288; auf der Insel Marajö, Mündung des Amazonas;
Branner, ebenda S.497.
R. Horst g-iebt eine Note über einen Peripatus von Su-
matra; Notes Leyden Museum 1886 S. 37— 41 PI. 2 Fig. 1—5.
Chilogiiatha.
Göldi beschreibt eigenthümlicbe, ellipsoidiscbe Erdwolmungen,
die am Ende je eines Ganges sich finden; mehrere solcher Gänge
stehen mit einer gemeinsamen Gallerie in Verbindung; sie sind
112 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
identisch mit den unterirdischen Bauten der „Saüba- Ameise". In den
Kugeln fanden sich (todte) Polydesmus vor, undGöldi vermuthet, dass
diese Hohlgebilde von ihnen als Zufluchtsort während einer ihnen
nicht zusagenden Periode des Klimas bereitet würden. Zool. Jahrb. I
S. 730—732 mit 2 Holzschn. (Viel wahrscheinlicher handelt es sich
um den Bau einer Grabwespe oder etwas dem ähnliches; Refer.).
Julidae. Ueber Trichiulus Scudd. s. vorhin S. 107.
Mesoiulusin.g.) paradoxus (Padua); Berlese a. a. 0. S. 227
Tav.XIV Fig. 6-10.
J. (Pachiulus) oenölogus (Toskana) S. 75 Tav. XIII Fig. 1, 2,
(Archiulus) Brandti (Toskana) S. 90, aurozonatus (Toskana; Cala-
brien) S. 92, Cavannae (Toskana; Romagna) S. 95, (Julus) sabulosus
var. rubripes (Veneto) S. 188, (Ophiulus) caeculus (Abruzzen) S. 200,
(Diploiulus) deportatus (To&ka,ndi) S. 208, decipiens (Toskana; Calabrien)
S. 209, (Brachiulus) lysiopetalinm (Veneto) S. 222, (Typhloiulus) Tobias
(Veneto, Grotta di Oliero) S. 224 Fig. 20—23; Berlese a.a.O.
Polydesmidae. Strongylosoma Italicum (Serravalle Scrivia);
Latzel, Bull. Ent. Ital. 1886 S. 309.
Maindr on beobachtete in Indien ein Strongylosoma in
einem unter einem Stein angebrachten Erdneste; Bull. Ent. France
1886 S. XCV.
Chordeumidae. Craspedosoma (Scotherpes) mamillatum
Ohlau); Haase a.a.O. S. 60.
Glomeridae. Glomeris hexasticha Brdt. subvar. divisa S, 33,
aberr. qiiadristriata, aberr. obscura S. 34; Gl. connexa C. Koch var.
atrüta, aberr. atra S. 36, Gl. ambigua (zwischen hexasticha und con-
nexa in der Mitte stehend ) S. 36 (Schlesien) ; Haase a. a. 0., connexa
C. L. Koch var. Ugurica und subv. xant(h)opyge , nyc(h)themera;
conspersa C. L. Koch var. genuensis (Giogo di Bardinetto; Latzel,
Bull. Ent. Ital. 1886 S. 309.
Ueber die Anatomie von Sphaerotherium s. oben S. 100.
Sphaerotherium Novae- Zealandiae (Neu-Seeland) ; T. W. Kirk,
Trans, a. Proc. N.-Z.-Institute XVIII S. 139 f. mit Holzschn.
Chilopoda.
G-eophilidae. Geophilus mordax (Nordamerika) S. 217, mar-
ginalis (Key West), urbicus (Cambridge, Mass.) S. 218, Georgianus ^G.)
S. 219, occidentalis (San Francisco), Huronicus (Massachusetts; New
England) S. 220; Me inert a.a.O.
Himantarium insigne (Koolloo, Indien) S. 227, Indicum (ibid.)
S.228; Meinert a.a.O.
Mecistocephalus heros (Mauritius), bveiricepts (Nantucket, Mass.);
Meinert a. a. 0. S. 214.
Scolioplanes robustus (Nordamerika), exul (?) S. 225, (?) longi-
cm-nis (?) S. 22G; Meinert a. a. 0.
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1886. 113
Lithobiadae. Lithobius LatzeUi (Crandall, Virginia) S. 175,
Cantabrigensis (GRmlmäge, Mass.), Joivensis S. 177; Meine rt a.a.O.
Scolopendridae. Rhoda (n. g. Scolopendrinid.) Thayeri (San.
tarem); Meinert a.a.O. S. 188.
Asayiada (n. g. Scolopendrinid.) hrevicornis (Koolloo) S. 189;
derselbe ebenda.
Cormocephalus afer (Sansibar); Meinert a. a. 0. S. 205.
Cryptops vcdidiis (Sansibar) S. 210, Pcdagonicus (Puerto Bueno),
sidccdus (Bee Spring, Ky.) S. 211; Meinert a.a.O.
Cupipes iincjidatus (Haiti; Pernambuco), qiiadrisulcatus (Asceu-
sion); Meinert a.a.O. S. 187.
HeteroStoma (Newporti) ist ovovivipar; Lucas, Bull. Ent.
France 1886 S. XXXII.
Opisthemega crassix)es (Florida), insulare (Sandwichs Inseln);
Meinert a.a.O. S. 209.
Otostigma occidentcde (Ha'iti); Meinert a.a.O. S. 185.
Scolopendra occidentaUs (Mexico) S. 197, longispinci ßlaläoimäo,
Brasil.) S. 199, rugosa (Hongkong) S. 202, Indien (Koolloo; Himalaya;
Ambala) S. 204; Meinert a.a.O.
Scolopocryptops Georgiens (Georgia); Meinert a.a.O. S. 180.
Scutigeridae. Scutigera eastanea (KooWoo, Indien), S. 171,
nigro-vittata (Panama), mierostoma (Amballa; Koolloo) S. 173; Mei-
nert a. a. 0.
Heathcote's Abhandlung über das vermuthliche Gehörorgan
von Scutigera ist im Auszuge mitgetheilt in Lacaze-Duthiers' Ar-
chives de Zool. exper. et general. (2S.) S. XIII der Referate.
Symphyla.
S"colopendrella Immaculata Neioxj. var. italiea (Serravalla
Scrivia); Latzel, Bull. Ent. Ital. 1886 S. 308.
Sc. Isahellae (Italien); Grassi, Morfologia delle Scolopendrelle
a. a. 0. S. 5.
I n ^ e c t a.
Thysanura. .
Corr. Paroua: Material! per la fauna della Sardegna XI.
Collembola et Thysanura di Sardegna. Atti Soc. Ital. Sei.
Nat. Vol. 28 S. 32—57.
Grassi's Untersuchungen über Japyx, Campodea, Ma-
chilis, Nicoletia s. oben S. 3— 7.
Campodea mexicana (Cordova); Packard, Amer. Naturalist
1886 S. 383.
Arch. f. Natuvgesch. 53. Jalirg. Bd. II. H. 2. jj
1 14 Dr. Ph. Bertkau : Bericht üb. die wisseiiscli. Leistungen
Rliynchota.
J. Künckel lässt eine Note in den Conipt. Rend.
Acad. d. Sei. Paris CHI S. 81 — 83 abdrucken: La pu-
naise de lit et ses appareils odoriferants. — Des
glandes abdominales dorsales de la larve et de la njmplie;
des giandes tlioraciques sternales de l'adulte. — Nach
dieser Note ist bei der Bettwanze der Stinkapparat ebenso
eingerichtet, wie es von anderen Heteropteren bekannt
ist. Larven und Nymphen besitzen in den 3 ersten
Hinterleibsringen je einen in der Mittellinie am Rücken
ausmündenden Stinkapparat, der beim Uebergang- in den
Imagozustand rückgebildet und durch einen mit 2 Oeff-
nungen auf der Unterseite des 3. Brustringes mündenden
ersetzt wird. Durch diese Verschiedenheit in der Be-
schaffenheit des Stinkapparates lassen sich die Imagines
der flügellosen oder kurzflügeligen Arten immer mit
Sicherheit von den Larven und Nymphen unterscheiden.
Indem Künckel die früher von ihm für diesen Wechsel
gegebene Erklärung, dass nämlich der dorsale Larven-
stinkapparat unter den Flügeln der Imagines wirkungslos
sei, beibehält, schliesst er aus dem Umstand, dass auch
bei flügellosen Arten derselbe Wechsel eintrete, dass die-
selben verkümmerte Formen darstellen, die von Ahnen
abstammen, die Flügel besessen haben. Uebersetzt in
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVIII S. 167 f.
Der Saugapparat der Phytophthires ist nach
E. Witlaczil genau so, wie er ihn früher im Gegensatz
zu Mark's Darstellung bei Cocciden beschrieben hatte;
Wedde's Widerspruch dagegen beruht auf einer Ver-
wechselung des Saugapparates mit der sog. „Wanzen-
spritze". Die Speicheldrüsen münden nicht, wie Wedde
wollte, oberhalb des Oesophagus, sondern unter dem-
selben aus, aber eine der „Wanzenspritze" vergleichbare
Einrichtung fehlt hier; was Wedde dafür ansah, war
eben der Saugapparat des Schlundes. Zool. Anz. 1886
S. 10—12.
A. Puton hat eine 3. Auflage seines Catalogue des
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 115
Hemipteres (Heteropteres, Cicadines et Psyllides) de la
faune palearctique erscheinen lassen; Caen 1886, S. 1
bis 100. Derselbe führt 2138 Heteroptera, 1002 Homo-
ptera, 172 Psyllidae auf.
J. Edwards beginnt in den Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 41— 129 Pl.I, II A Synopsis of British Hö-
rn optera-Cicadina und führt dieselbe durch die Ci-
cadidae, Membracidae, Tettigometridae, Issidae, Cixiidae,
Delphacidae, Cercopidae, Ledridae, Ulopidae, Paropiidae
bis zu den Bythoscopidae, so dass noch die Tetti-
g'oniadae, Acocephalidae, Jassidae und Typhlocybidae
rückständig sind.
J. Nordin fährt in seinen Anteckningar öfver
Hemipterer fort; Entom. Tidskr. 1886 S. 31— 34. Das
französische Resüme auf S. 129 hebt aus denselben die
Angabe hervor, dass die auf Hyoscyamus lebenden schön
zinnoberroth gefärbten LaiTcn von Corizus Hyoscyami
eine ziegelrothe Farbe annehmen, wenn sie sich mit
andrer Nahrung (Klee, Kamille, Nelke, Hieracium und
Cirsium) begnügen müssen.
Fokker theilt in einer Note sur quelques He-
mipteres Heteropteres de Belgique die wichtigsten
Sammelergebnisse einiger Exkursionen mit; Bull. Ent.
Belg. 1886 S. 49—51.
Derselbe liefert No. 4 seines Catal. der in Nederl.
voorkomende Hemiptera, Tijdschr. v. Entomologie
XXIX S. 297—304, mit Addend. et corrig. zu 1, 2, 3 und
einem Verzeichniss der Hydrocorisae. Eine Zusammen-
stellung der gegenwärtig aus den Niederlanden bekannten
Arten ergiebt die Zahl von 381 gegen 283 des früheren
Catalogs von Snellen van Vollenhoven.
Von L. Fairmaire's Histoire naturelle de la France;
Hemipteres, ist die 11. partie erschienen; Paris, Dey-
rolle, 1886. 220 Ss.
A. de Carlini zählt J Rincoti emitteri (162) ed
Omotteri (36) Pavesi, soweit sie ihm bekannt ge-
worden sind, auf; Bull. Ent. Ital. 1886 S. 97—142.
H*
116 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
E. Rag'usa ergänzt aus Puton's Catalog eine Zu-
sammenstellung der Emitter! Siciliani von Mina' Pa-
lumbo um 37 Arten; II Naturalista Siciliano VI S. 38.
G. d'Antessanty zählt quelques Hemipteres du
Calvados auf; Revue d'Entomol. V S. 102—105.
A. Montandon desgl. Hemipteres-Heteropteres
des environs de Gorice (Illyrien); ebenda S. 105 — 111.
Derselbe desgl. Hemipteres-Heteropteres de
la Dobroudja; ebenda S. 257 — 264.
Beutliin stellt ein Verzeicliniss der bisher um
Hamburg beobachteten Rhynchota zusammen; Ver-
handl. Ver. f. naturwiss. Unterhaltung Hamburg, VI, S. 87
bis 91.
F. Then stellt einen Katalog der österreichischen
Ci cadinen zusammen; Programm k. k. Theresianischen
Gymnasiums in Wien, 1886; auch separat bei A. Holder,
S. 1 — 59. — Enthält 397 Arten mit Angabe des Fund-
ortes und Literaturnachweis.
L. Duda setzt seine Beiträge zur Kenntniss der
Hemipteren-Fauna Böhmens fort; Wien. Ent. Zeitg.
1886 S. 15 f., 43 f., 81—86, 113 f., 175 f., 219 f., 241 f.,
258—262.
Jakowleff bringt weitere Materiali dlja fauna po-
luschestkokrilich rossii etc. ; Bull. Imp. Nat. Moscou LXI
S. 78—90.
In der Exploration scientifique de Tunis hat A. Pu-
ton, z. Th. unter Mitwirkung von Lethierry und Reuter
die Enumeration des Hemipteres recueill. en Tunisie
en 1883 et 1884 par M. M. V. May et et M. Sedillot vor-
genommen; S. I, II; 1 — 24. Es sind 226 Arten, unter
denen 11 neue.
Signoret stellt eine Liste des Hemipteres rec.
ä Madagascar, aux environs de Tamatave . . . auf
(17 Heteropt, 13Homopt.); Ann. Soc. Ent. France 1886
S. 25—30.
Westwood giebt eine Notice of a tube-making
Homopterous insect from Ceylon; Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 329— 333 PI. VIIL — Eine Machae-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 117
rotes guttigera genannte Art lebt in einem an den
Zweigen der Adansonia digitata angehefteten röhren-
förmigen Gehäuse, den Kopf nach unten, und lässt von
Zeit zu Zeit aus dem After Tropfen einer klaren Flüssigkeit
fahren, die verdunstet, ohne eine merkliche Spur zu
hinterlassen. — Vgl. den vor. Bericht S. 103.
0. M. Reuter bringt Notes synonymiques; Re-
vue d'entomologie V S. 120 — 122. — Pachymerus (Micro-
tomideus) dasycnemis Reut. ^ carbonarius Eamhnr;
Pachym. pineti aut. nee. H.-Sch. ist confnsus neu benannt;
mit pineti H.-Sch. ist Putoni Saunders identisch. Phy-
tocoris scriptus KoL = Brachycoleus Steini Rent; Phyt.
clavatus Burm. = Pilophorus perplexus Dougl. Sf Scott.;
Systellonotus albofasciatus (LucJ) Ferrari ist eine selb-
ständige Art (Micelii); die Gattung Agalliastes Fieb. ist
identisch mit Chlamydatus Curt., gegründet auf marginatus
Curt. n. sp. = saltitans Fall.
Parasitica.
L. Picaglia beschreibt (7) Pediciilini nuovi del mnseo di
Zoologia e di Anatomia comparata della R. Univers, di 3Iodena-, Atti
See. Ital. Sei. Nat. 28 S. 82— 89.
Trouessart fand ein Colpocephalnm {triseriatum n. sp. nach
Piaget) in den Spnlen der Schwungfedern von Numenius arcnatus,
wo es also nach Art der Syringophili lebt. Es gelangt aber in die
Spnle nicht durch den „Nabel" der Spule, sondern durch eine von
aussen in die Wand genagte Oeffnung, und sucht diesen Ort nur
zum Zweck der Eiablage auf, nach deren Vollführung die Mütter
absterben, während die Jungen auswandern. C. R. Acad. Sei. Paris,
12. juillet 1886, S. 165-167.
Phytophtliires.
Coccidae. Douglas schreibt eine"' Note on so nie British
Coccidae; Entom. Monthl. Magaz. XXH S. 243-250; XXIII S. 25
ibis 29, 77—82, 150—155.
Lemoine: Sur Torganisation et les metamorphoses de TAspi-
diotus du Laurier-rose; CR. Acad. Sei. Paris CHI S. 1200-1203.
R. Trimen schickte ein Notes on insects apparently of
the genus Margarodes iarisfZ.-G^mYfZ., stated to occur abundantly
in the nests of white ants, and also of true ants, in certain western
districts of the Cape Colony ; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 461—^63.
11 (S Dl". Pli. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Die Exemplare vom Cap waren den westindischen sehr ähnlich, nur
grösser und lebhafter gefärbt und werden zum Verkauf auf Schnüre
aufgereiht, da sie mit ihrer vom Perlmutter- durch Gold- zum Kupfer-
glanz variierenden Färbung einen wirksamen Schmuck bilden.
Aleurodes FiUcii'jmn S. 247 (Rio, auf Farnkräutern), goyahae
S. 248 (ibid., auf Psidium goyaba und Laurus persia), aepim S. 250
(ibid., auf Mandioca doce); Göldi, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII.
Chemie s Fagi ist bei Aachen in verheerender AVeise aufge-
treten; Grube, Corrbl. Naturh. Ver. preuss. Rheinl. etc. 1886 S. 65.
Göldi fand Dorthesia Urticae in Brasilien auf (namentlich
auf Coleostachys , aber auch auf anderen Pflanzen) und giebt Zeich-
nungen von verschiedenen Körpertheilen des Männchens. Mitth.
Schweiz. Ent. Ges. VII S. 250—255.
Das Vorkommen von Orthezia cataphracta [Shmv) im
Riese ngebirge wird von 0. Zacharias gemeldet; Zool. Anz. 1886
S. 371, 372; Biol. Centralbl. VI S. 488 f.
Ueber das Vorkommen der Orthezia (Dorthesia) ca-
taphracta Westioood in den obersteierischen Kalkalpen berichtet
J. H. List ebenda S. 190, 191. — Zacharias fand die Art an Wurzeln
des Torfmoos, List an denen von Saxifraga aizoon, wozu Referent
noch hinzufügen kann, dass er die Art am Geisberggletscher bei
Obergui'gl in Tirol unter Steinen fand.
J. H. List liefert eine sehr inhaltreiche Monographie von Or-
thezia cataphracta ^S/mit;; Zeitschr. wiss. Zool. XLV S. 1—85 und
Arb. a. d. zool. Institut zu Graz I. Bd. No. 5 S. 201—286 Taf. I— VI.
Eriopeltis Festucae Fonsc. neu für England; Proc. Ent.
Soc. London 1885 S. XXVII.
Lecanium alienum (auf Asplenium bulbiferum) ; Douglas, Entom.
Monthl. Magaz. XXIII S. 77.
Aphididae. Nachträgliches zur Beobachtung von
Coniferen-Läusen 1885 u. 1886; von L. Glaser; Entom. Nachr.
1886 S. 247—250.
G. B. Buckton macht Notes on the occurrence in Bri-
tain of some undjescribed Aphides; Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 323—328 PI. IV— VII. Die Bemerkungen beziehen sich auf
Aphis Crithmi Buckton S. 323 PI. IV, Lachnus Pini L. PI. V, Thel-
^xes betuUna Bückt. S. 326 PI. VI, Chermes Taxi Bückt. S. 327
Pl.VIL
Zur Naturgeschichte der Aphiden s. Westhoff im
14. Jahresb. Westf. Prov. Ver. S. 25.
Kessler theili, Notizen zur Lebensgeschichte der
Rosenblattlaus, Aphis rosae L., mit; Festschr. Ver. f. Natur-
kunde zu Cassel, 1886, S. 118 ff. Er beobachtete während eines
Jahres das Auftreten von 13 Generationen, die bis zur letzten nur aus
Weibchen bestanden, die lebendige Junge in die Welt setzten. Ein
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 188H. 119
am 21. Dezember geborenes Weibchen lebte bis zum 20. März, wo es
durch einen Unfall ums Leben kam; es kann also eine solche Blatt-
laus mit ihren Nachkommen bis mindestens zur vierten Generation
gleichzeitig Junge zur Welt bringen. Im Herbst beobachtet man
aber auch sich begattende Männchen und Weibchen, von denen die
letzteren (eine geringe Anzahl) Eier ablegen, und Kessler nimmt
an, dass im Freien die Ueberwiuterung überhaupt nur durch Eier
geschieht.
Glaser stellt die Blattlaustheorie von J. Lichtenstein
in Montpellier dar; Entom. Nachr. 1886 S. 229— 240.
Nach Lichten stein schlüpfen die Jungen aus den befruchteten
Wintereiern von Chaetophorus Aceris und Populi mitten im Winter
(am 7. und 27. Januar beobachtet) aus; derselbe beobachtete die
Begattung von Aph. Brassicae am 7. Januar bei — 5"; das <^ ist
geflügelt, das $ ungeflügelt.
W. Phillips: On Aphis Rumicis, Linn., as a pest on the
Mangel-AVurzel Crops in Shropshire in the autumn of 1885, and on
a fungus destructive of the same Aphis; Ann. a. Mag. N. H. (5)
xvni s. 1-7 PI. in.
Bück ton meldet das massenhafte Schwärmen von Rhopalosiphon
Dianthi (= Aph. Persicae Morren, rapae Gurt., vastator Smee) zu
Anfang Oktober d. J.; Nature 35 S. 15.
A phi s Tamaricis ; L i c h t e n s t e i n , Bull . Soc. E nt. France 1885
S. 179.
Morgan stellte Versuche mit der geflügelten Form der Phyl-
loxeravastatrix an; der früheste Termin, zu dem er geflügelte
Exemplare erhielt, war der 9. Juli; die grösste Zahl der von ihnen
gelegten Eier war 3. Proc. Ent. Soc. Lond. 1885 S. XXVII. ff.
Laborier: Nouvelles etudes sur le Phylloxera, son
sejour d'hiver ä la tete des ceps, moyen de le combattre
Chalons s. Saone. 1886, 8 vo., 59 Ss.
Sur la defense de la vigne par la destructiou del'oeuf
du Phylloxera; Note deM. P. deLafitte; 0. R. Ac. Sei. Paris CII
S. 347 f. — (Der Verfasser beobachtete von der Zerstörung des
Wintereies einen günstigen Erfolg.)
Dr. Droysen: Die Verbreitung der Reblaus im Rhein-
gau; Zeitschr. f. Naturw. LIX (4 Fig. 5JBd.) S. 164 f.
J. Moritz: Ueber den dermaligen Stand[punkt] der
Reblausfrage, insbesondere in Deutschland; Mainz 1886.
Sur l'appareil digestif du Phylloxera (punctata);
Note de M. V. Lemoine; C. R. Acad. Sei. Paris CII S. 220-222.
H. F. Kessler: Weiterer Beitrag zur Kenntuiss der
Blutlaus, Schizoneura lanigera Hcmsm., und deren Ver-
tilgung. (Zugleich Ewiderung auf die Kritik der früher vom Ver-
120 Dl'- Ph- Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
fasser herausgegebenen Broschüre durch "R. Gröthe.) Cassel 1886
(36 Ss.).
Schizoneura Karschii (Berlin, an Wurzeln der Artemisia cara-
pestris); Lichten stein, Entom. Nachr. 1886 S. 82.
Psyllidae. F. Löw's „Neue Beiträge zur Kenntniss der
Psylliden" in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1886 S. 149—170
Taf, VI beziehen sich auf Aphalara Calthae L. und var. n. maculi-
pennis (Südtirol) S. 150 Fig. 1, picta Zeit.; Psylla albipes I^lor, cMo-
Tostigma n. sp. S. 153 Fig. 11 (Finnland); die Psylla -Arten des Birn-
baumes, Ps. pyrisuga, Pyri und pyricola ; Ps. Ledi Flor ; Amblyrrhina
maciilata n sp. (Ungarn) S. 157 Fig. 2, 3; Floria vicina n. sp. (Kärnthen,
auf Cytisus radiatus) S. 159; Carsidara Bugesii n. sp. (Mexico, auf
einer Malvacee) S. 160 Fig. 4—10; Trioza trisignata F. Lw. (nov. nom
pro tripunctata Lw. nee A. Fach) S. 163, Centranthi ValL, alacris
Flor, Cirsii F. Lw., viridula Zeit., Rumicis F. Lw., munda Fstr.
(nee Flor).
Homoptera.
Jassidae. Acocephalus histrionicus F. ^ und ^ be-
schrieben von Then a. a. 0. S. 45.
Atractotypus Gautschii (Levico) ; Then a. a. 0. S. 48.
Coelidia Camhouei (Tamatave); Signoret, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 29.
Eupteryx Loeivii (Niederösterreich); Then a.a.O. S. 54.
Gnathodus angustus (Levico); Then a. a. 0. S. 52.
Selenocephalus 5«Zci/rows (Tamatave) ; Signoret, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 29.
Thamnotettix apicatus Ijeth. $ beschrieben von Lethierry
in Puton's Hemipteres S. 24 der Explorat. Tunisie.
Typhlocyba (Anomia) callosa (Niederösterreich, auf Alnus glu-
tinosa); Then a.a.O. S. 56.
T. aurovittata JDgl. neu für Frankreich; Dominique, Re-
vue d'entomol V S. 230.
Membraeidae. Ueber Machaerotes guttigera Westw. s.
oben S. 116 f.
Fulgoridae. Grounelle theilt einiges über die Sitten der
Fulgora laternaria mit; ein Leuchten hat er nie beobachtet;
auch die Brasilianer, die das von ihnen Jitirana Boia genannte
Thier für sehr giftig halten, kennen es nicht; Bull. Ent. France 1886
S. C. f.
Pochazia cristata (Tamatave); Signoret, Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 30.
Cicadidae. W. A. Haswell: „Yocal organs" of the
Cicada; Proc. Limi. Soc. N. S. Wales (2) I S.489 f.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 121
Der Gesang der Cicaden. V. C. V. Riley; übertragen aus
Science, VI, (Septbr. 1885) S. 264 in Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 158—160.
Cicada tibialis Fanz. bei Berlin-, Karsch, Entern. Nachr.
1886 S. 159.
Heteroptera.
Corisidae. Sigara laevissima (Oudref); Puton, Explor. Tu-
nisie a. a. 0. S. 23.
Nepidae. Massenauftreten des B e 1 o s t o m a a m e r i c a n u m im
April in Washington; Das Ausland 1886 S. 460.
Hydrometridae. Nouvelle note sur l'Aepophilus; s. Pu-
ton in Revue d'entomol. V S.3J8 und Köhler, Ann. Sei. nat. (6) XX
Art. No. 4. Fig. 2—9.
Die Ausbeute des „Vettor Pisani" an Halobates
während der Erdumsegelung 1882—1885 betrug nach E. Wit-
laczil in der Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 177—182, 231—234 H. splendens
(Stiller Ocean, an der Westküste Amerikas zwischen Aequator und
dem südlichen AVendekreise) S.178, incrt;»65 (Indischer Ocean, arabisches
Meer) S. 179, AVüllerstorffii Fr fiel, sericeus Esch., micans Esch.,
Frauenfeldanus White, histrio White, lituratus Stäl. — Die ziegel-
rotheu Eier, wahrscheinlich von H. splendens, wurden in Gestalt
eines Laiches an einer im Meere schwimmenden Feder beobachtet.
Aradidae. E. Bergroth's Beiträge zur Kenntnis s der
Aradiden in den Yerh. Zool. Bot. Ges. Wien 1886 S. 53—60 Taf. H
bestehen in: I. (7) Neue Arten; II. Die neotropischen Aneurus-Arten;
III. Bemerkungen über einzelne Arten. In den letzteren wird der
Name Alyattes Stkl (bei Coleopteren vergeben) durch Phyllo-
craspedum ersetzt S. 59; mit Brachyrrhynchus membranaceus F.
sind albipennis F., orientalis Lap., nasutus Stkl, [(Aradus) lugubris
Boisd. zu vereinigen; Br. abdominalis Stkl kommt auch in Portorico
vor; Br. tagalicus Stkl ausser auf den Philippinen auch auf Java;
sie ist breiter als der häufige und über West- und Nordaustralien,
Neu -Guinea, Neu-Caledonien und die Fidschi-Inseln verbreitete Br.
thoracocerus Montr.\ Br. granuliger Stkl ist sehr veränderlich und
Br. centralis Berg wahrscheinlich nur eine Varietät derselben; Pi-
ctinus cinctipes Stkl, aus Neu- Granada beschrieben, kommt auch in
Brasilien vor; Aradus melaenus Germ., von Stäl als spec. incert. ge-
neris betrachtet, ist nach dem Verfasser ein echter Aradus.
Fhimophorus (u. g. Aphleboderrhis proximum) spissicornis
(Brasilien); Bergroth a. a. 0. S. 54 Fig. 1, 2.
E. Bergroth macht Bemerkungen über einige amerika-
nische Aradiden; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 97 f. — (Brachyr-
rhynchus) angustellus Blanch. = Aradus compressicornis Stkl'^
A. Falleni Stkl ist sehr veränderlich, und pallidicornis Stkl sowie
leucotomus Costa sind nicht davon verschieden ; der nordamerikanische
122 Dl'- Pli- Bertk an: Bericht üb. die wisseiisch. Leistiiugeii
A. rectiis Say (= affinis Kirby) ist mit dem europäischen lugubris Fall.
identisch ; A. ornatus Say ist ein echter Aradus ; A. inornatus Ukl.
verbreitet sich auch über Carolina und G-eorgien ; robustus CM. auch
nach Wisconsin.
Aradus angularis (Russisch Karelieu); J. Sahlberg, Meddel.
Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 153—155, Behrensi (Californien);
Bergroth, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S, 97.
Bergroth stellt a. a. 0. S. 58 die neotropischen Aneurus-
Arten tabellarisch zusammen; es sind neben A. subdipterus Burm.
die neuen A. Burmeisteri (Neu-Granada), Salilbergi (Brasilien), West-
tooodi (Neu- Granada), minutus (Texas).
Brachyrrhynchus alaticeps (Java) Fig. 4, gracilicornis (Philippinen)
S. 55, scrupidosus (Neu-Caledonien), i?eit^m (Brasilien) S. 56; Berg-
roth a. a. 0.
Dysodius quaternarius (Penang); Bergroth a. a. O. S, 54 Fig, 3.
Pictinus ^9i^05W5 (Neu -Granada); Bergroth a.a.O. S. 57.
Tingitidae. Monanthia (Platychila) lanigera (A'in-Draham;
Philippeville) ; Puton, Explor. Tunisie a.a.O. S. 16.
Tingis formosa (Rio de Janeiro); Göldi, Mitth. Schweiz Ent.
Ges. VII S. 233 ff. mit mehreren Holzschnitten.
Aeanthiadae. Ueber den Stinkapparat der Bettwanze s. oben
S. 114.
Reduviadae. Jako wlef f stellt im Bull. Imp. Nat. Moscou LXI
S. 86ff. eine Tabelle der russischen Op si co e tu s- Arten auf mit
0. inermis (Ordubad, Kaukasus) S. 89.
Pygolampis bidentata Geoffr. in Finnland; Sahlberg,
Meddel. Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 169.
Reduvius Mayeti (Oudref); Puton, Explor. Tunisie a. a. 0. S. 22.
Lygaeidae. Lygaeosoma lateralis (Tamatave); Signoret,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S 28.
Geocovis, scutellaris (Kairouan); Puton, Explor. Tunisie a. a. 0.
S. 15.
Das Ergebniss einer Nouvelle revision du genre Plinthi-
suspar le Dr. G-. Horvath in der Revue d'entomol. V. S. 215 — 222
sind 25 Brachypteres mit PI. liisitanicus (Co'imbra) S. 216, elongatus
(Attika; Morea) S. 218, humilis, obsoletus (Syrien; S. 219 und 10 Macro-
pteres.
Rhyparochromus heteronotus (zw. Gabes und ßir Marabot);
Puton, Explor. Tunisie a. a. 0. S. 16.
Capsidae. Reuter ersetzt den Gattungsnamen Ischnoscelis
wegen des gleichlautenden von Burmeister bei den Käfern ver-
wandten Namens durch Ischnoscelicoris ! S. 17 und beschreibt I.
rubrinervis Beut, nochmals S. 18; a. a. 0. in Puton's Hemipteres der
Explor. Tunisie.
Boudairea (n. g. Amblytylo proximum) crassicornis (Tozzer);
Puton (& Reuter) ebenda S. 22.
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1886. 123
Tenthecoris (n. g. prope Stiphrosoma) hicolov ( Westiiidien) ;
Scott, Eutom. Moiitlil. Magaz. XXIIl S. 65.
Calocoris SedilloU (Am-Draham); Putoii, Explorat. Tmiisie
a. a. 0. S. 19.
Campylomma Zizyphi ( Am - Segoufta , auf Z. lotus); Putoii
(& Reuter), Explor. Tmiisie a a. 0. S. '20.
Dicyphus Tamarkis (Ile de Djerba, auf Tamarix) S. 19, SedilloU
(Sousa) S. 20; Puton, Explor. Tmiisie a. a. 0
Some observations on tlie tea-bugs (Helopeltis) of
ludia and Java von Ch. 0. Waterhouse sind der Unterscheidung
der Arten gewidmet: H. Kniomi Süjn., theivora Mocn-e, niger Walk.,
braconiforiiiis Walk und Bradyi S. 458 Fig. 1,2; Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 457- 460 PI. XI.
Pachymerus confiisus (= piiieti aut. uec H. Seh,); Reuter,
Revue d'eutomol. V S. 121.
Fokker (Jets over het geslacht Pilophorus Hahn) ent-
deckte den von Douglas & Scott unterschiedenen Pilophorus
perplex US auch unter seinen Niederländischen Vorräthen, wo er
bisher mit dem selteneren cinuamopterus Kschh. verwechselt war,
und stellt eine Tabelle der 4 Arten confusus, clavatus, cinuamopterus
und perplexus auf; die erstere ist noch nicht in den Niederlanden
nachgewiesen. Tijdschr. v. Entomol. XXVIH S. 234-236.
Pentatomidae. Aelia Henschi (Görz); Montan don, Revue
d'entomol. V S. 110.
Amaurocoris aspericollis (Tozzer); Puton, Explor. Tmiisie
a. a. 0. S. 15.
Eurydema oleraceum und ornatum sind in der Mark 1886
den Kartoffelfeldern schädlich gewesen; Kar seh, Berk Ent, Zeitschr.
1886, Sitzber. S.XXni; Entom. Nachr. 1886 S. 301— 304.
Eury gaster laeviuscula (Baikal); Jakowleff, Bull. Imp. Nat.
Moscou LXI S. 78 mit Tabelle der übrigen Arten.
Jakowleff stellt eine Tabelle der russischen Odontotarsus-
Arten auf mit 0. iminctus Osch. i. 1. (Taschkent; Margelan); Bull.
Imp. Nat. Moscou LXI S. 81.
Staria CÄmtoy^i (Kasi-Kaparan, Kaukasus) ; Jakowleff, Bull.
Imp. Nat. Moscou LXI S. 85.
Orthoptera.
Nachträglich ist mir durch die Güte des Verfassers
eine Schrift zugekommen, die ein Theil eines umfang-
reichen Werkes ist: Artröpodos del viaje al Pacifico
verificado de 1862 ä 1865 per una comision de natura-
listas enviada por el gobierno espanol. Der vorliegende
124 Dl'- Ph- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Band behandelt die Insectos Neuröpteros y Ortö-
pteros por Ignacio Bolivar; Madrid 1884, S. 1 — 114
mit 3 Tafeln und enthält die Aufzählung, Diagnose und
Beschreibung der gesammelten Termiten (1), Odonaten
(5), Forficuliden (4), Blattiden (15), Phasmiden (3), Acri-
diaden (19), Locustiden (33), Grylliden (6). Die neuen
Arten waren bereits früher, in den Anal. Sog. Espan.
Hist. Nat., beschrieben, sind hier aber nebst anderen ab-
gebildet. Anhangsweise sind einige Conocephalus be-
schrieben.
Die zweite Mittheilung „Spermatologische Bei-
träge" von V. la Valette-St. George im Archiv f.
mikrosk. Anatomie XXVII S. 1 — 12, Taf. I — II, ist Blatta
germanica gewidmet. Die Hoden sind 4 kleine Bläs-
chen, an die sich der enge Ausführungsgang mit
kelchartiger Erweiterung ansetzt. Die Hodenbläschen
enthalten in den Spermatocysten die Spermatocyten. Der
Kern der letzteren sowie auch der Spermatiden enthält
ein wand ständiges Kernkörperchen und in seinem
Plasma Mikrosomen, die anfangs eine ringförmige Zone
um den Kern bilden und sich später ansammeln und eine
kappenförmige Anhäufung bilden an dem einen Pol, gegen
den das Schleifenbündel des Kernes bei den Vorbereitungen
zur Mitose gerichtet ist. Die erwähnten Mikrosomen
sind Reste der Spindelfasern, welche in den neugebildeten
Zellen neben dem Kern zurückbleiben. Aus ihrer Ver-
dichtung geht der Neb enkern hervor, der in den Sperma-
tiden eine besondere Polle spielt. Hier tritt in ihm eine
Fadenbildung auf, sodass er wie ein Garnknäuel aus-
sieht; dann schnürt er sich in der Mitte ein, zerfällt in
zwei Hälften, welche sich in die Länge ausziehen und
zuletzt zwei ziemlich dicke Fäden darstellen, welche sich
an den Kern der Spermatide anlegen. Der letztere
bildet auch hier vorübergehend das Köpfchen des Sper-
matosoms, während die dickeren aus dem Nebenkern
hervorgegangenen Fäden das Verbindungsstück zwischen
Kopf und Schwanzfaden herstellen; das fertige Sper-
matosom stellt einen an beiden Enden zugespitzten, sich
im (rebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 125
lebhaft schlängelnden Faden vor, an dem das Köpfchen
verschwunden ist.
J. Dewitz giebt interessante Aufklärungen über
die Gesetzmässigkeit in der Ortsveränderung der
Spermatozoen und in der Vereinigung derselben
mit dem Ei; Archiv f. d. ges. Physiologie, XXXVIII
S. 358— 385 Taf. IV. — Die Spermatozoen von Peri-
planeta orientalis werden von Flächen, sowohl ebenen
wie krummen, angezogen und bewegen sich auf denselben
(annähernd) in Kreisbahnen. Dabei ist die Richtung, in
der die Kreisbahnen durchlaufen werden, umgekehrt,
wie der Zeiger an der Uhr läuft, wenn der Beschauer
die Fläche von aussen betrachtet. — Die Eihaut besitzt
zahlreiche Mikropylen, die am hinteren (d. h. die Scheide
zuletzt verlassenden) Ende des Eies angehäuft sind. Sie
besitzen eine trichterförmige Gestalt; der Querschnitt des
Trichters ist elliptisch und die Achse desselben durch-
setzt die Eihaut nicht senkrecht, sondern schräg und
zwar so, dass die enge (innere) Ausmündung des Trichters
hinter der weiteren auf der Oberfläche der Eihaut be-
findlichen Eingangsöffnung liegt; der Rand der letzteren
ist ausserdem vorn in einen Zipfel ausgezogen, der etwas
niedriger liegt, als der gegenüberliegende Rand des
Trichters. Die eingesenkte Stelle ist demnach wie ge-
macht zum Einfangen, die gegenüber liegende Stelle zum
Festhalten des Spermatozoids, das sich auf der Eischale
ebenso in Kreisen bewegt, wie an jeder anderen Ober-
fläche. Beim Passieren des Eies durch die Scheide, was
sehr langsam vor sich geht, wird wahrscheinlich auf Haare,
die mit Nerven in Verbindung stehen, ein Reiz ausgeübt,
der eine Kontraktion der Muskeln der Samentasche und
ein Herauspressen von Samen zur Folge hat.
Genuina.
Pantel's Contribution ä l'Orthopterologie de
l'Espagne centrale in den An. Soc. Esp. Hist. Nat.
XV bestehen aus einem Catalogue raisonne des especes
126 1^1'- Pli- Bertkan: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
recoltees ä Ulces et dans les localites voisines S. 256 — 287
und Descriptions d'especes nouvelles des environs d'Ulces
S. 237 — 255 L. II nebst Holzschnitten. Es sind 82 Arten
(4 Forficul., 5 Blattid., 8 Mantid., 1 Phasmid., 39 Acridiad.,
17 Locust., 8 Giyllid.) aufgezählt mit theilweiser Be-
schreibung, Angabe ihrer Erscheinungszeit, Eier, Larven
u. s. w. Von denselben sind 4 für die Wissenschaft neu,
je eine ausserdem für die Europäische (Discothera Tu-
netana Fin. u. Bonn.) und Spanische (Oedipoda fusco-
cincta Luc.) Fauna. Eine neue Art ist zugleich Ver-
treterin einer neuen Gattung.
Ebenda, Actas, S. 36 — 38, führt Bolivar Arten auf,
welche nach dem Prodrom, d. europ. Orth. und nach
Seoane's Verzeichniss von der iberischen Halbinsel be-
kannt geworden sind.
Lawr. Bruner: First Contribution to a know-
ledge of the Orthoptera of Kansas; Bull. Washburn
Laborat. Nat. Hist. Vol. I S. 125—139 (88 Arten, 4 neue).
Ein Beitrag zur Kenntniss der alpinen Or-
thopterenfauna von H. Kraus s meldet das Vorkommen
von Stenobothrus pullus Phil.^ der bisher in Deutschland
noch nicht aufgefundenen Tettix Türki Krauss und der
Bryodema tuberculata F. bei Hinterstein im bayrischen
Algäu, und giebt die Verbreitung der 3 genannten Arten
an; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 319—326.
R. Co belli: Gli Ortotteri genuini del Trentino. Ro-
vereto 1886, 8i^, 99 Ss., 1 Taf.
G. Riggio und F. Pajno beginnen in II Naturalista
Siciliano VI S. 23 — 27, 43 — 46 einen Primo Saggio di
un catalogo metodico degli Ortotteri sinora osser-
vati in Sicilia.
Orthoptera nonnulla nova vel parum cognita
(cum notis biologicis) auctore J. Ports chinsky; Hör.
Soc. Ent. Russ. XX S. 111 — 127. Der ganz in russischer
Sprache abgefasste Text ist mir leider unverständlich.
Oedipoda migratoria; Pezotettix pedestris;
Decticusbrachypterus inFinnland; Sahlberg, Meddel.
Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 168.
im Gebiete der Entonioloo-ie wälirend des Jahres 1886. 127
Bonnet führt 17 Ortliopteres d'Obock auf (La-
bidiira riparia Fall.; Periplaneta americana L.; Eremia-
pliila Cerisyi Lef.; Hierodula biociüata Bumi.; Chisopaca
gilva Charp.; Blepliaris mendica Serv.; Empiisa penni-
cornis PalL; Bacillus Aegyptiacus Wesüo.; Tiyxalis un-
guiculata Ramh.; Epacromia strepens Latr.; Spliingonotus
amarantinus Sauss.; Cbrotogonus Scudderi BoL; Poecilo-
cerus bieroglyphicus Klug; Acridium tartaricum L., ae-
gyptium L.; Caloptenus Italiens L.); Le Naturaliste
15. Decembre 1886 S. 379 f.
Die Beiträge zur Orthopteren-Kunde von Dr.
Herrn. Krauss in den Verb. Zool. Bot. Ges. Wien 1886
S. 137 — 148 Taf. V. beziehen sich auf die Forficula des
Vesuvs, F. marginella 0. G. Costa; eine neue Chelidura
aus Tirol; die Unterschiede von Stenobothrus biguttulus L.
und bicolor Charp.; Gryllus campestris var. nov. candata.
Der I. der Orthopterologischen Beiträge von
F. Karsch behandelt die Mekopodiden des Berliner
Museums; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 107—118 Taf. IV.
Forfieulidae. Karsch schreibt über einige neue oder
wenig bekannte Ohrwürmer (Derniaptera) der äthio-
pischen Region; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 85. Taf. III Fig. 3—8.
Chaetospania (n. g.) inornata (Süd-Central-Madagaskar) S. 88
Fig. 6;
Auchenomus (n. g.) longiforceps (Süd-Central-Madagaskar)
S. 89 Fig. 7; Karsch a. a. 0.
Apachya Eeichardi (östl. vom Tanganjika); Karsch a.a.O.
S. 85 Fig. 3.
Chelidura mutica (Mte. Baldo; ValJe Lagarina); Krauss, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1886 S. 140 Taf. V Fig. 2.
Die durch ihren Aufenthalt in dem Krater des Vesuvs so sehr
interessante Forficula marginella 0. G. Costa ist eine kleine
Form von Labidura riparia Fall, und gehört zu Dohrn's var. b. 3;
Krauss, Yerh. Zool. Bot. Gresellsch. Wien 1886 S. 137 mit Abbild.
Fig. 1 auf Taf. V.
Pygidicrana Büttner i (Westafrica) S. 86 Fig. 4, caffra Dohrn ^
S. 87 Fig. 5; Karsch a. a. 0.
Sphingolabis sansibarica (S.); Karsch a. a. 0. S. 90 Fig. 8.
Blattidae. Scudder unternimmt a review of mesozoic
cockroaches; Memoirs Bost. Soc. Nat. Hist. ITE S. 439—485
PI. 46 — 48. — Da die paläozoischen Schaben sich nach Scudder von
128 Dl'- T^Ji- Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
den gegenwärtig lebenden dadurch unterscheiden, dass bei ersteren
(„Palaeoblattariae") die Hauptadern getrennt, bei den letzteren aber
deren zwei oder mehr an der Wurzel verschmolzen sind, so bot eine
eingehendere Beschäftigung mit den mesozoischen desshalb Aussicht
auf ein befriedigendes Resultat, weil sich vielleicht ersehen liess,
welche der ursprünglich getrennten Adern eine theil weise Ver-
schmelzung eingegangen waren. Eine bereits früher an einem be-
schränkten Material mesozoischer Schaben vorgenommene Vergleichung
hatte nun ergeben, dass neben ,,Palaeoblattarien" auch schon solche
mit verschmolzenen Adern vorkommen und zwar sollte die v. medi-
astina und nicht die externomedia mit der scapularis verschmolzen
sein. Diese Behauptung erweist sich nun als nicht allgemein richtig,
indem neuerdings auch mesozoische Schaben bekannt wurden, bei
denen die externomedia mit der scapularis vereinigt erscheint.
Danach lassen sich die mesozoischen Schaben in drei Gruppen bringen :
a. nur mediastina und scapularis sind verschmolzen; b. die externo-
media ist mit einer auf jeder Seite verschmolzen; c. die mediastina,
scapularis und externomedia sind verschmolzen.
Mit Rücksicht aiif das geologische Auftreten sind zwei Tliat-
sachen bemerkenswerth : 1. Keine Art hat sich in mehr als einer
Schicht gefunden. 2. Während alle 3 G-attungen der Trias dieser
eigen thümlich sind und 2 nur im oberen Oolith gefunden sind,
kommen alle im Lias beobachteten Gattungen auch im Oolith vor.
Die dem oberen Oolith eigenthümlichen Gattungen sind arm an Arten,
die dem Lias und Oolith gemeinsamen dagegen reich. Von den auf-
gefundenen 77 Arten gehören 3 der Trias, 17 dem Lias, drei dem
mittleren und 46 dem oberen Oolith an ; von 3 ist der Horizont nicht
näher bekannt. Als neue Formen sind beschrieben Ctenohlattina
arcta (Englisk Purbecks) S. 443 PI. 46 Fig. 1, 2; Rithma Gossü (E.
Purbecks) S. 435 Fig. 15, disjunda (Wiltshire Purbecks) S. 446 Fig. 14,
Daltoni (E. Purbecks) S. 449 Fig. 16, (?) minima (Dorset Purbecks)
S.450 PI. 48 Fig. 2, 8a, 8 g, 11; Mesoblattina J5Ma" (Gloucestershire,
Upp. Lias) S. 452 PI. 46 Fig. 12, Bensoni (ibid.) S. 453 Fig. 17, Sivin-
toni (E. Purbecks) Fig. 10, Geikiei (Warwickshire, Lias) Fig. 9
S. 454 Higginsii (E. Purbecks) S. 455 PI. 47 Fig. 14, Bucklandi (E.
Purbeck ?j S. 457 PI. 47 Fig. 2, Murrayi (E. Purbecks) S. 458 Fig. 4,
Brodiei (ibid.) S. 459 Fig. 7, Mcmtelli (ibid.) S. 460 Fig. 9, Hopei
(ibid.) Fig. 11, Peac/m (ibid.) Eig. 10 S. 461; Elisama Bucktoni (ibid.)
S. 466 Fig. 8, 12, KirTchyi (England, ohne genauere Angabe) S. 467
Fig. 3; Pterinoblattina C^*rim^ (Gloucestershire, U. Lias) S. 471 PI. 48
Fig. 16; Nannohlattina Prestivichii (E. Purbecks) S. 475 PI. 48
Fig. 3, Woodwardi (Wiltshire Purbecks) Fig. 6; Diplurohlattina
(soll Dipleurbblatt. heissen) Bailyi (E. Purbecks) Fig. 5 S. 476;
Biechohlattina Wallacei (ibid.) S. 477 Fig. 1; Äporoblattina
Eatoni (ibid.) Fig. 19, 3Ic. Laehlani (ibid.) Fig. 18 S. 479, Westwoodi
im Gebiete der Entomologie wabreiul des Jahres 1886. |9f)
(lower Purbecks of Durdiestone Bay) S. 480, exigua (ibid.) S. 481,
Butleri (English Lias) S. 482 PI. 48 Fig. 15.
Ueber die Fühler der Schabe als Geruchsorgau s. oben S. 28.
The structure and life-history of the cockroach s.
oben S. 18.
Polyphaga Cerverae (westl. Sahara); Bolivar, An. Soc. Esp.
Hist. Natur. XV S. 512.
Mantidae, Eremiaphila Bloreti (Rio de Oro, Sahara occident.) ;
Bolivar, An. Soc. Esp. Hist. Natur. XV S. 513.
Phasmidae. Göldi beschreibt und bildet ab die einem Samen-
korn ähnlichen Eier von Acanthoderus perfoliatus und Cla-
doxerus phyllinus; von letzterem theilt er mit, dass sich die
Männchen mittels angebundener Weibchen in ähnlicher Weise wie
die Spinner unter den Schmetterlingen fangen lassen; vergl. oben S. 9;
Zool. Jahrb. I S. 724—729.
Pantel liefert a.a.O. S. 264 f. eine Beschreibung und Ab-
bildung des Eies von Bacillus hispanicus JBo?., das in mehrfachen
Merkmalen von dem eines echten Bacillus abweicht, so dass die Art
wahrscheinlich von der Gattung Bacillus abgetrennt werden muss,
wie Brunn er bereits nach der Prüfung der Cerci der ^ und des
8. Hinterleibssegments der $ vermuthet hatte.
Aeridiadae. Quiroguesia n. g., gegründet auf (Acridium)
miniatum Brülle;] Bolivar, An. Soc. Esp. Hist. Natur. XV S. 515.
'E\}?iQ,Yomm platijpygia (Ulces); Pantel a.a.O. S. 241 Fig. 2.
Oedipoda collina (Ulces); Pantel a. a. 0. S. 246 mit Holzschnitt-
zeichnung der Brustplatte dieser Art und der 0. coenilescens und
gratiosa.
Eremobia grandis; Portschiusky, Hör. Soc. Ent. Roos. XX
S. 113 Taf.Xn Fig. 5, 7, 9, 11.
Ochrilidia Boscae (Jätiva) S. 112, eostulata (Humbe, Angola)
S. 114; Cazurro, An. Soc. Esp. Hist. Nat. XV.
Stauronotus crassiusculus (Ulces; die (J sind schlechte Mu-
sikanten); Pantel a.a.O. S.237 Fig. 1.
Kr au SS setzt die Unterschiede des Stenobothrus biguttulus i.
und bicolor Charp. in beiden Geschlechtern auseinander und erläutert
dieselben durch Abbildung der Oberflügel ; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1886 S 141—147 Taf. V Fig. 4, 5.
Loeustidae. Scirtobaenus n. g. Antaxio et Rhacocle'idi
affine ; vertex rotuudato-convexus ; prouotum paiTum, rotundatum, haud
carinulatum, postice subtruncatum ; elytra squamiformia, in (J incum-
bentia, in $ lateralia ; prosternum bispinosum ; pedes postici longissimi ;
tibiae posticae supra versus apicem dense spinosae, apice subtus spiuis
apicalibus 2 armatae; tarsi postici plantulis liberis articulo primo
aequilongis; segmentum anale (J anguste emarginatum, cerci ^J co-
ArcL. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. j
130 Dr. Pli. Bertkan: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
uici, incuivi, basi dente armati; ovipositor subincurvus, apice acu-
minatus) grallatus (Ulces); Pantel a.a.O. S. 253 Fig. 3.
Barbitistes punctatissima Bosc. in Strömstad, Schweden;
Spängberg in Entom. Tidskr. 1886 S. 8, 125.
Conocephalus gracüipes (Surinam) S. 87, sobrinus (Java), en»i-
ferus (Peru), Javanicus (J.) S. 88, iwinceps (ibid.) S. 89, australis
(Neu-Caledonien), ichneumoneiis (Brasilien) S. 90, Puigarii (ibid.) S. 91
Anm.; Bolivar, Insect. JSeuropt. y Ortöpt. a. a. 0., der ebenda eine
Tabelle der ihm bekannten Arten giebt.
Karschgiebt a.a.O. eine Tabelle der Grattungen und Unter-
gattungen der Mecopodiden, Eustälia und Mecopoda mit den
Unterg. Euthypoda und Pachysmopoda S. 108 und beschreibt
Mecopoda monroviana (M.) S. 112 Fig. 4, (Euthypoda) difformis
(Ceylon) S. 115 Fig. 1, aciäipennis (Chinchoxo) S. 116 Fig. 3, inalata
(Westafrika) S. 117. Type der Ug. Pachysmopoda ist abbreviata
0. Taschhy., die in Fig. 2 abgebildet ist.
Derselbe bildet Eustälia io\\2it?k Scudd. ab; Entom. Nachr.
1886 S. 146 und beschreibt Euthypoda granulosa (Westafrika, zwischen
Kuako und Kimpoko); ebenda S. 317.
Phalangopsis Amhoinensis (Amboina, in der Höhle „Gazelle");
Karsch, Entom. Nachr. 1886 S. 345.
Pterolepis Gessardi (Tunis); Bonnet, Le Naturaliste 1 avril
1886 S.245.
Rhacocleis Maura (Tunis); Bonnet, Le Naturaliste 1 avril
1886 S. 246.
Gryllidae. Gryllus campestris var. caudata (Tübingen; Ober-
flügel verkürzt; Unterflügel im zusammengefalteten Zustand die
Oberflügel und Spitze des Hinterleibes weit überragend); Krauss,
Verb. Zool.-Bot. Ges. Wien 1886 S. 147 Taf. V Fig. 6.
Pseudoneuroptera.
King giebt Notes on the Neuroptera (und Pseudo-
neuroptera) ofRothiemurchus and Kingussie; Trans.
Nat. Eist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 354—365.
W. F. Kirby macht Bemerkungen On a small
CoUection of (19) Dragonfliess from Murree and
Campbellpore (N. W. India); Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 325—329 PL XXXIII und bildet Trithemis aurora
Burm.j intermedia Ramh.; Macromia Moorei De Selys ab.
R. Martin zählt auf Les Odonates du depar-
tement de l'Indre; Revue d'entomol. V S. 231 — 251
(63 Arten).
im Gebiete der Entoinologie währeiKl des Jahres 1886. 131
Odonates nouveaux de Pekin par M. de Selys-
Long-champs; Bull. Ent. Belg\ 1886 S. 178— 185.
Ein (zweimonatlicher) Aufenthalt in Wallis
(Mayens de Sion) wurde von Liniger auch zum Sammeln
von Neuropteren (und Odonaten) benutzt; die erbeuteten
Arten (28) sind in den Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 294 namhaft gemacht.
Eine neue Liste der in Westfalen gefundenen
Odonata von Kolbe weist 51 Arten gegenüber den 43
des ersten Verzeichnisses auf; 14. Jahresb. Westf. Prov.-
Ver. S. 55—57.
Ris macht Mittheilungen über die Schweizer Arten
Leucorrhinia albifrons; Cordulia arctica; Anax Parthenope;
Schoch desgl. über Cordulia alpestris und metallica
nebst metallica var. ; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 208.
Physopoda. K. Lindem an behandelt die am Getreide
lebenden Thrips-Arten Mittelrusslands; Bull. Sog. Imp. Nat.
Moscouri886 No. 4 S. 296—337 mit 20 Holzschn. „Die Thätigkeit der
am Getreide lebenden Blasenfüsse offenbart sich auf dreifache Weise:
1. Indem sie in grossen Gesellschaften die junge, noch nicht hervor-
geschossene Aehre bewohnen und anstechen, um Säfte aus den ver-
schiedenen zarten Theilen derselben zu saugen, bewirken sie ein Ab-
sterben des oberen Theiles der Aehre, welche dadurch au der Spitze welk
und von weisser Farbe wird, und statt der noch unausgebildeten Spelzen,
bloss dünne, weiche und lange Haare trägt. 2. Bei weiter vor-
geschrittener Entwickelung der Aehre stechen sowohl die erwachsenen
Thripse als auch ihre Larven die Fruchtknoten derselben an, was
ein Absterben der Blüthen zur Folge hat und dadurch die Entstehung
von tauben Aehren hervorruft. Solche tauben Aehren erreichen die
Grösse der gesunden, haben auch Spelze und Grannen normal aus-
gebildet, enthalten aber wenige Körner. 3. Indem die Larven ge-
wisser Thrips-Arten in grösseren Gesellschaften zwischen Halm und
oberer Blattscheide wohnen und hundertfach die Innenseite der be-
wohnten Blattscheide anstechen, verursaclien sie ein stellenweises
Absterben des angestochenen Gewebes, und es entstehen dadurch
grosse gelbliche oder weisse Flecken an der grünen Blattscheide,
doch ohne einen Einfluss auszuüben auf die Entwickelung der be-
treffenden Aehre."
Am Getreide leben in Mittelrussland folgende Blasenfüsse:
1. Thrips secalina (n. sp. S. 302 Fig. 1—10) lebt an dem Halme ver-
schiedener Getreidearten und Thimothegras. Die Erwachsenen
stechen die Aehre an und verursachen das Absterben ihres
1 32 I^i*- Ph. Be rt k an : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Spitzentheiles am Roggen und am Weizen; die Larven saugen
unter der Blattscheide.
2. Phloeotrips frumentaria Bei. wohnt in den Aehren des Getreides ;
die Larven verursachen das Taubwerden der Aehren.
3. Thrips (Chirothr.) antennata Oshorne wohnt in den Aehren des
Thimothegrases, Weizens und Roggens.
4. Thrips (Aptinothr.) rufa Hai. wohnt am Halme des Thimothe-
grases und der Gerste.
5. Phloeotrips armata (n. sp. S. 335 Fig. 19, 20), die Blüthenköpfe
mehrerer in Getreidefeldern wachsender Compositen bewohnend,
kommt am Getreide nur zufällig vor. — Eine landwirthschaftliche
Bedeutung haben der mit dem westeuropäischen Thr. cerealium
Hai. nahe verwandte Thr. secaliua und Phloeothrips frumentaria.
Ueber Heliothrips adonidum Hai. s. Cameron, Trans.
Nat. Hist. Sog. Glasgow (N. S.) I S. 300.
Thrips {Euthrips) consociata; Targioni Tozzetti, Bull.
Soc. Ent. Ital. 1886 S. 425; vgl. unten bei Cecidorayidae.
Psocidae. Kolbe beschreibt und bildet nebst einigen Details
ab zwei merkwürdige und unbekannte Nymphen von Pso-
eiden, die bei Oeding in AVestfalen gefunden wurden; 14. Jahresb.
Westf. Prov. Ver. S. 59—61 Taf. III Fig. 4, 5.
On some new Psocidae. By S. Frank Aaron; Proc.
Acad. Nat. Sei. Philad. 1886 S. 13— 18 Pl.L
Bertkau sprach über die geographische Verbreitung
einiger Psociden; Sitzber. Niederrh. Ges. f. Nat.- u. Heilkunde
in Bonn 1886 S. 68. — Neopsocus Rhenanus in Rhein-, Mosel thal
und in Italien; Bertkauia prisca in der Rheinprovinz und in Tirol;
Kolbia quisquiliarum in der Rheinprovinz, bei Berlin und in England;
Dorypteryx pallida, aus Amerika beschrieben, in Bonn in grosser
Menge.
Echmepteryx (n. g. Amphientomo et Perientomo affine; alarum
nervatura distinctum; apex alarum acuminatus, dense pilis longis
vestitus) agilis (Pennsylv.); Aaron a.a.O. S. 17 Fig. 4— 9.
Caecilius subflavus (Texas), nuhilis! (ibid.) Fig. 3 S. 13, im-
pacatus (Pennsylv. bei Philad.) S. 14; Aaron a. a. 0.
Kolbia quisquiliarum Berth. in Schottland (Lyndhurst);
Mc Lachlan, Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 38.
Psocus campiestris (Texas) S. 14, Leidyi (Rhode Isl. ; Pennsylv.)
S. 15 Fig. 2, texanus und var. submargmatus Fig. 1 S. 16 (Texas);
Aaron a. a. 0.
Psocus longicornis Latr. bei Martimprey (in denVogesen);
Mac Lachlan, Revue d'entomol. V S. 124.
Perlidae. Chloroperla helvetica (Schweiz); G. Schoch, Per-
lidae, in Faun. Insect. Helv., S. 26 ; vgl. S. 92, wo die Art beanstandet
und als schwarze Varietät von Chi. rivulorum gedeutet wird.
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jahres 1886, 133
Chi. capnojitera (Osch, Turkestan); MacLachlan, Tijdschr. v.
Entom. XXIX S. 157.
Ephemeridae. In Part IV von Eaton' s „Revisional mo-
nograph of recent Ephemeridae or mayflies in Trans. Linn. Soc.
London, 2. S., Zool., III S. 230—281 sind die Gattungen Ametropus,
Apotopus, Thalerosphyrus, Epeorus, Bleptus n. g., Iron, Cingyma
n. g., Rhithrogena, Paegniodes. Heptagenia, Compsonenria, Ecdyurus
behandelt. Als neue Ai'ten sind beschrieben Epeorus geminus
(Portugal) S. 238, assinülis (ErMikreich; Belgien) S. 239: Bleptus
fasciatus (Japan) S. 243 PI. 65 Fig. 1 ; Iron longimanus (Colorado)
S.24o PI. 23 und 24 Fig. 44; PI. 65 Fig. 2, nitidus (Mt. Hood) S. 246
PI. 65 Fig. 3; Cingyma integrum (Washington territ.; Mt. Hood)
S. 248 PI. 65 Fig. 4, par (Arizona) Fig. 5, mimus (Colorado) S. 249,
geminatum (Washington territ.; Californien) S. 250; Rhithrogena
(Hageni = Heptagenia brunnea Hag.) elegantula (Colorado, Arizona)
S. 253, alpestris (Schweiz; Norditalien) S. 255 PI. 24 Fig. 43a, hybrida
(Savoyen) S. 256. germanica (Lauffenburg am Rhein) S. 260 Fig. 43 b;
Heptagenia gallica (Arnheim; Toulouse) S. 272 PI. 33 Fig. 45; PI. 24
Fig. 45 a.
Mac Lachlan erbeutete auf dem Feldberg im Schwarzwald
das $ einer Art der für Europa neuen Gattung Ameletus; Revue
d'entomol. V S. 134.
Caenisj9y^m«ea (Sardinien); A.Costa, Geo-Fauna Sarda, VI.,
a. a. 0. S. 28.
Odonata. Cordulegaster Pekinensis (P.); Selys, Bull. Ent.
Belg. 1886 S. 182.
Crocothemis reticulata (Campbellpore); Kirby a.a.O. S. 328
Fig. 8, 9.
Diplax imitans (Peking); Selys, Bull. Ent. Belg. 1886 S. 179.
Hemicordulia fidelis (Uvea, Freundschaftsinseln); Mac Lach-
lan, Entom. Monthl. Magaz. XXHI S. 104.
Tetragoneura ca^iis (Washington territ.); derselbe ebenda.
D. A. Roster giebt einen Cenno monografico degli Odo-
nati del gruppo Ischnura; Bull. Ent. Ital. 1886 S. 239— 258
Tav. U— VI. Von I. elegans v. d. Lind, und pumilio Charp. werden
Larve und Nymphe beschrieben und abgebildet, ebenso von diesen
und von I. Genei die vollkommenen Insekten in beiden Geschlechtern
und verschiedenen Farbenvarietäten, die auch besondere Namen
erhalten.
Libeila lineostigma (Peking); Selys, Bull. Ent. Belg. 1886
S. 180.
Micromerus obscurus (Hassan Abdal, Indien); Kirby a. a. 0.
S. 328.
Orihetr-am hyaUnum (Murree; Campbellpore); Kirby a.a.O.
S. 326 Fig. 5, 6.
134 Dr. Ph. Bertkan: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Platycnemis foliacea (Peking); Selys, Bull. Ent. Belg. 1886
S. 183.
Sieboldius Älbardae (Peking); Selys, Bull. Ent. Belg. 1886 S.181.
Somatochlora arctica auf dem Triberg im Schwarzwald;
Revue d'entomol. V. S. 135.
Sympetrum subpruinosum (Indien); Kirby a. a. 0. S. 326 Fig. 7.
Neuroptera.
Mac Lachlan fährt in seinen Notes additionelles
sur les Nevropteres des Vosges fort, Eevue d'entomol.
V S. 123 f., mit Bemerkungen über Halesus ligonifer;
Anomalopteryx Chauviniana; Cliaetopteryx obsciirata und
Chaetopterygopsis Mac Lachlani, und die für die Fauna
neuen Arten Agrypnia Payetana; Limnophilus nigriceps;
Halesus auricollis; Drusus chrysotus; Cyrnus flavidus;
Rhyacophila evoluta; Chrysopa ventralis.
Derselbe schildert die Ausbeute, welche une ex-
cursion nevropterologique dans la foret-noire
(Schwarzwald) 1885 geliefert hat; ebenda S. 126—136.
G. V. Hudson veröffentlicht in den Trans, a. Proc.
New-Zealand Institute XVIII S. 213 f. PI. IX einen Artikel
on the metamorphosis of the caddis fly, der eine
kleine, wahrscheinlich noch unbeschriebene Art zum
Gegenstand hat. Die Larve derselben lebt zwischen
Wasserlinsen in einem durchsichtigen, flaschenähnlichen
Gehäuse, welches sie zur Verpuppung durch je 2 Fäden
an beiden Enden an einen Stein befestigt. Innerhalb
desselben macht sie sich ein kleineres, dichteres Gespinnst.
Sie besitzt keine Tracheenkiemen; die Athemorgane be-
ginnen mit 2 starken Stämmen am Hinterleibsende. Die
Imago ähnelt sehr einer kleinen Motte.
Mabille führt 7 Arten in 3 Gattungen aus der
Familie der Phryganeiden von der Umgebung von Paris
an; Bull. Ent. France 1886 S. CXIII f.
Die Notes on some spring-frequenting Tri-
choptera in Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 146—150
von K. J. Morton beschreiben die Larvengehäuse von
im Gebiete dei- Entomologie wälirend des Jahres 1886. 135
Crunoecia irrorata Curt.\ Beraea pullata Cmi. und Adi-
cella filicorms Curt.
Trichoptera.
H. D. J. Wallengien beschreibt Skandinaviens arter af
Trichopter-familjen Apataniidae; Entom. Tidskr. 1886 S. 73
bis 80. Die Familie, von der der Verfasser eine genaue Beschreibung
liefert, ist in Skandinavien nur durch die G-attung Apatania mit
den Arten A. Wallengreni Mc Lachl., stigmatella Zeit., fimbriata
Fid. und inornata n. sp. S. 78 vertreten; die neue Art wurde von
Boheraan im mittleren Lappland erbeutet.
On the case etc. of Agraylea multipunctata Gurt.
(= Hj^droptila flabellifera Bremi); by K. J. Morton; Entom. Monthl.
Mag , XXII, S. 269—272.
Calamoceras Volxemi in Frankreich (Le Blanc, Indre);Mc
Lach lau, Entom. Monthl. Magaz. XXIII S.38.
Ueber Cyrnus insolutus = urbanus Rambur s. (Mabille)
Mac Lachl an, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 225.
Planipennia.
Ascalaphus hi Spaniens Ecmb. in Frankreich (Ostpyrenäen);
Mc Lachlan, Entom. Monthl. Magaz. XXIH S.-91.
A. meridionalis bei Assmannshausen a. Rh.; Glaser, Entom,
Nachr. 1886 S. 76— 78 (Referent fand ihn bei Rüdesheim am Nieder-
walddenkmal fliegend).
Mc Lachlan's Notes concerning Chrysopa ventralis,
prasina, abdominalis, aspersa, and Zelleri in Entom. Monthl.
Magaz. XXni S. 33—36 ergeben als Resultat einer vergleichenden
Prüfung der genannten Arten, dass mit Ausnahme der eigenthümlichen
Beschaffenheit des Prosternum und Abdomens von ventralis die
übrigen Merkmale nicht beständig sind, so dass man alle genannten
Formen als Varietäten einer Art ansehen könnte, der der Name
ventralis zukäme; Hesse man ventralis s. str. aber als besondere
Art zu, so müsste man die übrigen als Varietäten einer Art an-
sehen, für die der Name prasina angenommen werden müsste.
Derselbe bespricht einige Punkte in der Variation von Chr.
septempunctata Wesm.; ebenda S. 36-^38.
Dilar meridionalis Hag. in Frankreich (s. Ostpyrenäen);
Mc Lachlan, Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 91.
Drepauopteryx phalaenoides L. neuerdings wieder in
Schottland gefangen; King, Proc. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.)
I S. LXVIII.
Mac Lachlan meldet das Vorkommen von Schuppen
auf den Flügeln von Isoscelipteron Costa (vielleicht synonym
mit Berotha Walk.); die Trübung der Flügel von Pamexis Hag.
13G 1^1*- Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
rührt von einem körnigen Ueherzuge der Flügel, ähnlich dem von
Coniopteryx her; Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 215 f.
Mantispa styriaca Foda neuerdings v^^ieder bei Berlin
(Pich elsvi^er der) gefunden; Entom. Nachr. 1886 S. 159.
Megaloraus conspersus (Leukerbad, Canton Wallis); G. Schoch,
Neuroptera, in Faun. Insect. Helvetiae, S. 33; vy^ird als synonym mit
algidus Erichs. S. 92 wieder eingezogen.
Beuthin giebt 2 Fundpunkte des Myrmeleo formicarius L.
(formicalynx Burm.) bei Hamburg an; Verhandl. Ver. f. naturwiss.
Unterh. Hamburg, VI, S. 91.
Hagen beginnt eine Monograph of the Hemerobidae mit
Part I:Nemopteridae. Es sind die 14 Arten Nemoptera sinuata
Oliv., aegyptiaca Bb7-., Ooa L., bipennis Illig., Ledereri De Selys,
barbara Klg., gracilis Hag., halterata Forsk., angulata Westw., Afri-
cana Leach, remifera Wesho., Huttii Westiv., pilipennis Westiv., pu-
silla Tschbg. besprochen. Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XXIII S. 250
bis 269.
Diptera.
Mik wendet sich zum Scliluss seines Aufsatzes über
die Artreclite von Tipula oleracea L. und paludosa Meig.
gegen die Methode, die Hypopygien getrockneter
Sammhmgsexemplare zum Zwecke einer mikroskopischen
Betrachtung herauszupräparieren, findet den Werth der so
hergestellten Präparate für die Artunterscheidung zweifel-
haft und das Hergeben von Exemplaren aus Typen-
sammlungen zu dem angegebenen Zweck für bedauerlich;
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVI S. 479—483.
H. Dziedzicki sagt einige Worte über die
Präparation des Hypopygiums der Dipteren; Wien
Ent. Zeitg. 1886 S. 25—27.
Mik bringt Dipterologische Miszellen I — III;
ebenda S. 101 f., 276—279, 317 f.
Als Beitrag zur Fauna der zweiflügeligen In-
sekten lässt Dziedzicki ebenda S. 153, 189, 229, 251,
266, 326, 346 if. die deutsche Beschreibung der vorher
in polnischer Beschreibung bekannt gemachten Arten der
Gattungen Mycothera, Mycetophila und Staegeria er-
scheinen; vgl. den vor. Ber. S. 139.
29e Partie von Bigot's „Dipteres nouveaux ou
peu connus" enthält in XXXVII Essai d'une classi-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 18S6. 137
fication synoptiqiie du gronpe des Tanypezidi et de-
seription de genres et d'especes inedits. Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 287—302, 369—392.
V. V. Röder macht Dipteren von den Cor-
dilleren in Columbien, gesammelt in einer Höhe von
3200— 4490M., bekannt; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 257— 270.
D ip t er 0 logische Fragmente, nagelaaten door Prof.
Dr. H. Weijenbergh und verötfentliclit in der Tijdschr.
V. Entomol. XXIX S. 125—133 PI. 5 durch F. M. van
der Wulp enthalten die Beschreibungen für neu an-
gesehener Arten aus Argentinien.
Verrall zählt a hundred new British species
of Diptera auf; Entom. Monthl. Mag., 22, S. 179—182,
199—202, 230—234.
W. Tief meldet seltene Dipterenfunde aus
Kärnten; Jahrb. d. naturh. Landesmus. Kärnten XVIII
S. 63—73.
V. V. Röder giebt eine Uebersicht der in der
Umgegend von Dessau durch Herrn G. Amelang
gesammelten Dipteren; Corrbl. Entom. Verein. Halle
1886 S. 11 f., 20 f.
Ein erster Beitrag zur Kenntniss der Dipteren
der Umgegend von Hamburg von Dr. H. Beuthin
führt 1164 Arten auf; Verh. Ver. f. naturw. Unterhaltung
Hamburg, VI, S. 46—86.
G. H. Neuhaus: Diptera Mar chic a. Systematisches
Verzeichniss der Zweiflügler der Mark Brandenburg.
Mit kurzer Beschreibung und analytischen Bestimmungs-
Tabellen. Mit 6 lithogr. Tafeln und 3 Holzschn. Berlin
1886. Besprechungen s. Deutsche Ent. Zeitschr. 1886
S. 445; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S.^286 f.
Ueber einige Dipteren, deren Vorkommen in der
Mark nicht oder wenig bekannt ist; von E. Engel in
Entom. Nachr. 1886 S. 45—47.
Sintenis fügt seinem früheren Tipuliden-Verzeichniss
von Dorpat 26 -\- 6 weitere Arten, sowie 3 Rhyphus- und
4 Dixa- Arten hinzu; Sitzber. Naturforscher -Gesellsch.
Dorpat VII S. 287 ff. und 361 f.
138 I^i'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Karsch bearbeitet Dipteren von Pungo-An-
dongo; Entom. Nachr. 1886 S. 49—58, 257—264, 337
bis 342 mit Holzschn.
Stoll's Mittheilungen über Myiasis sind referierender
Natur; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 209.
Spängberg erwähnt einen Fall, wo eine grosse
Fliegenlarve, wahrscheinlich Eri stall s tenax angehörig,
ohne ihr Leben eingebüsst zu haben, den Darmkanal
eines Kindes passierte; Entom. Tidskr. 1886 S. 5, 121.
Nach Mik ist eine von Girs ebner bekannt ge-
machte, durch symmetrisch gestellte Borsten am Kopfe
ausgezeichnete Museide insofern ein Kunstprodukt, als
die Borsten abgestreifte Raupenhaare sind; Verh. zool.
bot. Gesellsch. Wien, 35, S. 331 , 332, was Girschner
nicht gelten lassen will; Ent. Nachr. 1886 S. 20, 21; Mik
meldet aber den Fund einer Exorista excavata, die
am Kopfe dieselben Borsten hatte, welche letztere aber
ganz sicher der Raupe von Chelonia villica angehörten,
bei welcher die Art demnach schmarotzt. Die Borsten
am Kopfe der Girschner'schen Fliege rühren jedenfalls
von einer Chelonia- oder Arctia- Raupe her; ebenda
S. 201—203.
A. Laboulbene schickte eine Note sur des oeufs
remarquables d'un Insecte Diptere ein; Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 285, 286 PI. 4 Fig. 1—3. Die (muth-
masslichen) Eier fanden sich am Muskelfleisch eines
Kalbes, das mit Finnen der Taenia sagin ata besetzt war.
F. A. Wachtl erzog Phorostoma parvula Portsch.
aus LaiTen von Saperda populnea L.] Masicera agilis
Mg. und Exorista flavicans Mg. aus den Puppen von
Bupalus piniarius L. ; Nemorilla notabilis Mg. aus Raupen
von Aspis Udmanniana L. und N. maculosa Mg. aus
Tortrix murinana Hb.\ Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 307.
P. Inchbald zählt auf Diptera bred from the
pupae in 1885; The Entomologist, Londen, 1886 S. 8—10.
— „Agromyza flavifrons Mg. wurde aus blasenförmigen
Minen an den Blättern von Lychnis dioeca gezogen; die
Verpuppung geschah in der Erde oder zwischen ab-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 139
gestorbenen Blättern. Zwei Generationen. — Phorbia
floricola Zelt, lebt als Larve im Receptaciüum von Senecio
aquaticus, das sie aushöhlt und worin sie sich im Juli
verpuppt; äusserlich nicht bemerkbar. — Phytomyza
lateralis Mg. im Receptaculum von Matriearia inodora,
eine bis zwei Larven; an den Discusblüthen zeigt sich
ein dunkler Fleck, entwickelt sich Anfangs August. —
Urellia stellata Füssli wurde im Blüthenkopfe von Core-
opsis grandiflora (in Gärten) gefunden. — Noch wird das
Vorkommen von Minen besprochen, welche die ganze
Länge des Blattes von Ranunculus lingua längs der
Mittelrippe durchziehen und wahrscheinlish von einer
Anthomyzide veranlasst werden ; endlich wurde die Larve
von Cecidomyia Caricis in dem rudimentären Utriculus
der Fruchtähren von Carex muricata beobachtet." (Re-
ferat von Mik in Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 160.)
G. Gercke schickte Dipt erologische Miscella-
neen ein; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 161— 168 Taf. IL
Dieselben handeln von Spilographa abrotani Mg., von
welcher 2 Exemplare aus Eupatorium cannabinum erzogen
wurden. Das eine, unzweifelhaft ein ^^ hatte ein doppelt
so langes „Geweih" am Kopfe als das andere. — Schiner's
Definition von Tichomyza fusca wird ergänzt. Der Saug-
und Schlundapparat derselben stimmt mit dem der echten
Ephydrinen überein, für die er charakteristisch ist. Der-
selbe ist von Scatella stagnalis in Fig. 2 dargestellt. —
Empis Gaigeri n. sp. — Der behaartflügelige Ceratopogon
murinus Winn. entwickelt sich aus Larven und Puppen,
welche im Wasser leben und denen der nacktflügeligen
Arten verwandt sind. — Von einer antarktischen Fucellia-
Art wird die Made beschrieben und abgebildet Fig. 6 — 11.
— Von Hemerodromia albicornis Mg. ist das Hypopygium
beschrieben und abgebildet Fig. 12. — Palloptera um-
bellatarum Mg. wurde in Menge aus Blüthenköpfen der
Carlina vulgaris erzogen; die männlichen Genitalien
dieser Art sind beschrieben und abgebildet Fig. 13. —
Von P. ustulata Fall, wird ein monströses Exemplar er-
wähnt und abgebildet, Fig. 15, mit einer dem oberen
140 Dl'. Pli. Bert kau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Flügelschüppchen einer calyptraten Museide gleichen
Schlippe über den Rücken vom Nacken bis zum Schildchen.
— Auf dem Taster von Drosophila funebris werden
Pilzwucherungen beschrieben und abgebildet Fig. 14.
F. Meinert sagt Lidt om Tachina-larvers snyl-
ten i andre Insektlarver; Entom. Tidskr. 1886 S. 191
bis 193; 205 f. Er fand Tachinalarven in den Larven
von Lina Populi und Cimbex in einem Säckchen steckend,
so dass der Kopf der Larve nach dem Grunde, und das
Körperende mit den Athemlöchern nach der Oeifnung
des Sackes an der Haut des Wohnthieres gerichtet war.
Die Wandung des Sackes war von der inneren Haut
der Hypodermis gebildet und nicht von der Matrix der
Tracheen, wie in den von Cholodkowsky mitgetheilten
Fällen; vgl. dies. Bericht für 1884 S. 113.
Osten -Sacken lässt einen 1862 in den Proc. Eni
Soc. Philadelphia erschienenen Aufsatz: Char acters of
the larvae of Mycetophilidae wieder abdrucken;
Heidelberg 1886, S. 1—30, nebst Tafel.
Ein dritter Beitrag zur Naturgeschichte (Me-
tamorphose) verschiedener Arten aus der Familie
der Tipuli den von Th. Beling in Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1886 S. 171—214 enthält die Beschreibung
der Larve, z. Th. auch Puppe, von Ptychoptera lacustris
Mg.; Pachyrrhina analis Schnm., annulicornis Meig., pra-
tensis L.; Tipula dilatata Schum., gigantea Schrank, hor-
tulana Aleig., longicornis Schum,, luteipennis 3Ieig., mar-
morata Aleig., micans Zeit, pruinosa Wiecl, subnodicornis
Zett., varipennis Meig., vittata Meig., Winnertzii Egg.;
Dolichopeza sylvicola Gurt; Dasyptera haemorrhoidalis
Zeit.; Trichosticha icterica Egg., lutea Meig.; Erioptera
ochracea Meig. ; Gonomyia schistacea Schum. ; Poecilostola
punctata Meig.; Limnophila fuscipennis Meig., hyalipennis
Zett., lineola Meig., nemoralis Meig.; Limnobia dumetorum
Meig., flavipensis E. Angeschlossen ist eine Tabelle zum
Bestimmen von Gattungen und einigen Arten von Tipu-
lidenlarven und eine solche der Gattung Tipula.
im Gebiete der Entomologe wahrend des Jahres 1886. 141
F. Meine rt: De eucephale miiggelarver. Sur les
larves eucephales des Dipteres, leurs moeurs, et
leurs metamorplioses. Copenhague, 1886. 4^, 140 Ss.,
4 Taff. (V. Danske Viel. Selsk. Skrifter).
In einer Nota acerca de los moscos zancudos
que lian invadido la capital en el presente ano von
J. Sanchez wird das massenhafte Auftreten einer Culex-
Art in Mexico 1885 erwähnt und die Gründe erwägt,
w^elche die mig-ewöhnliche Vermehrung derselben ver-
anlassten. Die Art Hess sich nicht identifizieren und ist
wahrscheinlich neu; zum Wiedererkennen ist eine Diagnose
derselben gegeben. La Naturaleza VII S. 203 — 213.
Mik erinnert daran, dass manche Fliegen, oft noch
lange Jahre nach ihrem Tode, einen spezifischen Geruch
verbreiten und meldet von Pelidnoptera nigripennis
einen früchteähnlichen Geruch, wie er sonst Sepsinen
eigen ist; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 278 f.
G. V. Ciaccio: Sur la fine structure des yeux
des Dipteres; Journ. de Micrographie X S. 232 — 237,
401—406, 454—459.
Zur embryonalen Entwicklung der Museiden
macht Kowalewsky folgende Mittheilung. Der am
vorderen Eipol gelegene Kern theilt sich in zwei und
mehrere, welche nach der Mitte des Eies rücken und
sich mit einem Hof reinen dotterfreien Plasmas umgeben.
Ist die Zahl dieser Zellen noch mehr gew^achsen, so
rücken sie an die Oberfläche, erreichen dieselbe am
hinteren Pol am frühesten und treten hier zwischen den
Keimhautblasten durch in den Raum zwischen Ei und
Dotterhaut. Nach der Bildung der Polzellen erreichen
auch die anderen Zellen die Peripherie des Eies und
verschmelzen mit den Keimhautblasten und bilden dadurch
die Blastodermzellen, deren Plasma also von zwei ver-
schiedenen Theilen des Eies stammte; ein Theil der
Zellen bleibt auch als Dotterzellen im Dotter zurück.
Damit ist die Keimhaut fertig und es beginnt die Bildung
der Rinne. Die Rinne tritt auf der Bauchseite auf, von
14*2 Dr- P ^^- Bertkau: Bericht üb. die wisseusch. Leistungen
vorn nach hinten und noch auf ein Drittel des Rückens
sich erstreckend; die Schliessung- geht in derselben
Richtung vor sich. Die geschlossene Rinne enthält das
untere Blatt, die Anlage des Meso- und Entoderm. Gleich-
zeitig mit der Rinne geht auch durch Faltenhildung die
Anlage der Embryonalhäute vor sich, die bei den Museiden
aber nur eine geringe Ausdehnung (auf der Rückenseite)
erlangen und später beim Zusammenziehen des Keim-
streifens auf der Bauchseite verstrichen und unmittelbar
in die Haut des Rückens aufgenommen werden. Die
Spaltung des unteren Keimblattes in Endo- und Meso-
derm knüpft an die Bildung des Vorder- und Afterdarmes
an. Indem nämlich dem vorderen Körperende genähert
der Vorderdarm durch eine Ektodermeinstülpung entsteht,
hebt die nach dem Dotter vordringende Spitze dieser
Einstülpung einen uhrglasähnlichen Theil von dem unteren
Keimblatt ab ; dasselbe thut der Afterdarm. Diese beiden
uhrglasartigen Schalen sind die Anlagen des Entoderms,
die gegeneinander wachsen, aber nicht im ganzen Um-
kreis gleichmässig, sondern in zwei neben dem Keimstreif
liegenden Strängen stärker. Die im Dotter eingeschlossenen
Zellen bleiben in demselben, ohne aber im geringsten
mit der Entodermbildung etwas zu thun zu haben. Ein
kleiner Theil des Dotters mit Dotterzellen bleibt vor der
Vorderdarm- und hinter der Afterdarmeinstülpung ausser-
halb des Entoderms, und verschmilzt vollständig mit den
Mesodermzellen.
Alles, was vom primitiven unteren Keimblatt nach
Abhebung der Entoderm anlagen übrig bleibt, also der
ganze mittlere Theil, wird Mesoderm und theilt sich in
2 Massen: 2 Stränge von Zellen längs der wachsenden
Ausläufer des Entoderms liefern das Darmmuskelblatt;
aus dem übrigen umfangreicheren Theil stammen alle
anderen Mesodermgebilde des Körpers. Die Bildung des
Ekto- und Mesoderms bei Museiden bietet eine ins einzelne
zu verfolgende Parallele mit Sagitta, wie Kowalewsky
genauer darlegt. Biol. Centralblatt VI S. 49 — 54.
Derselbe bringt einen Beitrag zum Verhalten des
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 143
Rückeiigefässes und des guirlandenförmigen Zell-
strang-es der Museiden während der Metamorpliose;
ebenda S. 74 — 79. Durch Fütterung der Larven (und
Imagines) mit Cochenille und Silbersalzen, die zunächst
in der getäuschten Hofthung vorgenommen war, das
Durchtreten der gefärbten Stoffe durch die Darmwand
zu beobachten, gelang es, die Zellen des sog. guirlanden-
tormigen Zellenstranges, ferner die 13 Paare von grossen
Zellen zwischen dem 9. und 11. Segmente sehr intensiv
zu färben und damit ihr Schicksal während der Ver-
wandlung mit grösserer Leichtigkeit zu verfolgen. Durch
diese Färbung wird die Vermuthung Weismann's, der
diese Zellen den Blutgefässdrüsen der Wirbelthiere an
die Seite gestellt hatte, bestätigt; sie dienen zur Reinigung
des Blutes. Die Färbung beruht auf der Herstellung
einer unlöslichen Eiweissverbindung, die einen halbmond-
förmigen Ring um den Zellkern einnimmt und den Farb-
stoff festhält. Im Verlauf der Puppenruhe nun werden
die Zellen des guirlandenförmigen Stranges von den
Körnchenkugeln (s. den vor. Ber. S. 133), Fagozyten, auf-
gefressen; der Strang ist also eine echte Larvendrüse,
die nicht in die Imago übergeht. Von den 13 Paaren
grossen Zellen werden die 6 hinteren auf dieselbe Weise
resorbiert und nur die 7 vorderen gehen in die Imago
über. Ebenso bleibt der mittlere und vordere Theil des
Herzens während der ganzen Puppenruhe bestehen und
geht, ohne einer Histolyse und Neubildung anheim-
zufallen, unverändert in die Imago über.
J. Mik hat ein Verzeichniss der Arten-Namen,
welche in Schiner's Fauna Austriaca enthalten
sind, zur leichteren Benutzung der Schinerschen Fauna
zusammengestellt; Wien, A. Pichler's Wittwe & Sohn,
S. 1—57.
Derselbe unterzieht die Dipteren-Genera Paolo
Lioy's einer Besprechung. Er findet sie sammt und
sonders unhaltbar: Die Diagnosen sind mangelhaft, zu-
meist nur auf Artmerkmale gegründet; manche frühere
Namen sind willkürlich geändert und die wichtigste
144 Dr. Pli. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
neuere Literatur ist nicht beachtet worden. Um den
Kollegen nun die zeitraubende Arbeit einer Deutung zu
ersparen und um zu zeigen, dass die Lioy'schen Gattungen
ruhig bei Seite gelassen werden können, versucht Mik,
die Gattungen, 194 an der Zahl, zu deuten; Entom.
Nachr. 1886 S. 321—328.
Orthorrliaplia.
Ceoidomyiadae. J. J. Kieffer bringt die Beschreibung
neuer Gallmücken und ihrer Gallen; Zeitschr. f. Natur-
wissensch., Halle, LIX (N. F. V) S. 324-333. Es sind dies Ceci-
domyia Bhaphanistri S. 324 (in den Blüthen von Rh. silvestre), he-
tuleti S. 326 (in den jüngsten Blättern der Triebe von Betula alba),
Schlechtendali S. 328 (in Blättchen von Orobus montanus), affinis
S. 330 (in Blätterschöpfen, deformierten Blüthen und Blattrand-
rollungen von Viola silvestris), Viscariae S. 332 (in den deformierten
Spitzen der nicht blühenden Triebe von Viscaria vulgaris). — Sämmt-
liche Arten haben Elsass-Loth ringen zum Vaterlande; die
meisten sind in der Umgegend von Bit seh gefunden.
Cecidologische Notizen von Dr. F. Low in den Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1886 S. 97-102 beziehen sich auf die Entwickelung
der Galle von Hormomyia piligera H. Lw. und die Literatur
der Galle von Cecidomyia Taxi Inchb.
P. Inchbald in the Entomologist, 1885 S. 311—313 („a year's
work among the Grallgnats") theilt seine Zuchtresultate mit Cecidom.
acrophila Winn., Crataegi Winn., Urticae Perr., Persicariae jL.;
Hormomyia ptarmicae Vall. und floricola Lw. mit.
F. A. Wachtl's Aufsatz über Gallmücken in der Wien.
Ent. Zeitg. 1886 S. 209 f. bezieht sich auf Cec. Moraviae }Vachtl,
von der eine ausführliche Beschreibung und Abbildung der Galle auf
Lychnis viscaria auf Taf. III gegeben wird; auf Diplosis Tama-
ricis Koll, die nicht selbst Gallen erzeugt, sondern in den von
einem Phytoptus hervorgerufenen Gallen der T. articulata als Inquiline
lebt; und auf Asynapta pectoralis Winn., deren Larve in den Frass-
gängen von Magdalis Pruni L. und Tetrops praeusta L. in Zweigen
von Prunus avium lebt.
Cameron erwähnt G all mucken gallen (von Lasioptera juni-
perina auf Juniperus nana), auf Rosa spinosissima und Lathyrus
macrorrhizus ; Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 296 f.
H. A. Hagen weist the breastbone of the larva of
Cecidomyia homologous to the labium nach; Entomologia
Americana I S. 229.
Ueber die Mückenblattgalle von Vitis vinifera und
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 145
ihre Unterscheidung von der Reblausgalle s. Fr. Thomas
in Entomol. Nachr. 1886 S. 129—135, 199 f.
Cecid. inclusa Frauenf. in Phragmites communis bei Stock-
holm; Guinchard und Aurivillius, Entomol. Tidskr. 1886 S. 5, 120.
A. Targioni Tozzetti theilt Notizie sommario di due speeie
di Cecidomidei, una consociata ad un Phj^toptus, ad altri
acari e ad una Thrips in alcune galle del Nocciolo (Corylus
avellana X.j, una gregaria sotto la scorza dei ramo diOlivo,
nello stato larvale mit; Bull. Soc. Ent. Ital. 1886 S. 419—431 Taf. XVI.
K. Linde man führt diePteromalinen der Hessen fliege
(Cecidomyia destructor Say) auf; Bull, Soc. Imp. Nat. Moscou 1887
No. 1 S. 178— 192 mit 6 Holzschn.; vgl. unten.
E. A. Ormerod: The Hessian fly (Cecidomyia de-
structor) in Great Britain ; London 1886, 12"; 24 Ss.
C. muricatae; Inchbald, The Entomologist XIX S. 152, Inch-
baldiana (= clausula Bremi), Mik, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 317.
Diplosis coi-yligallarum (Italien, in Gallen der Cor. avellana,
mit Thrips consociata u. sp. ; Phytoptus pseudogallarum Vallot -. Tyro-
glyphus minutus n. sp.; Glycyphagus domesticus De Geer; Caligonus
virescens n. sp. und Gamasus vepallidus Koch) S. 422 Fig. 1. 3. 4. 5. 8,
oleisuga S. 428 Fig. 2, 6, 7; Targioni Tozzetti a. a. 0.
Hormomyia Ahrotani; Trail, The Scottish Naturaliso (N. S.)
II S. 250.
F. A. "VVachtl liefert eine ausführlichere Beschreibung seiner
Lasioptera populuea, der Erzeugerin der Blattgalleu auf P. alba
L. und canescens Willd. nebst Abbildung der Gallen; Wien. Ent.
Zeitg. 1886 S. 308—310 Taf. V.
Myeetophilidae. Mik ersetzt den Gattungsnamen Eury-
cera Dziedzicki als schon vergeben durch Ällocotocera; Wien. Ent.
Zeitg. 1886 S. 102.
Für die Gattung Staegeria v. d. Wulp wird wegen der gleich-
lautenden, auf Cordylura Kuntzei Zeit, errichteten Rondani'schen
Gattung der Name Monoclona in Vorschlag gebracht von dem-
selben ebenda S. 279.
Ueber eine leuchtende Mycetophiliden-Larve s. Hudson, Entom.
Monthl. Magaz. XXIII S. 99— 101 ; Osten-Sacke n S. 133 f.
Dziedzicki erkennt seine Mycothera van der Wulpii als
identisch mitM. dimidiata Staeg.; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 190 Aura.
In einem Beitrag zur Metamorphose der Zweiflügler-
Gattung Sciara Bleig. beschreibt Beling Larve und Puppe von
24 Arten, die z. Th. von ihm zuerst in den Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien oder im Zool. Garten bekannt gemacht worden waren, nämlich
Sc. Belingi, bicolor, concolor, dispar, egregia, glabricollis, hortulana,
nigrescens, tremulae, rufiventris, arenaria, carbonaria, fusca, gregaria,
hispida, lutaria, militaria, montana, quercicola, socialis, Solani, syl-
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. U. H. 2. g;
140 T>r. Pli. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistmigen
vatica, sylvicola; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 11—14, 71—74, 93—96.
129—134.
Sc. marginalis (Columbien) ; v. Röder, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 258.
Simuliadae. Vogler beschreibt die Tracheenkiemen der
Simulium-Puppen; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 277—282 mit
4 Holzschn.
S. indicum (Assam); Becher, Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. 53
P. II S. 199 mit 1 Taf.
Bibionidae. Scatopse incompleta (Abbey Wood), suhnitens
(Dunmark Hill) S. 180, minutissima (Pagham Harbour) S. 181;
Verrall, Ent. Monthl. Mag. 22.
Culieidae. Massenauftreten einer Culex -Art in der Haupt-
stadt Mexico s. oben S. 141.
Chironomidae. Burmeisteria (n. g.) photopJiila (Argen-
tinien); Weijenbergh a. a. 0. S. 130 PI. 5 Fig. 16—18.
Ceratopogon crudelis (Tegel bei Berlin); Kar seh, Berl. Ent.
Zeitschr. 1886, Sitzber. S. XVIII.
Chironomus fluminicola Fig. 1, Cwdovensis Fig. 2, 3 S. 127, tri-
ornatus Fig. 4, maculcdus Fig. 5-8 S. 128, hircus Fig. 9, chloroxihilus
Fig. 10, sanus Fig. HS. 129, lepidiis Fig. 12, severus Fig. 13, innocens
Fig. 14, tutuUfer Fig. 15 S. 130; Weijenbergh a.a.O.
Psychodidae. Psychoda venusta (Argentinien) ; W e i j e n b e r g h
a. a. 0. S. 132 PL 5 Fig. 19.
Tipulidae. Part I. der Studies on Tipulidae von Osten-
Sacken enthält eine Review of the published gener a of the
Tipulidae longipalpi, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 153— 187 mit
folgenden Abschnitten: 1. On Dolichopeza and its relatives. 2. On
Ctenophora and its relatives. 3. On the australian Tipulina with
pectinate antennae and especially on the genus Ptilogyna Westw.
4. On the South American Tipulina with pectinate antennae. 5. On
the australian genera Leptotarsus Cruer. and Semnotes Westw. 6. On
the Tipulina in the narrower sense (Tipula, Pachyrrhina etc ). — In
die Verwandtschaft der Gattung Dolichopeza gehören ausser den
beschriebenen Scamboneura, Apeilesis, Megistocena dien. Gr. Brachy -
premna S. 161 (antennae 11-art., capite non longiores; forceps ^
parvus, Simplex ; alae non vitreae ; cellula 5. posterior discali contigua ;
Vena 7. brevis, in angul. analem excurrens; caput thoracis prolon-
gationi insertum) und Tanypremna (wie Brachypremna, aber vena
7. marginem ante angul. analem attingente; capite thoraci applicato).
Die Gattung Brachypremna hat zur Type (Tipula) dispellens Walk.;
ausserdem gehören noch (T.) breviventris Wied. und mehrere un-
beschriebene Arten von Brasilien, Surinam, Portorico hierher. —
Tanypremna, S. 163, zuerst in Biol. Centr. Americana , Diptera S. 19
Taf. 1 fig. 2, aufgestellt, hat T. opilio 0. S. von Guatemala zur Type. —
im Gebiete der Entomologie wähveiid des Jahres 1886. "[47
In der Verwandtschaft von Ctenophora wird die n.G. PseUio2)Jiora
S. 165 aufgestellt (Ctenophorae s. str. proximiim, sed ramis 4 art.
ant. (J aequilongis , pilis longioribus, mollibus, nou valde densis
vestitis etc.). Die Gattung enthält 16 Arten aus der orientalischen
Region. — Die durch das Fehlen des .,nasus" genannten Fortsatzes
auf der Oberseite der Schnauze charakterisierte Gattung Ptilogyna
ist auf Australien beschränkt; auszuschliessen sind von ihr wahr-
scheinlich Pt. par Walk., flabellifera Liv. und simplex WalJc., welche
letztere eine Ozodicera ist; dagegen ist die nasenlose Ozodicera
longipedalis Westiv., (womit Pedicia gracilis Walk, synouj'm ist),
wahrscheinlich eine Ptilogyna. — In Süd- Amerika sind die gekämmt-
fühlerigen Tipulinen aussen durch (Ptilogyna ?) flabellifera Jav. durch
die Gattungen Ctedonia Phil, und Ozodicera 3Iacq. vertreten. —
Weiterhin werden noch die beiden australischen Gattungen Lepto-
tarsus und Semnotus, sowie die in die engere Verwandtschaft von Tipula
gehörigen (Ozodicera), Macromastix, Longurio, Holorusia, Stygeropsis,
Tipula, Pachyrrhina, iSTephrotoma behandelt.
G. H. Verrall stellt eine List of British Tipulidae etc.
(„Daddy-Longlegs"), with notes zusammen; Eutom. Monthl. Magaz.
XXni S. 117— 125, 156-160.
Mik errichtet für die Symplecta-Arten, deren beide Zinken
der Gabel der 2. Längsader nicht durch eine überzählige Querader
verbunden sind, die Gattung Symplectomorpha, mit S. stictica
(Meiy.) als Type; Wien. Eut. Zeitg. 1886 S. 318.
Dicranomyia tipulipes (Pungo Andongo) ; K a r s c h , Entom. Nachr.
1886 S.51.
Karsch schreibt über das Dipterengenus Dolichopeza
Gwr^. (Leptinailf^.j; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 63, 64 mit D. mala,
gasya S. 64 von Madagaskar; und stellt die 3 Arten der Gattung
sylvicola Curt., nitida Mik und malagasya Karsch tabellarisch zu-
sammen; Entom. Nachr. 1886 S. 284 f.
Mik schildert Larve und Puppe von Elliptera omissa £'^(/.;
die Puppe ist in einen von Schlamm umgebenen Cocon eingeschlossen ;
Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 337—344 Taf. VL
Limnobia nitida (England); Verrall, Entom. Monthl. Magaz.
XXni S. 124 f., ocellata (Ecuador): v. Röder, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 259.
Limnophila sepium (England); Verrall, Entom. Monthl. Mag.
XXn S. 200.
Molophilus hißatus (England); Verrall, Entom. Monthl. Mag.
XXII S. 199.
Pachyrrhina fuscipennis (Pungo Andongo); Karsch, Entom.
Nachr. 1886 S. 52.
Mik äussert sich in den Verb. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVI
S. 475— 479 über die Artrechte von Tipula oleracea L. und
K*
148 Dr. Ph. B ertk au: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Tipula p aludos a Meig.; die Unterschiede sind auch an den Hypo-
pygien ausgeprägt, von denen auf S. 478 je 2 Holzschnittabbildungen
geliefert werden.
T. 7nonüiformis (Ecuador, 3800 M.); v. Röder, Stett. Ent.
Zeitg. 1886 S. 259.
Trichocera Simonyi {hochalpin, 2875 ni., Schaubachhütte am
Ortler) -, Mik, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 57. (Es ist dies die Art,
welche nach Rogenhofer der Entdecker Simony bei — 0,8" R lustig
schwärmend beobachtet haben sollte; nach Mik krochen sie an
der Mauer der Hütte träge herum; vgl. den vor. Ber. S. 33).
Rhyphidae. Rhyphus fasdatus (Paramo, 3200 M.); v. Röder,
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 260.
Stratiomyiadae. Bhingioiisis (n. g. Odontomyiae simile) Tau
(Brasilien); v. Röder, Entom. Nachr. 1886 S. 138.
Derselbe giebt ebenda S. 139 f. eine Beschreibung der Glattung
Melanochroa Schin. mit M. dubia Schin.
Tabanidae. Pangonia atripes (Titicaca); v. Röder, Stett.
Ent. Zeitg. 1886 S. 261.
Leptidae. S. W. Willis ton: On two interesting new genera
of Leptidae (Agnotomyia; Arthroceras) ; Entomologia Americ. II
S. 105—108.
Kar seh macht auf eine zweite Leptide mit nur vier Hinter-
randzellen und an die Discoidalzelle stossender vierter aufmerksam,
die habituell einer grösseren Spania gleicht und Australien (Schwan en-
fluss) zur Heimath hat; Entom. Nachr. 1886 S. 140 f.
Macellopali^us (n. g. Atherici proximum) flaveolus (Neu
Guinea); Bigot, Bull. Entom. France 1886 S. XL VIII.
Chrysopila alpicola (Trafoi); Pokorny, Wien. Ent. Zeitg. 1886
S. 194
Asilidae. Osten-Sacke n macht eine Berichtigung zu seinem
Artikel On Apiocera, wozu eine Ansicht des Originalexemplars
von Philipp! die Möglichkeit gab; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 139;
vgl. den Ber. für 1883 S. 132.
Die Systematic position of the genus Apiocera ist
nach Coquillet in Psyche IV S. 234—244 bei den Thereuiden.
Laparus faiistus (Gap.) S. 71, apertus (Gabun) S. 72; Kar seh,
Berl. Ent. Zeitschr. 1886.
Spanurus compressus (Pungo Andongo); Kar seh, Entom. Nachr.
1886 S. 56.
Bombyliadae. Bhahdopselaphus (n. g. Oerouti vel Dasy-
palpo vicinum, antennarum palporumque structura diversum) mus
(Kalifornien); Bigot, Bull. Ent. France 1886 S. CIV.
Peringueymyia (n. g Comasti affine) Capensis (Gap); der-
selbe ebenda S. GX.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886, 149
Sisyrophanus (n. g.) Homeyeri (Pungo Andongo); Karsch,
Entom. Nachr. 1886 S. 54 mit Holzschn.
Argyramoeba sinnata aus einem Neste von Eumenes
unguiculus erhalten; Bugnion in Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 208.
Co quill et stellte eine Tabelle der nordamerikanischen Loma-
tiina auf; Canad. Entom., Mai 1886, die von V. v. Röder in der
AVien. Ent. Zeitg. 1886 S. 263—265 reproduziert wird:
1. Dritte Basalzelle (Analzelle) offen 2
geschlossen ; 3. Fühlerglied , von der Seite gesehen, mehr denn
2 mal so lang als breit, allmählich spitz zulaufend; Pulvillen
vorhanden Oncodera Mcq.
2. Drittes Fühlerglied, von der Seite gesehen, mehr denn 2 mal so
lang als breit, in der Nähe der Basis plötzlich zusammengezogen,
der Endtheil stielförmig; das ganze Gesicht behaart ... 3
nur wenig länger als breit; obere Hälfte des Gesichtes nackt.
Pulvillen vorhanden Eucessia n. g.
3. Pulvillen vorhanden; Gesicht gewöhnlich unten zurückgezogen
Aphoebantus Lw.
„ fehlend ; Gesicht gewöhnlich vorgezogen . Leptochilus Iao.
Die Gattung Triodites 0. S. wird mit Aphoebantus vereinigt,
aus der die n. A. vittatus, hirsutus und litus (Californien) beschrieben
werden. Von Eucessia wird E. riibens (Californien) beschrieben;
ferner Leptochilus transitus, ebenfalls aus Californien.
Cyrtosia pallipes (Sardinien); Costa, Reudic. Accad. Sei. fis.
matem. Napoli XXIV S. 324.
Toxophora maculipennis (Pungo Andongo); Karsch, Entom.
Nachr. 1886 S. 56.
Scenopinidae, Osten -Sacken stellt Angaben aus der
Literatur über die Larve von Scenopinus fenestralis zusammen,
aus denen er den Schluss zieht, dass dieselbe fleischfressend ist;
wenn sie in Pilzen, Wurzeln, zwischen Pferdehaaren u. s. w. gefunden
wurde, so beweist dies nicht, dass sie von diesen Stoffen sich nährt;
wahrscheinlich macht sie Jagd auf die Larven und Puppen anderer
Insekten, die in denselben leben; Entom. Monthl. Magaz. XXIIT
S. 51, 52. — Auch nach Hagen in dem Canadian Eutomologist for
April 1886 sind the probable foodof the larva of Scenopinus
Larven und Puppen anderer Insekten.
Nach Riley, Proc. Ent. Soc. Wash. I S. 17, hatte eine Sceno-
pinus-larve in einer WoUdecke Schaden angerichtet.
Acroceridae. Mik gründet für die Acrocera- Arten mit
fehlender 2. Längsader (globulus Pz., tumida Erichs., wahrscheinlich
auch borealis Zeit, und laeta Gerst.) die Gattung Paracrocei'ci;
Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 276.
150 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Acrocera Stelviana (Stilfser Joch); Pokorny, Wien. Ent. Zeitg.
1886 S. 195.
Empidae. Mik schlägt für Phyllodroniia Zeit (wegen des
früheren gleichlautenden Serville'schen Namens) Thamnodromia
vor; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 278.
Empis Gaigeri (Dalmatien); G-ercke, Wien. Ent. Zeitg. 1886
S 163 Taf. II Fig. 3, 4.
Osten -Sacken macht eine bereits früher von ihm mitgetheilte
Beobachtung eines silberglänzenden häutigen Anhanges von Hilara
sp. auch durch die Entom. Nachr. 1886 S. 1, 2 bekannt; vgl. dies.
Bericht für 1877 und 78, 2. Hälfte. S. 190 (534).
Phaeobalia PoJcornyi (Südtirol); Mik, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S.22.
Dolichopodidae. Psilopus eximius (Sardinien); A. Costa,
Geo-Fauna Sarda, VI., a. a. 0. S. 39.
Cyclorrhapha.
Syrphidae. Mik ersetzt Lepidorayia Lio. wegen des gleich-
lautenden Bigot'schen Namens durch Lepidostola; Wien Ent. Zeitg.
1886 S. 278.
lieber das angebliche elastische Gewebe in den Athemröhren
der Eristalis-Larven, das thatsächlich aus einzelligen Hautdrüsen
besteht, s. oben S. 23.
Die wahrscheinlichste Erklärung dafür, dass Eristalistenax sich
in den letzten Jahren plötzlich allenthalben in den Oststaaten
Amerikas gezeigt hat, wo sie früher nicht bekannt war, ist, dass sie
an der Westküste heimisch war und durch den vordringenden Ver-
kehr nach dem Osten verschleppt wurde-, Osten-Sacken, Entom.
Monthl. Magaz. XXIII S. 97—99.
E. montanus (Columbien, 3600 M.); v. Röder, Stett. Ent. Zeitg.
1886 S. 263.
Oestridae. lieber die von Frau A. Zugmayer und Hrn.
F. Wolf entdeckte Lebensweise des Oestrus purpureus
theilt Brauer mit, dass die Larve dieser Art die schon von De
Geer als in der Nasenhöhle des Pferdes lebend angeführte Larve
sei, die auch von späteren Beobachtern erwähnt, auch wohl für eine
von Gastrophilus verschiedene Art erklärt wurde, deren zugehörige
Imago aber unbekannt blieb, bis die genannten Zugmayer und Wolf
aus Puppen, die im Pferdemist gefunden waren, den 0. purpureus
erhielten. Die Bewaffnung und Stigmen der Tonnenpuppen stimmten
genau mit denen von Larven aus der Nasenhöhle des Pferdes über-
ein, welche Brauer von Csokor erhielt, so dass kein Zweifel über
den Aufenthaltsort der Larven dieser Art möglich ist. Da aber
sowohl Larve als auch Imago erhebliche Abweichungen von Oestr.
Ovis zeigen, so schlägt Brauer die neue Gattung Bhinoestrus
iiri (rebiete de r Entomologie wäbreiKl des Jahres 188H. 151
für dieselbe vor; S. 800. Larve, Tonueupiippe und Imago sind be-
schrieben und abgebildet. — Ferner weist Brauer nach, wie durch
mannigfache Verwechselung der Artname nasalis dem Gastrophilus
gegeben sei, wählend er ursprünglich von Linne der heute Cephenom.
Trompe genannten Art gegeben war, und befürwortet desshalb auch,
den Namen nasalis ganz fallen zu lassen und dafür den schon von
Clark eingeführten veterimis a^iiziuiehmen, also Gastrophilus veterinus
(Clark) statt G. nasalis mit. AVien. Ent. Zeitg. V S. 275 und 289 bis
304 Taf. IV.
Ueber ein aussergewöhnliches Vorkommen der Lar-
ven von Cephenomyia stimulator Clk. macht F. A. Wachtl
eine Mittheilung; ebenda S. 805 f. In der Lunge eines sehr
schlecht genährten Rehbockes (Gabler) fanden sich 2 Larven der
genannten Art.
F. Brauer ergänzt ebenda S. 345 die Gattungsdiagnose von
Microcephalus Schnahl.
W. Schöyen berichtet über das in Norwegen häufig beobachtete
Vorkommen einer Hypodermalarve unter der Haut des Menschen,
wo die Maden verschiedene Gänge machen und an den Stellen, wo
sie sich längere Zeit aufhalten, Geschwüre verursachen. Sie sind
alle noch im ersten, höchstens zu Anfang des zweiten Entwickeluugs-
stadiums und werden in diesem unreifen Zustande ausgestossen, was
wohl so zu erklären ist, dass der Mensch nicht das ihnen zusagende
AVohnthier ist. Die Art wird nur mit Wahrscheinlichkeit als H, bovis
bezeichnet, da die zweite in Norwegen vorkommende Art, H. Tarandi.
nur in der Nähe von Renthierheerden vorkommt. Angeschlossen sind
Bemerkungen über den „Oestrus hominis", und die von Sarcophila
Wohlfarti und Camptomyia macellaria verursachte Myiasis; Entom.
Tidskr. 1886 S. 171— 187; 203—205.
Tachinidae. Beichardia (n g. Actiad., Melia B. Desv.
ganz gleich, aber die dritte Längsader der Flügel über die kleine
Querader hinaus bedornt) insignis (östl. vom Tanganjika); Kar seh,
Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 137.
Crossotocnenia (n. g.) Javana (J.) Bigot, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 201.
Gonatorrhina (n. g. Siphonae simile, sed oculis pilosis) para-
monensis (Columbien, 8600 M.); v. Röder, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 265.
Trigonospila {n. g.) picta (Wechselberg, Steiermark); Po-
korny, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 191.
Degeeria Zetterstedtii (Pungo- Andongo) ; K a r s c h , Entom. Nachr.
1886 S.342.
Dejeania corpulenta JfrtCfjr. (nee Wied.) ist von van der Wulp
neubenaunt plumitarsis; die richtige corpulenta Wied. wurde von
152 Dl'- Ph. Bertkau: Bericht üb. die Avissensch. Leistungen
Macquart rufipalpis und von Osten-Sacken venatrix genannt;
Tijdschr. v. Entom. XXIX, Versl., S. XXIX— XXXI.
D. Hecate (Pungo- Andongo) ; Kar seh, Entom. Nachr. 1886 S. 337.
Echinomyia (Peleteria) rustica (Pungo -Andongo); Kar seh,
Entom. Nachr. 1886 S. 338.
'Eixorista, perlucida (Pungo -Andongo); Kar seh, Entom. Nachr.
1886 S. 339.
Gymnochaeta ^?fmca (Pungo- Andongo) ; Karsch, Entom. Nachr.
1886 S. 339.
Girschner bespricht die grosse Variabilität der Phasinen im
Allgemeinen und der Hyalomyia obesa F. im besonderen, die er in
der verschiedenen Lebensweise der auf Imagines aus verschiedenen
Insektenordnungen angewiesenen Larven ansieht; die als verschiedene
Arten unterschiedenen Hyalomyia sieht er als Formen der einen
H. obesa F. an, die unter den Varietätennamen umbripennis,
albulosa, fascipennis, latipennis unterschieden werden und auf der
Tafel abgebildet sind. Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 1-6, 65—70,
103-107 Taf. I
Masicera (Blepharipa) ampUceps (Pungo - Andongo) ; Karsch,
Entom. Nachr. 1886 S. 340.
Micropalpus J0C05WS (Pungo - Andongo ; Cap); Karsch, Entom.
Nachr. 1886 S. 338.
Phorocera somomyina S. 340, pulverulenta S. 341 (Pungo -An-
dongo); Karsch, Entom. Nachr. 1886.
Tachina vasta (Dondo); Karsch; Entom. Nachr. 1886 S. 341.
Dexiadae. van der Wulp behandelt die Langwerpige
Dexinen-Vormen; Tijdschr. v. Entomol. XXVIII S. 189—200
PI. 3. Zu den 3 bekannten Gattungen stellt der Verfasser 4 neue
auf und unterscheidet diese 7 Gattungen in folgender Tabelle:
a. Hinterleib an der Wurzel verschmälert . Corduli gaster Macq.
„ „ „ „ nicht verschmälert, kegelförmig, oft
gegen das Ende zugespitzt, oft weit dünnner als der Thorax . b
b. Letzter Hinterleibsring im (J schwanzartig verlängert . . . c
„ „ „ „ nicht schwanzartig, obwohl bisweilen
dünner als der vorhergehende d
c. Fühlerborste lang gefiedert, Wangen breit; Mittelbeine nicht
länger als das 1. und 3. Paar .... Trichodura Macq.
Fühlerborste nackt; Wangen sehr schmal; Mittelbeine stark ver-
längert Urodexia 0. S-
d. Discoidalader an der Umbiegung ohne Anhangsader . . . . e
„ „ „ ,, mit „ . . . . f
e. Hinterleib kegelförmig; letzter Ring merklich kürzer als der vor-
letzte; After mit den gewöhnlichen Borsten . Leptoda n. g.
Htlb. am Ende spitz zulaufend; letzter Ring mindestens so lang
wie der vorhergehende; After mit Pinselborsten. Graphia u. g.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 153
f. Flügel bunt; Apikalzelle weit offen .... Euantha n. g.
Flügel nicht bunt; Apikalzelle schmal geöffnet; Vorderkopf stark
vorragend; Htlb. ungewöhnlich lang und dünn . Rhaphis n. g.
Leptoda ist zur Aufnahme von (Dexia) gracilis JVied. und
diadema Wied. bestimmt; Euantha für (D.) dives Wied., mit der
Sericocera pictipennis Macq. synonym ist ; Graphia für striyosa n. sp.
(Halmaheira) S. 197 Fig. 9, 10, 11, Rhaphis i\\Y elon(jata n. sp. (Ceylon)
S. 199 Fig. 12-14.
Hystrichodexia (n. g. Hystrisyphonae proximum) armata
(Ecuador); v. Röder; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 266.
Sarcophagidae. Sarcophaga aethiopsis S. 263, imbecilla S. 264
(Pungo-Andongo); Kar seh, Entom. Nachr. 1886.
Museidae. Metallicomyia (n. g. S. 307, von Rhynchomyia
und Gymnostylina in analytischer Tabelle unterschieden) elegans
(Ecuador); v. Röder, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 268.
Strongyloneura (n. g. Rhynchomyiae affine) _2»-a.9mrt (Japan);
Bigot, Bull. Ent. France 1886 S. XIV.
Synamphoneura (n. g. Pyrelliae affine) cuprina! (Java);
Bigot, Bull. Ent. France 1886 S. XIV.
Graphomyia amputato-fasciata S. 259, arciiato-fasciata S. 260
(Pungo-Andongo); Kar seh, Entom. Nachr. 1886.
Massenauftreten der „Musca" corvina in einem Hause in
Altenhunden; 14. Jahresb. Westf. Prov.-Ver. S. 24.
Fourment berichtete auf der 24. renn, des delegues des societes
savantes de la Sorbonne 1886 über einen 85 Mm. langen Mermis im
Hinterleib einer M. domestica ; s. den Compt. Rendu von G. de Ker-
ville S. 16 im Bull. Soc. Amis des Sei. natur. Ronen 1886, ler semestre.
M. pungoana (Pungo-Andongo); Kar seh, Entom. Nachr. 1886
S. 259.
Rhynchomyia Soyauxi (Pungo-Andongo); Kar seh, Entom.
Nachr. 1886 S. 262.
Somomyia (Calliphora) Vernoniae (Pungo-Andongo); Kar seh,
Entom. Nachr. 1886 S. 258.
Van der Wulp ist geneigt, die Javanische Stomoxys flavi-
pennis Wied. für identisch mit der europäischen St. (Prosena) siberita
F. zu halten. Tijdschr. v. Entom. XXIX, Versl. S. CVII.
Anthomyiadae. Biplog aster (\\. g.) nigricauda (Ceylon);
Bigot, Bull. Ent. France 1886 S. XIV.
Als Contributions ä la faune dipterologique giebt
J. Schnabl eine Monographie der Gattung Aricia; Trud. Rusk.
Entomol. Obschestwa XX S. 271—470 (Separatabdr.) Tab. XVI— XXI.
Er nimmt dieselbe in dem Umfange an, dass die Arten der Gattungen
Mydaea Besv., Spilogaster Macq., Limnophora Desv. und Trichopticus
Bmln. mit denen der Gattung Aricia Mg., Schin. (Hyetodesia Bndn.,
Meade) vereinigt werden , und liefert von dieser Gattung Aricia s.
154 Dl'- Ph- Bertkau: Bericht üb. die wis^eusch. Leistungen
lat. eine sehr eingehende Beschreibung, bei der auch die Beschaffen-
heit der Kopulationsorgane nach Verdienst gewürdigt wird. Bei der
künstlichen Eintheilung dieser Gattung kehren dann die obigen
5 vereinigten G-attungen wieder. Die (33 1 Arten der Gattung Aricia
s. Str. werden dann, ebenfalls nach künstlichen Merkmalen, gruppiert
und genauer beschrieben; von den Arten Aricia s. lat. wird eine
synoptische Tabelle aufgestellt. Auf den Tafeln sind in 96 Figuren
die männlichen Kopulationsorgane abgebildet.
A. obscuratoides (Thorn) S. 77 Tab. XVI Fig. 5—8, Zetterstedtii
(= dispar Zeit., nee. Fall.) S. 80, haicalemis (Chamardaban) S. 92
Tab. XVII Fig. 29, 30, Koivarzii (Mohylew) S. 136 Tab. XVIII
Fig. 47, 48; Schnabl a.a.O.
Cordyluridae. Aufmerksam gemacht durch v. Röder sieht
Meade sein Ceratinostoma maritimum (s. den vor. Ber. S. 150) als
synonym mit Scatophaga oceana Macq. an, hält aber die Gattung
Ceratinostoma aufrecht; Entom. Monthl. Magaz., 22, S. 178.
Linde man beschreibt Larve und Puppe von Cleigastra
flavipes Mg.; die Larve findet sich im Juni in Roggen, Phleum
pratense, Festuca gigantea, verpuppt sich in der Erde und liefert
die Fliege zeitig im nächsten Frühjahr. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou
1887 No. 1 S. 199—205 mit Holzschnittdarstellung der Stigmenträger
und Kieferhaken der Larve.
Helomyzidae. Helomyza Mikii (Südtirol); Pokorny, Wien.
Ent Zeitg. 1886 S. 193.
Sciomyzidae. E. Girschner behandelt die thüringischen
Phaeomyia-Arten nigripenni s Fbr ., umbripennis Girschn. S. 20
und leptiformis Schin.; Ent. Nachr. 1886 S. 17—20.
Psilidae. Loxocera atrkeps (Chapuy, Mt. Blanc); Bigot,
Bull. Ent. France 1886 S. L XXXV.
Tanypezidae. Bigot vereinigt a.a.O. unter dem Namen
Tanypezidi die Gattungen Calycopteryx j&aton, Nerius F., Longiiia
Wiedem., Telostylus Big., Paranerius Big., Micropeza Mg., Texara
Wlkr., Odontomera Mcq., Eumetopia 3Icq., Angitula Wlkr., Cardia-
cephala Mcq., Grammicomyia Big., Eurybata OS., Nestima O.-S.,
Nothibius Bond., Calobata Mg., Grallopoda Bond., Mimegralla Bond.,
Taeniaptera Mcq., Omalocephala Mcq., "Wulpia n. g. Big., Setellia
Boh.-Desv., Meracantha 3Icq , Cephalia Big., Toxopoda Mcq., Tany-
peza Fall, Conopsida Mccj[., Tetanura Fall, Tetradiscus n. g. Big.,
Megamerina Bond., Sepsis Fall, Enicopus Wlkr., Meropüus Bond.,
Halidaya Bond., Themira Bob.-Desv., Nemopoda Boh.-Desv., Saltella
Boh.-Desv. und stellt von diesen Gattungen auf S. 294—302 eine synop-
tische Tabelle auf. Weiterhin charakterisiert er dann die neuen
Gattungen ausführlicher und beschreibt (neben dem 1883 bekannt
gemachten Paranerius Miki) Tetradiscus pictus (Rocky Mts.) S. 370,
notatus (Kq,x\\o)\ Walpiacaloptera (Bahia) S. 371; Nerius ^Zwn-
im Gebiete der Entomologie w.älirend fies Jahres 1886. 155
vittatus, flavifrons (Mexiko) S. 372; Calobata callichroma (Mexiko)
S. 373. nigrifrons (Brasilien) S. 374, camptomera (Brasilien), caloce-
phala (Mexiko) S. 375; Taeniaptera cinereipe^mis (Birinah), amoena
(ibid.) S. 376, scapulifera (Nossi-Be) S. 377, Africana (Senegal), coni-
frons (Natal) S. 378, melanopus (Brasilien), calosoma (Mexiko) S. 379,
palliäipennis, ornatipes (Mexiko) S. 380; Grallomyia caloptera (Mexiko)
S. 381; Miraeg'ralla BiVmawens/s (B.); Eurybata flavifrons (Neu-Guiuea)
S. 382; Megamerina mmulifera (Celebes) S. 383, fulvida (Mexiko);
Cephalia caloptera (Ost-Pyren.) S. 384, hicolor (Ceylon), maculipennis
(Rocky Mts.) S. 385, fiUvicornis (Kalifornien); Odontomera setosa
(Washingt. territ.) S. 386; Micropeza i^/5jx/??/ca (Spanien', obscura
(Mexiko ; Enicopus fuscus (Mexiko) S. 387; Sepsis triviitata (Ceylon),
melanotus (Senegal); Setellia unispinosa (Brasilien) S. 388, biUmbata
(Parat; Neraopoda Senegalensis (Sierra Leone) S. 389, fulvicoxalis
(Kalifornien; Kuba), aterrima (Kalif.), Cubensis (K.) S. 390, xantho-
stoma (Buenos Aires), fulviceps (ibid.), retronatata (Celebes) S. 391,
obscuripennis (Kaliforn.) S. 392.
Ortalidae. van der Wulp schreibt over eenige uit-
landscbe Or talinen; Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 213— 233
PI. 7. — Die Gattung Campylocera wurde von Macquart mit
Unrecht zu den Trypetinen gestellt; von den 6 dem Verfasser be-
kannten Arten giebt derselbe eine analytische Tabelle mit nach-
folgender ausführlicher Beschreibung; neu sind C. fuscipes (West-
Java) S.216 Fig. 1, 2, longicornis (Java) S. 218 Fig. 3, 4, nubilipennis
(Conde, Westafrica) S. 220 Fig. 5. — Auf Tetanocera tripunctata
Bolesch. wird die n. G. Euphya S. 221 gegründet und die Art be-
schrieben und abgebildet Fig. 6, 7. — Aus der Gattung Lam pro-
gast er sind guttata, divisa Walk, auszuschliessen und zu Scho-
lastes Iao. zu bringen, welche für Platy Stoma cincta Guer. aufgestellt
wurde; mit letzterer sind L. transversa, marginifera, sexvittata Macq.
synonym; L. jucunda Walk, scheint zu Celetor Lic. zu gehören, und
auch ochromyioides guttata und punctata Walk, sind aus der Gattung
zu entfernen. Nach Abzug dieser Arten bleiben noch 29 beschriebene
übrig, von denen nur 2 dem Verfasser in natura bekannt sind:
patula Walk, und quadrilinea Walk. Zu diesen beschreibt er aber
noch 5 neue, nämlich L. elongata (Morotai), limbata (Waigiu) S. 228
Fig. 8, taeniata (Morotai) S. 229 Fig. 10, 11, pumicata (Neu-Caledonien)
S. 230 Fig. 12, trisignata (Andai) Fig. 13. — Scholastes cinctus {Guer.)
wird von Batjan, Morotai und Arn erwähnt und Fig. 14 und 15 ab-
gebildet. — Die Gattung Angitula Walk, hat nur die eine Art
(Nerins) cyanea [Guer.) , von der dem Verfasser Exemplare von
Halmaheira, Gebeh, Morotai und Arn vorlagen.
Adapsilia coarctata Waga bei Wien; A. Handlirsch,
Sitzb. Zool. Bot. Ges. Wien 1886 S. 34; nach Mik auch in Galizien;
Mik, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 277.
156 Dl". Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Sepsidae. Themira spmos« (LochMaree; Tongue); Verrall,
Entom. Monthl. Mag., 22, S. 233.
Oscinidae. Enrina ducalis (Sardinien); Costa, Rendic. Accad.
Sei. fis. e mat. Napoli XXIV S. 324.
Agromyzidae. Ueber Agromyza lateralis Macq. und
ihre Verwandlungen berichtet K. Lindeman im Bull. Soc.
Imp. Moscou LXII S. 9—14 mit 6 Holzschnitten, dass er die Larven
dieser Art minierend in den oberen Blättern des Sommerweizens, des
Spelzes und der Gerste, nicht aber des Hafers fand, und zwar der
Annahme nach in zwei Generationen, deren erste sich in der ersten
Hälfte des Juli verpuppte und vom 19. Juli an die Imagines lieferte.
Wo und wie die angenommene zweite Generation lebt, konnte der
Verfasser nicht ermitteln. — Ob die Art wirklich A. lateralis ist,
scheint noch nicht ausgemacht, da sie hellgelbe Schwinger besitzt,
während Neu haus der A. lateralis dunkele Schwinger zuschreibt.
Drosophilidae. Mik gründet auf Drosophila maculata
L. Duf. die Gattung Leucophenga, die sich von Drosophila dadurch
unterscheidet, dass sich die Costa nur bis zur Mündung der 3. (bei Dro-
sophila der 4.) Längsader erstreckt; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 317.
Drosophila adspersa (Mederösterreich und! Aschanti); Mik,
AVien. Ent. Zeitg. 1886 S. 328.
Phoridae. i?^ e /■ o n?/ mit 5 (n. g.)^^f/r«aews (Argentinien); Wei-
jenbergh a.a.O. S. 132 f.
Pupipara.
Hippoboscidae. Lynchia fumixjennis (Finnland, auf Pandion
haliaetos); J. Sahlberg, Meddel. Soc. Fauna et Flora Fennica 13
S. 149—152 mit Holzschnitt des Flügels.
Aphaniptera.
A. S. 011 iff fand auf Echidna hystrix, hauptsächlich die Brust
und den Kopf bewohnend, einen neuen Parasiten, den er Echidno-
phaga (n. g.) ambulans nannte; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I
S. 171 f. Von der Gattung giebt derselbe folgende Beschreibung:
Körper kugelig, häutig, ohne Borsten mit Ausnahme des Afters.
Fühler geknöpft, viergliederig.
Kopf massig gross; Mandibeln von der halben Länge des ganzen
Lisekts, nicht sehr breit, an dem Aussenrande fein gesägt in der
Endhälfte; Zunge verlängert, sehr dünn; Maxilleu verlängert, drei-
eckig, ohne Anschein einer Gliederung an der Spitze ; Maxillartaster
viergliederig, 1. und 2. Glied annähernd gleich lang, 3. etwas kürzer,
4. ein wenig länger als das 1., am Ende zugespitzt; Unterlippe ver-
längert, schmal, vor der Spitze ein wenig eingeschnürt; Lippentaster
dreigliederig , das 1, Glied kurz, das 2. beträchtlich länger, das 3,
im Cfebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1886. 1 57
länger als die beiden vorhergehenden zusammengenommen, am Ende
zugespitzt.
Beine massig lang; Schenkel etwas verdickt; Tibien am Aussen-
rande mit längeren Dornen; Tarsen fünfgliederig, Klauen einfach;
die 3 ersten Glieder der vorderen und mittleren Tarsen annähernd
von gleicher Länge, 4. Glied kürzer; Basalglied der hinteren Tarsen
weit grösser als die folgenden.
E. anibulans hat eine Länge von 2, grösste Breite von 1,3 Mm. ;
sie springt nicht.
D. Cano y Alcacio veröffentlicht einen Aufsatz über la
nigua (Rhyncoprion penetrans 0Ji'e7i), ihre Lebens- und Er-
nährungsweise; die durch sie hervorgerufenen Geschwüre und deren
anatomischen Charakter, Vorsichts- und Vertilgungsmassregeln u.s.w.;
La Naturaleza VII S. 233-242 Lam. III— V.
Lepidoptera.
A.Bau: Handbuch für Sclimetterlingssammler.
Eine Naturgeschichte aller in Deutschland, Oesterreich
und der Schweiz vorkommenden Gross- sowie der vor-
zugsweise gesammelten Kleiu-Schmetterlinge. Creutz'sche
Verlagsbuchhdlg. in Magdeburg. — Ein sehr brauchbares
Buch mit gut ausgeführten Holzschnitten.
C. Ploetz stellt ein System der Schmetterlinge
auf; Mitth. naturw. Verein. Neu-Vorpommern und Rügen,
XYII S. 1 ff.
Verwandtschaft und relatives Alter der No-
ctuae und Geometrae werden von L. Knatz auch im
Zool. Anz. 1886 S. 610 — 612 auseinandergesetzt; vgl. den
vor. Ber. S. 162.
Bertkau demonstrierte den Duftapparat ein-
heimischer Schmetterlinge und machte einen neuen
Fall bei Hadena Atriplicis bekannt, der ihm von
Landois mitgetheilt war. Die Lage des Apparates bei
dieser Eule ist dieselbe wie bei Schwärmern; Corrbl.
Naturh. Vereins preuss. Rheinl. etc. 1886 S. 69 f.
Die Duftapparate bei Schmetterlingen; s.
Landois im 14. Jahresb. Westf. Prov.-Ver. S. 34.
Haase bestätigt die Angabe Bertkau's, dass bei
Acherontia ^ die Duftzellen getrennt von den Haaren
des Duftpinsels ausmünden. Den Geruch des duftenden
1 58 Dl'- Pli. B e rtka 11 : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Sekrets fand er nicht vergieiclibar dem „Mosehusgeruch",
sondern dem von getrocknetem Suppengemüse, Kartoffeln
oder Mohrrüben; vgl. den vor. Bericht S. 156. — Der
Duftapparat von Acherontia in Zeitschr, f. Entomol.
Breslau, N. F. XI S. 5, 6.
Derselbe beschreibt Duftapparate ind.-austra-
lischer Schmetterlinge. 1. Rhopalocera. Corrbl. Ent.
Ver. „Iris" III S. 92—107 Taf. III A. Fig. 1—13.
„Männchenschuppen" (Aurivillius) , meist auch deutlich
ausgebildete Duftapparate finden sich bei Ornithoptera
(Priamus-Gruppe und Pompeus-Gruppe), Papilio (mehrere
Gruppen; fehlt bei der Protenor-, Helenus-, Pammon-,
Erechtheus-, Demolion-, Erithonius-, Paradoxa-, Anactor-
Gruppe); bei Tachyris ist ein Duftbüschel am drittletzten
Hinterleibssegment, bei anderen Pieriden Duftschuppen
auf den Flügeln, bei den Danaiden Duftpinsel am Körper-
ende; ausserdem Duftschuppen an verschiedenen Stellen
der Flügel; bei den ind. -australischen Vertretern der
Neotropidae undAcraeidae fehlen sie, sind dagegen bei den
Nymphaliden, Morphiden, Satyriden (z. Th.), Eryciniden,
Lycaeniden, Hesperiaden in verschiedener Weise und
verschiedenem Grade ausgebildet; s. auch Sitzber. u.
Abh. naturw. Ges. Isis, 1886, S. 9, 10.
Lepidoptera and migration. — Bath erwähnt,
dass im vorigen Jahre die südlichen Küsten von England
von einer grossen Zahl seltener Sphingiden besucht ge-
wesen seien, während in diesem Jahre keine ähnlichen
Fälle bekannt geworden sind. Er fragt nach den Ur-
sachen, die diese Erscheinungen beeinflussen und ob
vielleicht eine Periodizität sich nachweisen lasse. The
Nature. 34 S. 618.
A. H. Waters: Sound produced during flight
of Sphingidae; The Entomologist XIX S. 44 f.
L. F. Allen: Sphinx Convolvuli, Sound producing
during flight, ebenda S. 18.
T ü m 1 e r fand die Lebensdauer der Tag-
schmetterlinge während des Sommers sehr
beschränkt; Exemplare von Pieris Brassicae, die
im Gebiete der Entoiiioloo-ie wälii-end des Jahres 188H. 159
reichlich gefüttert wurden, auch mit Speichel, den sie
mit Vorliebe saugten, blieben nur wenige (3 — 5, selten
mehr) Tage am Leben, während sie sich im Winter in
einem ungeheizten Zimmer Monate lang erhalten lassen.
14. Jahresb. Westf. Prov.-Ver. S. 30.
Aehnlich wie Acherontia atropos scheint auch
Sphinx Convolvuli in Westfalen nicht zur Fortpflanzung
geschickt zu sein, da Landois bei allen untersuchten
Weibchen die Eier sehr wenig entwickelt fand; 14. Jahresb.
Westf. Prov.-Ver. S. 25.
Eine Vanessa Jo, die Bleuse in ihrem Schlupf-
winkel, in den sie sich zur Nachtruhe zurückgezogen
hatte, aufstören wollte, ergrift' nicht die Flucht, sondern
nahm eine Vertheidigungsstellung an, wobei sie in kurzen
Zwischenräumen ein Geräusch laut werden Hess, dessen
Ursprung fraglich ist; Le Naturaliste, 1er novembre 1886
S. 359.
Notes on the Variation of Lepidoptera taken
near Derby; by John Hill, — Entom. Monthl. Magaz.
XXIII S. 5—7.
Lepidopterologisches von Gl. Stange in Stett.
Ent.' Zeitg. 1886 S. 279—286 enthält unter anderem die
Angabe, dass die Farbe gewisser Schmetterlinge, wenn
sie in der Puppe Kälte ausgesetzt und dadurch in ihrer
Entwickelung aufgehalten werden, ungewöhnlich dunkel
wird; dies ist z. B. bei Agrotis pronuba der Fall, während
die Kälte auf Cidaria tristata nach dieser Richtung hin
keinen Einfluss hat. — Die übrigen Mittheilungen be-
ziehen sich auf Futterpflanze, Erscheinungszeit u. s. w.
von Cidaria affinitata var. turbaria;^ Eupithecia pusillata,
nanata, innotata, trisignaria, actaeata; Crambus mar-
garitellus; Salebria formosa; Conchylis dipoltella, Kinder-
manniana, musselliana; Sericoris rorana, dissolutana Z.
i. 1.; Argyresthia dilectella; Coleophora Salicorniae,
Absynthii, apicella; Cemiostoma lotella; Platyptilius
similidactylus , farfarellus; Oxyptilus Leonuri; Lioptilus
brachydactylus.
IßO T^l^ P^i- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
eil. Oberthür meldet einige Aberrationen (Papilio
Feisthameli ; Rliodocera Cleopatra; Melitaea Deione,
Parthenie; Polyommatus Chryseis; Fidonia plumistaria ;
Lytliria sanguinaria ; Phasiane clathrata) und den Fang
der bisher nur als spanisch betrachteten Nola Thymula
und Bombyx Loti in Frankreich, Ostpyrenäen; Bull.
Ent. France 1886 S. CLXV f.
Zur Kenntniss der Insektenhaut betitelt Ch. S.
Minot einen kleinen Aufsatz im Arch. mikrosk. Anatomie
XXXVIII S. 37—48 Taf. VII, der sich mit der Struktur
und Skulptur der Haut verschiedener nordamerikanischer
Raupen beschäftigt.
J. Chatin: Sur les divers modes de terminaison
des nerfs dans la trompe des Lepidopteres. Bull. Soc.
Philom. Paris (7) IX S. 131 f.
Ribbe beobachtete Papilio Alcidinus Bnd. in Ge-
sellschaft von Nyctalemon agathyrsus Kirsch, also Vor-
bild und Nachahmer zusammen, die Kronen der Eisen-
holzbäume umschwärmend; Corrbl. Entom. Ver. „Iris"
III S. 79.
Zur Morphologie der Insectenflügel erwähnt
N. Cholodkowsky im Zool. Anz. 1886 S. 615—618, -dass
er am Prothorax von Schmetterlingen rudimentäre Flügel
(die längst bekannten sog. patagia) aufgefunden habe
und knüpft an diesen Fund Betrachtungen über die
phylogenetische Entstehung der Insektenflügel.
Die Prothorakalanhänge der Schmetterlinge
sind dagegen nach E. Haase, ebenda S. 711 — 713, keines-
falls rudimentäre Prothorakalflügel, sondern Hautduplika-
turen wie die tegulae des Mesothorax und vergleichbar den
Prothorakalhörnern der Fliegenpuppen. Haase weist
auch die Literatur über diese Gebilde nach.
C. Spichardt liefert einen Beitrag zu der Ent-
wickelung der männlichen Genitalien und ihrer
Ausfuhrgänge bei Lepidopteren; Verh. naturh. Ver.
preuss. Rheinl. etc. 1886 S. 1—34 Taf. I. Nach einer
Beschreibung des fertigen, aus Hoden, den beiden Aus-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. IGl
führungsg'äiig'en mit den als eine Ausstülpung derselben
entstehenden Samenblasen, Ductus ejaculatorius und
Penis mit der nöthigen Muskulatur bestehenden Ge-
schlecbtsapparates gebt der Verfasser zur Schilderung
der Entwickelung dieses Apparates aus der einfachen
Anlage über, wobei es sich zunächst um den Hoden
selbst handelt. Er fand die erste Anlage desselben bei
einem noch im Ei eingeschlossenen Räupchen, bei dem
sich eben das Mesoblast anzulegen begonnen hat. Die-
selbe stellt 2, im 8. Köi-persegment an der Stelle, wo
Darm- und Hautfaserblatt zusammenstossen, liegende ge-
wöhnlich aus 4 grösseren Zellen (ürzellen) bestehende
Geschlechtsdrüsen dar. Das von links und rechts nach
oben wachsende Hautfaserblatt nimmt auch die beider-
seitigen Geschlechtsdrüsen mit, und diese haben ihre
Lagerung auf dem Rückengefäss erreicht, wenn die
Keimblattbildung vollendet ist. Zwischen den je vier
ürzellen finden sich noch (4) Kerne unbekannter Be-
deutung, aus denen wahrscheinlich die „Keimstellen"
hervorgehen. Umhüllt ist die Geschlechtsanlage von
einer feinen Membran mit eingestreuten Kernen, zu
welcher sich später eine zweite Hülle, die Peritonealhülle,
vom Fettkörper aus anlegt. Durch indirekte Theilung
vermehren sich die ürzellen, bis durch Einwucherung
der äusseren Hülle die 4 Hodenfollikel gebildet werden.
Durch 3 — 5 mal wiederholte direkte Theilung werden die
Kerne im Innern der Zellen vermehrt. Das Plasma
gruppiert sich dann um diese Kerne, wobei die Zellen
meistens aus einander weichen und einen Hohlraum im
Innern zwischen sich frei lassen. Ihre Kerne „zerfallen"
dann in viele kleinere Kerne, um welche sich nach er-
folgter Theilung das Plasma ansammelt, um so die Sperma-
zellen zu bilden. Die durch Aviederholte Theilung einer
der Zellen nach Bildung der Hodenfollikel entstandenen
Spermazellen bilden anfänglich eine kugelige Masse mit
äusserlich aufgelagerten kleinen Zellkernen, welche später
wahrscheinlich die Membran der Spermatozoenbündel
hervorgehen lassen. Im weiteren Verlaufe strecken sich
Arch. f. Natuvgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. j^
162 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistmig-eii
die Zellen einseitig in die Länge, wodurch die erste
kugelige Colonie eine cylindrische Gestalt annimmt. An
dem vorderen Ende sammelt sich eine schon vorher an
einer oder an mehreren Stellen ausgeschiedene proto-
plasmatische Flüssigkeit an. Nun strecken sich auch die
Kerne, werden spindelförmig, ordnen sich parallel zu
einander an und enden nach vorn in einen kürzeren,
nach hinten in einen längeren Faden. Damit ist die
Spermatozoenentwickelung beendet. Die Spermatozoen-
bündel gelangen von dem Ort ihrer Entstehung durch
die Ausführungsgänge in die Samenblasen, welche sie,
in das von denselben ausgeschiedene Sekret eingebettet,
anfüllen und durch ihr Vordringen zu weiterem Wachs-
thum anregen. Die Ausführungsgänge werden schon sehr
früh angelegt, bleiben aber lange Zeit in einem wenig
entwickelten Zustande, wo sie noch einen soliden Zell-
strang darstellen. Erst während des Puppenzustandes
bekommen sie ein Lumen, lassen durch einseitige Auf-
treibung die Samenblasen aus sich entstehen und dringen
gegen den vom Ektoderm aus angelegten Penis und
ductus ejaculatorius vor; die Enden der beiden Aus-
führungsgänge vereinigen sich mit einander und setzen
sich mit dem vorderen Ende des d. ejac. in Verbindung.
Platner's Karyokinese bei Lepidopteren s. oben
S. 39.
E. B. Poulton setzte seine Versuche über den Ein-
fluss des Futters auf die Farbe der Raupe mit Snie-
rinthus ocellatus fort, und schliesst aus denselben, dass
die Färbung der Raupe bedingt ist 1. durch erblichen
Einfluss, 2. durch die Farbe der Blätter, auf der sie
lebt, nicht durch die Substanz des verzehrten Blattes;
3. durch individuelle Variation. Proc. Roy. Soc. XL; s.
Nature XXXIII S. 474—4:76.
Derselbe macht Notes in 1885 upon lepido-
pterous larvae and pupae, ineluding an account of
the loss of weight in the freshly-formed lepido-
pterous pupa etc.; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 137
bis 179. Diese Noten enthalten 1. Bemerkungen über
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 163
die Raupen von Smerinthus Tiliae und Sm. ocellatus
und über die rotheu Punkte in Smerinthus -Raupen.
2. Weitere Prüfung der frisch ausgeschlüpften Smerinthus-
Raupe, mit Holzschnittzeichnung der Schwanzhornspitze.
3. Bemerkungen über die ausgewachsene Raupe von
Acherontia Atropos, mit Vermuthungen über ihr Aussehen
in früheren Stadien. 4. Die Beziehungen der Farben
der Raupe von Sphinx Ligustri zu denen ihrer Futter-
pflanzen. Eine auf der „wild guelder-rose" gefundene
Raupe hatte die lebhaft grüne Grundfarbe, wie die mit
Liguster genährten, aber stark bläulich -lila Streifen.
Eine auf Liguster gefundene und später mit Syringa ge-
fütterte Raupe nahm allmählich die mattere Färbung an,
die bei dieser Futterpflanze gewöhnlich ist. 5. Ein neuer
Punkt in der Schreckstellung der Raupe von Chaero-
campa Elpenor. Derselbe besteht darin, dass in der
Schreckstellung, welche die Raupe bei einer feindlichen
Annäherung von vorn annimmt, zwar die beiden Augen
auf dem 1. und 2. Hinterleibssegment verschwinden, dafür
aber eine dritte augenähnliche Zeichnung auf dem
3. Hinterleibssegment sichtbar wird. 6. Die Schreck-
stellung der Raupe von Dicranura vinula. 7. Die von
der Raupe von Dicranura vinula hervorgespritzte Flüssig-
keit ist Ameisensäure. D. furcula lässt auf Druck aus
dem hinter dem Kopf befindlichen Spalt die aus 6 diver-
girenden Zweigen bestehende Drüse hervortreten. 8. Das
offenbare Fehlen eines vollkommenen Schutzes bei
manchen Raupen. — Obwohl die Raupe von Dicranura
sowohl gegen Wirbelthiere als gegen die Parasiten ge-
schützt zu sein scheint, wird sie doch von Eidechsen
gefressen und von Ichneumonen stärker heimgesucht als
andere nicht geschützte Raupen. 9. Eine ausstülpbare
Drüse in der Raupe von Orgjia pudibunda. Dieselbe
befindet sich auf dem Rücken des 7. Hinterleibsringes.
10. Das Zustandekommen einer astähnlichen Erscheinung
bei der Raupe von Hemithea thymiaria. 11. Das Dunkler-
werden der Haare der Raupe von Acronycta leporina
vor der Verpuppung. 12. Die Art und Weise, wie die
164 Dl'- Ph- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Imagines der Chloephoriden aus ihren Gespinennst aus-
kriechen, besteht darin, dass das Gespinnst vorn einen
Längsspalt hat, dessen Ränder fest aneinanderschliessen,
so dass er von aussen kaum bemerkbar ist. 13. Be-
merkungen über die auf der Raupe von Dicranura vinula
schmarotzende Larve von Paniscus cephalotes. 14. Zu-
sätzliche Bemerkung über Pflanzenfarbstoffe in gewissen
Larven. 15. Ueber den bedeutenden Gewichtsverlust der
Puppe unmittelbar nach dem Abstreifen der Raupenhaut.
— S. auch ebenda Proceßd. S. XII — XIV.
W. Müller beschreibt Südamerikanische Nym-
phalidenraupen und gründet darauf den Versuch
eines natürlichen Systems der Nymphaliden; Zool.
Jahrb. I S. 417—678 Taf. XII— XV. Ein Theil der in
ihren einzelnen Stadien und ihrer Lebensgewohnheit sehr
eingehend geschilderten Raupen sind sehr stark bedornt
und haben eine Trutzfarbe, nehmen auch in ihrer Ruhe-
haltung eine leicht in die Augen fallende Stellung ein. Sie
sind unschmackhaft, wie eine Beobachtung an der Raupe
von Ageronia amphinome beweist, welche von einer Galictis
vittata hartnäckig verschmäht wurde ; die Puppen wurden
aber von denselben begierig verzehrt. Eine solche Trutz-
färbung findet sich bei Victorina, Anartia, Phyciodes,
Hypanartia, Pyrameis, Gynaecia, Ageronia, Adelphis, Di-
donis. Dabei ist aber immerhin zu bemerken, dass trotz
ihrer Trutz färb ung manche dieser Raupen eine ver-
steckte Lebensweise führen (Pyrameis, Gynaecia, Didonis
und Hypanartia), so dass man daraufhin geneigt sein
könnte, den durch die Dornen gewährten Schutz nicht
allzuhoch anzuschlagen; gegen schmarotzende Fliegen
und Hymenopteren hält er wohl überhaupt nicht Stand.
— Andere Raupen haben eine Schutzfärbung, die sie
den Augen nachstellender Feinde entzieht: Catonephele,
Myscelia, Eunica, Temenis, Epiphile, Callicore, Haematera,
Catagramma.
Eigenthümlich ist der sog. „Blattrippenbau" zahl-
reicher Raupen, die Gewohnheit, Blattrippen, vorzüglich
die Mittelrippe, kahl zu fressen und durch angehängte
im Gebiete rlei' Entomologie während des Jahres 1886. 165
Kothballen zu verlängern. Diese Gewohnheit wurde von
Edwards bei Limenitis Artemis und Eros gemeldet,
und findet sich nach Müller bei Gynaecia, Myscelia,
Ageronia, Catonephele, Eunica, Temenis, Epiphile, Calli-
core, Haematera, Catagramma, Adelpha, Prepona, Si-
derone, Anaea und Protogenius. Die jungen Räupchen
fangen am Ende der Mittelrippe an beiderseits das Blatt-
fleisch wegzufressen; die Kothballen tragen sie in ihren
Kiefern an die Spitze der Blattrippe und heften sie
hier durch einige Gespinnstfäden an. Die Imagines
kommen dieser Gewohnheit ihrer Raupen dadurch ent-
gegen, dass sie die Eier an die Blattspitzen ablegen.
Einige dieser Raupen lassen dabei kleine Blattstückchen
stehen (Ageronia, Myscelia, Gynaecia); andere beissen
dieselben ab und heften sie nachträglich ähnlich wie die
Kothballen an (Prepone, Siderone, Anaea, Protogonius,
Adelpha); es sind dies dornenlose, sympathisch gefärbte
Raupen, die welken Blättern gleichen, und auch während
ihres schwankenden Ganges die Täuschung eines vom
Winde bewegten welken Blattes unterstützen.
Alle diese Raupen besitzen im 1. Stadium Borsten,
die bei allen dieselbe Anordnung besitzen, wenn sie auch
in verschiedener Weise ausgebildet sind (lang, glatt oder
gezähnt, gebogen, kurz, gerade, geknöpft); diese Borsten
sind die „primären"; dazu kommen im 2. Stadium in
Querreihen angeordnete „sekundäre". Die Dornen gehen
hervor aus borstentragenden weissen Wärzchen. Die
Kopfhörner mancher Nymphalidenraupen sind am wahr-
scheinlichsten als selbständige Ausstülpungen des Kopfes
anzusehen. —
Das System der Nymphalinen ^ gestaltet sich unter
Berücktigung der von den Raupen und ihren Futter-
pflanzen hergenommenen Merkmalen nach Müller nun
folgendermaassen :
I. A. 1. Acraea. B. 2. Heliconius. 3. Euides. 4. Colaenis.
5. Dione. C. 6. Argynnis. 7. Cethosia.
IL A. Vanessinae. a. 8. Hypanartia. b. 9. Pyrameis.
166 1^1'- Ph. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
10. Vanessa. 11. Grapta. B. Diademinae. a. 12.
Phyciodes. 13. Melitaea. b. 14. Victorina. 15. Anarta.
16. Junonia. 17. Doleschallia. 18. Precis. 19. Hy-
polimnas.
III. A. 20. Gynaecia. 21. Smyrna. B. 22. Ageronia. 23.
Ectima. C. Epicaliinae. a. 24. Myscelia. 25. Ca-
tonepMle. 26. Eunica. b. 27. Tenunis. 28. Pyrrho-
gyna. 29. Epiphile. 30. Callicore. 31. Haematera.
32. Catagramma. D. 33. Dynamine. E. 34. Didonis.
F. Adelphinae. 35. Athyma. 36. Adelplia. 37. Li-
menitis. 38. Neptis.
IV. a. 39. Prepona. 40. Agrias. 41. Siderone. b. 42.
Anaea. 43. Hypora. 44. Protogonius. c. 45. Nym-
phalis. — Zweifelhafter Stellung sind 46. Apatura.
47. Thaleropis.
Die Brassolinen, von denen Br. astyra; Opsiphanes
tamarindi; Dynastor Darins; Caligo Eiirylochus, beltrao,
Rivesii; Narope cyllastros beschrieben werden, bilden
eine kleine einheitliche Gruppe, die mit den Morphinen
und Satyrinen vereint vielleicht den Nymphalinen als
gleichberechtigt gegenübergestellt wird. Die Schwanz-
gabel der Raupen derselben ist bereits im ersten Stadium
in annähernd definitiver Form vorhanden; sie ist hervor-
gegangen aus dem Wärzchen einer primitiven Borste.
Die bei Caligo auftretenden unpaaren Rückendornen
haben keinerlei Beziehung zu den primären oder sekun-
dären Borsten und deren Wärzchen; es sind selbständig
entstandene Warzen. Die Raupen lassen bei Beunruhigung
den bei zahlreichen Raupen bekannten Wulst an der Unter-
seite des Prothorax hervortreten, der hier ein Stink -
wulst ist.
Von Morphinen wurden M. Achillides, Menelaus,
Hercules, Epistrophis, von Satyrineu Pedaliodes phanias;
Taygetis yphthima; Euptychia muscosa; Antirrhaea ar-
chaea beobachtet. Die drei genannten Unterfamilien,
die unter dem Namen Satyridae zusammengefasst
werden, sind hervorgegangen zu denken aus der Gruppe
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 1G7
(IV) der dornen losen unter den Nymphalinen (Anaea,
Prepona), und zwar scheint Nymphalis die nächsten An-
knüpfungspunkte zu bieten. Die Satyrinen sind als weniger
abgeändert anzusehen als die Brassolinen.
„Die Stammform der Nymphalidae dürfte eine Raupe
besessen haben ungefähr von der Form, wie sie uns heute
Acraea bietet, eine Raupe besetzt mit (> Reihen unregel-
mässiger Domen, Avelche Dornen hervorgegangen sind
aus den Wärzchen sekundärer Borsten.
Eine Vermehrung der Dornenreihen von 6 auf 9,
ein Hinzufügen der Dorsal- und Pedalreihen, hat zu
Formen geführt, wie sie uns heute die Vanessinae bieten;
ein Zweig dieser Gruppe hat in Folge veränderter Lebens-
weise (Hypanartia) die Dornen verloren; er hat seine
höchste Ausbildung in der Gattung Apatura gefunden.
Den Vanessinae sehr nahe stehen die Diademinae,
in der Bedornung von den Vanessinen nur durch den
Besitz eines hinteren Dorsaldorns unterschieden. Die
nächste Gruppe ist die der Rippenbauenden. Ein
kleiner Zweig dieser grossen Gruppe (Gynaecia, Smyrna)
entfernt sich nur an einem Punkt bezüglich der Körper -
form von den Diademinae: Die dort sporadisch auftretende
verzweigte Gestalt der Dornen wird hier zum Charakter
der Gruppe, die Dornenform kompliziert sich. Bei einem
anderen Zweig dieser Gruppe, dem am mannigfaltigsten
entwickelten der Nymphaliden überhaupt, hat neben dem
Uebergang zur verzweigten Dornenform eine Vermehrung
nicht nur in der Pedalreihe, sondern auch in der Infero-
stigmalreihe stattgefunden. Weiter ist in dieser Gruppe
im Zusammenhang mit der Trutzstellung eine zweiter
hinterer Dorsaldorn entstanden, in Folge davon der vordere
Dorsaldorn des 11. Segments unterdrückt. Wir können
als Form, welche auf dieser Entwickelungsstufe steht,
Ageronia bezeichnen.
Aus ähnlich gestalteten Formen, bei denen sich das
Schutzmittel der Dornen in höchster Entwickelung findet,
sind 3 Zweige hervorgegangen, die so zu sagen im
168 Dr. Ph. Bertk au: Bericht.üb. die wisseusch. Lei^^tiing-en
weiteren Verlauf der Entwickelung Verzicht geleistet
haben auf den durch die Dornen in ihrer ursprünglichen
Form gewährten Schutz. Bei einem dieser Zweige (Epi-
caliinae) ist zunächst an Stelle der Trutzfärbung eine
Schutzfärbung getreten, und dieser Wechsel hat im
weiteren Verlauf zu einem Verlust der Dornen geführt.
Bei einem zweiten, viel weniger reich entwickelten Zweig
(Dynamine) sind die Dornen in den Dienst einer be-
sonderen Aehnlichkeit oder Nachahmung getreten, sind
weiter in Folge veränderter Lebensweise zurückgebildet.
Bei einem dritten Zweig (Adelphinae) hat ein ähn-
licher Funktionswechsel für die Dornen stattgefunden
wie bei Dynamine, wenn uns auch der Wechsel in seiner
Bedeutung weniger verständlich ist als dort. Auch hier
hat der Funktionswechsel eine Rückbildung der Dornen
im Gefolge gehabt. Von Formen, wie sie heute ungefähr
Adelpha bietet, hat die Entwickelung zu Neptis, im
weiteren Verlauf zu Prepona-, Anaea- ähnlichen Formen
geführt, bei denen als Rest der Bedornung nur die Hörner
und die Schwanzgabel geblieben sind. Aus dieser Gruppe
sind dann wieder die Satyrinne, Morphinae, Brassolinae
hervorgegangen.''
In einem 1. Nachtrag werden noch die Raupen
einiger Danainae beschrieben, in einem 2. die primären
Borsten in anderen Schmetterlingsfamilien in Betracht
gezogen. Die Dornen der Saturniaden erweisen sich
(nach Untersuchung von Hipparchiria) als hervorgegangen
aus umgewandelten vergrösserten Stützgebilden der pri-
mären Borsten; auf dem 11. Segment ist ein Dorn, der
durch Verschmelzung der Stützgebilde zweier entstanden
ist. Eine gleiche Entstehungsweise hat das an der Spitze
gegabelte Schwanzhorn derSphingidenraupen. Da eine un-
abhängige Entstehung dieser beiden homologen Bildungen
nicht anzunehmen ist, so ist es am wahrscheinlichsten,
dass dieses Schwanzhorn der Rest einer früher reicheren
Bedornung ist, die mit der heutigen Bedornung der Sa-
turniaden auf gleichen Ursprung zurückzuführen ist.
Ueber die Zucht der Schmetterlinge aus dem
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 169
Ei s. Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr.
S. XVI— XVIIL
Ans dem Nachlasse von Will. Bnckler hat H. T.
Stainton den 1. Band eines Werkes über die Raupen
britischer Schmetterlinge herausgegeben: The larvae
of the British Butterflies and Moths. Vol. I. The
Butter flies. London, Ray Society 1886 (issued for
1885). 8X£: (XVI, 202 Ss., Ij'^Taff.).
Eine Besprechung dieses Werkes von R. C. R. Jordan
s. Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 18—23.
Milliere beschreibt, II Naturalista Siciliano VI
S. 1 — 9 Tav. I, Chenilles inedites et Lepidopteres
nouveaux pour la faune europeenne. Es sind Raupe,
Puppe und Imago von Dianthoecia caesia Bkhs.] Psilo-
thrix incerta n. sp.; junge Raupe von Deilephila Nerii,
Ei und junge Raupe von D. Celerio, Raupe, Puppe und
Imago von Acidalia fumata Stejih. = commutata F?r. ;
Raupe und Imago von Gnophos sordaria Thnh.] Raupe
von Cidaria caesiata S. V.
P. Milliere macht Chenilles nouvelles, Lepi-
dopteres nouveaux ou peu connus bekannt; Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 5—10 PI. I.
J. Meves theilt En äktenskapshistoria frän
fj arils Verl den mit, die von Orgyia antiqua hergenommen
ist; Entom. Tidskr. 1886 S. 99—101, 138.
C. Berg's Observaciones sobre los estados pre-
paratorios de algunos Lepidopteres argentinos
beschreiben Larve und Puppe von Thyridia Themisto;
Ctenucha vittigera; Eudesmia ruficollis; Dirphia Kinkelini;
An. Soc. Cientif argent. XXI S. 277—281.
Die Larve von Fenesica Tarquinius ist fleisch-
fressend, indem sie sich von den auf Erlen-, Heidel-
beer- u. s. w. Blättern, die als ihre Nahrung angegeben
werden, lebenden Blattläusen nährt; Riley, Science
No. 169; Entom. Nachr. 1886 S. 219 f.
Dirk ter Haar stellt eine Lijst van planten,
warop de in Nederland voorkomende Microlepi-
170 Dr. PIi. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
doptera te vinden zijn, auf; Tijdschr. v. Entomol.
XXIX S. 159—223.
Oberthür theilt einige Bemerkungen über die Lebens-
weise von Arten der Mandschurei mit. Bull. Ent. France
1886 S. XLVI— XLVIII, LV f.
Chretien meldet die Longevite d'une chenille
de Noctuelle, nemlich einer Erastria scitula, die
17 Monate lang in ihrem Sacke blieb, ohne sich zu ver-
wandeln, aber auch ohne zu vertrocknen und umzukommen.
(Eine zweimalige Ueberwindung der Raupe von Lima-
codes hat auch Standfuss berichtet; s. den Ber. für 1884
S. 120). Le Naturaliste, l*^^' Octobre 1886 S. 340 f.
Goossens (Des chenilles vesicantes) kommtauf
seine frühere Bemerkung zurück, dass die nesselnde
Wirkung gewisser Raupen nicht auf den Haaren beruhe,
sondern auf einem in flüssiger Form ausgeschiedenen,
bald eintrocknenden Stoff, der entweder durch direkte
Berührung oder durch den Wind als Staub übertragen
wird. Es gelang ihm, durch Alkohol diesen Stoff (aus
dem Prozessionsspinner) auszuziehen und mit dem ein-
getrockneten Auszug ähnliche Wirkung wie mit den
Raupen selbst zu erzielen. Ann. Soc. Ent. France 1886
S. 461—464.
Snellen's Aanteekening over twee soorten van
N 0 r d a m e r i k a n s c h e L e p i d 0 p t e r a in Tij dschr. v. Entom.
XXIX S. 136 — 138 beziehen sich auf Brephos infans
Möschl. und Eugonia autumnaria Werneh.
Möschler's „Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von
Jamaica" in den Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. Bd.
3. Heft S. 25 — 84 mit einer colorierten Tafel enthalten
die Aufzählung und Beschreibung von 197 Arten, meist
bei Licht gefangenen Heteroceren.
Lepidopterologische Fragmente, nagelaaten
door Prof. Dr. H. Weijenbergh und in der Tijdschr. v.
Entom. XXIX S. 111—124 PI. 3, 4 veröffentlicht durch
P. CT. Sn eilen beschäftigen sich mit den Jugendständen
folgender argentinischer Arten: Colias Agave F. S. 112
im GeWete der Eutoniologie während des Jalires 1886. 171
PL 3 Fig. 1 — 4 (Terias Deva Doublcd); Ceratocampa
imperialis L. S. 114; Jo Burmeisteri Weijenh. S. 117 PI. 3
Fig. 5— 7, PI. 4 Fig. 1; Halesidota texta HS. S. 1*20
Fig". 2 — 8; Nepliopteryx matliematicella Weijenh. S. 123
Fig. 9—12.
In Proc. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S.LXXVI
(von Watson) und S. LXXVII (von King) sind einige
seltenere Schmetterlinge mit interessanten Farbenab-
ändernngen aufgezählt.
The Lepidoptera of Dorsetshire, or a catalogue
of the butterflies and moths found in the county of
Dorset. By C. W. Dale; S. I— XIV, 1—90.
W. H. Bath wirft in seinen Notes on the Lepi-
doptera of the Birmingham District einen Rückblick
auf die Vergangenheit und konstatiert dabei, dass manche
Arten verschwunden, andere selten geworden, noch andere
auf einen kleineren Raum beschränkt sind als früher.
Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 126—130.
Von H. D. J. Walleng ren „Skandinaviens Heterocer-
fjärilar" ist der 2. Theil, Spinner, erschienen, Lund 1885
S. 257—443.
J. Meves liefert einen Bidrag tili kännedomen
om svenska fjärilars geografiska utbredning; eben-
da S. 102—104.
E. Holmgren theilt seine Lepidopterologiska
jakttagelser i Stockholms omgifningar mit und
beginnt mit Ingarön im Archipel von Stokholm; Entom.
Tidskr. 1886 S. 35—40, 129, 130.
de Selys-Longchamps meint, dass Polyommatus
Thersamon, Optilete; Coenonympha Iphis; Lycaena
Optilete, Argus; Sesia bembeciformis mit Unrecht der
Belgischen und Niederländischen Fauna zugezählt werden;
Tijdschr. v. Entom. 29., Versl. S. XX. — Snellen giebt
aber für Lycaena Optilete und Sesia bembeciformis be-
glaubigte Fundorte, während er die übrigen genannten
Arten ebenfalls aus der Niederländischen Fauna streicht;
ebenda S. 21. Auch kommen Pieris Daplidice, Sphinx
172 Dl'- P li. B e r tk a u : Bericht ül). die wissensch. Leistungen
Nerii, Celerio sporadisch in beiden Ländern vor; in
Belgien allein ist Lycaena Boeticus und Sphinx lineata
beobachtet.
Homoeosoma cretacella i^ös.s/. und Grapholitha
tnrbidana Treits. neu für die Niederländische Fauna;
Snellen ebenda S. XXIV, XXV; Orthosia litura ebenso;
Heylaerts ebenda S. XXVII.
Zur Schmetterlingsfauna von Bingen a. Rh.
vonL. Glaser; Entom. Nachr. 1886 S. 105—109, 116—122.
A. Schmid hat nun auch den IL Theil seiner Le-
pidopteren-Fauna der Regensburger Umgegend
mit Kelheim und Wörth (Microlepidoptera) er-
scheinen lassen; Corrbl. naturw. Vereines in Regensburg,
1886, S. 1—176 (besondere Paginierung).
A. Fuchs bringt einen S.Artikel Microlepidopteren
des unteren Rheingau's; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 39
bis 82, nebst einer allgemeinen topographisch-lepidoptero-
logischen Einleitung.
H. Frey macht Bemerkungen über einige Micros
aus Regensburg; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 16—18
(Amblyptilia Calaminthae Schmid gute Art; Oxyptilus
Celeusi Schmid wie Teucrii Jordan dunkele Form von
Hieracii; Lioptilus distinctus H.-S. als Raupe auf Gna-
phalium sylvaticum).
Die Schmetterlinge des Lavantthales und der
beiden Alpen „Kor- und Saualpen" werden in einem
5. Nachtrag von G. Höfner um 50 Arten vermehrt; Jahrb.
Naturhist. Landesmuseums von Kärnten, 18, S. 52 — 62.
H. Christ liefert einen Nachtrag zu der Ueber-
sicht der um Basel gefundenen Tagfalter und
Sphinges L. mit den Ergebnissen der seit dem ersten
Verzeichniss gemachten weiteren Beobachtungen; vgl.
dies. Bericht für 1877—78 S. 89 (433); Verh. d. naturf.
Gesell^ch. in Basel, 8. Theil S. 127—132.
Ein vierter Nachtrag zur Lepidopteren-Fauna
der Schweiz von H. Frey beschäftigt sich mit 27 Arten,
darunter einigen neuen. Mitth. Schweiz, Ent. Ges. VIII
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1886. 173
S. 256— 262. ~ Rigg-eubacli-Stelilin meldet Diyobata
monochroma Esp. und Hypenodes costae-strigalis, die er
auf der Bechburg fing, als neu für die Schweiz an;
ebenda S. 271.
Als III. der Beiträge zu einem Verzeichnisse der
Insektenfauna Graubündens giebtE. Kilias einen Nach-
trag zum Verzeichniss der Bündner Lepidopteren;
Jahrb. Naturf. Gesellsch. Graubündens (N. F.) XXIX.
Jahrg. S. 3—24.
Mi liiere liefert ein zweites Supplement zu seinem
Catalogue raisonne des Lepidopteres des Alpes-
maritimes; II Naturalista Siciliano, V, S. 102 — 104,
127—132, 152—156, 176—180, 195—204, 220—230.
C. Rothe stellt für Sammler ein vollständiges
Verzeichniss der Schmetterlinge Oesterreich-
Ungarns, Deutschlands und der Schweiz nebst
Angabe der Flugzeit, der Nährpflanzen und der Ent-
wickelungszeit der Raupen zusammen; Wien 1886 S. 1
bis 46. Es sind nur die Grossschmetterlinge berück-
sichtigt.
Dr. Carl Jordan schildert die Schmetterlings-
fauna Nordwest-Deutschlands, insbesondere die
lepidopterologischen Verhältnisse der Umgebung von
Göttingen; Jena 1886. (Auch als Suppl.-Heft der „Zool.
Jahrbücher" I.)
J. C. H. Zimmermann stellt die Grossschmetter-
linge der Fauna der Niederelbe zusammen, Verh.
Ver. f. Naturw. Unterhaltung Hamburg, VI S. 11—39,
wozu Sauber, ebenda S. 92 — 96, einen Nachtrag liefert.
Der letztere, („über Wanderungen der Schmetter-
linge", ebenda S. 40 — 42) sieht das zeitweilige Auftreten
und Verschwinden von Selidosema ericetaria, Theristes
mucronella, Myelois epelydella, wie er es bei Hamburg
beobachtete, als Folge von Wanderungen an.
Zimmermann: Beitrag zur Schmetterlings-
Fauna der Niederelbe; ebenda S. 10.
H. Fischers „Beiträge zur Kenntniss der Makro-
1 74 Dl"' P h- B e rt k a n : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
lepidopterenfauna der Grafschaft Wernigerode"
in den Schriften des Naturw. Vereins des Harzes 1.
S. 1 — 37 führen 680 Arten mit Angabe der Flugzeit,
Futterpflanze und Erscheinungszeit der Raupe u. s. w. an.
Unter dem Titel „Verzeichniss der in der Umgegend
von Frankfurt a. 0. vorkommenden Microlepidopteren"
macht F. Kretschmer 120 Kleinschmetterlinge namhaft;
Monatl. Mitth. a. d. Gesammtgebiete der Naturwissen-
schaften 4. Jahrg. S. 236—239.
L. Sorhagen. Die Kleiuschmetterlinge der
Mark Brandenburg und einiger angrenzender Land-
schaften, mit besonderer Berücksichtigung der Berliner
Arten. Berlin 1886. — Eine Besprechung des Werkes
durch Ritsema s. Tijdschr. v. Entom. XXIX, Versl.
S. XCV f., von Hinneberg in Berl. Ent. Zeitschr. 1886
S. 341—345; von Stange in Stett. Ent. Zeitg. 1886 S.187f.
Lepidopterologisches aus Livland von C. A.
Teich; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 168—171.
Psyche viciella; Notodonta bicolora v. unicolor;
Agrotis cinerea v. Livonica; EUopia prosapiaria v. pra-
sinaria; Cidaria simulata v. geneata; Eupith. fraxinata;
Acrobasis consociella; Grapholitha trigeminana; Stega-
noptycha delitana; Tinea parasitella; Gelechia distin-
ctella V. tenebrosella^ G. Bergiella^ nigricans, Malvella;
Bryotropha lutescens; Lita halonella, luridella^ Knaggsiella,
junctella, marmorea, vicinella; Elachista pullella; Litho-
colletis tenella neu für die baltische Fauna, die gegen-
wärtig 1888 Arten zählt; Teich im 29. Korrespbl. Naturf.
Ver. Riga S. 12, 13.
Ein vorläufiges Verzeichniss der Schmetterlinge
aus der Umgegend von Novorossiisk am schwarzen
Meer im Kaukasus von E. Ballion weist 413 Arten auf;
Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LXII S. 241—290.
0. Staudinger schreibt über Centralasiatische
Lepidopteren; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 193—215, 255
bis 256. — Die meisten Schmetterlinge Europas sind
auch in Centralasien aufgefunden, und letzteres ist wahr-
scheinlich die Wiege der meisten europäischen Arten.
im Gebiete der Entomologie wahreml des Jahres 1886. 175
Ein Beitrag zur Lcpidopterenfauua Trans-
kaukasiens in Wien. Ent. Zeitg-. 1886 S. 123—128, 200
bis 203 von 0. Boliatscli tlieilt manche für dieses Gebiet
neue Arten mit und stellt für andere den bezweifelten
Fundort sicher.
lieber die Lepidoptera in the Sikkim, Hima-
laya, macht H. J. Elwes in Nature 34 S. 597, 598 (über-
setzt auch in „die Natur", Halle, 1886 No. 48 S. 568,
570) folgende Mittheilungen. In der tieferen Region
überwiegen die der Indomalayischen Region zugehörigen
Tagschmetterlinge, namentlich zahlreiche (30) auf sie be-
schränkte Papilio- Arten, von denen manche nur eine,
andere mehrere Generationen haben. Die ersteren er-
scheinen vor der Regenzeit, März bis Ende Mai oder
Juni; die letzteren treten im März auf und halten bis
zum Ende der Regenzeit aus. Sehr zahlreich an Arten
sind auch die Lycaeniden und Hesperiaden, die zusammen
wohl 200 Arten in Sikkim aufweisen, und die Nympha-
liden, von welchen die Weibchen zahlreicher Arten schwer
zu erlangen und noch unbekannt sind.
In der Höhe zwischen 3000 — 6000 Fuss , wo der
grösste Wald von Sikkim sich befindet, der aber z. Th.
von den Eingeborenen vernichtet ist, ist in Folge des
letzteren Umstandes die Zahl der eigenthümlichen Arten
geringer; zu ihnen gehören Teinopalpus imperialis; Pa-
pilio Krishna, Minercus; Herda duma; Pieris Horsiieldi;
Neptes Zaida; Lophoessa goalpara, Yama; Rhaphicera
satricius; Lethe scanda, Dinarba, Sidonis. — In noch
bedeutenderer Höhe, von 9000 — 12000 Fuss, treten die
Tagschmetterlinge zurück und die Spanner und Klein-
schmetterlinge übernehmen die Hei'rschaft. Im Inneren
sind hier manche europäische Gattungen und Arten an-
zutreffen, wie Papilio Machaon; Colias Fieldii; Pieris
Brassicae; Vanessa sp. ; Argynnis latonia, gemmata;
Parnassius, Oeneis und Melitaea.
Die Notes on Himalayan Lepidoptera von
A. Grahame-Young beziehen sich auf Arctia cajula
aS^^^. ; Larve von Aulocera Swaha und als Zuwachs zu
176 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
dem Verzeiclmiss von Kiüu, Puiigab, Daiiais Aglea; Ori-
noma Damaris; Zoplioessa Yama; Rhaphicera Satricus;
Mycalesis Lepclia; Callerebia Scanda. Eiit. Moiithl. Magaz.
XXIII S. 102 f.
Description de nouvelles especes de Lepi dopte res
Heteroceres des Indes Orientales. P. C. T. Snellen,
Notes Leyden Museum 1886 S. 3—23.
On the Lepidoptera of Mhow, in Central-India;
by Col. C. Swinboe; Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 421—465, PI. XL, XLI. (253 A.).
A. G. Butler bringt Description of 21 new
genera and 103 new species of Lepidoptera He-
terocera from tbe Australien region; Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 381—441 PI. IX, X.
Von L. de Niceville's „Tbe butterflies of India,
Burmah and Ceylon"; a descriptive Hand-book of all
tbe known species of Rbopalocerous Lepidoptera inba-
biting tbat region, witb notices of allied species occurring
in the neigbbouring countries along tbe border" ist Vol. II
erscbienen; Calcutta, London: B. Quaritcb. 1886. Ist
mir nicbt zugekommen; eine kurze Besprechung von
Elwes s. Nature Vol. 35 S. 436.
Butler: On Lepidoptera collected ... in
Western India; Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 355
bis 395 PI. XXXV.
Lepidoptera nova et varietates in expeditione
ad oras Asiae orientalis . . . coUecta et a J. Fri-
valdszky descripta; Termesz. Füzet. X. S. 39 f. Tab. IV
Fig. 1—5.
Butler schreibt on a collection of (65) Lepidoptera
made in Upper Burma, . . . ; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVIII
S. 182—191.
P. C. T. Snellen liefert Beschrijvingen van (10)
nieuwe Oost-indische Lepidoptera Heterocera;
Tijdscbr. v. Entomol. XXIX S. 33—50 PI. 1, 2.
G. Semper beabsichtigt die Schmetterlinge der
Philippinischen Inseln zusammenhängend darzustellen
im Gebiete der Entomologie wälireiifl des Jahres 1886. 177
und hat den ersten Band, der die Tagfalter behandelt,
begonnen; Wiesbaden 188G. Die Tafeln, deren Zahl in
diesem Bande auf etwa 50 berechnet ist, enthalten die
nach einem neuen Verfahren (durch Photographie nach
der Natur, Lichtdruck mit nachträglicher Kolorierung
durch die Hand) hergestellten Abbildungen der Schmetter-
linge von Ober- und Unterseite. Auch die Raupen und
Puppen einiger Arten sind in farbiger Abbildung vor-
geführt. Die Gesammtzahl der von den Philippinen dem
Verfasser bekannten Tagschmetterlinge beträgt 500.
Als III. seiner Beiträge zur Lepidopteren-Fauna
des malayischen Archipels beschreibt A. Pagen-
stecher die (180) Heteroceren der Aru-Inseln, Kei-Inseln
und von Südwest-Neu-Guinea ; Jahrb. Nass. Ver. f. Natur-
kunde 39 S. 104—194.
In Part IV seiner Contributions to a knowledge of
Malayan entomology in den Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVII S. 251 — 254 beschreibt Distant 4 Rhopalocera;
in V, S. 530—534, ebenfalls 4.
In einer Note sur des Lepidopteres rec . . . ä
l'ile de Waigiou zählt J. B. Capronnier 58 Arten
auf; Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 1—6.
E. Meyrick liefert Descriptions of Lepidoptera
from the South Pacific (174 A.; Geometrina und
Microlepidoptera) ; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 189
bis 296.
J. Röber beschreibt Neue Tagschmetterlinge
der indo-australischen Fauna. Corrbl. Ent. Ver.
„Iris" zu Dresden 1886 S. 45—72 Taf. II— V.
A. Pagenstecher verzeichnet (82) Heteroceren
der Insel Cer am; Corrbl. Entom. Ver. „Iris" III S.41 — 44.
Ribbe bringt einen Beitrag zur Kenntniss der
Lepidopteren-Fauna der Aru-Inseln mit einer Ein-
leitung über Land und Leute von Aru; Corrbl. Entom.
Ver. „Iris" III S. 73—90.
Von E. Gr. Honrath werden neue Rhopalocera
von Neu-Pommern und Neuguinea beschrieben ; Berl. Ent.
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. J^J
178 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Zeitschr. 1886 8.129—131 Taf. V; von Celebes ebenda
S. 294— 296 Taf. VI.
E. Meyrick: On some (25) Lepidoptera from
the Fly river. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 241
bis 258.
E. Meyrick macht Notes on synonyniy of
Australian Lepidoptera described by Mr. Rosenstock;
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVIII S. 528 — 530.
G. F. Mathew liefert Descriptions of some new
species of Rliopalocera from tlie Solomon Islands;
Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 343— 350 PI. XXXIV.
Er erwähnt dabei einen Fall von Mimikry, an dem sich
3 Arten betheiligen, und der um so bemerkenswerther
ist, als alle 3 Arten von den Vögeln sowohl im Raupen-
wie im Imagostande gemieden werden. Diese 3 Arten
sind Euploea Brenchleyi ButL ; Danais insolata BnÜ. und
eine Hipolimnas.
Einige Bemerkungen zur Fauna Algiers von Ch. Ober-
thür s. Bull. Ent. France 1886 S. CLXXV.
G. T. Baker macht Notes on some Lepidoptera
from Algeria; Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 250— 254.
H. Dewitz zählt auf (23) von Herrn Dr. Pogge
in Mukenge (Centralafrika) und Umgegend ge-
sammelte Rhopaloceren; Berl. Ent. Zeitschr. 1886
S. 301, 302 Taf. VII.
Derselbe beschreibt neue westafrikanische
Tagschmetterlinge; ebenda S. 427— 430 Taf. II
Fig. 1—9.
H. Druce liefert Descriptions of some new species
of Heterocera from Tropical Africa; Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 409— 411 PI. XXXVII, XXXVIII.
Smerinthus Populi halbierter Zwitter; Zeitschr. f.
Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XXVII.
E. Haase macht zwei interessante Zwitter be-
kannt: Danais Ismare Cr. und Lycaena Escheri Hb.;
Corrbl. Entom. Vereins „Iris" III S. 36—39 Taf. III
Fig. 2, 5, 6.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 179
Standfuss beschreibt 4 Zwitter von Aglia tau;
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 320—322.
Halbierter Zwitter von Saturnia Carpini; Dra-
goni, Sitzber. naturf. Ver. Brunn XXIV S. 10.
H. Littke beschreibt eine Grastropacha quercifolia
mit 2 linksseitigen ünterflügeln ; Die Insektenwelt, 3, S. 58.
Weniger beobachtete eine Paarung zwischen
Attacus Cecropia und Sphinx Ligustri; Le Natura-
liste 15 avril 1886 S. 255.
Fleischer berichtet über zwei- und dreimalige Be-
gattung eines Schmetterlingsmännchens; Entom. Nachr.
1886 S. 191 f.
Microlepidoptera.
Pterophorina. On the Classification of the Ptero-
phoridae spricht sich Meyrick in den Trans. Entoto. See. London
1886 S. 1 — 21 zunächst iiher die systematische Stellung' der Ptero-
phoriden aus, die er als eine Familie der Pyralidina ansieht, welche
Ansicht er durch eine Nebeneinanderstellung der Diagnose der
Pterophoriden und der Pyralidina zu beweisen sucht; die Alucitidae
können weder von den Pterophoriden abgeleitet werden, da sie Neben-
augen besitzen, noch auch die Pterophoriden von den Alucitiden, da
die Flügel der letzteren in einem weit höheren Grade gespalten sind.
Da aber das Merkmal der gespaltenen Flügel sonst nicht auftritt, so
sind auch die Alucitiden den Pyralidinen einzureihen. Die Definition
der Pterophoriden lautet: Keine Ocellen. Keine Kiefertaster;
Abdominalhaken beim Männchen wohl entwickelt. Ader 7
der Vdfl. gesondert oder fehlend. Ader 6 der Htfl. von 7
gesondert; 8 frei, aber 7 dicht genähert, die untere medi-
ana nicht gekrümmt. Flügel gewöhnlich gespalten (aus-
genommen Agdistis).
Scoptonoma Zell, kann nicht in diese Familie gestellt werden,
sondern gehört zu den Botididae, in die Nachbarschaft von
Rhimphalea.
Indem der Verfasser dann Amblyptilia Hb. und Cnemidophorus
Wallgr. mit Platyptilia Hb. vereinigt, stellt er eine Tabelle der
Gattungen der Pterophoriden auf: Agdistis, Cenoloba, Heptaloba,
Deuterocopus, Platyptilia, Shpenarches n. g., Oxyptilus, Mimeseo-
ptilus, Marasmarcha n. g., Lioptilus, Pterophorus, Oedematophorus,
Doxosteres n. g., Cosmoclostis n. g., Trichoptilus und Aciptilia.
Als neue Arten beschreibt derselbe Cosmoclostis aglaoderma
(Sydney) S. 12; Trichoptilus scythrodes (ibid.; Port Lincoln) S. 13,
180 Dl'- Ph- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
ceramodes (ibid.), xerodes (Queensl., Neu South Wales, South Austr.)
S. 14, leptomeres (Isl. of Reunion) S. 15, eompsocliares (Cap. Verd.
Ins.), centetes (Neu Guinea) S. 16; Sphenarches synophrys (Neu
Hebriden; Tonga I.) S. 17; Piatyptilia hemimetra (Isl. of Reunion)
S. 18; Marasmarcha liophanes (ibid.); Mimeseoptilus phaeonephes
(Mt. Wellington, Tasman.) S. 19, leuconephes (Mt. Kosciusko, Neu
South Wales); Alucita pÄncocZes (Duaringa, Queens!; Sydney) S. 20.
Pterophorus acanthodactylus Larve beschrieben; Porritt,
Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 132.
Mier opterygina. Micropteryx Berytella (Beirut) ; d e J o a n n i s ,
Bull. Ent. France 1886 S. CLXXXIII.
Tinema. Meyrick fährt in der Description of New
Zealand Micro-Lepidoptera fort: VIII. Tinema (Part). Trans,
a. Proc. New Zeal. Institute XVIII S. 162—183. Behandelt sind die
Neuseeländischen Arten der Familien Grelechiada(15), Depressariadae (2),
Plutellidae (8), Micropterygidae (3) ; ferner eine neue Art der Graci-
lariadae. Die Gattungen, z. Th. neu und nach dem Zool. Anz. bereits
im vorjährigen Bericht, aber vielfach entstellt erwähnt, sind in
folgender Weise unterschieden:
(Gelechiadae) : 1 a. Zweites Tarsenglied unterseits mit einem Büschel.
2 a. Adern 3 und 4 der Hinterflügel gestielt.
6 Änisoplaca.
2 b. „ „ „ „ „ „ getrennt.
1 Megacraspedus.
Ib. Zweites Tasterglied unterseits ohne Büschel.
2 a. Adern 2 und 8 der Vorderflügel fehlen.
3 Thiotricha.
2 b. „ „ „ „ „ „ vorhanden.
3a. Ader 6 der Vorderflügel aus 7 . 2 Isochasta.
3 b. „ „ „ „ getrennt.
4 a. Fühler des Männchens gewimpert 4:Scieropepla.
4 b. „ „ „ nicht gewimpert . 5 Gelechia.
(Depressariad.) : 1 Phaeosaces, Depressaria nahe stehend, aber
durch das angedrückt-schuppige zweite Tasterglied, den nicht nieder-
gedrückten Hinterleib und die in die Spitze des Vorderflügels
endende Ader 7 unterschieden;
(Plutellidae): l.a. 2. Tasterglied mit einem Haarbusch . 10 Plutella.
Ib. „ „ ohne Haarbusch.
2 a. Fühler theilweise mit Schuppen bekleidet.
8 Protosynaema.
2b. „ nicht beschuppt . . . . 9 OrthencJies.
(Micropterygidae) : la. Vdfl. mit überzähligen Costaladern; Lippen-
taster sehr kurz . . 12 Palaeomicra.
Ib. Vdfl. ohne überzähl. Costalad.; Lippentaster
länger, bürstenartig . 11 Mnesarchaea.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 181
(Grraciliariadae) : Conopomorpha. — Die Arten der neuen
Gattungen sind Isochasta jxwrtcZtiA^ma (Invercargill) S. 163; Thiotricha
tetraphala (Dunedin), thorybodes (Christchurch) S. 164; Scieropepla
typhicola (Christchurch; Neu Süd Wales, von wo sie wahrscheinlich
nach Neu Seeland herübergekommen ist; Larve in den Fruchtkolben
von Typha angustifolia) S. 165; Anisoplaca ptyoptera (Christchurch)
S. 171; Phaeosaces compsotypa (Hamilton), apocrypta (Christchurch;
Dunedin) S. 172; Protosynaema eratopsis (Otira Gorge), steropucha
(Hamilton; Christchurch) S. 174; Orthenches c/^/orocowia (Christchurch;
Raupe auf Carmichaelia australis) S. 175, prasinodes (Christchurch),
porphyrites (Otira "River; Dunedin; Raupe auf Podocarpus totara)
S. 176; Mnesarchaea jjaracosma (Lake Wakatipu) S. 180; Palaeomicra
chalcophanes (Makatoku), chrysargyra (Wakatipu) S. 182; Conopo-
morpha cyanospila (Taranaki etc.) S. 183.
Desselben No. XII. der Descriptions of Australian
Micro-Lepidoptera bringt die Aufzählung der üecophoridae
zu Ende, deren im Ganzen, incl 11 in einem Appendix aufgeführten
Arten, 519 namhaft gemacht sind. Folgende sind in dem gegen-
wärtigen Aufsatz als n. sp. bezeichnet:
Palparia theopkila (Tasmania), mesophthora (ibid.) S. 825, hesy-
chaea (Mt. Kosciusko) S. 826, Uthocosma S. 827;
EnchocYQ,tes picropthylla (Sydney; Mt. Lofty) S. 827;
Eochro'is trüoxantha (Tasmania) S. 828 ;
Zonopetala synarthra (Mt. Kosciusko), erythrosema (George's
Bay) S. 829;
Heliocausta atoecha (Sydney) S. 830, eiidoxa (Quorn) S. 831, e])i-
desma (Melbourne) S. 832 ;
Haplodyta thm-acta (Blackheath) S. 765, heteropila (Bathurst),
iochcdca (Mt. Kosciusko ; Tasmania) S. 766 ;
Machaeritis ccdUgenes (verbreitet) S. 768, grammophora (Sydney),
heniocJia (ibid.) S. 769, melanospora (ibid. und Toowoomba), samphoras
(New South W.; Tasmania) S. 770, psathyra (Tasmania), hemera
(Port Lincoln) S. 771, indocta (Brisbane), aegrella (Sydney) S. 772;
Leptocroca sangiiinolenta (New South Wales; Victoria) S. 775;
Oecophora hemisphaerica (Brisbane), anthemodes (Victoria; Tas-
mania) S. 780, ochroma (Sydney), imiformis (New South AV.) S. 781,
hypochalca (ibid.) S 782, lagara (ibid. und^Queensld.), eremaea (ibid.
und Tasmania) S. 783, zophodes (New South W.), nubifera (ibid.)
S. 784, lymphatica (ibid. ; Tasmania) S. 785, epimicta (Tasmania), sul-
fiirea (New South AV. ; South Austr., West Austr.) S. 786, lychnosema
(Sydney; Tasmania), poUocrana (New South W.) S. 787, eurrhoa
(Sydney; Tasmania) S. 788, maranta (New Zealand) S. 791;
Cremnogenes epichalca (New Zealand) S. 793 ;
Crossophara phthorodoxa (New South Wales) S. 794, niphadia
182 Dl'- Ph. Bertkan: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
(ibid. und Queensld.), asyntta (Sydney) S. 795, thetias (Sydney), oenopa
(Quorn) S. 796, semiota (Sydney) S. 797;
Disselia aleurota (New South Wales; Tasmania) S. 799;
Macrobathra hamaxitodes (Sydney) S. 802, monostadia (Queensld.),
euryxantha (ibid.) S 803, chrysotoxa (ibid.; New South W.; Victoria;
Tasmania), mesopora (New South W.) S. 804, anemarcha (Tasmania)
S. 805, heminephela (Tasmania), desmotoma (Queensld.; New South W.;
Victoria) S. 806, melanomüra (New South W.) S. 807, trithyra (ibid.),
euryleuca (New South W.) S. 808, melanota (Queensld.) S. 809, chlo-
rosoma (ibid.), nipliadohola (ibid.) S. 810, argonota (New South W.)
S. 811, xuthocoma (Sydney), leucopeda (ibid.) S. 813, rhodospila (ibid )
S 814, synastra (Tasmania) S. 815, crymalea (S. Austr.) S. 816, he-
mitropa (ibid.), melanargyra (Queensld.) S. 817, ceraunöböla (New
South W. ; Victoria, Tasmania) S. 818, anemodes (S. Austr.) S. 819,
porphyrea (Sydney), nephelommpha (ibid.; Queensld ; Tasmania) S. 820,
hrontodes (Queensld.) S, 821, myriophthalma (ibid.; New South W.;
Victoria), chrysospila (Queensld.) S. 822;
Satrapia thesaurina (Sydney; Melbourne; Adelaide; Larve in
Blättern des Eucalyptus tereticornus) S. 823; Proc. Limi. Soc. New
South Wales X S. 765—832.
Crocanthes (n. g. Gelechiad.) pra5mop^5 (Port Moresby) S. 277,
heliarcha (ibid.) S. 278 ;
Brachyacma (n. g. Grelechiad.) epiochra (Fiji) S, 279;
Jitasthalistis (n. g. Gelechiad. für Ypsolophus tricolor Feld.
und) pyrocosma (Port Moresby) S. 280;
Copromorpha (n. g. Cryptolechiad.) gypsota (Fiji) S. 282;
Octasphales (n. g. Depressariad.) charitopa (Port Moresby)
S. 284;
Thylacopleura (n. g. Glyphipteryg.) autodoxa (Fiji) S. 285;
Trachycentra (n. g. Plutellid.) calamias (Tonga; Fiji) S. 288;
Cyathaula (n. g. Hyponomeutid.) macidata (Tongo; Fiji) S. 289;
Anastathma (n. g. Tineid.) callichrysa (Fiji) S. 290;
Decadarchis (n. g. Erechthiad.) melanastra (Fiji) S. 291;
Phthinocola (n. g. Erechthiad.) dochmia (Tonga) S. 291;
Echinoscelis (n. g. Elachist.) hemithia (Tonga) S. 292;
Proterocosma (n. g. Elachist.) triplmietis (Tonga), epizona
(Fiji) S. 293, ochronota (Tonga), chionopsamma (Port Moresby) S. 294
Persicoptila (n. g. Elachist.) erythrota! (Neu-Hebriden) S. 295
Timodora (n. g. Gracilariad.) chrysoch(r)oa (Tonga) S. 296
derselbe, Trans. Ent. Soc. London 1 886.
Alavonia minor (Mhow); Waisin gham; Proc. Zool. Soc. London
1886 S.464 Pl.XLI Fig. 10, 11.
Autosticha demias (Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 281.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 183
Bucculatrix alhujiittella (Cannes; Raupe auf Anmdo donax ?);
M i 1 1 i e r e , Bull. Ent. France 1886 S. XXIII.
Butalis flavilaterella (Rheingau, bisher fälschlich für Schneideri Z.
gehalten); Fuchs a. a. 0. S. 71.
Coleophora Bornicensis S. 73, agricolella S. 78, (Rheingau);
Fuchs a. a. 0.
Cosmopteryx Scriba'iella bred freely at Stettin; Hering,
Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 14.
Cryptolechia bicolorella (Arn -Inseln); Pagen Stecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 182.
Frey zieht (S. 260) Elachista pullella, Gregsoui und aridella
zusammen, und ist auch an dem Artrecht der E. incertella Frey
gegenüber pullella F. B. zweifelhaft geworden; als neu beschreibt er
E. longipennis S. 259, exujuella S. 260 und spectrella aus der Schweiz.
Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII.
Enaemia pijrüampis (Fly river); Meyrick, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 257. — Die Gattung stellt Meyrick, in Ueber-
einstimmung mit Zell er, hierher, zu den Hyponomeutiden und nicht
zu den Lithosiaden, wie einige thun.
Derselbe beschreibt aus einer nicht näher definierten Gattung
die n. A. phlogopa (ibid.) ; ebenda S. 258.
Gelechia thyraula (Christchurch; Castle Hill) S. 167, hrontophwa
(Christchurch), schematica (Castle Hill) parapleura (Bealey River)
S. 168, pharetria (Castle Hill), monophragma (AVellington ; Hamilton)
S. 169, lithodes (Arthur's Pass), achyrota (Christchurch; Dunedin)
S. 170; Meyrick, Trans, a. Proc. N. Z. Institute XVIII, caryae-
vorella (Providence; junge Blätter der Carya tomentosa aufrollend);
Packard, im Report of the commissioner of agriculture 1885 S. 331,
(distinctella var.?) tenebrosella, Bergiella (Livland); Teich, Stett.
Ent. Zeitg. 1886 S. 170.
UeberG.(Nannodia) Eppelsheimi >S'^^r.s. Sta'.inton, Entom.
Monthl. Magaz. XXIII S. 101.
Heydenia auromaculata in Shetland; Barrett, Entom,
Monthl. Magaz. XXIH S. 13.
Hilarographa -sap2/»'« (Port Moresby); Meyrick, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 286.
Lita prodivella (Rheingau; Raupe an Artem. Absynthium);
Fuchs a.a.O. S. 68, luridella (Livland); Teich, Stett. Ent. Zeitg.
1886 S. 170.
Lithocolletis geniculella Bagon. neu für Schlesien ;
Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XXIV.
Megacraspedus calmnogonus (Christchurch ; Larve in den Frucht-
ähren von Arundo conspicua); Meyrick, Trans, a. Proc. N. Z.
Instit. XVIII S. 163.
Plutella sera (Taranaki ; Makatoku) S. 178, psammochroa (Otira
184 Dl'- Pli- Bertkan: Bericht üb, die wissensch. Leistungen
Eiver; auch in Ostaustralien) S. 179; Meyrick, Trans, a. Proc. N. Z.
Institute XVIII.
Psilothrix mcerto (Lombardei) ; Milliere, Bull. Ent. France 1886
S, Lin und II Naturalista Siciliano VI S. 3 Tav. I Fig. 5, 6.
Setomorpha tineo'ides (Mhow); Walsingiiam, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 465 PI. XLI Fig. 8.
Simaethis sessiUs (Aru Inseln?) Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 179, cJicdcotoxa (Tonga), ortJwgona (Port Mo-
resby); Meyrick, Trans Ent. Soc. London 1886 S. 287.
Tinea Turatiella (bei Grenua); von Milliere nochmals als n. sp.
beschrieben und abgebildet-, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 9 PI. I
Fig. 10 (vgl. den vor. Ber. S. 178), subochraceella (Mhow); Walsing-
ham, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 464 PI. XLI Fig. 9.
Tortricomorpha viola (Aru -Inseln); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 182.
Tortricina. Barret fährt in seinen Notes on British
Tortrices fort; Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 1-4.
Adoxophyes cyrtosema (Tonga, Fiji); Meyrick, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 276.
Barr et nimmt, um Konfusion zu vermeiden, den Doubleday'schen
Sammlungsnamen von Antithesia carhonana für die aus Stachys
palustris erzogene Art an und beschreibt diese im Gegensatz zu A.
fuligana Huhn., ustulana Haio., deren Larve in St. silvatica lebt;
Entom. Monthl. Mag. XXIII S. 3, 4.
Carpocapsa immanis (Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 276.
Cerace Tetraonis (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 394.
Eccopsis aiwoböla (Tonga); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 275.
A. Hoff mann ergänzt die Beschreibung der Raupe seiner
Phthoroblastis Trauniana durch Gegenüberstellung von Ph. regiana;
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 303.
Sericoris dissolutana Z. i. 1. (Pommern); Stange, Stett. Ent.
Zeitg. 1886 S. 282.
Der Heu- und Sauerwurm oder der einbindige
Traubenwickler (Tortrix ambiguella) und dessen Be-
kämpfung. Von Fr. Willi. Koch; Trier 1886, 8X2: 31 Ss. mit
23 Abbild, auf 2 lith. Taff. in 2 Auflagen.
H.W. de Graaf schildert die Levenswijze van Tortrix
unifasciana Bup.; Tijdschr. voor Entomolog. XXIX S. 238— 240.
Pyralidina. Ber dura (n. g.) pupiUalis S. 78;
Basonga (n. g.) paradisalis S. 79 Fig. 26;
Barisoa {Tl. g.) intentcUis S.83 (Jamaica); Möschler, Abh.
Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 185
Archernis (n. g. Botid. Semiocero proximum) callixantha
(Fly river); Meyrick, Proc. Linn. See. N. S. Wales (2) I S. 254.
Graph icopoda (n. g. Ennychiae proximum) Hecate (Tonga I.)
S. 421;
Fseudephyra (n. g. Hydrocampid. Homophysae affine) straminea
(Peak Downs) S. 422 PI. X Fig. 10;
l^^iphadaza (n. g. Hydrocamp. prope Oligostigma) hicölor (Viti
I.) S. 423 Fig. 8;
Hormatholepis (n. g. Asopiid. Rinecerae affine) erebina(S[\t\
I.) S.425 Fig. 7;
Leucophotis (n. g. Agathodi affine) pulchra (Viti I.) S. 426
Fig. 3, Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
3Iesopempta (n. g. Siculodid.) heliopsamma (Port Moresby,
Neu Guinea) S.217;
Trier opis (n. g. Musotimid.) nesias (Tonga) S. 218;
Cometiira (n. g. Botidid.) picrogramma (Fiji) S. 226;
JDracaenura (n, g. Botidid. für Plataraonia stenosoma Feld.
und) pelochroa (Fiji) S. 228, asthenofa (ibid.), agramma (Samoa), ho-
rochroa (Port Moresby) S. 229, myota (Neu-Hebriden) S. 230;
Trematarcha (n. g. Botid. Pleonectusae proximum, für Ma-
rasmia erilitalis Feld, und) semnopa (Rotumah I.) S. 234;
Fpisnima (n. g. Botid.) stcreogona (Fiji) S. 236;
Nesolocha (n. g. Botid.) cmtolitha (Port Moresby) S. 240;
Ptilaeola (n. g. Botid.), ulophanes (Fiji) S. 245;
Erebangela (n. g. Botid.) melanauges (Tonga; Fiji) S. 246;
Diplotyla (n. g. Botid.) ochrosema (Neu-Hebriden; Fiji) S. 247,
cyclospila (Samoa), argopis (Fiji) S. 248;
Strepsimela (n. g. Botid.) microcentra (Fiji), xanthosoma (Sa-
moa) S.249;
Eurytorna (n. g. Botid.) heterodoxa (Fiji) S. 252;
Authaeretis (n. g. Botid.) criodora (Fiji) S. 253;
Macaretaera (n. g. Botid.) hesperis (Fiji) S. 255;
Compsophila (n. g. Botid.) iocosma (Fiji) S. 256;
Epichronistis (n. g. Botid.) acrospila (Fiji; Mauritius) S. 261;
Exeristis (n. g. Botid.) asyphela (Tonga) S. 266, xanthota
S. 267;
Uoploscopa (n. g. Scopariad.) astrapias (Fiji) S. 268;
Autarotis (n. g, Crambid.) euryala (Fiji) S. 270;
Hednota n. g. Crambid. für bifractella TFrtE", S. 270;
ConobatJira (n. g. Phycid.) ««^ojHor^;/^« (Port Moresby) S. 271;
Heteromicta (n. g. Galleriad, für Lamoria rufivena TFaZÄ'. und)
trichogramma (Fiji) S. 273; Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Anerastia nitens (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 440.
1 86 Dl". Ph Bei'tkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Auyclraiüa cyanolitha (Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London
1886 S.220.
Asopia leonina (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S.425.
Botis cmlicalis S. 75, vilUcalis, matronuldlis , eollustralis S. 76,
hüaralis, meropialis S. 77, janiraUs S. 78 (Jamaica); Mö schier,
Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3, Horatius S, 430, argyrogaster
S.431 (Viti J.); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
B. repandalis in Britain; Barret, Entom. Monthl. Magaz.
XXIII S. 145.
Calamotropha fZieZo^r« (Fiji; wahrscheinlich in Zuckerrohr) ; Mey-
rick, Trans, Ent. Soc. London 1886 S. 268.
Cataclysta hexdlüha (Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 219.
Catamola ccqmopis (Mt Kosciusko, N. S W.); Meyrick, Trans
Ent. Soc. Lond. 1885 S. 439.
Cateremna terebrella Zk. in England; Walsingham,
Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 82-84.
Chilo ortelhis (Mhow): Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 461 PI. XLI Fig. 3.
Cliniodes euphrosinalis (Jamaica); Mö schier, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3 S. 80.
Conogethes umhrosa (Fly river); Meyrick, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 256.
Crambus perleil us Larve beschrieben; Porritt, Entom.
Monthl. Magaz. XXin S. 7, 8.
Cr. Cantiellus; Tutt, The Entomologist XIX S. (26—29), 52-54,
miiUivageUus (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 462.
Cydalima mysteris (Neu-Hebriden) ; Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 223.
Diptycophora inornata (Gayndah: Peak Downs); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 440.
Dölichosticha ^ermep/ies (Fiji); Meyrick ebenda S. 236.
Emprepes insignis (Gayndah; Peak Downs); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 431.
Endostricha Wammeralis (Aru); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 168, annidigera (Peak Downs), obseura (Rock-
hampton); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 427, pUnthopa
(Samoa); Meyrick, ebenda S. 214.
Landois erhielt durch Fütterung mit verschiedenen Mehlsorten
in Färbung und namentlich Grösse sehr stark variierende Exemplare
von Ephestia Kühniella; Corrbl. Naturh. Verein preuss. Eheini.,
Westf. u. EB. Osnabrück, 1886 S. 57.
Eurycreon lamprodeta (Port Moresby) , prionogramma (ibid .)
Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 265.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 187
Glyphodes fessalis (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 459 PI. XLI Fig. 13.
Gonocausta (?) asuridia (Peak Downs)-, Butler, Trans. Ent,
Soc. London 1886 S. 429.
Hemimatia claudaUs (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 75.
Heterocnephes cdropygialis (Arii-Liseln) S. 171, (?) Imiulcdis
ibid.) S. 172; Pagen stech er, Jahrb. J^ass. Ver. f. J^aturk. 39.
Honioeosoma cataphaea (Fiji); Meyj'ick, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 272.
Hymenoptychis scalpellalis S. 173, phryganidcdis S. 174 (Aru-
Liseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39.
Hypotia allcdis (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 462 PI. XLI Fig. 2.
Jartheza cassimella (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 461 PI. XLI Fig. 4.
Leucinodes auxialis (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 458 PI. XLI Fig. 12.
Lygropis sirioxantha (Fiji); Meyrick; Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 262.
Margarodes lactoules (Arn - Inseln) ; Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 170, oceanitis (Neu-Hebriden ; Fiji); Mey-
rick, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 222.
Margaronia Umbata (Rockhampton); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 430.
Melissoblaptes isodesma (Fiji); Meyrick, ebenda S. 272.
Die von Milliere in seiner Iconographie II PI. 95 abgebildete
Metasia olbienalis Gn. stellt eine, aegitnalis genannte Varietät vor;
die Stammform ist jetzt beschrieben und abgebildet in Ann. Soc.
Ent. France 1886 S, 10 PI. I Fig. 11, 12.
Mella arenosa (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S.440.
Ueber die Raupen von Myelois epelydella, suavella und
advenella s. Sauber in den Verh. Ver. f. naturw. Unterh. Hamburg
VI S. 42.
Nephopteryx »laif7^ew^«^^ceWa (Argentinien) ; AVeijenbergh a. a.
0. S. 123 PI. 4 Fig. 9—12 (nach Snellen ebenda S. 124 Anm. vielleicht
eher eine Gelechide, z.B. Ceratophora), suffiisccdis (Mhow); Swin-
hoe, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 460.
Nosophora ochnodes (Fly river); Meyrick, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 255.
Notarcha erixantha (Neu-Hebriden) S. 258, octasema (ibid.),
halimja (Fiji) S. 259, huUjrina (Fiji) S. 260; derselbe, Trans. Ent.
Soc. London 1886.
H.W. de Graaf schildert die Levenswijze van Nycte-
188 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
gratis achatinella Hbn.; Tijdschr. v. Entomolog. XXIX S. 236
bis 238 PL 9 Fig. 3—9.
Nymphula sordida (Rockhampton) ; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 432.
Oligostigma eandidalis, argyrotoxalis S. 176, praestcibilalis, orph-
ninalis S. 177 (Arn Inseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 39, palUda (Rockhampton) ; Butler, Trans Ent. Soc. London
1886 S. 423.
Omiodes leucostrepta (Tonga; Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 254.
Paraponyx(?) infirmcdis (Jamaica); Mö seh 1er, Abh. Senckenb.
Natnrf. Ges. XIV. 3. S. 82, chrysota (Fiji); 3Ieyrick, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 221.
Physematia epispila (Fiji); derselbe ebenda S 257.
Pleonectusa parcdlela (Fiji) S. 231, chloroscia (Tonga), trispila
(Fiji) S. 232, chalinota (Solomon I; Ellice I.) S. 233; derselbe
ebenda.
Pterygisus (nov. nom. pro Isopteryx Guen. praeocc.) ochrei-
pennis (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 429,
(Isopteryx?) antisema (Neu Hebriden); Meyrick ebenda S. 263.
Pyralis incongrua (Kala Pani; Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 383 PI. XXXV Fig. 5.
Bimphalea aenone (Rockhampton) ; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 428.
Rinecera nigrescens (Vitil.); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S.424.
Salebria squamicornis (Peak Do^vns) ; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 439.
Samea Yerhurii (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 383 PI. XXXV Fig. 6.
Scoparia angustea Curt. (= coarctalis Zell) Larve beschrieben;
Porritt, Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 209 f., Sc. mercurella
desgl.; derselbe ebenda S. 260 f.
Scopula cmriUncta (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 431.
Semioceros allocosma (Fiji) S. 242, tricrossa (Port Moresby),
dactyloptüa (Fiji) S. 243; Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Siculodes bivittata (Arn Ins.), ochracea (Neu Guinea), variabilis
(Arn; Neu-Guinea), papuensis (Arn) S. 166, acutipcnnis (Aru) S. 167;
Pagen Stecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39, hydreutis (Fly
river); Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 253, hemi-
cycla (Fiji); derselbe, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 216.
Surattha alhipennis (Campbellpore, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 383.
Synclera praelatalis (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 81.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 1 89
Trithyris ignefactalis (Jamaica); Mö seh 1er, Abb. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S.81.
Zebronia graphicalis (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool.^oc. London
1886 S. 459.
Macrolepidoptera.
Geometridae. In seinen Notes on Nomen clatnre of
ISlew Zealand Geometrina ersetzt Meyrick einige der von ihm
gebildeten, aber bereits vergebenen Gattungsnamen durch neue:
Parysatis durch Paradetis, Panopaea durch Pancyma^ Eurydice
durch Homodotis, Harpalyce durch Probolaea, Stratonice durch
Ärctesthes, Thyone durch Asaphodes, Hermione durch Aido-
Xiola, Hippolyte durch Epicynie, Arsinoe durch Anachloris,
Pasithea durch Notoreas, Statira durch Stathmonyma, Atossa
durch Epicasis, Phyllodoce durch Gonopliylla und nimmt für
Amastris Meijr. Sestra Walck. an. Ferner erkennt er seine ver-
meintliche Gattung Scotosia (Steph.) als identisch mit Cephalissa
Meyr. und Cacopsodos BuÜ. = Dichromodes Gn. Trans, a. Proc.
New Zealand Institute XVIII S. 184.
Derselbe stellt in seinen Descriptions of Lepidoptera
from the South Pacific a. a. 0. S. 191 folgende Tafel der
Familien auf:
1. Hinterflügel ohne Ader 5, ersetzt durch eine Falte. Boarmiadae.
mit „ 5, ganz 2.
2. Ader 8 der Htfl. mit 7 nahe dem Ende der Zelle anastomosierend,
oder selten mit 7 nur durch eine kurze Querader verbunden.
Larentiadae.
Ader 8 der Htfl. frei, oder mit 7 nahe an der Basis anastomosierend. 3.
3. Vdfl. mit Ader 7 getrennt von 9, mit 6 gestielt. Strophidiadae =
(Microniadae s. unten).
„ „ „ von 9 entspringend 4.
4. Ader 8 der Htfl. entfernt von 7, an der Basis mit ihr verbunden.
Desmobathridae.
„ „ „ „ nicht mit 7 verbunden 5.
5. Ader 10 der Vdfl. aus 9 entspringend 6.
„ „ nicht „ „ „ ... Oenochromidae.
6. Ader 11 der Vdfl. mit 9 anastomosierend . . . Acidaliadae.
„ „ „ „ getrennt von 9 Geometridae.
Als neue Gattungen stellt derselbe auf:
Cretheis (Larentiad.) S. 192, für Gr. cymatodes (Neu-Hebriden)
S. 193;
Desmohathra (Desmobathr.) für D. Jiesperias S. 198, acrophaea
(Neu-Hebriden), ni])hoplaea (Solomon I.) S. 199;
/Si e 5^ c7i or c« (Strophidiad.) für (Micronia) puellaria Wälck. S. 200;
Anteia (Strophid.) ü\r A. ithygramma (Neu-Britannien) S. 201;
190 Dr. Ph. Bertkan: Bericht üb. die wissenscli. Leistimgen
Pythodora (Acidaliad.) für P rhipistis (Fiji) S. 205;
Trichoclada (Acidaliad.) für Tr. epigypsa (Fiji) S.208;
Perixera (Acidaliad.) für P. ceramis (Solomon L), pi'ionodes
(Fiji) S.209;
Euippe (Boarmiad.) für E. phälarota (Solomon I.) S. 210.
Aegitrichus (n. g. Boarm.) lanaris (Viti I.); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 434 PI. X Fig. 4.
Äteloptila{n. g. Boarmiin.) pscmiatopha (Fly ri ver) ; M e y r i c k ,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 250.
Epifidonia (n. g. Fidoniae affine) signata (Murree, Indien);
Butler, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 392.
Abraxas Rosenbergi (Arn Inseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. I»Iaturk. 39 S. 165, fuscescens Fig. 10, virginalis Fig. 11 (Indien) ;
Butler Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 392 PI. XXXV.
Milliere beschreibt Ei, Raupe imd Puppe von Acidalia in-
carnaria H.-Sch.; Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 8 PI. I Fig. 8, 9.
A. eriopodata de Graslin = in es ata Mill; Oberthür, Bull.
Ent. France 1886 S. CLXVII, crossophragma (Port Moresby, Neu
Guinea; Nordaustralien) S. 206, amäla! (Port Moresby) S. 207, lio-
modoxa (Pt. Moresby; Tonga) S.208; Meyrick, Trans. Ent Soc.
London 1886.
Acid?i\m tenellata (Jamaica); Mö schier, Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 71.
Anisodes compledaria, caducaria, decalvaria S. 70, flavicostaria
S. 71 (Jamaica); Mö schier, Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3.
Aspilates Clarissa (Moreton Bay; Peak Downs); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 438.
Asthena decursaria (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 71.
Boarraia iterata (Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 389, Tongaica (Tonga I.) S. 432, Samoana (Samoa L), Godeffroyi
(Rockhampton) S. 433; derselbe, Trans. Ent. Soc. London 1886,
X)sychastis (Neu Hebriden); Meyrick ebenda S. 211.
Bursada jtiacens (Neu Guinea); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 161.
Byssodes sumptuosaria (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges XIV. 3. S. 69 Fig. 25.
Cambogia stellataria, ephippiaria (Jamaica); Möschler, Abh.
Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 68.
Casbia irrorata (Rockhampton); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 438.
Cephalissa delogramma (Fiji und Tonga) ; Mey ri ck ebenda S. 195.
Celerena Bibbei (Arn Inseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 164, ptrodroma (Fly river); Meyrick, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) I. S. 246.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 191
Etwas über Chimatobia boreata s. von B. Gatter in den
Entom. Nachr. 1886 S. 125, 126.
Chlorocbroma Neptunus (Gayndah); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 435.
üeber Cidaria suffiunata s. Proceed. Ent. Soc. London
1886 s. XXV— xxrs.
Cidaria fla vi einet ata neu für Schlesien; Zeitschr. f. Ento-
mologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XX.
Die bisher in die Gattung Cidaria gestellte Geometra ri-
guata Hübn. gehört nach dem Flügelgeäder in die Gattung Me so -
type, neben M. virgata; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXIX
S. 134 f.
C. perpulchra (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 393, decipiens (Sydney); derselbe, Trans. Ent. Soc. London
1886 S.438, cJdorodesma, lasiospüa (Fiji); Meyrick ebenda S. 194.
Coremia picta (Viti I.); Butler. Trans. Ent. Soc. London 1886
S. 439.
Epyaxa rosearia DUd. life history; A. Purdie, Trans, a.
Proc. N. Z. Institute XVIII S. 208 f. — Die Art ist durch be-
deutenden Farbenunterschied der beiden Geschlechter ausgezeichnet.
Die Raupe lebt auf „water cress".
'EiYo^i2i Dohhoensis, nigromaculata (Arn Inseln); Pageustecher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 158, iwaeflorata (Jamaica); Mö sch-
ier, Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 69, stolida (Rock-
hampton); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 415.
Eucrostis erichlora (Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 203.
Ueber die Unterschiede von Eugonia antumnaria Werneb.
(alniaria W. V., und magnaria Guenee s. Snellen, Tijdschr. v.
Entom. XXIX S. 137 t
Eumelea craspedias (Port Moresby, Neu Guinea); Meyrick,
Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 196.
Eupithecia succerncda (Jamaica); Mö schier, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 72 Fig. 20, sucidata! (ibid.) derselbe S. 73,
erymna (Tonga); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 192.
E. Eynensata de Gh-aslm = magnata MiU.\ Oberthür,
Bull. Ent. France 1886 S. CLXVL
Eurymene semifulva (Sekar, Neu -Guinea); Pagen Stecher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 153.
The life-history of Geometra smaragdina by G. Elisha;
Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 465—468.
Grnoi^hos {'?) paerlita ! (KalaPani, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 389.
Hazis Kühnii (Aru Inseln) S. 162, Snelleni (Kei Inseln) S.163;
Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39.
192 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch, Leistungen
Hypochroma Lahayei (A'in-Sefra, Algier); Ch. Oberthür, Bull.
Ent. France 1886 S. CLXXV.
Hyposidra alfuraria (Ceram) ; Pagen Stecher, Corrbl. Ent. Ver .
„Iris" III S. 44 Taf. III Fig. 3.
Idaea Lydia (Peak Downs) S. 435, Jessica (ibid.), nivipennis
(Viti I.), innocens (Rockhampton) S. 436, Agnes (ibid.) S. 437; Butler,
Trans. Ent. Soc. London 1886.
Jodis wuka (Kei Inseln); Pagen Stecher, Jahrb. Nass. Ver,
f. Naturk. 39 S. 153, cheramota (Fiji); Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 204.
Lobophora sertata Hb. Raupe beschrieben; 0. Habicht,
Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 60; Societas Entomologica I S. 5.
Lycauges demissus (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S 456, proxima (Rockhampton); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 435.
Macaria denticulata (Aru Inseln); Pagen Stecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 159.
Micronia tristriata (Kei Inseln) S. 156, nigroapicata (Neu Guinea)
S. 157; Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39.
Milionia luteofasciata (Neu Guinea); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 162, Sharxm (Borneo); Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (3) XVIII S. 7.
Nemoria paularia ( Jamaica) ; M ö s c h 1 e r , Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 68.
Numeria (?) griseo-sericea (Aru-Inseln; Amboina) S. 159, (?) un-
dulataria (ibid.) S. 160 Taf. X Fig. 1; Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39.
Omiza poecüa (Aru Inseln; Neu Guinea); Pagenstecher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 152 Taf. X Fig. 3.
H. W. de Graaf schildert die Levenswijze van Ortho-
litha limitata Scop.\ Tijdschr. v. Entomolog. XXIX S. 233—236
PI. 9 Fig. 1, 2.
Panagra Vethi (Benguela); Sn eilen, Tijdschr. v. Entom. XXIX
S. 139— 142 ff. PI. 6 Fig. 1—9, rupicolor! (Peak Downs); Butler,
Trans. Ent. Soc. 1886 S. 437.
Pasiphila lepta (Tonga- und Marshall L); Meyrick, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 191.
Phorodesma phyllosa (Aru Inseln); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S.154.
Phyletis iiiconspicua (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S.391.
Pterocypha emanata (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 73.
Rumia mimulina (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 388.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 1<)3
Remodes elaica (Fiji); Meyrick, Trans, Ent. Soc. London 1886
S. 193.
Sterrha, paulula (Mhow); Swinhoe, Proc, Zool. Soc. London 1886
S.456 Pl.XLI Fig. 7.
Meyrick ersetzt den Namen für die „Familie" Micron i ad ae
dnrch Strophidiadae, da Micronia selbst ein einfaches Synonym
von Strophidia sei, und beschreibt Stesichora sphaeristis S. 247;
Anteia acrosema; Strophidia harmonica S. 248 vom Fly river; Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) L
Strophidia anerces (Fiji); derselbe, Trans. Ent, Soc. London
1886 S. 201.
Tephrosia crepuscularia und biundularia sind nicht
spezifisch verschieden; (Zeller und) Barrett, Entom. Monthl. Magaz.
XXin S. 85 — 87; Robson tritt dieser Meinung entgegen; ebenda
S. 111 f.
Terpnomicta qiiaclrilineata (Sumatra); S neuen, Tijdschr. v.
Entom. XXLX: S. 49 PL 2 Fig. 5 und Notes Leyden Museum 1886 S. 21.
Thalassodes byrsopis (Fly river); Meyrick, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 249, chloropis (Fiji); derselbe, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 204.
Urapteryx Yerhurii (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 388.
Zanclopteryx coerulea (Arn Inseln); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 156.
Noctuidae (incl. Deltoidae). Listonia {n. g.) Jamaicensis
S. 38 Fig. 13;
Algonia (n. g.) mollis S. 39 Fig. 3;
Alihama (n. g.) pulchra Fig. 27, mutata Fig. 5 S. 44;
Bareita (n. g. Hypogrammati affine) muscosa S. 54 Fig. 11;
Ballonicha (n. g. Delto'id.) recurvata S. 60 Fig. 6;
Berocynta (n. g. Delto'id. prope Solepiam) simplex S. 61;
Anagoa (n. g. Delto'id.) ophiusio'ides S. 62 Fig. 31; Möschler,
Beitr. z. Schmetterl.- Fauna von Jamaica; Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3.
Eurypsyehe (n. g. Leucaniae affine) similis (G-ayndah); But-
ler, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 392 PI. IX Fig. 6.
Badinogoes (n. g. Caradrinae affinfe) tenuis (Peak Downs);
Rockhampton) S. 394 Fig. 8;
Leucocosmia (n. g. Orthosiae simile) Ceres (Viti I.) S. 394
Fig. 10;
Dyshatus (h. g. Cosmiae affine) singularis (Peak Downs) S. 395
Fig. 5;
Äporoeosmus (n. g. Agrophilae affine^ hracteatus (Pe&k Downs)
S.399 Fig. 7;
Arcb. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. jSj
194 T)i'. Ph. Bertkaii : Bericht üh. die wissensch. Leistungen
Canthylidia (n. g. Heliochilo proximum) jjaUida (Gayndah)
S. 406 Fig. 9;
Eurythmus (n. g. Polydesm. Diateni affine) bry ophilo'ides (Pe?ik
Downs) S.410;
Lophocoleus (n. g. Hermin.) mirdbilis S. 417 PI. X Fig. 1, (?)
astrifei' S.417 (Yiti I.);
Mataeomera (n. g. Hermin. Rivnlae affine) i^MÖm (Peak Downs;
Gayndah) S.418 Fig. 2;
Eulocastra (n. g. Hermin. Locastrae proximum) /ctsm^a (Syd-
ney) S.419 Fig. 6; Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Acantholipes acervalis, xmlchra (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 451.
Acontia hadia (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 445, amcyi-pha (Gayndah), Vitiensis (Viti I.) S. 399, tripartita (Rock-
hampton) , nivipicta (Peak Downs) S. 400 , deträa (Gayndah) S. 401
darissa, conchidia (Peak Downs) S. 402; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886.
Agrotis mulina (Jamaica^i; Mö schier, Abh. Senckenh. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 47, lassa (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S.444.
A. grisescens i^r. (corrosa Ä-jS.) Raupe beschrieben; F. Rühl,
Societas entomologica I S. 138.
Stange hält sich überzeugt, dass A. florida nicht die ein-
brütige Rage von der sonst doppelbrütigen A. Rubi sei; Stett Ent.
Zeitg. 1886 S. 279.
A. recussa Hh. neu für Schlesien; Wocke, Zeitschr. f. Ento-
mologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XVIII.
Ueber die Arten der Gattung Anarta s. Lehmann in Zeitschr.
f. Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XIV.
Anthophila hmubila (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 447, vestalis (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 405.
Argidia penicillata ( Jamaica) ;Möschler,Abh. Senckenb. N aturf .
Ges. XIV. 3. S. 58.
Zur Biologie von Asteroscopus nubeculosus Esp. s.
Arne lang, Entom. Nachr. 1886 S.41-44.
J. Brown beschreibt Ei und junge Larve Bankia argentula;
die Raupe lebt auf Poa annua, aquatica, pratensis imd anderen
Gräsern; Entom. Monthl. Mag. XXHI S. 4, 5.
Bl^mn^ ephesioides (Aru Inseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 136 Taf. X Fig. 4.
Bocana sypnoides (Viti I.); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 416.
Bolina limitata (Jamaica); Mose hl er, Abh. Senckenb. Naturf,
Ges. XIV. 3. S. 55 Fig. 16.
im Gebiete der Eiitomoloo-io wiilivend des Jahres 1886. ] 95
S n e 1 1 e n bespricht die amerikanische B r e p li o s i n f a n s Möschl.
lind vergleicht dieselbe mit der europäischen Br, parthenias;
Tijdschr. v. Entom. XXIX S. 137.
lieber Calocampa Solidaginis und deren Nachahmung eines
verwitterten Aestchens s. A. Hoffmann. Stett. Ent. Zeitg. 1880
S. 161—166.
Capnodes histriga (Jamaica); Möschl er, Abb. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 59.
Caradrina pulmonaris neu für Schlesien; Wocke, Zeitschr.
f. Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XXIII.
C. striolata (Viti I.); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886
S. 393.
"White machte auf eigenthümliche Fortsätze an der Unterseite
der Raupen von Catocala aufmerksam, die er bei keiner anderen
Gattung fand, und deren Bedeutung ihm unklar blieb ; Proceed. Ent.
Soc. London 1886 S. XVI.
C. H. Neren giebt einen Ytterligare bidrag tili känne-
domen om gräsflyet och dess parasiter (Charaeas graminis);
die meisten Puppen waren mit Ichneumonen (Pimpla arctica;
Ichneumon gradarius und sarcitorius) besetzt und legten die in der
Folge bestätigte Vermuthung nahe, dass die Art im nächsten Jahre
nicht mehr in verheerender Menge auftreten würde; Entom. Tidskr.
1886 S. 45—50, 133.
Cosmia curvata (Fukushima; Yokohama)*; Butler, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 131.
Crambodes minor (Peak Downsj; Butler a. a. 0. S. 397.
Crioa acronyctina (Peak Downs); derselbe ebenda.
Cyclodes 6fpecton5 (Amboina) ; Sn eilen, Tijdschr. v. Entomolog.
XXIX S. 228 PI. 8 Fig. 2.
Dichonia intermissa (Japan); Butler, Trans. Ent. Soc. Lon-
don 1886 S. 134.
Entomogramma fälcata (Kei-Inseln) ; Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 141.
Epia daripennis (Nikko); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 134.
lieber die Raupe von Erastria scitula Hb. und ihr Ver-
hältniss zu Ceroplastes Rusci s. Peragallo, Bull. Ent. France 1886
S. CXXXIV-CXXXVI.
E. fascicolata (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 403.
Eriopus Jamaicensis (J.): Mö schier, Abb. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 52 Fig. 24.
Focilla angularis (Jamaica) ; M ö s c h 1 e r , Abb. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 57 Fig. 8.
l96 Dr. P h. B e r tk a 11 : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Gadirtlia imlckra (Rockhampton); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 412.
Galgula sorex (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV 3. S. 51.
Girpa maxima S. 410, carnea S. 411 (Vavao, Freundschafts-L);
Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Gonitis Samoana (S. I.) S. 407, Vitiensis (V. I.), vulpina (ibid.),
S. 408, xanthoclwoa (Vanua Levu) S. 409; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886.
Grammodes mirabilis Romonoff =Rogenhoferi Bohatsch ; B o -
hatsch, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 126.
Grammophora floccifera (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 41 Fig. 7.
Hadena praecellens S. 49 Fig. 21, pujmla Fig. 22, trita S. 50
(Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3.
Die Noctua secalis L. ist Hadena didyma; Lampa,
Entoni. Tidskr. 1886 S. 8, 124; 57—71, 135.
Duftapparat bei Hadena Atriplicis s. oben S. 157.
Heliothis aberrans (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 405.
Hiccoda herharia (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 446.
Hingula unicoloris (Mhow); Swinhoe a. a. 0. S. 452.
Homoptera Cruegeri (Gayndah); Butler, Trans. Ent. Soc
London 1886 S. 411.
Hypaetra sordida (Vitil.); derselbe ebenda S. 414.
Hypena triangularis, obtectalis S. 63, leniusculalis S. 64 (Jamaica) ;
Möschler, Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3, approximalis S. 43
Fig. 2, fractiUnealis S. 45 Fig. 3 (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v.
Entom. XXIX PI. 2 und Notes Leyden Museum 1886 S. 16, 17, (?)
eximia (Ceram); Pagen Stecher, Corrbl. Ent. Ver. „Iris" III S. 43
Taf. II Fig. 8.
Ingura pallida (Jamaica); M;ö schier, Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 53.
Iphimorpha (Gattungsmerkmale angegeben) liquida (Jamaica);
Möschler, Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 48 Fig. 17.
Laphygma angustipennis (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 43 Fig. 14.
Es ist zweifelhaft, obLeucaniaalbipuncta zwei vollkommene
Generationen hat; Heylaerts, Tijdschr. v. Entom. XXIX, Versl.
S. XXVI.
L. hyssina (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 442 PL XLl Fig. 6, diatrecta (Peak Downs), Leioinü (Gayndah)
S. 390, Scottii (Rockhampton), Cruegeri (Gayndah) S. 391, älarioides
(Peak Downs, Gayndah) S. 392; Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 197
Madopa recta (Ceram) Pagen stech er, Corrbl. Ent. Ver. „Iris"
III S. 43 Taf. II Fig. 9.
Mamestra soUgena S. 45 Fig. 18, distributa S. 46 (Jamaica);
Mö schier, Abh. Senckenb. Naturf. Oes. XIV. 3.
Mestleta haccalix (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 452 PI. XL. Fig. 7.
Me tachrostis pai(ro^raj;^a (Rockhampton) ; Butler, Trans. Ent.
Soc London 1886 S. 403.
Microsca joZa(/i/em (Tonga I.); derselbe ebenda S. 420.
Noctna (Gattung noch zweifelhaft) variicollis (Algier); Dela-
haye, Bull. Ent. France 1886 S. LXIIL
Wheeler schildert the habits of Nonagria Cannae
Entom. Monthl. Mag. XXII S. 169-172; 274-276.
Fletcher schreibt the life-history of Nonagria brevi-
linea; ebenda S. 272— 274.
Nyctipao Bibhei (Aru Inseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 140 Taf. X Fig. 2.
Ophideres Kühni (Neu Guinea) ; Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 137 Taf. X Fig. 6, Sidtana (Sumatra); Snellen,
Tijdschr. v. Entom. XXIX S.39 Pl.l Fig. 5 und Notes Leyden Museum
1886 S. 10.
Ophiusa Vitiensis (Viti I.); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 414.
Penicillaria excitans (Bugnoter, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 381.
Pharambara reticulata (F^^ik Downs); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 420.
Photedes /*mwsa (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. . Soc. London
1886 S.446.
Pinacia pupillälis (Sardang, Sumatra); Snellen, Notes Leyden
Museum 1886 S. 20.
Plusia Ain Raupe; s. Wocke, Zeitschr. f. Entomologie,
Breslau, 11. Vereinsnachr. S. XX.
PI. humeralis (Yezo); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886
S. 135.
Plusiodonta aretipennis (Sydney); Butler, Trans. Ent, Soc.
London 1886 S. 407.
Polydesma vulgaris (Tokei; Chekiang; Yokohama); Butler,
Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 135.
Potamophora Hagenii (Sardang, Sumatra); Snellen, Notes
Leyden Museum 1886 S. 12 und Tijdschr. v. Entomol. XXVIII S. 6
Pl.l Fig. 3; P. Schlegelii Snell. ist abgebildet a.l. 0. Fig. 2.
Prodenia exqiiisita (Jamaica) ; M ö s chl e r , Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 41 Fig. 23.
198 Dl"- P h. B ertk au: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Pseudophia nehuligera (Peak Dowus) ; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 413.
Radinacra variana (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 444 PI. XL Fig. 10.
Remigia discrepans (Yiti I.); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 415.
RhjTichina xylina (Mhow); Swinhoe a.a.O. S. 452.
Simplicia griseolimhalis (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXIX S. 47 PI. 2 Fig. 4 und Notes Leyden Museum 1886 S. 18.
Tarache nivosa (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 446 PI. XLI Fig. 14.
Der Aderverlauf von Thalpochares communimacula Hb.,
der nach Romanoif Mem. II auf die Cochliopoden verweisen sollte,
weicht von den übrigen Thalpochares- Arten nicht ab; Bohatsch,
Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 126.
Th. leonata (Rockhampton), pusiUci S. 404, innocens S. 405 (Peak
Downs); Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Thermesia punctulata (Aru Inseln); Pagen stech er, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 147.
Toxocampa orientalis (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 381.
Westermannia argentata, concha (Peak Downs); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 396.
Zanclognatha monochroa (Neu-Guinea); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 149.
Zethes tawan, Zara ( Aru-Inseln) ; Pagen stech er, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 146, (?) alhonotata (Sumatra); Snellen,
Tijdschr. v. Entom. XXIX S. 41 PI. 2 Fig. 1 und Notes Leyden
Museum 1886 S. 14.
Notodontidae. Elasmia (n. g.) %»i05a ( Jamaica) ; Möschler,
Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 36 Fig. 30.
Bireta gdlhana (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 438 PI. XL Fig. 5.
Dabarita kterita (Mhow): Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886. S. 439 PI. XL. Fig. 6.
Cnethocampa pityocampa ß'cAi/f. ab.; Milliere, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 6 PI. I Fig. 2.
Heterocampa cervina (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 35 Fig. 28.
Ichthyura cupreata (Campbellpore, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 387.
Drepanulidae. Argyria cinerea (Campbellpore, Indien);
Butler, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 387 PI. XXXV Fig. 8.
Saturniadae. Aglia tau var. lugens ; S t a n d f u s s , Stett. Ent.
Zeitg. 1886 S. 319.
im Gebiete der Entoiiiologie während des Jalires 1886. 199
Autheraea Dohihclla (Ost- Central -Atiika); Diuce, Proc. Zool.
Soc. London 18SG S. 409 PI. XXXVni Fig. 2.
An t h e r a e a P e r n y i , eine biologische Skizze von H. G a n c k 1 e r ;
Entom. Nachr. 188(3 S. 86—88 ; 363 f.
Attacus albidus (Kamerungebirge); Druce, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 409 PI. XXXVII Fig. 1.
Biinaea pyijela (Metabele Land); Druce, Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1886 S. 409 PI. XXXVIII Fig. 1.
Jo Bar meistert (Cordova, Argent. ; Raupe auf Liguster) ; W e i j e n -
bergh a. a. 0. S. 117 PI. 3 Fig. 5—7, PI. 4 Fig. 1.
Bombycidae. Bombyx? tlovomanjinata {l!ilo\\-Yn\): Poujade,
Bull. Ent. France 1886 S. XCII.
Chrysopoloma rosea (Delagoa Bai) Fig. 3, dtrlna (Old Calabar)
Fig. 4; Druce, Proc. Zool. Soc. London 1886 PI. XXXVIII. S. 410.
Eupterote iijnavus (Mhow); Swinhoe, ebenda S. 440 PI. XLI.
Fig. 1.
Cosmotricha indisüncta (Peak Downs); Butler, Trans. Ent.
Soc. London 1866 S. 387.
Über Raupenfang und Zucht des C r a t e r o n y x D u ni i s. A b e n d -
roth, Societas Entomologica I S. 52.
Sommerville erzog Gonomita postica aus einer in der
Capcolonie auf Acacia horrida fressenden Raupe; Trans. Nat. Hist.
Soc, Glasgow (N. S.) I S. 312.
Lechenopteryx fidma (Sansibar); Druce, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 411.
Mustilia columharis (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 387 PI. XXXV Fig. 7.
Pinara rufesceiis (Rockhampton); Butler, Trans. Ent. Soc
London 1886 S. 387.
Stilbolepis sylvia (Kamerun); Druce, Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1886 S. 410.
Liparidae. Chionophasma (n. g.) paradoxa (Rockhampton);
Butler, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 385 PI. IX Fig. 2.
Leptocneria (u. g.) hinotata (Peak Downs); derselbe ebenda
S. 386 Fig. 3.
Contributions to the knowledge ofthe genusAnaphe.
W(dker. By Lord Walsiugham; Transact. Linn. Soc. Lond. Zoolog.
(2. S.) II S. 421—426 PI. 44, 45. Der Verfasser erhielt aus Natal
ein Nest dieser gesellig lebenden Raupen mit etwa 300 Einwohnern
zugeschickt; nach einer über einen Monat dauernden Fahrt ver-
puppten sich die Raupen erst 14 Tage nach ihrer Ankunft, so dass
sie nahezu 50 Tage ohne Futter zubrachten. Die Schmetterlinge
— etwa 250 — schlüpften vom 3. Dezember bis 14. Februar aus.
Ein Päärchen begattete sich und lieferte Eier; die jungen Raupchen
gingen aber aus Mangel geeigneten Futters zu Grunde; durch ihre
200 Dr. P h. B e r t k a u : Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Behaarung erinnern sie an Bärenraupen, während die älteren Raupen
diese Aehnlichkeit verloren haben, und man könnte demnach die
G-attung als eine Uebergangsform von den (älteren) Arctiaden zu
den Lipariden ansehen. Als Schmarotzer entwickelten sich ausserdem
aus dem Neste Cryptus formosus BruUe und Tachina onchestus Walk.;
letztere ist auf PI. 45 Fig. 10 abgebildet. Als neue Arten beschreibt
W aisin gh am A. m/"racte (vielleicht nur Lokalvarietät von A. panda,
von Mongama-Lobah, Kamerun) S. 422 PI. 45 Fig. 8 und Cwrteri
(Aburi, Goldküste) S. 423 Fig. 9 ; ausserdem giebt der Verfasser noch
einige Literaturnachweise über diese interessante Gattung,
Artaxa amjulifera (Murree, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 385, paraneura (Fly river); Meyrick, Proc. Limi.
Soc. N. S. Wales (2) I S. 244.
Czeczatka giebt praktische AVinke für die Zucht von
Dasychira Abietis; Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, 11 S. 1 — 4.
Euproctis guttulata (Sumatra); Sn eilen, Tijdschr. v. Entom.
XXrX S. 36 PI. 1 Fig. 8 und Notes Leyden Museum 1886 S. 7.
Leucoma war^anYacea (Sumatra) ; Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXIX S. 35, Notes Leyden Museum 1886 S. 6.
Lymantria simplex (Aru Inseln); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 132.
Poulton meldet von der Raupe von Orgyia pudibunda eine
ähnliche hervorstülpbare Rückendrüse, wie sie von anderen Lipariden
(Porthesia z. B.) bekannt ist-, Transact. Ent. Soc. London 1886
S. 159; Packard bestätigt diese Angabe für 0. leucostigma; Amer.
Naturalist 1886 S. 814.
Porthesia gracüior (Aru Inseln); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 131, aliena (Peak Downs); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 386.
Psychidae. F. J. M. Heylaerts erhielt Quatre Psychi-
des nouvelles de Tile de Sumatra, nämlich Eumeta Weyersi
S. 172, Cophene BiUleri, Chalia Biemsdyhi S. 173; die 4. Art ist
in einem zu schlechten Zustande, um beschrieben zu werden Bull.
Ent. Belg. 1886 S. 172—174. — Derselbe erkennt in seiner Kophene
Weyersi die (Perina) bipars Walk.; ebenda S. 172.
Ein Beitrag zur Kenntnis s derPsychiden mit spiralig
gewundenen Raupengehäusen vou A. Speyer in der Stett.
Ent. Zeitg. 1886 S. 325 — 353 giebt eine sehr genaue Beschreibung
der Ps. helicinella H. S. und crenulella Brd.
Eumeta Tjipannensis (Java); Heylaerts Bull. Soc. Ent. Belg.
1886 S. 14, 174.
Limacodidae. Älarodia (n. g.) nana (Jamaica); Möschler,
Abh. Senckenb. Naturf. Gesellsch. XIV. 3. S. 35.
Doratifera ordinata (Peak Downs); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 388.
im Gebiete der Eutoiuologie wäbreiid des Jahres 1886. 201
Scopelodes paTlivittata (Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXIX S. 38 PI. 1 Fig. 4 und Notes Leyden Museum 1886 S. 9.
Susica cosmiana (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 440 PL XL Fig. 9.
Cossidae. Acritocera (u. g.) negligens (Yiti L); Butler,
Traus. Ent. Soc. London 1886 S. 390 PI. IX Fig. 4.
Hepialidae. Barrett vermuthet, dass der starke Geruch, den
das (5 von Hepiahis hectus ausströmt, das $ auf die richtige Fährte
bringen soll. Er beobachtete nämlich Männchen bei ihrem pendelnden
Flug, sah dann, wie wiederholt Weibchen in das von den Männchen
eingenommene kleine Revier geflogen kamen , gegen das oscillierende
Männchen anstiessen und sich dann niederliessen. Das aufmerksam
gemachte Männchen flog dann hin und her, bis es auf das sitzende
"Weibchen stiess. Ein ähnliches Benehmen ist von H. Humuli ge-
meldet. Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 110.
Ueber den Flug und die Paarung von H. Humuli berichtet
Chapman näher: ebenda S. 164 f. Danach fliegt diese Art all-
abendlich nur 20—40 Minuten ; das Weibchen stösst das Männchen
seiner Wahl au, und beide lassen sich dann nieder ; Chapman meint
aber, dass die Wahl des Weibchens von der hellen Farbe des
Männchens beeinflusst werde.
Hepialus Bavicli (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1886
s. xcn.
Arctiadae. Pol lack fand die gewöhnliche Angabe, dass die
ausschliessliche Fütterung der Raupen von Arctia caja mit Blättern
von Juglans und Quercus die Entstehung dunkeler Varietäten be-
günstige, in einem von ihm angestellten Versuche nicht bestätigt;
14. Jahresb. Westf. Prov.-Ver. S. 26.
Raupe von Arctia caja mit Empusa aulicae; Zeitschr. f.
Entomologie, Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XXIII.
Zimmermann erzog von A. caja eine zweite Generation;
Verh. Ver. f. naturw. Unterhaltung Hamburg VI S. 10.
A. cajula (Himalaya, 13—14000 ' j ; S t a u d i n g e r , Entom. Monthl .
Mag., XXII, S. 258.
Ecpantheria persola (Jamaica); Möschler, Abb. Senckenb.
Naturf. Gesellsch. XIV. 3. S. 33 Fig. 15.
Halesidota elota S. 33 Fig. 29, mendax S-. 34 (Jamaica) ; M ö s c h 1 e r ,
Abh. Senckenb. Natiu^f. Ges. XIV. 3.
Ischnognatha Godmani (Panama); Druce, Biolog. central-
america I. S. 76.
Möschler giebt die Gattungskennzeichen der Mevania (?) sub-
cyanea Wlk. an, wonach es zweifelhaft ist, ob diese Art zur Gattung
Mevania gehört; Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 32.
Demaison erzog die bisher nur aus Ungarn und Sibirien be-
kannte Nemeophila Metelkana Ld. aus Raupen, die er auf Iris
202 I^i'- JP^- ßertkaii: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Pseud- Acorus bei Rlieims fand; Bnll. Ent. France 1886. S. LIV f.,
cxv.
Spilosoma zatima ab. Deschangei (Helgoland); Depniset, Ann.
Sog. Ent. France 1886 S. 283 PI. 4 Fig. 4.
Lithosiadae. Xanthodule (n. g. formam Setinae, habitum
Eubaphae praebens) semiochrea (Peak Downs); Butler, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 384 PI. IX. Fig. 1.
Peroneus (n. g. für Cyme ochropyga Feld, und pardalina Feld.
und) xenodora (Fly river); Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
(2) L S. 242.
Afrida (n. g. Nolae affine) tortriciformis (Jamaica); Möscliler,
Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 30 Fig. 19.
Aemene pimctcdissima (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France
1886 S. CLIX.
Autoceras mixta S. 31 Fig. 4, sordida S. 32 Fig. 9 (Jamaica);
Möscliler, Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3.
Axia Tawan (Aru-Inseln) ; Pagen stech er, Jahrb. Nass. Ver.
f. Naturk. 39 S. 127.
Bizone hifasciata S. CXXIV, interrogationis S. CXXV (Mou-
Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1886.
Calligenia suavis, quadrüineata (Aru-Inseln); Pagen Stecher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 126, carma (Mou-Pin); Poujade,
Bull. Ent. France 1886 S. CXLIII.
Cyptasia cristata (Gayndah); Butler, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 383.
Hypocrita alUcoUis (Aru-Inseln ; Neu-Guinea) ; P a g e n s t e c h e r ,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 125, (?) aurantiaca (Sumatra);
Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXIX S. 33 PI. 1 Fig. 1 und Notes
Leyden Museum 1886 S. 4.
Schöyen beschreibt Ei und Raupe der von Cetraria juniperina
auf Junip. communis lebenden Lithosia cereola Hb.; Entom. Tidskr.
1886 S. 189, 190.
L. emerea (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1886 S. CL.
Miltochrista siwmZaws (Rockhamptonj ; Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 382.
Nola longiventris (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1886
S. CLI, flexuosa (Tybet); derselbe ebenda S. CLXVIL
Nudaria wacwZa^« (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1886
S. CL.
Pitane erlcunin (Aru Inseln); Pagen Stecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 125. ■•
Tegulsita, squamcda (Aru Inseln); Pagen Stecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 39 S. 124.
Teinopyga haemacta (Java ; Sumatra) ; Snellen, Notes Leyden
Museum 1886 S. 3.
im Gebiete der Eiitomolog'ie während des Jahres 1886. 203
Nyeteolidae. Earias smaragdina (Peak Dowus); Butler,
Trans. Ent. Soc. London 1886. S. 388.
Nychthemeridae. Meyrick macht Bemerkungen über die
Synonymie einiger Nychthemera- Arten; Entom. Monthl. Magaz.
XXIII S. 15, 16; N. latistriga Snellen (nee Walk.) ist tertiana genannt.
Ctimene (Gattungsdiagnose) si/nesfia (Fly river); Meyrick,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 242.
Syntomidae. Automolis 7te/Ze^^* (Südafrika); Snellen, Notes
Leyden J^Iuseum 1886 S. 1 und Tijdschr. v. Entom. XXIX S. 224 PI. 8
Fig. 1.
Galethalia coenoUta (Jamaica); Mö schier, Abh. Senckenb.
Naturf. Ges. XIV. 3. S. 29 Fig. 1.
Idalus delicata (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S.29 Fig. 12.
Syntomis Evar (Arn -Inseln), ivuka (Kei-I.), metan (ibid.);
Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 119, ruhrozonata
(Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1886 S. CXVII.
Zygaenidae. Thyrina eleyans (Mou-Pin); Poujade, Bull.
Ent. France 1886 S. CXLni.
Blachier erzog Zygaena jucunda Meissner aus Raupen (an
Coronilla minima L.); Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 271.
Z. Wayneri (Nizza; Monaco; Raupe auf Hippocrepis comosa);
Miniere, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 6 PI. I Fig. 3-7.
Agaristidae. Agarista Didla (Kei Inseln); Pagenstecher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 115, Pagenstecheri (Ceram); Röber,
Corrbl. Ent. Ver. „Iris" zu Dresden 1886 S. 40 mit Abbildung.
Aegocera cornigera (Gayndah; Peak Downs); Butler, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 382.
Die 4 bekannten Cocytia - Arten werden von Pagen stech er
charakterisiert; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 39 S. 117.
Möschler hält für wahrscheinlich, dass es nur zwei Arten
von Sematura Bälm. (Mania Hb?) gebe, deren Synonymie folgende
wäre: S. Lunus X., Clerck, Gram. A, Herbst t. 53 f. 4, 5, Gueii.,
= Selene Guen., Diana Guen., Caudilunaria Hb., Empedocles Gr.,
Empedoclaria Hb., und S. Phoebe Guen. = Lunus Gr. B. C, Herbst
t. 53 f. 2, 3; Abh. Senckenb. Naturf. Ges. XIV. 3. S. 65— 67.
Castniadae. Damias anan (Kei-Iiiseln), sobah (Neu-Guinea;
AVaigiu) S. 113, Bomaiua (Neu-Guinea; Ceram) S. 114; Pagen-
stecher, Jahrb Nass. Ver. f. Naturk. 39, aurantiaca (Ceram);
derselbe, Corrbl. Ent. Ver. „Iris" III S. 43 Taf. III Fig. 4.
Sphingidae. W. F. Kirby macht Remarks on four rare
species of moths of the family Sphingidae; Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 269— 271 PI. XXVH, nämlich Choerocampa maculator ^omZ. ;
Ambulyx Eos Biirm. (abgeb. Fig. 1), Tithoniis n. sp. (abgeb. Fig. 2)
und Protoparce abadonna (F.) (abgeb. Fig. 3).
204 Dr. Pli. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
C. H. Fernald: The Sphingidae of New England. Augusta
1886. 8X2:, 85 Ss., 6 Taff.
Der Duftapparat von Acherontia. Von Dr. E. Haase;
s. oben S. 157.
Verplancke vernahm den Schrei dieses Schmetterlings, als er
noch in der Puppe eingeschlossen war und schliesst daraus, dass der
Ton nicht durch Reibung hervorgebracht werden könne. Le Na-
turaliste 15 octobre 1886 S. 351; s. auch S. 358
Stridulation of Acherontia atropos; J.Anderson, The
Entomologist, 19, S. 248 f.
Zur Biologie von Sphinx atropos; von F. Rühl, So-
cietas Entomologica I S. 7, 13, 20; 26.
Ambulyx TüJwnus (Brasilien); Kirby, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 270 Pl.XXVn Fig. 2.
DeilephilaNeriiin Gotland; Lampa in Entom. Tidskr. 1886
S. 115.
Des caracteres specifiques chez les Deilephila; J. L.
Austaut, Le Naturaliste 15 avril 1886 S. 251— 253, 1er mai S. 259
bis 261.
Smerinthus Michaelis (Mandschurei); Oberthür, Bull. Ent.
France 1886 S. LVI.
Sataspes Bibbei (Süd-Celebes); Röber, Corrbl. Ent. Ver. ,,Iris",
Dresden 1885 No. 2 S. 29 Taf. I Fig. 5.
Hesperiadae. C. Ploetz bringt Nachtrag und Berich-
tigungen zu den Hesperiinen; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S.83— 117,
mit Goniurus brevicaada (Chiriqui) S. 83 , Bominicus (?) ; Eudamus
Telliis Weym. i. 1. (Buenos-Ayres) S. 84; Proteides Lankae (Ceylon)
S. 85; Arteurotia Meris JVlöschl. i. 1. (Columbien); Lychnuchus Irvina
(Celebes) S. 88; Hesperia sextilis (Aburi), EdlicJii (?), Zalma (Panama)
S. 89, Beda (Blumenau), camposa (Bras.), quispica (Peru), Weiglei
Möschl. i. 1. (Aburi) S. 90, Parthenope Weym. i. 1. (Nias), traviata
(Sumatra), angulis (Panama), (jilci (Arizona) S. 91, Ormenas Weym. i. 1.
(Nias), Taprobanus (Ceylon), Eburus (Malacca), Mamiirra Weym. i. 1.
(Brasil.) S. 92, Cretura (Celebes), cinerita (Bras.), Diana (St. Paulo),
Hilda (Blumenau) S. 93 und 34 weiteren Hesperia -Arten; Apaustus
Vopiscella (Miuas geraes) S. 105, luteipalpis (Ceylon) S. 106, locus (?)
S. 107; Telesto Waga (Aburi) S. 108; Cyclopides argenteostriatiis
(Natal) S. 110; Jjeucochitonea, pampina (Buenos Ayres); Antigonus
brigidella (Njam Njam) S. 111, Zorilla (Panama); Tagiadas Chacona
(Panama) S. 112, vincula (ibid.) S. 113; Ismene imperialis (Celebes),
Tolo (ibid.), i^/ööei (Ceram) S. 115; Pyrrhopyga IphimedlaWe-^mAA.
(Brasilien), parima (Surinam) S. 116.
J. Schilde stellt Betrachtungen über die Variabilität
der Gattung Pyrgus an; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S.39— 62 Taf.n.
Er hält die Beweise für die Artselbständigkeit von P. Alveus-Fri-
im Gebiete (\er Entomoloffie während des Jahre? 1886. -205
tillum einerseits und Serratulae andererseits nicht völlig für bindend
und an der Möglichkeit fest, dass letztere eine durch winterliche
Einflüsse entstandene Saisonfonn von Alveus-Fiitillum sei ; eine neue
Varietät von Fritillum -wird mit dem Namen Fuwjinus belegt.
Weiter werden P. Cacaliae, Andromedae, Centaureae und Malvae-
Taras nebst der zwischen beiden stehenden var. intermedia besprochen.
Gerade P. Malvae-intermedia-Taras zeigt, dass die Variabilität hier
,.mit der Sexualität und dem Zeugungsthum selbst immanent zu-
sammenhängt" und „beweist entweder eine transfoimirende Beein-
flussung des Zeugungsthums durch äussere Einflüsse, oder eine
Variabilität im Zeugungsthum selbst."
P. Proteus (Alai) S. 253, Antonia Speyer var. gigantea, nobilis
n. sp. S. 255, orbifer Hbn. var. lugens S. 256 (Centralasien); Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Thymelicus stigma Samarkand); Staudinger, Stett. Ent.
Zeitg. 1886 S. 252.
Lyeaenidae. Megalopalpus (n. g.i simple:c (Bomeo); E,ö-
ber, „Ii'is- IH S. 51 Taf. IV Fig. 4.
Beramas (n. g.) livens (Singapore); Distant, Ann. a. Mag
X. H. (5) XVn S. 252.
Allotinus dbscuriis (Tomboegoe, Celebes): Röber, „Iris" m S. 52
Taf. IV Fig. 8.
Amblypodia RiUei (Arn I.) S. 70 Taf. V Fig. 5, hicdhra (Banti-
moerang) S. 71 Fig. 7, qiierco'ides (Bantimoerang) Fig. 9, ciölacea
(Indien) Fig. 6; Höher, „Iris" m.
Aphnaeus Homeyeri (Mukenge); De witz. Deutsch. Ent. Zeitschr
1886 S.429 Taf.n Fig. 5, aestivus (3Ihow): Swinhoe, Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 428 PI. XL Fig. 1.
Azanus uranus (Hassan Abdal; Campbellpore, West-Indien);
Butler, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 366 PI. XXXV Fig 1.
Castalius approximatus (Katha, Irrawaddy); Butler. Ann. a.
Mag. N. H. (5) X^TII S. 186.
ChiTsophanus Cyprotus (Katoomba. Blue Mts.); A. S. Olliff,
Proc. Linn. Soc. Xew South Wales X S. 716, Fang iTä-tsien-loü)
S. Xn, Tseng (Kouy-Tchioui S. XTIT. Li (mit den Saisonvarietäten
vernalis und aestivalis) S.XXTT: Oberthür. Bull. Ent. France 1886.
Curetis JRibhei (Am I); Röber, „Irfs" m S. 70 Taf. V Fig. 2, 3.
Deudorix Bibhei (Bonthain) S. 68 Taf. V Fig. 10, 11, affinis
(ibid.) S. 69 Fig. 8. 13; Röber, ,.Iris ' m.
Lampides con ferenda (Sheemagar, Burmah); Butler, Ann. a.
Mag. X. H. (5) XVni S. 185.
Liptena Anneckei S. 427 Fig. 2, Ideaides Fig. 9, Girthii Fig. 7
S.428 (llukenge); Dewitz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 Taf. 11.
Logania scriwa (Malacca); Distant, Ann. a. Mag. X. H. lo)
XVn S. 531.
20G Dl'. Pli- Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistimgen
Lycaeiia Dominicina (Jamaica); Möschler, Abh. Senckenb.
Ges. XIV. 3. S. 26 Fig. 10, Eversmanni (Margelan ; Osch ; Samarkand)
S. 205 Iris (ibid.) S. 207 , rutüans ( Alai) S. 208 , pretiosa (Margelan ;
Namangaii) S. 209, (Pheretiades Eversm. varr. Pheretulus und Pheres
S.209); Eros Ochs. var. Amor S. 211), Venus (Alai) S. 211, Phryxis
(Margelan; Naniangan) S. 212, (Kindermanni var. Juldusa, Iphi-
genides, Melania S. 213, Poseidon var. Poseidonides, Phyliis var.
PhyUides S. 225), Charißdis (Margelan, Namangan) S. 226, Iphides
(Alai) S.227; Staudinger, Stett Ent. Zeitg. 1886.
Observations sur la chenille de Lycaena semiargus
E.; Ed. Brabant, Le Naturaliste 15 aoüt 1886 S. 316 f.
Lycaenesthes aethiops (Penang); Distant, Ann. a Mag. N. H.
(5) XVII S. 253.
Nacaduba Kerriana (Singapore); Distant, Ann. a. Mag. N.
H. (5) XVII S. 253.
Nilasera apella (Mliow); Swinboe, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 429 PI. XL. Fig. 4.
Pentila alba Fig. 8, muhata Fig. 6 S. 428, Hiendlmayri Fig. 3
S. 429 (Mukenge); Dewitz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 Taf. II.
.,Plebejus" Bibhei (Sekar, Nordwest-Neu-Guinea) S. 52 Taf. IV
Fig. 2, illustris (Key-I.) Fig. 6, Schatzi (Batjan) Fig. 1 S. 53, Snelleni
(Bonthain, Tomboegoe, Celebes) Fig. 9, und var. Batjanensis (Batjan)
Fig. 10, Lucianus (Aru-I.) Fig. 11, S. 54, CaUistus (Luzon) Fig. 13,
insularis (Batjan; Ceram; Java; Celebes; Philippinen) Fig. 14 S. 55,
optimus (Perak; Malacca; Tomboegoe; Celebes) Fig. 16 und var.
obscurus (Bantimoerang) , Osias (Philippinen) Taf. V Fig. 17 S. 56,
Amphissa E'eld. var. Aruanus (Aru-I.) Taf. IV Fig. 12, Malaccanus
(Perak; Philippinen) S. 57 Fig. 3, Callinicus (Ceram; Batjan; Nias)
Fig. 15, Orestes (Bonthain) Fig. 20, festivus (Bantimoerang, Tom-
boegoe), Fig. 17 S. 58, alhocoerideus (Hongkong) Fig. 7, leucofasciatus !
(ibid.) Fig. 32 S. 59, Kühni (Celebes, Key-I.) Fig. 29, Luzonicus (L.)
Taf. V Fig. 22, griseus (Tomboegoe) Taf. IV Fig. 18 S. 60, Tualensis
(Key-I.) Taf. V Fig. 26 Phoenix (Tomboegoe) Taf. IV Fig. 26, lucifer
(Aru-I., Key-I.) Fig. 5, Cabrorus Fig. 25 S. 61, dimorphus (Neu-
Guinea) Fig. 27, 28, und var. cupreus, coeruleus (Aru-I.) S. 62, Stau-
dingeri (Ceram) Fig. 22, 23, Tombugensis (Tomboegoe) Taf. V Fig. 18,
azureus(M([.) Taf. IV Fig. 19 S. 63, Illaensis (G^r^m-, Aru-L) Taf. IV
Fig. 30, 31, sub festivus (Aru-I.; Ceram; Celebes) Fig. 33 S. 64, albo-
fasciatus (Aru-L) Fig. 21 , Dobbensis (ibid.) Fig. 34 Taf. V Fig. 19,
Meiranganus (Aru-I.) Taf. V Fig. 23, 25 S. 65, Fatureus (Aru-I.)
Fig. 21, unicolor (Ceram; Celebes; Key-I.) Fig. 4 S. 66, Seltuttus
(Aru-I.) Fig. 24, gracilis (Ceram) Fig. 1 S. 67; Röber „Iris" III,
Arruana Feld. ab. caudatus (Aru-L); Ribbe ebenda S. 85.
Polyommatus bagus (Prov. Wellesley); Distant, Ann. a. Mag.
im Gebiete fler Eiitoinologie während des Jahres 1886. 207
N. H. (5) XVII S. 532, Sultan (Samarkand), SartIms (Alai); Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 202.
Ueher die Raupe von Fenesica Tarquinius s. oben S. 169.
Sithon Niasica (N.); Ruber, „Iris" ni S. 68 Taf. V Fig. 20.
Spindasis hupargyros (Campbellpore , Indien) Fig. 3, hellatrix
(Suakim); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 369 PI. XXXV.
Tarucus callinara (Sheemagar, Burmah); Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XVIII S. 185, extricatus fCampbellpore , Indien);
derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 366 PI. XXXV Fig. 2.
Thecla riVr/mea ( Jamaica) ; Mö schier, Abb. Senckenb. Naturf.
Ges. XIV. 3. S. 26, Seraphim (Tä-tsien-loü) ; Oberthtir, Bull. Ent.
France 1886 S. XII.
Zizera (?) usta (Malacca); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVII S. 531.
Satyridae. Argyronympha (n. g. Hypocystae et Nissangae
appropinquans) Ugiensis (Ugi) Fig. 3, pulchra (Treasury Isl., Solomon
Isis.) Fig. 4; G, F. Mathe w, Proc, Zool. Soc. London 1886 S. 347
PI. XXXIV.
Callerebia Loczyi (Nordchina, Su-tschou); Frivaldszky, Ter-
mesz. Füzet. X S. 40 Tab. IV Fig. 4.
Calysisme Carpenteri (Kabwett, Irrawaddy); Butler, Ann. a.
Mag. H. H. (5) XVIII S. 183.
Chretien beschreibt die ersten Stände von Coenonympha
Oedipus; Bull. Ent. France 1886 S. GL VII f.
C. caeca (Namangan); Stau ding er, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 251.
Elymnias abrisa (Prov. Wellesley); Distant, Ann. a. Mag.
N.H. (5) XVn S.531.
Epinephele Häberhaueri und var. Mauren (Osch; Samarkand)
S. 247, hüaris S. 249, Cadusina Stgr. var. laeta, monotoma S. 250,
Lycaon Hufn. var. intermedia, eatamelas S. 251 (Centralasien) ; Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Erebia Polyphemus Oberth. $ beschrieben und abgebildet von
Frivaldszky, Termesz. Füzet. X S.40 Tab. IV Fig. 4.
E. Meta und var. Gertha (Centralasien) S. 237, Mopsos S. 239,
radians S. 240; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Melanargia Parce und var. liicida^ (Margelan; Samarkand);
Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S.236.
Melanitis cajetana (Bohol; Mindanao etc.); G. Semper a.a.O.
S. 42 Taf. IX Fig. 7, 8.
Mycalesis Perseus F. var. Antimus (zw^ischen Darjeeling und
Sikkim); Frivaldszky, Termesz. Füzet. X. S.40 Tab. IV Fig. 5.
E. Holmberg meldet das Vorkommen von Oeneis jutta im
Archipel von Stockholm und liefert eine Beschreibung und Abbildung
von Ei und Raupe; Entern. Tidskr. 1886 S. 151—154.
208 Dr. Ph- Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Pierella Anialia (= Haetera Lena var. Heiv.), Lucia (= H.
Astyoche var. Heiv.); Weymer, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 285.
Ragadia croÄomca (Samar; Panaon); G. Semper a.a.O. S. 46
Taf. VIII Fig. 7-9.
Satyrus Briseis varr. Fergana und Blaracandica S. 243, Sieversi
var. Sartha S. 244, Hübneri varr. Josephi und dissöluta S 345,
Actaea varr. Cordulina, alaica und nana S. 246 (Centralasien) ; Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Yplithima CatJiarina (Katha, Irrawaddy); Butler, Ann. a.
Mag. N.H. (5) XVIII S. 183, Älkihie S.422, Baedalea, complexiva
PI. XL Eig. 2 S 423 (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886.
Xenica orichora (Mt. Kosciusko, Austral., 6000'); Meyrick,
Ent. Monthl. Mag. XXII S. 82.
Morphidae. Pseudamathusia (n. g.) Bibbei (Bantimoerang,
Celebes); Honrath, Correspbl. Ent. Ver. ,. Iris" III S. 91 Taf. III
Fig. 1.
Eryclnidae. Polyeaena (n. g.) Tamerlana (Osch; Alai;
Namangan); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 227 und var.
Timus S. 230.
Abisara Hervigii (Mukenge); Dewitz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 429 Taf. II Fig. 1, Celebica (Tomboegoe) S. 48 Taf. III Fig. 6, 7,
albiplaga (Arn I.) S. 49 Taf. V Fig. 12; Röber, „Iris^^ IIL
Dicallaneura Bibbei (Arn I.) S. 49 Taf. V Fig. 15, 16, Kirschi
(ibid.) S.50 Fig. 14; Röber, „Iris" IIL
Danaidae. Danaus Voi-keinus (Aru-L); Röber, „Iris" III
S. 46 Taf. II Fig. 1.
Anosia ChrysippusL. Raupe und Puppe; G. Semper a. a. 0.
Taf. A Fig. 2.
Anosia Plexippus L. (Danais Archippus F.): a study in
geographical distribution; by J. J. Walker; Entom. Monthl. Mag.,
XXII, S. 217—224.
Radena juventa Gram. Raupe und Puppe; G. Semper
a. a. 0. Taf. A Fig. 1.
Tirumala tumanana (Tumanao); G. Semper a. a. 0. S. 15
Taf. III Fig. 1, 2.
Trepsichro'is visaya (Cebü; Bohol etc.) S. 27 Taf. V Fig. 2, 3,
mindanaensis (Mindanao) S. 28 Fig. 4, 5; G. Semper a. a. 0.
Tr. megilla ^r. Raupe und Puppe; derselbe ebenda Taf. A.
Fig. 3.
Nymphalidae. Apaturina Ei&öe* (Batjan) ; Röber, „Iris" III
S. 47 Taf, II Fig. 5, Erminia Cr. var. Papuana (Aru I.; Neu Guinea);
Ribbe ebenda S. 84.
AVocke spricht über die asiatischen (Amur-) Formen von
Araschnia Levana; Zeitschr. f. Entomologie Breslau, 11., Vereins-
nachr. S.Xn.
im Gebiete der Entomologie wälireiul des Jahres 1886. 209
Arg-ynnis Selene aberr. s. Wocke, Zeitschr. f. Eiitom.,
Breslau, 11, Vereinsuaclir. S.XV.
A. Pales var. generator S. 235, Hecate Schiff, var. Alaica S. 236
(Centralasien) ; Standinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Atella pbalantba Brury Kanpe nnd Puppe; G. Semper
a.a.O. Taf.A Fig. 6.
Athyma kasa Moore desgl.; derselbe ebenda Fig. 10.
Cethosia Myrina Feld. var. Bihhei (Bangkai, östl. von Celebes) ;
Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 296 Taf. VI Fig. 3.
C. eurymena Feld. Raupe und Puppe; G. Semper a. a. 0.
Taf. A Fig. 4.
Nach Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 131, gehören
Charaxes affinis Btl. und Wallacei Btl., ferner Latona Btl., Cimon
Feld, und Brennus Feld, zusammen.
Ch. ayrarius (Mhow); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1886
S. 425 PI. XL Fig. 3.
Cymothoe Ehmckei Fig. 3, 4, Haynae Fig. 5, 6 (Mukenge) ; H. D e -
witz, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 302.
Cynthia Deione Er. Raupe und Puppe; G. Semper a.a.O.
Taf. A Fig. 5.
Cyrestis XMw (Tomboegoe, Celebes); Röber, „Iris" III S. 48
Taf. II Fig. 2.
Diadema nerina (?) von Neu-Seeland beschrieben; Kings-
ley, Trans, a. Proc. N. Z. Institute XVIII S.206; der Verfasser
kommt wegen des seltenen Auftretens dieser Art zu der Vermuthung,
dass die Raupe (wie die der Vanessa Antiopa !) 5 — 6 Jahre zu ihrer
Entwickelung bedürfe
Doleschallia polibete Cram. Raupe und Puppe; G. Semper
a. a. 0. Taf. A Fig. 8.
Hypolimnas bolina L. desgl.; derselbe ebenda Fig. 9.
Melitaea Arduinna Esp. ab. fulminant und var evanescens S. 230,
trivia Schiff, var. Ccdapelia, didyma 0. var. Turanica S. 231, saxatilis
Chr. var. Fergana und Maracandica S. 232, acraema n. sp. S. 233,
Parthenie Blih. var. Sultanensis S. 234, Minerva var. Pallas S. 235
(Centralasien); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Neptis cineracea (Burmah); Grose Smith, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVin S.151, Yerhurii (Murree); Butler, Proc. Zool. Soc. London
1886 S.360.
Nymphalis Nicholii (Burmah); Grose Smith, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVni S. 150.
Rhinopalpa Sabina Gram. Raupe und Puppe; G. Semper
a. a. 0. Taf. A Fig. 7.
Variation bei V a n e s s a - A r t e n ; W i s k o 1 1 , Zeitschr. f. Entom.
Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XII.
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. Q
210 Dl'- Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
V. Cardui ab. inornata (Ekaterinoslaw) ; Bramson, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 284.
Acrae'idae. Acraea fumigata (Neu -Pommern); Honratli,
Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 130 Taf. V Fig. 3.
Pieridae. Anthocharis Eupheno var. Androgyne (Mogador);
J. H. Leech, Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 121.
In einer Note on Aporia hippia hebt Butler die Unter-
schiede dieser Art von A. Crataegi hervor und beschreibt die
Raupe; Proc. Zool. Soc. London 1886 S. 80,81.
Belenois auriginea (Oampbellpore); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1886 S. 374.
Delias Kühni (Bangkai, östl. von Celebes); Honrath, Berl.
Ent. Zeitschr. 1886 S 295 Taf. YI Fig. 2, Ribhei (Aru-L); Röber,
Iris III S. 46 Taf. II Fig. 3, 4.
In einer Note on Delias Belladonna of Fabricius erklärt
Elwes die Ansichten Butler's über diese Art und ihre Verbreitung
(Vgl. den vor. Ber. S. 204) für irrig; die von Butler als n. sp. be-
schriebenen D. Hearseyi und Boyleae sind zu 0. Horsfieldii zu ziehen ;
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 157—161.
Euchloe Lucilla (Campbellpore); Butler, Proc. Zool. Soc. London
1886 S. 376 PI. XXXV Fig. 4.
Ganoris Wollastoni (Madeira); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVII S. 430.
Mylothris Sagala (S., 100 M. westl. Sansibar y; Grose Smith,
Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 32.
Butler fand ein Gattungsmerkmal, nämlich die Zahl der
Subcostal-Zweige in den Vorderfiügeln , bei Nepheronia arabica
inconstant , indem 5 Exemplare deren 4 und nur 2 die normalen 5
besassen ; Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 259 f.
Pieris Martineti Oberth. var. Kreitneri (Tibet, am See Kuku-
noor); Frivaldszky, Termesz. Füzet. IV S. 40 Tab. IV Fig. 2.
P. Krueperi v. iwisca, Canidia Sparm. v. palaearctica (Central-
asien); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 198.
lieber P. Napi v. Ochsenheimeri s. Wocke in der Zeitschr. f.
Entomologie Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XII.
Möller zählt die Parasiten von P. Brassicae auf; vgl. unten
bei Hymenoptera; Entomol. Tidskr. 1886 S. 81— 85.
Tachyris Celestina ab. flava und var. Sekarensls (Arul.); Ribbe,
„Iris" III S. 80.
Teracolus Johnstoni (Graham's Town) S. 29, opalescens (Delagoa-
Bay) S.30; Butler, Fntom. Monthl. Magaz. XXIII, CaWic/m (Sansibar);
Grose Smith ebenda S. 32.
Butler macht Notes on the genus Terias, with De-
scriptions of new species in the collection of the British Museum;
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 212 -225 PI. V. — Die 150 Arten
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 211
sind in zahlreiche Gruppen geordnet, mit T. hespera (Australien)
S. 214, Moorei (Camorta) Fig. 1, Stvinhoei (Bombay; Poona) S. 216,
Simplex (Kangra) S. 217 Fig. 2, Templetonl (Ceylon), Ceres (Mauritius)
Fig. 3 S. 218, Fhoebus (Queensl.) Fig. 4, latilimhata (Sumatra) Fig. 5
S.221, hidtns (Sumatra) Fig. 7, semifusca (Sumatra) Fig. 8 S. 222,
ijradiens (Borneo) S. 223 Fig. 9.
W. L. Distant macht a few remarks on Mr. Butler's
Notes on the genns Terias; ebenda S. 377— 381, Butler a few
words in answer to Mr. Distant's „remarks" etc., ebenda S, 468, 469.
Papilionidae. J. H. Elwes schreibt in sehr ausführlicher
"Weise On Butterflies of the geuus Parnassius; Proc. Zool.
Soc. London 1886 S. 6—53 PI. I— IV. Auf Grund der eigenthümlichen
Anhänge am Hinterleibe der "Weibchen schlägt er für diese Gattung
und für Eurycus , Euryades und Lühdorfia die Gründung einer be-
sonderen Familie vor. Die Gestalt dieser Anhänge ist auch geeignet,
die sonst sehr veränderlichen Arten in sicherer Weise auseinander-
zuhalten Die 23 Arten sind nach ihrer geographischen Verbreitung,
Entwickelung und Lebensweise, soweit bekannt, eingehend geschildert.
Die Synonymie und Varietätenbenennung zu referieren halte ich nicht
für angezeigt.
P. Discobolus ab. insignis (Alai) S. 194, Delphins var. infernalis
Stgr. ab. Styx und var. Isamanganus S. 196, Mnemosyne L. var. gigantea
(Osch ; Usgentj S.197; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886, Ssechenyü
(Tibet, am See Kuku-noor) ; Frivaldszky, Termesz. Füzet. X S. 39
Tab. IV Fig. 1.
Nach Honrath sind P. glacialis Butl. und citrinarius
Motscli. synonym nnd beide eine über Japan weit verbreitete gelblich-
weiss gefärbte und grössere Lokalform von dem in der Stammform
kleineren P. Stuben dorfii; Berl. Ent. Zeitschr. 1886, Sitzber.
S. XXV.
Papille Machaon var. centralis (Centralasien ; die 2. Generation) ;
Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 193.
Papilio Parkinsoni S. 129 Fig. 1 und var. minor S. 130 Fig. 2
(Neu -Pommern), (Gundlachianus Feld. $ S. 131 Fig. 5); Honrath,
Berl. Ent. Zeitschr. 1886 Taf V, KüJmi (Tombugu, Ost-Celebes) S. 294
Taf. VI Fig. 1, (Helenus L. var. Artaphernes von der Insel Baugkai
S 295); derselbe ebenda, Bex (Mhonda), Tahoranus (Tabora, Ost-
afrika); Oberthür, Bull. Ent. France 1886 S. CXIV, Egertoni
(Perak); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVU S. 251, Adamsoni
S. 149, mehala S. 150 (Burmah); Grose Smith, ebenda XVIII, xeno-
philus (Ugi), Ei^sUnei (ibid.) Fig. 1 S. 348, Bridgli (Treasury Isl.)
Fig. 2 S. 349, Hicetaon (Ugi) S. 350; G. F. Mathew, Proc. Zool
Soc. London 1886 PI. XXXIV.
P. Cresphontes var. Oviedo Gundl ist keine Varietät, sondern
eine Aberration der Stammart; Gundl ach, Berl. Ent. Zeitschr. 1886
S. 132.
0*
212 Dr. Ph. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Thais Polyxena Schiff', kleine, dunkele „sous-var." der Po-
lymnia von Euhoea; Milliere, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 5
PI. I Fig. 1.
Hymenoptera.
P. F. Breithaupt schrieb eine Dissertation über
die Anatomie und die Functionen der Bienenzunge;
dies. Archiv 1886 S. 47—112 Taf. IV, V. Aus der umfang-
reichen Abhandlung hebe ich hervor, dass d.er sog. Löffel
am Ende der Zunge dadurch entsteht, dass die auf der
Unterseite der Zunge, in dem engeren Kanal verlaufende
Leiste sich gegen das Ende der Zunge stärker erhebt
und ihre Ränder rechts und links sich verbreitern,
während zugleich die umgeschlagenen Ränder der Zunge,
die den unteren, weiteren Kanal herstellten, erlöschen.
Die Thätigkeit der Zunge beim Aufnehmen von Flüssig-
keiten ist hauptsächlich als ein Lecken zu bezeichnen:
Die ganze Zunge mit ihrem dichten Haarbesatz saugt
sich wie ein Schwamm mit der Flüssigkeit voll, die
dann durch Einziehen der Zunge in das von der Unter-
lippe, den Tastern und Unterkiefern gebildete Saugrohr
gelangt und durch den Saugmechanismus des Schlund-
kopfes in den Honigmagen gepresst wird. Zum Auf-
nehmen der letzten Spuren einer Flüssigkeit reicht aber
dieser gröbere Apparat nicht aus, und jetzt tritt das
enge Kapillarrohr auf der Unterseite der Zunge in
Thätigkeit, indem zunächst der „Löffel" die letzten
Spuren abwischt und dem Kapillarrohr zuleitet, in
welchem die Flüssigkeit aufsteigt und auf diese Weise
ebenfalls in das weitere Saugrohr der Unterlippe gelangt.
Viallanes: La structure du cerveau des Hymeno-
pteres. Bull. Soc. Philomath. Paris (7) X S. 82 f.
G. Carl et: Sur la structure et le mouvement des
stylets dans l'aiguillon de l'abeille; C. R. Acad. Sei. Paris
CI S. 89 f.
J. Chatin: Morphologie comparee du labium chez
les Hymenopteres ; ebenda CH S. 222— 224.
Derselbe: Sur le labre des Hymenopteres; ebenda
im Gebiete der Entomologie während des Jahren 1886. 213
CII S. 632— G34. — Chatin schliesst sich Blanchard
an, der das Labrum ans 2 symmetrischen Stücken be-
stehen Hess.
Der Stachel der Meliponen ist in verkümmerter
Form in allen seinen Theilen vorhanden und entwickelt
sich aus Anhäng-en des XII. und XIII. Segments in
gleicher Weise, wie es für die stechenden Hymenopteren
bekannt ist. Es empfiehlt sich, die 3 letzten Körper-
segmente einer Insektenlarve (12. — 14.) als Peras zu
bezeichnen und in Pro-, Meso- und Metaperas zu unter-
scheiden; die beiden letzteren haben nie Stigmen. Als
die normale Stigmenzahl der Insekten ist 10 anzusehen,
die sich auf Meso- und Metathorax und die 8 ersten
Hinterleibssegmente vertheilen. Wo ein prothorakales
Stigma vorzukommen scheint, da ist es als ein nach
vorn gerücktes mesothorakales anzusehen.
Trigona ruficrus hat dimorphe Arbeiterinnen: Wachs-
bildner, die sich mehr im Stocke aufhalten, und Pollen-
sammler. — H. V. Jhering, Entom. Nachr. 1886 S. 177
bis 188 mit Taf.
F. Müller theilt brieflich Neue Beobachtungen
über F eigen wespen mit; Biol. Centralbl. VI S. 210 f.
Durch reichliches Einsammeln von Feigen gewann Müller
das Material, um zu manchen der von Mayr nur in
einem Geschlecht beschriebenen Formen das andere
Geschlecht zu ermitteln. Mayr hatte 9 Männchen ohne
Weibchen, und 4 Weibchen ohne Männchen beschrieben.
Müller fand nun, dass die Männchen mancher Arten
dimorph sind: geflügelte, die dem Weibchen sehr ähnlich
sind, und ungeflügelte, die nicht die geringste Aehnlich-
keit mit ihm haben. Durch diesen Dimorphismus erklärt
sich obiger Ueberschuss der Männchen. So ist Physo-
thorax disciger das flügellose S von Diomorus variabilis
(3$; Heterandrium longipes das flügellose S von Colyo-
stichus longicaudis <??; Aepocerus inflaticeps, von dem
Mayr geflügelte und ungeflügelte S beschrieben, gehört
zu A. emarginatus, von dem er nur das 2 beschrieb. In
einigen Fällen sind auch die Beziehungen, in denen
214 I^i'- Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
die Insekten zur Feige oder deren anderweitigen Insassen
stehen, aufgeklärt. Für einige der von Blastophaga
brasiliensis bewohnten Feigen ist nicht diese der haupt-
sächlichste Bestäubungsvermittler, sondern eine Art der
Gattung Tetragonaspis, wie Mayr die 2, oder Gonosoma,
wie er die S nannte. Die grossen Gallen in den Feigen
mancher Urostigma- Arten scheinen gar nichts mit den
Blüten der Feigen zu thun zu haben; sie werden von
Diomorus erzeugt, bei denen Aepocerus-Arten schmarotzen.
— Für die Mehrzahl der Feigeninsekten sind aber die
Beziehungen zur Feige noch dunkel.
Critogaster sind flügellose ^5 von Trichaulus, und
Trieb, versicolor gehört zu Critogaster singularis; die
Vermuthung Mayr's, dass Gonosoma das S zu Tetra-
gonaspis sei, ist zweifellos richtig; auch Nannocerus ge-
hört als (5 mit Diomorus $ zusammen. Derselbe, Entom.
Nachr. 1886 S. 193— 199; vgl. auch Proceed. Ent. Soc.
London 1886 S. X XII.
Die Anmärkningar rörande nägro svenska
Gräfsteklar von Ch. Aurivillius beziehen sich auf
Sapyga similis F. (= variegata Dalilb.)] Pompilus con-
cinnus Dahlh., (melanarius Lind.), venustus Wesni.; Eua-
getes dubius Van d. Lind.; Ferreola sp.; Priocnemis mi-
nutus Vsin d. Lind., von welchen Arten eine lateinische
Diagnose mitgetheilt wird; Entom. Tidskr. 1886 S. 161
bis 169.
Derselbe liefert einen Bidrag tili kännedomen
om vära solitara Getingars lefnadssätt, indem er
die Brutkammern, ihren Inhalt, die Larven u. s. w. von
Lionotus pubescens Thoms. und Odynerus murarius
Z. beschreibt. Erstere trägt eine Tortricidenlarve, letztere
die Larve von Lina Populi ein. Angeschlossen sind Be-
merkungen über 9 weitere Arten solitärer Wespen: Bihang
tili K. Svensk. Vet.-Akad. Handling. Bd. 12 Afd. IV No. 5
S. 1—13.
F. A. Wachtl erzog Lochites papaveris Forst aus
Blüthenköpfen von Centaurea paniculata X. mit Aulax
jacea Sehk.y dessen Parasit er ist; Diomorus armatus
im Gebiete der Entomologie wälireiul des Jahres 188H. 215
Boh. und D. calcaratus Xees aus Gallen von Cynipes
Kollari ; Syntomaspis lazulina Frst. aus Gallen der Diyo-
phanta cornifex Htg.; Oligosthenus stigma F. aus Gallen
von Rhodites spinosissimae Gir.; Torymus nobilis schma-
rotzt in Gallen von Cynips subterranea. T. ventralis Fonsc.
in Gallen der Hormomyia Fischeri Frfld. auf Carex
acuta, T. fuscipes Boh. in Cecidomyia saliciperda Dnf.;
Wien. Ent. Zeitg-. 1886 S. 307.
G. Fr. Möller sehreibt Om Kalfjärillarvens para-
siter' Entom. Tidskr. 1886 S. 81— 85, 137. Als regel-
mässigen Parasiten der Raupen von Pieris Brassicae lernte
der Verfasser x\panteles glomeratus L. (Microgaster recon-
ditus Ncefi) kennen, bei dem wieder folgende Arten
schmarotzen: Hemiteles fulvipes Grav.] Dibrachys
Boucheanus Ratzeh.] Diplolepis Microgastri Bouche; Meso-
chorus angustatus Thouis. und Tetrastiehus lis.wnotns n. sp.
— Der Verfasser beschreibt die Larven der betreffenden
Arten und stellt eine chronologische Tabelle der Er-
scheinungszeit der Imagines auf.
Derselbe zählt ebenda S. 87 f. 17 Arten auf, die er
aus Schmetterlings-, Hymenopteren- und Fliegenpuppen
erhalten hat.
Von E. Andre's „Species des Hymenopteres"
sind Fase. 24— 26 erschienen; 8.833-919 des 2. Bdes.,
1—104 des 3. Bdes., nebst PI. 34—46. Diese Hefte ent-
halten ein Supplement aux fourmis S. 833^ — 859; Supple-
ment aux guepes S. 860 — 892; Anfang der Sphegiens
S. 1—104.
J. B. Bridgman bringt Further additions to the
Rev. A. A. Marshall's Catalogue of British Ichneu-
monidae; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 335 — 373.
Rudow beschreibt Neue Ichneumoniden; Societas
Entomologica I S. 6, 11, 17, 27, 33, 41 f.
Das 2. Stück der Beiträge zur Insektenfauna
Schleswig-Holsteins von W. Wüstnei enthält Nach-
träge und Berichtigungen zu dem früheren Verzeichniss
der Blattwespen sowie Verzeichnisse der Uroceriden und
216 Dl'- Ph. Bertk au: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Fossorien; Schriften des Natiirw. Vereins für Schleswig-
Holstein VI 2. S. 25—45.
0. Radoszkowski schildert die Faune hymeno-
pterolog'ique Transcaspienne; Hör. Soc. Ent. Ross.XX
S. 3 — 56 Taf. I — IX. Von den neuen Arten sind auf den
Tafeln die männlichen Begattungs Werkzeuge dargestellt.
R. Gasperini veröifentlicht Noticie sulla fauna
Imenotterologia Dalmata. I. (193) Apidae et (25) Di-
ploptera. Annuario Dalmatico III, Zara 1886, 30 Ss.
On someHymenoptera (chiefly undeseribed) from
Japan and the Pacific. By P. Cameron; Trans. Nat.
Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 263—276.
T. Blackburn & P. Cameron. On the Hymeno-
ptera of the Hawaiian Islands. Manchester 1886, 8^, 52 Ss.
Von Kriechbaumer werden (5) Neue Schlupf-
wespen beschrieben; Entom. Nachr. 1886 S. 241 — 246.
Der 3. Theil der Notes hymenopterologiques von
C. G. Thomson enthält Observations sur le genre
Ichneumon et descriptions de nouvelles especes; Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 11—24.
P. Magretti: Diagnosi di alcuni specie nuove
d'Imenotteri Pompilidei racc. in Lombardia; Bull.
Soc. Ent. Ital. 1886 S. 402—405.
F. F. Kohl beschreibt Neue Pompiliden in den
Sammlungen des k. k. naturhistorisehen Hofmuseums,
die zunächst der Gattung Pompilus angehören; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXVI S. 307—346 Taf. X, XL
Im Interesse künftiger Beschreibungen weist Kohl auf
die Körpertheile hin, welche brauchbare Merkmale zur
Artunterscheidung aufweisen.
Tenthredinidae. Konow fährt in seinen Bemerkungen
über Blatt Wespen fort; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 73—82.—
Zahlreiche derselben sind rein nomenklatorischer Natur und sollen
hier, soweit sie sich auf Artbenennung beziehen, übergangen werden.
— Für den Gattungt:namen Hylotoma Latr. will der Verfasser den
älteren Arge Schrmik einführen; aus der Gattung wird die n. A.
A. monostega (Mecklenburg) S. 73 beschrieben. Von den Arten der
Gattung Cladius wird eine Tabelle aufgestellt, mit Cl. hyalinopterus
(Schweiz; Mähren) S. 75. Der von Andre und Cameron für Leptopus
im Gebiete der Entomolog-ie während des Jahres 1886. 217
gebrauchte Name Camp oniscii s wird für mibraiichbar erklärt, weil
er die Larve bezeichne. Von L. luridus Konow wird das ^ be-
schrieben. — Von Athalia wird eine Arttabelle gegeben mit para-
doxa (Schweiz) S. 78. — Der Gattungsname Rhogogaster wird in
Rhogogastera verändert S. 79.
Derselbe schreibt über mehrere neue nnd einige schon
bekannte Blattwespen; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S.37— 41, 107
bis HO.
P. ^lagretti beschreibt Varietä e specie nuove di Ime-
notteri terebranti Tentredinidei; Bnll. Ent. Ital. 1886 S. 24
bis 29.
R. R. von Stein macht Synonymisches über Blatt-
wespen bekannt, nämlich dass Konow mit Unrecht den allgemein
bekannten Namen Seiandria morio F. durch Fabricii ersetzt habe,
dass Tenthredopsis opacipleuris Stein und AVüstneii Stein die beiden
Geschlechter einer Art, der T. tarsata F. seien, womit auch Thom-
sonia Hilleckei Konow synonym ist; endlich dass Pachyprotasis
formosa Schmiedekn. und viridis BriscMe =■ nigronotata Kriechb.
seien. Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 62-64.
Derselbe beschreibt ebenda S. 141—151 Neue Afterraupen,
nämlich von Lophyrus abietis n. sp.
Derselbe bringt Tenthredinologische Studien X und
XI; Entom. Nachr. 1886 S. 3— 9, 22-29, 33— 40 (Gattungen Allantus
und Cladius).
Species aliquot Tanthredinidarum novae, ab A. Moc-
säry descriptae; ebenda S. 2, 3.
A. Jakowlew bringt Quelques materiaux pour servir k la
connaissance de la distribution geographique des mouches ä
scie (Tenthredinidae) en Russie; Hör. Soc. Ent. Russ. XX
S. 236—241.
Abia sericea neu für Schlesien; Zeitschr. f. Entomologie,
Breslau, 11, Verein snachr. S. XXIV.
A. Japonica (Nagasaki) S. 269, Lewisii (Yokohama) S. 270;
Cameron, Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I.
Zur Kenntniss der Gattung Allantus s. Stein, Entom.
Nachr. 1886 S. 3—9.
Allantus algeriensis (A.); Magretti a.a.O. S. 27, escellens
(Kaukasus), fuscipennis (Derbent, Kussari ; Heleneudorf) S. 17, hrevi-
co7')üs (Schweiz), Reitteri (Kaukasus) S. 18, nigritarsis (Kaukasus)
S. 19, longipes (ibid.) S. 20, confinis (ibid.) S. 21 ; Konow, Wien.
Ent. Zeitg. 1886, violascens (Kaukasus); derselbe ebenda S. 40,
Uturatus f Kaukasus): Mocsäry, Entom. Nachr. 1886 S. 3, breviventris
(Salonica); Cameron, Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 277.
Amasis helvetica (Schweiz), meridionalis (Griechenland), caspica
(Kaukasus), (obscura F., italica Xe^j.); Konow, Wien. Ent. Zeitg.
218 Dl'- Ph. Bertk au: Bericlit üb. die wissenscli. Leistungen
1886 S. 38, atricapilla (Morea; Corfu), Caucasica (K.); Mocsäry,
Entom. Nachr. 1886 S. 2.
Aneugmenus hrunneus (Lombardei); Magre tti a.a.O. S. 25.
Konow gruppiert die europäischen Bleniiocampen(„soweit
dieselben bisher bekannt sind"!), Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 183—188,
211—218, 243—246, 267—271, in die Gattungen Mesoneura Htg.^
Fericlista, Pareophora, Arclis, Rhadinoc eraea, Phymatocera
Bbm., Tomostethus, Blennocampa Htg., Entodecta, Monophadnus
Htg., Pseudodineura Knw., Caliosysphinga Tischh., Eenusa Leach,
Fenella Westiv. und beschreibt Rhadinoceraea hyalina (Schweiz;
Kärnthen) S. 211, nodicornis (Croatien) S. 212; Blennocampa puncti-
ceps (Schweiz) S. 216; Entodecta decolor (Mecklenburg) S. 244; Mono-
phadnus dispar (Norddeutschland) S. 267.
V. Stein verbreitet sich über die Literatur von C lad ins
pectiuicornis und difformis und beschreibt Gl. Comari S. 35
(Larve an Comarum palustre): Entom. Nachr. 1886 S. 22-29, 33—40.
Dineui'a nigro- flava (Lombardei); Magre tti a. a. 0. S. 24.
Dolerus hiynaculatus S. 267, Lewisü S. 268 (Nagasaki); Came-
meron, Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I.
Lophyrus Äbietis (Chodau); v. Stein, Wien. Ent. Zeitg. 1886
S. 145.
Nematus Sardiniensis (S.); A. Costa, Geo- Fauna Sarda, VI.,
a. a. 0. S. 36.
Phoenusa ticinensis (Lombardei); Magre tti a.a.O. S. 25,
Sciapteryx algerina (A.), Andreina (Algier); Magre tti a.a.O.
S. 28, Semenowi (Krim); Jakowlew a. a. 0. S. 240.
Ueber Eier und Larven von Tenthredo (Rhadinoceraea)
ventralis Pz. auf Clematis erecta s. Kar seh, Berl. Ent. Zeitschr.
1886, Sitzber. S. XVIII, XIX. Die Art hat bei Berlin mindestens
2 Generationen.
T. Cungi (Vogesen bei Hohneck; Engelberg in der Schweiz);
Konow, Revue d'entomol. V S. 137, bimaculata (Schach-Dagh, Kau-
kasus) S. 40, laeta (Kaukasus) S. 41;derselbe, Wien. Ent. Zeitg. 1886.
Tenthredopsis (Thomsoni Knw. S. 107), Putoni (Simplon) S. 108;
derselbe ebenda.
Uroeeridae, A Synopsis of the british species of Ce-
phina; by P. Cameron; Entom. Monthl. Mag. 22 S. 175— 177.
Ichneumonidae. Banchopsis (n. g. ; areola alarum subtri-
angulari, apicem cellulae discoidalis haud superante, illius nervo
externo in hujus nervum transversura externum incidente. Antennis
pedibusque breviusculis et crassiusculis. Ceterum generi Bancho
habitu et colore genus simillimum et maxime affine) Graeca; Kriech-
b a u m e r , Entom. Nachr. 1886 S. 244.
Phrudus (n. g. Tryphonid.) monilicornis {Shiere) ; Bridgman,
Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 361.
im Gebiete der Entomologie währeiifl des Jahres 1886. 219
Banchopsis! fn. g. inter Banchnm et Hellwigiam) crassicornis
(Südeuropa); Rudow, Societas Entomologica I S. 34.
Amblyteles ächilis {A.\t\;ittv)\ Kriech bäum er, Entom. Nachr.
1886 S. 242, Ludvvicus (Yatsurhiro) ; Cameroii, Traus. Nat. Hist.
Soc. Glasgow (N.S.) I S. 272.
Aptesis ^WcoZor (Zerbst) S. 23, spec^aöz'?/« (Nordfrankreich) S. 33;
Rudow, Societas Entomologica I.
Bassus scidellcvris (Plj^mouth) S. 364, ahdominator (ibid.) S. 365;
Bridgman, Trans. Ent. Soc London 1886.
Campoplex ^«^«cto^Ms S. 345 , costnlatus S. 346, femwator S. 347
(England); Bridgman, Trans. Ent Soc. London 1886.
Echthromorpha Walkeri (Tahiti); Cameron, Trans. Nat. Hist.
Societ. Glasgow (N. S.) I S. 265.
Epirrhyssa Jciponica (Hakodate); Cameron, Trans. Nat. Hist.
Soc. Glasgow (N. S.) I S. 275.
Exephanes Japonicus (Hakodate); derselbe ebenda S. 273.
Exetastes «Zöi(;er (Zara) ; Kriech bäum er, Entom. Nachr. 1886
S. 245, aethiops (Normandie), ruficornis (Teutoburger Wald); Rudow,
Societas Entomologica I S. 42.
Holmgren beginnt seine Nägra Anteckningar om Pa-
rasitstekelfamiljen Cryptidae mit Angaben über locryptus
mouticola Grav. (aus Harpyia vinula), Macrobatus clavator Bolmgr.
und 18 Arten der Gattung Cryptus, von denen eine Uebersicht ge-
geben wird. Entom. Tidskr. 1886 S. 17—29.
Cryptus oriicus (soll oreoecus heissen), Eudoioi (Mte. Reuda);
de Stefani, II Naturalista Siciliano, V, S. 184, ephippium (Alpen),
fjenucinctus (Harz) S. 98, fiUcornis {?) , coxcdis (Harz) S. 107, tuher-
culipes (Alpen); Rudow, Societas Entomologica I.
Earyproctus minutus (England); Bridgman, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 358.
Glypta lycorinoides (Sardinien); A. Costa, Geo- Fauna Sarda,
VI., a. a. 0. S. 32, parvicornuta, simüis (aus Ephippiphora scutellana)
S. 367, trochanterata (Norwich) »S. 368; Bridgman, Trans. Ent. Soc.
London 1886.
Grypocentrus hipunctcdus (England); Bridgman, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 358.
Hemimachus ephippium (aus Microgaster) ; Rudow, Societas
Entomologica I S. 27.
Hemiteles minutus (England, aus Spinnennest); Bridgman,
Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 340, Microgastri, nebulosus, maculi-
pennis, sericeus S. 17, ruficollis, pectorcdis S. 27, Rudow, Societas
Entomologica I.
Hoplismenus Mikado (Kobe); Cameron, Trans. Nat. Hist. Soc,
Glasgow (N. S.) I S. 274.
A. E. Holmgren liefert eine Öfversigt och utredning af
220 I^i'- P h. B er tk au : Bei'icht üb. die wissensch. Leistungen
arterna tili pisorii-gruppen inom parasitstekel-slägtet
Ichneumon L.; Entom. Tidskr. 1886 S. 41— 44, 131 und beschreibt
die Männchen von J. Jesperi Hölmgr. S. 43.
I. decrescens (Südschweden) S. 13, trimcatulus (ibid.), anospilus
(ibid.) S. 15, simulosus (ibid.) ^.IQ.crassifemur (Schweden; Deutsch-
land) S. 18, hrevigena (Deutschland) S. 19, macrocerus (Südschweden;
Deutschland) S. 20, longeareolatiis (Südschweden), (jibhidiis (ibid.) S. 21,
spiracularis (Nordschweden) S. 22, ^rcmt^jcor?*^« (Lappland) ; Thom-
son, Ann. Sog. Ent. France 1886, obsoletorius (Sardinien); A. Costa,
Geo- Fauna Sarda, VL, a a. 0. S. 32, melanotJiorax (Altvater);
Kriechbaumer, Entom. Nachr. 1886 S. 241. imcificiis (Juan Fer-
nandez Isl.); Cameron, Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I
S. 264.
Limneria tripunctata S. 351, variabüis (aus Gelechia notatella)
S. 352; Bridgman, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Lissonota riifomedia (aus Eudora murana und mercurella; Cram-
bus contaminellus) S. 370, nitida (aus Botis asinalis) S. 371, suhacicukda
S.372; Bridgman, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Mesoleius caninae (England, aus Eriocampa caninae); Bridg-
man, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 363, scutellaris (Mecklenburg);
Rudow, Societas Entomologica I S. 42.
Mesoleptus scutellatus, 7>icw^inaiit5 (England); Bridgman, Trans.
Ent. Soc. London 1886 S. 356.
Paniscus alpinus (Zürich, aus Lophyrus); Rudow, Societas
Entomologica I S. 41.
Perilissus fo-icm^w?aiit5 (England) ; Bridgman, Trans, Ent. Soc.
London 1886 S. 362.
Pezomaclms costatus S. 341, vagantiformis S. 342, Foersteri
S. 343 (England); Bridgman, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Prionopoda glaber (Norwich); Bridgman, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 360.
Phaeogenes nitidus (England); Bridgman, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 337.
Phygadeuon rusticellae (England) ; B ridgman, Trans, Ent. Soc.
London 1886 S. 337, spinosus, hispinosus, pachycephalus, pictipes S. 6,
leucostictus S. 7, hrumatae (aus Ch. brumata), Lgcaeuae, Nematorum
S. 11, zonatus S. 12; Rudow, Societas Entomologica I.
Sagaritis punctata (aus Plusia orichalcea) S. 349, postica S. 350
(England); Bridgman, Trans. Ent, Soc. London 1886.
Stibeutes atratus (Südeuropa); Rudow, Societas Entomologica
I S. 34.
Thersilochus marginatus (Plymouth); Bridgman, Trans. Ent,
Soc. London 1886 S. 354,
Thymaris fasciatus (Norfolk); Bridgman, Trans. Ent. Soc,
London 1886 S. 348,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 188G. '2'21
Braconidae, Two additional British species of Bra-
conidae sind Bracou Oostmaeli Wesm. und Ascogaster canifrons
Wesm.; Capron, Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 228 f.
Helcou cornutus (Fukui); Cameron, Trans. Nat. Hist. Soc.
Glasgow (N. S.) I S. 270.
Evaniadae. In ähnlicher Weise wie die Gattung Gaste-
ruption (s. d. vor. Ber. S. 220) behandelt A. Schletterer auch die
Gattung Evania: Ueber die Hymenoptereu-Gattung Evauia
Fabr.; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1886 S. 1—46 Taf. I. Auf eine
genaue Schilderung des Körperbaues der in Blattiden schmarotzenden
Gattung folgt eine Revision der Arten, deren 52 beschrieben waren,
von denen aber 16 als Synonyme eingezogen werden, w^ozu 14 neue
beschrieben sind, so dass die Zahl der Arten gegenwärtig genau 50
beträgt; doch meint der Verfasser, dass auch unter diesen noch
einige Synonyme stecken. Von den 50 Arten kommen auf die palä-
arktische Region 2, tropische 2, orientalische 8, nearktische 9, neo-
tropische 19, australische 9. Das Vaterland einer Art ist unbekannt,
2 Arten sind über 2 Regionen, und E. appendigaster über alle 6 ver-
breitet. Die als neu beschriebenen sind E. amazonica (S. Paulo) S. 9
Eig. 4, australis (Austr.) S. 12, azteka (Mexiko) S. 14 Fig. 3, capensis
(Cap) S. 15, erijthrosoma (Ceylon) S. 18, eximia (Sydney) S. 20, flave-
scens (?) S. 21, genalis (Rockhampton) S. 23, Gredleri (Brasilien) S. 24,
Helleri (Ost- Australien) S. 25, ynacrostylus (Blumenau) S. 26, Maxi-
milicmi (Orizaba) S. 28, minor (Brasilien) S. 29 Fig. 1, soror (Brasilien)
S. 36.
Derselbe beschreibt ebenda zwei neue Arten, nämlich E.
dinarica (Dalmatien) S. 231, oceUaria (Orizaba, Mexiko) S. 263. —
E. citrvineiTis (Tahiti) S. 265, earinifrons (Ceylon) S. 266-. Cameron,
Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N.S.) I.
Procto trypidae. Proctotrypes ater Nees bred from larva
of Creophilus maxillosus; F. W. Frohak, The Entomologist, Vol. 19,
S. 225 mit Holzschn.
Belj'ta lativentris S. 301 , forticornis S. 302 . moniliata S. 303,
Mullensis S. 304 (Schottland); Cameron, Trans. N. H. Soc. Glasgow
(N. S.) I.
Chaleididae. Nonnulli Pteromalini in Sicilia lecti;
F. Rudow, II Naturalista Siciliano, V, S.^265— 268, und (24) Ad-
denda Pteromalinis in Sicilia lectis; Th. De-Stefani, eben-
da VI S. 9, 10.
K. Lindeman führt die Pteromalinen der Hessen-
fliege (Cecidomyia destructor Say), welche in Russland beob-
achtet sind, auf; Bull. Soc. imp. Nat. Moscou 1887 No. 1 S. 178—192
mit 6 Holzschn. Von den in den Vereinigten Staaten als Schmarotzer
der Hessenfliege beobachteten Merisus destructor Say, subapterus
Eiley; Eupelmus Alynii French; Platygaster Herrickii Pack.; Te-
222 I^i'- P li. B e r t k a 11 : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
trasticlius prodiictus Biley ist in Riissland kein einziger gefunden
worden; ihre Vertretung übernehmen 7 andere Arten, die hier zum
ersten Male beschrieben worden , nämlich Merisus intermedius S. 2
mit 3 Varietäten ; Tetrastichus Bileyi S. 6 ; Semiotellus (?) nigripes
S. 8; Eupelmus Karschii S. 10; Platygaster mmuhis S. 11; Euryscapus
saltatoT S. 13; endlich eine nur in einem Exemplar erhaltene und
nicht genauer zu bestimmende Platygaster(?)-Art.
Pteromalus sphegigasUr (Mte. Reuda); de Stefani, II Na-
turalista Siciliano, V. S. 183, lazuUnus (Cynips Kollari), Saturniae
(S, Piri), maculicornis, flaviscapus S. 266, ruficornis, flaviventris S. 267,
(Rhopalicus) distinctus S. 268 (Sizilien); Rudow a.a.O.
Syntomopus paZ^/pes (Sizilien); derselbe ebenda S. 268.
Encyrtus tricoloi-icornis,bicolor, aeneus (Mte. Reuda); de Stefani ,
II Naturalista Siciliano, V, S. 182.
Riley sind 5 Isosoma- Arten als Pflanzenfresser bekannt;
ausserdem konstatierte er hier einen G-enerations Wechsel; Proceed.
Ent. Soc. London 1886 S. XXXVn.
Leucaspis turJcestanica ; Radaszko wski , Faune etc. a. a. 0. S. 51.
F. A. Wachtl erzog 2^ und 5$ von Monodontomerus
aereus Wlk. ?iViS der Puppe einer Tachinarie, die ihrerseits in einer
Raupe von Porthesia chrysorrhoea schmarotzt hatte ; sonst schmarotzt
Monod. aereus in Schmetterlingspuppen. Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 306,
Phaenodiscus pZamco?w5 (Monte Reuda; Palermo); de Stefani,
II Naturalista Siciliano, V, S. 181.
Tetrastichus Ussonotus (aus Apanteles glomeratus L.) ; Möller,
Entom. Tidskr. 1886 S. 83.
Cynipidae. Nach Camer on waren die Gallen von Neuroterus
baccarum (lenticularis) im Herbst 1884 sehr häufig, während N.
ostreus und Biorrhiza renum selten waren. Da die Frühjahrs-
generation der beiden letzteren aber 1884 ebenso häufig gewesen
waren wie früher, so glaubt Cameron diese Seltenheit dem Um-
stand zuschreiben zu müssen, dass die Blätter bereits mit Gfallen
von Neur. baccarum besetzt waren, als die letzteren ihre Eier ab-
legen wollten. Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 298.
Die Metamorphose zweier Arten der Gattung Ana-
charis Dahn. wird von A. Handlirsch geschildert, der A. ensifera
Walk, und typica Walk, als Schmarotzer von Hemerobius nervosus
beobachtete. „Die Larve verlässt ihren Wirth zwischen den Beinen,
saugt ihn dann vollkommen aus und verzehrt zum Schluss noch die
sämmtlichen Ueberreste. Nach wenigen Tagen streckt sie ihr Hinter-
ende durch die Maschen des Cocons der Hemerobiuslarve und entleert
einen dunkel gefärbten breiigen Koth, und verpuppt sich dann nach
mehreren (5) Tagen im Cocon des Hemerobius, ohne selbst einen
eigenen anzufertigen. Die Puppenruhe dauerte 15 Tage. — Kolazy
erhielt eine Anacharis aus Gallen von Cecidomyia rosaria H. Low,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 223
aus denen er gleichzeitig Hemerobius nervosus erzog. — Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1886 S. 235—237 mit Abbildung der Larve und
Nymphe auf Taf. VIII Fig. 1-4.
Dryophanta IJucjesi (Mexico, Blattgallen an einer Eiche er-
zeugend); Mayr, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVI S. 369— 372
Taf. XII.
Crabronidae. Der 3. Band von Ed. Andre's „Species des
Hymenopteres-' beginnt mit der Bearbeitung der 10. Gruppe; Les
Sphegiens. Hervorgehoben wird die grosse Vielgestaltigkeit der
äusseren Form, unter der die Angehörigen dieser Gruppe ei'scheinen;
gemeinsam ist aber allen die Brutpflege. Letztere findet in dem
allgemeinen Theile nur eine flüchtige, zumeist Fabre's „Souvenirs
entomologiques" entlehnte Schilderung; der Verfasser beabsichtigt,
in dem speziellen Theile die Einzelheiten zu beschreiben, wo gerade
eine Art besonders dazu Veranlassung bietet. In der analytischen
Tabelle zur Unterscheidung der Tribus finden hauptsächlich Flügel-
geäder, dann Beschaffenheit der Fusskrallen und des Hinterleibsstieles
Verwendung. Es werden die 14 Tribus unterschieden : Ammophilidae,
Pelopoeidae, Sphecide, Ampulicidae, Mellinidae, Psemnidae, Pem-
phredonidae, Trypoxylonidae , Philanthidae , Gasterosericidae , Bem-
becidae, Larridae, Nyssonidae, Crabronidae, von denen in dem vor-
liegenden Theile nur die beiden ersten behandelt sind.
Ammophila Touareg (Gran) S. 65, Iberica (Portugal) S. 69, laevi-
collis (Spanien; Südfrankreich) S. 77; Andre a. a. 0.
Cerceris Komarovii! S. 35 Fig. 38, specia&i'Zi^ S. 36 Fig. 39 ; Ra-
doszkowski, Faune etc. a. a. 0.
Lestiphorus aÄi'af-^cws/Radoszkowski, Faune etc. a. a. O. S.36.
Polopoeus transcasiyicus ; Radoszkowski, Faune etc. a.a.O.
S. 24.
Sphex plumipes ; Radoszkowski, Faune etc. a . a. 0. S. 25
Fig. 19.
Tachytes caucasicus S. 30 Fig. 29, 30, montanus (Kaukasus)
Fig. 31, dubiiis (Orenburg; Askhabad) Fig. 32 S. 31, pulverosus (Sa-
markand) Fig. 35 S. 32; Radoszkowski, Faune etc. a.a.O.
Pompilidae. Agenia neotropica (Rio de Janeiro); Kohl a. a. 0.
S. 343.
Calicurgus machetes (Rio de Janeiro), i,doneus (Brasilien) S. 342,
rhodogaster (Orizaba) S. 343 ; Kohl a. a. 0.
Ceropales Komarowi; Radoszkowski, Faune etc. a. a. 0. S. 27,
mtermedia (Lombardei); Magretti, a. a. 0. S. 402.
Notocyphus melanosoma (Brasilien), macrostoma (Bahia); Kohl
a. a. 0. S. 341.
Pogonius subintermedius (IjomhSiYÜei); Magretti a. a. 0. S. 403.
Pompilus cUens (Syrakus) S. 317, Esau (Spanien), silvanus (Mar-
seille) S. 319, temporalis (Algier) S. 320, r(h)ytiphorus (Dalmatien),
224 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht iil). die wissensch. Leistungen
rhodosoma (Kairo) S. 321, atrohirtus (Spanien), platijaGanthus (Kairo)
S. 322, Magrettii (Sizilien, Lombardei, Südschweiz) S. 323, giiadri-
spinosus (Brussa ; Deutschland), trispinosus (Sardinien) S. 324, sagax
(Algier) S. 325, orchesicus (Tanger), (Ferreola denticuiata Tschhg.)
S. 326, colpostoma (Süd -Schweiz), (Pedinaspis) caffer (Kafferland)
S. 327, pseudocaffer (Cap), oedipus (Cap?) S. 328, spectrum (Sidney)
S. 329, apatelus (Swau River), microcephcdus (Amhoina) S. 330, opimus
(Swan River) S. 331 , pollens (Vandiemensland) S. 332 , pachycerus
(Australien), AJmsveriis (Westaustralien) S. 333, ti-istis (Brasilien),
pygidialis (Buenos Aires; Cuba; Mexico) S. 334, uruguaiensis (U.)
S. 335, taeniatus (Orizaba), macronotiim (Mexico) S. 336, pachylopus
(Chili) S. 337, pictus (Mexico) S. 338, spilopterus (Brasilien) S. 339;
Kohl a. a. 0., milüaris (Transkaspien) ; Radoszkowski, Faune etc.
a. a. 0. S. 27, retusus, luctigerus S. 30, rubiginicollis S. 31 (Sardinien);
A. Costa, Geo-Fauna Sarda YI a. a. 0 , Costae S. 403, longohardicus,
Magrettii Kohl i. 1. S. 404 (Lombardei); Magre tti a. a. 0.
Priocnemis grossus (Sardinien); A. Costa, Geo-Fauna Sarda
VI. a. a. 0. S. 29.
Scoliadae. Komaroivia (n. g.) vidoriosa (Askhabad; viel-
leicht das Weibchen zu Meria tartara Sauss.); Radoszkowski,
Faune etc. a. a. 0. S. 43 Fig. 44.
Fedtschenkia indigotea; Radoszkowski, Faune etc. a.a.O.
S. 45 Fig. 46.
Mutillidae. Mutilla europaea bei Amsterdam gefangen;
3Iaitland, Tijdschr. v. Entomol. XXIX, YersL, S. XXV.
E. Hoff er theilt seine Erfahrungen zur Biologie der Mu-
tilla europaea L. mit; Zool. Jahrb. I S, 679 — 686. Er fand die
Art bei folgenden Hummelarten schmarotzend: B. hortorum L. var.
argillaceus Sco^)., pratorum L., Rajellus, silvarum X., agrorum F.
(hier am häufigsten), variabilis Schmiedehi., pomorum und var. meso-
melas Gerst., lapidarius L., mastrucatus Gerst., coufusus Scheuch,
terrestris X., und erzog sie zahlreich aus diesen Nestern. Dabei
bestätigte sich die auch von anderen gemachte Wahrnehmung, dass
die Zahl der Männchen beträchtlich geringer ist als die der Weibchen;
ausgeglichen wird dieses Missverhältniss durch die grössere Be-
weglichkeit, hezw. die Flugfähigkeit der Männchen und ihre Fähigkeit,
mehrere Weibchen zu hefruchten. Das befruchtete Weibchen dringt
in die Hummelnester ein, ohne von den rechtmässigen Insassen be-
lästigt zu werden ; dagegen duldet eine Mutilla keine andere in dem
von ihr eingenommenen Neste.
Formicidae. A. Forel hat die 5. seiner Etüde s myr-
möcologiques en 1886 erscheinen lassen; Ann. Soc. Ent. Belg.
XXX S. 131—215, Dieselben enthalten I. Polymorphisme. — Ob-
servations sur les moeurs du Formicoxenus nitidulus Nyl. et
de quelques autres hotes de la Formica pratensis Degeer. — Facultö
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 225
de se diriger, — Diverses observations de moeiirs und II. Descriptions
d'especes nouvelles on mal conniies de la sous-famille des Campo-
notidae. — Während hei den Weibchen, bezw. Arbeitern der Ameisen
ein Dimorphismus gewöhnlich ist nnd mit der verschiedenartig ge-
regelten Thätigkeit der betreffenden Individuen zusammenhängt, ist
ein Dimorphismus bei männlichen Ameisen nur von Ponera puncta-
tissima bekannt, indem neben einer geflügelten, einem gewöhnlichen
Ameisenmännchen ähnlichen Form eine ungeflügelte, Arbeiterähnliche
vorkommt, die früher für eine Abnormität gehalten wurde (P. an-
drogyna). Da bei den Termiten (den geflügelten ^ und $) sich
die Geschlechtsorgane spät und langsam entwickeln, so könnte die
Arbeiterform aus beiden Geschlechtern hervorgehen, und dies Hesse
sich auch für P. punctatissima annehmen; hierbei besteht freilich
der Unterschied, dass die ergatoiden Männchen sich mit $ begatten,
die weiblichen Arbeiter aber nicht begattet werden. — Durch wieder-
holte Störungen sah sich ein Nest von Formica pratensis, in welchem
Formicoxenus, Typhloniscus (? „cloportes blaues"), Dinarda und Stenus
als Gäste lebten, zur Auswanderung nach einem 14 M. entfernten
Orte veranlasst; die Gäste wanderten mit aus, bezw. folgten
dem Wirthe, „augenscheinlich mit Hülfe des Geruches mittels der
Antennen". — Bei der Fähigkeit der Ameisen, einen einmal ge-
machten Weg wiederzufinden, spielt wahrscheinlich der Geruch eine
Rolle, wie Lubbock aussprach. Die auffallende Erscheinung, dass
sie auch die Richtung auf der alten Spur unterscheiden, führt
Forel auf eine weitgehende Lokalisation ihrer Sinne zurück. —
Bei einer Auswanderung eines Nestes von Myrmica ruginodo-laevi-
nodis Hessen sich die Männchen wie Nymphen von den Arbeiterinnen
tragen (um den Thorax gefasst). Im Gegensatze zu Lubbock fand
Forel, dass die aus Nymphen eines Nestes von Formica pratensis,
die aus dem Neste genommen waren und in einem solchen von F. san-
guinea sich zu Imagines entwickelt hatten, ausgekommenen Imagines
in ihrem elterlichen Nest nicht wiedererkannt, sondern anfangs feindlich
behandelt wurden; die Ameisen lernen sich also erst nach ihrem
Ausschlüpfen kennen. — Nymphen eines Nestes von F. pratensis
in ein anderes Nest gebracht, wurden von den Einwohnern derselben
zum grössten Theile bei Seite getragen, weder verzehrt noch auf-
gezogen, obwohl das Nest selbst nur wenig Nymphen hatte. —
Forel beobachtete einen der seltenen Fälle, wo F. sanguinea einen
anderen Bau als ihre gewöhnlichen Sklaven, fusca und rufibarbis,
geplündert hatte; dieses Mal hatte sie F. pratensis geraubt. — In
dem zweiten (beschreibenden) Theil weist Forel die Berechtigung
oder vielmehr Verpflichtung nach, die einzelnen Rassen und Unter-
arten zu benennen, da dieselben durch Erblichkeit und Heimath
eine relative Konstanz erlangt haben und nicht in einander über-
geführt werden können.
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. p
226 Dr. Ph. Bert kau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Derselbe beschreibt Especes nouvelles de Fourmis
americaines; ebenda Bull. S. 38— 49.
Derselbe bringt Diagnoses provisoires de quelqv^es especes
nouvelles de Fourmis de Madagascar; ebenda S. 101 — 107.
Derselbe Nouvelles Fourmis de Grece . ..; ebenda
S. 159—168.
F. Sartorius übersetzte einen Artikel von C. Sterne in der
Gartenlaube ins Spanische: Las hormigas meliferas; La Na-
turaleza VH S. 229—233.
A. Forel beschreibt einige Ameisen aus Itaj ah y (Brasilien);
Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 210—217.
Mayr giebt Notizen über die Formiciden- Sammlung
des British-Museum in London, die zur Aufklärung über
einige, besonders Smith 'sehe Arten beitragen können; Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXVI S. 353-368.
Derselbe zählt die Formiciden der Vereinigten
Staaten von Nordamerika auf, mit Bemerkungen und Be-
schreibungen neuer Arten; ebenda S. 419— 464.
G. H. Neu haus: Die Ameisen der Mark Brandenburg. Monatl.
Mitth. a. d. Gesammtgebiete der Naturwissensch. 4. S. 268— 272, 296
bis 300.
Alcune formiche africane descritte da C. Emery; Bull.
Ent. Ital. 1886 S. 355-366 Tav. XVII.
Ein mjTmekologischer Beitrag Ueber Eciton-Labidus
von G. Mayr in der Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 33-36, 115-122,
bestätigt die von Müller ausgesprochene Zugehörigkeit der Gattung
Labidus (geschlechtliche Form) zu Eciton (Arbeiterinnen) und
der letzteren zu den Doryliden. Es wurden ihm nämlich von
Hetschko Exemplare eines Labidus zugeschickt, die mit Eciton
HetschJcoi in einem Erdhaufen zusammenlebten und neben diesen die
einzigen Ameisen in demselben waren. Zum Schluss stellt der Ver-
fasser eine Bestimmungstabelle der Soldaten und Arbeiter von Eci-
ton auf.
G. Adlerz's „Myrmecologiska studier I" beziehen sich auf
Formicoxenus nitidulus Nyl., von dem der Verfasser die Männchen
flügellos fand; bei Ponera punctatissima sind die Männchen bald
geflügelt, bald flügellos (P. androgyna Boy.); einige Männchen von
P. punctatissima hatten wenigstens Flügelansätze. Öfvers. K. Sv.
Vetensk. Akad. Förh. 1884 No. 8 S. 43— 64 Taf.27; vgl. Emery im
Biol. Centralbl. 5 S. 686-689.
Lubbock hielt Arbeiter von Lasius niger und Formica fusca
7 Jahre am Leben, zwei Weibchen der letzteren Art gar 12 Jahre,
und noch im letzten Jahre legten dieselben entwickelungsfähige Eier.
S. Biol. Centralbl. VI S. 288 (aus Contemporary Review, November 1886).
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 227
Bhinomyrmex (n. g. Camponotin.) Klaesii (Sumatra); Forel
a. a. 0. S. 193.
Ocymyrmex (n. g.) harbiger (Cap); Emery, Bull. Ent. Ital.
1886 S.364 Tav.XVII Fig. 9— 11.
Pseudodichthadia (n. g.) incerta (Guanajuato; vielleicht $
von Eciton legionis Latr.); Andre, Species II S. 840.
Alaopone Aheillei (Oran); Andre Species II S. 855.
Mayr a. a. 0. S.443 stellt eine analytische Tabelle der Arbeiter
der nordamerikanischen Arten von Aphaenogaster auf und be-
schreibt A. lamellidens (Maryland; Virginia; Florida) S. 444, alhisetosa
(Neu-Mexiko) S. 446, hrevicornis (Virginia) S. 447, Andrei (Californien),
Pergandei (ibid.) S.448.
A. Treatae (Vineland) S. 40, Mariae (Florida) , patruelis (Gua-
deloupe) S. 41, Swammerdami (Madagaskar) S. 106; Forel a.a.O.
1. Bull.
Camponotus angusticeps S. 355 Fig. 1, mystaceus Fig. 3 S. 356
(Cap), defritus (Damara) S. 357, emarginatus (Cap) S. 358 Fig. 2;
Emery, Bull. Ent. Ital. 1886 Tav.XVII, C. marginatus Latr. var.
quadrinotatus (Japan) S. 142, Druriji n. sp. (Sansibar) S. 160, Hilde-
hrandti (Madag.) S161, Caesar (Angola) S. 162, Autrani (Sumatra)
S. 165, Leydigi (Bahia) S. 169, Linnaei n. nom. pro angulatus Mayr.
S. 171, Darioinii (Madag.) S. 179, Momhassae (M.) S. 180, Buchneri
(Angola) S. 183, Christi (Madag.) S. 184, LubhocU (ibid.), Kieleri
(Tamatave) S. 186, Bewitzii (Chinchoxo) S. 187, Meinerti (Angola)
S. 189; Forel a. a. 0. 1., ursus S. 101, quadrimaculatus S. 102, Graii-
didieri S. 103, Radovae, niveosetosus Mayr. race Madag ascarensis,
egregius Smith race Gouldi S. 104 (Madag.); Gestroi Em. n. st. cre-
ticus S. 159; derselbe ebenda Bull.
C. Emery bemerkt den mimetismo e costumi parassitari
del Camponotus lateralis Oliv. Die Arbeiter bilden 2 Rassen,
eine rothe und eine schwarze. Erstere mischt sich unter die ihr
ähnliche Cremastogaster scutellaris, letztere unter Formica gagates
und Camponotus aethiops. Bull. Soc. Ent. Ital. 1886 S. 412 f.
Cataulacus Ebrardi (Madagaskar); Forel a. a. 0. 1. Bull. S. 105.
Cremastogaster Ashmeadi (Virginia; Florida; Georgia); Mayr
a.a.O. S. 463, Degeeri (Madagaskar); Forel a.a.O. 1. Bull. S. 107.
Dolichoderus pustulatus (New Jersey, V^irginia); Mayr a. a. 0.
S. 436.
Eciton (Labidus) suhsulcatum (Texas; Mexiko); Mayr a.a.O.
S. 440, Hetschkoi (Brasilien); derselbe, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 33,
Foreli (Mexiko; Panama; Neugranada; Cayenne; Brasilien; Uruguay);
derselbe ebenda S. 116. 122.
Formica ciliata (Colorado); Mayr. a.a.O. S. 428, exsectoides
(N.Hampshire; Connecticut; AUeghany) S. 38, rufa race obscuripes
228 Br. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
(Wyoming) S. 39; Forel a.a.O. 1. Bull., oculatissima (Attika); der-
selbe ebenda S. 162.
Iridorayomex Mac-Cooki (Texas); Forel a.a.O. 1. Bull. S. 39.
Leptothorax fmiinodis (Maryland und var. Columbia); Mayr
a.a.O. S. 452, echinatinodis (Rio de Janeiro); Forel a. a. 0. 1. Bull.
S. 48.
Lobopelta septentriomdis (Columbia, Nordam.); Mayr a. a. O.
S. 438.
Mayria Madagascarensis (M.); Forel a.a.O. 1. Bull. S. 104.
Meranoplus Peringueyi (Cap); Emery, Bull. Ent. Ital. 1886
S. 365 Tav. XVII Fig. 12.
Monomorium Pharaonis in Berlin; Fromholz, Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S.III; Entom. Nachr. 1886 S. 122-125.
M. subopacum Sm. r. australe (Cap); Emery, Bull. Ent. Ital.
1886 S. 363.
Myrmelachista (Decamera) Mayri (Chil); Forel a. a. 0 1. S.214.
Oligomyrmex Oertzeni (Elis, Griechenland); Forel a.a.O. 1.
Bull. S. 165.
Pachycondyla lioUentota (Cap); Emery, Bull. Ent. Ital. 1886
S. 360.
Parasyscia Peringueyi (Cap); Emery, Bull. Ent. Ital. 1886 S. 360.
Phidole Guilelmi-Mülleri (Itajahy); Forel a. a. 0. 2. S. 219 und
1. Bull. S. 47, commutata (Florida); Mayr a.a.O. S. 459, Gertrudae
(Rio de Janeiro), Gouldi (Antigua) S. 42, Susannae (Guatemala) S. 43,
fallax Mayr race columbica S. 44, triconstricta (Buenos Ayres), bi-
carinata Mayr race Vinelandica (V.) S. 45, Morrisii (Vineland), stulta
(Bahia) S. 46, absurda (Guatemala) S.47, Maja (ibid.) S. 48; Forel
a. a. 0. 1. Bull.
Platythyrea cmemcea (Guatemala); Forel a. a. 0. 1. Bull. S. 39.
Pogonomyrnea Naegelii (Rio de Janeiro); Forel a. a. 0. 1. Bull.
S. 41.
Polyergus rufescens Latr. bei Skarpö (Stockholm); Auri-
villius, Entomol. Tidskr. 1886 S. 4, 120.
Polyrrhachis (orsyllus Smith r. Halmaheirae S. 196) Gerstaeckeri
(Sansibar) S. 197, SchenUi! (Darnley I.) S. 198; Forel a. a. 0. 1.
Ponera Josephi (Bahia); Forel a.a.O. 1. Bull. S. 40.
Prenolepis Adlerzü (Darnley I.); Forel a. a. 0. 1. S. 209.
Sima clypeata (Cap); Emery, Bull. Ent. Ital. 1886 S. 361 Tav.
XVII Fig. 4, 5.
Solenopsis <^e5^7^■s (New- Jersey; Virginia); Mayr a. a. O. S. 461.
Stenamma neoarcticum (New- Hampshire; Virginia; Calif.);
Mayr a. a. 0. S.454.
Strumigenys („Kiefertaster und Lippentaster eingliederig; Ober-
lippe langgestreckt, schmal, zweispitzig") Friderici-Mülleri (Itajahy)
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 929
S. 213, Smitthü (ibid.; vielleicht = Str. mandibularis Smith) S. 215;
Forel a. a. 0. 2.
Sysphincta europaea (Elis, Griechenland) ; Forel a. a. 0. 1. Bull.
S. 163 mit Holzschnitt.
Tetramorium soUdum Fig. 7, quadrisjymosum Fig. 8 (Cap);
Emery, Bull. Ent. Ital. 1886 S. 362 Tav.XVII.
Vespidae. Ein vierter Beitrag zur Kenntniss der
Hymenopteren der Umgegend von Hamburg von Dr. H
Beuthin zählt 25 Faltenwespen auf; Verhandl. Ver. f. naturwiss.
Unterhaltung Hamburg, VI, S. 44 f.
F. Lewis meldet als Fall einer ungewöhnlichen Intelligenz
bei einer (tropischen) „AVespe" (vielleicht ist hier eine Grabwespe
gemeint), dass dieselbe, nachdem er ihren früheren in einer leeren
Patronenhülse angelegten Bau zerstört und ausgeleert hatte, nach
einigen Stunden diese selbe (leere) Hülse mit einem Deckel versehen
hatte, und vermuthet, dass dies geschehen sei, um die Aufmerksam-
keit des Beobachters von dem eigentlichen Punkt ihrer Thätigkeit
abzulenken. The Nature 34 S. 265. — H. L. Koth theilt mit, dass
man „leere" AVespennester wie in dem vorerwähnten Falle in den
Tropen oft beobachten könne; dieselben sind vielleicht so zu er-
klären, dass die Wespe nicht zur Ablage der Eier geschickt war;
aber dann müsste man auch gelegentlich in solchen Nestern die
Ueberreste der als Nahrung für die Brut bestimmten Raupen, Spinnen
U.S.W, finden; ebenda S. 289.
Paravespa (n. g.) Komarowii; Radoszkowski, Faune etc.
a. a. 0. S. 47 Fig. 48.
Bei Eumenes unguiculus schmarotzt Argyramoeba si-
nuata; Bugnion, Mitth. Schweiz.- Ent. Ges. VII S:208.
Odynerus (Lionotus) askhdbadensis S. 47 Fig. 49, kol'peticus S. 48
Fig. 50, vagus S. 49 Fig. 51; Radoszkowski, Faune etc. a.a.O.,
riibiginosus S 873, hijalinipennis, Medanae (Tunis) S. 874; Andre,
Species II.
Pterochilus ^i^as; Radoszkowski, Faune etc. a.a.O. S. 52.
Synagris Micelii Gribodo i. 1.; Andre, Species II S. 873.
Apidae. F. Morawitz beschreibt (16) Neue transcauca-
sische Apidae; Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 57 — 81.
Derselbe zählt Insecta in itinere ... in Asia central!
novissime lecta, I, Apidae, auf; ebenda S 195—229.
Von Schmiedeknecht's „Apidae Europaeae" ist Fase.
XII, Osmia, erschienen.
F. Rudow theilt Beobachtungen an einigen Bienen-
nestern mit; Societas Entomologica I S. 76, 83 f.
E. L. Holmberg beginnt einen Aufsatz sobre Apidos Nö-
madas de la repüblica Argentina; An. Soc. Cientif. Argentina
XXII S. 230— 240, 272—286; XXIII S. 17— 33, 67—82. Er unter-
230 Di"- Ph- Bertkau : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
scheidet in analytischer Tabelle die Gattungen Nomada, Brachy-
nomada, Hypochrotaenia, Trophocleptria, Doeringiella,
L[e]iopodus, Epeolus, Pseudepeolus, Hopliphora, Melecta, Mele-
ctoides, Mesoch[e]ira, Ctenioschelus, Caenoprosopis, Osiris, Coeli-
oxys und beschreibt dann neue Arten aus einzelnen dieser Gattungen.
Brachynomada (n. g. Nomad.) Argentina S. 272, Chacöiensis
S. 273;
Hopochrotaenia (n. g. Nomad.) parvula S. 273;
Trophocleptria (n. g. Nomad.) variolosa S. 276;
Pseudepeolus (n. g. Nomad.) fasciatus S. 285 (Argentinien^ ;
Holmberg a.a.O. XXII;
Caenoprosopis (n. g.) crabronina (Missiones) S. 23; derselbe
ebenda XXIH.
Andrena Schencki Mor. neu für Schlesien; Zeitschr. f. Ento-
mologie, Breslau, 11, Vereinsnachr, S. XXIII.
A. Komarowii, trcmscaspica ; Radoszkowski, Faune etc. a a 0.
S. 20, cussariensis (Kussari; Schach-Dagh) S. 61, Derhentina (D. ;
Helenendorf; Talysch-Lirik) S. 63, Lederi (Helenendorf; Lenkoran)
S. 65, caspica (Derbent) S. 67, colonialis (Helenendorf) S. 68, opacicoUis
(Helenendorf) S. 70, aciculata (Helenendorf) S. 71; Morawitz a. a.O.
Ueber seltene Andrenen s. Friese, Entom. Nachr. 1886
S. 113—115.
Anthidium controversum (Gerszab); Radoszkowski, Faune
etc. a. a. 0. S. 16 Fig. 12, Eversmanni (Orenburg) S. 54 Fig. 13; der-
selbe ebenda, tegulare (Lenkoran); Morawitz a.a.O. S. 75.
Anthophora trifasciata [Gersz^ib) ; Radoszkowski, Faune etc.
a.a.O. S. 5, nigriceps (Helenendorf); Morawitz a.a.O. S. 57, cari-
nulata (Keria-Geb.) S. 203, latigena (ibid.), nigripes (ibid.) S. 205, auripes
(Burchan-Budda-Geb.) S. 207, metalUca (Oase Keria) S. 208, hortensis
(ibid.) S, 209, flavicornis (ibid.) S. 210; derselbe ebenda.
Die Feinde der Biene imThier- und Pflanzenreiche
Von Dr. W. Hess. Hannover, Ph. Cohen. (38 Abbild.).
In seinen durch 8 Holzschnitte erläuterten Notes on the
antennae of the honey-bee schildert T. J. Briant die Ein-
lenkung der Fühler am Kopfe, die Artikulation der einzelnen Glieder
gegen einander, den Verlauf der Nerven und die als Sinnesorgane
gedeuteten Organe an den Endgliedern; Journ. Linn. Soc. London,
Zoolog., XIX S. 84—88.
Apistische Beiträge von Ad. v. Planta im XXIX. Jahres-
Ber. d. Naturf. Gesellsch. Graubündens S. 25—37 berichten über die
chemische Zusammensetzung des Blüthenstaubes der Haselstaude
nnd der gemeinen Kiefer und über Wachsfärbung. Die Ursache
der verschiedenen Färbung des Wachses ist dem Pollen und nicht
dem Honig zuzuschreiben.
Ein Referat über die Apistischen Mittheilungen MüUenhoff's
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 18S6. 281
am 12. Febr. 1886 in der physiologischen Gesellschaft zn Berlin s.
im Biol. Centralbl. VI S. 510—512. (Bezieht sich auf die Gestalt
der Wabenzellen nnd deren Ursache).
Forel will zwar die Deutungen Schiemenz. dass das Sekret
der Mandibeldrüse („Riechschleimdrüse" Wolff) bei der Bereitung des
Wachses und der Ernährung der Bienen Verwendung finde, als
möglich gelten lassen, glaubt aber doch, dass diese Drüse in erster
Linie eine zur Vertheidigung bestimmte Stinkdrüse sei, da
ihr Sekret mit dem der Analdrüsen gewisser Ameisen identisch sei;
Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 140.
K. MüUenhoff: Ueber den Bau der Bienenzellen;
Arch. f. Anat. u. Physiol., Physiol. Abth., 1886 S. 371—375, und
über das Ansammeln des Honigs, ebenda S. 382— 386; vgl.
Journ. R. Micr. Soc (2) VI S. 594—595.
Hennessy: Geometrical construction of the cell of
the honey-bee; Proc. R. Soc. London (39) S. 253 f.
Schönfeld: Ueber die Speiseröhre der Biene; a.a.O.
S. 451—458 mit IFig.; vgl. Journ. R. Micr. Soc. (2) VI S. 965 f.
F. G. Jenyns; a book about bees: their history, habits and
instincts, together with the first principles of modern bee-keeping
for young readers .... publ. at the requist and ander the sanction
of the British bee-keepers Association; London 1886.
Ueber die Rolle, welche die Honigbiene im alten Indien
und in der altindischen Literatur spielt, s. Canus in Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 65— 71. Gemeint ist hier A. dorsata F.
Bomb US arenicola, distinguendus und mastrucatus
neu für Schlesien; das Verzeichniss weist 18 Namen auf; Dittrich,
Zeitschr. f. Entomologie Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XII f.
Frey-Gessner machte eine Mittheilung über die (24) Schweize-
rischen Hummelarten, speziell über B. alpiniis L., Gerstaeckeri Mor.
und mollis Perez und deren Verbreitung; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S270.
Ebenda S. 272 — 277 bringt v. Schulthess-Rechberg einen
Beitrag zur Hummelfauna Cor sie as (B. xanthopus Kriechb.,
corsiciis n. sp. S. 274).
B. supremus (Burchan -Budda- Geb.) S. 196, Bohovowskiji (ibid.)
S. 197, Semenovi (Thal des gelben Flusses)- S. 198, Keriensis (Keria-
Geb.) S. 199 tamjuticas (Gelber Fluss) S. 200, Morawitz, Hör. Soc.
Ent Ross. XX; ( Jf rtrtcÄ;i = ussuriensis ilfor.; derselbe ebenda S. 197
Anm.).
L. Fea fand einen gelben Bombus in Burmah in Mondschein-
nächten die Blüthen von Akazien umschwärmend; Nature, 33 S. 392.
Apathus tibctamis (Gelber Fluss); Morawitz, Hör. Soc. Ent,
Ross. XX S. 202.
232 Dl'- Pli- Bert kau: Bericht üb. die wissensch. Leistiv.gen
PsithyriTs Pere-si (Korsika); v. Schulthess-Rechberg a.a.O.
S. 276.
In seiner biologischen Studie „die Maurerbiene und ihre
Schmarotzer" führt K. Lampert als Schmarotzer der Chalicodoma
muraria Stelis nasuta; Coelioxys rufescens; Hedychrum lucidulum;
Monodontomerus nitidus; (Melittobia Audouini, Holopyga ovata;
Chrysis Leachi; Leucaspis intermedia); Argyramoeba (subnotata),
sinuata, Phora? sp.; Trichodes alvearius, apiarius; (Meloe erythro-
cnemis); Megatoma undata; Trogoderma villosulum an; Jahresh. Ver^
f. vaterl. Naturk. Württemberg, 42. S. 89-101.
Coelioxys transcaspica (Gaszab) Radoszkowski, Faune etc.
a. a. 0. S. 17, castanea (Dschulfa); Morawitz a. a. 0, S. 80, latefasciata
(Russiches Geb.) S. 220, picicornis (Oasen Nia und Keria) S. 221;
Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
Holmberg a. a. 0. XXIII S. 28 stellt eine Synopsis der
Argentinischen Arten auf, mit C. honaerensis (Prov. Buenos - Aires)
S. 31, suUropicalis (Missiones) S. 67, colohoptyche (EntY^-^io^) S. 68,
dbnormis (Paraguay) S. 71, pampeana (Prov. Buenos - Aires) S. 72,
correntina (C.) S. 75, Corduvensis (C.) S. 77.
Colletes asJchabadensis ; Radoszkowski, Faune etc. a.a.O.
S. 23 Fig. 17.
Crodssi rufa; Radoszkowski, Faune etc. a. a. 0. 18, laevicrus
Oase Nia); Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 222.
Radoszkowski giebt eine revision du genre Dasypoda
Latr., Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 179—194 PI. XIH-XY. mit
D. pyriformis (Griechenland) S. 183 Fig. 2, mixta (Erzerum) S. 186
Fig. 4.
Doeringiella silvatica S. 279, nemoralis S, 280, indeeissa! S. 281
(Argentinien); Holmberg a. a. 0.
Epeolus hufoninus (Argentinien); Holm her g a.a.O. S. 283,
Eucera JcoucJikiana (Kouchka-Fluss) ; Radoszkowski, Faune
etc. a. a. 0. S. 6 Fig. 1.
Halictoides calcaratus (Gelber Fluss); Morawitz, Hör. Soc.
Ent. Ross. XX S. 213.
Halictus trimarginatiis ; Radoszkowski, Faune etc. a. a. O.
S. 21, nigricornis (Russisches Gebirge und Keria-Geb.); Morawitz,
Hör. Soc. Ent. Ross. XX S 223.
Hylaeus alUtarsis (Oase Nia) S. 226, Przewdlshyi (ibid.) S. 227;
Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
Macrocera pendeensis (P.) S. 7 Fig. 3, unifasciata S. 8; Radosz-
kowski, Faune etc. a.a.O.
Ein sonderbarer Standort der Brutzelle von Mega-
chile centuncularis war ein dem Wasserabfluss dienendes Zink-
röhrchen an einer Fensterbank; Rade im 14. Jahresb. Westf. Pro-
vinzial-Yer. S. 20.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 233
M. Tiökpetica S. 10 Fig. 5, Morawitzl, gerszabiensis (G.) S. 11,
alhonotata (ibid.) 8.12; Radoszko wski, Faune etc. a.a.O., pili-
ventris (Oase Keria); Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 218.
Melecta punctata neu für Schlesien; Zeitschr. f. Entomologie,
Breslau, 11, Vereinsnachr. S. XX.
Mesochira imlchella (Chaco; Paraguay); Holmberg a.a.O.
xxin s. 19.
Nomada armata, Fabriciana, lateralis, fuscicornis,
Jacobaeae neu für Schlesien; Dittrich, Zeitschr, f. Entomologie,
Breslau 11, Vereinsnachr. S. XXV.
N. pampicola (Baradero, Prov. Buenos- Aires) S. 236, honaerensis
(B.-A.) S. 238; Holmberg a.a.O. XXII, platyventris (Helenendorf)
S. 77, talyschensis (Lenkoran) S. 78; Morawitz a.a.O.
Osiris exulans (Corrientes) ; Holmberg a.a.O. XXIII,
Osmia fascicularia ! (Kokpet); Radoszkowski, Faune etc.
a. a. 0. S. 13, Fig. 8, decorata (Talysch-Karabach-Jurdi) S. 71, vetru-
dyew^m (Talysch-Lirik) S. 73, Sieversi (Borshom) S. 74; Morawitz
a. a. 0., Giraudi (Südeuropa; vielleicht = submicans Mm-.) S. 117 (983),
Hispanica (Sp.) S. 141 (1007), insularis (Malloika) S. 159 (1025),
Balearica (Palma) S. 177 (1043); Schmiedeknecht a.a.O., hac-
morrhoa (Keria - Geb.) ; Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 216.
Pseudocosmia askhahadensis ; Radoszkowski, Faune etc. a. a.
0. S. 14.
Tetralonia /j«%m05« (Transkaukasien) ; Moraw tz a. a. 0. S. 59.
Nylocopa Przeivalskyi (Oase Keria) ; Morawitz; Hör. Soc. Ent.
Ross. XX S. 212.
Coleoptera.
V. la Valette St. George' s vierte Mittheilimg
Spermatologische Beiträge beschäftigt sich mit der
Entwickelung und dem Bau der Samenkörper bei
den Käfern, speziell bei Pliratora vitellinae. Archiv f.
mikrosk. Anatomie XXVIII S. 1—13 Taf. I— IV. In den
entwickelten Käfern waren die Spermato Cysten die jüngsten
Stufen in der Entwickelung der Geschlechtszellen. Die-
selben enthielten neben den Samenzellen (1 — )2 Cysten-
kerne, deren zugehöriges Zellplasma zur Cystenhaut zu-
sammengeflossen ist. Die Samenzellen vermehren sich
durch wiederholte Theilung; bei der letzten Theilung,
wodurch die Spermatiden entstehen, bleibt neben dem
Kern der Rest der Spindelfasern als Nebenkern zurück.
Dieser wandelt sich in den Kopf des Spermatosoma um,
284 üi"- P 1^- Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
dem sich später der Zellkern anlegt; letzterer wird all-
mählich in den Kopf aufgenommen, der somit aus Neben-
kern und Kern entsteht. Der Schwanz des fertigen
Spermatosoma besitzt einen flimmernden Saumfaden,
ähnlich wie die Bufonen, der sich unter der Einwirkung
gewisser Reagentien von ihm ablöst. — Angeschlossen
sind einige Angaben über die Spermatosomen und deren
Entwickelung bei Feronia nigra, Ilybius fenestratus, Ocy-
pus olens, Astynomus aedilis, Lema melanopa, Cassida
nebulosa, Coccinella bipunctata und septempunctata.
K. Heider hat eine Abhandlung über die Anlage
der Keimblätter von Hydrop|hilus piceus X., 45 Ss.
mit 2 Taff. erscheinen lassen; Abhandl. K. preuss. Aka-
demie d. Wissensch. 1885. Er beschreibt das Auftreten,
die Vermehrung und Wanderung der zelligen Körper,
welche die künftigen Zellen des Blastoderms bilden.
Diese erreichen die oberflächliche Plasmaschicht zuerst
am hinteren Pol, wo sie zu kubischrunden Zellen werden.
Die nächste Aenderung ist die Bildung der Bauchplatte
als eines etwas dickeren, schwach gekrümmten Blattes,
welches abgegrenzt wird durch Längsfurchen und schwach
vortretende Seitenwände, um die von Kowalewsky be-
schriebene Ento- und Mesodermplatte zu bilden. Die
Furchen werden tiefer, vereinigen sich vorn und hinten,
und die ganze Platte sinkt etwas unter das Niveau des
Ektoderm. Diesem folgt ein Einsinken der Platte zu
einem medianen Kanal, der von den Ektodermwänden
überwachsen wird. Die Ränder der furchenartigen Ein-
stülpung repräsentiren den Blastoporus, und es verdient
hervorgehoben zu werden, dass der vorderste Theil sich
zuletzt schliesst und als eine distinkte Oeffiiung bestehen
bleibt an der künftigen Stelle der Oesophagealeinstülpung,
die zu einer weit späteren Zeit erfolgt. Der Schluss
dieser Gregend und die Details der allgemeinen Ein-
stülpung, die darauffolgende Verbreiterung und Abflachung
des Rohres wie in Folge eines dorsoventralen Druckes,
und das Auftreten des Lumens in den verschiedenen
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1886. 235
Perioden bis zu dessen endlichem Schwunde sind dann
im einzelneu beschrieben.
Wenn sich der Blastoporus vollständig' g:eschlossen
hat und die Embryonalhüllen sich vollständig über den
Embryo gelegt haben, beginnt Kowalewsky's zweite Pe-
riode der Entwickelung, die Periode der Differenzierung
von Entoderm und Mesoderm und des Erscheinens der
Gliedmaassen. Auf dem Ektoderm zeigt sich zu beiden
Seiten der Mittellinie die erste Spur des Nervensystems als
eine schwache Verdickung. Das zusammengedrückte Rohr
mit seinem vollständig obliterierten Lumen differenziert
sich in ein zweischichtiges Ento-Mesoderm. Die Grenze
zwischen dem äusseren Blatt zunächst dem Ektoderm
und dem inneren Blatt zunächst dem Dotter repräsentiert
das zusammengedrückte Lumen des primitiven Rohres,
d.h. die primitive Darmhöhle der modifizierten Gastrulation.
Die histiologische Differenzierung der beiden Blätter ist
im einzelnen geschildert, und Hei der zeigt, wie vom
äusseren das somatische Mesoderm und vom innern die
Darmmuskulatur entsteht. Die Grenze zwischen dem
äusseren und inneren Blatte erweitert sich zu Lücken,
welche zunehmen und die Primitivhöhlen der Segmente
bilden. Der Seitentheil des inneren Blattes bildet zum
grösstenTheil die Muskelschicht des Mitteldarmes, während
der mittlere Theil dessen Epithel bildet, indem sie sich
thatsächlich in das definitive Darmepithel umwandelt.
Die Leibeshöhle, welche unabhängig von den primitiven
Segmenthöhlen entsteht, tritt als eine Höhle zwischen
dem Dotter und dem somatischen Mesoderm auf.
Heid-er beschreibt die Beschaffenheit des Dotters
mit persistierenden zelligen Körpern und Zellen, welche
vom Ento-Mesoderm einwärts wandern, und leugnet ent-
schieden die so oft behauptete Bildung eines Theiles des
inneren Blattes durch Anlagerung von Kernen aus dem
Dotter. Der Zerfall des letzteren und seine Absorption
durch pseudopodienähnliche Fortsätze der Entodermzellen
ist angeführt. Während Heider im Widerspruch zu
zahlreichen anderen Forschern mit Kowalewsky hin-
236 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
sichtlich des Ursprunges des Entoderms von dem ein-
gestülpten äusseren Blatt übereinstimmt, weicht er in
zwei Punkten von ihm ab : dem Ursprung- der primitiven
Segmenthöhlen und der Art und Weise, wie sich das
Entoderm abtrennt. Denn während Kowalewsky die
ersteren von inneren und unteren Faltungen des Ento-
Mesoderm herleitet, und die gefaltete Portion darstellt
als bestehend aus Ento- und Mesoderm nach ihrer
Trennung, hat Heider den Ursprung der Höhlen be-
schrieben von einer seitlichen Spalte zwischen den beiden
Schichten des eingestülpten zusammengedrückten Rohrs,
und leitet das Entoderm von dem mittleren Theil zwischen
ihnen ab. Dieser mittlere Theil wächst später einwärts
zwischen das splanchnische Mesoderm und den Dotter,
der dann dorsal und ventral durch die einfachen Aus-
breitungen beider Blätter umschlossen wird.
Nebenbei erwähnt Heider, dass nicht nur am ersten,
sondern an allen Abdominalsegmenten rudimentäre An-
hänge sich wahrnehmen lassen; dass die Querkommissur
der Ganglienkette entsteht durch die Einstülpung zwischen
den seitlichen Grenzen einer mittleren Portion, die eine
intersegmentale Verbindung mit dem Ektoderm behält,
dass die Schlundkommissur von dem vorderen Theil der
Seitenstränge ohne Betheiligung des Mandibularganglions
gebildet ist, dass die apikalen Platten von Anfang an in
Verbindung mit den Seitensträngen sind, dass das Stirn-
ganglion durch eine unpaare Einstülpung unabhängig
von der entsteht, die zur Bildung des Centralnerven-
systems führt; ferner, dass der von Kowalewsky be-
schriebene dorsale Kanal eine Einfaltung der Eihäute ist
und endlich, dass die Malpighi'schen Gefässe vom Ekto-
derm entspringen als Seitendivertikel des Hinterdarms.
Zum Schluss setzt Hei der die Ansicht auseinander,
dass die verschiedenen Keimblätter vom Blastoderm ab-
leitbar sind, das oberflächlich hervorgesprosst ist aus der
riesigen vielkernigen Nahrungsdotterzelle, welche die
Furchungshöhle einnimmt. Die Gastrulation hat die
modifizierte Form einer langen Grube. Das Bestehen-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 237
bleiben von Kernen im Dotter, nachdem die Bildungs-
elemente differenziert sind, mag mit der verspäteten Ab-
sorption des ersteren im Zusammenhang stehen. (Nach
dem Referat im Journ. R. Microsc. Hoc. (2) VI S. 591 — 593;
das Original habe ich nicht gesehen.)
E. Vangel's „Beiträge zur Anatomie, Hystologie!
und Physiologie des Verdauungsapparates des
Wasserkäfers Hydrophilus piceus X." schreiben
dem ganzen Darme eine innere Chitinhaut zu, die im
letzten Drittel des Mitteldarmes nur dünner und poröser
ist; in diesem Theile findet wahrscheinlich die Resorption
statt, wie auch durch das Verhalten der Epithelzellen
dieses Theiles gegen färbende Stoffe wahrscheinlich wird.
An den im Mitteldarm befindlichen Schlauchdrüsen unter-
scheidet der Verfasser ausser einer doppelten Hüllhaut
auch eine doppelte Schicht von Zellen: (äussere) „Epi-
thelzellen" und (innere) eigentliche Drüsenzellen. Das
Sekret der Drüsen ist neutral, und wirkt diastatisch,
peptonisierend und emulsionierend ; die Drüsen sind daher
den Pankreas zu vergleichen. — Die 6 Malpighischen
Gefässe münden zu Anfang des Enddarmes in diesen ein
und dienen „vorzüglich" zur Harnausscheidung. Termesz.
Füzet. X S. 111-126 (Ungarisch) und S. 190-208 (Deutsch).
Taf. V.
C. Heinemann: Zur Anatomie und Physiologie
der Leuchtorgane mexikanischer Cucuyo's (Pyro-
phorus); Archiv f. mikroskop. Anatomie, XXVH S. 296
bis 383. Die Pyrophorus- Arten haben 3 Leuchtorgane:
ein Paar kleinerer zu den Seiten des Prothorax und ein
grösseres an der Bauchseite an dem Grunde des Hinter-
leibes. Die Organe sind Entwickelungen der Hypodermis,
sind im männlichen Geschlecht am grössten, und das
abdominale ist so dünn und durchsichtig, dass man die
Bauchkette durch dasselbe sehen kann. Tracheenäste
enden in den leuchtenden Zellen; sie sind von solchen
Zellen eingefasst, aber eine Tracheenendzelle konnte nicht
wahrgenommen werden. Nach innen von der leuchtenden
238 1^1'- ^^1- Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Schicht ist eine nicht leuchtende, bestehend aus Tracheen-
ästen und unregelmässigen Anhäufungen von Zellen, die
besonders reich an Uraten sind. Obwohl das Licht ge-
wöhnlich nächtlich ist, so leuchtet es doch auch am Tage,
obwohl weniger hell, wenn das Thier gestört wird.
Selbst ein schlafender Cucuyo lässt in einer dunkelen
Kammer ein sanftes Licht aus seinen thorakalen Organen
ausstrahlen; das Licht des abdominalen Organes kann
dann nicht gesehen werden, da das Thier in seiner Ruhe-
stellung den Hinterleib gegen die Brust gedrückt hat
und das Leuchtorgan verdeckt ist. Wird es aufgeweckt,
so beginnt eine lebhaftere Athmung, und das Licht er-
scheint in seinem vollen Glänze.
Es lassen sich zwei Arten, oder vielmehr Stufen,
des ausgestrahlten Lichtes unterscheiden, ein schwächeres
und ein lebhafteres; das erstere mag Zellen- und das
andere Tracheenlicht genannt werden, und das eine kann
in das andere übergehen, wie das matte Licht eines
Schmiedefeuers durch den Blasebalg angefacht werden
kann. Im Hinterleib beginnen die Seitentheile am
frühesten zu leuchten und behalten ihr Licht am längsten,
weil sie den Seitenstämmen der Tracheen zunächst liegen.
Während des Fluges ist das abdominale Organ ununter-
brochen in Thätigkeit, hierin von den Lampyriden sich
unterscheidend. In einem dunkelen Raum erscheint das
Licht hellgrün, mit einem Stich ins blaue; im Tageslicht
ist es gelblich. Die Spektraluntersuchung fiel nicht völlig
befriedigend aus, aber das Licht scheint ein Spektrum
hervorzubringen, das im halben Blau fehlt und im Roth
unvollständig ist.
Ein ausgeschnittenes Leuchtorgan fährt noch einige
Stunden fort, rothes Licht zu geben; in feuchter Luft
24 Stunden. Nerven des Leuchtorgans konnten nicht
aufgefunden werden, und insofern steht das Licht nicht
unter dem Einfluss des Willens. Während bei den
Lampyriden der Wille das Licht regulieren soll, hängt
beim Cucuyo wenigstens das Licht des abdominalen
Organes bloss vom metathorakalen Respirationscentrum
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 239
ab. Nur die Ausathmung des Abdomens ist aktiv,
während bei der Einathmung die kontrahierten Muskeln
des Hinterleibes in ihre Ruhelag-e zurückkehren. Die
bei jeder Einathmung- zu den Tracheen gebrachte Luft
veranlasst das Leuchtorgan zum Ausstrahlen seines hellen
Lichtes. Es ist klar, dass das Licht von einem Oxyda-
tionsprozess abhäng-t. Alle Versuche, mechanische, che-
mische, elektrische Reize, brachten nur das matte Zellen-
licht hervor, wogegen ein Strom atmosphärischer Luft
und namentich Sauerstoff das lebhafte Tracheenlicht
leuchten Hess. Die Gase wurden durch ein in ein Stigma
eingeführtes Röhrchen eingeblasen; für die Fortdauer
des Lichtes waren Sauerstoff und Feuchtigkeit günstig.
Der Leuchtprozess geht Hand in Hand mit der Er-
zeugung einer gelblichgrünen Masse, die in den leuchtenden
Zellen zerstreut ist, und dieses Gelb kann fixiert werden.
Der Verfasser ist der Ansicht, dass in dem Protoplasma
des Leuchtorgans ein Stoff erzeugt werde, der bei Gegen-
wart von Sauerstoff verbrennt und leuchtend wird. Die
Asche ist reich an Phosphorsäure, so dass wahrscheinlich
eine Phosphorverbindung verbrennt. (Nach G. Mac-
loskie 's Referat im Americ. Naturalist 1886 S. 808 — 810;
vgl. den Bericht für 1873 und 1874 S. 299 [47].)
Auch R. Dubois liefert eine Contribution a
l'etude de la production de la lumiere pour les
etres vivants. — Les Elaterides lumineux; avec
29 fig. dans le texte et 10 pl. ; Bull. Soc. Zool. de France
XI (1886) No. 1/3 S. 1—275; s. auch Journ. R. Micr. Soc.
(2) VI S. 595—597.
Künckel d'Herculais weist auf die Verschieden-
heit des Tracheensystems bei Elateriden und Buprestiden
hin, das bei ersteren aus röhrigen, bei letzteren aus
blasigen Tracheen bestehe, wie bei den Lamellicorniern und
Lucaniden, und regt dabei die Frage an, ob die nahe
Vereinigung beider in unserem bisherigen Systeme natür-
lich sei; Bull. Ent. France 1886 S. CXXXVI.
Kolbe beschreibt im Gaumen von Misolampidius
240 Dr. P h. B e r t k a IT : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
morio Kolbe einen Sinnesap parat, der in Papillen-
gruben von der Beschaffenheit besteht, wie sie auch an
den Fühlern mancher Insekten, sowie an dem Gaumen
der Hymenopteren nachgewiesen sind. Die gleichen
Organe finden sich bei dem genannten Käfer auch am
Ende des letzten Maxillarpalpengliedes. Die Gaumenhaut
ist ausserdem mit kurzen Härchen besetzt, die Kolbe
vom Kern einer „Membranzelle" entspringen lässt. Dies.
Archiv 1886 S. 158—163 Taf. X Fig. 1, 2, 4— 10 a.
In einer Note du siege de la gustation chez
les Insectes coleopteres in den C. R. Acad. Sei. Paris
15 mars 1886 verlegt J. Gazagnaire den Sitz der Ge-
schmacksempfindung an die vordere Partie der Rücken-
wand des Schlundkopfes; hier finden sich die eigen-
thümlichen Haare mit ihren Nervenendigungen, Muskeln
zur Bewegung, Drüsen, um sie geschmeidig zu machen.
Ihre Anordnung kann einen Familiencharakter abgeben,
wie bei Carabiden, Halipliden, Dytisciden, Gyriniden und
Hydrophiliden.
Derselbe verfolgt in einer Notes des glandes
salivaires dans l'ordre des Coleopteres ebenda,
29 mars, die verschiedene Ausbildung, welche die Speichel-
drüsen darbieten. Dieselben stellen bald einen drüsigen
Belag des „Kropfes" und Schlundes dar, sind bald ein-
fache oder verzweigte tubulöse Drüsenanhänge des
Schlundes, bald einzellige Drüsen mit chitinisiertem Aus-
führungsgang, die sich in den Mund und dessen ver-
schiedene Theile öffnen. Diese letztere Form ist nament-
lich bei den Hydrophiliden in grosser Vollkommenheit
ausgebildet, was der Verfasser mit der pflanzlichen
Nahrung dieser Thiere in Zusammenhang bringt.
F. Meinert beschreibt Gjennemborede kind-
bakker hos Lampyris- og Driluslarverne; Entom.
Tidskr. 1886 S. 194— 196; 206 mit Holzschn. Wie bei
Dytiscus- und Hemerobiuslarven sind auch bei Lampyris
und Drilus die zangenförmigen Mandibeln durchbohrt
und dienen zur Leitung der von den Opfern gewonnenen
im Gebiete der Entomoloo-ie während des Jahres 1886. 241
Säfte in den Mund. Dieser ist stets geöffnet und mit
einem durch einen dichten Haarbesatz an der Basis der
Mandibehi gebildeten Schwämme angefüllt, der sich mit
dem Nahrungssaft vollsaugt.
Haase beschreibt die Mundtheile von Alans- und
Pyrophorus-Larven in folgender Weise: „Die Mandibeln
haben einen recht deutlich abgesetzten Wangentheil, der
zwar innig mit dem Clypeus verwachsen ist, aber durch
eine Furche noch auf eine frühere Trennung hindeutet;
Unterkiefer und Unterlippe aber sind zu einer leicht
abhebbaren Platte verwachsen, Avelche aus 2 paarigen
und einem unpaaren Theile besteht. Die äusseren
paarigen Theile entsprechen unzweifelhaft den Unter-
kieferstämmen und haben auch ihr zugehöriges unpaares
Sternalstück, während der zwischen ihnen liegende,
schmal keiliörmige unpaare mittlere Theil, der zwei kleine
Taster trägt, wieder ebenso unzweifelhaft dem dritten
Kieferpaar, der Unterlippe, entspricht." Vgl. oben S. 105.
Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, N. F. XI S. 11.
On the hitherto unknown mode of oviposition
in the Carabidae. By Prof. C. V. Riley in den Proceed.
Americ. Assoc. 'Advancement of Science XXXIII S. 538,
539. — Chlaenius impunctifrons legt seine Eier
einzeln auf Blätter von Bäumen und Sträuchern ab und
umhüllt sie mit einer Schicht von Erde oder Lehm. Der
Verfasser erörtert dann die Frage, ob diese Gewohnheit
in der Familie normal sei. (Allgemein keineswegs, in-
dem Carabus, Nebria u. a. ihre Eier in oder an der Erde,
unter Steinen u. s. w. ablegen. Referent.)
The beetle in motion. Von C. Lloyd Morgan;
Nature 35 S. 7. Bei raschem Gehen, werden das 1. und
3. Bein der rechten und 2. der linken Seite und dann 1. und
3. der linken und 2. der rechten Seite abwechselnd vor-
gesetzt und ruhen gelassen. Bei langsamerem Gange
werden 1. der rechten und 2. der linken Seite nahezu
gleichzeitig, das 3. der rechten Seite aber merklich später
die beiden ersten niedergesetzt und natürlich ebenso /j,
^2 und /g.
Aich. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. Q
242 r)^- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
C. J. G. macht ebenda S. 29 auf eine Stelle in Kirby
& Spence's „Entomology" aufmerksam, welche die Be-
wegungsart der Insekten bereits richtig beschreibt; vgl.
auch noch Wilkins ebenda S. 414.
Ueber eine Lamellicornier-Larve, aus deren
Körper ein Pilz von beträchtlicher Grösse hervorgewachsen
ist, und über die in deren Heimath, Columbien, darüber
herrschende Sage s. Bull. Soc. Sei. nat. Neuchatel XV
S. 226 f.
Gadeau de Kerville beschreibt 5 durch Melomelie
monströse Käfer; Bull. Ent. France 1886 S. CLXXIX f.;
Fairmai re einen Amiantus Picteti mit 6 Tarsengliedern
der Mittelfüsse und 5 der Hinterfüsse; ebenda S. CLXXXIX.
Deformitates et monstrositates coleopterorum,
a I. Frivaldszky enumeratae sind: Carabus catenatus
Pz. ^ difformis; Plectes Creutzeri F. var. baldensis
Schaum $; Calosoma inquisitor L. ^5 niit gliedähnlichem
Anhang am Trochanter des mittleren Beinpaares; Lucanus
cervus L. var. capreolus Sulz. ^ mit abnormen, schwachen
Mandibeln; Geotrupes mutator Marsh, mit 3 Schienbeinen
und Füssen am rechten vorderen Femur; Clytus arcuatus
L. ? mit unvollkommen entwickelten Flügeldecken; Ce-
rambyx Scopolii Füssl. mit auf dieselbe (linke) Kopf-
seite gerückten Fühlern; Dorcadion Merkli Gangl. $.
Termesz. Füzet. X S. 78 ff. Tab. IV Fig. 6—13.
Ueber die Lebensweise einiger Ameisengäste
theilt E. Wasmann interessante Züge mit; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 49 — Q>Q. Am genauesten wurden Ate-
meies emarginatus Grav. und Lomechusa strumosa
F. beobachtet, welche als eigentliche Gäste und Honig-
kühe der Ameisen anzusehen sind. Ersterer findet sich
am häufigsten bei Myrmica scabrinodis (März und April),
dann auch bei Polyergus rufescens; die Farbe dieses
Käfers und anderer Ameisengäste variiert nach der
Färbung ihrer Wirthe. Er wird von den Ameisen einer-
seits gefüttert, andererseits aber auch an dem Hinterleibe
beleckt; bisweilen füttert ein Atemeies den anderen.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 243
üeberhaupt hat dieser Käfer in hohem Grade die Sitten
der Ameisen angenommen, bei denen er wohnt. Er
kann aber auch selbständig seine Nahrung einnehmen,
z. B. Honigsaft lecken, oder Puppen von Ameisen an-
fressen. Im Neste der Ameisen findet die Paarung, also
auch wahrscheinlich die Fortpflanzung statt. Gegen Ende
x\pril hin beginnen die Ameisen die Käfer zu vernach-
lässigen, hernach sogar anzugreifen und zu zerren, während
die Käfer eine grosse Unruhe und das Bestreben ver-
rathen, das Ameisennest zu verlassen. Es hängt dies
wahrscheinlich damit zusammen, dass die nackten
Puppen von M. scabrinodis von den Käfern angegriffen
werden, eine Erklärung, die um so einleuchtender wird,
als derselbe Käfer bei Formica sanguinea (mit in Kokons
eingehüllen Puppen) bis Ende Juni aushielt und geduldet
wurde. — In ähnlicher Weise wie zwischen Atemeies
und Myrmica scabrinodis gestaltet sich das Verhältniss
zwischen Lomechusa strumosa und Formica -Arten,
namentlich F. sanguinea, in deren Nest sie bis Ende
Juni verweilt. — Im Gegensatz zu diesen beiden Arten
kann das Verhältniss der Dinar da dentata Grav. nur als
das vonStrassenkehrerinnen, Ameisengesinde u.s.w.
bezeichnet werden, d. h., die Dinarda verzehrt die todten
Ameisen und sonstigen Leichen des Ameisenstockes, wird
aber von den iVmeisen weder gefüttert noch beleckt,
bleibt das ganze Jahr hindurch bei denselben und macht
mit ihnen die Wanderungen im Herbst und Frühjahr zu
dem Winter- und Sommernest mit. Wasmann fand den
Käfer bei F. sanguinea; ähnlich ist das Verhältniss des
Hetaerius ferrugineus zu F. sanguinea und Polyeryus
rufescens. — Die letzte der vom Vei'fasser beobachtete
Käferart, Myrmedonia funesta Grav.^ ist als Wege-
lagerer zu bezeichnen, der im Neste von Lasius fuli-
ginosus angegriffen und verfolgt wird, seinerseits dagegen
vor dem Nesteingang einzeln umherstreifende Ameisen
überfällt und verzehrt.
In den Ann. Soc. Ent. Belg. XXX finden sich Er-
gänzungen zu dem Münchener Katalog für verschiedene
244 1^1'- Pb- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Familien: Demoor (Cicindelidae) S. 46 — 53; Belon (La-
thridiadae) S. 88 — 97; Fleutiaux (Languriadae und Ero-
tylidae) S. 216—224.
Exotisches von C. Dohrn; Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 127 f., 188—192, 311—317.
E. Reitter liefert No. XV— XIX der Coleopterol.
Notizen; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 99 f., 151 f., 254,
331 f., 347—351.
E. Allard bringt Description de six nouvelles especes
de Coleopteres heteromeres; Paris 1886 im Januar
erschienen.
E. Duges schildert Metamorphoses de quelques
Coleopteres Mexicains in Wort und Bild, nämlich
Strategus Julianus Burm., Moneilema A^ariolare Thom.fi.,
Sphenophorus Spinolae G^jlL, Scyphophorus acupunctatus
GylL, Melasoma lineatopunctata Forst, Plagiodera scabri-
cula Stsilj Neda abdominalis Muh., Epilachna Mexicana
Muls.; Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 27— 45 PI. I— III.
J. J. Rivers bringt Contributions to the larval
history of Pacific coast Coleoptera, Bull. Calif.
Acad. Sei. Vol. 2 No. 5 S. 64 — 72, indem er theils Zusätze
und Berichtigungen zu Packard's „Insects injurious to
forest and shade trees", theils unabhängige Mittheilungen
über Californische Käferlarven und ihre Ernährungs-
weise giebt.
Aus dem Nachlasse des Verfassers werden Copro-
phage Lamellicornier, beschrieben von E. v. Harold,
bekannt gemacht; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 141—149.
Linggenberg-Wehler befürwortet eine Vereinigung
der Carabicinen und Dytisciden in einer Familie und
sieht die Dytisciden als die Vorfahren der Carabiden
an; Societas Entomologica I S. 84 f.
Die (abwechselnd hochconvexen) Zwischenräume
zwischen den Punktstreifen der punktiert-ge-
streiften Flügeldecken der Coleoptera werden von
Kolbe durch Vergleichung von Tefflus mit Isotarsus
und dieses mit Craspedophorus, Panagaeus als rudi-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 188H. 245
mentäre Rippen (der ursprünglich häutigen Flügel-
decken) nachgewiesen. 14. Jahresb. Westf. Prov.-Ver.
S. 57—59 Taf. III Fig. 1—3.
Th. L. Casey: Descriptive Notices of North Ame-
rican Coleoptera. Ball. Cal. Acad. Sei. Vol. 2 No. VI
S. 157 — 264 PI. VII. In der Einleitung zu der ersten Reihe
von Bemerkungen über Gattungen oder kleinere Gruppen
amerikanischer Käfer spricht sich der Verfasser über
seine Methode, bei den Staphyliniden die Hinterleibs-
ringe zu zählen, aus, die dieselbe wie die von Erichson,
Fairmaire, Jekel ist. Er sieht das erste der auf der
Unterseite sichtbar werdenden Segmente auch als erstes
an und kommt dadurch zu Zahl 6, w^ährend Kraatz und
Thomson 7, Pandelle u. a. 8 Hinterleibssegmente zählten.
Weiterhin wird die Bedeutung der Worte Hypomera,
Epipleurae und Hypopleurae erläutert. Der spezielle
Theil enthält die Beschreibung neuer Arten, zumeist aus
den Familien Pselaphidae und Staphylinidae.
Thos. L. Casey macht weitere new genera and
species of Californian Coleoptera bekannt; Bull.
Calif. Acad. of Sciences No. 4 S. 283—336 mit einer Tafel.
G. Quedenfeldt beschreibt (16) neue und seltnere
Käfer von Portorico; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 119
bis 128.
Neue südamerikanische Käfer (4. Stück) werden von
Th. Kirsch beschrieben; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 331
bis 340 (Heteromera).
A. Fauvel bringt eine 2. Serie von Rectifications
(Addenda und Corrigenda) au Catalogus Coleopte-
rorum Europa e et Caucasi; Revue d'entomol.V S. 114
bis 119.
Reitter beschreibt weiter neue Coleopteren aus
Europa und den angrenzenden Ländern, mit Be-
merkungen über bekannte Arten; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 67—72.
W. W. Fowler: Coleoptera of the British Is-
lands . . . Pt. I. London 1886 S^J^ with 4 pls.
246 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissenseh. Leistungen
Notes on the Coleoptera of the Isle of Shep-
pey; by G. C. Champion; Entom. Monthl. Magaz. XXIII
S. 130 f.
Martinez y Saez lässt ein Verzeichniss von Käfern,
die in Spanien und Nordafrika gesammelt wurden, mit
Angabe des Fundortes bekannt machen; Act. Soc. Esp.
Eist. Nat. XV. S. 48—55.
V. Heyden theilt eine Zusammenstellung der
von . . . Kobelt von seiner Reise in den Provinzen
Alger und Constantine, sowie von Tunis mit-
gebrachten Coleopteren mit; Ber.Senckenberg. naturf.
Ges. 1886 S. 35—57.
Rey ist in der Fortsetzung der Histoire naturelle
des Coleopteres de France zu den Palpicornes vor-
geschritten, von denen die Familien der Hydrophilides,
Hydrophiliens, Spercheens und Helophoriens absolviert
sind; Annales Soc. Linneenne de Lyon (N. S.) XXXI
(1884) S. 213—396.
Derselbe liefert Descriptions de Coleopteres
nouveaux au peu connus de la tribu des Palpicornes;
ebenda S. 13—32.
Von L. Bedel's „Faune des Coleopteres du bassin
de la Seine et de ses bassins secondaires" sind Fueilles
14 — 20 des 2. Theiles des VI. Bandes, Rhynchophora,
erschienen und mit der besonderen Paginierung S. 201
bis 312 den Ann. Soc. Ent. France 1886 beigefügt.
Stierlin beginnt den IL Bd. der Coleoptera Hel-
vetiae nach der analytischen JMethode (Buprestidae,
Eucnemidae, Anfang der Elateridae). Schaffhausen 1886;
auch dem 7. Heft der Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII bei-
gegeben. Der erste Band, Carnivora -Lamellicornia, ist
kein so dringendes Bedürfniss, da über die genannten
Familien das Werk Heer's vorliegt; übrigens soll diesem
2. Bd. seiner Zeit auch der erste, nach derselben Methode
bearbeitet, folgen.
Liniger zählt die während eines zweimonatlichen
Aufenthaltes in Wallis (bei Mayens de Sion) gefangenen
Käfer auf; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 286—294.
im (jebiete der Entoniologie während des Jahres 1886. 247
Beitrag zu einer Coleopteren-Fauna des
Kantons Thurgau von A. Engster nnd Joh. Kngler;
Mitth. d. Thurgauischen Natnrf. - Gesellschaft , 7. Heft,
S. 19—43.
E. Liegel: Verzeiehniss der . . . bei Feld-
kirchen und Gnesau beobachteten Coleopteren.
Ein Beitrag zur Käferfauna Kärntens. Jahrb. Naturhist.
Landesmiiseums in Kärnten. 18. S. 9 — 51.
Ragiisa setzt seinen Catalogo ragionato dei Co-
leotteri di Sicilia fort; II Naturalista Siciliano, V,
S. 97— 102, 157—160.
Derselbe behandelt Coleotteri nuovi o poco
conosciuti della Sicilia; ebenda S. 119 — 122.
E. Everts stellt eine nieuwe naamlijst van
Nederlandsche schildvleiigelige Insecten zu-
sammen; Natuurk. Verband, v. d. Holl. Maatsch. der
Wetenschappen, 3. Verz., Deel 4, 4 de stuk.
Von der Naturgeschichte der Insekten
Deutschlands I ist VI. 4. Lieferung (S. 560— 568) von
J. Weise erschienen, die Galerucinae und Halticinae bis
Chaetocnema behandelnd.
Nissen, Wimmel, Niemeyer und Beuthin machen
neue und seltene Käfer der Hamburger Gegend
bekannt; Verh. Ver. f. naturw. ünterh. Hamburg VI
S. 7—9.
M. Quedenfeldt stellt Fundorte seltenerer
Käferarten in der Berliner Gegend zusammen;
Entom. Nachr. 1886 S. 9—14.
Harrach macht neu aufgefundene Thüringische
Käferarten bekannt; ebenda S. 58 — 63.
Augenblicklicher Stand der wissenschaft-
lichen Erforschung der westfälischen Käferfauna
von F. Westhoff; 14. Jahresber. Westf. Prov.-Ver. S. 49
bis 54. — Nach den Verzeichnissen de Rossi's, Fügner's
und Cornelius' treten 153 neue Arten hinzu, während
30 Arten zu streichen sind, so dass 3353 westfälische
Käferarten bekannt sind. Zu einzelnen Angaben Cor-
nelius' macht Westhoif Bemerkungen.
248 Dr. Pli. Bertk an: Bericht üb. die wissenscli. Leistungen
0. Junack theilt Koleopterologisclies ans der
Mark mit; Berl. Eni Zeitsclir. 1886 S. 328, 329 (Calopns
serraticornis nen für die Mark; Colymbetes Payknlli;
Agabns nigro-aenens; Coraebns undatns; Trox cadaverinns;
Leptnra scntellata; Chrysobotliris Solieri; ab. von Carabus
violaceus; Verkriippelung von C. nemoralis).
Lentz liefert eine Ergänzung zu G. Czwalina's
Sammelbericbt; Deutseh. Ent. Zeitscbr. 1886 S. 89—1)3;
vgl. den vor. Ber. S. 238.
Verzeicbniss der in der Umgebung Annabergs
beobachteten Käfer. Von C. Lange; 7. Jahresb.
Annaberg-Buchholzer Ver. f. Naturk. S.76— 99. — 819 Arten.
Die Fortsetzung d es Verzeichnisses der Käfer
Schlesiens von K. Letzner reicht von Georyssus bis
Megarthrum; Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, 11, S. 69
bis 148.
Den Status der Coleopter en-Fauna Schlesiens
Ende des Jahres 1883 s. 63. Jahresb. Schles. Glesellsch.
S. 281 f.
lieber einige schlesiche Wasserkäfer s. ebenda
S. 278.
28 neu aufgefundene Käferarten der baltischen Fauna;
Müthel, 29. Korrespbl. Naturf. Ver. Eiga S. 21.
Ein Verzeicbniss der Coleopteren Griechen-
lands und Gretas, nebst einigen Bemerkungen über
ihre geographische Verbreitung und 4 die Zeit des Vor-
kommens einiger Arten betretenden Sammelberichten
von E. V. Oertzen weist 3563 Arten auf; Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 189—293.
(5) Neue Käferarten aas Malatia (im südlichen
Kleinasien) von L. v. Hey den; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 278—280.
Die Coleopteren-Fauna des Suyfun-Flusses
w^ird von von Hey den in der Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 269—277 aufgezählt.
Dritter Beitrag zur Kenntniss der Coleo-
pteren-Fauna der A muri an der mitgeth. von dem-
selben ebenda S. 293— 296.
iin Gebiete der Eiitoiuologie während des Jahres 1886. 249
Beiträge zur Coleopteren-Fauna von Peking
mit£-et]ieilt von demselben ebenda S. 281 — 292.
Beiträge zur Coleopteren-Fauna von Tur-
kestan, namentlich des Altai-Gebirges; von L. v.
Hey den und G. Kraatz; Deutsch. Eni Zeitschr. 1886
S. 177—194.
G. A. Baer stellt einen Catalogue des Coleo-
pteres des iles Philippines zusammen; Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 97—200.
Fairmaire liefert Descriptions de Coleopteres
de r Interieur de la Chine; Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 303—356.
Kolbe bringt Beiträge zur Kenntniss der Co-
leopteren-Fauna Koreas . . . nebst Bemerkungen
über die geographischen Verhältnisse dieses Faunenge-
bietes; Dies. Arch. 1886 S. 139— 140, Taf. X, XI. — Es
sind 142 Arten behandelt, von denen 77 auch in Japan,
44 auch in China (aber 42 in China und Japan), 48 im
amur- mandschurischen Gebiet leben. Alle bis Indien
und die Sunda- Inseln verbreiteten x\rten Koreas leben
auch in Japan, und Kolbe sieht daher Korea als die
Brücke für deren Einwanderung nach Japan an.
Part II von G. Masters' „Catalogue of the described
Coleoptera of Australia enthält die Familien Dy-
tiscidae (155), Gyrinidae (21), Hydrophilidae (22), Staphy-
linidae (277), Pselaphidae (124), Clavigeridae (21), Paussi-
dae (47), Scydmaenidae (17), Silphidae (6), Trichoptery-
gidae (2), Scaphidiadae (12), Histeridae (48), Phalacridae
(1), Nitidulidae (56), Trogositidae (18), Colydiadae (44),
Rhysodidae (1), Cucujidae (47), Cryptophagidae (1), La-
thridiadae (4), Mycetophagidae (3), Dermestidae (20),
Byrrhidae (10), Georyssidae (2), Parnidae (7), Hetero-
ceridae (3). Proc. Linn. Soc. New-South-Wales X S. 583
bis 672.
G. Masters bringt Parts III und IV seines Cata-
logue of the deseribed Coleoptera of Australia;
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) I S. 21—126, 259 bis
380, Lucanidae-Oedemeridae, No. 1929—4417.
250 J^i"- Ph. Bertkaii: Bericht üh. die wissensch. Leistimgeii
W. Macleay führt Insects of tlie fly river, New-
Griünea, „Coleoptera", auf; ebenda S.136 — 157, 183 — 204.
Th. Broun hat von seinem Manual of the New-
Zealand Coleoptera Part III und IV erscheinen lassen,
in denen 436 neue Arten und zahlreiche neue Gattungen
aufgestellt werden.
Einen eben so wichtigen Beitrag zur Kenntniss der
Fauna dieses Landes liefert D. Sharp in den Scientific
Transactions of the Royal Dublin Society: On New
Zealand Coleoptera, with descriptions of new genera
and species. In der Einleitung stellt der Verfasser die
Geschichte unserer Kenntnisse von der Käferfauna Neu-
seelands dar. Linne kannte noch keinen Vertreter
derselben; von der kleinen Zahl, die von den Cook'schen
Umsegelungen mitgebracht Avurden, beschrieb vor ungefähr
100 Jahren Fabricius eiinige, und von diesen sind noch
einzelne in der Banks'schen Sammlung im South Ken-
sington Museum erhalten. Von der Zeit Cook's bis zum
Besuch der Inseln durch den Erebus und Terror wurde
die Erforschung nur wenig gefördert, und als Ad. White
die Liste der von der letzteren Expedition (1846) mit-
gebrachten Käfer veröffentlichte, zählte er zugleich alle
Käfer auf, die bis dahin als auf den Inseln einheimisch
bekannt waren, deren Zahl etwa 150 betrug. Aber ob-
gleich seit 1866 der Sammeleifer diese Zahl nahezu
verzehnfacht hat, ist Sharp der Meinung, dass unsere
Kenntnisse der Neu -Seeländer Fauna noch sehr unvoll-
kommen sind, und dass die Gesammtzahl der Käferarten
dieser Inseln auf 3000 — 3500 zu schätzen sei. Soweit
die Fauna bekannt ist, zeigt sie sich als analog der
europäischen. Die Arten zeigen ähnlichen Bau und
weisen ähnliche Abstufungen und Verwandtschaften auf;
aber die Neu-Seeländer Fauna hat eine verhältnissmässig
grössere Zahl von unvollkommeneren Formen. Farben-
prächtige und durch ihre Grösse affallende Arten sind
selten; dafür aber fesseln manche das Interesse des
Spezialisten durch den Umstand, dass es isolierte, mit
im Gebiete der Entomologie während des Jahi'es 1886. 251
der übrigen Fauna nur geringen oder gar keinen Zu-
sammenhang aufweisende Formen sind.
Wegen der Unzulänglichkeit unserer Kenntnisse lässt
sich die Frage nach der Herkunft oder dem Zusammen-
hang der Neuseeländischen Fauna nur unter Vorbehalt
beantworten. Sharp findet in der Chilenischen und
Patagonischen Fauna die meiste Aehnlichkeit, während
die verwandtschaftlichen Beziehungen zur australischen
Fauna, die unzweifelhaft vorhanden sind, Ausnahmen
sind und isolierte Formen betreffen, die nur wenig den
Gesammteindruck beeinflussen.
Einer der bemerkenswerthesten Käfer der Inseln ist
der einzige Brenthide, Lasiorrhynchus barbicornis,
eine hoch entwickelte Form mit stark ausgebildetem
Geschlechtsdimorphismus und ohne näheren Verwandten
in einer anderen Gegend, während er auch in Neu-See-
land als ein ganz fremdartiges Glied dasteht.
Ebenso ist der seiner systematischen Stellung nach
noch zweifelhafte Dendroblax ohne näheren Verwandten
sowohl auf Neu- Seeland als auch anderswo. Sharp
glaubt diese Erscheinung so erklären zu können, dass in
Neu-Seeland die Entwickelung einer Käferfauna parallel
mit der der Kontinente vor sich gegangen ist, und dass
von Zeit zu Zeit gelegentliche wiederholte Einwanderungen
stattgefunden haben, von denen einige ihre Entwickelung
fortgesetzt haben, während andere stehen geblieben sind.
Zu den ersteren wird Lasiorrhynchus zu zählen sein,
zu den letzteren Dendroblax, der einer sehr alten Ein-
wanderung den Ursprung verdankt und sich auf Neu-
Seeland nur wenig verändert hat, während er anderswo
ganz ausgestorben ist.
In dem speziellen Theil der angeführten Abhandlung
werden 141 neue Arten beschrieben. (Nach Nature, 35
S. 177).
Fairmaire lässt den 2. Theil seiner Notes sur
les Coleopteres rec. . . . äMadagascar et descriptions
des especes nouvelles folgen; Ann. Soc. Ent. France 1886
S. 31—96 PI. 2.
252 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wisseiiscli. Leistungen
Kolbe beschreibt Nene afrikanische Coleo-
ptera des Berliner zoologischen Mnsenms; Entom.
Nachr. 1886 S. 289—301.
H. W. Bates beschreibt Tropical African Co-
leoptera; chiefly from the Zanzibar Mainland; Entom,
Monthl. Magaz. XXII S. 188— 197; XXIII S. 9— 13, 54
bis 57.
Scarabaeides, Bnprestides et Cerambycides
de l'Afriqne occidentale, . . . decrits par J. W. van
Lansberge; Notes Leyden Mnseum 1886 S. 69 — 120.
Aurivillins zählt von den Insekter insamlade
pa Kamerun -berget af G. Valdau och K. Knuts on I.
Coleoptera: (14) Cetoniidae et (8) Lucanidae auf;
Bihang tili K. Svensk. Vet.-Akad. Handl. Bd. 12 Afd. IV
No. 1 S. 1-^18.
G. Quedenfeldt liefert ein Verzeichnis s der . . .
in Angola und am Quango-Strom 1878^1881 ge-
sammelten (30) Buprestiden und (34) Elateriden
mit Beschreibung der neuen Arten; Berl. Ent. Zeitschr.
1886 S. 1—38 Taf. I.
Derselbe desgl. (25) Anthothribiden und (10)
Bostrychiden; ebenda S. 303— 328 Taf. VIII.
Corylophidae. An isomer ist es (n.g.) Shaijyi, ater (Nen-See-
land); Matthews, Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 225. — (Sericoderus)
Revelierei Eeitt. gehört ebentalls in diese Gattung.
Peltinus Walken (Cagliari); Matthews, Entom. Monthl. Mag.,
XXII, S. 227,
Rhypobius fiorianus (Italien); A. Matthews, Bull. Ent. Ital
1886 S. 432.
Sacinm jMrviün (Italien); A. Matthews, Bull. Ent. Ital. 1886
S. 432.
Coccinellidae. Holopsis (n. g. Cranophorin. inter Crano-
phoriim et Oryssomum) nigellus S. 814, pallidus, Laivsoni S. 815 (Neu- •
Seeland); Bronn a.a.O.
Scymnus sedatus S. 813, villosus S. 814 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0., (Pullus) fennicus (F.); J. Sahlberg, Meddel. Soc. pro Fauna
et Flora fennica 13 S. 157, Oertseni (Doris, Griechenl.); Weise,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 25.
Endomychidae. H. S. Gorhara schreibt On new genera
and species of Endomychidae; Proc. Zool. Soc, London 1886
S. 154—168 PI. XVII.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 253
Stictomela (ng. Spathomeli proximum) chrysomeloides {Ceylon)
Fig. 6, opulenta (ibid.) S. 156;
Cymones (n. g. Encymoni affine) Sharpi (Betsileo, Madag.)
Fig. 4 S. 157, Cowani (Madagaskar) Fig. 1, helopioides (Madagaskar)
Fig. 3 S. 158;
Endocoelus (n. g. Panomoeae affine) orhicidaris [Ceylon) S. 163;
Grorham a. a. 0.
xllcune osservazioni sul genere Ancylopus von A. Fiori s.
Bull. Ent. Ital. 1886 S. 414 — 417. (A. melanocephalus Oliv, und
testaceus Costa.)
Anidrytus quadr ijmnctatus {Bl\m\en^i\,Bras.); Gorham a.a.O.
S. 159.
Epopterus Eganus (Ega) Fig. 9, ephippiger Fig 8 S. 160, lineo-
guttatus Fig. 7 S. 161 (Amazonas); Gorham a.a.O.
Panomoea Cingcdensis (Ceylon); Gorham a.a.O. S. 162 Fig. 2.
Spathomeles inflatiis (Ceylon) S. 154 Fig. 5, ornatus (Assam)
S. 155; Gorham a. a. 0.
Stenotarsus sicarius (Ceylon); Gorham a.a.O. S. 161.
Erotylidae. Supplement au catalogue des Coleopteres
de MM. Gemmiuger et De Harold; par E. Fleutiaux; Ann. Soc.
Ent. Belg. XXX S. 220—224.
Cryptodaene vagepunctata i^evi-^eel?^\i(\)\ Broun a.a.O. S. 813,
vittata (ibid.) S. 873; derselbe ebenda.
Helota fuMventris (Korea); Kolbe, dies. Archiv 1886 S. 182
Taf. XI Fig. 25.
Triplax valida (Hamarat); Reitter in Radde, S. 235.
Tritoma ancora (Lyrik) S. 220 Fig. 7, infidata (Lenkoran; Ly-
rik; Hamarat) S. 221 Fig. 6; Reitter in Radde, Taf. L
Languriadae. Supplement au catalogue des Coleo-
pteres de MM. Gemminger & De Harold par. Ed. Fleutiaux;
Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 216-219.
Descriptions of new species of Languriidae by Rev.
W. W. Fowler; ebenda Bull. S. 107—112.
Derselbe beschreibt New genera and species of Lan-
guriidae; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 303— 322 PI. IIL
Crotchia (n. g.) vagabimda (Constantia, Bras.) Fig. 4, metallica
(Chanchamayo, Peru)^S. 306, coptengo'ides (ibid.), gihbosa (ibid.), nitida
Constantia) Fig. 2 S. 307. paralltla (Ega, Amazonas; S. 308;
Faracladoxena (n. g. für trifoliata Har. Fig. 10 und) bi-
pustulata (Ceylon) S. 311 Fig. 11 ;
Microcladoxena u. g. für (Languria?) Jansoni Crotch S. 312
Fig. 9;
Compsolanguria (n. g.) concinna (Amazonas) Fig. 1, teres
(IS eu-Granada) S. 315 ;
Ortliolangiiro'ides (n. g.) cyUndrica (Guyana), Egensis (E.)
Fig. 3 S. 316, virescens (Santarem) S. 317;
254 t)i"- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wisseiiscli. Leistungen
TetralanguTO'ides (n. g.) i^ri/» (China) S. 319 Fig. 7; Fowler,
Trans. Ent. Soc. London 1886 PI. in.
Callilanguria flavwentris (Philippinen); Fowler, Bull. Ent.
Belg. 1886 S. 108.
Cladoxena (maculata Motsch. S. 309 Fig. 5), pura (Ceylon) S. 310
Fig. 5; Fowler, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Doubledaya vanVms (Assam); Fowler, Trans. Ent. Soc, London
1886 S. 24.
Goniolanguria flavipes (Brasilien); derselbe ebenda S. 317.
Languria elegans (Mindanao), Chapuisi (ibid.) S. 109, Jmmilis
(ibid.), acuminata (Philippinen) S. 110, lyctöides (Sansibar), longipes
(Luzon) S. 111; Fowler, Bull. Ent. Belg. 1886, Ässamensis (A.);
derselbe, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 24, Walken (Ceylon),
ohlonga (Indien) S. 313, refulgens (Elopura, Borneo) S. 314, affinis (?)
S. 320; derselbe ebenda.
Pachylanguria Borrei (Philippinen); Fowler, Bull. Ent. Belg.
1886 S. 107.
Chrysomelidae. AVeise macht synonymische und andere
kleine Mittheilungen über Chrysomeliden; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 249, 250.
E. Lefevre beschreibt Coleopteres Phytophages nou-
veaux de l'Afrique tropicale; Notes Leyden Museum 1886
S. 145 — 148.
J. S. Baly liefert Descriptions of new genera and
species of Galer ucidae; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 27 — 39.
Nacrea (n. g. Cerophysae simile) apicipennis (Indien), maculata
(Java) S.29;
Strumatea (n. g. Galerucae affine) nodosa (Sarawak) S. 34
Baly a. a. 0.
Bryobates (n. g. Cryptocephal.) conifo^-mis (Neu -Seeland)
Broun a.a.O. S. 874.
Derocrepis n. g. Haltic. für rufipes L., sodalis Kutsch.
Weise, Naturg. Ins. Deutschi. VI S. 686.
Dicolectes (n. g. Chirid.) aulicus (Assinie) S. LX, rugulosus
(Niam-Niam), erythropus (Angola) S. LXI; Lefevre, Bull. Ent
France 1886, rugulosus (Niam-Niam); derselbe, Notes Leyden
Museum 1886 S. 146.
Halticotroxjis (n. g. Haltic.) multiplicata (Madagaskar); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 95.
Leptosonyx n. g. Galeruc. für silpho'ides Salhlbg., costipennis
Kirsch, nigrolineatus Mannh., hirtus Weise, S. 576;
Pallasia Tü.g. Galeruc. für Absinthii Fall. S. 577; Weise,
Naturg. Ins. Deutschi. VI.
Malaconida (n. g. Buphonidae et Adimoniae affine) indecora
(Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 94.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 255
PseiidosycKjrus (n. g. Syagro affine) grossepunctatus (Mada-
gaskar); Fairmaire, Ann. See. Ent. France 1886 S. 88.
Alethaxius striatulus (Columbien); Lefevre, Bull. Ent.
France 1886 S. CXXXTX.
Ai^hilon monstrosa S. 874, sobrina S. 875 (Nen-Seeland); Broun
a. a. 0.
Asphaera melanarthra (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 93.
Atj'sa nitidicoUis (Ke), Jansoni (Neu -Guinea), mlcicoUis (Ma-
laiischer Archipel), fulvicornis (Waigiou), funesta (Dorey) S. 33;
Baly, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Buphonida puncticoUis (Batchian), siibmarginata (Mysol), placida
(Sarawak); Baly, Trans. Ent. Soc. London 1866 S. 38.
Cerophysa ßava (ßirniah); Baly, Trans. Entom. Soc. London
1886 S. 28.
Chaetocnema nehulosa (Derbent); Weise, Naturg. Ins. Deutschi.
VI S. 753.
Chrysomela amethystina (Korea) S. 228, cupraria lEversm. i. 1.)
(Altai und Korea) S. 229; Kolbe, dies. Archiv 1886, brevilata (Na-
magan, Turkestan); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 277.
Clythra coreana (K.); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 226, Phi-
lippinensis (Mindanao; Bohol) S. 191, Semperi (Cebu) S. 192; Lefevre
in Baer's Catal. a. a. O.
Gynandrophthalma decora (Benguela); Lefevre, Notes Leyden
Museum 1886 S. 145.
Cueoraus rugulipennis (Nord -Indien); Baly, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 27.
Colaspis lutescens (Hoch- Peru '; Lefevre, Bull. Ent. France
1886 s. cxxxvin.
Colaspoides igneicollis (Hoch-Peru); Lefevre, Bull, Ent. France
1886 S. CXXXIX.
Colasposoma s^t&smm■?^s (Madagaskar) ; Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 87, gregarium (Luzou; Bohol; Mindanao); Le-
fevre in Baer's Catal. ebenda S. 193, aemulum (Niam-Niam); der-
selbe, Notes Leyden Museum 1886 S 145.
Crepidodera frigida? (Stilfser Joch; Wallis); Weise, Naturg.
Ins. Deutschi. VI S. 696.
Die Larve von Crioceris Asparagi lässt bei Beunruhigung
einen braunen Saft aus dem Munde fahren; Lineas und Marsen 1,
Bull. Ent. France 1886 S. CXLIX.
Cryptocephalus TFeisei (Haifa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 70, Heydeni (Turkestan); Weise ebenda S. 193, abdominalis
(Algier); derselbe ebenda S. 208, Eqiäseti S. 27, cognatus S. 28
(Sardinien); A. Costa, Geo-Fauna Sarda, VI. a.a.O.
256 Dl'- P li. B e r t k a u : Beiiclit iil). die wissensch. Leistniigen
Cr. virens Siiffr. ist bis iinch Wien verbreitet; Weise, Dentscli.
Eilt. Zeitschr. 1886 S. 249.
J. S. Baly zälilt the Columbiaii species of tlie geiius
Diabrotica, with descriptioiis of those liitlierto uncharacterized,
auf; Journ. Linii. Sog. London, Zoolog., XIX S. 213 — 259. Ein-
schliesslich dreier, dem Verfasser unbekannten sind 96 Arten auf-
gezählt, folgende neu: D. elegantula (Magdalenenfl.) S. 213, consen-
tcmea (Muzo) S. 214, gratiosa (Sta. Carlos), histrionica (Columbien)
S. 215, 5j(ji7o^a (Venezuela; Mexico; Oceana), nigronotata (La Luzula;
Ecuador) S. 216, Bysoni (Columbien) S. 217, limhella (Columbien),
nigrolimhata (Paine; Muzo) S. 218, inaequalis (Magdalenenfl.), Haroldi
(Columbien) S. 219, placida (Ubaque) S, 220, hipustulata (Venezuela),
Lebasii (Columbien) S. 221, amabilis (Magdalenenfl.), simulans (Ost-
Col.) S. 222, labiata (Cartago), virescens (Col.) S. 223, inconstans
(Ubaque), ornatula (= fusco-maculata Jacohy S. 258) S. 224, mutabilis
(Magdalenenfl.; Caracas), Gemmingeri (La Pavas) S. 225, formosa
( Venezuelf^,) , triridi-jmstulata (Coper) S. 226 , Chcqmisi (Paine) , Sallei
(Col. ; (ruatemala) S. 227, hexaspilota (Ubaque), virginella (Venezuela)
S. 228, suffusa (Fusagasuga) S. 229, KirscU (ibid.), Theimei (Bogota ;
Mexico) S. 231, separata (Magdalenenfl.) S. 232, coryphaea (= puncti-
collis var. Kirsch ; Coper ; Fusagasuga) S. 233, aeneipennis (La Luzula),
flavo-marginata (Coper; Bogota) S. 234, /Zaw-cmcto (Sta. Martha),
simüata (Magdalenenfl.; Bogota) S. 235, incerta (ibid.) S. 236, perplexa
(Magdalenenfl.), we(imYtoto(Ost-Columb.)S.237, abbreviata (Columbien),
puella (Muzo) S. 238, Steinheili (Coper) S. 240, spectanda (Medellin)
S. 241 , spiloptera (Oceana) , nigrovittulata (Columbien) S. 242 , nigro-
guttata (Nare, Mompos), piceo-lineata (Columbien) S. 243, alternata
(Magdalenenfl.), beata (Sta. Martha; Muzo; Venezuela) S. 244, Jekelii
(Col.) S. 246, jucunda (Columb.), bella (Magdalenenfl.) S. 247, clypeata
(Columbien) S. 249, xanthoptera (Magdalenenfl.), fenestrata (Venezuela)
S. 250, deliciosa (Columbien), JButleri (S. Eosa; Medellin) S. 251,
intermedia (Columbien), posticata (Fusagasuga ; Magdalenenfl.) S. 252,
lugubris Dej. mscr. (Columbien), leucospila (Magdalenenfl.) S. 253,
tetraspilota (Fusagasuga; Col.) S.254, propinqim (Sta. Martha), robusta
(Muzo; Sta. Martha; Bogota), serraticornis (Magdalenenfl.) S. 255,
insignita (Muzo; Medellin) S. 256, bivittatlcollis (Magdalenenfl.), lae-
tabilis (ibid.; Bogota) S. 257, Klugii (Magdalenenfl.) S. 258.
Derselbe liefert Descriptions of (26) uncharacterised
species of Diabrotica; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 443— 455.
Donacia bicolora Zschach var. meridionalis (Rom) ; Weise,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 250.
Entomoscelis Adonidis in Finnland; Sahlberg in Meddel.
Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 244.
Eumaea fasciata (Dorey), albo-fasciata (Mysol) S. 36, apicipennis
im Gebiete der Entomologie während des Jahres I88ß. 257
(Dorej^), flavipemiis (Meuado) S. 37; Baly, Trans. Ent. Soc. Lon-
don 1886.
Eurydemus pimctatosulcat us (Nossi-Be); Fairmaire, Ann. Soc
Ent. France 1886 S.87.
Die Larve von Galeruca Laticollis wurde von Lindemuth
im botanischen Garten zu Berlin auf Aconitum Stoerkianum zahl-
reich beobachtet; Berl. Ent. Zeitschr. 1886, Sitzber. S. XX Vn.
G. Ärmeniaca (Erzerum) ; W.e i s e , Naturg. Ins. Deutschi VI
S. 643.
G?i\eriice\\2i thoracica (Arul.; Celebes; Ternate) S. 33, Wällacei
(Neu-Guinea) S. 34; Baly, Trans. Ent. Soc. London 1886.
Haplosonyx quadriplagiata (Java); Baly, Trans. Ent. Soc.
London 1886 S. 39.
Ueber Lebensweise und Entwickelung der Haltica vittula
Beclt., deren Larve in Russland auf Roggen recht schädlich wird,
s. Lindem anj, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1887 No. 1 S. 193-197
mit Holzschnitt.
Hoplosoma ventralis (Sarawak), ornata (Mysol); Baly, Trans.
Ent. Soc, London 1886 S. 27.
Labidostomis mesopotamica (Malatia); v. Hey den, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 279.
Luperodes limbella (Singapore), Jacobyi (Mysol), marginata
(Sumatra); Baly, Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 30.
Luperus setulosus (Oran) S. 592, lydius (Smyrna) S. 594, rugi
frons (Banat) S. 595; Weise, Naturg. Ins. Deutschi. VI.
Menippus metallicus (Celebes j ; Baly, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 37.
IVIimastra apicalis (Indien); Baly, Trans. Ent. Soc. London
1886 S.28.
Nadrana hella (Malacca; Sumatra); Baly, Trans. Ent. Soc
London 1886 S. 31.
NiceapwZc/^eWa (Dorey); Baly, Trans. Ent. Soc. London 1886 S.35
Ochralea fulva (Himalaya); Baly, Trans. Ent. Soc. London
1886 S. 39.
Monolepta verticalis (Portugal); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 72.
Nerissus hispidulus (Niam-Niam); Lefevre, Notes Leyden
Museum 1886 S. 146.
Nodostoma hinotatum (Bohol), thoracicum i^Isabela); Lefevre
in Baer's Catal. a. a. 0. S. 192.
Ochrosis Krueperi (Greta); Weise; Naturg. Ins. Deutschi. VI
S. 706.
Oedionychis atripes, diversipes S. 92, Goudoti, facialis S. 93
(Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886, Cretica (C.);
Jacoby, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 216.
Avch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. ß
258 T)y. Pli. Bertkaii: Bericht üL. die wissenscli. Leistungen
Orestia apennina (Lucca) 8. 733, carniolica (Krain) S. 734 ; W e i s e ,
Naturgesch. Ins. Deutsclil. VI.
Die Nährpflanze der Orina plagiata Suffr. ist nicht Senecio
alpinns, sondern Doronicmn austriacum; Schnitze und Weise,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 29 und 30.
Oxyopisthen Westermanni (Guinea); Aurivillius, Entom.
Tidskr. 1886 S. 97.
Pachnephorus syriacus (Haifa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 71.
Pachybrachys Creticus (Cr.) S. 21 Fig. 21, Oei'tzeni (Griechen-
land S. 22 Fig. 6, Etruscus (Florenz) S. 23 Fig. 17, Adaliensis (A.,
Kleinasien) S. 24; Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886.
Pheloticus semistriatus , seriepunctatus S. 91, fumatidorsis S. 92
(Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Phyllobrotica frontalis (Amasia) ; Weise, Naturg. Ins. Deutschi.
VI S. 587 Anm.
Phyllodecta polaris n. sp.; s. Sparre Schneider, Tromsee
Mus. Aarsh. IX S. 66.
Phytodecta (Psartiophila) Weisel (Portugal); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 71.
Prasyptera nüidipennis (Mysol); Baly, Trans. Ent. Soc. Lond.
1886 S.31.
Pseudocolaspis setulosa (Congo), pyi-uinosa (Benguela); Lef evre,
Notes Leyden Museum 1886 S. 147.
Rhabdopterus decipiens (Cayenne); Lef evre, Bull. Ent. France
1886 S. CXXXVIII.
Bhembastus hypomelas (Mossamedes) ; Lef evre, Notes Leyden
Museum 1886 S. 148.
Sastra discoidalis (Singapore; Sarawak); Baly, Trans. Ent.
Soc. London 1886 S. 35.
Syagrus bipartitus S. 88, strigicoUis, attelaboides S. 89 (Mada-
gaskar); Fairmaire, Km\. Soc. Ent. France 1886.
Cerambycidae. C h. Aurivillius beschreibt (5) N y a C o 1 e o -
ptera longicornia; Entom. Tidskr. 1886 S. 89— 94.
Ganglbauer zählt einige Turkestanische Bockkäfer auf;
Hör. Soc. Ent. Boss. XX S. 128—130.
F. P. Pascoe bringt Descriptions of some newLongicoruia,
chiefly Asiatic and African; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 239
bis 246.
Ganglbauer führt (35) Bockkäfer der Halbinsel Korea
auf nebst Beschreibung der 6 neuen Arten ; Hör. Soc. Ent. Boss. XX
S. 131—138.
Leimbach zählt die (92) Cerambyciden des Harzes auf;
Sondershausen 1886.
C. Berg's Notas sinonimicas acerca de algunos Ceram-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 188ß. -25^)
bicidos de la fauiia Argen tina in den An. See. Cientif. Argent.
XXI S. 234— 240 erklären Prionidinm molle Burm. = Mysteria
cylindripennis Thoms.; Mallodon honariensis und Orbignyi TJioms.
= spinibarbis (L.) W7it.; Calocomus coriaceus Burm. = cori-
aceus Fairm.; Ibidium argentinimi Burm. = Ceutrocerum exoruatum
(Neivm.) Chevr.j Trichophorns albo-maculatiis Burm. nicht =
interrogationis Bland).; (Miopterj'x spinigei'a Blanch., vom Catal.
Gremm. & Harold auch unter Periboeum aufgeführt, gehört vielleicht
in die Gattung Mephritis); Orthostoma thyrsophora B^f?•m. = Com-
psocerus au Ileus Thoms.', Cosmosoma equestris (Burm) Gem.&Har.
ist = Compsocerus equestris (Gutr.) Lacord.; Orthostoma parviscopa
Burm., von Lacordaire und Gemminger & Harold zu Euryprosopus«
gestellt, ist ebenfalls ein Compsocerus; Cosmisoma gr o. cili o v Biirm.
gehört in die Gattung Unxia Thoms.; Clytus exsanguis CÄen*. =:
acutus Germ.; Gl. famelicns Burm. nicht = elongatus Chevr., sondern
selbständige Art; multiguttatus Burm. und elongatus Chevr. = proxi-
mus Gory; Cosmisoma nodicollis Burm., von Lacordaire in die
Gattung Compsocerus gestellt, gehört zu Cosmasoma Serv.; Brachyr-
rhopala aurivitta Burm. = (Chrysoprasis) iridipennis Chevr.;
Brach, semirubra Burm. = (Rhopalophora) versicolor Chevr.;
Listroptera perforata Burm. (non Klug) = (Listr.) Diammatophora
parana Gemm.; Compsosoma albigena Burm. = quadriplagiatum
Boh.; Phytoecia sanguinicollis Burm. = (Saperda) Emphytoecia
versicolor Boh.; Amphionycha spilota Bates = pulchella Klug i. 1.
= maculata Dej. i. 1. = Petronae Burm.
Anexodus (n, g. Microtrago affine) aquilus (Nord - Borneo) ;
Pascoe a. a. 0. S. 242.
Sym^nodes (n. g. Enarethae vicinum) varius (Delagoa-Bai)
S. 243;
Tanylamia (n. g. Ectatosiae proximum) melanura (Madagaskar)
S. 244;
Zeargyra (n. g. Gyarito affine) vidua (Nord - Borneo) S. 246;
derselbe ebenda.
Cladopalpus (n. g. Distenid.1 Hageni (Sumatra); van Laus-
berge, Notes Leyden Museum 1886 S. 34.
Bissopachys (n. g. inter Pachydissus et Cerambyx inter-
medium) pulvinata (Turkmenien) ; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 68.
Dokhtouroffia (n. g. Letzneriae affine) turkestanica (Kuld-
scha); Ganglbauer, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 129.
Epheus (n. g. Leptachroo affine) costifer (Neu -Seeland);
Broun a. a. 0. S. 871.
Lamiomimus (n, g. Monoliammin.) Gottschei (Korea); Kolbe,
dies. Arch. 1886 S. 224 Taf. XI Fig. 39.
Macrohammus n. g. für (Monochamus) Deyrollei Thoms.]
R*
260 Dl'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
(art. 3io antennarum quam sequentibus breviore; pedibus anticis ^
quam posticis fere brevioribus; tibiis anticis (J rectis; tarsis anticis
(^ vix ciliatis) ; die Art ist im Holzschnitt dargestellt; Aurivillius,
Entom. Tidskr. 1886 S. 51—53.
Nenenia (n. g. Phalotae vicinum) aurulenta (Melbourne);
Pascoe a.a.O. S. 241.
Neopharsalia (n. g. Agniin.) Costeii (Sumatra); Neervoort
van de Poll, Notes Leyden Museum 1886 S. 27 PI. 1 Fig. 1.
Par 0 6 7)16 (n. g. Oemid. ) bispina (Camarun); Aurivillius
a. a. 0. S. 91.
Prionopsis (n. g. Callidiin. Rhopalopodi simile) metallicolor
(Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 85.
Ptychopterus n. g. für (den früheren simplicipes =) rw^/osws;
Broun a.a.O. S. 809.
Sieversia (n. g. Pidoniae affine) hicolm- (Pungt tung, Korea);
Gangibauer, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 134.
Acridocephala ■yam^fa^a (Camarun); Aurivillius a.a.O. S. 93.
Aegomomus ornatus (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 197.
Amphidesmus Theorini (Grabun); Aurivillius a.a.O. S. 91.
Anaglyptus Gcmglbaueri (Lenkoran); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 67, Badd6i (Lyrik) S. 232 Taf. I Fig. 1, PeiU6ri (ibid.)
S. 233; Gangibauer in Radde.
Aphrodisium de-la-Touchi (China); Fairmaire, Bull. Ent.
France 1886 S. CLXII.
Apomecyna alhopicta (Delagoa Bai); Pascoe a.a.O. S 245.
Aromia (Chloridolum) Sieveftsi (Pung-tung, Korea); Gangi-
bauer, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 135.
Neervoortvan de Poll handelt on two new and some already
known Longicorns belonging to the Batoceridae, nämlich
Batocera Calanus Parrij , guttata v. Vollenh., Porus Parry, Browni
Bates, JP>"enc/?i (Queensland) S. 30 Fig. 4; Rosenbergia megalocephala
(Port Darwin) S.32 Fig. 5; Notes Leyden Museum 1886 S.29— 32 PI. 1.
Bimia maculicornis (Victoria); Neervoort van de Poll,
Notes Leyden Museum 1886 S. 223.
Callichroma 7ei/^^ (Humpata); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 117.
Cerabilia punctigera S. 753, ruficorne! S. 754 (Neu - Seeland) ;
Broun a. a. O.
Ueber die Brutbäume des Cerambyx cerdo L. (heros
Scop.) s. Westhof^" im 14. Jahresb. Westf. Provinzial- Vereins S. 16.
Die Zahl der deutschen Arten der Gattung Cerambyx
beträgt 5, indem nodulosus Germ, und miles Bon. nicht synonym
sind; Kr a atz. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S.47, 48.
Chreostes Oherthm-ii (Sansibar); Pascoe a.a.O. S. 243
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 261
Cly tus (Cly tanthus) sparsus ( Adalia, Lycischer Taurus) ; R e i 1 1 e r ,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 67, angusttilus (Fly river); Macleay,
Proc. Linn. See. N. S. Wales (2) I S. 203, (Clytanthus) Herzianas
S. 134, Motsckulskiji S. 135 (= latofasciatus Motsch. nee Fisch.; Pung-
tung, Korea); Ganglbaner, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
Cly tus velutinus (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2) I S. 202.
Gl. arietis var. Leder i, Ganglbauer in Radde, S. 232.
Coptops m(7?*ojj*ci^«5 (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 85. (C. pyramidalis Fairm. = Leucographus albo-
varius Waterh.; ebenda S. 86).
Cyrtognathus amjuUcollis {Ymm^ii)-, Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 254.
Neervoort van de Poll beschreibt das ^J von Demelius se-
mirugosus Waterh. und ergänzt die Beschreibung der Art; Notes
Leyden Museum 1886 S. 242.
Didymocantha clavipes (Neu -Seeland); Broun a. a. 0. S. 808.
Dorcadion carinatum var. cyliiidraceiim. (Derbent) ; (D. talyschense
Gangib. ist selbständige Art); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886
S. 69, Dökhtouroffi (Andijan); Ganglbauer, Hör. Soc. Ent. Ross.
XX S. 130.
Dorysthenes Bavidis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 253.
Dystasia nuhila (Sumatra); Pascoe a. a. 0. S. 245.
Epipedocera leucaspis (Sarawak); Pascoe a. a. ü. S. 241.
Eurypoda Bavidis (Tche-Kiang) ; Fairmaire, Ami. Soc. Ent.
France 1886 S. 255.
Grammoptera ustulata Schall, var. tihicdis (Kaspisches Meer),
var. (jenicidata (Sierra Jaen, Andalusien), ruficornis F. var. obscuri-
cornis (Kasp. M.); Kr a atz in Radde, S. 234.
Hesperophanes flavopubescens (Söul); Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 219, rusticus (Korea, Pung-tung); Ganglbauer, Hör. Soc. Ent.
Ross. XX S. 133.
Hybolasius brevicolUs S. 811, picitarsiSy pusillus S. 812, apiiccdis,
piceus S. 872 (Neu -Seeland); Broun a.a.O.
Hypatium resplendens (Congo); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 119.
Lamia adelpha (Pung-tung, Korea); Ganglbauer, Hör. Soc.
Ent. Ross. XX S. 137.
Leptura (Corymbia) rubra L. var. midiebris{^\\^i\m); v. Hey den
a. a. 0. S. 276.
Litopus impressicollis (Humpata); van Lansberge, Notes
Leyden Museum 1886 S. 118.
Mallodon jejunum Pascoe v^^urde von Pascoe zur Type seiner
262 I)i"- Pli- Bertkan: Bericht üb. die wisseiisch. Leistungen
Gattung- Brephilydia gemacht, die im Münchener Katalog als
synonym zu Macrotoma gestellt ist; Thomson hat auf dieselbe Art
die n. Gr. ßlephylidia (Pascoe Mss.) aufgestellt; Neervoort van
de Poll, Notes Leyden Museum 1886 S. 130.
Some remarks on the longicorn genus Megacriodes
Pascoe by J. R, H. Neervoort van de Poll beziehen sich auf das
(^ von M. Saundersii Pascoe; Tijdschr. v. Entomol. XXIX S. 143—145.
Melanauster Bavidis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Eiit.
France 1886 S. 355.
Menesia (sulphurata Gehl. var. flavotecta) , alhifrons (Suyfun);
V. Heyden a.a.O. S. 276.
Microlamia aemula (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 810.
Moechotypa fuliginosa (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 221
Taf. XI Fig. 38.
Oiinoeme rubricollis (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 199.
Oxymerus Saundersii (Corrientes, Argentin.); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 500.
Pachyta (Anthophylax) bicuneata Motsch. var. hicolwmis (Suyfun);
V. Heyden a.a.O. S. 273.
Philus ophthalmicus (Nord-Borneoj ; Pascoe a.a.O. S. 239.
Phryneta regia S. 91, nigropilosa S. 92 (Camarun); Aurivillius
a. a. 0.
Phymasterna cyaneoguttata (Madagaskar) ; Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 86.
Phytoecia pustulata Sehr. var. pidla (Taschkent); Gangl-
bauer, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 130.
Pidonia hicolor (Suyfun); v. Heyden a.a.O. S. 276.
Pogonochaerus Sieversi (Manglis im Kaukasus): G an gl baue r,
Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 139.
Praonetha pallida, bizonata (Fly river); Macleay, Proc. Linn.
Soc. N.S.Wales (2) I S. 198. '
Prothema variicornis (Labuan); Pascoe a.a.O. S. 240.
Purpuricens lituratus (Pung-tung, Korea) ; Ganglbauer, Hör.
Soc. Entom. Ross. XX S. 136.
Ranova fuscosignata (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 86.
Somatidia crassipes S. 810, elongata S. 811 (Neu-Seeland) ; Broun
a. a. 0.
Stenocorus ])ygmaeus (Talysch); Ganglbauer in Radde, S. 234.
Sternotomis xyicta (Fernand Vaz River, Westafrika) S. 500,
Bohndorfßi (Niam-Niam) S. 501; Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVII.
Stromatium turkestanicum (T.); v. Heyden, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 193.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 2G3
Thylactus lomjipcnnis (Old Calabar); Pascoe a.a.O. S. 242.
Tmesisternns Froggatti S. 200, Uneatus S. 201, lateralis S. 202
(Fly river); Macleay, Proc. Linn. See. N. S.Wales (2) I.
Vespenis CreUcus (C); Granglbauer, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 310.
Xyloteles Sandageri (i\\ den Blüthenständen von Phormium)
S. 912, ))i acidos US S. 913, au giistulus 8.913 (New- Seeland); Broun
a. a. 0.
Anthribidae. Aulodes (n. g. Engonid.) picturatus (Cap)
S. 322, Ufasciatus (Suakim) S. 323 Taf. VIII Fig. 9 ; G. Qued en f eldt,
Berl. Ent. Zeitschr. 1886.
Ancyrhinus leiicomelas (Quango) S. 318 Taf. VIII Fig. 8, nigro-
siimatus (Cap) 8.319 Anm.; G. Quedenfeldt a.a.O.
Anocerastes undulatus S. 309 Fig. 4, suhcostatus S. 310 (Quango);
G. Quedenfeldt a.a.O. Taf. VIII.
Choragus pygmaeus Boh. = Sheppardi Kirhy; von Hey den,
AVien. Ent. Zeitg. 1886 S. 199.
Deuteroerates nigropictiis (Quango) S. 312 Taf. VIII Fig. 5, ca-
nescens (ibid. und Mukenge) S. 313 Fig. 6; G. Quedenfeldt a. a. 0.
Litocerus fasciatus, parmdus, subconvexus (Fly river) ; M a cl e a y ,
Proc. Linn. Soc. N. S.Wales (2) I S. 195.
>^ Mecocerus Mec/iowi (Angola) S. 307 Taf. VIII Fig. 1, rhombeus
(ibid.) S. 308 Fig. 2; G. Quedenfeldt a. a. 0.
Nessiara unitubercidata, irrorata (Fly river); Macleay, Proc.
Linn. Soc. N.S.Wales (2) I S. 196.
Phloeobius qmidriconimatus ! (Angola); G. Quedenfeldt a. a. 0.
S. 320.
Phloeotragus similis (Angola); G. Quedenfeldt a. a. 0. S. 305.
Polycorynus compressicornis F. var. albosignatus (Quango);
G. Quedenfeldt a.a.O. S. 317 Taf. Vni Fig. 7.
Tophoderes dorsalis (Quango); G. Quedenfeldt a.a.O. S. 308
Taf. VIII Fig. 3.
Xylinades sinuaticollis (Angola) ; G. Quedenfeldt a. a.O. S. 315.
Brenthidae. lonthocerus Papuensis (Fly river); Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 194.
Miolispa cordifonnis S. 193, ebenina S. 194 (Fly river; ; Macleay ,
Proc. Linn. Soc. N. S.Wales (2) L
Phocylides Fascoci (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.-
Wales (2) I S. 193.
Scolytidae. Acanthurus (n. g.) spimpmm* (Sumatra) S. 24
Eitsemae (ibid.) S. 25;
Platydactylus! (n. g.) gracilipes (Molucceu) S. 25; Eich hoff,
Notes Leyden Museum 1886.
1^64: J^^i'- Pli- Bertkau: Bericht üb. die wisseiisch. Leistniigen
Benocis {ti. g. Hylurgin.) heterodoxus (Nevada); Casey, Notices
I S. 258 Fig. 20.
Dryocoetus Alni Georg, in Finnland ; S a h 1 b e r g in Meddel .
Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 246.
Bugnion meldet das Auftreten des Hylesinus oleiperda
in der Schweiz (auf Syringa vulgaris) und beschreibt dessen Gänge;
Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 207 und 218-224 nebst Fig.
1 und 2.
Derselbe beschreibt die Gallerieen von Phloeotribus Oleae;
Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 224, 225 mit Fig. 3 der beigegebenen
Tafel.
Polygraphus punctifrofis (Schweden, bisher neben subopacus
unter pubescens vereinigt); Thomson, Bull. Ent. France 1886 S. XI,
grandiclava (Frankreich); derselbe ebenda S. LXII.
ScolytusAmygdali Griier.m Transkaukasien (Tiflis); Linde-
rn an. Bull. Soc. Imp. Nat Moscou 1887 No. 1 S. 197.
G. F. Atkinson giebt Notes ou the orchard Scolytus
(Sc. rugulosus Batz.); als Parasiten desselben lernte er Chiropachys
Colon und einen Eupelmus kennen; Journal of the Elisha Mitchell
Scientiüc Society for 1885—1886 S. 74, 75.
Xylechinuspilosus Batz. in Finnland ; S a h 1 b e r g in Meddel.
Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 247.
Bruchidae. In der deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 385—416
erschien der Anfang einer (Mylabridum seu) Bruch idum {Lin.,
Schön., AU.) europeae et finitimarum regionum Faunae
recensitio auctore Flaminio Baudi; in II Natur alista Siciliano
V und VI mit besonderer Paginierung S. 1—136 von demselben
Rassegna delle specie della famiglia dei Milabridi (Bruchidi degli
autori) viventi in Europa e regione finitime.
D. Sharp schreibt On the Bruchidae of Japan nach den
Sammlungen von Lewis; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S.34— 38.
Lewis hatte 13 Arten zusammengebracht, von denen aber die beiden
europäischen Br. Pisi L. und Loti Gyllh., sowie der Amerikanische
pusillimus! Sharp wahrscheinlich eingeschleppt sind.
Pygobruchus (n. g.; pygidium e segmentis 3 compositum; coxae
anteriores elongatae, contiguae; femora posteriora gracilia, tibiae
absque calcaribus) scutellaris (Kobe); Sharp a.a.O. S. 38.
(Mylabris d. h.) Bruchus tetragonus (Syrien) S. 401, dentipes
(Cypern; Syrien; Persien) S. 405; Baudi, Deutsch, ent. Zeitschr. und
Rassegna etc. in II Nat. Sicil. S. 28, 33; spinigera S. 47, lamelK-
cornis (Andalusien) S. 49, ochracea (Syrien) S. 61, anoUo'ides (Cypern)
S. 72, parumpunctata (Palästina) S. 82, mordelloides (Syrien) S. 94,
retusa (Syrien) S. 102, (Cytorrhinus) tenebrosa (Sibirien) S. 105, der-
selbe a. 1. 0., Leprieiiri (La Galle, Algier; auf einem Astragalus);
Jacquet, Bull. Ent. France 1886 S. CLXXI, tm'renus (Yokohama;
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jahres 1886. 265
Nagasaki; Yuyama), urbanus (Nagasaki) S. 35, ademptus (Nagasaki),
comptus (Kobe) S. 36, laiitus (Otsu; Fukiu; Junsai etc.) S. 37; Sharp
a. a. 0.
Th. Wood stellte Versuche on Bruchiis-infested beans
an; Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 375—380. Aus Samen, in denen
Br. rufimanus gehaust hatte, entwickelten sich entweder ganz un-
fruchtbare oder nur schlecht tragende Pflanzen.
Spermophagus cm? i<s Faust i. 1. (Krasnowodsk) S. 110, caucasicus
(K.; Syrien); Baudi, Rassegna etc. a. a. 0., complectus (Hakodate);
Sharp a. a. 0. S. 37.
Cureulionidae. S t i e r 1 i n liefert die B e s c h r e i b u n g neuer
Rüsselkäfer- Arten; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. Vn S. 226— 230;
282—286.
J. Faust beschreibt (33) neue exotische Rüsselkäfer;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 337—372.
P. Bargagli setzt seine Rassegna biologica di Rinco-
fori europei fort, indem er nun ein systematisches Verzeichniss
der Pflanzen beginnt und die auf ihnen vorkommenden Rüsselkäfer
hinzufügt und umgekehrt. Bull. Ent. Ital. 1886 S.3-23; 259—274;
276—307; 369—401.
F. P, Pascoe bringt Part VI seiner New Neotropical Curcu-
lionidae; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 415-428.
J.Faust macht Bemerkungen zu einigen europäischen
Curculionideu-Gattungen; Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 22— 31,
wobei er die mit Orthochaetes und die mit Plinthus verwandten
Gattungen in je einer analytischen Tabelle unterscheidet.
Derselbe giebt ein Verzeichniss auf einer Reise nach
Kashgar gesammelter Curculioniden; ebenda S. 129 — 157.
Derselbe stellt ein Verzeichniss der ... in Turkestan,
Buchara und im Pamir gesammelten Curculioniden zu-
sammen; Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 141—178; von Innerasien desgl.
ebenda S. 250 -267.
Westwood theilt Observations upon species of Curcu-
lionidae injurious to Cycadeae, especially to plants of the
genus Zamia, mit. Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 125—130 PI. V.
Es sind Phacecorynus funerarius; Tranes internatus (und Calandra
Sommeri), deren Larven beschrieben und abgebildet werden.
List of Curculionidae found .. . Rio Janeiro; by F. P.
Pascoe; Bull. Ent. Belg. 1886 S. 151— 156.
Äetio77ierus (n.g, Erirrhin.) nodosus (Huallaga, Peru) ; Pascoe
a. a. 0. S. 417.
Agacalles (n. g. Cryptorrhynchin.) formosiis (Neu -Seeland);
Broun a.a.O. S. 967.
Ar rh et US (n.g. Strongyloptero affine) Volxemi (Therezopolis) ;
Pascoe, Bull. Ent. Belg. 1886 S. 155.
266 Dl'- P li- Bertkau : Bericht \\h. die wisseiisch. Leistmig-eii
Athetetes (n. g. Naupacto simile) ylobicolUs (Mexiko) S. 416;
Melactus ii. g. für (Cyphns) bispinus und lugubris S. 416;
Bysphiles (n. g. Brachyderin.) ferrugatus (Brasilien) S. 417;
Pascoe a. a. 0.
Barinus (n. g. Zygobaridi affine) squcmiolineatus (Illinois);
Casey, Notices I S. 256.
Faust zeigt, wie das für die Brachyderini von der Be-
schaffenheit der Fühlerfurche hergenommene Merkmal gerade bei
Brachyderes nicht zutrifft und verweist deshalb diese Gattung nebst
Strophomorplms zu den Brachyrrhini Bed., während er als Namen
für die alten Brachyderini Stroph osomini befürwortet. Mit den
beiden genannten Gattungen gehören aber auch Epiphaneus Seh.
und Pholicodes Seh. in dieselbe Gruppe, von der eine analytische
Gattungstabelle aufgestellt und neue Arten beschrieben werden;
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 33—38.
Brachyharis (n. g.) Mexicanus (M.); Faust, Deutsch, Ent.
Zeitschr. 1886 S. 372.
Auf Brachycerus tuberculosus Gyllh. (verrucosus F.) gründet
Aurivillius die n. G. Brachyceropsis (trib. Dinomorphini);
Öfvers. K. Vet.-Akad. Förhandl. 1885 No. 7 S. 24.
Brachycyrtus (n. g. Catalalo affine) setofasciatiis (Madagaskar);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 77 PI. 2 Fig. 10.
Braehyleptops (n. g. Strangaliodi affine) murex (Madagaskar);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 77.
Brachymerinthus (u. g. Eustelin.) üeZ/bri (Euphrat) ; Faust,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 339.
Caulomorphus n. g. für Styphlus Lederi Chevr.; Faust,
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 28.
Microeopes n. g. für St. uncatus Friv.: derselbe ebenda S. 31.
Anchonidiiim (La Ferte i. Mit.) pcrpensum (Muchet), corticeiim
( Meskisches Gebirge) ; derselbe ebenda S. 32.
Faust berichtigt seine Bemerkungen über Cyclomaurus
dahin, dass nicht cyrtus Fairm., sondern velutinus Fairm. als Type
dieser Gattung anzusehen sei, und dass auch insidiosus Faust in
dieselbe und nicht zu Cyrtolepus gehöre. Für cyrtus Fairm,. wird
die n. G. Cv/cZoöart« 5 aufgestellt, welche ausserdem noch metalle-
scens Luc. und Bonnairei Faust aufzunehmen hat. Es wird eine
Gattungstabelle von Holcorrhinus , Cyclobarus, Cyclomaurus und
Mylacus angeschlossen, deren Typen seriehispidus Seh., cyrtus Fairm.,
velutinus Fairm. und murinus Seh. sind; vgl. den vor. Ber. S. 274.
Cyllophorus (n. g. Sympiezopin.) suturalis S. 368, fasciatus
S.S69, sublineatus S.370 (Gabun) ; F aust. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886.
Biaporesis (n. g. Cryptorrhynchin.) distincta (Chontales);
Pascoe a. a. 0. S. 423.
im Gebiete der Eiitoinologie während des Jalires 1886. 207
Bryopais (ii. g. Hylobiin.) varialüis (Neu -Seeland); Bronn
a. a. 0. S. 933.
Echin opeptus (n, g. Inopliloeo siniile) dilatatus (Neu-Seeland);
Broiui a. a. 0. 8.852.
Tigones (n. g. Ii'eninio affine) caudata S. 855, oscidans, certa
S. 856, cervina S. 857 (Neu-Seeland); derselbe ebenda.
Ganymela! (n. g. Baridiin.) nitida (Panama^; Pascoe a. a. 0.
S. 427.
Hadronotus (n. g. Tanymecin.) virididus (Bnrjilmg) S. 343;
Heteroscapus (n g. Tanymecin.) aciiticoUis (Gabun! S. 344,
virescens (Stanley pool) S. 345;
Xenor(r)hinus (n. g. Tanymecin.) auriculatiis S. 356, incultiis
S.357 (Caffrar.);
Homoeotrachelus (ii. g Tanymecin.) Austrcdasiae (Gawler-
Geb.) S. 360, suhsulcatus (Australien) S. 361; Faust, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886.
IIaplor(i')hynchus (n. g. Sphenocorynin.) Valdaui (Camarun);
Aurivillius, Entom. Tidskr. 1886 S. 96.
Hetcronyx, (n. g. Molytin.) ferus (Pamir) S. 173;
Cryptocerus (n. g. Molytin ) Frzewalshyi (Dytschju); Faust,
Hör. Soc. Ent, Ross. XX S. 262.
Heterotyles in. g. Cjiindrorrhin.) argentatiis (Neu-Seeland);
Broun a. a. 0. S. 795.
Caenophanits (n. g. Cylindrorrhiu.) flavipiliis (ibid.); derselbe
ebenda S. 796.
Leptomias (Jekel i. 1.: Typus: Pachynotus angustulus Bedt.)
himaculatus (Murree) S. 132, audax (Ihalam Valley) S. 134, Jekeli
(Murree) S. 135, invidus (Sind Valley) S. 136, StoHczkae (Murree)
S. 137, verrucicoUis (ibid.) S. 138: Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Lispor(r)hinus (n. g. Zygopin.) Stoliczkae (Murree); Faust,
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 155.
Miostictus (n. g. Leptopin.) Volxemi (Therezopolis); Pascoe,
Bull. Ent. Belg. 1886 S. 154
OreocJiaris (n. g. Erirrhin.) nigriceps S. 864, picigularls, nigrescens
S. 865, hicristata S. 907 (Neu-Seeland'; Broun a. a. 0.
Pachyprypuus (n. g. Phrynixo affine) pyriformis (Neu-See-
land); Broun a.a.O. S. 792.
Phaeophanus (n. g. luophloeo simile) rugosus (Neu-Seeland);
Broun a.a.O. S. 793, graniger (ibid.) S. 850.
Simachus (n. g. Erirrhin.) montanus (Neu-Seeland); Broun
a.a.O. S. 963.
Synolobus (n. g. Eremnin.) periteloules (Dras; Kurgil; Leh)
S.145;
Heteroptochus (n. g. Eremnin.) Pascoei (Murree) S. 146'
Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1886, ornatus (Queensl.). S. 358, NicJcerli
268 ür. Ph, Bei'tkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
(Tenassarim) S. 359, devians (Darjiling) S. 363; derselbe, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886.
Thecorrhiniis (n. g. Erirrhin.) modestus (Tmkest^iri); Faust,
Hör. Soc. Ent. Ross. XX. S. 176.
Xylinophorus n. g. Tauymecin. für Thylacites scobinatus Köl.,
vermicularis und prodromus Fcmst\; S. 158;
Eutinopus (n. g. praecedenti affine) laetiis, opalescens (Pamir
Alitschur), occuUus (Wernoje) S. 256, procerus (Persien) S. 257,
tonsus (Bytschju) S. 258; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
Bhinanisiis n. g. für (Pentarthrum) fulvicornis (type), parvi-
cornis und contiguus;
Dioedimorpha n. g. für (Pent.) Wollastoniana und debilis
S. 805;
Agasteijnus (n . g. ) riificolUs (Neu - S e el and ) ;
Baeorhopalus n. g. für (Macroscytalus) glabrus! S. 806;
Pro Conus n. g. für (Pentarthr.) asperirostris S. 807;
Eiiodontus (n. g. inter Pogonorrhinum et Arecophagani)|)«wci*-
thorax (Neu-Seeland) S. 808; Broun a. a. 0.
E'iicossomus (n. g. Sericotrogo affine) comptus (ibid.); der-
selbe ebenda S. 870 ; setiger Sharp gehört ebenfalls in diese Uattung.
Glyphor(r)hampUus (n g. Cossonin.) rarus S. 971;
Exomesites (n. g. Cossonin.) optimus;
Fselactus (n. g. Cossonin.) punctatus S. 972 (Neu-Seeland);
derselbe ebenda.
Acalles griseus S. 797, diversus, cimjulatus S. 798 , senilis, lati-
rostris S. 799, decemcristatus, triamjulatus S. 800, cinereus 8.801,
setifer S. 867, posticalis S. 868, terricola S. 934, floricola S. 966 (Neu-
Seeland); Broun a. a. 0.
Acalles Lemur Germ, in Finnland:. Sahlberg, Meddel. Soc.
pro Fauna et Flora fennica 13 S. 246.
Acicnemis ornata S. 187, lohicollis S. 188 (Fly river); Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I.
Agastegnus coloratus S. 911, femoralis, sericatus S. 970 (Neu-
Seeland); Broun a.a.O.
Aleides granicolUs (Madagaskar) ; F a i r m a i r e , Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 79.
Alophus caudiculatus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 353, plausibilis (Kuldscha); Faust, Hör. Soc. Ent.
Ross. XX S. 166, marginatus (Celber Fluss); derselbe ebenda S. 263.
Amylopterus jf>rasmMs (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 797.
Aneuma ferrugitiea S. 862, compta S. 934 (Neu-Seftland); Broun
a. a. 0.
Anthonomus recticornis in Kirschenkernen; Tijdschr. v.
Entern. XXIX, Versl. S. XXXHI.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 269
Die Gattnug- Aosseterus /Sc//., von Lacordaire für adelog-nath
angesehen und zu den Baiynotides gestellt, ist phanerognath und ge-
hört zu den Tanyrrhynchiden ; eine neue Art ist A. Jel'eli
(Transvaal) S. 101; Faust, Berl. Ent. Zeitschr. 188G S. 99—102.
Aparopion aequale (Lenkoran); Reitter, in Radde, S. 231.
Apion coeleste (Sind Valley); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 151, deferisum (Usgent); derselbe. Hör. Soc. Ent. Ross.XX S. 177.
Apocj'rtus Froggatti (Fly river); Macleay, Proc. Liun. Soc.
N. S. AVales (2) I S. 183.
Apoderus (subg. Centrocorynus) .Jekelii Hoel. var. rufithorax,
(Apod. i. sp.) angulipennis Taf. XI Fig. 37 (Korea); Kolbe, dies.
Arch. 1886 S. 215.
Arhines brunneus (Ilielam Valley); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1886 S. 142.
Nach Faust ist die Gattung Astycomerus Kolbe vielleicht
identisch mit Brachyaspistes Seh.; (Astycus) lateralis F. gehört eben-
falls in dieselbe; neu sind A. variegatus Jekel i. 1. (Gabun) S. 352
und tubercuUfer (Leshumo-Thal) S. 354; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886.
ßagous tempestivus in Finnland; Sahlberg in Meddel.
Soc. pro Fauna et Flora fennica 13 S. 245.
Baris coreanus (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 218, acu-
tesculpta (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886
S. 84, magister (Guyana) S. 425, fet'vida (Chontales) S. 426; Pascoe
a. a. 0., consulta (Ihelam Valley) ; Faust , Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 156.
Blosyi'us depressus (Murree; Sindvalley); Fauirt, Stett. Ent.
Zeitg. 1886 S. 129.
BothjTioderes libitinarius (Sanju); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1886 S. 148.
Aurivillius stellt einen Conspectus generum et spe-
cierumBrachyceridarum zusammen. Öfvers. K. Vet.-Akad. Förh.
1885 No. 7 S.5-24.
In der Unterf. Microcerinae werden die Gattungen in folgender
Tabelle unterschieden :
A. Sulci antenn. brevissimi, apicales, foveiformes ; funiculus*ant. artic. 6
compositus 1. Episus Billb.
B. Sulci antenn. profundi, laterales, subtus in medio conniventes.
c. Funic, antenn. art. 6 compositus; elj^tra saepissime in dorso
parum convexa 2. Microcerus Schoenh.
ß. Funic. antenn. art. 7 comp.; elytra subglobosa . 3. Gyllen-
halia n. g.
Die Brachycerinae zerfallen in 2 Tribus nach folgendem Schema :
A. Caput exsertum ; oculi vix transversales, triangulariter rotundati,
sat convexi, liberi; thorax antice truncatus . . trib. Proto-
mantiinae.
270 Dl*. Pli- B ertk au : Bericht ii'». die wisseiisch. Leistimg'cn
B. Caput pliir, minus tlioraci intnisnm; oculi transversales, plani,
saepe ex parte obtecti; tliorax lobis ocnlaribns praeditum
trib. Brachycerinae.
Die Protomantiinae enthalten nur die eine Gattung Protomantis
Schoenh.; die Brach j^cerinae die beiden Gattungen Tbeates Fahr.
mit auf 2 hervorragende seitliche Fortsätze der Stirn hinaufgerückten
Augen und Brachycerus Oliv, mit sitzenden Augen. Typus der
n. G. Gyllenhalia ist (Brachycerus) spectrum Fabr. Als neue Arten
werden chai'akterisirt Episus clongatus (Cap) S. 8, Perimjueyi (Cap),
Westermamii (Cap) S. 9, Fkhraei (Damara), Devylderi (Damara), ro-
bustus (Cap), opalinus (Cap) S. 10, impressicollis (Cap), gravidus (Vaal
Fl.), Dohrni (Caffrar.) S. 11, Boliemani (Damara; Namaqua), Ober-
thüri (Senegal) S. 12, rotundicollis (Cap), gibbosus (Caffrar.) S. 13,
Boelofsi (Cap), nodicollis (Cap) S. 14, punctatus (Cap) S. 15, anguU-
collis (Caffr.) S. 16; Microcerus Borrei (westl. Südafrika) S, 18, de-
pressus (Caffiar.), interstitiopunetatus (Transvaal) S. 19, oblongus (Gross-
Namaqua) S. 20; Protomantis Peringueyi (Cap), elegcms (Cap) S. 21;
Theates ludißcator (W Gami) S. 22.
Brachyderes PauUnoi (Portugal); Stier lin, Mitth. Schweiz.
Ent. Ges. YII S. 285.
Epiphaneus Dohrni (Eriwan) -.Faust, Stett.Ent. Zeitg. 1886 S. 36.
Pholicodes lateralis (Tiflis) S. 37, glaucinus [KTmem^w) S. 38;
Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1886.
Bradybatus car&onarm« (Lyrik ; Lenkoran) ; Reitter in Badde,
S. 230.
Camptorrhinus brunneocaudatus (Madagaskar); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 82.
Catapionus JDochturovi! (Tujuk-ssu); Faust, Hör. Soc. Ent.
Boss. XX S. 157.
Catoptes attenuatus (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O. S. 791.
Cecyropa setigera S. 905, macidaria S. 961 (Neu-Seeland); Broun
a. a. O.
Chlorophanus notabilis (Turkestan) S. 159, ferghanensis (Naryn)
S. 160, disjmictus (Kar-kara) S. 162, viduus (Turkestan; S. 163, magni-
ficus (Alai) S. 164; Faust, Hör. Soc. Ent. Boss. XX.
Cholus Oberthürii (Upp. Amazon.), megaspilus (Sarayacu), cane-
scens (Panama); Pascoe a.a.O. S. 420.
Cionus dependens (Sind Valley); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 153.
Ueber die Zerstörung der Runkelrüben durch Cleonus(Bothy-
n öderes) betavorus Chevr. in Russland s. Bourgeois im Bull.
Ent. France 1886 S. CLXXII.
Cl. montalbicus (Sardinien); A. Costa, Geo- Fauna Sarda VI
a. a. 0. S. 26.
iin Gebiete der Entomologie während des Jahres 188(H. -271
Cneorrhimis PauUnoi (Portugal); Stierlin, Mitth Schweiz.
Ent. Ges. VII S. 286.
Coptorrhyuduis 52;ec«,Z«iii.s-, homhicollis, nuäus {¥\y v\yeY)\ Mac-
leay, Proc Limi. Soc. N. S. AVales (2) I S. 185.
Corigetus exaptus (Ihelam Valley): Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1886 S. 143, Semenovi [Tiob-wov \ Oasen Nija undKherja); derselbe.
Hör. Soc. Ent. Eoss. XX S. 260.
Cotaster PauUnoi (Portugal); Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent.
Ges. VII S. 229.
Crj'pta rus sco2)s (Para); Pascoe a.a.O. S. 423.
C3'phorrh3iichus dinrus (Peru), crassus (Brasilien); Pascoe a.
a. 0. S. 422.
Cyttalia dispar (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O. S. 907.
Dactjiotus semipuljens (Gelber Fluss) S. 250, egenus (ibid.) S. 252,
Boboroiisl'yi (Burchan-Buda) S. 253; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
DiodjTrhynchus Karamani (Dalmatieu); Stierlin, Mitth.
Schweiz. Ent. Ges. VII S. 229.
Dorytomus aericomus S. 795, aciphijllae S. 965 (Neu-Seeland);
Broun a. a. 0.
Eiratus costatus S. 794, (niiatus S. 906, simvis S. 934 (Neu-See-
land); Broun a. a. 0.
Elytroproctus p-oUfer (Nauta, Ecuador); Pascoe a. a. 0. S. 421.
Empaeotes amotus S. 793, Enysi S. 852, aeqiuis S. 932 (Neu-
Seeland); Broun a.a.O.
Entyus dolosus (Therezopolis) ; Pascoe, Bull. Ent. Belg. 1886
S. 154.
Epilaris venusta (Gabun); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1888
S. 341.
Epiphylax aurolineatus (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 84.
Erethistes amplicollis (S. Paulo d'Olivenga); Pascoe a. a.O. S.421.
Erirrhinus eustictus S. 857, Veronicae, Thomsoni S. 858, bicavus,
melastomiis S. 859, confusus, xenor(r)hinus S. 860, durus, fusciventris
S. 861, fulvus, strammeipes S. 862, C/teesemani S. 963, difforynipes
S. 964, nesohius S. 965 (Neu-Seeland); Broun a.a.O.
Erymneus longulus S. 931, coenosus S. 932 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0.
Eugnomus luctuosus S. 863, monachus S. 966 (Neu- Seeland)
Broun a. a. 0.
Euops cupi'eosplendens (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 186.
Eurrhinus cwpnpes (Mexiko), eosMmws (Parana) ; Pascoe a.a.O.
S. 426.
Eustales naevius (ßarbacena); Pascoe, Bull. Ent. Belg. 1886
S. 153.
272 Dr. P h. B e r tk a IT : Bericht iü). die wissenscli, Leistungen
Euthyrrhiuus dm^salis, irroratus (Fly river); Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 189.
Eutoxus corax (Sarayacu); Pascoe a. a. 0. S. 427.
Geochiis rugulosus (Neu -Seeland); Broun a. a. 0. S. 931.
Gronops Oberti (Ulanghom); Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XX
S. 165.
'H-omsdoceiUB punctum (Parana); Pascoe a.a.O. S. 418.
Gadean de Kerville schildert die Evolution et biologie
des Hypera Arundinis Payl\ et Hypera adspersa Fabr.;
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 357—364.
H. imbecüla (Sind Valley); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 150.
Hypotagea dissona (Neu -Seeland); Broun a. a. 0. S. 863.
Inophloeus praelatus S. 851 , sulcifer S. 905 , costifer S. 932,
egregius S. 962 (Neu -Seeland); Broun a.a.O.
Irenimus püosellus, bicostatus S. 853, tibialis, stolidus S. 854
(Neu -Seeland); Broun a.a.O.
Ischnomias opulentus (Gabun); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 340.
Ischnotrachelus viridisparsus (Gabun) S. 346, crux (ibid.; Gabun)
S.347, pUcatus (ibid.; Congo) S. 348, soUtus! (Stanleypool) S. 349,
humei-alis (Gabun) S. 350, nasus (Stanleypool), (?) argentatus (Old
Calabar) S.351; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886.
Ithj'porus inflatus (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 80.
Laemosaccus blandus (Parana) S.418, rufescens (ibid.), ebenus
(St. Catharina) S. 419; Pascoe a.a.O.
Leptomias errans (Lepsinsk); Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XX
S. 158.
Des Gozis schickt eine Note sur le genre Liophloeus
Germ, ein; Revue d'entomol. V S. 222— 230.
Liparus seriatopunctaUis (Alai); v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 192.
Larinus Wilkinsi (Lechassan); Faust, Hör. Soc, Ent. Ross. XX
S. 171.
Lixus probus (Akburgski) S. 168, causticus (Turkestan), Schach
(Persien) S. 170; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
Luperobius cupiendus (Neu -Seeland); Broun a.a.O. S. 962.
Macroscytalus depressus (Neu -Seeland)-, Broun a.a.O. S. 807.
Magdalis Pipitzi (Rio Grande do Sul) S. 364, bicristata (ibid.)
S.365; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886.
Die Zugehörigkeit von Metacinops und Auchmeresthes
zu den Eugnomini ist schon 1873 von Jekel erkannt und aus-
gesprochen worden; Faust, Berl Ent. Zeitschr. 1886 S. 98; vgl. den
vor. Ber. S. 271.
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1886. 273
Nicaeana cowcmwa S 847, cinerea ^.931 (Nen-Seeland) ; Broun
a. a. 0.
Ocladius pUcicolUs S. 80, costidatus, maculosus S. 81, costuUpennis
S. 82 (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Omias Viertli (Fünfkirchen); Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S.426.
Oreda orthor(r)hina (Neu -Seeland); Broun a. a. 0. S. 909.
Orphanistes grandis (Fly river); Macleay, Proc. Linn, Soc,
N. S. Wales (2) I S. 190.
Stierlin findet die beiden von De Grozis errichteten Unter-
gattungen von Otiorrhynchus (s. d. vor. Ber. S. 273) Timalphis
und Pendragon nicht berechtigt; Mitth. Schweiz, Ent. Gesellsch.
VII S. 230.
Derselbe stellt ebenda S. 284 eine analytische Tabelle zur
Unterscheidung von Ot. griseopunctatus , Hungaricus, G-rouvellei^
Sellae, lanuginosus auf.
Die Artberechtigung des 0. strumosus Hell, erscheint nun-
mehr dem Autor zweifelhaft; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 253.
0. sulcatus ein Feind der Camellien; Rühl in Societas Ento-
mologica I S. 26.
0. tenuis Stierl. (s. den Ber. 1885 S. 273) wird wegen der gleich-
namigen früheren Art (1884 S. 203) in prostratus umbenannt; von
Hey den, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S.280.
Otiorrhynchus Simplonicus (Mte. Rosa; nebst Tabelle der nahe
verwandten subdentatus, teretirostris und difficilis) S. 226, (Tournieria)
conicirostris (Kaukasus; Persien, Turkestan), (Aramnichus) hispidus
(Mongolei) S. 227, meridionalis var. Peyrissaci (Bordeaux) , PauUnoi
(Lissabon) , praecellens (Dalmatien ; Südungaru) S. 282, planidorsis
(Frankreich), styriacus (Steiermark) S. 283; Stierlin, Mitth Schweiz.
Ent. Gres. VII, (Tournieria) alaianus (Alai); derselbe, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 191. (Tourniera) amoenus (Kaschgar); Faust, Stett.
Ent. Zeitg. 1886 S 139, (Brachyrrhinus) Oherti (Krasnojarsk) S 153,
irritabiUs (Minussinsk) S. 154, (Tournieria) astutus (Ak-batail) S. 155 ;
derselbe, Hör. Soc. Ent. Ross. XX.
Ottistira fasciata (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc N. S.
Wales (2) I S. 184.
Pachycerus (Rhabdorrhynchus) G^rmww^ (Wuadil); Faust, Hör.
Soc. Ent. Ross. XX S. 167.
Pantoxystus cyaneus (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N.S. Wales (2) I S. 189.
Pentarthrum ferrugineum, crenatum (Neu -Seeland); Broun
a. a. 0. S. 804, melanosternum , macrocephalum S. 869, angustum,
proximum S. 910, spadiceum, servulum S. 911, comatum S. 968, mo-
rosum S. 969; derselbe ebenda.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. U. H. 2. g
274 Dr- Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Phrynixus intricatus S. 848, tuberculatus, differens, rufipes S. 849,
capitalis S. 850 (Neu- Seeland); Broun a.a.O.
Phyllobius hungaricus(ü.); Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges.
yil S. 284.
Ph. alneti F. und calcaratus F. sind nach J. Schilsky ver-
schiedene Arten, die sich schon durch die Gestalt der Schuppen unter-
scheiden lassen; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 94 — 96.
Phytonomus (Donus) Karamcmi (Dalmatien); Stierlin, Mitth.
Schweiz. Ent. Ges VII S. 229.
Piazomias griseistrius (Söul, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 217.
Piazurus stellaris (Sarayacu), laetus (Ega), sacer (Amazon.)
S. 424, diversus (Macas, Ecuador) S. 425; Pascoe a.a.O.
Platytrachelus pw&es (Calcutta); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 357, projnnquus (Murree); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 147.
Poteriophorus Bowringü (Java), fusco-varius (Borneo); Water-
house, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVH S.499.
Praolepra Fultoni (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O. S. 908
Pristimerus opiparis (Rio Grande do Sul); Faust, Deutsch.
Ent Zeitschr. 1886 S. 366.
Proconus crassipes (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 912.
Promecops lineiger a (Rio Janeiro); Pascoe, Bull. Ent. Belg.
1886 S. 155.
Prypnus pygmaeus (Gawler-Geb.) ; F a u s t , Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 362.
Psepholax mystacinus S. 866 , mediocris S. 909 (Neu-Seeland) ;
Broun a. a. 0.
Ptochus percussus (Murree) S. 140, afflictus (ibid.) S. 141;
Faust, Stett Ent. Zeitg. 1886, subcretaceus (Kavschan; Ak-ssai);
derselbe, Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 156.
Die Gattung Rhadinosoma, die Pascoe nebst Eutyphasis und
Acalonoma zu den adelognathen Aterpini stellen wollen ist pha-
nerognath und findet ihre richtige Stelle bei den Eugnomiden; Faust,
Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 102.
Rhinanisus sagax (Neu-Seeland); Broun a. a. 0. S. 969.
Rhynchites solutus (Sind Valley); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1886 S. 152.
Rhyncodes atrus! (Neu-Seeland); Broun a. a. 0. S. 802.
Rhyncolus latitarsis (Südschweden, unter Baumrinde); Thom-
son, Bull Ent. France 1886 S.XI.
Scelodolichus altulus (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 968.
Sciaphilus Syriacus (S.); Stierlin, Mitth, Schweiz. Ent. Ges.
VII S. 228.
Scolopterus abnwmis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 908.
im Gebiete der Entomologie währenrl des Jahres 1886. '275
Sibinia taschkentica (T.); Faust, Her. See. Ent. Eoss. XX S. 177.
Sitones Caucasicus (K.) S. 227, Beitteri (Morea), Maroccanus (M.)
S. 228; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII.
Smicronyx tataricus (Tnrkestan; Taschkent); Faust, Hör. Soc.
Ent. Eoss. XX S. 174.
Sphenophorus Cumingii (Philippinen); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XVm S.318; we&wto^s (Fly river) ; Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 192.
Stephanocleonus Przeioälskyi (Burchan-Buda ; Zaidam); Faust,
Hör. Soc. Ent. Eoss. XX S. 265.
Stephanorrhynchus griseipictus (Neu -Seeland); Broun a.a.O.
S. 866.
Stigmatotrachelus intermedius S. 337, insubidus S. 338 (Mada-
gaskar); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886.
Sympedius lepidus (Neu- Seeland); Broun a.a.O. S. 935.
Sympiezopus higuttulus, pentaspilotus (Madagaskar) ; F a i r m a i r e ,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 83.
Thylacites noxius (Sirikol bis Panga) S. 130, nubifer (Dras;
Kargil) S. 131; Faust, Stett Ent. Zeitg. 1886.
Trachyphloeus hariolus! S. 848, cecyropioides S. 905, rugosus
S. 930 (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O.
Tychanus scdbiosus S.801, quadratus S. 867, ventralis S. 935
(Neu-Seeland); Broun a.a.O.
Oedemeridae. Dammarohius (n. g. Baculipalpo affine)
moUis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 846.
Peronocnemis (n. g. Anoncodi simile) Davidis (Mou-Pin);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 352.
Sparedropsis (n.g. faciem Xanthochroae praebens, sed Sparedri
et Calopi vicinum) fuscus (Alai); v. Hey den. Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 191.
Ananca grandis, hunwalis S. 337, hipunctata, alticola S. 338
(Columbien), costulata (Ecuador) S. 339; Kirsch, Berl. Ent. Zeit-
schrift 1886.
Chrysanthia integricollis (Suyfun); v. Hey den a.a.O. S. 275.
Nacerdes rufipes (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2) I S. 157.
Selenopalpus aciphyllae (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 845.
Sessinia nemoralis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 845.
Thelyphassa conspicua S. 790, limbata S. 961 (Neu-Seeland);
Broun a. a. 0.
Meloidae, H. Beauregard fährt in seinen Eecherches
sur les Insectes vesicants mit der Schilderung des Verdauungs-
apparates fort; Joui^nal de Tanatoraie et de la physiologie XXII
S. 85—108, 242—284 PI. V— IX.
S*
276 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
E. Duges giebt eine Note pour servir ä la Classification
des Meloides deMexique; Bull. Soc. Zool. France XI S. 578— 582.
Sharp fand (am 17. Juni) an G-rashalmen mehrere Klumpen
junger Meloe- Larven, wahrscheinlich von M, proscarabaeus , deren
Gesammtzahl er auf 4000 schätzte. Dieselben bestiegen mit grossem
Eifer den Körper einer Musca, die Sharp ihnen genähert hatte,
während sie einen Limnobates nicht annahmen. Proceed. Ent. Soc.
London 1886 S.XXX.
Eletica coarctata (Kakoma, östl. vom Tanganjika) S. 298, laevi-
ceps (Kongo; Quango) S. 299, pubicoUis (Stanley Pool; Mukenge)
S. 300 ; K 0 1 b e , Entom. Nachr. 1886.
Hapalus JDavidis (Tche-Kiang); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 352.
Lytta himaculosa (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1886
S. 336, (Cantharis) fissicoUis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 350.
Zonitis fuscimembris (Yunnan), Davidis (Peking); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 351.
Bhipidophoridae. Rhipiphorus sordidus var. 7najor
(Portorico); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 128.
Mordellidae. Zeamordella (n.g.) mowac/m (Neu-Seeland);
Broun a.a.O. S. 847.
Mordella leucocephala (Portorico) S. 124, basifulva (ibid.) S. 125 ;
G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1886.
Mordellistena signatocoUis S. 125, annuliventris S. 126 (Portorico) ;
derselbe ebenda.
Anthieidae. Hypaspistes (n. g. Notoxo affine) armatus
(Ceylon); Water house, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 39 mit
Holzschn.
Anthicus mino7' (Neu -Seeland); Broun a.a.O. S. 930, fulvo-
micans (Portorico); G-. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S.122,
cyanipennis (Böne); G-rilat, Bull. Ent. France 1886 S. CLXXXVII,
bisbicinctus (Sumatra); Marseul, Notes Leyden Museum 1886 S. 153.
Formicomus humeralis (Sumatra); Marseul, Notes Leyden
Museum 1886 S. 152.
Notoxus Krugi (Portorico); Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1886 S. 121, Wissmanni S. 133, Mülleri S. 134 (Innerafrika); der-
selbe ebenda.
Pedilidae. Xylophilus niUdifrons {Südscimeäen) ; Thomson;
Bull. Ent. France 1886 S. X.
Lagriadae. Lagria prasinella (Manilla) ; Fairmaire in Baer's
Catal. a. a. 0. S, 191, tristicula S. 346, rubiginea (Nordchina), pachyeera
(China) S. 347, odontocera (Yunnan) S. 34S, janthinipennis (Tche-Kiang),
Chinensis (Nordchina) S. 349; derselbe ebenda, azureipennis, palUata
(Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 157.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 277
Nemostira metalUca (Madagaskar): Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 75.
Melandryadae, Allopterus (n. g. Ctenoplectro affine, für
Ctenopl. ornatum und) ref/cMZa^Ms(Neu-Seeland); Broun a. a. 0. S. 790,
instabilis S. 844;
Onysius (n. g.) anomalus (ibid.); derselbe ebenda S. 843.
Cteniacantha (n. g.) marginata (Portorico) ; G. Q n e d e n f e 1 d t ,
Berl. Ent. Zeitsehr. 1886 S. 121 mit Holzschn. S. 120.
Chalcodrya molUs (Neu-Seelaud); Broun a.a.O. S. 960.
Ctenoplectron vittatiim S. 844, coloratum S. 959, dignum S. 960
(Neu-Seeland); Broun a.a.O.
Orchesia acicularis (Schlesische Beskiden); Reitter, Wien.
Ent. Zeitg. 1886 S. 349.
Pythidae. Salpingus hirtiis, simplex, quisquilius (Neu-Seeland) ;
Broun a.a.O. S. 779.
Cistelidae. Allecula coreana (Korea); Kolbe, dies. Arch.
1886 S. 211 Taf. XI Fig 36, decorata (Columbien) S. 335, lineata (ibid.)
S. 336; Kirsch, Berl. Ent. Zeitsehr. 1886, Löicendali (Dänemark);
Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 140, papuensis (Fly river);
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 156.
Isomira antenncdis (Lyrik); Reitter in Radde, S. 229.
Xylochus dentipes (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 788.
Xystropus nigropictus (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitsehr.
1886 S. 339.
Tenebrionidae. Asidollaps {n.g. Prosodi proximum) Bavidis
S. 342, glyptoptera S. 343 (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886.
Asidohothris (n. g. Asidae affine) clathrata (Madagaskar);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 72 PI. 2 Fig. 8.
Dischidus (n. g., für Nyctobates sinuatus F., punctatus F.,
hypocrita Westiv. und) aeneipennis (Lubilasch, Kongogebiet); Kolbe,
Entom. Nachr. 1886 S. 298.
Eleates (n. g. Bolitophago et Eledonae affine) occidentalis
(Californ.), Casey, Notices I S. 254 Fig. 19.
Hoplohrachkim (n. g. inter Megacanthin. et Meracanthin. inter-
medium) asperipenne (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 74 PI. 2 Fig. 9.
Fairmaire ersetzt seinen Gattungsnamen Steno scapha (s.
den Ber. 1884 S. 208) wegen des gleichlautenden Bates'scheu Namens
durch Lepto scapha; Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 73.
Psammoryssiis (n. g. Molurin.) Titanus (Centralafrika ; Lubi-
lasch); Kolbe, Entom. Nachr. 1886 S. 290.
Tagono'ides (n. g. praecedenti affine) JDelavaiji S. 343, picstu-
losa S. 344, (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
278 Dr. Ph. Bertkaii: Bericht üb. die Avissensch. Leistiiiige^i
Ulomotypus (n. g.) laevigatiis (Neu -Seeland); Broun a.a.O.
S. 841.
Adelium Cheesemani, Chahneri (Neu- Seeland); Broun a.a.O.
S. 787, indagator S. 839, rufilahrum S. 840, Hanseni S. 929. nigritulum
S. 930; derselbe ebenda.
Amarygmus inornatus S. 155, oculeus, puncticeps, convexeusculus !
S. 156 (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I.
Amenophis nyctöbatoUles (Njam-Njam), Büttneri (Gabun), pur-
purata (Kuango); Kolbe, Entom. Nachr. 1886 S. 296.
Amiantus lohicollis (Njam-Njam) S 291, costipennis (Nord Trans-
vaal) , Beichardi (Tanganjika) S. 292 , (Distretus Mechowi Qued. ist
ebenfalls ein Amiantus); Kolbe, Entom. Nachr. 1886.
Asida Lostiae (Sardinien); Allard, Description etc.
Blapimorpha Davidea (Peking); Allard, Description etc.
Blaps rhynchoptera (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 344.
Camariodes Coquerelii Fairm. = helopio'ides Klug und die
Gattung Tinophyllus Fairm. ist mit Camariodes identisch; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 75.
Csitomus püosulus (Turkestan); Kr a atz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 190.
Chremolaraus e^scopaZi« (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 74.
Coelocnemodes aspericoUis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 341.
Corticeus basalis (Lenkoran; Lyrik; Hamarat); Reitter in
Radde, S. 228.
Derosphaerus mm'Wiwms (Manilla) ; Fairmaire in Baer s Catal.
a.a.O. S. 188.
Dichtha Quedenfeldtii (Nyassa); Kolbe, Entom. Nachr. 1886
S. 293.
Dietoi^sis sericans (Manilla); Fairmaire in Baer's Catal. a. a. 0.
S. 190.
Dietysus Luzonicus, awp?^coW^5 (Manilla) ; Fairmaire in Baer s
Catal. a. a. 0 S. 189.
Distretus undosus (Innerafrika; Kongogebiet); Kolbe, Entom.
Nachr. 1886 S. 291.
Epipedonota dlticola (Bolivien) S. 322, opaca (ibid.) S. 333:
Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1886.
Epitragas _pzt&erit?ws (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1886 S. 332.
Eucyrtus carinatus (Manilla); Fairmaire in Baer's Catal.
a. a. 0. S. 188.
Gyriosomus crispaticollis, granocostatus , coriaceus, Paulsenii
(Chile); Fairmaire, Bull. Ent. France 1886 S. CLXX.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 279
Heterotarsiis sabcrenatus S. 345, aphodio'ides S. 346 (China);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Hoplocephala quaclricwnis (Lenkoran); Reitter in Radde, S. 227.
Leptomorpha prolonyata (Laddak); Fairmaire. ßnll. Ent.
France 1886 S. CLXXIX.
L[e]iochrini'is (Liochritina) purpuripenrns ( Assam) ; Neervoort
van de Poll, Notes Leyden Museum 1886 S. 34.
Lorelus quadricoUis (Neu -Seeland); Broun a.a.O. S. 786.
Menimus curtulus S. 785, piceus S. 786 (Neu - Seeland) ; Broun
a. a. 0.. striatulus, sinuatus S. 842; derselbe ebenda.
Mesostenopa Kirki, (Mozambique) ; C. F. Ancey, Le Naturaliste
15.juin 1886 S. 285.
Misolampidius (die Gattung ist eingehend beschrieben) morio
(Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 209 Taf. XI Fig. 35.
F. Will beschreibt die Larve von Mycetochares bipustulata $
und scapularis (J; Ent. Nachr. 1886 S. 264— 269.
Nyctobates Manillarum (M.); Fairmaire in Baer's Catal. a. a. 0.
S. 187.
Nyctozoilus crenaticolUs (Fly river); Macleay, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales (2) I S. 154.
Ocnera Leprieuri (Aegypten); Allard, Description etc.
Opatrum pubens Mars. var. ohtusicolle (Korea); Kolbe,
dies. Arch. 1886 S.-201.
Peneta MüUeri (Columbien), Haagii (Ecuador); Kirsch, Berl.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 334.
Pentaphyllus nitiduliis (Lenkoran); Reitter in Radde, S. 228.
Sur les Phaleria Gallo-Rhenanes (cadaverina F., pallens Latr.,
dorsigera F.) s. Fauvel, Revue d'Entomologie IV S. 318 ff.
Pimelia scahricoUis (Westl. Algier), orientalis (Syrien) S. XLV,
gracilipes (Nordpersien) S. XLVI: Senae, Bull. Ent. France 1886.
Platyscelis latipes (Turkestan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 189, punctatissima (Pecking); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 345.
Praogena illustris (Guinea); Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1886
S. 318.
Prophanes submetallicus S. 154, cupreipemiis S. 155 (Fly river);
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) J.
Prosodes costifera (Alai); v. Hey den, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 187.
StenomsiX graciUcolUs (Alai); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 189.
Reitter giebt eine Revision der mit Stenosis ver-
wandten Coleopteren der alten Welt; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 97 — 144. — Auf eine analytische Tabelle der Gattungen
Stenosis (Utg.), Ethas, Eutagenia, Grammicus, Araeoschizus, Micro-
280 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
telus, Discopleurus , Oogaster, Dichillus, Aspidocephalus , Hexa-
gonochilus, Ootulades folgt eine solche der auf die alte Welt be-
schränkten Stenosis, Eutagenia, Microtelus, Oogaster, Dichillus,
Aspidocephalus und dann der Arten, resp. Artengruppen mit Stenosis
Kraatzi (Indien), carinipennis (Abyssiuien) S. 103, Gestroi (ibid.),
lateralis (ibid. ; Ober-Aegypten) S. 104, indica (Madras) S. 105, opaca
(Oran) S. 112, pilosiuscida (Abyssinien) S, 116, pleuralis (Madras)
S. 119, intricata (Balearen) S. 120, TurJcestanica (T.), MüUeri (Hedjar)
S. 123, ruficornis (Abyssinien) S. 124; Eutagenia tenuitarsis (Cap)
S. 127; Dichillus cordicollis (Samarkand) S. 134, tenehrosus (Turk-
raenien) S. 136, Heydeni (Syrien), nitidulus (ibid.) S. 137, dolosus (ibid.),
laevicornis (Marocco) S. 138, duricornis (?) S. 139, suhsetulosus (Klein-
asien) S. 140, strigiceps (Aleppo) S. 141 ; ausserdem wird Discopleurus
acuminatus von Chili beschrieben S. 99 Anm.
Strongylium ingens (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1886 S. 335.
Thinobatis rufinasus (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1886 S.331.
Thriptera Bedeli (Algier); Allard, Description etc.
Ueber Tinophyllus Fairm. s. oben bei Camariodes.
Trigonoscelis elegans (Turkestan), cordata (Lenkoran); Allard,
Description etc.
Uloma latimanus (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 202
Taf. XI Fig. 34.
Cioidae. Cis recurvatus S. 784, picicollis, mridiflavus S. 785
(Neu -Seeland); Broun a.a.O., picturatus S. 838, obesulus S. 839,
lultoni, piciceps S. 904 ; derselbe ebenda, setifer (Lenkoran) ; R e i 1 1 e r
in Eadde, S. 226.
In den Frassgängen des Lyctus canaliculatus und von
dessen Larven lebend findet sich Tarsostenus univittatus; bei
ersterem schmarotzt auch ein Braconide der Gattung Calyptus Halid. ;
Lucas, Bull. Ent. France 1886 S. CLXXTV.
Bostry ehidae, Bostrychus morbillosus (Quango) ; G. Q u e d e n -
feldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 325 Taf. VIII Fig. 10.
Rhizopertha papuensis (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 154.
Xylopertha polita (Angola; Natal); G. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 327 Taf. Vni Fig. 11.
Ptinidae. A. S i d n e y 0 1 1 i f f macht Remarks on A u s t r a 1 i a n
Ptinidae and descriptions of new Genera and Species; Proc. Linn.
Soc. New South Wales X S. 833—840.
JDiplohia (n. g. inter Diplocotem et Ptinum) familiaris (Süd-
Australien) S. 838;
Enasiha (n.g. Diphobiae etDiplocoti affine) tyistis(KmgGceorge's
Sd.) S. 839; Olliff a. a. 0.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 281
Macranohium (n. g. Trypopityi affine) truncatum (Neu -See-
land); Broun a. a. 0. S. 903.
Diplocotes foveicoUis (New South Wales); Olliff a. a. 0. S. 839,
niger (Australien); Neervoort van de Poll, Notes Leyden Mu-
seum 1886 S. 238.
Ueber den Ciga rette beetle (Lasioderma serricorne F.) s.
Atkinson im Journal of the Elisha Mitchell Scientific Society for
1885—86 S. 68—73.
Niptus Fausti (Turkestan); v. Hey den, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 187.
Ptinus adeps (Wide Bay; Sydney), eminens (King G-eorge's Sd.)
S. 834, attritus (ibid. ; Port Lincoln) S. 835, imiilus (King George's
Sd.), egenus (New South W.^ S. 836, longus (Wide Bay) S. 837;
Olliff a.a.O.
Cupesidae. Cupes anguliscutis (Söul, Korea); Kolbe, dies.
Arch. 1886 S. 200 Taf. X Fig. 33.
Cleridae. Enoplioides (n. g.) Oberthüri S. 44;
Myrmecomaea (n. g.) Baffrayi PI. 2 Fig. 4, strangulata S. 45,
simpUcipes S. 46 ;
Bhopaloclerus (n. g. Stenocylidro affine) Coquerelii S. 60;
Lio Stylus (n. g. Stenocylidro approximans) stricticoUis, anthi-
coides S. 63 (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Eburifera nitidicoUis (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 70.
Opilo lignicolor, biocellatus ^.64, brunneo-tinctus ¥ig.6 S. 65
(Madagaskar); Ann. Soc. Ent. France 1886 PI. 2.
Pallenis ruguUcoUis S. 47, semiazurea, angustiformis S. 48, di-
versiventris S. 49, bifascis S. 51, biconigera S. 52, divisicolUs S. 53^
tuberopilosa, plicata PI. 2 Fig. 5 S. 54, arcitenens S. 55 (Madagaskar) ;
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Phymatophaea ignea (Neu - Seeland) ; Broun a. a. 0. S. 784.
Platyclerus Baffrayi S. 67, metalUnus, communimacula S. 68
(Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Stenocylidrus cyaneo-niger, griseo-caudatus, nigratus S. 56, longe-
punctatus S. 57, minor, melaleucus, melanocrossus S. 58 (Madagaskar) ;
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Tilloclerus fulvoarcuatus S. 61, atirosiis S. 62 (Madagaskar);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Tillus muUicolor (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 43.
Trichodes Spinolae (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 199
Taf. XI Fig. 32.
Malaeodermata. Bourgeois macht Bemerkungen über
Lyciden Brasiliens; Bull. Ent. France 1886 S. LXXXIV, XC, XCVIII,
CXXXI, CXXXIX, CLIV, CLXIY, CLXXXYin.
282 Dl'- Ph- Ber tkaii: Bericht üb. die wissenech. Leistungen
E. Olivier fährt in seinen Etudes sur les Lampyrides
fort; Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 201— 246 PI. 3.
Derselbe desgl. in der Beschreibung von Lampyrides
uouveaux ou peu connus, Rev. d'entomologie V S. 1 — 8. Diese
troisieme mem. enthält die Beschreibung Brasilianischer Arten.
Derselbe beschreibt Lampyrides nouveaux ou peu
connus du Musee de Leyde; Notes Leyden Museum 1886 S. 191
bis 194 und giebt eine Revision du genre Pyrocoelia Gorh.; eben-
da S. 195—208.
Äcroleptus (n. g., a. g. Haplobothride capite exserto, fronte
porrecta, antennis longe flabellatis, oculis valde prominentibus ely-
trisque dilatatis praecipue diversum) Chevrolati (Rio de Janeiro);
Bourgeois, Bull. Ent. France 1886 S. LXX.
Amalthocus (n. g. faciem Malachiin. praebens) tetraspilus
(Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 41.
Ärthracanthus (n. g. Dasyti affine) planifrons (Neu-Seeland) ;
Broun a. a. 0. S. 781.
Halyles (n. g.) nigrescens, hrevicornisy semidüutus S. 783; der-
selbe ebenda.
Laemoglyptiis (n. g.) ßssiventris (Mou-Pin); Fairmaire ^
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 335.
Telephorops (n. g. Telephoro affine) impressipennis (K. Tcheou);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 339.
X.amerpus (n. g. Pelecophoro affine) vageguttatus (Madagaskar);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S.41.
Aclytia laevigata (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 901.
Aethra inexspectata (Brasilien) ; 0 1 i v i e r , Revue d'entomol. V S. 2.
Anthodromius turkestankus (Alai); v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 186.
Calochromus terminatus (Ceylon); Waterhouse, Ann. a. Mag-
N. H. (5) XVII S. 498, formosus (Fly river); Macleay, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales (2) I S. 149.
Calopteron auritum (Brasilien); Bourgeois, Bull. Ent. France
1886S.CXL, 6?ome«a (Minas, Brasil.); derselbe ebenda S. CLXIV,
ampUpenne (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I
S. 151.
Cantharis malatiensis (M., Klein asien); v. Heyden, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 279, (Telephorus) expansicolUs (Madagaskar);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 39, basicrus S. 339, ruguU-
collis S. 340 (Kiang-si); derselbe ebenda.
Carphurus cyaneipennis (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 153.
Cladophorus longicoi'nis , apicalis, nigrescens, semirufus (Fly
river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N.S.Wales (2) I S. 152.
Colophotia hrachyura (Philippinen) S. 185, concolor (Mindoro;
im G-ebiete der EiitoTnologie während des Jahres 1886. ^SS
Silaii; Miudanao), miranda (Bohol, Mindanao) S. 186; E. Ol i vi er in
Baer's Catal. a. a. 0.
Dasytes constrictiis S. 781, occiputalis! S. 782 (Neu -Seeland)
Broun a.a.O., Cheesemani, opaculus S. 902; derselbe ebenda.
Diaphaues pellucens (Philippinen); E. Olivier in Baer's Catal.
a.a.O. S. 183, leiicopyga (Liberia), dorsalis (Sumatra); derselbe,
Notes Leyden Museum 1886 S. 193.
Ditoneces Philippinensis , pusillus (Mindanao); Bourgeois in
Baer's Catal. a.a.O. S. 181.
Emplectus sccdaripennis (Brasilien); Bourgeois, Bull. Ent.
France 18S6 S. CXXXII, Minarum (ibid.); derselbe ebenda
s. CLXxxvin.
Haplobothris setosella (Tijuca, Brasil.); Bourgeois, Bull. Ent.
France 1886 S. CXXXI.
Hyas cruciata (Brasilien); Olivier, Revue d'entom. V S. 1.
Julistus constrictus (Marocco); Fairmaire, Bull. Ent. France
1886 S. CLXXVm.
Lamprophorus a>^^^«si^o/• (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 337.
Olivier beschreibt die Larve von Lampyro'idea syriaca
Cost.; Bull. Ent. France 1886 S. XXXVin.
Lucernula fumata (Tche-Kiang); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 336.
Lucidota oblongo-notata (Tijuca, Brasil.) S, 3, sexguttata (Bahia),
ocidata (Minas) S.4, inaperta (Bshia,), pygidialis (Tijuca) S. 5; Olivier,
Revue d'entom.
Luciola truncata (Mindoro) S. 183, angusticollis (Mindanao),
abdominalis (IjViZon), e.r5f mc^a (Alitaptap) S. 184, rugiceps [ihiik.) S. 185;
E. Olivier in Baer's Catal. a.a.O.
E. Emery: Sur la lumiere de la Luciola italica ob-
servee au microscope; Archives Italiennes de Biologie Vn
S. 274—278 mit Tafel ; vgl. den vor. Ber. S. 287.
Derselbe: La luce negli amori delle Lucciole; Bull.
Ent. Ital. 1886 S. 406—411.
Lycostomus nt&rocmciws (Yunnan) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 338.
Lygistopterus Gouneüei (Cara^a, Prov. Minas); Bourgeois,
Bull. Ent. France 1886 S. XCIX.
Lypernes Yunnanus (Y.); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 338.
Malchinus hdlomelas (Bulgarien) ; F a ir m a i r e , Bull. Ent. France .
1886 S. CLXII.
Melyris Amaliae (El Kantara, Constantine) ; v. Hey den, Ber.
Senckenb. naturf. Oes. 1886 S. 56.
284 D^- P^- Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Metriorrhynchus tenuis, serricornis S. 150, infuscatus S. 151
(Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. ]*^. S. Wales (2) L
Phengodes TJruguayensis (Colonia); Berg, Bull. Ent. France
1886 S. LIX, Hieronymi (Chacra Germania bei Gordoba ; Weibchen
larvenartig); Haase, Entom. Nachr. 1886 S. 218, 219.
Photinus sericellus S. 6, sukicoUis S. 7 (Bahia); Olivier, Re-
vue d'entomol. V.
Photuris transversa (Columbien) Fig. 1, elegans (Brasilien) S. 214,
2)icta (Brasilien) Fig. 2 S. 215, angustata (Bras., Petropolis) S. 216,
squalida (Ecuador), infuscata (Brasilien) S. 217, fugax (Brasilien)
Fig. 3 S. 219, lepida (Rio de Janeiro) S. 224, riigicollis, rliagonychioides
(Ecuador) S. 225, alternans (Colunibien) Fig. 5 S. 228, villosa (Amazonas)
Fig. 11 S. 219, Jamaicensis ( J.) Fig. 10 S. 235 und Bull. S. 58, Uno-
tata (Argentinien) S. 236, depressa (Amazonas) Fig. 13 S. 240, rußceps
(Amazonas) Fig. 14 S. 241, pidchella (Amazonas) Fig. 15 S. 242, signata
(Ecuador). S. 244, stigmatica (Guatemala) Fig. 18 S. 245; Olivier,
Ann. Soc. Ent. France 1886 PI. 3, Jamaicensis (J.); derselbe eben-
da Bull. S. LVIII, elliptica (Minas Geraez) S. 7, velox (ibid.) S. 8;
derselbe, Revue d'entomol. V.
Plateros subaequalis (Tijuca, Brasil.); Bourgeois, Bull. Ent.
France 1886 S. LXXXIV.
Alcune osservazioni sul Podabrus Majori Pic. von A. Fior,
s. Bull. Ent. Ital. 1886 S. 417, 418.
Pyrocoelia Tonkinensis (T.); Olivier, Bull. Ent. France 1886
S. LVin, discoiddlis (Sumatra) S. 198, signaticollis {Q]\md) S. 199,
straminea (Java), rufa (Ningpo, China) S. 200, rostrata (Borneo)
S. 201, amplissima (China) S. 202, Thibetana (Tsekou) S. 203, mwosa
(Java) S. 205, consobrina (Sumatra) S. 207; derselbe in seiner
Revision, Notes Leyd. Museum 1886.
Pyi'ophanes quadrimacidata (Sapineg; Albay; Luzon); E. Olivier
in Baer's Catal. a. a. 0. S. 187.
Telephorus Darwinianus Sharp in Belgien; Bull. Ent. Belg. 1886
S. 175.
Trichalus nigricauda (Philippinen); Bourgeois in Baer s Catal.
a.a.O. S. 181, pallidipennis , apicdlis (Fly river); Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 152.
Vesta xanthiira (Philippinen); E. Olivier in Baer's Catal. a
a. 0. S. 182, aurantiaca (Sumatra); derselbe, Notes Leyden Museum
1886 S. 192.
Xylobanus obscurus (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales (2) I S. 151.
Dascillidae. Cyphanus mandibularis (Neu -Seeland); Broun
a. a. 0. S. 776.
Cyphon remotus S. 776, nigropictus, laticollis, rectangulus S. 777,
plagiatus, propinquus, acerbus S. 778, crassus, suturalis, nitidus S. 779,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 285
lateralis, molestus! S. 780, dilutis S. 781, rectalis S. 837, Waikatoensis
S. 838, siijnatus S. 958, aethiops, triviaUs S. 959 (Neu-Seeland) ; Broun
a. a. 0.
Cyprobius unclulatus (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 775.
Dascillus costulatus (^unnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 333.
Eucteis rufolimhata (Kiang-si); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 336.
Mesocyphon ?wo»ificoZa, (yramtZa^a (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O.
S. 958.
Bourgeois berichtigt, dass nicht die (J, sondern die $ von
Microcara auf der Mitte des 4. und 5. Bauchringes einen borsten-
tragenden Nabel besitzen und fügt Bemerkungen über die Genital-
bewaifnung der $ von M. testacea, Helodes, Cyphon und Dascillus
hinzu; Bull. Ent. France 1886 S. LXVIII f.
Veronatus antennalis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 776.
Elateridae. v. Quedenfeldt zählt 34 von v. Mechow in
Angola und am Quango gesammelte Elateriden auf; Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 23—38 Taf. I Fig. 13—18.
du Buysson macht Bemerkungen über einige Europäische
Elateriden*^; Bull. Ent. France 1886 S. XXVII f.
Psorochroa (n. g.) gvanulata S. 773;
Lomanus (n. g.) rectus S. 774, vittatus S. 775 (Neu-Seeland);
Broun a. a. 0.
Kgom^QhiwB subsericeus (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 197.
Beling schildert die Metamorphose des Agriotes pi-
losus F.; Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 297— 300.
Alans nigrosignatus (Quango; Mukenge); v. Quedenfeldt
a. a. 0. S. 26 Fig. 15.
Cardiophorus fiilvescens, castaneipennis S. 36, gilvipennis S. 37
(Angola);- V. Quedenfeldt a. a. 0.
In einer Note sur les Elaterides du genre Chalco-
lepidius Eschs. giebt E. Candeze eine Revision der 58 Arten
dieser G-attung und die Beschreibung der neuen : Gh. Lensi (Mexiko)
S. 69, Behrensi (ibid.), Rodrigiiezi (Guatemala), Dugesi (Mexiko) S. 70,
peruanus (P.), Forreri (I. Tres Marias) S. 72, inops (Sierra Madre de
Chihuahua) S.73; Bull. Ent. Belg. 1886 S. 65— 74.
Charitophyllus Mechowi (Malange); v. Quedenfeldt a. a. 0.
S. 28 Fig. 17, 18.
Larven des Corymbites" aeneus als Roggen- und Rüben-
schädlinge; Entom. Nachr. 1886 S. 348 f.
Cryptohypnus montanus S. 773, Sandageri S. 774 (Neu-Seeland);
Broun a. a. 0.
Elater subcostatus S. 197 Taf.X Fig. 20, XI Fig. 30. analogicus
286 Dr. Pli. Bertk au: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
S. 198 (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886, angusticollis (Malatia,
Kleinas.); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 277.
Heteroderes cuneatus (Angola); v, Quede nfeldt a. a. 0. S. 35.
Ischiodontus sulcicollis (Angola); v. Quedenfeldt a. a. 0. S.33.
Laconsemcorms (Angola); v. Quedenfeldt a.a.O. S. 23 Fig. 13.
Lycoreus öicarma^ws (Quango) ; v. Quedenfeldt a.a.O. S. 27
Fig. 16.
Megapenthes fusconiger (Söul, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 199 Taf.XI Fig. 31.
Melanotus avitus! , morbosus (Alai) ; C an d e z e , Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 186.
Melanoxanthus apicipennis (Madagaskar); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 39.
Oxylasma hasälis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 957.
Pantolamprus nigripes (Angola); v. Quedenfeldt a. a. 0. S. 30.
Protelater vitticollis S. 956, atriceps S. 957 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0.
Psephus fulvijies (Angola) S. 31, limbatipennis S. 32, synaptoides
S.33; V. Quedenfeldt a.a.O.
Ueber die Anatomie und Physiologie der Leuchtorgane von
Pyrophorus s. oben S. 237.
Tarsalgus Mechowi GawcZe^e = (Dicronychus) tibialis Har.; v.
Quedenfeldt a.a.O. S.38.
Tylotarsus suhserratus S. 24 Fig. 14, fuscus S. 25 (Angola); v.
Quedenfeldt a.a.O.
Eucnemidae. Eucnemis capucinus a genus and species
new to the British list; Gorham, Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 53.
On Eucnemis capucina, AJir., and its larva; by D. Sharp;
Trans. Ent. Soc. London 1886 S. 297—302.
Neocharis cylincb-ata (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 771.
Talerax tenuis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 772.
Trixagidae. Fauvel hält Throscus (Trixagus) aurociliatus
Eeitt. für das $ von Duvali Bonv.\ Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 75;
Reitter bestätigt diese Ansicht nicht; ebenda S. 75 f.
Buprestidae. G, Quedenfeldt verzeichnet 30 von v.Mechow
in Angola und am Quango gesammelte Buprestiden ; Berl. Ent. Zeitschr,
1886 S. 1—23 Taf. I Fig. 1—12. — Zur Gruppierung der Gattungen
der Chrysobothrinen schlägt der Verfasser die Zahl der Lamellen an
den Tarsengliedern vor, die bei Belionota und Actenodes 2, bei
Colobogaster und Chrysobothris mindestens 3, meist aber 4 beträgt.
Buprestides nouveaux et remarques synonymiques
par Ch. Kerremans; Bull. Ent. Belg. 1886 S. 33— 38.
Semnopharus (n. g. Conognatho affine) apicalis (Ureiuning,
Aru L); Neervoort van de Poll, Notes Leyden Museum 1886
S. 240.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 287
Stenianthe n. g. Janthe simüe) janthina (Madagaskar); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 38.
Acmaeodera fossice2)s (Angola,?); v, Qu edenfei dt a.a.O. S. 4.
Actenodes chrysifrons (Qiiango) S. 16 Fig. 8, ebenina S. 17 Fig. 9,
scabriuscula S. 18 Fig. 10, levim- S. 19 (Quango), tenuecostata S. 20;
V, Quedenfeldt a.a.O.
Agrilus Limoniastri (Biskra, auf L. Gnyoniannm ) ; Bedel,
Bull. Ent. France 1886 S. CXXX.
Alyssoderus vittatus (Humpata); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 116.
Amblysterna acutipennis (Damara); Kerremans a.a.O. S. 35.
Anthaxia reticoUis (Malange); v. Quedenfeld a. a. 0 S. 3
Fig. 1, Türki (Wien), Starkei [SchirRz); Ganglbauer, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S.87.
Astraeus aberrans (WestSiUstr.) S. 176, elongatus {Q;aeens[.) S. 177,
pygmaeus (Queensl.) S. 178 mit Synopsis der beschriebenen Arten auf
S. 180; Neervoort van de Poll, Notes Leyden Museum 1886.
Cisse'is dimidiatus (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2) I S. 148.
Coraebus (Melybaeus) rußpectus S. 21 Fig. 11, chloroUneatus S. 22
(Angola); V. Quedenfeldt a.a.O., Davidis {YmmQ.n); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 332, Oertzeni (Morea); Oanglbauer,
Stett. Ent. Zeitg. 1886 S. 309.
Die Larven von Diphucrania leucosticta leben in Zweig-
gallen der Pultanea stipularis; J. Elliot, Societas Entomologica
I S. 50.
Discoderes Mechowi (Quango); v. Quedenfeldt a.a.O. S. 22
Fig. 12.
Iridotaenia opaca (Congo); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 117.
Julodis amaurosoma (Cap) S. 36 , dimidiatipes (ibid.) , lineata
(Persien) S. 37; Kerremans a.a.O.
Kisanthobia Ariati Bob. va.Y. Krüperi, Emgel (Attika); Gangl-
bauer, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 88.
Melobasis suturalis (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2j I S. 148.
Nascio simülima (Queensl.) S. 121, pidchra (ibid.) S. 122, quadri-
notata (Tasmania) S. 123 mit einer Synopsis sämmtlicher Arten auf
S. 124, 125; Neervoort van de Poll, Notes Leyden Museum 1886.
Psiloptera i?jfeemae (Humpata) S. 115, Boucardi (Momboia) S. 116
Anmerk.; van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886,
Sphenoptera cyanipes S. 5, intermiocta S. 6, fossicollis, lunigera
S. 8 (Westafrika; intermixta auch von Natal); v. Quedenfeldt
a. a. 0., sculpticollis (Malatia, Kleinasien); v. Hey den, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 278, exasciata (Schiras) S. 83, mwio (ibid.),
288 Dl*- Ph- Bertkau : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
sordida (Kaukasus) S. 84, Ganglhaueri (Persien), Komarowi (Zulfa-
guara) S. 86, tnstis (Ferghana) S. 87, tihialis (Alai) S. 88, igniceps
(Malatia) S. 89, awiceps (Smyrna) S. 90. aeneiventris (Malatia) S. 91,
pilipes (J^aryn) S. 92, micans (Astrabacl) S. 93, Manderstjernae (Syr-
Darja), laticeps (Turkestan) S. 94, Sicula (S.) S. 95, irregularis (Kir-
ghis-Dar) S. 96, sobrina (Amasia) S. 97, sulciventris (Turkestan) S, 98,
latesulcata (Eriwan) S. 99, eximia (Askhabadj, pubescens (Turkestan)
S. 100, tomentosa (Samguara) S. 101; ß. Jakowleff, Hör. Soc. Ent.
Ross. XX.
Sternocera Campanae (Angola); Lucas, Bull. Ent. France 1886
S. CLXIII, elliptica (Cap) S. 33, orissa Buq. var. funer aria S. 34,
interrupta Oliv. var. reticulata, chrysidioides Gast. & Gory var. late-
signata S. 35; Kerremans a.a.O., tricolor, variabilis (Tanganjika
See); derselbe ebenda S. 98, viridimicans (Tamgdinjikn,) ; derselbe,
Notes Leyden Museum 1886 S. 189.
Searabaeidae. Preudhomme de Borre stellt zusammen
eine Liste des Lamellicorneo laparostictiques rec. par feu
Camille van Volxem . . . au Bresil et ä la Plata en 1872 suivie
de la description de dix huit especes nouvelles et un genre nouveau ;
Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 103—120.
Derselbe desgl. Liste des Lamellicornes laparostictiques . , .
dans le midi de la peninsule hispanique et au Maroc ; ebenda S. 98
bis 102.
J.W. van Lansberge liefert Description de quelques Scara-
baeides des Indes Neerlandaises . . .; Notes Leyden Museum
1886 S. 131— 137.
Scarabaeus VetJii (Benguela) S. 69, van der Kelleni (Humpata)
S. 70; V. Lansberge, Notes Leyden Musenm 1886.
J. W. van Lansberge beschreibt Les Coprides de la
Malaisie-, Tijdschr. v. Entom. XXIX S. 1— 25. In der Einleitung
hebt der Verfasser hervor, dass die Fauna des genannten Landes
arm an Coprinen sei, während das unter gleichen Breiten liegende
Afrika und Südamerika daran einen grossen Reich thum besitzen;
auf den Molukken und Neu-Gruinea fehlen sie mit Ausnahme einer
Ooptodactylus-Art sogar vollständig. Vertreten sind die Gattungen
Synaspis (2 A.), Heliocopris (2 A.), Catharsius (4 A.), Copris (15 A),
Paraphytus (2 A.) und Coptodactylus (1 A.).
Preudhomme de Borre stellt einen Catalogue des Tro-
gides decrits jusqu'ä ce jour, precede dun Synopsis de
leurs genres et dune esquisse de leur distribution geogra-
phique zusammen; Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 54-82 PI. IV.
Die Tafel veranschaulicht das Verbreitungsgebiet der einzelnen Grat-
tungen, die zusammen 209 Arten enthalten.
Drepanognathus (n. g. Orphnin.) mandibularis (Sissanto, süd-
im Gebiete der Entomologie während des Jalires 1886. 280
westl. Afrika); van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886 S. 921
Anmerk.
Guatemalica n. g. Gymnetin. für (Alorrhina) Hueti Chevrol;
Neervoort van de Poll, Notes Leyd. Museum 1886 S. 138.
Hilyotrogus (n. g. prope Rhizotrogum, antenn. 10-art.) ungui-
cularis, iridiijennis , stolidus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 326.
Holoschiza (n. g. inter Sericam et Trochalum intermedium)
dentilabris [CoTUgo \ Humpata); van Lansberge, Notes Leyden Mu-
seum 1886 S. 97.
Metachaetodus (n. g.) für (Hybosorus) discusTy^i. Catal. (La
Plata; Montevideo) S. 118 und bi-umiäcolUs (Cordova) S. 119; de
Borre a. a. 0.
Derselbe zeigt ebenda, dass die Gattung Trichops Mannerh.
nicht mit Hapalonychus Westio. zusammenfällt und giebt von der-
selben und der typischen Art, Tr. ciliatus Dej. Cat., eine Diagnose;
ebenda S. 121—124.
J. R. H. Neervoort van de Poll (On the Classification
of the genus Lomaptera s. 1.) errichtet für die Arten (xanthopus
Boisd.) mit einfachem, stark niedergedrücktem Pygidium die Gattung
Mucterophallus (richtiger wäre Mycteroph.) und giebt von
dieser Gattung und den verwandten Thaumastopoeus, Ischiopsopha
und Lomaptera s. str. eine Diagnose und die Abbildungen der
charakteristischen Körpertheile. Tijdschr. v. Entomol. XXDC S. 146
bis 152 PI. 7 ; vgl. unten bei Lomaptera.
Phycochus (n. g. Aegialiae affine) graniceps (Neu -Seeland);
Broun a. a. 0. S. 771.
Simorrhina (n. g. Cetoniin . ) Staudingeri (Benue) ; K r a a t z ,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S.443.
Scythrodes (n. g. Odontriae affine, Pimeliae simile) sqiiaUdus
S. 955;
Xylostygmus (n. g. Melolonth.) p^cew5 S. 956 (Neu -Seeland);
Broun a. a. 0.
SpelaiorrJiina (n. g. Goliath.; richtiger Spelaeorrhina) rufo-
pyga (Humpata); van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886 S. 107;
Endodonta (n. g. Ischnostom.) mm der Kelleni (Humpata) S. 108;
Äporecolpa (n. g. Ischnostom.) m^m {Humpata) S. 110; der-
selbe ebenda.
Neervoort van de Poll beschreibt Clithria eucnemis Burm.
$, gründet auf Gl. incana Mc Leay die Gattung NeocUthria und
auf Schizorrhina hirticeps Mc Leay, deren schwarze Varietät von
Mac Leay als Seh. nigrans beschrieben wurde (und die von Kr a atz
als Clithria bicostata beschrieben wurde) Pseudoclithria; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 297—299.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. 11. H. 2. iji
290 Dl"- Ph. Bert kau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Ablabera iridescens, aeneobrunnea (Madagaskar); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 37.
Adoretus costipennis (Congo) ; van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 104.
Aegidium asperatmn (Quito), Reichei (Neu - G-ranada) ; de Borre,
Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 25.
Amithao albopictus (Panama); Neervoort van de Poll,
Notes Leyden Museum 1886 S. 233.
A. Salle giebteine Monographie du genre Ancistrosoma
mit A. Blanchardi (Merida, Venezuela) S. 465 Fig. 2, melolont(h)o'ides
(Cumana, Venezuela) S. 468 Fig. 5; Ann. Soc. Ent. France 1886
S. 465—468 PI. 8.
Anisoplia limbata (Lenkoran); Kraatz in Radde, S. 225.
Anomala Gottschei (Korea), Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 190
Taf. XI Fig. 28, surigera, (Rhombonyx) PecMnensis (P.); v. Hey den,
Deutsch. Ent Zeitschr. 1886 S. 291, Belavayi S. 327, Yunnana, ebenina
S. 328 (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886, insipida
(Humpata) S. 99, congoensis (C.) S. 100, tibialis S. 101, vitticoUis
(Congo), rubricöllis (Humpata) S. 102, suturalis (Humpata) S. 103;
van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886.
Anthypna Davidis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 323.
Antichira Adamsii (Columbien) ; "Waterhouse, Ann. a. Mag.
N.H. (5) XVII S.498.
Aphodius fortipes (Neu -Seeland); Broun a.a.O. S. 954, sub-
costatus (Söul, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 189, laevigatus
(Pecking); v. Harold, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 290, Vethi
(Humpata); van Lansberge Notes Leyden Museum 1886 S. 91.
Apogonia cupreoviridis (Söul) und var. fusana (Fusan, Korea);
Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 193, nigro-olivacea (Peking); v. Hey den.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 292.
Ateuchus sacer L. var, peregrinus (Korea; Peking); Kolbe,
dies. Arch. 1886 S. 184 Taf. XI Fig. 26 ; s. auch unter Scarabaeus auf
S. 288.
Aulonocnemis crassecosfata (Madagaskar); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 32 PI. 2 Fig. 3.
Bolboceras coreanus (Söul, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 188 Taf. XI Fig. 27, Ludekingi (Sumatra) S. 134, Sumatranus,
catenatum (ibid.) S. 135; van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886.
Bradycinetus Hornii (Sonora; Sacramento); Rivers, Bull. Calif.
Acad, Sei. Vol. 2 No. 5 S. 61 — 63 mit Holzschnitten und Darstellung
des Stridulationsapparates.
Caccobius sordidus (Wladiwostok), (Christophi Har.); v. Harold
a. a. O. S. 141, der S. 142 C. microcephalus Har. (1877) für identisch
mit jessoensis Har. (1867) erklärt.
Canthidium splendidum (Brasilien) S. 110, Haroldi (Nikaragua),
im Gebiete der Entomologie -wahieiid des Jahres 1886. 991
atricölle (Brasilien) S. 111, aurichaiceum Dej. Cat. (Cayenne), Volxemi
(Rio Janeiro) S. 112, latipleunim (Cayenne), h(M'hacenicum (Minas
G-eraes) S. 113, nigrita (Brasilien), cognatum Dej. Cat. (Cayenne) S. 114;
de Borre a. a. 0.
Catharsius Bayacus (Borneo) S. 6, javanus (J.) S. 7; vanLans-
berge, Coprides a. a. 0 .
Kraatz begleitet die Aufzählung einiger Cetonien aus
Türke stan mit Bemerkungen über ihr Verhältniss zu Exemplaren
derselben Art aus anderen Gegenden; Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 104
bis 110. Von Cet. marginicollis Ball, werden var. a, b und c unter-
schieden, von C. hungarica Hbst. eine var. turkestanica und von dieser
wieder eine weitere var. cyanea; eine andere Var. der hungarica ist
als persica bezeichnet; sie stammt aus dem nördlichen Persien.
Cetonia seuletisis {^'6\\\, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 194
Taf. XI Fig. 29, soudanica (S.); Fairmaire, Le Naturaliste 15. fevr
1886 S. 224.
Chaetodus striatus (Montevideo), amazonicus (A.); de Borre
a.a.O. S.117.
Charadronota (soror Kraatz var.?) punctata (Kamerunberg);
Aurivillius a.a.O. S.U.
Choeridium striatulum (Brasilien) S. 108 , Volxemi (Rio Janeiro
S. 109; de Borre a. a. 0.
Coelorrhina affinis (Kamerunberg); Aurivillius a.a.O. S. 6
mit Holzschn,
Copris Tiberius Schauf. = (Saundersi Har.) calvus Sharp; van
Lansberge, Coprides a a. 0. S. 25.
C. remotus Lee. wieder beschrieben von v. Harold a. a. 0. S. 148.
C. Celebensis (C.) S. 9, sulcicolUs (Sunda- Inseln und Malacca)
S. 10, Ribhei (Bonthain) S. 12, macacus (Celebes) S. 14, gibhulus (Ma-
lacca; Java; Sumatra) S. 17, Numa (Sumatra; Malacca) S. 19, pe-
dariodes (Malacca) S. 23; van Lansberge a.a.O.
Coptodactyla Papua (Fly river); van Lansberge, Coprides
a. a. 0. S. 23.
Dichelus (Platychelus) aequatorialis (Humpata); van Lans-
berge, Notes Leyden Museum 1886 S. 94.
Als No. I seiner Miscellanea entomologica giebtW. Ma-
cleay in den Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 381— 402 eine
Monographie der Gattung Diphucephala, mit den neuen Arten
D. BicJwiondia (Richmond river) S. 386, nitidicollis (Illawarra), obscura
(N. S. Wales) S. 387, ignota (ibid.), minima (Currajong) S. 388, nitens
(Endeavour river), pubescens (Queensl.) S. 389, Mastersi (King George's
Sd.), Barnardi (Dawson river) S. 394, laticeps (Illawarra), cuprea
(Rockhampton) S. 395, humeralis (Illawarra) S. 396, angusticeps (N. S.
Wales), azureipennis (Vict. river) S. 397, prasina (Bargo) S. 399, pur-
pureitarsis (N. S. Wales), lateralis (ibid.) S, 401, obsoleta (ibid.) S. 402
292 Dl". Ph- Bertkan: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Dyspilopliora distinda (Congo); Neervoort van de Poll,
Tijdschr. v. Entomol. XXIX S. 155.
In einer Note sur le genre Ectinchoplia Bedtb. in den
Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 83— 87 giebt de Borre zunächst die
Gattungsdiagnose, wie sie nach weiterem Material an Arten sich
gestaltet und beschreibt die neuen Arten E. variegata S. 84, siiturälis
S. 85, quadrituberculata S. 86 von Schang-Hai; Hoplia Paivae Woll.
gehört ebenfalls zu Ectinohoplia.
Enoplotrypes Chaslii (Yunnan) S. 320, imriicolw S. 321; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Euryomia rufotincta (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales (2) I S. 147.
Geotrypes cariosus, Cwintliius (Yunnan); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 322.
In einer Note sur le Geotrupes stercorarius L. et les
especes voisines hält Preudhomme de Borre die beiden von ster-
corarius abgezweigten Arten, spiniger Marsh, und foveatus Marsh.,
als berechtigt aufrecht und schliesst daran Bemerkungen über G.
mutator Marsh, und hypocrita J%. ; Bull. Ent. Belg. 1886 S. 27—33.
Kraatz hält degegen, wie früher, G. foveatus für keine selbständige
Art; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S.. 164; Chalande hält ihn eben-
falls für blosse Varietät (von spiniger); Le Naturaliste, 1. novembre
1886 S. 354— 356.
lieber G. alpinus s. Bull. Ent. Belg. 1886 S. 51, 62; vgl. G. mutator
S. 122—124 mit 2 Holzschn.
Glyciphana velutina (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N.S.Wales (2) I S. 148.
Gnathocera hyacinthina Janson ist Var. von hirta Burm.; neu
sind G. (Afzelii Swartz var. henuensis), bilineata S. 439, (trivittata Sw.
var. confluens S. 440); (Benue); Kraatz, Deutsch. Ent Zeitschr. 1886.
Nach Neervoort van djePoll, Notes Leyden Museum 1886
S. 126, sind Gn. valida Jans, und costata Äncey nicht identisch, wie
Janson, Cistul. Entom. III S. 146, vermuthet hatte.
Gymnetis Kerremansi (Panama); Neervoort van de Poll,
Notes Leyden Museum 1886 S. 231.
Gymnopleurus morosus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 319, modestus (Benguela), van der Kelleni; Lans-
berge, Notes Leyden Museum 1886 S. 72.
Sur les especes europeennes du genre Haplidia s.
Preudhomme de Borre, Bull. Ent. Belg. 1886 S. 138-141.
Heteronychus costatus (Humpata); van Lansberge, Notes
Leyden Museum 1886 S. 105.
Hoplia umhrina, griseohirta S. 34, hicolor, oculata S. 35 (Mada-
gaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886, cw^alipes! (Lyrik)
Reitter in Radde, S. 224.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 293
Incala Camarunica (Kamerunberg); Aiirivillius a.a.O. S. 12.
Ischiopsopha E/i5e»me (SoelaBesi) S. 182, 6^e5^m (Neu-Guinea?)l
Neervoort van de Poll, Notes Leyden Museum 1886.
Lepidiota squaUda (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N.
S. AVales (2) I S. 146, unicolor; van Lansberge, Notes Leyden
Miiseum 1886 S. 98.
Leucocelis Haroldi (Congo; = dyssentericus Harold, Qued. nee
Bohem.); van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886 S. 111.
Liparochrus alternans (Fly river); Maeleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 146.
Nach Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 301— 304, ist
Lomaptera xanthopus v. d. Poll nicht die Boisduval'sche Art, son-
dern Lansbergei Kraatz, und daher wäre diese, oder, da dieselbe
eine Varietät von validipes Thoms. ist, letztere die Type der Gattung
Mycterophallus ; für validipes Thoms., den Typus von Lomaptera,
habe er fälschlich adelpha angesehen. Hieraus geht aber hervor,
dass die auf die blosse Forceps-Bildung gegründete Gattung Myctero-
phallus nur eine Gruppe innerhalb Lomaptera, nicht eine dieser
gleichwerthige Gattung bezeichnet; vgl. oben S. 289.
Über Lomaptera xanthopus Boisd. und Verwandte s.
ferner denselben ebenda S. 433— 437.
L. mucterophaUoides ! (Salwatti); Neervoort van de Poll,
Notes Leyden Museum 1886 S. 185.
Macronota Halyi (Ceylon); Skarp, Entom. Monthl. Mag., XXLC,
S. 197.
Maechidius perefjrinus (Celebes) ; vanLansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 136.
Megalorrhina Harrisii Westiv. var. eximia (Kamerunberg);
Aurivillius a.a.O. S. 5.
In seinem Ueber Melolonthiden betitelten Aufsatze in der
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 195—207 liefert E. Brenske zunächst
die Beschreibung einiger Rhizotrogus und macht dann Be-
merkungen zu bekannten Arten.
Ueber die Häufigkeit des Maikäfers in gewissen Jahren in
Abhängigkeit vom Boden s. Westhoff im 14. Jahresb. Westf. Prov.-
Ver. S. 19.
Moscheuma laevicostatum (Panama) S.^234, sebosum (Gayana?)
S. 236; Neervoort van de Poll, Notes Leyden Museum 1886.
Mycterophallus laevipennis (Aru L); derselbe ebenda S. 187.
Odontria Sandageri (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 929.
Onitis Vethi (Humpata) S. 74, van der Kelleni (ibid. und Benguela)
S. 75, ohscurus (Humpata) S. 76, Westermanni (Zambese) S. 77 Anm. ;
van Lansberge, Notes Leyden Museum 1886, Rageni (Sumatra);
derselbe ebenda S. 131.
OniticeUus quad/iituherculatus S, 78, testudo S. 79 (Humpata),
294 Dl'- Ph- Bertk au: Bei iclit üb. die wissensch. Leistungen
Baffrayi (Abyss.) S. 80 Anm.; van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886.
Onthophagus pupülatus (Söul, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 187, picinus (Abyssinien) S. 142, (jranuUfer (Oranje), cavifrons
(Sansibar) S. 143, spilophorus (Tabing-Tinggi, Sumatra) S. 144, cultrifer
(Birmah) S. 145, bengaUnsis (B.) S. 146, vicinus (Neu-Guinea), patruelis
(Queensld.) S. 147; v. Harold a.a.O., rugulosus S. 289, soUvagus
S. 290 (Peking); derselbe. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886, uniformis
(Askold); v. Hey den ebenda S. 275, planiceps, oleipennis, reticollis
(Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.Wales (2) I S. 145,
foliaceus S. 81, furcatoides S. 82, Cancer S. 84, semiopacus, africanus
S. 85, paucigranosiis S. 86, granuUpennis S. 87, laminicornis S. 88,
Humpatensis S. 89 (Humpata); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886, Serdangensis (S., Sumatra); derselbe ebenda S. 132.
Orphnus Candezei (Choco, Wallis); de Borre a.a.O. S. 116.
Oxyomus inaequalis (Humpata); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 92.
Kr a atz' Bemerkungen über einige Oxythyreiden-Arten
sprechen aus, dass 0. Haroldi zuerst von Kr a atz charakterisiert
und benannt ist, dass Microthyrea Kraatz die Priorität vor Mauseo-
lopsis van Lansb. hat, und dass auch Selika Baffr. eine Microthyrea
sei; M. heterospila Gerst. und picticollis Kraatz seien Varietäten,
nicht von albomarginata Lansb., wie Berge wollte, sondern von
amabilis Schaum; Leucocelis ruficauda Lansb. = Microth. thoracica
Schaum; Eumimela, Xeloma, Eumimethica und Sisyraphora sind
nicht Untergattungen, sondern gleichberechtigte Gattungen neben
Anoplochilus; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 20.
Pachnoda Vethi S. 112, impunetata S. 113 (Congo); van Lans-
berge, Notes Leyden Museum 1886.
Phaeochrous Bavidis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 323.
Phyllopertha c7^ro?Ha^^■ca (Yunnan) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 327.
Popilia exarata S. 330, splendidicollis, flavosellata S. 331, disci-
pennis S. 332 (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Pseudinca admixta Hope var. Knutsoni (Kamerunberg); Auri-
villius a. a. 0. S. 10.
Nach Brenske a. a. 0. S. 206 f. ist Rhizotrogus vulpinus
Burm. = tauricus Blanch.; Rh. vulpinus Gyllh., der von Bur-
meister verkannt wurde, steckt in den meisten Sammlungen als
caucasicus und ist = vernalis Brülle; pilicollis Gyllh. wurde von
Burmeister unter dem Namen tauricus beschrieben; der pilicollis
Burmeister's ist eine verschiedene, von Brenske Burmeisteri
genannte Art. Rh. parvulus Bosenh. ist von monticola Blanch. ver-
schieden, aber mit Hidalgoi Perez identisch ; laticoUis Perez = parvi-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 295
collis Peres: die Ancylonycha nitens Baiidi ist ein dem patriielis
Beiche nahe stehender Rhizotrogns.
Rh. Komarowi (Krasnowodsk) S. 195, Badeni (Transkaspien)
S. 196, Gorilla (ibid.) S. 197, Kraatzi (Turkestan, Krasnowodsk) S. 198,
Oertzeni (Cefalonia) S. 201, trimcatus (Beyrut), BaucUi (Calabrieu)
S. 202, proxmms (Sizilien) S. 203, syriacas (Antiochien) S. 204, (Am-
phimallus) transcaspicus (Tr.) S. 200; Brenske a. a. 0., frontalis
(Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 325.
Rhysseraus polyplocus (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 34, Malasiacus (Sumatra; Malacca), van Lans-
berge, Notes Leyden Museum 1886 S. 133.
Saphobius squamulosiis (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 954.
Scatimus patruelis (Mexiko; = Choerid. patruele Dej. Catal.);
de Borre a. a. 0. S. 108.
Schizonycha (Holotrichia) pexicollis (Yunnan); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 324.
Sebaris lanuginosa (Humpata); vanLansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 99.
Serica nucea, semicribrosa (Madagaskar); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 36, verticalis (Humpata); van Lansberge,
Notes Leyden Museum 1886 S. 96.
Sisyphus denticriis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent-
France 1886 S. 320, impressipennis (Humpata); van Lansberge,
Notes Leyden Museum 1886 S. 73.
Spilota plagiicollis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 329.
Tanyproctus Davidis (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 324.
Temnorrhynchus tridentatus ( Congo ; G-abon) ; van Lansberge,
Notes Leyden Museum 1886 S. 106.
Thaumastopoeus Shanghaicus (Sh .) ; N e e r v o o r t van de P o 1 1 ,
Notes Leyden Museum 1886 S. 181.
Casey verweist seine Polyphylla marginata n. sp. in die Gattung
Thyce Lee, die zwar Polyphylla sehr ähnlich ist, aber eine nur
dreiblätterige Fühlerkeule und die Glieder des Schaftes von gleicher
Länge besitzt; Bull. Calif. Acad. Sei. Yol. 2 No. 5 S. 39.
Triodonta p'ocera (Congo); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 95.
Trochalus maculifrons (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc-
Ent. France 1886 S. 35.
Trox funestus (Humpata); van Lansberge, Notes Leyden
Museum 1886 S. 93.
Uroxys Bodriguezi (Guatemala); de Borre a. a. 0. S. 107.
Lucanidae. Aegognathus Leuthner i, {Colwmhien); Neervoort
van de Po 11, Tijdschr. v. Entomol. XXIX S. 153.
296 Dl'- P li. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Aesaliis Ulanowshii (Kaukasus); Gau gl bau er, Societas Ento-
mologica I S. 89.
Ceratognathus macrocerus, fusculus S. 837, gihhosus S. 928 (Neu-
seeland); Broun a. a. 0.
Eurytrachelus Aleides v. Vollh. gehört nicht in die Nachbar-
schaft von gypaetus Casteln., sondern in die von eurycephalus Burm.;
Alb er s, Berl. Ent. Zeitschr. 1886 S. 83.
E. consentaneus (Peking) ; derselbe ebenda S. 28.
White beobachtete ein (J von Lucanus cervus, das ein mit
mit einem $ in Paarung begriffenes anderes ^ wiederholt aber
vergeblich zu verdrängen suchte; Proceed. Ent. Soc. London 1886
s. xxxvni— XL.
Odontolabis celebensis Leuthner 2- beschrieben von Albers,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 243 f., inaequalis Kaup. $ der-
selbe ebenda S. 28.
Aurivillius vervollständigt die Unterscheidungsmerkmale
zwischen Didimus Kaup und Leptaulax Kaup; Bih. tili K. Sv.
Vet.-Akad. Handl. Bd. 12 Afd. lY No. 1 S. 18.
Passalus (Erionomus?) pilosus (Kamerunberg); Aurivillius
a. a. 0. S. 14.
P. (Didimus) duplicatus Har. var. laevipectus (ibid.) S. 16, (Di-
dimus) Knutsoni n. sp. (ibid.) S. 17; derselbe ebenda.
Casey klassifiziert die Pia tycerus- Arten der Vereinigten
Staaten S. 332 und beschreibt PI. californicus S. 331 von Humboldt
Co.; Bull. Calif. Acad. of Sei. I. — Hörn erklärte diese Art für
identisch mit PI. Agassizii Lee, (Proc. Ent. Soc. A. N. S. 1886 S. Xin),
nach Casey mit Unrecht, Notices I S. 263.
Sclerostomus Buckleyi (Ecuador); Waterhouse, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVII S. 497.
Heteroceridae. Heterocerus vitticollis (Lenkoran); Reitter
in Radde, S. 223 Taf. I Fig. 8.
Parnidae. Ancyronya constrictus (Sumatra); Reitter, Notes
Leyden Museum 1886 S. 214.
Hydora nitida S. 927, obsoleta S. 928 (Neu -Seeland); Broun
a. a. 0.
Stenelmis hicolor, pictus (Sumatra); Reitter, Notes Leyden
Museum 1886 S. 213.
Byrrhidae. Ditaphriis (n. g. structura autennarum, prouoto
excavato distinctun.) scymno'ides (Texas); Casey, Notices I S. 252
Eig. 18.
Chelonarium unifasciatum S. 219, fascicolle! S. 220, irroratum
S. 221 (Sumatra); Reitter, Notes Leyden Museum 1886.
Cytilus auricomus in Finnland; Sahlberg in Meddel. Soc.
pro Fauna et Flora fennica 13 S. 244.
Reitter stellt eine Uebersicht der Dendrodipnis- Arten von
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 297
Sumatra auf, Notes Leyden Museum 1886 S. 215 f. und beschreibt
D. Hageni. Rüsemae, pimctidatus S. 217, marcjinatus S. 218.
Limnichus variegatus (Südfrankreich); Gui liebe au, L'echange,
Lyon, 15 juillet 1886.
Morychus gemmeus, insuetus S. 769, vülosus S. 900, mixtiis
S. 901 (Neu-Seeland) ; Broun a. a. 0.
Simplocaria hispidida (Kiang-si); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 319.
Dermestidae. Mo n t a n d o n i a (n. g.) catopoides (Dobrudscha) ;
E. Jaquet, L'echange, Lyon, 15 juillet 1886. (Ist nach Reitter
= Dermestes latissimus Bielz; doch ist die Gattung, in die auch
depressus Gehl, gehört, aufrecht zu halten, wenigstens als Unter-
gattung; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 288 )
Hadrotoma Äntoniae (Lyrik); Reitter in Radde, S. 222.
Trinodes Sinensis (Kiang-si); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S.319.
Trogoderma granidata S. 900, punctata, suffusa S. 953 (Neu-
Seeland); Broun a.a.O.
Lathridiadae. Belon bringt den Schluss seiner Histoire
naturelle .... des Lathridiens; Ann. Soc. Linn. Lyon 1884
(XXXI) S. 61— 212; vgl. den Bericht für 1880 S. 236. In diesem
Theile wird die 3. Branche der Familie, die Corticariaires, behandelt.
Während Belon anfänglich sich ganz den Ausführungen Reitter's
angeschlossen hatte (mit Ausnahme Langelandia), überzeugte ihn
ein tieferes Studium, dass die Gattung Dasycei*us nicht zu den
Corticariaires, sondern zu den Lathridiaires gehöre. Die Anordnung
der Gattungen dieser Gruppe wird dadurch eine andere, als sie in
dem ersten Theile gegeben ist, und wird hier auch dadurch ver-
vollständigt, dass noch die auf Lathridius liratus Le Conte gegründete
Gattung Steph est ethus, die durch die vollständige Verschmelzung
der Epimeren des Prothorax eine ganz isolierte Stellung einnimmt,
Aufnahme findet. Aus der Branche Lathridiaires werden ausserdem
die beiden Arten Dasycerus sulcatus Brongn. und Cartodere elegans
Äube beschrieben. — Die Branche „Corticariaires", welche den
eigentlichen Gegenstand der vorliegenden Abhandlung bildet, enthält
die Gattungen Corticaria mit 21, Melanophthalma mit 8, Migneauxia
mit 1 A. Auffallender Weise kommt in dieser Tabelle auch noch
die Gattung Langelandia vor, für deren Ueberweisung an die
Colydier sich Belon früher selbst ausgesprochen hat; vgl. den vor.
Ber. S. 301.
Derselbe stellt eine Liste des Lathridiides decrits
posterieuremeut au catalogue de Munich zusammen; Ann,
Soc. Ent. Belg. XXX S. 88—97.
Lithostygnus (n. g. Langelandiae affine) costatus (Neu-See-
land); Broun a. a. 0. S. 950.
298 ^Y- Pli- Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
B et hu SU s! (n. g. a Lathridio et Corticaria structura tarsorum
distinctum; hi 3-art., artic. basali elongato, apicali aeqiülongo; se-
cuudo parvo, nnguibus fortiter appendiculatis) pictulus S. 835, lachry-
mosus! S.836 (Neu -Seeland); Broun a. a. O.
Corticaria tarsalis (Neu -Seeland); Broun a. a. 0. S. 768, fusca
(ibid.) S. 836, ])acata, erythrocephala, litatyptera S. 899, semirufa S. 952,
güvipes S. 953; derselbe ebenda.
Ueber Larve und Puppe des Enicmus rugosus übst.
in Fuligo (varians Hall.?) siehe Letzner im 63. Jahresb. Schles.
Gesellsch. S. 278—281.
Lathridius bifoveatus, castaneus S. 834, priopterus, puncticeps
S. 898 (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O.
Metophthalmus Jmmeridens (Hamarat: Lyrik); Eeitte r in Radde
S. 219.
Cueujidae. G. Quedenfeldt berichtigt nach Untersuchung
eines Chilopoma castaneum Murray vom Quango eine irrige
Angabe über die Gattung: Die Zunge ist vorne gerade abgestutzt,
nur an der Spitze häutig; das 2. Fühlerglied ist sehr klein und
ragt aus dem ersten gleichsam nur als ein schmaler Ring heraus ;
Die Tarsen sämmtlicher Beine sind viergliederig. Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 73, 74 mit Holzschn.
Parabrontes setiger (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 768.
Cryptophagidae. Atomaria castanoptera (Lenkoran) ; R e i 1 1 e r
in Radde S. 219.
Colydiadae. D. Sharp schreibt On the Colydiidae
collected ... in Japan; Journ. Linn. Soc. London, Zool., Vol. XLX
S. 58-84 PI. III.
Derselbe desgl. On some Colydiidae obtained ... in
Ceylon; ebenda S. 117— 131 Ph VI
Neotrichiis (n. g. Synchitin.) hispidus (Kiushiu; Kashiwagi;
Nikko) S.61 Pl.ni Fig. 1, serratus (Ceylon) S. 117 PI. VI Fig.l;
Sy\mpanotus (n. g. Synchitin.) pictus (Oyayama; Oyama) S. 62
Fig. 2;
Glyphocryptus (n. g. Synchitin.) hrevicoUis (Yuyama) S. 64;
Labromimus (n. g. Synchitin.) variegatus (Oyama; Kashiwagi;
Junsai) S. 65 Fig. 3 ;
Acolophus (n. g. Synchitin.) debilis (Nikko; Wada-toge S.61;
Trionus (n. g. Synchitin.) opacus (Nagasaki; Ichiuchi; Yuma-
moto; auch Ceylon) S. 70 PI. VI Fig. 4.
Cylindromicrus (n. g. Deretaphrin.) «/maZ*« (Oyayama) S. 73
PI. III Fig6;
Teredolaemus (n. g. Deretaphrin.) für Teredus politus Lewis,
der Fig. 7 abgebildet ist, und) guttatus (Kashiwagi; Yuyama) S. 74,
similis (Ceylon) S. 124 ;
im Gebiete der Entomologie wäbreiid des Jahres 1886. 299
Leptoglyplius (n. g. Bothriderin.) vittatus (Hitoyoshi) S. 75,
cristatus (Ceylon) S. 125;
Ectomicrus (n. g. Cerylonin.) rugicolUs (Subashiri; Oyayama)
S. 79, puhens (Kiiishiu; Hauptiusel) S. 80, setosus (Ceylon), aper (ibid.)
S. 129 PI. VI Fig. 11;
Pachylon (n. g. Cerylonin.) Gorhami (Andaman I.) S. 79 An-
merkung;
Cautomus (n. g. Cerylonin.) Jnjstriculus (Nagasaki) S. 82 Fig. 10!
Thyroderus (n. g. Cerylonin J^^orcaiws (Nagasaki) S. 83 Fig. 11;
Microvonus (n. g. Synchitin.) squalidus (Dikoya, Ceylon) S. 118
PI. VI Fig. 2;
Antihothrus (n. g. Bothrider.) carinatus (Ceylon) S. 124;
Äntroderus (n. g. Pycnomerin.) costatus (Ceylon) S. 126 PL VI
Fig. 10; Sharp a.a.O. — Derselbe ersetzt Tarphisoma Jfofsc/^.,
welche nicht identisch mit T arphiosoma TFbW.ist, durch Neoplatus;
ebenda S. 119 f.
Dryptops (n. g. inter Tarphiomimum et Ulonotum) dorsalis
S. 763, imdosiis S. 764; Tarph. acumiuatus gehört ebenfalls hierher;
Rec yntus (n. g. Syncalo affine, für Ulonotus tuberculatus type,
insignis, salebrosus und) exiguus (Neu-Seeland) S. 765; Broun a. a. 0.
Pycnomerodes (n. g. Pycnomero affine) peregrinus (Neu-See-
land); Broun a.a.O. S. 952.
Ablabus &rem (Auckland) S. 763, nodosiis (Neu-Seeland) S. 894;
Broun a. a. 0.
Bitoma lobata S. 833, scita, guttata S. 895 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0.
Sharp a.a.O. S. 128 verweist den Bothrideres bituber-
culatus Beut, in die Gattung Prolyctus, die er von Machlotes
trennt, und liefert auf PI. VI Fig. 9 eine Abbildung der Art.
Cerylon crassipes (Oyayma; Miyanoshita) S. 80, minimtis
(Sapporo , Yezo), curticolUs (Ichiuchi) S. 81, gracilipes, tibiale S. 130,
cßiadricoUe S. 131 (Ceylon); Sharp a. a. 0.
Fowler stellt eine Tabelle der europäischen Arten dieser
Gattung auf; Entom. Monthl. Magaz. XXIII S. 71—76.
C. Fagi Bris, in Finnland; Sahlberg in Meddel. Soc. pro
Fauna et Flora fennica 13 S. 247.
Cicones ocidatus (Nikko ; Wada-toga) §. 67, oUongus (Sapporo),
niveus (Kashiwagi; Chiuzenji) S. 68, minimus (Yuyama; auch Ceylon),
hitomo'ides! (Nara; Nagasaki; auch Ceylon) S. 69, minutus (Ceylon)
S. 121; Sharp a.a.O.
Colobicus (emarginatus Latr. var. S. 66\ granulosus (Nikko) ;
Sharp a. a. 0, S. 65.
Coxelus clarus S. 766, grossanus S. 927, Chalmeri S. 949 (Neu -
Seeland); Broun a.a.O.
Dastarcus longulus (Konose); Sharp a. a. 0. S. 76 PI. III Fig. 9.
300 Dl'. Ph. Bertkau : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Endophloeus serratus (Hitoyoshi; Yuyama; Idzu); Sharp a. a. 0.
S. 61.
Epistranus parvus (Neu-Seeland); Broun a. a. 0. S. 950.
Erotylathris costatus (Nara; Sapporo); Sharp a.a.O. S. 76
PI. in Fig. 8, cognatus (Ceylon); derselbe ebenda S. 127.
Gempylodes Letvisii (Yuyama); Sharp a.a.O. S. 72 PI. III
Fig. 5.
Ithris sculpturata (Oyayama); Sharp a. a. 0. S. 74 PI. III Fig. 4,
oculata (Ceylon); derselbe ebenda S. 122.
Metopiestes tubulus (Ceylon); Sharp a. a. 0. S. 123 PI. VI Fig. 6.
Notoulus 6par5W5, Ziöen^ws (Neu Seeland); Broun a.a.O. S. 947.
Philothermus depressus (Yezo; Miyanoshita; Hakone etc.); Sharp
a a. 0. S. 78.
Pycnomerus vüis (Kiushiu; Junsai), sculpturatus (Miyanoshita);
Sharp a. a. 0. S. 77, distaus (Ceylon); derselbe ebenda S. 129 PI. VI
Fig. 8, rufescens, basalis S. 766, carinellus, caecus S. 896, hirtus,
lateralis S. 897, arboreus S. 927, cognatus S. 951 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0.
Tarphiosoma luridum (Dikoya); Sharp a. a. O. S. 119.
Trachopholis 'Eric'hsoni Beut, abgebildet von Sharp a.a.O.
PI. VI Fig. 3.
Ulonotus punctatus] S. 894, isostictus S. 926, carus S. 947, fu-
scatiis, rufescens, cinereus S. 948, integratus S. 949 (Neu Seeland);
Broun a. a. 0.
X-Uthia, parallela (Hitoyoshi; Yuyama; auch Ceylon); Sharp a.
a. 0. S. 70 PI. VI Fig. 5.
Trogositidae. A. S. Olliff stellt a list of the Trogo-
sitidae ofAustralia, with notes and descriptions ofnew species,
zusammen. Proc. Linn. Soc, New South Wales X S. 699 — 715. Von
den 28 Arten sind 8 neu , und 2 , Latoleva cassidoides Reitt. und
Lophocateres Ivani Ällib., zum ersten Male aus Australien nach-
gewiesen.
Fairmaire bemerkt bei Gelegenheit der Beschreibung von
Pachycephala chlorotica (s. unten), dass die Gattung Pachycephala
Fairm., für die Art termitiformis von Neu - Britannien errichtet
(vgl. den Ber. für 1883 S. 248), wegen der wiederholten Anwendung
von Pachycephala und Pachycephalus nicht bestehen bleiben könne
und errichtet ,,für das Insekt von Neu-Britannien" den Namen Holo-
cephala; Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 32.
Ancyrona laticeps (Wide Bay; Sydney) S. 710, aegra (Sydney)
S. 711, latebrosa (Wide Bay) S. 712, amica (Albany, AVest-Austr.;
Pt. Lincoln), vesca (New South Wales; South -Austr.; West-Austr.)
S.713; Olliff a.a.O.
Grynoma viridescens (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 893.
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1886. 301
Leperina seposita (King- George's Sd.) S. 702, conspicua (Lizard
Isld.) S. 704, fraterna (Salt River) S. 707; Olliff a.a.O.
Pachycephala (Holocephala ? ; vgl. oben) chlorotica (Madagaskar) ;
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 32.
Nitidulidae. Braehypterus oZ>^i*5<«cS (Südfrankreicli); Guille-
beau, L'echange, Lyon, 15juillet 1886 (nach Reitter, Wien. Ent.
Zeitg. 1886 = Br. vestitus Kiesw).
Ips imrinpustulata (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 180
Taf. XI Fig. 24.
Histeridae. Des Gozis bebandelt Les Histerides gallo-
rhenans; tableaux traduits et abreges de lallemand de J. Schmidt,
avec catalogue supplementaire par A. Fauvel; Revue d'entomol. V
S. 152—213.
Reitter hat über die mit Abraeus Leach verwandten
Celeopterengattungen eine andere Meinung als Schmidt, der
Abr. rainutissimus und punctulus Beut, in die Gattung Bocanius ge-
stellt hatte; Reitter gründet auf dieselben die n. G. Ahraeo-
morphus S. 272 und weist derselben in einer analytischen Tabelle
ihren Platz an; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 271— 274.
Lewis macht Bemerkungen on the nomenclature of sundry
Histerids . . .; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 280.
Nach G. Lewis können Caerosternus americanus und laevissiraus,
2 Arten, für die Le Conte die Gattung Caerosternus errichtet hatte,
nicht in derselben Gattung bleiben; C. laevissimus gehört in die
Gattung Idolia Leio. und ist wahrscheinlich identisch mit (I.) lae-
vigata (Payk.); aus diesem Grunde ersetzt Lewis den Namen seiner
I. laevigata (s. den vor. Ber. S. 305) durch gibba S. 64; Entom. Monthl.
Magaz. XXIII S. 63 f.
Abraeus areolatus (Hamarat) S. 213, minutissimus , punctulus
(Lenkoran) S. 214; Reitter in Radde.
Acritus clarulus (Lenkoran); Reitter in Radde S. 215.
Eretmotes tcdyschensis (Rasano, bei Phidole pallidula); Reitter
in Radde S. 213.
Dendrophilus Championi; Lewis, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 280
(vom Autor früher fälschlich für D. sulcatus Mots. beschrieben).
Epierus abrogatus, pkmiceps, crenulatus S. 892, simplex, rusticus
S. 893 (Neu -Seeland); Broun a. a. 0.
Hetaerius grandis (Rasano, bei Phidole pallidula); Reitter in
Radde, S. 212 Taf. I Fig. 5.
Hister crenicollis (Süpeuropa?); Flach, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 245 (= abbreviatus Fabr. aus Nordamerika; ebenda S. 448),
rohusticeps (Niam-Niam) S. 150, Leseleuci (Liberia) S. 151, Humpa-
tanus (H.) S. 152; Marseul, Notes Leyden Museum 1886.
Hololepta sternincisa (Niam-Niam); Marseul, Notes Leyden
Museum 1886 S. 149.
302 Dl". P 1^- B e r tk a n : Bericht üb. die wi.sseiisch. Leistungen
T SkchjcrsLerus Ritsemae (hiheria) ; Marseul, Notes Leyden Mu-
seum 1886 S. 150.
Platysoma Heydeni (Dalmatien); Flach, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 245 (= parallelum Say, aus Nordamerika; ebenda S. 448).
Saprinus TurJcestanicus (Namagan); Schmidt, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 185, Sardous (S.); Flach ebenda S. 246 (= assimilis
Pk. ebenda S. 449).
Seaphidiadae. Baeocera rufipes S. 833, fulvicoUe!, armata
S. 891 (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O., 7ioUlis (Sardinien); Reitter,
Bull. Ent. Ital. 1880 S. 32.
Scaphidium Yunnanum (Y.); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1886 S. 318.
Triehopterygidae. Actidium rotundicoUe (Texas); Casey,
Notices I S. 248 Fig. 15.
Ptilium sulcatum (Texas); Casey, Notices I S. 248 Fig. 16,
Oedipus (Südfrankreich); Flach, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 248.
Smicrus americanus (Texas); Casey, Notices 1 S. 249 Fig. 17.
Clambidae. Bisaya (n. g.) nossidiiformis (Lenkoran, Lyrik) ;
Reitter in Radde S. 211 Taf. I Fig. 4. Vorläufig in diese Familie
gestellt, von der sie sich durch fünfgliederige Füsse entfernt.
Clambus domesticus, vestitus, suffusus (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0. S. 762.
Silphidae. In einem Beitrag zur Systematik der
Grotte n-Silphiden erkennt Reitter, dass Oriotis Schmidti Mil
einen ungezähnten Mesosternalkiel besitzt, der in seiner Bildung die
Prägnanz des von der Beschaffenheit des Mesosternalkiels her-
genommenen Merkmals zur Gruppierung der Gattungen verwischt.
Der Verfasser findet weiter, dass das kleine Hornhäkchen des vor-
letzten Gliedes der Mittelf üsse bei Oriotus Miklitzi kein spe-
zifisches Merkmal ist, da es sich auch bei C. Schmidti findet, sondern
ein generisches. Auf veränderter Basis, unter Berücksichtigung der
Länge der Schenkel und des Fehlens oder Vorhandenseins des
Schildchens, nimmt dann der Verfasser eine neue Gruppierung der
europäischen blinden Silphiden- Gattungen vor und stellt unter den
Leptoderites die n. G. Astagobius auf, S. 315; Wien. Ent. Zeitg.
1886 S. 313—316.
Deltocnemis (n. g. Triarthro simile) hamatus (Ost -Sibirien);
Sahlberg, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 87 mit Holzsclm.
Isereus n. g., gegründet auf (Trocharanis) Xambeui Ärgod.;
die Gattungen Antrocharis, Trocharanis, Isereus, Cytodromus, Apro-
peus und Spelaeodromus werden in analytischer Tabelle unterschieden ;
Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 100.
Microsilpha (n.g.) litorea (Neu-Seeland); Broun a. a. 0. S.890.
Agathidium caspicum (Lyrik); Reitter in Radde S. 208.
Brathinus oculatus (Yesso); Lewis, Entom. Monthl. Magaz.
XXIII S. 85.
im Gebiete der Entomologie walirend des Jahres 1886. 303
Choleva granifer S. 890, fulvitarsis S. 946 (Neu-Seeland) ; Broun
a. a. 0.
Mesocolon varius (Nen-Seeland) ; Broun a.a.O. S. 946.
Zur Entwickelung des Necropliilus suhtemmeus Dahl
beschreibt F. Will Larve und Puppe; Entom. Nachr. 1886 S. 209—213.
Silpha aenescens (S. Francisco); Casey, Notices I S, 171.
Piatyp syllidae. Ueber die systematische Stellung- von Pla-
typsyllus s. oben S. 8.
Scydmaenidae. Sharp stellt The Scydmaenidae of
Japan zusammen mit der Beschreibung der neuen Arten; Entom.
Monthl. Magaz. XXIII S. 46—51.
Die Gattung Adrastia 5rmm ist synonym mit Scydmaenus;
Broun a. a. 0. S. 925.
Cephennium (Cephennarium) Sardoum (Sassari); Reitter,
Bull. Ent. Ita,l. 1886 S. 32, punctipenne (Auvergne; Strassburg);
Fauvel, Revue d'entomol. V S. 315, Japonicum (Nagasaki); Sharp
a. a. 0. S. 50.
Nach Brisout de Barneville ist C. majus Ea^. = laticolle
Auhe; das C. laticolle Beut, ist Beitteri genannt; Bull. Ent. France
1886 S. XXIX.
Chevrolatia Bonnairii Quedenf. = insignis Duv.; Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 72.
Euconnus Maeklini il/anwA. in Saint-Germain; Brisout de
Barneville, Bull. Ent. France 1896 S. XXIX.
E. impar (Yokohama; Niigata; Nagasaki) S. 46, dulcis (Naga-
saki); Lewisii (Nagasaki) S. 47, raucus (ibid.), oscülans (Hitoyoshi)
S. 48; Sharp a. a. 0.
Eumicrus angustus (Kioto), curtipennis (Ichiuchi; Hitoyoshi)
S. 49, cribratiis (Sapporo) S. 50; Sharp a. a. 0.
Neuraphes sellatus (Cantal); Fauvel, Revue d'entomol. V S. 316.
Phaganophaua oreas, lanosa S. 925, angustata S. 926 (Neu-See-
land); Broun a. a. 0.
Scydmaenus prineeps, gcderus (Neu-Seeland); Broun a. a. 0.
S. 924, poUens (Oyayama); Sharp a. a. 0. S. 49.
Paussidae. Dohrn hält Paussidische Nachreden; Stett.
Ent. Zeitg. 1886 S. 120—127.
L. Peringuey theilt Beobachtungen über die Lebensweise
einiger südafrikanischer Paussiden mit; Proceed. Ent. Soc. London
1886 S. XXXIV— XXXVII.
Pentaplatarthrus Van Damii (Orange Freistaat); Neervoort
van de Poll, Notes Leyden Museum 1886 S. 228.
Platyrrhopalus Davidis (Kiang-si); Fairmaire, Le Naturaliste
15 fevr. 1886 S. 223 und Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 317, Simonis
(Hongkong); Dohrn a. a. 0. S. 120.
Pselaphidae. S c h a u f u s s bringt die B e s c h r e i b u n g neuer
304 Dl'- Ph- Bertkau: Beiicht ü'). die wissensch. Leistungen
Pselaphiden von Brasilien, Holland. Indien und Neuholland; Tijdschr.
V. Entomol. XXIX S. 241—296 PI. 10, 11.
Casey unterscheidet die mit Bryaxis verwandten Gattungen
nach folgendem Schema:
Kopf hinten mit 2 Gruben, seitlich unterhalb nicht gekielt.
Gruben des Pronotum durch eine eingedrückte Linie verbunden
Rybaxis.
3 Gruben des Pronotum, gewöhnlich nicht verbunden.
Gruben fast gleich, gross, alle schwammig .... Bryaxis.
Gruben gleich, kleiner, punktförmig Nisa n.g.
Gruben von ungleicher Grösse, verschieden ; die seitlichen gross,
schwammig; die mittleren klein, nackt . . . Reichenbachia.
Kopf hinten ohne Gruben, seitlich unterhalb gekielt.
Pronotum mit kleinen, schwach eingedrückten seitlichen Gruben
und einem kleinen, mehr abgebrochenen mittleren Punkte,
alle nackt Nisaxis n. g.
Pronotum ohne Gruben; Streifen der Flügeldecken verwischt
(inornata Brend)
Die amerikanische Fauna enthält von Rybaxis die 3 Arten
sanguinea Leach, conjuncta Lee, Brendelii Hörn; Nisa mit Inniger
Lee. und cavicornis Brend. '^ Nisaxis mit tomentosa Aube. Notices I
a. a. 0.
Sonoma n. g. Euplectin. prope Faronum et Sagolam S. 195;
Oropus (n. g. Euplectin. für Trichonyx striatus Lee. und) con-
vexus (Sonoma Co.) S. 198, interruptus (ibid.) S. 199, abbreviatus (ibid.)
S. 200;
Actium n. g. Euplectin. für die bisher bei Trimium unter-
gebrachten Californischen Arten, S.201; derselbe ebenda.
Startes (n. g.) sculpturata (Waitakerei Range) S. 830;
Gastrohothrus n. g. bei Bryaxis, für (Br.) abdominalis; Broun
a. a. 0. S. 758.
Reitter zieht seine Gattung Abatrisops zu Gunsten Tribatus
Motsch. ein; die typische Art (Batrisus) thoracicus Motsch. wurde
bei Rasano unter Ameisen gefunden; Radde S. 199.
Abascantus (n. g.) sannio (King George's Sd.) S. 258;
Harmophorus (n, g. Motsch, i. 1.) manticoro'ides (Brasilien)
S. 265;
TJpoluna (n. g.) flavitarsis (Upolu) S. 283;
Zosimus (n. g.) longipes (Neu-Holland) S. 294, modestus (Tas-
manien), (jlobulicornis (AVide Bay) S. 295; Schaufuss a. a. 0.
Aplodea villosa (Chili) S. 268 PI. 10 Fig. 4, gibbicollis (Amazon.)
S. 269 PI. 11 Fig. 1, praeses (Chili) S. 270 PL 11 Fig. 2; Schaufuss
a. a. 0., der ebenda S. 273 eine Tabelle der ihm bekannten Arten
aufstellt.
Amicrops LenJcoranus (L.); Reitter in Radde S. 198.
im Gebiete der Entoniologio während des Jahres 1886. 305
Batrisus mendocius (Calif.) S. 174, zephyriniis (Nevada) S. 175,
speculum (Calif.) S. 176, monticola (ibid.) S. 176, occidmis (ibid.) S, 178;
Casey, Notices I a.a.O. (alle Arten gehören zu der Gruppe mit
3 Furchen und 2 Höckern des Pronotum).
Bibloporus variicolor (Lenkoran; Hamarat): Reitter in Radde
S. 205.
Bryaxis glabrata S. 830, nemwdlis, punctata, cdlcarata S. 831,
sylvicola S. 919, /"raw^Mento S. 944 (Neu-Seeland); Broun a.a.O.;
texana (T.) S. 183, mfinita [TexB^s] S. 184; Casey, Notices I, spinipes
(Lenkoran); Reitter in Radde S.201.
Bythinus difficiUs (Sardinien), Reitter, Bull. Ent. Ital. 1886
S. 30, Fauconneti (Cantal, Le Lioran); Fauvel, Revue d'entoraol. V
S. 125, Grilati (Lyon); Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 236,
caviceps (Lenkoran); derselbe in Radde S. 203.
Chennium antennatum (Rasano, bei Ameisen); Reitter in Radde
S. 197.
Curculionellus hicolw (Gawley, Neu-Holland) S. 253, (clavicornis
var, vexator,) anopunctatus (Melbourne) S. 254, semipoUtus (Rock-
hampton) S. 255; Schaufuss a.a.O.
Cy?ithiger Beitteri (B\\ie Mts., Neu-Holland); Schaufuss a. a. 0.
S. 242.
Schaufuss a. a. 0. S. 289 verweist Tyrus formosus King und
humeralis Westiv. in die Gattung Durbos Sha^p und beschreibt
D. intemiptus (Sidney), a/'/^l^^■s (Tasmanien) S. 291. intennedius (Neu-
Holland), crihratipennis (Clyde river) S. 292.
Enoptostomus hirmanus (B.) S. 276, clandestinus {km^^z.) S. 277;
Schaufuss a. a. 0.
Eupines rudicorne! (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 759.
Euplectus tuberigerus S. 760, crassipes, patruelis S. 919, mon-
ticola, ovithorax S. 920, ohnisus, vacuus, incomptus S. 921, inirificus
S. 922, U-impressus, cereus S. 923, eminens, auripüus S. 945 (Neu-
Seeland); Broun a.a.O., DocZeroi (Sassari) ; Reitter, Bull. Ent. Ital.
1886 S. 31, occipitalis (Lenkoran; Lyrik); derselbe in Radde S. 204.
Notes on the British species of the genus Euplectus . . .
by W. G. Blatch; Entom. Monthl. Mag., XXH, S. 203— 209.
Euplectomorphus testis (Ceylon); Schaufuss a. a. 0. S. 281.
Gonatocerus ier^ms (Rockhampton) ; Schaufuss a.a.O. S. 279.
Machaerites dentimanus (Sardinien): Reitter, Bull. Ent. Ital.
1886 S. 30.
Metopioxys spiculatus (Amazon.); Schaufuss a. a. 0. S. 278
PI. 11 Fig. 3.
Odontalgus vestitus (Sumatra); Schaufuss a.a.O. S. 243.
Otomicrus verticalis (Sumatra), mterruptus (ibid.); Schaufuss
a.a.O. S.275.
Arch. f. Naturgesch. 53. .Talirg. Bd. II. H. 2. U
306 Dr. Ph. Bertkau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Phalepsus fluminiaola (Amazon.) S. 256, hirsutus (ibid.) S. 257;
Schaufuss a.a.O.
Phamisus horroris (S.Paulo, Bras.) S. 265, hellus (ibid.) S. 267;
Schaufuss a. a. 0.
Pselaphus caecus, delicatus S. 943, fuscopilus S. 944 (Neu-Seeland) ;
Broun a.a.O., casp*CMS (Lenkoran) ; Eeitter in Radde S. 201, opacus
(Amazonenstr.) S. 245 PI. 10 Fig. 1, elegantissimus (ibid.) Fig. 2, bizo-
natus (ibid.) Fig. 3 S. 246, trossulus (Sumatra) S. 247, longepilosus
(Neu-Holland) S. 248, insignis (Eastern Creek, Neu -Holland) S. 249,
bipunctatus (Rockhampton) S. 250, frontalis (Melbourne) S. 251, tri-
punctatus (ibid.), squamiceps (Grawley, Neu-Holland) S. 252; Schau-
fuss a. a. 0.
Pygoxyon tychifwme (Ligurien); Reitter, Bull. Entom. Ital.
1886 S. 31.
Trichonyx talyschensis (Talysch); Reitter in Radde S. 200.
Tychus anguUfer (Lenkoran) S. 202, Lenkoranus (ibid.) S. 203;
Reitter in Radde, Tasmaniae (T.), politus (Champion Bay); Schau-
fuss a.a.O. S. 250.
Tyraphus umUlicaris (Clyde river, Neu-Holland.) S. 261, sohrinus
(Adelaide) S. 262, proportionalis (Rockhampton) S. 263; Schaufuss
a. a. 0.
Tyromorphus constrictinasus (Wide Bay) S. 284 , comes (Rock-
hampton) S.285; Schaufuss a.a.O.
Reichenbachia tumorosa (Calif.) S. 186 Fig. 1, tumidicornis (ibid.)
S. 187 Fig. la, informis (ibid.) S. 189 Fig. 16, gracüicornis (Texas)
S. 190, fievadensis (Washoe Co.) S. 191, fimdata (Sonoma Co.) S. 192
Fig. 2a, franciscana (San Mateo Co.) S. 193 Fig. 2b; Casey , Notices I.
Rytus procurator (Clyde river) S. 286, gemmifer (Rockhampton),
arientalis (Neu Süd Wales) S. 287; Schaufuss a. a. 0. mit analytisher
Artentabelle auf S. 289.
Sagola terricola S. 832, castanea, excavata S. 884, sulcatw, oscu-
lans S. 885, foveale ! , elevata S. 886, brevitarsis, Upunctata S. 887,
dupUcata, tenuis S. 888, convexa S. 889 (Neu-Seeland); Broun a. a. 0.
Tychus striola (Südfrankreich) ; Guillebeau, L'echange, Lyon,
ISjuillet 1886.
Staphylinidae. Eppelsheim beschreibt Neue Staphylinen
vom Amur; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S.33— 46.
A. Fauvel zählt Les Staphylinides du N ord de TA frique
auf; Revue d'entomol. V S. 9—100 (555 A.).
Derselbe giebt ein 2. Supplement aux Staphylinides rec.
. . . dans la Valachie et la Dobroudja; ebenda S. 101, 102.
A. S. Olliff beginnt a Revision of the Staphylinidae of
Australia, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 403-473, die
Aleocharini enthaltend.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 307
Was mann 's Abhandlung über die Lebensweise einiger Ameisen-
gäste s. oben S. 242.
Apphiana (n. g. Aleochar.) ve)is (Wagga Wagga; Sidney;
unter Baumrinde) S. 422 PI. VII Fig. 1 ;
Dahra (n. g. Aleocharin.) myrmecophila (Fremantle, in Ameisen-
nestern) S. 453 Fig. 2, cuneiformis (King George's Sound) S. 454;
Olliff a. a. 0.
Eumitocerus (n. g. Tachyporin. Habrocero simile) tarsälis
(Californ.); Casey, Notices I S. 207 PI. VH Fig. 3.
Lena (n. g. Paederin. prope Medon) testacea (Texas) S. 212;
Bamona (n. g. Paederin.) capüulum (Nevada) S. 213;
Leptogenius (n. g, Paederin.) h-evicornis (Texas) S. 215 Fig. 6;
Casey, Notices I.
Derselbe stellt ebenda S. 217 eine Tabelle der mitScopaeus
verwandten Gattungen auf: Scopaeus, Scopaeodera, Leptorus, Orus
und beschreibt Scopaeus rotundiceps (Calif.) S. 217, truncaticeps (ibid.)
S. 219; Leptorus (n. g.) texanus (El Paso) S. 221, Ucolw (Austin)
S. 222, versicolor (Austin; Waco), longiceps (Austin) S. 224; Orus
parallelus (Calif.) S. 227, (0. punctatus Casey Fig. 10).
Mataris (n. g. inter Tachyusam et Myrmecoporam) Gh'ouvellei
(Yar); Fanvel, Revue d'entomol. V S. 112.
Pelecomalium (n. g. Homaliin.) hinotatum (Calif.) Fig. 11, mo-
destum (Calif.); Casey, Notices I S. 242.
Typhloponemys (n. g. Tachypor.) hypogaea (Ramleh, bei Ty-
phlopone oraniensis) S. 253;
Xenidus (n, g. Tachyporin.) retr actus (in Tabak von Sumatra)
S. 255; Hey, Revue d'entomol. V.
Casey stellt die unterscheidenden Merkmale der Gattungen
Colusa und Echidnoglossa einander gegenüber; Notices I S. 259.
Derselbe stellt in dem Bull. Calif. Acad. Sei. Vol. 2 No. 5 S. 38
eine neue vollständigere Tabelle der Gattungen der Paede rini mit
einfachem 4ten Tarsenglied auf: Hesperohium, Ababactus, La-
throbium,Trachysectus, Scopaeus, Echiaster,Stilicus, Orus, Ca ?o^erma,
Oligopterus, Lithocharis, Metaxyodonta (vgl. unten), Dacnochilus,
Liparocephalus ; hebt die Unterschiede der n. G. Hesperohium von
Cryptobium hervor S. 33, und giebt eine Revision of the Calif orni an
species of Lithocharis and allied genera, S. 1—32, nämlich
Caloderma n. g., Oligopterus n. g. S. 12, Lithocharis und Me-
taxyodonta n. g. S. 29, mit C. rugosum S. 5, continens S. 6, angu-
latum S. 7, mobile S. 8, contractum S. 9, luculentum S. 10, reductum
S. 11, tantillum S. 12; Oligopterus cuneicollis S. 13; Lithocharis
sinuatocollis S. 14, convei'gens S. 15, lepida S. 16, puberula S. 17, ma-
laca S. 18, latiuscula S. 19, sublesta!, consanguinea S. 21, contigua
S. 22, luctuosa S. 24, retrusa S. 25, gregalis S. 26, mimula S. 27, lan-
gfM^(?aS. 28; Metaxyodonta alutacea S. 30, quadricollis S. 31. —
U*
308 ^Y- Ph. Bertkau: Bericht üL. die wissensch. Leistungen
Vou Orus wird S. 06 berichtigt, dass nur die rechte Mandibel vier-
zähnig, die linke dagegen dreizähnig sei.
Derselbe stellt ebenda S. 228, 229 eine dem gegenwärtigen
Stande unserer Kenntnisse entsprechende Tabelle der Gattungen der
Paederini auf und macht Anmerkungen zu Ababactus, Trachy-
sectus, Caloderma, Oligopterus, Medon, Lithocharis, (Metaxyodonta =
Lithocharis), Liparocephalus, Aderocharis, Echiaster, Sciocharis.
Ababactus pallidiceps (Calif); Casey, Notices I S. 209.
Achenium m^ops (Teniet-el-Had) , cfi'ibriceps (Kairo); Fauvel,
Revue d'entomol. V S. 45.
Aleochara filuni iTraaf»; = spissicornis Er.\ Kraatz, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S.214. — A. adae (Sidney, an der Küste unter aus-
geworfenem Tang) S. 458, insuavis (Mouaro, N.S.Wales, in Koth)
S. 460, baliola (Tasmania) S. 462, vicina (King George's Sound) S. 464 ;
Olliff a.a.O.
Aleochara rudella (Tanger) S. 90, lamellata (Oran) S 91, Sare-
ptana (Luxor) S. 92, cephalica (Bou-Saada; Algier) S. 93, cornuta (Daya,
Oran) S. 94; Fauvel, Revue d'entomol. V, diversicornis (Lenkoran)
S.181; Eppelsheim in Radde S. 181.
Alianta porosa (Algier; auch Spanien); Fauvel, Revue
d'entomol. V. S.83.
Araphichroum flavicorne (San Francisco) S. 235, alutaceum (Calif.)
S. 236, pilosellum (ibid.) S. 237, veterator (ibid.) S. 238 , crassicorne
(Siskiyou Co.) S. 239; Casey, Notices I.
Apocellus 7iiger (Texas); Casey, Notices I S. 232.
Autalia elegans (Californ.); Casey, Notices I S. 204.
Bledius hoplites (Siam; Anam; Manilla); Fauvel, in Baer's
Catal. a. a. 0. S. 178.
Bryoporus vittatus (Kasbek) ; Eppelsheim in Radde S. 190.
Cafius caviceps (Neu-Seeland) ; Broun a.a.O. S. 942.
Calodera algophüa (NeuSeelSiiid); Broun a. a. 0. S.941, caHssima
(Tasmanien) S. 426, Pyrrha (N.S.Wales), Eritima (Wagga Wagga)
S. 429, aglaophanes (Port Lincoln) S. 430, Simsoni (Tasmania), pacliia
(Hobart) S.432, atypha (Tasmania) S.433; Olliff a.a.O.
Conurus humeralis (Chabarofka) ; Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 36, nigropictus (Lyiik); derselbe in Radde S. 189.
Coproporus pumilio (Lenkoran); Eppelsheim in Radde S. 188.
Cryptobium Koltzei (Chabarofka); Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 40.
Die Gattung Dasynotus ist mit Calodera synonym; Broun
a.a.O. S.941.
Dinusa Hipponends (Bone); Fauvel, Revue d'entomol. V S. 85.
Dolicaon sparsiventris (Manilla); Fauvel in Baer's Catal. a. a.
0. S. 179, pwnc%er (Larasch, Maroeco); derselbe, Revue d'entomol.
V S. 42.
im Gebiete der Eiitomologit' wählend des Jahres 1886. 309
Domeue lyrocera (Wladiwostok); Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 41.
Falagria pallipes (Tasmanien); Olli ff a. a. 0. S. 412.
Heterothops (exilis =) occidentis (Calif.); Casey, Notices I
S. 208, 263.
Homalium Utoi-eam (Nen-Seeland); Broun a.a.O. S. 942.
Homalota (Atheta) approximans (Chabarofka) S. 34, (H.) rudi-
ventris (ibid.) S. 35 ; Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886, rugata
(Teniet-el-Had; Algier); Fauvel, Revue d'entomol. V S. 72, molesta
(Sidney) S. 415, atyphella (ibid. ; Tasmanien), pilosa (Mt. Wellington)
S 416, chariessa (Hobart, Lottah, Tasmania) S. 418, indefessa (Lottah)
S. 420; Olli ff a.a.O., (Aleuonota) mirahilis (Lyrik); Eppelsheim
in Radde S. 186.
Hypocyptus giganteus (Bou-Saada, Constantine) S. 65, laxipunctus
(Daya, Oran) S. 66; Fauvel, Revue d'entomol. V.
Ilyobates Californicus und nigrinus Cos. (dies. Ber. 1885
S. 313) gehören in die Gattung Bolitochara; Casey, Notices I
S. 260.
Latlirimaeum humei'ale (Californ.); Casey, Notices I S. 243,
longicorm (Teniet-el-Had); Fauvel, Revue d'entomol. V S. 15.
Lathrobium (Glyptomerus) anophthalmum Faiiv. = coecum
Friv.; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 72.
L. prölatum (Philippinen); Fauvel in Baer's Catal. a. a. 0.
S. 180, impn-essum (Lyrik) S. 192, Xe^Zm (ibid.) S. 194; Eppelsheim
in Radde.
Leptochirus Luzonicus (L.); Fauvel in Baer's Catal. a.a.O.
S. 179, Haackei (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc. N.S.Wales
(2) I S. 142.
Leptusa riifescens (Lyrik); Eppelsheim in Radde S. 180.
Lomechusa montana (Calif.); Casey, Notices I S. 202, teres
(Kasbek, bei Ameisen); Eppelsheim in Radde S. 182.
Medon (peregrinus =) viator (Guelma; auch Turkestan) ; Fauvel,
Revue d'entomol. Y. S. 39, 99.
Mycetoporus additus (Blagowestscheusk) ; E p p e 1 s h|e i m, Deutsch .
Ent. Zeitschr. 1886 S. 38.
Myrmedonia cinctipennis (Talysch) ;Eppelsheimin Radde S. 183.
Ocypus (Arcodus) rufipes (Lenkoran); Eppelsheim in Radde
S. 191.
Orobanus ruß2)es (Calif.) S. 245 Fig. 13, densus (ibid.) S. 246
Fig. 14; Casey, Notices I.
Oxypoda ccdoderina (Bone), apkcdis (Syrien) S. 77, signifera
(Tunis) S. 78, rugifera (Teniet-el-Had, Algier) S. 79; Fauvel, Re-
vue d'entomol. Y, erythrocera (Lyrik) S. 184, caspfia (Lenkoran) S. 185;
Eppelsheim in Radde.
310 Dl' Ph. B e r tk a u : Bericht üb. die wissensch. Leistungen
Oxysoma Bedeli (Algier; Constantine) ; Faiivel, Revue d'ento-
mologie V S.88.
Oxytelus Celebensis (Java; Sumatra; Celebes; Manilla); Fanvel
in Baer's Catal. a. a. 0. S. 178.
Paederus Gottschei (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 179
Taf. XI Fig. 23.
Pelioptera astuta (Tasmania); Olli ff a. a. 0. S. 424.
Phloeocharis conurella (Bou-Saada); Fauvel, Revue d'entomol.
V S. 11.
Phloeopterus filicornis (Calif.); Casey, Notices I S. 234.
Planeustomus microphthalmus (Teniet-el-Had); Fanvel, Revue
d'entomol. V. S. 17.
Polylobus sodalis (Sidney) S. 438, longiilus (Shelley's Fiats),
}wtus (Sidney) S. 440, acceptus (Watson's Bay) S. 441, fiingicola
(Elizabeth Bay), ohesus (Sidney) S. 442, iisitatus (ibid.) S. 443, Tas-
maniens (Lottah) S. 444; Olliff a. a. 0.
Procirrus Aristidis (Lnxor, Aegypt.); Fauvel, Revue d'entomol.
V S. 33.
Pycnoglypta Heydeni (Chabarofka) ; Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 45.
Quedius fasciculatiis (Nikolajewsk; Chabarofka); Eppelsheim,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 39, duplex (Daya, Oran) S. 58, pimcti-
frons (Constantine) S. 59; Fauvel, Revue d'entom. V.
Silusa minor (Chabarofka) ;Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1886 S. 33.
Staphylinus Luzonicus (L.); Fauvel in Baer's Catal. a. a. O.
S. 180.
Stenus amiirensis (Blagowestschensk) S. 43, conformis (Chaba-
rofka) S. 44; Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886, velocipes
(Philippinen); Fauvel in Baer's Catal. a.a.O. S. 179, erythrocnemus
(Tiflis; Lenkoran); Eppelsheim in Radde S. 195.
Sunius melanopygus (Chabarofka) ; Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S 42.
Tachyusa crebrepunetata (Calif.); Casey, Notices I S. 203.
Thinobius /^e^erocent« (Bou-Saada); Fauvel, Revue d'entomol. V
S. 18, (Thinophilus) nodicornis (Lenkoran); Eppelsheim in Radde
S. 196.
Trogophloeus Siamensis (Java; Sumatra ; Siam ; Manilla) ; Fau-
vel in Baer's Catal. a. a. 0. S. 178, <^*7a^«coZZ*5 (Lenkoran) ; E'ppels-
heim in Radde S. 196.
Hydrophilidae. Exydrus n. g. für flavicornis und gibbosus,
S. 940;
Cercyodes (n. g. Cercyoni affine) laevigatus S. 941 (Neu -See-
land); Broun a. a. 0.
Aäolo^VLS vicinus, rugipennis (New-Seelsind); Broun a.a.O. S.939.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 311
Berosus mergus (Neu-Seelaud); Broun a.a.O. S. 883, ohscuri-
ceps (Madagaskar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 31,
Brachypalpus amhiijiuis (Dieppe; Lyon); Rey, Ann. Soc. Linn.
Lyon 1884 S. 13, 277.
In einem Beitrag zur Kenntniss der Coleopteren-
Gattung Calobius Woll. erkennt Reitter diese Gattung für
vollberechtigt an, hebt ihre Unterschiede von Ochthebius hervor und
giebt eine Uebersicht der bekannten Arten notabilis Rosenh.f qua-
drifoveatus Woll, Heeri Woll, quadricollis Muls., brevicoUis Baudi
und der neuen Steinhühleri (Pola) S. 199 ; Wien. Ent. Zeitg. 1886
S. 197-199.
Cercyon arenarius (Provence; Languedoc, in Sanddünen) S. 31,
siibsulcatiis (Marignane, Rhönemündung) S 32; Rey, Ann. Soc. Linn.
Lyon 1884.
Helochares suhcompressus (Vaucluse); Rey, Ann. Soc. Linn.
Lyon 1884 S. 14.
Helophorus (arcuatus Muls. S. 18) , asperatiis (Alpes fribour-
geoises), (discrepans Pandelle) S. 19; Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon 1884,
Sicidus {S.); Kuwert, II Naturalista Siciliano, V, S. 205; vgl. unten.
Kuwert's Fortsetzung der Beiträge zur Kenntniss der
Helophoren aus Europa und den angrenzenden Ländern
in der Wien. Ent. Zeitg. 1886 S.90— 92, 135—139, 169 beschäftigt
sich mit H. Mesopotamiae (Euphrat, auch Kaspisee), Sahlbergi
(Sibirien) S. 90, fallax (Preussen; Finnland) S. 135, incertus (Lappland)
S. 136, Siculus (S.; vgl, oben) S. 137, balticus (Preussen) S. 138, confrat&r
(Südungarn) S. 169; zieht die Existenz des H. villosus Duftsch. in
Frage und führt für die von Küster für villosus Duftsch. gehaltene
stark behaarte südliche Varietät des aquaticus L. den Namen Milleri
ein S. 92 und zieht H. mii-abilis Miller, die der angebliche Autor
nach seiner eigenen Mittheilung nie beschrieben hat, ein.
Derselbe giebt eine General - Uebersicht der Helo-
phorinen Europas und der angrenzenden Gebiete, ebenda
S. 221—228, 247—250, 281—285.
Hydraena assimilis (Lyon; Beaujolais; Alpen; Jura, Pyrenäen)
S. 26, subdeficiens ( Villie-Morgon ; Avenas) S. 27, subimpressa (Lyon;
Saint-Raphael), regidaris (Frejus ; Saint-Raphael ; Soreze) S. 28, longior
(Hyeres) S. 29 , monticola (Freiburg , Schweiz) , emarginata (Hautes-
Pyrenees) S. 30, truneata (Grandes-Ghartreuse) S. 31; Rey, Ann. Soc.
Linn. Lyon 1884.
Hydrochus (bicolor Dahl ined. = nitidicollis J. Duval S. 20),
impressus (Provence; Korsika) S. 21 ; Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon 1884.
Ueber den Darmkanal des Hydro philus piceus s, oben S. 237.
H, angustior (Frejus, Hyeres); Rey; Ann, Soc. Linn. Lyon 1884
S. 227.
312 l)i"- Ph. Bertkaii: Bericht üb. die wissenscb. Leistungen
Laccobius regularis (Lyon; Hautes Pyrenees); Rey, Ann. Soc.
Linn. Lyon 1884 S. 14.
Limnobins crmZ/er (Oesterreich; Schweiz; Dresden, vennuthlich
auch französ. Alpen) S. 15, panctillatus (Beaujolais) S. 16, (myrmidon
PandelU), (Bolimnius) oblongus (Saint -Raphael, Var) S. 17; Eey,
Ann. Soc. Linn. Lyon 1884.
Casey stellt eine analytische Tabelle der Nordamerikani sehen
Limnocharis- Arten auf und beschreibt die neuen jJoUta (S. Fran-
cisco), angiistula (Texas) S. 168, ahitacea (Mendocino) S. 169, congener
(ibid.) S. 171, coniciventris (Texas) S. 171; Notices I a. a. 0. S. 167 ff.
Ochthebius (meridionalis Dej. cat. = marinus var. ß. Muls. S. 21),
deletiis (Vendres, THerault) S. 22, siibabruptus (Toulon), (obscurus
Dejean Cat. = margipallens varr. B et C Muls.) S. 23, Barnevillei
(Pandelle ined.) (Hautes Pyrenees), loUcollis (Port Vendres, Pyr.-
Orient.) S. 24, dentifer (Pandelle ined.) (Saint-Raphael ; Hyeres) S. 26 ;
Rey, Ann. Soc. Linn. Lyon 1884.
Reitter behandelt die Ochthebius- Arten aus der Gruppe
des 0. Lejolisii Muls. mit pleuralis (Syrien) und adriaticus (Pqi\^)
S. 157; Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 156 f.
Paracymus punctülatus (Nizza; Var): Rey, Ann. Soc. Linn.
Lyon 1884 S. 273.
Ry gmodus _pimci*cep5 (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 757.
Gyrinidae. M. Regimbart bringt ein 1. Supplem. zu seinem
Essai monographique de la famille des Gyrinidae; Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 247— 272 PI. 4 Fig 5—17.
Aulonogyrus zanzibaricus ist als Var. zu algoensis zu ziehen,
S. 251; neu ist A. WetU! (Westafrika); Regimbart a. a. 0. S. 250
(und richtig geschrieben VetU; Notes Leyden Museum 1886 S. 142).
Dineutes denticulatus Begimb. muss heissen bidens Vollenh.
S 247; neu ist D. cribratus (Westafrika) S. 248 (auch Notes Leyden
Museum 1886 S. 141) ; der D. indicans Walk, ist = Porrhorrhynchus
brevirostris Big. und hat unter dem Walker'schen Artnamen bei
Porrhorrh. zu bleiben; Regimbart, Ann. Soc. Ent. France 1886.
Enhydrus Froggatti (Fly river); Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I S. 141.
Gyretes bifenestratus (Venezuela) S. 258 Fig. 7, Eenoni (Algier)
S. 259 Fig. 8; Regimbart a. a. 0.
Gyrinus aegyptiacus Beg. ist als Var. zu niloticus Waltl. zu ziehen ;
dagegen sind caspius Menetr. und Suffriani Scriba, die de Borre
als Formen von natator ansah, selbständige Arten, S. 251, 253; Re-
gimbart a. a. 0.
Orectochilus Desgodinsi (Darjiling) S. 260 Fig. 10, puncidatus
(Madras) S. 261, oblong iuscuhts (Bedang; Lidien) Fig, 11, Baeri (Ma-
nilla) Fig. 12 S.262; Regimbart a.a.O.
Orectogyrus subseriatus (Zanguebar) S. 265 Fig. 15, Stampßi
im Gebiete der Entomologie! wälirend des Jahres 188(). 313
(Liberia) Fig. 16, Leroyi (Zaiiguebar) Fig. 17 S. 266, distinctus (==
schistaceus Eeg. nee Gerst.) S. 267, (ciiprifer var. elongatus S. 268) ;
Regimbart a.a.O., (0. Stampflü und cuprifer var. elongatus auch
Notes Leydeu Museum 1886 S. 143).
Dytiscidae. Seidlitz sprach auf der 59. Vers. Deutsch.
Naturf. und Aerzte 1886 in Berlin über dieGenealogie derDy-
tisciden; Tageblatt S. 338 und Entom. Nachr. 1886 S. 313.
Preudhomme de Borre giebt eine Liste des cent dix-sept
especes de Coleopteres carnassiers aquatiques actuellement
authentiquement captures en Belgique (6 Gyrin, 111 Dytisc): Ann.
See. Ent. Belg. XXX S. 19—23.
Exocelina (n. g.) advena (Neu- Seeland, in Brackwasser);
Broun a. a. 0. S. 939.
Acilius fasciatus $ mit ungefurchten und glatten Flügel-
decken; Cameron, Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 300.
Hultgren entdeckte, dass die gewöhnlich von den Flügeldecken
bedeckte Oberseite des Hinterleibes von Gaurodytes einen lebhaften
Metallglanz hat, der von grün in blau, kupfern oder bronzefarben
schillert, und legte sich die Frage vor, welche Bedeutung diese Er-
scheinung für die Biologie des Käfers habe. Entom. Tidskr. 1886
S. 9, 125.
Bemerkungen über G. Lapponicus , Wasastjernae Sahlhg.,
Haeffneri Aube (= Mimmi SahTby., $ =: opacus Aube), angusticollis
Sahlhg. S. IX; für guttatus FayT^., binotatus Auhe, nitidus F. wird
die n. Utg. Bichodytes S. X aufgestellt; Thomson, Bull. Ent.
France 1886.
Haliplus oceanicus (Sumatra); Regimbart, Notes Leyden
Museum 1886 S. 139.
Carabidae. Ueber das Eierlegen von Carabiden s. oben S.241.
Geh in 's neuer Catalogue synonymique et systematique des
Carabides findet eine liebevolle Besprechung von Seiten Kr a atz' in
der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 225—238.
Derselbe: Ueber eine Caraben - Sendung von der Suyfun-
Mündung vom Amur ; ebenda S. 257 — 268.
Bates schreibt On the Geodephagous Coleoptera col-
lected ... in Ceylon; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII 68-81, 143
bis 156, 199—209 und schliesst daran Bemerkungen über die von
AValker beschriebenen Arten, S. 210— 212.
Preudhomme de Borre stellt eine Liste des trois cent qua-
rante especes de Coleopteres carnassiers terrestres actu-
ellement authentiquement captures en Belgique avec le
tableau synoptique de leur distribution geographique dans le pays
zusammen; Ann. Soc. Ent. Belg. XXX S. 7—18.
B. Halbherr: Elenco sistematico dei Coleotteri finora
raccolti nella valle Lagariua. Fase. 1. Cicindelidae-Carabidae.
314 Dl'- Ph. Bert, kau: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
(Publ. fatta per cura del Civico Museo dl Rovereto, 1885 S. 1 —45
Ist nach Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 80, ein Verzeichniss der
in Südtirol vorkommenden Arten mit Sammeldaten und Fundort-
angaben; 5 Cicind., 256 Carabid.
Calathomimus (n. g. Harpalo affine) maculatus (Bogawanta-
lawa) S. 77, consors (ibid.) S. 78; Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII.
Chondressus (n. g. Scaritin.) gramiUpennis (Mamboia); Bates,
Entom. Monthl. Mag. 22 S. 192.
Elasmopterus (n. g. Tapinoptero affine) Oertzeni (Parnass);
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S.431.
Mamboicus (n. g. Ochyropodi proximum) Lastii (Mamboia);
Bates, Entom. Monthl. Mag., 22, S. 191.
Stricklandia (n. g. Pericalin.) pericalloides! (Fly river);
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 139.
Abacetus Wakefieldi (Mombasa) S. 55, Cameronus (Kamerunberg)
leistoides (Gabun), Nyassae (Nyassa See) S. 56; Bates, Entom. Monthl.
Magaz. XXIII, Uoderes, carinifrons (Colombo); derselbe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XVII S. 144.
Acupalpus Beitteri (Palermo) S. 158, dorsalis var. Proserpinae
(lago di Pergusa) S. 159; Ragusa, II Naturalista Siciliano, V.
Amara (Celia) coraica (Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886 S. 173.
Anchomenus Haastü S. 747, Sandageri S. 748, (Helmsi Sharp
S. 749), liicifiigiis S. 819, oreobius S. 876, Adamsi S. 937 (Neu-Seeland) ;
Broun a.a.O.; ülocatus (Nuwara Eliya, Ceylon); Bates, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XVII S. 146.
A. Sahlbergi Chaiid. new to Europe (in Schottland); Fowler'
Entom. Monthl. Mag., XXII, S. 264— 266; King, Proc. Nat. Hist.
Soc. Glasgow (N. S.) I S. LXXXVII.
AmWws» pallidus (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 918.
Gestro beschreibt und bildet ab in seinen Appunti per lo
studio degli Anophthalmus italiani nochmals 5 bereits früher
in den Ann. Mus. Civ. Genova II beschriebene sowie 4 andere Arten ;
Bull. Ent. Ital. 1886 S. 33—41 Tav. I Fig. 1—8.
Abeille de Perrin schreibt eine Etüde sur les Trechus
aveugles du Dauphine; Revue d'entomol. V S. 138— 140; die
Formen der Dauphine gehören zu den beiden Arten delphinensis
und Gounellei.
Anoplogenius impubis (Söul, Korea); Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 177, microgonus S. 78, renitens (Colombo, Ceylon); Bates, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XVII.
Anthia Gem-gei (Guinea); Fairmaire, Le Naturaliste, 15 fevr.
1886 S. 224.
Bembidium Musae, latiusculum S. 755, nesophüum, tantillum
S. 828, tekapoense S. 880, antennatum S. 881 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0., europs (Kandy); Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5)XVn S. 156-
im Gebiete der Eiitomo]oi>ie wäbreiicl des Jahres 1886. 315
Blechrus xanthopus (Colorabo); Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVII S. 206.
Calathus aeneocupreits, lateritius S. 314, fdlsicolor S. 815(Yunnan) ;
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886.
F. Birthler schreibt über die Varietäten der Siebenbürgischen
Käferart Carabus Rothi Bej.; Verh. \\. Mitth. . . . Hermannstadt,
XXXV S. 69-76.
V. Kraatz setzt seine ergänzenden Bemerkungen zu
Dr. Gerstäcker's Monographie der chilenischen Carabus-
Arten fort; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 145—155, 417—420;
über Ceroglossus Darwinii Hop^ — v. Kraatz S. 155 — 163.
Kraatz macht ebenda S. 165—172 Bemerkungen zu letzterem
Aufsatz; wirft S. 172 die Frage auf: AVeshalb soll C. Darwinii
nicht die blaue Rasse von gloriosns sein?, äussert über
C, Buqueti Lap. die Vermuthung, dass sie C. gloriosns Gerst., und
über psittacus Gerst., dass sie sybarita v. Kraatz sei ; C. melanopterus
Gerst. ist vielleicht Var. von Darwinii Gerst.; vgl. S. 422, 423—425.
Derselbe desgl. über Megadontus pseudoviolaceus, Andrczejuskyi
Fisch, und candisatus Duft.; ebenda S. 209 — 211.
Derselbe: lieber die Artrechte einiger französischer
Carabus; ebenda S. 215— 218.
Gar. (Megadontus) Staudingeri (Alai); Gangibaue r. Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 183.
Die spanisch-portugiesischen Hadrocarabus sind nach
demselben, ebenda S. 373—382, sämmtlich Varietäten von den
beiden Arten C. latus Bej. (neue Rassen: aragonicus S. 375, alican-
tinus S. 376, albarracinus S. 377, alcararacinus Kraatz S. 384, pm-t-
alegrensis S. 378) und des C. maci'ocephalus Bej.
Car. Belavayi S. 308, Yimnanus S. 309 (Yunnan); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 und Le Naturaliste 15 fevr. 1886 S. 223,
scabriusculus var. caramanus (Akbes) S. XXI, auratus var. Ugericinus
(Mt. Lozere) S. XXII; derselbe ebenda Bulletin., lineellus (Turkestan)
S.215, distinctus (Suyfun) S. 269; Haury, Le Naturaliste 8.
Kolbe erörtert die verwandtschaftlichen Beziehungen
von Eury carabus Geh. zu Pro ernstes Bon.; Entom. !Nachr. 1886
S. 273—279.
Die Notice sur quelques Carab^es russes von A. Se-
men ow bezieht sich auf die Beschreibung von Cratocephalus (?)
Akinini Moraic, Carabus miles n. sp. (Transkaspien) S. 232, nitens L.
var. niger S. 234, Mac-Leayi Bej. ; Hör. Soc. Ent. Ross. XX S. 230
bis 235.
Carabus (Megadontus) Bdkhtouroffi (Pamir) S. 268, (Car.)
Koenigi (westl. Kaukasus) S. 269; Gangibaue r ebenda.
Catascopus cingalensis (Ceylon); Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVII S. 203.
3 1 n Dr. P h. B e r tk a u : Bericht üb. die wissensch. Leistmigeii
Chlaenius cyaneonitens, convexus (Yunnan); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1886 S. 310, Mamhoianus (Mamboia) S. 10, euryscopus
(G-abiin), Lastü (Mpwapwa) S. 11, Swahüius (ibid.), Malmlolo (Mo-
zambique; Zambesi), sculptiUs (Mamboia) S. 12; Bates, Entom,
Monthl. Magaz. XXIII, nigripes (Fly river); Macleay, Proc. Linn.
Soc. N. S. "Wales (2) I S. 140.
Cillemim Clialmefri (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 881.
Colpodes semiaeneus S. 315, siibsericatus, stricticolUs, sycophanta
S. 316 (Ynnnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886, xenos
S. 146, lampriodes S. 147, retusus, repletus S. 148, iteratus S. 149
(Ceylon): Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVH.
Coptolabrns constricticollis (Suyfun; Amur); Kr a atz, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 241 Fig. 1, 3, Taliends (Yunnan); Fairmaire,
Le Naturaliste 15 fevr. 1886 S. 223 und Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 308.
Craspedophorus glaber, Cameronus XXII S. 196, deflexiis
(Kamerunberg), äbnormis (Mpwapwa) XXIII S. 9; Bates, Entom.
Monthl, Mag.
Ueber Cychrus rostratus und elongatus s. Thomson,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 31.
C. Davidis (Yunnan); Fairmaire, Le Naturaliste 15 fevr.
1886 S. 223 und Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 307.
Dichrochile nitida S. 746, cinctiger S. 747 (Neu-Seeland); Broun
a. a. 0.
Disphaericus ovicoUis (Dikoya, Ceylon); Bates, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVII S. 73, muUiporus (R. Ogowe), tarscdis (Angola) S. 193,
Lastii (Mamboia) S. 194; derselbe, Entom. Monthl. Mag., 22.
Dolichoctis vitticolUs, gonioderus S. 204, fasciola S. 205 (Ceylon) ;
Bates, Ann. a. Mag. N.H. (5) XVII.
Dromius ortJiogonioides (Dikoya, Ceylon) S. 205, steno (Nuwara
Eliya) S.206; Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII.
Epigraphus insolitus (Kamerunberg); Bates, Entom. Monthl.
Magaz. XXin. S. 10.
Eucamptognathus fulgidicinctus (Madagaskar); Neervoortvan
de Poll, Notes Leyden Museum 1886 S. 229.
Haptoderus cälathoules (Neu-Seeland); Broun a. a. 0. S. 879.
Holcaspis cribrale! S. 752, catemdata S. 753 (Neu-Seeland);
Broun a. a. 0., mucronata, hyhrida S. 826, praecox S. 827, impiger
S. 879, mordax S. 938; derselbe ebenda.
Lagarus (?) impunctatus (Colombo); Bates, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVII S. 145.
Lecanomerus stenopus (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 880.
Leistus anyidicollis (Yunnan); Fairmaire, Le Naturaliste
15 fevr. 1886 S. 233 und Ann. Soc. Ent. France 1886 S. 307.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 317
Lionychiis alhivittis (Peradeniya, Ceylon); Bates, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVn S. 207.
Mecodema rugicoUe S. 745, venator S. 817, litM-eum S. 87 o (Neu-
seeland); Broun a.a.O.
Megalonychus sculiMlis (Mpwapwa) , exdsus (Mamboia) S. 54,
SwahiUus (ibid.) S. 55; Bates, Entom. Monthl. Magaz. XXIIL
Menigius afrellus (Mpwapwa), Blamboicmus (M.); Bates, Entom.
Monthl. Mag. 22 S. 191.
Metaglymma punctifer S. 744, oblomja S. 746, a'eneoniger S. 818,
ohtusum S. 819, rußpes S. 876 (Neu-Seelaud); Broun a.a.O.
Nebria lividipes, Chaslii (Kiang-sij; Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 306, letztere auch Le Naturaliste 15. fevr. 1886
S. 223.
Omaseus diversus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 311.
Oopterus carinatus S. 754, fidvipes, soln'intis S. 936 (Neu-See-
land); Broun a. a. 0.
Pantophyrtus punctatostriatus (Alai); v. Hey den. Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1886 S. 183.
üeber Patrobus clavipes s. Thomson, Bull. Soc. Ent.
France 1886 S. IX (nach Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 S. 202,
auch bei Berlin; die Schenkel sind aber nur beim $ deutlich an-
geschwollen).
P. Yumianus (Y.); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1886
S. 317.
Perigona sinuaticoUis (Dikoya) S. 149, Beccarii var. siiffusa
S. 151; Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVn.
Plauetes simplex (Peradeniya, Ceylon); Bates, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVn S. 199, unkolor (Fly river); Macleay a. a. 0. S. 137.
Granglbauer nimmt eine Revision der caucasischen
Plectes- oder Tribax- Arten vor; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886
S. 305—336, mit Tr. Starekianus S. 317, obtusus S. 319, Plasoni S. 322,
coi'dicolUs S. 325, platypterus S. 333, circassicus S. 334.
Poecilus laevigatus Mm. = liosomus Chaud.; neu ist Sogines
Balassogloi (Turkestan) ; Tschitcherine, Hör. Soc. Ent. Ross. XX
S. 242.
Ueber Procerus s. v. Kraatz -Küschlau, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1886 S. 421 f.
Pseudophonus hospes var. insularis (Sizilien); Ragusa, II
Natural ista Siciliano, V, S. 97.
Pterostichus procerulus (Neu - Seeland) ; Broun a.a.O. S. 827,
simiUimus, (Euryperis) curtatus (Yunnan); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1886 S. 312.
Scopodes venustus, planus S. 756, tardus, pustulatus S. 757,
318 Dl*- Pli. Bertkaii: Bericht üb. die wissensch. Leistungen
levistriatus S. 829, bryojyhilus, eognatus S. 882, antennalis S. 883 (Neu-
seeland); Broun a.a.O.
Selenophorus iempem^w« (Söul, Korea), Kolbe, dies. Arch. 1886
S. 176 Taf. XI Fig. 22.
Siopelus ferreus (Nuwara Eliya. Ceylon); Bates, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVII S. 76.
Sparostes brevüobis (Zambesi); Bates, Entom. Monthl. Mag. 22,
S. 193.
Sphaeroodes impunctatus (Mombas); Bates, Entom. Monthl.
Magaz. XXIII S. 54.
Stenolophus polygenus (Nuwara Eliya) S. 79, opaculus (ibid.)
S. 80; Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII.
Tachycellus lamp'us (Colombo); Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVII S. 80.
Tachys siibvütatus S. 151, spilotus S. 152, eu[ejides, peryphimis
S. 153, infans S. 154, ampUans S. 155, notaphoides S. 156 (Ceylon);
Bates, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII.
Tantillus vittatus (Bogawantalawa, Ceylon) ; B ate s , Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVn S. 202.
Reitter giebt eine Uebersicht der bekannten Tapi-
nopterus-Arten, Wien. Ent. Zeitg. 1886 S. 170— 174 mit (Spe-
luncarius subg. woy .) anophthalmus (Dalmatien) S. 171, (Tapinopterus
in spec.) imperialis (Nord-Morea) S. 172, thessalicus (Th.) S. 173 und
errichtet für T. ambiguus Fairm. die n. G. Adeloptterus und für
T. crassiusculus Chaud. Haptotapinus S. 174.
Kolbe giebt eine tabellarische Uebersicht von 16
Tefflus-Arten mit T. zanzibaricus S. 227 und Beichardi (Tan-
ganjika; Lulua) S.228; Entom. Nachr. 1886 S. 225— 229.
T. cychroides (Mamboia) ; Bates, Entom. Monthl. Mag., 22, S. 195.
Tetragonica mellea (Colombo), catenata (Bogawantalawa), inter-
media (Horton Plains) S. 208, euproctoides (Colombo) S. 209; Bates,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII.
Tetragonoderus Cursor (Kandy) S. 201, ßmbriatus S. 202; Bates
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII.
Trichosternus putus, Combesi, humer alis S. 750, Fultoni S. 751,
Enysi S. 752, opulentus S. 820, Waihourensis, monticola S. 821, aeru-
ginosus, asper atus S. 822, chloris, grassator S. 823, patruelis, fusulus
S. 824, cephalotes, vagans S, 825, alternus, Urquharti S. 877, curvipes
S. 878, erythropus S. 913, meritus, angidatus S. 914, convexus, agriotis,
erraticus S. 915. ri^yarius, curtulus S. 916, suspicax S. 917, amplicollis
S. 918, virens S. 937 (Neu-Seeland) ; Broun a. a. 0.
Tropopterus marginalis S. 749, oxygonus S. 820 (Neu -Seeland);
Broun a. a. 0.
Zabrus chinensis (Ymmsiii); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1886 S. 313.
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1886. 310
Cicindelidae. J. Demoor stellt eine Liste des Cicindeli-
des decrits posterieureme'nt an catalogue de Munich
znsammen; Ann. See. Eut. Belg. XX S. 46 — 53.
E. Fleutiaux liefert Descripltions d'especes nouvelles
de Cicindelides; ebenda Bull. S. 86— 90.
Neervoort van dePoU fand auf Curagao Tetracha n. sp.,
sobrina Dej. und Cicindela auraria Klug; Notes Leyden Museum 1886
S. 225—227.
Zur Gruppirung der Cicindelinae; vonF. Rühl; Societas
Entomologica I S. 50, 61.
Cicindela CampbeUi (Auckland); Bronn a a. 0. S. 817, Delavayi
S. 303, Armandi S. 304, Taliensis S. 305 (Yunnan); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1886 und Le Naturaliste 1886 S. 223, (Cylindera)
dolens (Indien); Fleutiaux, ebenda Bull. S. CXI, (Calochroa) Sum-
hawae (S.) ebenda S. CXII, mandarina (Nordchina; Japan) S. 87,
despeda (Indien), auricollis (Sumbawa) S. 88; derselbe, Bull. Ent.
Belg. 1886.
Kolbe verbreitet sich über die Merkmale der C. gemraata
Falderm und bildet den Käfer auf Taf. X Fig. 21 ab ; dieses Archiv
1886 S. 164-170.
Dromica (Myrmecoptera) purpiirascens (Mamboia), (Cosmema)
quadriguttata (ibid.); Bates, Ent Monthl. Mag., 22, S. 189.
Megacephala Baocteri (Ugogo, Innerafrika); Bates, Ent. Monthl.
Mag., 22, S. 188.
Megalomma ÄeZMa (Madagaskar); Fleutiaux, Bull. Ent. Belg.
1886 S.86.
Odontochila siimamarica (Para); Fleutiaux, Bull. Ent. Belg.
1886 S. 87.
Tetracha curacaoica (C); Neervoort van de Po 11 a.a.O.
S. 226.
320 Dl"- G-. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Bericht
über die Leistungen in der Carcinologie während
der Jahre 1885 und 1886.
Von
Dr. G, Herbert Fowler
in London.
(Uebersetzung von Dr. F. Hilgendorf.*)
I. Verzeichniss der Publikationen.
Aurivillius, C. W. S. i) Krustaceer hos Arktiska Timi-
kater. Vega Exp. Vet. Jakt. IV. pag. 223. 1885.
— 2) Crustaces parasites des Tnniciers arctiques. Extr.
in BulL Soc. Zool. France, X, pag. 281—2. 1885.
— 3) Bemerk, zu e. Aufsatze: „Descrizione di un nuovo
Lichomolgns parassita del Mytilus gallo-provincialis".
ZooL Anz. 188G IX, pag. 77—79. — Betrachtet den
von Raifaele beschriebenen Lieh, als identisch mit
Modiolicola irisignis Aur.
Ayers, H. On the Carapax and Sternum of Decapod
Crustacea. Bull. Essex Inst. XVII, pag. 49—59, 2 Taf. ;
188G. Ausz.: J. R. Micr. Soc. 1887 pag. 85. — Sieht
den Carapax an als gebildet aus den Terga der An-
tennen- und Mandibular- Somiten; seine Anschauung
gründet sich auf den Bau von jungen Squilla und Zoea.
*) Einige Zusätze und Aenderungen der Anordnung rühren
gleichfalls vom Uebersetzer her. Da der Bericht des Herrn Ref. im
wesentlichen mit dem im Londoner „Record" übereinstimmte, sind
diese Abweichungen durch einen Vergleich der beiden Bearbeitungen
leicht zu constatiren, so dass von einer Kennzeichnung der Zusätze
hier Abstand genommen werden konnte. F. Hf.
in der Carcinologie wählend der Jahre 1885 und 1886. ;^-21
Beddard, F. E. i) Note on tlie Distribution of tlie Gen.
Serolis and its occurrence on the Sliores of New Zea-
land. N. Zealand Journ. Sc. II pag\ 388—390. 1885. —
Wahrscheinlich ursprünglich in der südlichen Hemi-
sphaere und nordwärts gewandert.
— 2) Preliminary Notice of the Isopoda collected during
the Voyage of H. M. S. „Challenger". Part II, Munno-
imdae. Proc. Zool. S. Lond. 1885, pag. 916—925. —
14 sp. n., 1 gen. n.; Bemerk, üb. Verbreitung.
— 3) id. Part III, ebd. 1886, pag. 97— 122. Kurzer Be-
richt üb. 45 sp. n.; Bern. üb. Verbr.
— 4) The Isopoda collected by H. M. S. „Challenger" II.
Challenger Rep., Zool. XVII, 178 pag., 25 Taf., 1 Karte.
1886, — Folgt der Classification von Sars (s. u.); ba-
thymetrische Verbreitung pag. 157 — 163, horizontale
Verbr. pag. 163 — 5; Augen der Tiefsee-Formen, pag.
■ 165; Entwickelung der Stacheln bei Tiefsee- und
arktischen Formen pag. 167.
Bell, F. J. Comparative Anatomy and Physiology, Lon-
don 1885. 120.
Bellonci, Intorno al gangiio ottico degli arthropodi su-
periore. Intern. Journ. Anat. u. Hist. III, pag. 195 — 204,
1 Taf. 1886. — Behandelt Gehirn u. optische Ganglien
von Porcellio, Idotea, Nephrops u. Squilla.
Beneden, E. van. Sur la presence ä Liege du Niphargus
pnteanus. Bull. Acad. Sc. Belg. VIII, pag. 650 — 2. 1885.
— Trotz des mangelnden Augenpigments gegen Licht
empfindlich.
Benham s. Lankester.
Bert, P. Animaux d'eau douce dans l'eau de mer.
Cont. rend. soc. biol. Paris 1885, II pag. 525. — Ex-
P perimente an Daphniden.
Bertkau, Ph. Zwei Bemerk, zu E. Ray Lankester's
Artikel: „Prof. Claus and the Classif. of the Arthro-
poda". Zool. Anz. 1886, IX pag. 430—2.
Blanc, H. Developpement de l'oeuf chez la Cuma RathkiL
Recueil zool. Suisse, II pag. 253—274. 1885. — Eier
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. y
322 E)r. G. Herbert Fo wie r: Bericht über die Leistungen
von einem germiualen Syncytium gebildet, allgemeine
Entwickl. der der Isopoden gleichend.
Boas, J. E.V. 1) Bemerk, üb. Apseudes. Morph. Jahrb. XI.
pag. 1. 1885. — „Zur Abwehr gegen Prof. Claus".
— 2j Kleinere carcin. Mittheil. Zool. Jahrb. II, pag. 109
bis 116. 1886. — Apseudes sp. n. und Bemerk, be-
züglich der obigen Discussion.
Borre, A. P. de. 1) Notes sur les Crustaces Isopodes de
Belgique. Ann. s. entom. Belg. XXX, Cr., pag. 74
bis 86. 1886. — Armadillid. vulg. u. sulc. ; Pore. Rath-
kii, dilat., scab., laevis; Metop. pruin. ; Platya. Hoifm.;
On. mur.; Philosc. musc; Trichon. pus. ; Ligid. hypn.;
Lig. ocean. ; Tanais DuL; Anceus mar.; Neroc. biv.;
Aega em.; Slabberina ag.; Sphaer. serr.; Idot. mar.
u. lin. ; Asell. vulg.
— 2) Crustaces isopodes recueillis par van Volxem en
Portugal en 1871. Ebenda, pag. 112—3. 1886. — Ar-
mad. off. ; Eluma purp. ; Armadillid. vulg. ; Pore, flavo-c. ;
Metop. sexf.; Leptotr. Panz.; Phil, musc; Lig. oc.
Ausserdem einige Fundortsangaben für Onisc. aus
anderen Ländern.
Bourne, G. C. Fauna of Diego Garcia, Chagos Group.
Proc. Zool. S. London, 1886. pag. 331. — Bestätigt
die öfters angezweifelten Berichte über das Erklettern
der Cocuspalmen durch Birgus latro.
Bovallius, C. i) A new Isopod from the Swedish Arctic
Exp. of 1883, Stockholm 1885, 8^. Bihang til Svenska
Ak. Handlingar, X, No. 9. — Aegiochus, g. n.
— ^) Mimonectes^ a Remarkable Genus of Amphipoda Hy-
peridea. Upsala (Sep.-Abdr.): 1885, 4*\ Nova Acta
Upsal. (3) XIII (1886), Art. 4. — Diese neue Gattung
nöthigt zur Aufstellung einer n. Farn.; bemerkens-
werthe Mimicry nach Medusen.
— 3) A new Isopod from the Coast of Sweden. Stockholm
1885, 80. Bih Svenska Akad. Handl. X, No. 10.
~ *) Amphipoda synopidea. Upsala 1886, 4», 36 pag.
3Taf.
— ^) Remarks on the Genus Cysieosoma or Thaumatops,
in der Carciiiologie während der Jahre 1885 und 1886. 323
Bill. Sv. Ak. Handl.XI 188G No. 9, 16 pag, ITaf. — Der
ältere Guerin-Meneville'sche Name muss dem Wille-
moes-Sulim'sclien Thaunudops weichen; die Farn, steht
zwischen den Mimonectidae und Phronimidae und
enthält 4 Sp., wovon 2 neu.
— •') Notes on the Family Asellidae. Ebd. Nr. 15, 54 p.
— Synonymie und diagnostische Charaktere der Gen.
u. Sp. dieser Fam. ; 3 gen. nov.
— "') On some Forgotten genera of Amphipodous Cru-
stacea Ebd. X No. 14; 18 pag., 1 Taf. — Stellt die
drei Gatt Lanceola (Say), Tyro (M.-E.) u. Tauria
(Dana) wieder her; vorl. Diagnose neuer, in einer
späteren Monogr. ausführlicher zu behandelnden Sp.
— 8) New or imp. known Isopoda I II, s. pag. 374.
Brady, G. S. ^) Fresh-water Entomostraca from South
Australia. Proc. Zool. Soc. London 1886 pag. 82 — 93,
3 Taf. — Mehrere neue Phyllopoden und Ostracoden.
— ^) Entomostraca collected in Ceylon. Journ. Linn. S.
XIX pag. 293— 315, Taf. 37— 40 1886. — Beschrei-
bungen und Abb. neuer Sp. ; die marinen Formen
wurden bei Calpentyn, am Manaar-Golf, die des süssen
Wassers bei Colombo erbeutet. Auch einige ältere
Sp. abgebildet. Die Süssw.- Fauna zeigt eine ent-
schiedene Aehnlichkeit mit der Nordeuropas. Eine
n. Gatt. Cyprinotas.
Brauer, F. lieber Aiiemia u. Branchipas. Zool. Anz.
IX, pag. 364 — 365. 1886. — Findet einen Unterschied
zwischen diesen Gattungen in dem Vorhandensein oder
Fehlen der Caudalgabel, der von Schiemankewitsch
nicht erwähnt wird.
Bronn, H. G. Klassen u. Ordn. des Thierreichs V, Abtlil. 2,
Liefr. 16 — 17, pag. 417 — 512. (bearb. von A. Ger-
stäcker) 1886; Amphipoden (Lebenserscheinungen,
Systematik).
Brooks, W. K. ^) Notes on the Stomatopoda. J. Hopkins
Univ. Circ. V, No. 43 1885, auch in Ann. Mg. N. H.
(5) XVII, pag. 166 u. J. R. Micr. Soc. 1886, pag. 69. —
Sieht eine Erichtheiff^-hsivve in eine Lysiosquüla über-
y*
324 Dr. Gr. HerbertFowler: Bericht über die Leistungen
gehen; beschreibt gegrabene Höhlen von Lysiosq, u.
Sq. empusa; Stridulationsgeräusch der letzteren über
dem Wasser hörbar.
— 2) and Bruce, A. T. Abstract on the Embryology of
Limuhis polyphemns. J. Hopkins Univ. Circ. V, No. 43.
1885.
— 3) xhe Stomatopoda of the „Challenger" Collection.
Ebd. pag. 83— 85. 1886; Ausz.: J. R. Micr. Soc. (2) VI,
pag. 605. — Einige der allgemeinen Resultate des
Ch.-Reports ausgezogen.
— 4) The Stomatopoda collected by H. M. S. „Challenger".
Chall. Rep., Zool. XVI, 116 pag., 16 Taf. 1886. —
Umfasst 15 Sp. (8 neue) und eine sehr grosse Anzahl
Larvenformen. Vf. bringt Coronis unter TAjnosquilla
u. Chloridella unter Squilla. Die phylogen. Beziehungen
sehr ausführlich in der Einleitung pag. 1 — 20, mit
einer Beschreibung der accessorischen männl. Copula-
tionsorgane, pag. 13. Die verschiedenen Larventypen
werden abgesondert in einem Anhang behandelt
pag. 81 — 114; vergl. den syst. Th., wo sie bei den
erwachsenen Gattungen aufgeführt werden.
Budde-Lund, G. Crustacea Isopoda terrestria per fa-
milias et genera et species descripta. Hauniae 1885.
80. 319 pag., Notiz in: Ann. Mg. N. H. (5) XVII pag. 81
bis 84. — Eine systematische Monographie der Land-
Onisciden; Vf. theilt sie in 4 Familien. Onisci (Arma-
dilloidea, Oniscoidea), Ligiae, Tylides, Syspasti. Sclero-
pactes, Euhelwiif Cylloma, Elunia, Siymphalus, Syspastus,
Hemilepistus , Metoponorthus, Rhyscotus, LeptotricJms
Bathyiropa sbgg. nn. von Porcellio, Lyprohius desgl.
von Oniscus; 170 sp. n. Ein Theil derselben wurden
allerdings schon im „Prospectus" 1879, aber ohne
Diagnosen publicirt.
Bureau, E. Sur la formation de Bilobites ä l'epoque
actuelle. Compt. rendus, CHI, pag. 1164, 1886. —
Betrachtet sie als Gangspuren von Dekapoden (?)
nach Beobachtungen an G^angon vulgaris.
Butschinsky, P. Parapodopsis eornvta. Protok. Soc.
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 325
Nouv. Rnss. X, 1, pag. 11. 1885. Nicht vom Ref. ge-
sehen.
Camerano, L. Distribuzione dei colore iiel regno ani-
male. Mem. Acc. Torino XXXVI pag. 329—356. Auch
in: J. R. Micr. Soc. 1885 pag. 37.
Canu, E. Denx copepodes nouveaux parasites des Syn-
ascidies. Bull, scientifique ... du Dep. du Nord, Lille
(2) IX pag. 309—320 u. 365—376, 2 Taf. 1886; Vergl.
Compt. rend. CHI pag. 1025 — 7. — Liste der Publica-
tionen, die sich auf ähnlich wohnende Copepoden
beziehen; Beschreibung von Aplosioma hrevicaucla n. g.,
n. sp., pag. 312 — 320. Enter opsis pilosus sp. n., pag. 365
bis 372.
Carnoy, J. B. Cytodierese chez les Arthropodes (432
pag., 7 Taf.). Cellule I 1885. ßquilla, Crangon, Por-
tiinus. Astacus, pag. 307 ff.
Carriere, J. i) Die Sehorgane der Thiere. München
u. Leipzig, 1885, 8^, 205 pag. (Crustacea pg. 154 — 194,
Limulus pag. 131).
— 2) Einiges über die Sehapparate von Arthropoden.
Biol. Centralbl. 1885, V, pag. 589—597.
Caruccio, A. Viaggio di circumnavigazione della corv.
„Caracciolo" 1881—84, I pag. 312—3. 1886. — Auf-
zählung von Formen, hauptsächlich von Panama und
Patagonien.
Carus, J. V. Prodomus Faunae Mediterraneae, I pars 2,
Stuttgart 1885. 8^. — Crustacea pag. 289—522. Giebt
Classification, Diagnose und Habitat aller bekannten
Mittelm e er- Arten .
„Challenger", Narrative of the Cruise of H. M. S.;
Vol. I, pts. 1, 2, London 1885. 4^. — Crustaceen des
Sargasso - Tangs pagina 136; Macrura (Spence Bäte)
pag. 522 — 8; Brachyura (Miers, die neuen Species-
namen in der defin. Publ. öfter verändert) pag. 585 bis
592; Amphipoda (Stebbing.) pag. 618 — 622; Schizo-
poda (Sars) S. 739, Cumacea (Sars) S. 742; Phyllo-
carida (Sars) pag. 743; Stomatopoda (Brooks) pag. 817;
Copepoda (Brady) pag. 843 ; Ostracoda (Brady) pag. 846 :
32G Dl"- G. H c r b e r t F 0 w 1 e 1" : Bericht über die Leistungen
Cirripedia (Hoek) pag. 851 — 6; Isopoda (Beddard)
pag. 878 bis 882; Anomiira (Henderson) pag. 897 — 901.
Chambers, V. T. Larva of Esther ia mexicana. Amer.
Natur. XIX pag. 190.
Chevreux, E. i) Suite d'une liste des Crustaces Amphi-
podes et Isopodes des environs du Croisic. Compte
rendu Assoc. Fr. p. FAvanc. des Sc. XIII pag. 312 — 5.
— ^) Le Pagmvis Pridecmxii et ses commensaux. Ebd.
pag. 316. — Bestätigt Stuart- Wort! ey 's Beobachtung,
dass Adamsia pall. durch den P. veranlasst wird auf
eine andere Schale überzusiedeln.
Chilton, C. ^) Teraticum typicum. N. Zealand Journ. of
Sc. II pag. 320. 1885. — Gehört zu Seha (Costa).
— ^) k new sp. of Idofea. Ebd. pag. 321 und Ann. Mag.
N. Hist. (5) XV pag. 123—127. 1885.
— 3) On polymorphisms in Amphipoda. Ebd. XVI
pag. 368—376, N. Zeal. J. Sc. II pag. 560—2, Journ.
R. Micr. Soc. 1885 pag. 997. — Vereinigt Äora und
Microdeutopus unter Aora typica, die S sind polymorph
und daher gesondert beschrieben als A. typica (Kröy.),
M. macidotus (Chilt.) und M. mortoni (Hasw.).
Claus, C. 1) Prioritäts-Reklamation des Dr. Y. Delage.
Zool. Anz. VIII pag. 356, 1885. Vergl. Delage i).
— 2) Neue Beitr. zur Morphol. der Crustaceen. Arb.
zool. Inst. Wien, VI pag. 1 — 105; Journ. R. Micr. Soc.
1885 pag. 803. — Formulirt eine neue Phylogenie der
Crustaceen; v^^iderspricht dem, dass die Phyllopoden
irgendwie als Ahnen der Malakostraken gelten können,
und dass der Nauplia und die Zoiia eine höhere Be-
deutung hätten als sekundäre Larventypen; er betrachtet
Xehalia als völlig ausser Verbindung mit den Phyllo-
poden.
— 3) Lehrbuch der Zoologie 3. Ausg., Marburg u. Leipzig,
1885. 80. — Crustaceen pag. 343— 402.
— ^) Zur Beurtheilung des Apseudes-Axi\\iQ\^ des Herrn
Boas. Morph. Jahrb. XI pag. 316, 1885. Vergl. Boas^).
— '"") Ueber die Charaktere der Gatt. Artenria im Gegen-
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 327
satz zu Branchipus. Anz. Akad. Wien XXIII pag. 43
bis 45, 1886.
— ^) Unters, üb. d. Organisation u. Entw. von Branchipus
u. Artemia nebst vergleichenden Bemerk, über andere
Phyllopoden. Arb. zool. Inst. Wien VI, 104 pag. 1886;
Ausz. : Journ. R. Micr. S. (2) VI pag. 602—5.
— '') Ueb. d. Entwiekl. u. d. feinern Bau der Stielaugen
von Branchipus. Anz. Akad. Wien XXIII pag. 60 — 63,
1886. Ausz.: Ann. Mag. N. H. (5) XVIII pag. 78 und
J. R. Micr. S. (2) VI pag. 980.
— ^) On Prof. E. Ray Lankester's Memoir ^Liimdus an
Arachnid". Ann. Mag. N. Hist. (5) XVIII pag. 55—65,
1886. — Eine Fortsetzung der unten referirten Contro-
verse ; Vf. legt die Unterschiede seiner Auffassung von
der L.'s dar und kommt auf die Phylogenie der Ar-
thropoden zurück. (Vergl. Lankester ^j *).)
— ^) Reply to Prof. Lankester's „Rejoinder". Ebd. pag.
467—470.
— 10) Prof. E. Ray Lankester's Artikel ^.^Limulus an
Arachnid. Arb. zool. Inst. Wien, VII pag. 119, 1886.
Collett, R. On the extern al Characters of Rudolphi's
Rorqual {Balaenoptera borealis). Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1886, pag. 243. — Erwähnt das Vorkommen von
Balaenophilus unisetus auf diesem Wal, Xyl. des Nau-
plius-Stadiums und von Calanus finmarcliiGus; letzterer
die Hauptnahrung des Wals.
Cornish, Th. Pisatetraodon bei Penzance. Zoologist (3) IX
pag. 390, 1885; Ebalia cranchii bei Penzance. pag. 115;
Stenorhyncus phal., ebd. X pag. 251, 1886.
fCzerniawsky , W. Crustacea Decapoda Pontica littoralia;
materialia ad zoographiam Ponticam comparatam II.
Beilage zu Sehr. d. natf. Ges. d. Univers. Kharkow. XIII,
268 pag., 7 Taf. 1884. — Beschreibt die Jugend-
stadien von fast allen Gatt, des Schwarzen Meeres,
entwirft einen Stammbaum der Leander -Arten und
benennt das Stadium zwischen Zoea u. Megalopa
Pseudozoea. [Nicht vom Ref. gesehen.]
Daday, E. von. i) Beitr. z. Kenntn. der Platten-See-
328 Dr. G. H e r b e r t F 0 w 1 e r : Bericlit über die Leistungen
Fauna. Math. u. natw. Ber. aus Ungarn III, pag. 179
bis 185, 1886. — Mit einer neuen Pleuroxus-Kxi.
— 2) Magyarorszägban eddig talält szabadon elö evezö-
labü räkok manganrajza. (Mongrapliia Eucopepodorum
liberorum in Hungaria hucusque repertorum.) Math,
term. köz. XIX, pag. 117— 311, 4 Taf. 1886. — Un-
garisch, nur die Diagnosen der Sp. lateinisch.
— 3) Catalogus crustaceorum faunae Transsylvaniae e
collectione musei Transsylvanici. Ber. Siebenbürg.
Mus Ver., Klausenberg, 1884, 27 pag.
— ^) Pelagische Fauna einiger Süsswasserteiche Ungarns
und Siebenbürgens. Koloszväri Orvos-term. tars.
Ertes. XI pag. 227—250. 1886.
— 5) Neue Thierarten aus der Süsswasserfauna von
Buda-Pest. Term. Füzetek, IX. pag. 127—135, 1 Taf.;
Ausz.: pag. 208. 1886.
Dannevig, G. M. Hatching Lobsters in Norway. Bull.
U. S. Fish Comm. V pag. 280, 437, 446; VI pag. 13.
1886.
Belage, Y. i) Sur l'appareil circulatoire des Schizopodes.
Zool. Anz. VIII pag. 239 u. 509; 1885. — Prioritäts-
Eeclamation gegen Claus (vergl. Clausa)).
— 2) Systeme nerveux chez le Peltogaster. Compt. rend.
C, pag. 1010—2 u. Ann. Mag. N. H. (5) XV pag. 495—8,
J. R. Micr. S. (2) VI pag. 243, 1885. — Vorl. Notiz zu
Belage').
— 3) Sur l'embryogenie de la Sacculina carcini Bull.
Soc. d'Etudes sc. du Finistere (Morlaix) VII, fasc. II,
pag. 61—63, 1886. — Kurze Notiz über die Um-
wandlung des Nauplius in die Cyprisform, über die
Fixation, „Inoculation" und Umwandlung in die
definitive Form.
— ^) Sur une function nouvelle des otocystes chez les
Invertebres. Comptes rend. CHI pag. 798—801, 1886.
— Zeigt, dass die Glegenwart der Otocysten nöthig
ist, um eine richtige Locomotion herbeizuführen, eine
ähnliche Funktion, wie sie dem Labyrinth der höheren
Thiere zukommt.
in der Carciuologie währeiivl der Jahre 1885 und 1886. 329
— 5) Sur la Sacculine. Ebd. CII, pag. 1336, 1886. —
Antwort zu Giard'').
— *') Evolution de la Sacculine (S. carcini). Biol. Centralbl.
VI pag. 14 — 19 1886. Ausz. aus: Arch. zool. exper. (2)
II pag. 417.
— '^) Sur le Systeme neiTeux du Feitogaster. Arch. zool.
exper. (2) IV pag. 17—36, 1 Taf., 1886. Ausz.: J. R.
Micr. S. (2) VI, pag. 792. — Ein centrales Ganglion
giebt 3 Gruppen von Nerven ab: vorn den Kloaken-
u. Pallial-Nerv, seitlich den Parieto-visceral-N., hinten
den Pallio-visc.-N. Die meisten derselben finden
Homologien bei Saccnlina.
Dollo, L. 1) La Nebalia et ses parents palaeozoiques.
Bull. Scient. du Dep. Nord (Lille) VII u. VIII pag. 111,
1885. — Ein Resume. [Nicht vom Ref. gesehen.]
— 2) La y[Q ^^^ ggjj^ (^ßg mers. Rev. Quest. Sc. XIX
pag. 476—513, XX pag. 168—192, 1886.
Duns, E. On Abnormal Limbs of Crustacea. Pr. R.
Physical Soc. Edinburgh IX pag. 75—78, 1 Taf., 1886,
Ausz.: J. R. Micr. S. 1887, pag. 85. — Abnormitäten
von Carduus niaeaas^ Cancer pagurus u. Nephrops norv.
fDybowski B. Neue Beitr. z. K. der Crustaceen- Fauna
des Baikal-Sees. Bull. S. imp. Nat. Moscou LIX, pag. 17
bis 57, 3 Taf. 1886.
Iwing, L. A Hermaphroditic Grab. Amer. Natur. XIX,
pag. 8 1885. — Callinectes hastatus.
Eylmann, E. Beitrag zur Systematik der europ. Daph-
niden. Ber. Freiburg. Ges. II, Abth. 2, pag. 1 — 88,
3 Taf. 1886. — Tabellarische Diagnosen der D.-
Gattungen, pag. 5; der D. -Arten pag. 8; Genus Daphnia
pag. 4, Simocephalus pag. 43, Scapholeberis pag. 51,
Ceriod. pag. 56, Moina pag. 69; geogr. Verbr. pag. 79;
Bildung von Localvarietäten pag. 81.
jFaxon, W. ^) A List of the Astacidae in the U. S. National
Mus., Pr. U. S. Nation. Mus. VIII pag. 356—361. 1885.
\ — 2j ^ Revision of the Astacidae, Part. I. The Genera
Cambarns and Astacns. Mem. Mus. Comp. Zool. Har-
330 Dr. Ct. Herbert Fowlei: Bericht über die Leistungen
ward Coli. X, No. 4. 1886. — Ausführliche Beschr.
aller bekannten u. Abb. der neuen, 1884 (Vergl. Ber.
S. 255) beschriebenen Arten.
— 3) Preliminary Catalogue of the Crayfishes of Kansas.
Bull. Washburn College I pag. 140 — 2.
Filhol, H. ^) Observations relatives aux especes du genre
Paramithrad' vivant en Nouvelle Zelande. Bull. soc.
philom. IX pag. 26. 1885.
— 2) Considerations rel. ä la faune des crustaces de la
Nouv. Zelande. Bibl. haut, etudes XXX, 60 pag. 1885.
— Kurze Diagnosen zahlreicher neuer Sp. ; Liste der
von N. Z. bekannten Crustac. pag. 49 — 57; die Be-
ziehungen der Verbreitung pag. 57 — 60. Ausführlicher
mit Abb. in 3).
— 3) Mission de l'Isle Campbell. Rec. Venus III Abth. 2.
Crustaceen in Kap. VII pag. 349—510, 1886. — Von
den behandelten Arten sind im syst. Th. nur die
Arten aufgenommen, für welche wichtigere Notizen
oder Abb. gegeben sind.
Fischer, P. Cirrhipedes de l'Archipel de la Nouvelle
Caledonie. Bull. Soc. Zool. France IX. No. 6, pag. 355
bis 360. 1885. — Von den 15 Arten sind 9 überall
verbreitet, 6 auf die indo-pacif. Region beschränkt.
Fiszer, Z. i) Materyaly do fauny krajowych skorupi-
aköw liscionogich. (Materialien zur vaterländischen
Crustaceen - Fauna, Phyllopoden.) Pam. Akad. fizyogr.
(Warschau) V pag. 195—201, 5 Taf. 1886.
— ^) 0 nowym rodsaju z rodziny skorupiaköw Rybos-
zowatych. (Un nouveau genre des Cymothoides,
VOnonia,) Kosmos (Lemberg) 1885, fasc. VII — IX,
pag. 458 — 471, 1 Taf. Ausz.: Arch. slav. Biol.I, pag. 466
und J. R. Micr. Soc. 1887, pag. 87. — Lebt parasitisch
in Süssw. auf Idus Waleckii im Amur; ähnlich Li-
ooneca sinuata.
Forbes, H. 0. A Naturalist's Wanderings in the Eastern
Archipelago. London 1885. 8^^. — „Landforming ha-
bits of Crustacea" pag. 25 if.
iu der Carciiiologie wähvcnd der Jahre 1885 und 1886. 331
Forbes, S.A. Leptodora in America. Amer. Natur. XX,
pag 896 u. 1057. 1886.
Forel, F. A. i) La faune profonde des lacs Suisses.
Neue Deiikschr. Schweiz. Ges. XXIX, Abth. 2, pag. 234,
1885. — Littorale Crustaceen pag. 80, pelagische 88
bis 93, Cr. des tiefen Wassers 112 — 117, aus unter-
irdischen Quellen 170.
— 2) Fauna der Schweizer Seen. Biol. Centralbl. VI,
pag. 201 — 4, 1886. — Unterscheidet freiwilligen und
unfreiAvilligen Aufenthalt in der Tiefe und erörtert
die Art und Weise wie der freiwillige erworben
wurde. — S. auch Naturforscher XIX pag. 191.
Fowler, G. H. s. Report etc.
Frenz el, J. üeber den Darmcanal der Crustaceen nebst
Bemerk, z. Epithelregeneration. Arch. mikr. Anat.
XXV pag. 137—190. Auch: J. R. Micr. S. 1885 pag.
994. — Histologische und physiol. Untersuchimgen.
Fristedt, K. Bidrag tili kännedomen om de vid Sve-
riges vestra kust lefvande Spongiae. K. Svenske Vet.-
Akademiens Handlingar XXI, No. 6, pag. 41, 1886. —
In der Esperia lingua wohnen Aristias tumidus und
Leucothoe spinicarpa.
Friedenfels, E. v. Weitere Beobachtungen über Ar-
iemia scdina und die Salzburger Soolenteiche. Verb,
siebenb. Ver. f. Natw. XXXV pag. 24—31. 1885.
Frommann, C. Untersuch, über Struktur, Lebenser-
scheinungen u. Reaktionen thier. u. pflanzl. Zellen.
Jenaische Zeitschr. f. Natw. XVII; Ausz.: Biol. Central-
blatt V pag. 159. 1886. — Behandelt die Blutkörper
von Aselliis u. Asfacus.
Gadeau de Kerville, H. i) Crustaces schizopodes de
l'estuaire de la Seine. Bull. Soc. Ronen 1885, pag. 89
bis 98.
— 2j Apercu de la faune actuelle de la Seine et de son
embouchure. In „L'estuaire de laSeine" von G. Lennier,
II pag. 168—197. 1886. [Nicht vom Ref. gesehen].
— 3) La faune de l'estuaire de la Seine. [Nach S.-Abdr.
I
332 Dr. G. HerbertFowler: Jkricht über die Leistungen
aus Annuaire Normande, 1886.]. — Erwähnt die versch.
Crustaceen aus Süss-, Brack- u. Salzwasser.
Gebuchten, A. van. Etüde sur la structure intime de
la cellule musculaire striee. Cellule II pag. 290 — 453,
6 Taf. 1886. — Entwickelt Carnoy's Anschauung, dass
„die Muskelzelle eine normale Zelle ist, deren Re-
ticulum in einer bestimmten Weise angeordnet und
deren Enchylema mit Myosin beladen ist". Astacus,
pag. 344 — 351, Dickelestium u. Ai?us pag. 357.
Gerstäcker, A. s. Bronn.
Giard, A. i) u. Bonnier, J. Sur le genre Eniione.
Comptes rend. CHI pag. 645— 7, 1886. (Ausz.: J. R.
Micr. S. 1887 pag. 85.)
— 2) u. — . Sur le genre Cepon. Ebd. pag. 889—892. —
Besprechen den Wirth, die syst. Stellung und die
Larvenstadien dieses Bopyriden.
— 3) u — Nouvelles remarques sur les Entoniscas. Ebd.
CII pag. 1173—6, 1886; Ausz. J. R. Micr. S. VI
pag. 607. — 2 neue Sp. mit anatom. Bemerk.
— ^) Sur quelques crustaces des cotes du Boulonnais.
Bull, scient. Dep. du Nord (Lille) (2) IX pag. 279—281,
1886.
— ^) De l'influence de certains parasites rhizocephales
sur les characteres sexuels exterieurs de leur böte.
Compt. r. cm pag. 84— 86, 1886; Ausz.: J. R. Micr.
S. (2) VI pag. 792. — SaccuUna Fraissei sp. n. bewirkt
eine Reduction bestimmter Anhangsorg, sowohl beim
S als $ von Stenorh. phalangium.
— ^) Sur rEntoniscus maenadis. C. r., CII pag. 1034 — 6,
1886; Ausz.: J. R. Micr. S. (2) VI pag. 607 u. Ann.
Mg. Nat. H. (5) XVII pag. 535. — Mit SaccuUna zu-
sammen auf Carc. maenas bei Wimereux parasitirend.
— '^) Sur l'orientation de SaccuUna carcini. C. r., CII
pag. 1082— 5, 1886; Ausz.: J. R. Micr. S. (2) VI, pag. 608.
— Hypothetische Ursache der gleichbleibenden
Orientirung. (Vergl. Delage^).)
Giesbrecht, W. Zoolog. Jahresber. für 1884, Abth. II,
I
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 333
Crustacea pag. 7 — 64, 1885; desg'l. für 1885, pag. 8 — 84,
1886.
Giles, G. M. i) Cyrtophivm ra/amieola, a iiew tubicoloiis
Amphipod from the Bay of Bengal. Journ. Asiat.
Soc. Bengal, LIV, pt. 2, 1885, pag. 54—58.
— 2) A New Sp. of Melifa, Ebd. pag. 59— 71, 1885.
Gilsoii, G. ^) Spermatogenese eliez les arthropodes.
Cellule I, 188 pag., 8 Taf. 1885. — Oniscus, Asellus,
Gammarus^ pag. 140 ff.
— ^) Et. comparee de la spermatog. chez les artlirop.
(suite). Cellule, II pag. 83— 239, Taf. 9— 15, 1886.
— Fortsetz, der vorigen Arbeit; Crust. pag. 83 — 202,
Isopoda pag. 89, Decap. 115, Stomatop. 188, Schizop.
193, Cirrip. 198.
Göldi, E. A. 1) Stud. üb. Podophthalmata Brasiliens.
Zool. Anz. VIII pag. 662, 1885. — Vorl. Notiz zur
folgenden No.
— 2) gt. üb. neue u. weniger bek. Podophthalmen Braz.
Arch. f. Natg. LH, pag. 19—46, 2 Taf. 1886. — Die
behandelten Arten sämmtl. abgebildet: 2 Tricho-
dactylus, 1 Dilocarcinus (Jugendstadium), 1 Sylvioc.
sp. n., 1 Leptopodia sp. n., 1 Stenorliynchus.
Gotch, F. u. Laws, J. P. On tbe Blood of Limulus
polyphemus. Rep. Brit. Ass. f. Advanc. Sc. 1884.
pag. 774 — 6, 1885. — Das vor der Berührung mit
Luft geschützte Blut wurde nicht blau; Analyse ge-
geben.
Gourret, P. Considerations sur la faune pelagique du
Golfe de Marseille. Ann. du Mus. d'H. Nat. Marseille
II, 101 pag.; Bemerkungen in Rev. scient. (3) XXXV,
pag. 81 — 83, 1886. — Nächtliches Ausschlüpfen der
Decapoden-Larven, pag. 15; die anscheinende Gleich-
heit von Larven verschied. Arten derselben Gatt,
pag. 20. Im 2. Kap. pag. 31 werden die Thiere nach
ihrer pelagischen oder halbpelagischen Lebensweise
und nach ihrem Wohnplatz geordnet; Copepoda, pag. 47 ;
Schizop., pag. 52; Idoteidae, pag. 59; Anceidae, pag. 60;
334 T)r- Gr- Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Portunidae, pag. 61; dies. Kap. enthält zahlreiche An-
gaben über Crustaceen. Taf. 1 u. 2 illustriren Zoea-
Larven.
Grab er, V. lieber die Helligkeit- und Farbenempfind-
lichkeit einiger Meerthiere. Anz. Akad. W. Wien,
1885, pag. 48, 49. — Experimente über Idotea u.
Gammaius.
Griffiths, A. B. Uric Acid Crystals from the Green
Gland of Asfacus fluc. Proc. Eoy. Soc. XXXVIII
pag. 187—8, 1885; auch in J. R. Micr. S. 1885, pag. 805.
— Erhielt Harnsäure u. Spuren von Guanin aus
dieser Drüse.
Guerne, J. de. i) Le rade de Dunkerque. Rev. Scient.
IX pag. 11.
— 2) Description du Cenfropages Grimaldii. Bull. Soc.
Zool. France, XI, pag. 276—285, 1886.
Gulland, G. L. ^) Coxal Gland of Limulus and of Arach-
nida. Q. Journ. Micr. Soc. 1885, XXV, pag. 511—520.
— Beim jungen Lim. ist die Drüse ein typisches
Nephridium, so wie es bei Peripafus vorkommt.
— -) The Sense of Touch in Astacus. Pr. R. Physical
Soc. Edinburgh IX, pag. 151—180, 2 Taf., 1886. —
Eine Uebersicht der bezüglichen Literatur geht dem
histol. u. physiol. Studium der Fühlborsten an den
vergeh. Körpertheilen vorauf; Bemerkungen über die
Genealogie der versch. Borstenformen,
Haacke, W. ^) Wollkrabben u. ihre Mäntel. Zool. Garten
XXVI pag. 37, 1885. — Findet auf südaustralischen
Dromla-kYiQW Ascidien und glaubt, dass letztere im
Larvenstadium von den Asc. der mütterl. Krabbe
herüberkamen; auch bei den Spongien auf europ. Dr.
nimmt er eine gleiche Wanderung an.
— 2) Die Farbe der Tiefseekrabben etc. Biol. Centralbl.
V, pag. 367—9, 1885. — Glaubt, dass das rothe
Pigment allen Farben zu Grunde liegt; wenn es auch
durch secundäre Pigm. verhüllt wird, so tritt es doch
wieder in den Vordergrund, wenn durch Kochen oder
bfei Tiefseethieren die secundären zerstört werden.
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 335
Hadfield, H. W. Loss of LimLs in Stalk-eyed Cru-
stacea. Zoologist (3) IX, pag. 191, 1885. — Die
Frage betreffend, dass Hummern die Scheeren ab-
werfen.
Hallez, P. Un mot d'historique ä propos de l'ampu-
tation reflexe des pattes cliez les Crustaces. Bull.
Scient. du Dep. Nord (Lille) (2) IX, pag-. 342, 188().
— Erinnert an Reaumur's Beschreibung des Vorgangs.
Halliburton, W. D. i) Chitin in the cartilages of JA-
mulus and Sepia. Q. J. Micr. Sei. 1885, XXV pag. 173
bis 182. — Findet echtes Chitin in dem mesoblasti-
schen Entosternit und auch in der Leber von Limulns.
— ^) On the Blood of Decapod Crustacea. Journ. Ph}^-
siologyVI pag. 300— 335, 1 Taf., 1886; Ausz.: J. R.
Micr. S. (2) VI pag. 241. — Findet die Coagulations-
Vorgänge fast identisch mit denen bei dem Verte-
braten-Blute. Das Haemocyanin gleicht in einigen
Punkten dem Serum-Globulin; ähnlich hat das Fibri-
nogen der Crustaceen eine gewisse Uebereinstimmung
mit dem gleichen Stoffe bei Vertebraten. Blutfärbende
Substanzen (Haemocyanin, Tetronerythrin etc.) pag.
323. — Liste der Thiere bei denen Haemocyanin u.
andere blutf. Stoffe bekannt sind pag. 332.
Hansen, H. J. ^) Oversigt over de paa Dijmphna-Togtet
indsamlede Krebsdyr. D.-T. Zool.-bot. Udbytte, pag.
185—286. Kopenhagen 1886, 8«, 5 Taf. — Isopoda
15 Sp., Cumacea 4, Mysidae 4, Euphausiidae 1, Bran-
chiop. 4, Copep. 12 (5 n.; n. Fam. Choniostomatida
für Choniostonia n. C ; Gadroecus n. G.) Cirripedia 2.
— 2) Vorläufige Mitth. über Pycnogoniden u. Crust. aus
dem nördl. Eismeer, von der Dijmphna-Exp. mitge-
bracht. Zool. Anz. IX, pag. 638—643, 1886. — Einige
Resultate der vorig. Arb., besonders Beobachtungen
über larvale Anhänge.
Hartog, M. M. Morphology of (Jyclops, and the Re-
lations of the Copepoda. Nur Auszüge in: Zool. Anz.
VIII pag. 301 (1885), J. Linn. S. XVIII, pag. 332, auch
in J. R. Micr. S., V pag. 452.
336 r)r. Ct. H e r b e r t F 0 w 1 e r : Bericht über die Leistungen
Haswell, W. A. Notes on tlie Australian Amphipoda.
Pr. Limi. Soc. N. S. Wales, X pag. 95—112, 1885. —
Zusätze zu früheren Besclireibungen und Aufstellung
einiger neuen Arten.
Benders on, J. R. Recent Additions to the Invertebrate
Fauna of tlie Firtli of Fortli. Pr. R. Physical Soc.
Edinb. 1885, pag. 307.
— 2) New Species of Gralatlieida coli, during tlie „Cliallen-
ger" Expedition. Ann. Mg. N. H. (5) XVI, pag. 407
bis 421, 1885.
— 3) A Synopsis of the British Paguridae. Pr. R. Pliys.
S. Edinb. IX, pag. 65—75, 1886. — Diagnosen der
Brit. Sp. mit Synon. u. Lokalitäten.
Herdman, W. A. A Phylogenetic Classification of Animals.
London 1885, 8». — Crust. pag. 46 ff. und Taf.
Herrara, A. Apuntes para el Estudio de la Tyim.nadia
filomatica. La Naturaleza (Mexico) VII, pag. 156 — 9,
Taf., 1886.
Herrick, F. H. Notes on the Development of Alpheus
and other Crust, and on the Devel. of the Compound
Eye. J. Hopkins Univ. Circ. VI pag. 42 — 44, 1 Xyl.
1886. — Nach diesen Unters, scheint es, dass das
. Mesoderm in 2 Perioden entsteht, von dem invaginirten
Epiblast und später von der superficiellen Epidermis.
Alle Theile des Auges, ausgenommen das wirkt. Nerven-
gewebe stammen von einer oberflächl. Schicht des ver-
längerten säulenförm. Epiblasts, die sich in Zellstränge
zerlegt; jeder der letzteren wird ein optisches Element
und wird durch keinerlei Hülle von den übrigen ge-
trennt.
Hilgendorf, F. i) Eine Krebskrankheit. Sitzb. G. Natf.
Freunde Berlin 1885, pag. 127—130. — Im J. 1884
fand Vf. häufig Mycelien bei Ästacus aus der Prov.
Brandenburg; 1885 fehlten sie bei Ast. von östlicherer
Herkunft, aber Distomum cirrigerum war zahlreich
zugegen.
— 2) Eine neue Isopoden-Gattung. Ebd. pag. 185—7.
in der Caieiiiologie wälireiid der Jahre 1885 und 1886. H:^,7
Hoek, P. P. C. ^) Beiträge z. Kenntu. der Anat. der
Cirripedien. Tijdschr. Nederl. Dierk. Ver. (1) VI
pag-, 64—142, 1885; vergl. J. R. Hier. S. 1885, pag. 641.
— Einige Ergänzungen zu seiner Abb. im Chall.-Rep.,
betreffend die complementären Männeben von Scal-
pellum u. deren Cypris- Stadium, ebenso über Seg-
mentalorg., Auge, Cementapp. etc. der verscbied. Gatt.
— ^) Limnoria lignorum. Ebd. (2) I, Versl. pag. 126 — 130,
137. — Vollst. Literaturzusammenstellung; haupts.
vom praktischen Standpunkt.
Holder, C. F. Some Peculiar Habits of tlie Crayfisb.
Populär Science Montbly, Oct. 1886, u. Amer. Micr.
Journ. Vn p. 210.
Ho well, W. H. 1) The Chemical Composition of the
Blood of Limulus polyphemus. J. Hopkins Univ. Circ.
V No. 43, 1885. — Im Serum 4 dem Paraglobulin
gleichende Albumen-Modific, deren eine wahrsch. mit
dem Kupfer verbunden ist. Die Coagulation geht von
der Corpusculis aus.
— 2) Observations on the Blood of Lim. pol., Callinedes
hast., and a Holothurian. Stud. Biol. Labor. Hopkins
Univ. III p. 267— 287; 1886. — Der Vergleich zwischen
dem Verhalten des Blutes von Lim. und dem der
Crustacea lässt keinerlei Aehnlichkeit erkennen.
Howes, G. B. 1) Atlas of Practical Elementary Biology,
London 1885, Kl. 2^. — Ast. f luv. Taf. 8— 10.
Imhof, 0. E. 1) Ueb. d. „blassen Kolben" der Süsswasser-
Calaniden. Zool. Anz. VIII p. 353—6, 1885; J. R. Micr.
S. V p. 997. — Weist die Verwandtschaft zwischen
der linken und der kürzeren r. Antenne des Männchens
von Heierocope u. Diaptomus nach.
— 2j Pelagische Thiere aus Süsswasserbecken in Elsass-
Lothringen. Zool. Anz. VIII, p. 720, 1885.
— ^) Vorl. Not. üb. d. horizont. u. vertic. geogr. Ver-
breitung d. pelag. Fauna der Süsswasserbecken. Zool.
Anz. IX, p. 335—8, 1886.
— ^) Ueb. mikrosk. pelagische Thiere aus der Ostsee.
Ebd. p. 612—5.
Aldi. f. Natnrgesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. -\Y
338 Dr. G. H e r b e r t F 0 w 1 e r : Bericht über die Leistmigeii
Imhof, 0. E. 5j Neue Resultate üb. d. pel. und Tiefsee-
Fauna einiger im Flussgebiet des Po gelegenen Süss-
wasserbecken. Ebd. p. 41 — 47.
— <^') Zool. Mittlieilungen. Viert. Ges. Zürich, XXX p. 369,
1886. — Vf. setzt seine Beob. üb. d. Süsswf. in den
Seen Italiens fort.
Jones, T. R., Woodward, H. u. Etlieridge, R. The
Fossil Phyllopoda of the Palaeozoic Rocks. 3. Rep.
of Committee, Rep. Brit. Ass. 1885 p. 326—361, 1886.
— Es werden Dames' Ansichten discutirt und die
Verw. der Nehalia mit den Phyllopoden, p. 328 — 334.
Ishikawa, Ch. On the Devel. of Atyephyra compressa,
Q. J. Micr. Sei. XXV, p. 391—428, 1885.
Kaufmann, A. Beitr. z. K. der Cytheriden. Rec. Zool.
Suisse, p. 131— 207, Taf. 6— 11, 1886; Ausz.: J. R.
Micr. S. VI p. 440. — Synopsis der Genera p. 206.
Kingsley, J. S. ^) Notes on the Embryology of Limnlus.
Q. J. Micr. Sei. XXV p. 521—576, 1885. — Weist auf
mehrere früher unberührte Punkte hin, die stark für
den Arachniden-Charakter des L. sprechen.
— 2) The Arthropod Eye. Amer. Natur. XX, p. 862, 1886.
— Ueberblick über die neuere Literatur und Original-
beob. üb. die Entw. des Auges von Crangon.
— 3) xhe Devel. of the Compound Eye of Crangon. Zool.
Anz. IX p. 597—600, 1886. Vf. constatirt, dass die
Entwickl. keinen Anhalt dafür bietet, dass der Augen-
stiel den Leibesanhän'gen homodynam sei, und dass
seine Entw. aus einer einzigen Invagination ihn nicht
als ein Verwachsungsprodukt mehrerer Ocellen be-
trachten lässt.
Kirch, J. B. Das Glycogen in den Geweben des Fluss-
krebses. Inaug.-Diss. Bonn, 1886, 8^ 48p. [Nicht
vom Ref. gesehen.]
Koch, G. A. Zur Krebspest in Oberösterreich. Circul.
deutsch. Fisch.-Ver. 1885, p. 75.
Koehler, R. i) Un Isopode nouveau. Ann. Sei. Nat.
XIX, No. 1, 7 p. 1885.
— 2) Recherches sur la Faune Marine des lies Anglo-
in der Carcinologie walireiid der Jahre 1885 und 1886. 339
Normandes. Bull. Soc. Nancy (*2) VII fasc. 17, pag. 51.
— Bericht üb. die von ihm bei den Canal-I. gesamm.
Sp.; vergl. Ann. Sei. Nat. (6) XX, 62 pag-., 1 Taf. Crust.
von Jersey pag. 20 — 27, von Griiernsey pag. 40, von
Herrn pag. 50, von Sark pag. 54; allg. Liste pag. 59
bis 61. Uebers. in Ann. Mg. N. H. (5) XVIII pag. 229
bis 243; abgedr. in Bibl. haut. etud. XXXII, ITaf.;
auch als Suppl. zu Bull. Soc. Nancy (2) VIII, pag. 100
bis 126.
Kölbel, C. 1) Carcinologisches, Sitzb. Ak.Wiss. Wien, XC,
1, pag. 312—323, 1885. — Beschreib, u. Abbild, von
3 n. Arten.
— ^) Crust., Pycnog. u. Arachn. von Jan Mayen. Oesterr.
Polarstat. Jan Mayen, Beob.-Ergebn. III, Zool. pag.
39—58. 1886.
Kräpelin, K. Die Fauna der Hamburger Wasserleitung.
Abth. des natw. Ver. Hamburg IX, Heft 1, No. 3,
15 pag., 1886.
Krukenberg, C. F. W. Vergl. physiol. Vorträge, IV.
Physiologie der thier. Gerüstsubstanz. Heidelberg,
1885., 80. — Analyse des Chitins pag. 201 if.
Kükenthal, W. u. Weissenborn, B. Ergebn. e. zool.
Ausfluges an die Westküste Norwegens. Jenaische
Zeitschr. f. Natw. XIX pag. 776, 1886. Liste der
Crust. pag. 787.
Kulczycki, W. ^) Materyaly do fauny skorupiaköw
Krajowych (Materialien zur vaterl. Crustaceenfauna).
Asellidae. Kosmos (Lemberg) X 1885, pag. 315 — 323,
405 — 417. [Nicht vom Ref. gesehen.]
— ^) Materyaly do monographi skor. liscionogich (Mate-
riaux pour servir ä une Monogr. des Crust. Branchio-
podes). La fam. des Branchiop. Ebd. XI, 1885.
pag. 588. Ausz. in Arch. slav. Biol. I pag. 467. —
Beschreibt Artemia, Branchipus, Polyai^temia, Callao-
nella, homologirirt die Anhangsorg, mit denen von Apus.
Lacaze-Duthiers, H. de. Laura gerardiae, type nou-
veau de Crustace parasite. Mem. Ac. Sei. (Paris)
340 Dl'- Gr- Heribert Fowler: Bericht, über die Leistmigen
XLll, pag-. 100, Tri. 8, 1885. — Anat. u. Entwickl.
einer auf Gerardia (= Gorgonia tiiberculata) schma-
rotzenden, wahrscli. zu den Cirrip. gehörigen Crustacee.
Lankester, E. R. ^) A New Hypothesis as to the Rela-
tionship of the Lung-book of Scorpio to the Gill-
book of Limidus. Q. J. Micr. Soc. 1885, XXV pag. 339
bis 342. — Es wird angenommen, dass je ein Blatt
des Lungenbuches vom Scorpion einem umgestülpten
Blatt des Kiemenbuches von Limulus äquivalent ist.
— 2) Benham u. Beck. The Muscular and Endoskeletal
Systems of Limuhs and ßcorpio. Trans. Zool. Soc.
London XI, pag. 311— 384, 1885. — Beschr. u. Ver-
gleich, dieser Systeme, welche im wesentlichen den
L. als Arachniden charakterisiren.
— 3) Prof. Claus and the Classification of the Arthropoda.
Ann. Mg. N. H. (5) XVII, pag. 364, 1886. Beansprucht
die Priorität für den von Claus aufgestellten theo-
retischen Stammbaum der Arthr. Vergl. Claus ^) '^) i^)
— ^) Prof. Claus; a Rejoinder. Ebd. XVIII pag. 179—182.
Leger, M. Deux nouv. cas de monstruosite chez les
Langoustes. Ann. Sc. Nat. (7) I, pag. 109—125, 1886;
auch Bull. Soc. Philom. (7) X pag. 78—81.
Leydig, F. ^) Der Giftstachel des Argulus ein Sinnes-
werkzeug. Zool. Anz. IX, pag. 660— 7, 1886. — Vf.
zeigt, dass der „Giftcanal" des „Stachels" durch die
Vereinigung zweier Nervenröhren erzeugt wird u.
dass der ganze Apparat lediglich ein Sinnesorgan ist.
— 2) j)ie Hautsinnesorgane der Arthropoden. Zool. Anz.
IX pag. 284— 291, 308—314. Ausz.: Biol. Centralbl.
VI pag. 462. — Das Studium der versch. Typen be-
weist, dass Tast-, Riech-, Gift- Haare u. s. w. nur
Modific. des gewöhnlichen Körperhaares sind.
L?7nwon«-Commissie, Mededeeling van de: Versl. en
Meded. K. Ak. Wet. Amsterd. (3) II pag. 205—9, 1 Taf.
1886.
Limulus in the Pacific. Amer. Natur., XX, pag. 654, 1886.
— Wahrsch. mit Hummer -Eiern vom Atl. Oc. ein-
geführt, oder viell. die japanische Art.
in der Cai-cinologie während der Jahre 1885 und 188H. 341
Lovett, E. Notes on British Stalk-Eyed Crustacea.
Zoologist (3) IX 11. X, pag-. 170, 1885— G. — Mehr-
fache Notizen üb. Anatomie u. Gewohnheiten.
Lucas, H. 1) (Jnrozeuktes o w e ni (M.-Edw.). Ann. 8oc. Eni
France (6) V, 1, Bull. pag. 58, 1885. — Demonstration
eines Expl.
— -) Note sur un Crust. terrestre [Lucasius myrniecoph.].
Ebd. IV, Bull., pag. 137. — Scheint geneigt die Gatt.
M gegen Budde Lund, der sie zu Porcellio bringt, auf-
recht zu erhalten.
— 3) Note sur le Bopyrus r^quillarum. Ebd. VI Bull,
pag, 144, 1886. — Kurze N. üb. Eier u. Männchen.
— ■^) Sur un nouv. genre de Crustace (Ligus) de Nice.
Ebd. V Bull. pag. 219, 1886. — Ausz.'aus Sarato's
Notiz; die Macrur.-Gatt. Ligus hat den Carpus d.
H '2. Fussp. gegliedert wie Nika und die inn. Ant. ver-
^ längert wie Pündalm\ L. edwardsü sp. n.
Mac Munn, C. A. ^) On the Chromatology of the Blood
Iof some Invertebrates. Q. J. Micr. Soc. XXV pag. 469
bis 490, 1885. — Vermag keinerlei Bänder im Spectrum
des Bluts von Honiarus, Cancer , Carcinus, Astacus zu
entdecken.
— ^) On Myohaematin and the Histohaematins. Phil.
Trans. CLXXVIII, pag. 267— 298, 2 Taf. 1886. —
Histoh. bei Arthropoden pag. 272, Myoh. bei Crusta-
ceen (auf die Herzmuskeln beschränkt) pag. 284.
— ^) On the Presence of Haematoporphyrin in the Inte-
gument of certain Invertebrata. Journ. Physiology VII
pag. 240, 1886. — Erwähnt dessen Abwesenheit bei
5 Dekapoden, wo Tetronerythrin mit Leichtigkeit ge-
funden wurde.
Malcomson, S. Recent Ostracoda of Belfast Lough.
Pr. Belfast N. H. & Phil. Soc. (2) II, App. IX, pag. 259
bis 262, 1 Taf. 1886. 3 n. Sp. .
Male, M. L'ecrevisse; differentes especes, reproduction,
elevage etc. Paris, 1884. 8^. [Nicht vom Ref. gesehen.]
Marratt, F. P. s. Report etc.
342 Dl"' Gr. Herbert Fowl er: Bericht über die Leistmigen
Marshall, C. F. The Nervous System of the Lobster.
Stud. Biol. Labor. Owens Coli. Manchester I, 1886, 8^,
pag. 313—323; Aus.: J. R. Micr. Soc. (2) VI. pag. 792.
— Es giebt keine distincten motorischen ii. sensiblen
Wurzeln, und eine Decussation ist, abgesehen von der
funktionellen Beob., nicht erkennbar.
Martens, E. von, Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturg.
der Crust. während 1884. Arch. f. Natg. LI, pag. 239,
u. Deutsche ent. Zeit. XXIX, Heft 3, pag. 239.
Mc Intosh, W. C. ^) The Annelida Polychaeta. Rep. Voy.
„Challenger", Zoology XII 1885. — Erwähnt para-
sitische Crustaceen.
— 2j Qn certain Processes formed by Cerapus on Tubu-
laria indivisa. Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1885, pag. 1072,
1886; Ann. Mg. N. H. (5) XVI, pag. 484— 5; Ausz.:
J. R. Micr. Soc. (2) VI, pag. 70.
Meinert, s. Schiödte.
Melland, B. Histology of the Striped Muscle Fibre.
Q. J. Micr. Sei. XXV, pag. 371—390, 1886; auch Stud.
Biol. Lab. Owens Coli. Manchester I pag. 225. — Be-
handelt u. a. die Muskeln des Hummers.
Mercanti, F. Sullo Sviluppo postembrionale della Tel-
phusa fluv. Bull. Soc. Ent. Ital. 1885, pag. 209—216.
Hat Aehnlichkeit mit Astacus und Megalopa.
Miers, E. J. i) A New Variety of Telphimi. Pr. Zool. S.
Lond. 1885, pag. 237—8.
~ 2) On the species of Micippa and Paramicippa. Ann.
Mg. N. H. (5) XV, pag. 1—13, 1885. — Beschränkt
die Gr. Param. auf P. tuberculosa = parvirostris
(Miers) und nimmt 6 Sp. von Mic. an: cristata, mas-
carenica, philyra, spinosa (nebst var. affinis), curti-
spina, thalia (nebst 2 var. miliaris u. aculeata).
— 3) The Brachyura coli, by H. M. S. Challenger. Chall.
Rep., Zoology XVH, 412 pag., 29 Taf. — Introd.
pag.I— m, syst. Classif. IV— XVI, Liste der Sta-
tionen XVII— XXXin, bathymetr. Verth. XXXV— XLI,
Uebers. der Arten XLIII— L. Nur die neuen oder
I
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 188f\ 343
sonst wichtigeren Sp. sind im syst. Theil referirt.
Alle behandelten Genera und auch mehrfach weitere
sind mit ausführlichen Diagnosen bedacht und Listen
der bekannten Arten zugefügt.
Miklouho-Maclay. N. de. The Barometro Araucano
from the Chiloe Islands. Pr. Linn. Soc. N. S. Wales
VIII, pag. 462. 1885. — Die Schale des Lithodes an-
tarcfü'us ist so hygroskopisch, dass sie als Barometer
benutzt wird.
Mi Ine Edwards, A. i) Crustaces du genre Thelplmsa re-
cueillis par M. de Brazza dans les regions du Congo.
Bull. S. Philom. (7) X, pag. 148—151. 1885. — Dia-
gnosen von 5 n. Sp.
— 2) Recueil de Figures de Crustaces nouveaux ou peu
connu, 1. Livr. comprenant 44 PL, April 1883. — Ob-
wohl ursprüngl. für private Verbreitung (50 Expl.) be-
stimmt, sind doch einige Exempl. in den Buchhandel
gelangt. Es werden mit Namen, Fundort u. Tiefen-
angaben 60 Sp. Dekapoden u. Schizopoden abgebildet,
die meist von den Expeditionen des „Travailleur'^ u.
„Blake" herstammen.
Monticelli, F. S. s. Rafifaele.
Morin, J. K'Istoria Razvatia Rietchnaho Raka (Zur
Entwicklungsg. des Flusskrebses). Zapiski Novoross.
Obsch. (Mem. Soc. des Natural, de la Nouvelle Russie,
Odessa) XI, pag. 1—22, 1 Taf. 1885. [Nicht vom Ref.
gesehen.]
Murdoch, J. i) Seven n. sp. of Crustacea and one Worm
from Arctic Alaska. Pr. U. S. Nation. Mus. VII, pag.
518—522.
— ^) Report of the Expedition to Point Barrow, Alaska,
Washington 1885, 4^ — Crust. pag. 136—151.
Museum Normanianum. A Catalogue of the Inverte-
brate of Europe, the Arctic and N. Atlantic Oceans,
contained in the coli, of the Rev. Canon A. M. Nor-
man. Pt. III, Crust. 26 p., Houghton-le- Spring, 1886.
8^ [Printed for private circulation.]
L
344 I^i'- ö^. H e r b e r t Fow 1 e r: Bej'icht über die Leistimgeii
Nassonow, N. Zur Embiy onalentw. von Balcums. Zool.
Anz. VIII, pag\44— 46. Ausz.: J. R. Micr. Soc. 1885,
pag-. 643. — Findet, dass ein Polkörper nach Ablage
des Eies gebildet wird; von den 2 Blastomeren der
1. Segmentation liefert die eine das Ecto-, die andre
das Entoderm; Invagination epibolisch, das Procto -
daeiim entsteht schliesslich nahe am Blastoporus.
Ninni, A. P. i) Sulla ricomparsa dei Gambari ( A9?5ac. //w^5.)
nel Trevigniano. Treviso. 1885. 8^. [Nicht vom Ref.
gesehen.]
— ^) Sul Gambaro fluviale Italiano. Atti Soc. Ital. di
sc. nat. (Modena) XXIX, pag. 322—6, 1886. — Diagn.
der italienischen Sp.
Noll, F. C. Leben der Krebse im Meere. Zool. Garten
XXVI, pag. 91, 1885. — lieber die Leistungen der
Krabben für die Fortschaffung des Unraths.
Nordquist, 0. i) Om förekomsten af Ishafscrustaceer
uti mellersta Finlands sjöar. Meddelanden af Soc.
pro fauna Fennica XI, pag. 28. 1885.
— 2) Beitrag z. K. der inneren männl. Geschlechtsorg,
der Cypriden. Diss. Helsingfors. 1885. 4^\ 41 pag.
6 Taf. [Act. Soc. Sei. Fennic. XV] Beide Abth. nicht
vom Ref. gesehen.
Norman, A. M. u. Stebbing, T. R. On the Crustacea Iso-
poda of the „Lightning", „Porcupine" and „Valorous"
Expeditions. Trans. Zool. Soc. London XII, pag.77 — 141,
12 Taf. 1886. — Der 1. Theil umfasst die Familien
Apseudidae pag. 79 — 102, Tanaidae 102 — 119, Anthu-
ridae 119 — 133; mehrere n. Gatt, und Sp.; Bemerk,
über dimorphe Männchen bei Tanaiden pag. 103.
Nussbaum, J. L'embryologie d^Onisctn^ murarms. Zool.
Anz. IX p. 454— 8, 1886; Ausz.: J. R. Micr. Soc. (2)
VI, pag. 979. — Die vorl. Mitth. bestätigt im Wesentlichen
Bobretski's Angaben, nimmt aber an, dass der Hypo-
blast nicht aus den Dotterzellen, sondern als eine
unabhängige Bildung von der originalen (?) Gastrula
abstammt. Gehirn und Nervenkette bilden sich abge-
in fler Carciiiologie während der Jahre 18«o und 1886. 345
sondert, ersteres von 4 Epiblast -Verdickungen. Ein
horizontales Diaphragma wird wie bei Astacus an-
gelegt.
Xye, W. A Reasöning Lobster. Bull. U. S. Fish Comm.
^ VI pag. 186. 1886.
Örley. L. Teb. d. Entomostraken -Fauna von Budapest.
Term. füzetek. X pag.7— U, •2Taf.: Ausz. pag. 98—105:
1886. — Eine neue Notodromas- Xrt.
Osborne, H. L. Metamorphosis of Lininl. pohjijh. J. Hop-
kins Univ. Circ. V No. 43. 1885.
Packard. A. 8. \j Enibryolog}' of Liniulns i'oltji>h. Tr.
Anier. Philos. Soc. Philad. XXII p. '268 u. Amer. Natur.
XIX pag. 72-2—6. auch J. R. Micr. Soc. 1885. pag. 806.
— Betrachtet L. als zu einer eigenen, von den Tra-
cheaten und den Crustaceen versch. Klasse gehörig.
Beschr. u. Abb. eines Stadiums.
[ — -)] On the Structure of the Brain of the Sessile-eyed
Crustacea. Mem. Xat. Ac. Sei. III pag. 99. Ausz.:
Amer. Xat. XIX pag. 85—86 u. J. R. Micr. S. 1885,
pag. 238, 1886, pag. 69. — Vergleicht das Gehirn von
Asellus communis mit dem der blinden Cecldotea aus
Brunnen und Höhlen. Sie unterscheiden sich nur im
Dasein oder Fehlen der optischen Ganglien und Nerven,
die letzteren degeneriren früher als Retina. Pigment
und Linse.
— 3j Lamellate Thoracic Feet in the Phyllocarida. Am.
Nat. XX, p. 155, 1886 u. Pr. Am. Phil. Soc. Philad.)
XXIII. p. 380—3, 1 Taf. — Vorl. u. endgült. Mitth.
über das Vorkommen von Gliedmassen ähnl. denen
der Nehalia bei einer der Ceraiiocaris verwandten Form.
— ^) The Moulting of the Lobster. Am. Nat. XX. pag. 173,
1886: Ausz.: J. R. Micr. S. VL pag. 242.
Patten. W. Eyes of Molluscs and Arthropods. Mitth.
Zool. Stat. Neap.VI pag. 542—756. 5 Taf. 1886. Ausz.:
J. R. Micr. Soc. 1887 pag. 82 — 85. — Crustaceen-Augen
pag. 625; Penaeus 625; Galaihea. Palaemon. Pagurus
641; Branchipiis. Orchestia 645: allgem. Bern, über
346 Dr. G . H e r b e r t F 0 w 1 e 1' : Bericht über die Leistniigeii
die Arthropoden 665 — 699; Ursprung und Funktion
der Sinnesorgane und des Farbstoffs der Thiere
705—727; Klassification der Augen 727—732; Tech-
nisches 733, Literatur 739. Vergl. das Referat in
Q. J. Micr. Sei. XXVII, p. 285—292.
Pelseneer, P. i) The Nervous System of .4^^^^. Q. J.
Micr. See. XXV, pag. 433—444; Ausz.: J. R. Micr. Soc.
1885, pag. 805. — Führt den überzeugenden Nachweis,
dass das Gehirn von Ajms ein Syncerebrum ist; die
Ganglien der 1. Antennen verschmelzen mit dem pri-
mitiven supraoesophagialen Ganglien. Die Ganglien
der 2. Ant. u. der Maxillip. sind noch mikroskopisch
erkennbar.
— 2j Caridina Desmaresti dans les eaux de la Meuse.
Bull. Mus. r. d'h. nat. de Belgique IV pag. 211—222.
— Neu für Belgien, Liste aller in Belgien gekannten
Crust.
Pfeffer, G. Mollusken, Krebse u. Echinodermen von
Cumberland-Sund. Jahrb. der Hamburg. Wiss. Anst.
III, wo im Ber. d. Naturh. Mus. Hamb. 1886, pag. 44—49
(Crust.)
Plate, L. Unters, einiger an den Kiemenblättern des
Gam7narus pulex lebenden Ectoparasiten. Zeitschr. f.
wiss. Zool. XLIII, pag. 175—241, 2 Taf. — Dendro-
cometes, Spirochona, Lagenophrys, Calidina.
Plateau, F. ^) Note sur des Crustaces et des Myrriop.
rec. par M. Weyers aux environs d'Aguilas, Espagne.
Ann. ent. Belg., XXVIII, C. r. pag. 261, 1885. — Nur
Porcellio ornatus erw.
— ^) Force absolue des muscles des Invertebres. Arch.
Zool. exper. III pag. 189, 1885. (= Ber. 84, S. 240).
— 3) Communication (sur des Crustaces de l'Ile de
Chypre). Ann. ent. Belg. (3) XXVIII, C. r. pag. 260,
1885. Telphusa fluv. und Dromia vulg. auf dem Lande
am Süssw. gefunden ; letztere durch Zufall hingeführt.
Plessis-Gouret, G. du. La faune profonde des lacs
Suisses. N. Denkschr. Schweiz. Ges. XXIX, Abth. 2,
1885. — Crust. pag. 43—48.
in der Caiciuolugie wählend der Jahre 1885 und 1886. 347
Poppe, S. A. 1) Die freilebenden Copepoden des Jade-
busens, I. Abb. naturw. Ver. Bremen IX, 2, pag. 167
bis 206, 1885.
— ^) s. Zaebarias'^).
Pouch et, G. Sur les pbotograpbies stellaires et les
animaux aveugles des eaux profondes. Compt. r. Soc.
Biol (8) III pag-. 123—4, 1886. lieber die Existenz
von Licht in grossen Tiefen.
Raffaele, F. u. Monticelli, F. S. Descrizione di un
nuovo Lichomolgiis parasita del Mytilus galloprov.
Atti Acc. dei Lincei, Rom, (4) I p. 302—7, 1 Taf. 1886.
— Theilt die G. Lieb, in: Lichomolgus, SabelUphüus
(M. Sars) und Antheshis (della Valle) ; 1 sp. n. Vergl.
Aurivillius^).
Rathbun, R. i) A Grab Invasion at Cuba. Science VI,
pag. 132, 1885. Gatt. Sesarma?.
— 2) xhe Fishery Industries of the U. S., Section I: Use-
ful Aquatic Animals. Washington 1884. 4<^ by G. B.
Goode. — Crustacea pag. 763—829, Taf. 260—275;
behandelt denNutzen für dieMenschen, Lebensweise etc.
— ^) Notes on Lobster Culture. Bull. ü. S. Fish Comm.
VI pag. 17—32. 1886.
Raub er. Ausz. aus: „Ueb. d. Ursachen der Krebspest",
Die Natur, 1885, pag. 491.
Raveret-Wattel, M. C. Sur la maladie des Ecrevisses.
Bull. Soc. Acclim., Paris, II, pag. 614—633. 1885.
Reichenbach, H. Studien zur Entwicklungsg. des Fluss-
krebses. Abb. Senckenb. Ges. XIV, 1, 137 pag, 14 Taf.,
1886; Ausz.: J. R. Micr. Soc. 1887, pag. 79—82. — In
dieser Abb., deren Wichtigkeit aus der Zahl der Abb.
(233 Fig,) erhellt, giebt Vf. eine sehr eingehende
Darstellung der Entw. des Flusskrebses von der
Blastosphäre aufwärts; die Zeit bis zum Ausschlüpfen
des Embryo aus dem Ei theilt er in 10 Stadien, von
denen jedes ausgiebig bildlich erläutert wird.
Report on the Fauna of Liverpool Bay, I 10 Taf., 2 Karten;
auch in: Pr. Liter. Phil. u. N. Hist. Soc. Liverpool XL
1886. — Copepoden von J. C. Thomson pag. 201 — 8;
348 Dl". Cr. H e r b e 1- 1 F 0 w 1 e r : Bericht üljer die Leistiuigen
Cirripedia von F. P. Marratt pag. 209 — 211; Edrioph-
thalmata von G. H. Fowler pag*. 212 — 220; Podophth.
von A. 0. Walker pag. 221 — 6. Listen der gesammelten
Arten.
Richard, M. Action de la cocaine sur les Invertebres.
Compt. r. Paris C, pag. 1409, 1885. — Experimente
mit Daplinia.
Riebet beobachtet, dass Krabben eine Temperatur von
23 ö C. überleben, in Fliitbtümpeln am Strande Nord-
frankreicbs. Arch. zool. exp. (2) III pag. VII.
Richters, F. Ueb. 2 afrikanische Apiis-Arten. Ber.
Senckenb. Ges. 1886, pag. 31—33.
Riggio, G. Sul Folycheles Doderleini (= P. typhlops
Hell.) Natur. Sicil. IV pag. 99 — 104, 140— 6, Taf. 3,
1885. — Hat Augen, darum der Name geändert,
Robertson, D. Notes on TaUtrus locusta. Pr N. H. Soc
of Glasgow (n. s.) I pag. 130. 1886. — Findet, dass
dieser Amphipode wenige Stunden in Süssw., einige
Tage in Salzw. lebt, u. dass er keine Neigung zu
Cannibalismus zeigt.
Rouch, G. Des cellules nerveuses peripheriques du Sy-
steme visceral des Crustaces. Compt. r. soc. biol.
(8) III, pag. 21 — 27, 1886. — Beschreibt regelmässige
intraviscerale Ganglienzellen mit Anastomosen.
Ryder, J. A. ^) Monstrosities among Recently-Hatched
Lobsters. Am. Nat. XX, pag. 742, 1886; Ausz.: J. R.
Micr. S, (2) VI, pag. 979. — Doppelmissgeburten von
ähnlicher Entw. wie bei Fischen, welche die An&ichten
Raub er' s unterstützen.
— ^) Metamorphosis of Homarm amer. Ebd. XX, pag. 739
bez. VI pag. 978. — Nimmt 8 versch. Stadien an,
hierin abweichend von Smith u. Dannevig.
Sabatier, A. Spermatogenese des Crustaces Decapodes.
Compt. r. C, pag. 391— 3, auch J. R. Micr. S. 1885
pag. 237. — „Protospermatoblasten", welche durch
Proliferation des Testikel-Epithels gebildet werden,
geben den „Deutospermatoblasten" den Ursprung, die
ihrerseits zu Spermatozoon werden.
in der Carciiiologie wälirend der Jahre 1885 und 18R(>. 349
Sarato, M. C. Etudes sur les Crustaces de Nice. Moni-
teur des etrangers de Nice. 1885, No. 222, 19. April.
— s. Lucas *).
Sars, G. 0. i) The Seliizopoda collected by H. M. S.
Challeng-er. Cliall. Rep., Zool. XIII, 228 pag., 38 Taf.,
1885. — Abgesehen von der Species -Beschreibung
giebt Vf. eine sehr vollst. Darstellung der Larven-
Metamorphose der Euphausiiden, womit die Nauplius-,
Metanauplius-, Calyptopis-, Furcilia- u. Cyrtopia-Formen
in Beziehung stehen, die 3 letztgenannten wurden
seiner Zeit von Dana als selbst. Gatt, betrachtet,
pag. 149. — Die „accessorischen Augen" der Euphau-
siiden erkennt Vf. als phosphorescirende Organe,
pag. 70. Vergl. Ber. 84, pag. 258—9.
— 2) Den Norske Nordhavs Expedition, 187G— 8, XIV.
la u. Ib, 280 pag., 21 Taf., 1 Karte 1885. — Die
neuen oder ungenügend bekannten Crust., welche
während der Exp. gedrescht wurden, beschrieben;
1878 u. 1881 bereits provisorisch voröffentlicht.
— 2) Nye Bidrag til Kundskaben om Middelhavets In-
vertebrat-Fauna; III: Middelhavets Saxisopoder (Iso-
poda Chelifera) 1886.
— *) Report on the Phyllocarida collected by H. M. S.
Challenger. Chall. Rep., Zool. XIX, 39 pag., 3 Taf.
1886. — Einl. pag. 1—2, Morphol. u. Phylog. 3—5
u. 37, Begrenz, d. Fam. 6 — 7, Homologien 29 — 36.
Betrachtet die Phylloc. als eine Subsection der Bran-
chiopoda (=Phyllop. nach Claus), gleichwerthig mit
den Cladocera etc. und neigt sich Packard's Meinung
zu, wonach sie von Copepoden- artigen Ahnen ab-
stammen und keine Beziehungen zii den Podophthalmen
haben. NB! pag. 25 bis Schluss erschien erst 1887.
— 5) Report on the Cumacea coli, by H. M. S. Challenger.
Ebd. XIX, 78 pag., 11 Taf. 1886. — Einl. pag. 1—2,
Morph, u. Phyl. 3 — 4, Begrenz, d. Familien pag. 5 — 9.
Von den 15 Sp. war nur 1 bisher bekannt; eine er-
fordert Aufstell, einer n. Gatt. Die Cumaceen be-
350 Dr. G. H e r b e r t F 0 w 1 e r : Bericht über die Leistmigeii
traclitet Vf. als einen isolirten Zweig; ihre Ahnen
mögen einige Charaktere der Phyllocar. u. Trilobiten
vereinigt haben.
— ^') Australian Cladocera raised from Dried Mud. Forh.
Videnskabs-Selsk. i. Christiania, 1885, 4G pag., 8 Taf.
— Vf. fand die Wintereier, welche erzeugt werden,
um einer langen trockenen Jahreszeit Widerstand zu
leisten, und erzog aus dem Schlamm der Gracemere
Lagune, N. Queensland, 5 n. Sp., die eine grosse Aehn-
lichkeit mit europ. Formen besitzen.
— 7) Norske Nordhavs- Expedition, XV, Crustacea II,
93 pag., 1 Karte, 1886. — Vf. giebt eine Liste aller
erbeuteten Sp. und deren Stationen. Von der Ge-
sammtzahl der 337 Sp., unter denen 64 neue, stammen
die meisten aus der arktischen Region.
Schimkewitsch, W. Bem üb. d. Entwickl. des Fluss-
krebses. Zool. Anz. VIII pag. 303—4, auch J. R. Micr.
S. 1885 pag. 805. — Beschr. der ersten Entw.-Stadien
von Ast. leptodactylus i die keine besonderen Ver-
schiedenheiten von denen desPalaemon (nachBobretzky)
darbieten.
Schiödte, J. C. u Meinert, F. Symbolae ad mono-
graphiam Cymothoarum, Crust. Isopodum familiae, IV.
Cymothoidae Trib. 3 Livonecinae (Additamenta, Index
syst. Ind. alphab.). Naturhistorisk Tidsskrift (Kopenh.)
XIV, 3, pag. 353—454. 1885. cf. Ber. f. 84, pag. 264.
Schneider, R. Unterirdischer Gammarus von Clausthal.
Sitzb. Ak. W. Berlin, 1885 pag. 1087; auch in einer
Abh. z. Programm d. K. Real -Gymnasiums Berlin,
Ostern 1885; Ausz.: J. R. Micr. Soc. (2) VI pag. 243.
— Der G. in den Bergwerken steht in seiner Organi-
sation zwischen der gewöhnlichen und der Höhlen-
form. Die Clausthaler Exempl. sind völlig blass und
lassen eine beginnende Degradation der Augen er-
kennen, die ersten Antennen sind etwas verlängert.
Scott, T. A Curious Dwelling for a Hermit Crab. Pr.
N. H. Soc. Glasgow (n. s.) I, pag. 146, 1886. — Ein
I
I
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 35]^
Fagiü'us thomsoni lebte in einem Schwamm, der die
Turitella überwachsen hatte, welche dem P. anfangs
als Wohnung- diente.
Sede, P. de. Le Boj^yve du Pah'mon. La Nature 1885,
P. 2, pag. 35.
Senoner, A. Krabben (Dromia) u. Schwämme. Zool.
Garten XXYII, pag. 92, 1886.
Seguenza, G. i) II Quaternario di Pizzolo. Naturalista
Siciliano IV pag. 33, 55, 116, 157, 204, 214, 250 u.
295. — Mitth. üb. die Ostracoden. Im syst. Th. werden
nur die n. Sp. erwähnt werden. 1885.
— 2) Id. Forts.; V, pag. 22, 31, 123, 149, 166, 186 u.
238; 1886.
— 3) Gli Ostracodi del Porto di Messina. Ebd. IV, pag.44,
76 u. 110. Taf. 2 1885.
— 4) Id. Forts.; V, pag. 57. 1886. — Auch hier werden
im syst. Th. nur die n. Sp. Berücksichtigung finden;
nur die Schalen beschrieben.
Simon, E. i) Exploration scientif. delaTunisie; Crustaces.
Paris 1885, 8"^, 21 pag. — Mehrere n. Sp. beschrieben.
— -) Etüde sur les Crust. du Sousordre des Phyllopodes.
Ann. Soc. ent. France (6) 1886, 393—460, 3 Taf. —
7 sp. n. ; neue Subg. von Chirocephalus : Siijhonoplianes,
Drepanosorus, Tanytnastid; Chir. s. — In der Abth. I
„Revision des esp. frauQaises^' werden beschr. Branchip.
(^stagn. Gr.) [Abb.]; Chirocep>h. diaph. [Abb.]; spinicaadatus
sp. n. [Abb.]; {Siphonophanes typ.: Grübet [Abb.] nicht
in Frankr. Drepanosorus typ. : birostratus S. Fisch, desgl.
[Abb.]); Tanymastix stagn. L. {laciuiae Gr.) [Abb.];
Artemia salina; Apus cancrif. [Abb.]; Lepid. apus (pro-
ductiis Gr.) [Abb.]; Limnad. lentic. {gigas Gr.) [Abb];
Estheria cycladoides [Abb.]. — In Abth. II „Cat. general
des Phyllopodes*' werden aufgezählt: 1 Thamnoc,
1 Branchipus, 10 Chiroc. sbg. Gh., 1 Chir. sg. Siph.,
1 Ch. sg. Drep., 2 Ch. sg. Tanym., 10 Streptoceph.,
7 Branchinecta, 5 Artemia, 1 Polyart., 13 Apus (gra-
narius Luc. sp. n. Peking), 12 Lepidurus (Packardi
sp. n. Californien), 36 Estheria (Sahlbergii von Nord-
352 Dl"- G. H e r b e !■ t F o w 1 e r : Bei icht über die LejVtmigcn
Sibirien, Griibei = cycladoides Gr. nee Joly [Abb.],
Davidi von Peking, sp, novae), 11 Limnadia (Chaperi
sp. n. Ostindien), 9 Limnetis. — xiusschliesslich syste-
matiscli.
Skuse, F. A. British Stalked-eyed Cmstacea and Spiders.
London, 1886, 8«, 128 pag.
Smith, A. C. Notes on the Lobster, Flomar. amer. Bull.
U. S. Fish Comm. V, pag. 121 — 5. 1885. — Lebensweise.
Smith, S. J. 1) A New Crustacean allied to Homanis and
Nephrops. Pr. U. S. National Mus. 1885, pag. 167—9
u. Ann. Mag. N. H. (5) XVI pag. 233— 6; auch J. R.
Micr. S. 1885, pag. 807. — Eunephrops Bairdii g. et
sp. n.
— 2) Some Genera and Sp. of Penaeidae, mostly from
Dredgings of the U. S. Fish Comm. Pr. U. S. Nat.
Mus. VIII 170—190, 1885. — Scheidet eine n. G. Pa-
rapenaeus von Penaeus und beschr. deren Arten.
— •^) List of Crustacea from Port Burwell. Rep. Geol.
Surv. Canada 1882—4, pag. 57 ff.
— *) Abyssal Decapod Crustacea of the „ Albatross" Dred-
gings in the North Atlantic Ann. Mg. N. H. (5) XVII,
pag. 187 — 198, 1886. Vorlauf. Ausz. aus Rep. ü. S.
Fish Comm. 101 pag., 20Taf. ; Listen, welche die
Tiefenverbreit. veranschaulichen; in der Einl. Bemerk,
üb. die bedeutende Grösse der Tiefen-Decap. und die
Grösse der Eier bei kleiner Zahl derselben in mehreren
Sp. Die äussere Beschaffenh. der Augen wird gleich-
falls behandelt; trotz einer deutlichen Neigung zur
Verkümmerung in manchen Fällen spricht die Unter-
suchung doch zu Gunsten der Existenz von Licht in
grossen Tiefen.
Spar re-Schnei der, J. i) Pontocrates norregicus (Boeck)
u. Dexamine thea (Boeck). K. Norske Vid. Selskabs
Skrifter, Dronth. 1884, pag. 13 — 26, 2 Taf.; auch se-
parat: Tromsö 1885. 8«.
— 2) Undersögelser of dyrelivet i de arktiske Fjorde, II
Crustacea og Pycnogonida indsamlede i Kvänangs
I
I
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 353
Fjorden 1881 ; Tromsö Mus. Aarshefter VII pag. 47
bis 134, 5 Taf. 1884.
Spence-Bate, C. On tlie Geographica! Distribution of
Macrurous Crustacea. Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1884,
pag. 753— 8, 1885.
Spencer, W. B. The Urinary Organs of the Amphipoda.
Q. J. Micr. Sei. XXV, Suppl. pag. 123— 138; Ausz.:
J. R. Micr. Soc. 1885, pag. 640. — Schliesst aus hi-
stologischen Grründen dass die Coeca an der Ver-
einigung von Mittel- und Hinterdarm hypoblastisch
sind und ihrer Funktion nach wahrsch. excretorisch.
Stebbing, T. R. R. i) A new Engiish Amphipodous Cru-
stacean. Ann. Mg. N. H. (5) XV pag. 59—62. 1885. —
Erkennt die Identität von Cyproidia (Hasw.) mit Ste-
goplax (Sars); d. erste N. hat Priorität.
— 2) ^Qyy Amphip. Crust. from Singapore and New Zea-
land. Pr. Zool. Soc. Lond. 1886, pag. 4. — Nur Ausz.
aus einer künft. Abth. der Trans. Z. S.; Beschr. von
3 n. Sp.
— 3) s. Norman.
St. Loup, R. Sur les Parasites de la Maena vulgaris.
Compt. r. CI, pag, 175; J. R. Micr. Soc. (5) XV, pag.
59 — 62, 1885. — Anilocra edioarddi sp. n.
Stuhlmann, F. i) Die Reifung des Arthropoden -Eies.
. Ber. Freiburg. Ges. I, 128 pag., 6 Taf. 1886; Ausz.
vom Vf. in Biol. Centralbl. VI, pag. 397 — 402. —
Hauptsächlich Insekten berücksichtigend, erwähnt in-
dess die Ausstossung der Polkörper beim reifenden Ei
von Moina und Polyphemns. Betrachtet das Phaenomen
der Ausstossung als direkt verknüpft mit der Armuth
des Eies an Dottermaterial.
— ^) Beitr. z. Anat. der innern männl. Geschlechtsorg,
u. der Spermatogenese der Cypriden. Zeitschr. f.
wiss. Zool. XLIV pag. 536—569,*^ 1 Taf. 1886. — Be-
schreibt die männl. Org. als bestehend aus 4 Hoden-
schläuchen jederseits, die zu einem Vas def. sich ver-
Arcb. f. Naturgesch. 53. Jahrg. Bd. H. H. 2. -^
354 Dl'- Gr. Herbert Fowler: Bericlit über die Leistungen
einigen; ein sog'. 5. Hodenschi, ist nur ein Blindfortsatz
des V. def. Bei der von einem Syncytium ausgehenden
Spermatog. nimmt nur 1 Nucleus Theil an der Bildung
eines Spermatozoon, er wird zum Centralfaden.
Szigethy, K. Anat., Histol. u. Physiol. der grünen Drüse
bei Astacus flav. Ert. Term. Kör. XIV 2 Taf., 1886;
Ausz. : Math. nat. Ber. Ung. III, p. 108. — Sie besteht
aus e. Lacunensystem, hervorgegangen aus Invagi-
nation. Die grüne Färbung wird in beiden Theilen
durch eigenthüml. in' das Protoplasma eingebettete
Granula bewirkt. Die Blutgef. verlaufen zwischen
den Membranae propriae; in deren Lücken ergiessen
sie sich ohne Vermittl. von Capillaren. Beide Abtheil,
communiciren mit einander und mit dem Reservoir;
der gelbgrüne Theil ist indess besonders durch freie
Harnsäure charakterisirt.
Ter quem, M. 0. und E. Foraminiferes et Ostracodes
de rislande et du Sud de la Norvege. Bull. Soc.
Zool. France XI, pag. 329. 1886. — Liste der Ostrac.
pag. 339.
Thomson, G. M. i) New Crustacea. N. Zealand J. Sei.
II, pag. 576—7, 1885.
— 2) Parasitic Crustacea. Ebd. pag. 455.
Thomson, J. C. s. Report etc.
Trybom, F. Insekter och andra lägre djur, funna vid
flottadt timmer och bland affal frän sadant. Entom.
Tidskr. (Stockholm) VI pag. 161—8, 1886. — Erwähnt
kurz Asellus\ 2 Gammarus, Cydops, Bosmina, Pleii-
roosus,
Urbanowicz, F. i) Zur Entwicklungsg. der Cyclopiden.
Zool. Anz. VII, pag. 615—9; J. R. Micr. Soc. 1885,
pag. 641. — Entw. von C. elongatus, quadricornis etc.
(Vorl. Mitth.)
— 2) Przyczynek do embryologii raköw Widlonogicii
(Contributions ä l'embryol. des Copepodes). Kosmos
(Lemberg) X, pag. 239—259, 300—314, Taf. 1—3;
in der CiH'ciiiolog-ie wähi-eiul der Jahre 1885 und 1886. 355
auch Izwiestia Warchavskavo Oimiversitieta, 1885,
pag. 1 — 9, Taf. 1—3; Ausz.: Arcli. slav. Biol. I, pag. 663
und in J. R. Micr. Soc. 1887, pag. 86.
Valle, A. Seconda serie di aggiunte al catalogo dei
Crostacei parassiti dei pesci del mare Adriatico. Atti
Mus. Civico Trieste, VII pag. 245—7, 1885. (Nicht
vom Ref. gesehen.)
Varigny, H. de. \) Un cas de Mimetisme, Revue Scient.
X, 3, 1885. — Lambrus angnlifrons copirt den groben
Sand, auf dem er sich findet.
— ^) Tetanos rhythmique dans les muscles d'invertebres
marins. Compt. r. Soc. Biol. 1885, I pag. 751 — 2. —
Exper. an Portanns u. Pagurus.
— 3 L'amputation reflexe des pattes chez les Crustaces.
Rev. Scient. (3) XII, 1886 II pag. 309; vergl. auch
pag. 379 — 701 betr. weitere Mitth. üb. diesen Gegen-
stand.
— *) Sur le Tetan. rythm. chez les muscles d'invert.
Arch. de Physiol VII pag. 151—171, 1886. — Mit
Curven, erhalten bei Reizung der Musk. von Port,
u. Pag,
Vignal, W. Sur rendothelium de la paroi interne des
vaisseaux des invertebres. Arch. de Physiol. (3) VIII,
pag. 1—6; Cpt. r. CII, pag. 1027, 1886. — Studirt das
Circulationssyst. des Flusskrebses; betrachtet es als
analog mit dem Lymphs. der Vertebr.
Vo sseler; J. Die freileb. Copepoden Württembergs u.
angrenzender Gegenden. Jahresh. Ver. f. vaterl. Natk.
Württ. XLII, pag. 167—204, 3 Taf., 1886. — Discutirt
die Authenticität der Sp. pag. 169 — 171; anat. Beschr.
pag. 173 — 184; Lebensverhältn. u. Systematik pag. 184
bis 186; Tabellen zur Diagnose der Arten pag. 200.
Im syst. Th. hat Ref. nur die n. Sp. berücksichtigt.
Wagner, N. Die Wirbellosen des Weissen Meeres.
Leipz. 1885, 2^. — Liste der Crust. von der Solo-
wetzky-Bay pag. 42.
X*
356 1^1'- (t. H e r b e r t F 0 w l e r : Bericht über die Leistungen
Walker, s. Report etc.
Walter, A. Anceus (Praniza) torpedinis. Jenaische Zeit-
schrift f. Natw. XVIII, pag\ 445—451, 1885. — Neue
Sp. aus dem Spritzloch eines Torp. von Ceylon.
Weismann, A. Richtung-skörper bei parthenogenetischen
Eiern. Zool. Anz. IX pag. 570— 3, 1886. —Findet
in den Sommer -Eiern von 5 Phyllopoden echte Pol-
körper, die schliesslich wieder absorbirt werden. Der
Richtungsk. von Daphnia longisp. ist nicht identisch
mit dem von Leydig beschriebenen.
Wielowieyski, H. de. Observations sur la Spermato-
genese des Arthropodes. Arch. slav. Biol. II pag. 28
bis 36, 1886.
Wood, W. Transplanting Lobsters to the Chesapeake;
experiments upon the temperature they can endure.
Bull. ü. S. Fish Comm. V, No. 2, pag. 31—32, 1885.
Wood-Mason, J. ^j Blind Brachyurous Crustacea. Pr.
Asiat. Soc. Beng. 1885, No. 8, pag. 104; J. R. Micr.
Soc. 1886, pag. 69.
— 2) On Nephropsis. Pr. As. S. Beng. 1885. No. 5 pag. 70
bis 72. — A^. Carpenteri sp. n.
Woodward, H. Commensals and Parasites of Meleagrina
margaritifera. Pr. Zool. Soc. Lond. 1886, pag. 176. —
Interessanter Fall, wo ein männl. Pinnotheres in der
Höhlung einer Perle eingeschlossen war.
Wright, R. A Parasitic Copepod of the Clam. Amer.
Nat. XIX pag. 118—124; J. R. Micr. Soc. 1885, pg. 239.
Zacharias, 0. i) Zool. Unters, zweier Hochgebirgsseen
im Riesengebirge. Biol. Centralbl. V pag. 3. 1885.
— -) Die Ergebnisse e. zweiten faun. Excurs. an den
grossen u. kl. Koppenteich. Jahresb. schles. Ges. LXIII,
pag. 187, 1886.
— ^) Die Zusammensetz. d. pelag. Fauna in den nord-
deutschen Seen. Tagebl. Deutsch. Natf. Vers. 1886,
pag. 108; Zool. Anz. IX pag. 564—6.
in der Carciiiologie wfihreiul der Jahre 1885 und 188(-). 357
Zacharias, 0. ^) Ergebn. e. zool. Exe. in das Glatzer-,
Iser- u. Riesengebirg-e. Zeitschr. f. wiss. Zool. XLIII
pag. :252— 289. — Allg. Berieht üb. d. Result. pag. 252
bis 270; Besehr. von Diaptomas sp. n. (Poppe) pag.
285—9, Taf. 10.
Für die paläontologisehe Literatur verweisen w^ir
auf die Berichte im neuen Jahrbuch für Mineralogie.
Nur ein Werk verdient hier besonders hervorgehoben zu
werden, nämlich:
Zittel, CA. Handbuch der Palaeontologie, Bd.I, Abth.II,
4. Liefr., wo die Crustac. pag. 525 — 721 unter Zugabe
zahlrreicher Xylogr. behandelt werden.
II. Uebersicht nach dem Stoff.
(Systematik siehe unter III.)
Morphologie.
Allgemeine Anatomie:
Verschiedene Ordnungen, Claus -) Copepoda, Vosseier
Phyllopoden, Claus ^) Cyclops, Hartog
Limnadia, Herrara Cirripedia, Hoek *)
Cytheridae, Kaufmann Sacculina, Delage^)^), Giard').
Cypridae, Stuhlmann.
Skelet:
Dekapoden, Ayers Limulus, Lankester.
Branchipoden, Brauer.
Musculatur:
Limulus, Lankester.
Nervensystem:
Podophthalmen, Packard-) Peltogaster, Delage-)'), Rouch.
Apus, Pelseneer*).
Sinnesorgane:
Gesicht (allgem.) Carriere ') -), Gesicht (allgem.) (Branchipus)
Bellonci, Packard'-), Patten, Claus ^).
Pouchet, Schneider. Tastsinn (allgem.), Imhof '),
— (Crangon) Kingsley ^) •') Leydig^)
— (Alpheus) Herrick — (Astacus), Gulland-)
— (Isopoda) Beddard^). — (Argulus), Leydig^).
358 I^i'- ^T. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Res pirations Organe:
Verschiedene Ordn., Claus -) Limulus Lankester ').
Grefässsysteni: Vignal.
Excretionsorgane:
Astacus, Szigethy Limulus, Grulland').
Amphipoden, Spencer.
Reproduktionsorgane:
Cypridae, Nordquist-), Stuhlmann.
Phosphorescirende Organe:
Schizopoden, Sars').
Embryologie.
Telphusa, Mercanti Phyllopoden, Stuhlmann, Weis-
Astacus, Reichenbach, Morin, mann
Schiemkewitsch Copepoden, Stuhlmann, TJrbano-
Crangon, Kingsley -) ^) wicz ') -)
Alpheus etc., Herrick Baianus, Nassonow
Atyephyra, Ishikawa Limulus , Brooks -) , Kingsley ^),
Cuma, Blanc Packard*).
Oniscus, Nussbaum.
Ekdysis, Metamorphose, Larvenformen:
Verschiedenes, Grourret, Czer- Stomatopoden, Brooks ') *)
niavsky, Claus '^) Estheria, Chambers
„Pseudozoea", Czerniavsky Sacculina, Delage^)
Homarus, Packard ^), Ryder-) Limulus, Osborne.
Schizopoden, Sars*)
Phylogenie:
Arthropoda, Bertkau, Claus -) *^) ^) '"), Stomatopod en, Brooks ^) *)
Lankester'')-'), Hartog, Phyllocariden, Sars"*)
Leander, Species von, Czerniavsky Nebalia, Dollo ').
Cumaceen, Sars'').
Physiologie:
Aenderungen im Medium, Bert, Blut bei Dekapoden, Halliburton^)
Riebet, Robertson. — bei Callinectes und Limulus,
Chitin, Krukenberg. Howell -)
— , bei Limulus, Halliburton ') Excretionsorg., G-riffiths
Muskeltetanus, de Varigny -) *), Grüne Drüse, bei Astacus, Szi-
Plateau ~) gethy
Nervensystem, Marshall Glycogen, bei Astacus, Kirch
Otocysten, Funktion der, Delage ^j Cocain, Wirkung des, Richard.
Blut, Gotch, HowelP), Mac
Munn 1) ■-)
in der Carciiiolot>ie wälireiul der Jahre 1885 und 1886.
359
Histologie:
Grüne Drüse, Szigethy
Blutgefässe, Vignal
Spermatogenese , Sabatier , Gil-
son ') -), Wielowieysky.
Cytodiaerese, Carnoy
Cytologie, Frommann
Muskel, Melland, Grehuchten
Nervensystem, Roucli
Darmepithel, Frenzel
Pathologie:
Astacus, Hilgendorf '), Koch, Ra- Abnorme Bildungen durch Para-
veret-Wattel, Rauber siten, Giard"').
Abnorme Gliedmaassen , Duns,
Leger, Ryder ^)
Miscellanea:
Dimorphismus, Norman
Hermaphioditismus, Ewing
Färbung etc., Camerano, Graber,
Haacke -) Mac Munn ^), vergl.
auch unter Physiologie (Blut)
Hygroscopie der Schaale, Mikluho
Maclay.
Mimicry, de Varigny, Bovallius -)
Gewohnheiten etc., Lovett, Noll,
Rathbun *) '^) Holder , Bourne
Häutung, Packard ^)
Commensalismus, Haacke*), Che-
vreux'). Fristedt, Mcintosh %
Plate, Scott, Senoner, Wood-
ward
Amputation, Hadfield, Hallez, Va-
rigny 3)
Instin et, Nye
Parasiten auf Crust., Plate, Gi-
ard 5)
„Bilobiten" durch Decapoden, ge-
bildet. Bureau.
Allgem. Biol. der Amphipoden,
Bronn.
Künstliche Zucht, Rathbun -) ^),
Dannevig, JA. C. Smith, Wood.
Geographische Yerbreitung.
Meeresfaunen.
Verschiedene gemeinschaftlich
Murdoch ') -) (Alaska)
3(i0 Dl'. ^- Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Atlantischer Ocean :
Nördl. Atl. Oc, Sars ') ')
— Smith ')
Island (Ostrac), Terquem
Norwegen (Ostrac), Terquem
— Kükenthal u. A.
Kvänangs f jorden , Sparre-
Schneider
Limfjord Collin
Schweden (Isop.), Bovallius ') ^)
Finnischer Meerb., Braun (Ber. 84)
Ostsee, Imhof-*)
Jadebusen, Poppe
Britannien, Lovett
— (Podopth.) Skuse
— (Pagur.) Henderson ^)
Firth of Forth, derselbe ')
Liverpool-Bay, Report on
Belgien, Pelseneer^)
— (Isop.) Borre ^)
Indischer
Chagos-Ins., Bourne
Dunkerque, de Giierne
Boulogue, Giard
Seine-Münd.,Gadeau de Kerv. *) -) ^)
Canal-Ins., Köhler ')
Croisic (Amph., Isop.), Chevreux *)
Mittelmeer, Garns
— (Isop.) Sars ^)
Marseille, Gourret
Messina, Segnenza ■')
Adria (Copep. par.), Valle
Schwarzes Meer, Czerniavsky
Cypern, Plateau^)
Tunis, Simon ^)
Oestl. u. W. Atl. 0., Milne-E. ')
Sargasso Meer, Challenger
Canada, S. J. Smith ')
Brasilien, Göldi ^) -)
Südgeorgien, Pfeffer -)
Patagonien, Caruccio.
Ocean:
Ceylon (Phyll., Ostr.), Brady %
Stiller Ocean:
Neu Seeland (Serolis), Beddard ^) Panama, Caruccio
— Filhol 2) 3) Californien (Limulus), s. pag. 340.
Land- und Süsswasser-Faunen.
Verschiedene:
Budde-Lund (Oniscidae).
Eur
Schweden (Flossholz), Trybom
Finnischer Meerb., Braun (84)
Ostsee, Imhof *)
Deutschland, Zacharias •) -) ^) *)
Hamburg, Kräpelin
Württemberg (Copep.), Vosseier
Elsass u. Lothr., Imhof ^)
Polen (Phyll op.), Fiszer ')
— (Asell), Kulczycki ')
— (Branch.), derselbe -)
Ungarn, Örley
— Daday ') *) s)
— (Eucopep.), derselbe -)
opa:
Siebenbürgen, derselbe ^) "')
Oesterreich, v. Friedenfels
Schweiz, Forel ^) ^)
— du Plessis Gouret
Belgien, van Beneden
— Pelseneer ^)
— Borre ')
Frankreich, Gadeau de K. ^)
— (Phyllopoden), Simon '^)
Italien, Imhof s) «)
— (Astacus), Ninni '^)
Portugal, Borre '^).
in der Carcinologie wählend der Jahre 1885 und 1886. 361
Asien:
Baikal-See, Dybowski Ceylon (PhylL, Ostr.), Brady -)
Afrika:
Congo, Milne-Edwards ') Tunis, Simon ')
Amerika:
Kansas (Astac), Faxon ^) Brasilien, Göldi.
(Leptodora), S. A. Forbes
Australien:
Süd- Australien (Phyll. , Ostr), Queensland (Cladoc), Sars ^).
Brady 'J
III. Systematik.
NB! Die neuen Arten sind durch mm ye/i Druck gekennzeichnet.
Decapoda.
Spermatogenese, Gr i 1 s o n -) ; Schild und Steruum, A y e r s ; Kiemen,
Claus-); Brachyuren, „C ha 11 enger" narr. (Miers), pag. 585; Mac-
ruren „ Chall." narr. (Hendersou) pag.897 u. (Bäte) pag. 522; Smith"*);
Murdoch^); Carus.
Encephaloiäes n. g. blinde Brachyure, incert. sed.; Wood-
M a s 0 n ^).
Inachidae. Stenorhynchus phal. bei Penzance, Cornish
pag. 251; Anhangsorg, reducirt durch Sacculina, Giai'd^); falcifer
Stp., Miers^), pag, 6; spinifer id. pag. 7; Liste der bekannten Sp-
id. pag. 6 ; Vergl. C z e r n i a v s k y u. K ö h 1 e r ; St. longir. (Podochela ?)
OöldiO.
Leptopodia lineata, Göldi'^).
Achaeus, Liste der bekannten Sp., Miers^), pag. 8, tenuicolUs,
pag. 9 ; Köhler,
Platymaja g. n. nahe Euprog-natha Stp., aber Körper platt
u. kreisförmig, vorletztes Glied der Schreitfüsse verbreitert; einz.
Sp. ivyville-thomsoni, Miers") pag. 12.
Cyrtomaja g. n., Schild stark convex, Scheerenfüsse gestreckt
und dornig, mit vorig. Gatt, zu den Collodinae Stp. gehörig, mit
murrayi u. suhmü, Miers'^) pag. 14, 15, 16.
Achaeopsis spinulosus Stp., Miers ^) pag. 18.
Eurypodius latreillei G-M., Miers ^) pag. 22 u. longirostris pag. 23.
Anamathia jjit?cAra, Miers'^) pag. 26;
Scyramathia carpenteri = Am. carp. Norm., bei Norwegen,
viell. = Scyra umbon. Stp.; Am. agassizi S. Sm. gehört zum G.
362 Dr. G. Herbert Fowl er: Bericht über die Leistungen
Scyrara., S a r s 2) pag. 6 ; Sc. carpenteri, Abb. bei M 11 n e - E d w a r d s 2),
Taf. 2.
Lispognathus thomsoni Norm., Miers^) pag. 27; Abb., Milne-
Edwards^) Taf. 3.
Ergasticus naresii, Miers-^), pag. 30; E. clouei, Abb., Milne-
Edwards^), Taf. 1.
Echinoplax g. n. nahe Ergasticus, aber mehr accessor.
Dörnchen am Rostrum, Abd. 7-gliedrig, Merus der 3. Mxp. versch.,
einz. Sp. moseleyi, Miers^), pag. 31.
Oxiipleurodon g. n. nahe Leucippe, doch Rostralzinken diver-
gent, Praeoc.-Dorn deutlich; von Epialtus durch Form des Carapax
u. Rostrum, von Eupleurodon durch ungedornte Füsse versch., einz.
Sp. stimpsoni, Miers^) pag. 38.
Pugettia velutina, Miers^) pag. 41.
Sphenocarcinus A. M.-E. gehört hierher (Subf. Acanthonychina)
Miers^) pag. 34.
Majidae. Pisa tetraodon bei Penzance, Cornish pag. 390.
Herbstia rubra M.-E., Miers^) pag. 49 u. H. (Herbstiella)
depressa? Stp., pag. 51.
Chlorinoides coppingeri Hasw., Miers^) pag. 53; Untersch. v.
Acanthophrys pag. 52.
Acanthophrys filholi M.-E, Filhol-^) pag. 365.
Hyastenus elegans, Miers^) pag. 58.
Naxia hystrix, Miers^) pag. 60,
Scyra compressipes Stp., Miers'^) pag. 63; Sc. nicht zu den
Periceridae, weil ob. Augenhöhlenrand meist geschlitzt. Sc. umbonata
Stp. keine Scyra (vergl. oben bei Scyramathia).
Notolopas brasiUensis, Miers^) pag. 64.
Micippa, Paramicippa, deren Species, Miers'); M. spinosa var.
affiuis Miers, Miers 3) pag. 70.
Periceridae. Lihinia smithii u. gracilipes, Miers^) pag. 73, 74.
Picroceroides g. n. zwischen Pericera u. Macrocoeloma, einz.
Sp. tubiilaris, Miers^) pag. 77.
Macrocoeloma concava, Miers 2), pag. 81.
Mithrax mit den Subg. Nemausa u. Mithrax, Mier s^) pag. 84—90.
Paramithrax minw u. cristatus, FilhoF) pag. 356 u. 358; cf.
FilhoP).
Leptomithrax australis Miers u. longimanus M., FilhoP), p. 364.
Prionorhyncus edwardsii Luc, FilhoP) pag. 367.
Sphenocarcinus zu den Inachidae, s. oben.
Parthenopidae. Lambrus? angulifrons, Mimicry durch, de
Varigny*). Revision des Genus L., Miers^) pag. 91 — 101. L.
nodosus Luc, FilhoP) pag. 370.
Eurynolambrus australis M.-E., FilhoP) pag. 371.
Heterocrypta marionis, Abb., Milne-Edwards-), Taf. 1.
in der Carcinologie wühreiul der Jahi'c 1885 und 1886. 3G3
Cancridae. Actaea hystrix Miers^) pag. 121.
Medaeus haswelli, Miers"^) pag. 117.
Xantho bidentatus M-E., Miers ^), pag. 126. cf. Czerniavski.
Euryozius sbg. n. von Pseudozius, Ell. bouvieri (Xantho b.
M.-E.) var. mellissii Miers, Miers ^) pag. 142.
Spbaerozius nitidus Stp., Miers ^) pag. 144.
Heterozius rotundifrons ME., Filhol-^) pag. 372.
Lophozozymus bellus Stp. var. leucomanus, Miers ^) pag, 115.
Panopaeus otcujoensis, FilhoP) pag. 379.
Eriphidae. Pilumnus spinosiis, vespert., toment., novae-ze-
landiae, FilhoF) pag. 374 — 7; ^.hrazüiensis, floridan. Stp., mimulus
Deh. var. hirsutus Stp., dehaani M., normani, longicornis Hilgd. var.?,
vestitus Hasw., toment., rufopunct. Stp., Miers ^) pag. 151—160. cf.
Czerniavski.
Trapezia rufopunct. Hb. var. intermedia, Miers 3) pag. 168.
Portunidae. Neptunus mit den subg. Amphitrite, Achelous
u. Hellenus Miers ^) pag. 171 — 183, N. (Ami^h.) spinipes pag. 178.
Parathranites , subg. n, von Lupocyclus für orientalis
Miers ^) pag. 186.
Cronius hispinosiis, Miers ^) pag. 1 88.
Goniosoma varieg. F., var. himaciüatitm, Miers ^) pag. 191.
Thalamita intermedia u. sexlobata, beide zwischen Th. u. Thala-
mitoides u. beider Stirn 6 zähnig, Miers ^) pag. 196.
Portunus corrugatus von Australien ! Miers ^) pag. 200. cf
Czerniavski.
Platyonychus irideseens, Miers ^) pag. 202.
Lissocarcinus laevis, Miers ^) pag. 205.
Corystidae, s. hinter Leucosiidae.
Telphusidae. Telphusa depressa Krauss, var. johnstoni, von
Kilima-njaro, Miers ^) pag. 237. T. granosa Kölbel ^) (= soco-
trensis Hilgd. nach A. M.-E. 1887). T. fluv. Plateau^); Entwickl,
]\I e r c a n t i. T. brazzne, poecilli, hallayi, cliavanesii, decazei, A. M i 1 n e -
Edwards pag. 148— 150. T. intermedia, Czerniavsky, pag. 148.
Trichodactylus, dazu (Uca) cunniughami Sp. Bäte, Göldi'-)
pag. 19, quadratus M-E. nee v. Mart. pag. 25.
Sylviocarcinus petropolitanus Göldi-) pag. 33.
Dilocarcinus 7-dent. (Hb.), Hinterleibsringe bei ganz Jungen
noch nicht verwachsen, ibid. 28.
Geearcinidae. Gecarcinus lagostoma M-E., Miers 3) pag. 218.
Ocypodidae. Geryon (?) incertiis, Stirn zweilappig, vor-
springend, M i e r s ^) pag. 224. G. longipes, Abb., M i 1 n e - E d w a r d s -)
Taf. 4.
Pilumnoplax heterochir Stud., ahyssicola, Miers ^) pag. 227, 228.
Bathyplax typhlus, var. oculiferus, Miers ^) pag. 230.
Litocheira kingsleyi (Brachygrapsus K.?), Miers ^) pag. 232.
364 J^)i'- (j. Herbert Fowl er: Bericht über die Leistungen
Ceratoplax ciliata Stp., Miers 3) pag. 234.
Gelasimus huttoni FilhoP) pag. 386.
Gonoplax sinuatifrons M i e r s ^) pag. 246.
Ommatocarciniis huttoni Filhol ^) pag. 384.
Grapsidae. Heiice latreillei (M-E als Cjclogr.) Miers s) pg.268.
Cyclograpsus Lavauxi M-E., Filhol 3) pag. 390.
Sesarma mülleri M-E., Miers 3) pag. 270. [Ist eine neue Art
von Metasesarma, also: M. mülleri Miers, Hilgendorf als Ref.]
Plagusia Immaculata Lam. ob = depressa?, Miers ^) pag. 273.
Pinnoteridae. Pinnoteres in einer Perle eingeschlossen.
Woodward; P. villosulus G. M., Miers ^) pag. 277; F. novae ze-
Icmdiae FilhoP) pag. 407.
Hymenicus edioardsii, cooU, haasti, FilhoT"^) pag. 400— 2.
Elamene longirostris, producta Kirk, JcirJci, id. pag. 403—5.
Calappidae. Calappa depressa, nahe lophos, Miers 2) 287.
Paracycloes g. n. zwischen Cryptosoma u. Platym. einer- u.
Calappa (gallus) andrerseits, ohne die seitlichen Vorsprünge des
Schildes bei Cal. und ohne den Seitendorn und das schmale basale
Antennenglied von Cr. u. PI.; P. milne-edwardsii, Miers ^j pag. 288.
Mursia curtispina Miers ^) pag. 291.
Leucosiidae. Iliacantha intermedia, Miers ^) pag. 302.
Ebalia cranchii Lch. bei Penzance, Cornish, E. (Phlyxia) inter-
media, quadridentata?, var. sxyinifera, dentifrons, Miers ^) pag. 308,
309, 310; Phlyxia cheesmanii FilhoP) pag. 407; Eb. nux, Abb.,
Milne-Edwards^), Taf. 5.
Randallia granulata, Miers •■^) 317.
Leucüsia aiistraliensis, hasioelli, Miers ^) pag. 322, 324.
Corystidae. Mit Claus (1880) stellt Miers '') pag. 209 diese
Fam. zu den Cyclometopen, zw. Portun. u. Telphusidae.
Hypopeltarium n. n. für Peltarion J. & L. praeocc. Miers ^)
pag. 210.
Haninidae. Kiemen, die Metazoea ist Acanthocaris, Claus '^).
Dorippidae. Ethusa orientalis Miers^) pag. 330.
Ethusina S. J. Smith 1884 als Subg. von Ethusa, challengeri,
gracilipes, Miers •^) 331, 332.
Cymonomus granulatus, Abb., Milne-Edwards -) Taf. 8.
Porcellanidae. Petrolisthes novae-zelandiae FilhoP) pag. 408.
Porcellanides g. n., zw. Porcellana u. Porcellanella für
longim. R., minuta Westw. u. rissoi, Czerniavsky, pag, 112.
Dromiidae. Dromiau. ihre Commensalen, Haacke; Plateau^).
r ■ Homolopsis rostratus, Abb. Milne-Edwards'') Taf. 6.
Homalodromia parodoxa, Abb., ebd.
Dicranodromia mahieuxii, Abb. ebd., Taf. 7.
Lithodidae. Lith. antarct.. Schale als Wetteranzeiger, Mik-
luho-Maclay.
in der Carcmologie während der Jahre 1885 und 1886. 3G5
Hippidae. Kiemen, Claus '-).
Paguridae. Ein Paguride (Tylaspis anomala n. g., n. sp.) aus
2375 Fd. wird erwähnt von Henderson, C hall enger Narr. pag. 900.
Die britischen Sp. revidirt Henderson^).
Eupagurus. E. menticulosus Roux = tricarin. Norm., bei Nor-
wegen, 98 Fd. , Sars-) pag. 11. P. thomsoni in einem Schwamm,
Scott; prideauxi u. Commensalen, C h e v r e u x '-) ; edivardsii, kirJn,
coold, stetvarti, hectwi, eampbelU, traversi, thompsoni, Filhol ^)
pag. 412—423.
Clibanarius cruentatus, Filhol ^) pag. 424.
Porcellanopagurus edwardsii, FilhoP) pag. 410.
Birgus klettert auf Palmbäume, Bourne.
Xylopagurus rectus, Abb., Mil ne- Edward s ^j Taf. 9.
Pj'locheles agassizii, Abb. ebd. Taf. 10.
Galateidae. Galatea 2>wsi'Wa (N. S.Wales), «ncoriÄpicwa (Banda-I.),
Henderson -) pag. 407, 408.
Munida normani, spinosa, granulata, squamosa, scahra, proxima,
vitiensis, militarisy inoruata, scmcti-pmdi , JtasivelU, gracilis , eiirvi-
Tostvis, spinifrons, tuherculata, spinicordata, Henderson ^j pag. 408
bis 413; M. tenuimana, Abb., Milne -Edwards -) Taf. 11.
Eumunida smithii, Henderson^) pag. 413.
Munidopsis hrevimana, suhsgimmosa, milleri, trifida, pilosa, Hen-
derson') pag. 414 — 5.
Elasmonotus latifrons, marginatus, miersii, asper, Henderson ^)
pag. 416; E. vaillantii, Abb., Milne-Edwards -) Taf. 13.
Galathopsis subg. n. zwischen Munidops. u. Elasmon., Gr. laevi-
gata u. debüis, Henderson"^) pag. 417.
Galacantha hellis, Henderson"^) pag. 418.
Galathodes acutus, Abb., Milne-Edwards 2) Taf. 14, rosaceus
u. marionis Taf. 15.
Ptychogaster laevis, milne- edwardsi, Henderson^) pag. 418.
Diptychus insignis, spinimarginatus, parvulus, politus, austrcdis,
gracilimanus, tridentatus, Henderson^) pag. 419 — 421; D. vittatus,
Abb., Milne-Edwards 2) Taf. 12.
Grrimothea novae-zelcmdiae, Filhol'^) pag. 426.
Palinuridae. Palinurus, Monströs., Leger; Czerniavski.
Polycheles Doderleini Riggio.
Astacidae. Homarus vulg., Lovett pag. 100; Fortpfl.,
D a n n e V i g , R a t h b u n ^) ; Kiemen C 1 a u s ^) ; H. americanus, Lebensw. ,
A. C. Smith, Häutung-, Packard^), Monströs, u. Metamorph.,
RyderO^);
Astacus. Anatomie, H o w e s ; Entwickl. , R e i c h e n b a c h , M o r i n ,
Schimkewitsch; grüne Drüse, Szigethy, Harnsäure darin,
G-riffiths; Endothel der Gefässe, Vignal; Tastapparat, Gull and 2);
Glycogen in den Geweben, Kirch; Anatomie u. Lebensw., Lovett,
366 Dr. G. Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Male, NinniO; Krankheiten, Hilgendorf, Koch, Rauber,
Raveret-Wattel; Systematisches bei Czerniavsky, Niniii^)
lind besonders in Faxon^)'^).
Cambarus, Monographie Faxon'^), nais, negledus, Faxon-^)
pag. 140, 142.
Nephrops norv., Lovett.
Nephropsis cornub., Lovett; carpenteri, Wood-Mason^).
Eunephrox:>s n. g. grosser Antennalstachel, Kiemen wie Hom.,
Scheeren wie Nephrops; hairdii Golf von Darien, S. J. Smith*).
Cerataspis ist eine Homaridenlarve Sars^).
Phoberus caecus, Abb., Milne-Edwards^), Taf. 16.
Thalassinidae. Gebia deltura Leach, Lovett pag, 15.
Axius stirhynchus Leach, Lovett pag. 16.
Calocaris macandreae Bell, Lovett pag. 16.
Crangonidae. Crangon Lovett, IX pag. 467, X pag. 170;
Entwickl. des Auges, Kingsley^)"^).
Pontophilus jacqueti, Abb., Milne -Edwards 2) Taf. 38.
Sclerocrangon Sars 1882, dazu Cr. cataphr. u. salebrosus (=
Cheraph. ferox), sowie Ch. agassizi; Sars^).
Steirocrangon oinentalis Czerniawsky, pag. 73,
Glyphocrangon aculeatum, Abb., Milne-Edw,^) Taf. 39 u. spini-
cauda u. nobile T. 40.
Lysmata aberrans, Czerniavsky, pag. 63.
Richardina spinicincta, Abb., Milne-Edw, ■^) Taf. 41.
Tozeuma cornutum u. serratum, Abb., M i 1 n e-E d w a r d s '^) Taf. 29,
Atyidae. Euatya sculptilis, KölbeP) pag. 317.
Atyephyra compressa, Entwicklung, Ishikawa.
Caridina desmaresti in der Maas, Pelseneer^).
Stylodactylus rectirostris u. serratus, Abb., Milne-Edw. ^),
Taf. 35, 36.
Alpheidae u. Palaemonidae. Alpheus ruber, Stridulation,
Lovett, pag. 173; similis Czerniavsky, pag 26; Entwickl. von
AlpL, Herri(?k.
Athanas alpheoides, Czerniavsky, pag. 26.
Hippolyte amazo Pfeffer^).
Virbius tenuirostris, rectifrons, Czerniavsky pag. 20.
Bythocaris leucopis, 1110 Fd., payeri Hell. 350— 1110 Fd. arktisch,
Sars 2) pag. 27, 33.
Nematocarcinus Cursor, Abb., Milne-Edwards '^) Tf. 37.
Chlorotocus gracilipes, Abb., Milne-Edwards'^) Taf. 17.
Leander hrandti; phylog. Tabelle der Arten, Czerniavsky
pag. 43.
Pantomus parvulus, Abb., Mi Ine -Edwards ^) Taf. 26.
Pandalus dapifer, Murdoch *) pag. 519; Pand. ensis u. miles,
Abb., Milne-Edwards 2) Taf. 18, quadridentatus u. stylopus T. 19,
longipes T. 20, parfaitii u. martius T. 21, leptocerus u. propinquus
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 3G7
T. 22, sagittarius T. 23, serratus u. tenuipes, T. 24, longicarpus u.
geniculatus T. 35, brevirostris T. 26.
Heterocarpus ensifer u. oryx Mi Ine -E. ') T. 27 u. laevis u.
alexandri T. 28.
Notostomus vescus S. Smith ^) pag. 72; Mi Ine Edwards-)
Abb. von N. elegans Taf. 31 u. corall. n. gibbos T. 32.
[H]oplophoriis gracilirostr. u. spinicauda, Abb., Mi Ine -Ed-
wards-) Taf. 30.
Gonatonotus crassus u. var. longir. Abb., Milne-E. -) T. 34.
Miersidae, Pasiphae glacialis Buchh. 452—1862 Fd. wird Hy-
menodora giac. Sars '^); H. graciUs, S. Smith "*) pag. 76; zur Gatt.
Hymenod. wahr seh. auch
Meningodora mollis S. Sm.; Sars ^) prg. 275.
Acanthephyra armata, debilis var. europaea (= Miersia grac.
Sm.) u. A. purpurea, Abb., Milne-Edwards 2) Taf. 33.
Li (JUS n. g. edwardsii, Lucas •*), mit Nika u. Pandalus verw.
Peneidae. Solenocera distinctus de H. sp., Abb., Kölbel ^)
pag. 314; sii)honocera Miers, S. Smith -) pag. 186.
Peneus foliaceus Heller, ob zu Aristeus? s. unten!
Parapeneus n. g. für Peneus longirostris Luc, politus Smith,
constrictus Stp. nebst var. similis, barbatus de H., megalojjs u. goodei,
S. J. Smith % pag 171—177.
Hymenopeneus robustus, modestus; S. Smith '-) pag. 180 — 5,
Aristeus ? foliaceus, eine A.-Art, die viell. mit P. fol. Heller
identisch ist, S. Smith -) pag. 188.
Xiphopeneus kroyeri Heller, S. Smith ^) pag. 188.
Benthesicymus ?moratus n. sp. dub., S. Smith*) pag. 90; B.
bartleti, Abb., Milne-Edw. ^) Taf. 42; cdtics Bäte in „Chall."
narrat. pag. 528, Xyl.
Sergestidae, selbst. Farn, nach dem Verhalten der Kiemen
Claus -).
ScMzopoda.
Vergl. „Challenger" narr. pag. 739 (Sars); G-adeau *);
Murdoch^); Carus; Gourret. Spermatogenese Gilson ^).
Eucopiidae. Für die einzige Art Eucopia (Chalaraspis W.-S.
e. p.) australis Dana, von Dana u. Sp. Bate^ zu den Peneiden gestellt,
wird von Will.-Suhm u. Sars eine eigene Familie errichtet. Sars ')
pag. 53.
Euphausiidae. Euphausia. Sars ') pag. 75— 95 behandelt ausser
den im Ber. f. 1884 pag. 258 erwähnten Sp. noch: E. splendens D.,
superba D., gracilis D., spinifera S., latifrons S. — E. inermis oder
„Kril" als Nahrung für Balaenoptera borealis ; Collett. pag. 263.
Thysanopoda, Sars ') behandelt (ausser Sp. im Ber. 84) tricu-
spidata M.-E., microphthalma, pag. 98—106.
368 I^i"- ^- Herbert Fowler: Bericht über die Leistungen
Bentheupheusia, g. n. Sars ^) pag. 108, charakterisirt durch
vollst. Entwickl. aller Beine, amblyops (= Thysan. ambl, Sars Ber. 84).
Nyctiphanes australis (cf. Ber. 84) Sars ^) pag. 115.
Thysanoessa greg. u. macrura (cf. Ber. 84) Sars ') pag. 120— 5.
Nematoscelis megal. , micr. , ten. , rostr. (Ber. 84) Sars^)
pag. 127-135.
Stylocheiron carinatum, suhmii, longicorne, elongatum, ahbrevia-
tmiy Sars*) pag. 137— 147; cf. vorl. Notiz, Ber. 1883.
Lophogastridae. Lophogaster typicus Sars •) pag. 14, vom
Cap d. g. Hoffn., bislang nur nordisch gefunden.
Ceratolepis hamata (cf. Ber. 84), Sars ') pag. 17.
Cxnathophausia ingens Dolirn (Arafura-See), gigas W.-S., calca-
rata S. , willemoesii S., affinis S., elegans S., zooea W.-S. (nordatl.
bis pacif.), longispina S., gracilis W.-S., Sars ') pag. 30—48; Grn. zoea,
Abb., Milne-Edwards^) Taf.43, 44.
Chalaraspis n.g. (W.-Sulim e. p.) Sars*) pag. 50, charakterisirt
durch einen enormen, häutigen Carapax, der den vorderen Theil des
Schwanzes bedeckt; alata (W.-S.), Expl. verloren, aber Xyl. pag. 50.
Mysidae. Petalophthalmus armiger W.-S., Sars*) pag. 174,
Trop. atl. 2500 Ed.
Boreomysis nobilis, scyphops (81), pag. 55, 1110 Ed. arktisch,
Sars^) 54, 55, auch antarktisch, Sars*) pag. 180; obtusata, microps
Sars*) pag. 182— 4.
Amblyops crozetii W.-S., Sars*) pag. 186; cf. Pseudomma.
Pseudomma (W.-S.), australe (Sars 83 als Ambl. austr.), Sars*)
pag. 189, 191.
Erythrops glacialis, Sars'-^) pag. 45, arkt., 498 Ed.
Parerythrops spectabilis, Sars'^) pag. 47, arct., 417 Ed.
Anchialus typicus Kr., dazu: truncatus Sars 83 u. Mysis Moebii
Dohrn; angustatus; A. pusillus, dazu: Promysis pus. Sars 83; Sars*)
pag. 193-200.
Mysidopsis incisa, Sars*) pag. 202.
Siriella thompsoni M.-E., dazu: vitrea D., ?brevipesD., inermis
Kr„ ? Promysis galatheae Kr., S. edwardsii Ol, atl. u. pac. Sars*)
pag. 205; gracilis D., indo-pac, pag. 209.
Pseudomysis (1881) abyssi (81), 1110 Ed., arkt.; Sars'^) pag. 50.
Euchaetomera typica, tenuis, Sars*) pag. 211, 214,
Mysis rayii Mur doch*) pag. 519; vulgaris und /cemWa (Besclir.
von Sars, zw. ornata u. Spiritus), Grade au de K. *) pag. 90; M. sp.
n. innom. Braun s. Ber. f. 1884.
Gastrosaccus spinifer G- ade au de K. *), pag. 90.
Macropsis slabberi u. var. minor v. Ben., G-adeau de K. *) pag. 91.
Heteromysis Smith (Chiromysis Sars) umfasst formosa Sm.,
microps S., norvegica S., bmnudensis, Sars*) pag. 216 [und harpax
Hilgdf. 78].
in der Carciiiologie Avähreiul der Jalire 1885 und 1886. :>)C)9
Stomatopoda.
Squillidae. Vergl. „Cliallenger" narr,, pag. 817 (Brooks);
Brooks-'^); Spermatogenesis, G i 1 s o n ^).
Squilla, allg. Beobachtungen, Rathbun^) pag. 823; Höhlen
u. Stridulation, Brooks *); Verhältniss zur Alima- u. Alimerichthus-
Larve, Brooks'') pag. 81— 98. Sq. qiänquedentata, leptosquüla, lata,
fasciata Deh. Abb., chlorida, Brooks-*) pag. 26— 40.
Lysiosquilla, Höhlen, Brooks ^); maculata F. Abb., L. (Coronis)
excavatrix, Lebensweise, Brooks ^) pag. 45, 48; die Larvenform dieser
Gatt, beschrieben als Lysioerichthus, pag. 90 — 110.
Pseudosquilla ciliata (Miers) ; Larvenform der Gatt, beschrieben
als Pseuderichthus, Brooks*) pag. 53 u. 111— 113.
Gonodactylus, die Gatt, gespalten; G. chiragra Latr. Abb., gra-
phurus M., glabrosus; Gonerichthus ist die Larvenform; Brooks*)
pag. 55— 62, 113.
Protosquilla n. g. für Gouod. trispinosa Wh., guerinii Wh.,
foliuii M.-E. u. die sp. n. elongata u. cerebraUs (? =: glyptocerca W.-M.),
Brooks*) pag. 65—75.
Coronida n. g. für Gonod. bradyi M.-E, u. trachura M.,
Brooks*) pag. 79, Larve der Gatt. pag. 110.
Cumacea.
Sars in „C hallenger" Narr, pag. 742.
Vergl. Blanc, Carus, Sparre- Schneider, Braun (Diast.
rathkii), Sars in G ade au de K. ^) (Diast. nodosa beschr.); Sars^)
pag. 5 — 9, giebt die Charaktere aller bek. Fam. und zählt die bek.
Gatt, derselben auf; auch die vorliegenden Gatt, werden charakterisirt,
Abb. aller behand. Sp.
Cumidae, 5 bek. G.: Cuma, Cyclaspis, Stephanomma, Iphinoe,
Cumopsis. Sars^)p. 5.
Cyclaspis australis, pusilla, exsculpta, Sars ^) pag. 11 — 22, Abb.
Vaunthompsoniidae , 2 G. : Yaunth. u. Leptocuma, Sars^)
pag. 5.
Vaunthompsonia meridionalis, Sars^) pag. 23, Abb.
Lampropidae, 5 G. : Lamprops, Hemilampr., Paralampr., Pla-
tyaspis, Chalarostylis ; Sars^j pag. 6.
Faralamprops n. g. Grosser, mit Kielen versehener Carapax;
kein Auge; sehr entwick. 1. Ant; kein Palpus! an d. 1. Max.; P.
serrato-costata, Kerguelen, Sars^) pag. 26.
Leueonidae, bek. G. : Leuc, Eud., Eudorellopsis. Sars^) pag. 6.
Leucon assimilis, tenuirostris, Sars'^) pag. 34, 38.
Eudorella dbyssi, Sars^) pag, 41.
Diastylidae, bek. G. : Diast., Leptostylis. Sars"') pag. 7.
Ar eil. f. Natuigesch. 53. Jahrg. Bd. IL H.2. y
370 Dr. G. Herbert Fowl er: Bericht über die Leistungen
Diastj^lis stygia, erinaceus, hmrida, mystacina, S a r s ^) pag. 44
bis 60; rathkii \\. nodosa, s. oben.
Pseudocumidae, bek. G,: Pseudociima, Petalomera, Sars^)
pag. 7.
Cumellidae , 3 G. : Cumella , Nannast. , Spencebatea , S a r s '^)
pag. 8.
Nannastacus suhmii, Sars-'^) pag. 63.
Campylaspidae, IG.: Campylaspis pac»/?ca, 7?orMo.9rt, Sars^)
pag. 65.
Leptostraca.
Nebaliidae. Systematische Stellung, Claus 2), Dollo '),
Sars*;. Vergl. auch „Challenger" narr. pag. 743 (Sars), Carus,
Köhler.
Paranebalia longipes (W.-S.), Sars"^) pag. 10.
Nebalia bipes F. im Kvänangfjord. Sparre- Schneider.
Nehaliopsis g. n. Sars-*) pag. 22; Schild (netzf.) sculptirt,
in der Dorsallinie weit nach hinten ausgezogen, Branchialfüsse un-
vollkommen entwickelt, lamellenförmig, die endo- u. exopodalen Theile
nur schwach als dreieckige Loben angedeutet, Epipodit gut ent-
entwickelt; einz. Sp. : N. typica.
Amphipoda.
Aurivillius ') '^), Bovallius ^) *) ^) ^), Braun, Bronn, Carus, Che-
vreux ^) (Croisic), Giles *) '^), Haswell, Henderson, Köhler, Murdoch %
Schneider, Sparre-Schneider *), Simon ^), Spencer, Stebbing in „Challen-
ger" narr. u. ^) ^).
NB! Im Bericht für 84, S. 260 ist bei Allorch., Maera, Microd.
u. Glycerina, statt Haswell (viermal) Chilton als Vf. zu setzen.
Tanaidae, von Gerstäcker u. A. hierher gestellt, s. bei den
Isopoda.
Orchestidae. Talitrus locusta, Experimente über Lebens-
dauer in Süss- u. Salzwasser, Robertson; T. sylvaticus Hasw.,
Abb., Haswell, pag. 95.
Talorchestia tumida, mit dimorphen Männchen, Stebbing^)
pag. 5; cooM, armata Filhol ^), pag. 459, 460.
Orchestia dentata, ornata, Filhol ■'^), pag. 462, 463.
Allorchestes stewarti, campbelUca, Filhol ■'^) pag. 465, 466; A.
longicornis, crassic, rupicola, niger, gaimardii, austr., Abb., bei
Haswell pag. 95,96.
Neobule algicola, Abb., Haswell pag. 96.
Gammaridae. Lysianassa nitens Hasw. besser zu Aonyx;
L. austral. u. äff. Beschr. u. Abb., Haswell pag. 98.
Socames bidenticulatus (Sp. Bäte als Lysian.) 40—60 Fd., dazu
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1880. 371
S. ovalis Hoek 82, aber Aouyx vahlii Kr. verschieden (gegen Goes),
Sars^) pag. 139, 276, 140.
Hippomedon holbölli Kr. var., dazu H. abyssi Sars (nee Goes),
350—1215 Fd. Sars 2) pag. 142.
Aonyx calcaratus, nicht zu Hippomedon (Sars 81), 658— 1200 Fd.;
A. typhlops; Sars 2) pag, 142, 145; mit A. sind zu vereinigen: Oni-
simus, Orchomene, Tr3q)hosa, pag. 151; cf. Lysianassa.
Onisimus turgidus , parasitisch auf grossen Actinien , 223 Fd.,
leucopis, Sars^) 147, 149; cf Aonyx.
Tryphosa pusilla Sars'^) pag. 151, cf. Aonyx.
Menigrate s ( Orchomene ? ) arcticus , S p a r r e - S c h n e i d e r ^)
pag. 63; cf. Aonyx.
Aristias tumidus, Aurivillius^) pag. 282.
Acidostoma laticorne, Sars-) pag. 152.
Stegocephalus latus, Beschr. u. Abb., Haswell, pag. 97.
Andania pectin. , parasitisch in Tunicaten, Aurivillius'^)
pag. 282.
Cyproidea damnoniensis, von Devonsh. ; Cypr. Hw. = Stegoplax
Sars, Stebbing^) pag. 59.
Phoxus oculatus, Sars^) pag. 154.
Harpinia abyssi, 350 — 2215 Fd., H. carinata, mucronata, serrata,
Sars^) 157-162.
Urothoe abbreviata, Sars^) pag. 164.
Epimeria loricata, Sars^) pag. 166.
Acanthozone pohjacantha, Murdoch pag. 520.
Paramphithoe euacantha, Sars^) pag. 168, Gatt, zur Abth.
Epemeridae statt Oediceridae.
Pherusa (?) coerulea S t e b b i n g -) pag. 5.
Dexamine miersii, Abb., Ha s well pag. 102.
Atylus homocheir, Haswell pag. 101, Abb.
Oediceros macrocheir, Sars^) pag. 170.
Monoculodes tesselatus, Sparre-Schneider, pag. 81.
Halirages quadridentatus Sars^) pag. 172.
Cleippides quadricuspis, Sars 2) pag. 174.
Amphithopsis pulcliella, Sars 2) pag. 175.
Gammarus pulex var. n. subterraneus , Schneider; Commen-
salen, Plate; tunetanus, Simon ^) pag. 6.
Niphargus puteanus, Beob., van Beneden; im Geufersee N. p.
var forelii, ForeP) pag. 112— 170.
Gammarella longicwnis, Köhler-).
Harmonia Hasw., siehe Corophiidae.
Maera tenera Sars^j pag. 177; M. spinosa, rubromaculata,
ramsayi bilden eine Variationsreihe zus. mit festiva Chilt., Has-
well, pag. 105.
y*
372 Dr. G. H e r b e r t r 0 w 1 e r : Bericht über die Leistungen
Megamaera sueusis; M. mastersii = tliomsoni Miers, Haswell
pag. 103, 105, Abb.
Melita pallicla, in Holz, dessen Löcher wahrsch, von Teredo
gebohrt, Sars^) pag. 179; megacheles, Buy \. Bengalen, Giles'^); for-
mosa, leonis, Murdoch pag, 521.
Amathillopsis spinigera, Sars^) pag. 181.
Bruzelia serrata, Sars^) pag. 182.
Metopa spectabilis, aequicornis, Sars-) pag. 185, 188-. sölsb&'gi
Spar re-Sclin eider^) pag. 71.
Danaia (syn. Cressa Boeck) abyssicola, Sars-) pag. 190,
Lilljeborgia aequicornis, Sars-) pag, 192,
Eusirus affinis, dubius Hw. var„ Haswell pag. 100, Abb.
Tritropis appendiculata, Sars'^), pag. 194.
Ampelisca odontoplax, minuticornis, Sars"^) 196,198; australis,
Haswell pag. 97.
Byblis abyssi, Sars^) pag, 201; kallarthrus, Stebbing-) pag. 4,
Aora u. Microdeutopus identisch, Cliilton^); für diese u, die
folg. G, vergl. Podoceridae.
Autonoe megacheir Sars''') pag. 203.
Xenoclieira fasciata, Abb,, Haswell pag. 105,
Haplocheira s, Podoceridae.
Icilinae als Familie mit den Gatt. Icilius, Icridium (= Pereio
notus), Phlias und
Clydoninae als Familie einz. G. Clydonia, Gerstäcker
pag. 497, 498, beide Fam. noch zum Trib. der Corophiina; cf,
Hyperiidae.
Tyro M.-E. statt Clydonia (Dana erst später), clausii, atlantica,
marginata, sarsii, tullhergii, alle atlantisch; Bovallius ') pag, 12—16,
Corophiidae. Hierzu nach Gerstäcker pag. 495 u, Carus
schon die Gatt. Aora, Autonoe, Xenocheira (s. Gammaridae) etc,
(Microdeutopidae von Sars). — Epimeria u. Paramphithoe s. bei
Gammaridae.
Podocerus assimilis, tenuicornis (1110 Fd.), brevicornis, Sars-)
pag. 205 — 9.
Erichthonius megaiops (Sars 81 als Cerapus m.) Sars -j pag. 210.
Unciola petalocera (S. 81 als Glauconome pet.) Sars-) p. 212.
Haplocheira typica Hw. früher bei den Gammaridae, Abb.,
Haswell, pag. 106.
Harmonia crassipes, früher fälschl. zu den Gammaridae, Abb.,
Haswell, pag, 106.
Cyrtophium parasiticum u, minutum, Abb., Haswell, pag. 108;
calamicola, Bay von Bengalen, Giles ') pag, 54; bei Gerstäcker
pag, 494 zu den Dulichiidae, cf. Laetmatophilus (Dulichiidae).
Dexiocerella n, g, für Cyrtoph. dentatum Hw, ; lobata, laevis,
Haswell pag. 109—111, Abb.
in der Carciiiologie wälireiul der Jahre 1885 und 188H. 373
Dulichiidae. Vergl. oben Cyrtophium.
Dulichia tubercalata Boeck (dazu septentrionalis S. 81), hirti-
cornis, macera, Sars'-) pag. 215— 220; arctica, Murdocli ') pag. 520.
Lae[t]matoplii]us , hierzu jetzt Cyrtophium hystrix, Ha s well
pag-. 110.
Hyperiidae. Clydonia von Dana eingeführt für Formen, die
sicher zu Tyro (M.-E. 1840) gehören, u. zu den Corophiidae gestellt,
nebenbei aber Tyro unter den Hyperiidae beibehalten, so auch bei
späteren Autt.; von den Hyp. ist Tyro durch den vorn abgestutzten
Kopf verschieden, cf. Clydoninae. [Sars stellte 1882 Clydonia zu
den Hj^perina.] B 0 v a 1 1 i u s ^) pag. 12.
Hyperiopsis g. n. Durch ein ziemlich grosses secundäres
Flagellum an der 1. Ant. von dem Typus der Fam. abweichend.
Rücken breit, Epimeren klein, Kopf gross, oben stark gewölbt;
1. Ant. grösser als 2., Mandibularpalpus deutlich; die 2 ersten Beine
schwach, nicht subcheliform, die 3 hint. Beine fast fadenförmig, nur
Basalglied breiter, am 3. u. 4. B. das 3. Gl. gross u. lamellenf. ; Pleop-
kräftig, die 2 vord. Stiletpaare unverzweigt, zweigliedrig, letztes P.
zweiästig, Telson rudimentär. — H. voeringii, bei Norwegen, 600 Fd.
— Sars 2) pag. 231.
Hyperia, in die Nähe dieser G. bringt Gerstäcker pag. 491
Mimonectes.
Tauria Dana von Hyperia zu trennen, Bovallius^), pag. 16.
Daira M.-E. viell. ident. m. Paraphronima Claus, id. pag. 8.
Lanceola Say von VibJlia wieder zu trennen (geg. Bäte 62),
dahin lovcni, sayana, felina, serrata, curticeps, clausii, Bovallius'')
pag. 1—8.
Thaumatops s. unten.
Paraphronima chjpeata, californica, edivardsii, Bov. ') pag. 11.
Mimonectidae fam. n. Bovallius ') (von Gerst. bei den Hy-
periidae belassen s ob.), für die neue Gatt.
31imonectes, deren Augen rudimentär; loveni, steenstrwpi,
sphaericus; der kuglige hyaline Körper erscheint in der Maske einer
kleinen Qualle, Abb.
Thaumatopsidae fam. n. für Thaumatops (W.-Suhm emend.)
= Cystosoma G.-Men. mit: neptunus G.-M., pellucida W.-S., lovmi,
longipes, Bovallius ^) pag. 6—13. Nach Gerst. bei d. Hyperiidae.
Cheluridae, eigene Fam. mit 1 Genus, Gerstäcker pag. 493.
Chelura ter. in Massachusetts, Rathbun ■■^) pag. 825.
Caprellidae. Caprella microtuberculata S. u. spinosissima
:Norm. (= horrida Sars 78) Sars -) pag. 222, 225.
Aegina spinifera Bell (dazu spinosiss. Stp. sowie Sars 78) Sars -)
pag. 228.
Proto novae-hollandiae, Abb., Haswell, pag. 111.
374 I^i"- ^^- Herbert Fowler: Bericht über die Leistniigen
Hircella n. g. P. Mayer bei Haswell in Pr. Linii. S. N.-S.
Wales, IX 1884, pag. 999. Von Proto verschieden dadurch, dass die
vord. Pereiop. rudimentär sind, was bei mangelhaftem Material aus
Verkümmerung der Muskeln geschlossen wird. Typus: cornigera
(Capr. com. Hsw.)
Isopoda.
Sars -) theilt die von ihm berücksichtigten Formen in 5 Tribus:
1. Chelifera, 2. Flabellifera, 3. Valvifera, 4. Asellota, 5. Epicarides
[dazu kämen noch Oniscoidea, früher zw. 4. u 5. eingeordnet]. Zu
den Flab., bei denen die hintersten Abdominalgliedm. mit dem letzten
Segment einen m. od. w. deutlichen Schwanzfächer bilden, gehören
die Fam. Anthuridae, Anceidae. Cymothoidae (incl. Aegidae u. Cirolan.),
Serolidae u. Sphaeromidae (incl. Limnoriidae) p. 85. Die Valv., durch
ein letztes Paar von Abdfüss. charakterisirt, das sich über die andern
wölbt und sie so in eine geräumige Höhlung einschliesst, die oben
von dem schildf. Endsegment gedeckt wird; hierher Arcturidae u
Idoteidae, pag. 96. Die Aselloten mit terminalem, nicht modificirtem
Caudalanhang, die Abdominalgliedm. nie als Schwimmorg., sondern
mit Ausn. des 1. (beim Weibch. meist deckelartig, beim M. der Co-
pulation dienend) als Athmungsorg. funktionirend ; 2 Fam.: Asellidae,
Munnopsidae, pag. 118. Die Epicarides M.-E., den Oniscoidea näher
verwandt als den Cymoth., zerfallen in 4Fam.(?) mit den typ. Gatt.
Bopyrus, Dajaus, Entoniscus u. Cryptoniscus, pag. 135.
Vergl. auch: Andrussow, Aurivillius ^), Beddard^) ■*) und „Chal-
lenger'' Narr., Carruccio, Carus, Boas -), Borre *) ^), Bovallius M "") ^),
Budde-Lund, Chevreux^), Chilton ') ""), Dybowski, Fiszer '-), Giard ') -, ^) ^),
G-ilson-), Gourret, Hilgendorf 2) , Hoek-), Koehler*), Kulczycki ^),
Lucas^) -) 3) 5), Norman, Packard ^), Sars '^) 3), Schiödte, de Sede.
Simon ^), St. Loup, Walter. Sv. V.-Ak. Handl. X No. 11, XI No. 17,
nur Cymothoidae. — Bov. ^), New Isopoda I, 1885, u. II 1886, Bih.
Sv. V.-Ak. Handl. X No. 11, XI No. 17, nur Cymothoidae.
Apseudidae. Innerhalb der Isop. chelifera Sars unterscheiden
die Autt. jetzt 2 Fam.: Apseudidae mit 4 G. : Sphyr., Aps., Typhlaps.
u. Leiopus. und Tanaidae; Norman, pag. 79.
Sphyrapus, ohne die Schuppe an der 2. Ant., nur am Scheeren-
fuss mit (rudim.) Exopodit (Unterschiede von Apseudes), jetzt
4 Sp. : tudes, malleolus, anomalus, serratus (Sars 82), Sars ^) pag. 64,
Abb. u. Beschr. von serr. 1333 Fd. pag. 66. Norman (pag. 97— 101)
giebt e. Schlüssel zu den 4 Sp. u. Abb. u. Beschr. von malleolus.
tudes, anom.
Apseudes antarctica Beddard^) pag. 114 u. ^) pag. 109, Abb.;
clausa Boas^) pag. 109. Norman beschreibt 9 Sp. : talpa Mont,
latreillii M.-E. (Abb.), spinosus Sars (Abb.), uncidigüatus, obtusifrons,
lunarifrons (? = echin. S.), simplicicornis, grossimanus, gracilis, Be-
stimmungstabelle aller Sp., die neuen sämmtl. abgebild., p. 80—97, 134,
in der Caiciiiologie wälu'en«] der J;;hre 1S85 mid 1880. 375
Typhlapseudes g. n., von Aps. versch., weil ohne Exopodit
an den 2 ersten Thoracalgliedm., von Paraps., weil sämmtl. Ab-
dominalauhäng-e vorhanden, von Sphyr. durch rudini. Exopodit an der
Anteunnla; einz. Sp.: nereas, ßeddard^) pag. 115 u. *) pag. 111
mit Abb.
Leiopus g. n. ähnl. Typhlaps., aber ein Exopodit an den
Scheeren- nnd folgenden Füssen (wie Aps.), Scheeren sehr dünn;
L. leptodactylus, Beddard ^) pag. 116 u. *), wo Abb., pag. 115.
Tanaidae. Ueber den Dimorphismus der Männchen, Norman,
pag. 103; Bestimmungstab, der 13. Gatt. [excl. Neotan. u. Bathyt.]
und Liste der 45 aus dem atl. Oc. nördl. vom 35" bekannten Sp.,
Norman, pag. 106 — 111.
Tanais hirsiitus Beddard ^) pag. 116 u. ^) pag. 120, Abb.;
Willemoesii Stud., Abb., id. ■') pag. 119.
Hetero tanais örstedi, limicola, anomalus Norman pag. 109.
Neotanais n. g. Neben Heterot, aber Endopodit der Urop. sehr
lang und Scheere beim $ voll entwickelt; die Klaue der 3 hinteren
Thoracalgliedm. bewaffnet; N. americanus. Beddard'^) pag. 117,
') pag. 12^, Abb.
Leptochelia Dana im Gattungschlüssel bei Norman pag. 108.
Paratanais cUmorphus Beddard^), *) pag. 130; cf. Bathy tanais.
Bathytanais (?) n. g. Antennae u. Antennulae bei § u. (J (?)
4-gliedrig; bathybrotes (PnYüt.hRthyhr.^) p.ll9), pacifisch, Beddard^)
pag. 133, Abb.
Alaotanais n. g. Pleon segmentirt, alle Pleopoden entwickelt
u. ciliirt; ohne Augenloben u. Augen; ob. Ant. bei $ u. $ mit
entwick. (4-gliedr.) Geissei; beim ^ Gnathop. stark entwickelt, oblong,
Finger u. Daumen gekrümmt u. gezähnt: Pereiop. sehr dornig. Form
der Dornen nach den Sp. versch.; Urop. 2-ästig, inn. Ast 8 — 9-gliedr.,
äuss. 2-gl. A. serratisxyinosous , hastiger, laevispinosus , Norman,
pag. 111 -117, Abb.
Typhlotanais cornutus Sars^) pag. 83, Abb. T. Tcerguelensis u.
hrachyums Beddard 3) pag. 117, "*) pag. 121, 123 (u. 169), Abb.
Leptognathia longiremisLillj., Rejkjavik, 20 Fd., Sars ■^) pag. 79,
Abb.; L. australis Beddard^) pag. 118 u. ^) pag. 127, Abb.
Pseudotanais Ss. im Gattungsschlüssel bei Norman pag. 106.
Cryptocope voeringii (Ss. 82), Abb., Sars ^) pag. 74.
Haplocope Ss., wie Cryptoc. mit rud., aber hier nur einästigen
Pleop. des $, Sars-) pag. 74.
Strongylura arctophylax Norman pag. 116, Taf. 24.
Tanaella g. n, zunächst Strongylura, aber Uropoda ein- statt
zweiästig; Tanais, einz. andre Gatt, mit einäst. Ur., hat 3 Paar
Pleop., Tanaella gar keine. Augen fehlen. Einz. Sp. umjuicillata.
N orman pag. 117, Taf. 24.
Anarthrura im Gattungsschlüssel bei Norman pag. 106.
37G r)i*- Gr. Herbert Föwler: Bericht über die Leistniigeii
Anthuridae. Norman pag. 121 giebt einen Schlüssel über
die von ihm nntersuchten 6 Gattungen; davon geliören Anthura,
Cyatb., Anthel., Hyss. zur Sect. A. mit sägenden Mandibeln; die
Gatt. Paranth. u. Calath. zur Sect. B. mit ungezähnten lancettförmig
gespitzten M.
Paranthura cMtom, necjlecta, Beddard'*) pag. 143, 144, ohne
Abb., P. nigropunct. Luc. u. tenuis Ss. Norman, pag. 129, 131, Abb.;
vergl. folg. G.
Calathura g. n. für Paranth. brachiata (Stp.), wozu auch
norveg. Ss. u. Anth. arct. Hell., Abb. Norman, pag. 131.
Anthura gracilis Mont., Abb. Norman p. 122; vergl. folg. G.
Ptilanthura viell. nur ^ zu Anthura, Norman pag. 124.
Cyathura n. g. für A. carin. Kr., wozu polita Stp. u. brunnea
Hrg. Norman pag. 124, Abb.
Anthelura n. g. Mand. sägend; Pleonsegm. sehr kurz, aber
beim W. distinct; Plagella beider Ant. vielgl., obere beim M. e. Bürste
von halber Körperl, bildend; Mxp. 5-gl., 2. Gl. sehr kurz. K. elongata
(früher iniM. S. : Paranthura el.), abyssoram; Norman pag. 126, Abb.
Hyssura g. n. Wurmf. verlängert; Mand. sägend; Pleonsegm.
ganz distinct u. halb so lang als breit; Pleop. gleich, 1. Paar deckt
keines der folg.; Urop. mit langem, dünnem äuss. Ast, nicht über
das Telson sich wölbend; Telsou schmal, lancettf. ; Geissein beider
Ant. vielgl. ; Mxp. 5-gl. producta, nordatl, 1450 Fd. Norman, 128, Abb.
Aneeidae. Anceus stygius, 658 — 1215 Fd., hirsutus, robustus,
Sars^) pag. 85 — 94, Abb. A. (Praniza) torpedinis, im Spiraculum
von Torp., Ceylon, Walter. A. hathybius, tuherculosus, latidens,
Beddard^) 119, 120, u. ^) 135—141, nebst Abb. aller Sp. Taf. 18.
Cymothoidae (incl. Cirolanidae u. Aegidae). Bovallius^)
giebt eine Uebersicht der Aegideu-Genera.
Anuropus n. g. Die zum Schwanzfächer gehörigen Anhangs-
organe sind gleich den vorhergehenden gebildet und dienen zur
Athmung! [Mundtheile beissend.] Augen fehlen; Antennulae kurz,
2-gl. mit verbreitertem Endglied. A.hranchiatus, 70mra. 1., 1070 Fd.,
nördl. Neuguinea. Beddard^) pag. 113 u. ^) pag. 152, Abb.
Cirolana cookii, Filhol'^) pag. 455.
Slabberina gracilis, Abb., d. Gatt, nicht = Eurydice {g^g. Bäte
U.W.) u. zu den Cirolanidae [statt Aegidae], Bovallius^j II p. 12.
Conilera cylindracea, Köhler.
Aega maorum, FillioP) pag. 452; schiüdteana Adria, Abb.,
magnifica D., Abb., loveni, Schweden, Abb., ventrosa Seh. M. nee Sars^
cf. Aegiochus, Bovallius^) I pag. 8, II pag. 3, 6.
Rocinela lilljehorgi, Bovallius^); maculata Seh. u. M., Abb.,
dumerilii Luc. Abb., Bovallius^) I p. 10, II p. 9; vergl. Syscenus-
Aegiochus g. n. Abdomen so lang wie Pereion, 5. Segm. des
Pereion länger u. höher als die vorhergehenden; Ae. nordensJciöldi,
in der Ca]'ciiiologie wälireiul der Jahre 1885 und ]88H. 377
Gi'önl., 120 Fd., Bovallius -"') Abb.; wird „Aegio. ventrosns Ss.", ^)
II pag. 8.
Syscenus Hrg.. dazu gehijrt Roc. lilljeborgi Bov. (s. ob.) u. viell.
(Jugendf.) Harpoiiyx praiiizoides Ss. 82, Bovallins*^) II pag. 17.
Nerocila tvailli Filhol'^) pag. 451.
Aiiilocra echvardsii, St. Loiip, pag. 175.
Glossobiiis auritus, trop. atl., Bovallius^) I 12, Abb.
Emetha adriatica, Bovallius*^) I pag. 17, Abb.
Ceratothon. kuttoni, novae-zelandiae, Filhol-'') pag. 446, 449; de-
planata, Hayti, B ovallins ^) I pag. 20, Abb.
Cymotboa oestmm Schiodte?; St. Loup, pag. 175; elegans, Java,
caraibica, Bovallius^) I pag. 23, 27, Abb.
Livoneca stewarti, FilhoP) pag. 450.
Ononia ii. g. für Cymotboa amurensis Gerstf. , Fiszer-)
Sphaeromidae. Wie Haswell ii. Miers ist auch Beddr. id*)
für Einziehung des Gen. Nesaea, weil (J zu Cymodocea; auch Iso-
cladus Miers ist nur (J zu Sphaeroma, ausserdem dürften noch manche
Sp. auf Geschlechtscharakteren basiren, pag. 145.
Cymodocea cdryssorum, die Abdominalfüsse des 4. u. 5. Paares
sind auch in ihrem Aussenast respiratorisch gebildet (wie bei Am-
phoroidea), Urop. geschlechtl. dimorph, Neuguinea, 1070 Fd., einz.
Tiefseeform unter den Sphaeromidae, Beddard^) pag. 114, u. *)
pag. 150, Abb.; C. darwini (Patagonien) aucli bei Kerguelen-I., ebd.
— C. bituberculata FilhoP) pag. 457.
Nesaea (u. Cilicaea) (^ zu Cymodocea Beddard^) pag. 145.
Ceratocephalus grayanus White MS., dazu: Bregmocerella tri-
coruis Hasw. Beddard*) pag. 148.
Leptospliaeroma gottschei n. g. nahe Placarthrium Chilt.,
Japan. Hilgendorf ^).
Areturidae. Arcturus, Beddard^) pag. 106—112, u *) pag. 85
bis 106 behandelt: Arct. furcatus Stud., glacialis, spinosus, anna,
cornutiis, spinifrons, purpureus, brmmeus, abi/ssicola, mijops, studeri,
ocidatus, americanus, stebbingi, sämmtlich abgebildet; in ^) fehlen
davon: furc , amer., stebb., ausserdem sind nur noch bekannt 3 arkt.
Sp.: baff., hystr., tuberös, und von Patagonien : coppingeri. — Sars^)
behandelt u. bildet ab : A. baffini, tuberosus u. hystrix, pag. 97—106.
Astacilla (Leachia praeocc.) granulata, Abb., Sars'-) pag. 107.
A. marionensis, Beddard"') pag. 107. Beide Autt. erkennen Ast.
als G. an; Bedd. bemerkt, dass die hintern Thoracalfüsse bei Ast.
zweiklauig, bei Arct. einklauig sind, pag. 85.
Idotheidae. Idothea festiva C h i 1 1 on -) ; stewarti F i 1 h o 1 -) 34.
Glyptonotus (dazu: entomon, sabini, caeca, tuftsii, antarcticus)
megalurus, Telson von sabini versch., 1081 Fd., Abb., Sars-) p. 112.
Synidotea Harg., gerundete nahtlose Epimeren, Körper und
besonders Hinterleib gedrungen (hierzu auch I. nodulosa Kr.) ; S. bi-
cuspida (Ow.), 40— 16Fd., anscheinend circumpolar, Sars-) pg. 116, Abb.
378 J^^i'- ^- Herbert Fowler: Bericlit über die Leistungen
Asellidae. Schlüssel der (13) Gatt. (excl. Jol., Trichopl,
Janthops., Jaerops u. Munnidae) bei Bovallius*^) pag. 4.
Asellus cmgarensis, haikalensis, Dj^bowski; A. aqiiat. var. cra-
coviensis u. A. goplaniis nebst var, siviteziana, Kulczycki *) pag. 410
bis 413; A. hügendorfd, Japan, Bovallius^) pag. 13; A. forelii
Blanc im Genfer See, ForeP) pag. 113, 170; Nervensystem von A.,
Packard -).
Caecidotliea Pack, und
Leptaspidia B. und W. bei Bovallius ^) pag. 4, 13, 15.
Acanthoniscus, ähnl. Janira aber blind u. alle (auch d. 1.) Pereiod.
einf. Schreitfüsse, typhlops einz. Sp., Abb. Sars^) pag. 119.
Nannoniscus (2 Tiefsee-Arten, oblongus u.) bicuspis Abb. Sars '-)
pag. 122.
Jolanthe g. n. nahe Acanthoniscus (welcher aber einfache statt
doppelter Fussklauen hat), von Janthopsis durch Blindheit, dornf,
Epimeren u. Antennulae mit langem Fla gellum abweichend; einz. Sp.
acanthonotus, Beddard^) pag. 104 u. *) pag. 15, Abb.
Stenetrium hasivelli, La Plata, 600 Fd. Beddard^) pag. 103,
') pag. 9.
Jamna g, n. 1. Paar d. Pereiop. vollst, cheliform; 2 Sp. : Jaera
longic. Luc. u. Jaera filic. Grube; Bovallius^) pag. 22.
J Sinirsi abyssicola, tristani, Abb., Beddard^) pag. 105, *) pag. 6.
Trichopleon n. g. Antennae mit rud. Exopodit wie Janira,
aber Thoracalfüsse nur mit einer Klaue; ramosum, Philippinen,
600 Fd. B e d d a r d 3) pag. 1 06, *) pag. 21, Abb .
Jathrippa n. g. Urop. lang, blattf., einz. Sp. : Janira longi-
cauda Ch. 84, Bovallius«) pag. 31.
Janthe, 4 Sp. (incl. bovallii, welche Jaera ähnl.) aufgezählt,
Bovallius*^) pag. 33; cf. Janthopsis.
Mancasellus. 2 Sp. aufgezählt bei Bovallius ^) pag. 37.
Janthopsis n. g., von Janth. versch. : kurze (4 gl.) Geissei der
1. Ant., an den Urop. die distalen Glieder, besotiders d. Exop. viel
kürzer als das basale, 1. Thoracalf. auch beim $ nicht cheliform;
typ.: Janthe bovallii Stud., Abb. Beddard"^) pag. 13, 15.
Jaeropsis n. g. durch kurze Antennae mit rud. Flagellum von
Jaera verschieden; hrevicornis Köhler^) pag. 1—7; marionis,
Beddard'^) pag. 105, *) pag. 20, Abb.
Jaera, dazu Jaeridina, 7 Sp. aufgezählt (excl. pubescens),
Bovallius«) pag. 40; cf. Isais.
Isais n. g Dactyli der Pereiop. dreiklauig; Urop. lang (wie
Janira), Flag. d. 1. Ant. weniggliedrig u. 1. Pereiop. nicht subcheli-
form (ähnl. Jaera); 2 Sp.: J. hargeri, Magellan - Str. u. pubescens
(Jaera pub. Dana); Bovallius«) pag. 50. Jaera pubesc. Abb. bei
Beddard-*) pag. 19.
in der Caicinologie wäliieiid der Jahre 1885 und 188f;. 379
Mnnna maculata \\. pallida; Beddard^) pag. 98, *) pag. 25, 26,
Abbildungen.
Plenrogonium zwischen Munna u. Leptaspidia nebst Dendrotion ;
F. alhidum, serratum, beide von Kergnelen-I. u. ähni. riibic , minutum
(Tristan da Cunha) ähnl. inerrae; Beddard^) pag. 101—2, ■') pag. 28
bis 32, Abb.
Neasellus n. g. Kopf mit langen seitl. Flügeln, unter deren
Enden die Antennen sitzen, vom Rumpf durch Einschnitt gesondert;
1. u. 2. Thoracalsegm. verwachsen; Urop. 2-äst., sehr kurz. N. l'er-
(juelensis Beddard') pag. 101 und ^) pag. 33, Abb.
Astrurus n. g. Ant. u. Urop. wie Leptaspidia, Thoracalf. ver-
längert ähnl. Munna u. Dendrot., aber einklauig; 2 Stirnhörner,
Augen? auf Stielen; crucicaucla, Kerguelen, 120 Ed., Beddard^)
pag. 99 u. *) pag. 36, Abb.
Acanthomunna g. n. Dicht mit kleinen Stacheln besetzt;
Augen gestielt u. Füsse lang (wie Munna), aber 1. Ant. mit 4gl. Schaft
u. langer Geissei, Füsse einklauig, Urop. entwickelter ; jjroie?(6', Neu-
seeland 700— 1100 Ed., Beddard 3) pag. 103 u. *) pag. 47; Abb.
Ischnosoma u. Macrostylis wegen mangelnder Schwimrafüsse
nicht zu den Munnopsidae; I. quadrispinum, Abb., Sars^) pag. 126.
— I. spinosum, hacülus, hacilloiäes, Beddard^) pag. 98, 99 u. '')
pag. 40—45, Abb., thompsoni, id. ■*) pag. 169, Xyl.
Macrostylis latifrons, östl. Japan, 2050 Ed., Beddard*) pag. 173.
Munnopsidae. Munnopsis gracilis, aiistralis, latifrons^ Bed-
dard 2) pag. 916, ^) 51—56, Abb.
Iliarachna quadrispinosa , Kerguelen, 127 Ed., Beddard*)
pag. 76, Abb.
Eurycope gigantea, Abb., Sars') pag. 130. — Eu. novae-zea-
Icmdiae, sarsii, intermedia, atlantica, fragilis, pellucida, abyssicola,
spinosa, Beddard-) pag. 917— 8, *) 58 — 74, Abb. sämmtlicher Sp.
Acanthocope g. n. ähnl. Desmosoma; Uropoda lang, griffei-
förmig, 6 gl.; beide Sp. unähnlich: A. spiniccmda, Telson stark ver-
längert, Kerguelen, 1800 Fd., rtcw^/52wia, Valparaiso, 1450 Ed., Bed-
dard'^) pag. 922 u. *) pag. 79, 82, Abb.
Oniscidae. G. Budde-Lund führt im Ganzen als bekannt
c. 390 Sp. auf, von denen 282 beschrieben werden , vielfach nach
Origex. — Vergl. 16 Sp. bei Simon ^); Daday ^).
Armadillo, 27 sp. n. u. 2 nom. n. bei Budde-Lund (die 1879
ohne Beschr. publ. Sp. hier nicht cursiv gedr.) midtipunctatas pg. 282,
Udens 18, grossus 19, ruflcornis 283, orUcularis 23, miselliis 285, ob-
scurus, 285, sodcdis 286, clausus 23, similis 23, parvus 25, puhescens
287, eocilis 288, testudinalis 29, samoensis 30, nicobaricus 31, pisum
32, mucidus 32, aciüeatus 289, translucidus 290, ruyosus 291, australis
33, ambitiosus 34, montivagus 35, erinaceus 36, nigrinus 37, hifrons
380 Dl". Ct. Herbert FowI er: Bericht über die Leistungen
38; aucklcmdicus ii. n. statt manoliniis Hell. \\. californicus statt
speciosus Stuxb. — A. mayeti Simon ') pag. 7.
Euhelum g. n. zwischen Armadillo u.Pseiidarm. liibricas, Africa;
Budde-Lund, pag. 291— 2.
Periscyphis. hierzu Cercocytonus als g. n. (pag. 42), Budde-
Lund pag. 293; albescens 43, convexus 48.
Gylloma g. n. nahe Sphaeroniscus , sp. mi. oculatum, Neu-
seeland, Budde-L. , pag. 46 (nomina 1879).
Eluma g. n. nahe Armadillidium, sp. un. purpurascens (nom. 79)
Madeira, Cayenne, Nicobaren; ob gleich Armadillid. caelat. Miers
77?: Budde-L. pag. 47, 48.
Armadillidium, 12 sp. n. bei Budde-L.: nasatum pag. 51, tigris
55, grandinatum 58, mareoticum 59, assimile 59, badium 60, quinqiie-
pustulatum 294, hirtum 64, furcatum 73, serratum 297, muricatum
297, ßssum 298.
Porcellio budde-lundi Simon') pag. 10, letourneitxi pag. 12, va-
riabilis (Luc.) [nach B.-L. ? = P. transmutatus] pag. 10.
P. subg. Cylisticus, 5 sp. n. bei Budde-L.: gracilipennis pag. 79,
mitis 80, rotabilis 81, dentifrons 81, carinatus 82.
P. subg. Porcellio, 44 sp. n. (z. Th. Namen schon 1879) bei
Budde-L.: emaciatus pag. 85, arcuatus 87, bistriatics 88, spretus
89, trachealis 90, longipennis 91, rhinoceros 301, interpolator 93, la-
tissimus 95, planarius 95. praeustus 302, brevipennis 97, ficulneus 98,
ingenuus 100, purpu7-eus 303, incanus 102, pulverulentus 103, inter-
calarius 104, macuUpes 105, sordidus 107, flavocinctus 109, ocellatus
111, longicauda 112, marginalis 115, obsoletus 116, violascens 117,
succindus 304, spinipennnis 119, montanus 121, transmutatus 122,
auritus 126, granuliferus 128, blattarhis 131, parvus 132, tardiis 305,
idjanini 136, scitus 137, paiiper 305, albinus 142, pumicatus 143,
marginenotatus 145, imbutus 145, angiistulus 146, Simulator 147; zu
diesem Subg. auch Lucasius Kin., doch Antennen eigenthüml., ähnl.
Platyarthrus, pag. 135.
P. subg. n. Hemilepistiis (1879) Budde-L. pag. 151, 4 sp. n. :
cristatus (79) pag. 153, pectincdus 153, nodosus, elongatus (79) 160.
P. subg. n. Metoponorthus (1879) Buddde-L. pag. 161,
25 sp. n: parvidus 164, meleagris 168, rectifrons 171, tingitanus (nom.
1879) 173, linearis 173, philoscoides 175, coxalis 175, laevigatus 176,
politulus 177, virescens 178, viridis 179, litoralis 179, parciis 180,
melanurus 181, virgatus 182, frontosus 183, instinctus 184, approxi-
matiis 185, lacteolus 185, sabideti 186, planus 187, simplex 188, fusco-
marmoratus 189, madagascariensis 189, pere(/riw«5 190.
P. subg. n. Bhyscotus statt Stenomacrus 1879, Budde-L.
pag. 191, sp. un. turgifrons (nom. 79) Westindien, 192.
P. subg. n. Leptotrichus (nom. 1879) Budde-L. pag. 192,
in der Carcinologie wahrend der Jahre 1885 und 188ß. 381
alte Welt, dazu nur pcmzerii, truncatus, u. 2 n. sp. tauricus 194, u.
sqimmatus 196.
P. subg. n. Bathijtropa (nom. 79) Budde-L. pag. 196, nur
2 Sp. aus Algier: meinerti (nom. 79) 197, costata 198.
Platyarthrus, sp. n. schüblii (nom. 79) Bude-L. pag. 200.
Oniscus novae-zelandiae pag. 441, cooki pag. 442, Filhor^);
Embryologie, Nussbaum.
0. subg. Oniscus, Budde-L. 1 sp. n., Simonii pag. 205.
0. subg. Philoscia, bei Budde-L. 12 sp. u.: exüjua pag. 209,
vilis 210, nigricans 210, ammlicornis 211, ijygmaea 212, pulchella
(nom. 79) 214, maculata 215, angusticauda 216, brevicornis 218, missa
219, gi'acilis 220, longicornis 221. — Ph. novae-zelandiae, FilhoP)
pag. 444 u, violacea 445.
0. subg. Allou., bei Budde-L. 6 sp. n.: oahuensis (nom. 79)
pag. 225, nicobaricus 226, brevis 226, pigmentatus 227, pallidulus 228,
coruutus 228.
0. subg. Lyprohius Budde-L. (1879 nom.), nur 3 sp., alle
neu; Amer. u. Nordafr. : pusillus (nom. 79) pag. 230, lejitus 230,
modestus 231.
0. subg. Scyphax, seliger Budde-L. pag. 232.
Deto acinosa Budde-L. pag. 235.
Armadillouiscus candidus u. litoralis (nom. 79) Budde-L.
pag. 238, 237. — A. letourneuxi Simon ^) pag. 8.
Scleropactes g. n. Sect.^ Oniscoidea, flagellum ext. triarti-
culatum, tracheae desunt, aus Peru, pag. 239; concimms 24:0, per u-
vianus 241, incisus 241, Budde-L.
Trichoniscus (Trichon.) cavernicola Budde-L. pag. 2-16.
lAg\([i\m\ Cursor ium pag. 256, fragile 257, tenue 258, Budde-L.
Ligia ciueraseens pag. 265, dentipes (nom. 79) 268, gracilipes 270,
Budde-L.
Stymphalus g. n. (nom. 1879) Budde-L., für Ligia dilatata
Perty.
T'^lo^ ponticus (Grebnitzky) Budde-L. pag. 274, albidus (nom. 79)
276, opercularis 217, niveus 278.
Syspastus g. n. (nom. 1879) für Helleria (vergriffen) brevi-
cornis Ebner, Budde-L. pag. 279, einzige Art der „Fam. Syspasti".
Bopyridae und Dajaidae. Vergl. ^Czeruiavsky, Sparre-
Schneider.
Bopyrus squillarum, Lucas '^j.
Cepon, Bemerk, üb. dieses G., Giard^).
Dajaus siriellae, Sars') pag. 221.
Leptophryxus Buchh. zu Dajaus Kr., Sars-) pag. 136.
Notophryxus (82) clypeatus (Leptophr. cl. 1882), Sars ^) pag. 136;
Abb.; N. lateralis auf Nematoscelis, glohalaris auf Thysanoessa, Sars ')
pag. 220, Abb.
382 Dr. G. H e r b e r t F 0 w 1 e r : Bericht über die Leistungen
Heteroiohryxus n. g. Ansehen von Aspidophr. peltat., aber
die Haftfüsse nicht vorn zu einer Masse zusammengedrängt, sondern
4 einzelne und ein ganz hinten isolirt stehender jederseits; appendi-
culatus auf dem Rücken von Euphausia pell ; Sars ') pag. 220.
Entoniscidae u. Cryptonisoidae. Hemioniscns parasitisch
auf Serolis, Beddard'*) pag. 175.
Entoniscus maenadis, Kossmanni (auf Portunus varieg.), fraissi
(auf Port, hols.), Giard^) 1034.
Entione, Bern. üb. dies. G., Giard *).
Phyllopoda.
Apodidae. Mundtheile, Gl a u s ^) ; Nervensystem, P e 1 s e n e e r ') ;
Systematik, Simon ^).
Apus, Liste der (13) Sp., cancrif., granariiis, Simon ^); numi-
dicus Gr. Simon V> A. namaquensis , abyssinicus Rüpp. , Richters;
varsoviensis, haliciensis, lubliniensis, Fiszer^j; cancr., Daday^).
Lepidurus viridulus Täte, Brady M pag. 87; kozubowskii,
Fiszer^); apus, _2Jac/(,-arrZ*; Liste der 12 Sp., Simon ^).
Branchipodidae. 7 Genera, Simon ^); Charakt. d. Gen.
Kulczycki'^).
Thamnocephalus, 1 Sp., Simon-).
Branchipus, Anatomie und Untersch. von Artemia, Brauer,
Clausa) •*)'); piscif,, Simon ^).
Chirocephalus, 4 Subg. : Ch. s. s., Siphonophanes Drepano-
sorus, Tanymastix, 14 Sp., Simon ^).
Streptocephalus, 10 Sp,, Simon ^).
Branchinecta, 7 Sp., Simon ^).
Artemia, cf. Branchipus; 5 Sp., Simon ^); salina, Beob.,
V. Friedenfels; Carus.
Calaonella n. g., Körper kurz; 3 Kopf-, 11 Thorax-, 9 Abd.-
Ringe; unt. Ant. wie bei Artemia; Oberlippe mit 2 Einschnitten;
Abdomen kurz; Schwanzbl. etwa von der Basis ab borstig; Typ.:
Art. jelskii Gr.; Kulczycki^) pag. 591.
Polyartemia 1 Sp., Simon ^;; hazeni, Murdoch ^) pag. 522.
Estheridae. Estheria, 36 Sp., cyclad., saJdbergü, grubei n. n.
Abb., davidi, Simon-); cycl., angulata, mayeti, Abb., Simon ^)
pag. 18 — 20; mexicana, Larve, Chambers; lutraria, packardi,
Brady 1) pag. 85.
Limnadia, 11 Sp., chaperi, lentic, Simon '^); hislopi Baird, Abb.,
Brady 2) pag. 294; filomatica, Herrara pag. 156.
Eulimnadia rivolensis, Brady') pag. 87.
Limnetis, 9 Sp., Simon 2); tatei, Brady*) pag. 85.
in der Carciiiologie während der Jahre 1885 und 1886. 383
Cladocera.
Polkörper in parthenogenetischen Eiern, Stnhlmann, Weismann;
Mnrdoch>), Simon'». Sars-^) pag-.71— 2, 9 Sp., Sars"*), Brady '). Imhof,
Forel, du Plessis-Gouret, Zacharias.
Sididae. Diaphanosoma excisum, ähnl. hrachyur. u. brandtia-
num, N.Queensland, Sars*^) pag. 13.
Daphniidae. Daphnia lamholtzii, N. Queensl. , Ephippium
beschr., S ars*') pag. 9, 18; curvirostris, Eylmann: serrulata, Daday •^)
pag. 24.
Ceriodaphnia cornuta, Sars^) pag. 26.
Moina suhmucronata , ßrady^) pag. 294; iwopinqiia nahe bra-
chiata, Sars *') pag. 29.
Lyneodaphniidae. Ilyocryptus haliji, ßrady'^) pag. 294.
Macrothrix serricaudata, Daday ^) pag. 21; triserialis, Brady ^)
pag. 295.
Lynceidae. Acroperus transylvanicus, Daday ^) pag. 21.
Leydigia austvaUs, nahe acanthocercoides, Sars*^), pag. 35.
Alona acanthocercoides Fisch, Abb., Brady-).
Pleuroxus halatonicus, Dadey ^) pag. 182.
Polyphemidae. Dadey, Carus, Braun, Zacharias.
Leptodora in America, Forbes.
Ostracoda.
Grenitalappar at, N o r d q u i s f -) . S t u h 1 m a n n ; Challenger narr.
(Brady) pag. 846; Carus, Imhof, Forel, du Plessis-G., Kauf-
mann, Malcomson, Terquem, Sars^) pag. 74— 6 9 Sp.
Cypridae. Cypris viridula, stanleyana King, tatei, mytiloides,
Brady *) pag. 88, 89 ; C. malcomsoui Brady [= cylindrica Baird, aber
nicht = d. recenten cylindrica Sow.], Abb., monilifera, luxata, pur-
purascens, halt/i, tenuicauda, fuvfaracea, Brady-) pag. 297 — 9.
Cypridopsis globosa, marmorata, Brady ^) pag. 303; minna King,
funehris, Brady ^) pag. 91.
Cyprinotus n. g., sp. un.: cingalensis Brady-), pag. 301.
Chlamydotheca subglobosa Sow. Abb., Brady ^) pg. 300, australis
Brady 0 pag. 91.
Caudona lutea K., tenuis, Brady ') pag. 92.
Pontocypris nitida, Brady-) pag. 303.
Aglaia (?) acuminata B r a d y -) 304.
Notodromas fuscatus, Brady ^) pag. 92; madaraszi Oerley
pag. 100.
Bairdia ten&'a, Brady ^) pag. 304.
384 ^^- Gr. Herbert Fowl er: Bericlit über die Leistungen
Cytheridae. Cythere tnmcatula, fabacea, riqoeiii, cancellata
Brady, subcuneata, coralloides , stimpsoni Brady, Abb., [stimps. vom
Mittelmeer, so vom Vf. genannt, ist versch. und soll C. normaniana
heissen], Umamillata , laqueata, von rectaugul., hodgii u. iniqua Br.
Abbildungen, Brady-) pag. 305 — 310. G. jonesii, antiqua u. quadri-
dentata Baird, Kaufmann pag. 146—195.
Eucy there spinescens, S e g u e n z a ^) pag. 33.
Cytheridea orientalis, piisilla, Brady ^) pag. 311.
Cytberideis gracillima, elegans, Seguenza^) pag. 296 — 7;
mucroncita, Seg. '') pag. 22.
Loxoconclia sagittalis, alata Br., giUbera, avellana, papulosa,
elongata, Brady'-) pag. 312—3; cuneiformis [Kvit. f. diese Sp.: Brady),
M a 1 c 0 m s 0 u pag. 26 1 ; reticulata, rizzolensis, Seguenza^) pag. 55, 116.
Xestoleberis sulcata, Brady'^) pag. 314; saccata, Seguenza^)
pag. 157; comp-essa Segu.^) pag. 45.
Cytheropteron, simplice, oUongum, rhomboideum, Seguenza^)
pag. 207, 208, 215.
Cytherura consanguinea, microptera, Seguenza^) pag. 160 — 1;
hiproducta ibid. pag. 205 u. Segu. ^) pag. 77; exagonalis, calcarata,
speciosa, ornata, Segu.^) pag. 47, 76, 78, 110.
Sclerocbilus contortus [?] Sars, Brady^) pag. 199; insignis,
Segu.^) pag. 23.
Paradoxostoma cingalense, Brady '^) pag. 315; truncatum, Mal-
comson pag. 262; obtusatiim, crassum, Seguenza^) pag. 24, 32.
Bythocythere retusa Brady 2) pag. 315; pavo Brady bei Mal-
c 0 m s 0 n , pag. 261 ; reticulum, S e g u e n z a ') pag. 250.
Cytherellidae. Cytberella sicida, cuneata, rizzolensis, papilloso-
Uneata, luciae, micrometrica, Seguenza-) pag. 124—6, 150, 166,238;
calabra Seg., areolata, Segu.-*) pag. 59, 60.
Cypridinidae. Cypridina, zu dieser Gatt, gehört als Männchen
Crossophorus Brady, Gl aus 2) pag. 24, Anmerk.
Asterope gracilis, Seguenza*) pag. 58.
Copepoda.
Anat. u. Entw.: Imhof^), Urbanowicz , Hansen^), Hartog. —
„Challenger" (Brady), Garus, Daday, Sars ^) 15 Sp., Aurivillius ') ^),
Braun, Forel, Du Plessis, Gadeau, Guerne, Gourret, Hansen ') '^),
Kölbel, Kräpelin, Rathbun -), Sparre-Schn., Trybom, Valle, Vosseier,
Zacharias,
Argulidae. Argulus, der Stachel ein Sinnesorgan, Leydig^);
2 Sp. im Mittelmeer, Garus pag. 290, (die Fam. mit Gerstäcker neben
die Gladocera gestellt).
Calanidae. Calanus finm. als Walfischnahrung Gollett, pag. 261.
in der Carcinologie während der Jahre 1885 und 1886. 385
Euchaeta norvegica (dazu carinata Möh.), in tiefern Schichten,
Sars^) pag-.234.
Dias infermedkis, Abb., Poppe pag. 173.
Temora longicornis O. F. Müll., Poppe pag. 176.
Temorella clausii Hoek, pag. 180, T. affinis; Poppe = Temora
velox (J Lillj.; Poppe, pag. 184.
Heterocope, Antennen, Imhof *).
Diaptomus, Antennen, Imhof *); wientalis, Brady ^); zachariae,
Zacharias"'); salinus, Daday'^) pag. 305 u. ^) pag. 17; hacilUfer,
Kölbel^).
Centropages hamatus Lillj . , P o p p e p. 187 ; grimaldii, G u e r n e 2)
pag. 276.
Cyclopidae. Cyclops brevicornis, Morphol., Hartog; elon-
gatus, Entwicklung, Urbanowicz 0. — C. pentagonus, bodamiciis,
Vosseier, pag. 191—3, pectinatus, horväthii, frivaldszkyi, brevisetosus,
tenuicmidis, Daday-) pag. 223— 258 u. ^) pag. 5— 12;
Harpaetidae. Ectinosoma curticorne B., Abb., Poppe pag. 194.
Tachidius minutus Claus, zu Ectinosoma Boeck, Poppe.
Delavalia palustris Brady, Abb., Poppe pag. 198.
Canthocamptus brevicornis u. 5 andere Sp. Daday'') pag. 277
u. ^) pag. 14.
Attheyella cingalensis Brady ^) pag. 296.
Huntemannia jadensis P., Abb., Poppe pag. 201.
Idya furcata Baird, paras. in Tunicaten, Aurivillius -) pg. 282.
Balaenophilus unisetus Au., ausser auf Balaenopt. sibb. auch auf
borealis, Collett pag. 256,
Peltidiidae. Peltidium conophrn-um, Poppe pag. 191, Abb.
Corycaeidae. Myicola metisensis, Wright, pag. 118, Ab-
bildung, $ parasitisch im Athemrohr von Mya aren., $ frei in der
Mantelhöhle, Gatt. zw. Lichomolgus und Ergasüus.
Lichomolgus (Sabelliphilus) spinosus Raffaele; vergl. Auri-
villius %
Bomolochidae. Eucanthus marchesetti, Valle pag. 244.
Enteropsidae, fam. n. zwisch. Corycaeidae, von welchen durch
Bau der hint. Ant. und Fehlen eines Maxillenpaares versch., und
Ergasilidae, denen die Mundtheile ähnlich; 2gen. n.:
Enteropsis sphinx, Kiemensack von Molgula ampulloides,
Aurivillius^) pag. 237 Abb. u. ^j pag. 282; jit7o6'i*5, Canu pag. 365.
Haligryps teres u. aciileatus, Kiems. v. Molg. amp., Auri-
villius i) pag. 242—4, Abb. ■') pag. 282.
Notodelphidae. Notodelphys agilis Thor., Aurivillius-)
pag. 282.
Doropygus demissus in Cynthia echin., arcticus in Chelyosoma
macl., Aurivillius-) pag. 282.
Aich. f. Natiugesch. 53. Jahrg. Bd. II. H. 2. Z
38C) ür. Ct. H e r b e r t F 0 w 1 e r : Bericht über die Leistungen
Biiprorus loveni Thor,, Aurivillius ^) pag. 282.
Sehizoproctidae, fam. n. den Notodelphyidae in der Bildmig
der Mundtheile ähnl, aber durch die Längsspaltung der Matricalhöhle,
die Bewaffnung der hint. Ant., die Bückbildung der Max. u. des
Aussenastes der Mand., endlich im Bau der 2. Maxp. versch.; dazu:
Schizoproctus inflatus, im Kiemens. v. Phallusia, Auri-
villius 1) pag. 247, Abh., -j pag. 282.
Lernaidae (?) Sphaeronella leuckartii Sai. (68) auf Erythrops,
Sars 0 pag. 220.
Choniostomatidae fam. nov. (im Resume pag. 511 einge-
zogen) mit
Choniostoma n. g., das mit Sphaeronella nahe verwandt ist,
aber das $ ist noch weiter modifizirt; der bei Sph. noch freie vordere
Körpertheil ist in einem kleinen Chitinring innerhalb der kagligen
Blase, als welche das Thier erscheint, gelagert, auch fehlen die
2. Maxp.; mirabüe, unter dem Carapax v. Hippolyte. Hansen^)
pag. 271 Abb. u. 511.
Chondracanthidae. Gastroecus n. g. bei Antheacheres,
aber (^ weit mehr modificirt; arcticus, aus einer Anthea ; Hansen*)
pag. 269 u. 511, Abb.
Ineertae sedis. Aplostoma hrevicauda auf Synascidien,
Canu. Ferner 4 Sp. auf Anneliden schmarotzende Copep. :
Leaniricola rotundata n. g., n. sp., Mc Intosh *) pag. 153. Xyl.
Trophoniphila (1877) hradii, auf Trophonia, Mc Intosh 0
pag. 368, Abb.
Praxillinicolakröyeri, g.n., sp.n.,Mc Intosh^) pag. 409, Abb.
Oestrella levinseni, g. n., sp. n., auf Ehlersiella, Mc Intosh*)
pag. 477, Abb.
Cirripedia.
Anat. u. Entw.: Belage, Nassonow, Gilson. — „Challenger"
(Hoek), Carus, Sars 3) 9 Sp., Gadeau, Collin, Caruccio, Fischer.
Balanidae. Baianus, Entw., Nassonow. B. crenatus Brug.
var., abnorme Entw. der Wandschale viell. durch Einzwängung ver-
ursacht, Sars 2) pag. 252, Abb.; B. campbelli, FilhoP) pag. 487.
Lepadidae. Scalpellum strömii, nicht selten bei Norwegen,
angustum, striolatum, cornutum, hamatum Sars-) pag. 241 — 251, Abb.
aller Sp. — Ueber complementäre ^, Hoek*).
Lepas hilli Leach, var. striolata, pectinata Sp. var. squamosa,
Fischer pag. 355— 6.
Peltogastridae. Peltogaster, Nervensystem etc., Belage').
in der Carciiiologie währeiifl der Jahre 1885 und 1886. 387
Sacciüina fr aissei, G i a r d •'') ; Embryogeiiie v. S . carcini Belage^);
vergi. Belage^) ^), Giard').
Sylon hymenodorae Sars 188J, Sars-j pag. 253, Abb.
Incertae sedis. Laura (jcrardiae, g. u., sp. n. Lacaze-
Duthiers.
Xiphosiira.
Limulus. Kiemen, L a n k e s t e r ') ; Muskel System, Vergleich mit
Scorpio, Lankester-); Chitin in der Knorpelsubstanz, Halli-
burton'); Coxaldrüse, Gull and '); Chemie des Bluts, HowelP) u.
Gotch; Embryologie, Kingsley'), Packard^ Brooks-), Os-
borue; verschiedene Beob., Rathbun-) pag. 829; bei San Francisco,
s. pag. 840 unter Limulus.
-(2><®*(S>t£)-
Gedruckt in Kroll's Buchdruckekei, Berlin S.
Zweiter Band. Drittes Heft.
Bericht über die wissenschaftiichen
Leistungen iji der Naturgeschichte der
niederen Thiere.
Inhalt.
Seite
Dr. TOn Linstow , Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der Helminthen
im Jahre 1887 1
Prof, Dr. M. Braun, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der freilebenden
Würmer während der Jahre 1886—1887 61
Prof. M. Braun und Prof. E. von Martens, Bericht über die
Brachiopodenliteratar der Jahre 1885 und 1886
(nicht 1884 und 1885!) 165
Dr. Erich Haase, Bericht über die wissensch. Leistungen in
der Naturgeschichte d.üicliinodermen im Jahre 1886. 174
Dr. A, Ortmann, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Anthozoen in den Jahren 1883 u. 1884. 219
Dr. A. Ortmanu, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Anthozoen im Jahre 1885 (nicht 1886!). 238
Dr. W. Weltner, Bericht über die Leistungen in der ISpon-
g;iolog;ie für die Jahre 1882—1884 247
Dr. Ludwig Will, Bericht über die wissensch. Leistungen in
der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 355
Bericht
über die wissenscliaftliclien Leistungen in der Natur
geschiclite der Helmintlien im Jahre 1887.
Von
Dr. von Linstow
in Göttingen.
Allgemeines.
Blanchard betont, dass es nötliig sei, auch in der
Helminthologie die Prioritätsrechte der Namen zu wahren ;
so sei die Bezeichnung Filaria Bancrofti zu wählen statt
Filaria sanguinis hominis, Taenia canina statt T. cucu-
merina, Trichocephalus hominis statt Tr. dispar, Bothrio-
cephalus Mansoni statt B. liguloides und Rhabdonema
intestinale statt Rh. strongyloides. R. Blanchard. La
nomenclature zoologique et Vhehninthologie, Centralbl. für
Bacteriol. u. Parasitenk. 7. Jahrg., Jena 1887, pag.422 — 424.
Braun erwidert auf Blanchard's Bemerkung, er halte
das angeführte Princip nicht in allen Fällen für richtig,
namentlich dann nicht, wenn man durch einen alten,
bisher nicht gebräuchlich gewesenen Namen unverständlich
sein würde ; Filaria sanguinis hominis Lewis aber sei die
Jugendform von Filaria Boncrofti Cobbold und für Rhab-
ditis stercoralis und intestinalis sei ein neuer, dritter
Name nothwendig geworden, da man früher die Zu-
sammengehörigkeit der beiden ersteren Formen nicht
kannte und der eine Name mit der zu ihm gehörigen
Beschreibung auf die andere Form nicht passen würde.
M. Braun. Einige Bemerkungen zu Prof. Blanchard's Art.:
Aich. f. Naturgescli. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. A '
2 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
La nomenclature zoologique et Vhelmintologie. Centralhl. für
Bactei'iol. u. Parasitenk. 1. Jahrg., Jena 1887, j^^ag. 585 — 586.
Pagenstecher g-iebt als Einleitung zu seiner Bear-
beitung der Helminthen in Bronn's Klassen und Ordnungen
des Thierreichs eine ausführliche, vollständige helmintho-
logische Litteratur von ihren ersten Anfängen bis zum
Jahre 1830, aus der einen Auszug zu geben nicht gut
möglich ist, und werden wir auf dieses vielversprechende
Werk später zurückzukommen Gelegenheit haben. Verf.
giebt auch die Geschichte der Kenntniss der Hel-
minthen bis zu dem genannten Zeitabschnitt. H. G. Bronn.
Klassen und Ordnungen des Thierreichs^ wissenschaftl. dar-
gestellt in Wort und Bild; Bd. IV, Vermes v. A. Pagen-
stecher., JJeferung 1 — 6, Leipzig 1887, pag. 1—208^ 3 Tfln.
Hamann bespricht die Bedeutung der Urkeimzellen
im Thierreich und kommt zu dem Resultat, dass dieselben
sich aus Zellen entwickeln, welche bereits im Embryo
eine gewisse Differenzirung zeigen, und dass Eizelle und
Spermazelle different gewordenen Keimzellen gleich zu
setzen sind. Die Geschlechtsanlagen der Nematoden im
besonderen entstehen aus einer einzigen Zelle, die in die
Länge wächst, und deren Kerne sich vermehren; bald
bildet sich eine äussere und eine innere axiale Schicht
der Zelle, in welcher letzteren das Keimgewebe entsteht,
das aus kernhaltigem Plasma besteht. Das an dem Ende
des Schlauches liegende Keimgewebe kann den Urkeim-
zellen als homolog angesehen werden. 0. Jlamann. Die
Urkeimzelle ( Ureier) im Tierreich u. ihre Bedeutung. Jenai 'sehe
Zeitschr. für Naturicissensch. Bd. XXI, Neue F. XIV,
Jena 1887, pag. 516—538.
Über die Verbreitung der Binnenwürmer des Menschen
und der ökonomisch wichtigen Thiere giebt W. Marshall
eine Darstellung im Atlas der Thierverhreitung ^ Säugethiere,
Vögel^ Reptilien, Amphibien, Fische, Käfer, Schmetterlinge,
Mollusken, Hausthiere, Parasiten. Gotha 1887.
Nach Sievers wurden in Kiel während der Jahre 1877
bis 1887 unter 2529 Sectionen bei 919 Fällen, also bei
34,9 7o} Helminthen gefunden; Ascaris lumbricoides kam
Leistungen in der Natiirgesch. der Helminthen im J. 1887.
463mal vor= 17,6 %? Oxyuris vermicularis 326 nial= 12,47o,
Trichoceplialus dispar 521 mal = 19,8%, Tricbina spiralis
2 mal. Verf. hält es für wahrscheinlich, dass Ascaris
liimbricoides mit dem Trinkwasser übertrageu wird. Es
wird statistisch erörtert, in welchen Combinationen die
Parasiten neben einander vorkommen, in welchem Alter
die Wirthe stehen und in Avelcher Häufigkeit sie in den
einzelnen Monaten auftreten. Cysticercus cellulosae wurde
5 mal, Echinococcus 4 mal, Taenia solium 3 mal und Taenia
saginata 5 mal gefunden. L. Sievers. Schmarotzer-Statistik
ans den Sectionshefunden des pathol. Instituts zu Kiel vom
Jahre 1877—1887. Kiel 1887.
Nach Friedricli wurde in München in 107 Leichen
7 mal Ascaris lumbricoides, 3 mal Oxyuris vermicularis
und 10 mal Trichocephalus dispar gefunden. A. Friedrich.
Über die Häuügkeit der thie^nschen Darmparasiten hei Er-
icachsenen in München. Münchener mediz. Wochenbl. 1887,
No. 47, pag. 935—936, No. 48 pag. 955—956.
Peiper giebt eine sehr kurze, von Irrthümern nicht
freie Besprechung der menschlichen Helminthen. Real-
Encyclopädie der gesamniten Heilkunde; medicinisch-chirur-
gisches Handwörterbuch für practische Ärzte. Wien 1887.
Krabbe berichtet über 300 im Darmkanal desMenschen
beobachtete Fälle des Vorkommens von Cestoden; es
wurde gefunden 190 mal Taenia saginata, 77 mal Taenia
solium, 9 mal Taenia cucumerina und 25malBothriocephalus
latus; einmal fanden sich T. solium und B. latus neben-
einander vor; seit 1880 ist T. solium auffallend seltener
und T. saginata häufiger geworden; T. cucumerina fand
sich nur in Kindern, die unter einem Jahre alt waren.
H. Krabbe. 300 Tilfälde af Bändelorm hos Mennesket,
jagitagne i Danmark. Nord. med. Archiv 1887, Band XIX,
pag. 1 — 11.
Vergl. auch H. Beauregard. Nos parasites. Parasites
de Vhomrne animaux et vegetaux. Paris 1887. 234 pag. av.
illustr. und GrOOCll. Some of the helminths of our domesti-
cated animals and the diseases caused by them. Veterinaiy
Journ., September 1887, pag. 200—206.
A*
4: Dr. von Lin stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Blancliard giebt ein vollständiges Litteraturver-
zeichniss aller das Blnt bewohnenden Thiere, so auch der
Helminthen. R. Blancliard. Bibliographie des Hematozoaires.
Bullet. Sog. zoolog, de France t. XII, Paris 1887.
Folgende Arbeiten werden hierunter an den ent-
sprechenden Stellen ihrem Inhalt nach besprochen werden:
C. Parona. Elmintologia sarda. Contrihutione allo
studio dei vermi parassiti in animali di Sardegna. Annal.
Mus. civic. stör, natur. Genova, ser. 2, vol. IV, 1887,pag. 275
—384, tav. V—VII.
B. Parona. Bes Ligusticae II. Ve^mi parassiti in
animali della Liguria. Nota preventiva a co?itributo di nna
elmintologia Ligure. Annal. Mus. civic. stör, natur. Genova,
ser. 2, vol. IV, 1887, pag. 1—21.
F. Zschokke. Helminthologische Bemerkungen. Mit-
theilungen aus der zoolog. Station in Neajiel, Bd. VII, 2. Heft,
Berlin 1887, pag. 264-271.
Y. Marenzeller. Die internationale Polarfahrt 1882
— 83; die österr. Polarstation Jan Mayen. Beohacht. Er-
gehn. III. Bd. v. d. k. k. Akad. der Wissensch. Wien {ohne
Jahreszahl), pag. 17 — Id.
M. Stossich. Brani di elmintologia Tergestina, serie
quarta. Bollet. Soc. Adriat. di sc. 7iatur. Trieste, vol. IX, 1887 ,
7 pg., tav. X., Serie quinta ibid., 9 pg., tav, XI — XII.
J. Leidy. Notice on some parasitic ivorms. Proceed.
Acad. 7iat. sc. Philadelphia 1887, pag. 20 — 24.
F. Moilticelli. Note elmintologiche. Sul nutrimento e
sui parassiti della Sardine del Golfo di Napoli. Bollet. Soc,
di Naturalisti in Napoli. ser. 1, vol. I, ann. 1, fasc. 2,
Napoli 1887, pag. 85—88.
0. y. Linstow. Helminthologische Untersuchungen.
Zoolog. Jahrb. Bd. III, Jena 1887, pag. 97—114, tah. IL
Moniez bespricht die in und an Helminthen beobachteten
Pilzformen, als Nosema helminthorum bei unbewaffneten
Tänien und Ascaris mystax, eine Saccharomyces-Form
bei Taenia bacillaris und eine Ascomycetes-Art bei
Tylenchus pellucidus. Nosema helminthorum findet sich
in den Maschen der Gewebe und in den Eiern. R. Moniez.
Leistungen in der Natnrgesch. der Helminthen im J. 1887. 5
Observations pour la revision des Microsporidies. Compt.
rend. Acad. sc. Paris. 1887, t CIV, 1887, pag. 1312— 1314-
Die ersten Befruchtirngsvorg-änge in den Eiern von
Ascaris megalocephala sind ein Gegenstand der ein-
gehendsten Untersuchungen gewesen, die aber die ver-
schiedensten Resultate gehabt haben.
Zacharias bemerkt, dass es darauf ankommt, die
Eier möglichst schnell zu tödten, was bei der Undurch-
lässigkeit der Schale seine grossen Schwierigkeiten habe.
Im Keimbläschen zerfällt das Keimkörperchen in 2 Sub-
stanzhäufchen, aus denen bald 4 Kugeln, bald 4 Stäbchen
werden; nach Ausstossung der beiden Eichtungskörper
bleiben im Ei 2 Chromatinportionen weiblicher Provenienz
zurück, die sich mit je einer Portion des ebenfalls ge-
theilten Chromatins des Samenkörperchens verbinden, so
dass eine Doppelbefruchtung stattfindet: so bilden sieh
2 Furchungskerne , die man bisher für den männlichen
und weiblichen Pronucleus hielt; das im Keimbläschen
enthaltene Keimkörperchen ist kein Nucleolus; Verf. nennt
es Mitoblast und spricht von einem männlichen und einem
weiblichen. Samenkörperchen und Ei sind keineswegs
homologe, sondern histologisch ganz diflferente Bildungen.
Ein besonderer Punkt, an dem das Samenkörperchen in
das Ei dringt, existirt nicht; die Eisubstanz tritt nirgends
nackt hervor, um ersterem als Anheftungspunkt zu dienen.
Der amöboide Theil des Samenkörperchens hat die Fähig-
keit, die Dotterhaut aufzulösen; eine Micropyle ist also
nicht vorhanden. Bei der Ausscheidung des 1. Eichtungs-
körperchens giebt jedes der beiden chromatischen Häuf-
chen 2 Kügelchen ab, wobei die Richtungsspindel mit
ihrer Längsachse radial zur Oberfläche des Dotters steht;
die Ausscheidung des 2. Richtungskörperchens vollzieht
sich ebenso, so dass alsdann % <^^es weiblichen Chro-
matins ausgestossen sind. Alsdann besteht das weib-
liche Chromatin aus 2 Kügelchen oder Stäbchen, den
weiblichen Mitoblasten, denen 2 männliche gegenüber-
stehen. Die Ansicht, dass das Ei ursprünglich herma-
phroditisch sei und zum Zweck der Befruchtung Vi ^^^
ß Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
männlichen Chromatins ausgeschieden werde, theilt Verf.
nicht, da auch parthenogenetisch sich entwickelnde Eier
Richtungskörper ausstossen, die dadurch also des männ-
lichen Elements beraubt sein würden. Der Mitoblast oder
Fadenbildner des Samenkörperchens hat schon vor dem
Austritt des 2. Eichtungskörperchens seinen Platz im
Mittelpunkt des Ei's verlassen und sich in die Nähe des
Richtungspols begeben. Die Befruchtung kommt nun so
zu Stande, dass sich um je eine Hälfte des männlichen
und des weiblichen Mitalblasten eine durch eine Membran
abgegrenzte Höhlung im Dotter bildet, so dass 2 kern-
artige Gebilde entstehen ; die chromatischen Elemente liegen
der Kernmembran an; die beiden Kerne sind Conjugations-
kerne und keine Pronuclei, und könnten also Halbkerne
genannt werden, denn jeder enthält die Hälfte des Chro-
matins männlicher und weiblicher Herkunft; van Beneden
hat also Recht, wenn er sagt, die beiden Pronuclei ver-
schmelzen niemals. Gelegentlich bilden sich aber auch
wirkliche Pronuclei, die dann aber mit einander ver-
schmelzen, so dass ein zweifacher Modus der Copulation
der Geschlechtsproducte vorkommt. Das männliche und
weibliche Chromatin verschmilzt dann mit einander und
bildet ein Fadengerüst aus. In vielen Eiern existirt nach
der Verschmelzung der beiden Pronuclei ein einheitlicher
Furchungskern. Der Knäuelfaden theilt sich zur Ein-
leitung der Furchung in 2 gleiche Hälften, die sich wieder
theilen, so dass nun 4 Vförmig gebogene Stücke da sind,
die in der Aequatorialebene des Ei's liegen; diese
4 Schleifen spalten sich der Länge nach und bilden
8 secundäre oder Tochterschleifen und nun entsteht eine
ringförmige Furchung um die Dotterkugel, welche das
Ei in 2 gleiche Hälften zerlegt. Zur Theilung der
Tochterkerne bilden sich wieder ähnliche Fadenknäuel.
0. Zacliarias. Neue Untersuchungen über die Copulatioii
der Geschlechtsproducte und den Befruchtungsvorgang hei
Ascaris megalocephala. Archiv für microscop. Anat, Bd. 30,
Heft n, Bonn 1887, pag. 111—182, tab. VIII— X.
Eine vorläufige Mittheilung hierüber veröffentlichte
Leistungen in der Natnrgescb. der Helminthen im J. 1887. 7
Verf. in: Ueher die ferneren Vorgängd bei der Befruchtung
des Eies von Ascaris megalocephala. Zoolog. Anz. X. Jahrg.
Leipzig 1887, No. 247, vag. 164—166.
In einer weiteren Arbeit erörtert derselbe Verf. die
Frage, ob bei der Befruchtung eine Fusion der chro-
matischen Substanz im Ei stattfinde, was van Beneden
leugnet, wenn er auch zugiebt, dass eine solche aus-
nahmsweise in seltnen Fällen vorkommen kann. Nach
den Untersuchungen des Verf. sind die für Pronuclei ge-
haltenen Körper, zwischen denen keine Conjugation statt-
findet, bereits conjugirte Kerne, und die nie fehlende
Fusion der männlichen und weiblichen Chromatinsub-
stanz kann schon sehr früh stattfinden, gleich nach dem
Ausstossen des 2. Richtungskörpers; das männliche und
weibliche Chromatin theilt sich dann in 2 Portionen, und
je eine Hälfte des männlichen verbindet sich mit je einer
des weiblichen, wodurch 2 conjugirte Kerne entstehen.
0. ZacliarillS. Die Befruchtungserscheinungen am Ei von
Ascaris megalocephala. Anatom. Anzeig. IL Jahrg. No. 26, Jena
1887, pag. 787—792.
Flemming bespricht die Kerntheilung bei den Sper-
matocyten von Salamandra maculosa und beschäftigt sich
dabei eingehend mit den Arbeiten von van Beneden und
Carnoy über die Kerntheilung im Ei von Asaris; Verf.
unterscheidet eine gewöhnliche oder heterotypische und
eine homöotypische Mitose, die jede wieder in 6 Stadien
zerfallen, 1. in das des Spirem (Knäuelstadium), 2. des
Aster (regelmässige Gruppirung der Kernsubstanz im
Aequator, Aequatorialkrone), 3. der Metakinese (Theilung
resp. Trennung der Kernsubstanz), 4. der ferneren Meta-
kinese (Auseinanderrücken der beiden Hälften der Kern-
substanz), 5. des Dyaster (Gruppirung derselben an den
Polen, Polkrone) und 6. Dispirem (Theilung des Kerns,
Gruppirung der chromatischen Kernsubstanz im Centrum
der beiden neuen Kerne). Die gewöhnliche Mitose be-
steht darin, dass die chromatischen Segmente im Aster-
Stadium U-förmig gebogen sind und der Länge nach sich
spalten, und in der Metakinese die beiden Hälften aus-
8 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
einander weichen; ihre ursprüngliche Anzahl verdoppelt
sich also ; bei der heterotypischen Mitose findet an 2 ein-
ander diametral gegenüberliegenden Punkten der kreis-
förmig geschlossenen Schlingen eine Quertheilung statt,
worauf die U-förmig gebogenen Hälften auseinander
weichen und die Zahl der chromatischen Segmente also
auch hier verdoppelt wird; bei der homöotypischen Mitose
dagegen sind im Aster- Stadium schon 2 einander ge-
näherte U-förmig gebogene Schlingen in der Aequatorial-
ebene vorhanden, die bei der Metakinese nur auseinander
weichen, so dass im Dyaster-Stadium dieselbe Zahl der
chromatischen Segmente wie im Aster-Stadium vorhanden
sind. Flemming, Neue Beit^xlge zur Kenntniss der Zelle.
Archiv für microscop. Anatomie^ Bd. XXIX. Heft 3, Bonn
1887, pag. 389—463, Tah. XXIII— XXVI.
Wenn nach anderen Forschern das Wesen der Be-
fruchtung in der Verschmelzung des Kerns des Samen-
körperchens mit dem Eikern besteht, so beruht es nach
van ßeneden und Neydt in der Substitution eines Halb-
kerns, geliefert vom Samenkörperchen für einen anderen
Halbkern, der vom Ei in Gestalt der Polkügelchen aus-
geschieden ist. Eine Verschmelzung der beiden Halb-
kerne kann eintreten, ist aber für die Befruchtung nicht
wesentlich. Die secundären chromatischen Schlingen
bleiben mitunter an ihrem Ende noch vereinigt, während
sie in ihrer ganzen übrigen Länge schon beträchtlich
auseinander gerückt sind. Der Wiederaufbau von je
4 chromatischen Schlingen in jeder der beiden neuge-
bildeten Blastomeren geht in der Weise vor sich, dass
sie nicht etwa den durch Längsschaltung der 4 ur-
sprünglichen Schlingen entstandenen 2X4 Hälften ent-
sprechen; letztere schwellen vielmehr nach dem sogen.
Dyaster-Stadium schwammartig an, die Enden der chro-
matischen Schlingen verdicken sich kolbenförmig und
das Ganze bekommt ein granulirtes Ansehen; daraus ent-
wickelt sich in jeder der beiden Blastomeren ein rund-
licher Kern mit 4 kolbenförmigen Auswüchsen und netz-
förmiger Zeichnung, der sich dann in 2 Hälften theilt;
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 9
in jeder derselben bildet sieh dann eine ehromatische
Schlinge; dieselben theilen sich quer in der Mitte, und
so sind wieder 4 chromatische Schlingen entstanden; wenn
die 4 Schiingen eines Dyaster mit a, b, c, d bezeichnet
werden, und mit m, n, p, q die später neugebildeten, so
ist m = ^ab, n = ^ ab, p = :J cd und q = i cd.
Der Protoplaskörper des Samenkörperchens degene-
rirt und nur der Kern spielt eine Rolle bei der Befruch-
tung und Vererbung. Die Calotte des Samenkörperchens
umgiebt den männlichen Pronucleus als amorphe Masse
und wird dann langsam resorbirt. Eine Conjugation des
männlichen und weiblichen Pronucleus findet in einer
ausserordentlich grossen Mehrzahl der Fälle nicht statt.
Der männliche und weibliche Pronucleus sind jeder ein
Halbkern, und von dem Augenblick, wo diese beiden im
Protoplasma des Ei's existiren, ist die Befruchtung be-
reits vollzogen, und ob sie mit einander verschmelzen
oder nicht, ist gleichgültig. Die Entstehung des Pronu-
cleus fällt zusammen mit der Ausstossung des zweiten Pol-
kügelchens; meistens legen die beiden Pronuclei sich nur
an einander. Die Veränderungen, aus denen die dicen-
trische Figur hervorgeht, vollziehen sich gleichzeitig in
beiden Pronuclei, die sich verhalten, als ob sie nur einen
Kern darstellten. Der weibliche Pronucleus stösst 2 Kern-
elemente, das Aequivalent von 2 chromatischen Schlingen,
aus dem Ei heraus, und enthält dann statt 4 nur 2 ; der
Kern des Samenkörperchens enthält ursprünglich nur 2.
Die beiden Halbkerne bilden zusammen einen vollstän-
digen Kern, obgleich sie meistens nicht mit einander
verschmelzen) in 1543 Fällen war nur 32 mal eine Ver-
schmelzung eingetreten. Die Anziehungskugeln (spheres
attractives) liegen, wenn die Blastomerenbildung beginnt,
den Polen der beiden Halbkerne an, sind aber schon
vorhanden, wenn die beiden letzteren im Ei noch weit
von einander entfernt liegen; sie erscheinen gleichzeitig.
Haben sich die beiden Halbkerne an einander gelegt,
so liegt je eine Anziehungskugel an jedem Pole derselben^
und hier, im Pole, findet sich ein Centralkörperchen, das
10 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
also an der Peripherie und zwar im Pole des einen Halb-
kerns liegt und gleichzeitig den Mittelpunkt der An-
ziehungskugel und die Spitze der achromatischen Spindel
bildet. Als Vorbereitung zur Furchung theilen sich die
Centralkörperchen und dann die Anziehungskugeln; ein
Ei mit '2 Blastomeren enthält oft ihrer 4, eins mit 4 Blasto-
meren oft ihrer 8, als Vorbereitung zur weiteren Furchung.
Beim Beginn der Blastomeren-Bildung theilt sich zuerst
das Centralkörperchen und dann die dasselbe ein-
schliessende Anziehungskugel. Die Zeichnung in der ur-
sprünglichen Anziehungskugel, eine sternförmige, radiäre
Strahlung, tritt in den beiden von ihr abstammenden
Kugeln wiederum auf. Jede eine Zelltheilung begleitende
oder bewirkende Bewegung wird durch die Contractilität
der achromatischen Fibrillen des Zellprotoplasma's her-
vorgerufen, denen die Centralkörperchen einerseits und
die chromatischen Schlingen andererseits als Insertions-
punkte dienen. Die Theilung der letzteren leitet die
weiteren Theilungen ein. Vom Centralkörperchen geht
ein Kegel an die Peripherie der Zelle, dessen kreis-
förmige Begrenzung der Basis Polkreis (cercle polaire)
genannt wird, während ein von ihm abstehender Parallel-
kreis Subäquatorialkreis heisst. Als Metakinese wird das
Stadium bezeichnet, in dem die 4 ursprünglichen chro-
matischen Schlingen mit den Knickungswinkeln einander
zugekehrt liegen; das Dyaster- Stadium ist nach der
Trennung in 2 Blastomeren da.
In jedem der Kerne der beiden ersten Blastomeren
gehen 2 männliche und 2 weibliche chromatische Schlingen
über nach einer Longitudinaltheilung der primären chro-
matischen Schlingen; auch in den sich weiterhin bildenden
Blastomeren bleiben die männlichen und weiblichen chro-
matischen Kernelemente oder Schlingen von einander
gesondert. Entweder Theile der Spindel oder vielleicht
die ganze Spindel entstehen aus dem Protoplasma. E. van
Beneden und A. Neydt. Nouvelles recher ches sur la fkon-
dation et la division mitosique chez VAscaride megalocepliale.
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. H
Bullet Acad. Sc. Beige, arm. 56, 3 ser., t. 14, No. 8. 'pag. 215
—295, piche. /— F/,' Bruxelles 1887, separat Bruxelles 1888.
Carnoy beschreibt in einer Arbeit, welche die Fort-
setzung der im vorigen Jahresbericht erwähnten bildet,
den Befruchtiingsvorgang bei Nematoden-Eiern, demon-
strirt in einer Sitzung* der belgischen Gesellschaft für
Microscopie die bezüglichen Präparate, beschreibt die
Bildung der beiden Polkügelchen in den Eiern von Ascaris
clavata, bespricht die Normalität der Kerntiguren im All-
gemeinen und ihre Variationen und erörtert die streitigen
Punkte, welche zwischen den Ansichten des Verf. iind
denen von Flemming und Boveri bestehen. Der Primitiv-
kern des Ei's ist immer ein gewöhnlicher Kern; bei
Ascaris megalocephala theilt sich das Kernelement in
8 Stämme, welche sich zu 4 und 4 in 2 Wagner'schen
Flecken gruppiren; hier sind also immer 2 Keimkörperchen
vorhanden; van Beneden's globules, disques chromatiques,
prothyalosome und die figure ypsiliforme sind nicht vor-
handen; letztere ist nur ein Profilbild der wirklichen
Figur; zur Bildung des ersten Polkügelchens werden 4,
zu der des zweiten 2 der Primitivstäbchen ausgeschieden,
so dass 2 im Ei verbleiben; eine Theilung der chro-
matischen Elemente findet nicht statt; bei der Ausscheidung
der Polkügelchen findet eine Plasmadierese statt; sie sind
wahre Zellen und keine Kerne; ähnlich ist der Vorgang
in den Eiern von Filaria strumosa, Coronilla scillicola
und einer unbestimmten Ascaris des Hundes. Anders
sind die Verhältnisse bei Ascaris clavata; hier finden sich
24 Stäbchen, welche aber nicht auf den Aequator be-
schränkt, sondern gleichmässig auf die Aequatorialebene
vertheilt sind; die 24 Stäbchen theilen sich in 2 Hälften,
so dass 48 entstehen, von denen 24 sich nach dem einen
und 24 nach dem anderen Pol begeben, wobei nicht je
eine Hälfte eines ursprünglichen Stäbchens zu einem
anderen Pol zu gelangen braucht, worauf die eine Gruppe
von 24 mit dem sie umgebenden Plasma als erstes Pol-
kügelchen ausgeschieden wird, und dieser Vorgang wieder-
holt sich bei der Bildung und Ausscheidung des zweiten ;
12 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
ein Viertel der Stäbchenmasse bleibt also hier im Ei;
ähnlich ist es bei Ascaris liimbricoides ; Strahlen werden
hier nicht gebildet. Im Allgemeinen kann die Art der
Theilung der Stäbchen in der Aequatorialebene eine
doppelte genannt werden, eine transversale, wenn die
Stäbchen zweilappig sind, und eine longitudinale. Aus
den angedeuteten Verschiedenheiten in der Ausscheidung
der Polkügelchen zieht Verf. den Schluss, dass alle
charakteristischen Erscheinungen der Caryokinese variabel
sind und keine von ihnen wesentlich ist. Die Longi-
tudinaltheilung kann bei jeder Phase der Kinese eintreten,
in den Polkronen, nach Auflösung der Figur oder im
Innern des ausgebildeten Kerns, wie im Aequator oder
im Knäuelstadium ; die Vollendung dieser Theilung kann
bis nach der Kinese verzögert werden oder bis zur
folgenden Kinese. Die Longitudinaltheilung kann in einem
Kern vorgehen, der seit lange in Ruhe verharrt. Die
Terminologie des Verf laut: Dierese, Cytodierese, Plasmo-
dierese; Cinese im Gegensatz zu Stenose (Einschnürung);
Caryocinese, Caryostenose ; Plasmocinese, Plasomostenose;
Couronne equatoriale, Ascension polaire, Couronne polaire.
J. B. Carnoy. Conference donnSe ä la sog. beige de Micros-
GOjpie; les glohules jjolaires de l' Ascaris clavata; normaliU des
figures cinetiques; variations des cineses; terminologie concer-
nant la division. RSponse ä Flemming. La cellule, tome III^
Louvain, Gand et Lierre 1887, ^fasc.^pag. 229 — 324, 1 piche.
0. und R. Hertwig halten Carnoy's Plasmastrahlungen
in den Eiern von Ascaris megalocephala zur Zeit der
Bildung der Richtungskörperchen für eine pathologische
Erscheinung; dieselbe entbehre ausserdem der nöthigen
Gesetzmässigkeit und gleiche den von den Verff. durch
chemische Agentien künstlich hervorgerufenen Miss-
bildungen der Kernfiguren. Die Kernenden im Centrum
der Strahlung würden hier die Erreger des Reizes sein,
und wenn die Contraction in einiger Entfernung von ihnen
vor sich geht, so könnte man annehmen, dass das den
Kern unmittelbar umgebende Protoplasma dieContractions-
fähigkeit verloren, die Reizleitung aber bewahrt habe,
Leistungen in der Natnrgesch. der Helminthen im J. 1887. 13
oder dass sich die an verschiedenen Punkten auftretenden
Contractionswellen zu neuen Contractionen combiniren.
Durch chemische Agentien kann künstlich eine Ueber-
fruchtung- oder Polyspermie erzeugt werden, während in
der Regel nur ein Spermatozoon die Befruchtung bewirkt.
Nach derselben erst wird zum Schutz gegen das Ein-
dringen weiterer Spermatozoen die Dotterhaut gebildet;
nach Bildung derselben kann das Ei nicht mehr be-
fruchtet werden, denn die Spermatozoen können jene
nicht durchbohren. Soll das Ei entwicklungsfähig werden,
so müssen die Substanzen von Ei- und Spermakern sich
ganz durchdringen ; vorher bilden sie achromatische Fäden
und chromatische Schleifen. Nach der Bildung des ersten
Richtungskörperchens beginnt ein Stoffaustausch zwischen
Spermakern und Eiplasma. 0. und R. Hertivlg. lieber
den Befruchtung s- und Theilungsvorgang des tierischen Eies
unter dem Einfluss äusserer Agentien. Jenaische Zeitschr, für
Naturwissensch. Bd.20^ JenalSSl, Heft 2—3, pa^. 477— 510.
Wenn Boveri, über dessen Arbeiten hierunter berichtet
wird, den bisherigen Forschern, besonders van Beneden
und Carnoy vorwirft, ihre Präparate seien Kunstprodukte,
so macht wiederum van Oeliucliteu Boveri den Vorwurf,
sein Reagens, siedender absoluter Alcohol mit P/o Essig-
säure, wirke zu energisch und brutal. In dem Keim-
bläschen sind 8 in 2 Gruppen von je 4 separirten Stäbchen
vorhanden; die beiden Gruppen weichen in derAequatorial-
ebene zur Bildung des 1. Richtungskörpers seitlich aus-
einander, worauf die Spindel verschwindet; die 4 im Ei
bleibenden Stäbchen theilen sich in 2 Gruppen von je 2
und wiederum wird die eine Gruppe nach Bildung einer
neuen Spindel als 2. Richtungskörper ausgeschieden; von
8 ursprünglich vorhandenen verbleiljen also 2 im Ei; als-
dann findet eine Fusion des männlichen und weiblichen
Kerns statt. A. van Gehuchten. Nouvelles ohservations sur
la vesicule germinatine et les globides polaires de l'Ascaris
megalocephala. Anat. Anz. II. Jahrg. No. 25, Jena 1887,
'pag. 751 — 760; vergl. auch A. van Gehuchten, Ohservations
Sur la vesicule germinative et les globules polaires de VAsc.
14 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
megal. Tagehl. d. 60. Naturf. Vers, zu Wiesbaden 1887,
pag. 250.
Boveri untersucht ebenfalls die durch die Befruchtung
bedingten Veränderungen in den Eiern von Ascaris mega-
locephala und lombricoides und kommt dabei zu anderen
Resultaten als van Beneden und Carnoy. Diese haben
die Eier viel zu langsam getödtet und somit seien ihre
Bilder Kunstproducte ; Verf. wendet den eben erwähnten
kochenden, absoluten Alkohol mit P/o Essigsäure an, und
findet bei dieser Methode, dass die Richtungskörperchen
einer typischen karyakinetischen Zelltheilung ihre Ent-
stehung verdanken. In der Aequatorialgrenze der Spindel
in den Eiern der genannten Arten zeigt sich eine bis zur
Oberfläche des Ei's durchschneidende, zarte Grenze, welche
die äussere Spindelhälfte mit einem Tlieil der Zellsub-
stanz als ersten Richtungskörper vom Ei trennt; der bis-
her Ei genannte Körper vor dem Ausscheiden der Rich-
tungskörperchen ist eine Grossmutterzelle; das erste
Richtungskörperchen ist eine rudimentäre Eimutterzelle,
das zweite und die Tochterzellen und das eigentliche Ei
entstehen durch 2 auf einander folgende Zelltheilungen.
Bei Ascaris lumbricoides enthält das Keimbläschen 24
bis 25 chromatische Elemente, kurze Stäbchen mit einer
Quertheilung, d. h. 2 Chromatinkörner mit achromatischem
Verbindungsstück. Der Kern rückt an die Eioberfläche
und bildet sich in eine Spindel um, während die chro-
matischen Elemente sich regelmässig vertheilt in den
Aequatorial-Ebene gruppiren, die sich in Platten theilt,
wobei in jede die Hälfte der Chromatinkörner tritt; die
äussere Hälfte mit einem Theil der Zellsubstanz trennt
sich als erstes Richtungskörperchen vom Ei; nachdem
der Kern sich reconstruirt hat, bildet sich ebenso das
zweite. Das erste entspricht zweien, das zweite einem
Abortiv-Ei, und erst nach Ausstossung derselben kann
man den Rest als Ei bezeichnen. T. Boveri, über die Be-
deutung der Richtung skörper. Sitzungsber. der Gesellsch.
für Morpholog. und Physiol. IL, München 1887, Heft 3,
pag. 101—106.
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 15
Nach dems. Verf. weichen bei der Bildung der beiden
Richtungskörperchen nicht, wie van Beneden und Carnoy
angeben, schon im Keimbläschen gesonderte Elemente
auseinander, sondern es findet eine Theilung derselben
statt. Bei Ascaris megalocephala enthält das Keimbläs-
chen nicht, wie Carnoy meint, 8, sondern nur 2 chro-
matische Elemente, von denen jedes 4 Chromatinstäbchen
enthält, die durch feine Chromatinfädchen mit einander
in Verbindung stehen. Die Theilung vollzieht sich wie
in den Eiern von Asc. lumbricoides. Zwei chromatische
Elemente verbleiben im Ei, 2 liefert der Spermakern
und diese 4 werden in die erste Furchungsspindel auf-
genommen. Verf. beschreibt die Bildung der Polkörper-
chen; die Protoplasma -Fäden sind feine Muskelfibrillen
und gehören wie die Polkörperchen zum Eileib, nicht
zum Kern, und jede der beiden ersten Furchungskugeln
enthält die Hälfte der 2 männlichen und 2 weiblichen
Kernelemente. T. Boveri. Ueber die Befruchtung der
Eier von Ascaris megalocephala. Sitzungsber. der Gesellsch.
für Morpholog. und Physiol. III, München 1887, Heft 2,
pag. 65—80.
Ders. Verf. bespricht in einer anderen Arbeit die
Untersuchungen von van Beneden, Carnoy, Zacharias,
Schneider, Nussbaum kritisch, und giebt an, dass die
Ebene, in welcher die 2 Elemente chromatischer Substanz
liegen, zur Aequatorialebene der Spindel wird; die Thei-
lung der chromatischen Elemente ist eine Längsspaltung;
die äussere Hälfte eines jeden Elements, auf der Aussen-
hälfte der Aequatorialebene gelegen, bewegt sich nach
dem äusseren, die Innern nach dem inneren Pole zu.
Verf. giebt eine ganze Reihe abnormer und patho-
logischer Erscheinungen bei den genannten Vorgängen
an; bald wird nur ein Richtungskörper gebildet oder aus-
geschieden, bald' in ein solches nur 1 statt 2 chromatischer
Elemente aufgenommen. Bei A. lumbricoides wurden
pathologische Bilder nicht beobachtet; in der Aequatorial-
ebene der Richtungsspindel liegen hier 24 chromatische
Elemente, und jede Tochterplatte hat wieder ebenso viele;
16 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
hier wie bei den Eiern von A. megal. stellt sich die
Spindel mit ihrer Achse bald senkrecht, bald schief zur
Eioberfläche. Die Tochterelemente bewegen sich zu den
Polen der Spindel und es entstehen Tochterplatten; die
Spindel verschwindet dabei nicht; die chromatischen
Elemente werden bei der Bildung der beiden Richtungs-
körper halbirt und die eine Hälfte bleibt im Ei; beide
Eichtungskörper haben also gleichviel chromatische Ele-
mente und im Keimbläschen bleiben ebenso viel; es
werden also nicht V4 der chromatischen Elemente der
letzteren ausgestossen, sondern V4 ihrer Masse ; der Eikern
enthält ebenso viele wie das Keimbläschen, nur die Quan-
tität ist auf V4 reducirt; die zwischen den Tochterplatten
auftretende Faserung entsprisht den Verbindungsfasern,
die bei einer jeden Karyokinese auftreten und ist nicht
von der ursprünglichen Figur unabhängig. Die Partheno-
genese ist eine Befruchtung durch den zweiten Richtungs-
körper. Van Beneden und Carnoy lassen bei der Bildung
der Richtungskörper die chromatischen Elemente des
Keimbläschens seitlich auseinander weichen; letzterer
erkennt aber in seiner letzten, dritten Arbeit an, dass
bei Asc. lumbr. und clavata eine Karyokinese stattfindet.
Carnoy's und van Beneden's Protoplasmastrahlen und das
seitliche Auseinanderweichen der Elemente sind patho-
logische Erscheinungen, hervorgerufen durch Nichtab-
tödten der Eier. Bei Asc. megal. kommen 2 Ei -Typen
vor, von denen der eine 2 aus je 4 mit einander ver-
bundene Chromatinkörper im Kern enthält, der andere
nur 1 ; ersteren hat Carnoy, letzteren van Beneden unter-
sucht; den germinativen Dualismus von Zacharias erkennt
Verf. in diesem Sinne nicht an; die Zahl der chromati-
schen Elemente im Eikern schwankt zwischen 1 und 24,
und ein Dualismus der Befruchtung ist nicht erwiesen.
T. Boveri. Zelleii- Studien. Die Bildung der Richtungs-
körper hei Ascaris megalocephala und Ascaris lumbricoides.
Jenaische Zeitschr. für Natunvissensch. Bd. XXI, Heft 3 — 4^
Jena 1887, pa^/. 423—515, tab. XXV—XXVIII; auch
separat; vergl. auch: T. Boveri, Ueber Differenzirung der
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 17
Zellkerne ivährend der Fiirchnng des Eies von Ascaris me-
galocephala. A)iat. Anz. 2. Jahrg. Jeyia 1887, No. 22,
jmg. 688—698.
Hallez bezieht hIcIi aiii' seine Recherclies snr Fem-
bryog'enie de quelques Nemotodes und bemerkt, dass das
ganze Mesoderm von dem Orte auswächst, wo die in
dieser Arbeit mit m und m' bezeichneten Zellen liegen,
welche ihre ursprüngliche Dimension bewahren; jeder-
seits entsteht im Mesoderm ein blassere Zelle, welche
beim Weibchen Oviduct und Uterus, beim Männchen
Spermiduct werden dürfte, während sich aus den Zellen
m und m' Ovarium und Hoden ausbilden. P. Hallez,
Nojivelles etudes siir l'e^nbrvogenie des Nematodes. Compt.
rend. Acad. sc. Paris 1887, t CIV, No. 8, pag. 517—520.
Lalboulbene nimmt für Ascaris lumbricoides eine
directe Entwicklung an; kommen die Eier mit entwickeltem
Embryo in den Magen von Mensch und Thieren, so
schlüpfen sie hier aus; Verf. beobachtete in einem Falle,
dass kleine Askariden von 2 und 3 mm Länge, die be-
reits 3 Lippen am Kopfende zeigten, also keine Larven
mehr waren, sich im Darm fanden, und zieht daraus
den Schluss einer directen Entwicklung ohne Zwischen-
wirth; die Uebertragung soll durch Trinkwasser geschehen.
M. A. Lahoulbene. Sitr l'etat larvaire des helminthes nema-
todes du genre Ascaride. Compt. rend. Acad. sc. Paris 1887,
t. CIV, pag. 1593-1595.
Grassi Hess einen Schüler Eier von Trichocephales
dispar mit entwickelten Embryonen verschlucken, worauf
sich in den Fäces, die vorher frei von diesen Eiern
waren, nach 4 Wochen Trichocephalen - Eier zeigten;
hieraus schliesst Verf. auf eine directe Entwicklung, wie
solche auch bei anderen Trichocephalen experimentell
gefunden wurden. Ferner experimentirte er mit embry-
onenh altigen Eiern von Ascaris lumbricoides und wurden
nach 2 Monaten die Fäces mit Ascariden-Eiern, nachdem
vorher durch eine Kur Ascariden aus dem Darm entleert
waren, durchsetzt gefunden und nach weiteren 4 Wochen
entleerte der Knabe 143 Ascariden von 180 — ^230mmLänge;
Aich. f. Naturgesch. 53. Jaliig. II. Bd. 3. H. B
18 Dr. von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Verf. liält durch diese Beobachtung- die directe Ent-
wickelung' von Ascaris lumbricoides für bewiesen. B.Grassi.
Trichocephalus- und AscarisentwicMung . Cerdralhl. für B acter.
u. Farask. 1. Jahrg., Jena 1887, No. 5, 'pag. 131 — 132.
Lutz glaubt ebenfalls an eine Uebertragung von
Ascaris lumbricoides ohne Zwischenwirth und Leuckart
spricht sich in einer Nachschrift zu diesem Aufsatze in
demselben Sinne aus. A. Lutz. Zur Frage der Invasion
von Taenia elliptica und Ascaris lumbricoides. ß. Leuckart.
Die Ueh er gangsweise der Ascaris Lumbricoides und Taenia
elliptica. Centralbl. für Bacteriol. und Parask. /, Bd. II, No. 24,
Jena 1887, pag. 713—722.
Ein offenbar dem Parasitismus von Ascaris lumbri-
coides erlegener Mann beherbergte, wie sich bei der
Section zeigte, 120 Ascariden im Dünndarm, je 20 im
Magen, Dickdarm, Oesophagus und Pharynx, je 3 im
ductus choledochus und hepaticus, 5 in der Gallenblase
und 80 in den erweiterten Gallengängen der Leber.
Kartulis. lieber einen Fall von Auswanderung einer grossen
Zahl von Ascariden (Ascaris lumbricoides) in die Gallen-
gänge und in die Leber. Centralbl. für Bacteriol. u. Parask. /,
Jena 1887, No. 3, pag. C>5— ()7.
lieber das Vorkommen vonStrongyl. armatus berichten :
J. T. Duiican. Strongyli in the horse. Veterin. Journ. 1887,
March, pag. 153 — 156 und W. L. Williams. Invasion of the
mesenteric arteries of thehorseby the Strongyhis armatus. Veterin.
Journ. 1887, Mar ch, pag. 159 — 164, Ap)ril, pag. 234 — 240.
Y. Rzewuski untersucht Strongylus paradoxus in
Bezug auf seinen anatomischen Bau, der im allgemeinen
den bekannten anatomischen Verhältnissen entspricht.
Der Nervenring verbindet zwei laterale und ein ventrales
Ganglion; von letzterem geht nach vorn ein Nerv aus,
der sich in 2 Aeste gabelt; in der Gegend des Nerven-
ringes liegt rechts ein Bläschen, das einen Kern mit
2 Kernkörperchen enthält und als Gehörbläschen be-
zeichnet wird. R. V. Rzewuski. Untersuchungen über den
anatomischen Bau von Strongylus paradoxus Mehlis. Mit einem
Beitrag zur Fnticicklnngsgeschichte desselben. I^eipzig \a>'^1\
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 19
37 pg., 2 2'/?n. viel, auch A. 8climidt. Strongyhis paradoxus,
ein gefährlicher Feind des Schwarzwildes. Zeitschr. für Forst-
end Jagdwesen, 18<S7, Heft 3, jKig. 180 — 18'2.
Nach Wemicke verursachte Strongylus contortus in
Buenos Ayres eine schwere Epidemie unter den Schafen,
bei der die rothen Blutkörperchen zerstört wurden; die
Krankheit verlief wie eine perniciöse Anämie und wurde
durch Terpenthin-Behandlung' gehoben. R. Wemicke. Poiki-
locytose heim Schafe durch Strongylus contortus bedingt . Central-
hlatt für Bacteriol. n. Parask. 1. Jahrg., Bd. II, Jena 1887.
No. 22, pag. 663.
Bewley bespricht die bei Dublin in Schaflungen
beobachteten Tuberkel -artigen Veränderungen, welche
durch den Parasitismus von Strongylus hlaria hervorgerufen
werden; die Parasiten, im Innern eines solchen Pseudo-
tuberkels oder Entzündungsknötchens eingeschlossen, waren
15 — 17 mm lang und erwiesen sich sämmtlich als Larven
ohne Generationsorgane, während die 50— 100 mm grossen
Geschlechtsthiere die Trachea und die Bronchien von
Schafen und Ziegen bewohnten. Die Weibchen sind
vivipar und die Embryoneu 6 mm lang. Verf hält die
Insassen der Knötchen für verirrte Larven, die niemals
zur Entwicklung kommen und nicht in den normalen
Entwicklungsgang der Art hineingehören. H. Bewley. On
the chauges jyroduced in the lungs of sheep hy a parasitic
worni (Strongylus fila ria) Journ. of anatomy and jyhysiol.,
vol. XXI 2^(^i"i HI, London u. Edinhurg 1887, pag. 374
— 377, plte. XI. Lancet 1887, Xo. 4, pjag. 177.
Mace findet, dass die 6— 7 mm langen Embryonen
vom Atractis dactylura ein rundliches Schwanzende haben
und ovipar sind ; schon vor der Greburt besitzen sie einen
völlig entwickelten Genitalapparat, der einfach ist; die
Vulva liegt etwa in der Mitte des Körpers, während die
viviparen Weibchen einen zweiarmigen Uterus und eine
in der Nähe des Schwanzendes gelagerte Vulva haben.
Diese Weibchen produciren etwa 10 Embryonen, welche
die Uteruswandung durchbrechen und so in die Leibes-
höhle gerathen, avo sie die Eingeweide zerstören, und
20 Dr. V 0 11 L i n s 1 0 vv : Bericht über die wissenschaftlichen
zwar werden diese Embryonen sämmtlicli zu Weibchen.
Noch im mütterlichen Org*anismiis bringen sie wieder
Eier hervor, so dass hier ein Fall von durch Baer bei
den Cecidomyien beobachteter Pädogenesis vorliegt; eine
vivipare Generation wechselt mit einer Oviparen. M. Mace.
L'heterogamie deV Ascaris dactylaris (sie!) Compt. rend. Acad.
sc. Paris, t CIV, No. 5, 1887, pag. 306—308.
Hallez kann die hier angedeuteten Untersuchungs-
resultate von Mace in keinem Punkte bestätigen; die
Weibchen von Atractis dactylura sind 4 — 5,5 mm lang,
nach Mace die Embryonen Q — 7 mm; sie sind vivipar,
ihr Schwanzende ist zugespitzt, der Uterus einfach, die
Embryonen haben ebenfalls ein spitzes Schwanzende,
ihre Reproductionsorgane sind stets völlig rudimentär,
sie sind l,i — 1,2 mm lang. Verf. giebt eine ausführliche
Schilderung des Bau's dieser Art; dicht vor dem Nerven-
ring ist der Oesophagus mit (3 nach hinten gerichteten,
kreisförmig gestellten Chitinstäbchen versehen; der Porus
excretorius ist von einem gewaltigen, kugelförmigen
Bulbus umgeben; die männliche Grcschlechtsröhre, welche
in einen Penis mündet, der von den beiden Girren um-
fasst wird, hat dicht vor dem Ende 2 grosse, accessorische
Drüsen; am Beginn des Rectum stehen 4 Drüsen; vor
den Papillen am männlichen Schwanzende finden sich
2 mal 45 eigenthümliche, in Chitindornen auslaufende
plaques ventrales; am Ovarium unterscheidet Verf. die
hintere Hälfte als Deutoplasmigene. P. Hallez. Anatomie
de l'Actractis dactylura (^Duj. ) Mem. soc. sc. Lille, 4. ser.,
t. 15. 1887, 20 pg., 1 jMie doyhle; auch separat Lille 1887.
Leiclitenstern beobachtete bei Sectionen das Vor-
kommen von Ankylostomum duodenale und fand in dem
Darm einer Leiche 384 Männchen und 707 Weibchen, in
dem einer anderen 126 Männchen und 127 Weibchen; an
der Darmschleimhaut festsitzend wurden 91 Procent
Männchen und 76 Procent Weibchen gefunden in einem
und 98 resp. 87 Procent im anderen Falle. Im ersten
Meter des Dünndarms überwog die Zahl der freien Männ-
chen bedeutend die der freien Weibchen; im zweiten
Leistungen in der Naturgescli. der Helminthen im J. 1887. 21
Meter war das Verhältniss umgekehrt bei einem Kranken,
der eine Thymolkur durchgemacht hatte, so dass man
annehmen musy, dass bei Weibchen Anthehninthica weniger
wirksam sind. In natürlichen Verhältnissen sind beide
Geschlechter gleichmässig gemischt in den verschiedenen
Darmabsehnitten. In einem Falle war die Invasion der
Helminthen vor 4 Wochen erfolgt und hier massen die
Männchen durchschnittlich 7,5 und 0,85 mm in Länge und
Breite, die Weibchen 7,4 und 0,43 mm, während die Masse
bei den ausgewachsenen Thieren 8,3 und 0,4, resp. 11,5
und 0,G3 mm betragen. Die Helminthen bewegen sich in
warmem Wasser sehr lebhaft, in kaltem erstarren sie
und Zusatz von Extract. hl. mar., Tliymol und Jod tödtet
sie sofort. Die ersten Krankheitssymptome beim Menschen
fallen in die 5. — 6. Woche nach der Aufnahme und fallen
zusammen mit der Begattungszeit der Ankylostomen. Die
Männchen sondern beim Beginn der Copula einen er-
härtenden Kitt ab, der beide Geschlechter sehr fest ver-
bindet; die Weibchen gehen bei Abtreibungskuren wahr-
scheinlich darum zuerst ab, weil sie von grösserem Vo-
lumen sind; auch beim Tode des Wirths fallen die Weib-
chen zuerst von der Darmschleimhaut ab; je älter die
Exemplare sind, desto fester haften sie an derselben;
die Männchen verlassen zum Theil den Darm spontan,
so dass bei höherem Alter ihre Zahl kleiner ist als die
der Weibchen: A. duodenale hat am Rande der Mund-
kapsel 6 Zähne und 2 in der Tiefe derselben gelegene
dolchartige Stacheln. Beim Uebergange vom Embryonal-
zum Larvenstadium häutet sich das Thier und die um-
gebende Hülle kann abgestreift werden oder persistiren,
und meint Verf., diesen Zustand als eine Encystirung
auffassen zu können; es sind erhärtende, glashelle Schei-
den, welche von der Cuticula abgesondert werden; die
embryonale Haut verdoppelt sich und in das Lumen der
Duplicatur hinein wird ein Secret abgesondert; in das
Vestibulum oris und den Anus hinein erstreckt sich der
Process nicht, und ist so als eine ungewöhnliche Häutung
22 Dl'- von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
aufzufassen. Die in dem angegebenen Sinne als encystirt
anzusehenden Larven gelangen in den Darm des Menschen,
wo sie sich in 5 — 6 Wochen zu geschlechtsreifen Thieren
entwickeln; eine im Freien lebende Geschlechtsform giebt
es nicht; die vom Verfasser als Cyste bezeichnete, nicht
abgestreifte Larvenhaut macht die Larve gegen Tempera-
tur- und chemische Einflüsse sehr widerstandsfähig. Die
Verfettung und Verkalkung dieser Haut ist eine Entartungs-
erscheinung. Larven mit einer solchen Hülle sind nicht
mehr entwicklungsfähig. Bei 4 — 5 Wochen alten Larven-
culturen beobachtet Verf., wie einzelne Larven an der
Kopfseite die Hüllen, welche eine Rücken- und Bauch-
linie zeigen, verlassen; diese sondern alsdann eine neue
Hülle ab ; es ist also im Freien eine zweite Häutung be-
obachtet; eine Eintrocknung vertragen die Larven nicht.
Bald nach der Aufnahme in den Darm häuten die Larven
sich wieder; das Schwanzende wird nun conisch. Larven
mit verkalkten Hüllen sind völlig unschädlich; in den
Magen gebracht, wird die Hülle nicht aufgelöst, die Larve
aber stirbt ab ; auch die nicht verkalkten Hüllen werden
im Magen nicht aufgelöst, sondern erst im Dünndarm, wo
die Larven frei werden. Unter der Schleimhaut encystirte
Ankylostomen fand Verf. nie; auch hat er Fütterungs-
versuche gemacht und die Entwicklung im Darm von
einem Stadium zum andern, ohne eine solche Ency-
stirung zu finden, verfolgt. Die in seltnen Fällen und
zufällig von anderen Beobachtern encystirt gefundenen
Exemplare sind als verirrte anzusehen; in der 3. — 4. Woche
nach der Einwanderung ist der Parasit geschlechtlich
entwickelt; ein normales, submucöses Entwicklungsstadium
giebt es nicht; die Lebensdauer der Ankylostomen beträgt
mehrere Jahre, in maximo 5, jedenfalls nicht über 8.
Es kann vorkommen, dass nach Anwendung eines Vermi-
fugum Ankylostomen entleert werden und die Eier aus
den Fäces verschwinden, nach einigen Wochen aber
wieder auftreten; in diesem Falle ist eine Anzahl Anky-
lostomen im Darm zurückgeblieben und vorübergehend
durch das Mittel erkrankt; die ungefähre Anzahl der im
Leistungen in der Natiirgescb. der Helminthen im J. 1887. 23
Darm vorhandenen Weibchen lässt sicli berechnen, wenn
man die in einem Gramm Fäcalmassen vorliandenen Eier
zählt nnd die g-efundene Zahl durch 47 theilt. Das Ei
besitzt einen doppelten Contour, einen äusseren, dicken
und einen inneren, feinen; Eier mit ungetheiltem Dotter
sind sehr selten; unter (UOt) Eiern wurde nur 1 solches
beobachtet; die g-ewöhnliche Sommertemperatur ist die
beste zur Entwicklung der Eier, zu welcher Sauerstoff
nötliig* ist. 0. Leichtensteni. Einiges über Ankylostoma
duodenale. Deutsche medicinische Wochenschi'. Leipzig und
Berlin 1887, No. 26 pag. 565—568, No. 27 pag. 595—596,
No. 28 pag. 620—623*^ No. 29 pag. 645—647, No. 30
pag. 669—672, No. 31 pa^. 691— 694, No. 32 pa^. 712— 715;
auch separat.
Verg'l. auch C. Schmit. Anemie pernicieuse progressive
et parasites intestinaux. Union med. 1887, No. QQ.,pag. 801
— 802. A. Porter. Anchylostoma duodenale. Indian. Med.
Gaz. 1887, No. 10, pag. 313 — 315. S. Calandriiccio.
Primo e secondo caso di Anchilostomaneniia in Sicilia. Giorn.
internaz. sc. med. anno VII u. VIIIj No. 10.
Nach Caiinow entleerte ein 12 jähriger Knabe in
Valparaiso unter Schmerzen aus der Harnröhre einen
Nematoden, den Verf. für Eustrongylus gigas hält; der-
selbe war 10 Zoll lang und von röthlicher Farbe; zoologisch
untersucht wurde er nicht. R. Cannow. Gase of Strongylus
gigas. The Lancet, London 1887, No. 6, pag. 264.
Walker giebt in seiner bereits im vorigen Jahres-
bericht genannten Arbeit an, dass die Eier von Syngamus
trachealis von Eegenwürmern gefressen werden, in denen
die Embryonen ausschlüpfen, um im Darm zu leben; selten
finden sie sich aufgerollt in dem Muskelsack der Segment-
organe. Dem Regenwurm entnommen leben sie 4 — 5 Tage
in Serum, bei 105 ^ Fahrenheit 7 Tage, ebenso in Schleim
und Wasser, und werden hier selbst geschlechtsreif; die
Embryonalentwicklung dauert 17 Tage. Mitunter wird
die erste Häutung noch in der Eihülle abgemacht; im
Vogel werden sie in 14 Tagen geschlechtsreif. Der Em-
24 Dl'- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
bryo ist 0,oii" lang* und 0,ooo5" breit, im Darm des Regen-
wurms 0,0118" und 0,00078". Mit dem Darm des Regen-
wurms gelangt der Parasit in die Hühner. In Hühner-
höfen, wo die Hühner jahrelang diesen Parasiten beher-
bergen, haben fast alle Regenwürmer die Larven im Darm.
Aus dem Proventrikel wandern letztere zurück in den
Oesophagus und von hier in die Trachea und die Lungen.
Ganz junge Hühnchen und Nestlinge von Drosseln mit
solche Larven enthaltenden Regenwürmern gefüttert er-
wiesen sich später als mit den Parasiten inficirt. Auch
die Larve von Strongylus micrurus lebt im Regenwurm
auf Wiesen.
Trotz dieser Beobachtungen glaubt Ref., dass der
Regenwurm nicht als Zwischenwirth im eigentlichen Sinne
bezeichnet werden darf, da die Larven nicht eingekapselt,
sondern frei im Darm in ihnen leben, und da die Ent-
wicklung von Syng. trachealis ohne Zwischenwirth experi-
mentell sicher erwiesen ist; man könnte hier die Regen-
würmer als zufällige, nicht nothwendige Träger der Larven
bezeichnen. H. Walker. Tlie gape itwrrn of foicls (Synganius
trachealis')» the eaiiliivorrn , its original host. Bullet, of the
Buffalo Society of natur. sciences. Buffalo 1886, vol. V.,
No. 2, pag. 47—72, 1 tab.
Orassi beschreibt als neu Filaria inermis aus
Homo, Equus caballus und asinus. Das Weibchen wird
bis 160 mm lang und 0,075 mm breit; es enthält tausende
von Embryonen, die 0,35 mm lang und 0,005 mm breit
sind; das Kopfende ist unbewaffnet und wurde von Ad-
dario bereits beschrieben; die beim Pferde und Esel
gefundenen Exemplare wurden bisher für Filaria papu-
losa gehalten, der Helminth hat aber keine Papillen und
scheint mit Filaria peritonei hominis identisch zu sein.
B. Grassi. Centralbl. für Bacteriol. n. Farask. I, N. 21,
pag. 617 — 623.
Denselben Parasiten beschreibt A. Pace. Siipra on
miovo nematode (Filaria inermis). Falermo 1887.
Von grossem Interesse ist das Auffinden von wohler-
haltenen,geschlechtsreifen Exemplaren von Filaria Bancrofti
Leistmigeii in der Natui'gesch. der Helminthen im J. 1887. "25
durch de Magalliäes in Brasilien ; im linken Herz\ entrikel
eines Kindes fanden sich ein Männchen und ein Weibchen ;
ersteres ist 83 mm lang- und 0,28 mm breit, das Schwanz-
ende ist in IV2 bis 2 Spiraltouren aufgewickelt, der Anus
steht 0,11 mm vom Schwanzende entfernt; das eine Spicu-
lum sah mit der Spitze aus der Cloake heraus ; es fanden
sich 4: prä- und 4 postanale Papillen jederseits, von denen
die 2 letzten Pare sehr klein waren ; sie werden als zottig
bezeichnet. Das Aveissliche durchscheinende Weibchen
ist 155 mm lang und 0,(i — 0,7i5 mm breit. Der Anus liegt
0,13 mm vom Schwanzende, die Vulva 2,50 mm vom Kopf-
ende entfernt. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist eine
feine Querringelimg der Haut, das Kopf- und das Schwanz-
ende sind abgerundet, ersteres ist ohne Bewaffnung oder
Papillen; der Oesophagus ist am Ende zu einem Bulbus
erweitert und durch eine Einschnürung vom Darm ge-
trennt. Die weibliche Geschlechtsröhre ist doppelt und
enthält Eier und Embryonen. P. de Maf/aUiäes. Revista
dos cursos praticos e theoricos da Faculdade de Medicina
do Rio de Janeiro. 3. ann., No. ?>, Rio de Janeiro 1887.
Ref. in: Monatshefte für jyraktische Dermatologie red. v.
Dr. Unna, Hamburg 1887, No. 22, pag. 1012—1013 von
A. Lutz.
Mackeuzie berichtet über von Myers in Süd-Formosa
angestellten Betrachtungen über Filaria Bancrofti; Myers
hat die dortigen Moskito's studiert, welche die Larven
dieses Parasiten beherbergen könnten, und findet dass
die geeigneten Moskito- Arten dort fehlen, weshalb auch
der Parasit dort nicht vorkommt. Mackenzie beobachtet
Filaria Bancrofti bei einem aus Indien herübergekommenen
Kranken in London. S. Mackenzie. ^ The ßlaria sanguinis
hominis. The Lancet, Lo?idon 1887, No. 2, pag. 100.
Further ohservaiions on Filaria sanguinis hominis in South
Formosa. ibid. No. 15, pag. 732 — 733. W.MyerS. Further
observations on Filaria sanguinis in South Formosa. Epide-
miolog. Sog. of London, 9. März 1887.
Blanchard giebt eine vollständige Uebersicht unseres
Wissens von Trichina spiralis, indem er die Geschichte
26 Dl'. V 0 11 L i 11 s 1 0 w : Bericht über die wissenschaftlichen
unserer Kenntniss, eine Schilderung des Helminthen und
seiner Wanderung- und die geographische Verbreitung
bespricht ; besonders Averthvoll ist eine chronologisch ge-
ordnete, bis auf die neueste Zeit fortgeführte Wiedergabe
aller beobachteten Trichinose -Epidemieen, mit Angabe
des Ortes und Umfanges; mit Recht meint wohl Verf.,
dass die Trichine mit der Wanderratte eingeführt ist ; in
ähnlicher, erschöpfender Weise wird Trichocephalus dispar
behandelt. R. Blanchard. „ TrichocSphale" , Dictionnaire
encyclop. des sc. medic, 3. se7\, t. XVIII ^ Paris 1887,
pag. 113-170, 171—179.
Plana schildert den Bau von Trichina spiralis, die
Entwicklung der Muskel- zur Darmtrichine, die Wanderung
der Embryonen und deren Wiederentwickelung zu Muskel-
trichinen ; es werden die Erscheinungen besprochen, welche
die Trichinen im menschlichen Körper hervorrufen und
Versuche über die Widerstandskraft derselben angestellt;
56 ^ Grad Wärme tödten in einer Minute in der Regel
die Muskeltrichinen; dieselben ertragen 2 Tage lang das
Gefrorensein und einige Zeit selbst 7^ Kälte; Austrock-
nung tödtet sie sicher, Fäulniss der Umgebung nicht; Ein-
salzen und Räuchern des Fleisches sind unsichere Mittel
zur Tödtung, ebenso der electrische Strom; unter den
Gewürzen hat allein Zimmt eine tödtliche Wirkung, ferner
Essig und eine gesättigte Salicylsäure-Lösung. G. Plana.
Studio sidla Trichina spirale e sidla Trichinosi. Milano 1SS7,
58 pag., 42 /ig.
Ohne besonderes zoologisches Interesse sind die
Schriften :
A, Jolme. Der Trichinenbeschauer. Leitfaden für den
Unterricht in der Trichinenschau, Berlin 1887; 135 pg.,
98 Abbild. E. Gaertlier. Ä genuine case of trichinosis.
St. Louis med. and surg. Journ. 1887, No. d, jyag. 151 — 153.
R. Reyburn. Trichina spiralis. Anieric. Monthly Microscop.
Journ. vol. 8, A^o/4, pag. 67 — 69. Boillengier. Un cas
de Trichinose en Belgique. Presse med. beige, 1887, No. 26,
p)ag. 201 — 204. Werhenkel. Rapport sur un cas de
trichinöse ohserve ä Molenbeek-Saint-Jean. Bullet. Acad. roy.
Leistungen in der Nnturgesch. der Helminthen im J. 18S7. '27
med. Belgique 1887, No. 6, pag. 536—539. F. Tiemaiin.
Illustrirter Leitfaden für die j^raktische und mikroskopische
Untersuchung des Schweineßeisches auf Trichinen. 3. Auß.
Breslau 1887. Nicol. Die Trichinosls der Stadt Braun-
schiueig. Rundschau auf d. Gebiete d. Thierinedicin. 1887,
No. 47, 2^^9- '^^'^ — ^S4c. Trichinenkrankheit in Hamburg.
Veröffentl. des k. Gesundheits- Amtes. 1887, No. 41, pa^. 606
— 607. Trichinenkrankheit in den Vereinigten Staaten von
Nordamerika, ibid. No. 10 pag. 144.
Ebertz fand in einem einjährigen Schafe, welches
krank war, nicht fressen wollte und an Husten litt, in
den Muskeln und besonders häufig in den Lungen kleine
Nematoden, die an einzelnen Stellen dicht an einander
gedrängt lagen und viel kleiner als Trichinen waren.
Leuekart erkannte die Form für ähnlich mit der, welche
er in der 1. Aufl. seines Parasitenwerkes Bd. 2, pag. 534,
Fig. 285 aus den Lymphdrüsen des Kindes abbildete.
Beschrieben ist der Parasit nicht, Grössenangaben fehlen,
auch erfahren wir nicht, ob er in den Gewichen des Schafs
eingekapselt oder frei lebt; die beigegebenen Zeichnungen
geben nur die Contouren wieder und lassen innere Organe
nicht erkennen, auch ist der Nematode nicht benannt.
Ebertz. Ein bisher nicht beachteter Parasit des Schafes.
Vierteljahr SS ehr. für ger. Medic. und öffent. Sanitätsw. Neue
Folge, Bd. XLVI, Heft 1, BerUn 1887, pag. 102-104.
Stossich beschreibt Heterakis inflexa aus dem Darm
von Gallus domesticus, Heterakis vesicularis aus dem
Cöcum von Meleagris gallopavo, Ascaris Fabri Rud.
= Ascaris biuncinata Molin aus dem Magen von Zeus faber,
Ascaris capsularia aus Merlucius esculentus und Scomber
scombrus, Ascaris papilligera n. sp. aus Magen und
Darm von Scomber scombrus, eine Larvenform; Aga-
monema Sparoidum aus der Bauchhöhle von Box boops,
Agamonema Engraulidis n. sp. aus der Bauchhöhle
von Engraulis encrasicholus und Alosa sardina, Agamonema
Mulli aus der Bauchhöhle von MuUus barbatus, Lecano-
cephalus annulatus aus dem Magen von Labrax lupus. (1. c).
28 Dr. von Li 11 stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Leidy führt an als neue Art Filaria megacantlia,
gefunden unter der Haut von Strix braehyotus; das
Männchen hat 4 prä- und 2 postanale Papillen jederseits
und ungleiche Girren; Ascaris tu Iura n. sp. , aus
dem Magen von Buteo lineatus, mit knopfförmig verdicktem
Schwanzende, und Ascaris sulcata Rud. aus dem Magen
von Trachemys scabra (1. c).
v. Marenzeller erwähnt unter dem von der Nordpol-
expedition erbeuteten Material Ascaris osculata aus dem
Magen von Phoca barbata und Ascaris decipiens aus dem
Magen von Phoca groenlandica.
Zscliokke findet in den bei Neapel gefangenen Meer-
fischen: Acanthocheilus bicuspis Dies, im Magen von
Scyllium stellare, Agamonema capsularia im Magen von
Galeus canis, Echinocephalus uncinatus Molin im Magen
von Trygon pastinaca, Agamonema spec. ? im Darm von
Raja asterias, Acanthocheilus bicuspis Dies, im Darm
von Dasybatis clavata, Ascaris constricta Rud. in
der Leibeshöhle von Ophidium barbatum, Agamonema
Lophii piscatorii Wedl. aus der Leibeshöhle von Trigla
lineata, Agamonema spec? eingekapselt in der Darm-
wandung von Phycis blennioides, Agamonema capsularia
Dies, im Peritoneum von Arnoglossus laterna, Ascaris
linguatulae Rud. in der Leber von Solea monochir, Ascaris
Labri lusci Rud. in der Leibeshöhle von Labrus turdus,
Agamonema spec? im Peritoneum von Labrus merula,
Agamonema Serrani cabrillae Dies, im Peritoneum von
Serranus hepatus und Serr. scriba; Agamonema spec?
im Peritoneum von Cantharus vulgaris, Heligmus spec?
eingekapselt in der Darmwand von Pagellus erythrinus,
Agamonema Lophii piscatorii Wedl. in der Leibeshöhle
von Dactylopterus volitans, Agamonema capsularia Dies,
im Peritoneum von Lophius caudatus, Agamonematodum
Alausae Molin im Darm von Gobius auratus, Nematoideum
Gobii Rud. im Peritoneum von Gobius quadrimaculatus
und G. cruentatus (1. c).
Aus Sardinien beschreibt Parona Ascaris lumbrico-
ides aus Homo, A. mystax aus Canis familiaris, A. de-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 29
pressa aus Vultur monachus, Gypaetus barlatus, Nisaetus
fasciatus und Gyps fulvus, die Larve (Ascaris incisa) in
Sorex tetragonurus, Asearis niierucephala aus Nycticorax
g'riseus, A. serpentuliis aus Plioenicopterus roseus, A. spi-
culigera aus Podieeps auritus, Ascaris spec.? aus Thynnus
vulgaris, Atractis dactylura aus Testudo graeea, Agamo-
nema Scorpaenae cirrhosae, Heterakis vesicularis und
inflexa aus Gallus domesticus, Heterakis maculosa aus
Columba livia, Oxyuris vermiciüaris aus Homo, Oxyuris
obvelata aus Mus decumanus, Dochmius duodenalis aus
Homo, Dociimius trigonoceplialus aus Canis familiaris,
Pliysaloptera alata aus Circus cyaneus und Accipiter nisus,
Tricliosoma longicolle aus Phasianus gallus, Filaria
immitis aus Canis familiaris, Filaria nodulosa aus Lanius
rufus, Filaria obvelata aus Hydrocolaeus ridibundus, drei
unbestimmte Filarien aus Larus caebinnans, Ciconia alba
und Totanus glareola, Spiroptera nuda aus Falco tin-
nunculus (1. c).
Derselbe Verfasser f übrt als in Ligurien vorkommend
33 Nematoden an, bei denen als neue Fundorte zu ver-
zeichnen sind: Auxis vulgaris für Agamonema papilli-
gerum, Corvina nigra für Agamonema Co r vi na e
nigra e n. sp., Podarcis muralis für die Larve von
Spiroptera abbreviata, Ardea purpurea für Ascaris micro-
cepbala und serpentulus, Lanius auriculatus für Filaria
nodulosa (1. c).
Ref. beschreibt als neu Ascaris Phoxini, eine
kleine, in der Darmwand von Phoxinus laevis lebende
Larve, Dispharagus denudatus Duj. gehört nicht in das
Genus Dispharagus, auch nicht, wie Diesing meint, zu
Histiocephalus, sondern in Schneider's Genus Ancrya-
canthus und lebt in Alburnus lucidus, Phoxinus laevis,
Idus melanotus, Scardinius erythrophthalmus und Blic-
copsis abramo-rutilus. Spiroptera Turdi zwischen den
Magenhäuten von Turdus iliacus, merula und musicus
wird auch im Männchen beschrieben, Strongylus Blasii
ist eine neue Art aus dem Magen von Lepus cuniculus;
die Larve von Filaria strumosa lebt eingekapselt in
30 1^1'- von Li 11 stow: Bericlit über die wisseiiscliaftlielien
Cetonia aurata, das Männchen von Ceplialobus Bütsclilii
fand sich in Succinea amphibia (1. c).
Orassi und Segre schiklern nach einer geschicht-
lichen Darstellung der Entdeckung der Heterogenie von
Rhabdonema strongyloides, nach v\^elcher nicht, wie einige
Autoren angeben, allein Leuckart die Entdeckung dieser
Entwicklung zuzuschreiben ist, sondern Grassi und
Leuckart, die Lebens- und Entwicklungsgeschichte dieses
Nematoden und finden, dass bei Culturen die rhabditi-
formen Larven von Anguillula intestinalis sich mehr oder
weniger häufig durch directe Transformation und Ver-
grösserung in filarien-artige Larven verwandeln, identisch
den Larven der freilebenden Form Anguillula stercoralis;
ob die Larven von Ang. intestinalis direct Avieder zu
Filarien-artigen intestinalis-Larven oder zu Männchen und
Weibchen von stercoralis werden, hängt grösstentheils
von dem Medium ab, in dem sie leben und von der sie
umgebenden Temperatur. Die freilebende Geschlechts-
form (stercoralis) ist nicht nöthig zur Entwicklung und
der Mensch inticirt sich viel häufiger mit den directen
Nachkommen von intestinalis als mit deren Enkeln, wenn
man stercoralis als die Kinder bezeichnet. Im Kaninchen,
Wiesel und Schwein lebt Rhabdonema longus (longum),
das im Gegensatz zu dem 3 mm langen Rh. strongyloides
6 mm lang wird; auch hier wurde durch Culturen eine
freilebende stercoralis -Form erzogen, die aber nur aus
Weibchen besteht; unter tausenden von Weibchen fand
sich kein Männchen; hier bildet das Auftreten der letzteren
nur eine seltene Ausnahme, und bleiben die stercoralis-
Weibchen in der Regel unfruchtbar; bei Rh. strongyloides
ist die directe Entwicklung häufig, bei Rh. longum ist
sie fast der alleinige Fortpflanzungsmodus. B. Grassi und
R. Segre. Nuove osservazioni sidl' eterogenia del Rhabdo-
nema {Anguillula) intestinale. Considerazioni suW eteragenia.
Rendicoidi Accad. Lincei Roma 1887, vol. 3, fasc. 2,
'pag. 100 — 108. Atti R. Accad. Lincei 4 ser.
Leuckart beschreibt ausführlich den schon früher
erwähnten Parasiten von Hylobius pini, Allantonema
Leistungen in der Natuigesch. der Helminthee im J. 1887. 31
mirabile. Die Gestalt ist bolinen- oder wurstförmig' und
lässt beim ersten Anblick einen Nematoden nicht er-
kennen. Mund, Darm und After fehlen ganz und die
Nahrung" wird durch die Körper\vand aufgenommen;
ebenso fehlen alle Muskeln in der Leibeswand und ist
das Thier also völlig bewegungslos. Der Innenwand der
Cuticula liegt ein ursprünglich zelliges Parenchym auf,
das dem Zellkörper von Gordius entspricht. Ein Nerven-
system wurde nicht mit Sicherheit constatirt, ebensowenig
Seitenlinien. Männchen existiren nicht, das Receptaculum
seminis aber enthält Sperma, das von dem Thiere selber
gebildet wird, und ist dasselbe also als ein protandrischer
Hermaphrodit ohne specifische männliche Organe zu be-
zeichnen. Den grössten Theil der Leibeshöhle füllt der
Fruchthälter aus ; es ist nur eine Eiröhre vorhanden, und
zwischen beiden ist das Receptaculum seminis einge-
schaltet. Der Genitalporus liegt an einem Ende des
Körpers und hat einen eigenthümlichen Yerschlussapparat;
die Befruchtung der Eier geschieht vermuthlich bei ihrem
Durchtritt durch das Receptaculum seminis. Die Ecto-
dermzellen umwachsen das Entoderm, von dem der Darm
und die Muskulatur ihren Ursprung nehmen, während
ersteres die Leibeswand und den Pharynx bildet. Der
Embryo von 0,3 — 0,32 mm Länge und 0,oi— 0,oi2 mm
Breite hat die gewöhnliche Nematodenform; er gelangt
dann in die Leibeshöhle des Wirthes und wächst auf
0,45 mm Länge und 0,025 mm Breite und häutet sich hier,
jedoch ohne die Haut abzustreifen; von der Leibeshöhle
gelangen die Embryonen in den Darm und wandern aus
demselben heraus in's Freie, verweilen dann auch unter
den Flügeldecken der Käfer und werden nun geschlechts-
reif. Die Entwicklung ist also ähnlich wie bei Rhabdo-
nenia und Angiostomum ein heterogonischer Generations-
wechsel, denn es entstehen nun Männchen und Weibchen ;
erstere haben 2 gleiche Spicula und 2 Paar präanale
Papillen. Die Eier w^erden von den Weibchen abgelegt
und haben eine festere Schale als die der parasitischen
Form; die Embryonen schlüpfen im Freien aus und sind
32 Dr- von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
0,3 mm lang' und 0,012 mm breit; sie nehmen Nahrung
auf und wachsen bis zu 0/j5 mm Länge und 0,03 mm Breite.
Die Einwanderung erfolgt in die Larven des Käfers, in
denen bereits die Allantonema-Form vorgefunden wurde.
Dass die freilebende Form sich durch mehrere Gene-
rationen im Freien fortpflanzt, ist nicht wahrscheinlich;
parasitisch geworden, schwellen die Thiere bolmenf örmig
an, der Darm schwindet und die Genitalröhre producirt
erst männliche, dann weibliche Elemente, functionirt also
erst als Hoden, dann als Ovarium. v. Siebold fand in
der Bauchhöhle von Aphodius fimetarius eine Filaria
rigida, Avelche hierher zu gehören scheint; bei Geotrupes
und Ophion luteus wurden Formen gefunden, die vielleicht
zu Allantonema gehören und im Enddarm von Hylesinus
micans lebt eine Rhabditisform, die vielleicht auch hierher
gehört. Verf. beschreibt ferner Sphaerularia bombi, von
der schon früher bekannt war, dass die bei den Hummel-
königinnen im Frühling schmarotzenden Sphaerularien
Weibchen mit vorgefallener, mächtig entwickelter Ge-
schlechtsröhre sind und der eigentliche Wurm mitunter
vor der Geschlechtsentwicklung schon völlig verloren geht,
so dass nur der bruchsackartig vorgestülpte Theil bleibt;
ausser in den Hummeln lebt Sph. b. auch in Vespa rufa
und V. vulgaris. Die Embryonalform bedarf zum Leben
einer feuchtenLuft und feuchter Unterlage. Die freilebenden
Weibchen sind 1 mm lang und 0,028 mm breit, die Männ-
chen messen 0,88 mm. Im Spätherbst tritt die Geschlechts-
entwicklung ein, der Wurm häutet sich und auch hier
wird die abgelöste Haiit nicht abgestreift, sondern um-
schliesst als Futteral den Körper; die Männchen haben
2 sehr kleine Spicula und ein hohlsondenartiges Gleitstück;
die Vulva des Weibchens liegt nur 0,i5 mm vom Schwanz-
ende; die Begattung wird im Freien vollzogen werden;
im Herbst werden die befruchteten Weibchen in die sich
zur Winterruhe begebenden Hummelköniginnen einwan-
dern; im Winter stülpt sich nun aus der Vagina der
Schlauch hervor, ein prolapsus vaginae cum utero gravido,
der gewaltig wächst, während der Wurmkörper 1,3 mm
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 33
gross bleibt; der vorgestülpte Schlauch aber wird 15 bis
18 mm lang und 1 mm dick und übertrifft endlich den
Wurm 15 — 20,000 mal an Masse. Zwischen den Häuten
der Darmwand oder frei zwischen den Malpighi'schen
Gefässen wachsen die parasitischen Sphaerularien und
stülpen den Schlauch aus der Geschlechtsöffnung in die
Leibeshöhle des Wohnthiers hinein; die Wandung des-
selben besteht aus auffallenden Zellen in 60 — 70 Quer-
reihen mit je 8 — 10 Zellen; in die schlauchartig vorge-
stülpte Vagina treten Uterus und Ovarium hinein; ein
Fettkörper füllt die Zwischenräume aus. An der Stelle,
wo der eigentliche Wurmkörper in den Genitalschlauch
übergeht, wird das Lumen beider durch einen Pfropf aus-
gefüllt, der aus 8 — 10 -kernigen Zellen besteht. Das Proto-
plasma der Schlauchzellen ist streifig; die Fibrillenzüge
umfassen den grossen Kern. WennCobbold seine Simondsia
paradoxa mit Sphaerularia zusammenstellt, so ist diese
Form vielmehr in das Genus Tetrameres (Tropidocerca)
zu bringen.
Atractonema gibbosum in den Larven von Cecidomyia
pini gefunden und später in den Puppen und den ent-
wickelten Fliegen, hat Weibchen von 0,6 mm Länge, die
in einiger Entfernung vom Schwanzende einen buckel-
artigen Aufsatz an der Bauchseite tragen, der durch
einen Vorfall der Vagina entstanden ist, ähnlich wie bei
Sphaerularia, und das letzte Ende des Uterus und einen
Theil des Zellkörpers enthält. Der Darm der parasitischen
Weibchen — Männchen werden nicht parasitich ge-
funden — ist ein solider Zellstrang, Mund und After
fehlen; die Genitalöffnung liegt am Vorderende des
Buckels, dessen Wandung von gross^en, gekernten Zellen
gebildet wird; er ist als eine Ausbuchtung der Leibes-
höhle anzusehen, ähnlich wie der Schlauch bei Sphaerularia,
der aber verhältnissmässig sehr viel grösser wird. Der
Genitalschlauch besteht aus Eierstock, Eileiter und Uterus,
dessen äusseres Ende, der Mündung zu, eine Art Bulbus
bildet, welcher letztere stets den Inhalt des Genitalbuckels
bildet. Die jungen Würmer haben die gewöhnliche Nema-
Aich. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. . Q
34 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
todenform; sie sind 0,23 mm lang und 0,0ö mm breit, und
wachsen in der Leibeshöhle des Wirthes bis zu 0,33 mm
Länge. Im Freien werden sie in wenig Tagen zu ge-
schlechtsreifen männlichen und weiblichen Thieren ; nach
der Copula gehen die Männchen zu Grunde und die be-
fruchteten Weibchen dringen in die Cecidomyien ein,
um hier legereif zu werden. Die 0,32 — 0,35 mm langen
Männchen mit 2 sehr kleinen Spicula und einem noch
kleineren Stützplättchen haben seitlich neben der Ge-
schlechtsöffnung ein Paar sehr kleiner Papillen; die
Weibchen erreichen im Freien eine Länge vonO,3H — 0,4mm;
gelingt es ihnen nicht, sich in Cecidomyien einzubohren,
so sterben auch sie; als Parasiten aber bilden sie bald
durch Vorquellen der Vaginalzellen den Buckel, die Scheide
quillt vor, deren Innenfläche nun nach aussen zu liegen
kommt; auch hier, wie bei Sphaerularia der Schlauch,
ist der Buckel eine inversio vaginae, und wird das
Weibchen bis 0,6 mm lang; so gleicht die Entwicklung
von Atractonema der von Sphaerularia in allen wesent-
lichen Punkten. R. Leuckart. Neue Beiträge zur Kenntniss
des Baues und der Leb e7is geschickte der Nematoden, Ab-
handl. d. mathem.-phys. Cl. Königl. Sachs. Gesellsch. d.
Wissensch. 13 Bd., No. VIII, pag. 505—704, 3 Tßn. separat
Leipzig 1887,
Nach Strubell ist Heterodera Schachtii eine ächte
Anguillulila und am nächsten mit dem Genus Tylenchus
vei^wandt, die Männchen sind und bleiben von schlanker
Nematodenform, die Weibchen schwellen unförmig an, wie
bei Tropidocerca, Tetrameres, AUantonema, Atractonema,
Sphaerularia. Es ist nur ein Seitengefäss vorhanden, das
im linken Seitenfeld verläuft; am Kopfende steht ein
Stachel, ähnlich wie beim Genus Tylenchus, der hohl und
dreikantig ist; die beiden Spicula sind gleich lang und
rinnenförmig. Die Spermatozoen können sehr lange
Pseudopodien aussenden. Das Weibchen ist citronen-
förmig, der After liegt nahe der Vulva auf dem Rücken ;
die Geschlechtsröhre, bestehend aus Ovarium, Oviduct
Leistungen in der Natiirgescli. der Helminthen im J. 1887. 35
und einem Uterus-Abschnitt, ist doppelt, im Receptaculum
seminis wird das Ei befruchtet; bald platzen die Uteri
an ihrer Verbindungsstelle mit der Vagina und die Eier
gelangen in die Leibeshöhle, der Darm aber geht zu
Grunde. Die Larven sind lebhafte, schlanke Thiere von
0,3 — 0,4 mm Länge und mit abgerundetem Schwänzende;
sie dringen aus dem mütterlichen Organismus heraus,
um sich in Wurzeln einzubohren, sich hier zu häuten
und sesshaft zu werden; diese zweite Larvenform ist
flaschenförmig; die Weibchen schwellen mehr und mehr
an, der Druck auf die Epidermis der sie beherbergenden
Wurzel wird grösser, bis diese platzt und das Schwanz-
ende frei hervortreten lässt; endlich wird das Mutterthier
zu einer pelluciden, bräunlichen Kapsel. Beim Männchen
zieht sich der Körperinhalt von der LaiTenhaut zurück und
wächst in dieser zu einem schlanken, in 3 — 4 Windungen
aufgerollten Wurm aus, worauf er noch eine zweite Häutung
durchmacht und nun diese Puppenhülle und die Wurzel-
epidermis durchbohrt, um in die Erde zu gelangen und
das Weibchen zur Begattung aufzusuchen; in einem Jahre
können so 6—7 Generationen entstehen. A. Strubell. lieber
den Bau und die Entiuicklung von Heterodera Schachtii Sehn.
Zoolog. Anz. X. Jahrg., Leij^zig 1887. No. 242, pag. 42—46;
No. 243, pag. 62—66.
Chatin findet, dass bei dem Weibchen von Hetero-
dera Schachtii das Tegument sich mehr und mehr ver-
dickt; seine Drüsen secerniren stark und bilden so eine
Art Schale gemischter Natur; schliesslich stellt die Decke
eine braune Cyste dar, welche die befruchteten Eier ent-
hält und für diese einen wirksamen Schutz abgiebt, isolirt
aber in feuchter Erde und bei warmem Wetter in 9 Tagen
aufgelöst wird. J. Chatin. Sur leshysteshruns deVAnguillule
de la betterave (Heterodera Schachtii). Compt. rend. Acad.
sc. Paris 1887, t. CV, No. % pag. 130—132).
Girard veröffentlicht über Heterodera Schachtii eine
landwirthschaftliche Abhandlung, in welcher wir finden,
dass der Parasit im August 1884 zuerst in Frankreich
C*
36 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
beobachtet wurde, und zwar in Joinville-le-Pont, von wo
er sich 1885 — 1886 in die Departements Seine-et-Oise,
Seine-et-Marne, Oise, Aisne und du Nord verbreitete; in
den Rüben kann der Zuckergehalt durch den Parasitismus
von 13 auf 5,49 Procent herabgemindert worden; ein
3 Jahre langes Bestellen mit anderen Feldfrüchten genügt
nicht, den Parasiten aus dem Boden zu vertreiben. A. Gi-
rard, Leu Nematodes de la Betterave; caracteres, decouverte
et dheloppernent des Nematodes. Paris 1887, ^^pges., 2plches.
Nach demselben Verfasser wird der Helminth vielfach
durch die Excremente der Hausthiere verbreitet, welche
mit behafteten Rüben gefüttert waren, da der Nematode
den Darmcanal z. B. der Schafe unverändert passirt.
A. Girard. Sur le developpement des Nematodes de la Betterave
pendant les amdes 1885 et 1886, et sur leurs modes de ipro-
'pagation. Compi. rend. Acad. sc. Paris, t. CIV. No. 8,
pag. 522—524.
Ritzema Bos macht Mittheilungen über den Bau und
die Lebensweise von Tylenchus devastatrix im Roggen.
Die einzelnen Arten des Genus Tylenchus werden kritisch
besprochen. Der freilebende Tylenchus intermedius de
Man = T. devastatrix Bos = T. dipsaci Kühn = T. devas-
tatrix Kühn = T. Askenasyi Bütschli = hyacinthi Pril-
lieux = T. Lavensteinii Kühn = T. allii Beyerink; alle
diese Formen sind identisch, je der Nährpflanze angepasst.
Die Form devastatrix lebt nur in den Stengeln und Blättern,
nicht in Wurzeln, besonders in Roggen, Allium cepa, Hya-
cinthen, Dipsacus fullonum, im Ganzen in 34 Pflanzen-
arten. Im Frühling wandern die Thiere vom Bulbus der
Hyacinthen etc. in die Stengel und Blätter, und wenn diese
welk werden, gehen sie wieder zum Bulbus zurück; ein
Jahr lang vermögen sie im Boden zu leben, wie die den
Roggen bewohnenden Thiere es eine Zeit lang müssen, und
überhaupt wechseln die Lebensgewohnheiten entsprechend
der Wohnpflanze. J. Ritzema Bos. Untersuchungen über
Tylenchus devastatrix Kühn. Biolog. Cenlralhlatt Bd. VIJ,
No. 8, 1887, pag. 232—242; No. 9, pag. 257—271.
Leistungen']!! der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 37
Ludwig beschreibt als neu Rhabditis dryophila.
Ein Verivaitdter des Essigälchens in den Gährungsproduden
der Eichenrinde {Rhabditis dryophila). Monatl. Mittheil.
Hidh. 5. Jahrg. No. 1, pag. 160.
G 0 r d i e n.
Obgleich die Larven der Gordien eine Ringelung der Cuticula
zeigen, sind sie nach Tillot doch nicht, wie Vejdovsky meint, zu
den Anneliden zu rechnen. Die Hypodermis ist nicht die Matrix
der Cuticula, sondern besteht aus Fibrillen von nervöser Natur und
steht mit dem Nervensyste!n in unmittelbarem Zusammenhang. Was
Vejdovsky bei den Muskelfibrillen für einen persistirenden Erabryonal-
kern in der Muskelfaser hält, ist ein Rest nicht differencirten Proto-
plasma's, die Marksubstanz. Was man bei jungen Exemplaren für
den Mund gehalten hat, ist nichts anderes als der invaginirte Rüssel.
Vejdovsky's Excretionsröhre ist der Rest des atrophirten Darmes.
Jedes Ovariu!n theilt sich in 2 Aeste, einen lateralen (Eierstocks-
schlauch Meissner, Eierstockssack Vejdovky) und einem dorsalen
(Oviduct Grenacher, Eierbehälter Yejdovky); der Rückencanal des
letzteren ist ein fünfter Ast. Meissner's Uterus ist die weibliche
Cloake, von Vejdovsky Atrium genannt; die von letzterem als vom
Atrium ausgehend beschriebenen Samenleiter existiren nicht. Das
Secret der Uterusdrüsen hat die Funktion, den Samen zu verdünnen
und ihn so zur Befruchtung tauglicher zu machen und den Rückfluss
aus dem Uterus zu hindern. Vejdovsky's Samensäcke sind die wahren
Hoden; dessen X-förmiger Muskelcomplex an der männlichen Cloake
ist parenchymatöser Natur. Die Epithelialmembran der letzeren kann
bei der Begattung nicht vorgestülpt werden und Vejdovsky's bursa
copulatrix ist nur coagulirtes Sperma. Eine Leibeshöhle, wie sie
beim Embryo vorkommt, giebt es bei erwachsenen Thieren nicht und
Vejdovsky's Epithelschicht und Zellgewebe sind identisch. M. Ä. Villot.
Sur Vanatomie des Gordiens. Ann. sc. natur. 7. ser., S. 2, Nr. 3 — 4,
Paris 1887, pag. 189—212.
Derselbe Verfasser giebt eine Revision von zahlreichen Gordius-
Arten. deren Charaktere genau angegeben werden und wird die
Litteratur vollständig berücksichtigt. Villot ist der erste, welcher
ausser der Bildung des männlichen Schwanzendes auch die oftmals
sehr charakteristische und merkwürdige Zeichnung der Cuticula
zur Artunterscheidung heranzieht und vor seiner früheren, grossen
Arbeit war die Wiedererkennung mancher Art ganz unmöglich. So
beschreibt Verf. Gordius aquaticus Duj. = subspiralis Duj. = seta
Dies. = setiger und impressus Schneider = inermis Kessler = im-
pressus, subareolatus, emarginatus Villot = Villoti Rosa; ferner
Gordius alpestris Villot (Bullet, de la Soc. des sc. natur. du
38 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Sud-Est, t. m, pag. 44—45), mit polygonal gefelderter Cuticula,
G. tolosanus Duj. = subbifurcns v. Sieb.; Grordius affin is Villot
(ibid.), dessen Cuticula runde Felder zeigt, die mit einem Kranze
kleiner Papillen umgeben sind ; Gr. pustulosus Baird, dessen Cuticula
eine hexagonale Felderuug zeigt, zwischen der grosse, dunkle Doppel-
felder stehen, jedes mit einem Porus in der Mitte; G. gemmatus
Villot (ibid.); die Cuticula hat unregelmässig rundliche Felder, die
prominent sind und von einem Kranz kleiner Papillen umgeben
werden; zwischen ihnen stehen grössere Felder mit einem Porus in
der Mitte; G. violaceus Dies. = Preslii Vejdovsky hat eine hexagonale
Felderung und die einzelnen Sechsecke sind durch gleichbreite Leisten
von einander geschieden; G. grationopolensis Dies., und Gordius
Bou Vieri (ibid.) mit 3 Arten von Papillen der Cuticula, nämlich
1. solche von einem Rande umgeben, die Mittelfläche ist in 2, 3 oder
4 Felder getheilt, 2. dunkle mit einem Porus in der Mitte und
3. merkwürdige, erhabene, mit einem Strahlenbüschel auf der Spitze.
G. Bouvieri ist exotisch, die übrigen 8 Arten wurden in der Um-
gebung von Grenoble gesammelt. Ä. Villot. Revision des Gordiens.
Ann. sc. natur. Zoolog, et paleont., VII. ser., Zoolog, t. 1, Paris 1886,
pag. 271—318, pich. 13^15 (erschienen 1887).
Die Gordius-Larven können nach dems. Verf. ihren Zwischen-
wirth zu einer früheren Periode verlassen, in der sie noch mit voll-
ständigem Digestionsapparat ausgerüstet sind, wie sie andererseits
zu lange in demselben bleiben können, besonders wenn derselbe ein
Landthier ist, das nur zufällig ins Wasser geräth. Die Geschlechts-
organe sind bei den parasitischen Larven oft schon sehr früh ent-
wickelt, mitunter bei noch persistirendem Rüssel mit den Embryonal-
Stilets. Die völlig erwachsenen Exemplare zeigen eine ganz chitini-
sirte Cuticula. G. Rosae, G. Pioltii und G. Villoti Rosa sind identisch
mit G. aquaticus. Ä. Villot. Sur le developpement et la determination
specifique des Gordiens vivant h Vetat libre Zoolog. Anz. Leipzig 1887,
No. 261, pag. 505—509.
Camerano unterwirft die in Italien vorkommenden Arten des
Genus Gordius einer Revision und beschreibt Gordius tolosanus
Duj. = aquaticus Berthold = subbifurcus v. Sieb.; neu ist Gordius
alpestris, 134 — 170 mm lang, weisslich von Farbe, die Cuticula mit
fünfeckiger Felderung und kleinen Poren dazwischen ; es werden be-
sprochen G. violaceus Baird, G. Preslii Vejdovsky, G. tricuspidatus
Duf. = Grylli bordigalensis v. Sieb. = grationopolensis Dies.;
G. Villoti Rosa, Gordius Perronciti n. sp., 560 mm lang, mit
rhombischer Cuticularzeichnung ; Gordius Rosae n. sp., 1500 Meter
über dem Meere gefunden; auch hier zeigt die Cuticula Rhomben;
Gordius Pioltii n. sp. lebt 1917 Meter über dem Meere und ist
95— 114 mm lang; die Rhomben sind hier erheblich kleiner als bei
der vorigen Art und auf der Cuticula stehen Papillen. L. (kimerano.
Leistungen in der Nakirgesch. der Helminthen im J. 1887. 39
Bicerche intorno alle specie üaliane cUl genere Gordius. Atti B.
Äccad. sc. Torino 1887, vol. 22, disp. 2, pag. 145—175, tav. I.
Ders. Verf. empfiehlt zur Artunterscheidung bei den Gordien
besonders das Augenmerk auf die Structur der Cuticula, die Bildung
des vorderen und hinteren Körperendes, die Bewaffnung in der Um-
gebung der Genitalöffnungen, die Grössenverhältnisse und die Farbe
zu richten. L. Camerano. Osservazioni sui caratteri diagnostici dei
Gordius e sopra alcune specie di Gordius d' Europa. Bollet. Mus.
Zoolog, anat. comp. Torino, vol. 2, No. 24.
Die Cuticula von Gordius tricuspidatus ist nach dems. Verf.
mit unregelmässigen, rundlichen Körperchen bedeckt, die hell und
lichtbrechend erscheinen und zwischen sich eine gelbbraune Fläche
haben; sie stehen gruppenweise oder in Areolen, die tiefere Schicht
der Cuticula lässt eine helle, kreuzartige Zeichnung durchscheinen.
jL. Camerano. Nota ititorno alla struttura della cuticula del Gordius
tricuspidatus Duf., Bollet. Mus. Zoolog, anat. comp. Torino, vol. 2,
No. 25.
Nach dems. Verf. kommt es ausnahmsweise vor, dass junge,
fadenförmige, unentwickelte Gordieu frei im Wasser gefunden werden ;
gelangen sie aber zu jung aus dem Zwischenwirth ins freie Leben,
so erreichen sie hier keine Geschlechtsreife. Bei den erwachsenen,
geschlechtsreifen Individuen, besonders bei den Männchen, kommt ein
Polymorphismus vor in Bezug auf Farbe, Grösse und Form. Das
Variiren in der Grösse hängt ab von der des Zwischenwirths und
der Länge der Zeit, welche die Larve in ihm verweilt, nicht aber von
der Tiefe und Menge des Wassers. Manche Individuen sind ihren
inneren Organen nach geschlechtlich völlig entwickelt, haben äusser-
lich aber noch nicht die Zeichen der Reife angenommen. Die ein-
zelnen Gordius- Arten haben nicht einen bestimmten Zwischenwirth;
die mit dem bewaffneten Rüssel versehene, kleine Erabryonalform
gelangt in Thiere. in denen sie sich in die Organe einbohrt, um sich
daselbst einzukapseln. Später verlassen sie selbständig diese Kapseln,
um in demselben Wirth zu den bekannten, grossen Larven aus-
zuwachsen, mit Mundöffnung, segmentirtem Körper und rudimentären
Sexualorganen versehen. L. Camerano. Bicerche intorno al parasitismo
ed al polimoi'phismo dei Gordii. Mem. Äcad. sc. Torino, 2 ser., 1887,
vol. 38.
Während Villot als Kennzeichen von jungen und ganz ent-
wickelten Individuen den Zustand der Cuticula berücksichtigt, inso-
fern bei den jungen dieselbe noch auf dem Wege der Chitinisation
ist, während sie bei den reifen völlig chitiuisirt ist, sieht Camerano
als Unterscheidungsmerkmal den Zustand der Reproductionsorgane
an, je nachdem dieselben völlig entwickelt und funktionsfähig sind
oder nicht und vergleicht die Gordien in dieser Beziehung mit den
Insekten, die als Larven parasitisch leben. Zu grosses Gewicht
4:0 Dl'- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
dürfe man bei der Artbestimmung auf die Cuticularbildung nicht
legen; Gordius impressns Schneider, G. Perronciti Cam., G. Rosae
Cam., G. Pioltii Cam., G. Preslii Vejd. hält Verf. entgegen der
Ansicht Villot's für gute Arten. L. Camerano. JSuove osservazioni
intorno ai caratteri diagnostici dei Gordius. Zoolog. Anz. JL. Jahrg.,
Leipzig 1887, No. 265, pag. 602—604. Vergl. ferner :
L. Camerano. Del Gordius tricuspidatus {L. Diifour) in Italia.
Ballet. Mus. Zoolog, anat. comp. Toi'ino 1887, vol. 2, No. 38.
German berichtet über eine Gordius-Larve in einem Triton:
L. German. Gordius infesting an Ämblystoma. Scienze observer. 1887.
Acanthocephalen.
Kaiser beobachtet, dass in den losgelösten Ovarien von Echinor-
hynchus gigas, die als ovale Plasmascheiben erscheinen, glänzende
Kerne auftreten, von denen ein Theil nach der Peripherie des
Ovarium wandert, sich vergrössert und sich zu einer Schicht polye-
drischer Zellen umwandelt. Diese enthalten anfangs ein farbloses
Plasma mit einem elliptischen Kern; der protoplasmatische Inhalt
schwimmt später als körniges, kugliches Gebilde frei in der Zell-
kapsel. Die Kugelform der jungen Eier wird zu einer spindel-
förmigen, die Zellwand birst und das Ei trennt sich vom Ovarium-
Nach der Befruchtung umgiebt das Ei sich mit einer glashellen
Membran und die Furchung beginnt. Wenn etwa 12 Blastomeren
gebildet sind, entsteht unter der ersten Embryonalhaut eine zweite,
zu der später noch eine dritte und vierte kommen. Zwischen je 4
zusammen stossenden Epiblastzellen entsteht ein kleines, dornenartiges
Zäpfchen, die Zellenwände schwinden und das Plasma fliesst zusammen.
Die Eier gelangen in den Darm der Larve von Cetonia aurata, die
Embryonen verlassen hier die Eihüllen und bohren sich in die Darm-
wand, in deren Muskelhäuten sie zur Reife kommen. Der Körper
trägt vorn 5 grosse Haken. Nunmehr schwillt der mittlere Körper-
theil stark auf und vorn lösen sich 6 Kerne ab, die sich mit Plasma-
masse umgeben und an jedem entsteht ein Haken; diese 6 Haken
rücken nach vorn und an ihrer Bildungsstelle entstehen 6 neue, ein
Vorgang, der sich 5 — 7 mal wiederholt. Der chitinige Ueberzug der
Haken wird von Hypodermiszellen ausgeschieden. Die äussere Be-
deckung entsteht als grossblasiges Syncytium, das sich dann in eine
einfache Schicht hoher Cylinderzellen umwandelt; diese sondern
zwischen sich und die Cuticula die Subcuticula ab. Die Lemnisken
sind Hypodermisanhänge. Die Cuticula, die Subcuticula, die Lem-
nisken, das Ganglion cephalicum, von dem die Nerven wie Pilzfäden
an der Innenwand der Längsmuskulatur auswachsen, die Haken ent-
stehen vom Ectoderm, die Leibesmuskulatur und die Kerndrüsen mit
ihren Anhängen vom Entoderm. Ein unter der Cuticula liegendes,
äusseres Syncytium ward später zur Ring-, ein inneres zur Längs-
Leistungen in der Naturgesch flei- Helminthen im J. 1887. 41
musbulatnr; aus dem mittleren Syncytiura bilden sich die Längs-
mnskelzellen, die anfangs eiförmig sind, dann abgeplatteten, schlanken
Cylindern gleichen, an den äusseren Flächen entstehen Fibrillen, die
sich zu Bündeln vereinigen, aus den seitlichen Wänden der Fasern
wächst die fibrilläre Substanz empor, und so werden die Muskel-
fasern aus platymyaren cölomyare ; schliesslich wird die ganze Faser
mit fibrillärer Substanz umwandet. Die Muskelplatten der retractores
colli bilden sich aus 2 Zellen, die musc. protrusor receptaculi dorsalis
und ventralis ebenfalls aus spindelförmigen Zellen, die musc. retrac-
tores proboscidis entsprechen 4 Zellen, ebenso die retractores re-
ceptaculi. Aus dem axialen Plasmastreifen entstehen die Keim-
drüsen; das Yas deferens bildet sich aus einer Zelle. Unter jenen
liegen 5 Zellschichten ; die oberste aus 6 Zellen bestehend, wird zu
den Kittdrüsen, die zweiten zu der muskulösen Umhüllung des dnctus
ejaculatorius, die dritte bildet sich zu den Ganglien des Genital-Nerven-
systems um und gehört zum Ectoderm, die vierte bildet den Penis
und die Bursalhöhle, die fünfte wird zum Bursalmuskel. Die Uterus-
glocke bildet sich über 2 Füllzellen. J. Kaiser, lieber die Ent-
idckelung von Echinorhijnchus gigas. Zool. Anz., Leipzig 1887, No. 257,
pag. 414—419; No. 258, pag. 437—439.
Nach Koehler besteht die transversale Muskelschicht von
Echinorhynchus heruca aus Zellen, die in einer Reihe augeordnet
sind ; die äussere Schicht enthält za,hlreiche Fibrillen, die innere be-
steht aus Protoplasma mit Kernen. Bei den Longitudinalmuskeln
bilden die Fibrillen 3 oder 4 Gruppen in jeder Zelle. Bei Ech,
Proteus schliesst jede Muskelzelle 20 - 30 Gruppen von Fibrillen
ein. Die Muskelzellen bei Ech. gigas sind enorm gross und wenig
zahlreich und jede enthält eine unendlich grosse Zahl von Fibrillen-
Gruppen. M. B. Koehler. Sur la morpJiologie des fihres mus-
culaires cliez les Echinorhynques. Compt. rend. Äcad. sc. Paris 1887,
t. CIV., pag. 1634.
Ders. Verf. beschreibt die lateralen Längsstreifen, welche an
der Innenseite der Körperwand der Echinorhyncheu hervortreten und
findet in Längsschnitten, dass die Ringmuskeln abgerundete Inselchen
bilden mit einer centralen Höhlung, welche coagulirte Flüssigkeit
einschliesst, in denen die contractile Substanz in Blättern angeordnet
ist. In einer gewissen Ebene öifnet sich j^de Faser etwas und die
stark verdünnten Wände dringen nach innen als verlängerter Sack
vor, dessen Höhlung eine Fortsetzung der centralen ist. Die medianen,
intermuskulären Tuben Leuckart's oder die subcutanen, dorsalen und
ventralen Stämme (troncs) Cloquefs liegen nach dem Verf. nicht
ausser- sondern innerhalb der Ringmuskel schiebt. Bei Ech. heruca
sind diese Bänder nicht homolog den Seitenbändern von Ech. gigas,
da sie bei ersterer Art durch Verbreiterungen der Zellen gebildet
werden, in denen sich die Längsfasern entwickeln. Die Muskeln von
42 Dl"- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Ech. heruca, welche nicht den Tegumenten angehören, zeichnen sich
immer durch grosse Dimensionen aus und haben in ihrem Innern ein
zierliches Protoplasma- Netz. Bei Ech. gigas findet man nur etwa
20 Kerne der Muskelzellen. Die sehr zahlreichen Kerne in den Seiten-
streifen sind Muskelkerne, welche sich hier erhalten haben, während
sie in den übrigen Körpergegenden verschwunden sind. B. Koehler.
Bec/ierches sur les fihres musculaires de V Echinorhynchus gigas et de
VE. heruca. Compt. rend. Acad. sc. Paris 1887, t. CIV, No. 17. pag. 1192
—1194.
Ders. Verf. behandelt ferner die Anatomie der Echinorhynchen,
und zwar vorwiegend die Muskulatur, das Gefässsysteni und die männ-
lichen Geschlechtsorgane von Ech. heruca, angustatus, proteus und
gigas. Bei Ech. gigas ist, wie gewöhnlich, die äussere Muskelschicht
eine circuläre, die innere, dünnere, eine longitudinale; die Cuticula
zeigt Longitudinal- und Transversalfibrillen, Die Muskeln sind Röhren,
welche eine Flüssigkeit enthalten und anastomosirende Canäle bilden;
die Lateralcanäle sind viel mächtiger entwickelt als der Dorsal- und
Ventralcanal ; nach den Körperenden zu hören die Lateralcanäle auf
und sie coramuniciren mit den Höhlungen der Muskeln, als deren
Ausbuchtungen sie anzusehen sind; dasselbe gilt von dem Dorsal- und
Ventralcanal, der zwischen den beiden Muskelschichten liegt und nicht,
wie die Lateralcanäle, aus der Längsmuskelschicht nach innen heraus-
gedrängt ist. Die Leumisken enthalten ein maschiges Gefässnetz und
einen Centralcanal und sind vielleicht als Excretionsapparat aufzu-
fassen. Was die männlichen Organe betrifft, so enthält der Muskel-
sack, früher als Samenblase bezeichnet, eine granulöse Masse; die
Kittdrüsen, bei Ech. gigas in der Zahl 8 vorhanden , als Anhangs-
drüsen bezeichnet, münden in das Vas deferens und den Canalis ejacula-
torius. In der Bursa liegen zwischen der Muskel- und Hüllschicht
5—6 grosse Organe, die Drüsenzellen zu sein scheinen. Bei ech. heruca
sind die Muskeln in den Seitenlinien zu zwei starken Längsbändern
entwickelt. Bei den Transversalmuskeln ist die innere Zellschicht
nicht modificirtes, kernhaltiges Protoplasma, die äussere ist zu con-
tra etiler Substanz umgewandelt ; bei den Longitudinalmuskeln ist diese
Umwandlung in mehreren Punkten jeder Zelle vor sich gegangen;
in den Transversalmuskeln dieser Art findet sich in jeder Zelle eine
Fibrillengruppe, in den Longitudinalmuskeln 2—3 Gruppen. Die Larven
enthaltenden Cysten von Ech. proteus und angustatus in Barbus flu-
viatilis verdanken verirrten Embryonen ihre Entstehung ; die Larven
in ihnen sterben frühzeitig ab. B. Koehler. Bocuments pour servir
h Vhistoire des Echinorhynques. Journ. anat. et phys, ann. XXIII,
Paris 1887, pag. 612—659, pl XXVIII— XXIX.
Wenn Megnin in eingekapselten Echinorhynchen-Larven die Lem-
nisken bereits sehr entwickelt fand und sie mit dem Darm der Tre-
matoden identificirt, untersuchte Koehler tausende von Ech.-Larven,
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 43
die im Peritoneum von Barben (Barbus fluviatilis) eingekapselt waren,
von denen nur eine einzige ein Thier enthielt, das Lemnisken zeigte;
die Insassen der meisten dieser Cysten waren abgestorben, da ihr
wahrer Zwischen wirth Gammaj'us oder Asellus ist. B. Koehler. Be-
cherches sur la structure et le developpement des cystes de V Echinorhynchus
angustatus et de V Echinorhynchus proteus. Compt. rend. Acad. sc. Paris
1887, t. CIV, pag. 710 - 712.
Nach Mouticelli ist Echinorhynchus ruber Collet (on the externa!
characters of Rudolphi's Rorqual [Balaenoptera borealis] cap. X para-
sites. P. Z. S. of London, part II, 188«, pag. 256 — 259) identisch mit
Diesing's Ech. turbinella aus Hyperoodon rostratum, und wird die Art
vom Verf. beschrieben. Echinorhynchus annulatus findet Verf. im Peri-
toneum von Lepidopus caudatus, Ruvettus pretiosus, Conger vulgaris,
Thynnus vulgaris, Merlucius esculentus, Aulopus filamentosus und in
der Leber von Conger vulgaris; das Rostellum führt 9 — 15 Haken-
reihen; Ech. angustatus fand Verf. in Motella vulgaris und Ech. proteus
im Darm von Grobius minutus und Solea vulgaris. Ech. propinquus
wird im Umbrina cirrhosa = vulgaris durch Gobius minutus gelangen,
der ersterem Fisch als Nahrung dient. Im hintersten Darmabschnitt
von Solea impar fand Verf. Ech. aurantiacus mit 6 — 7 Hakenreihen
am Rostellum. Im Peritoneum von Tropidonotus viperinus wird
Echinorhynchus Lobianchii n. sp. gefunden, eine Art mit 9— 10
Hakenreihen. Eingekapselt am Darm von Tropidonotus natrix fand
Verf. zahlreiche Ech. -Larven, welche zu Ech. inaequalis aus Falco
buteo gehören dürften, ähnlich wie früher Ech. oligacanthoides aus
Schlangen erwachsen in Milvus bidentatus gefunden wurden; die Ge-
schlechtsorgane sind in den Larven schon deutlich erkennbar. Monticelli
Osservaz. intorno ad alcune specie di Äcantocefali. Bolletino della soc.
di Naturalist in Napoli. ser. 1., vol. 1. fasc. 1, Napoli 1887, pag. 19—29.
Stossich beschreibt aus der Triester Fauna Echinorhynchus pro-
pinquus aus Trigla corvus, Trachinus draco und Scorpaena scrofa,
Ech. angustatus aus dem Darm von Squalius illyricus und Ech. proteus
ans dem Magen von Squalius illyricus (1. c), ferner Ech. lateralis
aus dem Darm von Gobius jozo (1. c).
Leidy beschreibt Echinorhynchus caudatus Zed. aus Elanoides
furcatus und Strix nebulosa und Ech. hystrix Bremser aus dem Darm
von Plotus auhinga (1. c).
v. Marenzeller erwähnt als durch die Nordpolexpedition gefunden
Echinorhynchus polymorphus aus dem Dünndarm von Somateria
moUissima (1. c).
Zschokke beobachtete bei Neapel Echinorhynchus pristis Rud. in
Mustelus laevis, Ech. urniger Duj. (?) in der Leibeshöhle von Zeus
faber und Labrus turdus, sowie im Darm von Gobius auratus und
Myliolatis aquila, und Ech. pumilio Rud. = vasculosus Rud. im Darm
von Gobius cruentatus undRhomboidichthys mancus (1. c). In Sardinien
44 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
fand Parona Echinorhynchus gigas in Sns scrofa fera, Ech. globo-
caudatus in Tinnunculus tinnimculoides und Circus aeruginosus, Ech.
cylindraceus in Dendrocopus major, Ech. fasciatus in Luscinia vera,
Ech. transversus in Merula nigra und Monticola cyanus, Ech. crassi-
coUis in Calidris arenaria, Ech. agilis in Mugil cephalus und Echinor-
hynchus heterorhynchus n. sp., eine Larve, eingekapselt unter
dem Peritoneal-Ueberzuge des Darms von Coluber viridiflavus (1. c).
Derselbe Verfasser fand in Ligurien eine nicht bestimmte Echi-
norhynchen-Art in Dactylopterus volitans (1. c).
Trematoden.
Cosmoyici bespricht die Classification der Trematoden: L.S. Cos-
movicK Coup d'oeil sur la Classification des Trematodes. Bullet, de
la soc. med. et naturalist. de Jassy, 1887, No. 4, pag. 121—131.
Fielde giebt eine Notiz über das Vorkommen von Cercarien
enthaltenden Redien in Schnecken, beobachtet in Swatow in China,
die von den Chinesen gekocht gegessen werden. A. Fielde. Note on
the muUipUcation of Distoma. Froc. Acad. Nat. sc. Philadelphia 1887,
part 1, pag. 116.
Heckert verfolgt experimentell die Entwicklung der unter dem
Namen Leucochloridium paradoxum bekannten Trematoden - Larve
aus Succinea amphibia zu Distomum macrostomum der Sylvien. In
der Leber der Schnecke entstehen Sporocysten, welche ein Netzwerk
von Schläuchen von bedeutender Länge bilden und unter der Athem-
höhle hin in den vorderen Kiefertheil und die Fühler gelangen.
Diese letzteren dickeren und gefärbten Theile enthalten die reifen
Larven. Die Schläuche haben eine Längs-, Ring- und Diagonal-
muskulatur und zeigen eine pulsirende Bewegung. Die Larven häuten
sich in den Schläuchen, ohne jedoch die abgestossene Cuticula abzu-
streifen und zwischen der alten und neuen Cuticula sammelt sich
seröse Flüssigkeit; im Darm von Sylvien wird diese Hülle erweicht
und 8 Tage nach dem Hineingelangen in den definitiven Wirth hat
in der Cloake, dem eigentlichen Wohnsitz der Distomen, die Ei-
production begonnen. Die Eier lassen im Freien den Embryo nicht
ausschlüpfen, sondern im Magen der Schnecken werden in 10—15 Mi-
nuten die Eischalen gelöst, und nach 8 Tagen wurden in der Leber
derselben die ersten Stadien der jungen Sporocysten gefunden. Das
Entwicklungsstadium der Einkapselung der Larven fällt hier also
fort. G. Heckert. Zar Naturgeschichte von Leucochloridium para-
doxum. Zool. Anz., Leipzig 1887, No. 259.
Sphyranura Osleri, 1874 von Ramsay Wright gefunden, an der
Haut von Necturus lateralis Raf. lebend, wird von dem Entdecker
und Macalluin näher untersucht. Das Thier erinnert mit seinen
beiden Saugnäpfen am hinteren Körperende sehr an die jugendlichen
an den Kiemen der Kaulquappe lebende Form von Polystomum
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 45
integerrimum. einigermassen auch au die unter dem Namen Diporpa
bekannte Jugendform von Diplozoon paradoxum; wie bei ersterer
Art finden sich hinten 2 grössere und 14 kleinere Haken. Unter der
Rindenschicht liegen grosse Muskelzellen, die früher entweder als
Matrix-Zellen der Cuticula oder als einzellige Drüsen oder als Binde-
gewebszellen gedeutet wurden. Die tiefere Schicht der Cuticula
zeigt die oberflächliche durchsetzende conische, mit Borsten besetzte
Erhebungen, auf deren Gipfel eine stärkere Borste steht. An der
Grenze zwischen dem 1. und 2. Körperviertel finden sich jederseits
2 contractile Blasen als Theile des Gefässystems, die sich alle V2 oder
1 V2 Minuten zusammenziehen. Die feinsten Capillaren haben
trichterförmige Erweiterungen mit Cilien, die aber nicht nach aussen
geschlossen sind, sondern an beiden Seiten in Capillaren münden.
Eigentliümlich sind über den ganzen Körper vertheilte Nieren-Zellen
mit balkenförmigem, vom Centrum ausstrahlendem Cytoplasma und
einem Fortsatz an einem Pol mit einem Achsen -Kanal, der in eine
Capillare führt; diese Gebilde wui'den früher meistens für Ganglien-
zellen gehalten. Die wahren Ganglienzellen liegen links und rechts
vom Pharynx, durch eine Quercommissur verbunden; von hier strahlen
nach hinten 4 Längsnerven aus, 2 laterale und 2 latero-ventrale; die
derselben Seite sind durch Commissureu mit einander verbunden^
nicht aber die links- mit den rechtsseitigen, die nur am hinteren
Körperende in einander übergehen. Die beiden Darmäste verbinden
sich hinten miteinander, enden also nicht gesondert und blind. Der
vorstülpbare Cirrus ist mit einem Dornenkranz versehen; 12 — 14 Hoden
liegen eng an einander gedrückt in der Längsachse des Körpers;
die Zellen zeigten schöne Kerntheilungsfiguren. Links und rechts
vom Ovarium finden sich 2 Receptacula seminis und die Befruchtung
wird durch einen Verschluss des Genital-Sinus bewerkstelligt werden.
Eine overflow - tube, dem Laurer'schen Kanal entsprechend, mündet
vom Eibildungsraum ausgehend in den einen Darmschenkel, um zu
viel gebildete Geschlechtsprodukte dorthin abzuleiten. Die Epithel-
zellen des Darms haben einen grossen Kern, das Zellprotoplasma ist
netzförmig und die Zelle ist mit Cilien an der freien Fläche ver-
sehen. Die Entstehung der Samenfäden aus den verlängerten Kernen
der Hodenzellen wird ausführlich geschildert. E. Bamsay Wright
und Ä. Macallum. Sphyranura Osleri, a contribution to american
helminthology. Journ. of Blorphology , vol. I, No. 1, Boston 1887,
pag. 1—48, pl I.
Chatin untersucht Gynaecophorus haematobius und findet, dass
das Excretionsgefässsystem in eine am hinteren Körperende gelegene
Blase mündet, von der 2 seitliche und 1 medianes Gefäss ausgehen,
das sich bald in 2 divergirende Aeste theilt. Die Hoden werden ge-
bildet von 5 grossen, eiförmigen Körpern, die gesondert von einander
liegen und an ihrer Peripherie feine Röhrchen zeigen, welche sich
46 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
in die Samengefässe fortsetzen. Eine Samenblase und ein Cirrus-
beutel fehlen, an dessen Stelle sich nur ein Saccus prostaticus findet.
Das Ovarium liegt in einem Theil des Uterus versteckt; der Oviduct
ist kurz und die Dotterstöcke (Eiweissdrüsen) sind zahlreich am
Rande gruppirt. Die Schalendrüse zeigt eine starke Bindegewebs-
membran und ist regelmässig kegelförmig; in der Regel findet sich
in ihr nur ein Ei. Die Geschlechtsöffnung liegt dicht am Bauch-
saugnapf und ein Laurer'schor Kanal scheint vorhanden, ist hier also
sicher kein Copulationsorgan. J. Chatin. De Vappareil excreteur et
des organes genitnux chez la Bilharzie. Compt. rend. Acad. sc. Paris,
4. April 1887, No. U, pag. 1003—1006.
Ders. Verf. bespricht ferner die Anatomie dieses Parasiten und
bemerkt, dass die Cuticula feine Stacheln trägt, die beim Weibchen
zahlreicher und stärker sind als beim Männchen; als Magen be-
zeichnet Verf. die sonst Darraschenkel genannten Organe ; im hinteren
Körperende gehen sie in einander über und hier entspringt nach
hinten ein kurzes Cöcum. Das Lumen des Verdauungstracts ist
von einem Epithel begrenzt. Die sonst Darmschenkel genannten
Organe der Trematoden nennt Verf. Cöcum und vergleicht sie mit
dem erwähnten Blinddarm von Gynaecophorus , und giebt von ihnen
an, dass sie hie und da eine auffallende Neigung zur Annäherung an
einander in der Axe des Körpers zeigen. J. Chatin. Sur Vanatomie
de la Bilharzie. Compt. rend. Acad. sc. Paris, 28. Febr. 1887, t. CIV.,
pag. 595—597.
Hartley giebt Notizen über das Vorkommen von Gynaecophorus
haematobius beim Menschen in Südafrika. E. B. Hartley, Bilharzia
haematobia. Tlie Lancet, London, 30. Juli 1887, vol. II, No. V,
No. 3335, pag. 2U.
Während nach Eyles Bilharzia haematobia im Norden und
Süden von Afrika häufig ist, war der Parasit in Centralafrika bis-
her noch nicht gefunden, Verf. entdeckte aber die Eier im Urin bei
4 Menschen an der Gold-Küste. C. Eyles. Bilharzia haemotohium in
West- Afrika. The Lancet. London 1887, vol. II, No. XIV, No. 3344,
pag. 659 — 660. Vergl. ferner: W. K. Hatch. Bilharzia haematobia.
The Lancet, London 4887, vol. I, No. XVII, pag. 875. Bomford.
Note on eggs of Distoma (Bilharzia) haematobium found in transport
of Cattle. Scientific Memoirs by Medical officiers of the Army of
India, part II, Calcutta 1887, w. pte. A. Napier. Bilharzia haema-
tobia. Glasgow Med. Journ. I)ec. 1887, pag. 460 — 463.
Brock fand bei Java im Magen eines Percoi'den, Diacope me-
tallicus, einen Trematoden, Eurycoelum Sluiteri n. gen., n. spec;
20 mm lang und 2,5 mm breit; das Tbier hat einen Mund- und etwa
in der Mitte des Körpers einen sehr viel grösseren Bauchsaugnapf.
die Geschlechtsdrüsen stehen nur zeitweilig mit den Ausführungs-
gängen in Verbindung, so dass sie während eines grossen Theils der
Leistungen in der Natnrgescb. der Helminthen im J. 1887. 47
Lebenszeit blind geschlossen sind. Wie der Same in die weiblichen
Geschlechtsorgane gelangt, ist räthselhaft. Die beiden Hauptstämrae
des Excretionsgefässsystems sind weite, unregelmässig begrenzte,
vorn stark verzweigte Hohlräume; auf diese Eigenschaft gründet
Verf. vorwiegend das neue Genus, übrigens würde die Form zu den
Distomen zu rechnen sein. J. Brock. Eurycoelum Sluiteri n. g.,
n. sp. Nachrichten von der Königl. Gesellsch. d. Wissensch. Göttingen
1886, No. 18, pag. 543—547.
Haswell beschreibt unter dem Namen Temnocephala fasciata
einen ectoparasitischen Bewohner von Astacopsis serratus. Wenn
Verf. meint, dass dieses bisher zu den Hirudineen gerechnete Genus
als aberrante Form zu den monogenetischen Trematoden zu rechnen
und am nächsten mit Tristomum verwandt sei, so kann Ref. diese
Ansicht nicht theilen; wenn auch die Geschlechtsorgane an die der
Trematoden erinnern, so ist doch die Körperringelung und der
Habitus gänzlich hirudineenartig. W. Haswell. On Temnocephala,
an aberrant monogenetic Trematoda. Quart. Journ. micr. Soc.
London 1887, pag. 279-320, plte. XX— XXII.
Poirier studirt Distomum Rathouisi, das 25 mm lang und
16 mm breit ist und von einem 35jährigen, leberleidenden Chinesen
ausgebrochen wurde; es scheint die Gallengänge bewohnt zu haben;
von Distomum hepaticum ist es durch einen sehr grossen, 3 mm
messenden Bauchsaugnapf unterschieden; die Hoden sind bei dieser
Art ästig verzweigt, die Cuticula hat keine Dornen, die Oelfnung
des Mundsaugenapfes brträgt 0,5, die des Bauchsaugnapfes 2 mm.
Die Darmschenkel haben keine Verzweigungen und zeigen an der
Innenseite eine Schicht langer, sehr schmaler Zellen; während der
Verdauungstract von dem des D. hepaticum also sehr abweicht,
gleichen sich die Geschlechtsorgane beider Arten sehr. Der Laurer'sche
Kanal enthielt in seiner ganzen Ausdehnung zahlreiche Ovula unter-
mischt mit Spermatozoiden und Dotterkügelchen ; er fungirt also
nicht als Vagina, sondern als Röhre, die in zu grossen Mengen vor-
handenen Geschlechtsproducte nach aussen abzuleiten hat. Der
Uterus, so weit er ausserhalb der Schalendrüse liegt, zeigt eine sehr
dicke Innenwand, aus langen, gekernten Zellen gebildet, deren inneres
Drittel frei in das Lumen hineinragt. Die Histologie der Art wird
in ausführlicher Weise mitgetheilt und bietet dieselbe von der von
D. hepaticum wesentliche Abweichungen. J. Poirier. Note sur une
nouvelle espece de Didome parasite de Vhomme, le Distomum Rathouisi.
Arch. zoolog. experiment., 2. ser., t. s., No. 2, Paris 1887, pag. 203— 211,
pl. XIII
Liuton fand Distomum ovatum in dem Weissen eines Hühner-
eis und bemerkt, dass der Parasit aus der Bursa Fabricii in die
Cloake des Huhns und von da in den Oviduct bis jenseits der Schalen-
drüsen dringt. E, Linton. Notes on a Trematode from the white of
48 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
a newley-laid Hen's Egg (Distomum ovatum Biid.) Proc. Un. St.
Nation. Museum, vol. 10, pag. 367—369; vergl. auch A. Carucci. Stir
deux cas dHnclusion de Parasites Nematodes dans des oeufs de ponte.
Jouurn. Microgr. t. XI, 1887, pag. 407—412.
Zoologisch nichts neues bringen: C. Morot. Etudes statistiques
sur la distomatose pulmonaire des bovides. Rec. de med. veterin. 1887,
No. 4, pag. 64 — 69 und Railliet. Distomatose du lapin domestique.
Becueil de med. veterin. 1887, No. 16, pag. 324 — 325.
Nach Ijima dürften Distomum hepatis endemicum s. pemici-
osum und D. hepatitis innocuum Baelz specifisch nicht verschieden
und wahrscheinlich identisch sein mit Distomum spathulatum Leuckart
und D. sinense Cobbold. Ein Receptaculum seminis, von Kiyono und
Baelz nicht gefunden, ist bei den japauesischen Leber-Distomen vor-
handen. In der Katze lebt in Japan eine ähnliche Form mit feinen
Stacheln in der Cuticula, doch findet sich auch das wahre D. endemi-
cum mitunter in der Leber von Katzen; in einem Falle lebten in
der Galleublase einer Katze und im Ductus hepaticus 6ü0 Exem-
plare. An einzelnen Küstenstrichen sind 10 — 20 Procent der
Menschen mit dem Parasiten behaftet. Die dui'chschnittliche Länge
beträgt 1174mm, die Breite 2 — 2^1^ mm. Das zum weiblichen
Geschlechtsapparat gehörige Receptaculum seminis ist sehr gross,
sein Ausführungsgang schickt vor dem Eintritt in den Eierstock
einen auf der Rückenfläche mündenden Laurer'schen Kanal ab. Die
beiden Hoden sind miregelmässig verästelt und liegen zu hiuterst im
Körper. An der Grenze zwischen dem 2. und 3. Siebentel, wo der
Bauchsaugnapf liegt, ist der Körper leicht ringförmig eingeschnürt;
im 3. bis 5. Siebentel liegen die Dotterstöcke. Der Embryo ist be-
wimpert. Die mit Eiern massenhaft durchsetzten Excremente werden
in das Wasser gegossen; der Zwischenwirth wurde bisher vergeblich
gesucht. J. Ijima. Notes on Bistoma endemicum Baelz. Journ. Coli
Sc. Imp. Univefi's. Japan, Tokyo 1886 {erschienen 1887), vol. I, p. I,
pay, 47—59, tab. VII.
Bell fand im Ureter von Halosaurus macrochir 3 Distomen,
die unter dem Namen Distomum Halosaurin. sp. beschrieben
werden; die Art ist 5,5 mm lang und 3 mm breit; der Bauchsaugnapf
hat den doppelten Durchmesser des Mundsaugnapfes; die Eier sind
0,1065 mm lang und 0,07 mm breit; das AVohnthier war in einer Tiefe
von 1080 Faden gefangen. F. J. Bell. Bescription of a new species
of Distomum. Ann. of nat. hist., 5. ser., ml. 49, London Febr. 1887,
No. 110, pag. 116-117.
Parona beschreibt Monostomum orbiculare Rud. aus Box salpa,
einem Wirth, der noch andere Monostomen, so M. capitellatum und
spinosissimum beherbergt ; der 3—4 mm grosse Körper ist unbewaffnet
und eiförmig; das Excretionsgefässsystem ist sehr reich und zierlich
entwickelt; ein Ringgefäss umgiebt den Sauguapf, von dem nach
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 49
hinten 2 parallele, durch Quercommissuren verbundene Stämme aus-
gehen, die sich in ein reiches Netzwerk verzweigen, das im ganzen
Körper verbreitet ist. Am Rande des Körpers wird es sehr fein
und endigt hier in kleine Blindsäcke; eine Oeffnung des Gefäss-
systems wurde mit Sicherheit nicht gefunden; vielleicht liegt sie in
einer der erwähnten Quercommissuren dicht vor der Geschlechts-
öffnung; so unterscheidet sich diese Gefässanordnung wesentlich von
der sonst bei den Trematoden bekannten. C. Parona. Intorno al
Monostomum orbiculare Bud. del Box salpa. Annal. Boy. Accad.
Torino XXIX, 1887, img. 1—15.
Monticelli erwähnt die an den Kiemen von Clupea pil-
chardus lebende Octocotyle pilchardi van Bened. u. Hesse (Rech,
sur les Belellodes et Tremat. marins pag. 99) und eine microscopisch
kleine Trematodenlarve im Magen desselben Thieres von Fouchet
und Guerne gefunden (Compt. rend. Acad. sc. Paris, t. CIV, 1887,
pag. 712 — 715) und entdeckt im Magen das Distomum ocreatum Rud.,
das wohl durch Copepoden, und zwar durch Cyclops, Pseudocalanus
elongatus = Lucullus cuspes und Centropages hamatus, in denen die
Larve lebt, eingeführt wird; nach den Untersuchungen des Verf. ist
Distomum ocreatum Molin von Distomum venticosum Rud. specifisch
verschieden (1. c).
Stossich beschreibt oder erwähnt aus der Triester Fauna im
Anschluss an die früheren Mittheilungen Distomum appendiculatum
aus dem Magen von Platessa passer, Distomum fractum aus dem
Darm von Box salpa, Distomum pedicellatum n. sp. aus der
Cloake von Chrysophrys aurata, Distomum macrocotyle aus dem
Magen von Lophius piscatorius, Distomum atomon aus dem Darm
von Platessa passer, Distomum Labri aus dem Darm von Trachinus
draco und Distomum bicoronatum aus deniDarm vonCorvina nigra (1. c).
Ders. Verf. führt ferner an Monostomum galeatum aus dem
Darm von Lichia amia, D. ventricosum aus dem Magen von Alausa
finta, D. appendiculatum aus dem Magen von Rhombus laevis, D.
Umbrinae, D. Characis, D. Labri, D. bacillare aus dem Darm von
Scomber scombrus, D. pallens aus dem Darm von Chrysophrys aurata,
Distomum acanthocephalum n. sp. aus dem Rectum von Belone
acus, Distomum Benedenii n. sp. aus dem Darm von Labrax
lupus ; Rhipidocotyle minima Dies, hat sich als zu Gasterostomum ge-
hörig erwiesen (1. c).
Zschokke findet als Parasiten der Meerfische bei Neapel Dis
tomum veliporum Crepl. in Heptanchus griseus, im Magen von
Scymnus lichia und im Magen von Torpedo marmorata; Distomum
megastomum Rud. im Magen und in der Valvul. spir. von Mustelus
laevis, Distomum cristatum Rud. im Darm von Hippocampus brevi-
rostris und im Darm von Rhomboidichthys mancus, D. ventricosum
Rud. im Darm von Motella vulgaris, Distomum rufoviride Rud. im
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. IL Bd. 3. H. D
50 Dr. von Lin stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Magen von Dactylopterus volitans, Distomum pulchellum Rud, im
Darm von Blennius ocellaris und Callicotyle Kroyeri aus Rectum
und Harnblase von Raja asterias (1. c).
Farona beobachtet in Sardinien Monostomum faba in Emberiza
cirlus, Holostomum variabile in ßuteo vulgaris, Holostomum longicoUe
in Larus cachinnans, Distomum hians in Nycticorax griseus, Distomum
bilobum in Plegadis falcinellus, Distomum cygnoides in Rana esculenta,
D. nigroflavum in Orthagoriscus mola, D. clavatum in Thynnus
vulgaris, D. inflatum in Anguilla vulgaris und Grasterostomum fim-
briatum ebendaselbst (1. c).
Ders. Autor findet in Ligurien als neue Wirthe Cydippe spec. ?
für Cercaria pachycerca, Comatula mediterranea für Myxostomum
glabrum, Echinorhinus spinosus und Chimaera monstrosa für Distomum
veliporum, Muraena helena für Gasterostomum crucibulum, Sphyraena
vulgaris für Monostomum gemellatum, Brama Rayi für Distomum
filicolle, Scomber scombrus für Pleurocotyle Scombri und Passer Italiae
für Monostomum faba (1. c).
Leidy beschreibt Monostomum obscurum n. sp. aus dem
Magen von Megalops thrissioides, Distomum Aquilae n. sp. aus
der Luftröhre von Haliaetus leucocephalus, Distomum hispidum
Abildgaard aus dem Magen von Accipenser sturio, und Nitzschia
elegans v. Baer von den Kiemen von Accipenser sturio (1. c).
ßef. prüft experimentell die Entwicklung von Distomum endo-
lobum aus Rana temporaria und findet, dass nicht, wie bisher ange-
nommen wurde, Cercaria armata, sondern Cercaria Limnaeae ovatae,
die sich nach der Auswanderung aus der Schnecke in der Wasser-
larve von Limnophilus rhombicus einkapselt, im Darm der Frösche
zu Distomum endolobum wird. Cercaria armata ist ein in so viel-
fachem Sinne gebrauchter Name, dass fast alle Forscher, die ihn
angewandt haben, etwas verschiedenes unter ihm verstehen. Cercaria
armata v. Siebold aus Limnaea stagnalis und Planorbis corneus
wandert aus diesen Schnecken aus, um sich in die Wasserlarve von
Chironomys plumosus einzubohren und sich hier einzukapseln; mit
dem vollkommenen Insekt in die Luft getragen, wird sie von Fleder-
mäusen mit ihrem Wirth gefressen und entwickelt sich in diesen zu
Distomum ascidia. Cercaria pugio aus Limnaea ovata und Cer-
caria vitrina aus Zebrina detrita sind neue Formen. Distomum
homolostomum ist eine Larve aus Limnaea stagnalis und Di-
stomum neglectum eine neue Art mit langen Darmschenkeln und
ganz hinten neben einander liegenden Hoden aus Rana temporaria;
Distomum oligoon und Distomum polyoon, zwei sehr kleine
Arten, leben beide im Darm von Gallinula chloropus; erstere ent-
wickelt sehr grosse und sehr wenig Eier, meistens nur 3 zur Zeit
(1. c).
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 51
Cestoden.
Zschokke macht vorläufige Mittheilungen über die anatomischen
Verhältnisse von ihm untersuchter Cestoden, wobei er als neue Art,
einstweilen ohne sie zu beschreiben, Taenia relicta aus Mus decu-
manus anführt, ferner Calliobothrium filicolle, Orygmato-
thrium longicoUe und Echeueibothrium gracile. Der
vordere Körpertheil von Idiogenes Otidis wird als Pseudoscolex be-
zeichnet. Bei Anthobothrium uncinatum trägt die Cuticula eine
Borstenbekleidung; unter ihr stehen senkrecht zur Cuticula spindel-
förmige, subcuticulare Zellen; die Muskulatur besteht aus longitudi-
nalen, dorsoventralen, und transversalen Fasern; von den Gefässen,
welche im Scolex alle dasselbe Lumen haben, werden in der G-lieder.
kette 2 ventrale stärker; bei Tetrabothrium geben sie Schlingen in
die Sauggruben ab; ausserhalb der Längsgefässe verlaufen 2 Nerven-
stämme, die im Scolex eine Quercommissur bilden; bei den Callio-
bothrien liefert letztere 16 Nerven, 4 von ihnen gehen seitwärts und
abwärts für die Saugnäpfe , 8 nach vorn für die Hakenmuskeln und
4 nach vorn für die Hülfssaugnäpfe ; bei den Tänien gehen nach
vorn 4 Längsnerven, die zu einem Nervenring zusammentreten; bei
Taenia litterata und Lagopodis zweigen sich von diesem Ringe
8 Seitennerven ab ; die Geschlechtsorgane und ihre Ausmündungs-
gänge besitzen deutliche, feste Wandungen. Bei allen Tetrabothrien,
mit Ausnahme von Monorygma, lösen sich die Proplottiden vor Voll-
endung der Geschlechtsfunctionen von der Kette ab. Die beiden
Geschlechtsöffnungen liegen stets dicht bei einander, bei den kurz-
gliederigen Tänien münden sie immer an derselben Seite der Glieder-
kette; die Länge des erigirten Penis, der ein selbständiges Organ
ist, ist oft sehr beträchtlich. Unter den Tänien unterscheidet Verf.
die kurzgliederigen, die Dipylidien mit doppelter Geschlechtsöffnung,
die Vogeltänien und die mit flächenständigen Geschlechtsöffnungen;
übrigens werden die Gruppen der Calliobothrien und der Tetrabothrien
unterschieden. Orymatobothrium Dohrni Orley ist ein Pbyllobothrium
und Anthobothrium Musteli van Beneden ein Orygmatobothrium,
F. Zschokke. Studien über den anatomischen und histologischen Bau
der Cestoden. Centralhl. für Bacteriol. u. Parasit. I. Jahrg., Jena 1877,
No.6, pag.161 — 165; No.7, pag. 193—199. Ueber G. Joseph's
Arbeit über das centrale Nervensystem der Bandwürmer, Biolog.
Centralbl., 6. Bd. s. den vorigen Jahresbericht. Ueber das Vor-
kommen von Taenia solium berichtet A. W. Foot. The common tape-
worm. Dublin. Journ. of med. science, May 1887, pag. 409—419.
Grobben berichtet über ein 128 mm langes Stück einer Tänie,
das seiner Dicke und Pigmentirung wegen vermuthlich zu Taenia
saginata gehört und gar keine Gliederung erkennen Hess; an den
Seitenrändern standen unregelraässig vertheilt 41 Genitalpapillen,
D*
52 Dl'- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
die inneren Geschlechtsorgane waren völlig rudimentär. C. Grobben.
lieber eine Missbildung von Taenia saginata Goeze. Verhandl. d. 1c. k.
zoolog. bot. Gesellsch. Wien 1887, Heft 3, Bd. XXXVII, pag. 679—682,
Krüger theilt mit, dass ein 16 Monate altes Kind 4 Exemplare
von Taenia cucumerina oder elliptica beherbergte, das sich wahrscheinlich
bei einem unreinlichen, kleinen, excematösen Hunde inficirt hatte.
F. Krüger. Taenia cucumerina s. elliptica beim Menschen. St. Peters-
burg, med. Wochenschr. 1887, No.41, pag. 341 — 343. Ueber diesen
Parasiten s. ferner A. Hoffmann. Taenia cucumerina (s. elliptica) bei
einem 4 Monate alten Kinde; Jahrb. für Kinderheilk . Bd. XXVI,
1887, No. 3—4, pag. 386—390 und S. Brandt. Zivei Fälle von Taenia
cucumerina beim Menschen. Wratsch. 1887, No. 43, pag. 828—831
(russisch).
Grrassi fand in den Fäces zweier Sicilianer Tänien-Eier, die in
Form und Grösse mit denen bekannter Arten nicht übereinstimmten
und wurden von beiden Kranken mehrere tausend Exemplare von
Taenia nana entleert; die Länge betrug 8—15 mm, die Hakenzahl 27;
bei der Section einer Leiche wurde Taenia nana tief in die Darm-
schleimhaut eingebohrt gefunden und glaubt Verf. den Larvenzustand
in dem Cysticercoiden aus Tenebrio molitor erkannt zu haben.
B. Grassi. Die Taenia nana und ihre medicinische Bedeutung. Cen-
tralbl. für Bacteriol. u. Parask. 1. Jahrg. Jena 1887, No. 4, pag. 97
—100.
Ders. Verf. beschreibt mit Calandruccio den Modus des Hervor-
drängens und Zurücktretens des Rostellum vom Scoiex der Taenia
nana; die Zahl der Haken beträgt 24—28; die Saugnäpfe können
sich sogar ganz vom Scoiex loslösen, so dass man einen Scoiex ohne
solche finden kann; die Eihülle besteht aus 2 sehr dünnen Häutchen;
das innere ist an beiden Polen mit 2 langen, gewundenen Fäden
versehen; die Eier sind 0,043—0,053 mm lang 0,035 — 0,04 mm breit; von
Taenia murina aus Mus decumanus ist die Art nicht zu unterscheiden ;
es wurden noch 14 neue Fälle des Vorkommens beim Menschen be-
obachtet und bis zu 5000 Exemplare in einem von ihnen gefunden.
B. Grassi und S. Calandruccio. Einige weitere Nachrichten über die
Taenia nana. Centralbl. für Bacteriol. u. Parask. 1. Jahrg. 1887, 2. Bd.,
No. 10, pag. 282-285.
(xrassi suchte den Zwischenwirth von Taenia nana, die er für
identisch mit T. murina hält, und fand dabei in Blatta aegyptiaca
einen Cysticerioiden mit Haken und einen anderen in Trogosita, die
aber nicht zu T. nana gehören. Die Tänie bedarf zu ihrer Ent-
wicklung keines Zwischenwirths; 24 — 50 Stunden nach derVerfütterung
der Proglottiden fanden sich im Darm der Ratte die Oncosphären
flaschenförmig vergrössert; am Hals des flaschenförmigen Körpers
sitzen die Embryonalhäkchen; im bauchigen Theil bildet sich der
Tänienscolex ; das Hinterende der Oncosphäre entspricht dem Vorder-
Leistungen in der Naturgescb. der Helminthen im J. 1887. 53
ende des Scolex. Ans Experimenten an säugenden Hunden schliesst
Verf., dass auch Taenia elliptica sich direct ohne Zwischenwirth ent-
wickelt. Der Zwischenwirth dieser letzteren Tänie ist bekanntlich
gefunden, und nimmt Verf. an, dass der Entwicklungscyclus nicht
immer an feste Regeln gebunden ist. B. Grassi. Entwicklungscyclus
der Taenia nana. Centralbl. für Bacteriol. u. Parask. I. Jahrg. Bd. ä,
Jena 1887, No. 11, pag.305 — 312; vergl. auch B. Grassi. Come la
Tenia nana arrivi nel nostro organismo. 3. Maggio 1887.
Nach Grassi ist Taenia nana, von Parona gefunden, gleich
Taenia leptocephala Crepl. aus Mus decumauus und Mus rattus; die
Eier, der Scolex, die Geschlechtsorgane, der ganze Bau beider
Formen stimmen völlig überein. B. Grassi. Bestimmung der vier
von Dr. E. Parona in einem Ideinen Mädchen aus Varese (Lombardei)
gefundenen Tänien (Taenia flavopunctata?) . Centralbl. für Bacteriol.
u. Parask, 1. Bd., Jena 1887, No. 9, pag. 257—259.
Lutz glaubt, dass, wenn auch Trichodectes als Zwischenwirth
von Taenia elliptica nachgewiesen ist, es auch eine directe Ent-
wicklung ohne Zwischenwirth giebt, wie Grassi eine solche für Taenia
nana annimmt; ein cysticercoider Zwischenzustand soll hier nicht
fehlen, aber in demselben Thiere durchgemacht werden, der später
auch die entwickelte Tänie beherbergt (1. c).
Comini beobachtete eine grosse Menge von Eiern der Taenia
nana an Kranken, welche an epileptischen Anfällen litten, die durch
Abtreibung der Parasiten beseitigt wurden. E. Comini. Epilessia
riflessa da Taenia nana (T. aegyptiaca). Gazzetta degli Ospitali,
anno 1887, No. 8.
Ref. meint, dass Taenia nana von T. murina specifisch ver-
schieden ist, dass also Grassi die Oncosphären von T. nana in Mus
decumans, in welchem Thiere sie übrigens nicht lebt, erzogen hat,
und dass der Zwischenwirth von T. murina noch unbekannt ist, denn
der in Tenebrio molitor gefundene Cysticercus gehört zu Taenia
microstoma Duj.
Ueber Erziehung von Taenia echinococcus im Hundedarm be-
richtet Railliet. Echinocoques dans le cheval; develloppement du
Taenia echinococcus dans Vintestin du chien. Becueil de med. veterin.
1887, No. 2. pag. 39— AI.
Leuckart spricht seine Verwunderung^ darüber aus, dass, nach-
dem Braun zeigte, dass im Hecht Bothriocephalen - Finnen leben,
und diese sich im Dann des Menschen zu Bothriocephalus latus ent-
wickeln, Küchenmeister diese interessante Entdeckung nicht aner-
kennen will und behauptet, diese im Menschen erzogenen Bothrio-
cephalen seien Kunstproducte und gehörten nicht zu Bothr. latus ;
der Hecht sei nicht der Zwischenwirth, sondern der Lachs. Wenn
Küchenmeister behaupte, der Hecht werde nirgends roh genossen, so
bemerkt Verf. dagegen, das sei auch durchaus nicht nöthig, und die
54 Dr. von Linstow: Beriebt über die wissenschaftlichen
Infection mit Trichinen und Tänien erfolge anch häufig durch Genuss
von Fleisch, das nicht etwa roh, sondern nur nicht völlig gar gekocht
oder gebraten war. Weder Küchenmeister noch ein anderer Forscher
habe überhaupt in Lachsen Finnen gefunden, und so sei die Be-
hauptung, dass der Lachs der Zwischenwirth sei, völlig grundlos
und um so unwahrscheinlicher, als die ärmere Bevölkerung vieler
Gegenden, die häufig an BothriocepJjalen leide, das Fleisch des
Lachs nie geniesse. Die Behauptung Küchenmeisters, die Bothrio-
cephalen der Dorpater Gegend gehörten überhaupt nicht zu Bothr.
latus, sei ganz willkürlich und grundlos, und von Wichtigkeit ist
die Bemerkung, dass Grassi in Sicilieu im eigenen Darm aus Hecht-
finnen Bothriocephalen erzog, die Verf. ausdrücklich als zu Bothr. latus
gehörig bezeichnet. Nach Parona finde sich dieselbe Finne, die Braun
in Esox lucius und Gadus Iota fand, anch in Perca fluviatilis der
norditalienischen Seen, und nach Ijima in Onchorhynchus Perryi in
Japan. Die vier genannten Fische sind alle Bewohner des süssen
Wassers und sind alle Raubfische. B. Leuckart. Zur Bothriocephalen-
Frage. Centralbl. für Bacteriolog. und Parask. 1. Jahrg., Jena 1887,
No. 1, pag. 1—6; No. 2, pag. 33—40.
Zschokke untersucht anlässlich der Angriffe Küchenmeister's
auf die Braun'sche Entdeckung die Fische der Umgegend von Genf
auf Bothriocephalen-Finnen und findet keine solchen in Esox lucius
und Coregonus fera, wohl aber in Lota vulgaris, Salmo umbla
und Perca fluviatilis. Die Hälfte aller Exemplare von Lota vulgaris
enthielt 5 — 30 Exemplare in den Wandungen des Schlundes, des
Magens, der Magenblindsäcke, in den Nieren, den Geschlechtsorganen,
der Leber, frei im Peritoneum und in den Muskeln. Die Finnen
waren bis 8 mm lang und 0,8 mm breit; früher waren solche auch
in Esox lucius, Trutta vulgaris und Thymallus vulgaris gefunden
und gehörten sie zu Bothr. latus, während andere, ähnliche Formen
auf Bothr. infundibuliformis bezogen werden. 7 Studenten ver-
schluckten eine bestimmte Anzahl solcher Finnen und bei 4 von
ihnen hatte das Experiment den Erfolg, dass sich in 3^2 Wochen
Bothriocephalus latus in ihnen entwickelte. Die Länge der Thiere
schwankte zwischen 435 und 1960 mm, die Proglottidenzahl zwischen
400 und 900; die Finnen stammten von Lota vulgaris und Salmo
umbla; für Genf, wo übrigens Bothr. latus beim Menschen früher
etwa 10 mal häufiger war als jetzt, ist Lota vulgaris die Hauptquelle
dieses Parasiten; besonders durch die Leber, die Hoden und die
Eierstöcke, die nur sehr leicht gebacken verzehrt werden, wird er
übertragen, und was die Artbestimmung betrifft, so fand Verf. Ueber-
gänge vom reinsten Weiss bis zum ausgesprochensten Braun, ebenso
Uebergänge zwischen kurz- und langgliedrigen Exemplaren, die aber
alle zu Bothr. latus gehören. F. Zschoklce. Der Bothriocephalus
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 55
latus in Genf. Centralbl. für Bacteriol. u. ParasJc. I. Jahrg. Jena 1887 y
No.l3, pag. 377—415; No. 14, pag. 409—415.
Paroua untersucht ebenfalls die Entwicklung von Bothricephalus
latus und findet in der Lombardei unter 888 Exemplaren von Perca fluvi-
atilis 102 mit Bothriocephalen- Finnen und unter 89 Exemplaren von
Esox lucius 6 mit solchen ; alle diese Fische stammten aus Seen, während
die Flussfische sämmtlich frei von solchen Finnen waren; von 150 Fluss-
fischen enthielt kein einziger dieselben. Die Lebenskraft dieser Finnen
ist eine grosse; in kaltem Wasser blieben sie z. Th. 131 Stunden am
Leben; in einem Barsch, der 7 Tage in Eis gelegen hatte, lebten
sie noch, und hielten sich 48 Stunden in einer 0,75 procentigen Koch-
salzlösung lebend; ein Exemplar überlebte solche Experimente 18 Tage;
die Fäulniss des sie umgebenden Fleisches überstanden sie bis zu
72 Stunden ; sie ertragen ferner einen 5 Minuten langen Aufenthalt
in Wasser von 43—44" Wärme. An Hunde und Menschen verfütterte
Verf. diese Finnen und erhielt bei 4 Hunden jedesmal, bei 6 Menschen
3 mal einen positiven Erfolg; in einem Falle Hess Verf. einen Menschen
4 Finnen aus Esox lucius verschlucken und erzog in 39 Tagen 4 Bo-
thriocephalen von 485, 500, 150 und 565 mm Länge, von denen der
erste 1800 Proglottiden zählte. Verf. führt die Fälle des von ihm
in Varese beobachteten Vorkommens von Bothr. latus beim Menschen
auf und berichtet über die Fischnahrung der Betreffenden. Der
Bothriocephalus entwickelt sich rasch; schon am 18. Tage treten beim
Menschen die 0,07— 0,084 mm langen und 0,048— 0,056 mm breiten Eier
in den Fäces auf. Bothriocephalus cordatus und cristatus können
mit B. latus nicht verwechselt werden. Die Finnen, vom Verf. ab-
gebildet, fanden sich in der Magen- und Darmschleimhaut, in den
Muskeln, in der Leber und im Ovarium. E. Parona. Intorno la
genesi del Bothrioceplmlus latus (Bremser) e la sua frequenza in Lom-
bardia. Archiv, per le scienze mediche, vol. XI, No. 3, Torino 1887,
pag. 41 — 95, tav. IL
Ders. Verf. bemerkt, dass Grassi und Ferrara in ihrem offenen
Brief an Küchenmeister (Deutsche medic. Wochenschr., Berlin, den
10. Oktober 1886, No. 40), sein Experiment No. 10, nach dem Ferrara
3 Bothriocephalen- Finnen aus Hechten verschluckte, die im Darm
zu grossen Bothriocephalen auswuchsen, veröffentlichten, bevor Verf.
des Verf. soeben besprochene Schrift erschienen war, dass Verf. aber
4 Monate vorher seine Beobachtung vorläufig mitgetheilt hatte in „H
Bothi'iocephalus latus (Bremser) in Lombardia, nota preventiva embrio-
logica e clinica", Rendiconti B. Istituto Lombardo, ser. IE, vol. XIX,
fasc. 14, 1, Juli 1886. Nicht „theilweise", wie Grassi und Ferrara
sagen, sondern ganz verdanken sie dieses Experiment dem Verf. und
keiner von ihnen habe vor ihm in Italien die Larven von B. latus
gefunden und studirt, keiner habe auch vor ihm positive Resultate
bei Experimenten über die Infection mit diesem Cestoden veröffentlicht.
56 Dr- von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
E. Parona. Sulla questione äel Bothriocephalus latus (Bremser) e sulla
priorita nello studio delle sue larva in Italia. Milano 1887, Gazz.
med. ital. Lombard. 22. Octoher; s. auch
B. G-rassi und 0. EoYelli. Contrihuzione allo studio dello svi-
luppo del botriocefalo lato. Giornale della E. Äccad. di Med. di Tormo,
1887, No. 11—12.
Braun sandte an Zschokke Exemplare des Dorpater Bothrio-
cephalus, worauf letzterer constatirt, dass ein specifischer Unter-
schied zwischen beiden Finnen-Formen, der des Genfer See's und der
aus Dorpat, nicht existirt; nur die Contractionszustände und die
Grösse zeigen Abweichungen; ein schweizer Exemplar aus Lota
vulgaris war 18 mm lang. M. Braun. Die Finne von Bothriocephalus
latus Brems. Centralbl. für Bacteriol. u. Farask. 1. Jahrg., Jena 1887,
pag. 649—650.
Reyher führt mehrere Fälle von perniciöser Anämie auf den
Parasitismus von Bothriocephalus latus zurück. G. Beyher. Entozoa
and pernicious anaemia. The Lancet. London 1887, No. 5, pag. 234.
Runeberg fand bei 19 an ausgesprochener perniciöser Anämie
Leidenden 12 mal Bothriocephalus latus und hob die Krankheit durch
Entfernung des Parasiten. J. W. Eimeberg. Bothriocephalus latus
und perniciöse Anämie. Deutsches Archiv für Min. Med., Bd. 41,
Heft 3, Leipzig 1887, pag. 304—308; s. auch
Gr. A, Schapiro. (Ein Fall von geheilter perniciöser Anämie
durch Abtreibung von Bothriocephalus latus.) W ratsch. 1887, No. 5—6,
pag. 95— 98 (russisch).
v. Marenzeller führt als von der österreichischen Nordpolexpedition
gefunden an : Taenia tenuirostris aus dem Darm von Larus tridactylus,
Bothriocephalus lanceolatus aus dem Darm von Phoca barbata
und Tetrabothrium macrocephalum aus dem Darm von Larus tri-
dactylus (1. c).
Aus bei Neapel gefangenen Meerfischen nennt Zschokke: Phyllo-
bothrium gracile Wedl aus Hexanchus griseus und Heptanchus
cinereus, Rhynchobothrium erinaceus von Ben. aus denselben Fischen,
sowie aus Scymnus lichia und Lophius caudatus, Orymabothrium
Dohrni Oerley aus Scymnus Lichia, Mustelus vulgaris und Mustelus
laevis, Orygmabothrium spec? aus Scymnus lichia, Tetrarhynchus
spec? in der Leibeshöhle desselben Fisches; Symbothrium fragile
Dies.? aus Centrophorus spec.?, Monorygma perfectum van Bened.
und Rhynchobothrium spec? aus Scyllium stellare, Tetrarhynchus
megacephalus Rud. von der Leberoberfläche von Scyllium canicula,
Rhynchobothrium tenuicolle Dies, aus Galeus canis, Mustelus vulgaris,
Mustelus laevis und Squatina spec.?, Orygmatobothrium spec? aus
Mustelus vulgaris, Anthobothrium musteli van Bened. aus Mustelus
vulgaris und Mustelus laevis, Calliobothrium Eschrichtii van Bened.
Tetrabothrium spec?, Phyllobothrium lactuca van Bened., Orygma-
Leistimg-eu in der Naturgesch der Helminthen im J. 1887. 57
tobothrinm spec? aus Mustelus laevis, Phyllobothrium thridax van
Bened. und Cephalocotyleum Squali squatinae Rud. aus Squatina
spec.?, Cephalocotyleum Rajarum Rud, aus Raja asterius und Raja
spec? , Anthobotbrium cornucopiae van Bened. aus dem Magen von
Raja spec.?, Anthob. crassicolle Wedl. aus dems. Fisch, Echenei-
bothrium gracile Zschokke, Rhynchobothrium crassicolle Dies, u Rh.
tenue Wedl. aus Dasybatis clavata, die Larve Rhynchobothrium
paleaceum Rud. im Peritoneum von Dasybatis clavata und Lophius
caudatus, Calliobothrium filicolle Zschokke und Onchobothrium unci-
natum Rud. aus Torpedo ocellata, Tetrarhynchus discophorus Rud.?
aus Torpedo ocellata und dem Magen von Lophius caudatus, Callio-
bothrium filicolle Zschokke und Tetrabothrium longicolle Molin aus
Torpedo marmorata, Bothriocephalus angustatus Rud. aus dem Darm
und Tetrarhynchus spec? eingekapselt in der Darmwandung von
Phycis blenniodes, Scolex polymorphus Rud. aus dem Darm von
Rhomboidichthys mancus, Gobius quadrimaculatus, Gobius cruentatus
und Lophius budegassa; Cephalocotyleum soleae Rud. aus dem Darm
von Solea impar, Tetrarhynchus Merlangi vulgaris Dies, eingekapselt
im Peritoneum von Labrus turdus und Labrus merula, Tetrarhynchus
spec? aus dem Peritoneum von Lophius caudatus. Scolex polymorphus
ist die Larvenform von Calliobothrium (1. c).
Parona beschreibt aus Sardinien Taenia cucumerina aus Canis
familiaris, T. denticulata aus Bos taurus, T. solium aus Homo, T. pecti-
nata aus Lepus cuniculus', T. echinococcus aus Canis familiaris,
T. globifera aus Tinnunculus tinnunculoides, T. perlata aus Circus
aeruginosus, T. angulata aus Merula nigra, T. farcimiualis aus Sturnus
unicolor, T. infundibuliformis aus Gallus domesticus, T. linea aus
Coturnix communis, T. sphaerophora aus INumenius' tenuirostris,
T. filum aus Actodromas minuta, Strepsilas interpres, Scolopax rusti-
cola, Gallinago caelestis und G. major; T. variabilis aus Totanus
glareola, Taenia M a r c h ii n. sp. aus dem Darm von Totanus
glareola, T. spec? aus dem Darm von Helodromas ochropus, T. coronula
aus Oedicnemus scolopax, T. multiformis aus Nycticorax griseus,
T. lanceolata aus Phoenicopterus roseus, Taenia Caroli n. sp. aus
dem Darm von Phoenicopterus roseus, Taenia Gennarii n. sp. aus
Sterna macrura, T. spec? aus Fuligula marila, T. tuberculata aus
Gangylus ocellatus, T. macrocephala aus Anguilla vulgaris ; Coenurus
cerebralis aus Ovis aries, Cysticercus tenuicollis aus Ovis musimon,
Cysticercus fascicolaris aus Mus musculus, Cysticercus acantho-
tetra n. sp., eine sehr merkwürdige Form mit 80 — 90 Haken in
4 verschiedenen Grössen, zahlreich an der äusseren Darmwand von
Coluber viridiflavus ; Scolex polymorphus aus Scorpaena porcus, Bothrio-
cephalus angustatus aus Scorpaena porcus. Sehr auffallend ist eine
neue Form Dittocephalus Linstowii n. gen., n. spec. aus dem
Darm von Squalus spec? Der Körper gabelt sich vorn in 2 drei-
58 Dl"- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
gliedrige Endäste , die vorn jeder einen Scolex mit 2 Sangnäpfen
tragen. Ligula monogramma wird in Colymbus septemtrionalis,
Ligula Pancerii in Tropidonotus viperinus und Tetrarhynchus mega-
cephalus in Prionodon glaucus gefunden (1. c).
Ders. Verf. giebt als neue Fundorte für Cestodeu aus Ligurien
an: Scyllium canicula für Bothriocephalus Belones, Scymnus nicae-
ensis für Tetrabothrium spec. ? , Chimaera moustrosa für Octobothrium
leptogaster, Raja aspera und radula für Echinobothrium typus, Raja
oxyrhynchus für Rhynchobothrium erinaceura, Raja megarhynchus
für Rhynchobothrium corollatum, Balistes capriscus fürCestoscolex
Balistis n. sp., Belone acus für Bothriocephalus Belones, Grobius
jozo für einen Tetrabothrium-Scolex, Centrolophus pompilus für Bothrio-
cephalus heteropleurus , Smaris gora für einen Cysticercus, Dentex
macrophthalmus für Cestoscolex Denticis n. sp., Mullus barbatus
für Cestoscolex MuUi n. sp , Podiceps cristatus für Ligula di-
gramma und Ovis aries für Taenia globipuncta (1. c).
Stossicli findet Bothriocephalus fragilis im Darm von Alausa
finta (1. c.) und Rhynchobothrium ruficoUe in der Valvula intestinalis
von Scyllium stellare (1. c).
Leidy beschreibt Taenia simplicissima n. sp. ohne Haken
aus Gadus callarias, Taenia Ambloplitis n. sp., ebenfalls unbe-
watfnet, aus dem Magen von Ambloplites rupestris, Taenia Microp-
teri n. sp., auch hakenlos, eine Larve aus der Leibeshöhle von Microp-
terus nigricans, Taenia Loliginis n. sp., ohne Bewaffnung, aus
Loligo und Ommastrephes illecebrosa und Taenia viator aus
Elanoides furcatus (1. c).
Nach Monticelli lebt im Darm von Clupea pilchardus ein
Tetrabothrium-Scolex (? = Phyllobothrium spec. ? Olsson aus Clupea
harengus) mit 4 elliptischen Saugnäpfen und einer wenig entwickelten
cupula terminalis, der sich in Mustelus und anderen von Clupea
pilchardus lebenden verwandten Plagiostonen zur Greschlechtsreife
entwickeln dürfte (1. c).
Ref. beschreibt Tetrabothrium minimum n. sp., eine winzig
kleine Larve aus dem Darm von Trutta salar (I. c).
Crety findet in der Peritonealhöhle von Ascalobotes mauritani-
cus Bonap. einen Cysticercus mit 4 grossen, 0,n mm langen und 0,ii mm
breiten Saugnäpfen, der Cysticercus megabothrius genannt und
für identisch mit Cysticercus dithyridium des Ref. aus Lacerta agilis
gehalten wird. Im Peritoneum von Elaphis quadrilineatus Latr. lebt
eine andere, wie die erstgenannte, unbewaffnete Form mit kleineren,
0,12 mm langen und 0,06 mm breiten Saugnäpfen, die identisch ist mit
dem Cysticercus, den Valenciennes in Lacerta viridis fand und mit
der Diesing'schen Piestocystis dithyridium aus Coronella austriaca;
sie wird als Cysticercus dithyridium bezeichnet, wahrscheinlich ent-
wickeln sich beide Formen in Raubvögeln zu Tänien. C. Crety. In-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1887. 59
torno ad alcuni cisticerchi dei rettili. Bollet. sc. di Naturalisti in
Napoli, ser. 1, vol. 1, anno 1, fasc. 2, pag. 89 — 92.
Nach Liuton beherbergt Pomatomns saltatrix in seinem Peri-
toneum in einer Cyste die „Embryonalform" eines Rhynchobothrium ;
die äussere, dünne Cyste enthält eine dickwandige, bewegliche Endo-
cysteoder Blastocyste ; es handelt sich also um eineLarvenform,die 24 mm
lang ist. Eine andere Tetrarhynchobothrium-Larve fand Verf. encystirt
in der Leber von Cybium regale, die 10,5 mm lang ist und auch als
„Embryo" bezeichnet wird. E. Linton. Cestoicl embryos. Ämeric.
Naturalist XXI, 1887, No. 2, Philadelphia 1887, pag. 195—201, plte X.
Kjerulf fand in einem Rinde massenhaft den Cysticercus Taeniae
saginatae, besonders im Herzen, in den Lenden- und den Kaummuskeln,
übrigens auch in allen übrigen Muskeln, in der Leber und der Nieren-
kapsel, wenige auch in den Lungen. G. Kjerulf. Fall af dynt hos
nötkreaturen. Tidslvift för Veterinär- Median. Stockholm 1887, p. 169
—170.
Karewsky fand unter 8500 Fällen 9 mal einzelne Exemplare
von solitären Cysticercus cellulosae in der Haut und in den Muskeln
des Menschen; in einem der Fälle beherbergte der Träger zugleich
eine Taenia solium. Kareivsky. Deutsche medicin. Wochenschr. 1887,
No. 18, pag. 385.
Hirt fand beim Menschen Cysticercus cellulosae unter der pia
mater des Rückenmarks, der am unteren Ende als Cysticercus race-
mosus gestaltet war und die Symptome einer Tabes hervorgerufen
hatte. L. Hirt. Ein Fall von Cysticerken im Rückenmark. Berlin,
klin. Wochenschr. 24. Berlin 1887, No. 3, pag. 36—38.
Oavoy fand bei der Section eines Schlachters Cysticercus cellu-
losae im Gehirn, deren Scolex 29—32 Haken von 2 Grössen zeigte,
die ganz denen von Taenia solium glichen: dagegen sollen die Haken
von Cyst. cell, des Schweins in Grösse und Form von diesen ab-
weichen, der daher mit dem Cyst. des Menschen nicht identisch sein
soll, wie denn auch Juden im Orient und Araber in Algier, die nie
Schweinefleisch assen, oft die Taenia solium beherbergen. Gavoy.
Non-identite du Cysticerque ladrique et du Taenia solium: Compt.
rend. Acad. sc. Paris, t. CV, No. 18, pag. 827—829, s. auch
F. Goldschmidt. Freier Cysticercus im Gehirn. Deutsches Archiv
für klin. med. Bd. XL, Heft 3— i, pag. ^4.04- 406. E. Zschokke.
Ueber die Schädlichkeit der P'innen. Schweizer Ärch. für Thierheilk.
1887, Heft 6, pag. 265 275.
C. de Yiuceutiis, Sui cisticerchi oculari osservati nella clin.
ocul. di Palermo, e sulla strutt. fine d. uova mature di Taenia sagi-
nata. Biv. internaz. di med. e chirurg. 1887, No. 2—3, pag 69—90;
No. 5—6, pag. 257—290. S. Tornatola. Due casi di cisticerchi sotto-
conginativale. Giorn. internaz. di scienze med. 1887, No. 5, pag. 398
—404.
60 I^i*- von Linstow: Bericht ü'oer die wissenschaftlichen etc
V. Bergmann berichtet über das Vorkommen eines Echinococcus
in der linken Tibia des Menschen, wodurch eine Spontanfraktur
herbeigeführt wurde; die Röhrenknochen zeigen oft blasige Auf-
treibungen, wenn Echinococcen in ihnen wachsen. E. v. Bergmann,
lieber Echinococcen der langen Eöhrenknochen. Berlin Min. Wochen-
schr. 24:, Berlin 1887, No. 1, pag. 1—4, No. 2, ^ag. 21—26.
Nach Zehender kommen in Mecklenburg Echinokokken häufig
vor, besonders im Norden und Osten; über 196 Fälle wird berichtet;
wenn aber Verf. meint, aus der Häufigkeit der Drehkrankheit der
Schafe auf die Taenia echinococcus schliessen zu können, so ist das
vom zoologischen Standpunkte aus unverständlich. W. Zehender.
Ein Fall von Echinococcus in der Augenhöhle nebst Bemerkungen über
das Vorkommen der Echinococcus-KranMieit in Mecklenburg. Klin.
Monatsbl. für Äugenheilk. Bd. XXV, Stuttgart 1187, pag. 333— 345.
Die Statistik wird bereichert durch:
F. Fürbringer. Bie Häufigkeit des Echinococcus in Thüringen.
Jena 1887. Y. Luzzati. Tumore d'echinococco endocranico del parie-
tale sinistro. Bollet. sez. cultore scienze med. Siena 1887, No. 3 — 4,
pag. 214— 217. Y. Patella. Echinococco intrapulmonale. Riv. clin.
1887, No. 4 , pag. 241 — 253. C. Bauer. Echinococcus of the liver.
Philad. med. Times, 1886—1887, No. 497, pag. 180- 181. F. Cassie.
Echinococcus cyst. in the liver and lungs of a horse. Veterinär y Journ.
1887, May, pag. 325. A. Ylti. Ciste da echinococco rimasto 45 anni
nel cavo pelvico. Bollet. sez. cuJtori sc. med. Siena 1887, No. 2, pag. 97
bis 101. C. Morot. Kgste hydatique du coeur chez wie vache. Bec. de
med. veterin. 1887, No. 4, pag. 69 — 70. Echinocoques dans les poumons,
le foie et le rate d'une jument. Bec. med. veterin. 1887 , No. 10,
pag. 214—215. N. Nahm, üeber den multiloculären Echinococcus der
Leber mit spec. Berücks. seines Vork. in München. Münch. med.
Wochenschr. No. 35, pag. 674— 677 u. Fortstzg.; R.Weber. Beitrag
zur Statistik der Echinococcenkrankheit. Kiel 1887 {20 pag.), und
A. Bobowicz. Des hydatides du coeur chez Vhomme et en particulier
des hydatides flottantes. Paris 1887 [64 pag.).
Bericht
über die wissenscliaftliclieii Leistungen in der Natur-
gesehiclite der freilebenden Würmer während der
Jahre 1886—1887.
Von
Prof. Dr. M. Braun
(Rostock).
I. Vermes im Allgemeinen i).
a) Anatomie u. Entwicklung.
Von Bronn's Klassen und Ordnungen desThier-
r eich es erscheint nun endlich der vierte, die Würmer
behandelnde Band, der von AI. Pagenstecher bearbeitet
wird. Die bis jetzt vorliegenden Lieferungen 1 — 4
sind historischen Inhalts (Leipzig 1886/87).
R. S. Bergh bespricht in „die Excretionsorgane
der Würmer" die Verhältnisse auf Grund der vor-
handenen Litteraturangaben und erörtert dann die Frage,
ob aus dem sogenannten Wassergefässsystem der Platt-
würmer die Segmentalorgane der Anneliden entstanden
sind oder ob sie Nichts mit einander zu thun haben;
der Autor entscheidet sich in letzerem Sinne und führt
zahlreiche Gründe dafür an; die Segmentalorgane sind
also etwas besonderes. In dem Suchen nach irgend
etwas, was bei Plattwürmern ihnen homolog wäre, stellt
B. die These auf, dass die segmentirte Leibeshöhle der
Anneliden den Höhlen der GeschlechtsfoUikel der Platt-
^) Gebrauchte Abkürzungen in den Titeln einiger Zeitschriften :
C. R. Ac. Paris = Compt. rend, hebd. des seanc. de l'Academ.
des sciences ä Paris.
Z. A. = Zoolog. Anzeiger hrsg. v. J. V. Carus.
Z. f. w. Z. = Zeitschrift für wissenschaftl. Zoologie.
62 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Würmer und Neniertinen homolog- sei; jede Hälfte einer
Segmentliölile eines Anneliden entspreche einem Ge-
schlechtsfollikel, da in beiden die Gesclilechtsprodukte
entstehen und ursprüng-lich für sich entleert wurden; so
sieht B. in den Segmentalorganen Gebilde, die von Anfang
an zur Entleerung der Geschlechtsprodukte in Beziehung
standen und erst sekundär zu excretoriscber Funktion
sich ausbildeten. Die Excretionsorgane der Würmer,
eine U eh er sieht in: -Kosmos (Vetter) 1885 //. pag. 97
bis 122. 1 Taf.
Auch Schauinslaud behandelt die Excretions-
organe der Plattwürmer, der Ringelwürmer, ohne Neues
zu bringen und erwähnt dann seine Beobachtungen an
Priapulus und Halicryptus, nach denen die Geschlechts-
organe als Wucherungen des ausführenden Theiles der
Excretionsorgane entstehen (s. unten) (Ueber das Uro-
genitalsystem der Würmer in: Sitzgsher. d. Ges. f.
Morph, und Fhys. in München II I. 1887. pag. 13 — 17).
W. Salensky vergleicht die Larven formen der
Würmer und findet, dass man 3 Stadien unterscheiden
könne, welche phylogenetische Bedeutung haben 1. T ro-
ch ogastrula — ist eine bilaterale Gastrula, deren Körper
in eine praeorale und postorale Portion getheilt ist, Anus
fehlt. 2. Trochophora — Anus und postoraler Ring
vorhanden, postorale Körperregion angelegt; 3. Trocho-
neurula mit Bauchmarkplatten. Die Entwicklungs-
geschichte zeigt nun, dass die verschiedenen Wurmklassen
bald nur ein, bald zwei, bald alle drei Stadien in der
angegebenen Reihenfolge durchlaufen; die Platoden haben
nur das Stadium der Trachogastrula, Nemertinen und
Rotatorien dieses sowie Trochophora und endlich Anneliden,
Gephyreen alle drei. Nach der An- oder Abwesenheit
der Bauchmarkplatten lassen sich alle Würmer eintheilen:
a) Trochogastridae, die nur das
Stadium der Trochogastrula durch-
I. Cephaloneura,nurmit i^^i^^ _ Piatodes
Hirnganglien und Hirn-<^ ^^ Trochophoridae, die beiden ersten
commissuren. g^^^-^^^ durchlaufend - Nemertini
et Rotatoria.
i. d. Naturg-. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 03
IL Neiiraxonia mit Hirn- ( Trochoneuridae alle drei Stadien
ganglien und Bauch- ' durchlaufend: Annelides, Gephyrei
ganglienkette. I et Nemathelminthes.
Etudes sur le developpement des Annelides, Il.partie;
conclusions et refl^exions in: Arch. de Biol. pnbl. p. v. Be-
neden et V. Bamheke. tom. VT. Gand 1887. pag. 589 — 654.
1 pL
b) Faunistik, Systematik und Biologie.
G. M. R, LeTinsen hat die Anneliden, welche die
Dijmphna im karischen Meere erbeutet hat, bearbeitet.
A. Polychaeta.
1. Harmothoe imbricata (L.) 49 Fdn.
2. „ rarispina (Sars) 44—81 Fdn.
3. „ badia (Theel) 44— 60 Fdn.
4. „ nodosa (Sars) 56— 80 Fdn.
5. Lepidonotus cirrosus (Fall.) 20 — 78 Fdn.
6. Oligolepis n. gen. „lobus cephalicus antice profunde bi-
lobatus, lobulis frontal ibus rotundatis; antenna impar post
lobulos frontales sita; antennae laterales dorsales minu-
tissimae ; elytra, paria 9, minuta, mollissima, medium dorsum
non tegentia; segmenta, elytra non ferentia, tuberculorum
loco processis minutis spiniformibus instructa; setae rami
superioris paucae, rectae, laeves; setae rami inferioris
numerosae, multo longiores et tenuiores sub apicem paullo
curvatum margine indistincte spinoso dentato."
Mit violacea n. sp. 38 mm lang. 49 Fdn.
7. Pholoe minuta Fabr. 10 Fdn.
8. Phyllodoce maculata L. 10-66 Fdn.
9. „ citrina Mgr. 20—69 Fdn.
10. Onuphis conchylega Sars. 46 70 Fdn.
11. Lumbrinereis fragilis Müll. 46 Fdn.
12. Nereis zonata Mgr. 20— 90 Fdn.
13. Ephesia gracilis Rathke. 21— 80 Fdn.
14. Nephthys ciliata Müll.
15. „ paradoxa Malm.
16. „ Malmgreni Theel. 28—98 Fdn.
17. Spio cirrata Sars. 20— 79 Fdn.
18. Spiochaetopterus typicus Sars.
19. Chaetozone setosa Mgrn. 62 Fdn.
20. Flabelligera affinis Sars. 51— 75 Fdn.
21. B r ad a villosa Rathke. 78 Fdn.
22. „ granulata Mgrn. 20-80 Fdn.
64 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
23. Ammotrypane aulogaster Bathke. 55— 92 Fdn.
24. „ cylindricaudatus Haus. 62—64 Fdn.
25. Scalibregma longetosum Theel. 20— 82 Fdn.
26. Notomastus latericius Sars. 46 Fdn.
27. N icom ach e lumbricalis Fabr. 51 — 75 Fdn.
28. Maldane Sarsi Mgrn. 56— 70 Fdn.
29. Clymene praetermissa Mgrn. 20 Fdn.
30. ?Rhodine Loveni Mgrn. 75— 80 Fdn.
31. Myriocbele Heeri Mgrn. 62— 68 '/s Fdn.
32. Pectinaria hyperborea Mgrn. 5 — 109 Fdn.
33. Melinna cristata Sars. 56 — 73 Fdn.
34. Glyphanostomum pallescens (Tlieel.). 20— -64 Fdn.
35. Ano bot h rus gracilis (Mgrn.). 20 Fdn.
36. A m p b a r e t e arctica Mgrn . 20—60 Fdn.
37. Sabellides borealis Sars. 10— 20 Fdn.
38. Amphicteis Gunneri Sars. 20— 60 Fdn.
39. Amphitrite cirrata Müll. 5 Fdn.
40. Scione lobata Mgrn. 68— 73 Fdn.
41. Leaena abranchiata? Mgrn. 59 Fdn.
42. Terebellides Stroemi Sars. 20— 100 Fdn.
43. Artacama proboscidea Mgrn. 50— 73 Fdn.
44. Sabella Fabricii Kr. 54 Fdn.
45. Dasychone infarcta Kr. 20— 100 Fdn.
46. Chone infundibuliformis Kr. 50— 56 Fdn.
47. Eu chone analis (Kr.). 51 Fdn.
48. „ papulosa Sars. 20— 60 Fdn.
49. A pomat US globifer Theel. 44- 70 Fdn.
50. Hyalopomatus Claparedi Mrzell. 70 Fdn.
51. Chitinopoma Fabricii Lev.
52. Spirorbis carinatus Mont. \ an Bryozoen.
53. „ spirillum L.
54. „ vitreus Fabr.
B. Discophora.
55. Notostomum laeve Lev. an Hippoglossus pinguis und
Selache maxima.
56. Piscicola typica Malm.
57. „ Fabricii Malm.
C. Gephyrea.
58. Phascolosoma Strombi Mont. 20— 75 Fdn.
59. „ margaritaeum Sars. 68 V2 Pdn.
60. Priapulus caudatus Lam. 18-100 Fdn.
{Kara- Havels Ledorme {Annulata) in: Dijmphna-to-
glets zoolog.-hotan. Udhytte Kopenh. 1887. p. 287—363. l pL
i. d. Naturg. cl. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 65
W. Kükentlial und B. Weissenborn haben mehrere
Wochen auf der Insel Radoe, nördlich von Bergen
zugebracht und zählen die daselbst erbeuteten Thiere
unter Angabe der zweckmässigsten Conservirungsmittel
auf; von Würmern 10 Turbellarien — nicht bestimmt — ,
2 Nemertinen, 2 Gephyreen, 27 Polychaeta, 1 Myzostoma.
(Ergehnisse eines zoologischen Ausfluges an die
Westküste Norwegens in: Jen. Zeitsch. f. Naturw. XIX.
1886. pa^. 776— 789.
Krause erwähnt von Lohme, Nordküste Rügens
8 Chaetopoden, 1 Gephyree, 1 Hirudinee, 1 Nemertine und
1 Planarie — alle schon aus der Ostsee bekannt {Cras-
taceen u. Würmer aus der Ostsee in Sitzgsber. d. Ges.
naturf. Frde. Berlin 1887. pa^. 34 -39).
lieber die Würmer von der Nordküste der Ver-
einigten Staaten Amerika's berichtet A. E. Terrill,
doch nur in ganz allgemeinen Zügen: Anneliden findet
man in allen Tiefen, doch werden sie unter 500 Fdn.
seltener; sehr häufig ist Hyalinoecia artifex V., auf deren
hyaliner Röhre sich oft Aktinien (Sagartia abyssicola und
Actinauge nodosa), sowie Hydroiden und Spongien an-
siedeln; in 100 — 300 Fdn. sind auch drei Arten von
Leodice häufig; zwischen den Tentakeln von Bolocera
Tuediae lebt als Commensale Polynoe aurantiaca V. und
P. Acanellae V. zwischen den Kiemen von Acanella
Normanni. — Die wichtigeren Tiefseeanneliden sind ab-
gebildet:
Polynoe Acanellae V., P. aurantiaca V., P. imbricata, Laetmonice
armata V., Leanira robusta V., Notophyllum americanum V., Hyali-
noecia artifex V., Leodice polybranchia V., Nothria couchyphila V.,
Amphinome lepadis V., Syllis spongiphila V.,^Ophioglycera grandis V.,
Sabella picta V., Yermilia serrula, Maldane biceps, Dipolydora
coucharum V. u. Lepraea abyssicola Y.
Die gefundenen Gephyreen (in 700 — 1100 Fdn).
sind noch nicht bestimmt, ein Priapulus sp. und ein
Phascolosoma sp. abgebildet. Nemertinen sind in der
Tiefe selten; Macronemertes gigantea Verr. wurde in
192 Fdn. Tiefe gefunden nnd Cerebratulus luridus V. in
64 — 192 Fdn.; letzterer ist abgebildet (Results of the
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. E
66 Prof. Dr. M. Brann: Ber. üb die wissensch. Leistungen
explor. made by the steamer „Albatross" of the
north, coast of the unit. Stat. in 1883 in: Unit. States
commis of fish andßsheries pari XI. rep.for 1883 Washington
1885 pag. 503—601. Upl).
R. Ratlibun hat in: „Natural history of useful
aquatic animals" die Crustacea, Vermes, Radiata
(d. h. Echinodermen und Coelenteraten!) und Porifera
bearbeitet; es handelt sich um eine rein populäre Dar-
stellung, von der den Würmern 7 Seiten zukommen;
die als Köder benutzten Anneliden, sowie Blutegelzucht
werden besprochen, (fhe fishevies and fishery industries of
the united states. Washingt. 1884 pag. 831 — 838 mit Atl.
von 77. Taf).
II. Ringelwürmer.
A. Polychaeta (inel. Arohiannelidae).
a. Anatomie und Entwicklung.
C. Yiguier schickt der Fortseztung seiner „etudes
sur les animaux inferieures de la baie d'Alger"
ein allgemeines Kapitel über die Zusammensetzung des
Annelidenkörpers voraus, hier besonders die Frage nach
dem Werthe des Annelidenkopfes diskutirend; nur das-
jenige und zwar einzige Segment kann man als Kopf be-
zeichnen, welches direkt aus der Umbildung der Trocho-
sphaera entsteht; das spricht sich auch bei der Knospung
der Syllideen aus; dabei ist die Lage der Mundöffnung
irrelevant, da dieselbe verschieden sein kann (Archives
de Zool. exper. et gen. 2 ser. tom. IV. pg. 355 — 374).
A. Wiren veröffentlicht: ,, Beiträge zur Anatomie
und Histologie der limivoren Anneliden"; als Objekt
dienten ArenicolamarinaL., Eumenia crassa Oerst, Scali-
bregma inflatum Rathke., Ammotrypane aulogaster und
Trophonia plumosa 0. F. Müll. Die sogenannte Hypo-
dermis besteht bei jüngeren Thieren aus deutlich abge-
grenzten und durch Kittsubstanz getrennten Zellen, die
jedoch im Alter mehr oder weniger verschmelzen, wobei
i. d. Naturg. d. freileb, Würmer während d. J. 1886—1887. 67
Reste der Kittsubstanz erhalten bleiben ; ist die Cuticula
dünn, so sind die Zellen cylinderf örmig , ist sie dicker,
dann flachen sich die Zellen ab. Einzelne Zellen werden
zu Schleimzellen; grössere mehrzellige Schleimdrüsen
kommen bei Eumenia, Ammotrypane und den Chlorae-
miden vor. An der Basis hängt das Epithel der Haut mit
dem Bindegewebe zusammen, nur bei Eumenia kommt
eine bindegewebige Basalmembran vor. Die Cuticula
ist meist weich, selbst wo sie dicker ist. Das Binde-
gewebe besteht überall aus homogener Grundsubstanz
und Zellen oder Fasern mit Kernen, doch überwogen bei
Arenicola die Fasern, bei Eumenia und Ammotrypane
die Grundsubstanz, bei ersterer werden die Fasern zu
Häutchen vereinigt. Rings- und Längs muske In sind selbst
bei nahe verwandten Arten bedeutenden Variationen
unterworfen; erstere schwinden bei Ammotrypane ganz;
als besondere Muskelschicht werden die queren Muskeln
betrachtet, die wohl allen Anneliden zukommen. Die
Diaphragmen, ursprünglich in jedem Segment vor-
handen, können durch stärkere Entwicklung einzelner
Darm ab schnitte in der betreffenden Region schwinden; für
die Limivoren wird gezeigt, dass das ursprüngliche sechste
Diaphragma als das letzte Oesophagealdiaphragma per-
sistrirt, während die darauf folgenden infolge der Längen-
zunahme des Magens geschwunden sind. Das Darm-
epithel stimmt im Oesophagus und Schlund mit dem
Hautepithel überein, unterscheidet sich dagegen im übrigen
Darm, auch kommen da speziell differenzirte Zellen un-
bekannter Funktion vor. An der Basis stehen die Darm-
epithelzellen wohl immer mit dem subepithelialen Binde-
gewebe in Verbindung: die beiden Muskelschichten sind
am ganzen Darm vorhanden. Die Circulationsorgane
schliessen sich den früher untersuchten Terebelliden,
Ampharetiden und Amphicteniden(s.J.-Ber. 1884/85, pg. 164)
an; sie bestehen aus zwei longitudinalen Blutbahnen, die
in jedem Segment durch Querschlingen verbunden sind;
in der unteren, dem Bauchgefäss fliesst das Blut nach
hinten, im oberen nach vorn; letzteres ist im grössten
68 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb die wissenscb. Leistungen
Theile des Körpers eine einfache Lakune der Darmwand,
im vorderen Theile kommt noch ein Herz hinzu. Aus der
Lakune des Darmes können sich einzelne selbstständige
Gefässe abschnüren und die ersteren ersetzen. Die Quer-
schlingen verbinden in den 6 vordem Segmenten das
Bauchgefäss mit dem Herzen und das Blut strömt zum
Bauchgefäss; in den übrigen Segmentengehen die Schlin-
gen von der Lakune zum Bauchgefäss und das Blut von
letzterem zur Lakune. Meist gehen von den Querschlingen
nach den Seiten zu Gefässe ab, die bei Eumenia und
Ammotrypane blind enden, bei Arenicola und Trophonia
sich mit einander verbinden und ein Netz von kleinen
Gefässen bilden; die Abgangsstelle liegt bald mehr dorsal,
bald mehr ventral, kann auch so weit ventral rücken
dass die Seitengefässe vom Bauchgefäss aus entspringen.
{Kgl. svenska vetensk.-Akadeni. Handlingar Bd. 22. No. \.
Stockholm ISS7. b2pg. 4.^. ' 6 Taf.)
Nach J. Joyeux-Laifuie sind die „masses granu-
leuses" (Clap.) von Chloraema Dujardini Tastpapillen ;
die beiden Tentakel werden von einem zu- und abführen-
den Blutgefäss durchzogen , welche an der Spitze direkt
communiciren; vielleicht sind sie daher Hilfsathmungs-
organe; die Zahl der Kiemenfäden variirt zwar, doch
finden sich meist 20 Paare ; das am Kopf stehende Auge
wird aus 4 einfachen, übers Kreuz gestellten Augen mit
je einer Linse gebildet. Die Thiere sind getrennt ge-
schlechtlich; Hoden wie Ovarien liegen in der vorderen
Körperregion auf jeder Seite des Darmes in 5 Paaren;
da die ersteren leicht rosa, die letzteren grünlichbraun
sind und die Haut sehr durchsichtig ist, kann man die
Geschlechter schon äusserlich unterscheiden (sm- l'or-
ganisation des Chloremiens in: C.R.Ac. Paris tarn. 104:.
1887. 1. p. 1377—1379).
Kunstler macht darauf aufmerksam, dass der Anne-
lide, den Joyeux-Laffuie als Chloraema Dujardini
und als Commensale von Toxopneustes lividus bezeichnet,
Siphonostoma Dujardini, richtiger Siph. diplochaetos
heissen muss und auf Psammechinus miliaris lebt (Observ,
i. d. Naturg. d. freileb. AVüriiier währendd. J. 1886-1887. 69
siir le Siphonostoina diplochaetes (Hto in C. R. Ac.
Paris tom. 104. 1887. 1. p. 1809).
Hiergegen bemerkt Joyeux-Laifuie, dass das zwei
ganz verzcliiedene Thiere sind, da das eine, Chlor. Du-
jardini 15 — 20 mm., Siph. diplochaetos Otto dagegen
4 cm lang wird {sur- le Chlor aema Dnjardini et le
Sip ho no Stoma diplochaetes in C. R. Ac. Paris tom. 105.
1887. 2. p. 179—180).
Letzterer giebt von Chaetopterus Valencinii Qtfg.
an, dass die auf dem Rücken laufende Furche sich gabelnd
in zwei tiefe Rinnen auf den beiden flügeiförmigen An-
hängen eindringt, welche ein hohes Wimperepithel tragen;
da nun bei dem in der Röhre lebenden Wurm unter natür-
lichen Verhältnissen die beiden Flügel sich berühren, so
wird eine einheitliche Leitung hergestellt, welche Nah-
rungsstoffe zum Munde führt. Sehr stark entwickelt sind
die Segmentalorgane, welche nur in der vorderen Region
fehlen; auf den Dissepimenten liegen die Trichter, wäh-
rend die excretorischen Kanäle etc. im nächsten Segment
liegen; die Kanäle sollen ein Epitel haben, welches dem
der Nieren der Mollusken gleicht, d. h. Concremente ent-
hält; doch verlegt der Autor das Concrement in den Kern
der Zellen. Chaetopterus ist bekanntlich getrennt ge-
schlechtlich und die reifen Thiere schon an der Farbe in
Bezug auf das Geschlecht zu erkennen; die Geschlechts-
drüsen erscheinen in Form gefalteter Bänder, paarweise
in jedem Segment und die Producte fallen in die Leibes-
höhle {r e eher che s sur l' Organisation des Chetoptere
in: C. R. Ac. Paris tom. 105. 1887. 2. p. 125—127).
Die Monographie der Capitelliden von Hugo
Eisig zerfällt in einen anatomisch -histologischen, ver-
gleichend-anatomischen, physiologischen und einen syste-
matisch-faunistischen Theil; im ersten Theile werden die
einzelnen Organe bei den untersuchten Gattungen sehr
eingehend geschildert und im zweiten die Ergebnisse zu-
sammengestellt und mit entsprechenden Verhältnissen bei
anderen Anneliden und anderen Thierklassen verglichen,
ein Abschnitt, der eine Fülle von neuen Anschauungen
70 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
bringt; das gilt auch von dem dritten Capitel, weshalb
ein Alles berücksichtigendes Referat hier zu geben un-
möglich ist. —
Die Hypodermis, die je nacli den Gattungen und den Körper-
stellen verschieden dick ist, besteht aus „Fadenzellen" und „Plasma-
oder Drüsenzellen"; erstere sind entweder kernlose Platten, die aus
pallisadenförmig angeordneten Fäden zusammen gesetzt sind oder
spindelförmige Körper mit geschwänzten Kernen oder compactere
Gebilde mit protoplasmatischen Leibern, deren Kerne ebenfalls
Ausläufer besitzen; die Drüsenzellen sind flaschenförmig, hüllenlos
und stehen mit einem Perus der Cuticula in Verbindung Vermöge
ihrer zahlreichen Ausläufer bilden die Fadenzellen ein Gerüstwerk,
in dessen Alveolen die Drüsenzellen liegen; an einzelnen Körper-
stellen oder zu gewissen Zeiten können sich nun die Drüsen- oder
die Fadenzellen häufen und dadurch ein ganz anderes Aussehen be-
dingen. Mit den Ausläufern der Fadenzellen verschmelzen Muskel-
fibrillen, welche aus der Tiefe durch die Stammesmuskulatur hindurch
nach aussen ziehen; ebenso stehen Ausläufer eines Ganglienzellen-
plexus der Haut, der seinerseits mit den Spinalnerven zusammenhängt,
mit den Fadenzellen in Verbindung. Die Cuticula erscheint frisch
homogen, ist jedoch stets aus zwei rechtwinklig aufeinander stehenden
Systemen von Fibrillen mit Kittsubstanz gebildet ; der Autor vertheidigt
die Ansicht, dass die Fibrillen aus feinen Stäbchen gebildet werden,
welche die Drüsenzellen abscheiden. Die Stammesmuskulatur
besteht aus Rings- und Längsmuskeln; erstere ist im Thorax am
dicksten, im ganzen Abdomen äusserst dünn; die Längsmuskulatur
besteht im Thorax aus gleichmässig um die Körperaxe angeordneten
Bündeln, wogegen im Abdomen diese zu wenigen, aber um-
fangreichen Strängen verschmolzen sind. Erst vom fünften Körper-
segment an finden sich auch transversale Muskelstränge; bei
Mastobranchus konnten Nervenendigungen in Form von Endplatten
nachgewiesen werden. — Am Darm lassen sich stets der Rüssel
— von Bedeutung für Locomotion und Respiration, der verschieden
lange Oesophagus und endlich der aus Haupt- und Nebendarm
bestehende abdominale Darm unterscheiden; im Nebendarm findet
man nie Nahrung, derselbe ist vielmehr von einer spongiösen,
durch Umwandlung abgeschnürter Epithelzellen entstandenen Masse
erfüllt und dient zur Respiration; bei Notomastus lineatus findet
zur Zeit der Geschlechtsreife eine regressive Metamorphose des
abdominalen Darmes statt. — Aus dem Capitel Nervensystem
führen wir an, dass im Hirn der verschiedenen Gattungen
grosse Schwankungen der Formen Verhältnisse vorkommen, die jedoch
durch Zwischenglieder verbunden sind, so dass sich sehr wohl die
immer weiter gehende Verschmelzung ursprünglich getrennter Theile
erkennen lässt. Der Bauchstrang liegt bei Dasybranchus, Notomastus
i. (1. Natiirg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 71
und Mastobranchus frei in der Leibeshöhle, bei Heteromastus zwischen
Haut und Ringmuskulatur und bei Capitella im Thorax in der Leibes-
höhle im Abdomen mehr peripher und hinten sogar in der Haut. Eine
ausfühiliche Darstellung erfahren auch die riesigen l^ervenröhren, die
Neurochordnerven, von denen nachgewiesen wiixl. dass sie als Nerven
allmählig degeneriren und zu Stützorganen werden. Das System der
Neurochorde wird als ein provisorisches gegenüber dem definitiven
des Fibrillengerüstes dargestellt. Die Augen, die als Pigment-
flecke erscheiuen, bestehen aus mehreren Fadenzelleu. die mit ihren
Ausläufern lichtbrechende Zellen umfassen und durch Fasern und
Körnern mit den Ganglienzellen der Sehlappen in Verbindung stehen;
trotz dieser Zusammensetzung müssen die Augen der Capitelliden
als rückgebildet betrachtet werden. Die Wimperorgane erweisen sich
als ungemein nervenreich; ihr Verhältniss zum Hirn ist bei den
einzelnen Gattungen verschieden. Sehr complicirt gebaut sind die
allen Capitelliden (ausgenommen Capitella) zukommenden metameren
„Seitenorgane," welche fast auf allen Körpersegmenten stehen;
die Cuticula ist mit zahlreichen Sinneshärchen besetzt, unter welchen
eine Schicht prismatischer Stäbchen liegt, die ihrerseits wieder mit
tiefer gelegenen Spindeln zusammenhängen; Stäbchen und Spindeln,
d. h- die Sinneszellen der Seitenorgane stehen basal mit Fibrillen eines
Muskels und mit solchen eines mit Körnern stark durchsetzten Nerven-
geflechtes in Verbindung; die Discussion über die Homologa der
Seitenorgane giebt dem Autor Veranlassung, die Verhältnisse bis
zu den Wirbelthieren hinauf zu verfolgen und sich besonders gegen
Beard zu wenden. Spezifisch verschieden sind die zerstreut an-
geordneten becherförmigen Organe. — Im Parapodium hat
man das Verschmelzungsprodukt dreier ursprünglich getrennter Bil-
dungen zu sehen: erstens des Borstenfollikels, eines Derivates solcher
Hautdrüsen, deren Aufgabe schon vorher in der Bildung stab- und
fadenförmger Sekrete bestand, zweitens des Fassstummels, Aus-
stülpung des Hautmuskelschlauches und drittens der Cirren, Sinnes-
organe ; die Borste entsteht allein aus einer im Grunde des Follikels
liegenden Zelle unter Antheilnahme des Kernes {!). — Die Kiemen
treten in zweierlei Form und Anordnung auf, mitunter bei derselben
Art zugleich, 1. als zipfelförmige Ausstülpung des Blut führenden
Parapodhohlraumes = einfache Parapodkiemen. 2. als verzweigte,
ins Coelom zurückziehbare Bildungen von gleichem Ursprung = ver-
zweigte Parapodkiemen; beide lassen sich nicht auf einander zurück-
führen, auch ist es zur Zeit unmöglich, zu entscheiden, welche die
ursprünglicheren sind. — Den Capitelliden kommen im Thorax
provisorische, im Abdomen bleibende Nephridien zu; erstere finden
sich bei jüngeren Thieren und gehen später ganz oder theilweise zu
Grunde, letztere zeigen bei den einzelnen Formen der Capitelliden
einen von den übrigen Verwandtschaftsbeziehungen unabhängigen
72 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch, Leistungen
Wechsel .der Uebereinstimmungen oder Abweichungen , so dass sie
als phylogenetische Stadien nicht ohne Weiteres auf einander zurück-
führbar sind; auch bei diesem Capitel werden die Verhältnisse der
Wirbelthiere mit in Betracht gezogen, worauf verwiesen werden
muss. — Alle Capitelliden sind getrennten Greschlechts; die
Geschlechtsorgane sind Bildungen der „Genitalplatte", einer Peri-
tonealmembran, welche über dem Bauchmark liegt und in der Regel
die Geschlechtsproducte nur im Abdomen entwickelt. Zur Ausfuhr
dienen die sogenannten „Genitalschläuche", welche sich aus den
Trichtern der Nephridien unter Atrophie des drüsigen Abschnittes
bilden; nur bei Clistomastus sind dieselben nie funktionsfähig, die
Entleerung der Geschlechtsstoffe wird hier dadurch ermöglicht, dass
die Abdomina der geschlechtsreifen Thiere sich ablösen und zer-
fallen. — Blutgefässe fehlen allgemein, die reich gegliederte
Leibeshöhle tritt dafür ein; das Blut enthält gefärbte und ungefärbte
Elemente; erstere sind hämoglobinhaltig. {Monographie der Capi-
telliden des Golfes von Neapel und der angrenzenden
Meeresabschnitte nebst Untersuchungen z. vergleichenden
Anatomie und Physiologie in: Fauna und Flora des Golfes von
Neapel XVI. Monogr. Berlin 1887. 906 pag. 4» 37 Taf.)
Fr. Schack bearbeitete Nephtliys coecaFabr. aus
der Ost- und Nordsee; bei der Beschreibung wird die
grosse Variabilität der Parapodien erwähnt, einmal waren
sogar die Kiemen in einer Reihe Parapodien einwärts
statt auswärts gekrümmt.
Die Epithelschicht der Epidermis ist schwach entwickelt; die
äussere Ringsmuskelschicht fehlt, so dass die in 4 Bändern ange-
ordnete Längsmuscularis direct der Haut anliegt. In der Ausdehnung
des Rüssels fehlen die Dissepimente, durch die ganze Leibeshöhle
zieht auf dem Bauchstrang ein fasriges Band, das Aeste in die Para-
podien entsendet — seine Bedeutung ist unbekannt. Im Hirn
scheinen die beiden Schlundganglien verschmolzen zu sein, da es ein
einheitliches, durch die ersten 5 Segmente sich erstreckendes Gebilde
ist; im Bauchmark finden sich auch die riesigen Nervenfasern. Das
Blutgefässsystem ist ein völlig abgeschlossenes und besteht
wesentlich aus vier Längsstämmen, welche durch Querschlingen ver-
bunden sind. Die von Ehlers als Geschlechtsorgane ange-
sprochenen Bündel von birnförmigen Blindsäcken hat Schack jeder
Zeit gleich gefunden, sie können also nicht Geschlechtsorgane sein;
als Bildungsstätte der Geschlechtsproducte, speziell der Eier ist viel-
mehr eine an Blutgefässen reiche, kernhaltige Bindegewebsmasse an-
zusehen, die sich vom 15. Segment an bis hinten in jedem Segment
an der Basis der Parapodien findet; die Eiablage findet vom Juli bis
October statt. {Anatom. -histol. Unters, v. Nephthys coeca
i. d. Naturg. d. freileb. Wüniu.'V während d, J. 1886—1887. 73
Fahr., ein Beitr. z. KenntnisB d. Fauna d. Kiel. Bucht. Kiel 1886.
40pag. 8\ llith. Taf.).
Die Cuticula von Eunice, die an verschiedenen
Körperstellen verschieden dick ist, erscheint nach Et.
Jourdan zwar homogen, ist jedoch geschichtet; auch
wird dieselbe von Porenkanälchen, welche den Endab-
schnitt einzelliger Hautdrüsen enthalten, durchbohrt; die
darunter liegende Epithel schiebt besteht aus hohen
Cylinderzellen, zwischen denen gewundene Schleimdrüs-
chen stehen; die Muskulatur ist bekannt genug. Die
Borsten stehen in einem Follikel auf einer grossen
Mutterzelle. Darauf folgt eine Schilderung der histo-
logischen Verhältnisse des Nervensystems von Eun. tor-
quata und E. Harassii, der Sinnesorgane speziell der
Antennen, Cirrhen, des Nackenorgans von unbekannter
Function und des Auges. Des Weiteren werden Darm,
Kiemen und Gefässe, Fussdrüsen (Acicula), Pig-
mentorgane und Segmentalorgane behandelt; letztere
scheinen der Structur nach keine Excretionsorgane (etudes
histologiques sur deux especes du genre Eunice in:
Annales des scienc. 7iatur. Zoologie 7. ser. tom. IL 1887.
pg. 239—304. 5 pl.).
Derselbe publicirt Untersuchungen über die Haut
und die Hautsinnesorgane von Hermione hystrix und
Polynoe Grubeana, die einen grossen Reichthum von
Nervenendapparaten in den Elytren, Dorsalcirren etc.
ergeben haben {structur e histologique des teguments
et des appendices sensitifs de VHermione hystrix et
du Polynoe Grubeana in'. Arch. de Zool. exper. et gen.
2 sSr. tom. V. 1887. p. 91—122. 2 pl).
Nach Demselben zeigt die Haut von Siphonostoma
diplochaetos dieselbe Zusammensetzung, wie die andrer
Anneliden; vorn stehen zwei wohlentwickelte Augen; das
problematische Organ, das bald als Drüse, bald als ein
Theil des Gef ässsystems angesehen wurde, ist ein echter
Blutsinus {Co?itril iition ä l'anatomie des Chloremiens
in: C.E.Ac, Paris tom. 102. 1886. /. p^. 270— 272).
74 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
E. Rhode's „histologische Untersuchungen
über das Nervensystem der Polychaeten" be-
treffen folgende Aphroditeen: Aphrodite aculeata L., Her-
mione hystrix Quatr., Sigalion squamatum delle Gh., Sthe-
nelais dendrolepis Clap., Polynoe elegans Gr. und Psam-
molyce arenosa delle Ch. Alle Theile des Nervensystems
bestehen aus der inneren, eigentlich nervösen Substanz
und der äusseren, ein Bindegewebe vertretenden Hüll-
substanz; letztere — „Subcuticularfasergewebe" —
ist eine faserig -maschige Umwandlung der Subcuticula,
mit der sie auch meist im engsten Zusammenhang bleibt.
Die innere nervöse Substanz zerfällt in eine Rinde von
Ganglienzellen, die in den Maschen der Hüllsubstanz
liegen, und in eine von letzterer umschlossene, von
den Fortsätzen der Ganglienzellen gebildete Central-
substanz.
Alle Ganglienzellen sind unipolar und membranlos und erscheinen
entweder als kleine, helle, birnförmige und packetweise eng bei ein-
ander liegende Zellen mit vielen, gleichgrossen Kernkörperchen oder
als grosse, granulirte und runde Zellen, die isolirt liegen und deren
Kern immer nur ein stark lichtbrechendes Kernkörperchen besitzt;
beide Typen sind durch Uebergangszellformen mit einander verbunden.
Der Leib der Ganglienzellen besteht aus dem körnig fibrillären Mitom
und dem scheinbar homogenen Paramitom, das mitunter in grösseren
Ansammlungen vorkommt ; der Nervenfortsatz der Ganglienzelle geht
meist fast ausschliesslich aus dem Mitom, mitunter auch aus dem
Paramitom hervor. Die nervöse Centralsubstanz des Hirns, Bauch-
markes und der Nerven wird aus feinen, nicht mit einander anasto-
mosirenden Fibrillen von punktförmigem Querschnitt gebildet, die im
Hirn regellos durch einander ziehen, während sie im Bauchmark
und noch ausschliesslicher in den Nerven längs verlaufen. Fort-
sätze der Hüllsubstanz treten nur spärlich ein. In den Nerven
schliessen sich die Fibrillen nicht zu Nervenfasern zusammen. Die
zarten Fortsätze der kleinen Ganglienzellen des ersten Typus gehen
direct, die dicken Fortsätze der Ganglienzellen des zweiten Typus
durch pinselförmige Auflösung in die feinen Fibrülen der nervösen
Centralsubstanz über. Die Länge der Ganglienzellenfortsätze, ehe
sie fibrillär zerfallen, scheint in gewissem Verhältniss zur Grösse
der zugehörigen Zellen zu stehen, meistens lösen sich die Fortsätze
in demselben Segment in die Centralsubstanz auf, mitunter erreichen
aber die Fortsätze riesiger Ganglienzellen bedeutende Länge (kolos-
sale Nervenfaser"); sie durchziehen theüs Bauchmark und Hirn
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 75
der ganzen Länge nach oder bestimmte, grössere Abschnitte desselben,
theils treten sie seitlich mit den Nerven ab zur Peripherie. Diese
kolossalen Nervenfasern bestehen aus dem Achsencylinder d. i. dem
Fortsätze der kolossalen Granglienzellen und einer von der Hüll-
substanz stammenden Scheide; stets findet sich bei den im Bauch-
mark ziehenden kolossalen Nervenfasern in der Umgebung des Achsen-
cylinders ein Hohlraum, der von feinen, vom Achsencylinder stam-
menden Fibrillen durchzogen wird ; diese dringen in die Hüllsubstanz
ein und stellen möglicherweise eine Verbindung des Achsencylinders
mit den Fibrillen der Centralsubstanz dar. Sowohl in den kolossalen
Nervenfasern als der nervösen Centralsubstanz des Bauchmarkes
finden sich höchst auffallend gebaute, an multipolare Ganglienzellen
erinnernde, runde, kleine Gebilde in beschränkter Zahl, von denen
3 — 4 feine Fibrillen abgehen, welche in der Centralsubstanz den
nervösen Fibrillen derselben sich unterschiedslos beimischen und in
den kolossalen Nervenfasern gleich den vom Achsencylinder sich
seitlich abzweigenden Fibrillen den weiten Hohlraum durchziehen;
wahrscheinlich wird hierdurch ein weiterer Zusammenhang bestimmter
Art zwischen Achsencylinder der kolossalen Nervenfasern und der
nervösen Substanz vermittelt. Die Fortsätze der peripheren Ganglien-
zellen zeigen den Nerven gegenüber dasselbe Verhalten wie die
Fortsätze der centralen Ganglienzellen dem Hirn und Bauchmark
gegenüber (Histolog. Untersuch, über das Nervensystem der
Chaetopoden; vorl. Mitth. in: Sitzgsher. d. K. preuss. Äkad. d. Wiss.
Berlin 1886. pag. 781— 786 ; aus f. Arh. in: Zool. Beiträge hrsg. v.
A. Schneider. Bd. II. pag. 1—81 mit 7 Taf. Breslau 1887).
F. Leydig untersucht von Neuem „die riesigen
Nervenröhren im Bauchmark der Anneliden,"
constatirt ihre nervöse Natur und v^eist auf homologe
Bildungen bei Arthropoden hin. (Z. A. JX. 1886. /j. 591
bis 597 mit 1 Abb.).
Nach W. Kükenthal sind die beiden Stränge des
Bauchmarkes der Opheliaceen, welche im Gehirn
und vom dritten Rumpf segment bis zum After in Ver-
bindung stehen, von gruppenweis auftretenden Ganglien-
zellen umgeben, während ein gemeinsames Neurilemm
sie umhüllt. Die Differenzirung des Bauchstranges in
Ganglien und dieselben verbindende Längscommissuren
ist noch nicht deutlich ausgesprochen, aber im Princip
vorhanden. In jedem derartigen Ganglion existiren zwei
Paar laterale und zwei Paar innere Zellgruppen, da-
durch dass ein Theil der Ausläufer der lateralen Zellen
76 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
auf die andre Seite geht, entstehen eine dorsale und eine
ventrale Brücke, die zu 2 — 3 in jedem Segment vor-
kommen; die gleiche Zahl von Nervenpaaren entspricht
jedem Segment. Aus den Schlundkommissiiralganglien
entspringt der Sympathicus. Die Faserzüge des Hirns
besitzen drei Ganglienpaare; in das Bauchmark treten
Ectodermelemente von der ventralen Seite her, in das
Hirn von beiden und von der Dorsalseite; ausserdem
findet sich auf der Oberseite des Hirns eine Gruppe
grosser, rundlicher Zellen, die möglicherweise Reste der
Scheitelplatte der Larve sind. Die freilebenden Ophelia-
ceen (Armandia, Polyophthalmus) besitzen ein vollständig
entwickeltes Gehirn, während das Bauchmark mit dem
Ectoderm zusammenhängt; die im Schlamme kriechende
Travisia ein vom Ectoderm ganz abgeschnürtes Bauch-
mark und in Folge der Verkümmerung der Sinnesorgane
ein in seinem Bau reducirtes Hirn {Ueher das Nerven-
system der Opheliaceen in: Jen. Zeitsch. f. Naturw.XX.
1887. pg. 511—580. ^Taf.)
Et. Jourdan studirte „les antennes des Euni-
ciens"; die Cuticula ist sehr dünn, ohne Drüsenkanäle,
aber mit Vertiefungen, in denen sehr helle Härchen
stehen; nach innen liegt eine Schicht von Cylinderzellen,
die alle an ihrer Basis in einen Faden auslaufen ; zwischen
diesen Zellen trifft man stäbchenförmige Elemente mit
Kern und Züge feinster Fasern, die zur Cuticula gehen.
In der Achse der Antenne liegt ein Nerv, der von den
Fortsätzen der Epithelzellen umgeben wird, zwischen
denen sich Ganglienzellen-ähnliche Bildungen einschieben
(C. R. Ag. Paris tom. 103. 1886. 2. p. 216—218).
Unter den Muskelfasern verschiedener polychaeter
Anneliden unterscheidet Jourdan zwei Typen, die einen
sind fast cylindrisch, die andern ganz lamellös; meist
sind die ersteren spindelförmig und kurz, seltner lang;
ihre contractile Substanz ist homogen, ein Kern mit mehr
oder weniger Protoplasma ist stets vorhanden; ein Sarco-
lemma scheint zu fehlen. Auch die lamellösen Fasern
haben meist homogene contractile Substanz, nur bei
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 77
Protula intestinum Lam. kann man eine deutliche Quer-
streifung erkennen. Der ovale Kern liegt äusserlich.
(sii.rla structure des fibres mus culaires de quelques
Annelides polychetes in: CR. Äc. Paris tom. 104. 1887.
1. 2^- '795 — 797 lind Ann. and mag. of nat. hist. (5) XIX.
p. 320—221).
Genauere Mittheilungen über die Muskulatur von
Neplithys scolopendroides macht C. Emery; er
unterscheidet Muskeln, die aus glatten Fasern und solche
die aus quergestreiften Fasern gebildet Averden; zu ersteren
gehören die Längsmuskeln des Körpers, die Dorsoventral-
Parapodialmuskeln, die Acicularmuskeln und die der
intersegmentalen Diaphragmen; das System der quer-
gestreiften Muskeln ohne Beigabe von Abbildungen näher
zu schildern, dürfte vergebliche Mühe sein; es liegt nach
innen von den ersteren und verläuft in 3 Hauptlängs-
zügen, die theils durch Schrägfasern unter sich in Ver-
bindung stehen, theils Aeste an die Parapodien etc. ab-
geben {Intorno alla muscolatura liscia e striata della
Nephtliys scolopendroides D. Ch.in: Mittheil. a. d. zool.
Station zu Neapel Bd. VfL Berlin 1886 — 87. pg. 371 bis
380 c. 1 tav.).
Nach W. A. Haswell besteht die Wandung des
Drüsenmagens der Syllideen aus radiär gestellten, quer-
gestreiften Muskelfasern von embryonalem Character
(strncture of glandulär ventricle of Syllis in: Quart.
Journ. of micr. sc. vol. XXVI. London 1886 pg. 471 bis
480. Ijjl.).
C. Grobben macht darauf aufmerksam, dass die
Chloragogenzellen der Anneliden, besonders aber
die schlauchförmigen, mitunter verästelten Anhänge des
Rückengefässes der Lumbriculiden, die mit solchen Zellen
bedeckt sind, als Homologon der Pericardialdrüsen der
Mollusken anzusehen sind, denen excretorische Funktion
zukäme ; auch sei es richtiger die perienterische Flüssig-
keit nicht als Blut oder Lymphe, sondern als Coelom-
flüssigkeit zu bezeichnen, da sie nicht eine ernährende,
sondern eine ausgeschiedene Flüssigkeit ist (die Feri-
78 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
cardialdrüse der Opisthohranchier und der Anne-
liden in: Z. A. X 1887. p. 479—481).
Weittragende und anscheinend sehr exacte Unter-
suchungen veröffentlicht Eduard Meyer in seinen: „Stu-
dien über den Körperbau der Anneliden"; die
Arbeit bespricht zuerst ,,das Nephridialsystem der
Terebelloiden"; bei dieser die Terebellaceen, Amphara-
teen und Amphicteneen umfassenden Gruppe wird die
als Thorax bezeichnete Körperregion im Innern durch
ein muskulöses Diaphragma in zwei ungleich grosse Ab-
schnitte geschieden, den kleineren, vordren und den
grösseren, hinteren Thoracalraum ; beide sind aus Seg-
menten zusammengesetzt, doch fehlen die Dissepimente
bis auf kleine Reste; diese treten erst im Abdomen in
regelmässiger Folge auf. Mit Ausnahme des hintren Thora-
calraumes finden sich im ganzen Coelom Lymphkörper-
chen während der ungeschlechtlichen Perioden in grossen
Mengen, zur Zeit der Geschlechtsreife nur wenige. Diese
entstehen in drüsenartigen Wucherungen des Leibeshöhlen-
epithels, welche schon sehr früh auftreten (Lymphkörper-
drüsen, Bauchdrüsen). In der hintren Thoraxkammer
trifft man nur die reifenden Geschlechtsproducte, welche
von den periodisch auftretenden Geschlechtsdrüsen —
ebenfalls Wucherungen des Peritonealepithels — her-
stammen.
Entsprechend dieser Eintheilung der Leibeshöhle in zwei zu
gewissen Zeiten functionell ganz verschiedene Abschnitte, zeigt sich
auch eine locale Differenzirung ihrer Segmentalorgane, Nephridien:
die vorderen Paare mit kleinem Trichter, langem, excretorischem
Schlauch haben, wie die histologische Untersuchung lehrt (Vorkommen
von Concrementen, secretorischen Vacuolen in den Zellen), nur
excretorische Function; die Paare der hinteren Thoraxkammer be-
sitzen einen sehr grossen Trichter, und kurzen Schlauch, sie sind
in erster Linie die Abführungswege für die Geschlechtsproducte; im
hinteren Körperabschnitt fehlen die Nephridieu bei den Terebelloiden
ganz, doch ist anzunehmen, dass sie hier verloren gegangen sind und
durch die vorderen völlig ersetzt werden. Diese Verhältnisse werden
nun an Amphitrite rubra Risso, Lanice conchilega Pall. u. Melinna
palmata Grr. des Näheren geschildert, worauf verwiesen werden muss ;
anzuführen ist jedoch, dass bei Lanice conchilega die vier Nephridien
i. d. Natiirg. d..freileb. "Würmer während d. J. 1886—1887. 79
des hinteren Abschnittes des Nephridialsystems jederseits durch einen
vorn und hinten blind geschlossenen Längscanal in Verbinduug stehen,
der selbst ein excretorisches Epithel besitzt; die vier Nephridien
stehen mit der Aussenwelt jederseits durch je einen Porus in Ver-
bindung; ähnlich verhält sich auch Loimia medusa Sav., während
Pista cretacea 0. F. Müll, gewissermassen ein Bindeglied darstellt.
Leider konnte die Entwicklung dieser Längskanäle noch nicht unter-
sucht werden, wohl aber die der bleibenden Nephridien von Polymnia
nebulosa Mont. = Terebella Meckelii Clap., es ergab sich, dass Trichter
und Nephridialschlauch, so bei dieser Form u. bei Psygmobranchus
protensis, gesondert von einander entstehen und erst secundär sich
in Verbindung setzen ; erstere sind Bildungen des Peritoneums, letztere
entstehen aus ursprünglich soliden, retroperitonealen Zellsträngen;
für diese Verschiedenheit spricht auch das anotomische Verhalten und
letzteres deutet auch darauf hin, dass die Längscanäle von Lanice
und Loimia ebenfalls aus einer retroperitonealen Schicht hen-ühren,
also den Trichtern nicht homolog sind.
Bei dieser Sachlage d. h. dem aileinig-en Füssen auf
der Structur des erwachsenen Organes, hier der Längs-
kanäle ist eine Vergieichung der Verhältnisse bei Lanice
und Loimia mit dem Nierensysteme der Wirbelthiere
eine missliche Sache; der Autor ist auch vorsichtig genug,
vorläufig wenigstens den Werth seiner Befunde für die
Herleitung der Vertebraten von annelidenartigen Vor-
fahren hauptsächlich darin zu sehen, dass ein Beispiel
mehr gewonnen ist für die Möglichkeit des Vorkommens
übereinstimmender Einrichtungen in entsprecheiiden, aber
sonst divergirend ausgebildeten Organsystemen der jetzi-
gen Anneliden und Wirbelthiere, die auf Grund weit all-
gemeinerer Betrachtungen homolog sein müssen. — Der
zweite Abschnitt behandelt „die Excretions- und Ge-
nitalorgane der Cirratuliden", speziell von Chaeto-
zone setosa Mgrn.
Dieselben zeigen in mancher Hinsicht eine Uebereinstimmung
mit den Terebelloiden, in anderer aber auch recht bedeutendere Unter-
schiede; die ganze Leibeshöhle ist durch vollständige Septen in
Kammern abgetheilt u. so erscheinen alle Wimpertrichter als histologisch
differenzirte, parietale Aussackungen des vorderen Peritonalblattes
echter Dissepimente nach hinten in den Bereich des darauf folgenden
Segmentes, was man nur für die Vorfahren der Terebelloiden an-
nehmen kann; auch haben die Trichter keine Lageveränderurgen er-
fahren. "Wenn nun auch bei den Cirratuliden die vorderen Nephridien
80 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissenscL. Leistungen
allein Excretionsorgane sind u. einen dementsprechenden Bau besitzen,
so sind bei ihnen die hinteren nicht verloren gegangen, sondern in
grosser Anzahl vorhanden und reine Ausführwege der Geschlechts-
produckte.
Im dritten Abschnitt wird „das Nepliridialsystem
der Serpulaceen und Hermellen" besprochen; hier
scheinen die hinteren Organe ziemlich von dem Typus
der gewöhnlichen Nephridien, sind aber auch nur „Ge-
nitalschläuche"; dagegen sind die des Thoraxabschnittes
bedeutend umgewandelt, indem die Nephridialschläuche
eines Paares auf dem Rücken sich vereinen und einen
gemeinsamen, unpaaren Ausführungsgang haben. Die
Erklärung für diese beträchtliche Differenz will der Verf.
in einem folgenden Artikel bringen. {Mittheil. a. d. zool.
Station zu Neapel VII. Berlin 1886/87. pg. 592—741.
6 Taf. u. 3 Holzschn.) — Vergl. auch J. F. Cunningham:
tlie nephridia of Lanice conchilega Malmgr. in:
Nature XXXVI. 1887. pg. 162—163.
Fr. Albert's Mittheilung „über die Fortpflanzung
von Haplosyllis spongicola Gr." ist nun in ausführ-
licher Form erschienen (cf. J. B. 1884/85 pg. 164); im
Eingang wird durch eine Zusammenstellung aller bekannten
Haplosyllideen gerechtfertigt, warum der früher gebrauchte
Name H. aurantiaca Eis. zu Gunsten des alten Grube-
schen wieder eingezogen wurde ; im Uebrigen vergl. den
vorigen Bericht (Mitth. a. d. zool. Station Neapel. VII.
1886/87. p. 1—26. 1 Taf.).
St. Josepli stellt die bisher bekannten Modi (5) der
Fortpflanzung bei Syllideen zusammen und vertheilt
die einzelnen Species nach diesen 5 Modi (les annel.
jyolych. des cot es de Dinar d in: Ann. des sc. nat. VII. ser.
Zool 7. 1886. pg. 257—263).
Aus den Untersuchungen von Et. Jourdan über das
Keimbläschen von Siphonostoma diplochaetos
scheint hervorzugehen, dass der Nucleolus selbst zur
Ruhezeit des Eies im Stande ist, eine Anzahl Körnchen
zu produciren, die sich im Kernsaft zerstreuen (strudure
de la vesicule germinative da Siphon, diplochaetos Otto. C. R,
Ac. Paiis. tom. 102. pag. 1494—1496).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 81
Nach L. Roule enthalten die Eier von Dasychone
lucullana delle Ch. viel Nahrungsdotter; die Furchung
ist inaequal, es kommt zur Bildung einer epibolischen
Grastrula und im Moment des Verschlusses des Blasto-
porus existiren nur 2 Blätter; von dem inneren, dem
Entoderm, entsteht nun am verschlossenen Blastoporus
das Mesoderm {sur la formation des feuillets hlasto-
dermiques chez une Annelide polychHe in: C. R.
Ac. Paris tom. 105. 1887. 2. pag. 236 — 237 imd Revue
des Scienc. nat. MontpelL (3) tom. TV. j:>a^. 463 — 470).
Nie. Kleinenberg verfolgte „die Entstehung des
Annelids aus der Larve von Lopadorhynchus";
obgleich die Arbeit sicher zu den besten gehört, welche
wir über Annelidenentwicklung besitzen, muss doch auf
ein ausführliches Referat aus mehrfachen Gründen ver-
zichtet und auf das leicht zugängliche Original verwiesen
werden.
Die Darstellung beginnt mit der sehr eingehenden Beschreibung
der jüngsten Larvenform von kugliger G-estalt, welche durch einen
präoralen Wimperring (Prototroch) in zwei gleich grosse Halbkugeln ge-
theilt wird ; die grossen Wimpern dieses sind aus 20—30 feinsten
Härchen zusammengesetzt; über und unter demselben existirt noch eine
Reihe von Cilien. In der Tiefe der den Wimperring bildenden Zellen liegt
ein fast kreisförmiger Nervenring, dem eine xlnzahl Ganglienzellen an-
gehören ; endlich kommt dem Prototroch noch ein Ringmuskel zu. Der
Autor vergleicht später diese Larve mit den craspedoten Medusen und
findet, dass man ein geschlechtsreifes Thier von der Organisation einer
Lopadorhynchuslarve den Hydroraedusen einreihen oder diesen an-
schliessen müsste ; er bezeichnet das Nervensystem der Larve geradezu
als medusoid. Daraufhin wird die Entstehung des Annelides, soweit
sich dieselbe äusserlich verfolgen lässt, besprochen und endlich die
ganze Entwicklung auf Schnitten verfolgt. Ein allgemeines Kapitel
über das Neuromuskelsystem und eins über die Entwicklung durch
Substitution von Organen schliessen die Arbeit. — In der Detail-
darstellung ist die Entwicklung des Nervensystems des Annelids von
besonderer Wichtigkeit; ein Scheitelpol der präoralen Larvenhälfte
der Umbrella, entsteht in Form einer von Sinneszellen ausgekleideten
Grube ein Sinnesorgan, zu dem einzelne aus dem Ectoderm stammende
Ganglienzellen hinzutreten. Nachdem dieses seine ursprünglich
mediane Lage aufgegeben hat, bilden sich in seiner Nähe ein Paar
rudimentäre Antennenanlageu, darauf die Sinnesplatten, resp. das
vordre und hintre bleibende Antennenpaar und die durch eine be-
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. U. Bd. 3. H. F
82 Prof. Dr. M. Braun: ßer. üb. die wissensch. Leistungen
sondere Muskulatur hervorstülpbaren Geruchsgrübchen. Die oberen
Schlundganglien werden neu gebildet theils von aus dem Ectoderm
entstandenen Granglienzellen, theils von solchen der Geruchsgrübchen,
theils von den Sinueszellen der rudimentären wie der bleibenden
Antennenpaare; verloren geht das Scheitelorgan so wie das rudi-
mentäre Antennenpaar. Durch Nervenfasern stehen die oberen
Schlundganglien jederseits mit dem larvalen Nervenring in Verbindung,
während die Commissur zwischen beiden Ganglien erst secundär ge-
bildet wird. Auch für das Bauchmark wird nun nachgewiesen, dass
es getrennt von den Hirnganglien auftritt und auch im Anschluss
an larvale Sinnesorgane, sowie Bewegungsorgane sich bildet; es steht
ebenfalls mit den Ringnerveu in Verbindung und erst durch diesen
mit dem Hirn, Die direkte Verbindung tritt erst nach Schwund
des larvalen Ringnerven auf — so wird also allmählich das larvale
Nervensystem durch ein anderes, das bleibende des Annelids ersetzt.
Das gleiche gilt auch für die Muskulatur und andere Organe.
Die ganze Arbeit wird von einem Kapitel über das
Mesoderm eingeleitet, welches in dem Ausspruch gipfelt,
dass es eigentlich gar kein Mesoderm giebt; was aus
einem solchen Blatt hervorgehend angenommen wird, lässt
sich auf eines der beiden primären Keimblätter zurück-
führen und Sache der Forschung ist es, dies überall nach-
zuweisen (Z,f. lü. Z. XLIV. 1886. p. 1—227, 7nit 16 laf-)-
R. S. Bergh referirt über die neuesten Arbeiten aus
der „Entwicklungsgeschichte der Anneliden, mit
besonderer Rücksicht auf das sog. mittlere Keimblatt und
das Centralnervensystem", seinem Artikel besonders die
Arbeit Kleinenberg's zu Grunde legend (Kosmos 1886. //.
pag. 401—418).
Ausgedehntere Untersuchungen „ sur la regene-
ration des Segments posterieurs du corps chez
quelques annelides polychetes" hat C. Emery an-
gestellt; als Object diente Diopatra neapolitana, Lumbri-
conereis, Alciopiden und besonders Nephthys scolopendro-
ides. Die Borsten entstehen aus dem Ectoderm, jede
Borste auf einer grossen Zelle; das Nervensystem von
Nephthys bleibt stets in Verbindung mit dem Ectoderm;
die kolossalen Eöhren sollen absolut Nichts mit Nerven-
elementen zu thun haben ; sie communiciren miteinander
und entsenden in metamerer Anordnung Aeste ; Em. hält
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 83
diese Röhren für eine Art Ernährung'sorgan des Nerven-
systems. Die Angaben über die Anlage der Blutge-
fässe und der Leibesliölile sind nicht ganz klar; es soll
eine Zeit lang eine Verbindung zwischen beiden existiren,
die den Autor veranlasst auf Hirudineen und Ctenodrilus
pardalis Clap. hinzuweisen {Archives ital. de Biologie,
tom. Vll. Rom 1886. pag. 394—403).
b) Systematik, Faunistik und Biologie.
EduardMeyer sieht sich veranlasst, aus denFam.Tere-
bellacea mit ihren Subfam. Amphitritea, Polycirridea,
Artacamacea, Trichobranchidea und Corephoridea, sowie
Ampharetea und Amphictenea eine grössere Wurmgruppe
zu bilden, für welche er den Namen Terebelloidea vor-
schlägt; die Begründung hierfür soll in der in Aussicht
gestellten Monographie dieser Gruppe erfolgen (Mitih. a.
d. zool. Stat Neapel. VII. pag. 596).
W. Küken thal theilt die Opheliaceen wie folgt ein:
I. Opheliaceen ohne Bauchrinne:
Travisia Johnst.
II. Bauchrinne in der hinteren K(5rperhälfte:
Ophelia Sav.
lU. Bauchrinne sich durch den ganzen Körper erstreckend;
a) ohne Seitenaugen:
Ammotrypane R.
b) mit Seitenaugen:
1. mit Girren:
Armandia Fil.
2. ohne Girren:
Polyophthalmus Qtfg.
(l. G. Jen. Zeitschr.f. Natarw. XX. 1887. pag. 513).
Unter dem provisorischen Namen JJphelia neglecta n. sp.
beschreibt A. Schneider einen bei Pouliguen häufigen
Anneliden von 53 — 55 mm Länge und fleischrother Farbe;
18 Kiemen vom 10. — 27. Segment; Segmentzahl 32, Anal-
papillen20; 32 Parapodienpaare; vom Hirn gehen nach
vorn zwei keulenförmige „cornes frontales" und nach
hinten 2 S förmige Fortsätze „cornes posterieures oder
occipitales" ab, von den Seiten je 2 Nerven, ein nerf de
84 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
la fossette und einer, der zu einem ovalen Ganglion
führt; auf der hinteren Fläche bemerkt man 3, seltner
4Aug'enflecke; weitere Mittheilungen sollen folgen (sur
l' OphSlie du Pouliguen in: Tablettes zool. tom. IL
Poitiers 1SS7. pa^. 95— 104. Ipl).
Im Grolf von Neapel finden sich nach H. Eisig
folgende Capitelliden:
I. Notomastus Sars.
Capitelliden, deren aus 12 Segmenten bestehender Thorax aus-
schliesslich mit Pfriemen- u. deren Abdomen ausschliesslich
mit Hakenborsten ausgerüstet ist.
1. Untergatt. Clistomastus n. subg.
Genitalschläuche fehlend oder rudimentär in den letzten
3 Thoraxsegmenten. — Mit Cl. lineatus Clap. u. var. n.
Balanoglossi.
2. Unterg. Tremomastus n. subg.
Genitalschläuche wohl ausgebildet und mit den zuge-
hörigen Nephridien im Zusammenhang. — Mit Tr. Be-
nedini C\3iiß., pivfundus n. sp., fertüis n. sp., formianusn. sp.
II. Dasybranchus Gr.
Capitelliden, deren aus 14 Segmenten bestehender Thorax nur
Pfriemen-, deren Abdomen nur Hakenborsten besitzt. — Mit
caducus Gr., Gajolae n. sp.
III. Mastobranchus n. gen.
„Capitelliden, deren aus 12 Segmenten bestehender Thorax
ausschliesslich mit Pfriemen- und deren Abdomen hämal eine
Strecke hindurch mit Pfriemen- und Hakenborsten, neural
dagegen ausschliesslich mit Hakenborsten ausgerüstet ist". —
Mit Trinchesii n. sp.
IV. Heteromastus n. gen.
„Capitelliden, deren aus 12 Segmenten bestehender Thorax vom
2 — 6 Segmente mit Pfriemen- und vom 7. — 12. mit langen,
eigenthümlich geformten Haken ausgerüstet ist, deren Abdomen
hingegen ausschliesslich Haken und zwar, abgesehen von seinen
ersten Zoniten, solche gewöhnlicher Form und Grösse enthält.
— Mit filiformis Clap.
V. Capitella Blainv.
Capitelliden, deren aus 9 Segmenten bestehender Thorax im
1. — 6. Segmente ausschliesslich Pfriemen-, im 7. Pfriemen- und
Hakenborsten und im 8.-9., sowie in allen Abdominalsegmenten
nur Hakenborsten enthält. — Mit capitata Fabr.
YI. Capitomastus n. gen.
„Capitelliden, deren aus 10 (oder 11?) Segmenten bestehender
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 85
Thorax vom 2. — 4. (oder 5.) Segmente mit Pfriemen- und
vom 5. (6.) — 10. Segmente mit langen Hakenborsten ausge-
rüstet ist, deren Abdomen hingegen ausschliesslich Haken-
borsten gewöhnlicher Grösse enthält". — Mit minimus Lgrhs.
(Monographie de?' Ca'pitelliden in: Fauna und Flora d.
Golfes von Neapel XVL Berlin 1887).
L. V. Graff ist durch Untersuchung von Original-
exemplaren in die Lage gekommen, zu constatiren, dass
alle bisher als Arten von Spinther, Oniscosoma und
Cryptonota beschriebenen Formen nur einer Gattung
Spinther angehören und nur 3 Arten dieses Genus bilden.
Das Resultat der genauen, anatomischen Untersuchung
ergiebt folgende Diagnose:
Spinther Johnst. 1845 = Oniscosoma Sars. 1850 =
Cryptonota Stimps. 1854.
Polychaeten mit elliptischem, vorn und hinten abgerundetem
Körper, dessen Länge nur um die Hälfte bis ein Viertel den Breiten-
durchmesser übertrifft. Die Zahl der Segmente ist bedeutend; Kopf-
und Aftersegment sind nicht deutlich abgesetzt und mit Ausnahme
derselben tragen alle übrigen Segmente je ein Paar am Rande der
flachen Bauchseite angebrachter kurzer Parapodien sowie dorsale
paarige Hautfalten, welche über den Parapodien am Aussenrande des
Körpers entspringen und bis an die Mittellinie des stark gewölbten
Rückens sich erstrecken, so dass letzterer zwei Längsreihen solcher
Rückenlamellen trägt. Nur ein schmaler Rückenlängsstreifen vnrd
von ihnen frei gelassen und trägt gegen dasYorderende am Convergenz-
punkte des di'itten Lamellenpaares einen warzenförmigen unpaaren
Tentakel. Sowohl Rückenlamellen als Paropodien sind an beiden
Körperenden radiär zu den Brennpunkten der Ellipse gestellt und
erscheinen gegen das Hinterende sehr klein und dicht zusammen-
gedrängt. Meistens finden sich jederseits des Afters zwei finger-
oder warzenförmige Analcirren. — In die Basis des Rückententakels
sind vier kleine von der Haut überzogene Augen eingebettet. An
der dem Tentakel entsprechenden Stelle der Bauchfläche — also
ziemlich weit vom "V orderende abgerückt — liegt der Mund, während
der After u. die dicht über demselben mündende unpaare G-eschlechts-
öffnung am Hinterende der Bauchfläche angebracht sind. — Die
obere, freie Fläche ist durch in der Regel zweireihig angeordnete
ein- oder zweispitzige Chitinstacheln gestüzt, die in den Hautkämmen
eingeschlossen sind und nur mit den Spitzen ein wenig hervorstehen.
Die Parapodien enthalten je eine zusammengesetzte Hakenborste,
deren Stiel von 8—13 nadeiförmigen Stützborsten umgeben ist. Daneben
finden sich noch 1 — 4 Ersatzhakenborsten mit in der Entwicklung
86 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
begriffenen Stielen. Auf der dorsalen Seite des Parapodiums kann
eine Girre vorhanden sein, — Das Gehirn liegt dicht unter dem
Rückententakel, die beiden Bauchstränge sind weit getrennt, segmental
wenig angeschwollen l^nd durch Querkommissuren verbunden. — Der
Darm besteht aus Munddarm mit einem unten rinnenf(3rmig vertieften,
zungenartigen vorstreckbaren muskulösen Pharynx, ohne Kieferapparat,
einem mit paarigen Divertikeln versehenen Mitteldarme und einem
Enddarm, der vor dem Uebergange in den Mitteldarm den dem letzteren
aufliegenden Rücken blinddarm nach vorn entsendet. — Ein Blutgefäss-
system ist vorhanden, dagegen fehlen besondere Kiemen u. Segmental-
organe. Die Geschlechter sind getrennt. — Leben auf und von
marinen Spongien, an deren Oberfläche sie sich mit ihren Haken-
borsten anheften.
1. Spec. Sp. oniscoides Johnst.
= Cryptonota citrina Johnst.
Spinther arcticus Hansen.
Spinther major Levinsen.
2. Spec. Sp. mini accus Grube.
= Oniscosoma arcticum Sars.
Sp. arcticus Sars, Malmgr. u. Levinsen.
3. Spec. Sp. arcticus Wiren.
= Sp. oniscoides Meint.
(D ie Annelidengattung Sp int her in : Z.f. w.
ZoolXLVL 1. pag.l—m. d Taf,).
Zwischen den Geweben des Darmes einer Terebellides
Stroemi, welche 1884 in 130 m Tiefe im Gullmarfjord
gedredgt worden worden war, fand A. Wiren eine para-
sitisch lebende Eiinicee, welche unter dem Namen
Haematocleptes Terebellidis n. gen. n. sp. beschrieben
wird; 25 mm lang, weisslich, etwa 200 Segmente, Kopf-
lappen gleichmässig breit, oben convex, unten plan, etwas
länger als die 3 ersten Segmente; Augen, Cirrhen und
andere Sinnesorgane fehlen; die beiden ersten Segmente
ohne Anhänge, alle anderen tragen einrudrige Fuss-
stummel mit blattförmigen Dorsalcirrhen ; 3—6 Borsten
in jedem Parapod, welche jedoch nicht nach aussen treten.
Die Kiefer rudimentär. (HaemaiocL Terebellidis ,
nouvelle annSl. paras. de la fam. des Euniciens in:
Bih. tili K. Svenska Vet.-Akad. Handlingar Bd. XL No. 12.
Stockh. 1886. 10 pag. 8^. 2pL).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 87
W. Kükenthal hat die von der Expedition der
„Vettore Pisani" stammenden Opheliaceen zur Bear-
beitung erhalten.
Es sind folgende Arten: Travisia chüoensis n. sp. von Chiloe,
Ammotrypane Langii n. sp. Philippinen 20 m, Armandia
Weissenhornii n. sp. aus Perim, A. exigua n. sp. bei Leco-to (China)
15m, Polyophthalmus ceylonensis n. sp. von Colombo auf Ceylon
und P. striatus n. sp. von Hongkong; anhangsweise wird noch
Ammotrypane Ingehrigtsenii n. sp. 50 — 100 m im Isesund auf Spitz-
bergen.
(Die Opheliaceen der Expeditiori der „Vettore
Pisani" in: Jen. Zeitschr.f. Naturw. XXI. 1887. pag. 361
bis 373. 1 7a/. j.
Die an der Westküste von Norwegen in der Nähe
von Bergen vorkommenden Anneliden zählen Kükenthal •
und Weissenlborn auf (1. c. Jen. Zeitsch. f. Nat. XIX. 1886.
pag. 781—782).
K. Moebius fand unter den von Hensen auf einer
Fahrt in der westlichen Ostsee und im atlantischen
Ocean gesammelten, pelagischen Thieren eine junge
Polynoe, eine schon Claparede bekannte Polychaeten-
larve und Tomopteris helgolandica Greeff=T. onisci-
formis Leuck. u. Pag. (non Eschscholtz). (Systemat Dar-
stellung der Thiere des FlanJcton etc. in: V. Bericht d.
Comm. f. wissensch. Unters, d. deutschen Meere in Kiel. 1887.
pag. 109—126. 2 Taf.).
JiJereis diversicolos , Harmothoe Sarsii, Spirorbis nautiloides,
Amphicora Fabricia, Terebillides Strömii, Spio seticornis, Scoloplos
armiger u. Clitellio ater bei Lohme auf Rügen (Krause in Sitzbr. d.
Ges. nat. Frde. Berlin 1887, pag. 36.)
Die Fortsetzung der „e tu des sur les animaux
inferieures de la baie d'Alger" von C. Yiguier be-
handelt die pelagischen Anneliden und zwar:
Phyllodociens:
Pelagobia longocirrata Greeff., Maupasia coeca n. g. n. sp,, Hy-
drophanes Krohnii Clap., Pontodora pelagica G-reeff, Jospitus
phalacroides n. g. n. sp., = Joda microcera der vorl. Mitth. (cf .
J. B. 1884/85, pag. 180.) Phalacrophorus pictus Greeff.
Alciopiens.
Asterope Candida Clap., A. Contrainii Clap,, A, microcephala n, sp.,
Vanadis heterochaeta n. sp. u. Rhychonerella capitata? Greeff.
88 Pi'of- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Tomopteriens.
Tomopteris Kefersteinii Greeff u. T. levipes? Greeff.
Typhloscolecides.
Sagitella Kowalevskyi N. Wagn.
Aphroditiens.
Polynoe sp.?
Euniciens.
Ophryotrocha puerilis Clap. et Metschnik.
Lycoridiens sollen besonders besprochen werden.
Syllidiens.
a) ohne Generationswechsel: Exogone gemmifera Pagst., Sphaero-
syllis pirifera Clap., Sph. hystrix Clap., Amblyosyllis algefnae
n. sp., Grubea limbata Clap. u. Gr. tenuicirrata? Clap.
b) mit Generationswechsel : Virchowia clavata Lghs. u. Autolytus
prolifer Grbe.
Besondere Diagnosen der neuen Genera werden auch hier nicht
gegeben {Arch. d. Zool. exp. 2. ser. IV. pag. 347 — 442. 7 pl).
Baron de Saint Joseph beschreibt folgende Anne-
liden von den Küsten von Dinard und berücksichtigt
besonders die Verhältnisse der Fortpflanzung.
I. Tribus Syllideae.
1. Gen. Syllis Sav. mit hamata Clpd., variegata Gr., pro-
liferaKrohn, alternosetosa n. sp., aesthetica n. sp., gracilis Gr.
2. Gen. Pronosy llisMgr. m. longicirratan.s^.JamelUgera n.sp.
3. Gen. Syllides Oerst (nee Clpd. mit longicirrata Oerst).
4. Gen. Eusyllis Mgr. mit lamelligera Mar. et Bohr., mo-
nilicornis Mgr., Blomstraudi Mgr., intermedia n. sp.
5. Gen. Odontosyllis Clpd., fulgurans Clpd., ctenostoma
Clpd., polyodonta n. sp.
6. Gen. Trypanosyllis Clpd. m. Krohni Clpd., caeliaca Clpd.
7. Gen. Pterosyllis Clpd. (incl. Gattiola Johnst.) mit specta-
bilis Johnst.
S.Gen. Eurysyllis Ehl. mit paradoxa Clpd.
II. Tribus Exogoneae.
9. Gen. Grubea Qfg. mit clavata Clap., pusilla Duj.
10. Gen. Spaerosyllis Clpd. mit hystrix Clpd., erinaceus Clpd.
11. Gen, Paedophylax Clpd. mit claviger Clpd.
III. Tribus Autolyteae.
12. Gen. Autolytus Gr. (incl. Proceroea Ehl., excl. Stephano-
syllis Clpd.) mit paradoxus n. sp., longiferiens n. sp.,
ornatus Mar. et Bobr., pictus Ehl., macrophthalma Mrz.,
ehbiensis n. sp., punctatus n. sp., lugens n. sp., Edwardes
n. sp., inermis n. sp., prolifer 0. F. Müll. u. megodon n. sp.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886-1887. 89
13. Gen. Myrianida M. Edw. mit maculata Clpd. nnd einer
nicht bestimmten Art.
(Les annelides polychetes des cotes de Dinard
in: Annal d. scienc. nat. VII. ser. Zool. tom. I Paris 1886.
pag. 127 — 270 avec ßpL).
E. V. Marenzeller beschreibt folgende „Polychaeten
der Angra-Pequena-Bucht":
Eiiphrosine capensis Kinb,, Lepidonotus semitectus Stimps.,
Hemilepidia erythrotaenia Schm. , E u 1 a 1 i a capensis Schm.,
Neanthes latipalpa Schm., Eriphyle capensis Kinb,, Marphysa
sanguinea Moni, Arenicola raarina L. , Elabelligera luctator
Stimps., Cirratulus teutaculatus Moni, C, capensis Schm., Nico-
mache 3PIntoshü n. sp., Axiothea lyrocephala Schm., Sabellaria
capensis Schm., Leprea pterochaeta Schm, u. Dasychone violacea
Schm.
Im Ganzen 16 Arten, von denen 13 auch am Cap
der guten Hoffnung vorkommen, während 3 europäisch-
atlantische resp. mediterrane Arten sind; Eriphyle capensis
= Eunice Roussaei, maxima und validissima, Marphysa
haemosoma = M. sanguinea (Zoolog. Jahrb. hrsg. v. J. W.
Spengel. Ahth. f. System, Geogr. u. Biol. d. Thiere. III.
1. 1887. pag.\—U. 1 Taf.).
J. E. Benedict beschreibt folgende Anneliden:
Serpulidae :
Protula diomedae w. ^\}. von der AVestküste der vereinigten
Staaten Nordamerika's und aus dem Golf von Mexiko;
70—1100 Fdn.
Protula cdha n. sp. an der Küste von St. Thomas (Westindien).
Hydroides dianthus Verr. Chesapeakebay.
„ spongicola n. sp. Golf von Mexiko, 26 Fdn.
„ protiUicola n. sp. Cap Hatteras, 43 Edn.
Crucigera n. gen. „Serpulidae with the operculum infundibuli-
form and calcareo-cartilaginous, bearing radii more or less
branched, with rounded apices crenulating the periphery;
inner surfaces beset with conical ieeth ; peduncle with four
digital Processus just below the operculum, forming a cross."
Mit Websteri n. sp. Golf von Mexiko, 26 Fdn.
Pomatostegus stellatus Schm. Jamaica u. Cura§ao, an der
Küste.
Spirobranchus giganteus (Pall.) Mörch., an Korallenriffen.
„ incrassatus (Kroy.) Mörch. bei Vera Cruz.
„ dendropoma Mörch. an Korallenriffen.
90 Prof. Dr. M, Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
(Descriptions of ten species and one neiv genus
of annelids from the dredgings of the U. S. fish com-
miss. steamer Alhatross in: Proceed. of Un. St. nat. Mus.
1886. 'pag. 547—553. 6 pl).
H Eisig hält die „Archianneliden" für eine ganz
unnatürliche Gruppe, ,, indem durchaus heterogene Formen
unter dem zweifelhaften Bande der „Einfachheit" zu ihr
vereinigt sind; viele der als ursprünglich ausgegebenen
Charaktere finden sich auch sonst bei Anneliden, andre
sind durch Degeneration entstanden! Wir wissen nicht,
welche Anneliden die ursprünglichen sind (Monogr. d.
Capiielliden in Fauna u. Flora d. Golf v. Neapel. XVJ.
Berlin 1887. pag. 891—892).
Für die „Fauna und Flora des Golfes von Neapel"
hat J. Fraipont die Gattung Polygordius bearbeitet;
nach Darstellung der Anatomie, Histologie und Entwick-
lung — auf Grund erneuter Untersuchungen — wird die
systematische Stellung besprochen; eine Gruppe Archi-
anneliden wird aufrecht erhalten, zu denen Polygordius,
Protodrilus gehören, während Polyophthalmus , Ammo-
trypane,Saccocirrus und einige andere Gattungen als Ar chi-
chaetopoden den Uebergang von den Archianneliden
zu Polychaeten bilden. Die Bedeutung der Polygordius-
larve, ob Vorfahrenform oder entstanden durch Anpassung,
wird unentschieden gelassen (le genre Polygordius. XIV.
Monographie. Berlin 1SS7. 12ö pag. 16 pL; cf. auch J. B.
pro 1884/85, pag. 166 u. 167).
R. Scharff beschreibt einen neuen Ctenodrilus
parvulus n. sp. , aus einem Seewasseraquarium von Bir-
mingham, der sich durch geringere Grösse (4 mm) und
die Form der Borsten von Ctenodrilus pardalis unter-
scheidet, sonst jedoch mit diesem nach allen Richtungen
übereinstimmt (Ow Cteno drilus p arvulus n. sp. in:
Quart, journ. of micr. sc. vol. XXVII. 1887. pa^. 591 bis
603. Ipl.)
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d, J. 1886—1887. 91
Das Referat über folgende Arbeiten, die Ref. nicht
hat erhalten können, bleibt vorbehalten:
Herdmann, W. A., the foi'st report npon the fauua of Liver"
pool-Bay written by the membr. of the Liverp. Marine Biology Com-
mitt. London 1886, 372 pag. 8". 10 pl. 2 maps.
Whiteaves, J. F., Catal. of Canadian Pinnop., Cetacea, fish,
and Invertebr. Ottawa 1886. 42 pag. 8".
Au ri villi u s, C. W. S., Hafsevertebrater fran Tromsö, Bih. Kgl.
Svensk. Vet. — Ak. Handl. XI. 1886. m. 4. 56 pag. 2 pl.
Giard, A., Fragm. biologiques. V. Ophiodromus Herrmanni G.,
YI. Developpement de Magelona papillicornis in: Bull, scientif. du
:Nord (2) IX. pag. 93-99.
Giard, A., Sur quelques Polynoidiens ibid. pag. 1 — 18, II les
Polyn. commens. du Chetoptere ibid. pag. 334—341.
Cunningham, J. T., Stichocotyle nephrops n. sp. in Trans. R.
Soc. Edinb. XXXII. pag. 273-280 1 pl.
Ehlers, E., Rep. on the results of dredg. und. the direct. of
Pourtales (1868—1870) and AI. Agazziz (1877—1878) in the U. St.
coast surv. steamer Blake in: Mem. Mus. Harv. Coli. vol. XV. 1887.
335 pag. 60 pl.
Soulier, Alb., form, du tube chez quelq. annel. C. R. Ac.
Paris 101. 1887. 2. pag. 505— 507.
B. Gepherei.
a) Anatomie und Entwicklung.
Durch C. Ph. Shiiter erfolgen einige Angaben über
den Bau von Sipunculus indicus Pet. ; während die
Rüsselhaut im Ganzen mit der von Sip. nudus (Andreae
cf. J. B. 1880/81, pag. 35 d. S. A.) übereinstimmt, fehlen
in der Haut des Körpers die Integumentalkanäle
vollständig, da die Cutis sehr stark entwickelt ist; die-
selbe besteht aus einem dichten Netz von ausserordentlich
dicken Fibrillen, zwischen denen die Hautdrüsen liegen.
Eigenthümlich verhalten sich auch die Retractoren des
Rüssels, indem die je einen Retractor zusammensetzenden
Bündel von ihrem Ursprung aus den Längsmuskelbündeln
des Körpers an eine lange Strecke isolirt bleiben und
durch weitere Bündel verstärkt werden, bis sie am Rüssel
erst zusammentreten. Der Bauchnervenstrang ist sehr
lose an die Körperwand befestigt. Das die gesonderten
Wurzeln der Rüsselretractoren umgebende Epithel bildet
92 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
die Eier, die eine Strecke weit die Muskelbündel be-
gleiten. Auch über andere Arten folgen Angaben, doch
mehr solche, die zur Speziesbeschreibung nöthig sind.
(Beitr, z. Kenntn. d. Gephyr, a. d. mal. Ar eh. in: Natuurk.
Tijdsch. V. Nederl. Indien. Bd.XLV. BatavialSSQ. pag.4:72
bis6n. 4 Taf.)
Die „etude sur les Gephyriens armes ou Echi-
uriens" von M. Rietscli betreffen Bonellia minor und
Thalassema Neptuni aus Marseille, sowie Echiurus Pallasii
aus dem Kanal.
Die Haut der Bonellia besteht aus einer sehr dünnen Cuticula und
einer Cylinderzellenschicht, deren basale Ausläufer mit einem Granglien-
zellenplexus zusammenhängen ; zahlreiche einzellige Schleimdrüschen
finden sich im Epithel der Papillen ; andre im Bindegewebe, wo auch
der Plexus liegt. Die Muscularis besteht aus 3 Schichten: zu
äusserst Ringmuskeln, dann Längsmuskeln, aus breiteren Fasern be-
stehend und von reichlichem Bindegewebe durchsetzt, endlich zu
innerst schräg verlaufende Transversalmuskeln, die namentlich vorn
deutliche Bündel zeigen. Vom Pigment wird angegeben, dass es
das Spectrum des Chlorophylls besitzt und auch im Stande zu sein
scheint, Kohlensäure zu zersetzen. Die Haut von Thalassema, welche
Gattung sonst mit Bonellia übereinstimmt, scheint kohlensauren Kalk zu
enthalten. Die Borsten sind Cuticularbildungen des Ectoderms, die
auf einer Zelle entstehen. Der Darm zeigt bei den einzelnen
Formen die grösste Aehnlichkeit ; bei Thalassema fehlt eine wahre
Längsmuskellage in der vorderen Region der Munddarmes, wogegen
ein Blindsack hier vorkommt und eine drüsige Ampulle am Enddarm,
wo Echiurus eine besondere Drüsenregion besitzt ; die Besonderheiten
sind der AVechsel in der Lage der beiden Muskelschichten hinter dem
Kopf, die innigen Beziehungen des vorderen Theiles des Mitteldarmes
mit dem Blutgefässsystem und das Vorkommen des Nebendarmes.
Die Analdrüsen werden für Excretionsorgane erklärt. Wenngleich
dem Nervensystem die Segmentation fehlt, so ist die bilaterale
Symmetrie doch deutlich zu erkennen durch eine dorsale Längsfurche
und durch die Anordnung der Gran glienzellen in zwei Längsbändern ;
ein Neuralkanal (bei Bonellia fehlend) durchzieht das System;
charakteristisch ist die enorme Verlängerung des Schlundringes. Das
Blutgefässsystem zeigt sich bei allen Formen übereinstimmend.
Eine sehr eingehende Darstellung erfährt der Rüssel, bei dessen
lebhaften Bewegungen die Leibeshöhlenflüssigkeit keine Rolle spielt,
vielmehr kommt hierfür einzig und allein die Muskulatur des Rüssels
in Betracht. Bemerkenswerth ist der Nervenreichthum und die Ver-
bindung der Haut mit dem nervösen Centraltheü. Die G-enital-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 93
taschen sind zweifellos Homologa der Segmentalorgane; sie kommen
von 1 bis zu 4 Paar vor und die Reduction auf 1 Paar scheint mit
dem Geschlechtsdimorphismus zusammenzuhängen (Bonellia, Hamingia),
da bei einer grösseren Anzahl die Eier riskirten, nicht in Contact
mit den Männchen zu kommen. Zwei Typen der Eientwicklung
kommen bei Echiuren vor ; in dem einen Falle bilden sich die nackten
Ureier direct in Eier um (Thalassema, Echiurus u. Hamingia glacialis),
im anderen bilden sich accessorische Theile, Follicel und Kappe
(einige Thalassemen, Bonellia und Hamingia arctica).
Es folgt dann eine Darstellung des Männchens der
Bonellia minor und der Entwicklung derselben Art,
die kaum Neues bringt. Bemerkenswerth ist ein Embryo
mit doppeltem Hinterende. In systematischer Be-
ziehung wird an der Trennung der Echiuriden von den
Sipunculiden mit Hatschek festgehalten. {Recueil Zool.
suissetlU. 1886. pa^. 313— 515. 6 pL u. ThSse, Paris ISS7,)
Erneute Untersuchungen über Priapuliden haben
H. Scliauinsland ergeben, dass die beiden neben dem
After mündenden Schläuche dieser Würmer, die bald als
Geschlechtsorgane, bald als derenAusführgänge beschrieben
wurden, ursprünglich die ausführenden Theile der
Excretionsorgane sind und erst secundär bei reifenden
Thieren Bildung und Leitung von Sperma und Eiern über-
nehmen. Die eigentlichen Excretionsorgane sind den
ersteren seitlich ansitzende, stark verästelte Röhren mit
je einer kleinen birnförmigen Zelle am Ende, von denen
in jeden Canal eine lange Geissei hineinragt; sie alle
führen in die oben erwähnten neben dem After mündenden
Schläuche, aus deren Epithel nun zur Zeit der Geschlechts-
reife Eier und Sperma entstehen, um nach völliger Reife
sich zu lösen und damit direkt in das Lumen des aus-
führenden Abschnittes der Excretionsorgane — nicht in
die Leibeshöhle — zu gelangen. Durch diese Beob-
achtung werden die Priapuliden in Gegensatz zu den
anderen Gephyreen gebracht. (Die Excretions- u. Ge-
schlechtsorgane der Friapuliclen in: Z. A. IX, 1886.
pag. 574—577).
Das centrale Nervensystem von Halicryptus und
Priapulus liegt noch ganz im ectodermalen Epithel ; durch
94 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb die wissensch. Leistungen
stärkere Anhäufung von Ganglienzellen im Bauclimark,
die den Zwiscbenräumen der Eingsmuskelbündel ent-
sprechen, wird eine Segmentation angedeutet. Die
peripheren Nerven bilden keinen geschlossenen Ring,
sondern einen Plexus feinster Fäserchen, der „eine
fast bis in das Detail genaue Uebereinstimmung mit
dem epidermoidalen Plexus des peripheren Nerven-
systems von Sagitta" zeigt. Die ganze Darmwand wird
nach allen Richtungen hin von einem System feinster
Kanälchen durchzogen, die vielleicht die Bedeutung von
Chylusge fassen besitzen; für die Leibeshöhlenkörper-
chen wird wahrscheinlich gemacht, dass sie von wan-
dernden Bindegewebszellen herrühren. (Scliaiünsland,
Zur A nato mie der Pr iap a lide n in : Z. A. X. 1887.
pag. 171—173).
b) Systematik, Faunistik.
Phascolosoma sp. u. Boneilia viridis Rol. an der Westküste
Norwegens (Kükentlial u. Weissenboru: Jen. Zeitsch. f. Nat. XIX.
1886. pag. 781 ).
Halicryptus spinulosus bei Lohme auf Rügen (Krause in: Stzsb.
d. Ges. nat. Freie. Berlin 1887, pag 36.).
Das Vorkommen der Actin otrocha- Larve u. damit von Pho-
ronis an den britischen Küsten wird constatirt von J, T. Cunning-
ham [Natura 1886. pag. 361), W. A. Herdman [ibidem, pag. 387.),
W. H. Shrubsoll {ibidem pag. 439) u. W. C. Mc Jntosb [ibid. pag. 468.).
C. Ph. Sluiter veröffentlicht die 4. Mittheilung seiner:
„Beiträge zu der Kenntniss der Gephyreen aus
dem malayischen Archipel".
Das früher von ihm aufgestellte neue Genus Eciiinosiphon (cf.
J. ß. 1882/83 pag. 746) wird zu Gunsten von Cloeosiphon Grube ein-
gezogen, die daselbst als aspergillum beschriebene Art wegen einiger
Abweichungen vom typischen Cloes. asperg. Gr. als javanicum n. sp.
bezeichnet. Des Weiteren werden die Sipunculiden aus dem ma-
layischen Archipel beschrieben u. zwar 1. S. indicus Pet., 2. S. robustus
Keferst., 3. Sip. eduhs Lam., 4, S. cumanensis Kef., 5. S. billitonensis
n. sp. 6. Aspidisophon Steenstrupii Dies., 7. Asp. tenuis n. sp. 8. A»
levis \\. sp. 9. A. ravas n. sp., 10. A. exilis n. sp., 11. Phymosoma
Spemjeli n. sp., 12. Ph, dentigerum Sei. et de Man, 13. Ph. duplicigra-
nulatum n. sd. 14. Ph. asser Sei. et de Man, 15. Ph. pelma Sei. et de
Man, 16. Ph. 'psaron n. sp., 17. Ph, microdontoton n. sp. 18. Ph. lacteum
n. sp., 19. Ph. diaphanes n. sp., 20. Ph. maculatum n. sp., 21. Phas-
i. d. Naturg d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 95
colosoma abnormis n. sp. u. 22. Dendrostoma signifer Sei. et
de Man.
{In: Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie. Bd. XLV.
Batavia 1886. pag. 472—517. 4 Taf.).
Unter den von der französischen Cap Hörn -Ex-
pedition gesammelten Gephyreen befinden sich nach
J. de Guerne 14 Priapuliden; 3 derselben sind Priapulus
tuberculatospinosus Baird und stammen theils von den
Malouinen, theils aus der Bai Orange; die übrigen 11
bilden eine neue Art der Gattung Priapuloides Kor. et Dan.
(P. aiistralis n. sp.), welche Gattung bisher nur aus nörd-
lichen Meeren bekannt war. Auf diese beiden Formen
beschränken sich die Priapuliden der südl. Hemisphäre.
(Sur les Gephyriens de la famille des Priapulides
recueillis jjar la Mission du cap Hörn in: CR. Ac.
Paris tom. 103. 1886. 2. pag. 760—762).
C. Oligochaeta.
a) Anatomie und Entwicklung.
Die ausführliche Mittheilung von W. Micliaelsen über
Enchytraeus Möbii Mich. (cf. J. B. 1884/85, pag. 192,
wo der Wurm zur Gattung Archenchytraeus gestellt wird),
ist nun erschienen; der in Rede stehende Wurm wird
unter Berücksichtigung anderer Arten nach allen Rich-
tungen hin geschildert und die anatomischen Verhält-
nisse durch Abbildungen illustrirt (Untersuch, über En-
chytraeus Möbii Mich, und andre Enchytraeiden.
Kiell^^Q. 60 pag. 8«. STaf. In. Biss.?).
TTilliam Blaxlaiid Benliam giebt in seinen „ Studie s
on Earthworms" zuerst eine historische Uebersicht
unsrer Kenntnisse über Regenwürmer, dann eine Be-
schreibung der bekannten Formen incl. geographischen
Verbreitung, ferner eine Darstellung der verschiedenen
Organe in Bezug auf ihre Variabilität bei den verschie-
denen Arten und endlich eine Beschreibung der von ihm
selbst beobachteten neuen Arten. Aus dem dritten Capitel
führen wir an, dass der Autor die Theorie Ray Lan-
kester's bestätigt findet, nach welcher ursprünglich
96 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
zwei Paar Nepliridien jedem Segment zukommen; bei
Lumbricus, Titanus und Pontodrilus persistiren die ven-
tralen Nephridien, während die dorsalen atrophirt
sind — mit Ausnahme jener in der Glenitalregion,
wo die Samen- und Eileiter, vielleicht auch die Sper-
mathecae umgewandelte, dorsale Nephridien sind; bei
Rhinodrilus, Eudrilus, Anteus, Urocheata, Moniligaster
sind die ventralen Nephridien — ausgenommen in der
Genitalregion — atrophirt, die dorsalen erhalten; bei
einer Art Acanthodrilus und bei Plutellus sind die dor-
salen und ventralen Nephridien alternirend unterdrückt.
Darauf folgt eine ausführliche Beschreibung von Micro-
chaeta Rappi Beddard von Südafrika. (Quart, journ. of
micr. sc. vol. XXVI. 1886. j?ag. 213 — 301. ^ pl und
vol.XXVIL 1887. pa^. 77— 108. 2 pL).
Eudrilus sylvicola aus Britisch-Guiana besitzt nach
F. E. Beddard nur ein Paar Kalkdrüsen im 12. Seg-
ment, dagegen im 10. und 11. Segment je einen unpaaren,
median gelegenen Drüsensack, der in offener Verbindung
mit dem Oesophagus steht und wohl ein Homologon der
Kalkdrüsen darstellt; eineTyphlosolis fehlt. Auch bei dieser
Art, deren Geschlechtsapparat genauer geschildert wird,
besteht das bei Eudrilus peregrinus constatirte Verhält-
niss zwischen Ovarien und Oviducten (cf. unten). Des
Weiteren handelt derselbe über die Geschlechtsorgane
von Acanthodrilus, frühere Angaben (cf. J. B. pro 1884/85,
pag. 193) dahin berichtigend, dass vor den beiden Hoden
ein rudimentäres Ovarium und hinter demselben das
functionirende liegt, endlich werden die Genitalborsten
von Perichaeta Houlleti beschrieben {anatomy of earth-
worms in: Proceed. of the scient. meet. of the zool. Soc.
London forlSSl. pag. 312— 392. 1 pl).
Otto Dieffenbach's „anatomische und syste-
matische Studien an Oligochaetae limicolae" be-
treffen zuerst Lumbriculus variegatus Grube, von dem
allerdings, trotzdem die Untersuchung über ein Jahr aus-
gedehnt wurde, keine geschlechtsreifen Thiere gefunden
wurden; hierauf folgen Angaben über die Geschlechts-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 97
orgaue der Tubificiden und endlich systematische Be-
merkungen — cf. unten (In: Diss. Giessen 1885. 4:lpag.
80. 1 Taf, u. XXIV. Ber. d. Oberh. Ges. f. Natur- u. Heil-
kunde, pag. 65—107. 1 Taf.).
lieber Criodrilus lacuum Hoffm. liegen zwei ein-
ander ergänzende, zum Theil einander widersprechende
Arbeiten vor: L. Oerley: morphol. and biolog. ob-
serv. on Cr. 1. und W. A. Benliam: studies on earth.
Worms No. III Criodr. lacuum {Quart. Joum. of micr.
sc. vol. XXVII. 1887. ;9a^. 551— 560. 1 pl. u. pag. 6Q1~572.
Ipl).
Auch De Rosa hat diesen Wurm untersucht, er be-
schreibt zuerst die äusseren Charaktere; die Länge kann
bis 200 mm bei einer Dicke von 4 mm erreichen, die
Zahl der Segmente 400, im Mittel etwa 300 ; die Borsten
stehen wie bei Allurus, sind lang 5 förmig, der Knoten
in circa V? der Länge (0,8 — l,o mm), Genitalborsten
scheinen zu fehlen; Rückenporen fehlen, ebenso Clitellum
und Tubercula pubertatis. Weibliche Greschlechtsöffnung
am 14. Segment. Die Leibeswandung besteht aus Cuti-
cula, Epithel, Rings- und Längsmuskeln, letztere in zahl-
reichen Bündeln und dem Peritoneum. Der Oesophagus
reicht vom 4. — 13. Segment, darauf folgt der Magen
(14. Segment) und von da an der Darm, der eine wohl
entwickelte Typhlosolis besitzt. Im 7. — 11. Segment liegen
je ein Paar contractiler Herzschlingen. Die Geschlechts-
öffnungen liegen wie bei Allurus; receptacula seminis
fehlen; 2 Paar Hoden im 10. und 11. Segment, 4 Paar
Samenblasen im 9. — 12. Segment; 2 Paar Vasa deferentia,
die sich zu einem Atrium begeben (15. Segment); 2 Ova-
rien im 13. Segment; an jedem Ovidukt, am 13. Dissepi-
ment ein receptaculum ovorum {sul Criodrilus lacuum
in: Mem. della R. Accad. delle scienze di Torino ser. IL
iom.XXXVlII. 16 pag. l iav.).
A. Stolc beschreibt das auch anderen Oligochaeten
zukommende Darmgefässsystem von Nais barbata und
N. elinguis und findet ferner im Gegensatz zu Bonsfield
(cf. unten), zwischen den Tastorganen von Ophidonais
Arch. f. Natuigesch. 53. Jahrg. U. Bd. 3. H. Gr
98 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
serpentina und denen von Slavina appendiculata einen
grossen Unterschied, der gegen die von B. versuchte Ver-
einigung beider Gattungen spricht. Endlich folgen An-
gaben über die Geschlechtsorgane von Nais elinguis
(Beiträge zur Kenntniss der Naidomorphen in:
Z. A. IX. 1886. fag. 502—506 u. in böhm. Sprache in:
Sitzgsb, d. K. h. Ges. d. Wiss. 1887. pag. 227—38. 1 Taf.)
W. Michaelsen berichtet „über Chylusgefäss-
systeme der Enchytraeiden"; es handelt sich um
capillare Röhrchen in den Epithelzellen eines gewissen
Darmabschnittes, wobei das Epithel theils verdickt, theils
in Längsfalten erhoben sein kann; die Blutgefässe finden
sich stets in nächster Nähe dieser Chylusgefässe. Auch
die eigenthümlichen Darmanhänge bei Enchytraeus lepto-
dera, ventriculosus und appendiculatus fallen physiologisch
unter denselben Gesichtspunkt, indem sie die durch die
Darmpulsationen nach vorn geschaifte Nahrungsflüssigkeit
aufzunehmen und deren Ueb ergang in das Blut durch
ihre innige Verbindung mit dem Blutgefässsystem zu ver-
mitteln haben. Schliesslich weist der Autor darauf hin,
dass möglicherweise eine volle Homologie zwischen den
Darmanhängen der genannten Enchytraeiden und den
sogenannten Herzkörpern von Terebellides, Pectinaria
bestehe, wenn auch die Function verschieden sei (Ärch.
f. mikr. Anat Bd. 28. 1886. pag. 292—302 mit 1 Taf.).
Bei ihren Untersuchungen über „directe Commu-
nication des Blutes mit dem umgebenden Me-
dium" berücksichtigten C. F. und P. B. Sarasin auch
zwei Perichaeta- Arten von Ceylon.
Auch liier findet sich zwischen den Zellen der Haut ein System
von Hohlräumen, das nach der Ciiticula hin frei ist; letztere trägt
neben grösseren Drüsenmündungen noch zahlreiche kleine Poren, die
auf diese Intercellularräume treifen. Dass die Blutgefässe zwischen
die Epithelien der Haut eintreten, ist längst bekannt; von diesen
Gefässschlingen gehen nun zahlreiche kleinere Aestchen in die Inter-
cellularräume, diese mit Blut durchtränkend; letzteres communicirt
also durch die Poren mit dem umgebenden Medium, d. h. mit einer
dünnen, die Haut einkleidenden Wasserschicht.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886— 1887. 99
(Arbeit, a. d. zool.-zoot. Inst. Würzh. Hrsg. v. C. Semper.
VIII. 1886. pa^. 94— 101.)
Eine genauere Untersuchung „sul rapporto fra i
nefridii e le setole nei lombrici anteclitelliani"
führt A. Borelli zu dem Resultat, dass die Oeffnungen
der Segmentalorgane unserer Lumbriciden nicht alle vor
der zweiten Borste liegen, sondern auch vor der vierten
und im Zwischenraum zwischen der vierten Borste und
dem Rückenporus liegen können; individuelle Schwan-
kungen sind durchaus nicht selten (Bollet. de Musei di
Zool. etc. Univ. di Torino II. 1887. No. 21).
Bei Lumbricus terrestris, purpureus, riparius, tur-
gidus und mucosus liegen nach R. S. Bergh die 2 Paar
Hoden stets im 9. u. 10. borstentragenden Segment, die
beiden Ovarien im 12. Segment; gegen Ende des Cocon-
lebens entstehen die Geschlechtsdrüsen als keulenförmige
Wucherungen des Peritoneum. Lumbricus terrestris, ru-
bellus u. purpureus besitzen im 9. u. 10. Segment eine
unpaare Samenblase mit jederseits drei paarigen An-
hängen im 8. 10. u. 11. Segment, während die anderen
\'ier Arten 4 Paare von isolirten Samenblasen im 8. 9. 10.
u. 11. Segment haben. Sie entstehen bei L. turgidus als
Falten der Dissepimente ohne Zusammenhang mit den
Samentrichtern. Auch die Receptacula ovorum im
13. Segment stehen ursprünglich in keiner Verbindung
mit den Eileitern ; diese erfolgt erst nach ihrer Entstehung,
die der der Vesiculae seminales gleich ist. In Bezug auf
Zahl und Lage variiren bei den einheimischen Arten die
Samentaschen, receptacula seminis; 3 Paare besitzt
L. riparius je im 8. 9. u. 10. Segment gelegen, 2 Paare
die anderen Arten ; dieselben entsprechen bei L. turgidus
und mucosus den beiden hinteren Paaren von L. purpureus
(9. u. 10. Segment), bei L. foetidus, terrestris u. purpureus
den beiden ersten Paaren (8. u. 9. Segment) ; bei den drei
ersten Arten läuft ihr Gang nach vorn in die nächst vor-
hergehende Intersegmentalfurche, bei den 3 letzteren Arten
nach hinten. Sie entstehen sehr spät, als Einstülpungen
der Epidermis unter Betheiligung des Peritoneums, welches
100 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
ilire muskulöse Scheide bildet. Irgend ein Zusammen-
hang mit Segmentalorganen existirt nicht, vielmehr sind
sie als zu spezifischer Function umgewandelte Hautdrüsen
anzusehen. Von den Samen- u. Eileitern konnte nur
die Entwicklung des Trichters erkannt werden; dieser
legt sich als eine Verdickung im Peritonealüherzuge der
dorsal in den entsprechendenSegmenten gelegenen Seg-
mentalorganen an; wie der Gang entsteht, bleibt fraglich,
— immerhin kann so viel gesagt werden, dass Samen- u.
Eileiter im Allgemeinen den Segmentalorganen homolog
sind ( Vorläufige Mitth. über die Geschlechtsorgane der Regen-
wünner in: Z. A.IX. pag. 231 — 234 u. Untersuch, üb. d. Bau
u. d. Entwickl. der Geschlechtsorg. d. Regemvürmer in: Z.f.
w. Z. XLIV. pag. 303—332. 1 Taf.)
In einem Nachtrag macht derselbe zu seiner vorl.
Mitth. über d. Geschlechtsorg. d. Regenwürmer Angaben
über dieGeschlechtsorgane zweier Perichaeta-Arten;
was frühere Autoren Hoden nennen, sind Vesiculae semi-
nales (Z. A. IX. 18S6 pag. 234-235).
Nach Frank E. Beddard hängen die Ovarien von
Eudrilus peregrinus continuirlich mit den röhrenförmigen
Oviducten zusammen, was bisher einzig unter den Chae-
topoden dasteht und an Hirudineen, sowie Plathelminthen
erinnert (note on the ovaries and oviducts of Eudrilus in:
Z. Ä. IX. 1886. fag. 342—344).
Nach demselben unterscheiden sich die Geschlechts-
organe vonMonoligast er vondenenandererRegenwürmer,
bieten dagegen grosse Uebereinstimmung mit denen ge-
wisser Limicolen; dieses Factum spricht gegen di^ vonCla-
parede aufgestellte und allgemein angenommene Theilung
der Oligochaeten {note on the reproductive organs of
Moniligaster in: Z. Ä. X. 1887. j9a^. 678— 681.)
An den Vasa deferentia einiger Regenwürmer
(Lumbricus, ürochaeta, Microchaeta etc.) finden sich keine
besondere Drüsen, während bei anderen ein stark mus-
kulöses Organ mit gewissen Drüsenbildungen (Prostata)
besetzt, vorkommt; unter letzteren lassen sich nun 2 Formen
unterscheiden: bei Acanthodrilus, Trigaster, Pontodrilus
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 101
und Typhociis haben diese Organe die Form eines langen,
gewundenen Schlauches von weisser Farbe, bei Perichaeta,
Perion3^x, Megascolex u. A. bestehen sie aus zahlreichen
Läppchen, aus denen kleine Ductuli in einen Hauptgang
führen; F. E. Eeddard wirft nun die Frage auf, ob diese
verschiedenen Bildungen einander entsprechen u. welchen
anderen Organen niederer Oligochaeten sie homolog sind.
Während die sogenannte Prostata von Perichaeta der von
Acanthodrilus homolog- ist und grosse Aehnlichkeit mit der Prostata
mancher Limicolen (Tubificideu) besitzt, ist doch zu berücksichtigen,
dass sie bei Limicolen und Moniligaster durch eine Metamorphose
gewisser Peritonealzellen gebildet wird, während sie bei Perichaeta
mit einem kontinuirlichen Peritonealüberzuge belegt ist; folglich kann
nur letzterer in Wirklichkeit der Prostata von Moniligaster und
niederen Oligochaeten homolog sein. Nur ist aber auch das Atrium
von Eudrilus, Acanthodrilus etc. von einem Peritonealblatte bedeckt,
das aber nie eine Prostata bildet; der Bau der fraglichen Drüse bei
Perichaeta differirt allein von dem Atrium bei Acanthodrilus darin,
dass die Drüsenzellen, welche bei Acanthodrilus eine continuirliche
Bedeckung des auskleidenden Epithels bilden, in Gruppen angeordnet
sind. Es ist daher die sogenannte Prostata von Perichaeta dem
Atrium andrer Regenwürmer und der Limicolen homolog.
(On the so called prostate glands of the Oligo-
chaeta in: Z. A. X 1887. pag. 675—678).
C. Neuland fasst die Resultate seiner Untersuchungen
der Geschlechtsorgane von Lumbricus agricola
Hoifm. wie folgt zusammen: 1. Das Stroma des Ovariums
ist durchaus nicht homogen; 2. jedem Ei kommen zwxi
solide Keimflecke zu; 3. die Receptacula seminis sind
ontogenetisch Einstülpungen des Integumentes, doch hat
dabei die Entwicklung der einzelligen Drüsen numerisch
bedeutend zugenommen; 4. die Samenblase ist in toto
als Hode aufzufassen, 5. die Anzahl der Hoden ist also 2;
6. ein Theil des zur Vermehrung bestimmten Materiales
wird von lebensfähigeren Embryonen schon im Cocon als
Nahrung aufgenommen. {Ein Beitr. zur Kenntniss d.
Histol. u. Physiol. d. Generationsorg, des Regen-
wurms In. Diss. Bo7in 1886. 24, pag. 8^. 1. 2\tf. und
Verh. d. naturh. Ver. d. preuss, Rheinlande. 43 Bd. 1886.
'pag. 35—54. 1 Taf.)
102 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Otto Lehmann schliesst sich auf Grund eigener
Untersuchungen der Meinung Neuland' s an, dass auch
die sogenannten Samenblasen als Keimlager neben
den sogenannten Hoden (Hering) anzusehen sind.
Bei den mit einer medianen Samenkapsel versehenen Lumbri-
ciden entwickeln sich die aus den Hoden (Hering) stammenden Sper-
matoblasten in dieser, bei AUolobophara in der Leibeshöhle u, die
Spermatoblasten der Samenblasen entwickeln sich in diesen selbst.
Gegen die bisher angenommene Homologie der Geschlechts-
ausführgänge mit Segmentalorganen wird geltend gemacht,
dass Nichts dazu berechtigt, die Vierzahl der Segmentalorgane als
typisch in jedem Segment bei Oligochaeten anzunehmen, dass ferner
der Mangel an Segmentalorganen, wie er bei Limicolen in den
Genitalsegmenten vorkommt, Nichts beweist, da in der Jugend die
betreffenden Organe vorhanden sind u. endlich, dass die Ausführgänge
der Geschlechtsproducte so sehr viel später entstehen als die Seg-
mentalorgane; letzteres spricht auch gegen die Anschauung Bergh's
von der primären Function der Segmentalorgane (cf. oben pag. 62).
Vasa deferentia und Oviducte sind selbständig entstehende Organe,
ohne genetische Beziehungen zu den Segmentalorganen; da aber
beide die Function haben, Stoffe aus dem Leibesinneren herauszu-
schaffen, so können sie sich gegenseitig vertreten: „vasa deferentia
können als Leitungswege für die Excrete dienen und Segmentalorgane
können die im Innern der Leibeshöhle gebildeten Geschlechtsproducte
nach aussen schaffen".
{Beiträge zur Frage von der Homologie der Seg-
mentalorgane und Ausführgänge der Geschlechts-
producte bei den Oligochaeten. In. Diss. Jena. 1887.
39 pag. 8^. 1 Taf. u. Jen. Zeitsch. für Naturwiss. XXI.
pag. 322—360. 1 Taf.)
E. B. Wilson will bei Lumbricus olidus den ecto-
blastischen Ursprung des Nephroblast, aus dem die Ne-
phridien hervorgehen, gefunden haben und weist auf die
neuerdings behauptete ectoblastische Herkunft des Wolff'-
schen Ganges bei Vertebraten \im {Origin of the ex-
cretory system in the earth-worm in: Proceed. Äcad. of
nat. sc. Philadelphia. 1887. pag. 49 — 50.)
In einer weiteren Mittheilung constatirt derselbe,
dass die Entwicklung des Keimstreifens bei Lumbricus
viele Homologien mit der von Clepsine bietet; auch hier
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 103
handelt es sich um Reihen von Zellen, die aus je einer
grossen Endzelle durch Theilung hervorgehen u. die An-
lage des Nervensystems u. der Nephridien enthalten. In
letzter Linie sind sie auf das Ectoblast zurückzuführen
(on the germ-han eis of Lumbricus in: Journ. of morphoLI.
Boston 1887. pag. 183—192 1 pl)
Nach F. YejdoYsky kommen bei allen der 7 unter-
suchten Lumbriciden-Arten Larvenstadien von bald
ovoider, bald ellipsoider resp. kugeliger Gestalt vor, welche
durch Wimpern auf der Bauchseite in beständiger Rotation
erhalten werden; die 3 — 5 am Vorderende stehenden,
gewöhnlich als Schluckzellen bezeichneten Drüsenzellen
gehören zum larvalen Excretionssystem, da mit ihnen
sehr feine, wimpernde Kanäle zusammenhängen, die im
Leibesraum auf dem Rücken verlaufen und sie selbst ein
intracelluläres Kanalstystem besitzen, aus welchem die
Flüssigkeit durch eine dorsal befindliche Oeffnung nach
aussen entleert wird. Dieses ganze System geht zu
Grunde, wenn das zweite u. dritte Körpersegment gebildet
sind. Unabhängig hiervon bildet sich das System der
Pronephridien in jedem sich entwickelnden Segment,
die jedoch nur kurze Zeit functioniren ; die des ersten
Segmentes gehen als solche ganz verloren, die des zweiten
bis letzten bilden sich zu Nephridien um, doch per-
sistiren bei den meisten Oligochaeten nur die vom sechsten
Segment an, die vom 2 — 6 gehen zu Grude. {Das lar-
vale u. definitive Excretionssystem in: Z. Ä. X. 1887.
pag. 681—685).
Derselbe studirte: „Die Embryonalentwicklung
von Rhynchelmis (Euaxes)"; eine halbe Stunde nach
der Abstreifung des Cocons erscheinen auf der Oberfläche
der Eier die zu Bläschen umgewandelten Spermatozoen-
köpfchen, die dann Spindelgestalt annehmen u. unter Be-
theiligung eines Fortsatzes der Eisubstanz in den Dotter
einrücken; zwei Stunden nach der Eiablage wird das
erste und zwei Stunden später das zweite Polkörperchen
abgestossen; männlicher und weiblicher Vorkern liegen
oberflächlich, rücken aber später in die Tiefe, während
104 Pi'of- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
welcher Zeit sich am animalen u. vegetativen Pole ein
in den Dotter tief eindringender Ring von Protoplasma
bildet und das Ei eine plattgedrückte Gestalt' annimmt;
diese giebt es erst nach der Zweitheilung auf. Ueber die
weiteren Schicksale des männlichen u. weiblichen Pronuc-
leus konnten keine Erfahrungen gesammelt werden ; wegen
der Furchungsvorgänge muss auf das Original verwiesen
werden {in: Sitzgsber. der K. böhm. Ges. d. Wiss. 1886.
fag. 228—237.)
b) Systematik, Faunistik n. Biologie.
Die Discussion über die nächsten Verwandten der
Capitelliden führt H. Eisig zu dem Resultat, dass es die
Oligochaeten sind, wenngleich auch nahe Beziehungen
zu den Polychaeten bestehen; bei dieser Sachlage kann
von einer Theilung der Chaetopoden in Poly- u. Oligo-
chaeta nicht mehr die Rede sein; letztere haben nur
den Anspruch auf den Rang einer durch vielseitige An-
passung entstandenen Familie (Monographie der Capitel-
liden in Fauna und Flora d. Golf. v. Neapel. XVI. Berlin
1887.)
Der von Rapp 1848 als Lumbricus microchaeta be-
schriebene riesige Regenwurm vom Cap wird von F. E.
Beddard als Microchaeta Eappii n. gen. n. sp. genauer
beschrieben:
Er wird 4 — 5 Fuss lang, ist auf dem Rücken dunkelgrün, auf
dem Bauche braunröthlich ; die Borsten stehen wie bei Lumbricus
terrestris; Clitellum vom 10. bis 30. Segment, auf der Dorsalseite
entwickelt; die Mündungen der Segmentalorgane liegen wie bei
Urochaeta, Anteus, Rhinodrilus, Eudrilus und Moniligaster; die Organe
selbst bestehen aus einem Drüsenkanal und einem blasenförmigen
Endabschnitt von dreizipfliger Form; letztere sind zum Theil mit
Chloragogenzellen bedeckt. Das Gefässsystem gleicht dem von Mega-
scolex coeruleus. Zwei oder drei Segmente hinter dem Kopf findet
sich eine kuglige Erweiterung des Oesophagus wie bei Enchytraeus
ventriculosus, die aber wohl als Homologon der Kalkdrüsen aufzu-
fassen ist. 2 Paar Hoden im 10. und 11. Segment, hinter ihnen die
Spermathecen ; Vasa deferentia ohne Prostata oder Penis münden im
18. Segment; Ovarien im 13. Segment; Oviducte im 12. Segment;
Begattungstaschen zu mehreren im 12. — 15. Segment.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 105
(O71 the anatoniy and System, jyosition of a gigantic
( arthicormfrom the Cape Colony in: Transact. of the
zoolog. SOG. of London, vol. XIL j^ag.d. 1886 P. 63—76. 2 pl.)
hierzu berichtigt derselbe, dass die eigentlichen Ovarien
im 11. Segment liegen, was er als Ovarien angesehen hat,
dürften Receptacula ovorum (Bergh) gewesen sein (Proc.
zool Sog. London for 1886. pag. 298—314).
Unter dem Namen Thamnodrilus GuUelmi n. gen.
n. sp. beschreibt derselbe einen 6 Zoll langen, Vs Zoll
breiten Lnmbriciden von Britisch-Guiana.
Der Mund liegt ganz vorn; das Clitelhim reicht vom 15. bis
25 Segment und ist bauchseits nicht entwickelt; die Borsten stehen
paarweise, diejenigen des Gürtels sind diu'ch die Form von den übrigen
ausgezeichnet; Dorsalporen scheinen zu fehlen; vom Rückengefäss
gehen hinter dem Kopf zwei Paar Herzen zum Bauchgefäss und
vom oberen Darmgefäss im 10., 11. und 12. Segment 3 hintere Herzen;
im 9. — 14. Segment finden sich je ein Paar Oesophagusdrüsen ; Seg-
mentalorgane mit Ausnahme der im ersten Segment überall vor-
handen; das erste Paar weicht in der Form von den folgenden
14 Paaren und diese wieder von den hinteren d. h. vom 17. Segment
an, ab. 2 Paar Vesiculae seminales im 11. und 12. Segment; 2 ver-
ästelte Ovarien im 13. Segment, 2 kugiige Spermathecen im 7. Seg-
ment; Oviducte beginnen im 13., münden im 14. Segment; Vasa de-
ferentia im 18. Segment, Mündung?; Prostata fehlend.
{On the structure of a neiv genus of Lumbricidae
in: Proceed. zool. Sog. London for 1887. pag. 154 — 162.
6 Holzschnitte.)
Frank E. Beddard's „note on the structure of
alargespecies of earthworm from New-Caledonia"
betrifft Acanthodrilus Layardi n. sp., der 28 Zoll lang
wird (Proceed. zool. Sog. London forlSSQ pag. 168 — 175 pl.).
In seinen „descriptions of some new or little-known
earthworms" behandelt derselbe Perichaeta indica
Horst von Neucaledonien, P. Horsti n. sp. von Manila,
Eudrilus^oymn. sp. von Neucaledonien u. Microchaeta
Rappii F. E. B.; zuletzt wurde dann noch die grosse
Variabilität in der Lage u. Zahl der Geschlechtsöifnungen
u. der Mündungen der Spermathecen bei Perionyx exca-
vatus constatirt (ibidem pag. 298 — 314 mit Holzschn.).
Derselbe beschreibt — auch anatomisch — folgende
106 Prof. Dr. M. Brau n : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Lumbriciden : Perichaeta ceylonica n. sp. von Ceylon,
P. HouUeti PeiT. von Manila, P. posthuma Vaill, dto. u.
Moniligaster Banoelli. n. sp. ebenfalls von Manila
{notes on some earthworms from Ceylon and the Phi-
lippine Islatids etc. in: Annais and magaz. of natur.
history 5. ser. vol. XVII. 1886. pag. 89—98. 1 pl.).
F. E. Beddard beschreibt Cryptodriliis Fletcheri
n. sp. von Queensland (Proc. zool. Sog. London 1887.
pag. 544—548).
D. Rosa beschreibt einen neuen, wahrscheinlich bei
Genua lebenden Oligochaeten wie folgt:
„Longitudo 35 mm, cutis decolor pellucida, cingulum opacura album,
segmenta circiter 75. Lobi capitalis processus posticus dimidiam fere
partem segmenti buccalis aut primi occupans, cingulum ad instar
zonae segmenta 13— 16, 17 = 4 — 5 complectens; spatium inter setas
dorsuales (3—4) bis fere in spatio dorsuali mediane contentum, spatio
setas ventrales dividente duplo majus, spatio vero inter setas ven-
trales et dorsuales aliquanto minus, intervallo ventrali mediane sub-
aequale. Sperraathecarum orificia duo inter segmenta VIII et IX,
orificia feminea duo in segmento XIV., orificia masculina duo in
segmento XVII setis penialibus obsessa ; haec omnia orificia in seriem
setis inferis ventralibus communem disposita. ISephridiopora ante
setas inferas dorsuales sed ad ventrem paulo in clinata, jam usque a
quarto segmento conspicua-, pori dorsuales nulli. Spermathotecae duo
in segmento IX, testes quatuor in segmentis X et XI, vesiculae
seminales quatuor in segmentis XI et XII, ovaria duo in segmento XIII,
receptacula ovorum duo in segmento XIV; haec omnes partes septis
anticis affixae ; tubae vasorum deferentium quatuor in X et XI seg-
mento, oviductum duo in XIII septis posticis adhaerentes; prostata
ordetur deesse".
Diese 2ihMiGrosole^modestus n.gen.n.sp. bezeichnete
Form steht der Gattung Pontodrilus nahe (Bollet. dei
Musei di Zool. ed. An. comp, della R. Univ. di Torino II.
1887. No. 19).
Derselbe beschreibt:
Allolobophora celtica n. sp. von Brest (Bretagne) in: Bolletino
dei Musei di Zoologia ed Anatomia comparata della B. Universith di
Torino I. 1886. No. 2), ferner Allolobophora veneta n. sp. aus Venedig,
A. Ninnii n. sp. aus Trevisa und führt 11 andere Arten aus Venetien
an (not 6 sui lombrici dei Veneto ibidem No.3 u. Atti R. Istit.
Veneto {6) tom. IV. 15 pag.)', die anatomische Untersuchung von
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 107
Criodrilus laciuim Hoffm. giebt demselben Veranlassung eine
neue Subfamilie der Lumbriciden — Criodrilina n. subf. zu creiren.
{Nota preliminare sul Criodrilus lacuum ibidem
No. 157 u. Mem. R. Acc. Tor. cL Fis. nat. (2) t 38. \^ pag.
40. 1 tai\).
Als Hör mo gaster Redii n. gen. n. sp. bezeichnet
D. Rosa einen Lumbriciden aus Sardinien und dem bo-
tanischen Garten in Rom, den auch wahrscheinlich Redi
(1684) bereits gesehen und abgebildet hat; die Diagnose
lautet:
Länge der Spiritusexemplare bis 16 cm (lebend 35 cm), Durch-
messer 9 mm; Körper cylindrisch, Farbe erdbraun, unten heller;
Clitellum vom 15. — 25. Segment, sehr schwer erkennbar ; Tubercula
pubertatis vom 18. — 24. Segment; männliche Oeffnung zwischen
15. und 16. Segment, an der zweiten Borste, weibliche am Hinter-
rande des 14. Segmentes ; Borsten in 4 Reihen, die beiden Bauchreihen
so weit von einander entfernt wie den Rückenborsten.
(Boll. dei Musei di ZooL etc. della Univ. di Torino,
IL 1887. No. 32.
Derselbe untersucht „la distribuzione verticale
dei lombrichi sulle Alpi"; als alpine Formen werden
solche bezeichnet, die nicht in die Poebene herabsteigen
(AUolobophora alpina Rosa, A. octaedra Sav., A. icterica
Sav., A. constricta Rosa, Lumbricus Eiseni Lev. und
L. Meliboeus Rosa), als Formen der Ebene auch solche,
die bis 2200 m hoch vorkommen, jedoch in der Poebene
leben (All. profuga Rosa, A. mucosa Eis., A. foetida Sav.,
A. transpadanaRos., A. trapezoides Dug., A. subrubicunda
Eis., A. chlorotica Sav., Allurus tetraedius Sav. u. Lum-
bricus herculeus Sav.); mediterrane Formen sind:
Allolob. complanata Dug., A. gigas Dug. u. A. veneta Rosa
(Bollet. dei Mus. di ZooL etc. della R. Univ. di Torino II.
1887. No. 31.)
D. Rosa konstatirt das Vorkommen von Lumbricus
Eiseni Lev. in Italien und giebt eine verbesserte
Speziesbeschreibung {Bollet dei Mus. d. ZooL etc. Torino
IL 1887. No. 22.)
R. Horst beschreibt eine Anzahl Regenwürmer:
1. M oniligas ter ifoM^mi n. sp., 1,50m lang von Sumatra,
2. Rhino drilus Tenkatei n. sp. von Surinam, 3. Eudrilus- Arten
108 'Prot. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
von Surinam, 4. Acant;hodrilus Schlegelii Horst und ungulatus
Perr. von Liberia resp. Neu-Caledonien, 5. Ac. Büttikoferi Horst von
Liberia, 6. Allobophora Oerleyi n. sp. = Lumbricus terrestris var.
platyurus Oerl. aus Ungarn und 7. Lumbricus terrestris var.
stagnalis Oerl. dto.
(Descriptions of earthivorms in: Notes from the
Leyden Museum vol. IX. 1887. pag. 97—106. 1 pl, 247 his
258. 1 pl u. 291—299. 1 pl)
E. Perrier ist in der Lage gewesen, die Originale
Kinberg's untersuchen zu können; die beiden Genera
Alyattes und Hypogeon Kinb. müssen aufgegeben
werden; Tritogenia, Geogenia u. Eurydame gehören
zu den intraclitellianen Lumbriciden u. sind durch je eine
Art vertreten:
Tritogenia sulcata Kinb. von Port Natal hat 8 Borsten in jedem
Ring, der Gürtel umfasst Segment XVII— XXIV; bei Geogenia
natalensis reicht er vom XIII. — XVIII. Segment, während die Mün-
dungen der männlichen Organe zwischen dem XVI. u. XVII. Seg-
ment liegen. Eurydame insignis von Panama nähert sich Urocheta
Perr. in der Stellung der hinteren Parapodien, doch sind nur 4,
nicht 8 vorhanden. Die drei Kinberg'schen Arten von Mandane und
sein Hegesipile hanno gehören zu Acanthodrilus Perr. Die Gattungen
Amyntas, Nitocris, Pheutima, Rhodopis und Lampito von Kinberg
sind zu streichen, die betreffenden Arten gehören zu Perichaeta Schm.
= Megascolex Tempi.
{Sur les genres de Lomhriciens terrestres de Kin-
berg in: C. R. Ac. Paris tom. 102. 1886. /. fag. 875-877.)
Die neuen Arten; welche William Blaxland Benham
beschreibt, sind:
Microchaeta Beddardi n. sp. von Natal, ferner Urobenus
brasüiensis n. gen. n. sp. von Pedza agu ; 6 Zoll lang, Vs breit, 92 Seg-
mente; vorn ein Prostomium; Clitellum nicht vollständig, wie bei
Lumbricus, vom XIV. -XXV. Segment; die 65 mm langen Borsten
(soll wohl heissen 6,5mm) /Sförmig, in 4 Bündeln in jedem Segment;
die Spermathecen öffnen sich jederseits am VII, VIII. und IX. Seg-
ment, der Samenleiter am XX. Segment; Diachaeta Thomasü n. gen.
n. sp. von St. Thomas, Westiudien; cylindrisch, an den Enden stark
abgerundet, 3 Zoll Ipng, Vs Zoll breit, 335 Segmenten ; Clitellum vom
XX. — XXXIII. Segment reichend, den Körper ganz umgebend; die
Borsten zu 8 in jedem Segment, aber nicht in Bündeln, sondern
einzeln und alternirend, so dass die des xten Segmentes in der
Stellung denen des (x + 2)ten Segmentes entsprechen, ausgenommen
i. d. Naturg. d.ireileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 109
die ventralen, welche jederseits der Mittellinie je eine Reihe bilden.
Die männlichen Oeffnnngen liegen am XXII., die Spermathecen
öifnen sich am VI., VII. und VIII. Segment; Trigaster Lankesteri
n. gen. n. sp. ebenfalls von der Insel St. Thomas ; auf der Unterseite
in der vorderen Gegend des Clitellum eine tiefe, jederseits von
Papillen umgebene Grube; drei distincte Kröpfe (gizzard) am Oeso-'
phagus; Zahl der Segmente fraglich, da das einzige Exemplar un-
vollständig war; Clitellum vom XIII. — XL. Segment, die Grube vom
XVI. — XX. Segment ; Spermathecae öffnen sich am VII. u. VIII. Seg-
ment; die Genitalöffnungen im Clitellum gelegen. Näheres über die
Anatomie dieser Thiere cf. Original.
{Studie s on earthiüonns in: Quart. Journ. of micr.
sc. vol.XXVIl. 1887. pag. 11— lOS. 2 pl.)
A. 0. Bourne besclireibt folgende Regenwürmer aus
Indien:
1. Perichaeta Laivsoni n. sp., 2. P. hivaginata n. sp , 3. P. gra-
cilis n. sp., 4. P. Stuarti n. sp., 5. P. hurliarensis n. sp., 6. P. huli-
Mnensis n sp., 7. P. mirahilis n. sp., 8. P. salettensis n. sp., 9. P. sal-
tans n. sp., 10. Moniligaster grandis n. sp., 11. M. uniquus n. sp.,
12. M. sappMrinaoides n. sp., 13. M. robustus n. sp,, 14. M. papiUatus
n. sp., 15. M. ruher n. sp. und 16. M. minutus n. sp.
(On indian earthworms; pari. L prelim. note of
earthiüorms from the Nilgiris and Shevaroys in:
Froceed. zool. Sog. London for 1886. pag. 662 — 67*2.)
Die a u s t r a 1 i s c h e n R e g- e n w ü r m e r hat J. J. Fletcher
bearbeitet; nach Beschreibung der Localität u. Angabe
von biologischen Beobachtungen werden folgende Formen
beschrieben :
A. Lumbricini anteclitellini.
1. Lumbricus Novae-Hollandiae Kinb.
B. Lumbricini intraclitellini.
Notoscolex n gen. „with clitellum comprising some or all
of Segments XIII. — XXIII; male pores two, on Seg-
ment XVin, on papillae in a liue with the interwals bet-
ween the inner couples of setae-; oviducal pores in XIV;
setae in eight longitudinal rows".
2. mit camdenensis n. sp. ; 148 mm lang, über 220 Segmente;
von Burranang in der Gegend von Caniden, Neu-Südwales.
3. grandis n. sp. 76 — 106 cm lang, ebendaher.
Didymogaster n. gen. Männliche Geschlechtsöffnungen im 18.,
weibliche im 14. Segment ; 8 Reihen von Borsten, 2 Kröpfe ;
Clitellum vom 13. oder 14. bis zum 18. Segment.
4. mit sylvaticus n. sp. 70 — 80 mm lang aus Neu- Südwales.
110 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
C. Lumbricini postclitellini.
5. Digaster lumbricoides Perr. Neu -Holland.
6. T erichaetB, australis n.siß. Neu -Südwales.
7. „ Coxii n. sp. sehr häufig,
Cryptodrilus n. gen. mit 8 Borstenreihen, 4 Reihen ventral,
2 lateral und 2 dorsal. Clitellum vom 13. — 17. Segment;
2 Paar Spermathecen, zwischen 7. u. 8., resp. 8. u. 9. Seg-
ment ausmündend; männliche Geschlechtsöffnung im 18.,
weibliche wahrscheinlich im 14. Segment ; Dorsalporen vom
13. Segment an, intersegmental ; 2 Paar Hoden im 11. und
12. Segment; 1 Paar Prostata im 18. und 19. Segment,
Ovarien im 13. Segment; im 7. — 12. Segment die Herz-
schlingen.
8. mit Tusticus n. sp. von Neu-Südwales.
{Notes on australian earthworms I. in: Froceed.
Linn. Soc. of New South ]Vales sec. ser. vol. 1. 1886 pag.
522—574. 2 pl)
In der Fortsetzung' constatirt derselbe, dass der von
ihm zuerst als Lumbricus Novae-Hollandiae Kinb. be-
schriebene Wurm sich von der Kinberg'schen Art unter-
scheidet, w^eshalb er nur den Namen Lumbricus austra-
liensis n. sp. erhält; ferner werden beschrieben:
10. Digaster armifera n. sp. N, S. Wales.
11. Cryptodrilus saccarius n. sp. dto.
12. Perichaeta fenax n. sp. dto.
13. „ austrina n. sp. dto.
14. „ gracüis n. sp. dto.
15. „ harronensis n. sp. N. Queensland.
16. „ queenslandica n. sp. dto.
17. „ darnleienensis n. sp. Darnley- Insel in der
Torresstrasse.
18. Perichaeta peregrina n. sp. von Sydney, wahrscheinlich
importirt von Mauritius.
{Ibidem, ^a^. 943— 973. l pl.)
Zu der Mittheilung- von J. J. Fletcher bemerkt
D. Kosa, dass der von ersterem angeführte Lumbricus
Novae-Hollandiae Kinb. von der Kinbergschen Spezies
verschieden sei ; nach der ausführlichen Beschreibung kann
er nur als Allolobophora turgida Eisen bezeichnet werden,
v^ogegen es fraglich bleibt, welchen Wurm Kinberg ge-
meint habe. Soweit wir wissen, giebt es in Australien
keine Lumbrici anteclitelliani, die nicht aus Europa im-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886--1887. 1 1 1
portirt wären {I Lumhricidi anteclitelliani in Austra-
lia in: Boll. dei Mus. di Zool. ed Anat compar. della R.
Univ. di Torino L 1886. No. 18).
In systematischer Beziehung creirt Michaelsen für
Enchytraeus appendiculatus Buchh. nach Untersuchung
geschlechtsreifer Thiere eine neue Gattung: Buch-
hol zia, deren Diagnose lautet:
„Enchj'traeiden mit farblosem Blut und leicht hakenförmig ge-
krümmten Borsten. Die Speicheldrüsen sind breit gelappt, mit kurzem
Ausführungsgang und münden im IV. Segment seitlich in den Oeso-
phagus. Gehirn am Hinterende grade abgestutzt; Gürtel entwickelt
sich am YTTT und der vorderen Hälfte des IX. Segmentes (Kopfring
als erstes Segment gezählt!); die Samentrichter liegen vor dem
Dissepiment VII/VIII und gehen, dieses Dissepiment durchbohrend,
in sehr lange, feine Samenkanäle über, die im VIII. Segment in der
ventralen Borstenlinie ausmünden. Eileiter? Hoden am VI./ VII.,
Ovarien am VII./VIII. Dissepiment; Samentaschen im V. Segment
münden in der Intersegmentalfurche IV/V nach aussen."
1. Sp. B. appendiculata (Buchh.).
2. Sp. B. fallax n. sp. in fetter, düngerhaltiger Erde auf Stein-
wärder bei Hamburg.
Des Weiteren wird auch eine neue Art von Mes en-
chytraeus mit dem Namen ßavidus n. sp. beschrieben;
sie lebt in gelbmodrigen Baumstümpfen im Borstier
Jäeger bei Hamburg u. unter Moos in Wäldern bei Witten
a. d. Ruhr.
Endlich versucht derselbe Autor nach Untersuchung
der Eisen 'sehen Originale das System des letzteren mit
dem von Gl aparede zu vereinen und wie folgt aufzu-
stellen:
System der Enchytraeiden:
Borsten 5* -förmig gebogen:
Kopfporus klein, an der Spitze des Kopflappens oder nahe
desselben; keine Speicheldrüsen; Blut farblos; Rückengefäss mit
Herzkörper; Samenleiter kurz, höchstens 8 mal so lang wie der
Samentrichter. Gattung Mesenchytraeus Eisen.
Kopfporus klein, zwischen Kopfring und Kopflappen, Samen-
leiter lang.
Ohne Speicheldrüsen, Blut gelb bis roth gefärbt, Rücken-
gefäss ohne Herzkörper. ^^^^^^^^ P a c h y d r i 1 u s Clap.
112 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Kurze Speicheldrüsen münden in den Oesophagus, Blut farb-
los; das Rückengefäss entspringt auf einem Darmdivertikel im
VII. Segment. ^ , , ^ r,i, i • tit- i
^ Gattung Buchholzia Mich.
Borsten grade, mit nur leichter Krümmung am inneren Ende.
Kopfporus klein, zwischen Kopfring und Kopflappen; Blut
farblos; Rückengefäss ohne Herzkörper; Speicheldrüsen meist
stark entwickelt. Samenleiter lang.
Gattung Enchytraeus Henle.
Borsten abortirt.
Kopfporus gross, an der Spitze des Kopflappens; Blut farb-
los; Rückengefäss ohne Herzkörper; eine uupaare Speicheldrüse
liegt auf dem Darm ; Samenleiter lang, mehr oder weniger regel-
mässig schraubenförmig gewunden. Samentaschen gross, frei in
die Leibeshöhle hineinragend, nicht mit dem Darm verwachsen.
Gattung Anachaeta Vejd.
Die Gattung Enchytraeus ist vorläufig eine Sammel-
gattung geblieben, der Autor will erst die einzelnen
Arten durcharbeiten, um nach Eintheilungsprincipien für
eine Zerlegung in natürliche Gruppen zu suchen (1. c.
Arch. f. mikr. An. XXVIIJ. 1886. pag. 2d3—'2d5u.En-
chytraeiden- Studien ibidem XXX. 1887. pag. 366 — 378.
1 Tf.; auch Ann. and mag. ofnat.hist. (5) XX. p. 417 — 427).
In einem Anhang beschreibt derselbe die von ihm
untersuchten Enchytraeiden ; es sind:
1. Pachydrilus (Archienchytraeus Eis.) sphagnetorum Vejd. aus
dem Eppendorfer Moor bei Hamburg;
2. P. (Archienchytr. Eis.) germanicus n. sp. am Strand der Kieler
Bucht und der Nordsee unter Steinen ;
3. P. (Mesenchytr. Eis.) Beumeri n. sp. in den Sümpfen des Elb-
strandes bei Hamburg;
4. Enchytraeus (Archench. Eis.) leptodera Vejd. in Blumentöpfen
(Hamburg).
5. E. (Archench. Eis.) ventriculosus Vejd. bei Hamburg unter Moos.
6. E. (Arch. Eis.) Möbii Mich, am Strand der Kieler Bucht un^
der Greifswalder Oie.
7. E. (Mesench.? Eis.) appendiculatus Buchh. in Blumentöpfen
(Hamburg).
8. E, (Neoenchytr. Eis.) Leydigii Vejd. in moorigen Wiesen bei
Hamburg.
9. E. (Neoench. Eis.) Perrieri Vejd. unter Moos bei Hamburg.
10. E. (Neoen. Eis.) galba Hoffm. in feuchter Gartenerde (Hamb.)
11. E. (Neoench. Eis.) hegemon Vejd., feuchte und fette Wiesen
(Unters, übe?- Enchtr. Möbii Kiel 1886. 8». pag. 43—48.)
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 113
D. Rosa zählt die bei Turin beobachteten Enehy-
traeiden auf (14 Arten), darunter Neoenehytraeus hulhosus
n. sp. {Boll. dei Musei di Zool. etc. Univ. di Torino IL
1887. No. 29).
Auf den Kiemen von Telphusa fluviatius ent-
deckte B. Grassi einen Parasiten, der sich bei näherer
Untersuchung als neue Gattung- der Enchytraeiden heraus-
stellte; U. Drago beschreibt ihn unter dem Namen
Epitelphusa catanensis n. gen. n. sp.
Bis 15 mm lang-, Körper cylindrisch, an beiden Enden verjüngt,
farblos oder leicht fleischfarben, Clitellum weiss; Cuticula nicht vor-
handen ; Borsten zu je drei in 4 Reihen, kurz, mitunter am Ende ge-
bogen, in der Mitte stets etwas verdickt; Haut, Muskeln, Leibes-
höhle, Nervensj^stem und Papillen mit den Enchytraeiden überein-
stimmend, Blut gefärbt, Rückengefäss mit 4 Schlingen, am Darm
fehlen die Speicheldrüsen und die Lobi gustatori protrattili; die Ge-
schlechtsorgane liegen im 11. und 12. Segment, die Hoden, denen von
Pachydrilus gleichend, liegen an der Hinterfläche des 10. Dissepimentes,
das Vas deferens beginnt im 11. und mündet im 12. Segment; kein
Individuum hatte entwickelte, weibliche Geschlechtsorgane; ein Paar
Receptacula seminis wurden zwischen 4. und 5. Segment erkannt ;
Clitellum auf Segment XI und XII.
(Z7n parassita della Telphusa fluviatilis, V Epi-
telphusa catanensis, studi sommar. comm. dal Prof.
B. Grassi in: Bullett. della Soc. entomol. ital., anno XIX.
Firenze 1887. Spag. 8«).
Gustay Eisen theilt die Tubificiden in zwei Sub-
familien.
I. Subfam. Telmatodrilini n. fam. „atrium is siuTounded with se-
veral prostata glands, not connected with each other; penis is con-
nected with the penis sheath at its exterior apex; oviduct is large,
muscular and opaque ; the receptacle is situated in the ninth and
the efi'erent duct in the tenth setigerous segment ; nervous System :
the two longitudinal parts of the ventral -nerve trunk are connec-
ted by anomostosing , minute commissures; the spines resemble
those of Enchytraeidae in general form, but are more numerous in
every fascicle and all of the same length ; in young specimens they
are indistinctly forked."
Genus Telmatodrilus n. gen. „no distinctly pulsating or diffe-
rentiated hearts, but the secondary vessels in the sixth to tenth
setigerous segments are indistinctly pulsating, without having
the shape of distinct hearts; the ventral vessel is not strictly
Aich. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 3. H. H
114 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
ventral, but pushed towards tlie dorsal side of the body, and
so near to the dorsal vessel that both seem tu run close to-
gether; the ventral vessel not pulsating, the dorsal pulsating."
— Mit T. Vejdovskyi n, sp. in der Sierra Nevada (Californien)
6000— lOOOOFuss hoch lebend.
II. Subfam. Tubificini.
1. „More than one kind of spines present, viz, hair spines, comb-
like spines and forked spines, two of which kinds are always
present (except Hemitubifex)."
A. „the cephalic ganglion anteriorly furnished whit a large conical
Processus; spermatophores extremely long and spirally coiled;
oviduct Single. Sx^irosperma n. gen.
B. „the cephalic ganglion is not furnished with an anterior Pro-
cessus; spermatophores short and broad, not spiral.
a) the efferent duct is comparatively short and broad, not longer
than the atrium and copulative organs together
Ilyodrilus n, gen.
b) the efferent duct is comparatively long and narrow; always
longer than the atrium and copulative organs together.
1. the base of the receptacle is furnished with glands;
efferent duct or atrium furnished with a „vesicula semi-
nalis" ; hair spines and forked spines, but the former not
always present; no comb-like spines; the middle part
of atrium is glandulär
Hemitubifex n. gen.
2. the base of the receptacle is not furnished with glands;
a „vesicula seminalis" present; the middle part of the
atrium not glandulär ; three kinds of spines always present
Psammoryctes Vejd.
3. the base of the receptacles not furnished with glands;
no „vesicula seminalis", two kinds of spines always
present, viz, hair spines and forked spines
Tubifex Lam.
2. Only one kind of spines, viz, forked spines.
1. Penis and oviducts not surrounded by spiral muscles.
Limnodrilus Clap.
2. Penis and oviducts surrounded by spiral muscles
Camptodrilus n. gen.
Gen. Spirosperma n. gen. mit ferox n. sp. im Motalafluss in
Schweden; vielleicht identisch mit Nais papulosa Kessler.
G-en. Ilyodrilus n. gen. mit Perrieri n. sp. aus Californien,
I. sodalis n. sp. dto., I. fragilis n. sp. 5000 — 7000 Fuss in
einem Bach.
Gen. Hemitubifex n. gen. mit insignis n. sp. Schweden, Mo-
tolafluss.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 115
Gen. Psammoryctes Vejd. mit umbellifer Kessl. — Europa.
Gren. TubifexLam. mit riviüorum Udek., coccineiis Vejd., Bon-
neti Clap. ii. campanulatus n. sp. aus Schweden; T. profundi-
cola Verr. ist kein Tubifex, sondern gehört in die Nähe von
Limnodrilus.
Gen. Limnodrilus Clap. mit ornatus n. sp. Californien; Steiger-
lodldii n. sp. Sierra Nevada 7000 Fuss; monticola n. sp. dto.
9000 Fuss, alpestris n. sp. dto., 7000 Fuss; Silvani n. sp. dto.,
sowie den europäischen Arten : Udekemianus Clap., Hoffmeisteri
Clap. und Claparedianus Ratz.
Gen. Camptodrilus n. gen. mit spiralis n. sp., Sierra Nevada,
Californien, 7000 Fuss; igneus n. sp., Sn. Francisco, cwallinus
n. sp., Californien und californicus n. sp. dto.
{Oligochaetical researches in: Unit. States comm.
of fish and ßsheries part XI rep. for 1883. Wash. 1885.
pa^. 879— 925. 19j9Z.).
In systematischer Beziehung i&t aus den Angaben
Otto Bieifenbacli's Folgendes heiTorzuheben: der von
Claparede als Lumbriculus veriegatus Gr. beschriebene
Wurm unterscheidet sich so bedeutend von der Glrubeschen
Art, dass für ihn ein besonderes Genus — Pseudolum-
hriculus — aufgestellt werden muss.
Die Diagnose lautet für Lnmbriculus: Borsten zu zwei in
jedem Bündel, an der Spitze gegabelt; in jedem ausser den 8 vor-
dersten Segmenten im vorderen Theil ein Paar blindgeschlossene,
contractile Seiteugefässe, im hinteren Theil ein Paar den Darm eng
umschlingende Seitenschlingen ohne Anhänge, welche Rücken- und
Bauchgefäss verbinden u. nicht contractu sind. Samentaschen im
9. Segment; Art: variegatus — 4—9 cm. lang, 150—170 Segmente bei
erwachsenen Thieren. Für Pseudolumbriculus: Borsten zu zwei
in jedem Bündel mit einfachem Haken an der Spitze; in allen ausser
den vordersten Segmenten im vorderen Theil jederseits ein' in weitem
Bogen durch die Leibeshöhle ziehendes, Rücken- u. Bauchgefäss ver-
bindendes contractiles Seitengefäss mit blindgeschlossenen Anhängen
bis zu 8 ; im hinteren Theile ein Paar den D^irm eng umschliessende,
ebenfalls contractile Seitenschlingen mit Blindsackanhängen bis zu
4. Samentaschen im 9. Segment; ein Paar Samenleiter mit je 2 Samen-
trichtern, die sich im 10. u. 11. Segment öffnen, münden im 10. Seg-
ment nach aussen ; ein Paar Oviducte im 12. Segment. Art Clapa-
redianus 3—4 cm gross, 50—60 Segmente bei Erwachsenen.
Ferner ist Tubifex Bonneti autt. wohl identisch mit T. rivu-
lorum d'Udekem, dagegen verschieden von T. rivulorum Mc'Intosh.
Limnodrilus Udekemianus ist eine gut characterisirte Art, dagegen
H*
116 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
L. Hoffmeisteri Clap. u. L. claparedianus Ratz, wahrscheinl. Varietäten
oder verschiedene Altersstufen derselben, noch zu benennenden Art.
Nais elinguis ist in vielen Punkten, namentlich im Verhalten der
Rückenborsten sehr variabel, ebenso im Verhalten des vordersten
Theiles des Darmes, dem Vorkommen von Augen etc., die Form
barbata d'Udek. wird zu elinguis gezogen. Auch Nais lurida Timm
(cf. J. B. pro 1882/83 p. 752) kommt bei Giessen vor, sie ist an braunen
Flecken in der Haut, die Timm für Papillen hält, sowie an den
langen Borsten des zweiten Segmentes leicht kenntlich. Endlich
wird Pachydrilus limosus n. sp. von Giessen beschrieben, eine Art,
welche P. Pagenstecheri nahe steht.
(In. Diss. Giessen 1885 u. Ber. d. Oherhess. Ges. für
Natur- u. Heilkunde XXIV).
F. W. Cragin beschreibt folgende Oligochaeten aus
Kansas :
1. Aeolosoma Stokesii n. sp. 8 Segmente, mit lachsfarbenen,
runden Flecken ; Borsten in 4 Reihen, jedes Bündel aus 4 oder
5 ungleichen, einfachen Borsten bestehend; Mund und Ober-
lippe wie bei Ae. venustum Leidy; Analsegment ausgerandet
0,045 Zoll lang, 0,004 Zoll breit ; zwischen Algen gemein.
2. Aeolosoma ia^2/i ^. sp. Der vordere Theil des in Theilung
befindlichen Exemplares hatte ausser dem Mundsegment noch
6, der hintere 5 borstenführende Segmente : die Flecken blass-
oliven-grün, rund oder polygonal oder gelappt. Mund U- oder
birnförmig. Borsten /S förmig, in 4 Reihen. Grössen nicht an
gegeben; zwischen Algen.
3. Nais rivulosa Leidy var.
4. Dero intermedius n. sp. zwischen Dero limosa Leidy u. D. ob-
tusa stehend.
5. Lumbriculus spiralis Leidy.
(Bull. Washburn Coll.Lab. not. hist I. 1886 pag. 31.32).
E. C. Bousfield spricht sich auf Grund eigener
Untersuchungen dahin aus, dass Ophidonais serpentina
Gerv. zu dem Vejdovsky 'sehen Genus Slavina gehört,
welches ausserdem noch Nais appendiculata d'Ud. und
N. lurida Timm umfasst; die Genusdiagnose lautet:
„Annelids provided with papilliform elevations of the cutis (touch-
organs) usually arranged in rings; inhabiting cases formed of
debris agglutinated by a mucous secretion from the bodies of the
bearers."
( On Slavina and Ophidonais in: Journ. of the
Linn. Society. Zool. voL XIX. London. 1886. pag. 264 bis
268. Ipl.)
i. d. Natiirg. cl. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 117
Im Gegensatz zu Semper und Timm, welche die
beiden sehr ähnlichen Arten von Nais (elinguis und bar-
bata) vereinigten, constatirt A. Stolc durch einen Züch-
tungsversuch die Selbständigkeit der beiden Arten,
indem N. elinguis im Februar geschlechtsreif wurde,
barbata nach wie vor durch Knospung und Theilung sich
vermehrte: nach Vejdovsky (Morph, u. Syst. d. Oligo-
chaeten) verhalten sich die Bauchborsten der 4 ersten
Segmente verschieden (1. c. Z. A. IX. 1886. pag. 504).
A. T. Urquliart berichtet „on the work of earth-
worms in New-Zealand" über Experimente und Beob-
achtungen im Freien, aus denen die Thätigkeit der Regen-
würmer erhellt, es handelt sich um Lumbricus campestris
und uliginosus (Transact. and i^'roc. of the Neiü-Zealand
Institute ISSß. vol. XIX. Wellington 1SS7. pa^. 119— 123.
Aehnliche Beobachtungen publicirt auch W.W.Smith
und macht besondere Angaben über Acanthodrilus? uligi-
nosus Hutt., Ac. n. sp. , Eudrilus? levis Hutt., E. annu-
latus Hutt, E. campestris Hutt. und Megaloscolex syl-
vestris Hutt. (not es on neic-Zealand earthworms.i ibidem
pag. 124—139).
W.Knaus: „note on an ice worm" betrifft einen
im Eise gefundenen Lumbriciden, der 5 — 20 mm lang
wird und wohl ein Enchytraeus sein dürfte; Ref. hat
in Dorpat Enchytraeen massenhaft im Eise auf Wiesen
und in Feldgräben gesehen; die meisten waren todt, einige
noch lebend {Bidl. of the Washburn College Labor, of natur.
history. vol. I. No. 6. July 1886. pag. 186.)
Gr. de Rossi erwähnt Phreoryctes Menkeanus
von Neviges (in Westphalen), einmal in einem Brunnen
und dann als zufällige Verschleppung in den Windeln
eines Säuglings gefunden (15. Jahresb. d. zool. Section d.
ivestph. Provinzial- Ver. f. Wiss. u. K. für 86/87, *S. 29).
Doppelbildungen bei Regenwürmern werden
beschrieben von F. Schmidt (in: Stzgsb. d. Dorp. Natur-
forsch.-Ges. Bd. VEL 1886. pag. 146— 147), R. Horst:
118 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
on a specimen of Liimbricus terrestris L. with bifurcated
tail (in: Notes from the Leyden Mus. VIII. pag. 42.
note IX).
T. W. Kirk berichtet über einen Acanthodrilus, an
dessen vorderem, 1 Zoll langen, normalen Ende, zwei
etwa 2V4 Zoll lange bedeutend dünnere Stücke hängen,
die offenbar beide regenerirt sind {note on a Gurions
double loorm in: Trans, andproc. Neio-Zealand Inst. 1886.
vol, XIX. 1887. pag. 64/65. 2 Abb.).
A. Giard beobachtete in Wimereux leuchtende
Regen Würmer, die er für Lumbricus phosphoreus Duges
hält; er creirt für diesen eine neue Gattung : Photo-
drilus; 45 — 50 mm lang, 1,5 mm breit; 110 Segmente;
Borsten kurz, in 8 Reihen stehend; Clitellum vom XIII.
bis XVII. Segment; weibliche Oeffnungen auf dem XIV.,
männliche auf dem XVIII. Segment; grosse den Oeso-
phagus vom 5. — 9. Segment bedeckende, aber nach aussen
mündende Drüsen werden als die Ursache des Leuchtens
angesehen {sur un nouveau genre de Lombriciens
pJiosphorescents et sur Vespece type de ce genre in:
C. R. Ac. Paris tom. 105. 1887. 2. pag. 872—874).
A remarkable case of phosphorescence in an
earthworm beschreibt Gr. A. Atkinson (Amer. Naturalist,
vol. XXL 1887. pag. 773— 774).
Das Referat über die folgenden Arbeiten, die dem
Ref. noch nicht zugänglich sind, bleibt vorbehalten:
Keller, C, Format, de la terre veget. par l'activite de cer-
tains animaux in: Arch. sc. phys. et nat. Geneve (3) tom. XVIII.
pag. 429.
Wilson, E. B., Orig. of the excret. syst, in the earth-worm
in: Proc. Acad. nat. sc. Phüadelphia 1887. pag. 49—50.
Bousfield E. C, the natural history of the genus Dero in:
Journ. Linn. Soc. London. Zool. XX. pag. 91—107. 3 pl.
D. Hirudinei.
a) Anatomie und Entwicklung.
J. T. Kennel hat in Trinidad einige in der Erde
lebende Blutegel erhalten, die er anatomisch genauer
schildert: die eine Form schliesst sich an das Grube'sche
i. d. Naturg d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 1]9
Genus Cylicobdella an n. wird als C. coccinea n. sp. be-
schrieben; eine zweite entbehrt des hinteren Saugnapfes
u. erscheint wie ein Regenwurm; sie erhält den Namen
Lumbricobdella Schaeferi n. gen. n. sp.; endlich konnte
auch noch Cylicobdella lumbricoides Grube aus Brasilien
untersucht werden. Die Haut ist sehr drüsenreich, un-
mittelbar unter dem Epithel liegen grosse flaschenförmige
Drüsen, kleinere mit ziemlich langem Ausführungsgang
zwischen den Längsmuskelbündeln und endlich liegen
Hautdrüsen um den Darm herum etwa im zweiten Viertel
des Leibes; ihre Ausführungsgänge wenden sich seitlich
u. treten in die zu innerst gelegenen Längsmuskelbündel
ein, um in diesen bis voni zu ziehen und dort gruppen-
weise auszumünden; ein Theil zieht bis in den Kopf läppen.
Das Nervensystem bietet nichts Abweichendes, wohl
aber die Hautsinnesorgane, die sich am Kopflappen und
den ersten Körperringeln finden und keine Aehnlichkeit
mit den Leydig'schen becherförmigen Organen anderer
Hirudineen darbieten. Augen fehlen. Die Verdauungs-
organe ähneln denen von Nephelis; Cylicobdella lumbri-
coides Gr. besitzt am Uebergang von Mittel- in Enddarm
einen Blindsack, C. coccinea keinen und Lumbricobdella
deren zwei. Auch die Geschlechtsorgane bieten einige
Besonderheiten, von denen wir nur erwähnen, dass Lum-
bricobdella eine enorm grosse Anzahl von Hoden besitzt,
die den beiden Vasa deferentia anliegen (lieber einige
Landblutegel des tropischen Amerika in: Zoolog.
Jahrbücher hrsg. v. J. W. Spengel. Bd. IL 1886. pag. 37
bis 64. 2 Taf.)
Ph. Fr an^ois untersuchte das Centralnervensystem
von Branchellion d'Orbignyi, Pontobdella muricata und
Clepsine sexoculata, ohne jedoch viel Neues zu bringen
(Contributions ä l'etude du Systeme nerveux central
des Hirudinees. These. Paris 1886. Rev. scientif. (3)
tom. XXXYII. pag. 564 — 565 und Tablettes zoolog. par. Ä-
Schneider tom. I. Poitiers 1886. pag. 121—240. 8 Taf.)
Die Mittheilungen W. Toigt's „zur feineren Ana-
tomie u. Histologie von Branchiobdella varians"
120 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
betreffen die feinere Struetur der Cuticula; beim Vergleich
des Verhaltens dieser und anderer Cuticularbildungen von
Anneliden gegen Kalilauge hat sich ergeben, dass die-
selben sich sehr verschieden verhalten, selbst an dem-
selben Thiere sind nicht selten einzelne Theile löslich,
andre aber nicht; darauf folgen Angaben über die Hypo-
dermis, die Hautdrüsen, die Muskulatur, das Gefässsystem
und der Darmkanal {Allheiten a. d. zool.-zoot. Instit. in
Würzburg, hrsg. v. C. Semper. Bd. VIIL 1886. pag. 102
bis 128. 1 Taf.).
(j. Dutilleul weist darauf hin, dass das von Nuss-
baum bei Clepsine sexoculata und marginata entdeckte
provisorische Rückenorgan bei Cl. bioculata persistirt
und als Rückendrüse, gelbbrauner Fleck etc. bekannt ist;
richtiger müsse es „lame chitineuse dorsal" heissen. Wie
zu erwarten, stellte es sich bei genauerer Untersuchung
von Cl. sexoculata (= Cl. complanata L.) heraus, dass
10 Paar Hoden vorkommen. Die bekannten Tuberceln
von Clepsine sind wie die von Pontobdella contractu,
sie werden für Athmungsorgane gehalten; zweifellos
handelt es sich um dieselben Bildungen, wie sie längst
vom gemeinen Fischegel bekannt sind (sur quelques
points de V anatomie des Hirudinees rhyncliohdelles
irr. C. R. Ag. Paris ^om. 105. 1887. /. pag. US— 130 u.
Ann. des scienc. not. Zool. (5) XX 'pag. 150 — 152).
In seinen „the leeches of Japan" giebt C. O.WMt-
man eine Reihe anatomischer Angaben ; als wesentlich
heben wir hervor, dass zwischen den segmental ange-
ordneten Hautpapillen und den Augen ein fast con-
tinuirlicher Zusammenhang herrscht, so dass die letzteren
aus ersteren hervorgegangen zu denken sind; übrigens
findet der Autor die Augen der Egel anders gebaut, als
bisher angenommen wurde, der centrale Nerv des Auges
soll aus Epithelsinneszellen zusammengesetzt sein, auch
ein Ganglion fehlen; das ganze Auge ist eine Epidermis-
bildung, an welche ein Nerv herantritt; die grossblasigen
dickwandigen Zellen sind umgewandelte Schleimdrüsen-
zellen, die Pigmentschicht umgewandeltes Bindegewebe
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886-1887. 121
(Quart, journ. of micr. sc. vol. XXVI. 1886. pag.dll — 416.
5 pL).
Auch bei einem ceylonesiclien Landblutegel fanden
die Vettern Sarasin die Verhältnisse in der Haut sehr
ähnlich wie bei Perichaeta (cf. oben pag. 98) und zu
Gunsten einer directen Communication des Blutes
mit dem umgebenden Medium sprechend (Arb. a. d.
zool.-zoot. Inst. Würzb. VIII. 1886. pag. 94—101).
Die Mittheilungen von C. Chworostansky über „Or-
ganes genitaux de l'Hirudo et de l'Aulastoma"
bieten im Ganzen wenig Neues (Z. A. IX. 1886. 'pag. 446
bis 448.)
Derselbe findet bei allen von ihm untersuchten
Hirudineen im Ovarium die 3 Schichten wieder, welche
Jijima nur bei Nephelis (cf. J. B. 1882/83. pag. 755) con-
statirt hatte, nur mit dem Unterschiede, dass die
Schicht der Blutgefässe zwischen den Muskeln und im
Bindegewebe vertheilt ist. Hirudo und Aulastoma haben
ausser den beiden Eierschnüren dreierlei freie Zellen im
Ovarium: Zellen mit deutlichem Kern, kleinere ohne
sichtbare Kerne und zu Grunde gegangene Eizellen; die
weiteren Mittheilungen betreffen das Germogen (Ent-
10 icklungsge schichte des Eies bei den Hirudineen in:
Z. A. X. 1887. pag. 365—369.)
Aus den Mittheilungen 0. ButilleuFs „sur l'appa-
reil generateur de la Pontobdelle" geht hervor, dass
Pontobdella muricata u. Branchellion nahe verwandt sind.
(C. R. Ac. Paris tom. 102. 1886. /. pag. 559—562 u. Bull,
scientif. du dep. du Nord tom. XVI. 7/8 annee. pag. 123
bis ISO. 1 pl. II. Contrib. ä V etude anat. des Hirudi-
n^es rhynchobd. 1. sur l'appar. genex. de la Pontobd. mur.
Paris 1886. 8^. 12 pag. 1 pl.)
Obgleich nach R. S. Bergli die Eier von Clepsine
für die ersten Stadien der Entwicklung aus verschiedenen
Gründen gegenüber denen der Kieferegel klarere Bilder
geben, bieten die späteren Stadien sehr complicirte Ver-
hältnisse dar und können erst durch Vergleich mit Nephelis
richtig verstanden werden: aus der kleinzelligen Anlage
122 Pi'of- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wisseusch. Leistungen
am animalen Pol entstehen die Kopfkeime (nebst provi-
sorischen Bildungen bei den Kieferegeln) ; aus der vierten
grösseren Furchungskugel bilden sich die ganzen Rumpf-
keime, jede dieser primären Anlagen differenzirt sich
dann weiterhin in Ecto- und Mesoderm (lieber die Deu-
tung der allgemeinen Anlagen am Ei der Clepsinen
und der Kieferegel in: Z. A. IX. pag. 112 — 119.)
C. 0. WMtman untersuchte mit besseren Methoden
und an einem günstigeren Objecte (Clepsine parasitica?
Say) die Zusammensetzung und Umbildung der Keim-
streifen, die aus je 8 Zellreihen bestehen; nur die
beiden mittleren bilden ohne Betheiligung des Ectoderms
das Nervensystem, die beiden seitlichen wahrscheinlich
die Muskeln, die 4 anderen die Segmentalorgane. Epi-
dermisverdickungen, die man für Anlagen von Unter-
schlundganglien halten könnte, stellen Drüsenzellen dar,
welche den Embryo an die Mutter ankleben, so lange
seine Saugnäpfe noch nicht ausgebildet sind. Das Epithel
des Darmes — Pharynx nnd Enddarm ausgenommen —
wird von freien Kernen gebildet, die ihrerseits auf drei
grosse Blastomeren zurückzuführen sind (the germ-layers
of Clepsine in: Z. A. IX. 1886. pag. 171— 176 mü Abb.).
Die ausführliche Mittheilung „germ-layers in Clep-
sine" ist im Journal of morphol. (vol. I. Boston 1887.
pag. 195 — 182. 2 pl.) erschienen.
b) Systematik, Faunistik.
R, Saint-Loup fand in Marseille auf Scorpaena scrofa
einen neuen Fischegel, Scorpaenobdella elegans n. g.
n. sp.:
35 mm lang, hinter dem Mundsaugnapf 2 mm dick, im hinteren
Körperdrittel an einer Stelle auf 4 mm verdickt ; Farbe braun mit
schwarzen und weissen Flecken; auf dem vorderen Saugnapf in zwei
Gruppen Augenflecken, jede von weissem Pigment umgeben; der Darm
selbst ist ein grades Rohr ohne Diverticel und dergl., sein Endab-
schnitt communicirt mit zwei Lateralkanälen, die sich nach vorn zu
nach einem Verlauf von 6 — 7 mm verlieren. Vom Nervensystem
wird hervorgehoben, dass das obere Schlundganglion durch Com-
missuren ersetzt werden; 5 Paar Hoden, männliche G-eschlechtsöffnung
i. (1. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 123
zwischen dem 4. und 5. Ganglion gelegen; kein Penis, weibliche
Geschlechtsöffnnng zwischen dem 6. und 7. Ganglion,
( Siir une nouvelle Ichthyohdelle in: C. R. Ac.
Paris tom. 10*2. 1886. /. pag. 1180—1183;.
C. 0. Whitman beschreibt folgende Egel aus Japan:
Haemadipsa ,yVyj07?/m n. sp., ein Landegel in 400 Fuss Höhe
vorkommend; Hirudo nippoma n. sp. , häufig in der Umgebung
Tokio's; Macrobdella sestertia n. sp. von Cambridge (Mass.); Lep-
tostoma n. gen. (ohne Genusdiagnose) mit pigrum n. sp. Tokia, Yeddo;
L. edentulum n. sp. und L. acranulatum n. sp. dto.
{the leeches of Japan in: Quart, journ. of micr. sc.
vol. XXVI. 1886. ^«^.317— 416. b pL).
In Trinidad fand Kennel Cylicobdella coccinea
n. sp. :
Duukelziegelroth bis blutroth, 98 — 100 Ringel, Geschlechts-
öffnuugen zwischen dem 26. und 27. resp. 28. und 29. Ringel; Ovarien
ventral vom Darm; Darm ohne Blindsack; Lumbricobdella n. gen.
,, Körper drehnmd, vorn fein zugespitzt, hinten abgeflacht, ohne Saug-
scheibe am Hinterende. Körperringel bis zu den Geschlechtsöffnungen
dorsal, weiter hinten auch ventral wiederum getheilt ; Zahl der Körper-
ringel auf der Ventralseite ca. 260. Geschlechtsöffnungen zwischen
27. und 28., resp. zwischen 29. und 30. Ringel; ohne Augen"; mit
Schaefferi n. sp. , dunkelziegelroth , 4 cm lang; Kopfsinnesorgane
paarweise am Rand des Kopflappens; Fdt. Trinidad.
(1. c. Zool. Jahrb. IL 1886. pag. 62).
Piscicola geometra L. bei Lohme auf Rügen (Krause:
Sitzgsber. Ges. naturf. Fr de. Berlin 1887. pag. 36).
Clepsine tesselata 0. F. M. aus dem Tegelsee bei
Berlin, cf. Weltner in: Sitzgsber. d. Ges. nat. Frde. in
Berlin 1887. pag. 85.
Folgende Arbeiten hat Ref. nicht erhalten können i
Nussbaum,Jos., recherches sur Forganogenese des Hirudinees
(Clepsine complanata). These Paris 1886. 38 pag. 8^4 pl. u. Arch.
slav. biol. I. pag. 320—340; pag. 539—556. 4 pl. ; (die vorl. Mittheilung
cf. J. B 1884/85. pag. 202).
Dutileul, G., sur l'anatomie de la Pontobdella und sur la
genese de la cuticule dans le groupe des Hirudinees in : Bull, scientif.
dept. du Nord (2) IX. pag. 147— 154; pag. 351— 352.
Bertelli, D., Glandule salivari nella Hirudo medicina^s L. in:
Atti Soc. Tose. sc. nat. Pisa. Proc.-verb. vol. V. pag. 284—285.
124 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
III. Aberrante Formen.
A. Myzostomida (1884—1887).
Das wichtigste Werk, welches uns eine grosse Zahl
neuer Formen kennen lehrt, ist die Bearbeitung des Ma-
teriales der Challenger-Expedition durch L. v. Graff; der-
selbe definirt die Myzostomida wie folgt:
Ordo : Myzostomida „symmetrica! non-segmented animals, pro-
vided with an external chitinous cuticle, five pairs of movable para-
podia, each with a hook and supporting rod, an alimentary canal
with oral anal apertures ; through which latter the eggs are extruded.
Dioecious or hermaphrodite ; central nervous System consisting of
an oblong mass situated beneath the intestine, and giving off two
branches in front which encircle the pharynx, but bear no ganglia
and several othe pairs of lateral nerves, ]No circulatory, respiratory,
nor excretory organs. Parasitic on and in Crinoids.
Farn. I. Stelechopidae : Myzostomida with straight alimentary
canal, parapodia independent of each other; no internal muscular
septa. Suckers obsent, Probably hermaphrodite, sexual products rea-
ching the exterior through a cloaca.
Stelechopus n. gen.: the body is flat and long, the mouth at
the anterior margin, the cloaca at the posterior; alimentary canal
with no ramified coeca. Five parapodia on each side on the margin
of the ventral surface, each on of which contains a fine long hook
and a suppporting seta. The parapodia are entirely indepedent of
each other, the parapodial muscles being very simple, and the radial
musculi centrales, connected in the Genus Myzostoma with a central
muscular mass, are here absent. Instead of the radial muscular
bundles (septa) there are numerous parallel muscular bundles joining
the intestine to the body-wall. Suckers are wanting. — Mit St.
Hyocrini n. sp. auf Hyocrinus u. Bathycrinus von den Crozet-Inseln.
Fam. IL Myzostomidae : Myzostomida with ramified alimen-
tary canal, parapodia connected by muscles which converge to a
central muscular mass. Body cavity divided into paired Chambers
by incomplete septa. Usually four pairs of suckers. Hermaphrodite
or dioecious. Ova evacuated through a cloaca, male generative aper-
tures situated laterally".
Mit folgenden neuen Arten:
M. horologium von Actinometra jukesi Ph. H. Carp. und Actino-
metara striata Carp., bei Cape York.
M. longipes, Wirth unbekannt, bei St. Vincent gesammelt von der
Blake -Expedition.
M. chinesicum, Wirth unbekanut, aus dem chines. Meere.
i. (1. Naturg. d. freileb. Würmer wähi-end d. J. 1886—1887. 125
M. labiatum, wahrscheinlich auf Antedon iiiaequalis Carp. von
den Fidschi -Inseln.
M. echinus, wahrsch. auf Antedon incisa Carp. oder Anted. inae-
qualis Carp. von den Fidschi-Inseln und auf A. mutabilis Lütk.
in 17 Fdn. Tiefe (23« 60' nördl. L. und 118" 30' W.).
M. alatum auf Antedon phalangium Müll von der Porcupine
1869/70 erbeutet.
M. plicatum auf Antedon tenax Lütk. von Neu -Holland.
M. rubrofasciatum, Wirth unbekannt, aus dem rothen Meere.
M. g-igas Lütken ms. auf Antedon Eschrichtii Müll., nördl. Meere
und Ant. carinata Leach., bei Bahia.
M. testudo auf Act. lineata Carp., bei Barbados.
M. Lütkeni auf Act. intricata Lütk. von Tonga.
M. marginatum auf Act. discoidalis Carp., Blake -Expedition,
Station 155 (Montserrat.).
M. breviceps auf Ant. Pourtalesii Carp. dto. bei Carriacou.
M. Carpenteri auf Ant. dentata Say.
M. areolatum auf Act. Blakei Carp., bei Gruadeloupe und auf Act.
meridionalis Carp., bei Martinique und Barbados.
M. coriaceum auf Antedon insignis Beil., bei Port Denison.
M. radiatum auf Actinometra sp., von Barbados.
M. pulvinar auf Antedon phalangium Müll., Porcupine 1869.
M. calycotyle auf Pentacrinus alternicirrus Carp., südl. von den
Philippinen.
M. compressum auf Bathycrinus aldrichianus Thomson bei den
Prinz - Eduards - Inseln.
M. brevicirrum auf Act. mutabilis Lütk., von Tonga.
M. pictum auf Antedon spinifera Carp., Blake-Exped.
M. nigrescens auf Act. Morsei Cai-p. bei Yeddo.
M. crenatum, wahrsch. auf Act. meridionalis Ag., bei Martinique
und St. Lucia.
M. Wyville-Thomsoni auf Metacrinus costatus Carp., Philippinen
und Metacr. angulatus Carp., südwestl. v. Papua.
M. vastum auf Actinometra japonica Müll. u. Act. Blakei Carp.
M. Agassizii auf Antedon Hageni Pourt. (Bahia Houda) u. Ant.
spinifera Carp., Blake-Exped.
M. moebianum auf Comatula sp., von Mauritius.
M. dentatum auf Antedon bidentata Carp., v. d. Torresstrasse.
M. fimbriatum auf Ant. Eschrichti Müll, oder Ant. quadrata Carp.,
südl. von Halifax.
M. excisum auf Ant. Hageni Pourt., beim Alligator-Riff und auf
Ant. impinnata Carp., von Mauritius,
M. irreguläre auf Actinometra meridionalis Ag., an verschiedenen
Orten.
M. caribbeanum, Wirth unbekannt, a. d. Caribbischen Meere.
126 Pi"of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
M, rotundum, wahrsch. auf Actinom. meridionalis var. carinata
Carp.
M. oblongum, dto.
M. abundans, auf Act. pulchella Pourt, von Martinique.
M. antennatmn, Wirth unbekannt, von Amoy.
M. fissum, dto. von den Fidschi-Inseln.
M. intermedium, auf Antedon multiradiata Carp., Torresstrasse.
M. quadrifilum, auf Ant. bidentata Carp. dto.
M. quadricaudatum, auf Ant. fluctuans Carp. Arafura-See.
M. bicaudatum, auf Act. meridionalis Ag., westl. v. Tortugas.
M. filicauda, auf Ant. Hageni Pourt. bei Sandkey.
M. filiferum auf Ant. bidentata Carp., Torresstrasse.
M. carinatum auf Act. pulchella Pourt. und Ant. impinnata Carp.,
von Mauritius.
M. coronatum auf Bathycrinus aldrichianus Thoms.
M. folium auf Antedon manca Carp., südwestl, v. Papua.
M. asymmetrium auf Pentacrinus alternicirrus Carp., Philippinen.
M. pentacrini, dto.
M. deformator, dto.
M. cysticolum auf Actinometra meridionalis var. carinata Carp.,
bei Cap Frio.
M. tenuispinum, an verschiedenen Antedon-Arten in südl. Meeren.
M. Willemoesii auf Ant. basicurva Carp. und A. inaequalis Carp.,
bei den Kermadec- und Fidschi-Inseln.
M. inflator auf Ant. angustiradia Carp., Papua und Actin. pul-
chella Pourt., Barbados.
M. Murrayi auf verschiedenen Antedon-Arten in südl. Meeren.
(^Rep. on the Myzostomida in: Rep. scientif. res. of
theExped. of K M. S. Challenger etc. XXVII. 1884. S2 pag.
40. 17 p/.).
An neuen Arten werden weiter beschrieben: My-
zostoma cirripedium auf Metacrinus rotundus Carp. von
Japan (Graff Descr. of a new spec. of Myz. in Transact.
Linn. Soc. London. (2) //. pag. 444 — 446 mit 1 Abb.).
Myzostoma giganteum Nans. auf Antedon prolixa. Dune,
et Slad. bei Spitzbergen, M. Graffi Nans. auf Antedon
prolixa D. et S. ebendaher (Nansen Bergen 1885 u. Jen.
Zeitsch. f. Naturw. 1887. pag. 268), ebenda führt Nansen
auch eine neue, nicht benannte Art an, die er in Cysten
an Antedon rosaceus in Neapel gefunden hat und endlich
beschreibt v. Wagner als Myz. Bucchichii n. sp. eine neue
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 127
bei Lesina auf Antedon rosaceus lebende Art {Zool. Anz.
X. 1887. pag. 363—365.)
Auch iu anatomischer Beziehung sind unsere
Kenntnisse über die Myzostomiden erheblich gefördert
worden; abgesehen von den anatomischen Angaben in
Graif' s Arbeit, hat Fr. Nansen die Anatomie und Histo-
logie von Myzostoma giganteum n. sp., Graffii n. sp. und
Carpenteri Graff untersucht und besonders dem Nerven-
system seine Aufmerksamkeit geschenkt; als Rudiment
einer Leibeshöhle wird der Innenraum des Uterus ange-
sehen und als modificirte Segmentalorgane die Saugnäpfe;
hervorzuheben wäre noch, dass bei den genannten Arten,
die Zw^itter sind, noch complementäre Männchen vor-
kommen, welche im Wesentlichen wie die Zwitter gebaut
sind {Bidrag til Myzostomernes anatomi og histologi
Bergen 1885. SO pag. 9 tb. u. Jen. Zeitschr. f. Naturwiss.
XXI. 1887. pag. 267—321. 1 Tf.). Auch F. Y. Wagner
beschäftigte sich mit dem Nervensystem, besonders von
Myzostoma cirriferum; die Bauchganglienmasse ist an
der gesammten Peripherie von einem Ganglienzellenbelage
umgeben; letzterer beginnt in der Medianebene von der
dorsalen und ventralen Fläche her mit breiter Basis und
senkt sich allmählich verjüngend in die Fasermasse ein,
so dass letztere in symmetrische Hälften getheilt wird;
diese stehen aber durch 4 resp. 6 Commissuren in Ver-
bindung, so dass sich ein segmentaler Charakter in der
Längsachse und eine Duplicität in der Querachse wie
bei Anneliden und Arthropoden erkennen lässt, ein Schluss,
zu dem auch Nansen kam; man kann sagen, dass das
Nervensystem der Myzostomen aus einer sechsgliedrigen
Bauchganglienkette eines Anneliden hervorgegangen ist.
{Das Nervensystem von Myzostoma. Graz. 62 pag. 8^.
1 Taf.)
An den Saugnäpfen von Myzostoma glabrum findet
J. Niemiec ausser den schon bekannten Muskeln noch
Circulairfasern (Recueil zoolog. suisse H. pag. 53 — 56).
In entwicklungsgeschichtlicher Hinsicht ist die
Arbeit von J. Beard zu nennen; sie bezeichnet in der
128 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
That einen bedeutenden Fortschritt, wenn auch noch
Vieles, namentlich in Bezug auf die Metamorphose der
Polychaetenähnlichen Larve zu thun bleibt.
Diese von im G-anzen cylindrischer Körpergestalt mit aufge-
triebenem Kopf läppen ist ursprünglich ganz bewimpert, später ver-
theilen sich die Cilien in einen postoralen und praeanalen Wimper-
gürtel; der Darm verläuft rechtwinklig wie bei Annelidenlarven^
eine Scheitelplatte, die aber später atrophiren soll (?), entsteht und
ferner provisorische Borsten, die mit dem Festsetzen der Larve —
etwa am 7. Tage — ebenfalls verloren gehen. Von Interesse ist die
Entdeckung von völlig entwickelten Männchen mit reifen Spermatozoen,
die neben den lange bekannten Zwitterthieren von Myzostoma glabrum
vorkommen; dies mit Beobachtungen G-raff's und den Verhältnissen
bei Cirripeden, Mollusken etc. giebt dem Autor Veranlassung, auszu-
sprechen, dass aller Hermaphroditismus secundär ist, was Nansen (1. c.)
bekämpft.
(On the life-histo7'y and development of the
gen US Myzostoma in.: Miüh. a. d. zool. Stat. Neapel V.
1884. pa^. 544— 580. 2pL u. In. Dissert Leipzig 1885).
Schon in seiner Monographie theilt L. v. Graff Fälle
mit, wo Myzostomiden in Cysten der Arme von Cri-
noideen leben und eigenthümliche Difformitäten der Arme
hervorrufen; gewöhnlich sitzen in jeder Cyste 2 Myzo-
stomen, von denen das eine Männchen, das andre Weib-
chen ist, da die ursprünglich zwittrigen Organe zum Theil
atrophiren. Auch P. H. Carpenter berichtet über eine
encystirende Myzostoma -Art an den Pinnulae von
Antedon fimbriata {Natur e XXXIL pag. 390), wogegen
später mitgetheilt wird, dass L. v. Graflf in diesen Cysten
der Pinnulae keine Myzostomiden gefunden habe (Nature
XXXV. pag. 535). L, v. Graff hat jedoch die ent-
sprechenden Cysten an gewissen fossilen Crinoideen
constatirt und steht nicht an, sie auf Myzostomen zurück-
zuführen, die dann also mit ihren Wirthen zu den ältesten
bekannten Thieren gehören würden. ( lieber einige De-
formitäten an fossilen Crinoiden in: Palaeontographica
XXXL 1885. £;pag. 4«. 1 Taf.)
Trotz aller Fortschritte in der Erkenntniss des Baues
und der Entwicklung der Myzostomiden sind die Autoren
über die systematische Stellung dieser Thiere noch
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 129
lange nicht einig-. Durch die Entdeckung des interessanten
Stelechopus sieht sich toxi Graff bewogen, die Myzosto-
miden als gleichwerthige Ordnung mit den Tardigraden
und Linguatuliden von den Arthropoden abzutrennen und
alle drei zu einer besonderen Classe Stelechopoda zu
vereinigen und zwischen Würmer und Arthropoden zu
stellen. Beard dagegen kann in den Myzostomiden nur
eine besondere Familie der Chaetopoda errantia sehen,
während Nansen sie als eine besondere Gruppe der Anne-
liden betrachtet, die von der Trochophora abzuleiten
sind ; doch ist die Stammform der Myzostomiden auch mit
den Arthropoden verwandt.
Myzostoma cirriferiim F. S. Leuck. auf Alecto petasus an der
Westküste von Norwegen (Kükenthal und Weissen born: Jen. Zeit-
schrift f. Nat. XIX. 1886. pag. 782).
B. Enteropneusta.
R. KoeMer: „Observations zoologiques et ana-
tomiques sur une nouvelle espece de Balano-
glossus" behandelt eine Form, die K. als eine neue
Species (B. sarniensis) betrachtet {C. R. Ac. Paris tom.
102. 1886. 1. pag. 224—226), aber nach G. Pouchet
(ibidem pag. 21'2) nicht ist, was KoeMer als möglich zu-
giebt {ihidem pag. 440 — 441); trotzdem hält er den Namen
B. sarniensis bei, weil die beiden in Frage kommenden
Arten B. salmoneus u. B. Robinii Giard nicht genügend
beschrieben sind; seine Art riecht stark nach Jodoform,
die letztere der Giard'schen Arten nach Rhum!
In der ausführlichen Mittheilung- über Balanoglossus sarni-
ensis wird zuerst der Rüssel behandelt; derselbe zeigt vorn keine
Oeffnung; unter dem denselben bekleidenden Epithel liegt die Basal-
membran, welche deutlich gestreift ist, Kerne enthält und sich genau
so verhält wie die Substanz des Nervensystems; da dieses in der That
mit der Basalmembran zusammenhängt, so muss letztere als couche
nerveuse bezeichnet werden; als Rüsseldrüse wird das Organ be-
zeichnet, das Spengel innere Kieme genannt hat, obgleich ein Aus-
führungsgang fehlt. In Bezug auf das Nervensystem wird das Fehlen
des Centralkanales gegenüber Bateson constatirt; ausser der couche
nerveuse existiren noch ein dorsaler und ein ventraler Nervenstamm,
die aber nur als lokale Verdickungen der ersteren erscheinen. Aus
der Lage wird gefolgert, dass der Centraltheil des Nervensystems
Aich, f. Naturgesch, 53. Jahrg. IL Bd. 3. H. J
1 30 'Prot Dr. M.Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
endoblastischen Ursprungs ist. Weitere Angaben folgen über den
Darm, die Körperwand, das Gefässsystem, die Kiemen und die Ge-
schlechtsdrüsen. Balanoglossus ist wie Amphioxus und Tunicaten
ein degenerirtes Wirbelthier! {Contribution h Vetude des
Enteropneustes in: Internat. 31onatssch. f. Anat.u.Histol. Bd. III.
1886. pag. 139 — 190 3 pl. u. recher eh. anat. sur une nouv. es-
pece de Balanogl. Nancy 1886. 8\ 48 pag. 3 pl.)
Des Weiteren spricht sich derselbe präciser „sur
la parente du Balanoglossus" aus; B. ist ein dege-
nerirtes Thier, dessen Larve secundär durch Anpassung
Oharactere von Echinodermenlarven gewonnen hat, im
üebrigen aber den Vorfahren (Protochordata) der echten
Wirbelthiere nahe steht; vor Cyclostomen, Amphioxus
und Tunicaten, welche als degenerirte Vertebraten be-
trachtet werden, hat sich der ebenfalls degenerirende
Zweig Balanoglossus von den Protochordaten getrennt
{Z. A. IX. 1886. pag. 506—507).
J. W. v. Wijlie plaidirt ebenfalls für die Verwandt-
schaft der Chordaten mit Balanoglossus und Echino-
dermen aus und hebt besonders zwei Punkte dafür hervor:
1. wird der Blastoporus, wo er offen bleibt, bei Echino-
dermen, Balanoglossus und Chordaten ohne Ausnahme
zum Anus, bei Anneliden zum Munde, 2. entsteht das
Coelom bei den primitiven Formen der drei ersterwähnten
Gruppen als eine Darmausstülpung, bei den Anneliden
nie! {Die Betheiligung des Ectoderms an der Ent-
wicklung des Vornierenganges in Z. A. XL 1886.
pag. 635).
W. Bateson fasst seine Ansichten über „the an-
cestry of the Chor data", als welche er die Enterop-
neusten betrachtet, zusammen und giebt folgenden Stamm-
baum:
Cyclostomata. /Protognathostomata
(Balfour)
Enteropneusta
PNemertini-
Ceplialochorda
Tunicata
Form mit einer Kiemenspalte.
(Quart.journ.ofmicr.se. vol. XXVL 1886. ^.535—571).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 131
A. F. Marioii's: etudes zoolog. siir deux especes
d'Eiiteropii eustes" behandeln auch anatomisch Balano-
glossus Hackst n. sp. aus Japan und B. Talaboti aus dem
Golf von Marseille in 350 m Tiefe lebend {Ärch. de Zool.
exp. et gen. 2. sSr. tom. IV. pa^. 305 — 32G. 2 pL).
W. Bateson giebt in der Fortsetzung seiner Studien
über Balanog'lossus eine Histologie der einzelnen Organe
(continued account of tlie latev stages in the deve-
lopment of Bai. Koioaleioskii and of the morijhology
cf the Enteropneusta in: Quart, journ. of inicr. sc.
vol.XXVL pag. 511— b2S. Q pL).
J. T. Cunuingliam constatirt das Vorkommen einer
Tornaria-Larven und damit von Balanoglossus an den
britischen Küste {Nature 1886. pag. 361).
Unbekannt sind dem Ref. geblieben:
Haldeman, G. B., Notes on Tornaria and Balano-
glossus in: Johns Hopkins Univ.-Circ. IV. pag. 44 — 45.
Weldon, W. F. R., prel. note on a Balanoglossus-
larva from the Batramas in: Proc. R. Soc. London XLH.
pag. 146—150 und Americ. Naturalist XXI. pag. 669—670.
C. Eohinoderiden.
W. Reinhard veröffentlicht seine Untersuchungen
über Echinoderiden nun ausführlich (cf. J.Ber. 1880/81.
pag. 61 d. S. A.). Der Autor opponirt dagegen, dass man
den vordren, ausstülpbaren Abschnitt als Kopf bezeichnet,
es ist ein Theil des Darmes (Rüssel); bei allen unter-
suchten Arten lassen sich 11 Segmente erkennen, wenn
man das Analsegment mitzählt und den Rüssel, so wie
das sogenannte Halssegment nicht; letzteres fehlt oft ganz.
Die Cuticula ist je nach den Arten in verschieden ge-
staltete Platten zerfallen, an denen Borsten, Stacheln
stehen, deren Anordnung für die Unterscheidung der
Arten Bedeutung hat; die von Claparede gesehenen
Borstenringe bestehen aus streifenförmigen Verdickungen.
Die Matrix lasst keine Zellgrenzen erkennen, aber noch
Kerne und Pigment; sie steht mit kleinen, unbeweglichen
J*
132 Prof. Dr. M.Braun: Ber. üb. die wissensch, Leistungen
Borsten in Verbindung, welche die Cuticula durchsetzen.
Der vorderste Darmabschnitt, der Rüssel, steckt in einer
Einstülpung* des ersten Segmentes, der Rüsselscheide;
der Rüssel selbst „macht zwei Einstülpungen" und geht
dann durch die Mündungen in den Oesophagus über, der
unter einem Winkel am Magen hängt; der After liegt
am Hinterende des Analsegmentes. In die zweite Rüssel-
strecke münden 4 Speichel- oder Giftdrüsen. Unter der
Leibeswand liegt ein System von bandartigen Längs-
muskeln, ferner existirenDorso-ventral-Muskeln; besondere
Muskeln dienen zur Bewegung des Rüssels und seiner
Scheide; alle Fasern sind glatt. Als Nervenganglien
können nur 4 dorsal auf dem Oesophagus liegende „Er-
höhungen" gelten, in denen Kerne erkannt wurden;
Nervenfasern resp. Nerven? Die beschriebenen Pigment-
flecke sind keine Augen. Die 2 Excretionsorgane be-
ginnen mit birnförmigen Bildungen, welche in wimpernde
Kanäle übergehen, die am 9. Segment dorsal ausmünden.
Die Geschlechter sind getrennt und lassen sich mitunter
an äusseren Characteren unterscheiden. Ovarien wie
Hoden sind cylinderf örmige , fast überall gleichmässig
dicke Säcke, welche an jeder Seite der Körperwand
liegen und im 11. Segment ausmünden.
Der Autor theilt die Echinoderiden, für die er den
Namen Kinorhyncha vorschlägt, nach der Zahl der Anal-
borsten in:
1. Bicerca mit: Ech. dentatus Reinh., ponticus R., pellucidusR.,
setigera Greeff, borealis Gr., Dujardini Duj., canariensis Gr.,
Sieboldü Pag'., incertus Pag., dubius R. und parvulus R.
2. Monocerca mit: Ech. spinosus R., Kowalewskii R., lanuginosa
Graff, monocercus Clap. und Pagenstecheri (R.) Pag.
3. Acerca mit: Ech. Metschnikoffii und acercus Reinh.
Was die Stellung der Kinorhynchen im System an-
langt, so spricht sich Reinhard gegen eine Vereinigung
derselben mit irgend einer in Frage kommenden Thier-
gruppe aus; nur Anklänge an die Anneliden lässt er
gelten, als welche die Segmentation, die mit der Matrix
in Verbindung stehenden Borsten und die Segmental-
organe betrachtet werden; doch sind die Unterschiede so
i. d. Natiirg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 133
gross, dass man die Echinoderiden nicht den Anneliden
anreihen kann, sie müssen eine besondere Klasse, Ki-
norhyncha, bilden. Sicherer wird die Verwandtschaft
nach Erforschung der Entwicklung' sich ergeben (Kinor-
hyncha, ihr anatomischer Bau und ihre Stellung im
System in: Z. f. tc. ZooL XLV. 1887. pa^. 401 — 467.
3 Taf.).
Echin öderes Dujardinii Clap. erwähnt Moebius aus der
westlichen Ostsee {System. Darstellung der Thiere des Plankton in:
V. Ber. d. Comm. z. wiss. Unters, der deutschen Meere in Kiel 1887
pag. 117.)
D. Gastrotricha.
Chaetonotus larus 0. Fr. M. in mehreren Salzseen Russlands
cf . Stepanow : (Bull, de la Soc, Imp. des Naturalistes de Moscou ann
1886. No. 3. pag. 189).
Eine grössere Arbeit von A. C. Stokes: Observ. sur les
Chaetonotus hat Ref. nicht erhalten können [Journ. de Micrographie
XI. pag. 77—85, 150—153, 560—565. 2 pl.)
E. Chaetognathi.
SagittabipunctataQ. Gaim, S. hexaptera d'Orb. u. Spadella
hamata Moeb. cf. Moebius: {System. Barstellung der Thiere des Plankton
in : V Ber. d. Comm. z. wiss Unters, d. deutschen Meere in Kiel 1887.
pag. 117.)
Sagitta gracilis Yerrill an der nordamerikanischen Küste
{Unit. States comm. of fish and fisheries pari. XI. rep. for 1883.
Wash. 1885. pl. XLIIL fig. 196, 197.)
F. Dinophilus.
Nach einer Mittheilung von A. Lang hat E. Meyer
bei Dinophilus gyrociliatus 5 Paar segmental angeordneter,
intracellulärer Canäle beobachtet, von denen jeder mit
einer besonderen Oeffnung nach aussen mündet u. nach
innen mit einer typischen geschlossenen Wimperzelle
endigt. A. Lang kann Dinophilus nicht wie Korscheit
in die Nähe der Turbellarien stellen „es giebt keine
Turbellarien mit After, keine mit Wimperringen"! Dino-
philus ist in der Reihe unterzubringen, welche von den
Anneliden durch die sogenannten Archi-Anneliden hin-
durch zu den Rotatorien führt; das Weibchen von Dino-
134 Pi'of. Dl*. M. Braun: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
philus ist buchstäblich weiter nichts als eine Anneliden-
larve ohne Borsten und mit Geschlechtsorganen (Mono-
graphie der Polycladen des Golfes von Neapel. Lpzg.
1884 pag. 678—79.)
Der von W. F. R. Weldon beschriebene Dino-
philus gigas n. sp. wird bis 2 mm lang, ist orangeroth
und auf der Unterseite sowie am Kopflappen ganz be-
wimpert; ausser dem mit 2 Augen versehenen Kopf und
dem mehr bauchständigen Schwanz lassen sich 7 Ringel
unterscheiden, die je einen Wimperring und dahinter
einen solchen von Sinneshärchen tragen.
Im Allgemeinen wie D. apatris Korschelt (cf. J.-B. 1882/83.
pag. 757) gebaut, unterscheidet er sich von letzterem durch den Besitz
eines Nervensystems und die histologische Structur der Haut^
Letztere ist auf der Dorsal- und Ventralseite verschieden gebaut;
während die erstere mehrfache Zellschichten am Kopf, eine einfache
auf der Rückenseite zeigt, schieben sich auf der Bauchseite zwischen
die keilförmigen "Wimperzellen grosse grauulirte Zellen ein; die
ersteren setzen sich an ihrer Basis in muskulöse Fasern fort, die auf
der Bauchseite eine dünne Ringsmuskelschicht bilden. Das Hirn
füllt den Kopf fast ganz aus ; ihm liegen die Augen (mit Linse) auf
und von ihm gehen nach hinten zwei Nervenstämmchen ab; kein
Geschlechtsdimorphismus.
(On Dinophilus gigas in: Quart, journ. of micr. sc.
vol. XXVII. 1887. pag. lOd— 121. 1 pl.)
In Bezug auf systematische Stellung hält W. F. R. Weldon
Dinophilus für eine Form, die auf der einen Seite Beziehungen
zu den Archianneliden bietet, auf der anderen aber auch zur Stamm-
form der Chaetopoden etc. d. h. der Trochophora, während Leibes-
höhle, Excretionssystem und Pharynx die Verwandtschaft mit Tur-
bellarien documentirt [l. c. Quart, journ. micr. sc. XXVII. 1887.
pag. 109— 131. Ipl).
C. Korschelt fasst die Resultate der neuen Arbeiten
über Dinophilus zusammen und vergleicht den nur bei
einigen Arten dieser Gattung vorkommenden geschlecht-
lichen Dimorphismus mit den Verhältnissen bei Cirri-
pedien; der Grund für diesen Dimorphismus kann wohl
nur in der Anpassung an die äusseren Lebensverhältnisse
liegen. In systematischer Hinsicht hält K. bei der auf-
fallenden Aehnlichkeit des Dinophilus mit Larven der
Anneliden eine Beziehung zu den letzteren für das Natur-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886- 1887. 135
liebste. {Die Gattung JDinophilus und der bei ihr auf-
tretende Geschlechtsdimorphismus in: Zool. Jahrbücher
hrsg. V. J. W. Spengel. II. Bd. 1887. pag. 955—967).
W. Repiachoff veröffentlicht eine Abhandlung über Anatomie
und Entwi cklungsgeschichte von Dinophilus gyrociliatus
0. Schmidt (Odessa 1887. 77 pag. 8 °. 4 Taf. — in russ. Sprache).
IV. Freilebende Platbelminthes.
Die Mittbeilung' von Schauinsland : „Die Körper-
schichten und deren Entwicklung bei den Platt-
wtirmern" betrifft nur Cestoden und Trematoden (Sitzgsb.
d. Ges. f. Morph, u. Phys. in München. Bd. IL 1886
München 1887. pag. 7— 11).
A. Nemertini.
a) Anatomie und Entwicklung.
A. A. W. Hubrecht's Bearbeitung der Challenger-
Nemertinen (cf. unten) berücksichtigt in erster Linie die
Anatomie; in einem allgemeinen Kapitel bespricht der
Autor die Beziehungen der Nemertinen zu Coelenteraten
und zu Chordaten ; in ersterer Hinsicht ist das Vorkommen
von Nesselkapseln im Epithel des Rüssels, der Nerven-
plexus der Haut, die von den Körpermuskeln gesonderten
epiblastischen Muskelfasern, die Entwicklung des Meso-
blastes und der Mangel eines Enterocoels anzuführen —
in letzterer: die allgemeine Anordnung des Nervensystems,
der der Hypophysis entsprechende Eüssel, das Homologon
der Chorda (Rüsselscheide) und die respiratorische Function
des vordren Abschnittes des Darmes {rep. on the Ne-
mertea in: Rep. scient. res. qf the voy. of H. M. S.
Challenger Zool. vol. XXII).
L Joubln giebt anatomische Daten über Langia
obockiana n. sp., eine bis 1,50 m lang werdende Nemertine,
welche unter Steinen am Cap Obock lebt (Note sur
l'anatomie d'une Nemerte d' Obock in: Archiv, de Zool.
expSr. et gSn. 2. ser. Tom. V. 1887. pag. 61 — 90. 2 jjL).
R. Saint -Loup findet folgende Typen der Kopf-
gruben der Nemertinen 1. ein bewimperter Kanal setzt
136 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
die Leibeshöhle auf der Höhe des Hirns mit der Aussen-
welt in Verbindung; 2. oft ist der innere Theil des
Kanales von einer Drüsenmasse umgeben, in welche ein
von den hintren Hirnlappen kommender Nerv eintritt und
3. statt mit der Leibeshöhle zu communiciren kann der
Kanal in eine Blase anschwellen, deren innerste Partie
ohne jede Oeffnung mit dem Hirn durch einen Nerven-
stiel in Verbindung steht. Diese 3 Typen findet der
Autor auch bei den Segmentalorganen der Egel, 1. bei
Clepsine, 2. bei Nephelis und 3. bei Hirudo und so hält
er die Kopfgruben der Nemertinen für den Seg-
mentalorganen homologe Bildungen, sie müssen daher
Kopfnieren heissen (sur les fossettes cephaliques des
Nhnertes in: C. R. Ac. Paris, tom. 102. 1886. 7. p. 1576
bis 1578).
R. Dewoletzky veröffentlicht Studien über „das
Seitenorgan der Nemertinen".
Am einfachsten verhalten sich dieselben bei Carinella annulata,
wo ein einfacher Kanal das Epithel nur zum TheU durchsetzt und
durch einen Faserstrang mit dem Hirn in Verbindung steht; bei
C. polymorpha entspringt dieser Kanal im Grunde einer schüssei-
förmigen Kopfgrube, die ein modificirtes Epithel besitzt; auch durch-
setzt der Kanal das ganze Epithel bis zur Unterhaut; noch tiefer
geht er bei C. inexspectata. Bei aUen übrigen Nemertinen, die Palaeo-
nemertinen ausgenommen, ist das Seitenorgan ein grosses, gangüen-
reiches Gebüde, welches nach innen von den typischen Muskel-
schichten liegt; der Kanal selbst, der bei Schizonemertinen einheitlich,
bei Hoplonemertinen gespalten ist, liegt nur oberflächlich dem Ganglion
auf; er wird von Flimmerzellen mit streifigem Plasma ausgekleidet,
welche an ihrer Basis mit dem Ganghon in Verbindung stehen.
Drüsen, den Hautdrüsen entsprechend, münden bei den Schizo-
nemertinen an bestimmten Stellen in den Canal ein, während bei
den Hoplonemertinen die Drüsen am Hinterende des Canales liegen.
Sekundär kommt es nun theils zu Verschmelzungen, theils zu Ke-
ductionen und zu Lageverschiebungen zwischen den beiden Theilen
des Seitenorganes d. h. dem Canal mit seinen Drüsen imd Ganglien
und dem vom Hirn kommenden Faserstrang mit Ganghen. Dem
Bau nach kann man die Seitenorgane, die in ähnlicher Form bei
sehr verschiedenen Thiergruppen vorkommen, nur als Sinnesorgane
auffassen, welche — dafür sprechen auch die Experimente von Hu-
brecht (cf J. B. 1880/81. pag. 160 d. S. A.) — im Stande sind, die
Beschaffenheit des umgebenden Mediums zu erkennen.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 137
(Arh, a. d. zool. Inst, in Wien hrsg. v. C. Clans. Bd.
VII. 1886/88. 48 pag. 2 Taf. u. Verh. d. k. k. zool.-hot.
Ges. Wien. XXXVII Sitzgsher. 1887.)
A. Bolles Lee hat bei einer ganzen Anzahl medi-
terraner Nemertinen Studien über die Spermatogenese
gemacht und schildert die Vorgänge genauer bei Tetra-
stemma melanocephalum. Im Gegensatz zu Sabatier,
dessen Object Tetrastemma flavidum war, ergiebt sich,
dass sich die einzelnen Phasen vollkommen dem an-
schliessen, was wir über die Spermatogenese anderer
Thiere wissen; es ist gar kein Grund, den Nemertinen
in dieser Beziehung eine Sonderstellung anzuweisen; die
Sabatier'sche Theorie gilt wenigstens für diese Thiere
absolut nicht {la Spermatogenese cJiez les Nemertiens
apropos d'une theorie de Sabatier in: Recaeil zoolog.
suisse IV. 1887. pag. 409—430. 1 pl)
Die Pilidiumlarve besitzt nach W. Salensky ein
provisorisches Nervensystem; zu der schon bekannten
Scheitelgrube kommt noch ein Nervenring, der entlang
der Wimperschnur zieht und dem Nervenring der Anneliden-
larven (cf. oben Kleinenberg) homolog ist. Die ersten
Anlagen des Nervensystems der Nemertine erscheinen in
Form von zwei Ectodermverdickungen , die im Bereiche
der vordren Scheibenpaare, zu beiden Seiten der Rüssel-
einstülpung entstehen; die vordren verdickten Theile
dieser gemeinsamen Nervenanlagen stellen die Anlagen
der Bauch- und Rückenlappen des Gehirns, die hintren
die der Lateralnervenstämme dar; die Bauchcommissur
der Hirnganglien kommt in Folge der Verwachsung beider
Bauchlappen resp. ihrer Fortsetzung zu Stande und tritt
viel früher als die Rückencommissur zu Tage ; die Lateral-
nerven bilden sich als unmittelbare Fortsetzungen der
primitiven Nervenanlagen, bleiben indess bei ihrem Auf-
treten im Bereiche des Kopftheiles liegen und setzen
sich erst nach erfolgter Verwachsung im Rumpftheile fort.
Die Seitenorgane entstehen in Form von zwei Einstül-
pungen der äusseren Leibeswand des Pilidium; ihnen
wächst ein Fortsatz von Seiten der Bauchlappen des
138 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Hirns entgegen. In Bezug auf die Bildung des Rüssels
und der Rüsselscheide kann der Autor nur dasselbe melden
wie bei Monopora (cf. J. B. 1884/85. pag. 210). Die
Homologie zwischen dem Nemertinenrüssel und dem der
Turbellarien wird durch zwei Schemata illustrirt {Bau
und Metamorphose des Pilidium in: Z. f. w. Z. XLIII.
1886. pa^. 481— 511. 2 Taf.).
In der Darstellung der Entwicklungsgeschichte
von Lineus obscurus Barr, hält A. A. W. Hubrecht
im Ganzen an seinen früheren Angaben fest (Proove eener
ontwik. geschied. Utrecht 1885. 4^), die in manchen
Punkten mit anderen Untersuchungen in Widerspruch
steht; so wird das Nervensystem entschieden als eine
mesodermale Bildung erklärt, andrerseits aber die
Möglichkeit ectoblastischer Herkunft offen gelassen, da
das Mesoblast durch eine Art Delaminationsprozess, der
beide primäre Keimblätter betrifft, entsteht (contribution
to the embryology of the Nemertea in: Quart journ,
of micr. sc. vol. XXVI. 1886. pag. 417— US. l pl. und
over de ontwikk. van het zeenuwstelsel van Lin. ob-
scurus in: Tijdsch. d. nederl. dierk. Vereen. (2) D. 1. tfl. 2.
VersL pag.CXXXI.
b) Systematik, Faunistik.
A. A. W. Hubrecht sucht zu beweisen, dass von
allen wirbellosen Thieren die Nemertinen diejenigen sind,
welche in ihrer Organisation solche Charactere bei-
behalten haben, durch welche ein allmähliger Uebergang
von Coelenteraten zu Triploblastica stattfindet, aus denen
sich später die Chordata d. h. Urochorda, Hemichorda,
Cephalochorda und Vertebrata entwickelt haben; dabei
sind aber directe Beziehungen zwischen Nemertinen und
Chordaten, so dass die ersteren die Stammformen wären,
ausgeschlossen {the relätion of the Nemertea to the
Vertebrata in: Quart, journ. of micr. sc, vol. XXVII.
1887. pag. 605—644. 1 pl.)
W. Kükenthal und B. Weissenborn fanden an der Westküste
Norwegens Borlasia striata K. und Meckelia annulata Johnst. (1. cit.
Jen. Zeitsch. f. Nat. XIX. 1886. pag. 781.)
i. d. Natmg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 139
Nemertes gesserensis Müll, bei Lohme aiif Rügen (Krause:
Sitzgsber. Ges. naturf. Frde. Berlin. 1887. pag. 36.)
F. Chapuis zählt die im August 1885 bei Roseoff gefundenen
Nemertinen auf und zwar: 2 Cephalotrix, 3 Carinella, 1 Polia
(P. coeca n. sp.). 5 Lineus (mit L. variegatus n. sp.), 10 Cerebratulus
(mit C. modestus n. sp.), 3 Amphiporus, 7 Tetrastemma, 2 Oerstedtia,
1 Prosorhochmus und 1 Nemertes {Note sur quelques Nemertes
rtcoltees a Eoscoff clans le courant du mois d'aout 1885 in: Arch. de
Zool. exp. et gen. 2 ser. tom. IV. Paris 1886. pag. XXI— XXIV.)
R. Saint-Loup erwähnt zwei neue Nemertinen aus dem
Golf von Marseille, Lineus viridis n. sp., 10—15 cm lang, grünlich,
in 40 m Tiefe lebend und Amphiporus sipunculus n. sp. milch weiss
mit braunen Pigmentfiecken, 25 m tief in AnneHdenröhren (C. R. Ac.
Paris tom. 102. 1886. I. pag. 1577.)
A.A.W. Hubrecht hat die Nemertinen der Challenger-
Expedition bearbeitet; es werden beschrieben:
A. Palaeonemertea.
Fam. Carinellidae.
Carinina n. gen. „closely allied to Carinella, from which
it differs in the presence of a distinct posterior brain lobe,
situated with the rest of the brain and nerve-stems in
the integument, outside of the body musculature; a ci-
liated canal penetrates into this posterior brain lobe." —
Mit grata n. sp. 1240—1340 Fdn. im atlantischen Ocean.
Fam. Eupoliidae.
Eupolia n. gen. „integument generally thick in comparison
with the body musculature, the two layers of contractüe
fibres of the integument never coalescing mth the outer
larger one of longitudinal body muscles as in certain
Cerebratiüi; proboscis and proboscidian sheath thin and
inconspicous; brain -lobes compact, posterior lobe long,
wedged in between the superior and inferior ones ; often
a commissure of the longitudinal nerve-stems below the
anus ; no longitudinal cephalic slits but transverse grooves
as in many Hoplonemertea" =: Polia delle Chiaje, — Mit:
delineata delle Chiaje von den Cap-Verdischen Inseln.
Giardii MTntosh in litt, woher?
australis n. sp.
nipponensis q. sp.
B. Hoplonemertea.
Fam. Amphiporidae.
Drepanophorus Hubr. mit rubrostriatus Hubr., Cap Verdische
Inseln.
serraticoUis Hubr., 40 Fdn., Bassstrasse.
LanJcesteri n. sp., bei Neu -Schottland.
140 Pi'of. Dl"- M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Amphiporus Ehrbg. mit Moseleyi n. sp.
Marioni n. sp., von den Kerguelen.
Farn. Tetrastemmidae.
Tetrastemma Ehrb. mit agricola Will.-Suhm, Landnemertine
auf Bermuda.
Farn. Pelagonemertidae.
Pelagonemertes Mos. mit Rollestoni Mos., südl. von Süd-
australien und bei Japan.
C. Sehizonemertea.
Fam. Lineidae.
Cerebratulus Ren. mit truncatus n. sp., bei Neu-Schottland,
Bermuda.
medullatus n. sp,, 85 Fdn., Neu-Schottland.
longifissus n. sp., bei Marion,
corrugatus M'Int., Kerguelen.
Parken n. sp., bei Neu-Seeland.
angiisticeps n. sp., dto.
macroren n. sp , bei Japan,
und eine spec. ine. von den Kerguelen.
(Rep. on the Nemertea coli, hy H. M, S. Challeyi-
ger during the years 1873 — 1876 in: rejp. of the scientif.
results of the voy. of H. M. S. Challenger. Zool. vol. XIX.
1887. 160 pag. Iß pL).
B. Turbellaria.
a) Anatomie und Entwicklung.
Die A. Lang'sche Monographie der Polycladen,
die Frucht siebenjähriger, eingehender Beschäftigung mit
dem Gegenstande, ist wie die G raff sehe Monographie der
Rhabdocoeliden eine mustergiltige Arbeit, von der eine
neue Epoche in der Kenntniss dieser so schwierig zu be-
handelnden Thiere datirt. Sie ersetzt eine kleine Bib-
liothek, da der Autor alle auf Polycladen Bezug nehmenden
Litteraturangaben in extenso, oft wörtlich mittheilt; sie zer-
fällt in 5 Abschnitte: 1. Anatomie und Histologie
(pag. 30—316), 2. Ontogenie (pag. 217—410), 3. Syste-
matik (pag. 411 — 620), 4. Chorologie und Oecologie
(pag. 621 — 641) und 5. Phylogenie (pag. 642-680);
39 Quarttafeln, von denen 9 der Darstellung der im Golf
von Neapel vorkommenden Arten in natürlicher Färbung
gewidmet sind, sind beigegeben. Die Abschnitte 1, 2 u.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 141
4 beruhen auf Untersuchung der Neapler Arten, im dritten
werden nicht nur letztere, sondern alle bisher benannten
Arten abgehandelt; naturgemäss ist dieser Abschnitt der
schwächste, da die bisherigen Beschreibungen wegen
Mangels an anatomischen Angaben ganz ungenügend
sind. Erfahren wir doch, dass man allenfalls die Gat-
tungen, aber nur zum kleinen Theil die Species nach
dem Exterieur bestimmen kann! Bei aller Anerkennung,
die wir auch der Ausstattung selbst zukommen lassen,
können wir eine Bemerkung nicht unterdrücken, welche
die Tafelerklärungen betrifft: die zahlreichen den
Figuren beigeschriebenen Buchstaben sind in der Er-
klärung sehr zum Leidwesen des Lesers nicht alphabetisch
geordnet, was dem Autor, der die Correctur besorgte,
eine Kleinigkeit gewesen wäre; vom Leser wird nun ver-
langt, dass er unter 50 und darüber, ohne alle Ordnung
stehenden Abkürzungen sich die gewünschte heraussucht!
Was nun den Inhalt anlangt, so ist es selbstredend ganz
unthunlich, das Neue referiren zu wollen, denn viele Ka-
pitel enthalten fast nur Neues, alle sehr viel. Der Autor
unterscheidet unter den Polycladen, je nachdem sie einen
fast stets im Centrum des Körpers gelegenen Saugnapf
besitzen oder nicht, 2 grosse Abtheilungen: Cotylea u.
Acotylea; alle gut bekannten Gattungen ordnen sich in
2 Reihen; die einen Endpunkte derselben entsprechen den
acotylen und cotylen Polycladen und sind einander sehr
genähert; je mehr man aber nach den anderen End-
punkten der beiden Reihen kommt, desto mehr weichen
diese auseinander.
Das stets vorhandene, den ganzen Körper überziehende, flim-
mernde Cylinderepithel, die Haut, zeigt eine complicirte Zusammen-
setzung, namentlich auf der Rückenseite; neben den indifferenten
Epithelzellen findet man Zellen mit Rhabditen, solche mit Pseudo-
rhabditen, Nematocysten , Drüsenzellen, Pigmentzellen, Zellen mit
Tastborsten; aUe diese Elemente liegen in einem feinkörnigen, „inter-
stitiellen Gewebe", wohl einer Art Kittsubstanz. Zur Haut gehören
noch die im Parenchym Hegenden, namentlich reichlich am vorderen
Körperrande Hegenden Hautdrüsen, die wunderHchen , nadel-, speer-
und spiessförmigen Waffen der Gattung Anonymus. Die Cotylea be-
sitzen fast alle Pigment im Körperepithel, den Acotylea fehlt es
142 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
meist resp. es wird durch das Parenchympigment, das sich meist auf
die Eückenseite beschränkt, ersetzt; letzteres kommt übrigens auf
vielen Cotylea neben dem Hautpigment zu. Um die Augen herum
fehlt das Pigment stets ; auf der Bauchseite läuft entlang dem Vorder-
rande eine mit stärker flimmernden, stäbchenlosen Zellen ausge-
kleidete Rinne von unbekannter Bedeutung. Ueberall findet sich
unter dem Epithel eine resistentere Basalmembran, die den
Körpermuskeln zur Anheftung dient. Unter letzteren kann man ein
Hautmuskelsystem und ein System von dorsoveutralen
Fasern unterscheiden; ersteres, auf der Ventralseite stets stärker
entwickelt, besteht hier aus einer äusseren und inneren Längsmuskel-
schicht, welche eine Schicht von Quermuskeln und eine doppelte von
Diagonalmuskeln einschhessen ; auf dem Rücken fehlt die innere
Längsmuskelschicht; des Saugnapfes, der nicht nur zum Anheften
dient, sondern auch bei der Copulation verwendet mrd, wurde schon
gedacht. Alle Lücken z\Naschen den in der mittleren Schicht ge-
legenen Organen füllt das Parenchym aus; es erscheint im ein-
fachsten Falle (Cestoplana) als eine feinkörnige, zarte Plasmamasse
mit zahlreichen eingestreuten Kernen und verschieden grossen, von
einer farblosen Substanz erfüllten Vacuolen, die als intracelluläre
anzusprechen sind. Nehmen diese Vacuolen an Grösse zu, so dass
das Plasma sich auf eine dünne Rindenschicht mit dem Kern be-
schränkt, so entsteht ein zweiter Typus (Stylochus und alle Lepto-
planiden), dessen Parenchym dann aus verschmolzenen, grossen
blasenförmigen Zellen besteht, deren Substanz eine Art aus Mem-
branen bestehendes Fächer werk darstellt. Wenn endhch eine Ver-
schmelzung der einzehien Fächer des Fachwerkes eintritt, wobei un-
regelmässige Gänge und Lacunen, die mehreren Zellen entsprechen,
sich bilden, so entsteht das Parenchym von Planocera imd der Co-
tylea, das dann mehr einem Balkennetzwerk gleicht. — Das Ver-
dauungssystem besteht aus Pharyngealapparat und Darmkanal.
Der Mund hegt bei den Ausgangsformen der beiden oben er-
wähnten Reihen (Anonymiden und Planoceriden) etwa im Centrum
der Bauchseite; er rückt bei den Acotylea allmählig nach hinten,
bei den Cotylea nach vorn ; immer vor den GenitalöflPnungen gelegen
dient er, ähnlich wie bei Prorhynchus, bei Stylostomum als Ausgang
für den Penis. Die Pharyngealtasche entspricht der Form des
Pharynx, der stets ein Pharynx phcatus ist; zwischen der Lage der
Mundöffnung im Körper, der Lage derselben mit Bezug auf die
Pharyngealtasche, der Lage des Darmmundes mit Bezug auf letztere,
der Form des Pharynx und der Lage der Hauptachse des Pharynx
zu der Horizontalebene des Körpers besteht eine eigenthümhche
Correlation. Mit der Pharyngealtasche steht der Hauptdarm durch
den Darmmund in Verbindung; ersterer führt stets Flimmerepithel,
Rings- und Längsmuskeln und Hegt in der MitteUinie. Die von ihm
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 143
ausgehenden, sich verzweigenden oder sich netzförmig verbindenden
Aeste besitzen ein besonderes an Concretionen reiches Epithel; durch
in bestimmten Abständen angebrachte Ringmuskeln, denen radiär
angeordnete Diktatoren entgegenwirken, erscheinen die Aeste meist
perlschnurförmig. Neben mindestens 4, gewöhnhch viel mehr paa-
rigen Aesten geht vorn noch ein mipaarer Ast ab, der in der Mittel-
Hnie über das Gehirn hinwegzieht und sich verästelt. Besonders be-
merkenswerth sind bei Yungia, wo die Darmäste ein Netzwerk bilden,
dorsal aufsteigende Zweige, die auf dem Eücken ausmünden; bei
Cycloporus gehen die am Körperrand gelegenen Endzweige in
Blasen über, die nach aussen münden und bei Ohgocladus geht vom
Ende des Hauptdarmes ein dorsal aufsteigender Ast ab, der eine
wahrscheinhch nach aussen mündende Endanschwelluug trägt
(After!) — Em Excretionssystem mit Wimpertrichtern und
Canälen wurde bei Thysanozoon Brocchii gefunden, doch weder die
Lage der Hauptstämme noch die Ausmündung konstatirt. — Das
Nervensystem ist überall wohl entwickelt; während Gehörorgane
nur bei einer Form durch Schmarda bekannt geworden sind, kommen
Augen wohl allen Arten zu, nur sind sie mitunter ohne Aufhellung des
Körpers nicht zu sehen; sie hegen stets im Parenchym und in be-
sonderen Gruppen, wo Tentakeln vorhanden sind, auch auf diesen ;
ihr Bau erinnert an den der Augen bei Tricladen und einigen
Trematoden. Als Tastorgane dienen die contractilen Nackenteutakel
(Planoceriden) oder die am Vorderrande des Körpers stehenden
Randtentakel, die bald einfache Faltenbildungen des Körpers (Pseudo-
ceriden), bald zipfelförmige Bildungen (Euryleptiden) sind ; viele Lep-
toplaniden besitzen warzenförmige Rudimente der Nackententakel;
auf der ganzen Körperoberfläche, besonders am Vorderrande finden
sich zarte Tasthaare. — Bei allen Polycladen findet sich ein succes-
siver Hermaphroditismus, indem die männhchen Organe stets Müier
als die weiblichen zur Ausbildung kommen. Die sehr zahlreichen,
rimden Hoden bilden eine wahre Hodenschicht zwischen der ven-
tralen Körperwand und den Darmästen, zwischen welche sie manch-
mal eindringen; aus allen, nur die Mittelzone und den Rand frei-
lassenden Hoden entspringt je eme Sammelcapillare, diese verbinden
sich netzförmig und münden an mehreren Stellen zu beiden Seiten
der Medianhnie in grosse Samenkanäle, deren Anordnung und Ver-
lauf nach Famihen und Gattungen verschieden ist. Sie gehen hinten
in zartere Vasa deferentia über, die entweder getrennt oder ge-
meinsam in den männhchen Begattungsapparat, der doppelt oder
vielfach sein kann, einmünden. Der Bau des Begattungsapparates,
an dem man Samenblase, Körnerdrüse und Penis unterscheiden kann
ist wie bei Rhabdocoelen sehr mannigfaltig. Die männhche Geschlechts-
öfihung hegt stets hinter dem Mund imd vor der weibhchen; nur
bei Stylostomum fällt sie mit dem Mund zusammen. Analog sind
144 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
die weiblichen Geschlechtsorgane angeordnet: zahlreiche Ovarien
hegen dorsal und ihre Eileiter bilden ebenfalls ein Netzwerk, das
sich in den paarigen, selten verzweigten Uterus fortsetzt ; accessorische
Drüsen kommen zu letzterem noch hinzu und endhch der weibhche
Begattungsapparat, der im einfachsten Falle ein Eaum (Atrium fe-
mininum) ist, in dem von allen Seiten Drüsenzellen (Schalendrüse)
einmünden; em Kanal (Eiergang) setzt Schalendrüse und Uterus in
Verbindung; in anderen Fällen bildet sich zwischen Geschlechts-
öffnung und Schalendrüse ein weibMcher Vorraum, der wieder durch
Muskeln zu einer Bursa copulatrix werden kann. Bei Trigonoporus
kommt ein an den Laurer'schen Kanal der Trematoden erinnernder
Gang vor, der jedoch ventral ausmündet. Stylochoplana und Dis-
cocelis haben nur eine gemeinschafthche Genitalöffnung.
(Die Polycladen (Seeplanarien) des Golfes von
Neapel und der angrenzenden Meeresabschnitte XL
Monogr. in: Fauna und Flora des Golfes von Neapel
Leipz, 1884. 687 pag. 39 Taf.)
An Bipalium kewense Mos., welches im Archi-
deenhause des botanischen Gartens in Berlin beobachtet
wurde, constatirte D. Bergendal nicht nur eine grosse
Regenerationsfähigkeit dieser Landplanarien, sondern auch
die Vermehrung durch freiwillige Quertheilung. An sich
regenerirenden, noch unpigmentirten Körperstellen gelang
es Theile des Exe retion sapparates- Wimpertrichter,
netzförmig angeordnete Kanäle und mehrere Längsstämme
zu sehen. Zwischen den Längsstämmen des Nervensystems
kommen dünne und sich verzweigende Quercommissuren
vor, auch gehen nach aussen starke, bogenförmige Nerven
ab, die unter der Haut einen Nervenplexus bilden;
im Schwanztheil vereinigen sich die Längsnerven. Am
Vorderrande des Kopfes stehen in einer Rinne sehr be-
wegliche, an ihrer Vorderfläche nicht wimpernde Papillen
(Tastorgane), zwischen denen stark wimpernde Gruben
liegen; mit letzteren, die wohl wegen ihres Reichthums
an Nerven auch als Sinnesorgane zu deuten sind, werden
die von v. Kennel bei Süsswassertrikladen entdeckten,
stark wimpernden Stellen am Kopf identificirt. Die Augen
bilden eine 3 — 4 reihige Zone nahe am Kopfrande und
erstrecken sich an den Seiten bis ans hintre Körperende;
ihr Bau gleicht dem andrer Tricladen (cf. Carriere J. B.
i. d. Naturg-. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 145
1884/85. pag\ 112). {Zur Kenntniss der Landplanarien
in: Z. A. X. 1887. pag. 218—224).
J. Jjima berichtet „über einige Tricladen Eu-
ropa's" imd zwar über Planaria torva M. Seh. von
Leipzig-, PI. gonocephala Dug. aus dem Thüringer Walde,
PL abcissa n. sp. von demselben Fundort und die 0er-
sted'sche PL ulvae aus der Ostsee. Die Angaben be-
treffen besonders das Nervensystem und den Genital-
apparat der neuen Art und Planaria ulvae, welch letztere
der Verf. zum Genus Gunda 0. Schm. stellen zu müssen
glaubt, weil „alle Theile der Genitalien, bis auf die An-
ordnung der Hoden und Dotterstöcke, eine vollständige
Uebereinstimmung mit Gunda segmentata" aufweisen.
Die Excretions Organe wurden nur in Spuren bei PL abs-
cissa erkannt; ihr Penis ist schlank und ragt mit dem
Ende stets durch die Oeffnung der Penisscheide in den
Vorraum heraus; die Penisscheide ist sehr muskulös.
Die beiden Oviducte vereinigen sich oberhalb der Penis-
scheide zu einem unpaaren Gang, der bei PL abscissa
innerhalb der Oeffnung der Penisscheide ausmündet, wo-
gegen bei PL gonocephala und polychroa die Eileiter
einzeln in den Endtheil des Uterusganges einmünden.
Neben den lange bekannten, ventralen Seitennerven
kommen bei Gunda ulvae und PL abscissa noch ein
Paar dorsaler vor, die jedoch nicht durch Quercommis-
suren verbunden sind; ihr Ursprung ist unsicher. Das
Hirn von PL torva und abscissa unterscheidet sich von
dem von Dendrocoelum und Polycelis dadurch, dass jeder
Lappen durch eine ansehnliche Säule von Ganglienzellen
nnd Muskelzügen (Substanzinseln) in dorsoventraler Rich-
tung durchbohrt ist; das Hirn von G.- ulvae gleicht dem
von G. segmentata Lang., giebt jedoch nur drei Sinnes-
nerven jederseits ab; auch finden sich hier die eben er-
wähnten „Substanzinseln" im Hirn. {Joum. scienc. College
Univ. Tokio vol. I. jmg. 337 — 358, 1 ijL)
L. Bölimig beginnt eine Reihe von „Unter-
suchungen über rhabdocoele Turbellarien" mit
Avcli. f. Natuigesch. 53. Jahrg. IL Bd. 3. H. K
146 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
einer Arbeit „das Genus Graffila v. Iher. " betreffend;
die Arbeit behandelt besonders das schwierige Parenehym,
das bei Gr. muricicola aus zwei Substanzen besteht,
einer membranösen, Kammern verschiedener Ordnung ab-
theilenden Gerüstsubstanz und einer mehr flüssigen,
grünen, in dicken Schichten rothbraunen Füllmasse, welche
die Kammern ausfüllt; die Kerne gehören der ersteren
Substanz an. Bei jungen Thieren ist der ganze Leibes-
raum von einer Zellenmasse, dem indifferenten Entoderm,
erfüllt, das erst später in Mesoderm und bleibendes Ento-
derm sich sondert. Von dem bisquitf örmigen Hirnganglion
entspringen nach vorn jederseits mit 2 — 3 Wurzeln je
6 Sinnesnerven, ferner von der Fläche jedes Ganglions
ein Dorsal- und ein Ventralnerv, nach hinten je ein
Seiten- und ein Geschlechtsnerv und von den Seiten des
Hirns zwei an die Seiten des Körpers tretende Nerven.
Am Vorderende wird ein eigenthümlicher Tastapparat
beschrieben {Z.f. w. Z, XLIIL 1886. pag. 290—328 mit
2 Taf. lt. Arh. a, d. zool. Inst, in Graz. Hrsg. v. L. v. Gi^aff.
Bd. I).
Nach A. Jaworowski kommt Mesostoma per-
sonatum 0. Schm. bei Krakau in mehreren Farben-
varietäten vor; bei jungen Thieren tritt das Pigment
zuerst zu beiden Seiten des Körpers auf und verbreitet
sich nach der Mittellinie zu; die Epidermiszellen sollen
pigmentlos sein; bei „manchen" frisch ausgeschlüpften
Exemplaren liegt der Pharynx, der ein netzartiges Organ
sein soll, hinten, wie bei Opistomeen; in die zwischen
Augen und Pharynx gelegene Hauttasche sollen „wahr-
scheinlich" die Excretionsorgane einmünden etc. (Vor-
läufige Ergehnisse als Beitrag zur Kenntniss und
Anat. V. Mes. person. 0. Seh. in: Z. A. IX. 1886. pag.S^
bis 85).
Genaueres über Derostoma typhlops Vejd. er-
fahren wir durch E. Sekera; die Art lebt in einem
Tümpel bei Prag, wird 1 — 5 mm lang, ist weiss bis
schmutziggelb und im Sommer immer mit Zoochlorellen
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer wälireud d. J. 1886—1887. 147
besetzt, also mehr oder weniger grün. In jeder Epitliel-
zelle der Haut soll um den meist verästelten Kern
eine oder mehrere Vacuolen liegen, welche durch die
Cuticula nach aussen münden und wohl Secret der Zellen
ausführen. Um den Pharynx wurde ein nervöser „Pha-
ryngealring" erkannt, der den sogenannten Vagusganglien
von Stenostoma entsprechen soll. Augen fehlen völlig.
DieExcretionsorgane besitzen drei Ausmündungsöffnungen,
eine kleine praeorale und zwei in der Mitte zu beiden
Seiten des Darmes befindliche. Die ausführliche Ab-
handlung ist leider nur in böhmischer Sprache geschrieben.
{Ergebnisse meiner Studien an Der. typh. Vejd. in:
Z. A. IX. 1886. jiag. 566 — 570 u. Sitzgsh. d. k. höhn. Ges.
d. Wiss. Prag 1886. pag. 239—257. 1 Taf.).
Anatomische Notizen macht 0. Zacliarias, so über
die Spermatozoen von Mesostoma rostratum Ehrb. über
Prorhynchus Leuckarti n. sp. und Monotus relictus (1. c.
Z. f. w. Zool. XLIII. 1886. pag. 252—269. 1 Taf.).
Derselbe macht über Bothromesostoma Essenii
Braun aus Seen Holsteins, Mecklenburgs und West-
preussens einige anatomische Angaben, so über die Augen,
den Hautblindsack, den Darm und den Uterus, Die Art
ist bekanntlich lebendig gebärend, doch war es Ref. (J. B.
1884/85. pag. 217) nicht möglich anzugeben, wie die
Jungen geboren werden, da der Uterus nach vorn ver-
schlossen und nach hinten blind ist. Der Autor will nun
bei trächtigen Thieren in der Nachbarschaft der reife
Embryonen enthaltenden Uterusschenkel eine eigenthüm-
liche Lockerung des Darmepithels beobachtet haben und
nimmt an, dass die Jungen den dünnwandigen Uterus
durchbrechen, in das Darmlumen gelangen und durch
den Pharynx geboren werden. {Zur Kenntniss der
pelagischen und littoralen Fauna norddeutscher
Seen in: Z. f. w. Zool. XLV. 1887. ^^a^. 273— 277).
Die ausführliche Arbeit von Yves Delage über Con-
voluta Schultzii 0. Seh. darf gewiss Anspruch auf
allgemeinere Beachtung machen, da in derselben Näheres
148 Pi'of- E)i"- ^- Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Über das Nervensystem einer Acoele mitgetheilt wird;
Goldclilorid und Osmiumkarmin gaben die besten' Prä-
parate. Nach Text wie Abbildungen kann man nicht
mehr daran zweifeln, dass bei dieser als Convoluta
Schultzii bezeichneten Form ein aus Centraltheil und
peripheren Nerven gebildetes Nervensystem vorkommt,
welches an ganzen Thieren wie auf Schnitten beobachtet
werden konnte. Ref. überzeugte sich ebenfalls bei Con-
voluta aus der Ostsee von dem Vorkommen eines
Nervensystems. Unter den Sinnesorganen werden be-
handelt das Gehörorgan, die Augenflecke und das Stirn-
organ (Rüssel). Das Parenchym besteht aus einer Art
reticulären Gewebes, in dessen Maschen die Zoochlorellen
und dicht unter der Haut birnförmige Drüsen liegen.
Die von Geddes (cf. J. B. pro 1876/79. pag. 631) als
Pulsatellen bezeichneten und als Parasiten gedeuteten
Gebilde hat auch Delage gesehen; sie liegen in den
Parenchymlücken und besitzen eine Wimperflamme ; De-
lage ist geneigt, ihnen eine excretorische Rolle zuzu-
schreiben und sie mit den Wimperzellen an den Ex-
cretionsorganen andrer Plattwürmer gleich zu stellen
(Hudes histologiques sar les Planaires rhabdocoeles
acoeles {Convoluta Schultzii 0. Schm.) in: Ar eh. de Zool.
expSr. et gi^n. 2. sSr. tom. IV. 1886. pag. 109—160. 2 Taf.).
L. Böhmig's Notiz : „Zur Kenntniss der Sinnes-
organe der Turbellarien" betrifft in erster Linie den
Bau der Augen bei Planaria gonocephala Duj.
Die bisher als hyalin angesehenen Endkolben der in das Auge
eintretenden Nervenfasern verdicken sich zunächst zu einem kleinen
stempelartigen Gebilde, das zuweilen eine feine Längsstreifung zeigt '
auf diesem sitzt kappenförmig ein halbmondförmiges, fein granulirtes
Endstück und zwischen beiden eine dünne, hyaline Mittelplatte;
eine Linse fehlt.
Ferner werden beschrieben die Augen mehrerer Alloio-
coelen, Vorticeros auriculatum, Entrostoma striatum
und Plagiostoma Girardi. Plan, gonocephala hat auf der
Bauch- wie Rückenseite einen subcutanen Plexus, mit dem
in den Auricularfortsätzen des Kopfes ein Nervenend-
i. d. J^aturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886-1887. 149
apparat, nierenfömiiger Körper mit nach aussen treten-
den, die Cilien überragenden, geknöpften Borsten in Ver-
bindung steht; dieselbe Art führt zwischen den Epithel-
zellen der Auriceln kleine, blasse Stifte (Z, A. X. 1887.
pag. 484—488).
B. Landsberg bestätigt die Angabe Vejdovsky's, dass
Stenostoma unter seinen Wimpergrübchen ein nerven-
förmiges Ganglion besitzt, zu dem ein Nerv herantritt.
(lieber die Wimper grübe Ken der Rhabdocoeliden-
Gattung Stenostoma in: Z. A. X. 1887 pag. 169 — 171.)
In der ausführlicheren Mittheilung werden von demselben hier-
über genauere Daten gegeben, ohne dass dieselben geeignet sind, alle
Zweifel in Bezug auf die nervöse Natur der „Ganglien" zu zerstreuen;
der zu diesen hintretende, als Riechnerv gedeutete, in der einen Fig.
doppelt contourirte Strang, dessen Ursprung aus dem Hirn nicht er-
wiesen ist, scheint dem Eef. ein Abschnitt der Excretionsorgane zu
sein, die sich bei Stenostoma sehr schön conserviren lassen; das
Gleiche gut wohl auch für das als Eileiter gedeutete Rohr.
{lieber einheimische Microstomiden, eine Fa-
milie der rhabdocoeliden Turbellarien, wiss. Beilage
zum Progr. des K. Gymn. zu AUenstein 1887. \0 pag. 4^.
1 lith. Taf.)
P. Hallez berichtet: „sur un nouvel organe de
sens du Mesostoma lingua 0. Schm. ".
Es handelt sich um eine fingerförmige Einstülpung der Haut,
welche auf der Bauchseite vor dem Pharynx gelegen und von etwas
kleineren Zellen als es die Hautepithelzellen sind, ausgekleidet ist;
nach innen hegen sehr kleine rimde Zellen und eine Anzahl grösserer
birnförmiger ; H. hält dies Organ für eine Art Geruchsorgan. Offen-
bar ist es dieselbe Büdimg, welche Ref. (J. B. 1884/85. pag. 217)
bei einigen anderen Arten des Genus Mesostoma gefunden, die er
deshalb zur Gattung Bothromesostoma vereinigt hat; Mes. lingua
O. Seh. entbehrt nach des Ref. Beobachtungen dieser Einstülpung.
(C. R. Ac. Paris tom. 102. 1886: 7. pag. 684—686.)
cf. auch Jaworowski.
P. Hallez hält den sogenannten Uterus der Süss-
wassertricladen für eine Tasche, in der die Befruchtung
der Eier vollzogen wird und das „räth seihafte Organ"
(0. Schmidt) resp. „das muskulöse Drüsenorgan"
Ijima's, das er früher als Receptaculum seminis be-
150 Prof. Dr. M. Brann: ßer. üb. die wisseiisch. Leistungen
zeichnet hatte, für eine Bursa copulatrix, die in analoger
Weise auch bei Vortex vorkommt und bei Planaria po-
lyehroa, wo es fehlt, ersetzt wird durch eine Muskellage
in der Geschlechtscloake an der Mündung des Uterus-
ganges (sur la fonction de l'organe enigmatique et de
l'uterus des Dendrocoeles d'eau douce in C. E. Ac. Paris
tome 104. 1887. 1. pag. 1529—1532.)
J. V. Kennel sieht im Uterus der Süsswasserden-
drocoelen ein Eeceptaculum seminis und hält die
Stäbchen in der Haut für verdichteten Schleim, der
zum Fangen kleiner Thiere dienen soll {Sitzungsher. der
Naturforscher-Gesellsch. hei der Univ. Dorpat. VIII . Bd.
2. Heft 1887. Dorpat. 1888. pag. 333.)
B. Rywosch veröffentlicht einige Beobachtungen, nach
welchen bei Microstoma lineare auch Hermaphro-
ditismus vorkommt, allerdings ein successiver, bei dem
der später auftretende Hode früher schwindet als das
vorher entstandene Ovarium ; die abgelegten Eier scheinen
noch im selben Herbst zur Entwicklung zu kommen.
Ovarien und Hoden liegen bauchständig, das erstere vor
dem letzteren; der stark wimpernde Oviduct mündet in
der Medianlinie auf der Bauchseite mit etwas gewulsteten
Lippen, (lieber die Geschlechtsverhältnisse und den
Bau der Geschlechtsorgane der Micro stomiden in:
Z. A. X 1887. pag. 66—69).
In entwicklungsgeschichtlicher Beziehung be-
fasst sich die Lang'sche Polycladenmonographie be-
sonders mit Discocelis tigrina und mit dem Bau und der
Umwandlung der pelagischen Larven; die wichtigsten
Resultate fasst der Autor selbst zusammen:
Das Ei zerfällt durch successive Zweitheilung in 4 nicht ganz
gleich grosse Blastomeren; das grösste entspricht dem Hinterende,
das zweitgrösste dem Vorderende und die beiden kleinsten der rechten
und linken Seite des Embryo ; die weitere Furchung geschieht in be-
stimmten Constanten Spiralrichtungen um die Hauptachse des Eies;
alle Furchungsstadien sind abgesehen von den durch die Grössen-
differenz der ersten Blastomeren bedingten Abweichungen strahlig
gebaut. Durch eine aequatoriale Theilungsebene zerfallen die vier
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886-1887. 151
Blastomeren in vier kleinere Ur-Ectodermzellen (aboral) und vier
grössere, orale Ur-Entodermzellen; aus letzteren sprossen 4 oder
2X4 radiär angeordnete Urmesodermzellen hervor. Ein Theil der
aus den zurückbleibenden vier Urentodermzellen durch v^^eitere Thei-
lung entstehenden Zellen wird als Nahrungsdotter aufgebraucht. Die
Anlage des Darms ist anfangs solid. Unter fortgesetzter Theilung
epiboliren die Abkömmlinge der Ectodermzellen den Embryo; der
Blastoporus liegt stets oral und bezeichnet immer, gleichviel ob er sich
schliesst oder offen bleibt, die Stelle, an der später aus dem Ecto-
derm die primitive Schlundröhre sich bildet; der aborale Pol und alle
in seiner Nähe entstehenden Organe wandern allmählig von der Mitte
der Rückseite gegen das vordere Körperende, der orale Pol mehr
oder weniger nach hinten. Das Ectoderm bleibt stets einschichtig,
in seinen Zellen entstehen die Stäbchen als Concretionen. 2 — 3 Augen
treten zuerst im Ectoderm auf, senken sich ins Mesoderm und
geben durch Theilung die anderen Augen. Sensorieller und mo-
torischer Theil des Hirns gehen aus dem Ectoderm und zwar aus
wahrscheinlich getrennten Anlagen hervor (gegen Hertwig: J. B,
1880/81. pag. 168 d. Sep. -Abz.); die Hauptnervenstämme bilden
sich vom Gehirn aus. Das Mesoderm, das sich nie deutlich
in 2 Lagen spaltet, bildet alle Muskeln und das Parenchym. Durch
Resorption der ventralen Dottermassen des Enteroderms und Anlagerung
der Zellen als Epithel entsteht der Darm; complicirt ist die Ent-
stehung des Pharyngealapparates, an dem Ecto- und Mesoderm be-
theiligt ist. Alle Cotylea und die meisten Planoceriden entwickeln
sich mit Metamorphose, die Leptoplaniden direct; erstere verlassen
die Eischale viel früher als letztere. Alle metabolischen Polycladen
haben eine gemeinsame Larvenform, die mit praeoraler Wimperschnur
versehene, Müller'sche Larve, welche 8 Fortsätze trägt ; ihr geht ein
Stadium mit 4 Fortsätzen (Goette'sche Larve) voraus; die Cotyleen
durchlaufen dieses Stadium im Ei, die Planoceriden schlüpfen auf
demselben schon aus. Die Entwicklung mit Metamorphose recapitulirt
ursprünglichere Verhältnisse als die directe. Der Körper des Embryo
resp. der Larve wächst vornehmlich nach vorn in der Ebene des ur-
sprünglichen Aequators und plattet sich in dorsoventraler Richtung
ab. Nacken- und Randtentacel sind von Anfang an verschiedenartige
Gebilde. Die Darmäste gehören ursprünglich dem verästelten Typus
an und werden theils durch Vordringen von Mesodermsepten gegen
den centralen Theil des Darmes, der als Hauptdarm erhalten bleibt,
theils durch eigenes peripherisches Wachsthum gebildet ; eine After-
öffnung bildet sich nie [Fauna und Flora des Golfes von Neapel XL
Monogr. Lpzg. 1884.)
„Siir les Premiers phenomenes du developpe-
ment des Dendrocoeles d'eau douce" hat P. Halez
152 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb die wissensch. Leistungen
Untersuchungen angestellt; das Ei ist oval, sein Proto-
plasma radiär angeordnet. Mit der im Uterus statt-
findenden Befruchtung geht diese radiäre Structur verloren
und in der Nähe des Kernes entstehen meist 3 helle
Bläschen, die jedoch nicht ausgeschieden werden (so dass
freie Richtungskörperchen nicht vorkommen), sondern
verschwinden. In der Cloake treffen die Eier auf die
Dotterzellen und letztere stellen sich, so weit sie das Ei
berühren, radiär. Die erste Theilungsebene verläuft
senkrecht auf die Längsaxe des Eies und schnürt zwei
gleiche Theile ab; jeder dieser theilt sich dann noch
zweimal, so dass 8 gleich grosse Zellen entstehen, zu je
vier an einem Pole. Auf diesem Stadium beginnen die
radiär gestellten Dotterzellen zu zerfliessen, zwischen die
Furchungszellen einzudringen, dieselben zu umschliessen
und bei fortschreitender Theilung der letzteren die
Furchungshöhle mit ihrem Product auszufüllen. Letzteres
nimmt übrigens nicht direct Theil an der Bildung des
Embryo. Darauf entsteht aus den Furchungszellen der
embryonale Pharynx, an den sich 4 primitive Entoderm-
zellen anschliessen ; die äusserlich liegenden Zellen kommen
an die Oberfläche der von den Dotterzellen herstammenden
Protoplasmamasse und bilden das Ectoderm, während die
anderen als Wanderzellen zu bezeichnen sind; ein eigent-
liches Mesoderm entsteht nicht, sondern nur ein Pseudo-
mesoderm, wie bei Coelenteraten (C. R. Ac. Paris, tom. 104.
1887. 1. pag. 1732—1735).
Die ausführliche Mittheilung desselben: Embryog.
des Dendroc. d'eau douce" hat Ref. nicht erhalten
können (Paris 1887. 8^ 107 pag. 5 pl. u. Mem. Sog. sc.
Lille (4) XVI.
Genauere Mittheilungen „über Fortpflanzung
durch spontane Quertheilung bei Süsswasser-
planarien" macht 0. Zacharias; an der Thatsache lässt
sich nun nicht mehr zweifeln, sie wurde bei einer nicht
benannten Polycelis-Art aus einem Bach des Isergebirges
und bei Planaria subtentaculata Drap, aus einem Bach
i. d. Naturg d. freileb. Würmer während d. J. 1886— 1887. 153
bei Hirschberg in Schlesien wiederholt beobachtet. Das
sich ablösende hintre Ende bildet einen neuen Kopf und
Pharynx aus ; es wäre von grossem Interesse, die feineren
Vorgänge hierbei genauer kennen zu lernen {Z. f. w.
Zool XLIIL 1885/86. pag. 271—275 mit Taf.).
b) Systematik, Faunistik.
A. Korotneif beschreibt eine Uebergangsform
zwischen Turbellarien und Ctenophoren unter dem Namen
Cteno plana Kowaleskii n. g. n. sp.
Es handelt sich um ein scheibenförmiges, pelagisch lebendes
Thier von 6 mm. Durchmesser, welches wie Planarien ganz bewimpert
ist, aber wie Ctenophoren ein Otholithenbläschen und Rippen besitzt;
der Mund liegt im Centrum der Bauchseite genau unter dem dorsalen
Gehörorgan; der Gastro vascularapparat erinnert an Polycladen, doch
soll eine Art Trichter vorkommen; da nur ein Exemplar gefunden
wurde, dessen Härtung ungenügend gelang, so sind die anatomischen
Angaben dürftige; immerhin steht die Form nicht isolirt da, da
Kowalewski (cf. J. B. 1880/81. pag. 170) eine nach manchen Richtungen
verwandte im rothen Meere entdeckte und beschrieb.
Ctenoplana Kowalewskii in Z. f. w. Z. XLIIL
1886. pag. 242—251. 1 Taf.),
A. Lang hält in seiner Polycladen -Monographie die
Abstammung der Polycladen von ctenophoreriähnlichen
Coelenteraten aufrecht und bespricht in einem besonderen
Abschnitt die Uebereinstimmungen in Anatomie — hierbei
Coeloplana Metschnikowii heranziehend — und Ent-
wicklung; er verhehlt sich nicht die Schwierigkeiten
seiner Hypothese, der besonders das Excretionssystem
sowie die völlig verschiedene Entwicklung des Mesoderms
bei Polycladen entgegenstehen. DieTricladen sind aus
Polycladen durch Reduction der Zahl der Darmäste,
Hoden und Ovarien durch Umwandlung eines Theiles der
Ovarien in Dotterstöcke, durch Reduction der seitlichen
Körpertheile, Verlust des Hauptdarmes und stärkere Aus-
bildung der bilateralen Symmetrie entstanden; wahr-
scheinlich haben die Leptoplaniden den Ursprung ge-
154 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
geben. Entgegen v. Graff und dem Referenten leitet der
Autor die Alloiocoelen aus Tricladen ab und die
Acoelen werden als gescblechtsreif gewordene Jugend-
stadien alter Stammformen der Turbellarien betrachtet.
{Monographie der Polycladen des Golfes von Neapel.
Lpzg. 1884. pag. 642—673.)
Wie bereits erwähnt, behandelt A. Lang im „System
der Polycladen" alle bisher beschriebenen Formen; da
nun das seinige auf anatomischer Grundlage beruht und
die Anatomie der wenigsten Arten bekannt ist, so ist es
begreiflich, dass einmal die Stellung vieler Arten zweifel-
haft ist und dann, dass der Autor selbst sein System für
ein provisorisches hält; wir lassen das System folgen,
führen jedoch nur die Neapolitaner Arten an.
A. Tribus Aeotylea.
Ohne Saugnapf. Mund in der Mitte der Bauchseite oder zwischen
der Mitte und dem hintersten Leibesende, selten etwas vor der Mitte;
Pharynx krausenf örmig ; Hauptdarm über, oder theilweise über und
theilweise vor der Pharyngealtasche, sich selten nach hinten über
letztere hinaus verlängernd; ohne Tentakel oder mit Nackententakel ;
Gastrovasculärkanäle verästelt; Begattungsapparate in der hinteren
Körperhälfte, hinter dem Pharynx; Farbe der Thiere bedingt durch
Parenchympigment und die Farbe der Darmäste ; Zahl und G-ruppirung
der Augen sehr verschieden ; Entwicklung mit oder ohne Metamorphose.
1. Fam. Planoceridae Lang.
1. Gen. Planocera de Blainv. char. restr. — Mit Planocera
villosa, n. sp., papulosa n. sp. und insignis n. sp.
2. Gen. Iraogine Girard.
3. Gen. Conoceros n. gen. für Im. conoceraea Schmarda ge-
gründet.
4. Gen. Stylochus Ehrb. char. restr. et emend. — Mit neapoli-
tanus delle Chiaje, pilidium Goette, Plessisii n. sp.
5. Gen. Stylochoplana Stimps. char. emend. — Mit agilis n. sp.,
palmula Qutrf.
6. Gen. Diplonchus Stimps.
2. Fam. Leptoplanidae Stimps. char, mod.
7. Gen. Discocelis Ehrb. char. emend. — Mit tigrina Blanch.
8. Gen. Cryptocelis n. gen. „Leptoplaniden mit ovalem, sehr
consistentem Körper; Mundöffnung in der Mitte der Bauch-
seite, Pharyngealtasche mit zahlreichen Nebentaschen ; Pharynx
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 155
stark gefaltet, Hauptdarm vorn etwas über die Pliaryngeal-
tasche hinausragend; Geschlechtsöfinungen getrennt; männlicher
Begattnngsapparat mit einem auffallend grossen, musculösen,
unbewaffneten Penis und mit einer zwischen diesen und den
Vasa deferentia eingeschalteten kleinen Körnerdiüsenblase; ohne
Samenblase. Weibl. Apparat ohne Bursa copulatrix und ohne
accessorische Blase. Darmastwurzeln zahlreich ; Darmäste sehr
stark verzweigt ; Augen zerstreut in verschiedenen undeutlichen
Gruppen zwischen Gehirn und vorderem Körperende; unter
diesen Gruppen lässt sich stets eine grosse Gehirnhofgruppe
unterscheiden. Augen rings um den ganzen Körper herum an
dessen Rande. Sämmtliche Augen sehr klein, am lebenden
Thiere kaum wahrnehmbar." — Mit alba n. sp. und compacta
n. sp.
9. Gen. Leptoplana Ehrb. char. modif. — Mit tremelearis
Oerst., Alcinoi 0. Schm , pallida Qutrf., vitrea n. sp.
10. Gen. Trigonoporus n. gen. Mit ziemlich verlängertem
Körper; Mundöffnung etwas hinter der Mitte der Bauchseite,
Pharynx ziemlich stark gefaltet; der Hauptdarm erstreckt sich
vorn und hinten weit über die Pharyngealtasche hinaus; vorn
endigt er hinter dem Gehirn, hinten läuft er über die Be-
gattungsapparate weg bis gegen das hinterste Leibesende.
Sehr zahlreiche Paare von Darmastwurzeln. Männlicher Be-
gattungsapparat ohne Samenblase, mit unbewaffnetem, kegei-
förmigem, in eine einfache Penisscheide eingeschlossenem Penis
und grosser Körnerdrüsenblase. Vasa deferentia münden ver-
mittelst eines gemeinschaftlichen Endstückes an der Grenze
zwischen Körnerdrüsenblase in den Begattungsapparat ein.
Weiblicher Begattungsapparat ohne Bursa copulatrix ; Eiergang
nach hinten in einen in regelmässigen Abständen eingeschnürten
Kanal verlängert, der hinter der weiblichen Geschlechtsöffnung
nach aussen mündet. Umgegend der weiblichen Geschlechts-
öffnung zu einem Haftorgan umgewandelt. Augen in grosser
Anzahl zerstreut im ganzen vordersten Körpertheil zwischen
Gehirn und vorderem Leibesende. — Mit cephalophthalmus n. sp.
3. Farn. Cestoplanidae n. fam. ^
„Acotyleen mit langgestrecktem, beinahe bandförmigen, flachem
und zartem Körper. Mund und Pharyngealtasche weit hinten in der
Nähe des hinteren Körperendes. Der Hauptdarm erstreckt sich von
vorn hinter dem Gehirn bis an das hinterste Körperende über die
Pharyngealtasche und die Begattungsapparate hinweg; äusserst zahl-
reiche Paare von Darmastwurzeln. Begattungsapparate zwischen
Mund und hintrem Leibesende, der männliche nach vorn gerichtet,
156 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
mit Antrura und Penisscheide ; Penis unbewaffnet. Körnerdrüsenblase
zwischen Samenblase und Penis eingeschaltet, nicht blasenförmig ab-
geschnürt, sondern bloss eine muskulöse und drüsige Erweiterung
des Ausführungsganges der Samenblase, in deren blindes Ende die
Vasa deferentia einmünden. Weibl. Begattungsapparat ohne Bursa
copulatrix und ohne accessorische Blase. Gehirn weit vorn in der
Nähe des vordersten Körperendes. Von den Nerven sind die beiden
hintren Längsstämme äusserst kräftig entwickelt. Das ganze vorderste
Körperende bis etwas hinter das Gehirn dicht mit zahlreichen Augen
besetzt. Entwicklung unbekannt".
11. Gen. Cestoplana n. gen. mit dem Character der Familie. —
Mit rubrocincta Grube und faraglionensis n. sp.
B. Tribus Cotylea.
„Mit bauchständigem, stets hinter der weiblichen Geschlechts-
öffnung ungefähr in der Mitte des Körpers liegendem Saugnapf.
Mund und Pharynx in verschiedener Lage, von der Mitte des Körpers
bis nahe am vordren Körperende. Pharynx krausenförmig (in einem
Falle), kragen- oder röhrenförmig. Hauptdarm über oder hinter, oder
über und hinter der Pharyngealtasche, nie vorn über dieselbe hinaus-
ragend. Darmäste netzförmig oder baumförmig verästelt. Ohne
Tentakel oder mit Randtentakel. Zahlreiche Augen stets erstens in
einem doppelten Gehirnhof, und zweitens am vordren Körperrand
wo Tentakel vorhanden, in diesen; in einem Falle auch vereinzelt
seitlich und hinten am Körperrand. Ausser den Gehirnhof äugen
kommen auf dem Nacken keine anderen Augengruppen vor. Zahl
und Lage der männlichen Begattungsapparate verschieden; wo die-
selben in der Ein- oder Zwiezahl vorkommen, da liegen sie stets in
der vordren Körperhälfte hinter dem Mund und vor der weiblichen
Geschlechtsöffnung und sind nach vorne gerichtet. Weiblicher Be-
gattungsapparat einfach, ohne Bursa copulatrix und ohne accessorische
Blase, mit Antrum. Ausser dem Parenchympigment kommt bei
vielen Formen auch epitheliales Pigment vor. Entwicklung mit
Metamorphose".
4. Fam. Anonymidae n. fam.
„Mit breit ovalem Körper, ohne Tentakeln; Mund ungefähr in
der Mitte der Bauchseite. Pharynx krausenförmig, stark gefaltet
in einer Pharyngealtasche mit langen, selbst wieder verzweigten
Seitentaschen. Hauptadern über der Pharyngealtasche. System der
Darmäste netzförmig. Weiblicher Begattungsapparat einfach, nahe
hinter dem Mund. Männliche Begattungsapparate zahlreich, jeder-
seits im Seitenfelde in einer Längsreihe angeordnet. Jeder Be-
gattungsapparat mit einfacher Penisscheide, mit conischem, unbe-
waffnetem Penis und Samenblase, ohne Körnerdrüse. Saugnapf nahe
i. (1. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 157
hinter der weiblichen Geschlechtsöffnmig. Augen im doppelten, vom
vordren Körperende ziemlich weit entfernten Gehirnhofe und am
vordren Körperrande, vereinzelt auch am Rande des Körpers in
seinen seitlichen und hintren Theilen. Im Körperparenchym ent-
stehen allerhand mikroskopische Massen, die auf besonderen Strassen
ins Körpertheil befördert und dort zu Batterien angehäuft werden".
12. Gen. Anonymus n gen. mit dem Character der Familie. —
Mit A. virüis n. sp,
5. Fam. Pseudoceridae Lang.
„Cotyleen mit ovalem, glatten oder mit Rückenzotten besetztem
Körper, mit faltenförmigen Randtentakeln; Gehirn ziemlich nahe am
Vorderende hinter den Tentakeln. Mund ungefähr in der Mitte der
vorderen Körperhälfte; Pharynx kragenförmig, im eingezogenen Zu-
stande schwach gefaltet; Pharyngealtasche unverästelt; Hauptdarm
über und unter der Pharyngealtasche; der hinter ihr liegende Theil
reicht bis weit gegen das hintere Körperende und ist sehr weit und
geräumig. Der Körper im Bereich des Pharyngealapparates und des
Hauptdarmes dorsal wärts wulstförmig erhoben. System der Darm-
äste netzförmig. Männlicher Begattungsapparat entweder doppelt
oder einfach, im ersteren Falle entweder mit doppelter oder mit ein-
facher äusserer Oeflnung. Lage der letzteren unmittelbar hinter und
bisweilen zum Theil noch unter der Pharyngealtasche. Ein Antrum
und eine Penisscheide, Penis mit hartem Stilet. Die Vasa deferentia
münden in das blinde Ende einer Samenblase und diese in den Duc-
tus ejaculutorius des Penis; an der Grenze zwischen beiden mündet
der Ausführungsgang einer birnförmigen Körnerdrüsenblase. Weib-
licher Begattungsapparat einfach, zwischen Saugnapf und männlichem
Apparat, mit Antrum femininum. Uterus und grosse Samenkanäle
bei völlig reifen Thieren stark verästelt; zahlreiche Uterusdrüsen.
Saugnapf in der Mitte der Bauchseite. Augen im doppelten Gehirn-
hof und an der Ventral- und Dorsalseite der Tentakeln. Auffallend
gefärbte, meist grosse Formen. Pigment theils im Parenchym, theils
im Parenchym, theils im interstitiellen Gewebe des Epithels, häufig
auch Pigmentzellen im Epithel. Gute Schwimmer."
13. Gen. Thysanozoon Grube. — Mit Brocchii Gr.
14. Gen. Pseudoceros n. gen. „Pseudoceriden mit spitzen oder
stumpfen faltenförmigen Randtentakeln, ohne Anhänge auf
dem Rücken, mit einfachem oder doppeltem männlichen Be-
gattungsapparat, keine Ausmündungen der Darmäste auf dem
Rücken." — Mit velutinus Blanch., superhus n. sp., maximus
n. sp.
15. Gen. Yungia n. gen. „Pseudoceriden mit typischen, falten-
förmigen Randtentakeln, ohne Zotten auf dem Rücken, mit ein-
158 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
fächern, mänlichen Begattungsapparat. Das System der Darm-
äste mündet vermittelst zahlreicher Diverticuia durch kleine
Oeffnungen an der Rückseite des Körpers nach aussen aus."
— Mit aurantiaca delle Chiaje.
6. Fam. Euryleptidae Lang.
Körper oval, glatt oder mit Papillen besetzt, mit zipfelförmigen
Randtentakeln, diese mitunter rudimentär oder fehlend. G-ehirn nahe
dem Vorderende hinter den Tentakeln; Mund dicht hinter, in einem
Falle etwas vor dem Hirn; der röhrenförmige Pharynx nach vorn
gerichtet; vom Hauptdarm reicht nur ein sehr kleiner Theil desselben
nach hinten über die Pharyngealtasche hinaus; Zahl der paarigen
Darmastwurzeln sehr verschieden. Darmäste anastomosirend oder
verästelt; männlicher Begattungsapparat hinter dem Mund liegend,
einfach, ein Antrum und eine Penisscheide; Penis mit hartem Stilet;
Vasa deferentia münden in das blinde Ende einer Samenblase und
diese in den ductus ejaculatorius des Penis; zwischen beiden Mündung
der birnförmigen Körnerdrüsenblase. Weiblicher Begattungsapparat
zwischen Saugnapf und männlichem Begattungsapparat gelegen, bei-
nahe immer hinter der Pharyngealtasche, mit Antrum femininum.
Je ein grosser, unverästelter Uteruscanal beiderseits des Haupt-
darmes ; Uterusdrüsen reducirt, oft nur 2 Augen im doppelten Gehirn-
hof, mitunter vorn und hinten über denselben hinausragend; Augen
in den Tentakeln und an deren Basis oder bei Mangel der Tentakel
am vorderen Körperrand.
16. Gen. Prostheceraeus Schm. char. mod, — Mit vittatus
Mont. albocinctus n. sp„ Giesbrechtii n. sp., pseudoUmax n, sp.,
Moseleyi, n. sp., rubropunctatus n. sp., roseus n. sp.
17. Gen. üycloporus n. gen. Auf dem Rücken mit kleinen
Wärzchen oder Papillen, selten glatt. Pharynx ziemlich kurz,
nicht ganz cylindrisch, sondern noch etwas glockenförmig;
Hauptdarm mit sehr hohem Cylinderepithel ; etwa 7 Paar
Darmastwurzeln. Darmäste neben dem Hauptdarm anastomo-
sirend, peripher verästelt und nach aussen mündend. Uterus-
drüsen an Zahl den Darmastwurzeln entsprechend. Am Ei-
leiter rosettenförmige Drüsen. Männliche Geschlechtsöffnung
unweit hinter dem Mund, männlicher Begattungsapparat zum
Theil unter, zum Theil hinter der Pharyngealtasche. Gehirn-
hofaugen in einer grossen Doppelgruppe zerstreut, einzelne
Augen auch zwischen Tentakeln und der Gehirnhofgruppe.
Tentakeln klein, oft rudimentär, ziemlich weit von einander
abstehend. — Mit papiUosus n. sp.
18. Gen. Eurylepta Ehr. Char. restr. — Mit cornuta Ehr. und
Lohianehii n. sp.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 159
19. Gen. Oligocladus n. gen. Körper glatt, Mund vor dem
Hirn; Pharyngealtasche nach hinten in einen sich etwas über
die Gegend des Saugnapfes hinaus erstreckenden Biindsack
ausgezogen, Pharynx cylindrisch. Hauptdarm mit 3 resp. 4
Darmastwurzeln, Darmäste nicht anastomosirend. Darm mittelst
eines Porus nach aussen mündend (?). Männliche Oeffnung
unter dem vorderen Theil der Pharyngealtasche, hinter dem
Hirn, männlicher und weiblicher ßegattungsapparat unter der
Mitte der Tasche. 4 Paar Uterusdrüsen. Tentakeln lang und
spitz. — Mit sanguinolentus Qutrf.
20. Gen. Stylostomum n. gen. Körper glatt; Mund und männ-
liche GeschlechtsöffnuDg im Grunde einer kleinen Einsenkung
der Körperwand unmittelbar hinter dem Gehirn gelegen-
Pharynx cylindrisch ; Hauptdarm mit 5 resp. 6 Paar Darmast-
wurzeln, Darmäste nicht anastomosirend; in der Gegend der
Pharyngealtasche fehlt der vordere, mediane Darmast. Männ-
licher Begattungsapparat unter dem vorderen Theil der
Pharyngealtasche; weiblicher hinter und unter ihrem hinteren
Theile. 2 Uterusdrüsen; Gehirnhofaugen wenig zahlreich;
Tentakel klein und rudimentär. — Mit variabile n. sp.
21. Gen. Aceros n. gen. Körper glatt, Mund unmittelbar hinter
dem Hirn, Pharynx cylindrisch ; Hauptdarm mit 5 Paar Darm-
astwurzeln, Darmäste nicht anastomosirend. Männliche Oeff-
nung sehr nahe hinter dem Mund; männlicher Begattungs-
apparat unter der Pharyngealtasche; weiblicher mit seiner
Oeffnung dicht hinter derselben. 1 Paar Uterusdrüsen; jeder-
seits 3 Augen im Gehirnhof; sehr wenige Augen in je einer
seitlichen Gruppe am vordren Körperrande an Stelle der
fehlenden Tentakeln. — Mit inconspicuus n. sp.
7. Fam. Prosthiostomidae n. fam.
Körper verlängert, glatt, ohne Tentakeln; Hirn weit vorn, Mund
dicht dahinter; Pharynx lang röhrenförmig, sehr muskulös, nach
vorne gerichtet; seine Tasche röhrenförmig; Hauptdarm ganz hinter
letzterer mit sehr zahlreichen Paaren von Darmastwurzeln; Darm-
äste nicht anastomosirend. Männl. Begattungsapparat einfach, mit
Antrum und Penisscheide, deren untre Hälfte_ in eine Körnerdrüsen,
blase umgewandelt ist. Penis hakenförmig, mit hartem Stilet, nach
hinten gerichtet; am Penis noch zwei muskulöse accessorische Blasen.
Weibl. Apparat mit seiner Oeffnung zwischen männlichen und dem
Saugnapf, mit Antrum femininum; Augen im doppelten Gehirnhof
und am vordren Körperrand.
22. Gen. Prosthiostomum Quatif. — Mit sipunculus delle
Chiaje und DoJirnii n. sp.
160 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen
(^Monographie der P olycladen des Golfs von
Neapel. Leipzig 1884.)
F. Jeffrey Bell berichtet über das Vorkommen von Bipali um
kewense Mos. in einem Garten in Sussex und giebt Abbildungen
nach dem Leben (note an Bipalium ke^vense and the generi
characters of Landplanarians in: Proceed. zool. Sol. London
for 1886. 2mg. 166 — 168. l'pl.), woran anknüpfend R. Trimen das
Vorkommen im botanischen Garten von Capstadt erwähnt unter An-
gabe einiger Beobachtungen über Quertheilung (ibidem 1887. pag. 548
bis 550) ; auch in Frankfurt a. M. ist diese Form beobachtet worden
(F. Richters: Bijj. keiv. Mos., eine Landplanarie des Palmenhauses
zu Frank f. a. M. in: Zool. Garten. 28. Jahrg. pag.231 — 234. Abb.)
und endlich berichtet Fr. E. Schulze „über lebende Bipalium"
(in Sitzgsher. d. Ges. naturf. Frde. Berlin 1886. pag. 159—160).
L. V. Graff führt die „Turbellarien von Lesina" an und
macht genauere Angaben über Cyrtomorpha cinerea Gr., Convoluta
Schultzii autt. — die Form von Lesina ist eine Cyrtomorpha — und
Enterostoma Zooxanthella n. sp., letztere Alloiocoele ausgezeichnet
durch den Besitz von Zooxanthellen in den Darmzellen (Z. Ä. IX.
1886. pag. 338— 342).
Mit wenig-en Worten beschreibt 0. Zacharias „zwei
neue Vertreter des Turbellarien — Genus Bothrioplana"
(M. Braun), cf. J. B. pro 1880/81. pag. 177), als B. silesiaca
und B. Brauni nn. sp. sp., aus dem kleinen Koppenteich
im Riesengebirge; die Geschlechtsorgane wurden auch
hier nicht erkannt (Z. A. IX. 1886. pag. 477—479).
Das von W. A. Silliman (cf. J. B. pro 1880/81.
pag. 178 d. S.-Abz.) als Syndesemis beschriebene Tur-
bellar existirt in der That, aber es lebt nicht auf einem
grünen Nematoden, sondern im Darm von Echinus acutus,
wo es von Ph. Fran^ois oft in Roseoff gefunden wurde.
Der Mund liegt bauchständig am vordren Ende umgeben von
einem Saugnapf, an den sich erst der Pharynx anschliesst. Im
vordren Drittel des Körpers liegen zwei Hoden, deren Vasa efferentia
sich bald zu einem Vas deferens vereinen; dasselbe endet im Penis,
der eine Art von Cirrhus enthalten soll; die Penisscheide vereinigt
sich hinten mit dem Oviduct. Im Uterus findet man in einer ovalen,
mit Stiel versehenen chitinigen Hülle eine Anzahl Eier eingeschlossen;
eine besondere Schalendrüse liefert das Material zu dieser Hülle.
Es existirt nur eine Geschlechtsöffnung, durch welche auch die
Vagina mündet; die Art erhält den Namen Syndesmis echinorum n. sp.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886— 18«7. 161
(Sur le Si/nclesmis, nouveau type de Turbellaries
in: CR. Äc. Park. tom.l02^. 1886. 2. pa^. 752— 754).
Unsere Süsswasserfauna erfreut sich seit einigen
Jahren einer besonderen Berücksichtig-ung von Seiten
verschiedener Autoren und so kann es nicht fehlen, dass
verschiedene interessante Beobachtungen gemacht w^erden.
So berichtet W. Weltner von dem Vorkommen des Dendro-
coelum punctatiim Fall, im Tegelsee und der Spree bei Berlin,
einer Form, die Fallas in Holland entdeckte und bei Leiden und
Lille noch durch de Man und Hallez beobachtet wurde, während
Gerstfeldt sie aus der Angara bei Irkutsk, Grube aus dem Baikalsee
anführt. Unser Autor publicirt gute Abbildungen ganzer Thiere in
natürlichen Farben und charakteristischer Theile, besonders des Kopfes.
Ref. kann erwähnen, dass diese schöne Art auch bei Dorpat in
einem todten Arm des Embach (bei Ihaste) nicht selten ist und
endlich auch in Rostock in einem stehenden Gewässer, der Ober-
warnow angehörig, zwischen den Blättern der Stratiotes aloides
vorkommt.
{^Dendrocoelum pnnctatum Pall. bei Berliii in:
Sitzsgsh. dej' Kgl. preuss. Ak. dei" Wiss. zu Berlin 1887.
XXXVIIL . 10. pag. mit 1 Taf.).
L. Böhmig, der mit einer Monographie der Tricladen beschäftigt
ist, beschreibt unter dem Namen Flanaria Jheringn n. sp. eine
Form aus dem Guahybabache in Brasilien, die im Bau des Geschlechts-
apparates, der zur Zeit allein für die Systematik von Bedeutung ist,
sich an Planaria polychroa 0. Schm. anschliesst [Flanaria Jheringii,
eine neue Triclade aus Brasilien in: Z. A. X. 18S7. pag. 482
bis i84.)
Planaria alpina Dema in einer kalten Quelle bei Würz bürg,
Relictenform, und PI. fissipara n. sp., sich durch Quertheilung ver-
mehrend, aus einem Teiche von Trinidad (Kennel: Stzgsh. d. Natur f. -
Ges. h. d. Univ. Dorpat VIII. Heft 2. 1887. pag. 333.)
lieber die schon im vorigen Bericht erwähnte Pla-
naria abscissa n. sp., die Js. Jjinia niit PI. gonocephala
Dug. in einem Bache eines Seitenthaies des Marien-
thaies im Thüringer Walde 1883 entdeckte, erfahren wir
Näheres:
Sie ist durch den Besitz zweier Kopflappen und die vom vor-
deren Rande weit entfernte Lage der Augen characterisirt; das
Hinterende ist abgerundet, das vordere wie abgeschnitten. Hinter
den Kopflappen und vor den Augen eine schwache, halsartige Ein-
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. U. Bd. 3. H. L
162 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
schnürung-, von wo der Körper bis hinten ziemlich gleich bleibt.
Das A^ige ist sehr klein; der Abstand der Augen von einander ist
geringer, als die Entfernung eines Auges von dem seitlichen Körper-
rande; die letzte Distance verdoppelt ist ungefähr gleich dem Ab-
stände der Augen von dem vorderen Kopfrande. Länge bis 12,
Breite 1,5 mm. Grundfarbe bei Jungen hellgrau mit oder ohne
schwachgelblichen Ton; ältere Exemplare dunkler, fast schwarz, je-
doch fehlt das schwarze Pigment am vorderen Kopfrand und den
beiden Lappen. Ventralfläche aschgrau; Ovarien, Hoden, Pharynx
und die äusseren Genitalien sieht man von der Bauchseite durch-
schimmern. Ueber den Geschlechtsapparat vergl. oben. (Journ. scienc.
Colleg. vol.. I. pag. 337—358, 1 pl)
Planaria ulvae Oerst. muss nach Js. Jjima zur Gattung Gunda
0. Schm. gestellt werden. (Journ. sc. Coli I. pag. 337—358, 1 pl)
F. Scliimdt hat in der Leber einer Teredo-Art bei
Lesina eine parasitische Rhabdocoelide entdeckt,
die er unter dem Namen Graffilla Brauni n. sp. aus-
führlich beschreibt.
Die Art ist an dem betreffenden Fundort, einer Bucht der
Spalmadori mit altem Schiff'sholz, recht häufig, indem unter etwa
50 Muscheln 35 mit Parasiten besetzt waren ; Grösse 2,5—3,2 mm,
Farbe weisslich gelb, mehr oder weniger ins Grünliche- spielend; die
ganze Dorsalfläche, namentlich in der hinteren Körperhälfte wird
von den mächtig entwickelten Dotterstöcken eingenommen ; vorn liegt
jederseits, seitlich ausmündend, eine Blase, die den Excretionsorganen
angehört; im Parenchym liegen, namentlich vorn, zahlreiche Haut-
drüsen, wie sie auch Gr. tethydicola zukommen. Das Nervensystem
gleicht dem von Gr. muricicola, was auch für den Darm gilt.
2 Augen kommen unserer Art zu. Der Geschlechtsapparat weicht
pincipiell nicht von dem anderer Arten von Graffilla ab.
(Eine neue Spezies des Genus Graffilla v. Jher.
in: Sitzsb. d. Naturforsch.- Gesells eh. bei der Uiiiv. Dorpat
Bd. VIII. 1886. pag. 144—146 und Graffilla Brauni
n. sp. in: Ar eh. f. Natur gesch. 52 Jahrg. L pag. 304 — 318
mit 2 Taf.)
A. Griard entdeckte in der Leibeshöhle unter dem
Darm mehrerer Krebse (Carcinus maenas, Platycarcinus
pagurus und Pagurus Bernhardi) eine parasitische
Rhabdocoelide {Fecampia erythrocephala n. gen. n. sp.),
die nun näher beschrieben wird; nach einer gewissen
Zeit verlässt das bis 1,8 cm lange Thier seinen Wirth,
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1886—1887. 163
um sich einen weissen Cocon zu bilden, welcher an die
Unterseite von Steinen etc. angeklebt wird u. die Mutter
mit ihren Eiern einschliesst; dies geschieht im August
wenn die Krebse Eier haben, wahrscheinlich werden sich
nun beide zu gleicher Zeit entwickeln, so dass die jungen
Fecampia in die jungen Krebschen eindringen können.
Der Autor weist darauf hin, dass nach Ch. Girard Pla-
nocera elliptica sich ebenfalls einzuspinnen scheint, jedoch
nur in ihrer Jugend (sic7' un rhabdocoele 7iouveau, pa-
rasite et nidulant in: C. R. Ac. Paris tom. 103 1886.
2. pag. 499—501; Ann. mag. nat. hist (5) XVIIL p. 321
bis 323.)
Ausser Bothromesostoma Esseuii Braun constatirte 0. Zacharias
als Bewohner norddeutscher Seen noch Bothromesostoma personatum
(0. Schm.) Braun, Mesostoma tetragonum 0. Fr. Müll, Castrada ra-
diata Müll, und Gyrator hermaphroditus Ehrb. ß. c. Z. f. w. Zool.
XLV. 1887. pag. 217.)
Mesostoma viridatum M. Seh. in den Moorlachen des Moose-
bruches (Altvatergebirge) häufig, Mesostoma rostratum Ehrb. und
Vortex truncatus Ehrb. in Tümpeln der kleinen Iserwiese, letztere
so wie Monotus relictus Zach, im kleinen Koppenteiche, ferner ebenda
Prorhynchus Leuckcirti n. sp. und Planaria abscissa Jjima.
(Zacharias l. c. Z. f. w. Zool. XLIII. 1886. pag. 252-269. 1. Taf.)
Mesostomum Ehrenbergi in Kansas cf. F. W.Cragtn im;
Bull. Washhurn Coli. Lab. nat. hist. I. 1886. pag. 30.)
Das Vorkommen einer Mesostomum rostratum nahe stehenden
Form in der Tiefe zahlreicher alpiner Seen erwähnt 0. E. Iiuhof,
ebenso das einer dendrocoelen Turbellarie in der Uferzone des Lej
Sgrischus, 2640 M. u. Meere {Z. A. VIII. 1885. pag. 434—435.)
Macrostom um hystrix Oerst. in Salzseen Südrusslands nach
Stepanow {Bull, de la Soc. Imp. des Naturalistes de Moscou. ann. 1886.
No. 3. pag. 189).
Unzugänglich ist dem Ref. folgende Arbeit:
Du Plessis, G., Etüde sur les Monotides d'eau douce in Bull.
Soc. Vaud. sc. nat. (3) XXI. pag. 265— ?. 1 pl.
L*
164 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen etc.
V. Anhang.
Orthonectida u. Dioyemida.
Gegenüber Ju 1 in (cf. J. B. 1882/83. p. 768) Consta tirt R. Koehler,
dass er fast stets in Amphiura squamata männliche und weibliche
Rhapaluren, sehr selten nur ein Geschlecht gefunden habe; das Gleiche
gelte auch für Embryonen. (Contribution h Phistoire naturelle
des Orthonectides in: C. B. Äc. Paris, tom. 103. 1886. II
pag. 609-610).
Ref. giebt eine kurze zusammenfassende Darstellung unsrer Kennt-
nisse der Dicyemiden und Orthonectiden im Centralblatt für Bacterio-
logie und Parasitenkunde. (Hrsg. v. Dr. 0. Uhlworm. Cassel. I. Jahrg.
1887. Bd. 2.)
Bericht
über
die Brachiopodenliteratur der Jahre 1884 und 1885,
Von
Prof. M. Braun u. Prof. E. v. Martens.
I. Brachiopoden- Anatomie 1885/86.
Von M. Brauu.
Eine Reihe verschiedener Mittheilungen über die
Anatomie der Brachiopoda inarticiilata (Lingula,
Discina und Crania) hat L. JouMn veröffentlicht; in
der Hauptarbeit fasst derselbe die Ergebnisse wie folgt
zusammen: Die untere Schale von Crania unterscheidet
sich von der oberen besonders durch die Structur der
Perforationen, durch die Vertheilung der Kalkschichten,
durch das Netz feiner, sie nach allen Richtungen durch-
setzender Kanälchen und endlich durch die Verkalkung
der Knorpellagen. Der Mantel wird von einer zarten
Knorpelschicht gebildet, die auf beiden Seiten von Epithel
bedeckt ist; die nach der Schale zu sehende Lage bildet
eine Art von Netzwerk, von welchem bei Crania die die
Kanäle der Schale durchsetzenden Röhren entspringen;
der Mantel dient nicht nur zur Athmung, sondern be-
herbergt auch an einzelnen Punkten, wo er in zwei
Blätter auseinandergeht, die Genitalien. Es wird bei
allen drei Gattungen von Lacunen durchzogen, die mit
der Leibeshöhle in Verbindung stehen, bei Crania ganz
einfach, complicirter bei Discina sind und nur bei Lingula
sich zu einer echten Kieme umwandeln. Die aus dem
166 Prof. M. Braun u. Prof. E. v. Martens:
Körper der Crania hervortretenden Arme sind frei und
ohne Kalkskelet; zwei Kanäle durchziehen dieselben, von
denen der eine Aeste in jede der auf dem Rande
stehenden Cirrhen abgiebt. Beide Kanäle umgeben den
Darm mit einer Menge von Lacunen und communiciren
unter einander, sowie durch zwei kleine Oetfnungen mit
der Leibeshöhle. Zwei Retractoren und zwei Protractoren
dienen zur Bewegung der Arme und ein Bündel verläuft
im Inneren der Arme, Aeste an die Cirrhen gebend. Zur
Bewegung der Schalen dienen im Ganzen elf Muskeln:
die zwei wichtigsten Paare (die Adductoren) sitzen an
den vier Winkeln der Eingeweidemasse; das vordere
Paar ist einfach, das hintre besteht aus 3 Bündeln; zwei
inseriren sich an die beiden Schalen, das dritte an die
dorsale Schale und dringt in den entsprechenden Arm
ein. Ein anderes schräg verlaufendes Paar sind Pro-
tractoren und ziehen die dorsale Schale nach vorn; vier
unbedeutendere Muskeln sind für die Arme bestimmt und
ein unpaarer und medianer liegt zwischen den hinteren
Adductoren zwischen der dorsalen Schale und der Einge-
weidemasse. Der Darmkanal endet mit einem medianen,
etwas dorsal gelegenen After; eine Lage von langen
Wimperzellen kleidet ihn wie auch die Leber aus;
Discina hat zwei seitliche und einen unteren Leberlappen,
alle von einer gemeinschaftlichen, dünnen Knorpelschicht
umhüllt. Besondere Circulations- und Respirations-
organe fehlen, die allgemeine Leibeshöhlenflüssigkeit und
besonders der Mantel, vielleicht auch die Arme über-
nehmen die Function. Die genannten Gattungen sind
getrennt geschlechtlich; Begattungsorgane fehlen. Die
theils in der Leibeshöhle (1 Paar) theils in deren Mantel-
verlängerungen {2 Paar) liegenden Ovarien sind Wuche-
rungen des Leibeshöhlenepithels, von denen sich die
Eier abschnüren und in die Leibeshöhle fallen, um dort
zu reifen. Als Oviducte dienen die bekannten mit einem
wimpernden Trichter versehenen Organe, deren Zellen
sehr zahlreiche, gelbe Granula einschliessen. Bei Crania
Bericht über die Brachiopodeuliteratur d. J. 1884 u. 1885. 1(37
und Discina besteht das Nervensystem aus einem
zarten, um den Oesophagus verlaufenden Ringe, von
dessen dorsaler, ein wenig- verdickter Partie zu den
Armen gehende Nerven entspringen; sie enthalten einen
dichten Plexus von Zellen und Nervenfasern; von dem
unteren Theile des Ringes entspringen zahlreiche Nerven
zum Mantel, den Eingeweiden und den Muskeln. Was
die S3^stematische Stellung anlangt, so spricht sich Joubin
dafür aus, dass die Brachiopoden, welche sich noch am
meisten den Bryozoen nähern, doch eine eigne, wohl
characterisirte Classe bilden (Anatomie des Brachi-
opodes inarticuUs in: Arch. de zool. experim. et gener.
(2). to7n. IV. 1886. jt?«^. 161 — 303. ^pl, ferner Thhe.
Paris 1886; Revue scientif. (3) XXVIII. pa^. 532 — 535;
Compt. rend. Ac. Paris, tom. 100. pag. 464 — 466 [Crania];
ibidem tom. 101. pag. 1170 — 1171 [Discina]).
E. Shipley hält gegenüber Schulgin an seinen
Angaben „über das Nervensystem von Argiope" fest
(Zool. Anzeiger VIU. 1885. pag. 25—26.;
Nach r.BlocIlmann ist das von Hancock beschriebene
Herz der Brachiopoden ein contractiles Organ, das man
bei Terebratulina deutlich pulsiren sehen kann; in seiner
Wandung finden sich verzweigte Muskelplatten. Die von
Hancok angegebene, dorsal über dem Darm, vom Herzen
nach vorn ziehende Vene existirt auch, ist jedoch Spalt-
raum zwischen den beiden Blättern des Mesenteriums,
was wahrscheinlich auch für die Genitalarterien gilt.
An der Medianseite des sogenannten kleinen Armsinus,
also ungefähr unter der Armfalte verläuft ein Gefäss, von
dem feine Aeste zu den Cirrhen abgehen, doch hat Han-
cock dieses Gefäss nicht gesehen; sein „afferent bran-
chial canal" ist der supraoesophageale ArmneiT, seine
Plexus sind verästelte Bindegewebszellen. Im Ganzen
wurden Herz und Gefässsystem bei folgenden Formen
übereinstimmend gefunden: Waldheimia septata und
cranium, Terebratulina caput serpentis, Rhynchonella
psittacea, Argiope neapolitana u. decollata und Lingula
168 Prof. M. Braun ii. Prof. E. v. Martens:
anatina. Crania anomata hat zwei grössere Herzen, auch
ist das Gefässsystem der Arme etwas anders; auch Ar-
giope neapolitana hat zwei Herzen, die von Schulgin
für obere ScMundganglien gehalten werden. Crania hat
zwei Paar gerade, drei Paar schiefe und einen unpaaren
schiefen Muskel; der Mantelrand entbehrt der Borsten;
ein median und hinten gelegener After kommt vor; das
Nervensystem ist einfacher; ein eigentliches oberes
Schlundganglion fehlt, es wird durch eine feine, aus
wenigen Fasern bestehende Commissur ersetzt (Vorl.
Mittheilung über Brachiopode?! im: Zool. Anzeiger
VfIL 1885. pag, 164—167.)
H. Gr. Beyer's Arbeit: „a study of the structure
of Lingula (Glottidia) pyramidata ist dem Ref. aus
einem Berichte Joubin's bekannt. Die Schale wie der
Stiel sind mit einer Cuticula bedeckt, welche am vorderen
Rande der Schale bis zur Insertion der Borsten reicht;
kernlose Körperchen liegen in den Hornschichten der
Schale und unter der Cuticula; erstere sind identisch
mit der Stützsubstanz (knorpliges Bindegewebe). Der
Mantel ist nur eine Falte der Körperwand und der
Stiel nur eine Verlängerung dieser; alle diese Theile
sind aussen von Ectoderm bedeckt, dann folgt eine
Stützsubstanzlage und endlich das Peritonealepithel. Die
Fasern im Mantel, w^elche an die Basis der Borsten-
follikel herantreten, sind nur bindegewebiger Natur. Ein
Herz fehlt, doch scheinen ein Paar röhrenförmige, an den
Seiten des Oesophagus liegende Organe, die gewöhnlich
mit Blutkörperchen erfüllt sind und durch ein Divertikel
mit den suboesophagealen Venen in Verbindung stehen,
contractu zu sein. Die Leber besteht aus verzweigten,
blind endigenden Kanälchen. Durch die praeoesophageale
Commissur werden 5 Ganglienpaare vereinigt, welche alle
von einer Ectodermhaut eingeschlossen sind. Die Thiere
sind Zwitter, doch die aus dem Leibeshöhlenepithel ent-
stehenden Geschlechtsproducte zu verschiedener Zeit reif;
die volle Reife erfahren die Eier erst in der Leibes-
Bericht üb. die Brachiopodenliteiatur d. J. 1884 u. 1885. Ifi9
höhle (Sind. bioL laborat. J. Hopkins Univ. TIT. pag. 227
bis 265. 4: pl. u. Arch. de zool. ghi. et exper. (2) V. 1887
noUs pag. X V — X VI).
Nach demselben stehen die Oviducte Hancock's
(hei Lingula) nicht mit der Leiheshöhle, sondern indirect
durch ein Paar Säckchen mit den Divertikeln des Darmes
in Verhindung* (Histology of Lingula in: Ämer. monthly
micr. journ. V. 1884. pag. 1S7 — 188); vergl. auch Proc.
American Assoc. XXX TT, 1886, pag. 560.
In C. Yogt u. E. Yiing's: „Lehrbuch der prak-
tischen vergleichenden Anatomie" wird als Typus
Terebratula vitrea auf Grund eigner Untersuchungen
sehr ausführlich geschildert und einige Punkte berichtigt
(erst. Band. Braunschweig. pag.Gdd — 733 mit 12 Holzschn.).
J. Yoimg berichtet über Zähnchen an der Schloss-
linie von Spirifera trigonalis und über die Schichten der
Schale bei Eichwaldia Capewilli (Geolog, magaz. (3) L
pag. 18 u. pag. 214).
Bei Lingula anatina bildet Chitin nach den Unter-
suchungen C. Fr. W. Krukenberg's nicht nur den orga-
nischen Hauptbestandtheil der verkalkten Schalen, sondern
auch die dicke elastische Hülle des fleischigen Stieles
besteht fast ganz aus demselben; auch innere Organe
werden von Chitinansammlungen gestützt; wahrscheinlich
kommt in den Schalen auch Conchiolin in geringer
Menge vor (Ueber das Vorkommen des Chitins in:
Zoolog. Anzeiger VII T. 1885. pag. 413).
In Tli. Davidson' Werk (vergl. im systematischen
Theil) finden sich bei einzelnen Arten auch mehrfache
anatomische Beschreibungen unter Beigäbe von Holz-
schnitten.
170
Prof. M. Braun u. Prof. E. v. Marteiis:
II. Allgemeines, Faunistik und Systematik.
Von Prof. E. v. Martens,
Allgemeines. Ein von dem am 14. October 1885
verstorbenen Thom. Davidson hinterlassenes Werk,
Monograph of recent ßrachiopoda, ist in der Transact.
of the Linnean Society veröffentlicht worden. Der erste
Theil (Bd. IV 1885 S. 1 — 73 mit 13 Tafeln) giebt die
folgende systematische Uebersicht:
I. Arthropomata Owen
= Clistenterata King.
1. Farn. Terebratulidae.
Unterfam. Terebratulidae
Terebratellinae
Megerlinae
Mag-asiuae
Kraussininae
Argiopinae
Noch zweifelhaft.
2. Farn. Thecidiidae
3. » Rhynchonellidae
Gatt. Liothyris Douville 8-1-2 Arten
Unterg. TerebratulinaOrb. lOH-5
Gatt. Waldheimia King 10+1
» Terebratella Orb.
üntergatt. Magasella Dali
Gatt. Megerlia King
Untergatt. Laqueus Dali
Gatt. Bouchardia Davids.
» Kraussina Davids. 5
Unterg. Megerlina Deslgch. 2
Gatt. Argiope Deslgch. l-|-2
Untergatt. Cistella Gray 8+1
? Gwynia King 1
Gatt. Platydia Costa 2
Gatt. Thecidium Defr. 2
Rhynchonella Fisch. 6
Untergatt. Atretia Jeffr. 2
9M-3
6+6
2+1
3
1
4. Farn. Craniidae
5. » Discinidae
6. » Lingulidae
II. Lyopomata Owen
= Tretenterata King
Gatt. Crania Retz 4-1-1
» Discina Lam. 1
Untergatt. Discinisca Dali 6+1
Gatt. Lingula Brug. 8 f 3
Untergatt. Glottidia Dali 3+2
Die erste Ziffer nach den Gattungsnamen giebt die
Anzahl der sichern, die zweite die der zweifelhaften
Arten.
Bericht üb. die Brachiopodenliteratur d. J. 1884 u. 1885. 171
Nach einer geschichtlichen Einleitung über die
Kenntniss der lebenden Brachiopoden, an deren Schluss
der Verfasser für eine selbständige Stellung derselben
als eigene Thierklasse neben den Bryozoen und nicht
allzuweit von den Würmern, aber nicht mit diesen ver-
bunden, eintritt, folgt die Behandlung der Gattungen und
Arten mit vollständiger Synonymie, Beschreibung, Vater-
landsangabe und guten Abbildungen jeder einzelnen Art.
Der erste Theil führt die systematische Beschreibung bis
Waldheimia einschliesslich ; die beiden folgenden wurden
im Juni 1886 der genannten Gesellschaft vorgelegt und
sind unter der Aufsicht von Agnes Crane im Juli 1887
und October 1888 als zweiter und dritter Theil des
4. Bandes der Transact. erschienen und bringen die Arbeit
zum Schluss.
E. Ray Lankester stellt die Brachiopoden zu-
sammen mit den Bryozoen und Sipunculiden in eine
Hauptabtheilung (Phylum), die er „Podaxonia" nennt;
auch ihm sind die Arme der Brachiopoden homolog mit
dem Lophophor der Bryozoen. Encyclopaed. Brit. Bd. 19
5. 429—441.
P. 0hl er t hat die Brachiopoden in P. Fischer's
Manuel de Malacologie, 11. (Schluss-)Lieferung) S. 1189
bis 1334 eingehend behandelt, mit zahlreichen Holz-
schnitten; auch er spricht sich dafür aus, sie nahe zu
den Bryozoen zu stellen.
Ausführliche Bibliographie der fossilen Brachiopoden
von Davidson im sechsten Band der von ihm und Dalton
herausgegebenen Monograph of British fossil Brachiopoda
in den Veröffentlichungen der Palaeontological Society
für 1885—86, 163 Seiten.
Revision der von Defrance beschriebenen fossilen
Arten nach dessen Originalexemplaren von E. Eudes-
Deslongchamps, etudes critiques sur des Brachiopodes
nouveaux on peu connus Band I 1882 — 86 mit 28 Tafeln.
lieber Aufbewahrung von Brachiopoden N oll in den
Berichten der Senkenbergischen Gesellschaft f. 1885,
172 Pi'of- M. Braun ii. Prof. E. v. Härtens.
Faunistik. Bei Jan Mayen Rhynchonella psittacea
und Terebratula arctica, Friele Mollusca II in Den
Norske Nordhav's Expedition S. 39 und E. Becher, Zool-
Beobacht. u. Ergebnisse d. Österreich. Polarstation, Bd. III
S. 68.
An der Südwest-Küste Irlands Terebratulina caput-
serpentis, 38 — 48 Fad., und Crania anomala, 38 — 54 Fad.,
Swanston in Proc. Roy. Irish Acad. (2) Bd. 4 1886 S. 622.
An der Küste von Portugal finden sich Terebratulina
caput-serpentis und Megerlia truncata, Nobre, molluscos
marinhos de nordeste de Portugal, Porto 1884. 8^. pag. 9.
Atretia gnomon Jeffr. 1500 Faden tief und Discina
atlantica, 1100 — 2000 Faden, an der Ostküste Nord-
amerikas, V er rill in Transact. Connecticut Acad. VI
pag. 445, 446 und Results of the Explorations by the
Albatross, 1885 (Ann. Report Commiss. Fish and Fisheries
for 1883 pag. 527. Terebratulina caput-serpentis ebenda
in 16-396 Faden, Verrill und Bush in Bull. Un. St.
Fish Commiss. 1883 [1886] S. 578—724.
13 Arten aus Westindien in dem Bericht über die
neueren Tiefenuntersuchungen daselbst von H. Dali an-
geführt, Bull. Mus. comp. Zool. Bd. 12 Nro. 6 S. 187 und
199 — 205; hervorzuheben ist Terebratula moseleyi Davids.,
vorher vom südindischen Ocean bekannt.
Japan, Korea und die benachbarten Küsten von China
sind unter allen geographischen Gebieten ähnlicher Aus-
dehnung am reichsten an lebenden Brachiopoden, nämlich
32 Arten, die alle hier aufgezählt werden, Davidson in
der oben erwähnten Monographie Theil I S. 33, An-
merkung.
Systematik. Terebratula (Liotbyris) arctica, Insel Jan Mayen,
Friele, Norske Nordhavs Exped. Theü VI 1886 S. 39 Taf. 12,
Fig. 17, 18.
Terebratula bartletti Dali 1882, Westindien, 70—250 Faden, nnd
T. incerta Davids, als Megerlia, ebenda 300—1600 Faden, Dali, Bull.
Mus. comp. Zool. Bd. 12 S. 200, 201 Taf. 6 Fig. 4 und 6.
Magasella radiata Dali abgebildet, Dali, Bull. Mus. comp.
Zool. Xn Taf. 6 Fig. 1.
Bericht üb. die Brachiopodenliteratur d. J. 1884 u. 1885. 173
Argiope Capsula Jeffr. bei den normanriischen Inseln, Köhler
in Annal. d. sei. nat. (6) Bd. 20 S. 58.
Platidia anomioides Scacchi auch bei Kalifornien, mit kleinen,
vielleicht zufälligen Abweichungen von Exemplaren aus dem Mittel-
meer und atlantischen Ocean, Orcutt, Proc. Un. St. Nat. Mus. VIII
1885 551. — PI. anom. var. radiata Dali ebenda S. 552 und Bull.
Mus. comp. Zool, XII S. 204, Westindien, 218 Faden; hierher auch
die kalifornischen Exemplare.
Thecidium barretti Woodw. , Innenseite nach westindischen
Exemplaren abgebildet, Dali, Bull. Mus. comp. Zool. XII S. 205
Taf. 6 Fig. 2.
W. Waagen stellt unter den fossilen Brachiopoden eine neue
Unterordnung Corallioimdae mit einer neuen Familie Jiichthofenidae
auf für die Gattung Richthofenia Keferst., da dieselbe in Manchem
den Rudisten ähnlich ist; dieselbe ist in die Nähe der Productiden
zu stellen. Salt Range fossils I in Mem. of the Greol. Survey of
India, Palaeontol. series XIII 1884 pag. 729.
Rhynchonella psittacea L. bei Tromsö, Schneider, Tromsö's
Mus. Aarsheft. VITI pag. 58, im weissen Meer, Herzen stein
in Trudi Petersb. Obschestwa estest. XVI, bei Labrador, Dali in
Proc. Un. St. Nat. Mus. Bd. IX S. 208, bei Point Franklin in
Alaschka, Dali, Rep. Invertebr. of the Polar Exped. to Point
Barrow pag. 183, von der Tschuktschen- Halbinsel, A. Krause in
diesem Archiv Bd. 51 S. 15,
Rhynchonella döderleini Davids, stachlig, Sagami-bai in Japan,
ungefähr 160 Faden, nach Davidson's Tod veröffentlicht von Agnes
Crane, Annais and Mag. of nat. bist. (5) Bd. 17 S. 1—3 mit Holz-
schnitt.
Atretia gnomen kann nicht Jugendzustand von Rhynchonella
psittacea sein, da sie nicht mit ihr zusammen vorkommt, Friele,
Proc. Zool. Soc. 1886 S. 183, Anmerkung.
Atretia hrazieri Agnes Crane in Proc. Zool. Soc. 1886 S. 183
Port Stephens, Neusüdwales, 25 Faden, nebst Bemerkungen über die
mikroskopische Struktur.
Lingula. Ch. Walcott findet die Innenseite der Rücken-
schale der devonischen L. Whitei wesentlich übereinstimmend mit
derjenigen der noch jetzt lebenden Arten. Päleontology of the Eureka
Distr. in Un. St. Geolog. Survey Bd. VIII pag. 109.
1 74 Dl'. Erich H a a s e : Ber. über die wissensch. Leistungen
Bericht
über die wissenscliaftliclieii Leistungen in der Natur-
geschichte der Echinodermen im Jahre 1886.
Von
Dr. Erich Haase.
Bibliographie über die Echmodermen-Literatur von
1886: ZooL Jahresber. für 1886 (Leipzig 1888), „Ecliino-
dermata" von P. H. Carpenter Bogen c-d, pag. 1 — 12;
Zoological Report Vol. XXIII. „1886" „Echinodermata"
von F. J. Bell, 8 S.
Allgemeines. C. Vogt und E. Yung geben in ihrem
„Lehrbuch der practischen vergleichenden Anatomie" Bd I.
pag. 521 — 678 mit Fig. 263 — 314 eine auf eigenen Unter-
suchungen beruhende üebersicht des Baues der Echino-
dermen mit besonderer Berücksichtigung ihrer Anatomie.
Zum Entkalken der Harttheile wird mit Salpetersäure
schwach angesäuerter 707oigei* Alcohol empfohlen. Die
Arbeit bezieht sich auf Crinoideen (Type: Antedon
rosaceus), Asteroideen (Type: Astropecten aurantiacus),
Echinoideen (Type: Strongylocentrotus lividus) und Ho-
lothurien (Cucumaria planci); [zugleich in französischer
Ausgabe als Traite d'anat. comp, pratique. Paris p. 514
bis 670, Fig. 263—314.] Die für die Wissenschaft neuen
Resultate s. unter „Anatomie."
E. Perrier theilt im Anschluss an Blainville auf
Grund des „Berieselungssystems" die Thiere in Proto-
zoaires, Phytozoaires und Artiozoaires. Bei der letzten
Abtheilung ist das Irrigationssystem seltener ausgebildet.
(Compt. Rend. Tome 102, pag. 1148.)
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 175
Nach Demselben ist das Irrigationssystem bei Aster-
oicleen und Ophiuroideen, Cystoideen und Blastoideen
unvollständig' ausgebildet, bei Crinoideen, Seeigeln und
Holotburien dagegen hoch entwickelt. — Die Artiozoaires
haben vor den Phytozoaires auch die vollkommen freie
Bewegung voraus. (Nouv. Archives du Museum 2 ser. IX.
1887 am Schluss des „Developpement de l'Antedon etc.")
Physiologie und Anatomie.
Farbstoffe. C. A. Mac Munn erwähnt die Aehn-
lichkeit der Reactionen zwischen dem purpurnen Pen-
tacrinin der Haarsterne und dem Farbstoff gewisser
Schwertlilien- (Iris-) Arten; das Pentacrinin ist in vielen
Puncten auch dem Bonellein verwandt (Proc. Birmingham
Phil. Soc. V. pag. 177—218; Taf. IX— X).
Derselbe berichtet über Haematoporphyrin im In-
tegument von Asterias rubens (Journal of Physiology VII.
pag. 242) und über den Farbstoff von Solaster papposus
(ibid. pag. 244).
Derselbe fand im Integument von Uraster rubens
5 Pigmente: Tetronerythrin, eine Art Actiniochrom, En-
terochlorophyll, Lutein und Cruentin, ein Haematinderivat.
Ein neuer Farbstoff Echinochrom wird aus den Körper-
chen der Perivisceralflüssigkeit etc. von Echinus und
Strongylocentrotus nachgewiesen; derselbe scheint respi-
ratorisch zu wirken, da er 2 Oxydationsstufen zeigt. —
Enterochlorophyll kommt besonders in der Leber von
Echinus, Asterias und Uraster vor. (Proc. Birmingh. Phil.
Soc. Vol. III. 1883 p. 351—407). Diesen Körper liefern
besonders auch die radialen Leberblindschläuche von ü.
rubens. — Das Haematoporphyrin (Tetronerythrin) des
Integuments rührt von dessen Umwandlungsthätigkeit her.
Bei Solaster papposus fand M. ein Hautpigment, das
dem Zoonerythrin ähnelt. Das ebenfalls bei Echino-
dermen vorkommende Enterohaematin (n. n. für Heli-
corubin), konnte M. nicht in Haematoporphyrin verwan-
deln. (Philos. Transactions Vol. 177. I, pag. 237 und
241 — 245.) — In den Ovarien und anderen Geweben fand
Derselbe Histohaematin (ibid. p.268— 270, Taf XI, 1—2).
176 Dr. Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
W. Preyer bestätigt, dass im rotlien Farbstoffe von
Ophiactis vireiis die zwei von Föttinger mit denen des
Sauerstoff hämaglobins verglichenen Absorptionsstreifen
auftreten, vermochte aber nicht, Häminkrystalle darzu-
stellen und zieht so das Vorkommen echten Haemaglobin's
bei Echinodermen noch in Frage. Der spectroskopische
Nachweis allein gilt ihm nicht für massgebend, da nach
Krukenberg auch das Turacin und Helicorubin ähnliche
Absorptionsstreifen ergeben ; vielleicht ist sogar der Farb-
stoff von Ophiactis virens wie bei Cucumaria planci
Helicorubin selbst. Bei Amphiura chiajei fand Preyer
weder das Spectrum des Haemaglobin's auf, noch gelang
die Darstellung von Haeminkrystallen. (Mittheil. Zool.
Station Neapel. VH. Heft 1, pag. 31).
W. H. Ho well constatirt noch einmal (s. vor. Ber.
pag. 6), dass der Blutfarbstoff der rothen Blutkörperchen
dem Haemaglobiri sehr nahe steht; das spectroskopische
Bild gab die zwei Oxyhämoglobinstreifen, auch erhielt
er mit Säuren deutliche Haeminkrystalle , jedoch keine
von Haemoglobin. (Stud. Biol, Labor. Hopkins Univ.
vol. HI. No. 6, pag. 289—291).
Experimentalphysiologie. Ueb er W. Preyer 's „Unter-
suchungen über die Bewegungen der Seesterne" (Mittheil.
Zool. Stat. Neapel VH., 1886) kann wegen der ausser-
ordentlich reichen Fülle der Einzelbeobachtungen nicht
erschöpfend referirt werden. Preyer's Untersuchungen
übertreffen an Vielseitigkeit und Exactheit der Methode
noch die von Elwes und Romanes und beziehen sich
besonders 1) auf die Bewegungen der Ambulacralfüsschen,
ihre Retraction und Expansion bei unverletzten Thieren
und einzelnen Armen nach mechanischer, chemischer,
electrischer und thermischer Reizung (pag. 34 — 79) ; weiter
auf das Sichanheften (pag. 79 — 84), das Kriechen (pag. 84
bis 92), das Klettern (pag. 92 — 96), die Selbstumwendung
(pag. 96 — 122), Abwehrbewegungen (pag. 122 — 126), Re-
flexbewegungen der Haarsterne (pag. 191—194), Flucht-
bewegungen (pag. 194 — 205, dazu Tafel VH.), die Selbst-
amputation (pag. 205 — 214), Neubildung abgetrennter
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 177
Theile (pag. 215- 216), die functionelle Gleichwerthigkeit
der Strahlen (pag\ 216—220) und auf die Abhängigkeit
der Bewegungen von Sinneseindrücken (pag. 220 — 223).
Die Arbeit wird neben der Tafel noch durch 27 Holz-
schnitte illustrirt.
A. Dendy spricht sich dahin aus, dass die Evi-
sceration mit darauf folgender Erneuerung der abge-
stossenen Scheibe von Antedon in der Natur vorkommt,
zur Entfernung schädlicher Gifte oder Parasiten dient
und von einer Trennung der Bindegewebslagen zwischen
Scheibe und Kelch herrührt. Die Regeneration der Scheibe
beginnt mit einer Reihe von Auswüchsen des Kelches
und einem Hineinwachsen von Epidermis und Binde-
gewebe von den Kanten der beschädigten Flächentheile
aus und es entsteht, wohl durch Einstülpung vom Mund-
ende her, endlich ein neuer Darmkanal. Die neue Scheibe
bildet sich, obwohl kleiner und bleicher als die alte, in
3 Wochen aus (Studies Biol. Labor. Owen's College I.
pag. 299—312).
Hautskelet. Besonders zum Zwecke der Verwerthung
für die Paläontologie untersuchte E. Fr aas das Kalk-
gerüst der Asteridenhautplatten. Er findet, dass die erste
Anlage des späteren Kalkskelets in einem Verwachsen
unregelmässig geformter Kalknadeln zu einem maschen-
artig durchbrochenen Plättchen besteht, aus welchem
weiterwachsend ein unregelmässiges Netzwerk, die „regel-
lose Echinodermenstructur", sich bildet. Aus der Ver-
kalkung an den Muskelfibrillen und parallelen Binde-
gewebsfasern im Crinoidenstiel und der Gitterstructur in
den Armen der Ophiuren und den Echinidenstacheln ent-
steht die „regelmässige Echinodermenstructur", bei welcher
die Maschen nach einer Richtung geordnet sind. Die
regellose Structur ist charakteristisch für Skelettheile, die
nur zum Schutze oder 'zur Stütze dienen; die Bewegungs-
fähigkeit des Kalkkörpers bewirkt die „longitudinal und
radial orientirte Structur." — Die Ambulacralbalken be-
halten in jedem Genus eine grosse Constanz, und Species-
unterschiede finden sich nur in der Bildung der äusseren
Avch. f. Naturgesoh. 53. Jahrg. IT. Bd. 3. H. J/l
178 Dr. Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
Schicht, was Fr aas an folgenden recenten Gattungen
ausführt: Asteracanthion (pag. 239, Taf. XXIX, 1 — 3);
Solaster (p.240, Tab.XXIX,4— 5); Scytaster(Taf.XXIX,6);
Asteriscus (p. 241, Taf. XXIX, 7—8); Oreaster (Taf. XXIX,
9—11); Stellaster (Taf. XXIX, 12); Asteropsis (pag. 242,
Taf XXIX, 13) und Astropecten (Taf. XXIX, 14—16).
(Palaeontographica. Bd. XXXII, pag. 227— 261. Taf. XXIX
bis XXX.)
Anhangsgebilde. F. und P. Sarasin erwähnen eines
Echinothuriden von Trincomalie , das sie Cyanosoma
[= Asthenosoma] urens nennen, dessen Stacheln leicht in die
Haut des Berührenden eindringen. Die Stacheln sitzen
besonders in den kleinen blauen, gestielten Köpfchen des
Interambulacrum und ihr oberes Ende steckt in einem
starken bindegewebigen Sack, der sich auch durch den
Stachel hindurch fortsetzt. Dieser im Sack steckende
Theil zeigt nahe der Basis grössere Oetfnungen, nach der
Spitze zu feine Oesen. Die Tasche und der sie durch-
setzende Stacheltheil ist von Zellen erfüllt, die vom En-
dothel des Bindegewebssackes (= Giftbeutels) stammen.
Das Köpfchen um den Giftbeutel besitzt zahlreiche Muskeln,
die sich an den Giftbeutel und darunter ansetzen und
durch ihre Contraction den Stachel austreten lassen und
mit dem Giftsecret füllen. Aehnlich gebaut aber muskel-
ärmer sind die übrigen in Hautscheiden steckenden
Stacheln. Die Stacheln dienen zugleich als Sinnesorgane,
denn unterhalb der Epidermis der Hautscheiden verlaufen
9 — 13 Nerven bis zur Spitze (Zöol. Anzeiger No. 215,
pag. 80—82).
Nervensystem. C. Vogt und E. Yung schliessen
sich 1. c. bezüglich des Nervensystems von Antedon in
der Deutung der Ludwig'schen Fasermasse der Scheibe
und Faserstränge der Arme als nervöser Elemente an
Carpenter an. Den von Jickeli' (s. vor. Ber. pag. 15)
beobachteten pentagonalen Nervenring um die Mundöffnung
halten V. und E. nur für verschlungene Nervenfaser-
schichten, nicht für besondere Nervenstränge, indem sie
nur ein einziges Gefässnervengeflecht annehmen, das allen
in der Naturgesch. der Echmodermen im Jahre 1886. 179
Geweben, ausgenommen denen der Ranken, der Arme
und der Kalkstücke, von Gelassen begleitete Zweige zu-
sendet. Die Existenz eines subambulacralen Nerven-
systems wird ausdrüeklicli bestritten und die Neurovas-
cularaxe der Arme als von nervösem Gewebe umgebener
Centralkanal gedeutet, da zwischen Nerven- und Gef äss-
system eine innige Verbindung bestehe.
E. Perrier sieht nach Untersuchung von Asteriden
den als solchen von Ludwig und Hamann angenommenen
Schlundring nur als eine von zahlreichen, dem Aussen-
und Innenepithel entstammenden Fasern durchzogene
Stützmembran an. Ihre Zellen sind multipolar und setzen
sich am Ende der Arme mit den Zellen der als Augen
angesehenen Sinnesgruben in Verbindung. Diese sind
Nervenzellen und die Epithelzellen, mit denen sie sich
quer durch die Schicht, die man bis jetzt als Nerven-
system selbst ansah, vereinigen, sind Epithelsinneszellen.
(Compt. Rend. Tome 102, pag. 1146—1148.)
H. Prouho fand bei Echinus acutus zahlreiche anasto-
mosirende Nervenfasern unter der Epidermis, die als
stärkere Stränge auch an die Anhangsgebilde gehen. Dieser
Plexus hängt mit den Ambulacralnerven zusammen und
liegt noch ausserhalb des Bindegewebes; seine Verbin-
dung mit dem Innensystem geschieht durch die Ambu-
lacraltentakel und Augenporen. Ganglienzellen finden sich
besonders in den Hautbündeln. Um jeden Stachel liegt
ein verhältnissmässig deutlicher Nervenring, der besonders
viele Ganglien enthält. Die zahlreichen multipolaren Zellen
unter dem Nervenplexus, die oft anastomosiren und von
Romanes für nervöse Elemente gehalten wurden, sind
bindegewebig. In ungefährer Ausdehnung des Genital-
porenkreises liegt ein besonders zu den Genitaldrüsen
Fasern abgebender Genitalring, der mit dem Mundringe
durch die Ambtilacralstämme in Verbindung steht. (Compt.
Rend. Tome 102, pag. 444—446.)
Sinnesorgane. 0. Hamann sieht die Pedicellarien
der Seeigel als besonders sensorisch an. Im Innern der
1 80 Dr. E r i c h H a a s e : Ber. über die wissensch. Leistungen
Kieferstücke von Strongylocentr. lividus liegt an der Basis
eines jeden eine Erhöhung-, deren Epithelsinneszellen an
ihrem freien Ende starre Tastborsten tragen, am anderen
aber in ganz feine, sich mit dem nervösen Plexus ver-
bindende Fibrillen verlaufen. Jede Klappenspitze wird
von einem Nervenstämmchen versorgt und dieses giebt
unterwegs Zweige an Sinnesorgane, Muskeln und Drüsen-
säcke ab. Bei Echinus acutus hat jede Klappe 2 Tast-
erhöhungen und zwischen diesen ein drittes einfaches
Sinnesorgan; bei Strong. lividus ist an jeder Klappe nur
1 Erhöhung an der Basis, bei Sphaerech. granularis sind
ihrer 3. Zwischen den Fibrillen verlaufen bi- bis multi-
polare Ganglienzellen. Die gemmiformen Pedicellarien
haben auch Drüsen in den Wänden der Klappen, die ihr
Secret durch eine apicale Oeffnung ergiessen. In jeder
Klappe sind 1 — 2 Drüsensäcke mit starker Muskulatur.
Solche Drüsen finden sich auch an den Pedicellarien der
Mundhaut vonDorocidaris papillata.— Zum Reinigen dienen
die ped. trifoliatae, was Agassiz von allen Pedicellarien
annahm; die grösseren, so die tridactylen, dienen zum
Festhalten an fremden Körpern und zum Erfassen der
Beute, ebenso die bei dem Greifen durch das Secret
unterstützten gemmiformen. Bei Ech. microtuberculatus
stehen die drüsigen Pedicellarien besonders am Rücken
und kleben auch Seealgen als Maske an. (Sitzungsber.
Jen. Ges. f. Med. u. Naturk. [XX. Bd., 1 Suppl.] pag. 135
bis 138.) — Historisch-kritische Bemerkungen dazu s. bei
P. M. Dune an (Ann. Mag. Nat. Eist. XVIII., pag. 68).
Weiter erwähnt 0. Hamann als neue Organe der
Echiniden die „Globiferen," gestielte kugelförmige Körper-
chen, deren Kopf bei Sphaerech. granularis aus drei
Kugeln besteht, deren jede eine Oeffnung zeigt. Die Globi-
feren sind über die ganze Haut verbreitete Drüsenorgane,
die ein Secret durch ihre Poren aussondern, dessen Ent-
leerung durch Ringmuskeln geschieht. So wirken sie zur
Vertheidigung und müssen wegen der langen Stacheln
auf Stielen stehen, wo sie wie die Nesselkapseln der
Coelenteraten functioniren. (Ders. ib. XX. Bd. 1 Suppl.
in der Naturgesch. der Echiuodermeii im Jahre 1886. 1§1
pag*. fi7 — 73). — Hierzu bemerkt P. M. Dune an, der an
einigen dieser Organe stark atrophirte Kalkklappen in
den geschwollenen Drüsenballen, aber keine Tastpolster
fand, dass die Globiferen vielleicht modifizirte Pedi-
cellarien sind; übrigens sei der Name schon von J. Müller
an gewisse Pedicellarien vergeben.
An den Sphaeridien der Seeigel fand H. Ayers (vgl.
vor. Ber. pag. 14), dass Loven's sog. „genetztes Gewebe"
nur ein Kanalsystem ist, das die durchsichtige Kalksub-
stanz durchläuft und als Modifikation der Kanalräume
der Stacheln aufzufassen ist. In den Kanälen liegen meist
Nervenzellen, oft findet sich noch eine chlorophyllartige
Flüssigkeit (Quart. Journ. Micr. Soc. XXVI., pag. 39—52
mit Taf. V.).
Muskelsystem. 0. Hamann fand quergestreifte
Muskeln nur bei Echinoideen, — Wcährend er sie bei
Asteroideen und Holothurien vergeblich suchte, — be-
sonders an den pedicell. tridentes s. tridactyli in frischem
Zustande, also nur an einem Puncte, wo eine plötzliche
energische Contraction stattfindet. (Sitzungsber. Jen. Ges.
f. Med. u. Naturw. XX. Bd. Suppl. 2, pag. 135—138). —
Dazu macht Fr. E. Beddard historisch -kritische Be-
merkungen. (Ann. Mag. Nat. Hist. XVII, pag. 428 — 430).
F. und P. Sara sin weisen bei Echinothuridcn fünf
starke Paare von Längsmuskeln nach, die die Schale de-
primiren, sich paarweise an je ein Auriculum ansetzen
und an die Muskulatur der Holothurien erinnern (Zool.
Anzeiger No. 215, pag. 80 — 82.)
C. Vogt und E. Yung finden keine scharfe Grenze
zwischen Binde- und Muskelgewebe der Asteriden und
leugnen für den erwachsenen Astropecten den von Ha-
mann an jungen Thieren nachgewiesenen Zusammenhang
der epithelialen Muskel- mit Epithelzellen (1. c. pag. 581
bis 618.)
Blut- und Wassergefässsystem. C. Vogt u. E. Yung
erklären 1. c. pag. 524 die Verbindung des Wassergefäss-
systems mit der in der Leibeshöhle enthaltenen Flüssigkeit
182 Dl'- Erich Haase: Ber. über die wissen seh. Leistungen
oder mit dem umgebenden Meerwasser auf der Körper-
oberfläche nach der Embryog-enie nur für Folge einer
späteren Entwickelung und nennen das Circulationssystem
der Seesterne, Seeigel und Seewalzen „Berieselungs-
system" (1. c. pag. 608). Nur bei den Crinoideen scheint
sich das Wassergef ässsystem „selbständig und unabhängig
vom Darm zu entwickeln", während es sich bei den drei
anderen Classen von einem zur Zeit seiner ersten Bildung
blind geschlossenen Darmdivertikel herleitet.
Was die Ausbildung dieser Systeme in den ver-
schiedenen Abtheilungen betrifft, so führen nach Den-
selben bei Antedon die Kelchporen in kurze Kanäle,
die sich meist ampullenartig erweitern und zu Sammel-
getässen verbinden, welche ein zwischen der inneren Faser-
schicht und der äusseren Masse des Integuments liegen-
des Netz bilden ; nie münden diese Kanäle in die Leibes-
höhle. Die Hydrophorröhren verlängern sich in die ver-
zweigten Gefässe des schwammigen Gewebes. Dieselben
bestätigen Perrier's Behauptung, dass die Wimpertrichter
das Meerwasser in das Blutgefässsystem pumpen und dass
dann die Flüssigkeit üach der Circulation im Gefässsystem
durch die Hydrophorröhren aufgenommen wird, um in das
Wassergefässsystem befördert zu werden. Ebenso be-
stätigen sie die ausgedehntere Verbindung zwischen der
Axenhöhle und den Maschen der Körperhöhle und er-
klären den Visceralsack Ludwig's nur für ein concen-
trirtes filziges Gewebsstück, ähnlich dem schwammigen
Organ. Das Dorsalorgan, das die Fortsetzung des cen-
tralen, den Nervenring der Kuppel durchbohrenden Ge-
fässrohres bildet, ist in seiner ganzen Länge offenbar
drüsiger Structur; seine Gefässe sind zugleich Träger von
Nervenfasern. — Bei Asteracanthion steht nach Den-
selben der schlauchförmige Kanal, der den Steinkanal
umgiebt, an der Mündung des letzteren in den Wasser-
gefässring mit dem Steinkanal durch feine Poren in Ver-
bindung, was besonders durch Injectionen erkannt wurde,
(1. c. pag. 608). Der blinde Endstrang des im schlauch-
förmigen Kanal gelegenen Dorsalorgans — (unter letzterem
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 183
verstehen Vogt und Yiing das Herz, Chromatogenorgan,
etc.) — ist ein einfacher Kanal, der im Innern mit den-
selben Pigmentzellen wie das Dorsalorgan gefüllt ist.
Er gabelt sich bald zu einem Genitalring, von dem
10 Kanäle gegen die Geschlechtsorgane hin verlaufen.
Diese Kanäle sind nicht excretorisch, wie Hamann be-
hauptete, sondern den sterilen Genitalkanälen von Antedon
homolog. — Bei Echiniden konnten Dieselben anStron-
gylocentr. lividus Perrier's und Köhler's Behauptung,
dass das Dorsalorgan, (sonst eiförmige Drüse genannt),
durch die Madreporenplatte nach aussen münde, nicht
bestätigen, sondern finden, dass dasselbe mit den binde-
gewebigen Ringsträngen der Genitalkanäle beginnt, sich
längs der aufsteigenden Speiseröhre mit gleichzeitiger
Verdickung innerhalb einer röhrenartigen Scheide fort-
setzt und mit 5 blasenartigen Erweiterungen auf der
Laterne endigt, wo die Scheide den inneren Gefässring
um die Speiseröhre bildet. Sein oberes Ende ist mit
einem pentagonalen Ring verbunden, der die 5 Genital-
ausführungsgänge umgiebt, aus bindegewebigen Faser-
strängen besteht und Lacunen mit Zellen gleich denen des
Dorsalorgans enthält; diese Stränge sind mit den Genital-
strängen von Comatula homolog. Dieselben bestreiten
mit Perrier die Duplicität der Ambulacralwassergefäss-
stämme, welche Köhler behauptete. — Dieselben finden
bei Cucumaria einen „problematischen Kanal" im Mesen-
terium zwischen dem Vereinigungspunkt der Genitalgänge
und dem Anfange der Speiseröhre, der an beiden Enden
geschlossen ist und aus Wülsten besteht, die ineinander
verschlungene Bläschen körnigen Inhalts zeigen; dieser
Kanal wird als rückgebildetes Organ angesehen. Der
Darmkreislauf ist wie bei den Seeigeln ganz lacunär und
in deutlicher Verbindung mit dem Wassergefässsystem.
Das collaterale und mesenteriale vom Bauchgefäss aus-
gehende Gefässsystem ist Perrier's Sammelgefäss bei den
Seeigeln vergleichbar.
E. Perrier hält nach seinen Untersuchungen an
Asterias das Organ am Steinkanal, das Vogt und Yung
184 Dr. Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
als Dorsalorgan bezeichnen, für eine blosse Verlängerung
der Peritonealmembran des Darmes und das Collateral-
organ für einen Productionsheerd von Blutkörperchen.
Weiter sieht er die Kanälchen der Madreporenplatte als
das Resultat von Faltungen des Wimpertrichters an, der
zuerst conisch ist und durch den das Wassergefäss sich
nach aussen öffnet, aber das letztere selbst communicirt
an der Vereinigung mit dem Wimpertrichter mit der
Höhlung des schlauchförmigen Kanals. So dringt das
Meerwasser in die Lacunen (Hamann's Schizocölräume),
in die subambulacralen Hohlräume, in die Leibeshöhle
durch die von Tiedemann, Hoffmann, Teuscher als Ge-
fässe betrachteten Gänge ein. (Compt. Rend. Tome 102,
pag. 1146—1148).
Auch M. Cuenot bestreitet wie Vorige die excre-
torische Function der eiförmigen Drüse, der Tiedemann-
schen Körper und Poli'schen Blasen bei Asteriden, da
alle diese pigmentirte Körper liefern, die in den Gef ässen
und der Leibeshöhle flottiren. Die Körper der eiförmigen
Drüse (Ludwig's Centralgeflecht) sind meist braun und
werden im Blut amöboide Blutkörperchen. Die Zellen
der Tiedemann'schen Körper und der Poli'schen Blasen
fallen in den Wassergefässring und werden ebenfalls
amöboid. (Comt. Rend. Tome 102, pag. 1568—69).
R. Köhler stellte bei Ophiuren zwei Peribuccalringe
fest, von denen der Blutgefässring in einem Perihämal-
canal innerhalb des Wassergefässringes liegt. Der Bau
der Blut- und Wassergefässe ist verschieden; erstere sind
im Innern von bindegewebigen Maschen durchzogen.
Die bei Echiniden so häufigen Intestinalgefässe fehlen
den Ophiuren. (Compt. Rend. Tome 103, pag. 501 — 504.)
Nach H. Prouho communicirt der sog. Steinkanal
zwischen dem Stützapparat von Spatangus purpureus nicht
mit den Wasserporen und ist nur eine Verlängerung der
„eiförmigen Drüse;" er steht mit einer spongiösen Ge-
websmasse in Verbindung. Das echte Wassergefäss dringt
bis an das Hinterende der rechten Platte vor, in die sich
die Wasserporen fortsetzen und die eine Apophyse der
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 185
Madreporenplatte ist; zugleich mündet hier der Excretions-
apparat der eiförmig-en Drüse (s. o. bei Ciienot). Der
Steinkanal wird hinter der eiförmigen Drüse ein unregel-
mässiger stark verästelter Gang und verliert sein Cylinder-
epithel ; er steht auch mit dem Gef ässringe in Verbindung,
der Blut in die eiförmige Drüse führt. Der doppelte
Poli'sche Ring bei Cidaris entspricht dem doppelten Poli'-
schen Kanal von Spatangus; so verhält sich letzterer wie
die regulären Seeigel. (Compt. Rend. Tome 102, pag. 1498
bis 1500.) — Dazu bemerkt R. Köhler (ibid. Tome 103,
pag. 87 — 88), dass die Periösophagealringe der Regularia
oder Poli'schen Ringe der Cidariden den Mundringen von
Spatangus homolog sind, nur communiciren letztere nicht
direct wie bei den Cidariden, oder durch Poli'sche Blasen
wie bei den anderen regulären Formen. Der Steinkanal
der Irreguiares, ursprünglich aus zwei Kanälen bestehend,
entspreche dem Stein- und dem Drüsenkanal der Re-
guläres.
H. Prouho bestätigt an Cidaris die Angaben Köhler's
über Sphaerechinus betreifend die Existenz zweier Periö-
sophagealgef ässringe, die in innigem Rapport zu einander
stehen und die Existenz eines Gefässnetzes auf der „ei-
förmigen Drüse", das von dem periösophagealen Blutring
abgeht; hingegen betont Derselbe seine Abweichungen
in andern Punkten, so bestreitet er die Communication
des Blutgef ässsystems mit dem Aeusseren durch die „ei-
förmige Drüse" und erklärt Köhler's „Madreporenkanal
von Spatangus" für homolog dem Drüsenfortsatz von
Cidaris und nicht mit dem Aeusseren verbunden (Compt.
Rend. Tome 103, pag. 560—563).
Derselbe unterscheidet bei Dbrocidaris papillata
das sog. Wasser- und das sog. Blutgefässsystem. Von
ersterem mündet der Steinkanal direct in die Madreporen-
platte zugleich mit einem zweiten Gang in einer einzigen
Oeffnung, gegen die alle Wasserporen verlaufen. Ein
trichterförmiger Gang, in den nach Köhler und Perrier
einerseits der Sandkanal, andererseits die Wasserporen
gehen sollten, existirt nicht. Von dem sog. Blutgefäss-
186 Dl'- Erich Haase: ßer. über die wissensch. Leistungen
System communicirt der Schlimdring mit den intestinalen
Aufsaugern durch den Schlundzweig' des inneren Rand-
g-efässes. Auch die Genitaldrüsen haben ihren eigenen
Gefässring und unter den Wassergefässen sind Ambula-
cralstämme entwickelt, in welche Schlundgefässe ver-
laufen. - Beide Systeme stehen mit einander in Ver-
bindung durch ihre Ringe, was die Injection bestätigte.
— Die „eiförmige Drüse" ist in der That kein Herz;
ihre Höhlung mündet durch einen Kanal, der zugleich
mit dem Wassergefäss in die Madreporenplatte geht. Doch
ist sie mehr als ein Excretionsorgan, indem sie auch ge-
formte Theile der Perivisceralflüssigkeit liefert. (Compt
Rend. Tome 102, pag. 1403—1406.)
W. H. Ho well untersuchte die Flüssigkeit der Leibes-
höhle und des Wassergefässsystems von Thyonella gem-
mata und fand rothe und weisse Blutkörperchen (abgeb.
Fig. 9). Nach einiger Zeit entstand eine Coagulation,
durch Verschmelzung der weissen Blutkörperchen hervor-
gerufen ; das Serum darüber war vollkommen eiweissfrei
(Stud. Biol. Labor. J. Hopkin's Univ. Vol. HI, No. 6,
pag. 284—286.)
Nach Demselben hat das Blut respiratorische
Function; in der Minute geschehen 3 — 4 Athmungsacte
und auf je 3 Inspirationen folgt immer eine grössere
Exspiration (ibid. pag. 289—291.)
Wasserlungen. Dieselben sind nach C. Vogt und
E. Yung (1. c. pag. 659) im Gegensatz zu früheren An-
gaben (s. vor. Ber. pag. 13.) am Ende bei Cucumaria
vollkommen geschlossen und das durch sie eingezogene
Wasser kann nur durch Osmose mit dem der Leibeshöhle
in Austausch treten.
Geschlechtsorgane. C. Vogt und E. Yung bestätigen
1. c. bei Antedon die von Perrier beobachtete Entstehung
der Genitalien vom Hakenende des Dorsalorgans aus. — -
In der Mitte der Längslacunen des Armes verläuft die
grosse Geschlechtsröhre, an deren Grunde gegen die
Scheidewand ein Zellhaufen als Geschlechtswulst auftritt
in der Natuigesch. der Echinodeimen im Jahre 1886. 187
(pag. 571); um die Genitalröhre findet sich keine Spur der
früher angegebenen Scheide. — Die Entwickelung der
Samenfäden wird nur kurz berührt (l. c. pag. 575.)
G. M. R. Levinsen giebt eine Darstellung der Ge-
schlechtsorgane von Astrophyton eucnemis und sieht die
Genitaltaschen als gewaltig entwickelte Bursae an, deren
Ausführgänge verwachsen sind (Kara-Havets Echinoder-
mata (Dijmphna - Togtets zoologisk-botaniske Udbytte
pag. 28 (408) — 30 (410) Taf. XXXV. Fig. 3—6.)
Entwickelungsge schichte.
Pelmatozoa. Im 2. Theil seiner ,,Materiaux sur l'or-
ganisation et le developpement de la Comatule etc." giebt
E. Perrier das ausgearbeitete Endresultat seiner Unter-
suchungen, dessen Zusammenfassung schon hier folgt,
obwohl die Publikation erst 1887 abgeschlossen wurde.
Der sich eben festsetzende Embryo von Antedon
rosaceus hat zwischen Körperwand und Darmrohr vier
sich überlagernde Hohlräume: die Tentakelhöhle, in der
sich die Tentakeln bilden, den Ambulacralring, den Periö-
sophageal- oder Subambulacralraum und die untere Vis-
ceralhöhle. Der untere Peritonealsack besteht aus zwei
Keimblättern, welche beide (entgegen Götte und Barrois)
zu der Bildung der Peritonealaxe des Stieles beitragen.
Bald nach dem Festsetzen ist die Tentakelhöhle voll-
ständig geschlossen, doch später öffnet sich der Darm-
tractus in sie hinein durch eine excentrische Oeffnung,
die zum definitiven Munde w4rd. Der Ambulacralring,
von dem die ersten 25 Tentakeln entspringen, communicirt
nun direct mit der Aussenwelt durch einen mit dem Stein-
kanal der übrigen Echinodermen homologen Kanal. Die
Subambulacral- und die untere Visceralhöhle stehen mit
dem Aeusseren nicht in Verbindung und die von Ludwig be-
schriebene Oeffnung rechts über dem After führt nicht in
die Leibeshöhle selbst, sondern in das Wassergef ässsystem.
Die Arme erscheinen als 5 Divertikel in Höhe der Scheide-
wand zwischen Subambulacral- und unterer Leibeshöhle;
188 T)r. Erich Haas e: Ber. über die wissensch. Leistungen
wie diese beiden, von denen die letztere sich langsamer
ausbildet, verlängert sich auch die Ambulacralhöhle in
die Arme: erst später entsteht die Genitalhöhle. Die
Arme entwickeln sich successiv, zuerst entsteht der dem
analen Interradius entgegengesetzte. Die Pinnulae bilden
sich nach einander rechts und links durch Gabelung des
Sprossendes. Später löst sich die Scheidewand zwischen
Subambulacral- und unterer Leibeshöhle in Mesenterial-
bänder auf, die das Darmrohr weithin mit der Körper-
wand verbinden. Eine neue grosslöcherige Membran um
den Oesophagus bildet eine trichterförmige Höhlung, in
welche die Subambulaeralräume der Arme münden und
die Ludwig's „Axialhöhle^' entspricht. Durch die Ver-
einigung von Balkennetzen zwischen Darm und Körper-
wand entsteht langsam der Visceralsack. Um die Peri-
tonealaxe und das sehr früh sich anlegende gekammerte
Organ bildet sich eine mesodermatische dicke Hülle, die
als Centraltheil des Nervensystems anzusehen ist. Die
Cirrhen entstehen aus fingerförmigen Verlängerungen des
gegen das Innere der Taschenwände des gekammerten
Organs gerichteten Theiles und enthalten in ihrer Axe
einen doppelten, von einer Nervenscheide umgebenen
Kanal. Noch bei erwachsenen Thieren lassen sich die
Cirrhen auf die 5 Taschen des gekammerten Organs
zurückführen.
Wenn der junge Antedon sich loslöst, hat der Am-
bulacralring schon 5 Wassergef ässe , die durch je einen
Wimpertrichter direct nach aussen münden; später ver-
vielfachen sich dieselben ungleichmässig. Die sog. „Ge-
fässe" Ludwig's und Carpenter's stehen zum einen Theil
mit den Wassergef ässen in Verbindung und münden zum
andern durch Wimpertrichter nach aussen. Da durch
letztere unablässig Meerwasser eintritt, so besitzen die
Comatuliden kein eigentliches Blut. Das Centralgeflecht
besteht aus der Genitalanlage und einem dieselbe um-
gebenden Geflecht von Irrigationskanälen, dem Genital-
geflecht. Das Irrigationssystem besteht aus Eingeweide-
netz, Genital- und Labialgeflecht, aus Basilarring und
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 189
Eingeweideliölilen der Arme und setzt sich durch das
Labialgeflecht noch mit den Ambulacralkanälen und der
Aussenwelt in Verbindung. — Das erste Wassergefäss
verschmälert sich in seinem intraparietalen Theil und
verlängert sich in einen durch den Wimpertrichter sich
nach aussen öifnenden Sack, entspricht also dem Stein-
kanal der übrigen Echinodermen. Die Genitalanlage bleibt
während des ganzen Cystideen- u. Phytocrinoideenstadiums
im Innern des Kelches, wie bei den Cystideen. Sie ist zuerst
ein Zellstrang, der sich unten in die Peritonealaxe des
Stieles einsenkt, sich dann verbreitert, hohl wird und in
Divertikel auswächst, bis endlich die Spitze sich theilt und
in die Arme eindringt, um die 5 Genitalspindeln zu bilden,
die in einer besonderen Höhlung liegen. Die Nerven-
stränge in der Kalkaxe der Arme sind zuerst 5 Streifen
spindelförmiger Mesodermzellen und erst später erscheint
zwischen ihnen und der Peritonealmembran ein mit Kalk
sich imprägnirendes Gewebe. Ebenso sind die Muskel-
fasern mesodermatisch ; zuerst spindelförmig, verästeln
sie sich später am Ende. In den Knoten des Gewebe-
netzes liegen Gruppen kleiner, zelliger, durch Proto-
plasmafäden, die in die hyaline Substanz eindringen,
verbundener Elemente, die die Grundsubstanz der Nerven
abgeben.
Am Ende des festsitzenden Stadiums erinnert die
Organisation besonders an die der Seeigel. (Nouv. Archives
du Museum 2 ser. IX. 1886—1887 ; 348 pag. mit 10 Tafeln.)
Zur Homologie der Körperenden der An tedon -Larve
führtJ.Barrois gegen die Annahme, dass die Larvenformen
der Holothurien und des Antedon sich entsprechen, die
Lage der zwei Primitiv- Oeffnungen des Embryo an. Der
Blastoporus schliesst sich nicht weit von dem Punkte,
wo nachher die Kelchöifnung erscheint und die Bauch-
grube entspricht der Lage nach der Buccaleinstülpung
der anderen Echinodermenlarven. Es muss als vorn
der Theil der Larve angesehen werden, an dem der
Stiel entsteht, so dass die Pentacrinoiden nicht als
von einer Larve stammend aufzufassen sind, die hinten,
1 90 Dl'- Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
sondern von einer, die mit ihrer Präoralklappe ange-
wachsen war. So kann dieselbe auch nur mit den Larven
verglichen werden, deren ganzer hinterer Theil sich in
ein Echinoderm verwandelt, während der vordere weg-
fällt, wie bei Echiniden und Stelleriden. Der über der
Subumbrella vorspringende vordere Theil, der den Mund-
lappen mit der Oesophagealregion einschliesst, entspräche
hier dem hinfälligen Stiel der Comatulalarven (Compt.
Rend. Tome 103, pag. 892—893.)
Derselbe bemerkt in Beziehung auf die Entwicke-
lung von Antedon gegen frühere Ansichten, dass der
Schluss des echten Blastoporus am Ende der Entwickelung
vor sich gehe und die Bildung der Mesenchymzellen auf
Kosten des Entoderms begleite. Dann schnürt sich das
Archenteron in 2 Theile: der vordere theilt sich in
Wasserblase und Darm, der hintere in 2 Peritonealsäcke.
Letztere zwei verwandeln sich in zwei Scheiben, die sich
zu einem Kragen um den Darm vereinigen. Der Central-
strang im Stamme des jungen Pentacrinus bildet sich
ausschliesslich vom Mesenchym aus. Auch die Tentakel-
blase entsteht vom angeblichen Blastoporus aus, doch ist
letzterer hier kein Rest einer später zu verschmelzenden
Oeffnung, sondern ein secundäres Grübchen. Erst
bei dem Festsetzen bildet sich diese Grube zu einem
ganz geschlossenen Sacke aus, dessen ambulacrale Zipfel
sich dann in Tentakeln verlängern; später bricht dieser
nach aussen durch und ergiebt so die definitive Oeffnung.
Wie bei Synapten findet so eine Verlegung des Larven-
mundes statt. In dem Grübchen und dem Blastoporus
findet man Homologieen von Mund und After der übrigen
Echinodermenlarven. Metschnikoff's „Amnios" ist der
Tentakelkammer der Crinoiden homolog. (Compt. Rend.
Tome 102, pag. 1176—1177.)
J. Walther berichtet über die Entwickelung von
Antedon rosaceus im Anschluss an Thomson und an
E. Häckel's Axenschema. Er kommt zu dem Resultat,
„dass sich die morphologischen Hauptaxen horizontal um
36*^ drehen und die morphologische Hauptebene sich von
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 191
einem tiefereu in einen höheren Horizont verschiebt"
(pag-. 166). — Weiter behauptet er, dass die Pinnulae nicht
als Aeste der Arme, sondern letztere als Träger der
Pinnulae aufzufassen sind. „Die Vorfahren der Crinoideu
haben wohl Pinnulae, aber keine Arme besessen, die
Arme entstanden erst im Verlauf der späteren Stammes-
entwickelung." — Als allgemeine Züge der Antedon-Ent-
wickelung giebt Derselbe an: 1. bilaterales Stadium,
junge bilateral-symmetrische und freischwimmende Larve ;
2. die Larve setzt sich fest und wird radial symmetrisch;
3. es bildet sich der Stiel; 4. durch die Skeletelemente
wird der radiale Bau 5 strahlig und 5. entstehen Em-
bryonalpinnulae ; 6. entstehen 10 weitere Pinnulae und
die ovale Mundscheibe wird mit einem Kranze von
zarten gleichlangen Tentakeln besetzt; archicyclisches
Stadium; weiter bilden sich 7. die Radialien und 5
Wucherungen der Munddecke heben je 3 Pinnulae empor.
Aus diesen Wucherungen bilden sich 8. die Arme und
gabeln sich zum ersten Mal: monocyclisches Stadium.
Die Crinoiden entwickelten sich von bilateralen
Thieren und Ateleocystites hat seine bilaterale Gestalt
noch von den Vorfahren. Die radiale 5 strahlige Form
wurde wahrscheinlich infolge der festsitzenden Lebens-
w^eise erworben. Dem archicyclischen Stadium steht die
cambrische Macrocystella ohne Arme und mit einem Kranz
gleichlanger Pinnulae, sehr nahe und gehört vielleicht zu
jener Gruppe, aus der sich Cystoideen und Crinoideen
zu Beginn der Silurzeit entwickelten; die Blastoideen
treten erst am Schlüsse des Silurs auf. (Vgl. Walther's
Schema pag. 198.) Abbildungen verschiedener Antedon-
Formen s. auf Taf. XXVI, 2, 3, 5, 9, 10, 12 (Palaeonto-
graphica XXXII, pag. 155—200, Taf. XXIII— XXVI.)
Asteroidea. E. Perrier beobachtete, dass die ganz
jungen Asterias Hyadesi von Cap Hörn nur 3 (ctra Car-
penter) Kalkstücke enthalten. (Compt. Rend. Tome 102,
pag. 1146.)
Ophiuroidea. Nach J. W. Fewkes legt Ophiopholis
aculeata die Eier (gegen Packard' s Angabe) in's Wasser; der
1 92 Dr. ErichHaase: Ber. über die wissensch. Leistungen
Dotter hat eine centrale und eine peripherische Region,
die noch bis zu 8 zelligen Furchungsstadien zu unter-
scheiden sind. Der Magen des Pluteus ist eine einge-
stülpte Blastodermwand und nicht durch Abspaltung von
den Zellen in der Leibeshöhle gebildet. Die Mesoderm-
zellen entspringen in 2 seitlichen Haufen. Die Ausbildung
des Pluteus weicht von der bei Ophiuren gewöhnlichen
ab. Die um den Centraldotter beschriebene durchsichtige
Vs so dicke Rindenschicht entspricht Metschnikoff' s bei
Amphiura beobachteter structurloser gelblicher Hülle. Erst
7 Stunden nach der Befruchtung tritt Zweitheilung des
Dotters ein; die weiteren Theilungen sind regelmässig.
Nach 1 Tage stülpt sich das Archenteron der gewimperten
Blastosphaera ein und so beginnt die Bildung des Blasto-
porus; zugleich entstehen jederseits desselben Lappen,
die später zu Armen werden und nach 36 Stunden ent-
stehen unter diesen die ersten Kalkkörper. (Mus. Compar.
Zool. Xn., No. 4. [XVn.] pag. 105—119.)
Echinoidea. J. W. Fewkes erzielte bei Epiarachnius
parma von Juli bis August künstliche Befruchtung. Das
Ei ist mit einer schleimigen Masse voll rother Pigment-
flecke umgeben, welche von den Spermatozoen nicht
durchdrungen wurde; Richtungskörperchen beobachtete F.
nicht. Die Zweitheilung des Dotters tritt 1 — 2 Stunden
nach der Befruchtung ein; die Furchung verläuft meist
normal (Abnormitäten derselben, so dreizelliges Theilungs-
stadium, s. auf Taf. HI). Der Urdarm bildet sich wie bei
Ophiopholis durch Einstülpung des Blastoderms. Sofort
nach der Bildung des Afters treten die ersten Kalk-
körperchen jederseits des Mundes auf, die sich bald wie
bei Ophiopholis unter die hinteren Lappen ausdehnen.
Nach 2 Tagen entwickeln sich die hinteren Lappen, nach
4 Tagen theilt sich der Kopflappen in 2 vordere Arme
und zugleich beginnen sich die antero-lateralen auszu-
bilden und dann die antero- internalen anzulegen; (dies
Stadium schon von Agassiz abgebildet). Der reife Pluteus
hat sehr schlanke Arme, die nahe der Spitze mit Aus-
nahme des antero -internalen einen Pigmentring tragen,
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 193
und besitzt keine Wimperepaulettes. Die Vasoperitoneal-
blase links des Magens wird retortenförmig und öffnet
sich nahe den hinteren Armen nach aussen. Um diese
Wassergefässrosette bilden sich Pigmentsterne und ein-
zelne 3 armige Kalkkörper; später gabeln sich die Spitzen
der letzteren und endlich werden die Körperchen in eine
zarte Hülle eingeschlossen. Ende September gefangene
junge Thiere zeigen viele kurze Stacheln, die verhältniss-
mässig aber grösser sind als bei den alten. (Bull, Mus.
Comp. Zool. vol. XII. No.4. [XVIL] pag. 120—152; Taf. II
bis VIII) [besprochen Nature XXXIV. pag. 132].
Brutpflege. E. Perrier fand, dass die Jungen des
lebendiggebärenden Asterias hyadesi n. an der Bauchseite
der Mutter durch einen seitlichen Stiel befestigt sind, der
aus einer Verlängerung der Mundhaut besteht (Compt.
Rend. Tome 102, pag. 1146).
G. M. R. Levinsen (von der „Dijmphna") beobachtete
Viviparität bei Cucumaria minuta F. Die Jungen liegen
in 2 grossen Säcken, die fast die Hälfte der Länge des
ganzen Thieres einnehmen können und sich durch zwei
schmale Schlitze jederseits der mittelsten ventralen Am-
bulacralfüsschenreihe nahe dem Vorderende des Thieres
nach aussen öffnen (1. c. pag. 5(385) — 6(386) Taf. XXXIV.,
Fig. 1-3).
Aehnlich fand K. Lampert bei der viviparen Cucu-
maria crocea von Süd-Georgien an der Ventralseite zwei
wohl durch Einstülpung der Körperwand gebildete Mar-
supialtaschen, welche sich, wie Verrill angab, jederseits
des mittleren ventralen Längsmuskelbandes ansetzen. (Bei
dieser Art hatte schon Thompson Viviparität beobachtet.)
L. hält die Geburt nur durch Ruptur der Leibeswand für
möglich und konnte ebenso wenig als die Vorbeobachter
bei dieser und andern Arten eine Verbindung der Brut-
taschen mit den Genitaldrüsen nachweisen. (Jahrb. Wiss.
Anst. Hamburg. III. Jahrg. pag. 13 — 15; Taf. I, 1).
Biologie. F. u. P. Sarasin beobachteten zwischen
den Stacheln des Asthenosoma (Cyanosoma) urens einen
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 3. H. J^
194 Dl'- Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
kleinen Fisch und ein kleines macrures Decapod, die
beide dem Wirth ähnlich gefärbt waren; auch zwischen
den Stacheln von Diadema setosum lebt ein Fisch (Zool.
Anzeiger No. 215, pag. 80—82).
Abnormitäten. G. M. R. Levinsen erwähnt einen
monströsen Strahl von Antedon eschrichtii, bei dem die
2 Arme vom 3. Gliede an über dem Axillare verschmolzen
sind (1. c. pag. 35 (415); Taf. XXXV, 7).
A. Dendy beschreibt einen sehr grossen Antedon
rosaceus mit 12 Armen, da in zweien der Normalarme
das 2. Glied über dem axillaren Radiare selbst axillar
ist. (Proceed. Phys. Soc. Edinb. Vol. IX., pag. 180—182;
Taf. X.)
W. A. Herdmann beschreibt eine Porania pulvillus
(Asteroid.), bei welcher der der Madreporenplatte ent-
gegengesetzte Arm 1 cm. vor dem Ende gegabelt ist;
auch die Ambulacralfurche gabelt sich und der eine
Gabelast theilt sich noch einmal, um sich später wieder
zu vereinigen. (Nature, XXXIV., pag. 596.)
H. Ludwig fand in Neapel von 150 halbwüchsigen
Stücken von Cucumaria planci 5 sechsstrahlige. Die-
selben hatten 6 Doppelreihen von Füsschen, von denen
3 benachbarte ausgebildeter an Zahl waren; von den
12 Tentakeln war ein Paar, das des mittleren Radius des
Triviums, wie bei den normalen, kleiner. Auch der Kalk-
ring bestand aus 6 radialen und 6 interradialen Stücken;
bei allen fand sich nur ein Steinkanal und an Zahl un-
bestimmte Poli'sche Blasen. Aus dem Umgang des Mesen-
teriums vom 1. bis letzten Darmabschnitt folgt, dass der
eingeschobene Radius entweder der linke des ventralen
Triviums, oder der mittlere des dorsalen Triviums sein
muss. Aus der Lage der Lungenbäume ergiebt sich
dasselbe Resultat. Aus dem Verlauf des Steinkanals und
des Mesenteriums zwischen aufsteigendem und 2. ab-
steigenden Darmabschnitt folgt schliesslich, dass als über-
zähliger Radius der mittlere des dorsalen Triviums an-
zusehen ist. So wird das Stück dadurch sechsstrahlig,
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 195
dass sich ein neuer Radius zwischen die zwei des Biviums,
und zwar häufiger links als rechts von dem medianen
Interradius einschiebt. (Zool. Anzeiger No. 229, pag\ 472
bis 477.)
Hj. Theel erwähnt Stücke von Echinocucumis typica,
die einen fast sphärischen Körper haben, indem das
Bivium so stark reducirt ist, dass Mund und After sich ein-
ander bedeutend nähern. (Bull. Mus. Compar. Zool. XII.
pag. 1—21. Taf. I, 3.)
Yerbreitung recenter Formen.
Geographische Verbreitung. Hjalmar Theel be-
handelt in den „Challenger-Holothurien" die Verbreitung
der bekannten Arten in tabellarischer Form: Species des
arktischen und antarktischen Oceans pag. 245 — 246 ; des
atlantischen Oceans pag. 247 — 250; des indisch-pacifischen
Oceans pag. 251 — 259. — Keine Art Holothurien ist dem
arktischen und antarktischen Ocean gemeinsam, aber oft
kommen einander sehr ähnliche vor, die schwer zu unter-
scheiden sind und wohl von denselben weiter verbreiteten
Vorfahren abstammen. — Myriotrochus rinckii, Chirodota
laevis, Cucumaria calcigera und frondosa, Psolus fabricii
und vielleicht phantapus scheinen um den Pol selbst ver-
breitet; circumäquatorial sind nur Holothuria atra und
impatiens und vielleicht noch Hol. occidentalis und rigida
und Mülleria parvula. Wahrscheinlich wechseln noch
Formen zwischen indischem Ocean und atlantischen am
Cap, jedoch ist keine Strandholothurie ganz kosmo-
politisch.
Im arktischen Ocean kommt nur eine seltene echt
arktische Synapta, S. inhaerens, vor; typisch sind Chiro-
dota laevis, Myriotrochus rinckii, Trochoderma elegans
und Eupyrgus scaber. Alle 25 Dendrochiroten sind un-
scheinbare Formen, ausgenommen die nicht echt arktische
Echinocucumis typica. Für die Fauna bezeichnend sind
Cucum. frondosa und 3 Psolus-Arten. Von Aspidochiroten
196 Dr. ErichHaase: Ber. über die wissensch. Leistungen
finden sich nur 2 — 3 Arten, so Hol. intestinalis und ecal-
carea. — Im Ganzen 42 Arten.
Der atlantische Ocean besitzt zahlreiche gleichartige
Strandformen und als Besonderheit nur Rhopalodina ; im
Gegensatz zum Mittelmeer herrschen in Westindien die
Aspidochiroten vor. 135 Arten.
Von 89 im indischen Ocean nachgewiesenen Arten
kommen 49 auch im stillen Ocean vor. Man kennt aus
dem ganzen indo - austral. Gebiet schon 35 Synapten,
z. Th. von bedeutender Grösse und Schönheit; bezeich-
nend sind Actinocucumis, Pseudocucumis, Amphicyclus,
Eucyclus. Von den 18 bekannten Arten Colochirus ge-
hören hierher 17. Die Aspidochiroten sind zahlreicher
als im Atlant. Ocean. (Rep. Holothurioidea Challenger IL
[begonnen 1885]).
Faunen.
Europäische Meere. G. M. R. Levinsen erwähnt
als Ausbeute der „Dijmphna" von Kara-Havet Cucumaria
frondosa und minuta, Myriotrochus rinckii, Trochoderma
elegans, Trochostomaboreale ; Toxopneustes droebachiensis ;
Asterias grönlandica, mülleri, panopia und stellionura,
Stichaster albulus, Solaster endeca, papposus und furcifer,
Asterina tumida, Pteraster militaris, Hymenaster pellu-
cidus, Ctenodiscus crispatus, Archaster tenuispinus; Ophio-
pholis aculeata, Ophiacantha bidentata, Ophiocten seri-
ceum, Amphiura sundevalli, Ophioglypha nodosa, Opino-
pleura borealis, Astrophyton eucnemis; Antedon eschrichtii.
(Kara-Havets Echinodermata etc.)
Echinodermen von Jan Mayen behandelt F. Fischer
(Oesterr. Polarstat. Jan Mayen. Beob. u. Ergebn. HL Bd.
Zool. pag. 29 — 38); Ch. Aurivillius erwähnt solche von
Tromsö u. West-Finmark (Bih. Sv. Ak. Handl. XL No. 4,
pag. 47 — 51).
W. Kükenthal und B. Weissenborn dredschten
an der Westküste Norwegens bei Bergen Asteracanthion
rubens, glacialis und mülleri, Luidia sarsii, Cribrella
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 197
sanguinolenta, Solaster endeca und papposus, Asteropsis
pulvillus, Astrogonium pliiygianum und granuläre, Stich-
aster roseus; Ophiolepis ciliata und scolopendrica, Ophio-
coma nigra, Ophiolepis filiformis, Alecto petasus; Echinus
esculentus, droebaehiensis, miliaris, flemmingii und nor-
vegicus, Echinocyamus pusillus, Schizaster fragilis, Am-
phidetus cordatus; Cucumaria frondosa und hyndmanni,
Holothur. intestinalis und punctata, Ocnus lacteus, Psolus
squamatus und phantapus, Thyone fusus und raphanus,
Synapta inhaerens. Im Mangerfjorde fanden Dieselben
Echinocucumis typica (Jen. Zeitschr. Med. u. Nat. XIX,
pag. 778—780).
G. Pfeffer erwähnt vom Cumberland-Sund Stron-
gylocentrotus droebaehiensis, Asterias polaris und groen-
landica (Jahrb. wiss. Anst. Hamburg III, pag. 49).
Die Echinodermen der warmen Zone des Faröer-
Kanals bespricht J. Murray pag. 322 — 323, die der kalten
pag. 327—328 (Proc. Phil. Soc. Glasgow. XVII).
W. A. Herdmann zählt die Crinoideen, Asteroideen,
Echinoideen und Holothur. der Liverpool-Bay auf (Fauna
of Liverpool Bay I, pag. 131 — 139).
R. Köhler hebt unter Echinodermen von Guernsey
als Seltenheit Luidia fragilissima hervor, führt weiter die
Arten von Jersey an und erwähnt Echinocardium flaves-
cens 10 cm. im Sande eingegraben von Herm, endlich
giebt er pag. 56 ein Verzeichniss aller von ihm auf den
anglo- normannischen Inseln gefundenen Formen (Ann.
sc. nat. Zool. XX. Art. 4).
F. J. Bell berichtet über ein interessantes Echino-
cardium von den Kanalinseln, das vielleicht von Nord-
mann's E. pennatifidum verschieden ist (Ann. Mag. Nat.
Hist. XVII, pag. 516—517).
Haddon und Bell nennen unter der Ausbeute der
Küstenuntersuchungen von Südwestirland an Echino-
dermen: Antedon rosaceus, Astropecten irregularis, Luidia
savignyi u.sarsii, Asterinagibbosa, Asterias glacialis, rubens
und violacea; Amphiura chiajei, filiformis und elegans,
198 Dl"- Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
Ophiactis ballii, Ophiocoma nigra, Ophioglypha lacer-
tosa, albida und affin is (affinis neu für die Fauna!),
Ophiothrix pentaphyllum u. d. äusserst seltene lütkeni
(für jene Küsten typisch!); Echinus esculentus, microstoma,
miliaris; Echinocyamus angulosus, Spatangus purpureus
und raschi, Brissopsis lyrifer, Echinocardium flavescens;
Cucumaria pentactes, Thyone fusus und raphanus, Ocnus
lacteus weiss und braun (= brunneus Forbes), Synapta
inhaerens (Proceed. R. Irish Acad. IV, pag. 618 — 621).
Nordamerika. Nach H. Ludwig lehnt sich die durch
die Gebrüder Dr. Krause besonders aus der Plover- und
Lorenzbai des Beringsmeeres mitgebrachte Echinodermen-
fauna eng an die arktische an. Von den 15 Arten sind 9
(Thyonidium pellucidum, Cucumaria calcigera, Myriotroch.
rinckii, Strongylocentr. droebachiensis, Ophioglypha no-
dosa und sarsii, Ophiopholis aculeata, Amphiura sunde-
valli, Cribrella oculata) durch die „Vega" aus dem nördl.
Eismeere nachgewiesen worden. Von den übrigen 6
sind 2 (Asterias acervata und cribraria) nur von der
Beringstrasse bekannt, 4 sind neu. (Zool. Jahrbücher I
1886, pag. 275—296.)
Amerikanisch - südatlantisches Gebiet. H j a 1 m a r
Theel erwähnt als Ausbeute der Expeditionen von
Agassiz etc. im Golf von Mexico, im Caraiben-Meer und
an der Ostküste der Vereinigten Staaten an Holothurien :
Deima Blakei n., Orphnurgus asper, Euphronides depressa,
Benthodytes typica, assimilis n., B. sp., Poelopatides
agassizii n., ^iioho^Vi^ pourtalesiiia..^ johnsoni n., ? natans,
fuscus, Holothuria verilli n., murrayi, lactea, arenicola,
lubrica, impatiens, imitans und marenzelleri, Cucumaria
californica und dubiosa, Echinocucumis typica und as-
perrima n., Thyone scabra, spectabilis und hassleri n.,
Thyonidium molle, Psolus operculatus, tuhermlosus n.,
pourtalesi n. und braziliensis n., Psolus sp., Trochostoma
blakei n., antarcticum, arcticum mit Var., Caudina arenata
var., Ankyroderma affine, jeffreysii var., agassizii n., Syn-
apta 2 sp., Chirodota rotifera und contorta (Bull. Mus.
Compar., Zoology XIII, No. 1, pag. 107—150).
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 199
Indisch -pacifisches Gebiet. F. J. Bell erwähnt von
Holothiirien des Mergiii- Archipels Synapta recta, Chiro-
dota riifescens, Ciicum. forhesi n. und assimilis n., Sem-
peria sp., Ocnus javanicus, Thyone saccellus, Stichopus
chloronotus, Bohadschia vagahunda, Hol. andersoni n.
(Journ. Linn. Soc. XXI, pag. 25—29, Taf. V).
F. J. Bell erwähnt, dass jetzt 51 Arten Echino-
dermen von Ceylon bekannt sind (Rep. Meet. Brit. Ass.
Adv. Sc. 1885 (ed. 1886), pag. 1065).
H. Ludwig erwähnt von der Ausbeute der „Vedetta"
im rothenMeere an Holothurien Hol. scabra, impatiens,
köllickeri, klunzingeri, lagoena, pervica und atra, Mülleria
mauritiana, 1 unbekannte Form (abgeb. Taf. II, 8) und
Synapta orsi7in n. (Zool. Jahrbücher 11, I.Heft, pag. 30
bis 34).
Antarktisches Gebiet. H. Ludwig erwähnt von der
Ausbeute des „Vettor Pisani" besonders Semperia parva,
Psolidium dorsipes n., Cucumaria chiloensis n. und Chiro-
dota pisanii n.; 16 Dendrochiroten kommen auf nur
3 Aspidochiroten. (Zool. Jahrb. II, Heft 1, pag. 1 — 30.)
K. Lampert beschreibt an Holothurien aus Süd-
georgien 5 Arten, von denen 4 zu den Dendrochiroten
und 1 zu den Apneumonen gehörig: Cucum. crocea und
pithacio7i n., Semperia georgiana n., Thyone muricata und
Chirodota purpurea (Jahrb. d. wiss. Anst. Hamburg III,
22 pag. m. 1 Taf.).
Tiefenvorkommen. Nach Hjalmar Theel steigen
Nachkommen von Strandholothurien bis 2900 Faden hinab,
sind aber dort selten. Arten von Strandgattungen, die
über 500 Faden tief gehen, sind oft von den litoralen
verschieden, doch gehen einzelne Arten der letzteren
vom Strande bis zu 5 — 700 Faden hinab ; so geht Myrio-
troch. rinckii von der Küste bis 500, Echinocucumis typica
von 40—530, Thyone raphanus von 20 — 530, Hol. intesti-
nalis von 10—650, Hol. tremula von 20 — 672, Trochostoma
violaceum von 20 — 700, Thyonidium pellucidum von 30 bis
1081 Faden. Die einzigen Tiefseegattungen der Pedaten
200 Dr. ErichHaase: Ber. über die wissensch. Leistungen
und Apoden sind Poelopatides, Pseudostichopus, Acantho-
trochus und wahrscheinlich Ankyroderma; diese sind selten
bei weniger als 500 Faden zu finden (Report Holothurioid.
„Challenger" -Exped.).
Expeditionen: Die Ausbeute von Agassiz's Expe-
ditionen im Golf von Mexico 1877 — 1880 und vom „Blake"
s. unter „Faunen" bei Theel; die Ausbeute der deutschen
Nordpolexpedition 1882 — 83 s. ebenda bei G. Pfeffer;
die der deutsch. [Süd-] Polarstation s. ib. bei K. Lam-
pert; die der „Dijmphna" s. ib. bei G. M. R. Levinsen;
die der Gebr. Dr. Krause im Beeringsmeer s. ib. bei
H. Ludwig. Die Ausbeute des „Vettor Pisani" s. bei
H. Ludwig bes. unter „Holothurien", die der „Vedetta"
aus dem rothen Meere s. bei Demselben unter „Faunen".
Die Tiefseeforschungen französischerseits bilden den
Gegenstand eines populären Werkes von E. Perrier (les
explorations sous - marines) , dessen Abbildungen im
systematischen Theil erwähnt werden sollen, wobei die
Namen der hier zuerst bildlich dargestellten Arten ge-
sperrt gedruckt sind. E. Perrier theilt die Formen in
solche des Strandes (1. c. pag. 177 — 187) und solche
grösserer Tiefen ein (1. c. pag. 258 — 287).
Systematik recenter Formen.
I. Pelmatozoa.
E. Perrier bildet ab unter Anderem: Ilycriuus recuperatus
pag. 273 nnd 341, Bathycrinus gracilis pag. 272 und 341, Democrinus
parfaiti pag. 273, Eudiocrinus atlanticus pag 275, Rhizocrinus
lofotensis pag. 29, Pentacrinus wyville-thomsoni pag. 56 und asterius
pag. 271 (les explor. sous-marines).
P. H. Carpenter stellte an grossem Untersuchungsmaterial
fest, dass Antedon phalangium mit langgliedrigen glatten Cirrhen nur
im Mittelmeer, nicht an der schottischen Küste vorkommt. Auch
die Stücke von der Seine-Bank und, 200 Faden tief, von der portu-
giesischen Küste zeigen nicht die kurzgliedrige nordische Porm, die
als celticus Marenz [ = qudratus Carp., s. vor. Ber. pag. 36; nach
Levinsen 1. c. pag. 30 (410) nur = eschrichtii] unterschieden wurde.
Uebergänge zwischen beiden Extremen finden sich überall. Ver-
schiedene Tiefen und Temperatur sind als Factoren der Umwandlung
in der Natnrgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 201
hier auszuschliessen, nur die geographische Verbreitung ist maass-
gebend. Aehnlich wie die Cirrhen, variiren auch die Pinnulae.
(Trans. Linn. Soc. London 2 ser. II. pag. 475-480; Taf. LVII.)
IL Asteroidea.
E. Perrier bildet von Seesternen u. A. ab: Brisingidae:
Brisinga coronata pag. 11 u. 204, Bris, sexradiata pag. 341; —
Pedicellasteridae: Zoroaster fulgens pag. 262 u. 263; — Solasteridae :
Solaster furcifer pag. 266, Korethaster hispidus pag. 266; — Pterasteri-
dae : Hymenaster pellucidus pag. 267, Hym. rex pag. 341 ; — Goniasteri-
dae: Stephanaster bourgeti pag. 263; — Archasteridae: Gonio-
pecten bifrons pag. 49; — Porcellanasteridae: Canlaster peduncu-
latus pag. 215, Styracaster Edwardsii pag. 341 und St. spinosus
pag. 265. (les explor. sous-marines.)
G. M. R. Levinsen bildet 1. c. ab: Asterias groenlandica
(Taf. XXXIV, 4i nebst var. robusta (ib. 5) u. Ast. mülleri (Taf.
XXXIV, 6) und bespricht var. floccosa (Grönland), islandica (Island
und Faröer), danica (Dänemark); weiter bildet er ab: Aster, stellio-
nm-a (Taf. XXXIV, 7—8), Asterina tumida (Taf. XXXIV, 9), Ar-
chaster tenuispinus (Taf. XXXIV, 10-11.)
Neue Arten:
Pterasteridae. Pteraster aporus n. ohne sog. Oscularmündung
in der supradorsalen Haut! Beringsmeer, H. Ludwig (Zool. Jahrb.
L pag. 293.)
Astropectinidae. Ctenodiscus krausei n. pag. 290, Taf. VI,
13-16, ebendaher Derselbe ib.
III. Ophiuroidea.
E. Perrier bildet ab Ophiomusium lymani pag. 268 u. 269
(les explor. sous-marines.)
G. M. E. Levinsen bildet 1. c. ab Ophiopleura borealis (Taf.
XXXV, 1—2) und Astrophyton eucnemis (ib. 3—6.)
Neue Art:
Ophioglyphidae. Ophioglypha maculata n. pag. 283, Taf. VI,
11 — 12, Beringsmeer, H. Ludwig (Zool. Jahrb. I.)
IV. Echinoidea.
E. Perrier bildet von Seeigeln ab: Heterocentrot. mamillatus
pag. 184; Porocidaris purpurata pag. 267-, Asthenosoma hystrix p. 16
und 278, und Pedicellarien von Asth. fenestratum pag. 279; Clype-
aster rosaceus pag. 185, Pourtalesia jeifreysi pag. 280. (les explo-
rations sous-marines.)
R. Rathbun giebt eine besonders Material nordamerikanischer
Expeditionen enthaltende Aufzählung der recenten Echiniden des
Nationalmuseums mit genauer Angabe der Bezugsquelle, im Ganzen
152 Arten betreffend (Proceed. Un. Stat. Nat. Mus. pag. 260—293.)
V. Holothurioidea.
Hjalmar Theel giebt in seinen „Challenger-Holothurien" II
202 Dl'- Erich Haase: ßer. über die wissensch. Leistungen
pag. 269—277 eine vollständige Bibliographie dieser Klasse. — Nach
Demselben können die Elasipoda nicht von den gegenwärtigen Strand-
Holothurien abgeleitet werden, sondern stammen von einem anderen
ausgestorbenen Typus. Es giebt in grosser Tiefe aber auch ver-
einzelt echte Holothurien, die erst langsam nachträglich einwanderten,
so echte Cucumarien etc. noch bei 2000 Faden. Die litoralen Synap-
tiden sind die am meisten abgeleiteten Formen. Die ältesten Holo-
thurien waren wohl Cucumarien mit offenem Steinkanal (pag. 3), ara-
bulacralen Füsschen und wohl entwickeltem Wassergefässsystem«
Nahe stehen dem Urtypus schon noch die Elasipoden selbst. Die
Synapten sind (ctra Semper) im Wassergefässystem secundär rück-
gebildet. Den Elasipoden stehen wieder hiichstens die Aspidochiroten
näher und von diesen Stichopus, bes. aber Poelopatides ; erstere unter-
scheiden sich von letzteren nur durch das Fehlen der Wasserlungen
und die Steinkanalöffnung. —
Derselbe bespricht alle bekannten Gattungen und Arten z. Th.
kritisch und giebt auf pag. 279—290 einen vollständigen alphabetischen
Index aller Synonyme. Auch bildet er das ganze Thier von Colo-
chirus spinosus, C. australis, C. quadrangularis und C. cucumis
(Taf. XIV, 3—10), von Actinocucumis typica (Taf. XII, 4—5), Psolus
squamatuS; Ps. antarticus und ephippifer (Taf. XV, 1—4, 7 — 11), von
Holothuria ocellata und martensii (Taf. XVI, 1 — 2) und den inneren
Bau von Trochostoma violaceum (Taf. XI, 1) ab. Ausserdem giebt
er eine Darstellung der Kalkkörper zahlreicher bekannter Arten
(Rep. Holothurioid. Chall. n.)
E. Perrier bildet an Holothurien ab Psolus phantapus p. 185,
Synapta duvernaea pag. 186, Psychropotes buglossa pag. 283, Oneiro-
phanta mutabilis pag. 283, Siphonothuria incurvata pag. 285, Ypsi-
lothuria attenuata pag. 285, Y. talismani pag. 286, Rhopalodina
beurteil pag. 286, Laetmogone brongniarti pag. 337 (les explor. sous-
marines.)
H. Ludwig bildet ab die Kalkkörper von Cucumar. calcigera
Taf. VI, 15 (Zool. Jahrb. I.) — Derselbe bildet (ibid. II) die Kalk-
körper ab von Hol. marenzelleri Taf. 11, 12, Cuc. kirchsbergeri Taf. II,
10, Semperia dubiosa Taf. I, 1, Echinocuc. adversaria Taf. I, 3 u. II,
11, Pseudocuc. intercedens Taf. I, 2, Synapta vivipara Taf. II, 15
K. L am pert bildet die Kalkkörper ab von Cucum. crocea^ Thyone
muricata und Chirodota purpurea (Jahrb. d. wiss. Anst. Hamburg
III. 1886.)
Neue Gattungen und Arten.
Aspidochirotae : Holothuria minax n Japan, 8 — 14 Faden
pag. 173, Taf. VIII, 8; africana n. Simons-Bay, 10—20 Faden, p. 174,
Taf. Vin, 7; spinifet^a n. 11 « 37' N, 123« 31' Ö, 18 Faden, pag. 175,
Taf. VIII, 1; fusco-rubra n. Sandwichsin&eln, pag. 182, Taf. VII, 2;
lactea n. 37 "N., 25 »W., 100 Faden und 37« S., 179« Ö., 700 Faden
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 203
pag. 183, Taf. X, 9 u. 15; thomsoni ii. 34— 35« N., 140 u. 169" Ö., 1875
u. 2900 Faden, pag. 84, Taf. X, 8 ii . 11 ; var. hyalinaw. 50" S., 123» Ö.,
1800 Faden, pag\ 85; murrayin. 33" S., 78" W, 1375 Faden, p. 185,
Taf. X, 16-18; var.^arm n. 1 " 54' S., 146" Ö., 150 Faden, pag. 186,
Taf. IX, 2, XVI, 4-5; ead. (var.?) 35" 47' N., 8" W., 1090 Faden,
p. 187, Taf. IX, 3; fusco-coerulea n. Tahiti pag. 211. Hj. Theel, (Rep.
Holoth. Challenger II.) — verilli n. St. Vincent etc. pag. 6 Derselbe
(Mus. Cambr. XII); — lamperti n. Philippinen, pag. 6, H. Ludwig
(Zool Jahrbuch. II) ; — andersoni n. Mergui-Archipel pag. 28, J. F. Bell.
(Journ. Linn. Soc. XXI.)
Mülleria flavocastanea n. Madeira, pag. 98. Hj. Theel (Holothur.
Challenger Exped. II.)
Poelopatides n. g.: 19—20 Tentakeln, Mund ventral, After dorsal
oder subdorsal. Füsschen in doppelter Reihe am ungraden Ambula-
crum, nur vorn fehlend. Papillen in einfacher Reihe längs des Randes
eines den Körper umgebenden Saumes, ausserdem jederseits der
2 dorsalen Ambulacra zerstreut. Interambulacra nackt; 2 Bündel
Genitalschläuche. — P. confundens n. 33—34" S., 74— 78" W., 1375
bis 2160 Faden, pag. 154, Taf. IX, 7 u. X, 1 u. 7; aspera n. 12" 21'
N., 122" 15' Ö., 700 Faden, pag. 157, Taf. X, 13;? appendiciilata n.
34"7'N., 138"Ö., 565Faden,pag.l58.Hj. Theel (Hol.Challeng.il);
— agassizü n. 39" 43' N., 10" 55' W., 1002 Faden, pag. 3. Derselbe
(Bull. Mus. Cambr. XIII.)
Pseudostichopus n. g. : 19—20 Tentakeln. Nur fussförmige Am-
bulacralanhänge (?), von denen die der Bauchseite nicht in 3 Längs-
reihen geordnet sind. 2 Bündel von G-enitalschläuchen. After ohne
Zähne, in deutlicher Vertikalfurche. Keine Retractoren.. Kalkkörper
unbekannten Ps. molKs n. 50— 52"S., 73— 74"W., 140— 245 Faden,
bei der Marion-Insel 70 — 75 Faden, pag. 169, Taf. X, 5 — 6 ; mllosus n. ;
von vielen Arten; von 36-62" S., 45-108" Ö., 2-35" N., 134 bis
169" Ö. etc., 1375 — 2850 Faden, pag. 170; var. violaceus u. 62" S.,
95" Ö., 1975 Faden, pag. 172, Taf. X, 6b. Hj. Theel (Holoth. Chal-
leng. Exped. II.)
Stichopus japonicus Sei. var. typicus n. Japan, p. 161, Taf. VIII,
2; challengeri n. 46" 53' S., 51" 52' Ö., 550 Faden, pag. 163,
Taf. X, 21; torvus n. 33" 42' S., 78" W., 1375 Faden, pag. 164,
Taf. X, 2-4; moseleyi n. 48 — 52"S., 73— 74"W., 175— 345 Faden,
pag. 165, Taf. X, 19 — 20; sordidus n. nahe Long Island, 10 Faden,
pag. 167, Taf. VIII, 3. Hj. Theel (Holothur. Challenger Exped.II);
~ pourtalesii m. St. Kitts, Grenada etc., 200 — 600 Faden, pag. 4;
johnsoni n. Santa Barbara, 22 Faden, pag. 4, Derselbe (Bull. Mus.
Comp. Zool. Cambr. XIII).
Dendroehirotae. (A. Decachirotae): PsoUdium n. g. hMet
die Verbindung von Psolus mit den übrigen Decachiroten. Füsschen
auf dem Rücken zerstreut, aber an beiden Körperenden auf die
204 Dr. Erich H a a s e : Ber. über die wissensch. Leistungen
5 Radien beschränkt; mittlerer Abschnitt desTrivium zu einer scharf
begrenzten dünnhäutigen Bauchscheibe abgeflacht, auf der die Füsschen
ebenfalls auf die Radien beschränkt sind; dorsipes n. Magellansstrasse,
30— öOm tief, pag. 9, Taf. II, 9, H.Ludwig (Zool. Jahrbücher II).
Psolus disciformis n. 52 » 45 ' S., 73 » 46' W., 245 Faden, pag. 85,
Taf. IX, 6; murrayi n. 37 " S., 53« 52' W., 600 Faden, pag. 85, Taf. XV,
5 — 6, VI, 4; incertus n. 52-53«S., 71-73" Ö., 75 — 150 Faden,
pag. 86, Taf. VI, 5; VIII, 4, Hj. Theel (Holothur. Challenger
Exped. II); — tuberculosus n., Sandykey, Barbados etc., pag. 13,
Fig. 5; pourtalesi n. 41« 24' N., 65" 35' W., pag. 14, Fig. 6; brazi-
liensis n. Porto Seguro, pag. 15, Fig. 7 Derselbe (Bull. Mus
Comp. Zool. Cambr. XIII).
Colochirus pygmaeus n. Bahia, 7 — 20 Faden, pag. 83, Taf. IV,
9; — violaceus n. 11" K, 129" Ö., 20 Faden, pag. 78, Taf. XIII,
12 u. V, 4; challengeri n. 10" 31' S., 142" 18' Ö., 8 Faden, pag. 80,
Taf. XIV, 1, 2 u. VI, 11, Hj. Theel (Holothur. Challenger Exp. II).
Cucumaria mirabiUs n. Cebu, 100 Fad., Port Jackson, 6— 15 Fad.,
pag.61, Taf. IX, 5; capensis n. 34— 35» S., 18» 36' Ö., 98— 1500 Fad.,
pag. 62, Taf. V, 2; discolor n. Simons -Bay, 10 — 20 Faden, pag. 64,
Taf. IV, 8; mendax n. 51» 40' S., 57» 51' W., 512 Faden, pag. 65,
Taf. V, 3 u. XVI, 3; abyssorum n. 46" S., 48" Ö, 1600 Faden und
62 " S., 95» Ö., 1975 Faden, pag. 66, Taf. IV, 6 u. XVI, 6; grandis n.
33—38" S., 73—94" W., 1500— 2225 Faden, pag. 67, Taf. V, 1; var.
hyalina n. 16" S., 48» Ö., 160 Faden und 30« S., 78 "W. 1375 Fad.,
pag. 68, Taf. IV, 7; kerguelensis n. 49" S., 70» Ö., 25 Faden, pag. 69,
Taf. XII, 6 u. 7 ; insolens n. Simons - Bay , 10 — 20 Faden, pag. 70,
Taf. IV., 5; ?wMZ%e5 n. Yokohama, 8 -10 Faden, pag. 72, Taf. IV, 4;
serrata n. 52» S., 71" Ö., 150 Faden, pag. 73, Taf. IV, 1; var. inter-
media n. 52—53" S., 71 — 73" Ö., 150 Faden, pag. 74, Taf. IV, 3;
var. marionensis n. Marioninseln, 50 — 75 Faden etc., pag. 74, Taf. IV,
3; chronhjelmi n. Vancouvers-Insel, pag. 105; vegae n. Berings - Insel,
pag. 114, Hjalm. Theel (Rep. Holothur. Challenger II); - pusilla n.
Beringsmeer, pag. 279, Taf. VI, 6 — 10, H. Ludwig (Zoolog. Jahr-
bücher I); — chiloensis n. Insel Chiloe, pag. 12, Taf. I, 4; chierchiae n.,
Panama, pag. 13, Taf. I, 5, Derselbe (ibid. II); — forbesi n., pag. 26,
Taf. II, 1—3, u. assimilis n., pag. 27, Taf. II, 4, vom Mergui- Ar-
chipel, F. J. Bell (Journ. Linn. Soc. XXI); — pithacion n. Süd-
georgien, pag. 15, Fig. 11 — 12, K. Lampert (Jahrb. wiss. Anst.
Hamburg III).
Echinocucumis asperriman. 17" 55' N, 76» 41' W., pag. 10, Hj-
Theel (Bull. Mus. Zool. Cambr. XIII).
Ocnus typicus n. Hongkong, 10 Faden, pag. 75, Taf, XIV, 11
u. VI, 10, Hj. Theel (Holothur. Challenger Exped. H).
Semperia georgiana n. Südgeorgien, pag. 16, Fig. B, 13 — 15,
K, Lampert (Jahrb. wiss. Anst. Hamb. III).
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 205
Thyone fusiis var. papuensis n. 10" S., 42» Ö., 8 Faden, pag. 92,
Taf. VII, 1 ; pervicax n. Bahia, 7—20 Faden, pag. 93, Taf. V, 9 u. XU,
3 ; recurvata n. Kerguelen, 10—100 Faden, pag. 94, Taf. V, 7 u. VIII,
6, Hj. Theel (Report Holothur. Challenger II); — hassleri n. Ma-
gellansstrasse , pag. 11, Derselbe (Bull. Mus. Gambr. XIII) ; —
belli n. Abrolhasriffe , pag. 21, Taf. I, 6; panamensis n. Grolf von
Panama, pag. 22; similis n. ebendaher, pag. 23, Taf. II, 7, H. Lud-
wig (Zool. Jahrbücher II).
(B. P 0 1 y c h ir 0 1 a e) : Thyonidium rugosum n. nahe Long - Island,
10 Faden, pag. 95, Taf. V, 5, Hj. Theel (Rep. Hol. Challenger II).
Phyllophorus incompefi'tus n. Port Jackson, 6 — 7 Faden, pag. 97,
Taf. V, 8 u. Vin, 5, Derselbe ibid.
Elasipoda: Benthodytes assimilis n. Bequia, 1591 Faden,
pag. 2, Hj. Theel (Bull. Mus. Comp. Zool. Cambr.XIII).
Deima Udkei n. St. Vincent, 573 Faden, pag. 1, Fig. 1 — 2,
Derselbe ibid.
Euphronides depressa var. minor n. ebenda, pag. 2, Derselbe
ibidem.
Apoda. (A. Pneumonophora) : Ankyroderma danielsseni n. 51 " S.,
74" W., 400 Faden, pag. 39, Taf. II, 6; simile n. 35" N., 139« Ö.,
345 Faden, pag. 40, Taf. II, 5 u. XI, 2; marenzelleri n., 37" S.,
179" Ö., 700 Faden, pag. 41, Taf. IH, Hj. Theel (Report Holothur.
Challenger II); — agassizii \\. Bequia, pag. 19, Derselbe (Bull. Mus.
Cambr. XIII)
Caudina arenata var. armata n. 35" 44' J^., 74" 40' W., pag. 17,
Derselbe (Bull. Mus. Camhr. XUI).
Trochostoma mitarticum n. 48" S., 74" W., (140—) 345 Faden,
pag. 44, Taf. n, 7; albicans n. 38" N., 72" "VV., 1240 Fad., pag. 44,
Taf. III, 2 u. XI, 3; var. glabran. pag. 46. Derselbe (Report. Ho-
lothur. Challenger II) ; — blakei n. Grenada pag. 16, Fig. 8 ; articum
var. ^arvum n. Grenada u. var. coeruleum n., ebendaher pag. 17, Der-
selbe (Bull. Mus. Zool. Cambr. Xni)
(B. Apneumona): Synapta picfa n. Bermudas, pag. 10. Taf. I,
9—10; verrilli n. 10" 30' S., 142" 18' Ö., 8 Faden, pag. 12, Taf. I, 1;
insolens n. 9" 59' S., 139" 42' Ö., 28 Faden,^pag. 13, Taf. I, 3; acule-
ata n. 35" N., 139" Ö., 345 Fad., pag. 13, Taf. I, 2; challengeri n.
19 "S., 178" Ö., 140 Fad., pag. 14, Taf. I, 4; abyssicolaw. 2" 42' S.,
14« 41' W., 2350 Faden, pag. 14, Taf. I, 11 Hj. Theel (Rep. Holo-
thur. Challenger 11) ; — orsinii n. Rothes Meer. pag. 33, Taf. II, 13.
H. Ludwig (Zool. Jahrbücher IL)
Chirodota pisanii n. Chonos-Archipel (antarkt.) pag. 29, Taf. II,
14 H. Ludwig ibid.
206 Dr . E r i c h H a a s e : Ber . übei* die wissensch. Leistungen
Yerbreitung fossiler Formen.
Gaenozoische Formen.
P. M. Duncan und W. P. S laden beschreiben aus
der Makrän- Reihe (Pliocän) von der Küste von Bilu-
chistan und dem Golf von Persien mehrere unbestimmte
Cidaris - Arten z. Th. nach Stacheln (vgl. pag. 372 — 374,
Taf. LVI u. LVII), sowie mehrere neue Arten Echinoideen
[s. Systematik] und erwähnen Echinodiscus auritus eben-
daher und Fragmente von Spatangiden (Palaeont. Ind.
Ser. XVIII, Vol. I, 3, fasc. 6, pag. 369—384).
G. Cotteau erwähnt 27 Arten Spatangiden in
8 Gattungen im Eocän des Pariser Beckens und macht
Bemerkungen über für Frankreich neue Arten. Die
Familie der Spatangiden zeigt sich erst im Tertiär und
von den 16 Gattungen treten deren hier schon 15 auf;
tertiär und zugleich recent ist Spatangus, Maretia, Euspa-
tangus, Plagiobrissus, Breynia und Echinocardium. Nur
recent ist Lovenia (Compt. Rend. Bd. 102, pag. 323 — 325).
Derselbe berichtet über neue Seeigel aus dem
mittleren Eocän Frankreichs [s. unter Echinoidea (Bull,
soc. zool.)] und setzt die Bearbeitung der eocänen See-
igel Frankreichs in der Paleontol. fran^aise von pag. 49
bis 272 und Taf. 10-80 fort; vgl. dazu die in Bull. soc.
zool. beschriebenen neuen Formen.
Mesozoische Formen.
Kreide: G. Cotteau beschreibt neue Seeigel aus
dem Senon Frankreichs [(Bull. soc. zool.), s. unt. „Echi-
noidea"].
Jura: E. Fraas beschreibt neue Seesterne aus dem
weissen Jura [s. unt. „Asteroidea"].
J. Walther bespricht Crinoideen ebenfalls aus dem
oberen Jura, [s. unt. „Crinoidea"].
Ueber Echinoideen Lothringens berichtet G. Cotteau;
im Lias fand er nur Cidaris martini, im Bajocien
33 Arten in 13, im Bathonien 26 Arten in 13 Gattungen,
im Callovien nur 3, und endlich im Corallien 22 sich auf
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 207
11 Gattungen vertheilende Arten (Compt. Rend. Bd. 103,
pag'. 947 — 949 u. Assoc. frang. Nancy 1886 (publ. 1887)
pag. 460—468).
Muschelkalk: K. Picard berichtet über Ophiuren
des oberen Muschelkalks von Schlotheim [siehe unter
„Ophiuroidea"].
G. Gürich beschreibt Encrinus gracilis aus dem ober-
schlesischen Muschelkalk und J. Walther ähnliche Formen
aus dem unteren Wellenkalk von Jena [s. Beide unter
„Crinoidea"].
Guillemin meldet die Entdeckung von Cidaris
grandaeva aus dem unteren Muschelkalk bei Epinal (Bull,
soc. des Sc. de Nancy fasc. XVI 1883 (1884) Proces
verbaux pag. VI). Dieselbe Art war 1877 schon durch
Benecke für die Reichslande nachgewiesen (Ref. im „Neu.
Jahrb. f. Min.").
Palaeozoische Formen.
Kohle: Neue Blastoideen des Kohlenkalks etc.
s. bei Etheridge u. Carpenter unter „Pelmatozoa".
Devon: A. v. Konen beschreibt neue Crinoideen
des norddeutschen Oberdevons besonders vom Breiniger
Berg bei Aachen (s. unter Crinoidea.) Neue Crinoideen
der Hamilton-Gruppe s. u. bei Barris.
A. Stürtz beschreibt neue Asteroideen und Ophiu-
roideen [s. unter diesen u.] aus dem Unterdevon von
Bundenbach.
M. Davy beschreibt einen Schlangenstern (Protaster
daoulensis) aus dem unteren Devon der Rhede von Brest.
Die betreffenden Schichten entsprechen denen von Portz-
guen und enthalten ebenfalls Posidonomyien (Bull. Soc.
geol. France 3. ser. Bd. XIV. pag. 182—188.)
Silur: Neue Crinoideen der Trenton-Gruppe aus
Minnesota s. unter „Crinoidea" bei E. Ulrich.
A. V. Konen beschreibt neue Cystoideen der Caradoc-
Schichten um Montpellier, in einer n. sp. von Caryo-
cystites und 2 neuen Gattungen bestehend [siehe unter
„Cystoidea".]
208 I^i'- Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
Systematik fossiler Formen.
Pelmatozoa.
A. Gystoidea: Gottsclie erwähnt, dass bei Hemicosmites,
Actinocrinus und den meisten Tesselaten der Analinterradius ab-
weichend entwickelt ist und dass bei Caryocrinus nur zwei Radialia
2. Ordnung vorkommen. Dem unpaaren mit der Basis zusammen-
hängenden Interradius von Hemicosmites entspricht bei Caryocystites
ein aus 16 Tafeln zusammengesetzter Interradius. Ueberhaupt zeigen
viele, besonders einfache Cystideen eine entschiedene Aehnlichkeit
mit vielen Tesselaten (Sitzungsber. d. Gres. naturf. Freunde Berlin
pag. 13.)
Neue G-attungen und Arten:
Caryocystites rouvillei n. Caradoc - Schichten bei Montpellier,
pag. 248, Taf. Vin, 4, A. v. Konen (Neu. Jahrb. f. Min. Geol. u.
Pal. II, pag. 246-254, Taf. VIII-IX).
Corylicrinus n. g., von Caryocrinus und Hemicosmites durch
schlankere Gestalt unb besonders den Scheitelapparat unterschieden,
pag. 249; pyriformis n. ebendaher, pag. 249, Taf. VIII. 1, Derselbe
ibidem.
Juglandocrinus n. g. nahe Caryo- und Corylocrinus, durch die
Tafeln unterschieden, p. 251; crassusw.. ebendaher, p. 251, Taf. VIII,
2 u. IX, 2—3, Derselbe ibid.
B. Blastoidea: B. Etheridge und P. H. Carpenter
halten die Abtheiluug der Blastoideen entgegen Wachsmuth und
Springer als besondere Klasse aufrecht und charakterisiren sie als
armlose Pelmatozoa von birn-, keulen-, ei- oder kugelförmiger Gestalt
mit gewöhnlich sehr vollkommener Symmetrie, die durch die „Durch-
bohrung der Lanzenstücke, die Beschränkung der Hydrospiren auf
die Radialia und Interradialia in paralleler Lage der Schlitze mit
den Ambulacren, und die geringe Zahl der Kelchplatten" gekenn-
zeichnet werden. — Die Säule geht wie bei den Bourguetocriniden in
eine sich verästelnde "Wurzel aus, besitzt anscheinend niemals Cirrhen,
ist nur selten erhalten und fehlt bei ausgewachsenen Stücken von
Gentophyllum , Eleuthero- und Astrocrinus durchaus. Der Kelch
besteht aus drei Kreisen der Decktäfelchen, die als Basalia, Radialia
und Deltoidea bezeichnet werden. Die verschieden entwickelten
Basalia stehen in einem Kreise; Infrabasalia fehlen. Die Radialia
(„Gabelstücke" F. Römer's) sind den Ocellarplatten der Seeigel homolog;
sie sind zwar verschieden stark, aber stets untereinander gleich aus-
gebildet, nur bei den Astrocriniden treten zwei Paare gleicher und
1 unpaares Stück auf. Die Deltoidstücke sind als Interradialstücke
aufzufassen; sie sind bei Elaeacrinus mächtig entwickelt. Die un-
mittelbar über den kleinen Interradien gelegenen ersten Stücke der
Kelchdecke von Platycriniden sind den Oralien der Neocrinoideen und
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 209
Mundschildern der Ophiuroideen homolog. Die Ambiüacren (Pseud-
ambulacralfelder F. Römer's) sind an jeder Seite von einer einzelnen
oder doppelten Reihe gegliederter Anhänge eingefasst, die in naher
Beziehung zu den Seitenplatten stehen. Die subambulacralen Lanzet-
stücke sind von einem Canal durchbohrt, der ein Wassergefäss barg,
das sich mit den anderen zu einem circimioralen Ring vereinigte. Die
auf der Oberfläche der Lanzetstücke verlaufende Medianfurche ent-
spricht der zum Munde gehenden Nahrungsfurche der Neocrinoideen
und war wohl im Leben mit Wimperepithel bekleidet. Bei manchen
Gattungen wird das Lanzetstück durch die Seitenplatten („Poren-
stücke" F. Römer's) bedeckt und so die Nahrungsfurche von aussen
unsichtbar. Die Poren werden bei den typischen Gattungen oft noch
durch besondere äussere Seitenplatten („Supplementär -Porenstücke"
F. Römer's) zum Theil eingefasst [F. Römer will seine älteren Be-
zeichnungen mit Recht beibehalten wissen (N. Jahrb. f. Min. etc. II
1887 pag. 195)]. Von den Pinnulae liegen 2—3 breite untere Stücke
vor dem Beginne der Doppelreihe, [was auch F. Römer 1. c. bestätigt,
während er für Pentatremites sulcatus die Anordnung zu einer
Doppelreihe alternirender Stücke betont]. Die Pinnulae sitzen kleinen
Erhebungen zwischen den Poren auf. Die Deckplatten über der
Medianfurche der Ambulacren werden als den Ambulacraldeckstücken
der Neocrinoideen homolog angesehen; die sehr selten erhaltenen
Scheitelplatten werden mit der Scheiteldecke der letzterwähnten
Familie verglichen. Die Hydrospiren stehen in 10 (selten 8) Gruppen,
die auf die Radial- und Interradialplatten beschränkt sind. Ihre
Schlitze sind parallel den Ambulacren oder mehr oder weniger von
letzteren verborgen ; sie öffnen sich oft nach aussen durch Poren an
ihren Seiten und auch durch 5 oder 10 Oeffnungen (Spiracula) am
Peristom. Die Hydrospiren werden im Anschluss an H. Ludwig als
den Bursae der Ophiuriden homolog und wie diese zugleich als
Athmungsorgane (Kiemen) und Ausführungsgänge der Genitalpro-
ducte angesehen. — Vor dem Obersilur giebt es keine sicheren
Blastoideen, wie sie auch nur bis in die Kohle hineinreichen. Im
Obersilur kommen sie nur in Amerika und zwar aus den Familien
der Troostoblastidae und Codasteridae vor. Im Devon Amerikas
erscheinen Troostoblastidae nicht mehr. In der Kohle kommen in
England 10, in Amerika 10 (— 12) Gattungen vor. Nur im Devon
finden sich Pentremitidea, Elaeacrinus, Cryptoschisma und Eleuthero-
crinus; nur in der Kohle kommen vor Pentatremites, Mesoblastus,
Tricoelocrinus, Cryptoblastus , Acentrotremites , Heteroblastus, Oro-
phocrinus, Astrocrinus und Pentephyllum. — Codaster kommt noch
sicher, Troostocrinus wahrscheinlich in der Kohle vor. Die Blastoideen
sind nur in Nordamerika so häufig, dass sie als Leitfossil dienen.
Keine Art kommt auf beiden Seiten des Atlantic, nur eine im Devon
Spaniens und Deutschlands gemeinsam vor.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. 0
210 Dl'- Erich H a a s e : Ber. über die wissensch. Leistungen
Die Eintheilung der Blastoideen ist folgende:
I. Ord.: Reguläres; gestielt, mit symmetrischer Basis, in der die
Radialia u. Ambiilacren alle gleich und ähnlich sind. (1. c. p. 148.)
1. Fam. Pentremitidae d'Orb. emend. Basis gewöhnlich convex
und stark verlängert. Spiracula 5, zuweilen durch ein Median-
septum mehr oder minder vollständig getrennt, am Ende durch
Seitenplatten (Porenstücke) begrenzt. Hydrospiren an dem
untersten Theil des Eadialsinus concentrirt; dahin: Pentatre-
mites, Pentremitidea, Mesohlastus n.
2. Fam. Troostoblostidae (1. c. pag. 190.) Ambulacra sehr
schmal, vom stark eingeschränkten Peristom scharf nach aussen
steigend. Deltoidstücke gewöhnlich auf den Scheitel beschränkt,
selten von aussen sichtbar. Lanzetstücke ganz von den Poren-
stücken bedeckt. Spiracula gewöhnlich doppelt, als lineare
Schlitze an den Seiten der Deltoidkante erscheinend, aber
nicht am Ende durch Porenstücke begrenzt. Dahin Troosto-
crinus, Metablastus n., Tricoelocrinus.
3. Fam. Nucleoblastidae n. pag. 209. Kelch gewöhnlich kugel-
oder eiförmig, mit flacher oder concaver Basis und linearen
Ambulacren. Spiracula deutlich gedoppelt und besonders durch
die Anlagerung von Kerben in Lanzet- und Deltoidstücken
gebildet. Dahin die Unterfamilien der Elaeacrinidae (Elaea-
crinus) und Schizoblastidae (Schizo- und Cryptohlastus, Acen-
trotremites). [Dazu bemerkt F. Römer 1. c, dass das hintere der
Lage des Afters entsprechende Deltoidstück bei dem typischen
Eleacr. verneuili ebenfalls wie die vier anderen nur aus einem
einzigen (nicht 2) Stücken besteht und das Analstück nicht
vorhanden ist, somit die Unterfamilien beide einzuziehen sind.]
4. Fam. Granatohlastidaen. pag. 237. Kelch kugel- oder ei-
förmig, mit flacher oder concaver Basis und linearen Ambula-
cren. Spiracula 5 in den Deltoidstücken oder 10 an ihren Seiten-
ecken ; dahin Granatocrinus u. Hetefröblastus n.
5. Fam. Coclasteridae \\. Basis gewöhnlich gut entwickelt und
zuweilen sehr lang. Einzelne oder alle Hydrospirenschlitze
durchbrechen die Kelchplatte an den Seiten des Radialsinus,
nur eine beschränkte Anzahl bleibt offen wie die Spiracula.
Dahin die suhfam. der Phaenochismidae (Codaster, Fhaeno-
schisma n.) und Cryptoschismidae (Orophocrinus und Crypto-
schisma).
II. Ord, : Irreguläres pag. 294. Ungestielt; ein Ambulacrum und
das correspondirende Radiale von den übrigen verschieden. — Da-
hin die Fam. der Astrocrinidae (Astrocrinus, Eleutherocrinus,
Pentephyllum.)
Dieselb en bilden an bekannten Arten ab: Pentremites godoni
var. florealis u. abbreviatus, P. elongatus, conoideus, sulcatus, obesus,
pyriformis; Pentremitidea pailletei, lusitanica, eifelensis, malladai,
in der Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 211
clavata, angulata, similis; Mesoblastus creimlatus, aiigulatus, elongatus.
— Troostocrinus reinwardti ; Mesoblastus lineatus, hispaiiicus, cottaldi ;
Tricoelocrinus obliquatus. — Elaeacrinus vernenili, angularis; Schizo-
blastus sayi, melonoides, rofei; Cryptoblastus melo; Aeentrotreraites
ellipticus. — Granatoerinus norwoodi, orbicularis, derbiensis, campa-
nulatus, m'coyi, ellipticus. — Codaster pyramidatus, trilobatus u. var.
acutus; Phaenoscliisma vernenili, archiaci, nobile, acutum, caryophyl-
latum; Cryptoschisma schulzi. — Orophocrinus stelliformis und var.
campanulatus, venis und pentangularis ; Astrocrinus tetragonus und
benniei.
Bibliographie: Dieselben 1. c. pag. 303—310.
Neue Gattungen und Arten:
Cryptoblastus n. g., pag. 229, Etheridge u. Carpenter 1. c.
Elaeacrinus vernenili var. n. pomum Kohlenkalk u. Unterdevon von
Ohio etc., pag. 218, Taf. II, 46, Dieselben 1. c.
Granatoblastus m'coyi n., pag. 252, Taf. X, 5—8, Dieselben 1. c.
Ileterohlastus n. g. , pag. 255 ; H. cumherlanäi n., Kohlenkalk
von Northumberland, pag. 275, Taf. VI, 1 — 6, Dieselben 1. c.
Heteroschisma n. n. (Codasterid.) für Codaster alternatus und
n. sp., pag. 82; K. gracile n., Hamilton-Gruppe von Michigan, pag. 84,
figg., Ch. "Wachsniuth (Proceed. Davenport Ac. IV, 1886; abge-
druckt aus Geol. Rep. Illinois VII, 1885, pag. 346 etc. wie Arbeiten
von Barris [s. vor. Ber. pag. 53 — 54]).
Mesoblastus n. g. (= Granatoerinus ex parte!), pag. 181; so-
iverbyin., Kohlenkalk von Laucashire, pag. 187, Taf. VI, 12 — 14
u. Vni, 5—6; roofei n., ebendaher, pag. 188, Taf. IV, 3—4; Ethe-
nidge u. Carpenter I.e.
Metablastus n. g. (= Troostocrinus ex parte!), pag. 196, Die-
selben 1. c.
Pentatremites var. major n., pag. 160, Dieselben 1. c.
Pentremitidea icachsmuthi n., Unterdevon Spaniens, pag. 178,
Taf. V, 6 — 8; clavata var. n. scJmltzei ebendaher, pag. 177, Taf. V,
3—5; gilbertsoni Tl., ebendaher, pag.179, Taf. V, 9 — 11, Dieselb. 1. c.
Phaenoschisma benniei w., Unterer Kohlenkalk von Hadding-
tonshire, pag. 278, Taf. II, 37 u. IV, 5—6, Dieselben 1. c.
Tricoelocrinus meekianus n., Kohlenkalk von Indiana, pag. 208,
Taf..XVI, 17-18, Dieselben (Catalogue of the Blastoidea in the
Geol. Departm. of the British Museum, 322 pag. mit 20 Tafeln). —
[s. Referat in Ann. and Mag. Nat. Hist. XVIII, pag. 412-417 und
die ausführliche kritische Besprechung von F. Römer (N. Jahrb. f.
Hin. etc. II, 1887, pag. 191-202)].
C. Crinoidea. Ch. Wachs muth und F. Springer vollenden
ihre monographische Bearbeitung der Palaeocrinoideen [siehe vor. Ber.
pag. 51], indem sie an die Articulaten mit den Familien der Ichthyo-
crinidae (Ichthyo-, Homalo-, Aniso-, Colpio-, Lecano-, Cyrtidocrinus,
0*
212 I)i'- Erich Haase: Ber. über die wissensch. Leistungen
Pycnosaccus, Mespilo-, Taxo-, G-norimo-, Forbesio-, Litho-, Onycho- u.
Nipterocrinus) und der Crotalocrinidae (Crotalo-, Enallo-, Cleiocrinus)
(pag. 74 — 78) die Inadunaten anschliessen, welche sie in Larviformia
u. Fistulata eintheilen. Die Larviformia (pag. 78 — 110) umfassen die
Familien der Haplocrinidae (Haplo- u. Allagecrinus), der Symbatho-
crinidae (Symbatho- Phimo-, Stylo-, Stortingo-, Piso-, Tria-, Lagenio-,
? Rhopalocrinus), der Cupressocrinidae, der Gasterocomidae (Gastero-
coma, Nano- u. Myrtillocrinus.) Die Fistulata (pag. 110 — 118) um-
fassen 1. die Hybocrinidae (Baero-, Haplo-, Hybocrinus, Hybocystites),
2. die Heterocrinidae (Heterocrinus Hall nee Fraas, Steno-, Ohio-,
Jocrinus n. g. n. g.), 3. die Anomalocrinidae, 4. die Belemnocrinidae
(Belemno- und ? Holocrinus [für Euer. Beyrichi Pic.]) 5, die Cyatho-
crinidae mit den Gruppen der Dendrocrinites (Mero-, Carabo-, Eu-
spiro-, Ampheristo-, Dendro-, Homo-, Parisocrinus), der Botryocrinites
{Ätelestocrinus n. g., Vaso-, Strepto-, Botryo-, Sicyo-, Baryocrinus) und
der Cyathocrinites (Cyatho-, ?Sphaero-, Arachno-, Gisso-, Achrado-,
Codia-, Lecythiocrinus) , 6. die Familie der Poteriocrinidae mit den
Gruppen der Poteriocrinites (Poterio-, Scaphio-, Scytalo-, Decado-,
Woodo-, Zea-, Coelio-, Hydreiono-, Cromyo-, Eupachyo- u. Tribra
chyocrinus), der Graphiocrinites (Graphio-, Bursa-, ?subg. Phialo-
crinus) und der Erisocrinites (Eriso- u. Stemmatocrinus), 7. der En-
crinidae (En- u. Dadocrinus), 8. der Astylocrinidae (Agassizo- und
? Edriocrinus), 9. der Catillocrinidae (Catillo- u. Myocrinus), 10. der
Calceocrinidae. — Zu der Familie der fistulaten Hybocrinidae ge-
hört auch der zuerst als Cystoidee angesehene Hybocystites, dessen
anomale rücklaufende Ambulacren sich auch bei 2 anderen Trenton-
Formen von Taxocrinus finden. Im Nachtrage (pag. 215—217) wird
Stephanocrinus zu den Palaeocrinoideen statt zu den Blastoideen
gerechnet, da echte Armanhänge auftreten und die Anordnung der
Basal-, Radial- und Interradialplatten der bei der ersterwähnten
Familie vorkommenden entspricht. (Proc. Ac. Nat. Sc. Phil.)
Was den anatomischen Bau betrifft, so besassen die Larvi-
formen nach Wachsmuth und Springer Wasserporen, was P. H. Car-
penter in seinem Referat (Ann. Mag. Nat. Hist. XVIII, pag. 406
bis 412) vielleicht für Cupresso-, aber noch nicht für Allage- und
Haplocrinus gelten lässt, bei denen die ersten Radialien zum Theil
Axillaria sind. Ferner hält Carp enter die Stellung der Encriniden
bei den Palaeocrinoideen für nicht gerechtfertigt, da Calyx-Inter-
radialia den reifen Encr. vollkommen fehlen, hingegen stimmt er be-
züglich Stephanocrinus bei. Die Annahme der Verfasser, dass die
Apiocriniden nach dem dicyclischen Crinoideentypus gebaut sind, giebt
Carpenter für Guettardi-, Apio- und die meisten Millericrinus- Arten
nicht zu und nimmt vielmehr an, dass der Bauplan der Palaeo- von
dem der Neocrinoideen verschieden ist.
Weiter bestreitet P. H. Carpenter das Vorkommen von Hydro-
spiren bei Crotalo- und Enallocrinus und weist die Zugehörigkeit
in der Naturgesch. der Echiiiodermen im Jahre 1886. 213
dieser Gattungen zu den Articulaten ab (Ann. Mag. Nat. Hist. XVIII,
pag. 397 — 406.) — Es ist bedauerlich, dass der ausführliche, 31 Seiten
starke Index, wie Carpenter angiebt, nur den Privatseparaten
der Herren Verfasser beigefügt ist und nicht in den Proceed. er-
scheint. Vgl. noch über den ersten Theil der Arbeit [siehe vor. Ber.
pag. 51] die eingehende Kritik von Carpenter (Ann. Mag. Nat.
Hist. XVII, pag. 277—289) uud das ausführliche Referat über die
ganze Arbeit von ßenecke (Neues Jahrb. f. Min etc. 1887 I, pag. 356
bis 376.)
G. Gürich fand in einer Platte desGogoliner Muschelkalks Stiele
und über 100 Kronen von Eucrinus gracilis. Die einzelnen Arm-
glieder stossen auch bei den jüngsten Stücken mit horizontalen Be-
grenzungsflächeu aneinander, deshalb sind die oberschlesischen Formen
vielleicht (im Gegensatz zu Encr. gracilis von Recoaro) nach Wachs-
muth und Springer als En. kunischii abzutrennen (Jahresb. d. schles.
Ges. f. vaterl. Cult. Sitz, vom 13. Oct. pag. 132).
F. Ratte ergänzt und berichtigt einzelne der von ihm in
seiner Arbeit über Tribrachyocrinus [s. vor. Ber. pag. 54] gebrauchten
Bezeichnungen im Anschluss an die neueren Arbeiten und giebt eine
verbesserte Zeichnung (Taf. XVI, 3 — 4) (Journ. Proceed. Linn.
Soc. New South-Wales 2. Ser. I. 1886 (1887) pag. 1068—1077, mit
Taf. XVI.)
P. de Loriol giebt an, dass von den 68 Arten von Milleri-
crinus nur 4 in Frankreich noch nicht gefunden seien. Die Gattung
bestand wohl schon seit dem Lias, sicher schon im Bathonien mit 8,
im Callovien mit 1, im Oxfordien mit 9, im Corallien ( — Höhepunct! — )
mit 25, im Sequanien mit 19 Arten. Dann scheinen sie schnell aus-
zusterben, so dass wohl kein Glied derselben mehr lebend vorkommen
wird (Assoc. frang. pour l'avanc. d. sc. Blois 1884. (ed. Paris 1885) p.247.)
G. Hin de hält ebenso den Namen seiner Gattung Hystrici-
crus [s. vor. Ber. pag. 53] gegen Arthroacantha Will wie den Art-
namen Carpenteri gegen punctobrachiatus Hall aufrecht. (Ann. Mag.
XVII, pag. 271—275.)
A. V. Konen bildet ab und beschreibt genauer Melocrinus
gibbosus, hieroglyphicus, chapuisi und dewälquei n. n. ( = hierogly
phicus Fraip., Heracrinus verrucosus u. Actinocr. rugosus Trenkn.)
(Neue Jahrb. f. Min. etc. I, pag. 99—116, Taf. I-H.)
J. Walther schildert pag. 157 das Herauspräpariren der Cri-
noideenkelche und bildet ab und bespricht Millericrinus cf. mespili-
formis, Peutacrinus cf. pentagonalis, Solanocrinus imperialis (pag. 168^
Taf. XXV, 3 u. XXVI, 6), costatus und einige neue Arten ebenfalls
aus dem oberen Jura (Palaeontogr. XXXII pag. 155-200, Taf. XXII
bis XXVI.)
Neue Familien, Gattungen und Arten:
Cremacrinidae n. fam. Natürliche Lage des Körpers und der
Arme hängend. Basalstück nahezu dreieckig, aus verschiedenen ver-
214 Dr- Erich Haase: ßer. über die wissensch. Leistungen
schmolzenen Stücken zusammengesetzt, etwas gegen die Körper-
platten beweglich. Arme ungleich aber symmetrisch-, Ventral tubus
lang etc. Cremacrinus n. ( = Cheirocrinus Hall, schon vergeben).
Cr. piinctatiis n. Fig. 1. pag. 107, Trenton-Gruppe, Minnesota u. a. 0-
E. Ulrich, (XIV. Annual Rep. Geol. etc. Survey Minnesota for 1885)
Deltacrinus n. g. für (Cheirocr.) clarus Hall. etc. Derselbe 1. c.
Halysiocrinus n. g. p. 110, von Deltacrinus durch 11 Arme ver"
schieden; dahin z.B. (Cheir.) dactylus. Derselbe ib.
Wachsmuth und Springer stellen I.e. folgende neue Gat-
tungen der Palaeocrinoidea auf:
Farn. Heterocrinidae. Stenocrinus n. g. pag. 131, z. B. für
(Heterocr.) heterodactylus.
Ohiocrinus n. g. pag. 132, nahe vor. Gattung, für z. B. (Het.)
constrictus.
Fam. Cyathocrinidae. Atelestocrinus n. g. mit nur 4 Radialien
und 1 azygalen Tafel in einer Reihe mit ihnen, pag. 145.
Fam. Anomalocrinidae. ?Holocrirms n. für Encr. Beyrichi
Pic. Säule 5 eckig und wie bei Belemnocrinus mit langen in Wirbeln
stehenden Cirrhen, pag. 139.
Fam. Cyathocrinidae: Strciitocrinus n. n. (für das vergebene
„Ophiocrinus" Angelin) pag. 148. Dieselben 1. c.
Antedon formosus n. pag, 178, ob. Jura, J. Walther (Palaeon-
tograph. XXXII.)
Atelestocrinus delicatus n. Unt. Burlingtonkalk, Jowa pag. 147 ;
robustus n. Burlington- u. Keokuk-Kalk in Jowa u. Tenessee Wachs-
muth u. Springer 1. c.
Hexacrinus infundihuliim n. pag. 112, Taf. I, 3; angulosus n.
pag. 112, Taf. II, 6; tuberculatiis n. pag. 115, Taf. I, 4, vom Breiniger
Berg bei Aachen A. v. Konen (Neu. Jahrb. f. Min. etc. I. pag. 99
bis 116, Taf. I— II.)
Megistocrinus nodosus rev. pag. 98, Taf. I, 8 u. II, 2; nodosus
var. muUidecoratus n. pag. 98, Hamilton-Gruppe von Michigan W. H.
Barris (Proceed. Davenport Acad. IV, abgedruckt aus Geol. Rep.
Illinois 1885.)
Millericrinus nobüis n. oberer Jura ( — Comatula longimana
Quenst. gehört als Arm dazu — ) pag. 159. Taf. XXIII. J. Walt her
(Palaeontogr. XXXII.)
Solanocrinus gracilis n. Oberer Jura, pag. 172, Taf. XXV, 2 u.
XXVI. 1; var. XXV, 4. J. Walther (Palaeontogr. XXXII.)
Stereocrinus Barr, revidirt von W. H. Barris (Proceed. Daven-
port Ac. IV, pag. 102—104.)
Stemmatocrinus trautscholdi n. Keokuk-Kalk von Tenessee,
pag. 180, Taf. IX, 7-8 Wachsmuth u. Springer 1. c.
Stortingocrinus siohaericus n. Goniatitenkalk von Adorf, p, 116.
A. V. Konen (N. Jahrb. f. Min. et. I.)
in der Naturgesch. der Echinoderincii im Jahre 18S6. 215
Asteroidea.
E. Fr aas bespricht pag. 260 Sphaeraster Qu. und Sphaerites Qu.
sowie Asterias stellil'era Goldf. und bildet ab Pentaceros jurassicus
und primaevus, Taf. XXX, 5 u. 6 resp. 17—33; Asterias digitata Qu.
rechnet er als Dorsalplättchen zu Pentaceros (Palaeontographica
XXXII).
H. Stürtz beschreibt neue Seesterne aus den mittleren Schichten
des Unterdevons von Bundenbach und nimmt dabei Gelegenheit, das
System der Stelleriden und Ophiuriden zu modifiziren (s. auch letztere).
Zu ersteren gehört wohl auch seine neue Familie der Ophio-Encri-
nasteriae pag, 82 für Bundenbachia n., Taeniaster, Protaster Forbesi,
Eugaster und Ptilouaster, die er als ophiurenartige Ästenden zwischen
Ophiuren und Encriuasterien stellt. — Von den echten Asteroideen
seien die paläozoischen durch die wohl jetzt verschwundene dorsale
Mittelfiu'che der Arme ausgezeichnet, jederseits deren eine sym-
metrisch geordnete Reihe innerer Rückenplatten liege. Dasselbe
komme auch bei Ecrinasterien, von postpaläozoischen Asteriden aber
nur noch bei dem liassischen Tropidaster Forb. vor. Von den Bunden-
bacher Seesternen fand sich diese Eigenthümlichkeit bei den mit
Astropectiniden, als auch mit Tropidaster verwandten und bei Pro-
tasteracauthion, von Encriuasterien bei Aspidosoma, Loriolaster,
Palasteriscus und Palaeocoma marstoni. Derselbe bildet ab Helian-
thaster rhenauus (Taf. VIII), Römeraster n. g. [für Asterias asperula
Rom. ex parte Taf. XXU u. XXYI] asperula Taf. IX, 4 — 5, Aspi-
dosoma Tischbeinianum Taf. XII, 1—2 (Palaeontographica XXXII).
G. Compter beschreibt thüringische Stücke von Asterias
ciliaca Qu. (Jena. Zeitschr. f. Nat. XIX, pag. 764— 775, Taf. XXII).
Neue Gattungen und Arten:
Astropecten infirmam n. weisser Jura, Sozenhausen bei Ulm,
pag. 246, Taf. XXX, 2—4 ; elegans n. oberer weisser Jura, ? Eichstädt
E. Fr aas 1. c. ; — Schlüter i n. Unterdevon von Bundenbach, pap. 87,
Taf. X, 1—2, H. Stürtz 1. c.
Bimdenhachia n. g., pag. 83; heneckei u., pag. 83, Taf. VIII,
7 u. IX, 1; (jrandis u. pag. 84, Taf. IX, 2 — 3, Unterdevon von
Buudenbach, H. Stürtz 1. c.
Eoliiidia n. g. „Randtafeln wie bei Luidia nur auf der Bauch-
seite" ; E. Dechetii n. (= Aster, asperula Römer ex parte, Taf. XXVII)
ebendaher, pag. 89, Taf. XI, 1—2, H. Stürtz 1. c.
Loriolaster n. g. mit durchaus nackter, sehr dünner, bis an die
Armspitzen reichender Scheibe und je 1 Pore auf jeder der alter-
nirend gestellten Ambulacralplatteu ; mirahilis n., pag. 74, Taf. XII,
3—4 u. XIII, 1—2, ebendaher, H. Stürtz 1. c,
Palasteriscus n. g. nahe Palasterina, doch in der Rückenseite mehr
an Palaeocoma erinnernd; devonicus n., pag. 95, Taf. XIV, 1, eben-
daher, H. Stürtz 1. c.
Palastropecten n. g., Körperscheibe ohne Täfelung, sonst Astro-
216 Dr. E r i c h H a a s e : Ber. über die wissensch. Leistung en
pecten verwandt; P. zitteli n., pag. 88, Taf. XX, 3—4, H. Stürtz 1. c.
Pentaceros pustuUferus n. Lithograph. Schiefer von Kehlheim,
pag. 254, Taf. XXX, 7-16, E. Fr aas 1. c.
Protasteracanthion privius n., mit nacktem Haiitskelet wie bei
Calvasterias, pag. 90, Taf. XI, 3, ebendaher, H. Stürtz 1. c.
Ophiuroidea.
H. Stürtz erwähnt als erste Ophiuroidee aus paläozoischen
Gebiet Ophiurella jorimigenia n. Für Protaster Miltoni u. leptosoma
u. Furcaster n. g. et sp. bildet er die neue Farn, der Protoophiureae
die auf der Bauchseite der Arme correspondirende Ambulacralplatten
tragen, welche als doppelte Bauchschilder anzusehen sein sollen
(Palaeontographica XXXII).
K. Picard beschreibt die Unterseite von Acroura (Aspidura)
coronaeformis, pag. 877 und von A. squamosa, pag. 879 und bildet
sie Taf. XXVIII, 1 — 3, resp. 4 — 7 ab (Zeitschr. Deutsch, geol.
Ges. XXXVIII).
N. Davy erwähnt und bildet ab Protaster daoulasensis aus
dem Unterdevon der Rhede von Brest (Bull. Soc. Geol. France,
pag. 182—188, m. 5 Fig.).
R. Nicki es bildet Stellaster sharpii aus dem Bajocien bei
Nancy ab (Ass. fran?. pour Tavanc. etc. de Nancy 1886 [publ. 1887]
pag. 483).
Neue Gattungen und Arten:
Acroura armata n. oberer Muschelkalk von Schlotheim i. Thür.
pag. 880, Taf. XXVIII, 8—10. K. Picard 1. c.
Furcaster n. g. palaeozoicus n. pag, 79, Taf. VIII, 4 — 5, Unter-
devon von Bundenbach, H. Stürtz 1. c.
Ophiurella primigenia n. ebendaher pag. 77, Taf. VIII, 1 — 2.
Derselbe ibid.
Echinoidea.
Nach P. M. Duncan und W. P. Sladen besitzt bei Discoidea
(Galerites) cylindrica das Apicalsystem 5 echte Basalia, von denen
1—4 von Genitalporen und alle 5 von der Madreporenplatte durchbohrt
sind; bei einem kleineren Stücke fehlen die Wasserporen. Der
Kiefergürtel ist breit und erhaben; von seinen Ecken entspringt je
1 interradiales Rippenpaar innerhalb der Schale, vor denen auf dem
Gürtel Muskelansatzstellen zu liegen scheinen. Die Ambulacralfurche
mit einzelnen (bis 4) Porenöffnungen setzt sich auf den Gürtel fort.
Diese durchbohrten Theile sind den Auriculae der meisten Gnatho-
stomen homolog (Journ. Linn. Soc. XX, pag. 48—61 m. Holzschn.)
L. Döderlein zeigt, dass die von Zittel [s. vor. Ber. pag. 55]
als Anaulocidaris beschriebenen Stacheln von Cidaris Buchi auf der
Apicalseite sitzen, wo er sie bei der recenten Goniocidaris clypeata
fand. Vielleicht fällt diesen schildförmigen Stacheln eine Rolle bei
der Brutpfl^e zu. (Neu. Jahrb. f. Min. etc. I, pag. 192—194.)
V. Gauthier führt von Micraster- Arten aus Algier, wahr-
in der !Naturgesch. der Echinodermen im Jahre 1886. 217
scheinlich alle senon , an : M. peini, brevis, heinzi n. ii. dichensis n. ;
zu M. peini dürfte Nicaise's M. cor angnineum, zu M. brevis als Jugend
form M. renouxii zu zählen sein (Assoc. franc. pour l'av. des gc.
(Blois 1884) (publ. 1885) pag. 212, figg.)
Derselbe erwähnt an Monstrositäten derselben Gattung Stücke
aus Algier mit einem fehlenden, mit 2 verkürzten oder mit einem
doppelt vorhandenen Ambnlacralblatt (ibid. pag. 258, ^gg.)
A. Pomel betont, dass Conoclypus lucae von Hypsoclypus
plagiosomus Ag. (=Hypsocl. Lucae Pomel) verschieden ist. Weiter
erwähnt er Anisaster n. g. (Schizast.) confusus oder besser (?) gibbe-
rulus Pom. (=Hemiaster gibberulus Mich,, Paraster confusus Pom.,
Agassizia gibbcrula Cott.) ; souverbiei Pom. gehört auch zu Anisaster,
während diese Art von Cotteau zu Periaster und später zu Agassizia
gestellt wurde (Bull. Soc. Oeol. XIV. pag. 608—613.)
G. Cotteau bildet ab Cidaris zschokkei Des. Taf. VII, 1 (Ass.
fran^. Nancy 1886.)
Derselbe bildet ab Goniopygus royanus Taf. XXIII, 13 (Bull,
soc. zool. France.)
Derselbe bildet ab 1885 Spatangus pes equuli, Maretia mou-
linsi, pellati u. grignoneusis, Euspatangus ornatus; 1886 kommt dazu
Euspatangus duvali (Taf. X), subovatus, prevostii, gibretensis, elon-
gatus, minimus u. navicella; Sarsella sulcata, Gualtieria orbignyi, he-
berti; Echinocardium subcentrale; Leiopneustes (Liopatagus) antiquus;
Brissospatangus caumonti ; Macropneustes deshayesi, minor, brissoides,
pulvinatus, pellati, baylei, arnaudi; Brissopsis elegans, biarritzensis,
oblonga, contracta, menippes ; Liuthia subglobosa, inflata, pomum, du-
crocqui, carentonensis, raulini, insignis, orbignyi, arizensis, cotteaui,
pyrenaica, verticalis, heberti (Paleont. frangaise. Echinides (1886 von
pag. 49-272 u. Taf. X— LXXX.)
Jseue Gattungen und Arten:
Cidaridae: Stacheln von Cidaris sp. div. innom. Duncan und
S laden (Palaeont. Ind. Ser. XIV, vol. I, 3) Taf. LVI u. LVII".
Saleniidae : Salenia janeti n. Oberes Senon, Seine-et-Oise,
pag. 716, Taf. XXIV, 1—5, G. Cotteau (Bull. soc. zool. France).
Glyphostomata (Diadematidae und Echinidae): Coelopleurus
rousseU n., mittleres Eocän, Aude. pag. 718, Taf. XXIV, 6 — 11.
Ders. ib. Ebendort eine Besprechung der Untergattungen.
Glyphocyphus ataxensis n., mittl. Eocän, Aude., pag. 275, Taf.
XXIV, 14-18, G. Cotteau ib.
Microsoma n. g., ib. pag. 715; [für Cyphosoma croizieri n. (Ech.
nouv. etc. 2. ser., pag. 54, Taf. VII, 8—13, 1885)] Senon, Charente-In-
ferieure [1. c. Taf.XXni, 14—17], G. Cotteau ibid.
Stomechinus ristoni n. Bajocien, Meurthe-et-Moselle, pag. 466,
Taf. II, 2—7, Derselbe (Assoc. frang. pour l'av. des sc. (Nancy 1886)
Paris 1887).
218 Dr. Erich Haase : Ber. über die wissensch. Leistungen etc.
Temnopleurus simplex n. Pliocän , Behichistan, pag. 375, Taf.
LVI, 5—7, Diincan u. S laden (Palaeont. Ind.).
Clypeastridae : Clypeaster siiff'arcincUus n. Pliocän, Persischer
Golf, pag. 376, Taf. LVIII, 1— 5,Diincan ii. Sladen (Palaeont. Ind.).
Laganum tumicUmi n. Charäk-Insel, pag. 379, Taf. LVIII, 6—10,
Dieselben ibid.
Cassidulidae: Echinantlms meslei Gauthier n., mittleres
Eocän, Pouche du Rhone, G. Cotteau (Bull. soc. zool.).
Spatangidae: Brissopneustes n. g. nahe Micraster und Isop-
neustes, pag. 712; vüanovae n., Eocän, Callosa, pag. 713, Taf. XXIII,
9—12, G. Cot^teau (Bull. soc. zool.).
Brissopsis raulini n. n. für Toxohrissus elegans ex parte, p. 187,
Taf. 54 ; 6?e5ercm n. Gironde, pag. 190, Taf. 55; chaperi r\., Basses-
Alpes, pag. 196, Taf. 58, 4—7, Derselbe (Paleont. frang.).
Coraster n. g., nahe Ovulaster, pag. 708; vilanovac n. Eocän,
Callosa, pag. 709, Taf. XXin, 1-4, Derselbe (Bull. soc. zool).
Euspatangus crozieriw. pag. 54, Taf, 11; degrangei rv. pag. 56,
Taf. 12; vasseuri n. pag. 58, Taf. 13—14, 2; jacqiioti n. p. 67, Taf. 17,
1—5; biarritzensis II. pag. 75, Taf. 21, alle eocän, G. Cotteau (Paleont.
frang.)
Hyospatangus rouilleiw. pag. 94, Taf. 20. Derselbe ibid.
Leiopncustes n. n. für Liopatagus Pomel non Mayer 1868, p. 123.
Derselbe ibid.
Linthia honissenti n. Manche, pag. 220, Taf. 65, 4 — 6 ; pomeli n.
Saint-Palais, pag. 227, Taf. 68, 1—3; rousseli n. pag. 235, Taf. 71—72;
incerta n., Manche, pag. 244, Taf. 76, 1—3; dubia n., Biarritz, p. 247,
Taf. 77, 1 — 4; bisidca n. Algier [Cotteau, Peron et Gau t hier,
Echin. foss. de l'Algerie 9. fasc. pag. 65, Taf- IV, 1 1885] Eocän.
G. Cotteau, (Paleont. fran^.)
Macropneustes [elongatus ii., w. abruptusn. Eocän, Algier, [Cot-
teau, Peron u. Gauthier 1. c. pag. 49, Taf. HI, 5—7 und pag. 59,
Taf. IV, 1 1. c. 1SS5]; heberti u. pag. 153,' Taf. 39; timiidus n. pag. 155,
Taf. 40; guülieri n. pag. 163, Taf. 46—47; bouiUei n. pag. 165, Taf. 47,
2 u. 48; biarritzensis n. pag. 168, Taf. 49 u. 50, 1 Eocän, G. Cotteau
(Paleont. frang.)
Maretia calvimontana n. pag. 36, Taf. 5, 1 — 3 ; hebcrti n, p. 38
Taf. 4— 8. Derselbe ibid. 1885 [s. vor. Ber. pag. 59].
Ornithaster n. g. nahe Coraster (s. o.) pag. 708; evaristei n. Eocän,
Callosa, pag. 711, Taf. XXIII, 5—8. Derselbe (Bull. soc. zool.)
Sarsella sorigneti n. n. (für Spatangus Archiaci Sorign.) p. 106,
Taf. 24, 4—7. Derselbe (Paleont. frang).
Tuberaster TU. g. nahe Euspatangus u. Gualtieria; ohne Diag-
nose!; Algier V. Gauthier (Assoc. franc. pour lavanc. etc. (Nancy
1886) Paris 1887, pag. 474.)
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Antliozoen in den Jahren 1883 und 1884.
Von
Dr. A. Ortmann.
Ontogenie.
Lacaze-Duthiers (Etüde cVmie Actinie prise cormne type
Son emhryogenie et son Organisation, — Revue scientif. (3)
F. (XXXL) 1883, pag. 513—527. Xyl 66—92) giebt einen
Ueberblick über den jetzigen Stand der Kenntnisse in der
Entwicklungsgeschichte der Actinien.
Kowaleysky, A. et Marion A. F., (Domments pour
l'histoire emhryogenique des Alcyonaires. — Ann. Mus. H. N.
Marseille. Zool.l. 4. 1883. pag.l—bO. pl.l—bXtjl.A.-L.)
untersuchen die Entwickhing dreier Alcyonarien. Die
ersten Stufen werden bei Clavularia crassa beschrieben.
Die reifen Eier häufen sich um das Mundende der Po-
lypen in schleimigen Massen an. Ein Nucleus und Nucle-
olus ist nicht wahrzunehmen. Nach der Befruchtung
folgt eine kurze Ruhepause. Die Furchung ist oberfläch-
lich und beginnt an einem Pole, die Centrale Dottermasse
teilt sich erst später in Zellen.
Die Weiterentwickelung des Embryo ist bei Sym-
podium coralloides beobachtet worden. Die erste
Entwickelung der Eier findet hier im Innern des Mutter-
körpers Statt. Bei den jüngsten beobachteten Embryonen
ist schon die ganze Masse bis zum Centrum in Zellen
geteilt, später trennt sich eine innere und eine äussere
220 Dr. A. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
Schicht (Ectoderm und Entoderm). Zellkerne sind in
allen Zellen sichtbar. Das Ectoderm wird fernerhin zu
einer deutlichen einfachen Epithelschicht, darunter findet
sich eine Entodermschicht, die eine Dottermasse mit mehr
und mehr undeutlich werdender Begrenzung der Zellen
einschliesst. Zwischen Ectoderm und Entoderm entsteht
die Stützlamelle, vom Entoderm gebildet. Der Embryo
verlängert sich allmählich, das Ectoderm bedeckt sich
mit Wimpern, und die Larve verlässt das Innere des
Muttertiers, um sich bald mit dem einen Ende festzusetzen.
Am entgesengesetzten, abgeplatteten Ende bildet sich die
Einstülpung des Oesophagus. Es entstehen 8 Scheide-
wände durch Faltung des Entoderms, in diese Falten er-
streckt sich auch die Stützlamelle. Das sogenannte Meso-
derm ist eine gelatinöse Schicht zwischen dem Ectoderm
und der Stützlamelle, die von ersterem abgeschieden
wird, und in die Ectodermzellen einwandern. In diesen
eingewanderten Ectodermzellen bilden sich die ersten
Anlagen der Kalkspicula. Die Tentakeln sind zuerst
einfach, später gefiedert. Die Längsmuskeln der Ten-
takel stammen vom Ectoderm her, die Ringmuskeln da-
gegen vom Entoderm.
Bei Clavularia petricola erfolgt die erste Ent-
wickelung ebenfalls im Innern des Muttertiers. Dieselbe
ist ähnlich wie bei Gl. crassa. Die Larven schwimmen
nach dem Verlassen des Muttertiers eine längere Zeit
frei herum, bevor sie sich festsetzen. Die Scheidewände
legen sich ursprünglich in grösserer Anzahl (bis zu 26)
und in unregelmässiger Weise an, aber zur Zeit der Bil-
dung des Mundes entwickeln sich 8 derselben stärker
und werden gleichmässig.
Wilson, Edmund B., ( The Development of Renilla. —
Phil Trans. London FoZ. 174, part2>. 1884. jmg. 723 —
815,j9Z.52 — 67) untersucht die Entwicklung von Renilla. —
Die Furchung der Eier ist total und regelmässig (2 — 4 —
8—16 — 32), häufig jedoch auch unregelmässig und ohne
scheinbare Ordnung. An der Blastula entstehen die beiden
Naturgesch. der Anthozoen in den Jahren 1883 u. 1884. 221
Keimblätter, das Ectoderm und das Entoderm, durch De-
lamination: die inneren Enden der Zellen trennen sich
als Entoderm -Zellen von den äusseren Teilen, die die
Ectoderm-Zellen abgeben, ab. Die Gastrula besteht aus
einer soliden Zellmasse, ohne Spur einer Furchungshöle.
Das Ectoderm bildet ein einfaches Lager von grossen
kubischen Zellen, das Entoderm wird von grossen, rund-
lich-polyedrischen Zellen gebildet, die sich von den Ecto-
dermzellen wenig unterscheiden. Die äussere Gestalt der
Larve ist häufig unregelmässig, wird jedoch bald oval
und später birnförmig-verlängert. — Die Central-Dotter-
zellen verwandeln sich in eine dem Ectoderm anliegende
Schicht deutlicher Entodermzellen, und durch Resorption
der Dottermasse bildet sich eine Gastralhöle. Durch eine
eigentümliche Art cuticularer Abscheidung von den basalen
Teilen der Ectodermzellen entsteht zwischen Ectoderm
und Entoderm eine dünne Stützlamelle. (Nach Kowa-
levski und Marion vom Entoderm). — Der Oesophagus
bildet sich als echtes ,,stomodaeum," als eine Schlund-
einstülpung vom Ectoderm her, die schliesslich in die
Gastralhöle durchbricht. — Vom oralen Ende des Körpers
beginnend entstehen die 8 Septen und zwar in bilateral-
symmetrischer Ordnung. Sie entstehen aus einer Faltung
des Entoderms, sind also zw^eischichtig und haben in der
Mitte eine einfache Fortsetzung der Stützlamelle. Ver-
schieden davon ist das Peduncularseptum. Es beginnt
am aboralen Ende der Larve und teilt dieses Ende in
eine dorsale und eine ventrale Kammer, bildet sich eben-
falls aus dem Entoderm und besitzt eine doppelte Stütz-
lamelle. — Die Mesenterialfilamente sind Verdickungen
der Septalenden. — Der Embryo selzt sich fest und er-
hält die Tentakel. Es bilden sich die Spicula und Kelch-
zähne, sowie Längs- und Ringmuskeln, letztere ausschliess-
lich aus dem Entoderm. Ectodermmuskulatur fehlt voll-
kommen, vielleicht mit Ausnahme einiger Muskeln der
Tentakel. — Nunmehr beginnt die Koloniebildung. Es
entstehen jederseits (die ersten etwas dorsal gelegen) in
222 Dr. A. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
regelmässiger Aufeinanderfolge Knospen; sie dienen zu-
nächst zur Wasseraufnalime, bis sie geschlechtsreif werden.
Sie bilden zusammen schliesslich eine Scheibe, an deren
Rand die neuen Polypen hervorsprossen. Die Haupt-
zooide erscheinen immer regelmässig, die Nebenzooide
unregelmässiger. — Das Pedunkularseptum verwächst
dorsal mit der Stielwandung und schliesst so den Dorsal-
kanal des Stieles nach oben, und auch der Ventralkanal
wird nach oben abgeschlossen.
Biologie.
Fewkes, J. Walter, (Annelid messmates ivith a coral. —
Amer. Natural XVIL 1. 1883. pa^. 595—597) hat beob-
achtet, dass Mycedium fragile sowie Porites astraeoides
häufig Röhren umschliessen, welche parasitische Anne-
liden bewohnen.
Morphologie und Anatomie.
Marshall (The FolymorjyMsm. of Aleyonaria. — Nature
XXV] IL 1883. pa^.580) beschreibt bei einer Varietät von
Pennatula phosphorea und bei Umbellula gracilis n. sp.
,,Tentaculato-zooids."
Müller, Georg, (Zu7' Morplwlogie der Seheideicände
hei einigen Palytlioa und Zoantlius. — Inaug. Diss. Marburg,
1883) findet, dass die fleischigen Scheidewände bei den
Actinien und Hexacorallen paarig im ganzen Umkreise
des Polypenkörpers entstehen. Bei den Rugosen finden
sich 4 Körperstellen, wo die Einschiebung neuer Scheide-
wände stattfindet: zu beiden Seiten des Hauptseptum und
auf je einer Seite der beiden Seitensepten. Bei den
Zoantheen treten neue Scheidewände paarig zu beiden
S eiten der S chlundrinne auf. B ei den C e r e a n t h i d e n er-
scheinen sie nur an einer Körperstelle, und zwar paarig
in der dem Richtungsfach direkt gegenüberliegenden
Körperregion.
Lendenfeld, R. v., (Zur Histologie der Actinien. —
Zool. A7izeiger 1883, p«f^. 189— 192) untersucht das ecto-
Natiirgescli. der Anthozoen in den Jahren 1883 u. 1884. 223
dermale Epithel einer Pliyllactinide. Die wahren Stütz-
zellen, die am distal verbreiterten Ende zalilreiche
Flimmerbaare tragen, besitzen stets nur einen centripetalen
Ausläufer, der allmählich in die Stützlamelle übergeht.
Sie stehen weder mit Muskeln noch mit Nerven in Zu-
sammenhang*. Die Cnidobl asten und die nur mit einem
distalen Haar versehenen Sinneszellen besitzen zwei
basale Ausläufer; der eine, hyaline, geht in die Stütz-
lamelle über, der andere, feinere und körnige, verläuft
in der Nervenschicht und ist eine Nervenfaser.
Hicksou, Sydney J., {On the Ciliated Groove (Siphono-
glyp^ie) in the Stomodaeum of the Alcyonarians. — Phil.
Trans. London. FoZ. 174. part.?^. 1884. ;?a^. 695 — 705.
])l. 50. 51) untersucht die Siphonoglyphe (Schlundrinne)
bei verschiedenen Alcyonariengattungen. Dieselbe bildet
in der typischen Form an der ventralen Seite des Stomo-
daeum (Schlundes) eine Rinne, die sich durch stärker
entwickelte Epithelialzellen und längere und stärkere
Cilien von dem übrigen Epithel des Schlundes auszeichnet.
Diese Cilien der Siphonoglyphe bewirken einen Wasser-
strom nach dem Innern der Gastralhöle, die kürzeren
Cilien des übrigen Schlundepithels einen entgegengesetzt
gerichteten Strom , von Innen nach Aussen. — . Gut ent-
wickelt ist die Siphonoglyphe bei den Gattungen: Alcy-
onium, Clavularia, Spongodes, Nephthya, Briareus, Tu-
bipora, Coelogorgia, Heliopora. Bei Formen mit Dimor-
phismus der Polypen zeigt die Siphonoglyphe bei den
Auto zoi den (Polypen) die Tendenz zu verschwinden,
während sie in den Siphonozoiden (Zooiden) gut ent-
wickelt ist. Bei Sarcophyton ist sie in den ersteren noch
in geringerer Entwicklung bemerkbar. Bei Paragorgia,
Heteroxenia, Pennatula und Renilla fehlt sie in den Auto-
zoiden. Bei Villogorgia ist sie durch eine Grube ange-
deutet, die jedoch nicht mit längeren Cilien besetzt ist.
Bei Primnoa fehlt sie gänzlich.
Faurot (ßnr l'anatomie de la Peachia hastata. — Compt.
Rend. Ac. Sc. Vol. 98. 1884. ^x«^. 756—757) giebt einige
224 Dr. A. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
anatomische Einzelheiten vonPeachia hastata. Es existieren
12 Mesenterialf alten. Eine Schlundrinne, analog* der von
Cerianthus ist vorhanden. Die 8 Längsmuskelstreifen sind
paarweise angeordnet, in der Art, dass nur 4 Kammern
von den 12 vorhandenen solche enthalten. Zwei dieser
4 Kammern liegen jederseits der Schlundrinne, die zwei
andern ihnen gegenüber.
Haacke, Willielm, (Ueber die Mesenterialfilamente der
'Alcyonarieyigattu7igen Xenia und Synipodium. — Zool. Anzeig.
1884, pag. 405 — 407) findet, dass bei Sympodium fuligi-
nosum und Xenia umbellata die Personen nur je zwei
Gastralfilamente haben, die den dorsalen Sarcosepten
angehören. Bei Xenia gleichen diese in ihren oberen
Teilen denen der Actinien, in den unteren etwa denen
von Paralcyonium.
Wilson 5 Edmund B., (The mesenterial Filaments of
the Alcyonaria. — Miith. Zool. Stat. Neapel, V. 1. 1884,
pag,l — 27. pLl. 2.) hat 11 Gattungen, als deren Typus
er Paralcyonium wählt, untersucht und findet, dass die
6 kürzeren, ventralen Mesenterialfilamente mit dem Sto-
modaeum nichts zu thun haben, dass sie durchaus ento-
dermalen Ursprunges sind. Sie bestehen aus Drüsen-
zellen und Nesselkapseln. Ihre Funktion besteht in der
Verdauung, an der weder die andern Filamente noch das
übrige Entoderm teilnehmen.
Die beiden längeren, dorsalen Mesenterialfilamente,
sowie die der Zooide, sind morphologisch nichts weiter
als Verlängerungen des inneren Teils des Oesophagus
längs der Septen; sie sind also ectodermalen Ursprungs.
Sie sind mit Cilien besetzt, die einen aufwärts gerichteten
Wasserstrom erzeugen.
Verf. schliesst hieran einige Betrachtungen über die
Beziehungen der Anthozoen zu den Enterocoeliern.
Kocli, 0. V., (Die ungeschlechtliche Vermehrung (Tei-
lung und Knospung) einiger palaeozoischen Korallen ver-
gleichend betrachtet. — Palaeontographica 29. 1883. pag. 325
Naturgesch. der Anthozoen in den Jahren 1883 und 1884. 225
bis 348. pl. 41 — 43) beschreibt bei palaeozoischen Korallen
die Knospungs- und Teilungsvorgänge, wie er sie durch
successives Abschleifen beobachten konnte. Daran schliesst
er ähnliche Beobachtungen bei einigen recenten Gat-
tungen (Mussä, Galaxea, Stylophora, Astroides, Heliopora,
Tubipora). Er kommt zu dem Resultat, dass sich Knos-
pung und Teilung nicht streng auseinanderhalten lassen,
und giebt folgende Einteilung für die betreffenden Vor-
gänge.
Vermehrung durch Knospung.
I. Innenknospung.
Junge Kelche entspringen innerhalb der Mutterkelche
und erscheinen ganz oder zum Teil als direkte Fort-
setzungen derselben.
A. Teilknospung (1).
Junge Kelche sind vollständig direkte Fortsetzungen
des Mutterkelches.
B, Ergänzungsknospung.
Junge Kelche sind nur teilweise direkte Fortsetzungen
des Mutterkelches, teilweise werden sie gebildet aus um-
gestalteten ungleichnamigen Teilen der letzteren.
a) Septalknospung (2).
Junge Kelche werden durch umgewandelte Septen
vervollständigt.
b) Tabularknospung (3).
Junge Kelche werden durch eigenthümlich veränderte
Böden vervollständigt.
II. Äussenknospung.^
Junge Kelche entwickeln sich ausserhalb der schon
vorhandenen.
a) Zwischenknospung (4).
Junge Kelche entstehen zwischen den schon vor-
handenen, berühren die letzteren aber mit ihrer ganzen
Aussenfläche.
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. P
226 Dr. A. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
b) Coenenchymknospung (5).
Junge Kelche entstehen als Fortsetzungen eines
zwischen den vorhandenen Kelchen entwickelten Gewebes.
c) Stolonenknospungen (6).
Junge Kelche entstehen aus hohlen Fortsätzen (Sto-
lonen) der ursprünglichen Kelche.
1 u. 2 würde der bisher sogenannten Teilung ent-
sprechen, 3 der Innenknospung, 4, 5 u. 6 der Aussen-
knospung.
Die Innenknospung ist charakteristisch für die Madre-
porarier (mit Einschluss der Rugosen). Die Aussen-
knospung dagegen kommt sowohl bei Madreporariern als
auch bei Alcyonarien vor. Die Stolonenknospung scheint
auf die Alcyonarien beschränkt zu sein.
Hickson, Sydney S. {The Structure and Relations of
Tubipora. — Quart Journ. Micr. Sc. XIII, 1883. pag. 556
bis 578. pL 39. 40) giebt eine Anatomie des Skeletts und
der Weichteile von Tubipora.
Bei einem seiner untersuchten Stücke entspringen
die einzelnen Röhren von einem flachen Blatte („stolon"),
das das Substrat (eine Madrepora) überzieht. Er homo-
logisiert diese Ausbreitung mit dem röhrigen Netzwerk,
von dem die Röhren von Syringopora entspringen. Die
„platforms" sind Auswüchse der Röhren. Er beschreibt
ferner die Böden (tabulae) in ihrer verschiedenen Aus-
bildung. Alle Kalktheile entstehen aus Verschmelzung
von Spiculae. Die Weichteile zeigen wenig auffälliges.
Duncan, P. Martin (On the Relation of the Pali of
Corals to the Tentdcles. — Ann. Mag. N. H. (5) XIIL
pag. 466 /.) giebt die Erklärung, dass sich seine Be-
hauptung, die Pali dienten als Träger für Tentakeln, vor-
wiegend auf die Beschreibung der Weichteile von Clado-
cora caespitosa von Jules Haime (Hist. Nat. Cor. II.
pag. 591) und auf das Verhalten bei Caryophyllia clavus
var. borealis, wie es von Peach dargestellt ist, stütze.
Natiirgesch. der Anthozoen in den Jahren 1883 u. 1884. 227
Derselbe {On the Ha^^d Structures of some Species of
Madrepora. — Ann. Mag.^N. H. (5) XIV. pag, 188—198)
untersucht das Skelett von Madrepora. Die Septen sind
in der Regel undurchbohrt. Die Knospen bilden sich
auf der Aussenseite des Mutterkelches, etwas entfernt
von dessen Rande, aus Kalkkörpern, die sich auf den
Rippen aufsetzen und zunächst zu einer Mauer zusammen-
schliessen. Die Septen entstehen später aus der Ver-
schmelzung- von Septaldornen, die beiden grössten zuerst.
Die Kelchhöle der Knospen communiciert mit der des
Mutterkelches durch keine besondere Oeffnung. Es
kommen bisweilen vollkommene Tabulae (Böden) vor.
Derselbe ( Observations on tJie Madreporarian Family
the Fungidae, ivith especial reference to the Hard Structures.
~ Journ. Linn. Soc. Zool. XVII. 1884. /^a^. 137— 162.
pl. 5. 6.) findet, dass das Sklerenchym der Fungiden aus
Septen, Synaptikeln, Rippen und der trabekulären Co-
lumella besteht. Die Septen sind solid, selten die jüngeren
etwas durchlöchert. Sie vereinigen sich oft, indem sich
jüngere an ältere anlehnen. Die Synaptikeln bilden eigen-
thümlich verlaufende Leisten. Die kleinsten Elemente,
aus denen die Hartteile sich zusammensetzen, sind ver-
längerte Prismen und spindelförmige Kalkkörper.
Derselbe (On the Structure of the Hard Parts of the
Fungidae-part 2. Lophoserinae. — Journ. Linn. Soc. Zool.
XVIL 1884. pag. 302—319. pl. 13) setzt dieselben Unter-
suchungen bei den Lophoserinen fort. Bei den Gattungen
Lophoseris, Maeandroseris, Plesioseris, Pachyseris und
Coscinaraea sind die Synaptikeln die charakteristischen
Skelettteile. Sie allein verbinden ^ie Septen unter-
einander und bisweilen können sie durch Verschmelzung
eine falsche Mauer um die einzelnen Kelche bilden. Die
Septen können solid oder trabekulär sein. Dissepimente
(Traversen) fehlen.
Derselbe {On the Replacement of a true Theca or
Wall hy Epitheca in some Serial Coralla, and on the Impor-
P*
228 Dr. A. Ortin anii: Bericht über die Leistungen in der
tance of the Structure in the Growth qf Incrusting Cor als.
— Journ. Linn. Soc. Zool. XVIL 1884. pa^. 361— 366)
macht darauf aufmerksam, dass bei einer Coeloria keine
echten Mauern vorhanden sind, sondern an deren Stelle
ein Mauer-artiges Gebilde, das aus Knoten (nodules) ge-
bildet wird, die von einem zum andern KSeptum gehen.
Die gemeinsame Mauer wird durch eine Epithek ersetzt.
Letzteres gilt ebenfalls für eine Leptoria.
Bei einer Porites und einer Leptastraea bildet die
Epithek eine basale Ausbreitung, von der sich die Kolonie
erhebt.
Systematik und Faunistik.
Duncan, P. Martin (Remarks on an Essay hy Prof.
G. Pindström, entitled „Co7itrihutions to the Actinology of
the Atlaritie Oceaii", and a Reply to some of his Criticisme.
— Ann. Mag, N. K (5) XU. ^ag. 361—369) bespricht
eine Anzahl der von Lindström in der citierten Arbeit
(Kgl. Svenska Vet. Ale. Handl. XIV. 6. 1877) abge-
handelten Arten, über die er abweichender Ansicht ist.
LindstrÖm, S. {A Reply to the Remarks of Prof.
Duncan on a Paper entitled „ Contrihutions to the Actinology
of the Atlantic Ocean'\ — A7m. Mag. N. H. (5) XJIl.
pag. 102 — 107) verteidigt dagegen seinen Standpunkt.
Yerrill, A. E. (Report on the Anthozoa, and some
additional Species dredged hy the „Blake" in 1878 — 1879,
and hy the U. S. Fish Commission Steamer „Fish Hawk"
in 1880 — 82. — Bull Mus. Co7np. Zool. Camhridge XL
pag. 1 — 72. pLl — 8) beschreibt von Pennatulacea
7 Arten, darunter 1 neue, aus 6 Glattungen. Unter den
Gorgonacea stellt er eine neue Familie: Ceratoi-
sidae auf, mit den Gattungen Ceratoisis Wright, Callisis
n. gen. (Typus: Keratoisis ornata Verr.), Acanella Gray,
Lepidisis n. gen. u. Isidella (?). Von Ceratoisis beschreibt
er eine Art, von Acanella 4, darunter 2 neue; Lepidisis
besteht aus 3 bisher unbekannten Arten.
Eine weitere neue Familie derselben Gruppe ist
Naturgesch. der Anthozoeii in den Jahren 1883 u. 1884. 229
die der Chrysogorgidae, mit den Gattungen: Chrygo-
gorgia Duch. et Mich. (2 Arten, darunter 1 neue), Dasy-
gorgia n. gen. (mit 5 neuen Arten) Iridogorgia n. gen.
(mit 1 neuen Art).
Von Primnoiden führt er eine neue Art an. Von
Gorgoniden eine neue Gattung, Stenogogia, mit einer
Art. Von Muriceiden 6 Arten (darunter 3 neue) aus
2 Gattungen, von Plexauriden eine neue Art. Von Bri-
areiden erwähnt er 2 Arten aus 2 Gattungen, von Alcyo-
niden 2 Arten (darunter eine neue) aus 2 Gattungen.
Aus der Gruppe der Actinaria führt er 15 Arten
(darunter 3 neue) aus 9 Gattungen an. Unter letzteren
befinden sich die beiden neuen Gattungen, Actin äuge
und Actinostola.
Von Madreporariern macht er 7 Arten aus 6 Gattungen,
durchweg Tiefseeformen, namhaft.
Stllder^ Th. (Californische Corallen. — Mitth. Naturf.
Ges. Bern. 1883. pag. 3 — 8) führt von der Californischen
Küste (Mazatlan, Zorritos, La Paz) 6 Arten der Gattung
Leptogorgia, 4 Arten (darunter eine neue) von Eugorgia,
eine von Muricea, 2 von Epizoanthus, 1 von Mammilifera,
1 von Pocillopora an.
Ridley, Stuart 0. (The Coral-faima of Ceylon, loith
.Descriptions of new Species. — Ann. Mag. N. H. (5) XI.
pag. 260 — 262) zählt 13 Arten Alcyonarien (aus 11 Gat-
tungen), 29 Arten Zoantharia Madreporaria (aus 15 Gat-
tungen), und 4 Arten Zoantharia Antipatharia (aus 3 Gat-
tungen) auf. Davon sind nur 8 Arten schon früher von
Ceylon bekannt gewesen. Die meisten Formen schliessen
sich an die Fauna des Rothen Meeres an. Auch die
Edelkoralle wird angeführt, doch ist Verf. selbst über
die Identität der ihm vorliegenden Stücke nicht sicher. —
3 Arten (je eine aus den Gattungen Alcyonium, Coeloria
und Pavonia) sind neu.
Koren, Johan og Danielssen, D. C. (Ni/e Alcyonider,
230 Dr. A. Ort mann: Bericht über die Leistungen in der
Gorgonider og Pennatulider tilhörende Norges Fauna. —
Bergens Museum 1883. pl 1 — 13) geben ausführliche Be-
schreibungen einer Anzahl Norwegischer Anthozoen. Sie
beschreiben 4 neue Arten der neuen Gattung Duva,
1 neue Art der Gattung Sarcophyton, eine neue Art von
Gersemia, 2 neue Arten von Clavularia, je eine neue Art
aus den Gattungen Sympodium, Haimea, Briareum, Para-
gorgia. In der Familie der Pennatuliden stellen sie eine
neue Section, Gönduleae, mit einer neuen Familie,
Göndulidae auf, die von der neuen Gattung Göndul
(mit einer Art) gebildet wird. Von Cladiscus und Kopho-
belemnon beschreiben sie je eine neue Art, von Penna-
tula distorta und Leptotilum gracile neue Varietäten.
Müller, Georg (Zur Morphologie der Scheidewände
bei einigen Palythoa und Zoanthus. — Inaug. Diss. Mar-
burg 1883. — Vgl. oben) beschreibt eine Anzahl jedenfalls
neuer Arten der Gattungen Palythoa und Zoanthus, ohne
sie jedoch zu benennen.
Nicholson, H. Alleyne (Note on the Structure of the
Skeleton in the Genera Corallium, Tubipora, and Syringo-
pora. — An7i. Mag. N. K (5) XIII. pag. 29. wyl. 2) ver-
neint die Verwandtschaft von Tubipora mit Syringopora,
trotz der Aehnlichkeit der äusseren Gestalt. Die Röhren
von Springopora zeigen nicht die Zusammensetzung aus
verschmolzenen Spicula, Böden kommen in so verschie-
denen Gruppen vor (z.B. auch bei Poritiden), dass auf
ihr Vorhandensein oder Fehlen keine Rücksicht genommen
werden darf, und auch die Septaldornenartigen Gebilde
bei Tubipora sind nicht mit den gleichen Gebilden bei
Springopora zu homologisieren.
Nach des Verf. Ansicht gehört Syringopora in die
Verwandtschaft der Poritiden, und somit zu den Zo-
antharien, wogegen Tubipora bekanntlich zu den Alcyo-
narien gehört.
Hickson, Sydney S. (The Structure aud Relations of
Tubipora. — Quart. Journ. Micr. Sc.XXIII. 1883. pag. 556
Naturgesch. der Anthozoeii in den Jahren 1883 u. 1884. 231
bis 578. pl. 39. 40. — Vgl. oben) hält im G-egensatz zu
Nicholson daran fest, dass Tubipora und Syringopora mit
einander verwandt sind.
Derselbe {On the CiUated Groove {Syphonoglyphe) in
the Stomodaeum of the Alcyonarians. — PhiL Trans. London.
Vol. 174. 3. 1884. pacf. 693—705. pl. 50. 51. — Vgl. oben
teilt die Aleyonarien mit besonderer Berücksichtigung
der Ausbildung der Siphonoglyphe in Proto-Alcyonaria,
Stolonifera, Pennatulida, Gorgonidae und Alcyo-
nidae ein, und giebt einen Ueberblick über den phylo-
genetischen Zusammenhang dieser fünf Gruppen.
Ridley, Stuart 0. {Alyonaria. — Rep. ZooL Coli. Voy.
Alert. London 1884. p)ag. 327—365. pl. 36—38) hat die
Alcyonaria von der Ausbeute des „Alert" bearbeitet. Er
beschreibt 6 Arten (davon eine neue) von Alcyoniden
aus 3 Gattungen; je eine Art aus 2 Pennatulidengattungen ;
16 Arten (darunter 5 neue) von Gorgoniden aus 10 Gat-
tungen; 7 Arten (darunter 2 neue) von Briareiden aus
ebensoviel Gattungen ; 6 Melithaeiden (darunter 4 neue)
aus 4 Gattungen, von letzteren ist eine Gattung, Psila-
cabaria neu; schliesslich erwähnt er noch eine Art
Tubipora.
Danielssen, D. C. og Koren, Johan (Pennatidida. —
Den Norske Nordhavs- Expedition 1876 — 78. Zoologi XII.
1884. pl. 1 — 2. 1 Karte) geben genaue morphologische
und anatomische Beschreibungen von folgenden nordischen
Pennatuliden : Einer neuen Art der neuen Gattung
Svava, je einer Art aus den Gattungen Dübenia und
Kophobelemnon. Von Umbellula encrinus stand ihnen
eine ganze Reihe von Exemplaren zur Verfügung. Sie
beschreiben ferner je eine neue Art aus den Gattungen
Cladiscus und Gunneria (letzte G-attung ist neu), und
schliesslich 4 neue Arten der Gattung Protoptilum.
Stearns, Robert E. C. (Description of a new genas
and species of Alcyonoid Polyp, jrom Japanese Waters, luith
remarks on the structure and habits of related forms etc. —
232 Dl"- A-. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
Proc. U. S. Nation. Mus. VI. pag. d6— 101. pl. 1) be-
schreibt die neue Gattung Radicipes (mit einer Art), die
Beziehungen zu den Pennatuliden und Gorgoniden zeigt.
Greeif (lieber die Edelkoralle [Corallium rubrum] der
Capverdischen Inseln. — Sitz. Ber. Ges. Naturw. Marburg
1884. pag. 33 — 40) hält, gegenüber der Meinung von
Targioni-Tozetti, der im Katalog der Internationalen
Fischerei-Ausstellung. Berlin 1880. Ital. Abth. die Edel-
koralle der Capverden als Corallium Lubrani von Cor.
rubrum unterscheidet, an der Arteinheit der Edelkoralle
der Capverdischen Inseln mit der aus dem Mittelmeer fest.
Andres, Angelo (Le Attinie. — Faun. Flor. Golf
Neapel. 9. Monogr. 1. Teil. pl. 1 — 8 w. 78 Zinkographieen)
giebt eine Monographie der Actinien. Er teilt die Acti-
naria ein in die Familien: Edwardsinae, Actininae,
Stichodactylinae, Thalassianthinae, Zoanthinae,
Cerianthinae, Minyadinae und beschreibt alle bisher
bekannt gewordenen Gattungen und Arten, indem er auf
die bei Neapel gefundenen Formen genauer eingeht.
Duncan, P. Martin (Ä revision of the f amilies and
genera of the Sclerodermic Zoantharia M. E. et H., or Madre-
poraria [M. Rugosa excepted]. — Journ. Linn. Sog. Zool.
XVIII. 1884. pag. 1 — 204) stellt ein neues System der
sämtlichen bisher bekannten Gattungen der Madreporaria
auf, mit Angabe ihres fossilen Vorkommens und der
gegenwärtigen geographischen Verbreitung. Die Classi-
fication ist folgende:
Klasse: Anthozoen.
Unterordnung: Zoantharia sclerodermata od. Madreporaria.
I. Section : Madreporaria aporosa.
1. Fam. : Turbinolidae.
Unterfamilien : T. simplices
gemmantes.
reptantes.
2. Fam.
3. Fam.
4. Fam.
Oculinidae.
Pocilloporidae.
Astraeidae.
Natiirgesch. der Autliozoeu in den Jahren 188B u. 1884. 233
Unterfamilien: A. siinplices.
reptantes.
gemmantes.
caespitosae.
confluentes.
agglomeratae fissiparantes.
aggiomeratae gemmantes.
II. Section: Madreporaria fnngida.
l.Fani.: Plesiofnngidae.
2. Farn. : Fungidae.
3. Fam. : Lophoseridae.
Unterfamilien: L. simplices.
aggregatae.
4. Fam, : Anabaciadae.
5. Fam. : Plesioporitidae.
III. Section: Madreporaria perforata.
1. Fam.: Eupsammidae.
2. 1'am. Madreporidae.
3. Fam. Poritidae.
Quelch, J. J. {Preliminary Notice of 7ieiv Genera and
Species of „Challenger" Reef-Corals. — Anri. Mag. N. H.
(5) XIII. pag. 292-297) hat unter den vom „Cliallenger"
erbeuteten Riff-Korallen 5 neue Gattungen, mit je einer
Art gefunden: Moseleya, die die neue Unterfamilie:
Mo^eleyinae der Astraeiden bildet, von Wednesday Is.,
Torres Str., charakterisiert durch Traversen, die in mehr
oder weniger concentrischen Kreisen stehen und im
Centrum fast vollkommene Böden bilden. Ferner Physo-
gyra, vonBanda, Astraeiden-Gattung, verwandt mitPlero-
gyra; Sandalolitha, von Tahiti, Fungidengattung, Halo-
mitra nahe stehend; Tichoseris, von Fidji, zu den
Lophoserinen gehörig; Napopora, von Tahiti, mit Syna-
raea und Stephanaria (Poritiden) verwandt.
Ridley, Stuart 0. {On the dässificatory value of
Growth and Buddmg in the Madreporidae, and on a neiv
Genus illustrating this point. — Ann. Mag. N. H. (5) XIII.
pag. 284 — 289. pl. 11) trennt die Unterfamilie der Monti-
porinen auf Grund der Knospungs- und Wachstums-
verhältnisse der jungen Kelche von den Madreporinen
ab. Zu ersteren stellt er die neue Gattung Anacro-
pora, mit einer Art, von den Keeling Inseln.
234 Dl'. A. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe (On some Structures liahle to Variation in
ilie Subfamily Astrangiaceae. — Journ. Linn. Soc. Zool XVII.
1884. ^«^.395-399. pL IQ) beschreibt an 2 Arten von
Phyllangia die Variationen in der Anzahl der Pali, der
Struktur der Columella, der Entwicklung der Rippen, und
warnt davor, bei der Classification diesen Merkmalen
einen allzu hohen Wert beizulegen.
Duncan, P. Martin (On ihe Madreporarian genus
Pliymastrae of Milne-Edivards and Jules Haime, with a
Description of a new Species. — Proc. Zool. Soc. London,
pag, 406 — 412. asyl. 2) giebt eine Revision der Gattung
Phymastraea und bespricht die systematische Stellung
derselben.
Derselbe (On the Hard Structures of some Species of
Madrepora. — Ann. Mag. N. H. (5) XIV. pag. 188—198.
— Vgl. oben) erwähnt Madrepora granulosa E. H. u. M.
cytherea Dan. var. von Madagascar.
Derselbe (Deep-Sea Corals, — Natur e XXX. 1884.
pag. 464) stellt die 3 Gattungen von Tiefseecorallen,
Guynia Duncan, Haplophyllia Pourt u. Duncania
Pouri, die von ihm selbst und von Pourtales früher
zu den Rugosen gestellt wurden, jetzt nach dem Vor-
gang von Mosel ey zu den Hexacorallen und zwar in
oder in die Nähe der Familie der Turbinolidae.
Derselbe (On a neio Genus of Recent Fmigida, family
Funginae Ed. u. H., allied to the genus Micrahacia Ed. u. H.
— Journ. Linn. Soc. Zool. XVU. 1884. j^a^. 417 — 419.
pl. 20) beschreibt die neue, mit Micrabacia verwandte
Gattung Diafungia, mit einer Art, aus der Corea See.
Derselbe (On the Structure of the Hard Parts of the
Fungidae. pari 2. Lophoserinae. — Journ. Linn. Soc. Zool.
XVU. 1884. pag. 302—419. pl 13. — Vergl. oben)
führt die bisher nur aus dem Rothen Meer bekannte
Gattung Coscinaraea von den Mergui Ins. (Hinterindien)
an und s1;ellt sie zu den Lophoserinen. Zu derselben
Unterfamilie gehört die neu beschriebene Gattung:
Plesioseris.
Natiirgesch. der Aiithozoen in den Jahren 1883 u. 1884. 235
Palaeontologie.
Etheridge, Robert and Foord, Arthm- (Description of Palaeosoic
Corals in the Collections of the British Museum. — Ann. Mag. N. H.
(5) XIII. pag. 472—475. pl. 17) stellen eine neue Gattung der
Favoritiden Favositella, aus dem Wenlock Kalk von Dudley auf.
Dieselben (Ann. Mag. N. H. (5) XIV. pag. 314—317. pl 11)
beschreiben Chaetetes cribosa Eichw. sp. u. Favosites major Roming
sp. aus dem Ob. Silur von Oesel und der Niagara Group von Louis-
ville, Kentucky.
Duncau, P. Martin (On Streptelasma Boemeri, a new Coral from
the Wenlock Shale. — Qu. Journ. Geöl. Sog. London, vol. 40. 1884.
pag. 167 — 173. pl. 7) beschreibt detailliert Streptelasma Roemeri n. sp.
aus dem Ob. Silur Englands und macht auf die Verschiedenheiten
in der gegenseitigen Anordnung der Rippen und Septen aufmerksam.
Derselbe (On Cyatophyllum Fletcheri Ed. u. H. sp., from the
Wenlock Shale, ivith remarks on the group to wich it helongs. —
Qic. Jmirn. Geol. Soc. London, vol. 40. 1884. pag, 174 — 177) hält an
der Stellung von Cyatophyllum (Palaeocyclus) Fletcheri unter den
Rugosen fest und giebt eine ausführliche Synonymie desselben.
Champernowne, A. (On some Zaphrentoid Corals from British
Devonian Beds. — Qu. Journ. Geol. Soc. London, vol. 40. 1884.
pag 497—406. pl.21 — 23) macht 3 neue Arten aus den Gattungen
Zaphrentis und Cyathophyllum namhaft und beschreibt andere, die
er nicht specifisch benennt aus den Gattungen: Zaphrentis, Campo-
phyllum, Lophophyllum.
Schlüter (Correspondenzblatt Nat. Ver. f. Bheinl. u. Westfalen.
1884. 2) macht einige Bemerkungen über neue Korallenarten des
Eifeler Devons aus den Gattungen : Zaphrentis, Aulacophyllum, Metrio-
phyllum, Cyatophyllum.
Tomes, Robert F. (On the fossil Madreporaria of the Great
Oolite of the Counties of Gloucester and Oxford. — Qu. Journ. Geol.
Soc. London, vol. 39. 1883. pag. 168—196. pl. 7) beschreibt 13 neue
Madreporarier-Arten, sowie die neue Gattung Bathycoenia, zu den
Eusmilinen gehörig.
Derselbe (On some neio or imperfectly knoivn Madrepwaria from
the Coral Bag and Portland Oolite of counties of WiltSj Oxfwd.
Cambridge, and York. — Qu. Journ. Geol. Soc. London, vol. 39. 1883,
pag. 555 — 565. pl. 22) beschreibt zwei neue Madreporarier - Arten,
sowie die neue Gattung: Crateroseris, zu den Thammastraeiden (?)
gehörig.
Derselbe {A comparative and critical Bevision of the Madre-
poraria of the White Lias of the middle and westo'n counties of
England, and of those of the Conglomerate at the base of the South-
236 ür. A. Ortmaiin: Bericht über die Leistungen in der
Wales Lias. — Qu. Journ. Geol. Sog. London, vol. 40. 188i. pag. 353
bis 375. pl. 19) führt die bekannten Korallen des weissen Lias etc.
kritisch auf und giebt ihr genaues Lager an.
Derselbe (Ä crüicdl and descriptive List of the Oolitic Madre-
poraria of the Boulonnais. — Qu. Journ. Geol. Soc. London, vol. 40.
1884. pag. 698—723. pl. 32) beschreibt 12 neue Madreporarier- Arten,
sowie drei neue Eusmilinen - Gattungen : Discocoenia, Cerato-
coenia, Scyphocoenia.
Koby. F. {Monographie des Polypiers jurassiques de la Suisse.
3. part. — Abh. Schweiz. Fal. Ges. X. 1884. pag. 109—149. pl. 21
bis 42) giebt die dritte Fortsetzung der Schweizer Jura - Korallen.
Der vorliegende Teil enthält die Gattung Montlivaultia mit 38 Arten,
darunter 20 neue.
Dimcaii, P. (On the internal Structures and Classificatory
Position of Micrabacia coronula Gldf. sp. — Qu. Journ. Geol. Soc.
London, vol. 40. 1884. xjag.561 — 567. xyl.1 — 3) beschreibt aus-
führlich den inneren Bau von Micrabacia coronula, und weist auf
ihre Verwandtschaft mit Fungia hin. Er stellt die fragliche Koralle
zu den Funginen.
Pratz, Eduard (Eocäne Korallen aus der libyschen Wüste und
Äegypten. — Palaeontograi^hica XXX. 1883. pag. 217 — 237. pl. 35)
beschreibt 11 Gattungen und 12 Arten von Korallen, die meist riff-
bildende sind. 5 Arten und eine Gattung; Narcissastraea, ver-
wandt mit Isastraea und Astrocoenia, sind neu.
9 Arten gehören der jüngeren Abteilung der Nummuliten-
formation (Mokattam Stufe) an . 2 Arten der älteren Abteilung
(Libysche Stufe). Eine Art (Graphularia desertoruni Zitt.) ist beiden
gemeinschaftlich.
Felix, Johannes (Korallen aus ägyptischen Tertiärbildungen. —
Zeitschr. B. Geol. Ges. Berlin, vol. 36. 1884. pag. 415—453. pl. 3—5)
beschreibt 10 neue, von Prof. Schweinfurth gesammelte Korallen.
Die beobachteten Arten sind vorwiegend eocäne Formen, meist Kiff-
bildner, nur wenige Tiefseeformen (resp. Einzelkorallen). Nur 4 Arten
stammen aus höher liegenden Horizonten ; es sind Riffkorallen, wahr-
scheinlich mit oligocänem Charakter.
Eiffbildung.
Oeikie (The origin of Coral-Reefs. — Nature XXIX.
1883. pa^y. 107 — 110. X2/L1.2. u. pag.lU — 12S) giebt
einen Ueberblick über die Entwickelung- der verschiedenen
Theorieen über die Bildung der Korallenriffe und re-
kapituliert kurz die Ansichten von Chamisso, Darwin,
Naturgesch. der Anthozoen in den Jahren 1883 und 1884. 237
Dana, Coutliouy, Semper, Rein. Näher geht er
ein auf die von Murray und Agassi z aufgestellten
Theorien.
Stllder^ Th. (La formation corollienne dans les Oceans
au point de vue geologique. — Geneve 1883) spricht sich
gegen die Gültigkeit der Darwin 'sehen Theorie der Riif-
bildung für den Stillen Ocean aus: die Riffe haben sich
hier auf den Gipfeln unterseeischer Berge gebildet.
Guppy, H. B. (Coral-soundmc/s in ilie Solomon Islands.
— Ann. Mag. N. R, (5) XIII. ^«(7. 460--4{)G. xyl.l—^)
untersucht, bis zu welcher Tiefe sich lebende Korallen
an den Riifen finden an folgenden Lokalitäten: Selwin
Bai (West-Seite der Ugi Ins.); Port Mary (W. Seite der
Santa- Anna Ins.) ; Onua Insel; Treasury Insel; N. W. Küste
von Balalai Ins.; Barriererilf der Choiseul Bai.
Lebende Korallen gehen ungefähr 20 — 25 Faden hinab,
in einem Falle (Choiseul Bai) bis über 40 Faden. Das
üppigste Wachstum findet durchschnittlich in Tiefen unter
10 Faden statt.
Derselbe ( The origin of Coral Reefs. — Nature XXIX.
1884. pag. 214 — 215) teilt mit, dass die aus Korallenkalk
bestehende Decke der meisten Inseln der Salomo-Gruppe
nur eine geringe Mächtigkeit besitzt. Die Hauptmasse
besteht aus einem unreinen Kalkstein, der vorwiegend
aus Foraminiferen und Pteropodenschalen zusammen-
gesetzt ist.
Crosby, W. 0. (On the eUvated Coral Reefs of Cuha.
— Proc. Boston Sog. N. H. XXIL 1884. pag. 124—130)
hat auf Cuba Bobachtungen gemacht, die für die Dar-
win'sehe Theorie der RifPbildung sprechen. Er hat
Korallenbildungen von 1000 Fuss Mächtigkeit gefunden,
auf Jamaica selbst bis 2000 Fuss. Diese können sich
nur in einer Senkungsperiode gebildet haben.
238 Di^ A. Ortmann: Bericht über die Leistungen in der
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschiclite der
Antliozoen im Jahre 1886.
Von
Dr. A. Ortmann.
Ontogenie.
Faurot (Sur VAclamsia palliata. — Compt. Rend, Paris
1885 tom. 101. pag. 173— 174) — hat die Entwicklung der
Adamsia palliata beobachtet. Die Befruchtung findet im
Innern des Muttertieres statt. Die Furchung ist regel-
mässig bis zur 16. Furchungszelle. Die unregelmässige
Morula verwandelt sich in die Gastrula. Die mit 8 Ten-
takeln versehene Larvenform setzt sich fest und junge
Adamsia von hexameralem Typus sind noch nicht deformiert.
Später jedoch breitet sich der Fuss nach rechts und links
aus, indem er den Unebenheiten der Gasteropodenschale,
auf dem das Tier sitzt, sich anschmiegt. Diese Ausbreitung
bewirkt, dass die Fläche des Fusses und die Körperwand
nahezu parallel werden, und dass die Interseptalräume
sich zu wahren Kanälen gestalten.
Anatomie.
Faurot (l. c) findet bei Adamsia palliata, dass.
so sehr auch später der Körper deformiert erscheint,
die Anatomie doch mit der der übrigen Acinien über-
einstimmt, besonders mit Sagartia parasitica. Beide haben
6 primäre und 6 secundäre Septem die ersteren producieren
in ihrer ganzen Länge Geschlechtszellen. Die Acontien
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1886. 239
entspringen am unteren Ende der Septen und geben so
eine Marke für den unteren Rand der Körperwand. Der
untere Teil des Fusses scheidet einen Schleim ab, der eine
membranartige Beschaffenheit annimmt.
Mac Munn, C. A., ( Observations of the Chromatology
of Actiniae (Äbstract). — Proc. Roy. Soc. London, Vol. 38.
1885. pag. 85 — 87) — giebt die Resultate seiner Unter-
suchungen der Farbstoffe einer Reihe von Actinien.
Actinia mesembryanthemum enthält, ebenso wie Bunodes
crassicornis, Sagartia dianthus, 8. viduata und S. troglo-
dytes, im Ecto- und Entoderm einen Farbstoff, den Verf.
vorläufig Actiniohaematin nennt. Derselbe ist nicht
zu verwechseln mit dem in den Tentakeln von Bunodes
crassicornis vorkommenden Actinio ehr om. Das erstere
ist respiratorisch, der letztere nicht. Ein eigentümlicher
Farbstoff wurde bei Sagartia parasitica gefunden, und
zwar im Ectoderm. Im Mesoderm von Actinia mesem-
bryanthemum und anderen Arten kommt ein grünes Pigment
vor, das wie Biliverdin reagiert. Bei Anthea cereus,
Bunodes ballii und Sagartia bellis ist in den ,, gelben
Zellen", die besonders in den Tentakeln häufig sind und
eine Cellulosemembran besitzen, sowie Stärke einschliessen,
ein Farbstoff' enthalten, der dem Chlorofucin ähnelt,
aber von allem anderen thierischen und pflanzlichen Chloro-
phyll sich unterscheidet. Bei Anwesenheit von ,, gelben
Zellen" treten die anderen respiratorischen Farbstoffe
zurück.
Fowler, (j. H., ( The anatomy of the Madreporaria I. —
Qu. Journ. Micr. Sc. (2) XXV. 1885 pag. 577—597. pL
40 — 42) — hatte Gelegenheit, zwei Steinkorallen aus der
Challenger - Ausbeute näher zu untersuchen: Flabellum
patagonicum und Rhodopsammia parallela.
Zunächst stellt Verf. den Begriff eines „Paares von
Mesenterialfalten" fest: zwei Mesenterien, die ihre mit
Längsmuskelfasern versehenen Flächen einander zukehren
bilden ein solches Paar. Die von ihnen eingeschlossenen
240 Dl'- A. 0 r t m a n 11 : Bericht über die Leistungen in der
Kammern heissen Entocoelen, die zwischen je zwei
Paaren liegenden Kammern Exocoelen. Je nacMem die
Kalk-Septen in diesen Kammern liegen, werden sie als
Exosepta und Entosepta bezeichnet.
Es folgt ein Ueberblick über die neueste Litaratur
betreffs der Korallenanatomie. Verfasser bezweifelt die
Richtigkeit der Beobachtung von G. v. Koch, dass die
Mauer bei Caryophyllia sich durch Verschmelzung der
äusseren Septen-Enden bilde. Die feststehenden anato-
mischen Thatsachen werden in sechs Sätzen zusammen-
gefasst.
Flabellum patagonicum:
Zeigt durchaus den Actinientypus, nur die äussere
Körperwand fehlt, und der ganze Polyp ist in den com-
primiert-kegelförmigen Kelch eingeschlossen. Ausserhalb
der Theca finden sich keine Weichteile; nur im expan-
dierten Zustande greifen diese über den oberen Kelch-
rand hinweg. Die Weichteile bestehen zunächst aus der
Mundscheibe, die die Tentakel trägt; ferner aus dem
Schlundrohr, das in die Magenhöhle führt. Letztere
wird durch die Mesenterialfalten in Exocoelen und
Entocoelen gefächert. Die Tentakel sind einfache
Ausstülpungen der Entocoelen, und da die kalkigen Septen
sich nur in diesen finden, so steht jeder Tentakel über
einem Septuni. Die Tentakel sind mit Nesselbatterieen
besetzt. Rings in der Peripherie der Mundscheibe finden
sich bestimmte Oefihungen, durch die die Acontien
hervorgestossen werden.
Die Mesenterien tragen auf der entocoelen Seite
Längsmuskeln, die als Retractoren der Polypen wirken.
Auf der exocoelen Seite befinden sich als Protractoren
wirkende in schräger Richtung verlaufende Muskeln.
Die an den beiden Enden des längeren Kelchdurchmessers
gelegenen Mesenterien tragen die betrefi*enden Muskeln
gerade umgekehrt auf ihren Flächen. Die Mesenterien
sind nicht durchbohrt.
Naturgeschichte der Anthozoeu im Jahre 1886. 241
Die Eier entwickeln sich in den Mesenterien aller
3 Ordnungen. Hoden wurden nicht beobachtet, und
vielleicht ist die Art getrennten Geschlechts.
Verf. beschreibt dann noch einige histiologische Ver-
hältnisse. (Ectoderm der Mundscheibe, die „Calycoblasten",
das Ectoderm der Tentakel und des Stomodaeum, die
Mesenterialfilamente und die Nematocysten).
Rhodopsammia parallela
besitzt sowohl Entosepten als auch Exosepten. Ento-
septen sind die drei ersten Ordnungen, bisweilen einzelne
einer vierten. Die primären und sekundären Entosepten
wachsen seitlich in Exosepten aus, die sich mit der dritten
Ordnung u. s. w. in eigentümlicher Weise vereinigen.
Ausserhalb der porösen Mauer findet sich eine äussere
Körperwand, die aus Ectoderm, Mesoderm und Entoderm
besteht. Zwischen ihr und der Theca bleibt ein schmaler
Raum, der durch Lamellen gekammert ist, die den Mesen-
terien des Innenraumes entsprechen. Zwischen diesem
Raum und den inneren Mesenterien findet sich ein System
verästelter Kanäle, die die poröse Mauer durchsetzen.
Aehnlich ist die Columella porös. Die Wände dieser
Kanäle bestehen aus Entoderm und Mesoderm.
Die Tentakel sind einfache Ausstülpungen und
scheinen nur entocoel zu sein.
Die Mesenterien variiren in ihrer Anzahl. Die
Anordnung der Muskeln ist dieselbe wie bei Flabellum
patagonicum. An den den Mesenterien entsprechenden
Lamellen ausserhalb der Theca konnten keine Muskeln
beobachtet werden.
Die Histiologie bietet nichts besonders bemerkens-
werthes dar.
Biologie.
Faurot (/. c) schildert wie Adamsia palliata mit
Eupagurus Prideauxi in der Art in Wechselbeziehung
steht, dass sie zunächst den Krebs, der nur soweit in
Archiv f. Naturgesch. 53. Jahrg. H. Bd. 3. H. Q
242 Dr. A . 0 r t m a 11 n : Bericht über die Leistungen der
einer Gasteropodenschale steckt, dass die Gang-ftisse noch
frei bleiben, bedeckt und die Gasteropodenschale erst in
zweiter Linie überzieht. Letztere ist nur der gemein-
same Anheftungspunkt für beide.
Systematik und Faunistik.
Pennington, A. S. {Britisch Zoophytes; an introduction to the
Hydroida, Actinozoa and Polyzoa found in Great Britain, Irland and
the Channel Irlands. — London. 1885. S". M pl. — Zoantharia und
Alcyonaria piag. 136—189. pl. 11—15) giebt eine Synopsis der bisher
aus den Englischen Gewässern bekannt gewordenen Anthozoen. Voraus
schickt Verf. den für das nähere Studium notwendigen Ueberblick über
den gröberen und feineren Bau der betreifenden Gruppen und zwar
nach dem neuesten Stande der Wissenschaft.
Nach seiner Zusammenstelhmg sind jetzt aus den Englischen
Gewässern bekannt:
Actiniaria; 5 Familien, 30 Gattungen und 53 Arten.
Sclerodermata (Madreporaria) : 4 Familien, 7 Gattungen und
10 Arten.
Alcyonaria: 5 Familien, 5 Gattungen und 12 Arten.
Neue Formen werden nicht beschrieben. Die bekannten werden
einer sorgfältigen Kritik unterzogen, und es wird eine kurze Be-
schreibung der Arten, Gattungen u. s. w. gegeben, so dass die Be-
stimmung derselben wesentlich erleichtert wird.
Für die Systematik werden keine neuen Gesichtspunkte auf-
gestellt.
Verrill, A. E. (Notice of the rernarMble Marine Fauna occupying
the outer banks of the Southern coast of Neiv-England. No.ll. — Americ
Journ. Sc. (5) Vol. 29. 1885. pag. 149—157) giebt einen Ueberblick
über die vom „Albatross" im Jahre 1884 gedredgten Anthozoen. Zu
den bemerkenswerthen Formen gehört eine Pennatulide, die ein
neues Genus: Benthoptillum darstellt, erhalten aus einer Tiefe
von 991 - 1073 Fad. In 1054—1000 Fad. wurden Exemplare von Des-
mophyllum crista-galli gefunden und eine andere und zwar neue Art
dieser Gattung (D. nobile) wurde der „Fisch-Commission" übersendet.
Ferner ward in 1555 — 2083 Fad. Tiefe ein neuer Epizoauthus (E
abyssorum) erbeutet, der gewöhnlich einen Einsiedlerkrebs (Parapa-
gurus pilosimanns) bedeckt. Von allen diesen neuen Formen giebt
Verf. eine mehr oder minder ausführliche Beschreibung.
Bell, J. Jeifrey (Description of a neiv species of Minyad {Minijas
torpedo) from North -West Australia. — Journ. Linn. Sog. London.
Zool. XIX. 1885. pag. 114—116) beschreibt eine neue Minyas-Art
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1886. 243
(M. torpedo), und kommt durch Vergleichung mit der Gattung Plotacti
zu dem Schluss, dass beide Gattungen unter dem Namen Minyas zu
vereinigen seien.
Huhreclit, A. A. W. (On a new Pennatulid from the Japanese
Sea. — Proc. Zool. Soc. London. 1885. pag. 512—518. pl. 30. 3h xyl.
i— 4) beschreibt eine neue Pennatulide: Echinoptilum Mac Intoshii
n. gen. n. spec. Er stellt sie in Köllikers Section der Spicatae,
Subsection Junciformis, wo sie eine eigne neue Familie: Echi-
noptilidae bilden würde, die sich besonders durch gänzlichen Mangel
einer Achse (die sonst nur gewissen Formen von Veretilleen und Re-
nilleen fehlt) auszeichnet. Der anatomische Bau des einen der beiden
erbeuteten Exemplare ist an der Hand einer Serie von Schnitten aus-
führlicher untersucht worden.
Palaeontologie.
Etlieridge, Robert and Foord, Arthur H., {Note on Ijaceripora
cribrosa Eichwald. — Ann. Mag. N. H. (5) XVI. 1885. pag. 385—
386. xyl. T) haben früher (Ann. Mag. N. H. Nov. 1884) einen Chae-
tetes beschrieben, den sie jetzt als Laceripora cribrosa Eichwald zu
den Favositiden stellen.
Nicholson, H. A. and Foord, A. H. {On the genus Fistulipora
M'Coy, lüith descriptions of several species. — Ann. Mag. N. H. (5)
XYL 1885. pag. 496—517. pl. XV—XVIII. xijl. 1-6) unterscheiden
bei der Gattung Fistulipora: Autoporeu (die grösseren Röhren
= „large corallites"), Mesoporen (die dazwischen liegenden kleineren
Röhren = „interstitial tubes") und Acanthoporen (die dornartigen
Hervorragungen auf der Oberfläche der Kolonieen = „spiniform co-
rallites"). Die Autoporen besitzen in ihrer ganzen Länge an der
einen Seite der Wandung eine eigenthümliche Rinne. Verf. erklären
diese für hervorgerufen durch eine sog. Schlundrinne (Siphouoglyphe),
wie sie sich vielfach im Schlundrohr der Alcyonarien findet. Auf
Grund dieses Verhaltens stellen sie die Gattung Fistulipora in die
Nähe der Alcyonarien. Zum Schluss folgt die genauere Beschreibung
einer Anzahl (12) Arten der Gattung, von denen drei (obersilurische)
neu sind.
Dupont, E. {Sur les calcaires frasniem d'origine corallienne et
siir leur distributlon dans le massif paliozoique de la Belgique — Bull.
Acad. Boy. Belg. {3) X. 1885. pag. 21—38). Die marmorähnlichen
Kalke des Devons von Frasnes (Schichten der Rhynchonella cuboides)
zei'fallen in mehrere Varietäten: Rother Marmor, Marmor von St.-
Anne, Florence- Marmor u. a. Alle diese Kalke sind coralligenen
Ursprungs, und, je nachdem die Korallen vollständig oder trüramer-
haft erhalten sind, sind sie massig oder geschichtet. Die haupt-
sächlichen Formen der Korallen, die in den verschiedenen Marmorn
vertreten sind, sind folgende.
Q*
244 Dr. A. Ort mann: Bericht über die Leistungen in der
Der geschichtete Florence - Marmor wird vorwiegend von Stro-
matoporen gebildet, daneben findet sich Alveolites subaequalis, Favo-
sites boloniensis, Cyathophyllum boloniense und caespitosum u. ap
Stromatoporen-Kalk.
Der massige rothe Marmor enthält hauptsächlich die Gattung
Stromatactis. Stromatactis-Kalk. Daneben kommt vor: Acer-
vularia, Alveolites suborbicularis, Cyathophyllum perfoliatum, helian-
[^hoides, caespitosum, Favosites boloniensis u. a.
Der Marmor von St.-Anne setzt sich besonders aus einer den
Stromatoporen verwandten Gattung: Diapora, zusammen; femer aus
Cyathophyllum caespitosum u.a. Diapora-Kalk.
Ein weiterer massiger Marmor ist der Pachystroma-Kalk,
der aus der Gattung Pachystroma, ebenfalls zu den Stromatoporen
gehörig, besteht. In diesem finden sich ferner: Alveolites suborbicu
laris, Favosites boloniensis, Cyathophyllum caespitosum.
Eine letzte Varietät massigen Marmors besteht fast nur aus
Alveolites suborbicularis.
Die Zusammensetzung ändert sich vielfach, so dass man noch
andere, weniger verbreitete Varietäten unterscheiden kann.
Kol)y, F. {Monographie des Polypiers jurassiques de la Suisse.
5 paH. pag. 213—304. pl. 63—88. — Abh. Schweiz. Pal Ges. XIL
1885) setzt die Beschreibung und Abbildung der jurassischen Korallen
der Schweiz fort. In der vorliegenden (5.) Lieferung sind folgende
Gattungen behandelt :
Goniastraea mit 4 Arten, darunter 3 neue.
Chorisastraea mit 7 Arten, alle neu.
Stibastraea mit 1 Art, die neu ist.
Latimaeandra mit 30 Arten, darunter 14 neue.
Confusastraea „ 5 „ , „ 1
Heliastraea „ 2 „ , „ 1
Clausastraea „ 2 „ , „ 1
Isastraea „ 18 „ , „ 5
Astrocoenia „ 9 „ , „ 5
Stephanocoenia „ 4 „ , „ 1
Tomes, R. F. (On some new or imperfectly known Madreporaria
from the Great Oolite of the counties of Oxfoi'd, Gloucester, and
Somerset. — Qu. Journ. Geol. Soc. London, vol. 41. 1885. pag. 170 —
190. pl. V.) hat in einigen Oolithprofilen (bei Milton, Oxfordshire) die
genauere Lagerung der Korallen führenden Horizonte beobachtet und
giebt für die letzteren die gefundenen Arten an. Genauer beschreibt
er: eine neue Art aus der Gattung Enallohelia, eine Art Bathycoenia
die neue Gattung Thamnocoenia (zu den Eusmilinen gehörig) mit
einer Art (hierzu eine Tabelle der Eusmilinengattungen des Oolith);
er beschreibt ferner neue Arten aus den Gattungen: Barysmilia,
Naturgeschichte der Anthozoen im Jahre 1886. ^45
Stylosmilia , Heliocoenia. Von der Milne - Edward'schen Gattung
Clausastraea trennt er als neue Gattung : Platastraea (mit der
Art PI. Conybeari (M. E. et H.) ab. Es folgt noch eine neue Art der
Gattung Diraorphastraea, sowie Bemerkungen über Arten von Como-
seris, Oroseris, Microsolena.
Pocta, Ph. ( Ueber fossile Kalkelemente der Alcyoniden und Holo-
t/mrien und verioandte recente Formen. — Sitz. Bei'. AJcad. Wien.
Bd. 92. 1885. pag. 7—12. pl. 1) hat durch Schlämmen der sogen.
., Koschtitzer Platten'' (Kreideschichten der Zone der Terebratula
subrotundata und semiglobosa) neben anderen microseopi sehen orga-
nischen Resten Kalkkörperchen gefunden, die er Alcyoniden zuschreibt,
von denen bisher noch keine fossilen Reste bekannt waren. Durch
Vergleichung dieser Körper mit denen recenter Alcyoniden (und
Gorgoniden) findet Verf., dass dieselben den warzigen Spindeln der
Gattung Nephthya am ähnlichsten sind und schlägt vor, dieselben
mit dem Namen Nephthya cretacea zu bezeichnen.
Riffbildung.
Seier, W., (Ueber die Bildung der Corallenriffe. —
Biol. Centralbl. IV. 1885. 'pag. ¥11 — 480) giebt den wesent-
lichen Inhalt der Arbeiten von Geikie und Guppy wieder.
Die Argumente für und wider die Darwinsche Theorie der
Riifbildung stellt er übersichtlich zusammen.
Lapparent, A. de, (La theorie der recifs coralliens. —
Revue Sc. Paris (3) IX. 1885. pag. 556—561) stellt die
bisher aufgestellten Theorien über die Riff bil düng zu-
sammen, veranlasst durch die Arbeit von Geikie, ohne
sich für die eine oder andere zu entscheiden.
Guppy, H. B., (Suggestions as to the Diode of formation
of Barrier Reefs in Boiigainville Straits, Salomon GroujJ. —
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales. IX. 1885. pag. 949—959.
pl. 58) beschreibt die Bildung der Barriere-Riffe der Insel
Alu in der Salomon-Gruppe. Diese bilden mehrere con-
centrische Reihen, mit eingesenkten Kanälen zwischen sich
und sind teilweise vollständig trocken gelegt in Folge einer
andauernden Hebungsperiode der Hauptinsel. Die Ent-
stehung ist folgendermassen zu denken. Das lebende
Barrierriff bildet an seinem Fuss eine Schicht von Detritus,
welche weitere Ansiedlungen lebender Korallen nicht ge-
246 Dr. A. Ort mann : Bericht über die Leistungen in der etc.
stattet. Wird das ganze Terrain allmählich gehoben, so
tritt schliesslich eine Zone des Meeresbodens in das für
Korallenbaiiten günstige Niveau, bis zu der die Detritus-
massen des ersten Riffes nicht mehr reichen. Hier bildet
sich ein zweites Barrierriff, das schnell in die Höhe wächst
und zwischen sich und dem ersten Eiff einen tieferen
Kanal entstehen lässt. In dieser Weise kann die Bildung
weiter fortschreiten, so dass eine Reihe hinter einander
liegender Barriereriife entstehen können, die durch Kanäle
getrennt sind und deren ältere immer höher gehoben und
schliesslich trocken gelegt werden.
Aus gewissen Beobachtungen schliesst Verf., dass
die Riffibildung stellenweise auch in grösserer Tiefe (bis
50 Faden), stattfinden kann, als man bisher annahm.
Bericht
über die Leistungen in der Spongiologie für die
Jahre 1882—1884.
Von
Dp. W^. AV e 1 1 n e p.
1. Recente Spongien.
Litteraturverzeichnis. *)
Bowerbank, J. S. A Monograph of the British
Spongiaclae, ed. with additions bv A. M. Norman. Vol. 4.
(Suppl.) Ray Soc. London 1882. "^ 250 p., 17 PI.
Brandt, K. 1. Ueber die morphologische und physio-
logische Bedeutung des Chlorophylls bei Tieren. — Archiv
f. Anat. u. Physiol. Jahrg. 1882. Physiol. Abtlg., p. 125
bis 151, Taf. i.
— 2. Desgl. 2. Artikel. — Mittlgn. Zool. Stat. Neapel.
Bd. 4., p. 191 — 302, Taf. 19 u. 20. 1883.
Bütschli, 0. Bemerkungen zur Gastraeatheorie,
Morph. Jahrb. IX., p. 415 — 427, Taf. 20. 1884.
Carter, H. J. 1. Some Sponges from the West-Indies
and Acapulco in the Liverpool Free Museum described,
with general and classificatory Remarks. — Ann. Mag.
Nat. Hist. (5) IX. 1882, p. 266—301, p. 346—368,
PI. XI u. XII.
*) Referate und Uebersetznngen sind im Allgemeinen hier nicht
berücksichtigt worden. Nur wenn die Originalarbeit selbst mir un-
zugänglich oder wegen sprachlicher Schwierigkeiten unverständlich
war, habe ich die ersteren statt der letzteren benutzt.
248 ^^- W- Weltner: Bericht über die Leistungen
Carter, H. J. 2. Form and Nature of the Cirrous
Appendages on the Statoblast of Carterella latitenta Potts
etc., originally designated „Spongiopliaga Pottsi". — Das.
p. 390—396, PL XIV.
— 3. New Sponges, Observations on old ones, and
a proposed New Group. — Das. X. 1882, p. 106—125.
— 4. Spermatozoa, Polygonal Cell-structure, and the
Green Colour in Spongilla, together with a new Species.
Das. p. 362—372. PL XVL
— 5. Contribntions to our Knowledge of the Spongida.
— Pachytragida. — Das. XL 1883, p. 344 — 369, PL XIV
u. XV.
— 6. New Genus of Sponges. — Das. p. 369 — 70.
PL XV. Fig. 10.
— 7. On the Presence of Starch - granules in the
Ovum of the Marine Sponges, and on the Ovigerous Layer
of Suberites domuncula Ndo. — Das. XII. 1883, p. 30
bis 36. 3 Fig.
— 8. Contribntions to our knowledge of the Spongida.
— Das. p. 308—329, Taf. XI— XIII, Taf. XIV, Fig. 9—16.
— 9. Contribntions to the knowledge of the Freshwater
sponges. By Dr. F. Vejdovsky, of Prague. With Remarks
by H. J. Carter, F. R. S. — Das. XIIL 1884, p. 96—102,
PL VI (s. Vejdovsky (2).
— 10. Generic Characters of the Sponges described
in Mr. Carter's „Contribntions to our knowledge of the
Spongida". — Das. XIIL 1884. p. 129 — 130.
— 11. On Grantia ciliata var. spinispiculum Crtr. —
Das. p. 153 — 163, T. 8.
— 12. The Branched and ünbranched Forms of the
Freshwater Sponges, considered generally. — Das. p. 269
bis 273.
— 13. On the Spongia coriacea of Montagu = Leuco-
solenia coriacea Bk., together with a New Variety of
Leucosolenia lacunosa Bk. , elucidating the Spicular
Structure of some of the Fossil Calcispongiae ; followed
by Illustrations of the Pin-like Spicules on Verticillites
helvetica de LorioL — Das. XIV. 1884, p. 17—29, T. 1.
in der Spoiigiologie für die Jahre 1882—1884. 249
— 14. Catalogue of Marine Sponges, collected by
Mr. Jos. Willcox, oii the west coast of Florida. — Proc.
Ac. nat. Sc. Philadelphia 1884, p. 202—209.
Chilton, Ch. A New-Zealand Freshwater Sponge.
— New Zealand Journal Sc. Vol. I. 1883, p. 383—384.
(Nicht vom Ref. gesehen).
Costa, A. Rapporto preliminare e sommario sulle
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del 1882. — Rendiconto Accad. Sc. fis. matemat. Anno XXL
1882, p. 189.
Daday, E. von. In Mathemat. ii. Naturwissensch.
Berichte aus Ungarn. I. Bd. 1882—83, p. 377. Berlin.
Dali, W. H. Catalogue of Illustrations of the Eco-
nomical Invertebrates of the American Coasls. — Bull.
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Deszö, B. A mag}-ar tengerpart. — Ertek. Akad.
Budapest. 1882? (Nicht v. Ref. gesehen.)
Döderlein, L. 1. Faunistische Studien in Japan,
Enoshima und die Sagami -Bai. — Arch. f. Naturgesch.
49. Jahrg. 1883, p. 102—123, Taf. II. (Karte).
— 2. lieber Lithistiden aus Japan. — Amtl. Ber.
56. Vers. Deutsch. Naturf. und Aerzte. Freiburg, p. 110
bis 112. 1883.
— 3. Studien an japanischen Lithistiden. — Zeitsch.
wiss. Zool. XL. 1884, p. 62—104, T. V.- VII.
Dufour, J. Notice sur un Champignon parasite des
Eponges. — Bull. Soc. Vaud. Sc. nat. (2). XVIII. 1882,
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schwämme des Russischen Reiches. ^— Mem. Acad. Imp.
St. Petersbourg. VII Ser., T. XXX. No. 10. 1882, p. 1
bis 26. 3 Taf.
— 2. Mittheilung über einen neuen Fundort des
Schwammes Lubomirskia baicalensis. — Sitzber. Nat.
Ges. Dorpat. VII. 1884, p. 44 — 45.
— 3. Monographie der Spongilla sibirica Dyb. mit
Nachtrag. — Das. p. 64—75, p. 137—139. 1 Taf.
250 Dr W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Dybowski, W. 4. Notiz über die aus Süd-Russland
stammenden Spongillen. — Das. p. 507 — 515.
— 5. Ein Beitrag zur Kenntnis des Süsswasser-
schwammes Dosilia Stepanowii. — Zool. Anz. VII. Jahrg.
1884, p. 476—480.
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Charkow. XVII. 1884, p. 289. T. 7.
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Fullagar, J. 1. The Fresh-water Sponge. — Hard-
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(Nicht V. Ref. gesehen).
— 2. Development of the Fresh-water Sponge. —
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Gaudry, A. Sur quelques -uns des resultats dejä
obtenus par les explorations sous- marines faites ä bord
du Talisman. Comptes rendus hebd. Bd. 97. 1883, p. 140
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Geddes, Patr. 1. On the Nature and Functions of
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Proceed. Roy. Soc. Edinburgh. Vol. XL 1882. p. 377—396.
Referirt unter andern von Geddes, Nature 25, p. 303
bis 305. 1882.
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Nature XXV. 1882, p. 361—362.
Geza Entz. 1. lieber die Natur der „Chlorophyll-
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p. 646—650. 1882.
— 2. Das Konsortialverhältnis von Algen und Tieren.
— Das. IL Jahrg. p. 451—464. 1882. Nichts neues.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 251
Goette, AI. lieber die Entwicklung der Spongillen.
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Goode, G. Brown, Catalogue of tlie Collection to
illustrate the Animal Resources and thc Fisbcries of the
United States. — Bull U. S. Nat. Mus. No. 14, p. 295.
1879 (wol später erschienen? Ref.).
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von Triest nebst Notizen über Vorkommen, Lebensweise,
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Sitzb. K. K. Acad.Wissensch. I. Abtlg. Jahrg. 1881. Bd. 84,
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von Tokio). — Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1882,
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(Referat nach Journ. Roy. Micr. Soc. (2) IL 1882, p. 516
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Hyatt, Alph. 2. Larval theory of the origin of
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252 Dl"- W, Weltner: Bericht über die Leistungen
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London 1880—82.
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Biblioth. Ecole Hautes Etudes Sect. Sc. Nat. Vol. 29, 5 pp.
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Kräpelin, K. Zur Biologie und Fauna der Süss-
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Krukenberg, C. Fr. W. 1. Vergleichend physio-
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1.— 5. Abtlg. 1881. IL Reihe 1882.
— 2. Grundzüge einer vergleichenden Physiologie
der Verdauung. — In: Vergleichend physiologische Vor-
träge IL 1882, p. 51—52.
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Lankester, E. Ray. 1. On the Chlorophyll-Corpus-
cules and amyloid Deposits of Spongilla and Hydra. —
Quart. Journ. Micr. Sc. Vol. XXII. N. S. 1882, p. 229
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26. 1882, p. 478—479.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 253
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bis 313, Taf. 10-13.
— 3. Das System der Monactinelliden. — Zool.
Anz. VII. 1884, p. 201—206.
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Proc. Linn. Soc. N. S. Wales. IX. 1884, p. 121 — 154,
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Meere in Kiel f. 1877—1881. 1. Abtlg. 1882, p. 169—180.
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Natur. XVII, p. 200—203. 1883. (Wiedergabe der 1878
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Margö, T. Die Klassifikation des Tierreiches. —
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Marshall, W. 1. Im Tagebl. 55. Versamml. deutsch.
Naturf. und Aerzte. Eisenach, 1882, p. 196.
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bis 246, Taf. 13 und 14.
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bis 577, Taf. 24.
— 4. Einige vorläufige Bemerkungen über die
Gemmulä der Süsswasserschwämme. — Zool. Anz, VI.
1883, p. 630 — 634, 648 — 652.
— 5. Agilardiella radiata, eine neue Tetractinel-
lidenform mit radiärem Bau. — Abh. Kön. Akad. Wiss.
Berlin. Jahrg. 1883. Berlin 1884. 15 p. 1 Taf.
— 6. Vorläufige Bemerkungen üb. die Fortpflanzungs-
verhältnisse von Spongilla lacustris. — Ber. Naturf. Ges.
Leipzig. Jahrg. 1884, p. 22-29.
Merykowsky, C. von. Nouvelles recherches sur
la Zoonerythrine et autres pigments animaux. Bull. Soc.
Zool. France. Vol. VIII, p. 81—97. 1863.
Metschnikoff, El. Zur Lehre über die intrazellu-
läre Verdauung niederer Tiere. — Zool. Anz. V. 1882,
p. 310—316.
Miklukho-Maclay. In Nature 27. 1883, p. 137
bis 138.
Mills, H. Serial Arrangement of Birotulate Spicules
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Micr. Journ. V. 1884, p. 41— 42. (Nicht v. Ref. gesehen).
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et de l'ocean atlantique. — Arch. d. Missions scient. et
litter. 3 s. T. 9. Paris 1882. 63 p. 2 Karten.
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97 Bd. p. 1389 — 1395. Paris 1883.
Min dt, C. S. Embryology of Sponge. — Americ.
Natur. 14. (16?) p. 479—485. 5 Fig. 1882. (Nicht v. Ref.
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in der Spoiigiologie für die Jahre 1882 — 1884. 255
Nassono w, N. Zur Biologie und Anatomie der
Clione. Zeitsclir. wiss. Zool. 39. 1883, p. ^295 — 308,
Taf. 18 u. 19.
Neumayr, M. lieber den altertümlichen Charakter
der Tiefseefauna. N. Jahrb. Miner. Geol. Palaeont. I. 1882.
p. 123—131.
NoU, J. C. 1. Mein Seewasser -Zimmeraquarium. —
Zool. Garten. Jahrg. 22. 1881, p. 8—19, 33—42, 71—79.
137-147, 168—177, 194—206.
— 2. Eau de Javelle als Mittel zum Entfernen der
Weichteile aus mikroskopischen Präparaten. — Zool.
Anz. V. 1882, p. 528 — 530.
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Wiss. Wien. 1. Abthlg. Jahrg. 1882. Bd. 86, p. 276—298.
2 Taf.
— 2. Report on the Calcarea dredged by H. M. S.
Challenger, in Report Ch allenger. Zoology. VIII. 1883.
76 p. 9 Taf. (Erschien erst 1 884, wie Vosmaer berichtigt).
— 3. Report on the Keratosa collected by H. M. S.
Challenger during the years 1873 — 1876. — Das. XL
1884, p. 88, 10 Taf. (Wol erst 1885 ausgegeben.)
Potts, Edw. 1. Three more Fresh-water Sponges.
— Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia. 1882, p. 12—14.
2. Sponges from the neighborhood of Boston. —
Das. p. 69—70.
— 3. Our Fresh-water Sponges. — American Natural.
1883, p. 1293—1296. Mit Fig.
— 4 Fresh-water Sponges. What, where, when and
who wants them? — Bull. U. S. Fish. Com. III. 1883,
p. 389—391. Mit Fig.
— 5. Fresh-water Sponges as improbable causes of
the poliution of river- water. Proc. Ac. nat. Sc. Phila-
delphia 1884, p. 28—30.
— 6. Some Modifications observed in the Form of
Sponge Spicules. — Das. p. 184—185 PI. 4, Fig. 5.
— 7. On the wide Distribution of some American
Sponges. — Das. p. 215 — 217.
256 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Potts, Edw. 8. On the miimte Fauna of Fair-
mount Eeservoir. Das. p. 217 — 219.
Priest, B. W. 1. On tlie Statoblasts of the Fresli-
water Sponges. Journ. Quek. Micr. Club. (2) I. 1883.
p. 173—181. Taf. (Nicht v. Ref. gesehen.)
— 2. Statoblasts of the Fresh-water Sponges. Amer.
Monthly Micr. Journ. IV. 1884. p. 208—213. (Desgi.)
— 3. On the Hexactinellidae. Journ. Quek. Club. (2)
IL 1884 p. 8—16, PI. II und III. (Desgl.)
Rathbun, R. 1. Liste of Marine Invertebrates,
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United States National Museum. Series IL Series III.
Proc. Unit. St. Nat. Museum. IV. 1881, p. 298—303, 304
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— 2. Sponge-Culture in Florida. — Science IL 1883.
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Retzer, W. Die deutschen Süsswasserschwämme. —
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Journ. Linn. Soc. London. XVIL 1884, p. 106 — 108.
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H. M. S. „Alert" 1881 82. London 1884, p. 366—482,
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Schulze, E. F. 1. lieber den Badeschwamm. —
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deutsche Monatshefte. 27. Jahrg. H. 34. 1882, p. 188—210,
13 Fig. u. 2 Illustrat.
— 3. Ueber radiäre Symmetrie bei Spongien. —
Tagebl. 55. Vers, deutsch. Naturf. und Aerzte, Eisenach.
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in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 257
Schulze, F. E. 4. Ueber Ableitung der Spongien-
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— 5. Report on tbe Spoiiges. In Exploration of the
Faroe Channel, during the summer 1880 in H. M. Hired
Ship ,,Knight Errant." By Staff- Commander Tizard, R.
N. and John Murray. — Proc. Roy. Soc. Edinburgh. XL
1882, p. 638—717. ^
Solger, B. lieber einige der anatomischen Unter-
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— Biol. Centralbl. IIL 1883/84, p. 227 — 235. (1883
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Sollas, W. J. 1. The Group Spongiae. — (Cassel's
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bis 331. 1882. Mit vielen Fig.
— 2. The Sponge-fauna of Norway; a Report on
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Norwegian Coast. An. Mag. N. H. (5) IX., p. 141 — 165,
PI. VI. u. VIL. p. 426—453, PI. XVIL 1882.
— 3. On the Development of Halisarca lobularis
(0. Schmidt). Q. Journ. Micr. Soc. Vol. 24. N. S. p. 603
bis 621. T. 37. 1884.
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Stewart, C. On the Histology of Grantia compressa.
(Wo? Nicht V. Ref. gesehen.)
Studer, Th. Beiträge zur Meeresfauna Westafrikas.
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Thoulet, J. Sur les spicules siliceux des eponges
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Böhmens. Abhandl. K. Böhm. Ges. Wiss. VI. Folge,
12. Bd. Math, naturw. Classe. No. 5. 1883, p. 1—44,
Taf. 1-3.
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kovodnich. — Sitzber. K. Böhm. Ges. Wiss. 1883, p. 19
bis 31 . 1 Taf. Mit deutsch. Resume. S. auch Carter (9).
Aich. f. Naturgesch. 53. Jahrg. IL Bd. 3. H. R
258 1^1'- W- "Weltner: Bericht über die Leistungen
— 3. Bemerkungen über einige Süsswasserschwämme.
— Das. 1884, p. 55—60, 1 Taf.
Vosmaer, G. C. J. 1. Spongien (Porifera). In:
Die Klassen und Ordnungen des Tierreichs, wissenschaft-
lich dargestellt in Wort und Bild von H. G. Bronn. IL Bd.
Leipzig u. Heidelberg, 1887. 499 p. 34 Taf. u. 53 Holz-
schnitte. — Es erschien Lieferung 1 (p. 1 — 22, Taf. 1,
2, 4) 1882; 2 (p. 23 — 64, Taf. 5, 6) 1883; 3—5 (p. 65
bis 144, Taf. 3, 7—14, 16) 1884; 6 (p. 145—176, Taf. 15,
17, 18) 1884; 7 (p. 177 — 224) 1885; 8-10 (p. 225 — 320,
Taf. 19—25) 1885; 11 (p. 321 —368) 1885; 12 — 16 (p. 369
bis 499, Taf. 26—34) 1886.
— 2. Bijlade, een overzicht gevende van den stand
van het onderzoek de oester en haar cultuur betreffende
aan het einde van het eerste onderzoekingsjaar. —
Tijdschr. Nederl. Dierkund. Vereenig. VI. 1882. Bijlade
p. LI-LIL
— 3. Report on the Sponges dredged up in the
artic sea by the „Willem Barents" in the years 1878 and
1879. — Nied. Arch. Zool. Suppl. Bd. I. 1882, 58 p.
Taf. I — IV.
— 4. Studies on Sponges. I. — Mitt. Zool. Stat.
Neapel. IV. 1883, p. 437—447. PL 31 u. 32.
— 5. Studies on Sponges. IL — IV. — Das. V. 1884,
p. 483—493, Taf. 28 und 29.
— 6. Referate über:
a) Vosmaer, üeber Leucandra aspera H., nebst
allgemeinen Bemerkungen über das Kanalsystem
der Spongien. — Versuch einer Spongiologischen
Stenographie. — Biol. Centralbl. II. p. 168—169.
1882.
b) Marshall, Die Ontogenie von Reniera filigrana
0. Schm. — Das. IIL p. 72 — 74. 1883.
c) Polejaeff, lieber das Sperma und die Sperma-
togenese bei Sycandra raphanus H. — Das.
p. 180—181. 1883.
in der Spoiigiologie für die Jahre 1882—1884. 259
d) Vejdovsky, Süsswasserschwämme Böhmens. —
Deutsche Litteraturzeitung. 4. Jahrg. 1883, p. 1775.
e) Lendenfeld, lieber Coelenteraten der Südsee.
Biol. Centralbl. III. p. 695—98. 1884.
f) Nassonow, Zur Biologie und Anatomie der
Clione. — Das. p. 768. 1884.
g) Polejaeff, Eeport on the Calcarea dredged by
H. M. S. Challenger during the years 1873—76
und Vosmaer, Porifera in Bronn's Kl. u. Ordn.
des Thierreichs. Lief. 3, 4 und 5. — Das. IV.
p. 241— 244. 1884.
Waller, J. G. On a Newly Discovered British
Sponge. — Journ. Queck. Micr. Club. (2) I. 1883, p. 216
bis 224, Taf. 8. (Betrifft Hymeraphia forceps. Nicht vom
Ref. gesehen.)
Weber, M. Verslag over de zoologische onder-
zoekingen gedurende de vierde reis der „Willem Barents."
— In Verslagcn omtrent den vierden tocht van de Willem
Barents naar de ijszee in den zomer van 1881. Harlem
1882, p. 101—140.
Weltner, W. Beiträge zur Kenntnis der Spongien.
Inaug.-Diss. Freiburg 1882. 62 p. 3 Taf.
White, C. A. The Enemies and Parasites of the
Oyster, past and present. — Science (Cambridge, Mass.)
IIL 1884, p. 618.
Wierzejski, Ant. 0 rozwoju paköw (gemmulae)
gabek slodkowodnych europejskich. — Dopisek. 0 Ga-
tunku Spongilla fragilis Leidy. — Abb. Sitzber. Acad.
Krakau. Bd. XIL T. 9. 1884, p. 239— 266. Taf.
p. 267 — 279.
Für die zuerst genannte Arbeit wurde die fast wört-
liche Uebersetzung von A. Wierzejski: Le developpement
des gemmules des eponges d'eau douce d'Europe (Arch.
Slaves de Biologie. Tome 1, p. 26 — 46. Taf. Paris 1886)
benutzt.
260 I^^- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Allgemeines.
Die erste Lieferung der Spongien von Vosmaer (1)
erschien 1882, das ganze Werk wurde Ende 1886
vollendet. In dem Buche ist alles wichtigere über die
Spongien gegeben und besonders ausführlich der syste-
matische Teil behandelt. Nach V. eigenen Worten soll
das Werk anderen die Arbeit erleichtern und vor allem
die generische Bestimmung eines Schwammes ermög-
lichen und dieser Zweck ist dem Verfasser, soweit es
damals möglich war, vollständig gelungen. Wenn das
bestritten wird, so ist zu bedenken, dass zur Zeit, als
V. das Buch schrieb, eine Reihe von Familien (Chalmlden,
Ceraospongien, Tetradindlichn) noch gar nicht durch-
gearbeitet waren und die Stellung vieler Gattungen nicht
sicher war. V. selbst sagt p. 250: Die Tabellen zur Be-
stimmung sind nur zur vorläufigen Orientirung; denn
unsere Kenntnis ist noch viel zu gering, um wirklich gute
Tabellen aufstellen zu können. Man dürfe sich nicht
darauf verlassen und müsse jedesmal die Diagnose des
Glenus vergleichen. Dort Litteratur, Abbild, und Hinweis
auf die Originaldiagnose. Dann gehört allerdings zur
Benutzung der Tabellen die Fertigkeit und die Geduld,
sich genügende Präparate des Weichteiles und der Spikula
resp. des Sponginskelettes anzutertigen.
Zunächst wird in dem Werke ein Verzeichnis der
wichtigeren Arbeiten über Schwämme gegeben, mit einem
Nachtrage bis incl. 1885 reichend. Folgt kurze Be-
sprechung der bis 1883 erschienenen Abhandlungen. So-
dann Angaben über die Methoden zur Untersuchung des
Weichteils und Skelettes, Konservierung ganzer Spongien,
Methode der Larvenzüchtung. Betrachtung der Form,
Grösse, Farbe, Konsistenz, Oberflächenbeschaifenheit, des
Kanal- und Skeletsystems, sowie der Histiologie. Aus-
führliche Erläuterung der vier Typen des Kanalsystems,
welche in einander übergehen. Das Kapitel Skeletsystem
zerfällt in die Beschreibung der Spikula und deren An-
in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 261
Ordnung im Schwammkörper. Der Umstand, dass Bower-
hank, Carter, Gray n. Schmidt eigene Nadeltermino-
logien geschaffen haben, hatte Vosmaer schon früher
dazu geführt, eine kurze für jeden verständliche Be-
zeichnung der Nadeln aufzustellen. V. hatte die am
häufigsten vorkommenden Formen durch Formeln (Zeichen)
ausgedrückt und giebt nun eine ausführliche Liste der-
selben. Man muss gestehen, dass diese Zeichen für den-
jenigen, der viel mit Bestimmen von Spongien zu thun
hat, im allgemeinen zur Charakterisirung der Familien
und Gattungen ausreichen und bei der Beschreibung der
Arten verwendet werden können. Der Uebelstand für
den, welcher nicht in der Sache drin steht, ist aber, dass
die Zeichen zu schnell wieder vergessen werden und
man gezwungen ist, die Bedeutung immer wieder nach-
zuschlagen. Ein Nichtspongiologe, der eine Arbeit in die
Hand nimmt, in der jene Formeln gebraucht sind, muss
dieselben erst mit dem Buche Vosmaers erlernen und
wird sie bis zum nächsten Male wieder vergessen. Denn
die Zeichen sind nicht genügend durch sich selbst ver-
ständlich. Dagegen ist zuzugeben, dass dieselben leicht
zu begreifen sind. Aber es ist zu bezweifeln, dass sie
sich leicht „einprägen" (p. 158). Für die Tetmctinelliden
und Ilemctmellklen müssen nach der Bearbeitung des
Challengermateriales dem Verzeichnis noch eine Reihe
neuer Formeln angefügt werden. — Würde man eine
solche Zeichensprache auch für andere Formenreihen,
z. B. Odactinien und Holothunenspikula^ einführen, so
würde die Sache noch verwickelter. Es hat sich von
den Gelehrten, die die Spongien des Challenger bearbeitet
haben, keiner dieser Zeichen bedfent und inzwischen
haben F. E. Schulze und v. Lendenfeld eine andere
Bezeichnung der Schwammspikula vorgeschlagen. —
In dem Abschnitte Systematik, der fast die Hälfte
des ganzen Werkes einnimmt, werden zunächst die älteren
Systeme von Lamarck, Nardo und Hogg behandelt,
und die von Bowerbank, Schmidt und Gray einer
eingehenden Kritik unterworfen, auch Carters System
262 Dl"- W. Weltner: Beriebt über die Leistungen
wird besprochen. Vosmaer legt dann das von Zittel
verbesserte Schmidt' sehe System seinem eigenen zu
Grunde und nimmt für die Kalkschwämme das inzwischen
von Polejaeff aufgestellte an. Im Anhang- wird auch
das von v. Lenden feld besprochen. Das System s. u.
Im speciellen Teil der Systematik werden die Gattungs-
namen, welche Priorität haben, wieder eingesetzt, z. B.
Dercitus Gray für Pachastrella 0. Schm. etc. p.p. und eine
Anzahl neuer Gattungsnamen für ältere z. T. schon an
andere Tiere vergebene eingeführt. Die auf p. 250 ge-
gebene Regel, betr. die Verbindung der Autorennamen
mit der Bezeichnung des Schwammes ist sehr beachtens-
wert. Als Anhänge zum systematischen Teil folgen Ver-
zeichnisse von Gattungen, welche ganz unsicher im System
stehen, ferner von solchen, die vielleicht noch für gewisse
Spezies beibehalten werden können, sowie von Genera
und Spezies, deren Zugehörigkeit zu den Spongien frag-
lich ist und endlich ein Verzeichnis der früher als solche
aufgeführten Genera.
Da nun mittlerweile einige Arbeiten erschienen und
ältere Abhandlungen in die Hände des Autors gelangt
waren, so konnten noch Addenda zu diesem mühevollen
und verdienstlichen Abschnitte Systematik gemacht werden.
In dem Kapitel Ontogenie werden die einzelnen Arbeiten
besprochen. Daraus geht hervor, dass sowol die Ent-
wickelung der Gemmulae der Spongillen als auch die
der äusseren Knospenbildung der Spongien nicht genügend
gekannt ist und dass ferner aus den Arbeiten über die
Entwickelung aus der Larve etwas Zusammenhängendes
nicht gewonnen werden kann. Das betrifft die Deutung
der Keimblätter und die Entwickelung des Kanalsystems.
Jedenfalls stellt Syeandra raphamis 0, Schm. nicht den
Typus der Spongienentwicklung dar.
Es folgt die Physiologie, Verbreitung, Oecologie und
Palaeontologie und die Verwandtschaftsverhältnisse bilden
den Schluss des Werkes. Ich hebe aus diesen Ab-
schnitten folg. hervor. Was die Herkunft der Gewebs-
schichten anlangt, so ist aus den widersprechenden An-
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 263
sichten der Autoren kein einheitliches Bild zu gewinnen.
Betreifend der p. 458 u. 459 gegebenen Tabelle über das
Vorkommen von pflanzlicher Stärke bei Spongien hat
sich Krukenberg (3) dahin geäussert, dass diese An-
gaben nicht beweisend seien. lieber die Stellung der
Spongien im Tierreiche und über ihre Herkunft äussert
sich V. folgend : Die Ahnen der Spongien stammen wahr-
scheinlich von den Protozoen ab. Die Spongien sind keine
Coelenf ernten, sondern bilden einen Typus für sich. Sie
stammen wahrscheinlich von frei schwimmenden Formen,
welche, ursprünglich skeletlos, alsbald ein mächtiges
Skelet ausbildeten. Diese Urformen lebten in grösseren
Tiefen. Mit dem Leben in geringeren Tiefen ist eine
Degeneration des (Kiesel)skeletes Hand in Hand gegangen.
Franks u. Abraham besprechen die von Hamilton
(Edinburgh Medical Journ. 1881) erfundene Methode, in
Wanden, die mit einem Substanzverlust einhergehen,
Schwammstückchcn einzusetzen, und so dem neu sich
bildenden Gewebe ein Stützgerüst darzubieten, in welches
hinein es sich entwickeln kann. Die Autoren haben diese
Methode befolgt und dabei gefunden, dass das Schwamm-
stück von dem neu erzeugten Gewebe vollständig ab-
sorbirt wird; die Auflösung wird durch Riesenzellen be-
wirkt, welche die Schwammfaser von ihrem Ende her
auflösen und Spongo-clasten genannt werden. —
Bowerbank giebt ein Verzeichnis von spongio-
logischer Litteratur, ebenso Vosmaer (1). Das voll-
ständigste hat Lendenfeld (A Monograph of the Horny
Sponges, 1889) zusammengestellt.
Doederlein (3) vermeidet die Ausdrücke Individuum
und Stock bei Schwämmen. Ein Exemplar mit einfachem
Oskulum und einfacher Kloake — ,,so dass ein einheit-
liches Zentrum da ist, um welches die übrigen Organe
gruppirt sind" — ist ein einfacher Schwammkörper. Eine
aus mehreren einfachen Schwammkörpern bestehende
Spongie wird zusammengesetzter Schwammkörper oder
Schwammstock genannt (Discodermia japonica). Tritt an
die Stelle des einfachen Oskulums eine Anzahl kleinerer,
264 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
SO haben wir noch einen einfachen Schwammkörper (Disc.
calyx). Liegen die Oskula nicht am Ende der einzelnen
Zweige (Disc. japon.)^ sondern auf diesen zerstreut (Disc.
vermiciilaris), so entsteht ein verästelter Schwammkörper.
Hierher auch Schulze (2) und Sollas (1) s. u. Schulze.
Sav. Kent handelt die Spongien in seinem Manual
of the Infusoria ah, geht jedoch nicht auf die systematische
Betrachtung ein. Die Schwämme sind als Discostomata-
scu'cocrypta zu den Choanoflagellaten gestellt. Der Weich-
teil wird Cytoblastem, die Zellen CytoUasten genannt; aus
den amöboiden Cytoblasten entstehen die Geisseikammern.
Die Umwandlung dieser in amöboide Zellen wird dar-
gestellt, neu darunter acinetenähnliche Zustände. Die
amöboiden Mesodermzellen sollen nur die geissellosen
Formen der Kragengeisseizellen sein und sind zugleich
Nerv und Muskel. Die grossen im Cytoblastem liegenden
Zellen (Eier, Spermamutterzellen) sind verschmolzene
Cytoblasten. Abbild, aus der Partie des einführenden
Kanalsystemes von Esperia (1. c. Bd. I, p. 143 — 194, 365
bis 366. Bd. III. PI. VII.— X.).
N e u m a y r weist an der Hand des Werkes von
A. Agassi z (Challenger Echinod.) die Ansicht zurück,
dass die in grossen Tiefen gefundenen Tiere einen alter-
tümlichen Charakter, d. h. den fossilen Formen sich an-
schliessend, zeigen sollen. Die Thatsache, dass Crinoiden
und Glasschwämme Tiefseetiere sind, kann kein Beweis
für ihr hohes Alter sein, da beide schon von alter Zeit
Organismen des tiefen Wassers, ebenso wie verschiedene
Korallen und Mollusken Bewohner der littoralen Zone
sind, und mit Recht könnte man behaupten, dass diese
der Seichtwasserfauna einen Typus von hohem Alter ver-
leihen. Tiefseebildungen kennen wir kaum aus der Tertiär-
zeit, daher ist uns das Auftreten der Ilexactinelliden in
der tiefen See überraschend. Wie es ferner alte Tier-
formen in der Tiefsee giebt, so sind auch solche aus der
seichten Zone genügend bekannt.
Potts (4) giebt eine allgemein verständliehe Dar-
stellung der Süsswasserschwämme und fordert zum
in der Spoiigiologie für die Jahre 1882 — 1884. 965
Sammeln derselben für den Autor auf. (Die Spicula
Fig\ 4 a. d. sind nicht fluviatiUs, sondern mülleri! Ref.)
Potts (5) glaubt nicht, dass durch den Zerstörungs-
prozess der fortgeschwemmten Weichteile von in Gemmula-
hüduiui eingegangenen SpongiUen das Flusswssser ver-
dorben werden könne.
Rathbun (2) teilt die Ergebnisse der künstlichen
Schwammzucht an der Küste von Florida mit (s. Phy-
siologie).
Schulze (1 u. 2) giebt eine Darstellung alles dessen,
w^as unsere Waschschwämme angeht. Es werden die ver-
schiedenen im Gebrauche befindlichen Badesclnvämme
besprochen, ihre Unterscheidung und Verbreitung an-
gegeben, ferner die Anatomie eines Schwammes, das
Wachstum der Sponginfaser, die Fortpflanzung und On-
togenie an nahe verwandten Formen erläutert. Bei dem
Kapitel StofPwechsel wird darauf aufmerksam gemacht,
dass sich besonders reichlich in den Zellen der äusseren
Haut und an der Wand der zuführenden Kanäle fremde
Körper finden, es dienen also gerade vorwiegend diese
Zellen der Nahrungsaufnahme. Nachdem die Frage, ob
Tier oder Pflanze entschieden, spricht sich der Autor über
das schon so viel behandelte Verhältnis des Schwammes
zum Individuum und zur Kolonie aus. Seh. sieht als
biologische Einheit vom Werte einer Person den Teil
eines Schw^ammes an, welcher ein einheitliches mit einem
Oskulum versehenes Kanalsystem besitzt. Jeder solcher
Bezirk stellt das Individuum des Schwammes dar. Dieser
Ansicht ist auch Sollas (2). Wir haben es beim Bade-
schw^amm also meistens mit Kolonien zu thun. Weitere
Kapitel über Schwammfischerei, Reinigungsverfahren der
Schwämme und künstliche Schwammzucht.
Schulze (3) beobachtet vierstrahlige Symmetrie an
MonudlneUiden und weist auf die radiäre Symmetrie
junger Sycandra rapltanus hin.
Sollas (1) erläutert den Bau und die Entwickelung
einer Spongie am Badeschwamme. — Die Geisseizellen
möchte Aut. als die fressenden, verdauenden, atmenden
266 Dr- W. Weltner: Bericht über die Leistimgen
und exkretorischen Elemente ansehen, was aus der Aehn-
lichkeit zwischen jenen Zellen und den Choanoflagellaten
geschlossen wird. Die Geisselzellen vermehren sich durch
Längsteilung, eine Querteilung führt zu einem amöben-
ähnlichen Znstande einer Zelle, die in das Schwamm-
gewebe einwandert. — Besprechung der Form, der Farbe,
des Kanalsystemes, der Histiologie, des Skeletes, der
Ontogenie, des Systems und des Begriffes Individuum bei
Spongien. Folgendes sei hervorgehoben: die Lithistiden-
elemente werden alle vom Vierstrahler abgeleitet (siehe
Döderlein [3] unter Phylogenie), die Bezeichnung Fleisch-
nadeln getadelt und die Spongien mit B a 1 f o u r
als besondere Klasse der Metazoen aufgefasst. System s. u.
— Dass im süssen Wasser nur eine gut begrenzte Gruppe
von Schwämmen lebt, hat nach S. seinen Grund nicht
darin, dass sich die Spongien etwa nicht an süsses Wasser
anpassen könnten, sondern weil die Flimmerlarven nicht
stromaufwärts zu schwimmen vermögen.
Sollas (4) weist darauf hin, dass bei der Fort-
pflanzung vieler im süssen Wasser lebenden Tiere frei
schwimmende Larven selten sind und führt dabei auch
die Fortpflanzungsverhältnisse der Spo7igülmae an. Wäh-
rend die Meeresschwämme sich nur ausnahmsweise durch
äussere Knospen vermehren, ist eine innere Knospen-
bildung (Gemmidae) fast bei allen SpongiUen bekannt. (Ob
aber nicht freie Larven bei den letzteren ebenso häufig
sind wie bei den marinen Schwämmen, wissen wir nicht.
Alle bei uns lebenden SpongilUnae haben Flimmerlarven.
Ref.) Wegen der Gründe, dass mit Ausnahme der Spon-
gilUnae marine Schwammformen nicht im süssen Wasser
vertreten sind, verweist S. auf seine frühere Arbeit (1).
Thoulet untersucht grosse Kieselnadeln physikalisch,
chemisch und optisch. Die Stabnadeln verloren 13,18 %,
die sternförmigen 12,86 7o ^n Gewicht in der Glühhitze.
Hierin stehen die spicula dem Opal nahe, in ihrer Dich-
tigkeit stimmen sie mit ihm überein. Auf Grund chemi-
scher Experimente nimmt T. an, dass der Zentralkanal
der Nadeln Spuren von Meerwasser enthalte.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 267
Vosmaer (3) unterscheidet zwei Sorten von Spikula,
solche, die für die Art charakteristisch sind und solche,
welche daneben auftreten, d. h. nicht immer vorhanden
sind. Es giebt generm-he und specißsche SpicuJa. Nadeln,
welche zusammen den Charakter des Genus, oder der
Species, oder der Subspecies, oder der Var. ausmachen,
heissen spicuJa indicantia.
Die Eigenschaften, welche an den Nadeln wenig aus-
geprägt sind, sollen in () gesetzt werden, z. B. tr. ac. (f).
Vergl. Tijdschr. Ned. Dierk. Ver. V. 1881. Diese Bezeich-
nung ist im Bronn, II, Spongien, auch angewandt.
Nach Brown Goode betrug die Einfuhr von nutz-
baren Schwämmen nach den Verein. Staaten im Jahre
Juni 76 bis 77: S 91,742. Es erhielt New- York S 74,524,
Philadelphia 2,452 und S. Francisco 1,693.
Dali hat in dem von Brown Goode herausgegebenen
Katalag die Wirbellosen bearbeitet und führt 13 nutz-
bare Spongien an. Clio7ia sulphifrea Verr. wird als den
Austern schädlich genannt.
Dufour beschreibt einen neuen Pilz, Tomla spongicola,
der sich beim Gebrauch der Toilettenschwämme in diese
einnistet, sie schwärzt und durch seine Sporen für die
weitere Verwendung unbrauchbar macht. Man reinigt
den Schwamm von dem Pilze durch mehrstündiges Ein-
legen in eine wässerige Lösung von Karbol- oder Salicyl-
säure. Noch besser, indem man ihn in kochendes Wasser
steckt (wobei dann freilich der Schwamm verdorben würde!
Ref.).
Marion (1) fand, dass Stelletta (AsfreUa) dorsigera
0. Schm. den Microcosmus vulgaris täuschend nachahmt.
Methode,
Marshall (5) studirt die Anatomie von Tetkya etc.,
indem er tingirte Stücke mit Canadabalsam oder Damar-
harz durchtränkt, härtet und dann schleift.
Nassonow untersucht die stark pigmentirte Clione
(Vioa) stafiojus mit Vorteil am lebenden Objekt oder an mit
Ueberosmiumsäure getödteten und in Alkohol gehärteten
268 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Stücken. Äusseres Epithel mit Gold- „und" Silberlös., be-
sonders g'ut aber am Schwamm nachweisbar, der IV2 Tag
in Vg Alkoh. gelegen hatte.
Noll entfernt zur Herstellung von Skelettpräparaten
bei Spongilla den Weichteil durch Eau de Javelle.
L enden fei d ('2) spritzt die Schwämme unter Wasser
mit Ueberosmiumsäure an und härtet in Alkohol.
Nach der von Harmer veröffentlichten Methode,
marine Objekte zur Versilberung erst in eine 5 % Kalini-
tratlösung und dann in Silbernitrat zu bringen, ev. nach-
trägliche Anwendung von Ueberosmiumsäure und Tinktion
mit Picrocarmin, hat Vosmaer Epitelien an Schwämmen
entdeckt, an denen es früher nicht nachgewiesen werden
konnte.
Sollas (3) tödtet zum Studium der Entwickelung der
Eier HaUsarca (Oscarella) luhiil. in Chromosmiumsäure,
auch in Sublimat -f- Essigs, ab, konservirt in Alkoh. abs.
und schneidet mittelst Gefrier- und Parafiinmethode anter
Anwendung von Nelkenöl und Chloroform. Färbung der
Schnitte mit Eosin und nachträglich mit Haematoxylin.
Aufkleben der Schnitte mit Kautschuk. Während bei der
Paraffinmethode die Präparate geschrumpft waren, zeigten
die mit dem Gefriermikrotom erhaltenen keine Kon-
traktionen.
Um Zellen zu isoliren, macerirt Vosmaer (5) die
Schwämme in kochender Sublimatlösung.
Carter (4) empfiehlt zum Studium von Spongilla junge
aus Gemmulä gezogene Exemplare.
Anatomie und Histiologie.
Calcarea,
Polejaeff (2) unterzieht die Ansichten Häckels über
das Kanalsystem der Kalkschwämme einer Kritik. Wenn
H. das Dermalostium der Syconen als homolog dem Os-
kulum der Asconen ansieht und glaubt, dass bei einer
ganzen Anzahl von Syconen die Dermalostien die ein-
zigen w^asserzuführenden Oeffnungen seien, so weist Pol.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 269
hier ein Interkanalsystem nach, welches H. bei diesen
Schwämmen ausdrücklich in Abrede gestellt hatte. Die
Dermalostien und Dermalporen des Typus Syconvsa IL
sind die Oeffnungen der Interkanäle und die konjunktiven
Poren H.'s sind die gewöhnlichen Poren in der Wand der
Radialtuben, diese mit den Interkanälen verbindend. Auch
mit den vier Arten von Kanalsystemen bei den Leuconen
ist es nichts: weder das bäum-, noch das netzförmige
existirt; in betretf des traubenförmigen stimmt Pol. ganz
mit Vosmaer, auch hier liegt die Sache anders als H.
angab; die blasenförmige Modifikation des Kanalsystems
endlich existirt auch nicht. Mit Vosmaer ist auch Pol.
der Ansicht, dass die Radialtuben der Syconcn nicht
homolog mit einem Äscon sind (Häckel), sondern eine
besondere Art von Geisseikammern darstellen; beide halten
einen einfachen Sycon sowol wie einen Leucon für homolog
mit einem Äscon. Während aber Vosmaer annahm, dass
ein Sycon, der vom Ascon herzuleiten ist, auch in einen
Lencon übergehen kann, glaubt Pol., dass Asconen und
Syconen zwei fundamental verschiedene Modifikationen
des Olynthifs sind, ihr Hauptunterschied bestehe in der
Entwickelung des Mesoderms. Vosmaer {Qg) stimmt dem
später zu. Nach Pol. sind Leuconen modifizirte Syconen,
ihre Geisseikammern sind homolog den Radialtuben, die
Ausströmungskanäle gehen als Einstülpungen der inneren
Höhle hervor und die Einströmungskanäle sind Homologa
der Interkanäle der Syconen. — Bei einigen Kalkschw.
findet Pol., dass das Plattenepithel der Ein- und Aus-
strömungskanäle aus dicken grobkörnigen Zellen besteht.
Im Mesoderm aller untersuchten Kalkschw. konnte er die
amöboiden und die fixen sternförmigen Zellen (F. E.
Schulze) unterscheiden. Ausser ihnen wurden eigentüm-
liche, vielleicht Nadeln bildende Zellen, Calcoblasten, ge-
funden, welche zu 2 und 3 auf den Spikula lagen.
V 0 s m a e r (5) hat die entogastrischen Septen Häckels bei
Leiiconia {L^encandra) aspera car. cjtgantea studirt und kommt
zu dem Schlüsse, dass die durch diese gebildeten Kanäle
270 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
und Lakunen morphologisch ganz etwas anderes als grosse
ausführende Kanäle sind. Während diese als Ausstülpungen
des Hauptausführungskanales entstehen, sind jene Kanäle
und Lakunen die Ueberbleibsel des ursprünglichen grossen
Kloakenraumes.
Triaoconia,
Weltner hat die Deckgebilde der von 0. Schmidt
untersuchten Triaxonia unter Vergleich mit fossilen Formen
eingehender studirt. Der Aufbau der Decke von
Cystispongia (Aulocystis) superstes 0. Schm. und Cystisp.
bursa Quenst ist der gleiche. Bei der -recenten Form
wird sie gebildet aus dem Gitterskelet und aus an
der Oberfläche des Schwammes angelegten Sechs-
strahlern, welche unter einander verschmolzen und
zwischen denen sich in geringerer oder grösserer
Menge Kieselsubstanz ablagerte, so dass in einem Falle
eine Decke mit weitem Kanalsystem, im anderen eine
poröse Kieselhaut entstand. Die Decke von C. bursa ist
entweder kompakt oder durchlöchert, das Gritterskelet
nimmt an ihrer Bildung theil oder nicht. Cystispongia,
Fieldingia, Margaritella, Diplacodium und Sderoplegma
herculeum haben Deckschichten, welche im Sinne Zittels
unabhängige zu nennen sind, denn sie sind selbstständige
Bildungen, Dagegen sind die bei Bactylocalyx vorkommen-
den Deckgebilde vom Gittergerüst abhängig, denn sie sind
einfache Vei'dickungen desselben. Bei den ersteren Formen
kann wie bei Cystispongia das Gitterskelet selbst in die
Decke hineintreten, diese wird aber der Hauptsache nach
aus selbstständig angelegten Sechsstrahlern gebildet.
Andere vom Gittergerüst unabhängige Deckgebilde
sind die zierlichen Deckgespinnste (Zittel) von Myliusia
(Aulocystis), Dactylocalyx , AphrocaUistes und Volvulina
(Cyrtaidon); sie werden nun auch von Farrea facunda,
Syringidium zittdii (Lefroyella decora) und von Aphro-
caUistes genauer beschrieben. Bei den zahlreichen
untersuchten Stücken der Farrea aus dem mexikanischen
Busen war stets ein besonderes Dermal und ein ab-
in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 271
weichend davon gebautes Gastralskelet vorhanden. Verf.
glaubt, dass sich diese Deckgespinnste auch noch ander-
weitig finden würden. Abzutrennen von den Deckschichten
sind die basalen Platten der Hexaktinelliden, welche bei
vielen Arten nur zur Anheftung des Schwammes an seine
Unterlage dienen. Bei Cystisp. superstes werden sieb-
förmig durchlöcherte Platten beschrieben, entstanden aus
5 Strahlern. Bei einer Reihe von Didyoninen fanden sich
eigentümliche Nester von Gitterwerken, welche zu sphä-
rischen Körpern mit dicker Wandung führen. Die An-
sicht Schmidts, dass die jungen Sechsstrahler an den
Balken desDictyoninengerüstes aus diesen durch Sprossung
heiTorgehen, wird von W. verworfen.
Tetraxotiia.
Sollas (2) lehrt den Bau von Pachymatisma john-
stonia^ TetiUa (Cmniella) craniiim und Thenea wallichii
(muricata) kennen. Die Rinde von Pachym. jolinst. be-
steht, von aussen nach innen betrachtet, aus einer feinen
Membran, einer Kieselstäbchenschichte, einer zellentragen-
den, mitunter mit interzellularer Substanz und Fibrillen
ausgerüsteten Lage, welche aber auch ganz fehlen kann,
eines Kieselkugeln führenden Stratums und der sub-
kortikalen Schichte. Das Mark stellt ein granulöses, zum
Teil auch vesikuläres Bindegewebe dar. Darin Zellen mit
Oeltropfen gleichenden Kügelchen. Einführendes Kanal-
system: Poren nicht gleichmässig über die Schwamm-
oberfläche zerstreut, vielmehr in Gruppen. Unter jedem
Porenbezirk eine weite Höhle, Ckone, die durch einen
Sphinkter von der darunter liegenden zweiten Höhle ge-
trennt ist. Ausführendes Kanalsystem: die feinen von
den Kammern führenden Kanäle vereinigen sich zu
grösseren und münden in eine geräumige Höhle, welche
durch einen Sphinkter mit dem Oskulum kommunizirt.
Es werden histiologische Details der genannten Teile des
Kanalsystems gegeben und die Spikula beschrieben. Ferner
Vergleiche des Baues zwischen den verwandten Gattungen
Pachymatisma, (jeodia, Isops und Cydonium gezogen. —
272 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Tetilla cranivm bat eine äussere feiiiporöse Haut, welche
auf den vorstehenden Nadelspitzen ruht und den ganzen
Schwamm überzieht. Unter ihr subdermale Räume. Es
folgt eine weissliche Partie. Diese 3 Teile bilden die
Rinde der KSpongie. Die Kanäle liegen im Mark. Das
Kanalsystem: die in Gruppen liegenden Poren führen in
die untereinander kommunizirenden Subdermalräume.
Diese laufen in Ectoclione aus, welche durch Sphinktere
von den Entochonen getrennt sind. Von letzteren gehen
die Einströmungskanäle ab, sich verzweigend und plötzlich
in der Richtung ihres Laufes feine Kanälchen in die
Geisseikammern abgebend. Die aus den Kammern führen-
den Kanälchen sind etwas länger als die einführenden
und verbinden sich zu den grossen in die trichterförmige
Kloake ausmündenden Kanäle. Das Oskulum ist eine
Fortsetzung der äusseren Haut. Histiologie: das Ektoderm
der Subdermalräume besteht aus polygonalen Plattenzellen,
deren Zellgrenzen verschwinden können, so dass eine
Membran mit Kernen entsteht. In dieser kernhaltigen
Haut kommen ( und S förmige Spikula vor: also meso-
dermale Gebilde im Ektoderm. Um den Nukleus sieht
man oft Protoplasma und einen Zellwall, so dass hier
Zellen in der Membran eingebettet erscheinen, was aber
vielleicht ein durch das Abtödten in Alkohol hervor-
gerufenes Bild sein kann. Die äussere Haut besteht aus
oberflächlicher dünner Membran mit darunter liegenden
Zellen. Auch hier die hakenförmigen Spikula. Da die
Membran selbst keine Kerne zeigt, so ist es schwer, zu
entscheiden, wo hier das eigentliche Ektoderm zu suchen
ist; vielleicht liegt letzteres erst auf der Membran und
wäre durch Silbernitrat nachzuweisen. Dagegen besteht
das Oskulum und der Boden der Kloakenhöhle darunter
aus drei Schichten, äusserem und innerem Ektoderm, da-
zwischen Mesoderm. Der Rand der Poren in der Haut
zeigt sichelförmige Zellen. Wenn S. nun fortfährt (p. 154),
dass die Haut auch aus diesen 3 Lagen besteht, so kann
ich das mit dem oben gesagten nicht recht in Einklang
in der Spongiologie für die Jabre 1882—1884. 273
bringen. Die unter der Haut und den Subdermalräumen
folgende Scliichte ist fibrilläres Bindegewebe. Am Ein-
gang der Einströmungskanäle liegen muskulöse Sphink-
teren. Das Mark bestellt aus hyaliner Grundsubstanz mit
schwer erkennbaren Zellen, dazwischen Eier. Sperma
hat S. nicht gefunden. — Thenea wallichii. Der Schwamm
besteht aus Haut und Mark, hat aber keine Rinde. Das
Kanalsystem beginnt mit über die ganze Oberfläche zer-
streuten Poren, welche direkt in Kammern oder Vesides
unter der Haut führen. Solche Kanäle, wie sie sonst bei
Spongien bekannt sind, giebt es hier nicht, sondern sie
sind ersetzt durch hinter einander liegende Blasen, w^elche
sich mit Sphinkteren in einander öffnen. Die Blasen
enden mit einer grossen Oeffnung in den Geisseikammern
und ebenso die abführenden Kanäle, welche bis auf die
letzten Aeste wieder die eigentümliche blasenf örmige Ge-
stalt zeigen. Oskulum gewöhnlich auf der Mitte des
Schwammkörpers. Das Ektoderm ist eine den Schwamm
überziehende dünne Membran mit Zellen ohne Zellgrenzen.
Auch die Zellen der einführenden Kanäle ohne solche.
Auch bei Thenea liegen Kieselkörper in diesem Epithel.
Die Entodermzellen des abführenden Systems entbehren
ebenfalls der Zellgrenzen. Die Geisseikammer besteht
aus etwa vierzig Zellen. Das Mesoderm ist ein gallertiges
Bindegewebe mit wenig Körnchen. Die Zellen desselben,
oft mit Vakuolen, haben lange Protoplasmafortsätze, die
Zellen vielfach mit einander verbindend. Auch kommen
Kommunikationen durch die feinen Fortsätze zwischen
den Zellen und den Geisseikammern vor. Ausser diesen
Zellen des Mesoderms noch andere mit einem oder
mehreren farblosen, homogenen, äusserst stark licht-
brechenden kugeligen Körper darin, vielleicht Reserve-
nahrung und Albuminoid darstellend. Ferner Muskel-
faserzellen in den Sphinkteren der Blasen. Eingehend
werden die Spikula geschildert.
Marshall (5), Bau von Agilardiella s. bei Systematik.
Arch. f. Naturgescli. 53 Jahrg. II. Bd. 3. H. g
274 Dl"- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Monaoconia,
Nassonow giebt Notizen zur Anatomie von Clione
(Cliona) stattoms. Das äussere Epithel besteht zum grössten
Teile aus platten mit Ausläufern verbundenen Zellen ohne
Zellgrenzen. Dagegen wurden solche an den Platten-
zellen des Oskulums und der Ausfuhrskanäle gefunden.
Die Geisseikammern sind kugelig mit grosser Abfuhrs-
öffnung, ihre Zellen kolbig mit feinkörnigem Plasma. Die
parenchymatische Grundsubstanz ist strukturlos und birgt
Zellen, Fäserchen und Kerne ausser dem Skelet; von
Zellformen werden unterschieden: abgerundete oder ovale,
welche Pigment führen, grosse kolbige mit viel Pigment,
amöboide Pigmentzellen und kleine farblose Zellen. Dazu
noch Zellen, mit langen Ausläufern untereinander ver-
bunden, und endlich in der Wand der Kanäle Faserzellen.
— Der ausgewachsene Schwamm lebt in der Muschel-
schale selbst und durchsetzt diese mit zahlreichen Aus-
läufern. Auf beiden Seiten der Schale kommunizirt der
Schwamm mit dem Wasser, auf der einen Seite liegt das
Oskulum als grosse Oeffnung, auf der andern die kleinen
Poren.
Carter (4) bespricht die Unterschiede der Geissei-
zellen und Spermatozoen bei Spongilla. Nichts Neues.
Dybowski (1) zeigt, dass bei Spongilla lacustr. die
starke, die Nadeln zusammenhaltende Hornsubstanz in
Kalilauge unlöslich ist, dagegen lösen sich die Spikula auf.
Ders. (3) findet an der Basis des Schwammkörpers
von Spongilla lac. eine dünne Basalmembran, von der die
hornigen Skeletzüge ausgehen.
Nach Joseph sollen die sehr kleinen Wimperkammern
von Spongilla stygia Jos. nur eine Eingangs- und eine
Ausgangsöffnung haben.
Eine mit Eisenrost infizirte Meyenia leyclyi Ctr. zeigte
nach Potts (6) durchweg Skeletnadeln mit äusserst weitem
Zentralkanal und Amphidisken, deren Scheiben meist nur
aus feinen Strahlen bestanden.
Nach Retzer sollen die SpongiUen in ihrem Bau
und ihren Lebenserscheinungen ausserordentlich ähnlich
in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 275
sein und die äussere Körperform in einander übergehen.
(Unter „Bau" versteht Autor offenbar nur den des Skeletes.
Eef.) E,. giebt Notizen über die Skeletnadeln und den
Nadelbelag der Gremmulä mit sehr primitiven Abbildungen.
Nach Ridley (3) hat Jotrochata ein Kanalsystem
vom 3. Typus Vosmaers.
Carter (1) handelt über Variation der Spikula von
Esperia (Esperella).
Ceratospouf/ia,
Lendenfeld (1) hat das Wachstum der Hornfaser
an Äplysmiden untersucht und kommt zu anderer Ansicht
als Schulze. Von den Spongoblasten werden schubweise
Hornsub stanzkupp ein abgeschieden, die Spitze der Fasern
besteht aus Spongiolin. Das Mark der Faser wird da-
durch gebildet, dass in derselben eingeschlossene Zellen
aus der umliegenden Spongiolinmasse Mark erzeugen.
Autor erinnert an die Flemingschen zwischen den La-
mellen der Faser liegenden Zellen, die er aber später
für Algen hält (s. Symbiose). Während die Hornfasern
kegelförmig sind, ist das Mark in den jüngeren Teilen
derselben fernrohrartig gestaltet, dagegen in den älteren
kegelförmig. In den fernrohrartigen Absätzen liegt eine
körnige, aus Zellen bestehende Masse, welche die Skelet-
substanz lösen und sie als Mark wieder abscheiden. Da-
durch entsteht bei den älteren Fasern der grössere Durch-
messer des Markzylinders. Bei einer Art fand L. als
Vegetationsgipfel nicht einfache Spongiolinzapfen, son-
dern Büschel von Fasern, diese verwachsen und werden
von der Hornsubstanz in die Faser eingebettet. Der
Durchschnitt solcher Faser zeigt zahnradähnlich in ein-
ander greifende Lamellen. An älteren Fasern dieser Art
ist die Markaxe kreisförmig und tritt in die Hornlamellen
der Rinde ein: sekundäre Markbildung. Ein weiteres
sekundäres Durchbrechen von Marksubstanz durch die
Sponginschichten beobachtet L. an jungen Zweigen der
Hornfaser. Bei diesen ist nämlich, so lange sie jung
276 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
sind, das Mark in keinem direkten Zusammenliange mit
der Markaxe der Hauptfaser.
Lendenfeld (2) giebt eine ausführliclie Schilderung
von Aplysilla violacea Ldf., Dendnlla rosea Ldf. und aero-
phoba Ldf. Das Skelet von Apl. violacea besteht aus einer
basalen Spongiolinplatte mit daraus sich erhebenden ver-
zweigten Hornfasern, an denen man Stamm und Seiten-
zweige nicht unterscheiden kann. Kanalsystem : die Poren
der Haut sind von einem feinen Häutchen überzogen, in
denen zahlreiche feine, sich nie ganz schliessende Löcher.
Die Poren, durch Sphinktere verschliessbar, führen in grosse
subdermale Lakunen. V o s m a e r (6e) tadelt hier die zur Ver-
wechslung Anlass gebenden Ausdrücke Haut, Häutchen und
Poren.— Die an die Lakunen stossenden freien Oberflächen
führen unter ihrem Epithel kontraktile Faserzellen, wodurch
die Subdermalräume selbst ganz geschlossen werden können.
Die einführenden Kanäle liegen zwischen den Hautporen
und steigen senkrecht in den Schwamm hinab, ohne sich
zu verästeln. Sie gleichen Cylindern und haben* kon-
traktile Wandungen. Die elliptischen Geisseikammern
liegen radial um die Einströmungskanäle und finden sich
nur in der mittleren Schwammpartie. Die sehr feinen
Einlassporen sind bis zu 6 vorhanden, doch wurden auch
Kammern ohne jede Einlasspore gefunden. Die grosse
Ausgangs Öffnung ist in ihrer Grösse veränderlich. Die
abführenden Kanäle haben einen unregelmässigen Quer-
schnitt und sind 2 — 3 mal so weit als die Einfuhrskanäle.
Als lakunöses Netz an der Schwammbasis beginnend, ver-
einigen sie sich zu weiten Ausströmungskanälen, w^elche
in der Geisseikammerzone keine seitlichen Zuflusskanäle
haben. — Aus dem Befund, dass die basale Hornplatte
des Schwammes grosse Sandkörnchen trägt, während die
Oberhaut stets kleinere birgt, schliesst L., dass von den
an der Oberfläche aufgenommenen Fremdkörpern nur die
grösseren in die Basalplatte transportirt w^erden. Die
Haut, d. h. die die Subdermalräume deckende Platte be-
steht nur aus Ekto- und Mesoderm. Das Ektoderm über-
zieht als flimmernde Plattenzellen die Hautoberfläche und
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 277
auch die Innen- und Aussenseite des feinen die kleinen
Löcher tragenden Häutchens. Die mesodermale Lage ist
eine homogene strukturlose Gallerte mit sternförmigen
Zellen, ferner amöboide Zellen, Faser und Drüsenzellen.
Alkoholabtödtung bewirkt, dass die Anastomosen der stern-
förmigen Zellen zerrissen und die Gestalt der amöboiden
Zellen geändert wird. L. beschreibt Lage und Struktur
der genannten Zellen. Die Faserzellen bewirken Oeff-
nung und Verschluss der Hautporen und der Löcher des
Häutchens. Die amöboiden Zellen haben Pigmentkörnchen.
Das äussere Epithel der Haut kann verloren gehen und
wird dann von den Drüsenzellen durch einen Schleim
ersetzt, der zu einer Spongiolinkutikula erstarren kann.
Das Epithel kann sich dann wieder unter der Kutikula
neu bilden. Die Drüsenzellen sind homolog den Spongo-
blasten und die äusseren Epithelzellen werden indifferente
Sinneszellen genannt. In der Geisseikammerzone finden
sich in der hyalinen Grundsubstanz sternförmige und
Faserzellen, auch sparsam Wanderzellen. Die Geissel-
zellen wie die von Schulze beschriebenen, aber mit den
violetten Pigmentkörnern. ' An der Ausströmungsöffnung
gehen die Zellen allmählig in das Plattenepithel der aus-
strömenden Kanäle über. Vosmaer (6e) hat dasselbe
bei Kalkschwämmen beobachtet und sieht das als Beweis
der Zusammengehörigkeit beider Zellenarten an; ein
Uebergang der Zellen des einführenden Kanalsystems in
die der Kammern ist dagegen nach V. noch bei keinem
Schwämme beobachtet. Bei Aplys. viol. ist das Platten-
epithel der ausführenden Kanäle etwas höher als der
EinströmungSAvege. Die Zellen beider Kanalsysteme haben
je eine Geissei. — DendriUa rosea hat ein je nach der
Tiefe, in welcher der Schwamm lebt, verschiedenartiges
Skelet. Die Hautporen wie vorher durch ein Häutchen
mit Porensieb verschlossen. Ein grosser von Fädchen
durchsetzter Subdermalraum trennt Haut und Innen-
parenchym. Einfuhrskanäle gekrümmt, hier und da ver-
ästelte Röhren. Keine Geisseikammerzone, die Kammern
durch den ganzen Schwamm zerstreut und wie vorher
278 ^i"- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
senkrecht zu den Ein- und Ausströmungskanälen liegend.
Unterer Teil des Schwanimes durch die ausführenden
Kanäle lakunös. Die grösseren derselben münden z. T.
in das kolbigc Ende des „Oskularrohres" (L. bezeichnet
hiermit jenen grösseren Hohlraum im Schwämme, in den
die abführenden Kanäle der Spongien sich ergiessen),
z. T. aber in einen um dieses Rohr gelegenen Subdermal-
raum, der vom Oskularrohre durch dessen Wand getrennt
ist. Diese Wand ist porenlos. Es muss daher das in
diesen subdermalen Raum eintretende Wasser erst bis an
die Basis des Oskularrohres fliessen, welches sich hier
erweitert, und kann nun in das Lumen desselben ein-
treten. Es ist, wie L. hervorhebt, dieser dem ausströmen-
den Kanalbezirke angehörige subderm. Raum für die Spon-
gien etwas neues. In der äussern Haut des Schwammes
liegen Faserzellen, amöboide Wanderzellen und Drüsen-
zellen. Letztere sowol unter der freien Oberfläche der
Haut als auch an den Wänden der Poren. Die amöboiden
Zellen mit feinem rosenroten Pigment; sie werden durch
die Einwirkung von Alkohol und Ueberosmiumsäure in
kugelförmig angeschwollene Blasen verwandelt. Der von
den Drüsenzellen secernirte Schleim erstarrt nicht zu
einer Kutikula wie vorher. Wenn der Schleim abge-
schieden wird, wird das äussere Epithel abgestossen.
Alkohol fällt aus dem Schleim eine voluminöse Masse,
die beim Verbrennen dem Spongiolin ähnlich riecht.
Autor führt weitere Reaktionen des Schleimes und der
Hornsubstanzen an. Aus der Beschreibung der Elemente
der Haut, der Geisseikammerzone, des Oskularrohres und
der Hornfaser sei folg. erwähnt. Die Epithelzellen der
Porenränder der Haut unterscheiden sich von dem übrigen
flimmernden Plattenepithel. Neben spindelförmigen Faser-
zellen finden sich im Porenhäutchen noch dreistrahlige
Bindegewebszellen. Die Fäden im Subdermalraum sind
nicht einfache Bildungen, sondern bestehen aus einem
Zellmantel und Axe und Kernen. Die Kragenzellen mit
Pigment; solches vielleicht auch in den amöboiden Wan-
derzellen dieser Schwammpartie. Das Epithel des Os-
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 279
kulaiTohres wird, soweit der Subdermalraum reicht, als
ektodermal angesprochen. An der Hornfaser finden sich
wie bei Aplys. viol. bindegewebige Hüllen, Spongoblasten-
mantel, Hornrinde und Mark. Genaue Beschreibung der-
selben. Die Spongoblasten gleichen den Drüsenzellen
der Haut. Es wird versucht, die lagenweise Ablagerung
von Spongiolin an der Hornfaser zu erklären und
das Wachstum der Faser erläutert. Das Mark besteht
aus einzelnen durch Spongoblastenkappen von einander
getrennten Stücken, welche fernrohrartig aufeinander
sitzen. Diese Zellen in den Kappen sollen die harte
Skeletrinde auflösen und in Mark verwandeln; damit
stimmt der Befund, dass wie Schulze (Aplysiniden) schon
beobachtete, nun auch bei den australischen Formen
das Mark alter Fasern weiter als das jüngerer ist.
L. nimmt gegen Schulze Stellung, der das Mark durch
Intussusception dicker werden Hess. Indem sich die Spon-
goblasten aller jener Kappen im Mark durch die termi-
nalen Spongiolinlagen durchfressen, kommt das kontinuir-
liche Mark des Dendrillaskeletes zu Stande. Im Alter
scheiden die markbildenden Zellen wieder Spongiolin aus.
Es wird ferner noch die Bildung des Stammes des
Skelets besprochen. — Dendrüla aerophoba hat ein Skelet,
dessen Form wechselt. Die äussere Haut ist sehr kon-
traktil, indem selbst die grossen Poren geschlossen werden
können. Auch hier ist ein Porenhäutchen vorhanden. In
der Haut keilförmige Sandkörnchen, bei D. rosea diese
nie. Die Subdermalräume bilden um den ganzen Schwamm
ein kontinuirliches Hohlsystem, welches nur von stern-
förmigen Verbindungen zwischen Haut undinnenparenchym
durchbrochen ist. Einführende Kanäle drehrund, ziemlich
reich verzweigt, im Innern unregelmässig verlaufend.
Geisseikammern spärlich. Ausfuhrssystem mit unregel-
mässigen Gängen beginnend, nach abwärts steigend, da-
bei sich zu Sammelkanälen vereinigend und in die ba-
salen Aeste des Oskularrohrs mündend. Die unter dem
Oskulum liegenden Zweige des Oskularrohres übertreffen
dieses im Lumen. Im oberen Teil der Zweige keine
280 Dr "W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Löcher. Ein Subdermalraum, der die Wand des osku-
larenRohres und seiner Zweige von dem übrigen Schwamm-
parenchym trennt, fehlt hier. Die Histiologie schliesst
sich nahe an D. rosm an. Dagegen werden die amöboiden
Zellen durch Alkohol beim Abtödten der Spongie nicht
in der Form verändert. Das Epithel des ganzen Oskular-
rohres gleicht dem der ausführenden Gänge und wird
deshalb als ektodermal angesehen.
Polejaeff (3) fand nirgends im Marke von Horn-
spongien Spongoklasten (Lendenfeld) und hält die die
Marksubstanz bildenden Zellen für Spongoblasten, die
hier nicht langgestreckt sind, sondern polygonale Gestalt
haben. — P. bespricht die Tendenz der Hornspongien
mit homogenen Fasern, fremde Körper in diese einzu-
schliessen. Ferner werden algenähnliche runde Körner
und glockenklöppelähnliche Organismen bei Cacospongia
dendroides beschrieben, welche sich hier zusammen mit
Filamenten finden ; die mögliche Entwickelung der ersteren
in die letzteren konnte nicht verfolgt werden. Wie bei
Cacospongia, so wurden auch bei Stelospongos Filamente
gefunden. — Von zahlreichen Arten giebt P. anatomische
und histologische Schilderungen, eingehend werden Jan-
thella, Psammoclema, Psammopemma, Carteriospongia und
Vero7igia behandelt. Die Fleming'schen Zellen in der
Hornfaser |von Jaiithella konnte P. auch an den Enden
der Faser, selbst der jüngsten konstatiren. Die Oskula
dieses Schwammes liegen in Gruppen, jedes besteht wieder
aus mehreren Oeffnungen. Das Wasser läuft durch die
pori dermales in Höhlungen unter der Haut, geht von hier
durch pori camer ales in die unregelmässig gestalteten
Geisseikammern, durch deren grosse Ausströmungsöffnung
es in die Abfuhrskanäle gelangt. Jedes Oskulum stellt
mit den Einlassporen und den Kanälen ein für sich ge-
schlossenes Ganzes dar. Das Ekto- und Entoderm zeigen
gleichen Bau. An der äusseren Schwammoberfläche fehlte
ein ektodermales Epithel, dagegen eine Kutikula vor-
handen. Mesoderm aus heller Grundsubstanz und fixen
und amöboiden Zellen bestehend. Unter den fixen sind
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 281
die spindelförmigen weit häufiger als die sternförmigen
und liegen besonders zahlreich um die Poren und Oskula.
In der Haut hypodermale Drüsenzellen. — Psammopemma
hat kleinere Geisseikammern als alle bisher bekannten
Hornschwämme. Bei Cacospongia ymcwZzyVra werden Blasen-
zellen gefunden. Bei Cosniderma ist das dicke um die
wachsenden Embryonen liegende Plattenepithel auffallend,
welches diesen Nahrung zuführt. — Der Bau von Car-
teriospongia ist folgender: Poren über beide Oberflächen
des Schwammkörpers zerstreut, in subdermale Räume
führend und diese meist unmittelbar in die Kammern
gehend. Letztere halbkuglig mit zahlreichen Einlassporen
und einer grossen Ausfuhrsöffnung, die in grosse Lakunen
führt. Diese sich vereinigend und in die Oskula endend,
welche entweder auf der Aussen- oder der Innenseite
des Schw^ammes liegen. Grundsubstanz in der Umgebung
der Kammern fast körnchenlos. — Auf den Skeletfasern
von Verongia hirsuta liegen kleine Plattenzellen, welche
als Spongoblasten angesehen werden, die wieder in ge-
wöhnliche sternförmige Mesodermzellen überzugehen in
Begriff sind. Verongia tenuissima Hyatt schliesst sich im
Bau eng an Aplysina aerophoba an; die Fibrillen wurden
bei ersterem Schwamm vermisst. Neben Ei und Sperma
wurden Reservenahrungsballen gefunden.
Ridley (3) beobachtet Pigmentzellen bei Dysidea
(Spongelia) fusca.
Vosmaer (4) giebt die Anatomie und Histiologie von
Velinea gracilis Vosm. Kanalsystem wie bei den Spon-
geliden. In der Kloakenhöhle wurde das auskleidende
Plattenepithel häufig vermisst. Die Zellen der Binde-
substanzschichte stehen mit sehr langen feinen Ausläufern
in Verbindung. In den verschieden geformten Zellen sehr
oft Vakuolen. Die Hornfaser zeigte die von Euspongia
bekannten glänzenden gelben Körnchen, welche bei
längerem Kochen in Eau de Javelle verschwinden. Im
übrigen vergl. Vosmaer (1).
282 Dl"- W. W eltner: Bericht über die Leistungen
Physiologie.
Allf/em eines.
Brandt (1) fand, dass sich grüne SpongUlen am besten
in filtrirtem und oft erneuertem Wasser hielten, am we-
nigsten gut in dem nicht filtrirten Wasser des Sees, dem
sie entnommen waren.
Nach Hyatt (1) biklet die in den Löchern der Auster-
schalen lebende Clione (Cliona) die Löcher selbst.
Krukenberg (1) konnte wie andere Untersucher bei
Vioa keine sauere Reaktion nachweisen; es bleibt daher
fraglich, ob die Bohrschwämme die Löcher auf mechani-
schem oder chemischem Wege graben.
Nassonow kann letztere Frage auch nicht ent-
scheiden, fand aber, dass die Löcher mittelst der feinen
Fortsätze des Schwammparenchyms gebildet werden; wenn
diese tiefer in die Muschelschale eindringen, werden
Kalkteilchen herausgehoben und aus den Fortsätzen ent-
leert. Hancock hat den Kieselnadeln eine bohrende
Thätigkeit zugeschrieben; die Untersuchungen N.'s sind
aber an jungen der Nadeln noch entbehrenden Vioen
gemacht.
Solger stellt die Angaben über Verdauung (ob durch
Ekto-, Meso-, Entoderm), über die verdauenden Encyme,
die Reservenährstoffe, die Farbstoffe und die Bildung der
Hornfasern zusammen.
Noll (1) beobachtet Leuchten an jungen Renieren
in Aquarien.
Noll (1) sah eine Reniera zu Grunde gehen, nach-
dem die Larven ausgeschwärmt waren.
Nach Mars hall (6) geht Spongüla lacustris nach der
Bildung der Gemmulä ein.
Krukenberg (1) theilt seine Untersuchung über die
Höhle der Suberites mit, in welcher der Pagurus lebt.
Die vom Krebs bewohnte Höhle ist spiralig und erscheint
als die Fortsetzung der gewundenen Gasteropodenschale,
welche von dem Schwamm überzogen wurde. Diese Höhle
ist nach Kr. von etwas modifizirter Schwammsubstanz
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 283
gebildet imd wird von dem Krebs erzeugt Er nennt sie
dsihGY Reactio?isci/sfe. Der Schwamm löst also die Schnecken-
windungen nicht auf, ebenso wenig Tethya lyncur. die
an ihr haftenden Muschelfragmente. Auch diese Befunde
sprechen für die Abwesenheit saurer Säfte oder Gewebe
bei Spongien; doch glaubt Kr., dass viele eine sauere
Reaktion zeigen.
Potts (2) glaubt auf eine Möglichkeit der Ver-
bastardirung zwischen Spongüla und Meyenia schliessen
zu können. (Es wäre das wol der erste Fall bei Spon-
gien. Ref.)
Ernährimg,
Nach Brandt (1) halten die grünen Körper der ßüss-
wasserschiüämme diese am Leben; grüne Spongillen können
monatelang in filtrirtem Wasser gehalten werden, sie er-
nähren sich dann vermöge ihrer grünen Körper (Algen)
durch Assimilation von anorganischen Stoffen. Indem aber
die Algen Stärke produciren, führen sie den Schwämmen
Nahrung zu; Brandt (2).
Krukenberg (2) fasst seine schon früher bekannt
gegebenen Ansichten über die Ernährung der Schwämme
zusammen.
Brandt (2) zählt diejenigen Schwämme auf, in denen
Stärke gefunden worden ist. Auch diejenigen sind genannt,
bei welchen das Fehlen von Stärke bisher konstatirt
wurde. Br. glaubt, dass Algen und Stärke sich gegen-
seitig bedingen. Die Algen produciren Stärke.
Krukenberg (3) hält dagegen von den Angaben
über Vorkommen pflanzlicher Stärke bei Spongien nichts.
„In den meisten, wenn nicht in alleii Fällen, haben die
Untersucher das Eintreten der Schwalbe'schen Lipocliror)i-
reaction auf Amj^lum bezogen. Stärkehaltige wässerige
Auskochungen, an welchen diese Substanz allein sicher
erkannt werden könnte, habe ich (Studien I. Reihe, IL Ab-
theilung, p. 55 etc.) vielleicht ausschliesslich, jedenfalls
zuerst aus Spongien zu erhalten versucht, jedoch mit
negativem Erfolge." Schon früher hat Krukenberg (1)
284 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Suberites dorn., Tethya lyncur., Myxüla fascic. u. Cliondrosia
renif. vergeblich auf animalische Stärke, Glycogen, unter-
sucht, will jedoch deshalb nicht annehmen, dass diesen
Schwämmen in jeder Lebensphase Glycogen fehle.
Wie bei Pflanzen durch das Chlorophyll Stärke ge-
bildet wird, so soll auch bei den Spongien nach Kru-
kenberg (1) vermöge eines Pigmentes, des Tetronerythrins,
Reservematerial erzeugt werden.
lieber Stärke und amyloide Substanz siehe ferner
Lankester (1) im Abschnitt: Grüne Körper der Spon-
gillidae; Sollas (2) bei Anatomie, Tetraxonia; Pole-
jaeff (3) das., Ceratospongia; Carter (7), Marshall (4)
und Vejdovsky (3) bei Ontogenie.
Verdautmg und Nahriinf/satifnahrne*
Schulze (1 u. 2) s. Allgemeines.
Krukenberg (1) findet Enz^^me trypsinähnlicher
Natur (d. h. Eiweissstoffe bei alkalischer, neutraler und
auch bei sehr schwach saurer Reaktion verdauend) bei
Suberites massa und lobatus. Peptische (d. h. Eiweissstoffe
ausschliesslich in sauren Lösungen verdauend) Enzyme
kommen vor bei Geodia gigas, Suberites flavus, Tethya
lynciirium, Ajilysina aerophoba , Ancorina verrucosa und
Steletta wagneri. Trypsinähnliche ferner bei Syco7ien,
Reniera porosa und Tedania digitata.
Kruken berg (1) Verdauungsversuche mit Fibrin bei
Spongien lehrten, dass mehrere Formen an der äusseren
Oberfläche verdauen, bei andern z. B. Suberites massa
wurde auch in den tieferen Schichten Verdauung kon-
statirt. — In seiner „Kritik der Schriften über eine so-
genannte intrazellulare Verdauung bei Coelenteraten" ver-
sucht er nachzuweisen, dass die Fütterungsversuche an
Tieren mittelst Farbstoffen durchaus nicht dazu geeignet
seien, einen Aufschluss über die Frage zu geben: an
welcher Stelle die Coelenteraten verdauen. Wenn auch
gewisse Zellen die Farbstoffe aufnehmen, so erlaubt das
noch keine Schlüsse auf die Verdauung zu machen. Er
selbst habe dagegen zuerst Versuche mit wirklich ver-
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 285
daubarer Eiweisssubstanz (Fibrin) gemacht, hierdurch
wurde das Fehlen eines verdauenden Sekretes bei Coe-
lenteraten nachgewiesen und dargethan, dass die Ver-
dauung- an der äusseren Oberfläche des Tieres geschieht.
Die von andern (Metschnil^off, J. Parker, Ray Lankester
und andern) den Coelenteraten vindizirte intrazell. Ver-
dauung, bei welcher das Futter durch amöboide Zellen
im Leibe herumgekarrt wird (IL p. 141) kann er nicht
beistimmen, da die Farbstoffe unverdaulich seien.
Metschnikoff hält dagegen an der intrazellularen
Verdauung bei Coelenteraten und Spongien fest. Bei
letzteren nehmen die Kragenzellen (Entoderm) die Nah-
rung auf, bei einigen Schhwämmen jedoch die Mesoderm-
zellen. Ferner sah M. „Nahrung einschliessende Zellen
sich vom Entoderm entfernen, um sich in's Innere des
Mesenchyms zu begeben." Während Krukenberg Farb-
stoffe für unverdaulich hält, weist M. auf Untersuchungen
anderer Forscher hin, welche zeigen, dass Carmin für
Tiere wol verdaubar, aber nicht nahrhaft ist und wieder
ausgeschieden wird.
In Erwiderung hält Krukenberg (1) zunächst den
Ausdruck intrazellulare Verdauung für unglücklich und
ersetzt ihn durch zellular, weil bei Coelenteraten die Ver-
dauung an der Oberfläche der Zellen stattfinde. Nach
Kr. soll der verdauende Teil des Körpers bei Coelen-
teraten und Spongien die ektodermale Körperoberfläche
sein, „im Innern meist durchaus nicht." Es wird die
Untauglichkeit von Carmin, weil ein leicht löslicher Stoff,
für Versuche über Nahrungsaufnahme betont und dazu
die wirklich verdaubaren unlöslichen Kohlenhydrate und
Eiweisssubstanzen vorgeschlagen. Indigo werde durch
die Verdauungssäfte nicht gelöst. Das Eindringen von
Nahrungsstoffen in's Innere von Entodermzellen, lässt Kr.
nur für uuverdaubare oder schwer verdauliche Nahrung
gelten. Wirklich verdaubare Stoffe würden dagegen nur
von der Oberfläche der Zellen verdaut und in die Zellen
nichts unverdaubares aufgenommen.
286 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Lendenfeld (2) experimentirt mit Karmin und findet,
dass die ektodermalen Plattenzellen der subdermalen
Räume bei AjAysiniden solches aufnehmen, den darunter
liegenden amöboiden Zellen des Mesoderms übergeben
(wie?), hier zum Teil verdaut werden und die unver-
dauten Teile den Geisseizellen übertragen, welche sie
ausstossen. Wo ausgebildete Subdermalräume fehlen,
soll die Verdauung durch das Epithel der einführenden
Kanäle bewirkt werden.
Polejaeff (2) stimmt Lendenfeld zu, dass bei Spon-
gien die Nahrungsaufnahme durch das Plattenepithel
geschieht, glaubt aber, dass sowol das ekto-, als das
entodermale dazu befähigt ist. Wenn die Geisseizellen
auch gelegentlich Nahrung aufnehmen werden, so sind
sie doch die den Wasserstrom erzeugenden Elemente.
P. hält mit Krukenberg Karmin für Versuche über Nah-
rungsaufnahme ungeeignet. Was die Verdauung selbst
anlangt, so meint P. , allen Zellen einer Spongie diese
Funktion zuschreiben zu müssen.
Lendenfeld (5) möchte es jetzt für möglich halten,
dass Ekto- und Entoderm verdauen. Die Keimblätter
der Spongien sieht er als indifferente an.
Atimmg,
Merejkowsky hält gegen Krukenberg seine Hypo-
these aufrecht, dass das Zoonerythrin die Hautatmung
vermittelt und somit bei den niederen Tieren die Rolle
übernimmt, welche bei den höheren dem Hämaglobin
zukommt. Autor schreibt allen den von Krukenberg als
Lipochrome zusammengefassten Pigmenten eine respira-
torische Rolle zu.
Sekrete,
Lendenfeld (2) bestimmt die Menge der von den
Drüsenzellen bei DendrilUt rosea secernirten Schleimes
und giebt Reaktionen desselben an.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 287
Pigmente f Fette, Cellulose etc.
Brandt (2) bespricht die gelbbraunen Zellen von
Hircinia variahüis und Reniera cratera.
Das schon früher bei Spongien nachgewiesene dia-
statische Enzym findet Krukenberg (1) jetzt noch bei
andern Schwämmen. — Bei einigen Spongien werden die
Gerinnungstemperaturen ihrer Eiweisskörper bestimmt. —
Der Nachweis von Harnsäure, Harnstoff, Taurin, Tyrosin
und Leucin gelang bei Spongien nicht. — Die Vermutung,
dass viele nach Phosphordampf riechende Schwämme
Ozon entwickeln, fand sich nicht bestätigt. — Bei einer
Anzahl fanden sich vier verschiedene spezifische Stoffe:
Aetherisches Oel, Farbstoffe, Cholestearin oder ein diesem
nahe verwandter Körper und echtes Fett. Ferner wird
Tetronerythrin (später Zoonerythrin genannt) bei Spongien
gefunden, es wird die Menge der Trockenrückstände und
deren Aschen von einigen Formen bestimmt und der
Prozentgehalt an Wasser, organischer und anorganischer
Materie sowol des lebenden Schwammes als seinesTrocken-
rückstandes festgestellt. — Bei Suberitis dorn, wird ein
grünes, bei Hircinia variab. u. Steletta ivagneri ein fluores-
zirendes Pigment nachgewiesen und der gelbe Farbstoff
von Aplysina aeropUoba untersucht. Bei Suberites massa
und lobahis hat Kr. das Spongin untersucht. (Vosmaer (1)
p. 435 hat auf den Lapsus hingewiesen); ebenso bei
Aplysina aero2)h. und beim Badeschwamm. Es unter-
scheidet sich vom Conchiolin nur dadurch, dass es beim
Kochen mit verdünnter Schwefelsäure neben Leucin reich-
lich GlykokoU giebt. — Die Prüfung des rosafarbenen
im Gewebe von Hircinia variab. diffus verteilten Pigmentes
ergab eine Verschiedenheit von dem^ roten Farbstoff von
Bugula. — Den Farbstoff von Hircinia und die bei Re-
nieriden sich findenden violetten und purpurnen Pigmente,
Floridine, hält Kr. für Produkte der Schwämme selbst
und nicht für resorbirte Florideenfarbstoffe. Dagegen
misslang der Nachweis von Floridinen bei gelb, orange,
rot und dunkelbraun oder schwärzlich gefärbten Spongien.
— Bei Aplysina aeroph. findet er fünf verschiedene gelbe
288 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Pigmente, z. T. auch noch bei anderen Formen vor-
kommend. Der bei Äpl. aer. überwiegende Farbstoff ist
das Aplysinosulfin, nach dem Tode des Schwammes durch
Sauerstoffaufnahme in Ä.plysinonigrin übergehend; es soll
sich auch noch bei Hircinia spinul. und Aplys. sidf. finden,
bei letzterer geht aber nach dem Tode des Schwammes
das Aplysinosulfin viel langsamer in die schwarze Ver-
bindung über. Bei Aplys. aeroph. ist ein Stoff vorhanden,
der eine starke Verwandtschaft zum Sauerstoff hat, im
lebenden Schwamm findet diese Verbindung statt, nach
dem Absterben desselben aber oxydirt sich sofort das
Aplysinosulfin. — Bei einer Reihe Schwämme werden
noch Lipochrome untersucht, d. h. von Fetten leicht lös-
bare Farbstoffe, welche sich gegen gewisse Reagentien
gleich verhalten. Ganz eigentümlich scheint das purpur-
rote Pigment von Poliopogon amadou zu sein (cf. Moseley
Quart. Journ. Micr. Sc. 17. NS. 1877 p. 1).
Die Arbeit von Merykowsky (Compt.rend.T.93,p. 1029,
1881) über das Zoonerythrin war von Krukenberg ab-
fällig kritisirt worden. Aus der Erwiderung von Mery-
kowsky interessirt uns folgendes: Das genannte Pigment
wurde bei Suberites dorn., Suberites sp., Aociiiella polypoides,
Axinella cannabina, Spongelia, Reniera und Tuber eUa tethyoi-
des gefunden und liegt in den oberflächlichen Schichten
des Schwammkörpers. Es ist unlöslich in Wasser, löslich
in Alkohol, Aether, Terpentinöl und Essigsäure, wird mit
Schwefelsäure blau, ist in Schwefelkohlenstoff unter Rot-
färbung löslich und wird durch das Licht entfärbt. Die
von Krukenberg angegebenen Reaktionen sind an solchen
zersetzten Extrakten angestellt. — Aus der violetten
Varietät von Suberites domunc. wird ein gleichfarbiges
Pigment: Suberitin beschrieben, welches sich aber auch
in der gemeinen roten Art findet. — Inzwischen war nun
von Krukenberg die 3. Abthlg. der Vergl. phys. Stud. IL R.
erschienen. Kr. hatte jetzt auch (s. ob.) das Zoonerythrin
bei Wirbellosen gefunden und eine Reihe von Variationen
desselben unterschieden, die aber nach Mer. hauptsächlich
nur durch ihre Namen von einander differiren. —
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 289
Nach Lendenfeld (•2) ist die Farbe von ApJysiUa
violacea je nach der Beleuchtung verschieden. Die eigen-
tümliche karmesinrote Farbe liegt in den äussersten Zell-
schichten und fehlt abgestorbenen, ihres Ektoderms be-
raubten Exemplaren. Alkohol löst den Farbstoff, dagegen
nicht die die violette Farbe des Schwammes bedingenden
Pigmentkörner. Kalilauge greift letztere nicht an. —
Unter ungünstigen äusseren Einflüssen ändert Dendrilla
aeropkoha seine gelbe Farbe in blau und dann in schwarz
wie bei Aplysina aeropJi. Die Dendrilla aer. wird in
Alkohol kupferrot; die Farbstoffträger sind hier kleine
Pigmentkörner der amöboiden Wanderzellen.
Siehe ferner über Pigmente Nassonow, Lenden-
feld (2) und Ridley (3) im Abschnitt Anatomie.
Ueber Oeltropfen in Zellen daselbst unter Tetraxonia,
Sollas (2).
Ueber Stärke s. bei Ernährung u. Üb.d.grün.Körp. etc.
Ueber Cellulose s. Carter (4) und Wierzejski bei
Ontogenie.
WacJisium,
Carter (4) fand, dass eine Spojigilla carteri in noch
nicht drei Monaten einen Durchmesser von drei Zoll er-
reicht hatte, was auf ein bedeutendes Wachstum dieser
Art schliessen lässt.
Noll (1) beobachtete, dass auf Hornkorallen an-
gesiedelte Renieren zapfenförmig in's Wasser wuchsen,
andere an der Wand des Aquariums sitzende sich aber
in die Fläche ausdehnten. Darnach scheint die Art der
Unterlage die Form des Schwammes zu bedingen. Das
zeigen auch Beobachtungen in der Natur an Süsswasser-
schwämmen. Hierher auch Dybowski (3).
Potts (3) nimmt an, dass die aus einer Gemmula
entstandene Spongillkle bis zur Zeit der wieder eintreten-
den Gemmulation — also vom Frühling bis Herbst —
eine Grösse erreicht hat, um nun 12 oder mehr Gemmulä
bilden zu können. Von diesen Gemmulä mag etwa die
Hälfte den Winter überstehen, der sich aus ihnen im
Archiv f. Naturgesch. 53. Jahrg. U. Bd. 3. H. T
590 ^^' "W. Weltner: Bericlit über die Leistungen
kommenden Frühjahr entwickelnde Schwamm soll am
Ende des zweiten Jahres wenigstens sechsmal so gross
sein, als der des ersten Jahres. So würde in wenigen
Jahren ein Schwamm von mehreren Zoll Durchmesser
entstehen.
Nach Potts (8) kommen so kolossale Schwamm-
exemplare wie Meyenia leidyi von 1 Zoll Dicke und ein
bis zwei Fuss Länge vielleicht dadurch zu stände, dass
der Schwamm den Winter überdauert und ohne Unter-
brechung mehrere Jahre hindurch fortwächst.
Die für die künstliche Schwammzucht verwandten
Stücke des Sheepwool wuchsen nach Rathbun (2) in den
ersten vier Monaten nicht, es fand während dieser Zeit
nur die Hautneubildung statt. Das wirkliche Wachstum
erstreckte sich nur auf zwei Monate. Die eingesetzten
Teilstücke waren 2V2 Zoll gross. Die in ruhigem Wasser
angepflanzten waren in jener Zeit sehr wenig gewachsen,
die in Strömung befindlichen 4 — 6 mal so gross geworden.
Vosmaer (5) konstatirte an Syconen, dass Exemplare
von 30 mm Länge in einem halben Monat bis auf 65 mm
wuchsen.
Fortpflanzung,
Graeffe giebt bei vielen der aus dem Golfe von
Triest aufgezählten Arten die Zeit der Geschlechtsreife
an (s. Vosmaer (1)).
Diese fällt bei ApJysüla violacea nach Lendenfeld (2)
in Australien in den Herbst (April und Mai).
Clio7ie (Cliona) stationis von Sewastopol hat im Mai
und Juni Eier, Nassono w.
Carter (7) findet Eier bei Halisarca (Oscarella) lobu-
laris von Devon im Juli, bei Aplysina corneostellata (— Dar-
winella aurea) von Vigo Bay im Juni, bei Isodictya simulans,
Esperia sp. und Halichondria sanguinea von Devon im Juli,
bei Grantia compressa von Devon im Mai.
lieber Generationswechsel bei Spongilla (s. Mar-
shall (6) Abschnitt Ontogenie.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 291
Beivef/itiig,
Nach Nassonow schliessen sich bei Cho?ie (Vioa)
stationis die Poren bei Reizung, die meisten Oskula in-
dessen nicht.
Noll (1) konstatirt Formveränderimg ein und desselben
Exemplares von Renieren und Suberites und beobachtet das
Wandern ^m^r Rente m während einiger Monate (1. c. p.l74
und 175).
Tödtet man nach Lendenfeld (2) Aplysiniden mit
Alkohol absol. oder mit Ueberosmiumsäure , so bleiben
die Subdermalräume geöffnet, weil die kontraktilen Zellen
sich nicht mehr zusammenziehen konnten; bei Stücken,
die eine Zeit lang in süssem Wasser lagen oder langsam
von der Unterlage abgelöst waren, schlössen sich jene
Räume.
Symbiose etc.
In Discodennia japonica Död. und calyx Död. lebt
auch Dö der lein (3) ein Cirriped aus der Gatt. Acasta.
Nach Klebs gehören zur Symbiose mit einseitiger
Anpassung, d. h. sich einander gegenseitig nicht bedingend,
folgende Fälle : Schwämme auf Schnecken, Muscheln und
Krabben; Fische und Krebse in Schwammhöhlen: Pontonia
tyrrhena und Typton spongicola, Oega spongiop>küa und
Palaemon sp. in EupJecfeUa. Zur Symbiose mit gegen-
seitiger Anpassung, d. h. das Zusammenleben ist konstant,
werden gerechnet: AxineUa ramosa und cinnamomea mit
Palytlioa; HyaJoriema mirabiUs mit Palytlioa fatua; Spongia
caHilaginea mit Alge (Semper, Existenzbedingungen IL
p. 176 — 181); Spongüla mit den grünen Algen. (Wenn
Kl. p. 397 angiebt, dass sich bei Spongilla Alge und Tier
immer zusammenfinden, so ist das nicht ganz korrekt.
Viele am Lichte wachsende Spongillen führen an einer
Lokalität „Algen", an einer anderen nicht. Ref.) Auch
Potts (3) giebt an, dass im allgemeinen solche Süss-
wasserschwämme, welche dem Lichte ausgesetzt wachsen,
grün sind.
292 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Brandt (2) fand bei Myxüla violettbraune und violette
Algen. Verf. giebt ein Verzeichnis sämmtlicher bisher
in Spongien gefundenen Algen.
Ridley (3) erwähnt Algen in Stell etta clavosa, RhapM-
dopldus procera und Hircinia sp.
Lendenfeld (7) hält die von Flemming zuerst be-
schriebenen Pigmentzellen in der Faser von Ja tithell a für
symbiotische Algen.
Marion (2) fand in Esperia syrinx: Typto^i, Alplieus
laemmanus Hell, und Anonyx edwarclsi.
Stfderites domunc. lebt nach Carter (7) auch auf
Turritella und Buccmum. Das. Abbild.
lieber die sog. Filamente s. weiter unten.
lieber die grünen Körper der SpongilUdae,
Brandt (1) hält mit Sorby und Lankaster den grünen
Farbstoff der Spongülen für Chlorophyll. Die grünen
Körper dieser Schwämme hält er für einzellige Algen,
denn sie bestehen aus einem muldenförmigen Chlorophyll-
korn, hyalinem Protoplasma und besitzen einen Kern.
Der physiologische Beweis für die Algennatur besteht
darin, dass die Körper, wenn isolirt, weiter leben und
Infusorien (Stentor coeruleus) damit infizirt werden konnten.
Tiere, welche mit Algen vergesellschaftet leben, nennt er
Phytozoen.
Auch Carter (4) hat die Ursache der grünen Farbe
an Spongülen von Bombay, hier besonders bei Spongilla
carteri an den dem Lichte ausgesetzten Teilen sich findend,
untersucht. Er konstatirt in den Zellen kleine grüne
Körperchen von V12000 Zoll, giebt jedoch keine weiteren
Aufschlüsse über die Natur derselben.
Geza Entz (1) teilt mit, schon im Jahre 1876 (in
magyarischer Sprache geschriebene Arbeit!) über die
Natur der grünen Körper der Infusorien etc. zu derselben
Ansicht wie Brandt gelangt zu sein. Die grünen Körner
sind Algen. Auch E. fand einen Kern und eine gallertige
Hülle. Sie vermehren sich durch Teilung und liefern
schliesslich einzellige Algen bekannter Gattungen oder
in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 293
nach Eucystiriing Chlcüuijclomonaden und Eiujhnen. Daher
ist die Zoochlorella Brandts nur ein Zustand der ver-
schiedensten in Protozoen und Metazoen lebenden Alg-en.
Er will sie Pseudochlorophyl]köri:>er nennen. (S. die Kritik
von Klebs im biol. Centralbl. IV. 1885).
Lankester (1) hält die grünen Körper nicht für
Algen, sondern für Chlorophyllkörper, welche durch die
Thätigkeit des Protoplasmas in den Zellen gebildet werden.
Dass die grünen Körner echtes Chlorophyll enthalten, ist
durch die Untersuchung von Sorby festgestellt. Dagegen
sei noch nicht bewiesen, ob sie im Sonnenlicht Kohlen-
säure zerlegen und Sauerstoff frei machen, während durch
Blomfield bei Hydra viridis dargethan wurde, dass das
freiwerdende Gas Sauerstoff ist. L. stellt die morpho-
logische Uebereinstimmung der fraglichen Körper bei
SpongiUa mit den pflanzlichen Chlorophyllkörnern fest,
obwol sie in der Form nicht mit diesen übereinstimmen.
Folgende Gründe werden gegen die Ansicht Brandts an-
geführt: Das dem chlorophyllhaltigen Teile anhaftende
Protoplasma des aus der amöboiden Spongillenzelle iso-
lirten Kornes stammt von der Schwammzelle selbst, denn
in der im Schwamm befindlichen Zelle sieht man vom
Korn weiter nichts als den grünen Teil. Der in dem
anhaftenden Plasma liegende Kern existirt nicht. Eine
Zellulosenmembran oder eine aus anderer Substanz be-
stehende Hülle fehlt den Körnern. Dass in den isolirten
Körpern Stärke auftritt, beweist nicht ihre Algennatur,
auch habe weder Brandt noch Lankester solche in den
Körnern innerhalb der Spongillenzelle gesehen. Da-
gegen fand L. amyloide Substanz in dem Plasma der
Zelle und zwar in Vakuolen und in rahdständigen kleinen
Körnchen. Die fehlgeschlageneninfektionsversuche Brandts
sprechen gegen die x\lgennatur. L. fand in den Zellen
farbloser Spongillen keine grünen Körner, dagegen eckige
farblose Körnchen, die sogar in den Zellen schwach
grüner Schwämme die Form der grünen Körner zeigen
konnten. Diese eckigen farblosen ersetzen die grünen
Körner in den Zellen farbloser Spongillen und mögen
294 I^^- W. W eltner: Bericht über die Leistungen
sich im Sonnenlicht in die grünen umwandeln. Die Bil-
dung amyloider Substanz ist übrigens auch unabhängig
von den grünen Körnern, denn farblose Schwämme zeigen
in ihren Zellen eine gleich grosse Menge stärkeähnlicher
Masse wie die grünen Spongillen. Es ist daher die Bil-
dung amyloider Substanz wol eine Eigenschaft des Zell-
plasmas.
Auch Geddes (1 u. 2) hält die grünen Körner von
Spongilla und Hydra nicht für Algen, sondern für thieri-
sches Chlorophyll. Seine Gründe dafür sind: die Zoo-
chlorellen Brandts gleichen keiner bekannten einzelligen
Alge. Die Form und der Modus der Teilung spricht viel-
mehr für echte Chlorophyllkörper. Die Infektionsversuche
von Zoochlorellen aus Hydra in Paramaecium beweisen
nichts, denn Chlorophyll wird nicht verdaut; dagegen
könnte dieses wol aus einem Gewebe in das eines anderen
Tieres übertragen werden. Dass sich Spongillen am besten
in filtrirtem Wasser halten, sei eine sehr schw^ache Stütze
für die Lehre der Symbiose, denn jeder Schwamm brauche
zum Leben viel reines Wasser. — Autor verweist auf
Lankester's Arbeit (1).
Lankaster (2) kritisirt die Arbeit Hamanns (Zeitsch.
w. Zool. 37. 1882) und wendet sich nochmal gegen die
Algennatur der fraglichen Körner in Hydra und Spongilla.
Ausser den schon in der früheren ausführlichen Arbeit (1)
angegebenen Gründen betont L. jetzt noch die ausser-
ordentlich variable Form der grünen Körner, die er früher
genau besprochen und abgebildet hatte. Es ist, sagt L.,
das Vorhandensein eines Kernes und einer wol ausge-
bildeten Zellhülle bei den grünen Körnern von Hydra
(und also auch von Spongilla Ref.) garnicht notwendig,
wenn diese Körner wirklich Algen sind. Wenn jene
Körner in ihrer Struktur von den ähnlichen der grünen
Pflanzen abweichen, dann müsste eine genaue histiologische
Untersuchung das Fehlen oder Vorhandensein eines Kernes
und einer Membran entscheiden. So wenig und so sehr
man berechtigt sei, die Chlorophyllkörner bei Hydra (und
Spongilla Hef.) für Algen zu halten, ebenso wenig und
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 295
ebenso sehr habe man Grund, die Chlorophyllkörner grüner
Pflanzen für solche anzusehen.
Nachdem nun Geza Entz behauptet hat, dass die
grünen Körner der Sjjongülen und anderer Tiere Pal-
mellenzustände längst bekannter Algen sind (s. aber Klebs
im Biol. Centralbl. IV. 1885), so giebt Brandt (2) die
Bezeichnung Zoochlorellen auf. Br. hält aber gegen Lan-
kaster und Geddes die grünen Körper doch nicht für
thierisches Chlorophyll, sondern für parasitäre Algen. —
Wenn Sorby, Lankester, Brandt und Geddes wenigstens
darin übereinstimmen, dass die grünen Körner echtes
Chlorophyll enthalten, hält Krukenberg (3) dafür, dass
letzteres „durch eine zweckentsprechende Farbstoffanalyse
bislang noch bei keinem einzigen Wirbellosen nachge-
wiesen wurde." Kr. giebt p. 176 und 177 die Litteratur
über das vermeintliche Chlorophyll bei Wirbellosen.
lieber die Filamente der Hircinidae Gray,
Polejaeff (3) hält diese Gebilde für Parasiten; er
findet sie auch bei Cacospongia und Stelospongos.
Lendenfeld (7) glaubt, dass die Filamente bei
Hircina von Spongoblasten gebildet werden. Diese können
vielleicht auch auf den im Schwämme lebenden Oscillarien
Spongiolin absetzen, so dass diese eingeschlossen werden ;
indem auch die absterbende Oscillarie durch Spongiolin
ersetzt wurde, entstand ein Skeletwerk, deren Faser aus
Spongiolin besteht, die z. T. aber die Struktur der Horn-
faser, z. T. die der Oscillarie besitzt.
Ontogenie.
lieber Bastardbildung s. Potts (2) bei: allgemeine
Physiologie.
Bei Spongilla laciistris soll nach Marshall (6) ein
Generationswechsel stattfinden. Die überwinternden
Gemmulä liefern im Frühjahr S und ? Spongillen. Diese
pflanzen sich Ende Mai und in der ersten Junihälfte ge-
296 ^^- W. "Weltner: Bericht über die Leistungen
schlechtlich fort, die Jungen werden in demselben Jahre
nicht mehr geschlechtsreif, sondern bleiben Neutra und
gehen im Herbst unter Gemmulabildung ein. Von den
aus den Frühjahrsgemmulä entschlüpften S und $ Spon-
gillen sollen die S nach der Fortpflanzung absterben,
die $ aber Neutra werden und im Herbst in Gremmulä
übergehen. So soll immer eine geschlechtlich und eine
ungeschlechtlich sich entwickelnde Generation mit ein-
ander abwechseln.
lieber die Geschlechterverteilung liegen folgende An-
gaben vor:
Getrennt geschlechtlich ist Tetilla cranium nach
Sollas (2).
Zwitter sind Verongia tetiuissima Polejaeff (3);
AplysiUa violacea Lendenfeld (2), hier die $ Keim-
produkte 14 Tage eher als die $ auftretend; Dendrüla
aeroplioba Lendenfeld (2), hier auch rein ? Exemplare
gefunden; Dendrüla 7wsea Lendenfeld (2) hat gleich-
zeitig reife Eier und Sperma; Reniera feUgrana Mar-
shall (2); Sycandra raphamis Polejaeff (1) und zwar
entweder vorwiegend $ oder vorwiegend $ , ersteres sehr
selten, in anderen Exemplaren wurden nur Eier gefunden ;
Sycon arcticum und Leucüla uter Polejaeff (2).
Eier und Entivickelung aus dem Ei,
Sollas (2) beschreibt den Bau der Embryonen von
Tetilla cranium. (Graniella er.)
Marshall (2) beschreibt die Entwickelung von Reniera
ßligrana; Vosmaer (61)) bezweifelt, ob der von M. unter-
suchte Schwamm wirklich filigrana gewesen ist. Die
jüngsten als Eier erkennbaren Zellen messen 0,05 mm.
Das reife Ei misst c. 0,i5 mm und wird durch eine gerade
Teilungsebene in zwei Hälften zerlegt. Hierauf 4,8 etc.
Zellenstadium ganz in der Weise wie F. E. Schulze bei
Halisarca, Euspongia, Plakina etc. beschrieben habe.
Dazu bemerkt Vosmaer (61>), dass aber in der Ent-
wickelung dieser Schwämme bedeutende Unterschiede be-
stehen! Bei Ren. filigr. tritt schon im Morulastadium von
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 297
32 Zellen eine kleine Furchungshöhle auf; nach der elften
Teilung* scheint die Blastosphära fertig zu sein. Die
Wandungszellen derselben werden prismatisch und haben
auf der ganzen Peripherie ein gleiches Aussehen. Auch
der Kern ändert seine Gestalt, der Zellinhalt wird heller,
während der Inhalt der Furchungshöhle durch in ihm
auftretende Körnchen dunkler erscheint. Die in dieser
Höhle liegende Flüssigkeit wird Coenoblastem genannt.
Hier treten Kerne auf; cf. Vosmaer (6b). Der reife,
0,5 mm messende Embryo trägt an seinem vorderen Pole
einen braunvioletten Fleck; sowie die Larve frei wird,
hat jede der peripheren prismatischen Zellen eine Wimper.
Da sich nun das Cönoblastem stärker als das Exoderm
vergrössert, so platzt dieses und zwar an beiden Polen,
an welchen jetzt das Cönoblastem offen liegt. Am vorderen
Pol ist aus dem dunklen Fleck ein Ring entstanden;
hinter ihm liegt ein sehr starker Wimperreif. Bevor sich
die Larve zum Festsetzen anschickt, treten an ihrer Ober-
fläche Buckel und Einsenkungen auf, an den Buckeln
werden die Wimpern der Zellen eingezogen und wieder
vorgestreckt. Die Larve nimmt dann wieder ihre normale
Gestalt an. Jener Wechsel in der Form wiederholt sich
öfter, bis sich die Larve mit dem hinteren Pole festsetzt.
Die Wimpern und die Zellengrenzen verschwinden nun,
das Cönoblastem ist bis auf seine breite Anheftungsstelle
und dem oberen Pole von einem zusammenhängenden.
Kerne führenden Plasmamantel umgeben; später ver-
schwinden auch hierin die Kerne, der Aufbau aus Zellen
lässt sich aber mittelst Silbernitrat nachweisen. Der
junge Schwamm flacht sich rasch ab, sein Rand bewegt
sich langsam unter Bildung von vor und zurückziehbaren
Fortsätzen. Im synkytialen Cönoblastem entsteht eine
Lücke — Magenraum, von einem Epithel ausgekleidet,
welche nach oben innerhalb des Pigmentringes durch-
bricht. Mit dem Auftreten des Magenraumes hat sich
das Cönoblastem in ein Mesoderm und ein Entoderm ge-
schieden, und da die Gastralhöhle durch das Mesoderm
durchbricht, kann von einer Einstülpung des Exoderms
298 Dl*. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
in die Gastralhöhle keine Eede sein. Vom Magenraum
entstehen radiär und zwar immer zugleich 4 — 6 Divertikel,
vom Entoderm der primären Magenhöhle ausgekleidet.
In diesem Zustande zeigt der junge Schwamm seine
Coelenteratennatur und wird Protactinia genannt. Es treten
mehr Divertikel auf, die wieder seitliche Ausstülpungen
bilden und schliesslich nur noch mit der Magenhöhle durch
enge Kanäle zusammenhängen ; das ganze Lakunensystem
ist von einem Zylinderepithel ausgekleidet. Indem sich
nun noch von den Divertikeln nach der Oberfläche des
Schwammes enge Gänge entwickeln, die einzeln oder
gemeinsam mittelst eines vorgeschobenen Mesoderm-
pfropfens das Exoderm durchbrechen, ist zwischen der
Magenhöhle und dem den Schwamm umgebenden Medium
ein Kanalsystem entstanden. Die Bildung der Mund-
öfFnung und der Einströmungsporen geht also auf dem-
selben Wege vor sich; das ganze Gastrovaskularsystem
entsteht lediglich durch Auswachsen der primären Leibes-
höhle und ist allein vom Entoderm ausgekleidet. Die
Entodermzellen sondern sich in Geisseizellen und kern-
loses Plattenepithel ; die traubige Anordnung der Geissei-
kammern macht einer mehr und mehr von einander isolirten
Stellung der Kammern Platz ; der traubige Typus ist also
der ältere. M. nimmt im Coenoblastem der Larve dis-
krete Zellen an, konnte solche aber nicht nachweisen. Er
vergleicht zum Schluss die Entwicklung dieses Schwammes
mit der anderer Spongien und führt seine Gründe für die
Coelenteratennatur der Spongien an.
Chone(Clio?ta)statiomswiYÜi[iSi(ih Nassonow ihre stark
pigmentirten Eier durch das Oskulum nach aussen, die
Entwickelung derselben zur Larve findet also ausserhalb
des mütterlichen Körpers statt. An den Eiern beobachtet
N. eine Kernteilung' unter Bildung eines Richtungsbläs-
chens. Das Ei teilt sich in zwei Zellen, jede Zelle dann
nochmal, so dass wir zuerst ein Drei- und dann ein Vier-
zellenstadium auftreten sehen. Es folgt das Sechs- und
Achtzellstadium, die Morula und die freischwimmende,
dunkelorange gefärbte Larve. Die Wand derselben zum
in der Spougiologie für die Jahre 1882—1884. 299
grössten Teil aus pigmentfülirenden Zylindergeisselzellen
bestehend, nur der hinterste Teil ist aus ovalen Pigment-
geisselzellen gebildet. Im Innern eine grosse Höhle; die
Larve ist eine Planogastrula. Solche Larven können mit
einander verschmelzen und als vereinigte Masse weiter
schwärmen. Auch schon festgesetzte Larven fliessen zu-
sammen. Erst wenn sich der junge Schwamm ganz in
die Austernschale eingebohrt hat, entwickeln sich Oskulum
und Geisseikammern.
Lendenfeld (2) fand bei AplysiUa violacea die Eier
zu Haufen in Höhlungen liegend, welche von einem mehr-
schichtigen mesodermalen Endothel ausgekleidet waren.
Dieses Plattenepithel geht allmählig in das Mesoderm
über. Die Eier entstehen aus amöboiden Wanderzellen,
haben eine Haut und sind mittelst einer Stielzelle an die
zwischen die Eier sich erstreckenden Endothelbrücken
angeheftet. Ein Teil der Eier des Follikels wird von den
übrigen als Nährmaterial aufgebraucht.
Die Furchung der Eier von DendriUa aerophoba hat
nach Lendenfeld (2) ausserhalb des Schwammes statt.
Carter (7) hatte, schon 1856 u. 59 in den Gemmulä
von S'pongülen Stärke beobachtet und will nun solche
auch in den Eiern von Suberites domuncula gefunden haben.
Die Eier liegen hier in der basalen der Schnecke an-
liegenden Schwammpartie und haben eine chitinige, ge-
felderte, dicke Kapsel.
Lendenfeld (5) giebt Schulze zu, dass das Epithel
der bei Plakma sich bildenden einführenden Kanäle ekto-
dermal ist, vermisst aber für den ektodermalen Ursprung
des Epithels der ausgewachsenen Kanäle des zuströmenden
Systemes den Beweis dafür.
Nach Götte wirft die Flimmerlarve von Sjyongüla
flumatüis nach dem Festsetzen ihr Ektoderm ab und der
junge Schwamm geht einzig und allein aus dem Entoderm
hervor. Eine Unterscheidung von Enteroderm (Darmblatt)
und Mesoderm ist nicht möglich. Auch die erste Gastru-
lation von Sycandra, Leucandra etc. führt zum Verlust
des Ektoderms und stimmt also darin mit der Entwickelung
300 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
von Spong'illa. Die Glastrula findet sich bei allen Spongien,
nur ist ihre äussere Erscheinung eine verschiedene. —
Die Einzelheiten der Entwickelung der Spongilla sind
folgende. Aus der Eiteilung geht die Sterrogastrula mit
epithelialem Ektoderm und massigem Entoderm hervor.
In diesem entsteht eine Höhle, nach dem vorderen Ende
der Sterrogastrula rückend. Das Ektoderm hat Geissein
erhalten und die nun ausschwärmende Larve setzt sich
mit dem vorderen Pol fest. Das Ektoderm platzt, geht
später ganz verloren, das Entoderm breitet sich auf der
Unterlage aus und heftet allein die Larve fest. Die-
jenigen Entodermzellen , welche über der Höhle liegen,
platten sich ab und überziehen wie ein Ektoderm das
ganze Entoderm. Vielleicht ist dies nur scheinbar, indem
blos die peripherischen Zellen der hinteren Masse sich
durch eine entsprechende Umbildung der vorderen Ge-
wölbeschichte anschliessen. Die oberflächliche Entoderm-
schichte sondert eine Kutikula unter sich ab und liefert
die Oberhaut (äussere Haut Lieberkühns). Oskulum und
Poren entstehen als Lücken zwischen den Zellen der Ober-
haut. Indem die grosse Entodermhöhle bis auf einen
kleinen Spalt schwindet und von diesem Ausbuchtungen
entstehen, kommt das ein- und ausführende Kanalsystem
zu Stande. Anfangs kommuniziren diese beiden Systeme
mit einander und sollen später durch ihre Auskleidung
von einander geschieden werden. Jede Geisseikammer
entsteht durch Knospung einer Entodermzelle, in welcher
zunächst freie Kernbildung um den primären Nukleus
stattfinden soll. Die Kammern verbinden sich teils mit
den unter der Haut liegenden Höhlen, teils mit einwärts
gerichteten, übrigens selbstständig entstandenen Aus-
buchtungen jener Subdermalhöhlen. Alle Kanäle sind von
einem Plattenepithel ausgekleidet, welches von den wan-
dernden Entodermzellen geliefert wird. Sowol im jungen
Schwamm als auch in der Flimmerlarve hängen alle
Zellen — abgesehen von den Epithelien — durch gegen-
seitige Verbindungen mit einander zusammen und liegen
in der Spoiigiologie für die Jahre 1882—1884. 301
in einer Flüssigkeit, die sich später verdichtet. Die Nadeln
entstehen intrazellulär (cf. Maas, Zool. Anz. XII. 1889.).
Sollas (4) studirt die Entwickelung- von Halisarca
lobidaris. Das Ei hat bei einer Grösse von 0,04 mm eine
äussere h} aline Hülle, welche mit dem umliegenden Binde-
gewebe durch Pseudopodien in Verbindung steht. Der
0,01 mm messende Kern liegt in der äusseren feingranu-
lirten Plasmazone. Der sehr stark lichtbrechende Kern-
körper misst 0,0045 mm. Die ersten Furchungsstadicn sind
ebenso oft unregelmässig als regelmässig. Beim Vier-
zellenstadium tritt ein Blastem auf, welches schliesslich
die Morula als strukturlose Matrix umgiebt. In den
meisten Fällen fehlt die Furchungshöhle. Der Morula
folgt die Blastula mit Zellen in ihrem Innern als Reste
von der Morula herrührend. Die Gastrula entsteht
durch Einstülpung und stellt einen vielfach eingebuchteten
Sack dar. Das Mesoderm kommt wahrscheinlich dadurch
zu stände, dass sich aus der Wand dieses Sackes Zellen
ablösen, die in das Blastem einwandern und sich hier
vermehren. Der so entstandene vielfach gefaltete Körper
wird als junger Schwamm betrachtet: die äusseren Spalten
sind die Anlagen der einführenden Kanäle, die inneren
die der Geisseikammern, aus dem noch vorhandenen Teil
der Urdarmhöhle soll das ausführende Kanalsystem seinen
Ursprung nehmen. Die verschiedenen Zellen der Gastrula
werden genauer geschildert. Die hier gegebene Ent-
wickelungsgeschichte weicht von der Darstellung Metsch-
nikoffs, Schulzes und Barrois ab ; Sollas findet den Grund
darin, dass er intrauterine Embryonen untersucht hat; bei
Halis. lob., welche Schulze von Triest studirte, schwärmen
dagegen die Embryonen als Larven aus dem mütterlichen
Schwamm aus. Sollas sucht die Ursache hierfür in den
physikalischen Verschiedenheiten des atlantischen und des
Mittelmeeres. S. Heider, K. Zur Metamorphose der
Oscarella lobularis. Arb. Zool. Inst. Wien 1886. VI. und
Sollas, Zool. Anz. 1886, p. 518.
302 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Gernmulae.
Carter (2) giebt nach erneuten Untersuchung-en zu,
dass die Anhänge an den Gemmulä von CartereUa zu
diesen selbst gehören und zieht Spongiopliaga pottsi ein.
Die eigentümliche zellige Struktur der Gemmulahüllen
von SpongiUa Carter i, nitens, fragilis, alba, parmula, batesii,
broivnü behandelt Carter (4). Eine Reaktion mit Schwefel-
säure und Jod auf Cellulose ergab an den darauf unter-
suchten GremmulahüUen ein negatives Resultat; C. weist
darauf hin, dass auch das Mark von Sambucus nigra die
Zellulosereaktion nicht zeige. Ferner wird die Gemmula-
hülle von Sp. bombayensis Ctr. beschrieben.
Dybowski (1) giebt Notizen zum Bau der Gemmulä
von SpongUla laciistr., sibirica und Megenia; besonders für
die Systematik von Wert.
Ebenso Vejdovsky (1) solche der böhmischen Spon-
gilliden.
Nach Marsh all (3) fehlen bei SpongUla stygia Joseph
(s. unter Systematik) die Gemmulä.
Nach Retzer sollen die Ampliidisken der deutschen
Süsswasserschwämme einen Zentralkanal besitzen, durch
welchen der Inhalt der Gemmulä mit dem äusseren Medium
in Verbindung steht (s. unten Dybowski (5) ).
Vejdovsky (2) beschreibt you Ephydatia amphizona
Vejd. und Trochospongilla erinaceus Ehrbg. die äussere
Parenchymhülle der Gemmulä, welche er (1) schon früher
bei Eusp. lacustr., jordanensis und Eph. fluviat. gefunden
hatte. Die Luftkammerschichte von Trochosp. erinac. und
SpongUla carteri Bwk. ist ein aerostatischer Apparat, der
zur Verbreitung der Gemmulä dient.
Marshall (4) studirt den Bau der Gemmulähüllen
von SpongUla mtens und carterdi. Ausser der untersten
Schichte der HüUo findet sich hier noch eine dicke Käst-
chenschichte. Die Kästchen liegen radiär übereinander,
so dass Säulen entstehen; von oben gesehen, erscheint
die Hülle sechseckig gefeldert. Die Kästchen sind keine
modifizirten Zellen, sondern Kutikularbildung , wie die
iu der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 303
innerste Schichte der Gemmulahülle. In der Wand der
Kästchen vielleicht viel Kieselsäure. Die den Keim direkt
umgebende Membran ist eine Kutikularbildung des Keimes
selbst und springt als Blase durch den Porus der Gem-
mula vor. Diese Blase ist ein hydrostatischer Apparat;
die getrocknete Gemmula, ins Wasser geworfen, schwimmt
stets mit der Blase nach oben. Die Kästchenschichte
stammt vom mütterlichen Mesoderm. Der Keim soll zum
grössten Teile aus Am} lum bestehen. Die eigentümliche
Struktur der Hülle (Kästchenschicht) dient bei den Arten
zur möglichst grossen Verbreitung. Versuche lehrten,
dass die Gemmulae von Sp. mfens durch den Wind weiter
fortgetrieben w^urden, als die von Sjj. lamstris. Die Gem-
mula von Parmida brownii sind im Gegensatz zu denen
von Sp. nitens und carteri fest an das Gewebe des Mutter-
schwammes angekittet. Jede Gemmula liegt bei brownii
nochineinerbesonderenKapsel, mittelst derenKieselkörper
die Gemmula fast am Schwammskelet haftet. Der oben
genannte Verschlussapparat an der Gemmulahülle von
nitens und carteri fehlt hier. Der Bau der Gemmula von
brownii wird durch die Lebensweise dieses Genus er-
klärt; sie sind beim Eintritt der Trockenperiode durch
ihren doppelten Verschluss vor dem Verderben gesichert
und entwickeln sich im Mutterkörper, wenn das Wasser
wieder bis zu ihrem Standorte steigt. Auch den Bau der
Gemmula der lacustris und ßumafilisreihe lehrt M. ver-
stehen; erstere haben in oder auf dem Wasser schwim-
mende Gemmula mit Nadelbelag, wodurch sie hier und
da fest haften w^erden; letztere haben leichter unter-
sinkende Gemmula als die Lacustrisreihe und leben mehr
in fliessendem Wasser; wegen der Schwere des Amphi-
diskenbelags kommen die Gemmula am Grunde der fliessen-
den Gewässer eher zur Ruhe und sind zugleich durch
die Amphidisken besser geschützt als durch eine blosse
Hornkapsel. Es lassen sich also vier Arten von An-
passungserscheinungen der Gemmula unterscheiden: Flug-
form der trockenen Jahreszeit; doppelter Verschluss gegen
das Eintrocknen; Schwimmform mit Ankerapparat und
304 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Scb wimmform mit Hemmapparat. Ausserdem giebt es
noch Süsswasserschwämme ohne Gemmiüä. Hierher auch
Carter (4), nach dem die Gemmulä von Spoiigilla bom-
bayensis Ctr. fest an ihre Unterlage angekittet ist.
Vejdovsky (3) findet bei SpongiUa fragilis Leidy
zweierlei Formen von Gemmulae, deren eine einen Stärke-
körner führenden Inhält besitzen soll. Die zellige Kapsel,
Luftkammerschicht, der Gemmulä mehrerer Süsswasser-
schwämme, sowie das mit Luft gefüllte Porusrohr von
Carterivs und SpongiUa fragilis , carteri und TubelJa retl-
cuJata ist ein aerostatischer Apparat, der die Gemmulä
einige Zeit lang an der Wasseroberfläche schwimmend
erhält.
Dybowski (5) beschreibt den Bau der Gemmulä von
Dosilia stepanowii Dyb. (= Carterius step. s. Potts, Fresh-
water Sponges, A Monograph. 1887). Sie bestehen aus
der Belegschicht mit den Amphidisken, Zwischengebilde
und dem Oberhäutchen. Die ersteren haben einen Kanal.
Dann folgt die Gemmulakapsel mit dem Porusrohr, dieses
die Belegschichte durchsetzend und mit äusseren lokomo-
torischen Anhängen. Das Rohr ist an seiner Basis ge-
schlossen. Der Keimstoff ist mit einem Häutchen um-
geben.
Dybowski (3) schildert weiter die Gemmulä von
SpongiUa sibirica Dyb. (= fragilis Leidy). An dicken
Schwammexemplaren fanden sich die Gemmulä auch im
Parenchym, an dünnen lamellenartigen nur an der Basis.
Sie haben eine feine, aber deutlich zellige Belegschichte
und eine dicke Kapsel. Ob eine den Keim einschliessende
Membran vorhanden, wird nicht erwähnt. Die an der
Basis liegenden Gemmulä sind in eine dicke zellige Schicht
eingebettet. Bei Erwähnung der Ergebnisse von Vejdovsky
(s. oben) über die Gemmulä derselben Schwammart
wird mitgeteilt, dass Dyb. ebenfalls in dem Porusrohr
und in der zelligen Einbettungsgeschichte Luftblasen ge-
funden habe.
Carter (9) giebt Notizen über den Amphidiscenbelag
einiger Spongillen.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 305
Nach Grotte bestehen die Gemmulae von SpongiUa
fiuviat. zunächst aus eng aneinander liegenden Schwamm-
zellen, wie Lieberkühn zuerst gefunden. In diesen treten
Dotterkörner auf, die Zellen vergrössern sich und runden
sich dabei ab. In der äusseren Zone des Zellenballens
unterbleibt aber die Dotterbildung und diese Zellen werden
kolbenförmig, scheiden auf den innen von ihnen liegenden
dotterreichen Zellenhaufen eine Kutikula ab und bilden
auch wahrscheinlich in sich die Amphidisken. Dann ent-
steht die äussere Kutikula.
Nach Marshalls (6) vorläufiger Mitteilung soll die
Gemmula von Sijongilla laciistris durch gruppenweises
Zusammentreten amöboider nutritiver Wanderzellen (Tro-
yhophoren) entstehen, die sich stark mit Nahrungskörnchen
gefüllt haben. Auf der so entstandenen Psendomonda
wird, wahrscheinlich von ihren Zellen selbst, eine feine
Haut abgeschieden, in ihr bleibt eine grössere Oeffnung
(Omphaloporiis). Um diese Kapsel entsteht dann vom
umliegenden Mesoderm ein Endothel und Kutikular-
bildungen sammt den Belagsnadeln. Die Mutterspongilla
zerfällt nach der Bildung der Gemmulä, und zwar ver-
schwinden zuerst die Geisselzellen. Die Zellen des Keimes
in der Gemmula füllen diese im Winter nicht ganz aus,
erst vor dem Ausschlüpfen wachsen sie unter Wasser-
aufnahme und platten sich gegenseitig polyedrisch ab.
Dabei zerfallen die Nahrungskörner in kleine Körnchen.
In solcher Gemmula zählt man mehr als 50 Zellen, deren
Kern Verf. noch nicht gefunden hat.
Wierzejski behandelt Bau und Entwickelung der
Gemmulä europäischer Spongüliden. ^ Die ausgebildete
Gemmula besteht aus Hülle und Innenmasse, erstere mit
einer oder mehreren Oeffnungen, letztere aus polygonalen
Zellen mit Kern und Kernkörperchen und glänzenden
runden oder ovalen Bläschen von ungleicher Grösse sich
aufbauend. Im Stadium der letzten Ausbildung (also
wol nach dem Ueberwintern. Ref.) ist die Anzahl der
glänzenden Körperchen in den Zellen vermindert und
diese gleichen nun den gewöhnlichen Schwammzellen.
ArcMv f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. XJ
306 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Die Hülle besteht aus 3 Schichten: eine innerste sich an
der Oeffnung der Hülle etwas erhebende, eine mittlere
gelbliche von Carter Chitinous Coat genannte und eine
äussere die Gemmulanadeln tragende. Letztere Schicht
ist bei den verschiedenen Gattungen verschieden gebaut
und wird bei einigen nach aussen durch eine Membran
abgeschlossen, so dass diese Gemmulä eine vierschichtige
Hülle haben. — Die junge Gemmula besteht aus einem
Haufen nackter amöboider Zellen mit grossem Nukleus
und einem Nukleolus. Diese Zellenmasse scheidet sich
in eine zentrale und periphere; alle Zellen können sich
durch ihre Fortsätze unter sich und mit den Parenchym-
z eilen des Mutterschwammes vereinigen; auch können von
diesem noch Zellen in die junge Gemmula einwandern.
Dann nehmen die Zellen des zentralen Teiles eine sphä-
rische, hierauf eine polygonale Gestalt an und füllen sich
mit glänzenden Bläschen; es bleibt aber immer ein Teil
dieser Zellen von dieser Metamorphose unberührt und da
nun auch oft mehrere mit einander verschmelzen, so
können möglicherweise diese in ihrer Gestalt und Inhalt
nicht veränderten Zellen als Nährmaterial für die übrigen
dienen. Oder es können durch ihre Verschmelzung die
sphärischen Zellen entstehen. Die Innenmasse der Gem-
mula hat schon ihren definitiven Bau erreicht, wenn sich
erst die periphere zur Bildung der Hülle anschickt. Die
Zellen der peripheren Masse ordnen sich zunächst radiär
zur Innenzellmasse und nehmen definitiv eine zylindrische
Gestalt an. Die innerste Membran der Gemmulahülle
entsteht möglicherweise von den Zellen der Innenmasse.
Die ganze Gemmulae besteht nunmehr aus der Innen-
masse, der sie umgebenden Membran, und der äusseren
Zylinderzellschicht. Um diese bildet sich vom mütter-
lichen Schwammparenchym aus noch eine Zelllage, in
welcher wahrscheinlich die Belagsnadeln gebildet werden,
während die darunterliegenden Zylinderzellen die Spikula
in ihre richtige Lage bringen sollen. W. konnte nicht
entscheiden, welche Eolle letzteren Zellen vor dieser
Eangirfunktion zukommt. Bis hierher geht die Entwick-
in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 307
lung bei den europäischen Arten in gleicher Weise vor
sich. Dagegen ist die Bildung der Chitinhüllen nicht
überall die gleiche. — Bei Ephydatia fluviatüis konnte
die Entstehung der dicken Chitinschichte der Gemmula-
hülle nicht eruirt werden. Die Amphidisken ordnen sich
zwischen die Zylinderzellen an und verbinden sich an
ihrer Basis mit jener Chitinschichte. Die Zylinderzellen
heben sich von dieser ab, scheiden eine dicke Chitin-
schichte auf den äusseren Scheiben der Amphidisken ab
und werden dann wahrscheinlich von dem Parenchym
des Mutterschwammes aufgenommen. Bei denjenigen
Arten mit Amphidisken, wo diese in mehrfacher Lage
auftreten, rückt die Zylinderzellenschichte auch noch in
die zweite äussere Amphidiskenlage hinein. Um diese
Lage bildet sich eine Chitinschichte, auf dieser sieht man
eine neue Zylinderzelllage, welche die 3. Lage von Am-
phidisken erzeugt, um welche sich aber keine Chitin-
membran bildet, so dass die Amphidisken frei nach aussen
vorragen. Während also die Gemmulä von Ephyd. fluv.
glatt sind, erscheinen die von Meyenia, mit 2 oder 3
Lagen von Amphidisken, rauh. — Bei Gattung Spongilla
ist die Entwicklung im Ganzen dieselbe wie bei Meyenia ;
auch dort sind die Gemmulae rauh, weil um die zweite
Spikulalage keine Chitinschichte abgeschieden wird. Es
können sich, je nach der Lage der Gemmulä im Schwämme,
an ein und demselben Exemplar ganz ausgebildete und
sog. nackte Gemmulä finden. Die Luftkammerschichte
bei Spong. fragüis und TrochospongiUa erinaceus entsteht
ziemlich übereinstimmend folgend. Die Zylinderzellen-
schichte nimmt an Dicke zu; ob die hinzukommenden
Zellen durch Teilung der schon vorhandenen oder durch
Einwandern von Zellen aus dem umgebenden Mutter-
parenchym resultiren, wurde nicht entschieden. Diese
verdickte Schichte bildet ein Gewebe von hexagonalen
Maschen, dessen Zellen im Anfange geöffnet sind und die
Eeste ihrer eigenen Bildungszellen enthalten. In dem
Maasse wie diese schwinden, schliessen sich die Maschen.
Auf der ersten Lage der so entstandenen Luftkammern
U*
308 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
bildet sich eine zweite in derselben Weise und so fort,
bis die ganze Schichte durch eine Chitinmembran bedeckt
wird. Die Nadeln, welche man an der ausgebildeten
Gemmulä in dieser dicken Luftkammerschicht findet, ent-
stehen ausserhalb derselben und sollen nur durch die
Zellen, welche die Luftkammern erzeugen, in diese
Schichte hineingezogen werden. Das Tubusrohr der Gem-
mulä ist mit Luft gefüllt und wirkt als hydrostatischer
Apparat. Es entsteht von denselben Zellen aus, welche
die Luftkammern bildeten. Im Frühlinge sah W. die
Wände der letzteren dünner werden und auch ganz atro-
phiren. Ob die Wände zwischen den Luftzellen wirklich
Zellulose enthalten (Carter), bezweifelt W. Da W. in den
Luftzellen Algen gefunden hat, so kann möglicherweise
das Auftreten von Stärke in den Gemmulä (Carter) auf
die Algen zurückzuführen sein.
Entwickeliinff aus Gemniulae.
Nach Götte entwickelt sich der aus der Gemmulä
von Spongüla fl.uviatüis hervorkriechende Zellenhaufen
genau so wie die Schwärmlarve zum jungen Schwamm.
Die Gemmulä wie die ihres Ektoderms verlustig ge-
gangene Lai-ve stellen also weiter nichts als einen Haufen
von gleichartigen Zellen dar, aus denen die junge Spon-
gilla durch histiologische Differenzirung hervorgeht.
Die aus der Gemmulä sich entwickelnde junge Spon-
gille besteht nach Marshall (6) aus einer oberflächlichen
Ektodermschichte und einem inneren Coenoblastem. Wahr-
scheinlich löst der junge Schwamm Kieselsäure von den
Spikula des Mutterschwamms auf und verwendet sie zur
Bildung seines eigenen Skeletes. Es mögen aber auch
feine Nadeln der mütterlichen Spongilla direkt in den
jungen Schwamm übergehen. Nach etwa 24 Stunden
verlässt dieser die leere Gemmulakapsel und wächst auf
Kosten seiner Reservenahrungskörnchen. Er schiebt sich
hin und her, löst sich auch wol von seiner Unterlage ab
und kommt nach einiger Zeit zur Ruhe. Nun entsteht
ein Hohlraum (Magen) im Coenoblastem, der dann mit
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 309
einem Munde und mehreren kleinen Oefinungen (Ein-
strömungsporen) in Gestalt von Kanälchen nach aussen
durchbricht. Diese entstehen meist vom Innenraum her
ohne radiäre Anordnung, Indem an gewissen Stellen der
Kanäle die sie auskleidenden Plattenzellen sich in Geissel-
zellen verwandeln und sich hier das Lumen des Kanales
erweitert, entstehen die Geisseikammern. Uebrigens finden
bei der Bildung des Kanalsystems Modifikationen statt,
so fehlte mitunter ein Magenraum ganz. Die Oberfläche
des jungen Schwammes ist vom Ektoderm, der Magen-
raum und die Kanäle sind vom Entoderm ausgekleidet,
die dazwischen liegende Schichte ist Mesoderm. Das
Oskulum besteht aus allen drei Schichten; wie an ihm
das Mesoderm zu stände kommt, ist nicht recht ver-
ständlich. Die selteneren Exemplare ohne Magenraum
sind vielleicht die S , und die mit Magen die 2. Ausser-
dem sollen sich (? und $ durch ihre Gestalt unterscheiden.
Spermato^oen,
Polejaeff (1) gelang es zum ersten Male mit Sicher-
heit, die Spermatozoen der Kalkschwämme nachzuweisen.
An in Osmiumsäure fixirten und mit Alauncarmin tingirten
Stücken von Sycandra raphanus wurden die Spermatozoen
und ihre Entwickelung studirt. Die Samenmutterzelle ist
eine gewöhnliche amöboide Mesodermzelle, 0,008 — 0,02 mm
Durchm. Sie teilt sich in die Deckzelle und ürsamen-
zelle. Aus der wiederholten Teilung des Kernes dieser
Zelle gehen die Köpfe, aus dem Plasma die Schwänze
der Spermatozoen hervor. Die Deckzelle teilt sich nicht,
sondern umhüllt als eine Art Kapsel den fertigen Sperma-
klumpen, der in einer Höhle des Mesbderms liegt. Diese
Höhle entbehrt einer endothelialen Auskleidung. Die
Ursamenzelle vergrössert sich während der Teilung nicht.
P. bespricht die Unterschiede in der Spermatogenese von
Sycandra raphanus und der übrigen in dieser Hinsicht
untersuchten Schwämme. Die Entstehung einer Endothel-
auskleidung wird auf den Druck zurückgeführt, den die
sich vergrössernde Eizelle resp. der Spermaballen auf die
310 I^i'« W. Weltner: Bericht über die Leistungen
umliegenden Mesodermzellen nusübt. Wo wie bei Sycandra
raphanus keine Vergrösserung des Spermaklumpens ein-
tritt, wird nur eine Deckzelle gebildet. Diese ist physio-
logisch dem Endothel in der Mesodermhöhle anderer
Spongien gleichzusetzen.
An den von Polejaeff (2) untersuchten Calcarea des
Challenger findet die Spermatogenese wie bei Sycandra
raphanus statt.
Bei Thenea walUcliii beobachtet Sollas (2) Sperma-
ballen und grosse amöboide Zellen, vielleicht die Sperma-
mutterzellen.
Bei Äplysilla violacea liegen die Spermatozoenballen
nach Lendenfeld (2) zu mehreren in einer Höhlung;
von den ursprünglich angelegten Follikeln gelangen nur
acht zur Entwickeln eg,
Bei Verongta sind nach Polejaeff (3) die Spermo-
phoren von einer einzigen Zelle umhüllt, während die
Spermaballen von Ca7teriospo7igia radiata in einer von
Endothel ausgekleideten Mesodermhöhle liegen.
Spicula,
Nach Mars hall (2) finden sich bei einer aus dem
Ei sich entwickelnden Reniera filigrana die ersten Anlagen
der Nadeln als feine Kieselröhrchen in den freischwim-
menden Larven. M. nimmt an, dass diesen Kieselhüllen
die Bildung eines Zentralfadens vorausgeht. Die Nadel-
anlagen fanden sich immer nahe an den Kernen des
Coenoblastems der Larve.
Sollas (2) schildert die Entwickelung der Spicula
bei Tetilla craniiim. Sie entstehen in Zellen. — Siehe
auch den Abschnitt Anatomie.
Phylogenie.
Margö betrachtet die Poriferen und Coelenteraten
als Abzweigungen von den Arch enteraten , worunter er
Metazoen mit einer einfachen, bloss vom Ektoderm (wol
Entoderm Ref.) gebildeten, primitiven Nahruugshöhle,
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 311
ohne Spur eines Cöloms, versteht. Die Poriferen sind
keine verkümmerte Anthozoen, sondern möglicherweise
eine Uebergangsform zwischen Protozoen und Metazoen;
vielleicht aus verschiedenartigen Zellenindividuen zu-
sammengesetzte Kolonien oder Zellenstöcke. Sie sind
keine Coelenteraten.
Bütschli fasst die Spongien als „eine gegen die
übrigen Metazoen ganz abgeschlossene Gruppe" auf, welche
„durchaus selbstständig aus der Abteilung der Choano-
flagellata (Sav. Kent) hervorging." Deshalb können die
Spongien zur Erklärung der Phylogenese der übrigen
Metazoen gar nicht herangezogen werden.
Auch Sollas (3) hat die Stellung und Abstammung
der Spongien erörtert. Er hat sie gegen Sav. Kent nicht
für Protozoen. Sie gehen aber nicht aus dem Stamme
hervor, aus dem die Metazoen entspringen, sondern er-
heben sich schon früher als ein besonderer Stamm, Parazoa,
aus den Protozoen und zwar den Choanoflagellaten. Früher
Sollas (1) wurden sie als besondere Klasse der Metazoa
aufgefasst. Sollas (3) entwickelt, wie möglicherweise die
Spongien aus jenen hervorgegangen sein können.
Schulze (4) ist der Ansicht, dass die Grundform
der Spicula nicht auf Krystallisationsverhältnisse der
Kieselsäure oder des kohlensauren Kalkes zurückzuführen
sei, sondern auf statische Verhältnisse. Die Nadeln sind
Steifungskörper für das weiche Gewebe; je nach der
Stellung der Poren des dünnwandigen schlauchförmigen
Schwammes werden Drei- und Vierstrahler gebildet, aus
denen beim Wachstum der Schwammwandung in die Dicke
der Vier- und Sechsstrahler entsteht. Aus diesen beiden
Grundformen, dem Tetractinellidenvierstrahler und dem
Hexactinellidensechsstrahler, leitet Seh. alle anderenNadeln
ab. (S. Schulze, Zur Stammesgeschichte der Hexactin.
Abh. Ak. Wiss. Berlin 1887 und Challenger Report, XXI.
1887.)
Dagegen glaubt Marshall (1), dass der Wasserstrom
in der Spongie die Nadelform bedingt. Bei den Kiesel-
nadeln sei der Axenfaden „das Wesentliche."
312 I^i'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Carter (11) kann die bedornten am Körper von
Grantia ciliata hervorstehenden Nadeln nicht von den
Vierstrahlern ableiten, wie Schulze an ähnlichen Spikula
gethan.
Döderlein (3) sieht als den frühesten Zustand der
Skeletkörper der tetrakladinen Gattung Discodermia den
Vierstrahler an, während 0. Schmidt bei allen vier Fa-
milien der Lithistidea als Grundform die lineare annahm.
An dem Vierstrahler werden nach D. die Arme sekundär
vergrössert; die Verzweigungen und Knorren an ihnen
entstehen in Folge der Berührung mit einem benachbarten
Skeletkörper; hierfür spricht besonders, dass frei bleibende
Arme einfach spitz auslaufen. An diesen Bildungen ist
also der Axenkanal des einmal fertigen Vierstrahlers
unbeteiligt. Von den ursprünglich glatten Vierstrahlern
leitet D. auch die Gabelanker u. die Scheiben der Tetrak-
ladinen ab. Es können die Scheiben aber auch auf einem
Umwege aus den glatten Vierstrahlern entstehen, wie
Schmidt bei CoUectella avita nachgewiesen hat. Die An-
nahme Carters, dass die Oberflächenkörper regelmässig
in die inneren übergehen, kann D. durchaus nicht bei-
stimmen.
Polejaeff (2) drückt die Phylogenese der Kalk-
schwammgattungen durch einen Stammbaum aus: Vom
Olynthus entspringen zwei Stämme, deren einer zu Leu-
cosolenia, der andere zu Sycon führt. Vom Syconstamm
zweigt sich der in Grantia auslaufende Stamm ab, von
diesem der Amphoriscusstamm, von diesem der Leucilla-
stamm, von diesem wieder der Leuconiastamm, von dem
der letzte Stamm abgeht, der zu Teichonella führt. Vom
Grantiastamm entwickeln sich getrennt von einander zwei
Zweige: Heteropegma und Ute, vom Amphoriscusstamm
geht der Anamixillazweig ab, vom Leuconiastamm nehmen
getrennt von einander zwei Zweige ihren Ursprung, welche
zu Leucetta und Pericharax führen, vom Teichonella-
stamm geht ein Eilhardia tragender Ast ab; die beiden
letzten Gattungen sind die Endglieder und stehen auf
gleicher Höhe. — S. auch Capitel Anatomie.
in der Spongiologie für clie Jahre 1882—1884. 313
Döderlein (3) stellt die Lithistiden zu den Tetrak-
tinelliden. Während aber Sclimidt die einfachste Tetrak-
tinellide (Pachastrella) von einer Lithistide (Collectella)
ableitet, stammen nach Döderlein die Lithistiden von den
Tetraktinelliden ab. Die phylogenetische Verwandtschaft
wird folgend ausgedrückt:
Megamorina Anomocladina
Rhizomorina
Tetracladina Geodinidae
Stellettidae.
Nach Lendenfeld (3) sind die hornfreien Monac-
tinelliden die Endglieder einer Reihe, die von den Horn-
schwämmen ausgeht. Die Nadeln der Monactinelliden
sind entweder Zweistrahler oder Einstrahier. Jene sind
phylogenetisch die älteren. Unter diesem Gesichtspunkte
und die von den eigentlichen Skeletnadeln ganz ver-
schiedenen Fleischnadeln bei Seite lassend, wird folg.
Stammbaum der Monactinelliden aufgestellt:
Suberitidae.
Einstrahler ohne merkliche Hornsuhstanz.
Clathridae.
Hornfasernetz mit eingelagerten Stumpfspitzern.
Eenieridae.
Doppelstrahler ohhe merkliche
Hornsubstanz.
Echispidae.
Hornfasernetz mit eingelagerten Ein-
oder Zweistrahlern und abstehenden
Höckernadeln.
Chalcoenidae.
Hornfasernetz mit dichten Massen gröberer, eingelagerter Doppelstrahler.
I
Chalarchidae.
Hornfasernetz mit spärlichen axialen überaus zarten Doppclstrahlern.
I
Hornschwämme.
Die Chalcoenidae und Chalarchidae bilden die Cha-
linidae der Aut., die Echispidae decken sich zum grössten
Teile mit Grays Echinonemata. Die Fleischnadeln sind
314 Dl"- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
nach L. coenogenetischen Ursprungs. Folgender Stamm-
baum der Spongien wird entwickelt:
„1) Von den Myxospongien entspringt eine Formen-
reihe, deren Mittelglieder den Spongidae ähnlich sind.
Von den Seiten dieser Reihe gehen Zweige ab, an deren
Enden die Aplysinen und Hircinien stehen. Chalarchidae
und Chalcoenidae liegen im oberen Teile der Reihe, von
deren Ende die Renieriden, Suberitiden und Echispiden
doldenförmig ausstrahlen. Die Gnmmineaeen sind zwischen
den Myxospongiae und den Spongidae abgezweigt.
2) Innerhalb aller Formen dieser Reihe von Halisarca
bis Suherites oder Reniera treffen wir die Tendenz an
Fleischnadeln zu bilden.
3) Die Fleischnadeln sind von dem übrigen Skelet
ganz unabhängig und treten in 2 Typen auf: monactinelle
(Anker etc.) und polyactinelle (Sternchen etc.).
4) Wo ein anderes Skelet durch Faserbildung bereits
gebildet war, als die Fleischnadeln entstanden, bleiben
sie klein und unbedeutend. Es ist hierbei gleichgültig, ob
das Faserskelet aus Hornsubstanz (Hircinia)^ aus Binde-
gewebssträngen (Gummineae) oder endlich aus Kiesel-
strängen (Desmacidoniden) besteht.
5) Wo sich kein Faserskelet fand, als die Fleisch-
nadeln sich bildeten, da erreichten sie bedeutende Di-
mensionen und bildeten ihrerseits zusammenhängende
Gerüste. Sowol die monactinelle wie auch die polyactinelle
Form tritt bei diesen Schwämmen auf. Die Ankernadeln
der Tetractinelliden gehören vielleicht zum Teil in die
erste, die durch Reduction der vielen Strahlen auf 4 oder
6 entstandenen Gebilde der Tetractinell. und HexactinelL,
in die zweite Gruppe. Die Plakiniden verbinden alle
diese mit Hal{sarca.'-\
Sollas (1) leitet die Spongillen von der manchmal
im Brackwasser lebenden Gattung Amorphina ab.
Mars hall (3) begründet seine Annahme der poly-
phyletischen Abstammung der Spongillen von Meeres-
schwämmen durch die Verschiedenheit ihrer Form, durch
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 315
ihre örtliche Verbreitung und durch die für andere Tiere
des süssen Wassers anzunehmenden Abstammungsverhält-
nisse. Sie gehören zu den Renieren und sind aus diesen
hervorgegangen, „aber an verschiedenen Stellen der Erde
unabhängig von einander und unter Auftreten ähnlicher,
durch Neuanpassung allenthalben bedingter Modifikation
in Bau und Lebens erscheinungen." (Ref. bemerkt, dass
0. Schmidt im Natürl. System der Spongien 1869 die
Spongillen bei den Renieriden untergebracht wissen wollte
und sich für die polyphyletische Abstammung der Spon-
gillen von Meeresschwämmen aussprach). Das Fehlen
der Gemmulä bei Potamolepis Marsh, wird dadurch er-
klärt, dass sich diese Gattung vielleicht erst in relativ
moderner Zeit dem Süsswasser angepasst hat, und mög-
licherweise die Bildung von Gemmulä später einmal an-
gezüchtet werden könnte.
Mars hall (4) glaubt, dass sich vielleicht im Laufe
der Zeiten Spongillen zu Meyenien und umgekehrt um-
wandeln könnten.
Nach Ridley (2) sind die Suberitiden wahre Monac-
tinelliden und Monaxoniden, welche von einem diak-
tinelliden Typus abzuleiten sind und keine reduzirte
Tetraktinelliden darstellen. Die Nadel der Suberitiden
war ursprünglich zweistrahlig; junge Nadeln zeigen auch
noch deutlich diesen Habitus.
Ridley (3) sieht in Jotrochota einen littoralen leben-
den Vertreter der ersten typischen Desmacidinidä, d. h.
solcher mit symmetrischen Ankern. Solch alte Typen
leben gewöhnlich nur in der Tiefsee oder im süssen
Wasser. (S. oben Neumayr). Die Spongillen mit Amphi-
disken sind wahrscheinlich auch nur moderne Repräsen-
tanten alter Typen, die oder deren Ahnen sich ins süsse
Wasser zurückgezogen haben.
Vosmaer (5) nimmt gegen Lendenfeld an, dass sich
die Hornschwämme aus den Monactinelliden entwickelt
haben.
316 Dr. W.Welt n er: Bericht über die Leistungen
Auch Polejaeff (3) ist der Ansicht, dass die Keratosa
jünger als die Monactinelliden sind.
Weltner hält Stelletta transiens für eine zwischen
Geodia und Stelletta stehende Form. (Genannte Art ist
von Sollas, Challeng. Rep. XXV. vorläufig als Erylus trans.
zu den Geodiiden gestellt).
Verbreitung und Systematik.
1882,
Das Schlusswerk der spongiologischen Arbeiten Bowerbanks
enthält unter Zugrundelegung seines Systems eine Liste aller briti-
schen Schwämme mit Notizen früher ungenügend beschriebene Arten
und Beschreibungen neuer Formen nach den Manuskripten Bwbks.j
sodann die geographische und Tiefenverbreitung der Spongien Grross-
britanniens und eine Aufzählung resp. Beschreibung einer Reihe
bereits beschriebener britischer Schwämme, welche aber bisher in
Bwbks. Werken nicht erwähnt worden sind. Es besteht die britische
Spongienfauna aus 13 Kalk- (mit 4 Gatt.) und 269 Nichtkalkschwämmen
(mit 28 Gatt.).
Carter (1) beschreibt unter Zugrundelegung seines Systems
(Annais XVI. 1875) eine Anzahl neuer Spongien von Westindien,
Acapulko und andern Lokalitäten und teilt die Suberitidae neu ein
in die Gruppen Cavernosa, Subcompacta, Compacta, Laxa, Polymastina,
Xenospongia, Placospongia und Donatina.
Carter (2) beschreibt einige Spongien von Australien, Hon-
duras und Spanien und schiebt in seine Familie Renierida die neue
Gruppe Phloeodictyina ein, zu welcher er rechnet: Desmacidon
jeffreysii Bwbk. (Oceanapia robusta Bwbk.), Rhizochalina oleracea
und carotta 0. Schm., Desmacidon fistulosa Bwbk., Ploeodictyon und
Reniera? calyx 0. Schm. (Calyx lieberkühni).
Carter (4) kennzeichnet eine neue Spongillide von Bombay.
Costa hat in Sardinien, wo die Süsswasserschwämme selten
zu sein scheinen, eine Spongille vom reinsten (Weiss und fester Kon-
sistenz gefunden.
Daday erwähnt Spongilla fluviatilis aus Ungarn, Arad.
Dybo wski(l), der schon früher gezeigt hatte, dass die von Lieber-
kühn gegebene Charakteristik der Arten von Süsswasserschwämmen
zur Bestimmung nicht genügt, hat durch sorgfältige Bearbeitung des
ihm zu Gebote stehenden Materiales russischer Spongillen einen aus-
gezeichneten Beitrag zur Systematik europäischer Süsswasserschwämme
gegeben. Indem er sich an Carters Nomenklatur (Annais (5) 7. 1881)
hält, beschreibt er ausführlich Spongilla lacustris, sibirica (= fragilis
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 317
Leidy) und 3 Meyenien , deren Arten er nicht sicher angeben kann.
Verf. gieht genaue Abbild, aller Skeletelemente und hat sorgfältige
Messungen derselben ausgeführt. Die Sp. lieberkühnii und contecta
von NoU sind ihm entgangen (s. weiter unten). Die Angabe, dass
Sp. vesparium v. Mart. (nicht vespa) europäisch sei, hat Verf. später
berichtigt. Die Arbeit rechtfertigt den Ausspruch des Autors in
hohem Masse, dass die Skeletnadeln und die Kieselkörper der Gem-
mulä in ihrer Gestalt und Beschaffenheit unbeständig und schwankend
sind und darin eben die Schwierigkeit einer sicheren Unterscheidung
der europäischen Spongillen von einander liegt. Ausführliches Lit-
teraturverzeichnis,
Graeffe führt aus dem Golfe von Triest von Myxospongien
zwei, von Gummineen zwei, von Spongiden elf, von Monactinelliden
einundzwanzig, von Plakiniden zwei, von Ancoriniden drei, von
Tethyaden eine und von Calcispongien vier Arten mit Angabe des
Fundortes an.
Haswell beschreibt drei neue Spongilliden aus Australien.
Heider fand in den leeren Kelchen der Cladocora von Triest
einen orangeroten Schwamm.
Hilgendorf (1) beschreibt eine neue Varietät eines japanischen
Süsswasserschwammes.
Joseph entdeckt in einer Grotte Unterkrains eine völlig farb-
lose und undurchsichtige neue Spongilla, der (s. Mars hall (3)) die
Gemmulä fehlen sollen.
Koehler macht auf einen Caminus aus den Grotten von Gouliot,
Insel Sark, östl. v. Guernesey, aufmerksam, den 0. Schmidt später
(Zeitschr. w. Zool. 42. 1885) zu Cam. osculosus Gr. gestellt hat.
Köhler und Schmidt haben übersehen, dass schon Sollas (2) diese Art
mit Pachymatisma johnstonia Bwbk. identifizirt hatte.
Krukenberg (1) führt eine Reniera purpurea in die Wissen-
schaft ein, welche er für seine Zwecke durch Angabe des Fundortes,
nämlich in der Nähe des Leuchtturmes von Triest und durch ihre
tief purpurrote Färbung für genügend charakterisirt hält.
Dankest er (3) nennt aus dem grossen Reichtum von Spongien
von Lervik auf Insel Stordoe bei Bergen: Thenea Wy ville - Thom-
sonii und Geodia norwegica, beide später von Sollas, Challenger
Report, Tetractinellidae nicht angeführt; ferner Thecophora (Ten-
torium), Quasillina brevis Bwbks. und Asbestopluma Norm. n. gen.
(s. unten).
Lenz vervollständigt die Liste der Spongien der Travemünder
Bucht. Zu den schon genannten Halisarca dujardiui, Pellina (Reniera)
bibula und Chalinula (Chalina) ovulum kommen Amorphina panicea
und Spongilla fluviatilis, letztere im Brackwasser.
Milne Edwards (1) giebt einen vorläufigen Bericht über die
vom Travailleur im Mittelmeer und Atlantischen Ocean (Spanien)
318 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
erhaltenen Tiere; Vaillant hat die Spongien bearbeitet. Zwischen
Gibraltar und Marseille wurden nur semperellaähnliche Fragmente
bei 1010 m und weniger Tiefe, Reniera und Esperia ähnliche Schwämme
bei 160 m erhalten. An der Küste der Provence und Corsica wurden
zwischen 400 und 600 m Axinella verrucosa und damicornis, Clathria
corall., Reniera, Esperia (Esperella), Tethya lyncur., Polymastia
mamill. , Osculina polystom. , und zwischen 600 und 2660 m. Tetilla
(euploc. 0. Schm.?) und Holtenia (= Pheronema) carpent gedredgt,
die beiden letzteren auch 307 m tief, entfernt von Toulon, mit Poly-
mastia mamill. und Tethya lync. erhalten. Autor stellt eine Be-
trachtung über die Herkunft der Mittelmeerfauna an. Weit mehr
Spongien hat die Expedition im Atlantischen Ocean erhalten. In
mehr als 1000 m fanden sich Farrea, Aphrocallistes bocagei, Holtenia
(Rossella oder Lanuginella ?) pourtalesii, Sympagella nux, Hyalonema
lusitanic, Pheronema carpenteri und Asconema setabul. (55 cm hoch
und 1 m Durchm. am Gipfel!). Euplectella suberea fand sich in
3307 m Tiefe bei der Berlenga Ins. Etwas nördlicher Parafieldingia
socialis neu. Unter den Lithistiden werden genannt Vetulina sta-
lactites und Leiodermatium argus (neu? Bei Sollas Challenger Re-
port XXV. nicht erwähnt). Ferner noch als Tiefseeschwämme :
Corticium, Radiella (zu Polymastia bei Vosm., id. mit Trichostemma
bei Ridley und Dendy) sol, Desmacidon johnsonii, Guitarra fimbriata,
Esperia (Esperella) sp., dabei eine blaue in 1068 m, Pachastrella abyssi
und Geodia (Cydonium) zetlandica.
Polejaeff (1) fand im Hafen von Triest zwei Varietäten von
Sycandra raphanus, eine kleine Form auf Algen und eine grössere
an Pfählen.
Potts (1 u. 2) beschreibt neue Spongilliden aus Nordamerika.
Rathbun (1) führt folgende durch U. S. Fish Comm. an der
Küste von Massach., Connect. und Rhode Isl. gesammelten Schwämme
auf: Microciona (Amphilectus) prolifera Verr., Gliona sulphurea Verr.,
Suberites compacta Verr., Tethya (Tetilla) gravata Hyatt u. Chalina
oculata Bwbk.
Schulze (5) fand unter den im Faroe Channel gedredgten
Spongien Tisiphonia agaricif. W. Thoms. (= Thenea muricata Bwbk.)
Reniera sp., Holtenia, Tetilla cranium Müll. (= Craniella cran. Müll.),
Stylorhiza stipitata 0. Schm. und Polymastia stipitata Cart. (letztere
beiden = Stylocordyale stip. Ctr.)
Sollas (1) teilte die Spongien folgend ein:
Class Spongiae
Orders Suborders Farailies
,-r . f Halicarcidae
Myxospongiae i Oho^drosiadae
{Ascones
Leucones
Sycones
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884.
319
Silicispongiae
Monaxonidae,
weil einaxig", nicht ein-
strahlig, wie die Bezeieh-
nung Monactinellidae
ausdiiickt.
Tetractinellidae . . .
Hexactinellidae . . .
Renierinae
Suberitidinae
Desmacidinae
Echinonemata
Chalinidae
j Choristidae
\ Lithistidae
f Lyssakina
\ Dictyonina
Ceraspongiae
j Ceratinidae
\ Psammonemata.
Sollas (2) bespricht die Synonymie, geographische und bathy-
metrische Verbreitung von Pachyniatisma johnstonia Bwbk., Tetilla
(Craniella) Cranium Müll, und Thenea wallichii P. Wright (muricata
Bwbk.). Die Tetractinelliden werden eingeteilt in
^ , , f Lithistidae
Completa
Externa
Choristidae.
\ Scolopidae
I Corticata
\ Leptochrota J
S tu der führt einige der auf der Gazelle in 115 Fad. unter
15" 52,5' N. Br. und 23° 8 W. L. gefundenen Spongien auf, mut-
masslich Tisiphonia (Thenea) fenestrata 0. Schm., Fangophilina sp.,
Stylorhiza (Stylocordyla) stipitata 0, Schm. und andere Suberitiden.
Yosmaer (2) zählt die auf Austernschalen der niederländischen
Austernbänke der Oosterschelde gefundenen Schwämme auf: Sycandra
ciliata H. transit. var. coronata H. bis 80 mm hoch, eine Chalinee,
vielleicht Chalinula (Chalina) fertilis Kell, und Halichohdria panicea
Johnst., die beiden ersteren für die holländische Küste neu. Alle
Sycandra hingen an der Unterseite der Collecteurs herab mit einem
nach abwärts gerichteten Oskulum.
Vosmaer (3) nimmt die Einteilung der Spongien von Gray in
Kalk- und Kieselschwämme an : Porifera calcarea u. P. non-calcarea.
V. beschreibt aus dem Eismeer vier Calcarea und 22 non-calcarea,
letztere lauter Kiesel- und Kieselhornspongien.
Weber nennt einige der auf der niederländischen Nordpol-
Expedition aus der Barentssee erbeuteten Schwämme : Tethya, Geodia,
Halichondrien und Stylocordyla borealis.
Weltner beschreibt zwei neue Tetractinelliden aus dem Mexi-
kanischen Meerbusen.
1883,
Carter (s. Litter. fossile Spong. Carter (1)) beschreibt einen
neuen Kalkschwamm von Australien.
Carter (5) teilt die Pachytragida (Annais XVL 1875 p. 133)
320 ^^ W. Weltner: Bericht über die Leistungen
jetzt ein in Geodina, Stellettina, Theneanina und Tethyina, davon
die Theneanina neu. Die Geodina werden zerlegt in Sect. 1: Arme
einfach und gerade (Orthactinida); a Arme mehr oder weniger nach
vorne gerichtet (Proradiata) , b horizontal gerichtet (Planiradiata)^
c nach auswärts oder rückwärts gebogen (Recurviradiata) ; Sect. 2
Arme einfach, gerade und gegabelt (Dichelactinida) a, h und c wie
oben. Der früheren Diagnose der Stellettina fügt C. die Worte
hinzu: viz. discoid, bacilliform, or globostellate bodies. Diese Gruppe
wird eingeteilt in Subsection 1: Stelletten mit dünner Haut (Psilo-
dermata) a Rinde dünn oder fast fehlend, nur mit kleinen Sternchen
(Stellifera), h Rinde ebenso aber hauptsächlich mit stäbchenförmigen
Körpern (Bacillif era) ; Subsection 2: dickhäutige Stellettcn (Pyno-
dermata), a Rinde dick mit Scheiben (Discifera), & Rinde dick mit
Kugelsternen (Globostellata). Es werden einige neue Formen von
Australien und Ceylon beschrieben. Die Theneanina sind charakteri-
sirt 'durch microspined spinispirular flesh-spicules; hierher Thenea
Gray mit muricata Bwbk. , wallichii Wright (muricata Bwbk.) und
fenestrata 0. Schm. , ferner Ecionemia Bwbk. mit compressa Bwbk.
und nana Ctr. Die Tethyina zerfallen in Section 1: without zone-
spicules or angirded (Azosta), a sessile Formen (Sessilia), h bewurzelte
(Radicifera) und Section 2: with zone-spicules (Zosterophora), a und &
wie vorher. Auch hier eine neue vom Mergui Archipel, Küste von
Burma.
Carter (6) schafft die neue Gattung Monanchora von Australien.
Carter (7) zählt fünf neue Genera ohne Diagnose auf, ferner
neue Arten von verschiedeneu Lokalitäten.
Dö derlei n (1) erwähnt aus der Bucht von Sagami (Japan)
eine Anzahl Spongien, besonders Tiefseeformen: Reniera, Siphono-
chalina, Farrea, Aphrocallistes , Myliusia, Hyalonema, Euplectella,
Holtenia und Lithistiden. Hexactinelliden wurden in 80 — 250 Fad.
erhalten. Diese Hexactin. sind von Schulze, Challenger Report XXL
1887, die Lithistiden von Döderlein selbst (3) bearbeitet worden.
Gaudry erwähnt in einer vorläufigen Notiz über die Ausbeute
des Talisman Euplectella und Holtenia (s. unten Milne Edwards 2).
Hilgendorf (2) beschreibt eine neue Spongilla von Zentral-
Afrika.
Keller (2) fand im Suezkanal nur 2 Spongien, beide neu.
Lendenfeld (2) teilt die Aplysinidae F. E. Seh. in zwei Unter-
familien: Aplysininae und Aplysillinae , zu letzteren Aplysilla und
Dendrilla n. g. Es werden 3 neue Arten dieser Gattungen beschrieben.
Die von Marion (1) studirte Fauna des Golfes von Marseille
erstreckt sich auf den Teil der Küste zwischen der Lisel Mai're und
dem Kap Couronne und begrenzt das Meer durch eine Linie, welche
von Mai're gegen die Klippe Planier und von da zum Kap Couronne
läuft. Aus den fünf angenommenen Regionen werden folgende
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 321
Spoüg'ien g-enannt. Hafen von Marseille, Wasser unrein: Reniera
porrecta 0. Sclmi., in früherer Zeit auch Sycon sp., durch die Hafen-
bauten versch\^'unden. Littorale Zone des Grolfs : Dunstervillia (Sycon ?)
corcyrensis 0. Schin. uud Sycon ciliat. Lbkn. in 0 — 2 m.; Zone der
Zosterawiesen (Posidonia caulini) in 4 — 10 m. : Chondrosia renif., in
10 — 25 m.: Suberites domnnc. , Tethya lyncur. , Chondrosia renif.,
Geodia (Cydonium) gigas, Esperia (Esperella) massa, Sarcotragus
(Hircinia nach Schulze) spinulos., Schmidtia (Petrosia) dura, Halisarca
(Oscarella) lobul, Papillina (Papillella) nigric, Reniera calyx (Calyx
lieberkühni). Aus dem Umkreis eben genannter Zone, unter 25 m.
1. Graviers ä Coralliaires , Graviers ä Bryozoaires in 50 — 58 m.:
Axinella ciunam. mit dem Palythoa, Hircinia hebes, Axinella poly-
poid., Hircinia variab., Papillina (Papillella) nigric.^ Geodia (Cydonium)
gigas, Ditela (cf. Vosmaer (1) p. 218) nitens, Ute glabra, Halisarca,
,,etc." 2. Sables vaseux: Tethya lyncur., Isodictya (cf. Vosmaer (1) )
ingalli Bwbk., Grautia ciliata Flem. ; ferner Esperia (Esperella) massa
0. Schm., Clathria corall. und die bei 1. erwähnten Formen in 40
bis 60 m. Fauna der Schwammgründe: Sycon sp., Ute sp. und Esperia
(Esperella) syrinx in 58 m, Grund klebriger Schlamm; ferner Pa-
pillina (Papillella) suberea, Axinella cinnam., Geodia (Cydonium) gigas,
Esperia (Esperella) foramin. 0. Schm. und Stelletta (Astrella) dorsi-
gera O. Schm. in 70—90 m.
Marion (2) führt ferner aus dem Golf von Marseille unter
Tiefen von 60 m. an : Südlich ^on der Insel Mai're, Esperia (Esperella)
syrinx mit Typton und Alpheus laevimanus Hell., in 65 — 70 m, Grund
schlammiger Sand; Höhe von Riou, Esperia (Esperella) foramin.,
Sarcotragus (Hircinia n. Schulze) spinulosus, Axinella cinnam., Esperia
(Esperella) Syrinx mit Anonyx edwardsi, in 75, 80 u. 90 m , sandiger
Schlammgrund; südlich von Riou und der Klippe Panier, Tethya
(Craniella) cranium , Tethya lyncur. , Papillina (Papillella) suberea,
Isodictya (cf. Vosmaer (1)) ingalli, Stelletta, Desmacidon, Reniera,
Chalina, Spongelia, Snberites claviger 0. Schm. und Chalina fango-
phila 0. Schm., 100 — 200 m, schlammiger Kiesgrund. Auf dem
Plateau Marsilli, in 300 — 450 m, die obere Grenze der abyssalen
Zone bildend, Grund klebriger Schlamm, wurde noch keine Spongie
gefunden. Die abyssale Zone, unterhalb der Klippe Peyssonnel liegend,
Tiefe von 555 — 2020 m, Grund wie vorher, lieferte Pheronema car-
penteri in 500— 700 m; dieselbe Spongie fand die Exped. Travailleur
hier in 1000—1200 m. Zwischen 1800—2000 m wurde daselbst noch
kein Schwamm gefunden.
Im zweiten Teile der Arbeit wird die Fauna östlich von der
Insel Riou bis Corsica unter Hinzuziehung der Ergebnisse des
Travailleurs betrachtet. Nördlich von Cassidagne sind in 80 m Tiefe
auf den graviers ä Bryozoaires Spongien (nicht weiter genannt) ge-
funden. In grösserer Tiefe, auf den graviers ä, Corallieres et k Bryo-
Arch. f. Naturgescli. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. V
322 Dr. "W. Weltner: Bericht über die Leistungen
zoaires sind Schwämme sehr gemein, aber von geringer Grösse, es
sind: Euspongia (officinalis var.) adriatica, Spongelia pallescens,
Cacospongia scalaris, Chondrosia reniformis minor, Geodia, Amorphina,
Desmacidon, Dictyonella und Siphonochalina. Bei 234 — 250 m wurden
Ancorina, Axinella, Geodia, Chondrosia renif. und Tethya lyncur.
erhalten. Zum Schluss werden auch noch die Soudirungen des
Washington der italienischen Expedition um Sardinien besprochen,
Giglioli hatte hier bei 800 und bei 1100— 2900 m Hyalonema, er-
halten.
Marshall (3) erörtert die Verwandtschaftsverhältnisse der
Süsswasserspongien zu einander und zu den Meeresschwämmen und
bespricht die Veränderungen, welche jene durch den Aufenthalt im
süssen Wasser erlitten haben. Die drei Charaktere der Spougilliden —
Monactinelliden, welche im süssen Wasser leben und fast alle Gem-
mulä bilden — können, wie M. nachweist, für die Beurteilung der
Verwandtschaftsverhältnisse der einzelnen Arten unter einander und
zu den marinen Spongien nicht ausschlaggebend sein, wenn sie
natürlich auch zu den marinen Monactinelliden die nächste Verwandt-
schaft zu zeigen scheinen. Autor stellt sie zu den Renieren. Es
wird ein neues Genus aus dem Kongogebiet beschrieben.
Miklukho-Maclay fand in dem 31 "C. warmen Kamaka-
Vallarsee auf Neu-Guinea, landeinwärts von der Insel Coira eine
Halichondride.
Milne-Edwards (2) führt einige der vom Talisman (Expedition
im Jahre 83 nach Nord-Afrika, Canarische, Cap Verdische Inseln,
Azoren und dem Sargassomeer) erbeuteten Spongien an: Askonema
und Farrea in 500 m oder 600 m westlich von Marokko und der
Sahara, wo ferner Rossella und Holtenia, ferner Aphrocallistes ver-
wandte Formen sehr gemein bei 1000 und 1500 m sind. Zwischen
Cap Ghir und Cap Noun, 120 Meilen von der Küste in 2000 -2300 m
Euplectella suberea äff.; auch zwischen Senegal und Cap Verde Ins.
Spongien in 3200 und 3655 m.
Nach Nassonow ist Clione (Cliona) gefunden in: Tridacna,
Fusus, Buccinum, Triton, Pecten, Placuna, Patella, Haliotis und
anderen Mollusken, in Caryophyllea , Corallium und in Kalksteinen.
Eine neue Art wird beschrieben und Cl. typica von Nardo gestrichen,
da von dieser Art keine Beschreibung existirt. Nach Vosmaer (6f)
muss „Clione" fallen und dafür Vioa eingesetzt werden. Später
(Vosmaer (1) Lieferung 11, erschienen Nov. 1885), hat Vosmaer aber
Cliona beibehalten.
Retzer behandelt die Systematik der deutschen Spongilliden.
Nach einer geschichtlichen Einleitung bespricht er die Gestalt und
Skeletverhältnisse. Es lassen sich der Form nach zwei Reihen von
Süsswasserschwämmen unterscheiden, solche, welche frei in die Höhe
wachsen und baumförmig verzweigte Massen darstellen, sie finden
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 323
sich mehr in stehenden Gewässern oder in grösseren Tiefen und solche,
welche in die Breite gehen nnd krustenförmigmassig erscheinen, mehr
in fliessenden Gewässern nahe der Oberfläche lebend. Die Linne'ische
Ansicht, dass sp. fluviatilis in Flüssen und lacustr. in Seeen lebe,
ist nicht unbedingt richtig. Die erstgenannten Formen bilden die
Lacustrisreihe und haben Gemmulä meist ohne Amphidisken, ihr
Skelet besteht aus langen schmalen Stäben, die in uuregelmässigen
Abständen durch schiefgestellte Brücken mit einander verbunden
sind. Die andern bilden die Fluviatilisreihe, haben Amphidisken und
Ihr Skelet bildet Netze oder dichte wirre Filze. In Bezug auf die
Form giebt es Uebergänge, so kann Sp. lieberkühnii der Lacustrisreihe
vorwiegend flächenhaft auftreten mit zahlreichen freien Erhebungen.
R. nimmt nur eine Gattung (Spongilla) an und beschreibt aus
Deutschland folg. Arten : lacustris L., lieberkühnii Noll, contecta Noll,
rhenana n. sp., fluviatilis L. , erinaceus Ehrbg. und mülleri Lbkn.,
dazu provisorisch mirabilis n. sp. (Davon wird lieberkühnii als variet.
von lacustris betrachtet und contecta ist identisch mit fragilisLeidyRef.)
Verf. schlägt die ternaere Nomenklatur vor und unterscheidet nur
zwei Arten Sp. lacustris und Sp. fluviatilis mit den Varietäten Sp.
lac. ramosa, lac. lieberkühnii, lac. contecta, lac. rhenana; Sp. fluv.
erinaceus, fluv, meyenii, fluv. mülleri. Die neue Form mirabilis soll
entweder eine durch Verbastardirung von mülleri und lieberkühnii
entstandene Art sein, oder aber nur ein durch blosses Zusammen-
wachsen zweier Exemplare der genannten Arten entstandenes Schwamm-
exemplar vorstellen. (Vejdovsky in Potts, Fresh- Water Sp. Monogr.
1887) hat diese Form zu mülleri gezogen und die von Retzer be-
schriebenen Gemmulae gehören jedenfalls zu dieser Art. Das Ver-
wachsen und Durcheinanderwachsen von Spongillidenarten ist durch-
aus keine seltene Erscheinung, während Bastardbilduug bei Spongien
mit Sicherheit nicht bekannt ist; s. oben Potts (2), Physiol. — Die
ein Jahr vorher erschienene gründliche Arbeit Dybowskis (1) hat
der Verf. leider nicht gesehen, Ref.)
Die Süsswasserschwämme Böhmens von Vejdovsky (1) ist die
dritte monografische Bearbeitung, welche 1882/83 erschien. Nur
solche genaue Beschreibungen und Abbildungen, nebst Messungen
der Nadeln, wie sie V. u. besonders Dybowski (1) ausgeführt haben,
ermöglichen eine sichere Systematik der Spongilliden, denn es ist
nicht zu leugnen, dass die Skeletelemente von Ephydatia fluviatilis,
mülleri und Spongilla lacustris höchst variabel sind. Vejd. teilt die
alte Gattung Spongilla in 3 Untergattungen: Euspongilla Vejd.,
Ephydatia (Lamx) Vejd. und Trochospongilla Vejd. Zu Eusp. gehören
lacustris Aut., ferner jordanensis (lacustris) Vejd. und sibirica Dyb.
(fragilis). Zu Ephyd. gehören fluviat. Aut. und mülleri Vejd. mit
forma Au. B, davon eine vielleicht selbstständige Art. Zu Trochosp.
die einzige Art erinaceus Ehrbg. Die Varietäten siehe unter neue
324 Dr. W. Weltner: Bei'icht über die Leistungen
Arten etc. Eine Bestimmungstabelle ist gegeben ; auch ein Litteratur-
verzeichnis, in dem einige Fehler untergelaufen sind. Vosmaer (6d)
stimmt der von Y. vorgenommenen Zerlegung der Gattung Spongilla
in 3 Untergattungen zu, weist auf die Un Vollständigkeit des Litteratur-
verzeichnisses betr. die älteste Litt, hin und führt Ruppius als den
ersten Autor über Süsswasserschwämme an, während Yejd. als solchen
Plukenet genannt hatte. (Sowol Vejd. wie Vosm. irren sich ; die erste
Beschreibung eines Süsswasserschwammes findet sich bei J. Rains,
Histor. plantar. T. I. 1686. Die erste Beschreibung und Abbildung
hat dann Plukenet, Phytographica 1691 gegeben. Es folgt Plukenet,
Almagestum botan. 1696, Loeselius, Flora Prussica 1703, J. Rajus
Hist. Plant. T. LEI. 1704, Reneaume, Mem. Ac. Sc. 1714 und erst jetzt
Ruppius Flora Jenensis 1718. Ref.)
Vejdovsky (2) handelt über die von ihm (1) beschriebenen
Spongilliden, s. unter neue Arten etc. Desgleichen Vejdovsky (3).
Vosmaer (4) beschreibt anatomisch und histiologisch einen
neuen Hornschwamm Velinea vom Golf von Neapel, einer Siphono-
chalina ähnelnd, zylindrische Röhren bildend, mit endständigen Aus-
strömungsöfinungen und einem markhaltigen Hornskelet nach Art
des Hexactinellidengerüstes. Die besser gekannten Hornspongien
werden in 5 Familien gebracht: Aplysinidae s. str. , Aplysillidae
(= Aplysillinae v. Lendf.), Spongelidae, Spongidae, Hircinidae.
Charakteristik und Schlüssel zur Bestimmung derselben sind gegeben.
1884.
Carter (9) giebt in den Bemerkungen zu seiner Uebersetzung
der Arbeit Vejdovskys Notizen über die geographische Verbreitung
einiger Spongilliden.
Carter (10) giebt die Diagnosen zu den in (8) genannten Genera.
Carter (11) führt die Verschiedenheiten von Sycandra ciliata H.
und corouata H., die nach ihm identisch sind, auf lokale Verhältnisse
zurück.
Carter (12) giebt ältere Litteratur über Spongilla fluv. u. lac.
Carter (13) bespricht die Synonymie einiger Kalkschwämme
und beschreibt einen neuen.
Carter (14) konnte aus einer Sammlung von Fragmenten
mariner Spongien von "Westflorida nur wenige Arten bestimmen.
Keine neue.
D öd er lein (2 u. 3) hat über 50 Exemplare von Lithistiden aus
Japan mitgebracht, welche sich auf nur vier Arten verteilen, alle
neu. Die drei gefundenen Discodermia- Arten sind nur durch ihre
Form von einander verschieden, während die Skeletelemente keine
wesentlichen Unterschiede bieten.
B. Dybowski hat nach der Mitteilung W. Dybowski's (2)
die Lubomirskia baicalensis am Strande des Behringsmeeres ge-
in der Spoiigiologie für die Jahie 1882—1884. 325
funden. Sie stimmen in allen mit den in den Stud. Spong. Russ.
Reiches, Acad. Petersb. 27 No. 6, geschilderten Exemplaren aus dem
Baikalsee übereiu.
Dybowski (3) beschreibt genau, ohne den Weichteil zu be-
rücksichtigen, die Spongilla sibirica Dyb. (fragilis Leidy) von Charkow.
Aut. bemerkt, dass der Islame fragilis schon von Reuaum gebraucht sei.
Dybowski (4) kennzeichnet einen neuen Süsswasserschwaram
aus Südrussland. Bemerkenswert erscheint, dass, obwol Gemmulä nicht
gefunden wurden, doch Amphidiskeu im Parenchym des Schwammes
lagen. Ferner wird Spongilla lacustr. von Insel Rügen erwähnt.
Dybowski (6) beschreibt und bildet die Spikula des in (4)
besprochenen Schwammes ab und handelt über abnorm gestaltete
Nadeln von Spongilla lac. u. fluv.
Kräpelin findet in der Bille bei Hamburg mindestens drei
Arten von Spongillen, dabei Sp. coutecta Noll (= fragilis Leidy).
Nach Lenden fei d (3) umfassen die Australischen Spongien
c. 500 Arten ; wenig Kalkschw. , fast gar keine Hexact. u. Tetract.,
nur 3Myxosp., alles andere sind Monactin. u. Ceraospong. Die
Beschäftigung mit den Spongien hat auch L. gelehrt, dass nur die
Nadel form, nicht die Anordnung derselben, allein konservativ ist
und nur sie für die höhere systematische Gruppirung der Spongien
zu verwenden ist. Die Fleischnadeln, sind ganz unabhängig von dem
übrigen Skelet und sollen nicht zur Bildung der Hauptgruppen,
sondern als Gattungscharaktere verwandt werden. L. findet an einer
australischen Hircinia im Parenchym S förmige Doppelhaken.
Lendenfeld (4) beginnt seine Monographie australischer Spon-
gien mit einem Ueberblick der Schwammkenntnis und stellt folgendes
System der Schwämme auf: I. Ordn. Calcispongiae, Fam. Asconidae,
Syconidae, Leuconidae. IL Ordn. Myxospongiae , Fam. Halisarcidae,
Chondrosidae mit Subf. Chondrosinae u. Chondrissinae. III. Ordn.
Ceraospongiae , Fam. Spongelidae mit Subf. Spongelinae u. Spon-
gelissae, Fam. Spongidae mit Subf. Sponginae u. Spongissinae, Fam.
Aplysillidae mit Subf. Aplysillinae u. Aplysillissae, Fam. Aplysinidae
mit Subf. Aplysininae u. Aplysissinae, Fam. Hircinidae mit Subf.
Hircininae u. Hircissinae. IV. Ordn. Monacticerae, Fam. Chalar-
chidae mit Subf. Chalarchinae u. Chalarchissae , Fam. Chalcoenidae
mit Subf. Chalcoeninae u. Chalcissinae, Fam. Clathridae mit Subf.
Clathrinae, Clathrissinae u. Clathrillinae, Fam. Echispidae. V. Ordn.
Hyalospongiae , Fam. Plakinidae, Hexactinellidae, Tetractinellidae,
Lithistidae. VI. Ordn. Monactihyalae , Fam. Renieridae , Suberitidae.
Lendenfeld (6) findet Fleischnadehi bei Hircinia, bei einer
Aplysillide u. Spongide. Da sicli diese Spikula bei allen Familien
der Spongien finden können, so ist ihnen kein grosser Wert für die
Systematik zuzulegen. L. will die Familien, in denen Fleischspikuka
326 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
„zuweilen" angetroffen werden, in Unterfamilien tlieileu, je nachdem
diese Spikula vorhanden sind oder nicht.
Marshall (5) beschreibt eine neue Tetraktinellide Agilardiella
radiata (nach Sollas, Challenger Report XXV, 1888 p. 190, zu Tethy-
opsis zu stellen und vielleicht identisch mit colummifera Ridl.)
Marsh, hat, wie Sollas 1. c. nachgewiesen, nicht den vollständigen
Schwamm vor sich gehabt, sondern nur dessen grosse Kloakenröhre.
Das Innere dieser Röhren ist nicht einfach hohl, sondern besteht
wieder aus neun nebeneinander verlaufenden Röhren, deren eine
zentral liegt, während die andern peripher um sie angeordnet sind;
die radiären Scheidewände zwischen ihnen haben Öffnungen. Das
ganze Röhrensystem ist oben geschlossen, die äussere "Wand aber
porös. Im Innern des Gebildes Einaxer und Dreistrahler, die un-
paaren Arme der letzteren liegen in den die Röhren von einander
trennenden radiären Scheidewände. Ferner Sterne in der äussern
Rinde. Das ganze Gebilde ist radiär gebaut. M. führt die An-
sichten verschiedener Autoren über die Beziehungen, welche der ge-
legentlich vorkommende radiäre Bau der Spongien zu den Coelente-
raten bietet, vor und äussert sich selbst dahin, dass derselbe nicht
als etwas Zufälliges gelten könne, sondern in ihm der Hauptbeweis
der Verwandtschaft der Spongien mit den radiären Cölenteraten und
der Zugehörigkeit zu diesen li^e.
Die von Polejaeff (2) bearbeiteten Kalkschwämme der Chal-
lengerexped. umfassen 30 Arten, davon allein 23 neu! P. kann das
natürliche System Haeckel's nicht als solches gelten lassen, denn die
sehr variabel en Nadeln können nicht zur Aufstellung von Gattungs-
begriffen verwendet werden. Dagegen ist P. mit H. der Ansicht,
dass die Kalkschwammfamilien auf den Bau des Kanalsystems ge-
gründet werden müssen. — P. stellt die Kalkschwämme, Calcarea,
als Klasse allen andern Spongien gegenüber, diese als Subtypus zu
den Coelenteraten. Wegen des Systems s. Vosmaer (1) u. (6 g), der
Polejaeff's Eintheiluug angenommen hat.
Die gleichfalls von Polejaeff (3) bearbeiteten Challenger-
Hornschwämme machen 37 Arten aus, davon 21 neue. In dieser
Abhandlung bespricht P. zunächst die verschiedenen Teile der Horn-
spongien überhaupt in Rücksicht auf ihren systematischen Wert; da
wir von der Embryologie und Paläontologie hier wenig wissen, so
bleibt für die Systematik nur die Anatomie und Histiologie. Letztere
sei aber nur sehr selten, z. B. bei Janthella u. Cacosp. vesiculifera
verwendbar, bleibt also nur die Anatomie. Was die auf das Skelet
gegründete Einteilung anlangt, so verwirft P. die von Carter u.
Hyatt aufgestellte in Hornsp. mit homogenen und heterogenen Fasern.
Auch die Farn. Dysideidae Marsh, wird verworfen. Janthella wird
zu den Darwinellidae gestellt (cf. aber Vosmaer (1). Die Hircinidae
Gray, auf die Filamente gegründet, löst P. auf (auch Vosmaer (1);
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 327
deuu diese Gebilde finden sich mm auch bei Cacospongia und Stelos-
pongos und können keine Verwendung für die Systematik finden.
P. kommt zu dem Schluss, dass die von Vosmaer (4) gegebene Ein-
teilung in fünf Familien , basirt auf den Bau des Skeletes und des
Weichteiles, die beste ist, freilich eine künstliche; P. löst aber die
Hircinidae auf und schreibt statt Aplysillidae: Darwinellidae , weil
älter. Diesen Änderungen ist auch Vosmaer (1) gefolgt. P. bespricht
dann sämmtliche Hornschwammgattungen kritisch. — Endlich sei
noch ein Kriterium der Monactinell. aus P. Arbeit angeführt: sie
zeichnen sich durch die vollständige Abwesenheit besonderer zu und
von den Kammern führender Kanäle aus und haben eine um diese
liegende hyaline Grruudmasse.
Potts (7) weist auf die grosse Verbreitung der Spongilla fragilis
Leidy hin und zählt 8 Arten in 4 Grattungen von Nova Scotia auf.
Potts (8) fand Spongilla lacustris auf Schlammgrund, was bisher
von keinem Süsswasserschwamm bekannt war. Meyenia leidyi wurde
in absoluter Dunkelheit wachsend angetroffen.
Ridley (1) teilt mit, dass auf der Fahrt des Triton unter
L 0" 33' W, Br. 56" 54' N in 42 Faden und unter L 0" 37' W, Br. 57" 7' N
in 40 Faden erhalten wurden: Amphilectus edwardsi Bwbk. = Isodictya
edwarsii Bwbk., nicht = Isodictya gracilis Bwbk. wie Vosmaer an-
genommen und Suberites ficus Johnst. ? Esper, an welch letzterem
Schwamm eine Lokalisation der Oskula, s. Bwbk. und Johnst., beob-
achtet wird.
Ridley (2) beschreibt neue Schwämme von Singapore und
Mauritius und giebt die Synonymie einiger anderer Spongien.
Ridleys (3) Bearbeitung der Spongien des Alert lieferte
110 Arten von Australien, von denen 42 neu. Ferner aus dem west-
lichen Teil des indischen Ozean 56 Arten, wovon 19 neue. Die geo-
graphische Verbreitung der gefundenen Arten ist p. 371—377 und
582—589 gegeben. — Gellius cymiformis wurde Algen überziehend
gefunden, von einer Reuieride wurde das Durchwachsen durch eine
Alge beobachtet. — Das System Ridleys ist, soweit der Autor es
ausführt, folgendes: Ordn. Carnosa. Ordn. Ceratosa, Fam. Spougiidae,
Hircinidae, Dysideidae, Aplysinidae. Ordn. Silicea, Subordn. Mo-
nactinellida, Fam. Gumminidae, Chalinidae, Renieridae,Desmacidinidae>
Ectyonidae, Axinellidae, Suberitidae. Subordn. Tetractinellidae, Fam.
Choristidae (Sollas), Lithistidae. Subordn. Hexactinellidae. Ordn.
Calcarea. Fam. Asconidae, Leuconidae, Syconidae, Teichonidae.
Sollas (3) zählt einige Spongien von Roseoff auf. — Halisarca
gehört zu den niedrigst stehenden Schwämmen; die Chondrosiden
sind degradirte Abkömmlinge der Spongien. S. stimmt mit Vos-
maer (1) darin überein, dass Halisarca lobularis und dujardini nicht
mehr unter einem Gattungsbegriff vereinigt bleiben können.
Vosmaer (5) bespricht die Synonymie einiger Kalkschwämme.
328 ^^- ^- Weltner: Bericht über die Leistungen
Wierzejski teilt die europäischen Spongilliden nach der
Struktur und der Entwickelung der Gemmulä folgend ein. Formen
mit gezähnten Amphidisken, a die Amphidisken in einer Lage vor-
handen Ephydatia fluviat. aut., b diese in zwei Lagen Meyenia.
Formen mit glattrandigen Amphidisken Trochosp. crinaceus Vejd.
Formen mit dornigen Nadeln (welche homolog den Amphidisken sind),
a Schwamm verzweigt Spougilla sp. (nämlich lacustris Aut. Ref.),
b Schwamm unverzweigt Sp. fragilis Leidy, für welche Art man ein
neues Genus schaffen könne. (Cf. die Einteilung von Vejdovsky in
Potts, Fresh-Water Sponges, A Monograph. Proc. Ac. Nat. Sc. Phila-
delphia 1887). W. macht auf das verschiedene Aussehen der Herhst-
und Frühlingsgemmulä aufmerksam; Vorsicht bei Aufstellung neuer
Arten.
Das System der Spongien bei Vosmaer (1) ist bis auf die
Familien folgendes:
Typus: Porifera.
Classe I.: Porifera non-calcarea (Fibrospongia Clauss).
Ordn. I.: Hyalospongiae (Hexactinellidae Autt.)
Erstere Bezeichnung deshalb gewählt, um eine gleiche
Endung mit den übrigen Ordn. zu erzielen.
Unterordn. L: Dictyonina.
Fam. Euretidae.
» Coscinoporidae.
» Mellitionidae.
» Ventriculitidae.
» Staurodermidae.
» Maeandrospongidae.
» Callodictyonidae.
» Coeloptychidae.
Unterordn. 11.: Lyssakina.
Fam. Receptaculitidae.
» Monakidae.
» Pleionakidae.
» Pollakidae.
Ordn. II.: Spiculispongiae.
Unterordn. I.: Lithistina.
Fam. Rhizomorinidae.
» Megamorinidae.
» Anomocladinidae.
» Tetracladinidae.
Unteiordn. II.: Tetraxonina.
Fam. Geodidae.
» Aucorinidae.
» Plakinidae.
» Corticidae.
in der Spongiologie für die Jahre 1882-1884. 329
Unterordn. III.: Oligosilicina.
Farn. Chondrosidae.
Halisarcidae.
Unterordn. IV.: Pseudotetraxonina.
Farn. Tethyadae.
« Unterordn. V.: Clavnlina.
Farn. Polymastidae.
» Suberitidae.
Clionidae.
Ordn. III.: Coruacuspongiae.
Unterordn. I.: Halichondriua.
Fam. Halichondridae.
Spongillidae.
» Desmacidonidae.
>> Ectyonidae.
Unterordn. 11.: Ceratina.
Fam. Spongelidae.
Spongidae.
» Aplysinidae.
» Darwinellidae.
Classe II.: Porifera calcarea.
Ordn. I.: Homocoela.
Fam, Asconidae.
Ordn. II.: Heterocoela.
Fam. Syconidae.
» Leuconidae.
» Teich onidae.
» Pharetronidae.
Ueher die StelliiDg der Spongien haben sich geäussert: Sav.
Kent 1880/82 s. p. 264, Marshall 1882 s. p.298, Sollas 1882 s.
p.311, Margo 82/83 s. p. 310, Polejaeff 83/84 s. p.326, Bütschli 84
s. p. 311, Marshall 84 s. p. 326, Sollas 84 s. p. 311, Vosmaer 86
s. p. 263.
NcMe Fatnilieti, Genera , Species und Synonytnie,
Nicht angegeben sind die Nachweise der Sjuonymie, die neuen
Familien, Genera u. Species von Vosmaer (1). Ich habe mir diese
Arbeit erspart, da doch jeder, der über Schwämme arbeitet, das
Buch zur Hand haben muss. Bei der folgenden Aufzählung ist das-
selbe stets nachzuschlagen.
Dagegen habe ich (wie auch in den vorhergehenden Kapiteln) bei
den meisten G-attungs- und Speciesnamen schon im Voraus die Syno-
nyme, wie sie sich in den nach 1884 erschienenen Hauptwerken über
Spongien finden, in Klammem beigefügt; diese Werke sind:
330 Dr. W. AV eltner: Bericht über die Leistungen
Riclley, S. 0. u. Dendy, A. Report on the Monaxouida. —
Zoology, Vol. XX. 1887. Report Scient. Res. Voyage H. M. S. Chal-
lenger.
Schulze, F. E. Report on the Hexactinellida — das. Vol.
XXI. 1887.
Sollas, W. J. Report on the Tetractinellida — das. Vol.
XXV. 1888.
Potts, E. Fresh Water Sponges. A Monograph. — Proc.
Acad. Nat. Sc. Philadelphia. 1887.
Die Änderungen der folgenden noch späteren Arbeiten sind aber
hier nicht mehr berücksichtigt worden:
Lendenfeld, R. v. Die Challineen des australischen Gebietes.
Zool. Jahrbücher v. Spengel. IL Bd. 1887.
Lendenfeld, R. v. Descriptive Catalogue of the Sponges in
the Australian Museum, Sydney. London 1888.
Lendenfeld, R. v. A monograph of the Horny Sponges.
London, Royal Soc. 1889.
Acanthella sp. Ridley (3), Torresstr. 7 Fad.
Acarnus ternatus n. sp. Ridley (3), Torresstr. 7 Fad., Amiranten
15 Fad.
Acervochalina n. g. Ridley (3), Diagnose bei Vosmaer (1), syn.
Chalina 0. Schm., nee. Bwbk.
— finitima syn. Chalina fin. 0. Schm. Ridley (3).
— finitima var. Seychellen, 4 — 12 Fad. syn. Chal. finit. 0. Schm.
Ridley (3).
Agilardiella n. g. Marshall (5), Diagnose bei Vosmaer (1). Nord-
neuseeland, 45 Fad. (Syn. mit Tethyopsis nach Sollas.)
Ajelas (Agelas) D. u. M. syn. Ection sparsus Carter (1).
Alcyonium epiphytum Lmk. syn. Suberites epiph. Ridley (3).
? Alcyonium putridosum Lmk. syn. Desmacidon fistulös., Bwbk.
Rhizochalina fistulosa Bwbk. n. var. infradensata Ridley (3).
Alcyonium testudinaria Lmk. syn. Reniera test. Ridley (3).
Alebion piceum n. sp. Vosmaer (3) Barentssee, 220 u. 192 Fad.
(syn. Jophon pic. Ridley & Dendy).
Amorphina isthmica n. sp. Keller (2), Timsahsee (Suezkanal).
— sp. Vosmaer (3), Barentssee.
Amphilectus edwardi Bwbk. syn. Isodictya edwardii Bwbk, syn.
Amph. gracilis Vosm. pars., nicht syn. Isodictya gracilis Bwbk.
wie Vosmaer annahm. Ridley (1).
— frondifer Vosm. syn. Halichondria frond. Bwbk. Clathria frond.
Ridley (3).
— hispidulus n. sp. Ridley (3), Torresstr. 3— 6 Fad.
— parishi Vosm. syn. Rhaphiodesma par. Bwbk. Esperia (Esperella)
par. Ridley (3).
— tibiellifer n. sp. Ridley (3), Torresstr. 7 Fad.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 331
Amphorisciis fiammea n. sp. Polejaeff (2), Bahia, Seichtes Wasser.
— elongatus n. sp. Polejaeff (2), Prince Edward Isl. 310 und
150 Fad.
— poculuin n. sp. Polejaeff (2), Port Jackson (Austral.) 30
bis 35 Fad.
Anamixilla torresi n. g. n. sp. Polejaeff (2), Torresstr. 3— 11 Fad.
Diagnose hei Vosmaer (1).
Aplysilla, Diagnose Lendenfeld (2); krustenförmig, Skelet zahl-
reiche einzelne Spongiolinbäumchen.
— violacea n. sp. Lendenfeld (2), Port Philipp (Melbourne) Ebbe-
grenze bis zu 3 m Tiefe.
Aplysillidae syn. Aplysillinae Lend. Vosmaer (4). (Bei Vosmaer (1)
in Darwinellidae geändert.)
Aplysillinae Unterfam. der Aplysinidae F. E. S. Geisselkammem
gross, sackförmig, Grundsubstanz hyalin, Hornfasern nicht ana-
stomosirend, baumförmig. Lendenfeld (2).
Aplysinidae Vosmaer (4) Diagn. bei Vosmaer (1).
Aplysinidae Vosm. syn. Aplysinae (e. p.) Hyatt, Ceratina (e. p.) Ctr.,
Aplysinidae (e. p.) F. E. S., Lencl. Polcj aeff (3).
Aplysininae Unterfam. der Aplysinidae F. E. S. Geisseikammern
klein, birnförmig, Grundsubstanz körnig, Hornfasern anastomo-
sirend. L e n d e n f e 1 d (2).
Aplysina cauliformis Carter (1), J^assau (Westindien).
— compressa Carter (1), Long Key Island, Nassau (Westindien)
— longissima Carter (1), Nassau (Westindien).
— membranosa syn. Spongia m. Pall., Sp. m. Esp., ? Janthella
concentrica Hyatt, ? Aplysina purpurea Ctr. Bidley(3).
— naevus Ctr. u. incnistans Ctr., Verongia rosea Barr,, vielleicht
syn. Aplysilla sulfurea F. E. Seh. und rosea F. E. Seh. Lenden-
feld (2).
~ pallasi n. sp. Ridley (3), Amiranten 16 u. 17 Fad. , Mascarenen
19 Fad. Syn. ?Sp. membranosa p. Pallas.
Arabescula parasitica Ctr. syn. Corallistes Ridley (2) (Sollas hat
Arabesc. beibehalten).
Asbestopluma Norm. n. g. Lankester (3), Lervik auf Stordoe bei
Bergen. Ohne Diagnose.
Ascetta primordialis var. poterium H. syil. Clathrina poter. Ridl,
Leucosolenia pot (?) H. Polejaeff (3).
Asychis Gray syn. Desmacodes 0. Schm. , Vosm., Fibularia Ctr.,
Gellius Ridley (3). (?Fibulia Ctr. bei Ridley und Dendy.)
Auletta elegans n. sp. Vosmaer (3) Barentssee 160 Fad.
Axinella echidnaea syn. ? Spongia ech. Lmk. Ridley (3).
— proliferans n. sp. Ridley (3), Mascarenen 18— 19 Fad.
Axos fibulatus Ctr. vielleicht syn. Spongia rubispina Lmk., Gelliodes.
fib. Ridley (2).
332 -Dl'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Cacospongia amorpba n. sp. Polejaeff (3), Bahia, Seichtwasser.
— compacta n. sp. Polejaeff (3), Bahia, Seichtwasser.
— dedroides n. sp. Polejaeff (3), Philipp. Ins., 18 Fad.
— intermedia n. sp. Polejaeff (3), INeue Hebriden, 60— 70 Fad.
— irregularis n. sp. Polejaeff (3), Torresstr., 28 Fad.
— lamellosa Ehl. syn. Spongia lam. Esp., ? Carteriospongia ota-
hitica Hyatt. Carterispongia lam. Ridley (3),
— levis n. sp. Polejaeff (3), Barra Grande (Brasil.), 400 Fad.
— murrayi n. sp. Polejaeff (3), Port Jackson (Anstral.), 30 bis
35 Fad.
— oligoceras n. sp. Polejaeff (3), Philippinen, 18 Fad.
— poculum Selenka, vielleicht syn. Spongia otahitica Esp., Halis-
pongia venticuloides Bwbk., Carterispongia otahitica. Ridley(3).
— prociimbens n. sp, Polejaeff (3), Portugal, 220 Fad. Exped.
Porcupine.
— spinifera n. sp. Polejaeff (3), Neue Hebriden, 60— 70 Fad.
— tuberculata n. sp. Polejaeff (3), Bassstr., 38 — 40 Fad.
— vesiculifera n. sp. Polejaeff (3), Port Jackson (Austral.), 7 Fad.
Caminus osculosus Grube syn. Pachymatisma johnstouia Bwbk.
Sollas (2) (weitere Syn. bei Sollas Challenger Tetract.)
Carteriospongia Hyatt syn. Halispongia Bwbk., Mauricea Ctr. Car-
terispongia. Ridley (3).
— otahitica Esp. syn. Spongia otahitica Esp., Carteriosp. otahitica
Hyatt, Polejaeff (3).
— otahitica Hyatt vielleicht syn. Spongia lamellosa Esp,, Cacos-
pongia lam. Ehl., Carterispongia lam. Eidley (3).
— madagascareusis Hyatt syn. Pyllospongia mad. Ridley (3).
— mantelli syn. Halisp. mantelli Bwbk. Ridley (3).
— pennatula syn. Sp. penn. Lmk., Carteriosp. radiata Hyatt, Mauri-
cea lacinulosa Ctr. Ridley (3).
— radiata Hyatt syn., Spongia pennatula Lmk., Mauricea lacinu-
losa Ctr., Carterispongia pennatula. Ridley (3).
— vermifera Hyatt syn. Spongia fissurata Lmk., Carterispongia
fiss. Ridley (3).
Carterispongia syn. Halispongia Bwbk., Carteriosp. Hyatt, Mauri-
cea Ctr. Ridley (3).
— flssurata syn. Spongia f. Lmk., Carteriosp. vermifera Hyatt.
Ridley (3).
— lamellosa syn. Spongia 1. Esp., Cacosp. 1. Ehlers, ? Carteriosp.
otahitica Hyatt. Ridley (3).
— otahitica syn. Spongia ot. Esp., Halisp. venticuloides Bwbk.,
? Cacospongia poculum Selenka. Ridley (3).
Cavochalina digitata var.arenosa Carter(l), Swan River (W.Australia).
in der Spoiigiologie für die Jahre 1882—1884. 333
Chalina 0. Schm. nee Bwbk syn. Acervoclialina. Ridley (3).
— armigera syn. Tuba arm. D. M. Ridley (3).
— compressa Esp. syn. Spongia compr. Esp., Desmacidon compr. b.
Ehlers. Carter (3).
— digitata var. arenosa Carter (1), New Zealand, Anstralia.
— finitima 0. Schm. syn. Acervochalina fin. Ridley (3).
— monilata n. sp. Ridley (3), Port Jackson (Anstral.), 0-5 Fad.
— oculata syn. ? Spongia elong. Lmk., ? Sp. lanuginosa Esp, Ridley (3).
— palmata syn. Halichondria palm. Johnst., Isodictya palm. Bwbk.
Carter (3).
— riibens Fall. syn. Spongia rubens Fall., Sp. digitata Esp., Sp.
arborescens Lmk., ? Amphimedon D. & M. Carter (1).
Chalinula sp., robustior 0. Schm.? Yosmaer (3) Barentssee 62 Ead.
— sp. Vosmaer (3) Matosjkin-Shar 2—11 Fad.
Chondrilla mixta F. E. Seh. vielleicht syn. Chondrilla mixta Ridley (3).
Cladocholina nuda n. sp. Ridley (3), Torresstr. 7 Fad.
— nuda n. sp., n. var. abruptispicula Ridley (3), Torresstr.
— pergamentacea n. sp. Ridley (3) Torresstr. 3 — 4 Fad. syn. Cl.
armigera var. perg. Ridl. (Syn. Chalina perg. Ridley u. Dendy).
— subarmigera n. sp. Ridley (3), Torresstr. 4—7 Fad , N.- Australien
3 — 4 Fad.
Cladorhiza bihamatifera (Ctr.) syn. Espeiia cupressiformis var. biham.
Ctr., Esperia biham. (Ctr.) Vosmaer (3).
Clathria aculeata n. sp. Ridley (3), Torresstr. 3— 4 Fad.
— coppingeri n. sp. Ridley (3), N.-Austral. 3 — 8 Fad.
— decumbens u. sp. Ridley (3), Amiranten 10— 13 Fad.
— maeandrina n. sp. Ridley (3), Amiranten 17 Fad.
— reinwardti Vosm. u. var. palmata Ridley (3) NO.- Australien.
— reinwardti Vosm. n. var. subcylindrica Ridley (3), Torresstr.
3—7 Fad.
— tuberosa syn. Microciona tuberosa Bwbk. Ridley (3).
Clathrina clathrus Gray syn. Spongia coriacea Montagu, Grantia
clathrus 0. Schm., Leucosolenia coriacea Bwbk. non Ascetta clath-
rus H. Carter (13)
— frondifera syn. Halichondria frond. Bwbk., Amphilectus frondifer
Vosm. Ridley (3).
— poterium Ridb. syn. Ascetta primordialis var. pot. H. , Leuco-
solenia pot. (?) H. Polejaeff (3).
Cliona caribbaea Carter (1), Isl. St. Vineent (West-Indies).
— celata Johnst. syn. Raphyrus griffithsii Bwbk. Carter (1).
— stationis n. sp. Nassonow, Sewastopol in Ostrea adriatica
(= taurica Kryza? Ref.), 5—12 Fad.
334 Dr. W. Weltner: Beriebt über die Leistungen
Cosinoderma n. g. Carter (10) Sieve-like incrustation, composed of
foreign bodies, iiniformly foraminated and continously spread over
tbe surface, whose evenness is not disturbed by the usual poly-
gonal protection of tbe subdermal fibres. Fibre fine, wooly s. auch
Yosmaer (1).
— altum u. sp. Polejaeff (3), Tristan da Cunha, 60 Fad.
— confragosum u. sp. Polejaeff (3), Portugal 220 Fad., Exped.
Porcupine.
— denticulatum n. sp. Polejaeff (3), Sandwicb-Ins. 40 Fad,
— lanuginosum n. g. n. sp. Carter (8), Freemantle, SW.-Australien,
Ohne Gattungsdiagnose.
Craniella insidiosa 0. Schm. syn. Tetilla ins. Sollas (2) (cf. Sollas
Challenger Tetract.)
— lens syn. Tetilla lens Sollas (2) (cf. Sollas, Challenger Tetract.).
— tethyoides syn. Tetilla tethy. Sollas (2) (cf. Sollas Challenger
Tetract.).
Crella syn. Cribrella 0. Schm. Ridley (3).
— schmidtii n. sp. Ridley (3), Port Jackson 0—5 Fad.
Cribrella 0. Schm. syn. Crella Ridley (3).
Cribrochalina sluiteri n. sp. Vosmaer (3) Barentssee 140 Fad.
— variabilis n. sp. Vosmaer (3) Barentssee, Matosjkin-Shar 220 Fad.
N. Var. crassa und salpingoides.
Darwinellidae Merejk. syn.'Aplysinidae (e. p.) F. E. S., Aplysillinae
Lend., Aplysillidae Vosm. Polejaeff (3).
Dendrilla aerophoba n. g. n. sp. Lendenfeld (2) Port Philipp (Mel-
bourne) 4 — 7 met. bei Ebbe. Gattungsdiagnose bei Vosmaer (1).
— rosea n. g. n sp. Lendenfeld (2), Port Philipp (Melbourne) und
Glenely bei Adelaide 5 — 10 met. syn. Spougelia cactos Sei.
Desmacidon compressa bei Ehl. syn. Spongia compr. Esp. , Chalina
compr. Carter (3).
— constrictus Bwbk. syn Esperia constr. Bwbk. Vosmaer (3).
— fistulosa Bwbk. syn. Rhizochalina fist. Bwbk. syn. n. var. infraden-
sata, syn.,?Alcyonium putridosum Lmk. Ridley (3).
— fistulosa Bwbk. var. fuliginosa Carter (3), Freemantle (S.W.
Austral.). (Spec. syn. Rhizochalina fistulosa Ridl. Ridley und
Dendy.)
— folioides Bwbk. syn. Toxochalina fol. Ridley (3).
— jeffreysii Bwbk. syn. Oceanapia jeffr. Bwbk., Isodictya robusta
Bwbk. Bowerbank.
• — Johnson! 0. Schm. syn. Hymedesmia johns. Bwbk. Carter (1).
— rimosa n. sp. Ridley (3), Mozambique zwischen Ebbe und Flut-
grenze.
Decmacodes 0. Schm., Vosm. syn. Asj^chis Cray, Fibularia Ctr.. Gellius
Ridley (3) (?Fibulia Ctr. bei Ridley und Dendy).
Dictyocylindrus Ctr. syn. Echinodictyum Ridley (3).
in der Spoiigiologie für die Jahre 1882-1884. 335
Discodermia calyx u. sp. Döderleiu (3), Enoshima, Sagainibai,
Misaki.
— japonica u. sp. Döderleiu (3), Enoshima, Sagamibai, Misaki.
— vermicularis n. sp. Döderlein (3), Enoshima, Sogamibai, Misaki.
Donatia multifida Carter (1), Acapulco (W.Mexiko).
Dosilia(?) stepanowii u. sp. Dybowsky (5 und 6) Südrussland. (syn.
Carterius step., und weitere Syn. Potts 1887).
Dysidea Johnst. syn. Spongelia, Dysidea, Psammascus Marsh., Spon-
gelia Polejaeff (3).
— digitifera n. sp. Ridley (3), Torresstr. 8 Fad.
— fusca syn. ?Hirciuia fusca Ctr. Ridley(3).
— gumminea n. sp. Ridley (3), Mozambique zwischen Ebbe und
Flutgreuze, Maskareneu 19 Fad. Syn. ? Dysidea kirki p. Carter,
nee Bowerbauk.
— kirki Ctr. p. vielleicht syn. D. gumminea Ridl. Kidley (3).
— semicanalis n. sp. Ridley (3), K 0. Australien.
— tubulosa Carter (1), Nassau (Westindien).
Echinodictyum syn. Dictyocylindrus Ctr. Ridley (3).
— cancellatum syn. ? Spongia cancellata Lmk. Ridley (3).
— costiferum syn. ? Spongia costifera Lmk. Ridley (3).
— glomeratum n. sp. Ridley (3) Torresstr. 4— 5 Fad.
— glomeratum n. sp. n. var. subglobosum Ridley (3), Torresstr.
5—10 Fad.
— bilamellatum syn. Spongia bilamellata Lmk. Ridley (3).
Echinonema Ctr. (syn. Rhaphidophlus Ehl. Ridley und Dendy).
— graeilis n. sp. Ridley (3), Mascarenen 24 Fad.
— sp. Ridley (3), Amiranten 13 Fad.
— vasiplicata Carter (3) Swan River, Freemantle (S. W. Australia).
Ecionemia ponderosa Bwbk. syn. Stelletta aspera Ctr. Bowerbauk
(Syn. Stryphnus poud. Sollas).
Ectyon Gray Carter (10) Sponge massive, reticulated, composed of
cylindrical horny fibre, with single scattered or groups of diver-
ging spicules. Spicules acuate verticillately spined. (Emended
from Proz. Zool. Soc. 1867. p. 515). s. Vosmaer (1).
— cylindricus Carter (8), West Lidies.
— flabelliformis Carter (8), West Lidies.
— mauiitianus Carter (8), Mauritius, (syn. Agelas maur. Ridley
und Dendy)
— sparsus Gray syn. Ajelas (Agelas) D. und M. Carter (1).
Ectyonopsis n. g. Carter (10), Branched, with solid axis. Spicules
with spines generally distributed, i. e. not arranged in verticils.
Spicules of the interior of the fibre cylindrical, obtusely ended;
those on the exterior of the fibre acuate, in groups of two or
more, echinating the surface.
— ramosa n. g. n. sp. Carter (8), S. Australien. Ohne Gattungs-
diagnose.
336 ^^' W- Weltner: Beiicht über die Leistimgen
Eilhardia schulzei n. g. n. sp. Polejaeff (2), Port Jackson (Austral.)
30—35 Fad., Twofold Bay (das.) 120 Fad, Diagnose bei Vosmaer (1).
Ephydatia (Lamx.) Vejd. n. subg. von Spongilla Vejdowsky (1)
Diagn. „Sklelettnadeln entweder glatt oder mit feinen Stacheln
besetzt. Uemmulä auf der ganzen Oberfläche mit Amphidisken
besetzt, deren Endscheiben gezackt sind.'' Hierher fluviatilis
Aut. und mülleri Vejd. mit forma A und ß, erstere vielleicht
selbstständige Art. Forma B mit var. astrodiscus. Vejd. Forma
A und B mit var. Böhmen. B auch Tatra-See. Vejdovsky (1).
(Forma A. syn. Ephydatia mülleri Lbkn. Potts 1887).
— fluviatilis syn. ? Spongilla fluviatilis L., ? Sp. canalium L., ? Sp.
pulvinata Lmk., ? Sp. fluviatilis Johnst., Sp, fluviatilis Lbkn.,
Sp. fluviatilis Bwbk., Ephydatia fluviatilis G-ray, Sp. fluviatilis
Vejd., Meyenia fluviatilis Ctr., Meyenia No. 1 Dybowski, Ephy-
datia fluviatilis Dyb. No. 1. Vejdovsky (1). (Syn. Potts 1887).
— mülleri Vejd. syn. ? Spongilla pulvinata Lmk„ Sp. mülleri Lbkn.,
Sp. mülleri Vejd. , Trachyspongilla mülleri Dyb., Meyenia No. 2
Dybowski, Ephydatia No. 2 Dybowski, Vejdovsky (1). (Weitere
Syn. Potts 1887).
— mülleri Vejd. forma B ist eine neue Art: Eph. amphizona
Vejdovsky (2). (p. parte syn mit Ephydatia mülleri Potts 1887).
— mülleri Vejd. forma B. var. astrodiscus syn. Spongilla mülleri
Lbkn. Vejdovsky (2).
Erylus syn. Stelletta pars Schmidt, Carter, Erylus und Triate Gray,
Discifera-G-ruppe Ctr., Ridley (3).
— cylindrigerus n. sp. Ridley (3), Mascarenen 24 Fad.
Esperia (Esperella) constricta (Bwbk.) syn. Desmacidon constr. Bwbk.
Vosmaer (3).
— cunninghami Carter (1), Stanley Harbour (Falkland Island),
Otter Isl. (Patagonia). (Syn. Esp. magellanica Ridl. Ridley
und Dendy).
— cupressiformis var. bihamatifera Ctr. syn. Esperia bihamat. Ctr.
syn. Cladorhiza bihamatifera Ctr. Vosmaer (3).
— gelatinosa n. sp. Ridley (3), Mascarenen 19— 24 Fad.
— laevis Carter (1), Puerto Cabello.
— lanx n. sp. Vosmaer (3) Barentssee 128 Fad,
— obscura Carter (1), Fremantle (SW.-Australien).
— obscura syn.? Carter Ann. 82, IX. p. 299, ? Mycale grandis Gray,
eine indische Esperie Schmidt, Suppl. p. 34. Ridley (3).
— parishi syn. Rhaphiodesma par. Bwbk., Amphilectus par. Vosm.
Ridley (3).
— pelhicida n. sp. Ridley (3), Torresstr. 7 Fad.
— plumosa Carter (1), vacat.
— villosa geändert in Esperiopsis villosa Carter (1).
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 337
Euspongia compacta Carter (5), South Australia (Darien Isl.), Woo-
longong and Port Fairy.
— foliacea syn. ? Spongia foliacea Esp., ? Platychalina foliacea Ehl.
Ridley (3).
— officinalis L. n. var. cavernosa Ridley (3), Torresstr. 10 Fad.
— officinalis L. n. var. lobosa Polejaeff (3), Bahia Seichtwasser.
— septosa syn. ? Spongia septosa Lmk. Ridley (3)
Euspongilla n. subgenus von Spongilla Vejdovsky (1). Diagn. „Spon-
gilla mit glatten Skelettuadeln und mit kleinen, spindelförmigen
oder schwachgekrümmten und stacheligen Parenchymnadelu.
Gemmulä bald nackt, ohne äussere ParenchymhüUe, bald mit der
letzteren umgeben. In dieser entstehen bald spärliche, bald
sehr zahlreiche stachelige Belegnadeln." Hierher Sp. lacustris
Aut. und Sp. sibirica Dyb.
— jordanensis n. sp. Vejdovsky (1), Tabor (Böhmen). (S.Potts 1887.)
— joidanensis n. var. druliaeformis Vejdovsky (1), Tabor (Böhmen).
— lacustris syn. Spongilla lacustris (?) L., canalium (?) Gm., ramosa
(?) Lmk., lacustris (?) Johnst., lacustris Lbkn., lacustris Bwbk.,
lacustris Vejd. , jordanensis Kusta, lacustris Cit. , lacustris Dyb.
Vejdovsky (1) (weitere Syn. s. Potts 1887).
— lacustris n. var. macrotheka Vejdovsky (1). Böhmen.
Fibularia anchorata n. sp. Carter (1), Antigua, Falmouth harbour
— massa n. sp. Carter (1), Long key Island, Nassau (Westindien)
(Gatt. p. p. syn mit Gellius Gray bei Ridley und Dendy)
— ramosa n. sp. Carter (1), Puerto Cabello
Fangophilina submersa 0. Schm. syn. Tetilla subm. Sollas (2) (s.
Sollas, Challenger Tetract.)
Gelliodes u. g. Ridley (3), Diagnose bei Vosmaer (1).
— fibulata syn. ? Spongia rubispina Lmk. ? Azos fibul. Ctr. Rid 1 ey (3)
Gellius syn. Asycchis Gray, Desmacodes 0. Schm., Vosm. Fibularia
Ctr. Ridley (3) (? Fibulia Ctr bei Ridley und Dendy)
— couchi Bwbk. n. var. ceratina Ridley (3), Arafura See, 32—36
Fad. Syn. Halichondria couchi Bwbk., Hai. elegantia Bwbk.
— cymiformis syn. Spongia cymaeformis Esp., Isodictya cymaef.
Ehl. Ridley (3)
— fibulatus syn. Reniera fib. 0. Schm., 1 Isodictya jugosa Bwbk,
Ridley (3)
— varius syn. Halichondria varia Bwbk., Isodictya virgata Bwbk.
Ridley (3) (? Des macodes fibulatus Vosm. Ridley und Dendy)
Geodia megastrella Ctr. vielleicht syn. Geodia zetlandica Johnst.
Bowerbank
— norvegica n. sp. Lankester (3), Lervck auf Insel Stordoe bei
Bergen. Ohne Diagnose. (Nicht bei Sollas aufgeführt).
— zetlandica Johnst. vielleicht syn, Geodia megastrella Ctr. Bower-
bank
Aich. f. Naturgesch. 53, Jahrg. U. Bd. 3. H. W'
338 I^r. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
G-rantia clathrus 0. Schm. syn. Spongia coriacea Montagu, Leucosolenia
coriacia Bwbk., Clathrina clathrus Gray, non Ascetta clathrus
H. Carter (13)
— tuberosa n. sp. Polejaeff (2), St. Vincent (Cap Verde Ins.)
Halichondria p.p.Higgin, Bowerbank, Carter syn. JotrochotaRidley(3).
— carnosa Johnst. syn. Hymeniacidon carnosa Bwbk. Carter (1).
— condensa n. sp. Bowerbank, Insel Man.
— coralloides n. sp. Bowerbank, Frith of Forth.
— couchi Bwbk. syn. Hai. elegantia Bwbk., Gellius couchi Bwbk.
n. var. ceratina Ridley (3).
— cylindracea n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— ficus Johnst. syn. Suberites fic. Johnst. (? Esper) Hymeniacidon
fic. Bwbk., Suberites fic. 0. Schm., Potato-sponge Day Ridley (1).
— flabellifera n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— frondifera Bwbk. syn. Amphilectus frond. Vosm., Clathria frond
Ridley (3)
— isodictyalis n. sp. Carter (1), Puerto Cabello, Acapulco (w. Mexiko)
(cf. Myxilla mollis Ridley und Dendy)
— palmata Johnst. syn. Isodictya palm. Bwbk., Chalina palm.
Carter (3)
— plumosa Crt. syn. Myxilla arborescens n. sp., nee Spongia plumosa
Montagu Ridley (3)
— purpurea Bwbk. syn. Jotrochota purp. Ridley (3)
— pustulosa n. sp. Carter (1), Between Patagonia and Falkland Isl.
— robertsoni n. sp. Rowerbank, Grossbritannien (?)
— suberea Johnst. syn. Suberites domuncula 0. Schm. Carter (1).
— varia Bwbk. syn. Isodictya virgata Bwbk., Gellius varius Rid-
ley (3) (♦ Desmacodes fiibulatus Vosm. bei Ridley & Dendy.)
— virgea n. sp. Bowerbank, Grossbritaunien.
Halispongia Bwbk. syn. Carteriospongia Hyatt , Mauricea Ctr. , Car-
terispongia. Ridley (3).
— mantelli Bwbk. syn. Carterispongia mant. Ridley (3).
— venticuloides Bwbk. syn. Spongia otahitica Esp., ? Cacospongia
poculum Selenka, Carterispongia otahitica. Ridley (8).
Heteromeyenia repens Potts syn. Meyenia baileyi Bwbk., Carter 12
(s. dagegen Potts Fresh Water Sponges, A Monograph 1887,
p. 227 u. 239.)
, — ryderii n. sp. Potts (1) America. (In ryderi geändert Potts 1887).
Heteropegma gordii nodus n. g., n. sp. Polejaeff (2), Bermudas.
32 Fad. und Cape York (Austral.), 8 Fad. Diagnose bei Vos-
maer (1).
Hippospongia anomala n. sp. Polejaeff (3), Torresstr., 8 Fad.
— derasa n. sp. Ridley (3), Torresstr.
— intestinalis var. Ridley (3). Mascarenen, Amiranten, bis
24 Fad. Syn. Spongia int. Lm., Spongelia velata Hyatt.
i
I
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 339
— mauritiana n. sp. Polejaeff (3), Neue Hebiiden, 60 — 70 Fad.
Syn. Sp. lapidescens D. M. subsp. mauritiana Hyatt.
— sinuosa syn. Spongia sinuosa Pall., ? Spongia fenestrata Lmk.,
Spongia lapidescens subsp. mauritiana Hyatt. Ridley (3).
— sinuosa n. var. mauritiana. Ridley (3). Amiranten.
Hircinidae. Vosmaer (4). Diagn. s. Vosmaer (1).
Hircinia acuta var. longispina Hyatt syn. Polytherses longisp. D. M.,
Stelospongos longisp. Polejaeff (3).
— byssoides syn. Sp. byss. Lmk. Ridley (3).
— caracasensis n. sp. Carte r(l), Puerto Cabello, Nassau (Westindien).
— fusca Ctr. vielleicht syn. Dysidea fusca. Ridley (3).
Hymedesmia johnsoni Bwbk. syn. Desmacidon johnsoni 0. Schm.
Carter (1.)
— pansa n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— peachii n. sp. Bowerbank, G-rossbritannien.
— pilata n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— pulchella n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— tenuicula n. sp. Bowerbank, Grossbritanuien.
Hymeniacidon agminata n. sp. Ridley (3), Port Jackson, 0 — 5 Fad.
— callosus n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— carnosa Bwbk. syn. Halichondria carnosa Johnst. Carter (1).
— ficus Bwbk. syn. Suberites ficus Johnst. (?Eper) Halichondria fic.
Johnst., Suberites ficus 0. Schm. Potato-sponge Day. Ridley (1).
— hillieri n. s. Bowerbank, Grossbritannien.
— macilenta Bwbk, vielleicht var. von Esperia Rhapiodesma florea.
Carter (1).
— pulvinata Bwbk., syn. Spirastrella. Ridley (2).
— pulvinatus Bwbk. syn. Spongia dysoni Bwbk. Carter (1).
— solidus n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— tenebrosus n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— virgulatus n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
Hymeraphia forceps n. s. Waller.
Isodictya collina n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— cymaeformis Ehl. syn. Spongia cymaef. Esp., Gellius cymif
Ridley (3).
— crassa n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— deformis n, sp. Bowerbank, Grossbritunnien.
— edwardii Bwbk. syn. Amphilectus edwardi Bwbk., Amphilectus
gracilis Vosm. pars, non Isidoctya gracilis Bwbk., Ridley (1).
— ferula n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— ferula Bwbk. syn. Reniera ferula Ridley (3).
— funalis n. sp. Bowerbank, Grossbritannien. Schon 1875 ge.
nannt.
— hispida n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— implicata n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
W*
340 Dr. W. Weltuer: Bericht über die Leistungen
Isodictxa inaequalis n. sp. Bowerbank, G-rossbritannien.
— indistincta Bwbk. syn. Reniera ind. var. E,idley(3).
— involuta n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— jugosa Bwbk. vielleicht syn. Reiiiera fibulata 0. Schm., Gellius
fibulatus Ridley (3).
— nodosa n. sp. Bowerbank, G-rossbritannien.
— palmata Bwbk. syn. Halichondria palm. Johnst. , Ohalina palra.
Carter (3).
— perplexa n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— pertenuis n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— robusta Bwbk. syn. Desmacidon jeffreysii Bwbk., Oceanapia jeifr.
Bwbk. Bowerbank, Carter (3).
— rosea Bwbk. syn. Reniera rosea Ridley (3).
— scitula n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— trunca n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— virgata Bwbk. syn. Halichondria varia Bwbk., Gellius varius
Ridley (3) (?Desmacodes fibulatus Vosm bei Ridley u. Dendy).
Isopspallida n. sp. Vosmaer(3) bei Hammerfest 135 Fad. (syn. J.
plegraei Soll (?) nach Sollas).
— sphaeroides n. sp. Vosmaer (3) bei Hammerfest 135 Fad. (syn. J.
phlegraei Soll. (?) nach Sollas).
Janthella Gray syn. (e. p.) Verongia Ehl. Polejaef f (3).
— concentrica Hyatt vielleicht syn. Aplysina purpurea Ctr. Spongia
membranosa Fall., Esp., Aplysina membr. Ridley (3).
— flabelliformis Gray syn. Spongia flab. Pal],, Verongia flab. Ehl.,
Janthella flab. Fall. Folejaeff (3).
— flabelliformis syn. Spongia fl. Fall., J. fl. Gray. Ridley (3).
Jotrochota n. g. syn. Halichondria p. p. Kiggin, Bwbk.. Ctr. Ridley (3),
Diagnose bei Vosmaer (1).
— baculifera n. sp. Ridley (3), Fort Darwin zwischen Ebbe und
Flutgrenze, Mascarenen 24 Fad.
— purpurea syn. Halichondria purpurea Bwbk Ridley (3).
Leiodermatium argus (ob neu?) Atlant. Ocean. Berlenga Ins. Mi Ine
Edwards (1) (nicht bei Sollas Challeng. Tetract aufgeführt).
Lessepsia violacea n. g. n. sp. Keller (2), Timsahsee und Suez-Kanal.
Ohne Gattungsdiagnose. (Diese bei Vosmaer (1), der den Schwamm
zu den Spongilliden stellt, wogegen Keller Zool. Anz. 1888
protestirt.)
Leucaltis bathybia n. var. australiensis Ridley (3), Fort Jackson.
— bathybia n. var. mascarenica Ridley (3), Amirnnten, Seychellen
4—12 Fad.
Leucandra crambessa H. und aspera 0. Schm. sind var. von Leuconia
aspera (0. Schm ) Vosm. Vosmaer (5).
— echinata Schuffn. syn. Leuconia ech. Ridley (3).
— sacharata H. syn. Leuconia sach. Ridley (3).
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 341
Leucetta clathrata n. sp. Carter (1) bei fossilen Spongien. Australien.
— haeckeliana n. sp. Polejaeff (2), Port Jackson (Australien).
30—35 Fad.
— imperfecta n. sp. Polejaeff (2), Port Jackson (Austral.) 30 bis
35 Fad.
— primigeuia H. syn. Sycothamnus fruticosus H., Lipostomella
clausa H., Leuconia fruticosa H. Polejaeff (2).
— primigenia var. megaraphis H., syn. L. prim. var. megalirrhaphis
Ridley (3).
— Vera n. sp. Polejaeff (2). Kerguelen 10— 100 Fad.
Leucilla connexiva n. sp. Polejaeff (2), Philippinen 95 — 100 Fad.
— uter n. sp. Polejaeff (2), Bermudas 32 Fad., Philippinen 95 bis
100 Fad.
Leuconia aspera (0. Schm.) Vosm. n. var. typica und gigantea Vos-
maer (5).
— crucifera n. sp. Polejaeff (2), Azoren 450 Fad.
— dura n. sp. Polejaeff (2), Bermudas 32 Fad., Torresstr. 8 Fad.
— echinata syn. Leucandra ech. Schuffner Ridley (3).
— fruticosa H. syn. Sycothamnus fruticosus H., Lipostomella clausa
H., Leucetta primigenia H, Polejaeff (2).
— levis n. sp. Polejaeff (2), Prince Edward Isl. 150 Fad.
— loricata n. sp. Pol ej a e f f (2), Port Jackson (Austral.) 30—35 Fad.
— multiformis n. sp. Polej aeff (2), var. capillata Zebu 59—100 Fad,,
var. amorpha und var. goliath Bermudas 32 F-ud.
— ovata n. sp. Polejaeff (2), Kerguelen 70 Fad.
— rudifera n. sp. Polejaeff (2), Bermudas 32 Fad.
— sacharata H. syu. Leucandra sach. Ridley (3).
— typica n. sp. Polejaeff (2), var. tuba und var. massa Bermudas
32 Fad.
Leucophloeus n. g. Carter (10) Pyramidal, erect, in groups, or massive,
or flabellate. Surface snow-white when dry. Literior light am-
beryellow. Surface incrusted by coalescent tufts of proper spicules.
Spicules acerate or acuate.
— fenestratus n. sp. Ridley (3), Port Darvpin 8 — 12 Fad.
— fenestratus var. Ridley (3) Arafura-See 32 — 36 Fad.
— fenestratus var. Ridley (3) Mascarenen 24 Fad.
— corapressus n. g. n. sp. Carter (8), Swan River, W. - Australien
ohne Gattungsdiagnose.
— raassalis n. g., n. sp. Carter (8), Freemantle, SW.- Australien.
Wie vorher.
— Proteus n. sp. Ridley (3), Mascarenen 24 Fad.
Leucortis anguinea n. sp. Ridley (3), Mascarenen 24 Fad.
Leucosolenia blanca Mikl. Macl. syn. Guancha blanca Mikl. Macl.,
Ascetta blanca H. Polejaeff (2).
— blanca n. var. bathybia Polejaeff (2), Azoren 450 Fad.
342 Dl'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Lencosolenia challengeri n. sp. P o 1 e j a e f f (2), Cap York (Anstral.) 8 Fad.
— coriacea Bwbk., syn. Spongia coriacea Montagu, Grantia clathrus
O. Schm., Clathrina clathrus , Gray, non Ascetta clathrus H.
Carter (13).
— lacunosa Bwbk. n. var. hillieri Carter (13), Ramsgate.
— lamarckii H. syn. Ascaltis Jamarckii H. Polejaeff (2)
— poterium (?) H. syn. Ascetta primordialis var. poterium H.,
Clathrina poterium Ridl. Polejaeff (2).
Lipostomella clausa H. syn. Sycothamnus fruticosus H., Leucetta
primigenia H., Leuconia fruticosa H. Polejaeff (2).
Luffaria cauliformis n. sp. Carter (1), Antigua, Nassau (Westindien).
— cauliformis n. sp. Carter (1), n. var, rufa seu fusca Antigua
(Westindien).
— cauliformis n. sp. Carter (1), n. var. elongo-reticulata, Nassau
(Westindien).
— variabilis n. sp. Polejaeff (3), Neue Hebriden 60—70 Fad.
Mauricea Ctr. syn. Halispongia Bwbk., Carteriospongia, Hyatt.
Carterispongia Bidley (3).
— lacinulosa Ctr. syn. Spongia pennatula Lmk. , Carteriospongia
radiata Hyatt, Carterispongia pennatula Ridley (3).
Meyenia Syn. der Arten bei Vejdowski (1) s. Ephydatia und
Trochospongilla Yejdovsky (1).
— acuminata n. sp. Potts (2). Boston, (syn. Meyenia fluviatilis
var. acuminata Potts 1887).
— baileyi Bwbk. id. mit Heteromeyenia repens Potts Carter (12).
(s. dagegen Potts Freshwater Sponges, A. Monograph 1887.
p. 227 und 239).
— crateriforma n. sp Potts (1). Pennsylvanien. (Cleändert in
crateriformis Potts 1887).
— fluviatilis Ctr. syn. Ephydatia fluv. von Vejdovsky (1). Yej-
dovsky (2).
— leydii Bwbk. verschieden v. Trochospongilla erinaceus Ehrbg.
Carter (9).
— ramsayi n. sp. Haswell, Wellington, Bell River (Austral.).
Microciona tuberosa Bwbk. syn. Clathria tuberosa Ridley (Ridley (3).
— tumulosa n. sp. Bowerbank, Crossbritannien.
Monanchora clathrata n. g. n. sp. Carter {6\ Freemantle, W. Austral.
Ohne Gattungsdiagnose, nach Vosmaer (1) vielleicht syn. Crambe.
Mycale grandis Gray vielleicht syn.? Carter Ann. 82. IX. p. 299,
eine indische Espererie Schmidt, Suppl. p. 34, Esperia (Esperella)
übscura Ridley (3).
Myxilla arborescens n. sp. Ridley (3), Port Jackson 0 — 5 Fad.
syn.? Halichondria plumosa Ctr., nee Spongia plumosa Montagu.
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 343
Oceanapia Normann n. g. Bowerbank, (nach Vosmaer (1) vielleicht
zu Esperella). Diagn. bei Bwbk. (Genus von Ridley und Dendy
beibehalten).
— jeffreysii Bwbk. syn. Desmacidon j. Bwbk., syn. Isodictya robusta
Bwbk. Bowerbank und Carter (3) (weitere Sjti. Ridley und
Dendy).
Oligoceras eonulosum n. sp. Ridley (3), Glorioso -Ins. 7 — 10 Fad.
Ophlitispongia australiensis n. sp. Ridley (3), Queensland 12 Fad.
Pachychalina caulifera n. sp. Vosmaer (3). Barentssee?
— lobata var. Ridley (3), Port Darwin 7—12 Fad. syn. ? Spongia
lob. Esper.
— macrodactyla syn. Spongia macr. Lmk. Ridley (3).
Pachymatisma johnstonia Bwbk. syn. Caminus osculosus Grube.
Sollas (2) (weitere Synon. bei Sollas Challenger Tetract.)
Parafieldingia socialis n. g. n. sp. Milne-Edwards (1), ohne Dia-
gnosen. Nördl. V. d. Berlenga Insel (Atlant. Ocean).
Patuloscula procumbens n. sp. Carter (1), West-Indies, Grenada.
(Gatt. syn. mit Siphonochalina 0. Schm., bei Ridley & Dendy.)
Pellina aliformis n. sp. Ridley (3), Port Darwin, 8— 12 Fad.
— eusiphonia n. sp. Ridley (3), Port Darwin, zwischen Ebbe und
Flutgrenze.
— muricata n. sp. Ridley (3), Port Darwin, 7 Fad.
— sp. Ridley (3), Queensland, 11 Fad.
— sp. Ridley (3), Queensland, 11 Fad., Port Darwin.
Pencillaria mamillaris Gray syn. Polymastia penicillus (Mont.), Pol.
mamillaris Bwbk., Suberites appendiculatus Bals. Criv., ? Rinalda
arctica Merejk., non Spongia mamillaris Müll., non Halichondria
mamm. Johnst. Vosmaer (3).
Pericharax carteri n. g. n. sp. Polejaeff (2), var. homoraphis und
heteroraphis , Tristan da Cunha, 60 Fad., Kerguelen 70 Fad.
Diagnose bei Vosmaer (1).
Phakellia ramosa n. sp. Carter (8), Australien, Sidney.
Polyfibrospongia Bwbk. syn. Stelospongos 0. Schm., Stelospongia
F. S. Seh., Stellospongia Marsh., Stelospongus Ridley (3).
Polymastia penicillus (Mont.) syn. mamillaris Bwbk., Suberites appen-
diculatus Bals. Criv., Pencillaria mamillaris Gray, ? Rinalda
arctica Merejk., non Spongia mamill.-Müll. , non Halichondria
mammillar. Johnst. Vosmaer (3).
Polytherses longispina D. M. syn. Hircinia acuta var. longisp. Hyatt
syn. Stelospongus long. Polejaeff (3).
Potamolepis n. g. Mars hall (3). Diagnose s. bei Vosmaer (1).
P. leubnitzia n. sp. chartaria n. sp. u. pechuelii n. sp. Mars-
hall (3), Isangila und Kalubu am Kongo.
Potato-sponge Day syn. Suberites ficus Johnst. (? Esper) , Halichon-
dria fic. Johnst., Hymeniacidon fic. Bwbk., Suberites fic. 0. Sehm.
Ridley (1).
344 ^^- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Phloeodictyon n. g. Carter (3) ohne Diagnose (ist z. T. syn. Rhi-
zochalina 0. Schm. Ridley & Dendy).
— syn. Rhizochalina. Ridley (3).
— hondurasensis n. sp. Carter (3), Honduras.
— isodictyiforme n. sp. Carter (3), Vigo Bay (W. Spanien).
— niduliformis n. sp. Carter (3), vac.
— singaporense n, sp, Carter (8), Singapore, syn. Rhizochalina
sing. Ridley (3).
— vasiformis n. sp, Carter (3), ? Austral.
Pboriospongia fibrosa n. sp. Ridley (3), Torresstr., 7 — 9 Fad., Port
Jackson, 0—5 Fad.
Phycopsis n. g. Carter (10\ Fucus-like branched. Steem hard,
Woody; covered hirsutely with ftlamentous processes more or less
expanded and divided at the free ends. Spicules acerate.
— fruticulosa n. g. n. sp. Ohne G-attungsdiagnose. Carter (8),
Van Diemensland,
— hirsuta n. sp. Carter (8). S. Austral.
Phyllospongia madagascarensis Hyatt., n. var. supraculata. Rid-
ley (3), Mascarenen, Amiranten.
— papyracea syn. Sp, pap. Esp., Ridley (3) madagascarensis syn.
Carteriosp, mad. Hyatt Ridley (3),
Placospongia carinata syn. Geodia car. Bwbk. Ridley (3) (SoUas hat
Placosp. Gray beibehalten).
Platychalina foliacea Ehl. vielleicht syn. Spongia foliacea Esp., Eu-
spongia foliacea Ridley (3).
Protoschmidtia hispidula n. sp. Ridley (8), N, Australien, 3—4 Fad,
Psammascus, Spongelia und Dysidea Marsh, syn. Dysidea Johnst.,
Spongelia Polejaeff (3)
Psammoclema foliaceum n, sp, Polejaeff (3), Bassstr, 38 — 48 Fad,
— vosmaeri n. sp. Polejaeff (3), Torresstr. 8 Fad.
Psammopenima densum Marsh, n var. subfibrosa Ridley (3), Toresstr.
3—4 Fad,
— porosum n. sp. Polejaeff (3), Bahia Seichtwasser.
Ptilocaulis n. g. Carter (10) Long, cylindrical branches with solid
axis. passing outwardly into more or less spatuliform processes,
like the barbs of a feather, more or less divided at the free ends-
Spicules acerate or subacuate.
— gracilis n. g. n. sp. Carter (8), W. Lidien. Ohne Gattungs-
diagnose.
— rigidus n, sp. Carter (8), ? Austral,
Raspailia australiensis n. sp. Ridley (3), Port Darwin 7 — 12 Fad.
— bifurcata n. sp. Ridley (3). Torresstr, 5 - 7 Fad,
— clathrata n, sp. Ridley (3), Torresstr. 7— 12 Fad.
Rhaphidophlus arborescens n, sp. Ridley (3), Torresstr.
— procerus n. sp. Ridley (3), Port Darwin 7— 12 Fad.
in der Spongiologie für die Jahre 1882 — 1884. 345
Raphiodesma fallaciosiim n. sp. Bowerbank, Grossbritannien. (Gatt,
syn. Esperella Vosm. bei Ridley und Dendy.)
— intermedium n. sp. Bowerbank, Grossbritannien.
— parishi ßwbk. syn. Amphilectus par. Vosm., Esperia (Esperella)
par. Ridley (3).
Raphyrus griffitbsii Bwbk. syn. Cliona celata Johnst. Carter (1).
Reniera camerata n. sp. Ridley (8), Seychellen 2 Fad. Amiranten
16—17 Fad.
— cribriformis n. sp. Ridley (3), Seychellen 12 Fad.
— digitata 0. Schm. syn. R. ambigua O. Schra., R. muggiana 0. Schm.
Tedania digitata et ambigua Gray Tedania dig. var. Ridley (3),
— ferula syn. Isodictya fer. Bwbk. Ridley (3).
— fibulata 0. Schm. syn. ?Isodictya jugosa Bwbk., Gellius fibulatus
Ridley (3).
— indistincta var. Ridley (3), Torresstr. 7—9 Fad. Amiranten
22 Fad. syn. Isodictya ind. Bwbk.
— purpurea n. sp. Krukenberg (l), Triest.
— rosea syn. Isodictya r. Bwbk. Ridley (3).
— scyphonoides syn. Spongia scyph. Lmk. Ridley (3).
— sp. Ridley (3), Port Darwin.
— sp. Ridley (3), Port Darwin 8— 12 Fad.
— sp. Ridley (3), als infundibularis zu bezeichnen Torresstr.
4-6 Fad.
— testudinaria syn. Alcyonium test. Lmk. Ridley (3).
Rhizochaiina syn. Phloeodictyon Ctr. Ridley (3) (Wegen der letzteren
Gatt. s. Vosmaer 1) und weiteres Ridley und Dendy).
— canalis n. sp. Ridley (3), Port Darwin 8—12 Fad., Arafura See
32—36 Fad., Torresstr.
— fistulosa Bwbk. n. var. infradensata Ridley (3), Arafura See
32—36 fad. Syn. ? Alcyonium putrides. Lamarck, Desmacidon
fist, Bwbk.
— pellucida n. sp. Ridley (3), Mascarenen 19 Fad.
— singaporensis Ctr. var. Ridley (3) Torresstr. 7 fad. syn. Phloeo-
dictyon sing. Ctr.
— spathulifera n. sp. Ridley (3), Torrestr. 4— 5 Fad.
Rinalda artica Merejk. vielleicht syn. Polymastia penicillus, (Mont.)
Polymastia mamillaris Bwbk., Suberites appendiculatus Bals Criv.,
Pencillaria mamillaris Gray., uon Spongia mam. Müll., non Hali"
chondria mamm. Johnst. Vosmaer (3).
Schmidtia variabilis n. sp. Ridley (3) Port Darwin 7 — 12 Fad.
Seliscothon chonelleides n. sp. Döderlein (3), Enoshima, Sagami Bai,
Misaki. (Von Sollas zu Azorica gestellt).
Siphonochalina tubulosa Ehl. syn. Spongia tub. Esp., ? Sp. bullata var.
ß Lmk. Siphon, tub. var. Torresstr., Queensland Ridley (3).
346 Dr. W Weltner: Bericht über die Leistungen
Spirastrella congenera n. sp. Ridley (3), Torrestr. 4— 5 Fad.
— decumbens n. sp. Ridley (3). Torresstr. 7 Fad.
— punctulata n. sp. Ridley (3), Mozambique Ebbe und Flutgrenze.
Syn. Suberites ? sp. Carter.
— transitoria n. sp. Ridley (3), Amiranten 22 Fad.
— vagabunda n. sp. Ridley (3), Torresstr. 4—7 Fad. syn. Suberites
Carter.
Spongelia syn. Dysidea Johnst., Spongelia, Dysidea und Psammascus
Marsh. Pol ejae ff (3).
— cactos Sei. syn. Dendrilla rosea Ldf. Leudenfeld (2) (Warum
der neue Speciesname? Ref.)
— spinifera F. E. S. n. var. parviconulata und magniconulata Pole-
jaeff (3).
Spongelidae Vosmaer (4) Diagn. bei Vosmaer (1).
— F. E. Seh. syn. Dysideidae Gray, Marsh., Arenosa Ctr., Spongiadae
(e. p.) und Hirciniadae (e. p.) Hyatt Polejaeff (3).
Spongia aculeata L. pars syn. ? Sp. bullata Lmk., nee Siphonochalina
bull. 0. Schm., Tuba bullata Ridley (3).
— bilamellata Lmk. syn. Echinodictyum bil. Ridley (3).
— bullata Lmk. vielleicht syn. Sp. aculeata L. pars, nee Siphono-
chalina bullata 0. Schm., Tuba bull. Ridley (3).
— bullata var. ß Lmk. vielleicht syn, Sp. tubulosa Esp., Siphono-
chalina tub. Ehl , Siph. tub. var. Ridley (3).
— byssoides Lmk. syn Hircinia byss. Ridley (3).
— cancellata Lmk. vielleicht syn. Echinodictyum canc. Ridley (3).
— compressa Esp. syn. Desmacidon compr. Ehl. Chalina compr
Carter (3).
— confoederata Lmk. vielleicht syn. Tuba conf. Ridley (3).
— coriacea Montagu syn. Grantia clathrus 0. Schm., syn. Leuco-
solenia coriacea Bwbk. , Clathrina clathrus Gray. Nicht syn.
Ascetta clathrus H. ; Häckel stellte aus der Schmidt'schen Grantia
clathrus eine von dieser Art abweichende Spezies auf; Carter (13).
— costifera Lmk. vielleicht syn. Echinodictyum cost. Ridley (3).
— cymaeformis Esp. syn. Isodictya cymaef. Ehl , Gellius cymif.
Ridley (3).
— dysoni Bwbk. syn. Hymeniacidon pulvinatus Bwbk, Carter (1).
— echidnaea Lmk. vielleicht syn. Axinella ech. Ridley (3).
— elongata Lmk. vielleicht syn. Sp. lanuginosa Esp., Chalina oculata
Ridley (3),
— fenestrata Lmk, vielleicht syn. Spongia lapidescens subsp, mau-
ritiana Hyatt, Spongia sinuosa Pall., Hippospongia sinuosa
Ridley (3).
— fissurata Lmk. syn. Carteriospongia vermifera Hyatt Carteri-
spongia fiss. Ridley (3).
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 347
— flabellifoimis Pall. syn. Janthella flab. Gray, Verongia flab. Ehl,
Janthella flab. Pall. Polejaeff.
— flabelliformis Pall. syn. Janthella fl. Gray Ridley (3).
— foliacea Esp. vielleicht syn. Platychalina foliacea Ehl. Euspongia
tbliacea Ridley (3).
— intestinalis Lmk. syn. Hippospongia intestinalis var. Ridl. Spon-
gelia velata Hyatt Ridley (3).
— lamellosa Esp. syn. Cacospongia lam. Ehl., ? Carteriospongia
otahitica Hyatt, Carterispongia lam. Ridley (3).
— lanuginosa Esp. vielleicht syn. Sp. elongata Lmk., Chalina ocu-
lata Ridley (3).
— lapidescens D. M. subsp. mauritiana Hyatt syn. Hippospongia
maiiritiana n. sp. Polejaeff (3).
— lapidescens subsp. mauritiana Hyatt syn. Spongia sinuosa Pall,
? Spongia fenestrata Lmk., Hipposp. sinuosa Ridley (3).
— lobata Esp. vielleicht syn. Pachychalina lob. var. Ridley (3).
— macrodactyla Lmk. syn. Pachychalina macr. var. Ridley (3).
— membranosa p. Pall. vielleicht syn. Aplysina pallasi n. sp. Rid-
ley (3).
— membranosa Pall. syn. Sp. membr. Esp., ? Janthella concentrica
Hyatt, ? Aplysina purpurea Ctr., Apl. membranacea Ridley (3).
— otahitica Esp. syn. Halispongia venticuloides Bwbk., ? Cacospongia
poculum Selenka, Carterispongia otahitica Ridley (3).
— otahitica Esp. syn. Carteriospongia otahitica Esp., Cater. ot. Hyatt
Polejaeff (3).
— papyracea Esp. syn. Phyllospongia pap. Ridley (3).
— pennatula Lmk. syn. Carteriospongia radiata Hyatt, Mauricea
lacinulosa Ctr., Carterispongia pennatula Ridley (3).
— rubens Pall. syn. Sp. digitata Esp., Sp. arborescens Lmk. ?
Amphimedon D. u. M., Chalina rubens Pall. Carter (1).
— rubispina Lmk. vielleicht syn. Axos fibulatus Ctr., Gelliodes fib.
Ridley (3).
— scyphonoides Lmk. syn. Reniera sc. Ridley (3).
— septosa Lmk. vielleicht syn. Euspongia sept. Ridley (3).
— sinuosa Pall. syn. ? Spongia fenestrata Lmk., Spongia lapidescens
subsp. mauritiana Hyatt, Hippospongia sinuosa Ridley (3).
— tubulosa Esp. syn. Siphonochalina. tub. Ehl.? Spongia buUata
var. ß Lmk., Siphon, tub. var. Ridley (3).
— velata Hyatt syn. Spongia intestinalis Lmk. Hippospongia intest,
var. Ridley (3).
Spongidae Yosmaer (4) Diagn. bei Vosmaer (1).
— syn. Spongiadae und Hirciniadae Gray, Bibulida und Hircinida
(e. p.) Ctr., Spongiadae (ep.), Hirciniada (e. p.) und Phyllospongiadae
Hyatt, Spongidae und Hircinidae P.E. S. Polejaeff (3).
348 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Spongilla, Synonymie der Arten bei Vejdovsky (1) s. Euspongilla,
Ephydatia, Meyenia und Trochospongilla Vejdovsky (1).
— böhmii n. sp. Hilgendorf (2), Ugallafluss beim Tanganikasee,
Afrika.
— bombayensis n. sp. Carter (4), Bombay in einer Cisteme.
— botryoides n. sp, Hasweli, Brisbane (Austral.)
— fluviatilis Lbkn. n. var. japonica Hilgendorf (1), Tokio.
— fragilis Leidy syn. Sp. lordii Bwbk. var. segregata Potts Carter (4).
— fragilis Leidy syn. Sp. lordii Bwbk., Sp. contecta Noll, Sp. sibirica
Dyb. Vejdovsky (3).
— fragilis Leidy syn. Sp. sibirica Dyb. Carter (12).
— fragilis Leidy syn. Sp. sibirica Dyb., Sp. lordii var. segregata
Potts Wierzejski.
— mirabilis n. sp, Ketzer. Ohle (Ohlau wie Marshall verbessert
hat) bei Breslau, (syn. Ephydatia mülleri Potts 1887).
— mülleri Lbkn. syn. Ephydatia mülleri Vejd. forma B, var. astro-
discus Vejdovsky (2).
— rhenana n. sp. Retzer, Altrhein bei Karlsruhe (syn. Euspongilla
rhen. Potts 1887).
— sceptroides n. sp. Haswell, Brisbane (Austral.)
— sibirica n. sp. Dybowski (1). Baikal See. Kaukasus, (syn.
fragilis Leidy, weitere Syn. bei Potts 1887).
— stygia n. sp. Joseph, Grotte von Gurk in Unterkrain.
Stelletta acervus syn. Ecionemia ac. Bwbk Ridley (3).
— aspera Ctr. syn. Ecionemia ponderosa Bwbk. Bowerbank (syn
Stryphnus pond. Sollas).
— australiensis n. sp. Carter (5), Freemantle (W.-Austral.). (Zu
Ecionema nach Sollas).
— bacillifera robusta n. sp. n. var. Carter (5), Port EUiot und
Adelaide (S.-Austral). (Zu Ecionema nach Sollas.)
— clavosa n. sp. Ridley (3), Torresstr. 7 — 9 Fad., Arafura-See
32—36 Fad. (nach Sollas zu Myriastra.)
— globostellata n. sp. Carter (5), Galle (Ceylon). (Zu Aurora
nach Sollas).
— nana syn. Tisiphonia nana Ctr. Ridley (3) (syn. Nethea nana
Sollas).
— reticulata n. sp. Carter (5), var. (Zu Aurora nach Sollas).
— purpurea n. sp. Ridley (3), Torresstr. 4—9 Fad., Port Darwin
7—12 Fad., Arafura See 32—86 Fad. (Nach Sollas zu Pilochrota).
— purpurea n. var. parvistella Ridley (3), Mascarenen 24 Fad.
n. var. retroflexa Ridley (3), Torresstr. 7 Fad,
— transiens n. sp. Weltner, Barbados 100 Fad. (Von Sollas einst-
weilen zu Erylus gestellt).
Stellettinopsis carteri n. sp. Ridley (3), Torressti'. 5— 7 Fad (nach
Sollas vielleicht zu Coppatias).
in der Spongiologie für die Jahre 1882—1884. 349
Stelospongus syu. Stelospoiigos Schm , Hyatt Polyfibrospongia ßwbk.,
Stelospongia F. E. Seh., Stellospongia Marsh. Ridley (3).
— excavatus n. sp. Ridley (3), Queenslaud; Arafura-See 32 bis
36 Fad.
— implexus n. sp. Ridley (3), Queensland.
— longispinus syn. Polytherses longispina D. M., Hircinia acuta var
longispina Hyatt Polejaeff (3).
Suberites Ctr. syn. Spirastrella vagabunda n. sp. Ridley (3).
— antarctieus n. sp, Carter (1), 74 V2" SL., Cap. J. Ross.
— appendiculatus Bals. Criv. syn. Polymastia penicillus (Mont.),
mamillaris ßwbk., Pencillaria mamill. Gray, ? Rinalda arctica
Merejk. , nou Spongia mamill. Müll., non Halichondria mamm.
Johnst. Vosmaer (3).
— capeusis n. sp. Carter (1), Port Elisabeth.
— coronarius n. sp. (1), Honduras. Jamaica, Bahama Isl.
— domuncula 0. Schm. syn. Halichondria suberea Johnst. Carter (1).
— epiphytum syn. Alcyonium ep. Lmk. Ridley (3).
— ficus 0. Schm. syn. Suber. fic. Johnst. (? Esper), Halichondria fic-
Johnst., Hymeniacidon fic, Bwbk. Potata-sponge Day Ridley (1).
— massa 0. Schm. n. var. Ridley (2), Mauritius.
— ? sp. Ctr. Spirastrella punctulata u. sp. Ridley (3).
— sp. Vosmaer (3) Barentssee 62 Faden.
— stelligerus n. sp. Carter (3), Honduras.
Sycandra arborea H. syu. Sycon arb. H. Polejaeff (2),
— arctica H. syn. Sycon arctic. H. Polejaeff (2).
— ciliata H. syn. Sycandra coronata H. Carter (11).
— ciliata H. trans. var. coronata H. Vosmaer (2). .
— raphanus H. syn. Sycon raph. H. Polejaeff (2).
— raphanus H. var. Polejaeff (1) Triest.
Sycon arboreum H. syn Sycandra arborea H. Polejaeff (2).
— articum H. syn. Sycandra arctica H. Polejaeff (2).
— raphanus H. syn. Sycandra raphansus H. Polejaeff (2).
Sycothamnus fruticosus H. syn. Lipostomella clausa H., Leucetta
primigenia H., Leuconia fruticosa H. Polejaeff (2).
Synops n. g. Vosmaer (3). Diagnose bei Vosmaer (1); n. sp. pyri-
formis Vosmaer (3), bei Hammerfest; 135 Fad.
Taonura flabelliformis n. g. u. sp. Carter (3), South Australia,
Hlawara. Ohne Diagnose.
Tedania digitata var. Ridley (3), Torresstr., 3— 9 Fad. Port Darw.
syn. Reniera dig. 0. Schm., ambigua O. Schm., muggiana 0. Schm.,
Ted. digitata et ambigua Gray.
Terpios coerulea. Carter (1), cf. Annales 1878. IL p. 164, Bud-
leigh Salterton (Devon).
350 'Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Tethea arabica Ctr. syn. Tetilla ar. Sollas (2).
— cliftoni Bwbk. syn. Tethya cl. Ridley (3). (Syn. Tethya ingalli
Bwbk. nach Sollas).
— simillima Bwbk. syn. Tetilla sim. Sollas (2), (syn. Craniella
sim. Sollas).
— nnca Bwbk. syn. Tetilla unca. Sollas (2), (syn. Craniella
cranium Sollas).
Tethya antarctica Ctr. syn. Tetilla ant. Sollas (2).
— atropurpurea Ctr. syn. Tetilla atr. Sollas (2), (syn. Craniella
atrop. Sollas).
— casula Ctr. syn. Tetilla cas. Sollas (2).
— cliftoni syn. Tethea cl. Bwbk. Ridley (3), (syn. Tethya ingalli
Bwbk. nach Sollas).
— cranium var. abyssorum Bowerbank (syn. Craniella abyss.
Sollas).
— — var. acufera Bowerbank.
— — var. infrequens Bowerbank (syn. Craniella infr. Sollas).
— — var. typica Bowerbank (syn. Craniella cranium Sollas).
— — var. zetlandica Bowerbank (syn. Craniella zetl. Sollas).
— dactyloidea Ctr. syn. Tetilla dact. Ridley (3).
— dactyloidea Ctr. syn. Tetilla dact. Ctr. Sollas (2).
— lyncurium n. var. obtusum Vosmaer (3) bei Hammerfest, 135 Fad.
— merguiensis n. sp. Carter (5), Kings Isl., Mergui Archipel,
Küste von Burma. (Zu Tetilla nach Sollas).
— zetlandica Ctr. syn. Tethya cranium syn. Tetilla cranium 0. Schm.
Bowerbank (s. aber Sollas, Challenger, Tetractin.)
— zetlandica Ctr. syn. Tetilla zetl. Sollas (2), (syn. Craniella
zetl. Sollas).
Tethyopsis vielleicht syn. Tribrachion. Ridley (3), (s. Sollas, Chal-
lenger, Tetractin.)
— dissimilis n. sp. Ridley (3), Port Darwin, 7 — 12 Fad. (Disy-
ringa diss. nach Sollas).
Tetilla antarctica syn. Tethya ant. Ctr. Sollas (2).
— arabica syn. Tethea ar. Ctr. Sollas (2).
— atropurpurea syn. Tethya atr. Ctr. Sollas (2), (syn. Craniella
atrop. Sollas).
— casula syn. Tethya cas. Ctr. Sollas (2).
— cranium Müll. syn. Craniella er. Sollas (2).
— cranium 0. Schm. syn. Tethya zetlandica Ctr. syn. Tethya cra-
nium Bowerbank (s. aber Sollas, Challenger, Tetractin.)
— dactyloidea syn. Tethya dact. Ctr. Ridley (3) u. Sollas (2).
— insidiosa syn. Craniella ins. 0. Schm. Sollas (2) (cf. Sollas Chal-
lenger Tetract.).
— lens syn. Craniella lens Sollas (2) (cf. Sollas, Challenger Tetract ).
— simillima syn. Tethea sim. Bwbk. Sollas (2) (syn. Craniella sim.
Sollas).
in der Spongiologie für die Jahre 1882 — 1884. 351
— submersa syn. Faügophiliua subm. 0. Schm. Sollas (2) (s. Sollas,
Challeng. Tetractin),
— tethyoides syn. Craniella tethyoides Sollas (2) (cf. Sollas Chal-
lenger Tetract.).
— imca syn. Tethea unca Bwbk. Sollas (2) (syn. Craniella cranium
Sollas).
— zetlandica syn. Tethya Zetl. Ctr. Sollas (2) (syn. Craniella Zetl.
Sollas).
Thenea wyville-thomsonii n. sp. Lankaster (3), Lervik auf Stordoe
bei Bergen. Ohne Diagnose und desshalb bei Sollas wohl nicht
aufgeführt).
— wallichii P. Wright syn. Th. muricata Bwbk. Sollas (2),
(Weiteres b. Sollas Chall.)
Tisiphonia nana Ctr, syn. Stellata nana Ridley(3). (Syn. !Nethea
nana Sollas.)
Toxochalina n. g. Ridley (3). Diagnose bei Vosmaer (1).
— folioides syn. Desmacidon fol. Bwbk. Ridley(3).
— murata n. sp. Ridley (3), Queensland 10—12 Fad.
— robusta n. sp. Ridley (3), Port Jackson 0 — 5 Fad.
Tribrachion schmidtii n. g. n. sp. Weltner, Morro light (Mexik. Meer-
busen) 250—400 Fad. Ohne Gattungsdiagnose. (S. Sollas).
— vielleicht syn. Tethyopsis Ridley (3) (s. Sollas Challenger Te-
tractin).
Trochospongilla n. subgen. von Spongilla Vejdovsky (1). Diagn.
,,Skeletnadeln sind mit mächtigen Stacheln besetzt, die Gemmulä
mit Amphidisken besetzt, deren Endscheiben ganzrandig niemals
gezackt erscheinen".
— erinaceus syn. Spongilla erin. Ebrbg., Sp. erin. Lbkn., Sp. erin,
Vyd. Meyenia erin. Ctr. Vejdovsky (1). (Weiteres bei Potts
1887). —
— erinaceus Ehrbg. verschieden von Meyenia leidii Bwbk. Carter (9).
Tuba acapulcoensis n. sp. Carter (1), Acapulco (W. Mexiko).
— armigera D.M. syn. Chalina arm. Ridley (3).
— bullata syn. ?Spongia bull. Lmk. nee. Siphonochalina bul. 0. Schm.,
Sp. aculeata L. pars. Ridley (3).
— confoederata syn ?Spougia conf. Lmk. Ridley (3).
Tubella pennsylvanica n. sp. Potts (1) Pennsylvanien.
Ute argentea n. sp. Polejaeff (2), Twofold Bay (Austral.) 120 Fad.
Velinea gracilis n. g. n. sp. Vosmaer (4), Diagnose Vosmaer (1) Golf
von Neapel.
Verongia Ehl. e. p. syn. Janthella Gray Polejaeff (3).
— flabelliformis Ehl. syn. Spongia flab. Pall., Janthella flab. Gray.
Janthella flab. Pall. Polejaeff (3).
Vioa johnstonii syn. Vioa schmidtii Ctr. Carter (1).
— schmidtii syn. V. johnstoni var. 0. Schm., V. schmidtii Ridl., V.
schm. Ctr. Ridley (3).
352 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
2. Fossile Spongien.
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p. 75—80, Taf. 1 und 2.
B ericht
über die wissenschaftlicheii Leistungen in der Natur-
geschichte der Protozoen im Jahre 1886.
Von
Dr. Ludwig Will
Privatdocent (Rostock).
I. Allgemeines.
Balbiani beginnt eine neue Reihe von Vorlesungen
betitelt Evolutio^i des micro-organismes animaux
et vegetaux, von denen der erste Beitrag erschienen ist.
{Journ. Microgr. Bd. 10. 1886. p. 535— oU).
Von F. Blochmann erschien Die mikro shopische
Thierwelt des Süssiv assers. 7 Tfln. Bi^aunschweig 1886.
40 //. Theil.
E. Korscheit bringt einen resümirenden Artikel
Ueber die geschlechlechtliche Fortpflanzung der
Einzelligen und besonders der Infusorien, welcher
sich wesentlich auf die Arbeiten Anderer stützt und
keine neuen Thatsachen bringt. (Kosmos Bd. 19. 1886.
p. 438 — 452.) Ein weiterer Aufsatz dess. führt die Re-
sultate der Versuche Grub er' s u. Nussbaum's über die
Theilbarkeit u. das Regenerationsvermögen der Einzelligen
in leicht verständlicher Form vor. (Ueber die Theil-
barkeit und das Regenerationsvermögen einzelliger
Thiere. ibid, Bd. 19, 1886 p. 266—274 m. Fig.)
Der Artikel „Protozoa" in Encyclopaedia Britana.,
9. ed., Vol. 19. 1885. pa^. 830—866 hat E. Ray Lankester
zum Autor. Einleitung bis p. 832. Unter der üeber-
X*
356 Dr. Ludwig* Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Schrift „Protozoon cell-individual compared witli tlie typical
cell of animal and vegetable tissues" (bis p. 838) wird
die Morphologie und Physiologie behandelt. Classification
bis p. 865: Vf. unterscheidet 2 „Grade", Gymnomyxa und
Corticata; die Gymnomyxa haben 4 Sektionen, Proteana,
Plasmodida, Lobosa, Pllosa, wovon die ersten 3 je eine
Klasse bilden, die Filosa aber deren 4. Die Corticata
zerfallen in 2 Sectionen, die Liposto7na (nur die Classe
Sporozoa umfassend) und die Stomatophoi^a mit 5 Classen.
Diese 7 + 6 Classen sind folgende : 1 . ProteomyxaLank. (mit
Vampyrella, Protomyxa, Archerina etc.); 2. Mycetozoa
De Bary ; 3. Lobosa Carp. (enthält ordo Nuda u. Testacea);
4. Labyrinthulidea ; 5. Heliozoa Hack, (enthält 4 Ordn. :
Aphrothoraca , Chlamydophora, Chalarothoraca, Desmo-
fhoraca); 6. Reticularia Carp. (= Foraminifera Auct.) mit
2 Subclassen Imperforata (4 Ordn. Gromidea, Astrorhizidea,
Miliolidea, Lituolidea) und Perforata (6 Ordnungen nach
Brady); 7. Radiolaria mit 2 Subclassen Silicoskeleta Lank.
(3 Ordn. Peripylaea, Monopylaea und Phaeodaria) und
Acanthometridea Lank. (= Acanthinoskeleta) mit 5 Fam,
Dann folgen die Corticata mit 1. Sporozoa mit 4 Sub-
classen Gregarinidea (Ord. Haplocyta Lank. m. einz. Gatt.
Monocystis und Septata Lank.), Coccidiidea Bütschli
(3 Ordnungen Monosporea, Oligosp. und Polysp.), Myxo-
sporidea B. und Sarcocystidea B.; 2. Flagellata m. 2 Sub-
class. Lissoflagellata Lank. (m. 4 Ordn. nach Bütschli) u.
Choanoflagellata Kent (Ordn. Nuda Lank., Loricata Lank.
Gelatinigera Lank.) ; 3. Dinoflagellata (Ordn. Adinida und
Dinifera) ; 4. Rhynchofiagellata Lank. (für Noctiluca und
Leptodiscus); 5. Ciliata (4 Ordn. Peri-, Hetero-, Holo-
und Hypotricha); 6. Acinetaria (Ordn. Suctoria Kent und
Nonsuctoria Lank. = Actinaria Kent). — Die einzelnen
Abtheilungen werden durch zahlreiche Holzschnitte
illustrirt (meist aus Bütschli entnommen).
Auf die interessanten Theorien W. Salensky's, {Die
Urform der Heteroplastiden. Biol. Centralhl. 6. Bd.
p. 514:— 525) der die Heteroplastiden von animalisch
sich ernährenden volvoxähnlichen Flagellaten, doch in
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 357
andrer Weise wie Goette, ableiten möchte, sei an dieser
Stelle nur verwiesen.
Technische Bemerkungen zur Untersuchung,
Präparation und Conservirung- von Protozoen finden sich
bei: Castellarnaii y Lleopart, Procedes pour l'examen
microscopique et la conservation des animaux ä la Station
zoologique de Naples (Fortsetz.) Joum. Microgr. T. 10.
1886 p. 69—75, 178—184, 274—279, 368—372, 447
bis 453; J. M, Flint, On the collection and method of
studying Foraminifera. Am. MontJd. Micr. Joum.
Vol. 7 No. 6. 18S6. p. 105—108. A. Griiber, Der
Conjugationsprozess bei Paramaecium aurelia in Ber.
Naturf. Ges. Freiburg i. B., Bd. 2. 1886; 0. L. Imliof,
Methoden zur Erforschung der pelagischen Fauna.
Zool. Anzeig IX. 1886. p. 235 — 236; Ders., Vor-
läufige Notizen über die horizontale und vertik.
geograph. Verbreit. d. pelagischen Fauna d. Süsswasser-
bccken. Zool. Anzeig. IX. 1886. p. 335—339. (Pelagische
Fischerei ohne Benutzung eines Fahrzeugs); J. Künstler,
La structure des Flagelles, Jonm. Microgr. T. 10. 1886.
p. 17 — 25, 58 — 63 (üntersuchungsmethoden) ; E. Maupas,
Sur Coleps hirtus, Arcli. Zool. experim. gener. (2) T. 3.
p. 358 (Verfahren zur Färbung des Ciliatenkerns) ;
M. Nussbaum, Die spontane und künstliche Theilung der
Infusorien, Arcli. mikr. Anat. Bd. 26. 1886. p. 485—530
m. 4 Tfln.] A. Scliuberg, lieber den Bau der Bursaria
truncatella; mit besonderer Berücksichtigung der proto-
plasmatischen Structuren in: Morph. Jahrb. Bd. 12.
p. 333—365 m. 2 Tfin.; F. E. Schulze, üeber die Mittel,
welche zur Lähmung von Tieren dienen können etc. in:
Tageblatt 59. Vers. I). Naturf, v.^Aerzte p.41i — 414\
Wallicli, Endogenous as distinct from exogenous division
in the Amoebean Rhizopods (Reibungselectricität ein
Mittel zum Sichtbarmachen des Kerns in schwierigen
Fällen) Ann. Magaz. Nat. Bist. {5) Vol. 18. 1886, p. 30
bis 34.
358 Dr. Ludwig Will; Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
IL Paunistik.
1. Meer.
E. V. Daday liefert eine Ergänzung zu der von
G. Entz im letzten Berichtsjahr publicirten Protozoen-
fauna des Golfs von Neapel. Der von Entz gegebenen
Aufzählung fügt Verf. hinzu: 3 Acineta sp. (1 n. sp.),
1 Holophrya n. sp., 1 Lagynus n. sp., 1 Amphileptus sp.
1 Coleps sp., 1 Stentor sp. , 3 Codonella sp. (2 n. sp.),
2 Dictyocysta sp. (1 n. sp.). (Ein kleiner Beitrag zur
Kenntniss der Infusorienfauna d, Golfes v. Neapel,
Mitth. Zool. Station Newpel Bd. VI. 1886. p. 481 — 498
m. Tfl.)
M. 0. u. M. E. Terquem liefern ein Verzeiehniss mit
Beschreibung der neuen Arten der von ihnen in Island
und im südl. Norwegen gefundenen Foraminiferen. Bei
Island fanden sie 91 Gattungen mit 111 sp., nämlich:
Orbulina 2 sp., Lagen a 27 sp., Spirillina 1 sp., Glandulina
1 sp., Nodosaria 2 sp., Dentalina 4 sp., Frondicularia 1 sp.,
Cristellaria 1 sp., Nonionina 8 sp., Polystomella 2 sp., Rota-
lina 12 sp., Lituola 1 sp., Operculina 1 sp., Globigerina Isp.,
Planorbulina 1 sp., Haplophragmium 2 sp., Truncatulina
6 sp., Anomalina 1 sp., Spirolina 1 sp., Bulimina 12 sp.,
Discorbina 1 sp., Textilaria 2 sp., Bolivina 1 sp., Uvigerina
4 sp., Cassidulina 2 sp., Pleurostomella 1 sp., Polymorphina
4 sp., Guttulina 2 sp., Biloculina 3 sp., Spiroloculina 1 sp.,
Quinqueloculina 5 sp. An der Küste des südl. Norwegen
wurden 27 Gattungen mit 110 Species gefunden und zwar
Orbulina 1 sp., Lagena 28 sp., Spirillina 1 sp.. Glandulina
1 sp. , Nodosaria 5sp., Dentalina 3 sp. , Nonionina 8 sp.,
Polystomella 4 sp., Rotalina 7 sp., Lituola 1 sp., Planor-
bulina 1 sp. , Haplophragmium 2 sp. , Truncatulina 4 sp.,
Anomalina 9 sp., Spirolina 1 sp., Bulimina n. sp., Textilaria
2 sp., Bolivina 1 sp., Uvigerina 4 sp., Cassidulina 2 sp.,
Polymorphina 6 sp., Globulina Isp., Guttulina 3 sp. , Bi-
loculina 2sp., Spiroloculina 2sp., Triloculina 1 sp., Quinque-
loculina 4 sp. , (Foraminiferes et Ostracodes de Vis-
in der ^Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 359
lande et du Sud de la Norvege, Bull. Sog. Zool. France.
1886. Bd. 11. p. 328—339 mit Taf. 11).
0. E. Imhof giebt nach 3 Proben, die er J. de Guerne
verdankt, folgendes Verzeichniss von pelagischen Proto-
zoen der Ostsee. 1) Lübecker Hafen: Dinobryon 4 sp.,
Ceratium 1 sp., Stentor sp. 2) Stockholmer Hafen:
Dinobryon 1 sp., Peridiniiim sp., Codonella sp., Vorti-
cella sp. 3) Finnischer Meerbusen: Dinobryon 3 sp.,
Ceratium 1 sp. , Codonella sp. , Stentor sp. , Vorticella sp.
4) Newa, Petersburg: Dinobryon 3 sp., Stentor sp.,
Vorticella sp., Acineta sp. (lieber microscopische pe~
lagische Thiere aus der Ostsee. Zool. Anz. IX. 1886.
p. 612—615).
Derselbe führt aus dem Mittelmeer bei Brindisi als
neu 2 Tintinnoden an, Cyttarocylis adriatica n. sp. und eine
Codonella sp. , die bis auf die Dimensionen der C. acu-
minata aus dem Comersee gleicht. Die bei Alexandrien
gefundenen Dinoflagellaten stimmen mit denen der La-
gunen von Venedig überein; besonders zahlreich Peridinium
Michaelis Ehrbg., Ceratium furca Stein und var. contorta
Pouchet, sowie Ceratium sp. vom Typus tripos. (Neue
Resultate über ynicrosc. pelagisclie Thiere aus dem
Mittelmeer. Zool. A?izeig. IX. 1886. p. 198—200).
Ders. zählt aus den Lagunen Venedigs folgende
pelagischen Protozoen auf : 1) Dinoflagellaten: Goniodoma
acuminatum Stein, Dinophysis homunculus Stein, Peri-
dinium Michaelis Ehrbg., Per. divergens Ehrbg., Ceratium
furca Stein, Cer. furca var. contorta Pouchet = C. dilatatum
Gourret, C. hexacanthum Gourr., Cer. tripos Ehrbg., Cer.
fusus. 2) Tintinnoden: Codonella campanula Ehrbg., C.
ventricosa Clap. u. Lachm., C. radix 7i. sp? Dictyocysta
templum Haeck., sowie eine von Fol (Recueil zool. suisse
T. 1) neu entdeckte Tintinnode. (^lieber microscopische
pelagische Thiere aus den Lagunen von Venedig.
Zool. Anz. IX. 1886. p. 101—104)]
Nach C. Chun verdanken die Protozoen ihre cosmo-
politische Verbreitung ihrem hohen geologischen Alter,
indem sie bereits zu einer Zeit entstanden, ehe Continente
360 Dr. Ludwig Will: ßer. üb. d. wissensch. Leistungen
sich erhoben, welche bestehende Strömungen ablenken
und vielfach pelagischen Thieren den Uebertritt aus einem
Ocean in den andern verwehren konnten. Wenn auch
die pelagischen Protozoen im Allgemeinen eine Tendenz
zur cosmopolitischen Verbreitung zeigen, so kann das
jedoch nicht von den Radiolarien gelten, (lieber die
geographische Verbreitung der pelagisch lebenden
Seethiere. Zool. Anzeig. 9. Bd. 1886. p. 55—69, p. 71
bis 75).
C. Parona liefert den X. Beitrag zu seinen Materiali
per la fauna deWisola di Sardegna, betitelt 1 protisti
della Sardegna. Das Verzeichniss führt von marinen
Formen folgende bisher noch nicht aufgezählte Sp. auf:
Flagellata: Anisonema 1 sp., Distigma 1 sp. ; Lobosa:
Amoeba 1 sp., Dactylosphaerium 1 sp., Arcella 1 sp„ Fora-
minifera: Gromia 1 sp., Lagena 1 sp., Microgromia 1 sp.,
Triloculina 1 sp.; Ciliata: Vorticella 1 sp., Epistylis 1 sp.,
Halteria 1 sp., Mesodinium 1 sp., Styloplotes 1 sp., Euplotes
1 sp., Anophrys 1 sp., Ophrydium 1 sp., Epiclintes 1 sp.,
Actinotricha 1 sp., Acineta: Podophrya 1 sp., Hemiophrya
1 sp., Acineta 1 sp. (BolletHno Scientifico No. 2. Marzo 1884
^ P99-)'
Die Schrift von Oadeau de Kerville La faune de
Vestuaire de la Seine. Caen 1886. 8^ 24 pgg. hat Ref.
nicht vorgelegen. Dasselbe gilt von S. Pereyaslawzewa,
Protozoaires de la Mer Noire (russisch). Schrift. Neu-
Russ. Ges. Odessa T. 10. B. 2. p. 79 — 114. Erwähnt
werden 100 sp., näher erörtert 17 sp., darunter 16 n. sp.,
n. g. MonoStylus.
E. P. Balkwell und G. Wright zählen für die Küste
von Dublin und die Irische See 148 Foraminiferen Sp.
auf, unter denen 4 n sp. und 14 neu für die britische
Fauna sind. (Recent Irish Foraminifera. Transact.
R. Irish Acad. Vol. 28. 1885. p. 317—318 m. 3 Tafeln,
n. Refer. i. Joum. Roy. Micr. Soc. (2) Vol. 6. 1886 p. 464.
J. D. Siddall zählt aus der Liverpool Bay 162 sp.
und var. von Foraminiferen auf, unter denen 9 n. sp. und
73 sp. , die noch nicht in der Irish Sea gefunden sind.
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 361
Die aufgeführten Gattungen sind: Lieberkühnia 1 sp.,
Shepheardella 1 sp., Gromia 3 sp., Squamulina 1 sp.,
Nubecularia 1 sp. , Biloeulina 3 sp., Spiroloculina 4 sp.,
Miliolina 13 sp., Oplithalmidium 1 sp. , Cornuspira 1 sp.,
Dendrophrya 2 sp., Teclinitella 1 sp., Psammospliaera 1 sp.,
Hyperammina 1 sp., Haliphysema 1 sp., Reophax 5 sp.,
Haplophragmium 2 sp. , Placopsilina 2 sp. , Ammodiscus
4 sp., Trochammina 3 sp., Textularia 3 sp., Verneuilina
2 sp. , Bigewerina 1 sp., Bulimina 8 sp. , Virgulina 1 sp.,
Bolivina 5 sp. , Cassidulina 2 sp. , Lagena 25 sp. , Nodo-
saria 4 sp., Dentalina 2 sp., Marginulina 2 sp., Vaginulina
1 sp., Cristellaria 3 sp., Polymorphina lOsp., Uvigerina3sp.,
Orbulina 1 sp., Globigerina 1 sp., Pullenia 1 sp., Sphaeroi-
dina 1 sp. , Spirillina 4 sp., Patellina 1 sp. , Discorbina
7 sp., Truncatulina 4 sp., Pulvinulina 3 sp., Rotalia 2 sp.,
Gypsina 1 sp., Nonionina 6 sp., Polystomella 2 sp., (First
Rep. Fauna Liverpool Bay, Foraminifera p. 42 — 71.
m. Taf. 1886.)
P. Gourret und P. Roeser zählen folgende Protozoen
aus dem alten Hafen von Marseille auf: 1. Holotriche:
Paramaecium pyriforme n. sp., P. microstomum Clap. und
Lachm., Placus striatus F. Cohn, Nassula flava Clap. und
Lachm., Enchelyodon striatus n. sp., Metacystis truncata,
var. a^assa n. var., Trachelocerca phoenicopterus Cohn,
Lacrymaria coronata Clap. und Lachm., Chaenia teres
Duj., Amphileptus Lacazii n. sp.^ A. massiliensis n. sp.
Loxophyllum duplostriatum Maupas, L. pyriforme n. sp.,
Cryptochilum nigricans Maup. , Lembadion ovale n. sp.,
Plagiophyla nasuta var. marina n. var. Cyclidium glaucoma
Müll., Lembus velifer Cohn, L. intermedius n. sp. 2. Hete-
rotriche: Metopus sigmoides Clap. und Lachm., Condy-
lostoma patens Müll. 3. Peritriche: Mesodinium pulex
Clap. und Lachm., Gyrocoris oxyura Stein, var. (?), Vorti-
cella plicata n. sp.^ V. anomala n. sp.^ V. nebulifera Ehrbg.,
V. putrinum, Zoothamnium alternans Clap. und Lachm.,
Z. plicatmn n. sp.^ Epistylis barbata n. sp.^ Cothurnia fusi-
formis n. sp., C. striata n. sp. 4. Hypotriche: Chilodon
cucullulus, Ch. complanata n. sp., Aegyria angustata Clap.
362 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissenscli. Leistungen
und Lachm. , Aeg*. angustata var. ovalis n. var., Aeg.
Marioni 71. sp.^ Aeg. monostyla Ehrbg., Aeg. fluviatilis
var. maxima n. var.., Aspidisca polystyla var. uiaxima
n. var.., A. bipartita n. sp.^ Glaucoma pyriformis Ehrbg.,
Euplotes Gahrieli n. sp. , E. charon Müll. , E. longipes.
5. Fl agell aten: Cercomonas crassicauda Duj., C. longi-
cauda Duj., Cercomonas termo Stein, Polytoma uvella
Müll., Hexamita inflata, Euglena viridis, Chilomonas
paramaecium , Oxyrrhis marina Duj. 6. Acineten:
Sphaerophrya pusilla Clap. und Lachm., Sph. massiliensis
n. sp., Acineta foetida Maup. , Ac. contorta n. sp., Ac.
Parroceli n. sp.
Aus den hieran geknüpften Bemerkungen ist hervor-
zuheben, dass an Oertlichkeiten mit völlig reinem Meer-
wasser immer nur wenige Arten und diese auch nur in
beschränkter Individuenzahl vorkamen, während putrides
Seewasser den Protozoen sowohl hinsichtlich der Art-
wie Individuenzahl günstigere Existenzbedingungen zu
bieten scheint. Während nur wenigen Arten eine ganz
allgemeine Verbreitung zukommt, ist ein Drittel aller
aufgefundenen nur an eine bestimmte 0 ertlichkeit ge-
bunden. (Les Protozoaires d^ivieux-p ort de Marseille,
Arch. Zool. exper. (2) T. 4. 1886. pag. 443—534 m.
8 Taf.).
2. Salzige Binnenwässer.
Die Arbeit von P. Stepanow, Materialien zum
Studium der Fauna des Slavianskischen Salzsees
(russisch) (Bull. Soc. Imper. Natural. Moskau 1886. p.
185 — 199) stand mir nicht zur Verfügung.
Von den von C. Parona für Sardinien als neu aufge-
führten Protozoen kommen folgende in Salinen vor:
Fl agell ata: Migroglena 1 sp., Oxyrrhis 1 sp., Astasia
2 sp., Euglena 1 sp., Salpingoeca 1 sp.; Ciliata: Vagi-
nicola 1 sp., Vorticella 1 sp., Pixicola 1 sp., Scaphidion
1 sp., Euplotes 1 sp., Panophrys 1 sp., Ervilia 1 sp.,
Aspidisca 1 sp.; Acineta: Acineta 1 sp. ; Catalacta:
Synura 1 sp., Magosphaera 1 sp. (Bolletiino Scientifico N. 2
A/ar^o 1884.;
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 363
3. Süsswasser.
lieber die pelagische Fauna der Süsswasser-Seen
liegen wieder eine Reihe neuer Arbeiten vor. So be-
richten Asper und J. Heusclier über einen ganz erstaun-
liehen Reichthum des Züricher Sees an pelagischen
Protozoen. In dem Rückstand eines einzigen „Netzchens",
das etwa 200 m durchstrichen hatte, waren ausser unge-
zählten Mengen zweier Dinobryon-Arten etwa 18000 Cera-
tien vorhanden. Aehnliehe Resultate wurden zu den
verschiedensten Tageszeiten sowie unter verschiedenen
Witterungsverhältnissen erlangt. (Eine neue Zusammen-
setzung der „pelagischen^^ Organismenwelt. Zool.
Änz. IX. i?. 448 — 450.) In einer kurzen Notiz ähnlichen
Inhalts werden von dens. Ceratium, Dinobryon, Volvox,
Vorticella, Ditflugia als besonders häufige Bestandtheile
der pelagischen Fauna im Züricher See aufgeführt. (Stcr
les organismes miscroscopiques des eaux douces.
Arch. Scienc. Phijs. Natur. (3) Bd. 16. 1886. p. 366—367.)
Dieselb. bringen ferner einen ersten Bericht über ihre
Untersuchung von 11 v^erschiedenen Alpenseen des St.
Gallener Gebiets. Derselbe lässt sich, soweit er Proto-
zoen betriift, folgendermassen zusammenfassen: a) Be-
wohner des Ufers und des Grundes. Von einer „Tiefsee-
Fauna" der Alpenseen zu sprechen, hat wegen der geringen
Tiefen der meisten unter diesen wenig Sinn. Von den
untersuchten erreichen nur der grosse Murgsee und der
Fählensee eine Tiefe von mehr als 20 m, die meisten
bleiben unter 20, ja manche unter 10 m Tiefe. Demnach
kann auch ein Unterschied zwischen Ufer- und Tiefen-
bewohnern nicht existiren, wie auch die Schlammproben
beweisen. In dem durch spärlichen Pflanzenwuchs aus-
gezeichneten und faunistisch armen Spannegsee werden
keine Protozoen als Grund- resp. Uferbewohner ange-
führt. Im Thalalpsee fanden sich Vorticella nebulifera E.
sowie Stentor coeruleus St. und St. Mülleri E., im unteren
Seewenalpsee Vorticella sp., Carchesium sp., Stentor coe-
ruleus St., Stentor niger E., St. Mülleri E. u. Amphileptus
anser ; im unteren Murgsee Vorticella convallaria E., Sty-
364 Dr. Lud wig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
lonychia mytilusE., Difflugia acuminata E., Difflagia sp.,
Peridinium sp. ; im mittleren Murgsee Vorticella chloro-
stigmaE., Stentor coeruleus Stein, Paramaecium sp., Stylo-
nycliia mytiliis E., Arcella aculeata E. zahlreich, Difflugia
acuminata, Difflugia sp., Distigma proteus, Englena viri-
dis, b) Bewohner des offenen Wassers. Die Individuen-
zahl ist eine enorme. Die Arten treten periodisch auf.
Im Thalalpsee fanden sich Ceratium hirundinella Müll u.
Dinobryon divergens Imh. ; im Spanneggsee nur letzteres,
im oberen Murgsee Dinobryon elongatum Imh., im mittl.
Murgsee Difflugia sp., im unteren Murgsee Gerat, hirundi-
nella Müll., Peridinium sp., im oberen Seewensee 0, im
mittleren Seewensee Gerat, hirundinella u. Dinobryon div.,
im unteren Seewensee Gerat, hirundinella, Peridinium sp.,
Dinobryon div., im Semtisersee Gerat, hirund., Dinobryon
div. u. Difflugia sp., im Fählensee und Seealpsee 0. Auch
der Zürichersee wurde besonders von Heuscher unter-
sucht. Für die niederen Organismen ist auch hier das
Attribut „pelagisch" nicht bezeichnend, da dieselben gleich
zahlreich am Ufer wie im offenen Wasser zu treffen sind.
Von 10 m abwärts nahmen die Mikroorganismen erst all-
mählich, dann rascher ab, bis sie in 50 m Tiefe nur noch
spärlich vorhanden sind. Nach der Jahreszeit sind im
Juni Geratium, im August Geratium und Difflugia, im
September Dinobryon und Geratium, im October Helio-
zoen (sehr zahlreich) am häufigsten vertreten. (Zur
Naturgeschichte der Alpenseen. Bericht St. Gallisch,
naturwiss. Ges. 1885/86. j). 145—187. St. Gallen 1887.)
0. E. Imliof hat seine faunistischen Studien fortge-
setzt. Als neu für die Schweiz führt er an: Actino-
sphärium 1 sp., Acanthocystis 2 sp. und Raphidiophrys
1 sp. Aus dem Seealpsee (1143 Meter ü. d. M.) werden
Protozoen nicht angeführt. Im Lac des Tallieres fin-
det er Dinobryon 1 sp., Geratium 1 sp. u. Peridinium sp. ;
im Lac des Brenets Peridinium 1 sp. und Geratium
1 sp. (Sur les faunees de nos eaux. Arch. Scienc. Fhys.
Nat. (3) Bd. 14. 1885. p. 267—269.
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 365
Nach dems. finden sich Pelagisch im Gardasee
Vorticella sp. und Dinobryon divergens; im Comersee
Dinobiyon elongatiim, 2 Dinoflagellaten, Vorticella sp.,
Acineta sp. u. Codonella n. sp. (acuminata) ; im Luganer-
see Acanthocystis viridis und Vorticella sp. ; im Langen-
see Dinobryon elongatum, Salpingoeca sp., Vorticella sp.,
Acanthocystis viridis u. Codonella sp., im Lago di Pu-
siano Dinobryon divergens, Peridinium sp., im Lago di
Comabbio Raphidiophrys pallida, Ceratium hirundinella ;
im Lago di Monate Gerat, hirundinella, Vorticella sp., im
Lago di Varese Acanthocystis viridis, Raphidiophrys
pallida, Mallomonas Plösslii, Dinobryon sociale, D. diver-
gens, D. elongatum, D. petiolatum Duj., Ceratium hirun-
dinella, Peridinium sp. Der Tiefsee-Fauna gehören
an: aus dem Ley Cavloccio (Ober-Engadin) Amoeba
radiosa, DifFlugia pyriformis, Euglypha alveolata, Actino-
sphaerium Eichhornii, Vorticella sp., Epistylis sp., Lage-
nophrys ampulla; aus dem Langensee (349 mtr.) Difflugia
pyriformis, Nebela giobulosa, Euglypha alveolata, Cypho-
deria ampulla, Trinema acinus, Acanthocystis turfacea.
Ceratium hirundinella, Codonella cratera. (Neue Resul-
tate über die pelagisclie und Tiefseefauna einiger
im Flussgehiet des Po gelegener Süsswasserbecken.
Zool. Anz. IX. 1886. p. 41—47).
In einem weiteren Aufsatz zeigt ders. , dass es
einzelne pelagische Thiere giebt, welche von der auf-
fallenden übiquität der grossen Mehrzahl eine Ausnahme
machen. So giebt es gewisse Arten (Dinobryon petiola-
tum, Codonella sp.), die bisher nur in einzelnen Lokali-
täten angetroffen wurden und ferner andre (Peridinium
privum), die auf kleinere oder grössere geographische
Gebiete beschränkt zu sein scheinen. Aus dem höchst
gelegenen See, dem Ley Sgrischus (2640 M. ü. M. u.
25 M. tief) wird nur Difflugia pyriformis als Grund-
bewohner aufgeführt. (Vorläufige Notizen über die
horizontale und vertik. geograph. Verbreitung der
pelagisch. Fauna d. Süsswasserbecken. Zool. Anz. IX.
1886. p. 335—387).
366 Dl"- Ludwig' Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Nach dems., gehört zur Tiefsee-Fauna des Lej Cav-
loccio (Ober-Eng-adin, 1908 M. ü. M.) Amoeba 1 sp.,
Difflugia 1 sp., Euglypha 1 sp., Actinosphaerium 1 sp.,
Vorticella sp., Epistylis sp., Lagenophrys 1 sp. Die In-
dividuenzahl war sowohl im August wie im Dezember
unter doppelter Eisdecke eine ganz bedeutende. (Zoolo-
gische Mittheilungen. Vierteljahrsschr. Naturf. Ges.
Zürich. 30. Jahrg. 1885 JJ. 869—389).
Von den von C. Parona aufgeführten Protozoen
Sardinfens kommen folgende im süssen Wasser vor:
Moneren: Protomonas 1 sp., Flagellaten: Monas 1 sp.
Astasia 1 sp., Chrysomonas 1 sp., Diplodorina 1 sp.,
Lobosa: Amoeba 1 sp., Ciliata: Halteria 1 sp. , Opis-
thiotricha 1 sp., Glaucoma 1 sp.; Catalacta: Bodo so-
cialis {Bollettino Scientißco N. 2 Marzo 1884).
F. W. Cragin führt in seiner First Contrihution
to the knotvhdge of the Lower Invertehrata of Kan-
sas 10 Rhizopoden und 13 Infusorien an, unter denen 1
n. g. und 4 n. sp. {Bull. Washhurn College Laborat. Nat.
Eist. vol. 2. No. 8. p. 27—32. 1887).
In der Arbeit von 0. Zacliarias Ergehnisse einer
zool. Excursion in das Glatzer-, Iser- u,nd Riesen-
gebirge wird nur ganz beiläufig des Vorkommens von Dif-
flugien und zweier Flagellaten in Hochmooren des Glatzer-
gebirges erwähnt. (Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 43. 1886.
p. 252 — 276 m. Tß.) Ders. hat ferner 46 grössere Wasser-
becken Norddeutschlands, besonders Holsteins, Mecklen-
burgs und Westpreussens faunistisch untersucht und die
Ueberzeugung gewonnen, dass dieselben hinsichtlich ihrer
pelagischen Fauna eine Mittelstellung zwischen den
schweizerischen und norwegischen Seen einnehmen. Die
für die Seen der Schweiz so charakteristische Dino-
bryon - Fauna fehlt in den norddeutschen Seen (cf.
Weltner). (Zur Kenntniss der pelagischen Fauna
norddeutscher Seen. Zool. Anz. 9. Bd. 1886. p. 564
bis 566). Wesentlich gleichen Inhalts ist ein Vortrag
dess. lieber die Zusammensetzung der i)elagischen
Fauna in den norddeutschen Seen. (Tageblatt
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 367
59. Versammlung deutscher Naturf. p. 108 — 109 und
Biol Centrlhl. 6. p. 667—668). In der ausführlichen
Arbeit dess. „Ztir Kefintniss der pelagischen und
litt oralen Fauna norddeutscher Seen. Zeitschr. f.
wiss. ZooL Bd. 45. 1886. p. 254—281 m. Tfl.) ist von Pro-
tozoen gar nicht die Rede.
Entgegen Zacharias giebt jedoch W. Weltner an,
dass Dinobryon durchaus den norddeutschen Seen nicht
fehle, sondern häufig unter den pelagischen Organismen
des Tegelsees bei Berlin und auch, wenngleich seltener,
im Müggelsee bei Berlin vorkommt. In beiden Seen tritt
Ceratium ganz zurück, während es in den kleineren
Seen bei Berlin, in denen Dinobryon nicht vorkommt,
vorherrscht. Ebenso haben die Seen bei Berlin mit denen
der Schweiz und Oberitaliens Acanthocystis als Mitglied
der pelagischen Fauna gemein. {Zur pelagischen
Fauna norddeutscher Seen. Zool. Anz. 9. Bd. 1886.
p. 632— 633).
H. Blanc fand im Genfer See in 100—200 Mtr. Tiefe
Gromia Bnmneri n. sp. cf. Cap. Testacea p 375.
4. Grubenwässer.
R. Schneider schildert das Thierleben und seine
Bedingungen in den von Grundwässern durchtränkten
Rhizomorphen der Grube Glückauf im Potschappel-
Burgk'schen Steinkohlenrevier (Plauen'scher Grund bei
Dresden). In dem folgenden Verzeichniss der unter
solchen Umständen gefundenen Protozoen fallen die mit *
versehenen sp. durch Massenhaftigkeit auf. 1) Rhizo-
p 0 da: Pelomyxapalustris, Amoeba verrucosa, Arcella vulg.,
*Euglypha alveolata, Trinema Enchelys, Quadrula sym-
metrica, Centropyxis aculeata; 2) Heliozoen: Actino-
phrys sol; 3) Flagellata: *Chilomonas paramaecium,
Anisonema grande, Astasia trichophora; 4) Ciliata;
Amphileptus anser, * Paramaecium aurelia, Colpidium
cucullus, Pleuronema crysalis, Stylonychia pustulata und
St. mytilus?, *Urostyla grandis, *Oxytricha affinis, Eu-
plotes patella, Psilotricha acuminata, Spirostomum ambi-
368 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
guum. (Amphibisches Lehen in de7i Rhizomorphen
bei Burgk. Sitz. Ber. Königl. P?'euss. Akad. Wiss. Berlin
1886. p. 883—900 m. 1 Tfl.j
Unter den von C. Parona aufgeführten Protozoen
Sardiniens sind auch 2 subterran in Bergwerken gefun-
dene Amoeben sp. (BoUettino Scientifico No. 2. Marzo 1884)
cf. d. andern Abschnitte d. Cap.
5. Brunnen-, Trink- und Abwässer.
Hierher ein Vortrag Lindner's über ein in verun-
reinigten Brunnen- und Abfallwässern vorkommendes
peritriches Infusor. cf. Cap. Ciliata pag. 400.
Von den von C Parona aufgeführten Protozoen Sar-
diniens kommen eine Vorticella sp. und eine Monas sp.
im Trinkwasser von Cagliari vor. (BoUettino Scientifico
No. 2. Marzo 1884. 7 pgg.)
6. Parasiten.
C. Parona findet im Darmtractus von Ciona intes-
tinalis Urospora cionae (= Gregarina cionaeFrenzel), einen
neuen Flagellaten Elvirea cionae n. g. n. sp. und ferner
ein nicht benanntes mit Amphileptus, Dileptus und Lacry-
maria verwandtes holotriches Infusor. (Protisti paras-
siti nella Ciona intestinalis L. delporto di Genova.
Atti Soc. Ital. Sei. Nat. Vol. XXIX. 1886. 11 pgg. 1 TU.
u. Journ. Microgr. T. 10, 1886. p. 496—501, 1 Tfl.)
A. PascMnger fand in 3 Fällen in der Niere des
Pferdes Eimeria falciformis, die wahrscheinlich die
Veranlassung zum Tod der Wirthe gegeben hatte. Im
Oesophagus, Magen u. ganzen Darmkanal der Hauskatze
fand er eine neue, nicht benannte monosporee Coccidie
mit 4 sichelförmigen Keimen. Aus dem Anfange des
Dünndarmes von Rana esculenta beschreibt er eine Coc-
cidie Molyhdis Entzii n. g. n. sp., mit der wahrscheinlich
Eimerea falciformis aus dem Darmepithel des Frosches
und Drepanidium ranarum Lankester genetisch zusammen-
hängt. (Mit th e ilu ng ü ber Sporozoen. Zo ol. Anz. Bd. 9.
1886. p. 471 — 472.) Die in ungarischer Sprache er-
schienene ausführhrliche Arbeit (Nehdny adat a Spo-
i
iu der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 369
rozodk termeszetrajzdhoz (2 Tfln.) Kolozsvärtt. 1886.
8^. 18 pg\) stand Ref. nicht zur Verfügaing-.
Im Keuchhustenauswurf wies Deichler parasitäre
Protozoen von g-änzlich unbekannter Stellung' nach. (Zeitschr.
f. wiss. ZooL Bd. 43. p. 144—148 m. Abbild.)
lieber L. Plate's Untersuchiingen einiger an den
Kiemenblättern des Gammarus pulex lebenden Ecto-
parasiten (Zeitschr. f. wiss. ZooL Bd. 43. p. 175 — 241 m.
2 Tfln.) vergl. d. Gap. Ciliata u. Suctoria.
R. Mouiez (cf. Cap. Gregarinen) fügt der kleinen
Zahl von Wirbellosen, die bisher als Coccidienwirthe be-
kannt geworden sind, die Gruppe der Lepidopteren hinzu,
indem er in den Raupen v. Vanessa urticae Gysten einer
neuen Goccidie, Gymnospora n. g., entdeckte (Note sur
legenre Gymnospora, type nouveaii de Sporozoatre.
Bull. Soc. ZooL France, T. XI, m. Fig.).
Hierher ein Vortrag Lindner's über eine bei Typhus-
kranken beobachtete Peritriche. cf. Gap. Giliaten pag. 400.
B. Danilewsky beschreibt eine Anzahl von Häma-
tozoen, die besonders häufig und zahlreich im Blut von
Kaltblütern auftreten und die theils zu den Sporozoen,
theils zu den Flagellaten zu stellen sind. Verf. vertritt
die Ansicht, dass die Haematozoen oder deren Keime auf
dem Wege des Nahrungskanals in das Blut gelangen
und zwar durch Vermittelung der Leukocyten. Im Blute
von Rana temporaria, R. esculenta, Hyla arborea, Frosch-
larven sowie von manchen Fischen fand er Trypanosoma
sanguinis Gruby, die in mindestens 6 Varietäten vor-
kommt, über deren morphogenetische Beziehungen sich
vorläufig nur Vermuthungen aufstellen lassen. Wahr-
scheinlich bilden die verschiedenen Trypanosoma -Arten
eine gesonderte Gruppe, welche er als Undulo-Flagellata
(Anschluss an die Ghoano- Flagellaten) bezeichnet. Die
Haematozoen der rothen Blutkörperchen der Lacerta
viridis werden auf 3 Grundtypen zurückgeführt, von denen
der erstere der Haemogregarina Step, sehr ähnlich sieht.
Bei manchen Vögeln (Accipitridae, Laniadae, Gorvini)
fand er ebenfalls Hämatozoen, von denen 3 verschiedene
Arch. f. Naturgeach. 53. Jaliig. II. Bd. 3. H. Y
370 Dl"- Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Formen beschrieben werden. Die eine liat Aelmliclikeit
mit Haemogregarina, die zweite, Trypanosoma avium
scheint ähnlich dem Trypanosoma fusiforme piscium zu
sein während die dritte mit welliger Geissei versehene
unaufgeklärt bleibt. Die Angaben über Bau und Ent-
wickl. der einzelnen aufgezählten Formen sind in Kürze
nicht zu referiren. (Zur Parasitologie des Blutes.
Biol. Centralbl. 5 Bd. 1885/86 p. 529—537.)
Ders., beschreibt ferner aus dem Blut von Emys
lutaria und Rana esculenta Hexamitus sp., die am meisten
Aehnlichkeit mit Hex. intestinalis Stein aufwies und
ausserdem gleichzeitig in Harnblase uud Galle gefunden
wurde. Ausserdem fügt er den in vorigem Referat er-
wähnten 3 Formen von Haematozoen bei Vögeln 2 weitere
Formen hinzu. Im Blut von Lanius uud Caracias findet
er einen Flagellaten ähnlich Herpetomonas Lewisii (aus
d. Ratte), welcher seine Entwicklung innerhalb der rothen
Blutkörperchen durchmacht, später sich aber freimacht
und im Blutplasma angetroffen wird. Die andre Form
wurde nur im Blut von Caracias angetroffen und stellt
innerhalb des rothen Blutkörperchen ein rundes Plasma-
klümpchen dar, das später frei wird und würmchen-
förmige Gestalt annimmt. Materiaua; ^our servir ä la
parasitologie du sang. Ärcli. Slaves Biol. 1 Bd. 1886.
p. 85 — 91). In dess. recher dies sur la pai\asitologie du
sang werden die früher im Biol. Centralbl. (vgl. d. 1. Ref.)
gemachten vorläufigen Mittheilungen über die Haematozoen
der Lacerten besonders nach dermorphologischenSeite hin
weiter ausgeführt und mit Abbild, begleitet. Er unter-
scheidet intracelluläre und freie Formen. Erstere zer-
fallen in 3 verschiedene Formen, von denen die ersten
unbeweglich und gross, die andern beweglich und kleiner
sind, während die dritten (Haemocytozoon davatum) eine
keulenförmige Gestalt besitzen und in 2 Fällen Beweg-
lichkeit erkennen Hessen. Die freien Formen sind wahr-
scheinlich die freigewordenen Stadien der vorigen und
Hessen 2 verschiedene Formen erkennen^, die wahrschein-
lich mit den unter 2 und 3 aufgeführten intracellulären
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 371
Formen zusammengehören, was durcli die Existenz von
Zwischenformen noch sicherer gemacht wird. Verf. hält
die Verwandtschaft der Haematozoa Lacertae mit gre-
garinenartigen Organismen jfür wahrscheinlich und hält
es für möglich, dass die jüngsten Entwicklungsstadien
amöboide Wesen sind, wie er solche hat auffinden können.
(ihicL 2^. 364—396 m. 2 Taf.)
E. M. Crookshank hat den von Evans 1880 entdeckten
Blutparasiten Trichomonas Evansi (Spirochaeta Evansi
Steel) auf seine morphologische Natur untersucht und in
ihm einen Flagellaten vom Genus Trichomonas erkannt.
Wie seit Evans bekannt, tritt derselbe als Erreger oder
Begleiter bei der in Indien als Surra bekannten Krank-
heit der Pferde, Maulthiere und Kameele auf. Tricho-
monas Lewisi (Herpetomonas Lewisi Kent), bisher nur
aus dem Blut indischer Ratten bekannt, wird auch im
Blut europäischer Ratten gefunden. Im üebrigen vgl.
Cap. Flagellaten (Flagellated Protozoa in the hlood
of diseased and apparently healthy animals. Journ.
Roy. Microsc. Soc. Dec. 1886. p. 913—928 m. Abb.)
F. B. Rosseter fand eine neue, nicht benannte
Trichodina sp. , welcher endoparasitisch, besonders in
der Niere von Triton cristatus lebt. (On Trichodina
as an endoparasite. Journ. Roy. Micr. Soc. (2) Vol.
VI. 1886. p. 929—933 m. Taf.)
Ein Aufsatz von Fabre-Domergue, Sur les cor-
pusciiles de la cavite generale du Siponcle (Bull.
Scient. dep. du Nord (2) T. 9. p. 359—360) behandelt ein
neues parasitisches Infusor Pompholyicia Sipwiculi
71. g. n. sp.
7. Fossile Protozoen.
Ueber fossile Protozoen handeln:
0. Burl)ach, Beiträge zur Kenntniss der Foraminiferen des
mittleren Lias am grossen Seeberge bei Gotha, I. die Gattung
Frondicularia Defr. Zeitschr. f. Natunv. Halle. 59 Bd. p. 493—502 m.
2. Tafln. H. B. Brady, Note on Orbitolites italica, Costa sp. (Orbi-
tolites tenuissima Carp.). Ann. Magas. Nat. History (5) Vol. 18. 1886.
p. 191—192. D. Ch, Sherborn and Fr. Chapman, on some Microzoa
of the London clay exposed in the Drainage Works. Piccadilly, 1885.
372 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Journ. Boy. Micr. Soc. (2) Vol. 6. 1886. p. 737—769. m. 3. Taf. Ter-
quem, . . . Note sur les foraminiferes et les Ostracodes du Fuller's
earth des environs de Varsovie. Bull. Soc. geol. France (3) T. 4. 1886,
auch separat, 12 Taf. Paris 1886. 4° 116 pg.
III. Bhizopoden.
M.Oreenwood untersuchte den Verdauungsprozess bei
Rhizopoden, wobei ihm besonders Amoeba proteus und
Actinosphaerium als Versuchsthiere dienten. DieNahrungs-
aufnahme geschieht bei Amoeba proteus nur am Hinter-
ende, bei Actinosph. an einem Punkte der Oberfläche,
an dem sich zu dem Behufe ein Grübchen bildet. Die
aufgenommenen Körper werden von einer Flüssigkeits-
vakuole umgeben, welche jedoch bald verschwindet, wenn
der Körper unverdaulich ist. Verdaut werden Eiweiss-
substanzen, mögen sie von einer Cellulosehülle einge-
schlossen oder nackt sein. Nicht verdaut werden Kohle-
hydrata (Stärke, Cellulose). Fettkügelchen werden von
Amoeba nicht verdaut., während bei Actinosphaerium
eine langsame Verdauung stattzufinden scheint. Die
Verdauung geht nicht durch die unmittelbare Berührung
mit dem lebenden Protoplasma vor sich (Ray Lankester),
sondern durch Absonderung einer Art Sekret von Seiten
des Plasma in die Flüssigkeitsvakuole hinein, welche
den aufgenommenen Körper umgiebt. Die Bildung des
Sekrets scheint durch den Reiz der aufgenommenen
Nahrung auf das Protoplasma hervorgerufen zu werden.
Unverdauliche Substanzen (Stärkekörner) rufen keine
Sekretbildung hervor. Auf in Cellulosemembranen ein-
geschlossene Eiweisssubstanzen wirkt das Sekret durch
Diffusion. (On tlie degestive Process in some Rhi-
zopods. Journ. of Physiol. vol VII. p. 258— 273).
1. Amoebaca.
Ein Artikel A. (xruber's, in dem er die Frage nach dem
Bestehen verschiedener Plasmaschichten im WeichJcörper
der Bhizopoden nochmals mit Nachdruck verneint, bietet nichts
Neues und dient nur die von Wallich (cf. J. B. 1884/85) in Anspruch
in der Natiu'geschichte der Protozoen im Jahre 1886. 373
genommene Priorität in dieser und andern den Rhizopodenbau betr.
Fragen anzuerkennen. (Biol. Centrlhl. VI Bd. p. 5— 8.)
Ferner beschreibt derselbe in seinen ^-Z ein. Mitth. üh. Proto-
zoen-Studien (Ber. Natur f. Ges. Freiburg i/B. Bd. 2, 1886, Mpgg.
m. 1. Tfl.) Amöba septima n. sp. u. Pelomyxa tarda n. sp., beide von
Pelom. villosa u. palustris besonders durch spärlichere Vacuolen
unterschieden.
E.Ray Lankester hat die vor 12 Jahren von Archer in Ir-
land entdeckte Amöba mit netzartigen Pseudopodien, die als Chlamy-
domyxa bezeichnet wurde und der Labyrinthula Cienkowski's
sehr ähnlich sah, nach langen vergeblichen Bemühungen schliesslich
im Eng ad in wieder aufgefunden. Die Verwandtschaft mit Laby-
rinthula scheint ihm jedoch keine so innige zu sein, wie er früher
annahm. {Chlamydomyxa in the Engadine. Nature Vol. 34. 1886.
p. 408—409.)
Eine recht eigenthümliche Mittheilung macht T. Deeke
über eine nicht näher benannte Protamoba, die in einem
mit verzinntem Kupferblech ausgeschlagenen Wasser-
behälter gefunden wurde und beschuldigt wird Metall
anzugreifen. Sie soll wahrscheinlich durch Secernirung
einer Säure, Perforirungen der Kupferplatten veranlassen,
von denen strahlenförmig nach allen Seiten Furchen
auslaufen, die wie eingravirt erscheinen. Die Löcher
und Furchen sind mit einem erdigen Material ausgefüllt,
das aus kohlensaurem Kupfer besteht, nach dessen Weg-
nahme die darunter liegende Metallfläche völlig blank
wie nach Säurebehandlung erscheint. Untersucht man
diese Masse in noch feuchtem Zustande, so findet man
sie von ausserordentlich zahlreichen Amöben durchsetzt.
Durch die von diesen ausgeschiedene Säure wird das
Kupfer gelöst, in der entstehenden Kupferverbindung aber
die Säure alsbald durch die Kohlensäure von ihm Wasser
gelösten kohlensauren Salzen verdrängt. So entsteht das
kohlensaure Kupfer, das sich in den Höhlen und Furchen
niederschlägt und als ein verhältnissmässig indifferentes
Material sogar vom Thier aufgenommen wird. (!) Scientific
American Bd. II 1884 nach einem Referat in Journ.
Royal Microsc. Soc. (2) Vol. 5. Part 4. 1885. p. 663—665).
Obwohl sich Wallicli den Schlüssen Gruber's über
die hervorragende Bedeutung des Kernes als reproductives
374 Dl"- Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Organ vollständig anscWiesst, glaubt er doch nicht, dass
die Erscheinungen an künstlich getheilten Amöben mit
genügender Sicherheit mit solchen an unter normalen
Verhältnissen zufällig entstandenen Theilstücken in Pa-
rallele gestellt werden können. Ueberhaupt bezweifelt
er das Vorkommen von rein äusserer freiwilliger Theilung
ohne Betheiligung des Kernes unter natürlichen Existenz-
bedingungen. Als Beweis für die Gruber'sche Ansicht
wird noch angeführt, dass Amöben, deren ganze vordere
Körperhälfte durch andere Organismen weggefressen ist,
sich nach Verlauf einer Stunde bereits eben so energisch
wie vorher weiter bewegen, sobald sie den Kern und
das besonders differenzirte Plasma des Hinterendes in-
takt bewahrt haben. (Endogenous as d ist in et fr^orti
exogenous division in the Amoebean Rhizopods.
Ann. Magaz. nat. Eist. (5) Vol. 18. 1886. p. 80—34).
E. B. Brayley beschreibt eine Amöbe von riesigen Dimensionen,
Vs" lang, Vis" breit, wahrscheinlich eine Abnormität von Amoeba
Proteus. {Abnormal Amoeba. Science Gossip. 1886. p. 19 refer. n.
Journ. Boy. Microsc. Soc. 1886. p. 86.)
Lillie E. Holman bringt eine Beobachtung zur
Fortpflanzung der Amoeben. Sie beobachtete in der
feuchten Kammer zwei nicht näher bezeichnete Amöben
von ungleicher Grösse, von denen die kleinere sich
ausserordentlich träge verhielt, Sie wurde nach einiger
Zeit von der grösseren völlig umflossen, ohne dass man
jedoch von einem Gefressenwerden reden könnte, da die
kleinere ihren Contour völlig bewahrte. Nach längerer
Zeit wurde letztere denn auch unversehrt von der grösseren
wieder ausgestossen. Während die (grosse Amöbe sich
nun entfernte, nahm die kleine sphärische Gestalt an
und schien in einen encystirten Zustand überzugehen.
Unter Contractionserscheinungen begann sie sodann zahl-
reiche Partikel auszustossen, „als ob sie Eier legte."
Sie gewann hiernach ein völlig durchsichtiges Aussehen,
streckte Pseudopodien aus und gewann ihre volle Leb-
haftigkeit wieder, später jedoch schien sie zu Grunde zu
gehen. Verf. hält den ganzen Vorgang für eine Conju-
in der Naturgeshichte der Protozoen im Jahre 1886. 375
gation mit nachfolgender Vermehrung und wird dadurch
in ihrer Vermuthung bestärkt, dass es nach zwei Tagen
in derselben Cultur, die vorher nur 2 Amöben enthielt,
von zahllosen jungen Amöbehen förmlich wimmelte.
(Observation on Mtdtiplicatio)i in Amoebae. Proceed.
Äcad. Natur. Scienc. Philadelphia 1886. p. 346—348).
(j. Ollivier, Physiologie du Protamoeba primi-
tiva; insuffisa^ice des explications physico-cliimi-
ques enhiologie. Reims^ Matot-Braine. 1886. 8^. 32 pfgg.
hat Ref. nicht erlangen können.
2. Testacea.
C. Schlumb erger geht in seiner Note sur le genre
Adelosina auf den Dimorphismus dieser Gattung sowie
der Gattungen Biloculina, Triloculina u. Quinqueloculina
ein und zieht aus seinen durch Abbildungen von Schliffen
begleiteten Auseinandersetzungen den Schluss, dass die
zweierlei Formen bei den Milioliden überhaupt von hohem
systematischem Interesse sind, indem stets die eine Form
für die Gattung, die andere für die Art bestimmend ist.
Bull Soc. Zool. France. 1886. 11. Bd. p. 544—557 m.
iTfl.
R. v. Lendenfeld beschreibt aus Süsswasser- Tümpeln Lieber-
künia australis n. sp. u. Echinopyxis australis n. sp. (Australian
fresh-water Bhizopods. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. X. 1886.
p. 723—725 n. Ref. i. Journ. Boy. Micr. Soc. (2) Vol. 6. 1886. p. 815).
H. Blanc beschreibt aus der Tiefe des Genfer Sees (100—120 Mtr.)
ein neues schalentragendes Rhizopod, das vorläufig als Gromia
Brunneri n. sp. bezeichnet wird, sich aber von andern Gromia-Arten
durch die Beschaffenheit der Schale unterscheidet und daher wahr-
scheinlich einer neuen Gattung angehört. TJn nouveau Fora-
minifere de la faune profonde du L^ac. Arch. Scienc. Phi/s. Nat.
Geneve (3) Tome 16. 1886. p. 362—366).
Unter den 150 von 0. u. E. Terq^uem an der Küste von Island
und des südl. Norwegen gefundenen Foraminiferen- Arten sind 14 neue,
nämlich Orbuliua nitida, Lagena semi-ornata, L. costifera, L. ornata,
Frondicularia afßnis, Rotalina borealis, Truncatulina glohulosa, Anoma-
lina irregularis, Bulimina doUolum, B. ovoides, Guttulina gravida
var. compressa, Polymorphina racemosa, P inflata, Quinqueloculina
implexa. {Foraminiferes et Ostracodes de PIslande et du
376 ^^- Ludwig Will: Ber. üb. d. wisseiisch. Leistungen
Sud de la Norvege. Bull. Soc. Zool. France 1886, Bd. 11, p. 328
bis 329).
E. P. Balkwill und J. Wriglit zählen für die Küste von Dublin
und die Irische See 148 Foraminiferen - Sp. auf, von denen 14 neu
für die Britische Fauna sind. Neue Sp. sind: Ophthalmidium cari-
natum, Lagena curvilineata, Discorbina tuberculata, Nonionina paii-
perata. (Becent Irish Foraminifera. Transast. B. Irish Acad.
Vol. 28. 1885. p. 317—368 m. 3 Tfln. n. Ref. i. Journ. Microsc. Soc.
(2) Vol. 6. 1886. p. 464.
A. Oruber vervollständigt die Angaben von Carter,
Hertwig u. Lesser über die Encystirimg von Euglypha
alveolata durch Mittheiliingen über das Ausschlüpfen aus
der Cyste. Dasselbe erfolgt nach Sprengung der eigentl.
Cystenhülle dadurch, dass die Pl'ättchen der inneren
Schale vom Plasma wieder aufgenommen werden und,
da nun sofort die Theilung der Euglypha erfolgt, gemäss
ihrer eigentlichen Bestimmung /.um Aufbau der Schale
für den Tochterspross verwandt werden. Bei Difflugia
verläuft die Neubildung der Schale bei der Theilung in
ganz analoger Weise, wie Verf. es 1882 für Euglypha
schilderte. Das Thier nimmt Sandkörnchen auf, die in
der Umgebung des Kerns aufgespeichert und später an
die Oberfläche des Theilsprösslings befördert werden.
(Kleinere Mitth. Protoz. Stud. Ber. Naturf. Ges. Frei-
burg i/B. Bd. 2. 1886. 14 pgg. m. Taf.)
Nach E. y. Daday sind Cenchridium Ehrbg., Ento-
solenia Will., Cenchridium Stein keine Cilioflagellaten,
sondern, wie vor Stein angenommen wurde, Foramini-
feren, die sich mit der Gatt. Lagena Walcker u. Jacobs
decken, cf. d. J.-Ber. Cap. Dinoflagellaten. (Zool. Anz.
9 Bd. 1886. p. 15—19.)
M. de Folin hat an den Amphisteginen der Rhede
von Porto Grande (Cap Verdische Inseln) nachgewiesen,
dass sie ausser andern Fremdkörpern auch Diatomeen
in grösserer Zahl mit in ihre Schalen verarbeiten, was
auch bei Orbiculina constatirt werden konnte. (Sur les
Amphistegina de Porto Grande. Compt. Rend. Ac. Sc.
Tom. 102. 1886. p. 1575—1576.)
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 377
J. D. Siddal beschreibt aus der Liverpool Bay Milioliua spiculi-
fera n. sp., Reophax moniliforme n. sx). u. Placopsilina Mngsleyi n. sp.
First Bep. Fauna Liverpool Bay. Foraminifera p. 42 — 71
m. Taf. 1886?)
3. Heliozoa.
Die Arbeit von P. A. Dangeard, Les V am py relies; leur
place clans la Classification (C. B. 24 Beunion des Delegues
Bauen p. iS—51) hat Ref. nicht gesehen. Nach Jahresber. Zool. Stat.
Neapel 1886. wird Vampjrella euglenae n. sp. beschrieben u. Mona-
dopsis vanipyrelloides Klein in V. kleinii umbenannt. Die Vampyrellen
stehen einerseits durch Nuclearia u. Heterophrys mit den Heliozoen,
andrerseits durch Monas u. Pseudospora zu den Flagellaten in Be-
ziehung.
4. Radiolarien.
lieber Radiolarien liegen in diesem Jahre keine Ar-
beiten vor.
IV. S p 0 r 0 z 0 a.
lieber 1. Sarcosporidia 11. 2. Myxosporidia liegen
keine neuen Arbeiten vor.
3. Gregarinida.
R. Moniez fand in vertrockneten Raupen von Vanessa
urticae eingetrocknete Cysten von Gymnospora nigra
n. g. n. sp. (Coccidie), die noch nach 6 Jahren ihre Ent-
wicklungsfähigkeit bewahrt hatten. Die Entwicklung,
die nur im Wasser und sehr langsam vor sich geht,
wurde bis zur Bildung von sichelförm. Keimen, allerdings
sehr lückenhaft verfolgt. Die Cyste zerfällt zunächst in
eine grössere Zahl von nackten Sporen, deren jede später
eine Anzahl von sichelförmigen Körpern entstehen lässt.
Nur bei dem letzteren Vorgang kommt es zur Bildung
eines Restkörpers. Nach der Bildung der sichelförmigen
Keime treten Sporoduct-artige Bildungen an der Cysten-
hülle auf. (Note s^ir le genre Gymnospora etc., Bull.
Soc. Zool. France, T. XL, 8 pgg. m. Fig.).
0. Bütschli hat die Körner der Gregarinen einer
erneuerten Untersuchung unterworfen, wobei sich ergab,
dass dieselben nicht aus Amyloid, sondern aus einem dem
378 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wisseiisch. Leistungen
Glycogen verwandten Körper bestehen, welchen man als
Paraglycogen bezeichnen kann. Die physiologische Rolle
dieser massenhaft abgeschiedenen Substanz ist, wie die
der Amylon- und Paramyloneinlagerungen der Flagellaten,
die eines aufgespeicherten Nahrungsstoffes. Zum Schluss
wird auf das Vorkommen desselben Körpers bei ge-
wissen Infusorien und Rhizopoden (Bütschli, Certes) ver-
wiesen. (Bemerkungen über einen de7n Glycogen
verwandten Körper in den Greg ar inen. Zeitschr. f.
Biologie Bd. 21. 1885. p. 603—612.)
Auch E. Maupa hat dieselben Körner einer genauen
Untersuchung unterworfen und bestätigt im Allgemeinen
Bütschli, schlägt aber statt Paraglycogen den Namen
Zooamylum vor, um damit sowohl ihre chemische Ver-
wandtschaft, wie ihren thierischen Ursprung zu bezeich-
nen. (Sur les granules aniylaces du cytosome des
Gregarines. Compt. Äc. Sc. Tom. 102. 1886. p. 120— 123.)
C. Parona hat im Darm von Ciona intestinalis die
von Frenzel entdeckte Gregarina cionae wieder aufge-
funden, bezeichnet sie aber als Urospora cionae. Die
durch Frenzel bekannt gewordenen entwicklungsgeschicht-
lichen Daten werden durch Auffindung der Cysten und
der Pseudofilarien ergänzt. (Protisti parassiti ?iella
Ciona intestinalis etc. Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 29.
1886. 11 pgg. 1 Tß,.)
Hierher auch B. Danilewsky, Zur Farasitologie des Blutes
(Biol. Centralhl. 5 Bd. p. 529—537) u. Becher ches sur la parasi-
tologie du sang {Archives Slav. Biol. IBd. p. S6-1—396, 2 Tfl). Die
Referate finden sich im Cap. Parasiten pag. 369—371.
Aime Sclineider beobachtete verschiedene Entwick-
lungsstadien von Cnemidospora, welche seine früheren
Angaben bestätigen, dass der inneren Gliederung des
Gregarinenkörpers eine äussere Gliederung vorangeht
und dass die Entwicklung von einer Wanderung des
Kerns begleitet ist. {Etudes sur le develop'pement des
Gregarines. Tabl. Zoolog. I. Bd. 1886. p. 81 m.
Taf. XVI IL)
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 379
Ders. schildert dei Eimeria hirsuta aus dem Darm
von Gyriniden-Larven die Entstehung der Sporozoiten
durch Knospung. Die kuglige Coccidie bedeckt sich
auf einer Hemisphäre mit Knospen, deren jede einen
Kern enthält und die allmählich an Grösse zunehmen
unter langsamem Schwund des Mutterkörpers. (Cocci-
dies nouvelles oio peu connues. IL Eimeria hirsuta
m, Taf. U. Tablettes Zool. I. 1886. p. 88—89.
Weiter schildert ders. „Gregarines nouvelles ou peu
connues'' (ibid. p. 90— 103 m. Tfl. 28-28). 1. Fam. Syn-
cystides, bilden den Uebergang zwischen Coccidien und
Gregarinen mit einziger Gatt. Synsystis A. Sehn. m. sp. mi-
rabilis Sehn, aus dem Fettkörper von Nepa. Das Thier ist
sehr jung sichelförmig, wird dann conisch, später eirund
und schliesslich kuglig. Die Cyste enthält 2 Individuen,
deren jedes für sich sporulirt. Jeder Kern theilt sich
wiederholt und erzeugt so zahlreiche Kerne, die an die
Oberfläche rücken, worauf es zur Abschnürung der Sporo-
blasten kommt. Die Sporen zeigen an jedem Pol 4 zu-
gespitzte Borsten. 2. Fam. Bothriopsides. (yQn. Coleo-
phora A. Sehn. Cephalont unbekannt, Protomerit des
Sporonten vorne tief saugnapfartig eingestülpt. Das con-
vexe Septum springt so stark gegen das Protomerit vor,
dass es die vordere Wand des Thieres zu bilden scheint.
Cysten sehr gross, 2 — 3 mm. Sporen mit einfacher Hülle
und 8 sichelförmigen Keimen. Sp. heros A. Seh. aus
dem Darm von Nepa cinerea. 3. Fam. Stylorhynchides
Gen. Cystocephalus A. Seh., Haftapparat auf kurzem Halse,
kürzer, als an der Basis breit. Epimerit aufgebläht, bla-
sig m. algerianus A. Seh. aus dem Darm von Pimelien
aus Algier. Spherocephalus, Haftapparat kuglig oder
quer eiförmig, auf langem cylindrischem Halse, hinter dem
kugligen Theil plötzlich verengt, m. ophioldes A. Seh. aus
dem Darm von Akis aus Algier. Gen. Oocephalus A. Seh.,
Haftapparat knopfförmig, auf kurzem conischem Halse m.
Hüpanus, aus dem Darmkanal einer spanischen Morica.
Ferner bespricht derselbe in seinem Aufsatz Unmot
ä M. Ruschhaupt (ibid. p. 104 — 120), ohne sich weiter
380 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
auf eine Kritik der sehr sonderbaren Resultate des Letzt,
einzulassen, die bekannten Fortpflanzungsverhältnisse bei
Coccidien und Gregarinen, welche für die nahe Verwandt-
schaft beider Gruppen sprechen.
V. Mastigophora.
1. Flagellata.
W. H. Dallinger spricht über die Physiologie des
Zellkerns speziell bei Flagellaten und legt hierbei seine
Beobachtungen an Polytoma uvella, Dallingeria Drysdali
und Tetramitus rostratus zu Grunde. Seine Resultate
sind folgende: Der Zellkern ist der Mittelpunkt aller
höheren Lebensthätigkeiten dieser Organismen. Der
Keim selbst stellt nur einen unentwickelten Kern dar,
der nach erreichter definitiver Grösse eine Pause im
Wachsthum macht, um seine innere Ausbildung zu vollenden.
Der Sarcodeleib stellt sich als ein vitales Product des
Kernes dar. Vom Kern nehmen auch die Geissein ihren
Ursprung. Ebenso nehmen auch die Vorgänge bei der
Theilung, Conjugation und Keimbildung vom Kern ihren
Ausgangspunkt. (The presidents address. Journ. Roy.
Micr. Sog. (2) Vol. 6. 1886. p. 193—207 m. 3 Taf.)
D. D. Cunnigham constatirt, dass viele Tümpel in der Um-
gebung von Kalkutta fast zu jeder Jahreszeit mehr od. weniger
mit einem Schaum von Euglenen bedeckt sind, der am Morgen von
glänzend ziegelrother, am Abend von lebhaft grüner Farbe erscheint,
während des Tages aber viel weniger sichtbar ist, als von Sonnen-
untergang bis Sonnenaufgang, was mit periodischen Umwandlungen
der Euglenen selbst zusammenhängt. Das trockene, staubartige
Aussehn des Schaumes Abends und früh Morgens hängt mit der
Encystirung der Mehrzahl der Euglenen zusammen, deren ruhende
Protoplasmakörper sich dann über die Wasseroberfläche erheben und
in vielen Fällen sogar die Berührung mit dem Wasser völlig auf-
geben. Während des Tages dagegen werden die Euglenen frei-
schwimmend im Wasser selbst getroffen. Die verschiedene Färbung
beruht auf dem verschiedenen Gehalt u. der Vertheilung des rothen
Farbstoffs. Helles klares Wetter wirkt befördernd auf die Schaum-
büdung, starke B^egengüsse dagegen sind von entgegengesetzter
Wirkung. (Äerial habits of Euglenae. Sci.-Gossip. 1886. p. 163
lis 164 n. Bef. i. Journ. Boy. Micr. Soc. {2) Yol. 6. 1886. p. 813—814.)
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 381
Nacli G. Klebs zeigen die Volvocinen sehr ver-
schiedene Abstufungen in den Eigenschaften ihrer Gallerte.
Gloeomonas ovalis, ferner die koloniebildenden Formen
von Pandorina, Eudorina und Gonium besitzen stets
ausser der Zellhaut noch eine besondere Gallertscheide.
Die Substanz derselben ist bei Gloeomonas sehr quellungs-
f ähig, kaum geringer bei Pandorina, weniger bei Eudorina,
Gonium; dieselbe Reihenfolge zeigt sich in dem Ver-
halten gegenüber Farbstoffen, Glykose -Pepton. Hierbei
zeigt keine Structur Gloeomonas, eine undeutliche Eu-
dorina, eine scharfe Stäbchenstructur Pandorina, Gonium ;
die Gallerte der letzteren färbt sich übrigens sehr schwer
und verdickt sich kaum. Am eigenartigsten ist Voloox
gebaut, bei dessen reifen Kolonien die einzelnen Zellen-
individuen nicht mehr eine besondere Zellhaut erkennen
lassen, sondern in einer gemeinsamen Gallerte liegen,
welche auch das Innere der Kugel ganz ausfüllt und
hier von einem Netzwerk gröberer und feinerer Balken
von dichterer, festerer Substanz durchsetzt ist. An der
Peripherie der Kugel lindet sich eine scharf abgegrenzte
polygonal gefelderte Membran, welche von den ursprüng-
lichen Zellhäuten der Einzelzellen herrührt. Eine die
ganze Kolonie umgebende Gallertscheide ist nicht vor-
handen. Von den Flagellaten (Euglena, Vacuolaria)
zeichnen sich einige Formen aus durch Gallertbildung
auf äussere Reize hin (z. B. Einwirken v. verdünnten
Farbstoffen). Die Ausscheidung erfolgt in mannigfach-
geformten geraden od. gekrümmten, kurzen fadenartigen
Elementen, welche sich zu einer mehr oder minder dichten,
geschlossenen Hülle vereinigen. Di^e Gallertsubstanz selbst
zieht Farbstoffe (Methylenblau, Methylviolett, Vesuvin,
Fuchsin) lebhaft an, verdickt sich stark in Glykose-Pepton
und zeigt ein begrenztes Quellungsvermögen. Die Gallerte
der koloniebildenden Flagellaten (Phalansterium, Spongo-
monas) besteht aus einer Grundsubstanz u. eingelagerten
Gallertkörnern. Beide Bestandtheile, lebhaft sich färbend
und verdickend, gerathen bei Einlagerung von Nieder-
schlägen nicht in Quellung, sind überhaupt wenig quellungs-
382 ^^- Ludwig "Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
fähig. Die braune bis schwarze Färbung solcher Flagel-
latenkolonien rührt von der Einlagerung von Eisen-
oxydhydrat her. (lieber die Organisation der Gallerte
bei einigen Algen und Flagellaten. Untersuch. Bot.
Instit. Tübingen. II Bd. 1886. p. 333—415 m. 2 Taf.)
W. Pfeffer hat seine früheren Versuche über loco-
motorische Richtungsbewegungen durch chemische Reize
weiter fortgeführt und in einer umfänglichen Arbeit ver-
öffentlicht. Ausser Bacterien dienten ihm eine Reihe von
Flagellaten und Volvocineen als Versuchsobjecte. Die
Hauptresultate sind folgende: Bei manchen farblosen
Flagellaten und chlorophyllführenden Volvocineen ver-
anlassen verschiedene organische und anorganische Kör-
per in sehr ungleichem Grade chemotaktische Reize, in
Folge deren die Organismen entweder die concentrirtere
Lösung aufsuchen (positiv) oder fliehen (negativ). Von
den untersuchten anorganischen Körpern pflegen Kalium-
salze das beste anlockende Reizmittel zu sein. Unter
den organischen besitzt Pepton meist einen hohen Reiz-
werth, während Kohlehydrate nur eine geringe und Gly-
cerin gar keine chemotaktische Wirkung ausüben. Der
Reizwerth einer Verbindung ist nicht an das Atom, son-
dern an das Molekül gebunden. Ein Fliehen der Orga-
nismen ( — Chemotaxis) ist allgemein durch Alcohol, durch
saure und alkalische Reaction, sowie viellach durch
Steigerung der Concentration einer Lösung bedingt. Die
positive Chemotaxis ist für die Organismen vortheilhaft,
um sie zu guten Nährmitteln zu führen, die negative
veranlasst häufig ein Meiden schädlicher Medien; doch
steht der Reizwerth eines Mediums in keiner bestimmten
Beziehung zu dessen Nährwerth. Von den besten Reiz-
mitteln genügt zu merklicher Anlockung schon eine mini-
male Menge, doch bedarf es zur Erzielung chemotak-
tischer Wirkung stets einer ungleichen Vertheilung des
Reizmittels um den Körper, (lieber chemotaktische
Bewegungen von Bacterien, Flagellaten und Vol-
vocineen. Untersuch. Bot. Instit. Tübingen. Bd. IL 1886.
p. 582 — 661.)
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 383
Die Arbeit vou W. Kliawkine Sur le role d'lappa-
reil huccal des Euglenes et des Astasies (Schrift. Neu-
Russ. Ges. Odessa. T. IL 1 Tfl. p. 57—74) ist in russi-
scher Sprache erschienen und stand Ref. nicht zur Ver-
fügung.
Die Abhandlung von J.Künstler St/r la structure
des FlageUes ist im Wesentlichen eine Kritik der Unter-
suchungen von C. Fisch (cf. J.-B. 84/85 p. 353), soweit
dieselben Chilomonas paramaecium betreffen. Die Kritik
gründet sich auf eigene Beobachtungen von einer ver-
wandten Form Cryptomonas ovata und sucht Fisch in
einer ganzen Reihe von Punkten zu corrigiren. So meint
Verf., dass die Existenz rein cylindrischer Geissein wohl
möglich, aber sicher nicht die allgemeine Regel ist. Die
auch von Fisch gesehene Querstreifung der Geissein ist
kein Kunstprodukt (Fisch), sondern eine natürliche Er-
scheinung, vergleichbar der Streifung der Muskelfibrillen.
Die Geisseimembran ist von Fisch übersehen, in Betreff
des Peristoms der Cryptomonadinen bringt Verf. Correc-
tionen an und beansprucht weiter die Priorität der rich-
tigen Beschreibung desselben. Seine von Fisch bestrittene
Behauptung, wonach die Geissein sich auf einer vor-
springenden Leiste im Innern des Peristoms inseriren,
wird aufrecht erhalten. Der Gang, der contractile Vacuole
und Peristom verbindet und nach Fisch nicht als differen-
zirter Kanal existirt, ist nach ihm mit besonderen Wan-
dungen versehen. Die von Fisch gelieferte Beschreibung
des Schlundrohres bietet nicht nur nichts Neues, sondern
bedeutet sogar einen Rückschritt. Die Angaben über
Formveränderungen werden bestätigt, diejenigen über die
Struktur der Cuticula vervollständigt. Im Ganzen fällt
die Kritik ziemlich absprechend aus. (Journ. Migrogr.
Bd. X. 1886. p. 17—25, 58—68 m. 1 Tß.)
Desselb. Verf. Aufsatz Les ,,yeux^^ des Infus oir es
FJageJliferes ist nur eine Zusammenstellung seiner
früheren Resultate mit den neuen von G. Pouch et (cf.
dies. J.-B. p. 390), woraus der Schluss gezogen wird, dass
die Augen gewisser Protozoen, besonders von Flagellaten,
384 I^i*- Ludwig' Will: Ber. üb. d. wisseiisch. Leistungen
aus einem linsenartigen Organ und einer Lage von Pig-
mentkörnern bestehen, welche zusammen einem Proto-
plasmakörper eingebettet sind, der vielleicht das Auge er-
zeugt hat. (Journ. Microgr. T. 10. 1886. p. 493 — 496.)
J.KrassilstscMk beschreibt unter dem Namen Cerco-
bodo laciniaegerens n. g. n. sp. eine neue Flagellate mit aus-
gesprochenem Collectivcharacter, indem sie Merkmale
der Cercomonadina und der Bodonina in sich vereinigt,
der Entwicklung nach aber zu den Rhizomastigina
Bütschli's gehört. Sie ist zwischen im Wasser faulenden
Blättern gefunden, besitzt einen nackten feinkörnigen
Protoplasmaleib mit 1 Kern und im hintern Körperende
1 contraktilen Vacuole und zahlreichen zerstreuten stark
lichtbrechenden Körnchen von bläulich grüner oder
brauner Farbe. Im freischwimmenden Zustand weist der
Körper, besonders das Hinterende, eine Reihe von Ge-
staltveränderungen auf. Letzteres besitzt ausser dem
Schwanz eine grössere oder geringere Zahl fetzenartiger
Anhängsel („Fetzchen"), die jedoch nichts mit Pseudo-
podien zu thun haben, sondern ganz passiv dadurch ent-
stehen, dass der Cercobodo beim Schwimmen sich an zu-
fällig mit dem Hinterende berührte feste Körper fest-
heftet, indem er sich aber weiter bewegt, die Berührungs-
stelle sich zu einem Plasmafaden auszieht, der schliesslich
bei weiterer Spannung durchreisst und als Fetzen nach-
geschleppt wird, um später wieder in den Körper ein-
gezogen zu werden. Derartige Fetzchen können in an-
sehnlicher Zahl gleichzeitig nachgeschleppt werden. Auch
der Schwanz kann zurückgezogen werden und dann
rundet sich das Hinterende ab, so dass der Körper eine
regelmässige Gestalt bekommt, die aber auch in kurzer
Zeit zwischen der Spindelform und der Kugelform
wechseln kann. Das Vorderende besitzt 2 Geissein, von
denen die hintere nachgeschleppt wird. Ausser dem
freischwimmenden Zustand kommt noch ein „aufsitzender"
Zustand vor, in welchem er sich auf einer Unterlage
festheftet, zu einem unregelmässigen Plasmaklümpchen
wird, die Cilien jedoch beibehält. Alle Bewegungen
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 385
beschränken sich auf Drehungen um seinen Fest-
heftungspunkt. Obwohl die Körperoberfläche in diesem
Zustand stellenweise undulirende Bewegungen aufweist,
wurde doch von einer undulir enden Membran nichts
beobachtet. Ein Stigma fehlt. Ausführlich wird auch die
Nahrungsaufnahme und Verdauung geschildert, welche
ohne Verdauungsvacuole direct im Plasma vor sich geht
und einige interessante Erscheinungen bietet. Die Ent-
wicklimg ist sehr einfach; weder Plasmodienbildung noch
Copulation kommt vor und die Vermehrung erfolgt ein-
fach durch Zweitheilung im aufsitzenden Zustand, nach-
dem die Geissein vorher eingezogen sind. Behufs der
Encystirung rundet sich das Thier in gleicher Weise wie
vor der Theilung ab und scheidet eine derbe Membran
ab. Nach stattgehabtem Austrocknen kann sich der
Inhalt theilen und es schlüpfen alsdann 1 oder 2 In-
dividuen aus. Im System wäre Cercobodo zu den
Heteromastigoden Bütschli's und zwar zu der Familie
der Bodonina zu stellen, (lieber eine neue Flagellate
Cercobodo laci^iiaegerens n.g.n.sp. Zool. Anz. 1886
p, 365—369, 394—399). Die ausführliche russische Arbeit
(Beiträge zur Kenntniss der Naturgesch. und Sy-
st e7natik der FlageUaten. Schrift Neuruss. Ges. Odessa
T.ll. lTfi.p.211—245) hat Ref. nicht gesehen.
E. M. Crooksliauk hat Gelegenheit gehabt, den von Evans
entdeckten Blutparasiten, der wahrscheinlich die in Indien als Surra
bekannte Krankheit bei Pferden, Maulthieren und Kameelen ver-
anlasst, genauer zu untersuchen und erkennt in ihm ein flagellates
Infusor von d. Gatt. Trichomonas. "Weiterhin gelang es ihm festzu-
stellen, dass dieser Surra -Parasit vollkommen identisch ist mit dem
von Lewis (cf. J. =B. 1884/85 p. 319) im ßlut indischer Ratten ent-
deckten Parasiten Herpetomonas Lewisi Kent, der nach Verf. übrigens
auch bei europäischen Ratten vorkommt. Morphologisch identisch mit
diesen beiden Formen scheinen ferner zu sein Haematomonas cobitis
Mitrophanow u. Haem. carassii Mitrophanow. Alle 4 Formen sind
nach Verf. als Trichomonas sanguinis zusammen zu fassen, welche er
als Untergattung mit folgenden Species aufführt: Trichomonas cobitis
(Haematomonas cobitis Mitrophanow, Schlarampeitzger), Trich. carassii
(Haematomonas carassii Mitrophanow, Karpfen), Trich. Lewisi (Herpe-
Arch. f. Naturgesch. 23. Jahrg. II. Bd. 3. H. 2
386 Dl*. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
tomonas Lewisi Kent, Ratte, Hamster) u. Trich. Evansi (Spirochaeta
Evansi Steel, Pferd, Mauesel, Kameel) (Flagellated protozoa in
the blood of diseased and apparently healty animals. cf.
d. B. pag. 371.
F. Bloclimanii liefert eine ausführliche Beschreibung
von Haematococcus Bütschlii n. sp., welche er in einem
Bassin des Schlossgartens zu Schwetzingen fand. Das
Thier ist in beweglichem Zustand, wie alle Haematococcen
mit einer harten weit abstehenden Hülle (Cellulose?)
versehen, welcher am Vorderende 2 zarte Röhrchen
aufgesetzt sind, durch welche die Geissein gestreckt
werden. Der Protoplasmaleib läuft in zahlreiche Pseu-
dopodien aus, die zur Hülle sich erstrecken. Das Plasma
erscheint gleichmässig grün gefärbt, ohne dass sich ein
Chromatophor hätte nachweisen lassen. An Einschlüssen
im Plasma finden sich mehr oder weniger feine dunkel
erscheinende Körnchen unbekannter Natur, 2 — 3 kleine
contractile Vacuolen, ein Stigma aus Haematochrom be-
stehend, 2 regelmässig gelegene Pyrenoide und zwischen
ihnen ein Kern, ferner in der Umgebung der Pyrenoide
Stärke in Stäbchenform. Die vegetative Vermehrung
geht unter Theilung des Kerns und Vermehrung der
Pyrenoide durch 4 -Theilung im beweglichen Zustand
vor sich. Für den vorderen Theilsprössling tritt hierbei
eine völlige Umkehrung der Körperpole und der Be-
wegungsrichtung ein. Zuweilen kommt es in Folge un-
vollkommener Theilung zur Bildung von Doppelindividuen.
Bei der Mikrogonidienbildung werden die Pyrenoide
nicht vermehrt sondern schwinden allmählich. Es kommt
zur Bildung von 32 und auch wohl 64 Theilsprösslingen,
die sich in der Mutterhülle in Form einer hohlen Blase
mit centripetalwärts gerichteten Geissein anordnen. In-
dem die Mutterhülle allmählich ihre Bewegung einstellt,
kommt es durch zunehmende Eigenbewegung der Mikro-
gonidien zur Trennung und schliesslich zum Ausschwärmen
der letzteren. In diesem Moment beginnt die Copulation,
welche genau in ihren Phasen verfolgt werden konnte
und unter Verschmelzung der Kerne vor sich geht. Die
anfangs grüne Zygote verwandelt sich unter ansehnlichem
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 387
Wachstlium und Röthung' ihres Inhalts in eine Cyste.
(Ueher eine neue Haematococcusart. Habilitations-
schrift, p. 1—22, 2 Tfln. Heidelberg. 1886.
Die Referate über B. Dauilewsky, Zur Parasi-
tologie des Blutes und Materiaur pour servir d la
parasitol ogie du sang finden sich im Cap. Parasiten
p. 369—370.
C. Parona entdeckte im Darm von Ciona intestinalis einen
neuen zur Fam. der Trimastigidae gehörenden Flagellaten Elvirea
cionae n. g. n. sp. Körper oval, vorn u. hinten abgerundet. 3 am
Vordereude inserirte Geissein, von denen die mittlere die kürzeste.
Diese, nach vorne gerichtet und schwingend, die beiden andern nach-
geschleppt und spiralig gewunden. Kern mit Kernkörperchen in der
vorderen Körperhälfte gelegen. {Protisti parassiti nella Ciona
intest, etc. Atti Soc. Ital. Se. Nat. Vol. 29. 1886. llpgg. 1 Tav.)
A. C. Stockes beschreibt die Nahrungsaufnahme von Petalomonas
carinata. Die Geissei erhebt sich aus dem Grunde der Mundöffnung.
Sobald das Thier in die Nähe der Nahrungsmasse (Bacillen und Spi-
rillen) kommt, verhält es sich vollkommen ruhig mit Ausnahme der
Geisseispitze. Die Bacterien, durch ihre Eigenbewegung oder die
der Geisseispitze, gerathen gegen den bewegungslosen Theil der
Geissei u. gleiten an dieser herunter in die Mundöffnung. Doch
können sie wieder entkommen, was sich häufig u. wiederholt er-
eignet, wenn sie nicht mit der schrägen hinteren Wand der Mund-
grube in Berührung kommen. Nur dann werden sie in das Proto-
plasma eingeschlossen, (Food hahit of Petalomonas. Science
Gossip. 1886. p. 273—74, Extr. i. Journ. B. Micr. Soc 1887. I p. 101.)
Ders. beschreibt aus Infusionen Atractonema tortuosa n. sp. und
'Notosolerma sinuatus n. sp). (Sur quelques infusoires nouveaux,
Journ. Mici'ogr. T. 10. 1886. p. 286—291 m. Tfl.) Ders. zieht Lagun-
cula piscatoris Fischer unter gleichem Species - Namen zur Gattung
Trachelomonas. (Peridinium and other infusoria. Journ. Trenton Nat.
Hist. Soc. 1886. p. 18—22 n. Ref. i. Journ. Boy. Micr. Soc. (2) Vol. 6
1886. p. 261 — 262.) Ders. beschreibt ferner Physomonas elongata n.
sp., Tetramitus variahilis n. sp., Chrysopyxiä triangularis n. sp., macro-
trachela n. sp. , ampullacea n. sp., Prorodon limnetis n. sp. (Notices
of new fresh-ivater Infusoria V. Amer. Monthl. Micr. Journ.
Vol.7. 1886. p.81—86m.Fig., n.Ref. i. Journ. Boy. Micr. Soc. (2) Vol. 6.
10. 633—634.) Ders. beschreibt folgende neuen Flagellaten aus amerikan.
Süsswässern : Heteromita variabilis n. sp., Paramonas alata n. sp., Closto-
nema n. gen. (Nackt, freischwimmend, spindelförm. od. länglich von
unveränderlicher Gestalt ; 2 verschieden lange Geissein nahe dem Vorder-
ende entspringend, von denen die längere nach vorn, die kürzere
gewöhnlich unter der untern Körperseite getragen wird, beide vibratil ;
Z*
388 Dr- Ll^dwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Pharynx vorbanden, wahrscbeinl. mit der contractilen Blase communi-
cirend) mit socialis n. sp.\ Cyclanura n. gen. (Freiscbwimmend,
Gestalt unveränderlich, abgeplattet, das Hinterende gleichmässig ab-
gerundet und nie mit caudaler Verlängerung ; sonst wie Phacus) mit
orUculata n. sp.; Chrysopyxis urceolata n. sp., Chr. dispar n. sp.
Urotricha platystoma n. sp. {Some new Infusoria from Am er.
Fresh Waters. Ann. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 17. 1886. p. 98-112
m. Tfl.) Ders. beschreibt aus dem Süsswasser: Tren tonia flagellata n. g.
n. sp. (2 Geissein, von denen eine nachgeschleppt wird; Vorderende
2 lippig); Cyclonexis annularis n.g.n.sp. (Unterscheidet sich von
Uvella durch die laterale Anheftung der Einzelthiere , durch die
mehr ringförmige Form der Kolonie sowie durch die verschiedene
Länge der beiden Geissein); Acinetactis mirdbilis n. g. n. sp. (von
Actinomonas durch das Vorhandensein von 2 Geissein und geknöpften
Pseudopodien unterschieden. Als neue Species werden aufgeführt
Mastigaraoeba longißum, Anisonema |)Ms/Z?a, Cryptoglena truncata.
(New fresh-ioater infusoria. Proc. Am. Phil. Soc. 1886. p. 562
bis 568 1 Tfl. Extr. in Journ. E. Micr. Soc. 1887 I. p. 417-418.)
D. S. Kellicot beschreibt als neu Trachelomonas forta n. sp.
(Proc. Amer. Micr. Soc. 8. Ann. Meet. 1885 n. Ref. i. Journ. B. Micr.
Soc. (2) Vol. 6. 1886. p. 634—635.)
2. Choanofiagellata.
A. C. Stokes beschreibt 3 neue Choanoflagellaten: Monosiga
limmoUa n. sp, Salpingoeca eurystoma n.sp., Desmarella irregularis
n. sp. Letztere Form zeichnet sich von sämmtlichen übrigen Choano-
flagellaten dadurch aus, dass die Nahrung am äusseren Grunde
des Kragens eingeführt wird. (New members of the infusorial
Order Choano - Flagellata IV. m. Fig., Am. Monthl. Micr. Journ.
Vol. 7. 1886. p. 227—229, Extr. in Journ. B. Micr. Soc. 1887. I.
pg. 253).
3. Dinofiagellata.
R. S. Bergli liefert eine Untersuchung lieber den
llieilungsvorgang hei den Dinoflagellaten, wobei ihm
Ceratium tripos der Ostsee als Objekt diente. Die Theilung
des Kernes wurde nicht direkt beobachtet, doch fand er
zahlreiche ausgebildete Individuen mit 2 Kernen, die dann
so gelegen sind, dass ihre langen Axen parallel zu ein-
ander und zur Theilungsebene verlaufen. Letztere liegt
schräg und verläuft von vorn und rechts nach hinten und
links und theilt die Querfurche in eine rechte und linke
Hälfte. Die Tafeln der Membran vertheilen sich in der
bereits von Bütschli vermutheten Weise auf die Tochter-
individuen. Die Mundplatte wird vermuthlich bei der
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 389
Theilung in 2 ungleiche Hälften zerlegt. lieber die Geissei-
verhältnisse bei der Theilung wurde nichts mit Sicherheit
ermittelt. Die Kettenbildungen sind wahrscheinlich durch
einfache oder wiederholte Theilung entstanden. Während
bei den übrigen Peridinien die Theilung gewöhnlich nicht
im beweglichen Zustande vor sich geht, scheint letzteres
dagegen bei den Dinophysiden der Fall zu sein. Aus Be-
funden an Dinophysis acuta, deren Handhabe ebenfalls
beschrieben wird, schliesst er, dass hier Längstheilung
stattfindet mit nachfolgender Neubildung der einen Schalen-
hälfte und der ihr angehörigen Abschnitte der Querfurchen-
leisten und der Handhabe. Zum Schluss giebt Verf. noch
die Uebersetzung einer bisher übersehenen Stelle einer
bereits 1881 publicirten dänisch geschriebenen Arbeit, aus
der hervorgeht, dass ausser den von Ehrenberg als leuch-
tend angegebenen Peridinien noch leuchten : Protoperidinium
pellucidum und Peridinium divergens. Die Süsswasser-
formen scheinen dagegen nicht mit der Fähigkeit des
Leuchtens begabt zu sein. (ZooL Jahrbuch, Spengel IL Bd.
f. 73 — 86 m. 1 TU.)
E. V. Daday hat G-elegenheit gehabt, Stein's G-attung Cenchri-
diiim genauer zu untersuchen, die früher zu den Foraminiferen, von
Stein aber zu den Cilioflagellata und zwar zu den Prorocentrinen
gestellt wurde. Verf. kommt nun zu dem Resultat, dass Stein im
Unrecht war und Cenchridium in der That eine Foraminifere ist
und zwar unter die Gattungsdiagnose von Lagena passt. Gattung
Lagena Walcker und Jacobs (Syn. Cenchridium Ehrbg., Entosolenia
Will,, Cenchridium Stein.) Arten : Lagena globulosa Will., L. sphae-
jula Ehrbg., L. rugulosa Stein, L. tridactyla Stein. Die im Plasma
sich findenden braungelben Algen sind keine aufgenommenen Nah_
rungspartikel, sondern identisch mit Zooxanthellen. {Einiges über
F. V. Stein's Cilioflagellatengattung Cenchridium. Zool.
Anz. 9. Bd. 1886, p. 15—19.)
A. Gruber macht darauf aufmerksam, dass er bereits 1884 in
seinen Protozoen des Hafens von Genua auf den Irrthum Stein's be-
treffs der Stellung der Gattungen Entosolenia und Cenchridium auf
merksam gemacht und ausgesprochen habe, dass sie keine Dinoflagel-
lata, sondern Rhizopoden und zur Gattung Lagena zu stellen seien.
(üeber Stein's Cilioflagellatengattung Cenchridium. Zool.
Anz. 9. Bd. 1886. p. 200)
390 Dr- Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
A. C. Stockes bestätigt die Entdeckung von Klebs
betreffs des Vorhandenseins einer Fnrchengeissel bei
Peridinium und vermuthet ein gleiches Verhalten für
Ceratium. {Peridinium and otlier infusoria. Journ.
Trenton Nat Eist. Soc. 1886. p. 18 — 22 n. Ref. i. Jouim.
Roy. Micr. Soc. (2) Vol. 6. 1886. p. 261—262).
Die Aufsätze von G. Pouchet Sur Gymnodinium poly-
phemus P. (Compt. Bend. Ac. Sc. T. 103. 1886. p. 801 — 803) und
D^un oeil veritable chez les Protozoaires {C. B. Soe. Biol. (7)
No. 36) behandeln beide den gleichen, bereits im letzten J. B. p. 361
und 362 referirten Gegenstand.
4. Cystoflagellata.
A. A, Julien hält einen Vortrag On a phosphorescent
Flagellate Infusorien, prohahly a new species of Nocti-
luca, from the surfat Ocean Beach, N. J., welche aber weder
genauer beschrieben noch abgebildet wird. (Transact. New- York Ac
Scienc. Vol. 5. No. 1, p. 15 — 17. 1885/86. Abstr. i. Journ. B. Micr.
Soc. (^) Vol. 6. P. 3. p. 460 — 4:62.)
VI. Infusoria.
1. Ciliata.
A. Harker hat die Gallerte von Ophridium versatile
einer Untersuchung unterworfen. Sie ist nicht solide,
sondern stellt eine unregelmässige Hohlkugel dar, deren
Lumen gewöhnlich eine riesige Gasblase enthält. Frisch
untersucht enthält ihre Substanz eine grosse Zahl von
unverrästelten Fäden, die wahrscheinlich einer Fadenalge
(Oscillariaceae?) angehört. Die Cellulosereaction der
Substanz d. Gallerte ergiebt kein befriedigendes Resultat
(cf. Halliburton J.-B. 1884/85 p. 365) weshalb er die
Frage nach ihrer Beschaffenheit offen lässt. Der Farb-
stoff des Thieres selbst besteht aus Chlorophyll mit ge-
ringen Mengen von Xanthophyll {Zoocytium or ge-
latinous matter of Ophridium versatile. Rep. 55 th.
Meeting (1885) Brit. Assoc. Adv. Sei., 1886. p. 1074—1075
n. Ref. i. Journ. Roy. Micr. Soc. (2) Vol. 6. p. 1003—1004.)
in der Natui'geschichte der Protozoen im Jahre 1886. 391
Gruber giebt zunächst in einer vorläufigen Mit-
theilung* (Ueher die Bedeutung der Conjugation het
Infusorien in Ber. Natur f. Ges. Freibm^g i/B. Bd. II.
p. 31 — 33. 1886.) und sodann in einer ausführlichen
Arbeit (Der Conjugationsprozess hei Paramaecium
aurelia ihid. p. 43 — 60 m. Taf. 1 u. 2. 1886.) eine Schil-
derung des Conjugationsprozesses bei Paramaecium au-
relia. Neu und wesentlich ist in derselben, dass die
Nebenkerne d^r beiden Individuen in innige Berührung
treten, so dass sie gegenseitig petschaftartig abgeplattet
erscheinen und ein Substanzaustausch wohl anzunehmen
ist. Eine wirkliche Verschmelzung beider findet jedoch
nicht statt, vielmehr rücken sie bald wieder auseinander.
Nichts destoweniger nimmt Verfasser keinen Anstand,
den Conjugationsprozess bei Paramaecium mit dem Be-
fruchtungsvorgang der Metazoen direct in Zusammenhang
zu bringen und nicht mit Plate, „sie als eine Art Vor-
stufe anzusehen, welche eventuell zu Sexualität geführt
haben kann." Der Grosskern des Infusoriums soll vor-
wiegend der Träger des histogenen Plasmas (Weismann)
sein, der Nebenkern nur Keimplasma enthalten.
In L. Plate's ü nt er suchung en einiger • an den
Kiemenhlättem des Gammarus pulex lebender Ecto-
parasiten (Zeitschr. Zool. Bd. 43. p. 173—241 m. 2 Tfln.)
werden von Cileaten Spiro chona gemmipara St. und
Lagenophrys am pulla St. berücksichtigt. Bei ersterer
besteht die Conjugation im Wesentlichen darin, dass
zwei nebeneinander sitzende Thiere mit ihren Kopftheilen
verschmelzen und das eine allmählich von dem andern
völlig resorbirt wird, während die ^2 Kerne u. die 6 Neben-
kerne beider Paarlinge zu einem Hauptnucleus und
6 Nebennuclei verschmelzen. Bei Lagenophrys wird
Knospung und Längstheilung als einzige Vermehrungs-
arten beschrieben. In Bezug auf Letztere ist zu bemer-
ken, dass, nachdem beide Theilspröslinge sich bereits
getrennt haben, sich noch ganz eigenthümliche Umgestal-
tungen am Kern vollziehen. Die allgemeinen Schluss-
folgerungen über das Wesen der Conjugation und die
392 Dl*. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Bedeutung der Nebenkerne bei den Ciliaten sind in
Kürze nicht zu referiren.
Der gleiche Gegenstand wird von demselben Verf.
auch in einem Vortrage Ueher die Conjugation der
Infusorien behandelt. Als neu sind aus demselben
Angaben über die Conjugation von Paramaecium aurelia
hervorzuheben. Uebereinstimmend mit Grub er wird
auch hier angegeben, dass keine Nebenkernspindel in
das Nachbarthier übertritt, sondern nur ein Diifusions-
vorgang zwischen ihnen durch die völlig intakten Cuti-
culae hindurch vor sich zu gehen scheint. Die bekann-
ten Conjugationsfälle werden in 2 Gruppen getheilt, je
nachdem es zu einer dauernden (Vorticellinen) oder nur
vorübergehenden Verschmelzung beider Paarlinge kommt.
(Sitz. Ber. Ges. f. Morph, u. Phys. München. 1886. p. 35—37.)
Zu anderen Ergebnissen hinsichtlich der Conjugation
bei Infusorien gelangte E. Maupas. Vollständige Beob-
achtungsreihen liegen ihm vor von Colpidium colpoda,
Paramaecium aurelia und Euplotes patella var. eurystomus.
Er bezeichnet als Hauptresultat seiner Untersuchungen
den strengen Nachweis von einem Austausch der Neben-
kerne zwischen den conjugirten Individuen und der Ent-
stehung des definitiven Haupt- und Nebenkerns nach
Aufhebung der Conjugation aus den Theilproducten des
eingetauschten Nebenkerns. Die Details werden an einem
Schema erläutert. Der Schwund des primären Haupt-
kernes der conjugirten Individuen durch Zerfall und
Resorption wurde beobachtet bei Paramaecium aurelia,
P. caudatum, Colpidium colpoda, Stylonychia pustulata,
Vorticella microstoma, V. nebulifera, Cryptochilum nigri-
cans, Coleps hirtus, Dexiotricha plagia und Cyclidium
glaucoma. Bei Euplotes patella erhält sich zuweilen ein
Bruchstück desselben, welches dann mit dem neuen Kern
verschmilzt, in anderen Fällen aber schwindet er auch
hier ganz. Bei Paramaecium erhält sich dagegen der
alte Kern vollständig und verschmilzt dann mit dem
neuen vor Eintritt der ersten Zweitheilung. (Sur la
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 393
conjugaison des infus oir es dies. Compt. Rend. Äc. Sc.
Tom. 102. 1886. p. 1569—1572.)
Auch bei Paramaecium caudatum hat derselbe neuer-
dings den wechselseitigen Austausch eines der Neben-
kerne beobachtet. Derselbe verschmilzt mit einem andern
Nebenkern des zweiten Individuums zu einem Neben-
kern gemischten Ursprungs, von dem sich die neuen
Kerne und Nebenkerne herleiten. Dasselbe ist auch bei
P. aurelia. der Fall. In Betreff der Details, die ebenfalls
an einem Schema erläutert werden, verhalten sich beide
Arten etwas verschieden. Verf. glaubt hiermit endlich
die wahre Bedeutung von Kern und Nebenkern der In-
fusorien gefunden zu haben. Nur ihnen und den Acineten
kommen verschiedene Kernelemente zu, welcher Dualismus
einer Arbeitstheilung entspricht. Dem Nebenkern allein
kommt die Geschlechtsfunktion zu und stellt einen herma-
phroditischen Geschlechtsapparat dar. Im Ruhezustand
klein, wächst er zur Zeit der Geschlechtsreife zu an-
sehnlichen Dimensionen heran, stösst Theile als Richtungs-
körperchen ab und scheidet sich in ein befruchtendes
und ein zu befruchtendes Element. Erstere werden bei
der Conjugation ausgetauscht und verschmelzen mit dem
zu befruchtenden Element des andern Individuums zu
einem gemischten Kern ähnlich dem des befruchteten
Eies. (Su7' la conjugaison des Paramecies. Compt.
Rend. Äc. Sc. Tom. 103. 1886. p. 482—484).
Ders. liefert ferner eine ausführliche Beschreibung
von Coleps hirtus. Der Panzer lässt 4 quergelagerte
Segmente erkennen, deren jedes aus 15 völlig isolirten
Stücken besteht. Am hintern Körperpol findet sich noch
eine Gruppe von 6 Platten, von denen 5 dreieckig,
1 oblong ist. Ueber die Natur der Schalensubstanz blieb
er sich im Unklaren. Es sind zweierlei Cilien vorhanden,
1. locomotorische in der Zahl von höchstens 200, die in
Längsreihen angeordnet sind und durch besondere
Oeffnungen der Panzerplatten hervorgestreckt werden
und 2. 14 kurze und dicke Mundcilien. Die weite etwas
asymetrisch gelegene Mundöffnung führt in einen langen
394 Dl"- Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
membranösen Schlund; die contractile Vacuolc und der
After sind am hintern Körperpol gelegen. Der Kern ist
eine verschieden gelegene planconvexe Scheibe und be-
steht aus fein granulirter Markmasse und einer membran-
artigen Rindenschicht. Das sehr kleine u. nicht tinktions-
fähige Kernkörperchen ist der Markmasse des Kernes
eingelagert und wird von der Oberflächenschicht des
Kerns umhüllt. Die Colepiden bilden einen besonderen,
den Enchelyden verwandte Familie und werden haupt-
sächlich durch den complicirten Bau des Panzers charak-
terisirt. Von Vermehrungsarten ist allein die Quertheilung
bekannt, bei der auch die Schale halbirt wird, so dass
die Sprösslinge den hinteren resp. vorderen Theil der
Schale neubilden müssen. (Sur Ic Coleps Mrtus (Ehrhg.)
Arch. Zool. Expir. Gener. (3) Tom. 3. 1885 p. 337—367
m. 1 Tfl.).
E. (j. Maupas schildert ferner einen eigenthümlichen
Theilungsvorgang bei Leucophrys patula, der beiNahrungs-
mangel eintritt und sich dadurch von der gewöhnlichen
unterscheidet, dass vor der Theilung das Thier sich zur
Kugel einrollt, der Schlundapparat verschwindet und der
Mund nur noch durch eine seichte Furche angedeutet
wird. Darauf tritt Quertheilung ein, die sich so rasch
wiederholt dass innerhalb weniger Stunden aus 1 Indi-
viduum 64 kleine Zwergindividuen entstanden. Diese
waren von cylindrischer Glestalt, ohne deutlichen Mund
und ausserordentlich beweglich. Nachdem dieses Stadium
einige Tage angedauert hat, werden sie unbeweglich,
nehmen die gewöhnliche Organisation an und verwandeln
sich unter Nahrungsaufnahme wieder in die gewöhnlichen
Individuen. Verf. sieht in diesen Zwergindividuen ein
Mittel zur Erhaltung der Spezies zur Zeit des Mangels.
(Sur la muliiplication de Leucophrys patula Ehr.
Compt. Rend. Ac. Sc. Tom, 103. 1886. p. 1270—1273).
Nach K. Moebius besteht das Wimperorgan der
Heterotrichen und Hypotrichen nicht aus Membranellen,
sondern aus Wimperkämmchen (Pectinellen), die aus
sehr vielen Wimpern zusammengesetzt sind, deren zu-
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 395
sammenstosseude Basen die Querleisten bilden. — Die
Fortpflanzung- von Freia ampulla geschieht durch un-
gleichhälftige Längstheilung, (Ueher den Bau der
adoralen Wimper organe lieterotr icher und hypo-
tricher Infusorien der Kieler Bucht und über die
Fortpflanzt/ ?ig von Freia amjJuUa. Tageblatt 59. Ver-
samml. deutsch. Naturf. p. 108 u. Biol. Centralbl. 6. Bd.
p. 539—540).
A. Oruber's Beiträge zur Kenntniss der Phy-
siologie und Biologie der Protozoen (Ber. Naturf.
Ges. Freiburg L Bd. 24 pgg. m. Tfi.) sind, so weit sie
Stentor betreffen, im Wesentlichen eine Ausführung
seiner früheren Mittheilungen (cf. J. Ber. 1884/85) über
künstliche Theilbarkeit und Regeneration bei Protozoen.
Doch wurden neuerdings auch mit Clymacostomum, Pa-
ramaecium und Amöben ähnliche Versuche mit gleichen
Resultaten angestellt. Neu sind ebenfalls Beobachtungen
über spontane Theilung bei Infusorien. Für Stentor,
Clymacostomum, Stylonychia und Paramäcium wurde
constatirt, dass die Töchter eines Stamminfusors sich
nahezu gleichzeitig vermehren. Bei Stentor fanden die
Theilungen allermeist in 2 tägigen Intervallen statt. Das
Fehlen oder Vorhandensein von Nährmaterial war bei
den Versuchen ohne Einfluss auf das Tempo der
Theilung. Verl, glaubt 2 Arten von spontaner Theilung
unterscheiden zu müssen, eine, welche eintritt, wenn
das Individuum durch Wachsthum eine gewisse nicht
überschreitbare Grösse erreicht hat (Wachsthum über
das Maass hinaus) und eine zweite, die rasch und in
bestimmter Zeitintervallen ohne zwischenliegendes Wachs-
thum erfolgt, die also mit stetiger Körperabnahme bis
zu einem bestimmten kleinsten Maass verbunden ist.
Letztere Vermehrungsart tritt unter ungünstigen Existenz-
bedingungen ein und würde Conjugation nach sich ziehen.
Bezüglich der nervösen Leistungen des Infusorienkörpers
kommt er auf Grund seiner Theilungsversuche zu dem
bereits früher mitgetheilten Resultat, dass dieselbe nicht
an bestimmte Bahnen gebunden sind, dass vielmehr die
396 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
nervöse Potenz der Zelle eine diffuse ist. Ders. fügt
in seinen Kl. Mitth. Protoz. Stud. (Ber. Naturf. Ges.
Freihurg i. B. Bd. 2. 14 2)gg. m. Taf. 1886) seinen bis-
herigen Versuchen an Stentor noch ein weiteres Experi-
ment hinzu, welches zum Beweise des Schlusssatzes des
vorigen Referats dienen kann.
Auch M. Nussbaum lässt seiner bereits referirten
vorläufigen Mittheilung (cf. Ber. 1884/85 p. 369). Die aus-
führliche Arbeit folgen, aus der ich nur noch die drei
Schlusssätze nachzutragen habe, in welche er seine Re-
sultate zusammenfasst : 1. Kern nnd Protoplasma sind
nur vereint lebensfähig: beide sterben isolirt nach kürzerer
oder längerer Zeit ab. 2. Zur Erhaltung der formge-
staltenden Energie einer Zelle ist der Kern unentbehr-
lich. 3. Jede von der Zelle entfaltete Energie ist an
ein theilbares Substrat geknüpft. (Ueber die Tlieil-
ha7'heit der lebendtge^i Materie I. Die spontane und
künstliche Theilung der Injusorien. Archiv f. mikr.
Anatom. Bd. 26. 1886. f. 485—530 m. 4 Tfin.)
Auf die Kritik, in der Bütschli (cf. J. B. 1884/85)
vor den Resultaten von A. Brass warnt, antwortet
Letzterer in einer kl. Schrift, in der er zu zeigen ver-
sucht, dass Bütschli sich zum grössten Theil auf „un-
richtige und willkürlich geänderte Citate" stützt. Die
Mangelhaftigkeit seiner Abbildungen wird dadurch er-
klärt, dass er selbst genöthigt war dieselben in Stein zu
graviren. (Bemerk, zu meinen Angaben über die Or-
ganisation der Infusorien. Antwort auf 0.
Bütschli's Bemerkungen etc. Marburg 1886. Nicht im
Buchhandel erschienen).
0. Bütschli leitet in seinem Versuch einer morphol.
Vergleichung der Vorticellinen m^it verwandten
Ciliaten (Morph. Jahrb. Bd. 11. p. 553—566 m. Figg.)
die Vorticellinen (Vorticellina , Ophrydina, Urceolarina)
unter Vermittlung von licnophora- ähnlichen Formen von
niederen Hypotrichen ab. Die scheinbare Verschieden-
heit, welche man bisher in dem Verlauf der Spirale der
Vorticellinen und der übrigen Ciliaten zu finden glaubte,
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 397
beruht nur auf falscher morphologischer Orientirung, in-
dem man die Spirale der ersteren stets in der Ansicht
vom Rücken betrachtete, somit also die Rückenseite als
die Peristomfläche beanspruchte. Es ist jedoch der von
der Spirale umzogene Theil, das sogen. Wimperorgan der
Vorticellinen, als die Rückenseite, der gesammte übrige
Körper als aus der Bauchseite entstanden, die Ur-
sprungsstelle des Stiels aber als der Mittelpunkt der
Bauchfläche anzusehen.
A. Schuberg giebt eine sehr werthvolle Schilderung
vom feineren Bau der Bursaria truncatella. Der „die
Grenze der Peristomhöhle nach rechts bestimmende
Längskanal" Stein' s ist eine Mundspalte, welche stets
an der tiefsten Stelle des Peristoms gelegen ist und sich
so ziemlich, doch nicht ganz mit der ,,Peristomrinne*'
Brau er 's deckt. Entgegen Brauer hält er die Existenz
contractiler Vacuolen auf Grund der vorhandenen Litte-
raturangaben für wahrscheinlich. Das Ectoplasma zeigt
eine radiäre Strichelung, die entweder auf Waben oder
auf einzelne Fäden zurückzuführen ist, sicher aber nichts
mit einer Trichocystenschicht (Brauer) zu thun hat. Auch
trägt dasPeristom keine Wimpern, sondern Membranellen ^
durch deren Ansatzstellen auch die Querstreifung des
Peristoms bedingt wird. Die bandartigen Bildungen, welche
der ventralen und der dorsalen Wandung des Peristoms
eingelagert sind, werden als „Peristomband" und „Quer-
band" bezeichnet und sind morphologisch betrachtet nichts
als besonders verdichtete und eingesenkte Ectoplasma-
partien von unbekannter Funktion. Vielleicht sind sie
„eine Art elastischer oder contractiler Stütze des Peristom-
randes". (Ueber den Bau vo7i Bursaria etc. Morph.
Jahrb. Bd. XI p. 333—365 m. 2 Tfln.)
A. Sclineider beschreibt anatomischen Bau und
Fortpflanzung von Anoplophrya circulans Balb., von
der er drei Haupt-Formtypen (type fuso'ide, ovoide
regulier et conoide) unterscheidet. Sehr variabel ist die
Grösse, die jedoch in keiner Beziehung zur Jahreszeit
steht und ebenso schwankt die Zahl der Cilienreihen.
398 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Die Granulationen im Plasma sind nicht, wie bei Opalina
scheibenförmig-, sondern kuglig, auch beginnen sie un-
mittelbar unter der Cuticula, so dass ein Ektosark nicht
unterschieden werden kann. Ausser diesen Kügelchen
finden sich als weitere Einlagerungen kleine Fettkörper,
sowie contractile Vacuolen, von denen die grossen Exem-
plare mehrere, die kleineren eine besitzen. Ausserdem
kommen nicht contractile Vacuolen vor. Neben dem
Kern findet sich ein Nebenkern, der von Balbiani über-
sehen wurde. Der Schilderung der Theilungs- und Ver-
jüngungsvorgänge geht eine Darlegung der von den ver-
schiedenen Autoren hierüber aufgestellten Ansichten vor-
aus. Der Kern, cylindrisch in den grossen, oval in den
mittleren und kuglig in den kleineren Individuen zeigt
zu verschiedenen Zeiten verschiedene Struktur. Die
Kernsubstanz ordnet sich in Form von Chromatinkugeln
an, die bei bevorstehender Theilung sich theilen und dabei
kleiner und zahlreicher werden. Kerne, in denen die
sehr kleinen Chromatinkügelchen zu Fäden angeordnet
sind, bilden den Uebergang zu solchen mit fibrillärer
Struktur. Gleichzeitig mit diesen Vorgängen hat sich
die chromatophile Substanz stark vermehrt. Neben der
Theilung des Kerns selbst findet auch eine Theilung des
Nebenkerns statt. Auf zahlreich wiederholte Theilung
der Individuen tritt Zygose ein, welche immer nur zwi-
schen Individuen gleicher Grösse, und zwar zwischen den
kleinsten stattfindet. Die conischen Gameten legen sich
mit dem spitzen Pol an einander und es kommt auf
einer grösseren Strecke zu einer wirklichen Verschmel-
zung, so dass ein Austausch von Protoplasma stattfinden
kann. Die Nebenkerne theilen sich hierbei in 4 und
ordnen sich in der Nähe der Plasmabrücke an, so
dass die Frage entsteht, ob ein Austausch derselben
stattfindet oder nicht? Der Kern nimmt beim Beginn
der Zygose die Form einer Mondsichel an, deren Spitze
der anderen Gamete zugewandt ist. Die Sichel wächst
zu einem Cylinder aus, der zur Hälfte in das Plasma
des anderen Individuums hineinreicht. Jeder Kerncylin-
in der Naturgeschichte dei- Protozoen im Jahre 1886. 399
der theilt sich, sodass nimmelir jedes Individuum zwei
Kernbälfteu enthält. Es findet somit auch ein Austausch
von Kernsubstanz statt. Die Kernhälften runden sich
ab und geben durch ihre Verschmelzung* dem jungen
Kern die Entstehung. Anoplophrya circulans, Tabl.
Zoolog. Bd. I. 1886. p. 30—80 m. 6 Taf.)
Ders. bringt einige fragmentarische Bemerkungen
über die Kernverhältnisse bei Nyctotherus cordifor-
mis Stein. Der Nebenkern ist vom Kern durch einen
Zwischenraum getrennt, der Kern wird bei der Thei-
lung nicht fibrillär. Bei der Conjugation zerfällt der
alte Kern, es entsteht ein neuer, dessen Chromatinfüllung
anfangs in Form eines geknäuelten Chromatinbandes an-
geordnet ist. (Fragments sur les infusoires. IL Sur
Nyctotherus cordiformis Stein. Tabl. Zoolog. I. Bd.
1886. p. 84—87 m. 2 Tfln.)
Nach M. Z. Fiszer entbehren die contractilen Vacuolen
in Uebereinstimmung mit der herrschenden Ansicht be-
sonderer Wendungen und stehen mit dem umgebenden
Wasser in Communication, wie an Aspidisca besonders
constatirt werden konnte. Sie dienen besonders der Ent-
fernung des 0- armen Wassers. Das durch den Mund
eintretende Wasser vertheilt sich im Protoplasma, giebt
seinen 0 ab und wird dann in Kanälen gesammelt,
welche es den contractilen Vacuolen zuführen. Nachdem
diese sich gefüllt haben, wird der Inhalt durch Contrac-
tilen des Protoplasmas ausgestossen. (Badania nad
tetniozym zhiornikiem wymoczhow [Forschungen über
die pulsirende Vacuole der Infusorien] Wszcechswiat War-
saw. T. 4. 1885. p. 691—694, 724—732 n. Ref. i. Journ.
Roy. Miscr. Soc. (2) Vol. 6. 1886.'^ p. 463—464.)
J. Spencer beschreibt bei Zoothamnium arbuscula
die Trennung der reproductiven Zooiden von der Kolonie.
Rings um die Basis eines sphärischen Individuums er-
scheint ein protoplasmatisches undulirendes Band, das in
einen Cilienring zerfällt und, während die Körperform
biconisch wird, allmählich eine äquatoriale Lage ein-
nimmt. Hierauf erfolgt die Loslösung. (Zoothajunium
400 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
arbuscula, Journ. Queck. Micr. Club. Vol. III. 1886.
p, 5_7^ Extr. in Journ. R. Micr. Soc. 1887 I. p. 253.
M, E. Canu fand von Spirochona , die bisher nur in 2 Arten
bekannt war, eine n. sp. crystallina, welche an Limnoria, einem
marinen Isopoden, vorkommt. Abweichend von Entz, hält Verf.
Spirochona für eine von allen andern Ciliaten abweichende Form,
nämlich für einen peritrichen Zustand unter den Hypotrichen mit
gleichartiger Bewimperung. Weiter betrachtet er die Oxytrichinen,
Halterinen und Tintinnoden als hochentwickelte hypotriche Formen
mit bewimpertem Peristom. (Sur le genre Spirochona {Stein).
Bull Scientif. dep. du Nord, 2 Ann. No. 1, p. 21—31 n. Eef. i. Journ.
Boy. Micr. Soc. (2) vol. 6. 1886. p. 460.)
LLndner (Kassel) spricht auf der D. Naturforschervers, über
eine anscheinend unbekannte, jedoch wohl charakterisirte Peritrichen-
Gattung, für die er den Namen As koidien wählt. Es sind stiellose
schlauchförmige Vorticelliden, die er in der Umgebung Kassels in
Abfall wässern, verunreinigten Brunnenwässern, im Coecalinhalt von
Schweinen, sowie in den Dejectionen von Typhuskranken, einmal
sogar im Urin eines solchen Kranken fand. [Tagehl. 59. Veis. deutsch
Naturf. u. Ärzte zu Berlin, p. 372—373, Biol. Centralbl. 6. Bd. 1886 j87,
p. 733-734.)
Die von E. v. Daday im Golf von Neapel neu aufgefundenen
Ciliaten sind: Holophrya maxima n. sp., Lagynus ocellatus n. sp.,
Codonella ptunctata n. sp., C. annulata n. sp., Dictyocystis ovalis n. sp.
(Mitth. Zool. Stat. Neapel Bd. VI. 1886. p. 481—498 m. Tfl.
A. C. Stockes beschreibt folgende Ciliaten aus amerikanischen
Süsswässern: Tillina campyla n. sp., Amphileptus monilatus n. sp.,
Loxophyllum vorax n. sp. Colpidium putrinum n. sp., C. striatum n. sp.,
Diplomastax w. ^en. (freischwimmend, holotrich, länglich-oval, sub-
cylindrisch, hinten in eine mehr oder weniger zurückziehbare schwanz-
artige Verlängerung ausgezogen; Mundöffnung ventral, zwei vibrirende
Membranen einschliessend ; 1 contractile Blase, keine Trichocysten)
mit frontata n. sp., Histiohalantium n. gen. (Freischwimmend,
heterotrich, oval, etwas abgeflacht, Gestalt persistirend, Ventralseite
flach; Borstenhaare an allen Theilen der Oberfläche reichlich ent-
wickelt; Mundgrube nahe dem Centrum der Ventralseite, links von
der Medianlinie, oval, geräumig, die Cilien des linken Randes lang,
dünn und borstig, die Stirnwand trägt einen Cilienbüschel und der
Rand rechts eine undulirende Membran, welche hinten einen frei
beweglichen trichterförmigen Sack trägt, der nach hinten als enger
membranöser röhrenförmiger Durchgang verlängert ist, an dessen
Hinterende die Mundöffnung liegt. Die Mundgrube schliesst vorn
noch ein zweites Bündel langer Cilien ein. Contractile Vacuolen
mehrere; Kern oval, vorne gelegen; mit agile n. sp., Rhabdostyla
pusilla n. sp., Vorticeila Lemnae n. sp., Vaginicola ampulla n. sp.,
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 401
Balanitozoon n. gen. (Thierchen freischwimmend, oval oder birn-
förmig, von persistirender Gestalt, vorderer Abschnitt der cuticularen
Oberfläche mit vibratilen Cilien besetzt, hinterer Abschnitt nackt;
Mundöffnung apical ohne längere adorale Wimpern, Pharynx sicht-
bar; eine einzige terminale Borste vorhanden; Thiere sowohl hüpfend
wie schwimmend) m. agile n.sp., Uroleptus Sphagni n. sp. (Some
new Infusoria etc. Ann. Mag. Not. Hist. (5) vol. 17. 1886. p. 98 bis
112 m. Tfl. Da der im vorigen erwähnte Name Biplomastax bereits
an einen Flagellaten vergeben ist, wird für die neue Ciliatengattung
der Name Diplomestoma gewählt {ihidp. 387 — 388) da aber dieser
Name nicht richtig abgeleitet ist, wird er {iUd p. 534) zurückgezogen
und durch den Namen Dallasia ersetzt. Weiter beschreibt ders.
aus Infusionen Paramaecium trichium n.sp., Cyrtolophosis n. g.
(Thierchen oval, von persistirender G-estalt, ganz bewimpert, adorale
von den übrigen Wimpern verschieden ; Vorderende trägt ein Bündel
langer, am Ende gekrümmter Cilien. Sie bewohnen ein von ihnen
selbst abgeschiedenes schleimiges, körniges Gehäuse, aus dem sie sich
nach Belieben entfernen können. Mundöffnung am hinteren Ende
einer länglichen Furche gelegen, welche im vordem Abschnitt der
ventralen Körperoberfläche verstreicht und deren rechter Rand eine
Reihe adoraler Wimpern trägt.) m. mucicola n. sp., Euplotes carinata
n. sp. Ferner erfährt die bereits 1884 beschriebene Euplotes plu-
mipes n. sp. eine Correction, eine genauere Beschreibung und Ab-
bildung. {Journ. Miüi'ogr. T. 10. 1886. p. 286—292, 323—327 m. Tfl.
Ders. beobachtet bei Spirostomum teres, dass auf die Conjugation
Quertheilung folgt. Bei Stichotricha secunda Perty entdeckt er den
Anus in der Nähe des hintern Körperendes. Die körnige Beschaffen-
heit der gallertigen Scheide wird durch die Excremente des Thieres
erzeugt. Auch bei Chilodon caudatus wird Quertheilung constatirt.
{Peridinium and other infusoria. Journ. Trent. Nat. Hist. Soc.
1886. p. 18— 22 n. Bef. i. Journ. Boy. Micr. Soc. (2) Vol. 6. 1886. p. 261
bts 262.) Weiter beschreibt Ders. Trachelophyllum clavatum n.sp., Peri-
spira strophosoma n. sp. , Lacrymaria teres n. sp. , Leucophrys curai-
lata n.sp., Strombidinopsis acuminata n. sp., Vorticella /Zon(?en5^s n. sp.,
Cothurnia canthocampi n sp. {Notices of new fresh-water in-
fusoria V. Amer. Monthl. Micr. Journ. Vot.7. 1886, p. 81— 86 m. Fig.
n. Ref i. Journ. Boy. Micr. Soc. (2) Vol. 6 p. 633—634.) Derselbe be-
schreibt ferner Opisthostyla annulata n.g. n. sp. (Einzelthiere der
Kolonie gleichen denen von Rhabdostyla but the rigid pedicel curved
near its point of attachment to the submerged object, this part
acting when the zooid is contracted like a spring and throwing
the animalcule and the otherwise inflexible footstalk backward
through the water the whole immediately becoming upright by
the recoil of the cuiTed extremity of the pedicel.) Als neue sp.
werden aufgeführt Pyxidium urceolatum, Rhabdostyla invaginata,
Arch. f. Naturgesch. 53. Jahrg. II. Bd. 3. H. AA
4Q2 •Dr. Ludwig Will: .Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Colpoda dejoressa, Metppi^es acuminata. {New fresh-water in-
fusoria, Proc. Am. Fhü. ßoc. 18.86, p. 563— 568 Extr. in Journ. M.
'Micr. Soc. 1887 I. p. 417—418.) ^i^rsellbe f^iid weiter folgende
neue hypptHche Infiisorien: Ifemicycliostyla n..g. mit spfyq^gni
n. sp. und tricJiota n. sp.; Uro^tyla gigas n. $p., U. cau^ata ,n. sp,;
Holosticha caudata n. s;p., hymenophora n. sp., similis yi. sp.; IJro-
leptus dispar n. sp., longicaudatus n. sp. Eschaneustyla ^. ^.
(yeryvandt mit Urostyla) mit brachytoma n. sp., Platytrichotus
opisthobolus n. g. n. sp. (anscheinend Zwischenform zwischen Hqlo-
sticha und Uroleptus). (Some n,e;w ß;yjootricJio,us fi^f,usori(^.
Proc. Am. Pfiil. Soc. 1886. p.21—3ß, 1 W-^ E^tr. infi \7o,Mm ^i.
']\iic^.Boc.l887f.p.4rl8 — 419:)
Von den von P. Gourret u. P, Kqieser im alten Hafqn zu
Marseille aufgefundenen 45 Ciliatenspe^iies sind neu: 1. Holotxic,|ia;
Paramaecium pyriforme n. sp., Enchelyodon striatf^s n. sp., Metacystis
truncata, var. crassa n. var., Amphileptus Lacazii n. sp., A. massi-
liensis n. sp , Loxophyllum pyriforme n. sp. , Lembadion pvqile p. sp.
JPlagiopyla nasuta, var. marina n. var., Lembus intermedius n. sp.
,2. Heterotricha: keine; 3. Peritricha: YoxiiO'^Wd^ plicata n. sp.,
V. anomala n. sp., Zoothamnium ^Z^cafwm n. sp., Epistylis harbata
n. sp., Cothurnia fusiformis n. sp., 0. striata n. sp.; 4. Hypotricha:
Chilodon complanata n. sp., Aegyria angustata, var. ovalis n. sp., Aeg.
Marioni n. sp., Aeg. fluviatilis var. marina n. var., Aspidisca polystyla,
var. maxima 'n. var., A. Bipartita n. sp., (Cf. Cap Paunistik.) {J^es
Prptozoaires du vieux-port 4^ ^(^^seille, ArcJi. Zool. expef.{2)
T. 4. 1886. p. 443—534 m. 8 Tfln.).
J. Ittilne beschreibt neu Oxytricha tricornis n. sp., u. St^om-
bidinopsis prohoscidifer n. sp. Ferner finden sich Beobachtungen iijber
Qphridium sessile S. Kent u. Amphisia mj^tiseta Sterki. (New
Protozoa', Proc. Phil. Soc. Glasgow, 1886. Bjßp. 1 Tfl., Extr. in Journ.
R Micr. Soc. 1887. I. p. 417).
N. Warpachowsky beschreibt Opalina spiculata n. sp. aus (Jer
Leibeshöhle des Regenwurms. {Eine neue Form von Opalina,
Bull. Acad. Sc. St. Peter shourg T. 30, p. 512 — 514, Mejang. biol. T.12,
p. 595 — 597, Extr. in Ann. Mag. Nat. Hist. Vol. 18, p. 419—20.. 1886.)
1". W. pragin beschreibt aus dem Süsswasser von JCansas Para-
blaste n. gen. (Körper asymmetrisch, mit schiefer, verschmälerter
Basis festsitzend; ovale und cuticulare Cilien gleich, letztere den
ganzen Körper bedeckend; Mund nahezu terminal mit vorragender
Lippe; 2 contract. Vacuolen) mit clavata n. sp , Rhabdostyla naidetes
n. sp., Zoothamnium supernum n. sp. {First Contrib. to a knou)-
ledge of the lower inverterbrata of Kansas, Ißull. Washburn
College Labor atory of Nat History. Vol. 2. No. 8, p. 27—32. 1887.)
Aus den Lagunen Venedig's wird yon Q.. E. Imhof eine wahr-
scheinlich neue Tintinnode Codonella radix n. sp. aufgeführt (cf. Cap.
Faunistik, Meer p. 359) Ders. beschreibt aus dem Mittelmeer bei
in der Katiirgesbliichte der Protozoen im Jahre 1886. 4()3
Brindisi eiie' weitere Tintinööd6 Cytiarb'öylis adriaUea n. sp. (cf. Cap.
Fannistik; Meer p. 359.)
C. Pafona liefert Abbildung und kurze Beschreibung eines
nicht benannten mit Amphileptus, Dileptus und Lacrymaria ver-
wandten holotrichen Infusors, das parasitisch im Darm von Ciona
intestinalis lebt. {Protisti parassiti nellä Cionä etc. Ätii Soc.
Itäl. Sc. Nat. Vol. 29: 1383. 11 pggl 1 Tav.)
D; S. Kellicott erwähnt Epistylis ophidioidea, bei der ausser
den gewöhnlichen Individuen einer Colönie noch einige schlangen-
ähnliche Formen vorhanden sind, welche nach dem Verfasser in Be-
ziehung zur Fortpflanzung stehen. Neu werden beschrieben: Vorti-
cel^ä rhäbdostyloi&es n. sp., Epistylis ccmihari n. sp., Gerda sigmbide's
nJsp., Mesodi'nium reciirvüm'n! sp., SirorAhiämm oblöngum n. sp. {FresK'
ivater infusoria. Proceed. ÄmSr. Soc. Micr. 8 th Ann. Meet. , 1885
p. 38—47, 1 Tfl. n. Ref. i. Journ: Boy. Miör. Soc. (2) vol: 6 p. 634—635.)
Nach dems. ist ferner Vorticella brevistyla d'Udekem, V. rhab-
dostyloides Kell, synonym mit'Spastostyla sertularium Entz. Weiter
mächt! ei* Angaben zur EncyStiruhg von Amphileptus näele'agris" und
übel' die innfere Knö^'pung von Podophrya quadripäl-tilia.' (^The Mi-'
croscope Bd. 6. 1886. p. 53—58 m. Fig. n', Ref. i. Jöur^i. Boy. Micr-
Soc. {2) vol. 6 p. 634).
Das Refer, über T, B. Rosseter,'Ow^ Trichodina as an endo-
parasite findet sich im Cap. Parasiten p! 371.
JV €r. txi^fenmi 'bei-ichtJet über zeitweilige Encystiining bei 'hypo-*
trieben' Ihfu^drieii als Schutzüiittel bei ' räuberischen Anfällen 'von'
Seiten von Sphärophryön. [Temporary encystement among
infusorid. Science Gossip. 1886. p. dl — 33. n. Ref. i. Journ. Boy.
Micr. Soc. {2) vol. 6. 1886. p. 260.)
2. Suctorid.
L.'rtate'uttteräübhte Dendro'coMetes t)aTkä'öxu's St.,
jetiien eigenthütiilichen Ectiparasitöti vöü Gammärus. Der-
selbe' sitzt mittels ' einei- düiinön Basalmembran' ■ den' ' Kiö-
nlbtiblättchen des Wli'thfes auf. Von den mehrfachen (bis '6) •
gewöhnlich stai*r6h , nur längsatti zurüök^iehbarön baüüd-
förmig * verästelten Anrieh'' sötzön sieh die End^mken ai'ä
besondere, leicht ein- und ausstülpbäre Teiitakelchen' ab.
Von letzteren ausgehend, laufen feine Plasmakanälchön bis
iil'^deh Körper,' d'en'Ai'Möti ein sti^eifiges AuSsehöh 'gebend.
Das Pläsnia lässt keinerlei Schichten erkennen uiid entlialt ^
fettähnliche Granula, „Tinktinkörnchen" von wechselnder
Zahl und Grösse, die sich mit Saffranin färben, 1 ovalen
Nucleus und 1 contract. Vacuole mit ausführendem Kanal.
Fortpflanzung ausschliesslich durch innere Knospung. Unter
AA*
404 Dr. Ludwig Will: Ber. üb. d. wissensch. Leistungen
Kernverdoppelung und Bildung einer neuen contract. Va-
cuole stülpt sich ein Theil der Körperoberfläche zu einer
später sich schliessenden flaschenförmigen Höhle ein, welche
4 äquatoriale Wimpersäume entwickelt. Sodann wölbt sich
ihre untere Fläche in Gestalt einer Knospe vor, die durch
eine neu entstandene Oeffuung der Höhlendecke frei wird
und als Embryo mit äquatorialem Wimperkranz umher-
schwimmt. Dieselben Veränderungen wie bei der Em-
bryonenbildung durchläuft Dendr., wenn er durch un-
günstige Verhältnisse gezwungen, seinen Aufenthalt wechselt ;
hierbei kommt es jedoch nicht zu einer Kerntheilung, hin-
gegen werden braune Pigmentmassen in einer bei dieser
Gelegenheit allein zurückbleibenden, allseitig geschlossenen
kl. Blase zurückgelassen. Bei der selten stattfindenden Con-
jugation verbinden sich 2 nebeneinander sitzende Individuen
auf 2 Tage durch eine schmale Plasmabrücke und tauschen
unter Kernauflösung Substanz aus. Da ein Nebenkern
fehlt, nimmt Verf. an, dass der neue Kern dadurch ent-
steht, dass wahrscheinlich die im Plasma gelösten Theile
des alten Nucleus sich aufs Neue als einheitlichen Körper
ausscheiden. Zum Schluss theilt Verf. die Acineten in
zwei Gruppen ein: 1. Fasciculifera (Ophryodendron und
Dendrocometes), 2. Kadiformia (Sphaerophrya, Podophrya,
Acineta, Dendrosoma und Urnula). (Zettschr. f. w. Zool.
Bd. 48 p. 173— Ml m. 2 Tfln.)
A. Sclineider bringt Beobachtungen über die Ver-
jüngung von Dendrocometes. Die Individuen legen sich
mit unverzweigten Copulationsarmen aneinander, die Kerne
zerfallen und aus einigen der Kernfragmente entsteht durch
Vereinigung der neue Kern. Ob ein Austausch von Kern-
substanz stattfindet, wird unentschieden gelassen. {Frag-
ments sur les infus oir es. I. Rajeunissement dans
Dendrocometes in Tabl. Zool. I. 1886.
W. Milne beschreibt eine neue Acinetine, Stylostoma Fwrestii
n. gen. n.sp., welche an einem marinen Cyclops lebt und dadurch
ausgezeichnet ist, dass die Tentakeln in Gruppen von drei Armen
entspringen. (New Protozoa, Proc. Phil. Soc. Glasgoiv, 1886. 8 pp.
1 Tfl. Extr. in Journ. B. Micr. Soc. 1887. I. p. 417)
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1886. 405
E. V. Daday beschreibt aus dem Golf v. Neapel als neu
Acineta neapolitana [Mitth. Zool. Stat. Neapel. B. VI. 1886. p. 481—498
m. Tfl.)
An Acineten beschreiben P, Gourret u. P. Roeser aus dem
alten Hafen von Marse ille Sphaerophrya, massiliensis n. sp., Acineta
contorta n. sp. u. Ac. Parroceli n. sp. (cf. Gap. Faunistik) (Arch. Zool.
exper. (2) T. 4. 1886 m. 8 Tfln.)
F. W. Cragiii beschreibt Trichophrya sessili9 n. sp. aus dem Süss-
wasser von Kansas. {First Contribution to a knoioledge ofthe
Lower Invertebrataof Kansas, Bull. Washburn College Labor atory
of. Nat. Hist. Vol. 2 No. 8 p. 27—32. 1887)
D. S. Kellicott beschreibt als neu Acineta cuspidata n. sp., A.
flava n. sp, Podophrya diaptomi n. sp.; Platycola intermedia, die er
früher nur als Varietät von PI. longicollis ansah, betrachtet er jetzt
als selbständige Sp. [Fresh-ivater infusoria. Proceed. Ämer. Soc.
Miür. 8th. Ann. Meet. 1885 p. 38—47.) n. Ref. i. Journ. Bog. Micr. Soc.
(2) Vol. 6. 1886 p. 634—635)
A. C. Stokes beschreibt Trichophrya sinuosa n. sp., Acineta la-
custris n. sp. u. Anacharis stagnalis n. S2>. {Neivfresh-tvater infu-
soria Proceed. Am. Phil. Soc. 1886. p. 562—568. 1 Tfl. n. Ref. in Journ.
B. Micr. Soc. 1887. 1. p. 417—418)
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